Nr. Der Sirtze«er rwzelger erscheint röflüdj, au&et Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich KictzenerHamMenblötttr; zweimal wöebentl.ttrrir- b!ottsör-ev rrrekGieheit ^Dienstag undFreirag): zrveirnai monatl. Land- wirtschaMche öeitfragen F«njpr«h - Anschlüsse: sur die Schrütleitnug l 12 Berlag.Geschäits stelleöl Adresse iür Drahtnachrichten: Rnzeiger Gießen. Annahme van Anzeigen sur die Tagesnummer bis zum Abend vorher. Erstes Blatt M. Jahrgang Donnerstag, 24. Februar M 6 -Anzeiger Bezu-svrel-: monatl. 85 Pf., viertel- jä'hrl. Mk. 2.50-. durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 7b M.: durch diePost Mk.2.30 uiertec- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Bf., ausw. 20 Pf. — Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und richtssaal: Fr. R. Zein; Ratationsdruck und Verlag der Sriihl'schen Unio.-Such- uni» Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung. Geschäftsstelle uni» vruckerek: Schulstr. 7 . M^m ÄnzelgeniÄ-'L siänitlichm Gießen. (WTB.) Großes Hauptpnartier, 23. Februar. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Durch eine Sprengung in der Nähe der von uns am 21. Februar eroberten Graben östlich von S o u ch e z wurden die feindlichen Stellungen erheblich beschädigt. Die Gefangenenzahl erhöhte sich hier auf elf Offiziere, dreihnndert- achtundvierzig Mann, die Beute beträgt drei Maschinengewehre. Auf den Maashöhen dauerten die Artillerierämpfe mit unverminderter Stärke fort. Oeftlich des Flusses griffen wir die Stellungen an, die der Femd etwa in Hohe der Dörfer (5 o n s e n v o y e - Azannes seit anderthalb Jahren mit allen Mitteln der Befestigungskunst ausgebaut hatte, um eine für uns un- begueme Einwirkung auf unsere Verbindunaen im nördlichen Teile der Waevre zu behalten. Der Angriff stieß in der Breite von reichlich zehn Kilometern, in der er angesetzt war, bis zu drei Kilometer Tiefe durch. Neben sehr erheblichen blutigen Verlusten büßte der Feind mehr als dreitausend Mann an Gefangenen und zahlreiches noch unübersehbares M a t e - riol ein. Im Oberelsaß führte der Angriff westlich Heid- werter zur Fortnahmc der feindlichen Stellungen in einer Breite von siebenhundert und einer Tiefe von vierhundert Me^rn, wobei etwa achtzig Gefangene in unserer Hand blieben. .In zahlreichen L u f t k ä m p f e n jenseits der feindlichen Lrmen behielten unsere Flieger die Oberhand. Bereich von Toul Herstellen, von Westen angegriffen. Später, nach dem strategischen Rückzug, fanden dann schwere Kämpfe im Vorgelände der Nordwestfwnt aus dem westlichen Maasnfer statt, die sich im Februar 1915 wiederholten und mit der Wegnahine von mehrereil Hinte rein anderlieg enden' Stellungen bei Malaneonrt eirdeten. Im allgemeinen war dann die Gefechtstätigkeit auf die honten östlich der Maas gerichtet. Jedenfalls hat der Befehlshaber d-er „französischen Armee von Verdun sich von dem Geist «£ L - Aiensive, den die Borschriften atmen, durchdringen lassen. Mit Toul zusammen gab Verdnir den Rückhalt für die häufigen ^orstöße, zum Teil im großen Stil, die sich! gegen unfern Brückenkopf bei St. Mihiel und seine Verbindung mit Metz richteten, und diesen Teil der Ginschliestungstruppen in die Zange nehmen soll- tcn. Wrc kläglich die grosten Worte des damaligen französischen Tagesbefehls sich bewahrheiteten, ist bekannt." Orftlicher und Balkankriegsschauplatz. Unverändert. Oberste Heeresleitung. * * . * Wir haben im Westen einen herrlichen Erfolg errungen, dessen Tragweite sich noch vergrößern wird, wenn es gelmgt, dem geschlagenen Feind weiter nachzudrängen. Der Schauplatz des im vorliegenden deutschen Heeresberichte gemeldeten L-reges liegt etwa 15 Kilometer nördlich von Berdun, und es ist überraschend,, daß die vor einigen Tagen mitgeteilte Vermutung des „Temps" sich teilweise bestätigt hat. Das Blatt hatte geschrieben, wenn die Deutschen Verdun sunt Angriffsziele gewählt haben sollten, so könnten fie sicher fein, kräftig empfangen zu werden. Nun, der „kräftige Empfang" hat es nicht gehindert, daß unser Jnfanterieangrisf auf eine Breite von ,zehn Kilometern auf dem östlichen Maasnser dem (Gegner seine Stellungen in der Linie von C o n f e it o o \) c ^is A z annes entrissen hat und an einzelnen Stellen bis zu drei Kilometern eingedrungen ist. Erschüttert durch das furchtbare Feuer unserer Geschütze, das sich auf seine Verschon zungen richtete, hatte der Feind sehr schwere blutige Verluste und büßte noch über 3000 Mann an Gefangenen ein, rvährend das KriegAgerät, das in unsere Hände fiel, noch iiicht gewählt lverden konnte. Die Pariser Meldungen suchen deii großen Erfolg, den unsere Waffen errangen, möglichst M verkleinern, müssen aber doch einräumen, daß der Wald von Hounront, der südöstlich von Consenvoye liegt, und ein Borsprung der französischen Linien nördlich Beaumont zwischen Sanrogneup nnd Ornes verloren seien. Brabant an der Maas südlich von Consenvoye und Herbebois nordwestlich hätte mau gehalten. Stolz wird die Gefangennahüle von 50 Mann berichtet. Die beiden im amtlichen Tagesbericht genannten Dörfer Consenvoye und Az-annes liegen etwa 15 Kilometer von Berdun entfernt, Consenvoye nordwestlich der Festung, an der Maas, Azanues 10 Kilometer östlich von Consenvoye. Durch die Eindrückung dieser französischen Verteidigungslinie sind unsere Truppen dem nördlichen Fortgürtel von Verdun näher gekommen. Die Stellungen, die jetzt von unfern Truppen genommen sind, liegen 6i/ 2 Kilometer von dem äußersten Fort, Douaumont, entfernt. Die strategische Entwicklung hatte, so schreibt die „Köln Ztg ", den Franzosen gestattet, die Stellungen aus dem Steilrande der die DÄMs östlich begleitenden Kalkstein Hochfläche vorznschieüen nnd auszubauen. Die Hockifläche, die Cotes Lorraines, überhöht die Nch östlich von ihnen hinziehende Ebene der Woevre um 120 bis 150 Meter und ist in ihr ein südlichen Teil vielfach in vorspringende Bastionen gegliedert, die besonders bei Combres-Les Eparges hart umstritten wurden. Die Woevre selber weist, nach Philippson, feuchten schweren Lehmboden auf, der mit einem Wechsel bestellter Felder, Waldstücke unb verschiedener Weiher bedeckt ist. Sie wird durchflossen von einer Reihe von Bächen, die von den Eotes Vorraines zur Mosel ziehen, roährend die Maas nur kleine Bäche erhalt Die deutsche Linie folgt von Ornes an nach Süden denr Fug der Cotes Lorraines auf dem südtoestlichen Ufer der Orne, dre der Mosel zuströmt, bis in die Höhe von Maizeray. Damj tritt sre dicht an die Höhen heran bei Combres-Les Eparges, wo cs unfern Truppeii gelungen ist, in die vordere feindliche Stellung ernzubrechen und das gewonnene Gelände zu halten. Im April lVielten sich dort sehr schlvere Kämpfe ab, mid neuerdings herrscht ^bAttterter Minenkrieg. Von Conrbres läuft unsere Linie nach Sudwesteii nach der Maas, wo wir iur Besitz des Brückerr- ?!^l snid. Auf die Festtmg gestützt, l>at die r lcindttche Armee wiederholt Stöße gegen die deirtsche Umschließung geführt, die gelegentlich größere Hefttgkeit an-- westlich vvii Etain bei Fromezep, und ft lüti> Maizerav, das an der Straße lirfi 1 ^^ues liegt. Auch bei Suzep, südwcst- ^ es zu ernsten Gefechten. Fortschrüto ^Künste machen. Im Herbst 1914 mar Armee b,s süüwcsüich von Verdun var- gedriMLy, Und halle du; «sperr,vrts, die den Anschluß nm beim -In der russischen Duma haben die Minister des Zaren, besonders Sasonow, der in länger Rede sprach, die Kriegslage besprochen. Wir geben diese Kundgebungen ausführlich wieder, weil es immerhin von Interesse ist, auch im ciw zelnen den amtlichen Täuschungen zu folgen, die jetzt „die russische Erde" über sich ergehen lassen muß. Dabei dürfen wir die Feststellung des rnssischen Ministerpräsidenten Stür- iner vorweg nehmen, der darauf hinwies, daß in der Duma verschiedene Strömungen, auch eine Opposition, vertreten seien. So dürfen wir anneymen, daß der „fortschrittliche Block", der nach den Ministerreden eine kriegsbegeisterte Rede abgeben ließ, nicht die ganze öffentliche Meinung Rußlands vertritt. An der inneren Verwaltung, den vielen sich geltend machenden Mängeln nnd Mißbräuchen, hat auch der Vertreter dieses Blocks kräftig Kritik geübt, und der Minlsterprasident hat tleinlcmt selber auf die „Schwäck>en und Fehler" verwiöseil, um großen Illusionen vorznbengen. Gleichwohl spracl). er von einer glänzenden Znkrmst, wobei er sich wohl an die von Sasonolv ausgesprochene Erwartung hielt, daß die Verbündeten Rußlands den Karreir wieder ans denr Dreck ziehen würden. Die von Stüriner aua- gegebene Losung: „Arbeit, Enthaltsamkeit, Sieg" ist eine Phra,c, die der versunkenen Dampfwalze schwerlich lvieder anfhelsen kann. . AM «an das lange Weltbild des Ministers Sasonow Mit kritischerii Auge, so erinnert in diesem Bilde nichts an ^^uannsiches Gepräge. Viele allgenieinc, natürlich oeuttchselndliche, Rederrsarten vermögen die schülerhafte Tar- steckung großer Weltbegebenheiten nicht gerade zu zieren oder öu würzen. Sasonow spricht von den Ereignissen, die nichts als Nieder lagen des V-erverbandes sind, in einem gleich- mutigen, Ichwachmütig-süßlichen Ton, der uns an die russischen Generalitabsberrchte erinnert, nach denen ja auch nnmer alles glänzend stand, weiin auch dort mehr mit dem Sabel gerasselt und mit dem Bajonett gefnnkelt wurde Sasonow ist dagegen etwas spöttisch: „Gott ist barmherzig" o meint er bei der Erörterring der deirtschs-türkischeu sii- tnnstsplane, drc nach seiner Meinung an der englischen Seemacht scheitern müssen. Wir brauchen über seine Dar- steNung der Kriegslage nichts weiter zu sagen, sie ist wirklich yiislos !1aglich. Am unangenehrusten irnd abstoßendsteri aber wrrkt der lügnerische Geist, der aus seiner Erörterung der deutschen Verftültnissr hertivrleuchtet. Was iveift dreier engherzige SSurraufert über die deutsche Bolksstim- muug, über das Verhältnis zwischen der derrtschen Ikeaie- rung und chrem Volke! Ausgierechriet ein russischer Mi- nrster spricht über zunehmende Unzufriedenheit in einem anderen Lande! Auf der gleichen Höhe stehen die Bemerkungen über dre Behandlung und die Zukunft Polens. Als ob es dort noch eine russische Einwirku>,g geben könnte nachdem Hrudenbürg und Lirdendorfso gründlich .gesaut Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. » . Wie« 23.»Ar. apt. Ein ^evvesinlnrfs^iis ^^/log gestern abend L u n 6 v i l l e nnd warf einige Bombeii ab, wandke I «nchtktm. Verfolgt von unseren Fliegern, * * * Miuifterredeu in öer russischen Duma. (Siehe 2. Blatt.) Eine Erklärung des forifchrittlichen Blocks. . drach der Rede Safonows verlas das Dumamitglied Chip- {l} a v « nc ^r f l ariing des fortschrittlichenBl o cks, r-.r awo folgenoeu härteren zusammengesetzt ist: Fortscknittliche Natronalnten, Zentrum, Senistioo-Ottobristen, Dnma-Oktobristm Pr^rcheu und^KEn. Der Redner erklärte, daß dü L PrWu .ulen oer -v'uma gegenüber den heroischen Verteidigern des ^"erlandes ausge,procheuen Gefühle auch die seinigen seiam Das ' .^kkrlam verehre das Gedächtnis der gefallenen Helden und sei von der festen Gewiß he ii durchdrungen, daß ihre Opfer Früchte chnen gebahnte Weg werde bis zum Ende ver- T;, T ■ f ? -J i lsiaenwartrge Kamps werde die Frage lösen, der bn Götter aus den Grundsätzen , ^ ^ ~ bC u h:ma ^ c "ND der Freiheit der Nati'ona- oder ob die deutschen Ansprüche allgememe Geltung gewinnen. Jeder Gedanke an einen Frieden, der aus Grund eines provisori- fcheir Nnd unsicheren Kompromisses geschlossen ivürde, müsse m it < ^ t v u st u n g zu rückge roie > e n rv e rd c n. iBeifall \ Run- lünb, das zu fernen Verbündeten Vertrauen hat. ist bereit zu Kampfe, dessen Tauer das Gewissen des Lar,. i't'j um festigt, da tue Ttotwendlgkeit, alle Kräfte besser zu argain- N-rcn tmd auszmrutzen, den Krieg wirkliü' volkstnmIick.genraM bat Tie Maisntat Jet weiterhin der Ansicht, daß die Bildmig eim-r ^ Landes starken Regierimg, die leieit ist, radikal dav gegenwärtige Verfahren der Verwaltung \u ttiTbcrn und rn Uebernnstimmung mit der nationalen Vertretung zu als notwendige Vorbedingmlg einer wirksamen Organi- satton des Landes zu betrachten ist. (Anhaltender Beifall.)' Der Redner wies auf die ^der nationalen Verteidigung von den Städte- verbanden einoreienen ungeheuren Verdienste hrn. Ein Aufschub wurde die schwersten Folgim zeitigen. Die große Mehrheit der ^uma habe vor einem halben Jahre auf diesen Weg zur Besserung hing-ewresem der mrt Taten, nicht mit Worten beschritten werden müsse. (Stürmischer Beifall.) Der türkische Bericht. Ko n stun ti n ope l, 23. Febr. (WTB. Mcbtamtlich ) ^as Hauptquartier teilt mit: An den verschiedenen Fronten kerne wesentliche Aenderung. * * * Ei" englischer Minister für die Blockadefrage. ^ i u u u u f i i a q c iuv t if -.-• —KvbinettsmünsterS Iwfrai aber UntcritaaWlcfretnr tnr ausnmrtige Angelege,Ihnlen b eilwn Jh,^w-rd cm Marmeostrzier rm Range eines Sümrirals bergegeb.m Der Seekrieg. »Ciffingen, 23. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Die beiden belgischen F-ische.rfcrhrzeu.ge „Zeebrügge 8" und .,Z eeb rügge 9", die von Blissingen zur Fischerei ausge- ffahren waren, wurden von einein deutschen U-Boot angehalten. „Zeebrügge 9" wurde nach Zeebrügge gebracht, „Zeebrügge 8" versenkt. Die Besatzung von „Zeebrügge 8" rettete sich nach dem Leuchtschiff Noordhinder, von wo sie gestern nach Blissingen zurückgebracht wurde. London, 23.Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Der New Borker Korrespondent der „Times" meldet, daß der Passagierdampfer „Espagne", dessen amerikanischen Passagieren von deutscher Seite anonyme Warnungen zugegangen seien, unbewaffnet ist. Aus dem Reiche. Admiral v. Pohl f. Berlin, 23. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Der bisherige Flottenchef Admiral v.Pohl ist hier gestorben. Dem Verstorbenen widmen die Blätter ehrende Nachrufe. Sie erinnern daran, daß er sich bei der Erstürmung der Tatuforts im Zusammenhang mit der Chinaexpedition 1895 als Leiter des Landungskorps unvergänglichen Ruhm erwarb. Aus Hessen. Die Haushaltsberatung. rb. Tarm st adt, 23. Febr. In der heutigen gemeinsamen Sitzung des Finanzausschusses mit der Großh. Regierung wurde der größte Teil durch die Beratung über Kapitel 8, Badeanstalt und Salzlverk Bad-Nauheim, ausgefüllt, bei welchem verschiedene Forderungen der Regierung vom Finanzausschuß zur Erörterung gebracht ivurdeu. Es handelte sich insbesondere um angesetzte Wenigereinnahmen ans Bade- und Kurgeldern und um Mehrausgaben für Kurmnsik im Winter und die Beibehaltung der Ausgabe von 80 000 Mark für Rellamezivecke. — Darauf wurde die Frage der Zusammenlegung der beiden G y m n a s i e n in Dar m stadt erörtert, nwbei die Regierung entgegen der Anschauung des Finanzausschusses auf ihrem Standpunkt verharrte, daß eine Zusammenlegung der beiden Schulen zurzeit nicht möglich sei. — Bei einer Reihe von Lbrsgaben wurden die vom Ausschuß gemachten Abstriche von der Regierung anerkannt, so beim Kapitel Kunststraßenwesen 60 000 Mark bei besonderen Herstellungen an Straßen, namentlich im Odenwald, ebenfalls 30 000 Mk., auch den Abstrichen bei kleineren Posten im Zcnttalbauwesen, bei „staatlichen und nichtstaatlichen Bansachen" wurde zugestimmt. Die Fortsetzung der gemeinsamen Etatsberatung erfolgt am Donnerstag nachmittag 3 Uhr. » Neuordnung der Bauverwaltung. s. T a r m st a d t, 24. Febr. Die Großherzogliche Regierung bat den Kammern einen R c g ie r n n g s a n t r a g zugehen lassen, der A e n d c r lt n g c n in der Ministerialabteilung für Bauwesen zum Gegenstand hat. Danach würden Kapitel 98, Titel I und Kapitel 77, Titel I, des öanptVoranschlags für 1916 in einer -Reihe von Punkten abgeändert. Die Bauverwaltung soll künftig 23 statt wie bisher 19 Vortragende Räte,'6 (bisher 10) ständige Hilfsarbeiter, einen kommissarischen .Hilfsarbeiter (neu), 17 «bisher 18) Kreisbarnnspektoren, 7 (bisher 8) Wasserbau- oder Bauassessoren umfaßen. Ans einer Gegenüberstellung der durch die geplante Neugestaltung bedingten Aenderungen mit dem ge- brmften Hanptvoranschlag für 1916 ergibt sich zunächst, daß der 'Gesamtbettag der dadurch bedingten Weniger -Ausgabe für die Zenttalinstanz 6450 Mark beträgt. Tie Regierung begründet ihren Antrag in einer ausführlichen Denkschrift. Wir greifen, folgende Gesichtspunkte aus derselben heraus: Die Bestrebungen, die Staatsverwaltung zu vereinfachen, führten bekanntlich dazu, auch die Möglichkeit einer Umgestaltung der Organisation der Baubehörden ins Auge zu fassen. Durch den Kriegsausbruch wurde die Durchführung der bereits begonnenen Neuordnung ausgehalten, die Arbeiten wurden aber nach kurzer Unterbrechung wieder ausgenommen. Zurzeit liegt den zuständigen Ministerien ein Bericht der Ministertalabteilung für Bauwesen vor, worin die Entscheidung über die künftige Gestaltung des Hauptooranschlags der Bauverwaltnng und einige noch offene Fragen der Neuordnung erbeten wird. Schon im Verlauf der früheren Verhandlungen war von der Regierung in 8 Kreisen die nach den Vorschlägen der Denkschrift vom 8. Mai 1913 vorgesehene Organisation bis zu einem gewissen Grad durchgeführt worden, auch hat die Einberufung einer Anzahl von Baubeamten zum Heeresdienst Gelegenheit gegeben, weiter im Sinne der geplanten Neuordnung vereinfachend vorzugehen. Der hierbei beschnittene Weg hat sich als durchaus gangbar erwiesen. Die abschließenden Maßnahmen für die Durchführung hinsichtlich der Lokalbaubehörden, insbesondere die Verhandlungen über das Verhältnis zu den Kreisen, die Verteilung der Kosten, des Personals sowie die Bearbeitung der Entwürfe für die erforderlichen organisatoischen Verordnungen usw. müssen aber vorerst noch zurückgestellt bleiben. Tie Regierung hat schon früher hervorgehoben, daß für die Bearbeitung der verschiedenartigen zu den Obliegenheiten der Banabteilung auf technischen!, nnd verwaltungsrechtlichem Gebiet gelegenen Aufgaben, die sie dauernd und ständig beschäftigen, und die rhver Bedeuttmg nach von vorttagenden Räten zu bearbeiten sind, ihr die erforderliche Anzahl von solchen zur Verfügung zu stellen sein wird, wie dies auch in anderen Ministerialabtcilungeü der Fall ist. Dementsprechend tväre das derzeitige Mißverhältnis in der Zahl der Vortragenden Räte der Banabteilung zu der der Hilfsarbeiter zu beseitigen, die Zahl der Ersteven zu erhöhen und die der Letzteren zu vermindern. Dieser Vorschlag entspricht den Richtlinien für die Zusammensetzung der Banabteilung, wie sie duvch> die Regierungserklärung, vom 19. Januar 1914 ausgestellt sind und die auch im Einllang stehen mit d^r Verordnung vom 6. Mai 1903, die Ministerial- abteilnng für Bauwesen betreffend. Die angestellten Berechnungen ergeben, daß im ganzen be-- rächtet, keine Mehrkosten entstehen, daß vielmehr durch den Wegfall zweier kommissarischer technischer Hilfsarbeiter, dem nur die Mehrkosten der Umwandlung von 4 Hilfsarbeiterstellen in Stellen von vorttagenden Räten und der Zugang der Vergütung für den 'ommissarischen Referenten gegenüberstehen, im Vergleich zu dem letzigen Stand dauernd Kosten gespart werden. ES wird tvei- ter darauf hingewiesen, daß zufolge der Kanrmerbeschlüsse im Jahre 1911 bei der Abteilung für. Bauwesen durch Absetzung zweier vakanter Ratsstellen weitere Ersparnisse eingetreten sind, »vobei der dritte bei dem Ministerium des Innern weg- gesallene Vortragende Rat, obwohl seine Arbeitskraft nahezu gänzlich durch sein Referat bei der Abteilung für Bauwesen beansprucht wurde und deshalb der Stellenverlust ebenfalls hier zu verrechnen wäre, unberücksichtigt bleiben soll. Die Ersparnisse betrugen zusammen 12 7.52 Mk. und sind ,bei Beurteilung der ganzen Verhältnisse jedenfalls mit in Rücksicht zu ziehen. Das Gleiche gilt von der Vergütung des kommissarischen Mitglieds für Elektrotechnik von 2000 Mk., auf die dieser vom Rechnungsjahr 1911 ab Verzicht geleistet hat. Ein Vergleich der Personalausgaben der Bauabteilung nach dem für die Neuordnung vorgesehenen Stellenplan init dem Jetztstand in Verbindung mit den 1911 einqetretenen Ersparnissen ergibt danach für die Zukunft eine Wenigerausgabe von 6450 4- 12 752 2000 — 21 202 Mk. Dies ist ent im Verhältnis zsm freu möglichen Ersparnissen bei den persönlichen Ausgaben der Mzirksbauverwaltmtg sehr ansehnlicher Bettag, mit dem der m>u> -pule, de, Finanzlage des Landes Rechtrung zu trageit, wirksam vttnnoet fein dürfte, der aber auch darin seine Grenzett sindett muß, EKJLW** rnidjtigc dienstliche Interessen der Banabteilung dauernd Mchadrgt iveroen. , Hätte nun die Neuordnung der Bauverwaltnng, wie es nach dem Stand der Angelegenheit durchfükstbar gewesen wäre, am 1. April 191.5 in Kraft treten können, so wäre zu dem, gleichen Zeitpunkt die in Vorstel)endem begründete anderweittge Zusammensetzung der Bauabteilung zu bewirken gewesen. Der Ausbruch des Krieges hat dies, wie schon eingangs erwähnt, leider unmöglich gemacht. Ter hierdurch geschaffenen Lage wurde von Regierung und Landständen bereits insofern Rechnung getragen, als die Aufhebung der seinerzeit ausgesprochenen Sperre bezüglich der L o k a l b a u b e a m t c it unter Kapitel 77 und 103 des Hauptvoranschlags schon für das Voranschlagsjahr 1915 erfolgt ist uitd dem entspreckend eine Anzahl von akademischen und mittleren Banbeamten des Lokal- dienstes angestellt werden konnte. Aehnliche Erwägungen verlangen, datz eine gleiche Maßnahme bezüglich der Beamten der Z e n t r a l t n st a n z durch Beseitigung der auch hier tatsächlich seit Jahren, bestehenden Sperre getroffen lverde. Die Regierung ist der Ansicht, daß die Regelung dieser Frage aus diettstlichen Gründen nicht länger znrückgestellt werden kann. Ans Stützt nnd Cattö. Gießen, 24. Februar 1916. 3um Ableben Finanzministers a. D. Feodor Gnauth. Der Oberbürgermeister hat an die Witwe des verstorbenen Großh. hessischen Finanzminister a. D., früheren Oberbürgermeisters und Ehrenbürgers unserer Stadt, folgendes Telegramm übermittelt: An Frau Exzellenz, Gnauth, Cöln-Mülheim. Tieferschütternd trifft die Nachricht in Gießen ein, daß Ihr Herr Gemahl nach' kurzer Krankheit entschlafen ist. Wir erinnern uns mit lebhafter Dankbarkeit der langen Jahre, da der Heimgegangene als Oberbürgermei st er in unvergleichlicher Weise die Geschicke unserer Stadt geleitet und in vorausschaueudem Geiste die Grundlagen zu weiterer glücklicher Entwicklung geschaffen hat. Wir gedenken in Treue des aufrechten, treffliches Mannes, zu dent die Bürgerschaft voll Vertrauen und Verehrung emporblickte, tote des hervorragenden Ehrenbürgers, der bis zum Tode freundliche Anhänglichkeit unserer Stadt bewahrt hat. Ich bitte zu dem schmerzlichen Verlust die herzlichste Teilnahme der Sdadtvertretung nnd Bürgerschaft von Gießen entgegennehmen zu wollen. Der Name Gnauth wird in Gießen unvergeßlich bleiben. Keller, Oberbürgermeister. Wie wir erfahren, findet die Einäscherung der Leiche heute mittag 1 Uhr in Mainz, den: Wunsche des Verstorbenen und- der Familie entsprechend, in aller Stille statt. An Stelle von Oberbürgermeister Keller, der erkrankt ist, wird Beigeordneter Emme lins die Stadt Gießen bei der Eirtäscherungsfeierlichkeit vertreten. Die9lfche des Verstorbenen soll in Gießen beigesetzt werden. Für und wider die Dienstpflicht der Frau. Tie Frage der weiblichen Dienstpflicht ist seit dem Ausbruch des Weltkrieges von berufener nnd unberufener Seite so stark in d-eit Vordergrund des Interesses gerückt worden, daß sich der Verein für Frauenstimmrecht ein unleugbares Verdienst damit erwarb, ivenn er gestern abend eine berufene Sttmme zu diesenr wichtigen neuen Probleme z-u Wotte kommen ließ. Frau Adele Schreiber-Krieger, die als Rcdnerin gewonnen war, er- örtette das schwierige Problem in klarer, sachlicher Darstellung und fühtte etwa folgendes aus: Der Krieg habe als Begleiterscheinung die Atrerkennung der Frau gebracht, und die Kraft, die in der zweiten Hälfte der Bürgerschaft scheinbar ungenutzt geschlummert habe, solle nun mit einem Schlage durch die Entführung der weiblichen Dienstpflicht nutzbar gemacht werden. Die Att, nne diese Nutzbarmachung gedacht werde, sei äußerst mannigfach und heillos verworren. Auch die Ziele seien sehr auseinanderweichend. Bald solle die Dienstpflicht dazu führen, die Frauett und Mädchenbildnng zu verbessern, bald solle eine Verbesserung des Frauencharakters her bei- gefülnt, bald eine körperliche Ertüchtigung damit erstrebt, bald die sozialen Kräfte der Frau mobil gemacht, bald eine weibliche Wehrpflicht für den Kttegsfall vorbereitet werden. Diese mannigfaltigen Forderungen sollten aber nach Ansicht der Rednerin nur dazu dienen, die Frau vorsichtig zu machen gegen ein einseitiges Gesetz des Mannes in Angelegenheiten der Frau. Sie empfahl daher, Erörtermigsabenfre in den Frauen vereinen ernzusetzen, in denen diese wichtige Frauenfrage nach allen Seiten hin durchberaten lverde. Hierauf ierläutette die Rednerin die verschiedenen Systeme, die sich mit der weiblichen Dienstpflicht befassen. Zuerst jenes von Prof. Zimmer, dem Kurator der Mathilde Zimmer-Sttftnng, das sich ganz att das Vorbild der militärischen Organisation an- schliest und mit Kasernen, Unteroffizieren usw. arb^tet. Gedacht ist letzten Endes eine Heranbild u ngzurKriegsbereit- schaft im Etappen-, Transport- und VerpflegungSdtenste, sowiS in der Samaribertätigkeit. Die Wehrpflicht der Frau erstreckt sich vom 16.—29. Lebensjahre und zerfällt in Ausbildungspflicht und Kriegshilsepflicht. Vorbereitung dazu ist ein Jahr Ausbildung und Dienstzeit, gefordert wird körperliche und wirtschaftliche Durchbildung, prakttsches Lernen und schulmäßige Unterweisung. Organisiert werden soll das ganze System durch' eine weitschichtige Verwaltungsbehörde, die in einent Frauendienstreichsamt ihren Gipfelpunkt findet. Wie die Rednerin ausführte, ist dieser Gedanke keineswegs zu verwirllichen, da die dlusführung zu kostspielig, die Verwirllichung der Fraueudienststellen, in denen junge Mädchen in einer fremden Familie ein Jahr lattg die Hausarbeit erlernen sollen, undurchführbar, und das verschiedene BildmrgS- niveatt unberücksichtigt sei. Gemäßigter sind die Leitsätze, die das Münchener I n st i - tut für soziale Arbeit aufstellt. Nach ihnen ist nach einer praktischen Ausbildung in der sachgemäßen Führung des Haushaltes und in der Erziehung von Kindern der Frauendienst in drei Gruppen zu ttennen: Hauswirtschaft, Krankenpflege, Wohlfahrtspflege. Als AttsbildungSzett ist das 17. Lebensjahr angesetzt. Eine noch andere Form schlage die Pädagogin Helene Lange vor, die wohl anerkennt, daß der Staat über die Leistung in der Familie hinaus einen Anspruch auf die Kraft der Frau habe, und daher ebenfalls Kttegsdienstpflicht in der Verwnndetenpflege, eine vott staatlichen Gesichtspunkten aus geleitete Hauswirtschaft und eine körperliche Ertüchtigung, sowie die Verpflichtung der Frau mx Uebernahme von Einenämtern fordert. Tie Verwirllichung der weiblichen Dienstpflicht denke sich Helene Lange durch eine Verlängerung der Vv l ks s chul P sl i cht. Tie Rednerin meinte dagegen, daß für die Frau aus den unteren Schichten alles ausschalte, was über ihren Beruf als Mutter hinaus gehe. Die Fratt des Ärbeiberstandes, die ihr Hauswesen verivalte, ihrer Mutterschaft genüge und daneben noch einen Beruf ausübe, lvozn sie sich nach dem Kriege sicherlich gezwungett sehe, sei dem Staate nichts mehr schuldig. Für sie käme nur eine Schulung als Hausfrau und Mutter in Betracht. Auch in anderer Hinsicht sei die Verwirllichung des Dienst- pflicktgedankens fitt die Frau unmöglich. Ter Staat habe nicht die Mittel, für 600 000 Mädchen 30 000 Lehrkräfte anznstellen und Anstalten zu bauett. Im Frieden sei im Samariterdienst der Kräftebedarf gttreckt tmd im Kriege stättden genügend freiwillige Kräfte zur Verfügung. Auch die Säuglinge, die in Anstalten untergebracht seien, reichte 2 t nicht aus, um 600 000 Mädchen in der Säuglingspflege zu unterweisen. Die f r e i w i l l i g e s o zä a l e Betätigung sei nnserm heutigen Geschlecht so nahe gelegt, daß es für das Drohnentum der wenigen jungen Mädchen, die sozialem Wirke,t fernständen, keines Gesetzes bedürfe. Unbedingt notwendig set nur die körperliche Ertüchtigung, wozu man keines Gesetzes und keiner Frauendienstpflicht bedürfe. Diese könne schoit erreicht werden durch gemeinsames Turnen und Wan-, der n. Die wahre Frauendienstpflicht, betonte die Rednerin, ist Mutterschaft. Nicht ein Mann diene im deutschen Heere oder gehöre zum deutschen Volke, für den nicht die Frau dem Staate gegenüber ihr Dienstpflichtjahr abgeleistet habe. Eine Kriegsdienstpflicht der Frau in der Uebernahme bestimtn- ter Teile der Militärverwaltung im Kriege, biete keinen Votteil, denn unsere Feinde würden sofort von der gleichen Einrichtung Gebrauch machen. Das Interesse des Staates gehe um der Nachkommenschaft willen dahin, Frauen im Heimatdienste zu erhalten. Die Frau als Mutter sei ihm unersetzlich. Wefterhin 'brauche der Staat tüchtige Berufsarbeiterinnen und 'eine organisierte Fr an enberufsarbeit. Diese sei ebenfalls nicht durch «ein früh angesetztes Dienstjabr zu erreichen, denn für soziale und Berufsarbeit zeige sich die Frau am bestert geeignet im reiferen Alter. Die weiteren Ausführungen befaßten sich im Zusammenhänge mit. dem Vorhergesagten mit dem F r a u e n ft i m m r e ch t. Die Ansicht, daß die Frau dem Staate neue Leistuttgen bieten müsse, um das Stimmrecht zu erhalten, sei irrig. Die Mutterschaft sei eine volle Leistung, wie sie dem Staate nicht schätzenswerter sein könne, daher solle der. Staat auch der Frau die Mitwirkung bei den Gesetzen über die Frau zugestehen. Auch darum solle er der Frau das Stimmrecht nicht vorenthalten, damit sie mit Teil habe an der Verantwortung für das Land. Die Frau hange mehr am Frieden wie der Monn, und um den Müttern und Frauen gegenüber die Schuld am Kriege abzulenketr, müsse der Staat ihnen das Recht _ der Mitbestimmung bei den Schicksalen des Landes geben, damtt die Frau bei einem unvermeidlichetr Kriege die Schuld mit auf sich nehme. Der Krieg habe der Frau die Anerkennung der Zugehörigkeit zum deutschen Volke gebracht. Wenn am ReichStags- bebände die Wotte eingemeißelt ständen: „Dem deutschen Bolke'( jo Möge die Frau nicht ausgeschlossen sein. . Nach eitter kurzen Aussprache beantwortete die Rednerin noch einige Fragen, die aufgeworfen worden waren. So gab sie anstatt der Verlängerung der Schulpflicht, die zu kostspielig sei, die Möglichkeit von allgemeinen Kursen an, die von den Gemeinden unterstützt würden, oder von B r a u t k u r s e n für berufstätige Mädchen, die vorerst, von privater Seite ins Leben gerufen rverden könnten. Ter übertriebenen Mutterschaftsbewertnng zuungunsten derjenigen, die auf Mutterschaft verzichten müßten, setzte sie die doppelte Aufgabe der Frau entgegen: Mutterschaft und Mütterlichkeit. Frau Prof. Vogt, die Vorsitzende deS Vereins für Frauen, stimmrecht, dankte im Namen der Versammelten der Rednexin für ihre Ausführungen, die viele neue Gesichtspunkte gebracht hatten. •* Auszeichnung. Unteroffizier der Reserve Heinrich W e i ß b a ch im aktiven Infanterie-Regiment Nr. 116 erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. **Anttliche Personalnachrichten. In den Ruhe- stand versetzt wurde am 15. Januar der Lehrer Christian Schäfer zu Steinbach i. T., Kreis Offenbach, aus sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom 1. Febrttar 1916 att. - Der Groß Herzog hat am 1b. Januar dem Lehrer Christian Schäfer zu Steinbach i. T. anläßlich seiner Versetzung in den Ruhestand das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. ** Professor der Theologie v. Hermann Gunkel hat, wie wir erfahren, die Aufforderung erhalten, an der Universität Christiania, deren Ehrendoktor er ist, wissenschaftliche Vorträge zu halten und wird der Einladung im April dieses Jahres Folge leisten. ** Eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses findet am Samstag, den 2 6.Fetz r u a r, vormittags 9 Uhr, statt. Auf der Tagesordnung steht: 1.Klage des Ortsarmenverbandes Usingen gegen den Landarmenverband F r i e d b e r g wegen Unterstützung des Matthias F i n k b e i n e r von Dannenfels. 2. Klage des Ortsarmenverbandes Friedberg gegen den Landarmen verband Friedberg wegen Unterstützung desHch. Wagner aus Gedern. 3. Klage des Ortsarmenverbandes Darmstadt gegen den Land arme nverb and Gießen wegen Unterstützung der Marie Jochum, jetzt Ehefrau des Anton Wiersch zu Bickenbach. 4. Enteignung von Straßengelände für den Ausbau der Bismarck- und Wilhelmstraße zu Friedberg. •* Stadttheater. Aus dein Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Prosesior Marcell Salzer — der bekanntlich morgen seinen Vorttagsabend hält, hat bereits große Sutnmen aus seinen Einnahmen der Krtegssürsorge überweisen können. Marcell Salzer hat einen großen Teil seiner Tätigkeit gleich hinter unsere Fronten verlegt. In jüngster Zeit war er im Oesterreich-Ungarischen Hauptquartier und hat dent Feldmarschall Erzherzog Friedrich und seinem Geiolge Dichtungen österreichischer und reichsdeutscher Dichter vorgetcagen. ** Ausstellung der Alice schule. Am Freitag und Samstag den 25. und 26. Februar veranstaltet die Abteilung I der Aliceschule in dem zum allen Schloß gehörigen HauS, Sonnenstraße 2, eine Ausstellung der während des Winters in frei* Schneider-, Weißzeug-, Stick- und Bügelkursen angeferliglen Arbeiten. Unsere Frauen und Töchter machen wir auf diese Ausstellung, deren Besuch unentgeltlich ist, ganz besonders aufmerksam. Geöffnet ist sie an beiden Tagen von 10—6 Uhr. ** Stenographie. Da aller Voraussic^ nach die nach Ostern begmuendert Stenographiekurse sehr stark besucht werden, beabsichttgt die Stenographengesellschaft „G a b e l s b e r q e r" und Damenabteilnng (E. V.), um einer Uebersüllung dieser Kurse vor- zubeugen, beretts am 2. März in ihrem Unterrichtslokal, Kirch- straße 11, wieder einen neuen Anfängerlehrgang in der Gabels- bergerschen Stenographie zu eröffnen. Damen nnd Herren, welche die Absicht haben, die Kurzschrift zu erlernen^ seien schon heute auf die Anzeige in unserer heutigen Nummer hinge wiesen. **Nochmals ein Mietwohnungsschwindler. Trotzdenr wir an dieser Stelle vor einigen Tagen cmf das Treiben von Mietwo'hnnngsschwrndle-rn hinwi-esen, ist es abermals einem solchen Menschen gelungen, eine Frau erheblich zu schädigen. Nachdem der Betrüger eine Nacht in ihrer Wohnung geschlafen hatte, entfernte er sich unter Entwendung einer goldenen Damen-, 'einer goldenen Herren- Uhr und eines goldenen Mnges mit schillerndem braunen Stein. Der Schwindler wollte Kriegsinvalide und wn der Bahn als Weichensteller angestollt sein. Vor derartigen Schwindlern sei nochmals gewarnt. ** Der Matthias ta g. Bei der ländlichen Bevölkerung Deutschlands «gilt dieser Dag, der 24. Februar, als Endpunkt des Winters. „Mättheis bricht's Eis" ist ein Sprichwort, das in den verschiedensten Gegenden Deutschlands anMtre ffen ist. Zwar sind auch nach dem Matthias tag noch kalte Sttirme, Schnee und Eis zu erwarten, aber die Sonne ist um diese Zeit doch schon wieder Häher gekommen, und wenn noch Kälte eintritt, so ist sie gewöhnlich nicht mehr von langer Dauer. Mit dem Mlatthiastag sollen die lvinter- lichen Arbeiten in Hans und Hof abgeschlossen sein, und der Landlvirt trifft seine Vorbereitungen für die Frühjahrsbestellung der Felder nnd für die Dtssaat. IN verschiedenen Gegenden Deutschlands ist es Brauch', daß ant Matthias- tag H ins, Stall, Scheunen und Hof von allem Schmutz und von allen Ueberbleibseln, die der Winter nnd die winterliche Arbeit gebracht haben, Mündlich gereiniat lverden. Haus und Hof sollen gewissermaßen aus die Ankunft des Frühling vorbereitet lverden. Auch mancherlei Volksglauben hängt nnt dem Viatthiastag zusammen, der allgemein als Glücks- tag gilt. Landkreis G letzen. e. Lich, 24. Fevr. Ter Landslurmmann Hetnnch Heller beim Reserve'Insanterie-Regiment 224 erhielt die Hessische Tapfe rkeilS medaille. c. Grünberg, 24. Febr. Die Bezi r ks sperr ka s s e Grünberg hat eine nochmalige Unterstützung für hilfs- -Hdürftige Familien von Kriegsteilnehmern aus dem Sparkassenbezirk im Betrage von 5000 Mark bewilligt und bringt diese Summe jetzt durch Vermittlung der Großh. Bürgermeistereien des Bezirks zur Verteilung. Gleich nach Ausbruch des Krieges verteilte die Kasse 10 000 Mark für den gleichen Zweck. £ Steinheim b. Hungen. 23. Febr. Im vergangenen Monat wurden hier 24 Strohsäcke gesammelt und att unsere Iiebeit Feldgrauen gesandt. Nachdem schon teilweise den Spendern herzlich gehaltene Dankschreiben zugegangeu waren, traf heule beim Ortsausschuß für Notes Kreuz und Kriegshilfe nachstehendes Schreiben ein: „Dem Roten Kreuz in Steiuheim dattken wir mtf das wärmste für die Uebersendung von 24 Strobmatratzeu. Wir empfindet» diese Zuwendung als einen wohlgemeinten mtd wohl- t elungenet» Versuch, uns die Fürsorge der Heimat spüren zu loffen. )ie Kameraden schlafen auf den sattberen und weichen Ruhelagern ganz vortrefflich, tu dem erquickenden Gefühl, daß die Heimat, für die wtr kämpfen, »ins in unseren Mühen und Unbequemlichkeiten nicht vergibt. Die 11. Komp. Laudw.-Jnf.Rgt. 116. Sch.. Ucitt* ,ant und Komp.-Führer." Kreis Schotten. ^ Schotten, 24. Febr. Drei Lehrer unseres Bezirks sind zu L e utn a n ts der Res. beordert worden, nämlich Emil Hi tz von hier, Johs. D i e h l von Ober-Schmitten und Philipp Schäfer von EinartShausen. Diehl hat außerdem das Eiserne Kreuz erhalten. up- AusdemVogelsberg,23. Febr. Im vorigen Fahre sah man um diese Zeit die ersten Kraniche durchHiehen. Sie sollten Booten des baldigen Frühlings sein. Aber der Frühling kam nicht, er zog sehr verspätet ein. Unaufhörliches Regenwetter ließ gar keinen Märzstaub auskommen. Gegenwärtig sind noch keine Kranichzüge zurückgekommen. Die ersten Triebe des Frühlings, die der warme Januar hervorbrachte, sind wieder vom Winterw-etter zurückgescheucht worden. Besser aber, es gibt jetzt nach Schnee und Eis, als in dem bald eintretenden Frühlingsmonat. Kreis Friedberg. 0 - 0 . Vilbel, 24. Febr. Bei den in unserem Gemeindewald abgehaltenen H o l z v e r st e i g e r u tt g e n wurdet: durchweg sehr hohe Preise bei flottem Geschäft erzielt. — Ten Mtisketieren L. Wechsler mtd Andreas S e i b o l d von hier wurde das Eiserne Kreuz, dem Kanonier Adam Eckert die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. £ Aus der Wette rau, 23. Febr. Geradeztl vorzüglich ist der Stand der Winterfrucht, und wettit es die Witterttttg noch gut nteint, so steht eine gute Ernte in Aussicht. Auch der Klee steht ausgezeichnet. Die Mätiseplage. die matt im Herbst befürchtete, ist glücklicherweise ausgeblieben. Als „Neuheit" treten in vielen Gemeinden die Aecker mit Sätnchen auf. Eittzelne der Bauersleute haben einige Morgen dieser Oelpflanze ausgestellt, und es wäre ztr wünschen, daß auch ttach dem Kriege diese landwirt- schaftliche Kulturpflanze wieder mehr angebaut würde. Hessen-Nassau. Die wirtschaftliche Erschließung der Rhön. = Fulda, 24. Febr. Nachdem erst vor einigen Wochen durch die Eröffnung der Bahnlinie Hilders—Wüstenfüchsen. eines der wichtigsten Gebiete der mittleren Rhön wirtschaftlich erschlossen und dem großen Verkehr angegliedert wurde, beabsichtigt die Eisenbahnverwaltung nunmehr die schmalspurige Nebenbahn von Dorndorf nach Kaltennordheim in einer Länge von 28 Kilometer zu einer normalspurigen Bahn auszubauen. Für den Umbau sind 4 810 000 Mk. angefordert worden. Mit der Verwirklichung des Planes geht ein seit Jahren gehegter Wunsch der Rhönbewohner in Erfüllung. — Auch lern attbeter Plan ist dieser Tage wieder in den Vordergrund des Interesses getreten: die Erbauung von Talsperren im Ulstertal. Die Ulster, die am Osthange des 846 Meter hohen Ottiliensteirres entspringt und dann in raschem, ungestümen Laus nordwärts der Werra zuströnrt, ist in regenreichen Zeiten ein verderbetchringender Fluß. Bei den letzten Unwettern richtete gerade die Ulster schwere Schäden an. Zur Aufspeicherung der überflüssigen Wassermengen ist nun der Bau von drei Talsperren im oberen Ulstertale geplant. Die durch die Sperren verfügbar werdenden Gewässer sollen zunächst Kraftzwecken dienstbar gemacht werden, dann aber für die'zu erbauende Wasserstraße von der Weser nach der Donau Verwendung finden. Mit den Vorarbeiten zur Durchführung dieser wichtigen Pläne wurde ein Ausschuß betraut. * [] Marburg, 23. Febr. Im ganzett kurhessischen Oberhessen ist seit letzter Nacht bei scharfer Kälte reichlicher Schneefall einqetreten. — Im Jahresbericht der Marburg-Ktrchhainer Herdbuch- geseUschaft für das Vogelsberger Rind wird erwähnt, daß trotz des Krieges im vorigen Jahre die Zahl der itts Herdbtich ein- getragenen Kühe und Bullert in beiden Kreisen sich wertig ver- mindert habe. Die diesjährige Frühjahrskörtmg soll attfangs März stattfinden. --- Frankfurt a. M.. 24. Febr. Tie Verwahrlosung der Jugendlichen legte der hiesige Jugendleiter. Pfarrer I a e g e r, an der Hand statistischen Materials in der jetzt tagenden evangelisch-lutherischen Stadlsynode dar. Während im ersten Halbjahr 1914 vom Jugendgericht nur 62 Jugendliche verurteilt wurden, stieg ihre Zahl im gleichen Zeitraum des Jahres 1915 auf 115. Acht von zehn der Verurteilten waren nachweislich durch den Besuch der Kinos verdorben. Sodann nahm die Synode einen Antrag an, der das stellvertretende Generalkommando des 18. Armeekorps ersucht, daß es für das Sparen der Jugendlichen einen ähnlichen Erlaß herausgeben möge, wie er in diesen Tagen beveits in Kassel erlassen wurde. ch. Rüdes heim a. Rh., 23. Febr. Im Laufe der letzte»» Nacht wurde durch das tobende Hochwasser des Rheines der Fahrdamm zwischen Rüdesheim und Aßmannshausen genau gegenüber dem im Binger Loch liegenden, gescheiterten Wrack des Schleppkahnes „Gottvertrauen" unterwühlt und herausgebrochen. Die dicken Quadersteine der Ufermauer, die an der betreffenden Stelle eine bedeutende Stärke hatte und der dahinter befindliche Weg sind gänzlich weggeschwemmt und verschwunden. Auf der Höhe über dem Wege steht ein größeres Wohn- und Bahnwärterhaus. Dieses wurde heute geräumt, weil man Gefahr durch Unterspülung befürchten muß. (öcricbtsjaal. X. Hanau, 23. Febr. Gestern hatte sich vor dem Schwurgericht die 26 Jahre alte Ehesrau Wilhelmine Rane aus Hanati ztt veratttworten. Die Angeklagte ist mit dent Schuhmacher Hermann Rane verheiratet, der tut Sontmer 1915 ztrnt Heeresdienste einberufeit wurde. In der Abwefeitheit ihres Mannes führte bie Frart einen unsittlichen Lebenswandel, und als ihrTreibeit befnnnt geworden war. faßte sie den Entschluß, sich das Lebett zu ttehinen. Sie brachte ihre vier Kiitder ztl Bett und schratibte das Hanpt- verschlnßslück der Gasleitung ab. Als aut attderett Morgett die Hausbeivohuer durch dett stärken Gasgeruch ansmerksnnt geworden ivarett mtd eilt Gaswerksarbetter die Leitung ablenchtete. erfolgte eilte Gasexplosion, die starkeit Schaden anrrchtete. In der Raue'schen Wohnung faitd mau die Frau Ratte und drei Kinder bewußtlos, ein 3 Jahre altes Kind war tot. Die Gefchworeneit bejahten die auf Totschlag und Totschlagversnch lantendett Schuldfragcn. Das Urteil mar drei Jahre Gefängnis. vermischter. * Woher fl a ni in 1 der N a nt e To m m y ?! 1 k i tt § ? In einer Zuschrift an die „Times" verlangt ein Ettgländer, matt möge den britischen Soldaten ntcht mehr Tontmy Alkttts nettnen, da dieser Raute in der ganzett Welt zu einein Spott- und Spitznattten gewordett sei. Woher ftammt diese Bezeichnung? Wte .,The Horkshire Observer" erzählt, vott keinent geringeren als dettt Herzog vott Wellington. Dieser stand eines Tages auf der Terrasse seines Schlosses Walmer, hinter thm ein junger Stabsoffizier, der ans die Uitterzeichntlng tnehrerer eben gebrachter Schrtstslücke wartete. Unter diesen befand sich das neue Fortnnlar einer Soldaten- abrechnung. Um dies den Mannschaften recht verständlich zu machen, sollte es mit einem beliebigen Namen ausgefüllt werden. Der Herzog überlegte und grübelte. Gab es deitn keilten typischen Namen für den ettglischett Soldaten? Vor seinent Geiste tauchten die Kämpfe in Spanien und Portugal, das Schlachtfeld von Waterloo tind die Gefechte in Indien uttd dett Niederlattden atif. Da erinnerte er sich eines Erlebnisses aus feinem ersten Feldzug. Nur unter großen Verltisten tvar es ihttt gelungett, die französischen Streitkrät'te zurückzuschlagen. Als er ttach der Schlacht hinter die Front ging, fam er auf dett Verbandsplatz, wo gerade ein schwer verwttitdeter Jm'anterist verbtindett tvttrde. Es war Thomas Alkins, der rechte Flügelmann »einer Grenadiere, sechs Fuß drei Zoll groß und 20 Jahre int Dienst. Er kottnte weder lesen noch schreiben, war aber tapfer wie ein Löwe tmd besaß ein Gemüt wie ein Kind. Der Herzog von Wellington bettgte sich über ihtt. Da öffttete Thotnas Atkins die brechendeit Atkgett und sagte: „Jt ’s all rig-bt, Sir — mein Tagewerk ist getatt." Darattf verschied er. — „Schreiben Sie Tommy Akkitts tu das Rechnnngsformular", wandte sich der Herzog von Wellington ztt dein hittter ihm stehenden Stabs- oisizier. Seit jettem Tage tsi Tonttny Alkitts der Spitzname des englischen Soldaten. Handel. ra. Wetzlar, 23. Febr. In der Bilattzsitzung des Aufsichts- rats der Mitteldeutschen Gerberei n tt d Riemen- fabrik wurde beschlossett, in der auf den 22. März einzuberttten- 5ett Generalversammlung die Verteilung einer Dividende vott dIL Prozent, wie im Vorjahre, ztt beatttragett. Märkte. zVm. Äirchhain, 23. Febr. Zum gestrigen Sch weine- markt warett insgesamt 260 Tiere atsigesabren. Käufer warett wieder in sehr großer Anzahl erschienen. Ter Handel setzte ztt Anfang des Marktes recht kräftig ein, es wttrde für das Paar Sattgserket 82 bis 105 AU. bezahlt, das Paar Läuferschweine erzielte je nach der Qualität Preise vott 140 bis 200 Mk. Da einem Teil der Käufer die gefordertett Preise zu hoch warett, blteb ein geringer Ueberstattd. ko. Wiesbaden, 23. Febr. Viehtnarkt. Austrteb: 86 Rinder, dartntter 10 Ochsen, 10 Bullen, 66 Kühe, 192 Kälber, 0 Schaie, 37 Schweine, '-hei anziehenden Preisen für Rittder wurde schnell der Markt geräumt. Briefkasten Ser Redaktion. iAuouyme Anfragen bleiben uuberüikstchttgt*V £. Verjährung. Eine Kontokorrentschuld verjährt in dreißig Jahrett. Die Verjährung tvird durch Anerkettnnng des in der Regel halbjährig erteilten Kontokorrcntatlszuges mtterbrochen. Uirchttche Nachrichten« Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage). S a tn s t a g , den 26. F e b r tt a r 1916: Vorabend: 5.45 Uhr Morgens: 8.00 Uhr. Nachmittags: 3.30 Uhr. S a b b a t a u s g a n g : 6.45 Uhr. Israelitische Religionsgesellschast. Gottesdienst. Sabbatfeier aut 26. Februar 1916 Freitag abend 5.30 Uhr. Santstag vormittag 8*30 Uhr. Samstag nachmittag 3.30 Uhr. Sabbatattsgang 6*45 Uhr. Wochengottesoienst morgens 7.00, abends 5.b0 Uhr. Witteruttgsbericht. (Oeffentlicher Wetterdienst.) Am Anfang dieser Berichtswoche — 16. Februar bis 22. Februar — lag säst ganz Mitteleuropa unter dem Einfluß eines ausgedehnten Tiefdruckgebiets, »nährend im hohen Norden und über Süd-Frankreich^l)oher Druck lagerte. In West-Deutschland herrschten sehr starke Stürme und gingen Niederschläge in Schauern nieder. Die Temperaturen waren wieder stark gestiegen und erreichten in Gießen am Mittwoch ein Tagesmittel von 6,5 Grad über Null, während in Ostelbien die Temperaturen gefallen waren und sogar besonders nachts unter Null sanken. Das Tiefdruckgebiet zog nunmehr nach Osten ab, so daß der südwestliche hohe Druck sich, nach Nordosten, nach Deutschland hin, ausbreitete und zeit' weises Aufklaren brachte. An der Grenze zwischen Hoch und Tief hielten aber vorläufig die Regenschauer noch an, doch sanken auch in West-Deutschland die Temperaturen und hielten sich ebenso wie im Osten nur etwas über Null. Auch noch am Freitag und Samstag fielen bei veränderlicher Bewölkung vereinzelte Niederschläge, da Wirbel tiefer drückend sich über Deutschland hin nach Osten bewegten. Die Temperaturen waren besonders im äußersten Westen hier kurze Zeit »nieder stark gestiegen. Doch schon an» Sonntag breitete sich von Weste»» her ein .Hochdruckgebiet ostlvärts aus, das uns Aufklaren des Himmels und bei voriviegend nörd lichen Winden (Gebieten mit starke»»» Frost, Stockholm — 14 Grad, Haparanda sogar — 22 Grad) starke Abkühlung brachte. Am Sonntag früh waren die Temperaturen schon auf 0 Grad in Gieße»» gesunken und erreichten beim weiteren Vordringen des Hochdruckgebiets am Montag früh ein Minimuin.von — 6 Grad und ein Tagesmittel von nur — 1,5 Grad. Die Wetterlage ist jedoch heute bereits unbeständig, da im Westen ein neues Tiefdruck gebiet zu liegen scheint, dessen Zug man aber vorläufig »roch nicht seststellen kann. Jedenfalls befinde»» wir »ms an der Grenze zwischen dem festländischen Hochdruckgebiet und dem westlichen Tiefdruckgebiet ui»d werden mit veränderlicher Bewölkuirg und zeitweisen leichten Niederschlägen (evtl. Schnee) zu rechnen haben. Gießen, den 22. Februar 1916. Amtlicher Wetterbericht. O esse ntlicherW etterdien st, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 25. Febr. 1916 Bedeckt, zeitweise leichte Niederschläge, etwas »värn»er. crr --—« Schneebericht. Feldberg i. T.: Schneehöhe 20 Ztm.» Rodelbahn gut. Letzte Nachrichten. Heiden der „Möwe" mit neuer Beute auf Teneriffa. Madrid, 23. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird gemeldet: In Santa Cruz auf Teneriffa ist das englische Schiff „Westburn" (3300 Tonnen) unter deutscher Flagge vor Anker gegangen, um Schäden auszubessern. Die Besatzung besteht aus sieben Mann, von denen einer eine Mütze mit der Aufschrift S. M. S. Mö be n (Möwe?) trägt. Die „Westburn" brachte 206 Gefangene der englischen Schiffe „H o r a c e" (3335 Tonnen), „C l a n M a c t a v i sh". Edinbourgh (Lloyds Register enthält nur „Edinbourgh Castle". 13326 Tonnen), „Cambridge" (1259Tonnen). „Flamenco" (4540 Tonnen) und des belgischen Schiffes „Luxembourg" (4322 Tonnen), sowie 11 spanische Matrosen mit. * Trommelfeuer-Widerhall in der Eifel. Köln, 23. Febr. In der Eifel ist seit Montag, wie die „Köln. Volksztg." berichtet, sehr starker Kanonendonner vernehmbar. Dienstag früh setzte Trommelfeuer ein, das selbst bei geschlossenem Fenster sehr gut vernehmbar war. Ans freier Höhe, besonders am Rande von Fichtenwaldnnaen, dröhne»» die Schläge besonders stark. Trotz den» herrschenden Nordwind unterscheidet »na»» die schweren Schläge der schwere»» Geschütze und das «»»haltende eiserne Rollen der kleineren Geschütze. Roosevelt und Taft. Rotterdam, 23. Febr. Der „Maasbode" erfährt auS Ne»v York, daß Roosevelt zur republikanischen Parte» zurück, gekehrt sei. Eine Versöhnung mit Taft wird vorbereitet. Theototis f. Athen, 23. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence d'Athenes. Verschiedene ausländische Zeitungen haben die Nachricht gebracht, der frühere Ministerpräsident Theo Lokis sei einer Vergiftung erlegen. Die Nachricht ist vollkommen falsch. Theoiokis ist an den Folge»» einer infektiösen Grippe gestorben. Oefsentl. Vortrag II. Samstag, den 26. Februar 1916, abends 8V- Uhr pünktlich, im großen Hörsaal der Universität OeMliEm lortr« Donnerstag, den 24. Februar 1916, abends 8 l / s Uhr --in der Aula der Universität- Cafe Ernst Ludwig Beate Donnerstag KONZERT 241 Frl. Dr. Käte Schirmacher: „Deutschland über Alles" Numerierte Plätze zu 1 Mark, nichtnumerierte zu 50 Pfg. Mitglieder der Unterzeichneten Vereine des I. Vottrags zahlen im Vorverkauf 70 Pfg. u. 30 Pfg. Vorverkauf in der Ferber'schen, Frees- schen u. Ricker'schen Universitäts-Buchhandlung. Es laden zum Besuch des Dorttags ein [ 13,6 D die vereine der >. (Bolten) Vortrags. von Herrn Universitäts - Professor vo. Zkalrveit. Eintritt frei. mi Eintritt frei. Zum Besuche des Vortrages ladet ein Die Grotzherzoaliche Handelskammer Gieren. Ausstellung der Aliceschule im Nebengebäude d. allen Schlosses, Sontienstrasse2 Freitag, 25 . und Samstag 26 . Februar von 16 bis 6 Uhr Schneider-,Weißzeug-,Stick- und Bügelarbeiten (14171 EiutrH frei! Metall betten Holzrahrnenmatr., Kinderbett, bill an Private. Kat. frei. 7 "hv Elssnmölteüabrlk, Sabl I. Tii. Verein f. Sterbeunterstichung Sonntag, den 5. März 1916, nachm. 3' Uhr General-Verfammltttsg im Saale der Restauration Lauer, OSmaidSgarten T a g e S - O r d n ri n g : 1. Geschäfts- und Kassenbericht. 2. Festsetzung der Cterbeunlerstützung. 3. Neuwahl des Vorstandes und Aussichttrate-- 4. Verschiedenes. Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht i 427 D Der Vorstand. Statt besonderer Anzeige. Nach nahezu 19 Monate langer treuer Pflichterfüllung vor dem Feinde verschied am 22. d. M. unerwartet rasch nach schwerer Krankheit unser einziger, innigstgeliebter Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Am 21. dieses Monats wurde uns die traurige Nachricht, dass unser lieber treuer Sohn und Bruder Wilhelm Petry Chemiker Willy Mosler Lt. d. Res. im Res-inf.-Regt. Nr. 72 Inhaber des Eisernen Kreuzes und der hess.Tapferkeitsmedaiile im 33. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Theodore Mosler geb. Appel Lisbet Leger geb. Mosler Dr. Franz Leger, z. Zt. Bat.-Arzt 2/81 Hans und Hilde Leger. Einjährig-Freiwilliger Gefreiter im Dragoner-Regiment Nr. 24 auf einem Patrouillenritt am 6 . August 1915 in treuer Pflichterfüllung den Heldentod für sein Vaterland gestorben ist. In tiefer Trauer: Karl Petry und Familie. Hof Albach. 1429 Giessen 24. Februar 1916. HS m E ■1 Von Beileidsbesuchen bittet man gütigst abzusehen. Ort und Zeit der Beerdigung wird noch bekannt gegeben werden. 1433 Von unserer Belegschaft starben den Heldentod fürs Vaterland: WMW Aut Feindesboden schwer und müde Sank hin dein Haupt zur letzten Ruh, Fürs Vaterland trabst du dein Lehen, Schlaf wohl, du lieber Heinrich du! Warst noch so jung, starbst viel zu früh, Wer dich gekannt, vergißt dich nie, Doch liegt es in des Höchsten Plan. „Was Gott tut, das ist wohlgetan!“ Fern von der Heimat, fern von deinen Lieben, Ruhst du nun aus in fremdem Land Bei den Helden, die auch noch fielen Für das teure Vaterland. Ach, viel zu früh verließest du hier die Deinen, Die in der fernen Heimat um dich weinen. Können wir dein Grab nicht schmücken, Trauernd an der Gruft nicht stehn. Auf zum Himmel wollen wir blicken. Wo wir uns einst Wiedersehn. Den Heldentod fürs Vaterland starb am 15. Januar mein innigstgeliebter, herzensguter, unvergesslicher Gatte, der liebevolle Vater seiner vier Kinder unser lieber Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel, Steiger Heinrich Abel Ersatz-Reservist im Infanterie-Regiment Nr. 94, 7. Kompagnie im Alter von 32 Jahren. Bieber und Waldgirmes, den 24. Februar 1916. Im Namen der tieftranemden Hinterbliebenen: Frau Katharine Abel, geh. Hepp nnd Kinder Familie Heinrich Abel Familie Friedrich Hepp Ww. E» ist bestimmt in Gottes Rat, daß man vom liebsten, das man hat, muß scheiden.' Wiedersehn war seine Hoffhung! [1437 Die Trauerfeier findet Sonntag, den 27. Februar, nachmittags 17* Uhr in Rodhelm statt. Kechnungssührer Alfred Lerch aus Bieber Wehrmann im Inf.-Regt. Rr. 99 Steiger Heinrich Abel aus Bieber Ersatz-Reservist im Inf.-Regt. Nr. 94 Bergmann Philipp Wagner aus Fellingshausen Reservist im Res.-Inf.-Regt. Nr. 83 Bergmann Ludwig Wagner aus Bieber Ersatz-Reservist im Inf.-Regt. Nr. 94 Bergmann Ludwig Weber aus Fellingshausen Laudsturmmann im Jäger-Batl.Nr 11 (Pionier-Abteilung) Wir betrauern in den Gefallenen tüchtige Beamte und Arbeiter und werden denselben ein bleibendes Andenken bewahren. Bieber b. Gießen, 24. Februar 1916. 0786 °) Gebr. 2-flam. Gasherd gesucht. Anaeb. au Gastwirt Hauser, Ludwigstrafte 36. Verschiedenes 110 » für Französisch für meine Tochier ges. Schr. Anaeb. u. 07874 an den Gieft. Anz. erb. Wer kann einer Krieger- srau einen llinderwagennebft 5äug!ing§wäsche überlassen? Näheres: Hausfrauen-Verein M24] West-Anlage 1 II. bezw. 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