Nr. 12 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Gletzeaer LamtltendlStter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich be,gelegt, das „Ureirblatt für den «reis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. 166. Jahrgang Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oderhessen Samstag, 13. Januar 1916 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schriitleitung, Geschäftsstelle u.Druckerei: Schul- straße 7. Geschäftsstelle u.Berlag:^^51,Schriftleitung: SE112. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Mb. Deutscher Reichstag. 29. Sitzung, Freitag, den 14. Januar, 11 Nhr. Am Bundesratstisch: Regierungskommissare. Präsident Dr. Kaempf eröffnet die Sitzung pünktlich und Macht dem Hause folgende Mitteilung: Reichstag ist die Nachricht zugegangen, daß der frühere Vizepräsident dieses Hauses, der Abg. Dr. Büsing, am 12. Januar verschieden ist. Dr. Büsing hat seit 1871 mit Unterbrechungen dem^ Reichstage angehört. Er hat sich stets in hervorragender Werse an den Arbeiten des Reichstags beteiligt. Wir werden chm ein warmes und treues Andenken bewahren. Sie haben sich zu Ehren und in Anerkennung des Verstorbenen von den Platzen erhoben. Ich stelle das fest. Auf der Tagesordnung stehen zunächst zwei kleine Anfragen. Die Verhaftung der Konsuln in Saloniki. Abg. Dr. Baffermann (Natl.) fragt: Ist der Herr Reichskanzler in der Lege und bereit, über me widerrechtliche, völkerrechtswidrige Verhaftung des deutschen Konsuls in Saloniki durch den französischen Oberkomman- Merenden nähere Mitteilungen zu machen? . Dirigent der politischen Abteilung im Auswärtigen Amt Gesandter v. ^Stumm: Am 30. Dezember wurden das deutsche, oas österreichisch-ungarische, das türkische und das bulgarische Konsulat rn Salonikis von Truppen der Entente umstellt und die Personal verhaftet und aus ein französisches Kriegs- gebracht; sie sind dann anscheinend nach Frankreich über- ^suhrt worden. Dieser unerhörte Völkerrechtsbruch ist ein neues Glied rn der endlosen Kette ähnlicher Völkerrechtsbrüche, deren frch gerade diejenigen Möchte im Verlaufe dieses Krieges schuldig gemacht hlS Wucherern und Gaunern gesprochen hat. Bezüglich der Schweineabschlachtungen verlangte seinerzeit ein fortschrittlicher Antrag ganz allgemein, sie vorzunehmen, um der übermäßigen Kartoffelverfütterung Einhalt zu tun. Dieser allgemeine Antrag wurde schon im Ausschuß sehr gemildert und dann so im Plenum angenommen.. Es fragt sich aber, ob hier der Reichstag oder uns unverantwortliche Ratgeber den größten Einfluß gehabt haben. (Sehr richtig!) Nicht die Milliardenausfuhr ist die Grundlage unserer wirtschaftlichen Entfaltung geworden, sondern der heimische Boden. Heute kann dieser unser Land vollkommen ernähren und vor der Aushungerung schützen. Die Produktionskraft unserer Landwirtschaft darf in diesem Kriege niemals erlahmen: das sage ich gerade als Industrieller. Wir bedauern alle die Beschränkungen der Futtermittel. Aber wichtiger als diese ist die Versorgung unseres Volkes mit Brot. Die Zusatzkarten müssen den hart arbeitenden Leuten der Landwirtschaft und Industrie Vorbehalten werden. Hoffentlich bekommen wir letzt vom Balkan hinreichend Futtermittel herein. Kartoffeln sind genügend vorhanden, nur muß die Versorgung richtig geregelt werden. Die nicht haltbaren Kartoffeln müssen baldmöglichst getrocknet werden, damit wir nicht durch Verfaulen wieder große Verluste erleiden. Unsere Viehbestände sind zurückgegangen, sind aber noch durchaus ausreichend. Vor dem Kriege verbrauchten wir jährlich 64 Kg. Fleisch auf den Kopf der Bevölkerung. 1870 waren es nur 27 Kg. Sollen wir uns da nicht auch wieder einschränken können? Haben unsere Vät-er sich Anno 1870 vielleicht schlechter geschlagen als unsere Feldgrauen? Unser Fleischverbrauch war sogar größer geworden als der Englands, namentlich wenn man in Betracht zieht, daß das bei uns vorwiegend verbrauchte Schweinefleisch einen wesentlich höheren Kalorienwert hat als das in England bevorzugte Rindfleisch. Wir kommen mit unseren Vorräten aus: das ist um so wichtiger, als wir teilweise in Deutschland eine Mißernte gehabt haben. (Zurufe links: Das sagen Sie von der Tribüne des Deutschen Reichstages aus?) Gewiß, das Ausland darf es gerne hören. Es weiß es ohnehin doch schon und sieht, daß wir trotzdem durchkommen. Wieviel leichter muß es uns da in normalen Zeiten werden! Die Kartoffelknappheit ist auf den Mangel an Arbeitskräften zum Sortieren und auf das Fehlen von Gespannen zurückzu führen. An dem guten Willen der Landwirtschaft hat es gewiß nicht gefehlt! Auch an der Front haben wir mit großen Transportschwieriakeiten zu kämpfen. Die Landwirtschaft soll wieder, als Prügelknabe herhalten, indem man ihr die Kartoffelverfütterung vorwirft. Wo sind denn die Kartoffeln geblieben? Nicht etwa zum großen Teil im Westen? Soll die Lücke nun vom Osten ausgefullt werden? Dann müßte die Bestellungsarbeit notleiden. Die Produktionskraft muß gestützt werden. Das ist unsere Hauptforderung; alle anderen Fragen haben sich dem unterzuordnen. Die Frage der Preise ist nebensächlich. Da soll ein gesunder Ausgleich statt finden. Wir sind alle ganz einig darin, daß der Wohlhabendere für den Aermeren mit heranzuziehen ist. (Zustimmung rechts.) Aber ehe die Deckung der Versorgung zu kurz wirt^ ist es besser, höhere Preise zu ertragen. Zu starke Eingriffe können jedoch die Produktion erschweren. Der Mangel an Futtermitteln muß durch möglichst hohe Einfuhr vom Balkan beseitigt werden. Die Produktion wirck auch dadurch beeinträchtigt, daß die Verwendung des künstlichen Düngers erheblich nachgelassen und auch der Stalldünger an Stickstoff-, Phosphor- und Kaligehalt eingebüßt hat. Warum wird nicht die Torfstreu vermehrt der Landwirtschaft zugeführt, warum wird ihr nicht die neue Stickstoffquelle zugänglich gemacht? Die Landwirtschaft darf nicht durch unnötige Bezugserschwerungen die Anwendiing des Kalkstickstosss unmöglich gemacht werden. Die Bedingungen müssen darum erleichtert werden. Jeder Landwirt weiß, daß er dre Produktion erhöhen muß, er versteht den Ernst der Lage. Ungeheure Vermögen durch Konjunkturgewinne zu erwerben, ist er nicht in der Lage. Die günstigen Abschlüsse der Zuckerfabriken sind zum Teil darauf zurückzufuhren, daß sie mit erheblichen Vorräten in das neue Jahr eintraten. Die Schilderungen von der Not des landwirtschaftlichen Arbeiters sind viel zu düster. Wo wirkliche Not vorhanden ist, wird alles zu ihrer Linderung getan, auch durch Barzuschüsse, die Wohnungen sind den Landarbeitern, auch wenn sie im Felde stehen, sämtlich belassen. Die Naturalleistungen werden eben immer nicht nach Gebühr gewürdigt. Auch die Gefangenenarbeit ist keineswegs billig, zumal sie nur halb so hoch zu bewerten ist wie die eines eingesessenen Arbeiters, eine Stunde Leistung kommt ber Berücksichtigung aller Umstände auf etwa 70 Pfennig zu stehen. Die Berechnung, daß die Produktion eines Zentners Kartoffeln 1,20 Mk. koste, beruht auf falschen Grundlagen. Der Geldstrom aus der Landwirtschaft, von dem geredet wurde, mag m der Tat beängstigend sein, aber in ganz anderem Sinne. Wenn w viel Geld aus ihr herausgenommen wird, besteht die Gefahr, daß das auf Kosten der Bodenpflege geschieht. Auch wir erkennen am daß dem kleinen Gewerbestand geholfen werden muß, namentlich müssen auch den kleinen Beamten Teuerungszulagen zukommen. Bei der Versorgung der Städte mit Lebensmitteln ist vor allem der Kleinhandel zu beteiligen, wie wir es in unserer Resolution Vorschlägen. Heute schöpft der Großhandel meist den Rahm ab. (Beifall rechts.) . ^ Die k I e i n e n M ü h l e n könnten sehr wobl mit Arbeit bedacht werden im Zusammenhang mit den Selbftversorgungsver- banden. Es muß ein Ausgleich geschaffen werben zu ihren Gunsten. Die Negierung hat vielfach ihre Maßnahmen über Erzeugnisse der Landwirtschaft getroffen ohne vorherige Anhörung der Landwirte. Bei den Schtveinchochftpreisen ist der Hauptmangel, daß nicht auch die Reichsregierung die Höchstpreise für Schweinefleischfabrikate festgesetzt hat. Wenn eine Bewucherung vorhanden wäre, würden wir sie auch bei uns verurteilen. Die landwirtschaftlichen Erzeugungsbedingungen verdienen jetzt und nach dem Kriege eine durchaus pflegliche Behandlung, weil sie jetzt eine Angelegenheit des ganzen Volkes sind. (Beifall.) Wir müssen eine mittlere Linie zwischen Erzeuger und Verbraucher finden. Heute darf rrur noch Raum für gegenseitiges Verständnis sein. Es gibt nur eine Losung auch in den wirtschaftlichen Fragen: d u r ch h a l t e n , dann werden wir weiter siegen bis zu einem ehrenvollen Frieden, der uns hoffentlich recht bald beschieden sein möge. (Lebhafter Beifall.) i Urffevftaatssekretär Michaelis, Präsident der Reichsgetreidestelle: Der Vorrümer hat an einer Stelle davon gesprochen, wir standen vor einer vollen Mißernte. Das könnte irre führen, namentlich wenn der Ausspruch von sachverständiger Seite kommt. Ich habe nur von Schwierigkeiten in der Beurteilung der diesjährigen Ernte wegen ihrer großen Verschiedenheit nach den einzelnen Gegenden gesprochen. Oertlich kann eine Mißernte bestehen, aber das von ganz Deutschland zu sagen, ist tatsächlich I s?lsch-. Das fft überhaupt nicht möglich. (Sehr richtig!) In ganz Deut,chland können wir gar keine volle Mißernte haben. Die Verhältnisse sind so verschieden, daß wir im Osten vielfach geringe, sehr geringe Ernten haben, aber vom Westen kann ich Ihnen als Beispiel anführen, daß der Landesdirektor von Westfalen nach Beendigung der Ernte voll Stolz eine ganze Sendung seiner prachtvollen Körner sandte, die von acht Gütern stammten. So ist es in weiten Kreisen des deutschen Vaterlandes (lebhafte Zu- strmmung.) und nur dadurch, daß wir in der Reifezeit vielfach sehr schwere Dürre und nachher bei der Ernte vielfach sehr schwere Feuchtigkeit gehabt haben, ist die ganze Ernte in ihrem Be- jtande ungleichmäßig, und wir müssen damit rechnen, daß wir sparen. Von einer Mißernte kann nicht die Rede sein. Der Vorredner wird es in diesem Sinne auch nicht gemeint haben. Es wäre jedoch dankenswert, wenn er nach dieser Richtung hin bei der Korrektur des Stenogramms eine ergänzende Erklärung hinzufügte, um alle Mißverständnisse aus- z u f ch l i e ß e n. Abg. Werner-Gießen (Wirtsch. Vgg.)2 Wir haben ausreichend Nahrungsmittel und sollten uns löten, von Mißernten zu red^n. Sollte in einigen Bezirken Mangel geherrscht haben, so konnte er aus anderen Bezirken leicht ausgeglichen werben. Wir haben nicht nur unsere Bevölkerung, «andern auch unser starkes Heer und 2 Millionen Gefangene zu ernähren, und tun es. Teuerung haben wir, das läßt sich nicht leugnen, aber Teuerung herrscht rn allen Ländern. Der Krieg stört eben die ganze Erzeugung und erniedrigt auch sehr wesentlich den Geldwert. Die Bemühungen der Städte, Lebens- miltel für ihre Bevölkerung beranzuführen, wirken preissteigend. Einhamsterungen einzelner Personen sind unsozial. Welcher Handel mit Lebensmitteln täglich getrieben wird, lehrt ein Blick in den Anzeigenteil des „Berliner Tageblatts" und der ^Frankfurter Zeitung". Geradezu fabelhafte Gewinne hat die Lederindustrie gemacht. Es entwickeln allerhand Leute ihr Talent für Heercslieftrungen, wokef sie ungehure Gewinne erzielen, die vorher keine Spur damit zu tun hatten. In Anzeigen wird schon von einer neuen Gründerzeit gesprochen. Es sind richtige Schieber- ar.zeigen genesen. Die Regierung hat die Chifferierung viel zu spät untersagt. Es ist naht nur ein Gesetz über Kriegs- gewinne notwendig, sondern vor allem ein Gesetz über Kriegs- wucker. Verhängnisvoll ist die Ueberschätzung des Großkapitals in seinen Leistungen, was sich schon bei der K. G. in der Bevorzugung der Großmühlen erwies. Die Kleinmühle arbeitet billiger, die Großmüble hat nur mehr technische Einrichtungen, keine einzige bessere als die Kleinmüller Dbg. Fischbeck (Fortschr. Vg.): Die Abmilchwirtschaften der großen Städte habe» fdfr segensreich für die Säuglingsfürforge gewirkt. Man kann ihr Verdienst nicht verkleinern, indem man sie großkapitalistisch nennt. Der Futtermittelversorgung haben wir stets Aufmerksamkeit zugewendet. Den Schweinetod haben wir alle unter dem Eindruck der professoralen Darlegungen beschlossen. Die Sozialdemokraten waren am forschesten, das Zentrum am mildesten. Der konservative Antrag war nur eine Ausführung unseres Antrages! Dr. Rösicke sagte damals im Ausschuß: Handweg von den Kartoffeln, lieber schlagen wir die Schweine tot! Wir haben damals dem konservativen Antrag zugestimmt. Nachdem das Schwein zum Tode verurteilt war, tun nun einzelne aus dem Richterkollegium so, als wenn sie nicht mitgerichtet hätten und bedauern das arme Schwein. (Heiterkeit.) Abg. Böhme (Natl.): Es sind doch auch sehr warme Stimmen im Ausschuß gegen die ziellose Abschlachtung der Schweine laut getpovden. Fn der Vollversammlung wurde davon nicht gesprochen, weil nach dem Berichterstatter keine Partei das Wort ergriff. Eine mäßige Schweineabschlachtung zur Abstellung der Gefahr, daß menschliche Nahrungsmittel aufgezehrt würden, ist allgemein als erwünscht bezeichnet worden, aber ziemlich ausnahmslos ist von allen Parteien in sehr scharfer Weife der Abschlachtung an sich wider- sprachen worden. Abg. Schiele (Cons.): Von einer vollständigen Mißernte im deutschen Vaterlands habe ich nicht gesprochen, sondern mich auf gewisse geringe Erträgnisse in einzelnen Teilen von mir genannter Provinzen bezogen. Ich weiß, daß wir im Westen und namentlich im Süden sehr gute Ergebnisse gehabt haben, die den Ausfall ausgleichen. (Zurufe links.) Ein Mißverständnis über die Schweine abfchlach- tung besteht nicht mehr. Eine gewisse Mitschuld des Reichstags ist nicht auszulöschen, aber die starke Abschlachtung, wie sie nach- her vorgenommen wurde, hat nicht im Sinn des Reichstags gelegen. Hier hat sich gezeigt, welcher Einfluß stärker gewesen ist, der des Reichstags oder der anderer Ratgeber. Abg. Held (Natl.): Wogen des Burgfriedens kann ich dem Abgeordneten Fischbeck keine Antwort geben. Di« Aussprache schließt. ' y Die Abstimmung. Die sämtlichen 44 Entschließungen des Hauptausschusses werden angenommen. Unter anderem wird die Regierung aufgefordert, dafür zu sorgen, daß Unterstützungen auch in Lebensmitteln gegeben werden, daß Höchstpreise möglichst für sämtliche Dedürf- msse des täglichen Lebens eingeführt werden, besonders Mehl-, Brot- und Buttorhöchstpreife für größere Bezirke. Die Klein- Handelsvereinigungen sollen bei der Versorgung Mitwirken. Dem Reichsamt des Innern soll ein Beirat von 15 Abgeordneten bei- gegeben Iverden (der Beirat hat bereits seine Tätigkeit ausgenommen). Für die Landwirffchaft sollen Gefangene be. reitgestellt werden. Empfohlen wird verstärkter Anbau von Zuckerrüben, Maßnahmen gegen den Wildschaden, Einführung von Richtpreisen für Leder. _ Ein sozialdemokrati scher Antrag, der verlangt, daß die Höchstpreise für Kartoffeln nicht weiter erhöht herben sollen, wird abgelehnt, Ä^enso ein weiterer sozialdemokratischer Antrag, wonach bei der Ueberschreitung von Höchstpreisen der Käufer nicht bestraft werden soll. Auch die von den Sozialdemokraten beantragte Einführung von Flcischkarten wird abgelehnt. Damit find die Ernährungsfragen erledigt.' / / \ MkerMmigsftsgeu. Der Ha upt a u S sch u ß schlägt einige Resoku- Tronen vor, in denen empfohlen wird, bei Vergebung von Lieferungen Handw ec kergenossen schäften besonders Au berucksrchugen. Auch für c- n Kleingewerbehandel und die Textilarbeiter werden besondere Maßnahmen verlangt, desgleichen zur Entschädigung der Kriegs schaden in unseren Grenzgebieten. Abg. Mvlkcnbuhr (Soz.) hebt hervor, daß Unterstützungen, die infolge von Arbeitslosigkeit bezogen wurden, nicht als Arnienunterftützungen gelten sollen. Der Krieg vernichtet viel Arbeitskraft. Die Gesunderhaltung unseres Volkskörpers erfordert unsere besondere Aufmerksamkeit. Die Schwachen bedürfen eines erhöhten Schutzes. Arbeitsüberbürdung darf nicht das keimende Leben gefährden. Der Geburtenrückgang hat namentlich in den Städten einen bedrohlichen Umfang angenommen. Die Wochenbeihilfen sind zu erhöhen. In der Bekämpfung der Kindersterblichkeit muß mehr geschehen, damit uns die Arbeitskraft erhalten bleibt. Den hcimkehrenden Kriegern darf es nicht an Arbeitsgelegenheit fehlen. damit sie nicht den Schützengraben mit dem Chausseegraben vertauschen müssen. Leider hat bisher gerade der größte Bundes- staat beim Arbeitslosenschutz vollkommen versagt. Versagen wir hier nicht, dann werden wir bester als unsere Gegner die Wunden heilen, die der Krieg geschlagen hat. Abg. Irl (Ztr.): Die Neichsbehörden muffen bei Vergebung von öffentlichen Arbeiten und Lieferungen die zu Genossenschaften und Lieferungsverbänden vereinigten selbständigen Handwerksmeister in weitestgehendem Maße berücksichtigen. Der Erlaß des Kriegsministers vom Ende des vorigen Jahres über die Vergebungen seines Ressorts ist sehr erfreulich. Die Angehörigen des kleinen Handwerker- und KaufmannstandeZ haben ganz besonders unter den Strapazen des Krieges zu leiden. Das Handwerks will keine Almosen, sondern Aufträge zu angemessenen Preisen. Die Behandlung der Handwerkskammer durch manche Behörden ist wenig ermutigend. Hier kann nur die Errichtung einer Zentralvcrgebungöstclle für gewisse Artikel helfen, denn nur so ist die Gewähr dafür geboten, daß die Lieferungen gerecht verteilt werden und nicht redegewandte Zwischenhändler, den Hauptgewinn einstecken. Bei der Schaffung von Realkredit ist besonders auf die Verhältnisse des Kieingewerbehandels Rücksicht zu nehmen, der sich in schwieriger Lage befindet. Warum werden die Grundsätze nicht ausgearbcitet. nach denen die großen Rücklagen der Versichcrungsunternehmungen der Berufsgenossen- sthssten dem Handwerk und dem Kleingewerbe unter die Arme greifen können? Abg. d. d. Schulenburg (Natl.): Ein großer Teil des Handwerls ist in übler Lage. Nur der. Z u s a mm en s ch l uß kann ihm helfen. Heute sind viele Geschäfte geschlossen, weil der Inhaber im Felde ist. Deffen Stimmung würde sehr gehoben, wenn er Gewißheit hätte, daß er nach dem Kriege neuen Kredit zur Wiederaufnahme seines Betriebes findet. Auch bie Einziehung seiner Außenstände bereitet ihm Sorge. Fällige Zahlungen für Aufträge der Militärverwaltung sollten ohne Abzug mit tunlichster Beschleunigung erfolgen. Geben wir unseren Feldgrauen die Zuversicht, daß jetzt und nach dem Kriege seitens der Gesamtheit alles geschieht, um ihnen die Wiederaufnahme ihres bürgerlichen Erwerbs zu erleichtern. iBeifall.) Abg. Bnrtschat (Fortfch. Bpt.): Sehr segensreich hat die HauptverdingungssteNe bei der Handwerkskammer in Konisberg für das Handwerk ge- wirkt. Tie Handwerkergenossenschaften arbeiten gut und reell, die Reichsämter sollten sie also in weitem Umfang mit Aufträgen bedenken. .Die Höchstgrenze der Notstandskredite an Angehörige des Mittelstandes scheint tur viele Fälle zu niedrig gezogen zu sein. Auch der Zinssatz ließe sich wohl niedriger bemessen. Durch die. Bestimmung, daß Feldzugsteilnehmer nicht aus der Wohnung gesetzt werden dürfen, sind viele Hausbesitzer in eine sehr bedrängte Lage gekommen. Es muß schon während des Krieges irgendwie dorgewrgt werden, daß sie für ihre schweren Opfer nicht auch noch das Eigentum an ihrem Grundbesitz ganz einbützen. Wir find schon immer dafür eingetreten, daß während des Krieges gewährte Arbeitslosenunterstützung nicht als Armenunter st ühung gilt und nicht zurückzuzahlen ist. In Ostpreußen sucht man selbst unter dem Burgfrieden Partei- Politik gegen uns zu macken. Man geht mit einer Aeußerung eines Parteifreundes hausieren, daß bei der Entschädigung von Kriegsschäden mancher etwas zu diel bekommen könnte. Aehnlnche Aussprüche haben andere auch getan. Der Ausspruch wird jedoch vom Oberpräsidenten als gerechtfertigt bestätigt, der selbst gegen gewissenlose Elemente borzugehen sich entschlossen erklärt hat. Tie Erlangung der Entschädigungen wird vielfach bureaukratisch zu sehr erschwert. (Beifall.) Ab,?. Br indes-Halberstadt (Soz.) bespricht Mängel der Familienunterstützung. Fortwährend werden neue Hunderttausende von Arbeitern einberusen. Jetzt müsse viele Frauen in den Betrieben die Ar- betten von Männern verrichten, mögen sie dazu geeignet sein oder Bestimmungen über Frauenarbeit und Nachtarbeit bleiben dabei vollkommen unberücksichtigt. Die Frauen wollen daneben auch noch ihre Arbeiten daheim verrichten und Haben .ruh und abends den wetten Weg zur Arbeitsstätte zurückzulegen. Die Folge dieser Zustände ist der Keim zur Schwäche und dauerndem Siechtum, zu Stumvssinn und Rohheit. Eine weitere ^olge iit Rückgang der Geburtenziffer und Vernachlässigung der ^udererzrehuttg. Auch während des Krieges muß man hier Ab- AUfe ichaffen. Will man bis zum Frieden warten, ist es vielleicht ichon zu spät. Einen solchen Raubbau mit der Volksgesundheit ckonnen wir uns neben den ungeheueren Verlusten an Volkskraft, den der Krieg schon an sich zur Folge hat. nicht gestatten. Ein d-chutzgeietz für Frauen ist unbedingt geboten. Die Denk- ' 4 n /. t ü b e r die Arbeitsvermittlung gibt ein wenig rsreulicheS Bild. Ministerialdirektor Caspari: Die Bedenken des Vorredners über die Frauenarbeit In gewerblichen Betrieben verdienen durchaus Beachtung. Der Staatssekretär ist leider verhindert, diese wichtige Frage selbst zu besprechen. Durch das Gesetz vom 4. August 1914 war es zugclasscn worden, Ausnahmen von den Vorschriften über dre Frauenarbeit während des Krieges zu gestatten. Sogleich bei Erlaß des Gesetzes hat aber ein Rundschreiben des Reichskanzlers an die Bundesregierungen darauf hingewiesen, daß von dieser Befugnis nur mit großer Vorsicht und nach Maßgabe des dringenden Bedürfnisses Gebrauch gemacht werden dürfe. In diesem Sinne ist in allen Bundesstaaten verfahren worden. Auch in der schweren Eisenindustrie hat man im Verfolg dieser Tendenz der Negierungsmaßnahmen überall versucht, soweit Frauen überhaupt hier zugelaffen wurden, sie nur in achtstündiger Schicht arbeiten zu lassen. Bekanntlich wird in dieser Industrie bisher in zwei zwölsstündigen Schichten gearbeitet. Die Industriellen haben nun darüber geklagt, daß Schwierig, leiten dadurch entstanden, daß die Männer in zwölsstündigen, die Frauen in achtstündigen Schichten arbeiteten. Dadurch fände ein ständiger Wechsel in der Reihe der zusammenarbeitenden Personen statt. Deshalb ist best.mmt worden, daß ein Teil der weiblichen Personen in der Eisenindustrie in dem gleichen Schichtwechsel befchästigt werden könne wie die Männer. Soweit mög- lich wird aber darauf gesehen, daß auch heute noch bei den Frauen ein achtstündiger Schichtwechsel Platz greife. Sie dürfen daraus entnehmen, daß wir uns der Wichtigkeit des Gegenstandes durchaus bewußt gewesen sind. Die Denkschrift über die Arbeitsvermittlung hat bei de« Vorredner erne wenig günstige Beurteilung gefunden. Sie verfolgt keineswegs die Absicht, dem Reichstage einen Abschluß der hierüber schwebenden Verhandlungen vorzu- legen. Aus ihr ist im Gegenteil zu entnehmen, daß sie nur der Ausgangspunkt für Verhandlungen über weitere Verbesserungen bieten soü. Abg. Dr. Stresemann (Natl.): Wir befinden uns bei der Frauenarbeit in einer ge- wissen Zwangslage. Sie ist unentbehrlich zur Fortführung vieler Betriebe, die auch im Kriege weiter arbeiten müssen. Dasselbe Bild bietet auch die Landwirtschaft. Auch hier müssen die Frauen viele Arbeiten leisten, die man ihnen in Friedenszeiten niemals zugcmutet hätte. Alles, was hier zur Abhilfe geschehen kann, toird gewiß die Billigung von allen Seiten finden. Hier besteht kein Unterschied der Interessen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, sondern es ist ein allgemeines nationales Interesse, daß wir nicht die großen Werte vernichten, in denen die Zukunft unseres Volkes liegt. Auf dem Arbeitsmarkt werden sich bei Friedensschluß gewiß Schwierigkeiten einstellen, aber ich glaube doch, daß der Abgeordnete Brandes die Schwierigkeiten überschätzt. Unsere Krieger werden nicht alle auf einmal zurückfluten. Auch haben wir dann nicht mehr die zwo' Millionen Kriegsgefangene im Lande, die jetzt schon wesentlich dazu beitragen, viele Betriebe der Industrie und der Landwirtschaft aufrecht zu erhalten. Auch die ausländischen Arbeiter, die sich bei Kriegsausbruch bei uns befanden, werden in ihre Heimat zurückkehren. In den besetzten Gebieten wird auch noch lange Zeit ein Teil unserer Krieger Zurückbleiben. Hierbei möchte ich anregen, daß man zunächst namentlich die Soldaten zurückbehält, in deren Gewerbe in der Heimat Arbeitslosigkeit herrscht. Alles in allem hat Herr Brandes die Lage wohl etwas zu pessimistisch behandelt. Wenn die „Deutsche Arbeitgeberzeitung" davon gesprochen hat, man könne den Industriellen eine Verhandlung mit GewerkschaftL- bcamlen nicht zumuten, weil sie besoldete Beamte der Sozialdemokratie wären, so hat das Blatt nicht das Recht, namens der gesamten Arbeitgeberschaft und der deutschen Industrie zu sprechen. Weite Arbeitgeberkreise haben schon mit Gewerkschaften verhandelt. (Sehr richtig!) Der deutsche Industrie-Schutzverband hat viele Streitigkeiten geschlichtet. Das Blatt hätte mit dieser Brand'ackel in unerhörter Weise den sozialen Burgfrieden gestört. E§ ist auch unrichtig, daß die militärischen Behörden der , Industrie zur Durchführung von Arbeitgebersorderungen zur Verfügung stehen. Tie Rederei von der Drohung mit dem Schützengraben ist ungehörig. Wo d" militärischen Behörden eingegriffen haben, haben sie dahin gewirkt, daß Arbeitgeber und Arbeit- i nehmer ohne Streitigkeiten über diese Zeit hinweggekommen sind. Der Redner führt einige Beispiele an, daß Ausfuhrgenehmigungen mehrfach zu lange verzögert wurden; es ! dauerte fast immer acht bis zehn Wochen, bis die Bewilligung da | fei. Bei der Lahmlegung unseres Wirtschaftslebens ist natürlich in jedem einzelnen Falle zu prüfen, ob eine Ausfuhr bewilligt werden kann, oder ob wir die Ladung nicht besser für uns selber gebrauchen. Wenn aber genügend Vorrat da ist und die Ware sich ihrer Natur nach vornehmlich für das Ausland eignet, darf man der Ausfuhr keine Schwierigkeit bereiten. Sie dient der Besserung unserer Valuta, die durchaus nicht günstig steht und wird, je länger der Krieg dauert, um so wichtiger dafür, daß nicht die Fäden abreißen, die uns mit dem Ausland verbinden und die später wieder anzuknüpfen uns vor eine große Aufgabe stellt. (Sehr richtig!) Was im Nricbsamt des Innern geleistet wird, ist bewundernswert. ES liegt aber ein Fehler im System vor. Diese Fragen müssen nicht aktenmähig nach dem Eingang erledigt werden, sondern durch Vermittlung von Ressort zu Ressort. Abg. Schirmer (Zentr.) tritt für kessere Unterstützung der notleidenden Textilarbeiter ein nach dem Muster Bayerns. Der Arbeitsnachweis darf in keinem Fall zur Einschränkung des KocrlitionsrechtZ benutzt werden. Abg. Hoch (Sozd.): Ueber die Beschäftigung der Arbeiterinnen haben wir sehr wohlwollende Erklärungen gehört, hoffentlich werden dieselben bald in Ta.en umgeseht Auch im Kriege müssen die Arbeiterorganisationen aufrecht erhalten werden. Abg. Kreth (kons.):' Die preußische Aktion in Ostpreußen steht unter Reichskontrolle. Das Nebeneinanderlaufen von verschiedenen Aktionen muß zur Verwirrung fuhren und die Kritik des Reichstages an den Maßnahmen der preußischen Negierung könnte eine gewisse Zwiespältigkeit zur Folge haben, so daß die Beamten in Ostpreußen am Ende nicht wissen, nach welchen Richtlinien sie handeln sollen. Wir sind alle darin einig, daß die Beamten der Provinz Ostpreußen und namentlich der Oberpräsident eifrig und erfolgreich bestrebt sind, ihre schwierige Aufgabe aufs beste zu er- füllen. Tie Aeußerung, daß zu hohe Forderungen gestellt würden, wird die Ostpreußen kränken und kann nicht unwider- sprochen bleiben. Wer die jetzige Zeit benutzt, solche übertriebenen Forderungen zu stellen, muß an den Pranger gestellt werden. Die wirklichen Schäden können gar nicht in vollem Umfange ausgeglichen werden. Ich erinnere an die hundertjährige Herdcnzucht, auch an die wahrscheinlich noch jahrzehntelang fortwirkende Furcht vor einer An- siedlung, wo doch die Gefahr besteht, daß eines schönen Tages die Kosaken alles vernichten. Nichts Schlimmeres könnte aber Ostpreußen passieren, wenn esdieSympathien imNeich verlöre. die sich jetzt bei der Patenschaft der Städte für den Wiederaufbau gezeigt hat. Die Annahme der Entschließung zu Gunsten Ostpreußens könnte aber dazu führen, daß man sagte, weswegen sollen wir unser gutes Geld dazu hergeben, die Ostpreußen zu bereichern. Der Reichstag könnte sich ja Vorbehalten, die Posten abzulehnen, wo die Entschädigung zu hoch ist. Das würde den preußischen Staat allein schon davon abhalten, zu hohe Entschädigungen zu zahlen. Jetzt werden ja erst Vorentschädigungen festgestellt. Die Arbeit geht nur langsam vorwärts, trotz riesenhafter Aufopferung der Beamten die eine Riesenaufgabe zu bewältigen haben und denen wir nicht in den Arm fallen dürfen. Der Reichstag sollte alles vermeiden, was so ausgelegt werden könnte, daß er sein bisheriges Wohlwollen der Provinz Ostpreußen entzieht. Nehmen Sie stattdessen die Resolution an. die den Ostpreußen zeigt, daß nach wie vor das Bestreben besteht, die Schäden Ostpreußens auSzu- heilen. (Lebh. Beifall.) Abg. Stresemann (Natl.): Wenn sich die Regierung mit dem Reichstag über die Grundsätze der Entschädigungen in O st Preußen einigt, werden von vornherein Zwiespältigkeiten vermieden. Hier kommen doch Neichsmittel in Frage, deshalb hat das Reich hier auch zu entscheiden. Be: dieser Frag» handelte es sich ja nicht nur um Ostpreußen, sondern auch um Elsaß-Lothringen, wo doch sicher nur das Reich zuständig ist. Der Reichstag ist die Stelle, an der allein über die Reichsmittel verfügt werden kann. Die Arbeitsfreudigkeit der Oberpräsidenten und aller an dem Aufbau Ostpreußens Beteiligten wird durch unsere Beratungen doch gewiß nicht leiden! Die Aussprache schließt. Alle Entschließungen über UnterstühungSfragen gelangen zur Annahme. Sonnabend, 10 Uhr: Herabsetzung der Altersgrenze bei der Versicherungsordnung, Zensur und Belagerungszustand. Schluß 6% Uhr. Ans Hessen. Notstandskredite für zurückkchrendc Kriegsteilnehmer. Die Abgg. Köhler und Dr. Osann beantragen in der Zweiten Kammer, Großh. Regierung zu ersuchen, Vorkehrungen dahin zu treffen, daß den aus dem Felde zurückkehrenden Angehörigen des selbständigen Mittelstandes im Bedarfsfall durch Gewährung von Notstandskrediten die Fortführung der bisherigen Berufstätigkeit ermöglicht werde. Der Ausschuß zur Förderung des Kleingar t e n b a u e s" i m Großherzogtum Hessen hat ein neues Heftchen „Kleingartenbau zur Kriegszeit", verfaßt von Lehrer Presser in Darmstadt, herausgegeben, das an jedermann unentgeltlich von der Geschäftsstelle (Landesversicherungsanstalt, Darmstadt, Wilhelminenstraße 34) versandt wird. Das Heftchen enthält gemeinverständliche Anleitungen zur Bestellung von Kleingärten und insbesondere von Kriegsgärten. Da es für ein zweites Kriegsjahr vorzusorgen gilt, daß die Aushungerungsversuche unserer Gegner zuschanden werden und unserem Volke zu erträglichen Preisen Feld- und Gartenerzeugnisse zur Verfügung stehen, ist es ein Gebot der Zeit, daß kein Fleckchen deutschen Acker- und Gertküseöodens brach liegen bleibt, sondern daß es ordnungsgemäß angebaut und bestellt wird. Der Neuling im Land- und Gartenbau findet in dem Heftchen die nötige Anleitung und Auskunft aller Art. D arm st ad t, 14. Jan. Ans eine Anfrage der Großh. Regierung bezüglich Gestaltung der wirischaft- lichenLagei in H a n d e l s k a:n m e r b e z i r r antwortete die Handelskammer, es könne gegenwärtig von einer Arbeitslosigkeit keine Rede sein. Es herrsche im Gegenteil Arbeitermangel, welcher wenigstens zum Teil durch Verwendung Kriegsgefangener ausgeglichen werden müsse. Ein wesentlicher Allgemeiner Rückgang der wirtschaftlichen Lage des HanoelSkammerbezirks sei kaum zu befürchten. Es sei im Gegenteil die industrielle Lage den gegenwärtigen Verhältnissen entsprechend, durchaus nicht als ungünstig zu bezeichnen. Wwc&U&te AschI'Tchtesy. Evangelische Gemeinde. Sonntag, den 16. Januar, 2. nach Epi vhanias. Gottesdienst. In der Ztaütkirche. Vormittags 97, Uhr: Pfarrer S cl) w a b e. Vormitt gs 11 Uhr: Milnärgottesdtenst. Pfarrer Schwabe Nachmittags 2 Uyr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. Abends 5 Uhr: Pfarrer Mahr. Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Markusaemeinde. Montag, den 17. Januar, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Matthäusgemeinde. " Dienstag, den 18. Januar, nachmittags 4 Uhr, im Matthäussaal : Frauenmissionsverein. 3n der Iohanneskreche. Vor.mittags 9% Uhr: Pfarrer Ausfeld. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde. , Pfarrer A u sfeld. Abends 5 Uhr: Pfarrer B e ch t o l s h e i m e r. Abends 7,8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Lukasgememde im Lukassaal und der konfirmierten männlichen Jngend der Johannesgenwinde im Johanncssnal. Mittwoch, den 19. Januar, abends 8 Uhr: Kriegsbetslunde Pfarrer B e ch t o l s h e i m er. Wartburg, evangel. Jünglings- und Manner-Verein. (Drezslraße 15.) Sonntag, den 16. Januar, abetiös 8 Uhr: Vortrag. - Diens> tag. den 18. Januar, abends 8V, Uhr: Bibelstunde. — Donnerstag den 20. Januar, abends 8*/, Uhr: Leseabend. - Samstag, den 2. Januar, abends 8*/, Uhr: Aeltere Abteilung. - Gäste'stetwillkommen. ✓ vibelkranzchen für Schüler höherer Lehranstalten. Für die jüngere Abteilung jeden Mittwoch von 6 bis 7 Uhr kür die ältere Abteilung jeden Samstag von 6 bis 7 Ubr im Johannesiaal. vibelkranzchen für Mädchen aus der Johannesgememde Jeden Dienstag von 6—7 Uhr im Johannesfaal. Zonntagr-Verein für Mädchen. (Die-straße 15 p.) Jeden Sonntag nachmittag Zusammenkunft. Evangelische Gottesdienst. KirHberg: Sonntag, den 16. Januar, vormittags 10 Uhr. Nachmittags 5 Uhr: Kriegsbetstnnde. Lollar: Sonntag, den 16. Januar, nachmittags IV, Uhr. Mittwoch, den 19. Januar, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Dekan G u st m a n n. Katholische Gemeinde. Gottesdienst. Samstag, den 15. Januar: Nachmittags 5 Uhr und abends 8 Uhr: Gelegenheit zur heiligen Beichte. Sonntag, be# 16. Januar, 2. Sonntag n. Erscheinung Vornüllags 6'/, Uhr: Gelegenheit zur heiligen Beichte. * 7 , Hl. Messe. H 8 h Austeilung der hl. Kommunion. „ 9 „ Hochamt mit Predigt. „ II n Hl. Messe mit Pred gt. Miittärgottesdienst. Nachmittags 5*/, Uhr: Christenlehre; darauf sakramentalisch» Bruderschaftsandacht. Dienstag, und Freitag, abends 8 Uhr, ist Kriegsbittandacht. --~ Dla?pora-Gotte§d!en!L. Sonntag, d e n 16. I a n u a r: In Sich 9'/, Ubr. Meteorologische Beobachtungen der Station Eichen. Jan. 1916 0 g Q ' ^ - 1 W e* s ft ^ C o a> o — a: II Z- äo , « jQ = lf 'a JO i £ -ü *2 S _ £ jo-.o'Z £ S B c-= ©£-5^ COä &5g Wetter 14. 2« 2,9 4.2 75 10 14. 9” — 1,6 4,2 82 _ 5 15. 7 26 1/6 4,9 95 10 Höchste Temperatur am 13. bis 14. Jan. 1916 = -f 3,3 • C. Niedrigste „ „ 13. „ 14. , 1916 = -4- 1,4 0 C. Niederschlag: 0,1 mm.