Jahrgang 
2 (1817)
Seite
408
Einzelbild herunterladen

ul 408 255

Die Güörer erhielten hiedur< nur erſt einen feſten Nominalwerth, und wurden der Verſchuldbarkeit fähig. So lange der Zinsfuß durch irgend einen Zufall noch auf das zwey und dreyfache ſteigen konnte, war jedes in ein Gut angeliehenes Kapital unſicher, weil der Nominalwerth des Guts durc< das ſchränkenloſe Steigen des Zinsfußes faſt vernichtet werden kann,

Aus eben dem Grunde mußte jede Erbtheilung zwiſchen den Kindern eines Gutsbeſißers höc<ſt un- gleich werden, Der älteſte Sohn der das Gut erhielt, durfte auf eine Sache von ſo ſc<wankendem Werth nur unbedeutende Schulden übernehmen 3 er mußte alſo reich, ſeine Geſchwiſter arm ausgeſtiattet werdens

Nad) der Feſtiſezung des Zinsfußes änderte ſich dieſes Verhältniß. Der Beſißer eines ſchuldeufreyen Guts berechnete nun den Kapitalwerth ſeines Guts därnach, daß der Zinsfuß nie über 5 pCt, ſieigen kdnne, und er durfte nun ſeinem Sohn, der das Gut erbte, Verbindlichkeiten auflegen, die eine gleiche und ges xechte Theilung des Vermögens zwiſchen allen ſeinen Kindern möglich machten,

Geſeßt nun, das bisher vom Vater ſchuldenfrey beſeſſene Gut erhalte der Sohn durch die Theilung mit ſeinen Geſchwiſtern zu zwey Drittel des Werths ver? ſchuldet 3 die Geſchwiſter, um baar Geld zu erhalten, verkaufen ihre Foderungen, die ſie im Gute haben, an andre Kapitaliſten, die an dem Wohl und Wehe des Gutebeſitzers gar kein Intereſſe haben, Jeßt ſteige