Nr. 45 Der «lehtner Anzeiger erscheint täglich, außer Souutags. — Beilagen: viermal möclicntlid) SietzenerKamiliendlätter; zweimal rpöchentl.KrciS: Hnii ftzröen Kreis Liehen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land- wirtschaftliche Seitsragen Fernjprech - Anschlüsse: sürdie Schristlciluug! 13 Berlag,G?schä:tsstelleL1 Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeige» iur die Tagesnuinmer bis zum Abend vorher. Erster Blatt * M. Jahrgang Mittwoch, 23. Zebruar Mö ener Anzeiger General-Anzeiger für Gderheffen Rotattonrdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vnch- und bteindruckerei R. Lange. Zchristleitung, Geschästsstelle und Druckerei: §chu!ftr.7. BerugSvrer^: monatl. 85 Ps^ viertel- jährl. Mk. 2.5t); durch Abhole- u. Zweigstellen nwnatl. 75 Pf.; durch die Post Mk.3.30 »iertLe- jährl. ausschl. Bejtellg. Zeilenpreisr lokal I5Pft auSw. 26 Pf. — Harrpt- schristteiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politeschen Teil und das Feuilleton: A»g. Eoetz; sür Sladt uno Land, Vermischtes und Ge« richtssaal: Fr.R.Zenz; für den Anzeigenteü: H. Beck, sämrltch m Gießen. Neue französische AellmM ersbert. Ein henLsches Luftschiff abgefchossen. Die Lßrkifche DarßeKnug über den Kall Erzerumr. (WTB.) Großes Hauptquartier, 22 Februar. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Das nach vielen unsichtigen Tagen gestern ausklarende Wetter führte zu lebhafter Arüllerietätigkeit au vielen Stellen der Front; so zwischen dem Kanal von La Bassde nnd Arras, wo wir östlich von Souchez im Anschluß an unser wirkungsvolles Feuer den Franzosen achthundert Meter ihrer Stellung im Sturm entrissen und sieben Offiziere und drei- hnndertneunzehn Mann gefangen ein- brachten. Auch zwischen der Somme und der Oise, an der AiSnesront und an mehreren Stellen der Champagne steigerte sich die Kampstatigkeit zu größerer Heftigkeit. Nordwestlich von Tahnre scheiterte ein französischer Handgranateuangriff. Endlich setzten aus den Höhen zu beiden Seilen der Maas oberhalb von Dun Artilleriekämpfe ein, die an mehreren Stellen zu beträchtlicher Stärke auschwollen und auch während der letzten Nacht nicht verstummten. * Zwischen den von beiden Seiten vusgestiegenen Fliegern kam es zu zahlreichen Luftgefechten, besonders hinter der feindlichen Front. Ein deutsäfes Luftschiff ist heute nacht bei Revigny dem feindlichen Feuer zum Opfer gefallen. Oestlicher und Balkankriegsschauplatz. Die Lage ist im allgemeinen unverändert. Oberste Heeresleitung. •' - -i ^ ~rS*U* ) % / / \ßfi£t7Zivwrti • -.o, ° K/iJc oaxKzl H^-Bare-Wd {Auif20t.fr Y>/%e/rir&usvo fWUfiOTurrt ' u'rcyM* ctux ft-es ~ > in r 0SrottrTC9 tim •toxeen r- > • • o Kl ,(rt ' ' > « > ^. t * ' T, iJJ il ? 0 . >V =•• 2 - \ xuiraf- £u/rrr-oi -u&rres ' l XjpxxßxiÜiOx •f me /ÄtoW. feSlOl/ 'jßHrA'XU?/\ -n rJffbnAwy / sur -%^ /k-u./rri/Vs' tyu.'-A ■. • • mm ' 4,„ /Jt’fwncoUfX ndnwi&tä?**'" fimartintrjK kmOormnartin ArisJ/ Cbqfofr i RiaChaudgnc)-* vYJunidcftcu ttzCWü germam r orr?ö 9 sJa ,sifr \\(fu Port o) Frissterwald-TouUNMey «WMWMA Mutmassliche Frontlinie, tmtma i Die wortreichen amtlichen französischen.Berichte verschleiern es, daß die wirklich wahrnehmbaren Erfolge der letzten Kämpfe auf deutscher Seite waren. Auch unser gestriger Tagesbericht meldet wieder die Erstürmung einer 800 Meter langen französischen Stellung östlich von Souchez. Bedauerliche Unfälle, wie sie der Krieg mit sich bringen muß, werden von der deutschen Berichterstattung nicht verschwiegen. Bei Revigny ist ein deutsches Luftschiff dem feindlichen Feuer zum Opfer gefallen. Wir beklagen diesen empfindlichen Verlust, brauchen aber davon keinen dauernden Nachteil zu besorgen. UnsereLuftslotte bleibt sicher groß genug, um dieFeinde zu schrecken. Im Berner „Bund", dem wir für die Richtigkeit seiner Angaben die Verantwortung überlassen müssen, wird über das deutsche Luftschifswesen am Bodensee in interessanter Weise berichtet: Die ganz erstaunliche Tätigkeit, die die deutsche K-riegsluftschiff- fahrt mit ihren kühnen Fahrten nach Mittelengland, ins Zentrum der englisck>en Industrien, entwickelt hat, lenkt die Blicke wieder einmal nach den Werkstätten. Und in der Tat, wer offenen Auges verfolgt, was ihm zu sehen vergöimt ist, der wird sich kmnn sa sehr vennundern über das, was in der neuesten Zeit im Luftkriege deutscherseits geleistet wird. Wenn man auch nicht in die Geheimnisse der gigantisch an gewachsenen Zepvelin-Werkstätten eindringen kann, so karrn doch jedermann als unbefangener und unbelästigter Zuschauer eine Fülle interessanter Beobachtungen machen. Da ist in erster Linie eine Tatsache festzustellen, die von Bedeutung ist: nämlich, daß in den Luftschiffwerften, in dwren Tausende von Arbitern Tag und Nacht ununterbrochen arbeiten, d.'ch die Heranziehung urrd 'Erstellung aller Hilsssabriken eine Organisation geschaffen ist, daß nun jede Woche ein bis zwei neue Luftkreuzer -an die Front abgehen können. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht ein neuer Zeppelin seine Probeslüge macht. In der Maybach- wvtorenfabrik knattenr unausgesetzt die der Hallenprobe unterworfenen Luftschiffmotoren: sie müssen namentlich zur Erprobung der Lager 24 bis 48 Stunderl ununterbrochen laufen, bevor sie in die Luftschiffe eingebaut werden. Wenn in kalten Nächten der Nordwind über derr See streicht, so trägt er das gervaltige Surren und Rauschen, als wär's hoch vb unseren eigenen Häusern, bis in die verschlossenen Zimmer in den schweizerischen llferorten und wohl noch viel weiter. Die Probefahrten selbst sind nicht mehr bloße Fahrproben, sondern durck)aus kriegsmäßige Manöver. Form urck Dimensionen der Zeppeline haben sich gegenüber den ursprünglichen Typen wesentlich verändert. Die allerircueftcn Fahrzeuge sind viel länger als früher, dabei schlanker, mehr fisch- ähnlich/ die beiden Gondeln härlgerr tiefer, ein Laufgang zwischen denselben scheint nicht mehr vorhanden zu sein, oder aber, er nruß vollständig in den riesigerl Dragkörper eingebaut sein, so daß er äußerlich unsichtbar bleibt; die Gondeln sind gepanzert, jede soll mindestens sechs Mnschiiteivgewehre und ein bis zwei kleine Geschütze,^ sowie besondere Apparate zum Älbwerfen von Bomben und wiederum besondere Vorrichtungen zum Lancieren von Lufttorpedos besitzen. Die auf früheren Kriegsluftschiffen gesehene Plattform für Maschinengewehre oben auf dem Tragkörper ist nicht mehr wahrzunehmen. Die Spitze des neuen Typs zeigt metallischen Glan; bis ungefähr ein Fünftel der Gesamtlänge; Tatsache ist, daß der Zeppelinlustschiffbau das Schoop- sche Metallspritzverfahren augekauft hat und wahrscheinlich zur Metallisierung eines Teiles der Hülle verwendet. Die Steuer sind vereinfacht und kleiner geworden, die Motoren siird bedeutend verstärtt, was schon aus dem mächtigen Lärm hervorgeht. Tie kriegsmäßigen Manöversahrten. sind außerordentlich interessant. Man sieht nicht nur, daß die Zeppeline bedeutend cur Schnelligkeit und Werrdefähigkeit, l>esonders im Steigen, zugenommen fya&ert, sondern man kann wrch Augen- und Ohrenzeirge von Ma- schrnengewehrüburrgen sein; das typische Ratten: dieser unheimlichen Waffe hebt sich hell und klar aus dem M!otor- und Propellergeräusch! heraus. Ferner sieht man Versuche mit Rauchgasen, die plötzlich wie steigende oder sinkende Nebelwolkcn von räumlich großer Ausdehnung sich um das Luftschiff legen; wenn überhaupt neblige Witterung herrscht, so verschwindet das Fahrz-eug tatsächlich plötzlich aus fast geheimnisvolle Weise. Der neueste Zeppelin, der vor unseren Augen seine Probeslüge absolvierte, trug die Num- mer „L. Z. 95". Es besteht aber noch eine westere Numerieruirg, die bloß „L. . signiert ist (olpre „Z/9 so daß also anzunehmeu ist, daß die deutsche Luftflotte, die Parsepal-Luftschiffe nicht mst- gervckiinet, weit über hundert Einheiten zählt. * * * Die heute vorliegende amtliche türkische Meldung über den Verlust von Erzerum zeigt, daß die russischen Berichte maßlos überkrieben waren. Erzerum war im Grunde keine Festung, sondern eine offene Stadt. Zu großen Entschei- dungskänlpsen ist es nach der türkischen Meldung überhaupt noch nicht gekommen; wahrscheinlich ziehen unsere Bundesgenossen, die westlich von Erzerum stehen, die erforderlichen Verstärkungen heran (was ja der russische Bericht zugegeben hatte), um den Feind wieder aus dem Lande zu treiben. Nur 50 alte Kanonen sind zurückgeblieben, aber sie sind von den Türken vorher zerstört worden. Die Russen haben diese 50 mit 20 multipliziert, um den Maßstab deutscher Siege vorzutäuschen. So viele Geschütz? auf einmal zu erbeuten, war bis jetzt nur unserem tapferen Ostheer möglich. Gefangene scheinen den Russen überhaupt nicht in die Hände gefallen, zu sein. In der „Nheiniseh-Westsäl. Ztg." finden wir eiue be- dentsanie Darstellung über den russischen Feldzug! gegen Erzerum, die der „Nowoje Wremja" entnommen ist und zum Teil die heute im amtlichen türkischen Bericht r>or- liegenden Angaben bestätigt. So sn.gt z. B. das russische Blatt selbst, daß die erbeuteten Kanonen vorher von den Türken zerstört worden seien. Auch daß es dem türkischen Heere gelungen ist, sich der drohenden Umklammerung rechtzeitig zu entziehen, wird hier zngeftaiiden: Der mititäriiche Mitarbeiter der „Nowoje .Wreinja" gibt in seinem Blatte eine lärrgere Schilderung der Operattonen gegeir Erzerum wieder. Danach wurde der neue Plan für die Kauläsus- operationcn bereits im NoveiNber vorigen Jahres aufgestellt. Bereits im Dezember fand die Ansammlung sehr starker russischer Kräfte, die eigentlich! für einen anderen Kriegsschauplatz vorher besttmmt waren, statt. Ter K>ern der Tnippen bestand aus den besten russischen Truppenkontingenten. Ende Dezember und Ende Januar setzte:: die einleitendem: russischei: Operattonen gegen das Gebiet Erzerum ein. Im russischen Lager war man unterrichtet, daß auch eine große türkische Ofseiy'ive gegen die russische!: Stellungen in Vorbereitung tvar und daß Ma bimid Kiamil Pascha alle Vorbereitungen hierzu traf. Es galt, dieser Offensive unter allen Umständen zuvor zu kommen und die Vorbereiümgen hierzu empstndlich> Zn stören. Die russische Offensive wurde auf einer Gesanttstont von über 100 Werft zur Entwicklung gebracht, loobei der russischen Flotte die besondere Aufgabe zusiel, die an der Küste gelege::en Stellungen des Feirüres im Rücken anzugreifen und die Schiffs- ttans Porte des Gegners zu verhindern. Ans einer Front, die vom Mittel-Tscharoch-See Tortum Göl bis z::m oberer: Euphrat' reichte, gingen die Russen m vierfacher Gliederung zum Angriff über, wobei dem Zenttann, daS von: Gebirge Schachir-Babamis operierte, die schwerste Aufgabe zusiel. In: Zentittm der Türken waren die Befesttgnngen gut organisiert nnd stark ansgebant. Da hier die rückwärtige!: Verbindungen des russischei: Heeres am schlechteste:: ivaren, glaubte man türkischersestS nicht, daß voi: hier ans der Angriff erfolgen werde, sm:den: vernmtetc einen inn- fassenden Angriff aus der Ebene von Passin und aus Zßara-Der- beut z::. In dieser Bermutimg hatten die Türken mrch ihre Kräfte verteilt. Durch einei: gut vorbereiteten und überrasckzend gestlhrtei: Angriff der Russen, die gerade im Ze::ttum die stärksten Kräfte zusammei:gczogen hattest und an den Flügeln nur Offensivabsicki- ten markierten, gelang es :mch erbitterten: Kanrpse, die Zenttuins- stellnng der Türkei: -einzudrücken, so daß auch die Flügel eilig ziwückgenvmmen werdei: mußten. Es muß anerkai:nt lverden, daß die Türken, ttotzdem sie bereits in: Riickei: oefaßt ivaren. die Umklammertmg umgehei: und Anschluß an die Hanptkräste suchen konnten. Infolge der weitere:: Auswirkung des russischen Durchbruches konnten sich die Türken aber auch hier nicht Haller: i:nd nmßten auf schlechten Gebirgswegen und Pfaden aus Erzerum zurückgehcn. Daraufhin erfolgte -eine kurze Kainpspause, die die Rufs«! zur weiteren Herarrschaffung if^rer Artillerie und zu Ruhepausen st'ir die erschöpfte Infanterie benutzten. Es setzte da in: der eigentliche Angriff gegen die BefcstiMNgen voi: Erzenni: ein. Zum Befehls- Haber der Slurmtruppen wurde der General der Infanterie N. Jüdenic ernarurt. dem vorzügliche Soldatei:ehrenschaster: nad>» gerühmt lverden, der besonders seiner Energie ut:b seines per'- sonst eben Mutes wegen bei den Truppen in: besten Ansehen stein. Um die bedrohte Lage des türkische!: Heeres zu retten, ver« suchte Rdahinud Kiainil Pascha eine energische Gsgenoffenstve besonders in der Gegeich von Lasistan. MirwesLens ziocüi starre Angriffe führte die von Boldai:i-Pasck>a gepuchrte türkische Ann« hier aus, und es gelang ihr vorübergehend, dem Hauptheerr Lust Kampf aumtfjmen, in besten Verlauf ein td schaffen. In den Fons wurden zahlreiche schwere Geschütze Eiory en Argonne abaeschmsen wurde Di erbeutet, die aber -um erheblichsten Teil unbrauchbar gemacht worden waren, doch wird es möglich sein, sie später wieder brauchbar zu machen. Die Beute an Munition und Pwniermaterial ist ebenfalls recht bedeutend, doch wurden nur wenig Lebensmittel aorgefunden. Ter überwiegendste Teil des türkischen Heeres befindet sich aus dem Rückzug auf die sehr stark befestigte und vorbereitete Linie Trapezunt—Tiarbekr. Ohne Zweifel werden an dieser Linie die hartnäckigsten und erbittertsten Kämpfe stattfinden. Wie der Kund schafterbienst meldet, befinden sich vier türkische Armeekorps mit bedeutender Artillerie auf dem Weg nach dieser Ausnahmestellung, um die zurückgchenden Türken zu verstärken. Es ist wahrscheinlich, daß von dieser Stellung aus eine feindliche Offensive versucht werden wird, die auch von persischem Gebiet einsetzen dürfte. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 22. #f6r. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 22. Februar 1910. Russischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Italienischer Kriegsschauplatz. An der I s o n z o f r o n t waren die Artilleriekäinpfe im allgemeinen, namentlich aber bei P l a v a, recht lebhaft. Eines unserer Klugzeuggeschwader unternahm einen Angriff auf Fabrikanlagen in der Lom bardei. Zwei Flugzeuge drangen hierbei zur Erkundung bis M a i l a n d vor. Ein anderes Geschwader griff die Italic Nische Flugzeugstation und die Hafenanlagen von Desen zano am Gardasee an. Bei beiden Unternehmungen wur den zahlreiche Treffer in den Angriffsobjekten beobachtet Trotz heftigen feindlichen Artilleriefeuers kehrten alte Flugzeuge wohlbehalten zurück. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höf er, Feldmarschatleutnant. Bern. 22. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Nach Meldungen von der italienischen Grenze sollen gestern ffüh ö st e r r e i ch i s ch ungarische Flugzeuge in Oberitalien in der Richtung Mailand gemeldet worden sein. Nach späteren Meldungen sollen die Flugzeuge Mailand nicht erreicht und vor Mailand in einen Luftkampf mit italienischen Vetteidigungsflugzeugen per wickelt worden sein. Ueber dessen Ergebnis ist noch nichts zu erfahren. Bern, 22. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agenzia Stefani. Auf höheren militärischen Befehl wuroe der Telephonverkehr vorübergebend für ganz Oberitalien eingestellt, iveil die österreichisch-ungarischen Flugzeuge sich noch über italienischem Gebiet befinden. deutsches Flugzeug bei Eiory en Argonne ab geschossen wurde. Die beiden Flieger wurden gefangen genommen. Ern zweites stürzte plötzlich rn fernen eigenen Linien ab. Eines unserer Bombaroementsgeschwader, be- ofKite Zeppelin schwebte mit abgelojchten Lichtern in einer Höhe ton 1800 bis 2000 Meten: uni) kämpfte gegen den Wind. Sobald er sich in Schuß weite befand, begann die Besckstcßuug. Eine Brandgranate dirrchbohrte das Luftschiff und blieb an der Seite stecke:: Das Feuer verbreitete sich entlang dem ganzen Luftschiff,. . , ..... .... _ dessen Umrrsse sich hell ahzeichneten. Das Luftschiff brannte Wechselkurs hingewieseu. Mac Kenna forderte das Haus aus, ohrre hörbare Explosion und sank sodann langsam, begleitet den amerikanischen Kurs des englischen Geldes mit dem rmr den Stücken der brennenden Hülle, die nacheinander sich der anderen kriegführenden Nationen zu vergleichen. Augen äbtrennten. Als der Zeppelin den Boden erreichte, explodierten die um ihm mitgeführten Bomben. Tie herbeieilende Menge fand rrur noch formlose Stücke. Der sranzöfische Bericht. n . 22. Febr. (Zeus. Frkft.) Amtliche Mitteilung vom 21. Februar. 6 Uhr nachmittags. Schwache Tätigkeit der beiden Artillerien! auf der gesamten Front außer nördlich von Verdun, wo die! fernona-e Artillerie eine gewisse Regsanrkeit an den Tag legte Ariors nordwestlich von Punkt 140 versuchte der Feind erfolglos zwei örtliche Angriffe mit Handgranaten. Ein Ge- Der türkische Bericht über die Preisgabe von Erzerum. Konstantinopel, 22. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtliche türkische Mitteilung: Unsere Armee hat sich aus militärischen Rücksichten ohne Verlust in die westlich von Erzcrum gelegenen Stellungen zurückgezogen, nachdem sie die 15 Kilometer östlich der Stadt befindlichen Stellungen sowie 5 0 alte Kanonen, die nicht weggeschafft werden konnten, an Ort und Stelle zerstörte. Di-r von den .Russen verbreiteten phantastischen Nachr chten, nach denen sie in Erzcrum 1000Kanonenerbeutet und 8 0 0 0 0 G e - fangene gemacht hätten, widersprechen der Wahrheit. In Wirklichkeit hat. abgesehen von den in den ev wähnten Stellungen vorgekommenen Kämpfen, kein Kan:pf in der Umgebung von Erzerum statt gefunden. Im Grunde genommen war Erzerum keine Festung, sondern eine offene Stadt-, die in der Umgebung bcffndlichen Forts hatten keinen militärischen Wert. Aus diesem Grunde wurde auch nicht in Erwägung gezogen, die Stadt zu hatten. Türkische Flieger über Kut el Amara. London, 22. Febr. (WTB. Nichtamtlich.^ Amtlicher Bericht Am 17. und 19. Februar wurde das britische Lager bei K u t e l A m a r a von Flugzeugen mit Bomben beworfen, ohne schaden anzurichten. Tie Entsendung der Verstärkungen zu General Aylmers Entsatzkorps macht bestiedigende Fortschritte. Ter Oberbefehlshaber im Mittelmeer berichtet: Bei einem am 20. Februar ausgeführten Erkundungsstuge nach einem vor geschobenen Posten des Feindes östlich des Suezkanals ging einer unserer Flieyer auf 600 Fuß hinab und zerstörte durch einen Wurf mit einer hundertpsündigen Bombe die feindliche Kraftstation bei El Hassama. Feindliche Angriffe im Golf von Smyrna. Amsterdam, 22. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Einem hiesigen Blatte zufolge meldet die „Times" aus Mytilene. daß V u r l a im Golfe von Smyrna int Wilajct Aibin intb die türkischen. Batterien an diesem Golf wieder heftig von den Kriegsschiffen der Verbündeten beschossen worden sind. * * * Die Regelung des EierhaudclS in Oesterreich. Wien, 22. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Wiener Zeitung" veröffentlicht eine Ministerialverordnung be treffend Regelung des Eierhandels. Danach ist zur Versendung von Eiern aus dem Berwaltungsgebiet einer polittschen Landesbehörde deren Genehmigung erforderlich. Den Frachtdokumenten für jede Sendung ist eine amtliche Dransportbescheinigung beizugeben, die an der Bestimmungsstation einzuziehen ist. Die englischen Finanzen. London, 22. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Neuterschen Bureaus. Der Schatzkanzler Mac Kenna erklärte im Unterhause: Als er im September gesagt habe, daß die Ausgaben wahrscheinlich fünf Millionen Pfund Sterling pro Tag betragen wurden, ehe das Finanzjahr zu Ende gehe, habe er damit sämtliche Ausgaben, auch die für den bürgerlichen Staatshaushalt und für die Schuldentilgung gemeint. Man sei dieser Ziffer nun sehr nahe und werde sie am Errde des Finanzjahres erreichen. Der Regierung sei vorgeworfen worden, daß sie nicht ausreichende Maßregeln getroffen habe, um den Kredit zu behaupten und habe dabei auf den amerikanischen blicklich betrage der englische Kurs 4 Dollars 76V* Cents für ein Pfund Sterling, das seien 10 Cents unter dem normalen Kurs von 4,86. Die Regierung wünsche nicht, daß der Kurs den normalen Stand erreiche oder darüber hinaussteige, aus dem einfachen Grunde, iveil England dadurch, daß es den Kurs unter Pari halte, die Einfuhr behindere und das Ab strömen von Gold nach Amerika vermindere. Wenn man den englischen Kurs m:t dem von Deutsch land und Oesterreich-Ungarn vergleiche, sehe man, daß der englische Kredit sich bHaupte. Es sei beinahe ein schwadcr von, fünf ftanzösi^ Rug^ge^n^dütte ^fei^I^^ W ^chnach 18 Monaten Krieg fast das lEes Munitionsdepot in Chautoau-Marttneourt und Assendingen, offene Goldland der ^tt sei. (Beifall.) Das eng- füdwestltch und südöstlich von Dieuze. Tie deutschen Flugzeuge lT W e Papiergeld könne jetzt noch an der Bank von England schleuderten diese Nacht auf Lunöville, Domlxrsle und Nancy einige gegen Gold eingewechselt werden. Es klinge unglaublich, Geschosse, die nur geringen Schaden anrichteten. baß der englische Kredit die schwere Probe, die er aus ,!!l! r eraus- zugehen. Ca: wurde überall durch unser Sperrfeuer und unser Jnfanterrcseuec zurückgeworfen. In der Champagne führten wir wtrkiMne Schipse aus die deutschen Organisationen westlich bn Sttaße st. Hilmre—st. Souplet aus. In den A r q o n n e n Zerstörungsfeuer auf feindlich Werke in der Nähe der Straße — St fbuSat Wir zerstörten mehrere Beobachtungsposten in der Nahe des Waldes von Eheppy. In der ganzen Gegen von Berdun zeigten stch d:e beiderseitigen Artillerien sehr tätig. Siüwjtlich von St. M i h i e l bombardierten ivir die deutschen Stel lungen mr Walde von Mlly. Die Deutschen warfen eine Anzahl Granaten auf St. D,6. Ein Bewohner wurde getötet, sieben ve: wundel. k ä UnteWb sÄÄi* wn Altkirchl 1 lWTB, M-hü-mtlich.) Meldung des griff ein Flieger einen Fokker au^ nächster Nabe nn uns i -1 Neuterschen Bureaur-. -^b er hau». Lord Sydenham hrachte Schüsse auf ihn ab Der windliäre Avvarat kivv^ nüi Antrag cm, m welchem erklärt wird, daß auch in Ueber ffirum 5 flHnX S «Trammfi mit dem Völkerrecht und den berechtigten An- „Albalros" durch unsere Artillerie heruntergeschossen ^^Fn der ^wl^a^iackt^^^^nnt^ — ^n all netten Gegend von Bures, iwrdlich des Waldes von Parroy stürzte ein verhindern, daß Vor- deutsches Flugzeug, das von zrveien der unsrigen ang^Trissen I s;! Lan de rn ^^uqeit, Der Anwurde, in unsere Linien ab. Führer und Beobachter warm tot ^ ie ge Eilt Geschwader von siebett stanzösischen Flugzeugen lieferte vi?r ^rratt, welche die Deutschen benottgten, tag^ stindlicheit Flugzeugeii in der Gegend von Vtgneulles-Hattoncl>atel svdauu ^ ^- ec ^ , r l i$ er S I ? It - e cmcti Kampf. Zwei der feindlichen Flugzeuge wurden zur ‘''ötthmin -1 C Behauptungen bezüglich einer das gewöhnliche Viaß Äe beiden anderen stüätettn ^ttd!ich.^^s.^'kl über—eitettden Emmhr durch Neutrale, wobei er die Fleisch ^ ~ ---ÄBLL'L.S'L S sg hätten, außergewöhnlick»e Gewinne zu machen. Tie Neutralen hätten nur das Recht, zu fordern, daß die für ihre Dedürmisf-tz gewöhnlich eriorderltäien Vorräte durchgelafsen würden, und daß dies mir möglichst geringer Behinderung geschehe. Es sei angedeutet worden, daß eine Einmischung in die gewinnbringenden Ge» kfräfte der Neutralen die Bstehungen Englands zu ihnen gefährden würde. Wenn jedoch die Miierten hintubtlich einer endgültigen Regelung^ der Frage eine feste Haltung annehmen, so würden die Sck'vreri-:ketten dos englischett Auswärtigen Amtes in seinen Verl-.rndlungen mit den Neutralen bald überwunden sein. Es liege in der Mackst Englands, das Ende des Krieges durch die Anwendung seiner Flotte zu beschleunigen. Dte englische Verteidigung gegen Luftangriffe. London, 22. Febr. (Zens. Frist.) Der Abgeordnete von Canterbury, Kapitän Bennett Goldnep, sprach im Unterhause schwere Anschuldigungen anläßlich des Luftangriffes auf Dover aus. Wie kam es. so fragte er. ßaß bei dem Kampfe, der solg^. ein Flieger mit einem Winchester-Gewehr und 5 Patronen au!stieg, und daß dies die einzige Waffe war. die er sindertz konnte. Unsere Flugzeuge, die ausgeitiegen ivaren, als das seüid- tiche Flugzeug bereits in Sicht war. hielten sich gegenseitig für Feinde, und es fand ein Kampf zwischen zwei unserer Flugzeuge statt. Und hiermit noch nicht genug. Unsere skanoniere aus der Erde beschossen noch die beiden. Bei t*m vergeblichen Versuche, sie herunter zu schießen, glückte es den Kanonieren, den Turm der Kirche von Walmer zu bffchädigen und einige Leute in der Kaserne $n verwunden. Derartige Beüpiele seien abölut nicht geeignet, das Vettrauen in die Verwaltung des Luft- dienftes zu stärken, ebensowenig seien sie geeignet, die Erklärungen vom Reaiernngstische her vertrauensvoll entaegenzimehmen. Man sage, daß man eine Verbesserung eintreten laisen werde. Er wvUe das wohl annehmen, denn schlechter könne es wohl nicht werden Eine englische Schwindclmcldung aus Teutsch-Ostafrika. London, 21. F«bt:. (WTB. Nichtcnntlich.) Amtlich wird gemeldet: Ueber die Operationen in Deutsch-O stasrika meldet General Smuts: Am 18. Februar griff eine feind* lick)e Streitmacht, bestehend ccus vier Europäern und 200 eingeborenen Soldoten den Posten von Cochumba an, an der Grenze von Uganda. Unser Detachement bestand aus zwei Europäern und 35 eingeborenen Soldaten. Der F^ind wurde gezwungen, sich mit einem Verlust von vier Europäern, 53 Eingeborenen, acht Maschinengewehren, 45 Gewehretr sowie einer Menge Murrltion Kurückzuziehen. Wir hatten keine Verluste. (Ebenso wie vor kurzem der noch gar nicht nach Ost- afrika gelangte General Smith Dorrien von dort Telegramme über angebliche Trfvlgx losließ, so scheint Herr Smuts, der vielleicht auch nock, gar nicht den Boden Ost' afrivas betreten hat, das Bedc'rrfnis zu empfinden, von sich hören zu lassen. Er begeht aber leider den Fehler, etwas grob aufzusck)neiden. Daß eine Abteilung von vier Europäern und 200 eingeborenen Soldaten. — also eine Kompagnie — acht Maschinengewehre mit sich führe und diese gegenüber zwei Europäern und 35 Mann sämtlich neben den übrigen Verlusten verloren haben soll, mögen Herrn Smuts farbige Landsleute in Kalahari glauben, von uns kann er es nack- allem, was bisher in Ostafriva vorgefallen ist, nicht verlangen. Mit dem erwähnten Posten Cachumba ist wohl der auf der Karte als Fort Kasumbia bezeichnete, einige Kilometer nördlich des östlichen Schnittpunktes der deutsch, englischen Grenze, am Kagera-Fluß gelegene englische Gren^ posten gemeint.) * * * General Sarrail bei König Konstantin. Athen, 22. Februar. (WTB. Nichtamtlich.) General ist hier angekommen, er wurde vom König in Audienz empfangen. Der Zar in der Duma. Petersburg, 22. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Petersburger Telcgraphenagentur. Um 2 Utrr nachmittags er-. dnen der Zar tn Begleitung des Großfürsten Michael Alexandro- wttlch und der Hostnim)ter in der Duma. Am Eingänge wurde er vom Präsidenten der Duma, dem Bureau und allen Abgeart^ treten empfangen, die ihn mit begeisterten Hurrarufen begrüßten Nach dem Gottesdrenite richtete der Zar huldvolle Worte an die Dmna, auf welche der Präsident mit einer vaterländischen An- pro che erwiderte. Darauf wurde die Nationalhymne gesungen Der Zar. unterhielt sich mit den Botschaftern und den Gesandten der Alliierten und begab sich nach dem Sitzungssaale, wo die Hurra-« nue und die Nationalhymne von neuem erklangen. Der Kaiser trug dann ,einen Namen, in das Goldene Buch der Ehrengäste ein und verließ das Haus unter begeisterten Zurufen Sarrail der Duma Der Zeekrieg. London, 22. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschcn Bureaus. Der britische Dampfer single" wurde versenkt. Wahrscheinlich ist nur ein Mann gerettet worden. auch gewesen sei, England habe seinen Kredit behauptet. Er zweifle nicht daran, daß er auch noch nach einem Jahre werde mitteilen können, daß der englische Kredit unerschütterlich sei. (Anmerkung des WTB.: Wir zweifeln an der Korrektheit der Rcntermeldung. Die Gefahr des Goldabflusses nach einem fremden Lande ist bekanntlich nur dcrnn vorhanden, wenn das eigene Geld gegenüber dem fremden unter pari steht. Mac Kenna kann also kaum gesagt haben, England -alte den Kurs seines Geldes gegenüber dem Dollar absichtlich unter pari, um das Ab strömen von Gold nach Amerika zu verhindern. Mac Kenna kann ferner kaum gesagt hoben daß England fast das einzige offene Goldland der Welt sei. Wäre England noch ein offenes Goldland, so der 1 'fa'" " ' 1 — Welt ein offenes Goldtand, so tvürde automatische Goldabsluß die Entwertung des englischen Pfundes gegenüber dem amerikanischen Dollar und dem holländischen Gulden verhindert haben.) Die englische Blockade. Aus dem Reiche. Der Butterhandel. Nach einer Anordnung des Reichskanzlers dsrf vom 6 März ab die Zen tra lei u ka u fs gef el l scha ft an Gemeinden und Kommunaloerbände Butter grundsätzlich nur noch abgeben, wenn diese durch Einführung von Butterkarten oder durch eine sonstige wirksame Regelung des Verkel^s mit Butter die Gewähr leisten, daß der durchschnittliche Verbrauch von Butter in ihrem Bezirke wöck-enttich 1£5 Gramm auf den Kopf der Bevölkerung nicht überschreitet. Die Ausgestaltung der Butterkarten bleibt dem steien Ermessen der Gtememden überlasten. Es werden jedoch veffchiedene Gesichtspunkte Ivr Beactchmg empfohlen. Die wirtschaftliche Zukunft Bayerns. München, 22. Febr. (WTB. Nichtamtlich) Der Finanzausschuß der Kammer der Reichs rate genehmigte, wie die .Münchener Nratesttn Nack-richten" melder:, die Position „Dolchen fee prvj e ft.' 4 Minister von Soden drückte dabei die Anschauung aus, tw&4xr Ausbau des Walchenseeworkes durch den Sraat einerseits und' dir Schaffung eines Elektrizitätsnetzes für das. rechtsrheinische Lochern in der Form des Bayermverkes andererseits in gutem Fprtgange begriffen seien und zu erwarten sei, daß nach dem Friechmsschtuß in absehbarer Zeit die Wasserkräfte von ganz Bayern für elektrische Kraft verwettet werden. — Beim Kapitel Mainkanalisiernng sprach der Minister die Ansicht aus, daß der Gedecake des Ausbaues einer Wasserstraße durch Mitteleuropa durch inr jüngsten polittschen Verhältnisse die größte Bedeutung gewonnen Habe. Bei der Frage von deren Ausführung komme noch> hinzu, hew Verkehr von England unabhängiger zn machen und nach Osten afenlenEcn. Besonders für Bayern sehe er es als sehr wichtig an, daß- der neue Verkehrsweg mitten durch das Bayernland gehe und seinen Scheitelpunkt in Bayern habe. Auch der größte Jndustrieort Nürnber'g liege daran. Nach dem Projekt der Groß-Schiffahrtsverbindung Donau—Main—Rhein werde die Frage des Anschlusses an die Elbe' oder Weser von Bamberg aus kommen, sodann die Schiffbarmachung der Donau bis Ulm und von da eine Verbindung mit dem Bodenfe?. Letztere im Zusammenhang mit der Kanalisierung des R.'Heins bis zum Bodensee. Die Hauptsache sei der erfreuliche Umstand, daß Bayern bei diesen Projekten nicht nur überall in FrQge komme, sondern auch das Land sei, in welchem und durch welches gebaut werden müsse. Die Frage, ob mit oder ohne ReichsuNtt'wstLtzuns, erscheine ver- früljt. Einstweilen genüge es, daß auch ber Reichskanzler dem Hauptgedanken gegenüber sich freundlich gestellt habe. * Berlin, 22. Febr. (Priv-Tel.) Das „Berl. Tagebl." meldet aus Dresden: Bon morgen ab werden hier Kanloffel- karten eingeführt. Jede Person erhält wöchentlich sieben Pfund Kartoffeln zugeteilt. Schwerin, 22. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Das Regierungsblatt veröffentlicht eine Verordnung über die Einberufung eines a u ß e r o r d e n t l i ch e n L a n d t a g e s. Der Großherzog hat beschlossen, einen auf den 21. März 1916 in der Seestadt Rostock zu eröffnenden außerordentlichen Landtag einzuberusen. Zur Verhandlung gelangen: Eine Abänderung des Einkommensteuergesetzes vom 6. Mai 1913, eine Erhöhung des für 1916/17 .bewilligten Betrages der Einkommensteuer . __ Aus Stadt nnd Cand. Gießen, 23. Februar 1916. Gießener Jugendfürsorge vor 100 Fahren Der Krieg zeitigt allerlei Auswüchse, nicht bloß draußen, , sondern auch daheim. Zu diesen bedenklichen Erscheinungen gehört auch die Verwilderung der Sitten. Ernst denkende Kreise gehen an diesen Zeiterscheinungen nicht achtlos vorüber, sofern sie die Jugend, die Zukunft des Vaterlandes, berühren. Der jüngste Erlaß des General-Kommandos, der die Entfernung der Jugend von der Straße bei einbrechende? Dunkelheit befiehlt, wurde bei vielen wohlwollenden Freunden der Jugend zustimmend begrüßt, andererseits aber auch hier und da als ein Eingtlff der Behörde in das Erziehungsrecht der Eltern bemängelt. Daß man vor 100 Jahren, da während und nach den Befreiungskriegen dieselben Tatsachen wie heute bei dem Heranwachsenden Geschlecht in die Erscheinungen traten, noch strenger wie heute mit Abstellung der Mißstände verfuhr, zeigen zwei vor uns liegende „Publikanda" der Gießener Großherzoglich hessischen Polizeideputation vom 20. März 1816. Sie lauten: „Da der mehrmals geschehenen beschwerenden Anzeige nach, von den Knaben auf den Straßen und vor den .Häusern großer Lerm erreget und mancherlei Unfug verübet wird, diesem die Geschäfte störenden, anbei der Sittlichkeit der Jugend zum Nachteil gereichenden Unwesen aber fernerhin nicht nach-zujehen ist, und dahero verordnet worden, daß solche im Betrettungsfall durch die Polizeydiener arretirt und auf die Wache gebracht werden sollen, so wird dieses hierdurch mit dem Anfügen bekannt gemacht, daß solche nicht eher als nach bezahltem Fanggeld und 30 Kreuzer für die Wache entlassen werden sollen." Ferner: „Da zu bemerken gewesen, daß des Abends beyn: Zapfenstreich sehr viel Lermen, besoirders von den Schu.kuaben erreget wurde, und sogar dabey Prügelleien zwischen den Klassiken (Gymnasiasten) und Schülern aus der Stadtschule intendiret worden, so werden die Eltern und Vormünder hierdurch aufgefordert, ihren Schulkindern nicht allein dergleichen Unfug nachdrücklich zu untersagen, sondern auch - solche des Abends überhaupt von dem Herumlaufen auf den Straßen abzuhalten, indeme man diejenige, welche fernerhin Lermen erregen und Prügelleien unternehmen werden; durch die Wache oder die Polizeydiener arretiren und aus die Wache bringen, sodann als Ruhestörer von Polizey wegen öffentlich bestrafen l a s s e n w i r d." ' 6. * ** Unser Familienblatt mußte heute infolge betriebstechnischer Schwierigkeiten arrsfallen. * ** Prozessor Dr. Olt, der Direktor des Veterinär-Pathologischen Instituts unserer Landes-Hochschule, der seit Beginn des Krieges als Stabsveterinär in Belgten steht und als Svezialist für Blutuntersuchungen zur Bekämpfung etwa auftretender Seuchen unter dem Pierdebestande des Heeres tätig ist, wurde zum Mitglied des Reichs-Gesundheitsrats für die Zeit von: 1. Januar 1916 bis 31. Dezember 1920 aewählt. L. U. Berufung. Der ordentliche Professor der Physiologie Dr. Garten hat einen Ruf an die unrversität Leipzig erhalten. * Amtliche Personalnachrichten. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen vom Groß Herzog: Karl L u ck h a u p t III. zu Nreder-Ramsladt und Georg Dieter IV. zu Waschenbach. ** Stadttheater. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns mitgeteüt: NoMials sei aus den einnraligen Vortragsabend von Professor Mar cell Salzer am kommenden Freitag hingewiesen. Seines künstlerisckien Wirkens im Kriege wird u. a. in der Kölnischen Zeitung vom 21. Januar d. I. mit folgenden Worten gedacht: Die erzieherische Kraft solcher Künstler ist nicht zu unterschätzen; sie gießen Wein in manches Wasser mit der Glut ihrer Begeisterung, sie erheben und läutern, machen nachdenklich und wirken Gutes. Auch im Kriege. Nicht nur uns hinter der Front, sondern auch an der Front hat solche Kunst für Stunden vom Alpdruck der Zeit befreit und beigetragen zur Erholung des Menschen, zur reinen Freude inmitten des Kriegslärms. ** Die hiesige Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins bittet uns um Aufnahme folgender Mahnung, die der Verband für handwerksmäßige und fachgewerbliche Ausbildung der Frau an die Arbeitgeber richtet: Das Ziel der Pflichtfortbildungsschule, unsere männliche und weibliche Jugend zu berufstüchtigen Menschen, zu guten Staatsbürgern, die Mädchen zugleich zu pflichtbewußten Hausfrauen und Müttern zu erziehen, liegt im Interesse unserer wirtschaftlichen und nationalen Entwicklung. Jeder Arbeitgeber erfüllt daher eine vaterländische Pflicht, wenn er die Fortbildungsschule durch Einstellung schulpflichtiger Jugendlicher in ihren wichtigen Aufgaben unterstützt. Der Nutzen dieser Einrichtung für alle' Beteiligten ist leider :wch nicht in vollem Umfange erkannt, denn es kommt noch immer vor, daß Arbeitgeber davon Abstand nehmen, fortbildungsschulpflich- tige Jugendliche einzustellen, ohne zu bedenken, daß die Fortbildungsschule auch Erziehungsanstalt ist, die unüberlegten Handlungen, z. B. häufigem Stellungswechsel, entgegenwirkt. Wenn die Arbeitgeber das durch den Fottbildungsschul- besuch veranlaßte zeitweilige Fehlen als Störung ihres Betriebes empfinden, so müssen sie darauf hingewiesen werden, daß die gute Fachbildung, die die Fortbildungsschule vermittelt, diese Störung reichlich wettinacht. Durch den Unterricht, der eine Ergänzung der praktischen Berufstätigkeit bildet, werden berufliches Können und Wissen erweitert und vertieft, Verständnis und Freude an der Arbeit geweckt und leistungsfähige Arbeitskräfte herangebildet, die sowohl für den einzelnen Arbeitgeber als auch für das Wirtschaftsleben wertvoll sind. Der Krieg r hat große Lücken in die Reihen der Qualitätsarbeiter gerissen. Es muß versucht werden, diese durch Heranbildung eines leistungsfähigen Nachwuchs e s beiderlei Geschlechtes schnell wieder zu schließen, damit sich die deutsche Volkswirtschaft nach Beendigung des Krieges in ungebrochener Kraft entfalten kann. Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit muß durch Hervorbringung von Q u a l i t ä t s l e i st u n g e n auf möglichst vielen Gebieten so gesteigert werden, daß nach Friedensschluß der Weltmarkt wieder erorbert werden kann. Durch Einstellung und Weiterbeschäftigung fortbildungsschulpflichtiger Jugendlicher tragen die Arbeitgeber in hohem Maße zur Verwirklichung dieser Ziele bei. ** Ober hessischer Ge s ch i ck t s v e rei n. Die für morgen angesetzte ordentliche Mitglieder-Bersammlimg ist in Rücksicht aus den gleichzeitig stattfind enden Vortrag vor: Universitütsprofessor Dr. Skallv-cit auf nächsten Montag verschoben worden. Tagesordnung, Zeit und Ort bleiben die gleichen. ** Städtischer Seefischmarkt. Am Donnerstag, den 24. Februar 1916, nachmittags 3 Uhr, beginnt in den Markt- lauben der Verkauf von Seefischen, Schellfisch und Cabliau zu Selbstkostenpreisen der Stadt. ** (Sine Personenstandsaufnahme findet zur Nachprüfung der Brotkartenausgabe Freitag, den 25. Februar 1916, statt. Das Nähere ist aus einer Bekanntmachung des Oberbürgermeisters in unserm heutigen Anzeigenteile zu ersehen. **WarnungvorVersandvonZü::d Holz-Ersatz. In der letzten Zeit wird von Straßenhändl-ern in Glasröhrchen eine weißliche Masse in Stangenform, bestehend aus metallischem Natrium, verkauft, die bei geringer Befeuchtung mit Wasser lebhaft brennt. Da das Zündmittel als Ersatz für Zündhölzer angepriesen wird, besteht die Gefahr, daß es in Feldtwst- päckchen an Heeresangehörige versandt wird. Tie Zündmasse über- trifst aber an Feuergefährlichkeit noch die Zündhölzer und es ist als sicher anzunehmen, daß sie bei der Versendung mit der Post Brände Hervorrufen wird, sobald das dünne Glas zerbricht und Feuchtigkeit hinzutritt. Dadurch können aber, wie die Erfahrung lehrt, große Mengen von Feldpostsendungen vernichtet werden, und sowohl den Absendern als auch unseren Soldaten im Felde große Verluste erwachsen. Tie Versendung leicht entzündliclwr Sachen mit der Post ist verboten und wird gemäß 8 367, 5 a des Strafgesetzbuchs für das Deutsche Reich gerichtlich bestraft. Es wird deshalb vor Versendung des erwähnten Zünomittels, sowie von Cal.nnmkarbü, Streichhölzern, Benzin usw. mit der Post dringend gewarnt. Zur Versendung ins Feld ist das neue Zünd- mittel auch deÄialb höchst ungeeignet, weil metallisches Natrium mit Wasser zusammengebracht, eine ätzende Flüssigkeit gibt, die, wenn sie mit Lebensmitteln in Berührung kommt, gesundheitsschädlich wirkt. Landkreis Gießen. □ Lang-Göns, 23. Febr. Ans sein 61jähriges Bestehen konnte der Gesangverein Frohsinn zurückblicken. Zu einer killen Feier fanden sich die noch hier befindlichen Mitglieder im Vereinslokal ein. Es wurden an folgende Mitglieder, die dem Verein seit 25 Jahren angehören, Ehren-Diplome ausgegeben: Konrad Schmidt, Johs. Lang. Philipp Frey, Johs. Hch. T e x t o r, Johs. Rompf XV., Konrad Wilhelm und Wilhelm Aug. R o m p f. — Unteroffizier Otto Müller im Land- wehr-Jnf.-Regt. 38 erhielt die Hessische Tapfeckeitsmedaille, das Eiserne Kreuz hat er bereits erhalten. Kreis Schotten. o. O b e r - S ch m i t l e n , 23. Febr. Landsturmmann S ch m o l- lack, der als ältester Krieger aus unserer Gemeinde in Rußland im Felde gestanden hat, ist zum Gefreiten befördert worden und erhielt das Eiferne Kreuz. — Kraftfahrer Jung ist zum Gefreiten befördert worden. Kreis Friedberg. e. Friedberg, 23. Febr. Gestern nachmittag wurde hier die sterbliche Hülle des Hofbuchdrnckers Karl Bindernagel, des Herausgebers, Verlegers und Druckers des „Oberh-essiscken Anzeigers", zur letzten Ruhe gebettet. Karl Bindernagel war nach einen: arbeitsfreudigen Leben in der Nacht von Freitag ans Samstag im 79. Lebensjahre sanft verschieden. Der Verstorbene war 65 Jahre in dem vom Vater ererbten Geschäfte tätig, hat über ein Menschenalter der Druckerei und Zeitung vorgestanden und war bis zu den letzten Lebenstagen unermüdlich in seinem Geschäfte tätig, das durch seine rastlose Arbeit auch einen blühenden Aufschwung nahm. Dem Wunsche des Verstorbenen entsprechend wurde vor der Beerdigung im Kreise d-er Hinterbliebenen Angehörigen eine kurze Trauerfeier ab gehalten, während am Grabe nur ein Vaterunser gebetet werden sollte. Dieser Wunsch entsprach ganz dem Weser: des Verstorbenen, der jedem äußerlichen Scheine abhold war, sein gutes Herz für seine Mittnenscheu aber bei jeder Gelegenheit im stillen betätigte. Pfarrer Kleeberger hielt die Trauerfeier im Sterbehanse und schilderte in lichtvollen Worten das echt christliche Leben und Wirken des Entschlafenen. Sodann bewegte sich ein langer Trauerzug von Leidtragercken zum Friedhofe. Außer mehreren Freunden des Verstorbenen sprach Jakob Kolmerschlag im Namen seiner langjährigen Mitarbeiter, für die Freimaurerloge „Zu den drei Sternen" Rentner Wilhelm Geo r g i, der den Verstorbenen als Mensch, Freund und LogenbrÄer schilderte. Ll. Fried berg, 23. Febr. Eine freudige Ueberraschung wurde gestern den Hiesigei: Einwohnern zu teil; als sie gestern zum Umtausch der Brotkarten auf die Bürgermeisterei kamen, er- vielten sie neben der Brotkarte noch eine Zusatzkarte für den Bezug von einem Pfund Niehl für die Person. LI. Dorheim, 23. Febr. Frau Obersteiger Knoche hier »eiert am 23. Februar in voller Rüstigkeit ihren 8 3. Geburtstag. Die alte Dame liest noch täglich die Zeitung und interessiert sich sehr für Politik, insbesondere für den täglichen Stand des Krieges. Starkenburg und Rheinhesscn. ob. Bingen, 22. Febr. Heute früh um 6 Uhr hat der Rhein seinen Höchststand mit 4,54 Nieter erreicht. Seitdem ist das Wasser langsam znrückgeqangen. Heute nachmittag stand der Binger Pegel auf 4,50 Nieter. Auch die Nebenflüsse fallen, ebenso wird vom Oberrhein fallendes Wasser gemeldet. Die Hochwassergefahr ist also vorüber. Kreis Wetzlar. ul. D a u b o r n , 23. Febr. Die Witwe D a u st e r von hier beging gestern ihren 9 7. Geburtstag. Frau Dauster ist die älteste Frau von Dauborn und Umgebung. ra. Naunheim, 23. Febr. Tie Gemeinde Naunheim mit ihren 1250 Einwohnern bat bereits bisher große Kriegsopfer bringen müssen. Es sind von hier 35 junge Leute gefallen barunter vier Brüderpaare. Hessen-Nassau. --- Frankfurt a. M., 22. Febr. Die Stadtverordnetensitzung wählte heute in geheimer Tagung mit 32 von 56 Stimmen den Magistratssyndikus Dr. H i l l e r (Frankfurt) au Stelle des verstorbenen Stadtrats Dr. F l e s ch zum besoldeten Stadtrat. 16 «Stimmen fielen auf Dr. Lindemann (Stuttgart) und 8 Stimmen auf den Syndikus Dr. Laudmann (Mannheim). — Die von der Frankfurter Sparkasse veraustaltetc „Gold wo che" brachte 119 000 Mk., ein Beweis, daß immer noch viel Gold in den Schubladen verborge:: gehalten wird. ul. Limburg, 22. Febr. Bei der gestrigen Vertrauensmänner Versammlung der Zentrumspartei in dem nassauischen Land- iagswahlkreis (Limburg) ist der Parteisekretär Redakteur Heinrich 5) e r k e n r a t h-Limburg als Kandidat für die demnächstige Ersatzwahl ausgestellt worden. Ter Kreis Limburg ist bekanntlich eine Hochburg des Zentrums. vücherlisch. . — Gese tz über vorbereit ende Maßnahmen zur Besteuerung der Kriegs ge Winne nebst Ausführungs- besttmmungen hierzu und Anhang: Gesetz über die Kriegsabgabe:: der Reichsbank (Nr. 556/558 -der von Professor K. Gareis heraus- gegebenen, vom I. Staatsanwalt M. Hahn, Münck)en, fott- geführten wohlbekannten Sannnlung Deutscher Reichsaesetze in Einzelabdrucken». Gießen 1916, Verlag von Emil Roth. 8°. Preis 60 Pfennig. Vorliegende handliche ünd so billige Textausgabe ist vom Herausgeber mit Einleitung, Kernworten, erläuternden Anmerkungen und einem alphabetischen «Sachregister versehen worden, sie empfiehlt sich! nicht nur für den Juristen zum prak- ttschen Gebrauch, sondern sie ist wichtig für rvetteste Kreise und von ganz besonderem Interesse für jeden, der sich als Gesellschafter einer Kapitalvereinigung fühlen darf, ferner aber auch für jeden Staatsbürger, in dessen Kreisen über das Für und Wider einer derartigen neuen Besteuerung, vornehmlich des durch den Krieg direkt oder indirekt verlangten Vermögenszuwachfes (zu der >das unterm 24. Dezember 1915 veröffentlichte Gesetz die „vorbereitenden Maßnahmen" festgelegt hat) debattiert wird. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 23. Febr. SchweiNemarN. Aufgetrieben waren 65 Schweine. Es kosteten: Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 Kiioaramn: Lebendgeivicht 108,00—00,0» Mk., Schlacbtgew. 00,00 Mk.; Vollfleischige Schweine unter 60 Kg. Lebendgewicht 93,00-00,0 > Mk., Scklachtgew. 00.00 Nik.; Voll- fleischige Schweine von 100 bis 120 Kg. Lebendgewicht 118,00 bis 118,50 Mk., Schlachtgew. 00,00 Mk.; Vollfleischige Schweine von >20 bis 150 Kg. Lebendgewicht 129,00-119,50 Mk. Bei schnellem Handel wird aerä'mnt. ke. Frankfurt a. M., 23. Febr. Frucht- und Futter- mittet markt. Bei schwachen: Besuch und geringem Angebot ist die Stimmung unverändert ruhig. (Getreide geschästslos. Nach guten Futtermitteln ist große Nachfrage bei kleinem' 'Angebot, da nur noch geringere Ware im freien Verkehr ist. Die Preise lassen sich nicht seststellen. fc. Frankfurt a. M., 23. Febr. Kartoffelmarkt. Kartoffeln ab Versandstation in loser Ladung per 100 Kilogramm 0,10 Nil. ko. Wiesbaden. Viehhof Marktbericht von: 21. Febr. Austrieb: 51 Rinder (darunter 22 Ochsen, 3 Bullen, 26 Kühe und Färsen), 14 Kälber, 0 Schafe, 84 Schweine. Marktverlauf: Großvieh bei hohen Preisen Preise für 100 Pfd. laiigjain, Ueberstand. Kleinvieh ausverkauft. Lebend- Schlacht- O ch s e n. gewicht. Vollfleifchige, ausgemästete, höchsten Schlacht- Mk. Mk. ivertcs im Alter von 4—7 Jahren . . . 110—116 210 -225 Junge, fleischige, nicht ausgemästeie und ältere ausgemästete. 102—110 190 — 205 Bullen. Vollfleischige, ansgew. höchsten Schlachtw.. . 106—112 '200—210 .Vollfleischige jüngere. 94—106 190 - 200 F a r s e i,, Kühe. Vollfleischige, aiisgemästele Färsen höchsten Schlachtivertes. 110—116 210—225 Bottfleischige, ausgemästete Kühe höchstel: Schlachtwertes bis zu 7 Jahren.$5-105 190—200 Wenig gut entwickelte Färse:: ... . . 100 — 107 190 — 200 Aeltere ausgemästete Kühe ur:d wenig gut entwickelte jüngere Kühe. 85—95 165-180 Mäßig genährte Kühe und Färsen. 70—85 140 — 165 Kälber. Feinste Mastkälber. 120-125 200-208 Mittlere Mast- und beste Saugkälber . . . 118—125 196 — 208 Geriiigere Mast- und gute Saugkälber . . . 108—115 180—192 Geringere Saugkälber ......... 100-105 166—175 Schweine. Pollfleischige Schweine vo»: 60 bis 100 kg Lebendgewicht. 108,00 Vollfleischige Schweine von 100 bis 12«) K» Lebendgewicht. 118,80—00,00 — Vollfleischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgewicht. 129,60 — 00,00 —.— Meteorologische Beobachtungen der Station Eietzen, Febr. 1916 |sl o “ >o w 2" bi "s c o ~ x> ^ £ C £ c « S? •§ 5 gf 1 !/ET i 5 «Ä jQiO'Z - c e r - COä j£g Wetter 22. 2 46 + 0,2 2.9 62 _ 10 22. 9” — — 1,6 3,1 75 — — 0 23. — 3,3 3,3 93 10 Schneefall ochste Temperatur am 21. bis 22. Februar 1vi6 — *+• 0,2 8 C fiebrigste * * 21. „ 22. . 1916 = - 1,8 • C. Niederschlag: 0,8 mm. Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 24. Febr. 1916: Ziemlich heiter und trocken, etwas kälter. Letzte Nachrichten. Die italienische „Rüge". Lugano, 23. Febr. Die italienische Regierung betrachtet den griechisch-italienischen Zwischenfall durch die Verbalnote beigelegt, mit deren Ueberreichung der Gesandte Bosdari in Athen beauftragt worden ist. Die italienischen Blätter stellen die Sache so dar, daß Bosdari der griechischen Regierung eine „Rüge" erteilte und ihr klar zu machen hatte, daß die italienische Regierung das Verhalten des Kammerpräsidenten anläßlich der Beleidigung Italiens und des italienischen Königs in der griechischen Kammer tief bedauerrlswert n:tb respektlos findet. Umso bedauernswetter finde es aber die italie::ische Regierung, daß die griechische Regierung in die Angel eg enliert nicht eingttss. Es wird weiter gemeldet, der Gesandte Bvsdatt habe eine neue Unterredung mit Sluludis gehabt, der die Sympathien für Italien wiederholt betonte, die durch die Wotte des Deputierten von Korfu nicht ge- schmälett worden seien. Wechsel in der Washingtoner britischen Botschaft? Genf, 23. Febr. In Pattser diplomatischen Kreisen verlautet, daß England seinen Vertreter in Washington, Ce eil Spring Rice, zurückrufen wird. Sein Nachfolger soll James Bttce werden. Die Fliegerkünipfe über dem Gardasee. Lugano , 23. Febr. Die ö st e r r e i chi s ch e n F lu g z eu g e kamen an: Montag in zwei Geschvadern an, dann lösten i:ch dw beiden Geschivader in kleinere Gruppen ans, worauf sich über dem Gardasee listige Luftkämpfe abspielten. Trotz des Widerstandes der italienischen Flieger und der Abwehrgesckültze gelang es einigen der österreichische:: Flieger, bis nach Desenzano am Gardasee vorzudringen und Bomben zu werfe::, wodurch eine Anzahl Menschen getötet und verwu:cktt wurde. Mittlerwcrle erlstelten aber die Italiener Verstärkungen, so daß die Oesterreicher vor der Uebermacht weick-e:: mußte::. Auf dem Rückfluge warfen s:e :wch Bomben auf Sirmioni, die jedoch ihr Ziel verfehlten, ferner aus Gargnano und Turcolauo, sowie ai:f Salo, wo eine Bombe in dem Garten des Uuterpräfekten platzte imb den Gärtner schwer verwundtte. Auch in Verona svurde zweimal alarmiett, da man auch dort die Ankunft der feindlichen Flieger befürchtete. Die Mitteilungen der italienischen Blätter weisen statte Zensurlücken auf. Die Mailänder Presse stellt aber fest, daß der Smnalddenst Ziemlich gut funktioniette. Gleich sei der Abwehrdienst in Kraft getreten, so daß die vom Westen herankommenden österreichischeit Flieger abgewiesen worden seien. Ueber Bergamo kreisten die österreichischen Flieger lange, jedoch ohne Bomben abzuwcrfen. Der eigentliche Angttff erfolgte gegen Desenzano, Salv, Tvezzo d'Adda und Brescia, wo es einige Tote rmd Verwundete gab. Ernst Mach f. Berlin, 23. Febr. Der Physiker ui:d Naturphilosoph Ernst Mach, ehemals Professor an der Universität Wien, verstarb auf seinem Besitztun: in München, wo er seit einigen Jahren tn Zurückgezogenheit lebte. in Tabletten Der bewahrte Badezusatz für N ®^ vö * e “ nd _®f"®* ende Man verlange ausdrücklich „PmoUuol »n TatHetten 6 Bäder M. 1.50 . 12 Bäder M. 3,- ü : - * euheiten fertiger Oamen-Bekleidung sowie Kleiderstoffe Seidenstoffe iias©iist©ff© in grössten* Auswahl zu vorteilhaftesten Preisen eingetroffen owack Größtes Spezialhaus für Damen-Modewaren in Oberhessen Msleitliilm ilortcaa Donnerstag, den 24. Februar 1916, abends 8 l / 2 Uhr -in der Aula der Universität -- „Itr Krieg nJie Veredelung des ZnhlmigsoerkehrS" von Herrn Universitäts-Professor Or. Skalweit. Eintritt frei. mi Eintritt frei. Zum Besuche des Vortrages ladet ein Die Grotzherzogliche Handelskammer Eichen. Irr Arg«» S» Allgcm. DkiWe, KrukiirrkiS macht seine Mitglieder auf vorstehenden Vortrag aufmerksam und bittet um recht zahlreiches Erscheinen. _ [i376cl _ Die Vorsitzende. Verein für Frauenstimmrecht! .VSrtrtVttiSite Oesstnilicher Bortrag Mittwoch, 23. Februar 1916, abends 8^ Uhr, im Saale des Hotels Schütz: 1237 v Frau Adele Schreiber-Krieger: ziknIMrlieAtchWItrzrn. Eintritt für Aichtmitgli ederLO Pfa. Mitglieder frei in größter Auswahl zu billigen Preisen, sowie Kopfwäschen mit dem neuesten elektrisch. Trockenapparat und Frisieren 7?- Damen- Frisier- Geschäft Kavlansgaffe 27. o«,« Bürgerverein. Wir machen unsere Mitglieder ans dennächsieuDonnerS- tag siattsindenden Bortrag des Herr» Pros. Dr. Skalweit aber Der K rieg n. die Veredelung des Zahlungsverkehrs «imeAam und bitte« um recht zahlreichen Besuch desselben. lRaheres s. Anzeigenteil d>Blattes. 1 DS Der Borstand. n . ^ Wrr bitten unsere verehrl. Mitglieder, den von der Grokh. Handelskammer veranstalteten Bortrag des Herrn Professor Dr. Skalweit über: „Der Krieg uud die Veredelung des Zahlungsverkehrs" am Douuerstag. den 24. d. Mts., abends 8»/, Uhr. in der Aula der ^andesuniversirät recht zahlreich zu besuchen. Kaufmännischer Verein Gießen. Orts Gewerbeverein Gießen. 1385c LberheWer Geschichts-Lerkiii. Die für morgen anberaumte ordentliche Mit- glieder-Bersammlung wird auf Ll o n t a £ den 28. Februar verschoben. 130BD Der Vorstand. ZT Von der Früh jahrs - Mode □ haben wireinigeneueModelled. Firma I ULLSTEIN & COMP. in unserem Fenster ausgestellt ;; :: _| Das neue Album liegt am Schnittmusterstand auf und sind mehr als 1000 Schnitte von den neuesten Mo- dellen für Kleidungsstücke und Handarbeiten vorrätig (1230a Gebr. Imheuser vnrA Marktplatz 9 — 10 lruLLr:rl; r ;:rr rrttr ::: ::rr :r : uu«nrrrttrttrr: Cafe Amend Heute Mittwoch, 8 Uhr: Familien-Konzert Gaslampen Gassparherde in gr. Auswahl 07707 empfiehlt billigst J.ThörnerJnst.'Gesch. Ladwlsütrasse 40. 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