Nr. H Der Slehener Anzeiger erscheint täglich, nutzer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich Giehener^amilienblätter; zwennal wöchentl.Nreir- olallsiirdenUreisGiehen (Tienstag und Freilag): zweimal moitnll. Landwirtschaftliche Zcitfraoen Fernsprech - Anschlüsse: siirdieSchristlcitung112 Verlag,Geschäitsstelleöl Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Liehen. Annahme von Anzeigen sür die Tagesmuniner bis zuin Abend vorher. Blatt HS. Jahrgang Dienstag, \S. Januar MS eneral-Anzeiger für Rotatlonr-n,ck und Verlag der vrühl'schen Unis.-Such- und Steindnukerei 8. Lauge. Schristleitung. SefäMrstelle und Druckerei: Schulstr. 7. Bezugspreis: monatl. 85 Pf., viertelt jährl. Mk. 2.50: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 75 Pf.: durch diePost Mk. 2.30 viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf., ausiv. 20 Pf. — Haupt- schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich sür den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Aoetz; sür Stadt und Land, Vermischtes und Gerichtssaal: Fr.R.Zenz; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Montenegro bittet um .sWd.) Großes Hauptquartier. N.Januar. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Keine wesentlichen Ereignisse. In der Stadt Lens wurden durch das feindliche Ar- rulenefeuer sechzehn Bewohner getötet und verwundet. Oestlicher Kriegsschauplatz. 'F^^türml' behindern auf dem größten Teil der Front die GefcchtStättgfett. Es fanden nur an einzelnen Stellen Patroulllenkämpfe statt. Balkan-Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Ober st e Heeresleitung. * * * Der Tag wird immer denkwürdig bleiben, an dem nach langem Weltkrieg von einem der beteiligten Länder zum ersten Male wieder amtlich das Wort Friede ausgesprochen wird. Es ist, wenigstens in unserer Stadt, weder geflaggt, noch mit den Glocken geläutet worden; davor bewahrte uns die gesunde Einsicht, daß man die Entschlüsse des Königs von Montenegro nicht als ein überragendes.weltpolitisches Ereignis verkünden soll. Und doch hat dieses Ereignis politisch und sür den Ausgang der schwebenden Kriege eine größere Bedeutung als manche für uns siegreiche große Schlacht! Vor allem muß betont werden, daß das Friedensgesuch Montenegros ein blitzartiges Symptom der ganzen Weltlage ist. Noch rauscht nicht alles von gnädigem Frie- densrcgen, um Klopstockschc Worte zu gebrauchen, noch kommt Jehova im Wetter und nicht „in stillem, sanftem Säuseln", aber unsere Voraussicht, wenn auch nicht unser Auge, schailt doch^bereits matte Farben jenes „Bogens des Friedens", der sich auch nach waltendem Ringen der großen Mächte wieder einmal über die nach Frieden dürstenve Erde legen wird. Freilich, bis das leuchtende Bild vollendet vor uns stehen wird, wird noch mancher Wettersturz an uns vorübergehen. Montenegros Friedensangebot ist ein Helles weithin sichtbares Zeugnis der Ohmnacht, der gänzlich- verdunkelten Aussichten des feindlichen Vierverbandes. Würde Nikita, der nach dem bekannten Zarenwort ,cher einziger Freund Rußlands" ist, die game Zukunft seines Landes in die Hände der vielgehaßten Habsburger und Deutschen legen, wenn noch ein Hauch van Hoffnung ihn beseelte, daß sein Lebensziels die Vereinigung aller Südslawen zu einem großen Reiche, jemals verwirklicht werden könnte? Oder daß auch nur seine bisherigen großen Beschützer, Ruß- land, England und Frankreich, den Krieg siegreich bestehen würden 3 Nikita ist zu anderem Entschlüsse gekommen als die Könige von Belgien und Serbien, die ihr Land in Ferndeshänden ließen, aber dennoch auf eine bessere Zukunft bauen wollten, indem sie die Entscheidung den „Beschützern" Vorbehalten wollten. König Nikita, der immer ein mutiger, entschlußsreudiger und auch weltkluger Mann gewesen ist, hält diesen Weg heute für ungangbar und aussichtslos. Vielleicht in einem Ansall von Zorn, der ja nicht immer den gesunden Mick blendet, über das Ausbleiben jeglicher Hilfe seiner Freunde. Er mag diesen „Freunden" nicht mehr dienen, obwohl er sicherlich weiß, daß er durch seinen jetzigen Schritt ihnen den schlimmsten Schlag versetzt. Es sind nicht nur seine bisherigen Freunde, die er trifft, sondern auch ferne nächsten Verwandten: der König von Italien, der König von Serbien, russische Großfürsten sind seine Schwiegersöhne. Aber er läßt sür seinen Willen ausschlaggebend nur die wohlerwogenen Interessen seines eigenen Landes fern seines kleinen Landes, das er, im Kampfe mit den Türken, um fast ein Drittel vergrößert hat. Ihn leitet der Wunsch, vor der unausbleiblichen Niederlage der Entente noch einznscheunen, was einzuscheuuen ist. Darum appelliert ex , an die Großmut des Kaisers Franz Josef, seines Ueber- wrnders. Die Lage des noch übrig gebliebenen montenegrinischen Heeres war ganz hoffnungslos geworden: darum wurde unbedingte Wafsenftreckung angenommen. Die montenegrinische Regierung erhofft von den einsetzenden Friedensverhand- zunächst wohl eine Hebung der ungeheuren wirt- schaftlrchen Nöte, in die das Land geraten ist. Was die end- Mltrge Gestaltung der Verhältnisse dieses Staates anlangt, r?J?. sie der Entscheidung Oesterreich-Ungarns unter- stellt :n der Erwartung, daß die Wiener Politik in ihrer Hochstimmung über diesen ersten Frühlingszweig des Friedens Großmut und Gnade üben werde. Es hat wenig Wert, heute ab zu schätzen, ob man in Wien Lust hat, das' Königreich ferner selbständig bestehen zu lassen, ob man es in ein Suzeränitätsverhältnis zu bringen oder in die §vron- lande einzuverleiben gedenkt. Wir glauben aber, daß das vernünftige Friedensangebot den Montenegrinern doch auch staatsrechtlich zugute kommen wird. Freilich, Oesterreichungarn tmrd darauf halten müssen, das Land als Etappengebiet und für seine Kriegszweck ohne Einschränkung aUs- Wen zu können. Montenegro hat uns durch seinen Ent- schluß Zeit und Kämpfe erspart; mit frischen Kräften werden unsere Bundesgenossen ihre Operationen weiter nach Süden der Adria, verlegen Der Friedens Muß mit Montenegro^besiegelt die Aussichten auf dem Balkan. England und Frankreich beeilen sich zwar, durch ueue Trupverv- tandungen an der Pforte der gmechischen .Hauptstadt diesen Eindruck zu verwischen, allein dieses dürfte ihnen schlecht genügen. ^ie Vergewaltigung Griechenlands, !vie sie auch enden mag, kann bas Unverineidliehe nicht aufhallen. Und pnig Konstantin, der bisher urweugsam auf gute Beziehungen zu den Zentralmächten gehalten hat, wird bei serneii Zukunftserwägunaen schwerlich zu einem andern Ergebnis kommen als König Nikita. Der Eindruck aber, den das montenegrinische Fried ensmrgebot auf Italien ausüben mag, ist sicherlich ernst und schwerwiegend. Ehrgeizige Pläne, die sich nach der Adria richteten, schwachen dahin, da den heutigen Römern die Kraft fehlt und! die Hilfe, das bisherige Streben fvrtIusetzen. So reift sür Italien hoffentlich bald eine Lage heran, die es trotz des Londoner Vertrages zu einer Aufgabe seines unsinnigen und zwecklosen Kampfes veranlassen wird. Wir können warten. Der österreichisch-rrngarische Tagesbericht. , Wien, 17.Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 17. Januar 1916. NufsifcherKriegsschau platz. Die an der b e s s a r a b i s ch e n und ostgali zischen Front angesetzten russischen Armeen haben auch gestern eine Wiederholung ihrer Angriffe unterlassen. Es herrschte im allgemeinen Ruhe. Nur im Raum östlich von Rarancze vertrieben unsere Truppen unter heftigen Kämpfen den Feind aus einer vorgeschobenen Stellung, schütteten seine Gräben zu und spannten Drahthindernisse ans. Im Bereiche der ^nuee des Erzherzogs Josef Ferdinand wurden drei russische Vorstoße gegen unsere Feldwachenlinien abgcwiesen. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Geschützkämpfe an einzelnen Punkten der küsten- landischen und der Tiroler Front dauern fort. Der Kirchenrücken von Oslavija wurde von unseren Truppen wegen des dorthin vereinigten feindlichen Artilleriefeuers wieder geräumt. Im G ö r z i s ch e n zwangen unsere Flieger meh- rere italienische Fesselballons zum Niedergehen und bewarfen feindliche Lager mit Bomben. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Der König von Montenegro und die monte- negri Nische Regierung haben am 13. Januar um ElnstellungderFeindseligkeiten und Beginn der Frredensverhandlunqen gebeten. Wir antworteten. daß dieser Bitte nur nach bedingungsloser Wafsenftreckung des montenegrinischen Heeres entsprochen werden könne. Die montenegrinische Regierung hat gestern die von uns gestellte Forderung bedingungsloser Waffenstreckung a n g e n o m m e n. Der Stellvertreter des Chefs des Generalftabs v. H ö f e r, Feldmarschallentnant. Die Mitteilung des Grafen Tifza über den Wunsch Montenegros. Budapest, 17. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Im Abge- ordnetenhanse erhob sich noch der Annahme eines Paragraphen der Vorlage betreffend die FinanzzentBale, Ministerpräsident Graf Tisza und sagte: Ich bitte um Erlaubnis, die Verhandlungen auf den Augenblick mit der Mitteilung unterbrechen zu dürfen, daß der König und die Negierung von Montenegro um Einleitung von FriedensverHandlungen gebeten haben. (Große Bewegung.) Ms Antwort darauf verlangten wir als Vorbedingung der Friedensverhairdümgen unbedingte Was. senstreckUng. (Eljenrufe.) Eben jetzt erhalte ich die Nachricht daß Montenegro unbedingte Wäfsenniederlegung annahm. (Länganhaltender Beifall. Elienruse im ganzen Hause.) Infolgedessen werden nach der Durchst'ihrung der Kapitulation die Friedensverhandlungen beginnen können. (Eljenrnfe.) Ohne die Bedeutung dieses Ereignisses zu liberschätzen, glaube ich dasselbe jedenfalls als wichtiges, erfreuliches Ereignis bezeichnen zu können, in dem die Monarchie und die ungarische Nation die erste Frucht des bisherigen Ausharrens und des Heldenmutes erntet (Langanhaltender Beifall. Eljenruse im ganzen Hause.) Tie Sitzung wird auf fünf Minuten unterbrochen. Prefsestimmen. Berlin, 18. Jan. Der „Berliner Lokalanzeiger" sagt: Ter erste Stein aus dein geivaltigen Gebäude des Vierver- bandes ist heraus ge bracher:, der erste Separatfriede zwar noch nicht geschlossen, aber durch die bedingungslose Kapitulation deS monte- ncgrinischen Heeres so gut wie sichergestetlt. König Nikita, der nach den Meldungen der Ententeblätter eben noch versichert haben soll, daß er und sein Volk den Kampf bis zuin Aeußersten sort- setzen würden, er hat die Hand zum Frieden geboten, noch ehe das verhängnisvolle „Zu spät!" ihm als einzige Antwort in die Ohren gellen konnte und Kaiser Franz Josef ist großmütig genug, seinen auf montenegrinischem Boden stehenden Truppen Halt zu gebieten, bevor sie ihre Arbeit im Königreich der Schwarzen Berge bis zum letzten Schritt getan haben. Wenn schon „der einzige Freund des Zaren" die Flinte ins Korn wirft und sich bedingungslos den Mittelmächten nntenoirst, tote muß es da nicht um die Sache der beideil Bundesgenossen bestellt sein, die entschlossen sind, sich eine ganze Welt zu untenvcrfen imd nun nach dem Verlust von Belgien, Russisch-Polen, Kurland und Serbien den König von Montenegro ins feindliche Lager übergehen sehen Mit Spannung darf nran naturgemäß Italiens weitere Stellungnahme abwarten, beim es ist lelbstperständlich, daß Montenegro der erbetene Friede nur erteilt wird unter völliger Wah- nung der militärischen »md politischen Interessen in der Adria um devetwillen Oesterreich-Ungarn diesen Feldzug gestihrt W Das Band zwischen Italien und Montenegro ist bereits zerrissen devetwillen Oesterrerch-Ungarn dre,en Feldzug gestihrt lxU Band zwischen Italien und Montenegro ist bereits zerrissen und die Herren Salandra mrd Sonnino können nun mit Gabriele d'Annuncio prüfen, wie sie in Zukunft ohne irrtb gegen Montenegro am Ostufer der Adria, in Albanien und in fernem Hinterland zurecht lommezt Ivollen. Das „Berliner Tageblatt" sagt: Die Tragweite der Kapitulation geht weiter üher den Rahureir eines mrmittelbaren militärischen Zusammenhanges hirrans, denn sie beleuchtet für alle Welt sickitbar die allgemeine kriegspolitische Situation. Das ist eiire Tatsache, die zu allen Völkern der Erde spricht, daß der 75jährige wohlerfahrene Balkanfürst sein Schicksal und das zukünftige seines Landes lieber in die Hände der Feinde legt, als es dem ungeheuren Mächteverband weiter anzuvertrauen, deur er bisher auf Tod und Leben verbunden war. Näht allein, daß seine großen, im Munde des Volkes bisher über alles getvaltigen Verbündeten, ihm ja nicht geholfen, ihn zur lttrderwerfung getrieben haben, sondern die Üeberzeugung, daß sie ihm auch in Zukunft nicht lvieder werden helfen fthmen, hat König Nikita Wohl überlegt. Einer der Alliierten hat die Tatsache anerkannt, daß die Mittelmächte die stärkeren sind Und daß ihnen die .Kraft inuewohnt, den Ring zu sprengen und niederzuwersen, der sie erdrücken und er- mosseln will. Die erste Bresche ist gelegt. Wir können, so schwere Künpfe uns noch bevorstehen, ohne UederhebuTrg und Ungedackd in ruhiger Zuversicht des weiteren harren. Die „B o s s. Z e i t u n g" schreibt: Mag auch Montenegro nicht über viel Truppen mehr verfügt haben, so ist doch dieses erzwungene Ausscheiden aus dem Kampf ein Vorgang von niederdrückender moralischer Wucht für den Bierverband und für solche Natwnen, die sich bisher den Luxus gestatteten, mit ihm zu liebäugeln. Im Parademarsch können die Oefterreicher in Sku- s? u binrücken. Die Macht Oesterreich-Ungarns an der Oftküfte der Adria erstreckt sich nunmehr bis mindestens Durazzo. Das hat Mit seinem Krieg der Bierverband getan, s. entsche Tageszeitung" sagt: Man wird in den nächsten Tagen wohl noch manche interessante und schöne Aeußernng aus den Ländern unserer Gegner erfahren. In hoher freudiger Anerkennung begrüßen wir unsere österreichisch-ungari- l? en Vuiidesgenossen zu diesem großen militärischen wie politi- fchicn Erfolg, nrsbefonbere auch den Generalstabschef Frhrn. Kon- rad von Hötzendorff, der es in. musterhafter Weise verstanden hat, - rlr t 1 * vernichtender Wucht zu führen, nachdenr er ihn geräuschlos und ohne von dem Gegner bernerkt zu werden, vorbereitet hatte. Köln, 17 Jan. (WTB. Nichtamtlich) Zur Unterwerfung die „Kölnische Zeitung" unter der ,'Der erste Bekehrte" u.a.: König Nikck hat m&n i>te Entickstosstnheit gezeigt, die er oft bewiesen hat. Er sah, daß er ein schFech^s Geschäft gemacht hatte, also gab er nach. Montenegro ist nicht dem Pakte von London beigetreten. jyjPl Unterzeichner sich verpssichteten, nur gemeinsam Frieden zu schließen ES darf letzt frei sagen, Äh wiU nicht mehr, denn ich unserer Feinde ist bekehrt worden durch die Wucht der Waffen. Wir harren der Zeck, da sie alle bekehrt sein wexöm. WosksAertinng" schreibt u. a.: Die Frickdensbitte Montenegros ist der erste sichtbare Enderfolg des Krieges^ Mau^darf ihn nicht überschätzen, weil er der erste derartige Erfolg ist, man brmvcht ihn aber auch nicht zu unterschätzeii, weil er a n sich militärisch und der räumlichen Aiisdehrrung nach ge- “ rai ' verhältnismäßig klein ist. An einem Punkte ist jetzt Ruhe irm> Fineden und an einem Punkte wird jetzt ein Defi ni t i- vum geschaffen werden, cm dem die Cutente mit aller Ent- .;^"he sie anfbieten wird, nichts ändern kann. Unsere osterreichrst^mrgarischen Waffenbrüder darf man zii diesem Erfolg ^bickimmschen. Er zeigt, wie glänzend ihre Waffenürt, die ErsUrrnrung des Lovcen, war und wie mächtig ihr WTtd ^ btC Eltt^rtegenrüter und naturgemäß auf Montenegro Die Feier der Reichst,auptftadt. Berlin, 18. Jan. Aus Anlaß der Wafsenftreckung Montenegros wird die R e i ch s h a u p t st a d t heute Flagge n s ch m u ck anlegen. ^ M Die Kunde in London. ~ ?^lterdam, 18. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Das 3^xrecru verbreitet in London folgende Meldung E^bn - Wr-e verlautet, h«t Montenegro mit Oesterreich- Ungarn erneir Waffenstillstand geschlossen. Der Druck anf Griechenland. Wien, 17. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Die „NeueFreie Presse meldet aus Sofia: Griecheriland wird morgen in einer Note von der Entente die Räumung des griechischen Territoriums fordern. — Utro" zufolge hat die Besetzung von Phaleron in Ath nb ' 17 ‘ Aau. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Se- r ei lbaus Athen : Der d eu tsche und der v st er- enUnnl e Konsul auf Korfu sind aus der Haft wurde nlch Malta gebracht °st°rreichis-h- Beamte Slejtz l Italien vor neuen Kragen. Rom, 16. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Der Abgeordnete Raimondo überreichte dem Kammerpräsidenten eine An - frage an den Minister des Aeußern, den Kriegsmimster und den Marineminister. Raiinondo will wissen, ob zur Zeit der Unterzeichnung des Londoner Vertrages die Eroberung Montenegros vorgesehen worden sei, ferner, worin die Untätigkeit Italiens ihre Gründe habe und ob die Regierung uno die Militärbehörden sich mit der Lage Nordalbaniens befaßt hätten. Mailand, 17. Jan. (WTB. Nichtamtlich) Der Se- colo" meldet aus Rom: Der italienische Gesandte bei der serbischen Regierung ist gestern früh \n Rom eingetroffen, wo er mit dem Minister des Aeußern eine Besprechung hatte. — Der König ist angeblich nach Tarent zu einer Begegnung mit dem Prinzen Mirko von Montenegro abgereist. Eine neue Aufforderung des,,Tcmps" an Italien. Bern, 16. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) In Besprechung der Militärischen Lage spricht der „T e m p s' heute die Forderung ans, Italien möge sich an dem Salon i k i u n t e r - nehmen beteiligen. Saloniki sei der einzige Punkt, von wo aus Italien etwas zur Befreiung Montenegros und Serbiens unternehmen könne. An jedem Punkte der Ädria müsse ein solcher Versuch scheitern. Die ganze ^sonz ofront sei zu stark verteidigt, als daß Italien sie bald bezwingen könnte, selbst wenn es alle seine Truppen dort aufwende. Tie liener könnten einen wertvolleren Erfolg erreichen, wenn sie sich den Alliierten in Saloniki anschlössen, bevor die Bulgaren an der griechischen Grenze ein Labyrinth von Schützengräben geschaffen hatten, besten Eroberung sehr teuer zu stehen käme. Das Blatt stellt mit Befriedigung fest, daß der italienische Minister rat sich mit Maßnahmen zur wirksamen Unterstützung Montenegros und Serbiens befasse, fragt aber zweifelnd: Haben die Alliierten die Mittel, einen Angriffsfeldzug zu unternehmen, oder muffen sie sich aus die Verteidigung Saloniki 2 beschränken? * * Kundgebungen für und gegen den Frieden in England. London, 17. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) In der Kirche Hon Kingsland, im Norden von London, wo am Sonntag nachmittag eine Kundgebung zugunsten der Beendigung des Krieges stattfand, kam es zu aufgeregten Szenen. Die Friedensfreunde wurden für 'Verräter erklärt, mit roter Farbe beworfen und mußten schließlich durch die Polizei in Sicherheit gebracht werden. Die Demonstranten sangen „Ricke Britannia" und nahmen leine Entschließung an, in der gefordert wird, daß der Krieg energisch fortgesetzt werde, bis Deutschland geschlagen sei. Eine neue Erkenntnis der „Times". London, 17. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Times" schreibt in einem Leitartikel: Wir bekommen jetzt allmählich die I notwendige Munition. Tie dlbsttnrmung vom Mittwoch siä-ert uns ,die notwendigen Mannschasten, aber wir haben noch für emen regelmäßigen und fortdauernden Zufluß der notwmdigen Geldmittel zu sorgen. Das Blatt gibt zu, daß dre Erklärung Delbrücks richtig sei, daß Deutschland genug Lebensmittel bis zur 'nächsten Ernte habe. Deutschland leide unter Teuerung und Mangel, aber nicht in der Weise, daß dadurch sem Widerstand m absehbarer Zeit zusanrmenbrochen müßte. Wir dürfen nicht erwarten, daß der Friede bald kommt oder daß er durch den wirtschaftlichen Druck konrmeii wird, selbst wenn uns sgjelänge, emen viel stärkeren Druck ausMÜbeii, als jetzt. Der Friede wird kommen, wenn wir Deutschland im Felde schlagen. — Die „Times" fordert daher dringend die größte Sparsamkeit im öffentlichen und im privaten Leben. Der neue Bizekönig von Indien. London, 16. Jan. (WTB. Nichtamtlich) Lord Ehelmsfvrd ist zum Bizekönig von Indien ernannt worden. Er tritt sein Amt Ende März cm. Die Btockade-Abfichten Englands. N e w Y 0 r k, 17. Jan. (MDB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus: Die Blätter enthalten Telegramme, aus London, in denen mitgeteilt wird, daß Großbritannien binnen kurzem die königlichen Verordnungen, durch dre der neutrale Handel geregelt wird, durch die Erklärung einer regelrechten Blockade ersetzen werde. Beim Staatsdeparwment lief kein amtlicher Bericht darüber ein. In Regierungskreisen! glaubt man über, daß ein solches Vovgehen viele Grunde zu Mißverständnissen beseittgen und das Recht Englands, alle Einfuhr nach den deutschen Häfen zu verhindern, außer Frage stellen werde. Vermutlich werde dadurch auch die Theorie von einer endgültigen Bestimmung über Waren, über die die neuttalen Lander Deutschland erreichen, oder für Deutschland bestimUtt ftnd, geregelt werden. Aus Frankreich. Bern, 17. Fan. (WTB. Nichtamtlich. > Die Blätter Melden aus Marseille: Auf einen Bericht des Generals d'Amade hat der Kriegsminister die Generale Serviere, den Kommandanten des 15. Bezirkes und Berns r d, den Gouverneur von Marseille, ihrer Aemter enthoben. Der Abgeordnete von Bouches du Rhone, Buisson, benachrichtigte den Kammerpräsidenten, daß er die Regierung über die '.Gründe dieser Verfügung interpellieren werde. General C ougue t wird der Nachfolger Servieres. General d'Am ade hat den Soldaten den Zutritt ui Wirtschaften ttnr in gewissen Stunden gestattet. Diese Maßregeln erfuhren durch die Verfügung der beiden Generale gewisse Milderungen, was zum Konflikt führte. Die Gastwirte von Marseille hielten eine Protestversammlung ab wegen Maßregelung der Offiziere und beschlossen, nötigenfalls eine Kundgebung durch Schließung rhrer Geschäfte am 24. Januar zu veranstalten. * * * Der türkische Bericht. Konstantinopel, 17. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier meldet: An der Irak front hält der aussetzende Artilleriekampf bei Kut el Amara an. An der Kaukasus front setzte der Feind auck) gestern seine Angriffe gegen unsere Stellungen nördlich und südlich des Aras-Flusses fort. In diesem Abschnitte mußtenUnsere -Truppen, die seit einigen Wochen die beträchtlichen Kräfte eines feindlichen Flügels in der Nähe des Tales Id aufhielten, aus ihren vorgeschobenen Stellungen unr einige Kilometer zurückgehen. Südlich vom Aras brachten wir dem Feinde in Naykämpfen in vorgeschobenen Stellungen aroße Verluste bei und erbeuteten eine Menge Massen. ' Von den Dardanellen ist nichts zu melden. Die Thronrede des Königs von Schweden. Stockholm, 17. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Die vom König bei der Eröffnung des Reick)stages im Neichssaal des königlichen Schlosses oorgelegte Thronrede bespricht erstens den immer umfangreicher werdenden Kamps, dessen Ergebnis über die Zukunft der Völker entscheiden werde. Die Regierung hoffe stebhast, die Neutralität, die sie zu Kriegsbeginn erklärt Habe, auch in Zukunft beobachten zu können. Die Rede lagt ferner: Zwecks Aufrechterhaltung der Neutralität und des Sel b st- bestimmungsrechtes Schwedens haben wir die Strestkrafte zu Lande und zu Wasser vermehrt und mMen ffe stets berett- halten. Das. schwedische Volk hat im verflossenen Jahre in mannigfache ''Weise unter den Wirkungen des Krieges ge,tanken. Die Kttegsführenden vernachlässigten inrmer mehr dre Grundiahe des Völkerrechts und ihren Zweck, die Beschirmung der Neutralen und Begrenzung der gewaltsamen Handlungen de 0 Krieges gegenüber dem friedlichen Verkehr. Schweden, dessen glorreicher Anteil an der Schöpfung dieser Grundsätze bekannt ist, ergriff teu- roeife zusammen mit den Regierungen der beiden anderen ikandinn- vischen Länder Maßnahmen zur Aufrechterhaltung die,er anerkannten internationalen Grundsätze. Die Haltung der kriegführenden Mäckte verursachte dem schwedischen Volk erhebliche w i r t s ch a s t - l i ch e S ch w i e r i g k e i t e n. Die Regierung mußte mehrere Male gegen Versuche, den Handel unter fremde Aussicht zu stellen, einschreiten. Tie Arbnt für die Stärkung der Landesverteidigung müsse ohne Verzug fortgesetzt werden. Trotz großer Sparsamkeit im Budget würden Entlvürfe zu einet neuen Steuer vorgelegt werden. Die Thronrede bemerkt, die Regierung habe die Absicht, dem Reichstag vorzuschlagen, besondere Abgeordnete auszuwählen, die mit der Regieriing geheime Fragen überlegen sollen, wie dies z. B. im Herbst 1914 bereits der Fall gewesen ist. Aus dem Reiche. Der deutsche Lanwvirtschaftsrat und das Verhältnis zwischen Oesterreich-Ungarn und Deutschland. Berlin, 17. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Der ständige Ausschuß des deutschen Land Wirtschaf tsrats hat kürzlich über das wirtsclMftspolitische Verhältnis zwi- scheu Oesterreich-Ungarn und dem Deutschen Reiche verhandelt. Er faßte folgenden Beschluß: Die Ereignisse des gegenwärtigen Weltkrieges bewirken eine Neugestaltung der wirtschaftlichen Verhältnisse Europas, dre für die künftige Volkswirtschast der mitteleuropäischen Staaten von größter Bedeutung sind. Während die wirtschaftlichen Verhältnisse von Landwirtschaft, Industrie und Handel bisher durch internationale Beziehungen geregelt worden sind, sind die Verbündeten der europäischen Zenttal- mächte hinsichtlich der Erzeugung und des Absatzes nunmehr auf ihr eigenes Gebiet beschränkt. Obgleich mrt dein Friedensschluß hierin eine Besserung eintteten durfte so muß doch auf längere Zeit mit einer fortgesetzten feindlichen Gesinnung unserer jetzigen Gegner gerechnet werden, wofür deutlich erkennbare Anzeichen wahrnehmbar sind. Daraus ergibt sich für uns die Notwendigkeit, für das Wirtschaftsgebiet in größerem Umfange zu sorgen. Zur Anbahnung dieses Zieles ist zunächst ein engeres, wirtschaftspolitisches Verhältnis zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn ins Auge zu fassen. Von der Sozialdemokratie. Berlin, 18. Jan. Aus dem „Vorwärts" ersährt man, daß die Landeskommission der Sozialdemokratie Preußens, die am 14. und 15. Iatzuar tagte, mit 25 gegen 6 Stimmen bei einer Enthaltung, nachdem ihr die von der Fraktion zur Etatsberatung formulierte Erklärung vorgelegt worden war, folgenden Beschluß annahm: Die Landeskommissivn, nach dem Statut zur Führung der Parteigeschäfte der Sozialdemokratie Preußens berufen, kann der von der Mehrheit der Landtagsfrak- tion beschlossenen Erklärung zum Kriege nicht zu stimmen. Sie billigt die .Haltung und Politik der Reichstagssraktion, die in der Erklärung vom 4. August 1914 sestgelegt ist und spricht die bestimmte Erwartung ans, daß, durch die Landtags fr attivn nicht geschieht, was geeignet ist, die Polittk der Reichsbagssraktton zu durchkreuzen. Nach Annahme dieses Beschlusses trat die Landbagssraktion zu erneuter Beratung einer Erklärung zusammen. Die Fraktion nahm zwar einige Aenderungen an der Erklärung vor, berücksichtigte aber wesentliche Wünsche der Landeskommission nicht. Darauf faßte die Landes- kommission mit 21 gegen 5 Sttmmen den Beschluß, zu konstatieren, daß die Landtagssraktion ihre Mitteilungen nicht berücksichtigt hat. Die sozialdemokrattschen LandtagsabUe- ordneten Hirsch, Hofer, A. und P. Hossmann, Liebknecht urtd Strobel erklärten hierzu laut „Vorwärts": Sie konnten als Richtschnur für ihre Tättgkeit nur das Parteiprogramm und die Beschlüsse der nationalen und internationalen Parteitage anerkennen. Sie bestritten der Landeskommission das Recht, ihr die Polittk vorzuschreiben. * Berlin, 17. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Bei der Etats- beratung im Ab ge ordneten hause erklärte Minister des Innern v. Lö bel l: Die Regierung hält zur Erhaltung und Stärkung des preußischen Staates ein Zusammenarbeiten mit den Parteien für durchaus notwendig; sie hält es aber nicht für an gezeigt, die Frage des preußischen Wahlrechts jetzt einer endgültigen Lösung entgegenführen zu wollen. Sie ist entschlossen, wenn die Waffen ruhen, an die Lösung dieser Frage heranzugchien. Bis dahin muß diese Frage dem politischen Leben ferngehalten werden. In dem dem Landtag zugegangenen Gesetzentwurf werden zur Förderung derinnerenKolonisation hundett Millionen Mark gefordert. Berlin, 17. Jan. (WTB. Nickst«nttlich.) Der Bundesrat beschloß eine Verordnung, wonach derjenige, der Salzheringe einführt, verpflichtet ist, diese an die Zenttaleinkaufsgesellschaft mbH Berlin unter gewissen Voraussetzungen abzuliefern. Der Reichskanzler trifft hierfür die nötigen AussüHrungsbesttnuNungen. Berlin, 17. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Fm Etappengebiet des Oberbefehlshabers Ost ist eine kaiserlich deutsche Post- und Telegraphenverwaltung im Postgebiete des Oberbdfehlsl-abers Ost mtt dem Amtssitz in Ko w no eingerichtet worden, die den Post- und Telegrammverkehr der Bevölkerung mit Deutschland und der Gebiete des Generalgouvernements Warschau, sowie innerhalb der Etappengebiete des Oberbesehlshabers Ost vermitteln wird. Tie zunächst eingerichteten Reichspostanstalten vermitteln vorläufig nur den Verkehr der Bevölkerung. Ein privater Post- und Telegrammverkehr zwischen dem Postgebiete des Oberbefehlshabers Ost und dem neuttalen Ausland ist nicht zu gelassen. Das Amtsblatt des Reichspostamtes enthält die näheren Bestimmungen. Berlin, 17. Jan. (WTB. Nichtamtlich) Der „Reichs- anzeiger" veröfsentticht ein Ausfuhr- und Durch fuhrverbot für Holzschuhe; ferner eine Bekanntmachung über künstliche Düngmittel._ Die Krönung yuanschilais. London, 16. Jan. (WTB. Nichtamtlich) Wie die „Times" ans Peking ersährt, ist die Krönung Yuanschi- kais aus den 9. Februar festgesetzt worden. Der deutsche und der öfter reicht sch-uu q arische Gesandte sind angewiesen worden, das K a i s r r e i ch a n z u e r k e n - neu. Grillige Neutrale werden dem ttspiel vielleicht folgen. Puanschi kur glaubt, daß feine Krö 'g dem unsicheren Zustand ein Ende bereiten wird. Ans L-tcrdt ttiifc £cmd. Gießen, 18. Januar 1916. Rriegsarbeit in Gießen. IX. Kriegsfürforge in den Landgemeinden des Kreises Gießen. Soweit der Kreis Gießen in Bettacht kommt, bestanden bei Ansbruch des Krieges Zweigvereine des Äffischen Landesvereins vom Roten Kreuz nur in Gießen, Grünberg, Hungen und Lich, Zweigvererne des cklice- Frauenvererns nur in Gießen und Großen-Bnseck Vorarbeiten zur Gründung weiterer Zweigvereine in denLand- gemeinden waren zwar schon seit einigen Jahren im Gange und zum Teil auch schon erfreulich gefördert. Die Vielgestaltigkeit des Vereinslebens auf den verschiedensten Gebieten und nicht zum wenigsten der Glaube an den Fortbestand des Friedens ließen jedoch die Verhandlungen nicht zu einem Abschluß kommen. ^ Der Krieg hat nun mit einem Schlag alle Gegensätze überbrückt. Alle Volksschichten empfanden unausgesprochen das Bedürfnis, zusammen zu arbeiten ftir unsere ausziehen- ! den Krieger und deren Angehörigen. Alle wollten helfen, ! und jeder bemühte sich, in seiner Art und nach seinem Können dem großen Ganzen zu dienen. Für die unter dem Zeichen des Roten Kreuzes. schon arbeitenden Vereine vollzog sich die Sammlung wie die Nutzbarmachung der vorhandenen Kräfte von selbst. Weniger einfach lagen die Verhältnisse in den Kreis - emeinden, für die solche Organisationen noch nicht estanden. Hätte man die dort nach Mitarbeit drängenden, Kräfte sich selbst überlassen, so wäre eine Zersplitterung zu befürchten gewesen. Vereint dagegen konnten sie, aus gemeinsame Ziele gerichtet, wie auch der Erfolg gelehtt hat, Hervorragendes leisten. Die immerhin vorhandenen Bedenken, die erfahrungs- gemäß durch ein Eingreifen der Verwaltungsbehörde auf Gebiete, die weniger das staatliche Verwaltungswesen als das Gefühlsleben berühren, ausgelöst werden, mußten hinter die Notwendigkeit einer Sammlung aller vorhandenen Kräfte zurück treten, und man glaubte bei dem Ernste der Lage mit her Gründung einer zunächst für die Dauer des Krieges berechneten Kr e i s organisatton Vorgehen zu sollen. Der Provinzialdirektor erließ deshalb schon am 4. August 1914 durch den Gießener Anzeiger einen Aufruf, worin er den maßgebenden Faktoren in den Landgemeinden des Kreises den Zusammenschluß zu einem „Ortsausschuß" mit der Zweckbestimmung nahelegte, der Fürsorge der Kriegs- ! teilnehmer und ihrer Familien zu dienen. Der Erwartung entsprechend hat sich die Bildung der als Grundlage der ganzen Organisation gedachten Ortsausschüsse sowie die > Frage des Vorsitzes in ihnen ohne behördliche Einwirkung und ohne Reibungen vollzogen. Die Bildung eines sämtliche Ortsausschüsse umfassenden Kreiskomitees ist erfolgt, nachdenr die Namen der Mitglieder der Ortsausschüsse mitgeteilt worden waren. Seit nunmehr 16 Monaten hat sich diese Organisation bewährt. Dem Kreiskomitee war die Ausgabe gestellt, die Tätigkeit der Ortsausschüsse zu leiten und den unmittelbaren Verkehr mit denjenigen Personen und Personenkreisen zu pflegen, für die die Organisatton von Nutzen sein sollte. Es hat sich deshalb sofort mit der Anfstellnng von Grundsätzen befaßt, nach denen sich die Arbeiten in den einzelnen Kreisgemeinden vollziehen sollten. Als Arbeitsgebiete waren in Aussicht genommen: 1. Geldsammlungen für das Rote Kreuz gemäß den von dem Landesverein an die Großh. Bürgermeistereien ergangenen oder noch ergehenden Ersuchen: 2. Vermittlung von Unterkunstsstellen für in Genesung befindliche Soldaten; 3. Errichtung von Aus k un ft s- und Vermittlungsstellen für den schriftlichen Verkehr mit im Felde Stehenden usw.; Besorgung der zur Nachforschung über den Verbleib vermißter Kriegsteilnehmer nötigen Schriftlichkeiten; 4. Herstellung von Wäsche, Strümpfen und dergleichen für im Felde befindliche Soldaten, sür Verwundete und Zurückkehrende; 5. Aufnahme und Vermittlung von Unterstützungsgesuchen bedürftiger Angehöriger von Kriegsteilnehmern; 6. Schaffung von Gelegenheiten zur Beaufsichtigung von Kindern, deren Angehörige dem Erwerbe nachgehen müssen; Förderung der Wöchnerinnen- und Säuglingspflege: 7. Ausbildung von sogenannten Nothelferinnen für Ortszwecke; 8. Belehrung über sachgemäße Aberntung und Aufbewahrung von Wintergemüse, späterhin Feststellung der vorhandenen Gemüse- vovräte und Nachweis der hiervon zur Abgabe nach außer versügbaren Mengen. . . .. In Ermangelung ;eder Erfahrung konnten dre ihrer Lösung harrenden Aufgaben im voraus nur in allgemeinen ! Umrissen sestgelegt werden, und es ergab sich auch schon bald, daß infolge Uebernahme der Fürsorge von anderer Seite die vorstehend unter Ziffer 6 und 7 vorgesehenen Arbeitsgebiete nicht in das Betätigungsbereich einzubeziehen waren. Dagegen wuchs der Kreis der Aufgaben in dem Maße, m dem der Feldzug in seinem Fottschreiten und in seinen Folgen weitere Bedürfnisse zeitigte und Mittel zu deren Abstellung erforderlich machte. So wurden allmählich sür die Tätigkeit der Organisation die folgenden Gesichtspunkte maßgebend: Sorge für die verwundeten und kranken Soldaten, für die im F e l d e stehenden Soldaten, für die Angehörigen der Kriegsteilnehmer, für die k r i e g s g e f a n g e n e n Deutschen, für die Zukunft der Kriegsbeschädigten, um die durch Gebietsbesetzung seitens des Feindes notleidend gewordene Zivilbevölkerung und allgemeine Kriegssürsorge. Diesen Aufgaben suchte man dadurch gerecht zu werden, daß man auf Anregung und unter Veaniittttma des Reserve- > Lazarett-Delegierten Lazarette — auch die Reservelazarette I— mit Lazarettarttteln und Nahrungsmitteln versah, Er- srischungen usw. zur Verabreichung an Durchfahreiide bereitt- stellte, einzelne Bedürftige mit Bekleidungsstücken während ihres Auseiithaltes in den Lazaretten und bei ihrem Wiederauszuge versorgte, und weiterhin Besttebungen zur Be- schasfung von Sanitätshunddn, Krankenautos usw. unterstützte. Um ein Bild der Opserfreudigkeit der Landbevölkerung zu geben, mag aus vielem hier nur angegeben werden, daß inan in der Lage war, sämtlichen hiesigen Lazaretteii neben erheblichen Ueberw>eisungeii an Leinen und WoNsachen mehr als 60000 Eier, mehr als 55000 kg Kartoffeln und inehr als 30000 kg Gemüse zuzuwenden. DiezurVersendun g ge eigne ten Nahrungsmittel gingen an die Truppen im Felde. Neben erheblichen Dürr- obstmengen kamen annähernd 2000 kg Fleischwaren und größere Mengen Zigarren und Tabak zum Versand. Außerdem wurden die Krieger mit wollenen Bekleidungsstücken und Strümpfen — letztere in. der Zahl von mehr als 6500 Paar — versehen. Uin den im Felde Stehenden das Fernsein von Haus und Familie gerade am Weihnachts feste zu erleich- teru, iviLl.de Wert darauf gelegt, ihneir zu diejern Zeitpu.utt ein Zeick-on der Liebe uno Dankbarkeit der Duhenngeblie- beiren zukomnrcn zu lassen. So wurden zu Weihnachten 1914 und 1915 größere Seudlmgeu von Liebesgaben hinausgegebeu. In 1914 wurden 1068 große Pakete versandt, wovon jedes neben wollenen Kleidungsstücken, Nähzeug, Seife, Lllntellfeuerzeug, Zigarren und Tabak, Zierzen, Mundlwrmonika, Bleististe, Notizbücher, Briefpapier, Lesestoff und noch andere Gaben enthielt. Zu Weihnachten 1915 gingen im Einvernelwien mit dei: Kriegssürsorgestellen des 18. Armeekorps 20 -s- 11 = 31 sogen. Einheitskisten hinaus. Der Inhalt dieser Einheitskisten setzte'sich ans Kleidungsstücken. Nahrunqs- und GenNßmitteln, sowie Gebrauchs- gcgeriständen zusammen und stellt einen Gesamtwert von wert über 4000 Mark dar. Die in großer Zahl eingegangenen T-ankschreiben geben ein Zeugnis davon, wie lvillkommen die Gaben wnren. Tie Fürsorge hatte sich nun auch weiter auf die Angehörigen der Kriegsteilnehmer zu erstrecken. Es wurden an Bedürftige Nahrungsmittel überwiesen und in besonders dringlichen Fällen auch Geldunterstützungen gewälzt. Des weiteren ist durch geeignete Aufklärung aus die bestehenden Bestimmungen über Familienunterstützimg und Hinterbliebenenversorgung aufmerksam gemacht worden. Auch war man bestrebt, die das Gemüt bewegenden Sorgen zu erleichtern. In dieser Richtung wurden mit Erfolg Schritte unternommen, um Auskunft über den Verbleib Vermißter zu erhalten und aussichtsreiche Vorschläge über Austausch schwer verwundeter Kriegsgefangener gemacht. Da im Interesse der M in derb em it t e lt e n die Not der Zeit gebot, daß ein sparsamer Gebrauch mit gewissen Lebensmitteln gemacht wurde, ließ man es sich angelegen sein, durch Unterstützung belehrender Vorträge über Kriegsküche, durch Empfehlung geeigneter Kochbücher und ähnliche Maßnahmen .zur Anpassung der Lebenshaltung an die durch den Krieg uno seine Folgen geänderten Lebensbedingungen aufzu fordern. Um der Möglichkeit einer Unterernährung der rmter der Teuerung leidenden Volksklasse vorzubeugen, stellte der Kreisausschuß des Kreises Gießen aus den lieber- schüssen des Kommunalverbandes die Summe von 20000 Mark allein für die. Landgemeinden zur Verfügung. Die Ortsausschüsse haben es übernommen, diesen Betrag bestimmungsgemäß zu verwenden. Ms sich infolge des erhöhten Wollverbrauches Schwierigkeiten in der Beschaffung von Strickwolle ergaben und damit für die Anfertigung von Strickarbeiten zugunsten der Soldaten ein Hindernis entstand, hat das Kreiskomitee durch die zuständige Reichsstclle Strickwolle in größerer Menge bezogen und an die Ortsausschüsse zur Bearbeitung abgegeben. Dadurch wurde den lebhaften Wünschen der Frauen unb Mädchen, auch weiterhin für die Soldaten sorgen zu können, Mchnung getragen. Das Kriegselend, das ourch feindlichen Einfall über unsere Grenz Provinzen hereingebrochen war, gab Veranlassung, auch außerhalb unseres Hessenlandes durch Zuwendung von GeldunterstüHimgen, sowie Zuweisung von Lebensmitteln und Kleidungsstücken Not zu lindern. Man hielt es für Pflicht, sich schon jetzt der Zukunft der Kriegsbeschädigten anzunehmen. Es geschah! dies durch die Vermittlung von Arbeitsgelegieicheiten und den Hinweis auf die Stellenvermittlungsorganisationen. Die Ausbildung Erblindeter suchte man durch Bewilligung von Geldmitteln zu unterstützen. Vereinzelt wurde die Beschas- fung v-on Krankenfahrstühlen durch Gewährung von Beiträgen erleichtert. Das Schicksal der kriegs gefangenen Kreis ein- ges jenen bildete den Gegenstand besonderer Fürsorge- mahnahmen. Soweit bis jetzt bestimmte Nachrichten über den Verbleib der in Feindesland Geratenen vvrliegen, wird eine fortlaufende Liste geführt. Durch Beteiligung an den durch größere Verbände veranlagten Sendungen und durch Absendung von Liebesgaben Mi Einzelne hat man versucht, die Lage der Gefangenen zu erleichtern. Um den vielseitigen Ausgaben gerecht zu werden, waren bedeutende Mittel erforderlich. Sie wurden ausgebracht in periodisch allgemeinen Sammlungen und solchen für Etnzel- zwecke. Aus den Geldsammlungen seien hervvrgehvben die Sammlungen für den Landesverein vom Roten Kreuz, die bis Mitte Dezember 1915 die ansehnliche Summe von 50403,58 Mk. ergaben, sowie das mit eineni Betrage von 12856,57 Mk. abschließende Ergebnis des allgemeinen Opfer- tages vom 25. November 1915, desgleichen die Eingänge für die Nationalstiftnng. — Reichen Erfolg hatten die Sammlungen von Lebensmitteln, Blekleidungsstiicken, Wäsche, Lazarettartikeln usw. Besonders erfreulich war hier das Ergebnis der Reichswollwoche. Neben einer Fülle von Bekleidungsstücken aller Art gingen 3894 Decken ein, die an die Truppen abgegeben wurden. Welche Werte durch die Opserwilligkeit der Landbevölkerung bisher schon aufgebracht worden sind, möge durch den Hinweis darauf dargetan werden, daß bei Annahme eines niedrigen Einheitspreises die eingegangenen und wieder verausgabten Nahrungs- und Gennßmittel die Summe von etwa 26 000 Mark, die eingegangenen und größtenteils wieder versand-- ten Bekleidungsstücke die Summe von 78000 Mark, Lazarettartikel usw. die Summe von etwa 32 000 Mark erreichen. Rechnet man dazu das Ergebnis der Sammlungen in bar mit 112636,12 Mark, so ergibt es sich, daß die Landgemeinden des Kreises Gießen sür Kriegssürsorge seither einen zahlenmäßigen Wert von rund einer viertel Million Mark aufgebracht haben. Wenn man sich vergegenwärtigt, daß die Landgemeinden des Kreises Gießen nicht gerade zu den wohlhabendsten Orten des Landes gehören, so hlat man einen schönen Beweis für die vorbildliche Opferfreudigkeit unserer Land- derölternng und zugleich einen Miaßstab für die von den Ortsausschüssen seither geleistete hingebende Arbeit. Tausende haben sich innerhalb unserer Organisation um die Fürsorge sür unsere Soldaten unt) deren Angehörige verdient gemacht. Ihnen allen — die Nennung von Einzel- namen ist aus naheliegenden Gründen in Vieler übersicht- lick)en Darstellung nicht am Platz — gebührt darum der Dank der Leitung. Kreis koinitee für Rotes Kreuz und K r i e g s h i l s e. * * Auszeichnu n g. Assistenzarzt der Reserve Edmund W e t t e r wurde am 10. Januar mit dein Eisernen Kreuz ausgezeichnet. ** Dr. Richard Heß, Großh. Geheimerat, Professor der Forstwissenschaft i. R, ist heute ftüh im Alter von 81 Jahren gestorben. ** Stadttheater. Aus dem Theatcrburcan wird uns mit- getcilt: Für das Gesamtbeuefiz der Mitglieder, das am kommenden Freitag Stücrmanns Schauspiel „Die Ehre" bringt, gibt sich erfreulicherweise lebhaftes Interesse kund: cs ist zu wünschen, daß ein ausverkauftes Haus erzielt wird, damit den einzelnen Mitgliedern ein nennenswerter Betrag zugute kommt. Die Vorstellung wird von Regisseur Otto Conradi sorgfältig vorbereitet und sämtliche Mitglieder — Direktor Stein goett et an der Spitze — wirken in dem sigurenreichen Stücke mit. ** D i e Hessische Lazarett-Zeitung Nr. 15 enthält ein Geleitwort zu Kaisers Geburtstag, die Schilderung des Emden-Unterganges aus v. Mückes Buch und einen Aufsatz über Fachunterricht für Elektrotechniker und Angehörige ande- derer mechanischer Berufe, ferner Fürsorge sür Kriegsteilnehmer, Arbeitsmarkt, Lazarett-Beratung und Rätsel-Ecke. Die Gießen er Beilage bringt von Dr. H. Bergär einen Aufsatz aus^ der Zeit des Siebenjährigen Krieges: „Die Franzosen in Gießen", eine Abhandlung über Merkwürdige Gottesdienste aus der Zeit vor 300 Jahren, außerdem Nachrichten ans dein Soldatenheim, Ankündigung von Verwundeten-Unterricht und Vorträgen. Kreis Schotten. lll Laubach. 18. Jan. Den: Psarramtskandidaten Kricgs- sreimilligen Unterosfizier Earlo Vo 1 p wurde das E i s e r n c Kreuz verliehen. Kreis Friedberg. 0. B a d - N a u h e i in, 18. Jan. Der Arbeitsausschuß des Ortsverbandes vom Roten Kreuz konnte im abgelaufeuen zweiten Kriegssahre über 21 000 Mk. an Arbeitslöhnen anszahlen. Bei der Beschäftigung werden die Frauen der Kriegsteilnehmer zunächst berücksichtigt, doch ist der Arbeitsausschuß in der glücklichen Lage, auch zahlreichen anderen Franen uito Mädchen Verdienst zuzuwenden. — Bei einem in der Nacht von Sonntag zu Montag in der Kolonialwarenhandlnng von Richard W ö r n e r ausgeführlen Einbruch wurden aus der Ladenkassc etiva 90 Mk. gestohlen. Starkenburg und Rheinhessen. — Langen, 18. Jan. Im Fvrstort Mitteldieck wurde auf ein junges Mädchen airs Tarmftadt ein Ueberfall versucht. Auf eine in einer Frankfurter Zeitung erschienene Anzeige war das Mädchen an den hiesigen Bahnhof bestellt worden, um sich als Verkäuferin vorzustellen. Am Bahnhof wurde es von einem jungen Mann in Empfang genommen und in den Wald geführt. Hier versuchte er ans das Mädchen einen Ueberfall. Dem Mädchen gelang es aber, sich zu befreien und nach hier zurückzukehren. Die sofort aufgenommene Verfolgung des Räubers blieb erfolglos. Wenige Stunden später erschien noch ein zweites Mädchen am Bahnhof, das von dem Strolche eber:falls bestellt war. eb. Bingen, 18. Jan. Der W a s s e r st a n d d e s R h e i n ejs ist hier seit lebten Samstag um 7 Zentimeter zurückgegangen. Am hiesigen Pegel wurden heute abend 2,90 Meter sestgeslellt. Kreis Wetzlar. ra. Wetzlar, 18. Jan. Für den Bahnhofserweiterungsbau Wetzlar siiid im preußischen Eisenbahnetat weitere 100 000 Mark vorgesehen. In Ermangelung geeigneter Arbeitskräfte konnte das neue Stationsgebäude bis jetzt noch nicht unter Dach gebracht werden. Dahingegen steht das Bahnhofspostgebätwe vollendet da, es wurde auf Wunsch der hiesigen Handelskammer errichtet. ra. Atzbach, 18. Jan. Für diesen Wörter ist jetzt schon die zweite Wanderschafherde hier eingezogen. Atzbach hat schon vor einem Jahrzehnt die Schafzucht aufgegeben. Hessen-Nassau. 11 Marburg, 18. Jan. Seitens des Kreisobstbautechnikers R übel in g werden vom 3. bis 11. Februar in den Kreisorten für Obstwärter mrd Privatpersonen Obstbaulehrkurse abgehalten. Wm. Nenstadt, 18. Jan. 51 Hasen wurden bei der gestrigen, durch den Forstnreister Grütter hier veranstalteten Treibjagd in unserer Fcldgemarkung zur Strecke gebracht. — Gestern fand die erste Sitzung der Stadtverordnetenversammlung im neuen Jahre statt, die der Vorsteher Friedrich Lotz mit einem Glückwunsch zum Jahreswechsel eröffnen. Alsdann erfolgte die Einführung der bei der Wahl am 3. Dezember 1915 gewählten Stadtverordneten, der Herren Landivirt Karl Z i n s e r, Fuhrunternehmer Ferdinand G i e s , Postschaffner Karl S ch l i t t und Landwirt Wilhelm K u h n. Tie Versammlung wählte als Mitglieder in die Schuldeputatiou die Herren Landwirt Friedrich Lotz und Bäcker Karl Schmidt. Der Abtrieb einer 5 Hektar großen Waldfläche „dicker Gehau" wurde im Interesse der angrenzenden Wiesenbesiyer beschlossen. Als Ersatz hierfür soll eine gleich große Fläche wieder aufgeforstet werden, um eine zusammenhängende Waldstäche zu erreichen. — Landwirt S ch ü tz im nahen Speckswinkel erhielt nach langer Zeit wieder ein Lebenszeichen von seinem Sohne aus russischer Gefangenschaft in 1 Oftfibirten. — Frankfurt a. M., 17. Jan. Wegen Ueberschreitung der K a r t o f f e l h ö ch st p r e i s e wurden durch Strafbefehl bestraft Karl Willkomm, Heinrichstraße, mit 60 Mt.; Franz Hacke, Eppfteiner Straße 24, mit 100 Mk.; Wilhelnt Roßmann, Breitegafse 16, mit 60 Mk.; Pcter V e t e r in Niederdorfelden mit 60 Mk. imd Anna Schneider, Altkönigstraße mit 100 Mk. Ferner wurde der Metzgermeister Nathan Sommer, Sand- weg 83, wegen Betrugs beim Fleischverkauf mit einem Monat Gefängnis bestraft. ---- Aus der Rhön, 18. Jan. Die Besitzerin des Ritterguts Schackau-Eckweisbach, Freifrau Luise von und zu Gut- tenburg, geb. Thnrn und Taxis, ist im Alter von 68 Jahren zu Würzburg verstorben. Mft dem Besitz von Schackau ist auch das Patronat über die Ortschaften Kleinsassen und Eckweisbach verbunden. --- Sieberlshausen, 18. Jan.. Ter hiesige Bürgermeister ein in den besten Verhältnissen lebender 52 jähriger Mann, hat sich aus nicht ermittelten Gründen erhängt. Universitäts-Nachrichten. fl Marburg, 18. Jan. In Königsberg starb im Mer vvd 52 Jahren der Direktor der dortigen chirurgisäien Klinik, Geh. Rat Prof. Dr. Friedrich. Der Verblichene wirkte von 1907 bis 1911 in gleicher Eigensck>aft an der hiesigen Universität. Er wird auch hier seine letzte Iftchestätte finden. Der Brand in Bergen. Kristiania, 16. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Wegen Unterbrechung der telegraphischen und telephonischen Verbindungen fehlen Einzelheiten über den Brand in Bergen. Das Pastzerschisf „Eidsvold" von Kristianssnnd ist mit Kleidern und Nahrungsmitteln nach Bergen abgegcm- gen. Die Regierung stellte Pioniere zur Errichtung von Notbaracken zur Verfügung. Die dem Staat gehörenden Vorräte an Zucker und Mehl in Bergen sollen an die unglückten verteilt werden. Der König imd der Kriegsminister sind abends nach Bergen abgereist. Die ausländischen Gesandten übermittelten dem Minister des Aeußern anläßlich des Brandunglücks den Ausdruck der Teilnahme ihrer Regierungen. Kristiania, 17. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Der Brand in Bergen ist gestern früh 3 Uhr eingedämmt worden. Etwa vierhundert, meinst sehr wertvolle, im Zentrum gelegene Gebäude sind niedergebrannt. Der Gesamtschaden beziffert sich auf hundert Millionen Kronen. Ein Mann, welcher während des Brandes Quetschunyen erlitten hatte, starb am Sonntag. Mehrere Personen sind leichter verletzt worden. Etwa 3000 Menschen sind obdachlos. Die Gemeindevertretung bewilligte den Notleidenden eine Anleihe. Ans dem ganzen Laude liefen Angebote von Hilfe ein; aus Stavanger kam eine Hilfsexpedition an. Aus' Kristiania wurden am Sonntag nachmittag Kleider und Wolldecken gesandt. Es liegt kein Grund vor, zu befürchten, daß Not eintreten könnte, da in Bergen bedeutende Mengen von Korn und Mehl sich befinden. Die Ursache des Brauoes ist noch nicht aufgeklärt. Vermischtes. Die Wassersnot au der Nordseeküste. A m st e r d a m , 17. Jan. (W. T. B. Nichtamtlich.) Ed am wurde am Sonnlag abend gemeldet, daß das Wasser etwas fällt. Der ganze Polder von Purmerland ist jetzt über- flutet. Von der Nordseeküste meldet das „Handelsblad", daß das Meer zwischen Hoek van Holland und Scheveningen große Ver- w ü st u n g e n anrichtete. Der Wassergischt ging über die höchster Dünen hinweg. Das ganze Niveau des Strandes ist merkba zurückgegangen. Ein spanischer Dampfer gesunken. * London, 17. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds Ag«^ tur meldet: Der spanische Dampfer „BelgicaE (2068 Bruttotonnen) ist gesunken. 23 Personen sind gerettet worden. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 19. Jan. 1916: Trüb und regnerisch, keine Temperaturveränderung. Letzte Nachrichten. Drohungen der italienischen Radikalen. Lugano, 17. Jan. Die Wandelgänge der D e p u t i e r t e kämm er in Rom waren nach dem„Secolo" in diesen Tagen sehr belebt und die Ereignisse in Montenegro wiurdetr eifrig besprochen. Heute wird die radikale Gruppe der Abgeordneten eine Versammlung abhalten, deren namentlicher Zweck die Erörterung über die Werbearbeit für die Nattvmilanleihe und die Kohlennot sei. Man werde aber wohl nicht fehlgehen mit der Annahme, daß auch cmdere wichtigere und dringende Fragen besprochen werden würden. Englands Anschliffe an die „Alliirten". Rotterdam, 17. Jan. Laut „Daily Ehronicl^ erreichtem die Zuschüsse Englands an die Mliiierten ain 1. Januar 13*4 Mrlli- atden Schilling. Ein Brand in Nancy. Bern, 17. Jau. (Priv.-Del.) Lyoner Blättern zufolge brach am 16. Januar in Nancy im Warenhaus Ma- gasins Reunil ein Großfeuer aus, das auf die neben dem Gebäude liegende Nancyer Bank übersprang. Der Brandschaden soll mehrere Millionen bettagen. Ueber die Ursache des Brandes sei noch nichts bekannt. VreidrikWen alle Sorten Maschinen-, Motoröl Cylinder-Oel Maschinenfett Putzwolle Gummischläuche Asbest oo I Neue Mainzer Str. 80 Frankfurt a. .IW. Seife! Lillenmilch-, Lanolin-, Veilchen-, Erünter-, Bln- men-Seife, fort., zart s. d. Haut, Dutzeno wik. 2.«;» franko nen- Nachn. [^ss Friedrich Heisener, Sets.» Jndustr., Olagdcbarg T. 8. „Ich war am Leibe mit einer Flechte behaftet,welche mich durch das ewige Jucken Tag und Nacht peinigte. In 14 Tagen bat Zocker’« Paten t- IWedl- alnal-Seif© bnö Hebel be> fcitigt. Diese Seife ist nicht 1.50 M" sondern 100 Nt. wert. Serg. M." (In drei Stärken, k bü Ps., M. 1.- u. M. 1.50.) Dazu Znckooh ■ Creme (60 und 85 Pf.'. In der Uni- vcrsitätS-Avvtbekc, Hirfch- Apotbekc, bei Aug. Nott, <£. Scibcl, W. Kilbingcr, O. Scbaaf, E. Karn, Ernst Noll, W. Schräder, Otto Witttcrboffu.Ed.Gutb,Dra. Der auf den Namen des Herrn Kaufmanns Karl Albus zu Gießen von unserer Anstalt umerm 17. No* vember1911 ausgestellte Ber- sicherungöschein Nr. 13514 ist augebl. abhanden gekommen. Der Jnhabervder Urkunde wird hiermit aufgesordert, innerhalb zweier Monate seine Rechte bei uns anzu- melden, ivtdrigenfalls eine Erfatzurkunde von uns aus- gefertigt und dem oben genannten Berechtigten be- händigt werden ivird. «oD Darmstadt, 17. Jan 1916. Rentcnanstalt a. (8. und LcbettSvcrsicherungsbank zu Darmstadt. Nersanddosen und Pappschachteln Edgar Borrmaon Eiseubaudluna. «a Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gietzen. Die Auszahlung der Ouarticrfcrvisbeträ'ae für Dezember 1918 für die nicht in der Stadtknabenschule nnlergebrachien Unteroffiziere mib Mannschaften des Landsturm - Infam. - Grsatz ° Bataillons II Gießen findet Donnerstag, den 2V. Januar 1919, im Stadthaus, Zimmer 4, von 8—12 Ubr vormittags statt. 485 8 Stadt.Wohnungsnachweis Gieße», Asterweg 9. Eö sind zu vermieten: 14708 1 HauS zum Alleinbewohnen (10 Zimmer, Bad. Zkliche und Zubehör). 1 herrschnflliche Wohnung von 7 Zimn»ern mit Zentralheizung, 1 herrschaftliche Wohnung von 6 Zimmern, 2 Wohnungen von 5 Zimmern, 6 Woh- nnngen v. 4—5 Zimmern. 4 Wohnungen v. 3 Ztminern, 1 Wohnung von 3 Zimmern, mit oder ohne Laden. 1 Wohnung von 2 Zimmern, 2 Wohnungen von 1 Zimmer, 2 Ladenräume mit je 1 Ztnuner, 3 Lager- rännie mit 1 ArbeitSranm, 10 möblierte Zimmer, zivci davoii nebenetnanderliegend, 3 leere Zimmer, zivei Stallräume mit Burschenzimmer. Zu mieten gesucht: 15 Wohnungen von 1—7 Zimmern. kftädt. rffrbettsnachißeis giessen. Aslerweg 9 . 1471B ES können eingestellt werden: a. bei hiesigen Arbeitgebern: 1 Kutscher, 2Knechte, 5Dreher, 1Jnstallatel,r. 5Schlosse^. 1 Niasclitnenschlosser, 1 Schmied, 3 Glektromonlenre. 1 Hetzer, 4 Gerber. 3 Schuhmacher. 5 Wärter für Heil- uild Pflegeanstalk. 1 Maurer, 1 Tapezierlehrling. ISchrisl. setzcr, 1 Schuhknacherlehrlittg, ! Verkäufer, 2 Haus- burschen, 1 Bäckerlehrling zu Ostern 1916. d. bei auswärtigen Arbeitgebern: 1 Teclmiker od. Ingenieur f. Granalenfabrik, 1 Kutscher, 2 Biehfütlerer, 1 Dienstmädchen für Landwirtschaft, 6 Dreher und 4 Arbeiter zniil Bedienen von Bohrmaschinen, 1 Tapezierlehrling. 3 Kaiislenle für Zigarren- fabrtk. 1 Kansmann für Kletderfabrik. 10 Wärter für Heil- und Pflegeanstalk, 15 Arbeiter für chcm. Fabriken» 5 Steinbrucharbeiter. ES suchen Arbejt: Manu und Frau für landm. Arbeit, 1 Garlcnarbeiter, 1 Schreiner, l Tapezierer, 1 Schuhmacher, 1 Schreib- gebilfe. 1 Burealigebilfe, 1 Kellner, 10 Putz- und Laus- franen, 4 jugendi. 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