Nr. \\ Der Siehener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SiehenerFamilienblätter; zweimal wöcheinl.Areis- vlattsürdenArersGieheu (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land- wirtschastiiche oeilfragen Ferusprech - Anschlüsse: sürdieSchristleitungI12 Verlag,Geschäitsslellebl Adresse iür Drahtnachrichten: Anzeiger Sichen. Annahme von Anzeigen lür die Tagesnummer bis zum Abend vorher. Erstes Blatt $6. Jahrgang Aeitag, ( 4 . Januar (9(6 Rotatlonr-rnck unü Verlag Ser Brützl'schen llniv.Guch- und Stemdrnckerei N. Lange. SchristleiKung. SeschästrsteUe und Druckerei- §chulftr .7 Bezugspreis: monatl. 35 Pf., viertel- jährl. Mt. 2.50; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 75 Pf.; durch die Post Mk.2.30 viertel- jährl. ausschl. Bestellq. Zeilenpreis: lokal 15Pf., ausw. 20 Pf. — Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil mib das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Gerichtssaal: Fr. R.Zenz; für den Anzeigenteil: H. Beck, sänutlch m Gießen. Die KM noch sechs (Amtttch^ Trotzes Hauptquartier, 13.Januar. W e st l i ch c r K r i e g s s ch a u p l a tz. Nordöstlich von Armentitzres wurde der Vorstvtz einer stärkeren englischen Abteilung znrlickgeschlagen. In den frühen Morgenstunden wiederholten heute die Manzosen in der Champagne den Angriff nordöstlich von L e M e s n > l. Sie wurden glatt abgewicseu. Ebenso scheiterte ein Angrisfsversuch gegen einen Teil der von uns am 9.Januar bei dem Gehöft Maison de Champagne genommenen Gräben. . Die Leutnants B o e! k c und I m in c l m a n n schossen rurdostllch^von ^.omcoing und bei Bapaume je ein eng- rrsches Flugzeug ab. Den unerschrockenen Offizieren wurdc^ln Anerkennung ihrer außerordentlichr-n Leistungen Durch &c. Marestat dem Kaiser der O r d e n P o n r l e m e = l't* ? c yL c ^ en * Ein drittes englisches Flug- wurde rmLuftkampfbeiRoubair,ein viertes durch unser Abwehrfeuer bei Ligny (südwestlich von Lille) herunter- ?.SÄvr . n Den ß * t englischen Flieger-Offizieren sind sechs tot, zwei verwun-et. O e st l i ch e r K r i e g s s ch a u p l a h. Erfolgreiche Gefechte deutscher Patrouillen und Streifkommandos an verschiedenen Stellen der Front. Bei Nowosjolki Zwischen der Olschanka und der Bercstna) wurden die Russen aus einem vorgeschobenen Graben vertrieben. Balkan-Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Oberste Heeresleitung. Dre Eröffnung des preußischen Landtages wurde auch w den anderen deutschen Bundesstaaten mit großer Spannung erwartet, denn preußische Politik beeinflußt ja in sehr starkem Maße auch die Geschicke des Reiches, und dieselben Persönlichkeiten, die am Steuerruder des preußischen Staa- tes sitzen, sind Richtung gebend auch für das Reich. Herr v. Bethmann Hollweg eröffnete die Tagung in Vertretung .des Kaisers und Königs mit einer Thronrede, an der schon '.darum alle Deutschen Anteil nehmen müssen, weil bariit oÄ r - e Jx 9Cmein ^ amen Kampfes, unserer Ziele uild unserer ^Aussichten ausführlich gedacht wird und weil diese Verachtung fast den ganzen Inhalt der Kundgebung bildet. '?bn Ueberblick über die Kriegsereignisse durchweht ein starker Geist der Zuversicht, der Dankbarkeit für die ^ atei k -r eS Volkes, und es berührt sympathisch, daß -der Kaiser und König als Gruß für den Landtag ..nur Worte des Dankes" hat für die Kämpfer -draußen und drinnen. Allein es ist in der Thronrede auch ern Versprechen für die Zukunft enthalten, eine Erneuerung auch der früheren Zusage in bezug auf die Gestaltung, des preußischen Wahlrechts. „Der Geist gegenseitigen Verstehens und Vertrauens jpird auch irn Friedeii fortwirken an der gemeinsamen Arbeit des ganzen Volkes am Staate Er wird unsere ö f f e n t l i che n Ei n r i ch t un g e n d u r ch- .dringen und lebe n digen Ausdruck finden in un- c r lr, . a ltung, unserer Ges e tzg e bun g und in der Gestaltung der Grundlagen für die V e r t r e't u n g des Volkes in den gesetzgebenden Körperschaften." Mehr darf maii auf der Seite der Dränger auf der Linken in dieser Stunde nicht verlangen. Zunächst muß nun der Kriegssturm ausgetoot haben. Noch einen Satz hat die Thronrede geprägt, die wie eine Verwahrung auch gegen Verunglimpfung des Auslandes gerichtet ist: „Was Feindschaft als Zwang ansgibt, ist Freiheit auf Ordnung gebaut." Damit wird auch der vielgenannte preußisch-deutsche Militarismus charakterisiert Es trifft sich, daß zur selben Zeit, wo im preußischen Abgeordnetenhause diese Sätze ausgesprochen wurden, im Hauptausschuß des Reichstages im Hinblick auf die Handhabung der Zensur ebenfalls von Freiheit und Voltsrcchten gesprochen wnxde. Der Ausschuß hat, unter Ablehnung des sozialdemokratischen Antrags auf Abschaffung der Zensur, doch einige Entschließungen angenommen, die wie wir nicht verkennen können, den Worten des Herrn v. Bethmann Hollweg entgegenkommen, nämlich wo er von dem „Geist gegenseitigen Verstehens und Vertrauens" spricht „jn einer Zeit, wo selbst die Sozialdemokratie bekeniit, daß der Krieg bis zu einem befriedigenden Ergebnis' fortgeführt werden muß, wo einige Störenfriede von ihr zurückaewiesen werden iind, gestern erst, Liebknecht ans der Fraktion entfernt wurde darf man recht wohl einer milden Handhabung der Zensur das Wort reden. Wenn es auch am einfachsten scheint, allen Gelegenheiten zu inneren Streitigkeiten einfach durch Zensurverbot die Spitze a'bznbrechen, so ist dies doch nicht das Richtige. Man darf das inner- politische Leben nicht völlig versanden lassen, und z.B. in der von mehreren Seilest bereits angeschnittenen ^-rage der neuen Steuern darf die Zensurstrafe nicht wie ein Damoklesschwert über uns schweben. Auch daß bei dem Verbot von Zeitungen der Reichskanzler die höchste Instanz fern soll, ist recht und billig. In den Ernährungsfragen rstfrelüch nach wie vor eine große Zurückhaltung angebracht, da das Ausland in diesen Dingen jedes unbedachte Wort für ferne Zwecke ausnutzt. Aus der Rede des Finanzministers Dr. Lentze, der nach dem Präsidenten Grasen Schwerin-Läwitz die Finanzlage Preußens darlegte, wollen wir noch auf die Steuererhöhun- gen Hinweisen, die er vorschlug. Es mußte, so sagte er, eine Anspannung des Steueraufkommens erfolgen, und zwar, va er ne Neuordnung des Steuerwesens während des Krieges ausgeschlossen war, durch Erhöhung der Zuschläge zur Einkommen- und Ergänznngssteuer ans die Sätze' von 8 bis 100 Prozent der Steirer für die Stufen von über 2400 bis unter 100 000 Mark Einkommen und von 63 auf 80 Pfg. sür 1000 Mark Vermögen. Der Minister empfahl dann noch kurz die dem Etat angeschlossenen Vorlagen auf Ausgabe von V /2 Milliarden Schatzanweisnngen sowie auf Nenbewil- lrgung von 110 Millioneil für die Kriegswohlfahrtspflege des Staates und der Gemeinden. Der österreichi-ch-n.igarifche Tagesbericht. Wien, 13.Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 13. Januar 1916. N u s s i s ch e r K r i c g s s ch a n p l a tz. ^ In Ostgalizien und an der b e ss arabischen Front stellenweise Geschützkampf. Sonst keine besonderen Ereignisse. Die amtliche russische Berichterstattung hat cs sich in der letzten Zeit zur Gewohnheit gemacht, der frcien Er- u g k r i e g e r i s ch e r B e g e b e n heit e n derr weitesten Platz emzuräumen. Entgegen allen russischen Angaben ser ausdrualich hervorgehoben, daß unsere Stellungen östlich der t r y p a und an der b e s s n r a b i s ch e n Grenze — von einem einzigen Bataillons-Abschnitt abgesehen, den wir um.M Swritte Zurücknahmen, - genau dort verlaufen, o?.o.ne verliefen, ehe die mit großer militärischer und fourna- nstl sch er Aufmachung eingeleitete und bisher mit schweren Verlusten für den Gegner restlos a b g e s ch l a g e n e r u s s i - ) ch e W e l h n a ch t s - O f f e n s i v e begann. Sind sonach alle gegenteiligen Nachrichten aus Petersburg falsch, so beweisen außerdem dre Ereignisse im Südosten, daß die vergeblichen russischen Anstürme am Dnjestr und am Pruth auch nicht zur Entlastung Montenegros beizutragen vermochten. I t a l i e n i s ch e r K r i e g s s ch a u p l a tz. ^ ,r3 n ^ riX Judicarien beschoß die italienische Artillerie die OZ'tschaften C r e t o und P o r; ans R o n c o n e warfen Endliche Flieger Bomben ab, ohne Schaden anzurichten. Nago (östlich Riva) stand gleichfalls unter feindlichem Feuer. Nnsere Artillerie schoß das italienische Baracken- lager südlich Po ntafel in Brand. An der küstenländischen Front hielten die beiderseitigen Geschützkänipfe im Tolmein- und Doverdo-Abschnitt an. S ü d ö st l i ch e r K r i e g s s ch a u p l a tz. Ä f Die an der Adria vorgehende österreichisch-ungarische Kolonne bat die Montenegriner aus B u d u a vertrieben und den nördlich der Stadt aufragenden Berg Maini Vrh in Besitz genommen. Die im Loveengcbiet operierenden Kräfte standen gestern abend s c ch s K i l o in e t e r w e st l i ch von Cetinze im Kampf. Auch die Gefechte bei Grahovo verlaufen günstig. Unsere Truppen sind ins Talbecken vor- gedrnngen. Im Grenzraume südlich von Avtovac überfielen wir den Feind in seinen Höhenste klungen; er wurde geworfen. Im Nordosten Montenegros ist die Lage unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, Feldinarschalleutnant. Englisch französische Truppenbewegungen aus dem Balkan. Budapest, 13. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) „Az Est" meldet aus S © f t a: Aus Saloniki ein getroffenen Nachrichten zu- folgc haben dre englischen und französischen Truppen die Sbllun gen ans dem rechten Ufer des Wardarfl^usses bei Jenidze aus- gebaut Französische Vor truppen drangen westlich bis zur Straße nach Wade na vor Die englisck)-französischen Truppen beab- srchtrgerr angenschemlich, die Höhe bei Wodena zu überschreiten und Griechenland in der Richtung Florina—Sofia vvu der Außen Welt ab zu schnei den. 5oierdurch über- schrrtt vre Entente langst lenes Gebiet, welches Griechenland ge- ranmt und freiwillig der Entente für ihre Kriegsoperationen überlasten hat. Die französischen Truppen auf Korfu. Mailand, 13. Jan. (WTB: Nichtamtlich.) Der Be- rlchterstatter dos „Corriere della Sera" drahtet aus Athen: Die griechische Regierung erklärte, daß die Ausschiffung der französischen Truppen auf Korfu ohne rhr Wissen gesck)ehen sei. Die griechische Regierung habe unter Berufung auf den Vertrag von 1873 protestiert, durch den die Jonischeir Inseln an Griechenland abgetreten und die Neutralität Korfus sanktioniert wurde. In ministerielle-! Kreisen glaubt man, daß die Regierung trotz des Protestes diesen Gewaltakt über sich lverde ergehen lassen müssen, ohne jedoch ihre Politik zu ändern oder ans der Neritralität herauszutreten. Man glaube, daß die Ausschiffung serbischer Truppen bereits begonnen habe Ein englischer Bericht über die Lage in Mesopotamien. London, 13. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Der Kriegsbe-» richterstatter der grieckstschen Presse in Mesopotamien meldet mis Basra vom 10. Januar: Ter Vormarsch des Generals Aylmer -aufwärts des Tigris, um sich mit dem General Townstzend bei ft"nt e l A m a r a zu vereinigen, stieß auf sehr heftigen Widerstand. Am 7. und 8. Januar fanben sehr schwere Gefechte bei Scheilasaad statt. Tie Vorhut des Generals Aylmer unter General BounghUsland verließ am 4. Januar 9lle el Gharbi und rückte aus beiden Usern des Tigris vor. Die Reiterei gewann Fühlung mit den vorgeschobenen türkischen Truppen auf dem rechten Ufer. Die Türken befanden sich in beträchtlicher Stärke auf beiden Flußufern bei Scheikasaad. Unsere Infanterie griff am 6. Jairuar an und verschanzte sich auf dem rechten Ufer vor der Front des^ Feindes. Unsere Reiterei kam am folgenden Morgen zwischen die Verschanzungen in der äußersten rechten Flanke des Feindes, wobei sie über 500 Araber und Türken, darunter 16 Offiziere, gefangen nahm und zwei Gebirgsgeschütze erbeutete. Unsere Infanterie hatte schwere Verluste. Der Rest der Streitmacht des Generals Aylmer rückte am 6. Januar von Ali el Gharbi vor und am 7. Januar fand gleickMitig mit dem erwähnten Angriff ein Gescht am linken Ufer statt. Um 2 Uhr kamen unsere Truppen unter heftiges Gewehr- und Maschrnen- gewehrfeu-er, und sie verschanzten sich ans 1200 Pards Entfernung von den Türken. Am späten Nachwittag versuchte die feindliche Reiterei eine Umgehungsbewegnng, aber unsere Artillerie warf sie zurück. Ihre Infanterie war zu stark, als daß sie g e w o r f e u w e r d e n konnte. Unsere Jnsant-erie versckxmzte sich mittags in den Stellungen, die sie in Entfernung von 200 bis 700 Bands eingenommen hatte. Paris, 13. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Meldung des „T e m p s" ans B a s s o r a ist Sir Moubarak es Sabah, Scheich vonDoweit, ein Parteigänger Frankreichs und Englands, der der Expedition nach Mesopotamien seinen Beistand geliehen hat, g e ft o c b e n. ©in italienisches Blatt über die Zukunft Englands. Bern, 13. Jan. (WTB. Mchdamtlich.) Ein Leitartikel des Neapeler Blattes „Mattino" beschäftigt sich mit der englischen Krise und bezeichnet diese als eine bedauernstverte (&> icheinung. Von allen Italien verbündeten Völkern sei das englische Volk dasjenige, das Italien am fernsten stehe. Bei den Italienern errege es Erstaunen und Unruhe, daß gerade jener Staat, rvclcher andere zum Kreuzzug gegen die MittelmäcÄ« aufgerufen habe und der augenblicklich den größten Gefahren ausgesetzt sei, sich seiner bedrohten Lage nicht bewußt werde und sich nicht aufraffen könne. England dürfe nicht länger mit bent Feuer spielen. Leider werde es noch immer vom Geist serney schlechtesten Politiker beseelt. Churchill, der Held des Falles von Antwerpen und des Fiaskos an den Dardanellen, der neuro-, pathrsche Reklameredner, sei zwar gegangen, aber seine Methoden wurden weiterherrschen im Ministerium. Angesichts der Oppo- Utton der Gewerkschaften und des Mißerfolges Lord Derbys hätte Asqurth gehen sollen,- allein er bleibe ;oie eine Auster an der Mimsterbank hängen mtb suche durch Kompromisse die Militär- pslicht zu retten. Inzwischen habe aber der Feind eine Brücke zwilchen Berlin und Konstantinopel gebaut und von allen Seitm drohe der Entente, besonders England, im Balkan und Orient ^lahv In London aber diskutiere man Und mache diploma- tijche Schachpartien. Das von Italien geträumte England sei ein anderes gewesen. Die Entente dürfe zwar die Hoffnung auf den Sieg nicht aufgeben, doch sei eines heute schon sicher:, das Prestige und die Vorherrschaft von England seren auf immer vorbei. Die englische wchrpßicht. London, 12. Jan. (WTB. Nichtamtlich.)'Der Bercr- arbeiterverb and von Südwales hielt heute rn Cardiff eine Versammlung ab und nahm mit großer Mehrheit eine Entschließung gegen die Wehrpflicht an Ferner wurde eine Entschließrmg, in den allgemeüren Aus- st a n d einzutreten, um diesem Beschlüsse Nachdruck zu verleihen, angenommen. Man beschloß aber, darüber zuerst eine Llb st immun g unter den Bergarbeitern des ganzen Landes zu veranstalten. Das Reutersche Bureau bemerkt hierzu der Beschlrtß, einen allgemeinen Ausstand zu veranstalten, ser praktisch von geringer Bedeutung, da die Entschlüsse der Extremen von Südwales selten voir den übrimm Bera. arb eitern befolgt würden. Aus dem englischen Nnterhans. London, 13. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Das Unterhaus hat das Wehrpflichtgesetz in zweiter Lesung mit 431 gegen 39 Stimmen angenommen. Die drei Arbeitervertreter im Ministerium haben ihr Rücktrittsgesuch zurückgezogen. * * * Deutschland und Amerika. New York 13. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Durch JunV- ,pruch von dem Vertreter des Wolffburemicl Die Zuge st Änd- ittfte Deutschlands in der Unterseebootkriegfüh- njr sind Gegenstand günstiger Besprechungen. Einige Zervnngen verfm-ern icbod), daß der sogenannte diplomatische Wilsons m Wrrkli-ckffeit ein geschickter, diplomatischer Schachzng der deut- chen Regierung sei, um die amerikanische Regierung zu zivingen §,e n England vorzugehen. So lautet eine riesige Ileber- lchrift m der „New Yorker Tribüne": „Bernstorff gibt nach, um cne Verenngten Staaten zu einer Krisis gegenilber England zu zwmgen." — Eine dicke Uebwschrift des „Nero York Gerald" lautet: Die deutschen Vorschläge trachten, die Krisis zwischen den Unwn,ta»iteri und den Alliierten zu beschleunigen Mw-, eterteb Preß" erfährt aus Washington: Die Schwierigkeit in der Festsetzung der Einzelheiten halte die endgültige Beilegung des „Lrisi1aniStreitfalles auf. Mährend die Bereinigten Staaten und Deutschland tatsächlich in den wesentlichsten Grundsätzen überein stimmen, heißt es, daß die Ankündigung der Beilegung des Streits zurückgehalten werden soll, bis ein Verfahren gefunden worden ist, um diese Grundsätze für beide Teile befriedigend Kum Ausdruck zu bringen. Chicago, 13. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) „Tribüne" erfährt aus Washington, daß dreißig Senatoren für ein Vorgehen seien, das die Amerikaner zwingen solle, die Schiffe der Kriegführenden nicht zu benutze::. Washington, 13. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Durch Funk- sprrvch von dein Vertreter des Wolffbureaus: Hier herrscht allgemein der Eindruck, daß die rasche Beilegung des „Lusila- nia"-Falles mit Rücksicht auf die gegenwärtige Lage irrt Kongreß ein geschickter Schachzug sein werde. Zehn der einflußreichsten demokratischen Senatoren haben dem Vertreter eines New Yorker Blattes erklärt, sie wünschten,, daß Deutschland die Kriegsführung unter See einstelltc, um Amerika Gelegenheit zu geben, gegen England vorzugchen. Jedesmal, wenn für ein kräftiges Vorgehen gegen England freie Bahn gemacht worden sei, fliege ein Schiss auf und mache ein solches Vorgehen unmöglich. Eine -Lttseittandersetzuttg im ungarischen Abgeordnetenhaus. B u d a p e st, 13. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Abgeord- Aetenha u s. Geza P o l o n v i (Wilder) interpellierte wegen der in einem militärischen Fachblatt erschienenen Aeußerung des Generalstabschefs Freiherr von Conrad, daß die Tradition des Heeres mehr gelte, als die Auspeitschung der nationalen Gefühle. Sodann brachte Polonyi eine Klage über die Zurücksetzung der Ungarn in der Armee und die vorzugs- roeise Verwendung der ungarischen Truppen in besonders gefährlichen Stellungen vor. Der Ministerpräsident antwortete, er möchte vor allem an das Abgeordnetenhaus die Frage richten, ob diese Interpellation und die vorgebrachten ^Beanstandungen würdig sind der großen geschichtlichen Zeit, in der l wir leben und ob diese Rede über Han Pt der ungarischen Nation würdig und dem nationalen Interesse förderlich ist.' Ich frage, sagte Tisza, ist dieser Augenblick, in dem wir allesamt und jeder Einzelne in der Monarchie den letzten Nerv gegen den dräuenden Feind anspannen, wohl dazu geeignet, daß wir hier, wie Polonyi es getan hat, von der österreichischen Soldadeska als einem Feinde Ungarns sprechen? (Allgemeine lebhafte Zustinnnung.) Daß nrcm von den Deutsck?en Oesterreichs, mit denen rvir Schulter an Schulter als treue Kameraden für unsere Lebensinteressen kämpfen, wie es Polonyi getan, gehässig als von unseren Feinden spricht? (Allgemeine lebhafte Zustimmung.) Es ist unmöglich, sich in den: Wirrsal von allerlei Behauptungen zurechtzufinden. Ich will mich daher bloß mit den tatsächlichen Behauptungen befassen. Der Ministerpräsi- dent widerlegte nun durch bestimmte _ Angaben die vor- gebrachten Behauptungen von der Zurücksetzung der Ungarn :md der überwiegenden Verwendung ungarischer Truppen in gefährlichen Stellungen. Er wies insbesondere nach, daß die Behauptung Volonyis, die Tiroler Mcnrnschaftcn ivürden be- besonders bevorzugt, indenr man sie zumeist für Brückenbewachung im ungarischen Tiefland benutze, absolut falsch ist. Das dritte und vierzehnte Armeekorps, sagte Tisza mit erhobener Stimme, denen die Tiroler augehören, haben in der Verteidigung der Karpathen mit so heldenmütiger Bravour gefochten, daß ich gegen derartige Unterstellungen entschieden protestieren und die öffentliche Meinimg davor warnen niuß, solchen giftigen Ausstreuungen irgendrvelchen Glauben zu schenken. Der Ministerpräsident befaßte sich dann eingehend mit der Aeußerung des General stabsch es s und sagte: Dieser steht als Soldat jeder Politik durchaus fern. Man kann anderer Meinung sein und das Nattonalgefühl höher stellen als die militärische Tradftion. Aber es ist unmöglich, diese Aeußerung des Generalstabschefs so aufzusassen, als hätte sie eine Spitze gegen das ungarische Nationalgcfühl. Auf den ironischen Zwischenruf: Somit ist alles in schönster Ordnung! sagte Tisza: Gott sei dank ist alles in schönster Ordnung: alles gehr gut, und der Löwenanteil daran, daß alles gut geht, gebührt jedenfalls den ans dem Schlachtselde känrpfenden Soldaten: eine sehr große Rolle spielen hierbei jene hervorragenden militärischen Eigenschaften, die in diesem Krieg Freiherr von Conrad bewährte. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen rechts.) Die Antwort des Ministerpräsidenten wurde vom Abge- ordnetenhause zur Kenntnis genommen. Die Rede Enver Paschas in der türkischen Kammer. Konstantinopel, 11. Jan. Die Agentur Milli meldet: Die Erklärung, die der .Kriegsminister und Vizegeneralissimus Enver Pascha gestern in der K a m m e r abgab, hatte folgenden Wortlaut: Sie müssen wissen, meine Heroen, daß die große Schlacht auf G a l l i p o l i, welche seit dem 18. 3. gedauert hat, gestern zum Abschluß gekommen ist. (Lebhafter, anhaltender Beifall.) Die Schlacht endete so, wie ich vorhergesehen und wie ich Ihnen meines Erinnerns seinerzeit angekündigt hatte. Ich glarcke, daß ich von den Streitkräften, welche unser erlauchter oberster Kriegsherr mir anvertraut hatte, nützlichen Gebrauch gemacht habe, und das erzielte Ergebnis gibt mir die Ueber- zeugung, daß ich diese Streitkräfte in Zukunft mit noch größerer Sicherheit und Zuversicht verwenden werde. (Beifall.) Als unsere Feinde unsere Batterien von Sedd ül Bahr und Kum-Kale beschießen begannen, befand ich mich zufällig in jenen Gebieten. Zu Beginn des dortigen Unternehmens hatte sich Europas und selbst unserer Bundesgenossen ziemlich große Aufregung bemächtigt. Da ich aber die Dardanellen gründlich kenne, hatte ich die feste Zuversicht, daß der Feind weder in seinen: Seeunternchmen noch in seinen Landoperationen Erfolg haben könne. Bei Erklärung des europäischen Krieges war es natürlich, daß die von uns eingenommene neutrale Haltung mit Rücksicht aufuuseregeographischeLagenichtgeduldetwer- den würde, denn Rußland, ein wesentliches Element der Entente, konnte nur stark werden, falls die Meerengen frei geworden wären, so daß wir bei denk ersten in Europa abgegebenen Kanonenschuß gezwungen waren, die Meerengen mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln zu befestige::. Es wäre unrichtig, wenn man behaupten wollte, daß diese Mittel zahlreich waren und den letzten Anforderungen der Kriegskunst entsprachen. Das ist die WLkchftt, die verhehlen zu wollen, ein eitles Bemühen wäre. Noch :::elr: Dank der weitgehenden Unter st ützung des Deutschen Reiches hatten wir zwei große Fahrzeuge erworben und batten unserer Flotte wenigstens in der inneren Meerenge die Ueberlegcnheit gegenüber derjenigen der Feinde verschafft. Nach meiner Ueberzeugung war es dem Feinde unmöglich, mit seiner Flotte die Meerein;en zu erzwingen, was ich übrigens immer erklärt habe. Die Torpedolinien und maskierten Batterien der Meerenge Hütten immer ihre Wirksamkeit bewahrt. Wohl war es möglich, daß der Feind durch Beschießung aus ungeheurer Entfernung unsere hauptsächlichsten Forts daselbst zerstören kvmtte, aber das hätte nicht genügt. Er hätte sich bis zur Minenlime vorwagen müssen, um unsere Batterien zerstören zu können. Für dieses Unternehmen hätten aber seim kleinen Einheiten nicht genügt. denn sie wären leicht durch das Feuer unserer maskierten Batterien zerstört worden. Es blieb also dem Feinde nichts anderes übrig, als das Abenteuer mit den Dreadnoughts. Diese großen Einheiten gegen die Torpedolinie vorzutreiben, bedeutete, sie in intim Sicht zu bringen, denn jedes Schiss, welches sich bis dorthin vorgervagt hätte, wäre unfehlbar versenkt worden und der Feind hätte eine große Anzahl von Fahrzeugen verlöre::. Wenn die feindliche Flotte selbst Tschanak Kale und Nagara zu passieren vermocht und den Versuch gemacht hätte, ins Marmarameer einzubrechen. so wären auch dort die mächtigsten Dreadnoughts dem sicheren Untergang durch unser Geschützteuer auf eine Entfernung von 5 Kilometer verfallen gewesen. Die Ereignisse gaben mir recht. Was die Landoperativnen betrifft, so machten sie den Eindruck, daß die Engländer und Franzosen, selbst wenn sie 500 000 Mann heranführen würden, sie nicht weit von der Meerenge hätten entfernen können, denn da der Feind weder über eine Eisenbahnlinie noch üÄer ein anderes natürliches Verkehrsmittel verfügte, so konnte er nicht eine so gewaltige Armee unterhalten um in einer Landschlacht den Sieg davonzutragen. Deswegen, hatten wir begriffen, daß die Angreifer nur auf der Halbinsel Gallipoli Landungen vornehmen können. Wir hatten demgen:äß unsere Vorbereitungen getroffen. Am 18. 3. begann der Feind mit der Landung seiner Truppen, und :rnsere Streitkräfte vom höchsten Offizier bis zum jüngsten Soldaten erfüllten ihre Pflicht in mustergültiger Weise, wessen wir übrigens auch ganz sicher waren. Die feindlichen Kriegsfahrzeuge nahmen ruhig Kamvfstellung und beschossen uns nur in Entfernung außerhalb der Tragweite unserer Kanonen. Es ist selbstverständlich, daß angesichts des höllischen F e u e r s v o n 6 0 0 Kanonen, die Geschosse von 7,5 bis zu 38 Zentimeter schleuderten, unsere Truppen gezwungen waren, sich ein wenig zurückzuziehcn und daß dem Feinde die erste Landung gelang. Aber wie der Feind es selbst anerkannt hat, kam ihm dieser Erfolg zu teuer zu stehen. Nach diesem Unternehmen versuchten die Engländer und Franzosen durch einen Handstreich sich der die Meerengen beherrschenden Punkte Kvdza, Tschimen, Tagh und Altschi Tepe zu bemächtigen. Nachdem dieser Versuch gescheitert war, zog sich der Kampf in die Länge. Anfangs unternahmen wir mehrere Stürme, um den Feind ins Meer zu werfen, und wir trieben' ihn bis zum Ufer zurück. Statt jedoch diese Sturmangriffe fortzusetzcn, hielten wir es für nützlicher, den Feind an uns herankommen zu lassen: auf diese Weise hofften wir, während sich die große:: Kämpfe in de:: Karpathen abfpieltcn und während die große englisch-französische Offensive an der französischen Grenze gegen die Deutschen im Gange war, einen Teil der feindlichen Kräfte auf uns zu ziehen, um so unsere Verbündete:: zu entlasten. Unsere Hoffnungen gingen in Erfüllung, und wir gaben unserer Armee Gelegenheit, unseren Freunden zu Hilfe zu kommen,: n d e m wir nach und nach eine englisch-französisch« Streitmacht von 500 000 Mann an die Dardanellen zogen. Wir danken aufrichttg den Engländern, > die uns Gelegenheit geboten haben, unseren Verbündeten in dieser Weise Hilfe zu leisten. Ich finde es für unnötig, auf den Verlauf dieser Kämpfe zurückzukommen und möchte bloß hervorhebcn: Wir waren anfänglich auf uns selbst angewiesen, auch waren wir gezwungen, mit unserer Munition zu sparen und konnten nicht zum Gegenanarifr übergehen. Nachdem wir den feindlichen Sturmangriff zum Stehen gebracht hatten, warteten wir auf die Eröffnung der Verbindungswege mit den Mittelmächten, als die Engländer weitere Anstrengungen machten und eine neue Armee von 100 0 0 0 Ma:: n bei Anaforta ans Land setzte::. Wenn man sich jedoch an ihr eigenes Geständnis halten soll, so haben sie bei dieser letzten Unternehmung einen vollständigen Mangel an Geschicklichkeit bewiesen. Diese Unternehmung ist denn auch gleichfalls gescheitert, und die Engländer waren gezwungen, dort zu bleiben, wo sie gelandet waren. feie waren, wie sie selbst zugebeu mußten, dort zu einer Stellung verurteilt, die für eine Armee keineswegs sehr erwünscht ist. Inzwischen begannen die Operationen gegen Serbien und der Versuch, die Verbindung mit der Türkei herzustellen, um uns Rdunition zu verschaffen. Der Redner verweist auf den Eintritt Bulgariens in den Kan:ps, dessen aufrichtiger u:ck> weiser Haltung er hohes Lob zollt, ferner auf die Aktion gegen Serbien und fährt sodann fort: Tie Engländer, durch die bevorstehende Herstellung der Verbindung zwischen uns und den Mittelmächten beunruhigt, versuchten eiligst noch vorher den Serben zu Hilfe tzu komme::. Sie hatten aber schon ihre Landm:g in Saloniki bewerkstelligt, und um sich nicht zu desavouieren, versuchten sie von dort aus Serbien zu Hilfe zu eile::. Als die serbische Armee geschlagen war, sahen sich die Engländer ge:ftitigt, ihre Unternehmung 'aufzugeben. Angesichts dieses Ergebnisses blieb ihnen nur zweierlei übrig: entweder an den Dardanellen zu verharren oder auf die Saloniki-Expedffion zu verzichte::. Das Verbleiben an den Dardanellen war jedoch unmöglich, und nach Versetzung Hamiltons, der trotz seines Mß- erfvlges für die Fortsetzung der Dardanellenaktion war, sowie aus Grund des Besuches Kitcheners wurde von den Engländern der entsprechende Entschluß gefaßt. Sie wußten nur z-u gut, daß unsere Infanterie der ihrigen überlegen i st, und daß :vir mach Eröffrnmg der Verbindungen, die unsere Bedürfnisse sichern, sie schließlich ins Meer werfen würden. Nachdem sie auf diese Weise den allerschwersten Mißerfolg erlitten hatten, mußten sie also die Halbinsel^ Gallipoli Preisgeben, auf der sie solange ihr Blut vergossen und die sie mit den Leichnamen ihrer farbenbunten Soldaten bedeckt hatten. Indessen muß man den Engländern die Gerechtigkeit widerfahren lassen, daß sie bei diesen: Rückzuge von den Umständen in außergewöhnlicher Weise begünstigt worden sind. Es steht ihnen frei, sich in ihrem Parlament zu diesem Rückzüge zu beglückwünschen und sich desselben zu rühmen. Er verliert desivegen nicht im mindesten seinen Charakter als erzwungener Rückzug und überstürzte Flucht. Wir hatten die Absicht, zur Offensive überzugehen, nachdem wir unsere Truppen vollständig mit Munition versorgt hatten. Unsere Feinde haben sich aber beeilt. So sage ich denn dem Allmächtigen Dank, daß die Zeit und die Ereignisse meine Erwartungen bestätigen. (Beifall.) Jetzt, da wir mit der deutschen und österreichisch-ungarischen Armee in direkter Verbindung stehen, können nur dank der Mitwirkung unserer Verbündeten unsere Armee auf besseren Stand setzen, und ich kann Ihnen mit größtem Nachdruck und vollster Zufriedenheit die Verjagen werden ja, wir werden imstande sein, ihn daran zu verjagen rverden ja. wir werden' imstttnde sein, ihn daran zu verhindern, die uns von ihm entrissenen Gebiete zu besudetn. (Lang- anhaltender Beifall.) Bevor ich schließe, uriU ich das Andenken unserer erhabenen Helden rühmen, die an unseren Grenzen schlummern. nachdem sie uns die Kraft verliehen haben, den Kopf so hoch zu tragen und nachdem sie unserem teueren Vaterlande die Sicherheit verschafft haben, deren es sich heute erfreut. Das Vaterland :oird die von seinen Helden gebrachten Opfer nie vergessen und seine Dankbarkeit dadurch beweise, daß es für ihre Familien Sorge tragen wird. * * * mmMmnn' Eine Auseinandersetzung Amerikas mit Mexiko. New York, 13. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Renterschen Bureaus. Aus Nachrichten aus El Paso geht hervor, daß der einzige Amerikaner, der dem Ueb erfüll der mexikanischen Räuber zu entrinnen verrnochte, ein gewisser Holmes ist, der die telegraphisckien Berichte bestätigt. Die aus ungefähr 200 Mann bestehende Räuberbande befahl den Amerikanern, aus denk Zeuge zu steigen, sich längs des Bahndammes aufzustellen und sich zu entkleiden. Holmes, der ahnte, was folgen würde, ergriff mit anderen Gefangenen schleunigst die Flucht. Seim Begleiter wurden niedergeschossen, er selbst verwundet. Nach weiteren Meldungen aus Chihuahua sind dort 19 Leichname der ermordeten Amerikaner angekommen. In Washington hat die Ermordung der Amerikaner große Entrüstung hervorgerufen. Im Senat beantragte der Republikaner Sherman eine sofortige Intervention, außer, wenn Carranza die Beschützung des Lebens und Eigentums der Auslä:ü)er auf sich nimmt. Auch im Repräsentantenhaus wurde beantragt, daß die Vereinigten Staaten die Polittk des wachsamen Abwartens aufgeben sotten. Staatssekretär Lansing erklärt, das Staatsdepartement habe im Oktober die amerikanischen Untertanen in Chihuahua und den anderen Nordstaaten Mexikos ersucht, das Land zu verlasse::. Es wurden alle :rötigen Vorsichtsmaßregeln getroffen. Er versprach ferner, alles zu tun, um die Missetäter ihrer Bestrafung zuzuführen. In der Erklärung wird angedeutet, daß wahrscheinlich auch ein getvffser Keane, der britischer Untertan sein soll, ermordet worden ist. In der Note an die mexikanische Regierung bezeichnet Lansing die Ermordung der Amerikaner als eine feige Missetat und erwähnt ferner, daß die Amerikaner unter freiem Geleit reiste:: und wahrscheinlich mit umyebracht wurden, weil sie Amerikaner waren. Ein Anschlag auf den japanischen Ministerpräsidenten. Tokio, 13. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Renterschen Bureaus. Ein Individuum warf zwei Bomben auf das Automobil des Ministerpräsidenten Okum a, dieser blieb unverletzt._ _ _ Ans Stadt nird Land. Gießen, 14. Januar 1916. Amgsmbeit in Gießen. VIII. Die Kriegstätigkeit der Landes-Universität Gießen. Von Prof. Dr. Sommer. Geh. Med.-Rat. Als der große Krieg Anfang! August 1914 ausbrach, wurde das Leben der Universität durch die Mobilmachung sofort in stärkster Weise beeinflußt. Nicht nur die Studentenschaft eilte in außerordentlich großer Zahl sogleich zu den Waffen, sondern auch aus dem Kreise der Dozenten und! Beamten, der Assistenten sowie der Angestellten an den Instituten wurden außerordentlich viele einaezvgen. Schon diese plötzliche Umformung des ganzen Universitätsbetriebes, sowie des Dienstganges an den Instituten hat eine bedeutende Organisationstätigkeit bedingt. Im Gesamtsenat der Universität wurde unter Anpassung an die besonderen, durch den Krieg bedingten Aufgaben eine besondere Kriegs- K o m m i s s: o n eingesetzt, welche aus dem damaligen Rektor, dem Exrektor und drei Mitgliedern des Gesamtsenates bestand, und die unter Ergänzung! durch die seitdem neu ins Amt getretenen Rektoren bis Ende 1915 in Kraft geblieben ist. Diese Kriegskommission hatte einerseits die Aufgaben des engeren Senates übernommen, andererseits hatte sie von dem Gesamtsenat Vollmacht erhalten, über den Quästur-Reserve-Fonds im Interesse besonderer, durch den Krieg bedingter Anforderungen zu verfügen. Die ziu solchen Zwecken gemachten Ausgaben, die größtenteils den in den Kliniken untergebrachtcn Bereinslazaretten zugute gekommen sind, betrugen ungefähr 3000 Mark. Neben dieser Umgestaltung der Gesamtorganisation der Universität mußten innerhalb der einzelnen Institute vielfach Aenderungen geschehen, die durch die plötzliche Einziehung einer Reihe von Angestellten bedingt waren. Die dadurch veranlaßte Arbeit kann hier nicht im einzelnen dargestellt werden. Man vergegenwärtige sich jedoch als Beispiel die Sachlage, die in einer Klinik entsteht, wenn plötzlich die Hälfte des ntännlichen Personals bei der Mobilmachung ausscheidet. Wenn gerade diese erste relativ stärkste Aenderung des Gesamtbetriebcs der Institute ohne Schwierigkeit vonstatten gegangen ist, so darf dies wohl als ein gutes Zeichen für die innere Festigkeit der Organisation der Institute aufgesaßt werden. Selbstverständlich hat dieses plötzliche Ausscheiden einer Reihe von Dozenten, Beamten und An gestellten für die in dem Betriebe Zurückgebliebenen eine sehr beträchtliche Mehrleistung bedingt. Man kann die ganzen Vorgänge dieser Art unter dem Begriff einer! inneren Mobilmachung der Landes-Universität zusam mensassen. Im Laufe des Krieges hat diese infolge fortschreitender Einziehung immer größeren Umfang «angenommen, so daß jedenfalls auch die Zurückgebliebenen in hohem Grade an der durch den Krieg bedingten Arbeit teilgenommen haben. In besonderem Maße gilt dies für die Tätigkeit an tat Kliniken der Landes-Universität, die in außerordentlicher Meise für die Behandlung von verroundeten und kranken Soldaten in Anspruch genommen worden sind. Ursprünglich bestand nur bei drei Kliniken, nämlich der Chirurgischen, der Inneren und der Augenklinik ein Vertrag mit dem Roten Kreuz in bezug auf die Berwendurrg als Vereinslazarett; die sehr starke Inanspruchnahme der Lazarett-Einrichtungen in den Kliniken durch Verwundete hat jedoch schon in der ersten Zeit der Kämpfe in Südbelgien zu einer nicht vorhergesehenen E r w e i t e ^ u n g in der Verwendung der Kliniken geführt. Nicht nur die genannten drei Kliniken, sondern auch sämtliche andere mit Ausnahme der Kinderklinik, nämlich die Frauenklinik, die Ohrenklinik, die .Hautklinik und die Klinik für psychische und nervöse Krankheiten wurden in ausgedehntem Maße in Anspruch genommen, was zum Teil durch die Augliederung dieser Institute an diejenigen Kliniken, für welche Vertrage mit dem Roten Kreuz Vorlagen, zum Teil durch die vorhandenen Regulative ohne weiteres möglich war. Dabei ist zu bemerken, daß am Anfang eine Reihe der Spezial-Kliniken in starkem Maße mit'für Verwundete verwendet worden sind, während allmählich im Ablauf des Krieges die Zahlen der einer Spezialbehandlung bedürftigen Soldaten in diesen Kliniken immer mehr stieg. Dementsprechend ist in einer Reihe der Kliniken die Zahl der von anderen, besonders auch ausnmrtigeir Vereins- und Reservelazaretten zugewiesenen Soldaten, stark gewachsen, so daß die Kliniken entsprechend ihren Aufgaben in Friedenszeiten zum Teil zur Aufnahmestation für ein größeres Territorium geworden sind. Beachtet man die Tatsache, daß die Belegzifser der Kliniken, infolge d^ starken Zuwachses an Soldaten und des starken Zudrangs von seiten der Zivilbevölkerung, die zum Teil mit der Einziehung vieler praktischer Aerzte zusammenhangt, stark gestiegen ist, so läßt sich ohne weiteres erkennen, daß diese Arbeit ohne eine sehr starke Betätigung aller Beteiligten nicht hätte bewältigt werden können. Jedenfalls haben die Kliniken der Universität ihre Aufaben im Rahmen der freiwilligen Liebestätigkeit in weitgehender Weise erfüllt. Die Ausbildung von Studierenden und anderen Angehörigen der Universität in der gleichen Mchtung ist durch das Rektorat der Universität in mehrfacher Weise in die Wege geleitet worden. Schon im August 1914 fand auf Veranlassung des bei der medizinischen Fakultät vorhandenen Ausschusses für ärztliche Fortbildung ein Kurs über K r i e g s - S a n i t ä t s w e s e n statt, an tan außer vielen Aerzten «eine größere Anzahl von Mitgliedern der organisierten und freiwilligen Krankenpflege, sowie von Angehörigen der Universität teilnahmen. Es wurden dabei folgende Vorträge gehalten: Leutnant Vossins: Beschaffenheit und Wirkungsbereich der modernen Geschosse. Oberstabsarzt Dr. Sie gert: Organisation des Militär-Sanitätswesens. Prof. Dr. Poppert: Wirkungsweise der modernen Geschosse. Prof. Dr. Schmidt: Seuchenbekämpftmg speziell im Kriege. Prof. Dr. Sommer: Die Psychiatrie in Kriegszeiten. Landgerichtsrat K. Wiener: Aufgaben und Organisation des Roten Kreuzes. Der Ertrag dieses Kurses wurde für Kriegs- lvohltätigkeit verwendet. Im Anschluß daran wurde "im Wintersemester 1914/15 von dem Rektorat der Universität besonders für Studierende und andere Angehörige derselben ein zweiter Kurs über Kriegs-Sanitätswesen veranstaltet, in dem sollende Vorträge gehalten wurden: Prof. Dr. Sommer: Die Folgen des Krieges und ihre Heilung. Prof. Dr. Poppert: Wirkungsweise der modernen Geschosse. Oberstabsarzt Dr. Siegert: Organisation des Militär- Sanitätswefens. Pros. Dr. Schmidt: .Seuchenbekämpfung » s-ra • ^ ^ tm W Aufgaben und Organisation des Roten Kreu- ^ CT^* , T ro f if m,e * }er Dr. Ebel: Soziale Fürsorge im c" r> Sommer: Die Psychiatrie im Kriege. r!Lrr3^ fcwb für Studierende ein gut besuchter ^attischer Kurs in Bezug ans V e r b a n d l e h r e u n d f ra £! eltt . r r JS e tt statt, i>er bei der starken Ueberlastung Ehmrrgrschen Klinik von den Herren Assistenzarzt Dr Alefeld und Privatdozent Dr. Erhard abgehalten wuwe. Dementsprechend wurde auch in dem Sommersemester veranstaltet Kurs der freiwilligen Krankenpflege Neben diesen besonders auf das Kriegs-Sanitätswesen gerichteten Bestrebungen der Landes-Universität fanden im Wrnter-Semester 1914/15 und im Sommer-Semester 1915 zwei Reihen von kriegswissenschaftlichen Vorträgen statt, die tn umfassender Weise die durch den Krieg in den Vordergrund gerückten Probleme darzustellen suchten. Im Winter Semester wurden folgende Vorträge gehalten: Prof. Dr. Koloss: Die Entstehung des gegenwärtigen Krieges. Prof. Dr. Kinkel: Der Krieg und die deutsche Kultur. Professor Dr- Skalwert: Der Krieg und die deutsche Volkswirtschaft. Prof. Dr. Schi an: Die Gerechtigkeit gegenüber unseren. Fernden. Prof. Dr. Elbs: Aus der Entwicklung der chemischen Industrie in Deutschland und England. Prof. Dr. Krüger: Die vaterländische Dichtung in den großen Kriegssah-veu. Prof. Dr. Leist: Vom Recht der Zukunft. Zr. Behaghel: Der Krieg im altdeutschen Epos. Prof. Dr. König: Die Verwendung der Naturkräste im Kriege. Prof. Dr. Eck: Der Schotte Carlyle, Deutschland und England. Dre Reche der Vorträge im Sommer-Semester 1915 tvar folgende: Prof. Dr. Kleb erg er: Die Sicherung un serer Volksernahrung in der Kriegszeit. Prof. Dr. Ver Nu h s: Die Bedeutung der Ungeziefer-Bekämpfung ii. Prof. Dr. Schaum: Photographie und Kriegs Wissenschaft. Prof. Dr. Brüning: Behandlung und Der sorgung der Kriegskrüppel. Dr. Gundermann: Die Röntgen strahlen im Dienste der Kriegs-Chirurgie. Prof. Dr. C o l- lin: Ernst Moritz Arndts politische Ansichten. Prof. Dr. Srevers: Deutsche Interessen im Stillen Ozean. Prof. Dr. Gmelrn: Nationale Verhältnisse von Belgien. Außer diesen, von der Universität selbst veranstalteten Vortragsreihen wurden in der großen Aula der Universität mehrere Vorträge gehalten, die von seiten des Herrn Oberbürgermeisters der Stadt veranlaßt waren, aber auch von ^ech:kraften der Universität übernommen wurden. Es waren dies besonders die beiden Vorträge von Herrn Professor Dr. S kalwert, dem Vertreter der National-Oekonomie, vor der 2^ und 3 Kriegsanleihe, die sehr zahlreich besucht waren und sicher dazu beigetragen haben, daß das Ergebnis der Zeichnung auf diese Reichsanleihen in Gießen so günstig gewesen ist. Ferner ist von der Universität für eine Reihe von Versammlungen, die für Zwecke der Krreaswohltätigi- kert oder zur Aufklärung über bestimmte wirtschaftliche Zargen abgehalten wurden, die große Aula in weitgehender Welse unentgeltlich zur Verfügung gestellt worden. In neuerer Zert ist das an der Universität von Anfang an behandelte Thema des Kriegs-Sanitätswesens durch Herrn Reservelazarett-Direktor Oberstabsarzt Dr. Siegert in Form erner Reibe von kriegswissenschaftlichen Vorträgen aus dem Gebi-et der Medizin unter starker Beteiligung von Dozenten der mediziirischen Fakultät weiter entwickelt worden. ' (Fortsetzung folgt.) rtwx,, e «$. n ll . n 0* schütze Heinrich Schwarz im all. der bereits früher das Eiserne Kreuz zweiter Klasse erhielt, wurde zum Gestellen ernannt. ° ö r * ® e ü j e 0 a Ni melwoche. Ein jeder frage sich, »l*l*r lm *® v tSx a r b » ev Sammelwoche etwas beitragen könne und hole etwa Versäumtes nach. Das Vaterland braucht das Gold, das für den einzelnen keinen höheren Wert hat als die Banknoten. Wer seine Goldmünzen abliefert, wer wirbt und sammelt, der steht im Dienst des Vaterlandes. ^Ä?^fserweiterungen in Hessen. Der Etat der Eisenbahnverwaltung enthält aus neuen Forde- rungen na. die dem hessischen Staate zur La/st fallenden Bauten: Erweiterung der Bahnhöfe Klefeld, Nieder- Ohmen, Oberroden und Schotten. E ^ ^ ch ^ a n d s Luftflotte zeigt immer aufs neue, daß fte den Ausgaben, welche der Krieg von ihr for i^er Hinsicht gewachsen ist. Man darf getrost sagen, ^b^st dle beste der Welt. Sie auf dieser Höhe zu erhalten, muß das Bestreben aller Patrioten sein und wird in erster Lrnie durch den Deutschen Luftflotten-Verein erstrebt, dessen ^ em ^bsem Blatte beiliegenden Werbern' ersichtlich sind. Wir machen hierauf besonders aufmerksam Mw fordern unsere Leser auf, den Ruf des Dentsck^en Luft- flotten-Veverns utcEjt ungesehen beiseite zu legen, sondern 51. ^ e . T V 3 ur Erreichung der vaterländischen Ziele. Wir wollen nicht warten, bis uns vielleicht Frankreich wieder zuvorkommt, wo erst neuerdings ein Luftflotten-Verein gegründet worden ist, der mächtig anzuschwellen scheint und mit großen Mitteln trachtet, uns zu überflügeln. Das sollte Anregung genug sein, mit zu helfen und mit zu werben durch den Emtritt m den Deutschen Luftflotten-Verein. Äon» e tt.«€tetn. Man schreibt uns: Das So- k t st e n k v n z e r t ain Sonntag, den 16. Januar brinat inomefamie, atTWiette Künstler: Die bayerische KammersängeA Frau^H er m ine Bo set11, und den berühmten Violin-Virtu- ««■ n rwr ^ öige t i. Frau Bvsetti, ein Stern der Münche ?esehener häufiger Gast au der Berliner kgl. beherrscht Nicht nur die große Geste dramatischer Gesangs- aJÄ® 1 1 o Klmrertscmle bodenständig. Mit ihrem blendenden, machtvollen Organe und ihrer Vortragskunst findet sie sich meisterlich im Konzertsaale zurecht und eine lange Reihe gelungenster Liederabende zeugen von ihren Erfolgen auf diesem ^diete Den Hohenpunkt ihres gesanglichen Könnens bedeutet aber der Koloraturgejang, der m den zwei Mozartschen Arien Programm ausgenommen wurden, zur Geltung kommm soll Frau Bosettt und Herr Szrgeti haben übrigens in letzter Zeit eine Anzahl Köderte gernemfam veranstaltet, die ihnen qroß- avtm nachhaltige Erfolge einbrachten, lieber den jugendlichen Vivlin Helden Szigeti bedarf es bei unseren Musikfreunden keiner einfuhrenden Worte mehr. Sie haben ihn von früheren Konzerten her als einen der ersten im Gedächtnis und begreifen wenn ibn beaeoterie •S'riHfpr firnncm ....< .' wenn ^ihn begeisterte Kritiker als „jungen "Joachim" "und" als feinfühliges Spiel, seine zur höchsten ^ein Genie" preisen. Sein wvu . , CULV sur nomnp „ N^uosttät gesteigerte Technik und was noch mehr gilt fein echtes Künstlertum, haben es ihnen angetan, und so dürfen sie sich auck, spreche "EM Wiedererscheinen einen erneuten, hohen Genuß ver- ** Pferdeversteigerung. Montag, den 17 . vormittags 10 Uhr, kommen auf dem Pferdemarktplatz in Darmstadt ca. 20—25 Stück kriegsunbrauchbare Militärpferde und ein Egel zum Verkauf. An der Versteigerung der Pferde können nur hessische Landwirte t/ilnehmen. _ ■ Landkreis Gießen. ikfwr- 0 d ^ n, 33. Jan. Aus nuferem kleinen Dörfchen oon 150 Emwohnern waren 20 Mann zu.n Militär eingewaen Worden. Von diesen stehen noch 5 Mquu vor dem Feinde im ^elde, m Garnison stehen noch 9 Mann, und 6 Mann, meistens Bergleute, sind beurlaubt, bezw. entlassen worden. In Feindesland verwundet waren wer Mann. Diese sind Bürgermeister Otto V o chlni, dessen Bruder Gustav Jochim, August Schmidt uw Otto Kautz. Vermißt gemeldet ist Eduard Jäger. Ge° sallen ist Karl Theiß, Knecht bei bem Landwirt Peter Weil, ge» burt,g aus sPcnSfctb (fir. Alsicld). Das Eiserne Kreuz uud die pesiische ^apserkeitsmedaille wurden kurz vor Weihnachten dem Geweilen (Änslav I o ch i in im Reserve-Jnfanterie-Reqiment 116, 7. Komp, verliehen; ebenso erhielt das Eiserne Kreuz der Betriebssichrer Jakob Zeiler ans Grube .Hoffmmq" bei Slockhausen. u-' ^ l u g 8 Hausen, 14. Jan. Ter Unteroffizier Kühn von hier erhielt für besonders tapfer geführte Patrouillen, die dem I^ ui l rc ^orlnske beibrachten, befonbcrc Belobigung. Kühn •>)i ,'^chi das Eiserne Kreuz. -— Eine große Freude wurde einer . "zahl hlesiger Faiiiilien bereitet, die bare Ilntcrstützungen aus oen vom Kommnnalverband überwieseiien Geldern erhielten. Die -verteilimg geschah durch das Ortskoinitee voni Roten Kreuz. erb- ni*^ ' 14 - ^aa. Die hessische Tapferkeitsmedaille erhielt der Inhaber des Eisernen Kreuzes Gefteiter Ludwig Leyerer denn Stabe der 25. Reserve-Division. .. Kreis Büdingen, v* ’l 9 e 5 ' 14 ‘ ^ an * Vei deiii Kreisausschuß waren bis Ende des Jahres 1915 rund 3750 Anträge auf Familien- eingegangen; davon wurden 3590 bewilligt. In Fallen erhöhte der Kreis den Reichssatz durch einen Kreis- wchnr er 157 200 Mk. aufwendete. Insgesamt zahlte der ^reis nir Unterstütz,mgen an Angehörige von Kriegern bis zum ^chlliß des letzten Jahres 1 900 000 All. ans. ^ ' 14, ^ ai1 ‘ Die Hessische Tapferkeitsmedaille erytelt der Kanonier May im Fußänillerie-Regiment 20. nr-hiJf sT 1 n c> 5? e i n JS/ 14 * 3«"- Die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt der Fahrer Kratz im Res.-Fnßartillerie-Regt. 20. Kreis Alsfeld. ^ . ^Alsfeld, 14. Jan. Zur Deckung der durch den r^ ie Ä ^ursachten e Tapsrrkeits- medaille erhielt am 10. Januar Musketier Friedrich G e r l a ch aus Glauberg, Infanterie-Regiment Nr. 166. Kreis Schotten. c - ri 6 reienseen, 12. Jan. 91,n verflossenen Sonntag Ipteiten mehrere junge Bürschchen aus der benachbarten Schreiners- Jür V 1 ! 1 *- e r ll ! e,n Z^obert, der geladen war. Einer der Jungen In ° rü r ' eineiu gegenüberstehenden Kameraden die Ladm,g ins mußte ^o cc nncf) Gießen in die Klinik gebracht werden o. Ruppertsburg, 14. Jan. Teni Wachtmeister Otto S 11 'S, 1 von hier, der bei Beginn, des Krieges dem Fuß-Art.- Regt. Jir. 13 znqeteilt wurde und diesem ans alle Kriegsschau- plafze folgte, wurde am II. Dezember in Serbien für hervorragende Dienste das E i s e t it e K r c it z 2. Klasse verliehen. Kreis Friedberg. prMorf s o C ^ c x ’9 ' ll Jan- . Die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt der ^eutnant d. Re,. Stein im Jnf.-Regt. 171. — Dasselbe Ehrenzeichen erhielt der Reservist Wilhelm Ai o l l ^ ^ö^^s heim, 14. Jan. Au, der Grube „Ludwigs- Hoffnung wurde der Bergmann Fischer verschüttet und tot aus den CrdmaMl heransgezogen. Er ivar ein braver Arbeiter und hinterlapt Frau und Kinder. Starkenburg und Rheiuhessen. ö Mainz, 13 Jan. In der gestrigen Stadtverord- netensrtzung beschwerte sich Stadtv. Adelung über die ^vffichrung von Theaterstücken. Hier müsse energisch Protest erhoben werden, da Stucke verboten würden, die in anderen Städten und an Hofbühinen zur Aufführung gelangten Oberbürgermeister G o t t e l m a n n versprach, die Sack-e dem Gou- vernement vorzulegen. — Ein Erlaß von Bestimmungen über Verwaltung von Wertpapieren durch die städtische Sparkäpe erhielt die (Genehmigung der Versammlung. — Der Ausstellung emes Kr i eg s wa h r z e i ch en s auf dem Lieb- frauenplatz gegenüber dem Dom wurde zugestimmt. Es ist eine Säule, auf deren Spitze das Eiserne Kreuz sich befindet und die von kleineren Säulen umrahmt ist. Der Elitwurf stammt von Baurat G e l i u s und Bildhauer L i p p und wurde unter 70 Ent- wurfen mck dem 1 Preis ausgezeichnet. — Der Gemeinde Verbesthal wurden für das Rote Kreuz 1000 Mk. bewilligt. Kreis Wetzlar. npnrW^I^'orH’ ^>er Regierungspräsident hat an- geordnet daß der Ankauf von Butter im Kreise durch Händler besonders erteilter schttftlicher Erlmibnis zulässig ist. Als Händler gelten auch die Molkereien. ^ ^an. In Aßlar wurde in der ver- aangenen Nacht der Hof des Landwirts Ferdinand Klees Vorräten durch ein Großfeuer eingeäschert. Der hatte ^ % t evljebll(i >' ba ber Besitzer nur teilweise versichert Hessen-Nassau. Wm. Kirchhain, 14. Jan. Zu dem aestrigen Schweine- markt, dem ersten im neuen Jahre, waren etwa 250 Schweine amgefahrem Die Anzahl der erschienenen Käufer wird ans 800 Per- sonen gefchatzt. Die Kauflust war groß und die Preise außerordentlich hoch. Für 6 — 8 Wochen alte Saugferkel wurden pro Mk., fnr altere bis zu 105 Mk. bezahlt. Bei diesen hohen Preisen konnte der Bedarf nur teilweise gedeckt werden -- Frankfurt a. M., 14. Jan. Der 29jähriaeKaminkehrer vermann Crem er aus Küpper st eg wurde hier am 2 August 1915 wegen Betrugs und Urkundensälschuna verhaftet und zur Beobachtung seines Geisteszustandes in dre htesrge Irrenanstalt gebracht. Aus dieser ist er in der letzterr Nacht mit einem anderen Gefangenen ausgebrochen und entflohen. Er ist von großer kräftiger Gestalt mit einer großen Narbe auf dem Kopf. 0/ Hanau, Jan. Der Kultusetat des preußischen Staatshaushlalts freht den Neubau des Gymnasiums in Hanau vor. = Gelnhausen, 14. Zan. Eine Nutterhänd- l e r \ n , die von sieben Landwirten in Obersetzbach Butter zu holheren Preisen als vorgeschrieben sind, anftaufte, wurde nnt 10o Mark bestraft. Auch die Landwirte erhielten eind- srndllche Strafen. -^Idstein, 14. Jan. Die Stadtkassenrechnun a ur 1914 schließt bei 214 187,78 Mark Einnahnwn und 199 212,87 Mt. Ausgaben mit einem Ileberschnß von 4 974 9t Mark ab. Vom Jahre 1914 ste'hen noch 3963 Mt Stcuerrück- staichc aus, hiervon rühren 2100 Mk. von Krieqsteilncb^ mern her. ^ } ^^.Goarshausen, 14. Jan. Der Etat der preußi- chen Eisenbahnverwaltung sieht die Herstellung von zwei Ueberholungsgelelsen zwischen Rastein und Loreley-Tunnel auf der Strecke Caub—St. Goarshausen mit einem Kosten- auswaude von 150 000 Mark vor. ul. Limburg 14. Jan. Gestern nachmittag herrschte in der Lahngegend em orkanartiger Sturm, der von Hagel- und Schneefchauern begleitet war. In der Stadt Limburg wurde an Gebäuden usw. durch den Sturm vielfach Schaden angerichtet tat der Frankfurter Stadtrat Dr. vec. publ. Heinrich Bleicher und der Direktor des Städtischen Völkermuseums Dr. med. et Phil, h. c. Bernl-ard Hagen. — Professor v. Noorden ist 1858 in Bonn geboren als Sohn des Geschichtsprofessors Dr. C. von Worden Als Assistent war er bei Riegel in Gießen, habilitierte M 4 o8d m Gießen für innere Medizin, kam dann nach Berlin. Von 1906 bis 1913 wirkte er in Wien als Nachfolger Nothnagels. Er t)t Mitbegründer der modernen wissenschaftlichen Ernährungslehre in ihrer Anwendung auf Kranke. — Geheimrat ? Q l‘ l 11 sttk,t tm 73. Lebensjahre und lehrte vor allem von ^o^--1908 m Kul Pathologie und Therapeutik. — Professor Bleicher ist 1861 m Nürnberg geboren, studierte in München und ist hervorragender Fachwissenschaftler für Statistik und Versiche- rungswefen. Seit 1906 ist er in Frankfurt besoldeter Stadtrat. Profeiior Hagen, 1853 in Germersheim geboren, unternahm als innger Arzt große Reisen nach Sumatra. Seit 1901 lebt er hier als Schriftsteller und Direktor des Völkermuseums. Er ist u. a. Ehrendoktor der Universität Marburg. vermischtes. Eisenbahnunfälle. Dl e d e n h o s e n, 13.,Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Ein von Algringen fälliger Erzzug überfuhr am 11. Januar nachmittags öV^UHr das geschlossene Einfahrtssignal des roahnyofs Hayingen, wo er a u f e i n e n G ü t e r z u g a u s - stieß. Bei dem Ausstoß verunglückten die im Packwagen 9es sich aufhaltenden Schlosser Thewes und Cunz au-- ^ledenhofen tödlich, während der Lokomotivführer eine Verletzung fchwerer Natur davontrug. Eine Untersuchung ist eingeleiter. ' a 1 | r . r ^\ CT1 / ^ Jan. (WTB. NichtumtlichZ Gestern abend stieß bei einem orkanartigen Sturmwind aus der Station ^ F i f ch a u an der Schneebergbahn ein P e r s o n e n z u a mit erner auf dem Geleise stehenden Lokomotive zusam- meu 31 Personen, darunter 5 vom Zugpersonal, sind verletzt worden, eine davon schwer. wr-i.P* 6 ”' 13 - Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Blattermeldung aus Mährisch-Ostrau enlgleifte aestern auf ^er Strecke %\vi f dyen Oderberg und Freistadt eitt W56L0N des Lokalzuges und stürzte über die Böschung ab. 4 0 Perfvnen wurden verletzt, davon 8 schwer. Eine Sturmflut in Hamburg. ^ !"-b " r g. 13. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Die heutige „Eurmflut m Hamburg hatte mn Abend die außergewöhnliche Höhe von 18 ^uß Z Zoll erreicht. Alle Keller an der Wasserkante imd Ven iiiedriger gelegenen Stadtteilen waren überflutet. Grokre Mengen Waren sind durch das Wasser vernichtet worden. Der Straßenbahn- und Waqenverkehr mußte eingestellt werden. J}® ^kraven teilweise % Dieter überschwemmt mären. Um 11 * Uhr abends erreichte das Wasser semen Höhestand. derlin,13. Jan. (Priv.-Tel.) Der Arbeiter Paul Ha- gen, der die Arbeiterin Hintzke ermordet hat, ist in Eisleben, feinem Geburtsort, ergriffen worden. Er hat die Tat emgestanden. , ~ . Märkte. nr ke- Frankfurt a. M. Viehh 0 sm arktbericht vom 13. Jan. Ä^Eb : Rinder 1557 (darunter Ochsen 109, Bullen 8, Kühe und 1440), Kälber 766, Schafe 160, Schweine 475. Marktverlaus: Bei flottem Handel ausverkauft. Preise für 100 Pfd. Lebend- Schlacht- ~ .. TU gewicht. _ Kälber. Mk Mk Feinste Mastkälber. 94-95 löeliftft Mittlere Mast- und beste Saugkälber . . .* 90—95 150—158 Geringere Mast- und gute Saugkälber . . . 85-90 144-152 Geringe Saugkalber. 80-85 136—144 S ch a f e. Mastlämmer und jüngere Masthammel. . . 74-00 160-09 Geringere Masthammel und Schafe .... 63-00 150-00 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis m te.^enbg^oirfjt. 108.00-00.00 Vollfleischige Schweine unter 80 kg (n C n e £ e ' t ^ eroi *‘ • ... 93.00-00.00 Vollfleischige -Schweine von 100 bis 120 feg Lebendgewicht . . . . . 118.00-118.50 — orj Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 15. Jan. 1916: Wechselnd bewölkt, meist trocken, etwas kälter. Universt äts-Ncrehrichten. n-.-.cTr ?yranffurt a. M, 14. Jan. Zu ordentlichen Honorar- professoren an d