Nr. 54 Der Sietzener Anzekß« erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SiehenerKamMenblStler; zweimal wöchentl.Kieir- dlatt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land- «irtschaftliche Zcitsragen Fernsprech - Anschlüsse: sürdieSchristleitungN2 Ber!ag,Geschästsstelle51 Adresse iür Drabtnach- richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis zum Abend vorher. Erstes Blatt M. Jahrgang Donnerstag, (0. Zebruar Mb SemM-MMM für Oberhessen Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Zchristleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: §chulstr.7. Be»««»vrel r monatl. 85 Pf., viertel- jährl. Btt. 2.50; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 75 Pf.; durch die Post Alk. 2.30 viertel- jährl. auLschl. Besletlq. Zeilenpreis: lokallöPs., ausw. 20 Pf. — Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge- richtssaal: Fr.R.Zenz; für den Airzeigeutett: H. Beck, sämtlrch m Gießen. Erfolgreicher Liurmangriss beiviKH.VerVsrmarsch inAlbanien. Honig zerdinand im deutschen Hauptquartier. (WTB.) Großes Hauptquartier, 9.Februar. (Amtlich.) We st licherKriegsschau platz. Westlich von Vimy stürmten unsere Truppen die erste französische Linie in achthundert Meter Ausdehnung, machten über hundert Gefangene und erbeuteten fünf Maschinengewehre. Südlich der Somme sind die Franzosen abends wieder in ein kleines deutsches Grabenstück eingedrungen. Am Priesterwalde wurde von unserer Infanterie ein feindliches Flugzeug abgeschossen. Es stürzte brennend ab. Bride Insassen sind tot. OestlicherKriegssch an platz. Kleinere russische Angriffe in der Gegend von Jllurt (rwrdwestlich von Dünaburg) sowie gegen die am 6. Februar von uns genommene Feldwachtstellung an der Bahn Bara- nowitschi—Ljachowitschi wurden abgcwiesen. Balkan-Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Oberste Heeresleitung. Man kann nach den letzten Vorkommnissen auf dem westlichen Kriegsschauplatz noch nicht sagen, ob dort demnächst eine große Offensive einsetzen wird. Der heute im amtlichen Bericht gemeldete Teilerfolg westlich von Vimy (Vimy liegt 10 Kilometer nördlich von Arras) kündigt in dieser Beziehung ebensowenig etwas an wie die aus französischer Quelle gemeldete Beschießung der Festung Belfort aus schweren deutschen Geschützen. Der militärische Betrachter im Berner „Bund" urteilt über die kommenden Ereignisse des Frühjahrs in folgenden Sätzen: Wer die Betrachtungen der Militärkritiker in den verschiedenen Lagern verfolgt, ftrmt feststellen, daß in der letzten Zeit beim Gegner bestimmte Ossensivabsichlten gesucht werden. Diese Erscheinung läßt sich zum Teil auf die lange Dauer der scheinbaren Pause im krwgerischen Akt zurückführen, wird zum Teil aber auch durch die starke Zurückhaltung bedingt, die seit einiger Zeit im offtziellen Nachrichchenverkehr der Heeresleitungen geübt wird. Nach meiner Auffassung weisen diese und andere Anzeichen darauf hin, daß die Vorbereitungen zu den zu erwartenden großen Operationen mit gesteigerter Sorgfalt getroffen werden, da man sich auf allen Seiten bennißt ist, daß nun, im EntscheLungsjahr, mit dem Einsatz der vollen und zugleich der äußersten Kraft gekämpft werden muß. Dabei werden alle technischen Errungenschaften und alle taktischen Ersahrimgen dieses Riesenkrieges zur Anwendung gelangen. Falsch wäre es, nur Kn glauben, daß wir es mit einer Verschleppung M tun haben, und daß die allgemeine Kttegslage räumlich und zeitlich in eine gewftse feste Form gebracht worden sei, die uns gestatten würde, das Ganze zu übersehen. Wir sind vielmehr keinen Tag vor überraschenden Wendungen und einer strategischen Neuorientierung sicher. «Noch viel AuftwerksMnkeit und Spannung erfordert die Lage lauf dem Balkan. Wie von berufener Stelle im feindlichen Lager immer wieder erklärt wird, soll die Stellung in Saloniki dauernd gehalten iverden, um einen deutschen Vorstoß Liber Konstantinopel hinaus LU gefährden und unmöglich KU machen. Das sind die bekannten englischen Erwägungen, die ihren Ausdruck schon vor Monaten von den Londoner Ministertischen aus gesunden haben. Auf der anderen Seite verzeichnen wir heute eine halbamtliche Erklä- rung aus Sofia, wonach die dortigen maßgebenden Kreise, bei voller Aufrechterhaltung guter Beziehungen zu Griechenland, gewillt sind, die Feinde von der Treppe zum eignen .Hause unter allem Umständen Ku verjagen. Der Berner „Bund" meint: Es sei nicht begannt, ob die englisch-französischen Streitkräfte int Raume Saloniki auf wesentlich mehr als 200 000 Mann verstärkt worden find: * ,Zu einer Offensive großen Stils sind sie indes wohl noch nicht befähigt, und z-war um so weniger, als über die Verhältnisse weiter östlich bei Kavalla Und in Albanien noch keine Sicherheit besteht und das griechische Problem noch ungelöst ist. Eine kombinierte Offensive der Minetten, die auf die Rückeroberung Serbiens und die Durchschneidnng der zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn aus der euren Seite und Bulgarien und Türkei auf der anderen Seite hergestellten Verbindung ausgeht, ist zurzeit aussichtslos. Ob eine Offensive zur Wegnahme der D>e fen siv ba sis Sal oniki im Gange ist, wird sich nun bald entscheiden. Die Mittelmächte besitzen jetzt auf mindestens drei Frontet: Bewegungsfreiheit: es läßt sich! daher nicht sagen, wo sie diese zu nützen ttachteii. Das war anders, als man ihnen die Operationsfreiheit und Opera- tionsnotwendigkeit nur in einer ganz bestimmten Richtung zuerkennen komite. Und zwar war das nach dem Durchbruch von Gorllce, dem Durchbruch bei Przasnysz und dem Einbruch in das polnische Festungssyftem im Sommer 1915 der Fall Da wurde die Notwendigkeit und neben dieser auch dre Möglichkeit ächtbar, daß die Mittelnrächte nun den Uebergang über die ^ Donau erzwingen nnd im konzentrischen Vorgehen mit den Bulgaren die Verbindung mit der Türkei und Asten fteilegen würden. Welche Ausgaben den Heeresleitungen der Mittelmächte und ihrer Verbündeten heute als die dringlichste und erfolgreichste erscheint, b*e yu «ttschsiben muß der Zukuuft überlassen bteiben." Der Widerstand in Albanien scheint ebenso schnell zu erlahmen wie in Montenegro, wo nach dem neuesten Wiener Bericht die Entwaffnung bereits abgeschlossen ist. Die Vortruppen der österreichisch-ungarischen Streitkcäfte haben den Jsmi-Wuß überschritten und den Ort Preza genommen, der nur etwa 20 Kilometer nordöstlich von Durazzo liegt. Werter südöstlich liegt jener im Wiener Tagesbericht ßöietiniic Ort Bctljas (8 Moimeter. vpzHweMch von Tirana), MTao r-■/!<*,.. UH H > J'AfcMr, i) Re!R5S‘Epss"ßay Die Front im Westen fftgtmaraiKchg Frogtiroift. wo es zu einem kurzen Gefecht gekommen ist, in dem der Gegner geworfen wurde. Dieser setzt sich aus Resten serbischer Verbände, italienischen Abteilungen und Söldnern Essad Paschas zusammen, die sich jedoch zum weitaus größten Teil kampflos zurückgezogen haben. Aus französischen Zeitungen erfahren wir, daß Essad Pascha mit seinen Kämpfern sowie serbische Mteilungen ans Korfu untergebracht werden sollen. Nach dem „Petit Parisien" hat eine französische Mteilung die griechische Insel Fano, nördlich von Korsir, besetzt. Die italienischen Aussichten in der Mria werden auch durch das Eintteffen Briands, des französischen Ministers des Auswärttgen, in Rom nicht verbessert werden. Enttäuschungen gibt es genug, die beide Länder ausbauschen könnten. Nicht nur das Ministerium Sa- landra ist müde und mürbe, sondern auch in den obersten Stellen der französischen Republik krachen die Balken. Ein Beweis dafür ist der Rücktritt des Unterstaatssekretärs für das Flugwesen, Besnard, der wohl zu den Opfern unserer Zeppelin-Angriffe gehört oder, wie man es auch ausdrücken kann, zu den Opfern, die der Enttäuschung des französischen Volles freiwillig dar gebracht werden mußten. Der Sfterrelchisch-uugarischc Tagesbericht. Wien, 9. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amttich wird verlimlbarl: 9. Februar 1916. Russischer und italienischer Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Vortruppen der in Albanien operierenden und k. Streitkräfte haben den Jsmi-Fluß überschritten u den Ort Preza und die Höhen nordwestlich davon best Der Feind, aus Resten serbischer Verbände, italienisch Abteilungen und Söldnern Essad Paschas bestehend, verm den Kampf und wich gegen Süden und Südosten zurr Nur bei der Besetzung des Ortes V a l j a s (8 Kilome iwrdweftlich von Tirana) kam es zu einem kurzen Gefec in dem derGegner geworfen wurde. Unsere Fliec bewarfen in der letzten Zeit wiederholt die Truppenlac bei Durazzo und die im Hafen liegenden italienisch Dampier erfolgreich mit Bomben. In Montenegro ist die Lage unverändert ruh Die Entwaffnung ist abgeschlossen. Der Stellvertreter des Ehefs des Generolstabs v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant. Die Lage auf dem Battanc Sofia, 9. Febr. (WTB. Achtauttttch.) Meldung der Bulgarischen Telegraphcn-Agei:tut. Auf Gnnw der militäriscl-enLam- dü die jüngsten Ereignisse geschaffen, erachteten cS die griechische und die rumänische Regrenmg in Uebevem,nm.mung mit den bul garischen Militärbehörden für angemessen, ihre Konsuln tfnS Mona st i r (Bitolia) abzuberufen. Sofia, 9. Febr. MTB. Nichtamtlich.) DaS Rvgieruugs- ovgan „Narodne Prawa" schreibt: „Wir stehen Ijeute gemeinsam mit (imseren großen Verbündeten cnr der griechischen Grenze, nicht als Feinde, sondern mit der Hofstrung, ante Nachbarn Griechenlands zu werden. Auch sind wir nicht schuld daran, daß unsere Feinde Griechenlands Neu- ttalität verletzen und auf griechischem Boden stehen. Unsere Fteiude dürfen dort nicht bleiben, wo sie sind. Wir haben das Recht, unseren Feind dort zu suchen und zu vernichten, damit er uns nicht bedrohe. Es nmg für Griecheiüand schwer sein, fremde Truppen auf seinen: Boden zu sehen, aber wir können uns davon nicht labhalten lassen, .uns zu wehren., Obgleich es den griechischen Staatsmännern schwer fallen mag, sich zu eittscheiden, so hoffen wir doch, daß sie schließlich erkenne:, tverden, wo die wahren Freunde 'sind und daß dann ein dauerndes Freundschaftsbaud ztvischen Griechenland und Bulgarien geknüpft wird. Jedenfalls muß gesagt werden, daß wir unmöglich unseren Feind in der Nähe imferer Grenze stehen lassen köstnen. Dieser F'eind muß verttteben tverden. Wir sind bereit, allen Möglich- leiten zu begegnen im vollsten Bettrauen auf unsere Kraft und auf den Endsieg." Der Bormarsch in Albanien. Bern, 9. J^br. (WTB. Nichtamllich.) Wie der „lLvrriere della Sera" aus Paris meldet, sollen die Bulgaren aus dem Wege nach Durazzo bereits Tirana besetzt habeil. Ans dem feindlichen Lager in Saloniki. Berlin, 9. Febr. (Pi'iv.-Tel.) Die „B. Z. a. M." berichtet: Aus Saloniki wird gemeldckk: Der englische General erklärte dem griechischen General Mouscopulus bei Besichtigung der englisch-französischen Beststigimgen: Wir werden Saloniki als ständige Basis besetzen, um einen deutschen Vorstoß über Konstantinopel hinaus verhindern zu können. Wir können Salmnki nicht aufgeben, solange unser Ziel nicht erreicht ist. * König Zerdilmnö im deutschen Hauptquartier. Berlin, 9. Febr. (WTB. Amtlich.) Seirre Majestät der König der Bulgaren ist zu eine,« inehttägigen Aufenthalt'im Großen Hauptquartier eingetroff«i. Irr seiner Begleitung befinden sich Ministerpräsident Radoslawow lind der Oberbefehlshaber der bulgarisä)en Armee, Oieneral I e k o w. Zu den Besprechungen haben sich auch der Reich s- kanzler und der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes in das Kaiserliche Hauptquartier begeben. Ein Trinkspruch des Kaisers. Berlin, 9. Febr. (WTB. Amtlich.) Im Großen Hauptquartier fand heute zu Ehren des Königs der Bul- garen ein Frühstück statt, bei dem der Kaiser folgenden Trinkspruch ausbrachte: ,/^uer Majestät heiße ich auf deutscher Boden int eigenen Namen sowie int Namen meines Heeres und Volkes von Herzen rvillkommen. Wie die Begegnung auf dem blutig erstrittenen Boden von Nisch, die mir unvergeßlich bleiben wird, in der Geschichte Deutschlands und Bulgariens fortleben wird als sichtbarer Ausdruck treuer Waffenbrüderschaft, so erblicke ich auch in dem heutigen Besuch Eurer Majestät ein Symbol der Zusammengehörigkeit unserer Reiche. Diese Zusammengehörigkeit wird nicht nur durch die Gemeinsamkeit politischer und wirtschaftlicher Interessen gewährleistet. Sie wird getragen von den wechselseitigen Empfindungen der Sympathie, der Achtung und des Vertrauens, eines Vertrauens, das seine Weihe durch das Blut erhalten hat, das die Söhne beider Völker im gemeinsamen Kampfe für gleiche Ideale und Ziele vergossen haben. Möge es dem bulgarischen Volke unter der weisen und weitblickenden Führung Eurer Majestät vergönnt sein, das Erworbene mächtig auszubauen und für die Gegenwart und Zukunft zu sichern. Ich erhebe mein Glas auf das Wohl der siegreichen bulgarischen Armee, des edlen bulgarischen Volkes und seines erlauchten Führers. — Seine Majestät der Zar der Bulgaren Hurra!" Die Antwort des Königs Ferdinand. Darauf antwortete der König der Bulgaren mit folgenden Worten: „Mit aufrichtiger Freude habe ich die Reise hierher angetrcten, um Euerer Majestät für die Verleihung des F e l d m a r s cha l l-, stabes nochmals persönlich Dank zu sagen. — Tief gerührt von den gnädigen bedeirtnngsvollen Worten, die Euere Majestät an inich zu richten geruhten, gereicht es mir zur besonderen Gcnug- tmmg, Euerer Majestät als obersten Heerführer der nnbcsieg- baren deutschen Truppen heute auf deutschem Boden im deutschen Hauptquartier meine aufrichtige Bewunderung über die Dank Gottes Gnade erreichten Ruhmestaten des unvergleichlichendeutschen Volkes zum Ausdruck bringen Kn dürfen. — Der gnädige Besuch Euerer Majestät in Risch lnird mit goldenen Buchstaben in der Geschichte des bulgarischen Volkes verewigt werden als der Tag, der den Beginn einer neirew verheißungsvollen Zukunft für das nunmehr geeinigte Bulgarien bedeutet. — Auch ich bin stolz auf die durch gemeinsam vergossenes Blut begründete Waffenbrüderschaft und auf die Gemein- samkeit politischer und wirtschaftlicher Interessen. Möge es dem edlen, tapferen deutschen Volke vergönnt sein, unter der erhabenen, festen und weitblickenden Führung Euerer Majestät den ist: auf- gezwungenen Kampf so zu beenden, haß die Macht und Sicherheit des Deutschen Reiches für alle Zeiten gewährleistet ist. — Ich erhebe mein Glas auf das Wohl des siegreichen deutschest Heeres und seines erlauchten Führers. Seine'Majestät Kaiser Wilhelm Hurra!" Der französische Bericht. Paris, 9. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht vom Dienstag abend: Im A r t o i s ziemlich heftiger Artilleriezweikampf nordöstlich und südöstlich Neuville—St. Vaast. Südlich von A v r e zerstreuten wir eine Infanterie-Abteilung. In der Nähe von L a s s i g n Y , nördlich der Aisne, richteten Artillerieschüsse beträchtlichen Schaden an den feindlichen Wecken an. In der Gegend nördlich von Troyon und auf der Hochfläche von Vauclerc, nördlich Berry-au-Bac nahmen wir in Bewegung befindliche feindliche Truppen unter Feuer. In den A r g o n n e n ' wurde der Minenkampf mit Vorteil unsererseits fortgesetzt. Bei Courte-Chausses brachten wir durch drei Quetschminen feindliche Arbeiten zum Einsturz. Bei Fülle-Morte ließen wir eine Mine sprengen. In den Vogesen bombardierte unsere Artillerie feindliche Lager südöstlich von Münster und Hirzbach und südlich Altkirch. Nachmittags warf ein weittragendes deutsches Geschütz dreiGranaten auf Belfort und Umgebung. Wir schossen auf militärische Einrichtungen in Dörnach bei Mülhausen. Belgischer Bericht: Wiederaufleben der Artillerietätig- keit besonders in der Gegend zwischen Pervyse und Dix- m u i d e n, wo zahlreiche feindliche Arbeiter zerstreut wurden. Die Beschießung von Belsort. Berlin, 10. Mbr. Znr Beschießung von Belfort läßt sich der Berlirter „Lokalanz." ans Genf melden: Genanteres über den Umfang der durch die deutschen schweren Geschosse an gerichteten Verheerungen ist aus den knappgehaltenen Pariser Berichten nicht zu entnehinen. Die Angabe der Tresferpunkte und der Zahl der Opfer winde untersagt. Die parlamentarischen Armeeausschüsse erwarten Auskunft von Galli6ni, der aber bisher zu einem Besuche Belforts keine Zeit fand. Rücktritt des französischen NnterstaatSsekrctärS des Flugwesens. Paris, 9. Febr. (Zens. !Frkft.) Der Unterstaatssekretär des Flugwesens, Rens Bes narb, ist gestern nachmittag z u- ruckgetreten. Die „Agence Havas" teilt aus der Rücktrittserklärung des Herrn Besnard mit, dieser habe sich bemüht, dein Flugwesen Organisation und Ordnung zu geben. Die parlamentarischen Kommissionen konnten die erzielten Ergebnisse feststellen. Aber gestern habe Besnard im Laufe der Sitzung der Heereskoinmission des Senats, in die er den Wriegsminister begleitete, den Eindruck gehabt, als ob nran ihm Verantwortungen anfbürden wollte, die weit größer sind als seine Amtsbefugnisse und die allein dem Kriegsminister zukämen. Deshalb habe er sich entschlossen, zurückzutreten. Der Ministerpräsident habe Besnard lebhaft ersucht, seinen Entschluß zurückzuziehen, in dem er sagte, wie sehr man seine Mitarbeit schätze und ihren Verlust bedauern würde. Besnard erklärte jedoch, sein Entschluß sei endgültig. Die Regierung erklärte, Besnard nicht ersetzen zu wollen. Das Flu gewesen soll wieder unter die unmittelbare Autorität des Kriegsministers gestellt werden, der einen Direktor ernetmürt wird. Der General Gallieni drückte Besnard in einem Briefe sein lebhaftes Bedauern darüber aus, daß er sein Amt verlasse, sowie seinen Dank für die von ihm geleistete Arbeit und tatkräftige Unterstützung. Briands Reise nach Rom. P a r i s , 9 Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Vriand und Bourgeois sind in Begleitung des Ünterßaatssekretärs Thomas und des Ministerialdirektors de Mar- gerie sowie der Generäle Pellet und Dumezit heute morgen 8 Uhr nach Italien abgereist. Bern, 9. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Temps" bringt einen Leitartikel über Briands Romreise. Diese scheine hüben wie drüben gewollt, denn einmal gelte sie der Vollendung des Werkes des Znsamnrenschlusses durch Schaffung eines dauernden ausführenden Organs in Parts, dem Herzen her Koalition. Der endgültige Anschluß Italiens solle Briands Regierungspwgramm krönen. Andererseits rechne man jenseits der Alpen damit, daß der Besuch des französischen Ministers die Alliierten erst hinsichtlich der italienischen Anstrengungen aufklären wird, >da sie von dem wahren Wert der Opfer Italiens keine genügende Vorstellung hatten. In diesem Zusammenhänge erwähnt die Zeitung auch die zweideutige Stellung Italiens gegenüber Deutschland wegen der fehlenden Kriegserkl«rmtg, tröstet sich jedoch damftstdaß Italien ja seine vollkommene Solidarität erklärt habe. Italien habe gleichzeitig mit dem Londoner Vertrag sein vorbehaltloses Bündnis mit den Alliertxm unterzeichnet, indem es so freilvillig alle Folgen des .Konfliktes, in dm es freiwillig emgetreten fei, auf sät, genommen habe. Am Schluffe des Artikels berührt der „Temps" die pessrmiftischen Tendenzen, welche gewisse Politische Kreise Italiens zu stärken geneigt seien, denen aber die Regierung Salandras mit erfolgreicher Energie begegne. Das Blatt meint, unter diesem Gesichtspunkte werde die Reise Briands eine schätzenswerte Hilfe sein, indem sie allen Italienern einen augenscheinlichen Beweis der lateinischen Solidarität und der gemeinsamen Gesichtspunkte und Interessen bringe, die alle Alliierten eine und die sich auf alle Gebiete, — politische, wirtschaftliche und militärische — erstrecken müßten. Eine neue Organi ation des italienischen Transportwesens. Rom, 9. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Das Amtsblatt veröffentlicht einen Erlaß, wodurch ein vom Unterstaatssekretär der Marine geleiteter Ausschuß eingesetzt wird, welcher aus Beamten der verschiedenen Verwaltungszweige, einem Reeder, dem Direktor einer Schiffahrtsgesellschaft und zwei Industriellen zusammengesetzt sein Wird. Der Ausschuß hat erstens soweit als möglich für den überseeischen Transport von Waren und Material, soweit sie verschiedenen Verwaltungszweigen des Staates gehören, oder zu ihnen in Beziehung stehen, von ausländischen Häfen nach italienischen zu sorgen. Das hat sowohl durch italienische wie ausländische Dampfer zu geschehen. Zweitens hat der Ausschuß darauf zu achten, daß alle italienischen Dampfer, selbst die nichtrequirierten, ausschließlich im Interesse der nationalen Volkswirtschaft gebraucht werden. Drittens hat er die Bedürfnisse der hauptsächlichen Industrien zu überwachen und gemäß diesen Bedürfnissen über die Schifssbauer zu verfügen. Der russische Bericht. Petersburg, 9. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht vom 8. Februar: West front: In der Gegend von Riga schossen die Deutschen mit schwerer Artillerie: unsere Artillerie antwortete mit Erfolg. — In der Stellung bei Düna- bürg war das Gewehr- und Artilleriefeuer ein wenig lebhafter als gewöhnlich. Zwischen Med dum- und Demmensee versuchte eine starre Abtellung deutscher Aufllärer sich unseren Gräben zu nähern, wurde aber durch unser Gewehrfeuer verjagt. In Galizien entspann- sich an der Front der mittleren! Strypa eine Reihe kleinerer Gefechte zwischen unseren und den fefttdlicheu Aufklärern. Bei Uszieszko versuchte der Feind von den lieber gän gen des Flusses vorzurücken, wurde aber durch unser Feuer zurückgeworfen. — Schwarzes Meer: Unsere Schiffe beschossen wirksam die türkischen Stellungen in der Küstengegend. An der anatolis ch e n K ü st e hatten unsere Torpedoboote einen Kamps mit einer türkischen K ü st e n b a t t e r i e, ohne Schaden zu erleiden; sie wurden erfolglos von einem türkischen U-Boot angegriffen. Etn Geschwader unserer Wasserflugzeuge griff mit großen Bomben die Hafen-anlagen von Z o n gp l - dok an. Kaukasusfront: Die Kämpfe dauern zu unfern Vorteil an. Die russische KriegSgewinnsteuer. Berlin, 9. Febr. (Priv.-Tel.) Der „Berl. Lok.-Anz." meldet ans Rotterdam: Der russische Ministerrat bringt denrnächst eine Kriegsaewinnsteuer auf alle Kriegs- gewinne über 2000 Rubel ein. Die russische Anleihe in Japan. Kopenhagen, 9. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Die Petersburger Telegraphenagentur meldet aus Tokio: Hier ist ein Vertrag unterzeichnet worden betreffend Ausgabe einer russischen Anleihe in Japan in Höhe von 50 Millionen Jen znr Begleichung der russischen Staatsaufträge. Sie soll fünfprozenrig verzinst und in einem Jahre amortisiert werden. Wirtschaftliche Maßnahmen Englands. Rotterdams. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) „Maasbode" erfährt aus London: Das Handelsamt stellt einen Gesetzentwurf fertig, um die Einfuhr von Tabak und Ob st zu verbieten und die von H o l z m a s s e, Gerste für Brauereien und Zucker einzuschränken. Die Einfuhr von Tabak betrug im Jahre 1915 17 Millionen Pfund monatlich. Es ist ein Vorrat, der für zwei Jahre genügen soll, eingelagert. Die Einfuhr von Zucker betrug 1600 000 Pfund das Jahr. Das Handelsemt beabsichtigt, den Verbrauch von Papier für Pakete Und Reklameflugblätter dadurch einzuschränken, daß es hierauf eine Steuer legt, oder, wenn sie per Post versandt werden, ein höheres Porto dafür fordert. Der Vorrat an Gerste und Mais für De- stillerien soll für drei Jahre ausreichen. Für Bierbrauereien dürfen jährlich 1500 000 Tonnen Gerste, Mais und Melasse eingeführt werden. Durch das Verbot der Obsteinfuhr werden ungefähr 1000 000 Tonnen Schiffsraum frei. Unter das Verbot fallen auch getrocknete und konservierte Früchte, Oranger,, Bananen und Aepfel. Die Dienstpflicht in England. London, 9. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Der Vergär be i t e r v e r b a n d, der seinerzeit an der Abstimmung der Konferenz der Arbeiterpartei über die Dienstpflicht nicht teilnahm, hat nunmehr in einer in Lancaster abgehaltenen Versammlung eirren Antrag angenommen, in dem er sich gegen die Dienstpflicht ausgesprochen hat. Amerikanische Flugzeuge. London, 9. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einem Bericht der „Central News" baut eine amerikanische Firma jetzt Dreidecker mit Maschinen von 1000 ?8. Diese Flugzeuge können eine Geschwindigkeit bis zu 200 Kilometern in der Stunde entwickeln. Ihre Länge ist 66 Fuß, ihr Gewicht 8000 Pfund. Sie können außer der Besatzung und dem Benzin 3000 Psuud Bomben und zwei 3,3-Zoll- Kanonen mitsühren. Erfolge unserer Luftschiffe beim Angriff ans England. Köln, 9. Febr. (Priv.-Tel.) Die „Kölnische Zeitung" meldet: Außer dem englischen kleinen Kr eu z e r „C arv- lina" sind bei dem letzten Luftangriff die beiden Zerstörer „Eden" und „Nith-" auf dem Humber gesunken. Die mitteleuropäische Fahrplankonferenz. Wien, 9. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Dem „Fremdenblatt" zufolge haben gestern die Verhandlungen der mitteleuropäischen F a hr p l a n k o n f e ren z begonnen. Der erste Tag war Gruppenberatnngen gewidmet. Den gestrigen Vorverhandlungen folgte heute eine vom Eisenbahnminister Förster zu eröffnende Vollberatung der Fahrplankonferenz. Die Bedeutung der Lodzer Kämpfe. Am 8. Februar 1915 ist dte „D eutsche Lodzer Zeitung" zum ersten Male erschienen. Sie bstckt also auf ein Jahr des Wirkens zurück und hat ans diesem Anlaß eine Gedenknnmmer herausgegeben, für die ihr von einer Anzahl bekannter Persönlichkeiten Gedeckkwvrte gewidmet worden sind. Wir geben daraus folgende Aeußerungen, die auf die hohe Bedeutung der Lodzer Kämpfe für den ganzen Feldzug im Osten Hinweisen. Generalfeldmarschall v. Mackensen gibt zwei Aeußerungen wieder, die mit russischen Verhältnissen sehr vertraute Männer über die Bedeutung der Besitznahme von Lodz getan haben. Sie lauten: „Seit Lodz hat die russische Armee zwar viele neue Niederlagen erlitten; diese haben aber lange nicht dm niederschmettern- den Eindruck gemacht tvie der damalige Zusammenbruch der ©ie* geshoffnungen. Aus vollem Siegesbewußtsein war die Stimmung mit einem Male in hoffnungslose Verzweiflung um geschlagen." Und: „Zu einer Offensive großen Stils sind die Russen nach der Niederlage von Loidtz-Lowicz selbst nicht mehr fähig." Generalleutnant v. Ludendorff, Chef des GmeralstabeS des Ostheeres, sagt:-„Es ist kein Zufall, daß das erste große Zeitnngsunternehmen des Krieges in Polen gerade in Lodz eitt- stand. Die gewaltigen Ereignisse, die durch die Kämpfe bei Wloclw» wek, Kutno und Dembe eingeleitet wurden, fanden durch die Schlacht und die Einnahme von Lodz am 6. Dezember 1914 ihren Abschluß. Der Angriff der Großrussm gegen Deutschland brach endgültig zusammen. Deutschland Und deutsche Kultur waren von einer schweren Gefahr befreit. Ter Name „Lodz" wird in Deutschland nie vergessen werden. Er versinnbildlicht die Ereignisse ähnlich wie „Tannenberg". „Lodz" ist/ein Markstein weit- und k r i e g s g e s ch i ch t l i ch e r B e o e u t n n g. Die Saat, die nach der Einnahme von Lodz gesäet, wird im Friedens schlug und im Frieden zur Ernte reifen. Die Macht Mittel-EuropaS wird gestärkt, die des Großrussm nach Osten zurückgeschob.m werden, woher sie vor nicht allzu langer Zeit gekommen war. Erst damit wird „Lodz" seine ganze geschichtliche Bedeutung dauernd behalten und zu einem Wendepunkte der Weltgesästchte werden." Aus der türkischen Kammer. Konstantinopel, 9. Febr. (ÄZTB. Nichtamtlich.) Die Kammer hat mit der Beratung des Voranschlages für das nächste Gebarungsjahr begonnen. Der interimistische Finanzminister T a l a a t B e y erstattete ein Finanzexposs, in dem er auch über die Ergebnisse des laufenden Gebarungsjahres berichtete. Der Minister schloß mit der Erklärung, er sei überzeugt, daß die Bemühungen der Feinde, die Türkei finanziell zu unterjochen, gleichfalls nicht verwirklicht werde. Die Kammer nahm den gesamten Voranschlag ohne Debatte an und trat dann in eine Prüfung der verschiedenen Kapitel ein, die rasch und fast ohne Debatte angenommen wurden. Eine solche bezeichnete der Präsident Hadschi Adil Bey mit Rücksicht auf den Kriegszustand für zwecklos. Die Kammer nahm einen Antrag des Haushaltsausschusses an, nach dem die bereits für die Einfuhr aus Deutschland bewilligte Zollfreiheit für die Dauer des Krieges auf alles aus dem Auslande eingeführte Oel ausgedehnt wird. Aus dem schwedischen Reichstag. Stockholm, 9. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Schwedischen Telegraphenbureaus. In der Zweiten Kammer des Reichstages widersprach bei der Erörterung des Etats- für den königlichen Hof ein Abgeordneter der sozialdemokratischen Fraktion der Annahme des Etats, wobei er auf die in einigen Zeitungenj erschienene Meldung anspielte, itt der von einer persönlichen Einmischung des Königs in die Politik die Rede war. Der Redner wurde hierbei zweimal von dem Präsidenten! unterbrochen. Der Minister des Aeußern gab darauf folgende Erklärung ab: Anläßlich der hier gemachten Anspielung will ich erklären, daß hinsichtlich der äußeren Politik sich nichts ereignet hat, wofür der Minister des Aeußern die Verantwortung nicht trägt und tragen kann. (Beifall.) Die Kämmer bewilligte sodann den Etat, der in der ersten Kammer ohne Erörterung genehmigt wurde. Die deutsch-amerikanischen Verhandlungen. New York, 9. Febr. (Priv.-Tel.) „Associated Preß" erfährt aus Washington, daß der „L u s i t a n i a" - F a l l sehr hoff-, nungsvoll aussieht. Diese Feststellung wurde von einem hohen Beamten nach einer Beratung zwischen Wilson und Lansing gemacht. Es wurde erklärt, daß der Präsident den neuesten Vor-« schlag Deutschlands als nahezu, wenn nicht völlig, annehmbar ansehe. Der Zeekrieg. Deutsche Schiffe im atlantischen und stillen Ozean. P a r i s , 9. Febr. (WTB. Nichtaintlich.) Der „Temps" meldet aus Rio de Janeiro: Trotz der Ueberwachung durch englische Kreu^ zer ist es deutschen Schiffen gelungen, die südameri - kanischen Häsen zu verlassen. Sie durchstreifen unter amerikanischer Flagge den Atlantischen und den Stillen Ozean. Rotterdam, 9. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Rattere damsche Courant" meldet: Die „City kf Marseille", ein, Schiff der Liverpvoler Hall-Linie von 8250 Donnen, die in Morset) angekommen ist, berichtet, daß sie auf der Ausreise nach Indien durch ein Unterseeboot beschossen wurde. 12 Projektlle wurden abgefeuert, die alle zu kurz gezielt waren. Die 175 Passagiere, darunter 35 Frauen und Ktnder,- tvaven während der Beschießung unter Deck. Aus dem Reiche. Die Erneuerung des Tarifs im Baugewerbe. Berlin, 10. Febr. Wie der „Vorwärts" erfährt, hat der Staatssekretär des Innern den Verhandlungsaus schuß des Deutschen Arbeitgeberbundes für das Baugewerbe urtd der Banarbeiterzentralverbände zu ge- meinsamen Verhandlungen auf den 11. Februar in des Reichsamt des Innern ein geladen. Der Tarif im Baugewerbe läuft Ende März ab. Der Staatssekretär des Innern veröffentlichte! schon vor einiger Zeit ein Schreiben, welches an die Vertragsparteien gerichtet war, und in dem gemeinsame Verhandlungen angeregt wurden, um dem mißlichen Zustand der Taciflosigkeit vorzubeugen. * Berlin, 9. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Reichs^ anzeiger" veröffentlicht die Verleihung des Ordens pour le merite an den österreich isch-ungarischen General Köveß, sowie einen Allerhöchsten Erlaß betreffend die Anrechtrung des Jahres 1916 als Kriegsjahr, ferner die Bekanntmachungen betreffend die Kartoffeleinfuhr und die Speisekartoffelversorgung nn Frühjahr und Sommer 1916, sowie Wer Ausnahmen von der Verordnung über die Herstellung von Süßigkeiten und Schokolade. Au» Stadt und Land. Gießen, 10. Februar 1916. * Beförderungen. Zu H a u p t l e it t e n wurden befördert die Oberleutnants B r a n d , jetzt beim 2. Ersatz-Bat Jnf.- Regt. 113, Keil, 2. Ersatz-Leibgarde-Jnf.-Regt. 115, Krüger, stellvertretender Adjutant beim Bezirkskommando Gießen, S ch w a n„ jetzt Adjutant im 1. Landsturm-Ini.-Erfatz-Bat. Gießen. Zum R'i t t m e i st e r wurde befördert L o tz beim Ersatz-Pferde-Depot des 18. Armeekorps. ** Die Landes stelle für die Förderung des Goldmünzenumtauschs und verwandter vaterländischer Zwecke tvendet sich an alle, die bereit sind, ihre M- sichten zu fördern, mit der Bitte, dahin zu wirken, daß mit einer leidigen Gewohnheit gebrochen, d. h. das Zurück- Halten übermäßiger Bestände in Banknoten (und Bar) in Geschäften uttd größeren Haushaltungen vermieden werde. Wer jahraus jahrein größere Geldumsätze zu machen hat, müßte Bank- oder Postscheckkonto haben, damit wir mehr und mehr dahin gelangen, den Barverkehr zu einem großen Teil durch UÄerweisungs- und Verrechnungsverkehr zu ersetzen. Es gilt den Banknoten- umlaus her ab zumindern und das Verhältnis zwischen, «otendecrmig Und Goldbestand p stärken. Das kar, nämlich den Barverkehr ein zu sch ranken, das ist im Krieg unerläßlich, weil es die deutsche Widerstandskraft ans Wirt- schastlichem Gebiete stärken Hilst. Wo es sich um so große Ziele zum Besten der Allgemeinheit handelt, wird der Einzelne init größeren Baroingängen auf unzeitgemäße Ge- wohnheiten gern verzichten. ** Obst- und Gartenbauv er ein Gießen Am Samstag, den 5. ds. Mts., fand im Fel senkest er abends 8 V 2 Uhr emc Mitgliederversammlung des Vereins statt Auf der Tagesordnung llund ein Vortrag des Offizierstellvertreters Obstbautechnikers Lorentz über das Thema: „Wie fördern wir die Rentabilität des Obstbaues?" Der Vortragende erörterte in etwa IVsstündigem Vortrage das Thema in übersichtlräier Werse, besprach zunächst die kleinen Mittel zur Hebung der Rentabilität bei sc^on bestehenden Anlagerr durch sorg- fältioe Baumps eg^, Bodenbearbeitung, Düngung, naturgemäßen Schnitt, Schädlingsbekämpfung, tadellose Obsternte, Sortierung, Verpackung urrd Versand. Dann kamen die indirekten Mittel zur Förderung der Rentabilität des Obstbaues, gründliche technische und kaufmännische Ausbildung bezw. Wahrnehmung einer jeden Gelegenheit dazu zur Verhand'ung, weil rmr die vielseitigste Umschau imstande sind, bei Herstellung einer Neuanpflanzung vor groben Fehlern zu belvahren. Darauf ging der Berichterstatter zu der Herstellung von yttuanpflanzungen mit landwirtschaftlichen Unterkulturen über und warnte im Interesse der Landwirtschaft vor fru dichter Pflanzung und namentlich vor Zwischenpflanzung von Steinobstbäumcn zwischen Apfelstämmen. Ms beste Bodenvorbereitung wurde bei dickster Pflanzung z. B. Mirabellen zwischen Birnen oder Süßkirschen das Rigolen der Baumstreifen mit denr Rigolpflug und Untergrundspflug empfohlen und geraten, die Baumstweifen dauernd mit Hackfrucht nach erstmaliger Gründüngung zu bestellen oder abwechselnd einen Ackerstrcifen zwischen zwei Danmrcihen mit Hackfruckst und den nächsten mit Halmfrucht anzubaucn, damit die Baumpflege ungehindert ausgeführt werden kann. Für ganz intensive Öbstkultur wurde Anpflanzung von .Halbstämmen und Buschobstbäumen mit Bcerenobst und Gemüse, besonders auch Rhabarber und Spargel als Zwischenkultur in eilige friedigten Grundstücken, bei Erdbeeren die Anwendung der natürlichen Vermehrung durch Hinüberrankenlassen, empfohlen. Die Grundstücke sollten aber möglichst quadratig sein, damit die Umzäunung billig, Uebersicht und Forstschutz, leicht ans- zuführen sind. Vom Obstbau ohne irgendwelche Zwischenkulturen wurde entschieden abgeraten, da die Obsterträge durch Spätfröste und Trockenheit viel zu schwankend, die Zwischenkultnren dagegen viel sicherer sind und so einen etwaigen Ausfall an Obstfrüchten ausgleicheil. Dem Vortrag wohnten auch einige dreißig Verwundete, Schüler des Vortragenden, bei. "Viehhändler-Verein für den Kreis Gießen- Eine von etwa 60 Viehhändlern aus Gießen, besonders aber aus Ortschaften unseres Kreises stark besncbte öffentliche Viehhändler- Versammlung beschäftiqte sich mit der Schaffung einer Organisation dieser Handelstreibenden. Es wurde beschlossen, einen Viehhändler- Verein für deil Kreis Gießen zu bildeil, den: aitcf) Viehhändler au§ den preußischen Nachbarkreifen als Mitglieder beitreten können. Dem Verein traten sofort 50 Mitglieder bei, die den Entwurf voll Satzungen annahmell, wonach - der Verein sich als eingetragener Verein allftun soll. In den Vorstand wurdell gewählt: Hermann K a tz - Wieseck 1. Vorsitzender, Alex B a n in - Gießen dessen Stellvertreter ; Ferd. Bär-Gießen Schriftführer nnd Liebmann K a tz- Osteßerl Rechtler. Zn Beisitzern wurden ernannt: Leov. Eckstein- Kesselbach, S. K a n il-Ruttershausen nnd D. Ster n-Londorf. ** Früherer Ladenschluß. Nachdem der Ladenschluß an Sonntagen von der Behörde aus 2 Uhr festgesetzt nnd der Wochentags-Geschäftsschluß auf 7 Uhr abends von eirngen Geschäftszweigen eingeführt ist bezw. eingeführt werben soll, hat der mit der Bearbeitung der Angelegercheit beauftragte Ausschuß, da er den Forderungen, eine behördliche Schließung aller Geschäfte rmr 7 Uhr abends anFustreben, nicht glaubt willfahren zu können, beschlossen, die weitere Verfolgung der Angelegenheit den einzelnen Brairchen zu überlafserl. Beweiskräftig für das Verständnis der sozialen Bedeutung dieser durch den Krieg veranlaßten Neuerung, deren allgemeine Einführung ein großer Teil unserer Geschäftsleute auch für Gießen herbeiwünscht, ist ein Aufsatz in der „Dextilwvche", in denr über den 7-Uhr- Ladenschlnß in Braunschweig u. a. folgendes zu lesen ist: „Es handelt sich bei diesem Borgehen um eine in vollster Freimütigkeit und großer Einmütigkeit dnrchgeführte Maßrrahme der Detaillistenschaft aller Zweige. Durch ein gemeinsames Rundschreiben von 120 Firmen ist diese Bewegung ein geleitet worden und hat allgemein Nachfolge gefunden. Dre Handelskammer und das Generalkommando haben sich allerdings auch mit einem späteren Stadium beflißt, indessen ist bisher keinerlei amtliche Maßnahme erfolgt. Vielmehr hat die Bewegung aus sich selbst l)erans bereits einen so großen Umfang angenommen, daß die fast vollständige Ärrchführung bereits ans diesem Wege gesichert ist. Die Gründe sind sowohl Ersparung an Kosten für Heizung und Licht, wie hygienischer nnd sozialpolitischer Natur. Allgemein ist der Wunsch, die Maßnahmen auch in Friedenszeiten für die Sommermonate beizubehalten. In diesem Sinne sprechen sich säst alle Braunschweiger Gewährsmänner ans, von denen keine abweichende Stimme zu verzeichnen ist. Unter anderem schreibt uns ein sehr angesehenes nnd altes Geschäftshaus: „Wir bemerken noch, daß mar: von vielen Seiten den Wunsch äußern hört: „hoffentlich bleibt es auch nach dem Kriege so", wie sich auch allgemein daranschließend der Wim sch nach einer gesetzlichen allgemeinen Sonntagsruhe geltend macht. Die Kündschaft nru'ß dazu erzogen werden, die Einkäufe zeitiger am Tage #u machen, und wenn sie das jetzt während des Krieges lernt, dann wird es auch nach dem Kriege der Geschäftswelt nicht schwer fallen, bei einmütigem Vorgehen die getroffene Einrichtung beizubehalten, falls nicht so wie so der 7-Uhr- Ladenschlnß bis dahin gesetzlich eingesührt sein sollte. Es wäre das eine oder das andere mit Rücksicht auf das persönliche Wohl der Geschäftsleute und ihrer Angestellten sehr zu wünschen." ** Verkehr mit Kriegsgefangenen in Japan. Nach vielfachen Klagen unserer kriegsgefangenen Landsleute m Japan kommen schon seit langer Zeit Postsendungen, dre auf Wege über Schweden -Rußland—Srbrrien an sie abgesandt waren, nicht mehr an. Es empfiehlt sich daher, dresen Weg nicht mehr zu benutzen und Sendungen an Gefangene in Japan nur noch mit denr Leitvermerk „über Holland" oder „über die Schweiz" zur Post zu geben. Sendungen ohne Lertvermerk werden von der Post über Holland (Amerika) nach Japan befördert. Postanweisungen sind an die Oberpostkontrolle in Bern oder an das Königlich Niederländische Postamt im Haag zn richten, wo sie in Postanweisungen nach Japan umgeschrieben werden. Ueber alle Einzelheiten erteilen die Postanstalten auf Anfragen Auskunft. Landkreis Gießen. 6. H 0 l z h e l m , 10. Febr. Der Unteroffizier Wilh. M ü Iler erhielt am 23. Januar die Hessische Tapserkeitsmedaille. rru A b e n d st e r n, 10. Febr. Der M 0 t 0 rwa gen Wetzlar- Lollar, der aus unserer Station Anschluß an Bievertal-Bahn nimmt, traf heute mit einer vollen Stunde Verspätung hier ein. Kaum halte der Wagen die Haltestelle Atzbach passiert, so versagte er znin großen Leidwesen seiner vielen Insassen. Eine von Station Lollar telegraphisch angesorderte Maschine hotte den Triebwagen an seiner Unfallslelle ab. Infolgedessen erlitt and) der folgende Zug Lollar—Wetzlar einige Verspätung. Kreis Büdingen. ^ ^ Nidda, 10. Febr. Der Geildarinerie-Wachtrneister und Statwns'iihrer Gustav Frühling von hier ist mit Wirkung vom ü Avril d. Is. nach Seligenstadt a. Ad versetzt worden. An seine Stelle kommt Wachtmeister Porth von Viernheim. — Der beute hier abgehaltene Schweine m arkt lvar sehr mäßig befahren. Tie zahlreichen Kaufliebhaber fanden nur geringes Angebot. Tie Preise waren erstaunlich hoch. Es kostete das Paar Ferkel, etwa 6 Wochen alt, 70 bis 80 Mk., ältere das Paar 120 Mk. Der Markt war sehr rasch geräumt. Kreis Schotten. § H a r t m a n n s h a i rr, >0. Febr. Der 78jährige Kriegsveteran von 1870/7 1 Ludwig Henkel von hier wurde unweit Zelters bei Stockheim in der Nidder tot aufgesnnden. Jedenfalls ist der aste, hochbelagte Mann von der Srraße abgekommen und in den stark angeschivollenen Bach gestürzt. A Ulfa, 10. Febr. Der Sohn des Rechners Philipp Hos- mann, Lehrer Heinrich Hof mann in Mainz, beim Fuß-Art.- Regiment Nr. 10, ist znm Unteroffizier befördert und mit der Hessischen Tapfer teils medaille ausgezeichnet worden. Starkenburg und Rheiuhessen. ch. Bingen, 10. Febr. Bei der Bergfahrt durch das zweite Fahrwasser ist per Schleppkahn „Merkur" in der starken Strömung, die lpas Fortkommen überaus erschwert, obwohl zwei Schlepper der Firma Raab Karcher vorgespannt waren, abgerissen. Ter Kahn trieb schnell ab und mit dem Hinterschiff gegen den Poßbachergrund gegenüber von Aßmannshausen. Das Steuer erlitt dabei Beschädigungen. Der Kahn liegt bei Aßmannshausen und muß geleichtert werden. Hessen-Nassau. Theobald Ziegler. ! — Frankfurt a. M., 10. Febr. In voller Frische und ungewöhnlich großer geistiger Regsamkeit feierte heute Professor Tr. Theobald Ziegler seinen 70. Geburtstag. Ursprünglich Theologe, dann Gvmnasiallehrer, ist Ziegler schließlich Hochschullehrer geworden. Als solcher habilitierte er sich für Philchophie und Pädagogik 1886 an der Universität Straßburg, der er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 1911 treu blieb. Neben seiner erfolgreichen akademischen Lehrtätigkeit betätigte sich Ziegler als ein ungemein vielseitiger Schriftsteller. Die „Geschichte der Ethik", „Der deutsche Student am Ende des 19. Jahrhunderts" und vor allem „Die geistigen und sozialen Strömungen des 19. Jahrhunderts" kennzeichnen am besten Zieglers Bedeutung für das geisttge Leben Deutschlands. Seinen Hauptruhm verschaffte und sicherte er sich aber als tiefgründiger Kenner des Schulwesens, er darf als Begründer der Sozialpädagogik bezeichnet werden. Die deutsche Volksschullehrerschast nennt ihn mit Stolz ihren wahren Freund. In Würdigung dieser Tatsuche wurde Professor Ziegler auch heute zum Ehrenmitglied des Frankfurter Lehrer Vereins ernannt. Seit 1911 wohnt Professor Ziegler in Frankfurt a. M. Er nimmt hier im öffentlichen und wissenschaftlichen Leben eine führende Rolle ein. --- F r a n k f u r t a. M., 9. Febr. Auf dem Grundstück der Kohlenhandlung E. Michels fiel der 46jährige Fuhrmann Matthias Habensberger von einem Wagen. Er erlitt einen Schädelbruch, an dessen Folgen er auf der Uebecführung in ein Krankenhaus verstarb. — Bei dem Zusammenstoß eines Straßenbahnzuges mit einem sehr schnell fahreirden Kraftwagen am Theaterplatz wurden beide Fahrzeuge so schwer beschädigt, daß sie abgeschleppt werden mußten. Leider erlitt auch ein Fahrgast schwere Verletzungen, die seine sofortige Ueberführung in das Krankenhaus erforderlich machten. ßj Marburg, l0. Febr. Die H 0 eb st a p l e r i n , die kürz- lich hier nnd tu Gießen eine Anzahl Geschäftsleute durch Aufgabe von Bestellnngen und Entnahme von allerhand Sachen schwer schädigte, ist ermittelt. rtttiversUät-.Nachkrchten. — Frankfurt a. M., 10. Febr. Für die im Felde gefallenen Studierenden der hiesigen Universität werden nach Beendigung des Krieges Gedächtnistafeln in dem Universitätsgebäude angebracht. vermischtes. * Die Schönheit des dunklen Pa^is. Fast täglich konnte man in den französischen Zeitungen Klagen über die Finsternis in den Straßen lesen, die so viele Unglücksfälle mit sich bringt. Es gab sogar viele Atenschen, die sich in ihrem Aerger soweit sortreißen ließen, zu behanpten, die Regierung habe die Finsternis nur aus Sparsamkeit über die ftühere Lichtstadt verhängt. Nun aber, wo die Pariser durch! die Zeppelin besuche eines Besseren belehrt worden sind, beginnen _ sie notgedrungen die Schönheiten der dunklen Stadt zu besingen, ja, sie bedauern es nachträglich, daß die Schönheit der Nacht solange verkannt wurde. So weiß ein Berichterstatter des „Temps" in einem Dithyrambus auf das dunkle Paris Vietor Hugo als Zeugen für die Schönheit der Nacht aufzurusen, die vor dem Kriege leider von den Behörden und den Vekttikern in einen künstlichen Tag verwandelt worden sei. „Jetzt, wenn der Wolkenvorhang sich etwas öffnet, ist Uns der nächtliche Himmel wieder geschenkt: der Mondcuschein verbreitet ein märchenhaftes Licht, das den Bürgern bisher völlig unbekannt war. Bei bedecktem Himmel hat die fast gänzlich in Nebel gehüllte Seine dumpfe, ernste Harmonien, die Whistler m Begeisterung versetzt hätten So entdeckt man in dieser Sinfonie der Dunkelheit eine ganz neue Stadt. Nicht nur die spärliche Beleuchtung hüllt Paris in ein mystisch undurchdringliches Gewand, auch der Rauch der vielen neuen Unternehmungen hängt noch seinen verhüllenden Schleier darüber." Man sollte nun freilich erwarten, daß die neuentdeckte Schönheit der dunklen Stadt immerhin in einem gewissen Gegensatz zu der Stimmung der Bewohner stände, die ja als eine besonders siegesgewisse und optimistische geschildert zu werden pflegt. Aber dem Pariser Berichterstatter der „Daily Mail", der die Poesie des finsteren Paris nidjit genug zu rühmen weiß, ist es Vorbehalten geblieben, auch hier eine eigenartige Harmonie zu entdecken, die vielleicht dazu führen wird, alle optimistische Gesinnung künftighin in eine graue Färbung zu kleiden. „Ich find-, daß der graue Ton vorzüglich zu der Stimmung des Volkes paßt, er stimmt gut zu ihren geheimen Gedanken. Alles ist grau, nicht nur die Gebäude und die Außenseite der Dinge. Grau sind die Männer, die uns mit Kaffee «und Likör bedienen, grau die Schelkarten, ein grauhaariger Chaufteur bedankt sich! für das gelvohnte Trinkgeld. Sogar dre Zeitunsverkäuferin paßt mit ihrem grauen Haar in das Bild. In diesem Grair, in dieser Finsternis liegt viel mehr Poesie als in der früheren strahlenden Helligkeit." Markte. ke. Wiesbaden , 8. Febr. V i e b m a r k t. Auftrieb: 961 Rinder, darunter 40 Ochsen, 13 Bullen, 218 Kühe, 159 Kälber. 0 Schafe, 109 Schweine. Bei lebhaftem Handel und abermals anziehenden Preisen wurde schnell der Markt geräumt._ Briefkasten der Bedaktion. Mnouyme Anfragen bleiben unberücksichtigt^ w in G Obwohl in der fraglichen Vnndesratsverordnung nur von der gesetzlichen zwei- und dreijährigen Dienstzeit die Rede ist, muß angenommen werden, daß auch die auf Grund des Wehr- pflichtgesetzes geleistete Kriegsdienstzeit bei der Aufwandsentschädigung berücksichtigt wird. t. 3. H. Das Zeichen 75 bezeichnet: Plattfuß, L Landsturm- t „ _ __tanglichkeit, Z zeitige Uutauglichkeit. In Ihren weiteren Ansragell den Schulerzng derist die jeweilige Entscheidung der Heeresoermattung zn erwarte n. B. Während mit der Verleihung des Eisernen KreiueS 1870 die Zahlung eines Ehrensoldes verbunden war, ist tn der (Smeueninßlurfunbe 1914 nur erwähnt, daß eine versasfungs- inäßige Regelung der Ehrenzulage vorbehalten^bleibt.__ Aii-chl-che Nachrichte«. Israelitische Religio,isgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Siid-Anlage). Samstag, deil 12 . Februar 191t>: Vorabend: 5.15 Uhr- Morgens: 9.00 Uhr. Nachmittags: 3.30 Uhr. Sabbatausgang: 6.25 Uhr. Israelitische Religionsgeselljchaft. Gotterdienst. Sabbatfeier am 12. Februar 1916: Freitag abend 5.10 Uhr. Samstag vormittag 8.3" Uhr. Samstag nachmittag 3.3 > Uhr. Snbbatalisgang 6.25 Uhr. Wochengoltcsoienft morgens 7.00, abends 5.00 Uhr. Wetteraussichten in Helfen am Freitag, ben 11. Febr. 1916: Wew>eln 0 bewölkt, meist Nocken, kälter, Nachtfrost. Letzte Nachrichten. Russische Befürchtungen einer Offensive gegen Dünaburg und Riga. Rotterdam, 10. Febr. Aus Petersburg wird gemeldet, gerüchtweise verlaute, daß bald ansehnliche deutsche Streitkräfte von der französischen Front nach der Front bei D ü n a bürg und Riga hingebracht werden sollen. Nach der Ankunft würde eine entscheidende Offensive gegen beide Städte anfangen, deren Beginn Mitte März zu erwarteir sei. Neutrale Urteile über die Kriegslage. A m st e r d a m, 10. Febr. ,,N i e u w s van d e n T a g" schreiben in einer Kriegsübersicht über die Aussichten einer neuen Frühjahrsosfensive und kritisieren dabei die Prophez-eiungsn des militärischen Mitarbeiters der „Times" über die .bevorstehende deutsche Offensive im Westen oder Osten, die infolge der Vorbereitungen der Verbündeten mißglücken würde, folgendermaßen: Angenommen, die Deutschen wollen wirklich einen Angriff unternehmen, so sind die Alliierten nicht dort, wo sie sein sollen. Der strategische und politische Zustand ist, daß die Verbündeten angreisen müssen, wenn sie den militärischen Zustand vor Beginn der Friedensunterhandlungen verbessern wollen. Die Deutschen müssen noch immer aus Frankreich, Polen und Belgien vertrieben werden; es ist unbegreiflich, daß man darüber in den Betrachtungen der englischen und ftunzösi- schen Presse nichts liest. Die „Lusitania"-Angelegenbeit erledigt. i. Köln, 10. Febr. Die „Köln. Ztg." erhält eine Funk- spruchmeldung ihrech^Vertreters in Washington, wonach die Lusitania-An gelegenheit als beigelegt betrachtet wird. Zur Aufbringung des Dampfers „Appam". i. Köln, 10. Febr. Zur LluftrinPMg des Dampfers „Appam" meldet der Washingtoner Korrespondent der „Köln. Ztg.", daß 14 deutsche Passagiere seit dem 1. Februar sich in der Nähe von Norfolk in Sicherheit befinden. Haubitzen in Konstantinopel. Kvnftantinopel, 10. Febr. Auf dem Platz vor dem! Kriegs Ministerium wurde am Mittwoch vormittag die von den Dardanellen zurückgekehrte österreichisch-ungarische 15-Zentimeter-Haubitzen-Batterie durch den Kriegsminister Enver Pascha feierlich be- grüßt. Zum ersten Male seit Menschengedenken ertönten auf dem weiten Platze österreichisch-ungarische Hornsignale, als der Kriegsminister aus dem Portale auf die wartende Batterie in Begleitung des Generalstabschefs Pronsart von Schellendorf und des Ar- tilleriechess von Schlee zuschritt. Auch der Minister des Innern, Talaat, war erschienen, sowie unser Milftärattachs von Lossow und der österreichiscki-ungarische General von Pamiamentvs. Enver Pascha äußerte den Wunsch, die,Batterie in Gefechtsbereitschaft zu sehen, und ließ sich alles von dem Führer der Batterie, dem k. und k. Hauptmann Manouschek, zeigen und erklären. Ein feines, halb verborgenes Lächeln ging über sein Gesicht, als ihm der Hauptmann erzählte, wie er nrit seinem Geschütz am zwecken Tage nach der Ankunft eine gefürchtete französische Ddotorbatterie durch Steckfeuer zum Schweigen gebracht hattll Die Batterie hatte noch am 9. Jairuar um y*7 Uhr vormittags in die abziehenden Kolonnen des Feindes den letzten Schuß Und Volltreffer hineingesetzt. 31/4 Stunden weilte Enver Pascha bei der Batterie, die dann durch Pera nach der Fatimkaserne zog, wo der führende Hauptmann noch eine Ansprache an die Kaiwniere hielt und, tvie aus glüch- liäfer Heimkehr aus dem Felde üblich, das Gebet blasen ließ. Zar und Großfürst. Basel, 10. Febr. Baseler Blätter berichten, daß zwischen dem Zaren und dem Großfirrsten Nikolai Mkolajewrtsch ein Telegrammwechsel aus Anlaß der im Kaukasus errungenen russischen Erfolge stattgefunden habe. Darin betont oer Großfürst, daß das Schwerste noch bevorstehe. Schweizerische Staatsangehörige nach Sibirien verschleM. i. Köln, 10. Febr. Nach der „Köln. Ztg." sind bei bem überstürzten Rückzuge der Russen aus Ostpreußen auch eine Anzahl Schweizer, ^ümal Berner, mit verschleppt worden, die in ber Landwirtschaft beschäftigt iwrreit. Nach Ermittelungen wurden sie nach Sibirien gebracht. Versuche der schweizerischen Regierung, ihre Freilasiung zu envirken, blieben bisher erfolglos. Giolitti in Turin. Lugano, 10. Febr. Giolitti ist am Dienstag in Turin' eingetroffen und am Bahnhof von dem Bürgermeister von Turin, Ross i, empfangen worden. Der „Secolv" macht darauf aufurerk- sam, daß die Ankunft Giolittis in Turin wenige Tage nach der Anwesenheit Salandras erfolgt sei, und legt der Tatsache politische Bedeuttmg bei. Große Entnahmen aus den französischen Sparkassen. Paris, 10. Febr. Bei den französischen Postsparkassen betrugen im DeFember 1915 die Einlagen 6 772572 Francs, die Entnahmen 113 182315Francsim Zusammenhang mit den Zeickplungen auf die neue Anleihe. Weitere Einschränkung der Nachtbeleuchtung Englands. Haag, 10. Febr. Während bis jetzt nur in den östlichen und südöstlichen Bezirken Englands die Nachtbeleuchtung verboten oder stark eingeschränkt war, hat der letzte Zeppelinstreiszug gelehrt, daß auch die nordwestlichen und zentralen Grafschaften nicht sicher sind. Daher wird das Verbot künftig auch für diese Gebiete gelten. Auch die Städte N 0 t t i n g h a m, Sheffield, Liverpool und Derb y haben Verbote in gleichem Sinne erlassen. Der Bürgermeister von Birmingham hat mit seinen Kollegen der Nachbarstädte Beleuchtungs- Vorschriften und Zeppelinwarnungen vereinbart, und für dies» Maßnahmen die Bestätigung der Regierung beantragt. Die fürsorgliche Türkei. Konstantinvpel, 10. Febr. Ter Berwaltungsrat de» türkischen Flottenbundes beschloß, die Initiative zur Organrsation des Anbaues der unentbehrlichen Leben s mr t tel, wie Weizen. Mois. Gerste und Kartoffeln im großen Maßftave zu ergreifen. Ter „Dänin" veröffentlicht bereits eine Reche von Artikeln, in denen er die Bevötkeruirg und die Schuliucumd von Konstantinopel auffordert, nach dem Beispiel Ocsterrerch-Unganrs und Deutschlands in der Umgehung der Stadt Gemüse- und Zrer- gärten zu bebauen. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, dass unsere liebe Tochter, Schwester, Enkel und Urenkel Marie Luh nach langem schweren Leiden im 6. Lebensjahre gestern morgen sanft entschlafen ist Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Heinrich Luh IV. Grossen-Linden, am 10. Februar 1916. 1032 Die Beerdigung findet Freitag nachmittag 3*/, Uhr statt. / Nach langer Ungewissheit erhielten wir soeben die traurige Nachricht, dass unser lieber Corpsbruder Kriegs-Freiwilliger im Husaren-Regiment Nr. 14 am 12. Mai 1915 im Kampf für das Vaterland gefallen ist. 1050 D] Der C. C. der Starkenburgia. WW« W Danksagung. Für die vielen Beweise innigster Anteilnahme an dem schweren Verluste unserer innigstgeliebten, treusorgenden Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Louise Lotz ged. Piank sprechen wir hiermit unseren herzlichsten Dank aus. Die tieftrauernd Hinterbliebenen: Theodor Lotz Louise Henso'dt geh. Lotz Marie Freifrau Schenck zu Schweinsherg geh. Lotz Hermann Lotz, z. Zt. kriegsgefangen in Ahmednagar (Indien) Anna Lotz geh. Reiber Carl Hensoldt und 4 Enkelkinder. ! M Heute entschlief sanft nach kurzem Kranksein unser Vater, Grossvater und Schwiegervater Herr Ernst Zimmer y im Alter von nahezu 83 Jahren. Die trauernd Hinterbliebenen. Bingmühle bei Lauter, Grünberg, 9. Febr. 1916. Die Beerdigung findet statt Freitag 2 1 /, Uhr. 1038 Giessen (Kaiser-Allee 12) und Wetzlar. Gott dem Allmächtigen Hat es gefallen, nach furrem Leiden meine liebe, gute Frau, unsere liebe Tochter, Schwester, Schwiegertochter und Schwägerin Narre Zinn geb. Reuschling zu sich zu nehmen. Die trauernden Hinterbliebenen. Giehen lKrofdorser Straße 21). [07615 Die Beerdigung findet Freitag, 11. Februar, nachm. 3 Uhr, vom neuen Friedhof and statt. I Heinrich Hahn ♦ Giessen Neustadt 8 - Samenhandlung • Teleph. 403 di. In ii. 860 Illustrierte Hauptpreisüste steht Interessenten - : franko zu Diensten. Jeder Loses* dieses Kebus erhält von uns H das zeitgemäße,in jede Familie * Passende und packende Bild Der Hausfrauenveren, hat unseren Verein zu seiner Mitgliederversammlung beute abend 8V« Mir in der neuen Aula eingeladen. Wir bitten unsere Mitglieder, nch vollzahltg zu beleliigen. 1034 Dj Der Vorstand. Sonntag, den 13. Februar: ausgeführt von der Kapelle des ErfatzBataillons Fnfanterie-ÄegimentS Nr. 116 Unter Leitung des Dirigenten Herrn Herrmann. Anfang 4 Uhr. [07609J Eintritt 40 Pf«. Ordentliche Hauptversammlung Samstag, den 26. Februar 1016 , abends 8 l u Uhr, im Gasthaus „3mn Pfälzer Hof". TageS-Ordnung: 1 . Berichterstattung. 2. Rechnnngs- ablage. 3. Ersatzwahl des Vorstandes. 4. Wahl des Rechnungsvrüsnngsausschusses. 5. Etwaige Anträge gemäß tz 24 Abs. 3 der Satzung. 6. Verschiedenes. Um zahlreiches u.Mttlichcs 8rschcim geLetcu Gießen, den 10. Februar 1916. Ter Vorstand. Die Rechnung liegt bei dem Vorsitzenden, Herrn A. D i ck o r 6, ^anzennrahe 8, vom 16. Februar 8 Tage zur gefl. Einsicht der Mitglieder osten . 3025 Den verehrl. Anwohnern von Leihgestern, Gronen-Ltnden und Umgegend zur geil. KennimSnahme, daß ich am 5. Februar vom Militär wieder entlassen bin. [1017 Bringe mein Geschäft in empfehlende Erinnerung Indem nur erstklassige Materialien zur Verarbeitung komnien, sichere ich reelle Be- dienung ber billigster Preisberechnung zu. Spezialit.: Grabdenkmäler. Hochachtend 8. Schräder, Stein- und Bildhauerei Leihgestern, am Bahnhof Grotzen-Ltnden. ^J^irchp.np/affJO Sarg-Lager Halte stets ein größeres Lager von 137 sMürgen~ in allen Preislagen Gestern mittag verschied plötzlich infolge eines Unfalles mein lieber Mann, unser guter Vater, Bruder, - „Des Kriegers Abschied“. über dieses Bild wurden uns bisher emgesandt. - Mehr als 6000 la. Anerkennungss chreiben «. 50x60 cm und stel.t Versandkosten nur die Löser dos R0fci« umsonst BIld erhalton unter Ersatz der geringen in geäwnd f?a“nkiÄlfu%SÄ AnW^Vva"di^'Ä , ^Sire" ei ^ ,e “S® Verlag für Wort und Bild, Dortmund Nr. 251, Industriehaus. Schwager und Onkel / . Herr Ludwig Schlapp II. im 51. Lebensjahre. Im Namen der tieftranemden Hinterbliebenen: Marie Schlapp, geb. Hofmann. Mainzlar, Staufenberg, Climbach, Bersrod, 10. Febr. 1916. Die Beerdigung findet Freitag, den 11. Februar, mittags 12*/« Uhr, statt. 07611 Todes-Anzeige. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau, unsere gute Mutter und Schwester Elisabeth Äuerswald, geb. Pilgram gestern morgen 8'/ a Uhr im 45. Lebensjahre nach kurzem, Schwerem Leiden sanft entschlafen ist. Die trauernden Hinterblleben Mi: In deren Namen: Friedr. Anerswald, Schneidermeister. Wieseck, den 10. Februar 1916. Die Beerdigung findet Samstag, nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehause, Giessener Strasse 149, aus statt. [07606 Prima feiuste holländische SchellfiscSiB u.Kabüau in tadellos frischester Ware soeben eingetrofsen u. billigst bei Maigaist Wallteeifeis Kolonialwaren, Delikatessen und Weinhandlung 15316 Telephon 262 Gienen Marktplatz 17. Bestellungen erbitte nur srllhzeuig. r r f 2 f-Zfeinr. 7frei)ert p J°T‘ r i Weine 9 /tasssc/ineiderei für Damen Feinste Ausführung! Billigste Preise! Herzogl. Braunschw. Baugewerkschule HoIzminSsn. “SP tiodibau D '®r as - Tiefbau Sommerunterrldjt 2. April. Reifeprüfung, winterunterricht 15. 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