Jahrgang 
5 (1772)
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von der Rriebel:Rranfheit. 555

kannte. Die Frau klagte über so grossen Ap- petit, und weinete, daß sie mit ihrem Mann und Kindern verhungern müste. Jh ließ mir hierauf ihr Brodt zeigen, welches ungewöhn- lich schwarz, und nicht gahr war. Jch fragte, warum sie solc<es nicht gahr backetenz erhielt aber zur Antwort: es wollte nicht gahrer wer- den, hierauf ließ mir ihr vorräthiges Korn vor- zeigen, und fand mehr Brand- und Mutter- Korn als gesundes. IJ rieth also hievon nicht mehr zu essen: bekam aber zur Antwort, so müsten sie für Hunger sterben, weil sie nichts anders hätten. J< muß hiebey bemerken, daß dieses Korn nicht zu Abbeile, sondern zu Alt- merdingsen gewachsen, wo er vorher als Hirte gestanden, und daß in dieser nemlichen Stube zwey Familien wohneten,in welcher der Hirte lag, welche anderes Brodt- Korn hatten, und alle ge- sundbliedenz meine Patienten wurden nach dem Vomitiv nichts besser. Jc<h gedachte mit schweiß- treibenden Mitteln etwas auszurichtenz allein meine Patienten blieben nach wie vor.

Den 1. December wurde der Sohn, ein Buyx- sche von 11 Jahren, welcher für dem Vater das Vieh gehütet hatte, von den Einwohnern auf der Weide liegend gefunden, und ohne Ver- stand nach Hause gebracht. Die Hände waren ihm ebenfalls zusammengezogen, der Kopf stund ihm auc) rüFwäres. Jc< gab ihm pulv. rad, Gialapp. gt. xxv. niir, depur, Scrup.S.

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