Nr. 5 Zweites Blatt Erlernt naiver Dilettantismus, so kommt doch auch manch vernünftiger. Kopf zu Wort, der seinen Landsleuten und Zeit- §enoslen dre Wahrheit ins Gesicht sagt. Hören wir doch einmal, was f olche Amateurpolitiker über die Drückeberger Enq- lands zu sagen wissen. Ging da neulich der ehrwürdige Erz- diakon von ^ondon, Holmes, auf die Suche nach den jungen Engländern dre das „Feuer scheuen". Er begab sich vor dieSt Pauls-Kathedrale. „Dort sah ich, wie ein britischer Offizier erne Menge junger, starker, wohlgenährter Männer ansprach und ihnen dringend zuredete, zum Heer nach den: Kriegsschauplatz zu gehen. Er erzählte ihnen von den Verheerungen, dw der Krieg in Flandern in den Reihen der Engländer angerichtet hat, und von der drängenden Notwendigkeit des Ersatzes für diejenigen, die bei der Verteidigung des Vater- landes gefallen waren. Er bat sie förmlich, vorzutreten ihr ^aterland und sich selbst zu retten. Es war ein geradezu demütigter Anblick, dies« britische Offizier, der sich so miss Briten verlegen mutzte. Demütigend war auch die Antwort, die ihm zuteil wurde: anstatt dem Land ihre Dienste anzubreten, verhöhnten die jungen Leute den Offi- Nicht ern einziger ließ sich anwerben . . . Als die Tu- multe rn Poplar (einem Stadtteil im Osten Londons) aus- orachen, alv dort die Läden nick Wohnungen der Deutschen Österreicher geplündert wurden, ging ich als „Sve- zral-Konstabler' hrn Ich machte die Beobachtung, daß die im geringsten kümmerten; fie wottten nichts vom Kriege hören, und es ist ihnen augenscheinlich ganz gleich, ob sie vom König oder vom ^rser regiert werden." Was diesen Leuten aber nickt gleichgültig ist, ja, weswegen sie so eigentlich zu Hause blecken, darrcker gibt eine Zuschrift des Dailv ttlettrntoh" trefflrche Auskmrst: „ManlaU riurmit^Aichttg^t- der^?nü^ss^s^S^^verfolgen, wie die Bereinigung b a ll k l u b s beharrlich alles ausbietet, um den r . un [ eter F^^nde zu dienen. Das Fußballspiel ist sicherlich ein ausgezeichneter Sport selbst iii Krieas- zeiten. Allein es gibt ke?neEntschuldigung''Mbie Xat at ba| Tausende von jungen Athleten von der Front zuruck- sshalten werden, lediglich um zum Gaudium einer unübersehbaren Schar müßiger Zuschauer rn nicht fähig sind, zu kämpfen, oder nM wert srnd, daß um ihretwillen gekämpft werde. Ist es nickt ^ t f, d ? en ^rrs höhnen, weil wir die Männer bezahlen muhsen, dre für uns in die Schlacht gehen ^Was soll man aber von denen denken, die ihnen das Zehnfache breten, um sie von dieser Pflicht fernzuhalten? Feber K?Z der ernen Berufsspieler beschäftigt, verleitet einen tauglichen Rekruten, sich der Stellung zu entziehen, und yeder Zuschauer, der sein Eintrittsgeld bezahlt, trägt ebenso viel zu einem deutschen Siege bei." Auch ein Werbc- ? eüon bezeichnet in der „Times" das Fuß- oallspiel, da^ er stets als einen edlen und männlichen Sport nach Kräften gefördert habe, als den schlimmsten Feind der Rekrutierung und sagt: „Die .Heranziehung von Rekruten ^vortrefflichsten und athletisch am besten ausgebildeten E'r e t l ” e unermeßliche Förderung erfahren, wenn me Fi tzballttubs end.ich genug.patrioti chen Geist auchringen Junten, um auf den Ertrag jener großen Fußballwettspiele zu verzichten, dre sur unsere jungen Athleten eine ganz unwiderstehliche Anziehungskraft besitzen. Solange jedoch die Futzvallklubs fortfahren, die großen öffentlichen Wettspiele und verlockende Preise zu veranstalten, so lange werden manche der allerbesten unter unseren jungen Athleten annehmen müssen, daß der Bedarf an wehrfähigen Männern unmöglich so groß sem kann, wie behauptet wird. Denn wäre der Bedarf wirklich so dringend, wie könnte dann eine Körperschaft von ehrenwerten Engländern, wie das Komitee der ^--?^ollvereiNigungen, ihn unbeachtet lassen?" Genügt das? ^st es nicht echt englisch? Ein solches Volk wird mit der allgemeinen Wehrpflicht mitten im Kriege wahrlich k^uen Schritt weiter kommen. Wir können dem Einrücken der b/1 000 englischen Drückeberger mit großer Gemütsruhe entgegensehen. London 6. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Bei der Aussprache über die Novelle zum M u n i t i o n s g e s e tz sagte Prrngle (liberal), die Lage im Clhde-Gebiet grenze an c tn +r\!r* e 0,°, . u * t0 _bie Regierung verheimliche der Oef- sentlichkeit die Zustände systematisch. Die Arbeiter mehrerer Munitwnswerke weigerten sich, Lloyd George bei seinem jüngsten Besuche anzuhören. Lloyd George stellte dies in Abrede und wandte ein, daß die Berichte über die vertraulichen Besprechungen entstellt worden seien. Hodge sagte, dre Arbeiter im Clyde-Gebiet hätten sehr berechtigte Beschwerden Wenn diese nicht bald abgestellt werden, würden sehr ernste Schwierigkeiten entstehen. Currie (Unionist) führte aus, die Arbeiter des Clyde-Gebiets fänden es schwer die gegenwärtige Haltung Lloyd Georges mit seinen früheren Anschauungen zu vereinigen. Das sei ein Hauptgrund der Schwierigkeiten. Lloyd George erklärte, es sei notwendig, die Arbeiter und Arbeitgeber unter eine gewisse militärisch e Ko ntro lle zu stellen, damit sie nicht die Umstande gegeneinander ausnutzen.würden. Die Unzufriedenheit der Arbeiter ser nicht als eine Revolte gegen die Regierung sondern gegen die Führer der Gewerkschaften anzusehen' Arese Entwicklung habe bereits vor dem Kriege eingesetzt, ^etzt bestehe eine sehr starke Organisation, die jgegen die Arbeiterführer arbeite; aber es müsse doch die Arbeit organisiert werden, wenn der Krieg gewonnen werden solle Outhwaite sagte, als die Bergleute von Südwales ohne Zustimmung der Führer gestreikt hättest, habe Lloyd George E ihre Federungen bewMgck. Es sei nicht einzusehen, weshalb schottische Arbeiter anders behandelt werden sollten als Waliser. Englands ttriegsbilderbücher. Unter den englischen Ktiegsveröffentlichungen nehmen die sati- rchchen, mit Karikaturen illustrierten Schriften über den Krieg eine üÄrX"** *"“? E, Ernst Sch-nlz-B-ssrr. der die KarfkMur im L^ltkriege m einer, eigenen, bei E. A. Seemann in Leimig sowie auch in einer Aufsatzreihe in der Zeit- reunde" pttt Gegenstände eingehender und'rnter- essaMer Studien gemacht hat, bemerkt über diese Literatur, daß und vom gemeinsten, blödst- bis zur wirklich witzigen Parodie sich bewegen Tie LsE^^Eung fand „Swollen Headed William" — „Wil- vnt dem geschwollenen Kopfe". Das Büchlein enthält, wie ns^f^.ulllteill.„traurige Geschichten und lustige Bilder" dem Deutschen". Vielleicht hat der Leser ö 5 ?^ ts ^Eerkt, worum es sich handelt: es ist ein englischer Krieqs- §^^btter, der hier zurecht geschneidert worden ist, und das^ n ^JiSSSST 1 hat, beweist der Umstand, daß binnen l 'S?* davon verkauft wunden. In der der Kchn Geschichten erscheint, ebenso wie auf dem Umschläge, Kvpf° und Hutfcfretftai Seht den Wilhelm, der hier steht, Seine blutigen Hände seht? Spitz sein Schnurrbart aufwärts droht. Gegen seinen großen Gott. Was vom Himmel Wilhelm meint, Wohl kein großes Rätsel scheint. Doch, ein Ding ist bös und schlimin: Was der Himmel denkt von ihm D«mr folgen die „Geschichte vom Kultur-Wilhelm", der Kirchen verbrennt und dre „Grey-cat" erschlägt — die tote grey (graue) br^uge von Edward Grev —, die Geschichte von, ^Sol^ (dem Schicksal) der dre auf dre englische Kolonisation neidischen Datschen ms Tmtensaß steckt, dem Jäger, der vom Haseil (Belgien) selber erschossen !vrrd, vom Wilhelm, der die Friedens- supvc nicht essen will usw. Allerlei in diesen Bildergeschichten ist M rnz-wrschen von der Weltgeschichte in recht drastischer Weise ad absurdum geführt worden. Das gleich,e gilt auch von manchcni der Berschen, die m dem „Alphabet der Verbündeten" erschienen sind m-t* d'.' ,F steht für Rußland; es zeigt seinen Wert Aiurch Befehl an dre Deutschen, zu verlaßen die Erd'!" O je . Bum Buchstaben O lvird gedichtet: „O ist ein Omnibus, voll traußen und drin, Tie Fahrt, die ist frei, das Ziel beißt Berlin." 6g re- ' .stch gezeigt hat. doch ein weiter Weg nach — Wortipiel bringt der Vers für P: „P ist der Part, den K!elN-A>lllie erkor; Er glaubt, 's ist ein Bona — Part. Wie kommt es euch vor?" o -^riegsbllderbücher nur unter der Flagge von Jugendschrifien segeln, ist der „Böse Willie" (Wicked Wlllie) von Margaret A. Nawlrns ein lairkliches Buch für Kinder, das sich daher auch von allen Roheiten fernhält. Ter „Wicked Willie" soll den Weltkcreg selbstverßändlich vom englischen Standpunkte ^ Kmdern verständlich machen; die Nationen treten hier Aus Se?feu» rb. Darm st ad t, 6. Jan. Die gemeinsame Beratung zwischen der Regierung und dem Aeltestenrat und Finanzausschuß der Zweiten Kammer über die gesamte finanzielle Lage im Großberzag- tum fand heute vormittag in einer mehr als dreistündigen Situng statt. A-en Vorsitz fühtte Kammerpräsident Kühler- Worms ' Als Regierungsvertreter waren die drei Minister und^ eine ?lnzahl Kommissare zugegen. Der Präsident des Finanzministeriums, Ar. Becker, hiell zunächst eine längere, sehr insttuktive und über- m b a—mja^jc aTi of^ Kinder huiidelnd auf; außer dern bösen Willie noch der „arme Joseph' , Fezzie (das, ist natürlich der Türke), Klein-Mbert usw. „Einst war," so beginntFiie Geschichte, „Tante Europas Sämle nicht größer als andere Schulen auch; die meisten Kinder waren steckende, gutmütige kleine Dinger; sie standen herum, die Finger inr Munde, mrd gehorchten den Anordnungen der roenigen. die großer uiid klüger waren. Natürlich konnten sie, wie das bei Kindern nun einmal so ist, nicht immer friedlich miteinander spielen . . . , aber erst, als die Schule immer ausgedehnter und be- deuterDer wurde, begann der große Streit, der jetzt noch anhält." Jur Envachsene bestimmt siird trotz des Titels die „Kinderreime für Kriegs zeit" (Nursery Rhymes for FiMing Times) von Elphiir- stoue Thorpe. An der Hand altberühmter englischer Reime, wie sie " „ lin k Erzieherinnen den Kindern Vorlagen, werden hier die volltlicken Ereignisse satirisch behandelt. „Kai'er Hubbard, alt und krank, Ernst einen nrelschen Speiseschrank, Einen Pariser Auocheii zu erhaschen. Bei Mons und Cambrai HinderiiJhn Briten o weh! llnd^o kann der- arme Dackel nicht Haschen." Das Amüsanteste dürfte die Parodie auf Sven Hcdins be- ruhmtes Buch Em Volk in Waffen" sZn, das unter dem Titel ,,^n Gent lest Germany bt, Hun Svedend" als angebliche Ueber- setzung aus deni „Svengalesischeu" erschienen ist. Die Anlage dieser ^lürre ist so daß der Text sich wörtlich! an das Original hält und der Verfasser Lucas imlner nur wieder ein paar Brocken, die er natürlich Hedin in den Muiid legt, dazwischen wirst, um den HriginaltexL zu verzerren oder ms Lächerliche zu ziehen Das immcrbin unterhaltende Verfahren wird an der folgenden Stelle verständlich loerden, bei der die Sätze, die der Eiigländer Hedin m den^ Mund legt, von uns durch Sperrdruck bervorgchoben werden Hedin schildert die Unterhaltung beim Tische des Kaisers im Hauptquartier: „Ter Kaiser sprach fast die ganze Zeit mit mir, nannte mich stets „mein lieber Hun Svedend". Er knüpfte aii meinen letzten Vorttag in Berlin an, dem er bei- gewohnt hatte: „Tibet, wo ich so uiiruhige Zeiten erlebte, loerde wohl bald das einzige Land auf der Erde sein, das Ruhe habe; 0 a f„ m a ^ e ihn st o l z und glückli chi. Mich freute besonders, zu Horen, mst welcher Achtung und Sympathie der Kaiser sich über Frankreich awssprach. Er beklagte die Notwendigkeit, die ihn gegen seinen Wunsch gezwungen habe, stau Heer gegen die Franzoseii zu fichren. Er hasttc, daß die Zeit kommen werde, da Deutsche und Franzosen gute Nachbarschaft halten können, luic Löwe “ n 0, L amm, fo e n n das L a m m' b e a u e m eingebettet 1 m M a g e n d e s L ö w e n liegt. Wenn die Franzosen eine Ahnung von der wirklichen Denktveise des Kaisers hätten, lvürden ie ihn ganz anders beutteilen. als jetzt. Warum sie diese Ahnung gicht haben, könne Er nicht begreifen sicherlich waren s i e d o ch n i ch t s o k in d i s ch, u m s i ch burch die feindlichen Bewegungen Seiner Heere beeinflussen zu lassen." Die Engländer sind wütend auf veom. wer. er der fVveund eines Landes geworden, gegen welches Engtaiid kämpft, dasselbe England, das ihn zum Äst endo kt or von Cambridge und Oxford gemacht hat. „In Genllest Germany" soll die Rache dafür sein. u. ^ ‘ ' Aeitag, z. Januar K9I6 Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen Universiläts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schristlei1uiig,Geschäitss1elle «.Druckerei: Schul» straße7.Geschäitsstelleu.Perlng:S^^51,Schrist» leitruig: Adresse für Trahtnachrichten: Anzeiger Gießen. sichtliche Rede über den Stand der hessischen Finanzen, und teilte auch näheres über den neuen Staatsvoranschlag und den sich für das Vorfahr ergebenden Fehlbetrag mit, wobei er auch zugleich bbbignete Vorschläge zu dessen Deckung machte. Ueber die nätstren Etatspositlonen und die Ergebnisse der streng vertraulichen Be- ratuiig wird natürlich von allen Beteiligten strengstes Stillschweigen beobachtet. Heute nachmittag wareir die genannten Regierungsvertreier auch mst dem Präsidium und dem erweiterten Finanzausschuß der Erstm Kammer zu einer Beratung beisammen in der nach dem Vortrag des Präsideulen, Tr. Becker, gleichfalls eine längere Ü^ttfauö. Ter criucitcrte Final,: Wl.l>T> >Miisschuß ber Ev,ten Kammer hatte auch gestern rrachmittag eine längere Beratung mit dem Minister des Innern v. Homberg k. . f., n ^ e ^ t a atsvoranschlag für 1 9 1 6 wird in spä- ! e J e ^ j -^Afen im Truck ferttggeiellt sein. Der Finanzausschuß der zweiten Kauimer tritt alsdann sofort zu seinen üblichen Etatsberatungen zusammen, so daß die Zweite Kammer voraussichtlich Ende Februar mit der Plenarberatung beginnen kann. Die Marsbewohner uni) der Wclttrieg. Die folgende englische Bettachtung des Weltkrieges, oekleidet in die humoristische Form eines Berichtes des auf die Erde ent- !.^Poten ^»ertreters des Marskönigs an die dNarsregierung, ver-- rum Jahresabschluß der bekannte englische Joimnalist Twells Brex m der Daily Mast: „Erhabene Majestät des Mars! Jlad) emer 207 Tage langen Reise durch den Luftraum sind wir unversehrt aus dem „Erde" genannten Planeten angelangt. Nun- mehr erlaube ich mir, den folgenden drahtlosen Bericht durch die ^-Ufte zu erstatten. Wir sind in einer Gegend gelandet, die Großbritannien genannt wird, und ;vir befinden uns in der Hauptstadt London. Die Leute hrer sind weder riesenhaft, noch klein wie ^nsetten. &ie sprechen und schreiben mit denselben Hilfsmitteln wir, und ihre Sprache haben wir schnell gelernt. Auch ihr •l e ?r!A 5* c et J ten Marsmagen genießbar. Trotzdem es uns also nicht schlecht geht, erfüllt unser Aufenthalt auf der Erde uns mit großer Trauer. Denn das Volk der Briten und die Völker vieler anderer Königreiche und Länder rasen gegeneinander im wildesten und schrecklichsten aller Kriege. So erllärte sich auch der Schrecken be^un'mer Ankunft, da die Leute dachten, daß ein feindliches Lustschist geckmmen sei. Wir sind zu der Einsicht gekommen, daß dieses Volk der Brsten, in dessen Miste nur uns befinden, großen mid mannigfaltigen Gefahren gegenübersteht. Denn ihre Regierenden taten fte nicht ordentlich, da sie zaudernd, wenig,' tuchtig und zu keinem energischen Entschluß fähig sind. Trotzdem' die Briten ihr Blut vergießen müssen, sagen die testenden .Kreise- dies ist Nicht euer, sondern unser Krieg. Und so wird das Voßj m Dunkelheit, Unkenntnis und Unsicherhest gehalten. Die Leute erfahren liur weilig von den wahren kriegerischen Ereignissen und auch dieses Wenige nicht wortgetteu und mst großer Verspätung. Und so wurde der Geist des Volkes noch immer nicht erweckt, wie es unbedingt erforderlich wäre. Junge, gesunde Leute gehen in Zivil spazieren, während ältere Pattioten, die Frau urck .Kinder haben, die Uniform anzogen.. Die Britai glaicken ein freies Volk zu sem, m Wirklichkeit aber führen die Minister die ..Kriegs- geschästc m anmaßender Weise wie Diktatoren. Sie sendeii die ^.ruppeii gegen den Feind, ohne sie mit ausreichenden Mengen von Rtnniston zu versehen. Tausende von Leben werden durch Operatwiien geopfett, die einer vernünftigen Person von Anbeginn als unsinnig und aussichtslos evscheiuen mußten. Es ist kaum zu glauben, daß es bei diesen Brsten kein Gesetz gibt, das die Lasten des .Krieges gtachmäßig und gerecht über das Volk verteilt. Selbst jetzt, in dem sHwersten Kampf, den dieses Land jemals zu bestehen hatte, m einer Lage, die die Gegner nocki ivimer im Bott eil erscheinen läßt, zaudern sie, überall ihre Pslickt zu tun Es werden Worte gemacht an Stelle von Taten. Das ist's, lvas wir bisher beobachten konnten. Der Ktteg ist schrecklich und dauert sott . . ." Märkte. te. Wiesbaden, 6. Jan. H e n ° nnd Stroh markt. Man notierte: Heu 7,50-7,80 Mark. Alles per 50 Kilo. Stroh fehlte. - Am Fruchtmark t mar nichts angefahren. warum werden die Zimmerpflanzen krank? Wer sich mit häuslicher Blumeupflege beschäftigt, muß nicht selten die betrübende Erfahruug machen, daß ein Teil seiner Pfleglinge nach kurzer Zeit eingeht: die Blätter werden — zuerst am Rande — gelblich und grau, vettrockiien dann und falten schließlich der Reihe nach ab. Manche Arten (Begonien) werfen auch Blüten und Knosven ab, während andere ihre vergilbten Blätter behalten. Diese für Zimmerpflanzen typischen Kranrhestserschei- nungen werden vielfach auf die Einwirkung der Gasbeleuchtung in den Wohnungen zurückgeführt, denn das Leuchtgas enthält Spuren von schwefliger SLire, die bekamitlich das Wachstum stören. Von anderen .Blumenliebhabern wird diese Behauptung bestatten, indem sie darauf Hinweisen, daß ihre Pflanzen auch in gasbeleuchteten Räumen gedeihen. Die Frage ist nenerdinasl von So r a u e r zum Gegenstände einiger Versuche gemacht ioorden, über die F. Esmarch in der bei Gustav Fischer in Jena erscheinenden „Naturwissenschaftlichen Wochenschrift" Bericht gibt. Soraricr stellte m zwei gleichmäßig geheizten Rcstlmen eine Anzahl gebräusts- licher Zimmerpflanzen (blüheride imd Blattpslanzenf auf. Beide Gruppen genossen gleiches Tageslicht imd waren auch sonst gleichen Bedingungen ausgesetzt; nur befand sich in dem einen Ramne eine Gasflamme, welche täglich 5 Stunden brannte. Während des (im Winter ausgeführten) Versuchs wurde dreimal täglich die Tempo- ralur und die Lustftuchtigkest geme,sen und dabei wurden die int übrigen geschlossen gehaltenen Räume auf kurze Zeit geöffnet. Sechs Vage bis drei Wochen imch Begiwu des Versuches, je nach der ?lrt, stellten sich in beiden Mteilung?u die geschilderten Absterbeerschei- nungcn cm, aber in der gasbeleuchteten etwas früher und vor allem etwas stärker Daraus ergab sich, daß das Gaslicht nicht die unmittelbare .Ursache snn konnte, wohl aber einen förderndeuj Einfluß haben nstißte. Es wurde fcstgestellt, daß durch die Gas- beleuchtung die Temperatur uni 2 Grad gesteigert mrd die Luft- seuchtigteit entsprechend herabgesetzt wurde, rrnd daraus geschlossen, daß die gesteigerte Erkrankung durch die größere Lufstrockenheit bedingt sei. Um die Be reckst igung dieses Schlusses zu prüfen wurde mst denselben Pflanzen ein zweiter Versuch in zwei LLohu- zimmern anZestellt. m denen im Unterschied von den ersten durch ^^^^Bersvuenverkehr eine häuftgere Lusterneuerung ftatthatte Tie Erkrankungen trateii jetzt in bedeutend schwächerem Grade auf, sie waren tu dem gaslosen Zimmer kaum wahritehmbar Als ™ m .. ™ Merem durch verstärkte .Heizung und möglichst beschrankte Ventilatwu cme ums 2 bis 3 Grad höhere Tansteratur mrd sonnt ciiik -fcüngerl! Luftfiuchtigk-rt hn-wrgcrusen ivurde. errranrteu bte Pflanzen unter denselben Symptomen, wie in dem gasbeleuchtetai Zinimer. Der schädliche Einfluß der trockenen Luft laßt sich, nne ferner erniittclt ivurde, nicht durch reichliches Bc> gießell besetstgen. Als wirksamstes Mittel sind vielmehr Verminderung der Temperallir mrd Steigerung der Luftzirkulativn zu bezeichnen ,Airch ist aus etue allmähliche Gewöhmriig der Pflcmzm au die Bedingungen der Zimmerkultur zu achtelt.