Nr. 52 Der «tetzrner »nz-tger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SiehenerKamHienblätter; zweimal wöchentl.Ureis- blattsiirden Ureis Giehen (Dienstag und Freitag); zweimal msnatl. Landwirtschaftliche Zeitfragen Fernjprech - Anschlüsse: sürdieSchriltleitung112 Verlag,Äeschäftsstelleöl Adresse für Drahtnach- richten: Anzeiger Sietzen. Annahme von Anzeigen für die TageSnummer bis zum Abend vorher. Erstes Blatt 166. Jahrgang Donnerstag, 2. März 1916 «etzemr Äzetz« General-Anzeiger für Oderheffen «otatisnrdruck unö Verlag der Brühl'schen Uni».°S«ch- und Steindruckerei JL Lange. Schriftleitnng. Seschästrstelle und Druckerei: §chulstr ^ ^ Anz-ig-nteli: H'. BezugSp re . monatl. 85 Pf., viertel- jäkrl. Mk. 2.50: dlirch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 75 Pf.; durch diePostMk. 2.30 viertel- jährl. ausschl. Lestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf., ausw. 20 Pf. — Hauptschristleiter: Aug. Goeg. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; iür Stadt imö Land, Vermischtes und Gerichtssaal: Fr.R.Zenz; Beck, särntlich in Gießelt. verßgrtte Artillerietätigkeit der Kanzosen. /af JSBSSJ Großes Hauptguartier, 1. März. (Amttich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Die Trtillerietätigleit war auch gestern an vielen Teilen der Front sehr rege, besonders auf feindlicher Zelte. An mehreren Stellen verfolgte der Gegner damit freilich nur Täu- fchungszwecke. Dagegen schien er im A scr-G eb i et. in der Chamvagnc sowie zwischen Maas und Mosel bestrebt zu rnn, UNS ernstlich zu schädigen. Er erreichte das Ziel nicht. * 3« Luftkampf wurde ein englischer Do pp el- vecker bei Menin bezwungen; die Insassen sind gefangen. Zw«i französische Doppeldecker polten die Abwehrgeschütze herunter, den einen bei Vezaponin. nordwestlich von Soissons. Insassen gefangen, den anderen dicht südwestlich von Soissons, Insasse wahrscheinlich tot. — Ein von dem Leutnant d.R. Kühl geführtes Flugzeug. Beobachter Leutnant der Reserve Haber, brachte einen militärischen Transportzng auf der Strecke Besan^on—Iusscy durch Bombenabwurf zum Halten und bekämpfte die ausgcstie- gene Transportmannschast erfolgreich mit seinem Maschinengewehr. Oestlicher und Balkan-Kriegsschauplatz. Nichts von besonderer Bedeutung. Oberste Heeresleitung. Die neuen Erfolge unserer Unterseeboote haben auch in der spannenden Zeit der Erwartung folgenschwerer Ereignisse im Westen in deutschen Landen einen erhebenden Eindruck gemacht. Wir können auch zur See etwas erreichen, wenn wir nur wölben! Die neueste deutsche Erklärung, die unser Botschafter tu Washington abgegeben hat, läßt gar keinen Zweifel mehr an dem festen Willen der maßgebenden Stellen, die gegen England wirksamste Waffe mit voller Ausnutzung der vorhandenen Kräfte zu gebrauchen. Unsere U-Boote sind überall. Vor französischen Kriegshäfen sowohl wie gar in der Themse-Mündung, wo bekanntlich schon öfter deutsche Besuche gemacht worden sind; auch im Mittelmeer irnd an der syrischen Küste verkünden die kleinen schneidigen Draufgänger den deutschen Ruhm. Unsere Marineleitung liebt auch die volle Wahrheit, und nachdem sie von dem aus dem Osten zurückgekehrten Boot einen amtlichen Bericht erhalten hat, zögert sie keinen Augenblick, die Oeffentlichkeit darüber aufzuklären, daß nicht das Linienschiff „Sufsren", sondern, wie die französischen Meldungen schon früher dargetan hatten, der Panzerkreuzer „Admiral Charnier" versenkt worden ist. In den Käinpfen im Westen, oder besser in der amtlichen Berichterstattung über diese Kämpfe, ist eine kleine Pause eingetreten. Das einzige, was unsere Heeresleitung uns verschweigt, sind ihre Vorbereitungen zu neuen Schlägen, und das deutsche Volk ist mit dieser Zurückhaltung sehr zufrieden. Wie anders sieht es in dieser Beziehung in Frankreich aus, wie aufgeregt sind dort die Gemüter, wie unsicher und im Glauben an die Fähigkeiten der Führung geradezu aufgebracht ist dort die Volksstimmung. Stolz dürfen wir feststellen, daß in Deutschland kein Mensch auch nur einen Augenblick daran denkt, unsere Heeresleitung könnte etwas verfehlen oder versäumen! Das gibt den Willen zum Durchhalten die freie sichere Bahn, dies wird auch dem neuen Aufruf an das Volk, die vierte Kriegsanleihe wieder zu einer siegreichen Schlacht werden zu lassen, den besten Nachdruck verleihen. Für die Stimmung und Erwartung der Neutralen möge wieder einmal der Berner „Bund" sprechen, der in seiner neuesten Erörterung die strategische Lage Verduns für „s ehr st a r k gefährde t" erklärt: Ueber Touaumont ist der deutsche Durchbruch zwar bis heute nicht hinausgekommen, die Linie Bacherouville-Douaumont-Tieppe ist aber bis jetzt von den Deutschen gegen alle Gegenangriffe behauptet worden. Sie läuft in genau westöstlicher Richtung; die Entfertrmtg tarnt Festungskern beträgt kaum nrehr als sieben Kilometer. Gelingt es, das schwerste Geschütz und die mittleren Hau- bitzbatterien hinter Und an dem Louvemontrücken in Stellung zu bringen und vor Flankenfeuer vom linken Mäasnser zu behüten, so kann mrdy Ausräumung der großen Maasschleife der Artillerie- crngrifs aus den eng gezogenen Nocdraum von Verdun fortgesetzt werden. V i e l l e i ch> t ist e r s cho n i m Gange. Dicht nordwestlich vom Torfe Touaumont ist ein zweites kleineres Panzerwerk gefallen, das den Ostzugang zu der Mulde von Bras deckte. Eine gewaltige Sperrrei.hr liegt an der Straße Bezonvaux-Fleury, die vor den von den Deutschen eroberten Stellmrgen entlang führt und scharf nach Südwesten ziehend ausgiebiges Fetter aus allen Schlünden gestattet. Im Bois de Bras hat sich schon deutsche Infanterie eingenistet. Das Haupttviderstandszentrunt liegt jetzt wahrscheitüich in der obengenannten Festungsgruppe zwischen Bezonvcmx und Eix aus den Maashöhen in den Forts Paux, Tamloup und Tavann.es; abgesehen natürlich von den befestigten Jnsanteriestellnngen. Ter Rückzug aus der W o e v r e, südlich der Bahn Berdnn-Etain, hat die Deutschen, die sofort energisch nachdräng.- Leu. an die Linie Blcrnzee-Watro n v il le- Manheu l les-Fr es nes - C b a m- blon heran gebracht, tun die offenbar noch gekäinpft wird. Tie Wälder nordöstlich von Watronville und Hautiomnont sind von den Deutschen genommen. Die Dörfer Manheulles und Chamblon gingen den Franzosen durch (Sturm verloren. Wie bereits vvraus- gesagt, werdest die Verteidiger vollständig ans die Mgashöhen zu- rückgedrängt und behaupten vor diesen jetzt nur noch das stark aus-- gebaute Fvesnes, -nördlich von Combres. Bei Combres tritt bekanntlich die Kampflinie in das Höhengebiet ein, um über dieses nach Sr. Mihiel zu führen. Die Franzosen haben also südlich Etam, wo sie weit hinaus geschoben bis Gußainpille, südöstlich Etain, an der Orire standen, ausgedehntes Vorgelände verloren. Tie Verteidigung von Verdun ist noch nicht gebrochen, aber, trenn dte Erfolge vom Angreifer behauptet werden, int Norden vollständig, im Osten zum guten Teil gelähmt. Ich halte die strategische Position Verduns für sehr stark gefährdet. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 1. März. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 1. März 1916. Die Lage ist überall unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r. Feldmarjchatleutnant Die Uampfe im Westen. Berlin, 1. März. (Priv.-Tel.) Zu den aus französischer Quelle stammenden Nachrichten, haß das Fort Touaumont schon in den ersten Ktiegstnonaten vollständig abgerüstet und letzt völlig wertlos sei, ist folgendes festznstellen: Nach dem Falle taut Lüttich nahmen allerdings die Franzosen aus dem Fort Touaumont die im Beton stehenden Geschütze heraus; dagegen blieben die in dm Panzertürmen befindlichen Geschütze und noch emige andere vereinzelte Geschütze stehen. Ein für das Fort als Besatzung bestimmtes Infanterie-Bataillon erreichte das Fort nicht mehr rechtzeitig; dagegen befanden sch int Fort etwa taufend fr a n-z ö sische S>olda i en, die aus der Umgegend dort- Otit geflüchtet waren, aber nicht den Mut fanden, die Gefechtslinien zu besetzen. Infolgedessen blieben auch die Maschinengewehre bei dem Angriff aus das Fort unbcdient; dagegen trat die imj Fort verbliebene Artillerie mit ihren vorhandenen Geschützen in Tätigkeit. Als ein weiterer Beweis dafür, daß das Fort von. französischer Seite als äußerst wichtig angesehen wird, dienen die wiederholt unternommenen Versuche, das Fort wieder zu gewonnen. Für die Berichterstattung von gegnerischer Sette ist übrigens noch bezeichnend, daß die Wegnahme von fünf Be- feüigungsgruvpen bei Hardaumont bisher verschwiegen blieb. Der französische Bericht. Paris, 29. Febr. Amtliche Mitteilungen vom 29. Februar. 3 Uhr nachmittags: Nördlich von Verdun währt das Bombardement mit größerem Nachdruck in dem Abschnitte östlich der Maas fort. Im Lause der Nacht erneuerten sich wiederholt heftige lokale Angriffe in der Gegend des Torfes Touaumont. Sie führten bis zum Nahkampfe und wurden von unseren Truppen zurückgeschlagen. In der Woevre gelang es den Deutschen nach anhaltender Artillerievorbereitung sich des Dorfes Manheulles zu bemächtigen. Ein sofort eingeleiteter Gegenangriff führte uns an den Westrand des Torfes zurück, das wir unter Feuer halten. In Lothringen drang der Feind in einige kleine Teilstücke vorgeschobener Schützengräben ein, von wo er fast unmittelbar daraus wieder verjagt wurde. Nichts zu melden mp dem Reste der Front. 11 Uhr abends: Zwischen Soissons und Reims bombardierte unsere Artillerie wichtige Punkte hinter der feindlichen Front. In der Champagne zerstörten unsere Batterien die feindlichen Organisationen in der Gegend von Punkt 193. Westlich von Maisons de Champagne ließen die Deutschen eine Mine aufsliegen, deren Trichter wir besetzten. In der Gegend von Verdun dauerte das Bombardement aus der Nordfront mit weniger .Heftigkeit fort als in den letzten Tagen. Man meldet keine Jnfanterieaktion im Laufe des Tages. Die Deutschen verschanzen sich aus dem Nordhang der Cote du Poivre, bereit erste Orte von unseren vorgeschobenen Abteilungen besetzt sind. Wir feuerten lebhaft mg Samogneux, wo sich! ein feindliches Bataillon mtsammelte. Aus verschiedenen Punkten unserer Woevre-Front hinderte unsere Artillerie in Vorbereitung befindliche Angriffe. In dm Vogesen große Tätigkeit der Artillerie in der Gegend von Senonires und Ban de Sapt. Oestlich von Sept vertrieben unsere Gegenangriffe den Feind ans einigen Teilen der Gräben, in denen er am Morgen eingedrungen war. Belgischer Bericht: Große Tätigkeit der Artillerie besonders in der Gegend von Tixmniden. Im Lause des Nachmittags rissen sich zwei deutsche Ballons vom Drachentyp, die sich vor unserer Front befanden, von der Verankerimg los. Der eine stürzte ins Meer, der andere ging bei Coudekerke nieder. Die Insassen wurden gefangen genommen. Die französische Kritik. Paris, 1. März!. (WTB. Nichtamtlich.) Me Agence Halms verbreitet einen Artikel des „Journal des Dielmts", in dem es heiß!: Ein großer Krieg kann nur durch.große Schlachten enden. Daher darf Uns die Schlacht bei Verdun weder in Erstaunen noch in Aufregung versetzen. Wir haben volles Vertrauen, daß sie den Beweis der Ohnmacht Deutschlands, unsere Linien zu durchbrechen, bringen wird. Bern, 2. März. (WTB. Nichtamtlich.) Die Lage an der neuen Angriffsfront beutrruhigt die Militärkritiker der Pariser Zeitungen, die eindringlich davor warnen, aus der scheinbaren Rüche voreilige Schlüsse zu ziehen. Die Lage ist befriedigend, schreibt der „Tenrps". Mer sie bleibt nichtsdestoweniger sehr ernst. Unser starker Gegner hat nicht mit einem solchen Lluswand eine so bedeutende Ausgabe unter- nommen, um nach einem kleinen Mißerfolg zu verzichten. Oberstl'eu.tnant R o u s. s e t beantwortet im „Petit P a risien" die Frage, ob die deittsche Stoßkraft wohl ihr Grab gefunden habe, dmnit: „Man konnte es nicht besser. Aber ich gebe mich bezüglich der Härte der Aufgabe, die tioch zu erfüllen ist, keinen Jllütsionest hin." — P icho n ruft int „P eti tJo uj u a l" dem Volke zu, man solle Vertrauen haben. Nur so könne denr Feinde begegnet werden, der neue ernste Angriffe vorbeveite. Aus der italienischen Kammer. ^ Rom, 2. März. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agenzia Stesairi. K a m m e r s i tz u n g. Am Beginn der Sitzung ergriff Bissolati das Wort und wies daraus hin, daß der Krieg mcht ein Kampf Frankreichs gegen Deutschland, sondern ein Krieg Frankreichs, Englands, Rußlands und Italiens gegen 'Deutsch land und Oesterreich-Ungarn sei. Er erwähnte den Kamps der französischen Truppen bei Verdun, der nicht nur für Frankreich, sondern für die Freiheit und Kultur Europas ausgesochteu werde, und ersuchte den Präsidenten unter dem Beifall des Hauses, den Kämpfern Frmtkreichs und der französischen Regierung den Ausdruck der Belvunderung und brüderliche Wünsche zu Überbringern Der türkische Bericht. Konstantinopel, 29. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Das .Hauptquartier teilt mit: Bon den verschiedenen Fronten ist keine Meldung über irgend eine wesentlichje Veränderung eingetroffen. Der russische Bericht. Petersburg, 1. März. (WTB. Nichtamtlich.) Kriegs- bulletin vom 29. Februar: West front: Im Abschnitt von sttiga, bei dent Dorfe Garbundwka,und nördlich der Eisenbahn nach Poniewicz schlugen unsere, Abteilungen deutsche Vorvofteu zurück und kamen etwas vor. Beiepem Jlsensee, am Madumsee und südlich dieses Sees gingen die Deutschen in starken Schlitzen^ ketten gegen_ unsere Gräben vor, mußten aber wieder unter schwerem, heftigem Feuer zurück. Schwarzes Meer: Im Küstengebiet zerstreute ein Torpedoboot durch Artillecieseuer eine auf der Straße längs des Strandes marschierende Kolonne. Kaukasus f r o n t: Der türkische Generalstabsbericht vom 21. Februar behauptet, daß sich der Rückzug der türkischen Armee aus Erzerum in die westlich gelegenen Stellen ohne Verluste vollzogen habe, das; die Türken nur 50 alte Geschütze, die nicht mitgmwm- men werden konnten, in der Festung ließen. Gleichzeitig dementiert das türkische Hauptguartier die Berichte, daß wir bei der Einnahme von Erzerum 80 000 Gefangene gemacht und 1000 Geschütze erbeutet haben. Derselbe türkische Heeresbericht betont, daß ^rzernm keine richtige Festung, sondern nur eine gervöhnliche offene Stadt sei, deren Befestigungen jedes militärischen Wert^ entbehrten. Angesichts dieser Versicherungen hat die oberste Heeresleitung stftgestellt, daß Erzerum der bestbefestigfte" 'Matz- in Türkisch-Kleinasien ist, in dem sich die große Straße nach Westen von Armenien und Anatolien und überhmrp-t alle besseren Straßen des türkischen Transkankasien vereinigen. Der Ausbau der Festung wurde im Lause der Jahre von den Türken mit deutscher Beihilfe ausgesührt. In der Front an und für sich schon durch die Geländebeding im gen stark, die Flanken durch schwer ersteigbare ^Berggruppen gedeckt, deren Pässe durch starke Forts gesperrt werden, bildete Erzerum eine mächtige Sch-rwtke n'ir unsere Osfenstve und bot die Möglichkeit einer starken Verteidigung nach Nordosten und Osten. Nach einem Angriff von fünf Tagen fiel diese Festung, die von den Türkeit mit großer Hartnäckigkeit verteidigt wurde. Davon zeugt die.Menge der feft- gefrorenen Leichen. Die Kaukasusarmee überwand die steilen und vereisten Berghänge, die auch noch mit Netzen von Draht und anderen Hindernissen überspannt waren und stürinte die Festung nach Artilleriw-orbereitmtg. Der Angriff auf das Fort -der .Hmtptvertei- digungslinie dauerte vom 11. Februar bis emschl. 15. Februar^ Nachdem wir die Forts des linken Flügels der Hauptstellung, die sich über 40 Werst ausdehnte, getwmntert hatten, war das Schicksal der Innenforts und des linken Flügels und danach der Forts der zweitm.Linie und Haupt vwteidigungstverke entschieden. Nach kurzen Angriffen blieben diese Befestigungen, die Poller türkischer Leichen lagen, in unserer Hand. Während des Angriffs aus die Stellung wurden mehrere türkische Regimenter teils vernichtet, teils mit sämtlichen Offizieren gefangen genommen. In der ersten Fort- linie erbeuteten wir 197 Geschütze verschiedenen Kalibers in gutem Zustande, in der inneren Verteidigungslinie der Festung erbeuteten wir wiederum 126 Geschütze. Irr dein Festungsbereich von Erzerum fanden wir zahlreiche Depots verschiedeiten Inhalts. Die denu>- ralisierten Heerestrüminer gehen jetzt in Unordnung nach Westenzurück. Einzelne Armeekorps zu drei Tivisionen haben eine tatsächliche Gefechtsstärke von 3000 bis 5000 Gervehren und einigen Munitionswagen. Ter Rest ist gefangen oder im Kamps und in der Kälte umgekvmmen. In den letzten Vernchmurrgen türkisck)eck Offiziere und Soldatett, die in dein Festungsbereich Erzerum und auf der Verfolgung gefangen genommen wurden, klagten sie ein-- stimmig ihre Heeresleitung, die sich ganz in den Händen der Deutschen befindet, tut, diese hätte während des Angriffs auf die Festung Erzerttm als erste der: Festungsbereich verlassen, lvodurch große Unordnimg und Panik in derr Reihen der schon erschütterten, tür- kisch-en Trilppen hervorgerufeit wtlroe. Die Freiheit der Niederlande. Haag, 29. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Der Minister des Aeußern gab heute in der Kammer folgende Erklärung ab: Ich kann mit der größten Bestimmtheit versichern, daß zwischen den Niederlanden und Deutschland kein geheimes Bündnis besteht oder jemals bestanden hat, auch kein geheimes Abkommen oder eine Verabredrutg, und daß auch noch nie der Versuch untermnrnuen worden ist, Verhandlungen darüber anzuknüpfen. Am 3. August 1914 teilte der deutsche Gesandte mir mündlich im Aufträge seiner Regierung mit, daß Deutschland, wenn die Niederlande neutral bleiben, die Neutralität achten werde. Auch dem niederländischen Gesandten in Berlin wurden sehr bestimmte Erklärungen gegeben. Die Mitteilung, die von deutscher Seite England gemacht lvurde, „wir verpfändeten an die Niederlande unser feierliches Wort" kann sich deshalb nicht aus ein M- kommen beziehen, sondern nur ans diese einseitige bestimmte feierliche Erklärung, die uns von deutscher Seite gegeben wurde. Die niederländische Regierung hat in keiner einzigen Hinsicht ihre Freiheit des .Handelns aufgegeben. Schwedische Ausfuhrverbote. • Stockholm, 1. März. (WTB. Mchttrmtlrei>) Die Re» )gierung hat ein Ausfuhrverbot, «gültig ab 1. Märg mit Gummisohlen, Papierstreifen, Abfall» dort glänzend zeigen. Demselben Blatte scheint die Frage t*n der Papierverarbeitung, Makkulatur, Wolframdrccht, offen bleiben zu müssen, ob die gemeldete Versenkung bereits Borfibrre und Schuhcreme, bestehend ai^ Terpentin und | mit der Verwirklichung der Ankündigung in der bekannten Denkschrift vom 8. Februar zusammenhängt. Verschiedene Blätter nehmen Veranlassung, in letzter Stunde zu betonen, ansgelöstem Holzteer, sowie kondensierte Milch erlassen. Fiuanzberatungen in der russischen Duma. Petersburg, 29. Febr. (WB.) Bei der Budget beratung in der Duma stellte der Berichterstatter Fi r so f f fest, daß sich die im Budget ausgewiesenen ordent- liehen Einnahmen auf 3 022 049 318 Rubel und die ordent- Deutschland vor einer unaufschiebbaren nt scheid ung stehe. Die „Tägliche Rundschau" schreibt: Wir stehen vor einer unaufschiebbaren Entscheidung. Wir müssen letzt in dieser Stunde uns darüber schlüssig machen, ob lichen Ausgaben aus 3 232 463 678 Rubel stellen, so daß die wir gegen unseren Erzfeind -England. gegen den Anstifter alles ordentlichen Ausgaben die Einnahmen um 210 414 380 Rubel Uebels, die einzige Waffe, die wir gegen ihn haben, rücksichtslos übersteigen. Die außerordentlichen Kriegsaufwendungen I und unbeirrt durch lähmende Hemtumgen aniuenden wollen oder weisen folgende Ziffern aus: 8 Milliarden Rubel für 1915 I "E- Wir besitzen keine andere Waffe, um England auf den Leib und wenn der Krieg das ganze Jahr nt>d) dauert, 11 Milliar- f 1 und wir müssen^ ihre volle SlMrfe heute treffen lassen. den Rubel im J-chre 1916. Alle diese Ausqaben konnten ihr-Wrrkim«Mn M. Schon streckt England seine gierigen nur mit Hilfe von Krebit»pcren^?l^er^das^Erq«bni^ der^ Mtzung wmde ^amtlich I b{ert€n deutschen Kriegsanleihe muß und wird "ihnen folgende Mitteilung gemacht: Durch gerichtliches Urteil wur- die richtige Antwort geben. ^ndie Obersten Eali und v. Watte nwyl den Vorgesetzten Jede der drei ersten Kriegsanleihen war ein Triumph Behörden zur disziplinären Be,traflmg überwiesen. Der Ge- w owcw, J ^ l 2 . V 9 neral hat demgemäß über jeden der beiden Offiziere I ^ T'ln.ltschen Reiches, eine schwere Enttäuschung der Femde. 20 Tage strengen Arrestes verhängt und sie überdies Jetzt gilt es aufs neue, gegen die Lüge von der Erschöpfung ?!J«^ 0 -™U^Lä^tl unb Kriegsmüdigkeit Deutschlands mit wirksamer Waffe Der 5eekrieg. I anzugehen. So wie der Krieger im Felde sein Leben an die suspendiert. Der Bundesrat wird über ihre anderweitige | Verteidigung des Vaterlundes setzt, so muß der Bürger zu Verwendung rn der Militärverwaltung später Beschluß Hause sein Erspartes dem Reich durbringen, um die Kort setzung des Krieges bis zum siegreichen Ende zu ermöglichen. Die vierte deutsche Kriegsanleihe, die laut Bekanntmachung des Reichsbank-Direktoriums soeben zur Zeichrmng aufgelegt wird, muß der große deutsche Frühjahrssieg auf dem finanziellen Schlachtfelde werden. Bleibe Keiner zurück! Auch der kleinste Betrag ist nützlich! Das Geld ist unbedingt sicher und hochperzinslich angelegt. Die neuen Erfolge unserer U-Boote. B e r l i n, 2. März. Im Anschluß an die gestern amtlich gemeldete Versenkung französischer Hilfskreuzer auf der Höhe von Le Havre bringen verschiedene Berliner Morgenblätter Nachrichten aus Paris, wonach ein französischer Minensucher vor Havre torpediert wurde. In der „Germania" heißt es: Die neuen Erfolge unserer U-Boote verdienen auch deshalb unterstrichen zu werden, weil sie die Kraft des Unternehmungsgeistes, der in unserer Marine herrscht, unvermin- Dcr Lenzmonat. Als Kaiser Karl der Große die aus dem Lateinischen stammenden Monatsnamen verdeutschte, gab er dem März, der seinen Ramen von der Bezeichnung Martins nrensis (Monat des Mars), des Krregsgottes ^der alten Römer, herleitet, die Benennung le n g r z i n m ä n 6 t fy (Lenznronat). Aus dem althochdeutschen Worte lengizin, das so viel wie die Zeit der langen oder länger ^hbnden Tage bedeutet, ist das Wort Lenz, die einstige aus- Ichtretzliche Bezeichnung für den Frühling, hervor gegangen, die uns bereits im Althochdeutschen auch in den verkürzten Formen tenzo oder lenzin begegnet. Aber auch im Mittelhochdeutschen treffen wrr neben der Schreibung lenze die volleren Formen langes und langiz an. Diese haben sich sogar in einigen deutschen Mundarten, so im Kärntischen, als Langaß und Langiß, im Vayrrichen als Längetz, Längß, Längsten und Längßng sowie im Schweizerischen als Langsi bis zum heutigen Tage erhalten. Auch wenn der Bayer hochdeutsch spricht, pflegt er das Wott „Früh- l r n g zu vermeiden, und er sagt fast nur ,L e n z". Die Bezeichnung „Frühling" ist gleichzeittg mit der entsprechenden Benen- ^?^"^bntling" für den Herbst in Schwaben aufgekommen: oa.> Wort „Spätling" hat in unsere allgemeine Sprache keinen Eingang gefunden, wohl aber das Wort „Frühling", ja dieses Wort hat den^utt'prünglichen Ausdruck „Lenz" aus unserer Prosasprache fast völlig verdrängt und ihn, vom Bayrischen abgesehen, beinahe ganz auf die Dichtersprache beschränkt. Man hat be- kanntlich wiederholt die Forderung erhoben, die aus dem Lateim- stammenden Monatsnamen durch deutsche Bezeichnungen zu ersetz^i, die Sache hat aber ihre großeii Schwierigkeiten. Es würde zunächst nicht leicht halten, eine Einigung bezüglich der deut- csv ? Benennungen yerbeizuführen, und von den Namen, die Kart der Große den Monateir gegeben Hat, würden manche für unsere Zeit Nicht als zweckentsprechend erscheinen, wie z. B. Winter- monat für den Januar. Ostermonat fiir den April (das Osterfest fatlt ia manchmal auch in den März) und Herbstmonat für den Rov^nber. Der Name .Lenzmonat für den März würde vieleg mit Recht auch als zu lang und zu schwerfällig erscheinen, und die verkürzte Form Lenz würd eals Monatsname auf Widerstand stoßen, weil Verwechflungen mit der Jahreszeit-Benennung Lenz unausbleiblich waren. , n. YY bezüglich der Monatsbezeichnung März können wir fest- steilen, daß diese schon seit dem 5. nachchrisllichen Jahrhundert unserer Sprache angehört: sie hat sich also bei uns genau dieselben Heimatsrechte erworben wie viele andere aus dem Lateinischen stammende Wötter unserer Sprache, die zu derselben Zeit in diese Klangt snw und längst zar deren festestem Bestände gehören.. Ebenso herhalt es sich mit der Monatsbezeichnung Jänner (erst spater ist unter gelehrtem Einfluß die Form Januar eingeführt worden), Mm und August. Und wie sehr sich das Wott März vei uns eingebürgett hat, zeigen uns die mit seiner Hilfe gebildeten Ksan.mensetzungen wie Mä^veilchen, Märzhase, Märzschnee, Märzenbier usw. Ohne weiteres imrb sich also der Monatsname pcarz aus unserer Sprache nicht verdrängen lassen, auch wenn amt- tich eine andere^ Bezeichnung für diesen Monat festgesetzt werden sollte, was ftellich kaum anzunehmen ist . . . Der März war bei den alten Römern ursprünglich der erste der zehn Monate des Fahres: mit der Neueinteilung des Jahres in zwölf Monats wurde auch ein anderer Jahresanfang festgesetzt. Tie beiden neuen ^coiiate, der ^anuar und der Februar, wurden dem März vorau- gestellt, und das Jahr beginnt seitdem mit dem 1. Januar. Im Marz nimmt kaleiidermäßig der Frühling seiiien Anfang. ^rt einem hübschen Märchen von Heinttch Seidel, „Die Monate , schreibt der Dichter dem Lenzmonat folgendes ins Stammbuch: „lieber den Marz läßt sich viel Gutes sagen. Das ist ein wichttger Monat für den Landmann, dem er die Felder befreit und den Frost aus der Erde taut. O, so köstliche, sanfte Frühlingstage hat er schon, wo die Lerchen über die grüne Saat tttt- tieren und die Drosseln im knospenden Wald flöten, wo man meint, nun müsse der Frühling gleich über die Berge schauen und rufen: ,,^a, ich komme schon!" In den Gärten duftet mit kräftigem Erdgeruch das gegrabene Ackerland, und um das unsägliche Grün der Stachelbeerbüsche, die mit lauter zarten braunen Glöcklein behängt siiü), summen die Bienen. Aus der schwarzen Erde steigen nun liebliche Wunder empor, zarte Schneeglöckchen, schimmernde Krokus und leuchtende Narzissen und gegen Ende gar, da bannt ecn holdes Duften deinen Scknitt und stehe: die Veilchen blühen," Nicht wenige werden geneigt sein, in diesem Hymnus auf den Lenzmonat eine allzu kühn dichtettsche Uebettreibung zu erblicken. Hoffen wir trotzdeni, daß der März, der uns in diesem Jahre zuteil werden soll, sich nicht allzu weit von dieser frühlingsbegeisterten Schilderung entfernen wird. ** Unser Familienblatt mußte herube infolge betriebstechnischer Schwierigkeiten aus fallen. ** Amtliche Personalnachrichten. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwMger Feuerwehren wurde vom Großherzog verliehen: Phllipp Feck II. zu Gvost-Bieberau. — T?e Groß Herzogin hat am 1. März d. Js. dem Vorstand eines Finanzamts, Fmanzamtmcmn Georg Stammler zu Worms, zurzeit im Felde, und dem Finanzanrtmann bei bem 1 Finanzamt Darmstadt I Georg Knöß zu Darmstadt den Charakter als Finanzrat verliehen. ** (5 i nen Schmuck des deutschen Heims stellt das an dieser Stelle kürzlich angekündigte Geburtstagsbla t t des Roten Kreuzes dar. Es handelt sich, um es kurz zu wiederholen, um ein Gedenkblatt, das einem jeden, der gelegentlich seines Geburtstages dem Roten Kreuz eine Spende von 5 Mk. oder mehr zuwendet, als wertvolle Gegenleistung zugedacht und nunmehr erschienen ist. Der Frankfurter Maler und Graphiker Fritz B 0 e h l e hat seinen Griffel dem schönen Gedanken dienstbar gemacht und den Entwurf zu dem prächtigen Blatte geliefert. Das in Schwarz und sparsamem Rot gehaltene, große Kunstblatt stellt auf eine den Vordergrund bildende Halde eine monumental gesehene Ritterfigur; der gepanzerte heilige Reiter kehrt von siegreicher Schlacht heim; seine Lanze mit dem Fähnlein des roten Kreuzes ruht auf der Schulter: und beim Anblick der zerstampsten Felder und rauchenden Trümmer, die seinen Weg säumen, und der dahinter liegenden, von seinem Schwert geretteten Fluren verhält er sein mächtiges Roß und senkt das Haupt in demütigem Dank an den 5)öchsten, der zum schweren Siege seine Hand lieh. Oben und unten rahmen stark stilisierte Schriftleisten die figürliche Darstellung: Während zu Häupten In veo gratia, etwa Vergelts Gott, zu lesen ist, sieht man unten den Spruch: Gibst du ein Scherflein noch so klein. In Gott soll dirs gesegnet sein. Den seitlichen Abschluß bilden im Stil gotischer Holzschnitzereien gehaltene Schmuckleisten. — Das Blatt stellt in Form, Gedanken und Zweck einmal, wie man freudig feststellen kann, etwas wirklich Vollkommenes dar. Das plastische Heraustreten der Figur, ihre großgefügte Einordnung in den Raum, vor allem auch die äußerste Oekonomie der Mittel lassen hier ein Kunstblatt entstehen, das eine Freude für jeden Kenner bedeutet. Wir entsinnen uns nicht, daß eine ähnlich wertvolle Erleichterung eines wohltätigen.Zwecks existierte, wie die Zuweisung dieses Blattes, das berufen erscheint, eins der erfreulichsten Dokumente unseres großen Kampfes zu werden. ** Der Bezirksausschuß Gießen für vermißte und kr iegsge fange ne Deutsche bittet uns um folgende Bekanntgabe: Im Interesse unserer Kriegsgefangenen in England bitten wir erneut darauf hinzuweisen. daß die immer wieder vorbommenden Klagen über Nichteintresfen bezw. verspätetes Auswahlen von Postanweisungen an Kriegs- intfe ZiviLgefangene in England ffcft ausnahmslos auf die m.an gelhafte Adresslern n g derartrger Sendungen Mrücl^ufühven sind. In ihrem eigenen Interesse müssen die Angehörigen von Gefangenen daher rmmer wieder darauf hingewiesen werden, die größte Sorgfalt bet Ausstellung der Postaniveisungen zu beobach- tcu. Neben der Angabe des Familiemramens ist die Angabe des Vornamens des Empfängers unbedingt erforderlich!. Augeroem sollte die von dem Gefangenen stets angegebene hxsangenennummer, sowie nähere Adresse angeführt wer- ■■ei 1 ’ dieser Gelegenheit sei die bereits früher veröffentlichte Anweisung der englischen Regierung in Erinnerung gebracht, daß jede Geldüberweisung gleichzeitig durch Postkarte an den Gefangenen unter Anführung des gesandten Betrages zu avisieren ist. * .** ^ ^ erkameradschafL Hnssia. Durch vier Jahrzehnte l^ttte der Landesverband der Kriegervereine Hessens, die Arlegerkameradschaft Hassia, sich in vaterländischer Arbeit betätigt und die großen Ereignisse, die zur Einigung der deutschen Stamme und zur Nenerrichtung des deutschen Reiches führten, in wetten Meisen immer wieder in Erinnerung gebracht, die Kame- rari^ft gepflegt und reichliche Mattel aufgewendet, hilfsbedürfti- gen Kameraden die notwendige Unterstützung zu gewähren und Darüber hinaus solche bei anderen zu diesem Zwecke gegründeten Verbanden und Stellen zu vermitteln. Der Ausbruch des Krieges traf die Hassia finanziell wohl gerüstet. Aber der Umfang, den dieser den Bestand des Reiches in Frage stellende Kampf annahm, lieh auch- dre^ reichsten Mittel klein erscheinen und die Einberufung vieler der tätigsten Mitglieder aus den Bezirken und Vereinen erschwerte das Unt-erstützungswerk. Mit allem Nacltzruck und mit Erfolg mackste der Borstand daher die Vereinsvorstände daraus ausmerksam, daß es ihre Pflicht sei, die Gemeindevertretungen, soweit erforderlickt, darauf hinzuweisen, eine planmäßige zielbewusste Fa- Miliennnterstützungstätigkeit in die Wege zu leiten und selbst nach Möglichkeit z!u helfen. Solange diese Gemeinde- und Vereins- nnterstützungen noch nicht eingerichtet waren, trat der Verband in reichem Maße helfend, und trüt jetzt iroch in allen Notfällen ergänzend ein. Eine Zuwendung seines ersten Präsidenten, Generals von Hehl, setzte ihn hierzu in die Loge. Die Einrichtung des Unterstützungswerks und die Verwaltung liegt in der Hand des ersten Schriftführers, Medizinalrats Dr. V o g t in Butzbach. Von den Vereinen und dem Verband wurden in 5 Monaten des ersten Ktie-gsjahres rund 180 000 Mark aufgewendet, für das zweite Ktiegsjahr steht die Summe noch nicht fest: auch jetzt werden wieder lvie im Vorjahre Konftrinationsbeihilfen für die Kinder bedürftiger, im Felde stehender Kameraden gewährt. Tie Anmeldungen sind durch die Vorsitzenden der Vereine alsbald weiter an das Präsidium zu leiten. ** Die Dankespflicht der deutschen Frau unseren Helden gegenüber. Im Hotel Schütz hielt gestern abend in einer Zusammenkunft der Ortsgruppe Gießen des „Heldendank" Frl. Käthe Papke, Bad Sachsa, die Vorsitzende des Kriegsinvalidenheims „HeldendanL/ einen Werbevortrag, der dem Heldendant für die vaterländische Aufgabe, unseren kriegsinvaliden Helden gegenüber den Dank der deutschen Frau zu erweisen, neue Kräfte gewinnen sollte. Die Rednerin betonte, daß die deutsche Frau vor allen Dingen ihre Dankbarkeit jenen Kriegsbeschädigten gegenüber beweisen müsse, die keiner Berufsarbeit mehr zurückgegeben werden könnten und die auch keine Angehörigen hätten, die ihrer warten könnten. Als solche Kriegsinvcüiden kommen Verstümmelte und schwer Nervenleidende in Betracht, von denen schon einige in dem vom „Heldendank" eingerichteten Heime in Bad Sachsa Aufnahme gefunden haben.. Die Nednerin schilderte im Einzelnen die Pfleglinge des Heldenheimes und erläuterte damit die Unmöglichkett, solche Kriegsopfer in Kasernen, Kranken- oder Siochenhäusern unterzuüringen. Der Gedanke, ihnen ein wirkliches Heim zu schassen, in dem sie sich bis an ihr Lebensende wohlsühlten, habe sich! im „Helvendank" somit als fruchtbar erwiesen und die deutsche Frau habe nun die edle Aufgabe, derartige Heimstätten in der erforderlichen Anzahl zu errichten. Hiernach nahnr Säxltzmeister G ötze des Heldendank das Wort und regte an, daß einzelne Städte die Sorge für je einen mittellosen Pflegling des ..Heldendank" übernehmen möchten. Die Ausführungen fanden lebhaften Ankl d« m. (Vierte Kriegsanleihe). Zur Bestreitung der durch den Krieg erwachsenen Ausgaben werden 4^/g % Reichsschatzauweijungeu und 5 % Schuldverschreibungen des Reichs hiermit zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt. Die Schttldverschrcibnngcu find seitens des Reichs bis zum 1. Oktober 1924 nicht kündbar; bis dahru kann also auch ihr Zinsfuß nicht herabgesetzt werden. Tie Inhaber könne» jedoch über die Schuldverschreibungen wie über jedes andere Wertpapier jederzeit (durch Verkauf, Verpfändung usw.) verfügen. Bedingungen. ZeichnuugSstelle ist die Reichsbank. Zeichnungen werden . von Sonnabend, den 4. März, an bis Mittwoch, den 22. März, mittags 1 Uhr Lei dem Kontor der Nelchshailptdank srir Wertpapiere in Berlin (Postscheckkonto Berlin Nr. 99) und bei allen Zweiganstalten der Reichsbank mit Kassenemrichtung eutgegengenommeu. Die Zeichnungen können aber auch durch Vermittlung der Königlichen Seehandlnng (Preußischen Staatsbank) und der Preußischen Central-Gcuossenschastskasse in Berlin, der Königlichen Hauptbank in Nürnberg und ihrer Zweiganstalten, sowie fiimtlicher deutschen Banken, Bankiers und ihrer Filialen, sämtlicher deutschen öffentlichen Sparkassen und ihrer Verbände, jeher deutschen Lebensversichernngsgesellschast und jeder deutschen Kreditgenossenschaft erfolgen. Zeichnungen auf die 5 % Rcichsanleihe nimmt auch die Post an allen Orten am Schalter entgegen. Aus diese Zeichnungen kann die Vollzahlung am 31. März, sie muß aber spätestens am 18. April geleistet werden. Wegen der Zinsberechnung vgl. Ziffer 9, Schlußsatz. 2. Die Schatzanweisungen sind in 10 Serien eingeteilt und ausgefertigt in Stücken zu: 20000, 10000, 5000, 2000, 1000, 500, 200 und 100 Mark mit Zinsscheinen zahlbar am 2. Januar und 1. Juli jedes Jahres. Der Zinsenlauf beginnt am 1. Juli 1916, der erste Zinsschein ist am 2. Januar 1917 fällig. Welcher Serie die einzelne Schatzanweisunq anqehört, fft aus ihrem Text ersichtlich. Die Reichsfinanzverwaltung behält sich vor, den zur Ausgabe kommenden Betrag der Reichsschatzanweisungen zu begrenzen; es empstehlt sich deshalb für die Zeichner, ihr Einverständnis auch mit der Zuteilung von Reichsanleihe zu erklären. Die Tilgung' der Schatzanweisungen erfolgt durch Auslosung von je einer Serie in den Jahren 1923 bis 1932. Die Auslosungen finden im Januar jedes Jahres, erstmals im Januar 1923 statt; die Rückzahlung geschieht an dem au die Auslosung folgenden 1. Juli. Die Inhaber der ansgerostcn Stücke können statt der Barzahlung viereinhalbprozentige bis 1 . Juli 1932 unkündbare Schuldverschreibungen fordern. Die Reichsanleihe ist ebenfalls in Stücken zu 20000, 10000, 5000, 2000, 1000, 500, 200 und 100 Mark mit dem gleichen Zinsenlauf und den gleichen Zinsterminen wie die Schatzanweisungen ausgesertigt. Der Zeichnungspreis beträgt: für die 4*/, % Reichsschatzanweisungen 95 Mark, „ „ 5 % Reichsanleihe, wenn Stücke verlangt werden, 98 , 50 Mark, " „ 5 % „ , wenn Eintragung in das Reichsschnldbuch mit Sperre bis 15. April 1917 beantragt wird, 33 ,30 Mark für je 100 Mark Nennwert unter Verrechnung der üblichen Stückzinsen (vgl. Ziffer 9). Die zugeteilten Stücke werden auf Antrag der Zeichner von dem Kontor der Reichshauptbank für Wertpapiere in Berlin b,s zum 1. Oktober 1917 vollständig kostenfrei aufbewahrt und verwaltet. Eine Sperre wird durch diese Niederlequna nicht bedingt; der Zeichner kann sein Depot jederzeit — auch vor Ablauf dieser Frist — zurücknehmen. Die von dem Kontor für Wertpapiere ausgefertigten Depotscheine werden von den Darlehnskaffen wie die Wertpapiere selbst belieben Zeichnungsscheme sind bei allen Reichsbankanstalten, Bankgeschäften, öffentlichen Sparkassen, LebenSverficherungSgesellschasten und Kreditgenossenschaften zu haben. Die Zeichnungen können aber auch ohne Verwendung von Zeichnungsschernen brieflich erfolgen. Die Zeichnungsscheme für die Zeichnungen bei der Post werden durch die Postanstalten ausgegeben. Die Zu^ilung findet tunlichst bald nach der Zeichnung statt. Heber die Höhe der Zuteilung entscheidet die Zeichnunasstelle. Besondere Wunsche wegen der Stückelung sind in dem dafür vorgesehenen Raum auf der Vorder eite des Heich- nungsschemes anzugeben. Werden derartige Wünsche nicht zum Ausdruck gebracht, so wird die Stückelung von den Vermittlungsstellen nach ihrem Ermessen vorgenommen. Späteren Anträgen auf Abändernnq der Stückelung kann nickt stattgegeben werden. » ^ Die Zeichner können die ihnen zugeteilten Beträge vom 31. März d. I. an jederzeit voll bezahlen. Sie sind verpflichtet: ^ . 300/ 0 des zugeteilten Betrages spätestens am 18. April d. I., 20o/o.24. Mai d. I.. 35 °/° ° » » » A J.mi d. I., zu bezahlen. Frühere Teilzahlungen sind zulässig, jedoch nur in runden durch 100 teilbaren Betragen des Nennwerts Auch d,e Zeichnungen b,s zu 10»« Mark brauchen nicht bis zum ersten Einzahlungstermin vn« bezahlt zu werde». Zellzählungen sind auch auf sie jederzeit, indes nur in runden durch 100 teilbaren Beträgen-des Nennwertes 100 Mark °Ergibt * ^ 3 “^ Un9 etft Mistet J u werden, wenn die Summe der fällig gewordenen Teilbeträge wenigstens Beispiel: Es müssen also spätestens zahlen: die Zeichner von Ji 300: M 100 am 34. Mai, M 100 am 33. Juni. Jt 100 am 80. Juli- ote Zeichner von Ji 200: Ji 100 am 24. Mai, 100 am 20. Juli- ° ' die Zeichner von ^ 100: Ji 100 am 20. Juli. < 5)tc Zahlung hat bei derselben Stelle zu erfolgen, bei der die Zeichnung angemeldet worden ist i01 „ b ’ 3 ( ; tr Rückzahlung fälligen 80000000 Mark 4% Deutsche Reichsschatzanweisungen von d ^/^ • 1 ? ,ne ~ 6et ber Begleichung zugetellter Kriegsanleihen zum Nennwert unter Abzug der Stuckzmsen bis 30. April m Zahlung genommen. ö a Dw 'm Laufe befindlichen nnverziuslichen Schatzscheine des Reiches werden — unter Abzug von 5 »/„ Diskont vom Zahlungstag-, frühestens aber vom 31. März ab. bis zum Tage ihrer Fälligkeit - in Zahlung genommen. Da der Zinsenlauf der Anleihen erst am I.Juli 1916 beginnt, werden auf sämtliche Zahlungen für Reichsanleihe 5%, für Schatzanwcisungen 4i/ 2 % Stückzinsen vom Zahlungstage, frühestens aber vom 31. März ab. bis zum 30 Juni 1916' u gunften des Zeichners verrechnet; auf Zahlungen nach dem 30. Juni hat der Zeichner die Stückzinsen vom 30. J„ni bis zum Zahlungstage zu entrichten. Wegen der Postzeichnungen siehe unten. ^ Frauenbund dev Deutschen Kolonralgesellschast Mlg. Mße» Borimg Donnerstag, 2 . März 181«. abends 87, Uhr in der Aula der Universität Herr Tr. G.Vöhringer Meine Erlebnisse während des Krieges in Kamerun und in der englischen Kriegs* gesangenschast. Der Vortrag ist susrnnteit der durch den Krieg in Aot geratenen Anficdlcrfamilicn unserer Kolonien. Eintritt Mk. 1.00. Mitglieder gegen Vorzeigen der Einladungskarten 50 Pfg. Schüler und Militär vom __ Feldwebel abwärts 30 Pfg. [1447 3. 4. 5. 8 . I. bei Begleichung von Reichsanleihe Tatsächlich zu zahlender Betrag also nur für< Stücke Schnldbuch- eintragung > a) bis zuin b) am c) am 81. Wiärz 18. April 24. Mai 90 Tage 72 Tage 36 Tage I 1.25“/«, i - 7« 0,50 0 / n | 97,25 X 97,50 u / 0 98,- 7« 97,05”/, 97,30 7» 97,80% H. bet Begleichung v.RcichSschatzanw. _ 4V, °/o Stückzinsen für Tatsächlich zu zahlenderBetrag also nur ä)biszum 31. März 90 Tage 1 . 12 ° % e) am [ f) am 18. April | 24. Mai 72 Tage 36 Tage 0,90% I 0,45 %. 93,87» % Hio*/o 94,55°; U ■ S. i r zu zaytenoe ’-öctraa tue iede 18 Tage, um die sich die Einzahlung weiterhin verschiebt um 25 b» den Schatzanwersungen snr jebe 4 Tag- um 5 Psennig sür je 100 L Nennwert. ver,chievt, um 25 Ps-imig, ... d°^'Enungen (siehe Ziffer 1, letzter Absatz) werden auf bis zum 31. März geleistete Bollzahlunqcn Zinsen ^Beispiel a), ans alle andern Vollzahlungen bis zum 18. April, auch wenn sie vor diesem Tage geleistet werden, Zinsen für 72 Tage (Beispiel Ib) vergütet. 9 8 1U ' b \?°° SW#tI , Utt a ?.*** '” erbei1 ^ die Reichsanleihe sowohl wie sür die Schatzanweisunqe.. auf Antrag vom Re-chsb°nk-D'rekt°r,um ausgestellte Zw,sche:.schei..e ausgegeben. über deren Umtausch in endgültige Stlüke das Erforderliche spater ostentl.ch bekanntgemacht wnd. Di-Stücke unter 1000 Mark, zu denen Zwischenscheine nicht vorgesehen stnd. werden mit größtmöglicher Beschleunigung fertiggestellt und voraussichtlich im August d I. ausgegeben werden. ’ Berlin, im Februar 1916. Reichsbank - Direktorium. Havensiein. v. Grimm. Lase Ernst Ludwig Meute Donnei^ttts KONZERT SlltCCfdjJltS msb Pensionat. Beginn desS ommer-Semesters für alle Kurse (h-chnctdcrn, Wernzengnähen, Handarbeiten, Bügeln! sowie für die Koch- und Hausbaltungsschule am 14. Mar;, für das Handarbeits- und das Haus wlrtschafts-Scminar am 26. Avril. Anmeldungen für erstere bis 11. bezw. 4. Mürz, für die Seminare bis 15. März. 362D _ Prospekte unentgeltlich vom Vorstand. _ Rheumatismus-, Ischias- und Gichtleidende nehmen die gl änz end bewährten Petrin ° Tabletten 1414] Zn haben in allen Apotheken. SciielMundGafiiiau = feinste, frische Nordseeware = 66f sind eingetroffen und billigst zu haben bei daorg* Wallenfels Marktplatz 21, TeL 46, gegenüber der Engelapotheke. Mein Anwaltsbtareau ist, nm Irrtümem entgegenzutreten, täglioh geöffnet. Sprechstunden nachmittags v. 3—6 Uhr. Giessen, den L März 1916. [08048 Peters, Rechtsanwalt iSeltersweg 52. Bekanntmachung. Die Auszahlung der Familien-Umerstützungen für 1.—15. März 1916 bezw. für Februar 1916 an die Angehörigen der zum Heeresdienst Einberufenen findet statt a) Reichs- und Kreisunterstützung. An diejenigen, deren Namen beginnen mit A—H Dienstag, den 29. Februar J—R Mittwoch, den 1. März S—Z Donnerstag, den 2. März. b) Städtische Unterstützung (Mietszufchntz). An diejenigen, deren Namen beginnen mit: A—H Freitag, den 3. März J—R Samstag, den 4. März S—Z Montag, den 6. März. c) An Vermieter, die Mietbeträge abboken. 'Dienstag, den 7. März. Die Auszahlungen finden von 8—1 Uhr vormittag- im Stadthaus, Zimmer Nr. 7, statt. Die Unterstützungen dürfe» uur au den vorgenannten Tagen abgebolt werden. 1444 B Giehen, den 23. Februar 1916. Der Oberbürgermeister. Keller. Städtischer Seefischmarkt. Donnerstag, den 2. März 1916, nachmittags 3 Ubr beginnend, in den Marktlauden. Verkauf von besten, frischesten Seefischen, Schellfischen, Cabliau und Seelachs zu Selbstkosten der Stadt. [1652B Mineralwasser EmserEräachen ein Waggon frischest. Füllung eingetrofien, sowie alle anderen medizinisch, u. Tafcl- Wafier stets aus Lager. 4. Weisel, Mineral wasserHandlung. Tel. 88. (1037) Svnnenstr. 6. SSUDung. MirittaliWer 1 Waggon frischester Füllung eingetrofien und wird zum selben Preise wie vom Brunnen an Wiederverkäufer, Aerzte» Krankenhäuser, und Private abgegeben. Jean Weisel. Svnnenstr. 6. Tel. 88. Photographie! Chemikalien in Substanz, Patronen- u. Pastillensorm. gebrauchsfertige Lösungen, Entwickler. Jixagen und Tonbäder.Trockcnplatten, Pavicre, Postkarten. l68.)a Idl.-Drog;. Otto Sohaaf Selkersweg 39. Kieler Bücklinge Cablian, kopslos la. liollätt'o. soeben frisch eingetroffen bei Ingnst W'allenfels, Kolonialwaren, Delikatessen- und Weinhandlung, Gienen, Televhon262, Marktvl. 17. 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