Nr. i Zweiter Blatt Erschein täglich mit «uSnahine deS Sonntag«. Ob. Jahrgang Die „Sietze«er ^amiNevbiätte^^ roerbeit dem »Anzeiger* viermal wöchentlich beigeleqt, das H KitUbUI 1 (üc bcu Kreis Oieheu" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- fragen^' erscheinen »uonatlich zweunal. Eichener Anzei General-Anzeiger für Gberhejfen Montag, \\ Januar ^6 Notationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitätS - Buch- und Steindruckerei. N. Lange, Gieße,u Schriftleitung,Geschäftsstelle ».Druckerei: Schulstrabe?. Geschäftsstelle u.Berlagi^dbl,Schrift- leitung: e^H2, Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Kriegzbriefe aur dem Westen. Don mrserm Kriegsberichterstatter. Otvterrchttgter Nachdruck, auch auSz»gSweise. verbotorI Gin Lied vom Hohenzollernwerk. Unterm Liclftervaume sab ich mit den Angehörigen eines sächsischen In fauterw-Regime nies zusammen, die dabei gewesen Maren, alS Preußen, Saclffen und Bayern in Helder:mMigem Angriff die ur gewaltiger Uebermacht eingodrungenen Eiigl ander wieder aus dem Hohenzorlernwerk hinauswarfen rmd dann jeden neuen Sturm unerschöpfliche Reserven auf die Stelle lerckenden Feindes abschlugerr, b»s nach fast zweiwücksigem, Tag und Nacht unuuter- brochenem Kantt»ft den Engländern der Dem ausging. Es »vor ctne evoas verspätet- Feier, denn in der heiligen Nacht hatte,, drese Tapferen zerstreut in den vordersten Gräben gelegen, da hatte man nicht'zusammen komme:: können. 9lber es war eine un- vergleichsich herrliche Feier im Kreise von Mänrrern, wo alle, so getrennt sie von Hause ans durch Herkimft und Wesen gervesen sein mochten, durch die gemeinsame Not rmd den gemeinsamen Sieg zu Brüdern geworden waren, Offizier nnd schlickfter Manu, ohne unterschied. Unvergeßlich, wie einer an des andern Freude teil- nahm, als die WeihnachtsPakete von Hause geössriet wurden, wie der Kompagrrreführe r, der jeden so gut kannte nrrd jedes Berttautor war mtt der Zartheit einer Mutter dafür gesorgt l/atte, daß die Gaben und die FrertVe gleick) verteilt waren und keiner heute auf den Gedanken kam, er ser ärmer als ein glücklicherer Bruder Unvergeßlich auch, wie der kleine Leutnant, einer der Jüngsten im ^rerse, die von ihm verfaßte kräftige Bertonrmg von Uhlandü Trinklied: „Was ist das für ein durstig Jahr" sang und mir dabei evl barm Hafter Feldgrauer zuflüsterte: „Das ist nämlich unser allerbester Handgvcmatenschmeißer! Beim Angriff unbezahlbar!" Schade, dachte ich nckr, das läßt sich nicht schildern, das ist nur zu erleben. Und dock», wie sehr verdientem es die stillen Mitkämpfer in der'Heimat, deren Liebesgaben in so ftgensreicli-er Fülle vor redem dankbaren Manne anfgebaut standen, einen unmittelbaren Hauch von diesem Geiste ihrer kämpfenden Söhne zu verspüren wie ich ihn selbst so froh genoß, daß ich die Stunden Jtte vergessen werde. Da trat ein Leutnant unter den Lichterbauni lum als Gruß des erkranttcn Stabsarztes, den ein im Dienst erworbenes ßerä>cn an 'diesem Abend von seinen Kameraden fern auf daf Schmerzenslager bannte, die folgende Ticl)tung vorzulesem Ich sah dre Augen der Leute, in denen Vers für Vers jedes Erlebnis wiederleuchtete, ,mib ich muffte, dies (Gedicht darf nicht in der notdürftig in der Reickpoette der feindlichen Geschütze her gerichteten Weihnachts hätte der Truppe verhallen. Denn diese anspriuhslos an die kleine Sck>ar der Beteiligten gerichtete Gelegen hettschchtuug grbt für die zu Hause, die tapferen unermüdliche,: Mitkämpfer und Mitkampfermnen um des Vaterlandes Sieg den echtesten und unmittelbarsten Begriff vom Geiste der Kämpfer in der vordersten Front, die das Schwerste bestanden haben, was der Stellungskrieg an übermenschlicher Mcnschenkraft gefordert hat. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. Die zweite Kriegsweihnacht. Dem I. Bataillon dneg fSchsischen Jilfauterie-RegimenteS int FeNtz. thnj Erinnerung an die Tage im Hohenzo Hern gewidmet vom fernem erkrankten Stabsarzt, Die Nacht ist kalt — die Tanne steht Am deutschen Forst in Sclprce und Stürmten Der Weihnacht trautes Grüßen weht Im holden Klang von Heimatstürmeu. Wir haben über Jahr und Tag Den lieben Ton nicht mehr vernomm». Zu uns muß mit Kaironen schlag Der Weihllwchtsmann im Kriogskletd ldrmnlm. Zum zweitenmal in Feindesland Erglimmen uns die Chriftuachtkerzen — Zum zweiten Male weit verbannt Von Frauenlieb und Länder Herzen k Wohl grüßt uns manches liebe Wort, Näanch' heitre Gäbe ihrer Hände, Doch fragt die Sehnsucht immerfort. Wann sie die Lieben wiederfäivde. Getrost ! Auch diese Stunde schlägt — Ujtb wie auch die Geschicke walten: Wir haben, wild vom Sturm gefegt. Auch dieses Jahr die Wacht gehalten! Trum sandten wir aus Kampf und l^ftaus Tie schönste Zier der Weihnackftsbäume: Daß unsre Kinder hent zuhaus In Fried und Glück vom Christkind träumen! Uns aber laßt in hl-il'ger Naclft, Da uns ihr Märchenglanz verblichen, Da nns kein K^cndesauge lacht Und Frauenliebe uns entwichen, Ter Zeit gedenken, stolz und froh, Wo wir den schlinrmsten Strauß bestanden, >Ms um uns wild nnd lichterloh Des Krieges Flammen grausig brannten! Tenkt ihr noch der Septembernacht, Ms der Alarmrus uns erweckte Und in die wilde Glut der Schlacht lAus ruhigem Behagen schreckte? Drei Tage rollt' der dumpfe Mang Schon von der Front zu uns herüber — Jetzt riß es uns im wilden Drang Mich in der Brüder Kamps hinüber. Wie fuhr ein jeder in die Höh' — Zum Bahnhof schnell auf flinken Sohlen: „Wohin die Richtung?" — „La Bassde!" Das sagt genug! „Nun Gott besohlen!" KcrM'raden winken nns noch nach Und schütteln herzlich »ns die Hände, —■ Von drüben donnert Schlag ans Schlag, Als wenn die Welt in Flannmu stände. . Da — Leute von der Front — die Must! Als ob sie 'n Schlammbad erst genommen — „Wie stelfts jetzt vorn?" — „Na, dicke Luft! Doch keinem glückts, da du rchzu kommen!" Nachtmarsch, -7- verbrannte Nester rings, Das Grane:: bockt in öden Fenstern, — Die Nacht ruht wie die Nätselsphinx, Umschwirrt,von Teufeln und Gespenstern! Ein neues Regiment formiert Aus Bayern, Preußm und uns Sachsen! Im Feuerofen fest geschürt Soll Nord und Süd zusammenwachsen! Ein Bayernobiwst Kommandeur, Und unser Hauptmann ihm zur Seite. Nun kommt ihr stolzen Tommys her! Euch trifft der Tod im Kampsgebreite! Durch die zerschossenen Gräben vor Wühlt sich die lange Eisenschlange, — M:s tauseick) Schlünden funkts empor >—, Uns macht kein Ersenhagel bange! Ans Hohenzollernwerk hinein! Archon sind die Tommys eingckdrunyen! Hinaus damit? — Das Vivat-Schram Ist ihnen selten wohl gelungen! Zur nächt'gen Stunde wogts heran In dicht gedrängä» Mensck^nmasftN, Mr aber standen Mann au Mann, Sie sollen Sieg und Lebe» lassen! Ein Fenerturm das Feld entlang, — Zusammenbrach die dichte ^Mfe, Und wer in diesen Groben sprang, Bezahlts mit seinem Schur ft u jel le! Im allerersten Gräber: .vorn. Da saßen noch die Jnselfächse — Die Bayern vor! — Da slomMt der Zorn, Hollah — Da gab es Bayernwichse! DaS Hohenzollernwerk ist frei, Und Ehren-Fgench hat.frech gelogen? Nun kommt ihr andern nur herbei. Die fetne Senge noch bezogen. Rasch zu den Bahernbrüdern vor. Die Stellung rvieder auSgegraben! Da legt sich keiner auf das Ohr, Den Nachtschlaf fraßen.uns die Raben! Me Wahnsinn rasen die Granaten Bei Tag und.Nacht im Feuerschein. Uns aber gräbt der treue Spaten Recht bombensicher wieder ein. ©ieftener Stadttheater. Der Hypochonder. Lustspiel von Gustav von Moser. uu ^^^ ^r achtziger Jahre, die am Pariser Mo- gesellschaftlich leichteren Tone eine große Seichtigkeit verbanden und l-auptsächlich mit dieser den. Kassen- erwlg errangen, scheinen eine Art von Anferstehmig zu feiern. Dre Namen Blunrenthal, .Wppe^Ellfeld, von Schönthan, Kadel- bürg, selbst L Arwuge ser rir dieser Reihe rricht ausgenonrmen, erschienen schon auf dem Sprelplan rmd damit die Uebersicht über dresewenrg bÄ.eutende Epoche deutsck-er Schauspielkunst sich all- Aollständigkert nähere, war für gestern abend ein ^^swelvon (Pustav von M 0 s e r : Ter H h po ch 0 n d e r, angesetzt. Man muß es erngestehen, daß die geschickte Theatermache und der wehr ^witzelnde als witzige Dialog auch gestern abend ihre Wirkung^ nicht verfehlter: Dre Stimmuiig, mit der dieses Lust- mxbe ' mäTC bedeutenderen Schöpfungen zu wünschen. Tenn wem: man von den geschrvätzigen Spässen des Dialogs urrd altehrwürdig gewordenen Bühnenmähchen absieht, so blerben nur noch ern paar Bühnentypen bestehen, deren Schema unve rrück bar festllegt, und diese Typen werden dazu benutzt, einen Hypochmrder nicht m heilen, nein, vorerst rrur ciunial zu veranlassen, nach Karlsbad zu reisen. Jener Hypochonder aber bestem aus einem Mosaik von Einzelzügen, ohne dadurch zur groß- gesehene,: geschlossenen Figur zu iverden. Seher: imr vor: einer k^brnschätzung des Stückes ab und stellen nochmals seinen über- caschenden Erfolg fest, so müssen tvir diesen Erfolg zum größten Teil rl* »Uten Wiedergabe begründen. Otto Conradi bavährte auch diesmal wieder als ivackerer Spielleiter des älterer: Lustspiels. Dem hypochonderischen Rentier gab Walter Dwor- das argwöhnisch unzufriedene, ärgerlich aufbrausende Tempnament, sstudolf G o l l dem Kaufmann und Stadtverorduet.m c^uerbrei die Gewichtigkeit eines einflllßreichen Stadtverordneten, gepaart rmt Pantoffelheldentum. Als l-eiratsluftige Töcht^'r wuß- ten sich Herta Zondervan und Else Burg hoff herzlichen Beifall zu sichern, ebenso Ferdinand Stein Hofer und Ernst r\J> e 0 l r TTt J* Brautwerber Als biedere Ehegattinnen taten ich A-lguste,Frenzel und Else Jüngling hervor. Besorg beres Lob fei noch den Ensembleszen er: der Stadtverordneten ge- zz. Dos Gptophon. In dieser Zeit, da die Zahl der Blinder: durch Verwundungen rm Kampfe in so trauriger Weise vermehrt wird, erregt die Mel- d::na von der Erfindung eines Apparates, der m weitgehendem Maße den Gesichtssinn durch den Gehörsinn ersetzen soll, unser höchstes Interesse. Dieser Wunderapparat, der in den Klrisei: der Blinden bereits die besten Hofsuunge>> «weckt hat, heißt .,Opto- phon", nnd Prof. Tr. Fournier d'Albe, ein Gelehrter irllcher Abstammung, ist sein Erfinder. Bereits vor vier Jahren hatte Fournier d'Me der Königlichen Akademie der Wissenschaften in London die erste Konstrukten seines Optophvns vorgeführt. Die wesenllichfte Eigenschaft der Konstruktion besteht, wie A. Wesemüller :n einer Erläuterung des Optvphons im nächsten Heft der be: der Deutschen Berlags^Anstalt rn Stuttgart erscheinenden Zeitschrift „Neber Land und Meer" ausslihrt, darin, das; der Apparat gegen das Licht gerichtet ein ständiges Summen ertönen ließ. Dieses Tönen wurde am stärksten, wenn mau zum Ziel eine Grenzscheide von Licht und Schiatten nahm, also eyoa den Horizont, eine:: Gebäudeumriß gegen den Himmel oder die Kante des FensterbrMt-es. Daher ließ sich auch unogekchrt eine derartige Lichtgrenze blindlings allein aus dem S^ärkegrade des Summens ermitteln. Bei hell erleuckftct'em .Hintergrund vorüb:rziel)e>ide P<'r- fonen und Gegenstände wurden „hörbar", indem mit der vorderer: und f/uhemi Schattenlinie ein markiertes Tönen im Optoplion ein setzte. Auch weiße Dinge vor dunklem Hintergrund machten sich bvrep derartiges Ertönen im tarnte bemerklich" Auf diese We:,e war es also gelungen, zum ersten Mal die Sichtbarkeit in Gehürwahrnehmung umzuwaudeln. „Einen ersten tu dieser Richtung brauchbaren Hinwegs dürfte 1837 der Amerikaner Page ge^ geben haben. Tiefe: fand, daß eine zwischen den Armen eines Huseisenmagned-n aufgehängte Draht spirale, sobald sie von einem elekrtischeu \ztzom durchflossen wird, der: Magneten in tönende Schiouniurnpen versetzt. Ms wesentlich hinzu käme nur, daß der elektrische Strmn der Spirale in seinen: Auftreten und Nachlassen nuht allem von der elektrischer: Batterie, sonder:: zn^eich auch von der Lichtguelle abhängig ioar, die das vom Optovhou auf,u- nehmende Objekt ausstrahlt und die eS gilt, in dem Apparat zu solcher Beeinflussung des Stromes heranzuziehen." Zu diesem Zwecke bediente Fournier d'Albe sich 1817 des von dem Sckyoeden ^ w r Halbmetalls Selen, das in solcher Weise lichtemp- smdllch ist, daß es \t nach der Stärke der Beleuchtung als mehr oder ioeniger kräftiger ElektrizitätSleiter dient. „Eine Selenplatte, m den elektrischen Strom des Optophvns emgeschalttt, Und bei des zweite,: Morgens Licht, Da :vird :wch einmal StuE geblasen, Uiid wie das reife Korn so dicht Begiiurcn sie heranznrasen. S n Reihen grausig hingestteckt aas da im Tod vor den Verhauen, U,id nicht ehrmal die Nacht bedeckt Vor uns das ungel)eu.re Graue::. Da sckftckten sie die Flieger ans, — Sie käme:: gleich in dichten Schloarn:«:: Und sckiaulen ftech ims in das Hans, Wie sehr auch die Geschütze lärmen! Bald speit es beu,! auch wohlgezielt Aus tauseud lltohren vülde Flammen, Und was wir rastlos aufgewühlt, Das schmeißen sie uiis wüst zusammen. So ging^s dirrch Tag Und Nächte svr-t, Wir gruben weiter, ,vie besessen, Fm Höllenlärm erstarb das Wort, Mi: warmer Bissen da zu essen! Doch ,oehe! — am dreizehnten Tag, Da schiwb's uns an wie Ungeheuer: Des Mittags um eins — just mit dem Schlag, Da sMidte uns England — das Trommelfeuer! Wir lagen alle bereit zum Dod> — Gottlob, 's ist ilmen schlecht gelimgen, — ■ Gott half uns in der größten Not, Nur wen'ge hat's von Mts verschlimgen! Da plötzlich Ruhe — nun heraus! Hei, :vie die Wafßm l-ell erllauge::, Und galt es auch btm letzten Strauß, Wir woll'n sie nach Gebühr empfangen! Und keiner kam, — doch sieh da, sieh, — Dje gelbe:: Schivadeu lwrwärts rücke::, — Sie wollen uns tückisch wie Herdenvich Mil ihren giftigen Gasen ersticken. Wir sind gerüstet, die Masken vor! Die F-eiier in allen Gräbe:: entzündet! Die Sonne brickft durch, — der Wind braust empor —, MrMmigen! — Die giftige Wolke verschsvmdet! Nun rasch, ihr Sachsen, zur Hilfe herber, Die Handgra:raten herbei, die Minen! Schon hallt manch gräßlicher Dodesschrei, — Herbei, wir wolle:: euch schon bedienen! In eherner Ruhe, — Zigarre im Atünd, Und zwei Gewehre gleich! zu Händen, So stand ein jeder am höllischen Schlund Uud jagte sie auf, und schoß sie zuscl>anden. Und stürmten sie auch wie die wil'de Jagd, Mit unerschöpflichen frischen Reserven — Lang l-at es keinem bei uns behagt, Sie vaste:: zurück und flohkn t»as Vebderben. Die ganm Nacht durch tobte der Krmpf, Und als die Sterne am Himmel erglomm». Da zöge:: sie ab mit dem Pulverdanüft, Und keiner ist Uns loiedevgetionnnen! Das waren die Tage voll Not und Graus, — Wohl ruht dort mandjex unserer Lieben Bon allen Lebensmühe:: aus, — Doch Unser ist der Svcg geblieben! Dort haben wir dem Vaterland Die Treue fest im Sturm gehalten, Und nimmer bricht das Eiseuband Vor allen höllischen Gewalten! 9hm leuchtet, Khrderaugen, heut, Nim glüht daheim, ihr Chrnstnachtbäume. Nun llinge, frommes Dankqeläut, Hinauf m lichte Sternenräuins! Wir halten mit dem Flamme::fchwert Die Wacht in fremdem, öden Landen, Wir schützen euch am heim'schen Herd Vis wurder Friede ausierftanden. Und ob es währt uochl manchen Tag, Es muß doch einmal wieder werden, Und wie der Frühling ^>lüht im Hag, Wird'ö Friede auch bei uns au f Erden. un.sfte lüso, ft nachdem von welcher Lichtslärke si^ betroffen wurde, den ^»trom de:nentspreck)eiiä schwächer: oder stärken, ganz unbelichttt gelassm aber ihn ausheben. Zum Einschalten in den Stromkreis benutzt man eine sogenannte Selenzelle. Das Optophon ist kastenförmig gebaut und erinnert au eine längliche photographische Kamera. Am Ende führt die Stromlettnng die von einer kleinen Tasckftnbatterie gespeist wird, als Draht schnür zu einem Telephonhörrohr, das mit .Hilft eines über den Kopf mypannten Bügels vor das Oln gehängt wird. Das Licht oder Bilo vor dem Optvphvn fällt durch eine Glaslinse der Vorderwaud der Kamera ein auf die gleich dahinter im Kaste:: angebrachte Seleneinschalttmg der Stromaiilage. Sobald eindrin- gendes Licht auf duffe Anlage trifft, wird die Zellennrasse elektrizi- tätöempfiiidlich: der von der Batterie ausgel-.mde Lertungskreis iS !\ llT L^ ] l lc Z/schlosftue Strombalm, in der die Elektrizität sofort fließt. Diese hiftt aber wEr auf, ftbald das Selen verdunkelt, also seine Leihiiigsfähigkeit aufgelioben, der Stromkreis an dieser Stelle unterbrochen wird. Ebenso wird sie je nach der ?lb- oder Zunahme der Lick'lzufuhr schwächer oder mich stärker. Mit dem Wechsel oder Aufhören der Stromstärke hängt dann auch das Ansprecknm des Laittgebers zusammen." Dies war die (ßrundsorn: des Optophvns, wie jie sich vor 6 Jahre:: den Sachverständigen darbot. Nimmehr ßSjL * e ^ / 2lhpavat derart zu verbessern, daß die .ütauguuEr- Auch der sehr fanen Un bersch iedem in der Lichtwirkung für das (ßehör m ausgeprägt deutlicher Weift erkennbar iverveu. ,Jlu ^ 1 ^! bet Erfinder aus eine sinnreiche Benve:id,mg des Rhcvstate:: w:d Elektromagneten. Die Vorriclftung der erster«! Art besteht darrn, daß in den Schließnngskreis eim^s ekektruckien Stro- ihn zu Unterbreckicn, zu durchlaufend.' Widerstände e:ngeschoben werden. Vermag man diese während des Bettiebes beliebig zu verlängern oder zu verkürzen, so kann dadirrch der >onvm begreiflicherweise grsämZäck-t oder verlangsamt oder verstärkt und beschleim igt werden." Die nach den Vorligen den Berichten mlnmehr erreichte Bervoltl'vmiiiuung des Oplop.'wns ermöglicht zwar eine jo grosse Zahl von Tonuntersckwidungen,' daß die schwarze Druckschrift auf weißem '.'llphabet für sehr .npfjnd- liche, nnrsikalische Ohren nach langer ll-'bung hörbar wird doch steht eine ganz ausgeprägte T-ommterscheit'uug. die jede::. Blinden mit Leichtigkeit möglich uftrd, noch aus. Wie A. Wesenmüsler me:nt, wird die restlick>e Lösmlg der Aufgabe vielleicht einmal in einer imch zu findenden Ergänzung zum Phmwgraplsen b,ffteheu einem Mechanismus etwa der die von: Opv)pl)on h.'rüberge:wm^ MMN, Ul g-iprv-^m- Schriftlmlt.- mrd WvNc Äch-,7kt. Dsrm, Sdß)er, faßt bis GMer an, Sie B c iijcorij&ö&ot scha (t soll's erklingen, W« wollen «ruf der Sieyesba^m Ten Friede» wijerai Kircksern bringen? _ Stabsarzt Dr. Z. aus Leipzig. Lü8 dem Reiche. Der Bermt zur Erörterung der Le-ensmittrlsrasen. Berlin, 8. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Reichs- anzeiHL^ ureldet: In den Beirar zur Erörterung der mit der Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln zusammerchängenden Fragen wurden folgende 'Reichstagsabgeordnete berufen: Baffer mann, Rechts arrwalt (Mannheim), Bauer, Vorsitzender der Gene ralkomnrission der ^Gewerkschaften Deutschlarrds (Neu-Kölln) Dr. B o e h m e (Berlin-Lichterfelde), D o m b e ck, Redakteur Meuthentz Ebert/Parteisekretär (Treptow-Berlin), Erz v er ger, Schriftsteller (Berlin), F i s ch b e ck, Stadtrat Merlin), Giesberts, Arbeitersekretär (Mmrchen-Glad bach), Herold, Landesökonomierat und Gutsbesitzer (Haus LoeveNnk bei Münster), Dr. Matzing er, bayerischer Gym nasialprgfessor (München), Molkenouhr, Parteisekretär (Schjöneberg-Berliin), Dr. Roes icke, Rittergutsbesitzer (Goersdorf, Mark), Robert Schmidt, Arbertersekretar (Karlshorst-Berlin), Dr. Mendorfs, Gutsbesitzer (Toitzbei Nosend orf, Kreis Grimmen), Graf Westarp, preußischer Oberverwaltungsgerichts rat (Schöneberg-Berlin). Der fozmldemokrukische Parteiausschutz gegen die Omwsition und den „Vorwärts". Berlin, 9. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Der sozial d c m v k r a t i s che Parteiausschutz, der 'gemeinsam mit dem Parteivorstand in Berlin tagte, hat, wie der „Vorwärts" meldet zu den Vorgängen in der Reichstagsfraktion und zu der Be willigung der Kriegskredite mit 28 gegen 11 Stimmen eine Entschließung angenommen, -in der es heißt: ' Die Zustimmung der Fraktion für die Kriegskredite am 21. Dezember 1915 war wohl begründet. Sie ist die folgerichtige Fortführung der am '4. August 1914 eingeleitetcn Politik, deren Vorausseyimgen auch heute iroch gegeben sind. Die Gegner zeigen noch keinerlei Geneigtheit zum Frieden, beharren vielmehr auf ihrer Absicht, Deutschland imb seine Verbündeten wirtschaftlich .'und militärisch niederzuwersen. Die Durchkreuzung der Po litik rmferer Fraktion durch das Vorgehen der zwanzig Fraktions Mitglieder, die entgegen dem Fraktionsbeschluß die Kredite ablehnten mrd eine besondere Erklärung abg-aben, ist aufs schärf st e zu verurteilen. Insbesondere verdient das Verhalten des Genossen H aase die schärfste Mißbilligung. Indem jpööfe sich an dem Disziplinbruch beteiligte, hat er aufs neue und -in noch schlimmerer Weise als durch das „Gebot der Stunde" gegen die Pflicht verstoßen, die ihm sein Amt als Vorsitzender der Parteiorganisation auferlegt. Weiter stellt der Parteiausschuß fest, daß der ..Vorwärts" seine Pflicht als Zentralorgan der Partei nicht erfüllt. Statt die Politik der Partei zu vertreten, fördert die Redaktion des „Vorwärts" die auf Parteizerrüttung gerichteten Bestrebungen. Dadurch verwirkt er j e - oes Recht, als Zentralorgan der deutschen Partei 4 u gelten. Aris Stadt und Land. Gießen. 10. Januar 1916. Bon der städtischen Straßenbahn. Das rechnungsmäßige Ergebnis unserer Straßenbahn für 1914/15 liegt jetzt vor. Die Einnahme aus dem Personenverkehr beträgt 133 718 Mk. und ist gegenüber dem Vorjahr um 7595 Mk. gestiegen. Die Einnahme auf beiden Linien stellt sich wie folgt: Grüne Linie 47 270 Mk., rote Linie 86 447 Mk. Auf beiden Linien zusammen wurden 1 480 637 Fahrten zurückgelegt. Die durchschnittliche Tageseinnahme des Unternehmens betrug 366 Mk. bei einer durchschnittlichen Frequenz von 4055 Fahrten pro Tag. Die Einnahme für das Wagenkilometer stellt sich auf 25,61 Pfg. bei einer Beförderung von 2,8 Personen auf das Wagenkilometer und einem Stromverbrauch von 634 Kilowattstunden. Die höchste Einnahme im Betriebsjahr brachte der 13. Juli 1914 mit 710 Mk. bei 7903 zurückgelegten Fahrten. Geleistet wurden im Betriebsjahr im ganzen 522 298 Wegkilometer. Mit Ausbruch des Krieges wurde bekanntlich sämtlichen Militärpersonen freie Fahrt auf der Straßenbahn gewährt, eine Vergünstigung, von der der stärkste Gebrauch gemacht wurde. Im September sah man sich genötigt, die Hahrfreiheit des Militärs aufzuheben und dafür den Fünfpfennigtarif einzusühren, der neuerdings insoweit wieder geändert worden ist, als Militärpersonen im Offiziersrang genau so zu bezahlen haben wie andere Fahrgäste. Auch den beim Roten Kreuz tätigen Personen, den Schwestern, Lazarettärzten usw. wurden Freisahrtscheine ausgestellt. Den verwundeten Kriegern wird allgemein freie Fahrt gewährt, auch wurde die Straßenbahn vorübergehend zum Transport für Verwundete und zwar für Freund und Feind zur Verfügung gestellt, teilweise wurden sogar für diese Transporte nachts Extrafahrten gemacht. Abgesehen von kleineren Zusammenstößen sind große Störungen und tödliche Unglückssälle in 1914/15 nidjt vorgekommen. lieber den finanziellen Abschluß des Unternehmens und die Höhe des städtischen Zuschusses für die Straßenbahn für das letzte Rechnungsjahr enthält der Bericht der Direktion nichts. Interessant dürfte die Mitteilung sein, daß die städtischen Elektrizitätswerke und die Straßenbahn vor Beginn des Krieges über 89 Angestellte und Arbeiter verfügten, von welchen unmittelbar nach Ausbruch des Weltkrieges 67 zur Fahne einberufen wurden. Unter diesen befinden sich von den 22 Wagenführern der Straßenbahn allein 20 Mann. Neun Angestellte sind den Heldentod fürs Vaterland gestorben. ** Amtliche Personalnachrichten. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren verlieh der Großherzog: Georg ingeldein V., Georg Klingler, Phil. Röder, Georg Schmähl, Peter T reu sch IV. und Valentin Weber, sämtlich in Reichelsheim i.O. — Ernannt wurde der Regierungsbauführer des Eisenbahn- und Straßenbaufachs, Dr.-Jng. Albert Zissel ansDarmsladt, zum Regierungsbau-' Meister. * ** Hessische Kriegs tranun gen. Während im Juli 19lj dre Zahl der Trauungen -nur 655 betrug, schnellten die Eheschließungen infolge des Kriegsausbruchs im M August auf die gewaltige Höhe von 1757 cm. Dagegen Monat wies der September nur 345 Trauungen auf. An den Kriegs- trcruungen im Monat August waren beteiligt Darmstadt mit 234, Mainz mit 258, Ofsenbach mit 187, Worms mit 69 wnd Gießen mit 51 Paaren. ** Dien ftj u biläum. Am 10. Januar d. I. sind 4 0 Jahre verflossen, daß Herr Prokurist Wilhelm Käser in der Firma Carl Emmelius, Zigarrenfabrikeii, Gießen, tätig ist. ** Unberechtigte Klagen über die Feldpost. Aus persönlichem Unmut werden vielfach Klagen laut über mangelndes Entgegenkommen der Postbeamten bei der An- ruchme vor, »Feldpostfendungen, besonders fehlt im Publikum häufig Verstävd-nis für das Festhalten der Postbeamten an dem Höchstgewichte von 500 Gramm für Feldpvstpäckchen Die einen nennen es Engherzigkeit, die anderen BÜreaukra- tismus; man fühlt sich persönlich gekränkt, daß nicht aus- nahmsweße in dem einen Falle eine Ausnahme möglich fein sollte. Zum Beweise, daß Ausnahmen sehr wohl angängig sind, wird auf ein «anderes Postamt oder einen „f r eu üblicheren" Schalterbeamten verwiesen, und mit drastischen Vorkommnissen, z. B. der oft wiederholten Erzählung von der halbierten Unterhose, wovon schließlich nur die eine Hälfte den frierenden Soldaten erreicht, werden die „bureaukrattschen" Fälle gewürzt. Es ist Wohl angebracht, daraus hinzuweisen, daß nicht etwa der weitherzige Beamte, der zu schwere Feldpostpäckchen durchläßt, der beste Diener der Gesamtinteressen ist, sondern derjenige, der sich an die gegebenen Vorschriften hält. Me Postverwaltung hat, um kleinen Gewichtsübersch/reitungen Rechnung zu tragen, ein Ue bergew icht von 50 Gram in nachgelassen: schwerere Sendungen nimmt sie mit gutem Vorbedacht als Pakete — mit Paketkarte — an und führt sie den Militär-Paketdepots zu, die für ihre Weilersendung auf den Etappenstraßen sorgen. Wirb zugunsten einzelner nicht die Gewichtsgrenze für Päckchen innegehalten und strömen bald von allen Seiten solche schweren Päckchen herbei, so wird naturgemäß die Bearbeitung der übrigen Brief- und Päckchenpost dadurch erschwert und ihre Ueberführung ins Feld beeinträchtigt. Was dem einen recht ist, ist dem. andern billig: Me Ueberschrertung der Gewichtsgrenze würde bald zur Regel werden. Weit besser wäre es, statt über Bureau- kratte zu klagen, der Post ihre schwere Aufgabe bei der fortgesetzt steigenden Zahl bet Einberufungen dadurch zu erleichtern, daß man sich innerhalb der gezogenen Grenzen und Einrichtungen hielte, daß man auch der einem Ueber- gewicht der Päckchen nickst zur Teilung des Inhalts schritte, sondern die Paketform wählte. Das ist a u ch e i n e K riegspflicht der Daheim gebliebenen. Wie öfters mit geteilt worden ist, belief sich nach einer Zählung vom 16. Januar 1915 die Zahl der Briefpoftsendungen nach dem Felde, die täglich, bearbeitet und verschickt werden soll, bereits auf 8 Millionen. Eine weitere Päckchenstufe zum Gewichte von 500 bis vielleicht 1000 Gramm, wie es vorgeschlagen worden ist, hat die Postvertvaltung deshalb aus dem Grunde nicht eingeführt, weil der Briefbearbeituugs- und Versen du n.gs'dienst auch eine Grenze hat und die schnelle Vermittlulng des brieflichen Gedankermustausches nicht außer durch, militärische Notwendigkeiten noch mehr in Frage gestellt werden soll. Auch der Postverkehr zwischen Heimat und Feld beruht aus straffer Organisation, der sich jeder fügen muß. Denn nur die Organisation des Ganzen bringt uns zum Ziel. Da hilft kein Nörgeln und Bekritteln. Vorschläge sind leicht gemacht und persönliche Wünsche leicht vorgebracht von Uneingewechten, die deren Tragweite nicht zu ermessen verm ögen. ** Di e H e r ste l l u n g v o n Sü ß i g k e i t e n ist durch Bimdesratsverordnung vom 16. Dezember 1915 künftig aus i>tc .Hälfte der Zuckerverwendung vom 1. Oktober 1914 bis 30- September 1915 eingeschränkt. Die Regelung und Ueber- ivachung des Verkehrs mit Zucker zur Verarbeitung in gewerblicher: Betrieben, in denen Süßigkeiten hergestellt werden, wurde durch Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 30. Dezenrber 1915 der „Zucker-Zuteilungsstelle für das Deutsche Süßigkeiten-Gewerbe" mit dem L-itz in Würzburg übertragen. Die Zucker-Zuteilmrgsstelle setzt auf Grurrd von Erklärungen der Pflichtigen die Zuckeranteile, welche die Süßigkeiten-Hersteller im Jahre 1916 verarbeiten dürfen, fest und gibt ferner die Zucker-Bezugsscheine aus, ohne die künftig keine Abgabe von Zncker an Süßigkeiten-Hersteller erfolgen darf. Die V o r d r u ck e für die vor- chriebenen Erklärungen der Pflichtigen sowie für die Anträge auf Ausstellung von Zuckerbezugsscheinen sind kostenlos bei allen deutschen Handelskammern und Hand- werkskarnmer.n, ferner bei den beteiligten deutschen Fachoerbänden (Vereinigung deutscher Zuckern, aren- und Schokolade-Fabrikanten e. V. in Würzburg, Verband deutscher Schokolade-Fabrikanten in Mesden und Verband deut- cher Keks-Fabrikanten iu Berlin), endlich bei der Zucker- Zuteilungsstelle in Würzburg erhältlich. Herberge z Urheimat. Fm November v. I. war )ie Herberge nur von 625 durchreisenden Fremden besucht 'gegen 944 in 1914 imb 1297 in 1913). Von den Gästen nähmen 49 Unterkunst gegen Arbeitsleistung an (186 und 550), so daß die Zahl der Selbstzahler 576 betrug (758 und 747). In dem Arbeitsnachweis der Herberge waren 35 offene Stellen im November angemeldet, von denen 32 besetzt werden konnten. Von den Arbeitskräften blieben 28 in Gießen und gingen 4 nach außerhalb. Me angekommenen Kräfte bestanden aus 10 gelernten .und 2ÄUngelernten Arbeitern. Stark gesucht werden Handlverker, die aber nur in sehr seltenen Fällen noch in der Herberge zu haben sind, da die größte Zahl der einkehrenden Wanderer aus alten verbrauchten, ungelernten Arbeitern besteht. ” O esi entlich 4 Bücherhalle. Im Dezember wurden 2671 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 1473, Zeitschriften 352, Jugendschriften 230, Literaturgeschichte 18, Gedichte und Dramen 69, Länder- und Völkerkunde 70 Kulturgeschichte 28, Geschichte und Biographien 153, Kunstgeschichte 31.' Naturwissenschaft und Technologie 91, Heer- und Seewesen 22, Haus- und Landwirtschaft 14, Gesundheitslehre 27, Religion und Philosophie 45, Staatswissenschaft 5, Sprachwissenschaft 14, Fremdsprachliches 29 Bände. Nach auswärts kamen 99 Bände. Kreis Friedberg. e. B a d - N a u h e i m, 8. Jan. Bis zum 6. Januar 1916 waren hier 116 Kurgäste angekommen. Bäder wurden bis dahin 2074 abgegeben. ™ ^ Solzhausen, 10. Jan. Professor Dr. Ferdinand Noack (Tübingen), ein Kind unseres Dorfes, erhielt einen Ruf als Nachfolger des verstorbenen Geheimrats Locschke für das Fach der klassischen Archäologie nach Berlin. Professor Dr. Noack besuchte das Gymnasium zu Darmstadt und studierte in Genf, Berlin, Göttingen und Gießen. 1890 promovierte er an der Universität Gießen, später besuchte er die Stätten antiker Kultur in Kleinasien und Griechenland. 1896 habilitierte er sich an der Technischen Hochschule zu Darmstadt für Kunstgeschichte und Archäologie, 1904 wurde er Professor in Kiel, 1908 in Tübingen. Starkenburg und Rheinhessen. m. Offenbach a. M., 8. Jan. Handelskammer- Wahl. In der konstituievenden Versammlung der Großherzog- lichen Handelskammer Offenbach a. M., in der der seitherige Vorsitzende Louis Feistmann einen kurzen Ueberblick über das verflossene Kriegsjahr erstattete, nmrbe wiedergewählt: Fabrikant Louis Fei st mann zum ersten Vorsitzenden, Fabrikant Gustav Boehm zum ersten stellvertretenden Vorsitzenden, Direktor Andreas A i ch e l e r zum weiteren stellvertretenden Vorsitzenden, Bankier Bernhard Merzbach zum Rechner, Fabrikntt Hartmann Stöhr zum Stellvertreter des Rechners. Zum wetteren stellvertretenden Rechner wurde Fabrikant Wttly Heyne nengewählt. — Me hier neugegründete Treuhand - und Hypotheken- v e r m i t t e l u ng s g en o ssen scha f t e. G m. b. D. erstreckt ihre Geschäftstätigkeit auf Vermittlung zweiter Hypotheken unk» Ver- vatkapitalien im Markt für Pveite Hypotheken unterzubringen. Dü Treuhand- und Hypothekenvermittelungsgenossens-chaft wttd sich auch mit der Hypolhekenverwalttrng beschäftigen, um dem Geldgeber die Arbeiten, die mit der Geldanlage in Hypotheken verbunden sind, zu.ersparen. — R ü sselsheim , 10. Jan- Nach schwerem Leiden verstarb der hiesige Bürgermeister Treber^ Er leitete das hiesige Gemeinwesen sieben Jahre mit reichem Evsolge. cd. Aus Hessen, 8. Jan. In den Waldungen im Ried fanden in der letzten Zeit ziemlich viele Holzverkäuie statt. Bezahlt wurden bei diesen Verkäufen ftih: den cbm Kiefernscheiter 1- bls 16 Alk., Kieiernknüppel 10—14 91a., Buchenscheiier 16—22 Mk., Buchenknüppel 12—16 Mk., Eichenscßeiter 12—30 Mk., Eichenknüppel 10—15 Mk. Hessen-Nassau. X. Gelnhausen, 10. Jan. Äandrat Graf von W arte n s l e b e n hatte dem Generalfeldmarsch all v. H i n d e n - bürg von der Nagelung des Schsttdes, das seine Worte trägt: „Möge unserm teuren Vaterlaüde der Geist von 1914 in hoffentlich langen Friedensjahren erhalten bleiben", in Kenntnis gesetzt. Darauf Hut General^eldmarschall v. Hin- denburg in einem Antwortschreiben hlerzlichst gedankt und dem Wunsche Ausdruck gegeben, daß dcvs Werk der Nächstenliebe durch reichen Erfolg gekrönt sein möge. — Flieden, 10. Jan. Der EisenbahnvMrarbeiter Ferdinand Klug stieb auf denr Heimweg iu der Duukeilheit auf der Fliede- brücke gegen einen Pfeiler und stürzte besinnungslos in den Fluß, in dem er ertrank. Die Leiche wurde erst anr nächsten Morgerr gefunden. — Salmünster, 10. Jan. Hegemeister B nr k h a r d t erlegte mit einem Schutz zwei starke Stück Rotwild. Im gleichen Jagdrevier brachte AmtSrnt Klostermann einen K e i l e r zur Strecke. Seit etwa 30 Jahren wurde in der Gegend kein Stück Schwarzwild geschossen S ch w a n h e i m a. M., 10. Jan. Generalkonsul Karl von Weinberg stiftete aus Anlaß der Vermählung seiner Tochter für die hiesigen Ortarmen 5000 Mark. ul. Limburg, 8. Jan. Glänzende Sparergebnisse zerttgte das Geschäftsjahr 1915 der hiesigen Kreissparkaffe. Der^ Zufluß im Kriegsjahre 1915 war so groß, wie in keinem I a h r e v o r h e r. An Spareinlagen wurden eingezahlt 3 111 549 Mark gegen nur 1861593 Mk. im Jahre 1914. Zurückbezahlt wtirden emschlietzlich 2 Millionen Mark für Kriegsanleihe für die Sparer zusammen 2 978 902 Mark. Die Kreissparkasse hatte zum Beginn des Krieges einen Einlagebestand von 3 976 542 Mark, Ende 1915 dagegen betrug der Einlagebestand 4 424171 Mk., hat sich also um nahezu eine halbe Million vermehrt. walturrg von Liegenschaften zur Verhütung von Zwairgsversterge- rungen. Auch stellt sic ihre Mitwirkung zur Verfügung, um PriBörsen-Wocheubericht. = Frankfurt a. M., 7. Januar. Mtt Beginn des neuen Jahres hat sich die Haltung im freien Verkehr der Börse wieder etwas befeftigl, nachdem die Abwickelungen von Engagements seitens solcher Jrtteressenten, die wegen der scharf fallenden Kurse des Monats Dezember.die Glattstellungen immer noch hinausgeschoben hatten, ihre Erledigung gefunden haben. In normalen Zetten würden unternehmungslustige Kavitalisten vielleicht schon wieder den Zetttmnkt zunl Eingreifen für gekommen erachtet haben, denn darüber kann ketn Zweifel sein, daß bei der vvtteilhaften Kriegslage und Hem guten Stande unseres Wirtschaftslebens, wie er fortgesetzt durch die Marttberichte und durch die Abschlußziffern der Aktiengesellschaften bezeugt wird, das inzwischen so stark abcwbaute Kursnivean an sich nicht mehr hoch ist und M dauernder Kapitalanlage wohl neigen könntt. Es scheint jedoch, als wenn das Kapital sich bezüglich der neuen Steuervorlagen übertriebenen Befürchtungen hingibt, denn die Unternehmungslust bleibt äußerst gering und das Geschäft eng begrenzt. Ein weiterer Grund der Enthaltsamkeit des Privat- publikums ist sicherlich auch in dem Umstand zu erblicken, daß man außerhalb der Börse die Kurse nicht kennt. Das Verbot. Kmffc und Kursveranderimgen M verbieten, hak viel zu der Einschränkung des Effektenhandels beigetragen. Wieder andere wollen jetzt überhaupt keine Jndnstriepapieve haben, und da die Gefolgschaft des Publikums fehlt, wagt auch die berufsmäßige Spekulation vorerst sich nicht hervor. Was in dieser Woche ganz und gar noch die Zurückhaltung bestärkte, war die besorgniservegcnde Bewegung am Devisenmärkte. Die Mehrzahl der Devisenkurse setzte ihre Steigerung bis gegen Ende der Woche in beängstigender Weise sott und diese Erscheinung war es auch, die der Börse eingehQiden Stofs zur Unterhaltung gab. Abgesehen von dem Fe^en der ous- gleichenden Tättgkeit der internationalen Arbitrage und dem Gold- exportverbot erklärt sich der ungünstige Valutastand teilweise daraus, daß die Einfuhren bedeutend zu-, die Ausfuhren dagegen ab- nahmen, die Einnahmen aus dem irrternationalen Fracht- und Schiffahrtsverkehr zurückgingen und vielfach auch die Etträgnisse der ausländischen Effekten infolge der ungünstigen Valutaverhäld- nisse, oder der von beit Kriegführenden gegeneinander erlassenen seine eigene Produktion angewiesen ist, daher weniger Zahlungen an das Ausland zu leisten hat. Vielfach wollte man in der sprunghaften Steigerung der Devisenpreise auch Machenschaften unserer Feinde, besonders der Engländer, erblicken. An leitender Stelle trägt man sich nun ernstlich mtt dem Gedanken, Maßnahmen auf dem Gebiete der Devisenorgamsation und der Regelung der Einfuhr zu treffen: urid ist auch näheres darüber noch nicht bekannt geworden, so genügte doch schon diese Tatsache, um gegen Wochenschluß einen nicht unerheblichen Rückgang aller Devisenpreise herbeizuführen. Das Hauptgeschäft fand in dieser Woche am Anlagenmarkte statt, derZ>on der Mnstigen Geldlage profftiette. Einzelne ausländische Staatsanleihen schwächten sich auf den Rückgang der Devisenpreise ab. ^Auch amerikanische Eisenbahn-Schuldverschreibungen lagen schwächer. Der Aktienmarkt lag ruhig, doch konnten sich die Kitrse der Jndusttiepapiere, Montanwerte, Banken und iffahrtsaktien ziemlich behaupten. Privatdiskonten stellten sich etwa 4 Prozent. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Jan. U 2 u 20 L w 3 — ? = +* 2 3 ex x L D »-« — <35 , « -Q C CU r« „1-1 19 16 — I H ö- >■* S-o & sf a l a x -Ld 85 L » c 2 ö# ~ P jO C i !J|£ i-sil Wetter 9. 9. 2 » 9” — + 4,7 -0,9 3,9 3,8 60 89 — - 4 0 Sonnenschein 10. rj7 6 + 3,1 5,0 87 10 Höchste Temperatur am 6. bis 9. Jan. 1916 ---- -ft 5,5» a Niedrigste „ . 8. , 9. . 1916 = 4- 1 , 1 « c. Niederschlag: 9,0 mm. m Schützengraben ilROGEROt lieb* man : KATARRH,! BONBONS deshalb sendet sie ins Feld ?.' Überall zu haben wo Rekl am Fenster in Beuteln v. 15 Pfg. an. niemals lose ~ FeldpacKung crahs