Nr. 5 \ Der Ebener ÄRgttqer erscheint täglich, mrßer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich Sleheurr§ainMenbIä11er; zweimal wöchentl.Nreir- biatt fürden Ureis Sietzen (Dienstag und Freitag): zweimal monatl. Landwirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech - Anschlüsse: sürdie SchriitleitunqH2 Verlag,KeschäriSstelleöl Adresse für Dratitnach- richten: Anzeiger Sietzen. Annahme von Anzeigen iür dre Tagesnummer bis zum Abend vorher. Erstes Blatt (66. Jahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger Kr Oberhessen Mittwoch, !. März M« BeznqSvrer > monatl. 85 Pf., viertel- jährl. Mk. 2.50: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl, 75 Pf.: durch diePost Mk.2.30viert^- jährl. ar-.Sschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf., ausw. 20 Pf. — Haupt- schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; Ute otuöt und Land, Vermischtes und Ge- Roiatisnr-nick und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vnch- und Lteindrnckerei N. Lange. Schriftleilung. Seschäftrstelle und Druckerei: Schulstr. 7. B°ck°ümiuch mG^ß-n' (6575 Wann vor Verdun gefangen, 78 Geschütze eröentet. Allgemeiner Vormarsch in der Voevre-Ebene. (WTB.) Großes Hauptquartier, 29. Februar. (Amtlich.) .Westlicher Kriegsschauplatz. Die verstärkte Artillerietätigkeit hielt an vielen Stellen an. Oestlich der Maas stürmten wir ein kleines Panzcrwerk dicht nordwestlich des Dorfes Douau- mont. Erneute feindliche Angriffsversnchc in dieser Gegend wurden schon in der Entwicklung erstickt. In der W o e v r e überschritten unsere Truppen Diepe, Abaucourt, Blanzee. Sie säuberten das ausgedehnte Waldgebiet nordöstlich von Watronville und .Haudiomonl und nahmen in tapferem Angriff Manchmllcs sowie Champion. Bis gestern abend waren an unverwundeten Gels angenengezählt: Zweihundertachtundzwanzig Offiziere, sechzehntausendfünfhundertfünfund s i e b z i g M a n n. Kerner wurden a ch t u n d s i e b z i g Geschütze, darunter viele schwere neuester Art, sechsundachtzig Maschinengewehre und unüb ersetz- bar e s M a t e r i a l als erbeutet gemeldet. Bei der Försterei Thiaville (nordwestlich von Ba- donviller) wurde ein vorspringender Teil der französischen Stellung angegriffen und genommen. Eine größere Anzahl Gefangener blieb in unserer Hand. Oeftlicher und Balkan-Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Oberste Heeresleitung. Nicht nur die hohen Beutezissern sollen uns erfreuen, sondern jeder Deutsche sollte heute die Karte zur Hand nehmen und sich vergegenwärtigen, was unsere Truppen in kurzer Zeit geleistet haben. Bisher standen die Angriffe im Norden der Festung Verdun im Vordergrund, und auch der neueste Tagesbericht meldet uns von dort einen neuen erfreulichen Erfolg. Es wurde nämlich ein kleines Panzerwerk dicht nordwestlich des Dorfes Douaumont gestürmt, neue Angriffe des Feind«es wurden blutig ab gewiesen. Herve drückt in einem Pariser Blatte die Ueberzeugnng aus, daß die Kampfpause im Nordender Festung nur die Ruhe vor pem Sturm bedeute, daß man nicht annehmen dürfe, den Deutschen sei der Atem ausgegangen, sondern daß sie das gewonnene Gelände befestigten und ihre Artillerie aufs neue in Stellung brächten. Ganz Frankreich, so erklärt der französische Publizist, erwartet mit Beklemmung das Ergebnis der nächsten Tage. Die amtlichen französischen Berichte ergehen sich ausführlich über die Bemühungen, die der Verteidiger von Verdun, General Humbert, machte, aber es ist aus den vielen Worten doch in der Hauptsache nur zu entnehmen, daß es Bemühungen ohue besonderen Erfolg geblieben sind. Es wird den Franzosen Sand in die Augen gestreut, und manche Unwahrheit wird verzapft. So hat der französische Bericht bis jetzt noch nicht offen eingestanden, daß das Fort Douaumont in die Hand der Angreifer gefallen ist; nur einmal wird darauf hingewiesen, daß es von den angreifenden Franzosen „dicht nrndränat" sei. Und über das Zurück- weichen in der Woevre-Ebene stößt man beim Vergleich des neuesten deutschen Berichtes mit den französischen Verlautbarungen'auf arge Schönfärberei Joffres. Er läßt von Erfolgen bei Orten sprechen, die nach dem klaren Wortlaut unseres Heeresberichtes in deutsche Hand übergegangen sind. Und hier^ in der Woevre-Ebene, sind jene Ueberraschungen vor sich gegangen, die die Ereignisse im Norden von Verdun auf kurze Zeit ab gelöst haben. Ueber den landschaftlichen Charakter der Ebene und der Cote Lorraine findet der Leser im Feuilleton des zweiten Blattes eine anschauliche Schilderung. Unsere Truppen stehen jetzt durchschnittlich etwa drei Kilometer vor der am Fuße des Höhenznges östlich .von Verdun verlaufenden Straße Bezonvuux—Ei^-Hau- diauniont. Tie Sttecke Ornes-Bezonvaux ist nach Süden hin bereits zwei Kilmneter überschritten; an diesem Punkte ntacbt die deutsche Front einen Bogen, der in westlicher Richtung auf Douaumont führt, in süd östlicher und südlicher Richtung an Dieppe und den anderen, im amtlichen Tagesbericht genannten Orten, die in deutschem Besitz sind, vor- -übersttercht. Es kann gar kein Zweifel darüber herrschen, daß die Kämpfe in der Woevre-Ebene vollständig zu dem Ziele geführt haben, daß sich unsere Heeresleitung gesteckt hat. Einzelne Truppenteile südlich von Etain sind etwa zehn Kilometer weit nach Westen vorgedrungen. Die Fortkette von Verdun ist jetzt im Bereiche der deutschen Artillerie. Die in den nachstehenden Nachrichten wiedergegebene allgemeine Anweisung des Generals Josfre an die Oberkommandierenden der französischen Heeresgruppen gibt ein Bild von der geistigen und moralischen Verfassung, in der sich die französischen Truppeil befinden. Wir verstehen es, daß, nach den Worten Herves, ganz Frankreich dem Kommenden mit Beklemmung gegenübersteht. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 29. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 29. Februar 1916. Russischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. I ta l ien isch cr K riegssch aup latz. Gestern nachmittag war das italienische Geschützfeuer gegen Teile des Görzcr Brückenkopfes und die Hochfläche von D o b e r d o wieder lebhafter. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höser, Feldmarschalleutnant " * * * Die Uämpfe im westen. 29. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) „Figaro" schreibt: Mtinsterpräsident Briand erschien gestern abend in den Wandel- aängen der Kammer und erklärteste Lage sei gut. Die Truppen seien von Eifer beseelt. Starke Reserven seien bereit, den stärksten Stoß auszuhalten. — Die Zeitungen geben übereinstimmend an, der französische Gegenswß habe am 20. Februar begonnen und werde mit vollern Erfolge durchgeführt. Tie Deutschen hätten keinen Zoll breit mehr Boden gewonnen. Bern, 29. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Die Schweizerische Depeschenagentur meldet ans Genf: In Lyon treffen seit 48 Stunden unaufhörlich zahllose Sanitäts- züg e ein. Alle Spitäler der Stadt und des Südostens sind nttt Verwundeten belegt. Ter französische Bericht. Paris, 29. Fbr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht vom Montag nachmittag: Jü Belgien beschossen unsere Batterien die deutschen Einrichtungen gegenüber Steenstratte. In der Champagne gelang es dem Fein^ in der Gegend der Farm Navariu, nördlich von Souain, durch einen Handstreich in einige Teile unserer vorgeschobenen Linie und des Unterstützungsgrabens einzudringen. In der Gegend nörlich von Verdun dauert die heftige Beschießung, besonders im mittleren Wschnitt und des rechten Abschnittes gegen Norden hin, an. Auf die Cote P-üvre wurde kein neuer Angriffsversuch gemacht. Gestern abend versuchten die Deutschen wiederum mehrmals Uns das Dorf Douaumont zu entreißen. Mle Anstrengungen brachen sich an dem Widerstand unserer Truppen, die auch durch die wütendsten Angriffe nicht zum Wanken gebracht wurden. An dem Fort Douaumont, das eng umschlossen bleibt, ist die Lage unverändert. Auf dem Gelände im Norden des Dorfes Vaux war der Kamps weniger heftig. In der Wo evre nahm der Feind gestern abend und im Laufe der Nacht eine lebhaftere Haltung an. Tie Eisenbahnstation Eix wurde durch einen Angriff und einen Gegenangcist von beiden Gegnern genommen und wiedergenommen. Sie blieb in nnftrem Besitz. Alle An- grifte gegen die Höhe 255 südöstlich! von Eix waren nicht imstande, uns davon zu vertreiben. Ein weiter südlich! angesetzter deutscher Angriff gegen Mancheulles schäkerte vollständig. Unsere Artillerie erwiderte energisch! die feindliche Beschießung aus der ganzen Front. In den Vogesen beschossen wir mehrere feindliche Quartiere in der Gegend von Ban-de-Sapt. Paris, 29. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht vom Montag abend: In den Argonnen richteten unsere schweren und Feldbatterien ihr Feuer auf die Zugangsstraßen des Feindes, besonders in der Gegend des Gehölzes von Chappy. Morgens sprengten wir bei dem Hügel 285 eine Mine in die Luft und besetzten den Trichter. In der Gegend nördlich von Verdun ist die Tätigkeit der beiderseitigen Artillerien noch immer sehr lebhaft, außer im Abschnitt westlich der Maas, wo ein gewisses Nachlassen der feindlichen Beschießung gemeldet wird. Tie Deutschen versuchten im Laufe des Tages mehrere Teilangrifse, die durch unser Feuer und Gegenangriffe zurückgewiesen wurden. Besonders westlich des Forts Douaumont lieferten unsere Truppen einen Kamps Mann gegen Mann; der Gegner wurde aus einer steinen Redoute vertrieben, in der er sich einrichten konnte. Im Woevre sind zwei Angriffe aus Fresnes vollständig gescheitert. In Lothringen zeigte sich unsere Artillerie sehr tätig in den Abschnitten von Rcillon, Do me vre und Bad on weil er. Belgischer Bericht: Aus der ganzen belgischen Front gegenseitige Beschießung von geringer Heftigkeit. Aus Verdun. Berlin, 29. Febr. (Priv.-Tel.) Die „B. Z. a. M." meldet aus Paris: Nach Erzählungen von Flüchtlingen von Verdun in Pariser Blättern waren am Sämstag morgen bereits 150 Häuser in der Stadt selbst durch das deutsche Bombardement zerstört. Am Mtttwoch befanden sich noch ungefähr 4000 Einwohner in der Stadt. Joffres Anweisungen. Berlin, 29. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Unter den in den letzten Tagen erbeuteten Papieren befindet sich folgender Befehl: „Gr. H.qu. Gen.-Stab Nr. 18 630. Geheim! j 31. Jan. 1916. Anweisung für die Oberbefehlshaber der Heeresgruppen. Mehrfach hat der Feind in der letzten Zeit an verschiedenen Stellen unserer Front steine örtliche Angriffe gemacht. Jedesmal hatte er Erfolg und behauptete ihn. Dieser Zustartd kann nicht fortdauern, ohne auf die Stimmung der.Armee zu drücken. Ich kann nicht zulassen, daß die Zeitspanne des Abwartens, die nur durchmcssen, zur Tatenlosigkeit fühtt. Die Führung aller Dienstgrade muß sich darauf entrechten, den deutschen Unternehmungen zuvorzukommen und sic zurückzuweisen. Das wird sich, ohne die Infanterie allzu großen Verlusten ausznsetzen, dadurch erreichen lassen, daß jedesmal die gesamte zur Verffigung stehende Artillerie, schwere Artillerie, Feldartillerie und die Graben-Artillerie unverzüglich zur Wirkung gebracht wird, unter Einsatz von Munition, nach Ermessen. Auf diese Weise wird der Gegucangriff gelingen ^*9^' m ^ir* er entweder sofort einsetzt und dein Feind keine Zeü laßt, sich einzurichten, oder sobald als möglich, aber daun nach einer neuen gründlichen Artillerievorbereitung. Tie Anweisung vom 20. Januar 1915 gibt hierzu alle notwendigen Fingerzeige. (gez.) Josfre." Wagenmangel in Frankreich. Paris, 29. Febr. (WTB Nichtamtlich.) ,/Echo de Paris" enthält folgende Mitteilung: Jnfobg'e von militärischen Notwendigkeiten und wegen Unterbrechung der Schiffahrt tver- den„ für eine gewisse Zeit Waggons nur in sehr beschrankter Zahl im Verhältnis zu. den Bedürfnissen des Handels zur Verfügung gestellt werden können. Das Publikum wird verstehen, daß die Interessen der Landesverteidigung den Sonderinteressen Vorgehen, und mit patrio- ttscher Entsagung neue Opfer bringen. Eine französische Anleihe in Amerika. London, 29. Febr. (WTB. Nichtamtlich;.) Der „Teilt) Telegraph" erfährt aus New Aorl, daß Berhandluwgien wegen einer fü nfprozentigen Anleihe von 200 Millionen Dollar eingelcitet worden sind. * . * Das Ergebnis des Züricher Prozeßes. Tie Verhandlungen des Züricher Kriegsgerichts der 5. DH, Vision haben erwiesen, daß die beiden Obersten Egli und voir Wattenwyl sich lediglich eine Inkorrektheit haben zu schulden kommen lassen. Aber das hat alle Welt schon vorher gewußt. Schon Anfang Februar verkündete der Sckiweizer Bundesrat, daß es sich weder um Hochverrat noch um Spionage handele, sondern höchstens um eine leichtere Vernachlässigung der Pflicht. Mit anderen Motten hieß das: Die beiden Obersten haben toeder ihr eigenes Vaterland, noch Frankreich noch Deutschland verraten. Aber der welsche See raste und wollte seine deutschen Ovfer haben. Die deutschen Obersten mußten auf das Armesünderbänkchen. „Ich hatte das Gefühl, daß man mich nur so als eine Art (Sut* ziffernngsmaschine bettachte," so erllärte der Hauptbelastungs- zeuge Tr. Langie. Also ging er hin und denunzierte ferne, Vorgesetzten bei der russischen Gesandtschaft und beim Schweizer Bnndesrat. Ter Funke glimmt. Das Feuerchen ist entzmtdtt. Ans der bekannten Mücke wurde der bekannte Elefant. Alles> was sich jetzt in der inneren Polittk der Schwerz abspielte, war eine Folge dieser kleinlichen Md unüberlegten Angeberei. Die Welschen tobten in ihren Versammlungen. Tie Kautönlis tele-, vhonierten den Bmrdesrat an, warum er die beiden Obersten noch nicht krmum geschloffen habe. Die Sozialdemokraten fingen den Sturniwind in ihren Segeln auf, um gegen die Militärhierarchie anzurennen, die den guten Geist der Milizarmee vernichte. Und der christliche Jünglingsverein von B o u d r v faßte eine Resolution, die natürlich sofott auch in allen Zeitungen Frankreichs zu lesen war, und wottn die sofortige Bestrafung der Schuldigen erlangt und erllärt wird, man werde, wenn nötig, mit allen Mitteln dahin wirken, daß die bevorstehenden Neueinberufungen der ersten und zweiten Division solange verhindert würden, bis die Soldaten die Sicherheit bekommen haben, daß in der Schweiz alle Bürger vor dem .Gesetz gleich sind. Man wollte Listen unter den Rekruten zur Unterzeichnung dieser Drohung verbreiten. Aber da ritten die welschen Hetzblätter selber ab. Es war zu toll. Nun haben die Ergebnisse des Prozesses zur Entspannung geführt. Das Fieber läßt nach. Man sieht ein, daß der llttnc Denunziant nicht nur über die politischen Folgen sttner Angeberei im Unklaren war, sondern daß er sich auch in der Wirkung seines sensationellen Geheimnisses fürchterlich geirrt hat. Durch ein disziplinarisches Verfahren hätte das festgestellt und eine etwa wirklich vorgefallene Unregelmäßigkeit geahndet werden können. Aber der Angeber wollte es anders. Er hing es an die große Glocke, und diese hat nun sgeläuttt. Vieles von dem', was dieser Prozeß auswühlte, wird sich nicht Mehr glätten lassen. Auch wenn General Wille, gegen den sich die Spitze des welschen Ansturms ttchtet, auf seinem Posten bleibt, so werden doch die Forderungerr gesetzespolitischer Natur, die diese Krisis mit sich brachte, erfüllt werden müssen. Vieles Militärische und Diktatorische, das der Weltkrieg mit sich brachte, soll jetzt wieder bürgerlich iverden. Die parlamentarische Kvn- trolle soll ihre Macht zurückempfangen, die Zuständigkttt der Kriegsgerichte sohl zugunsten der Zivilkammern eingeschränkt werden. In den nächsten Tagen wird sich das Schweizer Bundes- parlament versammeln. ?luch dort wird die Oberstenaffäre noch eine Rolle spielen. Ueber den weiteren Verlauf des Prozesses verzeickmen wir folgende Einzelheiten: Zürich, 29. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) In dem Prozeß Egli und Wattenwyl sagte der zweite Angeklagte, Oberst von Wattenwyl, Chef der Nachrichtensektion, aus, daß er mit den Attaches mcr toenig außerdienstlichen Verkehr gehabt habe. Im Laufe des letzten Herbstes sei ihm in Abwesenheit des Obersten Egli bekannt geworden, daß die Attaches der Mittelmächte Bulletins erhielten, was ihm nicht besonders ausgefallen sei, da er sich glttch gedacht habe, daß es sich um Kompensationen handle. Der Angeklagte gab zu, daß vom internen militärischen Standpunkts aus die Uebermittelung von Bullttins an nicht bezugsberechtigte! dritte Personen imzulässig sei. Auf Grund eines Dokuments sei auzunehmen, daß ent Attache der anderen Mächtegruppen ebenfalls Einsicht in die Bulletins gehabt hat. Wichtige und geheime Nachrichten ivurden in den Bulletins nicht ausgenommen. Der Ati- geklagte machte sich kttne Bedenken über die Frage der Neutralitätsverletzung. dluf die Frage des Gvoßrichters antwortete Wattenwyl, niemals mü den Militärattachäs über den Inhalt dechiffrierter Depeschen gesprochen oder ihueit solche gezeigt zu hab-u. Jarauf folgte die Vernehmung des H a u p t b e [ a st u :t g o z e u g c n Dr. Langie-Montreux, bessert Vater, ein gebürtiger Pole, 1860 in die Schioeiz gekonimen ist: seine M:utter ist eine gebürtige Schweizerin. Langie arbeitete 14 Moirate nn Dienste des General stades. Ter Inhalt der rund 200 von ihut bearbeiteten Dokumeitte scküen ihm für die Schweiz nicht interessmtt. Langie schöpfte aus uet*. fdEjiebenen Vorkommnissen, insbesondere infolge des Auftrag's, fünf sogenannte nordische Depeschen 5 U entziffern, deren Inhalt in keiner Beziehung zur Schweiz- stand, Verdacht, daß er nicht allein für den ^»ckyoeizer Generalstab arbeite. Weiter tvnrde sein Verdacht erweckt bei der Entzifferung von Depeschen, in denen Dinge standen, die seiner Meinung nach nur aus Dokumenten stammen konnten, die er selber vorher für den Generalstab entziffert hätte. Der Grvhrichter teilte dein Zeugen zur Aufklärung mit, daß diese Tinge aus einem Bulletin stammten, das den Attaches zur Verfügung gestanden hätte. Langie sagte aus, daß er an den Militärattache der russischen Gesandtschaft Mitteilung von der Entzifferung ihrer Schlüssel gemacht habe, ohne aber den Generalstab zu denunzieren. Später machte er auf Anraten welscher Vertrauensleute, des Obersten Secretan-Lausanne und des Chefredakteurs Bonnard-Genf, dem Bundesrat von seinem Verdacht Mitteilung. Langie erklärte am Schlüsse seiner Vernehmung, er sei überzeugt von der neutralitätswidrigen Verwendung der von chm dechiffrierten Depeschen. Daraus folgten weitere Zeugenaussagen von Offizieren des Generalstabes, aus denen hervorging, daß die Uebermittelung der Bulletins an die Militärattachss der Mittelmächte noch weitereit ^vei oder drei Offizieren des Generalstabes, wenn auch nicht offiziell, bekannt war. Tie Verhandlungen wurden abends um 7 Uhr abgebrochen. Fortsetzung Dienstag früh. Bern, 29. Febr. Im Oberstenprozeß wurde heute früh Generalstabschef Sprecher verhört. Er erklärte, er billige die Aushändigung der Bulletins an die Attaches nicht, sähe aber darin eine bei weitem nicht so schwere Nentralitätsverletzuug. wie sie die Einschränkung der Rechte der Neutralen durch die kriegführenden Mächte bedeutet. Ter Nachrichtendienst könne in seinen Mitteln nicht wählerisch sein und darum wohl in Konflikt mit der Neutralität kommen. Den Nachrichtendienst hätten die Angeklagten vorzüglich und uneigennützig, einzig zum Wöhle des Landes ausgeübt. — Der Auditor stellte nach seiner Anklagerede folgender! Strafantrag: Wenn das Gericht die Schuldfrage ivegen Dechiffrierung getoisser fremdländischer Dokumente zum Nutzen einer anderen fremden Macht bejahe, beide Angeklagte zu einem Jahr Gefängnis, zur Aberkennung ihres Grades mtd zu 1000 Franken Buße zu verurteilen; wenn auf sckmldig nur wegen Mitteilung der Bulletins erkannt würde, Cgli zu 3, Wattcnwyl zu 1 Monat Gefängnis und beide zu je 500 Franken Buse zu verurteilen. — Die Verteidigung beantragte Freisprechung. Die ganze Angelegenheit bedeute eine krankhafte'Erregung des Volkskörpers. Die Denunziation des Dr. Langie bei der russischen Gesandtschast ist eine Verirrung. Der Jul-alt des Bulletins ist durchaus harnrlos, es ist kein Geheimdokument. Auch dje Attaches anderer Mächtegruppen erhielten es. Fahrlässige Neutra- litätsverletzung ist begrifflich ausgeschlossen. Von Absicht und Böswilligkeit kann keine Rede sein. von einem Unterseeboot torpediert und versenkt w-orden. Die Besatzung wurde gerettet. Lloyds Register führt einen Dampfer „Au revoir" mit 1085 Tonnen auf, der in Boulogne beheimatet ist. L a n d s k r o n a, 29. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Der Kapitän des schwedischen Dampfers „T e r a b o r g", der im Mittelmeer versenkt wurde, berichtet: Der Dampfer wurde von einem österreichisch-ungarischen Unterseeboot vierzig englische Meilen von Marseille versenkt. Die Besatzung ist von einem spanischen Dampfer gerettet und nach Livorno gebracht worden. Aus dsm Reiche. Der Verbrauch von Spiritus. Berlin, 29. Febr. (Amtlich.) Infolge des großen Bedarfes an Spiritus zu technischen Zwecken hat sich der Reichskanzler veranlaßt gesehen, die Versteilerung von unverarbeitetem Branitt- wein zu Trinkzwecken für einige Zeit gänzlich zu verbieten, soweit es sich nicht um Lieferungen seitens der Heeresverwaltungen für Kriegsteilnehmer handelt. Für Kranken-, Entbindungs- oder ähnliche Anstalten, Laboratorien, Arzneimittelfabriken und Apotheken kann zu denselben Zwecken wie bisher auch weiterhin die Abfertigung von unverarbeitetem Branntwein zugelassen werden. Das gleiche gilt für Fabriken von Parfümerien und kosmetischen Erzeugnissen, sowie Essenzfabriken, zur Herstellung von Auszügen aus Früchten für alkoholfreie Getränke, aber mit der Maßgabe, daß sie bis auf weiteres nur die Hälfte der im Betricbsjahr 1913/14 versteuerten Menge versteuern lassen dürfen. Soweit ein Vcrsteu- erungsberechtigter sein Versteuerungsrecht bisher noch nicht voll ausgeübt hat, bleibt ihm der Rest für die Zeit der Wiedcrsreigabe der Versteuerung Vorbehalten. Berlin, 29. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Das „Bcrl. Tagebl." meldet aus Primkenau: Herzog Ernst Günther von Schleswig-Holstein hat mit den Kauflenten von Primkenau über die Lebensmittelversorgung der Arbeiterbevölkerung verhandelt. Es wurde die Gründung einer Einkau f s v e r e i n i g u n g beschlossen, zu der der Herzog einen namhaften Beitrag geleistet hak. Jauer, 29. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Aus Kohlhöhe bei Striegau ist das Mitglied des Herrenhauses Freiherr von R i ch t b o f e n - T a m s d o r f g e st o r b en. Er vertrat von 1898 bis 1911 im Reichstage den Wahlkreis Schweidnitz-Striegau und machte die Feldzüge von 1666 und 1870/71 mit. Ter Verstorbene war.Ritter des Eisernen Kreuzes. Arrr Stadt rrnd Land. Gießen, 1. März 1916. Tagesbericht und Telephon. Gewiß ja, jeder Deutsche befindet sich, jetzt, wo dis Schlacht bei Verdun im vollen Gange ist, in begreiflicher Spannung und ist bestrebt, die Mitteilungen des Tagesberichtes der Obersten Heeresleitung auf dem schnellsten: Wege zu erfahren. Es ist denn tarnt die Mittcvgssttmrde vorüber, da geht es an unseren Telephonanschlüssen los. Rrrrr . . . „ist der Tagesbericht schon eingelanfen?" „GiLts was Neues?" „Wollen Sie mir nicht Lutte den heutigen Bericht mal vorlesen?" Wollten wir alle diese Wünsche befriedigen. so könnte im Laufe des ganzen Nachmittages ein Mann ständig am Telephon stehen und den Tages beruht vorlesen. Daß dieses bei all unserem Entgegenkommen unserer Leserschast gegenüber ein Ding der Unmöglichkeit ist, wird jeder Vernünftige ohne weiteres einsehen. Bei dem Mangel an Arbeitskräften und der dadurch hcrvorgerufenen Arbeitsüberhäusung, Erscheinungen, die sich bei uns, wie' in jedem anderen Betriebe stark bemerkbar machen, ist jede Minute kostbar. Wir bitten also unsere Leser, von derartigen Telephonanfragen künftig abzusehe n und machen gleichzeitig auf unseren So nder b lattv erkauf auf- merks am, dessen Ueberschuß ständig an die „Natio-nalstisticng für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen" abge- führt wird. ' Einer Bitte unserer Geschäftsstelle entsprechend (die allein für den geschäftlichen Teil da ist, während- die Schriftleitung sich nur mit dem Dextteile des Blattes hu. befassen hat, eine Unterscheidung, die Außenstehenden immernoch nicht klar zu sein scheint), möchten wir auch nochmals darauf aufmerksam machen, daß die telephonische 21ns gäbe von Anzeigen zu unsicher ist, als daß eine fehlerfreie Ausführung einer solchen Bestellung in jedenr Falle gewährleistet werdest kann. Es liegt daher im eigensten Interesse der Leserschaft, die telephonische Aufgabe von Anzeigen möglichst aus das Aeußerste zu beschränken. Für Anzeigen, wie überhaupt zur Erledigung geschäftlicher Angelegenheiten, dient ausschließlich der Telephonanschluß Nr. 51, während auf dem Anschluß Nr. 112 nur rein redaktionelle Angelegenheiten erledigt werden können. * Das Urteil. Zürich, 29. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Die Obersten Egli Und von Wattcnwyl sind freigesprochen worden. Si-e werden ihren Vorgesetzten zur disziplinarischen Bestrafung überwiesen. Die Kosten des Prozesses trägt der Staat. Der türkische Bericht. Konstantinopel, 29. Febr. WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptguartier teilt mit: An der Iraksront wurde in der Nacht zum 22. Februar ein feindlicher Versuch, überraschend gegen unsere Stellung bei Felahie vorzurückcn, leicht zurückgcwicsen. Am 23. Februar versuchte der Feind, gegen unseren linken Flügel ungefähr ein Bataillon in Schaluppen zu landen, wurde ab?r durch unser Feuer daran gehindert. An der Kau kasu s sro n t kein wichtiges Ereignis. An den Dardanellen bombardierten feindliche Schisse vom 22. bis zum 24. Februar zu verschiedenen Stunden mit Zwischenpausen Teile der Küste Anatoliens irnd Rumeliens; sie wurden jedesmal durch unsere Küstenbatterien gezwungen, ihr Feuer ein- zustellen und sich zu entfernen, ohne irgend ein Ergebnis erzielt zu haben. Einer der feindlichen Flieger, der die Meerengen überflog, wurde von einem unserer Flieger angegriffen und vertrieben. Ein Gefecht in Aegypten. London, 29. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. General Maxwell, der Befehlshaber von Aegypten, telegraphiert: Das Gefecht am Sonnabend endete mit einem erttschiedenen Erfolg. Der Feind, unter dem persönlichen Befehl N u r i B e y s, eines Bruders von Enver Pascha, hielt eine starke Stellung südöstlich von Baranni (?). Ein Angriff der südafrikanischen Infanterie war erfolgreich ebenso wie ein glänzender Angriff der Dorfetshire und Deomanry, bei welchem Nuri Bey getötet, sein Stellvertreter verwundet und mit zwei anderen türkischen Offizieren gefangen genommen sowie ein Maschinengewehr erbeutet wurde. Der Feind hinterließ über 200 Tote und Verwundete. Deutschland beharrt auf seinem Standpunkt gegenüber Amerika. Washington, 29. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Graf Bern stör ff hat der Regierung mitgeteilt, daß Deutschland keinen Anlaß sehe, seine Anweisungen zur Versenkung bewaffneter Handelsschiffe ohne Warnung abzuändern oder ihr Inkrafttreten hinauszuschieben. Der Vertreter Oesterreich-Ungarns hat der Regierung eine ähnliche Mitteilung gemacht. Washington, 29. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Deutschland hat den Botschafter Bernstorff beauftragt, den Vereinigten Staaten mit- zuteilen, daß die Versicherungen, die bei der „L u s i t a n i a"-- und „Arabic"-Angelegenheit gegeben wurden, noch immer gelten, sich aber nur auf friedliche Handelsschiffe beziehen. Wie verlautet, hält Deutschland daran fest, daß die bewaffneten Handelsschiffe, wie immer die Bewaffnung sein möge, der Zerstörung ohne vorherige Warnung unterliegen. Der seekrieg. Ein französischer Hilfskreuzer mit 1104 Mann gesunken. Köln, 1. März. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Köln. Volksztg." meldet aus Amsterdam: Wie aus Paris amtlich gemeldet wird, ist der Hilfskreuzer „Provence II", der mit einem Truppentransport nach Saloniki unterwegs war, am 28. Februar im Mittelländischen Meer gesunken. Von 1 800 Mann wurden 696 Mann gerettet. * London, 29. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet: Der englische Dampfer „S o n t h f o r d" ist versenkt worden. Zwei Mann sind umgekommen. — Bei der Versenkung des russischen Dampfers „Petshenga" sind 7 Mann umgekonrmen. (Notiz: Der Dampfer „Southford" findet sich nicht in Lloyds Register. Vermutlich handelt es sich um den Dampfer „South- Port" — 3588 Tonnen.) Le Havre, 29. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung oer Agence Havas. Der Schlepper „Au revpir" jist Neue Briese vom „Marschall vorwärts" aus öerr Aeiheitökriegen. Eine Reihe höchst charakteristischer, bisher unveröffentlichter Briefe Blüchers aus der Zeit der Befreiungskriege hat Geh. Rat I. von Pflugk-Harttung im Geheimen Staatsarchiv aufgefunden und macht sie im neuesten Heft der „Forschungen zur Brandenburgischen und Preußischen Geschichte" der Allgemeinheit zugänglich. Sie sind an den General Ludwig Gustav Thiele gerichtet, der in jenen Jahren einer der Hauptberater und Vertrauten König Friedrich Wilhelm III. in militärischen Dingen war und als Direktor der Abteilung für persönliche Angelegenheiten im allgemeinen Kriegsdepartement eine einflußreiche Stellung besaß. Blücher, der ungeduldig brennt, den verhaßten Napoleon anzugreifen, schreibt an ihn aus Altenburg am 25. April 1813 in seiner wunderlichen Orthographie: „Ter unglückliche König von Schweden martert mich, es ist ein Infamer Kunst Griff der Franeosen, daß sie ihm zu uns durch- gelassen, er will absolut die Campagne mit mich machen, ich habe ihm gerade hin gesagt, daß rvehre Sohlegter Trugs unmöglig, er wollte mich einen Briefs iverde alles^ an wendeic, um sie yu gewinen. auch die Sächcheic Truppen befehlt kein guther Geist, aber ich werde se Schon an niich krigen . . . Verwendest sie sich beim monarckien dahin, daß wihr keine Partisans oder Herrum sttciffer krigen, diese Merrschm taugen irns nicht. Tie Leütte, die sie unter sich haben, verwilldent und bringen die Truppen im üblen Ruff, denn Rauben und stehlen lassen se nicht, auch erschwehren sie die verflägung, da wo toaß zu leben ist, da eillen se hin . . . ,Ter König muß noch Eassa gellder zu legen, ich kan nicht fertig wetten, mein Personale ist starck. Da zu ligen mich der nahen nachtbahrschast wegen die Enge- letrder auf den Hals;, und die Saxen muß ich vihl bey mich sehn, wenn se npch nützlig sein sollen, cs kan des königs Intentton nicht sein, daß ich das, tvaß man mich gegeben, verfahren soll. Mein un- glückliger Sohn ist tvvhl verlohren, ich glaube, daß er stirbt. Tie ärtzste hoffen seine völlige Herstellung, aber sein gekrenttes Ehrgefühl lest seine Herstellung nicht zu. Unverdindt unglücklicher ist wohl kein mensch, wie mein ahrmer sohn, zurück gesetzst gegeni Menschen, die es nicht wehrt sein, aber die Zeit ist noch nicht da, >vv ich über diesen gegen standt spreche, ich werde aber die ganze welld in den startdt setzen, über ihm und seinen unverdienten Kren- kungen uhrtheilen zu können." Interessante „Benennungen" in alten oberhesfischen Kirchenbüchern. Bor Jahresfrist etwa starb in eiiMN Hospital Oberhessens ein altes Original, bekannt bei groß und klein unter dem Namen „Der alte Johann", lieber ein Mcnschenalter hatte der Betreffende als Pfründner im Spital zruzebracht. Nur die tvenigsten Einlvohner des Städtchens kannten seinen eigentlichen Familiennamen; denn üvenn man vom „alten Johann" redete, so wußte sofort jedermann, wer damit gemeint war. Trotzdem durfte der Pfarrer bei der Eintragung desBerstorbenen in daski rchliche Beerdigungsregister sich nicht mit der üblichen, jedem geläufigen „Benennung" begnügen, sondern er mußte selbstredend in erster Linie den Familiennamen des Betreffenden zur Aufzeichnung bringen; derut die Kirchenbücher sind nicht nur für das jetzt lebende, mit den gegenwärtigen Verhältnissen und Menschen vertraute Geschlecht bestimmt, sondern auch für die kommenden Zeiten, in denen man mit der ausschließlicheit Bezeichmrng „der alte Johann" wenig anzufangen wüßte. In vergangenen Jahrhunderte wäre aber der Verstorbene zweifellos unter seiner üblichen, den Zeitgenossen geläufigen „Beneunung", auch ohne den Familiennamen ins Kirchenbuch eingetragen worden. Finden wir boch> darin namentlich im 17. Jahrhundert viele seltsam anmutende Einträge, wobei der Familienname völlig fehLt; aber an dessen Stelle sind charakteristische, bedeutungsvolle, ja oft witzige, dem Volksmund abgelauschte „Benemmngeit" getreten, nach denetr man sich bisweileit ein hübsches Bild von den benannten Personell machen kann, ihrem Leben, ihrem Schicksal. Wer kannte einsttnals nicht „den blinden Spielmatm", der von seinem Kinde sorgsam geleitet seines Weges dahinzog und die Bannherzigteit seiner Mitmenschen in Anspruch riahm. Allgemein war wohl die Trauer, als des Spielmanns Töchterchen starb, und es ist begreiflich, wenn der Schützer Pfarrer ins Kirchenbuch schrieb: „Des blinden Spielmanns Döchderlein gestorben." Jedermann wußte damals, wer gemeint war, als wohl nach langem, schwerem Leiden „der junge Mann zu Willis" (Willofs) gestorben, ,chie alte Margaretha, so 3 Jahre im Spital geweßen", „das alte Tippenmännlein", „Kuchelhanß im Siechenhauß", „die alte Backfrau vorm Oberthor^ft „das, Bettelkätgen im Spital" und „die Syppen Barb im Siechenhauß", die in den Häusern der Bürger zur Mittagszeit zmn Suppeholen sich einfand. Ein jed^s kannte „Schön Eisgen", die 1635 starb, „Anna, des Rotkopfs Döchderlein" und „Margaretha die Spinnerin". Bisweilen ist der Familienname noch obendrein durch die „ortsüblicbe Benennung^' des Betreffenden in charakteristischer Werse ergänzt. Da ist „Peter Heyl in der Hindd- gasse alias Ochsenkaspar genannt', der Marrn, welcher wohl das Staunen seiner Mitbürger heraussorderte, wegen seiner hervorragenden Erfolge auf dem Gebiete det Ochsenzucht. Wir 'hören von „Johann Zöller, der Weißkopf genanntt', von „Peter Schilling von Sandeis (Sandlofs), sonst Schön Peter genannt", von „Johann Hohmann, sonst der lange Hanß genannt" usw. Auch in kulturgeschichtlicher Hinsicht geben jene seltsamen Benennungen oft wertvolle Fingerzerge zur Beurteilung der einstigett wirtschaftlichen Betätigung. Durchweg trieben die Bewohner Ackerbau und Viehzucht. Auch ohne Anführung des Familiennamens wußte damals jedermann, wer gemeint war, wenn der Pfarrer ürs Kirchenbuch eintrug: „der Kuhhirt aus der Leimkauten", >cher opilio der Schäseickft „der Sauhirt von Kralettberg". Manche Erwerbszweige waren noch spärlich vertreten, darum begreiflich und verständlich, wenn es im Mrchettbuchl heißt: „Der (bekannte) Fuhrnrann vorm Oberthor", „der Schreiner^^, „der (Gärtner vorm Nibderthor^ft ,cher Mhler^^, „Mattstes der Maurer"', „der Saltzer", d. h. der bekannte Händler, der auswärts das kostbare Satz holte und hier verkaufte. Ml diese ,^eltennunrgen" zeigen, daß auch die damaligen Pfarrer in und mit ihrer Gemeinde lebten, und all diese Einträge zusammengenommen, geben ein interessantes Bild vom Leben und den Schicksalen einzelner Gemeindeglieder und von der kulturell-wirtschaftlichen Lage eines Gemeinwesens in längst vergangenen Zeiten. — rr— * ' ** Vom Roten Kreuz. Nach der für die Zeit von .'iegsausbruch bis Dezember 1915 gefertigten Aufstellung sind im hiesigen Roten Kreuz, aussckstießlich der Spende für die ‘ipnZru>innrtPTi('n in Rilütond. 116 813 71 Mk r'indprmnrrptt Der Wert der Naturalliebasgaben berechnet sich cmf 106000 Mark. Bei der Abschätzung der einzelnen Gaben wurde der vom Roten Kreuz bei Anschaffimgen im Großen gezahlte Preis zu gründe gelegt, so daß sich der Anschaffungspreis für die Einzel gaben wohl noch wesentlich erhöht. Damit sind die Leistungen der Einwohner unserer Stadt aber nicht erschöpft, denn es werden von einzelnen Familien aus der Stadt noch an 764 sogenannte. Vergessene von Zeit zu Zeit Liebesgaben abgeschickt, deren Wert nicht abgejchätzt werden kann. Ferner sind sowohl an die Verwundeten in den Lazavetttn als auch an die Truppen Gaben unmittelbar abgegeben worden, die deshalb in den Büchern des Roten Kreirzes nicht vermerkt werden konnten Die Ausgaben betrugen bis 31. Dezember 1915 91 894.55 Mk. Der größte Teil der Ausgaben entfällt ans die Anschaffung und Herstellung von Wäsche und Wollsachen zur Versendung an die Truppen ins Feld und Abgabe an die Lazarette hier und im Kriegsgcbiet. Die Einrichtung und Unterhaltung der Verband - und Kranken erfrisch ungs ft eile am Bahnhof hat bis zum Ende des Jahres 1915 einen Kostenaufwand von rund 23 000 Mk. per ursacht. ** Die Laushaltungsschule des Aliceschulvereins entließ am Samstag 12 Schülerinnen die ihre 5nronatliche Ausbildung vollendet hatten Von diesen waren aus Gießen 4 (nur 4.'), während 8 van auswärts waren. Es sieht also so ansl, als ob man in Gießen die 9-otw endig Leit einer gründlichen hauswirtschaft- lichen Ausbildung der jungen Mädchen noch nicht genügend würdigte, trotzdem in Schrift und Wort von berufensten Stellen (vergl. den Käte-Sch irr mache?-Vortrag) so oft diese Notwendigteit betont worden ist. Xie Prüfung der Haushaltungsschülerinncn bestand in der selbständigen Her stellung eines feineren Mittagnmhls, an dem außer dem Vorstand der Schule muf» eine größere Zahl von Angehvri gen der Schülerinnen ttilnalfmen, und in einer mündlichen Prüfung über die verschiedenen Gegenstände des Lehrplans. Dre im H a n d a r b e i t s u n t e r r ich t gefertigten Arbeiten waren in einer kleinen Ausstellung vereinig. Auch der Kvchkursus, der zweite dieses Winters, schloß in der letzten Woche mit einem yon den iShülerinnen hergestellten Pvobeessen ab. Weiter wurde ein unentgeltlicher Abendkursus in einfacher Küche für unbemittelte Mädchen zu Ende geführt, dessen Teilnehmerinnen zum größeren Teil in den umliegenden Dörfern und nur zum kleineren Teil in Gießen ansässig waren. In der Abteilung II der schule findet jetzt nur noch der Seminarunterricht statt, der erst im Mürz mit der vom 20.-24. März währen den staatlichen Abschlußprüfung beendet wird. Haushaltungs- und Kiochschule sowie die Kurse der Abteilung I beginnen von neuem am 14. März, während das neue Unterrichtsjahr der Seminare erst am 26. April anfängt. Die von der Abteilung I der Schule in der letzten Woche veranstaltete Ausstellung ihrer Schülerinnen arbeiten wurde an den drei Tagen von über 1400 Per sonen besucht. ** Eine ö ffentliche Sitzung des Provinzial ausschusses findet am Samstag, den 4. März 1916, statt Auf der Tagesordnung steht 1. Antrag auf Enteignung von Ge- inm Ausbau der Ederstraße und der Parallel sttaße zur Eisenbahn hier: zu Gießen. Klage des lande Sternstraße von der Schottstraße bis zur 2. Wasserversorgung des unteren Niddatales; Müllers Jüngst auf der Harbmühle. 3. Enteignung von Gelände für Erweiterung des BahnhoD Schotten. 4. Verkündung des wrnzialansfthbrsses in Sachen Enteignung von zum Ausbau der Bismarck- und Wilhelmstraße Urteils des Sttaßengelände zu Friedberg. . ** Stadtthea 1er. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns Mrtgtteilt: Em ganz besonderer Genuß steht für Dienstag, den 7 ds. Mts., in Aussicht, indem an diesem Abend eine Opernauffüh^ rung unter dem Titel „Hei tere r R o kokv -O p ern * % b e nb" stattflnden wird. Gegeben werden die beiden einaktigen Opern „Bastien und Bast renne" von Mozart, und die ,Magd als Herrin" von Pergölefe. Ein Zwischenteil bringt »reiz volle Terzette, Barette und Arien aus verschollenen Opern, die ebenfalls im Kostüm vorgetragen werden. Mitwirkende sind bekannte Künstler : Die Sängerin Sophie Hehmann-Engel, der Bassist An ton Sistermanns und der Tenorist Max Men sing. Die eigen-» artigen Ausführungen haben überall außerordentlich gesallerr — Vorbestellungen zu diesem heiteren „Rokoko-Opern-Llbend" werden sihon jetzt entgegengenonrmen. or * * Oberhessischer Kunstverein. Die Kunstwerke zur Ausstellung der deutsch-österreichisckMn Künstler sind eingetrofsen -rre Eröffnung dieser Ausstellung kann demnach am Sonntag den 5. März, erfolgen. ** Im Lichtspielhaus, Bahnhgfftraße, findet morgen, Donnerstag, 8 Uhr, ein großer bunter Abend statt, bestehend aus: Instrumental- und BokaldarbiÄungen, kinematographiischen Aufführungen, deklamatorischen Vorträgen, Rezitationen usw. Ms Mitwirkende sind Frankfutter Künstler gewonnen. Näheres ist aus dem Anzeigenteile unseres heutigen Wattes zu ersehen. ** G esellschaft für Erd - und Völkerkunde. Der dritte Bortrag findet Sonntag, den 5. März 1916, 8 1 /* Uhr, m der Neuen Aula der Universität statt. Santo Bey de Semo, Kaisers. ottomanischer Ingenieur, wird über das Thema Berlin — Bagdad (Mesopotamien) einen Vorttag mit Lichtbildern halten. <** S :tT Deutsche Frauenverein vom Roten Kreuz rur dre Kolonien, Abteilung Gießen, hat ftir Donnerstag, 2. März, abends 8V« Uhr, Dr. Vöhringer zu einem Vorttag über seine Erlemnsie während des Krieges in Kamerun und in der englischen Kriegsgefangenschaft gewonnen. Der Vortrag ftndet in der neuen Aula der Universität statt. ** ft a ctoffelmefjf. Die Preise für ftartoffelstärkernehl sind ab 1. März 1916 gegenüber den im Juni 1915 festgesetzten Preisen um 8 Mk. für 100 kg erbotst worden. ** Höchstpreise für Eiche n - und Fichtenrinde. Mit dein 1. 3. 1916 tritt eine Bekanntmachung in Kraft, durch die Höchjtpreise für Eichenrinde. Fichtenrinde und zur Gerbstoffgewinnung geeignetes ftastanieuholz festgesetzt werden. Die Der- kaufsvreise für den Zentner Rinde sind je nach der Güte abgestuft. Tie Einzelheiten der Bekanntmachung ergeben sich aus ihrem Wortlaut, der am hiesigen Rathaus angeschlagen ist. ** Das Ausflop sen von Teppichen. Das Grvßh. Polizeramt teilt mit: Berechtigte Klagen über erhebliche Belästigungen durch rücksichtsloses Teppichklopfen zu jeder Tageszeit, insbesondere auch in den frühen Morgenstunden, geben Veranlassung, darauf aufmerksani zu machen, daß das Ausklopsen von Teppichen usw. auf die Werktage von 8 Uhr vormittags bis 12 Uhr mittags zu beschränken ist. Sollte dieser Hinweis wider Erwarten keine Beachtung finden, so wird die Polizeibehörde Sttafmaßnahnlen zur Anwendung bringen. Landkreis Gießen. e. Lich, 1 . März. Die diesjährige Aufnahmeprüfung am hiesigen Borseminar findet am 13. April statt. Die Anmeldung hierzu muß vor dem I. April geschehen sein. Sie ist mit 1,50 Mk. Stempel zu bekleben, und die Anmeldepapiere sind ihr beizufügen. ^ Ebenso ist vorherige kreisärztliche Untersuchung des Schülers nötig. Bei den Verlusten, die gerade der Lehrerstand infolge des Krieges erlitten hat, sind die Aussichten in diesem Berufe in den nächsten Jahren gut. e. ^L i ch. 29. Febr. Im Laufe dieses Winters fanden im hieben schlosse zu Wohltätigkeitszwecken eine Reihe musikalischer Veranstaltungen statt, ausgeführt durch ein Quartett Frankfurter Künstler unter Leitling von Konzertmeister Ferd. Kaufmann aus tyranffurt a. M. Ermutigt durch den außerordentlichen Anklang. den d,e Veranstaltungen fanden, Hai sich ans Anregung der F ü r st i n S" Solnis-Lich der Künstler nunmehr zu zwei aufeinanderfolgenden Ausführungen größeren Stils entschlossen. Am nächsten Samstag abend wird im neuen Saale des Fürstl. Schlosscs ein Kammer- m u s i k a b e n d staufinden und am Sonnt«n nachmittag eine zweite Veranstaltung, in der das Quartett. verstutt durch eine Reche weucrer Künstler aus Frankfurt, trnd eine Anzahl musikalischer ftrarte des G i e ß en e r ft o n z e r t v e r e t n s, soivie ans Darrn- stadt und Lieh. Beethovens 3. Symphonie (Ero i eal, sowie Orchester- werte von Grieg und Mozart zur Aufführung briitgen wird. In ledern der beiden Konzerte wird eine Sängerin milwirken. Der Ertrag beider Veranstaltungen soll wieder der Kriegswohltätigkeit zugeführt werden. In Anbetracht der außerordentlich hohen künstlerischen Qualität des Quartetts ist nuzunehmen, daß beide Konzerte auch von den musikalisch interessienen Kreisen Gießens, sowie unseren Nachbarstädten befnd)t werden. Beide Konzerte sind so gelegt, daß die Züge nach zwei Richtungen benützt werden können. Alles nähere ist aus der heutigen Anzeige zu ersehen. Kreis Alsfeld. — Alsfeld, l.März. Bei Altenburg sind infolge der vielen Niederschläge der letzten Tage an der neuen Eisenbahnlinie Als- selo -Grebenau größere Dammrutschungen eingetreten, so daü die stir Mitte März vorgesehene Bahneröffnuna erst später stattfinden kann. Kreis Friedberg. Q. Bad-Nauheim, 1. März. Der hiesige Spar- und 8 o r s ch u ß v e r e i n erzielte im Geschäftsjahr 1915 einen Ge- Umsatz von 27 557 514 Mk. gegen 38 Millionen 1913 und * Millionen 1914. Ter Reingewinn beläuft sich ans 37 586 Mk Der 620 Mitglieder umfassende Verein hält am kommendeil Lamstag seine Hauptversammlung ab, in der über die Verwendung des Reingewinnes Beschluß gefaßt wird. Starkenburg und Rhcinhessen. . —..Aus dem 'Odenwald, I. März. Bei der Station Gaumühle der Hanau-Eberbacher Eisenbahn fiel der Schaffner Johannes Schnellbacher ans einem Zuge. Er wurde über- fahren und auf der Stelle getötet. Hessen-Nassau. ^Frankfurt«. M., 29. Febr. Tie Gesamtzahl der ?o ^o- Februar in den Gefangenenlagern des Bezirks des 18. Armeekorps aus den Kämpfen bei Verdun eüigelieferten Frau zvsen btträgt rund 14 000 Mann. Hiervon entfallen auf T a r m- stadt und Gießen etwa je 5-000, auf Worms 4000 Mann Nach Mainz kamen 200 Offiziere. — Einen hübschen Scherz leistete ,ich der bekannte „Setzerlehrling" eines hiesigen Blattes Er brachte es fettig, den Stellvertteter des Chefs des österreichisch ungarischen Generalstabes zum Standesbeamten unseres Vorort Rodelheim zu, machen. Die Unterschttfi des amtlichen Tagesberb der österreichisch-ungarischen Heeresleitung lautete nämlich: „von Höfer, Feldmarschall-Leutnant, Standesamtsbezirk Rödelheim." -- Frankfurt a. M., 1. März. Dre gestern abgehaltene S> t a d t v e r o r d n e t e n s i tz n n g beschäftigte sich nach einer Anfrage des Stadtverordneten Zielowski (Soz.) über die Maßnahmen zur Beseitigung der L e b e n s m i tt e l t e n e r u n g ausschließlich mlt Lebensrntttelversorgungssragen. Sie nahm nach längerem Meinungsaustausch darüber folgende Anträge an: Einführung von Brotteilkarten, wie diese schon mit bestem Erfolg in Berlin, München, Stuttgart usw. im Gebrauch sind; Herstellung einer Kriegs wur st in drei Sotten aus den für Frankfurt ge mästeten Schweinen; bessere Organisation der bereits bestehenden Einrichtungen für Butter- und F e t t b e s ch a f f u n g . ftartoffelversorgung irnd Beseitigung der Fleisch- teuerung. Ferner fand ein Antrag auf straffere Fürsorge und Unterstützung von Schulentlasseneri durch die Kriegssürsorge einstimmige Annahme. Dem Antrag des Stadtv. Fleischer, der dringend den^Anschluß Frankfurts an den Balkanzug fordert, stimmte die Sitzung ohne weiteres zu. Forts schon vor länger Zeit abgerüstet wurden Er entnimmt dann einem Berichte des „Petit Pariffen" verschiedene Einzelheiten über die Kämpfe: Nachdem der Angriff eröffnet war, sah man die dunklen Massen der Deutschen über den schneebedeckten Boden vor- dringen.Arup über die Mhänge schwebten die Reihen der deutschenJnk santcrie herab. Tie ftanz. Infanterie eröffnete in jenem 2lugenblick ein mördecsiches Feuer, worauf die schwere französische Artillerie fick) ihrerseits in den Kampf einmischte. Nach einer Anzahl von Angriffen wurde die Höhe 345, Douaumont gegenüber, von den Deutschen im Sturm genommen, und die Flut der Deutschen umtoste^ den Berg von >ie Deutschen versuchten auf den Höhnen Fuß zu fassen, und schließlich gelang es dem Brandenburger 24. Infanterie-Regiment, den Gipfel des Forts zu erstürmen. Das berühmte französische Korps, das wie die preußische Garde, stets dahin besohlen wird, wo das Gefecht am größten ist, begann sofort den Gegenangriff, und gegen Mittag war das Fort Douaumont 'stieder im Besitz der Franzosen, und die Franzosen leisteten dem deutschen Versuch, sic wieder herauszuwcrfen, heftigen Widerstand. In einem zweiten Bericht geben die Fran- zoieii aber trotzdem zu, daß das Fott Douaumont tvirder in dent- Befitz und vom Feinde dauernd gehalten werde. An der Ostfront von Verdpn, so fährt der „Times"-Korrespondent sott, haben die Franzosen ihre Laufgräben in der Ebene ungehindert erreicht und sich auf den die Ebene bestreichenden Höhen kon- re vücherüsch. — Kriegsgewinnsteuergesetz. In der Sammlung deutscher Reichsgesetze in Einzelabdrucken (Verlag Emil Roth Gießen) ist als Nr. 556/557 „Das Gesetz über vorbereitende Maß nahmen zur Besteuerung der Kriegsgewinne" erschienen. Ein Anhang enthält das Gesetz über die Kttegsabgaben der Rcichsbank. Nr. 558 der gleichen Sammlung bringt die „Ausführungsbestim- mnngen zu erstgenanntem Gesetz". (Preis 40 bezw. 20 Pfg.) Märkte. F. C. Frankfurt a. M , 1. Aiärz. Schweinemarkt. Auf getrieben waren 279 Schweine. Es kosteten: Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 ftg. Lebendgewicht 108.00-00,00 Mk.; Vollfleischige Schweine unter 80 ftg. Lebendgewicht 93,00-00,00 Mk.; Voll- leischige Schweine von 100 bis 120 Kg. Lebendgewicht 118,00 Mk. bis 118,50 Mk.; Vollfleischige Schweine von 120 8is 150Ka. Lebendgewicht 129.00-00,00 Btt. Marktverlauf flott, ausverkaust. , ko. Frankfurt a. M., 1. März. Frucht- und Futter- m t t.t elmark t. Geringes Angebot, große Nachfrage. Am Futter mittelmarkt festere Stimmung. An Getreide kein Angebot. ko. Frankfurt a. M., 1. März, ftartosfelmarkt. Kartoffeln nn Großhandel in loser Ladung ab Ver andstation 6,10 Mk. per 100 Kilo. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdien st, Gießen. Wttteraussichten in Hesseil am Donnerstag, den 2. März 1916 - Wechselnd bewölkt, zeitweise leichte Niederschläge, Temperatur wenig geändert. kehle Nachrichten. Vier feindliche Kriegsschiffe versenkt. Berlin 1. März. (WTB. Amtlich.) Von unseren -Booten wuwen zwei französische .Hilfskreuzer mit ;e 4 Geschützen vorLeHavreuntzeinbewaffneter englischer Bewachungsdampfer in der Themse- mundung versenkt. Im Mittelmeer wurde laut amtlicher Meldung aus Paris der französische Hilfskreuzer , L a Provence"^der mit einem Truppenttansport von 1800 Mann nach Saloniki unterwegs war, versenkt Nur 696 Mann sollen gerettet sein. * Das am 8. Februar an der syrischen Küste versenkte ranzoslsche Kriegsschiff war, wie die Meldung des zurück- gelehrten U-Bootes ergibt, nicht das Linienschiff „Lufs- n *n^, sondern der Panzerkreuzer „Admiral Char- Der Chef des Admiralstabes der Marine. * Die Kämpfe im Westen. Der Sturm aus Douaumont. , Ro t tcr d am 1. März Ter Berichterstatter der „Ti mes" berichtet über die Borgange bei Berdun: Die Franzosen wurden gezwungen, mtter dem Drucke des Gegners ans den oorgesckwbenen Stellungen sich auf die nördliche Verteidigungslinie von Verdun zurückzuIieheu. Die Lage sei andauernd ernst, und mit großer Spannung werde der weiteren Entwicklung entgegen gesehen .ue Franzosen seien aber immer noch im Besitze der 'Hauptver- terdigungslmre und man hofft, daß es ihnen gelingen wird. Verdun zu halten Ter Kern der ganzen Lage sei, daß die Franzosen nur vorge,chobene Stellungen an den vordersten Betteidigungslinien aufgegeben haben, daß, wre heftig der Kampf auch war, das schwerste Ringen twch bevvrstehe. Wenn es dazu kommen würde, seien die Franzosen in mancher Hinsicht im Vorteil: Ter Besitz der hauptsächlichsten Höhen setzt sie in den Stand, die Angreifer mit ihrem Feuer zu erfa,sen. Ter Korrespondent des englischm Wattes erklärt, er habe die Verteidigungswerke von Verdun früher besichtigt. Er könne aus eigener Anschauung bestätigen, daß die zentrrert. Der Rückzug sei durchaus freiwillig gewesen. Franzosen behaupten auch die am Fuße jener Höhen befind- Stellungen. Mittlerweile versucht die schauere deutsche Artillerie bw St abt Verdun z u beschießen und ebenso zuzu- richten wie Wpern. Bor der Schlacht war die Stadt vollständig von der Zivilbevölkerung geräumt worden. * Die neue Kriegsanleihe. Berlin, 1. März. Mit Bezug auf die Ankündigung der neuen Kriegsanleihe sagt die „Bettiner Morgenpvst": Die Vor- vedlngungeil find so beschaffen, daß es für jeden einzelnen leicht und vorteilhaft fit, Mi dem ^Lerke der vierten Kriegsanleihezeiw^ nung mitzuwirken. Jeder tue seine Pflicht nach seinen Kräften, dann endm diesmal der finanzielle Ansturm mit dem deutschen Siege ^ 1t? "Flitter Tageblatt" urteilt: Unzweifelhaft ist die Bürde der Kriegskosten außerordentlich schwer. Aber wir dürfen, wenn wir heute die Lasten des Reick)es vom Standpunkte des 2lnleiHeerwerbers aus beurtttlen, nicht vergesseii. daß das deutsche Nationalvermögen ein Vielfaches von dem Bettage, was bisher ausgegeben wurde, ist, und was noch wichtiger sein dürfte: dis Kapitalkraft der deutschen Volkswittschaft hat sich keinesfalls in demselben Maße verniindert, wie die Anleiheschuld des Reiches gestiegen ist. Die bisher ansgegebenen drei ersten Kttegsanleihen luittm ein mveils steigendes Zeichnungsergebnis, das in den Zahlen 47g 9 und 12 Milliarden seinen Ausdruck fand Wir glauben, daß seit der im Herbst vorigen Jahres veranstalteten! dritten Subjkriptton der Wille des Kapitals, die finanzielle Bereitschaft des Reiches zu stärken, trotz der inzwischen eingetretenenj Verteuerung der Lebenshaltung keine Einbuße erfahren haben rvird^ Wir find uns dessen bewußt, daß das schwere Werk zu einetzst guten Ende geführt werden muß, und wir wissen alle, worin der ner- vus rerum bei der Kriegführung besteht. Die Reichsregierung hätte infolgedessen mit gutem Grunde davon absehen können, bei der Ausstattung der vierten Kttegsanleihe andere Ä^adalitäten zu wählen, als bei der ersten, zweiten und dtttten. Wenn sie gleich- wohl neben den fünfprozentigen Schuldverschreibungen zum ersten 47prozentige Schatzanweisungen schafft, so muß das unter Berücksichtigung der Verlosungschaneen des Anleihetypus als ein neues Reizmittel erscheinen. Es ist aber in Wirklichkeit unter J^oiltlschen Gesichtspunkten, als ein erster Schritt zur Herab- druckung des mit 5 Prozent reichlich hoch bemessenen Zinsfußes anzuseyen. Ohne aus bas Für und Wider der beiden Änleihe- arten vom Standpunkt der Kapitalisten aus näher einzugehen, möchten wir unter allgemeinen Gesichtspunkten wünschen, daß dem Reiche gelingt, bei ferneren Unleihebegeb nn gen durch tatsächliche Ermäßigung des Zinsfußes seine Lasten zu vermindern und der allgemeinen Kreditentwicklung zu dienen. Diesem Ziele wird das Reich- umsomehr zustteben können, je eher zu einem siegreichen Friedensschlüsse kommen. Eine der Bor- bedingnngen hierfür aber ist wiederum, daß auch die viette Kriegsanleihe einen großen Erfolg hat. Darum auf zur Zeichnung? . Die Tabaksteuer. .. Berlin 1. März. Die nächste der neuen Steuervorlagen» me veröffentlicht werden soll, wird laut „Berliner Tageblatt" die Tabaksteuer sein. Die Veröffentlichung des Entwurfes und seiner Begründung dürfte unmittelbar bevvrstehen. Die Wehrpflicht der Ledigen in England. -H li a g, l.März. Die „Dailv Mail" bettckstet, daß eiu L ol J l öItw«t Erlaß ergehen wird, wonach ledige Männer im Alter Unter 30 Jahren nickst mehr reklamiert werdest tonnen, auch wenn sie in Munitionsfabttkeii und sonstigen resers vretten ' - ri ' ' ' ~ ■ es eilte Diensten, wie bei Zeitungen usw.,. beschäftigt sind. - klr'Ziitei'dsckTr' in IsdleL^en für Nervöse und Seaeseetde Man TCJlaafie aa&drQcklicb „Pinoflool in Ta^tetten 6 BMer M, 1^0 . 12 Bäder M. 3,— _-E« _ In der Genesungszeit wie nach Blutverlusten oder Operationen, auch in Zeiten besonderer dlnsttengungen und Auf-' regnngen ist Sanatogen das ideale Mittel, den Krästeverbrauch' rasch und sicher wettzumachen. Daher ist es auch ebenso für unsere' in den Lazaretten liegenden Verwundeten und Kranken, wie für die Krieger draußen im Felde zur Kräftigung und Erhalttmg ihrer Gesundheit und Widerstandskraft von gleich großer Bedeutung.. Es sei auf den der heutigen Nummer beiliegenden Prospekt der Sanatogenwerke Bauer & Eie.. Berlin SW. 48, verwiesen. 1590 D Bekanntmachung. Betr.: Höchstpreise für Kartoffelstärlemehl. Unter Bezugnahme auf die.Bekanntmachung am 22. Funk 1915 (Kreisblatt Nr. 54) und vom 9. November 1915 'Gieß. Anz. vom 9. November 1915) wird der Höchstpreis für Kartofselstörke- mehl im .Kleinverkanf mit Wirkung vom. 1. Mär- 1916 ab auf 6 8 P f g. für das Kilogramm (3 4 P s g. für das Pfund) gegen seither 60 Pfg. für das Kilogramur (30 Pfg. für das Pfund) erhöbt Gießen, den 29. Februar 1916. Gwßh. Kreisamt Gießen. I. V. a n g e r m a n n. Der Oberbürgermeister. Keller. Statt Karten. l Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen DORA KAMMER NICOLAUS KLEIN Gießen, den 2. März 1916. Differten Licher Straße 23 07997 bei Saarbrücken vorrätigen echten bin ich gezwungen, meine noch Perser-Teppiche wertvolle Stücke, zu jedem annehmbaren Preise < r egen Kasse zu verkaufen. Schriftliche Angebote nnter 08012 an die Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers erbeten" LSchtspielhaos Heute und folgende Tage HEÜ1YPORTEN in ihrer neuesten Triuraphschöpfung: Der Sieg des Herzens Schauspiel in 4 Akten Ferner: ein Sensattonsmonopolftchlager* Programm wie es Gießen seit langem nicht mehr gesehen hat OT* Jeder Film ein Schlager! "AH Militär vom Fddvebel abwärts sab!! werktags die Hälfte. 1617a Danksagung. Wir danken allen für die zahlreichen Beweis© herzlicher Teilnahme beim Heimgange unserer lieben Entschlafenen aufs innigste. Di© trauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Ludwig Kraushaar, Bürgermeister. Rödgen, am 28. Februar 1916. i«: Durch das Rote Kreuz erhielt ich die schmerzliche Nachricht daß mein lieber Mann, unser guter Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel, der Regimentsarzt J Dr. Emil Schreiber Ritter des Eisernen Kreuzes am 5. Januar in Gefangenschaft gestorben ist Im Namen der Hinterbliebenen: Marie Schreiber, geb. Kammer. Darmstadt, Gießen, Bellersheim, den 1. März 1916. 1592 Gestern abend 8 Uhr entschlief plötzlich und unerwartet infolge eines Schlaganfalles mein lieber, guter, treusorgender Mann, unser guter Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager, Pate und Onkel Herriuann0sswald Gastwirt im 47. Lebensjahr. Wieseck, den 1. März 1916. 1614 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elisabetha Osswald geb. Pansch. Die Beerdigung findet Freitag, den 3. ds. Mts., nachmittags 4 Uhr, vom Sterbehause Giessener Strasse 53, aus statt. oh Itätigkeäts-Konzerte im Fürst!. Schloss zu Lieh unter Leitung des Konzertmeister* und Violinkünstlern Herrn Ferd. Kaufmann aus Frankfurt a. M. Samstag, den 4. März 1916, abends 7 1 / 3 Uhr: KÄMMERMUSIZÄBEHD. VOBTHAGSFOLGE: 1. Quartett in B-dur von Jobs. Brahms . I gespielt von den Herren i FVd. Entmann r» . o . , n ,u .m, Id. Violine), Ottmar Gerste* (II. Violine), 2. Quintett in C-dur von L. v. Beethovetl > l. Matterer I v . . R. Knoblauch, 3. Quartett in G-moll von Edw. Krieg . I Prof.Br.waiter i ,Vl ° a ’ (Cello) Eintrittskarten: I. Platz: 1.00 Hk., II. Platz: 0.50 Mb. Sonntag, den 5. März 1916, abends 7 1 /, Uhr: ORCBESTERSFIEL: 1. Symphonie Nr. 3 in Es-dur (Eroica).L. v. Beethoven 2. Eine kleine Nachtmusik ..Mozart 3. Orchestersuite (Peer gynth).Edw. Krieg Sol o* V orträge: Gesang: Lieder v.Schubert, Mendelssohn, Brahms, gesungen v.Frl. Therese Kübel Violine: Herr Ferd. Kaufmann aus Frankfurt a. M. 1584V Eintrittskarten: I. Platz: Hauptkarte 3.00 M., jede weitere Beikarte 1.00 M. II. „ N 2.00 . N N 0.75 . III. „ , 1.00 „ N 0.50 M. IV. * 0.50 „ Vorverkauf für beide Konzerte bei CHALLIEB, Giessen 'W _ Die Bahnverbindungen passen fjir beide Konzerte. = 1=3 uoer: W > ■■ — ..... 1111 » IW IIU ■ M I II —II B 11 liliM n 1 II Frauenbund der Deutskißen Kolonialgesellschaft Adllg. Sitften Vortrag Donnerstag, 2. März 1916, abends S l /i Uhr in der Aula der Universität Herr Dr. G.Döhringer Reine Erlebnisse während des Krieges in Kamerun und in der englischen Kriegsgefangenschaft. Der Vortrag ist zugunsten der durch den Krieg irr Not geratenen Ausiedlerfamilien unserer Kolonien. Eintritt Mk. 1.00. Mitglieder gegen Vorzeigen der Einladungskarten 50 Pfg. Schüler und Militär vorn _ Feldwebel abwärts 30 Pfg. _ [1447 Deolscler [mein»leien Kreuz WWst für M- nflD LölkertuOe. Dritter Vortrag: 1589D Sonntag, den 5. Rar; 19(6. 874 Uhr in der Neuen Aula der Universität. Santo Bey de Demo, Kaiserl. ottomanischer Ingenieur: öElIlU — tnlCjJklÖ (Iciopotaiicn) (Mit Lichtbildern.) Unsere verehr!. Mitglieder machen wir auf den, von der hiesigen Abteilung des Frauenbundes der deutschen Kolonialgesellschaft veranlaßten, am Donnerstag. 2. März, abends 8% Uhr. in der neuen Aula der Universität stattfindenden Vockllß dcs ßerrii Dr. Vöhrinßtt über seine Erlebnisse während des Krieges in Kamerun: und in der englischen Kriegsgefangenschaft besonders aufmerksam. 1604 Der Vorstand. Schiveineverficherungsverem. Generalversammlung «omtlnn, den 12. 9Jläv&, abends H Uhr. “W bei Mitglied Sauer (Neustadt). Tagesordnung? 1. Jahresbericht durch den Vorsitzenden. 2. Kassenbericht durch ! den Rechner. 3. Beschlußfassung über cingebrachrc schriitliche Anträge seitens der Mitglieder. 1583 t Borslandswahl. Siir de« Vorstand: Valentin. Cafe Amend Heute Mittwoch, 8 Uhr: Familien-Konzert Die vankespsticht der deutschen Zrau unseren Helden gegenüber. Gehalten von Frl. Käthe Papke, Bad-Sachsa, Vorsitzende des Kriegs- Jnvalidenhcims „Heldendank", am Mittwoch. (. März abd;.8Uhr SS*B Hotel Schütz Eintritt frei! Gäste sind herzlich willkommen. Eintritt frei! * Ortsgruppe Gießen des „Heldendank". 07t >54 Ingenieur - Akademie Wismar t 0slsee.«^£K%^£^ nnd AreAit&fclMi. — (ElBenoetontÄti and Kuliurtechalk.) (ElBfenoetdabftn uuu uui.ui imiui.i ä Nene Laboratorien- _ *+*+o**^* LicRrt-Spiefl-Haus .▼.EahnlioSsir. 34 GIESSEN rslephon 2077 Grösstes Unternehmen dieser Art am Platze Vw Morgen Donnerstag, 2 • Mürz 1916, JL abends 8 Ihr: Erster großer “T* Bunter bestehend aas Instrumental* and Vchalflar* Wwk, bietnnrjen, kinomatographiseh. AnHabrnngen, J HM L deklamatorisch. Vertrauen, Rezitationen nsw. 'Wy? Husten uiiiä Heiserkeit verschwind, bald n. Gebrauch v. Dr. BuflebS Hustentropfen, F-l.50Pf.,nurCsntral-vrogsris Emil Karn, Schulstratze. [930 SrncHiaM liefert In Jefler gewUnschtOG Ausstattung stilrein u.preiswert 4, e Brftfel’sofce Uwv.-GrwcfceraS 4 # n ♦ « * # ♦ bestehend aas Instrumental* and Vohaldar- ble'.nn-jon, kinoraato graphisch. AufUhrnngen, deklamatorisch. Vortragen, Rezitationen nsw. SPIEL FOLGE 1. Alte Kameraden Marschfv. Teicke Künstler-Orchester des Lichtspieltheaters zu Frankfurt a. M. (Kapellmeister Jae. van Denekamp). 2. Ouvertüre a. d. Oper „Martha“ v. Flotow. Orchester. 3. Josef Nagel, Humorist, in seinen zeitgemäßen Vorträgen. 4. Wiegenlied, v. Jocelyn, Violin-Solo in. Klavierbegleitung, vorgetragen von Herrn Jac. van Denekamp. Am Flügel: Herr C. H. Groenendyk. 5. lensere Marine als Wehrmacht ..Das Wasserflugzeug“. Interessante Original-Film-Auf nähme. 6. Robert Matter, der Veranstalt, des Abends,i. sein, ernst, u. heit.Orig.-Dicht. - PAUSE - 7. Fantasie a. d. Oper ,,Carmen“, prehester. 8. Josef lVage!, Vortragsküustler, in seinem aktuellen Repertoire. 0. Fantasie über Gomtods Fanst, Violin-Solo mit Klavierbegleitung, gespielt von Herrn Ludwig Roich, lapg- .iährig. Kapellmeister am Zoologischen Garten in Frankfurt a. M. XHENNY PORTEN in ihrer neuesten Filmschöpfung a H- Der Sieg des Herzens Schauspiel in 4 Akten. JKK 11. Gate Nacht, auf Wiedersehen! Heiterer Filmscherz. 12. Schluß-Marsch. Karten Vorverkauf von 11 bis 1 Uhr vorm. V an der Theaterkasse^ {1609a V *+*+o+wMt Roborin bestes Kräftigungsmittel für Pferde. Vertreter: 107890 M. Creutzbnrg. Schwemmsteintabrlk,älteitc autz.Synd., lies.bill. Ia Steine. ^ Phil. Gics, Neuwied. StBnographeii- G&sellschaft Gabelsberger 0 Glessen und Damenabteilung E. V. Wir eröffnen Donnerstag, den 2.März 1916, abds.8' Uhr in unserem Vereinslokal „Zum GambrinuS", Kird" strabe 11, einen Aosäga-LeWU i.GabclsbcrgcrscherStcrro- aravbic für Damen und H c rrc n. Unterrichts geld 6M. Anmeldungen an Herrn A. Karnbach, Landgrafen- stratze 5, oder .m Beginn des Unterrichts erbeten. I4l5el Der Vorstand. kr Q Dlra Hermann SteingoPtter. Freitag, r. März 1916, abends 8 Ubr: 13. Frcitng-Abonn.-Vorstellg. Gewöhnt. Preise (ermätzigt) ISenheUl kienhvM Ein Scher;sviel aus alten Tagen in 3 Akten von Mar Dreyer. Ende nach 10 Ubr. 11587c Soldaten vorn ,Feldwebel abwärts Labten bei allen Vorstellungen «an rer bei Volksvor>teflunaen)autl. und LSperrsitz nur halbe Preise.