166. Jahrgang Hr. 49 Der «etzener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SiehenerFamilkenblätter; »vermal wöchenlt.Ureis- vlatt für den Ureis Sietzen (Dienstag und Freitags, zweimal monatl. Landwirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech - Anschlüsse: sürdieSchrii1lei1ungH2 Verlag, GeschästsstelleSI Adresse b"rr Drahtnachrichten: Anzeiger Giehen. Annahme van Anzeigen sür dre Tagesnummer bis zum Abend vorher. Erstes Blatt Montag, 28. Februar 1916 eneral-Anzeiger srrr Gserhe Rotattonr-nlS und verlaß -er Brühl'schen Univ.Guch- und ZLein-rriSerei R. Lange. 5chrrstlekt«ng. Ge?chäst§ftelle und Druckerei: Schulftr 7. Bezugspreis monatl. 85 Pf., viertel- jährl. Mk. 2.50: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 75 Pf.:' durch diePost 2)1 f. 2,30 Vierteljahr!. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf. — Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz: für Stadl und Land, Vermischtes und Äe- richtssaal: Fr.R.Zenz,- für den Anzeigenteü: H. Beck, sämtlich in Gießen. Neue Fortschritte vor Verdun. Vumzzo erobert. (WM.) Kroßes Hauptquartier, 26.Februar. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Wie nachträglich gemeldet wurde, ist in der Nacht zum 25. Febr-uar östlich von A r m e n t i e r e s der Vorstotz einer englischen Abteilung abgemiesen worden. In der Champagne griffen die Franzosen süolich von S t e. M a r i e - a. - P y die am 12. Februar von uns ge nommene Stellung an. Es gelang ihnen, in den ersten Graben in einer Breite von etwa 250 Metern einzudringen. Oeftlich der Maas wurden in Anwesenheit des Kaisers und Königs an der Kampffront bedeutsame Fortschritte erzielt. Die tapferen Truppen erkämpften sich den Besitz der Höhe südwestlich Louvemont, des Dorfes Louvemont und der östlich davon liegenden Befestigungsgruppe. In altem Drange nach vorwärts stiehen brandeuburgische Regimenter bis zum Dorfe und der Panzer feste Douaumont durch, die sic mit stürmender Hand nahmen. In der Woevre-Ebene brach der feindliche Widerstand auf der ganzen Front bis in die Gegend von Marcheville (siwlich der Nationalstratze Metz—Paris) zusammen. Unsere Truppen folgen dem weichenden Gegner dicht auf. Die gestern berichtete Wegnahme des Dorfes Champ- neuville beruht auf einer irrtümlichen Meldung. O e st l i ch e r K r i e g § s ch a u p l a tz. Außer erfolgreichen Gefechten unserer Vortruppen ist nichts zu berichten. Balkan-Kriegsschauplatz. r~i Die Lage ist unverändert. Oberste Heeresleitung. (WTB.) Großes Hauptguartier, 27.Februar. (Amtlich.) Westlicher Kriegs sch an platz. An verschiedenen Stellen der Front spielten sich lebhaftere Artillerie- und Minenkämpfe ab. Südöstlich von Ypern wurde ein englischer Angriff abgeschlagen. Auf den Höhen rechts der Maas versuchten die Franzosen in fünfmal wiederholten Angriffen mit frisch herangeführten Truppen die Panzerfeste Douaumont zu- rückMerobern. Sie wurden blutigabgewiesen. Westlich der Feste nahmen unsere Truppen nunmehr Champneu- ville, die Cöte de Talon und kämpften sich bis nahe au den Südrand des Waldes nordöstlich von B r a s vor. Oeftlich der Feste erstürmten sie die ausgedehnten Befestigungsanlagen von Hardaumont. In der Woevre-Ebene schreitet die deutsche Front kämpfend gegen den Futz der Cotes Lorrarnes rüstig vor. Soweit Meldungen vorliegen, betragt die Zahl wr unverwundeten Gefangenen letzt fast fünfzehnttausend. In F l a n d e r n wiederholten unsere Flugzeuggeschwader ihre Angriffe auf feindliche Truppenlager. In Metz wurden durch Bombenabwurf feindlicher Flieger acht Zivilpersonen und sieben Soldaten verletzt oder getötet, einige Hauser wurden beschädigt. Im Luftkampf und durch unsere Abwehrgeschütze wurde je ein französisches Flugzeug im Bereich der Festung abgeschossen; die Insassen, darunter zwei Hauptleute, sind gefangen genommen. Oestlicher und Balkan-Kriegsschauplatz. Keine Ereignisse von besonderer Bedeutung. Oberste Heeresleitung. Der Kerl, den unsere Truppen durch die Erstürmung des Forts Douaumont in die nördliche Befestigungslinie von Verdun gestoßen hatten, sitzt fest und ist nnerschtttter- Irch. westlich und östlich ist neues Gelände hinzuerobert worden, so rm Tale der Maas das Dorf Champneuville von dem schon einmal irrtümlich berichtet worden war, daß es rn deutsche Hand gefallen sei, ferner wurde westlich von Douaumont erschließend weiteres Waldgelände gewonnen Io daß unsere Truppen jetzt auch dicht vor der Fortkette stehen' bre srch von Douaumont nach Südwesten hinzieh^ O e st l i ch von Douaumont, auf einer benachbarten bewaldeteil Kuppe iregen die :m Tagesbericht erwähnten ausgedehnten Befestigungsanlagen von Hardaumont. Auch diese sind von den deutschen Truppen erstürmt worden. Das sind glänzende. Erfolge die auch dadurch äußerlich in die Erscheinung treten, daß bei den Kämpfen um Verdun jetzt nahezu 15 000 Franken gefangen worden srnd. Der Milrtärschriftsteller Maior Morath meint im „B. T.", wenn 10 000 Mann innerhalb der geringen Tiefe des Angriffes von einer Meile ge'fangen genommen werden konnten, so dürfe inan nach einer bewähr- . ^Ahode berechnen, daß die blutigen Verluste sieb auf etwa 30 000 Mann belaufen. Frankreich hätte also in weni- Di!s?°^itt/0000 Mann als gefechtsunfähig zu verzeichnen, Ziffern haben sich rasch vergrößert; rürni darf annehmen, daß 60 000 Franzosen außer Gefecht gesetzt worden sind, und dies wird keine Uebertreibuug seiin, da nnr durch dce oberste Heeresleitung erfahren, daß der- Feind in fünfmal wiederholten Angriffen auf Douaumont blutig ist. Und wie imponierend und sie- gesftcher steht.daneben der amtliche Satz: „In. der Woe- vL k I^chrertet die deutsche Front kämpfend gegen bcii AA.di-r EStes Lorramcs rüstig vor!" Das gibt auch der Srw? französische Bericht zu, der erklärt, baß die fcan- Aschen Vortruppen „an den Fuß der MaaKhöhen herangenommen" worden seien. Den Fall des Forts Douaunwnt einzugestehen, wurde General Joffre schwerer. Es heißt in feinem Bericht vom Samstag abeiid nur, die vom Feinde genommene Stellung sei von neuem durch die französischen Truppen, „die durch keine Angriffsversuche zum Zurück- werchen gebracht werden konnten", erreicht und überschritten worden. Das klingt sehr unbestimmt und Unglaubhaft; das genannte Fort ist eben gegen fünfmal wieder- holteAngriffe von den deutschenTruppen festgehalten worden, und die Hoffnungen, die Joffre vielleicht noch bei der Abfassung seines Berichtes vom Samstag abend gehegt hatte, sind chm dahingeschwunden. Der in der Champagne, südlich von Ste. Marie-a-Py unternommene französische Gegenstoß, den die deutsche Heeresleitung in ihrem Bericht vom Samstag erwähnt, ist ohne größere Bedeutung geblieben. In die Freude über die deutschen Siege von der' Westfront mischt sich die Genngtt^ng über das völlige Kasko, das dre Italiener in Albanien gemacht haben. Die Oesterreicher sind in DuraM einnurrschiert! Wo ist die italienische Brigade Savona, die vor einigen Tugen im nördlichen Ver- terdigungsring von DuraZzo geworfen worden war, und wo sind die Italiener und ihre Hlilfstruppen, die sich im Süden der Stadt gegen die Angreifer verteidigten? Nach oeni Wortlaut des österreichisch-ungarischen Tagesberichtes ist anz-uiichmen, daß sie unter dem Schutz ihrer Kriegsschiffe sich! den schwankenden Wellen vertraut haben, auf denen sie wieder heimwärts ziehen. Es ist wenig Ruhm bei dieser italienischen Expedition gewesen. Cadorna scheint sich dies von vornherein gesagt zu haben, aber nach manchen Anzeichen hat ihm die höhere Politik ms Handwerk gepfuscht. Kann für Italien in Valona noch eine Hoffnung bleiben? Die nächsten Tage werden erweisen, ob der italienische Widerstand im südlichen Albanien fortgesetzt wird oder nicht. Höhenzuges, der sicb dort steil fast 200 Meter über seine Umgebung erhebt und diese weithin beherrscht. Der riesige Beton- und Stcchl- pauzerblock liegt in Trümmern. Noch ein zweites unweit gelegenes Fort ging durch einen einzigen schweren Schuß der von oben durch alle Stockwerke bis zur Munitions- tamnier durchschlug, ganz wie seinerzeit Fort Loncin in die Luft. r. e ? Angriffs ans die Nordsront Verduns war em Meisterstück für sich. Arbeiten von ungeheurem Umfange mußten erß rn völliger Verborgenheit ausgeführt werden, sollte der Kamps gegen „uneinnehmbare" Stellungen wirklich gelingen. Die Ent- fernungen, die von der schweren Artillerie abseits der normalen waren, wurden durch das anhaltend fchlechte Wetoer und der: dadurch emtretenden Zustand der Straßen brigkeit-n Hnnvcrtr von Akenschai muhten erst die notigen Verbesserungen der Wege «ussühren, Ein weiteres Er- *2? lrut- Fundierung der Bettungen, tmn deren Halt- k Genauigkeit des schweren Feuers abhing, Wie fabel- bMt genau dann ge>cho,,en wurde, wissen wir heute, ES war offen. Telephon Verbindungen mehrerer Artillerie- zersto^n, da die Artillerie von Verdun manchmal rn lehr wichtigen Augenblicken schwiegodervielzu Mede!,tn ^n 8 . r ^bsterir war überhaupt fast kein Feuer von ^ P otm ' T-rgegen erzählten die übrigens sehr gut (irfpri?Wirkung unserer schweren Är- rslH?. Q ”1 "A^^blich furchtbar sei. Niemand könne diese au ^ alt f n - Gefangenen waren sichtlich erleichtert, die,« Holle nun -entronnen zu sein. * * * ’’! -n. Die österreichisch-,-«galischen Tagesberichte. . Nichtamtlich,),Amtlich wird verlauibart: 26. Februar 1916. Russischer und italienischer Kriegsschauplatz Keine brsondercu Ereignisse. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unsere Truppen sind bis aü die Landengen östlich und nördlich von Durazzo vorgedrungen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Frldmarschalleutnant , Wien. 27.Febr, tWTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 27. Februar 1916. Russischer Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Italienischer Kriegsschauplatz. ,,, Vorgestern kam es an der küstrnländischen Front von lebhaftem Arlltteriefeuer abgesehen, an mehreren Stellen auch zu heftigen kleinen Jnfanteriekämpfen. Vor Tagcs- anbruch machten Abteilungen von der Besatzung des Görzer Brückenkopfes einen Ausfall bei P o v m a. überraschten den ^lai/nben Feind, schütteten einen Graben zu und brachten 46 Gefangene zuruck. Am Rande der Hochfläche von D o - brrdo ging nach starker Artillerievorbereitung feindliche "Niere Stellungen beiderseits des Monte San Michele und östlich Azzo vor. Die Italiener wurden ^-"//r großen blutigen Verluste» nbgewiesen und ließen über- Hchch/n ^ ^ ament ' daninter sechs Offiziere, in unseren einig^GraVn.^" ntf,iflPr ' Tarvis erhielt wieder Südöstlicher Kriegsschauplatz. Heute morgen haben unsere Truppen Durazzo in Be,,tz genommen. Schon gestern vormittag war eine unserer Kolonnen im Feuer der italienischen Schiffsgeschützc ub". die nördlichen Landengen vorgedrnngen: scgelanqtcn tagsüber bis Portos, sechs Kilometer nördlut, von Du razzo. Die über dre südlichen Engen entsandten Truppe» wurde» anfangs durch die feindtichr Schiffsartillerie in Vorrucknng behindert: doch gelang es zahlreichen Allle n watelid.schwinnnel.d und auf Flößen bis abends die' B in ck ko st l I chv lN! Durazzo zu gewinnen und die dortigen italienischen Nachhuten zu werfen. Bei Morgengrauen ist Es unscrer„Bataillone in die b r e n n c n d e S t a d t "' >'- Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant ' * * Der Angriff aus Verdun. ~ r J ^ n ’JP■ (WTB. Nichtamtlich.) Der Krieasbericht- unter^dem^ 36 "^i^ Tgbl/' meldet aus dem Großen Hamp-tguartier Aehmllr: Gestern nachmütag haben brandenbnrqische ö: ? n * moderne Fort Douaumont der protzen Wasserststuna Verdun erstürmt. Ebenso wie die sranrö- ?^^n als ihi-e bestangelegte mrd un- h baden, iDtrb nran wahvscheinlich ^brdun veraltet und von geringer, Bedeutung ist. Das Werk Douaumont wurde als stärkster Teil w ^wertet Das Fort bildet durch seine Lage tatsächlich Etipseiler der ganzen Nordsront und ist vom M,tt«pmikt fer Schdt Verdun gerade eine deutsche Meile emsmitt W steht «luf dem höchsten Punkt «n«s nordöstlich streichmdenj Der französische Bericht. Paris, 26. Febr. lWTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Berichs von Freitag nachmittag. In den Argonnen amterhielten wir eiU rcl ejrer ,ai ot feindlichen Werke in der Gegend des ajl ( 01t Artillerietätigkeit mit Unterbrechungen zwi- schen^Vtalancourt und dem linkei: Maasufer. t. n Ä r ^lich von Verdun dauerte das Ge- weniger hesllg an. Ter Feind richtete nachts kcineü mmrtarL3! 9t X “Ö 6 ? Stellungen. Wir setzten uns auf der VEdi- ^Osllme, dre ^nter Beaumont auf den östlich von Ehmnonevillc Ä/^ou Srues uch hinzrehmden Höhen eingerichtet wurde, fest. Auf ubnqm Front verlief die Nacht ruhig. Amtlicher Bericht von gestern abend: In der Ehamvaane stidlrst! 4^17 an und nahmen einen feindlichen Vorsprung trir wTkf- M^le-5-Pp Im Lause des Kampfes nrachten wrr 300 Gefangene, darunter 16 Unteroffiziere imd 5 Offiziere sSÄSilTÄ £5“ »- «Ji 'äsä isä» “f der gaujen® Front, fcfonto? wo der Komp, mrt gleicher Erbitterung fortgesetzt wrrd. Mehrere Angriffe der L«rtschen mit großen Verbünden gegen Poime geführt wurden, blieben erfolglos Ein anderer Angriff auf wrs-ere Stellungen im Bois Bauche ist gleichfalls ange^lten worden. Westlich der Maaä keine Jnfanterieaktivn. den Vogesen imd im Fechttal Artillerieduell. Bericht: Auf der belgischen Front herrschte 26. Febn«w/ ^ (M ' ^ rfft ) ^Eche Mtkeiluntz vom n Stets erbitterter Kampf in der Gegend r. v ^ 1 ^ ö 0N Ver dun wo der Feind sortfährt, seine Lln- strengungen auf dre Front östlich! der Maas zu richten Nach den letzten Nachrrchteii ,vider>behen Unsere Truppen ans den gleüben Stellungen den wiederholten Anstürmen des Feindes, bet seine Pf c * r ,n % t urehr zahlt. In der Gegend von Do u a u m o n t haben ft l L™f+e? an(JC ömnd-lrchen Kämpfe einen besonders erbitterten Eharakter angerrommen. Aus der Woev re front wurde die vorgeschobene Abteilung, die wir seit den Kämpfen des letzten Orne^ ruid Heunemont als Ucberwacbungslmic U'n hatten, ai'f Wer.ung des KomnrMidos und ohne Angriff des Gegners nunmehr an den Fuß der Maas höben .^ an ?ii no J nm ctV h Unsere Artillerie auf denk linken und feJP“? erwidert unablässig das Bombardement ee.' Fe indes. Nichts zu melden auf dem Reste der Front 11 Uhr abends: JUr Artois Minenkampf. Wir ließen rwei Minenkammern rn die Luft fliegen, die eine westlich der StE von Lille und dre zweite östlich von NeuviNEt Baast unter einen vom Fmnde besetzten Laufgraben. In der Champagne me,en wil ernen GMenangriff auf den von uns eroberten Vor- prung n'dlich von St. Marie ä Pp viollständig ab Die Ge- samtzahl der von uns m diesen Kämpfen gemachten Gefangenen belauft sich auf 340, worunter sich 9 Offiziere und 36 Unteroffiziere Jerstorungspeuer mrf die deutschen Werke nördlich von Bille sur Tvuroe und m der Gegend des Mont Tätu In der- Ge g e n d n o r l r ch v on Verdun dauert das Boinbardement ohne Unterbrechung östlich mrd westlich der Maas an Aus die An- ^ antworteten unsere Truppen nnt kräftig aus- gcfuhrten Gegenangriffen aus die verschiedenen angegriffenen Punkte unserer Front. Mle neuen Berftichje der Deutschen in der Gegend von Champe-Nupille-Poivre, wo wir uns fest eingerichtet ^ abgeimesew Ein erbitterter Kampf ,oird uni Oa- tN o r t ^ o ua ii nro 7t t, das cui vorgeschobener Teil des Befestigungswerkes des. Platzes Verdun ist, geführt. Die Heutes?. mehreren fruchtlosen Anstürmen, die ^ 0 /e ^ erI - u ^ e . kosteten, genommene S t e l ln n g t nr die durch keine Eingriffs- Ewer che n gebracht werden komiten, erreicht und uberlchrltten. Nordöstlich von St. Mi hie l beschoß unsere ?lr- llllerie die seiildlichen Schuppen und D^epots bei Vigneulles. Die ^eulichen schossen mehrere grvßkalibnge Gi'anoten in den Ricii- lllngcn von L u u 6 v i l l e und N a n c p. Heute schoß in der Ge - Verdun der Adjutant Navarre von einen: Flug-,eng mii einem S:tzplatz aus mit Maschineugewehrfeuer zwei deutsche Flug- zeuge ab, ivodurch sich die Zahl der von diesem Piloten abgrschosse- ncn Flugzeuge aus fünf beläust. Die feindlilsen Flugapparat Neten m mrfere Lrme nieder. Zwei Flieger wurden getötet, die oetten andereil wurden zu Gefangencii gemacht. Am gleichen ^age warf innes unserer aus 9 Kampfflugzeugen zusaimnengesetzten Goch war er l 0 4 B o m b e n aus den Bahnhof von Ä e tz -- S a b - Ion. Ern anderes Geschwader bombardierte die feindlichen Be- tnebe von ClMmplay, nordwestlich voll Pont-5-ALousson. Herten türkischen Armee ohne Auncyub wrr. ou v .rietic öitlicl) von Erzerum auf der Straße von Tvapezunt warfen wir feindliche Nachhut«: zurück und besetzten das Dorf Dschkala. Kuropatkiir Befehlshaber an der Nordfront. Petersburg, .26. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Ku r o p a t li n ist zum Befehlshaber der Armeen an der Nordfront ernannt worden. Der Linzng der österreichisch-ungarischen Truppen in Durazzo. Berlin, 28. Febr. Das Eindringen der österreichisch- üngarischeu Truppen in Durazzo wird von den Müttern an hervorragender Stelle gewürdigt- Iin ,^Lokal-Anzeiger" liest man von der Hand eines rnilitärischen Mitarbeiters: Der Fall TuraWos war nach Abschneiden des Weges nach Süden durch die Besetzung von Kavaja bereits als sicher goi betrachten. Dem irnans gesetzten Drängen des Feindes von Norden, Süden und Osten gegenüber blieb nichts übrig, als ein Zurück weichen ans die Halbinsel, die acht Kilometer nördlich und unmittelbar östlich der Stadt durch je eiire schmale Berbindutigsstraße mit dem Festlande verbunden ist. Das; die üsterreuhisch-n::garischen Truppen es Vorzügen, die Uebergangsstellen im Sturm zu nehmen, statt ganz DuraWo zusammenzuschießen, legt Zeugnis für den Offensivgeist unserer Bundesgenossen ab, für die es eine allerdingB hochwillkommene Gelegenheit sein mußte, mit den früheres Mrndesbri'ldern, den Italienern, einmal gründlich abzurech- vxn. Nach dem Falle Durazzos steht dem Weitermarsch der ösherveichisch-ung arischen Armee nickffs inehr im Wege. Durazzo ist das alte Dyrrhachmm der Römerzeit, das in der alttönnsch-en Kriegsgeschichte eine ganz hervorragende Stellung einnimmt; es befand sich auch am Ausgang! des Mittelalters längere Zeit hindurch im Besitze des Königreiches Neapel und dann der Republik Venedig. Dies gab offenbar für die Italiener den .Hauptgrund ab, um auch Durazzo zu dem „unerlöstcu" Italien zu rechne,: und sich dort ftslznfttzen, nachdem Albanien infolge des Ausganges des letzten Balkan- lrieges zmn Rairge eines selbständigen Staates erhoben worden war. Schon die alten Griechen hatten die Bedeutung des Hafens »°n Durazw erkannt; sie mündeten an jtzm im Jahre 625 v Chr. Z^Z T fnT chtc Kol«me, der sie dm Ramm Epidamnos,gaben, und die sich h „ rr( ? M «Ä 1 * «LfeSS sehr schnell zu einer bedeutenden und volkreichen Stadt entwickelte. Part ei kämpfe in EpidamNos fü hrten im! Jahre 431 v. Chr. den bekannten Zwist zwischen Kerkyra (dem heutigen Korfu), der Mutterstadt der Kolonie, und Kärinth, der Mutterstadt Ker- kyras, herbei, dem sich dann der peloponnesische Krieg entwickelte. In: Jahre 229 v. Chr. gelangte die griechische Kolonie in den Besitz der Römer und erhielt von diesen den Rainen Tyr- rhachium. Ter Hafen von Dyrrhachinm hatte in der Zeit der römischen Weltherrschaft eine überaus wichtige Bedeutung als Landungsplatz für den Uebevgang von Italic:: nach Griechenland. Die Römer stellte:: zur Verbindung mit Griechenland eine ihrer bedeutendsten Heerstraßen, die heute noch bestehende via Egnatia, her, die von Dyrrhachinm über Thessalonike (Saloniki) und Philipp: nach Byzantirrm führte. Eine sehr wichtige Rolle spielte Dyrrhachinm in dem Kriege zwischen Cäsar und Pompeius, dar sich in Dyrrhachinm festgesetzt hatte und dort von Cäsar 48 v. Chr. belagert wurde. Es gelang aber &eu Truppen des Pompeius, die Truppen Casars zum Rückzuge nach Mazedonien zu drängen Bei der Teilung des rönrischen Weltreiches im Jahre 395 fiel Dyrrhachinm als Hauptstadt der römische:: Provinz EpiruS Nova an das oströmische Reich; in: Jahre 481 wurde es vom Ostgoten könig Thcoderich, in: 10. und 11. Jahrhundert zweimal von den Bulgaren vorübergehend besetzt. Besonders denkwürdig ist die Belagerung Dyrrhachiums in den Kämpfen der Kreuzfahrer gegen Ostrom durch den Normannenherzog Bohemund in den Jahren 1107 und 1108. Trotz des Anmarsches eines starken byzantinischen -Heeres setzte Herzog Bohemund die Belagerung fori und tat dies selbst dann noch, als er von den Truppen des .Kaisers Alexius vollständig eingeschlofsen worden war. Im Frühjahr 1108 lies; er seine eigenen Schiffe zerstöre::, um aus ihnen Holz für Belagerungs- Maschinen zu gewinnen. Bohe:nund ließ einen die Mauer überhöhenden und mit Fallbrücken versehenen Turm erbauen und fiihrte diesen gegen die Festnngsmauern heran. Den Verteidigern Dyrrhachinm s aber gelang es, den Turm zu verbrennen. Den von den Belagerern angelegten Minen setzten die Belagerten noch wirksamere Gegenminen entgegen. Sie bediente:: sich dabei in überaus geschickter und wirkungsvoller Weise des „griechische:: oeners", das den in den Miinengängen vordringenden Soldaten aus Siphonen (Röhren) ins Gesicht geblasen wurde. Da cs der byzantinischen Flotte schließlich gelang, dem .Herzog Bohemund legnche Zufilhr abzufchmiden, blieb diesem nichts anderes übrig, als vor dein Kaiser Alexius zu kapitulieren. Auch in der Ge- sch:chte der unglücklichen Hohenstaufen, die welscher Tücke und H:nterl:st m Italien unterlagen, spielt Dyrrhachinm, hoffen Name bald daraus d:e italienische Form Durazzo annahm, eine Rolle. In der Mtte des 13. Jahrhunderts trat der oströmische Kaiser Mrchael II. bic Stadt und den Hafen von Dyrrhachmm an den Sohn des Kaisers Friedrich II., de:: tapferen Manfred, ab, der dann in: Jahre 1258 König beider Sizilien geworden ist. 1272 gelangte Durazzo, wie es fortan geirannt wurde, in den Belitz des .Königreichs Neapel und wurde voir diesem im Jahre 1392 an dre Republik Venedig abgetreten, die es bis zuM Jahre 1501 behaupten konnte. In diesem Jahre setzten sich die Türken in den Besitz der Stadt, nachdem sie iin Jahre 1493 Konstantinopel erobert und ihr«: siegreichen Vormarsch auf dem Balkan fortgesetzt Wen. Bis zu dem Balkaukriege im Jahre 1913, der dem Staate Albamen dre Selbständigkeit brachte, war also Durazzo türkischer Besitz Nun lind die Wogen des Weltkrieges auch über die alte Hafenstadt Dyrrhachinm hereingebrockien, die von der frühesten Zgchrchte «Europas an bis in die neueste Zeit so wecUelvolle Schicksale erlebt hat, und die bevorstehende Einnahme der Stadt durch dre siegreich vordrirgend«: österreichische:: Truppen wird emen neuen Wendepunkt in ihrer ereignisreichen Geschichte be deuten. Wilsons Standpunkt. Washington, 26. Febr. (WTB. Nichtamtlich ) Meldung des Reutmchen Bureaus. Zn einem Briese an Senator Stonr saat Wilson. Die Haltung, die die Mittelm äcl-te, .vre sie an gekündigt haben, in Zukunft in der Unterseebootskriegführung an nehmen wollen, widerspricht so offenbar den ausdrücklichen Ber sicherungen, die sie uns jüngst gegeben haben, daß man an- nehmen muß, es werden demnächst Erklärungen folgen, die ein anderes Licht auf die Frage werfen. Aber in jedem Falle liegt unsere Aufgabe klar vor uns. Keine Nation ooer eine Gruppe von Nationen hat das Recht, während der Dauer des gegenwärtigen Krieges die Grundsätze zu ändern oder außer acht zu lasse::, au die sich alle Nationen zur Milderung der Schrecken und Leiden des Krieges einigten, und wenn die klaren Rechte amerikanischer Bürger etwa unglücklicherweise durch eine solche Handlung beeinträchtigt oder bestritte:: loerden sollte::, würde die Rücksicht auf unsere Ehre uns keine Wahl bezüglich unserer Haltung lassen. Ich kann keine Beeinträchtigung der Rechte amerikanischer Bürger nach irgend einer Richtung znlassen. Dte Ehre und die Selbstachtung unserer Nation stehen .ans den: Spiele. Wir lieben den Frieden und werden ihn um jeden Preis bewahren außer um den Preis unserer Ehre. Unseren Mitbürger:: zu verbiete::, von ihren Rechten Gebrauch zu machen ans Furcht, wir könnten in die Lage kommen, diese Rechte für sie gelteird zu machen, wäre eine tiefe Erniedrigung lntö wäre in der Tat eine Zirstinv- muitg zur Verletzung der Rechte der dNenschhel durch jede Nation und unter jedem Vorwände. Ein freiwilliges Aufgeben unserer bisherigen stolzen Haltung als Wortführer der Gesetzlichkeit und des Rechtes mitten in den Wogen des Krieges würde alles, was wir bisher erreicht haben, bedeutungslos machen Wenn wir jetzt Nützlichkeitserwägungen an Stelle von Grund- satzen treten lassen würden, wäre noch weiteren Zugeständnissen Türe und Tor geöffnet. Man gestatte nur ein einziges Abweichen von den: Recht, und zahlreiche andere Demütigungen werden zweifellos folgen, und das gan^e schöne Gebäude des Völkerrechts würde unter unseren Händen Stück für Stück abbröckeln. Amerika kann nicht nachgeben, ohne die eigene Ohnmacht zu gestehen und seine unabhängige Stelliuvg unter den Nationen der Welt tat sächlich preiszugeben. Berlin, 26. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt znm U-Bootkrieg: Es sind trotz der klaren Tarlegimg des Herrn Staatssekretärs von Jagow Zweifel entstanden, ob die Grundsätze der unter dem 10. Februar veröffentlichten Denkschrift über die Behandlung bewaffneter Kauffahrteischiffe durchgeführt werden würde::. Diese Zweifel sind gänzlich unverständlich und unbegründet. Es hat nie die Absicht bestände::, von den in der Denkschrift angekündigten Maßnahmen abzuweichen. Tie energische Führung un seres N- Bootkrieges nach der: Grundsätzen der Denkschrift wird zn den: angesetzten Zeitpunkt beginnen. Tie „Nordd. Allg. Ztg." veröffentlicht sodann den von dem Reuter scheu Bureau verbreiteten Brief des Präsidenten Wilson an den Senator Stone und bemerkt dazu: Tie in der deutschen! Denkschrift dargelegten Grundsätze widersprechen keineswegs dem Völkerrecht, denn die in der Denkschrift veröffentlichten Geheim befehle der englischen Marine weisen armierte englische Handels schifft ausdrücklich an, sich nicht nur zu verteidigen, sondern auch ihrerseits z-um Angriff überzugehen. Tie weiter mitgeteilte:: zcchl- re:chen Emzelfälle erweisen, daß dieser Befehl befolgt wird. Solche Schiffe hören aber nach de:: Grundsätzen des Völkerrechts auf, friedliche Handelsschiffe zu sein. Andererseits erscheint das Verhalten unserer Gegner als ein grober Bruch des. Völkerrechts, da diese mit ihren Handelsschiffen Kriegsakte auf 'See vornehmen, zu denen nur Ivirkliche Kriegsschiffe berufen sind. Wenn Präsident Wilson in seinem Briefe an den Senator Stone behauptet, daß die angckündigten Maßnahmen aegeu bewaffnete feindliche Handelsschiffe den ausdrücklichen Versicherungen Deutschlands und Oesterreich-Ungarns widersprechen, so beruht dies offenbar auf einem Mißverständnis. Denn diese Versicherungen bezogen sich nur au' friedliche Passagier schiffe, nicht aber auf solche, die mit ihrer Armierung Angriffstzwecke verbinden. Das Mißverständnis ist offenbar darauf zurückzuführen, daß sich die Denkschrift init den: beigefügten Material noch nicht in den Händen der amerikanischen Regierung befindet und daher von den: Präsidenten Wilson noch ferner Prüfung unterzogen sein kann. Die Beschlagnahme deutscher Schiffe durch Portugal. Lissabon, 26. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Der Mi msterpräsident erklärte auf eine Anfrage in der Kummer, dre Beschlagnahme der deutschen Schiffe war infolge der wirtschaftlichen Lage des Landes notwendig. Es alle Gebisse beschlagnahmt, um Zerstö eugen, von denen schwere Fälle auf sieben wurden rangen vorz Schiffen festgestelkt worden sind Der russische Bericht. Petersburg, 26. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Ber:cht vom 25. Februar. Westfront: Im Abschnitte vm R:ga, m der Gegend südöstlich der Insel Dalcn, heftiges, beider- Icnttges Feuer. In der Nähe von Dünaburg, bei Jlluxt :mb Gar- bunvwka, wurde das heftige Feuer von gestern wieder ausgenommen Siidlvestlich von Pinsk überstiegen unsere Truppen das feindliche Drahthinderms, überraschte,: eine:: Posten und :nachteu 6W- fangene. .Galizien: In der Sftgend der Dörfer Hladki u:ü> Wo- robnowka (nordwestlich von Tarnopol) und bei Michalcze dauert der Handgranaten kam Pf um den Besitz der Spreu gtrickster an. Schwarzes Meer : Unsere Torpedoboote versenkten in der GeglNld von Sinope vier Segler, zerstörten Brücken an der Küstenstraße, ver:::chteten einen Teil und zerstreuten den änderet: Änl einer Kamelkarawane, die unter der Bedeckung einer Truppen- abterllmg marschierte. ^ a uka s u s : Unsere Truppen nahmen im Sturm die Stadt Jsp:r. a.:e Berfolg:mg des Gegners in der YKgend von Erzerum und Chnayskala dauert an. Persien: In der Gegend von Kcrmanschah warfen unsere Truppen de:: Fnnid aus der Stadt Sah::c l60 Kilometer nordöstlich von Äirmanschah) m:d von den beherrschenden Bergstellungen: sie erbeitteLei: vier Kanonen. Unsere Tnippn: drangen :n die Stadt Kachan (200 Kilometer südlich von Teheran) ein Prtersbura 27. Febr^ (jmf. Frkft.» Mitteilung des Großen (keueralstabs von: 26. Febrimr. In Galizien, in der Gegend von Michalcze, am Dnjestr gelang es dcnn Feinde, nach langandauenwen: Bombenwerfcn sich eines unserer Trichter zn bemächtigen, er wurde aber durch einen ungestümen Gegenangriff tvieder zurückgeivorfen. K a n k a s >: s f r v n t : AIS Ergebnis der Operationen um Erzerum, die verglichen nnt den, großen erzielte:: Erfolge mit nubedeuteudcu Verlusten vertvirklicht wurden, machten wir 235 Offiziere und 12 753 Soldate:: zu Gefangenen und erbeuteten. 9 Fahnen und 323 Kanonen. Außerdem erbeuteten ,oir in Cr- *mun, dcw eine erstklassige türkische Festung war, große Waffen- wger, Mnnitious und Proviant Vorräte, verschiedene Gegenstände nir den Verbindungsdii'nst unter den Truppen, Parks usw. Wir m in der Verfolgung des Restes der geschlagenen und denrorali frtl Der 5eeMeg. London, 26. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Rcntterschen Bureaus. Das englische Paketboot „Maloja" (12 800 Tonnen) ist auf der Höhe von Dover unter- aegangen. Es soll auf eine Mnre gelarrfen sein. Der Darnpfer hatte 57 Passagiere an Bord und befand sich ans der Fahrt nach Bombay. Ein anderer Dampfer, der den Schisfbrüchi- aen Pr Hilfe eilte, lief cbenfaNs auf eine Mne und verschwand. Lloyds meldet aus Dover: Der schwedische Dampfer „Birgit" ist nntergegangeu 17 Ueberlebende wurden gerettet. «x . ß ?ü b0 cS' 27 ‘ (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reutersche:: Mircaus. Die untergegangene „M a l o j a" tvar ein Postdampfer vm: 12 431 Tonnen. Drei Leichen sind in Dover gelandet wordei:. Die Benmrrweten sollen a::f ein Hospitalscknff gebracht lvvrdcn sein. . Der Danipfer, welcher auf eine Mine lief, als er dem Post- dampftr „Malvia" zu Hilfe eilte, war die „Empreß of Fort William" (2181 Tonnen). Sie sm:k iniurhalb ei: Stunde. Die Besatzimg ist gelandet. emer halben Vlissingen 27. Febr. (WTB. Mchtamtlick-.) Der Postdampfer „Meckle nbura" (288.5 Tonnen) der Zee- land-Linie ist auf der Reise nach Vlissingen auf eine Mine gelau.se::. Das Schiff ist verloren. Dre Zeelaird-Kompaa- me erhielt ein Telegramm, ivouach, sich die Fahrgäste und die Besatzung der „Mecklenburg" an Dovd des holländischen Dantpsers „Westerdyk" befinden. Der nutergegangeue schwedische Dampfer „Birait" war ein Dampfer von 1117 Tonnen. 26 Febr. (WTB. Mchtamttich.) Hicr ,st du Nachricht von der T o r p e d: c r u i: g eines Dampfers eing- getroffe::. Es dürfte sich um den Danwftr „Westoorby" handeln. Der Dampfer „T r e v c riet) u" traf ein Boot mit 15 Mann an und rettete d:e Insassen. Eine andere. Bootsbesatzung wurde von eucem unbekannten Dainpfer gebvrgeit. Nach bon Mitteilungen emos Mannes von der „Westoorby" wurde der Dampfer durch ein Geschoß :n zwe: Teile zerbrochen. . Marseille, 26 Febr. -MTB, Nichtanttlich.) Der Post- danwftr „B : l l e h e M a d r i d" der Compagnie TrauSatlanttgue, der h:er eingetroften i.t, uuirde auf der Fahr! von einem feind- ucpen Unter leeboot dejcyoj je n. Alttt VoclDamps geka:^ es dem Postdampfer, der zmeinral geirofje:: wurde, aber keinen fchlvere: Schaden erlitt, dem Unterseeboot zu entkommen. Berlin, 26. Febr. (Priv.-Tel.) Die „B. Z. a. M." meldet aus Genf: Der belgische Fischdampfer „Petit Henriette" ist laut „Petit Journal" bei Vlissingen von einem deutschen U-Boot versenkt worden. Die Besatzung wurde gerettet. 2S*ts Stadt und Land. Gießen, 26. Februar 1916. Deutschland über alles! Im großen Hörsaale der Universität hielt am Samstag atab 81.2 Uhr Fräulein Tr. Käte Schirmacher einen Vortrag mtt den: Thema „Deutschland über alles". Aus dem Inhalt der Rede, die mit großem Beifall ausgenommen wurde, geben wir folgerwes wieder: Das Lied, das Hoffmann von Fallersleben 1841 auf dem' damals noch englischen Helgoland dichtete, bedeutet unseren Feinden den Schrei nach. Weltherrschaft, uns ist es das dc:ttsche Einheitslied und das deutsche Opferlied: Deutschland steht jedem Teutsckien höher als sein eigenes Selbst. Dies gilt für Mann, Frau und K.ind. , Was bedeutet „Deutschland über alles" für den Mann? Die Aufgabe alles Persönlichen, Neigung, Beruf, Gewinn, Gesmwheit, Leben. Was bedeutet es für die Frau? Tie Hingabe der Männer ihrer Familie. An dies Opfer ist die deutsche Frau ror allen anderen gewöhnt. Ungewohnter war ihr die wirtschaftliche An-> passnng an den Kriegszustand, da weite Kreise deutscher Hausfrauen wirtschaftlich nicht genügend geschult waren, um einen Haushalt kriegsgnnaß umaestalten zn köimen. Das ist nicht ihre Schuld. .Hier liegt ein Versäumnis des Staats vor, der wottl den.Mann zwangsweise zur militärischen Wehrpfiicht erzieht, nicht aber die Frau zur haustvirtschaftlichen. Die wirtschaftliche Wehrfähigkeit der deut-, scheu Hausfrau ist un: so wichtiger, als unsere Febwe uns wirtschaftlich niederringen wollten. Wir l)aben etwa 11 Millionen deutscher Hausfrauen. Gelang es, diese in Nahrungs sorgen zu setzen, so hatte der Feind einen kräftigen Bundesgenossen im Lande selbst. Deshalb nrüssen die Hm:sfrauen die polüischen Folgen der Lebensmittellenerung klar sehen. Ein Teil dieser Teiwrung und der brran^ folgenden Entbehrungen ist durch Wucher verursacht, einen Wucher, der teu Feinden in die Härche arbeitet. Diese Eittbehrrmgen s:nd vermeidlich und müssen von Staat irrfb Gemeinde mit jeden: wirksame:: Mittel bekämpft werden. Ein Teil der Entbehrungen ist unvermeidlich, denn es ist Krieg. Diesen Teil soll die deutsche Hausfrau entsckLossen imb willig auf sich nehmen. Denn nur wenn wir bereit sind, bis z::m Giftbe anszw- halten und alle nöttgen Opfer wcklig zu bringen, können wir den uns günstigen Frieden erreichen, den einzig«:, den wir erreichen wollen. Wir nlüssen unsere Entbehrungen stets an der Front Mesfen- dann werde:: sie uns imuver erträglich erscheinen. Daß bei den: Frieden die Notwendigkeiten des Siegers maßgebend sind, ist wiederum der: Frauen deutlich zu machen. Mit Sentimentalitäten kon:men wir da nicht weit. Tie Deutschen sind dem Ausland gegenüber ein weiches Volk, leicht allem Fremden Zugänglich, leicht zn beeinflussen. Um dem ?lusland gerecht zn werden, sind :vir oft ungerecht gegen uns selbst. Ties« Schrväche muß verschwi:ü>en, wir müssen in diesen: Sinne hart werden gegen das feindliche AiMand. Dazu gehört eine kraftvolle dei:tsche Erziehung, die uns die lebendige Kenntnis deutschen Wesens und des deutschen Nottvendigen gibt. Wir sind das einzige gvoße Kulturvolk, das in nnnnterbvochenem Zusapunenhang mit seinen tausendjährigen Vergangenheiten steht; kein anderes großes Kulturvolk hat eine. Götter- und Heldensage, hat Volkslieder und Märchen von einer Größe, Schönheit rmd Innigkeit wie wir. Das alles lebt heute noch, und wohl sollen wir auf dies Erb^ stolz sein. Deutsch und deutsche Geschichte müssen daher im Mittelpunkt unserer Erziehung stehen. Dazu kommt die K ö r p e r b i l d u n g. die besonders bei dcn: Mädchen gefördert werden muß. Tie deutsche Frau steht vor den größten Mutteranfgaben e Lage unser cnnger Sitten predigen. Für nns gibt es nie :nehr sorgloses Behage::. Vielleicht sind wir deshalb zum Kulturpräger der Menschheit ersehen. Denn für uns heißt es aus alle Zeit«: mit Herder: „Arbeiten ist cm göttliches Gesetz," mit Goethe: „Genießen macht gemein" und „D«ttschland über alles". **Jn unserem Familienblatt komtni von heute ab Fedor von Zobeltitz mit seinem Roman „Die arme Prinzessin" zn Worte. Der liebenswürdige Erzähler, dessen wie eine nnmtere Qtuelle plätschernder, klarer und frohgemuter Stil den Leser bald gefangen nimmt, holt seinen Stoff aus einem stillen Fleck ans märkischer Erde, wo dicht nofren einander die bröckelige, armselige Herrlichkeit eines v-erarmten Fürstengeschlechts ein sonderbares Zwitterdasein -ristet und die kernfeste Bodenständigkeit eines nicht viel jüngeren Bauerngeschlechts den Ruhm der Arbeit kündet. Die Mrstenkinder ::nd die Rangen des Bnrgmüllers ivachsen in der weltfernen Wald-einsamkeit miteinander durch ein glückliches ^hinderdasein heran; verschwiegene Parkwinkel, die Ruinen des alten Fürstensitzes lächeln zn dem gemein- amen Spielen. Dann kommt häs Leben und läßt sie den Gegensach zwischen Arm und Reich, Hoch und Medrig erkennen; führt sie in buntem Wechsel zu Höhen des Daseins und stößt sie wieder hinab — aber der Hafen der stillen^ trauten Heimat, die zwar ihr Gesicht, aber ihre Siißigkeit nicht verbir, bleibt ihnen erhMen; in ihn fährt ein Lebens- 'chifflein nach dem andern ein, als ihn: der Sturm lda draußen büe Segel genügend zerzaust hat. Wie ein sonniges Leuchten g:cht es aus der bilderreichen und buutbewegten Erzählung. Der Zauber der deutschen Heimat weht uns an. Der Leser wird^ bald rechte:: Anteil an den lieben Menschen der geinütshvarinen, tiefangelegten Dichtung nehmen und ihren: GeMck gerire durch die verschlu:meueu, jvie verwachsene Pap:ckwege anmutenden Pfade der Erzählung folgen ** Die Landes stelle für die Förderung des Goldmünzenumtauschs und verwandter vaterländischer Zwecke gibt bekannt, daß sich auf ihr Ersuchen hin die Landes-HypotheLenbank dankenswerter Weise bereit erklärt hat, entbehrliche goldene Gegenstände gegen Barzahlung zur Weitergabe entgegenzunehmen. Die Landes- Hypothekenba.uk hat sich ferner bereit finden lassen, auch solche Goldgegenstände anzunehmen, mit denen persönliche Erinnerungen verknüpst sind. Ueber diese Gegenstände soll deshalb nur nach Maßgabe besonderer Bedingungen, die von der Hypothekenbank erhältlich sind, zum vaterländischen Wohle verfugt werden dürfen. Die Absicht geht dahin, solche Gegenstände, wenn sie nicht gebraucht werden, späterhin dem Einlreferer zurückz-ugeben. Mit diesen beiden (Anrichtunaen will die Landesstelle den Wünschen solcher Baterlands- freunde entgegen kommen, die zu ihrem Teile den Goldbestand des Reiches vermehren helfen wollen, ohne daß dabei irgendwie der freiwillige Entschluß beeinträchtigt werden soll. ** Viehmär kte in Gieß en. Laut Bekanntmachung des Oberbürgermeisters ist die Abhaltung von Viehmärkten in Gießen bis aus weiteres verboten. 9 * Stadttheater. Aus dem Stadttheaterbureau wird mitgeteilt: Auf die morgige Volksvorstellung von „Mein Leopold" sei besonders hingewiesen, da sie die letzte des bekannten Werkes überhaupt ist. "'DieDankespflicht der deutschenFran unseren Helden gegenüber. Ueber dieses Thema wird Fräulein Käthe Pavke, Bad-Sachsa, Vorsitzende des Kriegs-Jnvaliden- heims „Heldendank", am Mittwoch, 1. März, abends Uhr, im Hotel Schutz einen Vortrag halten. Näheres ist aus dem Anzeigenteil zu ersehen. ** Ein orthopädischer Fortbildungskursus für Schuhmacher nahm am Samstag nachmittag im Gewerbehaus seinen Anfang. An dem Kursus beteiligten sich 10 Meister. Der Vorsitzende des Ortsgewerbevereins wies in seiner Erösffnrngs- anspvache darauf hin, daß dieser Fortbildungskursus nicht mir im tvirtschaftlichen Interesse der Schuhmachermeisier liegen könne; es sollte damit auch eine nationale Pflicht erfüllt werden, bic darin gipfele, denen, die als Fußkranke aus diesem schweren Krieg zurückkehrten, die Leiden so erträglich wie möglich zu machen. Schn hmucherm erster R u ß - Da r m sta d t erläuterte in dieser ersten Zusammenkunft ein ihnr patentiertes Verfahren zur genauen Feststellung der Form anormaler Füße. Weitere Vorträge und praktische Unterweisungen sollen in zwangloser Reihenfolge gehalten werden. **Gefangene1 I» M. Schulhof Telephon 119. — Prompter Versand nach auslväris. l'° Einberufene - können noch Lebens • Varsiebemages abschließen beim Altgeroeingn Deutschen fersisheraag» * Verein a.S.i. Staff gart, gegr. 2875 Volle Auszahlung auch i. Kriegstodesfalle Sehr müßige Kriegs»* I scb!ä 3 e(i.nllg. Va bis3°/ 0 ). Anfrag, beantwort.: Die Berirhsflirekt. in Frankfurts. III. Kaiserstraße 66 II.. sowie sämtliche Inspektoren u. Vertret. des Vereins. 1318D Seliokelaiien - Pulver garantiert rein c V 2 Pfd.-Paket 1 Mark. Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, dass es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, meine liebe Frau, unsere treusorgende, herzensgute, unvergessliche Mutter, Tochter, Schwiegermutter, Gross- mutter, Schwrester, Schwägerin, Tante und Kusine Frau Regina Weisenbach, geb. Stern am Freitag abend 7 Uhr nach kurzem, schwerem Krankenlager im 54. Lebensjahr zu sich zu nehmen. 1" tiefem Schmcrz Die trsnernden Hinterbliebenen: In deren Namen: Alexander Weisenbach. Leihgestern, Kestrich, Rüddingshausen, Münchholzhausen, Fulda, Zwingenberg, den 25. Februar 19 1 6 . 07967 Die Beerdigung findet Montag, nachm. 1 Uhr, vom Sterbehause aus statt. Für die wohltuenden Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden meines inniggeliebten Mannes, des Herrn Ober-Bahn-Assistent a. D. Eduard Fromme spreche ich Allen meinen wärmsten Dank aus. Insonderheit danke ich Herrn Dekan Gussmann für die trostreichen Worte im Hause und am Grabe, sowie dem Verband des Mittleren-Staats-Eisenbahn-Vereins, dem Eisenbahn-Assistenten-Verband,dem Allgemeinen Staats-Eisenbahn-Verein Lollar, dem Kriegerverein Ludwig zur Treue in Lollar und dem Gesangverein Liedertafel. Elisabeth Fromme, geb Borusch. Lollar, den 26. Februar 1916. 07912 Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Anteilnahme an dem uns betroffenen Verluste sagt innigen Dank 1450 Familie P. Grode Gießen, den 28. Februar 1916 T f a p 3 h - ffeinr. 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