Nr. §Z Der Gleh«ner Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SiehenerZamil ienblatter; «veunalwöchentl.Xreis- vlatt für-en Ureis Gießen (Dienstag unö Freitag); zweimal monatl. Land: wirtschaftliche Zeitfraaen Fernsprech' Anschlüsse: snrdieSchristleitung112 Verlag,Geschäitsstelle51 Adresse iür Drahtnach« richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Abend vorher. Erstes Blatt (66. Jahrgang Montag, 2(. Zebruar (9(6 ©fefpet luplger Genera!-Anzeiger für Oberhessen Rotattonstzruck tmfe Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Lteindruckerei N. Lange. Schristlettung. Seschäftrftelle und Druckerei- Schulftr.r. ^«ck^.nnE»UA-Hn BezugSvrer monatl. 85 Pf., viertel- jä'brl. Mk. 2.50; durch Aohole- u. Zweigstellen monatl. 75 Pf.; durch diePost M5.2.3V oiertel- jährl. ausfchl. Bestellg. Zeilenpreis: lokallöPf., anSw. 30 Pf. — Haupt- schrittleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politkschen Teil nnd das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Gerichtssaal: Fr. R.Zenz- Eine englische Stelling nördlich von Ypern erobert. zortjchriite in Albanien. (WTB.) Großes Hauptquartier. 19.Februar (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Auch gestern brachten unsere Truppen einen durch starkes Feuer vorbereiteten englischen Angriff südöstlich von Y p e r n zum Scheitern. Im Llbschnitt nördlich und nordöstlich von Ar ras Minen- und Handgranatenkämpfe. Wir besetzten einen von uns gesprengten Trichter. Auf der Front zwischen der Aisne und der Maas lag stellenweise stärkeres feindliches Artillerie- und Minen feuer. Durch eine größere Sprengung zerstörten wir einen Teil der französischen Stellung auf der Combreshöhc. Nordöstlich von L a r g i tz e n (nahe der französischen Grenze, südwestlich von Altkirch) stießen deutsche Abteilungen m dre feindliche Stellung vor, zerstörten.Verteidigungs-Anlagen und Hindernisse des Gegners und kehrten mit einigen Gefangenen und zwei erbeuteten Minenwcrfern zurück. * Unsere Flieger griffen den Flugplatz Abeele (südwestlich von Popermghe), sowie feindliche Bahnanlagen erfolgreich an. OeftlichcrundBalkankriegsschauplatz. Keine Ereignisse von besonderer Bedeutung. Oberste Heeresleitung. * Berlin, 19. Febr. (WTB. Amtlich.) Die britische Admiralität hat durch das Neutersche Bureau in einer Veröffentlichung vom 18. Februar den V e r l u st eines zweiten Kriegsschiffes bei dem Gefecht in der Nacht vom 10. znm 11. Februar auf der D o g q e r b a n k in Abrede gesollt, indem sie die deutschen Berichte als unwahr bezeichnet. Gegenüber dieser amtlichen Auslassung wird festgestellt. daß die Vernichtung eines zweiten Schiffes außer „Aralris" auf Grund einwandfreier Beobachtungen der deuten Soestreitkrafte erwiesen ist. Die amtliche Veröffentlichung vom 12. Febniar über den Verlust eines zweiten schrffes besteht daher nach wie vor zu Recht. Der Chef des Admiralstabes der Marine. /or Trotzes Hauptquartier, 20.Februar. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. ,. Fjr Am Iserkanal nördlich von Ypern wurde die cnn- litche Stellung in etwa 350 Meter Frornbreite gestürmt. Alle Verbuche des Feindes, in nächtlichen Handgranatenangrifsen (eure Gräben zurückzugewinnen, scheiterten. Dreißig Gefangene blieben in unserer Hand. Südlich von Loos entspannen sich lebhafte Kämpfe; der Fernd drang bis an den Rand eines unserer SprenH- trichtcr vor. Südlich von H e b u t e r n e (nördlich von Albert) nahmen wir bn einem erfolgreichen kleinen Nachtgefecht einige Engländer gerangen. H Auf der übrigen Front keine besonderen Ereignisse. Im Luftkampft bei P e r o n n e wurde ein mit zwei Ma- schinengewehren ausgerüsteter englischer Doppeldecker abgeschossen die Insassen sind tot. — Unsere Flieger belegten zahlreiche Orte hinter der feindlichen Nordfront sowie Lune- ville mit Bomben. Bericht weiter, „unsere Truppen nage an die feindlichen Linien südöstlich von Durazzo herangeschoben." Albanergruppen kämpfen an der Seite unserer Verbündeten. In der Sonntag-Nummer des Berner „Bundes" werden über die Lage in Albanien folgende Betrachtungen angestcllt: Die Operationen in Albanien waren am 16. Februar soweit zu übersehen, daß uran die konzentrische Offensive von Jnüa Ba za r Sajk gegen Durazzo Verleger: konnte. Nun trifft dre Meldung ein, daß die dritte Angriffskolonne, die sich von Südwe^en her bewegte, Kavaja erreicht habe. Man er- rJr 111 Maße die Verteidigung von Durazzo dadurch veoreht wird. Schlitzt sie im Norden noch die Lamme vor nn- mittcloarer Annäherung des Feinde.', so muß sie nun im Süden, abgefehen von den Geländehindernissen, auf die Flotte zurück- f&S*' . Lage i>t, die Straße Kavaja-Durazzo ein (Lkuck wert mit dein 'Feuer ihrer Geschütze zu bestreichen. Es bleibt abzuwartm, ob die Streitkräfte, die noch in Durazzo versammelt stehen, lut) zu einer verzweifelten Verteidigung der Stadt vor- verelteit, oder ob sie vorziehen, sich einzuschiffen. Ein Durchbruch nach Süden zu Lande wird kaum noch möglich sein. Die Offen fr ve gegen Valona liegt noch int Dunklen. Es ist klar, daß., die Operationen gegen Durazzo' iveiter vorgeschritten sein muffen, che der Angriff auf Valona angesetzt rverdeir kann. Be- lamit t|t nur, daß bulgarische Kräfte gegen Fierr vorgedrungerr )urd und dadurch die Hand auf die Verbindungen Valonas mit dem Norden gelegt haben. Valon-a selbst ist zur Verteidigung wohl geeignet, da es von iah an) teig enden Höhen umgeben ist, die einen Forts- gurtel ersetzen. Durazzo und Valona sind Defensiobusen. Du- ra.M hatte diesen Charakter vor: jeher, Valona war von den Italienern zuerst ms Stützpunkt ati der albanischen Küste betrachtet worden; es zur Offeusivbasis zu machen, uin von ewht rechtzeitig gegen Berat und Ochrida vorzudrinaen, haben weder Zeit noch Kräfte gereicht/ ^ er Edll von Erzerrwl toird natürlich von unseren (-egnern-nach Kräften ausgebeutet; sogar in dein amtlichen f r an z o s r s ch e n Bericht werden, offenbar zur Auffrischung des eigenen Mutes, Beuteziffern vom kauläsischen Schauplatz veröffentlicht. Jndeffen die Russen selber gefallen sich iu rhi^r amtlichen Berichterstattung noch in unsicheren Angaben. In der Ausgabe vom 19. d. M. heißt es: ,Bis jetzt wurden 200 Geschütze gezahlt", tags darauf wird drauf lo-qe- tneldet:>Mnes unserer tapferen y'orps erbeutete während des sturmes auf Crzernm 240 Kanonen." Die Türken smd in ihrer Berichterstattung über die Vorgänge an der Kaukasus- ront noch schweigsam; sicherlich halten sie die Ereignisse noch nicht für abgeschlossen und hoffen darauf, die Russen wieder zurnckzutretben Die bisherigen Erfahrungen beweisen, daß wir dw Einzelheiten in den Berichten unserer Feinde, gailz * anders der Russen, nicht einfach für bare Münze nehmen Oe st licher Kriegsschauplatz. Bei Sawitsche (an der Bcresina östlich von Wisch- new) brach ein russischer Angriff in unserem Feuer Mischen den beiderseitigen Linien zusaminen. Logischi« und die Bahnanlagen von Tarnopol wurden von deutschen Fliegern angegriffen. Balkan-Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Oberste Heeresleitung. * * * Wenn auch in Flandern noch keine großen Enffcheidnn- gen gefallen sind, so klingen doch die Nachrichten über Erfolge gegenüber den Engländern überaus befriedigend, denn ivo sich rn der Zukunft auch die Stoßkraft des deutschen Heeres geltend machen wird — auf den blutgetränkten Schlachtfeldern von Ypern werden die Engländer gegen uns nichts mrsrichten können. Ihre wiederholten Bemühungen, verlorene Stellungen wieder zu erobern, sind abgeschlagen worden, und heute vernehmen wir die frohe Kunde, daß nördlich von Ypern eine weitere englische Stellung, in etwa ooN Meter Frontbreite, erstümrrt ivorden ist. Es ist ivohl wöglich daß bei Ypern ein deutscher Durchbruch geplant i\t, ebenso kann aber auch angenommen werden, daß die dortige deutsche Stellung nur ausgebaut werden soll, um während anderer Unternehmungen, an anderer Stelle der Westfrorch auf dem wichtigen Kampfplätze am Yserkänal gegen alle möglichen Ueberraschnngen standhalteii zu können. Wertere erfreuliche Meldungen kommen aus Albanien. ^)ort wird oie Einschließung von Durazzo vollzogen. Nach dem vorliegenden österreichisch ungarischen Tagesbericht wtrroe von Bazar C j a t eine italienische Vorstellung ae- nornmen, das lregt nur 6—7 Kilometer landeinwärts, öst- l-ch von Durazzo! „Weiter südlich haben sich," sa sagt der Erfolg deutscher Marineflugzeuge. r ^ ^"lin 2« Febr. (WTB. Amtlich.) Marincflngzeuac haben am 2v. Februar Flugplatz und Truppenlager von »urnes (südöstlich von La Panne) ausgiebig mit Bomben belegt. Tic Flugzeuge sind unversehrt zuriickgckehrt Der Ches des Admiralstabs der Marine Die österreichisch.ungarischcn Tagesberichte. ^ ® {c " - 19-S-eör. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlantbart: 19. Februar 1916. Russischer und Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts Besonderes vorgefallcn. Italienischer Kriegsschauplatz. Tiroler Front brschotz die feindliche Artillerie die Ortlchaft F o n t a n e d o in den Juüicarien und den Raum dev Col di Lang. Im Sugana-Gebiete wurde ein Angriff grtoieft'H ,-estmrg ll'rzerum gefangen wurden, ist beerrdet. Tie Truppen'der Kaukasusarmee, die trotz außergewöhnlicher und umtnterbrochencr Anstrengungen rn mehr als einem Monai gegen den Gegner in be- wmgten und.schwierigen Stellungen kampsten, hatten nur leichte r rT •< ' lte )md bereit zu neuen llnlernebmunqen unter dem Befehl ihres Oberbesehlshabers. Schwarzes Meer: Uirsere Schiffe setzten die Operatio- uen in drr Küstengegend fort. Westlich Travezunt wurden Brücken zerstört. Fünfzehn Segler wurden versenkt Petersburg. 20. Febr. WTB. Nichtamtlich.) RuMcher Kpregsberrckt vom 19. Februar: ' Westfront: Eine unserer schtveren Batterien zwang bei ^ e z r e r n a , nordwestlich von T-aniopol, einen Fesselballon zunr .aeuergel,.'«. -Ins der übrigen ^-rvnt Artillerie- und Insanterie- feuer und die gewöhnlichen Patrouillen kämpfe Kaukasus front: Aus der Verfolgung der türkischen Kv- lonnen schnuten wir nordwestlich E r z e r u m den Rest der 84 tür- Imi cn ^iviiron ab Und nahmen ihn mit 13 Kartonen. Maschllren- gewehveii und viel Infanterie- und Artilleriemnnition gefangen .'ln der Chans,ee nach> Erzerum »vurden die Reste eines Regiments gefailgen. Clues \m\nn tapfereir Korps erbeutete wälwend des Stunnes auf Erzenrnr 210 Kanonerr. Unsere Trrwpen «almren dre Städte Musch (50 Kilometer rvestlich) nnd Akhlat (40 Kilometer umdostlich Bitis) im Sturm. Der Feind ging slncht- arttg nach Süden zurück. ^ ^ Eine englische Ableugnung. | on wjt' ^ ^ ebr - Nichtamtlich.) Meldnna ^erl-terschen Bureaus. Die Admiralität mustisfent- lrcht folgendes: Da in beit deutsckwn Blättern noch immer der unwahre Bericht Vvrkotnmt. der von Korrespondenten rn Deutschland nach neutralen Ländern lveitergegeben wird, ^l der -lacht zum 10. Februar zwei Kriegsschiffe 0^0 r Muten schiffe bei der Doggerbank versenkt lvurden, erklärt bte Admiralität nochmals, daß von vier Minen- sucherm erner, nämlich der „Ara bis", vom Feinde v er - )enrt lvurde und die anderen unbeschädigt nach dem Hafen zuruckgekehrt sind. Der türkische Bericht. Konstantinopel, 19. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier meldet: An der Jrakfront bei Kut el Amara Artillerie und In- M^efeuer. Fm Abschnitt von F ela hie wurden nindUche .cruste, dre auf das rechte llser des Tigris vorstoßen loollten nach dreijtundlgem Kampfe gezwungen, zu weichen, mrd imirdrn ms nt die zweite Linie ilr.-er Verschanzungen versol.t Nach dem Kämps mit einer feindlichen Eskadron slob diese unter Zinker, laffung von mein als M Toten. In Persien, südwestlich Hamadan, wurde» die Russen, die Khengaoer cui £?. furf)tcn, nach einem Gegenangriff unserer ans pcrsffcheu ärrrwil- Ligen bestehenden Abteilungen »erjagt; sie erlitten beträchtliche ttatafe. An der Ka u kasu s fr o n t nichts von Dedcutung. An den Dardanellen schossen ein feindlicher Kreuzer und Torpedoboote auf der Höhe vor den Meerengen, am 15. und am 16. Februar einige Granaten ab. Sie zogen dann auf die Erwiderung unserer Batterien zurück. Drei feindliche Fing .enge, die die. Meerenge überflogen, wurden durch unser Feuer vertrieben. Kvnftantinvpel, 20. Febr. (WTB^ Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: An der Dardanellen- frvnt warf ein feindliches Panzerschiff, das sich in den Küsten gewässern von Iwbros befand, einige unwirksame Geschosse auf Teke Burnu. Von den übrigen Fronten keine Nachricht von Bedeutung. * * ‘ * Neue Gewalttätigkeiten der Entente. Athen, 19. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die Alliierten verhafteten die feind- lichen Konsuln auf der Insel Chios. Athen, 19. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Renterschen Bureaus. Amtlich Eine Abteilung der Alliierten hat die kleine Insel Othoni bei Korfu beseht. General Sarrail in Athen. Athen, 18. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. General Sarrail wird nächste Woche hier eintreffen und vom König empfangen werden. Die Haltung Griechenlands. Berlin, 21. Febr. Der nach Griechenland entsandte Sonderberichterstatter des „Bert. Tagebl ", Emil Ludwig, meldet aus Athen: Mit herrlicher Resignation trägt, wie Skuludis in seiner letzten Rede sich ausdrückte, die gebemii* tagte Nation alle Anschläge auf ihre Souveränität, Werl das Leid bei einer andewn, nichtneutvalen Politik noch .igwßer wäre. Diesen Gedanken muß man bei aller Sympathie für Griechenland festhalten, wenn man erwägt, daß der Anschluß an die Zentralmächte die Ernährung des von drei Seiten blockierten Landes sehr erschweren würde Trotzdem wird ein solcher Anschluß von der öffentlichen Meinung nicht mehr grundsätzlich ab gelehnt. Zum unerschütterlichen Köuig stehlt die ganze Armee. Der König zeigt sich überall öffentlich, ebenso die Königin mit !den Prinzen, wie jüngst bei einem großen Kinderfest im Freien. Die Lage wird durch die Erwartung einer deutsch-bulgarischen Offensive gegen Saloniki bestimmt. Die Hotels sind von Spionen, Agenten Äwd Schiebern erfüllt und der englische Gesandte mißbraucht seine Macht, das Land hungern zu lassen, beinahe täglich ,$u Erpressungen. Er und eine Kommission in Malta entscheiden selbständig, was Griechenland braucht. Sie setzen das neutrale Land tatsächlich auf eine Wochenration, bei deren Ausbleiben Deik: des .Hinterlandes ohne Brot sind. Bern, 20. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Prinz Nikolaus von Griechenland hat an den „Temps" einen Brief gerichtet, in dem er die bisherige Politik der Regierung eingehend verteidigt und sagt, daß Griechenland neutral bleiben werde, mber auch mit deutlicher Offenheit über die Erniedrigungen und das Unrecht klagt, das Griechenland erleiden mußte. Als gegen die nationale fragte die Regierung, «velche Maßregeln sie. plane, die künftig eine größere Sicherheit gegen diese Angriffe geben würden, und ob die Regierung den Ban einer Luftschiff-Flotte beabsichtige oder andere bessere Mittel für die Verteidigung habe. Der Redner erklärte es für wünschenswert, daß ein Minister für Luftfahrwesen ernannt werde. Lord Peel fragte, «ob die Regierung sicher sei, daß sie den besten Flugzeugtyp besitze, arm gegen die deutschen Fokkermaschinen Mlsiukommen. Er, der Redner, habe erfahren, daß der Bau von Flugzeugen in Farnbo- rvugh nicht in den Händen von Männern liege, die eine praktische Kenntnis für die BMtrsnisse der Armee besäßen. Die an der Front beffndlichen Flugzeuge seien nicht die für Manöver und einen Angriff geeignetsten. Lord Kitchener erwiderte, eine öffentliche Erörterung dieser Dinge könne dem Feinde Informationen und Beistand geben. Bei dem Bau von Flugzeugen werde alle praktische Erfahrung zu Rate gezogen Und alle neuen Typen würden im Felde ausgeprobt. Die Bespvschimg des Luftkrieges im Parlament und in der Presse darf beim Feinde nicht den ErndrUck hinterlaffen, als ob der durch Luftangriffe angerichtete materielle und moralische Schaden größer sei als er wirklich ist, denn das würde die Deutschen zu weiteren Angriffen ermutigen. Die bisherigen Angriffe haben die Kriegsführung nicht beeinflussen können. Ich glaube nicht, daß die Nation wünscht, ihnen eine allzu große Bedeutung beizulegen und die Kriegsoperationen durch sie beeinflussen zu lassen. Wir haben das Vertrauen zu dem Volke, daß es seine bisherige Kaltblütigkeit bewahren wird, denn im Kriege kann man nicht immer und überall Sicherheit gewähren, sondern muß hier Und da Gefahr laufen, um an den Punkten, auf die es ankommt, genügend stark sein -U können. Das Kriegsamt hat beim Flug- ioesen zunächst an die Bedürfnisse der verschiedenen Kriegsschauplätze gedacht. Dos Fliegerkorps verdient alle Anerkennung. Den britischen Inseln können wir nicht verbürgen, daß sich die Luftangriffe nicht wiederholen. Der Informationsdienst wird über das ganze Land eingerichtet, um das Publikum zu warnen und sich bei der Verteidigung zu organisieren. Die Herstellung von Abwehrgeschützen machte große Schwierigkeiten, sie hat aber jetzt den Vorrang vor allem anderen Gesckiützwesen. Sobald die Geschütze fertig sind, werden sie über das ganze Land verteilt. 'Das Flugzeugmaterial vermehrt sich schnell. Das Kriegsamt wird nichts ungetan lassen, um die Verteidigung gegen Luftangriffe im höchsten Maße zu vervollkommnen. Wir werden fortfahren, in der Entwicklung des Luftdienstes energische Schritte zu tun, die uuS ermöglichen, den Angreifern schwersten Schaden zuzufügen. London, 19. Febr. lWTB. Nichtamtlich.) Unterhaus vom 17 Februar. In Fortsetzung der Adreßde batte beantragt Peto iUnionift), das Unterhaus solle sein Bedauern darüber an «spreck>en, daß die Regierung nicht die Handelsflotte unter Staaiskontrolle gestellt und die Bewegungen der Frachtraten beihmmt habe. Der Reoner suhrie aus. daß «ast zwei Drittel der Handelsmarine für Kriegszwecke requiriert seien, daß aber von ih.i>en kein ökonomischer Gebrauch gemacht worden sei. Eine sehr beträckstliche Anzahl von Schissen sei durch feindliche Kreuzer und später durch Unterjecboote zerstört worden. Tie Handelsflotte der Mittelmächte war ausgeschaltet, jeder Bau von neuen Schiffen habe ausgehört und es sei nichts geschehen, um ldic durch den Krieg erlittmen Verluste wett zu ma^-en. Ter Schis ssmangel sei durch eine Ueberfüllnng der Häfen -vermehrt worden; es herrsche eine Chaos in der Schiffahrtswelt. Ein Verbot der Einflihr dieser oder jener Artikel löse das Problem nicht. Nachdem die Regierung zwei Drittel der Handelsflotte requiriert habe, dürfe der Rest nicht nach dem Grundsätze des laissez Zaire fort- bestehen. Balfour sagt, die Mmiralität handle in Schisfahrts- fragen nach dem Rate von 18 bedeutendem Reedern. Der Vorschlag, der Handelsschiffahrt, Frachtraten voozuschräben, sei unmögich solange Schisse der Alliierten und Neutralen die Marktkoajunttur benützen dürsten. Die Admiralität sei für die Verschwendung des Schiffsraumes für Regierungszwecke nicht verantwortlich, weil sie nicht die Kontrolle über andere beteiligte Ressorts besitze. Die Verschwendung des Schiffsraumes könnte vermindert werden, wenn jeder General oder Admiral, der bflspielsweise Operationen im Mittelmeer ausführt, die volle Kenntnis eines erfahrenen Reeders besitzen würde. Es bestehe ein vollständiaer Konflikt zwischen den Bedürfnissen des Schiffsraumes und den Bedürfnissen der Kriegführung. Der Schifssmang.'l sei wesentlich eine Folge der ungeheuren Anforderungen der allgemeinen Militärpolitik der Al.iier- ten insgesamt, nicht Englands allein. Es wäre jedoch der größte denkbare Fehler, die Militärpolitik zu beschränken oder zu ändern, selbst wenn es sich um die wichtigsten subidären Rücksichten handele. Hufton (Unionift) sagte, die ganze Schwierigkeit des unzureichm- den Schisssraumes sei dadurch entstanden, daß die Admiralität früher die kleinen Kriegsschiffe abgeschafft habe, nur Dreadnoughts, Ueberdreadnoughts und Kreuzer baute und die Handels ittaßen un- beschützt ließ. Infolgedessen war die Admiralität bei Ausbruch des .Krieges genötigt, eine große Zahl von Ozeanfahrern von der .Handelsflotte ivegzunehmen und sie als Kreuzer und für andere Zwecke auszurüsten. Der Redner kritisierte es. daß I t ali e n britische Schiffe beanspruche, statt die in italienischen Häsen liegenden deutschen Schiffe zu benutzen. Der Redner führte Beispiel" großer Verschwendung von Schiffsraum durch die Admiralität an. So wurden Oel dumpfer in Transportdampser verwandelt und später wieder zu Oeldampfern gemacht; dies war eine verrückte, verbrecherische Verschwendung So viele Schiffe seien für mili tärische Zwecke beansprucht worden, daß, England in der Zufuhr von Lebensmitteln fast ganz von den Neutralm: abhange. Run ei man sagte, von 100 Schis,>en, die vor dem Kriege für den Handel verftigbar waren, seien jetzt nur etwa 67 verfügbar. Davon seinen 21 bis 24 neutrale Schiffe. Das zeige, in welch gewaltigem Maße England von freu Diensten der neutralen Schiffahrt obhänge. Die Festsetzung von Höchstsrachtraten gehe nicht an.. Eine der größten Gefahren wäre das Eintreten von Schiffs Mangel, >nn die Vorräte für England. Italien, Frankreich und Rußland zu beschaffen. Die Staatstdntrolle der Schiffahrt sei jetzt so lveit. daß kein Schiff ohne Erlaubnis ansreisen dürfe. Der Anttag Peto wurde obgelehnt. Ellis Griffith bestritt, daß die Erörterung dem Zwecke diene, eine Panik hervorzurufen. Er trichterte die häufigen Aen- derungen der Politik der Regierung, die keine Verbesserungen wären. Balfour sagte, eö sei bekannt, daß England unvorbereitet in den Krieg gegangen sei. Die Regierung habe nicht versäumt, das Kriegsmaterial zu 'bestellen, aber sie habe nichts erhalten. Balfour erwähnte, daß auch die Kriegsflottenicht alle Geschütze habe, die sie brauche. Henny Dal ziel fragte, wann die Reaierung Geschütze bestellt habe. Dies sei nicht 18, nicht 12, nicht 6 Monate her. Vor 6 Monaten waren viele Werkstätten des Landes nur halb beschäftigt. Sie hätten gern Aufträge für Flugzeuge angenommen. «Es sei unrecht, dem Parlament zu sagen, daß man Maschinell und Flieger nicht bekommen könnte. Das wahre Geheimnis sei die völlige Nachlässigkeit der Regierung. Man könne nichts tun als Geduld empfehlen. Der Redner wünsche, daß eine Abstimmung stattsinde. Bonar Law versprach, dem Hanse neue Gelegenheit zur Aussprache zu geben. Die Regierung sei keineswegs mit dem Luftdienste daheim zufrieden und versuche dem Uebelstande abzuhelfen. Darauf zog Johnson Hicks seinen Antrag zurück. Die Liberalen waren sehr besorgt, daß eine Abstimmung über den Antrag stattftnden könne. Auf ihre Veranlassung gestand Asguith Kn, daß die Frage nochmals zur Aussprache gelangen solle. Der englische SchiffSmarrqel. London, 19. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Gazette" zeigt an, daß vom 1. Mär- ab kein britisches Schiff über 500 Tonnen ohne Erlaubnis aus- fahren darf. Die Ausfuhr von Kaffee aus Schweden verboten. Stockholm, 19. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Die Ausfuhr von Kaffee aus Schweden ist vom 20. Februar ab verboten. LebcnSmittelspekulantentum in der Schweiz. Bern, 19. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Da sich die Spekulanten darauf verlegen, große Vorräte notwen- diger Lebensmittel aufKukausen, um dadurch einerseits die Preise hincruszuschrauben uno anderseits Waren dem Konsum zn entziehen, ermächtigte der Bundesrat das Volks- tvirtschaftsdepartement, die Beschlagnahme solcher Vorräte vorzunehmen und diese zu angemessenen Preisen nach Festsetzung der Schätzungskommission für den Bund zu erwerben. Abgeschlossene, noch nicht vollzogene Kaufverträge über beschlagnahmte Waren werden für nichtig erklärt. Das Lügentrommelfeuer der Feinde. Berlin, 19. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Aus Rotterdam liegen Meldungen vor, daß die Agenee Havas in dem neutralen Ausland die Nachricht verbreitet, zwei der größten süddeutschen Banken mit 500 Millionen Passiven hätten falliert. Die „N or d d. Al lg. Z tg." schreibt hierzu: Die Entstehungsgeschichte des HavaS-Delegramms ist charakteristisch für die bei der Entente üblich gewordenen Methoden der Fabrikation und des Berttiebes von Preßlügen. Die Londoner „Financial Times" vom 14. Februar berichten bezugnehmend auf die „Gazette de Lausanne", daß zwei der größten Banken Süddeutschlands mit Verbindlichkeiten von 25 Millionen Pfund in Liquidation getreten seien. Die Namen der zwei Banken seien zwar nicht angegeben (das würde der „Galette de Lausanne" auch schwer fallen. D. R.), aber wenn das Schweizer Blatt nicht hoffnungslos irregeführt sei, „hoholeßly misinformed", sei das ein Zusammenbruch, worüber man bald viel mehr hören werde. Wir haben eine Notiz der angezogenen Att in der „Gazette de Lausanne" bisher nicht feststellen können, wollen aber annehmen, daß das genannte, nach süßer Gewohnheit unter neutraler Flagge segelnde Ententeblatt sein Nest willig für ein solches Kuckucksei geliehen hat. Von dort geht die Erfindung nach London, wo sie noch mit einem leichten Vorbehalt wiedergegeben wird. Von London geht sie nach Paris und wird von dort als positive Tatsache in dem neutralen Lande verbreitet. — Der Schwindel ist eine gradlinige Fortsetzung des vor einigen Tagen von Reuter verbreiteten Telegramms, angeblich aus Montevideo, daß auf Grund „guter Autorität" festgestellt sei, daß vier deutsche Firmen in Uruguay mit 12 Mill. Franken falliert hätten. In deutschen Kreisen, die mit Südamerika gute Fühlung haben, ist davon nicht das mindeste bekannt. Es kann wohl keinem Zweifel unterliegen, daß der seit kurzem verdoppelte Eifer in der Tätigkeit der Entente- ylgcnturcn uumittelbar veranlaßt ist durch die Ankündigung, daß die Ausgabe einer vierten deutschen Kriegsanleihe bevorsteht. Da Frankreich mit seiner „Siegesanleihe" schlecht abgeschnitten hat und da England die seit November dringend notwendige dritte Kriegs anlei \yc immer wieder mangels Vertrauen auf Erfolg hinaus- J schieben muß, kommt für die Entente alles darauf an, wenigstens Den Irrung der bevorstehenden Dienen deuticb n zcriegsanleihe um jeden Preis verhindern. — Die Herren mögen sich beruhigen: das deutsche Volk wird auch diesmal seine Schuldigkeit tun und sich durch kein Lügcntrommelfeuer einschüchtern lassen. * * * Das Schicksal des letzten deutschen Stützpunktes in Kamerun. Loüdon, 20. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die deutsche Garnison in Mora (Nordkamerun) hat sich ergeben. Damit ist die Eroberung der Kolonie vollendet. (Notiz: Am 27. August 1914 hatten englische Truppen die in Mora stehende 3. Kompagnie unter Hauptmann von Raben angegriffen, waren jedoch unter schweren Verlusten zuruckgeschlagen worden. Die Kompagnie hatte sich daraus rn eine Bergstellung in der Nähe von Mora zurückgezogen, in welcher sie von englischen und französischen Truppen eingeschlossen wurde. Ein im Dezember 1914 von Garua aus unternommener Versuch, Hauptmann von Raben zu entsetzen, mißlang. Andererseits scheiterten auch die vielen feindlichen Versuche, die Stellung zu erstürmen, an der Wachsamkeit und dem Heldenmut der Besatzung. Anfang September unternahm diese einen glücklichen Ausfall. Wie ein Kundschafter berichtet, sollen in dem Kampfe der englische Befehlshaber und mehrere seiner Offiziere gefallen sein. Die letzten Nachrichten aus Mora trafen im Oktober 1915 in Jaunde ein. Sie zeugten von dem vortrefflichen Geiste, der die Besatzung, Europäer wie Farbige, beseelte. Die Nachricht von dem Fall von Garua, die kurz zuvor nach Mora gelangte, vermochte nicht den Mut der Verteidiger zu erschüttern; sie hatte nur den einmütigen Willen bestärkt, auszuharren bis zum äußersten. Doch ging aus den Berichten auch hervor, daß Mangel an Munitton drohte und die Lebensmittel, obwohl sie durch einen glücklichen Ausfall der Besatzung um 27 Rinder und Korn ergänzt worden waren, nur noch für einige Monate reichten. Das unentbehrliche Chinin und andere wichtige Medikamente waren fast verbraucht. Der Gesundheitszustand der Besatzung hatte sich verschlechtert; infolge der einförmigen Kost wütete unter den Eingeborenen der Skorbut. Noch wertere sechs Monate hielt die heldennrüttge Besatzmrg in dem ungleichen Kampfe stand. Zu den mannigfachen Noten wird jetzt in der heißen Zeit noch Wassermangel getreteir sein. Da sind den kraftlosen Händen die Waffen entglitten. Die deutsche Flagge, die so lange über dem trotzigen Mora- Berge flatterte, sank vom Maste. Mangel an Munition, Lebensmitteln und Wasser vermochte, was der Uebermacht der Feinde in eineinhalbjährigem Ansturm nicht gelungen war.) Der Seekrieg. - Haag, 19. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Das Ministeriurm des Aeußern hat dem Korrespondenzbureau mitgeteilt, daß nach einer Mitteilung der deutschen Regierung auch die von dieser angestellte Untersuchung ergeben hat, daß an der Haltung des Motorschiffes „Artemis", das in der Nacht zum 2. Februar torpediert wurde, nichts auszusetzen toar. Die deutsche Regierung erkennt an, daß die Torpedierung ein Fehler des Komman- danken des Torpedobootes war. Sie verurteilt das Borgehen des .Kommandanten und hat dementsprechend Maßregeln getroffen.! Die deutsch Regierung sprach ferner ihr Bedauern über den Vorfall aus, bot Entschuldigungen an und erklärte sich bereit, den Schaden zu ersetzen. Kristiania, 19. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Das deutsche Auswärtige Amt teilte der norwegischen Gesandtschaft in Berlin mit, daß über den Untevaang des norwegischen Dampfers „Boheur" eine sorgfältige Untersuchung angestellt worden ist. Die Mitteilungen, die von dem Kapitän des Dampfers seinerzeit Über die nähmen Umstände bei dem Untergänge gemacht und von der Gesandtschaft dem deutschen Auswärtigen Amt übermittelt wurden, sind mit den letzten Berichten sämtlicher Führer derjenigen Unterseeboote verglichen worden, die zur Zeit des Unterganges in dem betreffenden Gebiete Dienst taten. Nach dem Ergebnis der Untersuchung kann kein deutsches Unterseeboot an dem UntMgange des Dampfers schuld sein. AU 5 dem Reiche. Die Vereinigung der schwarzburaischen Länder. Rudolstadt, 19. Febr. (WTB. Nichtamttich.) Ter Landtag hat heute dem Regienmgsanttaae gemäß einstimmig beschlossen, aus seiner Mitte einen sechsgliedrigen Ausschuß zu wählen und ihn zu beauftragen, mit dem gleichen Ausschuß des Scmderhäuser Landtages Vorberatungen darüber zu pflegen, wie eine Vereinigung der beiden Fürstenhäuser m einem Staate oder wenigstens eine teilweise Vereinigirng der beiden Ministerien zu einer gemeinsamen Bchörde und eine gleichmäßige Fottentwicklung der Gesetzgebung in den Schwarzburgischen Ländern zu schaffen sei. Ter Landtag wurde darauf geschlossen. £ß&t/er(£/rt Hi’/jjÄjt*) tmtJ & n ' o Gr. Pucfesfeiff x &StoffeM/tm. otffers Ufr g SW.E rfur Weimar o/jV 11 <>A/oAra\ , Friedrichrodd\d t, °s.cy 'JO/ird/uffo \sLcA • K* ° WJ, W J&3 5, dg/j/a of oS/A OriamunUr r 4 vcPoAnea 'SBß/fe/a % /copnrui < 6räfegtet Te/mstedfo « o Drojserdrhr/nffPn ^ n.JL. Wra263t 5.5 Sihwarißfr.Sonden 5.R * 3W.t J. yVe/*rsr£/\senach 5.M. 5 hfei/ri/jop/r ^ S. Ai tenburv S.C.Q S.Cobvrg-dofha Räl. dri/ss. b/f. Linie R. j. L Steojs. Jdng. Linie Zur beyorsfphpndpn Vprp/n/gi/ng der Fürstentümer Sch narz bürg -Rudo/s fad/ und-Sanders hausPrt Vom Beirat für Volksernührung. Berlin, 20. Febr. (WTB. Amtlich.) In der heutigen Sitznng des Beirats für V o l k s e r n ä h r u n g wurden die Vorkehrungen zur Versorgung mit frischem und gedörr- I « * tem Gemüse, insbesondere auch die Preisbestaltung bei Frühgemüse, das den bestehenden Gemüsehöckfftpreisen nicht unterliegt, sowie Maßnahmen zur Behebung der Strohnot besprochen. Eingehend wurde ferner die zeitweilige Freigabe geeigneter l a n d w i r t s ch a s t l i ch e r A r b e i t s- kräfte seitens der Heeresverwaltung erörtert und von letzterer der Landwirtschaft weitestgehendes Entgegenkom- nnn in Aussicht gestellt. Hessischen Tap- Anr Stadt nnd Land. Gießen. 21. Februar 1916. ** Auszei ch n u u g. Kanonier Heinrich Tran im Re- ferve-Feld-Artillerie-Regimeut 48 wurde mit der ferkcitsmedaille ausgezeichnet. * Amtliche P e r s o n a l n a ch rich t en. In den Ruhe- stand verseht wurde der Lehrer an der Volksschule zu Weinshenn, Kreis Worms. Franz Buching er auf fern 9iachstlchen, unter Au- erkennnng seiner langjährigen treuen Dienste, vorn 1. April 1916 an. - Der Großherzog hat Hern Lehrer Franz B n ch i n g e v Hu Weinsheim anläßlich seiner Versetzung in den Ruhestand das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen mit der Krone verliehen. ** Vaterländischer Abend der Gießener Studentenschaft. Am 18. Februar fand im Hotel Schütz der zweite Vaterländische Abend der Gießener Studcntensck>aft statt. Tie Beteiligung war gegenüber dem erften Abend noch erheblich gestiegen. Eine für die jetzige Zeit stattliche Zahl vo-n Stiwenten und Studentinnen wie von Dozenten hatte sich ern- gefunden- besonders stark waren wiederum die zurzeit in der hiesigen Garnison und den Lazaretten befind licli-en Stuoenten, vertreten. Ter Abend irnrrdc durch einige Begrüßungswortc des Vorsitzenden des Ausschusses, stud. Phil. E. Fritz, eingleitet. Später sprach Prof. Tr. König über dre Hörweite des Geschützdonners. Tiefer ist auf eine Entfernung von etwa 50 Kilometern zu vernehmen: daran schließt sich aber eine etwa 70 bis 100 Kilometer breite „Zone des Schweigens'", in welcher er nicht gehört wird, während er in noch größerer Entfernung wieder vernehmbar wird. Tiefe merkwürdige Erscheinung findet ihre physikalische Erklärung in der Art der Fortpflanzung der Schallwellen. In Gießen wohnen wir natiirlich bereits in der äußeren Zone der Vernel>nrbarreit und sind so weit vom Kriegssäi-auplatz entfernt, daß nur bei besonders günstiger Wetterlage etwas zu hören sein kann. Am 29. Dezember 1915 ist. wie Prof. Tr. Sieders mitteilte, am Westadhang des Schiffenbergs der Geschützdonner tatsächlich gehört worden. Von welchem Punkte der Front er ansging, ist unsicher. — Im weiteren Verlaufe des Abends las sodann Prof. Dr. Sievers einen Bericht über die Schlacht bei Beanmont (28. August 1914) aus dem Tagebuch seines Sohnes (Leutnant O. Sievers^ vor, dann las Prof. Dr. Gunkel einige Erdichte von Aug. Kvpisch und Prof. Dr. Engel einen Abschnitt aus Sven Hedins Buch über den Krieg im Osten. Musikalische Vorttäge am Klavier, zweihändig (Stud. S a a P und sechsbändig, Gesang zur Laute (Fräulein Mulch), und allgemeiner KommevSgesang füllten den Rest des Llbends aus. Aehuliche Abende sollen auch! im kommenden Sommersemcstcr abgehalten werden, und bei dem lebhaften Anklang, den sie gefunden haben, ist zu hoffen, daß sie auch einst im Frieden aus dem Leben unserer Studentenschaft nicht wieder verschwinden. ** Stadttheater. In der morgigen Erstaufführung von Max Trepers Scherzspiel „Der lächelnde Knabe" sind in Hauptrollen beschäftigt die Herren .Hellmuth, Tworkowski (in dessen Händen auch die Spielleitung liegt), Stein Hofer,. Goll, sowie die Damen Rubens, Jüngling und Käte Werner. Kate Werner, früher am Münchner Volkstheater, ist zur Ergänzung des Personals neu engagiert worden. — Professor Marcell Salzer, der am Freitag den 25. Februar seinen diesjährigen Vortragsabend hält, wrrd eirt vollständig neues Programm bringen, das überall größten Anklang findet. So schreibt ein bekanntes Blatt : „Aüan kann sich kaum eine roillkommenere ?lbwechselung in jetziger Zeit denken, als die Darbietungen Marcell Salzers mit zeitgemäßem Ernst und Humor." Nicht unerwähnt sei, daß Herr Professor Salzer bisher an der Front, sowie in der Heimat über 150 Kriegssürsorgeabende und Lazarettvorträge gehalten, und aus diesen bereits über 35 000 Mark für kriogs- uwhltätige Zwecke abgeliefert hat. Er erfreute wiederholt an der deutschen West- und Ostfront sowie an der österreichischen Jsonzo- Front Heerführer wie Truppen mit seinen Vorträgen. Vom Generalfeldmarschall von Hindenburg wurdoer nach eiriem solchen Vortragsabend zur Abendtafel geladen und durch Ueberreicl>ung seines Bildes mit Unterschrift ausgezeichnet. ^ Der Evangelische Arbeiterverein hielt am Samstag abend im Vereinslokal seine Hauptversammlung ab. Aus dem vom^ Schriftführer erstatteten Jahresbericht ist zu entnehmen, daß der Verein 297 Mitglieder zählt. Ausgetreten sind in 1915 13 Mitglieder, gestorbcm 11, (davon haben 2 den Heldentod erlitten), verzogen 1; neu eingetreten sind in 1915 3 Mitglieder. Zu den Waffen sind bis jetzt 30 Mitglieder emberufen. Tie Einnahmen des Vereins betrugen im letzten Jahre 1184 Mark, denen eine Ausgabe von 1087 Mk. gegenübersteht. Das Bereinsvermögen beträgt 1371,16 Mk. gegen 1277,66 Mk. im Vorjahre. Die Sterbekasse des Vereins zahlt zur Zeit 197 Mitglieder, gestorben sind im letzten Jahre 3 Mitglieder. Das Vermögen der Sterbe lasse beträgt 5756,50 Mk. (gegen 5404,65 Mk. im Vorjahre): 3000 Mk. davon sind in Kriegsanleihe angelegt. Tie Baugenossenschaft des Vereins konnte im letzten Jahre keine Bautätigkeit entfalten, dagegen war die Elisabeth-Klein kinderschul e nach wie vor gut besucht. Die Gcsangsabteilung, die so oft zur Verschönerung der Veranstaltungen des Vereins beitrug, hat ihre Tätigkett infolge Einberufung der meisten männlichen Mitglieder eingestellt. Obwohl die Rechtsberatungsstelle des Vereins infolge Einberufung des Leiters des Instituts ihre Wirksamkeit einschränken mußte, wurden die Rkttglreder und deren Angehörige, soweit es die Verhältnisse zuließen, auch im abgelaufenen Jahre mit Rat und Tat unterstützt, wozu die durch den Krieg geschaffenen Ver- bältnisse ganz besondere Gelegenheit boten. Auch auf anderen sozialen Gebieten hat sich der Verein im letzten Jahre betätigt/ so z B im Ausschüsse der Kriegs beschädigten-Fürsorge, sowie im Verein für K r i e g c r he i m st ä t t e n. Die zu den Waffen einberufenen Mitglieder wurden durch Liebesgaben erfreut, ebenso wurden die bedürftigen Angehörigen der eingezogenen Mitglieder mtterftirtvt. — Bei den in der Versammlung erfolgten Wahlen wurde der bisherige Vorsitzende des Vereins, Oderbibliothekar Tr. Heuser einstimmig wieder gewählt: ebenso erfolgte die Wiederwahl der ausscheideuden Vorstandsmitglieder Pfarrers Llusfeld, Weller, Zschunke, Müller, Graulich, Arnold, Horst und Christ. Becker. Am Schlüsse der Versammlung berichtete Vorstandsmitglied Kirchner über die am 13. l. Mts. abgehaltcne Tagung des Mittelrheinischen Verbandes Evangelischer Arbeitervereine, wobei die Ausführungen über den Antrag Frankfurt bezüglich der Frauenarbeit in gewerblichen Betrieben besonderes Interesse fanden. ** Ter Krieg und die Veredelung des Zahlungsverkehrs. Um in den weitesten Volks kreisen trefercs Verständnis für die Notwendigkeit der Einschränkung des Bargeld- und Banknotenumlaufes durch Einführung zeitgemäßer Zahlungsmittel zu wecken und das Verantwortlichleitsgefühl eines jeden einzelnen dafür zu heben, daß er die Pflicht hat, an der Stärkung der Finanzkraft des Reiches an seinem Teile beiz ritt agen, wird die Handelskammer Gießen am Donnerstag, den 24. Februar einen Vortragsabend veranstalten, an welchem der Ordinarius für Staatswffsenschaften an der Landesuniversität, Professor Tr. Skalweit, über „Der Krieg und die Veredelung des Zahlungsverkehrs" sprechen wird. Ort und Stunde des Borttags ist aus der Anzeige in der heutigen Nummer zu ers-ühen. ** Schirmacher - Vor trag. „Deutschland, Deutschland über alles". Wie oft wird es gesungen! Und wie wenig wird darüber nachge-dacht, was es sagen will! Sicher wird es ein an- Mendcr Abend werden, wenn eine Frau von dem Geist und der Weltkenntnis des Frl. Dr. Käte Schirmacher am Samstag den -r6. Februar ihre Gedanken darüber uns darlogen wird. I m Soldakenheim findet das nächste Konzert am 23. Februar von 3-5 Uhr statt. Näheres ist aus dem Anzeigenteil zu er!eben ** D i e Anmeldefrist für die Seminare zur Ausbildung von Lehrerinnen der Hauswirtschaft und der weibsichen Handarbeiten an der Alice-Schule ist nach minirericller Anordnung (siehe Kreisblatt vom 16. Februar) bis zum 15. März ausgedehnt worden. Die Aufnahmeprüfungen finden am 25. März statt. ** F1 e i s ch k o n s e r v e n u n d O el e r s a tz. Das Chemische Untersuchungsamt für die Provinz Oberhessen teilt uns folgendes mit: In letzter Zeit von uns untersuchte Fleischkonserven mit der Aufschrift: „Tauer lvnrst mit Kartoffelsalat" nach bester schwäbischer Hausmacherart, enthielten außer einem 4 2,5 Gramm wiegenden halben Rindswürstchen 360 Gramm Kartoffelsalat, dabei betrug der Preis der Büchse 1 50 Mk. Eine andere Fleisch- konserve mit der Aufschrift: „Prima Ochsenfleisch mit Kartoffelsalat" nach bester schwäbischer Hausmacherart enthielt 4 1,5 Gramm Ochsenfleisch und 380 Gramm Kartoffelsalat. Die Büchse machte in geschlossenem Zustande einen verhältnismäßig stark anfgetriebenen Eindruck. Beim Oesfnen entwickln Gase. Der Kartoffelsalat war verdorben und ungenießbar. Auch hier betrug der Preis der Büchse 1.50 Mk. Wer sich demnach nicht schädigen will, möge von dem Kaufe solcher „F le i sch ko n se r v e n", die meist ungeöffnet als Liebesgaben in das Feld geschickt werden, a b s e h e n. — Eine neuerdings als Salatöl-Ersatz in den Handel gebrachte Flüssigkeit bestand ans einem Pflanzenschleim, der sich ans den Algen Chondrus crispus und Gigartina mamillosa, dem Carrageen, hergestellt erwies. Um den Oelgeschmack zu vervollständige, war der Schleim mit Spuren eines fetten Oeles vermischt worden. Als Konservierungsmittel diente Benzoesäure. Ein Kilogramm dieses Oel-Ersatzes kostet 2 M k. Jede Hausfrau kann sich diesen Salatöl-Ersatz durch Erhitzen von etwa 10 Gramm Carrageen (in Apotheker: und Drogerien erhältlich) mit etwa einem Liter Wasser selbst Herstellen. Nach dem Erhitzen wird der Schleim zur Reinigung und Trennung der ungelösten Bestandteile durch ein Tuch geseiht und mit etwa fünf Gramm Speiseöl aromatisiert. Die Kosten eines solchen Oel-Ersatzes belaufen sich auf höchstens 10 Pfg. pro Kilogramm. Die Flüssigkeit ist kühl und in verschlossenen Gefäßen aufzubewahren, da sie sonst leicht dem Verderben anheimfällt. Kreis Büdingen. v. Nidda, 81. Febr. Leutnant Eurt Weiter aus Eichelsdorf erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Kreis Friedberg. Butzbach, 21. Febr. Der Voranschlag der Stadt Butzbach für 1916, der von dein Finanzausschuß geprüft und gut- geheißen, wurde in der am 18. ds. Vtts. abg eh al teilen Gemeinde- ratssitzung verlesen. Er schließt mit einer Einnahme und Ausgabe von 272 525 Mk. ab. An Ausgaben sind hauptsächlich vorgesehen: für Waldungen 14 830 Mk., Licht- und Kraftversorgung 24 085 Mk., Wasserversorgung 33 324 Mk., Schulen 16 560 Mk., Eisenbahnen 25 250 Mk., Straßen 18 300 Mk.. Kriegswohlsahrts- pflege 13 000 Mk., Kreisumlagen 25 000 Mk. Trotz äußerster Sparsamkeit ist doch eine Steuer Höhung nötig geworden infolge großer Steuerausfälle bezw. -Nachlässe. Auf Antrag des Finanzausschusses wurde beschlossen, an Gemeindeiunlagen anstatt wie im. Entwurf vorgesehen 126 541 Mk. nur 118 541 Mk. in seck^s Zielen zu erheben und zwar in den Monaten Mai, Juli, September und November 1916 und Januar und März 1917. Tie an den Umlagen gekürzten 8000 Mk. sollen durch Kapitalaus- nahine gedeckt werden, weil der für die Kriegswohlfahrtspslege vorgesehene Betrag von 13 000 Mk. zur Steuer er Höhung beitragt. Würde die von der Bürgermeisterei vorgesehene Umlage zur Erhebung kommen, so würde dies einen Ausschlag gegen das Vorjahr über 20 Prozent bedeuten. Ein so großer Aufschlag sollte wegen den heutigen geringen ivirtschaftliäfen Verhältnissen vermieden werden. Durch die Herabsetzung des Umlagebedarfs dürfte sich die Steuer nur um etwa 10 bis 11 Prozent erhöhen. Starkenburg nnd Rheinhessen. ch. Bingen, 21 .Febr. Der Wasserstand des Rheines l>at sich wieder erhöht und hetrug gestern 3.49 Mtt. und dürfte bis zum Abend noch 4 Meter erreickien. Gestern zeigte der hiesige Pegel noch 3.75 Meter jm. Innerhalb von drei Tagen hat sich der Wafferstand also um etwa IVa Meter erhöht. Weiteres Steigen steht bevor. Rheinaufwärts hat der Rhein die Borflutgräben, überhaupt das tiefergelegcne Gelände auf weite Strecken über- schiwcnrmt. Auw im Rlnsingau sind die tieferen Strecken unter Wasser gesetzt. Im Gebirge, also rheinabivärts, hat der Rhein, der dort Hurtig Platz hat und infolge seiner verringerten Brette mit ungeheurer Kvaft dahinschießt, ebenfalls Veinere Strecken unter Wasser gesetzt. Auch die Nahe bringt Hochwasser mit und steigt noch immer. Kreis Wetzlar. ra. Wetzlar, 31. Febr. Ein sehr verschiedenartiges Bild geben jetzt die S t e u e r v e r h ä l t n i s s e unserer Kreisgemeinden. 13 davon waren in der glücklichen Lage, weder Zuschläge zur Staatseinkommensteuer, noch Realsteuern erheben zu müssen. Keine Einkominensleuerzuschläge, aber Realsteuern erheben 7 Gemeinden. Bis zu 50 Prozent wurden in 6 Gemeinden, 50 100 Prozent in 23 Gemeinden erhoben. Höhere Sätze, nämlich 200 Prozent, kommen in >3 Gemeinden und über 2ü0 Prozent tn BellerSdori (280) und Oberlemp sogar 300 in Ansatz. — WaS die Realsteuern anbetrifft, so wurden 2>»0 Prozent nnd mehr in 2b Gemeinden erhoben, nnd zwar in 17 2u0 Prozent, in zwei 320 Prozent und zwei 230 Prozent, in je einer 240, 250, 255 (Oberlemp) und Edingen 800 Prozent. Alle anderen erheben weniger als 200 Prozent. s. Wetzlar, 21. Febr. Die Buderusschen Eisenwerke teilen mit, daß die in den leisten Tagen durch die Zeitungen gegangene Nachricht, wonach die Gießerei der Werke ntedergebrannt s«, durchaus unzutreffend ist. Es handle sich um einen ganz geringfügigen Brand, bei dem der Schaden nur einige hundert Mark be- ttage. Riebt einmal die Feuerwehr sei in Tätigkeit getreten. Selbstverständlich sei der Betrieb in keiner Weise beeinträchtigt. L Kinzenbach, 21. Febr. Bon den ans unserem Orte zu den Waffen Einberufeiien haben bereits achtzehn den Heldentod erlitten. Hessen-Nassau. Q Marburg, 21. Febr. Vom 1. März ab ist der Höchstpreis für Eier auf 12 Pfennig beim Verkauf au den Händler und 14 Pfennig beim Verkauf v e i Mensche 11 znm Opfer sielen. Tie Leiche des einen Verunglückten ist bereit- geborgen. Es ist ein Mann namens Reiter. Der andere, der Landcomspektor Dr. Joses Alton, konnte noch nicht aiifflefuiiöen werden. * Der neutrale I n s e l k ö n i g. ES ist wenig bekannt, daß ganz nahe bei England ein winziges Jnselehen liegt, das von den Rekriitternngsanstrengungen Lord Derbys völlig verschont blieb, »nid bleiben mußte, weil es einen kleinen Staat für sich bildet. £03 Bardsey Island hat — 39 Einivohner nnd einen eigenen „51ö»jg*. Als dieser letzthin geiragt wurde, ivns er vom Kriege denke, sagte er behaglich: »Darüber zerbreche ich mir nicht den Kopf, wir sind außerdem neutral/ Biel mehr als unter dem Weltkrieg har der arme „König- manchmal unter bem Abgeschiedensein von der übrigen Welt zu leiden, die ab und zii bei stürmischem Wetter ein- tritt. Ta ist es schon vorgekommen, daß des Herrschers Tabakevorrat ausging und er sich mit getrockneten Teeblättern trösten mllßte. Das ivird ihn geiviß mehr au« der Ruhe gebracht haben, als die Nachrichten vom Kriege auf dem Festland. Spielplan der vereinigten granffurter Stadttheater. Opernhaus. Dienütag, den 22. Februar, abends 7 Uhr: ^Fidelio." Dilti' ivoch, den 23. Februar, abends 7'/, Uhr: „Der Bcttelstiident." Donnerstag, den 24. Februar, abends 7 Uhr: „Riaoletto/ Freitag, den 25. Febr., geschloffei,. Samstag, 26. Febr., abends? Uhr: „Mona Lisa." Sonntag. 27. Februar, nachmittags 8X Uhr: „Der Vogel- Händler." Abends 7 Uhr: „Violetta/ Montag, den 28. Febrnar, abends 7 Uhr: Einmaliges Gastspiel des Hcrr>r Kammersänger Hermann Jadlowker: „Carmen." Schauspiclhaur. Dienstag, 22. Febr.. abends 7*/ 9 Uhr: Bunter Abend: Vorträge. Hierauf: „Literatur." Zum Schluß: „Berlin—Bagdad." Mittivoeb, den 23. Februar, abends 7'/, Uhr: „Hem, 0 , der Bauer." Hierauf : „Die Komödie der Irrungen." Doniierstag, den 24. Febrnar, abends 7‘/ 3 Uhr: Deutscher Komödienabend: „Der Fremde." Hieraus: „Frihchen." Dann: „Sittliche Forderung." Ferner: „Unter blonden Bestien." Zum Schluß : »Die Hasenpfote." Freitag, de,» 25. Febr., abends 7'/, Uhr: „Nordilche Heerfahrt." Samstag, den 26. Febr.. abeiids 7 l U Uhr: MoliSre-Abend: „Tie Zierpuppen." Hierauf: „Der eingebildete Kranke." Sonntag, den 27. Februar, nachmittags 3' , Uhr: ,Ollt-Heidelberg." Abends 7', Uhr: „Heimo, der Bauer." Hierauf: „Die Komödie der Irrungen." Montag, den. 28. Febr., abends 7 V 7 Uhr: Moliere-Abend: „Die Zierpuppen." Hierauf: „Der eingebildete Kranke." Märktt. fc. Frankfurt 0 . SW., 18. Febr. Heu- und St roh markt Auf dein beutigen Heu- und Strohmarkt ivar nichts angefahren. .. . . . ■■ - Meteorologische veobachtungen der Siatton Siehen £ |s§- i a 0 ^ | Febr. 1916 |s>.y p’s S i- — jO c C a SS« o-g H "5 « Q s§ *> c ■“ 's'S S s: öo 4 1 if : C jO 'S Wetter 20. 2” + 3,3 2.7 46 _ 0 20. 9” — — 0,3 3,1 70 — — 0 7 ,s -5,4 2,9 93 0 >! I Höchste Temperatur am 19. bis 20. Februar I9i6 — -f- 4,6* Ö. Niedrigste „ „ 19. „ 20. „ 1916 =* - 0,7 • C. Niederschlag: 0,0 mm. Amtlicher Wetterbericht. O effentl i che r Wetterdien st, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am TienStag, den 28. Febr. 1916: Ziemlich heiter und trocken, Tenlperatnr wenig geändert. Letzte Nachrichten. Die bewaffneten Handelsschiffe. New Port, 21. Febr. Tic Associated Preß meldet aus Washington: Staatssekretär L a n s i 11 g hat im Anschlüsse eines Kabmettsrats gesagt, daß von den Mltterten noch ferne' förmlichen Antworten eingetroffen seien aus den anierikauischeu Vorschlag, die Handelsschiffe zu entwafftieu. Es wurde an gedeutet, daß solche Antworten abgewartet Werder: sollen, ehe sich die Vereinigten Staaten über ihre Haltung gegenüber der Warnung Deutschlands und Ocsiterrcich-Ungarus bezüglich betvaffneter Handelsschiffe endgülttg schlüssig werden. Hunger-Krawalle in Südrußland. Czernowitz, 21. Febr. In Odessa, Kischinew, §*■ bastopol und anderen in der Nähe des Schwarzen Meeres gekegenen russischen Städten fanden in den letzten Tagen große Teuerung s k r a w a l l e statt. Zahlreiche Laden wurden geplitndert. Die Polizei sah tatenlos zu. Der „Odeski Listok" und andere führende Organe Südwestrußlands fordern energische Maßnahmen gegen die fortwährende Steigermrg der Lebens mittelpreise und eine Regelung nack) deutschem Muster. Eine große Anzahl von Getreidehändlern und Großkaufteuten wurde verhaftet. %i den Hausdurchsuchungen wurden gewaltige Mengen von Lebensmittel * Vorräten vorgesunden. Eine strenge Untersuchung ist eiirgeleitel. (De- kanntlich liegen in Odessa gewaltige Mengen vmr Getteide als Sicherheit für die cm Rußland gewahrten englischen Unterftützungs- gelber unverwendbar fest.) Die deutschen Erfolge bei Apern in englischer Darstellung. Haag, 21. Febr. Die „Times" melden ans dem Hauptquartier, der verloren gegangene Sektor fyabc ruhig gelegen, während die Deutschen andere Frontstücke bombardierten. Plötzlich hätten die Deutschen einige Minen zur Explosion gebracht, die die ganze Stelle ruinierten. Hierzu fet dann eine halbstündige Beschießung gekommen. Da die englischen Soldaten keine deutlich bestimmbare Linie mehr zu verteidigen hatten, Hütten sie sich nach den anschließenden Gräben zurückgezogen. f Statt jeder besonderen Anzeige. Heute nachmittag 4 Uhr entschlief sanft nach kurzem, schwerem Leiden mein herzensguter Mann, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel, der Ober-Bahn-Assistent a. D. Herr Eduard Fromme. Für die trauernden Hinterbliebenen: Elisabeth Fromme, geb.Borusch. Lollar, Berlin, Cassel, Offenbacb a.M., Strassburg i. E., Hasserode, Guthmannshausen, Kesselbach, den 19. Februar 1916. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 23. Februar, nachmittags 3 Uhr, Am 19. Februar starb nach langer und schwerer Leidenszeit unser mnigstgeliebter einziger Sohn, Enkel und Neffe Paul Neye im 17. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Fritz Neye und Frau geb. Kessler. Giessen (Sonnenstrasse 7), den 21. Februar 1916. Die Beerdigung findet Dienstag, den 22. Febraar, nachmittags 3 Dhr, auf dem neuen Friedhof statt. vom Sterbehause in Lollar aus statt. 07322 Mrig nterklei Herren-Hemden Herren-Unterjacken Herren - Unterhosen in altbewährter guter Ware Macco-Unterkleider Donnerstag, den 24. Februar 1916, abends 8‘k Uhr * -in der Aula der Universität - „SttSriej«. Me takluitj itü WmMrkehrs" von Herrn Universitäts-Professor Vv. Skalwrit. Eintritt frei. mi Eintritt frei. Zum Besuche des Vortrages ladet ein Die Groszherzogliche Handelskammer Giehen. ständige Auswahl: 50 verschied. 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Februar 1916, abends 8 V, Uhr pünktlich, im großen Hörsaal der Universität Frl. Dr. Käle Schumacher: „Deutschland über Alles 44 Numerierte Plätze zu 1 Mark, nichtnumerierte zu 50 Pfg. Mitglieder der Unterzeichneten Vereine des I. Vortrags zahlen im Vorverkauf 70 Pfg. u. 30 Pfg. Vorverkauf in der Ferber'fchen, Frees- fchen u. Ricker'schen Universitäts-Buchhandlung. Es laden zum Besuch des Vortrags ein [ 1826 D Die vereine des I. syalten) Vortrags. Mittwoch, den 23. Februar von 3 bis 5 Ubr 1317V MOIIJCrt Saldaiexheim ausgeführt von der Kapelle des Ersatz Bataillons Jnf.-RegtS. Nr. 116 Freier Eintritt f. alle Angehörige der Lazarette n. d. Garnison - Kim«!faden - Kordel - Paekstrieke - Flechtschnnr Papier erstklassiges süddeutsches Fabrikat, Ia. gezwirnte Ware von größter Haltbarkeit ä M.2.80 per Kilo, freibleibend IlWlederverkänfir erhalten entsprechenden Rabatt!! 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Es ist die Erhebung von Umlagen beschlossen worden, zu denen auch die Ausmärker beizutragen haben. Albach, den 19. Februar 1916. Großh. Bürgermeisterei Albach. Baiser. mi Köpfe! Dreher, Haar-Dhr- LSlisn, Toupets, Scheitel and Ferfteken worden billig angefertigt. ZBpfe werden gefärbt. Damenkopfwaschen mit Frisur 1 Mk. 1234 H. Tichy, Seltersweg 43 Ecke der Goethestraße. Für FclU-Hip empfiehlt billigst Versandöosen and Pappschachteln Edgar Borrmaim Eisenbandluug. i*a tarnenr^acAenAieider tarnen- Thäntel nach JMass bei Gewähr tadellosen Sitzes und feinster Verarbeitung Grosse Stoff-Auswahl , 3. Pfeffer * ‘ftlarktplatj 6 l-E f. GeflügehSchweine, wagen- u. sackw., bill. Liste frei. Ural & Co., HEtihle Anerbach 249, Hessen. bester Ersatz für Salatöl wieder eingetroffen und zu baden bei Adolf Plack Neue« Baue 17 Kolonialwaren, Delikatessen, Weinhandlung. Telef. 508 U327) Telef. 508 sind in jeder Größe vorrätig. Gute Ware j.vk billigsten Preisen an! J. Jttmann Ilahnhofstraße 39. 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