Hr. U Der «ferner Hißtet erscheint tagb.ch. außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich Sietzener^amittcnbläller; zweimal wöchentl.Ureis- blatl für den Ureis Gießen (Dienstag und Freilag); zweimal monatl. Landwirtschaftliche Zeitfragen Fernjprech - Arrschtüsse: siirdie Schristle.itungllS Verlag,Geschättsstelleöl Adresse iür Drabtnach- richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeige« lür die Tagesnummer bis zum Abend vorher. Erstes Blatt Wb. Jahrgang Freitag. 21 Januar M Bezug Sv reis: monatl. 85 Pf., viertel- jährl. Mk. 2.50; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 75 Pf.; durch diePost Mk.2.30 viertel- fahrl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Ps., ausw. 20 Pf. — Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Vc-rantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Sladt und Land, Vermischtes und Gerichtssaal: Fr.R-Zeuz; UotLtkonrbnick «atz Verlag der Brüheschen Univ.-8uch- und Zteindruüerei R. Lange. Schristleitung, SeschästLstelle und Druckerei: Schulftr.7. General-AKzeiger für Oberhessen Trinksprüche des Koffers und des Königs von Bulgarien in Nisch. (WTB.) Protzes Hauptauartier, 20.Januar. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Unsere Stellungen nördlich von Frelinghien wurden gestern abend von den Engländern unter Benutzung von Rauchbomben in einer Breite von einigen Hundert Meten: angegriffen. Der Feind wurde zurückgeschlagen; er hatte starke Verluste. Feindliche Artillerie beschoß planmäßig die Kirche von Lens. Ein englischer Kampfdoppeldecker mit zwei Maschinengewehren wurde bei Tourcoing von einem deutscher: Flugzeug aus einem feindlichen Geschwader heruntergeholt. An der Äser zwang das Feuer unserer Ballon- abwchrgeschütze ein f e i n d l i ch e s F l u g z e u g zur Landung in der feindlichen Linie. Das Flugzeug wurde sodann durch unser Artilleriefeuer zerstört. Die militärischen Anlagen in Nancy wurden gestern nacht von uns mit Bomben belegt. OestlicherKriegsschauplatz. Artilleriekämpfe und Vorpostengeplänkel an mehreren Stellen der Front. Balkan-Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Oberste Heeresleitung. Esl ist ein wundervolles Bild der Freundschaft! und Einmütigkeit, das uns heute die Tvinksprüche gewähren, die in Nisch zwischen mrserem Kaiser und dem König Ferdinand gewechselt worden sind. Wir hören daraus die eindringlichste Bekräftigung, daß die deutsch^bUlgarische Waffenbrüderschaft nicht nur ein Ereignis von schnell vorübergehender Dauer ist. Als Bnlgarien im türkischen Kriege an der Seite Serbiens und der anderen Balkanstaaten focht, war die Zukunft nicht v-onr Strahle eines leuchtenden Freundschaftsbanden erhellt, denn es fehlten die bauernden gemeinsamen Interessen, und aus den Schlachtfeldern erhoben sich schon die Gespenster späterer Uneinigkeit. Das ist hertte ganz anders geworden. Nicht ohne Absicht hich der König von Bulgarien in den an unseren Kaiser gerichteten Worten so weit in die Vergangenheit zurnckgeblickt. Es ist wahr, im deutschen Volke gab es bis vor kurzem noch keine besonders lebhafte Anteilnahme an der Zukunft Bulgariens, weil über dem Balkan noch die dichten Schleier einer schwer erratbaren Entwicklung lagen. Heute aber sehen wir durch verfliegenden Wolkenschleier die helle Sonne. Und so versprach König Ferdinand, mit seinem Volke nach dem Friedensschluß auch ein treuer Mitarbeiter an den Werken der Kultur tzu werden — an der Seite Deutschlands, dem er bescheinigtet, daß die Welt mit Staunen und Bewu:ck>erung die deutsche Kraft kennen gelernt habe. Wenn König Ferdinand von der Unbesiegbarkeit des deutschen Heeres sprach, so wird dies auf dem ganzen Balkan, wo man den deutschen Namen noch nicht mit Beifall begrüßt, doch stillen Eindruck machen und die nächsten Entschlüsse stark beeinflussen. Unser Kaiser war in seiner Erwiderung ein ebenso bereiter Darsteller der jetzigen und künftigen Lage wie sein königlicher Gastgeber? I:: seinen Worten lag tiefe Dankbarkeit, heißes Glücks gefühlüb er die herrlichen Erfolge unserer Waffen, aber wie er früher eirrmal ab gelehnt hatte, nach öder Weltherrschaft streben zu wollen, so war auch diesmal in seiner Rede nichts zu Hörer: von überspanntem Machtwillen, von Herrschgelüste und Imperatoren stolz. Nur das friedliche Ziel einer künftigen Kul tnr gem eins ch a f t hat er im Auge, die uns vor Neidern schlitzen und vor neuen Einkreisungen und Befehdungen bewahren soll. Heber das Netz der englischer: Lügen und Verleumdungen kommen wir allmählich in die reineren Regionen, wo Kraft und Wahrheit das Tor der nächsten Zeitgeschichte schmieden. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 20. Jan. (WTB. Michtanttlich.) Amtlich wird verlautbarl: 20. Januar 1916. Russischer Kriegsschauplatz. Die neue Schlacht an der b e s s a r a b i s ch e n Grenze hat an Heftigkeit zugenommen. Außer den schon gestern gemeldeten Angriffen, die alle in die frühesten Morgenstunden fielen, hatten unsere braven Truppen, ihnen voran die Budapester Honued-Dwision, bis in den Nachmittag hinein fast stündlich, an verschiedenen Stetten zwischen Toporouß u;w B o j a n zähe Anstürme überlegener Kräfte abzuschlagen. Der Feind drang im Verlaufe der Kämpfe einige Male in unsere Schützengräben ein, wurde aber immer wieder in: Handgemenge — einmal durch einen schneidigen Gegenangriff der Honued-Regimenter Nr. 6 und Nr. 30 — unter schweren Verlusten zurückgeschlagen. Das Vorgelände unserer Verschanzungei: ist mit russischen Leichen übersät; lm Gefechtsraum einzelner Bataillone wurden 800 bis 1000 gefallene Russen gezählt. Die anderen Fronten der Armee Pflanzer-Baltin stan- ven den ganzen Tag. hindurch unter russischem Geschützseuer. Auch bei der nördlich anschließenden Front in O st g a l i z i e n gab es kurzen Arttlleriekempf. Italienischer und Südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Der Stellvertreter des Ehefs des Generalstabs v. H ö f e r, Feldmarschallcutnant. Eine neue Wendung in der Haltung Montenegros? Bern, 20. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Ein aus Mailand übermitteltes Communiquö der „Agenzia Stefani" besagt: Der montenegrinische Generalkonsul in Rom teilte heute früh im Aufträge des gestern abend in Brindisi angekommenen Ministerpräsidenten Muschkowitsch mit, daß König Nikita und dessen Negierung alle Bedingungen Oe st erreich-Ungar ns ablehnten und daß der Kampf bereits auf der ganzen Front wieder begonnen habe. Der König und seine Söhne weilen inmitten der Truppen, um den letzten Verteidigungskampf zu leiten. Aus Brindisi wird gemeldet: Die Königin von Montenegro, die montenegrinischen Prinzessinnen und der montenegrinische Ministerpräsident sind hier eingetroffen, um sich nach Rom zu begeben. König Nikita bleibt in Sku- tari, um dort den Verteidigungskampf zu leiten. (Notiz: Hier wird uns mitgeteilt, daß an amtlicher Stelle über die oben gemeldeten Vorgänge nichts bekannt ist.) Bern, 20. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Der von der Agence Havas verbreiteten Meldung des „Temps" über den Abbruch der Friedensverhandlnngen zwischen Montenegro und Oesterreich- Ungarn entspricht im ganzen eine in der Pariser Presse enthaltene Havasmeldung aus Rom. Der eigentliche Ursprung dieser Sensationsmeldung erscheint recht zweifelhaft. Der „Temps" läßt sich von seinem Genfer Vertreter die Nachricht aus Skutarr geben, andere Blätter bringen sie ans Brindisi. Jedenfalls begegnet die Meldung in der Pariser Presse selbst stärksten Zweifeln, denn Blätter wie idas „Journal des Debets", „Petit Journal" und „Echo de Paris" geben sie unter allem Vorbehalt wieder, zumal sie in geradem Widerspruch :nit den in derselben Ausgabe enthaltenen Meldungen aus englischen Blättern über die Formen der Uebergabe des Degens Nikrtas sowie des Ausrufs des Königs an sein Volk stehen, in dem gesagt wird, daß nur Ergebung oder Untergang übrig blieben. Der „Petit Parisien" und das Journal des Debats, die gestern hier wicht eingetrofsen waren, waren von der ftanzösischen Zensur wegen Wiedergabe der Mitteilung des montenegrinischen Generalkonsulats in Rom verboten worden. Englische Aeußerungen über die Kapitulation Montenegros. London, 19. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Times" schreibt in einem Leitartikel: Die Kapitulation des Königs Nikolaus ist zwar kein Unglück, das nicht wieder gnt zu machen Iväre, aber ein Signal, das die Alliierten nicht ignorieren dürfen, und eine Warnung, daß sie nur mit größerer Energie und mehr Voraussicht, als sie bisher an den Tag gelegt haben, hoffen können, den Krieg zu gewinnen. — Die „Daily New s" verzeichnet die italienische Auffassung, daß schon im Oktober ein Abkommen zwischen Oesterreich-Ungarn und Montenegro bestand und schreibt: Wenn diese Ansicht wirklich vorgeherrscht hatte, erklärte sie vollständig, weshalb Italien keine Truppen nach Montenegro sandte. Denn diese wären dann in eine Falle gegangen. Ein feindliches Geschwader vor Dedcagatsch. Sofia, 20. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Bulgarischen Tclegraphenagentur. Amtlich wird gemeldet: Am 18. ds. Ms. um 8 Uhr vormittags erschien ein feindliches aus 24 Kriegseinh eiten bestehendes Geschwader vor D e b e a g ätsch. Um 9 Uhr 42 Minuten vormittags eröfsncten die Schisse das Feuer aus die Stadt und die umliegenden Höhen. Mittags war die Beschießung beendet. Die Schiffe fuhren auf die hohe See hinaus. Der Beschießung fielen keine Menschenleben zum Opfer; nur vier Pferde wurden getötet. Am selben Tage kreuzte ein- aus 16 Schiffen bestehendes feindliches Geschwader von 8 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags in der Bay von Porto Lagos. Um 1 Uhr 5 Minuten begänne:: die feindlichen Schiff- die um Porto Lagos gelegenen .Höhen zu beschießen. Sie unterbrachen das Feuer erst um 5 Uhr 38 Minuten nachmittags, worauf sie sich in der Richtung gegen die Insel Thasis entfernten: es waren keine Opfer zu beklagen. Ein englischer Bericht. London, 19. Jan. '(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht des britischen Hauptquartiers. 16 unserer Flugzeuge griffen am 17. Januar das feindliche Vorratsdepot bei Lesars, nordöstlich Albert, an und richteten beträchtlichen Schaden an. Heute fanden 19 Lnftkämpfe statt. In fünf davon wurden feindliche M-aschmen heruntergeholt, in zwei Fällen gingen unsere Flugzeuge verloren. Der Feind sprengte am 18. Januar südlich Fricourt zwei Minen, ohne viel Schaden anzurichten. Wir bombardierten heute mit gutem Erfolge die feindlichen Laufgräben an verschiedenen Punkte::. Eine Abteilung unserer Truppen überfiel im Dunkeln die Laufgräben des Feindes nördlich des Lyflusses und brachte mehrere Gefangene zurück. Der Feind sprengte eine Mine bei der Hohcnzollernschanze, eine andere vor unseren Laufgräben südöstlich Cuinchy. Schaden wurde nicht anaerichtet. Die feindliche Artillerie war nordwestlich Frommeles tätig. Oestlich Ypern bei Frelinghien z:vang unser Feuer ein feindliches Flugzeug znm Laichen. Der Kriegsrat in London. London, 20. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird mitgeteilt: Die französischen Minister berieten estern früh mit verschiedenen Regierungsstellen, ie mit dem Kriege zu tun haben. Nachmittags trat der gemeinsame Kriegs rat der Verbündete:: zusammen. England und der Vatikan. Köln, 20. Jan. (WTB. Nichitamtl.) Die „Kölnische Volks- zeftung" metbct aus Rom unter dem 17. Januar: Tie eugli- fcfic Negierung Hit dem Vatikan Mitteilen lassen, daß sie für- alle englischen Besitzungei: nur noch die Ernemumg von Bischöfen englischer Nationalität gestatte. Weitere Flottenverftärkung in England. London, 19. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Ein heute veröffentlichtes Weißpapier enthält einen ergänzenden Voranschlag für weitere 50 000 Mann für die Flotte, wodurch die Gesamtstärke auf 350 000 Mann erhöht wird. Englands Blockadeplan und Amerika. New York, 20. Jan. (WTB. Mchtamtlich.) Durch Funkspruch von dem Vertreter des Wolffschen Bureaus. Die Presse berichtet aus Washington: Man erfährt, daß der Entschluß der Alliierten, eine förmliche Blockade über die deutschen Häfen zu erklären, der Gegenstand eines Gedankenaustausches zwischen den bisherigen diplomatischen Vertretern der Alliierten und einer unformellen Besprechung zwischen Diplomaten und Beamten des Staatsdepartements war. Wie verlautet, sieht das Programm die tatsächliche Ausdehnung der Blockade auf die europäischen Neutralen durch scharfe Anwendung der Doktrin vom letzten Bestimmungsort vor. Der Aufschub der Verwirklichung des Planes wird gänzlich auf den Widerstand Frankreichs :md möglicherweise Italiens zurückgeführt, die britische Auslegung der Rechte eines Kriegführenden anzuwenden. Diese Ansfassung des Gegenstandes wurde hier mit großer Vorsicht ausgenommen, wie es heißt, unter voller Würdigung des wahrscheinlichen Ausbruches einer englandfeindlichen Stimmung im Kongreß. Me Diplomaten richten ihre Anstrengungen daraus, die Stärke der amerikanischen Stimmung über diesen Gegenstand festzustellen, namentlich, über die Anwendung der Blockade auf die Neutralen, für die, wie die Engländer behaupten, die Bereinigten Staaten einen Präzedenzfall im Bürgerkriege geschaffen hätten. Es wird als Ergebnis erwartet, daß der Widerstand der Vereinigten Staaten durch sehr heftige Proteste Hollands, Dänemarks, S.ch w e - d e n s und möglicherweise Norwegens unterstützt wird. Bon Frankreich heißt es, daß es gegen den britischen Gesichtspunkt vom Recht der Blockade eines neutralen .Hafens geltend mache, daß dadurch Frankreich künfttg Won den Vereinigten Staaten durch die anliegenden Larwcr Belgien, Spanien oder Italien abgeschnitten werden könnte. Die britische Behauptung gehe jedoch dahin, daß solche neutrale Häfen, wie Rotterdam in Holland und Malmö in Schweden, während dieses Krieges in jeder Beziehung als deutsche Häfen anzusehen seien, und daß die Alliierten nur dadurch, daß sie diese Häfen dem decttschen Handel verschließen würden, hoffen könnte::, Deutschland und Oesterreich-Ungarn tatsächlich auszubungern. Diese Ansichten sollen schließlich unter den Alliierten die Oberhand gewonnen haben. Holländisches Bieh. Amsterdam, 20. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Wie „Nieuws van den Dag" berichtet, hat der Ackerbanminister gestattet, daß alle Kühe aus dem Ueberschwem- :nungs gebiet Nordhollands so schnell wie möglich lebend oder geschlachtet nach Deutschland ausgeführt werden dürfen. Der Erlös daraus soll den Viehbesitzern zugute kommen. Zwei bekannte Firmen werden mit der Ausfuhr betraut. Mit der Untersuchung der Kühe wurde bereits begonnen. Der Kaiser in Nisch und Belgrad. Der Kaiser in Belgrad. Belgrad, 20. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Von der hochragenden Felv'nkanzel der Belgrader Zitadelle hat der Deutsche Kaiser heute das Kampfgelände an der Donau und Save in Augenschein genommen. Ein imuterklarcr blauer .Himmel begrüßt den Hohenzollern in der einsttgen serbischen Residenz. Die auf den Hängen auftinaudergetürmten tveißeu .Häuserreihen sind in flutenden Sonnenschein getaucht. Gegen 9 Uhr läuft der Hvfzug von Nisch her ein. Eine österreichisch-nngarisckie Ehrenkompagnie steht vor dem Bahnhofsgebäude und saluttert unter Fansareu- klängen. TÜcschütze senden von den donnergewöhnten Höhen den EhrengM. Ter Kaiser fährt zunächst zu der Belgrader Eise ub ahn brücke. Das gewalttge Werk wird eingehend beseitigt und auf jede technische Einzelheit sttcckt sich das sachkundige Interesse des Kaisers. Die Fahrt geht sodann unter Führung des ö,terrcich:schen Gouverneurs und Fesmngskommandanten am Konak vorbei zum Kalim egdau. Festlich gekleidetes Publikum belegt sich ungehindert durch die Straßen. Seitdem Barbarossa auf der Fahrt ms Heilige Land mit 10Ö 000 Ritten: hier Parade gehalten hat, stand kein Deutscher Kaiser mehr aus der Zitadelle Auf ihrem Vorsprung, hoch über der Einmündung der Save in der Donau, berichtet ein Generalstabsoffizier dem obersten Kriegsherrn über den Donau- und Saveübergang. Eine schlichte militärische Besichtigung bedeutet der Besuch, ein sachliclrer Vortrag steht in seinem Mittelpunkt, aber für den Teilnehmer wird die Szene auf dem Kalimegdau zu einem Erlebnis von innerer Größe, zu einer Feier von weltgeschichtlichem Rahmen. Unter dem Dahingleiten der glitzernden Woge:: der Donau, deS gewaltigen Stromes, der von deutschen: Boden kommt und mit seinen Wassern unsere brüderlichen Wünsche und Güter zu fernen östlichen Gestaden trägt, durch fruchtbares ungarisches Tiefland schweift unser Blick in unbegrenzte Weilen. Von den: gebirgigen Süden her zieht sich, vom Waldgrün der Inseln durchwirtt/das breite Silberband der Save, und während wir der schlichten Schilderung der Kämpfe lauschen, belebt sich das friedliche Biw Zu unseren Füßen veransclmulichen sich uns die unsterb- l:chen Kämpfe. Wir sehen das sumpfige, ungedeckte An- m a r s ch g e l ä :: d e und empfinden nrit den einstigen Insassen dieser Felsenhöhe:: ihr überlegenes Sicherheits- ge fühl. Durchs feuerdurchzückte Nächte dringt von de:: Inseln der Kampflarm zu uns, das Herz stockt, wam Skttcke ^ Entscheidung hineindenken, aber L" ««T von den Waßenr herauf zu uns das Jubellied des %?^ r r/f &raU ' , T be & ro1 demutsvollen Heldentums und E??/\ n Mc[cm unserem Empfinden <” unseres Kapers, unseres glorreichen Führers und ® r jf 3rt >» Lied seiner Söhne, mir sehen Ä? b J Dtr ^?chlNrgtlchen Nachbar dargeboten und ist tödlich Wfu? f ctne urnhsam errungene Selbständigkeit Deute hält der Rutsche Kaiser hier oben Ä.?. dte steghasten Taten setner Führer und Sollten Von Belgrad fuhr der Kaiser zu den Truppen des fallen^ b yO **2?,, ?. u t aa&e bes Saveüberganges znge- ®‘ 5 konnte für diese keine freudigere Ueberraschung G»ung gcbeit. Die Zucht der Eisbildung, die der ausere Zulamntcnhalt bet den siegreichen Kämpfen geschaffen hat SvLfi* nun m fr etlicher. Parade vor dem Obersten &°mfjwW ar — l b>. 18 Fannar ^/'k"' ta tl ^ gehört hab^ d biett faer König von B n lg a r !en folgende Ansp?ache 'L nvi ° und eisernem Willen im Voll geschrchtltcher Bedeutung ist der heutige Tag Vw ^? et ^ e .if ir,,rer ausharrten. Zar Heute vor 215 Jahren fetzte sich Ew Majestät g r o ß er toi r'«*"? % t ) r T n ’ Mimsterpräsident Raöos- Vorfahre Friedrich I. mit machtvoller Ä ] E t 'Ä I, Wr5' die Mitglieder des könig- nrgskrone Preußens aufs Haupt. Am 18. Fanunr 1871 ^berp Pvotogerow begleiteten den er,taub unter Eiv. Majestät Großvater das neue Rutsche ft ™ ältt Station Stalatfch, wo ein Reich. Wilhelm der Große erneuerte zu Versailles die 4 W morgens kehrten der Zar, die deutsche Kaiserwürde. Heute, am 18. Januar 1916 durch- ,mK'[ r” ^iniftertiTajibeut unfe bie §erren beä ©cfurgeä fabrt fein glorreicher Enkel, nachdem dessen Machtworte Gegenwart Sofia wurde am 19. Januar in alle Hindernisse hinweggefegt, den einst von Serben be- 'Ministerpräsidenten, des Generalissimus wohnten ^eil der nordwestlichen Balkanhalbinsel betritt ^ ^ Armeesuhrer ern Dankgottesdienst abgehalten. siegreichen Schrittes das römis^e C^'n m'l’ie, um. SÄ e \ teffl i begegnen sich die Herrscher zweier verbündeter Lander auf dem Boden, der vor 37 Jahren Uiar und jetzt durch unseren gemeinsamen °- 9 Bulgarien wieder zurückgegeben ist- In mernem Namen, dem Namen meines Heeres und Volkes spreche ich Ew. Majestät unfern ^ bic Urt§ erwiesene hohe Ehre des Besuchs tintVfa ^ deutsck>eii Kaiser in der Geburtsstadt Konstan- tins dev Großen herzlich willkommen. Eine um so größere b?beutmrg hat Ew. Majestät Besuch für mein Land/als er - 111 ^bn gewaltigen Stürmen des Weltkrieges statt sal^^p^Ä^? ^ bulgarische Volk sein eigenes Schick- beutjfyen Äolkes verband, um der gerechten Sache der Zentralmachte beizustehen und seine berechtigten gleichzeitig zu erreichen. Zur Ver- wirckichung dieses Zieles trat aus Ew. Majestät Befehl m L t ^ren tapferen österreichisch-ungarckchen Veibuudeten, das ruhmgekrönte deutsche Heer mit memen ^mpf, in dem unsere Krieger die glän- zenden militärischen Tugenden offenbarten. Die Welt L ertt c. Staunen und Bewunderuna die Kraft Deutschlands und seiner Verbündeten ölaubt an die Unbesiegbarkeit des deutschen Heeres unter der Leitung und Führung seines ^/lers. ^ch erhebe das Glas auf die kostbare Gesundheit X einere . Wohlergehen Ew. Majestät, des erlauch- ten Kriegsherrn des deutschen Heeres, ineines mächtigen und mtt dein Segenswunsche, daß das ^ahr 1L16 uns durch eineii dauerhafteii Frieden die heiligen Fruchte unserer Siege bringen möge, einen Frieden der meinem Volke gestattet, zukünftig auch ein treuer Mü- 5^^^ler an den Werken der Z?irltur zu werden. Wenn uns das Schicksal eine Fortsetzung des Krieaes m.f er egt, wird mein V^lk 'in lassen Uil’ bvi zum Schluß seine Pflicht zu erfüften • Ave Imperator, Caesar et Rex, Victor et gloriose' ex i.issa antiqua omnes orientis populi te salutant :fi“, f *™*“ .ßherzog- tmii^lhPTT ^ a 1916. «Dabei wird über den Inhalt sammenban» H/.^U^voranschlagsentwurss, sowie im Zu- S btc augenblickliche Lage der Staats- in ^ ni «j n bö ^ Nachstehende bemerkt: gaben'^^anschlag über die Verwaltungs-Einnahmen und -Aus- . .das Rechnungsjahr 1914 ^ ^Mehrausgaben aus dar Erhöhung der De- da sich die gesetzgeben., nicht aeeiw^ ^J^rÜSFk Aufstellung übcr diese Frage noch 2 614 P, 47 Ms ^J^ kb mit einem Ueberschuß von Recht! ir n n 1 - mit dem ' "I Wlsdruck kommt das Ergebnis bei den Einnahmen ^ Ttlgimgsstmds zusammenhängenden von 7 948 919 46 a eine Mindereinnahme babno^7P?«c^c? bet dem Anteil am Ueberschuß der Eisen- bahnschuld tmd fiT^o ^rf r Mehraufwand für Verzinsung der Eisen- 115 925 18 ^ - mit beT ^ wn zusammen beit nfovJ in ' Seibe ^ten, zusammen 8 064 844.59 Mk., wer- i/nem Ergebnts nach dem Gesetz über die Til-- durck" C 9tfJrZ S*“? SuU 1912 ---sgcglichen mcnKl345186 M'^-ntilgung aus Eisenbahneinnab- durch Ausfall der im Hanptvoranschlag vorgesehenen Ablieferung! fm.ds^ ll.Mt W5l6"Mk^'""^'"^ ^ rin i n außerordentlichen Zuschuß aus dem Aus- ?iü ü^im^^0ungsfonds zur Deckung des Mehr an » uyd Lasten gegenüber dem Antell am Ueberschuß der Gememschast von 2 284 642 59 Mk Zu jammen wie vorher 8064 844.59 Mk. ^öer Gesamtsehlbetrag des Rechnungsjahres 1914 stellt sich rsLMrÄus-- m, ‘ «r-r-— STÜ f iqen ' 6e I b'?r Rechnungsabschluß sich ergebende üstaestelU? !mh V ^ — ist der im Hauptvoranschlag fnnha t r~ H nb .., b . ort sowre tn der Rechnung dem Rest- ^IststlV^E^^r.c^^^^^c.'^oberschuß abzusetzen mit^ - bl4 547 Mk., verbletben 2 127 238 Mk Den verbletbenden 2127 238 Mk. ist zuzusttzen die Minder- 7"W 919 Mk^TbM^nbahngemeinschaft von (iii U il C.F Mehraufwand für Verzinsung der- N5 925^Mk^^ ^ ^ ^sten auf dem Eisenbahnbesitz mit Die^mnte vmr 10192 062 Mk., ist zu vennindern infolg« Wegfalls der Ttlgung, tnsowett diese aus den Eisenbahn- geweien wäre, um 1 345 186 Mk., vorgesehenen Ab-^ tautet- 51ntn,0rt hc§ Deutschen Kaisers q- ? l l er r e haben auf das Datum des beutiaen üop^?^''^ers Rücksicht zu nehmen geruht, an drei wichtige Epochen anknupfend, die mit diesem Tage zusaminen- .p nbe ich diesen für uns denkwürdigen und stets glerchbedeutsamen Tag sowohl als junger Mensch an der Seite meines Großvaters und später selbst als Herrscher inmitten der Ordensritter festlich begangen. ^^rrjcher , Nunmehr zum zweiten Male durch Gottes Ratschlnü kampst, empfangen vom König inmitten seiner taosprpTr »s« zt E'VSrffiÄ'iÄSrÄ erwarten ich nicht imstande gewesen wäre “ 8 . ™^ el 5 t9e Tag hat mir die Erfüllung eines lana ae- hegten Wunsches gebracht und die soeben gehörten gütiaen Worte Ew. Majestät bezeugen das, wie auch ich in der Bewer- tung dieser Stunde von den gleichen Gefühlen durchdrunaen b'n- Serausgelordert von Gegnern, die das friedliche Blühc" und Gedeihen Deut>chlands und Oestcrr.-llngarns neideten “ nb l" ^rwosstcr Weise die kulturelle Entwicklung ganz Eu- ITLT J A'-l letzten um uns und unsere treuen Bundesgenossen bis tn die Wurzeln unserer Kraft zu treffen. König Ferdinand österreichisch-ungarischer Fcldinarschall. Nichtamtlich.) Der Kaiser hat dem König der BulgarendieWnrdeeinezösterreichiscki- £2/ 1 -fl e 5 ? T e ^^vtarschalls verliehen. Das kaiserliche Handschreiben hierüber wurde dem König am 17. Januar von pmt Gardekapitan Grafen Lonyat) übergeben. * * * Der türkische Bericht. Konstantinopel, 20. Jan. (WTD. Nichtamtlich) Das Hauptquartier teilt mit: Am Morgen des 18 Januar st°"6en ein feindlicher Monitor unter dem Schutz von leben Minensuchern und einem Panzerschiff mit drei Torpedobooten in den Golf von Saros ein und erösfneten ein von den Fliegern gelenktes Feuer in der Richtung auf Gallipoli und auf andere Ziele.' Iliisere in der Umaebuno aufgestellten Batterien antworteten kräftig. Drei von unseren Gescyojsen trafen ein Panze-schiff, welches sich mi dem Monitor entfernte. Am Nachmittag eröffnete bca Lerche Panzer^ifs wieder das Feuer in derselben Rich tung! unsere Batterien antworteten Und erzielten einmi Treffer auf das Panz«lseck, der dort einen Brand hervorrief und das Schiff nötigte, sich zu entfernen. — An der die gestern wieder begönne Sch acht bis zum Abend Die vom Feinde unternommenen Einschließungsversuche scheiterten dank Unseren Gegmmäß" nahmen. Sonst nichts von Bedeutung. ^genmaß- Der Seekrieg. . 20. Jan. Sämtliche dänischen Mätt-r a- prechen die Blcldung, daß der mit Lebensmitteln beladene däniick^ Dampfer „Kiew" an, der Fahrt von Kopenhagm nach Pool von einem deutschen Torpedoboot aufTckS und nach Swincmunde geführt wurde. Sie knüpfen daran die V foeflte Fr-me, ob dies bedeuten solle, daß die bi^erige wlschm» aenb geübte deutsche Praxis, keine dänischen Schiffe aüfzubrinam NLr- 7 .LLi:L"«""»>— :”si"s .ÄäÄfE'ÄS TL K"Ä' satzung des ranzön chen Dampfers Leonvill-"' r 'Tl wurden. Das Schiff ist g e s ch5?e r'st ^ Änn sind Nm-ng an den Z Reskwnds II nm 4 485 016 Mk., nach Abzug der denr Aus- TrlgUnasfvnds für die allgemeine Verwaltung 2 485M6^M?^c^ vvn 2 000 000 Mk. uw m -??016 Mk., Mammen um 3 830 202 Mk. -oerblnbt ein Geiamtfehlbetrag von 6 361880 Mk. . Zu belTÜcksichtigen ist dabei, daß ber dem Rechmmasabsckilnir ^ ^1 120 000"M ^ dmausqehende Einnahmerückstä^^on ^wa i Mk. verblieben )vnb, dw allerdings erst in der' ^scheinen, in dem sie eingchcn. cl- ^ im einzelnen zusamnrensetzt, darüber .erwähnten Verhandlungen über die Er- streckung des Fmanzge^etzes 1914 auf das Fahr 1915 bereits nähere Angaben geinacht. Die endgültigen Zahlen weichen von den damals nntgeterlten nicht viel ab. Ueberdies wird rn Mrze ^eder, wre rn.früheren Jahren, in den Mitteilun^n Ä üalstelle für die Landesstatptck >erne eingehende Darleauna der Rechmrngsergebnyse veröffentlicht werden. ^ g ** Der Fehlbetrag von 4 741585 Mk wäre nnck, «rr*. meinen Vorschrift in Artikel 3 des svgenannün MaTsül^Ä^ R 21-März 1914 durch Entnahme 'von 300000 Mk aus L Restesonds II und durch Entnahme von 4 441 565 Mk ans hr™ Mords Izu decken. Nach Amikcl 6 des Gcs^es v7m 3?Ä Grstrcckimg des Fmanzgesetzes betreffend sind nfor bte . Rittet sirr Deckimg des Tmls emes^hl^ags in 1914 5u"cn Kri e g Mrüchnführen ist, endgültig nicht aus vorham denen ^onds z-n entnehmen ,andern auf dem Weg des S t cka t s ° kredits aufzubringen und es ist über die Mcitje p-nel,memd en B etrags durch ein ^sond^s ^ Gesttz °-u verfugen. Da die Berechnungen über die Höbe bes teils der auf den Krieg znrückzuführen ist, är Bück^rschlu^1914 , fmüMestellt werden konnten — sie sind mich jetzt 3 nirfil ?tri? C 0 f- e rf % der Fehlbetrag einstweilen und vorbehaltlich der sich aus dem erwähnten Artikel 6 ergebenden Reae i, uoZ^der Zuerst erwähnüm allgemeinen Vorschrift q^ckt und verbucht. Mich dre zur Mrkung des Unterschieds rwisfsvn und Lasten mis den Nsenbalmen und dem Anteil" am^llkbmsch^k der Eisenbahngemeinschost: benötigten 2 234 642.59 Mk nm/bm tme der regel«chte Zu,chuv aus Eisenbahnmittcln an die alla^ meine Verwalttmg mm 2 >000000 Mk. einstweilen dem wST gleichs- und Tilgungsfonds entnommen: auch inwieweit der'sich tzern°ch ergebende Geiamtbetrag von 4 234 642.59 Mk fehlender Ersenbakmemnahmen etwa auf Anleihe zu nehmen ist, muß sEm zahlenmäßig bestimmt rverden. — UB ’^ tcr Für' , , das Rechnungsjahr 1915 konnte aus bekannten Gründm ein Hauptvoranschlag nicht aus-^ gestellt werden. Finanzgeietz mnd Hauptvoranschlag für 1914 wurden durch das Gesetz vom 31. März 1915 auf das Rech- nung.iahr 191o erstreckt. Durch dieses Gesetz und das vom ^0' S e ?l ,1T ?/ r ^^14, betreffend bte Bereitstellung von Mitteln zur Beschaffung von Arbeitsgelegenheit, wurden der Regierung außerdem für besondere Zwecke Mittel zur Verfügung gestellt D°n.de«. Eisenbahnüberschüssen abgesehen, gehen inr Bergleich m 1915, das ia von Anfangs an unter der Wirkung des Kriegs steht, die Erträge unserer H a u p t e i nnahme- du°llen weiter »nrück. Es kommen dazu die Ausgaben die Bewilligungen aus den vorgenannten beiden Gesetzen Gewiß stehen dem gegenüber wie in 1914, so auch in 19^ Er- Sie smd nicht unerheblich, können aber die vorerwähnten Mindernnnahmen und Mehrausgaben bei weitem nicht auswiegen. . Es steht vielmehr heute schon fest, daß das Jahr 1915 nnt einem nicht nnerhMich höheren Fehlbetraa ab^ fließen wird als 1914. Nach Artikel 6 des mebrerwäbn?«. Gesees vom 30 Mär, 1915 ist auch er. soweit er aus den Ktcha zuruckzuffihren ist aus Anleihe zu decken, zu seinem anderen ^.erl ist er nach Art. 3 des sog. Mantelgesetzi's v 21 Mär, 1914 — mit 400000 Mk. aus dem Restefonds II uvd nrit bi»™ benben Betrag aus dem Restesonds I entnehn'ren. — Der Anteil am Ueberschuß der Effenbahngemeinsämst wird Ich ansch^„end nicht riet über den Betrag m 1914 erheben. JKfolgedesseu !chrd tj 111 1915 nicht möglich sein, eine Tilgung ans Eilenbalniein ™>>meii vorzunehmen und es wird ül>erÄes mied« nebm AFervechöen Auschutz g e s e l l s ch a s t unter tüchtiger Leitung daran a,earbeitet, auf dem Gebiete der sozialen Wohnungsfürsorge sich zu betätigen. Die Vorbedingungen einer solchen Betätigung sind durch das Entgegenkommen unserer Stadtverwaltung gegeben; trotz anfänglicher Schwierigkeiten kann jetzt an der Licher Straße und an der Rodheimer Straße der Bau von Wohngebäuden beginnen. Hoffen wir, daß im Frühjahr damit der Anfang gemacht wird. Wünschen wir aber auch, daß es den Bangewerbetreibenden in unserer Stadt nach Beendigung des Krieges möglich wird, sich an der Entwicklung der Wohnungsfrage in Gießen wieder durch Errichtung weiterer Wohnhäuser für eigene oder für fremde Rechnung gewinnbringend zu beteiligen. * ! ** Amtliche Personalnachrichten. Der.' Groß- Herzog hat am 8. Januar dem stellvertretenden Aorstands- mitglicd der Mainzer Volksbank, Friedrich Alexander Kräuter zu Mainz, das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen mit der Krone verliehen. — Das Ehrenzeichen für Mitglieder Freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen durch Entschließung des Großherzogs Heinrich Gr äs und Karl Fink in Assenheim. — Uebertragen wurde am 15. Januar dem Schulamtsaspiranten Michael Bald auf aus Glaubendorf eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Viernheim im Kreise Heppenheim. ** Auszeichnung. Hdsar Hch. Fersch, Solm des Pedellen Joh. Fersch, wurde, nachdem ihm bereits das Eiserne Kreuz verliehen worden ist, jetzt mit der Hess. Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet unter Beförderung zum Gefreiten. "Regelung des Verkehrs mit Brotgetreide " n d Mehl. In der heutigen Nummer des Kreisblattes gelaugt eine Bekanntmachung über die Ausmahlung des Brotgetreides von Selbstversorgern zur Veröffentlichung. Eine weitere Bekanntmachung weist auf die Notwendigkeit des Haushaltens mit Brot und Mehl hiu. Wir machen auf diese Ausführungen ganz besonders aufmerksam. Kreis Friedbcrg. e. Friedberg, 21. Jan. Die Schüler der Augustinerschule haben in der G o ld iv o ch e 4400 Mk. eingesammelt. Kreis Wetzlar. --- Wetzlar, 21. Jan. Dem greisen Tnrnfrennde All- menröder gingen zu seinem 80. Geburtstage von den Führern der Deutschen Turnerschaft außerordentlich wurmgehaltene Glückwunschschreiben zu, in denen einmütig auf die hohen Verdienste des Jubilars während 62 Jahre um die deutsche Turnsache hingewiesen wurde. Der „Gau Hessen" gratulierte mit folgendem telegraphischen Wunsch: Gießen, 20. Januar 1916. Herzlichen Glückwunsch und Heilgruß zum hentrgen Tage. Frischauf zUm Neunzigsten! In alter-Türner- treue : Turngau Hessen. E i d m a n n. W e n z e l." --- Gleiberg, 21. Jan. Die uralte Gleiberger Schule, eine der ältesten in Deutschland, ursprünglich eine Lateinschule, wird nach dem .Kriege aufgelöst. Die beiden Orte Gleiberg und Krofdorf haben eine große gemeinsame Schule erbaut, der nun die alte weichen muß. Für die Hauptlehrerstelle wurde Lehrer H o s s m a n n - Krofdorf in Vorschlag gebracht. Hessen-Nassau. ra. Biedenkopf, 21. Jan. Zur mündlichen Aussprache über die bis jetzt mit den Jugendwehren gemachten Erfahrungen fand hier eine gut besuchte Versammlung statt, es waren von den 14 Kreiskompagnien 12 vertreten. Rektor Seitz berichtete über die Eindrücke und Erfahrungen,, die er gelegentlich des jüngsten Führerkursus in Frankfurt unter Leitung Sr. Exzellenz von Schuch erhalten. ra. Waldgirmes, 21. Jan. Feldwebel Karl Schmidt, Kaiser Franz-Gardc-Grenadter-Regiment, wurde der Österreich i s ch e V e r d i e n st o r d e n 1. Klasse verliehen. TaS Eiserne Kreuz besitzt er schon. Gerichtrfaal. Karlsruhe, 20. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Heute abend gegen 9 Uhr wurde von der Strafkammer II nach zweitägiger Verhandlung das Urteil in dem Strafprozeß gegen die Direktoren des Pforzheiiner Bankvereins gefällt. Karl Friedrich Hermann wurde wegcnKonkursvergebens, Untreue und Fälschung einer Unterschrift zu 5 Jahren und 3 Monaten Gefängnis, 5 Jahren' Ehrverlust und 6000 Mk. Geldstrafe, Friedrich Krämer wegen Beihilfe zum KonkurSvergeheu lind zur Untreue zu 2 Jahren Gefängnis und Jakob Philipp wegen Beihilfe 51t 4 Monaten Gefängnis verurteilt. Der Pforzheiiner Bankverein imirbe um ca. 13 Millionen Mark geschädigt. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdien st, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 22. Januar 1916: Meist trüb und regnerisch, mild. Letzte Nachrichten. Eine angebliche Wendung in der Haltung Montenegros. Berlin, 21. Jan. Den anfgetanchten Meldungen gegenüber, welche über Einzelheiten der Friedensbedingiungen an Montenegro zu berichten wußten, betont ein Wiener Telegramm der „Kreuzzeitung" aufs entschiedenste, daß die Friedensverhandlungen noch garnicht begonnen haben Und erst beginnen würden, wenn die Entwaffnung vollzogen sei. Zuverlässige Meldungen besagten, daß die Waffenstreckung der Montenegriner rasch und ohne Reilnmgen vor sich gehe. Immerhin dürfte noch einige Zeit verstreichen, bis sie beendet sei. Nach der Wiener „Neichspost" hätte König Nikolaus seine,: Unterhändlern, dre am 13. Jannar bei den österreichischen Vorposten erschienen wären, auch eine an Kaiser Franz Josef gerichtete Depesche übergeben, welche die Friedensbitte des König Nikolaus enthielt. — Zn bcn Nachrichten über einen Gcsinnnngsnmschwnng in Montenegro sagt der „Berliner Lv ka lan z c i g e r", cs erscheine bemerkenswert, daß in Paris und London garnicht mehr daran gedacht werde, daß man den König Nikolaus Noch 24 Stunden früher als einen Verräter an der Sache der Entente hingestellt habe, der schon seit längerer Zeit mi/ Oesterreich-Ungarn im Einverständnis gehandelt habe. Pichon zudem Ausscheiden Montenegros. Bern, 21. Jan. Im „Petit Journal" bespricht Exminisder Pichon Montenegros Kapitulation sehr erregt und meint, sie könne ernste Folgen nach sich ziehen. Zum ersten Male in diesem Kriege ständen die Feinde im Begriff, einen Sonderfrieden mit einem Gegner zu schließen, der allerdings dem Londoner M-- kommcn nicht beigeircten sei, und nur eine kleine Rolle in diesem Kampfe der Nationen spiele. Es sei in Sorge, daß seine nach Albanien gefluchteten Heeresreste ganz aufgerieben werden könnten und habe jetzt Ine Möglichkeit, immerhin noch einen günstigen Frieden abznschlließen und Kompensationen in 2llbanien zu erhalten. Pichon schließt mit dem Wunsche, daß die Alliierte,: weiter einträchtig zusarmnenarbeiten und daß jeder jetzt Opfer auf sich nehme, welche die Gesamtlage erheisck-en. Das Ausscheiden Montenegros könne de,: Kriegsplan und den endgültigen Sie-' der Alliierten nickst beeinträchtigen. Griechischer Protest. Budapest, 21. Jan. Der Berichterstatter des ,,Az Est" mclbet ans Sofia: Athener Berichten zufolge protestierte der griechische Gesandte in London energisch gegen die neuerlichen Landungen der Ententetruppen auf griechischem Territorium und bestand darauf, daß die Truppen in längstens sechs Stunden wieder entfernt würden. Griechenlands „letzte Friedensstunde". Berlin, 21. Jan. Der „berliner Lokalanzeiger" erfähri aus London, die dortigen politischen Kreise seien allgemein der Meinung, Griechenlands letzte Friedensstundewerd< bald geschlagen haben. Die Entente landet Truppen auf Mytilene. London, 21. Jan. Das Reuterschc Bureau meldet aus Paris, daß einer Meldung aus Athen zufolge die. Truppen der Verbündeten auf Mytilene gelandet sind. Gründung einer österreichisch-ungarischen Amerikalinie i. Köln, 21. Jan. Tie „Köln. Zeitung" meldet aus Budapest: Einer Meldung des Blattes „Az Est" zufolge kamen Vertreter der deutschen Schiffahrtsgesellschaften in Budapest an, um über die Errichtung einer dentsch-öfterreichiscl--ungarilchen Gesellschaft zur Gründung einer Amerika-Linie zu beraten. Der Vertrag der Cnnard-Linie über Errichtung einer nngarisch-amerikani-. scheu Schiffahrtslrnie ist von der Regierung gekündigt worden. Der türkische Bericht. K -0 n ft a n t i n 0 p e l, 20. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Bericht des Hauptquartiers. An der Kaukasnsfront gestern keine wichtigen Vorgänge. Ein feindliches Kavallerie-Regiment, das gegen unsere Stellungen Vorgehen wollte, mußte sich infolge unserer Gegen maßregeln zurückziehen. An der Dardanellcn -- front warfen ein Kreuzer und ein Torpedoboot einige Geschosst auf die Umgebung von Deckte Burnu und Sedd-ül-Bahr. Unsere Artillerie erlvidcrte. Sonst nichts Neues. d'Annunzio im Theater. Lugano, 21. Jan. In Mailand fand am Mittwoch eine Aufführung von Verdis Oper ,,D i e Schlacht von Leg - n a n 0" statt, die in der Zeit spielt, als Barbarossa nach der Lombardei kam. Die Aufführung war von dem Mailänder Journalistenverein für wohltätige Zwecke in Szene gesetzt. Nach dem ersten Akt erschien der Kavallerie- und Fliegerleutnant D'Annunzio vor der Ranipe und hielt eine kurze, phrasenreiche Rede, in der er n. a. sagte: Wir werden nicht zurückweichen, bis nicht vor der Schleuse von Verona sich die Etsch wieder zum Berg, wälzt, wir werden nicht zurücklveichen, so lange sich nicht de, Jsonzo umkehrt, so lange nicht dieser wilde Fluß die vielen Leichen, die er mit sich riß, zn seiner Quelle hinabttägt. Jubel und Applaus wurden ihm dafür zuteil. Dann ttug er noch seine Gebete für die Kämpfenden und die Gebete für die Städter vor die ihm nicht weniger Erfolg eintrugen. Ö Zimmer | 333] 5= bis v Zim.-Wobng. mit alt.Zubehör, elektr. 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