Hi. 9 Zweit« SM $ifri}etitl mit RusNEhme des bann tags. D^e ^ietzttier fm OMmki“ werden dem »Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, daS „XicisMdt Mr de» Krth Gietzen" zweimal wöchentlich. Die ..LaNdonUfchäftlichen Sett- fra-c»" erscheinen monatttch zmeimat. chd. Jahrgang General-Anzeiger für Gberheften Mittwoch, \ 2 . Januar 1(9*6 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schea Universitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. SchnMeitung, Geschäftsstelle „.Druckerei: Schul» straße?. Geschäftsstelle u.Verlag:^^ö1, Schrift» leitung: ^E112. Adreffe für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. war der preußische Landtag bringt. O Berlin, 11. Jan. Am Donnerstag wird die treue Kriegstagung des preußisch?! Landtags, deren Dauer auf vier bis fünf Wochen geschätzt ttftrd, mit einer Thronrede eröffnet, von der manche eine „Neuorientierung der inneren Politik" erhoffen, andere befürchten. Es wird angenommen, daß die Thronrede über die Aufzählung der in dieser Tagung in Angriff zu nehmenden Vorlagen hinaus auch manche twr Aufgaben streifen wird, die nach dem Kriege auf dem Gebrete der inneren preußischen Politik zur Lösung zu stellen fern werden. Ob hierbei auch die heißumstrittene und heikele Frage der wiederholt versprochenen Wahlrechtsreform angeschnitten werden wird, wie manche behaupten, bleibt abzuwarten. Zweifellos- ist jedenfalls, daß diese wichtigste preußische Reformfrage in der laufenden Tagung zur Erörterung gebracht werden wird, wenn nicht von seiten der Regierung, so aus dem Hause heraus. Besonders die Sozialdemokrat« hat bereits angekündigt, daß sie einen Vorstoß gegen das Dreiklass-enwahlrecht unternehmen wird, wobei sie das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden will. Denn angesichts der scharfen Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Partei, angesichts der drohenden Spaltung ist es begreiflich, daß man nach einem taktischen Mittel sucht, .um die feindlichen Brüder wieder auf dem Wege einer gemeinsamen Aktion zu einiget:. Das Herrenhaus wird am Donnerstag nachmittag zunächst eine kurze Sitzimg abhalten, um einen neuen Präsidenten und einen zweiten Vizepräsidenten zu wählen, da derfrühere Präsident v. Wedel und der zweite Vizepräsident Frhr. v. Landsberg-Steinfurth im vorigen Jahre verstorben sind. Für den Posten des Präsidenten wird in erster Reihe Graf v. Arnim-Boitzenburg, in zweiter Reihe der frühere Führer der Konservativen im Reichstag, Frhr. v. Richthofen, genannt. Am Freitag wird das Herrenhaus noch eine geschäftliche Sitzung abhalten, um die eingegangenen Regierungsvorlagen dem Ausschüsse zu überweisen, und sich dann bis Ende Februar Verlagen. Das Abgeordnetenhaus dagegen wird sich gleich „initten in die Arbeit" stürzen. In der Donnerstagnachmit- tag-Srtzung wiro der Finanzminister Dr. L e n tz e den Etat für das vom 1. April dieses bis zum 30. März nächsten wahres rerchende Rechnungsjahr vorlegen Uiid begründen, ^bei er vor allem die bereits angekündigten neuen Steuern in Gestalt der Erhöhung der Steuerzuschläge dem Hause und den „Leidtragenden", iiämlich den Steuerzahlern, mundgerecht zu machen hat. Der durch Zuschläge zur Einkom- nren- und Vermögenssteuer zu deckende Bedarf beläuft sich auf rund 100 Millionen Mark. Sie sollen bereits vom f*** 1 12/6 erhoben und nach dem Plaiie der Regierung alsbald auf ern weiteres Rechnungsjahr ausgedehnt werden Daß. erne Steuervermehrung in Gestalt von Zuschlägen zu bestehenden Steuern an sich eine sehr mechanische und alles eher als einwandssreie Lösung des Steuerproblems bedenkt, wird von keiner Seite, auch nicht voii der Regierung geleugnet Aber die Finanzverwaltung ist der Meinung, daß mes Uebel rn Kauf genommen werden muß, da in der jetzigen Krregszert an eine organische Lösung der Stenerfraae nicht zn denken sei. Auch ist eine Aenderung des Z u schlägst) stems geplant, um einige am schwersten empfundene Härten zu beseitigen. Im übrigen wird gegen die Auffassung daß dre neuen Steuerzuschläge auf einen Wunsch der Parieren zurückzuführen sind, von parlamentarischer Seite Einspruch erhoben mit dem Hinweis darauf, daß es umgekehrt me Regierung war, die in Besprechungen mit den Parteiführern von vornherein Vorschlag, den Mehrbedarf durch Steuerzuschlage auszubringen und die organische Neuord- mmg der Besteuerung bis nad) dem Kriege zu verschieben jedenfalls sind lebhafte Erörterungen über diese Frage zu erwarten, die sich freilich aus naheliegenden Gründen in der Hauptsache nicht im Plenum, oder wie man jetzt sagt, rn der Vollversammlung, sondern im Haushaltsausschuß absprelen werden, an den der Etat, der Staatshaushalt, schon am Samstag überwiesen werden dürste. Außer dem Staatshaushalt wird dem Landtag auch eine neue K r i e g s k r ed i t f o r d e r u n g zugehen, da der mt Vorjahre bewilligte Kredit von U/ 2 Milliarden bereits mxf 400 Millionen Mark aufgebraucht ist und bis zum 1. April ziemlich ganz ansgebrancht sein dürfte. Von weiteren Vorlagen ist neben dem Fischereigesetz, das dem Landtag von neuem zugehen soll, vor allem die Eisenbahn- an lei h e vo r la g e zu nennen, die erhebliche Forderungen enthalten dürfte, zur Erneuerung des durch den Krieg stark abgenützten Wagenparks der Eisenbahnen. Wir betonten schon, daß der Hauptteil der Parlamente rischen Erörterungen in den erweiterten Haushaltsausschuß verleat werden wird. Die Gründe hierfür liegen cncs der Hand, denn bei diesen Debatten über die Kriegs- fürsorge im weitesten Sinne müssen notwendigerweise Drnge berührt werden, bei denen das Interesse der Landesverteidigung in Frage kommt. Im übrigen ist nicht daran zu zwerfeln, daß dies Interesse, das heißt der Wille, durchzuhalten bis zum endgültigen Siege, den Leitstern der Verhandlungen bilden, daß der Wille, einen siegreicheii Frieden zu erzwingen, das Festhalten am Burgfrieden diktieren wird. Wie die Hoffnung unserer Gegner, uns militärisch niederznringen oder uns durch die silbernen Kugeln zu schlagen oder uns auszuhungern, als endgültig ge- scheitert gelten darf, so werden auch die vielleicht durch die Quertreibereien einiger sozialdemokratischer Fanatiker genährten Spekulationen zu Schanden werden an der festen Entschlossenheit des einigen deutschen Volkes, an unserem unerschütterlichen Willen zum Sieg. Die zehn leichtesten Zrieüensbedingungen für Deutschland. Aus Rotterdam wird gemeldet: In der „Fort nightly Review" wendet sich ein Mr. F G. Aflalo gegen den Aufsatz einer anderen unbekannten Größe, die es gewagt hatte, für leichtere Friedensbedingungen für das zerschmetterte (!!) Deutschland einzutreten. Mr. Aflalo, der in seinem Privatleben ein großer Reisender vor dem Herrn ist und auch Einmal etwas über Seefische geschrieben hat, ist über die mitleidvolle Gesinuung des ersten Artikelschreibers in heiligen Zorn geraten. Wohlwollen ser eine schöne Tugend, meint er, aber verkehrt angewandt, sei es schlimmer als Grausamkeit. Ein Arzt darf nicht immer mit Sammethändeu crnfassen, wenn er eine Operation verrichten will und die Bundesgenossen würden eine schwere Operation ausführen müssen, soll Europa wieder gesund werden. Cs sei ein Jammer, daß solche Aufsätze, wie die seines Gegners, überhaupt erschienen, da sie beim Feiude einen verkehrten Eindruck über die Meinungen bes englischen Volkes und seiner Bundesgenossen hervorrufeu Wenn eine Volksabstimmung abgehalten würde, so dürfe man behaupten, daß die folgenden zehn Punkte die leichtesten Friedensbedingnngen sein würden: . 1 Augenblickliche Verzichtleistnng des deutschen Kaisers auf den Dhron und Verbannung von ihm und seinen Söhnen 2. Die Räumung Frankreichs, mit Einschluß von Elsaß-Loth- rmgen, wecker von Trient, Belgien, Serbien und Polen 3. Die deutsckM Flotte wird auf hoher See iu den Grund gebohrt oder von den Bundesgenossen beschlagnahmt. 4. Alle überseeischen Besitzungen Deutschlands werden beschlagnahmt. 5. Die Person oder die Personen, hie für den Tod der Miß Capell oder für das Torpedieren der „Lusitania" und der „Ancona" verantwortlich sind, werden öffentlich gehängt. 6. Eme Kriegsentschädigung von 80 Milliarden Mark, wovon die eine Hälfte zur Wiederherstellung Belgiens und Serbiens bestimmt wird und die andere Hälfte unter den Bundesgenossen verteilt werden soll. 7 Dauernde industrielle und kaufmännische Ausschließung der Deutichen von den Märkten und Städten der Bundesgenossen. 8. Eine internationale Polizeiaufsicht auf den Meeren durch die verbündeten Flotten und eine dauernde Aufsicht über den deut- sch>m Handel als Gewährleistung für die Zahlung der Kriegsentschädigung und für ein gutes Betragen in der Zukunft. 2- Tie Türkei hört auf, ein europäischer Staat zu sein. . 10- Bulgarien wird nach Anweisung der Bundesgenossen unter den Balkan stauten verteilt. ' _ Viele Leser, meint der Verfasser zum Schlüsse, werden diese Friedensbedirigunb-en noch viel zu gnädig finden, aber das Weihnachtssest müsse sie etwas sriedlicher gestimmt haben. Mit den obigen Bedingungen könne man sich zufrieden geben. Man beachte, daß die „Fortnightly Review" nicht das erste beste Käseblättchen ist, sondern in den gebildeten Ständen Englands sehr verbreitet und gern gelesen wird. Daß ein solches Blatt glaubt, seinen Lesern eine derartige Kost vorsetzen zu können, beweist den heutigen pathologischen Zustand der gebildeten und „regierenden" Schicht Englands. Aus der Werkstatt des Krieges. Ein Gang durch die deutsche Kriegscrusstellung. % Von Afred Bratt. ^ Berlin, den 10. Januar. Das Zeitalter der Technik, des Maschinen bauenden und Geistes, hat dem Weltkrieg seinen besonde- ren, ine kühnsten Dräume Phantast ebegabter Zukunftsschildecer über- raMnden Charakter gegeben. Einen phantastisch lehrreichen Ein- bckck rn oreje 'moderne Werkstatt des Krieges gewähren die im neuen U1 L. l 2 3 4 5 6 0 cn Kampfsahrzeuge, der Erde und der Luft, Vnterdrgungs- rmd Angrifssmittel aller Größen und Formen rn geordneter Sammlung ausgestellt sind, ist so ein gewaltiges Laboratorrum des Weltkrieges geworden, ein stummes Zeugnis menschlicher Kraft- und Willensäußerung. Zugleich aber auch eine phantastische Schau der Gegensätze und Leidenschaften unserer Zeit, der blutigen Energien der Geschichte unserer Tage Keine Ausstellung kann im lundgreiftichen Sinne internationaler sein, als diese Schau in den Zetten der sttengsten Abschlicßung der Grenzen, der 'gewaltsamsten Unterbrechung der gegenseitigen Handelsbeziehungen. Aber was den Reichtum und die besondere Eigenart dieser Ausstellung bildet, wurde auch weder srenndsckiaft- lich gesandt 'noch mit Geld getauft. Die hnndertartigen Werkzeuge und Gegenstände, dre den Kamps unseres Jal-rhunderts illustrieren, Uno Be icke stücke von den Schlachten, in blutiger Gefahr rn Miseren Besitz gemacht. Darum (spricht die Menge des starren Kriegsgeräts Berichte der Kühirlseit und des Erfolges, die beredter sind, als alle mündlichen oder schriftlick^en Schilderungen. Ter Krieg selbst wurde sozusagen in seinem technischen Extrakt eingefangen, um gemustert numeriert und mit einem Katalog versehen der Erkenntnis der -Lahermgeblicbenen vorgef>hrt zu lverdeu. Kein Museum könnte nad) kühleren rein sachlich ordmmgsgemäßereii Standpunkteri zu sammengest^lt sein, als die Scksau dieser Dinge, die in Sckpnutz irnd -ooschädigung imd Unberührtheit den dämonischen, nur imvollstandig sasstichen Hauch des lebeirdigen, blutgetränkten Kampfes verbreiten. Tel Geschützpark in der Mitte der Halle läßt uns an die rauchutzerwoltteu Stellungen im Westen und Osten denken, die seit emeinyalo Jahren von dem Donner aus solchen eisernen Mündern j tmderhallen. Die kleinen 'Maschinengewehre, die wie metallene Spmnen zwischen ilxren großen Brüdern uml>erzukriechen scheineil, gemahnen an die Reihen anstürmender Feinde, die von ihnen niedergemäht werden. Minenwerfer und Signalanlageii verlebeii- digen, was wir voii Durchbruchs versuchen und Gegenang-läffen vernommen haben. Ja,, selbst die gewöhiilichen Schlitten und ffchien russischen Bauern wagen, deren merkivürdig volkstümliche F-ornien an altvaterische Tage und Sitten bcrtfen lassen, führen uns Szenen aus dem Kriegsgebiet vor. Am phantastischsten, aewalttgsten und erschütterndsten aber wrrtt die Abteilung der Kriegsflugzeuge. Englische, französische und russische Flugzeuge — meist sranzösischer Konstruktion — drecken schweigend ihre ans Stahldrahr gez-vgeneii Bvgelsckpvin- gcn aus, die hoch über den Schützengräben von Feind und Freund me Luft durcheilten. Sie sind unantastbare Zeugen der Kämsüe, deren Drecken und Entwickelungen sie beobachtet und tätig miterlebt haben. Noch scheinen die Flügel der Kriegsvögel zu zittern von Bewegung und dem Rausch der Kriegsatnrosphäre; cs ist, als seren sie mit eigener Kraft direkt aus dem Kampfgebiet zu uns 'herubergeflogen und als könnten sie sich jeden Augenblick wieder erljebcn, um ut Kampf und Gefahr zn enteilen. Aber ihre Motore — die modernen Herzen dieser allermvdernsten Tiere — sckstagen nicht mehr, und ihre mit den französischen oder englischen Farben bemalten Tragflächen bewegerr sich nicht iir der Gefangeiischaft Sre smd hnuntergeholt aus luftigen Höhen in fernen Gebieten, ^^^^Ittwssen mit schlanken, sinnreich gebarcken Abivehrkanoiren od? Apparaten, dre ihnen wie Brüder gleicheir und ihnen dennoch Femd sind, rm Schmuck der deutscksen Farben. Und wie ihr Anblick, so bewegt auch der schlichte Bericht über das Schicksal, das sie in diesen Saal gebracht hat. unseren Süm. Da liegt das Mittel stuck emes englischen Kampfflugzeuges: die Sckpvingeu fehlen, ebenso der Unterbau mit Rädern imd Steiierimg. Zerschossen und amputiert liegt dieser 'Ueberrest des einst stolzeii Kainpfvogets vor unsren Augen, und in dcni Bericht heißt es: Doppeldecker, gebaut m den Königlich, englischen Flugzeugwerken. Wurde nördlich des Flugplatzes Rouph zur Laiidung gezwungen, loobei er sich überschlug. Beide Insassen wurden tot vorgcfunden. An dem Flugzeug wurderi 192 Treffer gezählt. Außerordentlich, vielartig ist die technische Gestaltmig iind Berwendimg der niodernen Kriegverkehrsmittel. Die Leistungen der Eisenbahnen, die die moderne Strategie inttgeschaffeii und ausführbar gc'machst haben, 'iverden durch das neueste Verkehrsmittel aus sestl'M Boden, den Kraftivagen, iu großzügigster Weise ergänzt und in Einzelheiten sogar übertrvffen. Die Kolonnen- wagen — Munftions- Md Proviantfahrzeuge, Panzerwagen und Ordonnanz-Rennautomobile — sind die verbindenden und vermittelnden Sendboten im heMigen beiveglichen .Kriegsgcwirr Gcivehre aller Konstruktwneu, Uniformen der verbündeten niid gegnerischen Truppen, Kriegsaraphik, .Kriegsliterattrr und Kriegs- Photographie ergänzeir diese Schau, die mit Beihilfe des Kriegs- Bilder au§ Saloniki. Die folgende Schilderung des Lebens in Saloniki findet sich im „Gaulois": „Das erste, lass man gegenwärtig in Saloniki lernt, ist die Uebersekung des Rufes „Ächtung!"' in die ver- ichiedensten Sprack-rn. In dem wirren Verkehr, ber sich besonders in der Gegend des Hafens zufamTnendrängt, in dem Durchein- ander von Soldaten, Beamten, Händlern, Lastttägern und Volk. „Attention" „Bros", „Testour", „Varda", ,Hey-Oop" — so tonen die Rufe von allen Seiten. Französisch, Griechisch, Spanisch m einer merkwürdigen Salonikiec Anssprache, Englisch in allen Dialekten — von dem Dialekt der Westküste Irlands bis zu dem der Ojtkuste von Yorkihire — alles ruft, tönt und wirbelt durcheinander, und für einen Sprachunkiindigen ist es schwer, un- angermipelt vorwärts zu kommen. Schwere Lastautos mit den französischen oder englischen Abzeichen donnern über das unebene Pflaster. Griechische Soldaten retten aus ihren kleinen Pferden m langer Reihe aus der Stadt. Motorräder rattern, fauchend und schwankend über die hockrigen Steine. Reiterei der Alliietten klappert durch eine Hauptsttasie, Karren aller A?ten und Größen poltern umher. Sttaßenhchrdler halten Hühr^er und Früchte feil. Pattouillen, deren Gemisch von Uniformen der verschiedensten Truppengattungen ihnen ein merkwürdig zusammengewürfeltes Anchehen verleiht, marschieren zu ihren Posten. Tie Straßen dieser biinten Levante-Stadt spiegeln ein Weltbild von Beweglichkeit, Völkergemisch, Gesichtern und Geräuschen. Es ist, lverh Gott, schwer möglich, heute ruhig in Saloniki spazieren zn gehen. Saloniki gleicht den orientalischen .Häfen des Mittelmeeres, be- onders m dem Unterschied^des Bildes, das von ferne — vom Meere aus gesehen — eine Stadt von eigenarttger uiid historischer Schönheit zu offenbaren scheint, in der Nähe sich aber als ein wimmeliides, mcht sehr reinlickses Gemenge von Sttaßen und Häusern zeigt. Die Seeleute, die die Stadt von Bord ihrer Kreuzer mt leise schaukelnden Golf dtrrch den lichtglänzenden Morgennebel bettachten, beneiden die Soldaten, die in dieser scknm- mernden Stadt leben dürfen. Die Soldaten hingegen, die sich in den schmutzreichen, von wenig erfreulichen Gerüchen erfüllten sttaßen auf hügeligem Grunde bewegen nrüssen, wünschen sich an die stelle der Seeleute auf reinlichem Verdeck, umgeben von den blaugrauen Fluten der See. Jedenfalls ist Saloniki malerisch und , an wildern. Die Vergiiügungen, deren man in Saloniki terlhafttg werden kann, beschränken sich^auf ein Kaffeehaus, das mehr Gäste als Sitzgelegenheiten hat: drei Kinematogravhen- theater, die Aberü> für Abend dieselben uralten, verblaßten Films abrollen, ein Theater, dessen Leistungeti nicht gerade künstlerisch zir nennen sind und schließlich ein sogen. „Gesundheitsbad", dessen Dlgltzer infolge des reichen Zuspruches der Offiziere großarttge Ecsawste macht. Vor den Kaffeehäusern, an den Straßenecken, auf den Plätzen, überall haben sich jugendliche Stiefelputzer mtt ihren klemm Kästchen und Bürsten aufgestellt. Diese Putzer, die man Lustros" nennt, sind wahre Künstler in ihrein Fach, und es ist schwer, sich ihren laut gellenden Aufforderungen zu entziehen. Doch Stadt und Unigehrmg werden vor allem von den Unifornien beherrscht, die in ihrer V.ielfülttgkett das seltsame Durcheinander noch mehr zu ve rwirren scheinen ..." Ministeriums und unfteiwilliger Unterstützung unserer Feinde ein wcuseum geworden ist, das die Werkstatt des'Weltkrieges in ihrer atemraubenden Tatsächlichkeit zeigt. , Es ist das Arsenal des Kampfes, das wir sehen, die Fabrik des Kruges Ein Gesamtbild der Welt, in der unsere Soldaten zäl und unbezwinglich ausharren als die Pioniere des Riesenavparatest den zu bedienen die Geschicke unserer Zeit zur Ehrenpflicht gemachl haben. -S-.d epprlin-AlarM. Die Zeppelingefahr hat die Notwendigkeit herbeigesührt, womöglich automatisch die Annäherung von Luftschiflen und auch Flugzeugen auzeiqen zu lassen, und die französische, englische und amerikanische Erfindungskraft be- faßt sich daher intensiv mit diesem neuen Probleme.' Wie ein Bericht des „Promttlieuß" mitteilt, ist man einerseits bemüht, dre automatische Wislösung von Warmiiigsflgnalen zu bewirken andererseits mck Hüfe entwickelterer Einnchtungcri dann Richtung imd Entfernmig des Fahrzeuges znm Zwecke wirksamer Bekamp,una sestzustellm, auch wenn es nicht sichtbar ist. Das Prinzip der Einuchtnngen besteht in der Benutzimg der Lufterschütternngerr durch die Explosionen der Motore. Man läßt sie aus mikrophon- ähnliche Apparaturen einwirken, wodurch Schwankungen in elektrischen Strömen ansgelöst lverdeu. die ihrerseits Alarmvorrick- ttingen betätigen, Licht- und Klanganlagen: oder man bemißt die mechanische Ueberttagung des Lautes durch große Schalltrichter aus das Ohr, iim durch Drehung des Trichters die Richtung festzustellen,. aus der die stärkste Erregung kommt, in der also der Störenfried sich besinnet. Zur Erhöhung der Empfindlichkeit werden rnehrerc derartige Trichter gleichzeitig benutzt, deren Wirkung addiert wird Die Trichter sind alle gkeicklgerichtet und i» gleicher Weise zur Ab'.uchung des Himmels zn drehen Um schließlich die Entfernung festzustelleri, bedarf es neuer Methoden der Eiit- fernungsmessmig oder Anpassung der für die Messung durch '^-icht entwickelteil Instrumente zur Messung durch Klang. Bei- Viel sw eise stellt man an mehreren (drei, vier) Stellcgi des Erdbodens mit mehreren Trichtereinrichttln-reil die Richttmg des Fahrzeuges für jede Stelle fest mrd kwrechnet danii aus allen Zusammen den Ort iind danrit die Eritferiinng. Das Problem ist, ivie man ohne weiteres erkennt, nicht einfach, dar Unsicherheit in der Feststellung der >Aangrichtnng an sich schon gesellt sich die. Brechung des Klanges durch die Wolken, durch Luftströnmngen usm zu, und wekm maii dazu die schnelle Beweglichkeit des Fahrzeuges berücksichtigt, so schettit cs recht ivenig aussichtsreich, derartige Llpparaturen zur lmrksamererl Beküurpsring benutzen \n konneii — wenigstens was die Feststellung der Entferiinng anlangt. Zur ^stgvinnnug der hsichtung sckwinen sie säwn elxr brauchbar und auch zu antomatischeir Alarniemriäitungeir. mJ Leibwäsche! 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(Nachdruck verboten.) 10 217 65 308 534 757 821 955 1 238 674 2059 600 54 764 849 94 907 3025 300 403 71 4446 646 »79 5219 331 800 1 900 6013 251 514 613 924 88 7302 445 83 622 862 8069 233 86 485 86 810 953 0279 497 614 10021 75 135 250 323 436 63 580 639 81 11048 103 56 59 64 337 40 608 40 12000 427 624 68 1 3136 242 522 628 [500] 14036 147 623 51 15166 698 667 887 [1000] 95 905 1G436 621 813 952 61 17667 367 98 419 43 533 38 625 36 18215 329 497 573 886 96 ISOOl 61 20168 75 325 723 61 834 21185 428 59 525 [1000] 41 626 734 907 22000 118 900 8 23074 111 14 94 362 74 969 90 24157 74 619 [100] 51 953 25393 446 874 20285 375 631 899 27128 326 469 786 907 18 54 [300] 23923 29010 174 389 433 719 806 952 SG200 435 [100] 769 963 31176 91 651 65 975 32083 199 244 670 707 59 [200] 33022 55 64 290 424 788 983 92 3 4297 364 600 744 56 947 [1000] 35011 59 69 135 57 74 720 36045 694 904 909 35 79 37358 [200] 81 582 800 77 933 30170 [100] 205 515 31 69 695 906 3 3 0085 132 61 644 67 83 40031 191 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251 313 38 430 605 154182 274 443 [100] 95 518 94 609 951 155232 62 311 [200] 907 156114 65 383 431 737 828 1 5 7 066 616 1 55142 98 512 690 812 928 1 5 0072 [100] 91 525 692 720 92 837 160161 255 332 51 599 663 85 738 856 1 6 1 211 385 555 696 712 79 873 162187 227 45 344 48 466 506 738 68 1 63198 397 699 632 84 999 1 34133 463 653 1 65010 145 200 697 843 1 6 5043 341 554 804 65 167186 [4C0] 91 96 417 536 160248 511 160089 93 100 1 35 208 95 450 804 170000 103 79 330 76 466 614 80 795 171050 117 217 339 628 993 172188 761 93 813 48 173068 200 363 174233 676 351 63 [400] 1 75230 35 384 452 532 719 843 170024 64 640 803 985 177098 426 76 533 976 170016 239 87 336 449 615 19 28 42 869 179021 206 366 482 16Ö237 53 82 391 472 09 677 99 912 1 81161 72 254 324 716 83 832 182167 0s 678 [100] K0 793 861 933 1 83140 215 458 61 710 23 908 1 84 038 78 91 586 185466 659 693 717 28 1SG123 62 224 303 28 51 470 581 [100] 621 78 836 42 928 187029 362 64 508 608 713 23 188042 461 579 615 735 827 ;200l 189193 273 74 550 744 80 823 180139 534 [6001 650 [100] 60 1 91177 304 521 649 714 63 831 70 192041 356 60 86 439 604 707 193096 130 63 491 625 762 818 1 04 005 217 [200] 737 931 195259 313 821 3 54 762 196093 143 87 89 241 656 839 948 197059 116 27 74 264 83 545 649 [300] 852 198161 215 [100] 449 517 708 887 979 128083 [100] 129 667 72 [100] 203751 291134 [100] 464 500 892 202155 639 81 740 922 29 73 203184 460 835 99 911 67 204132 343 467 749 205051 81 222 53 820 922 200037 138 207035 129 362 30 732 84 200095 140 360 61 63 65 209007 60 471 511 613 210113 200 300 19 404 500 18 699 727 813 976 211406 26 43 534 661 787 [200] 73 [300] 832 38 212Q77 737 78 804 67 213468 870 74 964 77 I. Ziehung 1. Kl* 7 Preoss -Süddeutsclie (233. Königlich Preuss.) Klassen - Lotterie Ziehung vom 11. Januar ISIS nachmittags. Amt Jod« gerogan« Kammer #lnd rw«l gleich hohe Ge- wbrae getanen, nnd «war Je einer aaf die Lose gtatebor Kammer In den beiden Abteilungen I and II Nor (De Gewinne über 50 Mark stad den betreffenden Nummern ln Klammern beigefügt. (Ohne Gewahr.) (Nachdruck verboten.) 195 306 1007 279 [100] 308 419 631 014 773 989 Li27 [200] 225 4 26 691 30S1 124 66 493 695 707 4158 98 440 661 944 5016 [100] 19 492 910 0038 449 719 970 7322 65 437 628 42 97 043 8074 314 64 857 69 0452 68 99 024 798 830 10020 225 360 79 442 [100] 11064 166 634 750 68 98 [200] 849 915 12012 247.394 483 506 33 718 64 810 [100] 943 13019 83 156 429 33 532 88 662 761 937 50 14371 660 92 77,1 981 15023 72 328 634 16284 96 652 701 05 83V 17109 203 704 77 823 18036 37 86 367 513 631 45 902 10111 39 98 320 499 20011 38 118 29 35 96 395 471 948 21305 7 485 615 63 86 601 69 820 22147 86 23067 24345 784 87 866 938 25385 560 731 25104 411 [100] 627 41 774 95 891 976 27095 101 93 247 635 82T 28lU 39 44 560 726 20176 704 47 30664 3 1 571 606 9 31 71 32 498 614 709 828 974 3 3 007 111 472 546 63 78 [100] 675 77 34396 461 663 811 35109 16 200 419 716 93 flOO] 99 822 974 36006 352 [400] 73 83 636 60 3/050 89 152 372 604 990 3BC03 214 45 393 886 30185 99 361 453 40107 392 495 711 805 907 [200] 40 99 41150 372 484 85 984 42000 185 250 [100] 548 43706 90 139 56 84 207 329 629 885 44098 109 41 75 95 215 372 402 516 [100] 31 016 45657 909 68 939 46051 641 719 33 66 842 47063 89 248 62 723 63 876 926 96 48033 56 108 239 43 432 40339 07 362 647 67 854 960 50457 606 78 808 51039 366 430 64 642 52131 600 [1000] 823 934 53005 76 94 227 521 615 61 805 64 70 54253 88 661 55010 20 85 140 246 447 619 744 62 825 918 5 6 070 284 302 442 605 33 7 63 952 5 7 122 43 61 714 29 75 807 92 902 [100] 91 58013 [200] 98 303 446 60 581 712 27 847 66 59214 757 846 911 80 60121 326 42 877 995 01251 321 81 478 758 873 99 62194 483 857 82 916 36 82 63378 94 489 695 719 23 921 90 64024 325 43 667 97 659 776 911 42 65055 121 211 459 867 913 18 66124 325 406 642 627 74t 67046 [100] 396 505 615 28 847 57 69 68462 635 [1001 977 94 69351 660 70116 715 843 71362 593 730 936 72174 577 661 [100] 96 794 931 73166 339 614 98 75149 427 543 810 64 7010t 96 405 77 661 781 77096 125 527 872 78371 466 613 47 778 831 70067 397 [100] 407 37 70 514 72 1100] 700 61 80285 427 33 612 605 '800 81250 435 607 783 965 82062 65 216 558 77 762 67 874 83448 78 839 968 84130 510 652 824 85072 333 94 518 802 39 86004 421 99 910 87046 171 473 88318 436 58 719 93 809 957 70 89277 516 70 614 731 861 915 90177 350 633 [100] 738 927 [100] 91328 438 509 667 91 825 V?046 189 502 11 54 661 998 93018 449 634 886 998 04'33 471 963 95146 224 4.08 17 672 [4C0] 805 96127 33 [300] 438 645 97052 78 316 554 98072 97 [100] 894 90072 225 386 449 609 17 [100] 64 710 801 13 109096 281 480 «9 7« 34« «f® 53 86 96 706 862 102000 17« 90 299 4Tf 91 920 103175 292 370 661 688 848 [MW! 1840» «ß 8S 70 468 [200] 619 609 105416 678 «60 770 801 23 037 1 08044 303 [200] 43 67 482 822 906 107038 60 163 481 867 1 08313 483 997 1 00033 208 470 542 110197 220 312 424 89 613 41 752 111144 TTi 638 56 970 112101 201 83 340 113348 764 864 83 114233 372 401 702 926 115168 361 449 90 11010» 403 600 37 993 1173*4 524 62 «10 879 11*180 S» 46 60 [400] 96 63S 93 788 119194 20S 00 326 60» 76 646 87 763 120008 33 47 299 879 769 834 1212» 899 Hosmannstrake 7 Part. 130 •6-Zimmerwobnantj c. t. 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