Nr. 4 Erstes Blatt Der Sletzener Anzer-er «scheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich GiehenerFamilienbiälter; zweimal wöchentl.Areis- blatt für den Ureis Giehen (Dienstag und Freilag): zweimal monatl. Land- virtfchastNche Zeitsrageu Fernjprech - Anschlüße: für die Schrittleitung 112 Verlag,Gefchäftsstelleöl Adresse iür Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis zum Abend vorher. J66. Jahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Donnerstag, 6. Januar WS Die Einbringung des englischen vienftpflichtgesetzes im Unterhaus. Joffre über Urieg und Frieden. (WTB.) Trotzes Hauptauartier. 5. Januar. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Artillerie- und MineukLmpfe an mehreren (Stellen der Front. Orstlicher und Balkankriegsschauplatz. Die Lage ist uuoerändert. Oberste Deeresleituug. » , » I i l ' ! • ' • Asguikh hat im englischen Unterhause sein Dienstpflicht Gesetz eingebracht, nady welchem die unverheiratetem jMänner und die kinderlosen Witwer im Alter von 18 bis 41 Jcchren zum Militärdienst herangezi 0 .gen werden können. Trotz Meimmgsverschiedenheiten in: Kabinett und einer nicht zu leugnenden Spaltung im Volke wird das Gesetz wohl angenommen werden. Seine Gegner werden sich sagen, daß es bei Zeit und Gelegenheit wieder abgeschafst weä>en könne, sobald es seine hauptsächliche Be stimmung, den Geist des Widerstands und den Willen zur Fortsetzung des Krieges bei den Verbündeten neu zu beleben erfüllt haben würde. In der Tat, etwas müssen die Eng länder schon tun, um den enttäuschten Hoffnungen ihrer Mit streiter ein neues Gegengewicht anzuhängen. Freilich, viel ist es nicht, was das neue Gesetz bringen kann, denn es ist aus gerechnet worden, daß die Truppenzahl, die nach seiner An nähme ins Feld gestellt werden kann, nicht viel größer sein kann, als die Millionen, mit denen Kitchener bisher schon geprahlt hat. Nur müssen sich die Freunde Englands allenfalls heute selber sagen, daß bisher ein guter Schwindel mit Zahlen getrieben worden ist. Mit dem Gedanken des Wehrpflichtgesetzes ist bekanntlich schon vor langer als einem Jahre in ®n$tanb' gespielt worden. Damals haben die deutschen Kritiker oft ausgesprochen, daß selbst beim Zustandekommen eines solchen Gesetzes England die Mittel der Organisation und Truppenausbildung fehlen werden, um den Plan noch während dieses Krieges wirksam machen zu können. Dasselbe darf auch heute festgestellt werden. Wir fürchten die englischen Millionen nicht c,.«..... — ~ jr -- Ttur ins Wie die Engländer mit ihrer Flotte rn der Hauptsache leere Demonstrationen machen, ohne sie jemals ernstlich Feld der Gefahr zu schicken, nämlich zum Angriff auf die deutschen Küsten, so wird auch mit dem Dienstpslichtgesetz sicherlich vorwiegend ein demonstrativer Zweck verbunden. Wenn dieser Zweck hinreichend durch ein auf dein Papier ^stehendes Gesetz erfüllt werden kann, warum sollen, so toer- den im stillen viele in England denken, unnütze Geldausgaben gemacht werden? lind man wird sich über die bisherigen Grundsätze mit dem Vorbehalt beruhigen: kommt Zeit, kommt Rat. Der französische Generalissimus Foffve hat au seine Truppen einen Neujahrs-Armeebefehl heraus gegeben, der mehr politisch-diplomatischer Art als Tnrlitärischen Charakters ist Joffre preist die Erfolge seiner Heere auf den Kriegsschauplatz^ in Frankreich und legt es Deutsch? land als Schwache aus, daß es seine Operationen auf andere Gegenden verlegt habe. Wir können demgegenüber nur beruhig^rd hinzufügen: Das Bild wird fertig gemalt, ob es nun in der Richtung von links nach rechts oder umgekehrt geht. Auch in Jofftes Auslassungen finden wir wieder das Bekenntnis: Krieg bis aufs Messer uud die Unterstellung, in Deutschland gebe man sich bereits vorzeitig Friedensgedanken hin. Das könnte der kleinen sozialdemokratischen Opposition endlich die Augen öffnen! Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. W i e n, 5. Jan. (WTB. Nichtamllich.) Amtlich wird oerlautbart: 5. Januar 1916. Russischer Kriegsschauplatz. Unsere Truppen iu Oftgalizien und an der Grenze der Bukowina kämpften auch gestern an allen Punkten siegreich. An der bessarabischen Front setzte der Feind in den ersten Nachmittagsstunden ernrm mit stärkstem Geschütz feu er ein. Der Jnfanterieangriff richtete sich abermals gegen unsere Stellungen bei Toporoutz und an der Reichsgrenze östlich von Rarancze. Der Angreifer ging stellenweise acht Reihen tief bis gegen unsere Linien vor. Seine Kolonnen brachen vor unseren Hindernissen, meist aber schon früher, unter großen Verlusten zusammen. Kroatische und südungarische Regimenter wetteifern im zähen Ausharren unter den schwierigsten Verhältnissen. Auch Angriffe der Russen auf die Brückenschanze bei U s c i e c z k o und in der Gegend von Jazlow ice erlitten das gleiche Schicksal wie jene bei Toporoutz. Weittr nördlich keine besonderen Ereignisse. Italienischer Kriegsschauplatz. Infolge besserer AichwerhLlLuisse war die Mrtillerie- tätigkeit gestern nachmittag an der ganzen küstenländischen > Front lebhafter. Im Krn-Gebiet und namentlich fceij Oslaw ija erreichte sie große Heftigkeit. Ein neuer Angriff aus den von unseren Truppen genommenen Graben nördlich Dolje und ein Handgranatenangriss auf unsere Stellung nördlich des Monte San Michele wurden abgewiescn. Unsere Flieger warfen auf militärische Bauten in A l a und S t r i g n o Bomben ab. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine Aenderung. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant. Die englische Dienstpslichtvorlage. London, 5.Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Daily Telegraph" berichtet, daß die Dienstpflichtvorlage noch nicht die Zustimmung aller Minister besitzt. Mc. Ken na hat Bedenken finanzieller Natur. Run- c i m a n ist dagegen, weil er glaubt, daß die Zwangsmaßregeln Handel und Industrie ruinieren werden. Das Blat will aber von maßgebender Stelle erfahren haben, daß weitere Demissionen nicht wahrscheinlich sind. — „Daily Tele graph" glaubt, daß die Arbeiterpartei geneigt ist, einen gemäßigten Dienstpflichtentwurf anzunehmen. — „Morning Post" erwartet, daß noch heule abend über die Vorlage abgestrrmnt werde und daß die Minderheit da gegen etwas über hundert Stimmen betrage. — „Daily Chronicle" ist der Ansicht, daß nicht mehr als acht Arbeiter parteiler gegen die Dienstpflicht stimmen, wohl aber die N a t i o n a l i st e n sich der Abstimmung ganz enthalten wer den. „Daily News" schreibt: Die Freunde Mc. Kennas und Runcimans erwarten, daß einer von beiden, oder viel leicht beide Ende dieser Woche zurücktreten werden. Wenn das geschieht, würden weitere Demissionen folgen. Der parlamentarische Mitarbeiter der „Daily News" stellt stst, daß der Anhang zugunsten der Dienstpflicht zunimmt und die Gegner eine belanglose Minderheit bilden. Aus dem englischen Unterhaus. Rotterdam, 5. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Roller- danyche Courant" meldet mrs London: Liberale Mitglieder der Arber terparter sprachen im Unterhaus ihren Unwillen über das Verbot des Arbeiterblattes „Forward" in Glasgow aus. Dennant, der rm Namen der Regierung antwortete, erklärte, er habe noch Bericht erhalten, glaube aber, daß die zuständige Münarbehorde nt Schottland auf das Ersuchen des Munitions- mrmsters nach dem Landesverteidigungsgesetz gegen das Blatt vorgegangen sei. A d a m s o n fragte jdirauf, seit wann es ein Vergehen ser, euren genauen Bericht über einen Empfang zu geben, den die Gewerttchaften dem Munitionsminister bereitet haben, und ob man darm melleicht die ersten Früchte der Dienstpflicht erblicken müsse. (Anhaltender Beifall.) Als Lloyd George das Haus bettat, wurden wertere Fragen gestellt, die Lloyd George dahin beantwortete, daß Blatt die Arbeiter am Clyde absichtlich aufgehetzt habe, den Besa-kuß des Parlaments, daß die Munitionserzeugung vermehrt werden solle, nicht zu beachten. Thomas (Arbeiterpartei) ragte, ob nicht beim Erscheinen des bettefsenderi Artikels der ge- eignete Augenblick war, das Blatt zu verbieten. (Hört, hört!) eloyd George fuhr fort: Wenn dem so wäre, dann hätte es chon viel früher verboten werden müssen. Asquith versprach, dre Frage m Erwägung zu ziehen, ob eine Gelegenheit zur Erörterung nt dieser Angelegenheit gegeben werden könne. London, 5. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Unterhaus. ^Eiermmister Asquith brachte im vollbesetzten Hause die Militärdienst tut. Er trat dafür ein, daß die Meldefrist unter dem Derbyplair verlängert werde und daß alle Unverheirateten, die nicht befteit seien, softrt in das Heer ernteten sollten Er sprach die Hoffnung aus, daß der in der Bill vorgesehene Drenstzwang Unnöttg fein würde. Asquith fuhr fort' Selbst wenn man von den Bruttoziffern des Derbyberichtts die allergrößten Abzüge macht, so muß man doch die Zahl der Untier- hnratetm, die sich nicht gemeldet haben, als sehr beträchtlich an- ehen. Es sei daher notwendig, das den Verheirateten gegebene! versprechen euMrlösen, daß sie nicht aufgernftn werden sollten, ehe ne Unverheirateten in die Armee eingetteten wären. Die Bill reht die automatische Aushebung Unverheirateter und kinderloser Witwer von 18 bis 41 wahren vor, für die kein Grund 'zur Be- ^remnd besteht. Die Leute würden fünf Wochen nach Jirkrafttreten der Bill als angemeldet gelten: die zur Landes- lerteidigung bestimmten Territorialtruppen würden unter die Mll «Een Dre Befteiungen wr'ttden diejenigen einschließen, die unentbehrliche Arbeiten verrichten und die für ihre Angehörigen zu orgen haben. Wer sich aus gewiffen Gründen ivergert, wird nur vom Dienst im Felde befteit. Die Bill gilt nicht für Irland. Fn redem Bezirk werden Tribunale errichtet, :intt die Gesuche für die Befreiung zu prüfen. Asquith sagte, er glaube, die Bill mrde, soweit man sie politisch begreife, nahezu allgemein Zu- ttmmung finden. Das Gruppensystem werde wieder in Kraft treten und dre Leute könnten sich jetzt unter dem Gruppensystem melden, bevor die Bill tn Kraft trete. — Sir John Simon begründete seinen .Rücktritt, Er sagte- gfo Freiwilligkeit sei ein naltonales Lebensprinzip. Er kritffievte, daß die Regierung den Zwangsdienst einführte, bevor festgestellt wäre, ob die Zahl der wirklich für den Militärdienst verfügbaren Unverhei- rateten nicht eine ganz unbedeutende Minderheit wäre. Englands Bemühungen, den deutschen Handel zu unterbinden. • . London, 5. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Ein Weißpa- ft. I€ , r des Auswärts gen Amtes enthält eine lange motivierte Erklärung über die Maßregeln, welche ergriffen worden smd. iM Deutschlauds Handel zur See abzuschnei- o t a. lSs wrrd darin betont, daß alles mögüche getan worden sei, um. den. Neutralen Unannehmlichkeiten zu ersparen. Das Weiß- paprer gibt erneu Ueberblick über die Erftlge der britischen Politik. Bolle ^nfornuttionen warm nicht zu bekommen, aber der Ausfuhrhandel Deutschlmids sei zunnlich zerstört. Was die Einfuhr betreffe, so glaube man, daß einige der wichtigsten Arttkel, wie Baumwolle, Wolle und, Gummi, fett vielen Monaten aus Deutschland ausge- schlossen seren. Andere, wie Oeke und Milchprodukte seren, wenn überhaupt, nur zu .Hungerpreisen zu haben. Blockade könne nicht verhindern, daß Ltnrge Lrttkel T^uychland erreichen würden, aber sie sei bis zu einem Grade von Erfolg gekrönt, der von berufener Seite hier und in Deuttchland früher für unmöglich gehalten wurde. Die Wirksamen der Blockade steige täglich. Man müsse hinzufugen, daß diese Erftlge ohne eine ernstliche Reibung mit den neuttalen Regie- Ls^^bn erzielt wurden. Es seien gute Gründe vorhanden, auf die Wuhttgkett des Wohllvollens der Neutralen für Großbrittaürien nicht naher einzugehen. Aber jeder, der die bureaukurtische, militärische und kommerzielle Lage der verschiedenen Länder in Betracht ziehe, werde sicherlich den Wert dieser Erwägung nicht unterschätzen. Das Weißpapier saßt die Lage folgendermaßen zusammen: Erstens sei Deutschlands überseeische Ausfuhr fast ganz lahm g elegt. Ausnahmen seien in den Fällen gemacht worden, wo die Anweisung, die Ausfuhr von Gütern nvht zu gestattckn, den Neutralen geschadet haben würde, ohne Deutschland Schaden zuzufügen. Zweitens würden alle Güter fruchten norchneutraken Landern, die an Deutschland grenzen, sorgsam untersucht, Mn die Gü^r, bk für den Feind bestimntt seren, zu entdecken^ Wo Grund, für die Annahme vorhanden sei, dach^eine einzige solche Bestimmung vorliege, würden die Güter vor ein Prisengericht gebracht und in zwerftlhaften Fällen >zurückgehcchten, bis genügende Garantien gegeben seien. Drittens toübdeii ans Grund von bestehenden Abkommen mit kaufmännischen Körperschaften in den verschiedenen neutralen Ländern, die an Deutschland grenzen, strenge Garantien vonden Importeuren verlangt und soweit möglich der HarchÄ mit dem neutvalen Lande eingeschränkt. Viertens, durch ein Abbommen mit den Schiffahrts- 1 inten und durch die strenge Anwendung des Mittels, Bunker- kohle zu verweigern, sei ein großer Dell der neuttalen Handelsflotte, die mit Skandinavien und Holland Handel tteibt, bewogen worden, Bedingungen zuzusti m me n , die verhindern sollen, daß von diesen Schiffen Güter verfrachtet werden, wÄche den Fernd erreichen. Fünftens werde jeder Versuch gemacht, Kontingente für die Einfuhr nach neuttalen Ländern sestzusetzen, wodurch erreicht werde, daß die Neuttalen nur soviel erhalten, als fte normale? Weise für ihren Bedarf benötigen. Eiu Armeebefehl Joffres. Paris, 6. Jan. (WTB. NichLanrtlich.) Das Militär» blatt veröffentlicht folgenden Armeebefehl des Generals Joffre: Soldaten der Republik? In dem. Augenblick, in dem dieses Kriegs!ähr zu Ende geht, könnt Ihr alle Euer Werk mit Stolz bettachten und Euch der Größe der von Euch ausgeführten Lbrast- ansttengungen erinnern. Im Artois, in der Chanrpagne, im Woevre und in den Vogesen habt Ihr dem Feind gewaltige Niederlagen und blutige Verluste, die im Vergleich stärker sind als die unsrigen beigebracht. Das deutsche Heer hält sich immer ieht aber, daß seine Truppenbestände und Hilfsmittel sich vermindern, sich gezwungen, das schwankende Oesterreich zu unterstützen und auf nebensächlichen Kriegsschauplätzen vorübergehende Erfolge zu suchen, die es auf den Hauptftonten zu erreichen verzichtet. Sämtliche deutschen Kolonien sind eiitweder von der Welt abgeschnitten oder in unsere Hände geraten. Dagegen verstärken sich die ^Mliierten fortwährend Unbestrittene Herrscher der See können sie sich leichter verprovian- tteren, wahrend die Mittelmächte, finanziell und wirtschaftlich erschöpft, darauf angewiesen sind, nur noch auf unsere Zwictrackst oder unsere Müdigkeit zu rechnen, als ob die Mirerten die geschworen haben, bis zum äußersten zu kämpfen, geneigt wären, ihren schwur zu brechen, in dem Augenblick, wo für Deutschland die Stunde der Sühne schlagen wird, als ob die Soldaten, die die schwersten Kampfe durchfvchten, nicht imstande wären, durchzuhalten trotz Kälte und Morast. Seien wtt stolz auf unsere Kraft wrd unser Recht. Denken wir an die Vergangenheit, Um m ihr Zuversicht für die Zukunft zu schöpftn! Denken wir an unsere Toten nur Nm zu schwören, nicht zu rächen! W ä h - rend unsere Feinde von Frieden sprechen, denken wir nur an Krieg und Sieg! Am Anfang dieses Jahres welches ruhmreich für Frankreich sein wftd, überinittelt Euch Euer Befehlshaber von ttefftem Herzen seine herzlichsten Wüiische. ) Joffre Großes Hauptquartier der ftanzösischen Armee, 28. ^ez. 1915. Bom französischen Heere. Puris, 5. Jan. (WTB. Nichtamtlich) Die Ford-erung der Heeresbommiffion des Senats, den Soldaten air der Front täglich wieder einen halben Liter Wein zu bewilligen, ist von der Regierung angenommen worden Zu den Verhandlungen der Komrnission über die Re'kru- tierung aus den Kolonien nimmt im „Echo de Paris" der ftühere Gouverneur von Cochinchina. Wgeordneter Ouchrey^ abermals das Wovt. In einer Polemik gegen die Generäle Peniregurn nno Archinard wiederholt er seine Bchäup Lungen, daß die Eingeborenentruppen ungeeignet und nicht in genügeiMr Zahl aiiszubringeir seien. Die Ereignisse würden Sergen, ob ine indochinesiscl)e Armee, die, wie crngekündiqL, mchvere 100000 Mann stark sein soll, zukünftig etwas anderes fern könne, als eine Truppe von ein paar Tausend ^.cann ohne all die physischen Eigenschaften, welche zur seien'^^^^ einem europäischen Kriegsschauplatz nötig Schlechte wirtschaftliche Lage in Italien. / . ^$3238. Nichtamtlich.) Der „Avanti" wider- }}}. 22 er - Korrespondenz aus Bani die günstigen Schilderungen der wirtschaftlichen Lage in Apulien, welche die ,Zdea 9Äi- Kwnale und das „Gioriiale d'Jtalia" verbreiten. Bisher hätteri oie vereinigten Hasenarbeiter 60 000 Lire an Unterstühungs-- geloern arl die Mitglieder ausbczahlt. 'Nicht besser sehe es aus denr ^cnwe aus. Die Felder könnten nicht bebaut werden, loeil Ci V fchle. Tausende und Abertausende von Landarbeitern befaiiden sich daher in sehr bedrängter Lage. In einem a ori5 re i / /y ^ <3 en f us : Hark gestrichenen Artikel spricht der ,^uvann von der traurigen Lage der italienischen Landwirt-' Ichaft und weist^darauf hiii, daß die Landwirtschaft den größten -oroAentsatz der Soldaten an die Front liefere und daher auch die größten Verluste aufweise. . d^rn, 4 Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Das „Giornale o.^lalra werrdet sich in einem Leitartikel gegen die englischen Reeder und gegen die hohen K o h l e n p r e i s e. Der Verfasser gibt seinem Unwillen Ausdruck iiber die englischen - Reeder, welche jüngst bei einem Londoner italienischen Woh-l- tatigkeitsfest den italienischeri Schnorrern 30000 Franken spendeten. Dergleichen schmutzige Mauover müßten jeden ehrlichen Menschen anekeln. Alsdann weist der Verfasser auf die Rede Marconis hin und beklagt die hohen Kohlenpreise in Italien, die durch die allzu hohen englischen Frachtkosten verursacht würden. Bern, 5. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Meldung aus Mailand ist in Rom der Anschlag und Vertrieb von v a z i f i ft i) ch e it, aus klerikalen Kreisen stammen- ^ verboten worden. Diese enthielten eine symbolische p-riedensfigur und einige Zitate ans der letzten Konffstorurm-Mokution des Papstes. Brotmangel in Toulon. V, Zürich, 5. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Wie die „Neue Zürcher Zeitung" aus Toulon meldet, löschten sämtliche -öncter infolge Preisdifferenzen ihre Ocfen. Tic Bevölkerung wird zur Zeit mit Brot aus den Militärbäckereien versorgt. (^raf Tisza und die mitteleuropäische Annäherung. Budapest, 4. Jan. (Zeus. Frkft.) In der heutigen Sitzung Oc* Magnatenhauses interpellierte. Graf Hadik, ein Mitglied der Versal,ungspartei, den Ministerpräsidenten in der Angelegen Heck der wir 1 schaf11ichen Annäherung an Dcsttsch- land Graf Trsza führte in Beantwortung der Interpellation 5PJ* ct J5 bbenjolcher Fehler anzunehmen, daß die Regierung Gewicht aus ein möglichst inniges Verhältnis mit Deutschland legen wurde, wie es verfehlt wäre, bezüglich der Möglichkeiten emer wirtschastlichen Annäherung solche Hoffnungen zu erwecken, lpelche irch entweder hier oder dort als nicht zu verwirk- lrchen erweisen imdknicht eine Annäherung sondern eine Entsrem- dung bewirken wurden. Seit er sich mit öffentlichen Angclcgerr- beiten befasse, ,ei er immer unerschütterlicher ein Anhänger der ckuffasiung, daß Deutschland und die Monarchie sich aus jedem Ge mew ergänzen und ihre Kräfte gegenseitig vermehren. Eben des- ha.o gbDibe er erklären zu dürfen, daß es keinen größeren Feind dieser schonen Sache gebe, als denjenigen, der diese wirtschaftliche Annäherung werter treiben wollte, als dies ohne Schädigung, 'sei cs der deutschen, östevrcichischeu oder ungarischen wirtschastlichen Jn- sei. Dadurch würde man nur erreichen, daß das Gefühl der Enttauschimg erwache. Es» würde nicht eine Annäherung mcht eme mnrgere Gestaltung des Verhältnisses, sondern das GeENtnl emtreten. Eben deshalb dürfe diese Frage nicht von Doktrinären, dre die Schwierigkeiten außer acht lassen, auch nicht v-cm Politikern, Me Schlagworten nachgehen, verhandelt werden sondern von praktychen Volkswirten nnd dazu kompetenten Faktoren, Me sehr wichtige und wesentliche Punkte finden werden wo wrr uns gegenseitig nützliche Dienste leisten können noch nicht im Salon befanden, hatten Aussicht, zu entkommen. Viele andere, wie gelähmt, bliebeii sitzen, wie an den Stühlen festgenagelt. Einige, Me das Deck erreichten, konnten sich nicht aufrechterhalten' sie glitten in die See, andere wurden durch die Miellen wegge,pült. Es herrschte keine Panik. Ter gerettete Amerikaner ^ r a n t erzählt, er sei in die Tiefe gezogen worden und mit den Schuhen rn das Tauwerk geraten. Er kam jedoch los imd gelangte Pr Me Oberfläche. Das letzte, was er sah, war, daß der Bug des L>chistes aus dem Wasser hochragte, schon fünf Minuten nach der Exploswn. Als die „Persia" sank, sah man. wie Grant erzählt, em schreckliches Schauspiel, das Wasser war schwarz wie Tinte. London, 5. Jan. /WTB. 9ttchiamtlich.) Die „Times meldet aus Washington, die amerikanische Regierung wünsche an Ichernend eine friedliche Beilegung des „Persia- F a l l e s in der Art, wie der Untergang der „Arabic" und der „Hesf^rran" beige legt wurde. Der Washingtoner Korrespondent der „New Pork Sun" meint, daß cs vielleicht unmöglich sein werde, zu beweisen, daß die „Persia" durch ein Torpedo und nicht durch' eine Mine zum Sinken gebracht worden sei. Der Kvrrespon- dent der „New Dort Times" weist darauf hin, daß die „Persia" Geschütze an Bord führte. Der „Times"-Korrespvndent fährt fort, daß im Westen wenig Interesse für maritime Fragen herrsche und daß das deutsche Argument, daß amerikanische Reisende auf eigene Gefahr handeln, wenn sie auf englischen Schiffen fahren, aus die JJcüijen Eindruck mache. Der Korrespondent zollt sodann dem )eutichen Botschafter Bernstorff widerwillig seine Anerkennung . föne ausgezeichnete Leistung, wie er seit dem „Lusitania"- ZNnscheu fall t ätig gewesen sei. Graf Bernstorff habe es nicht war verstanden, sich in einem großen Teil der Presse sympathisches Gehör zu verschaffen, soirdern seine persönlichen Beziehungen zu den amtlichen Kreisen, in Washington seien überraschend gut; seine Stellung würde auch durch die Abberufung der beiden Attaches keineswegs beeinträchtigt. Bernstorff gebe sich die größte Mühe den Frieden zu erhalten. * &ü&ter waren bis jetzt tätig die Herren: Mitter* macer. Prost Dr., Erle, Univ.-Sekretär, Müller, Kriminal- kommisiar, Wenzel, Fritz, Dreher, Erb, Schuhmachermeister, Zchafer Dr Lehramtsassessor, Noll, Ferdinand. Architekt. Lchmall, Schlosser, Pairan, Stadt. Bauführer. Kern, Ofsi- zlerstettvertreter, Braubach, Stadtbaumeister, Weeg. Schuh- machermeister. Will, lIniversitäLs-Tanälehrer, Horst, Feld- webelleutnant, Ranft, Feldwebelleutnant, Hergctt, Feldwebel- leutnant, Wachsen, Ofsizierstellvertreter, Horeyseck, Schneidermeister, Müller, Kreistechniker. Löbermann, Bankbeamter, Krausmutter, Pros. Dr., Noll, Ad., Tapeziermeister, Mayer, Offizierstellvertreter, Wenzel, K., Prokurist. *5* ben Reihen der Jungmannschasten ist eine stattliche Anzahl un Laufe des Jahres zum Militär ein- g e t re Len. Dankbar gedenken sie in Zuschriften der g°"erung die sie durch die Hebungen erfahren haben. Viele jugendliche stehen aber noch abseits. Der Hang zur l ei * verwiegt noch das Pflichtgefühl, das sie in 5 te Ä* der Jungmannschaffen führen sollte. An die im Handwerk, rn den Reihen der Bureaubeamten, der Kaufleute tätigen junglinge, an die Studenten geht daher der Ruf, euizutreten in unsere Jungwehr mit derselben Begeisterung, * ch en Bo t- schaft noch kerne Antwort auf den Schritt der H Bl^er beton« zwar, daß di- Türk^ beichlvssen habe, einige Tafle zu warten und nicht sofort Wer- geltungsmaßregeln zu ergreifen, sie erklären aber, daß die Rcaie- rnng wenn die Antwort nicht in einem oder zwei Tagen eifitreffe ne sofort g^eu die Untertanen der Verbandsmächte die bereits bc' lchlosstnen Maßnahmen durchführen werde. Der „Tanrn" bespricht den Vorfall von Saloniki sowie die daraus zu ziehenden ^ebren und erklärt, dn: schmähliche Zwischenfall müsse insbesondere Grie- chenlanü K^^Oehre dienen. Die Truppenzusammenziehungen und Bes-skm^swastnahm-n wwm di- Ankunst d« serbischen Königs in Salonrki dosten an. daß die BcrbandSmächtc s i ch c n d g ü l t i a l n l"n-cderla, sen wollen. das sie an Stelle Athens als Sautchtadt des twn ihnen regrertcn Griech-nlandü setzen noch ^^band^wstl Gnechmland zeigen, daß heust die u"de, die legt« Naiven davon zu überzeugen, wie falsch dre BehauMmg der Engländer und Franzosen ist, die diese i Bet Seekrieg. Zur Versenkung der „Persia". Alexandrcen, 5. Jan MTB. Nichtamtlich.) Areldung d-5 b^mchen Bureau^ Dre Gerettete der „Persia" könnm mchk mel erzählen, oa sich der Vorgang des Sinkens so rasch ab^ imüt-- dan üe kaum etwas von den, Hergang wissen. Mw! hatte ^ 'N^stuck begonn^7 als eme heffige Explosion statt fand wurde stark erschüttert und neigte sich sogleich irach Backbord. Aac vvn den Stühlen aufgestanden waren und sich Berlin, 6. Jan. (WTB. Nichtamtlich'.) „Stockholms Tcenttrgan" lassen sich aus Malmö meldeir, daß der Norr opinger Dampfer „Magdctt^ innerhalb der schwedi- chen Hoh eits gew ässer am 3. Januar 1916 9 Uhr vormittags von einek.n deutschen bewaffneten Fischdampfer )urch eiiren scharfen Schuß zum Stoppen gezwungen worden ei und nach Angabe seines Bestimmungsortes frei gelassen wurde. Wie wir von zuständiger Stelle hierzu erfahren, hat jrch der Vorfall außerhalb der schwedischen Hoheits- aewässer abgespielt. Ferner wurde der Dampfer nicht sofort durch einer: scharfen Schuß zum Stoppen veranlaßt, sondern er wurde zunächst durch ein Signal znm Stoppen aufaefor- dert. Ter scharfe Schuß vor den Bug erfolgte erst, als der Dampfer dem Befehl nicht nachkam. Aus Stcrdt und £ der Kriegszeit nicht zur Ausführung kommen. Vorgesehen ist eine automatische Kohlenbeschickung der Kesselfeuerungen, wodurch nicht nur au Arbeitslöhnen und Brennstoff erhebliche Ersparungen eintreten, sondern auch die lästige Rauche und Rnßentwicklung größtenteils beseitigt werden wird. Betriebsstörungen irgendwelcher Art sind weder in Der Stadt- noch in der Ueberlandanlage im Berichtsjahr vor gekommen In dem laufenden ^triebsjahr ist bisher die Abgabe von Strom höher gewesen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Jedenfalls ist sicher zu hoffen, daß mit Eintritt der Frtedensz-eit die Städtischen Elektrizitätswerke sich gedeihlich weiter entwickeln werden, daß deren Produktion von Jahr zu Jahr sich wesentlich steigern wird, damit das großzügig auf eine größere Produktion angelegte und auch erweiterungsfähige städtische Unternehmen voll aus genutzt wird. ** Aus z ei chnun g. Schutzmann Happel, der als Feld- webelleutnant an der Westfront steht, wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Kreis Büdingen. # Büdingen, 5. Jan. Das Eiserne Kreuz erhielt der Telephonist Deren bürg. Kreis Friedberg. # Obereschba ch, 6. Jan. Das Eiserne Kreuz erhielt der Musketier Schäfer, dre Hessische Tapferkeitsmedaille der Gefreite Himmelreich!. # Bruchenbrücken, 6. Jan. Das Eiserne Kreuz erhielt der Musketier Bruckmann und der Gefreite All wohn. # Friedberg, 5. Jan. Zum Leutnant befördert wurde Fritz Hauer rm Fuß-Art.-Regt. 3. Starkenburg und Rheinhessen. e. Darm st a dt, 5. Jan. Am 29. Darüber fand in Darmstadt eine Vorstandssitzung des Hessischen Fürsorgevereins für Krüppel statt. Der Vorsitzende Gehermerat Dr. Dietz erstattete den Geschäftsbericht für 1914 und teilte den Rechnungsabschluß in runden Zahlen mit: Bei einem Rest von 3650 Mk. aus 1913 wurden 3360 Mk. Mitgliedsbeiträge, 1720 Mk. einmalige Spenden, 520 Mk. Zuschüsse zu Behandlungskosten, 130 Mk. Kapitalziuseu, im ganzen also 9380 Mk. vereinnähmt. An Ausgaben sind 280 Mart Verwaltnngskosten und 4810 Mk. an Unterstützungen und Beihilfen (in der Hauptsache für verkrüppelte und von der Verkrüppelung bedrohte Kinder, entstanden, so daß ein Rest von etwa 4290 Mk. als Bortrag für 1915 verblieb. Durch den Krieg haben sich die Anforderungen an die Vereinshilfe gehoben, in 1915 sind bisher schon 5500 Mk. verausgabt worden, obwohl bei weitem noch nicht alle Kostenrechnungen für 1915 eingegangen und bezahlt sind. Die vorjährige L!cu.gli.eoetver,ammlung hat den Vorstand jedoch ermächtigt, während des Krieges nicht nur die Mitglieder- beitrage, sondern auch erforderlichenfalls den geringen Ka- pitalstock zu Unterstützungen zu verwenden. Die Mitgliederversammlung wurde ans oas Jahr 1916 verschoben. Anfangs 1916 findet in Darmstadt die Eröffnung der Wanderausstellung des Landesausschusses für Kriegsbeschädigtenfürsorge statt, zu der die Vereinsmitglieder eine besondere Einladung erhalten werden. Hessen-Nassau. — Fr a n kf u r t a. M. 4. Jan. Ans der Polizei wurde heute ein sehr hoher Geldbetrag in Kassenscheinen als gefunden ab- qeliefert. Ter Verlierer bat sich noch nicht gemeldet. — In: Hinter- hause der Roßdorfer Straße 34 tötete sich ein äOjähriger Kutscher Durch eimn Schuß in den Kopf. irr. Ans Nassau, 6. Jan. Arn 10. Januar beginnt in Wiesbaden in der Mittelschule, Luisenstraße, ein Kursus für kriegsbefchädlgte Landwirte und solche Kriegsbeschädigte, die sich spater der Landwirtschaft widmen wollen. Leiter dieses Lehrkurses ist Landivirtschaftslehrer Fr. K u r a n d t. Die Teilnahme ist unentgeltlich, doch ist die Teilnehmerznhl auf dreißig beschräukt. Wm. Momberg, Kr. Kirchhain, 6. Jan. Die sterblichen Ueberreste des Lehrers Schmitt, der bis zuin Kriegsausbruch an der Bürgerschule 9 zu Kassel gewirkt und a>n 12. September den Heldentod fürs Vaterland erlitten, wurden gestern zur letzten Ruhe gebettet. X. Hanau, 5. Jan. Ter Kaufmann Karl Severin aus Berlin ist durch längeren Aufenthalt im Ausland und durch geistigen mid körperlichen Verfall ein arger Deutschenhasser geworden. Am 17. August v. Js. befand er sich in der Wirtschaft zur Rosenau, woselbst er auf die Deutschen und namentlich das deutsche Militär heftig schnupfte. Ms er einen Soldaten beleidigte, sprang ein Gast auf und versetzte ihm einen gehörigen Schlag ins Gesicht. Es gab mm einen Tumult und ein Schutzmann führte ihn ab. Unterwegs beleidigte er auch diesen noch. Da Zweifel an seiner Zurechnungsfähigkeit bestanden, ist er vom Kreisarzt in Gießen untersucht worden. Dieser erklärte ihn zwar nickst- für geistesgestört, immerhin aber doch für geistig minderwertig, der insofern eine große Milde verdiente. Vom hiesigen Schöffengericht wurde er wegen groben Unfugs mit 4 Wochen Haft und wegen Beamtenbeleidigung mit 2 Wochen Gefängnis bestraft. --- Königstcin, 6. Jan. Einer der letzten Beamten des Nassauischen Herzoghauses ist hier in der Person des 74 jährigen Haushofmeisters des hiesigen Schlosses, Theodor Röder, verstorben. ra Weilburg, 5. Jan. Der Etat unserer Landwirtschaftsschule wurde wie folgt genehnftgt: Die Einnahmen und Ausgaben schließen mit 76 700 DU. gegen 75100 Mk. im Vorjahre ab und der von der Stadt zu leistende Zuschuß erhöhte sich von 7700 Mk. aus 9300 Mk. Die militärische Zugendvorberertung in Frankreich. ^Bereits im Jahre 1888, als die fünfjährige Dienstzeit auf drei Jabre herabgesetzt wurde, wurde jenseüs des Rheins ein Gesetz angenommen, das eine militärisch zugeschnittenc Turnausbildung für alle Schulen der Republik pflichtmäßig machte: es wurden „Schulbataillone" gebildet, die sich anfänglich zwar nicht bewährten und in Soldatenspiel ausarteten, dann aber in sogen. „Schulgesellschasten" iimgewandett wurden, in denen neben den üblichen Turngattungen auch Schießen und Marschieren mit Erfolg gepftegt ivurden. 1903 verlieh der damalige Kriegsminister, General Andrä, der Einrichtung dadurch eine besondere Bedeutung, daß er den Schulen die Befugnis verlieh, solchen Schülern, die ein vorgeschriebenes Mindestmaß gymnastischer und militärischer Kenntnisse und Fähigkeiten erlangt hatten, ein „Brevet d'aptitude militaire", ein Zeugnis, für militärische Eignung, auszustellen, das seinen Inhabern nach einen: viermonatlichen Dienst bei der Truppe zu Korporalen oder bei der Reiterei zu Brigadiers beförderte uiti> ihnen innerhalb des Regiments eine bevorzugte Stellung eintrug. Ms im Jahre 1905 die dreijährige Dienstzeit auf zwei Jahre verkürzt wurde, verfügte das Kriegsministerium, die Erwerbung des Brevets tunlichst allgemein zur Pflicht zu machen: seinen Inhabern wurde gestattet, sich mit 18 Jahren aus drei Jahre mit den: Rechte einstellen tzu lassen, nach zwei Jahren in die Reserve übergeführt zu werden. Zwei Jahre später wurden den Schulen Unteroffiziere als Instruktoren beigegeben und den Schülern Gewehr? und Munition zur Ausbildung zur Verfügung gestellt; gleichzeitig tvurde die Bildung ähnlicher Vereinigungen auf dem Lande begünstigt, die unter der Wkürzung S. A. G. (Societös agrses par le Gouvernement) allgemein 'bekannt wurden. Am 15. Oktober 1913 wurde jeden: Korpsbezirk sogar ein Tivisionsgeneral zugeteilt, der hauptsächlich die Pflicht hatte, die zur militärischen Vorbereitung der jungen Leute gebildeten Gesellschaften zu besichtige:: und etwaige An- regungen von ihrer Seite in Erwägung zu ziehen. Interessant ist, welche Ausbildung das „Brevet" vorausseht. Tie Prüfung, die zu seiner Erlangung abgelegt werden muß, «streckt sich in erster Linie auf Marschieren und Schießen, dann aber auch ans Laufeir, Springen, Turner: und Boxen. Dazu kommen ausreichende Kenntnisse im Lesen von Karten, int Kroki eren, im Kartenaufnehmen, in der .Handhabung des Kompasses: nicht genug damit, hat der junge Franzose nachzuweisen, daß er Mit den für Baracken, Feldlager. Biwaks und Schützengräben erforderlichen gesundheitlichen Maßnahmen vollkonrn:en Bescheid weiß: wer Brigadier lverden will, muß ein guter Reiter sein und sich nicht nur auf Pferdepflege verstehen, sondern auch den Bau des Pferdes beherrschen. Zustatten kommen ihm besonders Kenntnisse im drahtlosen oder gewöhnlichen Telegraphieren, im Anlegen von Ferusprechleitnngen, im Fliegen, im Radfahren, in der Elektrizität, der Musik, dem Buchhalten und überhaupt in Fertigkeiten und Fähigkeiten, die dem Heere zugut kommen. Interessant ist auch, daß die S. A. G. in ganz Frankreich den größten Anklang gesunde:: haben, daß auf d«n Lande Reservisten und wehrfähige Männer au ihr«: Uebungen teilnahmen und daß zur Belohnung besonders eiftiger Förderer der Sache der Kriegs- Minister vier Auszeichnungen vergeben kann: einen briefliche:: Glückwunsch, eine Bekanntmachung im „Bulletin Offtciel", einen BelobigunMrrief mit gleichzeitiger Bekanntmachung und endlich eine silberne Medaille für solche, die mindestens zweimal im „Bulletin Offtciel" erwähnt worden sind. Nur eine Einschrän- kung besteht bei der Verleihung der genannt«: Auszeichnungen: zwischen jeder muß mindestens ein Jahr verfloss«: .sein. Um die französische Jugend völlig für die Bestrebungen der Regierung zu gewftrn«:, hat der Kultusminister neuerdings den Vorsitzenden der olympischen Spiele für Frankreich, Pierre de Couvertin, mit der Mfassung eines Merkblattes beauftragt, das körperliche Ertüchftgung als nötige Vorbedigung zur „Eroberung der Welt" durch den Franzosen der Zukunft betont und als tägliche Richtschnur zehn Gebote zusammengestellt. Militärische Ausbildung der zartesten Schulingeiü) und Welteroberung! Und da redet man noch vom „deutschen Militarismus!". vermischter. * Ein Fähnrich mit Klappen. In alle Lebensverbäl- nisse hinein leuchtet die .Kriegsfackel. Ta studiert an einem Berliner Konservatorium für eine junge Amerikanerin, die ihren ungeheuren Wissensdurst nichts nur auf Musik und Musikwissenschaft, sondern anck aufs Milüär erstreckt, seitdem der Krieg dieses so sehr in den Mittelpunkt des Interesses gerückt hat. Ihr Musikprofessor muß ihr imausgesetzt, Fragen über militärische Rangverhältnisse beantworten. Kürzlich leistete sie ihm wieder einmal Gesellschaft, als er Noten sortierte. Ta bemerkte sie plötzlich ein Blatt, das die für sie unverständliche Aufschrift trug: „Musikstück auf dem Kornett k Piston". „Das heißt?" fragte sie eifrig: der Professor aber, Eide des ewigen Gefrages. wieS sie ärgerlich, vlche recht hinzuhör«:, aus .Kouversationslexikm:. Als er nach ein«: Weile sie fragte: „Miss«: Sie min Bescheid?" —• „Ja!" „stda, :vas war's denn, was Sic miss«: wollten?" — „Kornett k Piston!" — „Und was ist's?" — „Ein Fähnrich Mt Klappen!" AivehLiche riacyrseheen. Israelitcjche Rettgionsgememöe. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage). Samstag, den 8. I a n u a r 1916: Vorabend: 4.30 Uhr. Morgens: 9.00 Uhr. Predigt« Nachmittags: 3.30 Uhr. Sabbatausgang: 5.35 Uhr. Israelitische Religionsgesellschaft. Gottesdienst. Sabbatieicr an: 8. Januar 1916. Freitag abend 4.20 Uhr. Sa-mstag vormittag 8.30 Uhr. Samstag nachmittag 3.30 Uhr. Sabbatausgang 5«35 Uhr. Wochengottesoienst morgens 7.00, abends 4.00 Uhr. Markte. fc. Wiesbaden, 5. Jan. Viehmarkt. Auftrieb: 285 Rinder (darunter 34 Ochsen, 27 Bullen,,224 Kühe), 111 Kälber. 38 Schafe, 159 Schweine. Bei ziemlich flottem Handel m:d gleichen Preisen wie an: 3. ds. Mts. wurde bald der Auftrieb abgesetzt. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 7. Januar 1916 . Vorwiegend bedeckt, zeitweise leichte Niederschlage, etwas wärmer. Letzte Aachrichten. Schwere Geschütze auf Gallipoli. Budapest, 6. Jan. Die türkischen Berichte melden in den letzten Tagen wiederholt Treffer der eigenen Artillerie auf englischen Schlachtschiffen. Eine derartige wirkungsvolle Bekämpfung der Flotte mid der weit entfernten Lager der Feinde war bis vor kurzem nicht möglich. Die artilleristischen Verhältnisse des Gegners war«! verschieden. Den Engländern standen die zum Teil sehr großkalibrigen Schiffskanon«: zur Verfügung, die aber infolge ihrer geringen Elevation-gerade gegen die wichtigen Höhenstcllungen der Türken trotzd.'m verhältnismäßig wenig aus- richt«: konnten. Die türkische Artillerie umfaßt vielfach ältere Modelle. Ter Hauptgrund des englischen Rückzuges von Ari Burnu und Anaforta war nur darin zu suchen, daß die Engländer erfahren hatten, die Türken seien im Begriff, bedeutende schwere Artillerie gegen sie hcranzuzichen. Schon im November war eine schwere Hörserbatterie an der Ar: Burun-Frvnt eingetroffen. Sic hatte trotz ihres» Gewichts den 160 Kilometer langen Weg von der Bahn bis zur Stellung über die elend«: Sttaß«: in sechs Tagen zurückgelegt. Tic Engländer warfen kurz nach dem ersten wirkungsvollen Schuß der Mörscrbatterie ein«: Brief in den ersten türkisch«: Schützengraben, iit dem sie mitteilten, daß sic über die Ankunft der Batterie unterrichtet seren, daß sie aber trotzdem nicht zurückgehen würden. Griechenland und die Entente. i. Köln, 6. Jan. Wie die „Köln. Ztg." erfährt, wird in einem Athener Bericht des „Eorriere" dargestellt, daß die Nachricht über die Verhaftung der Vierbundskonsuln in Saloniki bei der griechischen Regierung derarttg überraschend gewirkt hat, daß zunächst jede telegraphische Wiedwgabc der Nachricht verboten wurde. Der englische Konsul begab sich am gleichen Abend zum Ministerpräsidenten und erst darauf fei der entschiedene Einspruch der griechischen Regierung erfolgt, die das Vorgehen Sarrails als unerhört und als Mißachtung der griechischen Hoheitsrechte und Neutralität bezeichnet und die sofortige Freilassung der Konsuln verlangt habe. Gleichzeitig habe der Chef des Genei alstabes der 3. griechisch«: Armee telegraphisch Sarrail um Aufklärung ersucht, ivorauf dieser erklärt l>abe, nach der Beschießung von Saloniki habe er die Konsuln als Angehörige feindlicher Mächte behandeln müssen. 30000 Postsäcke mit der „Persia" untergegangen. Genf, 6. Jan. Der Lyoner „Nouvelliste" berichtet aus Kairo, daß der versenkte Danrpf«: „Persia" eine wertvolle Postsendung für Aegypten an Bord hatte. 30 000 Postsäcke seien bei dem Untergang des Schiffes v«loren gegangen. Einbruch der Afghanen in Nordindien. Kopenhagen, 6. Jan. Die Streitkräfte des En:irs von Afghanistan Hab«: die Grenze überschritten und sind in Nord- indien eingedrung«:. Wie der in Bagdad erscheinende „Selai Isla" mitteilt, hat zwischen 10 000 afghanischen Reite«: und indischen Truppen ein erbitterter Kampf stattgeful:den, in dem die Engläitder eine empfindliche Niederlage «lftten Hab«:. Die Gärung unter der mohamedanisck)en Bevölkerung Nordindiens hat durch die Erfolge der Afghanen neue Nahrung «halten. Die englischen Behörden bemüh«: sich' jetzt, die revolutionäre Bewegung einzudämmen. Ueber 400 mohamedanische Einwohn« wurden ins Gefängnis geworfen. Der Witte des Zaren. Budapest, 6. Jan. Aus Bukarest wird gemeldet: Nach MÄdungen von d« bessarabrschen Grenze hat d« Zar an die im nördlichen Bessarabien kämpfend«: Trupp«: ein Manifest er* lass«:, in dem es- heißt: „Cz«nowitz ist bis Weihnachten (d. h. 6. Januar. D. Rü>.) zu erob«n." Das Manifest wurde in allen bessarabifchen Gemeind«: angeschlagen. Wirtschaftliche Not in Rußland. i. Köln, 6. Jan. Die „Köln. Zeitung" erfährt aus Kot^n- Hagen: Ter Petersburger „Rfttsch" meldet, d« russische Minist« des Innern habe in einem Schreib«: an den Handelsnnnister darauf aufn:«ksam genmcht, daß in nächster Zeit, obwohl geimgnch Getreide vorhanden sei, ganz Rußland von ein« großen M ehlnot bedroht sei, da viele Mühlen infolge Mangels von FeuerungS- material gezwungen fein würden, den Betrieb cinzustellen. Das Gleiche gelte auch von viel«: Zuckerfabrik«:. Griechenflncht aus Rußland. Budapest, 6. Jan. Der „Pester Lloyd" meldet aus Bukarest: Da der Eisenbahnverkehr Odessa—Ungheni wied« ausgenommen wurde, treffen in I a s s i täglich zahlreiche griechische Familien aus Rußland ein. die sich an ihren bisherigen Aufenthaltsorten rvegen dortiger Umtriebe nicht niehr sich« fühlten. Der bessarabische Gencralgouvernmr drohte allen, die versuchen würden, über den Piutth nach Rummnen zu flüchten, oder dabei Hilfe leisteten, mit 3000 Rubeln Strafe und drei Monaten Gefängnis, sowie mit Verschickung nach Sibirien. Wiedereröffnung der Petersburger Börse. Stockholm, 6. Jan. Wie nunmehr feststeht, wird die Petersburger Fondsbörse an: 30. oder 31. Dezemb« russisch«: Sttls (12. oder 13. Jamrar) auf eine:: Tag «öffnet tverden, wobei die Ultftnvkurse für die Petersburger Börsenwerte festgesetzt lverden sollen. Gleick>z«ttg lvird versich«t. daß die ständige Wieder«öfftrung der Petersburger Börse biSh« wahrscheinlich an dem Wid«stand des Finanz Ministers Bark gescheitert ist. Der verschwiegene Baralongsall. Rotterdam, 6. Jan. Die „Times" betonen,^ rvie töricht :u:d imchtcilig für England es gewesen ist, daß-der Zensor den Fall „Baralong" zu melden verbot, der in allen neutralen Blättern veröftentücht wvft>en fei. W m ■ , s V Oei* diesjährig® W beginnt In alb Abteilungen kommen bedeutende Warenmengen zum Verkauf und bin ich durch frühzeitige grosse Einkäufe in der Lage ilam len 9 iiliiii ii Leioenwaren zu sehr billigen Preisen — Es empfiehlt sich, den Bedarf zu den Jetzigen biiligen Preisen auch für später zu decken, da mit enormen Preissteigerungen zu rechnen ist und in den meisten Artikeln grosse Warenknappheit eintreten wird l«4a