Nr. 29 Der Sletzener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich SiehenerKamilienblütler; zweinwl wöckentl.Nreis- blatt für den kreis Gießen (Dienstag und Freilag): zweimal monatl. Land- wittschastllche Zeitfraarn Fernsprech - Anschliisse: sürdieSchristleitung112 Verlag,Geschäitsslellebl Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis zum Abend vorher. Erster Blatt (66. Jahrgang Zreitag, 4 . Februar (9(6 General-Anzeiger Kr Gderheßen Rotations-ruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Such- und SteindruSerei R. Lange. Schristleitung, Seschäftsstelle und Druckerei: Schulstr.7. Bezugspreis: monatl. 85 Pf., viertel- jährl. Mk. 2.50: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 75 Pf.: durch diePost Mk.2.30 viertel- jährl. 'ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf., ausw. 20 Pr. — Harrpt- schriitleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadl und Land, Vermischtes und Gerichtssaal: Fr.R.Zenz; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich m Gießen. Gefterreichische Flieger über vurazzo mh Valona. (WTB.) Großes Hauptquartier, 3. Februar. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. In Flandern antwortete die gegnerische Artillerie lebhaft auf unsere in breiterer Front durchgesührte starke Beschießung der feindlichen Stellungen. Nordwestlich von Hulluch besetzten wir zwei vor unserer Front von den Engländern gesprengte Trichter. In der Gegend von Neuville steigerte der Feind in den Nachmittagsstunden sein Artilleriefeuer zu großer .Heftigkeit. Auch an anderen Stellen der Front entwickelten sich lebhafte Artillerie-, in den Argonnen Handgranatenkämpfe. Unsere Flieger schossen ein englisches und ein französisches Kampfflugzeug in der Gegend von P e r 0 n n c ab. Drei Insassen sind tot, der französische Beobachter ist schwer verwundet. OestlicherundBalkankriegsschauplatz. Die Lage ist im allgemeinen unverändert. Oberste Heeresleitung. Im Ringen der Millionenheere wird für den zurückgebliebenen Leser der amtlichen Berichte meist der beklemmende Eindruck von der Gewalt unfaßbarer Massenanstrengungen Zurückbleiben, und die Berichterstatter der Zeitungen vermögen uns nur Einzelsituationen menschlich mäher zu bringen. Zuweilen ist es aber doch schon vorgekom- men, daß gerade der d e u tsch e amtliche Bericht der Heldentaten einzelner Männer gedenken konnte, die der Nachwelt als besonders wertvoll und charakteristisch überliefert iverden können. Ganz besonders unsere Flieger und Luft- Schisser, sodann aber auch unsere Helden der Marine erhellen die Zeit der Ausnutzung unserer technischen Mittel und Erfindungen mit ihrem Ruhme. Unsere Feinde haben viel weniger als wir solche Zeugnisse von Helden- und Wagesinn aufzuweisen. Die Auslandspresse ergeht sich zurzeit in Ausdrücken der Bewunderung über die Leistungen unserer Seeleute auf der „Appam", im Londoner Kriegsamt selbst spricht man davon, wie es heißt, als von einem „verteufelt geschickten Streich". Und heute überraschen uns zu unserer Freude unsere österreichisch-ungarischen Bundesgenossen mit einem Glanzstück, das sich über Valona abgespielt hat. In dem amtlichen Wiener Bericht wird die Rettungstat eines Fliegeroffiziers gefeiert, die wir, da sie mit voller Anschaulichkeit vor uns erscheint, geradezu als „schön" bezeichnen können. Nach tapferen Leistungen und Erfolgen senkte sich der künstliche Vogel auf das Wasser nieder zu einem getroffenen Kameraden und flog nach Mitnahme zweier unversehrt gebliebener Offiziere unter dem Feuer der feindlichen Batterien und Schiffe davon, in die Sicherheit des heimischen Hafens. Es ist mehr als die sportliche Freude, die wir dabei dmpsinden; es verstärkt sich immer mehr in uns das Gefühl, daß in dieser großen Zeit blutiger Abrechnung unsere Völker ihre leuchtende Ueb erlegen heit beweisen. Mögen unsere Feinde dagegen durch Wortgefechte prahlen! Nach Sasonow hat auch Herr Poincare wieder einmal den Mnnd öffnen §u rnnssen geglaubt und die nachstehenden Phrasen über französische Gednld und deutsche Barbarei ausgesprochen. In welchem Verhältnis die maßlosen Ansprüche in der Rede Poincares zu dem Stand der .Kriegsereignisse und -Aussichten stehen, darüber könnte sich auch der einfältigste Franzose klar werden. Da war der italienische Ministerpräsident Salandra schon etwas bescheidener, als er dieser Tage in Turin die Möglichkeit andeutete, daß er und sein Kollegium erschöpft „hinter die Front Kurückgehen" müßten. Es ist sehr bezeichnend für die Lage in Italien, daß Salandra in Aussicht stellt, das jetzige Ministerium, das den Krieg angezettelt hat, könnte „nötigenfalls" durch eine andere Regierung ersetzt werden. Er hat recht; darauf wollen wir noch eine Weile geduldig warten! * * * Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 3. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 3. Februar 1916. R u s s i s ch e r K r i e g s s ch a u p l a tz. Nordöstlich von Bojan scheiterte ein gegen unsere Dorpositionen gerichteter russischer Handstreich. Zn Ost- galizien und an der wolhynischen Front wurde beiderseits rege Fliegertätigkeit entfaltet. Eins der russischen Geschwader warf sechs Bomben auf Buczacz ab, wobei zwei Einwohner getötet und mehrere verletzt wurden. Ein anderes verwundete durch eine Bombe nordöstlich von Luck drei eben cingebrachte russische Kriegsgefangene. Unsere Flugzeuggeschwader belegten mit Erfolg die Räume westlich.von Czortkow und nördlich von Zba- raz mit Bomben. Sonst stellenweise Geschützkämpfe. Italienischer Kriegsschauplatz. An der küstenlündischen Front wurden die Geschütz- kälnpfc wieder an mehreren Punkten recht lebhaft. Am To l- meiner Brückenkopf erweiterten unsere Truppen durch Sappenangriffe ihre Stellungen westlich von Santa Lucia. In den vom Feinde verlassenen Gräben wurden zahlreiche Leichen und viel Kriegsmaterial vorgefunden. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die in Albanien vordringenden österreichisch-ungarischen Streitträfte haben mit ihren Vortruppen die Gegend westlich von Kruja gewonnen. In Montenegro nichts Neues. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höf.er, Feldmarschalleutnant. E r e i g n i s s e z u r S e e. Am 25. Januar haben fünf, am 27. Januar zwei und am 1.Februar drei unserer Seeflugzeuge Durazzo und namentlich die Zeltlager nächst der Stadt mit verheerender Wirkung bombardiert und sind trotz heftiger Beschießung durch Landbatterien und Kriegsschiffe jedesmal unbeschädigt zurückgekehrt. Am 2. Februar wurde Valona von drei Seeflugzeugen bombardiert, dort Hafenanlagen, Flottanten und Zeltlager mehrfach getroffen. Im heftigen Feuer der Land- und Schiffsbatterien erhielt eines der Flugzeuge in den Motor zwei Treffer, durch die es zum Niedergehen auf das Meer gezwungen wurde. Der Führer der Gruppe, Liniens'chiffsleutnant Konjevic, ließ sich ohne Zögern neben das beschädigte Flugzeug auf die durch Bora stark bewegte See nieder und es gelang ihm trotz des Feuers der Batterien auf Safeno und zweier mit voller Kraft heranfahrenden Zerstörer, die zwei unversehrt gebliebenen Fliegeroffiziere in seinem Flugapparat zu bergen, das beschädigte Flugzeug gründlichst unbrauchbar zu machen, mit der doppelten Bemannung gUade noch zurecht wieder aufzufliegen und nach einem Flug von 220 Kilometer in den Golf von Cattaro heil zurückzukehren. Flottenkommando. * * * Eine Rede Poincar^S. Paris, 3. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Poincare hielt in Anwesenheit zahlreicher Offiziere und Parlamentarier bei einem von dem Blatt „Journal" veranstalteten Fest für die mit dem Kriegs kreuz ans gezeichneten Soldaten eine Ansprache, in der er unter Betonung per Einigkeit und Begeisterung des ganzen Volkes unter anderem uach längeren Ansführnngen über die ftanzösische Geduld und den Kriegswillen Deutschlands und dessen Brutalität saHte: Frankreich will nicht sein Opfer werden, will nicht gezwungen werden, zu einer erniedrigenden Basallenschaft, will nicht nur seine politische Souveränität bewahren, sondern auch seine wirtschaftliche, moralische und geistige Unabhängigkeit: will feine Kultur, seinen Geist und seine Sitten unberührt erhalten Wenn der Einsatz des Krieges für Frankreich furchtbar sei, so sei er es nicht minder für die Verbündeten Frankreichs, die ebenfalls nicht die Beute germanischer Gier werden wollten. Ja selbst die Neutralen könnten, wenn sie eine klare Vorstellung von ihren dauernden Interessen hätten, dein Konflikte nichr gänzlich gleichgültig gegenüberstehen. Auch sie hätten alles zu fürchten von den hinterhältigen Eindringlingen, die in den von ihnen Unterzeichneten Verträgen nur Papierfetzen sähen und an der Vernichtung kleiner Völker ein wildes Vergnügen fänden. Schließlich kam Poincare auf das Kriegsziel zu sprechen und sagte: Wir wollen alle, daß der Frieden unserem Lande Freiheit. Arbeit und Wohlfahrt sichert. Damit sich aber unsere einmiittgen Wünsche verwirklichen, ist es nötig, daß der Friede, der unseren besiegten Feinden unsere Bedingungen vorschreibt, uns die Provinzen wieder gibt, die uns rohe Gewalt raubte; daß der Friede das zerstückelte Frankreich witt>erherstcllt und er uns ernsthafte Bürgschaften bietet gegen den kriegerischen Wahnsinn des kaiserlichen Deutschland. Paris, 2. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Dem „Temps" zufolge fand gestern vormittag in Paris eine Sitzung des Landesverteidigungsrates unter dem Vorsitz des Präsidenten P 0 i n c a r e statt. Paris, 3. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Ein Erlaß des K r i e g s m i n i st e r s hebt die dauernden Befreiungen vom Heeresdienst auf. Die zukünftigen Zurückstellungen werden von begrenzter Dauer sein. Mit Ende Februar laufen die Zurückstellungen für die in Frankreich wohnenden, mit Ende März die Zurückstellungen für die übrigen in Europa und Nordafrika und mit Ende Llpril für alle i'ibrigen Wehrpflichtigen ab. Eine Acußerung Satandras» Bern, 3. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Fm „Journal egli Artisti" in Turin wurde Salandra von dernPräsidenten der monarchischen Bereinigung, Marchese Ferrero di Cam^iano begrüßt. Er antwortete mit einer Rede, in der er u. a. sagte: Bleiben Sie stark und einig, um die Regierung zu unterstützen und sie, wenn es nötig tverden sollte, durch eine andere Regierung zu ersetzen. Wir find im Schützengraben und der Schützengräben erschöpft die Kräfte. Es kann der Augenblick kommen, wieder hinter die Front zurückzugehen. Und dann — ich sage das ausdrücklich, um keinen falschen Auslegungen Raum zu geben — werden wir alle zurückgehen, um ganz vorne wieder anzufanyen. Dieser Augenblick könnte kommen, und die monarchisch- liberale Partei, diese große Partei, die Italien gemacht hat und es vollenden soll, muß einen Vorrat von Männern haben, um sie, wenn nötig, für das Land zu opfern. Die Politik des neuen russischen Ministerpräsidenten. Petersburg, 3. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung, des Reuterschen Bureaus. Der neue Präsident des Ministerrats, Stürmer, hat einem Vertreter der „Nowoje Wremja" erklärt, seine Politik sei vor allem ganz von dem einzigen Gedanken beseelt, den Krieg zu einem guten Ende zu führen. Ein Sonderfrieden könne keine Lösung der großen Prvbtsve bringen, die durch den Weltkrieg entstanden seien. Tie englische Darstellung über oen knitschen Luftangriff. London, 3. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Jteutcr)n)en Bureaus. Das Kriegsamt veröffentlicht folgendes: Der voltztändig ungenaue Bericht im amtlichen Telegramm aus Berlm über die Wirkungen des deutschen Luftangriffs in der üc:jt vom 31. Januar bildet einen weiteren Beweis für die Tat'aü'--. daß die Angreifer gan-, außerstande sind, ih.c Lage oder Keu Kurs mit einiger Genauigkeit festzustellen. Eine Anzahl von Fallen, in denen leichte Verwundungen vorgekommen sind, wurden noch außer den bereits mitgeieilten Zahlen berichtet, so daß fi-’locrtbc Zahlen vorliegen: Tot: 33 Männer, 20 Frauen, 0.Künder: verwundet: 51 Männer. 48 Frauen, 2 Kinder. Zwei Mrchen sind beschädigt worden: das Versammlungslokal einer Psarrgemeinde wurde zerstört: 14 Häuser sind demoliert und crne große Zahl beschädigt worden; an zwei Stellen wurden Eisenbahnanlagen nicht sehr schwer beschädigt. Nur zwei Fabriken, wovon keine einen militärischen Charakter besaß, und eine Brauerei wurden stark beschädigt, zwei oder drei andere Fabriken leicht. Die Geiarntzahl der Bomben, die bis jetzt entdeckt worden sind, ist über, 300: viele fielen in den ländlichen Gegenden nieder, wo gar kein Schaden angerichtet worden ist. London, 3. Febr. (WTB. Nichtamtliche Meldung des Neuterschen Bureaus. Aris nichtamtlichen Mitteilungen über den ■3 e st i " angriff auf England geht lMtwr, daß die Luftschiffe an der Küste von Norfolk um 5 Uhr nachmittags aniamen. Eins der Luftschiffe ließ eine Botschaft fallen des Jn- halts: „W i r kommen später zurück!" Es war Dienstag trüh o Uhr, ehe der letzte Zeppelin abfuhr. Der meiste Schaden wurde in Staffordshirc im Industriegebiet angerichtet. Hier wurden neun Menschen getötet oder verwundet. Auf die erste Warnung von der Annäherung der Luftschiffe hin tunrden die Lichter in den Theatern und Lichtbühnen verdunkelt. In einigen wurde die Vorstellung bei Kea-zcnlicht fortgesetzt. Unter der Bevölkerung entstand keine Panik. Eine Bombe fiel mitten in eine religiöse Versammlung: drei Frauen wurden getötet und viele verwundet. Eine andere Bombe fiel in einen Billardsaal und tötete einen Spieler. In einer der Städte Midlands wurden in einer Straße faft alle Häuser zerstört. Fünf Mitglieder einer Familie: Groß Vater, Großmutter, Tochter und zwei Enkel wurden ge- ^wtet. Ueber eine andere Stadt in Midlands, die sofort in rzünsternis gehüllt wurde und deren Tramwapverkehr sofort eingestellt ivorden war, fuhr ein Z^pclin hin, ohne Bomben abzu- werfen. Die Einwohner dachten, daß die Gefahr vorüber fei und nahmen ihre normale Tätigkeit wieder auf. Uni Mitternacht er- fchsienen dre Zeppelme nneder uiid ließen Bomben fallen, die jedoch nur geringen Schaden anrichteten. Bei einer Untersuchung vor dem Totengericht m einem der Orte Lineolnshires wies ocr .stunter darauf hin, daß 50 Bombeii abgeworfen worden feien, ober nur drei Personen getötet wurden. „ Ms einer anderen Depesche gche hervor, daß der Zeppelin- Ungriis auch aus den Zugverkehr Einfluß hatte. Ter Lokomotivführer eines Schnellzuges ließ seinen Zug eine Stunde in einem Tunnel stehen, ein an- oererZug hatte mehrere Stunden nötig, um einen Abstand von 20 Nceilen zuruckzulegen. Wieder ein anderer Zug braichtc Sttinden für einen Mstand von 100 Meüen. Der Lolomotiv- tuhrer eines Zuges sah, wie ein Zeppelin immer wieder auf die Eisenbahnlinien Bomben warf, den Zug aber nicht beschädigte. Eine „BergeltrrrrgSmaßrcgcl" gegen den Zeppelinangriff auf Saloniti. Lond on, 3. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) „Daily Chro- incle meldet aus Saloniki: Als Vergeltnngsmaßregel für den Zeppelinangriff auf Saloniki bewarfen 1 4 französische Aeroplane baS feindliche Lager von Petrrtsch heute früh mit Bomben. Es wurde beträchtlicher Exhaden angerichtet. Die Herabschicßung eines italienischen Flugzeuges durch Schweizer Truppen. ^ r r ^ n ' 3 - fcfa- Ueber die Herabschießuug eines italieni- fchen Flugzeuges über L u g a u o von Schweizer Truppen bringt oer „Berlurer Lokalanzeiger" aus Zürich noch folgende Einzelnen: H«ite beging ein it a li c n i sche r Fli eger eine Ichwere Neutra l itätsve rle tz u ng. Um 2Uhr 40 Minuten ersckMn em italienffcher Zweidecker über Lugano und kreiste rn wertem Bogen über Malcantons und den Schweizer Stellungen m der Gegend des Monte Cenere. Unsere Artillerie und ver- Ichredene Mafchineugewelstckompagnien erösfneten das Feuer UfTC beobachtete man von Lugano aus das Niedergehen {5? ^ / lw J tlbc durch eine erfolgreiche Beschießung ver- Ichieoener Mitrailleusenkompagnien und eines SchützenbataÜlons gezwungen, bei Cadempino zu landen. Der Apparat weist gegen M Schußlocher am der Flieger selbst ist unverletzt. Beim Niedergehmr schwenkte er zum Zeichen, daß er sich ergeben ' u in - ^?ckes Tchchentuch. Er wurde von Offizieren einer ^curaiUcufenrompagnie gefangen genommen und abgeführt. 1 Notwendigkeit bestand, den Kranken nichts von seinem Leiden üstEu zu lassen. Als die Krankheit vor einigen Jahren ärztliche Behandlung notwendig machte, wurde dem Kranken der Gedanke c-mgebracht, er müsse eine Europareise machen. Der Prinz erachtete es damals als notwendig, die im In- und Auslande verbreiteten Nachrichten, daß er erkrankt sei, in Llbrede zu stellen. Seitdem ist die Regierung ausmerksani dem Laufe der Krankheit gefolgt und hat zu den verschiedensten Heilmitteln gegriffen. Sie suchte dem Prinzen alle Sorgen fern zu halten und hat jede Gelegenheit wahrgerwmmen, ihm Mut zuzusprechen und ihn zu Neifen zu veranlagen. Die Begleitung des Prinzen ist stets so gewählt ivordeist.daß sie einen heilsamen Einfluß auf ihn aus- uven konnte Die Regierung hielt den Prinzen stets, über die Angelegenheiten der Nation auf dem Laufenden, um ihm nicht Zeit zu losten seinen Gedanken nachzuhängen und in Schwermut zu verfallen. Seit einiger Zeit hatte die Krankheit einen beun- ruhigendcu Charakter angenomnren. Die Negierung verdoppelte ihre Ausmerfiamkeit: aber ihre Wachsamkeit erivies sich als vergeblich weil der Prinz auch jetzt noch in Unkenntnis über seinen Zustmid gehalten werden mußte. So ist schließlich das Ereignis ein getreten, durch das die ganze Nation in Trauer versetzt worden ist. 3. gebe. (WTB. Nichtamtlich.) Gestern nachmittag, kurz nach 2 Uhr, erfolgte die Ueberführung der Leiche ^^^on^gcrs Prinzen Jussuf Jzzeddin vom Dolma- Bagdsche-Pala,t nach der Serailspitze. Hier b.ldete sich ein Trauer- zug. Truppen aller Waffengattungen, Infanterie, Marine, sowie eine Batterie eroffneten ihn. Der Sarg war von einem kost- daren purpurnen Sammctteppich mit goldgestickten Koransprüchen bedeckt und in eine osmanische Fahne gehüllt. Am Kopfende war der Kalpak des verblichenen Marfchalls angebracht. Hinter dem Sarge schritten die kaiserlichen Prinzen zu zweien. Der Sultan war durch seinen Sohn, den Prinzen Omer Hilma, vertreten. Nierauf kamen die kaiserlichen Schtviegersöhne, der Großwesir, der Scheck ül ^slam, der Vizegeneralistimus Enver Pascha, alle übrigen Minister, das diplomatische Korps, die Senatoren and deputierten. Zu beiden Seiten geleiteten den Leichenzug Truppen, Feuerwehr und Gendarmerie. In der Sophienmoschee wurden die Totengebete, Gebete für den Sultan und die Wohlfahrt der csmaiiiichen Armee und Marine verrichtet. Sodann setzte der Zug den Weg nach dem Mausoleum des Sultans Mahmud fort. Hier «erfolgte die Beisetzung. J,l allen Straßen, welche der Trauerzug pastierte, war eine große, auf mehrere Zehntausende geschätzte Menge angeiammelt. „Schutzinaßregel»" für de» englische» Handel nach dem Krieg. London 3. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldnng des Rentei scheu Bnreans. Das Handels amt veröffentlicht einen Bericht des Subkomitees, das damit beauftragt wird, Schutzmaßregeln für gewisse Industrien nach dem Krieg Voranschlägen. Darin wird eine Abänderung der Paterck- gesetze und deren .strengere Handhabung vorgeschlagen. Zeder einzelne der in Deutschland oder Oesterreich-Ungarn h-ergestellten Artikel soll mit der Marte „Made in Ger- many" oder „Made in Anstria-Hungary" versehen wer- den. Es soll den britischen Gesellschaften verboten werden, von neckischen Schiffen höhere Frachtsätze zu verlangen, als von nordeuropäischen. Ferner werden verschiedene andere Schutzmaßregeln für die britischen Erzeugnisse und Bor- zugstarrfe für die britischen Besitzungen und die jetzigen Verbündeten Großbritanniens vorgeschlaaen Der seekckeg. Teilweise Demobilifferung des griechischen Heeres? „Information Reibet aus Athen, daß nach Versicherungen aus politischen Kreisen eine teilweise Demobilisierung des g r re ch i s cp e n Heeres von der Regierung beschlossen §^den ]ct. Ern königlicher Erlaß, der die Entlassung der ^ahrgauge 1892 bis 1900 anordne, werde in allernächster Tie Reserveoffiziere der Jahres- .laste 1889 brs 1892 feien eben entlassen worden. Das rumänische Parlament. Buka rest, 3. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Das Paria- Ib.rt gestern wieder. Nach der „Jndependance Ronmarne wrrd in den nächsten Tagen u. a. ein Gesetzentwurf über einen Heereskredrt von 200 Millionen Lei ein gebracht werden. Rumänisches Getreide. 3 -&ebr. (WTB. Nichtamtl.) Der „Bester Lüiyd meldet aus Bukarest: Das neue Geschäft betreffend Lieferung von 100000 Waggons Getreide, vornehmlich Mar^, mit den Mittelmächten gilt als geordnet. Der türkische Bericht. a n t i n o v e l, 3. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Das Smiptauartier teilt mit: An der Da rd a ne ll en° E 31. Januar ein Kreuzer auf der Höhe von £ ^ * Granaten auf die Umgebung von r u . nb °n,tternte sich dann. Bon den anderen Kriegsschauplätzen liegt leine wichtige Nachricht vor. Zum -Lode des türkischen Thronsolgers. AFcbr. WTB. Nichtamtlich.) Die Blatter drucken ihren tiefen ^chmekz über das Ableben des aus p.ie ganze Nation betrauere in dem Ver- blrchenen eines der hervorragendsten und edelsten --Lltgl.ed.er der asmanrfchen Dynastie. Die lange Euttststche Regierung drückte den Verstorbenen stets aufM- ordentlick schwer nieder und war vielleicht der vornehmste Grund zu der Nervenkrankheit, die ihn schließlich dazu brockte Hand an 8 . u // k :^ n - Ueber die Krankheit des ThronfolArs gibt är Ajmm lalgendc Einzelheiten : Der Selbstmord hatte tiefe Trauer hervorgermen, überraschte aber niemand, da jeder wußte daß dafür viele 0-runde bestanden haben, die in letzkr Zeit sich nockr benmoer-s häuften cher Prinz litt seit langem an einer nnh^ baren Rankheit- Die Regierung, die dies wußte und die über die teftifjrr. An'aile der .Krankheit, die sich häufig wiederholten auf r*m Lau eiden war, wachte ständig über den Kranken, insbesondere üh^r eme Behandlung. Gerade diese war aber schwierig, da die! ^ t e r dam, 2 Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Mieldnnq der Niederländischen Telegraphen-Agenttir: Das hollän di sche Motorfahrzeug „Artenus" ist morgem 2^ "hr acht Merlen sndlickf vom Noordhinder Lenchtschäff torpediert worden. Das Motorfahrzeug war nach London unterwegs, als es in der Nähe des Leuchtschiffes Noordhinder von ernem Torpedoboot, dessen Nationalität unbekannt ist, torpediert wurde. Die Mannschaft ver ließ zunächst das Schiff, kehrte aber später zurück Artenus" nahm unter eigenem Dampf Kurs nach Holland, traf ni Nrenwe Waterweg gegen 8 Uhr ein und setzte die Fabrt nach Rotterdam fort. ' , K'^rlskrona, 3 . Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Ritzauschen Bureaus. Der schwedische D a m p - ser „Presto", mit Stückgut von Göteborg nach Stocklivlm unterwegs, ist von einem deutschen Dampfer auf- g e b r a ch t und nach S w i n e m ü n d e übergeführt worden. London, 3^ Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet: Ter b r r tu , ch e Dampfer „Belle o f France" ist versenkt «^ europarsche Besatzung und 22 Lastaren lvurden gerettet, 19 Laskaren werben vermißt. ^ Wem gehört die „Appam"? (Siehe auch Artikel im 2. Blatt.) Sottbcn, 3 Febr. (WTB. Mchtamtlich.) Die „Times" erfahrt aus Walhrngtcm von, 2. Februar: Tie Ansicht ae- wmnt immer mehr RcmM( daß es der „Apvain" aestattet werden wird, als deutsches Eigentum nach dem Bertram; oon 1 tgg rn Newport News Kn bleiben. — Die „New L)ork Trrbune schrerbt über den Fall: Auf Grund der bis lebt bekanntgewordenen Tatsachen ist die „dlppam" das 'ac etliche Eigentum derjenigen, die sie nahmen. Nach den bis- her vvrlregenden Präzedenzfällen tonne man zwar annehmen, daß man das Scksiff den früheren Reedern zurück- gebeu und dre Prrsenbesatzung internieren werde. ES handelt sich hier um erneu zweifelhaften Fall, und wir werden das Gesetz mchi so auslegcn, daß der deutsche Kommandant, der ,o gehandelt hat, wre es von Deutschland verlangt wurde, ,eme Prrse verliert Man muß. sich darmr evnrnern, daß er das Recht gehabt hatte, das Schsiff in den Grund! zu bohren, nachdem er Passagiere und Besatzung in Sicher- heit gebracht hatte. ' London, 3. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Das Bureau Reuter erfahrt, daß das StaatsdepaMement in Wasbinaton dem britischen Botschafter mitteilte, daß dem britischen Konsul in Norfolk gestattet worden ist sich mit den Passagieren der „Appam" in Verbinduna zu setzen. Die Behörden wurden angewiesen, sofort die Landung aller an Bord befiudlichen Personen, mit Aus- nahme btt Prisenbesatzung, zu gestatten. Die Kritische Regierung hat noch keinerlei Nachricht von der Entscheiduna 'der Verenngteri Staaten über den rechtlichen Fall der Avpain" Dre Angelegenheit wird jetzt beraten Washsingtou, 3. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Neuterschen Buoeaus. Graf Bern stör ff teilte Herrn L a n f i n g forinell mit, daß die „A p p a m" als Prise auf Gmmd der Bcsttmmungen des preußisch-amerikanischen Vertrages, wodurch der Besitz des Fahrzeuges demjenigen verbürgt wird, der es erbeutet hat, nach Hmnpton Read gebracht werde. ^„.Amsterdam 3. Febr. (WTB. Mchtamtlich.) Die Blatter außevn sich Erkennend über die Tacken des dtzud sck^en Kmegsfahrzeuges, das die „Appam" beschlagnahmte Sie sagen, daß man sich dadurch an die Trininphe der Em^ den" erinnert fühle. „Meuwe vau den Dag" schreiben' -tu England wird der Vorfall wohl besonders peinlich emv- sunden werden, wo man immer fo stolz war, daß das letzte der deutschen Krregsschifsie vpm Ozepn verschlounden war. AU5 dem Reiche. Wirtschaftliche Maßnahmen des Bundesrats. Berlin, 3. Febr. (WTB. Amtlich.) In der heutigen Bunde s r a t s s i tz u ng gelangten zur Annahme der Entwurf einer Verordnung, betresfeiid die Preise für Rohzucker und Zucker- r üben im Betriebsjahre 1916/17: der Entwurf einer Verordnung über- die Verwendung von Berbrauchszncker; der Entwurf einer Bekanntmachnna über Höchstpreise für Heu. Berlin, 3. Febr. (WTB. Amtlich.) Der Bundesrat hat ben Preis für Rohzucker aus dem kommenden Betriebsjahr 1916/17 auf 15 Mark für den Zentner mit der Maßgabe erhöht, daß der Mehrbetrag gegenüber dem bisherigen Preise ausschließlich zur Erhöhung der an die Rübenaubauer zu zahlenden Preise zn verwenden ist. Tie rübenverarbeitenden Fabriken haben für die im Bettiebsjalir 1916/17 an sie zu liefernden Zuckerrüben mindestens 45 Pfennig mehr als im Betriebsjahr 1913/14 zu zahlen. ±cr erhöhte Zuckerpreis gilt nur filr das künftige Betriebsjahr^ das heißt für die Zeit nach September 1916. Im Bundesrat be-- peht Einverständnis darüber, daß die Beschlagnahme der Rüben schnitze! fiir Zwecke der Allgemeinheit, wenn sie sich ^ . ,^?L^6änglich erweisen sollte, auf das unbedingt Notwendige beschränkt bleiben und tunlichst nicht in dem Umfange wie im Voriahr geschehen soll. Ter Buudesrat hat sodann die Verwendung von ^»erbrauchs^uckcr für Viehsütterung und Branntwein h e r st e l l u u g verboten, zu technischen Zivecken nur mit Genehmigung des Reickfskauzlers für zulässig erklärt. Tie Ver- ioendüng von Verbrauchszucker zu Heil-, Genuß- und Nahrungs^ initteln sowie zur Bienensütteruug bleibt unbeschränkt gestattdt. Das Ergebnis der Reise Helfftrichs nach Wien. Berlin, 3. Febr. (WTB. Nichtamtliche) Die „Nordd. Allgem. Ztg." schreibt: Der Aufenthalt des Reichsschatzsekretärs Dr. Helfferich in Wien hat ihm Gelegenheit zu einem eingehenden Meinuugsaustausch mit den österreichischen und ungarischen Staatsmännern über alle mit der finanziellen Kriegführung zusanrm-euh-ängeu- den Angelegenheiten, sowie zu einer allgemeinen Aussprache über die gemeinsamen W irt s chaf ts fragen gegeben. Der Austausch der Gesichtspunkte über die beiderseits ergriffenen und weiterhin zu ergreifenden Maßnahmen wird, wie mit Sicherheit erwartet werden darf, hier wie dort gute Früchte zeitigen. Einen besonderen Raum nahm die Besprechung der Valutasragen ein, in der Deutschland durch die nengeschaffene Organisation des De- visenverkehrs einen Schritt auf neuer Bahn getan hat. Ein wohlbedachtes und gut arbeitendes Jneinandergrersen der beiderseitigen Maßnahmen ist gerade auf diesem Gebiete von unmittelbar praktischer Wichtigkeit. Auch über das Zusammenwirken zur Festigung des Kronenkurses ergaben die Konferenzen volle Uebereinstimmung. Es bedarf keiner Hervorhebung, daß die Unterhaltungen d-ic erfreuliche Uebereinstimmuntz der Ansichten über die Fähigkeit und den Willen der Verbündeten zum Durchhalten im Finanz- und Wirtschaftskrieg erneut bestätigt haben. * München, 3. Febr. (Priv.-Tel.) Die drei steNv. Generalkommandos in Bayern haben infolge der .Herabsetzung des Brau-Kvntingents die Herstellung von Starkbieren Verbote n. Ans Stadt nnd Land. Gießen, 4. Februar 1916. Wie wirkt der Ausbungerungstrieg auf die Schuljugend? Die Frage, svie der Aushungerungskrieg auf den Ge^ sundbeitszustand Unserer Jugend wirkt, erfährt eine interessante Beleuchtung durch einen Bericht des württembergi- chen Medizinalrats Dr. Engelhorn im „Schwöb. Merkur". Dr. Engelhorn hat im Oberamtsbezirk Göppingen in der Zert vom 27. August bis 18. Dezember 1915 die beträcht- Oche Zahl von 2500 Schulkindern des ersten, vierten und lebenten Schuljahres untersucht, und zwar 982 Kinder in der ^>tadt und 1580 auf dem Land. Hierbei machte er die überraschende Beobachtung, daß der Ernährnngszustaich der untersuchteil Kinder durchschnittlich sehr gut war, mindestens so gut oder besser als bei den im Frieden vorqenom- mcneit Untersuchungen. Das ärztliche Urteil setzt sich zu- arnmen aus dem Gesainteindruck, den das Kind macht, ans >em Fettpolster und der Dehnbarkeit der Haut, der Be- chaffenheit der Muskeln und der Farbe und"Blntfülle der ichtbaren Schleimhäute, nötigenfalls auch noch dem Gewicht. Unter Zuarundeleynng dieser Gesichtspunkte hat sich nun gezeigt, daß sehr viele Kinder eine gute, die meisten erne, mittlere, verhältnismäßig sehr wenige eine schleckste Ernährung aufwiesen. Man hätte erivarten müssen, daß in der Kmegszelt eure Verschiebung der durchschnittlichen Er- nahrung nach der Bezeichnung „schlecht" stattgefnnden hätte. Daß diese Erwartung nicht eingetrofsen ist, kann als eine höchst erfreuliche Erfahrung angesehen werden. Ueber die Grulide sagt Dr. Engelhorn, daß namentlich aus dem Lande die meisten Lehrer in dem reichen Obstsegen des Jahwes 1915 den Hauptgrund für den durchschnittlich sehr günstigen Stand der Ernährung der Schiilkinder suchten. Viele Lehrer und Lehrerinnen wiesen darauf hin, daß der Wegfall von allerlei Schleckereien und der Genuß des ztveifellos sehr nahrhaften und gesunden Kindern auch bekömmlichen Kriegsbrots auf die Ernährung günstig. einlvirkt. Weiin dre Untersuchung Dr. Engelhorns sich auch nur ans eirren beschrankten Krers bezieht, so kann daraus doch schon fest- gestellt werden, daß der Aushungerungsplan unserer Feinde wie überall, so auch bei der Ernährung der Schul- ^!^ber, wo chm ein Erfolg zunächst beschieden sein könnte, ernen Mißerfolg erzielt hat. ** Balten Vortrag. Auf Anregüng.der vier nationalen ^rbande (Alldeutscher Verband, Deutscher Sckml- verern, Bund der Deutschen in Böhmen, Südniarkenverein) die vor zwei Jahren den „Dentsck)en Abend" vermistalteteii und denen sich, zunächst für den ersten Bortrag, wie da- mal^, lffne Reche anderer Vereine angeschlossen haben, wird in der Folge eine Reihe von Vorträgen veranstaltet tverdeii dre sich aus den ütxieg und seine Folgen, soweit sie jetzt schon besprocheii werden dürfen, beziehen. Als erster Redner ist der bekannte Borkänrpfer der baltischen Deutschen Rittergutsbesitzer Silvio Droedrich aiis Kurmahlen, Kurland gelvonnen, der über das Land rmd die neuere Geschickte be l S aI l € "' ihn Leiden und Bestrebungen sprechen wird Ter Vortrag findet Donnerstag, 10. Feb?nar, abends Uhr pünktlich, im Saal des Gesellschaftsvereins statt „ s r n * e £ tve r , e in- Das hier zum ersten Male nmsizierende W e n d l i n q - Q u a r t et t hat neulich im Frankfurter Museums- saale einen Kummer,nuffkabend mit großem Erfolge veranstaltet. Für sein Konzert vom Sonntag, den 6. Februar, inartet es mit einem Programm auf, das ^edem etwas bringt": Diozarts D-dar- Ooq. Komgs.)Quartett ein echter Aiozart an Schönheit und Schwierigkeit und ein Zugstück für sattelfeste Dilettanten^ das in femem Mittelsatze das Cello so recht zu Worte kommen läßt. Das wundervolle ^-moII-Quartett Schuberts mit dem bekannt-« AUttelsatze, dessen Thema von Schubert auch in der Rosamunde für Orchester verwandt worden ist. und als Ueberganq zu den pModernen" das hier noch nicht gespielte Quartett „Ans meinem Leben* non S »netana, dem böhmischen „Beethoven*. Smetana lgeb. 1824 in Leitomischl, gest. 1884 zu Prag) ist der böhmische Nationalkomvonist. Ursprünglich Pianist, wurde er 1866 Kapellmeister ant Nationaltbenier in Prag, muffte sich aber schon 1874 infolge völligen Verlustes des Gehörs zuriickziehen. Bekannt sind seine prachtvollen Opern: „Die uerfaufte Braut" U86U), „Talibor" (1868), seine symphonische Dichtung „Mein Vaterland* u. a. Auch als Kammermusik - Kamponist hat er sich hervorgetan; eine seiner Glanznummern, das Klaviertrio, brachte Bros. Trautmann mit seinen, Ensemble vor drei Jahren hier zur Aufführung. Von den Streichquartetten gehört das am Sonn' tag zur Aufführung kommende «Aus meinein Leben* zu den besten Kompositionen des früh verstorbenen Meisters. Es klingt im letzten Satze in das tragische Schicksal Smetanas aus, der, mic schon oben erwähnt, gleich unserem Beethoven, das Gehör verlor. Tie Primgeige läßt mitten in den lustigsten Tönen des letzten Satzes, nach dem Berklingen der böhmischen Tauzivcise plötzlich das hohe E im Flageolett erklingen, ein Symptom, das bei schweren inneren Ohrenleiden, den sog. Labyrinlherkrankmigen, als charakteristisch angegeben ivird. Auch Smetanas Klavierkompositionen und einige Diolinstücke verraten sein aliSgesvrochenes echt nationales Ernpsinden und eine hohe musikalische, kompositorische Begabung. ** In den Wagen der städtischen Straßenbahn wurden in Iber Zeit vom 1. November 1915 bis 31. Januar 1916 eine Reihe von Gegenständen gefunden, die im Anzeigenteil unseres Blattes bekanntgegeben werden. Kreis Friedberg. e. Butzbach, 4. Febr. Der Bizeieldwebel Dr. ^Heinrich Mischer aus Butzbach im Landwehr-Jnf.-Negt. Nr. 2 wurde zum Leutnant der Reserve befördert. Starkenburg und Rheinhessen. — Heppenheim a. B., 4. Febr. Ein 14jähriger Schul- knabe warf eine säzarfe Patrone in das Oscnftuer. Das Geschoß explodierte und riß denr Jungen die fünf Finger der linken Hand weg und fügte einem sechsjährigen Knaben schwere Verletzungen zu. — Gernsheim, 4. Febr. Bei der Nachprüfung der Ueber- landzentrale nach Zwingenberg berührte ein 18jähriger Arbeiter die Starkstromleitung. Er wurde auf der Stelle gelötet. Hessen-Nassau. Zugzusammenstoß. — Höchst a. M., 4. Febr. Im dichtesten Nebel stieß gestern früh auf der Station Kriftel der Limburger Linie ein von Lim- burg kommender Güterzug mit einem Arbeitszug zusammen. Hierbei erlitten mehrere Beamte und Arbeiter Verletzungen, die jedoch alle leichter Natur sind. Ein vvn Frankfurt alarmierter Hilsszug nahm sofort die umfangreichen Anfräumungs- arbeiten vor, so daß die Strecke nach kurzer Zeit, wenn auch vorerst nur eingleisig, wieder fahrbar war. * = Frankfurt a. M., 4. Febr. Nach längerem Leiden verstarb gestern vormittag im Alter von 63 Jahren der Stadtverordnete Josef Fromm. Mit ihm scheidet eine der bekanntesten Persönlichkeiten ans dem öffentlichen Leben Frankfurts, die sich aus fast allen Gebieten in hervorragender Weise betätigte. Fromm galt als der beste Fachmann Frankfurts in Verkehrs- und Aus- stellungssragen. Seine Hauptsorge galt der Hebung des Handwerks und dann der sozialen Verhältnisse der armen Spessartbevölkerung; dieser gewahrte er als Beerenweinfabrikant durch den Ankauf von Walbbsaren reichen Verdienst. Der Verstorbene ivar Begründer der deutschen Obst- und Beerenweinindustrie. Bekannt ist auch seine erfolgreiche Wirksamkeit als Organisator der deutschen Lebensmittelabteilungen auf den Weltausstellungen zu Chicago, Paris, St. Louis und Brüssel. Als besonderer Zug verdient Fvomms großzügige Wohltätigkeit herrwrgehoben zu werden. — Statistischen Erhebungen zufolge sind im Jahre 1915 mehr als 1000 Zentner Kaninchen geschlachtet worden. X. Hanau, 3. Febr. In ihrer gestrigen Plenarsitzung hat die HandelZkanrmer zu Hanau folgende Entschließung einstimmig angenonrmen: Angesichts der erhöhten Bedeutung, Ivelche die künftige Wasser ft raße vom Rhein zur Donau nach dem Kriege zu gewinnen verspricht, und mit Rücksicht aus die nahe Vollendung der Mainkanalisierung auf der Strecke Offenbach—Hanau—Aschafsenburg spricht sich die Handelskammer zu Hanau neuerdings dafür aus, daß zum Vorteil von Hanaus und seines Hinterlandes Handel, Industrie und Verbrauch, sowie namentlich auch als Grundlage für Hanaus industrielle Zukunstsentwicklung der kanalisierte Main durch eine Anlage nutzbar gemacht wird, welche im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten den gegenwärtigen Bedürfnissen zu entsprechen und eine spätere Weiterentwicklung ausreichend sicherzuftellen geeignet ist. Hierzu erscheint der Handelskammer aus Grund der vorliegenden Pläne eine Hafenanlage oberhalb der Steinheimer Brücke technisch wie wirtschaftlich am zweckmäßigsten. Wie öle 5ord - Expedition durch veutjchlano retfle. Wie erinnerlich sein dürfte, ist der bunte Zug der Friedensfreunde, der sich in der Ford-Expedition zusammenfand, von Kopenhagen nach dem Haag gereist. Dabei war es denn freilich nicht gut möglich, sich ganz auf dem Boden neutraler Länder zu halten — wohl oder übel mußte die Friedens-Expedition ihren Weg durch das Krieasland Deutschland nehmen. Der dänische Schriftsteller Sven Lange erzählt nun unterhaltend und nicht ohne Humor, wie diese von den Teilnehmern der Expedition mit besonderer Spannung erwartete, von manchen beinahe gefürchteter Teil der „Fricdcnsfa h r t" ablief. Als die Teilnehmer Kopenhagen verließen, waren sie in der muntersten Stimmung. Die jungen anierikanischen Journalisten und Stenographen in phantastischen Reisetrachten und mit großen Hornbrillen waren unermüdlich in burlesken Erfindungen und unter einem Chor von Negerweisen und mit Mundharmvnikamusik erreichte man die Fähre, die die Schar zur deutschen Küste bringen sollte. Aber wie nun diese Küste flach und dunkel aus dem Regennebel und der beginnenden Abenddämmerung auftauchte, da wurde es still auf dem Schisse. Die Amerikaner sammelten sich vorn auf der Reeling, und stumm, mit großen Augen, starrten sie diesem Deutschland entgegen, das wohl viele von ihnen zum ersten Male sahen und an das sie in diesen letzten Monalen so viel hatten denken müssen. Deutschland, des Krieges gewaltiger Mittelpunkt! Aber siehe da! der militärische Apparat, dem man in Warnemünde begegnete, war nichts gerade erschreckend. Einige liebenswürdige Offiziere kamen an Bord und teilten den. Ford-Leuten mit, daß sie von jeder Zolluntersuchung befreit seien und daß die einzelnen Teilnehmer sich in den Zug begeben dürsten, sobald ihre Persönlichkeiten durch Vergleichung mit den Pässen sestgesrellt seien. Diese Zeremonie überwachte ein einziger Soldat, das Gewehr aus der Schulter. Sobald diese Schrecken des Eintrittes in Deutschland überwunden waren und der Zug sich in der Richtung nach Holland in Beivegung setzte, begann der Humor alsbald wieder zu steigen, und nicht lange, so war der ganze Zug, vom ersten Wagen bis zum letzten, »nieder in der fröhlichsten Laune. Man wanderte von Wagen zu Wagen, wechselte die Plätze, versammelte sich im Speisewagen, wo bei den Mahlzeiten von Fleischnot nichts zu merken war und wo das Nationalgetränk der Expedition in Strömen floß — das Sodawasser. Vom Kriege bekamen die Teilnehmer aus diese Weise in Deutschland freilich nur sehr wenig zu sehen. Eisenbahnzüge, deren Wagen das Zeichen des Roten Kreuzes trugen, und aus der Rückreise die Weise der „Wacht am Rhein", die nächtlicherweile auf dem Bal)nhofe zu Hamburg an sein Ohr drang: das ist so ziemlich alles au kriegerischen Eindrücken, was Sven Lange aus Deutschland mit heimgebracht hat. Die Stimmung, die in dem Eisenbahnzuge herrschte, erinnerte an alles andere eher, als an Krieg und Kriegszeit. In dieser Nacht, da der Zug unaufhaltsam der holländisck)en Grenze zustrebte, bildete den Mittelpunkt der Friedensfahrt — ein junger preußischer Offizier, der die Expedition, so lange sie auf deutschem Boden sich befand, als eine Art militärischer Wachthabender zu begleiten hatte. Es war ein junger Mann von ausgeprägt norddeutschem Typus, weißblond von Haar, sonnenverbrannt und mit scharf geprägten Zügen. Er hatte, wie Sven Lange meint, offenbar Befehl bekommen, so liebenswürdig wie möglich aufzutreten — denn deutsche Offiziere sind nach der Vorstellung des dänischen Schriftstellers offenbar Maschinen, die nur nach Befehl l>andeln, dann aber auf Hebeldruck liebenswürdig oder mürrisch sind. Nun, kurz und gut, der preußische Offizier war nun einmal liebenswürdig und war es mir bestem Hnmore. Von Gruppe zu Gruppe ging er durch bnt ganzen Zug, plauderte und lachte mit den Reisenden, erzählte lustige Geschichten, hörte lächelnd aus die kühnen deutschen Sprach versuche der Amerikaner und verlor selbst bei manchen schon mchr naseweisen Fragen die Geduld nicht. Mit einem Worte: der Vertreter der rohen preußischen Soldateska, des kulturfeindlichen deutschen Militarismus mochte sich bei den Friedensfreunden in kürzester Zeit überaus beliebt, und als die deutsch-holländisch? Grenzstat'on Bentheim erreicht war und er den Zug zu verlassen hatte, da stieg der Leiter der Fahrt, der alte Dr. Lloyd Jones, aus einen Stuhl und richtete an ihn, sowie au Deutschland für seine Gastfreundschaft, bewegte Dankesworte, lind allgemeiner Beifall nmdrauste den snngen Soldaten, der in strammer Haltung dankte und dm Fordleuten gute Reise und guten Erfolg wünschte. Bei der Erinnerung an dieses Bild kann Sven Lange doch das Gefühl nicht unterdrücken, wie komisch es eigentlich war, daß da die ganze Menge der Friedensfreunde sich um das Symbol des Militarismus, um den feldgrauen deutschen Offizier, drängte und ihm huldigte . . yanSel. Wien, 3. Febr. (WTB. Richtamtl.) Der Umrechnungskurs für Zahlungen n a ch Deutschland ist bis ans weiteres aus 160 Mark 145,50 Kronen festgesetzt. Amtlicher Wetterbericht. O öffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 5. Februar 1916: Trüb und regnerisch, wärmer. Letzte Nachrichten. Der serbische Kronprinz während des Fliegerbombardements in Durazzo. Amsterdam, 4. Febr. Ein hiesiges Blatt meldet nach einem Telegramm aus Durazzo, daß, während ein österreichischer Zweidecker am 25. die Stadt rrtit Bomben belegt habe, der serbische Kronprinz sich dort befunden habe. Eine Bombe habe das Haus zerstört, in dem sich der Kronprinz aushielt und auch serbische Offiziere, 20 von diesen seien getötet worden. Tie Stadt ist ernstlich beschädigt. Die Flieger warfen Proklamationen herunter, in denen die Serben aufgesordert wurden, dem Beispiel der Montenegriner zu folgen und sich zu ergeben. Die Stimmung im italienischen Heere. Bern, 4. Febr. Laut Münchener Blättern kehrten Italiener, welche in der Heimat seit Mai Dienst tun, zahlreich in ihren im Engadin gelegenen Wohnsitz zurück. Sie beabsichtigten nicht, wieder zur Front zurückzugehen. Nach ihren Aussagen ist die Stimmung im! italienischen Heere keine gehobene. Rumänische Flieger über bulgarischem Gebiet. Sofia, 4. Febr. Entgegen anders lautenden Nachrichten ist bei der Beschießung rumänischer Flieger, die die bulgarische Grenze überflogen hatten, kein Flieger getötet oder verletzt worden. Auch in rumänischen Kreisen wird das Recht Bulgariens, derartige, dem internationalen Rechte widersprechende Flüge abzuwehren, selbstverständlich anerkannt. Die bulgarische Regierung hat wegen dieses Vorfalles sogleich in Bukarest protestiert. Ein englischer Journalist in Athen unter Anklage. Wien, 4. Febr. Nach einer Meldung ans Athen hat eine Gruppe griechischer Journalisten gegen den dortigen KorrespondentendesLondoner„Daily Telegraph" Anklage erhoben. Der Korrespondent habe in seinem Blatte beleidigende nnd verleumderische Mitteilungen über Griechenland veröffentlicht. Die grie chische Armee sei in voller Auflösung. Ganze Kompagnien mit ihren Offizieren an der Spitze hätten revoltiert, um an der Seite der Franzosen zu kämpfen. Der König Konstantin sei ein fanatischer Germanen freund, der unkonstitutionell sei nnd sein Volk nicht liebe. Der Korrespondent hat ans die Vorladung des Ministerpräsidenten Skuludis und anderer hohen Militärs und Persönlichkeiten gedrungen. Loyale amerikanische Neutralität? Haag, 4. Febr. „Central News" meldet aus Washingtons Die deutsch-amerikanischen Blätter bringen eine große Anzahl von Meldungen, aus denen hervorgehl, daß die deutsche Diplomatie in Amerika in den letzten Tagen erneu großen Erfolg errungen hat. Einmal steht ein Verbot, auf Schiffen der kriegführenden Staaten zu fahren, in Aussicht, und zum anderen nimmt der Plan einer hohen Besteuerung der Munitionsausfnhr eine immer festere Form an. Auch Blätter, die durchaus nicht deutschfreundlich sind, begrüßen diese letztere Maßnahme. „New Dort Herald" spricht von einem Siege Bernstorffs, der den Charakter der Amerikaner richtig eingeschätzt habe. Die Höhe des von der Regierung geplanten Ausfuhrzolles auf Munition stehe noch nicht fest. Es wird von 10 bis 15 Prozent des Fakturenwertes des anszusührenden Kriegsmaterials gesprochen. BCTC Gestellt! Vortrag I. Donnerstag, de» lö. Februar 1916 abends S 1 /* Uhr pünktlich im Saale des Gesellschaftsvereins. Herr Rittergutsbesitzer Silvio Broedrich ,nrig im zweiten Stock. Nodheimer Straffe 39, Ecke Schützenstr.. v. 1 . Avril ab z. um. Auskunft Bahnhof,traffc 63 1. |S79 3-Zimmerwol,n. preiswert zu uerm. Karktplair 181. „ 72 ^ | 2 Zimmer Teusclslnsißärtchcn 3 eine 2 -Zimmer Wohnung mit Jadeit sofort zu uerni. Näher. Scltersweg30. >804 Ü | Verschiedene} lgroffe». 0 , 1 kleine sofort zu vernlieten. 107479 Noll, Neustadt 57. Pension Brandl B * 8 n ” e ? z (Rellevne) Gut möbl. Z. f. jede Zeitd. Beste Küche, Elektr., Bad, Tel., Zentralhoizj? r 7 .w» Mielgesuclie b oft. 3=3inimmiiü|n!inji i. besser. Hause p. 1 . Marz gef. Schristl. Ang. unt. 07484 a. d. Gieffener Anzeiger erbeten. Zimmer m. 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Soldaten vom Feldwebel abwärts zahlen bei allen Vorstellungen lanncr bei Volksvor!tellungcn>auf 2 . und LSverrsitz nur halbe Preise. I