(66. Jahrgang Nr. 37 Der Alehener Anzeiger ersclieint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich SiehenerFamUlenblätler; zweimal wöchent!.Nrei§- vlatt für den Ureis Kietzen (Dienstag und Freilag)-, zweimal monatl. Land wirischastliche Settfraaen Fernsprech - Anschlüsse: sürdieSchristleitungllS Verlag,GeschästssteÜebl Adresse ü'ir Draytnach- richten: Anzeiger Kietzen. Annahme von Anzeigen sür tue Tagesnummer bis zum Abend vorher. Erstes Blatt Montag. (4. Zebruar (9(6 Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Umv.-Bnch- und Zteindruckerei R. Lange. Zchriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchnlstr.7. B e z u q s v r e i 6 monatl. 85 Pf., viertel- jäbrl. Mk. 2.50: durch Aohole- u. Zweigstellen monatl. 75 Pf.: durch diePost Mk.2.30 Vierteljahrs ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf., ausw. 20 Pf. — Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; ilir Stadt und Land, Vermischtes und Ge- richtssaal: Fr.R.Zenz; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlreh in Gießen. (WTB.) Großes Hauptguarticr, 12.Februar. (Amtlich.) We st licher Kriegsschauplatz. Nach heftigem Feuer auf einem großen Teil unserer Front in der Champagne griffen die Franzosen abends östlich des Gehöftes Fourgons des Champagnes (nordwestlich von Massiges) an und drangen in einer Breite von noch nicht 200 Metern in unsere Stellung ein. Auf der Combreshöhe besetzten wir die Front eines vor unserem Grapen von den Franzosen gesprengten Trichters. Oestlicher Kriegsschauplatz. Vorstöße russischer Patrouillen und kleinerer Abteilungen wurden an verschiedenen Stellen der Front abgewiesen. Balkan-Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. .Oberste Heeresleitung. (WTB.) Großes Hauptguarticr, 13.Februar. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. In Flandern drangen nach lebhaftem Artillerie- kampse Patrouillen und stärkere Erkundungsabteilungen in die feindlichen Stellungen ein. Sie nahmen einige wirkungsvolle Sprengungen vor und machten südöstlich von Boo- finghe über vierzig Engländer zu Gefangenen. Englische Artillerie beschoß gestern und vorgestern die Stadt Lille mit gutem sachlichen Ergebnis-, Verluste oder Militärischer Schaden wurden uns dadurch nicht verursacht. Auf unserer Front zwischen dem Kanal von L a B a s s e e und Arras, sowie auch südlich der Somme litt die Ge- fechtstätigkeit unter dem unsichtigen Wetter. In den Kämpfe» in der Gegend nordwestlich und »restlich von Vimy bis zum 9. Februar find im ganzen sechshundertzweiundachtzig Mann gefangen genommen worden. Die Gesamtbeute beträgt fünfuntchreißig Maschinengewehre, zwei Minenwerfer und anderes Gerät. Unsere Artillerie nahm die feindlichen Stellungen zwischen der Oise und Reims unter kräftiges Feuer; Patrouillen stellten gute Wirkung in den Gräben des Gegners fest. In der Champagne stürmten wir südlich von Stc. Marie- 3 . P y dir französischen Stellungen in einer Ausdehnung von etwa 709Metern und nahmen vier Offiziere und zweihundertzwei Mann gefangen. 9tordwestlich von Massiges scheiterten zwei ljeftige feindliche Angriffe. An dem von den Franzosen vorgestern besetzten Teile unseres Grabens östlich von Mai so n de Champagne dauern Handgranatenkämpfe ohne Unterbrechung fort. Zwischen Maas und Mosel zerstörten wir durch fünf große Sprengungen die vorderen ftindlichen Gräben völlig in je 30 bis 40 Meter Breite. Lebhafte Artilleriekämpft in L o t h r i n g e n und in den Vogesen. Südlich von Lufse (östlich von St.Die) drang eine deutsche Abteilung in einen vorgeschobenen Teil der ftanzösischen Stellung ein und nahm über dreißig Jäger gefangen. * Unsere Flugzeuggeschwader belegten die ftindlichen Etappen und Bahnanlagen von La Panne und Poperinghc ausgiebig mit Bomben. Ein Angriff der ftindlichen Flieger auf Ghistelles (südlich von Ostende- hat keinen Schaden angerichtet. Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist im allgemeinen unverändert. Oestlich von Baranowitschi wurden zwei von den Russen noch auf dem westlichen Schara-Ufer gehaltene Vorwerke erstürmt. Balkan-Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Oberste Heeresleitung. Die Franzosen sind natürlich geneigt, unsere Erfolge im Westen in ein möglichst unvorteilhaftes Licht zu setzen, und so legen sie der deutschen Heeresleitung Ziele unter, die diese schwerlich im Auge gehabt hat. Der neueste französische Bericht erklärt, die Deutschen hätten den Merkanal überschreiten wollen, und dies sei durch den französischen Widerstand verhindert worden. Unleugbar haben unsere Truppen jedoch in den letzten Tagen merkbare Fortschritte gemacht, sowohl in Flandern wie in Nordsrankreich. Im neuesten Tagesbericht ist ein glänzender Erfolg in der Champagne hervorzuheben. Französische Stellungen in einer Ausdehnung von 700 Metern gingen verloren, und wir machten über 200 Gefangene. Große Entscheidungen sind nicht gefallen. Der österreichisch-ungarische Bericht vom 12. d. M. erwähnt aber endlich das Eingreifen italienischer Truppen auf dem albanischen Kriegsschauplatz. Westlich von Tirana haben die Italiener beim Versuch, eine Höhenftellnng zu nehmen, eine Niederlage erlitten. Der neueste Wiener Bericht vom 13. d.M. besagt nun vom südöstlichen Schauplatz „nichts Nenes^, unh das klingt so, als ob die Helden Cadornas unseren Verbündeten in Albanien nicht gerade ernsthafte Schwierigkeiten machten. Die Engländer verlieren sich zu Lande in erfolglosen, weit verzettelten Operationen, und zur See roste! allmählich ihre alte Herrlichkeit. In Mesopotamien Wy'aup- ten, nach dem neuesten türkischen Bericht, unsere Bundesgenossen siegreich die Luge, und die Engländer hüben kleinere, empfindliche Schlappen erlitten. Ein znsammenfassen- der Bericht ans türkischer Quelle unterrichtet uns von kriegerischen Vorgängen im Süden Arabiens, wo die Engländer sich ebenfalls keine Lorbeeren pflücken konnten. In der Umgebung von Aden haben sie sich seit Monaten verschanzt, und die tapferen türkischen Soldaten haben sie, ähnlich wie an den Dardanellen, unermüdlich in Schach gehalten. Wiederholt sind die Versuche der Engländer, vorzurücken, blutig ab gewiesen worden. Die britische Admiralität versucht natürlich auch den deutschen Erfolg an der Doggerbank nach Möglichkeit zu verkleinern. Die in der deutschen Meldung erwähnten Kreuzer seien nur vier Minensucher gewesen, von denen drei wohlbehalten zurückgelehrt seien. Wir vernehmen aber durch die zuverlässige neueste Meldung unserer Marineleitung, daß nicht nur die „Arabis", sondern auch noch ein weiteres englisches Schiff beim Angriff unserer Torpedoboote gesunken ist. Mit der Beherrschung der Meere durch England und seine Verbündeten sieht es sehr windig aus. Unsere U-Boote triumphieren sogar an der syrischen Küste. Wie wir am Samstag bereits meldeten, hat das französische Panzerschiff „Suff reu" ein nasses Grab gefunden. Eine nachstehend mitverzeichnete Meldung der „Agence Havas" stellt zwar mit der ausfälligen Berusiing auf eine Behauptung des „Temps" ftst „Suffren" befinde sich augenblicklich in Toulon, aber das macht die amtlichen Nachrichten Deutschlands und der Türkei über den Erfolg keineswegs unglaubwürdig. „Agence Havas" meldet amtlich, die Pariser Marrneleitnng sei beunruhigt über das Schicksal des Panzerkreuzers „Admiral C ha r n e r", der von der syrischen Küste seit dem 8. Februar nichts mehr von sich habe hören lassen. Es bleibt abzuwarten, ob vielleicht zwei französische Schiffe das Flucengrab gesunden haben. Der „Admiral Charner" ist nur 4800 t groß und 1893 voni Stapel gegangen. Die österreichisch-ungarischen Tagesberichte. Wien, 12. Febr. (WTB. verlautbart: 12. Februar 1916. Nuytamtuch.) Amtlich wir RuffischerKriegsschauplatz. Gestern wurden abermals zahlreiche russische Aufklärungsabteilungen abgewiesen. Es kam auch zu stärkeren Gejchützkämpftn. Vom Feind unter schwerstes Artillerieftuer genommen, mußte in den Nachmittagsstunden die schon mehrfach genannte Vorposteiischanze nordöstlich von T a r n o po l geräumt werden. Die Russen setzten sich in der verlassenen Stellung ftst, wurden aber in der Nacht durch einen Gegenangriff in heftigem Kampfe wieder hinausgeworfen. Italienischer Kriegsschauplatz. An der küsten länd i sch c n Front finden seit einigen Tagen wieder lebhafte Artilleriekämpfe statt. Bei Flitsch eroberten unsere Truppen beute früh eine feindliche Stellung im Rombon-Gebiet; wir erbeuteten drei Maschinengewehre und nahmen 73Alpini gefangen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Westlich von Tirana versuchen italienische Kräfte sich der von uns genommenen Höhenstellung zu bemächtigen. Unsere Truppen schlugen alle Angriffe zurück. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant Wien, 13. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wii verlautbart: 13. Februar (916. Russischer und Südöstlicher Kriegsfchaupla Nichts Besonderes vorgefallen. Italienischer Kriegsschauplatz. Em nächtlicher i t a l i e n i sch c r A n g r i f f auf die vc uns genommene Stellung im Rombon-Gebiete muri abgewieftn. Stellenweise fand lebhaftere feiiidliche Artilleri tättgkeit statt. Auch Görz erhielt, wie fast täglich, rinia Granaten. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, Feldmarschalleutnanl Ereignisse zur See. An: 12. dieses Monats nachmittags hat ein Seeflug- zeuggeschwader in Ravenna zwei Bahnhofsmaga- zine zerstört, Bahnhofsgebäude, Schwefel- und Zuckerfabrik schwer beschädigt und einige Brände erzeugt. Die Flugzeuge wurden von einer Abwehrbatterie im Hafen Corsini heftig beschossen. Ein zweites Geschwader erziette in den Punlpwerken von Codigoro und Cavanello mit schweren Bonrben mehrere Volltreffer. Alle Flugzeuge sind unversehrt zunickgekehrt. Flottenkommando. Die Kämpfe im Westen. Berlin, 14. Febr. Zu den Käm p fe n in d er Champagne und zwischen Maas und Mosel wird dem Berliner „Lokalanz." von einem alten preußischen Offizier geschrieben: Wie wenig der mit so lebhaftem Feuer eingeleitete französische Angriff in der Champagne die deutsche Heeresleitung zu beeinflussen vermochte, zeigt der Angriff, der deutscherseits unbekümmert um die Vorgänge in der Champagne auf dem Teil-Kriegsschauplatz zwischen Maas und Mosel aus der ganzen Front durch Minensprerrgungen erfolgte. Der Feind wird sich nach den Vorgängen der letzten Zeit aus unserem rechten Flügel erngestehen müssen, daß die in London und Paris so sehnlich erwartete und in der alliierten Presse mit so großer Selbstüberhebung an- geküudigte Frühjahrsofsensive des Jahres 1916 weniger Aussicht auf Erfolg hat, als alle vorangegangenen Offensiven, und daß sie einen für die Miierten außerordentlich unangenehmen Abschluß finden dürfte. Der deutsche Stel- lungspanzer ist stoßsest, und die hinter ihn: stehenden feldgrauen Massen sind jederzeit bereit, ihrerseits siegesbewußt aus ihm hervorzubrechen. Zeppelin-Sorgen in Frankreich. Paris, 13. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas: In R o u c n wurde gestern 8 Uhr 50 Min. abends auf Anordnung der militärischen Behörden Alarm geschlagen, weil ein Zeppelin gemeldet war. Der Alarm war um 10 Uhr 40 Min. beendet. In Le Havre wurde aus demselben Anlaß alarmiert. Man glaubt, daß der Zeppelin unverrichteter Sache wieder umgekehrt ist. Trinksprüche in Rom. Rom, 12. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Bei der Taftl in der französischen Botschaft brachte Briand folgendem Trinkspruch aus: Ich bin besonders glücklich, den Herrn Präsidenten und Leiter, wie die Mitglieder der königlichen Negierung in diesem Hause Frankreichs empfangen zu können, in dem so oft die Jntereffn- geweinschaft und Brüderlichkeit unserer beiden Völker bekräftigt wurden. Ich beglückwünsche mich e-enso wie meine Kollegen zu der Gelegenheit, die uns die gegenwärtigen schweren Zeiten bieten, mit Ihnen unsere Ansichten aus zu ta lisch c n und unsere Entscheidungen in llebereinstiminung miteinander zu bringen, um aus allen Gebieten unseren gemeiitfairaert Anstrengungen volle Wirksamkeit zu verleihen. Dn«h die Verbindung, die mit jedem Tage enger wird, wird die Mannigfaltigkeit unserer- militärischen Unternehmung^ und imfcr wirtschaftlicher Kampf gegen die Feinde in allen Stadien zur Einheit des Handelns, die eine sichere Bürgschaft des Sieges ist- Ich erhebe das' Glas aus das Wohl des Königspaares von Italien, der Königin -Mutter und der Mitglieder der KömgSsarnMe Ich bitte Euere Exzellenz, für sich selbst und die Mitglieder der Regierung den Ausdruck der Wünsche entgegenzunehmen. die uns für die Größe Italiens und den Ruhm seiner tapferen Armee beseelen. In Erwiderung des Trinkspruchs Briands sagte M- Tnsterpräsibent Salandra: Herr Präsident! Mit lebhafter Genugtuung wiederhole ich mitt Ihnen die Vefficherung, daß der seit gestern mit Euerer &£* sellenz und den hervorragenden Persönlichkeiten ihrer Begleitm«; gepflogene Gedankenaustausch nicht verfehlen wird, uns dem wesentlichen Ziel, die unumgänglich notwendige Einigkeit in dem Vorgehen der alliierten Regierungen zu erreichen, immer näher zu bringen. Unsere Aufgabe wird insbesondere durch die Tatsache erleichtert, daß der freundschaftliche Geist in den Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern obwaltet, die, indem ste unter schwierigen Verhältnissen die Bande der ruhmreichen Rassen befestigt haben, zu allen Opfern bereit sind und ihre Anstrengungen aus einem Wäge vereinigt haben, der sie zürn Siege führt. Salandra trank auf das Wohl Poincarös, des Ministerpräsidenten Briand, seiner Begleiter, auf die Größe Frankreichs und den Ruhm seiner Armee. Rom, 12. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Agerrzia" Stefani" meldet: Heute vormittag fand auf der Consulta eine Besprechung statt, an der Briand, Bourgeois, Bar re re, Salandra und S o n n i n o teil- nahmen. Man einigte sich ans die Notwendigkeit, eine engere Zusammenarbeit der Bemühungen der Alliierten l-erbeizn- führen, um die vollkommene Einheitlichkeit der Aktionen besser zu sichern, deren Notwendigkeit schon von den anderen Regierungen der Alliierten ' anerkannt worden sei. Man beschloß, zu diesem Zwecke in allernächster Zeit in Paris eine'Konferenz von politischen und militärischen Delegierten der alliierten Staaten einzuberufen. Die Arbeiten dieser Konferenz werden vorbereitet werden durch eine vorherige Zusammenkunft der Generalstäbe. Italien und Griechenland. Bern, 12. Febr. (WTB. Nichtanrtlich.) Der „Bund" erhält folgende Mitteilung: Der Gesandte Italiens in Athen hat dem Ministerpräsidenten Sknlndis mitgeteilt, daß Jta- lien auf Korfu zur Reorganisation der Montenegriner und Serben Gendarmen landen werde. Sku- lndis gab in der Antwort seiner großen Verwimdariuhg über diese Maßnahmen Ausdruck, da keine Montenegriner mehr auf Korfu anwesend und die Mittel der Alliierten! vollständig ausreichend seien, um die dort befindlichen Serben zu reorganisieren. Die Erregung in Griechen!arid über diesen Schritt sei derart, daß die Regiarnng ihr Rechnung tragen und die Verantwortlichkeit ffrr alle Folgen ablehknen müsse, die sich ans dam Sckwitt Italiens ergeben könnten. Die Regierung hat außerdem einen Einspruch an die italienische Regierung gerichtet. Oesterreichische Flieger an der italienischen Küste. Rom, 13. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Die Agmcia Stcsani meldet: Samstag nachmittag überflogen feindliche Flieger digoro in Ferrara, Poltrigste in Rovigo und Ravenna. Durch Bomben wurden 15 Zivilisten getötet und mehrere verwundet. Der Sachschaden ist gering. In Ravenna wurden das Bürger* spnal, in dem ein Lazarett des Roten! Kreuzes untergebracht ist und die St. Apollinariskirche getroffen, von der ein Teil des Vav, Hofes zerstört wurde. iJHit Besuch des Honigs Ferdinand in Wien. l o n x g kurzem Kricgs- Wien, 12. Febr. (MTB. Nichtamtlich.) Der der Bulgaren trifft am Montag in Wien zu Besuche des Kaisers Franz Josef ein. Wien, 12. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Aus dein prcffeguartier wird gemeldet: Bei der gestrigen AbendLafel zu Ehren des bulgari > chen Königs hielt der Armee-Oberkommandant Feldinarschall Erzherzog Friedrich folgenden Trinkspruch Euere Majestät! Vor kurzem mar mir die hohe Auszeichnung zuteil. Eure Majestät auf gemeinsam erobertem feindlichem Boden im Namen der mir unterstehenden österreichisch-ungarischen Streitkräfte zu den historischen Erfolgen der tapferen bulgarischen -Armee zu beglückwünichen. Es gereicht mir zur besonderen Ehre, Euere Majestät heute im Standort des österreichisch-ungarischen Armeekommandos begrüßen zu können. Die österreichisch-ungarische Armee ist stolz. Eure Majestät in der Würde eines Feldmar- s cha l ls zu den ihrigen zu zählen, und verehrt in Eurer Majestät unseres allerhöchsten Kriegsherrn treuen Bundesgenossen, unter dessen weiser und fester Führung die heldenmütige bulgarische Armee in dem großen Völkerringen den Weg zum Siege und zu unseren Herzen gefunden haben. Im Namen der mir unterstehenden Streitkräfte danke ich Eurer Majestät für den uns alle ehrenden allerhöchsten Besuch und rufe von ganzem Herzen: Seine Majestät König Ferdinand der Erste, der oberste Kriegsherr der mit uns treu verbündeten, sieggewohnten bulgarischen Armee, lebe hoch! hoch! hoch! Der bulgarische König erwiderte: Euere Kaiserliche und Königliche Hoheit haben in rührenden Worten unserer denkwürdigen Zusammenkunft auf der Donau in Sem^ndria gedacht. Heute, da es mir möglich ist, diesen Besuch im Standort des Kaiserlichen und Königlichen Ob er ko nrm andos erwidern zu können, ist dieser Schritt bundestreuer Freundschaft nrir um so bedeutungsvoller-, als ich ihn in meiner Eigensckiaft als Kaiserlicher und Königlicher Feldmarschall des ruhmreichen, von traditionellen militärischen Tugenden getragenen österreichischungarischen Heeres, tue, eine Würde, die ich vor allem der vaterländischen Gnade seiner avostoliichen Majestät und vielleicht auch der zähen Tapferkeit meiner Truppen verdanke und die bis jetzt in meinem Hause nur meinem Großonkel Prinz Friedrich Josias von Sachsen-Koburg durch weiland Kaiser Josef den Zweiten am 22. September 1789 zuteil wurde! Ich bin stolz, die Taten meiner Armee in einer so ungewöhulichen Ehrung gewürdigt zu sehen, die gemeinsam mü den glorreichen Kaiserlichen und Königlichen Heeresteilen und denen unseres mächtigen deutschen Verbündeten uns den D e g zu einer s e g c n s v o l l e n Zukunft ebnen wird. Die Brücke, die mit Blut und Eisen und durch gemeinsame Erfolge geschlagen wurde, und nunmehr den Orient mit dem Okzident unmittelbar verbindet, wird nach Beendigung dieses blutigen Ringens nicht von Kriegs- und Waffenlärm widerhallen, sondern wird den Werken des Friedens und der freien Entwicklung unserer verbündeten Länder dienen. Möge der Allmächtige, der das Glück unserer Waffen bisher so sichtlich gesegnet hat, uns auch weiterhin gnädig beistehen bis zur glücklichen Vollendung des uns von heimtückischen Feinden aufgezwuimenen Kampfes! Im Namen meiner Armee und in mÄnem Namen erhebe ick mein Glas und trinke dankbaren Herzens auf die Gesundheit seiner Kaiserlichen und Königlichen Avostoll'chen Majestät, meines erlauchten Verbündeten und obersten Kriegsherrn der ö''erreichflch- ungarischen Wehrmacht, sowie auf das Wohl Euerer Kaiserlichen und Königlichen Hoheit und den Ruhm des österreichisch ungari'ch->n Heeres. Seine Majestät Kaiser Franz Josef I. Hurra Seine Kaiser!'.che und Königliche Hoheit Feldmarschall Erzherzog Friedrich Hurra! Aus Sofia. Sofia, 13. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Der Müni- zipalvat hat beschlossen, zwei Straßen der Hauptstadt den NamenvonBerlinundWien zu geben Gesamtverluste betragen 373 Mann. Der tfeuid harte uv er 300 Tote. Am 9. Januar überrumpelte die ausgesandts Strafexpedition die Araber und zerstörte vier Dörfer. Unsere Verluste hierbei betrugen sechs Mann. Die englischen Munitionsfabriken. Lonbon, 12. Febr. (WTB. Nichtamtliche) Das Mit- nitionsministerium gibt bekannt, daß 2 83 4 Fabriken die ausschließlich Munition Herstellen, unter Staats- kontrolle stehen. Die von Amerika verlangte Entwaffnung der Handelsschiffe. Paris, 12. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Das „Journal" erfährt aus Washington: Da ein drittes bewaffnetes italienisches Handelsschiff in New Dort einge- laufen ist, hat sich bas Staatsdepartement veranlaßt gesehen, die Verfügungen über die Berechtigung von Handelsschiffen zur Mitführung von Geschützen abzuänbern. Das besage, daß die amerika nische Regierung den italienischen Dampfern „Amerika" und „Verona" die Abfahrt nicht vor der Ausschiffung ihrer Ge schütze gestatten werde. Washington, 12. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Die diplomatischen Vertreter der Ententemächte er hoben mündlich bei Staatssekretär L a n s i n g Vorstellungen über das amerikanische Memorandum betreffend die Ent waffnung der Kauffahrteischiffe. Obwohl das taatsdepartement nicht willens ist, etwas über die Art der Vorstellungen bekannt zu geben, heißt es im allgemeinen, daß Lansing in Kenntnis gesetzt worden sei, daß die Entente nicht geneigt sei, den Vorschlag anzunehmen. Dcr türkische Bericht. Konstantinopel, 13. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht. Ein deutsches Unterseeboot torpedierte am 8. Februar aus der Höhe von Beirut das französische Linicn- schijf „Snffreu", das in zwei Minuten unterging. Von den 8 5 0 Mann der Besatzung hat niemand gerettet werden können. An der I r a k f r o n t zerstörte eine zür Aufklärung in Richtung auf Cheik Said vorgesanwe Kolonne die Telegraphenlinien des Feindes in ver Umgebung und zwang durch ihr Feuer ein Kindliches Motorfahrzeug zum Rückzug. Bei Ferlahie und Kut el Amara zeitweise unterbrochenes Infanterie- und Ar- tillerieseuer. Unsere Freiwilligen-Abteilungen griffen am 7. Februar ein feindliches Lager westlich von Korna an. Der Kampf dauerte bis in die Nacht hinein. Der Feind wurde gezwungen, in südlicher Richtung zu fliehen; er ließ dabei eine Menge Tote zurück. In diesem Gefecht wurden dem Feind einige Gegangene, eure Menge Waffen, Munition und Saumtiere abgenommen. An der Ka u k a s u s f r o n t auf dem linken Flügel Artitlerie- feuer ohne Wirkung., Im Zentrum dauerten die Borpostengefechte an. Der Feind, der eine unserer Stellungen besetzt hielt, wurde durch einen Gegenangriff daraus vertrieben. Er ließ eine Menge Tote zurück. Englisch-türkische Kämpfe in Arabien. Konstantinopel, 13. Febr. (WTB. Nichtamtlich) Die Agence Milli meldet: In der Umgebung von Aden verschanzten sich die Engländer, von unseren tapferen Soldaten angegriffen Sie zogen fick) an einzelnen Punkten in die Feuertöne ihrer Kriegsschiffe zurück. Sie verharren dort seit Monaten unter den, fortwährenden Druck imserer Truppen, ohne sich zu rühren In den ersten ^Tezembectagen griffen zwei Abteilungen unserer M eb a- risten einen feindlichen Posten, der sich zwischen Cheik Os- man und der Ortschaft Hur befand, an; sie fügten dem Feinde empfindliche Verluste an Mannschaften und Tieren zu. Am 8 Dezember fand ebenfalls ein Zusammenstoß zwischen unseren Meba- rrstenabteilungen und einer englischen Kavallerieabteilung statt Trotz seiner zahlenmäßigen Ueberlegenheit wurde der Feind verzagt ; er erlitt zahlreiche Verluste. Nachdem die englische Kava l l e r i e in der Nacht vom st. Dezember ebenfalls geschlagen wurde, wurde sie auf ihrem Rüchuge von unseren Abteilungen überfallen, die durch Stämme verstärkt worden waren, die östlich von El Vatha nach Süden aufgebrochen waren. Nach diesen/ SchlW konnte der Fnnd auf ferner zügellosen Flucht kaum nach der Oertlichkert Am ad östlich Check Osman flüchten. Es rvurde nachher sestgestellt, daß bet dieser Flucht eine große Zahl feindlicher Tiere unterwegs an Hitze und Erschöpfung zugrunde gegangen sind. In der Nacht vom 10. Dezember gab es ebenfalls einen heftigen Kampf zwischen unserer Kavallerie und der des Feindes bei M e j a l e. Das Gefecht endete damit, daß die feindlichen Kräfte rn Richtung Check Osman in die Flucht geschlagen wurden. Ter Feind wurde nach dieser Niederlage sehr unrubia und verstärkte seine Verteidigungsmittel. Er wurde zudem geswungen, sich damit zu begnügen, das Gelände zwischen Cheik Osman und Amad mit Scheinwerfern abzuleuchten. Die Kämpfe in Mesopotamien. London, 12. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Das Bureau Reuter meldet amtlich aus Mesopotamien: Eine Erkundungsabte ilirng wurde ain 7. Januar beim Rückmarsch von Nasrisje von Arabern angegriffen. Unsere Der Seekrieg. Der erfolgreiche Borstoß unserer Torpodoboote. Berlin, 12. Febr. (WTB. Amtlich.) Der amtlichen Veröffentlichung vom 11. Februar über die V e r n i ch t u n g d e r „A r a b i s" durch unsere Torpedoboote ist hinzuzufügen, daß, wie die tatsächlichen Feststellungen mit Sicherheit ergeben haben, auch das durch einen Torpedo getroffene 5w ei tc englische Schiff gesunken ist. Des ferneren wurde festgestcllt, das; im ganzen der Kommandant, dcr Schiffsarzt, ein Offizier, ein Dcckoffizier und 27 Mann von dcr „Arabis" gerettet worden sind. Hiervon sind auf dcr Rückfahrt infolge des Aufenthalts im Wasser der Schiffsarzt und drei Mann gestorben. Der Chef des Admiralstabes der Marine. London, 12. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die Admiralität stellt mit Bezug auf den Bericht des deutschen Admiralstabes über d-as Gefecht an der Doggerbank fest, daß die in der Berliner Meldung erwähnten Kreuzer vier Minensucher waren, wovon drei wohlbehalten zurückgekehrt sind. Das französische Linienschiff „Suffren" versenkt. B c r l i n, 12. Febr. (WTB. Amtlich.) Ein deutsches U n t e r s e e b o o t hat am 3. Februar an der syrischen Küste, südlich von Beirut, das französische Linienschiff ,.S u f f r c n" versenkt. Das Schiff sank innerhalb zwei Minuten. Der Chef des Admiralstabes der Marine. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Das Linienschiff „Suffren" lief 1899 vom Stapel. Es besitzt eine Wasserverdrängung von 12 730 T. und hat eine Schnelligkeit von 18 Seemeilen. Die Artillerie des Schiffes besteht aus vier 30,5-Ztm.-, zehn 16,4-Ztm.-, acht 10-Ztm.- und zweiundzwanzig 4,7-Ztm.-Geschützen. Die Friedensbcsatzung beträgt 655 Mann. Bei den Kämpfen um die Dardanellen wurde es zweimal durch türkische Granaten beschädigt und zwar am 17. März und am 28. Dezember 1915. Von besonderem Interesse ist, daß der französische Admiral Suffren, dessen Namen das Schiff trägt, sich in den Kämpfen der französischen Flotte gegen die Engländer in der Mitte des 18. Jahrhunderts hervorgetan hat. Paris, 13. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Haras. Ein deutscher Funkfpvuch meldet, ein deutsches Unterseeboot habe am 8. Februar das französische Panzerschiff „Suffren" an der syrischen Küste versenkt. Wie oer „Temps" meldet, befindet sich „Suffren" augenblicklich in Toulon. Ein französischer Panzerkreuzer vermißt. Paris, 13. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Amtlich wird gemeldet: Das Marinemini- sterium ist beunruhigt über das Schicksal des Panzerkreuzers „Admiral Charner", der an der Küste Syriens kreuzt und seit dem 8. Februar keine Nachricht gegeben hat, einem Datum, an dem nach einem deutschen Telegramm ein Unterseeboot einen französischen Kreuzer versenkt haben soll. * Watta, 13. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Melung des Reuterschen Bureaus. Ter britische Dampfer „Spring- w e l l" (5593 Registertonnen) ist auf der Reise nach Indien torpediert worden. Die Besatzung wurde gelandet. Aur dem Reiche. Berlin, 13. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Wie wir erfahren, läßt die Entwicklung der Ka f fe e pre ise auf den für die deutsche Einfuhr maßgebenden Märkten für guten Konsumkaffee einen Kleinverkaufspreis von Mark 2.30 für das Pfund gerösteten Kaffee angemessen erscheinen. Solange dieser Preis eingehalten wird, beabsichtigt nach unseren Informationen die Regierung in den Kasfeehanidel nicht einzugreisen. Berlin, 13. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" meldet: S. K. und K. Hoh. der Kronprinz hat eine von der ihm zugeteilten Heeresgruppe für das bulgarische Rote Kreuz gesammelte Spende von 50 000 Mark dem König der Bulgaren überweisen lassen. Berlin, 14. Febr. Zu einer gestern abend in Breslau von dem sozialdemokratischen Verein abgehaltenen Ver- sammlung waren auch die beiden sozialdemokratischen 9lbgeordneten der Stadt eingeladen. Bernstein, der zu den 20 gehört, die entgegen dem Fraktionsbeschluß gegen die Kriegskredite stimmten, war nicht erschienen. In dem von der Versammlung mit 600 gegen 11 Stimmen angenommenen Beschluß heißt es: Solange die Regierungen der feindlichen Länder keine Friedensbereitschaft zeigen bleibt es die Pflicht der derrtschen Sozialdemokratie, der Negierung die Mittel zur Abwehr der Gegner zu gewahren. Ans Stndt nnd £mtö. Gießen, 14. Februar 1916. ** Unser Familienblatt muß heute wiederum wegen dringlicher amtlicher Bekanntmachungen ausfallen. An seiner Stelle wird ein Kreisblatt eingeschoben, das die wichtigen Bestimmungen über die Regelung d,es Absatzes und der Preise vom lebenden Vieh enthält. Wir machen iw Interesse unserer Leserschaft «ruf diese Bestimmungen besonders aufmerksam. » Sov Q V e förderun g. Zum Leutnant der Res. befördert wurde i rha ^chulver walt.er Matth. Hahn, gleichzeitig erhielt er die Hess,? sche -^.apferkeits medaille. **ZumVerkehr mit kriegsgefangenen ^eutjchen. Der Zweigverein Gießen vom Roten Kreuz *2?^ um Ausnahme folgender Mitteilung: Einer der Nummern der russischen Zeitung „Now-oje Wremja" entnehmen wir folgende Veröffentlichung: o r einigen Tagen entdeckte ein Beamter der militärischen Zensur bei Untersuchung eines aus dem Auslande ernge tröffe neu Postpaketes, das für einen Kriegsgefangenen bestimmt war, in einer Tafel Schokolade einen beschriebenen Zettel, der bei Herstellung der Schokolade in orese erngebacken worden war. Man nimmt an, daß diese Methode Briefe zu senden, in großem Umfange angewendet wird. Infolgedessen befahl dcr Oberkommandierende, alle ^g^gf'aMien darauf aufmerksam zu machen, daß Postpakete für Kriegsgefangene überhaupt nicht mehr angenom- men werden, falls derartige Briefsendungen aus der Heimat nicht innerhalb eines Monats unterlassen werden." Da auch von unseren Bezirksausschüssen häufig die Beobachtung gemacht worden ist, daß die Einschmug gelang voii^ schriftlichen Mitteilungen in Paketen versucht wurde, w-rederholt im Interesse unserer kriegsgefangenen Deutschen vor derartigen Versuchen gewarnt und gebeten werden, sich genau an die von den feindlichen Ländern gegebenen Vorschriften, über die jeder Bezirksausschuß gern m t. 6wt, zu halten und alles zu unterlassen, was den Verkehr der Familien mit ihren kriegsgefangenen Anqehö- rigen gefährden und für diese selbst von großem Schaden sem kann. Bei Sendungen an Deutsche in französischer Kriegsgefangenschaft müssen irgendwelche Nationalitätsabzeichen deutscher Bundesstaaten, wie Streifen in den Landesfarben, Wappen, Bildnisse deutscher Fürsten und Heersuhver nsw. vermieden werden. Besonders ist auch beim Ankauf von Zigarren und Zigaretten darauf zu achten, daß )ie Packungen solche Nationalitätsabzeichen nicht tragen, denn derartig ausgestattete Sendungen werden in Frankreich nicht aus geliefert. ** Fortsetzung des Studiums von verwunde t e n © t u b e n t e n. Wie uns mitgeteilt wird, hat das Sanita^samt im Eiiiverständnis mit dem Königlichen Stellvertretenden Generalkommando des 18. Armeekorps alle Lazarette angewiesen, verwundete und kranke studierende Kriegsteilnehmer auf deren Wunsch, nach Gießen oder Darmstadt, soweit angängig, zu verlegen, um diesen Gelegenheit zu geben, Vorlesungen und Hebungen in den genannten .Hochschulen zu besuchen. Die Hach,schulen haben ich erboten, auch während der Ferien Kurse einzurichten, dre, wenn auch nicht für alle, so doch für möglichst viele Fächer den studierenden Kriegsteilnehmern Gelegenheit geben werden, ihre freie Zeit nutzbringend zu verwenden und ihre durch den Krieg unterbrochene Ausbildung weiter- zufuhren. Diese im Interesse der verwundeten und kranken tudierenden Kriegsteilnehmer getroffene höchst segensreiche Einrichtung wird mit Freuden begrüßt, und sie wird viele rn Lazaretten untergebrachte Studenten veranlassen, ihre Verlegung nach einem Gießener oder Darmstädter Lazarett zu beantragen. ** Im S o l d a t e n h e i m findet Mittwoch, den 16. Februar von 3 bis 5 Uhr ein Konzert statt, das von der Kapelle des Ersatz-Bataillons Jnf.-Regts. Nr. 116 ausgefüchrt wird. Der Eintritt ist für alle Angehörigen der Lazarette und der Garnison frei. ** Die Gehaltszahlung für die staatlichen, städtischen und privaten Beamten sollte noch mehr als bisher durch Uebertrag von Konto auf Konto vor sich gehen, soweit regelmäßig höhere Beträge in Frage kommen. Schon vor Jahren hat die hessische Regierung diese Möglichkeit geschaffen, und es liegt an der Beamtenschaft, mehr und mehr davon Gebrauch zu machen. Auch andere Betriebe mit größeren Auszahlungen werden das Vorbild nachahnien können. ** Anmeldungen für das Grvßh. Realgymnasium, die Oberrealschule und für die Vorschule des Realgymnasiums und der Oberrealschule werden vom 21.—23. Februar entgegengenommen. Näheres ist aus dem Anzeigenteil zu ersehen. ** Tie Landesverteilungsstelle für Futtermittel in Tarmstadt gibt in einem Ausschreiben an sämtliche örtliche Verteilungsstellen des Landes bekannt, daß in diesem Monat außer Trockenschnitzel und etwas Trockentreber, Rapsund Mohnkuchen, auch noch Getreideschrot und zwar nur Weizenschrot und Weizennachmehl zur Verteilung kommen. Die Bestellungen müssen aber bis längstens 15. Februar bei der Zentralgenossenschaft der Hess, landw. Konsumvereine in Darmstadt eingereicht sein, wenn sie bei der Zuteilung Berücksichtigung finden sollen. Außerdem sei noch daran erinnert, daß an zuckerhaltigen Futtermitteln außer dem Melassesutter noch Rohzucker mit ausländischer Kleie vergällt sZuckerfutter) abgegeben wird. Mit Rücksicht daraus, daß Rohzucker später zur Ver- sütterung nicht mehr abgegeben werden kann, dürste eine zeittge Eindeckung des Bedarfes in diesem vorzüglichen Futtermittel ratsam erscheinen. Landkreis Gießen. o. Großen-Linden, 14. Febr. Dein Unteroffizier W,lh. Weber, Sohn der Iran I. Weber VII. Witwe, der im Oktober 1914 als Ersatzreservist mit dem Reserve-Jnianterie-Regiment 221 ins Feld rückte und bisher ununterbrochen vorm Feinde steht, wurde am 5. Febr. 1916 für Tapferkeit die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. H. Lang-Göns, 14. Febr. Leutnant und Kompagniesiihrer Karl Kiefer im Landwehr-Jnfanterie-Regiment Nr. 10. z. Zt. Regimentsadjutant. Sohn des Präsidenten des hiesigen Kriegervereins Zimmermeisters Kiefer, erhielt das Eiserne Kreuz erster Klasse. Das Eiserne Kreuz zweiter Klasse, sowie die Hessische Tapserkeitsmedaitle erhielt er bereits früher. Es ist dies der zweite Kriegsteilnehmer unserer Gemeinde, der diese hohe Auszeichnung erhielt Der Sohn unseres Bürgern,eisters, Oberförster Otto R o m p f, der als Leutnant und Kompagnieführer bei einem bayerischen Infanterie-Regiment steht, wurde schon vor längerer Zen mit dem Eisernen Kreuz erster Klasse ausgezeichnet. Kreis Büdingen. ^-Düdelsheim, 14. Febr. Der hiesige Spar- und Vorschußverein verteilte in, abgelaufenen Vereinsjahtz 8 Prozent Dividende an seine Mitglieder, 65 Prozent des Reingewinns wurden dem Reservefonds und der Betriebsrücklage überwiesen. Kreis Alsfeld. # lieber-OU eiben, 14. Febr. Lehrer Karl Euler wurde zum Leulnnnt der Res. bciörderl. Kreis Schotten. 1.. G e d e r n. 14. Rebv. Lehrer Eeorq Riedel dahier, z. 3 t. auf dem weltlichen Kriegsschauplätze, wurde zmn Sanilätsunter- oistzter bciövbcvt und Schlitverwatler Karl Schuierle aus Düdelsheim, der dis zum Beginn des Krieges am hiesigen Orte tätig war, wurde zum Leutnant der Reserve befördert und einer Maschinenaewehrformation zugeieilt. — Ter Taglöbner 'Andreas Vvf erhielt durch Bermittlung des dänischen Roten Kreuzes in Kopenhagen jetzt erst bic Mitteilung, daß sein Sobn. der im Früh- fahr vorigen Jahres bef den Kämpfen um Mlawa in russische d'e'angenschast gefallen war, bereits im Juni 1915 an Nnterleibs- typh"s tu einem sibirischen Gefangenenlager gestorberl sei Kreis Friedberg. Buhbach, 14. Febr. Dre Firma Lenz L Comp. in Berlin Hai über die B e t r t e t> s v e r h ä l t n i ss e der B u tz b a ch—Li cd er B a h n eine Denkschrift bei Großh. Binnsterinm eingereicht. Der Bevollmächtigte der an der Bahn interessierten Gemeinden. Medl- zinalrat ^.r. Vogt, hat ziir Besprechung dieser Älnqeleqenheit auf den 16. Februar 1916, nachmittags 3 Uhr, eine Versammlung »ach L, ch einbernien und hierzu die Vertreter der Behörden und Ge- meinden eingeladen. Rach dein Inhalt dieser Denkschrift hat sich der Abschluß der Betriebsrechnung nicht so günstig gestaltet, als crivartet wurde. Zur Teilnahme an dieser Versammlung hat der Gemeinderat in seiner gestrigen Sitzung das Gemeinderatsmitglied Bureauvorsteher M e tz g e r als Vertreter der Gemeinde Butzbach bestimmt. Ferner wurde beschlossen, eine Telephonverbiudung putschen der Großh. Zelleustrasanstalt und dem hiesigen ElektriziiätS- werk herztistellen. ^ tn b ach , 14. Febr. Zttm Leutnant der Res. wurde der Schulverivalter Kaiser befördert. # Melbach, 14. Febr. Ter Vizeivachtmeister K l e e b e r g e r im Res.-Draci.-Regt. 4 mürbe znm Leutnant befördert. ^ 14. Febr. Dem im 24. Dragoner-Regiment stehende:: Uuteroff:z:er Fritz Krön er wurde das Eiserne Kreuz verstehen. chp t a in m h e i m, 14. Febr. In diesen Tagen feierten die Eheleute Wilhelm Ran in voller Rüstigkeit das Fest der goldenen Hochzeit. Gictzencr Strafkammer. th. Gießen, 12. Febr. Tie am Freitag voriger Woche adderanmle Skrafkammer- verhandllrng fiel aus. Es lag nur eine Berufung gegen ein Urteil des Schöffengerichts Gießen vor, die aber vom Verurteilten' vor der Verhandlung zurückgezogen wurde. — Gesten: verhandelte btt Kammer drei Sachen unter Vorsitz des Landgerichtsrals Wiener. Wegen je eines schweren und leichten Diebstahls, wöbe: es srch in einem Falle um das Erbrechen eines Schrankes handelte,wurde der Arbeiter Will). A. von Gießen zu 1 Monat Gefängnis verurteilt. Der schon vorbestrafte A. l)at Bekannten 2 Geldbeträge in ungefährer Höhe von zusammen 30 Mark entwendet. E i n Bet r u g, A^übt durch den Provisionsreisendci: Ernst Ludw. G. aus Kasjeß hat die Strafkammer schon einmal im September vor. Js. beschäftigt. Das Schöffengericht Homberg hatte den Angeklagten als erste Instanz in der Sache für schuldig erkannt und zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt, unter anderen: mit der Begründung, da der Angeklagte wegei: Untreue schon vorbestraft sei. so rechtfertige sich die Annahme, daß er Gelder, zu deren Annahme er als Pro visionsreisender n:cht berechtigt war, an sich genommen habe, um s:e für sich zu verbrauche,:. Tie Zeugen, die den Angeklagten am stärksten belaste:: s:nd bisher nur eidlich kommissarisch, vernommen. Tie Straf kammer vertagte diesmal wieder Nach Vernehmung des Angeklagte die Sache bis zum März, weil sic es für nötig erachtet, daß d? ehemalige Ehef des Angeklagten, der zu den vernommenen Zeuge: gehört und der in Nürnberg wohnt, persönlich in Gießen in de. Verhandlung erscheint, um Klarheit über verschiedene Punkte zu geben, die der Angeklagte zu seiner Entlastung vorgebracht hat. Unter Ausschluß der Oe f fen t l ichke i t wurde gegen den Schneiderlehrling Karl G., den Schuhmacherlehrling Karl K. und den Arbeiter Ad. B., sämtlich unbestraft, in Bors darf bei Nidda wohnhaft und alle drei erst 17 Jahre alt, wegen Verbrechens im Sinne des § 176 Abs. 3 des Strafgesetzbuches verhandelt. Jeder der Angeklagten nn:rde zu eiffer Gefängnisstrafe von 1 Woche verurteilt. Strafmildernd kamen in Betracht die Jugend und Unbestraftheit der Angeklagten, wobei das öffentlich vrrkündcte Urteil auch and-eutete, daß die jungen Menschen zu ihrer Handlung verführt worden sind. Kreis Wetzlar. == Wetzlar, 14. Febr. Zu Beginn des Krieges wurd der Landweh-rma.ni: Wilhelm Eines aus dem nahen Aßla während einer Schlacht durch eine neben ihm platzend Granate derart erschüttert, daß er die Sprache verlor. All ärztlichen Versuche blieben ohne jeden, Erfolg. Dieser Tag bekam der Mann nun einen Erstickungsansalb Er rang nacl Lust und plötzlich löste sich auch das Sprachvermögen wieder ra. Groß-Rechtenbach, 14. Febr. Leutnant Wilheln D r e u t h von hier (Jnf.-Regt. Nr. 160) wurde mit dem Eifer neu Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Hessen-Nassau. ... H Marburg, 14. Febr. In einer am Samstag im Psefffcrichen Saale abgehaltenen, von weit über 100 Landwirten besuchten Versammlung des L a n d w i r t s ch a f t l i ch e n Kreisvereins Marburg besprach man in eingehender Weise den W:rtschaftsbetrieb während des Krieges und das Durchhalten der Viehbestände. Als Vertreter des Vereins bei der Generalversammlung der Landwirtschaftskammer wurden gewählt die Herren K a: i e r - GUselberg, Klingelhöfer - Caldern, R u t h - Goßfelden, Ludwig- Dagobertshnffen und Becker- Frohnhausen. Wm. Neustadt, 14. Febr. Ein schwerer Unglncksi'att hat sich in den: benachbarten Spießkappel ereignet. Dem §äac- müblenbesitzer K o h l drang ein langer spitzer Splitter von der Vorderkante einer Bohle in das linke Auge ein und ragte hinter dem Ohre an: Hinterkops wieder heraus. Der Unglückliche wurde nach Marburg zur Universstälsklimk gebracht, wo sofort eine Operation vorgenominen wurde. Ob es gelingen wird, das gefährdete Leben zu erhalten, erscheint zweifelhaft. 6-. F r i tz l a r, 14.Febr. Be: den Wiederherstellungsarberten am knesmen Dome wurden in einer gewölbten Grabgruft eine B r o n z e f i g u r, den Hl. Johannes darstellend, und in einer Wand der Krypta eingemauert eine sehr gut erhaltene, gemalte, überlebensgroße Figur aus Sandstein, ein sogenannter Gnadenthron, gefunden. Diese Figur stellt den Heiland dar. Zwischen den Knien trägt er das Krc:g mit dem Kreuzifixus; auf der rechten Hand die Taube des Hl. Geistes. Beide Gegenstände stammen aus dem ersten Jahrzehme des 13. Jahrhunderts. --- Bad Orb, 14. Febr. Im Interesse der Volksernährung beabsichtigt ein auf dem hiesigen Uebungsplatz liegender Truppenteil das im Kreise Gelnhausen brachliegende Gelände zu bebauen. Das von den Gemeinden den Truppen überlassene Brachland wird von den Soldaten bez. Gefangenen' des Lagers regelrecht bearbeitet und besät und später in gutem Zustande den Besitzern wieder zurück geg eb en. Ita versi cits-Nc-chriclitcn. — Frankfurt a. M.. 14. Febr. In die Wirtschafts- und Sozialwisscnfchaftliche Fakul äl der Univers.tät ist der Mini ecial- Vizesekrelär im österreichischen Handelsministerium und Privatdozent an der Wiener Universität Dr. Franz Z i z e k als ordentlicher Professor für Statistik unter gleichzeitiger Ernennung zum Direktor des Statistischen Seminars bern'en worden. Er wird sein neues Amt am 1. April antreten und im kommenden Semester über: Statistik, Teil I. Allgemeine Theorie und Methoden: Bevölkerungsstatistik lesen und Uebungen im Statistischen Seminar abhalten. Licrudel. 6 Neue deutsche Kriegsanleihe. Für die bevorstehende neue deutsche Kriegsanleihe dürste nach einer Meldung der „Kölnischen Ztg." ein ^/^»vrozenstger Zinsfuß gewählt werden, wobei der Ausgabekurs bei Tilgbarkeit in einem bestimmten Zeitraun: nicht weit über 90 Prozent bemessen würde. Die Anleihe böte somit die gleiche Verzinsung wie die ersten drei K?:egs- -anleihen und die Aussicht auf einer: spätere:: größeren Kursgewinn. Die Verlosung zum Nennwert würde nach drei oder fünf Jahren beginnen und innerhalb einiger Jahrzehnte zu beenden sein. Als Neuheit werden statt der bisher üblichen Halbjahrszinsen Vicrtel- jahrs-KnponS mit Fälligkeitsterminen in der Mitte jedes Vierteljahres angedeutet. Der erste Pslichteinz-ahlungstag auf die neue Anleihe wäre erst einige Tage nach dem Vierteljahrsbeginn fest- zusetzen. Spielplan der vereinigten Sranffurtcr StaSttheater. Opernhaus. Tienslaa, 15. Febr.. 7 Uhr: „Der Zigcnnerbaron." Mittwoch, 16. Feb., abds. 7*/? Uhr: „Andersens Märchen - Hierauf: „Dorothea." Donnerstag, den 17. Februar, abends 7 Uhr: „Königskinder." Freitag, den 13. Februar, abends 7 1 /, Uhr: „Hoffmanns Erzählungen." Samstag, den 19. Fcbrnar, abends 7 Uhr: „Fra Diaoolo." Sonntag, den 20. Febrnar, nachmittags 3 1 /, Uhr: „Petcrchens Mond» whrl." Abends 7 Uhr: „Mona Lisa." §chauspiclhau§. Dlenstag, 15. Februar, abends 7'.^ Uhr: Zweiter Oesterreichischer Autorenabend: .Der Tor und de: Tod." Hieraus: „Der Pnppen- svielcr." Dann: „Ter Knst ans der Redonte." Ferner: „Schöne Seelen." Znm Schluß: „Troubadour." Rstttivocl:, den 16. Febr., abends 7'/» Uhr: „Zwei glückliche Tage" Donnerstag, den 17. Februar, abends 7'/., Uhr: Bunter Abend: Dorträae. Hierauf: „Literatur." Zum Schluß: „Berlin—Bagdad." Freitag, den 18. Februar, abends 7'' 2 Uhr: .Die Jonrnallsien." Sainstag, ben 19 Februar, abends 1)4 Uhr: Znm ersten Male: „Henno, der Bauer." Eon:edi in 5 Akten von Hans Sachs Hieraus: „Tie Koinödie der Irrungen" Sonntag, den 20. Febr., nachmittags 3'/, Uhr: „In: weißen Rößl." Abends 7'/, Uhr: Bunter Abend: Vorträge. Hierauf: „Literatur." Zmn Schluß: „Berlin - Bagdad." Amtlicher Wetterbericht. Oöffentlicher Wetterdien st, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Dienstag, dei: 15. Febr. 1916: Trüb miß regnerisch, mtlo. Letzte Aachrichlen. Elbafan beseht. Sofia, 14. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Das Haups quartier gibt bekannt: Die bulgarischen Truppen besetzten gestern Elbas an. Die Bevölkerung bereitete ihnen einen warmen Empfang. Die Stadt ist beflaggt. * Zum Untergang des „Sufsren". Genf, 13. Febr. Nichtamtlich erfuhren Pariser Zeitungs- rcdaktionen gestern abend, daß die für die „S i: s f r e n" bestimmten Aunksprüche der Marine- und Militärbehörden seit dem letzten Dienstag unbeantwortet geblieben waren. Marmeminister Lacaze, er bis zu vorgerückter Abendstunde im Ministerium verblieb, ’ nute seinen Ministerkollcgen, den Admiralen und Parlamen- tariern keine neueren Mitteilungen machen. Ueberaus zahlreiche Anfragen lagen vor aus Toulon, Marseille und La Nochelle von Angehörigen der Offiziere und Mannschasten des „Suffren". Her- ^orzuheben ist, daß das Pariser Marineamt die Entsendung der .Sufsren" nach Beirut erst beschloß, nachdem die italienisch: Admiralität kein Verlangen gezeigt hatte, d:e italienische Kriegs- lagge dort zu zeigen. Die Rettung einer Motorbatterie durch Prinz Eitel Friedrich. Berlin, 14. Febr. Ter Berichterstatter des „Berliner Lokal- anzeigers", Bethlen, meldet aus dem K. K. Kriegspressequartier: Am Dobecdo kam ich zufällig zu einer Mörserbatterie, die Interessantes erlebt hat. Sie gehörte zu dei:en, die als erste im Kriegs zur Ueberwältigrmg der Engländer nnd Franzosen von ihrem Dasein Kunde gaben. Während des Bewegungskrieges an der deutschen Westfront war die Batterie überall da, wo das glorreiche Vordringen der deutschen Arrnee dürft Festungen nnd Verterdignngs- anlageu gehindert war, und sie riß die Tore belgischer und französischer Festungen ein ohne Mithilfe der ^deutschen Schwesterbatterien. Lüttich war schon in deutschen Händen, als die Batterie an der Westfront erschien. Ten ersten Schuß gab sie aus Namur ab. Für die Forts de Dantois und de Meziöres genügten einige Volltreffer, um den hoffnungslosen Widerstand zu brechen. Das Fort d'Etave hißte nach einem einzigen Warnungsschuß die weiße Flagge, eine Viertelstunde vor dem Ablauf der durch die Unterhändler erbetenen Frist. Auf französischem Boden trat die Batterie dann bis G i v e t in Tätigkeit. Am 2. September fuhr sie über die Maas und belagerte das Fort de Troyon^ was noch standhielt, als es durch einen rie-- sigen Kraftaufwand den Franzosen gelang, die dünnen deutschen Linien bei St. Denis einzudrücken. Die Mörserbatterie befand sich so zwischen zweiFronten. Der Feind hatte sich schon aus 100 Schritte an die Batterie herangearbeitet, als hinter dem Ohre der zurückweichenden tapferea,Verteidiger ein donnerndes Hurra erscholl und Königs-Grenadiere gingen, um die Batterie zu retten, zum Sturm vor. Ein kräftiger Offizier schritt, ungeachtet des Kugelregens, der ihn empfing, voran. Ein lauter Ruf erscholl, das Gewehr- Knattern und Kampfgetöse übertönend: Ein Sohn des Kaisers i st es. der Euch zum Sturm führt. Die dadurch angefeuerte Begeisterung tat Wunder. Tie heldenmütigen Königs- Grenadiere drängten die französischen Schwarmlinien zurück. Die Batterie montierte indessen das Geschütz rasch ab, kehrte um, zog sich zurück und wurde sofort zur Neuorientierung nach Metz geschickt. Dort erfuhr sie, daß ihr Retter Prinz Eitel Friedrich war. Bald darauf kehrte die Mörserbatterie zur Maas zurück, kämpfte bei St. Mihiel, beschoß das Fort Lion-^ ville, arbeitete vier Wochen hindurch in den Argonnen. .Kurz nach der italienischen Kriegserklärung war sie bereits schon am Doberdoplatean in Stellung und jetzt hält sie dort treue Wacht. Eine parlamentarische Anfrage über das Mobiliarvermögen des früheren englischen Gesandten in Darmstadt. rb. D a r m st a d t, 14. Febr. (Drahtnachricht.) Der Präsi^ dent der Zlveiten Kammer, Abgeordneter Köhler, und Abgeordneter Tr. Osann hoben soeben folgende Anfrage, betreffend dasMobiliar-VermögendesenglischenGesandten in T a r m st a d t an die Regierimg gerichtet: In der „Hessischen Landeszeitnng" vom 12. d. Mts. findet sich unter der Ueberschrift Saloniki und Darmstadt ein Artikel, der die Fortschafsung des Mobiliar-Vermögens des englischen Gesandten fesistellt. Wir fragen bei Großh. Regierung an: 1. Ist die in dem Artikel gegebene Darlegung richtig? 2. Ist die Großh. Negierung bereit, mit größter Beschleunigung Mittel zu ergreffen, die verhindern, daß das Mobiliar-Vermögen des früheren englischen Gesandten Lord Acton in Darmstadt aus Deutschland verbracht wird? 7 .Zimmer *>cir»cb. 7—8 rrim. Tüovn. m. nfl. Znbeh., mod. einger., in. elektr. Licht u. Gas, Nab mögl. m. Zentr.-Heizg., Gar- ttnanr., od. Einsam. HanS, svät. ttom nicht ausgeschloss., a. 1. Juli od. 1. Oktvr. 1916 zu beziehen. Schrisll. Arrnebore mit Breisangabe unt. 1117 an den GießenerAnzeiger erbet. 5 Zimmer Lttdwigstratze 4 im 2. Stock ichöne, geräumige 5-Zimmer-Wohnung mit allem Zubehör zum 1. Avril oder später zu vermieten. W. Nitichkowöki, Buchdruckerei. 1287 Schöne, neu hergerichtetc 5-Jimmerwobnung, Part., ver 1. Mai, evtl. 1. Avril zu vermieten. Bleichstr. 28 I., Ecke Ludwigitraste. 39 456 S-Zimmcrwobnungver 1. Avril zu vernrieten. VslS Stiller, Gnhnhofstr. 52n. Sch. 5-Zim.-Wohu., Gas, Bad, Elektr. u. Znbeh., v. 1. Slvril lOIO'od. fr. z. nernr. 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Die Beerdigung findet Dienstag, den 15. Februar, nachmittags 3 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. |113 j. Heute morgen verschied unerwartet infolge einer Herzlähmung meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Wielmina Kraushaar im Alter von 52 Jahren. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: H. Kraushaar. Giessen (Seltersweg 56), den 12. Februar 1916. Die Beerdigung findet in aller Stille statt. 1138 Kondolenzbesuche und Blumenspenden dankend verbeten. m Frischer Haitraak vorzüglich in Qualität und Geschmack, ä Liter GO Psq., im Ausschank ä Glas 10 Pfg. empfiehlt (07596 Heinrich Kühl, ,,Zam kühlen _Eek **, Sloosnwsg 38. Weiße Schmierseife Ersatz für teure Oelseife, frei non C hlor, Soda u. Wasserglas, s®“ gut reinigend u. schäumend. Brobevake' 10 Pfd. 4.50 Mk. fl cg. Nach - nähme. Brutto für Netlv Fran E.Höhne.Frankinrt a.!H. Neue Ärnme 13 . ,,, Fl nsj- 1U Seefische I. M. 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In deren Namen: Margrctha Nuhn, geb. Benuer. Treis a. d. Lumda, den 14. Februar 1916. [07683 -— — «tu VlIU ayiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiijjiiiiniiiiiiiiHiiniiiiH yeicf btefey Blattes erhalten meine geschweitztc Badewanne, ca. 170 8tin. lang, 70 Ztm. breit, uark verzmki, anstatt Mk. 21.— für Mk. 15.75 tranko, ohne weitere Spesen. Diese Wanne 180 Ztm lang nur Mk. 17.75. Garantie Zurück, nahuie, daher kein Risiko. [1129s$ Badcwanncnfabrik Nürnberg, Rotbenburger Str. 39 . f Fortgesetzte Ersparnisse im Haushalt! Meine Nass- und Pfund-Wäsche ist zirka 50% billiger als jede im Haus gereinigte Wäsche !Ohne Anwendung scharfer Mittel zu jeder Jahreszeit blendend weiss Lieferzeit zirka 2 Tage ... 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Bankgebände*Conto Siamborc BankgebÄude-Conto Berlin Debitoren in laufender Rechnung 116588 - Debet. c * U 134 351- 234 952 99 9 159118 58 dl 9 528 422 57 2600000 — 16 125 959j25 286000 — 573 220886 23 6 625 098 700 000 500 000 599 349 07 17 dl Gewinn .75 Aktienkapital Centn. Ordenliicher Resenefonds. . Keserve-Conto SI (erhöht sich durch ckie diesjährige Zuwendung aus dem Reingewinn auf dl 5412 391,38). M * l 3« k !k I1 "i^ bsc i ,PeIbon * ;8 '® e8erv e Hj potbeken Pfandbriefe, 4%ige Pfandbriefe . . 3 v* °/ 0 ige „ . PcI'-ISE Wi ,thc,t enpfandl.ripfc ! ÄfÄT ,davon ** 3 352151; IJividonden-Conto (Restanten)' !'...'! p"? b i! pIor J. A * io “ Konto (§ 26 des Reicbsbypotbekenbankgesetzest ^ortrüge auf Provision«-Conto ! . Kücklage für Hypothekar-AusfüH© Vonrftge auf Zinsen-Contn. Vortrag auf Unknsten-Cnnto . Talonstewer-Confo Beamten-IJntersttttznnssfondV . .' ' l>r. Karl-Stiftung Creditoren in laufender Rechnung Gewinn- und Verlust Centn . . e RechtsfchutzsteHe. Frauen u. Mädchen erhalten unentgeltlich Rat und Auskunft in Rechtsaogelegenheiten im alten Rathaus Marktplatz 14 Briltwochabends von 7—9 Uhr. "D §Saöt-Theater Dienstag, 15. Febr. 1916 abends 8 Ubr: llS2 c Volks-Vorstellung Volksweise Volkspreise Die Ehre. Schauspiel in 4 Akten von Hermann Sudermann. Ende nach 10*/, Uhr. Soldaten vom Feldwebel abwärts zahlen bei allen ~ i Vorstellungen (nutzer bei - j MksvorilellungentaufLund 17 3.Sperrsitz nur halbe Preise Ginladuttu zur JC JL A nssiva. dl 36 000 000 15 100 000 - 5 033 596 09 1290 200 422809800 107220500 — 530 030 300 5438 — 7 086 586 33 16 470 — 1259 676 79 4 181904 78 2650000 — 4138 80 90000 — 691 896 11 1314 855 94 50 000 — 516 872 19 4 863 780 26 An Pfandbrief-Ziuseu. l nknsten-Cnntn: Saldo des Contos. Vortrag auf neue Rechnung ! . ! ‘ Valonsteuer Centn. " Kticklago f.H.rpothei{araiiHfiuje Cberschoss . . . jtnd Verinst-Canto wltimo Dezember 1915 . JC 955 381 71 90 0001- 20822035 78 1045 381 71 150000- 1000000 — 4 863 780126 I 27881 197175 Hamburg, den 31. Dezember 1915. Hypothekenbank In Hamburg n_ r , , , IMe Direktion: »r. feelpckc. Dr. Be„dl X c„. |) r . Hc„„ei, crg . öer Geschäftsbericht kann kostenfrei direkt .^|610185715] 29 Credit. Per Rilanz-Contn .... " Hypotheken-Zinsen’ .' „ Zinsen-Conto. « Provision^ Centn . . . " Pfandbrief-Atsin-Cnntn dl 1075 827 40 25 008 680; 40 963 988 18 552 403 38 280 298 39 Die Übereinstimmung mit den Büchern drr w I 27881197 in HambSrg^ÄÄ^ir'S5ä° thflkeilW Harn bürg, den 12. Januar 1916. Kudnipb Peltien Gustav Müller. von der Bank oder durch die Pfandbriefverkaufsstellen bezogen werden. 39 . Mlltlichen MWieijervechNillllliig LllildeS-Pfer-ezilllitlimiüsiZrgßhmiigtiliilSeffeii am Sonntag, den 27. Febr. ist«, vorm. IlV.UHr zu Friedberg i. H„ jm Hotel Trapp. , N- ^ ^ Tagesordnung: 1. Bericht des geschäftssührenden Vorstandes über die Wirksamkeit des Vereins im abgelaufenen Jahr. - Vorlage der Jahresrechnungen für das Rech- nungs,ahr 1914 und Entlastung des Rechners. 4. Genehmigung der Jahresvoranschläge für das Rechnungsjahr 1916. ^ ' 5 ®“ rftanb beä Landes-Pferdezuchtvereins. Darmstadt, den 10. Februar 1916. Der i. Vorsitzende: Müller. 1 Nbr't^'^'/E^°^'rsammlnng schließt sich um lm H°tel Trapp cm gemeinsames Mittag. ff Das trockene Gedeck kostet Mk. 2.— Es oh s ^'sucht, Anmeldungen hierzu unmittel- ^ N^ ^otel Trapp ,n Friedberg i. H. zu richten^ Fritsch Mittagessen wird Herr Oekonomierat Dilshofen, über seine "Eindrücke bei erdeankäufen in Belgien sprechen Mittel?» ^^sprache über die gemachten 1112 D «>-2Ün1>ürL.e.. 2alrn5et5en Zahnpasten Zahnpulver o^nseide, gewachst örimtl. Mundwasser Besonders empfehle meine rekh- ofl j n haltl f® Auswahl in Zahnbürsten m« u Med.- Drogerie zum Kreuzulatz Lt'° M Krundats Vr.S