Kr. 33 Der Gketz««er A«zeißer erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SietzenerKamilienblatter; zwennal wöchentl.Ureir- blatt für den Kreis Hießen (Ti^slag und Freilag): L^imal monatl. Land- Wirtschaftliche Seilftag«, Fernsprech - Anschlüße: sür die Schristleituna 112 Verlag,BeschäitsstelleSI Adresse für Dratunach- richten: Anzeiger Hießen. Annahme von Anzeigen für die Taqesmimmer bis zum Abend vorher. Erstes Blatt lbb. Jahrgang AMWoch. 9. Februar 19(6 Gietzener Anzeigen General-Anzeiger sür Oherheßen »«tattonrdruck und Verlag Ser vrühl'schen Umv.-Vuch- un» Strindruckerei B. Lange. Schristleitung. SeschSstsftelle und Druckerei: §chulstr.7. Nömmchms^ß-n: BezugSprel s: monatl. 85 Bi., viertel- jährl. Mk. 2.59: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 75 Pf.: durch die Post Mk.2.3Svierte!- jährl. ausfchß Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf., ausw. 20 Ps. — Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz: für Stadl und Land, Vermischtes und Ge- richtssnal: Fr.R.Zen^ Neue Angriffe der Knffen nordwestlich von Carnopo! abgewiesen. (WTB.) Vrotzes Hauptquartier. 8.Februar. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Südlich der Somme herrschte lebhafte Kampftätig- keit. In der Nacht vom 6. zmn 7. Februar war ein kleines Grabenstück unserer neuen Stellung verloren gegangen. Ein gestern mittag durch starkes Feuer vorbereiteter französischer Angriff wurde abgewiesen. Am Abend brachte uns ein Gegen angriff wieder in den vollen Besitz unserer Stellung. Ein deutsches Flugzeuggeschwader griff die Bahnanlagen von Poperinghe und englische Truppen lager zwischen Poperinghe und Dixmuiden an. Es kehrte nach mehrfachen Kümpfen mit dem zur Abwehr aufgeftiegenen Gegner ohne Verluste zurück. OeftlicherundBalkankriegsschauplatz. Keine Ereignisse von Bedeutung. Oberste Heeresleitung. Der russische Kriegsminister Poliwwrww, als Nachfolger Suchomlinows ein ziemlich unbeschriebenes Blatt, hat, wie aus einer der nachstehenden Meldungen ersichtliche ist, all- genveine Erklärungen über die Lage der russischen Wehrmacht abgegeben. Der Zweck dieser Erklärungen? Zunächst soll die Zuversicht int Lcmde neu gestärkt werden. Daun aber ist es der Petersburger Politik sicherlich vor allem auch darum M tun, fm Rate der eigenen Ännpfgenvfsen ein gleichberechtigter Faktor zu bleiben und zu betonen, daß Rußland nicht etwa für endgültige Niederlagen der Entente die Schuld auf sich nehmen will Poliwanow erklärt, Muni- tüonsnurngel bestehe heute in Rußland nicht mehr, aber was er über die neue Industrialisierung des Reiches gesagt hat, klingt doch im «l^iemeinen nicht gerade erhebend für die russischen Aussichten. „Alles mußte um gearbeitet werden." Man 8cmn nicht aunehnren, daß gerade in Rußland eine so unendlich schwere Arbeit, die viel Geld und Orgauisationstalerrt erfordert, iglänzend gelöst worden sei. Mindestens hat dabei das Wirtschaftsleben unheilbare Schaden erlitten, denn es ist be&nmi, daß die Regelung der Ernahrungsvethälchrisse und des Verbrauchs wichtiger allgemeiner Bedürfnisse im Zarenreiche nicht minder schwierig C en ist als in Deutschland. Der Raubbau, der durch die tionsberstellung in Rußland jgetrieben worden sein mag, wird sich schwer geltend gemacht haben. Ist es denn aber mit Munition Und derRekrutenzahl, die Poliwanow nannte, schon getan? In „Stresfleurs Militärbt." wird, wie wir im „Bert. Tagebl." lesen, für Rußland, unter Anrechnung aller Verluste, für die Frühjahrszeit ein Heer von höchstens drei Millionen angesetzt. Die Hälfte davon ist der Restbestand des ehemaligen Feld- und Reserveheeres, die andere Hälfte die neu ausgehobene Mannschaft. An Infanterie wäre Rußland somit in einiger Zeit ziemlich stark. Aber viel schlechter, so urteilt Major Morath im „Berl. Tagebl.", sieht es aus mit seinem Ofsiziermaterial, mit seiner Munition und mit seinen Geschützen. Eine schlecht geführte, mäßig bewaffnete, von vielen Niederlagen ungünstig beeinflußte Armee aus unbeholfenem Material vermag die Defensive nicht in den Angriff zu verkehren. Einen Beweis für diese Unfähigkeit hat der kürzlich gescheiterte Versuch an der galizischen und Aukowinafront erbracht. Daß auch bei ihren letzten Bemülstmgen, nordwestlich 7wn Daropol vorzudringen, die Russen nur Mißerfolg hackten, entnehmen wir heute dem Wiener Tagesbericht. Liest -mau die russischen amtlichen Berichte, so findet man die alten Wahrnehmungen bestätigt: viel Worte, viel unwesentliche Einzelheiten, aber nichts für den Fortschritt des Krieges Greifbares. Im neuesten Petersburger Bericht ist jedoch die Hervorhebung eines Geschehnisses bemerkenswert, das ganz allgemein ein rein menschliches Interesse beanspruchen darf. Die russische Heeresleitung scheint nämlich stolz darauf zu sein, daß unter ihren Truppen ein Heldenmädchen kämpft und leidet, das ähnlich wie Eleonore Prohaska und Friederike Krüger in den Annalen der Geschichte verewigt sein wird. Im amtlichen Bericht vom 8. Februar heißt es: „In der nämlichen Gegend schlich sich Korporal Glutscheko, der in Wirklichkeit ein iun- ges Mädchen namens Tscherniaska ist, das auf Erkundung ausgesandt zu werden verlangt hatte, in die feindlichen Drahtverhaue ein und erfüllte trotz' einer schweren Wunde am Schenkel und einem Bruche die ihm zugewiesene Aufgabe. Sie kehrte kriechend in unsere Schützengräben zurück." Das klingt wenigstens besser als das bekannte französische Trinnrphges-chrei über ein Heldenmädck-en, das aus der Zivilbevölkerung sich hervvrfchlich, um in feiger Weise, jaus dem Hinterhalt, mehrere deutsche Soldaten zu erschießen. Wer auch der im russischen Bericht erwähnte weibliche Korporal ist lediglich rultilrhistorisch interessant: wenn er in einem späteren russischen Generalstabswerk genannt würde, wäre nichts dagegen einzuwenden. In der Aufzählung der Heeres-vcholge hätte der weibliche Held ruhig fortbleiben können. Der Ssterreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 8.Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 8. Februar 1916. Russischer Kriegsschauplatz. Durch helleres Wetter begünstigt, herrschte gestern an der ganzen Nordoftfront lebhaftere Geschütztätigkeit vor. Nordwestlich von Tarnopol griffen die Russen in der Nacht von gestern auf heute einen unserer vorgeschobe nen ~ ' . vo Zeit wieder hinausgeworfen. Italienischer und Südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Der Stellvertreter des Chefs des Generalftabs v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant. -N Infanterie-Stützpunkte wiederholt an. Es gelang ihnen, irübergehend einzudringen, jedoch wurden sie nach kurzer Der russische Kriegsminifter über die Lage des russischen Heeres. Paris, 8. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Der russische Kriegsminister Poliwanow erklärte einem Vertreter des „Journal", die Knappheit an Munition, welche Ende 1914 sich bemerkbar machte, im Dezember bereits einen beunruhigenden Grad erreicht hatte, sei gerade vor einem Jahre auf ihren Höhepunkt gelangt und im Mai und Jnnr 1915 verhängirisvoll gewesen. Durch den Mangel an Geschossen wurde die russische Armee unbedingt zuin Rückzüge gezwungen, während sie wegen ihrer Tapferkeit und Kampfswerse den Si-eg verdient hätte. Dadurch gelühtnt, sagte der Minister, mußten wir dem Gegner allerdings Gelände, aber nicht den Sieg überlassen. Durch unseren lang-^ samen Rückzug gewannen wir Zeit, uns ans neue, entscheidende Kämpfe vorzubereiten. Jetzt, erklärte der Bttnister ganz bestimmt, bestehe die Munitions krisis nur noch in der Erinnerung. Vom September 1915 an hätten die Bemühungen um ihre Behebung Erfolge gezeigt. Die russischen Batterien, mit denen der Gegner zu rechnen nicht mehr gewöhnt gewesen sei, hätten sich ihm wieder fühlbar gemacht. Dazu hättest ungeheure Anstrengungen und strenge Maßregeln gehört. Beinahealles wäre neu zu schaffen gewesen, da Rußland bis dahin an große Bezüge vom Auslande, besonders ans Deutschland, gewöhnt gewesen sei. Das Ziel sei erreicht, aber das bedeute eine völlige Umwälzung und Unrformnng der ganzen industriellen Tätigkeit, ja beinahe der Lebensgewohnheiten in Rußland. Tep Minister zeigte Tabellen für die fabelhafte Entwickelung der für die Landesverteidigung arbeitender! industriellen Anlagen und erklärte, mit dieser Produktion des Lastdes trnd mit Hilfe des großen Marktes im Auslande könne man hinsichtlich der Munition ver- ttanensvoll in die Zukunst blicken. Die größten Lücken seien ausgefüllt. Die Stimmung der Truppen sei vorzüglich, und dank des vor einigen Monaten angeordneten Massenaufgebotes und der Verdoppelung der Retrutendepots habe jetzt Itußland dauernd einen Bestand von l 1 /* Millionen junger Rekruten, aus welchen man die Truppenteile ausfüllen könne, ohne auf ungenügend aus- ^ gebildete Mannschaften Mrückgreifen zu müssen. Wese wichtige Zn? Begleich zu'dem"Jarmar des' vorige 5 Hauptsache, die Truppenteile vollzählig zu erhalten, sei somit < ^Eurz, mit der Verlängerung des Krieges seien die Kräfte der Alluerten gewachsen. Aus Rußland. Petersburg, 8. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Die Petersbrrrger Telegraphenagentur meldet: Durch Kaiserlichen Erlaß werden die Duma und der Reichs rat für den 9. (22.) Februar ein berufen. Die LeöerrSmittelfrage in Polen. ory , Berlin, 7. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt zur Lebens mittel ftage in Polen u.a: 'i/cr englische Ministerpräsident hat den amerikanischen Polen gegenüber die Genehmigung der Einfuhr amerikanischer Lebens- mittel nach Polen abgelehnt, mit der Begründung, daß, wenn Teupchland und Oejterreich-Ungarn aufhörten, Nahrungsmittel aus Polen für dre eigenen Zwecke zu exportieren, alle Hungers- gesahr beseitigt ser. Die zuerst genannte Auffassung, daß das Land, ^nnes auf sich selbst angewiesen ist, ausreichend Lebensmittel hat. ist tatiachlitt) nicht zutteffend. In dem Kampfgebiet ist die Ernte soweit überhaupt ein Acker bestellt war, größtenteils vernichtet, in SS 1 ^Msgebret haben bie Stoffen in\x$ ihre Brandkommandos 'h^matisch fast alle Gettudestaken und größeren Güter in Brand gesteckt und dadurch eine Notlage geschaffen. Die besteheiiden Schwimgkeiten und also ausschließlich der russischen Armee zu verdanken, wahrend die deutsche Verwaltung tat, was sie konnte und noch alles tut, um der Bevölkerung über die schwere Zeit hinwegzicheifen. Die geschilderten Tatsachen führen aber dazu, daß die Bevölkerung der großen Städte, wenn sie bis zur nächsten Eritte ve^mgt werden ,oll, nur sehr geringe Melstraten erhalten orwü ^ te!e Krügen bisher täglich 143 Gramm Getreideme^ und 35 Gramm Kartoffelmehl und sind nunmehr mit Wirkung vom 15. Februar, um Mit Sicherheit bis zur nächsten Eritte auszu- reichen, auf 115 Gramm Getteiüemehl and 35 Gramm Kartoffel- mehl also 150 Gramm Brotmehl täglich, herabgesetzt worden. Es kann ^derzeit der urkundlick)e Beweis erbracht werden, daß mast mehr Getreide in den deutschen Grenznrühlen ausgeßlhrt wurde, afö m Form von Mehl wieder nach Polen zurückgefühtk wurde. Leu. dem 1. September, denr Beginn der neuen Ernte, wurden aus Polen misgeführt rund 65 000 Tonnen Roggen, Weizen und Gerste. Nach Polen wieder einqeführt in Mehl form smd in fünf Monaten fünfnial U 000 Tonnm für zwei Millionen Menjchen,^ in Summe also 55 000 Tonnen, toeiter als eiserner Aorvat strr die Großstädte 5000 Tonnen. Schließlich wurden oOO'0 Tonnen Gerste als Saatgut aufgespeichert für die großen Flachen, me im Herbst aus Manges an Pferden rricht haben bestellt wnd^r können. Hieraus ergibt sich, daß Deutschland eine wirkliche Ausfuhr aus Polen überhaiipt nicht vorgerrommen hat. Die Zuckerversorgung in der Schweiz. Bern, 8. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Wvgen der schwierigen Gestaltung der Znckereinfuhr hat der Bmrdesrat die Errichtung eures Zuckermouvpols unter Festfetzimg neuer Höchstpreise beschlossen. Der Beschluß tritt sofort in Kraft. Die englische Handelsftatistik. London, 8. Febr. (WTB. Nichtamttich.) Im Monat Januar dwjes Jahres bettug der Wert der Einfuhr 74928241 Pfund Sterling, der Wert der Ausfuhr 36 757167 Pfund Sterling Jabres bedeutet da- eine Zunahme der Einfuhr um 7 701 850 Md der Ausfuhr um 8509 575 Pfund Sterling. Die Beeinträchtigung des englischen Wirtschaftslebens. London, 8. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Die Blätter melden, daß Frauen- und Männerkleider um 20 bis 30 Prozent im Preise steigen und wahrscheinlich weiter steigen. Ferner wird der Bezug von Petroleum für private Automobile künftig sehr eingeschränkt werden. Kritik in der „Daily Mail". London, 8. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Lovat Fraser schreibt in der „D a i l y Mail": Wenn in der nächsten Woche die neue Parlaments-Session beginnt, wird der Regierung die Notwendigkeit einer neuen Luftpolitik dringend nahe gelegt werden. Ter Zeppelinangrisf auf die Midlande bildet noch immer den Hauptgesprächsstoff. Tie Nation ist nicht beunruhigt, aber sehr empört, weil Zeppeline in das bisher unverletzte England eindringen durften, ohne daß anscheinend mich nur der Versuch eines Widerstandes gemacht worden ist. Das Land ist empört über die schwächliche, unklare und ungenügende Vorbereitung für den Luftkrieg und verlangt eine Politik, die nicht länger auf einer schlecht geleiteten Defensive beruht, sondern die große Bedeutung des Luftkrieges erkennt und die Schläge energisch erwidert. Kein Flugzeug soll von der Front weggenommen werden; die Front muß zuerst versorgt werden: aber es muß mehr geschehen. Die Regierung hat überhaupt keine Politik, weil sie glaubt, daß sie damit Zeit bis nach dem Kttege hat, und weil es die verhängnisvolle und lähmende Tradition der englischen Armee Md Flotte ist, auf ireue Erfindungen zu warten, bis andere Nationen sie entwickelten. Aber in diesem Kriege können wir nicht warten. Tie Nation muh ein träges Ministerium zur Tat zwingen und muß ihn: sagen, daß diese alte mächtige Nation die Schande nicht ertragen will, harte Schläge zu erhalten, ohne zu versuchen, sie zu erwidern. Eine Finanzberatung in London. Paris, 7. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Ribot ist heute vormittag in London zur Beratung mit dem Schatzkanzler Mac Ken na eingetroffen. * . * Der Angriff auf Albanien. Berlin, 8. Febr. (Privattelegramnt.) Der „Bert. Lok.- Anz." meldet aus Rotterdam: Eine Exchange-Depesche aus Athen meldet, daß nach dort eingetroffenen Meldungen zwischen den Italienern und Serben einerseits und den österreichi- s ch e n und bulgarischen Truppen andererseits in der Nähe von A l e f s i o scharfe Kämpfe stattfinden. Wegen der numerischen Ueberlcg'nh'it der lezteren mußten sich die Serben und Italiener aus Fieris zurückziehen. Die Bulgaren sollen Elbassan besetzt haben. Bern, 8. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Mitteilung der „Idea Nazionale" aus Dnrazzo wird die Vorhut des österreichisch-ungarischen Heeres in Albanien von katholischen Nordalbaniern gebildet. Berlin, 9. Febr. Der Vormarsch der österreichisch-ungarischen Truppen in Albanien macht langsame Fortschritte. Die Blätter heben hervor, daß die Geländeschwierigkeiten in dem an Hilfsquellen armen Lande lein rasches Vorgehen der Offensive gestatten. Berlin, 9. Febr. Tie aus unkontrollierbarer Quelle, angeblich aus Athen eingetroffene Meldung, daß die österreichisch-ungarischen und die bulgarischen Streitkräfte in Albanien die Verbindung miteinander her- gestellt hätten, muß vorläufig als unbestättgt angesehen werde::. Die Italiener in Balona. Berlin, 8. Febr. (Priv-Del.) Die „B. Z. a. M." meldet aus Konstantinopel: Tie Zeitung „Türk-Sedassi" meldet: Tie Italiener haben alle Truppen aus ganz Albanien in Balona zusammengeKogen. Uebergriffe in Saloniki. Wien, 8. Febr. (Priv-Del.) Die „Südslaw. Korresp." meldet aus Athen vom 6. Februar: Nach einer authentischen Mitteilung wurde in Saloniki das Privateigentum der Konsuln Oesterreich-Ungarns, Deutschlands, Bulgariens und der Türkei auf Befehl des Kommandos der Entente truppen öffentlich versteigert. Gleichzeitig wurden auch die Effekten des Personals der vier Konsulate verauktioniert. Der Erlös aus diesen Versteigerungen wurde als Kriegsbeute den an den seinerzeitig-en Verhaftungen hervorragend Beteiligten zugewiesen. (Das Wolff-BureaU darf bei dieser Meldung nicht zitiert werde,:.) Tapfere österreichische Marineflieger. Berlin, 9. Febr. Wie dem „Berliner Tageblatt" berichtet wird, flogen am 7. Februar österreichische Marineflieger bei Sonnenaufgang über das bereits hell beleuchtete Meer nach Gorgo bei Grado und richteten in dem dort befindlichen italienischen Fliegerpark großes Unheil an. Um =7*6 Uhr schwammen drei Wasserflugzeuge zuerst einen Teil des Weges auf der Adria, um sich plötzlich wie die Möven vom Meer emporzuheben, bis zu einer Höhe von 1200 Metern. Die Hydroplane manövrierten oberhalb Gorgo knapp über den italienischen Fliegerschuppen und einer nach dem andern warfen sie ihre wohlgezielten Bomben ab. Noch bevor die italienischen Abwehrkanonen ihre Tätigkeit begannen, brannten die Schuppen lichterloh. Die Reise des Königs Ferdinand nach Deutschland. Sofia, 8. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Bulgarischen Telegraphen-Agentur. Der König reifte gestern abend in Begleitung des Ministerpräsidenten Radoslawvw, des Genera- lisfinms Schehow, des Hofmarschalls General Sawow und eines kleinen militärischen Gefolges nach dem deutschen Großen Hauptquartier ab, um Kaiser Wilhelm einen Besuch abzustatten. Vvn dort tvird der König den ArmeMberSornMandanten des österreichisch-ungarischen Heeres, Erzherzog Friedrich, besuchen. Daraus kehren Radoslawow und Scheüow Nach Bulgarien tzürüch, während der König sich nrit Gefolge nach Ko bürg begibt. In ,Abwesenheit des Königs Wird die Regentschaft durch, den Ministerrat ausgeübt. * * * Der türkische Bericht. Konstantinopel, 8. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: Von der Irak front ist nichts Besonderes $u berichten. An der Kaukasusfront erneuerte der Feind Gewerbe- kcnnmertages im Werke. Die Staatsregierung bringe den Bestrebungen teilnehmendes Interesse entgegen, das auch gelegentlich durch Gewährung von Beihilfen zum Ausdruck komme. Berlin, 9. Febr. Zum heuttgen 70. Geburtstage des Prinzen Leopold von Bayern heißt es in der „Vossischen Zeitung": Zn ganz Deutschland hat es lebhaften Widerhall gefunden, daß dem nunmehr 70jährigen Bruder des Königs von Bayer:: Gelegenhett gegeben war, sein Feldherrntalent im Ernstfall zu beweisen. Fast sein ganzes Leben hat Prinz Leopold dem aktiven Heeresdienst gewidmet. Stets kam bei ihm der Dienst in erster Linie und gewissenhaft und freudig versah er ihn von früher Jugend bis zum späten .Alter. Die Last der 70 Fahre hat den Prinzen nicht gebeugt. Noch heute ist er rüstig und lebensfrisch. Die scharfen Bersolgungskämpie des August und September 1915 erforderten wie für die Mannschaften so auch für den höchsten Führer große Anstrengungen. Der Prinz überwand sie leicht und war so ein leuchtendes Beispiel für seine Truppen, die er zu immer neuen Leistungen cuMspornen verstand. Aus Hessen. Die Haushaltsberatung in beiden Finanzausschüssen. rb. T a r m st a d t, 8. Febr. Der Finanzausschuß der Ersten Kammer ttat heute vormittag zu einer Sitzung zuscunmen, in der unter dem Vorsitz des Präsidenten, Grafen Erbach-Fürstenau, eine längere Aussprache über die gegenwärtige Finanzlage des Großhevzogtums und den neuen Staatsvoranschlag für 1916 stattfand. Tie Erörterung beschränkte sich auf die allgemeinen Grundtzüge des neuen Voranschlags und die von der Großh. Regierung vorgeschlagenen Mittel zur Deckung des vorhandenen Fehlbettags. Ter Finanzausschuß der Zweiten Kammer setzte heute vormittag die Beratung des Voranschlags unter Vorsitz des Abg. Tr. Osann sott und beschäftigte sich hauptsächlich mit den An- slorderungen Wer das Braunkohlenbergwerk und das Kraftwerk Ludwigs Hoffnung, das für die Grube und die Preßsteinfabrik mü einer Einnahme von 252 425 Mark und einer Ausgabe von 231842 Mark und für das Kraftwerk mit 239 800 Mark Einnahme und 201018 Mark Ausgabe abschließt, so daß sich eine Gesamteinnahme von 492 225 Mark und erne Gesamtausgabe von 432 860 Mark und ein Ueberschuß von 59 365 Mark (mehr gegen das Vorjahr 11834 Mark) ergibt. Bei der Beratung kam auch die.Regierungsvorlage, betreffend den Erwerb der Fürstlich Solms-Braunfels scheu Braunkohlengrube n in der Wetterau zur Sprache, sowie die Verttags Verhältnisse mit der Provinz Obecheffen. Ter Finanzausschuß steht auf dem Standpunkt, daß die gedeihliche Entwickelung des staatlichen Betriebes Nur in Verbindung mü der Provinz Oberhesse:: möglich sei und diese auf längere Zeit hinaus gewährleistet tverdenj müsse. Ueber diese Berhcmdtturgen soll be: der Beratung :mt der Großh. Regierung noch nähere Aufklärung gegeben werden, bevor die Bewilligung erfolgt, und insbesondere auch der Regierungsvorlage über den Ankauf der Solms-Braunfels'schen Kohlengruben näher getreten wird. Sodann verhandelte der Finanzausschuß über das Kapitel Salzwerk, Badeanstalt und Tiesbauamt Bad Nauheim und Badeanstalt Bad-Salzhausen. Ties Kapüel schließt für Bad Nauheim mü einer Einnahme von 1 133 000 Mark und einer Ausgabe von 1083 096 Mark und für Bad Salzhausen mit 71 710 Mark Ausgabe und 21 806 Mark Einnahme ab. Beim Etat für Bad-Nauheim wurde vom Ausschuß beanstandet, daß die Einnahmen aus den Badegeldern viel zu niedrig angesetzt feien (450000 Mark gegen 910 000 Mark im Vorjahr), ebenso die Einnahme aus Kur- und Eintrittsgeldern (260 000 Mk. gegen 470 000 Mk. im Vorjahr). Es lvurde ber diesen Postei: die Ansicht vertreten, daß Einnahmeänderung in diesem Umfang nutzt gerechtfertigt sei. Andererseüs wurde der den Ausgabe:: besonders beanstandet, daß für Werbetätigkeit, Drucksachen und Einrückungsgebühren ein Posten von 80 000 Mark angesetzt und für die KUrmusik 20 000 Mk. mehr, statt 68 000 Mk. im Vorjahre jetzt 88 000 Mk., angefordert rverden. Diese, wie andere Ausgabeposten sollten noch eine Nachprüfung erfahren. Tie Verhandlungen des Ausschusses hierüber mußten abgebrochen werden, weil der Finanzausschuß der Ersten Kammer zu einer gemeinsamen vertraulichen Besprechung erschien, die etwa zwei Stunden andauerte. Tie Verhandlungen des Ausschusses der Zweiten Kammer werden Mittwoch vormittag fortgesetzt. Au» Stadt und Land. Gießen, 9. Februar 1916. Mehr Achtung vor der BrotversorgungSregelung. Bei gelegentlichen Besuchen auf dem Lande kann man. wie wir von unterrichteter Stelle hören, dort auch an anderen Tage::, als an Samstagen, feststellen, daß noch flott Kuchen gebacken wird. Stellt man die Trägerin eines Kuchens zur Rede, so kann man mit Bestimmtheit die Antwort erwarten, daß andere Frauen ja auch Kuchen backen. Man sollte nicht glauben, daß die Gewissenlosigkeit oft so weit geht, daß das Knchenbacken an den verbotenen Tagen in voller Öffentlichkeit geschieht, insofern, als die Kuchen ganz offen im Dorfe gettagen werden. Es wird wohl nicht ansoleiben, daß diese Berächterinnen der gesetzlichen Vorschriften, die lediglich deshalb geschaffen worden sind, um mit unserem Getreide durchzuhalten, mit abschreckenden Strafen belegt werden müssen, um hier Wandel zu schaffen. Ebenso hört man, daß die ländliche Bevölkerung vielfach mehr Brotgetreide vermahlen läßt, als ihr laut Verordirung vom 27^ August 1915 zusteht, und sich der Verantwortung dadurch zu entziehe:: sucht, daß die zuviel vermahlene Mehlmenge im Mahlschein einfach wieder ausradiert wird. Die Leute scheinen nicht zu wissen, daß sie sich dadurch einer Urkundenfälschung schuldig machen und strenge Sttafen zu gewärtigen haben. *• Amtliche Personalnachrichten. Der Groß» Herzog hat den Kammerjunter und Kaiserlichen Regierungsrat Karl von Werner in Berlin zum Kammerherrn, und den Hofjunker und Ministerial-Sekretär Robert Freiherrn L ö w von und zu Steinfurth in Darmstadt zum Kammerjunker ernannt. — In den Ruhestand wurde versetzt: am 12. Januar der Lehrer Friedrich Bayer zu Hechtsheim, Kreis Mainz, auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste mit Wirkling vom 1. April 1916 an. — Der Großherzog hat am 12. Janliar dem Lehrer Friedrich Bayer zu Hechtsheim, Kreis Mainz, anläßlich seiner Versetzung in den Ruhestand das Ritterkreuz 2. Klaffe des Verdienstordens Philipps des Großinütigen verliehen. ** Die Ablieferung der Metalle muß nach Anordnung des Reichsmilitärfiskus für Gießen bis zum 31. März d. I. in der Turnhalle der Oberrealschule, Bis- marckstraße, erfolgt sein. Es handelt sich in der Hauptsache um kupferne Kessel, kupferne und messingene Küchen- und Wirtschastsgegenstände und um Neinnickelsachen. Bei der Bestandsaufnahme ergab es sich, daß rund 1800 Eigentümer von der freiwilligen Ablieferung der Metallgegenstände aus irgend einem Grunde abgesehen haben. Vielfach setzte man voraus, daß es zu einer zwangsweisen Ablieferung der Metallsachen nicht kommen werde, und hat darum besonders mit der Herausgabe der kupfernen Waschkessel bisher zurückgehalten. Um die Ablieferung der beschlagnahmten Sachen in geregelter Weise vornehmen zu können und um ein überlanges Warten der Ablieferer zu vermeiden, hat der Oberbürgermeister die Anordnung getroffen, daß nach der alphabetischen Reihenfolge eine beschränkte Anzahl Bürger für jeden zur Ablieferung bestimmten Tag ausgefordert wird, die Herausgabe der Sachen zu bewirken. Leider hat sich ergeben, daß zahlreiche Eigentümer in der Ablieferung sich säumig zeigen. Als Grund dafür wird angeführt, daß diese Säumigen immer noch des Glaubens sind, man werde gegen sie nicht zwangsweise Vorgehen. Man rechnet auch törichterweise damit, daß bis zum 31. März d. I. der Friede ge- schlv^'-n sein könne und die Metalle dann zur Landesverteidigung nicht mehr gebraucht würden. Es sei darauf hingewiesen, daß nach dem Formulare, worin die Eigentumsübertragung ausgesprochen worden ist, und das jeder, der einen Gegenstand abzuliefern hat, erhielt, bei Nichtabliese- rung der Gegenstände erstens Bestrasungeintritt und zweitens aus Kosten der Säumigen die zwangsweise Abholung erfolgt. Ilm solches zu vermeiden, möge ein jeder gutwillig der Aufforderung Nachkommen und um an der Ablieferungsstelle jeden Andrang zu vermeiden, pünktlich an dem ihm bestimmten Termin die Gegenstände abliefern. ** Baltenvortrag. Man schrnbt uns: Während im Deutschen Reich vordem der Staatsbürger in der Regel nur eifrig seinen Geschäften und seinem Berus nachging, und nur die wenigen im Alldeutschen Verband, im Verein für das Deutschtum im Auslande und einigen völkischen Landesvereinen zusammengeschlossenen Männer ihre Blicke aufmerksam und mü tätiger Teilnahme auf die Geschichte der Ausländsdeutschen gerichtet hielten, zwang die wachsende Not die außerhalb oer Neichsgrenzen um ihr Volkstum kämpfenden Deutschen, sich selbst zu geschlossener Kanrpfreihe zusammen zu scharen. In geradezu mustergültiger Weise ging hierin das baltische Deutschtum vor. das sich nickst darauf beschränkte, den deutschen Bestand zu erhalten, sondern seine Stellung durch opferfreudige und zielbewußte Heranziehung von neuen deutschen Siedlern zu stärken wußte. Es gelang z. B. dieser Bewegung, in verhältnismäßig wenigen Jahren in Kurland 13 000 bis 14 000, in Livland etwa 7 000 Dentschrussen anzusredeln, die auf ihren ursprünglichen Besitzungen in Rußland und Polen dank der Rusfifizieruugsmaßregeln der Regierung dm: Deutschtum verloren gegangen wären. Einer der kurländischen Hauptfühver dieser Bestrebungen der Balten, Silvia Br 0 edrich, Rittergutsbesitzer in Kurmahlen, wird uns morgen, Donnerstag, in seinem Vorttag über die Leiden und Erfolge seiner Volksgenossen berichten, denen nun hoffentlich eine bessere Zukunft erwachsest wird. ** Verwundeten-Unterricht. Am Freitag, den 18. l. Mts., abends 7y 4 Uhr beginnt im Soldaten heim der 4. Unterrichtskursus für soziale Gesetzgebung. Außer der reichs- gesetzlichen Kranken-, Invaliden- und Hinterbliebenenversicherung werden die Kursusteilnehmer mü den wichtigsten Bestimmungen der Kriegsversorgung, Kriegswochen Hilfe usw. vertraut gemacht. An die Erläuterungen des Unterrichtsleiters schließe:: sich jedesmal eingehende Aussprachen der Kursusteü- nenntet. VlnnieXöunöen )im> a.t ipwiqiui iueimeüccü ^no> Mimisches Institut, Vahnhofstraße) zu richten, ebenso liegt eine Liste zur Einzeichnung im Soloaten heim auf. Dienstag und Freitag, nachmittags 2—3 Uhr, findet im Soldaten- heim unentgeltliche Beratung der verwundeten und erkrankten Kriegsteilnehmer in allen Fragen der sozialen Gesetzgebung statt. **UnbegründeteFeldpostbeschwerden. Den militärischen Dienststellen gehen zahlreiche Beschwerden von Angehörigen im Felde stehender Soldaten darüber zu, daß die von ihnen ab- gesandten Päckchen und Pakete nicht in die Hände der Soldaten gelangen. Soioeit diese Beschwerden in grob formlosem Ton gehalten sind, haben die Beschwerdeführer meist nicht den Mut, ihre Namen M nennen. Men mit Namensrmterschrist versehenen Beschwerden wird von allen Dienststellen in sorgfältigster Weise nachgegangen. Das Ergebnis ist fast stets das Gleiche, närnli das, daß die Sendungen ordnungsmäßig eingetrvssen sind. Wel große, und wie das Ergebnis zeigt, überflüssige Schreibarbeit bei den ohnehin stark beanspruchten Behörden durch solche voreilige Beschwerden entsteht, sei nur nebenbei erwähnt. Weit wichtiger ist es, daß dadurch bei Absendern und Empfängern unbegründeter Mißmut erzeugt wird. Möchten alle, Hie glauben, Gntttd zu Beschwerden zu haben, doch bedenken, daß die Beförderung, namentlich, bei den wenigen Eisenbahnen im Osten, lange Zeit in Anspruch nimmt und ebenso die Rückbeförderung des den Empfang bestätigenden Briefes. Tatsächlich gehen verschwindend wenige Sendungen verloren. Bei dieser Gelegenheit sei auch noch auf folgendes hingewiesen: Ta es nicht zu vermeiden ist, daß einzelne Sendungen mehrere Wochen bis zum Eintreffen gebrauchen, ist es unzweckmäßig, jetzt leicht verderbliche Sa ch e n zu verschicken. Unsere Soldaten im Felde erhalten %. B? Fet twaren reichlicher als die meisten Taheim- gebliebenen Solche Waren müssen der menschlichen Nahrung in vollem Umfang auch in der Heimat erhalten bleiben und dürfen keinesfalls durch Verderben verloren gehen. Daß wir mit Nahrungsmitteln durchhalten können und werden, sehen allmählich auch unsere Feinde ein. Dazu gehört aber auch, daß alle daheim und draußen verständig hanshalten. Mit begründeten, die Namen und genauen .Adressen der Empfänger angebeuden Beschwerden wird niemand und bei keiner Behörde vergebens vorstellig werden. ** Poflscheckverkehr. Der zwischen den Postscheckämtern in Berlin, Breslau, Cöln, Frankfurt (Main), Hamburg, Hanno ver, Karlsruhe (Baden) und Leipzig und den Abrechnungs stellen der Reichsbank bestehende bargeldlos e Zah jungsaus glei ch Hai sich auch im Jahre 191.5 trotz des Krieges erfreulich weiterenttvickelt. In den Abrechnungsverkehr ,gelangten rund 568 000 Postschecke im Betrage von mehr als 6,7 Milliarden Mark oder einer Milliarde Mark mehr als im Jahre 1914. ** Entwendet wurden in der Ncrcht Mit 7. Febt. Mls einem Gurten in hiesiger Stadt 6 Paar graue und hrmme Herrenstrümpfe, ferner aus einer Wirtschaft ein schwarzer zwerreilftger UeberKieher mit geripptem sei denem Futter, Zigarren und Zigaretten. Sachdienliche Mit nimmt die Kriminalpolizei entgegen, hre 25jährige Tätigkeit als Leichenwärterin vollendet Heute Frau Elisabeth Schuchardt, Katharinengasse 9 Landkreis Gießen. r. M n s ch e n h e i m , 9. Febr. Hornist Heinrich Weil, tm Res.-Jns.-Reqt. 254, Sohn von Heinrich Wilhelm Weil II., erhielt die Hessische Tapferkeits medaille. Kreis Alsfeld. E. Mücke, 8. Febr. Gestern bewegte sich ein langer Leichenzug von Mücke nach Flensungen. Leidtragende waren aus der Nähe und Ferne herbeigekommen, um dem verstorbenen „alten M ü ck e n w i v t'\ Konrad Bräuning II., die letzte Ehre zu erzeigen. Der Verstorbene war ein Mann von echt deutscher Denkungsart, von echt deutschem Schrot und Korn. Sein Alter hat er auf 97 Jahre und 18 Tage gebracht. Kreis Friedberg. M. Bad-Nanheim, 8. Febr. Ein Vorgang, der ftch gestern auf dem Weg zwischen hier imd Friedberg abspielte, findet vielleicht während des ganzen Krieges nicht sein Gegenstück. Zwei Brüder, die gleichzeitig bei einem Regiment dienten, befanden sich beide in Frankreich vor dem Feinde. Während nun der eine bei einer Sappenabteilung beschäftigt war, kam der andere auf Horch- poften. In der Zwischenzeit sprengten die Franzosen eine Gegenmine, hierbei wurden auf deutscher Sefte mehrere Soldaten leicht verwundet, während man den einen der beiden Brüder, der auf Horchposten war, für tot hielt. Er hatte jedoch nur einen Beinbruch davongetragen und wurde, nachdem er eine Zeitlang tm Feldlazarett behandelt worden war, in die Heimat befördert. Aber auch er hielt seinen Bruder für tot. Gestern nun, als der ältere, der in Friedberg im Lazarett ist, auf dem Weg nach Bad-Nanheim einen Spaziergang machte, kamen ihm einige Soldaten ent- ien. Kaum hatte der Friedberger die Soldaten von wertem eracht, so stürzte er auf sie zu, umarmte einen von ihnen und wollte ihn nicht mehr loslassen. Die beiden Brüder, die sich beide für tot hielten, hatten sich wiedergefunden. ^ _ = Vilbel, 8. Febr. Dem Wehrmann Fritz Hummel, zurzeit beim Infanterieregiment 116, wurde das Eiserne Kreuz verliehen, ebenso dem Gefreiten I. Zeller vom Jnfanterie-Regt. Nr. 224, unter gleichzeitiger Beförderrmg zum Unteroffizier. *• Ganibach, 9. Febr. Der seit dem 10. September 1915 vermißte Soldat Heinrich Karbe r von hier hat seiner Mutter durch eine Karte vom 1. WechnachtÄeiertag mitqeteilt, daß er sich wohlbehalten in russischer Gesangenschast befindet. Kreis Wetzlar. ra. Wetzlar, 8. Febr. Hauptnmnn und Batterieführer Re- S ierungs - Baumeister Otto W a l d s ch m i d t wurde mit dem Eisernen Kreuz erster Klasse ausgezeichnet. 4 - Kroidorf, 8. Febr. Einen schönen Beweis davon, daß die Liebesrätigkett für unsere Lazarette noch nicht erloschen ist. hat unsere Gemeinde erbracht, indem sie für das Reservelazarett Wiltd ./ui aue |uiu/c ou..w wv.ueu |n £ X trt 's a ft. 'S'S SS £ i» . ® ■§1 i« -o § izi 0:0 «, = oa*:5 S-s| Wetter 8. 2“ 6,1 4.6 65 8 Sonnenschein 8. 9" _ 3,6 4,9 83 — - 10 Bed. Himmel 9. 7 “ 1,9 4,9 93 10 ,, " Höchste Temperatur am 7. bis 8. Februar 1916 Niedrigste * „ 7. „ 8. „ 1916 Niederschlag: 0,7 mm. + 6,9* C. + 2,9 • C. Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 10. Febr. 1916: Meist bedeckt, stellenweise leichte Vsiederschläge, zeitweise ausklarend; Temperatur wenig geändert. _ Vermietungen 7 Zimmer 1431 Elegante 7-Zimmer- Wolinuna mit all. Zubehör per 1. April billig zu vermieten. Blcichstraße 26. 5 - 3 im.-Wohi>. Näh. Kaiicr-Allee 20. Keplerstratze II — Erdgeschoß — 5-Zimmer- Wobnuna mit Bad u. sonst. Zubehör zum 1. April 1916 zu vermieten. 183 Näheres Löberstraße 8._ Sch. 4 Z. W. m. Bad u. Gas v.1.4 z. v. Marb.Str. 56. [178 der Neuzeit entsvrech., vrets- wert zu verin Zu erfragen Plackst ratzet», in, Laden . 6 Zimmer &fc jflianstraße 15 H schöne V-Zimmerwokiiuna mir Zuvebör, groß. Lerauda und Gar enanterl zu verm. 27V! Näheres im 3. Stock. jlarbargc'- Stralic 10 Parterre - Wobnuna von 6 Zimmern zum 1. Llvril oder früher zu vermieten. Dieselbe eignet sich auch für Bureauzwecke. 150 5 Zimmer Schöne 5-Zi,„merwollnuna mi Zubehör per sofort zu vermieten. 95 Blcichstraße 31, 1. Etage . 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Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere liehe, gute Tante und Großtante Fräulein Anna Müller Lehrerin i. P. Montag abend 9'/s Uhr nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden im 79. Lebensjahre in ein besseres Jenseits abzurufen. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen (Nord-Anlage 27), Erbach L Rheingau. Nieder-Olm. Die Beerdigung findet Freitag, den 11. Februar, nachmittags 3 Uhr vom alten Friedhof aus statt. Von Kondolenzbesuchen bittet man absehen zu wollen. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 10. Februar, nachmittags 2Va Uhr, auf dem neuen Friedhofe statt. 1000 Gessenti. Bortrag!. Donnerstag, den 10. Februar 191« abend» 8-/2 Uhr pünktlich im Saale »es GeseKichastsvereins. Herr Rittergutsbesitzer Silvio Broedrich (tturmahlen, Umland» 868 Dre kaltem Numerierte PlSiie z« 1.5« n. l Ml. StcbVlSde 50 Pf«. Glieder bn unterseftfnet Vereine zahlen in, Vnrvcrlaui 1 Me., 70 und 30 Pfg. gegen Vorweis der Mitgliedskarte. 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