Nr. 36 166. Jahrgang Der Oletzenir Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich SiehenerKamillenblätter; zweimal wöchenll.llreis- blaltfürden Ureis Stehen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Landwirtschaftliche Zeitfragen Fernsvrech - Anschlüsse: sürdieSchristleitunaH3 Verlag,Geschästsstellebl Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Sichen. Annahme von Anzeigen 'für die TageSnummer ^ „ . bis zum Abend vorher. «otanon$®nier Kammer abgegeben wurde wird vermutlich die Beziehungen zwischen Griechenlaiid und der Entente mcht verbessern. Der Ministerpräsident sprach oon dem Truck von außen und von der zunehmenden Gefahr ur Griechenland, welche aus diesem Druck erstehe, der ^ cc '-3^ bcn Charakter von Zwang angmommen yave. Er ließ durchblickm, wen er meinte, als er gegen die Verletzung der Neutralität von Korst: und gegen die gewaltsame Be- etzungvon Karabnrun protestierte. Dieser Zwang, sagte er, werde vwllercht fortdanern, aber die deutlich an dm Tag getretme Attschlossenhe,t der Natron werde Griechenland zu der uner- schutterlichen Ueberzengung drängen, daß diese Staaten das Land ab,olut Nicht. werden dazu bewegen können, von einer Politik abzuwelchen, welche die nationalen Interessen fördert Der M i - urster des Innern verteidigte unter dröhnendem Beifall die Politik der Regierung und erklärte rundheraus, daß Griechenland stm Heer Nicht demobilisieren werde. — Der Korrespondent der „Daily News' lchließt: Jemand, der griechisch verstand und mit mir die KäMmer verließ. faßte das Ergebnis der Verhandlungen so zu,ammen: Es ist k e i n e S t i m m e z u g u n st e n d e r Entente laut gewordm. Russische Truppenbewegungen in Bessarabien. «n plest' Feör. (WTB. Nichtamtlich.) Wie der „Pester Lloyd" aus Jassy meldet, ist die russische Zug- vervmdung mit Rumänien infolge von Truppenbewegung en in Bes s a ra b ien ireuerdings unterbrochen worden. Auch dre Post ist ansgeblieben. Die rumänischen Züge ahrerr bis Rnssisch-Ungheni, wo die wenigen Fahrgäste, die ms Innere Rußlands reisen wollen, zurückgehalten werden, da rn Bessarabien nur Militärzüge, die keine Zivilisten mit- nehnr-en, verkehren. Offiziell ist die rumänische Eisenbahn von der Verkehrsunterbrechung noch nicht verständigt Sofia, 11. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Der Zeitung „Karnbana" zufolge sind in Giurgewo drei höhere russische Offiziere, die Bomben mit sich führten, von den rrrmänischen Behörden verhaftet worden. Die Untersuchung hat ergeben, daß Anschläge am Donanufer beabsichtigt waren. KÄnig Ferdinand beim österreichisch-ungarischen Oberkommando. Wien, 11. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Aus dem Kriegs-« prelseguartier wird gemeldet: König Ferdinand von Bulgarien traf heute nachmittag im Standorte des k. und k. Armeeoberkommandos ein. Der Monarch, der von dem Ministerpräsidenten R a d o s l a w o w, dem Generalissimus S che ko w und einem zahlreichen Gefolge begleitet war, wurde auf dem Bahnhof von dem Armeeoberkommandanten Feldniarschall Erzherzog Friedrich, dem Chef des Generalstabs Frhrri. Conrad von H ö tz endo r f f, den dem k. und k. Armeeoberkommaiido zugeteilten Vertretern des deutschen Heeres und von den Spitzen Lokalbehörden empfangen. Nach herzlicher Begrüßung und Vorstellung des Gefolges fuhr Seine Majestät an der Seite des Feldmarschalls im Schloß. In den festlich geschmückten Straßen hatte eine dichte Menschenmenge Ausstellung genommen, die den verbündeten Herr- ' scher mit warmeir Zurufen begrüßte. Die Meinung unserer russischen Bewunderer. Kopenhagen, 11. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) In der „Nowoje Wremja" widerspricht Menschikoff der Legende, daß der Krieg jahrelarrg durch Deutschland vorbereitet sei, durch den Hinweis, daß 1914 gar kein Erfotg Deutschlands vorhanden war; daß die Deutschen vielmehr nach den Zehlschlägeri des ersten Jahres durch ihre äußerst schnell improvisierten Kriegsvorbereitmtgen erst 1915 Erfolge hatten. Alles sei verblüffend gxschckt, selten energisch iKid im tiefsten Geheimnisse geschehen. Nach der Meinung des Professors Migulirl, der sich DLenschrkoff Mrschließl:, hat Deutschland die Kriegführung nicht vor dem Kriege^ sondern im Laufe des Krieges selbst gelernt. Die Besteuerung der Kriegsgewinne in Nutzland ausgeschobcn. Kopenhagen, 11. Febr. (WTB. Nichtcnntlich) Die „Nationlul Tidende" meldet ans Petersburg: Infolge des energischen Widerstandes in Handels- nnd Jndustriekreisen j hat der Ministerrat den Vorschlag des Finanzministers über eine Besteuerung der Kr iegs ge w in ne vorläufig aufgeschoben. Ein neuer 2lusdruck der Waffenbrüderschaft zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn. Wien, 11. Febr. (WTB. Nichtamllich.) Die Blätter begrüßen mit großer Genugtuung die gegenseitige Hilfsaktion Deutschlands und Oesterreich-Ungarns für G ö r z nrid O st p r e u ß e n als einen neuen Beweis für die Blntsbrüderschaft der verbündeten Reiche. Das „Fremdenblatt" schreibt: Geirau so, wie wik siegen wollten, bisher siegten und auch weiter siegen werden, wollen wir auch wieder aufüanen. Die „Neue Freie Presse" sagt: Zn der Waffenbrüderschaft cm der Front tritt jetzt auch dre Waffenbrüderschaft der Hilfsbereiffchaft, sowie das Schulter pn Schulteritehen des Samaritertums. - Die LebenSmittelsrage in Polen. Vexlin, 11. Febr (WTB Nichtamtlich.) Tie „Norddeut,'chk Llllgememe Zeitung" ,chrerbt nber die Leb ensmittelfra ge in Polen: Mit Erlaubnis der deutschen Negierung habrn Wit- neh vom belgischen Hilfskomrtee und Waloott von der Rock-efeller- stistiing eure grnndlrche Untersuchung der wirtschaftlichen Lage der einhermrschen Bevölkerung rm russischen, von den Deutschen besetzten Gebiet vorgenommen. Infolge des> weitestgehenden Entgegenkommens der Regienmg konnten sie überall Hinreisen. Sic besichttgten Kobryn, Brest-Litowsk, Warschau nnd aiidere Städte Sie dursten unter der Bevölkerung zirkulieren und sich mit ihr unterhalleu, ohne von Offizieren begleitet zu sein, so daß die Ergebnis,e der Rerse als zutreffend §u betrachten sind. In den ansge,nchten Distrikten ist die Lage der Bevölkerung immerhin ern,t. Handel mid Wandel liegen ut Polen allgemein darnieder, wllmL ..au^rtzrem Rückzüge Tausende von Fabriken und Werkitatten zerstört haben. Lkuch die Ernährungsfrage ist eine sehr b L C nur konnten, die Ernte vernichtet ^^^^'de„en ift em erheblicher Teil der Bevölkerung in öüentti^n ' , ec darauf angewiesen ist, voll der "uentUchen Mildtätigkeit zu leben oder von den Deutschen ernährt Daß die Ernährung nur das ^geraM absolut Not- bieteu kann, ist ber der bestehenden Lage ttar. Es wäre äb^licke-^L^^ erwünscht, wenn für Polen und Litauen enr würde, wie es seit langem für tiomert Letzten Gebiete Nordstankreichs erfolgreich fimk- ^ brt' Hierzii ist nach An,icht der amerikanischen Vertreter eine Z von etwa emer Million Dollar erforderlich, bcietztt G^i^bdl^unllhat ihnen zugesick>ert, daß etiva in das J? b 1 ^vgestihrte Nahnmgsmittel nur der notleidenden, Sslvx* 19 JWS kommen sollen. Die ammikaNischen Vertreter Gelegenheit haben, sich zru überzeugen, daß die Nahrungsmittel nur ihrem eigentlichen Zweck ent- ,prectMnd verwendet würden. Die in Frankreich weilende» Engländer. Bern, 11. Febr. (WTB. dttcktamtlich.) Wie die Neue Zürcher Zertuna" ans Lyon erfährt, müssen sich, alle in Frankrerch weilenden Engländer itwm 18. W ™ t 41. üttfee rn dre WrlrtärWen ^fntragein . ^ Die Jrerrbewegung in Amerika. New Dvrk, 10. Febr. Hier ist ein Aufruf zu erneu sc a r ro neit k> gegenwärtigen Kriege", entgegm. Weiter fährt der -tufruf fort: England ift, >vie seine Alliierten, trotz der Ueberleaen- .r -^ ^ | {cf) in jedem Kampfe unterlegen, in dem cs am mit i> Geschicklichkeit, Mut und Kraft ankam, und cp l>at seine Sache bei den Neutralen mir über Wasser Q0t|ut UJlb. II Xio ß'AlVrt'f gel-alben dank der mittels deren seine Lieblingsrvafsen de heit mit dem Geschick und Erfolg ge >me sie eine reife Erfahrung und ervrr I)aden. ■I' 1 Kontrolle über die Kabel, Verleumdung und Falsch- »vungen tverden konnten, tc Neigung ihm verliehen Die neutrale Friedenskouferenz in Stockholm. . , Stockholm, 11 . Febr. (WDB. Nichtamtlich.) Die neu- ^?^^?^oenskoir 7 ereuz begann am Donnerstag zu tagen. Der Stockholmer Vürgermeiiter Lindhagen wurde einstimmig zum Wortführer gewählt Da die Vertreter aus Norwegen, Dänemark, Holland und der Schweiz noch nicht angekvmmen sind, gilt die Ver- un{ * ^orerft nur als provisorisch. Fords Ankunft wird dem- ^ c/ erwartet. Die Grundlage der Verhandlungen soll die Abschaffung der Rüstungen zusarnmen mit der Einführung einer internattonalen Rechtsordnung bilden, die die Völker und Indi- viduen schützt und ihnen politische, wirtschaftliche und geistige Freiheit verleiht. C-ine spanische Sympathiekundgebung. Mn k 5 bbr. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Nordd. Mg. Ztg. schreibt Wer eine spanischeSympathie- kundgebung: Nach Mitteilungen ans Madrid hat die o.Zeitung „Tribuna" die Beröffentlichung der bis Mute Januar eingegungeneu Zeichnungen für eine Kund- gebung spanischer Intellektueller zugunsten Deutschlands abgeschlossen, rüber das vor. einigen Wochen berichtet worden rft. Die damals angegebene'Zahl ist auf etwa 15 000 gestiegen; darimter befinden sich 2 W Universitätsprofesso- Gelehrte, 308 Schriftsteller und Journalisten, 141 .tunfuer, 7 % Aerzde, 1285 Juristen. 461 Ingenieure und 472 Lehrer. Mit besonderer Freude kann es begrüßt wer den, daß die gesamte spanische Presse der Sym p athieknnd gebung für Deutschland wohl wollend gegen üb ersteht, während seinerzeit ein frankophiles Manifest, das nur eine geringe Unterschriftenzahl vereinigte, in der Presse und bei der Bevölkerung all genreinen Widersprich gefunden hat. Die Bewegung gegen die unv alle lebendige Kräfte cinzu setzen. Unterstützt durch diese uuer1ck)utterlick>e Festigkeit setzen Italien und Frankreich unter 1 sfm » a $ tlien i vereinigt sind, in enger Brüderschaft der Nassen und Waffen den riesenhaften Kampf fort, indem mit ihren Ge , ch i ckc n das Schicksal der Zivilisation auf dem e - * e ^ 3' n Lesern Sinne erhebe ich mein Glas zu Ehren rev Königs und der Königin .von Jtaliien und der alliierter, bereue. Ich trmke auch auf das Wahl Eurer Exzellenz und der wniglicken Regierung, deren edelmütige Gastfreundschaft wir nach lhrem hohen Werte zu schätzen wissen. An «dem in der Consulta von Sonnino gegebenen Essen nahmen außer Brr and und den übrigen Mitgliedern der sranzo ischen Mission teil: Sala ndra init den Ministern, dre Botschafter Frankreichs, Englands, Rußlands und Ia- pan^, dre 0-esandten von Serbien und Belgien, die Unter- sta«atssekretäre Borsarelli und DaN Olio, der Bürgermeister v>on Rom, höhere Offiziere und hohe Beamte. als London, 11 . vermißt die Der Seekrieg. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) britischen Dampfer „Satrap", Lloyds meldet , „Tynemouth", „evtenariff , „Hummersea" und die britische Bark „Jnvermark", lorme die italienischen Dampfer „Jniziativa" und „M. Beniliure". gegen Toronto, 11 . Febr. des Reuter scheu Bureaus. Die D e u t s che n, welche in K a n a d a Deutschen irr Kanada. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung Bewegung g e g e n di e amtliche 'Stellen beklei den, nimmt sehr stark zu. In einer gestern abend ad-gehal ten-en Versammlung wurde ihre Entfernung verlangit- Es wurde ein antideutscher Bund mit dem Motto gegründet- „Kerne derrtschen Güter, Arbeiter .oder Einwanderer!" RÄcktritt des amerikarnscheu.Kriegssekretärs. Washington, 11 . Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Mel düng des Mnterfchen Mrrecrus. Der Kriegssekretär Garri^ s on. demissionierte, wie verkantet, weil die große Mehrheit des Kongresses gegen seinen Vorschlag betreffend die Kon ttnentalarmee war. 2luch der stellvertretende Sekretär des Kriegsdepartements, Breckinrid ge, demissionierte. Die Verschärfung des ll-Bootkrieges. Washington, 11 . Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Mrreaus. Man erwartet, daß. die Regierung infolge der 'derchchen Note über bewaffnete Handelsschiffe die Mnerik-aui sehen Bürger davor warnen wird, auf solchen Schiffen zu reisen und damit ihre frühere Haltung aufgibt. Die AnSeinaudersetzttttg zwischen Amerika und Oesterreich-Ungarn. in Paris errichtet wird und daß die Italiener an der Munitionserzeuqinia teil- nehnren. Trinksprüche. Rom, 11. Febr. (WTB. Mchtamtlich.) Bei dem Festessen auf der Consulta zu Ehren Briands und feiner Begleiter brachte Sonnino folgenden Drinkspruch aus: ’ Ich bin glücklich, unter mis das Haupt der Regierung Frank- reicbd zu begrüßen, au das uns so viele alte Tradüwnen und eine durch die Waffen erneute Brüderlichkeit knüpfen. Die Anwesenl>eit Eurer Exzellenz ist ein neues Pfand unseres festen Vertrauens auf einen sieg reichen Ausgang des Kampfes, den die Verbündeten durch die Vtacht ihres unerschütterlichen Bundes für die Sache der Freiheit und Gerechtigkeit durchführen. Ich erhebe das Glas auf die Gesundheit des Präsidenten der französisck«n Republik, die verbündeten Souveräne, sowie die Gesundheit Eurer Exzellenz, die ich nanieus der italienischen Regierung und der italienisclren Nation null kommen heiße. Auf ben Trinlfpruch Sonninos erwiderte Briand- Im Namen der Regierung der Republik bringen, meine Kollegen und ich der königlichen Regierung und ganz Italien den herzlick-en Gruß Frankreiä-s. Mit der größten Beümnderung hoben wir gesehen, wie Ihr edles Land auf den Ruf seines nationalen Gewissens geantwortet und seinen Platz im Lager der Lllliierten genommen hat, um mit Urnen Recht und Freiheit zu verteidigen. Unsere beiden Völker find in gleicher Weise überzeugt, daß der lchließliche Sieg aus ihrem festen Witten hervorgehen lvird mit ihreir Alliierten gemeinsam alle Hilfsmittel, alle Energien. Aur dem Neichr. Das preußische Abgeordnetenhaus und der U-Bootkrieg. Be r l i n,11. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Nachdem die Tenk- schrift der Reichsregierung über ^den U-Bvotkrieg nnb die Acuüerung des Reichskanzlers, daß er die Empfindung des ganzen deutschen Volkes ausspreche, wenn er erkläre, daß er einer Demütigung Deutschlands nicht zu stimmen und sich die Waffe des llntersceboots nicht aus der Hand reißm lassen könne, veröffentlicht lvorden ist, hat der ^ t a a t s h a u s h a l t s a u s s ch u ß des AhgeordnetenHauses mit überwiegender Mehrheit beschlossen, den am 9. Februar von ihm gesagten Beschluß der Oesfentlichr- kcit zu übergeben. Der Beschluß lautet: Den Präsidenten des Abgeorduetenhauses zu ersuchen, dem Ministerpräsidenten von folgender Auffassung des Llchsschusses Mitteilung zu machen: Der Ausschuß würde es im Interesse des Landes für schädlich erachten, wenn sich aus der Stellungnahme der Rcichsleikung gegenüber Amerika die Konseguenz einer Einschränkung in unserer Freiheit, einen uneiugeschräntten und dadurch voll wirksamen Unterseeboot-' krieg zum geeigneten Zeitpunkt gegenüber England aufzunehmen, ergäbe. * Berlin, 12. Febr. lieber den deutsEchen Arbeitsmarkt im Jahre 1915 sagen die Blätter, daß, wenn das Ausland überhaupt noch überzeugt werden könnte und wollte, daß das deutsche Wirtschaftsleben unter dem Weltkrieg trotz aller Anstrengungen unserer Feinde rveniger litt als man draußen und drinnen annahm, ihm die Darstellung des Kaiserlichen Statislisck)en noch eher hingehen, daß rmrn die Tugend z>ur Schau stelv obwohl ja dies auch ein IrTvtum ist,'daß sie &a$u da fei. Mer eine greulichere Art der Selbstbestuunung ist diejenige, oie vornehmlich in unserer Z^it uufgekommen wur. Du fand mau seine Lasterhaftigkeit rnerlwürdig. Mivn suchte sie psychologisch zu erklären. Miau beginnn sie als Musber d-er Lasterhaftigkeit auf.zustellen und ausz>ustellen. So etwa dachte man sich die Forderung „leben und leben lassen" in rhver Aussiihrung. Wir hoffen, daß der Krieg uns hierin eine dauernde Besserung gebracht hat. Dem schlimmsten Unheil ist gewehrt oadurch, daß der Krieg es deutlich vor Augen führt: Da ift ein Befehl, ein Gebot, ein Gesetz, das verlangt Gehorsmn. Denn eine ehrfurchtgebietende Macht steht dahinter. Es ist der Wille des ganzen Volkes, wenn nicht noch mehr. Da kann die Verderbtheit sich doch nicht mehr so ganz schamlos und öffentlich zur Schau stellen; sie muß gehorchen. Aber daß. dcw Beseht ausgeführt, das Gebot erfüllt tverde, ist rwch nicht genügend. Weil dann immer noch der Irrtum bleibt, als müsse man solche Tugend und Pflichterfüllung nun zum Schauspiel machen. Aber auch hier ist der Krieg von wohltätigen: Einfluß gewesen. In der Friedenszeit scheinen sehr viele nicht an dein Platz gestanden zu haben, den sie eigentlich ausznfüllen in sich den Berns hatten..Durch den Krieg haben Unzählige erst eine Aufgabe gefunden, die einmal ihre ^eele ganz und gar mit heiliger Begeisterung und unerwrud- licheni Elfer und Tatendrang erfüllt hat. Da hat es sich vorü selbst geuiacht, daß die Selbslbeschauung und Selbstbespiege- lung aufgehört hat; denn damit ist nichts getan, und sie? verhindert die Menschen, etwas Rechtes zu werden. Sondern es gilt, einfach und schlechtweg zu leben, einfach ferne Pflicht zu tun. Nichts MerklvÜLdiges soll uns dasl sein, sondern das Selbstverständliche, das, womn alle ihre Seligkeit finden sollen. ek. Aug. Balen- des Landwirtes Klasse erhaltenu (Der G r o ß - Auszeichnung. Der Landstnrmmmm tin vom Landsturm-Jnf.-Regt. 10 , der Sohn Valentin au der .Hardt, hat das Eiserne Zvreuz 2. * Amtliche P crso na l Nachrichten, her zog hat dem Postageuten a. D. Karl Z u l a u s in Rvdheim'a. d. H. das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Jüschrfft „Für lang- lährrge treue Dienste" am Bande des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. ** Gießener5öausfrauen-Verein. Am 10. Februar, abends 8 V 4 Uhr, sprach Herr Georg Simon vor einer sehr großen Zuhörerschaft in der neuen Aula über: „Bewirtschaftung der Kleingärten in der ge g enw-är ti g e n Z e i t". Er legte zunächst dar, was man bereits im Vorjahre durch intensivere Bewirtschaftung des Bodens erzielte, und zeigte dann, wie und wann mit den Amtes üb-r die Lage des Arbeitsmarkt.es in Deutschland dafür den Arbeiten in den Gärten begonnen werden soll, wie der Boden Beweis liefern muste. Mit verschwindenden Ausnahnren habe * ■ " • - — - das gesamte deutsche Erwerbsleben alle Schwierigkeiten längst überwunden, und die Arbeitslosigkeit habe sich bei uns- so gut wie gar nicht gezeigt, und sie sei heute jedenfalls geringer als im ^rieben. D erliu, 12 . F^br. Die K riegsgewinnbesteuc- v n n g s v 0 r l a g e tvird, loie wir verschiedenen Blättern entnehmen, in dm: nächsten Tagen dem Bundesrat zugehen. Anfang März, meint man, werde sie für die Beratungen im Reichstag beveit sein. Arrs HesZeu. Die Lage des Handwerks. Von der Hess. Handwerkskammer wird uns geschriebene Der Budgetausschuß des preußischen AbgeordnerenHauses hat sich mit der Lage des Handwerks ausführlich beschäftigt. Bei den Verhandlungen erklärte der Handelsminister u. a., das; allgemeine Zahlen über die Beteiligung des 5)andiverks ihm zurzeit nicht zur Verfügung ständen. I m m erhi n s e i aber die Heranziehung des Handlverks recht befriedigend gewesen: so habe allein die Feldzeugmeisterei durch Vermittlung des^ deutschen Handlverks- und Gewerbekammertags ffir rund 37 Millionen Mark Aufträge dem Handwerk >zugewandt. Eine umfassende Organisation sei auf Anregung des Handwerks- und Gewerbekarnmertages, der die großen genossenschaftlichen Verbände dabei zu beteiligen gewußt habe, im Werke. Die Staatsregierung bringe diesen Bestrebungen Interesse entgegen, das auch gelegentlich durch die Gewährung von Beihilfen ausgedrückt werde. Wenngleich diese Beträge gegenüber den Riesensummen, die für die Industrie in Betracht kommen, und insbesondere gleich von Anfang des Krieges an für die Ind'.istrie allein in Betracht kamen, bedeutend abfallen, so erkennt doch das Handwerk dankbar seine Heranziehung zu den Kriegslieserungen an. Tausenden von kleineren und mittleren Betrieben wurde das Weiterbestehen ermöglicht, dafür sorgten die einzelnen Handwerkskammern durch gerechte Berteil'ung der Arbeiten, siowie auch durch Erlcichtcrimgen: beim Bezug der RolMateriulien. Wichtig bei der Sackte ist aber noch, daß das deutsche Handwerk Gelegenheit bekam, seine Leistungsfähigkeit zu erweisen. Daß, cs leistungsfähig! und dabei anpassungsfähig ist, haben die zur Zufriedenheit der vergebenden Aemter ausgeführten großen Aufträge gezeigt. Es darf darum mit Sicherheit darauf gerechnet werden, daß auch nach dem .Kriege das Handwerk ebenbürtige BerücksichtigmiA findet, was für die vielen Tausende von im Felde stehenden Handwerksimnstein und Familienvätern eine große Beruhigung ivegen ihrer wirtschQfd- lichen Existenz sein darf. Folgen die staatlichen und städtischen Behörden dem weitschauenden Vorgehen der Militärverrvaltungen, dem .Handwerk Arbeit zu angemessenen Preisen zu geben, dann wird der größte Teil der Fürsorge für die heimkelwenden Krieger aus dem Handwerkerstand damit erfüllt sein. * rb. Darmstadt, 11. Febr. Der erweiterte Finanzausschuß (Kriegsausschuß) der zweiten Kammer zur Erledigung wirtschaftlicher Fragen und Maßnahmen hielt gestern nachmittag unter Borsitz des Abg. Dr. Osann in Gegenwart des Ministers des Innern v. Hombergk und mehrerer Ministerialvertreter eine Beratung ab, die sich bis 7:>8 Uhr abends ausdehnte. In der Sitzung wurden besonders die Maßnahmen der Großh. Regierung bezüglich der K ar- t 0 f f e l f r a g e und der Fleische r z e u gung zur Kenntnis des Ausschusses gebracht, wie sie im Laufe der letzten Monate in den amtlichen Anzeigen und den darüber in der Presse gegebenen Erläuterungen bereits bekannt geworden sind. Alle diese Maßnahmen wurden eingehend erörtert, besondere Beschlüsse jedoch nicht gefaßt. Ans 1916. Stadt And Gießen, 12 . Februar Soimtagsgedankeu. Schon vvr mehr als hundert Iachven hat der Philosoph Fichte es als ein Grnndübel bei den Miodern-eu b^zeickMet, daß sie so sehr mit der Selbstlreschanung und Verwunderung ii b e r s i ch s e l b ft beschäfdigi sind. Daher Vann nichts Rechtes aus ihnen werden, bis sie sich begnü-gen, einfach und schlechtweg zu leben. Und,gewiß, ist es in den hundert Jahren inzwischen nicht besser damit geworden. Damals hat man sich ja wenigstens noch darin gefallen, sich in seiner Tugendhaftigkeit zu sonnen. Obwohl dies ja im Leben nicht weiter führt, obwohl vielmehr Stillstand auch hier meist mit Rückschritt gleichbedeutend ist, so sind doch solche Menschen lvenigftens nicht in den Grund hinein verdorben. Es kann behandelt, gedüngt und bepflanzt sein muß, um die Boden- erzeugnisse nach Möglichkeit zu vermehren. Alle diese Ausführungen sind in gedrängter Form in dem von Frau Ge- heimrat Gail gespendeten Leitfaden „Praktische Ausnutzung dee» Hausgartens" zu finden. Gleichzeitig init dieser Schrift gelangte eine Broschüre „Kleingartenbau zur Kriegszeit" zur Verteilung. DieseBrvschüre hatte Frau Geheinwrat U s i n g e r für den Verein von der Landesversicherungs-Anftalt Darmstadt kommen lassen. Die von Frau Geheimrat Gail dem Hausfrauen-Verein gewidmete Sckirift wird an alle Mitglieder des Obst- und Gartenbau-Vereins Gießen und an alle Mitglieder des Gießener Hausfrauen-Vereins kostenlos in der Geschästsstelle, Mäusburg 5, abgegeben. Pichte Mitglieder können die Schrift für 20 Pf. erwerben. Die Ans ^ Führungen des Herrn Simon, in die er manche launige Bemerkung einstreute, fand »reichen Beifall. Frau Gehermerat 11 sing e r nahm Gelegenheit, einen Artikel der „Frankfurter Zeitung" bekannt zu geben, in dem unter Hinweis auf die knappen Stossvorräte dringend vor einer Stoffversckiweu- dung, so wie sie die neueste Damenmode erheischt, gewarnt wird. Ihre Mahnung: „Spart Stoff!" fand großen An- klang. Wir werden aus den Gegenstand rwch zurückkommen. Zum Schluß machte die Vorsitzende auf Erfindungen auf hauswirtschaftlichem Gebiete, wie Röstpfannen, Roste usw. anfmerkiam. Diese Hilfsmittel sind in der Geschäftsstelle zu besichtigen. Dort sind auch K 0 ch b e u t e l zu sehen, die einfach und bequem herzustellen sind. Sie eignen sich hauptsächlich für den, der infolge seiner Beschäftigung gezwungen ist, seine Mahlzeiten außerhalb des Hauses (Feld oder Garden) einzunehmen. — Montag, den 14. Februar, soll vorläufig die letzte K 0 ch v 0 r f ü h r u n g stattfinden. Die große Zahl der Besucher, die mit der Veranstaltung am Montag 450 erreichen wird, zeigt, welches Interesse die Hausfrauen dem fettlosen Braten entgegenbringen. Der Vorstand des Vereins hat ganz besondere Veranlassung, den Damen Anthes, Grünew ald und Keh r zu danken, unter deren sachkundiger Leitung und Mitwirkung die Vorführungen zustande kamen. ** Stadttheater. Aus dem Sta!ditbsaterbur«m wird uns geschrieben: Nochmals sei auf das Gastspiel des Neuen Theaters aus Frankfurt a. M., Sonntag nachmittag 3 1 /* UI)r, hingewiesen, das eine letzte Ausführung von Karl Schönherrs „Weibsteufel" bringt. — Zur-Erstaufführung des Volksstückes mit Gesang „Das Glücksmä d el" von Reinrann und Schwartz, am morgigen Sonntagabend, dürfte folgende Frankfurter Besprechung interessieren: „Es ift ein wahres Glücke madel, denn es brachte eine Fülle von Beifall, Hervorrufen und jubelnder, in endlosen Lachsalven sich äußernder B^eisterung. Meisterhaft ift alles gezimmert, alles so bühnen- und mundgerecht gearbeitet, daß junge Autoren sich daran ein Beispiel nchmen können. In der Muftk finden sich gilte und wirksame Nummern. Bor allem schlug das Duett: „Willst du nicht ein kleines bißchen nett zu mir sein" ein, dessen einschmeichelnde Melodie öfter wiedererscheint. Aber auch das reizende Hampelnmnnduett und viele, viele andere Nummern erwiesen sich als zugkräftig! Kurzum, es war ein voller Erfolg auf der gmrzen Linie und von Lust und Humor. „Gefangene" gab es so viele, als Zuschauer da waren?" ** Militär-Kon zert findet am Sonntag, den 13. d. M., nachmittags 4 Uhr, auf der Liebigshöhe statt: ansgesührt wird es von der Kapelle des Ersatz-Bataillons Inf.-Regt. 116. ** Das Scheckki>nio als Teilersatz für Barverkehr. An alle Geschäfte und HanAhtaltungen mit higheren OKldmnsätzen ergeht der Ruf, den Barverkch»r tunlichst einzuschränken und dafür den SchecH- und Ueberweifungs- verkehr fördern zu helfen, tzmnsbesitzer, die größere Zahlungen zu erwarten und zru machen haben, sollten die Zahler und die Empfänger Mi den Ausgleich durch UeberweismB gewöhnen. Landkreis Gießen. H Watzenborn-Steinberg, 11 . Febr. He«te feierten Johann Melchior Schmandt tmb seine Ehefrau Anna Maria, geb. Fink in Watzenborn, ihre goldene Hochzeit. Jrn Aufträge des Großherzogs wurde dem Jubelpaare durch den Orts- geisllicben das Bildins des Landesherru mit eigenhändiger Namens« Unterschrift überreicht. e. St e i n b a ch, 12. Febr. Unteroisizier Jakob Schneider von hier im Reserve-Regt. Nr. 224 hat sich die Hessische T a p s erteil s m e d a i l l e erworben. 0 . Birklar. 12 . Febr. Fritz Stiefel im Feld-Art.-Regt. Nr. 14 ist mit der Hess. .Tapfe rkeitsmedaille ausgezeichn-^ worden. Stttf SJRlttjfit. “= i2.3ebr. Di- uralte romanische D»r,ktr che. d eren Ansan«« m das 12. Jahrhundert zurück- reichen, ist ne»«i»ngs euiem gründlichen Umbau unter Anlehnung an d^ alten Formen unterzogen worden. Wenig kunstverständige Sarmutcher hatten IM 18 und dann im 19. Jahrhundert die ur° lorungliche Soufocm but* Ilm- und Einbauten zu einem Zerrbild Iierabgewurdigt. Diese Mangel sind jetit unter der Leitung deS hessischen Denkmalpflegers behoben worden. Tie Alalereien sührle b" K-rchenmaler Kienzle aus. Altertumssreunden ist die „WeiberglockeE aus dem Kirchturm bekannt. Starknburg und Rheinhcssen. ' l S „ 6 “ d5 '. 12 ' Fcbr. Die gesamten Wirtschalts- «°b°ude des ^ast- und Landwirts Stephan wurden durch ein vernichtet. Das Wohnhaus, das schoi, hatte.k°nnte vorder gänzlichen Einäscherung „och Hl“ 11 Außer vielen Vorräten lind Handwirt,chastlichen Maschinen verbrannten auch 16 Schweine. Kreis Wetzlar. ra- W etz l ar, 12. Febr. Am Mittwoch wurde im hiesigen 6)cmeindewald bei starkem Andrang die evste Holzversteiae- rung abgehalten. Gleich wie bei der ersten Versteigerung im naben Wißmar war auch hier Brennholz sehr begehrt. Buchen- fchettholz kostete durchschnittlich 12 Mk. per Raummeter. Freitag, de» ^ l f tQ ^ CbrUar/ ftnbct tm ^önigl. Forst die erste Holzversteige- 1 ^-^ ebr ; i öer Verausgabung der von der ^tact beschafften Eier stellte sich heraus, daß aiiswärtigc Eierverkailser städtische Eier für 15 Pfennig emkausten und ste dann nachher für 17 Pfg. an frühere Kunden losschlugen. Um dem m Zukimst vorzubeugen, erfolgt der Verkauf der Eier fortan nur gegen Vorzeigung der Brotkarten. Hessen-Nassau. , 1 . 2 -£ ebr ' ® cr städtische Haushalts- etat na 1916/17 stellt in Einnahme und Ausgabe 261097 Mk. »»'• I,l! Steueru bkeiben dieselbe» wie im Vorjahre, nämlich 180 Prozent Zuschläge zur Einkommensteuer, 200 Prozent zu den Realsteueru und 50 Prozent zil den Betriebssteuern. ~~i , 61 anksilrt a. M., II. Febr. Die Kronprinzessin von Preuven traf gestern abend gegen 6Uhr auf dem hiesigen pauptbahnhos ein, wo sie von dem Prinzenpaar Friedrich Earl von Hessen empfangen wurde. Die Herrschaften begaben sich hierauf ,m Kraftwagen nach Schloß Friedrichshof bei Eronberq Hier verweilte die Kronprinzessin bis ,iach IO Uhr im Kreise ihrer Verwandten; sie kehrte gegen 11 Uhr nach Frankftlrt zurück, um von hier aus mit dem fahrplanmäßigen Nachtzuge nach Berlin weiterzureisen. — Haiger, 12. Febr. Die Blei- und Silbererz-- grübe „Freudenzeche- bei Steinbach, die seit zehn Jahren außer Betrieb war, nimmt ihre Förderungen ivieder auf. Die Vorarbeiten wurden von dem Hessisch-Nheinischen Bergbauverein bereits in die Wege geleitet. NiriVerfitäts-Naehriehten. --Wiesbaden, 12. Febr. Unter dem Vorsitz des Archivrots Tr. Domarus hat sich für Wiesbaden und Umgebrmg eine Ortsgruppe Nassau des Akademischen Hilfsbundes für Kriegsbeschädigte Studierende gebildet. Den Vorsitz des nassauischen Laudesausschusses übernahm Regierungspräsident Dr. von Meister (Wiesbaden). Äcri^tjjaöl. Berlin. 11. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Vor der Sechsten Strafkammer des Landgerichts I standen heute zwei lb l / 2 * 1 ahrige Jungen namens Scholz und Schulz unter der Anklage des versuchten Mordes und versuchten schweren Raubes. Beide hatten am 2. Januar eine in Berlin, Mulack- straße, wohnenden Frau P o p k e, die sie kannten, aufgesucht imd die Gelegenheit benutzt, ihr heftige Schläge mit einem Holz auf den Kopf zu versetzen und ihr mit einem Dolch mehrere Stiche an Stirn, Hinterkopf und Hand beizubringen. Ihre Absicht, ''>eld zu rauben, wurde durch das Hilfegeschrei der Frau vereitelt. Das Gericht verurteilte beide Angeklagte wegen ver- s uehten Mordes und versuchten schweren Raubes, und zwar Scholz im runr wahren Gefängnis und den Angeklagten Schulz zu vier Jahren Gefängnis. Q, 11. ?pefrr. (WTB. Nichtamtlich.) Das Reichsgericht hat die Revision des früheren Direktors ^>er Niederdeutschen I Dachk, J'ltlr1ts Ohnt,in Dortmund, gegen das Urteil ves uano- gerichts Dortmund vom 27. September vorigen Jahres, bei dem es sich um die Festsetzung einer Gesamtstrafe handelte, verworfen. Börsen-Wochenbericht. --- Frankfurt a. M., 11. Febr. Tie Vorbereitungen für die ko muhende Kriegsanleihe legen zurzeit der Börsenspekulation Zurückhaltung auf. Die Umsätze im freien Verkehr der Börse bewegten sich in dieser Woche in sehr engen Grenzen, nur für einzelne Werte zeigte sich lebhafteres Interesse. Wenn die Grundstimmung dennoch als ziemlich fest bezeichnet werden kann, so kam dafür neben der andauernd günstigen Kriegslage die befriedigende Entwicklung der Devisenpreise in Betracht und vor allem auch die Entspannung in den Beziehungen zwischen Deutschland und Amerika. Am Devisenmarkt hat die Neuordnung des Handels jede sprunghafte Entwicklung beseitigt. Diese Woche brachte ein stärkeres Weichen 'der Devisen Holland und New Bork und eine beinahe aufsehenerregende Erholung des Kursus der Auszählungen Wien und Budapest. Bei der Abschwächung von Holland soll ein größerer Effektenverkaus mitgewirkt haben. Was die Steigerung der österreichischen Valuta betrifft, so soll es unseren Verbündeten gelungen sein, sich bedeutende Markb- guthaben in Deutschland zu schaffen, und^war durch eine Transaktion der Stadt Budapest mit dein Fürsten Henckel-Donnersmarck, wobei es sich um ein verwickeltes langjähriges Geschäft handelt, sowie durch den Petroleumabschluß der galizischen Naphta-Jn- dustriellen mit dem Deutschen Reiche. Daneben wirkten bedeutende deutsche Ankäufe in österreichischen und ungarischen Henten mit, die im Vertrauen auf die Stabilität des erhöhten Kurses vorgenommen wurden. Tie Verhandlungen des Staatssekretärs Helffe- rich in Wien dürften bei der Preissteigerung ebenfalls mitgewirrt haben; sollen diese doch günstige Ergebnisse über eine angeblich kommende Valutaregulierung mit deutscher Unterstützung ergeben haben. Wesentlich gefördert wurde die zuversichtliche Stimmung auch durch eine Reihe geradezu glänzender Jahre sab-, s ch l ü s se, durch die das Vertrauen auf die w irtschaftliche Lage erneut gestärkt wurde. Juduftriepapiere verkehrten in vorwiegend fester Haltung. Begünstigt waren namentlich wieder Rüstungswerte, die Aktien von Automobil- und Lederfabriken, sowie chemische Werte — Mon t a n P a pi e r e waren auf die befriedigende Lage am Eisenmarkt, insbesondere auf die fortgesetzten Preiserhöhungen gebessert und auch Schiffahrtsaktien, konnten sich nach ihrer Ermattung etwas erholen. Bankaktien, lagen ruhig, doch fest. Deutsche Anleihen blieben aut behauptet. Von ausländischen Staatsanleihen waren, wie schon erwähnt, österreichisch imgarische Werte stärker gefragt'und höher. Ter Geldmarkt war unverändert leicht. Privatdiskonten stellten sich auf etwa 4y 4 Prozent. Märkte. Gießen, 12. Febr. Marktbericht. Auf den: heutigen Wochenmarkt kostete: Butter das Pfund 1,90—0,00 Mk.; Hühnereier das Stück 15—17 Pfg.; Käse 8—10 Psg., Kasematte 3P»g. d. St.; Ochsenfleisch das Pfund 1.60-1,64 Mk., Kuhfleisch 1.40 Mk. das Pfund, Rindfleisch das Pfund 1,60 — 1,64 Mk., Schweinefleisch das Pfund 1,50-0,00 Mk., Kalbfleisch das Pfund 1,60-1,64 Mk., Hammelfleisch das Pfund 1,60—0,00 Mk.; Kartoffeln der Zentner 3,75 Mk.; Zwiebeln das Pfustd 18-20 Pfg.; Milch das Liter 28 Pfg.; Nüsse 100 Stück 00—00 Pfg.; Spinat 20-25 Pfg. das Pfund, Wirsing 10—15 Psg. das Stück, Gelberüben 12—15 Pfg. das Pfund, Rotkraut 15—25 Psg. das Stück, Rosenkohl 20 bis 25 Pfg. das Psd., Kohlrabi 10—15 Pfg. das Stiick, Weißkraut 15 bis 25 Psg. das Stück, Roteriiben 10—12 Pfg., Römifchkohl 6-8 Pfg., Grünkohl d. Pfd. 15 Pfg.; Tomaten das Pfund 00-00 Pfg.; Sellerie 6-10 Pfg. das Stück; Endivien 10-12 Pfg. - Marktzeit von 8 bis 2 Uhr. - Fleischpreise auf dem Markte von auswärtigen Händlern: Ochsenfleisch das Pfund Mk. 1,40, Rindfleisch das Pfund 1.40-0/0 Mk., Rludfleisch-Bratenstück das Pfund 0,00—0,00 Mk., Nierenfett das Pfd. 1,20 Mk., Leber- und Blutwurst 1,45 Mk. das Pfund, Mettwurst 1,80 Mk. das Pfund, Schweinefleisch 1,45 Mk. das Pfund. fc. Wiesbaden , 11. Febr. V i ehmarkt. Auftrieb: 151 Rinder, darunter 18 Ochsen, 13 Bullen, 120 Kühe, 84 Kälber. 79 Schafe, 53 Schweine. Bei scharfem Handel und anziehenden Preisen war schnell der Auftrieb abgesetzt. ko. Frankfurt a. M., 11. Febr. Heu- und Stroh mar kt. Auf dem hetltigen Heu- und Strohmarkt war nichts angewhren. Amtlicher Wetterbericht. O e f f e n t l i ch e r Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Sonntag, den 13. Febr. 1916: Wechselnd bewölkt, Niederschläge; Temperatur wenig geändert. Letzte Nachrichtea. va§ französische Linienschiff „Suffren" versenkt. Berlin. 12.Febr. fvrt von Sormino zu Ihsstündiger Unterredung empfangen wurde. Anschließend hatte Briand mit Salandra eine r/Mndige Unterredamg. Mmrgeois blieb den Vormittag rm Hotel. Nachmittags werden weitere Besprechungen stattfinden. Um 8 Uhr war Empfang der Vertreter der italienischen Presse. Das Komitee der Nationalisten berief auf 8 UU abends einen großen Umzug ein. Für Rheumatiker und Neuralgieleidende. In einem Tage von seinen entsetzlichen Schmerzen befreit. Herr Joses Wilhelm, München schreibt: „Seit 2 Monaten litt ich derart an Ischias, daß ich nicht gehen und nicht stehen und das Bett nicht verlassen konnte. Ich hätte aufschreien mögen vor Schmerzen. Kein Mensch glaubt, was ich gelitten habe. Nichts half mir. Da brachte mir meine Frau aus der Apotheke Togal mit. Die Wirkung war geradezu wunderbar. Nachdem ich nur wenige Tabletten ge- nvmmen hatte, war ich vollkommen wiederhergeite'üt. Ich gebe daher jedem Leidenden den Rat. sich sofort aus der nächsten Apotheke das überaus billige und unfehlbar wirkende „Togal" zu besorgen. „Nieuiand wird biefc Ausgabe bedauern". Aehnlich berichten viele andere, welche Togal gegen Rheumatismus, Herenschuß, Schmerzen in den Gliedern und Gelenken, sowie bei Influenza und Kopfschmerzen gebrauchten. Es gibt nichts besseres. Alle Apotheken führen Togal-Tabletten. Best.: Acid. cet. salic. Chinin. Mg. Li. 886ss Anmeldungen für Ostern 1916 werden am 21. Februar 1916 von 10 bis 1 Uhr entgegen genommen, doch können sie vorher auch schriftlich erfolgen. Geburtsschein, Impfschein und letztes Schulzeugnis sind vorzulegen. 1083 V Alsfeld, 10. Februar 1916. Grossherzogi. Direktion. Dr. Pitz. Holzversteigerungi Fi rstliche Obersörsterei Hohensolms. Dienstag, den 15. Februar d. I., Distrikt EichelS- verg.: Nutzholz: 11 Fichteustämme 2. .Kl. mit 4,76 Fstm., 87 Fichtenstangen 1. Kl. mit 3,33 Fftm., 1004 Fichtenstangen 2. uno 3. Kl. mit 34,68 Fstm., 1530 Fichtenstangen 4.-6. Kl., darunter 1450 Bohnenstangen. 2 Nm. Eichennutzscheit in Rollen, 4 Rm. Buchennutzscheit, 1,25 Mtr. lang. Distrikt Hegkops: 1 Fichtenftamm mit 0,37 Fstm, 3 Fichienstangen mit 0,19 Fstm. Distrikt Scheuerwald: 10 Fichtenstnmme mit 1,75 Fstm, 4 Stangen 1. Kl., 11 Stangen 3. Kl.. 6 Eschen- staugen — 0,19 Fstm. Das Nutzholz im Hegkopf und Scheuerwald wird tm Eichelsberg mitverkauft. R. Brennholz: ^ ..Rm. Buchenscheitholz, 107 Rm. Buchen- und Eichen- knuvvelbolz, 4 Rm Buchenstockholz. 3200 Buchen-Stamm- und Astwellen, 110 Eschenrvellen, 480 Fichtenwellen. . Zusammenkunft morgens 10 Uhr am Eichelsberg, zunächst dem Teig,. Bei ungünstiger Witterung findet die Versteigerung bei Gastw irt Sänger statt. 11076 8 Holzverfieigermig. Dienstag, den 15. d. Mts. wird im hiesigen Gemeindewald folgendes Brennholz versteigert: 29 Nm. Buchen-Scheit 28 „ Eichen-Scheit 22 „ Buchen-Knüppel 30 „ Eichen-Knüppel 24 „ Buchen-Stöcke , 86 „ Eichen-Stöcke 1000 Wellen Buchen-Reisig 1500 „ Eichen-Reisig. Die Zusammenkunft ist mittags V/ 9 Uhr beim Bergwerk. Großen-Linden, am 8. Februar 1916. Großh. Bürgermeisterei Großen-Linden. Leun. Gesetzliche Meisterprüfunsien für miimililhe und ivciblichc Hkrsauen im Handwerk > Die Gesuche um Zulassung zur künftigen Meisterprüfung (§ 133 der Gewerbeordnung) sind mit den erforderlichen Unterlagen bis spätestens am 1. März 1916 an den Unterzeichneten einzuz, reichen. Die Prüfungsgebühr von 35 Mark ist aber vorher an die Handwerkskammer in Darmstadt — Saalbaustraße 60 — einzusenden. Gießen, am 1. Dezember 1915. Die Meisterprüfungskommission für die Provinz Oberhessen. Traber, Vorsitzender. Bem. Das Geschäftszimmer d. M.-P.-K. befindet sich jetzt Ott-Anlage 12 1, wohin alle Schriftstücke zu senden sind. 559 d Gesetzliche Gesellenprüfung. Die diesjährigen Gesellenprüfungen finden im Februar und März statt. Anmeldungen für männliche Lehrlinge finden Sonntag, den 13. Februar 16*/., bis 12 llhr, Anmeldungen für weibliche Lehrlinge finden Sonntag, den 13. Februar 12 bis 1 Nhr, m der Gewerbeschule (1 Treppe hoch, Zimmer Nr. 8) statt. Die Prüfungsgebühr von 5 Mark ist bei der Anmeldung zu entrichten und gleichzeitig der Lehrvertrag vorzulegen. Gießen, den 4. Februar 1916. 907 D Der Prüfungsausschuß des Ortsgewerbevereins Gießen Huhn. Bezirkssparkaffe Gießen. Die am 1. Januar l. I. sättig gewesenen Zinsen für Darlehn aus unserer Kasse können nur noch in den nächsten 14 Tagen ohne Kosten bezahlt werden. Bemerkt wird, daß eine weitere Zahlungsaufforderung nicht mehr erfolgt. Gießen, den 4. Februar 1916. g 92 D _Bezirksspartaffe Gießen. Bekanntmachung. Die Holzversteizerilna vom 11. !. Mts. ist genehmiat. Die Abulbricheme können vom 18. I. Mts. ab bei den betreffenden Zahlstellen in Empfang genommen werden. Holzuberweuung und erster Fahrtag am gleichen Tage. Gießen, 12. Februar 1916. Großh. Oberfürsterei Schiffenberg. T r a u t w e i n 1096 B Holzversteigerung in der Fürstlichen Oberfürsterei Sich. Dienstag, den 22. Februar, vormittags 9'/- Ubr, werden m den Distrikten Kotnhäuserkopf und Fuchsstrauch versteigert: Scheiter Rm.: 240 Buchen, 16 Eichen irund« Knüppel Rm.: 260 Buchen, 122 Eichen^ Stücke Rni ' 11Z Buchen, 84 Eichen: Reisholzwellen: 4400 Buchen.' 1^00.^'cken, 30 Fichten: 1 Buchenstamm — 1,10 Fstm, 20 Elchen «Ganenpfostew, 2 Fichtenstämme ^ 0,6t Fstm. Buiainmenkunft auf dem chauffierten Weg von Koln- hausen nach dem Höler beim Kolnhäuserkopf. Im Kvln- bauserkovs fitzen nur wenige Haufen Durchsorstungsholz. Die Beritergerung geht 1 / 2 Stunde nach Beginn durch die Durchfahrt aus die andere Seite der Bahn gegen den Mengeshäuserteich hin. 1094 O Holzsubmission. Aus dem Markwald der Mark Trais-Münzen- berg soll im Wege schriftlichen Angebots folgendes Holz verkauft werden: Eichenstämme: Klasse 4 --- 0,35 Festmeter „ 5 --- 0,86 „ 6 = 6,33 Hainbuchcnstämme: Klasse 5 — 0 29 Festmeter . „ 6 = 0,84 Kiesernstämme: Klasse 3 = 1,43 Festmeter „ ^ = 0,49 „ 5 --- 0,23 Fichtenstämme: Klasse 3 = 2,49 Festmeter „ 4 = 6,22 „ 5a -- 22,20 „ 5b --- 29,94 Angebote sind nach Klassen getrennt mit entsprechender Aufschrift bis zum 14. Februar 1916, nachmittags 2 Nhr, beim Markmeister Häuser einznreichen, wo alsdann die Eröffnung stattfindet. Trais-Münzenberg, den 8. Februar 1916. Der Markmeister. Häuser. Empfehle zum [556a F'röhjalar Sämaschinen, Pflüge aller Art Eggen, Kultivatoren Ringel- u.Cambrjdge- walzen Düngersireumaschinen Hackmaschinen, Wie- setihobeln Deutsche „WERT Mäh- und Erntemaschinen m. Patentschneideapparat „Wiesensiegei*“ Reparaturen an Maschinen u. Geräten bitte ich jetzt schon während des Krieges vornehmen lassen zu wollen und mir dieselben einzusenden. 4L Maschinen-Fabrik Telephon Nr. 17 1029 DrwUieiialM liefert In jeöer gewünscht«! Ausstattung stilrein u.preiswert die BrWU’soto* Uoiv.-OruaAart 5 Taschenlampen mit und ohne Blende Taschenlampen mit drehbarem Scheinwerfer NeüeTasdieaIanip8„F8rlüi„ als besondere Signallampe auch als Tisch- oder Wand« larupe zu gebrauchen. 8 2» laJatea, Glfeaels. empfiehlt in großerAuSwahl Edgar Borrmann Eisenwareu-, Haus- und Äüchengeräte-Haudlmm. Wir zeigen in unseren 9 Schaufenstern aparte neue Formen in < 7rühjafirs= Pale tote und jfnßügen für Herren und junge Herren — Jinaben- Jffeidung —■ c 9adten= Jfleider seideneu. woiiene Jileider und /alusen Faletots, Mäntel und Hocke für Damen, junge Damen und Mädchen sind eingetroffen! ' I 3 emheim Jferrmann Schillerplatz 4, 6, 8 . FHdUVHFUHT a. M. - Schillerplatz 4, G, 8 Gafe Ernst Ludwig Samstag und Sonntag 241 KÜNSTLER-KONZERT MmMcmmn8iP».IliiPgrni> Versammlung 1103 Lorrntag, 13. Februar, 3 Uhr nachmittags, in Gienen bei .Kraft. , . ^aaesordnunq: „Worauf har man zu söhen, wenn man lerne Bienen tm Fruhkahr nachnehl." — Beitragöerliebuna. Lethgestern, 11. Februar 1916. Pflug UN» Schwert haben Land in Land gearbeitet, um die Pläne unserer Feinde zuschanden zu machen. Aber noch sind diese nicht endgiltig besiegt, und es gilt auch weiter vorzusorgen. Die zur Erzielung von Löchsternten so nötige Kali-Düngung darf nicht vernachlässigt werden. Wo diese im Lerbst unterblieben ist, kann der Schaden durch eine Kopfdüngung mit Kalisalzen (am geeignetsten 40°/°ig«S Kalidüngesalz) wieder gut gemacht werden. — Jede weitere Auskunft erteilt jederzeit kostenlos: Kallsyndikat G.m. b. S, Agrikultur-Abteilung di. 28/2Q NEUHEITEN L in Damenkragen, Rüschen . und Westen Ein Posten Damen- u. 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