XXI. Bon der Pferdezucht. 227
Füllen nicht die schönsten Kreuze erbten, weil ich weiß, daß die Füllen jener Stute die Schön« beit ihres Kreuzes gewöhnlich zu erben pfle- gen, und darin mehr der Mutter als dem Vater nacharten. Auf diese Weise erkläre ich den Saß: daß man specilique Unvollkom« menheiten des einen Geschlechts durc< lpecif- que Vollfommenheiten des andern Geschlechts auszubessern bemühet seyn müsse. Daß dies ses angehe, darüber Fann ich mich sehr dreist quf flare Erfahrungen berufen, und ich könnte ein sehr befanntes ansehnliches Gestüt aufzeis« gen, in welchem vor etwa drey Generationen noch fast lauter lang gefötete, zu feine und so genannte spielbeinigte Pferde anzutreffen wa= ren, die durch eine weise Verbesserung aber nunmehro so umgeformet sind, daß, ohne Wer- leßung der übrigen Schönheiten der Rage, diesen Pferden nur ein anderes und besseres Fußwerf gegeben zu seyn scheinet. So viel ist der Kunst und dem Fleisse in DIEN Stücke möglich.
Nach dem Urtheil der Menschen ist das weibliche Geschlecht der Thiere nicht so schön als. das männliche..J< befümmere mich wenig darum, ob dieses Wahrheit oder Ein- bildung sey. So viel weiß ich indessen bey»- läufig gewiß, daß die Thiere so glücklich sind, sich unter einander zum Zweck ihrer natürlichen
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