Nr. 59 Erstes Blatt |66. Jahrgang Der Hlrhcner Anzeiger erscheint täglich, ander Sonntag?. - Beilagen: viermal wöchentlich Eichener.samilienblätter; zweimal wöchenrl.Ureis- b!aU für den Ureis ßietzen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land- wirtschLft-liche Zeitfragen Ferrrsprech - Anschlüsse: in r die Schriktleitunq112 Verlag. Geschät t^ftctlcöl Adresse ü'ir Dralünach- richlen: AnzeitzkrSiefsen. Annahme von Anzeigen ü'ir die Tägesnmnmer ^ - • • bB mm jibtith n.-.hrv. Hoialioasferuil ani Verlag »er vruhl'schen !Inlv.-yuch- .Nb Slelndruckerei v. Laagt. Schriftlellang. Seichäftzflelle and vraSerel: rchalltr. 7. Jjwitag, 10. März M BerugSvreii: monatl. 85 Pf., viertel- jährl. Mk. 2.50; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 75 Pf.; durch die Post Mk.2.3S vierte!- jährl. ausschl. Bestellg. ZeilenpretS: lokallSPf^ ausw. 20 Pf. — Haupt- schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Gerichtssaal: Fr.R.Zenz; für den Anzeigentell: H. Beck, sämtlich in Gießen. O MTB.) Großes Hauptquartier, 9. März. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Vielfach steigerte sich die beiderseitige Artillcrietätigkcit Zu größerer Lebhaftigkeit. Die Franzosen haben den festlichen Teil des Grabens benn Gehöft M a r s o ns d e Champagne, in dem gestern mlt vandgranaren gekämpft wurde, wieder gewönnen. W esst l i ch d e r M a a s sind unsere Truppen beschäftigt, dre im R a b e n w a l o e noch befindlichen Franzosenncstcr auszuräumen. O estlich des Flusses wurde zur Abkürzung der Verbindung unserer Stellung südlich des Douaumont mtt den Linien in der Woevre nach gründlicher Artillerie- uor-rreitung dasDorfund diePanzerfeste Vaux mit zahlreichen anschließenden Befestigungen des Gegners unter Führung des Kommandeurs der 9. Reserve-Division, Generals der Infanterie v.Guretzky- Cornitz, durch die Posenschen Reserve-Regimenter Nr. 6 und Nr. 19 in glänzendem nächtlichen Angriff genommen. * In einer großen Zahl von Lustkämpfen in der Gegend von Verdun sind unsere Flieger Sieger gevlieben i mit Sicher- heit sind d r e, s c i n d l i ch e FI u g z e n g e n b g c s ch o s s e -r Alle unsere Flugreuge sind zurückgekehrt, mehrere ihrer kavieren Führer verwundet. Feindliche Truppen in den Ork- 'chaften westlick) und südlich von Verdun wurden ausgiebig mit Bomben belegt. Durch den Angriff eines französischen Ftug- zeuggeschwaders im Festungsbereich von Metz wurden zwei Zivilpersonen getötet und mehrere Privalhäuscr be- schädigl. Im Luftkanipf wurde das Flugzeug des Geschwader- fuhrers abgeschossen. Cr ist gefangen genommen, sein Begleiter rst tot. Oestlicher Kriegsschauplatz. Russische Vorstöße gegen unsere Vorposten-Stellungen hatten nirgends Erfolg. * Wie nachträglich gemeldet wird, wurden die Bahnanlagen der.Strecke nach Minsk sowie feindliche Truppen in Mir in der Nacht vom 8. Februar von einem unserer Luftschiffe angegriffen. Balkan-Kriegs schauvlatz. Die Lage ist unverändert. Oberste Heeresleitung. • * * Wenn die Franzosen in ihren amtlichen Berichten zur Verschleierung ihrer mißlichen Lage der Oeffentlichkeit immer wieder vorzumachen suchen, die deutscheHeeresführung achte bei ihrem Borgehen um Verdun keiner Opfer, so wird dies durch die tatsächlichen Ereignisse, die sich in u n s e r e n kurzen amtlichen Berichten glänzend widerspiegelu, überzeugend widerlegt. Das Gegenteil ist der Fall! Wir gewinnen von der deutschen Taktik bei der Maasfestung allmählich ein sicheres und klares Bild. Bei ruhiger Betrachtung der GesamÜ- lage wird der Blick immer auf das Nächstliegende gerichtet, urch der Schritt zum Ziele gelingt meist durch plötzliches, überraschendes Hervortreten aus der Deckung, wobei die Artillerie das Vorspiel zu übernehmet hat. So mußte die von deutscher Führung vorgeschriebene Gliederung der Kämpfe — abwechselnd östlich und westlich der Maas — die französische Verteidigung fortdauernd beunruhigen. Der deutsche Generalstab besitzt die Ruhe des überlegenen Ringers oder Fechters. Auf diese Weise ist der neue Sieg bei Verdun erfochten worden, den wir mit Fahnenschrnuck und Glockengeläut gestern gefeiert haben. Das Dorf und die Panzerseste Vaux nebst zahlreichen anschließenden Befestigungen des Gegners sind durch zwei posensche Reserve-Regimenter unter Führung des Generals der Infanterie v. Guretzkp-Cornitz „in glän- zeirdem nächtlichen Angriff" genominen worden! Das Lob gilt also nicht nur der Führung und Oberleitung, sondern auch der Tapferkeit und dem Opfermut der Truppen. Sicherlich Abgabe schwer. Das Fort Vaux liegt, durch ein FKußbbalchen von der Feste Donaumont getrennt, auf einem Hügel, .850 Meter über dem Meeresspiegel. Unsere Kartenskizze läßt die Lage näher erkennen. Wir fahren aus dem Bericht der obersten Heeresleitung zunackpt rncht, von welcher Seite her General v. Guretzky- Eornitz seinen Angriff -gemacht hat, ob er von Nordwesten also Douarumont, oder von der Woevre-Ebene her vorgegangen ist. Die Eroberung des Forts Vaux bringt uns die von unserer Heeresleitung erstrebte Mkürzung der Verbuchung unserer Stellung südlich Douaumont' mit den Limen tu der Woevre. Das Fort Vaux bildete einen Vorsprung in unseren Linien, der nun beseitigt ist. Die Folgen- wirkimgen der Besetzung von Dorf urck> Fort Vanx werden sich voraussichtlich auch! auf die angrenzenden Mschnitte ausdehnen. .Hier kommen zunächst die Stellungen südlich des Douaumont in Betracht, die wir iiun von Vaux aus flankieren. Auch caif den Abschnitt von Eix cm der Straße Etain—Verdun in der Woevre-Ebene kann sich mm ein stärkerer seitlicher Druck geltend nrachen. Dem Fort zunächst, schon zmn inn-eren Festungsgürtel gehörig, liegt das Fort Souville, ebenfalls Mi der Straße nach Treppe. Die Stellring der tu der Festung Belagerten wird umuer ungemütlicher. Die Möglichkeit zu Ausfällen wird mehr und mehr äbgeschnitteri, je nteh'r von dein Festunas- daume die Zweige und Aefte beseitigt werden. Der Ring der Belagerer aber wird mit jedem Tgge organischer ; die Verteilung der Kräfte nach dem jeweiligen Bedürfnis kann schnell nrid sichet erfolgen, und wenn die letzten großen Angriffe kommen, wird es eine Machtprobe werden, der die Franzosen nicht mehr gewachsen sind. Bis dahin müssen wir uns mit Geduld wappnen und der Heeresleitung danken, daß sie die Kräfte und Leben unserer Kämpfer schont. * * * Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 9. März. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird vcrlautbart: 9. Mürz 1916. Russischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Italienischer Kriegsschauplatz. An der Südwestfront ist Oie Gcfechtstätigkeit noch immer durch die Witterung sehr eingeschränkt. Nur im Abschnitt des C o l d i L a n a und des S a n Michele kam cs gestern zu lebhafteren Artilleriekämpfen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant. Der französische Bericht. Paris, 8. März. (Zf.) Amtliche Mitteilung vom 8. März. Nachmittags 3 Uhr: In der Champagne in der Gegend von Les Maisons de Champagne führten nur einen Angriff aus, der uns nneder in den Besitz der vom F-eürde am 6. März eroberten Grabenteile brachte. Im Verlauf dieser Aktion machten wir 85 Gefangene, darunter 3 Offiziere, und erbeuteten ein Maschinengewehr. Ein Gegenangriff des Feindes, der ein wenig! später ans die bezeichneten Prmkte unternommen wurde, wurde abgewiesen. In den Ar gönnen beschoß unsere Artillerie die Straßen der Gegend von Montfaneon, aus denen Antonwbiltrans- porte^gemeldet worden waren. In der Gegend nördlich von Verdun meldet man keine Veränderung. Im Verlaufe der Nacht setzten die Deutschen die Beschießung unserer. Front westlich der Maas fort, ohne eine Insanterieaktion zu versuchen. Unsere Batterien antworteten, energisch aus das Feuer des Gegners in diesem Abschnitt, ebenso wie östlich der Maas, wo das Bombardement mit Unterbrechungen stattsand. In der Woevre sehr lebhafter Artillerie kämpf. Wir bombardierten Blanzöe, Grimanconrt imb die Umgegend von Fresues. Ein Angrift des Feindes auf die Eisenbahnlinie und die Straße von Manheulles wurde durch unser Sperrfeuer und unser Jnsanterieseuer gebrochen. Abends 11 Uhr: Nördlich der Ais ne Zerstörimgsfeuer ans dre feindlichen Werke aus dem Plateau von Crnonne und nt der Umgebung von Pasly, nördlich von Soissons. In dm Argon nen führten wir Konzentrationsfener aus auf deutsche Einrichtungen der Cote Chevanchäe ünd in dem Gehölz von Chepptz. Westlich der Maas versuchte der Feind nach intensivem Bombardement neuerdings im Laufe des Tages vorzurückeu. Ein mit großen Beständen gegen unsere Stellungen von Be t hin- court geführter Angriff wurde abgewiesen. Ein von uns gegen den Rabenwald geführter Gegenangriff, wo die Deutschen gestern sich hatten einrichten können, warf den Feind aus dein größten Teil dieses Gehölzes wieder heraus, von dem er nur noch den äußeren östlichen Teil besetzt hält. Auf dein rechten Maasufer wurde das Bombardement mit großer .Heftigkeit in der Gegend von D o u a u m o n t wieder ausgenommen, wo die Deutschen ohne Erfolg unsere Linien östlich des Forts anzugreifen vernichten. Durch eine Jnfcrirterieaktion gelang es dem /feinde, die Redoute von Hardauntont, die wir ihm gestern abgenommen hatten, tvioder zu besetzen. In der Woevre hielt sich der Artckleriekampf sehr lebhaft. Unsere Batterien der MaashÜhen erwiderten der deutschen Artillerie energisch. Fin Ob er elsaß gestattete uns ein Angriff mit Hand- gronateir. eitrige Teile der von den Deutschnr aur 12. Februar bei Sept genommenen Gräben zurückzugewinncu. Eine unserer Bombardierungsgruppcn, bestehend aus 16 Flugzeugen, »oarf 101 Bomben jeden Kalibers auf die Bahnhöfe vcvk Meß lmB Sablons ab, wo /ich mehrere Züge befanden. Die Geschosse trafen gut. Ein Geschwader feindlicher Flugzeuge versuchte auf unsere Flugzeuge Jagd zu machen, die jedoch alte an ihren Ausgangspunkt zurückkehrten, mit Ausnahme eines Flugzeriges, dass infolge Aner Panne zur Landung gezwungen war. Völkerrechtswidrige Beharrdlung gefangener deutscher Feldwebellentnants in Frankreich. Die französische Regierung behandelt im Gegensatz zu dev engUschen und russischen trotz erneuter Vorstellungen Deutschlands unsere krregsgefan.genen Feldwebellcutuants auch weiterhin nicht als Offiziere, sondern hält sie in Mannschaftslagern interniert, ^wses Verfahren hat die deutsche Regierung veranlaßt, die ür deutscher Gefangenschaft befindlichen, aus dem Unteroffizierstaude yervorgegangenen „Sous-Lieutenants" aus Ofiiz-erslagern inj Mannsmaftslager zn überführen, wo sie als Unteroffiziere behan-« delt werden. Diese Maßnahme wird erst daun rückgängig gemacht werden, wenn den kriegsgefangeurn deutschen Feldwebellercknants m Frankreich eine ihrem Offizierrange entsprechende Behandlung zuseu wird, insbesondere, wenn ihre Ueberführung in Offiziers gesangenenlager durchgeführt sein wird. Der türkische Bericht. Konstantinopel, 9. März. (WTB.) Amtlicher Kriegs oencht: Von den verschiedenen Fronten ist keine Nachricht ernx getropen, die eine wesentliche Veränderung meldet. Die Kämpfe irr Ostafrika. London, 7. März. (WTB.) Das Reutersche Bnrecm meldet aus amtlicher Quelle, daß in Ostafrika vom 17. bis 31. Januar mehrere deutsche Angriffe hei Dwenkuba, Mwele, Llbhuni und Serengati znrückgeschlagen wurden. (Anmerkung: Bei diesen in Britisch-Ostafrika liegenden Orten haben schon inehrsach Kämpfe stattgeftruden. Äkerk- würdig berührt nur der ungewöhnliche karge Inhalt der amtlichen englischen Meldung und der Umstand, daß inan es für nötig hält, sie noch nach der am 12. Februar bei Salita, am Westrande der Serengeli, erlitteneu Schlappe bekanntzugeben.) Bon den deutschen Kolonien. London, 9. März. (WTB.) Unterhaus. Bonar Law stellte fest, daß 550 000 Quadratmeileu der deutschen K o l o - uicu besetzt seien. Die sich wie folgt verteilen: Südwestafrika schätzungsioeise 322 450 Quadratmeilen, Kamerum 300 000, Togo 33 700, Samoa 660, Upolu 340, Kaiser Wilhelmsland and Inseln des Stillen Ozeans 70 000, Bismarckarchipel 22 640, Karolinen-^ Palau-, Mariannen- und Marschallinseln 1000, Kiantschon 200 Quadratmeilen. Englische Dreistigkeit. Stockholm, 9. Mürz. (WTB.) Meldung des Telelpramm^ Byrau. Der berühmte schwedische Künstler Bruiw Lilsefv rs> meldet der schwedischen Regierung, daß drei ihm gehörende vvn ihm gemalte G e m ä l d e. die aus der sch-vedischen Kunstausstellung in ScntFraneisco ansgestellt worden untren, aus der Rückkehr in Kopenhagen ausgehalten und von dort nicht ineiter bv-, fördert werden würden, wenn der Künstler nicht eine Erklärung, unterzeichne, die (Gemälde würden von Schweden nicht „in irgend einer Form" nach einer mit den Alliierten kriegführenden MacÄ ansgeführt werden. Liljefors weigert sich, diese Erklärung zü unterzeichnen, und ersucht die Regierung um Maßnahmen, durch die er in den Besitz seines Eigentums kommt. Auch der italieurfche Krirgdminster will zurücktretcn^ Berlin, 9. März. (Priv.-Tel.) Die „B. Z. a. Mi." meldet aus Lugano: General Al f ier i ist der Zeitung „d'Jtalia" zufolge zum Nachfolger des Kriege Ministers Zupekli ausersehen, der wegen eines schon längere Zeit andauernden jetzt akut gD, wordenen Konfliktes mit dein Generalstabsck-ef Cadorna zurücktrttt, Der Seekrieg. . Kopenhagen, 9. März. (WTB.) „Politiken" meldet aus fhrtftüfiria: Ter Dampfer „Memo na" der Aktiengesellschaft Andersen in Frederikstadt ging am 24. November nach Kristiarüa mit Kakes ab, kam aber nrcht ai:, obgleich ein späterer Dampfer derselben Firma, der mit 28. November von London abgefahren .war, bereits angekomnreit ist. Man nimmt an, daß der Dampfer mit 17 Mann Besatzung auf eine Mine gestoßen und untergegangen ist. Der Kapitän des späterst Dantpfers berichtet, daß gleichzeitig mit der „Memona" eine Reihe anderer Schiffe von London nach Norivegen abgegangen ist. Da man von keinem dieser Schiffe etwas hört, ninimt man an, daß es sich um ein großes Minenunglück handelt. Stockholm, 9. März. (WTB.) Meldung des Svenska Telegramm-Byrau. „Degens Myheter" teilt mit, daß ein deut- sches Torpedoboot eine schwedische Brigg, mit einer Grubenholzladrmg von Malnrö nach Grimsby bestimmt, am Montag in den schwedischen Gewässern im Oeresund weggenommen habe, daß ein sctMchisches Torpedoboot aber die Freilassung veranlaßte. Eine amtliche Nachricht liegt nicht vor. Zur Uriegserklanmg an Portugal. Berlin, 9. März. (WTB.) Die „Nordd. Allgem. Ztg." schreibt: Am 23. Februar beschlagnahmte die portugiesische Regierung die in portugiesischen Häfen liegenden deutschen Schiffe. Unmittelbar nach Bekanntwerden dieses Vorganges erhielt der kaiserliche Gesandte in Lissabon Dr. Rosen den Lbustrag, gegen die Maßnahme zu protestieren und ihre Aufhebung zu verlangen. Die betreffende Note wurde gm 27. Februar der poÄugiesischen Regierung übergeben. Ungeachtet dieser Tatsache verbreitete die portugiesische Regierung in Lissabon in ihrer offiziö-sen Presse dre Nachricht, daß eine deutsche Pro te stn o t e überhaupt nicht existiere. In der portugiesischen Kongreßsitzung leugnete der Jinstiz- minister sogar offiziell das Vorhandensein einer Note ab. Eine vom kaiserlichen Gesandten verlangte Richtigstellung der Preßnotiz unterblieb. Erst am 4. März erschien der hiesige portugiesische Gesandte im Austrage seiner Regie- rung im Auswärtigen Amt, um eine Note zu übergeben, welche die deutsche Forderung ab lehnte. Eine Abschrift dieser Note wurde am selben Tage dem kaiserlichen Gesandten in Lissabon übergeben. Darauf erhielt dieser die Anweistmg, der portugiesischen Regierung die nachstehend wiedergegebene Erklärung zuzustellen. Die Uebergabe der Erklärung soll heute in Lissabon erfolgen. Eine Abschrift derselben rmrrde dem hiesigen portugiesischen Gesandten übermittelt. Die Erklärung lautet: „Seit Kriegsbeginn hat die portugiesische Regierung durch neutralitätswidrige Handlungen die Feinde des Deutschen Reichs unterstützt. Englischen Truppen wurde in vier Füllen der Durchmarsch durch Mozambique gestattet. Die Versorgung deutscher Schiffe mit Kohlen wurde verboten. Ein neutralitätswidrig ausgedehnter Ansentlxrlt englischer Kriegsschiffe in portugiesischen Hafen wurde zugelassen und England die Benutzung D^adeiras als Flottenstützpunkt gewährt. Ter Entente wurden Geschütze und Kriegsmaterial der verschiedensten Art, Eng land überdies ein Torpedobcotszerstörer verkauft. Deutsche Kabel wurden unterbrochen. Das Archiv des kaiserlichen Vizekonfulats in Moss-amedes wurde beschlagnahmt. Expeditionen wurden nach Afrika entsandt und offen als gegen Deutschland gerichtet bezeichnet. An der Grenze von Deutsch-Südwest-Asrika und Angola wurden der deutsche Bezirksamtmann Dr. Schultze-Jena sowie zwei Offiziere und Mannschaften durch Einladung nach Nasulila gelockt, dort am 19. Oktober 1914 für verhaftet erklärt, und, als sie sich der Festnahme zu entziehen suchten, zum Dell niedergeschossen, die U eberlebenden mit Gewalt gefangen genommen. Retorsions- maßnahmen unserer Schutztrirppe folgten. Bon Deutschland abgeschnitten handelte die Schutztruppe in der durch das portugiesische Vorgehen hervorgeritsenen Annahme, daß Portugal sich mit uns im Kriegszustände befinde. Die portugiesische Regierung remonstrierte ivcgen der letzteren Vorgänge, ohne den erfteren zu erwähnen. und beantwortete unser Verlangen, uns mit unsren Kolo- nialbeHörden einen ungehinderten chiffrierten Telegrammv« kehr zwecks Aufklärung des Sachverhalts zu verschaffen, überhaupt nicht. Während der Kriegsdauer ergingen sich, unter mehr oder weniger offen kundiger Begünstigung durch die portugiesische Regierung, Presse und P a r l a m e n t in gröblickien Beschrmpsungen des deutschen Volkes. In der Kammersitzung vom 2. November 1914 sprach der Führer der Partei der Revolutionisten in Gegenwart fremder Diplomaten sowie der portugiesischen Minister sctzvere Beleidigungen gegen Deutschland aus, ohne daß Einspruch durch den Kammerpräsident«: oder einen Minister erfolgt wäre. Ter kaiserliche Gesandte erhielt aus seine Vorstellungen nur die Antwort, daß der betreffende Passus im offiziellen Sitzungsbericht nicht enthalten sei. Wir haben gegen diese Vorgänge in jedem Einzelfalle protestiert, sowie verschiedentlich die ernstesten Vorstellungen erhob«: und die portugiesische Regierung für alle Folgen verantwortlich gemacht. Eine Remednr erfolgte jedoch nicht. Die kaiserliche Regierung hatte gleichwohl in langmütiger Würdigung der schwierigen Lage Portugals bisher vermied«:, ern,rere Konsequenzen aus dem Verhalten der portugiesischen Regierung zu ziehen. Am 2. Februar erfolgte auf Grund eines Dekrets vom gleichen Tage ohne vorherige Verhandlung die Beschlagnahine der deutschen Schiffe. Diese wurden militärisch besetzt und die Mannschaften von Bord geschickt. Tie Kaiserliche Regierung hat gegen diesen flagranten Rechtsbruch protestiert und die Aufhämng der Beschlagnahme der Schiffe verlangt. Die portugiesische Regierung hat das Verlangen abgelehnt und ihre Gewaltmaßregel durch Rechtsausführungen zu begcLrden versucht. Sie geht davon aus, daß unsere durch den .Krieg in den portugiesischen Häfen festgeleg- ten Schiffe infame der Festlegung nicht dem Artikel 2 des deutsch- portugiesischen Handels- und Schifsahrtsvertrages, sondern ebenso wie anderes im Lande befindliches Eigentum der unbeschränkten .Gebietshoheit und damit dem unbeschränkten Zugriff Portugals unterlägen. Weiterhin aber meint sie sich innerhalb der Grenzen dieses Artikels gehalten zu haben, da die Requisition der Schiffe einen: dringenden wirtschaftlichen Bedürfnis entspräche, auch in dem 'Beschlagnahmedekret eine später festzusetzende Entschädigung vorgesehen sei. Diese Ausführungen erscheinen als leere Ausflüchte. Artikel 2 bezieht sich auf jede Requisition deutschen, in portugiesischem Gebiet befindlichen Eigentums, so daß dahingestellt blerben kann, ob die angebliche Festlegung der deutschen Schiffe in portugiesischen Häfen ihre Rechtslage verändert hat. Den genannten Artikel hat aber die portugiesische Regierung nach doppelter Richtung verletzt. Einmal hat sie sich bei der Requisition nicht in den vertraglichen Grenzen gehalten, da Artikel 2 Befriedigung eines staatlichen Bedürfnisses voraussetzt, während die Beschlagnahme offenbar unverhältnismäßig mehr deutsche Schiffe getroffen htt, als zur Beseitigung des Schiffsraum mangels für Portugal erforderlich war. Sodann aber macht der Artikel < die Beschlagnahmte der Schiffe von einer vorhergehend«: Vereinbarung mit den Beteiligten über die zu bewilligende Entschädigung rlchtngig, während die portugiesische Regierung nicht einmal versucht hat, sich mit den deutschen Reedereien unmittelbar oder durch Vermittlung der deutschen Regierung zu verständigen. D»S ganze Vergehen der portugiesischen Regierung stellt sich somit als sch',» er er Rechts - und Vertragsbruch dar. Die partvgiesffche ReUverung hat durch dieses Vorgehen offen zu erkenne» gegeben, bach sie sich als Vasallen Englands, betrachtet, ber den englischen Interessen rmd Wünschen alle anderen Rücksichten unterordnet. Sie hat endlich die Beschlagnahme der Sckiiffe unter Formen votl-zs-gen, ins denen eine beabsichtigte Herausforderung Deutschlands erblickt werden muß. Die deutsche Flagge wurde auf den deutschen Schiffen nied« geholt und die portugiesische Flagge mit Kriegswimpel gesetzt. Das TldmiralsckM schoß Salut. Die kaiserliche Regierung sieht sich gezwungen, aus dein Verhalten der portugiesischen. Regierung die notwendigen Folgerimgen zu ziehen. Sie betrachtet sich v on j etzt ab als nrit der portugiesischen Negierung im Krregs- zustand befindlich. Arügsdriefe aus dem westen. Von unserm Kriegsberichterstatter. ^Unberechtigter Nachdruck, auch auszugstoeise, verboten.) Im Kampfgebiete von Verdun. I. Das Schlachtgelände. Großes Hauptquartier, den 4. März. Bei Dun treten die Höhen, die bis dalftn vereinzelt aus der Ebene ausstiegen, in geschlossenem Zuge bis dicht^an das Ufer der MaaS heran. Diese bildet eine tiefe, sumpfige Dalrinne, die jetzt überschwemmt ist, wie alljährlich im Winter, und nun den Anblick eines stellenweise mehrere Kilonreter breiten und meileulangei: Sees mit fttMutzig-dunkelgrüner Fläche darbietet. Kaum daß an beiden Seiten Raum bleibt für die Fahrstraßen und für die Eisenbahn, der«: Damm unmittelbar aus den Fluten aufsteigt. Folgt man der östlichen, unmittelbar ans Verdun zufrihrenben Talstraße nach Süden, so schieben sich bei jeder neuen Biegung neue Hügelketten ivie natürliche Schirmwälle vor das Festungsgebiet, Ausläufer der Cotes Lvrraines. So zerfällt das Gebiet der Front, in dem sich die Schlacht abspielt, in drei Abschnitte, das Gebiet westlich der Maas, wo die Franzosen stark gebnitden sind. In das Bergland der Cotes, uw wir in gewaltigem Anlause bis in den Fortsgürtel der Festung nach Süden vor gestoßen sind, in je eintägigem Angriffe immer eine der „Rippen" der Cotes- Ausläufer überwindend. Und daran östlich anschließend in das Woevre, die im Beginn des Krieges untb dann im Stellungskampfe mit so viel Blu,i begossene Ebene, die sich zwischen der französischen Maasseste Verdun und der deutschen Moselburg Metz ausbreitet. Tic Ebene ist reiches Ackerland, die Jurakalkberge der Cotes ssird mit üppigem Walde bestellt, der aber, schlecht bewirtschaftet ivie die meisten ostfranzösischen Forsten, nur weitige gute Stämme ausweist, im übrigen ein schwer durchdringliches Gewirr von Unter- l>olz ist, nicht ganz so urivaldhaft unheimlich wie die Argonnen, aber bedeillend venvachsener als die Ardennen mit ihrem dürftigeren Schieferboden. Trotzdem die Talsohle der Maas hier selbst schon hoch liegt und die Gipfel die Höhe von 400 Meter kaum erreichen, scheinen sie doch bedeutend, namentlich von der Woevrc- Ebene ans. in welche die Hänge meist steil ab fallen. Die Ortschaften, ob im Waldlande, ob auf der wohlhabenden Ackerebene, gleichen sich alle aus eiu Haar, wie sich nur lothringische Dörfer gleichen können. Nur ein Geschoß hat das Haus, die Mauern sind hell Müncht. Unter dem niedrigen, sehr breiten, roten Ziegcldache sind Wohnung, Stall und Scheune vereinigt. Tie Ziegel liegen nach dem System „Mönch und Nonne" übereinander geschichtet, wie in altrömischer Zeit, und das ganze Dorf könnte so, wie es da steht, vor 2000 Jahren erbaut sein, denn; nirgends hat sich der römische Bauernhausbau in Mitteleuropa! so starr erhalten ^wie in Lothringen. Genau so, wie sie heute drein- schauen, hat diese Dörfer Goethe gesehen, als cr diese Straße als Kriegsberichterstatter entlangfu.hr, mm Zeuge der Beschießung Verduns zu werden. Viele der Häuser stairden damals schon. Die später erbauten kann man nur daran unterscheiden, daß auf jedem Türsturz die Jahreszahl der Erbauung in pluinp erhabenen Ziffern eingemeißelt ist. Das ist aber auch ihr einziger „Schmuck".^ Wie sie von außen dürftig sind trotz ihrer oft stattlichen Größe, so sind die Häuser innen schmutzig und unbehaglich. Sehr schnrutzig. Und untraut wie die Häuserreihen sind die Kirchen, deren Mangel an Schönheit amb Erfindung bedrückt, ob man aus der Champagne mit ihren Auslläng«: von Reims und Laon, ob man aus den Ardennen mit ihren turmreichen, burgähnlich«: Kirchen oder gar aus dem schönen, heiteren Elsaß nach Lothringen stößt. Solche eintönige Nester ohne jede Eigenheit und Reiz srnd alle die Orte, die jetzt die Heeresberichte aus dein Kampfgebiete neunen. Sv sichen Vilosnes -oder Manheulles, Samogneux oder Fresnes ans. So sehen die andern aus, el-e sie die Sclftacht verschlang, Beau- inont, Brabant, Chrmpneuville, Touaumont. II. Am Rande der Schlacht. Wir betreten Dörfer, die vor wenigen Tagen noch, solange hier der Stellungskrieg währte, dem ständigen Bärnrnhigungsfeuer des Feindes ausgesetzt waren Und das durch viele Löcher in Dächern und Mauern beweisen. Und doch ist selbst hier ein Teil der Einwohner zurückgeblieben, unb wenn sie über die Straße gehen, so haben sie erstaunte Augen und kömten es immer noch nicht fassen, was die Dentsclßn aus ihren Dörfern zu machen begonnen haben, während die Franzosen daran waren, sie einziv- schießen. Tie Stuben sind neu getüncht worden, die Türen und Fensterrahmen blank gestrichen und mit mancherlei Malereien versehen, mit denen sich unsere Feldgrauen die vertrieben haben. Aus dem kahlen Torsplatze sind hübsche, in Steinsetzungen gefaßte Gartenanlagen geschaffen, und in der Mitte steift ein mit dem Eisernen Kreuz verzierter Gedenkstein. Bor jedem Hause ringsum, wo Einquartierung liegt, ist ein mit einem Birkennaturholzzaun! umgebener und mit einer oft sehr hübschen Laube geschmückter Borgarten entstanden. Das alles hat man hier nie geftnrnt, und dieser Schönheitssinn, der sich im feindlichen Feuer unbekümmert entfaltet, ist dem Welsckftothringer unbegreiflich. Doch von allen Unbegreiflichkeiten die größte ist das Badehaus, was in einem ursprünglich ganz anderen Zwecken dieneirden Gebäude von einer Pionierkompagnre eingerichtet rvorden ist. Ein Badehaus, wo zu allen Stunden Leute baden, die von der Front kommen, und man immer Jauchzen und Plätschern und Lachen heraushört, als sei das nasse Wasser ein Festgeschenk — da steht der Welschlothringer vor einer fremden Welt. Der Dorsplatz heißt jetzt natürlich Kaisev-WilhelmS-Platz, zur Kirche konrmt man auf der Hinden- burgstraße, so liest man an Aufschriften. Ueberhaupt die Aufschriften, die sind ein Kapitel für sich. „Heldenkeller, Schutz gegen Fliegerbomben!" — „August, Schnellsohlcr und Haarpfleger". Sein Konkurrent nebenan aber schreibt: „Sepp, Barbier und Barbar." Ich weiß wohl, daß ich da der Heimat nichts Neues erzähle, denn so ähnlich haben sich ja in allen Dörfern hinter der Front unsere Leute eingerichtet, und ich habe das oft genug beschrieben. Aber heute fdjeint es mir, als verdiene das alles einen besonderes zärtlichen Blick. Denn hier haben die Männer gewohnt, haben in endlosen Monaten gewartet, bis ihr Tag kam, die jetzt wie der Wirbelsturm vorgestoßen sind in das Herz der französischen Stellungen. Was jetzt an Truchpen hier liegt, befindet sich in Ruhe und hat schvn mehrere Gescchtstage hinter sich. Die Leute sind alle sehr ermüdet, aber ihre Augen leuch>ten vor Frsude, daß es endlich nach so vielen Monaten des Stellungskrieges Vvnvärts gegangen ist. Sie wollen nun ein wenig verschuauseir, aber bann so schnell ivie möglich wieder drauf und dran an den Franzmann. „Franzmann" ist hier aus einmal wieder ein geläufiges Wort geworden, als ob das so mit dem Völkererinnern zusammcnhinge in dieser Gegend. Im Anfang des Krieges sprachen unsere Truppen zwischim Maas und Mosel vom „Franzos" ober von den „Rothosen". Jetzt nennen bie Kämpfer aller deutschen Stämme, benen ich begegnete, den Feftrd nur den „Franzmann", wie es die Väter 1870 taten. „Wir lwben den Franzmann schön versohlt." — „Als wir das Dorf Beaumont stürmten, hat uns der Franzmann kennen gelernt!" — „Unser Artilleriefener hält der Franzmann nicht ans, da verliert er die Nerven!" Und sehr fröhlich stell«: sie fest, daß der Franzmamr, der sonst pünktlich unr diese Mittagsstunde ein paar Lagen Granaten hierher zu senden Pflegte, heute ganz still bleibt. Er hat „vorne" Wichtigeres zu tun und wird von unseren Batterien andenvärts genug beschäftigt. Es ist nicht rötlich, ftirber auf der Straße zu bleiben, da diese zi: genau von den überhöhenden Stellungen des Feindes! am anderen Maasufer emgesehen werden kamt. Aber es sind zahl- $ lose Wege in das dichte Unteelft)l>> des Waldes geschittkvu, und- Wegiveiser erlciclftern in dem Gewirr der Fahrstraßen und 'Fußpfade das Zureclftsinden. Mauchiual sieht man an den Stämmen farbige Marken, als ob .ein Gebirgsverein dem Wanderer die Reize der Gegend habe erschließen wollen. Aber dann steht eine Tafel daneben: „Rechts halten!" Ober: „Annäheruugsgrabenj benützen!" Arft allen diesen Wegen im Walde flutet cs hin und her. Fu Trupps zieheit Abteilmtgen aller Waffengattungen, um sich mtt ihren Kompagnien zu vereinigen. Andere, die nach durchgekämpften Tagen in Ruhestellrmq-en gehen, kommen ilpten entgegen, müde, auf Knüppeln, die sich sich in den Heck«: geschnitten haben, gestützt, von beit Stiefelsoh'en bis zum Helmbezug mit gelbbraunem Schlanrm getüncht, aber alle mit leuchtertden Ge-- sickftern von Sregessreude durchglüht, die einen wie _btc anderen. Es geht vorwärts! scheinen sie zu jauchzen. Und fast alle haben in die Geivchrmündung ein Tannenreis oder ein Zweiglein mit schimmernden Kätzchen oder ern Büschel Nicswurzblüten gesteckt, als ob ein Festtag sei. Fachrkolonnen kommen und >geh«t ohne Unterlaß. Sechs schvere Pferde ziehen die Wagen durch den tief ausgefahrenen Lehm. Eine Feldbahn kreitzt den Weg. Zwei kleine Lokomotiven ziehen eine schwere Last: in Körben ruhen gewalttge Stahlgußzylinder schwerste Kaliber, die bald ihre Luftreise nach den Werken des Feindes aittreten werben. Auf beut letzten Wagen reiten ein paar übermütige junge Burschen aus den dröhnendew Ungetümen- trnd winken nrit den Feldflaschen d«t Vorüberschreitenden Grüße zu. Meldereiter aatf eiligem Roß kommen vorbei. Im Dickicht sieht man Biwaks, Fuhrparks, Batterien. Der ganze Wald wimmelt von drängendem Leben, von Männern, die alle nur den einen Gedanken Hab«:: es geht zum Sieg! Wenn man aber bie ge'wckten Pfade verläßt und einer Höhe erstrebt, bie Umblick gewährt, bann sieht mcm niemand. Leer und verlassen sind bie Straßen bcs Feindes, die sich jenseits der Maas znftsckwn den Bergen bahinziehen. Leer und verlass«: sind unsere eigenen Straß«:, soweit man sie cinsehen kann. Alle Bewegungen verhüllt der Wald, der Wirld, den seit Monaten die Granatlagcn buvchkämmt haben, besten F-allaub mit rostenden Granatsplitterr: und grauen Schrapnellwchs'en besät ist, und der bock- noch immer dicht g«mp blieb, lim Freund und Feind zu decken. Ich kehre zurück aus einem Weg, der vorwärts führt, in das Gebiet der Schlacht hinein. W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. Aus dem Aeiche. Essen, 9. März. (WTB.) Das RH-ein isch-West- sälisch e Kohlen synd ik at hat aus bk vierte Kriegsanleihe 30 Millionen Mark gegen 20 Millionen bei der dritten gezeichnet. Aus Hessen. Die hessischen Handelskainmern über die neuen Kriegssteuerentwürfe. , Die Hess. Handelskammern hielt«: am Mittwoch in Frankfurt a. Mj. eine Besprechung ab, an der auch mehrere Regierungsvertreter, darunter dar Präsident des Großherzoglich Hessischen Finanzministeriums, Staatsrat Dr. Becker, und der Vorsitzende der Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe des Miiristeriums des Innern, Ministerialrat Schliephake, teiln ahmen. Zu den neuen Kriegsst«lerentwürfen würben einstimmig \oU gende Erklärungen abgegeben. „Die hessischen Handelskammern sprechen sich zu dem vorliegend«: Entwurf eines Kriegsgewinnst euer gesetzes grundsätzlich zustinrmend aus, in der Erwägung, daß denjenigen, die in der K'risgszeit, bie so viel Opfer an Gut und Blut erfordert, Mehreinnahmen erzielen koirnten, eine besondere Abgabe angesonnen Word«: kann, unbeschadet der Anerkennung, bie die Leistung«: der für die Armee arbeit«:den Erwerbsßäitde verdienen. Auch mit der vorgesehenen Staffelung der Steuer erllären sie sich einverstatck)«:, warnen aber drirrgend vor einer Erhöhung oer Steuer sin! Hinblick auf die mit einer Ueberspannung, der Besteuerung verbundenen großen Gefahren für die gesamte volkswirtschaftliche Entwickelung. Im einzelner: sprachen die Kammern ftftgmde Wünsche aus: 1. T-ie Absetzung des Kriegsgavimts von Tochtergesellschaften (8 23) sollte schon erntreten, wenn ein Zehntel statt ein Fünftel der Aktien oder Anteile sich, rm Besitz der Stammgesellschaft be- sindet. 2. Es ist ausdrücklich zu bestimmen, daß bei Entscheidung über Beseitigung vmr Härten (8 41) die Landesftnarrzbrhchche zu hören und ein Beirat aus Sachverständigen der Praxis zuzil^when ist. 3. Es ist die Bestimmung Mlszunehm«:, daß bk Kriegsgewinnsteuer bei der Feststellung des steuerpsiichtigen Einkommens für die Bundesstaatei: mrd Gemeind«: abzugssähig ist. Fenter sprechen die Kammern die Erwärtur^ au?, daß bei der Fesffbellung des Gewinnes der gewerblichen Betriebe die Grundsätze gesunder Bilanzierung insbesondere bezüglich der Beurteilung der sogenannten sttllen Reserven volle MMhtung finden." „Tie Handelskammern sttmmen einer höheren Belastung des Tabaks zu. Ob die vorgesckftagene Form die richtige ist, müffen sie der sack>perständigen Beurteilung der Interessenten überlassen." ,^8Zas die vorgeschlag«:en Verkehrs steuern (Quittungen, Postverkehr, EiseTÜiahnverkehr) betrifft, so sprechen gegen dieselben vom Standpunkte des Erwerbslebens große Bed«:ken. Die Kammern verschließen sich aber nickft der Mrtwenbigkeit, angesichts des großen Geldbedarfs des Reiches auch diese Steuerguellen nutzbar zu machen, nnd sehen daher, zumal sie einen Ersatz für den Ausfall vorzuschlagen nicht in der Lage sind, von einem Widerspruch gegen dieselb«: ab. Sie sprechen aber bie dringende Erwartung aus. daß nach dem Kriege eine Nachprüfung dieser Steuer:: vorgenommen ivird. Zu Einzell-eiten Stellung zu nehmen, sehen sie unter den obwalteirden Umständen ab." Wer über das gesetzlich zulässige Matz hinaus Hafer, ^)!engkorn, Mischsrucht, worin sich Hafer befindet, oderGerste verfüttert, versündigt sich am Vaterlande! Aus Stadt nnd Land. Gießen, 10. März 1916. Zeichnet Kriegsanleihe! Von befreundeter Seite geht uns folgeitder beherzigend werte Aufruf zu: Auch an die Bevölkerung auf dem Lande richtet sich die Mahnung: Zeichnet Kriegsanleihe. Und besonders ihr Frauen, die ihr für eure drauße:: stellenden Männer jetzt schon lange Monate hindurch Haus und Stall und Feld wartet, mit einer selbstverständlichen Pflichttreue, die euch schon jetzt warme Anerkenrmng aus dem Munde von Staatsmännern und Mgeordneten gebracht hat und euch fttr immer einen Ehrenplatz in der Geschichte dieses großen Krieges sichert, zeigt auch hier, daß ihr die Forderung der Stunde versteht, tut auch hier eure Pflicht! Geldsachen, Wertpapiere, Anleihe zeichnen: Worte, die euch meist ferner liegen, Männersache ist's, ineint ihr und kümmert euch nicht viel drrrm, wenn's nicht sein muß; es muß aber diesmal sein, und die Männer sind draußen im Felde, und so bleibt so manches gute Geld im Sparstrumpf oder vielleicht auch in der Sparkasse, wenn ihr euch nicht drum kümmert: Geld, das dem Reich jetzt gehört, um den Sieg auch der vierten Reichsanleihe sichern: zu helfen, um den Sieg draußen auf dem Schlachtfeld und auf dem Meere, um die Heimkehr eurer Männer zu be- Senn t'x’ ttxxr immer jo und ist heute mehr ie: zum Kriegfuhren gehört Geld, Geld und I TmK I Ti V . ! PJ • schleimigen, wahr denn nochmals Geld. Unb das Geld ist da" ist reichllch' vorhanden es muß nur heraus aus den Kästen und Schubladen Es gehört dem Reich: ja, aber nicht schenken sollt ihrs ihm, nein lechen, wie ihrs ja auch der Sparkasse verleiht, und Zinsen sollt ilM dafür bekommen, höhere wie sic dre Sparkasse gibt; und der Sparkasse ist's recht, wenn ihr jetzt nicht enere Ersparnisse zu ihr bringt, sondern sie dem Reich gebt, \a auch wenn ihr einen Teil dessen, inas ihr be, ihr schon stehen habt, abhebt, um es deni Reich zu geben Sie fordert euch sogar auf dazu und verzichtet auf Einhaltung ihrer Kündigungsfristen. . Nun denkt vielleicht manche: „Ja, die Sparkasse, die ist mir sicher, die kenne ich und da kann ich jeden Tag hin und mir inein Geld wieder holen, aber das Mich? Was tue ich damit? Berlin ist weit und mit großen Leuten ist nicht gut Kirschen essen. Wenn mir da mit dem Geld w-as passiert, ist's hin." Vielleicht denkt manche so, hoffentlich nicht, denn es Ware sehr unüberlegt. Worauf berirht denn alle Sicherheit von uns, unserem Erwerb, unseren Bairken und Sparkassen? Doch nur auf dem Reich, das uns sichert. Ein Sprichwort sagt: wenn der Himmel einfällt, sind alle Spatzen tot! d. h. hier, wenn das Reich nichts mehr taugt/ nicht mehr sicher ist, dann sind wir alle gegessen, dann hat das Geld auf der Sparkasse oder gar im Sparstrumps auch keinen Wert mvlyt- Wenn aber, umgekehrt, die Sparkasse und der Sparstrumpf sicher sind, dann ist's das Reich noch tausendmal mel?r. Der Staatsbankrott müßte erst ba sein, ehe einem Gläubiger des Reichs auch imr 1 Psenuig ver- loreii gehen kann. Sieht's so bei uns aus? Bel uns, deren Heere fregreich auf drei Fronten in Feindesland stehen, bei uns, wo im Innern Industrie und Landwirtschaft blühen und das „Verdienen" eben groß geschrieben wird, wie man zu sagen pflegt! Auch in der Land wir t s cha s t ist eben viel Geld vorhanden, mutz bei den hohen Preisen und der Unmöglichkeit, es wieder wie sonst im Frieden in neuem Inventar, Vieh, Baulichkeiten usw. anzulegeu, viel Geld da sein; die Ausweise der ländlichen Sparkassen bestätigen es. So gebt's jetzt dem Reich und holt's euch im Frieden wieder, wenn's gilt, die Kriegsnotwirtschaft wieder in die normale Friedenswirtschaft umzuwandeln. Bis dahin laßt's euch Zinsen tragen vom Reich! Ja, was sollen wir aber zeichnen, wieviel und auf welche Weise? Was und wieviel? Soviel ihr könnt! Und aus welche Weise? Da nehmt euch mal die Aufrufe zur Hand> die eben täglich in allen Zeitungen, auch den kleinsten, stehen, lest sie aufmerksam durch und laßt euch, tvas ihr nicht versteht, von der Sparkasse, vom Lehrer, vom Pfarrer, vom Arzt oder wem ihr sonst am meisten Vertrauen schenkt, erklären; sie werden's alle gerne tun. Wenn ihr mit Verwahren und Anslosen von Wertpapieren nichts zu tun haben wollt, gebt sie den Sparkassen zur Verwahrung, die das meist unentgeltlich besorgen. Oder zeichnet eine Reich sschuldbuchsorderung, bei der euch das Reich alle Mühe der Aufbewahrung und Kontrolle abnimmt und euch regelmäßig zu den Fälligkeitsterminen kostenlos eure Zinsen schickt. Es ist alles so bequem gemacht, daß jeder das Richtige für sich herausfinden kann. Und schon 100 Mark nimmt has Reich als kleinste Zahlung an, und viele Hunderte bringen auch eine Million zusammen. Also auf, ihr Frauen! Helft mit, daß das Ergebnis auch der vierten Anleihe ein Sieg wird und daß auch an diesem Siege das Land, die Landwirtschaft den Anteil hat, den das Vaterland von ihr erwarten darf. * •* Auszeichnung. Der Einjähr. Freiwillige Gefreite im 1. Nassauifchen Jns.-Regt. 37 Max S a l o m o it erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Sein älterer hat diese Auszeichnung schon vor längerer Zeit erhalten. ** Der Fall von Vaux wurde gestern dürch Flaggen schmuck, Glockengeläute und Militürkon-ert gefeiert. Gemäß einem Abkommen mit der Stadt werden wir zur Erzielung einer einheitlicheren Beflagg ung jeweils auf unseren Sonderblättern davon Mitteilung machen, wenn das Beflaggen der öffentlichen Gebäude angeordnet ist und bitten die Bürgerschaft, in solchen Fällen ebenfalls die Siegesfahnen wehen zu lassen. ** Kriegsanleihe. Nach Mitteilung von amtlicher Stelle ist beabsichtigt, die staatlichen Kassestellen, einschließlich der Untercrhebstellen anzuweisen, die Zins scheine der Reichsanleihen unp insbesondere der Kriegsanleihen in Zahlung zu nehmen. **DieVermißtenvonQuesnoy. In den letzten Tagen hat sich hier in Gießen die Nachricht verbreitet, wonach aus Kanada die Karte eines seit dem Kampfe bei Quesnoy vermißten Gießeners eingelaufen ist, auf der mitgeteilt wird, daß in dem gleichen Gefangenenlager sich Angehörige hessischer Regimenter befinden, die seit dem gleichen Tage vermißt werden. Wie wir soeben erfahren, hat der „Bezirksausschuß vom Roten Kreuz zur Ermittlung vermißter Deutscher" die Prüfung dieser Angelegenheit übernommen. **Oeffen1licheVersammlung. Am Donnerstag, den 16. Marz, abends 8y 2 Uhr, wird in der neuen Aula eine öffentliche Versammlung stattfinden, in der folgende Redner über die neue Kriegsanleihe sprechen werden: Oberbürgermeister Keller, Professor Dr. S k a l w e i t, Justizrat Landlagsabgeordneter Grünewald und Geh. Kirchenrat Pros. D. Dr. Eck. ** Eine außerordentliche Konferenz der Oberhessischen evangelischen Geistlichen fand gestern in der neuer! Aula der Universität unter dem Vorsitz von Geh. Ober- konsistvrialrat v. Petersen -Darmstadt statt, in . welcher der Direktor der Landeshypothekenbank. Geheimrat Bastian- Darm- stobt einen eingehenden Vortrag ’über Zweck und Dur chfüh - rung der neuen Kriegsanleihe hielt. Nach einer kurzen Schilderung der schlechten wirtsck>aftlichen Lage in den feindlichen Ländern wies er auf die durch das Blühen von Industrie und Landrvirtschaft geschaffene günstige wirtschaftliche Lage unseres Vaterlandes hin, der es bei sachkundiger Aufklärung der Bevölle rung ein Leichtes sei, dem Vaterland hinreichende Mittel zur sieg reichen Durchführung des Krieges zur Verfügung zu stellen. Betrug doch der R e i n z u w a chs der deutschen Sparkassen im Monat Januar ds. Js. 440 Millionen Mark, während sich die Gesamteinlage im Jahre 1915 um 214 Milliarden Mark erhöht hat. In der an den mit großem Beifall aufgenonrmenen Vortrag sich anschließenden längeren Aussprache wurden noch manche das Thema berührende Einzelheiten von dem Vortragenden weiter ausgeführt rmd allseitige sachkundige Aufklärungen gegeben, welche die zahlreich Erschienenen instand setzen können, in den Gemeinden Oberhessens über die neue Kriegsanleihe, die ein ausgezeichnetes Anlagepapier sein wird, ansklärend wib für ihre freudige Aufnahme- fördernd zu wirken. ** Die Landes stelle für die Förderung des Goldmünzenaustauschs und verwandter vaterländischer Zwecke hat ein neues Flugblatt über die Möglichkeit des Verkaufs ausländischer Wertpapiere herausgegeben. Es geschah in der Erkenntnis, daß über diese Frage noch vielfach irrige Ansichten bestehen. Das Flugblatt legt dar, wie man durcb Mlvisser auslandisck-sr Wertpapiere sich selbst und dem Saterland nützen kann. Man trägt dazu bei, deutsche Guthaben im Ausland zu schaffen, nwmit die deutsche Einfuhr teilweise Le zahlt werden kann. Der Vorteil für die Allgemeinheit liegt darin, Gold dafür verwendet und nicht ein angemessen m Die Hohe getriebener Preis für ausländische Zahlungsmittel aufbewendet werden muß. Der Vorteil l'ir den Verkäufer lieg: ° er jetzt für die ausländiscle Währung viel mehr er yalt als zur Friedenszeit, rvodurch sich ein KurSverlust ausgleichen nno in einen Verkaufsgewinn verwandeln kann. Mit dem j f* oiesen Wertpapieren kann man jetzt einen weiteren Vor teil sich sichern, indem man Kriegsanleihe oder Säiatzanweisungen zeichnet. Das Flugblatt ist durch Berrnittlung aller Banken und Banners. Sparkassen und Genossensck-aften von der Landesstellr zu bezieheis. .. ** Konzert-Verein. Man schreibt uns: Das S 0 - !> cmJ oniert (Gesang und Cello-Solo) aru nächsten Sonntag l<2. März, erneuert unsere Bekanntschaft mit einer Künstlerin, die, als sie vor 2 Jahren zum erstenmal hier auftrat, die Herzen der Zuhörer im Sturm gewann. Die Kammersängerin Anna E r l er - S chna u d t aus München bewies, daß sie nicht nur mit ihrer prachtvollen Altstimme zu wirken, sondern auch jede ihrer Gaben hinreißend zu beleben verstand. Als Meisterin des Tones, der Technik, mui italischer und seelischer Gestaltungskraft lucht sie ihresgleichen und darf mit Fug und Recht als eine der ersten Altistinnen der Gegenwart bezeichnet werden. Lieder von Schubert, Schumann, Brahnis und Hugo Wolf stehen auf deni von ihr entworfenen Programm dos nächsten Sonntag?. Darunter befindet sich auch der „Erlkönig", der vor nunmehr k00 . Jahren im Winter 1815, dein damals 18jährigcn Schubert, in die Seele drang. Ein weiterer Glanzpunkt ist der herrlich' Zyklus „Frauenliebe und Leben", eines der am schönsten gelungenen Schumannschen Gesangswerke. Ter Professor an der Wiener Hochschule, Paul Grümmer, wird den instrumentalen TÄl übernehmen. Ter angesehene Violincello-Künstler ist ein in Frankfurt gern gesehener Gast. Er veranstaltete neulich dort eine Reihe Bachabende, bei denen er mit. Recht lebhaft gefeiert wurde. Dem Spiel Grümmers werden feines Kunstverständnis, Innerlichkeit mrd eine unvergleichliche Klangschönheit noch- gerühmt. Unter dem Bogen seines von Paganini stammenden Straduarius-Jnstrumentes unrd alles mehr Gesang und Ausdruck als technische Virtuosität. So urteilen seine .Kritiker und snennen ihn mit Vorliebe den „neuen Casals". Professor Grümmer hat sich die große C-Tur-Solo- Suite von Bach, das Konzertstück „T a n c r e d" von B r a n d t s - B u y s, einem beliebten Cello-Komponisten, und drei klassische Stücke älterer Meister zmn Bortrag erwählt. ** I m Gieß ener Hausfrauenverein sprach gestern Pfarrer Landmann von Gettenau über die weibliche Dienstpflicht. Seine Ausführungen forderten als Inhalt der weiblichen Dienstpflicht die Vorbereitung des jungen Mädckuns auf den Hausfrauen- und Mutterberuf. Er befürwor ee ein Gesetz, das analog den Bestimmungen über die Ausbildung des langen Handwerkers eine zweijährige Lehrzeit bei einer Hausfrau oder (im zlveiten Jahr) in einer H aus ha ltungs schule und eine Gehilfinnenzeit Vorsicht, deren erfolgreiche Benutzung durch staatliche Prüfling nachziiweisen ist. (Gehilfinnen- und Meisterprüfung.) Nur Meisterinnen dürfen weibliche Lehrl'nae annehmen. Der Vortrag suchte darzutun, wie dieser Weg gangbar und mit wenig Kosten verknüpft sei, und wie er die Grundlage für alte häusliche und öffentliche Frauentätigkeit biegen müsse. — Die sehr lebhafte Aussprache, die dem Vortrag folgte, bekundete, wie der Gedanke der weiblichen Dienstpflicht bereits Wurzel g, 'schlagen hat, aber auch, wie verschiedenartig man sich die Lösung des vorliegenden Problems denkt. ** Herberge z.ur H eiinat. Die Zahl der Gäste, welche im Januar d. I. in der Herberge zur Heimat ein- gekehrt waren, betrug 532 (gegen 775 irrt Vorjahre und 1372 in 1913). Von diesen nahmen Unterkunft gegen Arbeitsleistung an: 50 (82 und 512). Die Zahl der Selbstzahler betrug 482 (693 und 860). Im Arbeitsnachweis der Herberge waren im Januar 74 offene Stellen angemeldet, von denen 69 besetzt wurden und zwar durch 15 Handwerker und und 54 ungelernte Arbeiter. Es ist auffällig, daß schon seit Monaten aus den Landorten und den Städten des Landkreises Gießen jjo gut wie keine Nachfragen nach Arbeitskräften in der Herberge Vorlagen. Man ist der Ansicht, daß dies auf die sich stärker eingebürgerte Gefangenenbeschäftigung zurückzuführen ist. ** Diebstahl. In der Nacht vom 9. auf 10. lf. Mts. wurden aus einem Keller 5—6 Zentner Eier-Briketts entwendet. Da diese Briketts nicht für jeden Ofen brauchbar sind, ist es möglich, daß sie der Dieb nicht verwerten kann und zu verkaufen sucht. Anhaltspunkte nimmt die Kriminalabteilung Großh. Polizeiamts entgegen. ** Die Zahl der Postscheckkunden ist im Reichspost- gebiet Ende Februar 1916 aus 114 361 gestiegen. (Zugang im Monat Februar 1291). Auf den Postschecllechnungen wurden im Februar gebucht 2271 Millionen Mark Gutschriften und 2237 Millionen Mark Lastschriften. Bargeldlos wurden 2520 Millionen Mark des Umsatzes beglichen. Das Gesamtgnthaben der Postscheck- knnden betrug im Februar durchschnittlich 313 Millionen Mark. Im Ucberw isungsverkehc mit dem Auslande wurden 4,7 Millionen Mark umgesetzt. Landkreis Gießen. n. A 1 lend 0 rf a. d. Lda., 9. 'März. Der Streckenarbeiter Wilhelm Nachtigall wurde beim Eisenbahn-Regiment in Hanau zum Feldwebel befördert. e. B e l l e rs h e i m , 10. März. In der 1. Volksschnlklasse zu Bellersheim rvurdeu vou den Schülern durch Veimiltlung des Lehrers Teiß eintausend Mark zur vierten Kriegsanleihe gezeichnet. Kreis Lautcrbach. Ll E n g e l r 0 d, 10. März. Gin schweres Opfer hat der Krieg in der Familie des Kreisstraßenwärlers Konrad Habicht hier gefordert. Don vier im Felde siebenden Söhnen haben drei den Heldentod erlitten, während der vierte bei den letzten Kämvsen um Derdun ebenfalls schwer verwundet wurde. Der eine Sohn fiel an der Seue seines in deni gleichen Kampfe verivuudeten Bruders. Kreis Friedberg. Q Bad-Nauheim. 10. März Der vor einigen Worden gemeldete große D i e b st a h l im Hotel Kaiser Hof hat sich aufgeklärt. Sämtliche gestohlenen Sachen — für mehrere tausend Mark Konserven und sonstige Lebensmittel, sowie Holelwäsche nnd Familieufchmuck — wurden in der Bebausnng des Kupferschmiedes Berg teils im Garten, tetls in der Werkilätte nnd int Schiveine- ftall vergraben unb versteckt anfgeinnden. 91nf bte Entdecknna des Diebes war eine größere Belohnung ansgesetzt, die der hiesiger' Polizei zuftillt. Bntzbach, 10. Mäaz. Deni Reservisterr Emil Kellenbenz im Infanterie-Regiment Nr. 168, zurzeit Briefträger bei dem hiesigen Kaiserl. Postamt, wurde am 23. Februar 1916 das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Kelleubenz rvar vor seinem Eintritt in Militärdienst von Beruf Zlmmermann. Hessen-Nassau. sj Marburg, 10. März. Ein bisher aus einem Gutshof bei dem Dorfe Ilschhausen beschäftigter älterer fremder Mann tvurde im Felde erfroren aufgeftinoen. — Wie in der Stadt- verordnetenversarnmlung von Oberbürgermeisier T r 0 j e mitgeteilt wurde, gedenkt man init Rücksicht aus die mißliche Lage des Hausbesitzerstandes nur eine Erhöhung der Einkommensteuer, vielleicht um 20 Prozent, in Vorschlag zu bringen. --- Frankfurt a. M., 10. März. Eine größere Anzahl kriegsgefangener und leichtverwundeter Franzosen kam vorgestern hier an und wurde mit Straßenbahnzügen dem Städtischen Krankenhause zugeführt. Tie mit Stahlhelmen und feldgrauen Uniformen ausgerüsteten Franzosen kamen von Verdun. Sie waren, als sie während ihrer Fahrt durch die Kaiser--' straße das reiche Straßenleben sahen, sehr verwundert, daß Frankfurt noch „unversehrt" dasteht. ko Von oer R h ö n , 10. März. Außergewöhnliche S ch it c e- 0 erhält nisse herrschen augenblicklich in der Rhön. In Hasselbach liegt der Schnee 15 cm hoch. Auf dem Weg zum Kreutberg sind es 25 30 und auf dem Kreuzberg beim Kloster gar 40—50 em. Das Thermometer zeigte gestern früh aus dem Kreuzberg —5 Grad Reaumur. Märkte. ko. Wiesbaden, 9. März. Vieh markt. Auftrieb: 242^ Rinder, darunter 23 Ochsen, tt» Bullen, 2(0 Kühe, 184 Kälber, 9 Scheue» 87 Schweine. Bei lebhaftem Handel und abermals an» ziehenden Preisen wurde der Auftrieb schnell geräumt. ke. Wiesbaden, 9. März. Heu- und Strohmarkt. Ran notierte: Heil 8,40-9.20 Alk., Stroh (Krummslroh) 0,00 bis >,00 Mark. Alles per 50 Kilo. - Fruchtmarkt. Am Frucht- suavft war nichts ange'ahren. ko. Frankfurt a. M. B i e h li 0 i m a r k t b e r i ch t vom 9. März. Auftrieb: 279 Rmder (bavnnter Ochsen 19, Bullen 2, Färser unb Kühe 258), Kälber 305, Schafe 57, Schweine 0. Preisnotieruns hat inckn stattgeilliiden. Amtlicher Wetterbericht. Oefsentlicher Wetterdienst, Gießen. WetteraiiSilMeii in Hessen am -amstag, den 11. Dlä'rz 1816: UnbeNändia, zeitweift leichte Niedrrschlä'ge. etwas ivarmer. Letzte Uachrlchten. Zur Erstürmung der Panzerfeste Vaux. Berlin, 10. März. Zur Erstürmung der Panzerfeste Daux heißt es im „L0 kala nz ei ger": Fort Vuux war nächst dem Dorf Douaumont die stärkste Stütze der Ostfront des F^stungsrayons von Verdun. Es übernahm nach dem Falle der Feste Douarlmotit die Aufgabe der Verteidigung dieser Front, die heute auch aus der Wövre-Ebene bedroht wird. Die Einnahme von Douaumont erfährt durch die Eroberung von Vaux und den Einbruch in die Ostfront eine Vertiefung. Wir können nunmehr nicht nur ans der Ebene, sondern auch vom Norden, auf dem Plateau selbst, welches als Hauptverteidigung galt, die bisherige erfolgreiche Arbeit sortsetzen. — In der „Voss. Ztg." schreibt ein militärischer Mitarbeiter: Die Bresche im Fortgürtel Verduns erweitert sich. Das deutsche Volk hat in all diesen Tagen im Gegensatz zu dem französischen seine Ruhe voll bewahrt. Wir wissen, daß wir Vertrauen haben können, und dieses Vertrauen wird uns bei allem, was jetzt noch folgt, werter begleiten. — Die Blätter heben hervor, daß General v. Garetzky-Cornitz, unter dessen Befehl die rwei Posenschen Reserveregimenter Dorf nnd Feste Vanx stürmten, Märker ist. Die Verjüngung des französischen Marineoffizierkorps. Bern, 9.März. (WTB. Nichtamtlich.) Das neue Gesetz über die Verjüngung des französischen Marineoffizier ko rps ist in Kraft getreten Von den vorhandenen 15 Vizeadmiralen treten sieben Kur Reserve über, darunter Bouö de La- peyräre. Die „Times" über neue Handelspolitik. London, 9. März. (WTB. Nicküamtlich.) Die ,,Times" schreibt in einem, Leitartikel, der Zeitpunkt für eine neue L> andelsPolitik sei jetzt gekommen. Der Feind bereite sich darauf vor, beim Friedensschlüsse seine angcsammelten Erzeugnisse auf den Markt zu werfen, imd die Folge würde sein, daß die angestammten Industrien Englands und diejenigen, welche man in die Höhe zu bringen hoffe, ersticken würden. Es wäre zur Verhinderung der dealschm Einfuhr nicht ausreichend, die Reichs- verteidigungsakte bestehen zu lassen, denn die Waren lvürden dann durch nelttrale Länder kommen. Wenn geltend gemacht werde, daß England an die neutralen Läilder durch Handelsverträge gebunden sei, so könnten diese Verträge rückgängig geniacht werden. Nichts würde den Feind in eine größere Bestürzung versetzen/ Buudesratsbeschlüsse. Berlin, 9. März. (WTB. Nichtamtlich.) In der heutigen Sitzung des Bnndesrats gelangten zur Annahme: Der (Ärt- wurf einer Bekanntmachung über gewerbliche Verarbeitung vont Roh harz; der Entwarn des Gesetzes, betreffend die mit den Post- und Telegraphengebühren zu erhebende außerordentliche Neichsabgabe; der Entwurf des Gesetzes zur Aen- derung des Reichs stempelgesetzes; der Antrag Braun- s ch w e i g s, betreffend die Anerkemrung der ReifezeuMisse der städtischen Studienanstalt in Brannschweig als ausreichender Nachweis der wissenschaftlichen Vorbildmig im Sinne der Prufungsdov- schriften für Aerzte usw.; der Entwurf einer Bekanntmachung, betreffend die Stellvertretung von Rechtsanwälten und die Beschlußfähigkeit der Vorstände von Anwaltskanrmern; die Entwürfe des Etats für den Reichskanzler und die Reichskanzlei, das Auswärtige Amt, das ReickMamt des Innern, die Verwaltung des Reichsgerichts, des Reichsmilitärgerichts, ldve Verwaltung der Kaiserlichen Marine, die ReichsjnstizVerwaltung, das Reichskolonialamt, das Reichseisenbahnamt, den Rechnungshof, den Allgemeinen Pen- sionssonds, die Reichspost--' und Telegraphenverwaltung, die Reichsdruckerei, die Verwaltung der Reichseisenbahnen, die allgemeine Finanzverwaltung, das ReichAschatzamt; der Etat der Reichsschuld, sowie die Entwürfe von Gesetzen, betreffend die Feststellung des Reichshaushaltsetats und des Haushaltsetats der Schutzgebiete. Die Schaffung einer deutschen west-östlichen Schiffahrtsstraße. Stuttgart, 9. Mär-. (Privattelegramm.) Jü einer Sitzung des württembergischen Handelskammertags, an der Vertreter sämtlicher württembcrgischer Handelskammern teilnahmen, wurde eine Erklärung einstimmig angenommen, in der der Reichskanzler ersticht wird, Schritte einzulÄten, um alsbald nach Frie- dcnsschluß unter Bei?eitsbellung von Reichsmitteln die Inangriffnahme der Schaffung einer großen west östlichen Schifffahrtsstraße unter Einbeziehung Wiirttembergs sicherzu- stelleu. Im Rahmen dieser westöstlichen Wasferrinne möge der Reichskanzler folgende Pläne als Reichssache evklären: Kanalisierung des Neckars bis Eßlingen, Kanalisierung der Donau bis Mm, Verbindung der Donau bei Ulm mit dem Bodensee über Riß Und Schlüssen, Verbindung vom Neckar zur Donau durch Nemf und Brenz. Außerdem nahm der Handelstag einsttmmig eine Erklärung an, die den Zusammenschluß der deutschen Eisenbahnen mehr denn je als eine wirffchastliche Notwendigkeit auch im Interesse des Reiches etklärt. Reise deutscher Reichstagsabgeordneten nach Sofia. Berlin, 10. Mär-. Der nenernannte deutsche Gesandte in Sofia, Graf Oberndorf, trifft heute mittag mit dem Balkanzug hier ein. Seine Familie wird dem Gesandten erst in einigen Wochen folgen. — Mitte April !vird eine Reihe deutscher Reichs- tagsabgeordneter aller Parteien eine Studienreise nach Bulgarien unternehmen, der auch eine mehrtägige Fahrt nach Mazedonien folgen soll. Die angehaltenen Bilder von Liljefors. Stockholm, 9. März. (WTB. Nichtamtlich.) Tie Gemälde Liljefors wurden, wie ergänzend gemeldet wird, in Kopenhagen von der Reederei des dänischen Dampfers „Hellig Olav", der sie von Amerika brachte, angehalten. Ein neues Lawineuunglück. Innsbruck, 9. März. (WTB. Niäüamtlich.) Bei einem neuen Lawrnenimglück in S ü d t i r 0 l sind elf Personen tätlich verunglückt, mehrere andere wurden mehr oder minder schwer verletzt. Den Heldentod fürs Vaterland starb am 27. Februar unser lieber i. a. B. Landwirtschaftslehrer Richard Kneipp Unteroffizier im Feld-Artillerie-Regiment 25, 4. Bat. Die Landmannschaft Darmstadtia. 1899D Tief erschüttert, erhielten wir die traurige Nachricht, dass am 24. Februar mein innigstgeliebter Mann, unser lieber, guter, unvergesslicher Sohn, Bruder, Schwager und Neffe Max Wolf Telephonist im aktiven Inf,-Regiment Nr. 81, 10. Kompagnie im bereits vollendeten 30. Lebensjahre den Heldentod gestorben ist. Giessen (Bahnhofstr. 64), den 10. März 1916. Den Heldentod fürs Vaterland starb am 2. März 1916 unser lieber A.H. Lehramtsassessor A. Schlörb Leutnant der Res., Bitter des Eisernen Kreuzes, der Hess. Tapferkeitsmedaille n. des Albrechfsordelis mit Schwertern. Ehre seinem Andenken! 1880 Die Landsmannschaft „Chattia“ zu Giessen Erwin Fritz Giessen, den 9. März 1916. BBS Am 29. Februar fiel auf dem Felde der Ehre der Feldwebel-Leutnant im Landwehr-Inf.-Regt. 8t Karl Happel Inhaber des Eisernen Kreuzen II. Klasse. Im Jahre 1910 als Schutzmann bei dem Großherzoglichen Polizeiamte angestellt, trat er, dem Rufe seines Kaisers in heller Begeisterung folgend,* im November 1914 unter die Fahnen. Zuverlässigkeit und Pflichttreue zeichneten ihn in hohem Maße aus, Das Amt bewahrt dem Gefallenen stets ein ehrendes Gedenken. Gießen, den 9. März 1916. Namens der Beamten und der Schutzmannschaft des Grossherzoglichen Polizeiamtes Giessen: 1896 Hemmerde, Regierungsrat 08223 In tiefer Trauer: Frau Johanna Wolf geb. Roess Familie Ludwig Wolf Jakob Haas und Frau geb. Roess Martin Roess und Frau Salome Roess Albert Herrndorf und Frau geb. Wolf. G Wer ihn gekannt, wird unsern Schmerz ermessen, Was er uns war, wir Werdens nie vergessen. t Tief ersohütterfc, erhielten wir die traurige Nachricht, dass am 22. Februar unser innigstgeliebter, braver Sohn, Bruder, Enkel, Neffe und Vetter stud. M. Heinrich Bernhardt Kriegsfreiw. Unteroffizier (Offiziers-Aspirautim)Inf.-Regt. 81,5. Kompagnie im Alter von 20 Jahren bei einem Sturmangriff den Heldentod fürs Vaterland gestorben ist. In tiefer Trauer: Familie Wilhelm Bernhardt. Steinberg bei Gedern, 9. März 1916. 1885 > -4 * E' Fern von der Heimat, fern von deinen Lieben, Ruhst du nun aus in fremdem Land Bei den Helden, die auch noch fielen Für das teure Vaterland. Ach, viel zu früh verließest du hier die Deinen, Die in der fernen Heimat um dich weinen. Können wir dein Grab nicht schmücken, Trauernd an der Grillt nicht stehn,' Auf zum Himmel wollen wir blicken, Wo wir uns einst wiedersehn. In treuer Pflichterfüllung seit Anfang des Krieges, starb am 24. Februar den Heldentod fürs Vaterland bei einem Sturmangriff unser innigstgeliebter, braver, fleißiger und unvergeßlicher Sohn, Bruder, Schwager und Bräutigam Heinrich Nuhn Reservist iin Infanterie- Regiment ..Kaiser Wilhelm“ Xr. 116, 4. Kompagnie Inhaber des Eisernen Krenzes im 27. Lebensjahr. In tiefem Schmerz: Familie Otto Nuhn Familie Philipp Jungk. i Treis a. Lumda, den 9. März 1916. Gott dem Allmächtigen Hat es gefallen, meine innigslgeliebte Frau, die gute Mutter ihrer Kinder, unsere liebeLochter, Schwester, Schwiegertochter, Schwägerin und Tante ßrau Zohanette Schmitz geb. Valentin nach langem, schwerem, mit Geduld ertragenem Leiden im 26. Lebensjahre vorgestern morgen um 11 Uhr m sich zu nehmen. Mit der Bitte um stille Teilnahme zeigt dies Verwandten, Freunden und Bekannten an im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Schmitz, z. Zt. im Heer. Gießen lEderstratze 20), den 10. März 1916. Die Beerdigung findet Samstag, 11. Mürz, nachmittags l l / 2 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. 108220 In fremder Erde ruhet nun mein Glück, Du teurer Gatte kehrst nie mehr zurück. Auf WiedersehnI sprachst du und zogst hinaus, Zn schützen unser Vaterland und Haus. Auf Wiedersehn! schriebst du in jedem Brief voll Freud', Nun hat die Freude sich gekehrt für uns in tiefstes Leid. Auf Wiedersehn! So rufen wir dir zu, in lichten Höhen. Und tragen still den Schmerz, denn Gottes Wille ist geschehen. Im Kampf fürs Vaterland erlitt am 22. Februar den Heldentod mein innigstgeliebter. unvergeßlicher Mann, der liebevolle, ireusorgende Vater seines Söhnchens, mein guter Sohn, unser lieber Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Minist Heinrich garbt Gefreiter im aktiven Infant. - Regt. Nr. 87 11. Kompagnie im Alter von 26 Jahren. In tiefem Schmerz: Frau Kath. Hardt, geb. Volk und Kind Familie Joh. Hardt Familie Friedr. Volk. Lang Göns, Dutenhofen, den 9. März 1916. 1878 Evangel. Arbeiter - Verein. Wir setzen unsere Mitglieder von dem Ableben unseres Mitgliedes Senn Konraö Michel, Zugführer geziemend in Kenntnis. Gießen, 9. März 1916. Der Vorstand. Die Beerdigung findet Samstag, 11. März, nachmittags 3 Uhr, auf dem neuen Friedhöfe statt. Um rege Beieiligung wird gebeten. [1872D Heute morgen 8 Uhr entschlief nach kurzem Leiden unsere liebe Mutter, Grostmutter und Schwiegermutter Elisabeths lloch. geb. Gillbert im 76. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Juliane Preist, geb. Koch Familie Heinrich Koch Familie Heinrich Steinmüller Familie Ludwig Koch. «-«, Gießen (Schlotzg. 6), Ober-Mörlen, 9. März 1916. Die Beerdigung findet Sonntag, den 12. März, nnchM. 2V« Uhr, auf dem neuen Friedhof statt. i,4ü ai Da« billigste Mileid wird stets d. selbstgeschneiderte sein. Auch d. Umänd. kann man viel sparen. Die praktischste und preiswert. Anleitung für solchen häuslichen Fleiß bietet das neue Favorit-KIod.-Aiban, n. 60 Pf. u.d.i.ihrer Arteinz.,bel.Fav- Schn. Z. b. v. A.Salomon & Cie. 5 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres teuren Vaters Roiirad Briegel II. sowie für die militärischen Ehrenbezeugungen, die Musik des Ersatz-BataillonS Nr. 116, die Teilnahme des hiesigen Kriegervereins, des Gesangvereins „Liederblüte" und die trostreichen Worte des Herrn PfarrerHevding sagen wir unseren innigsten Dank. Sie trauernden Hinterbliebenen. Garbenteich, 8. März 1916. gssoi Den Heldentod fürs Vaterland starb am 24. Februar unser einziger geliebter Sohn und Bruder Ernst Vollmöller Reservist im Infanterie-Regiment 116, 4. Komp. Inhaber der Hessischen Tapferkeitsmedaille im 26. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Familie Heb. Vollmöller, Schreinermeister. Giessen, den 9. März 1916. Beileidsbesuche dankend abgelehnt. mm W 1867