Nr. 3 Zweiter Blatt Erscheint ikgllch mit Ausnahme des Sonntags. Die „Eietzener Kamilienblatter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Nreirblatt für den Nreis Gießen" zweimal wüchenttich. Die ..Landwirtschaftlichen Sett- fragen" erscheinen monatlich zweimal. l66. Jahrgang reyener Anzelßer General-Anzeiger für Gberhessen rmttwoch. 5. IMvar Wb Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheq Universitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schriitleitung,Geschäftsstelle ».Druckerei: Schul» straße?. Geschäftsstelle:uVerlag:^^51,Schrift« leitung: «--^112. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Die Gewerkschaften im Nriege. Die Kriegstätigkeit der Gewerkschaften ist schon durch die Regrerung anerkannt worden. Der „Rückblick auf das Jahr mö" den das „Korrespondenzblatt der Gewerkschaften Deutschlands in seiner ersten Nummer des neuen Jahres .W?*/ l e fy' ba 6 gewerkschaftlichen Organisationen nicht gerastet haben. Er sagt: t 2’** Aschen Gewerkschaften haben sich seit dem Kriegsaus oruch als Volksorganpationen größter Verbreitung und im besonderen sich als die wirtschaftliche Vertretung der Arbeiterklasse in Dienst der inneren Kriegsfürsorge gestellt und nach besten Kräften, ohne ihre eigenen Mittel zu schonen, an der Lösung der sozialen Aufgaben mit gearbeitet. Sie taten es mcht aus Furcht oder Berechnung, sondern aus eigenstem Antriebe. Sre konnten nur dringend wünschen, daß Deutschland aus dem ihni a ^ eT ^uch heute nvch> für sie eine Selbstverständlichkeit über die nicht z>u streiten ist. Ob die maßgebenden Kreye des, Unternehmertunis sich zur gleichen Höhe des Verständnisses nationaler Notwendigkeiten aufgeschwungen haben oder ob sie es daran fehlen lassen, ist ihnen Umso gleichgültiger, als ihre HalUrng ia nicht von Rücksichten auf das Unternehmertum ge- leitet ist. Wo dre Arbeitgeber sich rückhaltlos von gemeinnützigen Interessen leiten ließen, haben es auch die Gewerkschaften nicht an Entgegenkommen fehlen lassen. Vor allem ist das Verhältnis der verschiedenen G e w er kscha fts r i chtU n g e n untereinander während des Krieges ein besseres gcwor- den, und es ist zu. hoffen, daß ein gemeinsam^ Arbeiteri und Kämpfen im Interesse der gesamten Arbeiterklasse auch nach dem Knege möglich! fern wird." . Der Bericht beschäftigt sich dann mit den Vorgängen rm Reichstag und sagt darüber: * , „Welcher Art die Folgen dieser Absonderung auch sem mögen,,sw fallen auf ihre Urheber zurück, und Man wird die letzteren dafür gebührend zur Rechenschaft ziehen. Noch halten wir . Arbeiterbewegung für gesund genug, um den wahnwitzigen An- griff aus ihre stolze Einheit zurückzuweisen. Sollte sie sich ohn- Machttg erweisen, imnn wären die jahrzehntelangen Kämpfe um die Große der ^deutschen.Sozialdemokratie umsonst gewesen'! Die Gewerkschaften werden, unbeirrt von der Haltung der Gruppe für die wirklichen Interessen der duitschen Arbeiter eintreterr, wie dies während des bisherigen.' §Z^erlauA geschah. Sie werden, emaedenk ihrer Vergangen- h.it, auch Nicht em J 0 ta> von den Grundsätzen der Arbeiterbewegung mifgeben, ,mrdem rm ©raffte ihrer Geschichte und Kämpfe trete Rnrfen m der Erfullun« ihr« Aufgaben und Ziele. Der kennt Nns «e Gew erkschaften nnht, d« tum ihnen glauben kenn, sie tvüx* den MMmial^paal ober harnwlliediifelig werden. Zu beideni haben sie täuscht sich erst recht in ihnen, d« ,re tn im n»fen_ Sebcngfrogtat der Arbeiterklasse beiseite zu ^ SetKrit sind langst vvrüÄer, in denen die Partei ^"^ert der Partei *T SS . ^ arerffchaften atzträger), Melchior (König .- UTl ^ ) - Balthasar (Gottesschütz). Zum Beweis dafür, daß die Werjen Komge waren, konnte man sich auf zwei Psalm- stellen berufen, die man hieraus bezogen hat. Im Psalm 72, 10 F- lß i„Dre Könige aus Tharses werden Geschenke bringen, dre Komge mrs Arabien und Saba werden Gaben zuführen," und rm Psalm 68,30: „Um Dernes Tempels willen zu Jerusalem wer- den Drr dre Kömge Geschenke zuführen." Die Legende ließ die heiligen drei Kömge nach ihrem Tode in einern gemeinsamen Grabe bestatten; ihre Gebeine kamen dann aus Asien nach Kon- und von dort nach Mailand und schließlich nach Köln. Nacktem Kaiser Frredrrch Barbarossa die Stadt Mailand rm Jahre 1162 erobert und zerstört hatte, beschloß er, die dort aufbewahrten Reliquien der heiligen drei Könige nach Deutsch- land zu schaffen Im Heere des Kaisers befanden sich viele Kirchcn- sirriten, dre Verlangen nach dem Besitz der Gebeine der heiligen drei Kömge trugen Namentlich war es der Kanzler des Kaisers, der Kollier Erzbischof Rernhold von Dassel, der sich die Reliquien er- bat und der Kaiser konnte die Bitte dieses einflußreichen Kirchen- sicrsten mcht Eehnen. Am 11. Juni 1164 wurde die Reise nach ?! n frfe' Te r l l Nachforschungen zu entgehen, stellte sich der Erzbischof von Daßel so, als ob er die Leichen dreier ZU der Pest verstorbenen Verwandten nach Deutschland befördere. A.m 26 . Juli 1164 gelangte man zu Sckiiff in Köln an, wo die äreliquitm Mit ungeheuerem Jubel in Empfang genommen wurden. Aus ganz Eiwopa strömten die Völker zur Verehrung der Reliquien herbei und Köln wurde in der ganzen Christenheit berühmt als die Stadt der heftigen drei Könige, denen man im Dom eine würdige Grabstätte errichtete. Der Schrein, in dem die Gebeine aufbewahrt werden, ist als der kostbarste der Welt anzu- jprechen. Gegen Ende des 5. Jahrhmiderts befanden sich die Ge- beine in Konstanttnopel, wo sie, in Bleisärgcn geborgen, in der Hagia Sophia ruhten. Für die Geschichte der heftigen drei Könige von Bedeutung ist ein Pfeilerrelief in der Mailänder Basilika, L^.AKert aus dem 9. Jahrhuudert, die den Beweis liefert >ur die Verehrung, die damals den heftigen drei Königen in ihrem Grabe erwiesen wurde. Jni Kölner Tom befindet sich bekanntlich auch das berühmte Gemälde von Stephau Lochner, das die Aübetung der heiligen drei Könige darstelll. Das Kölner ^tadtwappen weist drei Köuigskrvnen und elf Flammenzungen auf. Tie Flammenzungen deuten auf die 11 000 heiligen ^nmgsrauen hin, deren Grab sich ebenfalls in Köln befinden sott, !und die drei Königskronen im Stadtwappen von Köln auf die heftigen drei Könige, die in Köln ihre letzte Ruhestätte gesunden haben. * ** Auszeichnung. Dem Musketier Ludwig W o e l k e aus Gießen, rm Jnsant.-Regt. 224, wurde das Eiserne Kreuz verliehen. ** Stadttheater. Aus dem Stadttheater-Biweau wird uns geschrieben: Die nächste Freitag - Abonnement ° Vorstellung ?rmgt das liebenswürdige und humorvolle Lustspiel „Die Grvß- tadtlustt, das bei seiner Aufführung inr Dienstags-Abonnement der Preffe und Publikum eiiien vollen Erfolg errang und die größte Heiterkeit auslöste. — Die Hauptrollen befinden sich in Härrden der Damen Rubens, Burghoff und Jüngling und der Herren Goll, Helmuth, Sternhoser, Dworkowski, Eugens und Theiling. ** ßalet ei nfammlung durch die Post. Es ist nvch nicht genügend bekannt, daß die Post abzusendende Pakete auf Bestellung aus den Wohnungen abholen läßt. Man braucht nur 2m offenes Schreiben, eine Karte oder einen Zettel mit den Worten: „Paket abzuholen bei (Name und Wohnung) unfrankiert in den nächsten Brieflasten zu werfen oder einem Briefträger mitzugeben. Auch kann die Bestellung auf Abholung von Paketen dem Postamt durch Fernsprecher mitgeteilt werden. Hierauf wird die Sendung * nächsten Paketbestellfahrt gegen eine Gebühr von 10 Pf. vom Hause des Absenders abgeholt. Das Verfahren ist einfach und bequem und besonders solchen Personen zu empfehlen, denen ein Dienstbote nicht zur Verfügung steht. Kreis Büdingen. — Büdingen, 5. Jan. In den Monaten August bis Dezember 1915 hat der K o m m u n a l v e r b a n d Büdingen mit dem Händlerverein des Kreises aus dem Kreisbereich insgesamt 155 260 Zentner Weizen und 23 050 Zentner Roggen ausgekaust. Bon dieser Summe verblieben für den Verbrauch des Komnumal- verbandeS 23 990 Zentner, während 154 320 Zentner an dw Reichs- getreidestelle abgeführt wurden. Der Gesamtwert des umgesetzten Getreides betrug 2 360 000 Mk. ^ o, ^^.brkenfritz, 5. Jan. Der einzige Sohn des Landwirts August Schnur, Reserve-Jnfanterie-Regiment Nr. 222 , wird seit dem 14. Marz 1915 vermißt. Kreis Friedberg. Friedberg, 4. Jan. Trotz der reichen Kartoffelernte in der Wetterau stellte das Kreisamt fest, daß in 17 Gemeinden rein bäuerlichen Charakters noch 3328 Zentner Kartoffeln zur Deckpnq deS Bedarfs erforderlich sind, die aber in den betreffenden Orten selbst beschafft werden können. Für acht weitere Orte, darunter die Städte des Kreises, find noch 13 758 Zentner Kartoffeln notig, und zwar u. a. für Bad-Nauheim 9091 Ztr. Vilbel 2000 Ztr., Ober-Roßbach 750 Ztr., Butzbach 550 Zentner! Hierzu kommt noch der zu deckende Bedarf des Kreises Offenbach Ztr., wovon im Kreise Friedberg \ dieser Summe mit 48 000 Ztr. sicherzustellen sind. Zur Beschaffung dieser Gesamtsumme von rund 70000 Zerrtnern im Kreisbereiche wurden die Bürgermeister mit der sofortigen Feststellung der Vorräte beauf. tragt. Falls die Summe nicht erreicht wird, soll das Enteignungs- verfahren emgeleftet und gegebenenfalls ein Ausfuhrverbot erlassen werden. Das Ergebnis der Feststellungen muß bis Montaa kommender Woche dem Kreisamt-vorgelegt werden. Kreis Wetzlar. , # ra. Aus btm Kreise Wetzlar, 5. Jan. Der Wald bietet im Winter, vor allem in dieser Krieqszeit, dem Bauern im umfangreichen Maße Arbeitsgelegenheit. Sehr günstig steht es ? lc J ÜV Metzlar, denn 41,6 Prozent seines Gesamtgebiets sind Waldflache. Die Waldbestände einiger Gemeinden mögen hier nach ihrer Größe folgen: Dutenhofen 23 Hektar, Kinzenbach 41 Hektar, Vetzberg 56 Hektar, Launsbach 68 Hektar, Odenhauseli 114 Hektar, Salzböden 153 Hektar, Krofdorf 406 Hektar und Wißmar sogar 690 Hektar. ra. Groß-Rechtenbach, 5. Jan. Die hiesige Jagd- Nutzung (630 Hektar) ergibt für die Gemeindekaffe eine Einnahme von 1235 Mk. im Jahr. vermischtes. * NeujaHrAgruß eines schweizerischen Grenzsoldaten Den tapferen Schweizer Soldaten, die die Grenzen ihres Vaterlandes^ Mgen fremde Eingriffe schützen müssen und monatelang bis zur nächsten Ablösung im Jura oder auf dem Gotthard, rm Engadin oder am Genfer See Wache halten müssen, wird diese Probe an Au-sdaner und Geduld gelegentlich sehr hart. Einigen hftft der Humvr über das ernst-einförmige Dasein hinweg,. wie auch dein Berfaffer folgenden Glückwmchhpoems zum Neuiahrssest, das' uns ein Züricher Mitarbeiter n fftte isi:' Grenzwachtdienst, selten daheim. Ist Parole jahraus, jahrein, Schars geladen — neutral frleiffex Gamhre schultern, — znm ZeitvertEN. Daktschrrtt kloppen, defilieren. Schildwoch stehen und präftntLren. Große Zeiten, ernste Lage, 80 CIS. Sold pro Tage. Zu Hanse harret hbhe Steuer, Kleiner Lohn und alles teuer. Darum gratulier ich Dir Diesmal nur auf Packpapier. ^ ?"on. 5 000 Kompassen. Der fefaimte Dresdener Großindustrielle Herr Komnrerzienrat Zietz, der, ime erinnerlich, vor einiger Zell unter anderem einen 8 Toppelwagen unffassenden Eisenbahnzng warme Militärnnterjacken stiftete, hat seine vaterländische Gesinnung aufs neue zunc «Ausdruck gebracht, indem er für Heereszwecke 5000 Stück Kompasse mit in der Dunkelheit leuchtender Nordnadel spendete. Diese werden unseren Kämpfern hauptsächlich beim Erkundigungsdienst wertvoll sein. CharduA „Rübchenschaberin" und Bouchers junges Mädchen auf einem Sofa liegend" abtreten nmß. Dresden wird nach Mar- Miltters Ansicht milder zu behandeln sein, einntal, weil sich die ^oachsm weniger unmenschich benommen haben, als die Preußen und Bayern (!) und> dann, weil Man doch einige sianzösische Minmverke im Lande der Barbaren zurücklassen muß, um die „kunjtierische Ueberlegenheit Frankreichs" recht eindringlich vor Augen zu führen; es^ behält also seine Poussins, seine Claude Lorrams und den größten Teil seiner sianzösischen Sammlung, um nur das Elouet zugeschriebeNe MldNis der Herzogin von Etampes und Largillieres Bildnis des Herzogs de la Rochefoucauld auszuliefern. Kassel, Braunschweig, Schwerin und Wien werden selbstder,ländlich in ähnlicher Weise zur Ergänzung der herangezogen; Wien verliert Clouets Bildnis Karls IX., Callots ,Zahrmarkt von Beacaire" iind Davids „Bona- parte überschreitet den St. Bernhard". Damit ist Marqulllier aber noch nicht zu Ende! Er hat Sinn für die Ordnung und so macht er den liebenswürdigen Vorschlag, alle Gegenstücke zu Bildern, die sich in belgischem -oder französischem Besitz befinden, soweit ie trt Deutschland oder Oesterreich-Ungarn hängen, a,i die entsprechenden Sammlungen in Belgien und Frankreich abzugeben ^.^rber Mtar kommt auf diese Weise nach Gent, Memlings „Bftdnrs ern^ Mannes" erhäll der Louvre, der 1909 das dazu- gehonge „Bftdnis einer alten Frau" erworben hat. Oesterreich .f 1 BHten dre Gemälde ab, die Rubens für die Antwerpener hat Frankfurt gibt die Altarblätter des „Meisters von Flekmalle/ zurück. Wien verliert das berühmte weil es für Franz I. angefertigt H dmlrnh^ dre Ldda v'oN Corregglv Herzug chchi, well sie ernmal dem Regenten Philipp von Orleans gehörte, und die dmtsche Regierung hat dre deutsche Botschaft in Paris, die bekannt- N «ls ehemaliges Palais Eugen Beauharnais' zu bcn schönsten des Eerr Kaiserreichs gehört, zur Errichtung eims na- polEischen Museums abzutreten. 2Wer selbst damit ist Mar- qnillrers Pvogrmnm noch nicht zu Ende: es^ besitzt noch einm d.Een ^ft, und dresm dritte Teil verfolgt den menschenfreund- lückenhaften Sammlungen deutscher R-^^chkoftenlos auszugestalten. Selbstverständlich werden auch hrm wieder an das Kaffer-Friedrich-MuseuM die stärksten Ansprüche gestellt, Marquftlier nimmt ihin die schönsten Schongauers, die besten Dürers und Crcmachs' Rembrandts f^ n 3wi b S l^ldhetm^, BerMeers „Dame mit der Perlen- „Konzertt, „em oder zwei Menzels" wandern nach Parrs: dre pergamenischen Funde, der Adorant, ergänzen dft Sendung Kassel gibt den größten Teil seiner prächttgen Holländer an die sianzösische Regierung ab: Karlsriihe hat Grüne,valds „Kreuzigung herMgeben, München Dürers „Vier Apostel" und Ä&Ä s°wi°Atichrel Ochers JSfÄJTm Säte q •! Stuttgart, Frankfurt, Darmstadt Druden, Budapest - sie alle sind an der Kriegs- entschadigung zu beteiligen. Und da zweifelt nmu poch daran, daß dre Entente für dre Rettung der Kultur kämpft?. ü — E. D. A. Ho ffMauns erste Oper. Ueber die bisher völlig unbekannte erste Oper E. Tl !M. Hosimanns, die den fri'itzesten Versuch des großen Dichters auf dem von ihm später mit Erfolg gepflegten GÄnete der OpernkoMposition darstellt, macht der verdienstvolle Äoffmann-Forscher, Hans v. Müller, im neuesten r- ™ Deutschen Rundschau nähere Mitteilungen. Während fernes Anfenthaltejs in Glogcm bei seinem Onkel Johann Ludwig Toerffer war er nrft dem Musiker Johann Sanniel Hämpe in näheren Verkehr getreten, und dadurch wilrde sein Interesse für die 9Rusik sehr gesteigert. Aus zufällig erhaltenen Geschäftsbriefen fteltt v. Müller fest, daß Hoffmann damals im März 1779 ein Singspiel in drei Ausiügen „Die Maske" komponierte, dessen Text und Musik von ihm ^yerrühren. Um sein Werk in die Oeffentlrchkeft zu bringen, wußte vr e§ durchzusetzen, daß die Partttur rm Dezember 1799 der Wnigin Luise vorgelegt wurde; er erhielt fte um die Jahreswende zurück mit einem Begleit schreiben Mit der ^Andeutung, er solle sich weg«n einer Aufsiihrmig an die dafür, zuständige Bchörde, die Tirektton des National- Matms, wenden L>ofsmänn wandte sich nun an den Direktor uur den Text ein und auch diesen in seinem ?^ '^^?^..^Eflript In denr Begleitschreiben an Jff- wnd, das v. Müller zimt erstenMal aus dem Archive der König- lichen Schauspiele veröffentlicht, heißt es: „Bor kurzer Zeit erhielten Jhro Maiestat die regierende Königin die vollständige ^^?ur, und vor wenig Dagen hatten sie die Gnade mich aus- fordern zu lassen, Gv. Wvhlgebohren die Vorstellung des.^nmviels vorzuschlagen. Fern von jedem Eigendünkel, fern ^ ff» wem Merck wage ich daher,Ew. WohlGebvhren vor der Hand bloß zu bitten, den Text durchzusehen und mir dmm ^ 'Men ob nxvm er nut einer guten Musick vereinigt wäre. ^^6si)^l^emer Vorstellung auf dem hiesigen Theater werth ^olltedres der Fäll seyn, so bin ich, da ich das Gewicht meiner Obskurttat m der inusikalischen Welt nur zu sehr suhle, bereft, meine Partitur einer geivissenbaften Beurtbeftun^ Lc.m^rtverfen, und erwmte des'halb nur Ew. WvhlGcbobren Vesehle. ^ Nach einigen Schmeichelworten an den Tireftvr bittet er für sein Werk um Ausmercksamkeit. „Ew. WvhlGebohren hoffe ich dann noch zu überzeugen, daß unei'achtet aller Auffordening nur eine gewissenhaffte kritische Vergleichung Nieiner Composition nnt } eY j: Werken großer Meister inich bestimmen konnte, einen Ver- uch mich als Conrponist bekannt zu machen, zu wagen" Bier spater machte Hoffmann seine Staatsprüfung'und wurde als Assessor nach Posen geschickt. Als Jffland ihm dos Manuflrsit zurucksenden wollte, war Hoffmann in Berlin nicht mehr m in dr-i Men" wurde also einstweilen w,e au» Hoffmianns Brief vermerkt ist. „ad acta qelent. da der Versa,ser mckt mcdr m loco * « hat sich dann hoffmann wieder nach dem teicksal seines Singspiels erkundigt und ^ff. rÄti"r^" ^retär an. es „aufzusuche,l und höflich zu Mmtüüev Teil. Bet r.: Aufstellung der Rekrutierungsstammrolle für das Jahr 1916. An den Oberbürgermeister zu Gießen und an die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Sie werden hiermit ersucht, mit der Aufstellung der Rekrutierungs-Stammrollen für 1916 sofort zu beginnen und dafür zu sorgen, daß diese bestimmt bis zum 17. Januar 1916 hier eintreffen. Die Bestimmungen der Wehrordnung in der Fassung vom 8. Dezember 1913 (Regierungsblatt Nr. 3 von 1914], insbesondere die des § 46 sind hierbei genau zu beachten. In Ihren Gemeinden wollen Sie alsbald zur öffentlichen Kenntnis bringen, daß alle im Jahre 1896 getreuen Militär- pflichtigen, sowie diejenigen, welche dieses Alter bereits überschritten, aber sich zur Musterung noch nicht gestellt haben, oder bei dem Kriegsersatzgeschäft zurückgestellt worden sind, und entweder im hiesigen Kreis ihren dauernden Aufenthalt haben oder sich als Studierende, Schüler von Lehranstalten, Haus- mch Wirt- schaftsbeamte, Dienstboten, Handlungsgehilfen, Lehrlinge usw. im Kreis Gießen aufhalten, sich zum Eintrag in die Stammrolle während der Zeit vom 3.bts [5. Januar [916 bei derBürger- meifterei ihres Wohn - oder Aufenthaltsortes zu melden haben, mit Ausnahme der bereits Eingestellten. Bezüglich derjenigen Militärpflichtigen, welche zurzeit vorübergehend abwesend sind, haben deren Eltern, Vormünder, Lehr- oder Fabrikherren die Anmeldung zu vollziehen. Weiter weise ich darauf lstn, daß es Ihre Pflicht ist,, zu ermitteln, welche Militärpflichtige etwa außer den in den Geburt,.isten aufgeführten oder sonst angemeldeten Personen in der Gemeinde vorhanden und gestellungspflichtig sind. Zutreffenden Falles wollen Sie diese zur Anmeldung anhalten. Es ist streng darauf zu achten, daß sämtliche in der Gemeinde geborenen Militärpflichtigen — mit Ausnahme der von diesen bereits früher gestorbenen — in die Stammrolle ausgenommen werden. _ _ w Wer die vorgeschriebenen Meldmigen zur Stammrolle unterläßt, ist nach 8 25, 11 der W.-O. mit Geldstrafe bis zu 30 Mark oder mit Hast bis zu 3 Tagen zu be- st r a f e n. Es ist dies in der zu erlassenden Bekanntmachung ausdrücklich zu erwähnen. Insbesondere bemerke ich folgendes: a) Die Entgegennahme der Amneldung zur Stammrolle seitens der nicht am Orte der Anmeldung geborenen Militärpflichtigen ist stets abhängig zu machen: 1. bei den Militärpflichtigen des jüngsten Jahrganges (hier 1916) von Vorlage eines Geburtsscheins; Heimatscheine, Abmeldebescheinigungen, Arbeitsbücher, sowie anderweite, wenn auch von Amtsstellen ausgefertigte Bescheinigungen oder Mitteilungen genügen nicht; 2. bei den Militärpflichtigen der älteren Jahrgänge (hrer 1915, 1914 und evtl, frühere) von Vorlage des Musterungsausweises oder Berechtigungsscheines. b) Genaues Augenmerk ist auf die Rechtschreibung der Namen der Militärpflichtigen zu richten, die Rufnamen sind zu unterstreichen. Auch ist darauf zu achten, daß der Geburtsort richtig bezeichnet und der in Betracht kommende Verivaltungsbezirk (Kreis, Amtshauptinann- schaft, Oberamt, Bezirksamt usw.) zutreffend angegeben wird. c) Bei allen sich anmeldenden Militärpflichtigen ist genau festzustellen, welches Gewerbe diese betreiben, beziehungsweise ob die Angaben zutreffend sind. Es kommt dies namentlich in Betracht bei Sattlern, Schneidern, Schuhmachern, Schlossern, Schmieden (Hufschmied und Grobschmied zu unterscheiden), Wagnern und Zimmer- leuten, bei welchen erforderlichenfalls festzustellen wäre, ob sre dieses Gewerbe tatsächlich gelernt haben und jetzt noch betreiben. Bei Ausfüllung der Spalte 8 ist der hauptsächliche oder alleinige Beruf soweit angängig genau zu bezeichnen (z. B. landwirtschaftlicher Taglöhner, _ Bäckergeselle, Zigarrenarbeiter, Handlungsreisender usw.). Insbesondere ist bet Arbeitern und Tag'""nern derjenige Arbeits- oder Geschäftszweig anzugeben, in ln c l ... c nt si e ständig oder m ei st ens ar- beiten (ob in Landwirtschaft, bei Forst-, Garten-, Bau-, Eisenbahn-, Chaussee-, Hafen-, Kanälarbeiten usw.). Dabei ist derjenige Beruf an zu geben, welcher seit Verlajsen der Schule die längste Zeit hindurch ausgeübt wurde. , Wer beispielsweise mehrere Jahre hindurch rn der Landwirtschaft beschäftigt und nur das letzte Jahr oder die letzten Monate als Handwerksgeselle oder Fabrikarbeiter tätig war. ist mit der ersteren, nicht mit der letzteren Beschäftigung nachzuweisen. Bei den in der Landwirtschaft tätigen Militärpflichtigen ist durch Eintragung des Vermerks „m. Pf." (mit Pferden) oder „o. Pf." (ohne Pfestde) in Spalte 8 anzugeben^ ob diese mit Pferden umzugehen verstehen oder nicht. 6) Bei den ausgewanderten Militärpflichtigen ist genau ent* zugehen, ob diese mit oder ohne Enklassungsurkunde, mit Reisepaß oder als Kind mit den Eltern und in meinem Jahre ausgewandert sind-. e) lieber diejenigen Militärpflichtigen, welche sich in anderen Bezirken aushalten, sind von Ihnen bei den betreffenden Ortsbehörden Ermittelungen nach deren Aufenthaltsorten anzustellen und das Ergebnis in der Stammrolle zu vermerken. f) Militärpflichtige, welche in Ihren Gemeinden geboren find, fick! aber in anderen Kreisen dauernd aufhalten^ sind bei der Anmeldung zur Stammrolle ab- z u w e i s e n und zu belehren, daß sie sich in dem Bezirk ihres Aufenthaltsortes anzumelden haben. Als dauernder Aufenthaltsort ist anzusehen: 1. Für militärpflichtige Dienstboten, Haus- und Wirtschaft^ beamte, Handlungsgehilfen, Handwerksgesellen. Lehrlinge, Fabrikarbeiter und andere in einem ähnlichen Verhältnis stehende Militärpflichtige der Ort, an welchen sie in der Lehre, im Dienst oder in Arbeit stehen] 3. für militärpflichtige Studierende, Schüler und Zöglinge sonstiger Lehranstalten der Ort, an welchem sich die Lehranstalt befindet, der die Genannten angehören, sofern sie auch an diesem Orte wohnen. g) In die Stammrolle sind im Sinne der Anmerkung 1 zu Muster 6 des § 46 der W.--O. alle Bestrafungen, mögen sie vor oder nach dem Eintritte der Betroffenen in das militärpflichtige Alter erfolgt sein, einzutragen, soweit sie zur Kenntnis der Bürgermeisterei gelangen, z. B. Laut Erkenntnis des Schöffengerichts Gießen vom 1. September 1910 wegen Körperverletzung 3 Monate Gefängnis, verbüßt vom 1. Oktober bis Ende Dezember 1910. h) Etwaige Zweifel sind durch sachdienliche Erörterungen aufzuklären und das Ergebnis in der Stammrolle zu vermerken. Das Formular fürdie Aufstellungder Stammrolle ist in der Papierhandlung von Ernst Baiser in Gießen zu haben. Gießen, den 30. Dezember 1915. 'Der Zivilvorsitzende der Gvoßh. Ersatz-Kommission Gießen. I. V.: H e m m e r d e. £ _ 7 Zimmer [ 143] Elegante 7-Zimmer- Wobuung mir all. Zubehör per 1. April billig zu vermieten. Bleichstraße 26. Friedrichstr. 17 pari. 7-Zimmer Wohnung mit Etagen-Dampfheizung und allem Zubehör per Avril zu vermieten. Näheres Frankfurter Straße 29._31 } 6 Zimmer | Hoimannstraire 7, pari. 180 G-Zimmerwohnnng v. 1. April ab zu uermielen. Näh. I.Stock. Schöne, neuzeitliche 6 -Zim.-Woimg. mit Loggia, Mansarden-Zim- mer, Zentral -Eeiznng, Gas, elektr. Licht, reicht. Zubehör, evtl. Gartenmitbenntanng, per 1. April zn vermieten. Näher. Lndwigstrafie 39 I. '169 Harborger Straße 10 Parterre - Wohnung vou 6 Zimmern zum 1. Avril oder früher zu vermieten. 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