Nr. 2 Der Siehener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich SiehenerZamilienblätler; zweimal wöchentl.Ureir- blatt finden Kreis Stehen (Dienstag und Freitag): zweimal monatl. Land- wirkschastllche Zeitsragen Fernsprech - Anschlüsse: iürdieSchriftleitung112 Verlag,Geschäitsstetleöl Adresse iur Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Annahme von Anzeigen iür die Tagesnummer bis zum Abend vorher. Erster Blatt (66. Jahrgang Dienstag, 4. Januar ( 9(6 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesjen Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Buch- und bteindruckerei R. Lange. Zchristleilung, Seschästsstelle und Druckerei: 5chu!ftr.7. Bezugspreis: monatl. 85 Pf., viertel- jährl. Mk. 2.50: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 75 Pf.: durch diePost Mk.2.30 viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Ps., ausw. 20 Pf. — Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz: htr Stadt und Land, Vermischtes und Ge- richtssaal: Fr. R.Zenz; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. uz Neue Uebergriffe der Feinde in Saloniki. König Peter will nach Athen. (MTV.) Großes Hauptquartier, 3. Januar. (Amtlich.) Westl -cher Kriegsschauplatz. Eine große Sprengung nördlich der Straße La Bassee — Bethune hatte vollen Erfolg. Kampf- und Deckungsgräben des Feindes, sowie ein Verbindungsweg wurden zerstückelt. Der überlebende Teil der Besatzung, Der sich durch die Flucht zu retten versuchte, wurde von unserer Infanterie und von Maschinengewehren wirksam gefaßt. Ein anschließender, auf breiter Front ausgeführter Feuerüberfall überraschte die feindlichen Grabenbesatzungen, die teilweise ihr Heil in eiliger Flucht suchten. Auf der übrigen Krönt keine Ereignisse von besonderer Bedeutung. Bei der Beschießung von L u t t e r b a ch i. E l s a ß durch die Franzosen wurden am Neujahrstage beim Verlassen der Kirche ein junges Mädchen getötet, eine Frau und drei Kinder verwundet. Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Nüssen setzten an verschiedenen Stellen mit dem gleichen Mißerfolge wie an den vorhergehenden Tagen ihr,' Unternehmungen mit Patrouillen und Jagdkommandos fort. Balkan-Kriegsschauplatz. Nichts Neues. O b e r st e Heeresleitung. Der französische General Sarrail in Saloniki setzt seine Gewalttaten gegen die Angehörigen seiner verbündeten Feinde fort, und es heißt, daß neuerdings etwa 1000 Personen verhaftet worden seien. Auch der Konsul Norwegens ist festgenvmmen worden, und in Christiania. wird nun zweifellos die Entrüstung über das unerhörte Borgehen ebenso hell anflodern, wie in Sofia, Konstantinop-el, Athen und anderwärts. Die Türkei hat, wie gestern bereits berichtet wurde, Vergeltungsmaßregeln in Aussicht gestellt; ob die anderen Verbündeten ähnliche Schritte tun werden, ist noch unbekannt. Es bleibt zunächst abzuwarten, welches Ergebnis der griechische Protest haben wird, der in sehr energischer Form erfolgt 'fein soll. Uns Deutschen und den anderen betroffenen Ländern bietet der Streich des französischen Generals nur einen feigen und erbärmlichen Völkerrechtsbruch', den wir, wie so vieles andere, zu sühnen uns bemühen werden, aber Griechenland, das immer wieder seinen Neutralitätswillen kundgetan hat, wird schlimmer getroffen. Man verweigert ihm, das.mit England und Frankreich nicht im Kampfe steht, von dieser Seite dennoch die Achtung und behandelt es auch durch die Tat so, wie englische Briefschreiber aus der englischen Gesandtschaft in Saloniki es mit Worten geschmäht haben. Ein österreichisch-ungarisches U-Boot hat in den letzten Tagen einen Dampfer angehalten, von dem englische Reisende in amtlicher Eigenschaft einen Kuriersack ins Meer geworfen hatten, der jedoch aufgcfischt und geprüft merhen konnte. Nun fanden sich darin teils Gesandtschaftsberichte der englischen Niederlassung in Saloniki' cm das auswärtige Amt in London, teils Privatbriefe von Gcsandt- schaftsbeamten, die von Beschimpfungen Griechenlands und besonders seines Königs triefen. Das auswärtige Amt in Wien hat, soweit es der private Charakter dieser Postsendungen zuließ, Stellen daraus veröffentlicht, die von allgemeinem politischen Interesse sind. Da werden die Griechen u. a. ein „verächtliches Völkchen", König Konstantin ein „störrisches Tierchen" benamst. Von der Verjagung des Königs und der Ausrufung der Republik, natürlich mit Venizelos als Oberhaupt, ist die Rede, ferner gönnt einer der Schreiber den so wenig entgegenkommenden Hellenen nur noch einen „Tritt". Das sind außerordentlich deutliche- Beweise von der besonderen Gesinnungsart unserer Feinde gegenüber dem Lande, das sie vergewaltigen. Wahrscheinlich hatte König Konstantin von diesen Liebenswürdigkeiten noch keine Kenntnis, als er einen Mitarbeiter des „Daily Chronicle" empfing, dem er die nachstehend wiedergegebencn Aufklärungen mitgab. Sonst würde er den Sohn Albions wohl überhaupt nicht empfangen haben. Man kann sich schwer vorstellen, daß Griechenland bei einem Angriff unserer verbündeten Truppen aus Saloniki dem Heere Sarrails noch irgendwie die Stange halten könnte. * Ein Berliner Mitarbeiter schreibt uns: „Es verlautet, daß der König Peter sich von Saloniki nach Athen begeben wird, um König Konstantin zu besuchen", so meldete das Wvlfssche Bureau. Es war eine Ueberraschuna. Wohl niemand erwartete, daß der besiegte und vertriebene Serbenkönig sobald wieder au!f der Bildfläche des Balkankrieges erscheinen werde. Nach allem, was man von ihm gehört hatte, traute man ihm nicht soviel Zähigkeit zu. Als Bulgarien losschlug, nannte er sich in seinen: Armeebefehl an die serbischen Truppenteile einen schwachen Greis, den: das Alter die Waffe aus den Händen gewunden habe. „Ich. der ich zu eurem König bestimmt wurde, besitze nicht mehr die Kraft, an der Spitze meiner Armee den Verteidigungskrieg aus Tod und Leben zu fuhren." Ja, König' Peter schwur seinem Volke, wenn der neue Kampf die Schiri ach, der Niederlage bringe, dann könne auch er den Untergang nicht erledigen. Mit dem zusammenbrechenden Vaterlande werde dann auch er Kerben. Diese düstere Stimrnung war nichf. nur die Folge der äußeren Kriegslage. Auch innere Vorkommnisse hatten mitgewirkt. Schon im September war es zu Attentaten gekommen. Später brannte dem König in Dschakowo das Haus über dem Kopfe zusammen. Er kam aus Jpek, wo die Bevölkerung gärte, und hatte eine Zusammenkunft mit dem Kronprinzen. Wäre das Feuer in der Nacht ausgebrochen, so hätten beide dort den Tod gefunden. Trotz seiner Altersschwäche und trotz der Absage im Armeebefehl begab sich Peter wieder zur Kampffront. Pasitsch wollte ihn versteckt halten. Tie anderen Berater verlangten dringend, daß der König bei den Truppen erscheine, um sie anzufeuern. Mehrmals wurde der alte Mann veranlaßt, im Schützengraben auf die feindlichen Stellungen zu schießen, um „ein leuchtendes Beispiel zu geben". Ging der Feind zum Angriff über, so wurde König Peter in Sicherheit gebracht. Als bei Araugyelovuc die Schlacht der Verzweiflung gekämpft wurde, rief Peter weinend den Soldaten zu: „Ich weiß, daß ihr, meine Kinder, für Serbien sterben werdet. Ich bin gekommen, um mit euch-in den Tod zu gehen. Oh, boga mi!, oh boga mi! (oh wehe mir!)". Und die Soldaten schrien: „Zivio Kral Petar!" Bei Prilep, am Amselfeld und bei Prizrend suchte König Peter den Tod auf dem Schlachtfeld. Als dann ijt Prizrend die Automobile verbrannt, die Regwrnngsämter aufgelöst wurden, als der König mit Kronprinz Alexander, dem Woywoden Pntnik und dem Fürsteil Trubetzkoy den serbischen Boden verließ und nach Albanien ritt, da schien es, als ob die persönliche Tragödie zu Ende gespielt sei, der alte Peter sein Leben in Genf oder sonstwo beschließen könne, wie er ja auch einst Jahrzehnte lang in einem einfachen Hanse als armer kleiner Privatmann gelebt hat. Aber es sollte anders kommen. Die guten Freunde, die ihn verführt und mißbraucht haben, lassen ihu auch jetzt noch nicht in Ruhe. Um ihn über Skutari und Brindisi ins Laaer des Vierverbcrnds zu locken, gaukelte man ihm ein schönes Asyl in den Marmorgemächern des Schlosses Easerta bei Neapel, des italienischen Potsdam, vor. Aber schon Prinzessin Natalie, die Gattin des Prinzen Mirko von Montenegro, die tym König in Easerta emfing, verstand es, den Greis zu neuen Taten anzufenern und ihm Zukunftshoffnungen lm 0 dieser Rohstoffe v. 1. Oesterreich-Ungarn und der Beginn des neuen Jahres. Wien, 2 Jan. Aus dem Kriegspresseqnartier wird gemeldet: ^erue k und k. .Hoheit Armeeoberkommandant Feldmarschall Erz- lass^- bat nachstehenden Armeeoberkonrmandobefahl er- „Jch habe im Namen der von mir befehligten österreichisch- ungarischen Stteitkräste Seiner k. und k. apostolischen Majestät unserem Mlergnädigsten Obersten Kriegsherrn alleruntettänigst folgenden Nemahrswunsch unterbreitet : Zum zweitennral ist es mir gegönnt, Euerer Majestät die tiefgefühlten Neujahrswünsche der im 0 -elde stehenden gesamten bewaffneten Macht alleruntertänigst Oarbrm^n zu dürfen. In- unerschütterlicher Zuversicht, deren Dolmetsch ich vor Jahresfrist in schwerer und drangvoller Zeit war, haben Armee und Flotte treu ihrem Gelöbnis und brüderlich ve^int mit dem tapferen Bundesgenossen im verflossenen Jahre nutzt nur alle Angriffe einer Well von Feinden bluttg abgeschlagen, sondern in unwiderstehlichem Angriffe weite Strecken des feindlichen Gebietes erobert und besetzt. Im Nordosten flattern Oesterrevch-Ungarns alte ruhmgekrönte Fahnen ttef im Herzen des übermächtigen Zarenreiches! Am Balkan fristen nur mehr die Trümmer des serbischen Heeres ihr Dasein! Serbien ist, so Gott A?'bndgüllig gestraft für sein ruchloses Vorgehen! Fest und unerschütterlich hält Oesterreich-Ungarns eherne Wacht im Südwesten alle verzweifelten Versuche eines schmählichen Verräters, uns in den Rucken zu fallen, blutig nieder! Mit raschen kühnen Schlägen tragt unsere brave Flotte Schrecken und Verwirrung in die Reihen ihrer übermächtigen Gegner und an deren Küsten. Eingedenk un- fa*? Soldateneides, in begeisterter Liebe und Verehrung' für Euere Majestät unseren allergnädigsten Kriegsherrn, wollen nur auch rm neuen ^ahre tapfer und unerschütterlich ausharren im Kampfe Nicht bloß das Erreichte zu behaupten und zu befestigen sondern mit Gottes Hilfe neue Ehren und Siege zu erringen,'bis unsere übermächtigen Feinde zu Lande und zur See ganz nieder- genmgen sind, bis unserem geliebten Vaterlande ein ehrenvoller und dauerhafter Friede sicher ist. Mit diesem Gelöbnis bitte ich Euerer Majestät, die aus Millionen treuer Soldatenherzen kommenden Neujährswünsche allerimtertänigst unterbreiten zu dürfen Gott segne und erhalte unseren heißgeliebten Allerhöchsten Kriegsherrn auch un neuen Jahre zum Wohle des Vaterlandes, zur Freude und zum Heue der dankbaren tteuen Wehrmacht. . ine Majestät geruhten. Allergnädigst folgende Antwort- depesche an mich zu richten: Die tiefgefühlten Neujährswünsche der rm Felde stehenden gesamten bewaffneten Macht, die Sie Mir soeben m beredten Worten ausgesprochen haben, Haber: Mich tief bewegt. Der Rückblick, den Sie auf das abgelaufene Kriegsjahr . lasst Mich mit stolzer Freude die Zuversicht ermessen die Merne Wehrmacht im Bewußtsein all der Erfolge erfüllt welche unsere und unserer kreuzen Verbündeten gegenwärtige .^Kriegslage kennzeichnen. Ist uns auch im Frühjahre mit Italien em . neuer Feind tückisch entgegen getreten, so haben doch die tapferen Landesverteidiger von Tirol und Kärnten und Meine heldenhafte Jsonzoarmee all feinen Anstürmen Trotz geboten Mit der Eroberung von Belgrad nach der glänzend ruhmvollen Ueversetzung der Donau und der Save, haben unsere und die deut- E^^ben ihre Fahnen weithin auf den Balkan getragen. Wohin blicke, sehe . Nichtamtlich.) Wie Lloyds Agenttrr meldet, befinden sich unter den U e b e r l eb'e nden der „Persia" 59 Passagiere, darunter 17 Frauen, 35 Mann der weißen Besatzung und 59 Lasbaren. Eine andere Meldung besagt, daß der amerikanische Konsul in Aden! vermißt wird. London, 3. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reifterschen Bureaus. Ein FahrgastdesDampfers „Per s i a" hat folgenden Bericht über den Untergang des Schiffe^ hierher telegraphiert: Der Dampfer wurde 40 Seenreilen südlich von Kreta von c in emTorpe dogetroffen. EinUnter- s e e b o o t v e r s n ch t e H i l f c z u l e i st e n , aber es war unmöglich. Die Steuerbordboote konnten wegen Ueberholens des Schiffes nicht zu Wasser gebracht werden. Im ganzen kamen 'fünf bis sechs Boote zu Wasser. Die Haltung der Fahrgäste und der Besatzung war vorzüglich. Es entstand keine Panik und keine Verwirrung. Vier Rettungsboote wurden, nachdem sie 30 Stunden gettieben hatten, von einem Kriegsschiff aufgenominen. Nack) anderen Nachrichten wird in der Umgebung der Stelle, wo der Danrpser gesunken ist, gesucht. London, 3. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Times" er- ährt aus Kairo vom 2. Januar: Dst Ueberlebenden der „Per- ia" erzählen, der Dampfer wurde V/ 2 Uhr nachmittags getroffen. Es war nicht möglich, die Boote nieder zu lassen. Die „Persia" sank binnen fünf Minuten. Zwei 'Voote voll Menschen wurden mit ihr mitgerissen, da keine Zeit war, die Seile zu kappen. Vier Boote vermochten wegzukommen und wurden nach 30 Stunden von einem Dampfer ausgenommen. Verschiedene Schiffe fuhren vorbei, wagten aber nicht, Hilfe zu bringen, da sie offenbar einen Hinterhalt befürchteten. Die Ueberlebenden, die gestern abend in ^Mexandria angekommen sind, waren der erste ^Dteuermann, der zweite Steuermann, sieben Ma- nisten und 27 Matrosen, 63 Laskaren und 59 Passagiere. Unter den Opfern befindet sich Oberst B i g h a m und der Amerikaner Grant, der Vertreter der Vakuum Oil Co. Der amerikanische 5? o n s u l in Aden, Max N e e l y, ist ertrunken. Ein anderer Amerikaner namens Rose wurde in Gibraltar ans Land gebracht. A«» Stadt «nd Land. Gießen, 4. Januar 1916. Weihnachtsfeier einer Landwehrkompagnie im Osten. Ein Gieße ne r, der einem schlesischen Lcrndweyt- bataillon zugeteilt ist, gäbt uns folgende Weihnachtssckftl- derung ans dem Osten: Heiliger Abend!! Ringsum große Schneefelder, ein scharfer Nordwind fegt über die wefte Ebene dahin, heult durch die jungen Tannen. Auch unsere Kompagnie soll eine lleme Feier haben, darauf bereitet sich nun alles- vor. Schon am Vormittage ruht alle alltägliche Arbeit im Lager. Weihnachtsbäume werden geschmückt, schlicht und einfach. Das Fest soll auf echt deutsche Art gefeiert werden. Große Kisten mit Liebesgaben sind angekommen. Tie Korporale haben alle 5)ände voll zu tun, um die Weihnachtstische für ihre Leute herzurichten, jeder soll eine lleine Freude haben. Nachmittags tritt die Kompagnie an zur Weihnachts- andacht unter freiem Himmel, auf dichtverschneiter Erde. Mit Begleitung der Regimentskapelle braust ernst und feierlich das schöne Lied „O du fröhliche, o du selige" aus vieler: rauhen Kehlen zum Himmel empor. Ernst und mahnend llingen die schlichten Worte des Pastors jedem einzelnen ans Ohr. Ueber manches harte, durchfurchte Gesicht, das Spuren all der Entbehrungen und Härten dieses Ktteges ttägt, rollt eine heiße Träne in den Bart. Tie Worte des Pfarrers gehen auch iWen ans Herz und machen sie weich gestimmt. Ihre Gedanken fliegen dahin über die weite, verschneitt-Ebene, hin zu den Lieben in d^r Heimat. Die Predigt ist vorüber: es folgen einige Gebete und die Lieder „Sülle Nacht, heilige- Nacht" und „Großer Gott wir loben dich." Eine kleine Ansprache unseres Regiinentskomman- deurs, der mich jedem einzelnen Grüße an die Angehöttgen der Heinrat anfträgt, beschließt die würdige Andacht. Kurz vor 5 Uhr tritt die Kompagnie nochmals zusammen. Unser Kompagnie- sührer erscheint zu einer kleinen Ansprache. Ern von einigen guten Sängern eingeübter Choral Ningt durch die abendliche Stille dahin. Zum Schlüsse heftet der Hauptmanu einigen Mn:eraden das Eiserne Kreuz an die Brust. Tann geht es zurück in die Unterstände, jede Abteilung für sich, zur eigentlichen Weihnachtsfeier und ^Bescherung. Ter Weihiiachtsbaum wird angezündct, und im Scheine der Kerzen iverden von den Korporalen die Gaben aus^ der Heimat verteilt. Don den Kompagnien werden Zigarren, Zigarettcr: und Würste verteilt. So ist jeder reich be- schenkt. WnHnachMlieder werden gesungen, Erinnerungen an frühere Zeiten werden ausgetauscht und jeder hiängt seinen eigenen -Gedanken nach. Ein alter Landwehrmcmn zieht ein Bild aus seiner Brnsttafche. Ich sehe ihm! über die Schulter; seine Frau und Kinder sind darauf. Ernst und sinnend sitzt er davor, eine Träne rollt darauf. Einige Kilometer vor uns im Schützengraben liegen unsere Kameraden auf stiller Wacht, denen es nicht vergönnt war, an der Feier teckzunchMen. Mit der Hand krampfhaft das Gewehr umfaßt, das Auge späht starr nach dem Feinde. Tie Lichter an unserem Weihnachtsbaum erlöschen, draußen in den Tannen heult und wütet der Sturm, die Geschütze der russischen iArttllene brüllen. Das ist Weihnachten im Osten. * ** Mus-Aeichnung. Drei Söhne des Bahnwärters Ploch kämpfen gemeinsam in der 10. Kvm'p. des hiesigen Juf.-Regts. Dem ältesten Sohne wurde vor einigen Wochen die Hessische Tapferkeits Medaille verliehen. Tie beiden jüngeren Söhne, Vvn denen der Jüngste mit 16 Jahren emtrat, nahmen als Kriegsfreiwillige an den Kämpfen Um Arras teil. Beide wurden zu Weihnachten mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. ** Der Dank Großadmirals v. Koester. Wir konnten in unserer Freitagnummer aus technischen Grün- den nur kurz auf den Dankbrief Hinweisen, den Großadmiral v. Koester für die übermittelten freiwilligen Gaben an Prof. Völzing gerichtet hat. Nachstehend geben wir den Brief im Wortlaut wieder: Kiel, den 28. Dezember 1915. Verehrlester Herr Professor! Wr Jh»re unausgesetzten Bestrebungen, der Marine Liebes und Gutes zu erweisen, darf ich Ihnen danken. Unsere Benrühnnben sind von Erfolg gekrönt gewesen, und ich hoffe, daß keiner unserer braven blauen Jungen beim Weihnachtsfest vergessen worden ist. Der Dank dafür gebührt in erster Reihe den patriotischen Männern in allen Gauen des Deutschen Reiches, die in richtiger Würdigung der Verhältnisse ihre Liebe unserer Marine entgegenbringen. Mit den besten Wünschen für ein gesegnetes neues Jahr, das uns den ersehnten, siegreichen Frieden bringen möchte, bin ich Ew. Hochwohlgeboren treu ergebener v. Koester. ** Kautschuk (Gummi), Guttapercha, Balata und Asbest. Mit dem 4. Januar 1916 tritt ein-e zweite Nachi- trugsverordmmg §u der Bekanntmachung, betreffend Kautschuk (Gummi), Guttapercha, Balata und Asbest, sowie von Halb- und Fertigfabrikaten unter Verwendung von diesen Rohstoffen — V.I, 663/6. 15. K. R. A. — in Kraft. Diese Nachtragsverordnung ist im heutigen Kreisblatt veröffentlicht und am Bürgermeisterei- Gebäude angeschlagen. ** Ein Meteor von beträchtlicher Größe war gestern abend über der Stadt zu beobachten. Die Himmelserscheinen g verbreitete intensive Helligkeit und verschwand in der Richtung nach Lairnsbach zu am Horizont. Landkreis Gießen. ** D au bringen, 1 . Jan. Dem Musketier Wilhelm Walther, Jnf.-Regt. 254, ans Daubriugen, z. Zt. verwundet in Creield, wurde das Eiserne Kreuz verliehen. Die Hessische Tapfer teils medaille erhielt der Leutnant und Äataillons- adjutant Louis Lehr vom Res.° Jnf.-Regt. 221. OGrünberg, 4. Jan. Wiedermn ivurden zwei Krieger von hier mit dem Eisernen Kreuze ausgezeichnet: Vizewachtmeister Heinrich Sehrt und Wachtmeister Rudolf Ritter. Ritter erhielt außerdem schon früher die Hessische Tapferkeitsmedaille. Kreis Büdingen. = Nidda, 4. Jan. In der Neujahrsnacht hat sich hier ein blutiges Eifersuchtsdrama mit tödlichem Ausgange abgespielt. Die 19jährige Frieda Freymann wurde von ihren: Liebhaber dem 22jährigen Schreibgehilfen Albert Seum durch mehrere Hiebe, mit einem Hirschfänger auf den Kopf getötet. Der Täter ist seit gestern flüchtig und konnte bisher nicht ergriffen werden. Kreis Friedberg. = Friedberg, 4. Jan. Die hiesige katholische Gemeinde erwarb an der Mainzertvranlage ein größeres Grundstück für die Erbauung einer neuen katholischen Kirche. Starkenburg und Rheinhessen. = V on der Bergstraße, 4. Januar. Wenn das milde snühlingsmäßige Weiter noch einige Tage anhält, dann wird sich die Bergstraße in pr an g e n dem B lüten- schmuck zeigen. Frühlingsblumen gibts schon an den sonnigen Hängen stranßweise zu pflücken; fast überall läuten Schneeglöckchen, grüßen Primeln und düftenVeilchen Manche Sträucher überkleiden sich bereits mit dem ersten Grün. Und verschiedentlich schimmert schon der Mandelbanm in weißein Gewände. Seit langem erinnert man sich nicht eines solch „grünen Neujahrsfestes". Wenn nur kein Reif auf die junge Pracht fällt. Kreis Wetzlar. ra. Wetzlar, 4. Jan. Nach der Generalversammlung des V i e h v e r s i ch e r u n g s v e r e i n s für den Kreis Wetzlar waren im abgelauienen Geschäftsjahre in den einzelnen Abteilungen versichert: Rindvieh 5149 Stück gegen 4903 im Vorjahr, Pferde 493 (795), Schweine 6158 (7036) und Ziegen 1036 (874). Für Schaden- fälle mußten entrichtet werden: 101 Rinder — 20187,96 Mark, 31 Pferde = 17 299,88 Mk., 351 Schweine = 19 855.76 Mk. und 59 Ziegen — 1312,50 Mk. Ans der Viehleihkasse, die ans Kreismitteln gegründet ist und den Zweck hat, bedürftigen Lctz^dwirten zur Beschaffung des in ihrer Wirtschaft notwendigen Viehvestandes Unterstützung zu gewähren, waren Ende des Geschäftsjahres 11372,96 iUf. ausgeliehen. ra. Hohensolms, 4. Jan. Eigenartig muten uns heute die P r e i s e f n r N a h r'n n g s- und Futtermittel an, die vor 100 Jahren im Hohensolmser Lande gezahlt wurden. Ein Pfund Ochsenfleisch wurde mit 2 Groschen 6 Pfennig, Kuhfleisch mit 1 Groschen 11 Pfennig und Schweinefleisch mit 2 Groschen 2 Pfg. bezahlt. Die Fruchtpreise stellten sich damals wie folgt: Ein Scheffel Weizen 2 Taler 6 Groschen, Roggen 2 Taler, Gerste 1 Taler 15 Groschen und Hafer nur auf 1 Taler. Hessen-Nassau. fc. Frankenberg, 4. Jan. Die Preise für junge Schweine im hiesigen Kreise sind tm steten Steigei: begriffen. Sie betragen jetzt schon 50 Mk. für fünf Wochen alte Tiere. Ein noch nie da- gewesener Preis. Die Nachfrage ist sehr groß. — Fechenhei m , 4. Jan. Aus den: dritten Stock eines Hauses der Langgasse stürzte der 19jährige Gärtner Lndw. Ullrich aus Tarmstadt so unglücklich ab, daß er sofort tot svar. — Hanau, 4. Jan. Der 12jäyrige Schüler Georg S i n z e l geriet bei dem Versuche, einen rasch fahrenden Wagen zu besteigen, unter die Räder. Er ivnrde überfahren mid augenblicklich getötet. — Anspach i. D., 3. Jan. Wegen der hier zahlreich auftretenden Diphtheritiserkrankungen hat der Landrat des Kreises] Usingen die Vornahme einer allgemeinen Schutzimpfung beantragt. Die Gemeindevertretung lehnte indessen das Ersuchen ab, da die Krankheit im! Abnehmen begriffen ist. fc. Diez, 4. Jan. Der Metzgermeister Adolf Lotz schlachtete dieser Tage ein Schwein, das das respektable Gewicht von 506 Pfund hatte, eine Speckhöhe von 14 Zentimeter und 36 Pfund Schmalz lieferte. = Limburg a. L., 4. Jan. Kaiser Wilhelm hat dem Bischof Dr. Kilian auf ein Glückwunschschreiben zum Jahreswechsel folgende Antwort zugehen lassen: „Ich danke Ihnen vielmals für die treuen Segenswünsche, mit denen Stie mich in das neue Jahr geleiten. Gott, der Herr, schenke unserem Volke in Waffe:: weiteren Sieg und einen ehrenvollen Frieden. Wilhelm R." Universitäts-Nachrichten. --- Frankfurt a. M., 4. Jan. Der Privatdozent Dr. Zizek zu Wien hat einen Ruf an die Universität Frankflrrt als Ordinarius für Statistik erbalten. _ Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 5. Jan. 1916: Wechselnd bewölkt, nieist trocken, Teniperatilrei: weiiig geändert. Vriefkasten ver Redaktion. Muovhme Anfrage« bleiben ««berücksichtigt^ V. 16. Das erste Zeichen bedeutet triegsverwendungssähig, das zweite zeitig garnisonverwendungsfähig. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 3. Jan. Frucht- und Futtermittelmarkt. Tie Stimmung war auf allen Gebieten ruhig. Das Angebot in Futtermitteln ist bescheiden, ebenso die Umsätze. Geschäft äußerst still. Die Ware, die noch im freien Verkehr ist, wird gu festgesetzten Höchstpreisen gehandelt. Leinkuchen 76—73 Mk., Kokoskuchen 68—70 Mark, Malzkeime 58—60 Mk., Hopfentreber 52-53 Mk., Futtermehl 46-47 Alk. Alles für 100 Kilo. fc. Frankfurt a. M., 3. Jan. Kartosfelmarkt. Kartoffeln ab Station 100 Kilo 6,10 Mk. Letzte Nachrichten. Ein Armeebefehl des deutschen Kronprinzen. i. Saarbrücken, 4. Jan. Der deutsche Kronprinz richtete an die Truppen der 5. Armee anläßlich des Jahres^ Wechsels eine:: Arn webe fehl, der nach der Saarbrücker „Volks- zeitung" folgenden Wortlaut hatte: Kameraden der 5. Armee. Zum zweiten Male trifft uns der Jahreswechsel in Feindesland an. Das verflossene Jahr hat die Bande, die uns verknüpfen, um mich und meine Armee noch euger geschlungen. Ich weiß, was ich an euch habe imb daß ich mich auf euch verlassen kann, wenn, tvas Gott geben möge, das neue Jahr uns zur Entscheidung ruft. Nur ein Gedanke fe &1 in uns alten: Vorwärts mit Gott für König unb Reich einer großen Zukunft entgegen! Wilhelm, Kronprinz des Deutschen Reichs Und von Preußen. Die Haltung Rumäniens. i. Köln, 4. Jan. Der „Köln. Ztg." zufolge ist ein Petersburger Brief des Mailänder „Corriere" bezeichnend dafür, daß man in Rußland keine große Hoffnung mehr für ein Erngreifen Rumäniens an der Seite des Vierverbandes hegt, das für einen russischen Angriff auf Bulgarien die unerläßliche Voraussetzung wäre. Rumänien befinde sich in gefährlicher Lage, da die Möglichkeck, einen Krieg im eigenen Interesse zu führen, immer mehr schwinde. Zwischen dem Pripjet und der rumänischen Grenze stehe ein 500 000 Mann starkes österreichisch-deutsches Heer nick) alles deute auf den Entschluß der Mittelmächte hin, der unschlüssigen Haltung Rumäniens ein Ende zu machen. Rumänien habe sich bei seiner Liebe zum Vierverbande schon längst entschieden, wenn es nicht die Angst vor den Mittelmächten zurückgehalten habe. Saloniki als serbische Zuflucht. Bern, 4. Jan. Der „Temps" läßt sich aus Genf melden, daß nach einem Athener Telegrmmn die serbische Regie-- rung sich endgülttg in Saloniki einrichten wird. Das englische Wehrgesetz. Kristiania, 4. Jan. In London verlautet, daß dem Unterhaus am Mittwoch das neue Wehrpflichtgesetz zugehen werde, das das ganze Vereinigte Königreich, also auch Irland umfassen soll. Einführung des gregorianischen Kalenders in der Türkei. Konstantinopel, 4. Jan. Tie Regierung beabsichtigt, die Abrechnung ihres Finanzjahres, die bisher nach dem jnliani-» scheu Kalender erfolgte, zu beseitigen und hat deshalb dem Parlament einen Gesetzentwurf auf Einführung des gregorianischen Kalenders vorgelegt. Das neue Finanzjahr soll rückwirkend am 1. Januar beginnen, deshalb werden die BeamteugehLlter diesmal nur für 18 Tage ausgezahlt. Geldnöte der belgischen Regierung. Genf, 4. Jan. Aus Havre wird gemeldet: Die Belgische Regierung in Havre reduzierte infolge Geldmangels alle ob 1. Januar fälligen Gehälter und Pensionen. M Wilhelm JM. ^ «J w fräste 7 z. Alleinbewohuen eingerichtet, zu vermieten. 78 Näheres Wilhelmstr. 5. Alicestraße 11 Wohnung zu verm. (76 Näheres daselbst 1. Stock. 1 6 Zimmer | 75] Wilhelmstraßc 8 III. 6 -Zimmerw. mit Bad, Loggia und allein Zubeh. zu verm. Näheres Frankfurter Str. 29. [ ö Zimmer gronffucte:’ 0fr. 9 l 5 - Zimmer - Wob nnng mit Bad, Gas u. Balkon v. 1 . April ev. früher z. vermieten. 30 Schiffeuberger Weg 12 pt. b Zimmer, Veranda, Gas, Gartenameil, Bleichpl. zum 1. April 1916 zu vermieten. Näheres I^ouis Keil, 64] Kaiser-Allee 14 5 / 1tv Schönc5-Zimmer Wohng. 1. April zu verm. Goethe straßc 68 . Näh. Bart. [91 Schöne 5-Zimmerwolinuug mit Zubehör per 1. Februar zu vermieten. 95 Blcichstraße 31, 1. Etage. 106] 5 Z.°W., Part., z. 1. 4.16 zu verm. Blcichstraße 33. 4 Zim mer 70] Eine schöne 4-Zimmer Wohnung, Parterre, neu bergerichlet, sofort zu verm. Zu erfrag. Müblstr. 3 i. Lad■ Liebigstraffe 41 öum 1. Avril eine! 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Anfänger-Kursus,- abdS. 9 Uhr: Diktat- uud Debatten-Kursus,- SamStag, 9.Jan., 9p« Uhr: Fortbildungs-Kursus für Vorgeschrittene. 99 Mittwoch, 5. Jan. 1916, eröffnen wir im Postkeller einen neuen Anfänger-Lehrgang für Damen und Herren Unterrichtsgeld Mk. 6 —. Gef. Anmeldungen an Herrn Wilh. Jullmann, Grabenstt., oder zu Beginn des Unterrichts erbeten. 77v. Babelsberger Stenographen-Herein (gegr. 1861) und Damen-Verein Gabelsberger CREME DEHNE beste en Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gießen. Liefernngsvergebung. Zur Bekleidung armer Konfirmanden zu Ostern 1918 sind folgende Lieferungen zu vergeben: 1 . etwa 20 fertige Knabcnanzügc anS schwarzem Cbcviot, 2. schwarzer Stoff (Mohair) zu Mädchcnklcidern, 3. farbiger Baumwollfianell zu ttntcrröckcu. Angebote sind unter Beifügung von Mustern, auch zu dem Futter für die Knabenanzüge und die Mädchen» kleider, und mit cutivrcchendcr Aufschrift verschlofsev bis spätestens 15. Januar 1916 beim städt. Armenamt, Asterweg 9, emzureichen. 83B „Wie weit uns auch der Sturm verschlägt, an’s heimatliche Ufer trägt uns doch die letze Welle“. Heute nachmittag um 2 Uhr wurde unser lieber Vater Pfarrer i. R. Wilhelm Gaul im eben begonnenen 80. Lebensjahre nach längerem, geduldig getragenem Leiden sanft heimgerufen. Die Glaubenszuversicht des voran gestellten Lied wortes, mit dem er bei der Feier seines goldenen Amtsjubiläums am 6. Juni 1914 seine Predigt schloß, begleitete ihn auf der letzten heißen Wegestrecke seines Lebens. Seine Ruhestätte wird ihm an der Seite unserer teueren Mutter im heimatlichen Volpertshausen, wo er über 39 Jahre wirkte, bereitet. Namens der trauernden Hinterbliebenen: Lotte Gaul. Gießen (Friedrichstr. 15), Wetzlar, Raversbeuren, Essen-Altenessen, Enkirch, Hildburghausen, Utfort-Mörs, den 3. Januar 1916. [108 Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 6. Januar, nachmittags 2 Uhr, in Volpertshausen von der Kirche aus statt. Statt jeder besonderen Anzeige. Heute früh entschlief sanft im fast vollendeten 75. Lebensjahre mein lieber, guter Mann, mein treuer Lebensgefährte, der Fürst!. Fürstenbergische Domänenrat a. D. August Nick. Tiefgebeugt: Frau Angaste Nick, geb. AVallenfels. Giessen, den 3. Januar 1916. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 5. Januar, nachmittags 3 Uhr, auf dem neuen Friedhof statt. 92 Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, dass gestern nachmittag 6 Lhr mein lieber Sohn, unser treuer Bruder, Schwager, Onkel und Neffe Karl Löber im Alter von 31 Jahren nach schwerem Leiden sanft entschlafen ist. In tiefer Trauer: Karl Löber Ww. Philipp Löber Frau Karoline Löber Ww. und Kinder Ferdinand Löber, z . Zt. i. Felde, und Familie Ernst Rinn und Familie Karl Engelhardt, z. Zt. i. Felde, und Frau. Heuchelheim, den 3. Januar 1916. Die Beerdigung findet Mittwoch, 12i/ 2 Uhr, von dem Trauerhause, G-iessener Strasse 61, aus statt.- 10 . Höherc uni) (Meile MMcnsMle p Hieße,!. Die Anmeldungen der Mädchen, die vom Beginn des kommenden Schuljahres ab unsere Schule besuchen sollen, werden Donnerstag, den 20. und Freitag, den 21. Za- nnar, von 9‘ bis 1 Uhr im Tchullianic, Nord-Anlage 14. entgegengenommen und zwar Donnerstag für die Höhere, Freitag für die Erweiterte 'Mädchenschule. Borzulegen und, Geburtsurkunde, Impfschein oder Wiedcrimps ichein und bei Bindern, die aus einer anderen Schule kommen, ein Abgangszeugnis. Mädchen, die erst schul- vüichng werden, sind bei der Anmeldung vorzustellen. Schülerinnen, die früher schon in unserer Schute waren und wieder eintreten sollen, find ebenfalls anzumelden. , Anmeldungen nach der festgesetzten Zeit können nur berucknchngt werden, insofern die betreffenden klaffen nicht schon vollzählig sind. 10038 D Gießen, den 28. Dezember 1915. Grofcherzogltche Direktion. Dr. Störiko. TurnvereinGietzen (Gegründet 1846- 100 D Unsere Turnstunden finden von morgen ab Mittwoch u. Samstags abend Der Vorstand. Statt besonderer Anzeige! Heute nachmittag gegen 5 Uhr verschied unerwartet an einer Herzlähmung unser lieber Gatte, Vater, Schwiegervater, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Neffe Landgerichlsrat Dr. In tiefer Trauer: Lili Wolff, geb. Urich Dora Wolff Lili Wolff Klaus Graf von Baudissin. Karl Wolff Darmstadt, 2. Januar 1916, Leutnant ira 4. Unter-Elsäss. Inf.- Regt. 143, zurzeit im Felde. 97 D Die Beerdigung findet Mittwoch, 5. Januar, nachmittags 7 2 3 Uhr, vom Portal des Friedfiofs an der Nieder-Ramstädter Strasse statt. Von Beileidsbesuchen bittet man absehen zu wollen. Giessener Hausfrauen-Verein Donnerstag, 6. Januar, abends 8 I hr in der neuen Anla der Universität Tagesordnung: 1. Vortrag über Berufsausbildung unserer jungen Mädchen. 2. Ausstellung von zubereiteten Kriegsspeisen. 3. Vortrag v. Frau DI. Priester, Frankfnrt a. D. über: „Wie stellen wir an fleischfreien Tagen unser Essen zusammen?“ „Wie ersetzen wir Fett durch Fettbildner?“ 4. Verschiedenes. Die Ausstellung ist geöffnet: Donnerstag, den 6. Januar, von 11-1 Uhr, von2-4‘/ 2 Uhr von 8 Uhr abends an. Eintrittspreis fül \ v A °L °auf2. und LSperrsitz nur halbe Preise.