Nr. 57 Der Vlehener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich TichenerHamiUrnblätter; Kiveimal wöchenlt.Xreir- dlatWr-en «reis Sietzen (Dienstag und Freitag); zweimal monntl. Land- wirlschasttiche Zeitfragen Fernsprech - Anschlüsse: birdieSchriftleitungI13 Berlaq.GeschästsstelleLI Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzen. Annahme von Anzeigen für bie Tagesnuminer bis zum Abeird vorher. Erstes Blatt <6H. Zchrgattz Giehener Ijeip Semral-Anzeiger für GöerWen Mittwoch, 8. März M Bezugspreis: monatl. 85 Pf., viectel- jäbrl. Mk. 2.50; durch Abhole- u. Ziveigsteüeu monatl. 75 Pf.; durch die Post Mk.2.30viertel- jährl. ausschl. Bestellq. Zeilenpreis: lokal 15Pf^ auSw. 20 Pf. — Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für beu politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge- richtssaal: Fr.R.Zenz; «otati»nsdr«ck «ntz Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Schristleilirng. Srschästsstrlle und Druckerei: Schulftr. 7. N Hmluch mm-Hrn' Vas Dorf Kesner erstSrmt. (WTD.)' Großes Hauptqnartier. 7. März. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Kleine englische Abteilungen, die gestern nach starker Fmervorbereitung bis in unsere Gräben nordwestlich von Bermel les vorgedrungen waren, wurden mit dem Bajonett wieder zurückgeworfen. In der Champagne wurde in überraschenden Angriffen östlich von Maison des Champagnes unsere Stellung zurückgewonnen, in der sich die Franzosen am 11. Februar festgesetzt hatten. Zwei Offiziere, cinhundert- füvfzig Mann wurden dabei gefangen genommen. In den Ar gönnen schoben wir nordöstlich von La Chalad e im Anschluß an eine gröber? Sprengung unsere Stellung etwas vor. Im Maasgebiet frischte das Artilleriefeuer westlich des Flusses auf, östlich davon hielt es sich auf mittlerer Stähle. Abgesehen von Zusammenstößen von Erkundungs- truppe« mit dem Feinde kam es zu Nahkämpfcn nicht. In der W o e v r e wurde heute früh das D o r f F r e s - n es mit stürmender Hand gerwmmen. In einzelnen Häusern am WestranVe des Ortes halten sich die Franzosen noch. Sie büßten Wer dreihundert Gefangene ein. * Eines unserer Luftschiffe belegte nachts die Bahnanlagen von Bar-le-Duc ausgiebig mit Bomben. Oestlicher und Balkan-Kriegsschauplatz. Die Lage ist im allgemeinen unverändert. O b e r st e Heeresleitung. Unsere Truppen haben westlich von Verdun, in der Woevre-Ebene, einen neuen, sehr in die Wagschale fallenden Erfolg erstritten, indem sie das bisher von den Franzosen hartnäckig verteidigte Dorf Fresnes erstürmten. Das Dorf liegt 2—3 Kilometer vor,der Cote Lorraine und ebensoweit südlich der Straße Verdun—Handiomont—Metz. Es ist selbst ein Knotenpunkt mehrerer wichtiFerBerkehrsstraßen. Durch Fresnes führt die den Woevre-Rand begleitende Strxche Azannes-Eix und (in nordsüdlicher Richtung) die Linie Etain—Apremont, die quer durch die Woevre-Ebene gezogen ist. Auf dieser Lage an den .für Nachschub uub Bewegung wichtigen Verkehrslinien beruht die Bedeutung des von den Franzosen zähe verteidigten Ortes, den der Feinds auch noch zu halben suchte, als unsere Linie nördlich und südlich davon vorgeschoben werden konnte. Bei Fresnes trifft auch, so wird in der „Frkf. Ztg." bemerkt, der von Westen kommende Bach von Haudromont das Longean- Flüstchen, das den Maashöhen südlich von Combres entspringt und in östlicher RiclMng die Woevre-Ebene durchzieht. Die vielgenannten Höhen von Combres und Les Eparges Werder: durch das Longeautal von dem Massiv der Eötes Lornrines abgetrennt und erhalten dadurch den Charakter eines vorgeschobenen Kammes. Unsere Truppen beherrschen in Fresnes den Zugang zu diesem Talein schnitt, wtchvevd sie von Fresnes aus zugleich in die Flanke der sranzösischen Stellung auf den Höhen von Les Eparges gelangen könnten. Diese Sachlage erklärt die ftanzösische Hart- näcktgkett bei Fresnes zur Genüge. Der ftanzösische Bericht erwähnt noch einen anderen deutschen Fortschritt, nämlich die Eroberung von Forges, durch die ebenfalls ein weiterer Ausgleich unserer Front vor Verdun stattgefunden hat. Es wurde damit eine weitere Annäherung cm die Befestigungswerke westlich der Maas vollzogen. Forges liegt dicht an der Maas, 4Vs Kilometer östlich von Bethincourt, das an dem bei Forges mündenden gleichnamigen Bach gelegen ist. Es ist ein wenig tragisch, daß in einer Zeit siegreicher Kämpfe, die Deutschland neue Zugänge zum Weltverkehr und Welthandel eröffnen sollen, unsere Reichsregierung uns mit erhöhten Post- urid Telegraphengebühren überraschen will. Wir geben nachstehend den Inhalt des neuen Steuergesetzes wieder, das in dem Kriegssteuerbukett ganz entschieden die am übelsten duftende Blume genannt werden must Mußte sie wirklich gepflückt werden? Es ist außerordentlich schwer, gegenwärtig ergiebig sprudelnde Steuerquellen aufzufinden, und es ist ebenso schwer, über Vorschläge, die unsere Reichsregierung in dieser Hinsicht uns nun einmal machen muß, gleich mit vollem Munde zu schimpfen. Wir nehmen an, daß es sich nur um Abgaben handelt, die uns während der Kriegszeit zugemutet werden sollen. Unsere Feldpost geht ja zum großen Teil ohne Gebühren, und !ver im übrigen unsere stark belastete Post beschäftigen will, darf es sich ein paar Groschen mehr kosten lassen. Es klingt ein bißchen bureaukratisch, wenn es in der Begründung des neuen Steuergesetzes heißt: „Eine grundsätzliche Umgestaltung der geltenden Gebührenordnungen für Postsendungen, Telegramme usw. kann nicht in Frage kommen, weft dazu zeitraubende Ermittelungen und Beratur^en mit Vertretern von Handel, Gewerbe, Landwirtschaft und Handwerk not- wendig wären." Es mitrtve schöner lauten, wenn man sagte, daß an der Postgebührenordnungi ^grundsätzlich! überhaupt rückst gerüttelt Werder: soll, da sie sich im allgemeinen bewährt hat. Tröstlicher Trugt dann der folgende Satz in der Begründung: „Gebührenzuschläge bieten auch den Vorteil, daß sie, sobald sich nach dem Kriege die Einnahmen des Reiches durchgreifend bessern, zun: Teil oder ganz! auf- p.ehoben werden können, ohne daß die Gebühren 'selbst neu festgesetzt werden müssen." Die Regierung, betont also freiwillig die Möglichkett, diese lästigen und unpopulären Geb!Ührenzuschlage nach dem Kriege wieder abzuschaffen. Die Volksmehrheit aber möchte — wenn der Reichstag schon nicht von vorny-erein einen anderen, besseren Steuerausweg finden sollte — die bestimmte Zusage haben, daß das Poststeuergesetz nach dem Friedensschluß als ein häßlicher Sproß des Krieges alsbald wieder beseitigt wird. Sonst könnte sich am Ende gar eine gelinde Streikbewegung der Brieffchreiber und Güterverserlder einstellen, was dem Reichssäckel ebenfalls nicht zugute kommen würde. * * * Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 7. März. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 7. März 1916. NussischerKriegSschauplatz. Bei K a r p i l o w k a warfen Abteilungen der Armee des Generalobersten Erzherzogs Josef Ferdinand den Feind aus einer Berschanzung und setzten sich da/rin fest. Nordwestlich von T a r n o p o l vertrieb ein österreichisch - ungarisches Streifkommando die Rüsten aus einem 1009 Meter langen Graben; die feindliche Stellung wurde zugeschüttet. An der bessarabischen Grenze war gestern die Geschütztätigkeit beiderseits reger. Italienischer iui d südöstlicher Kriegsschauplatz. Lage unverändert. Keine besonderen Ereignisse. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant Der französische Bericht. Paris, 7. März. e n h e i t drückte der Redner unverhohlen die Meinung ai:s, daß sie von Anfang an hätte administvattv erledigt werden sollen. Die Theorien des Generalstabschefs Sprecher von Bernegg über die Neutralitätspflichten, die nicht streng genornwen werden müßten, sofern nicht die Neutralitätsrechte der Schweiz streng geachtet würden, lehnte der Redner als gefährlich ab. Die Auffassung des Bundesrats, daß dtm: General in militärischen Dingen volle Selbständigkeit zustehe, sei richtig. Zum Schftffse betonte Secretan, daß die tvelsche Schweiz feine Vorwürfe erheben wolle, weder gegen den Bundes rat noch gegen die Armeeleittmg, auch nicht gegen den Generalstabsckef. Sie verlange bloß stritte Einhaltu:rg der Neutralitätsgrmcksätze. Beifall.) Hier wurde die Sitzung abgebrochen. Die Fortsetzung der Debatte findet nrorgcn statt. Der akttcrekanische Kriegsmittiftev. Washington, 7. März. (WTB.) Meldm:g des Rcuter-« scheu Bureaus.'Ne:oton D. Baker ist zum S taa ts se kretül fürdeu Krieg enranitt worden. .. Au- Togo. London, 6. März. (WTB.) Amtliche Meldung. Aus vrrWirischen (Sriittben wurde beschlossen, alle europäischen Mrufleute seitlicher Nattorralität, die sich noch in Togo aufhalten, Ku deportieren und alle deutschen Geschäfte zu schließen, denen es bisher gestattet war, in den von den Briten besetzten Teilen Togos Geschäfte zu treiben. Der Zeekrieg. Auszeichnung des Grasen Dohna-Schlodien. Dresden,?. März. (WTB.) Der König hat dem Korvettenkapitän Burggraf und Graf zu Dohna- Schlo und dien, dem Kommandanten des Schiffes „Möve", das Ritterkreuz des Militär-St.-Heinrichs-Ordens verliehen. Leipzig, 7. März. (WTB. Nichtamtlich.) Der Flot- tenbnnd deutscher Frauen hat den Korvettenkapitän Grafen D oh na gebeten, 3000 Mk. zur Verwendung nach freiem Ermessen für die Besatzung der „Möve" anzunehmen. London, 7. März. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet aus Lowestoft: Das Fischerfahrzeug „Day- sprinA ist in der Nordsee versenkt worden. Die Besatzung twtrbe gerettet. Sie Reichrsteuer auf Post- und Lelegraphengedühren. Berlin, 7. März. (WTB.) Nach einem dem Bmrdesrat von dem Reichskanzler vvrgelegten Gesetzentwurf soll mit den Vr> st-undTelegrapheu gebühren eine außerordentliche Reichsabgabe nach folgenden Sätzen erhoben werden: Von jeder Sendung bei Briefen im Otts- und Nachbar- Ortsverkehr 2 Pfennig, im sonstigen Verkehr 5 Pfennig, bei Postkarten 2 Pfennig, bei Drucksachen bis 50 Gramm 1 Pfg., bei Paketen bis zum Gewicht von 5 Kilogramm bis 75 Kilo- meter Entfernung 5 Pfennig, alle weiteren Entfenumgen 10 Pfg., beim Gewicht über 5 Kilogramm bis 75 Kilometer Entfernung 10 Pfennig, alle weiteren Entfernungen 20 Pfennig, bei Briefen nnt Wertangabe bis 75 Kilometer Entfernung 5 Pfennig, auf alle to-eiteren Entfernungen 10 Pfennig, bei Postauftragsbrief«: 5 Pfennig, bei Postanweisungen im Bettage von mehr als 10 bis 50 Wiark 5Pfemftg, über 50 bis 100 Mat? 10 Pfennig, über 100 Mark 20 Pfennig, im Postscheckverkehr bei Beträgen vor: über 10 Mark, bei Zählkarten 5 Pfennig von jeder Auszahlung und bei ^eberweisungen von einem Postscheckkonto auf ekn anderes 2 Pfennig von jtt>er Ueberweisung, bej. Telegrammen von jedem Telegramm im Stadtverkehr 15 Pfennig, im sonstigen Verkehr 25 Pfennig, bei Rohrpvstbriesen und Rohr- Vvstkarten von jeder Sendung 5 Pfennig, bei Anschlüssen an das Otts-, Vororts- oder Bezirksfernfvrechnetz 20 Prozent von jeder Pansch- oder Grundgebühr, bei Ortsgesprächen von Teil- nchmeranschlüssen gegen die Grundgebühr, bei Gesprächen im Vor- orisverkehr, BezirVverkehr intb Fernverkehr 20 Prozent von der Gebühr für jedes Gespräch und bei Fernsproch-Nebmanschlüssen 20 Prozent von der Gebühr für jeden Nebenanschluß. Ferner ist in Aussicht geirommen, den Frachturkundenstempel fltt Wagenladungen im Eisenbahnfrachtverkehr zu erhöh e n und euren Stempel für Stückgntverkehr nach folgenden Sätzen einzuführen: Frachturknnd«: im inlmüftschen Eisenbahnverkehr über Frachtstückgut imd Expreßgut 15 Pfennig, Eil- stückgut 30 Pfennig, Frachtgut in Wagenladungen bei einen: Frachb- bettage von rächt mehr als 25 Mark eine Mark, bei höheren Bs- ttagen zwei Mark, Eilgut in Wagenladungen bei einem Frachtbettage von nicht mehr als 25 Mark 1Hz Mark, bei höher«: Be- rrägen 3 Mark. Die Steuersätze für ZNagenladnngen ermäßigen sich aus die Hälfte, wenn das Ladegewicht des gestellten Wagens weniger als zehn Tonnen bettägt. Berlin, 8. März. Zn der vorgeschlagenen Erhöhung der Postgebühren weist das „Berliner Tageblatt" darauf hin, daß eine Reichsabgabe im Postverkehr in der Hauptsache nich4»has bereits erledigte Geschäft, auch mcht Ausgaben trifft, die man nach Belieben nrachen oder unterlassen könne, sie trifft das werdende Geschäft, greift am gesamten Wirtschaftsleben nicht an die Frucht, sondern an die Wurzel. Jeder Erwerbstätige wird nach dem >kriege mehr zu arbeit«: haben als vorher. Für den Geschäftsmann bilden das unentbehrlichste Handwerk zeug die Mittel, die ihm Post- und Tekegraphenverwaltung zur Verfügung stellen. Die Leichtigkeit, wie hier 200 Vttllionen Zusagen aus dem Nichts hervor gezaubert werden sollen, darf den Reichstag nickst bestechen. Es ist Sache der Volksvertreter, das empfindliche Gewächs innerer Volkswirtschaft vor Wurzelkrankheiten zu bewahren, die schwerer wieder zu beseitigen sein würden, als sie eingeschleppt worden sind. Auch die „Freisinnige Zeitung" meint, die Erhöhung der Postgebühren wert>e den gescl)-äftlichen und privaten Verkehr überaus drückend belasten. An der ganzen Abgabe sei nur das eine relativ sympathisch, daß nicht eine organische Erhöhung einer Post- und Telmraphengebühr cintteten soll, sondern mrr eine Abgabe geplant sei, die ihren: ganzen Wesen nach mrr eine vorübergehende sein könnte. In der ,Rassischen Zeitung liest man: Wtt sind die letzten, die sich sträuben, ihr«: Anteil an den Lasten des Krieges zu zahlen. Aber wir wehren uns gegen die Berkehrsverürgerung, die im Porto Zuschlag und in der Telepbonvetteuerung liegt. Durch die fortwährende Belästigung wird der Verkehr ein geschnürt werden und daher mrr ein ganz geringer Teil dessen an Einnahmen erzielt, was bei sorgsamer Pflege des Verkehrs durch vernünftige Bemessung der Gebühren verdient werden könnte. Wie die „Tägliche Rundschau" ausfuhrt, treffen die neuen Belastungen des Post- und Telegraphenverkehrs gleichmäßig den Verkehrsbedarf des Armen und des Reichen. Es fehle auch jeder Versuch einer sozialen Abstufung. Wir halten diese Verkcchrsbesteuerung fiir ein« schlechthin verwerfliche, solange nicht jede natürlichere, gesmweve, allem wirtschaftlichen und allem sittlichen Empfind«: zusagendere Steuer quelle erschöpft ist. Aus dem Reiche. Der Verkehr mit Vieh in Bayern. , Berlin, 7. März. (WTB.) Zu dem Verkehr mit Vieh in Bayern erfahren wir folgendes: Die Durchschnittsaussuhr aus Bayern betrug vor dem Kriege im Monat 13 000 Stück Großvieh. im Dezember 1915 30 000, im Januar 1916 ea. 40 000, die Einfuhr von Vieh betrug vor dem Kriege 4000 im Monat, heute ist sie gleich null: die Einfuhr von Schweden bettug vor dem Kriege 1000 000 Stück, heute ist sie gleich null. Trotz dieses Ausfalls von 1000 000 Schweinen lieferte Bayern während des Krieges noch anderen Bundesstaaten Schweine und liefert an die Zenttal- stelle zur Beschaffung der Heeresverpflegung 24 000 Rinder im Zurzeit geh«: Mrclftnoch Hunderte von Wagen mit Schlacht viel) nach norddeutschen Städten und Tausende Zugochs«: nach rwiddeutfchen^ Gütern Jtrr Arbeftsverwendung. — Der Bedarf an Butter bettägt in Bayern 3 Kilogramm pro Jahr und Kopf der Bevölkerung, in Norddeutschland dagegen 15 M logramm pro Jahr und Kopf der Bevölkerung. Aus Stavt unk Land. Gießen. 8. März 1916. Arirgsarbeit in Metzen. XVII. Alice-Frauen-Bereirr (Zweigverein Gießen). (Fortsetzung und Schluß.) Mit Beginn des Jahres 1915 entfaltete sich in allen Abteilungen des Roten Kreuzes, welche vom Alice-Fra:wn- verein geleitet wurde n, regste Tätigkeit. Um durch fveüoAige Kräfte den Verdienst des: bedürftigen Frauen nicht zu de- einttächtigen, beschränkte sich der Verein darauf, Näharbeiten, welche durch Vereinbarung der Stadt mit der Heeresleittmg durch solche angefertigt wurden, zuzuschneiden und zu verteilen. Von den freiwilligen Hilfskräften wurde dann eine größere Anzahl von Regenumhängen her- aestellt und ebenso, bevor die Wollwoche einsetzte, eine namhafte Zahl von warmen Decken und Mänteln. Diese konnten größtenteils hincntsziehenden Truppen gleich mitgegeben werden. Die Wollwoche selbst gab, außer den Mitgliedern des Alioe-Frauenvereins, vielen Frauen und Mädchen Gelegenheit, mitzuhelfen. In drei verschiedenen Näh- sruben wurden unter Leitung bewährter Kräfte Decken gefertigt. Aus den Restbeständen, welche nicht zu solchen verdwendet werden konnten und welche die Stadt dem Roten Kreuze überwies, wurden die brauchbaren Sachen ausgeschieden und unter Mithilfe von bezahlten Schneidern und Nähfrauen gereinigt und aufgearb eitet. Ein großes Lager von guterhaltenen Kleidern steht zur Verfügung des Roten Kreuzes. Aus chm wurden schon viele entlassene feldnn taugliche Soldaten gekleidet. Bei der Rückkehr unserer Feldarauen ins Privatleben hoffen wir noch manchen mit Zivilkleidern ausstatten zu könnem In unserer Nähstube II beschäftigten wir einige Monate etwa SO biß 100 Frauen mit Ausbessern schadhafter Wäsche. Die Wäsche ab teilung erhielt des öfteren große Sendungen gebrauchter Wäsche aus dem Feld. Diese wurde gesondert, gereinigt und ausgebessert, so daß dadurch eine bemerkenswerte Zahl schadhafter Gegenstände wieder gebrauchsfähig wurde. In großer Men-ge hatten uns Kinder aller Schulen Material für Anfertigungen von Scharpiearbeiten geliefert. 18 Kisten mit Tupfern und Binden konnten wir an Lazarette ins Etappengebiet versenden. Durch eine Verfügung des Kriegsministerrums, welches derartige Verwendung von Leinwand für nicht zwecke,ltsprecheno, bzw. wünschenswert erachtete, wurde diese Tätigkeit ein- gesöellt. An ihre Stelle ttat die Anfertigung von Lazarettschuhen in beiden Nähstuben. Durch diese wutt>e einer großen Zahl von Verwundeten und Kranken in unseren hiesigen Lazaretten eine große Wohltat erwiesen. Das außergewöhnliche Verständnis, die unermüdliche Sorge für das Wohlbefinden unserer Feldgrauen, welches unsere Hauptleiterin erfüllte, ließ sie immer wieder neue Formen finden, s-odaß für alle Arten von Berwundur:gen und Verbcurd etwas Wärmendes und Schützendes erstand: so auch besonders ^chutzverbände für Amputierte, eine unendliche Wohltat für manchen der Aerrnsten. Was unsere Nähabteilung im ganzen geleistet, dafür mögen untenstehende Zahlen sprechen. Feldgraue Halsbinden * a K . Äemden . s . Unterhosen * * * • * h * s Leibbinden **«.*«.* Taschentücher . c » . . « . Armschlingen . x . Paar Hausschuhe Verband schuhe, einzelne, * K „ Ber bandsocken. . Paar Fußlappen . . k * » k H üllen für Amputierte h K . Verbandweste Nähbeutel mit Inhalt . » . Kopsroll«:. , s Kopsrollenbezüge « « « . . ^ Wagenkissen . «. « . . s . 9 Spreukissen Spreukffs«:bezüge . < ^ . Lungenschützer ^ . lange, aufgerollte Binden ^ ^ * Paar Socken. . Aermel westen ..... H . Sterilisiersäcke. Handschuhe u. Stauchen, gestrickte, Wolldecken. . wasserdichte UmHänge ^ . Muffen 1534 1929 689 12 525 393 248 3 9 528 14 1 503 18 26 4 6 6 300 848 2994 159 23 145 375 160 Aerztetücher Pelzwesten Pelzsußsack Kissenbezüge Kniewärmer Eine nicht hoch genug 39 24 6 1 84 4 anKuerkenTrende und eknziw- schätzende Tatsache war, daß im Gegensätze zu der sriMosen Zeit', in welck^er wir stehen, in wertvoller segenspendender Arbeit Frauen und Mädchen aller Stände und Konfessionen feierlich zirsammen bemüht waren, Not und Schmerzen zu lindern, Gutes und Nützliches zu schaffen. Die wichtige Aufgabe des Mic^Frauen-Vereins, Aus- Bildung von Helferinnen und Hilfsschwestern für Pflege unserer Verwundeten uttd lkranken, vollzog sich in der vergangenen Zeit in dem besttmmten Nahmen. Am 1. April 1915 wurden auf Grurü) ihrer anhaltenden Tättg- keit 70 Helferinnen ohne vorhergehende Prüfung zu Hilfs- chwestern ernannt. Um ihnen Gelegenheit zu geben, die taatliche Prüfung zu nrachen und wenn sie s:ch gegebenen- alls als Berufsschwestern auszubilden wünschten, gewisse Vorteile nicht vorzuertthalten — wurden 3 Lehrkurse, mit je 20 Doppelsttrnden zu diesem Zwecke eingerichtet. Die liebenswürdige Bereitwilligkeit, mit welcher sich die Herren Kveisassistenzarzt Dr. Schenk, Obevcttzt Dr. Frankel und Professor Dr. So et beer als Leiter zur Berfüaung stellten, ermöglichten uns diese Einrichtung. Zwei Kurse mit je 12 Teilnehmerinnen wurden durch wohlbestcmdene Prüfungen, zu welchen die Herren Geh. Obermedizinalvat Dr. Baiser und Herr von Ploenies erschienen, mit gutem Erfolge abgeschlossen. Der dritte Kursus ist ebenfalls beendet und in der ersten Zeit des ueiren Jahres wird die Prüfung stattsinden. Wir haben fetzt außerdem noch 47 Helferinnen, von welchen hoffentlich noch! eine große Anzahl weiter zu Hilfsschwestern werden. Kriegsschwestern führen wir zwei tu unseren Listen. Der größte Teil unserer Pflege- kräste ist an den hiesigen Kliniken und Reservelazaretten beschäftigt. Fünf von ihnen sind an ein Bereinsl-azarett Frankfurt a. M., zwei nach Darmstadt, eine nach Wimpfen, eine nach Zwinaenberg a. d. Bergstr. überwiese::. Eine Hufs- schwester fand Verwendung als Ktiegsschwester in Russisch- Polen, eine trat in ein Sanatorium in Frankfurt a. M. du. Mit Beginn der Einmach zeit fanden sich auf dne Aufforderung unsererseits hin dne große Anzahl von Frauen, welchen es ihre häuslichen Verhältnisse nicht erlaubten, in in unseren Arbeitsräu.men mitzuhelfen, bereit, flir unsere Verwundeten und Kranken dnzukochen. Wir erhielten: 12 Körbe frisches Obst, 137 Gläser eingemachtes Obst, 101/2 Pfund getrocknetes Obst, 201 Gläser Gelee, 47 Töpfe Marmelade und 201 Flaschen Fruchtsast. Vielen wurde dadurch Erfrischung und Erguickmrg. Bei den Sendungen an die Gefangenen in Rutzlaird betdliaten sich selbstverständlich die Ldterinnen der einzelnen Abteilungen sehr rege. Alle Einkäufe, Fertigung verschiedener Leibwäsche u dal., zuletzt die Verpackungen gingen durch ihre HLinde. 30 Kisten gingen vom Roten Kreuz aus ab. Ein neuer Zweig der Tätigkeit des Alice-Frauen-VerdnS erwuchs aus einer Anregung, welche wir durch Herrn Medizin alvat Dr. Vogt-Butzbach gelegentlich einer Sitzung des Landesvereins in Darmstcrdt erhielten: Tie Vor s o tgung von Einsamen. Ein Bebanntgeben im „G i e ß e n e r Anzeiger" fand lebhafte): Anllang. Bis heute sind von uns 764 Adressen an frermdliche Geber übermittelt ivorden. Viele Briefe und Karten liefern den Beweis, daß es uns gelungen ist, nicht nur den Einsamen draußen zu zeigen, daß in der Heimat sorgende Herzen für sie schlagen, fcmbem and) selbst zu empfinden als schönsten Lohn, daß „jede Frercde sinkt im Preise mit der verglichen, wenn ich Lieb erweise". Das Bestreben, den Verwundetenin den Lazaretten Gelegenheit zu nützlicher Be s chä s ti gun g zu geben, welches allerorts mib auf allen Gebieten hervortritt, fand hier fruchtbaren Boden. Im November wurde ein Anfang damit gemacht, durch vorbereitende Stunden seitens d::es Mitgliedes des Ausschusses des Alice-Frauen-Vereins für Hilfskräfte, welche dann in den Lazaretten die Unterweisung der Verwundeten übernehmen. Neben den ausgedehnten ge)verblichen Unterrichtssttrnden erfüllt hier die Kleinarbeit den Zwecks, den Leuten, welche an Zimnier und Bett gefesselt sind, die langen Stunden zu kürzen. Das Material für die betreffenden Arbeiten liefert das Rote Kreuz, bezahlt auch den Verwu::deten einen bestimmten Arbeitslohn und sichert ihnen dadurch du kleines Taschengeld. Wertvollen A::tdl, nimmt unser Alice-Frauen- Berein an der vom Roten Kreuz eingerichteten Bermiß- ten-Ermittelung :m.d Gefangene::fürsorge dadurch, daß zwei seiner älteren Helferinnen die schriftlichen Arbeiten besorgen, ja so zu sagen die ganze Sache leiten. Selbstverständlich trügt auch die Liebes gab en-Ab Leitung sehr wesentlich durch Packen der in Form von größeren Gaben ab gesandten Grüße aus der Heimat in die Ferne ihr gutes Teil dazu bei. Diese besorgte in Gemeinschaft mit Näh- und Wäsche-Abteilung Einkauf, Anferttgung und Verpackung der Weihnachtsgaben fürs Feld. Alle vom Roten Kreuz versandten Kisten — 20 Kisten für Mmmschaften für je 100 Personen, 12 Kisten für je 5 Offtziere — wurden durch sie ferttggesttllt. Eine große, aber sehr befriedigeirde, schone Arbeitsleistung. Wenn es der Gaben auch nicht so viele, d. h. vielseitige, waren, wie im vorhergehenden WdhnachtS» feste, so bestanden sie dafür aus sehr gediegenen nützlichem Dir)gen. Die Danksd-reibe::, welche uns zuginge)), bezeugen, daß sie große Freude erregten und im fernen Osten und Westen in der: Herzen der ''Empfangenden dankbare Weih- nadfts g e fühle erw eckten. Durch den Hessischen Landes-Fvauen-Verein vom Roten Kreuz (Alice-Frauen-Berein), Darmstadt, wurde uns die Mitteilung, daß er für Hessen die Bcrnnttelung der durch Ihre Kaiserl. Königl. Hoheit die Frau Kvorrprinzessin des Deutschen Reiches und von Preußen ins Leben gerufenen» Krieg skin der spende übernommen habe. Unser hiesiger Zweigverd): nahm sich sofort der Sache an. Der übergroßen Zahl der Meldungen wegen wurde eine Beschränkung nötta und zwar in der Weis«, daß der 20. September 1915 (Geburtstag der Kronprinzessin) als Dermin angerwrumen wurde, von welchem an Meldungen berücksichtigt werden sollten. Wie schon früher bekannt gegeben, hat sich der Mice- FrauewBerein bereit erklärt, hier ausaleichend einzutreten. Cw will jeder bedürftigen Frau., welcher in der Zeit vom 1. August bis 20. September 1915 dn Ki)ck> geboren tvurde, eine Spende verabreichew Ist diese naturgemäß etwas lldner und bescheidener als die der hohen Stifterin, so ^dgt sie doch, wie unser Verein bestrebt ist, da wo und sowert er er kann zu helfen und zu erfreuen. Das im Interesse der Kriegskinderspende herausgegebene Kriegsbilderbuch wurde in großer Anzahl abgesetzt. Ein sehr wichtiger Schritt vortvärts ft: der E))twickelung des Mice-^rauen-Bereins wurde gemacht durch Bildung eines Kreis verbau des. Ein an dieser Stelle schon früher veröffentlichter Bericht gibt Aufschluß über sein« Besttebungen und Ziele. Ihre Durchlaucht die Frau Fürstin von Solms-Lich hat den Vorsitz übernornrnen. Der Brerlnpunlt der Neubildung liegt in der Grüiidung von Zweigvereinen auf dem Land«. Für die Stadt Gießen hatte sich diese Angelegenhdt schon früher durch Anschluß der bestehende): Frauenvereine als außerordentliche Zwdgver- dne geregelt. Als solche schlossen sich an: Der Allgenrdn« deuff'che Frauenverdn, der ^vaelitische und katholische Fvauenverein sowie der Helferinnenbund. Wie das abgesdBossene Bild der Tätigkeit des Alice- Ftauen-Vereins zeigt, hat der Verein sich bemüht, nach Kräften mitzuhelfe): an dem großen Samariterwerk, welche die gln^e. in lodernden Flammen des unseligen Krieges stehende Welt umschließt. Als seine vornehmste und heiligste Pflicht sieht er es an, zu sorgen, stützen, aufzurichten, wo und wie er kann. Offen und freudig möchte): wir am Schlüsse unseres Berid).t'es anerkennen, daß vieles von uns nicht hätte ermöglicht tverden können, wenn wir )richt lebhafte Förderung und Unterstützung in de)n zwischenÄlioe- granen-Berein, Stadt und Roten Kreuz bestehenden Dreibund gesunden hätten. Ein großes, täglich sich erlveiterndes Arbeitsseld liegt nod> für Jahre vor ihm.. Hoffen wir, daß die Hilssbereitschasi, die Atbeitsfteudigkeit nicht Nachlassen, daß die Herzen nicht erkalten und abstuinpfen durch die lange D>auer Seh>en wir voll Vertrauen der verhüllten Zukunft entgegen in der festen Zuversicht, daß Gott mit unseren Waffen ist, daß er sie segnet und uns den Frieden Abt. Frau B. Gebhardit. ** Amtliche Personalnachrichten. Das Etzren- zeicken für Mitslieder freiwilliger Feuerwehren wurde vom G r 0 ß- Herzog verliehen: Franz Jakob Rieß, August G a n ß und Josef Wohlfahrt, sämtlich in Dieburg. ** Ze:ch nungserleichteruny fur Beamte. Das Großh. Staat§mimfterium hat beschlossen, döi angestellten nnd Nichtangestellten Beamten die Zeichnung aul die v i e r t e K r i e g s- a n l e i h e durch monatliche Gehaltsabzüge, ähnlich wie dies bei der 3. Kriegsanleihe geschehen ist, zu erleichtern. Der durch Vermittelung der Hanptstaatskasse gezeichnete Betrag dar! höchstens ^ der festen Jahresbezüge aus der Staatskasse betragen. Die monatlichen Abzüge beginnen regelmäßig Ende April 1916; iür solche Beamte, die bis zum 1. April 1917 einschließlich eine Gehaltserhöhung zu erwarten haben, kann der Bearnn des Abzugs bis zu dem Zeitpunkt verschoben werden, in dein der Beamte zum erstenmal den Gehalt der höheren Stuke bezieht. Für Beamte, die sich bereits bei der 3. Kriegsanleihe beteiligt haben, kann der Beginn des Abztigs bis Ende Oktober 1917 verschoben werden, damit nicht gleichzeitig für die 8. und 4. Kriegsanleihe Abzüge zu machen sind. Die monatlich abgezogenen Beträge werden den Beamten von: ersten Tage des folgenden Vierteljahrs ab verzinst. ** Hessische Bücher im GroßenHauptquar- tier. Kaiser Wilhelm II. hot im Großen Hauptquarttev das Werk eines hessischen Verfassers entgegeng'etwmmen: es handelt sich um das im Verlage von Emil Roth in Gießen erschienene Buch „Leb en s w er te" aus der Feder von Professor Otto Gros von der Oberrealschule am Friedrichsplatz zu Ossenbach am Main. Bereits früher wurden die bon demselben Versager )Uxmmeiu)en Bücher „Michel Mort" und „Charakter und Zeitbilder ans dem religiösen Leben von Vergangenheit und Gegenwart" vom Kaiser mlgenvmmen und ebenso wie diesesmal dem Spender aus diplomatischem Wege durch die Königlich Preußische Ge- sandtschast Mi Darinsdadt der Dank Sr. Majestät ausgesprochen. Auch der Gros;Herzog hat diese drei Büche: entgegengenmnmen, wie ja nach alter hessischer Autoren- sitte das erste Exemplar jedes neuerschienenen Buche- dem Landesfürften zngesandt wird. S : a d t t h e a t e r. AnS dem Stadtthoaterbnreau wird ungeschrieben: .Der Richter von Z a l a m e «*, Ealderonv klaflifcheS Schauspiel, das an, Freitag als 14. AbonnemenlS-Por' sttzllung gegeben wird, erlebt bannt feine erste Aufführung im neuen Haus. Tie Schwierigkeiten, die durch bei, Mangel au technischem Personal hervorgernfen sind, har die Spielleitung (Direktor Stein- goctlsr) durch besonders sorgfältige Proben zu überivindtn gesucht, und da sich zudem eine sehr gute Besetzung des prächtigen Werkes ermöglichen lies?, so darf mit einer anregenden Darbietung gerechnet werden. In Hauptrollen sind beschäftigt die Herren H e l l in t, t h, Steiil Hofer, Dworkowski, Theiling, Eugens und S t e t t u e r, sowie Fräulein S ch i l d. ** Weibliche Briefträger. Me wir hören, sollen in den nächsten Tagen auch hier weibliche Briefträger eingestellt werden, wie es an vielen anderen Orlen schon geschelzen ist. ** Der Giestener Hausfraucn-Berein hält am Donnerstag, 9. März, abends 8'/^ Uhr, in dev. neuen Aula der Universität eine Mitgliederversammlung ab. Auf der Tagesordnung steht neben Vcreinsangelegenheiten ein Vortrag des Pfarrers Landmann über „Tie Tienstpslicht der Frau"'. Gäste, mich Herren, sind willkommen. ** Der nächste städtische Seefisch markt beginnt morgen, Donnerstag, den 9. März 1916, nachmittags 3 Uh. in den Marktlauben. Zum Verkauf kommen beste, frische Seefische, Schellfische, Cabliau und Seelackis zu Selbstkosten der Stadt. 'Heitere Zählkarten. Die Frist für bei, Anftzrnnch der vor dem Inkrafttreten des Postscheck-Gesetzes (1. Juli 1914) ficrneftefllen blauen Zahlkarten, sowie der Nachnahmetarten und Nachnahme-Paketkarten mit anhängender Zahlkarte ist vom Reichs- Postamt b's Ende September 1916 verlängert worden ** Fünf Pfund Fett. Das unter dieser Svitzmarke in eurer der letzten Nummern erzählte Geschichteten »vollen unsere Metzger nicht wahr haben; es wurde uns als rein unmöglich bc- bezeichnet, daß ein Giestener Meister sein vaterländisches Pflichtgefühl so hintan fetze, dast er einem Kunden fünf Pfund, dem andern aber gar -ein Fett verkaufe. Der Billigkeit halber sei diese Fest- stellung hier tviedergegeben, die nur natürlich ebensotvenig nachprüfen können, wie den Bericht unseres Gewährsmannes, der dw Geschichte als reinste Wahrheit bezeichnete. Landkreis Gießen. e. Wieseck, 8. März. Gefreitem Wilhelm D e ch e r t wurde bei den letzten Kämpfen im Westen am 3. März das Eiserne Kreuz 2 Klasse verliehen. а. Lich, 8. März. Im' Schlosse Lich fanden am Samstag abend und Sonntag nachmittag Wohltätigkeitskonzerte statt, nm deren Gelingen sich' Fürstin Emma zu Solms-Lich, so- röie auserlesene Künstler verdient machten. Ein kunstsinniges Publikum nal-m dia herrlichen Gaben entgegen, die in überraschend vollendeter Weise dargeboten wurden. Das erste Konzert war der Kammernvusik gewidmet; es brachte das herrliche Mozartguartett in B-Äur Nr. 22, sowie Beethovens Quintett in C-dur, bei wel- chiem Ferd. R a n f m ä mt, Anni Betzak, Professor Walther, Ottmar Garster und Robert Knoblauch eine wundervoll abgerundete Leistung boten, sowie Griegs Quartett in G-moll. Die Dortvagenden haben diese Perlen der Tonkunst den Hörern mit so liebevoller Hingabe na hege brächt, dast jeder innerlich gehoben und bereiä»ert durch diesen reinen Gennst dankbaren Beifall spendete. Am Sotttttaa nacbmittag konnte der stinrmnngsvolle Saal die Menge der Gäste kaum fassen. Auch viele Giestener waren erschienen. Tie Darbietungen dieses Kdnzertes zwangen selbst dem Laien Hochachtung ab vor dem künstlerischen Ernst, mit dem an diese Veranstaltung herangetrcteu »norden ist. Das aus 18 Personen improvisierte Orchester, in dem auch die Frau Fürstin rnitwirkte, bot in der Symphonie Nr. 3 in Es-Trrr von Beethoven einen hohen Genuß. Auch Mozarts „Eine kleine Nachtmusik" war^ sehr sein ausgearbeitet und kam unter Herrn Kaufmanns künstlerischer Leitung gut zuni Vortrag. Als Solist trug derselbe später drei Stücke für Violine mit Temperament uird gediegener Technik vor. — Frl. Therese Kübels jugendfrischer, ausgeglichener Sopran bereckstigt zu den schönsten Hoffnungen. Ihre Liedervorträge fanden stürmischen Beifall. Sie liest zur Freude Vieler Mendelssohn zu Worte kommen. Proben feinster Vortragskunst gab sie in der Forelle von Schubert und in „Birg, o Veilchen" von Brahms. Sie wurde von Franz Nebelung -Knapp hervorragend schön begleitet. Mit einer Orchester-Suite von Grieg schiost dieser wohlgelungene Abend, bei dem sich die Protektorin und die Mitwi.rken.ten in erfolgreicher Weise in den Dienst der Barmherzigkeit gestellt hatten. e. W e i t e r § h a i n , 8. März. Karl F u n ck im Res.-Jnf.- Regt. 223 wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. Wa. Odenhansen (Rabenau), 7. März. Der Wehrmann Heinrich Körbächer, der seil Beginn des Krieges im aktiven Infanterie - Regiment Nr. 116 steht, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Musketier Keil im gleichen Regiment wurde von der Kompagnie als oermistt gemeldet. б. Obbornhofen, 7. März. Auf dem Felde der Ehre starben den Heldentod fürs Vaterland als Angehörige des Regiments 116 die Musketiere Heinrich Kammer und Gefr. Otto Groß. e. N o d h e i m bei Hlmgen, 8. März. In den letzten Tagen hielt die Spar - und Darlehenskasse von hier in der Wirtschaft zum Felsenkeller hier ihre diesjährige Generalversammlung ab. Mit Stolz konnten ihre Mitglieder das 25jährige Bestehen der Kasse feiern. Seit 25 Jahren hat der Rechner Otto Hofmann die Kasse geführt. Nachdem vom Aufsichtsrat H. Rot h der Geschäftsbericht verlesen ivar, hielt der Landwirt R. Uhl eine aufklärende Ansprache an die Mitglieder. Kreis Friedberg. Q. Bad-Nauheim. 8. Marz Der hiesige vor einigel, Jahren erst gegründete Ob st- und Gartenbau- Verein hielt gestern seine Hauptversammlung ab, in der mtigeteilt junrbe, daß die Mitgliederzahl des Vereins 194 beträgt und das Reinvermögen auf 438 Alk. angewachsen ist. 22 Mitglieder find zur Fahne einberufen. An die Angehörigen der Kriegsteilnehmer wurden Guticheine zilm unentgeltlichen Bezug von Gemüsesamen und -Pflanzen abgegeben. — Der Einjährig-Gefreite Fritz Reinhardt, Lelbgarde-Iusanterie-Regiinent 115, wurde zum Unler- ossizier befördert und mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. — Seit einiger Zeit werden hier „Vaterländische Vorträge" für Kriegst-'ililehmer abgehalten, die von Offizieren und Mann- schafleii, sowie Gästen aus bem Bürgerstande sehr gilt besticht werden. A Butzbach, 8. März. Gestern trat der achte Sohn des hiesigen Zinlinernieistertz E u l e r ins Heer ein. Der jüiigste der acht Söhne hat den Heldentod erlitten, der älteste wurde im vorigen Jahre unter Verleihung^des Eiserneil Kreiizes zum Unterosstzier befördert. Ein anderer Sohn, der zil der Besatzung von Tsingtau, gehörte, befindet sich in japanischer Gefangeiischast. Starkenburg und Rhcinhessen. 6. D a r ii, st n d t, 8. März. Zwölfhiindert französische Gefangene aus den Kämpfen bei Verdun, darin,ter auch eine Anzahl Schwarzer, sind vorgestern abend hier emgebracht worden. Kreis Weblar. ra. Krofdorf, 8. März Gefreiter Karl Bepperling, Minenwerfer-Koinpagine Rr. 162 (Inhaber des Eisernen Kreuzes), wurde zun, Uuterofsizier befördert. ra. K i n z e n b n ch . 8. März. Gefreiter Otto K r a lt S k o p f (6. Komp. Jnf.-Rcgt. 81), starb ,„folge schwerer Verwundung am 23. Februar de>, Ehreutod. — Otto Al au dl er, Mutzketen- abteilung Nr. 1, wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. ra. Kraftsolms, 8. März. Wilhelm Bange! (Pionier- bataillon Nr. 21), wurde mit dein Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Hessen-Nassau. [] Marburg, 7. Marz. Seit gestern friih herrscht hier m,o »ii ganzen kurhesmchen Oberhessen aubauetnb 2 ch n e e s a l l. ----- Frankfurt a. M., 8. Marz. Um eine Versorgung der Bevölkerung mit Kartoffeln sicherzustelten, beschloß der Magistrat die Beschlagnahme der bei hiesigen Land- »virten und Händlern vorhandenen Karwfselvorräte. Aus den beschlagnahmten Vorräten dürfen die Besitzer nur ihren Hausbedarf entnehmen, an Kleinhändler höchstens drei Zentner und an Selb st Verbraucher bis zu 10 Psd ans einmal verkaufen. Die Beschlagnahme soll nur als Vorbeugunas- inittel dielten, falls oie bestellten Kartoffel»: von der Reichs- Lartosselstelle nicht geliefert werden können. Wer über das gesetzlich zulässige Mas; hinaus Hafer, Mengkorn, Mischfrucht, worin sich Hafer befindet, oderGerste verfüttert, versündigt sich an« Baterlande! Provinzial-AttSschub der Provinz Obcrheffen. Kz. Gießen, 4. März 1916. 1. Antrag auf Enteignung von Gelände zum Ausbau der Ederstraße und der Parallelst r a g c zur (Stein ft tage, v o n der S ch o t t st r a ß e bis jur Eisenbahn in Gießen; hier: Enteignung von Vorgartengelände der Hubert Heinz Eheleute. Von dem ganzen Verfahren ist nach Einigung mit einem Teil der Beteiligten und Zurücknahme des tzauptteils des Ent- eignungsantragö nur noch ein Rest von 3 7 / 10 qm zurückgeblieben, de»: die Stadt Gießen zur Abstumpfung der Straßenecke Ederstraße-Sttinstraße an den: Heinzschen Vorgarten benötigt. Auf übereinstimmenden Antrag der Parteivertreter, wobei allerdings das Heinzschc Baugesuch, das er eingereicht hatte, von bcrit in Aussicht gestellten Vergleichs- Verhandlungen über die kürzlich gemachten Vorschläge (Forderung: 2Ö Mk. f. d. qm) ausgeschieden werden müsse, erging Beschluß, das Verfahren auSzusetzen zur Herbeiführung gütlicher Erledigung, mit der Maßgabe, daß es Sache der Stadt Gießen ist, falls das Enteignungs- Verfahren durchaeführt werden soll, demnächst entsprechenden Antrag zu stellen. 2. Wasserversorgung des unteren Nidda- tales; hier: Klage des Müllers Jüngst von der Harbmühle gegen den Verein für Bau und Unterhaltung der Gruppen- »oasserversorgung für das untere Niddatal, r. V. Der Verein hatte die Harbquellen in Anspruch genommen, weshalb die in der Nähe gelegenen Müller Schädigung ihrer Wasserkraft fürchteten und Entschädigungsansprüche geltend machten. Als letzter kam noch Müller Jüngst auf Harbmühle bei Ober-Rosbach. in Betracht, dessen Schadensersatzanspruch noch nicht erledigt war, weil die von der Novelle des Bachgesetzes vom 15. 7. 1908 in Art. 63 verlangte, 30 Jahre hindurch ununterbrochen ausgeübte Wassenmtzuirg, entgegen der Annahme des Kre:sausschusses, nicht für be wiesen erachtet werden konnte. Infolge Revision des Müllers Jüngst kam sein Anspruch nochmals zur Verhandlung, und es wurden weitere Feststellungen getroffen, ob Jüngst seinen Mühlenbetrieb, wie der Verein behauptete, schon vor der Wasserentziehnng eirdgültig eingestellt hat, oder ob es sich nach dem Standpunkt des Müllers Jüngst nur um vorübergehende Behinderung mit der Absicht der Wiederaufnahme des Betriebs handle. Auf Grund der Zeugenvernehmungen und eingehenden Sacherörterung der Parteien wird der ProvinzialaussckMß nächstens seine Entscheidung fällen. 3. Enteignung von Gelände zur Verbreiterung der Wilhelm- und B i s m a r ck st r a ß e in Friedberg; hier: Grundstück der Fr. Wilh. Häuser Eheleute. Die am 26. Februar l. I. ausgesetzde Entscheidung setzte die Entschädigung für das nach dem Ortsbauplan von 1897 benötigte Gelände auf 2 Mk. für den qm u:rd für den zur Verbreiterung neuerdings benötigten Znsatzstreifen auf 15 Mk. für den qm fest. 4. Enteignung von Gelände zur Bahnhofserweiterung Schotten. Die Eisenbahndirektion hat am Bahnhofsgelände Schotten durch Erw-eiternng der (te* leisanlasten, Herstellung einer Verladerampe mit Zufahrtstraße e:ne von allen Beteiligten anerkannte notwendige Verbesserung geschaffen, aber mit einer Anzahl Grundstückseigentümer eine Preis-einigung nicht erzielen können, weshalb es znm förmlichen Enteianungsverfahren gegen sechs Beteiligte kommet: mußte. Abgesehen von zwei kleinen Wiesgrirndstücken, die links der Bahn (tu der Fahrtrichtung von Schotten nach Nidda) liegen und bei denen nur geringfügige Preisunterschiede mitspvechen, kommt bei der Enteignu7:g Gelände in Betracht, das am Südausgana von Schotten zwischen der Kreisstraße (Schotten—Nidda) und der Bahn liegt. Von dem dem letzten Haus gegenüber aeleaeneu Gärtnere Grundstück des Gärtners Schneider hat die Bahn fast 2400 gm abgeschnitten, so daß noch rund 1700 gm geblieben sind, die der Eigentümer, und die vernommenen aärtnerisck)et: Sachverftäichigen bestätigten dies, für einen Gärtnererbe trieb, auch wenn dieser nur Nebenbetrieb sein soll, für ungeeignet hält. Außer der Aufwuchs- entschädrgung von fast 3000 Mk. verlangt Schneider 3.50 Mk. für jeden gm benötigter Fläche, 1.20 Mk. für jeden Nestmeter Minderwertsentschädigtrng ünd noch eine besondere Geschäftsentschädigung von 3000 Mk., während von der Bahnbehörde letztere nicht zugestanden wird und der Preis von 1.75 Mk. (statt 3.50 Mk.) für entsprechend gehalten »vird. Die Lokalkommission hielt zwar eine Geschäftsentschädigung von 3000 Mk. am Platz, aber auch den Preis von 1.75 Mk. für angemessen, solvie den Restminderwertssatz von 1.20 Mk. für sachgentäß. Von dem Wendebergschen Hansa rund strick hat der zugehörige Garten etwa 1/4 seiner Fläche emgebußt, das benachbarte Webereianwesen des Wendcberg hat mix etwa V10 verloren, wodurch Wendeberg bei etwaiger Vergrößerung seiner Fabrik sich behindert glaubt, während er in der Verkleinerung des Gartens, »veil mietlvertdrückend, einen empfindlichen Schaden erblickt. Seiner Forderung von 10 Mk. für den gm benötigter Fläche und 4000 Mk. Minderwertsentschädigung setzte die Eisenbahndivektion einen Preis von 3.50 Mk. bezw. den Betrag von 750 Mk. entgegen; die Lokalkommission schlug 4 Mk. bezw. 2000 Mk. vor. Auch hier »ourdcn mehrere Sachverstand:ge gehört. Das Gelände von Spamer und das vor: Grairdhomme Erben ist als Bam- vlatzgelände von den (Ärl:ndeigentümern mit 5.50 Mk. für oen gm und 1.50 Mk. für den gm Minderwertsforderuna bezüglich der Restflächie in Ansatz gebracht worden, während die Loralkommission 4 Mk., die Eisenbahnbehörde 3.50 Mk. für die benötigte Fläche als Einheitspreis ausreichend halten. berde unter Verneinung eines Muweriverts oer RestsUUHe. Nach eingehender Berhandlimg und ausgiebiger Erörterung durch die Beteiligten verkündete der Proviiizialausschuß Beschluß, daß das Urteil in einer der rrächstci: Sitzungen bekanntgegeben wird. Vdkefkaften 2k5a(tioit* IV f. D 7(7. Sofern Heimaturlaub gewährt und zu diesem Zwecke ein Fahrschein durch die Kompagnie ausgesleil wird, ist Bekösligungsgeld zu zahlen. Ob in dem einen oder anderen Falle die Voraussetzungen für Heimaturlaub aegeben sind, hat einzig und allein der Kompagniefsibrer zu entscheiden. Märkte. ko. Frankfurt a. M.» 8. Atnrz. S ch w e i n e m n r f t. Zun Verknus fianöen 268 Schweine, die zu de»: bekannten Höchstpreise,' sofort Absatz fanden. io. Frauksilrt a. M., 8. März. Frucht- und Futter- Mittel m a v k t. Nach wie vor Besuch schwach, die Stimmung unverändert. Das Angebot bei grober Nachfrage sehr knapp. Getreide geschäsislot,. Es sind säst nur Ersatz'üucrmittel vorhanden, die bei hohen Preisen Käufer fanden Preise lassen sich schwer sest- slellen. Es wurde für Haierersatz 62 63 Mk., Reiskleie 34 dis 4b Mt., MaiögrisS 55—56 Mk., Biertreber 74—76 'Mk. verlangt und bcznbll. ke. Frankfurt a. M., 8 März. K a r t 0 s s e l in a r k t. Kartoffeln im Großhandel m loser Ladung ab Versandstation 6,10 Mk. per 100 Kilo. Wettcraussichlen in Hessen am Donnerstag, den 9. 2!ärz1v16' Wolkig dis heuer, trocken, Nachuroü. S ch n e e d e r i ch 1. Herbstein : Schneehöhe 30 Ztm., Feldberg i. T. r 32 Ztm. " — . r —i . .. . . .. i m ... .. II J Letzte Nachrichten. Die Eroberung des Dorfes Forges bei Verdun. Genf, 8. März. Zu den gestrigen Kämpfen bei Verdun verbreitet die Agemc Havas folgende Note: Tie Lage, die seit einige:: Tagen im Gebiete von Verdun unverändert blieb, veränderte sich am Montag. Tie Aktion gewann an Ausdehnung. Ter Kampf, der seit dem 2. Mär?, im Gebiete voi: Touaumrmh und Haudrecourt auf dem rechten Ufer der Maas lokalisiert »oar, verbreitete sich heute ans das linke Maasufer. Zwischen Bethin- court und dem Fluß gelang cs den Deutschen nach heftigem Bombardon: ent in das einen Vorsprung unserer Linie bildende Dorf Forges ein zu dringe::. Sie konnten jedoch nicht aus den: Dorfe Hervordringen, sondern »mitten trotz wiederholter Ber- suche durch unser Feuer zurückgewicsen. Das gewonnene Gelände beläuft^ sich auf 100 bis 150 Meter höchstens. Dieser Fortschritt gewährt den Deutschen keinen ent- scheitendcn Vorteil, denn wir behaupten die beherrsch«^ Stellung bei ter Eötc de Loie. Ei' belveist nur den lebhaften Wunsch des Feindes, ten hinderlichen Vorsprung, ivelche:: die Maas nördlich Verdun bildet, zu beseitigen. Aber hier wird die Hoffnung der Deutschen enttäuscht »uertett. Die lokale Aktion in der Champagne bleibt trotz ter angetvandtcn Mittel, Mincnexplosionen, Schleudern brennender Flüssigkeiten, ohne Ergebnis und ohne anderen Zusammenhang mit der Aktion bei Berdim, als daß sie die Franzosen auf der ganzen Front in Atem hält und sie an dein Heran-re den ihrer Reserven stören sollte. Die Einnahnn des Torfes ForgeS ist deshalb ohne Einfluß auf das (Ärtergebnis ter Schlacht von Verdun, deren Verlaus mit Vertrauen abzuwarten ist. Volk und Regierung in Frankreich. i. Köln, 8. März. Laut „Köln. Ztg." kann die französische Negierung nur mit Äetvaltmitteln die öffentliche Meinung im Zaume halten: für die Presse ter Knebel der Zensur, für das Volk die Kriegsgerichte und Gefängnis, das siiü) die Mittel, mit denen das Kabinett Briand die nationale Verteidiguna des Innern fübrt. Wegen Veröffentlichung beunruhigender Naänickten wurden bereits aus Paris 2 00 Personen v 0 r e i n Kriegsgericht gestellt und 100 zu Geldstrafen und Gefängnis verurteilt. Ucbcr die Kritik Clemenceaus, wodurch dessen Blatt verboten wurde, erfahrt die „Köln. Ztg.", daß ter Artikel, „Die Kaisis von Verdun" überschrieben, die Kämpfe bei Verdun schilderte und erklärte, „wenn die Stellung von Douamnont uns entrissen werde:: sollte, dank einer Anhäufung von Fehlern, über die man vergebens der: Schleier zu »verfen sucht, so tvärc die Stadt Verdun nur mehr eine Empfangsstation für die Geschosse der feindlichen Geschütze". Aus der Kritik Clemenceaus, so schreibt die „Köln. Ztg.", kann man mit Genugtuung feststellen, daß er dos Fort Douaumont für die Schlüsselstellung der Verteidiaung voi: Verdun erklärt. Diese Schlüsselstellung beftntet sich zweifellos in deutscher Hand. Wenn auch die französische Regstrrung das französische Volk immer noch das Gegenteil glauben machen will. Gescheiterte Entente-Anleihe. Hamburg, 8. März. Aus dem Haag melden die „Hamburger Nachrichten": Wie holländische Bai:kkreise, die ante Fühlung mit London unterhalten, erfahren, ist ter Plan der neuen großen englisch-französischen Anleihe (eine Milliarde Dollars) in ten Vereirtigtcn Staaten vollständig gescheitert. Der Zeppelinangriff im Schneeslnrm. Rotterdam, 8. März. Der „Rotterdamsche Courant" meldet aus London, in den nördlichen Grafschaften sei ter Z e p p e l i n- angriff während ei»:es Schnee sturm es ansgesührt Worte::. In einem Distrikt sei der Schnee so dicht gefalle::, daß das Luftschiff sich nur mit Hilfe von hellerem Licht orientieren konnte. Fast der ganAe Schaden wurde in einer einzigen Stadt angerjchtct. Die „Times" setzt sich jn einem Leitartikel dafür ein, daß die Regierung energische Masxregeln ergreife und ein unabhängiges Luftvcrteidigimgsmmisterinm errichte. Auch afs Liebesgabe Im Felde begehrt/ (Im Feldpostbrief portofrei.) Das Geipiil aus der Küche der unterlerliglen Verwaltung soll vom 1. April ab bis auf weiteres vergeben werden. Angebote sind verschlossen bis zum 20. März 0 . ft. etnzusenden. 18201) Klicbcnverwaltung dcS 1 .Landstnrm-ftnfanterieEriatz. _ Bataillons Gicßcu (SVI11. 32). _ Versteigerung. (*inc gebrauchte Mähmaschine, eine noch neue vamelinaschine, ein ftanchefah, zwei Eaaen. davon eine eiserne, drei Wagen, darunter einer »ur Vaubolz- fuhren geeignctx rnit allem Zubehör, sowie noch aller band landwirtschaftliche Geräte, kommen Freitag, den IO. flttr* «i. .1 , mittag;« 1V 8 1 hr, bei ft rau Ittustav Kinzcbach Wiv., Oppenrod, KrciS Giehen. -nr Verstei gerung.__ 1684 Husten unD Heiserkeit verschwind, bald n. Gebrauch v. Dr. BuflebS HoBieutropten, Fl. 50 Pf.,nurv«» rRi-vroovrl« Emil Kam, Schulftrabe. 1980 FUclie! (08172» FIhoIio! Hechte, Bresen, Rotaugen, Barache f Kabo!)an. Sohell- tlsclio, tlpalsemnsch^ln frlach cluifctrolTcn bei n. Simon, Walllorstr. 43. Stroh hüte 7. Umarbeiten. Uniformen bitten wir uns je tat schon zu bringen. Jetzt haben M ir i eit und MIc sparen GeloL n89a Salomon & Cie., SchulslraDe 4 Tief erschüttert, erhielten wir die traurige Nachricht, dass am 29. Februar unser innigstgeliebter, braver Sohn, Bruder, Schwager, Neffe und Vetter — sind, matii. Willi Jordan Vizefeldwebel (Offiziers-Aspirant) im Inf.-Regiment „Kaiser Wilhelm“ Nr. 116, 7. Kompagnie Inhaber des Eisernen Kreuze« an einer schweren Verwundung im Kriegslazarett den Heldentod fürs Vaterland gestorben ist. Im Namen der in tiefer Trauer Hinterbliebenen: F. Jordan und Familie. Giessen (Moltkesfcrasse 26), den 7. März 1916. Beileidsbesuche dankend abgelehnt. 1815 Am 25. Februar fiel nach 19 monatlicher treuer PflichterMung mein innigstgeliebter Gatte, unser herzensguter Sohn, Bruder, Schryager und Onkel Martin Ehrhardt Urrteroftiz. im Inf.-Regiment Nr. 87, 5. Kompagnie. Inhaber der hefs. TapferkeitSmedaille. In tiefem Schmerz: Sretel Ehrhardt geb. Zanger Familie Johannes Ehrhardt Familie Heinrich Ehrhardt Familie Karl Reichelt Familie Georg Ehrhardt Familie Curt Biehweg. Frankfurt a. M., Gießen, Griotzsch und Dortmund, den 7. März 1916. 08171 Oiessener Hausfrauen - Verein, ITlifgßederperfarnmlung: Donnerstag, 9. Ulärz, abends 8V 4 Uhr, in der neuen Hula der Universität. Tagesordnung: 1. PerelnsangeJegenheifen, 2. Portrag des Berrn Pfarrer handmann über 1 Die DienlfpHiditd. Frau = Safte, andi ßerren, find willkommen. = laoop _ Der Vorhand. Allgem. Deutscher Frauenverein (Ortsgruppe Gietzen). Unsere Mitglieder werden auf vorstehenden Bortrag aufmerksam gemacht und um zahlreiches Erscheinen gebeten. 1841V _ Die Vorsitzende. Füc die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an dem schweren Verlust meines lieben Mannes, unseres treusorgenden Vaters Herrn Göttlich Panzer sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Hepding und für die vielen Kranzspenden und Beileidsbezeugungen seiner Mitarbeiter und des Gesangvereins „Frohsinn" sagen wir unseren tiefgefühlten .Dank. 08164 Die tiestrauernden Hinterbliebenen: Fm khrißiiig Panzer ncöft Kinder. Garbenteich, den 7. März 1916. In fremder- Erde ruht mein Glück. Du treuer Gatte kehrst nimmermehr zurück. Wie hast dn dich gesehnt nach deinem heimatlichen Herd, .Nun ruht mein Glück schon in fremder Erd’. Ach, allzu kurz war unser Glück, Du hoffnungsvoller Gatte ließest mich allein zurück, Denn unser Kind, uns re einzige Freud Ging dir schon voran zur Ewigkeit. Und dennoch verlieB dich deine Hoffnung nicht, Auf trübe Tage folgt immer wieder mal Licht, bo tröstetet du mich und zogst hinaus, Doch ach, die Todesnachricht kam allzubald ins Haus. Tieferschüttert erhielten wir die schmerzliche Nachricht dass 061 %toem bturmm&nV nach 19-monatiger treuer Pflichterfüllung am 24. Februar, seinem Geburtstage, mein innigstgeliebter, hoffnungsvoller, treuer, guter und unvergesslicher Mann, der liebevolle v ater seines ihm schon im Tode vorangegangenen Kindes, unser gruter, unvergesslicher Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Heinrichsiegfried Unteroffizier d. R. im Inf.-Refft. »Tr. 116, 12. Kompaffnle Inhaber der Hessischen Tapferkeitsmedaille* im Alter von 27 Jahren für das Vaterland den Tod erlitten hat. In tiefer Trauer: Fra« RH sähet he Siefffried, geb. Beker Familien Siegfried Familien Beker Familie Waffenbach. [1830 Alten-Buseck, Rödgen, Gießen, Großen-Linden, den 8. März 1916. Todes-Anzeige. Nach Gottes unerforschlichem Ratschluss starb gestern abend nach kurzem schwerem Leiden unser innigstge- liebtes, herzensgutes, einziges Söhnchen Willi im Alter von 2 1 /, Jahren. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Ludwig Möbus und Frau Schutzmann. Giessen (Weserstrasse 19), den 8. März 1916. * is»4 Die Beerdigung findet Freitag, nachmittag 3 Uhr, auf dem neuen Friedhof statt. tarnen tfaefenAfeider $Öamen=9käTifel nach JVLass bei Gewähr tadellosen Sitses und feinster Verarbeitung Grosse Stoff-A usvzahl S. Pfeffer • 9 harktpfatj 6 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen sagen innigen Dank Die trauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Karl Schlag, Grossh. Förster i. R. Cafe Amend Heute Mittwoch, 8 Uhr: Familien-Konzert Darmstädter Pädagogium (M. Elias) ist die erfolgreichste süddeutsche Vor bereitnngsanstalt für die Einjährigen-, Primaner-, Fähnrichs- und Abitnrientenprüinng (audh für Damen). (Seit Kriegsausbruch bestanden 56 Schüler). [1613ss findet vor- und nachmittags statt. Auskunft und Anmeldungen jederzeit. 28» ^gfiliuiltg, Kaiser-Allee 8. 1593] Vom Seeplatz heute rintreffend Frischer \i ßfj Pfg. Frischer Sie-Laelis * 62 % Schade & Füllgrabe Bahnbosstraire 26 , Ludlvigstraste 20, Walltorstraße 24. 18:7a Ifradsrwagesiä Klapp- &aeidH Sportwagen alle Neuheiten 50C in großer Auswahl eingetroffen KiBbinges*, Giessen, Fertige Wäsche sowie 1619 Aussteuerartikel jeder Art empfiehlt M„ Kann \ gegenüber der .Stadtktrche. “W Z&BSM Städtischer Seefischmarkt. Donnerstag, den 9. März 1916, nachmittags 3 Uhr beginnend, in den Marktlauben. Verkauf von besten, frischesten Seefischen, Schellfischen, Eablrau und Seelachs zu Selbstkosten der Stadt. [1820B Hausen, den 7. März 1916. 08151 Innigen Dank sagen wir allen, die uns bei dem Heimgange unserer lieben Mutter ihre Freundschaft und Teilnahme bekundet haben. Ganz besonders danken wir Herrn Plarrassistent Hofmann aus Giessen für die Grabrede und Schwester Anna für die liebevolle und aufopfernde Pflege. Die trauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Jakob Beeker. Lollar, den 8. März 1916. -- ogl5o Holzversteigerung in Der fürstlichen Obersörsterci Lich. Montag, den 13. März, vormittags 10 Uhr, im Distrikt Langeberg: Knüppel, Rm.: 3 Buchen, 21 Eichen, 13 Fichten: Stücke, Rm.: 84 Eichen, 22 Fichten: Reistwlz-Wellen: 2050 Eichen, 1150 Fichten: 8 Eichengarteuvfosten. 2,2 m lang. Die Zusammenkunft ist auf der Kreisstratze von Niederbessingen nach Langsdorf beim Eingang in den Wald. Dienstag, den II. Mürz, vormittags 9'/- Uhr, im Distrikt Hard: Scheiter, Rm.: 500 Buchen, 6 Eichen: Knüppel, Rm.: 150 Buchen, 40 Eichen: Stöcke, Rm.: 240 Buchen, 65 Eichen: Reisbolz-Wellen: 5600 Buchen, 1500 Eichen. Die Zusammenkunft ist auf der Waldstratze von Koln- bausen in die Hard beiin Eingang in den Wald. 16838 Bekanntmachung. Der vom Gemeinderat durchbevatene Voranschlag der Gemeinde Geilshausen für 1916 Rj. iegt vom 9. März 1916 ab eine Woche lang auf dem Amtszimmer des Großh. Beigeordneten zur Einsicht der Interessenten offen. Innerhalb dieser Offenlagefrist können Einwendungen bei uns christlich oder mündlich vorgebracht werden. Es werden Umlagen erhoben, zu denen auch die Ausmärker beizutragen haben. Geilshausen, den 6. März 1916. Großh. Bürgermeisterei Geilshausen. I. V.: Menz, Beigeordneter. 1813 Pulver! Back Brame- Kakao- Ei- Eierkuchen- Eis Himbeersaft» Honig- Limonade- Pudding- Salizyl- Vanillin- Vanillefance-Pulver «sw. emvf. Adlet 1 - Drogerie, Seltersweg39, OttoSehaal.^a MUriis Dir- Hermann Steingoetten Freitag, 10 . März 1916, abends 8 Uhr: 14. Freitag-Abonn.-Borstellg. Gewöhnt. Preise termätzigt) Der Richter von Zalamea. Schauspiel in 7 Bildern von Catderon de la Barca. Für die deutsche Bühne übersetzt von Adolf Wilbrandt. Ende m, Uhr. [1821c Soldaten vom Feldwebel abwärts zahlen bei allen Borstellungen tauijer bei BolksooritellungemausL und LSperriitz nur halbe Preise.