Nr. 3J Der Keheuer A«ze<-« erscheint tätlich, cncher Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich AiehenerFamillenblütter; zweimal wüchentl.Nreis- KlattfürLenNreirSietzen (Dienstag und Freilag): zweimal monatl. Land- »irljchastliche Zeitsragen Fer»isprech - Anschliche: für die Schrittleitung 113 Verlag,Geschä/tsstelleol Adresse iür Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Annahme von Anzeigen für die Lagesnummec bis zum Abend vorher. Erstes Blatt (66. Jahrgang Montag, z. §ebrmr (9(6 Gemral-Mzeiger fir Oderhessen Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Such- und 5teindruckerei R. Lange. Schrfftleitrmg, Geschästrsteile und Druckerei: §chulstr.7. Bezug SP reis: inonatl. 85 Pf., viertel- jährl. Mk. 2.59: durch Aohole- u. Zweigstellen monatl. 75 Pf.: durch die Post Mk.2.30 viertel- jährl. auSschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal I5Ps., ausw. SV Pi. — Haupt- schrffckeiler: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goch; für Stadl und Land, Vermischtes und Gerichtssaal: Fr.R.Zeuz; für ben Anzeigenteil : H. Beck, sämtlich in Gießen. Die deutsch-amerikanische Spannung. (WM.) Großes Hauptyuartier, 5. Februar. (Amtlich.) WestlicherKriegsschauplatz. Ei« kleiner englischerVorstoß südlich des Kanals van L a B a s s e e wurde a b g e w i e s e n. Ein durch Wurfminenfeuer vorbereiteter französischer Handgranatenaugriff südlich der Somme brach in unserem ArMleriefeuer zusammen. In der Champagne und gegen einen Teil unserer Argonnenfront unterhielt die feindliche Artillerie am Nachmittag schweres Feuer. Französische Sprengungen auf der Höhe von Vallst usis östlich der Argonnen richteten geringen Schaden an unseren Sappen an. Unsere Arttllerie beschoß ausgiebig die feindlichen Stellungen auf der Pogesenfront zwischen Diedolshausen und Sukzern. OestlicherKriegsschauplatz. Auf der Front keine besonderen Ereignisse. EinsunsererLuftschiffe griff die Befestigungen von Dünaburg an. Balkan-Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Oberste Heeresleitung. (WM.) Großes Hauptguartier, 6.Februar. (Amttich.) WestlicherKriegsschauplatz. Kleinere englische Abteilungen, die südwestlich von M e s s i n e s und südlich des Kanals von L a B a s s e e varzsstvßen versuchten, wurden ab gewiesen. Framösischr Sprengungen bei B er ry - au - B ac, auf der Combres-Höhe und nn Priesterwalde verlieben ohne besonderes Ergebnis. Bei Bapaume wurde ein englischer Doppeldecker zur Landung gelungen. Die Insassen sind gefangen. Oestlicher und Balkankriegsschauplatz. Keine Ereignisse von Bedeutung. Oberste Heeresleitung. ^ . v * « ' In den grvßen FrWen dieses Krieges, deren Entschei- > düng für Deutschlands Kampf und Zukunft bedeutungsvoll werden ruuü. bleibt unsere deutsche Regierung in der besten Weife ,, 'Ai', ^ j; . , in der Anlehnurlg an ihr Volk. Mehrfach ist! Res Tkrr Mm Musdruck gekommen. Wenn unsere amtlichen Stellen rricht rnit Zeitungsblättern rauschen und die öffentliche Meinung damit beeinflussen, wie es in romanischen Ländern zu geschehen Pflegt, so verfügt sie über ganz schlichte Mittel, sich an das Empfinden und das Urteil des deutschen Volkes zu wenden. Es ist erfreulich, wie da oft eine offen und klar als amtlich bezeichnet^ Andeutung, ein Unterstreichen irgend eines Vorganges in der auswärtigen Politik genügt, um die deutsche Oeffentlichkeit zu vorsichtigen Erwägungen zu veranlassen und damit der Regierung den nötigen Rückhalt zu geben, das eigene Gewissen zu schärfen. Freilich gehört dazu zweierlei: eine tatkräftige, sich ihrer Verantwortung voll bewußte und ihrer Ziele ganz sicher fühlende Stnatsleitung und auf der anderen Seite jener geschärfte Sinn für die Notwendigkeiten deutschen Handelns, wie er in unserem Volke, nachdem es kerne Parteien mehr bei uns gibt, zu unserer Freude in zu- n hmenden Maße sich bemerkbar macht. Wir empfinden b Ä vornehmlich bei der neuerdings sich zuspitzenden S> reitfrage zwischen Deutschland und Amerika. Nachdem Re letzte kurze Mitteilung unserer Regierung^ in der auf den Ernst der Lage hingewiesen worden war, in der Presse nrit derselben Ruhe urrd Sicherheit hingenommen worden war, wie sie auch in den amtlichen Schritten unserer obersten Stellen zu spüren ist, nachdem kein einziges deutsches Blatt etwa gefordert hat, man müsse der Politik Wilsons nur jeden Preis entgegenkommen, erhalten wir heute durch die nachstehend veröffentlichte Unterhaltung des Unter- staatssekretärs Dr. Zimmermann mit einem amerikanischen Pressevertreter einen neuen Einblick in die schwebenden Verhandlungen und in den Ernst der Lage. Herr von Bethinann Hollweg hat noch einmal durch den Botschafter v. Bernstorfi Vorschläge in Washington überreichen lassen, die einer friedlichen Verständigung Raum lassen. Wilson hatte bekanntlich gefordert, daß Deutschland offen erkläre, es betrachte die Torpedierung der „Lufttania" als völkerrechtswidrig, womit wir unsere schneidige U-Bootw affe überhaupt aus der Hand legen müßten. Es ist bei einem starken Teil des deutschen Volkes die Meinung vertreten, wir seien der amerikanischen Politik in diesen Dingen bereits schon zu weit entgegengekommen, und daß diese Aufschwung in allen Schichten genährt wird, beweisen die Auslassungen so verschiedenartiger Zeitungen wie „Tägl. Rundschau", „Deutsche Tagesz^tung", „Vossische Zeitung" und „Köln. Bolksztg.", die sich sämtlich in dem angedeuteten Sinne geäußert haben. Andere große Zeitungen haben in ihren Besprechungen es ebenfalls an Hinweisen nicht fehlen )St$03' Fi Os-Aum VSSOjVS. f) Noyosi-Comptegrae-Soissoßa Die Prosit sin Westen _ NulqWMe PraatBsfe. lassen, daß gerade Amerika gegenüber unsere Politik rücksichtsvoll und entgegenkommend gewesen ist, daß ein Bruch in Deutschland ernstlich beklagt würde, daß aber die deutsche Regierung nach Abschätzung aller beteiligten Faktoren und nach eigenem Verantwortlichkeitsgefühl selbst entscheiden müsse, was Herrn Wilson zu antworten sei. Heute hören wir nun ans dem Munde des Unterstaatssekretärs Dr. Zimmer- mcnrn, daß die deutsche Regierung nicht daran denkt, ins Mauseloch zu kriechen, daß sie vielmehr sich zu keiner De- müttgung werde treiben lassen. Deutschland könne die Waffe der U-Boote nicht ans der Hand legen, und weitere Zugeständnisse als die in den letzten Vorschlägen an Wilson enthaltenen könnten nicht gemacht werden. Das ist eine offene Sprache, die nacht mehr mißverstanden werden darf. Wir kennen die deutschen Vermittelungsvorschläge im einzelnen nicht, sind aber gewiß, daß sie das weiteste Entgegenkommen gegenüber Amerika enthalten, denn wir kennen ja die Zugeskarwnisse, die vorher schon von Deutschland in der „Lnfitanicr'-Angelogenheit gemacht worden sind. Es muß jetzt mit ruhiger Geduld abgeioartet werden, welchen Eindruck die deutschen Erklärungen in Washington machen werden. Gerade jetzt ward wieder eine neue Rede des Präsidenten Wilson verbreitet, die er in St. Louis gehalten hat und in der sehr deutlich auf die deutsch-amerikanische Spannung Hangewiesen wird. Diese Ausführungen klingen — sie sind freilich unbestimmt und dehnbar — im ganzen versöhnlich. Und so dürfen wir vielleicht hoffen, daß „die brennende Flamme des Utechts aus seinem Altar" nicht bedrohlicher die Welt in Brand setzen wird, als es die Führer unserer U-Boote zu tun verrnöchten. Wenn es zum Bruche zwischen Berlin und Washington kommt, so würde die Geschichte vielleicht später doch einmal das Urteil fällen, daß Wilsons brennende Flamme des Rechts durch eine sttlle, aber desto heftigere Leidenschaft genährt worden sei. Die österreichisch-ungarischen Tagesberichte. Wien, 5. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amttich wird verlautbart: 5. Februar 1916. Auf allen drei Kriegsschauplätze« kerne besonderen Ereignisse. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant. Wien, 6.Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlantbart: 6. Februar 1916. Der gestrige Tag verlief auf allen Kriegsschauplätzen ohne besondere Begebenheiten. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, Feldmarschalleumaut. * * Nnterstaatssekretär Zimmermann über die deutsch-amerikanischen Verhandlungen. New Pork, 6. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Der Berliner Korrespondent der „Associated Preß" hatte eine Unterredung mit dem Unterstaatssekretär Zimmer mann, in der dieser die Hoffnung aussprach, daß die neuen Vorschläge, die den Vereinigten Staaten bereits vorgelegt seien, die Grundlage für fine definitive Regelung geben würden. Er wolle jedoch den Ernst der Lage nicht verhehlen. Zimmermann sagte weiter, daß Deutschlaild keine weiteren Zugeständnisse machen könne und keinesfalls die Ungesetzlichkeit der Kriegführung der U-Boote in der Kriegszonv anerkennen wolle. Die deutsche Regierung sei bereit, alles was in ihrer Kraft stehe, zu tun, um den Wünschen Amerikas entgegenzukommen und habe dies auch schon getan. Aber es gebe Grenzen, bei denen selbst die Freundschaft aufhöre. Er erklärte, ec begreife Amerikas Haltung nicht. Man habe in Deutschland gedacht, daß die Differenzen wegen der U-Boote erledigt seien und die,Lusi- tania"-Frage geregelt würde. Aian habe von deutscher Seite zu- gestimmt, 'einen Schadenersatzanspruch zu bezahlen, aber die Regie- rmrg der Vereinigten Staaten habe gänzlich neue Forderungen gestellt, denen Deutschland unmöglich entsprechen könnte. Amerika dürfe nicht zu viel fordern Und Deutschland zu demütigen versuchen. Auf diese neuen Forderungen und die neuen Instruktionen an den Grafen Bernstorsf wünschte Zimmermsnn nicht näl>er cinzugehen, doch ließ er keinen Zweifel, daß Re ganze Krise auf die Forderung Amerikas zurückzufichven sei, daß Deutschland die Versenkung der „Lusitania" als eine völkerrechtswidrige Tat desavouieren solle. Deutschland könne die Waffe der U-Boote nicht aus der Hand legen. Zimmermann erklärte wiederholt, daß Deutschland, wenn die Vereinigten Staaten es zu einem Bruch kommen lassen wollten, nichts mehr tun könnte, um das zu vermeiden. Das dauernswerteste an der ganzen Sache würde sein, daß kein tieferer Grund zu einem Bruch vorhanden sei. Deutschland und die Vereinigten Staaten hätten keine einander widersprechenden Interessen. Deutschland hoffte deshalb cuff eine bedeutende Entwickelung des Handels zwischen den beiden Ländern nach dem Kriege. Diese Hoffnung würde zerstört, oder es würde Rch eine solche Entwickelung sehr behindert werden, wenn Vs jetzt zu einem Bruch käme, dlber Deutschland könne nicht weiter gehen, als es bisher gegangen fei. Eine neue Rede Wilson». New York, 5. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Durch FunV-, sprach von dem Vertreter des Wolffbureaus. Präsident Wilson charakterisierte die Haltung der Vereinigten Staaten in einer Rede in St. Louis dahin, daß sie mit aller Welt in Frieden und Freundschaft seien Und bleiben wollten, da sie aus aller Welt zusammen- gewachsen seien und alle Welt verstmcken. Sie könnten ihre Freundschaft für die Welt besser durch Fern Haltung v-o m Kriege als durch Einmischung beweisen. Die Gefahr einer Beteiligung am Kriege liege nicht innen, sondern außen. Die Haltung der Unterseebootskommandnnten sei meistenteils den ©e* setzen ihres Landes entsprechend. ?lbcr eine Harwlung eines Kommandanten kölmc eine Welt in Flammen setzen. Auf der See schwämureu Ladungen von Weizen, Baunvvollc, Manufakturloaren,' Und jede von ihnen könnte ernste Schävierigkeiten verursachen, da sie in die Feuerzone ginge. Amerika Habe keine ftine Pointen oder neue Auslegungen in seüren international-mr BezielMugen eingeführt, sondern sei bei dem klaren Mortlaut der Völkerrechte - ... uxii> Die Kz>iaai&* g^iE^bct alten Welt nicht immer hätten zugestehen wo lim, des Rechts auf seinein Altar gehütet, w ^er ?^denschaft über alle anderen älteren S^sr der Wett dahingesahven sei. Der Präsident erklärte, er deren Gemütsverfassung durch den Krieg aus dem Glechgewcht sei, alle Geduld und Nachsicht gewähren und fJriirJt dadurch nicht Lebenfragen berührt wurdM. Er selcht würde ja m Zeiten der Gefahr für die ^ercrnrgren Staaten jede zu weitgehende Peinlichkeit bei Seite ^2*' p Zugeständnis würde er beiden Sellen machen Er wres daraus hin das; die eine der kriegführenden .^r übrigen Welt abgeschlossen sei, so rffij, ^ .^l^rmgten Staaten ihr gegenüber nicht so aussprechen romtten wie sie wohl möchten. Er gMubt aber, Amerika sei wahrhaft ^tral. Der Friede ider Welt und ebenso Amerika hänge von der übrigen Welt ab, nicht aber von Amerika. * * * Die Kritik an den Erklärungen Salandras. ^ r n -J>: Fcbr- (WTB. Nichtamtlich^ Der „Sccolo" meldet aus Rom: Dre volrtrschcn Erklärungen Salandras in Lmrrn wewen in allen Parteilagern sehr stark besprochen. Sie haben dre leicht vorauszusehende Wirkung erreicht, das Feuer der ttuseinaiwersetzungen wieder anzufachen und die nationale Ein- l'-ett zu stören, die das Ministerium als die wichtigste Grund- ^ fm: W fdbft bezeichnet hat. Die ,Jdea Nazionale" imlcht folgende Bemerkung: Es hieße der Wahrheit ins Gesicht schlagen, wollte man behaupten, daß Salandra bei der letzten Rede Jlrr glücklichen Eingebung gefolgt ist. Der Wider- Ißall semer Worte im Lande wird ihn sehr bald überzeugen, daß er sehr vrÄ besser getan hätte, an seiner Absicht des Still- schlmngeM festzühialten, mit der er die Reise begonnen hat. Die wenigstens dies eine Mal gut getan, den wenig glücklichen ^erl von Salandras Rede zu unterdrücken, in Erfüllung der von dem Ministerpräsidenten Ergangenen e:g"nen Be- nrm'Mungen, mich welchen die Verbreitung von Nachrichten und Gedanken, die die Uneinigkeit der Gei st er heraufbeschwören, verboten ist. Die italienische Kohlenfrage. JBerTt, 6. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Demps" tneldet ans Rom, daß die -englische Regierung in der Koh- e H? endgültig dem Grundsatz zugestimmt habe, eine getms^/Zahl Dampfer für dm -ausschließlichen Ueberseedienst zu requirieren Uiid zwar für denselben Preis als diejenigen, welche den Dienst für die englische Staats- mcrrme versehen. geange Nicht, die BeDur,Ui,,e a^er ^u.wer zu oe,iuwigeu. ^bench habe das Abkommen mit den österreichischen und den un- ganschen Eisenbahnen keine beftiedigende Lösung für die Frage des Waggonmangels geschaffen. So sei die Lage bis Oktober 1915 gewesen. Seitdem gehöre der Gegenstand in den Bereich der . - A.^^^ommiffion. Untersuchungen an den Grenzen hät ten ..tißb rauche mehrerer Stationsvorsteher er- 6eben, die abgesetzt werden sollten. Der Minister erklärte, er habe atle Belege bereit, um zu beweisen, daß niemand begün- Worden sei. Unter den jetzigen Umständen Begünstigungen zu gewahren, wäre ein Verbrechen. Senator Jsweruanu erwiderte, er billige die in der Vergangenheit getroffenen Maß- rL 9eln ' J ,ie c u& . ri ^ e11 ^ äetgieTi, daß die Klagen berechtigt gewesen ettvaige Schuldche ^ ° ud * 9Ka ^ re0Cllt ^ bic Zukunft gegen Fleischfreie Tage in Rußland. 5. gebt. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung d«s Retcterschen Du.rea.us. Me „Times" berichtet aus Peters-- ourg: Der Ackerbauminister ließ verlautbureu, daß es nötig fem werde, rm ganzen Reiche zwei fleischlose Tage ernzuMH-reu, wenn man ein ruinöses Abnehmer! des Viehbestandes vermeiden wolle. Das Ministerium schlägt außerdem vor, die Fleischration der Soldaten herabzusetzen. Eine englische Mission beim König der Belgier. London, 5. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Amtlich wird mitgeteilt: Lord Cur- zon und General Sir Douglas Haig sind von der Regie- rung damit beauftragt worden, sich in besonderer Jeiffton zu dem König der Belgier zu begeben. Eine russische Anleihe in Japan. London, 5. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Dimes" erfahrt, daß Verhandlungen über eine russische An lerhe in Japan über 5 Milliarden Yen geführt werden. Dre Anleihe würde die ^Bezahlung der .großen Kriegsaufträqe wesentlich erleichtern, die Rußland in Japan gemacht hat, zumal ber dem jetzigen Wechselkurs. Zugleich würde Eng land dadurch finanziell wesentlich entlastet werden. Senator Hnmbert fordert die Oberleitung Frankreichs. f 6 'Nichtamtlich.) Im „Journal' r ^ ' u Ü 1 & er 1 die Oberleitung in den Aktionen E Mluerten für Frankreich. Er sagt, die Mittel der Alliierten an Jcensch^l, Material und Geld sind, daran zweifelt keiner dnren der Femde bei weitem überlegen. Aber warum sind diese ubevall noch nn Vorteile angesichts einer Koalition, welche sie zermalmen imrstte? Das liegt an Mangel an Einheillichtelt m den Aktionen. Mögen die Alliierten doch endlich aufhören leder fernen eigenen Krieg zu führen. Frankreich, das bisher' Ehr Äs ine anderen getan und gelitten hat. hat jetzt die Pflicht, klar und deutlich zu reden. Frankreich ist es möglich, noch mehr Anstrengungen in Sachen des ' -'^mrwchaftsersatzes zu machen, aber was ihm im möglich ist, können noch REand, England und Italien. Frankreich muß infolge der Icmgen^ Kriegsdauer und der Höhe der.technischen Leistung seiner Intelligenz zur Seele und zum Hirn der Kvalllon werden Mit dem horcht baren Feinde fertig zu werden, ist noch et ne schwere Aufgabe. Die gvoßarttgen Mittel der Alliierten bedürsen emer einheitlichen Leitung und Aus- g"ben^' % x * nfx * iö > allein ist geeignet, sie zu Die dritte englische Kriegsanleihe. z* Febr. Wie verschiedene Miorgenblätter sich über Amsterdam melden lassen, sei der englische Finanz-- mrntsöer mit den englischen Großbauten in Lwünunam über dre Grundlagen der dir itten e n gl i s ch e n Kr ieqs- anlerhe eingetreten, die im März mrfgeleglt werden chll und bereits zu einer Verstäiidiguug igeckornmen. Die Anleihe werde 400 Millionen Pfund Sterling betragen Mr Zinsfuß sei fünf Pvozeiit, der Emissions?urs ungefähr 97 Prozent. Wahrend 10 Jähren soll die Anleihe nicht kündbar jem Mißglückte Machenschaften in Bulgarien. Berlin, 7. ,Febr. Diazu, daß in Bulgarien ein rundes Dutzend von Abgeordneten in Staats- aewahrsam gebracht worden sind, sagt der „Berliner Lokälanzeiger": Den Ausgang der strafgerichtlichen Untersuchung soll man natürlich abwarten. Aber wir sehen wieder enunal, mit welchen Pättteln der berühmte franzöfifchie Kultureinftuß in der Welt verbreitet wird, gegen den germanische „Barbarei" angeblich nicht aufkommen kann. Die feindlichen Kundgebungen im Lichte der bulgarischen Oeffentlichkeit. Sofia - 5. Febr. (WDS. Nichtamtlich.) In Besprechung der Reden Sasonows. Porncarss, Vanderveldes und Salandras hebt dre bulgart,che Presse den müden Grund- ton hervor, der allen diesen Kundgebungen gemeinsam sei. Auch rm Mrnrsterwechsel m Rußland erblrckt die bulgarische Presse aller ^r das Erlahmen der russischen Widerstandskraft Dre Blatter schöpfen daraus die Hoffnung auf bal- drgeir Frieden, betonen jedoch, daß der Bierbuud angesichts des uaben Bales tu ,erneu Anstrengungen nicht Nachlassen dürfe. So a ^,''? lT ' Alle brsherrgen Bemühungen der Entente waren frilchtlos und berechtrgen sie zu keiner Hoffnung mehr. Ihre Webe - Erfolge erzielten bisher ^.^^^"blmachte Trese müssen mtt aller Kraft ttachten, bis ^ ^^br zu blerben. Nur dann roerden wir den ersehnten bEhaften Frieden erlangen In demselben Sinne sprechen sich „Preporetz und dre übrigen Blätter ans. Verhandlungen über Beftechungsfälle im rumänischen Parlament. Bukarest, 6 Febr. (WTB. Nichtamtlich.) In der Kam- me \ n % te der Abgeordnete Prvtopoesau an den Ackerbau-- mrmster dre Anftage, ob es rrckKig sei, daß mehrere Mitglieds der Zentralkommisswn für den Verkauf und die Ans-fu^ von Getrerde settms gewisser Produzentenkreffe gewisse Ge- buhrNisse erhalten haben, um ihnen zu einem- oorteilbaiten Abschluß zu verhelfen. Wenn denr so sei, wünsche er die Namen bZer Mitglieder xuerfahrm, Der Merbanminrster möchte mit- terlen, welche Maßnahmen er m dreier Angelegenheit ergrifftn habe. p. ^ Senat, bemerkte der Senator Jsweruanu, daß das Arbertsrmnisterium auf die Leitung des Eisenbahnwesens ungenügenden Ernfluß besitze. Er wünsche die Aufmerksamkeit des Ministers auf die Zustmrde in der Verwaltung uud auf dre gerügten Falle m der Waggongestellung zu lenken Wz frage den Minister, ob er dre Einsetzung einer parlamen- tarischen ttntersuchun^skommission bewillige Weiche M unt der tzqmigcn SadjUiqe zu befassen hätte und ob^er slch verpftrchtet fühle, die Ergebnisse dieser Untersuchung zu ver- ossentftchen. Es gibt, sagte der Redner, kein Theaterstück und keine Posse, wo man sich nicht über die Waa- gonverteilung lustig macht. Der Minister der öffentlichen Arbeiten stÄlte fest, daß infolge des Krieges Rumänien na) nrcht eigener Waggons bedieiren könne und auch die Einstellung der in Ruimänien befindlichen fremden Waggons in den Der türkische Bericht. Konstantinopel, 6. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht des Hauptquartiers von gestern: An der bei Fel-ahie leichte Artillerie- und Jnfan- teriekämpfe. Bei Kut-el-Anrara. keine Veränderung. Am 3. Februar haben ein Torpedoboot und ein lenzer am breiten Eingang der Dardanellen einige B o m- ben gegen Tekke Burun und Sedd-ül-Bahr geschleudert und sich dann zurückgezogen. Nichts von Bedeutung ans den übrigen Fronten. Konstantinopel, 6. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht. An der Irak front keine Veränderung. An der Kauka sus f r on t wurden feindliche Angriffe gegen unsere Stellungen und Vorposten an verschiedeilen Abschnitten abgeschlagen. An den Dardanellen verfolgte ein von Leutnant Kronhais gelenktes türkisches Kam'pf- am 4. Februar einen englischen Doppeldecker und schoß ihn ab, so daß er zwischen Jmbros und Kaba Tdpe ins Meer sttrrzte. Zwei Kreuzer feuerten auf Tekke Burun und dre Umgebung von Sebd-ül-Bahr. Nachdem unfere anatolischen Batterien geantwortet hatten, zogen sre sich nach Abfeuerung von 30 Granaten zurück. Am 3. Februar feuerten zwei feindliche Kriegsschiffe, ohne irgend einen Schaden anzurichten, im Abschnitt von Bergoma 40 Granaten gegen zwei Oerttichkeiten am Nord- und Süd ufer des Golfes von Eschnrderli ab. Der französische Bericht. P-aris. 6. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht abend: Zwischen Soissons und Reims beschoß unsere Attrllerre den Brückenkopf von Vonizel uud feindliche Schanzwerke bei Veudresie und Cernay. Eine marschierende Kolonne wurde östlich von Saint Souplet unter unser Feuer genommen. In der Champagne beschädigten unsere Batterien feindliche Anlagen nördlich von Saint Thomas. Bei Haute Chevauches besetzten wir dm Nordrand eines derrtschen Minmttichters. In Lothringm Tättg- kert unserer Arttllerie in der Gegmd von Corncourt und Domevre. Ln ft kam Pf: Gegm 11 Uhr 30 morgms lieferte der Flieger Gu.wl.emer einem deutschen Flieger einen Kampf in der Gegend von Frise. Er schoß -ein feindliches Flugzeug zwischm Assevillers und Herbecourt m Brand. Dies ist das fünfte feindliche Flugzeug, das Guynemer abgeschossm hat. Belgischer Bericht: Die letzte Nacht war ziemlich ruhig Heute ist nichts Besonderes zu melden, außer der gewöhnlichen beiderfeittgm Arttllerietättgkeit. Die Unruhen in Ceylon. Berlin, 5. Febr. (Priv.-Del.) Das „Berl. Dagebl. meldet ans dem Haag: Ein offizieller Bericht des Gonver neirrs von Ceylon besagt, daß die Unruhen, die im Mai stattgefunden haben, wobei über hundert Eingeborene getötet worden sind, auf Uneinigkeiten zwischen Buddhisten und Mohammedanern zurückzuführen sind. 34 Angeklagte sind hinberichtet und 275 zu Gefängnis verurteilt lvorden Die Zivilgerichte bestraften rwch 4500 andere Angeklagte wegen dieser religiösen Unruhen. * * * Admiral Erzherzog Karl Stefan zu Besuch in Berlin. Berlin, 7. Februar. Admiral Erzherzog Kar s teph an, der gestern zu mchrtätigem inoffiziellen Aufenthalt in Berlin ankam, wurde auf dem Bahnhof von dem österreichisch-ungarischen Botschafter Prinz Hohenlohe und Gemahlin (einer Nichte des Erzherzogs) empfangen. Der Erzherzog besuchte im Laufe des Tages u. a. die Sonderausstellung von Ersatzgliedern und Arbeitshilse für Kriegsbeschädigte. Kaiserlich türkische Prinzen im deutschen Hauptquartier. K on st a n t i n o p e l, 6. Febr. (MTB. Nichtamtlich.) Die kaiserlichen Prinzen Osman Fuad und Abdul Rahim sind in Begleitung des Militär-Gouverneurs Oberst von Strempel zur Fortsetzung ihrer militärischen Sttrdien in das deutsche Hauptquartier abgereist. Der Zeekrieg. Einzelheiten über die Eroberung der „Appam". London, 4. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Die Blätter be- richtm aus New York: Der englische Gouverneur von Sierra Leone, Merewether, der auf der „Appam" gefangm war erzählte dem Berichterstatter der „Associated Preß": Das Schiff das die „Appam" erbeutete, ist sicher nicht die „Möve" gewesen sondern ein Schiff von etwa 3500 Tonnen, das wahrscheinlich zunächst mit Obst fuhr. Tie Art, wie das Schiff die „Appam" erbeutete, ist äußerst schlau gewesen. Als es am Horizont auftauchte, zeigte es Notsignale. Ter Kapitän der „Appam" hielt es für ein englisches Frachtschiff imd eilte zu Hllfe. Tie Flagge war nrcht genau erkennbar; wir hielten sie für die Unionjack. Tatsächlich lvar es die deutsche Kriegsftaggtz. Ms wir bis 200 Yards yerangeWmmen waren und die Maschinen stoppten, wurden wir ourcp oce p^o^cu^)-^ -ocralwecung oes oes oujiniä troffen. Tie Brustwehr, die ganz fest ausgesehen halte, verschwand wie durch Zauber ; an ihre Stelle erschien eine Batterie von sieben mer-bis seck>szölligen Geschützen. Die Kanoniere waren am Posten; eine Ku^l flog über unser Schiff weg. Wir hatten nur eine dreh, zollcge Kanone, die ganz nutzlos war, umsomehr, als die Be>. dcenung überall auf dem Schiff verstreut war. Es war unmöglich. Widerstand M lessten. Ter Deutsche sprach zu uns durch das Megaphon. Ter Kapttän gab sofort zu, daß wir deutsche Gefangene hätten, die in England iuterniett lverden sollten. Dar- mis ging von dem deutschen Kreuzer ein Boot mit 21 Mann und Leutnant Berg ab; sie befreiten die deutschen Gefangenen, be- wafsneten \\e mit Gewehren und Revolvern und machten sie zu unseren Wächtern. Schließlich blieben 43 Deutsche auf der „Ap- bei^un^^^ bmadjten. Ter deutsche Kreuzer blieb zwei Tage Als „Clan Mactavish"^ am Horizont auftauchte, verfolgten wir Miseren Kurs, während der Kreuzer auf das englische Schiff ^ Uier 2? r ^bder allem Anschein nach ein harmloses ^nachtschifss .Aber „Mactavish" muß Argwohn geschöpft haben, denn er ichotz plötzlich ohne Warnung ein Geschütz ab. Darauf ließ der Kreuzer seine Maske fallen und eröffnet^ ein Feuer gegen „Mactavish" Es war ein feines Gefecht, obwohl es «nu- leittg war; es dauerte nur eine halbe Stunde. Tie deutschen Ka- ^ Gegner mit einem Geschoßregen, der mehrere Matronen tötete, ein halbes Dutzend verwundete und die Takelage zerriß. Dre beiden Teimpser kämpften so nahe aneinander, daß dre Geschützwirkung schrecklich war. Aber selbst unter diesen Umstandm wollte sich der britische .Kapitän nicht ergeben; immer wieder ließ er dre einzige dreizöllige Kanone abfeuern, der r^ind antwottete immer wieder mit Bveitfeiten. Ms die ^eut,chen zu feuern aufhörten, beaann der „Mactavish" zu ken- ^ .® tc ^ Personen der Besatzung wurden gerettet. Schließlich feuerte das deutsche Schiff zwei Torpedos ab, die beide trafen „Mactavish" versank kurz darauf. Tie Deutschen IL doote herab und ruderten zu der C 'qr?L // gesunken 'war, um Ueberlebende zu retten, mit gegen 200 000 Pfund Sterling in Gold, Merewether betonte, daß die Deutschen die britischen <&> ar^eim 1 mtt größter Höflichkeit und Rücksicht behängt haben. Ein anderer englischer Gefangener sagte: Der deutsche Kreuzer war ein ganz neues Schiff, mindestens 5000 Donnen, groß und mit mehreren hundett Mann Besatzung, die aber bei* djtebeite Schfffsnamen aus den Viützen führten. Tie Deutschen legten auf die Lftipam", sobald diese erbeutet worden war, mehrere ÖÄfftf Schiff in di- Suft«« ibieitfltn, toetwS SBapington, 5. (WTB. Nichtamtlich) Mel- dimg des Reirterschen Bureaus. Staatssekretür La ns in« erklärte: Die einige Frage, um die es sich jetzt handelt, ist rlnLzlT ppa in" noch in den mnerika.nischeu Gewässern bleiben darf. Der Vertrag mit Preußen besttmmt, ber Flotte frei in den ameribanischen Gewässern aus- und einsahren dürfen. Deutscherseits wird aefagt, daß die „Appantt' solange nt Hampton Roads blei- dauert ^ ^ ^ UnteT f u ^ ltn 3 bes deuffchen Prisengerichts Washington, 5. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung dev Reuterschen Bureaus. Die Regierung hat zugunsten der deutschen Ansprüche entschieden, daß der ) reußisch- ameri k an i sche V ertra g im „Ap pam"- a l l a n z u we n d e n sei. Die Interpretation der Bestimmungen des Vertrages bleibt jedoch noch zu bestimmen. Ein englischer kleiner Kreuzer gesunken. Kö ln, 6. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Die Kölnische meldet von der holländischen Grenze unter dem ^brua^: Bet dem letzten L u f t an g ri fs au f England ^ ist der englische kleine Kreuzer „Carolina auf dem H umber durch eine Bombe getro f- > en worden und mit großen Menschenverluften gesunken Die „Kölnische Zeitung" bemerkt dazu: Der kleine Kreuzer „Carolina" war erst am 21. September 1914 vom Stapel gelaufen. Er hatte einen Wasserverdrang von 3800 Tonnen und eme Geschwindigkeit von 30 Seemeilen. Be- stuckt war er mit drei Geschützen von 15,2 Ztm. und sechs von 10, w Ztm. Er hatte zwei Torpedodoppelrohre. Seine Besatzung betrug 400 Mann. * ■ Berlin 5. Febr. (Priv.-Del.) Eine Schaluppe bracht«, ern beschädigtes russisches Unterseeboot nach dem Marrnearjenal von Reni. Das Unterseeboot scheint tn einem. Gefecht beschädigt worden zu sein London, 6. Febr. (WTB. Nichtamtlich) Lloyds mel- det: Der en g lische Dampfer „Ba lg ownie" ist gesunken. Dre Besatzung, mit Aüsnahme eines Offiziers, ist gerettet worden. ^ ' ' Aus Stadt und Land. Gießen, 7. Februar 1916. *• Amtliche Personalnachrichten. Der Groß» Herzog hat am 2. Februar l. Fs. dem Pfarrassistenten Heinrich L),mon zu Mainz die evanqelische Psarrstelle zu Al big über- tragen. - Am 10. Januar ds. Js. wurde der Zugführer in der Hesstsch - Preußischen Elsenbahngemeinschast Johannes Noll zu Gießen aus sein Nachsuchen vom 1. Februar 1916 an in den Ruhestand versetzt. ** Eine ganz besonders ehrende hohe Aus- zeichnung wurde einem geborenen Gießener Kind, dem Kaufmann Wilhelm Haustein, zutell, der als Leutnant und Kom- pagmefuhver m Serbien bei einem rheinischen Reserve-Regiment steht. Mchdem er rm vergangenen Jahre das Eiserne Kreuz 2. Kl. sich m r-crankrerch erworben hat, wurde ihm vom Kaiser das Eiserne Kreuz 1. Klasse eigenhändig überreicht. WUHelm Hanstein ist in Gießen geboren, hmrde Käufmann und übernahm die Firma Echternach u. HanstelN vom Vater. Er hat im Jahre 1902 nach Aufloftmg dos Geschäfts seinen Wohnsitz nach Eickel in Westfalen verlegt und ist beim Begimr des Weltkrieges mit durch Belgien nach Frankreich gezogen, hat dann in Rußland und später in Serbien gekämpft. Ueber das denkwürdigste Ereignis seines Lebens die Auszeichming mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse, schreibt Leut-^ nant Haustein an seine Frau, die als geborene Stroh ebenfalls einer altangeses,enen Gießener Bürgersamllie angehört, das Folgende aus Senilin am 22. Januar: Der 19. Januar bleibt für mein ganzes Leben ein Tag allererster Ordnung! — Majestät kam chntt die Front des Regiments ab, wobei er sich sichtlich über die tranmm Haltung der Truppe freute, die nicht nur kämpfen und siegen kann, sondern auch noch forsch in Paradestellung sich zeigte Nun ertönt der ^Ruf: Die zur Dekorierung Vorgeschlagenen vor- Hanstem Nr. 1 an den rechten Flügel. Majestät sieht sich Hanstein srenndttch an, drückt ihm mit seiner Rechten kräftig die Hand und ubmgibt chm das Eiserne Kreuz 1. Klasse Einige anerkennende Worte, dann kommt der Kriegsminister v. Falkenhah n und eine lange Reihe höchster Offiziere, die den neuen Ritter freuMichst grüßen und von Hand zu Hand wandert die Rechte deines Alten Hurra! Aus einem früheren Brief geht hervor, daß Leutnant Haw- stein als Kompagnieführer sitz bei der Erstürmung eines 1500 Nieter hohen Berges bei den Kämpfen in Serbien besonders hev-- vorgetan hat. Haustein hat in Gießen viele gute Bekannte und Freimde, die sich freuen werden, daß der im bürgerlichen Leben einfach und bescheideil ausgettetene Kaufmann so ausgezeichnet worden ist. . ** Baltenvortrag. Rittergutsbesitzer Silva v. Broed- ich hat bereits in einigen deutschen Städten mit außerordent^ lchem Erfolge über sein Heimatland gesprochen. In München war der Saal des Bürgerbräukellers, per größte Versammlimgs-' vaum der Stadt, überchllt; das geistige München und seine Büp, tzeriü-asl iuat aurcy jeuie i/c\ucu i/aiiutu ucrcraeit. Jocrlin ( war dem Redner der große Sitzungssaal des Reichstages zur Ler- \ fügung gestellt: der Präsident des Reichstags, Geheimrat Dr. ( Kacmpf, selbst hatte zu dem Vortrag eingeladen; auch der c Gouverneur v-on Kurland, von Gvßler, tocrr erschienen. Ebenso { fand der Vortrag in Stuttgart, Heidelberg und anderen Städten ^ begeisterte Aufnal)me. \ ** Stadttheater. Aus dem Stadttheater-Blireau wird I uns mitgeteilt: In der morgigen Abonnements-Vorstellung von - Hebbels ,M a r i a Magdalena" finb in Hauptrollen beschäftigt 1 die Damen Schild imb Frenzel, sowie die Herren Hell- l m u t h , Steinhoier, D w orkowski. T h e i l i n g und \ Stettner. — Zu der Neuheit des nächsten Sonntags, dem Volks- , stück mit Gesang „Das G l ü ck s m ä d e l" von Max Reimann und Otto Schwarz haben die Proben begonnen. Die Stellprobe , ist von dem Mitverfasser Dir. Otto Ne im an n in vergangener > Woche persönlich geleitet worden. ** Im Soldaten heim findet Mittwoch, den v. Februar, 1 nachmittags von 3—5 Uhr, ein Konzert statt, aus das wir be- ' sonders aufmerksam machen. ** Oesientliche Bücherhalle. Im Janupr wurden 5008 Bände ansgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende : Literatur 1775, Zeitschriften 362, Iugendschriflen 239, Literatur- ! gefcbichte 8, Gedichte und Dramen 53, Länder-und Völkerkunde 73, J Kulturgeschichte 35, Geschickte und Biographien 130, Kunstgeschichte -16. Naturwissenschaft u»id Technologie 104, Heer- und Seewesen 31, ' Haiis- und Landwirtschaft 19. Gesiurdheitslehre 24, Religioii rnid Philosophie 56, StaatSwisseiischait 10^ Sprachwissenschaft 8, Jreind- sprachliches 35 Bände. Nach ausrvarts kanien 66 Bände. j ** 3 u der B e k a ii n t m a ch u n g, betreffend Bestandserhebung von tierischen und pflanzlichen S p i n n st o s f e n und daraus hergestellten Web-, Wirk- u n d S t r i ck g a r n e n ift in unserer heutigen Nummer ein Nachtrag erschienen, auf den wir besonders aufmerksam machen. ** Saathaser. Wie schon in einer BeknnntmachiUig im Anzeigenteile unserer Samslagsnummer mitgetellt wiirde, könneii diejenigen Landleute, die Saalhaier zu bezieheii wüuscheii, bis spätestens Dienstag, den 8. Februar, mittags 12 Uhr, im Stadthause, Zimmer Nr. 6, ihre Bestellung ausgeben. Dort wird auch nähere Auskunft erteilt. Aufträge, die später emgehen, köttnen nicht» mehr berücksichtigt werden. Landkreis Gießen. H Leihgestern, 6. Febr. Den Heldentod fürs Vaterland starb der hiesige Gemeindeförster Unteroffizier Georg Hetz in der 7. Komp. Jnf.°Regt. 116. Am 31. Januar wurde er durch einen Granatspl-itter schwer verwundet und starb gleich daraus. Er mar mit der Hess. TapierkeitSmedaille allsgezeichnet. Die ganze Gemeinde betrauert den braven, tüchtigen Beainten. — Voll bem seit 3. November v. Js. in serbischer Gefangenschaft geweseneil Unterof. der Landw. Georg Arnold trafen helite zurgrößten Freude des ganzen Dorfes drei Karten ein. In der ersten aus Monastir vom 22 . Januar teilt er seinen Angehörigen mit, daß er mit einem «Oesterreicher am 14. Dezember aus der Gefangenschaft entwichen ilnd glücklich entkommen sei. Die beiden anderen hat er anl 1. Februar in Berlin geschrieben. Hiernach ist ec dem Ersatz- Bataillon in Landsberg a. d. Warthe überwiesen. * Großen-Buseck, 7. Febr. Morgen feiern die Eheleute .Heinrich Wagner XXI. und dessen Ehefrau, Marie, geb. Münch, die Silberne Hochzeit # Londorf, 7. Febr. Der Lehrer Friedrich Gengnagel -wurde zum Leutnant der Reserve befördert. # Hattenrod, 7. Febr. Die Schulkinder brachten 710 Mk. in Gold zusammen. s. Nonnenroth, 7. Febr. Der Schulverwalter Heinrich R i n k e r von hier, zurzeit Vizefeldwebel M.-G.-Kompagnie Jnf.- Regt. 118, wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. e. Trais-Horloff, 6. Febr. Dem Utlterosfizier Adolf 'Böcher, Garde-Jnf.-Regt. 115, der im vorigen Jahre mit der Hessischen Tapierkeitsmedaille ausgezeichnet wurde, ist jetzt auch das Eiserne Kreuz 2. Klaffe verliehen worden. Kreis Büdingen. ch: Büdingen, 7. Febr. Die Hessische Tapferkeits- Medaille erhielt der Unteroffizier R u l l m a n n im Fuß-Art.- Regt. 18. G Dieb ach a. Haag, 7. Febr. Die Hessische Tapfer- lei t s m e d a i l l e erhielt der Hornist Blum im Jnf.-Regt. 88. Kreis Schotten. = Scho tten, 7. Febr. Im Alber von 74 Jahren verstarb der langjährige Bürgermeister Schottens, Heinrich Kromm, nach schwerem Leiden. Der Verstorbene, der sich um die Entwicklung seiner Vaterstadt große Verdienste erworben hat, war u. a. auch Mitglied des Proviuzialaus- schusses der Provinz Oberhessen. Eichelsachsen, 7. Febr. Den Heldentod fürS Vaterland starb der Wehrmann V o l z. chj: Eichelsdorf, 7. Febr. Nach langem Leiden starb hier der B ü r g e r m e i st e r Christian Würz im 67. Lebensjahre. Kreis Friedberg. o-o Vilbel, 7. Febr. Dem von hier stammenden Schlachthof- Infvektor G i e g e r i ch , Zahlmeister des Landsturm-Infanterie- Bataillons Gießen, in Nordfrankreich, der bereits im Besitze einer hessischen Kriegsauszeichnung ist, wurde das Eiserne Kreuz ver- liehen. Reservist Philipp F i l s i n g e r von hier erhielt die Hessische Tapierkeitsmedaille. # Münzenberg, 7. Febr. Hier sammelten die Schulkinder 500 Mark in Gold. Starkenburg und Rheiuhessen. 4b Mainz, 7. Febr. In den letzten 14 Tagen wurden hier 33 000 Mk. in Gold von den Schülern der Volksschule gesammelt. Kreis Wetzlar. P. Dutenhofen, 5. Febr. Gestern abend ereignete sich kurz vor dem Bahnhof Dutenhoien ein Eisenbahnunfall, der leicht ernstere Folgen haben konnte. Ein Güterzug von Wetzlar fuhr in ein Ausweichgeleise, um den nachfolgenden Personenzug von Wetzlar vorbeizulassen. Auf das Einfahrtsignal vom Bahnhof für den Personenzug setzte sich auch der Güterzug in Bewegung, so daß der Hwsonenzug dein Güterzug in die Flanke fuhr. Der Geistes- qegemoart beider Maschinenführer, die sofort Notsignale gaben und bremsten, so daß der Zusammenstoß zieinlich leicht war, ist es zu danken, daß ein großes Unglück verhütet wurde. Verletzt wurde niemand; der Materialschaden ist unbedeutend. Das Geleis war nach kurzer Zeit wieder frei. Hessen-Nassau. Steinhausenfeier. ---- Frankfurt a. M., 7. Febr. Im Heim der „Frankfurter Künstlergesellschaft", dem „Steinernen Haus" fand eine glänzende Feier zu Ehren Wilhelm Steinhaufens statt, der am 2. Februar sein 70. Lebensjahr vollendete. Zu Beginn des Festaktes wurde der Meister von fackeltragenden Pagen und unter Orgelklang in den dichtbesetzten Feftsaal geführt. Im Aufträge der Künstlerschaft überreichte Professor Körner dem Jubilar ein Buch, dessen Blätter von zahlreichen Verehrern prachtvolle Widmungen in Wart und Bild enthalten. Den Gruß der theologischen Fakultät Halle a. S. brachte Prof. Tr. »L ü t g e r t. Stadtrat Nieckbach überbrachte ihm namens der Stadt Frankfurt eine silberne Plakette. Weitere Begrüßungen brachten die Künstler der verschiedenen Nachbarstädte. Von der Vereinigung der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein wurde Steinhaufen zum Ehrenmitglied ernannt. In seiner Tankesrede betonte Steinhaufen mit Nachdruck, daß das Beste, das, wir haben, eine Gabe von Gott sei. * --- Frankfurt a. M., 7. Febr. In Abwesenheit der Eltern beschäftigte sich am Samstag das 2V2jährige Töchter- chen des Kutschers Keller, Affensteiner Weg 19, mit rvrrerchholzecn u.iu) züiwtue Dabei das Bett an. Das Feuer wurde erst bemerkt, als Rauch Und Flammen aus dem abseits der Stadt stehenden Hcm.se schlugen. Die im Affensteiner Felsenkeller -einquartierten Soldaten löschten den Brand. Das Kind hatte aber inzwischen seinen Tod in den Flammen gefunden. — Das gestern erlassene Rauchverbot für Jugendliche unber 17 Jahren übte heute bereits seine Wirkungen aus. Die Polizei veranlaßte zahllose der betreffenden Raucher zum schleunigen „Verschwindenlassen" der Zigaretten und wurde in diesen Bemühungen vom Publikum in verständnisvoller Weise aufs nachdrücklichste unterstützt. Auch die Wirtschaften, vor allem aber die Kinos, mußten heute abend schon die Wirkungen des Verbots spüren. IVrn. K i r ch h a i n, 6. Febr. Die Nagelung desKriegs- Wahrzeichens der Stadt Kirchhain ist nun vollendet. Weit über 1000 Nägel sind eingeschlagen. Ein Gesamtbetrag von 750 Mk. ist durch die Nagelung vereinnahmt. = Hoch stadt, 7. Febr. In den Nebengleisen des Bahnhofs entgleisten infolge falscher Weich en st ell un g vier Wagen eines Güterzuges. Personen kamen nicht zu Schaden. T- Eschwege a. d. Werra, 6. Febr. Auf der Eisenbahn- sirecke Bebra—Eisenach wurde gestern vormittag zwischen den Stationen Obersuhl und Hönebach der 40jährige verheiratete Land- ivirt Thiel aus Bosserode, Kreis Rotenburg, von einem Personenzuge überfahren und getötet. X Fulda, 6. Febr. Nach einem Zeitraum von beinahe vier Jahren ist es gelungen, wieder einen der Mörder des Försters Romcmus von Niesig festzunehmen. Tie Gegenüberstellung des in dem holländischen Grenzott Sittard verhafteten Zigeuners mit einem Beamten des Fulda er Amtsgerichts hat ergeben, daß der Inhaftierte der gesuchte Zigeuner Wilhelm E b e n d e r ist, der dringend verdächtig ist, den tödlichen Schuß auf den Förster abgegeben zu haben. Tie Festnahme des gewalttättgen Burschen ruft wieder die aufregenden Vorgänge ins Gedächtnis zurück, die llich am Nachmittag des 15. Februar 1912 im Walde zwischen Kämmerzell und Niesig, in der Nähe der sogen. Hummelskuppe abgespielt und einen so traurigen Ausgang genommen haben. An dem genannten Tage hatte der Gendarmeriewachtmeister van Bürck von Fulda den Auftrag erhalten, eine bei Kämmerzell lagernde Zigeunerbande, unter denen sich auch die Gebrüder Ernst, Hermann und Wilhelm Ebender befanden, nach der hessischen Grenze abzuschieben. Diesem Vorgehen widersetzten sich die Zigeuner und eröffneben auf den Gendarmen und den zu seiner Unterstützung herbeigeeilten Bauersmann Franz Wehner ein regelrechtes Feuergesecht, in dem der letztere durch einen Schuß in die Hand verwundet wurde. Nachdem den Bedrängten einige mit Gewehren ausgerüstete Mitglieder des Kämmerzeller Kriegervereins m Hilfe geeilt waren, flüchteten die Zigeuner in den Wald, in dem sie dann den ihren Weg kreuzenden Förster niederschossen. Wie das Doama in seinen Einzelheiten im Wälde sich abgespielt hat, wird geklärt werden, wenn die Verbrecher vor den Geschworenen übler das ihnen zur Last gelegte Verbrechen Rechenschaft ablegen müssen. Die Auslieferungsverhandlungen gegen Wilhelm Ebender sind bereits eingeleitet, nach Abschluß deren wird er vorerst nach Fulda übergeführt werden, wo die Voruntersuchung gegen ihn geführt wird. Ernst Ebender ist, wie wir schon beriMet haben, wegen seiner Teilnahme an der Schießerei bei Kämm-erziell in einem gegen ihn anhängig gemachten, aber unabhängig von dem Morde an dem Förster Romanus durchgeführten Verfahren, von dem Hanauer Schwurgericht bereits abgeutteilt worden. Von Idem dritten der Brüder, dem Zigeuner Hermann Ebender, fehlt noch jede Spur. Giefzener Aonzertverein. Gießen, 7. Februar. Das fünfte dieswinterliche Konzert des Gießener Konzertvereins brachte einen außergewöhnlich schönen K a m m e r m u s i k- abend. Die zu Gehör gebrachten Werke, die nnseres Wissens hier überhaupt noch nicht, oder doch seit langen Jahren nicht gespielt worden sind, gehören zu den schönsten, was die Kammermusik- Literatur bietet. Zunächst Schuberts Streichquartett in A-Moll, ein echter klangschöner durchsichtiger Schubert, reich an Melodien, die ja Schuberts unübertroffene Größe ausmachen. — Das W e n d l i n g - Qu a r t e t t aus Stuttgart, die Herren Professor Carl Wendling, Hans Michaelis, Philipp N e e - ter und Alfred Saal führten sich mit diesem Quartett btt uns in Gießen auf das vorteilhafteste ein. Ihr wunderbar fein abgetöntes Zusammenspiel, die reine edle Tongebung fesselte die Zuhörer vom ersten bis zum letzten Ton und oerhalf den vier Künstlern sowohl, als auch dem Werke zu einem vollen Erfolg. Konnte man Professor Wendling wohl als geistigen Führer erkennen, so trat sein Spiel doch niemals aus dem Rahmen des Ganzen hcwaus> ein Vorzug, der das Wendling-Quattett über viele andere berühmte Quartettvereinigungen stellt. — An zweiter Stelle Smetanas weltbekanntes Quartett „Aus meinem Leben". Dieses Werk ist Programmmusik im besten Sinne des Wortes, lieber seinen poetischen Inhalt spricht sich der Komponist selbst in einem Briese dahin aus, daß er in diesem Quartette seinen Lebenslauf in Tönen versinnlichen wollte. Im ersten Satz: Die Liebe zur Kunst in der Jugendzeit, das ungefüllte Sehnen nach etwas Unaussprechlichem, sowie die Vorahnung des nahenden Unheils. Im zweiten Satz: „Quasi Polka" nimmt Bezug auf die fröhliche Jugendzeit, in welcher Smetana dem Tanzvergnügen leidenschaftlich huldigte und mit Vorliebe Tänze schrieb. Im dritten Satz: „Largo sostenuto". Die Seligkeit der ersten Liebe zu jeneku Mädchen, welches später des Meisters Gattin wurde. Jnr vierten Satz: Die Erkenntnis der nationalen Musik, die Freude über den errungenen Erfolg. Plötzlich das langgedehnte E der viergestrichenen Oktave, jenes verhängnisvolle Klingen im Ohre des Wmponisten vor seiner Taubheit. Ein schmerzhaftes Ettnnern an die ersten Anfänge seiner Laufbahn, ein schwacher Hoffnungsstrahl, endlich die Ergebung in das unabwendbare Schicksal. Auch dieses Werk erftchr durch Professor Wendling und seine Quartettgenossen eine ganz vortreffliche Wiedergabe. — Zum Schlüsse des Abends kam Mozart mit einem Quartett in D-Dur, eins der dem König Friedrich Wlltzelm II. von Preußen — vor dem Mozart im Mai 1789 gespielt hatte — gewidmeten Quartette. Eine Vereinigung, die einen Mozart mit so köstlicher Frische und in einer solchen Stilreinheit wiederzugeben vermag, darf mit Recht zu den allerersten ihres Faches gezählt werden. Das Publikum dankte den Künstlern ganz besonders zum Schluß ihrer Darbietungen durch lang anhaltenden, warmen Beifall. Hoffen wir auf ein Wiedersehen in Gießen. 8. UniVersitLts-Nachrichteu. — Frankfurt a. M., 7. Febr. Als Vertreter der Stadt Frankfutt wurde an Stelle des verstorbenen Stadtrats Dr. Flesch Bürgermeister Dr. Luppe in das Kuratorium der Universität berufen. Briefkasten der Bednktion. Berlin. 1. Zur Vermögenssteuer (Ergänzungssteuer) werden in Preußen diejenigen Personen herangezogen, deren steuerbares Vermögen den Gesamtwett von 6000 Mark übersteigt. Personen, deren steuerpflichtiges Jahreseinkommen den Betrag von 900 Mark nicht übersteigt, werden nur dann zur Vermögenssteuer (Ergänzungssteuer) herangezogen, wenn der Gesamtwett ihres steuerpflichtigen Vermögens mehr als 20 000 Mark betragt. 2. Die Berechnung der Steuer erfolgt nach einem Tattf, z. B. von 6000 bis einschließlich 8000 Mark, von mehr als 8000 bis einschließlich 10 000 Mark usw. Das Vermögen muß in voller Höhe angegeben werden. 3. Wer ein steuerpflichtiges Vermögen verschweigt, wird mit dem 10—25 fachen Betrag der Jahressteuer, um lvelche der Staat verlürzr woroeu ijt, iimu>e|teH& abct mit Geldstrafe von 100 Mark besttast. Straffrei bleibt, iver das oerschwiegene Vermögen, bevor Tlnzeige erfolgt, oder eine Untersuchung eingeleitet ist, an zuständiger Stelle angibt und die vorenthaltene Steuer in der ihm gesetzten Frist entrichtet. Die Verbindlichkett zur Nachzahlung der Steuer veriährt m Mn Jahren. m ™ Lollar. Anonyme Zuschriften werden nicht berücksichtigt. Meteorologische Beobachtungen der Station Sichen. Febr. 1916 2 t: 1 5-S 3 a c ‘H ä a» '-j — ET o 2S .o "5 .1 « 'Z'S & 5 eo . S 5 jO — if :C yo i ci If l 0 2“ 5 e&'S'* xsä & es. Wetter 6. 2* 5 7,0 5.2 70 _ 2 Sonnenschein 6. 9 36 _ 6,2 5.1 72 — — 10 Bed. Himmel 7. 7 “ 6,0 6,6 94 10 „ 9 Höchste Temperatur am 5. bis 6. Februar 1916 — -f* 8,5° C- Niedrigste „ „ 5. „ 6. „ 1916 ----- — 1,0 ° C. Niederschlag: 0,4 mm. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlich er Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Dienstag, den 8. Februar 1916: Wechselnd demöltt, zeitweise leichte Niederschläge, mild. Letzte Nachrichten. Drei Millionen russische Verluste, Köln, 7. Febr. AmerikanischeSanitätsreisende, die aus Rußland in Bergen eingetroffen sind, erzählen laut „Köln. Ztg.", Petersburg gleiche einem einzigen Riesenlazarett.. Die Hauser seien von Verwimdeten überfüllt. Tie Militärbehörden erklätten, daß die russischen Verluste im Kttege drei Millionen Tote, Verwundete und Vermißte bettagen. Bulgarische Fernsprecher in Rumänien beschlagnahmt. ^H aag, 7. Febr. Tie rumänische Negierung hat in Ramadan mehrere Kisten mit für Bulgarien bestimmte Telephonapparate beschlagnahmt. Bulgarien hat in Bukarest protestiert, da auch die Waren und Pferde für Rußland in Rumänien gekauft und weiterbefördert werden. Die Kämpfe in Persien. Konstantinopel, 7. Febr. Konstantinopeler Nachrichten lauten dahin, daß die Russen bei Mu endzil in Persien eine schwere Niederlage erlitten haben. Tutchuk Khan griff mit den Miedzsahid-Stämmen die Russen an. Die russischen Verluste bttrugen außer Toten und Verwundeten 600 unverwundete Kriegsgefangene, ebenso zahlreiches Mttitärgerät. Ministerrat in Rom. Lugano, 7. Febr. In Rom fand am Sonntag ein Minifter- rat statt, auf dem S a l a n d r a das Ergebnis seiner Rund- re'isen und seiner Reden schttderte. Ueber den Eindruck, den der interessante Bettcht auf seine Kollegen machte, ist noch nichts in die Oeffentlichkeit gedrungen. Leutnant Berg. Hamburg, 7. Febr. Die Persönlichkeit des Leutnants Berg, der die „A p p a m" nach Amerika brachte, ist nunmehr festgestellt. Es ist der Kapitän der deutschen Handelsmattne, Franz Berg aus Apenrade, Reserveleutnant der deutschen Marine. Unterschlagungen bei der russischen Handelskammer in Lqndon. Stockholm, 7. Febr. „Birshewija Wjedo-mosti" meldete Das ganze Eigentum der russischen Handelskammer in London, die aus Veranlassung des englischen Parlamentsmitgliedes Sinlles begründet wurde und die Verbesserung der Handelsbeziehungen zwischen England und Rußland zum Hauptziel hatte, sei aus Veranlassung des Untersuchungsrichters be- schlagnalMt worden. Als Grund werden große Bestechungen und Unterschlagungen angegeben. Die vorrrehmsten englischen Kreise waren Mttglicder dieser Kammer. Viehhandlor- Dcvtammhuta. Die Viehhändler von Gießen und Umgegend werden zwecks Zusammenschlusses und wichtiger Besprechungen auf Mittwoch, den 9. ds. Mts. nachmittags 3 Uhr nach Gießen in die Restauration Grünewald, West-Anlage, höflichst einzuladen. 663 Den Raucher stört ost das krähende Gefühl, das nach dem iwi Zigarren sich cinstellt und manchmal zu Katar,-hcn fuyn. schützen davor mi«tein andere« e wohlschmeckcn-, durstlöschend bo* reiniacn zuyt-üv uud Atem. Or!glnal-S»achlel in allen «pokdeku und^oarrlcn 1 «I ffirma Dr. £ 6 Dr. p. Selg" St. Ludwig u ^^ersev»«t S-atlS un» portofrei rmc reizende A°°dono0re von,Llpala-S«her wen » schein« alh Züvben-Schachtrt», Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass unsere innigstgeliebte, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Louise Lotz geb. Flank in vollendetem 68. Lebensjahre V*6 Uhr sanft entschlafen ist. ui nach langem Leiden Samstag morgen In tiefer Trauer: Theodor Lotz Louise Hensoldt geb. Lotz Marie Freifrau Schenck zu Schweinsberg geb. Lotz Hermann Lotz, z. Zt. kriegsgefangen in Ahmednagar (Indien) Anna Lotz geb. Leiber Carl Hensoldt und 4 Enkelkinder. Giessen (Kaiser-Allee 12) und Wetzlar, den 7. Februar 1916. Von Kondolenzbesuchen bittet man absehen zu wollen. Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag 4 Uhr von der Kapelle des alten Friedhofes aus statt. Danksagung. Für die uns erwiesene Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben, unvergesslichen Vaters Johannes Mähler für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Bröckelmann, die vielen Blumenspenden, die zahlreiche Beteiligung seitens des Kriegervereins und die liebevolle Pflege der Krankenschwester sagen wir unseren tiefgefühlten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Gertrude Mahler, geb. Schmidt und Kinder. Klein-Linden, den 5. Februar 1916. 07540 Billigste Berechnung. Keinerlei Nachforderung Heimhoiyng gefall.Krieger Wertvolle Erfahrungen. Genaueste Sachkenntnis. I! Allererste Referenzen und Dankesschreiben!! I Ausfuhr!. Beratung u. Preisberechnung kostenlos $ Gegr. 1889 Kacstuer'6 Trausvortbnreau Gegr. 1889 Ka iserFriedrichpiatz 3 :: WIKSBAPEBT :: MassaacrH of Mittwoch, den 9* Februar I von 3 bis 5 Uhr 934V Zoldatenheim Ä t _ ausgeführt von der Kapelle deS Ersatz-Bataillons Fnf.-Regts. Nr. 116 Erster Eintritt!. alle Ang ehörige der Lazarette n. d. Garnison Danksagung. Da es mir unmöglich ist, allen persönlich zu danken, die uns während der Krankheit und beim Heimgang unserer innigstgeiiebten, treusorgenden, unvergesslichen Frau und Mutter mit Rat und Tat zur Seite standen, sowie für die vielen Kranzspenden und Begleitung zur letzten Ruhestätte, drängt es mich, allen hierdurch unseren herzlichsten Dank auszupreehen. Im Namen der tieftrauernd Hinterbliebenen: Heinrich Ludwig Wissner. Londorf, den 5. Februar 1916. Q . n Schon auf etwa 16 Lose 1 üewinnl Gefsentl. Vortrag I. Donnerstag, den 10. Februar 1016 abends 8>/- Uhr pünktlich im Saale de» Gesell,'chaftsvereins Herr Rittergutsbesitzer Silvio Sroeürich (Uurmahlen, Kurlanö) 868 Die Balten Numerierte Plätze zu 1.50 u. 1 Mk. Stebvlätze 50 Pfg. DhtgUeder der un^rzeichnet. Vereine zahlen im Vorverkauf 1 Mk., /O und 30 Pfg. gegen Vorweis der Mitgliedskarte. Vorverkaui in der Ferber'schen. Frees scheu und Mcker'schen Buchhandlung. ßf laden zum Besuch des Vortrages ein: Alldentrcher Verband. Allgemeiner Deutscher Fraucn- vercin. Allgemeiner Deutscher Sprachverein. Be amtenverem. Bund der Deutschen in Bödme» Burgerverein. Christlich-sozialer Verein. Deutsch- ?.^!^^^^l.ere,u. Deutsch-völkischer Wablvcrein. Flottenverein. Hausabnnd. kaufmännischer Verein Kolonialgeseltschast. Lustflottenvereiu. Nationallibc- raler Dereiu. Verein für Bevölkerungspolitik. Verein für da? Deuttchtum ,m 2luslande. Verein der sort- schrlttlichen ^l>!kö^artei. ^ 6 x 0 !«^ für Luftschiffahrt. Samariter - Kurse des Alice-Frauen-Vereins Giessen. Beginn: Dienstag, d. 8. Februar 1916 abends 8 Uhr (präzis), Stadtmädchenschule Schillerstrasse. Zimmer Nr. 10. ^6IH _ Pran B. Gebhardt empfiehlt billigst Versanddosen und Pappschachteln Edgar Borrmaan _C isenba udlung. 1H a Fluß- u» Seefische 0 U 0 o n>,jr Wiederverkaucee! I Gr. Post. 8- n. 10-P!.-Zisai\ea ö8 u. 88 Mk. Restvarl, billigst. Zigsrrsllhrmz.Kaiser-AlleelX Ziehung II, u. i2.Fsbr.i9l6. s OOIÄ Geldgewinne ML £ 2000 ® 1. 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