Sr. (5 Erft« Blatt Der 6*eft«tier Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SiektKtr§amillenb1üt1er; zweimal >vöchentl.Nr«i§r dlatt für den Ureis Gietzen (Dienstag und Freitags zweimal monntl. Landwirtschaftliche Seitfragen Fernsprech - Anschlüsse: iürdie Schriitleitung113 Vertag,Geschäitsstelleöl Adresie iür Draytnach- richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Abend vorher. (66. Jahrgang Mittwoch, (9. Januar (9(6 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oderhesfen Rototionr-riick und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Vuch- und Lteindruckerei v. Lange. Schristlcitung, Seschästrstelle und Druckerei: Zchulstr.7. öc " v BezngSvrerr: monatl. 85 Pf^ viertel- jährl. Mk. 2.59: durch "Abhole- u. Ziveigstellen nionati. 75 Bi.: durch diePost Alk.2.30viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf.. ausw. 20 Pf. — Haupt- schristlcitcr: Aug. Goeß. Verantwortlich fiir den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goeh; sur Stadt und Land, Vermischtes und Ge- richtssaal: Fr. R.Zenz; Beck, jamilid; in Gießeir. Die enögiltige Uiederlüge der Kliffen in Oftgalizien und an der beffarabischen Koni. (WTB.) Großes Hauptpuarticr, 18.Januar. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Allgemein war die Feuertätigkeit an der Front meist 'bei klarem Wetter gesteigert. Leus wurde wiederum lebhaft beschossen. Z w e i e n g l i s ch e F l u g z e u g e unterlagen bei Passchendaele und Dadizeele (Flandern) im Luftkampf. Von den vier Insassen sind drei tot. Ein französisches Flugzeug wurde bei Medevich (Moyenvic) von einem unserer Flieger abgeschossen. Führer und Beobachter sind gefangen genommen. O e st l i ch c r K r i e g s s ch a u p l a t). Bei Duenhof (südöstlich von Riga) und südlich von Wi- sp gelang es den Russen unter dem Schutze der Dunkelheit und des Schneesturms, vorgeschobene kleine deutsche Posticrungen zu überfallen und zu zerstören. Balkan-Kriegsschauplatz. Nichts Neues. . Oberste Heeresleitung. Die Kapitulation Montenegros hat im ganzen Lager der Zentralnrüchte uiib ihrer Freunde höchste Befriedigung erweckt, und auch die Presse her Neutralen unterstreicht es, daß durch dies Geschehnis die unvermeidliche endgültige Niederlage der Entente bezeugt werde. Aus dem feindlichen Anstande sind bisher nur wenig Stimmen, die sich über Montenegro aussprechen, zu uns gedrungen. Nur einige italienische Blätter warten uns mit verlegenen Kommentaren auf. Darunter sind die gegen England gerichteten Ausführungen des „Povolo d'Jtalia" besonders danach angetan, uns Vergnügen zu bereiten. Es wird da rund heraus gesagt, die Schuld an den bisherigen Mißerfolgen trügen ganz besonders die englischen Staatsmänner. Deren Losung sei gewesen: viel Gold aber wenig Blut. So schön ist die lange Reihe der Niederlagen Englands niemals ansgezählt worden als von diesem Bläckte! Schon die volkstümlichen Stich-w-orte „Dardanellenkrach", „Kupserbluff", „Bluff eines großen Heeres" zeigen, wie der englische Geist allmählich all seines äußerlichen Aufputzes entkleidet wird, wie er jetzt auch vor den Angen der eigenen Bundesgenossen in seiner jämmerlichen Nacktheit bloßgestellt ist. Dabei muß gesagt werden, daß England und Italien doch im Grunde gleiche Brüder sind und gleiche Kappen tragen. Auch Italien will für den gemeinsamen Endsieg möglichst wenig eigenss Blut vergießen, und fürchtet »England sich vor der allgemeinen Wehrpflicht, so drückt sich Italien von allen Helfershelferdiensten. Und noch ein Unterschied besteht: England gibt Gold, Italien nimmt welches. Beide Länder haben einen großen Stolz. Es wird interessant werden, zu erfahren, welcher von diesen Stolzen der dauerhaftere ist. Wir vermuten, daß das Land der Trinkgelder und Almosen am ehesten von seinem großen Jrrtümern abkommen und einen billigen Frieden zu schließen suchen wird. Der „Secolo" spricht von „dunklen Projekten" des Königs Nikita und meint, er habe von Oesterreich serbische Gebietsteile versprochen erhalten, wenst er die Hand zum Frieden biete. Ob damit die Stimmung ganz Italiens oder gar des italienischen Königshofes wiedergegeben wird, können wir nicht entscheiden. Aus Berlin wird uns geschrieben: Im Reichstag unterhielt man sich zu Beginn der Diens- tagssitzung, in der man für diesmal Schluß zu machen gedachte, zunächst über die Dauer der bis zum 15. März in Aussicht genommenen Vertagung. Von links und rechts war man sich darüber einig, daß, wenn die Regierung nicht früher mit ihren Vorlagen zur Stelle sein könne, auch der Reichstag nicht wohl in der Lage sein werde, in der kurzen Zeit bis zum 1. April den Eta* mit den neuen Steuergesehen zu verabschieden, und daß ein Notgesetz nötig werden würde. Der Schatzsekretär Dr. Helfserich betonte den rein formellen Charakter auch des künftigen Etats. Wenn er aber die von ihm geplanten Steuervorlagen als Kriegs- notmaßnahmen bezeichnte, die nichts Endgültiges schüfen und daher schnell erledigt werden könnten, so setzte der Abg. Bassermann hinter diese Bewertung ein Fragezeichen, und Herr Helffcrich nrnßte zugestehen, daß zwar die Vorlagen provisorischer Art, die Belastung aber endgültig sein würde. Unter dieser freilich nicht überraschenden Gewißheit wurde die Vertagung gutgeheißen. Den letzten noch ausstehenden Gegenstand der Aussprache bildete die Zensur. Die vom Haushaltsausschluß angenommenen Anträge hatte der Berichterstatter Abg. Stresemmrn noch crmMow- tag begründet — den gegen die Fortdauer der Zensurbcstimnrungen im Frieden gerichteten besonders Mter Hinweis auf die bekannten Erlasse des preußischen Ministers des Innern zum Zweck der Beeinflussung der Presse. Die Sozialdemokraten beantragen von neuem die gänzliche Aufhebung des Belagerungszustandes und die Wiederherstellung der Preßfreiheit, und ihr Redner, Mg. Tittmann, stulste diesen Antrag mit der angeblich einseitigen und willkürlichen Behandlung der Versammlungen und der Presse der Sozialdemokratie zu rechtfertigen. Von bürgerlicher Seite hatten die Abgeordneten Gerstenberger (Ztr.) und Fischbeck (Fortschr. Vp.) genau dieselben Beschwerden, der Zentrumsmann stellte der deutschen Presst das Ehrenzengnis aus, daß sie unter so schwierigen Umstän- frctt die Presse aller Länder an Sachlichkeit, Ehrlichkeit, Gründlich?- keit und Unbestechlichkeit übertreffe. Scharfe Worte fand der nationalliberale Redner Dr. Stresemann einmal gegen das neue Zwangs-Offiziosentum, das die preußischen Presse-Erlasse züchten möchte, andererseits gegen ein falsches System der Zensur. Er empfahl eine Entschließung Tr. Wlaß (fr. Pp.), Bassermmm )natl.): den Reichskanzler zü ersuchen, im Reichstage bei Beginn des näch- sten Sitzung sabschnitts einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch welchen die auch während des Krieges unentbehrlichen Sicherheiten gegen die Eingriffe der Militärgewalt in das bür- gerliche> . Leben geschaffen werden und die Verantwortlichkeit für diese Maßnahmen geregelt wird. Der nachfolgende Redner, der Konservative Dr. Oertel, bedauerte die Abrvesenheit der Regierungen und stellte zahlreiche Zensur- Uebergriffe fest, die Fußangeln, die das bekannte „Merkblatt" der geistigen Arbeit stelle, die Versuche, den Burgfrieden zur Kirchhofsruhe zu machen, indem man politische Dinge mit militärischen Fragen in entfernten Zusammenhang bringt. Sein Bedauern über das Verbot der Erörterung der Kriegsziele bringt er in eine Form, die cs ihm gestattet, über diese Ziele selbst einige kräftige Worte zu sagen. Der letzte Redner ans dem Hause war, nachdem zuvor noch der Reichsparteiler Mertin gesprochen, der ?lbg. Heine (Soz.): er verbreitete sich über den Belagerungszustand: durch Niederhaltnng freier Ueberzeugungen unterbinde man nur die Einheitlichkeit in der Verteidigung des Vaterlandes. Ministerialdirektor Tr. Lewald vermochte in längerer Rede nur durchzusetzen, daß der sozialdemokratische Znsatz zu der Entschließung des Ausschusses, daß das Verbot einer Zeitung nur mit Zustimmung des Reichskanzlers erfolgen dürfe, aus dieser heransgenommen und zusammen mit dem neuen Antrag Mlaß-Bassermann in den Ausschuß zuri'lckverwiesen wurde. Noch ein kurzer Kampf mit dem durch einen Schlußantrag unschädlich gemachten Mg. Liebknecht — und der Präsident konnte die Rcichsbotcn mit einem schwungvollen Gruß bis zum Frühjahr nach Hause entlassen. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 18,'Jatt. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 18. Januar 1916. Russischer Kriegsschauplatz. Da auch der gestrige Tag keine besonderen Ereignisse brachte, kann die Nenjahrsschlacht n £) ft a a (t a i e it und an der b e s s a r a b i s ch e n F r o n t, über die ans naheliegenden militärischen Gründen die Tagesberichte keine eingehenden Angaben bringen konnten, als abgeschlossen betrachtet werden. Unsere Waffen haben an allen Punkten des 180 Km. breiten Schlachtfeldes einen vollen Sieg davonactragen. Unsere über alles Lob erhabene Infanterie, die Trägerin aller Entscheidungskämpfe, hat — von der Artillerie sehr verständnisvoll und geschickt unterstützt — alle Stellungen gegen eine örtlich oft vielfache Ueberleaenheit behauptet. Die aroße Neujahrsschlacht im Nordosten Oesterreichs begann am 24. Dezember vergangenen Jahres und dauerte, nur an einzelnen Tagen durch Kampfpausen unterbrochen, bis zum 15. Januar, also insgesamt 24 Tage lang. Zahlreiche Regimenter standen in dieser Zeit durch 17 Tage im heftigsten Kampf. Russische Truppenbefehle, Anssagen von Gefangenen und eine ganze Reihe von amtlichen und halbamtlichen Kundgebungen ans Petersburg bestätigen, daß die russische Heeresleitung mit der Offensive ihres Südheeres große militärische und p o l i t i s ch e Z w e ck e verfolgte. Diesen Absichten entsprachen auch die Menschenmassen, die der Feind gegen unsere Front angesetzt hat. Er opferte, ohne irgend einen Erfolg zu erreichen, mindestens 70 000 Mann an Toten und Verwundeten hin und ließ nahezu 6000 Kämpfer als Gefangene in unserer Hand. Der Truppenzusammensetzung nach haben am Sieg in der Nenjahrsschlacht alle Stämme der Monarchie Anteil. Der Feind zieht neuerlich Verstärkungen nach Ostgalizien. Sonst im Nordostcn keine besonderen Ereignisse. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Lage ist u n v e r ä n d e r t. An der Dolomitenfront. am Tolmeiner Brückenkopf und im Görzischcn fanden stellenweise lebhaftere Geschützkämpfe statt. Kleinere feindliche Unternehmungen gegen den genannten Brückenkopf und ein Angriff auf unsere Stellungen am Nordhang des Monte San Michele wurden abgewiesen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Verhandlungen, die die Waffenstrecknng des montenegrinischen Heeres zu regeln haben, begannen gestern nachmittag. Unsere Truppen, die inzwischen noch Virpazar und Rijeka besetzt hatten, haben die Feindseligkeiten eingestellt. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Ereignisse zur See. Am 17. nachmittags vollführtc ein Geschwader von S e e f l u a z e u g c n einen starken Angriff gegen Ancona, wo Bahnhof. Elektrizitätswerk und eine Kaserne mit schweren Bomben getroffen und in Brand gesteckt wurden. Das sehr heftige Feuer von vier Abwehrgeschützen war ganz ohne Wirkung. Alle Flugzeuge sind unbeschädigt eingerückt. Flottenkommando. * * * Die Durchführung der Kapitulation Montenegros. Wien 18. Jan. (Zens. Frkft.) Das „Fremdenblatt"meldet: „Am 13. Januar erschienen zwei montenegrinische Minister und ein montenegrinischer Artillerie- mojor als Parlamentäre in unserer Borpvstenlmie und gaben auch mündlich die Bereitwillig keit des Königs Nikolarts und der montenegrinischen Negierung bekannt, sofort in Friedensverhandlungen ein zu treten. In der Antwort wurde die Erfüllung dieser Bitte an die vorherige bedingungslose Waffenstreckung des montenegrinischen Heeres geknüpft. Die montenegrinischen Unterhändler waren bis zum Eintreffen der Antwort bei unseren Truppen in Cetinje geblieben und beförderten sogleich die Antwort zu ihren Auftraggebern. Bereits am 16. Januar teilten sie mit. daß Montenegro die von ims gestellte Forderung nach bedingungsloser Waffen st reckung annah me. Unter dieser bedingungslosen Waffenstreckung ist die Niederlegung, beziehungsweise die Auslieferung aller jener Waffen zu verstehen, die in der modernen Kriegsführung Verwendung finden, vor allem Handfeuerwaffen, Masckftnengewehre uud Geschütze; selbstverständlich auch Festungen mit ihrem Material, Eisenbahnen usw. Inwieweit Handschars, alte Flinten und andere in persönlichem Eigentum der Bewohner vorhandenen Waffen mit einbegriffen sind, lvird die jeweilige örtliche Sachlage ergeben. Die Niederlegung der Waffen an bestimmten, bezeichneten Punkten, voraussichtlich bedeutenden Kommunikationsknoten, wird selbstverständlich unter der Kontrolle nuferer Militärorgaue vor sich gehen. Diese Kontrolle erheischt auch eine Art strategischer Land- dnrchstrei fung. die das Verbleiben von Banden in entlegenen Schlupfwinkeln unmöglich macht. Die waffenfähige männliche Bevölkerung, zu der in RLvntenegro eigentlich alles gerechnet werden kann, was halbwegs marschieren kann, wird sodann konfi- niert, den Frauen das Verweilen in ihren Wohnstätten gestattet. Zahlreiche Frauen hatten sich ja den Kämpfern als Munitions- uird Proviantträger angeschlossen, in der letzten Zeit aber nach Einstellung der Löhnungsauszahlung au die Soldaten in ihren Wohnorten Aufenthalt genommen und von dort die kämpfenden Männer versorgt. Es ist klar, daß jeder Versuch, die Durchführung dieser Maßnahmen zu verhindern oder zu rrmgehen, schwerste Ahnung finden müßte. Es wird also sozusagen das ganze Land übergeben. Seme Verwaltung, der Betrieb der Eisenbahnen gehen naturgemäß in unsere Hände über. Damit ist dann unsere Forderung nach bedingungsloser Waffenstreckung, die wir als Voraussetzung für Friedcnverhandlungen aufgestellt haben, als erfüllt anzuscchen." Konferenzen in Rom. Mund dem Wetzlarer Wald. Kurz vor 4 Uhr war diese beendet. Nach der Kritik durch Oberleittnattt Lenz hielt Rektor Richards-Wetzlar eine zttndende Ansprache ans unsere tapferen Heere, die in ein begeistert anfgettommenes Hoch aus unfern obersten Kriegsherrn ausklang. Ein flotter Vorbeimarsch der Jungmannen schloß sich an. Unter klingendem Spiel ging cs dann der Heimat zn. Die Aitstrengungen des Marsches und der Uebung wurden von allen Teilnehmerm gut üher- standen. — - . M Gesungene gestorben sind, ^ o]Q ^ n ii)£ der heinvgekehrten Schwerverwun- lich ein Bild davon machen kön- 22' >2? L^AnskuiA geben kann, ist gestattet worden, daß Motzten deiEcheii Abtausch eine alphabetische Ueber- »ESlHc der heuntzekehrlen Schwerverwundeten und Sanitäts- ^^chastcn^rgeftÄlt wutte die jetzt fertig vorliegt. Dm WLnn erHrlfsderern Konstanz hat es dienstbereit über- nmnSBen, diese ILttettichl znsmttmenzustellen und die badische gfäLiw unter Zustimmung der zuftän- hSP KnegSmiinsterrums für die Fertigstellung ^^Uebersrckst wttgewrrkt. Diese Übersicht ist zum Preis von 1 Mark käuflich rn Instanz im Selbstverlag des Männerhilfs- !^^vmu Dsuck ist bei Friedrich Stadler } n ^ rai ]J l ^ r Ten ' ^ ie ihre Angehörigen drüben Gefangenschaft verstorben wissen, haben dadurch die Möglichkeit, die Namen von wichtigen Zeugen selbst öu ^nden. und können darnach durch die deutschen Auskunfts- amte^ eine, ^rh^^^dieser Zeugnisse veranlass en. . _ K* g - e Rechts beratungsstelle des Evangelischen Arbeitervereins hat mich im ab- gel-aufenen ^hre eme rege Tätigkeit entwickelt. Me Jnanspruch^- nahme war b everts am Ltnsange des Jahres 1915 wesentlich starker als in -d^glechmr Zeit des vorhergegangenen Jahres, so da st die wertere EMwrckelUny der Einrichtung m den besten Hoffnungen berechtig- . Lecher mMe die Tätigkeit der Beratungsstelle durch dre im Mm vorigen Jahves erfolgte Einberufung des Leiters des Instituts wesentlich eingeschränkt werden. Bor allem konnten die rsgeUnähbgen SprErmden nicht mehr stattfinden. Trotzdem wurden i« Ratsuchenden, soweit dies die Umstände zuließen, mit Rat ind>$at unterstützt, Mozn die durch den Krieg geschaffenen Ber- Mtmsze ganz besonders Gelegenheit boten. Außer dem Gebiet der Arbe iteiTwersichernng waren es vor allem Fragen xx Bersov^mrg der Kriegsteilnehmer und Hinterbliebenen, bei de^n ^ dre^ Rechtsberavri^gsstelle in Einspruch genommen wurde. Aw ch die Unterstützung der Angehörigen der zu den Waffen Ein- bernstwen sowie die Krivgswochen Hilfe bildeten einen wesentlichen Tender Beratungen. Im übrigen erstreckten sich die erteilten AuMnste auf Fragen des Bürgerlichen Rechts, Arbeitsvertrag, StSrerfaichen usw. Bei der Anfertigtmg von Schriftstücken handelte es sich in der Hauptsache um das Gebiet der Arbeiterver- ^cherÄvy, außerdem wurde aber auch die Beratungsstelle in militä- rrschm Angelegenheiten, insbesondere bei Gesuchen um Beurlaubung, ^Z urückstellUng, Versetzung usw. rege in Anspruch genommen. Bes onder s auf dem Gebiete der Arbeitervcrsicherung hatte die Beratungsstelle im abgetan jenen Jiahre eine Reihe schöner Er- fotge zu verzeichnen, wodurch den betr. Ratsuchenden z. B. in einem Falle nachträglich weit über 1000 Mk., in einem anderen Falle ca. 250 Mk. an Rente ausgezahlt wurden. Aber auch auf dem Gebiete der Bersorgung der Kriegsteilnehmer und deren Hinterbliebenen war die Beratungsstelle mit Erfolg tätig. Ein« besondere Gelegenheit zur Beratung der verwundeten und erkrankten Kriegsteilnehmer auf dem Gebiete der sozialen Gesetzgebung wurde dem Leiter der Beratungsstelle bei der E r t e i - lumg von Unterricht an Kriegsbeschädigte geboten. Die im abgelaufenen Jahre im Soldatenheim abgehaltenen 3 Unterrichtskurse waren gut besucht und ließen allseitiges Interesse für eine Aufklärung auf sozialem Gebiete erkennen. Um die Kriegs teilnehmer und sonstigen Ratsuchenden mit den in Betracht kommenden gesetzlichen Bestimmungen vertrant zu Machen, hat der Leiter der Beratungsstelle einen kleinen Führer durch die Militär Versorgungsgesetze, Arbeiterversiche- rung, Kriegs Wochenhilfe usw. zusammengestellt, der an dre Unterrichtsteilnckhmer b^w. Ratsuchenden abgegeben wird und auch für sonstige Interessenten in den hiesigen Buchhandlungen zu haben ist. ** Samariter-Kurse. Zu Beginn des Monats Februar sollen wieder Samariter-Kurse zur Ausbildung von Hel- rerinnen vom Roten Kreuz eingerichtet werden. Näheres ist aus dem Anzeigenteil unseres heutigen Blattes zu ersehen. ** Eine Stellenvermittlung für Kriegs beschädigte ist in dem hiestgen Gewerbeh'aus in der Kirchstraße eröffnet worden. Die Sprechstunden finden dort jeden Dienstag und Freitag von 5—6 Uhr statt, die erste am kommenden Freitag. ** Entwichen. Am 17. ds. Mts. zwischen 6 und 7 Uhr abends ist von der Arbeitsstelle Grube FriedrichinTreis- Horloff der Kriegsgefangene Clause Mauerice, belgischer Korporal, entwichen. Er spricht französisch (und gebrochen deutsch), ist 23 Jahre alt, 1,67 Meter groß, Statur mittel, Kopfform rund, Haare schwarz, Augen brau, kleiner schwarzer Schnurrbatt, Zähne gesund. Anzug: Grau-grüne (fetdgrün) Uniform und Mütze (Teller mutzet alles mit roten Oelfarbstteifen gestrichen, VLautel grau grün mit Oelfarbstreifen. Deutsche lange -Militärstiefek ** Telegraphische Po ft an Weisungen nach der Türkei. Vom 1. Februar ab können im Verkehr zwischen Deutschland und einer Reihe von Orten in der Türkei Bettage bis 1000 Franken durch telegraphische Postanweisungen übermittelt werden. Nähere Auskunft erteilen die Postanstalten. ** Postverkehr mit den bese tz ten Gebiet en im Osten. Nach dem Etappengebiet des Oberbefehlshabers Ost, in dem eine „Kaiserlich Deutsche Post- und Telegraphen Verwaltung im Postgebiete des Oberbefehlshabers Oft" eingerichtet worden ist, findet fortan in beschränktem Umfange ein privater Post- und Telegrammverkehr auch mit der Bevölkerung des Gebietes statt. Reichs Postanstalten sind zunächst eingerichtet worden in Bialy stock, Grodno, Kowno, Liban, Mitau, Poniewiez, Schaulen, Suwalki und Wilna. Außerdem nehmen in den Otten dllugustow, Bausk, Bielsk, Hasenpoth, Kielnch, Olita, Sokolka, Windau und Wylkowyszki Feldpostanstalten an dem neuen Verkehr teil. Es können aber auch nach anderen Orten in dem Post- gebiet Sendungen abgeschickt werden. In der Aufschrift ist dann der Postott anzugeben, von dem der Empfänger die Sendungen abholen wird. Postbestellung findet nicht statt. Der private Post- und Telegrammverkehr mit dem neuen Postgebiet erfolgt im allgemeinen unter ungefähr denselben Bedingungen wie der private Verkehr mit dem Gebiet des Generalgouvernements Warschau. Zugelassen sind im Postverkehr mit dem Postgebiet des Oberbefehlshabers Oft offene gewöhnliche und eingeschriebene Bries- sendungen jeder Att, gewöhnliche (nicht telegraphische) Postanwei- «pngen bis 800 Mark und Telegramme in dringenden Angelegenheiten — unter Nachweis der Dringlichkeit — bis zu 15 Wörtern. Postsendungen und Telegramme müssen allgemein verständlich in deutscher Sprache abgefaßt sein und ^dürfen keine Mitteilungen über militärische Angelegenheiten ent halfen; die Abschnitte der Postanweisungen dürfen nicht zu schriftlichen Mitteilungen benutzt werden. Auf allen Sendungen und Telegrammen muß der Absender und seine Wohnung angegeben sein. Die Mitteilungen in den Briefen sind möglichst kurz zu halten und dürfen nicht über 2 Seiten Biertelgröße (Quartformat) hinausgehen. Gefütterte Briefumschläge sind verboten. Verschlossene Briefe, Sendungen ohne Absenderangabe, unleserliche l^chriftstücke sowie alle Sendungen, die lden sonstigen Vorschriften nicht entsprechen, sind von der Beförderung ausgeschlossen. Druckschriften größeren Umfangs werden von den Prüfungsstellen zurückgestellt und können dadurch verzögert werden. Für Briefsendungen umb Postanweisungen gelten die innerdeutschen Gebührensätze, für Telegramme wird das Dreifache der iirlündischen Wortgebühr erhoben, mindestens 1 Mk. 50 Psg. Alle Sendungen sind vom Absender vollständig freizumachen. Im Poftgebiet des Oberbefehlshabers Ost werden hierzu deutsche Postwertzeichen mit dem Ueberdruck: „P o st ge b i e t O b D st" ausgegeben. Zu den Postanweisungen sind Auslandsvor- drircke zu verwenden. Me Pv st au Weisungen sind in deutscher Währung auszustellen Es ist Vorbehalten, Telegramme innerhalb des Postgebiets des Oberbefehlshabers Ost auch brieflich zu befördern, namentlich bei starker Belastung der Telegrapheulinieu. Prioater Paket- und Fernsprechverkehr in und mit dem Postgebiet Ob Ost in diesem Gebiet auch den Bezug sämtlicher in deutscher Sprache im deutscheri Reiche erscheinenden von der Zensur überwachten Tageszeitungen und zweier pvlnisc^r Tageszeimngcn (Tzrennik Poznanski imd Kat-olik) unter den in Deutschland geltenden Bedingmcgen. Kreis Büdingen. ** Bor 8 dors, 19. Jan. Der Landsturmmann (Kreis- straßernvart) Will). F l e i s cb e r von hier, von der 2. Koinpagnie des Jnfanterie-Negilnents 112, ist am 13. os. Mts. infolge seiner- schweren Verwltudung inr ^riegslazarelt gestorben. Kreis Wetzlar. ra. W e tz l a r, 19. Jan. Durch Verfügung des König!. Konsistoriums cn Koblenz wurde die Wahl des Pfarrers S ch m i d t zu Jffelburg zuin Pfarrer von Wetzlar bestätigt. Hessen-Nassau. H Marburg, 19. Jan. Hier wurden bis jetzt 54 Jugend- l i ch e wegen Uebertretung des Befehles des kommandierenden Generals von der Polizei zur Anzeige gebracht. --F r a n k f u r t a. M., 19. Jan. Nach Unterschlagung vvn 6000 Mark ist der der der SchürhwarenhaNdlung Ferdinand Map & Eo. angestellte 15jährige Kaufmannsl-ehrling G. K. M ül- l e r Vvn hier flüchtig gegangen. Müller hat sich aus einem Scheckbuch 20 Blätter angeeignet und mit einem Scheck bei der Filiale der Darnistädter Bank die 6000 Mark abgel-ol>en. In seiner Be- gleittmg befindet sich der 16jährige Lehrling Wilhelm Hahn aus Frankfurt. Müller ist 1,70 Meter groß, schlank, iyat volles Gesicht, trägt einen Knmfer. Hahn ist 1,75 Meter groß, schlank imd von aufrechter Haltung. —- Von der städtischen Mehlkommission wurde mit sofortiger Wirkung die tägliche Mehlration von 225 auf 200 Gramm herabgesetzt. Ferner erhalteii Familien mit einem Einkommen von rnehr als 3000 Mark keine Zusatz- scheine mehr. Die Gast- Und Schankwirtschaften erhalten nur noch die 5>äkfte dxr bisherigen Anzahl von Brotscheinen. — Das Amts- gmtfjt verhängte abermals Strafen wegen Ueberschreittlng der Vorschriften für die Lebensmittelversorgung. Es erhielten wegen Vergehens gegen die Derord-mmg über den Fleisch- und Fettverbrauch der Wirt Franz Koener, Sch>walbacher Str. 11, 20 Mk., der Händler Wilh. Dralle, Frcmkeuallee 142, 20 Mk. und die Wittin Maria Seeseld, Lahnstt. 6, 10 Mk. Gekdsttafe. Wegen Verkaufs von Sahne wurde die Milchhändlerin Matta Leister aus Kalbach i. T. mit 50 Mk. oder 5 Tagen Gefängnis bestraft. Wm. Treysa, 19. Jan. Der Butterhändler I. Plag von hier hat nunmehr 6 Söhne im Felde stehen, der 7. Sohn ist Eisen- bahnbeamter und drei der vor dem Feinde stehenden Söhne sind zu Unteroffizieren und der älteste zum Feldzahlmeister befördert worden. FC. Wiesbaden, 19. Jan. Die Fremdenziffer ist auch im neuen Jahre im Steigen begriffen. So wurden in der Zeit vom 1.—15. Januar 6053 Kurfremde (Kurgäste und Passanten) hier gemeldtt. Das sind bereits 581 mehr als im ganzen Dezember 1915, und 1025 mehr als in den ersten 15 Tagen des Vorjahres. Die Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gictzener Fleisch- und Brotpreise am 17. Januar 1916. Ochsen Kälber Schweine Schlachtviehpreise in Frankfurt a. M. 50 Kg. Schlachtgewicht 140-155 Mk. Vs Kg.Schlachtgew.l32-158Pf. 1/2 Kg.Schlachtgew. 78-129 Pf. Getteidepreise in Mannheim: Weizen 100 Kg. 27,30 Mk. Roggen 100 Kg. 23.30 Mk. Fleischpreise in Gießen Vs Kg. 130-134 Pf. Vs Kg. 130-134 Pf. Vs K g 150- 00 Pf. , Brotpreise in Gießen: Weißbrot 2 Kg. — Pf. Schwarzbrot 2 Kg. 68 Pf. Meteorologische Beobachtungen ber Station Sichen. Jan. 1916 |o.§ o — r w <3 O- ZA 5 = ^ eo iS S 5 eo if 'G S g’s'S- g 6 | .5 Wett« 18. 2« 6,4 6,8 95 _ 10 Bed. Himmel 18. Q26 — 6,4 6,9- 96 — — 10 Regen 19. 6,4 6,6 92 10 Bed. Himmel Höchste Temperatur am 17. bis 18. Jan. 1916 = -f- 6,9* C. Niedrigste „ „ 17. „ 18. r 1916 = + 3,1° C. Niederschlag: 1,2 mm. Amtlicher Wetterbericht. O öffentlicher Wetterdienst, Gietzen. Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 20. Jan. 1916: Wechselnd beivölkt, ineist trocken, in höheren Lagen leichter Nachtfrost. SS! verinischiss. * Mailand, 18 Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Laut ^Corriere della Sera" brach in V a l l e P a r i n a, in der Provinz Bergamo, eine entsetzliche Fenersbrunst aus, die seit zwei Tagen anhält und sich über 14 Kilometer erstreckt. Die Bevölkerung ist in großen Schrecken versetzt. Lingesanvt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Unsere Jugend auf der Straße. Nach einer Meldung des „Gieß. Anz." aus Darmstadt hielt der dort gegründete „Verband für Jngendwohlfahrt und Jugendfürsorge" eine Versammlung ab, in der aus geführt wurde, daß auch in Darmstadt bei den Jüngeren und Jüngsten eine immer mehr wachsende Unbottnäßigkät sich geltend mache, bei derr Aekteren aber eine Abnahme der nwralischerr Widerstandskraft festzustellen sei, die sich im Tabak- und Alkohol genuß, im Umiherttlngern auf der Sttaße, in Kmoleidenschaft äußere und besonders durch die gestei-gerteu Zahlen in Krimi nalität und Zwangserziehung, sowie in Geschlechtskrankheiten in Erscheinung tteten. Was hier festgeftellt wurde, gilt auch für andere Otte. Me Gründung ähnlicher Bereinigungen wird sich darum auch anderswo empfehlen. Auch bei uns in Gießen sind schon Klagen laut geworden. Hier soll -nur auf einige dieser Bezug genommen werden, die sich auf das Verhalten lmieceT „Jüngeren und Jüngsten" beziehen. Gerät da jüngst eine Frau in einen Haufen Schuljungen hinein. Einer derselben schlägt mit einem Buche nach ihr, indeni er ruft: „Ich schlage dir die Bibel auf deinen dicken B . . ch." Ein anderer Junge belästigt am Abend aus der Lahnbrücke Vorübergeheirde durch beleidigeukde Zurufe. Nachdem er dieses Treibens müde geworden, wirft er ein starkes Brett vor die Lokomottve der herankommenden Bibertalbahn. Was wäre beschehen, hätte er nicht im letzten Augenblick auf den Zuruf eines das Treiben Beobachtenden das Brett wieder entferitt! Wer hat nicht schon die Erfahrung gemacht, daß Schuljungen und auch der Schule Entwachsene den Bürgersteig in seiner gMrzen Breite einnehmen und daß es ihnen meist nicht ernfällt, Begegnenden auszuweichen! Sie sehen diese mitunter noch an, als wollten sie sagen: „Nun, nullst du nicht ausweichen?" Diel Aerger wird durch das Zu- und Nachrufen verursacht! Da geht ein älterer Mann, der vielleicht eine schlaflose Nacht hinter sich hat, ein Wiedergeneseuder, ein nervöser 9)de:rsch seines Weges. Er sucht vielleicht im Freien Stärkung und Beruhigung. Aber da fällt er einem oder dem airderen Jimgen auf, erregerrde Zurufe erreichen und verfolgen ihn, solange er diesen sichtbar ist. Fort ist jede Erlwlung! Das beste in solchem Falle ist, alles ruhig hirrzunehmen. Aber manchmal reißt einein doch der Geduldsfaden. Er will an Ort und Stelle solche Ungezogenheit be- sttafen und läuft deshalb den davonellenden Jungen nach. Was ist die Folge? Sofort gibt's eine Ansammlung von Leuten, die mit schmunzelnder Miene den Weiterverlauf verfolgen. Und das ist das schlimmste, was geschehen kann! Solches Verhalten müssen die Bürschchen als Beifall, als Aufmunterung bettachten. Die Verabreichung eines Denkzettels, zumindestens aber energische Aeußeriing des Unwlllens, scharfe Verweise wären hier am Platze. Das ist Pflicht gegen die Gesamtheit, ist vaterländische Pflicht, ist Pflicht vor allem gegen die im Felde stehenden Väter. Die Mutter kann meist nicht die notwendige Tatkraft in der Erziehung entwickeln, oft gebricht es ihr auch an der nötigen Zeit. Hier muß die Allgemeinheit ein* trete n. Die Erwachsenen, olpre Unterschied der Stellung, haben es in der Hand, hier Besserung herbei zu führen. Me Jugend hat auch in dieser schweren Zeit das Recht, froh zu sein, aber ebenso hat die Allgemeinheit die Pflicht, Ungezogenheiten nicht aufkommen zu lassen, die Vorbedingungen ftir eirre gesunde Weiterentwicklung unserer Verhältnisse in der komnrenden Zeit zu schaffen. — m — Letzte Nachrichten. Das griechische Hausrecht in Salouiki. K o n st a n t i n o p e l, 19. Jan. Am Tage der BerhafttMA der Kv-nsuln in Saloniki wurden viele Zeitungen Vvn der Zensur unterdrückt. Me serbischen Flüchtlinge verlaffen bereits me Stadt: etwa 700 wurden mit denr Dampfer „Lorraine" nach Marseille geschafft. In den letzten Tagen ttafen in Saloniki etwa 1400 Serben ein, die an der Grenze entwaffnet worden waren, die mm in das französische Lager geschafft und dott neu ausgerüstet werden. Der Durchttansport der Serben aus Albanien nach Saloniki nnrd sich längere Zeit hrnzögern, dadiegriechischeRe- 9 i e r u n g S ch w i e r i g ke i t e n macht. Interessant ist es auch, daß die serbische Regierung ursprünglich ihren Sitz in Saloniki anfschlagen wollte, was aber ebenfalls an dem griechischen Widerstand scheiterte. Der unrentable Beitritt Italiens zur Entente. Lugano, 19. Jan. Die radikalen Blätter fordern die: Regierung auf, auf einen engeren wirtschaftlichen und ftnan-! zielten Ausbau des Vierverbandes zu dringen, insbesondere mit England bestimmte Abmachungen zu treffen. Italien rverde damit kein Privileg-verlangen, sondern nur einen Nutzen, der im Interest e der ganzen Entente liege. Es wäre besstr gewesen, wenw die Parteien in Italien vor der Intervention Italiens im Weltkrieg derattige wirtschaftliche Vorbedingungen gefordett hätten/ Ein neuer Protest Amerikas. Rotterdam, 19. Jan. Der „New Port Herold" berichtet wrs Washington, die amettkanische Regierung bereite eine neue Note an Oesberreich-Ungarn vor, in der sie dagegen protestieren wette, daß ein U-Boot von Bott des amerikanischen Petrolemu- schlifses „Petrolita" im Mittelländischen Meere seine Erröte mit Steinol aufgefüllt habe. Me amerikanische Regierung werde eine! Mißbilligung dieses Vorgehens, EnffchuLdigung und Schadenersatz fordern. Die deutsche Amtssprache in Böhmen. Prag, 19. Jan. Der Statthalter richtete einen Erlaß an alle^ staallichen Landesbehörden, wonach die Amtssprache bet brndesfürstlichen, politischen und Polizeibehörden im innern Dienst ,owie un innern Verkelw mit allen staatlichen Behörden die deutlche ist, deren Gebrauch gerade während der gegenwättigen Kriegsverhältnisse sich immer dringender geltend gemacht habe. Der Gebrauch der deutschen Sprache liege allein im staatlichen Interesse und dürfe nicht als Zurücksetzung einer anderen Landessprache aufgefaßt werden. Verhaftung des Petersburger Stadthauptmanns. S t o ck h o l m, 19. Jan. In Petersburg wurden neue U n- te rsch la gun g s s ka n da l e aufgedeckt. Der Stadthanptmamr ^>rasch«!wski wurde verhaftet, weil er den Redakteur der Petersburger Gouvernementsnachrichten' gezwungerc hatte, falsche Quittungen auszilstellen. Er unters-chlug so während Jahresftist eine halbe Million Rubel. Außerdem bestellte er aus Staatskosten eine ganze Einrichtung für ein von den unterschlagenen Geldern neugekauftes Gut. Gegen verschiedene ReichsbanF- dircktoren wurde im Senat Klage eingereicht, lveil sie gewissem Lebeusmittelspekulanten Kredit zum Warenauskauf vorftrertten. Märkte. ko. Frankfurt a. M., Heu- und Stroh markt. Aus dem heutigen Heil- und Strohmarkt war nichts angeiahren. ke. Frankfurt a. M., 19. Jcin. S ch w e i n e m a r f t. Anf- getrtebeu waren 215 Schweine. Es kosteten: Vollsieischige Schweine von 80 bis 100 Kiiograinm Lebendgewicht 108 , 00 — 00,00 Mk., Schlachtgew. 00,00 Mk.; Vollfleischige Schweine unter 80 Kg. Lebendgewicht 93.00-00,00 Mk, Schlachtgew. 00,00 Mk.; Voll- fleischige Schweine von 100 bis 120 Kg. Lebendgenncht 118,00 bis 118,50 Mk., Schlachtgew. 00,00 Mk.; Votlfleischige Schweine von 120 bis 150 Kg. Lebendgewicht 129.50-00,00 Mk. Geschäst flott, ausverkauit. ko. Frankfurt a. M., 19. Jan. Frucht- und Futter- mit tel markt. Getreide geschällslos. Ain Fnttermittelmarkt Angebot knapp. Leinknchen 75-77 Mk., Rapsschrot 55—58 Mk per 100 Kg. ko. Frankfurt a. M., 19. Jan. K a r t o s f e l m a r k t. Kar- «Tw '._ - H" ' ^ z, - - toffeln ab Station in loser Ladlmg im Großhandel 6,10 Mk. per ist mck)t zngelaffen. Dagegen vermitteln bre deutschen Postämter 100 Kilo m Kür den Landwirt, der Tag für Tag der Unbill rauher Wlttcnmg trotzen motz, ist e«> drtogcnd notwendig, sich vor Erkältungen zu schütze,,, M» seine Arbeiislrast behindern. Wti fhrt rin sril 70 Jahren bewahrtes pausmittcl für Heiserkeit uu» Husten. Sri grötzier Wlrksamkst find tz« völlig m.fchÄlich und zugleich von angenehm lösendem, ersrischcol»em Scschmo«t. Original-^-'chachtel in «Neu Apotheken und 'Orogerieu UN. 1 .—. Ot» Anna Dt. H. S Dr. p. Seiger In alle Neuheiten 600 in großer Auswahl ein getroffen UeJäg. K 5 lbänyer 9 Glessen. Haarzöpfe in grötzter Auswahl zu billigen Preisen, sowie Kopswaschen mit dem neuesten elektrisch. 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