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das ganze achtzehnte Jahrhundert hindurch mit⸗ ten in Niedersachsen so viele tausend Morgen in wilder Gemeinheit haben liegen können. Lasset uns schnell wirken, damit doch noch wenigstens die Söhne dieses Jahrhunderts die Ehre haben, ein so nothwendiges Werk zu Stande zu bringen.
Erst mit der Theilung der Gemeinheiten kann überhaupt die Periode des wirklich verbesserten Ackerbaues und einer vortheilhaften Viehzucht ihren Anfang nehmen. Bis dahin muß alles Stückwerk und Flickwerk bleiben. In dem Zu⸗ stande der Gemeinheiten will jeder von seinem Eigenthum nur Korn ärndten, bestellt also mit lauter aussaugenden Gewächsen seinen Acker, zer⸗ stört badurch allmählig alle fruchtbringende Kräf⸗ te, und erquickt ihn fast nie wieder durch verbes⸗ sernde Gewächse, welche er bey getheilten Ge⸗ meinheiten zu bauen gezwungen seyn würde. Die Schaafe verkümmern auf dürren Weiden, oder sind oft genöthigt, giftige Gewächse zu fressen. Das Hornvieh hungert, weil keine Futterkräuter geärndtet werden, dem Sommer entgegen, und findet dann auf Aengern, welche von allerley Vieh zertreten und unschmackhaft gemacht werden, kaum die dürftigste Nahrung zur Erhaltung sei⸗ nes mühseligen Lebens. Der beste Dünger wird


