/ Nr. 8 Der Sietzener Anzeiger erscheint tätlich, außer «SoraitaflS. - Beilagen: viermal wöchentlich SießenerFamillenblätter; zweimal wöchentl.Nreis- blatt fürden Ureis Sichen (Dienstag und Freitag); zwennal monatl. Landwirtschaftliche Zeitsragen Fernsprech - Anschlüsse: sürdie Schriitleitung 112 Verlag,Geschästsstette51 Adresse iür Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen ü'ir die Tagesnnmnier bis zum Abend vorher. Erstes Blatt M. Jahrgang Dienstag, st. Januar $9(6 Bezugspreis: monatl. 85 Vs., viertel- jährl. Mk. 2.50: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 75 Pf.: durch diePostMk.2.30 viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf., ausw. 20 Pf. — Haupt- schriflleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Gerichtssaal: Fr.R.Zenz; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich m Gießen. (Amtlich^d-^ ® rö &Hauptquartier, 10.Januar. Westlicher Kriegsschauplatz. uonM affiges in Der Gegend des Ge- ^Champagne führten Angriffe unserer .^k g n ahm e d e r f e i n d l i ch e ll B eo b a ch- kllen und Grüben in einer Ausdehnung von mehreren hundert Metern; vierhundertdreiünd- unter ihnen sieben Offiziere, !}* n .asch rnengewehre, ein großer und sieben ^ c Mlnenwerfer fielen in unsere Hand. Ein fran- zofrscher Gegenangriff östlich des Gehöftes scheiterte. deutsches F l u g z e u g g e s ch w a d e r griff die -femdtrchen Etappeneurrlchtungen Furnes an. O e ft l i ch e r Kriegsschauplatz. Die Lage ist im allgemeinen unverändert. ^ derestiany wurde der Vorstoß einer stärkeren russischen Abteilung abgeschlagen. Balkan-Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Ober ft e Heeresleitung. Iben. Tic Arbeiterklasse unseres Landes muß wissen, was i bet anderen Völkern vorgeht. Sie muß die Gefühle derer ken- nen, welche das gleiche Blut und die gleichen Tränen vergießen, never die 'Anstrengamgen mrd .Handlungen der übrigen Arbeiiec- rlasien unterrichtet, wird unsere Arbeiterklasse nicht mehr sich vereinzelt, irregeführt und vom Wiege abgedrängt sehen durch die L a L* r 7 e l r € ^ 0 n c r Tl it rchhaltepolit bk. Zn diesem Zwecke haben wrr ein „internationales Aktionskomitee" gegründet, ^.lieser Ausschuß wird ans der Grntudlage einer ernsthaften Organisa- tton arbeiten, die ihre Ziele selber besnninrt und sich selber verwaltet. Hsdem Mitglied wird eine Karte ansgestellt und es wird gehaltert ^ , au i ^ :r Karte verzeichneteir Monatsbntrag zu entrichten, gleichgültig, ob das Mitglied gewerkschaftlich organisiert ist oder der sozialistischen Partei angehört. Der Beitrag beträgt 5)0 Centimes pro Monat mit dem gleichen Recht der Zugehörigkeit. Der Anschuß hat unter anderem beschlossen, Zustimnrnngserkiärunget; «nm Cinzelpeigorien oder Gruppen und Organisationen entgegenzn- nehmen. Das Aktionskomitee >vill, soweit die Zensur es gestattet, Broschüren veröffentlichen und Aufklärung verbreiten. sozialdem okt'atische Parteiausschluß!, der sich n t^er Bezirks- und Landesvorstände zusam- Was der , «us Vertretern -- 0 . 7.7 WM mensetzt, gegen die Opposition der Zwanzig! und gegen den .„Vorwärts" beschlossen hat, verdient einige Ausmerksam- !?eit, wenn es uns auch fern liegen soll, die Beden tun,g dieser Vorgänge aufzubauscheit. Es ist zu begrüßen, daß vor Qllem dem Ausland die Angen geöffnet worden sind 'über die Bedeutnngslosigkeit dieser Partei eigenbrödler, die, wie es scheint, nun einmal ohne Hader, Zank und Streit rricht leben können. Wenn man den Weltanschauungen wird Klassenersahrungen ihr Recht lassen soll, so sind doch die Umstände, unter denen das bisherige sozialdemokratische Zentralorgan" und der einstige Parteivorsitzende Hanse ■m der Opposition gegen den sozialdemokratischen Partei- 1 Vorstand verharren, ganz besonders widrig und herausfordernd. Die sozialdemokratische Partei hat, in seltener .Uebereinsttmmung mit den bürgerlichen Gruppen, den Blick ^anfs Ganze, aufs Vaterland, ans die Notwendigkeiten ge- ,sichtet, die dessen Bestand an gehen, und damit wurden in jedem Deutschen Gefühle tiefer Befriedigung geweckt, denn Ls wirkte immerhin wie eine Offenbarung, daß vor dem äußeren Feinde in der Abwehr aller Gefahren die deutschen Volksgenossen in voller Einigkeit dastehen. Dias war vom Auslande nicht erwartet worden, und das war auch für viele innerhalb der deutschen Grenzen einigermaßen überraschend gekommen. Man konnte sich denken, daß im Schoße der sozialdemokratischen Parteiführung um die neue Taktik gestritten und geeifert wurde, denn ihre bisherigen Grundsätze! und Ziele gehörten einer anderen Welt an als dieser rauhen Kriegserfahrung. Man hätte aber erwarten dürfen, daß nach der Entscheidung der Mehrheit die Widerspruchsgeister im Gefühle einiger Verantwortung gegenüber der eigenen Partei, aber Mich der großen Volksgemeinschaft, in der sie leben, die Waffen des Kampfes im Innern ans der Hand legen würden. Aber diesen .Herren vom „Vorwärts" ist jede Art von Bescheidenheit rneilenfern. Sic fühlen sich als die obersten Richter von Menschheit und Weltgeschichte; was sie nicht münzen, das hat für sie keine Gültigkeit. Und so ist es denn auch keine besondere Überraschung, daß auch nach dem mttgeteilten Votum des Parteiausschusses der Kamp's weiter geführt wird. Ein Satyrspiel eigentümlichster Art fuhrt vor allen! der Genosse Haase auf, der den Erklärung^ des Partcivorstandes die achtungswidrigsten Glossen gegenuberstellt, und er hat sich die beneidenswerte Aufgabe Angelegt, in dieser WeltkriegSzeit, wo die Einzelperjönlich- keck sonst vielfach zurücktreten muß, alle Welt wissen zu lassen, was Haase ist. Es scheint aber, als ob fortan die Rebellion dieser Häupter der Opposition nicht mehr viel Aussehen machen könne. Der Parteiausschluß hat den „Vorwärts" seiner Eigenschaft als „Zentralorgan" auch formell entkleidet, und dessen spaltenlange Protestartikel, von denen wir in der vorliegenden Ausgabe eine kleine Probe wiedergeben, wird daran nichts ändern. Bei der Unmöglichkeit, in dieser ernsten Zeit einen sozialdemokratischen Parteitag einzuberufen, wird jeder mit gesundem Gefühl begabte Parteigenosse mit sich selbst ab stimmen und von den anmaßenden Eigenbrödlern abrücken. Uebtigens besteht auch in Frankreich ein bedeutungsloses Grüppchen von Protestlern, das jedoch noch eher Daseinsberechtigung hat als die Gruppe .Haase, denn es ist bekannt, daß die Mehrheit der französischen Sozialisten sich mit dem Ziele der „Zerschmetterung" Deutschlands und der Wiedererober mrg Elsaß -Lothringens trägt. So hat sich in Frankreich ein „internationales Aktionskomitee" gebildet, das mit folgendem Aufruf in die Oeffentlichkeit gegangen ist: ^^nossen! S-eit lauget: Monaten konnte der Arbeiterklasse keine Wahrheit mehr gesagt werden. Im Widerspruch mit berrt! Geist der Gerechtigkeit und der Freiheit übt eine unerbittliche Zensur ihre amtliche Diktatur aus; die Furcht und Bestechlichkeit haberr der Presse eine noch unbarmherzigere Privatzensur geschaffen. Und doch sind wir bei einein Zeitlauf angeko mm e n, <00 eH notwendig ist, daß die Wahrheiten gesagt wer- Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 10. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautdartt 10. Januar 1916. Russischer Kriegsschauplatz. Auch gestern fanden in Ostgalizien und an der Grenze der Bukowina keine größeren Kümpfe statt. Nur bei Toporoutz wurde abends ein feindlicher Angriff abgewiesen. Sonst nichts Neues. Italienischer Kriegsschauplatz. Von Geschützkämpfen im Görzischen, im Gebiete des C o l di L a n a und im Abschnitte von V i l g e r e n t h abgesehen, fand an der Südwestfront keine Gefechtstütigkeit statt. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unsere gegen B e r a n e vordringenden Kolonnen haben die Montenegriner neuerlich von mehreren Höhen geworfen und Vioea erreicht. Nördlich dieses Ortes ist das östliche Lim-Ufer vom Feinde gesäubert. Die Truppen, die auf den Höhen über einen Meter Schnee zu überwinden haben, leisten Vorzügliches. An der Tara Artitterietütigkeit und Ge- plä'-el. Die Kämpfe an der Südwestgrenze Montenegros dauern an. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f c r, Feldmarschalleutnant. Die Räumung von Gallipoli. Konstantin opel, 10.'Fan. (WTB. Nichtamtlich.) Die Freude über die endgültige Vertreibung der Engländer von der Halbinsel Gallipoli ist in allen Klassen der Bevölkerung allgemeiw Die Glocken aller griechischen und armenischen'.Kirchen inerden zum Zeichen der Freude geläutet. Fu allen Kirchen und israelitischen Tempeln werden Dankgottesdienste abgehalten. Die türkische Schuljugend erhielt einen Tag schulfrei. Gruppen der Schuljugend, die meisten in feldgrauer Uniform als kleine Soldaten gekleidet, durchzogen mit Musikkapellen an der Spitze die Straßen und veranstalteten Freudenkuud- gebungen. Andere Gruppen von Vereinet: mit Fahnen und Musik ziehen, vaterländische Lieder singend, durch die Straßen Konstantinopels. Die Freudenkundgebungen wiederholen sich unausgesetzt. Abends wurden die Moscheen festlich beleuchtet. Sofort nach Eintreffen der Siegesnachricht im Kriegsministerinm begab sich der Vize general iss irnus En v er Pascha in das Palais und meldete sie dem Sultan, der eine überaus lebhafte Befriedigung äußerte. Der Sultan übermittelte seine Grüße und Glückwünsche der 5. Armee, die mit dem Ausdrucke des Dankes antwortete. Der Sultan hat neuerlich tausend Pfund für die Kinder gefallener Soldaten gespendet. Berlin, 11. Jan. Zur Räumung Gallipolis durch die Entente meldet der Kvnstantiuopeler Berichterstatter der „Kölnischen Zeitung": Bei Sedd-ül-Bahr versuchte der Feind mlter dem Schutze dreier Kreuzer die Einschiffung seit Mitternacht von Samstag zu Sonntag. Die türkischen Truppen, welche diese Feindeslist voraussahen, machten gegen Morgen euren Bajonettangriff. Es folgte eine blutige Schlacht. Das Hauptguartter keun^eichurt die Erfolge als sehr groß. Die englische Darstellung. London, 9. Jan. (WTB. Nicküanrtlich.) Meldung des Reuterschen Breveaus. General Monroe meldet: Die Räumung der Halbinsel Gallipoli ist erfolgreich dirrchge- führt. Mle Kanonen und Haubitzen sind weggeschafft mit Ausnahme von 17 abgenutzten Geschützen, die vor dem Ab^ug i n die Luft gesprengt wurden. Die Gesamtverkuste sind ein britischer Soldat; die F-ranzosen hatten reine Verluste. Nene Landungen in Saloniki. Berlin, 11. Jan. Einer von verschiedenen Morgenblättern wiedergegebeirerr Meldiuig eines Lyoner Blattes aus Saloniki Mfolge wurden neue Truppen und besonders indische Kavallerie, die von Gallipoli kam, in Saloniki gelmrdet. Der neue Bötkerrechtsbruch in Mytilene. Berlin, 11. Jan. Ueber den neuen Völkerrechtsbruch in Mytilene bringen italienische Blätter der „Deutschen Tageszeitung" zufolge Einzelheiten. Danach erschien in der Nacht zum 7. Januar vor Mytilene ein Schiff mit 800 Mann, die sich nach erfolgter Landung über die Stadt verteilten und wichtige Häuser und Hafenplätze besetzten. Der französische Konsul teilte dem griechischen Prüfe kten und dem Platzkommandanten mit, daß für ]le nichts zu befürchten sei. Sodann erfolgte die Verhaftung von 13 Personen, darunter des deutschen Konsularvertreters und des österreichischen Konsularagenten, der zugleich auch Vertreter für Holland ist, ferner einer Anzahl angesehener Türken, Griechen, Deutscher und Oesterreicher. * . * Ans Nancy. Bern, 10. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Präsident Poin^ c are besuchte am 7. Januar N anc y /anscheinend, um auf die geangsttgte- Bevölkerung beruhigend 511 wirken, denn, wie ans zahlreichen Blättermeldungen lErvorgeht, verließen die Bewohner scharenivepe die Stadt., Auf dem Pariser Ostbahnhase ist ein be- jonderer Ordnungsdienst für diese Flüchtlinge eingerichtet worden,- me m Asylen für Kriegsflüchtlinge nntergebracht 'werden. Tabei bemerken die Blätter, daß die meisten nicht nach Paris, sondern nach Dijon und anderen Städten flüchteten. Der Präses des Departements Mentthe et Moselle hat einen Aufruf erlassen mit der Ueberschrift „Schande über die Verbreiter von Paniken",- in dem er von den geringfügigen Beschädigungen durch die drei- malige Besa)ießung der Stadt ans weittragenden deutschen Geschützen spricht, den wirklich von Unglück Bettoffenen Hilfe und Trost verspracht und die strengsten Strafen denen androht, welche lügenhafte oder iiberttiebene Berichte über den Zustand der Stadl im Lande verbreiten. . Der Kampf um die Wehrpflicht in England. ^London, 10. Jwn. (WDB>. Nichtamtlich.) Ein langer .ü a b i n e t t s r a t fand heute vor der Parlamentssrtmng statt. Henderson war anwesend. Das bedeutet, daß sein Rücktritt noch unentschieden ist. Der ruffische Bericht. .Petersburg, 9. Jan. lWTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht des Großen Generalstabes: Westfront: An der Front vom Rigaischen Meerbusen bis zum Prvpec keine Veränderung. Südlich vom Prypec versuchte der Feind neuerlich Czartorysk zn nehmen und wurde zweimal mit empfindlichen Verlusten zurückgeworfen. In Galizien, in der Gegend der mittleren^ Sttypa vertrieben unsere Truppen oonetitb endgültig vom Ostufer. Neuere Meldungen ergänzen die Zahl der am 7. Januar gemachten Gefangenen auf 20 Offiziere 1175 Soldaten und 3 Maschinengewehre. Kaukasus: In der Küstengegend eröfsneten die Türken am 7. ^anuar ein lebhaftes Gewehrfener und versuchten unter Ausnutzung des Nebels auf das rechte User des Arkhava-Flusses überzusetzen Sie wurden znrückgeworsen. Südlich des Urmia-Sees, m der Gegend.des Jagliatau-Flnsses, warfen wir türkische Truppen zurück. Der Feind, ^welcher gegen die Stadt Assadabad, südwestlich tzamadan, die Offensive ergriff, flüchtete gegen Kangawar, 40Älo- meter südwestlich Assadabad, verlor ungefähr 40 Tote und ließ viele Verwundete auf dem Kampfplatze zurück. Im Schwarzen Meer versentten unsere Torpedoboote einen großen Dampfer, der vom Bosporus karn, um Kohlen zu laden und hatten später eine Begegnung mit denr Panzerkreuzer „G ö b e n". _ Unsere Torpedoboote wurden von dem feindlichen Kreuzer verfolgt und zogen sich unter dem Schutz eines Linien- chffses zurück, ivelches 'sich in der Nähe befand. Es entwickelte sich ein Gefecht aus große Entfernung, roorauf der „Gäben", seine Geichwmdigkeit ausnutzend, schnell nach -dem Bosporus verschwand. Wir hatten lveder.Verluste, noch eine Havarie. Die deutfch-Kmerikanischc Auseinanderfetzung. Washington, 10. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterlchen Bureaus. T e u t s ch l a n d v e r s p r i ch t in seiner Note über die Bev,mkung des^ „William P. Frye" Nicht- kampfern Gelegenheit zu geben, sich in Sicherheit zu briugen, ehe das erbeutete Schiff versenkt toird. Außer wenn Wetter und Hee sonne die Nähe der Küste gelvährleisten, daß die Boote, den nächsten Hasen erreichen, wird den an Bord befindlichen Personen NM besohlen werden, in die Boote zu gehen. Tie deirtsche Re- Pbruug lehnt den Vorschlag Amerikas, die Sachverständigen zur ^ kr3 Schadens in Washington zusammentteteu zu lassen, als ftlr sie nicht angängig ab und empfiehlt den Zusammentritt der Koinnnftion in Deutschland. Sie beantragt ferner eine schiedsgerichtliche Auslegung des preußisch-amerikanisck)en Handelsvertrages durch ein besonderes Schiedsgericht von ftmf Mitgliedern, das ani 15. Juni im Haag zusammentteteu soll. England und 2lmerika. Washington, 10. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) „Centtal News" meldet: Staatssekretär Lau sing bereitet eure Note an Englmrd vor, in der eine Abschwachung der Blockade nach- gesucht wttd. Die Note begründet dies mit der ftüheren Erklärung Cmglands, daß Lebensmittel nicht als Banngut betrachtet werden können. Explosion in einer amerikanischen Pulverfabrik. New Port', 10. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Das Reu- tersche Bureau meldet aus Philadelphia, daß eine furchtbare Explosion in der Pulverfabrik von Dn- po n t in C a r n e y s Point slattgefunden hat. Sechs Arbeiter wurden getötet, viele verletzt. Die Fabrik beschäfttgtc 15 000 Arbeiter in Tag und Nachtschichten bei ^Herstellung rauchlosen Pulvers und PikriuMve. Die Ursache der Cwvlo sion ist nicht sestgchjellt. Der 5eekrreg. Das englische Schlachtschiff Edward VH. gefunken. London, 9. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Amtliche Meldung. §)as Schlachtschiff „Edward VII." ist auf eine Mine gestoßen und wußte wegen hohen Seeganges aufgegeben werden. Es sank bald darauf. Tie Besatzung konnte das Schiff rechtzeitig verlassen. Verluste an Menschenleben sind nicht zu betlagen. Nur zwei Mann sind verletzt. Notiz: Das Schiff hatte eine Wasserverdrängung von 17 800 Tonnen, lief 1903 vom Stapel und hatte 820 Mann Besatzung. Tie Bestückung bestand aus vier 30,5-Zentimeter-, vier 23,4-, zehn 15,2- 'und je zwölf 7,6- und 4,7-Zentimeter-Geschützen. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Au§ dem Reiche. Der Reichstagsausschutz und die Zensur. Berlin, 10. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Der Häupt- etusschnß. des R e i ch s ta g s beriet heute zunächst den fozral- demokratischen Antrag, jden B e l a g e r u n g s z u st a n d wieder aufzuheben und sdic Pressefreiheit wieder herzustellen. In der Besprechung verwies Ministerialdirektor Dr. Lewald aus die früheren Erklärungen des Staatssekretärs des Innern. Die Reichsleitung habe immer auf dem Standpunkt gestanden, daß die Voraussetzung für die Verhängung des Belagerungszustandes dann gelgeben sei, wenn ein Bundesgebiet oder Teile desselben bedroht sind, und daß es nicht der im preußischen Belage- rungszustandgesetze vorgesehenen Voraussetzungen bedürfe. An dieser Auffassung halte die Reichsleitung fest. Für die Anordnungen des Generalkommandos auf Grund des Gesetzes über den Belagerungszustand trügen diese selbst gegenüber dem Allerhöchsten Kriegsherrn die Verantwortung, nicht aber der Reichskanzler. Mit der Bildung des Kriegs- presseamts hätten anerkannterweise die Beschwerden über die Handhabung der Zensur ab genommen. Der Regic- rungsvertreter wies weiterhin die Angriffe ^gegen den Erlaß des preußischen Ministeriums des Innern betreffend die Neue Korrespondenz zurück. Es'handle sich darum, auch den kleinen Blättern wahrheitsgetreues amtliches Material zu übermitteln. Das diene dem Volke und dem Kriegszweck. Die Freiheit der Meinungsäußerungen in beruflichen und anderen Fragen solle nicht beschränkt werden. Be r l i n, 10. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Der H aupt- ,ausschuß des Reichstages besprach in seiner heutigen Nachmittagssitzung Zensursragen. Ein n a t i o n a l l i b e - raler Redner kritisierte den Erlaß des preußischen Ministers des Innern, der eine einseitige amtliche Beeinträchtigung der Presse und künftiger Wahlen durch die Regierung bedeute. Der Redner begründete eine Entschließung, wonach unter Einschluß der jetzt geltenden Ausnahmebestimmungen keine Einrichtungen geschaffen werden dürfen, die geeignet sind, auch in Friedenszeiten die Pressefreiheit mrd die Freiheit der öffentlichen Meinung zu beschränken. Weiter verlangt die Entschließung, daß beim Zbriegjspresse- amt und bei allen GeneralL>nnnandos Presseabtei- .lun gen aus Vertretern der Militärbehörde und sachver- stärtdrgen Zivilpersonen gebildet werden, damit hie Härten der Zensur beseitigt oder gemildert werden, schließlich, daß, jedem Zeitungsverbot zunächst eine mit einer Begründung versehene Warnung an den Verlag vorausgehen nruß. Die Abstimmung ist noch nicht erfolgt. Die Brotverteilung. Berlin, 10. Jan. (WTB. Amtlich.) Die Be st and s- a ufnahrn e vom 10. September 1915 hat ergeben, daß die Vorräte an Brotgetreide im Deutschen Reich ausreichen, um die Bevölkerung 'und das Heer bis zur nächsten Ernte zu ernähren. Es hat sich aber gezeigt, daß die Maß- nahinen, welche bei Beginn des zweiten Wirtschaftsjahres getroffen wurden, wie die Freigabe von Hinterkorn, Futterschrot, geringere Ausmahlung, Erhöhung der Brotration, bei den Verbrauchern und Landwirten die Auffassung erweckt haben, als wenn unser Vorrat überreichlich und Vorsicht nicht vonnöten wäre. Diese Auffassung ist irrtümlich. Wir müssen auch im zweiten Jahre streng Haushalten, wenn wir nicht nur reichen, sondern auch mit einer hinlänglichen Reserve in das nächste Wirtschaftsjahr hinüb ergehen wollen. Das Kuratorium der Reichsgetreidestelle hat daher beschlossen, unter vorläufiger Aufhebung der freieren Maßnahmen zuden Bestimmungen des Verteilnngs- planes des vorigen Jahres zurückzukehren und die Tages kopfmenge wie im Frühjahr 1915 f e st z u se tz e n. Für die Bedürfnisse der Schwerarbeiter nach stärkeren Brotrationen wird wie bisher ausreichend gesorgt werden. Die Auseinandersetzungen innerhalb der Sozialdemokratie. Der „Vorwärts" nimmt zu der Entschließung des Parteiausschlusses sofort das Wort und erklärt: „Ueber die Frage, ob und durch men die Parteieinheit gefährdet wird, haben wir uns in letzter Zeit mehrfach und ausführlich geäußert. Wir verzichten daher aus eine erneute Widerlegung der in dem „Gutachten" des Parteiausschusses erhobenen Anklagen. Wir möchten nur betonen, daß die Borwürfe, zumal bei der Schärfe ihres Tons, zu einer weiteren Verbitterung der Parteianseinander- setzungen führen müssen. Das „Gutachten" des Parteiausschusses ist geradezu Oel ins Feuer. Die Mißbilligung des Genossen Haase und der übrigen neunzehn Fraktionsmitglioder, die am 21. Dezember die wohlverstandenen Interessen der Arbeiterschaft und des Sozialismus über die Disziplin der Fraktion stellten, wird nichts den) Ansehen dieser Genossen, sondern nur dem des Parteiausschusses schaden. Was schließlich das Urteil über den „Vorwärts" aubetrifst, so hat hier der Parteiausschuß seine Befugnisse vollends überschritten. Es ist nicht wahr, daß der „Vorwärts" nicht die Polttik der Partei vertreten hat. Vielmehr hat er stets, soweit ihm das möglich war, im Sinne der auf deutschen Parteitagen und internationalen Kongressen geforderten Politik gewirkt. Er hat es dagegen vom 4. August 1914 an abgclehut, die Haltung der Fraktionsmehrheit zu decken. Llber wer gibt dein Parteiausschuß das Recht, die Politik der Fraktionsmehrheit und die der Partei gleichzusetzen? Wenn der Parteiausschuß schließlich „feststellt", daß der „Vorwärts" jedes Recht verwirkt habe, als Zentralorgan der Partei zu gelten, so setzt ec sich mit diesem „Gutachten" einfach über das Organisationsstatut hinweg. Nach 8 25 des Statuts wacht über die prinzipielle und taktische Haltung des Zentralorgans die Berliner Preßkommission ^Vertreter der beteiligten Wahlkreise) in Gemeinschaft mit dem Parteivorstand. Bei Meinungsverschiedenheiten zwischen Parteivorstand und Preßkomnnssion entscheidet die Kontrollkommission gemeinsam mit den beiden Körperschaften. Irgendeine Verpflichtung, die Politik des Partei- oder gar des Frak- tionsvvrstandes zu vertreten, kennt das Statut selbstverständlich nicht. Noch vor wenigen Jahren hat der Parieivorstand selbst es ausdrücklich zurückgewiesen, daß der „Vorwärts" (ebensowenig wie irgend ein anderes Parteiorgan) verpflichtet sein solle, die Politik des Partei Vorstandes zu vertreten." Schließlich weist der „Vorwärts" noch darauf hin, daß das Gutachten des Parteiausschusses, soweit es den „Vorwärts" angeht, wirkungslos bleiben werde. Allein der Parteitag habe entscheidende Beschlüsse zu fassen. * Stuttgart, 10. Jan. Im Anschluß an einen in der vorigen Woche in der „Kölnischen Zeitung" veröffentlichten Artikel, der Angriffe der „New Yorker Staatszeitung" gegen den Konsul der Vereinigten Staaten von Amerika in Stuttgart, Edward H i g g i n s, wegen angeblicher gegen die Neutralität verstoßender deutschfeindlicher Aeußerungen wiedergegeben hat, sind wir zu der Erklärung ermächtigt, daß die Angelegenheit zurzeit in amtliche Behandlung genommen ist. Aus Stadt und Land. Gießen, 11. Januar 1916. Amgsarbeit in Gießen. V. Die Tätigkeit des Aliceschrrl-BereiuS. Der Plan unserer Feinde, Deutschland nicht allein mit der blanken Waffe zu bekämpfen, sondern es auch durch Aushungerung zum Frieden zu zwingen, machte schon im letzten Winter eine Reihe von Maßnahmen der Reichsregierung nötig, die den Zweck batten, die im Lande vorhandenen Nahrungsmittel, auf die allein wir im wesentlichen angewiesen waren, zu strecken und sie vor Vergeudung zu bewahren. Um die Bevölkerung in ihren breitesten Schichten über die Notwendigkeit dieser Maßnahmen auf z uklären und das Verantwortlichkeitsgefühl jedes Einzelnen zu wecken und ihm seine Pflichten in dem wirtschaftlichen Kampfe, den wir hinter der Front zu führen haben, vor Angen zu halten, lud die preußische Regierung Anfang Februar nach Berlin zu einem Vortragszyklus ein, ber, von hervorragenden Fachleuten veranstaltet, hezweckte, eine größere Anzahl vpn Rednern und Rednerinnen auszubilden für die Propaganda im ganzen Lande. Der Aliceschul -Verein hielt es für seine Pflicht, an dieser Aufklärungstätigkeit mitznwirken und «entsandte deshalb seine Hauswirtschaftslehrerin Fräulein Hof. Die Kosten ihrer Ausbildung zur Wanderrednerin übernahm in zuvorkommender Weise das Rote-Kreuz-Komitee für den Kreis Gießen und die Stadt Gießen. Es wurden nun zunächst in der Stadt zwei Borträge «über die Volksernährnng im Krieg gehalten, der erste vor den Mitgliedern des Aliccschul-Vereins und den Mitglieder:! des Allgemeinen deutschen Frauenvereins, der zweite in der breiten Oefsentlichkeit in der großen Aula der Universität. Beide waren sehr stark besucht. Es folgten sodann 13 Vorträg e in den Städten und größeren Dörfern des Kreises Gießen und ein Vortrag in der Stadt Alsfeld. Im ganzen nahmen an diesen Vorträgen rund 3000 Personen, meist Frauen und Mädchen, teil. Jeder Vortrag verlies in der Weise, daß der Vorsitzende des Aliceschul-Vereins das einleitende und' das Schlußwort sprach, mährend Fräulein Hof das .Thema besonders vom Hauswirtschristlichen Standpunkt in eingehender Weise behandelte. Durch unsere Abschließnng von der Einfuhr und die daraus sch ergebende Knappheit mancher Nahrungsmittel ergab sich die Notwendigkeit, die Zusammensetzung vieler unserer Speisen zu ändern und neue Gerichte eiuzuführen. Hier setzte die praktische Tätigkeit der Krieg s k o chknr se ein, von denen in der Aliceschule eine ganze Reihe von je zweitägiger Dauer durch die Hauswirtschaftslehrerinnen der Schule sowie durch die Kreishaltungslehrerin Fräulein Mutschler gehalten wurden, während letztere allein die Kriegskochkurse in einer Anzahl von Orten des Kreises Gießen leitete. Es versteht sich von selbst, daß auch in den regelmäßigen längeren Kochkursen der Schule auf die wirtschaftlichen Kriegsgebote besondere Rücksicht genommen und die .Herstellung von Kriegskochgerichten geübt wurde. Ein weiteres Feld der Betätigung in unserem wirtschaftlichen Kampf bot sich der Schule, als die längst voraus- gesehene Knappheit und Teuerung des Fleisches eintrat. Es handelte sich jetzt darum, der Bevölkerung die Ueberzengnng beizubringen, daß wir in den Klipp- u:ü> Stockfischen ein Nahrungsmittel besitzen, das einen hohen Nährwert mit dem Vorzug einer gewissen Billigkeit vereinigt und, wenn in passender Weise zubereitet, auch den Anforderungen eines feineren Geschmacks genügt. Der Verein nahm deshalb im Einverständnis mit der städtischen Behörde die Veranstaltung von Schaukochen von Klippfischgerichten in die Hand, bei denen den Teilnehmerinnen Proben der verschiedenen Gerichte teils unentgeltlich teils gegen eine geringe Vergütung verabfolgt wurden. Zugleich wurde in der Herstellung und in der Verwendung der Kochkiste und des Kochbeutels unterwiesen. Die zahlreichen Veranstaltungen dieser Art wurden teils in der Aliceschule, teils in der städtischen Schulküche gehalten und von den Lehrerinnen Fräulein Hof und D ominick, Anthes und Kehr geleitet. Koch dem onstrationen solcher Art sind auchi für Heu kommenden Winter noch in Aussicht genommen. Dr. Fromme. * ** MNttliche Perso nalnachrichten. Der Groß- h erzog hat am 8. Jan. die von der Stadtvero rdneten versamnr- lung zu Bingen getroffene Wiederwahl des Hch. Karl Fischer und die Wahl des Hch. Wend. So her r zu unbesoldeten Beigeordneten der Stadt Bingen auf die Dauer von 6 Jahren bestätigt. — Durch Entschließung des Grvßh. Ministeriums des Innen: wurde der Referendar Ferdinand Kuhn zu Mainz zum Regierungsassessor ernannt. — Der Großherzog liat am 8. Januar d. Js. hem Ministerialrat bei dem Ministerium der Finanzen Dr. Hermann Kratz zu Darmstadt die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen der ihm vom Deutschen Kaiser und König von Preußen verliehenen Roten - Kreuz - Medaille II. Klaffe erteilt. — Der Großherzog hat am 8. Januar 1916 den Obersteuerinspektor des Hauptsteueramts Gießen, Finanzrat Dr. Albrccht Offen- bächer zu Gießen, in gleicher Diensteigen schaff an das Hauptsteueramt Mainz versetzt und dem Finanzamtmann Karl Ha nach zurzeit in Mainz/die Stelle eines Finanzamttnanns bei dem Finanzamt .Mainz I überttagen. ** Die hessische Goldinünzensammelwoche hat mit erfreulichen Ergebnissen eingesetzt. Von der Ortsgruppe Gernsheim wurden bereits 1100 Mk., von Reichenbach 5000 Mk., von Pfungstadt 4885 Mk. abgeliefert. Sehr lebhaft liefern auch die Schulen. Es zeigt sich immer mehr, daß die persönliche Werbearbeit noch großen Erfolg verspricht. ** Landstu rManmeldung. Tie rm Dezember 1898 geborenen Lcmdsturnipslichtigen der Stadt Gießen müssen sich am 45. Jairuar d. Js., vormittags von 8—12 Uhr und nachmittags von 2—6 Uhr im Rathaus am Markt zur Landsturmrolle melden. Näheres rm Anzeigenteile. ** St adtthea t e r. Aus dem Theaterbureau toird uns geschrieben: In letzter Stunde sei nochmals auf das heutige Gastspiel des Neuen Theaters in Frankfurt a. W mit Schönherrs „Weibsteufel" hingewiesen. ** Vom Volksbad. Im Gießener Bolksbad wurden im letzten Vierteljahr 23139 Bäder verabreicht (gegen 23317 im gleiche:: Zeitraum des Vorjahres und 31436 im vierten Vierteljahr 1913). Im einzelnen verteilen sich die Bäder wie olgt: Schwimmbäder 8926 (9483 — 15 697), Bolks- bäder ä 10 Pfg. 2457 (2972 — 3134), Wannenbäder 1. Klasse 777 (716 — 997), 2. Klasse 3210 (3005 — 3751), 3. Klasse 1519 (1124), Brausebäder 6016 (5812 — 7270), Dampfbäder 224 (206 — 587). Die Zalften ergeben, daß die Kriegsjahre dem Unternehmen Abbruch getan haben. Schätzungsweise ist die Einnahme in den beiden Jahren 1914 und 1915 gegen das Jahr 1913 um je 5000 Mk. zurückgegangen, doch stehen dem auch Ersparnisse in der Ausgabe gegenüber. ** Die Zahl der Po st sch eck tun den ist im Reichspostgebiet Ende Dezember 1915 auf 111931 gestiegen. (Zugang im Monat Dezember 965.) Aus den Postscheckrechnnngei: wurden im Dezember 1915 gebucht 2 276 Millionen Mark Gutschriften und 2 266 Millionen Mark Lastschriften. Bargeldlos wurden 2 461 Millionen Mark des Umsatzes beglichen. Das GesamtgUtlZaben der Postscheckkunden bettug im Dezember 1915 durchschnittlich 307 Millionen Mark. Im Ueberweisungsverkchr mü dem Aus-^ lande wurden 6,2 Millionen Mark umgesetzt. Landkreis Gießen. * Wieseck, 11. Jan. Dem Unteroffizier Hrch. Eckhard, geboren in Wieseck, von der ersten Koinpagnie des 1. Landsturm- Bataillons „Passan", der seit über einem Jahr die Kämpfe in den Vogesen mitgemacht hat, ist, nachdem ihm' .bereits früher das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen wurde, jetzt das bayerische Militär-Berdienstkreuz 3. Klasse mit der Krone verliehen. E. war, als der Krieg ausbrach, in Rumänien tätig, er eilte sofort nach Deutschland und meldete sich als er^ zuerst bayerischen Boden bettat, sofott dort zum Heeresdienst. So erklärt es sich daß den Hesse in das Landsturm-Bataillon Passau eingestellt wurde, mit dem er sofort auf die Vogesenwacht gezogen ist, die er bisher treu und wacker mit gehütet hat. Kreis Schotten. u Laubach, 11. Jan. Zum Heeresdienst sind bis jetzt eingezogen etwa 350 Manu, von denen 19 gefallen sind, nämlich: Karl Lauth, K. Wagner, Julius RoWer, S. Bravmann, F. Jochem, die Lehrer Fischer und Weißgerber, Letten- b ouer, W. Alban, M. Juda, Hch. Gräf, Hch Horny, Hrch. Herbner, Karl Kreuder, Anton Christ, Walter Denn, F. Stotz, R. Steller uud Wilhelm Rahn. Verwundet wurden ungefähr 64 Mann. In Gefangenschaft geraten sind: Emil Hohmann und Georg Oßwald in französische, Friedr. Ochler, Johannes Schom- bert, Friedrich Weffel uud Karl Becker in russische. Vermißt sind: Friedrich Becker, L. .Hofmann, K. Löwcr und Josef Aßmann. Das Eiserne Kreuz wurde verliehen den Hauptleuten Goldinann und Tähnel, den Leutnants Rößler, Göbel, Silß und Bahn, den Unterofftzieren mnd Mannschaften: K. Bon-Eiff, W. Lutz, Ph. KrautUmrst, Hermann Thier, Lehrer Fischer, Lettenbauer, Ernst Oswald, Hermann Hertel, Max Rothschild, Hermann Tehus und A. Fischer. Mit der hessischen Tapferkeits-Medaille wurden geschmückt: Leutnant Gerhard, PH. Repp, Fritz Nepp, Gg. Frank, August Von-Eiff und Karl Otto Jäger. Tie beiden Ehrenzeichn ttagen Leutnant R. Jochem, Töll und Nebel, Gefreiter Ernst Günther, Vizefeldwebel Heinr. Schmidt und Oberjäger Karl Lamm. Ter Gefreite Georg Hoftnannn ist mit dem Sanitätskreuz ausgezeichnet worden. Auch Graf Reinhard zu Solms- Laubach zählt zu den Trägern des' Effernen Kreuzes. Drei Inhaber des Eisernen Kreuzes erlitten den Heldentod und zwar die Kriegsfreiwilligen Lehrer Fischer und Lettcmbauer und Leutnant Rößler. c. Lardenbach, 11. Jan. Heinrich Lang, der schon in Frankreich, Rußland und Serbien gekämpft, wurde auf Weihnachten zum Unteroffizier befördert und erhielt die Hesffsche Tapfer- keitsmedaille. In Frankreich war Lang verwundet worden. E. Lardenbach. 11. Jan. Das Eiserne Kreuz erhielt der Rinsketier im Reserve-Jnsanterie-Regimcnt Nr. 223 Otto Kell e r in Galizien von den: Kaiser persönlich überreicht. Kurze Zeit vorher hatte sein Brnder Wilhelm ebenfalls das Eiserne Kreuz erhalten. -k. Ulfa, 9. Jan. Gestern fand hier in der Kirche die Gedächtnisfeier für Hnr. B asch I., Gefr. im Jns.-Regt. Nr. 14, statt. Die Gemeinde hat in ihm einen wohlgelittenen Einwohner, die Familie, darunter 3 Kinder des Gefallenen, einen braven Familienvater verloren. Kreis Friedberg. - Bützbach>, 11. Jan. Gestern nachmittag gegen 5 Uhr wurde in einem Teiche in der Nähe des Ostbahnhoses eine männliche Leiche, die mit einer Soldaten: miftwm bekleidet ivar, gefunden. Bei der gerichtlichen Ermittelung wurde festgestellt, daß es der Landsturmmann Konrad Süß, Taglöhner von hier, der im Landwehrersatzbataillon des Jnf.-Regts. Nr. 116 diente, war. Tie Leiche lourde sofort ins Leichenhaus verbracht. R e i ch e l s h e i m , 11. Jan. Von einer Fliegerbombe tödlich verletzt wurde der Landsturmmann August Harth. Er hinterläßt eine Witwe und sieben Kinder. Starkenburg und Rheinhessen. --- Darmstadt, 10. Jan. In der vergangenen Nach! verstarb nach langem Leiden im Alter von 70 Jahren der Vorstand bei Großherzoglich Hessischen Katasteramtes, Geheimer Finanzrat Tr. L. Lauer. m. Ofsenbach, 11. Jan. Zn einer schweren Bluttat kam es in der Ludwigstraße, Ecke Goethestraße, deren Anlaß eine geringfügige Anrempelei bildete. Der Mechaniker Johannes M eiiue t aus der Ludwigstraße war mit seinem Freunde aus den: Nachhausewege begriffen, als ihm der erheblich vorbestrafte Gürtler Anton U l l r i ch und der Schlosser Theodor G a i l i n g nach dem geringfügigen Streit nachfolgten und ihm kurz vor seiner Wohnung mit einem feststehenden Messer zwei gefährliche Stiche in den Hals beibrachten. Meuner konnte sich noch ins städtische Krankenhaus schleppen, wo sich sein Zustand derrnatzen verschlimmert hat. daß an seinem Aufkommen gezweiielt wird. — Amtsgerichtsrat Schmidt, der am hiesigen Amtsgericht 9 Jahre tätig war, ist mit Wirkuitg vom 1. Februar nach Darmstadt versetzt worden. ob. B i n g e n, 10. Jan. Der Wasser st and desRheines ist im Steigen. Am Samstag, den 8. Januar, stand das Wasser am hiesigen Pegel ans 2,76 Meter, während der höchste Stand der vergangenen Woche sich am Freitag und Donnerstag mit 2,30 Meter zeigte. Seit Sanrstag hat sich der hiesige Pegel- stand nun aui 2,92 Meter am heutigen Abend erhöht und weiteres Steigen ist in Aussicht, denn auch am Oberrheine steigt der Rhein, wenn die Steigung auch noch nicht außergewöhnlich bedeutend ist. Der Schiffabrtsverkehr erwies sich recht lebhaft, wurde doch der^ günstige Wasserstand nach Möglichkeit ausgenutzt und obwohl die starke Strömung des Rheines ein ivesentliches Hindernis war. Auch die Nahe steht hoch und bringt eine Menge Wasser. Hessen-Nassau. § M a r b u r g , 11. Jan. Während seither in den Wirtschaften tadt und des Kreises der sog. „Schoppen" Bier, der durchschnittlich Vierzehntel, in manchen Wirtschaften auch noch Fünfzehntel saßt, mit 15—13 Pfg. verkauft wurde, kostet dieses Quaiüum Bier jetzt 20 und 21 P^g. Auch das Flaschenbier ist entsprechend teurer geworden. = Fr an kfurt a. M., 11. Jan. An der Jdsteiner Sttaße warf sich heute vormittag ein junger unbekannter Makin vor den Wiesbadener Eilzng. Er wurde überfahren und auf der Sülle getötet. — Die Stadtverwaltung wird fortan die Frauen in erweitertem Maße zu den städtischen Aeintern heranziehen. Eine entsprechende Vorlage geht der Stadtverordnetenversammlimg demnächst zu. --- Fulda, 10. Jammr. Mit Zustimmung des Magistrats beschloß der Kirchenvorstand der Stadtkirchc die E i n s ch m e l - zung des Gesamtgeläuts und das^ Metall der Heeresver- rvaltting zur Verfügung zu stellen. Dafür wird die Stadtverwaltung der Kirche ein neues Geläut verschaffen. U^i-rschEn der Gleise des wurde ern Soldat von entern Zuge überfahren UTt o gerötet. b ach, 10. Juuuar. Auf der Bergbahn, Grube M^cknrg- nach dem Bahnlwf Wirt, geriet -er Motorwagen mit 13 beladenen Erzwagen ins Rollen nnd sauste, sofort die Bremsen rn Tätigkeit traten, mit immer größerer Geschwmdtgkert zu Tal. SMießlich entgleiste der Zug und Böschung hinab in das Tal. Das Personal konnte sich rechtzertlF durch Abspringen retten. Gerichtrsaal. Der Mordprozcß Oberst. Frankfurt a. W,, 11. Jen Maßregeln müssen taTW Ärf 9 ®* 1 ^ben durchs die Einsicht und die Pflicht- üble^r^.^i?'olk'erung ^selbst. Sie aus sich heraus muß die ge- & ^"tlichkert bekämpfen und beit Geschlechts ver kehr Vprr r ^c.V te ? lu & erziehend weiter gehen im Kampfe gegen qewissÄs^Ä^S' al i gesetzlich möglich ist. Jeder % deutsche muß sich bei seinem persönlichen Verhalten der mÄl” 1 Getränken seiner großen Verantwortung wegen ^ 55S3SI®! 01 Bedeutung des Beispiels bewußt sein, w^^ass Upt müssen »mr unsere Gesinnung veredeln. M sublen Und handeln, was wir sind, als Le- Unsterblichkeit bestimmten Lebendigen, dessen ver- doä und Samenkapseln wir sind, jenes Lebendigen, ^affmd sich müht, aus den ihm verliehenen Gaben 3h l.»‘^mmenn-e fflcrfe ju schasse», in unendlicher Anniihe- rund den Trutschen zu verwirklichen! 77-80 Ethische und hygienische Aufgaben unserer Zeit. w ^ Berlin, 10. Januar. Eine eindrucksvolle Kundgebung veranstaltete am Samstag, Ln ^tvnuar, der Deutsche Verein gegen den Mißbrauch geisüger Getränke m der Neuen Aula der Berliner Uiiiversität. Skv Jenwser Philosoph Geh. Rat Universitäts-Professor Dr. Rudolf Euckeu wid der Münchener Hygieniker Geh. Rat Universitäts- proseffor Dr. Max von G r u b e r sprachen über „Ethische und hygienische Aufgaben der Gegenwart". Pro- fessor Dr. R. Euckeu z-eigte die ethische Aufgabe, lvie sie der Deutsche versteht un.'d was sie für ihn bedeutet. — Dann folgte eme Charakterisierung des ethischen Standes unseres Lebens vor öent Kriege, g bestand neben anderen Gefahren vornehmlich die Gefahr ernes sklavischen Unterliegens unter eine raffinierte Sinnluchleit: das war sowohl der Fall in der Richtung auf einen über- spaunten Luxus hin als in der Zügellosigkeit in geschlechtlichen Tmgeu nne auch rn dem starken Mißbrauch geistiger Getränke — Nun hat der Weltkrieg uns Mrs drohender Verweichlichung anfge- ruttelt und erneu gewaltigen Ernst in unser Leben gebracht. Mer jene Utfyci sind damit keineswegs schon in der Wurzel ausgerottet — Eine grotze Ausgabe erwächs daraus, die Forderung der Zeit rn einen bleibenden'Gewinn zu verwandeln. — So gilt es Punkt für Prmtt den Kampf gegen jene Verkehrung des Lebens aufzu- uehmen; ber der Sckmnerigkert der Sache bedarf es aber dazu eines ZsEnmenichlnsses der Kräfte, bedarf es gemeinsamer, eifriger Skncmf ergriff As Wort Prof. Dr. M. von Grub er München, zum Thema hygienische Aufgaben der ^^.^n v?a r t". Der Wettkii-eg hat uns die ungeheilere Gefährlichkeit unserer Lage unter dm Völkern enthüllt. Sie bleibt bestehem Sie erfordert, daß wir init größter Besonnenheit und großer Kraft Rassenhygiene be- tzbKen, dap wir unser Volk dauernd auf eine möglichst große' Zahl von Individuen von möglichst vollkommener Lebenstüchtig-' !?^,drtngen. Die ^Beschaffenheit eines Jndividuunis, eines ganzen Volkes, sem Phanotypns, ist das Produkt seiner Anlagen (Gene) nnd seiner Umwelt. Die Gesamtl>eic der Anlagen bildet dm soMn. ^e^otypus des in uns lebenden Jdoplasmas Die Gene selbst smd etwas außerordentlich Beständiges Wir können nicht willkürlich neue Gene schaffen, oder die vorhandenen Gene verbessern; insbesondere gibt es keine Vererbung erworbener Eigenschaften. Wohl aber kmrnen anscheinend Gene unter be- stinrniten Einwirkungen zugrunde gehen. Eine Veränderung der Gmstruktnr eines VoKeS, das aus der Vernch'chmg verschiedener Raffen hemv^eMngen ist, wie das deutsche, und daher zahlreiche ^ilweisc verschiedene Genotypen vereinigt, ist aber möglich durch ^butzlng nach bestrmnttm Gesichtspimtten (z. B geleitet durch ^Echaftlrchen oder sozialen Erfolg) und ungleiche Fortpftanznngs- rZ^n^tbarkeit der verschiedenen Gruppen die im allgeineinen die Begabter^ Willenskrasttgeren fern werden, ungenügend vermehren, muß eine zunehmmche Verschlechterung der Anlagenmasse eines Volkes ern- treten, die binnen weniger Generattonen verhängnisvoll werden un^heuece Gefahr liegt bei uns, wie bei anderen hochkultivierten Nationen mit reichlicher städtffckier Bevölkerung ■^ urc ^ 1 willkürliche Einschränkung der KindererzeuMng herbeiMsührt, die auch die Volksvermehriing im ganzen mch damit dre Exfftenzmögiichkeit gegenüber dem russffchen Volke ^fahrdet. Eme lebensnotwendige Aufgabe unseres Bo^s fft die Bekämpfung des sog. „Zweikindersystems". Die ausgiebige LLrun.d^ertv°l,.nGenkombin°i3„^ u^di^s^^Vpen die bestmögliche?/ Mü^ty^ fidf JStfattm /Tr* ° m w l Yü AwgänglickLeit der Individuen bleibe», daher die grohe Beix"iitu»o der Pileae r>er^us^ölichen und der L:bensfühn)na der Er- machseuen D^. ubermarhjrgen Schädli«eiten müssen serngehal- imt> Ie^rrschmi« der Bezwingbaren mujj durch Lbu"« werde» Unter den die erwünschte Ent ^lTL m r ^ilkung des Phanottzpnz gefahndenden Umwelts aas au«-« ,w * w " *" ®» Produktion. Eine ungel-euere Menge von ^ndividmn, dre nach dem ursprünglliä-en Genotypus ihrer Ettern vorzügliche Glieder ihres Volkes, wertvolle Plusvariai^ten hatten werden koiknen, werden so als mehr oder weniger miverbesserlicke Minusvarianten erzeugt und geboren,' Viel umstritten ist die Frage, ob diese Minus Varianten auch rm Genotypus jenes Teiles des Keimplasmas, den sie bei der Fortpflanzrmg weitergeben verdorben srird, also kerne tadellose Nachkommenschaft mehr zu liefern imstande sind, oder ob nur sie ftidividuelle Berkünnnerungeii sind Ev scheint, daß man eme Zeitlang diese Frage zu pessimistisck betrackftet l>at Wenn nicht vie Schädlichkeit^ neuerdings eiüwirtt ^^len Fällen eine rasche oder allmähliche Erholmig des Jdwplasmas eintreten zu können, wobei sich dann der Genotypus als unverändert erweist; es scheint sich in vielen Fällen, wo dre erste oder nocl;> die zweite Tochter- generatton Zeichen von MürderWertigkeit erkennen läßt, nur Um Nacl) Wirkung auf die Entfaltungsmöglichkeit, um sogenannte „Induktion" oder „Praeinduktton" zu handeln. Ob es rn allen Fällen so ist, und ob nicht doch auch Die Pferdezucht im Krfegsjafyre. Einbuße, die das Pferdematerial im Kriege erlewet, wird durch eine gesteigerte Förderung der Pferde- gesucht. Das beweisen z. B. die Zahlen, die preußischen Staate§ für 1915 vhnnn H a u p t g e st ü t e, die sich in Tra- teÖTteit, Graditz, Beberbeck, Neustadt a. D. und Georgenburg r 1 8 c n ^ 9 r e ^ üte. In den Hauptgestüten Jahre nicht weniger als 38 Haupt- { Mutterstuten und 2480 junge Hengste und di p fln HU6 r/^ 6 c^^rde und Wirtschaftsvieh wurden in fast 900 000 Mk. eingenommen. An Sprung- und Fullengeld kamen-85 000 Mk. ein. Trotzdem An^d.«^Staat noch V/ ? Millionen Mark Zuschuß leisten. Auf den Rennplätzen erringt der G r a d i tz e r Stall Er- die jährlich etwa 400 000 Mark einbringen. Auch dieses Geld wird der Pferdezucht wieder dienstbar gemacht. Ni-,. sind auf ganz Preußen verteilt. Bier smd in Ostpreußen dem klassischen Lande der Pferde- die beiden ostpreußischen Landgestüte in Rastenburg und Braunsberg und die zwei litauischen in Georgenburg und Gudwallen. Die westpreußischen Land- gestute liegen m Marienwerder und bei Pr.-Stargard, die ^ ir ^ e un ^ ^^bsen, das brandenburgische in Neustadt a. Ddas pommersche in Labes, das niederschttsische in Leubus, das oberschlesische in Cosel, das sächsische in E^uz, ^s schleswig-holsteinische in Traventhal, das banno- Ül westfalische in Warendorf, das hessen- nasfauffche m Dillenburg und das rheinische in Wickrath, ^n diesen Landgestüten befinden sich insgesamt 3645 Land- Markör' ^ staatliche Zuschuß beläuft sich auf 1800000 Die Zemeinsamen Einnahmen aller staatlichen Gestüte fii r R- tt ’ a Millionen Mark, die Ausgaben mehr als 8 /2 Millionen Mark, so daß über 3 Millionen Mark zu- gejteuert werden muffen. Aber dieses Geld ist gut angewendet. ' Bullen. Dollfleischige, ausgeivachseiic höchsten Schlachtw m 'ex' Färsen, Kühe, m ^EÜchwe ausgein. Färsen höchst. Schlachtw. 71—75 Vollfleischiqe ausgein. Kühe höchsten Scylacht- wertes bis zu 7 Jahren.64—72 ^Sernn gut entwickelte Färsen 60—65 Aeltere ausqemästete Kühe .5ö-62 Mäßg genährte Kühe und Färsen .... 50—55 Gering genährte Kühe nnd Färsen .... 44—52 Mittlere Mast- und beste Saugkälber' . . . 90-00 Geringere Mast- nnd gute Saugkälber . . . 86-90 Geringe Saugkälber.80—85 Schafe. nr” Weideinastschafe. Mastlammer und jimgere Atasthammel. . . 74-00 S ch,v e i ir e. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 Ir fr Lebendgeivicht .... Vollfleischige Schweine unter 60 k<* Lebendgeivicht.. Vollfleischiqe Schweine von 100 'bis 120 tg Lebendgewicht. Vollfleischige Schiveiue von 120 bis 150 kg Lebendgewicht. ic. Frankfurt «. M., 10. Jan. Frn'cl/t- und Futter- c?^^?lmärkt. Gegen die Borivoche ist die Stimmung am Friielfl- und Futtermittelmnrkl als unverändert zu bezeichnen. Di« Rachirage nach Futtermitkel ist sehr groß, die Preise halten sich u!? 2öh«. Biertreber 52-55 Mk.. Leinkuchen 74.^ «6 Mt. Wicken 65 Mk., Navsschrot 59-6l Mk., ,L"-Futtep 4o-47.00 'iük. Alles per 100 Kilogramm. ke. Frankfurt a. M., 10. Jan. K a r t o f f e l m a r k t. 133-140 131 —140 120-133 120-130 110-124* 100-110 100-110 150—00 143-150 135-145- 160—00 108.00—00.00 — 93.00-00.00 — 118.00-118.50 — 128.50-129.00 — Meteorologische Beobachtungen der Station Gieren. Jan. 1916 i»o| u G S — 0 0 ~ 0 'S 2 % C “ , G5 jO = SH »-> !o J-O « ©J#£ Wetter P - QJ W i cOä 1^1 10 . 2* 6 5,0 5,8 88 10 10 . 11 . 925 725 — 5,9 7,2 6,5 7,0 93 92 — r 10 10 Regen Temperatur am 9. bis 10. Jan. 1916 — 4- 5,9° C. '' " „ 10. „ 1916 = - 11 ° c. Niederschlag: 3,2 mm. Amtlicher Wetterbericht. f bnt li che r, Wetterdienst, Gießen, ussichten in Heuen am Atitlwoch, den 12. Jan. 1916'. Wechselnd bewölkt, stellenweise Niederschläge, etwas kälter. Letzte Nachrichten. vermischtes. er1 1 crunfl g egen Heeresdienst. Wunderliche fiÄW werden m England alle Tage geschlossen, aber daß Bonner gegen die Einführung der Dienstpflicht ?E^stchert hatten, ist bis jetzt noch nicht gemeldet worden. Und doch hat eine ähnliche Einrichtung vor einigen hundert Jahren in England bereits bestanden, und zwar damals, als während de? ? rT n ^?oleon die sogeiiannte „Militia Ballot Act", das Milizauslosungsgesetz, m Kraft trat. Dies Gesetz bestand darin. l a nt verschiedenen englischen Grafschaften durch das ros zum Eintntt in das Heer bestunmt wurden. Wurde der Teil- ^^ohl'ch..Mm Heeresdienst herangezogen, so kaufte er sich aus der ihm durch d,e Versicherung zufallenden Prämie einen Stell- Vertreter, der statt ferner an die Front abging. Natürlich bildeten ^ der Versicherung gegen Heeresdienst in den einzelnen Städten nebenher ailch noch sogenannte „Jnsuranee Clubs", unterhiät^^" wissen, daß man sich darin ausgezeichnet .AEalienische Schanermären über die öster- r e r ch i s ch e Hunger s n o t. Um dem italienischeir Volk den Schmerz über dre Lebensmittelteuerung im eigenen Lande etwas ^leichtern werden immer neue Märchen erfunden, die in chillernds en Farben von dem Elend und der Not in Oesterreich iind Deutschland zrr erzählen wissen. So ist neuerdings in der ,,Stampa zu leseir: „Man muß ungeheure Summen zahlen, um Österreich überhaupt etwas zu effen zu bekommen Für ew Sti.ckchen Brot, das bei uns 2 Centesimi wert ist, zahlt man in .^4 Heller. Die Butter kostet 7 Kronen, das Mehl 1,30 Krone, das Fleisch 6 Kronen. Em Pfund Schinken kostet 17 Kronen, ein Eervelatwurst 12 Kronen. Bier bekonimt man nicht mehr und der Wem ist nichts anderes wie schmutziges Wasser ..." ^ ' rn tri, vP P C L ^ 9 e *t e ^ o ö c § q n 3 e i fl e. Eine malirhaft seltene B escheidenheit zeigte dieser Tage ein Schweizer Bürgers der Keit seines Lebens em Femd der Lobhudeleien war und, den Tod heän" nahen suhlend, seine eigene Todesanzeige schrieb, die dann auch am Tage nach seinem Hmscheiden in einer St. Galler Keituna er- chren und folgendermaßen lautete: „Hierdurch nehme ich Abschied von Verwandten, Freunden und Bekannten. Nach la.igem Leiden starb ich an den Folgen emes Magengeschwüres im 55. Altersjahre Sollte ich wlssend oder unwissend jemand betrübt oder beleidiat hvben, so bitte ich um Verzeihung." ^ ^. Märkte. G.ctzen, 11. Ja». Marktbericht. Aus den, hcutiqen Wochenmarkte kostete: Butter bas Psd. 1.90-000 Hübnereier hn« f“}? Käse das Stück 8-10 Psq., Käsematte 1 Stück Psg-, Kartoffeln der Zentner 3,75 bis 000 Mark Milfs, ^ ^Eer 26 Psg., Aepsel der Zentner 6 bis ' 8 Mk. ' Spinal 20-2- Psg. das^ Pfund, Wirsing 10-15 Pfg. das Stück Gttbe- ruben 10- 12 Pfennig das Pfund, Rotkraut 15—25 'Pfennig das Stuck, Rosenkohl 25-30 Pfg. das Pfnnd Koblrabi 6 b ^ 8 P!q. das Stück, Weißkraut 1ö-Sb P,g das Stück Birnen 7 ^^besjere 00-00 Psg. das PsmL. rote Rüben 7-8 P'-i rounsch Kohl 6-8 Pfennig, Zwiebeln der Fentner 15—17 Mk Nüs e 100 Stück 60-60 Ps6?Bknmenkok,l Ä febril 8Vi8 2 'Vf ® UCt ' ® nbu,le " 10 ~ 12 P!g- ~ Marktzeit von /c. Frankfurt a. M Viehhofmarktbericht vom 10. Jan Anstrieb: Rinder 6209 (darunter Ochsen 351. Bullen 47 Kühe und # a r|eri 2811), Kälber 339, Schafe 93, Schweine 119 Marktverlauf: Flottes Geschäft, wird alles geräumt. Preise für 100 Pfd. Ochsen Lebend- Schlacht- VoNfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht- Mk. wertes, 4 — 7 Jahre alt. 77_ g3 140 — 150 Junge fleischige, nicht ausgemästete mri ältere ausgemastete. 70-76 130-136 Die Kämpfe in Albanien. ^ Budapest, 11. Jan. Athener W.ätter melden aus Korf«^ In Albanien dmieim die Kämpfe zwischen a u f st ä n di s ch e \t Stämmen mit dem serbischen Irnd ftalienischen Militär mit großen Verlusten für die Serben und die Italiener an. Me Albaner haben besondere Gebirgsgeschütze. In der letzten Woche NMr- den 1500 Verwundete nach Italien ttansportiett. Die Ratlosigkeit in Salomki. Amsterdam, 11. Jan. Aus London erfähtt der Verttttn der Bvf fischen Zertung, daß sich in englffchen militärischen Kreisen die Befürchtung znspitzt, Griechenland könne da§ lägäische Meer durch Minen sperren, wvdnrch das Expedittonsheer in Saloniki vollständig abgeschnftterr wäre, WÄb- > rend durch die Gefahr, die den Kriegs- imd Transpottschiffen von der: Unterseebooten droht, das Geschwader zur Untättg- keit verurteilt ist. Wenn Griechenland feindselige Absichten ttage, würde nicht ein Mann von den Truppen der Verbündeten entkommen. Die herrschende Unlust zur Fottsetzung der Operation iit Sal-miki erträgt sich nach englischen Berichten auch auf die Truppen, die wegen der erzwungenen Untättgkeft und der Unsicherheit der Lage mutlos werden. Mehrere Regimenter englischer Soldaten haben um Ueberführung nach Aegypten nachgesucht. Ein englischer Offizier teilt in einem Brief mit, kein. Mensch kann uns sagen, worauf imr hier noch warten. Wir haben die Franzosen geftagt, aber die wissen ebenfalls nicht, was sie hier sollen. Unsere Feinde lvatten ab, wir warten ab, Grieck-enland wattet anch^ ab. Wir wären alle ftoh, wenn wir hier wegkämen. serbische Truppen in Saloniki eingettoffen sind, bestätigt sich nicht. Nur kleine Trupps von einigen Hundert Mann srrrd in Begleitung des Königs Peter und mehrerer Offiziere an- gekommen. Großfürst Nikolaus wieder im Haruitguartier? >k.-i.rid a.sel, 11 Jan Aus Petersburg wird gemeldet: GroH- > furst Nittlaus beftndct sich vorübergehend ün Kaiserlichen Hauptquartier. Die Befestigungen von Chalkidike. Budapest, 11. Jan. Aus Athen wird gemeldet' Die En» ?^^ttuppku artettieu weiterhin fieberhaft cm der Befestigung der Halbinsel Chalkidike. Man beabstchttgt, Casnandra als Basi^ zu venu Yen. Die versagende französische U-Bootsflotte. ^ C Jo^ '• 11 w3f n * 3 m -,^cho de Paris" krittsiert eiti ftau» ^ ^^^nnEzier ziemlich scharf das ftanzösischc Untersee- ^lystem, ivelchem er Namentlich t e ch n i s ch e I r r t ü m e r zu- schreibt Er sagt, ^urch ihre Boote waren die Deutschen überall gut unterrichtet, ivas aber hat man bei uns auch imr während Krieges getan? Man erlaube mir, darüber nicht ÄT UnfCT StoH aber darf versichert sein, daß am selbe» Tage, a» dem unsere Kommandanten der Unterseeboote ein gntes Wer^kzeug in men, ste sich des Mittels auch bedienen werden. Nur darf dieser Tag nicht zu spät kommen. Sturz des Kurses der ägvptischen Anleihen. Paris, 1.1 Jan. Tie Kriegsgefahr kommt in dem Kure)- stürz der unifizierten Aegypter von 78,50 zum Aus- druck. Er steht heute 10 Prozent niedriger als vor 6 Wochen. Todes-Anzeige. Gestern entschlief sanft nach schwerem Leiden meine innigst- geliebte, gute Frau, unsere liebe, unvergeßliche Tochter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin, Nichte, Cousine, Enkelin und Tante x .m kaum vollendeten 29. Lebensjahre. In tiefem Schmerz, um stille Teilnahme wird gebeten, im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Theo Wohlgemuth, z. Zt. auf Urlaub. Giessen (Bahnhofstr. 29III), Harburg, Hamburg, den 10. Januar 1916. Die Beerdigung findet Mittwoch, nachmittags 3 Uhr, vom neuen Friedhof aus statt. 07074 von Liebig u. Fehling empfohlen, ist ein besonders wirksames und Kräftigungsmittel für Kinder und Erwachsene. Icflund's ßctibcw 150 Jahren bewährt. Jjbflund\ als beste Husten-Bonbons seit 50 Jahren bewährt. Man verlange stets in den Apotheken u. Drogerien die Original-Packungen von Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Tode unserer unvergesslichen Mutter, Grossmutter, Urgrossmutter, Schwiegermutter, Schwester und Tante Frau Anna Margarete Kröck sagen wir allen herzlichen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. WWW 1 Mittwoch früh und Donnerstag eintreffend: 8 Feinße loinii. Augel-SWsche 1—4 pfundig. Ü Prima Holland. Cabliau Heuchelheim, Januar 191G. mfircftrnhc 11 ^ ne Wohnung sä verm. (<6 Näheres daselbst 1. Stock. H AUTÄ Wilbelm A ^ ** krähe 7 z. Alleinbewohnen eingerichtet zu vermieten 78 OläHeres Wilbelmstr. 5. 6 Zimmer j 0st-An!age 39, ,neuzeitl.einder.sonnige 6 *Z.- Wohn. m. Zu|>eh., Badez. u. 1 Garten aut. f. 1. April /.verm. Näh. Saltar sreeg 5 2 EI. 6 5 -751 Wilhelmstraste 8 III. 6 -Zimmerw.mit Bad, Loggia und allem Zubeh. zu verm. Näheres Frankfurter Skr. 29. ö Zimmer SrhöneManiardcnwohng. (5 Zimmer) per 1. April zu vermieten. Näher. Stephan- straste 17, Parterre. 1180 :§trrii a-Zirn.-Kohiig. , m. Bad ver 1. Avril zu verm. (Wilhelmstr.) 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Januar ebenfalls bei der Stadlkasse gutgeschrieben sein, andernfalls die vorgeschriebenen Pfärwungskosten erhoben werden. [198 B Alle im Jahre 1896 geborenen Militärpflichtigen, sowie diejenigen, welche dieses 2 lller bereits überschritten, aber sich zur Musterung noch nicht gestellt haben, oder bei dem Kriegsersatzgesdiäst zurückgestellt worden sind, und entweder in Giesten ihren gesetzlichen Wohnort haben, oder sich als Siudierende, Schüler von Lehranstalten, Haus- und Wirtschastsbeamte, Dienstboten, Handlungsgehilfen, Lehrlinge usw. hier aufhalten, werden hiermit aufgefordert, sich behufs Eintragung ihrer Namen in die Nekrutiernngs- Stammrolle in der Zeit vom 3. bis 15. Januar d. I. aus dem Standesamt im Ratbauie, am Marktplatz, zu melden, und dabei, wenn sie dahier nicht geboren sind, ihren Geburtsschein, oder wenn sie bereits an einer Atusterung teilgenommen haben, ihren Musierungsausweis oder Berechtigungsschein vorzulegen. Wer die Anineldung unterlätzt, wird mit einer Geldstrafe bis zu 30 Mark oder mit Haft bis zu drei Tagen bestraft. Bezügliär der zurzeit der Meldefrist vorübergehend abwesenden Dtilitärpstichtigen sind deren Eltern. Vormünder, Lehr-, Brot- oder Fabrikherren zur Anmeldung verpflichtet. Für bereits Eingestellte ist eine Dieldung nicht zu erstatten. Giesten, den 3. Januar 1916. Der Oberbürgermeister Keller. 154B Die im Dezember 1898 yeborenen Landsturm- pflichtigen der Stadt Giesten müssen sich am 15. Januar d. Js., vormittags von 8—12 Uhr und nachmittags von 2— 6 Uhr, im Rathaus am Markt zurLandsturmrolle melden. Mit Ablauf des 15. Januar müssen sich sämtliche in 1898 geborenen und hier wohnhaften Landsturmpflichtigen gemeldet haben. Wer die Anmeldung unterlassen hat. wird aufgefordert, sie sofort nachzuholen. Unterlassung der Meldung wird nach den Militärgesetzen bestraft. Giesten, den 7. Januar 1916. 320 B Der Oberbürgermeister. Keller. Borratserhebung über Saatgetreide. Auf Grund der Bundesratsverordnung über Vorratserhebungen vom 2. Februar 1915 iabgeändert durch die Verordnungen vom 3. September und 21. Oktober 1915) ist durch Verfügung des Grosth. Ministermms des Innern vom 20. Dezember 1915 die Vornahme einer Erhebung über die am 15. Januar 1916 bei den Saatgut- Händlern vorhandenen Vorräte an Saatgutmengen, getrennt nach Winter- und Sommersaatgut, an- geordnet. Demgemäü fordere ich sämtliche im Bezirk der Stadt Giesten wohnenden Saatguthändler ans, die am 15. Januar 1916 in ihrem Besitz befindlichen Saatgntmengen, getrennt nach Winter- und Sommer- saatgut, bis spätestens den 16 . Jannar 1916 ans dem Stadtbause, Zimmer 9, anzuzeigen. Die Angaben sind in Zentnern zu machen. Wer vorsätzlich die Anzeigen, zu denen er auf Grund dieser Bekanntmachung verpflichtet ist, nicht in der gesetzten Frist erteilt, oder wissentlich unrichtige oder unvollstänoige Angaben macht, wird mit Gefängnis bis zu 6 fMonaten oder mit Geldstrafe bis zu 10 000 Lllk. bestraft: auch können Vorräte, die verschwiegen sind, im Urteil für dem Staat verfallen erklärt werden. Wer fahrlässig die Anzeigen, zu denen er auf Grund dieser Verordnung verpflichtet ist, nicht in der gesetzten Frist erstattet, oder nnrichiige oder unvollständige Angaben macht, wird mit Geldstrafe bis zu 3000 Dlk. oder im Un- vermögensfalle mit Gefängnis bis zu 6 Monaten bestraft. Giesten, den 8 . Januar 1916. 325 B Der Oberbürgermeister. Keller. Die Fubrleistungen für das Gas- und Wafierwerk sollen öffentlich vergeben werden. Angebotsformulare und Bedingungen liegen tvährend der Dienststunden bei dem Gaslverk zur Einsidit offen. Angebote sind unter Benutzung der bei dem Gaswerk erhältlirijen Vordrucke bis zum 21. Jannar d. I., vormittags 11 Mir, ver- schlofsen und mit entsprechender Anssdirist versehen an das Gas- und Wasserwerk einzureickien. Freie Allswahl unter den Bewerbern bleibt Vorbehalten. Die Bewerber bleiben au ihre Angebote bis zur Zuschlagserteilung gebunden. Mi p