Nr. 27 Erstes Blatt 166. Jahrgang Der Sietzener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich GietzenerFamiliendlätter; zweimal wöchentl.ltteis- blatl fürden Ureis Siesten (Dienstag und Freitag); zweimal ,nonall. Land- wirlfchafttiche Settfraaen Ferrrjprech - Anschüsse: iür die Schriitl eitung 113 Verlag,Geschäftsstellebl Adresse iür Drahtnachrichten: Anzeiger Siesten. Annahme von Anzeige» für die Tagesmtmmer bis zum Abend vorher. Nlittwoch, 2. Kebruar MS C4che«rAMM General-Anzeiger für Oberhessen Luftschissangrisse aus englische Industriestädte. Uie Front im Westen. c > u ßtss^An-as mtmm Mhtma»licl»e Froatlinic. (WTD.) Großes Hauptquartier, 1. Februar. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. In der Nacht zum 31. Januar versuchten kleine englische Abteilungen einen Handstreich gegen unsere Stellung westlich von Messines (Flandern). Sie wurden gänzlich zurückgeworfen, nachdem es ihnen an einer Stelle vorübergehend gelungen war, in unseren Graben einzudringen. Bei F r i c o u r t (östlich von Albert) hinderten wir durch Feuer den Feind an der Besetzung eines voll ihm gesprengten Trichters. Nördlich davon drangen deutsche Patrouillen bis in die englische Stellung vor und kehrten mit einigen Gefangenen ohne eigene Verluste zurück. Südlich der S o m m e verloren die Franzosen im Hand- grauatenkampf noch weiteren Boden. .Oestlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Balkan-Kriegsschauplatz. Eins unserer Luftschiffe griff Schiffe und Depots der Entente im Hafen von Saloniki mit beobachtetem guten Erfolge an. Oberste Heeresleitung. * * * Ein deutscher Luftschiff-Angriff auf England. Berlin, 1. Febr. (WTB. Amtlich.) Eines unserer Marine-Luftschiffgefchwader hat in der Nacht vom 31. Januar zum 1. Februar Dock-, Hafen- und Fabrikanlagen in und bei Liverpool und Birkenhead. Eisenwerke und Hochöfen von Manchester, Fabriken und Hochöfen von Nottingham und Sheffield sowie große Industrieanlagen am Humber und beiGreatYarmouth ausgiebig mit Spreng- und Brandbomben belegt. Ueberall wurde starke Wirkung durch mächtige Erplosioncn und heftige Brände beobachtet. Am Humber wurde außerdem eine Batterie zum Schweigen gebracht. Die Luftschiffe wurden von allen Plätzen aus stark beschossen, aber nicht getroffen. Sämtliche Luftschiffe sind trotz der starken Gegenwirkung wohlbehalten zurückgekehrt. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Berlin, 2. Febr. Zum deutschen Luftangriff auf Englands Industriestädte heißt es im „Berliner Lo- kalanzeiger": Der Angriff deutscher Luftschiffe wird in ganz England Bestürzung hervorgerufen haben, »venu auch die offiziellen Meldungen zunächst bestrebt sind, den materiellen Schaden als möglichst gering hrnzustellen. Wir können sicher sein, daß uns die englische Presse wieder des Angriffs aus offene Städte und des Mordes von Frauen und Kindern beschuldigen wird. In der „Boss. Zeitung" würdigt ein Militär die Bedeutung des Angriffes auf Englaird und sagt: Unsere Marineluftschiffe haben die Ha u p t pro du kt i o n s st ä t t e n für Englands Kriegsmaterial angegriffen. Der Bericht unseres Admiralstabes läßt kernen Zweifel dariiber, daß der Angriff vollen Erfolg gehabt hat. Im ganzen deutschen Volke wird diese Meldung große Genugtuung Hervorrufen. Der' Angriff gewinnt dadurch besondere Bedeutung, daß er alten geheiligten englischen Boden, nämlich das Zentrum industrieller Produktion, getroffen hat. Tie Reichweite dieses Luftangriffes geht weit über die bisher erreichten Grenzen hinaus. Liverpool kann heute als der .Haupthafen Englands gelten. Dieser Ort mit seinen riesigen Fabriken für Kriegsmaterial liegt in der Irischen See und war .danach nach englischen Begriffen gegen jeden Angriff geschützt. Die Wirkung wird daher eure um so größere sein. Die großen Jndnstrieorte Nottingham und Sheffield schließen sich in der Richtung auf den Meerbusen The Wash an. Gerade dort wie am Humber liegen die großen industriellen Anlagen Englands; letztere wurden durch den neuen Angriff an dem empfindlichsten Punkte getroffen. Das .Häufermeer Londons mag ein- stürzen. Hunderttaufende von Soldaten mögen auf allen Kriegsschauplätzen der Erde verblute!:, das macht der herrscl-enden Klasse Englands wenig aus. dadurch wird sie in ihrer Geldbeutelgier nicht betroffen. In diesem Sinne können wir den neuen erfolgreichen: Angriff als das beste Druckmittel auf die englffcheu Kreise bezeichnen, die diesen blutigen Krieg nicht enden wollen, ohne die ganze Welt einschließlich ihrer Verbündeten verarmt zu sehen. Berlin, 2. Febr. Verschiedenen Morgenblättern zufolge wünscht das Kriegsamt in London das Läuten in den Kirchen zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang verboten zu sehen, weil es den Zeppelinen als Signal dienen könnte. Die englische Darstellung. London, 31? Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Das Presse- • Bureau meldet: Se ch s ober s ieb e n Zeppeline unternahmen gestern abend einen Angriff auf die östlichen und nordöstlichen M i t t e l l a n d g r a f s cha f te n. Eswur- den eine Anzahl Bomben geworfen. Bisher wurde kein besonderer Schaden gemeldet. * Deutsche Luftschiffe haben einen neuen Beweis ihrer Kriegstüchtigkeit abgelegt. Der Besuch eines ganzen Geschwaders an der englischen Westküste ist das (ssrößte, was in dieser Art bisher erreicht worden ist. So weit waren nnsereZeppeline bei früheren Fahrten an die englische Küste niemals gekommen. Und diese Zielsicherheit, die tadellose Orienti- rung nächtlicherweile in einem fremden Lande! Ein Blick auf die Karte zeigt uns, daß Mittelengland auf einer Linie von etwa 200 Kilometern überflogen worden ist, und erst dann setzten die Bombenangriffe ein. Die englische Darstellung, die bis heute vorliegt, ist zu knapp, um zu ermessen, was die Engländer in jener Nacht zum 1. Februar beim Herannahen der Luftschiffe getan haben, ob die Industriestädte an der Westküste sofort gewarnt worden sind oder ob nur allgemeine Bestürzung und Ratlosigkeit geherrscht haben. Wahrscheinlich ist dies letzte der Fall; so wenig wie der Pariser Sicherheitsdienst seinen Aufgaben gewachsen war, so wenig lverden die Leute in Mittelengland Wege gewußt haben, das Unheil abzuwehren. Der Bericht unseres Ädmiralftabes läßt daraus schließen, daß der Erfolg des Luftangriffes in jeder Beziehung glänzend war. Planmäßig wurden alle am Wege der Fahrt liegenden Jndustriestätten durch Bomben angegriffen. Ganz besonders erfreulich ist, daß sämtliche Luftschiffe, obwohl sie von allen Plätzen aus lebhaft beschossen worden sind, wohlbehalten zurückgekehrt sind. Ob es Zeppelin-Luftschiffe gewesen sind oder Flugschiffe von anderer Bauart, wird nicht mitgeteilt; es genügt uns, daß wir über stolze Fahrzeuge von solchem bisher unerreichten Aktionsradius verfingen. Der deutsche Angriff hatte sich ausgesprochene Kriegsindustrie-Anlagen zum Ziele gesetzt. Liverpool, die große Hafen- und Handelsstadt, nach London der größte Seehasen Englands, und das ihm gegenüber, auf der anderen Seite der meerbusenartig erweiterten Mer- sey-Mündung liegende Birkenhead haben großartige Hasen- und Fabrikanlagen. Liverpool ist überdies durch Forts befestigt. Birkenhead hat bedeutende Eisenwerke und Maschinenfabriken. Manchester, Nottingham und Sheffield sind Zentren der britischen Eisenindustrie. Auch am Humber und in Great Uarmonth gibt es bedeutende industrielle Anlagen. „Ueberall", so sagt der deutsche Bericht, wurde starke Wirkung durch mächtige Explosionen und heftige Brände beobachtet." Am Humber wurde sogar eine Batterie zum Schwei^ gen gebracht. Wir sind gespannt darauf, ob die englische Zensur wirklich nicht mehr Mitteilen lasse:! will als die oben mitgeteilte diirfttge HLottz, in der von dem Flug des deutschen Geschwaders gesprochen wirb wie etwa von einem kleinen Schadenfeuer, bei dem man beruhigend zu sagen pflegt, daß der Schaden durch Versicherung gedeckt sei. Die britischen Volksteile, die das Ereignis persönlich miterlebt haben, werden jedoch eher an das Strafgericht von Sodom und Gomorra erinnert worden fein und sich eine Wiederholung der Angriffe nicht wünschen. Eine Probe der Tüchtigkeit unserer Waffe zur Luft hat auch die im neuesten Heeresbericht erwähnte Beschießung des feindlichen Lagers in Saloniki geliefert. Auch dort wurde „guter Erfolg" beobachtet. * * ' Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 1. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart; 1. Februar 1916. Russischer und italienischer Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Lage in M o n t e n e g r o und im Gebiete von S k rk- tari ist unverändert ruhig. Die Haltung der Einwohner läßt nichts zu wünschen übrig. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Hofer, Feldmarschalleutnant. Der Feldzug gegen Albanien. Berlin, 2. Febr. Die gegen die albanische Küste vordringenden österreichisch-ungarischen Streitkräfte sind, wie verschiedenen Blättern aus Budapest gemeldet wird, bereits über San Giovanni di Medua hinaus vorgestoßen, ohne bisher irgendwelchen Widerstand zu finden. Nicht nur montenegrinische, sondern auch »Zersprengte serbische Truppenteile haben unterwegs, die LFaffen gestreckt. Montenegro. Wien, 1. Febr. «WTB. Nichtamtlich.) Die „Neue Frei« Presse" gibt ein Telegramm eines Kriegsberichterstatters über eine Unterredung mit den montenegrinischen Ministern Radnlovic und P o p o v i c wieder, die erklärt haben, das; König Nikolaus auf ilw Auraten das Land verlassen habe, da mit der Möglichkeit der Gefangennahme gerechnet werden mußte. Beide Minister erklärten weiter, die in Montenegro zurückgebliebene Regierung, die ans Raduwvic, Popovic und General Besovis bestand, sei nach der Verfassung zweifellos berechtigt, Frieden zu schließen, zumal da sie mit Zustimmung des Königs und auf Grund der Bestimmungen der Verfassung die Regierung übernommen hätten. Wien, 1. Febr. (WTB. Nichtamtlich.' Aus dem .Kriegs- pressequartier wird gemeldet: Der ln'utige Generalstabstoriäü teilt mit, daß die Lage in Montenegro nach wie vor ruhig ist und die Haltung der Bevölkerung nichts zu wünschen übrig läßt. MS Illustration zu dieser Nachricht mag die Tatsache dienen, daß in. den letzten Tagen zahlreiche M o n t e n egr i n e r gebeten haben, als K r i e g S f r e i ii> i II i n c gegen Italien ein- ge ft eilt zu werden. Solche Angebote mußten naturgemäß aus völkerrechtlichen Gründen znrückgewiesen werden, sind aber in hohem Maße bezeichnend für die Sympathien, die Italien auch bei den nicht österreichischen und ungarischen Beuwhmwn des Ostufers der Wria genießt. Sehr viele Czernagvrzen bringen auch die Bitte vor, im Innern der Monarchie Arbeit suckln zu dürfen, da sä der langjährige Krieg jeder DaseinsmöglichSeit in ihrem Heimatlande beraubt bat. Diesen Wünschen wird m geignete» Form Rechnung getragen »nerton Selbftveritändlich haben unsere Truppen überhaupt in dem schwerlveiingesuchten Lande ein betracht- lick>es Stück Kulturarbeit zu leisten, vor allein hinsichtlich tos Zu schubs an Verpstemmg und in sanitärer Beziehung. Wer sich erinnert, »nie nnsere Soldaten nach der Okkupation Bosniens und» der Herzegowina glänzend am Weck waren, wird dir liebet* »Svrgung haben öirriai, oas aua) oa£ A*h> oer Czerrtagorzett ui lauten Händen ist. Jrn Rahmeir der Patrouillengefechte aicf der Nordostfront (toetfctent ein mit besonderem Schund durchgesührtes Reitergefecht ,mn unteren Styr l-ervorgehoben zn nwrden. Hier warf unsere Kavallerie an Zahl weit überlegene Kräfte Zurück. Entgegenkommen Rumäniens? Berlin, 2. Febr. Wie dem „Berliner Tageblatt" aus Dofia gemeldet wird, zeige Rumänien in der Getreidefrage Entgegenkommen. Nach Ablieferung der angetansten 50000 Waggons sollen weitere große Mengen an Getreide und Futtermittel nach Deutschland und Oester- . reiche Ungarn aus geführt werben. Die englischen Aus - .kaufe sollen die Durchführung des bereits beschlossenen Ausfuhr Vertrages und des Waggonverkehrs nicht behindern. 'Die Englischen Agenten hätten einen ums zwei bis drei Franks I höheren Preis pro 100 Kilogramm der einzelnen Getreidesorten bezahlt, als seinerzeit die deutschen und österreichisch- ungarischen Aufkäufer. Munitionsmattgel in Italien. Bern, 1. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Jdea Nationale" erklärt, das Problein der Herstellung von Munition, Waffen und Flugzeuge werde für das italienische Heer immer ernster und dringlicher. Die Erzeugung müsse erheblich gesteigert werden, um die Kriegskraft des Heeres auf der nötigen Höhe zu halten. Helfferich in Wien. Wien, 1. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Wie die Blätter nrelden, hat der Kaiser dem Staatssekretär Dr. Helfferich das Großkreuz des Leopoldsordens verliehen. Bei dem gestrigen Festmahl zn Ehren des Staatssekretärs feierte der ^Mrnisterprüsident Graf S t ü r g k h, der „Nenen Freien ^Presse" znfolge, in einer Ansprache den Staatssekretär, der in Wien als guter Freund herzlich ausgenommen werde, ^eder sei hier voll Bewunderung für die Führung derReichs- »fincrnzverwaltung, sowie für seine großen glänzenden Reden iim Reichstage, wie überhaupt für sein gesamtes öffentliches iWirken. Graf Stürgkh drückte die Hoffnung aus, daß das > Zusammen arbeiten der verbündeten Reiche auf politischem »Gebiete sie auch wirtschaftlich und finanziell einigen werde ftrnd daß sie dann mit geeinigter Kraft das Ziel eines vollen Erfolges gegen die Feinde erreichen werden. Dr. Helffe- rich drückte seine Freude darüber aus, nach Wien gekom- »men zu sein, wo er viele Freunde habe. Der Staatssekretär idrückte ferner die Ueberzeugung ans, daß -das Zusammen- lwirken der Leiden verbündeten Reiche nicht nur für die /Waffenbrüderschaft im Felde, sondern auch in gemeinsamer izäher wirtschaftlicher Arbeit zum Ausdruck kommen würde. /Das unlösbare Zusammenhalten der österreichisch-nngari- ffchen Monarchie mit Deutschland habe sich voll bewährt und Idie Erfolge eines gemeinsamen siegreich bestandenen Rin- E ‘~~würden auch in späterer Zukunft reiche Früchte tragen, e Ansprachen wurden mit lebhaftem Beifalle ausge- men. Ein Bortrag deSReichstagsabgeordneten Naumann in Wien. Wien, 1. Febr. (WDB. Nichtamtlich.) Der deutsche 'Neichstagsabgeordnete Naumann hielt heute abend auf ^Einladung des Oesterreichisch-deutschen Wirtschaftsverbän- ^des im großen Saale des Konzerthauses einen Vortrag über • das Thema: „Auf dem Wege nach M ittele ur o pa". .Der Saal war bis auf den letzten P'laH gefüllt. Das Publikum erwartete mit Spannung den durch sein Buch „Mittel- /eunopa" allgemein bekannten Bolkswirtschaftler. Zu Beginn begrüßte der Vorsitzende des Oesterreichisch-deutschen Wirtschaftsveroandes, Erzherzog Karl Stefan, den deutschen -Botschafter, den sächsischen Gesandten, den Vertreter des ibayerischen Gesandten, die Vertreter der Türkei und Bul- >gariens und sämtliche österreichi.schen und anwesenden ungarischen Minister. Als Naumann die Rednertribüne betrat, wurde er stürmisch begrüßt. An vielen Stellen seines Vortrages, wo er das innige Zusammengehen Oesterreich- Ungarns und Deutschlands hervorhob, erneuerte sich der Beifallssturm. * * * Der türkische Bericht. -K-onstantinopel, 1. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Kriegsbericht. An der Kaukasusfront wurde ein feindliches Bataillon von einem unserer Vorposten des Zentrums angegriffen und mit einem Verlust von 200 Toten und Verwundeten zurückgeschlagen. An den übrigen Fronten keine Aenderung. Die Ernennung des Sultans zum Feldmarschall. Konstantinopel, 1. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) An- , läßlich seines Geburtstages hat der deutsche Kaiser den ^Sultan znm F e l d m a r s ch a l l ernannt. Eine russische Niederlage an der türkisch-persischen Grenze. Berlin, 1. Febr. (Priv.-Tel.) Die „Vossische Zeitung" - meldet aus Konstan tinopel: Von der türkisch-persischen Grenze wird gemeldet: In der nächsten Umgebung von Saweh griffen 14 000 persische Krieger die russischen Krästean, warfen sie in die Flucht und erbeuteten einige Kanonen, 850 Gewehre, 8 Automobile und sehr viel Sanitätsmaterial. Der russische Bericht. Petersburg, 1. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher russischer Bericht vom 31. Januar: W e st s r o n t: Die deutsche Artillerie beschoß S ch l o k und entwickelte südlich des Babit-Sees eine lebhafte Feuertätig- : feit Bei Oger (5 Kilometer ivestlich Borkowitz) brachte der Feind im Schützeugrabenkampf Explosivgeschosse zur Anwendung. 1 Nördlich der Eisenbahn nach P o n i e v i c z und zwischen den Seen Med dum und Demmen begann der Feind eine heftige Artillerietätigkeit. In Galizien, an der mittleren Strypa ! umstellten unsere Patrouülen eine österreichische Feldwache. Im 'Handgemenge wurde ein Teil der Feldwache mit der blanken 'Waffe niedergemacht und der Rest gefangen genommen. In der letzten Zeit konnte man eine beträchtliche Vermehrung der Ueber- läufer vom Feinde zu uns feststellen. Kaukasus-Front: Die Operationen der letzten vierzehn sTage an der türkischen Front haben ihren Abschluß gefunden und rechtfertigten unsere Erwartungen durchaus. Nachdem der erste Stoß gegen das Zentrum der türkisckien Armee einen vollen Erfolg brachte, verschoben sich die Truppen des Generals it b e n i t ) ch aus der Verfolgung des geschlagenen Feindes mit ihren Anfängen bis vor die Werke von E r z e r u m. Gleichzeitig zwangen sie die Türken durch einen Stoß gegen den rechten Flügel, die Gegend von M e l a s k e r d und Chnyskala zu räum'en und bis aus das Muschtal zurückzugehen. Das Ergebnis der Operationen ist. daß wir den Feind in einer Breite von 60 Werst aus seiner lange vorbereiteten und ausgebauten Stellung vertrieben. Wir kamen dadurch aus dem Gebirgsgelände mit feinem harten Klima heraus und ein dichter bevölkertes Gebiet sowie ein gangbares Gelände, was die Unterbringung unserer Truppen während der Winterperiode bedeutend erleichtert. Im Lause der Operationen machten wir zahlreiche Gefangene an /Offizieren und Mannschaften und erbeuteten Kanonen, Maschinen- geiuepce uno groge wLLNgeu tiuuicn& uno Am 29. Januar warfen unsere Aufklärungsabteilungen aus der Verfolgung die Türken an den Fluß Chorock zurück. Sie machten neue Gefangene an Soldaten und erbeuteten über hundert Haupt Rindvieh und sonstiges Verpslegungsmaterial. * * * Die Auseinandersetzung über den Fall der „Lufitauia" Berlin, 1. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Das Rcutersche Bureau meldete vor zwei Tagen aus Amerika, der Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Berlin und Washington sei m erwarten, wenn nicht binnen kurzem deutscherseits zufriedenstellende Zusicherungen zur Beilegung der „L u s i t a n i a" -Angelegenheit gegeben würden. Aehnlich äußerten sich die „Trmes", die betonten, daß zwar kein Ultimatum gestellt sei, jedoch Washington sich weigerte, die seit einiger Zeit zwischen dem Botschafter Grafen Bernstorff und dem Staatssekretär Lansing gepflogenen vertraulichen Aussprachen über den „Lusitcmia"-Fall fortzusetzen. Es ist richtig, daß am 29. Januar ein telegraphischer Bericht hier einging, aus dem hervorgeht, daß es bisher nicht möglich war, auf dem Wege eines mündlichen, vertraulichen Meinungsaustausches zu einem beide Teile befriedigeuden Ausgleich über den „Lusitania"- Fall zu gelangen. Tie Weisung an den Botschafter, die eine endgültige Verständigung erhoffen läßt, wurde heute telegraphisch nach Washington übermittelt. Eine Sinnesänderung Wilsons? Berlin, 1. Febr. (Priv.-Tel.) Der „Berl. Lok.-Anz." meldet aus dem Haag: Die Exchange Telegraph Co. bringt die sensationelle Nachricht, Präsident Wilson werde in der bevorstehenden „Lus itania" - Note Deutschland Mitteilen, daß den Amerikanern verboten werden soll, aus den Handelsschiffen kriegführender Staaten zu reisen. Das Dicnftpflichtgesctz in England. London, I.Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Der militärische Mitarbeiter der „Times" bezweifelt, ob das Dienstpslichtgesetz die notwendigen Armeen liefern werde. Angesichts zahlreicher Ausnahmen bestimmter Berufe könne man bestenfalls auf 1400 000 Mann rechnen. Diese Summe würde es nur ermöglichen, die bestehenden Divisionen zu vervollständigen und sie bis in den Herbst in der vollen Stärke zu erhalten, vorausgesetzt, daß der Krieg den gegenwärtigen Charakter behielte und keine der verbündeten Großmächte niedergeworfen wäre. Man könnte nur mit einer stärkeren Anwendung des Zwangsdienstes mehr erreichen. Der militärische Mitarbeiter der „M o r n i n g P o st" schreibt: Nur Italien und England besitzen noch unberührte Mannschaftsreserven. Kitchener hält nach einem unwidersprochenen Bericht IV 2 Millionen Rekruten für die Kümpfe im Jahre 1916 für notwendig. Das Ergebnis der Werbungen Derbys und des neuen Gesetzes bleibt allen Erwartungen nach erheblich dahinter zurück. Die Aussichten lassen aber keine allzu große Zuversicht aufkommen. Die gegenwärtigen Maßregeln können über den Sommer Hinweghelsen, aber noch vor Jahresende wird sich ein großer Truppenmangel fühlbar machen. Dann gibt es nur zwei Möglichkeiten: entweder den Krieg zu beenden oder den Rahmen der Rekrutierung erweitern. Die Fren im englischen Wehrdienst. London, 1. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterscheu Bureaus. Das Kriegsdepartement hat einen Bericht über die Rekrutierung in Irland veröffentlicht, aus dem hervorgeht, daß sich seit Kriegsbeginn 86 227 Rekruten anwerben ließen. Insgesamt stehen 145 669 Iren in Heer und Flotte. Die Vertc^enheiten der englischen Färbcrcigenossenschaften. Berlin, 1. Febr. (Privattel.) Die „B. Z. a. M." meldet aus Amsterdam: Durch Rundschreiben der englischen Färberei gen offen schäften ist den Fabrikanten mitgeteilt worden, daß in Anbetracht des Mangels von Farbstoffen und anderen Chemikalien, die früher aus Deutschland bezogen wurden, keine weiteren Aufträge angenommen werden. Wenn die vorliegenden Aufträge erledigt sind, werden neue nur von Tag zu Tag zu vorher vereinbarten Preisen entgegengenommen. Militärische Musterungen in der Schweiz. B e r n, 1. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Der Bundes- rat hat heute eine Verordnung erlassen, wonach sämtliche Schweizer vom 16. bis 60.Lebensjahre, die jemals im Dienst mit Gewehr oder Karabiner ausgebildet worden sind, oder sonst mit der Handhabung von Gewehr, Karabiner oder Stutzen vertraut sind, sich einer persönlichen Muste- r u n g zu unterziehen und sich über ihre Schießfertigkeit auszuweisen haben. Sämtliche Schweizer Dienstpflichtigen, oder auch eingesessene Ausländer, die Gewehr, Karabiner oder Stutzen besitzen, haben diese Waffen bei der Musterung vorzuweisen. Die nichtmilitärpflichtigen Schweizer der Jahrgänge 1883 bis 1892 haben sich einer Nachmusterung zu unterziehen. Zuwiderhandlungen werden militärgerichtlich bestraft. Aus Stadt und Land. Gießen, 2. Februar 1916. * A u S z e i ch n u n g. Regierungsbaumeister Kurt Emm elius aus Gießen, welcher seit Beginn des Krieges im Osten mit dem Wiederaufbau von Brücken und Eisenbahnen beschäftigt war, wurde mit dein Eisern en Kreuz ausgezeichnet. ** Amtliche Personalnachrichten. Der Groß- herz 0 g hat zum 1. Februar dem Kreisarzt des Kreisgesundheits- amts Erbach Dr. Adolf Jaup den Charakter als Medizinalrat erteilt. — Der G r 0 ßherz 0 g hat dem Posiagenten a. D. Friedr. F r i ck in Dorndürkhecrn das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste" am Bande des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. — Ter Großherzog hat am 12. Januar dem seitherigen Feldschützen Michael Wassermann II. zu Ober-Olm aus Anlaß seines Ausscheidens aus seinem Dienst das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste" verliehen. L. U. P r 0 fess 0 rDr. E rnstLeutert hat nach Rück- berujung des Direktors der Universitätsklinik für Ohren-, Nasen- und Halskranke, Herrn Prof. Dr. von Eicken, aus dem Felde seine Tätigkeit als Leiter der genannten Klinik nunmehr eingestellt. Er ist heim Ausbruch des Krieges für den ins Feld gerückten Direktor der Klinik freiwillig eingetreten und hat nahezu 1 1/2 Jahre lang in aufopfernder Weise unter Einsetzung seiner ganzen Kraft diese umfange reiche und verantwortungsvolle Tätigkeit ausgeübt. Er hat dübei nicht nur die Interessen der Zivilbevölkerung, sondern auch die des Heeres wahr genommen, in dem er in dem ihm unterstellten Vereinslazarett des Roten Kreuzes täglich durchschnittlich 25, zusammen über 400, verwundeten und kranken Heeresangehörigen seine Hilfe und Pflege hat angedeihen lassen. Für diese selbstlose ehrenamtlickie Betätigung gebührt ihm der Dank der Landesuniversität, der Zivilbevölkerung, insbesondere der Stadt und des Kreises Gießen sowie auch nicht minder derjenige der vielen Heeres- Linderung ihrer Schmerzen und die Wiederherstellung ihrer Gesundheit verdanken. ** Von der Erfrischungsstelle des Roten Kreuzes am Bahnhof wurden im Monat Januar 21.733 durchreisende Soldaten, darnmer 167 Verwundete, ersrischt. Die Sanitäts-Kolonne hat 558 Verwundeten-Transporte. ausgeftihrt und in 149 Fällen sonstige Hilfe geleistet. ** Web-, Wirk- und Strickwaren. Am 1. Februar 1916 sind ztvei umfangreiche Bekanntmachungen, betreffend Beschlagnahme und Bestandsechebung von Web-, Wirk- und Strick- warm (W. M. 1000/11. 15. K. R. A.) und betreffend Beschlagnahme und Bestandsechebung von Bekleidungs- und Ausrüstungsstücken für Heer, Marine und Feldpost (W. M._ 1300/12, 15. K. R. A.) erschienen, durch die in umfassender Weise im Interesse einer voraus schauenden Versorgung von Heer und Marine der freie Handel mit den durch die Bekanntmachungen betroffenen Gegenständen eingeschränkt werden mußte. Gleichzeitig haben jetzt die Militärbefehlshaber m* den verschiedenen Bezirken ein Verbot erlassen, das für alle Kreise der Bevölkerung, die an dem Einkauf von Web-, Wirk- und Stricktvaren beteiligt sind, von besonderer Bedeutung ist. Nach diesem Verbot dürfen Web-. Wirk- und Strickwaren (gleichgültig, aus welchen Spinnstoffen sie hergestellt sind), sowie die hieraus gefertigten Erzeugnisse zu keinem höheren Preis verkauft werden, als der vor dem 31. Januar 1916 bei gleichartigen oder ähnlichen Verkäufen erzielte ist. Hat ein Verkäufer vor dem 31. Januar 1916 den betreffenden Gegenstand nicht gc- l)andelt, so ist der Preis maßgebend, den ein gleichartiges Geschäft innerhalb desselben höheren Verrvaltungsbezirks vor dem 31. Jan. 1916 für den Gegenstand erzielt hat. Hiernach darf angenommen werden, das; einer Preissteigerung in Web-, Wirk- und Strickwaren und den aus ihnen gefertigten Gegenständen wirksam oorgebeugt ist. ** Die H essische Lazarettzeitung bringt in ihrem allgemeinen TeÜ eine Groteske von Ludwig Bauer, Die Soldaten- sabrik, eme Klarlegung zur Frage, ob sich Soldaten operieren lassen müssen, und eine Darlegung über Beköstigungsgeld und Löhnung bei Laz-aretturlaUb. Ferner bringt das Blatt die M- teilungen Fürsorge für Kriegsteilnehmer, Arbeitsmarkt, Lazarett- Beratung und einen reick^haltigen unterhaltendcir Teü. Die Weße- ner Beilage tveist ein Gedicht „Der Genesende" von M. v. Brädke auf, zwei Aufsätze „Tie Weihnacht der Deutschen Kolonisten- banern in Rußland" und Förderung des Obst- und Gemüsebaues, sowie die Müteilungen über Verwundelen-Unterricht usw. •* K 0 n z e r t v e r e i n. Das nächste, fünfte Konzert in diesem Winter findet am Sonntag, den 6. Februar, statt. Es ist als Kainmerinusik°Abend ganz dem Streichquartett, dieser intimen, nuckikalische Bildung und Erkennlnis am wirksamsten fördernden Gattung, gewidinet. Das in Aussicht genommene Rose- Qnarteit au3 Wien mußte absagen, weil ihm der erforderliche Urlnub nicht erteilt werdeil konnte. An feiner Stelle hat der Vorland das Stuttgarter Quartett der Herren Profesior Earl W e u d l i u g, Hans ÜH i ch tt e It 3, Philip Neter und Alfred Saal gewoimen. Prof. Wendliim ist vielleicht inanchem noch aus der atterersteil Zeit unter Büloiv als vortrefflicher Primgeiger aus Joachim'scher Schule in Erinnerung. Das Wendling-Quartett, das hier zum ersten Male musiziert, hat allerorts reiche Lorbeeren geerntet. Trotz des Kults, der viele Jahre hindurch mit ausländischen Kammermufikvereinigungen getrieben wurde, stellte sich das Deutsche Wendling-Quartett den hervorragendsten Mitbeiverbern an die Seile und gehört seit Jahren zu den häufigen und regelmäßigen Gästen in den Konzertiälen der Großstädte. Die Atüllchener Kritik sagte von ifjnen: „Was die „vier Stuttgarter^ leisteten, ist wohl das Bedeutendste, was seit langem von einer hiesigen Konzertbühne herab zu Gehör gebracht wi,rde. Dieses souveräne Beherrschen der Marerie, das restlose Erschöpfen ihres psychischen (Gehalts, das willrderbare Zusammenspielen dieser hochbegabten Musiker sichert ihnen einen allerersten Platz in der Kunslivelt." **DerAllgemeineSl> 2 ats-Eisenbahner-Ber- ein Gießen hielt am Samstag, den 29. Januar in Kobels Restaurant seine diesjährige Hmiptvcrsammlung ab, mit der gleichzeitig^ eine Kaisergeburtstags-Feier verbunden war. Der Saal war überfüllt. Der erste Vorsitzende, Ejsenbahndirektor Zimmer- mann leitete die Versammlung und gedachte in seiner Ansprache der ernsteic Kriegsverhältnisse und bestimmten Siegoszuversiclft in seffelnden längeren LtusMvungen, die in ein begeistert ans gebrachtes dreimaliges Hoch ans den Kaiser und den Großl-er-og von Hessen ans- tlangen. Die Tagesordnung war ziemlich ausgedehnt, da der günstige Kassenbericht, die Entlastung. des Kassenwarts und die Ersatzwahl ausscheidender Vorstandsmitglieder sowie andere Vereinsangelegenheiten zu behandeln ivaren. Es wurden erhebliche Unterstützungen an den Eisenbahn-Töchterhort, die Kriegsfürsorge, Rotes Kreuz und hiesige Krankenhäuser bewMigt. Ferner »vurde der Wegfall der Mitgliederbei träge für Arbeiter, die zum Militärdienst an der Front eingezogen sind, beschlossen. Auch soll den in Feindesland mit der Waffe dienenden Mitgliedern ein vom Verein gestiftetes Liebespaket zugesandt werden. Gesangs Vorträge der rührigen Gesangsabteüung gaben der Versammlung erneu stimmungsvollen Abschluß. ** Die Anmeldungen neuer Fernspreckan- schlüsse, die gelegentlich des planmäßigen Ausbaues der Fernsprechanlagen im kommenden Frühjahr und Sommer liergestellt werden sollen, müssen — abgesehen von den Orten, in denen keine Unterbrechung der Fernsprechbauarbeiten eintritt — spätestens bis zum 1. März bei den zuständigen Postanstalten vorliegerr. Verspätet angemeldete Anschlüsse, die infolgedessen außerhalb des Bauplans nur mit Mehraufwendungen (z. B. durch besondere Entsendung eines Bautrupps usw.) hergestellt iverden können, werden in dem kommenden Bauabschnitt nur dmrn ausgesührt, wenn die Antragsteller als Entschädigung für die Mehrkosten einen Baukostenzuschuß von 15 Mk. entrichten, oder, falls die Mehrkosten den Betrag von 30 Mk. übersteigen, den wirllich ausgewendetett Kostenbetrag erstatten. ** R 0 t e s K r e u z. Zu der in der letzten Samstagsnummer enthaltenen Uebersicht über die Weihnachtsgabentätigkeit des hiesigen Roten Kreuzes teilt man uns mit, daß vom Roten Kreuz auch 208 Weihnachtspakete von privater Seite weiter- geleitet worden sind. Landkreis Gießen. ch^Klein-Linden,2. Febr. Dem Wehrmann L. M a n d l e r. zurzeit in russischer Gefangenschaft, wurde die Hessische Tapfer- keitsmedaille verlieheit. oe. B e l l e r s h e i m, 2. Febr. Leutnant Kammer, der Pächter des hiesigen HofguteS, wurde als Wirtschafts' offizier nach Litauell berlifen. Kreis Lauterbach. — Lauterbach, 1. Febr. Nachdem in den letzten Jahren mit staatlicher Unterstützung im Vogels borg bereits inehr als 3000 Morgen Oedland der Kiillur erschlossen wurden, iverden in der Gemarkmig Ilbeshausen weitere 500 Morgen zu Weiden und Ackerland mngewaiidelt. Kreis Friedberg. ke. Butzbach, I. Febr. Ein Sohn des Pfarrers Roth von hier, 2!ssistenzarzt Dr. Roth, Ji,Haber des Eisernen Krerizes tmb des Hessischen Sanitätskrenzes I. Klaffe, wilrde zürn Oberarzt befördert. Starkenburg und Rheinhessen. Die Kunst im Gefangenenlager. CK. D a r m st a d t, 2. Febr. Zu den unfreiwilligen Sommer- und Winterfrischlern im Gefangenenlager zu Griesheim bei Tarmsbadt, so schreibt uns ein Mitarbeiter, gehört auch der Pariser Bildhauer Leo Gall, aus dessen Werkstatt am Boul'Montparuasse nicht lange vor dem Kriege eme reizvolle Figur eines Knieendens liervorging, die den Namen des jungen Künstlers rasch in weiten Kreisen bekannt machte. Ter Krieg rief ihn zum Heeresdienst: er wurde gefangen und kam nach Griesheim. Tie deutschen „Barbaren" nnrchten es rnöglich, ein regelrechtes, wenn auch- lleines Atelier im Gefangenenlager einznrichten. in dem^ Leo Gall seiner Kunst weiterleben kann. Seine ersten Arbeiten hier waren Medaillonporträts seiner Vorgesetzten, der leitenden Aerzte des Lazaretts usw., und nachdem er auf diese Weise deu Befähigungsnachweis geliefert hatte, wurde ihm Material für eine große Arbeit zur Verfügung gestellt: zu einem Den k m a l für die hier in Darav, ftabt grftorbeiten Frirn^sen, das ani dem Wmttmtävter Friedhöfe S/ir Anfftellung gelangen wird. Auf den Stufen, die zu einen ftumpfnüulligen Marmottvand hinausführen, liegt die sterbende Gestalt eines französischen Kriegersl sein erlöschender Blick ruht ans der Marmor fläche vor ihm, und hier treten in leichten Reliefs die Gestatten seiner Eltern und Geschwister, überragt von der Figur des segnenden Vaterlandes, geisterhaft aus dem Stein heraus. Zu beiden Seiten der Marmorwand schließen sich die Namenstaseln der Gefallenen an. Das ganze Werk atmet in seiner seinen Liniew- fütrrung und in seinem Gedankeninhalt nicht wenig vom Geiste Radius und steht in technischer Vollendung weit über dem, was für- gewöhnlich als moderne Plastik vorgeführt wird. Das Denkmal wird nach seiner Aufstellung eine hervorragende Sehenswürdigkeit Tarmstadt bilden. Bedauerlich ist nur, daß erst ein Franzose kommen mußte, um uns gegenüber den ägvvtisch-babylonisch-neusee- landischen Machwerken, die hier eine Zetilang als höchste Offenbarung deutscher Kunst galten, greifbar vor Airgen zu führen, was wahre Kunst ist. Ter Krieg wird uns auch auf diesem Gebiete zur waliren Schönheit zrrrückführen . . . Auch sonst regt sich künstlerisches Leben im Gefangenenlager. Die einzelnen Bataillone, in die die Gefangenen geteilt sind, haben jedes ein Theater eingerichtet, die sich untereinander heftig Konkurrenz machen. Plakate von manchmal ganz genialem Schwünge laden überall zum Besuche ein, und mancher Neklamekünstler würde hier überreiche Anregung und treffliche Vorbilder finden. * 8. Jugenheim, I. Febr. Gestern früh 8 Uhr 49 Min. wurde ein Fernbeben beobachtet, das bis 10V 4 Uhr dauerte. Die Entfernung beträgt 9500 Kilometer. Der stoßartige -Einsaß der transvers-Uen Wellen ist charakteristisch für die japanischen Beben. ch Bingen, 1. Febr. Gestern abend um fünf Uhr ereignete sich im neuen Fahrwasser, der einzigen am Binger Loch noch fahrbaren Straße, des Rheines ein neuer Schiffsunfall. Um ein Haar handelte es sich, und zwei große eiserne Schleppkähne hätten mit schweren Hararien in diesem Fahrwasser gelegen, der Rhein aber wäre vollständig gesperrt gewesen. Zwei Dampfer der Reederei Küppers schleppten zwei Schleppkähne der gleichen Firma bergwärts. Bei der starken Strömung ist es kaum möglich, voranzukommen. Vor dem letzten Kahn riß plötzlich der Strang, der Kahn trieb ab, die beiden Anker, die sofort gesetzt wurden, rissen ab und blieben im Fahrwasser liegen und das Schiff sauste seinem Schicksal entgegen. Ein Halten war nicht möglich. Nun kam es doch abseits der Kribbe des Fahrwassers dem Lande nahe genug, um mit dem Stern aufzustoßen, dann herum- znsallen und kopfvor talwärts zu treiben. Viel fehlte nicht und es wäre mit einem anderen Kahn zusammengerannt. Die nachfolgenden Schleppzüge mußten dem Ausreißer schleunigst ausweichen. Bei Bacharach wurde der Kahn von einem Küppersboot aufaefangen. Der andere Küpperskahn °öonnte ungefährdet nach oer Binger Reede geschleppt werden. Hessen-Nassau. Wm. Neustadt, 2. Febr. Ter l 1 /* Jahre alte Sohn der Familie Johannes Sommer im nahen Erksdorf fiel in ein Waschfaß und ertrank. [] Biedenkopf, 1. Febr. Am Sonntag, den 13. Febr., soll auch! hier ein Kriegswahrzeichen, nämlich ein großes eisernes Kreuz, zur Nagelung enthüllt werden. — Von feiten des hiesigen Schützenvereins werden die Angehörigen der Jugend- wehr jetzt zu den Schießübungen heran gingen. Zu den Unkosten stellte die Stadt einen Beitrag zur Verfügung. — Biedenkopf, 2. Febr. Zwischen hier und Weidenan wurden zwei Monteure, die in der Dunkelheit die Bahn- gleise überschreiten wollten, von einen:Eisenbahnzuge überfahren und getötet. — Frankfurt a. M., 2. Febr. Das Amtsgericht bestrafte abermals eine größere Anzahl Geschäftsleute wegen Vergehens' gegen die Kriegsgesetze mit Geldstrafen von 60 bis 150 Mk. Die Vergehen bestanden in der Ueberschreitung von Höchstpreisen, im Mehrverbrauch von Mehl und in zu geringem Brotgewicht. >--- Würgend orf, 2. Febr. Auf der Dynamitfabrik kam ein 22jähriger Eletrochtechnikec der S t a r k st r o m l e i t u n g zu nahe, die ihn auf der Stelle tötete. — Rückingen, 1. Febr. Der Morgenzug der Kleinbahn Hanau—Langenselbold hatte am Samstag auf dem hiesigen Bahnhof einige Güterwagen umzusetzel: und hängte dabei auch die Personenwagen ab. Als die Umsetzung vorbei war, prustete das Züglein davon. — Erst in Langenselbold merkte man, daß die Personenwagen vergessen waren. Flugs sauste die Maschine nach hier zurück, wo sie mit Hurra empfangen wurde, spannte sich vor die verlassenen Wagen und führte sie nach Langenselbold. Und, abgesehen von einer Stunde Verspätung, es war alles wieder gut. ul. Limburg, 2. Febr. Der Rangiermeister Friedrich Seel ans Freiendiez wurde gestern auf dem hiesigen Güterbahnhos überfahren. Er wurde sogleich ins St. Vinzcnz-Hospital gebracht, wo ihm der rechte Oberschenkel amputiert werde»: mußte. Seel ist Vater einer zahlreichen Familie. X. Fulda, 2. Febr. In einem dunklen Tannenhag des Rhöngebirges zwischen Kämmerzell und Dietershan bezeichnet ein steinernes Monument die Stelle, an der am 15. Februar 1912 der auf einem Tienstgang begriffene Förster Romauus aus Riesig (Kreis Fulda) von der Zigeunerbande Ebender niedergeschossen wurde. Tie allgemein bekannt gewordene schändliche Straftat ist noch nicht gesühnt. Unter Hinzuziehung eines Kommandos des in Fulda in Friedenszeiten in Garnison liegenden Artillerieregiments, das später durch ein größeres Komigpndo des Marburger Jägerbataillons abgelöst wurde, fand nach der Mordtat zwar ein regelrechtes Kesseltreiben über Berg nnd Tal gegen die Verbrecher statt. Die zusammenhängenden, über weite Gebiete sich erstreckenden Waldungen vereitelten aber alle eifrigen und erdenklichen Nachforschungen. Erst 5 Monate nach der Tat gelang es, einen der Verbrecher, den 25 Jahre alten Ernst Ebender :n Gandersheim (Braunschweig) festzunehmen und zwar durch den Verrat eines seiner Stammesgenossen. Ernst Ebender wirrde im Februar 1914 vom Hanauer Schwurgericht wegen Teilnahme an einen: dem Mord an dem Forstmann unmittelbar voraufgehenden Totschlagsversuch auf den Gendarnreriewachtmeister van Bürk in Fulda zu 4 Jahre:: 6 Monaten Zuchthaus verurteilt. Er gab in dem damaligen Verhandlungstermin zu, bei dem Förstermvrd zugegen gewesen zu sein, behauptete aber, daß nicht er den tödlichen Schuß abgegeben habe, sondern sein Bruder Wilhelm. Dieser soll nun Ende voriger Woche in dem holländichen Grenzorte S i t t a r d verhaftet worden sein. Um festzustellen, ob man in dem Verhaftete:: den vielgesuchten Zigeuner eingefangen hat, begab sich am Samstag abend eine Gerichtspersvn von Fulda, der Ebender bekannt ist, nach Sittard. Auf die Ergreifung der Mörder sind 3000 Mark Belohnung ausgesetzt. 1000 Mark hiervon sind bereits an die bei der Festnahme Ernst Ebenders Beteiligten zur Auszahlung gelangt, die noch verbleibenden 2000 Mark sind für die Ergreifung der Gebrüder Wilhelm und Hermann Ebender bestimmt. Tie Familie Ebender stammt aus Usenborn int Kreise Büdingen. Das Haupt der Familie ist vor mehreren Jahren auf einem Markte in Fritzlar während eines Streites erstochen und ein weiterer Sohn der Familie, Friedrich Ebender, wegen Ermordung des Gendarmen Schenk in'Flieden im' Jahre 1909 in Hanau hinge- richtet worden. vermischtes. * Rußlands Scharfschü tzen. Jnrmer wieder lust man in Schilderungen, die aus dem Osten zu :ms gelange,:, von den erstaunlichen Tate:: besonders schießgewandter Soloaten des Zaren. Deutsche and österreichische .Krankenpfleger, die während der Ge- fechtspausen auf dem Schlachtfellde Verwundete und Tote sammeln, sind, wie jetzt wieder wÄhnnch der Kämpfe an der bessarabischlen Grenze, ihr Ziel gewesen oder die nie fehlende Kugel machte beim Stellungskriege das Halten irgeird eines vorgeschobenen Postens auf die Dauer unmöglich. Der jeweilige Wa.chsol.dctt wurde stets erschossen, und das war noch das besonders Unheimliche, alle J Opfer hatten immer die gleiche Schußverletzung. Wenn Nun auch, so schreibt uns ein Mitarbeiter, ein sehr großer Teil all dieser Erzählungen, die über eine außergewöhnliche Gewandtheit in der Führung des Feuerrohrs berichiten, in das Reich der Kriegslegeu- den zurückverwiesen werden muß, so ist es doch Tatsache, daß es unter Väterchens Soldaten auch ganz hervorragende Kunstschützen gibt. Zwar beim Militär sind sie nicht dazu erzogen worden, spukte bis zum Kriegsausbruchs immer bei der Ausbildung Wort des bekannten alten russischen Heerführers Suworow: "^ e Kugel ist eine Närrin, nur das Bajonett ist ein fixer Kerl," r^r n ^ eu '^'Oser Weisheit die AnsiM, daß es bei der modernen Schlacht gar nicht mehr auf die Schi eßleistun gen Einzelner an- wmme, da der Gegner doch unsichtbar sei, sondern das Salven- l^uer alles machen müsse. Also Schießen und Zielen haben die russischen Soldaten wenigstens bis zum 1. August 1914 nicht gelernt, nur Knallen in irgend eine Richtung. Zwar setzte ja die Regierung auch Preise für Einzelschußleistungen aus und verlieh denen, die sich dabei auszeichneten, besondere Abzeichen. Aber nt -ft.M.ere sahen diese Hebungen stets nur als etwas höchst Ueberflüssiges an, das da befohlen wurde, um die hohen Herren bei guter Laune zu erhalten und eben abgemacht werden mußte, aber für die Wirklichkeit keinerlei praktische Bedeutung habe. Also gegen das russische Militär kann nicht der Vorwurf erhoben werten, daß es viele Kunstschützen erzogen hat, auch der Iagdbetrieb, w:e er im Lande allgemein üblich ist, trägt keine Schuld daran. Tenn die Bauern bedienen sich« meist dabei der Schlingen und sonstiger Fallen. Sie verwenden zur Munition vielfach gehacktes Blei und vermeiden den Leistungen dieser Ladung entsprechend, den Schuß auf fliehendes Wild als aussichtslos. Meister der Führung des Feuerrohrs haben aber die Tündern Sibiriens und des nördlichen europäischen Rußlands und des Kaukasus jäh ansteigende, zerklüftete Berge erzogen. Hier jagt der Mann allein. Oft hängt am Treffen oder Fehlen der Kugel, die gegen reißende Tiere, aber häufig auch gegen eigene Geschlechtsgenosse:: gerichtet ist, das Leben. Da lernt man Schießen! Auch die Tündern sind ein solcher Lehrmeister. An Gefahren bergen sie die gleiche Fülle wie der Kaukasus. An blutdürstigen Bestien gibt es auch dort genug. Stammessehden entfesseln da zwar weniger den Kamps, aber die Tatsache, daß ein Schütze sich im PelJagdrevier des anderen eingenistet hat. Jeder ahndet eben unlauteren Wettbewerb der Sitten seines Landes entsprechend, und der Kämpf tobt ja eben um die Trcßxer des wertvollen Pelzes. Ins Auge muß die Kugel treffen, sonst leidet die Decke. Aus solchen Schulen sind Rußlands Scharfschützen hervorgegangen. Sie verdanken also nicht ihre Kunst der militärischen Ausbildung, und ihre Zahl ist natürlich! schon dank des männeraufreibenden Lehrganges und der geringen Besiedelung der in Frage kommenden Gebiete eine sehr beschränkte. Märkte. k'. 0. Frankfurt a. M-, 2. Febr. S ch w e i n e m a rf t. Ausgetrieben waren 165 Schweine. Es kosteten: Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 Kg. Lebendgeivicht 108.00—00,00 Mk.; Vollfleischiqe Schweii,e unter 80 Kg. Lebendgewicht 93,00-00,00 Mk.; Voll- fleischige Schweine vo>, 100 bis 120 Kg. Lebendgewicht 118,00 Mk. bis 118,50 Mk ; Vollfleischige Schweine von 120 8is 150 Kg. Lebend- geivicht 129.00-00,00 Mk. Marktverlaui: Bei flotten: Handel wird schnell geräumt. ke. Frankfurt a. M«, 2. Febr. Frucht- und Futter« n: i t t e l n: a r k t. Ter Handel nnd Besilch ist schwach, die Nachfrage nach Futtcrlnitteln ist groß, das Angebot dagegen klein. Getreide geschästslos. Man notierte: Kokoskuchen 77,50 — 80 Mk., ausländische Kleie 56—59 Mgrk, Leinknehelnnehl 85 bis 88 Mk., Reiskleie 33.50—35.00 Mk., Rapsschrot 61 — 63 Mk., Sprenmehl 22 bis 24 Mk.. Biertreber 55-60 Mk. Alles per 100 Kilo. ke. Frankfurt a. M., 2. Febr. K a r t o s s e l n: a r k t. Kartoffeln ab Versandstation vorn Erzeilger in loser Ladulig 6-10Mk. per 100 Kilo. ko. Frankfurt a. M., l.Febr. Heu- und St roh markt. Auf den: heutigen Heu- imb Strohmarkt war nichts angeiahren. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdien st, Gießen. Wetteraussichten :n Dessen am Donnerstag, den 3. Febr. 1916: Bedeckt, zeitweise Niederschläge, euvas wärmer _ Letzte Aachrichten. Ein Heldenstück deutscher Seeleute. New York, 1. Febr. (WTB. Nichtamtlich.» Nach einer Reuter - Meldung aus Newport ist der vermißte englische Dampser „Appam" unter Führung einer deutschen Prisenmannschaft und unter deutscher Kriegsflagge bei Old Point an der Küste von Virginia angekommen. Der Dampfer ist aus der Höhe der Kanarischen Inseln von einem deutschen Kriegsschiff ansgcbracht worden. Die Appam batte bei ihrer Ankunft 425 Personen an Bord, darunter 188 von etwa 5 vor der Ausbringung versenkten britischen Schiffen. Rücktritt des russischen Ministerpräsidenten Goremykin. Petersburg. 2. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Die Petersburger Telegraphenagcntur meldet: Ministerpräsident Goremykin ist auf sein Ersuchen hin in Anbetracht seines geschwächten Gesundheitszustandes von seinen Obliegen- heiten als Mi nisterpräs ident enthoben und zum wirklichen Geheimen Rat ernannt worden. Das Mitglied des Reichsrates, Stürmer, ist zum Ministerpräsidenten ernannt. Der Luftangriff auf Saloniki. Lugano, 2. Febr. Dienstag früh gegen 3 Uhr erschien ein Zeppelin über Saloniki und warf 20 Bomben auf die Präfektur, die Hafenanlagen und das französische Generalstabsgebäude. Fünf Häuser wurden zerstört, ebenso ein englischer Dampfer. 8 Menschen sind tot. 50 Soldaten nnd Zivilisten verwundet. Tie Filiale der Bank von Saloniki steht in Flammen. Der verursachte Schaden beträgt eine Million. Die Zeppelin-Angst in Paris. Paris, 2. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Wie der „Matin" meldet, hätten am 31. Januar abends die Posten einen Zeppelin nördlich von Compiegne gemeldet. Das Militärgouvernement von Paris ordnete Bereitschaft und Vorsichtsmaßregeln an, jedoch habe der Zeppelin, vom Feuer und den Scheinwerfern der französischen Linien erreicht, über den Verteidigungslinien Kehrt gemacht. Um 11 Uhr sei jede Gefahr beseitigt gewesen. Angriff eines englischen Torpedobootszerstörers auf ein türkisches Dorf bei Smyrna. Athen, 2. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Hades. Wie aus Athen berichtet wird, beschoß ein englischer Torpedoboots-Zerstörer das türkische Dorf Ach:- rikos bei Smyrna. Alle Einwohner flüchteten in ein von Christen bewohntes Dorf im Innern oes Landes. Japanische U-Boote im Suezkanal. B u d a p e st, 2. Febr. Das Athener Blatt „Embros" meldet, daß an der Verteidigung des Suezkanals auch j apanische Unterseeboote teilnehmen. Bisher schlossen sich der englischen Flotte bei Suez 11 japanische Unterseeboote au, die als selbständiges Detachement unter dem Befehl eines japanischen 2ld- mirals operieren Werder:. Salandra in Turin. Lugano, 2. Febr. Am Morgen deS 31. Januar wurde Salandra vom Bürgermeister Grasen Ross:, vom Finanzminister Daneo, von einer Reihe von Abgeordneten und Senatoren, von fahnentragenden Vereinen imd einer Volksmenge empfangen. B« Empfang im Rathanse hielten der Bürgermeister und der Abgeordnete Voselli Begrüßungsreden. Salandra antwortete kurz. Er zitierte die Worte Cavours: Die Regierung werde alle Kräfte Italiens aufbieten nnd niemals nach einer politischen Vergangen.- heit fragen. Wie der Dichter Poerio, der 1848 siel, könne auch er beim Kugelpfeifen sagen: Ich bin schwerhörig und höre das Murren nicht. Die Begeisterung, die er sehe, in seinem lieben Turin, wohin er so gerne gepilgert, beweise ihm das Vertrauen der Bevölkerung in den Sieg. Der Verfall war groß. Der „Secolo" meint dazu nicht etwa freundlich, der Name Salandra bedeute den Krieg und das bedeute auch der Zuruf der Piemontisten. Salandra könne zufrieden sein, aber wehe ihm, wenn er sich dadurch zur Selbltzufriedenheit verleiten lasse. Die letzte Rede Wilsons. 0 l u, 2. Febr^ Der „Köln. Ztg." zufolge erhält die „Mornmg Post aus Washington unterm 30. Januar folgende bemerkenswerte Ausführungen über die jüngste Rede des Präsidenten Wilson. Wohl selten sind von einem Staatsoberhaupt solch ernste Warnungen an das Volk über die große und drohende Gefahr ergangen, der es sich gewappnet zeigen solle. Seine Rede erregte gewaltiges Aufsehen, und man fragt sich, was der Präsident mtt ihr gemeint habe, als er in der Rede a u f D e p e s ch e n anspielte, die, wie er meinte, von solcher Natur seien, daß er nichts über ihren Inhalt angeben konnte. Vor einem Jahre noch sei der Präsident einer Vermehrung des Heeres und der Flotte entschieden entgegengetreten. Heute verlange er sie. Er hätte sich nicht mit größerem Nachdruck aussprechen, oder das Land tiefer in sein Vertrauen ziehen können, wenn er vor dem Kongreß erschienen wäre und verlangt hätte, das Heer aufs Kriegsfuß zu setzen. Heute benötige das Land bei nüchterner Erwägung nicht nur herauszufinden, was der Präsident wohl gemeint habe, sondern auch zu erkennen, wo der wirkliche Feind zu suchen sei, in Deutschland, oder in England. Die Kriegsgewinnbesteuerung in Amerika. Rotterdam, 2.Febr. Die „Morning Post" meldet aus W /oPf.) . 100 (3 Pf.) . . >0 100 (3'/,Pf.). . 100 (4 Pf.) . . Zo 100 (5 Pf.) 0.80 1.00 i.ao 1.80 2.25 2.50 2.50 7inorrpn 100(8 « «-lyal I CII 100 lOPf.) 7.00 Garant. erstkl.Ware. Bei Bestellung von 20 Mark an franko Lieferung. Köln a Rh., Ehrenstr. 34. hänge- u. Stehlicht- Strümpfe siir Sas sowie elektrische Birnen d. A.-E.-G. empf. zu billigsten Preisen >138 Cdga rBorrm a n n, Eisen hdl. Aiitait-Koliiea te-Sriktls BnMz empfiehlt J. Happel Müblstrasse 18. Riieumatis- mus, Ischias, Gicht können Sie selbst bekämpfen. Ich will nichts verkaufen. Auskunft ertei^kostenlos I661D Brandt Halle a. S. 252, Jakobstr. 07409 Für Wiederverkaufer! Gr. Post. 8- u. lö-?!.-2igsr^oll 88 u. 68 Mk. Restparl. billigst. 2igsrrsad2us.Kaiser-Allee18. Edgar Fluh-u.Seesische I. M. Schulhof Telephon 119. — Prompter Versand nach auswärts. I 1 ® Stroh hüte z. Umarbeiten, Umformen bittenwir uns jetztschon zu bringen. 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