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Erziehung die gemeinen Vorurtheike, welche dummen Hochmuth, weichliche Arbeitöſcheu und zunftmäßiges Freſſen und Saufen in den niedern Ständen begünſti- gen, verbannt werden: ſo lange iſt keine nur halb brauchbare Anführung in den Häuſern der Eltern zu erwarten 3 und wenn unter“ folchen Umſtänden det Herrſchaft alle elterlichen und vormundſchaftlichen Rechte über ein“ ſo. roh aufgewachſenes Geſinde durch? aus entriſſen werden, iſt es wohl mehr als Thorheit, an Verbeſſerung der Dienſtleute zu glauben,
Um dieſe ſo allgemein wohlthuende Abſicht zu ev? reichen, müßte wohl zuvörderſt der Trotz der Dieneu- den mit Ernſt gebändigt. werden, Keine wirkſamere Mittel können hiezu vorgeſchlagen werden, als den übermäßig hohen Lohn der Dienſtboten um die Hälfte, Can manchen Orten, 3. B, in Städten und Dörfern, welche größern Städten nahe liegen, noch tiefer) herabzuſetzen, und ſie zum ſtreagſten und pünktlichſien Gehorſam gegen ihre Herren zu verpflichten. Wos Dienen und Verdienen bedeutet, würde dieſe Menſchen? klaſſe daun zu ihrem eignen und ihrer Herrſchaft Wohl erfahren, und von manchen Ausſchweifungen, zu denen das jeßt beſtehende Dienſtverhältniß(eigentlich findet ein ſolches nur dem Namen nach und in der Einbildung noch ſtatt,) reichlichen Vorſchub giebt, künftig abgehalten werden,
Jedoch gebe ich den herabgeſekßten Lohn und die


