Jahrgang 
3 (1838)
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tereſſant ſind und bleiben in dieſer Beziehung die Verſuche von Hellmont, R. Boyle und Eller. Erſterer ſetzte eine 5

Pfd. ſchwere Weide in einen irdenen Topf, welcher mit 200

Pfd. vorher ausgetrockneter Erde gefüllt war, deckte dieſen ſorg⸗ fältig zu, damit kein Staub oder ſonſt dergleichen von außen hinzukommen konnte, und begoß die Erde mit Waſſer. Nach fünf Jahren wog die Weide 169 Pfd. und die wieder ausge⸗ trocknete Erde 198 Pfd. Die Weide hatte alſo 164 Pfd. zu⸗ genommen, die Erde hingegen nur 2 Pfd. verloren. Boyle und Eller machten ähnliche Verſuche mit Kürbiſſen(Curcur. bita Pepo) von welchen Blumen und Fruͤchte genommen wur⸗ den, und gleiche Reſultate, wie die obigen, lieferten. Eller erzog in 15,3 Pfd. getrockneter Erde 2 Kürbisfrüchte, die 23, Pfd. wogen und 10 ½ Loth Aſche gaben, wobei die Erde nur 1 Lth. am Gewichte verloren hatte. Es iſt dieſen Verſuchen allerdings der Einwand zu machen, daß nicht beſtimmt worden iſt, von wel⸗ cher Art das Waſſer, womit begoſſen worden, geweſen ſei, al⸗ lein alle drei Experimentatoren ſind als denkende Männer be⸗ kannt, und es iſt daher wohl vorauszuſetzen, daß ſie bei ihren Verſuchen, wenn auch nicht deſtillirtes, doch Regen⸗ und Fluß⸗ waſſer genommen oder den Gehalt des Waſſers an erdigen Be⸗ ſtandtheilen vorher unterſucht und beſtimmt, und dann nach vollendeten Verſuche das Gewicht derſelben von der ausgetrock⸗ neten Erde abgezogen haben. So viel thun übrigens die Ver⸗ ſuche dar, daß es die Beſtandtheile des Bodens nicht vorzugs⸗ weiſe ſind, welche die Pflanzen ernähren, oder denen ſie ihre erdigen Beſtandtheile zu danken haben. Daß in Pflanzen, die auf Kalkboden gewachſen ſind, mehr kohlenſaurer Kalk gefun⸗ den wird, als in ſolchen, welche nicht auf Kalkboden vegetirt haben, kann unmöglich ein Beweis ſein, daß die Pflanzen den⸗ ſelben uns dem Boden genommen haben.

Nachdem ich nun den verehrten Leſern der Jahrbücher meine Anſicht über die in Rede ſtehenden Gegenſtände, wenigſtens in ihren Grundzügen, mitgetheilt habe, ſei es mir erlaubt, die Hauptmomente derſelben, der leichtern Ueberſicht wegen, hier noch zuſammenzuſtellen.