m. 50 Der Sietzener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich SietzenerZamiliendlätler; zweimal wöchenll.Kreir- blattffirden Kreis Sichen (Dienstag und Freilag); zweimal monatl. Land' wtrijchafttiche Zeitfraaen Fernjprech - Anschlüsse: sürdieSchriitleitungllL Vertag, Geschäfts stellebl Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Annahme von Anzeigen sür die Tagesnnnuner bis zum Abend vorher. Erstes Blatt M. Jahrgang Dienstag, 29. zevruar Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesten S«tattvtts»r«ck und Verlag der vrühl'sche» llrü,.°vu«h- «ad Striadrackerei 8. Laag«. §chriftlett«ag. «eschästsstelle und Druckerei: 5chu!str.7. Be-ngSprei r: monatl. 85 Pf., viertel- jäbrl. Mk. 2.59; durch Abhole- u. Zweigstellen lnonatl. 75 Pf.; durch die Post Mk.2.36 viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf., ausw. 20 Ps. — Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge- richtssaal: Fr.R.Zenz; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Erneuter vorrücken um Verdun. Ein Erfolg in der Champagne. (WTB.) Krotze'S Hauptquartier, 28.Februar. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Die Artillerielämpfe erreichten vielfach größere Heftigkeit. An der Front nördlich von Ar ras herrscht fortgesetzt lebhafte Mincntätigkeit. Wir zerstörten durch Sprengung etwa vierzig Meter der feindlichen Stellung. In der C h a m p a g n e schritten nach wirksamer Feuervorbereitung unsere Truppen zum Angriff beiderseits der Straße Somme -Py — Souain. Sie eroberten das Gehöft Navarin und beiderseits davon die französische Stellung in einer Ausdehnung von über sechszehn hundert Metern und machten sechsundzwanzig Offiziere, eiutausendundneunMann zu Gefangenen und erbeuteten neun Maschinengewehre und einen Minenwerfer. Im Gebiet mm Verdun erschöpften sich wiederum neu herangeführte feindliche Massen in vergeblichen Angriffsversuchen gegen unsere Stellungen in und bei der Feste Douaumont sowie auf dem Hardaumont. Unsererseits wurde die Maashalbinsel von (5ha mp Neuville vom Feinde gesäubert. Wir schoben unsere Linien in Richtung auf Vacherauville und B ras weiter vor. In der W o e v r e wurde der F u ß d e r C 0 t e s Lorraines von Osten her an mehreren Stellen erreicht. Oestlicher und Balkan-Kriegsschauplatz. Lichts Neues. Oberste Heeresleitung. - H * Unsere Anginffe auf die Festung Verdun schreiten verhältnismäßig rasch vorwärts. Man darf nicht annehmen, daß es sich dort um Spaziergänge handelt und daß die Aufgabe unserer Truppen in zwei bis drei Tagen völlig gelöst werden könnte. Auch als Laie kann man in diesen Dingen die Augen öffnen und die planmäßige Sicherheit und Ruhe bewundern, mit der die Schwierigkeiten nacheinander aus dem Wege geräumt werden. Das Neueste des Tages ist, daß die Maashalbinsel von Ehcrmpneuville gesäubert wurde, daß unsere Truppen bis Vacherauville und Bras vorftoßen, also bis an die Südostecke der genannten Maasschleife. So wurde erreicht, daß der Feind keinerlei Vorstöße in die Flanke der deutschen Angreifer ansetzen kann. Jenseits der Maas, nur etwa fünf Kilometer von Vacherauville entfernt, liegt das französische Fort Marre, dessen Geschütze anscheinend bereits zum Schweigen gebracht worden sind. In der Woevre- Ebene ist der Feind bis an den Fuß der Cotes Lorraines verfolgt worden. Der französische Bericht stellt es so hin, als ob dieser Rückzug freiwillig erfolgt wäre, aber diese Behauptung ist genau so hock) zu bewerten wie die heute vorliegende italienische Feststellung, der Rückzug aus Durazzo nach Va- lona sei keine.Niederlage, sondern strategischer Absicht entsprungen. Die große Beute unserer Verbündeten, die in Du- razzo aufgetrieben wurde, redet eine andere Sprache. Unser Tagesbericht läßt ernennen, wie die Franzosen in vergeblicheiMegenangviffen im NoAen von Verdun ihreStel^- lungen zu halten suchen und wie sie «unter Strömen von Blut sich selbst erschöpfen. Mit vollstem Vertrauen auf Unsere Heerführer, ihren Weitblick und ihre Ruhe, die uns vor unnötigen Opfern bewahren rnögen, harren wir weiter des Erfolges, ohne Ungeduld, ohne uns des Unrechts schuldig zu machen, von unseren braven Truppen auch irur in unseren Hoffnungen mehr zu verlangen, als sie leisten können und als im Plane unserer Heeresleitung liegt. Noch wissen wir ja nicht, ob nicht auch an qnderen Stellen der Westfront Ueberraschungen bevorstehen. Der gestern von der obersten Heeresleitung gemeldete große Erfolg in der Champagne beweist uns, daß auch dort, wo vor einigen Tagen die Fran?- zosen eines kleineren Erfolges sich rühmen konnten, die deutsche Ueberlegenheit feststeht. Da wir schon so häufig die übersichtlichen militärischen Darlegungen des Berner „Bundes" erwähnt und wieder- gegeben haben, werden unsere Leser die Meinung des neutralen Blattes auch über die Schlacht bei Verdun gern vernehmen wollen. Der Berner „Bund" faßt in seiner Montag- Nummer seine Ausführungen in folgenden Sätzen zusammen: Als Teile des dritten deutschen Armeekorps die Positton Douaumont gestürmt hatten, während schwere Artillerie vom! Louvemont die Straßenmulde in der Richtung Bras unter Feuer nahm, wurde die Lage im Nordostsektor der Festung krittsch. Das ganze permanente Befestigungssystem ist dadurch ins Wanken gekommen, und es wird sich für den Verteidiger darum handeln, die Lücke mit mobllen Kräften wieder zu stopfen, die Linie Bras-Fleury-Damloup zu verstärken und auf dieser bis zum Aeußersten Widerstand zu leisten. Die Franzosen müssen den Druck ans die Festung aufzuheben suchen, ehe ihr der deutsche Angriff die Rippen bricht, da die Lähmung Verduns den ganzen Abschnitt von Ma tanc o u r t bis St. M iyi el gefährden würde. Sind doch die Franzosen jetzt schon hinter die Höhenrandstraße Ornes-Eix zurückgedrängt und auch südlich E t a i n im Rückzug auf die Maashöhen begriffen und damit des Vorgeländes beraubt, das nicht mir die Festung im Osten vor deni Belagerungsangriff schützte, sondern auch die «Entwicklung starker mobiler Kräfte zu Oftensivzwecken begünstigte. W ist llar, daß General Humbert darauf angewiesen ist, mächtige Reserven lseranzu- führen, nachdem seine erste Linie niedergebrochen und seine zrveite überraschend schnell durchstoßen worden ist. Tic deutsche Offensive blickt aus Wochen-, um nicht zu sagen aus monatelange Vorbereitungen zurück. Es bedurfte dazu außerordentlicher technischer Anstrengungen und sorgfältigster Berechnungen. Sie stehit im Einklang mit den Teilofterftiveu an den anderen Abschnitten der Front, die erst gesichert werden mußten, um die Konzentration so großer Kräfte im Raume Verdun zu gestatten. Zugleich wirkten diese Teilangrisfe bei Ypern, Souch^, Frise und Mtkirch als Diversionen, die die Nervosität des Verteidigers steigerten imd seine Aufmerksamkeit zerspltttetten. In den französischen Zeitungen taucht spaßhasterweise schon der Trost auf, Verdun sei gar keine Festung ersten Ranges ftnehr, kund englische Matter wiederholen mit einigen: Vorbehalt diesen Unsinn Demgegenüber verweist auch der Berner ,Mrnd" auf die selbst dem unerfahrensten Laien erkennbare strategische Bedeutung der Maasfestung: „Verdun deckt nicht umsonst die Argonnenflanke, wo eine andere deutsche Armee auf ihre Stunde wartet." Haben die Franzosen, so schließt der „Bund", noch Kräfte frei oder beabsichtigen die Deutschen noch alten, um der Situation zu genügen und bei möglicherweise dcbordierenden Operationen — an eine bewußte Gvenzverletzuirg denken wir nicht — ihre Pflicht zur .Wahrung der Neutralität erfüllen zu können. * . * Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 28. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 28. Februar 1916. Russischer und italienischer Kriegsschauplatz. Nichts von besonderer Bedeutung. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unsere Truppen haben in Durazzo bis jetzt an Beute eingebracht: 2 3 G e s ch ü tz e, darunter sechs Küstengeschütze, 10 0 0 0 Gewehre, viel Artilleriemunition, 17 Segel- und Dampfschiffe. Allen Anzeichen zufolge ging die Flucht der Italiener auf ihre Kriegsschiffe in größter Unordnung und Hast vor sich. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Hofer, Feldmarschalleutnant Die Kämpfe im Westen. Berlin, 29. Febr. Bei den vergeblichen Versuchen der Franzosen, das Fort Douaumont wieder zu nehmen, ist es erklärlich, daß in den französischen Zeitungen allerlei Lesarten anftauchen, die schwer kontrollierbar sind. Dem „Figaro" zufolge soll Briand in den Wandelgängen der Kammer gesagt haben, daß ein von der französischen Verteidigung bisher in Reserve gehaltenes Armeekorps angesetzt wurde. Eine andere Nachricht besagt, die gesamte Bevölkerung Verduns sei fortgeschafft worden, so daß gegenwärtig keine Zivilperson mehr in der Festung weile. Im Oberelsaß hält die erhöhte Kampftätigkeit an. Wie der Sonderberichterstatter der „Kölnischen Zeitung" meldet, ist allenthalben in den südlichen Provinzen und im Sundgau starker Geschützdonner zu hören. Besonders lebhaft sei das Feuer im Tal von M e tz e r a l und in der Umgebung von Altkirch, wo letzthin ein Vorstoß bei Heidweiler statt- fand, sowie in der südlichsten Gegend der deutschen Front, an der Schweizer Grenze. Auch hier habe letzter Tage bei Obersept durch die wohl vorbereitete Wegnahme einer französischen Stellung eine wesentliche Verbesserung der deutschen Linie stattgesunden. Die Bestürzung in Paris. Bern, 28. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Campolonghi schreibt im „S e c 0 l 0 ", es sei sicher, daß V e r d u n, obschon es für die Franzosen nicht von entscheidender Bedeutung sei, sür Deutschlarkd einen außerordentlichen Wert hat. Angesichts dieser Tatsache sei es natürlich und menschlich, daß ganz Paris in großer Angst und Besornis lebt. Seine Straßen seien verändert; nur die Ambulanzwagen folgten sich seit einigen Tagen unaufhörlich Seine Kaffees seien leer, seine Theater traurig. Die Seele von ganz Frankreich bange gegen Verdun hin, denn fast alle Familien, hätten jemand an der Front. Wie die Sache auch ausgehe, wie viele Opfer werde Frankreich wieder beweinen müssen? Die Pariser Presse. Bern, 28. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Die Pariser Zeitungen bemühen sich krampfhaft, keine Unruhe über die Schlacht bei Verdun aufwmmen zu lassen. Durch alle Blatt ergeht die Version, daß Douaumont von den Franzosen wieder erobert worden sei. Ter „Temps" versteigt sich sogar zu der kühnen Behauptung, daß das preußische Regiment, das anfangs in die Feste Douaumont habe eindringen tonnen, dort jetzt ein-- geschlossen sei, da die französische Infanterie darüber hinaus Boden gewomien habe. Alle Kritcken heben die ungeheure Wucht des deutschen Angriffs hervor. Der Eisenhagel, der über die Werke niedergegangen sei, sei der fürchterlichste gewesen, der jemals ans ein Stückchen Erde Herabgeprasselt sei, sagt Oberst Ronsset im „Petit Parisien". Eherfils hält die Wahl von Verdun als Angriffspunkt für ziemlich gut, glaubt aber, daß die Operationen nur Manöver seien, um den Feind näher heranzulocken und ihn um so sicherer- zu vernichten. Marcel Hntin warnt im „Echo de Paris" vor der Meinung, daß der Feind in seinen Anstrengungen Nachlassen werde. Wenn eä gelingen könne, doch noch drei Tage stand zu liallen, so würde die Wage sich endgültig ans die Seite Frankreichs neigen. Aber schon .Hutin ftagt mit kritischem Zweifel: Es ist doch unmöglich, daß lnnseu Oberkommando keine genaue Kenntnis von denn verzweifelten Versuch des Feindes gehabt hat? Clemenceau schreibt unter anderem!: lNnr bessere Vorbereitung hätte manches Opfer erspatt. Hervö wundert sich darüber: «Erstens, daß die beurlaubten Mamrschaften nicht unverzüglich an die Front zurückgerufen worden seien, und zweitens, daß keine Entlastungsoffensive, z. B. von den Engländern, an den anderen Stellen der Front ein geleitet worden sei. Der Grundton aller Kritiken ist aber die Mahnung, sich nicht beunruhigen zu lassen, sondern Vertrauen zu bewahren. Verdrm kann eine Zerttümmernng des gegenwärttgen Zustandes bringen, heißt es im „Rappel". Diese darf aber, welches auch ihr Ausgang sein mag, keineswegs unser Vertrauen erschüttern. In einem Leitartikel heißt es im „Malin" unter anderem: Nicht gegen den festen Platz Verdun richten die Deutschen ihre Angriffe, wndern gegen das Phantom eines befestigten Platzes, wie es Verdun für' die Deutschen mrd vielleicht auch für die Neu- tralen noch darstellt. Im September 1914 wäre der Zeitpunkt für einen Angriff gewesen. Damals wäre eine Riesen beute an Kanonen, Gefangenen usw. zu erzielen gewesen. Seit mehr als sechs Monaten aber ist Verdun als Festung ansgeschieden. Seit so langer Zeit schon hat Douaumont weder Kanonen rooefy Besatzung; seit so langer Zeit schon rä bk ehemalige Festung Verdun nichts mehr als ein leeres Gehäuse. Der Inhalt dieses Artikels paßt garnicht zn den jüngst wiederholt, zum Beispiel von Hervs, geäußerten Ansichten, nach denen Verdun der Hauptstapelplatz für Kriegsmaterial alter Art usw. sei. Auch dürften die Berichte der italienischen Pressevertreter in Paris, wie zum Beispiel Campolonghis, die von einer «nermeft- lich-en eventuellen Beute drahten, den Inhalt des Artikels des „Matin" doch- in einem etwas anderen Lichte erscheinen lassen. Tie englische Presse über die Kämpfe bei Verdun. Rotterdam, 28. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Der,Lkot- terdamer Courant" meldet ans London: Me Blätter gehen in ihren Ansichten über die Schlacht von Verdun auseinander. Cüchze halten den Terrain Verlust der Franzosen für ernster als die übrigen. „Daily Chronicle" schreibt über dre amtlichem Berichte, er könne sich an keine Schlacht im Westen enimeen, bei der sie so einander widersprächen und so verschieden ansgelegt würden. „Times" schreibt in einem Leitarttkel: Wie die Franzosen gestern meldeten, wurde das Forts Douaumont in den erster? Kriegsmonaten abgerüstet, und es befanden sich keine Kanonen und keine Mannschaften darin. Diese Erklärung sei ebenso wichtig, wie einfach. Moderne Fvtts seien dazu vernrtellt, Fallen für Kanonenfeuer zu werden, wie Lüttich beweise. Als Sarrail die ganze Strecke vor Verdun zu verstärken begann, wären die Kanonen aus dem Fort Douaumont und vielleicht auch aus anderen Stellen entfernt und in gedeckte Stellungen gebracht worden. Die Deutschen hätten also nur ein verlassenes Bauwerk gesundem Die „Times" versucht sodann die Eroberung des Forts als ohne Bedeutung hinznstellen. Der militärische Mitarbeiter der „Times" beklagt, daß die Jahreszeit und der Zustand des Geländes die Russen und die Italiener noch verhindern, einen Druck aiiszu-- üben. Man muß Verdun als einen Teil der Linie der Verbündeten betrachten und nicht als eine Festung mit besonderen AttributLN. Permanent-e Fortiftkationen sind in diesem Kriege wegen der großen Kraft der schweren Haubitzen nicht länger von Bedeutung, und alles, was bisher gestichen ist, ist, daß ein besonders verwundbarer vorspringender Teil der Front eingedrückt ist, ebenso, wie dies an anderen derartigen Punkten schon früher geschehen ist. Der französische Bericht. Paris, 26. Febr. (WTB. Nichtanttlich.) Amtlicher Bericht von Sonntag nachmittag: In der Gegend nördlich von Verdun setzten imfere Truppen die Verstärkungen ihrer Stellungen im Lause der Nacht sott. Keinerlei Veränderung an der Angriffsfront östlich der Maas, wo reichlicher Schneefall eintrat. Man meldet keinerlei neue Angriffsversuche des Feindes, weder auf die Cote-Talvu. noch auf die Cote-Poivre. Zn Ende des gestrigen Tages wurde cm in der Gegend des Hardaumont- Gehöftes (östlich von der Cote-Poivre) angesetzter starker Angriff der Deutschen durch unser Artillerie--- und Maschinengewehrfener, sowie durch unsere Gegenangriffe gebrochen. Ein anderer nicht minder heftiger Versuch in der Gegend des Hardaumont-GeHölzes hatte ebensowenig Erfolg. Im Woevre- wurde ein unseren Vorposten anbefohlener Rückmarsch ohne die geringste Behinderung seitens des Feindes durchgeftchrt. Westlich,' der Maas keinerlei Jnfartterie-Unternehmung. In den Vogesen versuchte der Feind nach Artillerievorbereitung bei Anbruch dev Nacht einen starken Angriff auf einer Frontbreite von zwei Kilv- metern südöstlich von Celle st im Plaine-Tal. Ter Angriff scheiterte vollständig. Heute morgen erzielte eine Aktion unserer Batterien gegen das Lebensmittellager des Feindes in Stoßweier nördlich von Münster gute Ergebnisse. Paris, 28. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht vom Sonntag abend. Zwischen Soisso ns und Reims Zer- stönmgsfeuer auf die feindlichen Werke gegenüber Brnizel und östlich von Troyon In der Gegend nörDlichwvn Verdun, wird nach der Heftigkeit der au den vorhergehenden Tagen statt- gefundenen Kämpfe ein gewisses Nachlassen der Anstrengungen des Feindes gemeldet, außen zwischen der Höhe von D o u a n m o n t und dem Plateau nördlich des Dorfes B a n. x, wo ein starker Angriff, der gegen unsere Stellung unternommen mtrhe, zurückgeschlagen wurde. Oöstlich und westlich der Stellung von Donan- mont. deren Abhänge mit deutschen Leichen bedeckt sind, nm- llammern unsere ..Truppen eng die Telle des Feindes, die doick Fuß saften kannten und sich mit Mühe halten. Nach den letzte^ Nachrichten i)t die Cote de Talon ebenso für ims wie für den Feiner unhaltbar durch das Feuer der beiden Artillerien nnh! ist von keinem der beiden Gegner besetzt. Im Woevre nahm der Feind Fühlung mit unseren Vorigsten in Richtung auf Blanzie und Mvranville, wo seine Bersuck-e. sich gegen Cötc 255 zu entwickeln, scheiterten. In den Vogesen Attilleriekampf. Am D a r t m a n n s * w eitertv p s, in der Gegend von Serwnes haben wir einft, feindliche Mteilimg unter Feuer genommen und zei-strent. Belgischer Bericht: Ruhe ans bei- ganzen Front. Der italienische Bericht. _ Rom, 28. Febr. (WTB. Nichtamtlich) Meldung der AgenM Stefani. Trotz schleckten Wetters, das im ganzen unterm Adria- tisck.'n Adeere an hielt und nachdeni unsere Schiffe die fündlicherv Batterien zum Sckpveigen gebracht hatten, die sie ans der Sttaß^ intter Feuer hielten, imtrbert alle ita l ienischen ^uu ppe n. die vorübergehend nach Durazzo geschickt worden J®®, lutn dte Einschiffung der Serben, Montenegriner und Al- Nr schützen, ohne jeden Zwischenfall eingeschifft und nach myeoer Basis nach Valona gebracht. Das noch brauchbare Zmegsmaterral wurde ebenfalls eingeschiM und das alte oder in schlechtem Zustande befindliche unbrauchbar gemacht mtb zerstört Bom österreichisch-ungarischen Heere. Wien, 28. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Der Kaiser hat die Generale der Infanterie Graf Beck und Erzherzog I os e f Ferdinand, den General der Kavallerie Grafen Paar und den General der Infanterie Freiherrn von Bol fräs, sowie den Feldzeugmeister Freiherrn v. Kro- batin und den General der Infanterie v. Koeveß zu Generalobersten ernannt. * * * Englands Posträuberei. Amsterdam, 28. Febr. (WTB. Nichtamtlich) Bon dem Dampfer „Königin der Neederlande" ist die für die Mrttelnrachte von Frankreich bestimmte Post und die ganze Paketpost in England zurückgehalten worden. Eine scharfe Note Deutschlands an Portugal. Berlin, 28. Febr. (Priv.-Tel.) Deutschland hat an Portugal eine scharfe Note gerichtet, in der mit Rücksicht auf die Vertragsbestimmung, daß die Beschlagnahme deutscher Schiffe nur nach vorheriger Regelung der Ent- schädignngsfrage mit den Interessenten erfolgen könne, die Rückgängigmachung der portugiesischen Maßnahmen verlangt wird. 2iflabvn, 25 Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Verspätet ein- getWffen. Meldtmg des Reuterschen Bureaus. Ministerpräsident E-ofta entarte m der Kammer int Anschluß an die bereits gemeldeten Ausführungen über die Beschlagnahme der deut- österreichisch-ungarischen Dampfer: .'^ mehreren Schtnen kamen Zerstörungen vor. Den Dampfer „^lows wollte man in die Luft sprengen, was gerade noch rechtzeitig entdeckt und verhindert wurde. Seiner Meinung nach sollte Portugal den Vertrag mit Deutschland kündigen, so daß er am 5. Juni 1917 zu Ende ginge, und zwar, sagte Costa, in Ueber- emfttmmung nnt Portugals Interessen sowohl aus Anstands- wie aus Nutzlrch^eitsgründen. Wir sind bereit, jeder Möglichkeit ergibt^ ^ ^ eit/ öre sich aus der Wahrnehmung unserer Rechte London, 28. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds Agentur meldet: Der russische Dampfer „Pet- > h e n g a" (1647 Tonnen) ist versenkt worden. 15 Personen wurden gerettet. Schweizer hohe Offiziere aus der Anklagebank. cr tWTB. Nichtamtlich) Die Schweizerische E^schenagentur meldet: veute morgen haben die Verhandlungen dp Strafprozesses gegen die beiden Obersten des Generalstabes, u 2r ?■ WOfftzrere des Rtechrrchtendienst-es. Tie Attaches der Ewente er- ** Schweizer Generalstab von chnen auch keine Nachrichten bekam. Ter Generalstabschef wußte UebermittelNiig des Bulletins Mi die Mlitär- att^ks.^ Der Angeklagte hatte wegen der Neutralität niemals Be- denken, diese .Nachrichten auszutmffchen. Der ganze Nachrichten- dtenst sei za eigentlich, neutralitätswidrig: das unbedingte Bedücs- ^ m -^halten, habe den betreffenden Organen des Keneralstabes eine freiere Stellung gegeben. Aus dem Reiche. Die Sicherstellung des Heubedarfs. Berlin, 28. Febr. (WTB. Amtlich.) Durch eine Verordnung über die Sicherstellung des augenblicklichen Heubedarfs werden die Bundesstaaten nach dem Maß- stab des Ernteergebnisses des Jahres 1915 verpflichtet, für das Heer insgesamt 250000 Tonnen Wiesenheu zur Ver- sügung zu stellen, von welchem die Hälfte bis zum 15. März, die andere Hälfte bis zum 31. März zu liefern ist. Nötigenfalls sollen die Bestimmungen und Verordnungen Über die Höchstpreise als Handhabe dienen, die einzelnen Besitzer zur Lieferung zu zwingen, soweit sie das Heu nicht unbedingt für den eigenen Bedarf brauchen, lim die erforderlichen Unterlagen für die Anlegung des späteren Heeresbedarfs an Heu und Stroh auf die einzelnen Gebietsterle zu schaffen, hat der Bundesrat ferner eine B e sta n d sau fn ah m e von Heu und Stroh angeordnet, die in der Zeit vom 12. bis 15. März in allen Gemeinden und Gittsbezirken des Reichs durch besondere sachverständige Kommissionen erfolgt. Dabei sollen Bestände an Heu und Stroh, welche 10 Doppelzentner nicht überschreiten, außer Betracht bleiben. Der Reichskanzler ist ermächtigt, _ Ausnahmen zuzulassen, damit die Bestandsaufnahme in den Bundesstaaten, die vielleicht unlängst olche für ihre eigenen Zwecke vvrgenommen haben, nicht nochmals wiederholt zu werden braucht. * Berlin, 28. Febr. (Priv.-Tel.) DäS „Verl. Tagebl meldet, daß das sächsische Ministerium des Innern eine Ledigensteuer genehmigt hat. Die Steuer soll erhoben werden von Unverheirateten über 30 Jahre, sofern sie nicht anderen Personen einen gesetzlichen Unterhalt zu gewähren haben. Bon einem Einkommen von 1800 bis 2400 Mark werden fünf Prozent, bis zu 4000 Mark zehn Prozent, bis zu 6500 Mark fünfzehn Prozent usw. als Zuschlag zur Einkom mensteuer erhoben. Der beekrieg. Der Untergang der „Maloja". London, 28 Febx. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des M^^chen BuvoE. Dre Pemnsular and Oriental Gesellschaft gibt bekamrt: Bon den 119 Passagieren der „Maloja" durften dre meisten gerettet sein. Das Schiff wurde zwischen Z? ver im d Folkefwne am hmteren Teil von einer Mine getroffen Ev herrschte hohe See. Der Kapitän versuchte vergeblich, das Schiff auf den Strand zu setzen, aber der Maschinenraum war überflutet London, 2^F^r (WTB. Nichtamtlich.) Die Geretteten 'Jdi a into abends m Lontwn angenommen und erllärten, sich me Explosion vormittags 11 Uhr ereignete, als die meisten Passagiere auf lvaren. Das Schiff begann sofort überzuholen, so -daß es unmöglich war, einen Teil der Boote zu be- !?^veu Tie Passagiere eines Bootes fielen beim Niederlassen m bas Baller; es herrschte ferne Panik Verschiedene Personen m-ntzten über Bord springen, da das Schiff binnen 10 Minuten !md verwundet lvorden. Nach der offiziellen Schiffs- llste bef-aiiden sich 42 Frauen und 18 Kinder an Bord; es sollen -nach den letztst PertMen insgesamt 411 Personen an Bord ge- wesen sein. 83 v-vn 214 Los kn re n sind ertnmken London. 28 Febr. lWTB. Mchtnmtlich.) Tie „TimrZ" nEet: Der Berlnst an Menschenleben, die mit.der ,/aJWwt m Grunde g-Mmzen sind, wird ans 147 geschätzt. Die Besatzung der „Westburn". • Febr (WTB. Nichtamtlich.) Wie ein hiesiges Blatt erfahrt, meldet die „Times" aus Tene- n | tt - j-afi die deutsche Besatzung des Damvfers „Westburn", als sie nach der Versenkung des Schiffes landete, von den spamschen Marmebehürden verhaftet worden sei, weil sw den Dampfer in neutralen Gewässern versenkt habe. Der deutsche Kommandant erklärte daß das Schiff infolge einer Kesselexplosion gesunken sei London, 28. Febr. (WTB. Nichtamtlich ) Die Dailo Marl" meldet aus Las Palinas: Der Kommandant und die Prrsenbesatzung der „Westb-urn" sind auf Ehrenwort freigelassen worden. * London, 28. Febr. .(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des R«neychen Bureaus. Der f r a n z ö s i s ch e D am fiter „Trig- Ktfct, 26 schd^rW^ fi'Unten; rftnf Mami wurde,: ge- Ans Stadt nird Land. Gießen, 29. Februar 1916. Kriegsfürforge-Berkauf der Großherzogin. Aehnlich wie in Darmstadt soll nnn auch in weiteren hessischen Städten der Kriegsfürsorge-Berkanf der Groß- herzogin stattfinden. In Gießen hat sich das Kunstgewerbe- haus Jul. Bach zum Verkauf bereit erklärt. Die Verkaufsgegenstände sind in einem Schaufenster ausgestellt. Es sind alles Erinnerungen an die große ernste Kriegszeit, die nach Entwürfen und Gedanken der Großherzoglichen Herrschaften zum Besten der^ allgeineinen Kriegsftirsorge v-or- kauft und darum möglichst allen Kreisen zugänglich gemacht werden sollen. Die großen Gedenkkreuze mit der Inschrift „Gott Ehre Vaterland" sind nach einer Zeichnung Ihrer Königlichen .Hoheit der Großherzogin ausge- sührt, während das kleine Erinnernngskrenz vom Erbgroßherzog ausgedacht wurde. Die Buchzeichen mit Sprüchen sind von der Frau Großherzogin selbst angefertigt. Ferner befinden sich unter den Verkaussgegen- stäüden Briefbeschwerer von 5-olz aus der Gegend der Kampfplätze unserer hessischen Truppen. Zur Erinnerung an die bisherigen bnnteii Uniformen werden in verschiedenen Größen durch Heimarbeiterinnen verfertigte B e u tel und Xa^djen verkauft, genau in den Farben der hessischen Regimenter mit deren Abzeichen und Namenszügen. Es ist dies ebenfalls ein Gedanke Ihrer Königlichen Hoheit der Gro ß h erzo gi n. * ** 2 9. Februar. Der heutige Tag, einer jener sonderbaren Fremdlinge, die sich in j-edem vierten Jahre in die ab gezählte Reihe der Jahrestage eindrängen, fällt diesmal in die Zeit besonders Hochgespannter Hoffnungen und Erwartungen, und es ist leicht zu verstehen, wenn man etwas abergläubisch an chn, den Außerordentlichen, die Erwartung von ettvas Außerordentlichem ankniepst. Immerhin darf man den Dingen nicht vorgreifen, obgleich der Tag sich mit blauem Himmel und lachender Somie angelassen hat. Die nimmermüde Tapferkeit rmserer Truppen und die Umsicht unserer Heeresleitung bieten eine bessere Gewähr für unsere Hoffnungen, als das Außerordentliche eines Schalttages. ** Amtliche Personalnachrichten. Der Groß Herzog hat am 16. Febr. ds. Js. den von dem Grasen zu Leininpen- Westerburg auf die evangelische Pfarrstelle zu Assenheim präsentierten Pfarrer Emil Breunlin zu Trais-Horloff für diese Stelle bestätigt. — Die Großherzogin bat am 26. Februar den Direktor der Realschule und des Progymnasiums zu Bingen Dr. Karl Den ig Mm Direktor der Realschule zu Gernsheim und den Direktor dieser Schute, Dr. Joh. Baptist Seideuberger, zum Direktor der Realschule und des Progymnasiums zu Binoen, beide mit Wirkung vom 16. April ds. Js. an, ernannt. — Die G r o ß h e r z o g i n hat am 26. Februar den Bureauvorsteher bei dem Kreisamt Dieburg, Kanzleirat Johann Adam Geisler zu Dieburg, auf sein Nachsuchen und unter Airerkennmtg seiner langjährigen, treuen und ersprießlichen Dienste, mit Wirkung vom 1. März 1916 an in den Ruhestand versetzt. ** Das Vorlesungsverzeichnis der Landes- Universität für das Sommersemester 1916 weist folgende Vorlesungen auf, die mit dem Völkerringen in irgendwelchem Zusanrmenhange stehen und daher allgemeines Interesse beanspruchen: Prof. Dr. Schmidt: Die wichtigsten Krankheiten im vorderen Orient, 'Prof. Dr. Weber: Unsere natürlichen Waffen im Kampf ums Dasein, Dr. Jentz s ch: Ballistik, Pros. Dr. Feist: Die menschlichen Nahrungsmittel und ihre Verfälschung, Prof. Dr. Sievers: Geographie des Türkischen Reiches, Prof. Dr. Roloff: Geschichte des Osmanischen Reiches, Prof. Dr. Rauch: Einführung in die Kunst der Neuzeit, Dr. Junker: Einführung ins Türkische, Prof. Kahl e: Türkisch II. Kurs und Prof. Dr. Skalweit: Deutschlands Wirtschaftsinteressen im Orient. Außerdem wird ein türkischer Lektor türkische Schreibund Leseübungen, Uebungen im praktischen Gebrauch der türkischen Sprache für Fortgeschrittenere und eine Uebung in der Lektüre eines türkischen Textes abhalten. ** Uebermaß der Flersch sendun gen ins Feld. Aus Kreisen der Bürgerschaft werden wir um Bekanntgabe folgender Anregung gebeten: Zur Begründung der stärkeren Hausschlächtung wird durchweg angegeben daß an im Felde steheiÄw Familienangehörige Fl-eisch sendet werden müsse. Es kann vor dem Ueberum-ß dieser Sendungen nicht genug gewarnt werden. Unsere Soldaten im Felde sind gerade nrit Fleisch reichlich versehen, und sollte einnral in der Verpflegung hier und da eine Stockung ein- aetteten sein, so -erreichen dann die Feldpostpakete die Truppe erst recht nicht. Außerdem eignet sich! zur Versendung nur gut geräucherte Ware, alles andere verdirbt rasch Durc!) die gut gemeinten, aber oft zwecklosen Sendungen, die manche Familien ständig vornehmen, gehen große Mengen des für die Zivilbevölkerung so nötigen Nahrungsmittels verloren; nach glaubhaften Nachrichten ist das Fleisch in vielen tausenden von Feldpostpateten verdorben. ** Lehrlinge in Gewerbebetrieb en. Der mittelrheinische Verband evangelischer Arbeiter-Vereine hat, wie wir vor kurzem meldeten, beschlossen, bei den Handwerkskammern anzuregen, daß durch eine Verfügung die Beschränkung der Zahl der in Gewerbebetrieben zu beschäftigenden Lehrlinge während des Krieges airsgehoben werde. Der Verband machte entsprechende Eingaben in Frankfurt und Wiesbaden. Von letzteren: Ort aus erhielt er folgende Antwort: „Ihre Anregung hat den Vorstand schon am 26. Mai 1915 beschäftigt. Es wurde beschlossen, daß die Bestimmungen über dre Höchst- ^ahl von Lehrlingen für die Dauer des Krieges nicht in der bisherigen Werse durchgeflihrt werden sotten, um die Unterkunft der Lehrlinge zu ermöglichen. Es können hiernach Lehrherren eine größere Zahl von Lehrlingen einstellen, unter der Voraussetzung, daß sie diese später an aus dem Felde zurückkehrende Lehrherren zum Teil abtteten. Von diesem Beschluß wurde auch dem Herrn Regierungspräsidenten Mitteilung gemacht." ** Tie Handelskammer Gießen ersucht uns um Bekanntgabe folgender Mittellung: Tie durch Bekanntmachung vom 31- Dezember 1915 beschlagnahmten Garne sind der Kriegswoll- b-edars-Aktiengei'ellschaft in oer von ihr v-orgeschriebenen' Form anzubieten; bevor das Angebot erfolgt, wolle man daher von der Kriegswollbedarf-Aktiengesellschaff, Berlin SW., verlängerte vedemannstraße 3, Angebotscheine verlangen. Ein nmft den vorgeschriebenen Bedingungen entsprechendes Angebot gilt als nicht erfolgt. ** Namenlose Zuschriften! Seit einiger Zeit mehren sich wieder die beim Bezirkstömmando einlauferwen namenlosen Zuschriften. Das Bezirkskommando weist erneut darauf hin, daß derartiae Zuschriften grundsätzlich keine Berück sich ti gung finden. Wer den Mut nicht hat, Beschwerden und Anzeigen mit seinem Namen zu decken, darf nicht erwarten, daß seine Klagen verfolgt werden. **Gold an die Reichsbank. Das von den Schülerinnen der Höheren und Erweiterten Mädchenschule gesammelte Gold hat mit dem heutigen den Betrag von 90Ü00M. überschritten. Den fleißigen Sammlerinnen wurde dafür ein „goldfreiett^ Tag gewährt; sie haben diesen um so eher verdient, als ihre Schule, die vor einem Jahre als letzte zu ammeln anfing, nunmehr an der Spitze der Gießener höheren Schulen steht. ** Keimtengebete. Der Unfug abergläubischer Leute, neun Tage hinter einander ein „Gebet" abzuschreiben und es auf andere Leute loslassen, geht immer noch um. Ur- prunglich wars ein englisches Gebet, das vor dem Krieg seine Runde machte. Nachher schämte man sich und ließ das „englische" weg. Jetzt ist an die Spitze gekommen: ^iir Deutsche fürchten Gott und sonst nichts auf der Welt." Wer das wirklich tat, droht nicht seinem Nächsten unter Mitzbrauch des Namens Gottes aii, daß er kein Glück mehr habe. Er wird auch nicht die einfältige Prophezeiung aus- p rechen, daß, wer den Wisch neunmal ab schreibe, am neunten Tag ein großes Glück habeii sott. Das Gaiize ist überhaupt kein Gebet mehr, sondern fällt unter den Begriff des strafbaren groben Unfugs, dem jeder verirünftiae Mensch steuern must ^ aus dem Westen. Wie uns wurde Geschützdonner vernom- dem Ramsberg bei Laubach zwischen Laubach und Röthges. . v-- - — ™ gleichen Stellen Geschützdonner zu vernehmen, an: deutlichsten im Jahre 1914 bei der ersten großen Schlacht bei Metz. Aehnliche Beobachtungen wurden am 21. am Steinheimer Berg bei Hungen, am 23. in ^rais-Horloff, am 26. auf der Endseite des Md- heimer Waldes und am dlbend des gleichen Tages wieder in Trais-Horloff gemacht. Auf der Blo fe l d er Höhe wurde am 26. zwischeni 4 und 5 Uhr starkes Artttterieseuer vernommen, das dem Donner eines entferltten Gewitters glich. Genauere Beobachtungen wurden bei Lauterbach angestellt. Am deutlichsten wurde das Rotten am Samstag, den 26., zwischen 4 und 5 Uhr ttotz eines leichten Südostwindes gehört. Ein dumpfes Rotten setzte in regelmäßigen Pausen von etwa 25 Sekuiiden ein und verlor sich in 6 bis 8 Sekunden in immer schwächer werdendem Summen. In beu nun folgenden Zwisck)enpansen war es ziemlich still. Man schließt daraus, daß es sich nur um den Schall aller- jchwerster Geschütze handeln kann. Schließlich ging uns noch erne ähnliche Nachricht vom 26. von Herchenhain ftu. . ^ 0 jah r i g e Tätigkeit. Jos. E h r m a n n, Prokurist der Firma Gq. yemr. Schirmer, hier, kann am l. März 1916 aus eme 30jahr,ge Tätigkeit bei dieser Firma znrückdlicken. Hessen-Nassauisches Wörterbuch. Ueber das Arbertsiahr 1915 schreibt Prof. W r e d e-Marburg in den Sitznnas- berichbeir der Königlich Preußischen Akademie der Wissenschaften vom 27. Januar 1916 u. a.: Der Bezirksverband des Regierungs- . .^rris Wiesbaden hat sich in einem Vertrage zu einem nanrbaften lahrlicheii Zuschuß für das Wörterbuch bereit erklätt. Ein verttags- mätzig gebildeter Ausschuß ist am 4. Dezember in Marburg zu- sammeng-etreten und hat hier über seine Geschäftsordnung beraten, einen Bericht über das bisher für das Wötterbuch Geleistete ent- gegengenommen uird einen ungefähren Finanzplan für dre nächte Zeit enttvorfen. Im ^Kriegsjahr 1915 ist die Wötterbucharbeik stark gehemmt, doch Nie ganz unterbvochen worden. Von unfern' Sammlerii und Mitarbeitern aus allen Tellen des Wötterbuch- bezirks sind immer mehr ins Feld gezogen. Dennoch habe ich für 101,5^1^ etim 70 freiwillige Eingänge zu referieren mit rund 10 000 neuen Zetteln. Von den Helfern, die schon in den früheren Jahresberichten genannt sind, seien hier wegen besonders umfangreicher oder wertvoller Zettelsendimgen im Berichtsjahre die Herren Amtsgerichts rat v. B a u m b a ch in Fronhausen, Oberlehrer Canstein m Tillenburg, Kaufmann Fleck in Kohden. Lehrer Hi es m Selters, Kantor Hollstein in Dudenrode, MittelschulleÄrer Kappus m Wiesbaden (von dem über 2000 ausgezeichnete Zettel aus dem Lazarttt und Gen-esungsurlaub einliefen), Oberassistenr Kreuter in Frmttfutt Amtsgettckstsr-at Pi tel in Homberg, Rektor Rau in Traben-Trarbach, Rektn Schilgen in Cron- berg Oberaktnar Stein in Fttedberg. An neuen Sammlern, die 1915 sich den früheren angeschilossen haben, seien aufgeführt die Herren Lehrer A r tz m Oberwiddersheim, Wissenschaft Hilfs- lehaer Bon net m FrlNikfurt, Lchrer Faxet in Thalheim, Lehrer Hut hm ^chadeck, Oberlehrer Tr. Heintz in Dillen^ bürg, Lehrer Henkel in Dahlheim, Fabrikant Jckes in Gelnhausen, Semmardirektor Dr. Karg in Fttedberg, Lehrer Kitz m Kundett, Lehrer Kraushaar in Trais-Horloff, Lewalter L.Msel, Li-edtke in Marbrrrg, Lehrer Li n de nb erg er in plorslmch, ^Fabrckdireftor Manteuffel in Fulda, Kantor Mül- ler m Allendorf, Lehrer Neumann in Mattenberg, Oberlehrer Dr. Pfeffer m Frankfutt, Frl. Elis. Schäfer in Marburg Semrnarist S ch m i d t in Schenkelberg, Gymnasiast S e e b a ß m Marburg, Frl. ftud. Stock in Wiesbaden, Postdirektor Bohl in Frankfutt, Lehrer Walther in Sulzbach. Ausgezettelt wurden ferner ergebnisreiche Sammlungen, die einliefen' von Frl Selene B r ehm in Rinteln (allerltt Volkskundliches, Kinderverse, Wetterregeln). Pfarrer Brüne in Wiesbaden (Kinderspiele u a aus Niederhessen), Lchrer Combecher aus Sck>önbach (46 'Scbüler- aufsätze im Dmlekt. Sprichwörter), Oberlehrer Dr. HeinN in Dlllenbnrg (Exzerpte aus gedruckten DialeLtgEen), FrM Hirsch- ** Geschützdonner totiteTfjin mitgeteiÜ wird, men: am 21. und 22. auf und am 26. auf dem Wege Schon früher war an den um uit ui Höhr (Redensarten, Vln-e testen, Lichtungen in s }Jhmb- «rt\ Lehrer Stück rath in Biebrich (von dem ein Idiotikon von Odcvauroff 2700 Zettel ergab). So hat der Zufluß für das Wörterbuch auch im Kciegsjahtr nie ganz ausgesetzt: erst in den letzten zwei Monaten hat er merkbar nachgelassen. Dementsprechend war der Apparat des Wörterbuchs, der im vorjährigen Bericht rund 80000 revidierte Zettel umfaßte, auf rund 94 000 gestiegen. Turch Verarbeitung, ständige Kombination und Bereinfackmng ist er jetzt wieder auf etwa 82 000 reduziert worden. Tie Assistenten und unmittelbaren Helfer sind inzwischen alle ins Feld gerückt. Don ihnen ist sind. Freund für das Vaterland gefallen. Sonst )var wissenschaftliche Hilssarbeit in diesem Jahre schwer zu haben. Im Frühjahr ist das Wörterbuch zusammen mit dem Sprack-atlas des Deutschen Reichs in gröbere schöne Räume umgezogen, welche mm auf lange Zeit ausreichen werden und für die Arbeit an den beiden groben Werken wie auch für ihre Benutzung genügenden Platz und alle notwendigen Hilfsmittel enthalten. Landkreis Gießen. ** Harbach, 29. Febr. Am Donnerstag verstarb unser Lltester Einwohner, der Schäfer Kaspar Schäfer, im Alter von 93 Jahren. Er versah seinen Dienst volle 70 Jahre und legte ihn erst vor zwei Jahren nieder. _ Bo. Burkhardsfelden, 29. Febr. Dem Gefreiten Wilh. Rühl im Jnf.-Rgt. 168 wurde das Eiserne Kreuz 2. Kl. verliehen. 6. Ob er-Hörgern, 29. Febr. Dem Geiangenenauffeher Heinrich Sei pp. z. Zt. Gekreiter im Landsturmbataillon Friedberg. Sohn des Zimmermeisters Tobias Seipp aus Ober-Hörgern, ist das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen worden. e Grünberg, 29. Febr. Von den ins Feld gezogenen Lehrern der Realschule wurden bis jetzt 5 mit dem Eisernen Kreuz und 3 mit der hessischen TapferkeitsMedaille ausgezeichnet. Vor kurzem wurde Herrn Lehramtsassessor Dr. Lepper, Leutnant in einem Jnfcrlrterie-Regun-ent, das Eiserne Kreuz verliehen. re. Rodheim, 27. Febr. Plärrer Schlosser, der nun bereits sechs Jahre lang in unserer Gemeinde segensreich gewirkt hat, wurde von der St. Jakobigemeinde der Stadt Chemnitz (Königr. Sachsen) znm Diakonus gewählt. In vier Wochen wird er nach seinem zukünftigen Wirkungskreise übersiedeln. Pfarrer Schlosser, dem zurzeit als Reserveleutnaut und Kompagnieführer die Aus bildunq einer Rekrutenkompaguie in (ließen übertragen ist, wird mit Uebernahme seines Amtes vom Militärdienst entlassen werden. - Dem Sohne des hiesigen Gemeinderechners, dem Landwehrmann Gefreiten Karl Hol mann bei einer Munitionskolonne in Rußland, sowie dem Ersatzreseroisten Heinrich Nicolai bei einer Maschinengewehrabteilung auf demselben Kriegsschauplätze, wurde die Hessische Tapferkeilsmedaille verliehen. Bisher wurden im ganzen neun Auszeichungen an Kriegsteilnehmer aus unserer kleinen Gemeinde verliehen. Fünf Krieger starben aus dem Felde der Ehre den Heldentod. z Steinheim b. Hungen, 27. Febr. Am 3. Februar d. Js. wurde der Unteroffizier der Res. Heinrich Kops von hier mit dem Eisernen Kreuz allsgezeichnet. Er ist der achte aus unserer Gemeinde, der dieses Ehrenzeichen trägt. Kops wurde bereits schon zweimal verwundet. Kreis Büdingen. # Ortenberg, 28. Febr. Die Rote-Kreuz-Medaille erhielt Prinzessin Mathilde zu Stolberg-Roßla. — Die Hessische Tapferkeitsmedaiüe erhielt der Gefreite Hebbel im Feld-Artillerie Regiment 111. Kreis Laulerbach. M. Lauterbach, 29. Febr. Tödlich verunglückt ist gestern abend aus dem hiesigen Südbahnhos der Gastwirt Konrad Köhler von der Freiherrlich Riedeselschen Burgwirtschaft hier. Er wollte von dem um 6K Uhr emlausenden Vogelsberger Güter zug eine Kiste in Empfang nehmen. Beim Ueberschreiten des Verladegeleises geriet er zwischen die Puffer zweier Güterwagen, die gerade in diesem Augenblick gegeneinander fuhren und Köhler ein klemmten. Die Wagen wurden sofort auseinandergeschoben und der Veriinglückte befreit. Er starb jedoch nach einigen Minuten an inneren Verletzungen. rr. Schlitz, 28. Febr. In vergangener Woche hielt Missionar Rüger von der Leipziger Mission in sämtlichen Pfarreien des Schlcherlandes stark besuchte M i s s i o n s v o r t r ä g e, in denen er über „die Leiden und die Hoffnungen der Mission im Weltkrieg" sprach. Rüger, deffen Arbeitsgebiet Hinterindien war, wurde bald nach Ausbruch des Krieges interniert und befand sich zuletzt im großen Gefangenenlager zu Sinqapor. Ueber seine Behandlung durch die Engländer hatte er weniger zu klagen, als die Missionare in anderen Gefangenenlagern. Verhältnismäßig früh, im Mai vorigen Jahres, wurde er nach Deutschland entlaffen. Wie sehr die Ausführungen des Missionars Anklang fanden, geht äußerlich schon daraus hervor, daß über 200 Mk. für die Mission gespendet und zahlreiche Missionsschriften verkauft wurden. Kreis Friedberg. Friedberg, 28. Febr. Von den Schülern der Stadtschule wurden 10170 Mk. im Januar und 1600 Mk. im Februar in Gold gesammelt und in Papier umgetauscht. Q. Bad-N anheim, 29. Febr. Aus dem Geschäftsbericht des Turnvereins 18 6 0 ist folgendes zu erwähnen. Die Mitgliederzahl — einschließlich 28 Zöglingen und 27 Turnerinnen — betrug im Jahre 1915 482. Von den Mitgliedern sind bisher 215 Nur Fahne einberufen, von denen 21 das Eiserne Kreuz und 8 die Tapferkeits-Medaille besitzen. Einschließlich Grundbesitz und Inventar beträgt das Vermögen des Vereins 115 943 Mark dem 85 237 Mart Schulden gegenüberstehen. Me Einnahmen und Ausgaben für 1915 schließen mit der gleichen Summe von 8319 Mark ab. chj: Nieder -Florstadt, 28. Febr. Hier und in dem Nachbar- dorse Ober-Florstadt tritt gegenwärtig die Diphtherie unter den Kindern heilig auf. — Das Eiserne Kreuz und die Hessische Tapserkeitsmedaille erhielt der Wehrmann Sprunkel. Starkenburg und Rheinhessen. — Rieder-Ramstadt, 29. Febr. Die JlligschePapier sabrik wurde von einem Großfener heimgesucht, das Ma schirren und Materialien im Werte von mehr als 200000 Mk vernichtete. ^ Hessen-Nassau. re. Biedenkopf, 29. Febr. Der Vorstand des Gewerbe Vereins hat beschlossen, die militärische Vorbereitung der Jugend als P s l i ch t u n t e r r i ch t in den Lehrplan der gewerblichen Fortbildungssä ule mit ausiunebmen. = Frankfurt a. M., 29. Febr. Der Magistrat verbietet in Zukunft jede H a u s s ch l a ch t u n g von Rindern, Kälbern, Schafen und Schweinen ohne vorherige Genehmigung des Schlacht Hofdirektors. — In der Gasfabrik an der Schielestraße zeritörte ein Brand die Inneneinrichtungen einer mechanischen Werk- stätte. Der Schaden beträgt etwa 8000 Mk. — Trotz des Krieges war am gestrigen Sonntag der Verkehr nach den nahen Gebirgen und an den Rhein so stark, daß verschiedentlich Sonderzüge eingelegt werden mußten. Mit der Cronberger Bahn wurden allein 2500 Personen befördert. * B e r l i n, 28>Febr. (Priv.-Tel ) Der „Berliner Lokalanzetger* meldet au§ München: Der hier verstorbene bayerische Reichsral Geh. Juslizrat o. A u e r hat für Wohltätigkeitszwecke große Ver- mächtntsse hinterlassen, so 100 000 Mk. für die Unterstützungskasse der bayerischen Anwälte. -Das bl-Brot, ein Krastbrot. kl-Brot, d. h. ent Brot, das mehr Stickstoff, also mehr Eiweiß als unser gebräuchliches Kriegsbrot enthält, empfiehlt Dr. Noßmann in der Chemiker- Zeitung. Tie Herstellung dieses eiweißreichen Krastbrotes geschieht durch den Zusatz von Nährhefe, die bekanntlich aus Eiweiß de- leht. Ein Zusatz von 2 % Proz. Nährhefe zu dem Teig gab ein wohlschineckendes, gut aiissehendes Brot, dessen Krume und Kruste iiorinal beschaffen waren. Der Nährheseznsatz ist iveder 511 sehen noch heransznschmecken. Die Ausnützung der Nährhefe durch die menschlichen Verdailungsorgaue ist, wie Versuche ergeben haben, zusriede»,stellend. Der Preis des Brotes, das in der Konium- genossenschastsbäckerei Berlin-Lichtenberg gebacken wurde, über- teigt den des geivöhniicheu Brotes um einige Pfennige. Doch wird der Preisunterschied genügend allsgewogen durch die höhere Nährkrast, die das Brot besitzt. Im übrigen wird sich in Zukunft der Preis billiger stellen können, da die Hefe durch das Delbrück- sche Verjähren, das sie aiü Ammoniak imter Ziickerziisuhr züchtet, in jedeni Umfange zu billigen Preisen hergestellt werden ka,iu. Das A-Brot dürste daher sowohl für die Kriegszett wie auch für die kommende Friedenszeit ein zweckmäßiges Nahrimgsmiltel darstellen. vermischter. Briefkasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben uuberüasichtigt.I w. in ©. Sofern es sich im Januar l. Js. um Heuuaturlaub handelte und Ihnen zu dieieni Zwecke ein Fahrschein ausgestellt wirrde. habe>i Sie für diesen Urlaub Anspruch auf Beköstigungsgeld mit 1 Mk. 50 Pfg. pro Tag. Ob es sich in den: einen oder anderen Falle um Heiiiiatiirlaub handelt, hat der Kompagmemhrer zu entscheiden. Für den Urlaub im November v. Js. kommt kein Beköstigungsgeld in Frage, da die Bestimmung erst Ende Dezember Js. in Kraft getreten ist. _ vor. Märkte. Gießen, 29. Febr. Marktbericht. Auf dem heutigeii Mochenmarkte kostete: Blitter das Pfd. 1,90-0,00, Hühnereier das Stück 16-17 Pfg., Käse das Stück 8-10 Psg., Käsematte 1 Stiick 3—0 Psg., Kartoffeln der Zentner 3,75 bis 0,00 Mark, Milch das Liter 38 P'g., 'Spinat 25-30 Psg. das Pfund, Wirsing 15 bis 20 Pfg. das Stück, Gelberüben 20-00 Pfennig das PsiUid, Rotkraut 00—00 Pfennig das Stück. Rosenkohl 25—30 Psg. das Pfund, Weißkraut 20—25 Pig. das Stück, rote Rüben 0-0 Pfg., Zwiebeln das Pfund 20-25 Psg., Nüsse 100 Stück 00 -00 Psg., Blumenkohl 00-00 Pfennig, Sellerie 0-00 Pfennig das Stück, Grünkobl 15-18 Psg., Feldsalat 10-12 Pfg. — Marklzeit von 8 bis 2 Uhr. ke. Wiesbaden. Vieh hofmarkt bericht vom 28. Febr. Auftrieb: 212 Rinder (darunter 48 Ochsen, 20 Bullen, 144 Kühe imd Färsen), 276 Kälber, 21 Schafe, 253 Schweine. Marktverlauf: Trotz rveiteren Rückgaiiges des Auftriebs war das Geschäft au Großvieh langsam; der hohen Preise wegen ,var auch bei dänischem Vieh der Verkauf sehr flau. Preise für 100 Pid. Lebend- Schlachtgewicht. Mk. 130—130 Mk. 220 -240 103—120 200-225 118-125 102-115 215 195 225 210 Ochsen. Vollfleischige, ausgemäslete, höchsten Schlachtwertes im Alter von 4—7 Jahren . . . Junge, fleischige, nicht ausgemästeie und ältere ausgemästete. Bullen. Vollfleischige, ausgew. höchsten Schlachtw.. . Vollfleischige jüngere. Färsen, K ü he. Bollfleifchige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes.120—130 Vollfleischige, cmsgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren.112-120 Wenig gilt entwickelte Färsen ..... 105—115 Aeltere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe. ..100—108 Mäßig genährte Kühe und Färsen.82—90 Kälber. Feinste Mastkälber. 125-00 208-00 Mittlere Mast- und beste Saugkälber . . . 136—145 226—240 Geringere Mast- und gute Saugkälber . . . 120—135 200—225 Geringere Saugkälber. 105—115 176—192 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht. 108,00 — Vollfleischige Schweine von 100 bis 120 kg Lebendgewicht. 118,80—00,00 — Dollsieifchige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgewicht. 129,60-00,00 — Genf, 29. Febr. Der „Petit Parisreu" berichtet: In den Pariser Werkstätten, Lehranstalten und Gasthäusern drängt die Schicksalsfrage von Verdun alle anderen Gegenstände von allgemeinem Interesse, selbst die 'Lebensmittelteuerung, in den Hintergrund. Das genannte Blatt erhielt vom Verduner Deputierten einen Situationsbericht über die Möglichkeit einer etwaigen Beförderung der Verduner Garnison nach einem anderen Gelände. Er meint, das Wövre-Gebiet bereite hierfür enorme Schwierigkeiten. Umgeben von allen parlamentarischen Parterchefs, erneuerte B r i a 11 b im Vorsaale des Bourbonpalastes die Versicherung des unerschütterlichen Gleichmutes der Obersten Heeresleitung. Die Besorgnis sei ungerechtfertigt, daß die zuständigen Faktoren sich von den Ereignissen würden überraschen lasien. Zu den Deputierten VerdunS gesandt, versicherte Briand, daß den in Paris und anderwärts nntergebrachten zahlreichen Verduner Flüchtlingen die umfassendste Unterstützung sicher sei. Mehrere dieser Flüchtlinge befanden sich gleichzeitig im Bourbon-Palast. Ihre Erzählungen über die Verheerungen der deutschen Artillerie in und um Verdun reichten bis Dienstag der Vorwoche zurück. Genf, 29. Febr. Ausgenommen die üblichen Joffre-Noten, war am Sonntag der Drahtverkehr Frankreichs mit dem Auslande vollständig gesperrt. Ueberdies drohte man der Pariser und der Provinzpresse mit bisher noch nicht angewandten Strafen, falls sie über die durch die ernsten Verdun- und Vogesen-Vorgänge notwendig gewordenen Truppenbewegungen eigene Nachrichten veröffentliche oder solche Informationen auch nur zu beschaffen suche. Unter diesen Umständen ließen die stark .beengten Militärkritiken die Frage offen, ob Generali Humbert auf 'Grund von Erwägungen seines Generalstabes oder auf Jofsre- Castelneausche Anordnungen die vergeblichenopf erreichen fünf Anstürme gegen Fort Douaumont versuchte. Ebenso vorsichtig gleiten die fachmännischen Beurteiler über die .Humbertschen Maßnähmen angesichts. der bedeutenden weiteren Ausbreitung der deutschen Stellung östlich und westlich Douaumont hinweg. Clemenceau entschuldigt sich bei seinen Lesern, daß er anstatt eines militärischen einen philosophischen Artikel veröffentliche. Das Publikum werde seine Stimmung begreifen Sonnino über die Räumung Durazzos. Lugano, 29. Febr. Ueber den letzten Ministerrat liegen neue Einzelheiten vor. Sonnino führte aus, daß die nach Durazzo entsandten vier Regimenter ihre Ausgabe völlig gelöst hätten. Man müsse bedenken, daß die Brigade sich bei sehr stürnn- scher See einschiffen mußte und die Italiener nicht allein großen Mut gegen den Feind bekundeten, der in der Uebermachtwar, sondern auch den Kamps zu ihren Gunsten entschieden, da sie größere Berlust-c zufügten als erlitten. Tie Einschiffung der Italiener sei unerhört schwierig gewesen, da das Meer stürmisch war, die österreichisch-ungarische Flotte mit allen Tücken die Einschiffung hinderte und die feindliche Artillerie ein fürchterliches Feuer unterhielt. Hoffentlich sei mittlerweile die Einschiffung der letzten Truppen vollzogen. Tie Räumung Durazzos sei übrigens längst beschlossene Sache gewesen. Man habe Durazzo nur vorübergehend besetzt halten wollen. Nunmehr tauche das Problem von Valona aus, wo die Brigade von Durazzo vermutlich inzwischen angekommen sei. Man nässe bisher noch nicht, ob die Oesterreicher den Marsch nad> Valona sortsegen merben. Jedenfalls sei Valona uneinnehmbar und werde mit allen Mitteln verteidigt werden. Hierüber sei die Regierung ganz ruhig. 220-240 210-220 200-215 195-205 160-180 Parteitag in Rom. i. Köln, 29. Febr. Der „Köln. Ztg." zufolge gestrige republikanische Parteitag, Der republikanische nahm der __ _ __, in Rom, nachdem 8er Äg eördnete Pirolini seftgestellt hatte, daß die Mission Briands gescheitert sei, eine Tagesordnung an, worin das Wanken und die Sorglosigkeit des Vierverbandes beklagt und gefordert wird, daß sich Italien dem Vierverbande enger anschließe und an Deutichland den Krieg erkläre. Jswolski als Zensor. Genf, 29. Febr. Laut einer Mitteilung aus Paris unternahm der russische Botschafter Jswolski infolge gewisser, Artikel der ftanzösischen Presse, die sich auf die Unabhängrgkett Polens bezogen, bei der ftanzösischen Regierung Schritte. Diese Beschwerde veranlaßte die Zensur, den französischen Zeftungen zu verbieten, sich ohne Ermächtigung der russischen Botschaft in Paris mit Polen zu beschäftigen. Jede Einmischung in die innere Politik Rußlands ist untersagt. Amtlicher Wetterbericht. Oöffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 1. März 1916: Zunehmende Bewölkung, meist trocken, keine Temperaturveränderung. Letzte Nachrichten. Die Schlacht bei Verdun. i. Köln, 29. Febw Ter nach dem ivestlichen Kriegsschauplatz entsandte Sonderberichterstatter der „Köln. Ztg.", der im Kampfgelände von Verdun weilt, teilt mit: Unter der Verschleierung durch dichtes Schneegestöber feuerte die deutsche Artillerie unablässig. Auf deni Höhenzug von Douaumont bis zur Cöte de ftoide Tevre wütete der Hauptkampf, worauf sich das dQitsche schwere. Feuer konzentrierte. Hefttge Rauchentwick> lung verriet Brände. Westlich von Douaumont wütete, wie aus dem Ausschlag der gegnerischen Schrapnells zweifellos zu schließen war, ein Jnfanteriegefecht. Das feindliche Artilleriefeuer beschäftigte sich anscheinend nur in der vordersten Kampflinie und schien gegen die rückivärtig feuernde deutsche Artillerie machtlos. Ter Berichterstatter erkannte durch das Glas entstehende Brände in Verdun und erkannte auch nach Südwesteri hinüber, daß bei den in Richtung auf V a ch e r a u v i l l e ge^ legenen Beftstigungen der Kampf wütete. Genf, 29. Febr. Nach- dem „Matin" wurde die Bevölkerung Verduns fortaeschafft, so daß keine Zivilpersonen mehr in der Festung verweilen. Genf, 29. Febr. Laut „Figaro" erzählte Briand in den Wandelgängen der Kammer, daß bei den vergeblichen Angriffen, das Fort Douaumont ivieder zu nehmen, ein von der französischen Verteidigung bisher in Reserve gehaltenes Ar - nieekorps ange setzt wurde. Das schöne, strahlendweiße Licht und die große Stromersparnis gegenüber gewöhnlichen Metalldrahtlampen sind dir Äauptvorzüge der neuenWotan-Lampen Type n O u * Für jede elektrische Lichtanlage mit Vorteil verwendbar. Man verlange InfonnalionSmacerlal bet den Installateuren und tn den einschlägigen Geschäften. Beim Einkauf vcachte man die gesetzlich geschützte braune Marke auf ver grünen Verpackung und die Marke auf der Lampe. In Gießen erhältlich beim Elektrizitätswerk und beim Installateur Max Weißbade r. bei Nierenleiden, Harnsäure, ®ZucKer f Eiweiss Echtes Wildunger Salz existiert nicht Man meide die Nachahmungen 1915: Besuch 9306 Fürstliche Wildnnger Mineralquellen, A.-G., Bad Wildnngen — Schriften kostenfrei 1915: Flaschenversand 1800738 HöhereBürgerschule zuNidda mit Vorschrriklaffe. Die «AfmehMe neu eintreterrder Schüler findet Montag, den 1 . Mai 1916 , von 9—12 Uhr, auf dem Amtszimmer des Unterfertigten statt. Borzulegen sind dabei: Geburtsschein, Impfschein und letzte- Schulzeugnis. In die Borschuttlasse werden Knaben und Mädchen nach 2 jährigem, in die Sexta nach 3 jährigem, in die Quinta nach 4 jährigem Besuch einer Volksschule ausgenommen. Wir empfehlen aber den Eltern dringend, die Kinder im Interesse ihres Fortkommens in den höheren Klassen möglichst früh- ze.itig unserer Anstalt zuzuführen. Die höhere Bürgerschule befolgt den amtlichen Lehrplan für die Realschule«. Der Unterricht beginnt auch während des Sommers erst um 8" Uhr (Schluß 1 Uhr), um auch den auswärtigen Schülern den Besuch der Anstalt zu ermöglichen. Anmeldungen werden mündlich oder schriftlich bis zum 20. März erbeten. Weitere Auskunft wird gerne erteilt. Nidda, den 26. Februar 1916. Rektorat der höheren Bürgerschule. I. E.: Fritz Lauckhard. 152 gD 1 LICHTSPIELHAUS ßahnhofstraße 34 r?T!^PJ^i l lmlTn;^JVlH^rMFll^vwTT?i , T77T?^T?TrTTTflT^f?T^mv^m , ^TTmT Donnerstag, den «..‘War* 1916: Grosser Bunter Abend bestehend aus: Instrumental- u. Yokaldarbietnngen KinematographischenAnfTührnngen Deklamatorischen Yorträgen Rezitationen nw . 1565a Mitwirken^©: Ergte Frankfurter Künstler. Kassenöffnung 7 Uhr Anfang 8 Uhr Ende 11 Uhr Keine erhftht.Eintrittspreise Karten-Vorverkauf täglich von 11—1 Uhr an der Theaterkasse (Das vollständige Programm wird im morgigen Inserat bekannt gegeben — Fortgesetzte Ersparnisse im Haushalt! Mctße Rass- und Pfund-Wäsche ist zirka 50®/. billiger als jede im Haus gereinigte Wäsche :: Ohne Anwendung scharfer Mittel zu jeder Jahreszeit blendend weiss --Lii ieferzdt zirka 2 Tage GROSSWÄSCHEREI EDELWEISS SoWtemtratja 12 GIESSEN Ferasprechw «7 Briketts^-A Lager im Spezial -Brikett- geschäst bei H. 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März 1916, abends 87 4 Uhr, in der neuen Aula der Universität tzerrDr. Böhringer über seine Srlebrrifie wahren- de- Krieges i» Kamerun uud in der englischen Kriegsgefangenschaft einen Vortrag halten. Wir machen unsere Mitglieder besonders darauf aufmerksam. 1362 Der Vorstand. Lichtspielhaus Heute und folgende Tage: H EN NY PORTEN in ihrer neuesten Triumphschöpfung: Der Sieg des Herzens Schauspiel in 4 Akten Ferner: ein Sensationsraonopolgchlager- Frogramm wie es Gießen seit langem nicht mehr gesehen hat 8®“ Jeder Film ein Schlager! "fSC Oberhemden, Vorhemden, Kragen, Manschetten,Taschentücher, Handschuhe, Hüte, Hosenträger und Krawatten Gebr. Imheuser BlUiffir vom Feldwebel abwärts zahlt werk die Hälfte.' iss „Ich war am Leibe mit einer Wechte behaftet,welche mich durch das ewige Jucken Tag und Nacht peinigte. In 14 Tagen bat Zocker’« Patent-IWedt- zinal-Seäfe das Uebel beseitigt. Diese Seife ist nicht 1.50 M.. sondern 100 äJf. wert. Serg. M." (In drei Stärken, ä 60 Pf., M. 1.- n. 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