Nr. \2 Zwettes Blatt Erscheint SgNch mit Ausnahme deS Sonntags. Die ^le^ener ZavrMe«v!Stt«r" werden dem viermal wöchentlich beigelegt, das .HreLsblatt für »eu Ureis Sietzen" zweimal wöchentlich. Die „randwlrtschaftNchen Sett. frege«^' erscheinen monatlich zweimal. 166. Jahrgang ietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhessen Samstag. 15. Januar 1916 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schea Universitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. SchrMeitung, Geschäftsstelle »».Druckerei: Schulstraße?. Geschäitsstelle u.Verlag:^^51,Schriftleitung: «^K112. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Die große Aufgabe der hessischen Zweiten Uammer. Aus parlamentarischen Kreisen in Da. r m st ad t schreibt man uns: Die Zeit der Etatsberatung naht heran. Während diese in den Jahren des Friedens in eingehender, monatelang Finanzausschuß und Kammer beschäftigenden Prüfung erfolgte, wird sie diesmal voraussichtlich »nieder, wie die vorjährige Pausch- bewilligung, von denr erweiterten Finanzausschuß in streng vertraulichen Beratungen erfolgen und voraussichtlich auch in den Sitzungen des KaurmerplenumK mit möglichster Kürze und Gemessenheit erledigt werden. Die Aufstellung des Staatsvoranschlags für 1916 hat aber diesmal eine ganz besondere Bedeutung, da sie einmal in der schwierigsten Zeit erfolgt, die Deutschland je erlebte, und andererseits auch ganz besondere Ansprüche an das Land stellen wird. Da verfassungsgemäß der Zweiten Kammer die Prärogative in allen Finanzangelegenheiteü Übertrager ist, so fällt dem Finanzausschuß der Kammer, der die Vorlagen der Regierung in sorgsamer Weise vorzubereiten verpflichtet ist, diesmal eine ganz besonders große Aufgabe und eine hohe Verantwortung zu. Bei der Beratung des Staatsooranschlags muß unseres Erachtens nicht nur der finanzielle Stand der Dinge im Lande, sondern -auch die gcurz-e soziale Lage im Reiche mit berücksichtigt Werder:. Die finanzieller: Anforderungen, die das Reich infolge der jetzt vorhandene»: Kriegsschuld an jeden Einzelnen zur Deckurrg der Verzinsu»^ und ever:t. Tilgung stellen wird und stellen muß, sind ( ichon zurzeit ganz erheblich und sie werden noch mehr sich steigern, länger der Krieg andauert. Diese Reichskriegslast erfordert jetzt zu ihrer Deckung bereits ein Kapital von jährlich mehrerer: Milliarden, und was das zu bedeuten hat, wird mar: aus dem Umstand ermessen, daß z. Z. die Gesamtsumme der in aUen 25 deutschen Bundesstaaterl auszubringenden direkten Steuern rnrr etwa 800 Millionen Mark beträgt, also nur den kleinen Bruchteil der für die Verzinsung der Reichs kriegsschuld erforderlichen Summen. Dazu kommen weiter noch natürlich die Leistungen des Reiches für die Kriegsbeschädigten und die Hinterbliebenen der Kriegsgefallenen, deren angemessene Versorgung eine Ehrenschuld des Reiches ist Und ebenfalls große Mittel erfordern wird. Man kann _ sich bis jetzt wohl noch kaum eine Vorstellung davor: machen, in 'welcher Weise alle diese Anforderungen an das Reich aufgebracht werden sollen. Das Reich hat ja bisher schon rocht empfindlich in die Steuerverhältnisse der Bundesstaate»: durch die Vernkogcns- und die Kriegsgewinusteuer eingegrifsen und die Stimmung im Reichstag scheint ja leider trotz aller erhobenen Bedenken ans einen iveiteren Llusbau der direkten Reichssteuern gerichtet zu sein. Und jeder:falls muß sehr bezweifelt werden, ob der -Bundesrat das erforderliche Maß von Festigkeit besitzen wird, um etwaigen neuen Zumutungen in dieser Richtung zu widerstehen. Diese außerordentlich weittragende Tatsache sollte vor allem auch in unserer Zweiten Kammer die gebührende Berücksichtigung finden und die Grundlinien firr ihre richtige Stellungnahme bilden. Sic wird zu bedenken haben, daß eist Kriegsbudget jedenfalls kein Friedensbudget ist und daß der neue Staatsvoranschlag eben ein Kriegsbudget sein muß, daß darin auch die außerordentlichen Verhältnffse des Krieges berücksichtigt werde:: müssen. In der ;etz:gen schweren Zeit darf man jedenfalls nicht fordern wollen daß der Staat in derselben freigebigen Weise MittÄ für alle möglichen Zwecke zur Verfügung stellt, »vie er das in dankenswerter Weise in den langen, segensreichen Friedcnsjahren tun konnte. Es wird gut sein, inrmer wieder daran zu erinnern, daß uns das Jakft 1910, das in mancher Hinsicht Aehnlichkeit mit der jetzigen Lage hatte und in welchem der damalige Finanzmiuister eine Erhöhung der Einkommensteuer unt 30 Prozent und der Vermögenssteuer um 46 Prozent verlangte, auch die Einsetzung cmes Vcreinfachungsausschusses brachte, der in allen staatlichen Ressorts nach Möglichkeit Ersparnisse bewirken sollte. Run sehr erhebllche Ergebnisse hat dieser Ausschuß bisher nicht erzielt, was wohl zum Teil auch mit darauf zurückzuführen sein wird, daß dem erneu besonders ungi'instigen Finanzjahr 1908 bald wieder eine Reihe besserer Jahre folgte. Man war der Stcuererhölmng von 1910 sogar in der erfreulichen Lage, in den beiden Restfonds ganz erhebliche Reserven anzusammeln. Diese sind für eventuelle Zeiten der Not und zum größten Teil mit aus den erhöhten Steuern zusammengetragen worden und cs wäre somit jetzt wohl die richtige Zeit gekommen, sie auch mit in Anspruch zu nehmen. Weiter würde auch zu überlegen sein, ob nicht event. auch über das Tilgungsgesetz hinaus eine zeitweilige Herabsetzung oder gänzlicher Ausfall der Sch uldentilgung in die Wege geleitet werden köttnte. Daneben aber müßte vor allem aufs Ernsteste auch jede Etatsforderung daraufhin geprüft werden. inwieweit man sie in dieser schweren Zeit vor dem Lande verantworten kann und darf. Es sind bei uns in Hessen ohne Zweifel »venigskeus vorübergehend, also »Nährend des Krieges, noch, erlMiclie Ersparnisse durchaus »nöglich und wenn inan sein Gewissen ganz erleichtert: »vill, so kann man ja dabei den Vorbehalt machen, daß nach Eintritt des Friedens und bei der Wiederkehr besserer Zeiten auch »nieder größere Mittel für den betreffenden Zweck zur Verfügung gestellt werde»: sollen. Wie jüngst in der Presse schon verlautete, wird inan wohl auch in Hessen zur Beseitigung des zu erwartenden Fehlbetrages jetzt um eine Steueverhöhung nickst he rum kommen. Man ist aber in maßgebenden parlamentarischen Kreisen der bestimmten Airsicht, daß man mit einer Steuer er Höhung von höchstens zehn Prozent durchaus in der Lage sein wird, alle die Schwierig-, leiten, die sich> bei der Balanzierinig des Etats Herausstellen, be: einigermaßen guten: Willen beseitigen zu köirnen. Das wird die große Aufgabe der Ztveiten Kammer sein und inan darf die Erwartung hegen, daß sie diese Aufgabe auch ist wohlverstandenem Interesse des Landes lösen wird!- Aus Stadt ri„d Land. Gießen, 15. Januar 1916. Ariegsarbeit in Gießen. VIII. Die Kriegstätrgkeit der Landes-ttniversität Gießen. Von Prof. Dr. Sommer. Geh. Med.-Rat. (Fortsetzung und Schluß.) Die Tätigkeit des hygienischen Institutes ist ans folgenden: ersichtlich : Zur Verhütung u:td Bekämpfung von Seuchen bei Zivil und Militär im Bezirk Gießen wurde vom Direktor des Instituts, Prof. P. Schmidt, die Ausbildung von sogen. „Hygiene-Helfern" durchgeführt. Es wurden zu dem Zweck während 8 Wochen im Anfang des Krieges regelmäßig Vorträge und Hebungen veranstaltet, an denen gegen 40 Herren aus Universitäts- und Oberlehrerkreisen sich beteiligten. — Später wurden für die Arbeiten des hygierri- schen Instituts aus diesen Teilnehmern einige besonders geübte Herren mit herangezo>gen, was umso erwünschter war, als die bakteriologische Arbeit überreich und das Institut von Assistenten durch Einziehung plötzlich entblößt war. Zur Weiterbildung und Vorbereitung der jungen Aerzte speziell für Seuchensraaen tvurde eine große Zahl von Vorträgen gehalten (im Reserve-Lazarett I vor Militärärzten, Vorträge bei den Orientierun^kursen für ärztliche Tätigkeit im Felde, Vorträge bei den kriegslvissenschaft- licheii Aberft>en der Garnison, Borträge auf Veranlassung des Ministeriums für die hessischen Kreisärzte über Fleckfieber und Cholera). — Das Institut übernahm die hygienische Beratung der Kriegsgefangenlager Gießen und Wetzlar in allen einschlägigen Fragen, insbesondere über die Art der Mwässerbeseitigung der Gefangenenlager; Desinfektionseinrichtung der Städtischen Isolierbaracke. Hervorgehoben sei, daß vom Direktor des hygienischen Instituts die direkte Einleitung der Abwässer des Lagers urtd Gefangenenlazaretts in die städtischen Kanäle anstatt der Anlage des Grubensystems gefordert tvurde. — Im Institut wurden schon bald nach Kriegsbeginn vom Direktor und Professor Versluys zoologische Studien über die Bedeutturg der Insekten, ganz besonders der Läuse, für die Verbreitung! von Seuchen im Kriege in die Wege geleitet; eine große Zahl von Länsemitteln wurde praktisch durch Versuche auf ihre Wirkung ourchprobiert. Zur Vertiefung dieser Studien über Läuse, besorftiers in ihrem Zusammenhänge »nit Flecktyphus, besuchte der Direktor des Instituts das Kottbuser Gefangenlager, wo er unter Führung des Chefarztes, Pros. Jürgens, das Fleckfieberlazarett besichtigen konnte. Im Anschluß an diese Studien im Kottbuser Lager sowie im hygienischen Institut wurde der Bau einer moder»:en, für große Massen berechneten Eutla.usungscrnl-a.ge im Gefangenenlager vom Direktor dringlichst gefordert. Nach Rücksprache mit dem Referenten im Kriegsministerium in Berlin, Prof. Hetsch, »vurde der Behörde das System der Heißlustentlausung vvr- geschlagen und mit einem ausführlichen Plane vorbereitet. Bei diesen Vorarbeiten »var Gewerbeinspettor Tr. Stöckle in liebenswürdigster Weise als technischer Berater behilfliche Dieser Antrag wurde von der Militärbehörde genehmigt nnb bald zur Ausführüng gebracht. — Zur Unterstützung! der hygienischen Aufklärungsarbeit, insbesondere auch der Unterweisung der Aerzte, wurde eine große Zahl von verschiedenen Merkblättern verfaßt u»:d unentgeltlich verbreitet. Auch erschienen zu diesem Zwecke aus dem hygienischen Institut einige Publikationen im Zentralblatt für innere Medizin, nämlich: P. Schmidt: Ueber die Verhütung und Bekämpfung von Kriegsseuchen. I. Versluys: Ueber die Verbreitung von Seuchen durch Insekten im Kriege. E. Hesse: Die Hygiene im Stellungskriege. EndlichI. Versluys: Die Verbreitung von Seuchen durch Insekten und andere Gliederfüßler im Kriege, im Bericht der Oberhessischen Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde zu Gießen. P. Schmidt: Krieg-Gesundheitsbüchlein (für Laien). — Der Einfluß der Abwässer des Kriegsgefangenenlagers und der vermehrten Garnison auf die Beschaffenheit des Lahnwassers wurde einer eingehenden bakteriologischen und chemischen Prüfung unterzogen mit dem Resultat, daß eine wesentliche, nachteilige Veränderung des Lahnwassers weder in Gießen noch anderswo konstatiert wurde. — Die Frage der Trin kwas s e r sterilisie- rung mittelst Chlorkalk wurde auf Veranlassung des beratenden Hydrologen des 19. Armeekorps, Dr. ing. Thiem, einer experimentellen Prüfung unterzogen und darüber in der internationalen Zeitschrift für Wasserversorgung wissenschaftlich berichtet. — Sämtliche Seuchenfälle und Seuchen verdachtfälle aus den Kliniken der Universität wurden im hygienischen Institut bakteriologisch untersucht, desgleichen auch aus besonderen Antrag eine Reihe von Fällen des Kriegsgefangenenlagers in Wetzlar und des Festnngslazaretts in Koblenz. — Um die Diagnose des Typhus und Paratyphus möglichst zu beschleunigen, »vurde eine besondere OrgMnsatio:: der bakteriologischen Blutnuterfuchung in die Wege geleitet. Die dafür empfohle»:e Methode wurde in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift (1915 Nr. 2) beschrieben. — Aus Veranlassung des preußischen Kriegsministeriums wurde:: im Institut 250 Liter Cholera-Impfstoff hergestellt, wobei Professor Versluys wertvolle Dienste leistete. Abgesehen von diesen besonderen Veranstaltungen usw. hat sich die Dr^entenschaft der Universität in mannig- saltiger Weife durch Vertretung eingezogener Kollegen betätigt, um Lücken des Unterrichts zu vermeiden und den Universitätsbet rieb in den wesentlichen Punkten möglichst unverändert zu lasse::. Auch bei der Abhaltung der Kollegien waren infolge verminderter Zahl der Hörer manche Veränderungen notwendig, die im allgemeinen zu einer Verstärkung des praktischen Unterrichts geführt haben. Eine lediglich durch den Krieg bedingte Einrichtung war die vom Rektorat veranlaßte und mit Hilfe der hie- Deutschland. Bon Anton Fendrich. Es war Sonntag. Der Schnee auf der breiten Landstraße, die tom Dorf in die Stadt führt, lag im hellen Abendgold der unkenden Sonne. Die Welt »oar in eine überllare Durchsichtigkeit getaucht,, und die Menschen, die Bäume, die Häuser, alles stand do »nie scharf ausgeschnittene Schattenbilder vor den: Licht. Vor mir ging eine kleine Schar Verwundeter, die von ihrem Sonntagsspaziergang ins Lazarett zurückkehrten. Ta sah es nun sehr merkwürdig aus, »vie manche tarn ihnen auf einem Bein zu gehen schienen. Denn das andere Bein fehlte, und die dünnen Krücken hüben und drüben sah ich auf die große Entfernung nicht. Auf der Unteren Plattform der Elektrischen ttaf ich zehr: Minuten später mit :hnen zusammen. „Es friett mich an die Füße," sagte emcr von Upen, Und humpelte an seinen zwei Stöcken in den Wagen hinem. „Das ist der Votteil, wenn man nur noch ein Bern hat, daß es einen an das a»:dere nicht friere»: kann," sagte ein ZWetter, der gegen die geschlossene Tür gelehnt zwischei: seine»: seinen zive: Krücken hing. Alle lächelten. „An den friert's »nich auch nimmer," sagte ein Dritter, der fest mit beiden Füßen dastand und leicht mtt einem Stock spielte. Ich sah mir den Fuß, an den er nicht fror, genauer an. Die andern lachten. Da nahm der Sprecher fernen Stock und klopfte damit an den Fuß. Es klang hatt. Es war ein künstlicher. Alle lachte»: laut auf. Da meinte ein Vierter schmunzelnd: „Und mich fiiert's an kerns von beide»: Beinen mehr, obwohl sie alle zwei noch. echt sind." Ich sah ihn fragend an. Da lüftete er seine Mütze und zeigte mir den Platz, »vo ihn ein Granafiplitter in den Hinterkopf getroffen. Seither .kg-nn er zwar noch- gehen mit Hilfe von zwei Stöcken, aber ers hat keinerlei Gefühl. Er wollte »nir gerade erzählen, daß demnächst ein letz^r Splitixrrest aus dem Kopf operiert würde, da stieß mich einer an. Ganz ernst. Tie Elektrische hielt gerade, und er breitete hinaus auf ein seltsames Bild. Ganz umflutet von der Goldluft der sinkenden "Sönne, stiefelten vier Soldaten in einer breiten Reihe daher und nahmen den ganzen großen Bürgersteig für sich ein. Eigentlich waren sie zu fünft. Tie fünfte Person schic»: aber ein junges Mädchen zu sein und ging in ilwer Mitte. Lrpv am Arm hatte sie eine»: Soldaten, der ihr einhäugte, und rechts ebenso. Und die zwei Soldaten links und rechts hatten den Kameraden mich eingehängt. Sie gingen manchmal mit langen, manchmal mit kurzeit, aber- rmNwr ettvas unsicheren Schritten. Dann u»:d wann kam die Reihe auch etwas ins Wackeln, und da das Mädchen gerade etwas Lustiges erzählte, worüber alle Viere lachten, lag nichts näher als der G^evanke, daß das Quintett sich draußen auf dem Dorf leicht angeheitert hatte. Ms sie näher kamen, begriff ich, »varum der Soldat mich so er»:st angestoßen hatte. Sie »raren alle blind, und das Mädchen in der Mitte »var eine RoteKreuz-Schtvcster. Lautlose Sttlle stand zwischen den Soldaten 'und »nir auf der Plattform, Dia,:»: hörte man plötzlich, »vie der Tritte noch, einmal mit dem Stock an sein Künstbein klopfte und sagte: „Ein Bein ist nichts, ein An»: ist auch nichts, aber ein 2hug' oder gar alle zwei! U»w dazu noch lachen können!!" Ta klingelte schrill die .Wagenglocke, und die Elektrische fuhr weiter. * Da§ Schillerftagment „warbeck". Ein Trauerspiel in 5 Akten von Viktor Hahn. Im Darnrstädter Hofthcater fand heute (Donnerstag) abend eine Uraufführung des Trauerspiels „Warbeck" statt, das der Berliner Schriftsteller und ZeitungsHerausgeber Viktor Hahn frei nach Schillers Fragment bearbeitet hat. Wie das Schillerfragment „Demetrius", so behandelt auch die andere der beiden unfertig hinterlassenen Arbeiten des Dichters eiir ganz ähnliches geschichttiches Thema, nämlich das Schicksal eines Betrügers, der sich einen Königsthron eriverben will, aber dabei zugnnchie geht. Ueber den Stoff hat Schiller selber in einem an Goethe gerichteten Brief aus Jena, 20. Aug. 1799, näheres berichtet: Unter der Regierung König Heinrich VII. von England sei ein Betrüger namens Warbeck aufgestanden, der sich für eine»» derjenigen Prinzen Eduard IV. ausgab, die Richard III. im Tower hatte ernwrden lassen. Der vermeintlick)e Prinz wußte sck»einbare Gründe für seine Rettung anzugeben unb sa»tt> eine Partei, die ihn anerkannte und auf den Thron setzen wollte. Eine Prinzefsin desselben Hauses Pork, aus dem König Eduard sta»»nnte (Prin- zessir» Margarete von Burgu»ü>) und die gegen Heinrich VII. Händel erregen wollte, mtterftützte den Betrug und brachte Warbeck als Fürsten (Mchard von Bork) an den Burgunder Hof. Nachdem er aber dott eine Zeitlang eine Rolle gespielt hatte, „mankierte" das Unternehmen und der Betrüger »virrde entlarvt und hingerichtet. Goethe »var von diesem dramatischen Vorwurf sofort begeistett »md antwortete Schiller, daß der tra-> gische Gegenstand „auf den ersten Anblick viel Gutes" habe, und er darüber Nachdenken wolle. Das von Schiller sehr frei behandelte Sujet hat ihn lange beschäftigt. Der Bttrüger hieß eigentlich Peter Osbeck und war in Tvur»:ay geboren und in Antwerpen erzogen worden. Er soll auch mit Eduard IV. große Aehnlichkeit gehabt und von Margareta als Mchard von Pork eingefühtt worden fein. In Irland und Schottland sammelte er ein Heer, mit dem er 1497 in Cornwall erschien und den Königstttel Mchard IV. annahm. Er unterAg aber in dem Kampf mit Heinrich VII.. wurde gefangen genommen und hingerichlet. Schiller hat nun diesen Stoff zu inem Schauspiel gestalten wollen, wie aus seinem Briefrvechsel mit Oioethe l-ervorgeht, indem er Warbeck auf den Thron verzichten ließ; er ist aber später »weder davon abgekommen, weil der Stoff zu unwahrscheinlich und keine rechte Haichlung darin war, auch dem Helden jede Möglichkeit ei»:er selbständigen Handlung fehlte und er ganz in der Gewalt der Margareta stand. Der neue Bearbeiter hat nnn auf Schillers ursprünglichen Plan zurückgegriffen und das Ganze wieder zu einem Trauerspiel mit einem Vorspiel gestaltet, wobei er sich im allgemeinen streng an dessen vollständig ai^gearbeitetes Sze- narimn hielt. Auf die Einzelhefte»: der Darstellung und der Bearbeitung des Fragmentes »verden wir nach der z»veiten Aufführung näher cingehen. Für heute — die Aufführung dehnte sich bis nach 11 Uhr aus — sei »:ur bemerkt, daß die Aufnahme im allgemeinen sehr beifällig »var uiib das stark besetzte Haus (auch das Großherzoggpaar war zugegen) Hauptdarsteller und Verfasser mit zahlreichen Hervorrufen auszeichnete. Fr. H. * — Swerdrups Forschungsreise. Ueber einige Er- gebniffe seiner Expedition längs der Nordküste Asiens machte Otto Swerdrup nach seiner kürzlich erfolgte»: Rückkehr »wch Christtania einige Mftteilungen. Die Expedition überwinterte, »oie die Geographische Zeitschrift in ihrer neuesten Nummer berichtet, an der Ostseite von Kap Wftd, vo»: »vo m»s eine Schlittenfahrt n:it 30 Hunde»: zur Aufsuchung ztveier an der Ostseite der Taimpr- Halbinsel eingefrorener russischer Schiffe uitteniommei: trmrde. Um zu den Sckftffen zu gelangen, mußten 330 K'ftometer Weges zurückgelegt tverden. Da dott l>erefts der Proviant zu fehle»: begarm^ »vurden 30 Ma»u: der Besatzung mitgenommen, die de»: Rückweg zu Swerdrups Expeditionsschiff „Eclipse" zu Fuß zurücklegen in»ißtcn, »veil nicht genügend Platz für sie auf den Schlitten »var. Swerdrup gibt de»: Hunden als Zugtreren den Vorzug vor de»: Renntieren, da diese zu schwer abzurichten sind. Die Einsamkeitsinfel, die seit ihrer E»:tdecku»u» d»:rch Edward Johannsen im Jahre 16/8 von niemaird »nieder^ betreten »vorder: ist, »vurde ei»:gehend durchforscht; die Insel ist völlig flach, es wurden daselbst reiche Steinkohlenlager^ entdeckt. Der Haripterfolg der Expedition bestand in der Richltigstellrurg der Karte zwischen Kap Tscheljuskin und Jenissei- Mündung. Am 16. September 1915 befmid sich Siverdrup »nieder in Archangelsk, wo ein sehr lebhafter Hafenverkehr zu beobachten war. — Auffindung des^Skelettes eines Riesenelefanten in England. Ein vorgeschichtlicher Fuift) von Bedeutung ist bei Upton in der Nähe von Chatham in England unlängst gemacht worden. Dort lvurden bein: Ausheben einer Grube Knochen eines ungeh>euer großen Elefanten erttdeckt, der an Größe bei weitem das Manrrnut übertroffen haben muß. Dieser Rieserrelcfant muß eine Höhe von mindestens 4,55 Metern erreicht haben: und das ist eine Größe, die »nan bisher an keinem anderen lebenden Wesen kennen gelernt hat. Die Zähne dieses vorgeschichtlichen Mesenelcfanten scheinen ungefähr ebenso gestaltet gewesen zu sein, wie bei denr jetzt lebe»ft)en Elefanten: sie müssen eine Länge bis zu 4,85 Metern und noch darüber erreicht habe,:. Kops, Schultern und Vorderbeine »varen ungehe»»er entloickelt. Die ^größte bekamtte Man:m»»tart, der amerikanische Elephas Imperator. hat eine Höhe von 4,10 Metern erreicht. Das ge»vöhn- liehe Mamnrut (Elephas primigc»ri»:s) umr kaum über 2,90 Meter hoch. Der jetzt lebende afrikanische Elefant kann eine Größe von etwa 3,50 Mttern erreichen. Es erhellt aus diesen Zahlenangaben, daß sowohl der jetzige Ncfant, »vie auch das Man:mut in ihren Größcnverhälttiissen »veil hinter den: neuaufgefuift>e»:cn Mese»:- elefante»: zurückbleiben. Von seinen Zähnen »vurde ein Stück m Länge voir über 1,80 Meter gesunden, woraus die GcsaiMäng« der Zähne berechnet lvorden ist. sigen Schützerivereinigung durchgefi'chrt« Einrichttmg eines Schießkurses für Studenten, Dozenten Und Assistenten, an der zum Teil im Hinblick auf die bevorstehende Einziehung ca. 20 Personen teilgenommen haben. — Der Plan, die aufklärende Arbeit über kriegswirtschaftliche Dinge in weiteren Kreisen des Volkes zu organisieren, war besonders von Herrn Geheimrat Haupt schon in den ersten Monaten des Krieges entwickelt und mit mehreren Mitgliedern der Universität in Aussicht genommen worden, mußte aber leider wegen hier nicht zu erörternder Schwierigkeiten fallen gelassen werden, worauf sich diese Bewegung in Frankfurt a. M. zentralisiert Hut. In besonderer Weise ist die Universität in Bezug auf den Verwundetenunterricht tätig gewesen, der nach direkten Verhandlungen zwischen dem Rektorat und dem Generalkommando eingerichtet und unter besonderer Leitung von Herrn Prof. Dr. Henneberg durchgeführt worden ist. Er wurde bereits in einem eigenen Aufsatz besprochen. Neben einer Anzahl von Lehrkräften besonders hiesiger Schulen, haben Dozenten der Universität durch Kurse und Vorträge dabei mitgewirkt. Auch aus der Studentenschaft haben sich vielfach Helfer bei Wohltätigkeitsveranstaltungen und für andere Zwecke der Kriegswohltätigkeit gefunden. Edensa haben auch sonst zahlreiche Mitglieder oes Uni versitätskreises an den Aufgaben der Kriegswohltätigkeit! mitgewirkt. Es sei vor allem an die Krankenpflege in den Reserve- und Vereinslazaretten, ferner an den gemein nützigen Gemüsebau erinnert, der am Anfang des Krieges von Frauen aus dem Universitätskreis unternommen und durchgeführt worden ist und der sehr nützliche Ergebnis für die Aufgaben der Kriegswohltätigkeit ergeben hat. Die Rücksichtnahme auf die Frage der Volksernäh «vung hat an der Universität seit Beginn des Krieges zu einer Reihe von Wirkungen geführt. Zunächst sei darau- 'hingewiesen, daß der besonderen Wichtigkeit der Lehre von der Volksernährung dadurch Rechnung getragen worden ist, daß von seiten der Universität bei Großh. Ministerium eine beträchtliche Unterstützung d,es a g r i k u l t u r- ch em i scheu Laboratoriums des Herrn Prof. Dr. Kle berg er dringend befürwortet wurde, was vom Großh Ministerium genehmigt wurde. Ferner hat die Universität diese Aufgaben dadurch praktisch gefördert, daß sie die landwirtschaftliche Verwertung des Baugeländes zwischen der Schönen Aussicht und den Kliniken beantragte. Im Zusammenhang hiermit sind ca. 17 MO Quadratmeter Land in bessere landwirtschaftliche Verwendung gekommen. Außer dem wurden bei den einzelnen Instituten eine größere Zahl von kleinen vorher brachliegenden Flächen den An igestellten in freie Benutzung gegeben. Die gleiche Rücksicht auf die Interessen der Volksernährung hat die Universität bei den Verhandlungen über das Gelände des akademischen Turn- und Spielplatzes genommen, indem der überwiegende Teil, nämlich über 9 / 10 des gesamten Geländes, noch in landwirtschaftlicher Benutzung belassen wurde. Zur Anlage eines akademischen Turn- und Spiel ^Platzes waren der Universität von Sr. Exzellenz dem ,'Herrn Minister des Innern 65 MO Mark überwiesen worden Mach langen Verhandlungen über die Wahl des Platzes wurde dazu das an der Straße zwischen Maschinengewehr- -kompagnie mrd Schützenhaus gelegene, bis zu dem Wald reichende städtische Gelände im Umfang von ungefähr .35 000 Quadratmetern in Aussicht genommen. Dank dem Entgegenkommen der Stadt Gießen erfolgte eine Einigung über den Preis, so daß schon wahrend des Krieges mit der Anlage der mittleren Terrasse im Umfang von ca. 3M0 Quadratmetern begonnen werden konnte. Diese Schaffung eines Turn- und Spielplatzes, die der körperlichen Ausbildung der Studentenschaft dienen soll, gehört mit zu der Kriegstätigkeit der Land es-Universität. Denn gerade der Krieg hat die große Notwendigkeit der körperlichen Aus bildung der Studentenschaft in dringendster Weise erwiesen. Es handelt sich darum, schon jetzt während des Krieges auf Grund der durch diesen gegebenen Lehren, die Universität zu dieser Erfüllung zukünftiger Aufgaben vorzu- bereiben. Neben dem akademischen Turn- und Spielplatz sind noch zwei Errichtungen zu erwähnen, bei denen auch eine Art von Kriegstätigkeit im Hinblick auf die hygienischen Bedürfnisse der Studentenschaft vorliegt. 1. Die neue An läge vor der U n i v e r s i t ä t, die in erster Linie der Studentenschaft eine Gelegenheit zur Erholung während der Pausen des Unterrichts bieten soll. 2. Die Anlage eines besonderen Studentengartens zwischen dem Dienst gebäude an der Bismarckstraße und der Aula an der Lud wigstraße. Ein früher brachliegendes Gelände wurde zum Teil mit staatlichen, zum Teil mit privaten Mitteln für die Studentenschaft hergerichtet, und zwar, was der ganzen Einrichtung den Charakter der Kriegstätigkeit gibt, unter Verwendung von Kriegsgefangenen. Es wurden in aus reichender Weise Tische und Bänke auf gestellt. Außerdem wurden nach gründlicher Bearbeitung des Bodens eine Anzahl von kleinen Gartenstücken gewonnen, die für einen geringen Betrag an einzelne Studenten zur selbständigen Bearbeitung vergeben wurden. Die praktische Beschäftigung mit Gartenbau ist hier zum ersten Male an einer deutschen Universität als studentische Beschäftigung organisiert worden und hat in den Kreisen der Studentenschaft Anklang gefunden. Es ist daher zu hoffen, daß diese Einrichtung, die mit ihrer Rücksichtnahme auf landwirtschaftliche Beschäftigung durchaus den Charakter dieses Krieges trägt, auch später weitergeführt werden wird. Während des Krieges sind an die Landes-Universität eine große Zahl von Anforderungen in Bezug aufKrie g s- wohltätigkeit herangetreten oder derartige Leistungen freiwillig von ihr übernommen worden. In erster Linie bandelt es sich um eine große Reihe von Liebesgaben der. verschiedensten zum Teil auch literarischen Art, die an die Regimenter, in denen Angehörige der Universität besonders vertrete waren, oder direkt an einzelne versendet wurden. Besonders sei die zusammen mit der Bürgerschaft veranstaltete Sammlung für das hier ausgebildete Bischweiler Regiment erwähnt, ferner das zu diesen Zwecken gedruckte Universitätsbilderbuch. Nachdem schon für diese Zwecke beträchtliche Summen aus Universi- tätskreisen gesammelt waren, wurde zur laufenden Vermehrung des Grundstockes für Kriegswohltätigkeit die Nagelung des Universitäts-Wappens auf einem Eichen-Schild eingeführt, die ungefähr die Summe vvn 1300 Mark für Zwecke der Kriegswohltütigkeit erbracht hat. Unter den verausgabten Summen befinden sich mehrere Beträge für die Stadt Gießen, ferner wurden Spenden für eine große Reihe von Zwecken der K-riegswohltätigkeit gegeben. Außerdem stiftete die Dozeutenschast für einen hessischen Lazavettzuq 1200 Mark. Besonderes Interesse wurde der Beschaffung von Sanität s Hunden nicht nur durch Beiträge für die betreffende Organisation, sondern durch Lieferung eines Hundes ftlr ein in Gießen ausgebildetes Regiment zugewendet. Dem in den Karpathen kmnpfenden Bischweiler Regiment konnte von Wien aus ein von der dortigen Kolonne zur Ausbil düng von Sanitätshundeführern uns zu diesem Zweck geschenkter Hrrnd, nach Ausbildung eines Angehörigen des Regiments als Führer, zugestellt loerden. Besonderer Wert wurde auf persönliche B^iehung zu den im Felde stehenden Angehörigen der Universität unter Sendung von Liebesgaben gelegt, 'woraus ein umfangreicher Schriftwechsel entstanden ist, der zur Anlage eines Kriegs- Archivs geführt hat. Die Anteilnahme der Universitätsangehörigen am Krieg wurde durch zwei Veröffentlichungen behandelt, an denen besonders das Rektorat der Universität und die Herren Prof. Dr. Kahle und Geh. Rat Krüger mitgewirkt haben. Die Landes-Universität Gießen hat also in der mannigfachsten Weise eine ausgeprägte Kriegstätigkeit entfaltet * ** Kriegsfürsvrge der Landesversicherungsanstalt Großh. Hessen. Im Jahre 1915 hat die Landesversicherungsanstalt für Zwecke der Kriegsfürsorge zirka 154 000 Mark verausgabt. In der Ernst-Ludwig-Heilstätte bei Sandbach i. O. wurden in 1915 ständig etwa 60 lungenkranke Soldaten verpflegt. An Kreise und Gemeinden des Großherzogtums wurden 3 800 M0 Mark 5prozentige Kriegsdarlehen bewilligt, um die rechtzeitige Auszahlung der Familienunterstützungen ati die Angehörigen der im Felde Steherrden zu ermöglichen. Ueberdies hat die Anstalt im Jahre 1915 sich an den beiden Neichskrieg/s- anleihen mit je einer Million beteiligt, den gemeinnützigen Bau von Arbeiterwohnungen durch 570 000 Mark 3VsProzentige und 4proze.ntige Darlehen, den Bau von Beamtenwohnungen durch 175 000 Mark 4V2prozentige Darlehen unterstützt. ** Postprotestaufträge. Nachdem der Bundesrat durch Bekanntmachung vom 6. Januar bestimmt hat, daß die Protestfrist für Wechsel, die in Elsaß-Lothringen zahlbar sind, frühestens mit dem 1. Mäi 1916 statt mit dem 31. Januar 1916 abläuft, ist die Postordnung vom 20. März 1900 entsprechend geändert worden. Danach werden die P o st p r o t est a u f t r ä g e mit Wechseln, die in diesem Gebiete zahlbar sind und deren Zahlungstaa in die Zeit vom 30. Juli 1914 bis einschließlich 28. April 1916 fällt, am 1. Mai 1916 nochmals zur Zahlung vorgezcigt werden. Für die ostpreußischen Gebiete, für die gegenwärtig noch eine Verlängerung der Protestftisten besteht, ist von einer weiteren Erstreckung abgesehen worden, so daß hier die verlängerten Fristen am 31. Januar ihr Ende erreichen. ** Der Kaninchen- und Geflügel zuchtverein „Betriebswerkstätte" Gießen, dem 'nur Eisenbahn-Angestellte und -Bedienstete angehören können und der vor 2 Jahren mit 11 Mitgliedern begründet, heute 96 Mitglieder zählt und eine eigene Vereins-Kaninchenzucht-Anstalt unterhält, hat bei der vom 8.—11. Januar in Fulda abgehaltenen Kriegs-Wohlfahrtsaus- stc l l un g des Kleintierzucht-Verbandes E.-T. Frankfurt a. M., welche über 300 Nummern umfaßte, für seine Leistungen aus der 61 g c n e n Z u,cht a n sta l t folgende Preise znerkannt erhalten: Deutsche Riesenschecken (schwarz-weiß) Rammler, 1. Preis: französische Widder-Häsin (hasengrau) und blaue Wiener Rammler je einen 2. Preis; für die gleiche Häsin und für belgische Riesen, Rammler, lobende Anerkennung. Außerdem wurden folgenden Mitgliedern Preise zuerkannt: Georg E i f - Steinberg Schmarloh-Häsin 1. Preis, Schwarzloh-Rammler 2. Preis; .Höbet- Gießen Angora-Häsin 2. Preis, Hermelin-Häsin 3. Preis; Will). Sonn eborn-Heuchelheim WÄße Riesen-Häsin 2. Preis; Bäcker-Gießen belgische Riesen-Rammler 3. Preis; Ludwig S e t h - Großen-Linden Silberkäninchen-Häsin 3. Preis. Auf verarbeitete Felle erhielt'Wilhelm Neeb-Gießen 1. Preis, Hoek- Gießen und H ö bei- Gießen je einen 3. Preis Den Mitgliedern fielen außerdem noch fünf lobende Anerkennungen zu. Das Resultat der Preisverteilung war für den noch jungen Verein und dessen! Mitglieder glänzend. Kreis Lauterbach. rr. Schlitz, 15. Jan. Bürgerschüler und Volksschüler ammelten in unserem Städtchen innerhalb weniger Tage wiederum über 1200 Mark in Gold — Ein Landivirt aus einen: benachbarten Dorf wurde wegen Verfütterung von Brotkorn zu 350 Mark Geldstrafe und den Kosten verurteilt. tz. Vom oberen Vogelsb erg, 15. Jan. Der Wntter chemr jetzt seinen vollständigen Einzug bei uns gehalten zu haben, nachdem bisher noch milde, regnerische Witterung herrschte, trat in der Nacht vom 12. zum 13. Januar starker Frost ein, vorgestern wütete ein orkanartiger Schneesturm, auch gestern war noch leichter Schneefall, doch ist die Witterung schon etwas gelinder geworden. Kreis Friedberg. e. Bad-Nauheim, 15. Jan. Bis zum 13. Januar 1916 waren hier 2 65 1 Kurgäste bis dahin 4849 abgegeben. Starkenburg und Rheinhessen. X G r o ß -- S t e i n h e i m, 15. Jan. In einigen Wochen wird ein „eiserner Ritter" als Nagelungsstandbild eingeweiht werden. Infolge verschiedener Anregungen hat ein hiesier Einwohner eine Summe zur Ausführung des Standbildes zur Verfügung gestellt. Ter Entwurf und die Ausführung sind dem Bildhauer Jakob Busch übertragen worden. In Flachrelief aus etwa 10 Zentimeter starkem Holz geschnitzt, wird es einen Ritter in Dreiviertel-Lebensgröße darstellen, der einen hohen Schild mit den: Wappen von Groß-Sleinheim hält. Nur der Schild wird benagelt. Als Vorbild für den Ritter denkt man an Frowin von Hutten, der in der Zeit von 1508—1528 knrmainzischer Amt,nanu in Groß- Steinhetm war, sich während des Bauernkrieges große Verdienste um die Gemeinde erworben hat und dessen schönes Grabdenkinal in der hiesigen Kirche aufgestellt ist. Das Wappen Steinheims, ein Bischof über dem Mainzer Rad, ist recht wirkungsvoll. In der Mitra werden die wenigen vergoldeten Nägel eingeschlaqen, im Gewände oder im Rade die versilberten und der Rand des Schildes wird mit den eisernen Nägeln benagelt. Das Standbild wird im Rathaussaale seine Aufstellung finden. Hessen-Nassau. sj Marburg, 15. Jan. Ein Händler, der frische Eie ür 20 Pfg. verkauft hatte, während der Höchstpreis nur 19 Pfg. beträgt, wurde zu 10 Mk. Geldstrafe verurteilt. >Vm. Kirchhain, 13. Jan. Ans den letzten Wahlen der Kreistagsabgeordneten gingen hervor: Im Wahl verbände der Städte: Amtsgerichtssekretär Otto Schedtler- Amöneburg, Bürgermeister Heinrich Grün- Kirchhain und Bürger meister Wilhelm L i n k e r - Neustadt. Im Wahlverbande der Landgemeinden: Bürgermeister Heinrich Henkel- Erksdorf, Bürgermeister Heinrich Schneller- Hatzbach, Bürgermeister Jonas W etz l er-Schiffelbach und Bürgermeister Hieronymus D a u b e° Sindersfeld. Im Wahlverbande der größeren Grundbesitzer : Kaiserlicher Botschafter z. D. Freiherr von Stumm, Exzellenz Holzhausen und Oberstleutnant Kurt Freiherr chenk zu Schwetnsberg in Schweinsberg. Sämtliche Neuwahlen sind für gültig erklärt worden. — Die hiesige Nektorat- chule wird die Nagelung deS Kriegswahrzeichens der Stadt Kirchhain zu Kaisers Geburtstag vollziehen und eine öffentliche Feier im Saale des Herrn Zipfel damit verbinden. e. Winnen, 15. Jan. Der Dienstmagd Katharine Greif, gebürtig von Sichertshausen im Kreise Marburg, welche 40 Jahre in ununterbrochener Stellung beim Kantor und Lehrer Friesleben zu Winnen im Dienste gestanden, wurde das goldene Kreuz und ein Diplom verliehen. angekommen. Bäder wurden ein jeder bis zur Mitte des Bahnsteigs, den Betrieb der ein- Unv ansfahrenden Züge zu überwachen. Am 6. November 1914 wurde der Station Friedberg gemeldet, daß der Postzug Nr. 3009, der eingestellt worden war, vom 10. November ab wieder verkehren, und zwar wie früher um 2 Uhr nachts eintreffen werde. In der Nacht zum 10. November, als der Postzug zum erstenmal wieder eintreffen sollte, stand auf Gleis 3 des Bahnhofs ein Leerzug, der am anderen Morgen von Gleis 4 aus nach Gießen fahren sollte, und zu diesen: Zwecke gerade zu jener Zeit umrangiert wurde. Kurz vor 2 Uhr nun ivurde der Postzug gemeldet, der auf einem zu dem Stellwerk 3 gehörenden Schienenstrang einlief. Es war also Pflicht des Angeklagten Kl., dafür zu sorge,:, daß der Postzug ungehinderte Einfahrt hatte. Liber ohne sich davon zu überzeugen, ob das Gleis 4 frei war, stellte er bier das Einfahrtssignal für den Postzug auf fteie Fahrt. Er hatte also übersehen, daß der Leerzug inzwischen von Gleis 3 nach Gleis 4 rangiert war. Die Folge davon war, daß der einlaufende Postzug auf den Leerzug auffuhr, was einen nicht unerheblichen Sachschaden verursachte. Ter Angeklagte hatte nach Ansicht des Gerichtes gegen die Bestimmungen des § 23 der Fahrdienstordirung! verstoßen, welche vorschreiben, daß vor Einfahrt eines Zuges geprüft Vierden muß, ob die betreffende Strecke frei ist. Diese Prüfung vorzunehmen, lxttte der Angeklagte unterlassen. In seiner Revision behauptete der Angeklagte, es sei nicht sestgestcllt, daß er als mögliche Folge seiner Handlungsweise den Unfall hätte voraussehen müssen. Vielmehr trügen der Bahnmeister B. und der Assistent Kr. die Schuld, da diese gemäß § 77 der Fahrdienstordnung nur mit Wissen des Fahrdienstleiters ein Hauptgleis zu Rangier - zwecken hätten verwenden dürfen. Der Vorderrichter verlange zu Unrecht von ihm, daß er sich von dem Freisein des Gleises 4 hätte überzeugen müssen. In prozessualer Beziehung beschwerte er sich noch darüber, daß seinem Anttag auf Ablehnung des Sachverständigen nicht stattgegeben worden war. Da dieser zur Eisenbahndirektion Friedberg gehörte, so hatte ihn der Angeklagte wegen Befangenheit abgelehnt. Das Reichsgericht verwarf indessen heute das Urteil als unbegründet. Splelplan des Eichener Stadttheaterr. Direktton: Hermann Steingoetter. Sonntag, den 16. Januar, nachmittags 3', Uhr, bet Volks- Preisen: Kinder-Vorstellung: „Hansel und Gretel." Ende 5% Uhr. Abends 77, Uhr, bei kleinen Preisen: „Der Juxbaron." Ende 10 Uhr. Dienstag, den 18. Januar, abends 8 Uhr, bei gewöhnlichen Preisen (ermäßigt), 10 . Dienstags - Abonnement-Vorstellung : „Die selige Erzellenz." Ende 10% Uhr. Freitag, den 21. Januar, abends 8 Uhr, bei kleinei: Preisen (außer Abonnement) : Benefiz^für die darstellenden Mitglieder des Stadttheaters: „Die Ehre." Schauspiel in 4 Akten von Hermann Sudermann. Ende 10% Uhr. Sonntag, den 23. Januar, nachmittags 3*/, Uhr, bei kleinen Preisen: „Der Juxbaron." Ende 6 Uhr. Abends 7'/- Uhr, bei kleine,: Preisen: „Mein Leopold." Volksstück mit Gesang in 3 Akten von Adolf L'Arrouge. Musik von Bial. Ende nach 10% Uhr. Spielplan der vereinigten Frankfurter Stadttheater. 1 Opernhaus. Mittwoch, den 19. Januar, nachmittags 3*/, Uhr: „Peterchens Mondsahrt." Abends 7*/ 2 Uhr: Zum ersten Male: „Dorothea." Operette in 1 Akt. Musik von I. Offenbach. Hierauf: „Der Gott und die Bajadere." (Melodrau:) Von Goethe. Musik von Prinz Ludwig Ferdinand von Bayern. Ferner: 14. Ungarische Rhapsodie von Liszt. Zum Schluß, zun: ersten Male: „Andersens Märchen." Phantastisches Tanzsviel in sieben Bildern und mit einem Vor- und einem Nachspiel. Musik von Oskar Nedbal. Donnerstag, den 20. Januar, abends 7 Uhr: „Die verkaufte Braut." Freitag, den 21. Januar, geschlossen (7. Museums - Konzert). Samstag, den 22. Januar, abends 7 Uhr: „Carmen." Sonntag, den 23. Januar, 3% Uhr: „Peterchens Mondfahrt." Abends 7 Uhr: Hierauf: „Andersens Märchen." Montag, den abends 7^ Uhr: „Die Zauberflöte." Dienstag, den abends 7 Uhr: „Dorothea." Hieraus: „Andersens nachmittags „Dorothea." 24. Januar, 25. Januar, Märchen." ,Was werden Schauspielhaus. Mittwoch, den 19. Januar, abends 7 1 /,? Uhr die Leute sagen." Donnerstag, den 20. Januar, abends 7 Uhr: „Die Jungfrau von Orleans." Freitag, den 21. Januar, abends ?'/, Uhr: Ludwig Thoma-Abend: „Die Lokalbahn." Hierauf: „Die Medaille." Samstag, den 22. Januar, abends 7 1 /, Uhr: „Emilia Galotti." Sonntag, den 23. Januar, vormittags 11'/, Uhr: Matinee. Rezitationen von Bruno Tuerschmann in griechischem Gewand. Nachmittags 3'/, Uhr: „Zwei glückliche Tage." Abends 7'/, Uhr: Deutscher Komödienabend: „Der Fremde." Hierauf: „Fritzchen." Dann: „Sittliche Forderung." Ferner: „Unter blonden Lestien." Zn in Schluß: „Die Haienpfote." Montag, den 24. Jan., abends 7% Uhr: „Was werden die Leute sagen." Dienstag, den 25. Januar, abends 7' ,»Uhr: Zum ersten Male: „Engelbrecht." Schauspiel in 4 Akten von August Strindberg. — Frankfurt a. Schnarr & Schmitt getreten. Pandel. M., 14. Jan. in Frankfurt a. Die Maschinenfabrik M. ist in Liquidation Gerichtrßaal. rz. Leipzig. 13. Jan. Wegen Gefährdung eines Gisen- vahntvansports hat das Landgericht Gießen am 24. September v. I. den Eis-enbahn-Unterassistenten Heinrich Kleiß zu 50 Mk. Geldstrafe verurteilt. Der Mitangeklagte, Assistent W e i l, freigesprochen worden. Tie beiden Angeklagten waren als Fahrdienstleiter ans dem Bahnhofe Friedberg i. H. tättg, und zwar hatte Kl. von Stellwerk 3 und M. von Stelüverk 1 aus, N*®* hw*# - Märkte. ; Gießen, 15. Jan. Marktbericht. Aus dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter das Pfund 1,90—0,00 Mk. - Hühnereier das Stück 20—22 Pfg.; Käse das Stück 8-10 Psg., Kasematte 1 Stück 3 Psg.; Tauben das Paar 1,40-0,00 Mk., Hühner das Stück 2,00—2,50 Mk., Hahnen 1,50-2,50 Mk., Gänse d.Pfd. 1,40-1,60 Mk Ochsenfleisch das Pfund 1,30-1,34 Mk., Kuhfleisch 1.20 Mk. das Pfund, Rindfleisch das Pfund 1,30-1,34 Mk., Schweinefleisch das Pfund 1,50-0,00 Mk., Kalbfleisch das Pfund 1,30-1,34 Mk Hainmelfleisch das Pfund 1,20-1,30 Mk.; Kartoffeln der Fentner 3,75 Mk.; Zwiebeln der Pfund 20—22 Pfg.; Milch das Liter 26 Pfg.; Aepfel der Zentner 6—8 Mk., Birnen 7—15 Pfg. das Pfund; Nüsse 100 Stück 50—60 Pfg.; Spinat 20-25 Pfg das Pfund, Wirsing 10-15 Pfg. das Stück, Gelberüben 12—15 Psg das Pfund, Rotkraut 15—26 Psg. das Stück, Rosenkohl 20 b:s 25 Psg. das Pfd., Kohlrabi 10-15 Psg. das Stück, Weißkraut 15 bis 25 Psg. das Stuck, Noterüben 10—12 Pfg., Nömischkohl 6-8 Psa Blumenkohl 20-50Psg.; Tomaten das Pfund 25-30Pfg - Sellerie 6-10 Pfg.'das Stück; Endivien 10—12 Pfg. - Marktzett von 8 bis 2 Uhr. - Fleischpreise auf dem Markte von auswärtigen Händler::: Rlndfleisch das Pfund 1,10-0,00 Mk., Rindfleisch- Bratenstück das Pfund 1,10—0,00 Mk., Nierem'ett das Pid. 1,10 Mk Leber- und Fleischwnrst 1,30 Mk. das Pfund, Mettwurst 1,80 Mk das Pfund, Schweinefleisch 1,40 Mk. das Pfund. tc. Wiesbaden, 14. Jan. Viehmarkt. Austrieb: 234 Rmder (darunter 46 Ochsen, 5 Bullen und 183 Kühe), 79 Kälber 90 Schafe, 51 Schweine. Die Preise blieben die gleichen wie an: 10. d. Mts. Bei lebhaftem Geschäft wurde schnell der Lluftrieb abgesetzt. fc. Frankfurt a. M., 14. Jan. Heu- u n d S t r o h m a r k t. Auf dem heutigen Heu- und Strohmarkt war nichts angeiahren. D. Die Aerzte empfehlen Apotheker Ncameier’s AsShma«cigarmo, he,, ' R G. M. No. 26122 und 26617. Erhältlich in d. Apotheken. Ui^s Apotheker Nenmeier, Frankfurt am Main. Je Mk. 2.19 Bettenfrage für Gesunde und Kranke? Ist am besten gelöst, wenn d:e unter D. R.-G.-M. Nr. 420 684 und D. R.-G.-M. Nr. 420 685 der Möbel- und Bette n- sabrik TH. Brück, Gi eßen, Ecke S chlo ß g g sse—Kanzlerberg, patentamtlich geschützten Sprungfeder-Matratzen „Unerreicht bequem" und dreiteilige Auflgge-Ma- tratzen „Stabil", die seit Jahren cingcfühtt und aufs vorzüglichste bewahrt, gekauft werden. Alle Klügeu über knarrende eiserne Matratzen, ungesundes, hartes und "kaltes Lager hören: auf, , ' ' 3Q2a Hk. V.LM6/U. 19. HL SU«. Bekanntmachung, betreffend Beschlagnahme und Bestandserhebung von Nutzbaumholz und stehenden Nutzbäumen. Vom 15. Januar 1916. Nachstehende Bekanntmachung wird hiermit auf Ersuchen des Königlichen Kriegsminifteviums mtit dem Bemerken zur allgemeinen Kenntnis gebracht, das; jede Zuwiderhandlung gegen die Vorschriften, betreffend Beschlagnahme, Bestandserhebung und Lagerbuchführung auf Grund der Bekanntmachung über Vorrats- erhebungen vom 2. Februar 1915 (Reichs-Gesctzbl. S. 54) in Verbindung mit den Bekanntmachungen vom 3. September 1915 (Reichs-Gesetzbl. S. 549) und vom 24. Oktober 1915 (Reichs- Gesetzbl. S. 684)*) sowie auf Grund der Bekanntmachung über die Sicherstellung von Kriegsbedarf vom 24. Juni 1915 (Reichs- Gesetzbl. S. 357), in Verbindung mit den Ergänzungs-Bekannt- inachungen vom 9. Oktober 1915 (Reichs-Gesetzbl. S. 645) und 25. November 1915 (Neichs-Gesetzbl. S. 778)**) bestraft wird, soweit nicht nach allgemeinen Strafgesetzen höhere Strafen verwirkt sind. 8 1 . Inkrafttreten der Anordnungen. Die Anordnungen dieser Bekanntmachung treten mit ihrer Verkündung in Kraft. § 2 . Von der Bekanntmachung betroffene Gegenstände. Von dieser Bekanntmachung werden betroffen: 1. Vorräte an Nussbaumholz mit einer Mindeststärke von 6 cm, einer Mindestlänge von 100 cm und einer Mindestbreite von 20 cm, 2. alle stehenden Walnußstäntme, deren Stämme bei einer Messllng in Höhe von 100 ein über dem Boden einen Umfang von mindestens 100 cm aufweisen. Nicht betroffen von der Bekanntmachung werden Erzeugnisse aus Nußbaumholz (wie z. B. Möbel). *) Wer vorsätzlich die Auskunft, zu der er auf Grund dieser Verordnung verpflichtet ist, nicht in her gesetzten Frist erteilt oder wissentlich unrichtige odev. unvollständige Angaben macht, wird mit Gefängnis bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu zehntausend Mark bestraft, auch können Vorräte, die verschwiegen sind, im Urteil für dem Staat verfallen erklärt werden. Ebenso wird bestraft, wer vorsätzlich die vor geschriebenen Zagerbücher einzurichten oder zu führen unterläßt. Wer fahrlässig die Auskunft, zu der er auf Grund dieser Verordnung verpflichtet ist, nicht in der gesetzten Frist erteilt oder unrichtige oder unvollständige Angaben macht, wird mit Geldstrafe bis zu dreitausend Mark oder im Unvcrmögens- falle mit Gefängnis bis zu sechs Monaten bestraft. Ebenso wird bestraft, wer fahrlässig die vorgeschricbenen Zagerbücher einzurichten oder zu führen unterläßt. **) Mit Gefängnis bis zu einem Jahre oder mit Geldstrafe bis zu zehntausend Mark wird, sofern nicht nach allgemeinen Strafgesetzen höhere Strafen verwirkt sind, bestraft: 1.; 2. wer unbefugt einen beschlagnahmten Gegenstand beiseiteschafft, beschädigt oder zerstört, verwendet, verkauft oder kauft oder ein anderes Vcräußerungs- oder Erwerbsgeschäft über ihn abschließt: 3. wer der Verpflichtung, die beschlagnahmten Gegenstände zu verwahren und pfleglich zu behandeln, zuwiderhandelt: 4. wer den nach 8 5 erlassenen Ausführungsbestimmungen! zuwiderhandelt. 8 3. Von der Bekanntmachung betroffene Personen. Bon dieser Bekanntmachung werden betroffen: 1. alle natürlichen oder juristischen Personen. Kmnumnen, öffentlich-rechtlichen Körperschaften und Verbände, welche Gegenstände der in 8 2 aufgeführten Art in Gewahrsam haben, oder in deren Betrieben solche Gegenstände erzeugt oder verarbeitet werden, oder ftir welä-e sich die Gegenstände unter Zollaufsicht, oder auf deren Grund und Boden sich die Walnußbänme befinden, 2. alle Empfänger solcher Gegenstände nach Empfang derselben, falls die Gegenstände am Stichtage (§5) sich auf dem Versand befinden und nicht bei einer der unter 1. be- zeichneten Personen usw. in Gewahrsam oder unter Zoll- aufficht gehalten werden. § 4. Beschlagnahme. Die im 8 2 bezeichneten Gegenstände werden hiermit beschlagnahmt. Trotz der Beschlagnahme ist ihre Verarbeitung zu Gegenständen des Kriegsbedarfs und ihre unmittelbare Veräußerung an staatliche Militärwerkstätten gestattet. Außerdem darf ihre Verarbeitung oder Veräußerung erfolgen, wenn der Verarbeiter oder Erwerber nachweist, daß sie zur Erfüllung eines militärischen Lreferungsauftrages erfolgt. Als Nachweis gilt eine schriftliche Bescheinigung des Königlichen stellvertretenden Generalkommandos, in dessen Bezirk der Verarbeiter oder Erwerber seinen Wohnsitz Hut. Die Veräußerung und Verarbeitung der im 8 2 bezeichneten Hölzer, die zur Herstellung von Gegenständen des Kriegsbedarfs nicht geeignet sind, ist allgemein gestattet, falls der Verkaufspreis für das Kubikmeter (Festmeter) der Ware 60 Mk. nicht übersteigt. 8 5. Meldepflicht. Die im 8 3 bezeichneten Personen unterliegen bezüglich der im 8 2 bezeichneten Gegenstände einer Meldepflicht. Maßgebend für die Melbepfticht ist der mit Beginn des 15. Januar 1916 (Stichtag) vorhandene Bestand. Die Meldung hat zu erfolgen: a) bei den Vorräten an Nußbaumholz (8 2 Ziff. 1) nach Kubikmetern (Festmetern), b) bei den Walnußbäumen (8 2 Ziff. 2) nach Stamürzahl und Umfang, dessen Größenangabe von 20 cm zu 20 cm nach oben abzurunden ist. Die Bestandsmeldungen sind bis zum 25. Januar 1916 unter Benutzung der vorschriftsgemäß ausznfüllenben amtlichen „Meldescheine für Nußbaumholz" (8 6) an die K'riegs-Rohstoff-Abteilung, Sektion V. II. des Königlich Preußischen Kriegsministeräums, Berlin SW. 48, Verlängerte Hedemannstraße 10, zu erstatten. 8 6 . Meldescheine. Die Meldescheine nebst Briefumschlägen sind anzufordern bei: denLandratsämtern, Kreisämtern und Polizei-Präsidien. Die Anforderung hat auf einer Postkarte (nicht mit Brief) zu erfolgen, die nichts anderes enthalten darf als die Kopsschrift „Betrifft Meldescheine für Nußbaunrholz", die kurze Anforderung der Meldescheine und die deutliche Unterschrift mit genauer Adresse. Auf einem Meldeschein darf nur der Vorrat eines Meldepflichtigen angegeben werden. Wer gemäß 8 5 Gegenstände zu Melden hat, deren Eigentümer er nicht ist, hat jene Gegenstände gesondert von den eigenen unter Bezeichnung des Eigentümers auf denk Meldeschein an- zugeben. Der Meldeschein selbst darf weitere Mitteilungen als die Meldung nicht enthalten: auch dürfen bei Einsendung der Melde-, scheine andere schriftliche Erklärungen in demselben Briefumschlag nicht beigcfügt werden. 8 7. Lagerbuchführung. Wer die i-m 8 2 Ziff. 1 bezeichneten Vorräte an Nußbaumholz aus Anlaß des Handel-sbetriebes oder sonst des Erwerbes wegen in Gewahrsam hat, muß ein Lagerbuch führen, aus dem jede Aenderung an den Bestandsmengen und ihre Anwendung zu ersehen ist. Soweit der Meldepflichtige bereits ordnungsgemäß ein derartiges Lagerbuch führt, braucht er kein besonderes Lagerbuch einzurichten. §8- Ausnahmen. Die Kriegs-Rohstoff-Abtcilung des Königlich Prenßrschen Kriegsministeriums ist ermächtigt, Ausnahmen von diesen Anordnungen zu gestatten. § 9. Anfragen und Anträge. Anftagen und Anträge sind an die Kriegs-Rohstoff-Abteilung, Sektion V. II. des Königlich Preußischen Kriegsministeriums, Berlin SW. 48, Ber-, längerte Hedemannstraße 10, zu richten. Sie Müssen auf dem Brieftimffchlag sowie am Kopfe des Briefes den Vermerk tragen: „Betrifft Bestandserhebung für Nußbaumholz". Frankfurt (Main), 15. Januar 1916. Stellv. Generalkommando des 18. Armeekorps. Betr.: Beschlagnahme und Bestandserhebung von Nußbaumholz Und stehenden Nußbäumen. Vom 15. Januar 1916 An die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Indem wir auf die vorstehende Bekanntmachung des stellver> tretenden Generalkommandos des XVIII. Armee-Korps von heute verweisen, beauftragen wir Sie, Folgendes alsbald ortsüblich zu veröffentlichen: „Am 15. Januar 1916 ist eine Bekanntmachung des stellvertretenden Generalkommandos des XVIII• Armee-Korps, betreffend Beschlagnahme und Bestandserhebung von Nuß- banmholz und stehenden Walnußbäumen erllassen worden. Sie enthätt: Inkrafttreten der Anordnungen, von der Bekanntmachung betroffene Gegenstände, von der Bekanntmachung betroffene Personen, Beschlagnahme, Meldepflicht, Meldeschein, Lagerbuchführung, Ausnahmen, Anftagen und Anträge. — Melde sch eine können bei GroAerzogl. Kreisamt Gießen angcfotdert werden. Der Wortlaut der Bekanntmachung ist auf unserer Amtsstube einzusehen." Der Gießen er Anzeiger, der obige Bekanntmachung enthält, ist von Ihnen auf Wunsch den Interessenten vvrzulsgen, letzteren auch auf etivaige Fragen eingehende Auskunft zu geben. Sollten G e m e i n d e n u ß b ä u m e usw. dorten vorhanden sein, so liegt die Meldepflicht Ihren ob. Gießen, den 14. Januar 1916. Gwßherzvgliches Kreisamt Gießen. Dr. Usinger. ^ MMHMMia c r^^a«agjniJiauw^ap^BaiHia iiiiiii w i — ——— Bekanntmachung. Studierende, welche sich um das Kommerzienrat Siegmund Heichelheim-Stipendium im jährlichen ^Betrage von 500 Mk. bewerben wollen, haben ihre Gesuche bis zum 15. April d. Js. schriftlich an den Engeren Senat zu richten unter Beifügung von Zeugnissen über Befähigung, Fleiß und 'Vermögensverhältnisse. Zur Bewerbung berechtigt sind diesmal christ- . liche Studierende der Universität Gießen, sowie der 'bisherige Inhaber des Stipendiums. Gießen, den 15. Januar 1916. Der Rektor der Großherzogl. Landes-Universität. _ Sievers. _ 412 Dv Bekanntmachung. In unser Genossenschastsregistcr wurde heute bezüglich der Spar- und Darlehnskaffe, eingetragenen Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht zu Wieseck, eingetragen: An Stelle des durch Tod aus- geschiedenen Vorstandsmitgliedes Heinrich Schreiner zu Wieseck ist Jacob Schäfer daselbst als solches gewählt. 402 B Gießen, den 12. Januar 1916. _Großherzogliches Amtsgericht. Bekanntmachung. Durch Beschluß des Unterzeichneten Gerichts vom 11. Januar 1916 ist der Landwirt Philipp Luh 8. in Großen - Linden wegen Trunksucht entmündigt. 418 B __ Großh. Amtsge richt Gießen. Die Rechnung der evangel. Gesamtgemeinde für 1914 liegt 8 Tage lang aus dem 1. Pfarramt, Kirchstraße 5, zur Einsicht offen. 432 Gießen, 15. Januar 1916. Für den eoangel. Gesamtkirchenvorstand: Schwabe, Pfarrer, Vorsitzender. "Bekanntmachung In der alten Gewerbeschule, Asterweg 25, wird DienstG H. FrcitaB, vsrniitt. von 8—12 Uhr, Weißkraut pro Zentner zu 5,00 Mk. abgegeben. Gießen, den 15. Januar 1916. Städtisches Tiesbauamt. ___ Braubach. _ m Bekanntmachung. Der vom Gemeinderat durchberatene Voranschlag der Gemeinde Treis a. L. für 1916 Rj. liegt vom 18. Januar d. Js. an eine Woche lang auf dem Amtszimmer in der Privatwohnung des Unterzeichneten während der Geschäftsstunden zur Einsicht der Beteiligten und Vorbringung von mündlichen oder schriftlichen Einwendungen offen Es wird Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Treis a. L, den 14. Januar 1916. Großh. Bürgermeisterei Treis a. L. B e n n e t 40i . Zur gesl. Kenntnisnahme. Die infolge des langen Krieges ununterbrochen andauernde weitere Verteuerung und Knappheit aller Rohstoffe und Verbrauchsgegenstände, insbesondere der Gerste, die Beschlagnahme der Gerste und die noch immer weiter steigenden Preise des Malzes, welche mehr als die doppelte Höhe wie in Friedcnszeiten erreicht haben, zwingen leider die Unterzeichneten Brauereien wiederum, wie alle Brauereien unserer Nachbarbezirke, den Bierpreis vom 20 . Januar 1016 ab weiter zu erhöhen und zwar Faßbier um weitere fünf Mark das Hektoliter Flaschenbier um 4 Pfg. für die große, um 3 Pfg. für die Schoppenflafche und um 2 Pfg. für die kleine Flasche. Hochachtungsvoll 40i Unionbrauerei A.-G., Gießen Gießeuer Brauhaus, A. & W. Denninghoff, Gießen I. H. Jhriug, Lich Hch. Heller IV., Lich Justus Hildebrand, Pfungstadt Frh. von Ricdesel'sche Brauerei, Lanterbach Bürgerbrauerei Nidda Gebr. Schmidt, Schotten Brauerei Wallach, Alsfeld Brauerei Melchior, Butzbach Gocbet, Nievershaufen Georg Guth, G. m. b. H., Wetzlar Hosbräuhaus Hanau Gg. Steinhäuser, Friedberg Carl Bopp, Marburg W. & G. Wahl, Braunfels W. & G. Aümenröder, Wetzlar Gerlach & Euler, Wetzlar Gebr. Waldfchmiot, Wetzlar Die Brauereien der Bezirke Cassel, Frankfurt, Limburg, Siegen. Lieferung von Waschkeffeln. Die Lieferung von innen emaillierten Waschkesseln aus Gußeisen oder Stahlblech für die Staatsgebäude ini Kreis Schotten soll in 9 Losen aus dem Wege öffentlichen Wettbewerbs vergeben werden. Lieferungsbeschreibungen werden von uns zum Selbstkostenpreis abgegeben. Angebote sind bei uns einzureichen bis zum 26. Januar d. I., 11 Uhr vormittags, dem Eröffnungstermin, zu dem die Anbieter Zurritt haben. Zuschlagsfrist 14 Tage. Schotten, den 13. Januar 1916. Großh. Hochbauamt Alsfeld, Bezirk Schotten. I. V.: Frey. 417 D Landwirte welche Kleesamen aus- reiben wollen, bitten wir um Anmeldung, unter Angabe des Quanlnmö. Durch Maschinen, der Neuzeit entspr., sind wir in der Zage, eine gute, preiswerte Arbeit zu liefern. Bitte genau auf unsere Adresse au achten. [46 Gebrüder Dönges Ockstadt b. Friedberg. 11 äölMiio MtaillrtraMt. Bullenverkauf. Die Stadt Grünberg beabsichtigt, einen Bullen zum Schlachten aus dem Submissionswege zu verkaufen. Angebote auf Lebendgewicht sind bis zum 17. Januar, nachmittags 5 Ühr, bei Unterzeichneter Stelle einzureichen. Grünberg, 12. Januar 1916. Großh. Bürgermeisterei Grünberg. Ranft. 371 D I taiolildi Klein pachte Kelz empfiehlt 292 Georg Schäfer □eher Strasse 9 Holzsnbmission. In den Waldungen der Gemeinde ReiSkirchrM soll nachverzeichnetes Holz im Submissionswege vergeben werden: 16 Kiefernstämme mit 9,18 Fstm. 1 Fichtenstamm von 40—49 Durchm., 0,69 Fstm. l2 Fichtenstämme „ 30—39 >. 11,22 .. 14 25-29 >. 10,56 „ 48 20—24 „ 24,16 „ 161 13—19 .. 37,04 .. 122 Fichten-Derbstangen mit 14,37 Fstm. Angebote sind, mit entsprechender Aufschrift versehen, bis 18. Januar, nachmittags 1 Nhr, einzureichen. Das Holz liegt im Walbersberg Abt. 10 und kann auf Wunsch von dem stellvertretenden Forstwart Baiser vorgezeigt werden. Reiskirchen, am 10. Januar 1916. Großh. Bürgermeisterei Reiskirchen. Wagner. 857 unerreichtes trockenes Haarentfettnngsmittcl, entfettet die Haare rationell auf trockenem Wege, macht sie locker und leicht zu frisieren, verhiitdert Auflösen der Frisur, verleiht seinen Duft, reinigt die Kopfhaut. ^ _ Gesetzlich geschützt. Aerztlich empfohlen. Dosen Mk. —.80, 1.C0 und 2.50 bei Damenfriseuren, in Parfümerien. Nachahmungen weise man zurück. 1393 5 s Herzoyl. Braunschw. Baugewerkschule Ho!zminden. “SST fjodjbai! °'tS" 9S ' Tiefbau L ?i Somnierunicrrldjt 2 . April. Reifeprüfung. IDinterunlerrldit 15 . Oktober. — ■ gleichberechtigt mit den Konlgl. Preufj. Baugewerkschuleo. — C. A, Hartmann Fernruf 931 Seltersweg Aussteuerhaus Wäsche-, Beiten-und Steppdecken-Fabrik Neuwäscherei ÄS" Licht- und Kraft-Anlage in Marburg. 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