Jahrgang 
2 (1822)
Seite
102
Einzelbild herunterladen

103

gattung abſprechen zu wollen. Es bleibt auch noch zu unterſuchen übrig, wie ſich der wechſelſei⸗ tige Ertrag gegen einander verhalte, wenn die Kühe bei Hauſe gefüttert, und die Schafe gewei⸗ det werden*).

Auf wie lange die gefahrloſe oder doch minder gefährliche Weidezeit der Schafe angenom⸗ men werden ſolle? hängt ſehr von der Ortlichkeit und zugleich auch von der Witterung des Jahr⸗ ganges ab. Hiernach läßt ſich alſo eine ſichere Beſtimmung hierüber nicht faſſen.

Um dieſe gleichwohl nach Vergleichung mil⸗ derer Gegenden mit rauheren in wahrſcheinliche Rechnung zu bringen, wird vorausgeſetzt, daß die Schafe des Jahres hindurch 5 Monate im Stalle gefüttert und 7 Monate geweidet werden.

Eine Kuh von der angenommenen Schwere pr. 500 Pfd. bedarf während ihrer Fütterung im Stalle täglich 50 Pfd. Grünfutter oder 12½ Pfd. gutes Heu; ſohin durch 7 Monate von dem letz⸗ teren 26 Ctr. 25 Pfd. Dieſe à 45 Kr. pr. Ctr. betragen 19 Fl. 41 Kr.

Da bei der Stallfütterung mehr und wohl auch beſſerer Dunger als bei karger Weide erzielet wird, ſo muß derſelbe wenigſtens zum Theile als Erſatz des Futters angeſehen werden, und es wird ſicher nicht das Melkvieh begünſtiget, wenn ich

M

*) In eine Unterſuchung der Frage: Wie ſich der beiderſeitige Ertrag verhalte, wenn beide Viehgat⸗ tungen geweidet werden? glaube ich mich gar nicht einlaſſen zu dürfen, da die allgemeine Stimme ſich für die Stallfütterung der Kühe ſchon längſt erklärt hat. Zum überfluße wird hier nur noch bemerkt, daß die Huthweiden entweder gut oder ſchlecht ſeyen.

Im erſteren Falle iſt es vortheilhafter, dieſel⸗ ben als Acker oder Wieſen zu benutzen, und die Kühe bei Hauſe zu füttern. Im letzteren wird ihnen eine Nahrung angerechnet, die ſie nicht er⸗ halten.

Was Wunder alſo, wenn ſie den Ertrag nicht geben, der von jener nothwendig bedingt wird? Die zuverläßige Erhaltung des Geſundheitſtandes iſt ein nebenſeitiger, nicht minder wichtiger Vor⸗ theil der Stallfütterung..

deßwegen jenes nur mit der Hälfte, alſo mit 9 Fl. 51 ¾ Kr. in Rechnung ſtelle.

Gegentheilig müſſen imgleichen dis Huthwei⸗ den, welche von den Schafen beweidet werden; in Anſchlag gebracht werden.

Es entſpricht keineswegs dem Vortheile des induſtriöſen Landwirths, wenn er Huthweiden in dieſer Eigenſchaft fort beſtehen läßt, die nach der Art ihres Bodens zur Umſtaltung in Acker oder Wieſen geeignet ſind. Hiernach iſt es erlaubt, die⸗ ſelben von ſchlechter Beſchaffenheit, und minder ergiebigem Graswuchſe zu vermuthen.

Hieraus folgt weiter, daß zur ſättigenden Weide einer gegebenen Anzahl Schafe, auch ein⸗ großerer Flächenraum als im entgegengeſetzten Falle nothwendig ſey. Es kommt demnach darauf an, das Maß hiervon nummeriſch auszuſprechen.

(Der Beſchluß folgt.)

Das Pfropfen in die Wurzel.

Die k. k. patriotiſch⸗ ökonomiſche Geſellſchaft im

Königreiche Böhmen welche durch ihre gehaltreichen Druckſchriften ſchon ſo vieles Gute und Nützliche ver⸗ breitete machte in dem von ihr herausgegebenen

Wirthſchaftskalender für 1820 einen ſchätzbaren Auf⸗ ſatz*) des Hrn. Herrſchaftsbeſitzers Edlen von Kalina⸗ Jätenſtein über das Pfropfen in die Wurzel bekannt. Obgleich daſſelbe keine ganz neue Erfindung iſt, ſo kam es in Nieder Hſterreich meines Wiſſens bisher äußerſt ſelten, und faſt ausſchließlich nur beim Wein⸗ ſtocke vor. Als veredelndes Fortpflanzungs⸗ und Vermehrungsmittel der Obſtbäume aber, mit abgeſchnittenen Wurzeltheilen, wie es Hr. von Kalina empfiehlt, traf ich es bei uns in der Ausübung noch nirgends an.

Um einen kleinen Verſuch damit anzuſtellen, ließ ich im vorjährigen Herbſt zu Nexing von alten Apfel⸗ bäumen geſunde, unverletzte, mit Nebenfaſern verſe⸗ hene, 6 bis 8 Zoll lange Wurzelſtücke ausgraben, und über Winter im feuchten Kellerſande einlegen. Im heu⸗ rigen Frühjahre(den 28. April) wählte ich 10 Stück unker denſelben von der Dicke eines kleinen Fingers

1

*) Unter der Aufſchrift:Ueber eine weniger bekannte, ſichere, ſchnelle, und wohlfeile Veredlungsart der Obg⸗ baume.

bis zur tern(de wagerech tenen C die 41 ſtelle ſ die gep Baumſ lungsor des E dieſen Somm eine H und be

1

che zu beinahe

empfeh

die Er

gen Ve

pfropf

legt,

2

rader Okbulire dem V an diem gen me heiten 5 man ſie mitten zeln d Verſet 7 Stand hen ſi Frühli MNang ſel 1 bemi entb ſpro