Nr. 54 Der Gietzenrr Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich GietzenerKsmiliendlätter; zweimal wöchentl.Nreir- blatt für den Nreir Gießen (Drenstag und Freilag): zweimal monatl. Laod- «trtfchaftttch« Leitfrage« Fernlprech - Anschlüsse: sürdreSchriltleitungllS Verlag,Gescbast4stelleL1 Adresse iur Drahtnachrichten: Anzeiger Sieben. Amrahme von Anzeigen iür die TageSnummer bis zum Abend vorher. Erstes Blatt 166 . Jahrgang Samstag, 4. März IM Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vie deutsche Kontlinie vor vouaumont weiter ausgedehnt. Ueber PVV Gefangene und 6 schwere Geschütze eingebracht. (WTB.) Großes Hauptquartier, 3. März. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Südöstlich von KP er 11 am Kanal brachen die Engländer in die Stellungs-Bastion ein, die wir ihnen am 14. Februar abgenommen hatten ulw stießen sogar in schmaler Front bis zu unserem früheren vordersten Graben durch. Aus diesem wurden sie sofort wieder geworfen. In einzelnen Teilen der Bastion halteil sie sich noch. Südlich des Kanals von La Basste kam eS im An- schluh an feindliche Sprengungen vor unserer Front zu lebhaften Nahkäinpfen. In der Champagne steigerte die feindliche Artillerie ihr Feuer stellenweise zu größter Heftigkeit. In Bo laute (nordöstlich von La Chalade in den Argonnen) wurde ein französischer Teilangviff leicht abgewiesen. Auf den Höhen östlich derMaaS säuberten wir nach kräftiger Artillerievorbereitung das Dorf Donau m 0 n t und z 0 g e n u n s e r c L i n i e n ö st l i ch u n d s ü d l i tt) d e S Dorfes sowie der P anzerfeste in g lillsti gere Stellung vor. Ueber tau s e n d Gefangene und sechs schwere Geschütze wurden eingebracht. * Unsere Flieger belegten im F e st n n g S b e r e i ch von Verdun französische Truppen erfolgreich mit Bomben. — Leutnant Jmmelmann schoß östlich von Souain sein neuntes feindliches Flugzeug ab, einen englischen Doppeldecker mit zwei Offizieren, von denen einer tot, der andere schwer verwundet ist. Oestlicher Kriegsschauplatz. Patrouillengefechtc an derDüna, östlich von Friedrich stadt sowie an der Senvet- und Szara-Front. Balkan-Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Oberste Heeresleitung. • « • ES gibt Gemüter, denen jetzt in den Kämpfen vor Verdun nicht genug geschieht und die, wie in einem Theater, sich in Langweile und Ungeduld verzehren, weil die dramatische Steigerung nicht einzutreten scheint. Muß man wirklich darauf Hinweisen, daß die blutigen Vorstöße an der Maas ganz etwas anderes sind als eine dramatische Erbauung? Dort darf auf die Gefühle und Erwartungen der Zuschauer nicht die geringste Rücksicht genommen werden; es herrscht ein beständiges Rin g e n ums Ziel, und da ftmn es denn wohl kommen, daß ursprüngliche Pläne abgeändert, neue, bessere Handlungen ausgedacht werden. Dabei haben unsere Truppen gleichwohl die vor Verdun eroberten Stellungen nicht nur kraftvoll sestgehalten, sondern auch weiter- ausgedehnt: der gestern gemeldete große Fortschritt bei Douaumont zeigt uns wahrlich, daß diese neue Offensive bei Verdun, ob sic nun sofort zu einem allgemeinen Angriff auf die Festung führen mag oder nicht, irn R-cchmen der Unternehmungen nötig war und uns ein gutes Stück voraugebracht hat. Wenn nun eine Pause in der Gefechtsstcllung eintritt, wer könnte sich da erdreisten, mit gelangweilten oder langweiligen Redensarten das Werk zu begleiten? Das unermeßliche Kraftgefübl, das unsere Heere offenbart haben, ihre ruhige, sichere Leitung, die auch die Nebenumstände wirksam abzumessen weiß — gibt dies einem für große Geschehnisse empfänglichen Betrachter nicht alles, was er sich wünschen mag? Das übrige möge fromme Fürbitte tun, wie es der Kaiser uns empfohlen hat. Auf der feindlichen Gegenseite spielt sich die Suche anders ab! Dort sind in den Auffassungen und Erfordernissen der- Lage auch die zuständigen und sachverständigen Stellen sich nicht einig. Das französische Volk hegt die größten Besorgnisse. Darum schienen dem Kriegsministerium so pflaumenweiche und laienhafte Vertröstungen nötig, wie wir sie in den nachstehendere Meldungen wiedergeben. Aus den Stimmen, die wir unter der u'eberschrist '„.Kritik in Frankreich" zusammenfasseu, klingt es ganz anders heraus. Lacroix, Pichon, Clernencecm, Rousset — alle sind sich einig darüber, daß Frankreich einem stärkeren Gegner gegenüber- steht und daß dessen wiederholte Angriffsschlüge bevorstehen. Wir sehen, daß unsere oberste Heeresleitung nicht in blindes Draufgänger tum verfallen ist, das die Verluste nicht achtet und die Mittel nicht spart. Wir sollen zum Ziele kommen unter Aufwendung möglich st wenig Opfer. Nur mit Ruhe und Zuversicht im Lande könne:: wir die gefahrvolle Arbeit, die draußen vollbracht wird, unterstützen. Unsere Truppen und ihre Führung haben unser volles Vertrauen! • * ' Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. "Wien. 3. März. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 3. März 1916. Auf allen drei Kriegsschauplätzen andauernd Ruhe. Der Stellvertreter des Chefs des Generalslabs v. Höfer, Feldmarfchallentnanl * * * Der neue Erfolg vor Verdun. Berlin, 4.März. Zur Frontalverbesserung, die uns mit dem Dorfe Douauinont den engeren Anschluß unserer vordersten Linie bei Verdun gab, meldet ein Kriegsberichterstatter des „Berliner Tageblattes": Der Ort stellt einen Stützpunkt der Fortanlagen dar, den die Franzosen in zähester Schanzarbeit zu einem widerstandskräftigen Werk vorbereitet hatten, um westlich und östlich die deutschen Flanken auch nach dem Falle des Forts wirksarn zu bedrohen. Max Osborn berichtet an die „Voss. Ztg." vom westlichen Kriegsschauplatz von: 3. März: Nach einer Zwischen pause von wenigen Tagei: hat der Feind sich ohne Erfolg bemüht, unsere neugewonnenen Stellungen wieder zu ge Winnen. Das Ergebnis der letzten Februarwoche ivar ein bedeutendes. Der G e l ä n d e g e w i n n östlich der Maas und im Moevre betrug über 2 5 0 Quadratkilometer, das beißt mehrmals das Fünffache der Bodenfläche, die der Feind bei seiner Herbstoffensive im Artois und in der Champagne besetzen konnte. Noch mehr fiel der strategische Vorteil dieses Gewinnes ins Gewicht, denn darnach waren zwei Drittel des gesamten Vorgeländes der Festung Verdun am rechten Maasufer in deutsche Hände gefallen. Nun handelt cs sich um Sicherung und Ausbau dieser Vorteile. Der französische Bericht. Paris, 3. März. (Zs.) Die amtlichen Mitteilungen von: 2. März lauten: 3 Uhr nachmittags. In: Ar tois haben wir östlich der Straße Neuville—La Folie eine Mine anffliegen lassen unter einem alten, von den Deutscher: besetzten Trichter. Wir haben uns des neuen Trichters bemächtigt. In der Gegend von Verdun hat der Feind in: Lause der Nacht Mort-Hvmme und den Abhaua von Oie zwischen Malanoourt mrd Forges lreftig beschossen, ebenso die Ha u Pt - ü b e r g ä n ae ü b e r d i e M a a s. Wenig Artillerietätigkeit östlich der Maas. In der Wo e vre richtete der Feind gestern gegen Ende des Tages nach intensiver Artillerievorbereitung einen lebhaften Angriff auf unsere Stellungen von Frcsnes. Er wurde sofort durch unseren Gegenangriff ans einrgen Teilen der Stellipigen, in die er hatte eindringen können, zurückaeworfm. In Lothringen wurde ein mehrstündiges Bombardement auf das Gehöft Ste. Marie westlich von Bez-ange von einem feindlichen Angriff gefolgt, der jedoch vollständig scheiterte. Im Elsaß wurden einige Versuche starker deutscher Aufklärungsabteilungen gegen unseren kleinen Posten im Lauchtale mittels Handgranaten abgeschlagen. 11 Uhr abends: In Belgien Zecstörungsfener unserer Artillerie auf die deutschen Einrichtungen östlich von Steenstraate. Zwischen Somme und Oise wurde ein feindliches Werk durch unsere Batterien in der Gegend von Beuvraignes zerstört. In der Champagne fiel ein deutsches Flugzeug, das durch unsere Batterien in der Nähe von Suippe beschossen wurde, in Flammen in den deutschen Linien nieder. In den Argonnen haben nur ein konzentriertes Feuer nördlich von La Harazöe und auf den Wald von Cheppy ausgefülirt. In der Gegend nördlich von Verdun und in der Woevre ist die Tätigkeit der Artillerie, die an den vorhergehender: Tagen etwas nachgelassen hatte, im Laufe des Tages auf der gesamter: Front, besonders beim Mort-Homme aus der Cöte du Poivre und tu der Gegend von Douaumont beträchtlich an ge wachsen. Ans dem letzten Punkte ivar das Bombardement gefolgt von mehreren Infanterie an griffen von äußerster Heftigkeit. Diese Reihe von Angriffen wurde von unserer! Truppen abgeschlagen, deren Feuer die feindlicl?en Reihen dezimierte. Unsere Batterien antwortete!: überall energisch aus das Bombardement und haben die Verbindungswege des Gegners nordöstlich von St. Mihiel beschossen. Unsere Geschütze mit großer Tragweite bombardierten den Bahnhof von Vigueulles. Nach den Angaben unserer Beobachter bracher: zwei Brände ans. Mehrere Züge ivurden getroffen und eine Lokomotive explodierte. Im Ober elf aß große Tätigkeit der beider: Artillerien im Abschnitt von Sept. Letzte Nacht warf eines unserer B 0 m b a r d i e r u n g s g e s ch wade r 44 Gra naten aller Kaliber ans den Bahnhof von Cham bl eh, der be deutenden Schaden erlitten zu haben scheint. Trotz einer lebhaften Kanonade kehrten unsere Flugzeuge unversehrt in unsere Linien zurück. Jnr Laufe des Tages warfen unsere. Flugzeuge gleichfalls 40 Granaten auf der: Bahnhof von B c n s d 0 r s und neun Geschosse auf die feindlichen Anstalten von Avricourt. Paris, 3. März. (Zf.) Das Pressebureau des Käiegs- Ministeriums versendet durch die Agence Havas folgende Belehrung: Paris, 3. März. Der zehnte. Tag der großen Schlacht geht zu Ende. Er verstärkt den Eindruck eines allgemeinen Abflauens die Operattoner: seit vier Tagen. Der Mittwoch ivar neuerdings ein Tag der Stagnation in der Gegend von Verdun wie auf dern ganzen Rest der Front. Nirgends haben die Deutschem ihre Gesanrtangriffe erneuert. Die Akttonen, über die in unseren Mitteilungen bcrrchtet wird, haben nur rein lokalen Charakter. Andererseits ermähnt der Feind tu seinen Tagesberichten Verdun überhaupt nicht inehr und ebensowenig irgend eine benachbarte Stellung. Mit unerwarteter Diskretion stellt er nur gegenseitige Artillerieduelle und in beiden Lagern abgeschosserre Flugzeuge fest/ Muß daraus geschlossen werden, daß der Feind darauf verzichtet hüt, einen zu teuer erkauften Vorteil ivciter zu verfolgen? Bereitet er einen neuen Schlag gegen V e r - d u u vor? Dieses letztere ist ivah rschcinlich, denn er wird gewiß den ersten erlangten Vorteil ausnützen wollen. Unsere Stellun gen sind jedoch jetzt stark ansgebaut in bieffcnt Abschnitte, und die Deutschen haben keine Aussicht, sie zu erschüttern. Oder aber der deutsche Generalstab bereitet, nachdem er die Möglichkeit eines Scheiterns seines Angriffes aus Verdun voransgesch'n l)al, einen. Angriff aus e-in.em anderen Punkte unserer Front vor. Verwendet er diesen Anfschnb von einigen Tagen dazu, sein Material an Ort rmd Stelle zu verbringen, um dann > Angriff zu erneuern? Diese Hypothese hat etwas für sich. Endlich kann man sich fragen, ob diese augenblickliche Verlangsamung, der Operationen nicht ein Anzeichen ist für die. Erschöpfung an Mannschaften und Munition, rmd zwar eine so beträchtlickn' Erschöpfung, daß sie der: Gegner nötigt, sich auf seinen jetzigen^ Stellungen zu halten. Daran muß man zweifeln, denn Kaiser Wilhelm, dessen Plan, ine Triwrwh in Verdun eirrzuzielren,' kläglich scheiterte, verlangt gewiß nach Revanck-e für seine Schlappe. Wie dein auch sei, die Wachsamkeit unserer Soldaten wird dack alles verhindern. Ebenso wie gestern die erlittenen Anstürme der Deutschen Unsere Formt nicht brechen konnten, so ivird auch morgen der neue Schlag des Feindes aufgehaltcn iverden. Wir müssen inuner mehr Vertrauen haha: irr den AuSgang der Schlacht: denn jeder Tag, der verstrl-icht, ist für mrs ein neuer Grund zur Hoffnung. Kritik in Frankreich. Bern, 3. März. (MTB. Nichtarntlich.) Elemenceart unterzieht im „Komme Enchains" die eigenen Gcgermraß- nahrnen bei Verdun einer vernichteichen Krittk. Er vermißt die Entlasturrgsoffensive. Es darf, schreibt er, erlaubt sein, zu sagen, daß die Bedingungen, unter ivelchen sich nnsete Defensive abwickelt, nicht die sind, welche die Oeffentlichkeit erwartete. Ich, als Mid- glied des Heeresausschrrsscs, bin ja weniger überrascht, als die anderen Mitbürger, da wir im Schoße des Ausschusses die Frage der Verteidigung von Verdun bis ins Einzelhaste oft erörtert haben. Worin bestanden die Vorbereitungen? Was war brr allgemeine Plan? Darüber iverden wir später rwch ein Wörtchen zu redah haben. Ans die Lehren der biSl-crigen Erfahrungen eingehend, be« tont Clcürcncoail, daß sie inuner nur der Feind zu ziehen verstand. Er streicht Englands sreiinütige Auffassung lx-raus, das Verlustlisten veröffentliche und fährt fort: Bei nns dagegen erlaubt di« Herrschaft des Schweigens den Offizieren, ungestraft alle mißliebigen Wahrheiten gegenüber den verantwortlichen großen ixrrerr und der bürgerlichen ivie nrilitärischen Gervalt unter dem Vorwand^ die Orüßeutlichkeit zu beruhigen, zu entstellen. Allzuviel Vertrauen^ allzuviel Furcht. In beiden liegt eine nicht geringe Gefahr. Noch herrscht im Lande keine Nervosität, aber die festesten Charaktere geraten in Aufruhr, wenn sie merken, daß rnian sie anders, als durch die einfache Wahrheit führen rvill. Bern, 2. März. (WTB. Nichtamtlich.) Jin „Temps"schreibt Gen er a l Lacroix: Es gibt keine Fest rrng en mehr, sondern- nur nocl- Verteidigungsorgarnsattoiren im allgemeinen Rahnren der Front. Seit der Feind Ferrerschlr'mde nrrt solcher Tragweite, Gervalt und Genauigkeit gebraucht, sind die vollkommensten gepanzerten und betonierten Festung snierke wegen der tätlichen Wirkrmgm der sclrrvererr Artillerie rmsähig, ihre eigentliche Rolle zu spielen, nämlich sbandzuhalten. Bes-atzrmgan, Geschütze, Mrmition und Proviant dort zu lassen, hieße alles opfern zum Schaden der allgemeinen Lcmdesverterdigrmg. Unter dem Zwange dieser Umstände sollten alle Festungen anfgehvben, ihre Mittel verfügbar gemacht und ihr Gebiet den allgemeinen Or- ganisattoneu an der Front eingegliedert iverden. Wenn eine solche Festung, durch nachbarliche feindliche Operationen bedroht, in Feindeshände fallen sollte, würde mau sich darüber nicht mehr auf- zuregen haben, als wenn der Platz garuicht dagewesen wäre. Lacroix versichert zwar irr dern Schlußsatz seiner: Lesern, daß er volles Vertrauen in den Ausgang der Kämpfe habe, sieht sic aber an, in seiner: Ausführungen niefjt einen Sck-attcn von Unruhe zu sehen. Indessen bedürfen die durchsiclstiger: Bettachkungen ivvhl kaum einer Erläuterung. Paris, 3. März. (WTB. Nichtamtlich.) Ueber Bern. Ji: den heutigen Detrachtunger: der französisclien Presse über die Kriegslage'tritt bei den meisten Krittkcrn eine gewisse Besorgnis! und Unzufriedenheit mit den bisherigen GegennraßnahMer: hervor. So schreibt z. ^ B. P i ch 0 n in: „Petit Journal": Es ist bedauerlich, daß ivir uns in der Vorbereitung!, wie in der Ber- folgung unserer Offensiven nicht cDcntfo vorzuseher: verstanden! haben, ivie die Deutschen. Hierauf ivird noch zurückzukommen fein. — Oberstleutnant Rousset hält im „Petit P a r i s i e n" trotz der ungeheuren bisherigen Anstrenguirgeu, die kaunr zu übertrcrffen seien, einen neuen Vorstoß für wahrscheinlich. Auch Rousset unterstreicht die Notiveichigkdit, furchtbare Artillerie mit Munition zur Verfügung zu haben und sagt: Davon werden wir erst genug haben, wem: ivir Ueberfluß haben. Darum müssen wir unablässig und unermüdlich arbeiten, bis Ueberfluß da i)t. Bern, 3. März. (WTB. Nichtamtlich.) Irr einen: Lcüt-, artikel der „H u ur a 1 : i t 0 " wurde die alte Fragr^ der Berüffent- lichrmtz der feindlichen HeeveSbericlite durch die französische Presse ausgerollt. Es ivird ausgesührt, daß die angestvolle Erwartung^ womit die Oesfentlichkeit seit einer Woche der: furchtbaren Kamps um Verdun verfolgt und der lcidei:scl)astliche Wunsch des Publbi kumö, sich über alle Punkte zu unterrichten, darnach verlangen^ In der ganzen Welt sei nach der Ansicht der intelligent-ür: frarp, zösischen Zensur das g e i st v v l l st e V 0 l k d e r Er de n n f ä h i g, kaltblütig auch die Berichte des' Gegners zu lesen. Tics sei erniedrigend. Ir: dem Artikel ivird ferner nnt dem Hinweis darauf, daß diese Berichte durch die ausländische Presse dennoch bekannt würden, das Gebahver: der Zensur insl Lächerliche gezogen, die anscheinend der französisch-schioerzerisck-cn Presse ein Monopol auf alle diese Berichte einräunre. * * * Der Ztandpmrtt des Präsidenten Wilson- Washington, 2. Vdärz. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Im Geirat sagte Stone, der S t a n d p u n k t des Präsidenten sei der, das;, wenn ein deutsches I! Boot ein beivassnetes Handelsschiff versenken würde, Deutschland wegen des ungesetzlichen Aktes zur Beranttoortung zu ziehen, und ivenn Deutschland auf seinem Standpunkt beharre und geneigt sei, die Bezüchrm- gen abzubrcchen, die Angelegenheit dein Kongreß zrr unterbreiten sei, der ü b e r eine n Kr r e g z n e n t s ch e t- d e n h a t. Stone mißbilligte den Standpunkt des Präsidenten. da er der Anschauung sei, daß ein beumssneckesj Handelsschiff einem Kriegsschiff aleichkomme. Washington, 3. Marz. (WTB. Nichtamtlich.) Es ist: eine Erklärung von maßgebender Seite erschieueir, welche die von Gore im Senat erhobenen Angriffe eu:tschied«nj zurückweist. In der Erklimmg wird mitgeteilt, daß ein bcutofrarifdjer Mhrer bei der Konferenz im Weißen Hause Wilsen ftagte, was die wahrscheinliche Folge des amerikanischen Eingreifens gegen Deutschland sein würde. Wilson antwortete, daß es dazu beitragen würde, den Krieg zu verkürzen. Es tvird aber verneint, daß Wilson den Wunsch aussprach, daß die Bereinigten Staaten am Kriege teilnehmen sollten, um ihn abzukürzen. Lansing deutete an, daß die Bereinigten Staaten die deutsche Auffassung nicht annehmen könnten, daß ein Unterseeboot infolge seines gebrechlichen Baues Anspruch auf größere Rücksicht beim Angreifen habe als irgend eine andere Klasse von Kriegsschiffen Vom Staatsdepartement wurde mitgeteilt, daß in Berlin Gerüchte umgehen, daß fünf Sechstel des Kongresses gegen Wilson seien. Die amtlichen Kreise geben dies bekannt, um zu zeigen, bis zu welchem Grade man in Berlin falsch unterrichtet sei. Washington, 3. März. (WTB. Nichtamtlich.) Der Senat hat den Antrag, die Beratung der Entschließung Gore aus unbestirnmte Zeit zu vertagen, mit 68 gegen 14 Stimmen angenommen. (Gore beantragte einen Beschluß, wonach die Amerikaner aufgefordert werden sollen, sich von bewaffneten Handelsschiffen fernzuhalten.) Die irreführende Erklärung Englands. B e r l i n, 3. März. (WTB.) Nach der durch Reuter veröffentlichten englischen Erklärung geht die englische Auffassung über das Verhalten bewaffneter Handelsschiffe dahin, daß diese Schiffe auf Unterseeboote oder irgendwelche anderen Kriegsschiffe nicht .feuern dürfen, außer zur Selbstverteidigung. Die deutsche Schlußfolgerung aus den auf genommenen englischen Schiffen gefundenen Schriffflücken, daß Handelsschiffe die Weisung hätten, die Offensive zu ergreifen, sei falsch. Diese Erklärung ist irreführend. Die deutsche Aegierung hat die auf englischen Schiffer: gefundenen Weisungen in photographischer Wiedergabe ihrer Denkschrift beigefügt, so daß jeder Unbefangene sich sein Urteil selbst bilden kann. Aus dem deutschen Material geht klar der wahre Charakter der angeblich nur zu Verterdigungszwecken bewaffneten englischen Schiffe hervor. Es ergibt sich, schon aus dem ungewöhnlichen Nachdruck, was mit der Geheimhaltung der Weisungen gefordert wird. Der artilleristische Inhalt der Weisungen und die militärische Stellung der Geschütz mann schäften zeigen, daß es sich hier nicht um die früher übliche Bewaffnung eines friedlichen Handelsschiffes, sondern um die Einstellung der britischen Handelsflotte irJ den Kampf gegen die deutsche Kriegsmarine handelt. Dazu kommt, daß in den Weisungen ausdrücklich gesagt wird, die Eröffnung des Feuers auf deutsche Unterseeboote solle von der Vornahme irgend einer feindseligen Handlung durch ein Unterseeboot nicht abhängig sein Diese offensiven Weffungen werden nicht dadurch defensiv, daß sie sich in der Ueberschrift selbst als defensiv bezeichnen. Aus den zahlreichen Fallen unprvdozierter Angriffe, wie sie in der Anlage 4 der deutschen Denkschrift zusammengestellt sind, erhellt übrigens zur Genüge, daß die englischen .Handelsschiffe den Sinn der ihnen erteilten Weisungen sehr wohl verstehen. * . * Der türkische Bericht. Konstantinopel, 2. März. (WTB. Nichtamtlich.) Bericht des Hauptquartiers: Einige feindliche Kreuzer und Torpedoboote beschossen zu verschiedenen Zeiten und in Zwischenräumen unwirksam den Strand von Sedd ül Bahr und Tekke Burun, ebenso in den Gewässern von Smyrna offene Städte ohne Ber- reängungsanlagen, nämlich Kvuchadassi und einige nördlich davon gelegene Ortschaften; sie zogen sich daraus zurück. Am 29. Februar dvang ein engliseher Kreuzer in den Golf von Akaba ein, beschoß unser Lager am Ufer und landete unter dem Schutze eines Kriegsschiffes ungefähr 300 Soldaten. Unsere Soldaten und Krieger fetzten sich zur Wehr und vertrieben in der darauf folgenden Schlacht, die 6 Stunden dauerte, den Feind völlig vom Strande. Ein zweiter Versuch des Feindes, uns zubeunrnhigen, schlug ebenfalls fehl. Die feindlichen Verluste sind ziemlich groß. Unsere Freiwilligen-Streitkräfte hielten sich währerch des Kampfes bewunderungswürdig. Von der Demenfront wird in Ergänzung des letzten Berichtes gemeldet, daß beim letzten Kampf bei Täfiouch zwischen Cheik Osman und Oahdj der Feind 160 Tote hatte, daruntereinen englischen General und Führer eines Landungskorps. Außerdem verlor der Feind zahlreiche Transporttiere. Der Feind machte während der Schlacht von giftigen Gasen Gebrauch. Ter Emir der Stämme in der Küstengegend von Aden bis Hadramaut kam nach der Schlacht von Täfiouch und bot der ottomanischeu Regierung Unterwerfung an; die östliche und westliche Küstengegend von Aden kam so unter die ottornanische Herrschaft. In Wirklichkeit haben die Engländer nur einen schwachen Einfluß auf Aden und Cheik Osman. Von der Irak- und Kaukasusfront sind keine Nach-, richten eingelaufen. Aus dem englische» Parlament. London, 3. März. (WTB. Nichtamtlich.) Unterhaus. Snowden fragte, ob die Regierung vor Abschluß des Vertrages, daß die Alliierten keinen Sonderfrieden machen würden, bei den Alliierten festgesteklt habe, was ihre Ziele in dem Ktiege wären, was sie an Garantien, territorialen Zugeständnissen und Handelsvorteilen erwarten tvürden. Lloyd George erwiderte, es sei nicht wünschenswert, Mitteilungen über den Gedankenaustausch der Alliierten zu machen, als daß sie sich verpflichtet haben, keinen Sonderfrieden zu schließen. Snowden fragte daraus: Ist es nicht Tatsache, daß ein geheimer Vertrag mit Italien geschlossen wurde, der Italien als Preis für den Eintritt in den Krieg große Strecken österreichischen Gebietes versprochen hat? Ter Sprecher sagte darauf, wenn es ein geheimer Vertrag ist, wird er nicht länger geheim bleiben, wenn die Frage beantwortet toird. Sir John Simon sagte, daß entgegen dem ausdrücklichen Versprechen des Premierministers einzige Söhne von Witwen in die Armee eingestellt wurden. Ferner sei die Art, wie Leute, die militärisch untauglich befnndm wurden, von den lokalen Gerichts!- Höfen behandelt würden, in direktem Widerspruch zu den Erklärungen, die der Unterstaatssekretär für Krieg im Parlament gegeben habe. Cs sei Zeit, daß die Militärbehörden ihre eigenes Dienstpflichtgesetz zu verstehen ansingen. Walter Lang bedauerte den Ton von Simons Rede. Heg ly (Nationalist) sagte, Simon habe nicht das Reckst, das Kriegsamt in solcher Werse anzngreifen. Cs sei gesagt worden, daß, wenn es den Deutschen gelänge, bei Verdun durchzubrechen, Paris und London in Gefahr seien. Während dieser furchtbare Kampf sortginge, müßte man heute diese Rede von einem der Minister hören, die den Krieg gemacht haben und der mitverantivortlich sei an den: Mangel der Vorbereitung für den Krieg. Simon hätte dem Beispiel von John Burne folgen sollen, der aus dem Kabinett ausgetreten sei, um nicht die Verantwortung für den Krieg zu übernehmen, und der seitdem kein Wort der Kritik gegen seine früheren Kollegen gesagt habe. Rotterdam, 3. März. lWTB. Nichtamtlich) Der „Notter- damsche Courant" meldet arw London: Die merkwürdige Stellung, welche Lord Derby gegenüber der Regierung einnimmt, war aus der Rede ersichtlich, die er gestern im O b e r h a u s e über die Befreiung vom Militärdien st gehalten l)at. Er sagte im Verlaufe seiner Rede, daß sein neuer Posten nicht bedeute, daß er der Luftverteidigungsminister mit der Verantwortlichkeit für den Luftdienst sei. Er beklagte sich nicht über die Gerichte, sondern über die Befreiung, die man auf Grund von allen möglichen Abzeichen wegen der Angehörigkeit zum vom Militärdienst befreiender Berufe erhalten könne. Tie Regierung werde viel strengere Maßregeln ergreifen müssen, als bisher, wenn sie die Leute für das Heer erhalten wolle, die notwendig seierr. Man müsse Männer auch aus militärfreien Berufen nehmen und sie durch Frauen ersehen Lord Derby machte der Regierung zwei Vorschläge: Erstens, kein unverheirateter Mann unter 31 Jahren dürfte vorn Militärdienst befreit werden, weil er ein Abzeichen trägt, das ihn als unabkömmlich hinstellt, oder rveil er einem vom Militärdienst befreienden Berufe angehört. Zweitens: Alle übrigen unverheirateten und alle verheirateten Männer dürfen nicht als unabkömmlich oder militärfrei betrachtet werden, wenn sie nicht bereits vor dem 15. August 1915 in ihrer gegenwärtigen (Stellung oder in einer gleichen Stellung beschäftigt rammt. Letztere Bestimmung findet keine Anwendung auf gelernte Arbeiter in Munitionsfabriken. Lord Derby griff den früheren Minister Simon und dessen Freunde heftig an, die im Unterhause jeden Borwand benützen würden, um den Lande Soldaten zu entziehen. Tie Mitglieder der Regierung, die auf dieses offene Ultimatum ihres Werbedirertors' antworteten, waren Selbourne und Lansdowne. Sel- bourne führte aus, daß die Lebensmittel von ebenso großer Bedeutung seien, wie die Munition, Und daß nicht alle unverheirateten Leute auf dem Lande entbehrt werden könnten. Lord Lansdowne sagte, daß der Aufruf des Hcrndelsamtes bereits die Listen der befreiten Berufe revidiere. Lord Derby erhob sich zum zweiten Male, um seine Enttäuschung über diese Antwort aus- zusprecben. Tiefe Enttäuschung spiegelt fühl heute auch in der konservativen Presse wider, dagegen rügt die liberale „Daily Chronicle" Lord Derby ernstlich wegen seines Mangels an Takt und verteidigt die Rede von Lord Selbourne. Die „Daily Mail" nimmt Sir Simon in Schutz und sagt, daß Lord Derbys Vorschläge im ganzen und nicht sofort angenommen werden könnten, weil es sonst zu einer Katastrophe in der Industrie kommen würde. Das englische Schlepptau. London, 2. März. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der parlamentarische Korvespon- dent der „Time s" erfährt, daß» in den nächsten Wochen Großbritannien, Frankreich, Rußland und Italien wahrscheinlich die Erklärung unterzeichnen werden, daß keine der vier Mächte lohne Abstimmung der anderen einen Handelsvertrag mit Deutschland oder Oesterreich-Ungarn ab sch ließen darf. Eiue neue skandinavische Ministerkonserenz. K r i st i a n i a , 2. März, (zf.) Im Einverständnis mit dem schwedischen und 'norwegischen König lud der dänische König die norwegischen und schwedischen Ministerpräsidenten und Minister des Auswärtigen auf den 9. März zu einer Konferenz in Kopenhagen mit dem dänischen Ministerpräsidenten und Minister des Auswärtigen ein zur Fortsetzung der M a l m ö e r Besprechungen. Man legt in hiesigen politischen Kreisen dieser Einladung größte Bedeutung bei. Der Seekrieg. Ein englischer Minensucher im Mittclmeer versenkt. London, 3. März. (WTB. Nichtamtlich.) diach einer amtlichen Meldung der Admiralität wurde der englische Minensucher „P r i m u l a", der sich aus einer Patrouillenfahrt befand, am 1. März im östlichen Mittelmeer torpediert und sanf. Die Besatzung wurde bis auf drei Mann gerettet und in Port Said gelandet. Eine zweite „Möve"? Bern, 3. März. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Meldung des „Petit Journal" aus Boulogne wurde im Kanal die Anwesenheit eines verdächtigen Schiffes, das eine zweite „Möve" sein könnte, gemeldet. Das Schiff kreuzte mit großer Schnelligkeit westwärts. Verschiedene Vorsichtsmaßregeln seien getroffen worden. Die englischen und französischen Kreuzer hätten. Befehl, das Schiff zu zerstören. _ Aus dem Reiche. Berlin, 4. März. Während der „Vorwärts" den Gesetzentwurf über die Erhöhung der T a b a k- A b g a b e für die Vertreter der Sozialdemokratie als unannehmbar bezeichnet, sagt die „Germania": Erft nach dem Zusammentritt des Reichstages Mitte März wird sich zeigen, wie weit der „Vorwärts" die Meinung der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion zum Ausdruck bringt. Aus Stadt und Land. Gießen, 4. März 1916. Rriegsarbeit in Eietzen. XVII. Alice-Frauen-Berein (Zweigverein Gießen). Bereits seit einigen Jahren bestand hier für den Kriegsfall eine Bereinigung des Zweigpereins des Alice-Frauen- vereins Gießen mit dem Zweigverein des Landesvereins vom Roten Kreuz. Bei der bedrohlichen Lage Ende Juli 1914 wurde eine gemeinsame Sitzung am 1. August ab gehalten. In diese hinein kam die Meldung von der an geordneten Mobilmachung. Die Würfel waren gefallen, dös große Völkerringen sollte beginnen. Jetzt galt es, zu beweisen, daß der Alice-Frauen verein lebens- und leistungsfähig sei. Sofort iug man an den Erlaß eines gemeinsamen Ausrufs zur Ver- reitung in der Stadt. In ihm wurden alle Frauen und Jungfrauen, alle' Männer, soweit sie nicht alsbald in den Heeresdienst eintreten mußten, uni tätige Mithilfe gebeten. Unter den Mitgliedern des Vorstandes und Ausschusses selbst ging man an eine Einteilung der Geschäfte, und als erstes wurde eine Erweiterung des Vorstand es beschlossen und vorgenomnren. Wir teilten die Arbeiten so ein, daß das Rote Kreuz die männlichen Anmeldungen und die daraus erwachsenden Geschäfte annehmen und erledigen sollte, ebenso die Rechnungsleitung, den Verkehr mit den Lazaretten, die Lieferungen, soweit sich diese nicht auf Liebesgaben und Helferinnen beziehen. Alle weiblichen Arbeiten, Helferinnenausbildung usw. unterstehen dem Alice- Frauenverein. Das Arbeitsfeld des Alice-Frauenver- e i n s ergab danach folgendes Bild: A. M eldebur e ä u. Nach dein Bekanntwerden des Aufrufs begann ein stürmisck)er Andrang hilfsbereiter Kräfte; daraus ergab sich als erste Aufgabe die etwa 1300 Meldungen zu sichten und zu ordnen. B. Ausbildungskurse. Bor allen Dingen galt es Kurse zu veranstalten/in welchen eine Anzahl von Helferinnen herangebildet werden konnte. In liebenswürdiger Bereitwilligkeit eröffneten die Herren Professoren an den Kliniken einen Unterricht, ebenso die Herren Aerzte, so daß es ermöglicht wurde, vielen Wünschen entgegen zu kommen. Nach> der vorschriftsmäßigen Ausbildung! in Theorie und Praxis mit Schlußexamen und Erledigung der danach geforderten Uebung tonnten 70 Damen als .Helferinnen zu Hilssschwestern vor geschlagen werden. Eine große Zahl von Hilfsbereiten mußte anderen Gebieten Kur BetMgung ü&av wiesen werden. 0. Liebesgaben. In reicher Fülle stoffen nach ebtet öffentlichen Aufforderung von allen Seiten Gaben verschiedenster Art uns zu. Unter Leitung eines besonderen Vorstandes von Tarnen des Vereins stand Empfang und Ausgabe der Liebesgaben. Die lebhaften Truppenbetvegun- n, die Gießen als Knotenpunkt verschiedener Bahnlinien rührten, brachten einen gewaltigen Durchzug mit sich und ein großes Feld angestrengter Tätigkeit für das zu Abgabe von Erfrischungen ernannte Personal. Unermüdlich wurde Tag und Nacht am Bahnhof in neun Gruppen gearbeitet. Hieran reihten sich dann mit dem weiteren Vorschreiten der Ereignisse in der Abteilung 0 die Sendungen des Roten Kreuzes ins Feld. Am 23. September konnte damit begonnen werden und zwar durch Ablieferung von 32 Kisten an die Materialienverwaltung in Darmstädt, zumeist bestehend aus Gegenständen, welche in unseren Arbeitsstuben angefertigt waren. Ihr folgten am 3. Oktober eine zweite Sendung und so fort bis zum 31. Dezember fünf Endungen, darunter 42 Kisten Weihn ach ts gab e n nach Darmstadt. Der letzten Sendung ging ein gemeinsamer Aufruf des vereinigten Roten Kreuzes und des Alice-Frauenvereins voraus, aus welchen hin von allen Seiten in überreichem Maße Gaben jeglicher Art zuströmten. Aus allen Schichten der Bevölkerung von Arm und Reiche erhielten wir die schönsten und nützlichsten Dinge, die oft schon nicht nur in der Wahl, sondern auch in der sinnigen Art der Verpackung Zeugnis davon ablegten, mit wieviel Liebe gegeben wurde. Unzählige Hände rührten sich, bei der Verteilung und Verpackung zu helfen, und eine große Anzahl unpersönlicher Pakete, alle mit einer Einlage von schönen Gedichten, Predigten, Briefen versehen, wan- derten nach Darmstadt an die'Material Verwaltung aus den Bestünden des Roten Kreuzes. Aus den Beftäniben des Roten Kreuzes wurden von den Mitgliedern der Liebesgabenabteilung große Mengen von Weihnachtsgebäck hdrge- stellt und überall den Geschenken beigesügt; daß die Verwundeten und Kranken in unseren hiesigen Lazaretten nicht vergessen wurden, bedarf keiner Versicherung. In jedem unserer Lazarette fanden in schöner würdiger Feier Bescherungen statt. Das Rote Kreuz hatte durch Bewilligung größerer Summen uns in die glückliche Lage versetzt, unser Scherflein beitragen zu können, unterstützt durch die allseitige Gebesreudigkeit. Gemeinschaftlicher Gesang, Ansprachen des betreffenden Geistlichen leiteten die Feier ein unter den strahlenden Kerzen des Weihnachtsbaumes, die ihren Widerschein fanden in den Angen der dankbar bewegten Empfangenden. In die Abteilung fiir Liebesgaben fällt auch noch die auf Bitte des Oberbürgermeisters, mit welchem das Rote Kreuz im besten Einvernehmen alles erörtert und veranlaßt, von uns übernommene Sammlung für Ostpreußen. Eine Anzahl von Frauen unter Leitung einer Vorstandsdame des Alice-Frauenvereins besorgte diese in der Zeit vom 15. November bis 6. Dezember mit äußerst erfreulichem Erfolg. Viele Tankesschreiben bezeugen die Freude, die dadurch bereitet wurde. v. Verband- und E r f ri s chu n g s stati on. Mit dem 22. August trat unsere Vcrbandstation in Tätigkeit. Der Wartesaal dritter Klasse war dafür einzeräunrt und durch mustergültige Einrichtung, bei der unsere Nähabtei- luirg in yervorragerrder Weise beteiligt war, zu einem ausgezeichneten Verband-, Ucberuachtungs- und Abtrans- portraum für vorüberkommende Berwundetentrarrsporte hergerichtet. Eine große Zahl von Verwundeten und Kranken' wurde dort behandelt, mit neuen Verbänden versorgt und durch Speise und Trank gestärkt und erquickt. Unter Leitung mehrer Aerzte beteiligten sich dabei eine Anzahl unserer älteren Helferinnen. Sehr angestrengt arbeiteten hier auch die Mitglieder der Sanitätskollonne, über deren Tätigkeit das Rote Kreuz ausführlicher berichtet hat. Leider wurde mit den: 22. Dezember aus verschiedenen Gründen die Verbandstation geschlossen. Ausschlaggebend war die von der Bahnverwaltung wegen des lebhaften Verkehrs notwendig gewordene Zurückforderung des Wartesaals zur allgemeinen Benutzung. LI. Nähabteilung. Vom ersten Tage nach der Mobilisierungserklärung an begann eine rege Tätigkeit in den uns gütigft zur Verfügung gestellten Räumen der Alice- schul'e I und II. Es galt besonders einige Lazarette, die nur über das Allernvtwendigste verfügten, zu versehen und unsere, Verbandstation einzurichten. Unter sachverständiger Leitung einiger Borstandsdamen und Lehrerinnen der Aliceschule^ die mit rastlosem Fleiße und beneidenswerter Leistungsfähigkeit nicht müde wurden zu schaffen und zu sorgen, den sich zur Verfügung stellenden Hilfskräften vorgerichtete Arbeiten in die Hände zu geben, wurden die in beigesiigter Liste eingetragenen Gegenstände angefertigt vor? August bis Januar. Sept. Oft. Nov. Dez. 1914: 1914: 1914: 1914 Kopfrollen und Kopfkissen 81 12 12 »—* Bezüge 15 72 12 ►— Sprcukissen 100 30 4 Bezüge 30 47 8 i— BettückM 44 — — - Scrnitätsjacken 4 — —i i Sanitätsschürzen 18 — 6 >— Aerztemäntel Aerztetüchec 22 — —, — 28 48 — 12 Handtücher Viereckige Tücher zum Bedecken 96 24 247 148 der Instrumente und Operationstische 172 Taschentücher 171 24 509 162 Unterhosen 76 107 320 12 Hemden Lazarettliemden 203 137 358 2 71 30 18 — Lazarettauzüge 10 —> — 8 Servietten 12 — — — Armschlingen 235 172 288 12 Kinnbinden — 60 — — Sandsäcke 51 18 — Wollene Leibumschläge 51 — 15 *— Leibbinden 3 137 80 Sterilisiersäckc Lange ans gerollte Binden 18 600 300 222 '— Flaneltbinden — 14 — —i Paar Fußlappen Paar Kniewärmer 129 2 30 76 3 — Paar Sockeir 187" 119 340 212 Feldgraue Halstücher 12 — 408 176 Verbandsocken — 30 44 ■ —. Waschlappen —7 24 —, — Brustschützer —< 13 —; — Ohrenschützer — 12 — Paar Handschuhe u. Stauchen — — 12 i— Unterjäckchen —, 154 — Wollene Wämse ir. Aermelwesten — ,— 75- 2 Wolldecken und Um hänge . V 6 . — Bettjacken für Verwundete - ' —n 4 10 Teckenbczüge —r i- 16 — Gesäumte Tücher aus Altleinen für Verbaudszivecke 372 Vmry O e güw veS tbiftxrtcgfe* waren tofr gerEM, in tec Mte mimt, tu der sich bie Geschäftsräume des Roten Kren-es befirideir, rmsere Nähstttbe zu verlegen. Um durch die freiwillige HLfe bei Anfertigung der Näharbeiten die hiesigen Bedürftigen, arbeitsuchenden Kräfte nicht zu beeinträchtigen, üdernochMen es, nach Vereinbarung mit de r Stadt, cini ge Damen des Alice-Frauenvereins, die von dem Raten ifreuH gelieferten Stoffe Zuzuschneiden und gegen eine von der Stadt geleistete Bezahlung des Arbeitslohnes an arme Frauen abzugeben. Eine große Lieferung von Strohsäcken an die Heeresveruxrltnng wurde in gleicher Weise durch uns vergeben. 8 2. Strickabteilung. Unter Beschaffung einer großen Menge von Wolle, deren Bezahlung von: Roten Kreutz übernommen war, wurden teils umsonst, teils durch bezahlte arme Frauen eine große Zahl von warmen Sachen, wie sie unsere Liste zeigt, hergeftellt und! versandt. Die hiesigen Gemeinde-Frauen vereine unterstützten uns dabei in sehr anerkennenswerter Weise. 6. Wäscheabteilung. Eni reiches Feld der Tätige keit ergab sich für diese Abtellung. Nicht nur alle Eingänge in geschenkter Leibwäsche und dergl. bei den Liebesgaben, alle ne narr gefertigten Gegenstände aus der Nähstube, alle nenaestrickten WoNsachen, sondern alle auch cm der Verbandstelle benutzten Wäschesachen wurden hier gereinigt und geordnet. Ebenso wurden uns aus dem Felde große Sendungen schmutziger Soldate n was che geschickt, die ebenfalls Wucher gereinigt und hergeftellt wurden. Eine eigene Waschküche und Bügelanstalt waren immer in Betrieb. H. Einmachabteilung. Um die großen Mengen an Obst und Gemüse, welche uns geliefert wurden, zu verwerten, übernahmen es die Lehrerinnen der Koch- und Haushaltungsschulen des Alice-Vereins, diese einzumachen. Ein schöner Vorrat stand und steht uns noch Kur Verfügung. Bon ihm geben wir in bestimmten Zwischenräumen und auf besonderen Wunsch an Lazarette und Kliniken mit Freuden ab, um unseren Pfleglingen Erfrischungen und Erguükungen zu verschaffen. Auch die Volksküche, der wir einige helfende Kräfte abgaben, wurde nicht vergessen. J. 1. Außerordentliche Zweigvereine. Einen sehr angenehmen Zuwachs erhielten wir durch Anschluß des katholischen und israelitischen Frauenvereins sowie des allgemeinen deutschen Frauenvereins (Ortsgruppe Gießen) als außerordentliche Zweigvereine des Alioe-Frauenvereins unter Zahlung einer bestimmten Summe als Beitrag. Schon vorher betätigten sich diese Vereine freiwillig an der Arbeit in erfreulichster und dankenswerter Weise. Ebenso waren unsere kirchlichen Vereine stets eine treue Mithilfe in unseren Bestrebungen. 2. Zweigvereine im Kreis. Die erwünschte Ausbreitung des Aliee-Frcruenvereins durch Bildung von Zweig- Vereinen aus dem Lande übernahm Herr Pvovinzialdire kdor Usinger. Es fand darüber eine vorberatende Sitzung in Gemeinschaft mit dem Roten Kreuz statt. 3. Durch Bildung eines Kreiskomitees wurden Stadt und Land getrennt, da für die erstehende Arbeitslast eine Stelle zur Bewältigung der Arbeit nicht a-usreichste. Die Vorsitzenden der Zweig vereine des Alice-Frauenvereins und des Zweigvereins vom Roten Kreuz sind Mitglieder des Ausschußes und waren bei den Sitzungen anwesend. 4. Bei der Verlosung des Bildes Ihrer Königlichen Hoheit der Frau Großherzogin beteiligte sich. der Alice-Frauenverem durch Vertrieb von Losen. Oortsetznag polgt.) Venn man den Krieg aussaßt als einen Prozeß zwischen zwei Parteien, so mag man leicht zu der Ansicht kommen, daß es auch in ihm sei wie in einem Prozesse, wo oft nur ein magerer Vergleich heraus kommt. Dieser Ausgang hat aber darin seinen Grund, daß bei solch einem Streit oft auf beiden Seiten Recht und auch Unrecht ist. Da ist ein Vergleich nicht anders als biNig. Würde aber in diesem Kriege, den wir jetzt führen, die Sache ebenso liegen, dann wären wir ein verächtliches Volk und würden einen solchen Vergleich, wobei jeder seine Kosten zu bezahlen hat. verdienen und schlimmeres als dieses. Denn wer zu einem solchen Kriege sich entschlossen hat ohne die Gewißheit, daß er hier nur der höchsten Notwendigkeit folgt, ist ein Frevler. Sondern nur wer sich ftei fichlte von der Schuld an diesem Weltbrarrde, nur wer in sich die heilige Pflicht zu kämpfen verspürte, nur der durfte in diesen Kriea gehen ohne zu zittern vor dem, was folgen muß. So haben wir, ohne irgendwelche unreine Nebengedanken, den Kampf ausgenommen, einen heiligen Kanips. Und ohne Nebengedanken müssen wir ihn auch' zu Ende sichren, nur auf das Ziel unsere Sinne gerichtet, das ganze deutsche, friedliche, lebensftarke Deutschland Darum weil es ein heiliger Kampf ist, gilt für ihn auch jenes Wort, das Heinrich von Kleist in dem Kriege vor 100 Jahren gesagt hat: Welcher weder liebt noch haßt, wohin kommt der? Der kommt in die siebente, tiefste und unterste Hölle. Unsere Feinde mögen uns hassen und zur Hölle vergehen in ihrem Hasse. Aber in die tiefste Holle kommt sicherlich, wer etwa unter uns ist, der weder liebt noch haßt, der in dieser Sache, wo es sich um hohe Dinge dreht, der in diesem heiligen Kampfe nicht zum höchsten und letzten entschlossen ist. Welcher aber liebt, sagt Kleist, der kommt in den Himmel. So müssen wir denn unser Vaterland lieben, unsere Heimat, in der wir Leben und reiche Güter des Lebens empfangen haben, unser Vaterland, das herrlich erblühen muß, wenn wir es lieben, ck. ** Eine Gruppe 222 er, die im Stellungskample ein starkes Bedürfnis nach Musik empfindet, bittet durch unsere Vermittlung einen wohlmeinenden Spender um Zuwendung einer Ziehharmonika. Unsere Geschästsstelle ist gerne bereit, die nähere Adresse anzugeben, oder das Instrument selbst weiter zu besorgen. ** Geflügelzucht. Es ist eine Tatsache, worauf im vergangenen Jahr wiederholt hin gewiesen wurde, daß unsere Hühnerhaltung in Stadt und Land stark zurückgegangen ist. Aus der anderen Seite hat der I>ohe Eierpreis die Nachfrage nach guten Eierlegern gesteigert. Zahlreiche städtische Haushaltungen, die über ausreichenden Hofranm verfügen, haben sich in den letzten Monaten ein Stämmchen Hühner angeschafft, ivenn die dadurch m die Küche kommenden Eier sich wegen der hohen Futterpreise auch nicht viel billiger stellen als aus dem Wochenmarkt. Ter Geflügel- und Vv gel zu cht verein für Gießen und Umgegend hat sich während der Kriegszeit angelegen sein lassen, seine Mitglieder zur Erhaltung unserer Geflügelzucht auszumuntern und hat aurij, durch Beschaffung von Futter dafür gesorgt, daß die Hühnerhaltung lticfjit allzu sehr ins Hintertteffens gekommen ist. Auch für die Taubenliebhaber hat der Verein neuerdings Wicken angekauft. Tlirvch einen Ankauf von Hirse zur Kückenaufzucht veranlaßt, hat der Verein eine Umfrage gehalten, wer in diesem Jahre sich mit der Aufzucht von Hühnern befassen will. 40 Mitglieder haben sich hierzu bereit finden lassen, wieder Hühnerzucht zu treiben, die im Jahre 1914 wegen Futterknappheit fast iiberall unterblieben war. Der Verein kann mög- licherlveis-e im Laufe des Monats seinen Mitgliedern eine größere Menge Mais liefern. Damit der Eier Preis wieo-er aus em erträgliches Maß zurückgehen wird, ist es nötig, daß alle Geflügelzüchter und Hühnerhalter ihre Aufmerksamkeit wieder mehr der Hühnerzucht zuwenden. Kreis Büdingen. «. Nidda, 4. März. Die Bezirkssparkasse Nidda hat in ihrer letzten Vorstandssitzung beschlossen, 1 Million Mark der 4. Kriegsanleihe für eigene Rechnung zu zeichnen. vermischte». * Berlin, 4. März. Ueber ein neues Lawinen- Unglück, das sich in der Nacht auf den 3. März in Südtirol ereignete, berichten verschiedene Blätter, daß eine große Lawine sechs Todesopfer forderte. Unter den Verschütteten hätten sich dreißig befunden, die sechs Stunden im Lawinenschnee verbringen mußten, ehe ihre Ausgrabung bewirkt werden konnte. * D e r Mann mit dem Kinderwagen. Die infolge unserer letzten Zeppelinangrifse auch über die Provinzstädte Englands verhängte völlige Dunkelheit hat eine merkwürdige Kriegserscheinung hervorgerusen — nämlich den Mann mit dein Kinderwagen. Ta die Derdunkelungsvorschriften noch mehr verschärft wurden, stößt man sich allzu oft in den abendltchen Straßen, und so sann man aus Mittel, sich mit Umgehung der Gesetze mit einer schützenden Beleuchtung zu versehen. Dieses Mittel wurde auch alsbald gesunden, und zwar besteht eS nach der Daily Mail darin, daß man einen leeren Kinderwagen vor sich her schiebt. Die netten Vorschriften bestimmen nämlich unter anderem, daß jeder Kinderwagen mit einer kleinen Notlaterne versehen sein soll. Was ist also einfacher, als im Schutz dieses Lämpchens durch das gefahrvolle Dunkel zu wandern? So kommt es, daß die Bürger einer Stadt im östlichen England sämtliche Kinderwagen aufgekauft haben, um sie auf ihren abenteuerlichen Gängen als eine Art fahrbarer Leuchttürme zu benutzen. Die Behörden aber, die anfangs verblüfft waren, erwiderten diese Schlauheit mit gleichen Mitteln. Sce bestimmten nämlich, daß kleine Kinder nach V,9 Uhr abends nichts mehr auf den Straßen zu suchen hätten. So findet auch dieses Idyll sein schmerzliches Ende. . . Spiewlan des Sietzener Stadttheaterr. Direktion: Hermann Steingoetter. Sonntag, den 5. März, nachmittags 3*/, Uhr, bei kleinen Preisen (Gutscheine haben Gültigkeit): „Das Glücksmädel/ Ende nach 6 Uhr. Abends 7'/, Uhr, bei fleineu Preisen (Gutscheine haben Gültigkeit): „Maria Magdalene." Ende nach 10 Uhr. Dienstag, den 7. März, abends 8 Uhr, bei gewöhnlichen Preisen (außer Abonnement): Gastspiel von Sofie Heymann-Eugel, Antou Sister- mauS, Max Mensing und Ludwig Marguth: Heiterer Rokoko- Opern-Abeud. Ende 10*/, Uhr. Freitag, den 10. Marz, abends 8 Uhr, bei geivöhnlichen Preisen (ermäßigt), 14. Freitags-Abonnement - Vorstellung: „Der Richter von Zalamea." Schauspiel in 7 Bildern von Ealderon de ka Barca. Für die deutsche Bühne übersetzt von Adolf Wilbrandt. Ende 10 8 / 4 Uhr. Sonnlag, den 12. März, nachmiltags 3' , Uhr, bei Voltspreisen: Kinder-Vor- siellunq: „Die drei Haltlemännerchen." Ein Kinbermärchen in fünf Bildern von E. A. Görner: Ende gegen 5'/, Uhr. Abends 7'/, Uhr, bei kleinen Preisen: „Das Glücksmädel." Ende nach 10 Uhr. Märkte. Gießen, 4. März. Mi a r k t b e r i ch t. Ans dein heutigen Wochenmarkt kostete: Butter das Pfund l,90—0,00 Mk.: Hühnereier das Stück 16—17 Psg.; Käse 8 —lO Pfg., Kasematte 3P'g. d. St.; Ochsenfleisch das Pfund 1,80-1,84Mk.. Knhfleisch 1,70-1.84 Mk. das Plnnd, Rindfleisch das Piiind 1,80-1,84 Alk., Schweinefleisch das Pfund 1,50-0,00 Mk.. Kalbfleisch das Pfund 1,70-1,84 All., Hannnelfleisch das Psimd 1,70—0,00 Mk.; Kartoffeln der Zentner 3,75 Mk.; Zwiebeln daS Pfund 20—25 Psg.; Milch das Lite ' 28 Psg.; Nüsse 100 Stück 00—00 Vsg.; Spinat 25-30 Psg. das Psmid, Wirsing 10-15 Psg. das Stück, Gelberüben 12—15 Psg. das Pftnid, Rotkraut 15—25 Psg. das Stück, Roseiikohl 25 bis 30Pfg. das Pfd., Kohlrabi 10-15 Pfg. das Stück, Weißkraut 15 bis 25 Pfg. das Stück, Roterübeii 10—12 Psg., Grünkohl das Pfund 16—18 Psg.; Sellerie 6 -10 Psg. das Stück. - Marktzeit von 8 bis 2 Uhr. — Fleischvreise ans bem Markte von auswärtigen Händlern: Ochsenfleisch das Pid. Mk. 1.50-1,60 Rindfleisch d. Pfd. 1.50-1,60 Mk., Rnidfleisch-Bratenstück das Psiind 0,00—0,00 Mk., Nlerem'ett das Pw l.50 Mk., Leber- und Bliitwiirst 1,45 Mk. bnc- Piund, Mettwurst 1,80 Mk. das Pfund, Schweinefleisch 1,45 Mk. das Psnnd. fc. Frankfurt a. M., 3. März. Heu- und Strohmarkt. Aus dem heutigen Heu- und Strohmarkt ,var nichts angewhren. F. C. Wiesbaden, 3. März. Viehmarkt. Am heutigen Markte standen znni Verkauf: 96 Rinder (darunter 27 Ochsen, 5 Bullen und 64 Kühe), 46 Kälber, 1 Schaß 44 Schweine. Bei lebhaftem Handel imb anziehenden Preisen wurde schnell der Markt geräumt. Amtlicher Wetterbericht. Wetteraussichten in Hessen am Sonntag, den 5. März 1916 Ziemlich heiter und trocken, tags mild, Nachtfrostgefahr, Morgennebel. Letzte Nachrichten. Russische Blutopfer in Bessarabien. Petersburg, 4. März. In den russischen Zeitungen er« scheinen jetzt die Verlustlisten der letzten Offensive gvgen Czerno- witz. Vor uns liegen 18 solcher Listen, die entsetzlich hohe Ziffern aufweisen. Es handelt sich um einen Gesamtverlust von rund 1330 Offizieren und Chargierten. Es fällt wieder aus, daß mehr als 70 vom Hundert dieser Verluste auf die ganz hohen und die ganz niedrigen Chargen entfallen. In der letzten Zeit ivar das Verhältnis der Offiziere zu den Mwmschaften bei den Ge- saugenenzahlen im Durchschnitt lvie 1 zu 100. Man kann also für die Einbuße an Toten, Verwundeten und Vermißten bei diesen fruchtlosen Angriffen eine Gesamtzahl von 130 000 Mann ausrechnen. Diese Ziffer geht noch über die österreichische Schätzung hinaus. Der Minengürtel um England. Haag, 4. März. Aus verschiedenen Anzeichen ivar mit Sicherheit darauf zu schließen, daß die deutscherseits angekün diäten Maßnahmen zum Unterseebootkrieg sich jetzt bereits mhl- bar zu machen beginnen. Wie die Blätter erfahren, berichten dia Kapitäne von Handelsidampfern, die in den letzten Tagen von Rotterdam eingelaufen sind, daß eine unglaublich hohe Zahl offenbar durch U-Boote gelegter Minen in englischen Gewässern bemerkt worden sei, lvodurch die Schiffahrt, namentlich des Nachts, äußerst gefährdet sei. Diese Minen feien wegen ihrer furchtbaren Sprengkraft augenscheinlich neuer Konstruktion. Dies geht auch aus allen Erzählungen hervor, die die Fahrgäste der auf eine .Mine gelaufenen „Maloja" in englischen Blättern veröffentlichen. Tie Explosion der ?^ine sei einem berstenden Vulkan gleich gewesen. Das Schiss sei derartig beschädigt worderi, daß in alle Räume sofort Wasser effrdrang. Kennzeichnend sind auch die englffchen Meldungen über das Steigen der Risikoprämie für Schiffe mit Bewaffnung. Tie Prämie sei bis ans 80 Schilling pro 100 SchiUing gestiegen. Offenbar liegt aber hier ein Irrtum vor, derrn eip Prozentsatz von 80 ist zu ungeheuer. Die japanischen Kreuzer im Mittelmeer. Amsterdam, 4. März. Nach einer Meldmig des „Daily Telegraph" sind die Kriegsschiffe, die Javan zur Hilfe der Verbündeten ins Mittelmeer sandte, die Panzerkreuzer „Kasaga" (7627 Tonnen), „Tokina" (9750 Tonnen) und der geschützte Kreuzer „Schiose" (4760 Tonnen). .^Jm Interesse der vielen Bruchleidendcn sei an dieser Stelle nochmals ganz besmrders auf das Inserat in heutiger NumTner- hingewiesen." Den Heldentod fürs Vaterland starb am 27. Februar 1916 unser innigstgeKebter Sohn, Bruder und Schwager Landwirtschaltslehrer Richard Kneipp Unteroffizier i- Feld.-Art.-Regt. Nr. 25,4. Batterie In tiefstem Schmerze: Die trauernden Hinterbliebenen. Langsdorf, den 4. März 1916. 1743 V.J .,-4 ■ - .->■< : ' ; i . ... y]Y '% Zöpfe! Dreh«r, Haar-Uhr- f h,N»a. Tonpets, Y Schiltel nni j y Ferfickan werden billig an gefertigt. Zöpfe werden gefärbt. DamenWoijfwaschen mit Frisur 1 Mk. (1481 H. Tichy, Seltersweg 43 Ecke der Goethe9traße. ^Vassl^rd. Westenund nüT FüBHnge g riUCläC Schirmlabrik O Seilers*. 52. Sarg-Lager Halte stets ein ffrößeres Ln «er von 137 ~ Margen = T\.M nn f.Gestügel,Schweine, PHllfiP ivagen u. fackw.' bill. I U\m frei, «rat ft Co., Mtthle Auerbach 249, Hessen. (6hv) in allen Proislaerea Emil B. Müller,Saliillerstraae26. Roboriii bestes Kräftigungsmittel für Pferde. Vertreter: [07890 M. Creutzbnrg. Wen uni Heiserkeit verschwind, bald n. Gebrauch v. Pr. BuflebS llosteutropls». F-l.50Ps.,nurVvlltea1-vrogsrie Emil Kan, Schnlstraße. [930 Danksagung. Für die herzliche Teilnahme bei dem Hinsoheiden unseres geliebten Kindes sagen auf diesem Wege innigsten Dank. Familie Sigmund Jacob A 1693 Bahnhofstrasse 54. mm kränchö D»rm- o. Blass*' leides inftosnu Gicht Z igaretten direkt von der Fabrik ttff~ sn Originalpreisen "tan 100 (1 Pf.).0.75 100(2 Pf.).0.90 100 12'/,Pk.).1.10 100 (3 Pf.).1.50 100 <3'/,Pf.).2.- 100(4 Pf.).2.20 100 (5 Pf.).2.50 Zioarettenfabril S?bs E p-n KÖLN, Ehrenstrasse 34. Jlineralwassor Emser Kränchen ein Waggon frischest. Füllung eingetrosseu, soivie alle aw deren mcdizinUch. Wasser stets nur Lager. . 1 . Weisel, MineralnnffserHaudluttg, Tel. 88. (1037) Sonnenstr. 6. 1471] Bringe meine vorzügl. Rhein-, Mosel- und Rotweine in empfehlende Erinnerung Ve mstube Seibe l. Postkarten und Briefpapier engros W. S. HJeinbens, Darmstadl Rheinstraße41. Billigste BezugSguette für Wicdcrverkäufer. Verlang. Sie Mustern. Offerte unter Slngabe des benötigten OuantumS. [08080 mg? / sJfäipqpbfi/O Neubeiten iir Frühjahr 1916 Mein Lager in Herren-, Jünglings- ^ Knaben-Kleidern ist mit sämtlichen Neuheiten ausgestattet und bietet eine hervorragende Auswahl bei billigsten Preisen Konfirmanden-Anzüge in blau Melton blan Kammgarn blau Cheviot und vielen anderen Stoffen J.SchmückerNchf. Marktstrasse 8 1702a CARLA. HARTMANN Ausstattungs-Geschäft und Wäsche-Fabrik Aus meiner Spezial-Abteilung empfehle ich in umfassender Auswahl Fensterbehänge und Gardinen Feine Zwirnfüllgardinen Madras-Garnituren abgepasst und vom Stück farbig gemustert Paar 3.75 5— 6— 7.25 12.— etc. Garnit. 10.50 12.- 15.- 18.- etc. Handdruck-Garnituren mit abwechslungsreichen schönen Farbenstellungen lichtecht — garantiert — kochecht Bunte und einfarbige Stoff-Uebergardinen Tüll-Stores und Halb-Stores jeder Art bis zu den feinsten Ausführungen stets in reicher Auswahl vorrätig Transparent- und Rollo-Stoffe elfenbeinfarbig mit reizenden kleinen Mustern in allen gangbaren Breiten lagernd Messing, u. Zug-Einrichtungen Scheiben-Gardinen in elfenbein u.weiss, abgepasst u.v. Stock Meiner wertenKundschaft so wie den Herren Architekten zurNachrichr, daß ich vom 1. April ab mein Sägewerk und Zimmerergeschäft wieder auf eigene Rechnung führen werde. 1 1715 Hochachtung^ v oll Georg Schubecker. Kinderwagen Klapp-und Sportwagen alle Neuheiten 500 in großer Auswahl eingetroffen Kilbingjer, Giessen. G1ESSENER KONZERT-VEREIN Segen stiftet die Frau r mutmiirinniiniinn r rmi.jiiiifimiiijminimimmiiwii.iiwiiiii Sonntag, den 12. Mürz 1916, abends 57 2 Uhr, ln der nenen Aula Frau Kammersängerin A.Erler Sdinaudt aas Mönchen Herr [Professor Paul Grümmer Wien (Cello) 1716O Am Klavier: Herr Professor TRAUTMANN Lieder für Alt von Schubert, Brahms, Hugo Wolf. Cyklus Frauenliebe und Leben von Rob. Schumann. Bach, Solosuite in C-dur für Cello. Konzertstück von Brandts Buys u. a. DerBechsteinflttgelista.d.Hofptanoforlelagerv.WiHi.Railolph Eintrittskarten: 3 ' Plat , z M.I.—. 4. Platz M.0.50. sämtl.numenert, Studentenkarten 75 Pfg., Militär vom Feldwebel abwärts 80 Pfg. sind in der Musikalienhandlung von Ernst Challier, Tel. 671, und abends an der Kasse zu haben. Der Deberschuss kommt Kriegswohlfalirtszwecken zugute! Oe Hornig des Saales 4 3 / 4 Uhr. Universal-Bruchband + Bruchleidende + bedürfen kein sie schmerzendes Bruchband mehr, wenn sie meut in Grütze verschwindend kleines, nach Matz und ohne iZeder, Tag und Nacht tragbares, auf feinen Druck, wie auch jeder Lage und Grütze des Bruchleidens selbst verstell bares tragen, das für Erwachsene und Kinder, wie auch jedem Leiden entsprechend herstellbar ist. Mein Spezialvertreterist Dienstag, den 7. März, abends von 7 A / 2 — 8 V 2 * und Mittwoch, den 8. März, morgens von 7 V 2 — ll 1 /* Übr in Gieften, Bahnhossbotel Lenz 16901) mit Muster vorerwähnter Bänder, sowie mit ff. Gummi- und Kcderbänder, neuesten Systems, in allen Preislagen anwesend. Muster in Gummi-, Hängeleib-, Leit» und Muttcrvorsall Binden, wie auch (tzeradebalter und Krampsaderftrümvse stehen zur Verfügung. Neben fach gemäßer versich.anch gleichzeitig streng diskrete Bedienung. Z. Meliert, Konsiaiiz iMinibcwi'J.) *£[£ Nordel- Bindfaden- und Packstrick- Ersatz liefert billigst: s16?3v Albert Oskar Müller, Heilbronn a. N. wenn sje die Ihren nie ohne Kaiser’« Brnst- Cara- mellen auf die Strasse lässt. Dann _ bleiben Katarrho o hässlichsten Wetterl ans! Von Millionen im Gebrauch bei Hasten. Heiserkeit, Brust' Katarrh, Verschleimung,Kr ampfJ und Keuchhusten. Hochwillkom-t men jedem Kriegrer. Ctnn Zenpnisse tou Acratcm Uil/v u. Privaten. Paket 25 Pfq., Dose 50 Pfg., Kriegspackung 15 Pfg. Achte auf die. Schatzmarke 3 Tannen. Zn haben in Giengen bet Georg Wallenfels, M&rktpl.n, Ang« Wallenfels, Marktplatz 17„ Apoth ke z. gold. Engel» .laeob Maternus, Chri-t. Kieker, Neustadt. J. Itepp« ler and Ant. Ronr. MUlier in Lans-Göns. Ans. Selber* und Heh.KUmmeiia Wieseck. Pr. Volk II. und Philipp Becher VII. in Heuchelheim. Wilh. Kühl in Gr.-Buseck. Th. Beichmann, Stadt-Apo- taekeiu Jturiori. e&einvicii Stelzenbach in Nordeck Taschenlampen mit und ohne Blende Taschenlampen mit drehbarem Scheinwerfer taetaMarapeJerlüi,, als besondere Signallampe auch als Tisch- oder Wandlampe zu gebrauchen. 18 2a la. Batterien, Gib« etc. empfiehlt in grober Auswahl Edgar Borrmann Cisenwaren-, Haus- und Küchengeräte-Handlung. Prim ApsklVeill empfiehlt 1616 H.ÄeDler, Steiitstr.18. Schütz. tarnen SaekenAieider tarnen ‘Mäntel nach JVLasa bei Gewähr tadellosen Sitzes und feinster Verarbeitung Grosse Stoff-Auswahl , & Pfeffer ■ 9harktp/at$ 6 Dir.: Hermann Steingoetter. Sonntag. 5. März 1916, nachmittags 3‘ , Ubr: KleinePrsise! Kleine Press 1 Gutscheine haben Gültigkeit! Kenhett! NsubsiN Vas Glücksmädel Volksstück mit Gesang itnb Tanz in drei Akten von Mar Reimann und Otto Schwarlz. Musik von Otto Schwarh. Ende nad) 6 Uhr. 1705c Abends 7V a Uhr: Kleine Preise! Kleine Preise! Gutscheine ha’jcn Gültigkeit. Inriö Mllgülllellt Ein bürgerliches Trauerspiel in 3 Aufzügen von Friedrich Hebbel. Ende nach 10 Uhr. Soldaten vom Feldwebel abwärts zahlen bet allen Vorstellungen langer bei Nolcsvoritcllungehiauf2. und 3.-L»perrfio nur halbe Preise.