ACTRA HETONICO-MRONO LOGICO-MECHANCA CIRCA ME. TALLURGIAMIN HERCYNA SUPERIORI. Oder Hiſtoriſch⸗ chronologiſche Nachricht und theo⸗ retiſche und praetiſch Beſchreibung e Kaſchinenweſcns, und der Huͤlfsmittel bey dem Bergbau auf dem Oberharze, darin insbeſondere gehandelt wird von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, wodurch der Berg⸗ bau befoͤrdert wird, als von dem Markſcheiden, Schacht⸗ und Grubenbau, von Bohren und Schießen, von den Maſchinen und Vorrichtungen, das gewonnene Erz zu Tage zu bringen, von den Maſchinen, wodurch das Erz zu Sand geſtoßen wird, von Puchwerken und der Pucharbeit, von den 4 Maſchinen in der Huͤtte, aus den Erzen Silber, Bley, Gloͤtte und Kupfer zu ſchmelzen, und von der geſammten Huͤtten Arbeit nach einander, 6„voon den Muͤnzmaſchinen, das Silber fein zu brennen, und zu Geld zu vermuͤnzen. Ausgefertiget von Henning Lalvoͤr. — Zweyter Theil. Braunſchweig, im Verlag der Fuͤrſtl. Wayſenhaus⸗Buchhandlung, 1763. ——— ——— .—— —————j— Inhalt des zweyten Theils. Der II. Theil. Handelt von denen Huͤlfsmitteln, Vorrichtungen und Maſchinen, welche den Bergbau befoͤrdern. Er beſtehet aus 7 Capiteln. Das I. Capitel. Von dem Huͤlfsmittel des Bergbaues in Abſicht auf die Stollen, Schaͤch⸗ te, Durchſchlaͤge/ Waſſerleitungen vermittelſt abgewogener Graben, und ſo weiter, als der Markſcheidekunſt. Das II. Capitel. Vom Schacht uud Schachtbau, dadurch man die aufgeſchuͤrfte Erze be⸗ kommen, und ſolche aus der Teufe herausholen kann, desgleichen von dem Bergbau in den Gruben, als von Stroſſen⸗ und Foͤrſtenbau. Das III. Capitel. Von den Huͤlfsmitteln, das Erz in der Grube zu gewinnen, und von ſeinem Gange abzuſondern, als von Berggezaͤh, Bohren und Schießen. Das IV. Capitel. Von den Maſchinen und Huͤlfsmitteln, das in der Grube gewonnene Erz zu Tage zu bringen. Dieſes hat 3 Abtheilungen. Die 1. handelt von den dazu gehörigen Vorrichtungen und Gefaͤßen. Die 2. von dem zu Tage bringen der Erze und des Bergs mit Pferden, ver⸗ mittelſt eines Gaepels, der beſchrieben wird. ⸗ Die 3. von dem zu Tage bringen der Erze und des Bergs durch den Wind, ver⸗ mittelſt Windmuͤhlen, und durch Waſſer vermittelſt Kehrraͤder, die be⸗ ſchrieben werden. Dieſes handelt von denen Maſchinen, welche das gewonnene 33 klein/ und zu Sand ſtoſſen, welches Puchen genennet wird, und wie dadurch das unreine Erz vom Berg, Spat, und andern Unarten durchs Waſſer ge⸗ Das VI. Capitel. Handelt von dem Maſchinenweſen, in der Huͤtte mit Vortheil aus dem Erzſchlieg Silber, Bley und Kupfer, und aus den Kieserzen Kupfer heraus zu bringen. Dieſes Dieſes hat 7 Abtheilungen, und 3 Zugaben mit einem Anhange. Die I. Abtheilung giebt Nachricht von den ſaͤmtlichen Huͤtten auf dem Oberharze, und deren Gebaͤuden. Die 2. handelt von der Brennhuͤtte, vom Abwaͤgen der Schliege nach gewiſſer Centnerzahl in derſelben, und wie davon etwas zur kleinen Probe genommen wird. Die 3. von der Schmelzhuͤtte, und dem dahin gehoͤrigen. Die 4. von der Treibhuͤtte, und was dahin gehoͤret. Bey allen drey Huͤtten werden die ſaͤmtlichen Maaßen von den Ofen wie auch von den Darrofen und Seygerheerd beygebracht. Die 5. von der Kupferarbeit auf den Huͤtten. I) aus dem Abſtrich bey dem Abtreiben, 2) aus den Kieſen, oder Kupfererzen. Die 6. haͤlt den voͤlligen Huͤttenproceß in ſich, wie die Arbeit auf einander fol⸗ get, und verrichtet wird, und wie in der Schmelz⸗und Treibhuͤtte die Ofen dazu bereitet werden. Die 7. von dem Blaufarbenwerke auf dem St. Andreasberge. Die I. Zugabe handelt von den Eiſen⸗ und andern Huͤtten auf dem Oberharze. Die 2. von den Huͤtten und Huͤttenſtaͤtten, welche der alte Mann inne gehabt. Die 3. von den Rohrfabriken, mit einem Anhange von einer vorgeſchlagenen Eiſenſchneidmuͤhle. Das VIlI. Capitel. Von den Maſchinen, aus dem Silber Muͤnze oder Geld zu machen. Dieſes Capitel hat 4 Abtheilungen. Vorbericht. Wegen der heutigen Muͤnzen oder Geldſorten, und derſelben Fuß nach Korn und Schrot, und nach dem innerlichen und aͤuſſerlichen Wehrt muß vieles aus den alten Zeiten vorher bekannt ſeyn. Und daher handelt Die 1. Abtheilung von der Benennung der Geldſorten in alten Zeiten, und Urſprunge ſolcher Benennungen der ſilbernen und goldenen Dickmuͤnzen; von den kleinern Dickmuͤnzen in der Stadt Braunſchweig, Braunſchweigiſchen Lande und Goslar; von dem Urſprunge und Anfange der groͤßern Dickmuͤnzen, der Gulden, Groſchen und Thaler; von den nach einander im Reiche erfolgten Muͤnzordnungen, Muͤnz⸗ fuͤßen und Werth des Gulden und des Thalers, der endlich zum Reichsthaler ange⸗ nommen worden; Von dem erfolgten hohen Steigen des aͤuſſerlichen Wehrts des Reichsthalers im vorigen Jahrhunderte, und wie damals dem verfallenen Muͤnzweſen in denen Braunſchweig⸗Luͤneburgiſchen Landen am erſten wieder aufgeholfen, und der Reichsthaler wieder auf den rechten Werth geſetzet worden, und von dem erfolgten hohen Steigen des aͤuſſerlichen Wehrts des Thalers von der Mitte dieſes Jahrs bis jetzo 1750. Von dem Urſprunge und, Bedeutung der Woͤrter Korn und Schrot, desgleichen Mark, Loth, Karat und Graͤn. Von den bey den Muͤnzen in alten Zeiten gebrauchten und jetzo gebraͤuchlichen Gewichten; von der Eintheilung der Gewichte und dem Richtpfenning. Die 2. handelt von den Braunſchweigiſchen Mänzen, zum Kloſter Reichenberg, Gos⸗ lar und Zellerfeld; von den Muͤnzmeiſtern, Muͤnzmaſchinen und Muͤnzproceſſen in der jetzigen Zellerfeldiſchen Muͤnze. Die 3. von den Hohnſtein⸗und Grubenhagiſchen, als Lauterberg⸗St. Andreas⸗ berg⸗Oſteroͤd⸗und Clausthaliſchen Muͤnzen, Muͤnzmeiſtern und Muͤnzdirectorn; von dem Feinbrennen des Silbers in der Muͤnze, Muͤnzproceſſe und Maſchinen in der jetzigen Clausthaliſchen Muͤnze. Die 1. von den Geldſorten, welche in der Clausthal⸗ und Zellerfeldiſchen Muͤnze in vorigen Zeiten, und wie hoch nach dem innerlichen und auſſerlichen Wehrt gepraͤ⸗ get ſind, und jetzo gepraͤgt werden. Und ſo folgen hier VlI Capitel. Zweyter kze. thabt. genen ſen. Forn aus tunge einern zelar; ſſchen hüͤn⸗ ange⸗ s des weſen dfen, dem dieſes örter den von Gob⸗ eſſen eas⸗ orn; nein gein pta⸗ ſter Zweyter Theil. Von denen Maſchnen und Hilfß Witteln, welche den Bergbau befoͤrdern. Der Zweyte Theil. Von denen Maſchinen, Huͤlfsmitteln und Vorrichtun⸗ gen, welche den Bergbau befoͤrdern. Horbericht. und anderer Bergart du e 3 Kupfer, auch aus den Kieserzen Kupfer heraus zu bringen. VII. Durch Maſchinen, aus dem Silber Geld zu muͤnzen. Von allen dieſen Stuͤcken wird in den folgenden VII. Capiteln gehandelt. Das J. Lapitel. Von dem Huͤlfsmittel des Bergbaues in Abſicht auf die Stollen, Schaͤchte„Durchſchlaͤge ꝛc. das iſt: Von der Markſcheidekunſt. 6. I. ie Markſcheidekunſt iſt nichts anders als eine Anwendung der Geo⸗WasMarkſchei⸗ metrie auf den Bergbau, oder Geometria ſubterranea. Sie be⸗ dekunſt ſey? ſtimmet, mittelſt des Bergeompaſſes und der Waſſerwage, der Gaͤnge Streichen, Fallen und Dohnlagen; ſie lehret, wo die Stollen, Schaͤch⸗ . te und Lichtloͤcher anzulegen ſind, damit man auf den verlangten Ort, in oder auf der Erde, treffen moͤge. Mit ihrer Huͤlfe wird jeder Gruben Feld, in und auf der Erde, abgemeſſen, die Gruben verlochſteinet und vermarkſcheidet, auch 2 am 4 II. Th. I. Cap. Von denen Maſchinen und Hulfsmitteln aam Tage gezeiget, wo man mit einem Ort in der Grube, oder auf dem Stollen ud de iſt. So werden auch von dem Markſcheider die Graben zu Waſſerleitungen, mi hat und wo der Fall auf ein Rad iſt, abgewogen, wie auch die ganze Beſchaffenheit it d des Bergbaues an Graben, Waſſerfaͤllen, Kunſt⸗ und Kehrraͤdern, Stollen, Schacht. Sekon und Grubenbau nach dem Streichen, Hoͤhen und Stößen ins hangende und li⸗ gulin gende, auf dem Papier in Riſſen vorgeſtellet. Ingleichen muß derſelbe einzelne ud acc Berge oder ganze Forſten meſſen, und in einen Riß bringen. n T Atenbe⸗ Zuſtand dieſer Solches Markſcheiden ſtund vormals auf hieſigem Bergwerke auf ſchlechem Uliſt Kuß in uiſer Fuß, und war noch keine auf mathematiſche Gruͤnde gebauete buuffſc en ageben Zeiten. ſchreibet bey dem 1579ſten Jahre, daß der Oberbergmeiſter Peter Adener und un die Wolffgang Seydel die zween verordnete Markſcheider geweſen, welche die zum Zellerfelde auf dem Gottesacker in dieſem Jahre neu zu erbauende Kirche der Laͤn⸗ ge und Breite nach abgezogen. Vorhero aber beym Jahre 1536. gedenket erdes Peter Adeners als eines gemeinen Bergmanns, und beym Jahr 1584. als eines denn verſtaͤndigen und wohl erfahrnen Bergmanns und Steigers, der in dieſem Jahre gezoge noch Geſchworner und 1557. Bergmeiſter worden. Da alſo dieſer zuerſt nur ein nuchhe gemeiner Bergmann, und hernach ein Steiger geweſen: So iſt wol nicht anders lch T zu ſchlieſſen, als daß er das Markſcheiden nur durch eigene Uebung zum allerndo Qaus thigſten Gebrauch erlernet habe. Wie er denn nicht einmal, gleich mehrern Berge Fach meiſtern nach ihm, leſen und ſchreiben können. Denn als Albertus Eberding, Herzogs Heinrichs Julii Kammermeiſter, nach Inhalt des Zellerfeldſchen Berga dhen rechnungs⸗Protocolls vom 19. Jul. 1596. gefragt, ob Paul Dreßler, der dazus mal als Bergmeiſter zum Wildenmann beſtellet worden, ſchreiben und leſen koͤnne, haben Hauptmann Zehntner und G. Rott geantwortet:„„Nein, wie auch der „ jetzge Bergmeiſter Valentin Neithart nicht kann, desgleichen auch der vorige, „Peter Adener ſeliger ſolches nicht gekonnt.,. In des ehemaligen Maſchinendirertors, Bernhard Ripkings, Unterricht, welchen er den Lehrlingen der Markſche dekunſt in die Feder gegeben, heißt es auch 1urdelche„Das Markſcheiden iſt zum Clausthal und Zellerfelde durch einen „Stollenſteiger, Severin Adeler, mit dem Setzcompaß verrichtet worden, wel⸗ „cher das Streichen des Ganges mit ſeiner Laͤnge ſo, wie er es in der Grube ge⸗ „funden, am Tage wieder abgeſtecket, dabey denn alles, was dazu im Wege ge⸗ „ ſtanden, hinweg geraͤumet werden muͤſſen. Bey den Durchſchlaͤgen ſind bey „ dieſer Weiſe große Fehler nicht zu vermeiden geweſen.„ Eben ſo muß die Markſcheidekunſt in Sachſen im 16ten Seculo noch nicht ſonderlich excoliret geweſen ſeyn, wie aus dem Agricola im Ften Buch zu erſehen. Daher Erasmus Reinhold, Doctor der Arzneykunſt und Bergvoigt zu Saalfeld, ein Sohn des beruͤhmten Aſtronomi dieſes Namens, und von welchem ſich noch einige Schreiben an Herzog Julium zu Braunſchweig in der Zellerfeldſchen Bergamts⸗Regiſtratur finden, geſucht hat, in einem von ſeinem Vater angefange⸗ nen und 157 zu Erfurt gedruckten kurzen und gruͤndlichen Unterricht vom Mark⸗ ſcheiden dieſe Kunſt auf die Mathematik zu gruͤnden. Dieſer Unterricht iſt Anno 1615. zum andernmal aufgeleget, aber mit der Zeit ſo unbekannt worden, daß Nicolaus Voigtel, Zehntner zu Mansfeld, als er Anno 1686. ſeine Markſcheide⸗ kunſt zu Eißleben drucken laſſen, und auch noch bey der zwoten Auflage Anno 1713. vermeynet, er waͤre der erſte, der hievon etwas geſchrieben habe. Der obgedachte Reinhold hat zur Ausuͤbung der Markſcheidekunſt Regeln angegeben, aber ohne Beweiß, auch weitlaͤuftige Tabellen mitgetheilet, wie die Sohle un 17 3 12 2 — „ 1 5 . ℳ. 6☛ „ 1 * 8 — — 1 —* 4. ¹. - — 8* 1 . 3 6. 25 -7 . 5 .2* 4* . 5 * . 4 1⁰. 38 5⸗ 1 * 3 1 8 4 2 1 1 E 1 8 * 5 12 * . 4₰ 54* 1 — 4 4 1 V 1 ’ 1 4 4 1 4 * tollen ngen, enhei acht d lie⸗ gelne htem dcke und e um rLan⸗ er des eines Jahte urein inders welche den Bergbau befoͤrdern. 5 und den Seiger eines recht winkelichten Trianguls zu finden. Aus der Aſtrono⸗ mie hat er einen Quadranten mit Dioptern eingefuͤhrt, und auf das Perpendicul oder das an einem Faden hangende Gewichte in eine dazu gemachte Hoͤhlung den Setzcompaß oder die Magnetnadel geſetzet, daß man mit eins das Streichen und Fallen der Gaͤnge beſtimmen koͤnnen. Es war nemlich damals der viel bequemere und accuratere Haͤngeompaß noch nicht erfunden. Dieſen hat man dem verdien⸗ ten Balth. Roͤßler zu danken, der Anno 1673. im 67ſten Jahre ſeines Alters zu Altenberg in Meiſſen als Bergmeiſter verſtorben iſt. Sein von ihm kurz vor ſei⸗ nem Tode geendigtes ſchoͤnes Werk, Bergbauſpiegel, iſt von ſeinem Enkel, Joh. Chriſtoph Goldberg, Bergmeiſtern in Altenberg, Anno 1700. in fol. heraus gegeben worden, welcher auch in der Vorrede von ſeines Großvaters Verdienſten um die Markſcheidekunſt handelt. § 3. Zu dieſem Balthaſar Roͤßler ſind in der Mitte des vorigen Seculi Peter Markſcheider Heinrich Tolle, Valentin Decker und Daniel Flach, vom Harz nach Altenberg auf dem Hari. gezogen, welche ſich von ihm im Markſcheiden unterrichten laſſen, und dieſe Kunſt nachher auch allhier auf einen beſſern Fuß geſetzet haben, da die erſten beyden, nem⸗ lich Tolle nach Adam Illing Anno 1662. und Decker Anno 1666. auf dem Clausthal, Flach aber auf dem Zellerfelde Markſcheider worden ſind. Dieſes Flachs Diſcipul war Johann Chriſtoph Buchholz, erſtlich Markſcheider, her⸗ nach Oberbergmeiſter zum Zellerfelde, deſſen geſchicktem Kopfe die Markſcheidekunſt diejenige Richtigkeit zu danken hat, mit der ſie noch jetzo ausgeuͤbet wird. Von dieſes Buchholzes Schuͤlern ſind folgende zum Clausthal Markſchei⸗ der geweſen: Andreas Jochen Sachſe von Anno 1679. Caſpar Illing von Anno 1686. Jobſt Heinrich Tolle von Anno 1695. Chriſtian Zacharias Koch von 1608. welcher 1712. als Bergdirector nach Strasberg im Stollbergſchen gezogen, Bernhard Ripking, nachheriger Maſchinendirector, Samuel Rauſch, und ſein ihm adjungirter Sohn, Samuel Gottlieb Rauſch. Zum Zellerfelde iſt nach Buchholzen Markſcheider geweſen deſſelben Diſcipul, Johann Jobſt Schrei⸗ ber, der Anno 1755. verſtorben, nachdem er eine Zeitlang in Penſion geſtanden. Auf ihn ſind gefolget Otto Daſſe, Johann Heinrich Eggers, nach deſſelben Tode 1745. der Sohn, Johann Adam Eggers, und als auch dieſer 1748. ver⸗ ſtorben, Auguſt Friederich Ludewig Hagen, der auch nur bis 1751. gelebet, und C. C. Elſter. Dieſem fuͤge an, daß das Markſcheiden bey dem St. Andreasberg⸗ ſchen Bergwerke von den Clausthalſchen Markſcheidern bis Anno 1715. mit ver⸗ richtet worden. In dieſem Jahre hat ſolches der Oberbergmeiſter zum Claus⸗ thal, Andreas Leopold Harzig, als Geſchworner zum St. Andreasberge uͤber⸗ nommen, bis Anno 1721. da derſelbe aufs Clausthal befördert worden. Anno 1721. hat man einen eigenen Markſcheider zum St. Andreasberge geſetzet, Jo⸗ hann Thomas Sartorius, dem Anno 1739. Johann Andreas Glaͤſener, und Anno 1750. Julius Auguſt Seidenſticker, nachgefolget ſind. Von Valentin Deckern iſt Nicolaus Voigtel, nachmaliger Zehntner zu Mansfeld, ein Diſcipul geweſen, welcher nachher zu Marienberg ſich noch mehr bey dem alten Schneider geuͤbet, und durch die beſtaͤndige Praxin in den Stand geſetzet worden, ſein Buch heraus zu geben, darin er den Gebrauch des Haͤngcom⸗ paſſes dem Publico mitgetheilet, der ſonſt nur den Markſcheidern bekannt geweſen. Man glaubt, daß ihm ein Manuſcript vom Markſcheiden zur Verfertigung ſolches Buchs viel geholfen, und dieſes wird Balthaſar Roͤßlers Schrift geweſen ſeyn, da in der Vorrede zu deſſelben Bergbauſpiegel ausdruͤcklich geſagt wird, daß deſſelben II. Theil. B Manu⸗ 6 II. Th. I. Cap. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, Manuſcript vom Markſcheiden nach ſeinem Tode in verſchiedener Gelehrten Haͤn⸗ güat⸗ de kommen, und ziemlich theuer bezahlet worden. icn Die neueſten §. 4. Auſſer den beyden Buͤchern des Reinholds und Voigtels hat man von Leon. fae Schriften von herd Chriſtoph Sturm, damaligem Profeſſor zu Frankfurt an der Oder, ſieben niſe der mntihss Voge von der Markſcheidekunſt, die er Anno 1710. ſeinem kurzen Begrif der ſig rang. geſammten Matheſis angehaͤnget; er bleibet aber nur bey den erſten Anfangs⸗ Rei gruͤnden ſtehen. Anno 1726. hat man von dem verſtorbenen Prof. Johann Friederiech ä 3 Weidler, zu Wittenberg, auf 10. Bogen mit Kupfern ſehr woͤhl und inmathema⸗ in tiſcher Lehrart geſchriebene Inſtitutiones Geometriae ſubterraneae erhalten, 35 die Anno 1i. wieder neu aufgeleget worden. Anno 1744. hat Johann Gott⸗ tand fried Jugel zu Berlin gruͤndlichen und deutlichen Begrif von dem ganzen Bergg bau⸗Schmelzweſen und Markſcheiden in drey Theilen drucken laſſen. 5 2 der Anno 1749. ſind endlich zugleich die zwey wichtigſten Werke vom Markſchei- e⸗ den heraus gekommen. Das eine hat Herr Auguſt Beyer, Koͤnigl. Pohln. und nich Churfuͤrſtl. Saͤchſiſcher Bergcommiſſarius und Markſcheider, auch des Raths und dbe Bergſchoͤppenſtuhls zu Freyberg Aſſeſſor, ausgefertiget, unter dem Titul:„, Gruͤnd; „licher Unterricht vom Bergbau, nach Anweiſung der Markſcheidekunſt, worinn inder „ gewieſen wird, wie die Gebuͤrge und darinn ſtehende Gaͤnge, Kluͤfte und Floͤtze Wind „ zu unterſuchen und zu beurtheilen ſind, mit vielen Kupfern. Schneeberg in fol.„ er Das andere ruͤhrt von dem Herrn Bergcommißionsrath von Oppel her, und iſt Zelt- ohne deſſelben Namen zu Dresden unter folgender Aufſchrift gedruckt:„Anlei⸗ ſehr t „tung zur Markſcheidekunſt, nach ihren Gruͤnden und Ausuͤbungen kuͤrzlich ent⸗ unͤb „worfen, in 4. 2 Alph. 15 Bogen, mit 7 Bogen Kupfertafeln und I Alph. Tafeln., dung vorfer ¶. F. 5. llie Von den Inſtru⸗ In dieſen Buͤchern findet man eine ſo vollſtaͤndige Anweiſung zu allen Ver⸗ ume menten zur Meſerichtungen eines Markſcheiders, daß ich gar uͤberfluͤßig finde, mich dabey zu ver⸗ m ſung der dingen weilen. Ich will nur kuͤrzlich noch der Inſtrumente gedenken, der man ſich zu Meeſſmung der Laͤngen und Winkel bedienet. Zu den erſtern hat man das Lachter⸗ maaß, welches auf eine ſo unbequeme Art in 80 Zolle eingetheilet iſt, daß Nicol. Voigtels Vorhaben loͤblich geweſen, dafuͤr deſſelben Eintheilung in 10, 100 ꝛc. wn Theile einzufuͤhren. So ſehr aber die Rechnung erleichtert wurde, wenn uͤber⸗ haupt alle Maaße zehntheilig waͤren: So iſt doch bisher die Vorſtellung des GEral großen Nutzens gegen die Kraft der alten Gewohnheit zu ſchwach geweſen. Dies 1 Lachter iſt auch als wie andere Maaße in verſchiedenen Laͤndern verſchieden. Auf allen Oberharziſchen Bergſtaͤdten iſt es gleich, nemlich von 80 Braunſchweigiſchen d, Zollen, ungeachtet der Hannoverſche Land⸗ und Clausthalſche Stadtfuß mit dem ſindb Braunſchweigſchen nicht uͤbereinkoͤmmt; denn von 1000 Theilen des Rheinlaͤnd⸗ uefe ſchen Fußes haͤlt der Hannoverſche Fuß 937, der Clausthalſche, wovon zwey, oder(il eine Elle, am Rathhauſe haͤngen, 952, der Braunſchweigſche oder Bergfuß aber rand 927; oder wenn man einen Zoll des Clausthalſchen Stadtfußes in 12 Linien ſii⸗ theilet: So iſt der Bergfuß um 4 ſolcher Linien kleiner als jener. lu 1 Es werden5 ſolcher Lachter, in Sachſen aber 6, von gezwirnten Meßing⸗ ai draht, mit Unterſcheidung der Achtel und der Lachter mittelſt kleiner Ringe, an aͤm einander gehaͤngt, und eine Schnur genennet. Damit werden erſtlich die Gru⸗ ben nach dem gemutheten oder verliehenen Felde, oder Maaßen/(eine Maaße haͤlt 28 Lachter, eine Fundgrube aber 42 Lachter) vermeſſen, und beſtimmet, wie weit der in Geſellſchaft getretenen Gewerken ihr Recht in die Vierung und in die Laͤn⸗ ge ſich erſtrecke. Die Vierung betraͤgt auf jeder Seite des Ganges 3 ½ diins geſam beraͤnd 7 1 war din welche den Bergbau befoͤrdern. 7 geſamt 7 Lachter, die Laͤnge aber wird ſowol in der Grube, als am Tage durch ein Zeichen, oder Ortpflock, oder Lochſtein angezeiget. Zur Beſtimmung der Tiefe eines Schachts nach dem Seiger, und der Laͤnge eines zu treibenden Stollortes nach der Sohle, wird ebenfalls die Schnur ge— brauchet, indem man damit die Dohnlage im Schachte, auch zum Stollen am Ta⸗ ge miſſet, und aus derſelben und einem mit der Waage gefundenen Winkel mit⸗ telſt trigonometriſcher Aufloͤſung eines rechtwinklichten Dreyecks, den Seiger und die Sohle herleitet, oder aus den dazu berechneten Tabellen nimmt; wodurch denn zugleich ſowol die Zeit als die Koſten in einen ohngefehrlichen Anſchlag gebracht werden koͤnnen. Bey allen uͤbrigen Meſſungen und dem ganzen Bau in der Gru⸗ be wird das Lachter gebraucht, und zwar bey den leztern ein eiſernes Maaß. Zur Meſſung der Winkel und ihrer Auftragung auf das Papier werden der Haͤngcompaß, und vor deſſen Erfindung der Setzompaß, der Gradbogen mit dem Winkelweiſer und das Zuleginſtrument oder der Transporteur gebraucht, welche ſaͤmtlich ſo bekannt und in ſo manchem Buche beſchrieben ſind, daß ich mich dabey nicht aufhalten darf. Es werden aber die Winkel in der Verticalfaͤche mit⸗ telſt des Perpendiculs an dem Gradbogen, oder mittelſt der allezeit horizontalſte⸗ henden Buͤchſe der Magnetnadel im Haͤngcompaſſe gefunden, da die horizontalen Winkel mit der Magnetnadel beſtimmt werden. In die leztern hat alſo die ſtets veraͤnderliche Richtung der Nadel einen großen Einfluß, die nicht nur zu einerley Zeit an verſchiedenen Orten, ſondern auch an einerley Orte zu verſchiedenen Zeiten, ſehr unterſchieden iſt. Die merkwuͤrdigen Beobachtungen des ſel. Celſius und Herrn Hiorters in den Schwediſchen Abhandlungen lehren ſogar, daß die Abwei⸗ chung der Nadel monatlichen, ja taͤglichen und ſtuͤndlichen, Veraͤnderungen unter⸗ worfen ſey. Von den jaͤhrlichen Veraͤnderungen der Abweichung des Magnets will ich nur aus des beruͤhmten Grahams Aufſatze in Philoſ. Tranſ. N. 487. anmerken, daß die erſten Beobachtungen, die man von der Abweichung der Mag⸗ netnadel zu London gemacht hat, von Anno 1580. ſind. Sie war damals 11 15 weſtlich. Im Jahr 1657. ſtand die Nadel gerade nach Norden, und war alſo keine Abweichung. Anno 1672. fand Halley eine weſtliche Abweichung von 2 30, und Anno 1692. von 6. Anno 1723. aber wich die Nadel, nach Grahams Beobachtung, 14 17 nach Weſten ab, und vom Anfang des Jahrs 1745. bis zu Ende des Jahrs 1747. iſt ſie von 17 weſtlich bis zu 17 40 geruͤ⸗ cket, ſo, daß ſich dieſelbe zu London in 167 Jahren 28 55 von Oſten nach We⸗ ſten bewegt hat. Die Neigung iſt aber in dieſen 2 Jahren faſt beſtaͤndig von 732 ge⸗ weſen. Es iſt alſo kein Wunder, wenn in Angebung der Durchſchlaͤge eines langen Stollens, der von zween oder mehr Orten gegen einander getrieben wird, woruͤber von dem erſten Zuge des Markſcheiders bis zu dem Durchſchlag einige Jahre ver⸗ ſtrichen, und folglich die Zuͤge des Stollens auf dem Riſſe nachzutragen ſind, auch die erfahrenſten Markſcheider fehlen. Es waͤre noͤthig, eine recht accurate Mit⸗ tagslinie zu ziehen, um die Abweichung der Nadel genau zu wiſſen, und dieſe bey ſedem Riſſe zu notiren. B 2 Das ————— 1 4, 4 8 4. 84 1, 8 I Ch. II. Cap. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln Das II. Lapitel. Vom Schachte, wie auch Schacht⸗ und Grubenbau. §. 1. Was ein Gang ie Erze brechen auf einem Gange. Ein Gang wird ein Strich in der ſſt, und deſſen§ Erde genennt, wo das Gebuͤrge oder Geſteine von ganz anderer Art iſt als Berſciedenhii⸗ das, ſo er der Laͤnge nach durchſchneidet, und von dem er auf beyden Sei⸗ 7 ten durch ein hier ſogenanntes Salband, auch Letten, abgeſondert iſt. Solche Gaͤnge werden mit der Ruthe ausgegangen, und darauf durch einen Stollen oder Ruͤſche, oder auch durch ſchuͤrfen, das iſt Hinwegraͤumung der Erde auf einigeuß tief, aufgeſuchet. Sie ſind von unterſchiedener Breite, maͤchtige oder ſchmale Gaͤnge/ und beyde edel oder unedel. Ein jeder Gang hat ſein Hangendes und Liegendes. Feh⸗ let es aber daran, und es brechen einige Lachter breit Erze, ohne daß ſich auf bey⸗ den Seiten eine andere Art des Gebuͤrges und Salband findet: So heißts ein Stockwerk, dergleichen es bey Goslar im Rammelsberge, nicht aber auf dem Oberharze, giebt. Sind die Gaͤnge ſehr maͤchtig: So heiſſen ſie Hauptgaͤnge, und Truͤmmer wenn ſie ſchmal ſind. Gehet ein ſolches Trum unter einem Nuß hinweg in ein gegen uͤber liegendes Gebuͤrge: So heiſſen ſie Gegentruͤmmer. Gehen ſolche Truͤmmer von einem Hauptgange ab: So ſagt man, der Gang zer⸗ truͤmmert ſich. Faͤllet ein ſolches Nebentrum in einen Hauptgang: So pfleget es denſelben zu veredlen und das Erz maͤchtiger zu machen, oder auch wol denſel⸗ ben zu verunedlen.() Durchſchneidet es aber einen Hauptgang: So wird daſ⸗ ſelbe manchmal edel, und darauf Erz getroffen, wie hier zur Altenau auf der Gna⸗ de GOttes im Quartal Crucis 1756. geſchehen. Es hat aber das Wort Trum beym Bergwerke noch mehr Bedeutungen. So nennet man ein Stuͤcke eiſern oder hanfen Treibſeil ein Trum; und wenn vor einem Ort oder Höoͤhe in der Grube Erz getroffen wird, wo noch keins geweſen: So ſagt man: Es iſt ein Trum Erz ſo und ſo maͤchtig getroffen §. 2. Vom Schachte, Damit man zu den mittelſt eines Stollens oder Ruͤſche auf einem Gange deſſelben Ein⸗ aufgeſchuͤrften Erzen gelangen, und ſie aus der Tiefe heraus holen kann, muß theilung und Di⸗ein Schacht abgeſunken werden. Ein Schacht iſt aber eine laͤnglicht viereckigte menſonrn. hier dohnlaͤgigt ſtehende Oefnung, welche auf einem Gange vom Tage an durch deſſen Gebuͤrge und Erz, wie die Dohnlage faͤllt, niedergebtochen, und hier an al⸗ len vier Seiten verzimmert wird. Zu Loͤhneiſens Zeiten war ein Schacht 2 Lach⸗ ter lang, und Lachter breit, jetzo wird er gewoͤhnlich 3 ½ Lachter oder 23 Fuß 4 Zoll lang, und 13 Lachter oder 10 Fuß weit genommen, davon Lachter, oder 3 Fuß 4 Zoll in der Laͤnge und Breite nemlich auf jeder der 4 Seiten 20 Zoll auf das Gezimmer gehet. Wenn aber das Creutz an der Kunſt vom Tage ein int den Schacht zwiſchen deſſen Weite ſchiebet: So wird er oben im Gezimmer bey zwey Lachter weit ge⸗ nommen bis auf die Ruͤſche, oder wo keine Ruͤſche iſt, bis zur Tiefe von etwa 10 Lachtern, worauf die ordentliche Schachtweite zwiſchen dem Gezimmer, nemlich ein Lachter, wieder folget. Dieſer Schacht wird in den Fahr⸗und Treibſchacht abgetheilet. Der Fahr⸗ ſchacht iſt zum ein⸗und ausfahren in die Grube⸗ und zum Hineinſchieben der Kunſt in C Als der Neue Jahrs Gang in der Bremer Höhe zum Clausthal zu den Silberſegner Gang geſtoſſen: So hat er denſelben verunedelt. Man iſt auf demſelben etliche 100 Lachter auſge⸗ fahren, ohne daß er wieder edel worden wäre. welche den Bergbau befoͤrdern. 9 dieſelbe und 1 Lachter/ oder 8Fuß 4 Zoll, lang. Der Treibſchacht iſt zum Heraus⸗ diſ des Erzes und Berges, und zum Einhaͤngen des Holzes in dieſelbe, und I Lachter, oder 11 Fuß, 8 Zoll lang, davon aber* Lachter, oder 20 Zoll auf die Wandruthen und Strebſtempel zwiſchen dem Fahr⸗ und Treibſchacht geyen. 5. 3. Das Holz zum Schacht⸗ und ſaͤmtlichen Grubenbau wird Schachtholz ge⸗ Bon den den nennet, und nach den Spannen im Umfange geſchaͤtzet. Solches wird jetzo zu Gattungen des den einſeitigen Bergwerken nach der Laͤnge von dreyerley Gattung gehauen. Klein Schachtholzes. Schachtholz, das iſt, 3, 4 und 5 ſpaͤnnig, wird 48 Fuß lang, Mittel Schacht⸗ holz, das iſt 6 und 7 ſpaͤnnig, wird 46 Fuß lang, und Stark Schachtholz, das iſt 8, 9 und 10 ſpaͤnnig, wird 44 Fuß lang gehauen. In der Communion wird daſſelbe auch in drey Gattungen eingetheilt, aber nur nach zwo verſchiedenen Laͤngen gehauen; Klein Schachtholz, das iſt 3, 3,4 und 44 ſpaͤnniges wird 465 Fuß lang gehauen, Mittel Schachtholz, das iſt, 5, 5 und 6 ſpaͤnnig, und Groß Schachtholz, das iſt 7, 8, 9, auch 10 ſpaͤnnig, werden beyde 40 Fuß lang ge⸗ hauen. Alles Schachtholz wird beym Anfahren mit einer eiſernen in Spann, das iſt 10 Zoll, abgetheilten Schnur, oder Kette in Empfang genommen, auch darnach die Anfuhr deſſelben bezahlet. Der Reviergeſchworne, der es im Bey⸗ ſeyn des Holzſchreibers in Empfang nimmt, tritt vor den Kopf oder Stammende, und ſo weit er mit beyden Armen uͤber den Kopf reichen kann, etwa; Lachter, ſchlaͤgt er die Schnur darum, und bemerket die Spannzahl, welche der Geſchworne nach der zum Clausthal Anno 1708. gegebenen Verordnung mit dem Numerirhammer von 5 bis 10 Spann davor ſchlaͤget, weil der Roͤthel von dem Regen leicht ab⸗ gewaſchen wird. §. 4. Ich wende mich nun zu der Beſchreibung eines Schachtbaues, und damit ſie Namen der⸗ verſtaͤndlich ſeyn moge, will ich erſt die Benennungen der Hoͤlzer, die dazu gebraucht Vanchordeh bun werden, anfuͤhren. hörigen Hölzer. 1) Ruͤſtbaͤume, ſind 8 bis 10 ſpaͤnnige Hölzer, 5 bis 6 Lachter lang, wel⸗ che am Tage uͤber den feſten Grund zum Schacht, und zwar uͤber dem Gange ins Creutz geleget werden. 2) Jöcher, heiſſen 6 bis 7 ſpaͤnnige Hoͤlzer, welche vor dem Hangenden und Liegenden vom Anfange bis zum Ende des Schachts hergezogen werden. Sie ſind dreyerley, Hauptjocher, Einſtrichsjoͤcher und Auftragſocher. 3) Pfaͤhle, ſind zum Schachtbau geſpaltene Stangen, 12 Fuß, einige we⸗ nige davon 16 Fuß, lang, werden nach ausgebrachtem Geburge vorgeſtecket, um das Hereingehen des loſen Gebuͤrges zu verhindern. Zum Strecken⸗ und Stol⸗ lenbau werden 9 fuͤßige, theils runde, theils geſpaltene, zu eben dem Ende gebraucht. 4+ Pfaͤnnige oder Pfaͤndung, iſt I3 bis zweyſpaͤnniges Holz, welches beym Schachtbau theils hinter das Hauptgevier hingebracht, und eine Hinterpfaͤnnige heißt, theils inwendig im Schacht vor den Pfaͤhlen, derſelben Hereingehen zu ver⸗ hindern, oder ſolche anzupfaͤnden, und feſt zu halten, hergezogen, und eine Vor⸗ pfaͤnnige genennet wird. 5 Tragſtaͤmpel, ſind 7 bis 8 ſpaͤnnige Hoͤlzer, die in die Schachtſtöße ge⸗ leget werden, darauf das Schachtgezimmer V Anpfaͤhle ſind chechtſide ge cke Schachtholz, vor welche die Tragſtempel im Hangenden geſetzet werden. II. Theil. C 6) Haͤet⸗ 4 b ] 10 II. Th. II. Cap. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, 6) Haͤethoͤlzer(Haupthölzer) ſind von 6 ſpaͤnnigen Staͤmmen die Spitzen, oder ſolchen gleichende Stammhoͤlzer, und werden am Tage zwiſchen die Hauptjo⸗ cher uͤber die Ruͤſtbaͤume, und im Schacht zwiſchen denſelben uͤber die Trag⸗ ſtempel geleget. r. 7) Wandruthen, ſind Hoͤlzer, die im Hangenden und Liegenden in beyden Schachtſtoͤßen, und zwiſchen dem Fahr⸗ und Treibſchacht vor die Joͤcher ſtehend geſetzet werden. Die in den Stoͤßen ſind kleine von einem Tragſtempel zum an⸗ dern, und die Spitzen von 6 ſpaͤnnigem Holze. Die zwiſchen dem Fahr⸗ und Treib⸗ ſchachte ſind große, 3 ½ Lachter lang, und die Hauptwandruthen 10, 11 bis 12 ſpaͤn⸗ nig, und werden wie die kleinen auf 8 Zoll bis ein Spann, zum geraden Vorliegen vor den Joͤchern, beſchlagen. 8) Strebſtempel ſind von 6 ſpaͤnnigen Hoͤlzern die Spitzen, welche zwi⸗ ſchen die Wandruthen geſetzet werden, um vermittelſt derſelben die Joͤcher von kinander 8 elten ſind Hil c 9) Fuͤllbaͤume, ſind Hoͤlzer, von etwa 5 Spann, welche uͤber das Haupt⸗ gevierte des Schachts geleget werden. 3 Baud 10) Dumpholz, ſind vierkantige 7 bis 8 zollige Balken, woran die Schacht⸗ ſtangen angenagelt werden. 11) Schachtſtangen, ſind ſtarke 3 bis 34 Lachter lange Stangen, welche im Liegenden im Schachte herunter geſetzet werden, worauf die Tonnen auf⸗und niedergehen. Sie werden in große oder Haupt⸗ und kleine Stangen abgetheilet. 3§. 5. Wie der Ein Schacht ſiehet in ſeinem Hauptgezimmer, welches aus den Ruͤſtbaͤumen, Schadt gebau⸗ oberſten und folgenden Hauptgevieren, Tragſtempeln mit den Anpfaͤhlen, Wandru⸗ T⸗. II. then und Strebſtempeln beſteht, aus, wie Fig. I. in ſeinem vollen Gezimmer aber, ohne die Pfaͤhle und Hinterpfaͤnnige, wie Fig. II. zeiget. In beyden Figu⸗ ren ſind a. die Ruͤſtbaͤume, b. die Hauptjoͤcher, c. die Haͤethoͤlzer, welche 4 Stuͤ⸗ cke das oberſte Hauptgevier ausmachen. In der II. Fig. ſind die oberſten Haͤet⸗ hoͤlzer nicht zu ſehen, weil die Fuͤllbaͤume m. darauf liegen, d. ſind die Tragſtem⸗ pel, e. die Anpfaͤhle, b. und c. wiederum die Hauptjoͤcher und Haͤethölzer zum zweyten Hauptgevier, k. die kleinen Wandruthen, f. die Strebſtempel zwi⸗ ſchen denſelben, h. die großen Wandruthen, g. die Strebſtempel darzwiſchen, n. Fig. II. die Auftragjöcher. Ein ſolcher Schacht wird folgender maßen vom Tage Stuͤckweiſe, und ſo wie abgeſunken wird, niedergebauet. Zuerſt wird ein feſter Grund geſuchet. Auf denſelben werden zwey, und T b. I. wo ein machtiger und ſchneidiger Gang iſt, drey Ruͤſtbaͤume Fig. I. und II. a a a. nach des Schachts Laͤnge und Abtheilung nach der Waage geleget. Das ſtaͤrkſte Ende derſelben koͤmmt aufs Hangende, und auch wol etwas laͤnger üͤber daſſelbe, als uͤber das Liegende. leber dieſe kommen nach der Schachtsweite zwey 3 ½ Lachter lange Jocher bb. Fig. I. welche an beyden Seiten* Lachter oder 20 Zoll uͤber den Ruͤſtbaͤumen liegen, daß die Enden auf die Ruͤnde derſel⸗ ben ſtoßen. Die Joͤcher werden an den inwendigen Seiten der beyden Schacht⸗ ſtöße ausgekroͤppet. Zwiſchen dieſe Joͤcher kommen die Haͤethoͤlzer 1½ Lachter, oder 10 Fuß lang, Fig. II. cc. Dieſe haben Zapfen, womit ſie in die Zapfenloͤ⸗ cher der Joͤcher eingeſetzet und zuſammen getrieben werden, und muͤſſen mit den Ruͤſtbaͤumen gleiche Ruͤndung haben. Dieſe zwey Joͤcher und zwey Haͤethoͤlzer uͤber den Ruͤſtbaͤumen machen das Hauptgevier. Tab. I. Von dieſem Hauptgevier heiſt die eine lange Seite, als qr. Fig. II. das Hangende, wo das Gebuͤrge uͤber die Dohnlaͤge des Ganges gehet, und gegen ie de ſic lf hin lunein lud de Ende: Mitte (Schac get, d werde benn ſpitz burge breite bedde — — — welche den Bergbau befoͤrdern. 11 die Oefnung des Schachts hanget, die andere lange Seite st. heiſt das Liegen⸗ de, weil der Gang auf dem dahinter ſtehenden Gebuͤrge lieget und ruhet, oder das Hangende, welches des Ganges Dach iſt, befindet ſich an der Seite des Ganges, wo das Gebuͤrge ſteiget, und das Liegende, wo das Gebuͤrge faͤlltt. Die beyden kuͤrzern Seiten, wo die Haͤethoͤlzer liegen heiſſen Schachtſtoͤße, die bey dem Fahr⸗ ſchacht qs. der obere oder Fahrſtoß, die bey dem Treibſchachte r t. der untere oder Treibſtoß. §. 6. wiſchen dieſen Hauptgevierten wird der Berg ſo, wie es die angegebene oder ſich zeigende Dohnlaͤge des Ganges erfordert, heraus gebracht, und wird dar⸗ auf hinter dem Gevierten ſowol im Hangenden und Liegenden, als in beyden Stoͤſ⸗ ſen eine Hinterpfaͤnnige geleget, Fig. II. dddd. ſo, daß zwiſchen dem Gevier und der Pfaͤnnige 4 Zoll Naum vor die eben ſo dicken Pfaͤhle bleibet. Zu dem Ende wird zwiſchen die Pfaͤnnige und dem Gevier an beyden Enden und in der Mittte ein vierzolliger Keil geſchlagen, oder es werden die Pfaͤnnige an beyden Schachtſtoͤßen im oberſten Getriebe in die am Hangenden und Liegenden eingefuͤ⸗ get, daß umher 4 Zoll Raum bleibet. Zwiſchen dieſer Pfaͤnnige und dem Gevier werden im Hangenden und Liegenden, und in beyden Stoͤßen, Pfaͤhle nieder getrie⸗ ben, welches anſtecken, oder mit Getrieben zu fahren, genennet wird. Das dicke und ſpitz gehauene Ende der Pfaͤhle wird niedergeſtecket ,die breite Seite vor das Ge⸗ buͤrge, die runde vor die Joͤcher und Haͤethoͤlzer. Das andere und oben bleibende breite Ende heiſt der Pfahlſchwanz. Es wird aber im Hangenden mit 12 ſchuhigten, im Liegenden und in den beyden Stößen zum erſtenmal mit 16 ſchuhigten Pfaͤhlen, die dazu beſonders ge⸗ hauen werden, angeſtecket. Das Hangende ſtellet vor Fig. III. da b. das Haupt⸗ joch, c. der Ort der Haͤethoͤlzer, d. der Ort der Ruͤſtbaͤume iſt, und O. die Wandruthen ſind. Das Liegende iſt nicht gezeichnet. Fig. IV. a. iſt der Fahr⸗ und Fig. IV. b. der Treibſtoß/ wo c. das Haͤetholz, b. der Ort des Hauptjochs, und a. der Ruͤſtbaum iſt. Dieſe Buchſtaben bedeuten in den folgenden Figuren eben das, was ſie in der III. und IV. Fig. a. und b. anzeigen. Das Anſtecken im Liegenden und in beyden Stoͤßen geſchiehet deßwegen mit 16 ſchuhigten Pfaͤhlen, damit man im Liegenden die Strebe zu den Tragſtempeln bekomme, als welche vom Liegenden gegen das Hangende ſchrems, oder als eine Strebe geleget werden muͤſſen, da denn die Pfaͤhle in beyden Stoͤßen, wenn ſie vollig niedergetrieben ſind, am Hangenden und etwas gegen das Liegende bis un⸗ ter die Tragſtempel treten. Sind die Pfaͤhle, nachdem man den Berg heraus gebracht, etwa 5 Spanne oder 50 Zoll umher niedergetrieben: So wird, damit ſie nicht herein gehen mö⸗ gen, vor denſelben eine Vorpfaͤnnige, f. g. Fig. III. und IV. mit drey Spreu⸗ tzen oder Streben, die hernach mit den Pfaͤnnigen wieder weggeſchlagen werden, hergezogen und weiter abgeſunken. Sind die Pfaͤhle noch weiter niedergetrieben: So wird eine neue Pfaͤnnige hi. mit Spreutzen davor hergezogen und ferner ab⸗ geteuffet, bis im Hangenden 12 und im Liegenden 16 Fuß angeſtecket werden koͤ⸗ nen. Dieſes nennet man ein Getriebe. Es bleiben aber die Pfaͤhle rings um⸗ her etwas uͤber den Joͤchern und Haͤethoͤlzern, damit man mit dem zweyten Anſte⸗ cken oder Getriebe ankommen koͤnne, wie ſolches Fig. III. und IV. zu ſehen. C 2§. 7. 12 II. Th. II. Cap. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, §. 7. Nun wird in beyden Stoͤßen ein Tragſtempel k. Fig. VI. a. und b. geleget. Dieſe muͤſſen accurat 3 Lachter im Schacht von einander liegen, und zwar vom Tage ein nach dem Loth, daß die Ruͤndung der Tragſtempel mit der Ruͤndung der Ruͤſtbaͤume in gerader Linie und winkelrecht liegen. Daher wird an beyden Stoͤßen das Loth an den Ruͤſtbaum gehalten, und im Schacht niedergelaſſen, um zu beſtimmen, wie weit die Tragſtempel herein liegen muͤſſen. Die Tragſtempel zu legen, wird im Liegenden unter den 16 ſchuhigten Pfaͤh⸗ len? Lachter genommen, und von da hinauf ins Geſtein, wenn es feſte iſt, ein Buͤhnloch, das iſt, ein viereckigtes 4 Lachter hohes, 3 Spann oder 30 Zoll tiefes, und ſo weites Loch, als es des Trageſtempels Breite erfordert, gehauen. Iſt es aber los Gebuͤrge, ſo wird ein Stuͤck 6 ſpaͤnniges 1½ Lachter langes Holz auf die Sohle des Gebuͤrges aufgeſetzet, und in daſſelbe ein Buͤhnloch, etwa 16 Zoll, nachdem das Holz iſt, breit gemacht, mit einem Zapfenloch. Darein wird der Tragſtempel am kleinen Ende mit einem Zapfen enrefaſſer Am Hangenden wird eine I Lachter lange Schale, das iſt, geſpaltenes Schachtholz, oder Anpfahl, den in der Fig. VI. die Linie l. vorſtellet, geſetzet. Dazu wird eine etwa 6 Zoll tiefe Bruſt gehauen, darein man die Schale mit dem breiten Ende ſo ſetzet, daß ihre Ruͤnde den Pfaͤhlen gleich kommt. Gegen dieſe halbe Schale oder Anpfahl wird der Kopf des Tragſtempels, oder das ſtaͤrkere nach der Schar, das iſt, nach Erfoderung der Ruͤnde der Schalen geſchnittene Ende mit einem Stempelfaͤuſtel niedergetrieben, daß er etwa Lachter unter den Pfaͤhlen zu liegen kommt. Auf dieſen beyden Tragſtempeln ruhet das ganze Schachtgezimmer. In manchen Schaͤchten, wo ſchneidig Gebuͤrge iſt, werden drey Tragſtempel geleget, einer in jedem Stoß, und der dritte unter dem mittelſten Ruͤſtbaum, oder zwiſchen dem Fahr⸗ und Treibſchacht. b 8 Zwiſchen die beyden Tragſtempel wird im Hangenden und Liegenden ein Joch geleget. An einem Ende hat ſolches einen Zapfen, der in den einen einge⸗ lochten Stempel geſetzt wird, am andern Ende eine Schar, damit er an den an⸗ dern Stempel getrieben wird. Dieſes heiſt ein Einſtrichsjoch. Ueber dieſe Tragſtempel wird im Hangenden und Liegenden ein Joch zum zweyten Hauptgevier oder Getriebe geleget, Fig. V. b b. Dieſe fuͤllen das noch uͤbrige 1 Lachter unter den abgetriebenen Pfaͤhlen aus, und werden ausgekroͤppet mit einem Zapfenloche. Zwiſchen dieſe Hauptjocher kommt in beyden Schacht⸗ ſtoͤßen ein Haͤetholz cc. an beyden Enden mit Zapfen. Dieſes iſt das zweyte Hauptgevier. §. 8. Nach gelegten Tragſtempeln und Hauptgevier wird ein neues Getriebe um daſſelbe, und zwar durchgehends mit 12 ſchuhigten Pfaͤhlen, angeſtecket, da indeſſen das obere Getriebe im verlohrnen Gezimmer ſo lange ſtehen bleibt, bis das zweyte abgetrieben, und der Schacht 3 Lachter nieder iſt. Darauf die Pfaͤhle im obern Getriebe vollends bis 4 oder 6 Zoll, auch wol ein Spann hinter das zweyte Haupt⸗ gevier niedergetrieben werden, da ſie dem oberſten Joch gleich kommen, wie Fig. V. und VI. zu ſehen. Es bleibt alsdenn im obern Getriebe im Hangenden zwi⸗ ſchen den beyden Hauptjoͤchern etwa 10, und im Liegenden 14 Fuß Raum, in⸗ dem ½ Lachter bis 2 Fuß von den 12 und 16 ſchuhigten Pfaͤhlen hinter die Joͤ⸗ cher kommt. Die Vorpfaͤnnige werden darauf wieder weggenommen. 4 Wenn das zweyte Hauptgevier geleget und wieder angeſtecket iſt: So wird das erſte und oberſte Getriebe ferner verzimmert. Auf die beyden Huudhſdeher es ——— — 1 4 giſebet then ruthen bis u weiſe gende triebe ein? Japf Stee ud zum noch ppet ncht welche den Bergbau befoͤrdern. 13 des zweyten Hauptgeviers im Hangenden und Liegenden werden andere Joͤcher geleget; nemlich im oberſten Getriebe im Hangenden õ ſechsſpaͤnnige, n. Fig. VII. im Liegenden aber 8 dergleichen, n. Fig. VIII. In allen uͤbrigen und folgenden Getrieben aber im Hangenden und Liegenden durchgehends 6. Iſt aber das Holz etwa mehr als 6 ſpaͤnnig: So reichen an beyden Orten wenigere zu, wie auch, wenn, nach Beſchaffenheit des feſtern Gebuͤrges, nicht Joch auf Joch, ſondern 4, 5 bis 6 zollige Klotzer darzwiſchen geſetzet werden. Dieſe werden Auftragjoͤcher genennet. Zum erſten Auſtiegen werden dieſe Auftragjöcher mit Klammern an das Hauptjoch, auch wol an diePfaͤhle/ angehalten. Darauf werden zwiſchen ſolche aus dem Liegenden gegen das Hangende bey dem Fahrſchacht Streben von dreyſpaͤn⸗ nigem Holze verlohren, und im Treibſchacht Stuͤcke von 12 ſchuhigten Pfaͤhlen von einem Joch gegen das andere geſetzet. Der Kopf, oder das ſtaͤrkſte Ende die⸗ ſer 34½ Lachter langen Auftragjocher kommt in den Treibſtoß zu liegen, daher im Fahrſchachte zur Gleichwaage kleine Klötzer, wie es die Gerade erfodert, dazwiſchen geſetzet werden. Hierauf werden im obern Getriebe in beyden Schachtſtoͤßen kleine Wandru⸗ then auf die Haͤethoͤlzer geſetzet o. und o. Fig. IX. a. und b. Zwiſchen dieſe Wand⸗ ruthen, die im oberſten Grtriebe bis unter die Ruſtbaͤume, und in den folgenden bis unter die Tragſtempel reichen, werden drey Strebſtempel p. p. p. wechſels⸗ weiſe, der unterſte aus dem Liegenden ins Hangende, der zweyte aus dem Han⸗ genden ins Liegende, und der dritte wieder aus dem Liegenden ins Hangende ge⸗ trieben. Vor dem unterſten Strebſtempel wird in die Wandruthe im Liegenden ein Buͤhnloch mit dem Zapfenloch eingeſchnitten, darinn der Stempel mit dem Zapfen eingeſetzet wird, am andern Ende bekömmt er eine Schar. Die uͤbrigen Strebſtempel werden an beyden Enden ausgeſcharet. Wo eine Zuforderſtrecke und Fuͤllort bey dem Treibſchacht iſt, wird der mittlere Strebſtempel weggelaſſen. §. 9. Wenn nun auch das zweyte Getriebe mit dem Gezimmer, wie das erſte, verſehen, das dritte angeſtecket, Tragſtempel und Hauptgevier zum vierten geleget, und die fähle nieder getrieben worden: So ſetzet man zwiſchen dem Fahr⸗ und Treib⸗ chacht die großen oder Hauptwandruthen mit ihren Strebſtempeln vor beyde Getriebe, Fig. I. h. h. Wo zwiſchen dem Fahr⸗ und Treibſchacht noch ein Trag⸗ ſtempel iſt, da ſtehen ſie auf demſelben, wo nicht, ſo wird zwiſchen die zwey Hauptjoͤcher des dritten Getriebes ein Lager zum erſten Aufſtehen geleget. Das Lager iſt von ſechsſpaͤnnigem Holz 13 Lachter lang, und wird unten zum feſten Aufliegen auf den Jochern gelagert, oben durchaus beſchlagen. Es wird auch wol nur ein Pfoſten 4 bis 5 Zoll dick dazu genommen. Zwiſchen dieſe Wandruthen kommen 7 Strebſtempel g. wovon der untere mit einem Zapfen in die Wandru⸗ the im Liegenden eingeſetzet, am andern Ende ausgeſcharet, und gegen die am Han⸗ genden ſtehende Wandruthe feſt angetrieben wird. Die uͤbrigen werden auch alle am unterſten Ende eingelochet, und am oberſten in der Schar angetrieben. Zum geraden Vortreten vor die Jöcher werden die kleinen und großen Wandruthen an ſolcher Seite 8 bis 10 Zoll gelagert oder beſchlagen, und mit kurzen geſpaltenem Holze ausgepfaͤndet, wie auch bey den Jöoͤchern geſchiehet, das iſt, es wird das Holz dahinter getrieben, daß die Jocher nicht etwas herein gehen koͤnnen. Wenn die Hauptwandruthen durch die Strebſtempel feſt ſtehen: So wird das Lager wie⸗ der weggeſchlagen oder auch wol gelaſſen. Auf ſolche Art wird mit allen uͤbrigen Getrieben verfahren, der Schacht mag mit den Jahren ſo tief werden, wie er will. Denn von den erſten beyden Tragſtempeln II. Theil. D wird Tab. II. 14 II. Th. II. Cap. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, wird das Loth zur winkelrechten Legung der zwey folgenden niedergelaſſen, daruͤ⸗ ber wird wieder ein Hauptgevier geleget, zum dritten Getriebe angeſtecket, und darauf das zweyte Getriebe, wie das erſte, weiter ausgebauet, und ſo fort. §. I10. Wenn das obere Getriebe fertig iſt: So wird am Tage die Hengebank hingeſetzet. Ueber die zween oder drey Ruͤſtbaͤume, und uͤber das Hauptgevier, werden drey Fuͤllbaͤume, die kuͤrzer als die Ruͤſtbaͤume ſind, geleget, m. m. m. Fig. X. Un⸗ Tab. I. ten werden ſie zum feſten aufliegen gelagert, und oben beſchlagen. Auf dieſelben wird im Liegenden, gerade vor der Oefnung des Schachts, die Stuͤrze oder Hengebank X. Fig. Xl. geleget. Der Fahr⸗ und Treibſchacht bleibt, nach gehö⸗ riger Laͤnge und Weite, offen, das uͤbrige wird mit ſtark beſchlagenem Holze, Schalholz genannt, uͤber den Fuͤllbaͤumen zugeleget und beſtuͤrzet. In die zween Fuͤllbaͤume uͤber den Treibſchacht kommen Zapfenloͤcher I. und l. zum Haspel. Durch die zwey Locher y. und y. ſchieben die Kunſtſtangen in den Fahrſchacht. 2. iſt das Fahrloch. S. I1. Im Fahrſchacht werden zu den Buͤhnen nach 3 oder 32 Lachtern drey oben beſchlagene Lager zwiſchen die Joͤcher im Hangenden und Liegenden, und uͤber die⸗ ſelbe fuͤnfzollige gehauene Pfoſten, geleget, worauf die Fahrten(Leitern) zu ſtehen kommen, die mit Fahrthespen an die Joͤcher im Liegenden befeſtiget werden. Die Fahrten ſind nach Gelegenheit der Fahrbuͤhnen 2, 24, 3, 3 ½ und mehr Lachter lang. Das Lachter hat 6 Sproſſen. Die, Fahrtſproſſen ſind von einem Mittel zum andern 13 Zoll von einander, und an ſich 3 Zoll breit, daß darzwiſchen 10 Zoll Raum bleibet. Wo unten im Schacht noch kein Gezimmer iſt, da werden ſie mit Fahrthacken an einander gehaͤnget. Auf die Buͤhnen tritt man, wenn man von einer Fahrt auf die andere uͤbergeht. Im Treibſchachte werden am Liegenden Dumphoͤlzer entweder auf zwey zwiſchen den Joͤchern liegende Lager geleget, oder ſie werden in die groſſe Wand⸗ ruthe und in die kleine am Treibſtoß gefuͤget. An dieſelbe werden die Schacht⸗ ſtangen, worauf die Tonnen auf⸗ und niedergehen, eine jede zu halben Holz mit eiſernen Nageln befeſtiget, und uͤber dem Wechſel, oder wo im Schacht auf den Dumphoͤlzern zwo vor einander ſtoßen, wird ein eiſerner Steg oder Schiene ge⸗ leget. Solcher Stangen werden ſieben zuerſt oben an die Stuͤrze genagelt, als 3 große und 4 kleine. Von den großen heiſſen die beyden an jedem Ende a. und a. Endſtangen, darauf folgen zwo kleine, c. c. und denn die mittelſte große oder Scheidſtange, c. c. Fig. XI. Aus dieſer ganzen Beſchreibung eines Schachtbaues iſt abzunehmen, daß derſelbe einen guten erfahrnen Steiger und Bergmann erfordere, der die Dohnlaͤ⸗ ge, Winkel und Weite allenthalben in Acht zu nehmen, und alles mit Vorſicht vor⸗ zurichten und zu verwahren wiſſe, weil ein Verſehen beym Schachtbau hernach viel Ungelegenheit und Koſten verurſachet. g. 2. 1 Von den Such⸗ Iſt ein Schacht abgeſunken: So werden in ſolcher Tiefe, als gut befunden betern auchgeld⸗wird, Oerter angeſetzet, entweder den Gang zu unterſuchen, wenn ſich nach einer und Füllörtern. ziemlichen Tiefe noch kein Erz hervorthut, oder, wenn ſich Erz findet, einen Stroſ⸗ ſenbau anzufangen. Die erſtern heiſſen Suchoͤrter, die leztern insbeſondere Feld⸗ örter, da ſonſt auch ein Suchort, wenn es auf dem Gange angeſetzet wird, ein Feldort iſt und heiſt. In beyden Abſichten wird im Schachte ein Ort 6 dem ange —— welche den Bergbau befoͤrdern. 15 Gange am Treibſchachtſtoß, oder nach Befinden am Fahrſchachtſtoß, mittelſt eines Umbruchs im Liegenden, und wegen beſorgenden Waſſeraufgangs 1, 2 bis 5 und mehr Lachter uͤber dem Geſenke angeſetzet, damit im Fall etwas an der Kunſt zu pepariren iſt, oder das Waſſer im Geſenke aufgehet, die Arbeiter vor dem Ort nicht vertrieben werden moͤgen, wie doch geſchehen wuͤrde, wenn man die Oerter ſogleich an der Sohle anſezte. Es wird aber ein Suchort? Lachter weit, und, wenn das Gebuͤrge feſt iſt, 1 Lachter oder 1 ½ Lachter, wegen der Wetter, hoch genommen, mit Gezaͤh, wenn es ſich damit zwingen laͤßt, oder mit ſchraͤmen angefangen, mit bohren und ſchieſſen verfolget, und, nach der Beſchaffenheit des Geſteins, mit halben oder ganzen Ge⸗ zimmer, ſtarken Thuͤrſtoͤcken und Kappen, auch, wo es noͤthig, mit Pfaͤhlen wie ein Stollen verwahret. Wird aber ein Suchort im Anſetzen I ½ oder 2 Lachter hoch, und 2, 23 bis 3 Lachter weit genommen: So wird es mit Anpfaͤhlen und Stempeln verzimmert. Solches iſt und heiſſet das Fuͤllort, welches mit dem Schachte gleich weit iſt. Nach demſelben laͤuft die Foerſt oder Sohle hangend oder liegend an, und wird enger genommen, bis 1 Lachter hoch, und bis ¾ Lach⸗ ter weit, bis etwa Erz getroffen wird, worauf alsdenn der Bau wieder, nachdem die Erze ſich ausbreiten und in die Hoͤhe ſetzen, hoͤher und weiter gefuͤhret wird. Zur Ausfoderung des Bergs und Erzes wird der mittlere Strebſtempel im Treib⸗ ſchachtſtoß weggenommen, daß ein Mann dadurch kommen kann, der Schacht da⸗ ſelbſt zugebuͤhnet, und Berg nebſt Erz vom Fuͤllort in die Tonne geſtuͤrzet. §. 13. Wird im Schachte vor Anſetzung eines Suchorts Erz getroffen: So wird, um einen Grubenbau anzulegen, ein Feldort im Schachte eben ſo angeſetzet, und, wenn die Erze im Hangenden etwa 4 Lachter weit, und 1 ½ bis 2 Lachter hoch weg⸗ genommen worden, das Hangende, wenn es nicht feſt iſt, ſofort mit Anpfaͤhlen und Streben verwahret. Iſt man im Liegenden nachgefolget, daß der Gang 14 Lachter weit, I4 bis 2 Lachter hoch, und 3 Lachter lang worden: So nimmt man die Holzverwahrung wieder weg, und hauet gleich uͤber der Sohle im Liegen⸗ gen Buͤhnloͤcher, etwa 2 Fuß ins Gevierte, 6 oder mehr Zoll tief/ auch nach den Umſtaͤnden und der Feſtigkeit des Geſteins, 3 Fuß bis 40 und mehr Zoll von ein⸗ ander. In dieſelbe werden Stempel von 6 bis 9 ſpaͤnnigem Holze geleget, das andere eine Schar habende Ende wird gegen das Hangende aufgefuͤhret, und ge⸗ gen die ſchon ſtehenden 5, 6bis 7 ſpaͤnnigen Anpfaͤhle, die von geſpaltenem oder run⸗ dem an einer Seite zum Anliegen beſchlagenen Holze ſind, geſetzet, Fig. I. und werden die Stempel von oben nieder an die Anpfaͤhle getrieben. Bey zwey Lach⸗ ter Weitung koͤnnen ſie in das Mittel der Anpfaͤhle kommen; iſt aber die Wei⸗ tung groͤßer: So werden die Stempel hoher an die Anpfaͤhle geſetzet. Sie muͤf ſen aber alle gleich hoch an die Anpfaͤhle treten, damit die Zuleghoͤlzer feſte darauf liegen, zu welchem Ende die Hoͤhe unter dem erſten oder vorher ſtehenden Anpfahl wo der Stempel anliegt, und auch die Hoͤhe der Schar an dem Stempel abgemeſ⸗ ſen, und die Schar des folgenden Stempels darnach geſchnitten wird. Iſt im Hangenden, wo die Anpfaͤhle hingeſetzet werden muͤſſen, ein Loch oder Hoͤhlung, daß ſie an das Gebuͤrge nicht recht anpaſſen: So werden ſie daſelbſt mit Pfaͤnd⸗ holz ausgefuͤllet. Iſt das Hangende nicht feſte: So wird daſſelbe erſt mit 9 ſchu⸗ higten Pfaͤhlen verwahret, davor die Anpfaͤhle geſetzet werden. Durch dieſen Holz⸗ bau wird das Hangende verwahret. D 2§. 14. 9* Tab. III. Wie der Stroſ⸗ ſenbau geführet wird. 16 II. Th. II. Cap. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, §. 14. Waäͤhrend der Zeit daß man dasOrt auf den Erzen 3 Lachter forttreibet: So wird auch im Schachte 1 ½ oder 2 Lachter tiefer abgeſunken, und darauf die Sohle des Orts von oben nieder I2 bis 2 Lachter unter den Stempeln und Anpfaͤhlen entweder mit Gezaͤh, oder, wenn es feſ iſt, mit ſchraͤmen, bohren und ſchieſſen weggenommen. In dieſem Fall wird ſtark Holz zu den Stempeln und Anpfaͤhlen genommen, ſo das Schieſſen aushalten kann. Dieſes Wegnehmen der Sohle unter den Stem⸗ peln wird ein Stoß, Hoͤhe oder Stroße, und der Bau ein Stroßenbau genen⸗ net. Iſt das obere Feldort indeſſen Lachter weiter, und auch die rrſt Hohe oder Stoß aus dem Schachte 3 Lachter brtgenreben; So werden auch uͤber deſſen Sohle im Hangenden Anpfaͤhle geſetzet, und ins Liegende Buͤhnloͤcher gehauen und Stempel geleget, wie in den erſten 3 Lachtern des Orts. Da nun mittlerzeit der Schacht auch wieder 14 bis 2 Lachter abgetiefet iſt: So wird auch die Sohle der erſten Höhe 2 Lachter unter den Buͤhnloͤchern niederwaͤrts zur zwoten Hoͤhe weg⸗ genommen, und werden wieder uͤber der Sohle der zwoten Hoͤhe Buͤhnloͤcher ge⸗ hauen, Anpfaͤhle geſetzet und Stempel geleget, wodurch man die zwote Hohe, und, durch beſtaͤndige Fortſetzung der Arbeit im Geſenke, vor dem Ort, vor den Hoͤhen, und Wegnehmung der Sohlen unter den Buͤhnloͤchern, nach gerade immer mehr Stoͤße oder Hoͤhen bekommt, und die Erzfoderung vermehret wird, ſo weit man gut befindet, den Gang durch dieſen Stroßenbau zu unterſuchen oder abzubauen. §. 15. Sind auf den Sohlen des Orts und der Hoͤhen 3 bis 4 Stempel geleget: So werden ſie mit geſpaltenen Pfaͤhlen oder halben Schalen, die Zuleghoͤlzer heiſſen, dichte bey einander zugeleget, Fig. II. damit man den weggeſchoſſenen und von den Erzen abgeſchlagenen Berg, der ſonſt ſaͤmtlich zum Schachte muͤſte hinaus gefodert werden, darauf ſtuͤrzen koͤnne. Dieſe Holzgebaͤude mit darauf geſtuͤrztem Berge werden Kaſten genennet, Fig. III. und ſind eine feſte Mauer zwiſchen dem Hangenden und Liegenden, und die Sicherheit des ganzen Grubenbaues. Will ein oder anderer Stempel wegen der ſchweren Laſt von dem aufgeſtuͤrzten Berg ſinken: So wird demſelben mit einem Einſtrichſtempel und Anpfahl zu Huͤlfe gekommen, und weil derſelbe von oben nieder wegen des Kaſtens nicht angetrieben werden kann: So geſchiehet dieſes von unten mit einem hoͤlzernen Keil, ein Fuß⸗ pfahl genannt, zwiſchen dem Stempel und Anpfahl. Wenn zwo Hoͤhen an dem Stroßenbau gewonnen ſind: So wird uͤber eine jede ein Kaſten gemacht, davon der untere ganz zugeſtuͤrzet, der obere aber halb zur Strecke und Foderung des Erzes oder Bergs, der auf dem Kaſten keinen Raum hat, bis an den Schacht offen gelaſſen wird. Auf die Kaſten, die halb oder ſo hoch zugeſtuͤrzt werden, daß uͤber denſelben zum Erz und Berglaufen 1 Lachter Raum bleibet, die aber nicht ſo weit als bis vor die lezte Hoͤhe reichen, werden Ploſen geleget, und von den Stroßen bis auf die Kaſten ein Gebruͤck von Pfo⸗ en gemacht, daruͤber Erz und Berg bis an den Schacht gelaufen wird; und da nicht von einer jeden Stroße eine Strecke und Gebruͤcke iſt: So wird Berg und Erz auf das Feldort, oder erſte auch wol zwote Hoͤhe durch Gebruͤcke uͤber ſich geſetzet, oder von einer Hoͤhe auf die andere geſtuͤrzet, daß beydes uͤber das Gebru⸗ cke und Strecke von der nachfolgenden Hoͤhe an den Schacht gefodert werden kann. Wo aber keine Zufoderſtrecken ſind, da wird das Gebuͤrge von einer Höhe herunter geſtuͤrzet, und vor den Schacht gelaufen. An die Hoͤhen werden Fahr⸗ ten geſetzet, um von einer auf die andere zu kommen. Wenn auf beyden Seiten des Schachts ein Stroßenbau vorgerichtet iſt/ welches einige einen doppelten Stroßenbau nennen: welche den Bergbau befoͤrdern. 17 nennen: So werden auch auf beyden Seiten ſolche Gezimmer und Kaſten gema⸗ wid chet. Iſt der Stroßenbau weiter als 3, 3 Lachter genommen, und man beſorget, Otz es moͤchten die Stempel unter den Kaͤſten von der ſchweren Laſt brechen: So⸗ ent wird unter den Stempeln ein 5 ſpaͤnniges Holz, etwa 2, 2 ¾ bis 3 ½ Lachter lang mn. untergezogen, welches ein Unterzug heiſſet, und mit Bolzen und Streben von dem „ Hangenden und Liegenden verwahret. Fig. V. Iſt das Liegende in ſolchem Fall tem nicht feſt genug: So wird auch wol eine Creutzverzimmerung vorgerichtet, da nen man Buͤhnlocher ins Hangende und Liegende hauet, und die Stempel Creutzweiſe odet oder eins um das andere gegen das Hangende und gegen das Liegende mit Anpfaͤh⸗ eſen len leget, abſonderlich wenn der Gang wenig Dohnlage hat. Fig. IV. und um endlich ſowol das Erz und den Berg, der nicht auf dem Kaſten Platz der hat) in Treibſchacht in die Tonne ſtuͤrzen zu konnen: So wird im Treibſchachtſtoß der ſede mittlere Strebſtempel weggelaſſen oder weggenommen, wie i9 ſchon beym Such⸗ wc ort gemeldet, damit eine Perſon zur Fuͤllung der Tonne dadurch paßiren kann. Iſt erge hinter dem Schachte im Liegenden kein Umbruch: So wird zur Ausfoderung von ö un, den an den Fahrſchachtſtoß tretenden Oertern und Strecken auch daſelbſt der öhen, mittlere Strebſtempel, wie auch aus den großen Wandruthen zwiſchen dem Fahr⸗ meht/ und Treibſchacht, weggenommen. Der Schacht wird daſelbſt, wenn getrieben um werden ſoll, mit Schaalhoͤlzern von 4 ſpaͤnnigem Holze, die an beyden Enden ge⸗ nuen. lagert ſind, und zwiſchen die Jocher im Liegenden und Hangenden geleget werden, zugebuͤhnet, damit, wenn etwa ein Bruch entſtehet, derſelbe nicht ins tiefſte faͤllet. §. 16. uher Wenn ſich vor einer Hoͤhe die Erze gaͤnzlich verlieren oder abſchneiden: So Wie man, wenn und wird ſolche Hoͤhe zwar noch etwas fortgetrieben, aber nur ſo enge, als es die Ar⸗ ſchdie Tnue ver⸗ nmns bheit zulaͤſſet, um deſto beſſer und mit weniger Unkoſten fortzurucken. Findet ſich ernae wer⸗ ten das Exz nicht wieder: So bleibet ſie ſtehen, bis die folgende Hoͤhe, und wenn es fährt. nden ſich damit nicht aͤndert, noch mehr daran kommen. Solches heißt hernach ein Vl hoher Stoß. Da wird alsdenn ein Ort angeſetzet und fortgetrieben, welches Be man Unterkriechen nennet. Werden damit die Erze wieder angetroffen, und ſe⸗ Hiſt tzen unter ſich: Sowird ein Nebengeſenke abgetiefet, und ein Zieh⸗ und Fahrſchacht rien vorgerichtet. Daraus können wieder Hoͤhen oder Stroßen, Kaſten und Strecken guß vorgerichtet werden. Erz und Berg wird aus demſelben durch einen Haſpel mit ei⸗ nee hanfenem Seil und Kuͤbel zum Treibſchacht befodert. Hat man Gelegenheit, mit reine einem Ort oder Strecke unter ſolches Nebengeſenke zu kommen: So faͤllt, bey lbur einem geraden zutreffenden, oder, wenn das Ort vder Strecke tief angeſetzet iſt ſaum uͤber ſich brechenden Durchſchlag, das Ziehen mit dem Haſpel und Waſſerpum⸗ der pe wieder weg, und man hat wiedor eine gerade Foderüng nach dem Schachte. achter 1 e,.. 4 144. ich 3 Lr 12§. 17. 1 1 10 1 Wenn mit einem Feldort oder Strecke Erze angetroffen werden, welche uͤber Wie der Fözer⸗ ſich in die Hoͤhe, die Foerſt oder Firſt genannt, ſetzen: So wird das Ort erſt ſienbau geführt Jnd weiter fortgetrieben, bis die Ortarbeiter den uͤber ſich brechenden nicht mehr hine wird. ſih derlich ſind, und alsdenn ein Fderſtenbau, entweder mit Gezimmer, wie an ver⸗ ſchiedenen Orten in der Communion, oder ohne Gezimmer, vorgerichtet. Mit dem Gezimmer verfaͤhret man alſor Iſt das Gezimmer vor dem Zeldort mit Thuͤr⸗ ſtoͤcken und Kappen vorgerichtet: So werden dieſe nach einander weggenommen, ſihr und an ihre ſtatt Anpfaͤhle oben mit einer Schmiege geſetzet, Stempel geleget, nde und dieſe mit geſpaltenem Holze zugeleget, und mit Berg beſturzet. Den Berg ubu macht man gleich und eben, damit das durchs uber ſich brechen erhaltene Gebuͤrge l. Theil. E darauf ,——————— 4 = Tab. IV. 18 II. Th. II. Cap. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, darauf liegen, und Erz nebſt Berg von einander geſchieden werden koͤnnen. Hat man 13 bis 2 Lachter weit uͤber ſich gebrochen, und die Stempel ſind zur Sohle ſo hoch beſtuͤrzet, daß die Arbeiter uͤber dem Kopf noch Raum zu ſtehen und zu arbeiten haben: So wird wieder ſo hoch uͤber ſich gebrochen, und wieder mit⸗ telſt der Buͤhnloͤcher, Stempel und Anpfaͤhle ein Kaſten gemacht. Die Anpfaͤhle haben unten und oben eine Schmiege, und werden mit derſelben auf die Schmiege der unterſtehenden und alſo uͤber einander geſetzet. Iſt der Bau enger: So wer⸗ den die Buͤhnloͤcher zu Stempeln Lachter uͤber die Sohle gehauen; und ſo kann dieſer Foͤerſtenbau eben ſo mit uber ſich brechen, wie der gewoͤhnliche Stroßenbau mit abſinken gefuͤhret, und daraus Höohen, Kaſten und Strecken bis zu Tage aus vorgerichtet werden. An einer Seite der Kaſten, wo es gefaͤllig, wird zwiſchen zween Stempeln und Anpfaͤhlen im Liegenden oder Hangenden eine viereckigte Oefnung oder Fahrloch gelaſſen, um mit einer Fahrt auf den Kaſten ſteigen zu können. Auf der andern Seite wird durch ein gleiches Loch, Ruͤllenloch, Er und Berg geſtuͤrzet, und von der Strecke zum Treibſchacht befodert. eſes leztere Loch wird von einem Kaſten zum andern gehalten, daß ſie gerade uͤber ein⸗ ander ſind, und werden ſolche mit einer guten Mauer umher verſehen, damit der Berg von dem Kaſten nicht herunter rolle. Nach den Umſtaͤnden koͤnnten auch das Fahr⸗ und Ruͤllenloch mit Schrotholz, wie ein Schlink, verwahret werden. Wird nach einigen Lachtern im uͤber ſich brechen ein Feldort getrieben, und es zei⸗ get ſich Erz: So wird daſelbſt ein Zieh⸗ und Fahrſchacht abgeſunken, es werden Hoͤhen und Stroßen angeſetzet, wie beym Abſinken im Schachte, und die daſelbſt gewonnenen Erze und Berg mit einem Ha pel vuf die Strecke zum Treibſchacht in die Höhe gezogen, und dadurch zu Tage ausgefodert. Da ein ſolcher Foͤerſtenbau mit Holzverzimmerung koſtbar iſt: So wird er ohne Noth nicht vorgenommen, ſondern, wenn das Hangende ohne Holz ſtehet, oder doch nur mit Spreuzen zu verwahren iſt: es ſofort, nach gewonnener Hoͤhe und Wegnehmung der Spreutzen/ nach einander zugeſtuͤrzet, am Liegenden aber ein vorher beſchriebenes Fahr⸗und Ruͤllenloch gelaſſen. 2.„9 . 19. Um nun auch den Augen vorzuftlen wie ein ordentlicher Grubenbau durch Abſinkung eines Schachts, Treibung der Oerter uſß dem Gange, Vorrichtungen der Hoͤhen oder Stoͤßen, Strecken, Fuͤlloͤrter, Ne engeſenke und dergleichen ge⸗ fuͤhrt werde und werden muͤſſe: So habe ich auf der 1V. Tab. einen Riß von den drey vornehmſten und an einander grenzenden Clausthalſchen Gruben auf dem Burgſtetter Zuge, der Dorothea, Carolina und neuen Benedicte, beyge⸗ fuͤget, daraus ſich diejenigen, die nie in einer Grube geweſen, einigen Begrif von ſolchem Bau machen, des Grubenbaues verſtaͤndige aͤber die Beſchaffenheit dieſer Gruben abnehmen koͤnnen. Der Riß iſt Anno 1741. nach dem damaligen Zu⸗ ſtand dieſer Gruben verfertiget und von meinem Sohn ceopiiret worden. Ob ich zwar hier von der innerlichen Beſchaffenheit der Gruben nicht han⸗ dele, welches in die hiſtoriſche Nachricht von der Beſchaffenheit der Oberharziſchen Bergwerke gehoͤret: So will ich dennoch bey dieſer Gelegenheit von dieſen drey vornehmſten Gruben auf dem Clausthalſchen Burgſtetter Zuge auf Verlangen einige Nachricht ertheilen. Wie tief dieſe Gruben Anno 1741. geweſen, iſt auf dem Riſſe zu ſehen. Sie ſind aber von der Zeit bis jetzo 1760. tiefer abgeſun⸗ ken, und iſt das Hauptgeſenke der Dorothea 162. Lachter tief nieder gebracht. In neulicher Zeit hat man etwa 6 bis 7 Lachter uͤber dem Geſenke herunterwerts nach dem Bergmanns Troſt zu am Liegenden Erze entbloͤßet, worauf man mit nunin einem 1 1 Nan. Sa vach ttret dac uurrf eCa 1 Ghen tnigen len duche dine g sac lde 2 daher V ſodar vohi vo — — welche den Bergbau befoͤrdern. 19 einem Ort in 1 Lachter Weitung etwa 4 Lachter lang bereits aufgefahren iſt. Dieſes giebt Hofnung, da die Erze ins Liegende ſetzen, daß das Feld der Dorotheen, welches bis an das Bergmanns Troſter Feld noch auf einige 30 Lachter ſich er⸗ ſrade⸗ in erſagter Tiefe, und vielleicht auch in mehrerer Hoͤhe, edel ſeyn werde. ie Caroline iſt 156 Lachter tief, und hat jetzo im Geſenke uͤber 1 Lachter maͤchtig vortreflich Erz. Die neue Benedicte iſt bis auf wenige Lachter eben ſo tief als die Caroline. Dieſe bringet derſelben die Maßen zu. Es haben ſich aber die Erze nach etwa 12 oder einigen Lachtern mehr in dem neuen Benedicter Felde vor einigen Jahren verloren, da ein faules Geſchiebe, oder ſogenanntes Ruͤſchel, den edlen Caroliner Gang abgeſchnitten. Es iſt aber ſolche von ein paar Jahren her durchgebrochen, und ſind hinter derſelben wieder I bis 2 Spann, auch wol nur eine queere Hand breit, maͤchtige Erze mit einem Ort, welches jetzo etwa 7 bis 8 Lachter lang fortgebracht iſt, wieder getroffen worden. Dieſes laͤßt hoffen, daß der Burgſtetter Gang ſich weiter als ins neue Benedicter Feld erſtrecke, und iſt daher der Vorſatz gefaßt, mit erſagtem Orte noch einige Lachter aufzufahren, und ſodann ins Hangende ſowol als ins Liegende Queerſchlaͤge zu treiben, um zu ſehen, wohin die Erze ſetzen. Das Il. Capitel. Von den Huͤlfsmitteln, das Erz in der Grube zu gewinnen, und von ſeinem Gange abzuſondern. §. I. Nas Erz in der Grube zu gewinnen, und von ſeinem Gange abzuſondern, hat Wie das Etz § man ſich hier, wie anderwerts, von alten Zeiten her des gewohnlichen Gru⸗ ehemals und je⸗ ¹ bengezaͤhes, nemlich der vorgeſtahleten Keilhaue A. des Spitzhammers ben dennen B. des Bergeiſens und Handfaͤuſtels C. welche man kurz Schlaͤgel und Eiſen werde. nennet, bedienet. Der Handfauſtel iſt ein auf beyden Seiten vorgeſtahlter 3 Tab. V. bis 4 Pfund ſchwerer Hammer. Die Bergeiſen ſind 4 bis 6 Zoll lange kleine Haͤmmer mit einem Stiel und vorgeſtahlter Spitze, die man mit der Spitze an das Geſtein ſetzet, und mit dem Faͤuſtel antreibet. Wenn ſie ſtumpf geſchlagen ſind, werden ſie dem Schmiede zum vorſtahlen und zuſpitzen geliefert. Solche Eiſen bekommt der Unterſteiger zum Aushauen der Buͤhnloͤcher, und die Gedingarbeiter fuͤr den Oertern an ledernen Riemen zu 30 bis 40 Stuͤck. Man hat aber auch die Erze von alten Zeiten her mit Feuerſetzen gewonnen, dazu nach wieder aufgenommenen Braunſchweigſchen Bergwerken im Wildenmann gleich Anno 1526. 425 Mal⸗ ter Setzholz berechnet worden, wie ſich in einem in der Zellerfeldſchen Bergamts⸗ Regiſtratur fuͤrhandenen Extract der Wildenmann⸗ und Zellerfeldſchen Berg⸗ werke Einnahme und Aufkunft an Silbergloͤtte und Bley von Anno 1526. bis 1546. hefindet. Auf der Catharina Neufang zum St. Andreasberge iſt noch Anno 1680. wegen großer Feſtigkeit Feuer geſetzet worden, und im Ram⸗ melsberge geſchiehet es noch jetzo. In den alten Gebaͤuden der hieſigen Schatz⸗ kammer hat man vor einigen Jahren noch Braͤnde von ſolchem Feuerſetzen gefun⸗ den. Runmehr aber hilft man ſich auf dem Oberharze, wo man mit dem Gru⸗ bengegah nicht fortkommen kann, uͤberall mit bohren und ſchieſſen, nachdem zuvar auf einer Seite des Ganges, als am Hangenden oder im feſten Geſtein, mit dem Berggezaͤh geſchraͤmet, oder etwas hinwan geſchaffet worden, daß der Schuß Lo⸗ . 2 ſung Bohrer Tab. V. ————————“— 4 ... 4 .— 2 4 8* „„* 2 8 7 4— 4 E. 4 L„. 2.. 5 1. a—— — —2*. 3 4 5. 8. 7 2.. 2 5— 4 ————— 4* = —— 4 20 II. Th. III. Cap. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, ſung zum heben hat. An manchen Orten aber, da man mit dem ſchraͤmien nicht fortkommen kann, muß aus dem ganzen geſchoſſen werden. 4 6— 4§.—⸗* Bon den man. Das Bohren geſchiehet mit unter dem Hammer geſchmiedeten und 1 Jerley Arten uͤher 3 Zoll ſtark vorgeſtahlten Bohrern D. welche aus 4 ſpizigen Ecken beſte⸗ hen, von welchen die ausgeruͤndeten Theile in der Mitte in eine hervorſtehende Spitze X. zuſammen laufen, welches der Kopf genennet wird. Anno 1708. iſt um Clausthal ein meßingenes Maaß verfertiget worden, darnach man die Bohrer ſchmiedet. Es ſind aber die Bohrer von dreyerley Gattung, Stroßenbohrer, Fherſthohrer, womit uͤber ſich gebohret wird, und Orthohrer. Eine jede Art wird wieder unterſchieden, in den Anfangs oder Anſetz⸗Mittel⸗ und langen Bohrer. Der Anfangsbohrer D. auf den Stroßen hat im Diameter I 2 Zoll, und iſt der dickeſte und kuͤrzeſte; der Mittelbohrer hat 13 Zoll, und der lange Bohrer N. der zulezt gebrauchet wird, hat 14 Zoll. Dieſe beyden lezten ſind deßwegen etwas duͤnner, damit ſie ſich, wenn das Loch tief wird, oben nicht klemmen. Die Anfangs⸗Föerſt⸗ und Ortbohrer ſind im Diameter wie der Mit⸗ telbohrer zu den Stroßen, nemlich 1 ½ Zoll, und ſo nach Proportion kleiner. Es hat ein jedes Paar Bohrhauer ſeine eigenen Bohrer, dafuͤr es ſtehen muß, deßwegen ein jedes Paar ſein Zeichen von dem Schmidt darauf ſchlagen laͤßt. Es muß auch die Strauben, das iſt den Abſchlag von den Bohrern, der ſich, wenn er duͤnne am Bohrer iſt, abbrechen laͤßt, oder abſpringet, ſammlen, der wenn eine ziemliche Menge davon fuͤrhanden iſt, gewogen und in die Factorey geliefert wird. Das Modeleiſen zu den Bohrern iſt in der Factorey vorraͤthig, und es macht der Schmidt aus einem Stabe zwey auch wol drey Bohrer, die er vorſtah⸗ let, und den Kopf X. nach dem ihm einmal gegebenen Maaße ſchmiedet. Auſſer obgenannten Bohrern hat man noch Verſuchbohrer. Wenn nan⸗ lich auf einem Stollen nach der geraden Linie, oder im Schachte durch uͤber ſich brechen, und von oben nieder arbeiten, zwey Oerter gegen einander getrieben wer⸗ den, um einen Durchſchlag zu machen, und die Arbeiter ſo nahe ſind, daß ſie ein⸗ ander arbeiten hören: So wird damit unterſucht, wie weit ſie noch von einander ſind, und ob ſie auf einander treffen oder nicht. Es wird auch wol damit im Han⸗ genden und Liegenden ein Verſuchloch auf Erz gebohret. Solche Bohrer ſind 1, 1½, 2 auch 24 Lachter lang, ihre Stange iſt ſo ſtark wie an andern Bohrern, am Kopfe aber haben ſie im Umfange 8/9 bis 10 Zoll. Ein Verſuchloch wird anfaͤnglich mit einem kurzen Bohrer angeſetzet, darauf man 1 Lachter mehr nimmt und ſo fort. Es müß auch etwas niederwaͤrts gehen, damit Waſſer darein gegoſſen werden kann. Hiernaͤchſt muß auch gehoͤriger Raum ſeyn, um die langen Bohrer heraus zu ziehen und wieder hinein zu ſchieben. An einem ſolchen Loche wird etliche Tage gebohret, ehe es durchkommt. G 12. ruus 1 11 5§. 3. 1 W„ Wie das Boh⸗ An dem Orte, wo gebohret werden ſoll, klebet der Steiger einen kleinen duͤn⸗ ren geſchichet. nen Stock mit Letten an, und zwar in der Richtung, in der man bohren ſoll, ſolig und gerade in das Ort, oder ſeiger auf einen Stoß und im Abſinken, oder ſeit⸗ waͤrts, oder niederwaͤrts. Bey dem Bohren ſelbſt haͤlt der Dreher den Bohrer an dem gehörigen Ort und der Schlaͤger ſchlaͤgt mit einem dicken 4 Pfund ſchwe⸗ ren Hammer I. der ein Bohrfimmel oder Bohr und Ortfaͤuſtel heißt, darauf. Hat der Bohrer eingefaſſet: So wird er nach jedem Schlag umgedrehet und mit dem Bohrſtunzen Waſſer ins Loch gegoſſen, damit der losgearbeitete Mrjxdis an welche den Bergbau befoͤrdern. 21 Sand oder Staub durchs Waſſer heraus komme. Um das Loch wird eine etwa 2 Zoll hohe Buͤchſe von Letten gemacht, damit ſofort, wenn der Bohrer ange⸗ Eeſ Waſſer zugegoſſen werden koͤnne, und der beym ſchlagen heraus ſpringende ohrdreck nicht um ſich haue, und die Arbeiter beſchmutze, zu welchem Ende auch der Dreher die unterſte Hand hohl um den Bohrer haͤlt, daß das Waſſer und der Bohrdreck uͤber die Lettenbuͤchſe an ſeine hohle Hand ſpringen, und davon und von dem Loche ablaufen muß. Findet ſich kein Letten in der Grube: So wird er in Trogen oder mit Karren hergebracht, und jedem Steiger in ſeinen Kaſten in der Grube in Verwahrung gegeben, der denſelben den Bergleuten zum bohren, und dem Unterſteiger und Bergleuten zum ſchieſſen nach Nothdurft austheilet. Ein jedes Paar Bohrhauer muß in jeder Schicht zwey Loͤcher, jedes 30 Zoll tief, oder, nach Gutfinden des Steigers, eins 36, das andere 24, zuſammen alſo 60 Zoll tief bohren. Ein Loch von 40 Zollen heißt ein tief Bergloch. Die Gedingarbeiter bohren, wo ſie mit dem Berggezaͤh nicht fortkommen koͤnnen, Loͤ⸗ cher von 14 bis 18 Zoll tief, ſo weit ſie die Oerter verſchraͤmen koͤnnen, auch wol 4 bis 5 Zoll tiefer, als der Schram iſt. Dieſe gebohrten Loͤcher haben nach ihrer Lage verſchiedene Namen. Ein Loch, das ſeigerrecht gebohret wird, heißt ein Loch von oben nieder. Ein Loch an der Sohle, da der Bohrer horizontal gehalten werden muß, heißt ein Graßmeyerloch. Ein dohnlaͤgigt Loch heißt ein ſchwebend Loch. Ein Loch in der Foerſt heißt trocken gebohret. Ein Loch, das Waſſer faͤngt, ein Waſſerloch. Der unterſte Theil des Lochs heißt der Pulverſack. Etwa Anno 1720. oder 172. iſt vor feſten Feldoͤrtern, wo zwo Perſonen ar⸗ beiten, und wo das Geſteine grob, ſchiefricht oder wackigt iſt, zum Clausthal das einmaͤnniſche Bohren, wie in Sachſen, angefangen worden. Ein einmaͤnniſcher Bohrer iſt, wenn ein Mann den Bohrer haͤlt, und zugleich darauf ſchlaͤget. Sol⸗ cher iſt etwa 30 Zoll lang, und ſo dick, daß das Loch im Diameter 1 Zoll weit wird. Die Löcher werden damit 15, 18 bis 20 Zoll tief gebohret. Vor ſolchen Oertern, wo man es gut findet, ſchraͤmet ein Mann, und ein anderer bohret. Es wird aber damit ſo viel nicht ausgerichtet, als mit einem ordinairen oder zweymaͤn⸗ niſchen Bohrer. Das zur gehoͤrigen Tiefe gebohrte Loch wird darauf weggeſchoſſen. Die ſpitzigen Ecken an den Bohrern werden, wenn ſie ſtumpf worden, von dem Bergſchmidt taͤglich wieder ausgeſchmiedet und geſchaͤrfet, oder, wenns noͤthig iſt, wieder vorgeſtahlet. Der Schmidt bekoͤmmt dafur woͤchentlich fuͤr einen je⸗ den Bohrhauer ein gewiſſes am Gelde, nachdem das Gebuͤrge und die Stroßen feſt oder milde ſind, welches von alten Zeiten her Oertergeld genennet wird, weil die 5 Spitzen am Kopf des Bohrers Oerter heiſſen. Man begreift aber jetzo unter dem Oertergelde das Schaͤrfen der Setzeiſen, mit welchen die Stroßen auf⸗ und von einander getrieben werden, wie auch der Bergeiſen und Handfaͤuſtel, der Spitz⸗ und Keilhauen. §. 4. Das Bohren und Fhiſen iſt zuerſt Anno 1632. auf den Clausthalſchen Wenn das oh⸗ Bergwerken aufgekommen, anfangs aber gar ſparſam gebraucht worden, wie daher ren eingefuͤhrt abzunehmen, daß man vor dem 1634ſten Jahre kein Pulver in den wochentlichen vorden. Anſchnitten berechnet findet, wie nachhero. CEs ſſt nicht bekannt, wer der erſte Urheber des Bohrens und Schieſſens hier auf dem Harze geweſen. Auf der Saͤchſiſchen Bergſtadt Freyberg iſt das Bohren im Geſtein mit dem vor dieſem hier gewöhnlich geweſenen Pflockſchieſſen von Martin Weigold Anno 1613. erfunden worden, wie Auguſt Beyer in II. Theil F ſeinem I 5— 1 ſen wird. Wie mit Schieß⸗ pflöcken geſchoſ pfloͤcken verrichtet worden. 22 II. Th. III. Cap. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, ſeinem Anno 1732. herausgegebenen geſegneten Marggrafthum Meißen an unter⸗ ndiſchen Schaͤtzen und Reichthum ꝛc. bey dem Jahr 1613. berichtet. 1e Dieſer Martin Weigold iſt von Anno 1579. Bergmeiſter zu Freyberg ge⸗ weſen, und Anno 1601. zum Oberbergmeiſter beſtellet worden. Ich kann aber mit vorſtehender Nachricht nicht zuſammen reimen, was Chriſtian Melzer in dem 1. Buch, Tit. 25. pag. 197. ſeiner Anno 1716. herausgegebenen erneuerten Stadt⸗ und Bergchronica von Schneeberg meldet/ daß der gemeine Bergbohrer, wel⸗ cher zum ſchieſſen im feſten Geſtein vortraͤglich, aus dem Harz in das Meißenſche Obererzgebuͤrge gekommen ſey; noch auch, was Balthaſar Roͤßler in ſeinem Berg⸗ bauſpiegel im 3. Buch, Cap. 5.§. 3. Pag. 72. ſchreibet:„Das Schieſſen iſt „vormals Anno 1627. aus Ungarn in Deutſchland hereinkommen, auf den Groß⸗ „ laß, ſodann nach dem Harzgebuͤrge gebracht worden, von welchen Orten es ſich „ allenthalben ausgebreitet hat.„ Afaug iſt ſolches Bohren und Schieſſen (wovon ich dem Herrn Oberbergmeiſter Harzig das mehreſte der folgenden hiſtoriſchen Nachricht zu danken habe) hier ſchlecht von ſtatten gegangen, auch nicht durchgehends, ſondern nur an ſolchen Orten gebrauchet worden, wo man dem feſten Geſtein mit Schlaͤgel und Eiſen nichts abhaben köönnen. Nunmehro aber iſt es durch die Uebung und Verbeſſerung in beſtaͤndigem Gebrauch gekom⸗ men, daß man es fuͤr eine der allernuͤtzlichſten Erfindungen, womit dem Berg⸗ werke beſonders aufgeholfen worden, halten kann. 602 3§. 5.. Das Schieſſen iſt hier vom erſten Anfange bis Anno 1687, mit Schieß⸗ Dieſe wurden von hartem Buͤchenholze im Walde aus dem groͤbeſten gehauen, hernach getrocknet oder geraͤuchert, und alſo auf die Gruben geliefert. Sie waren 30 bis 36 Zoll lang, rund, und ſo dicke, daß ſie das gebohrte Loch uͤber dem Pulver ausfuͤllen koͤnnen. Ein jedes Schock ward mit 20 Mgr. bezahlet, bis Anno 1681. da man 2 Gr. abgebrochen. Ein jeder Steiger, der ſeinen Unterſteiger hatte, ſchnitt ſeine Schießpflocke in der Nachmit⸗ tagspoſe, da der Unterſteiger in der Grube das Schieſſen verrichtet, durchbohrte ſie mit dem Pflockbohrer, und bereitete ſie zum Gebrauch auf den folgenden Tag. Wenn aber auf einer Grube kein Unterſteiger geweſen, und der Steiger anderer noͤthigen Arbeit halber die Schießpfloͤcke in der Schicht nicht ausbohren koͤnnen: So iſt es nach der Schicht verrichtet, und vor jedes Schock 8 Mgr. beſonders bezah⸗ let worden, daß alſo ein Schock voͤllig zubereiteter Schießpfloͤcke 28 Mgr. und zulezt von Anno 1681. auf 26 Mgr. zu ſtehen gekommen. An einen ſolchen Pflock wurde unten am duͤnnen Ende eine mit ⸗3 bis 4 Pfund Pulver angefuͤllete Tute, oder auch, wenn das gebohrte Loch waͤſſerig war, eine lederne Patrone angebunden, und alſo in das Loch geſetzet, die durch den Pflock gebohrte Rohre mit Pulver angefuͤllet, und dadurch die Patrone entzuͤndet. Auf den Meißenſchen Bergwerken iſt man mit dieſem Pflockſchieſſen, nach Roͤßlern im 5. Cap. pag. 62. etwas anders neeſahres Weil aber der Kegelförmige Schieß⸗ pflock oben hinaus ſtaͤrker ſyn muſte: So durfte der Pflock nicht ſogleich mit dem Pulver, oder daran gebundenen Patrone, bis auf den Grund des Loches rei⸗ chen, ſondern muſte mit einem Faͤuſtel in das Loch getrieben werden, damit das Pulver deſto gewiſſer das Geſtein ſprengen moͤchte. M 5. 6. — — ½ — — — — welche den Bergbau befoͤrdern. 23 Ll 1 06 19§. 6. 1 Dieſe Art zu ſchieſſen war aber nicht allein langweilig und koſtbar, ſondern Statt des aucch gefährlich, indem bey dem gewaltſamen Antreiben des Pflocks im Geſteine Schießyſloch oftmals Feuer entſtanden, und das Pulver entzuͤndet worden, daß viele Unterſtei⸗ mit Letten ver⸗ r und Bergleute theils uͤbel beſchaͤdiget, theils ums Leben gekommen ſind. Es ſwopft. b daher Carl Zumbe aus Altenberg in Meißen) Anno 1687. den Vorſchlag und Verſuch gemacht, ſtatt des Pflocks weichen zaͤhen Letten oder Thon zu gebrau⸗ chen. Es wurde nemlich das Pulver in einer Tute, oder, wo es ein naſſes Loch war, in einer ledernen Patrone eingeſenket, eine eiſerne Fingers dicke Raumnadel ins Pulver geſetzet, und der uͤbrige Raum des Loches um dieſe eiſerne Nadel mit zaͤhen Letten bis oben vollgeſtampfet. Hierauf wurde die eiſerne oben mit einem Ring verſehene Nadel mit einem Keilhauenhelm von hartem Holze, öfters mit einer Brechſtange, aus den Letten gezogen, und durch die Oefnung das Pulver entzuͤndet. Weil aber beym Ausziehen der Nadel das Loch zum oftern zugefallen und ſich ver⸗ ſtopfet: So muſte man mit der eiſernen Nadel ein neues Loch durch den Letten ſtechen, oder vielmehr ſchlagen, welches denn auch ſo oft von ungluͤcklichen Folgen gewe⸗ ſen, als die Raumnadel gegen das Geſtein geſtoſſen, und zur Unzeit und zum Un⸗ gluͤck vieler Leute Feuer an das Pulver gebracht hat. §. 7. Diſer Gefahr nun vorzukommen/ hat man nachhero Anno 1686. die Raumnadel Statt der ſtatt Eiſens von Meßing machen laſſen, aber dennoch nicht verhuͤten koͤnnen, daß nicht Nanuabeſi mancher Schuß Pulver mit aller Arbeit verloren gegangen, wenn das Zundpulver hlzerns Juchr⸗ zum erſtenmal nicht durchgeſchlagen, und die Oefnung ſich verſtopfet hatte. Man haͤt⸗ Zumbens Auf⸗ te alſo wol das Pflockſchieſſen wieder einfuͤhren muͤſſen, wenn man nicht darauf ſas nen. betten⸗ gefallen ware, das ſtaͤrkſte Schilf oder Rohr auszuhoͤhlen, Pulver im Loche zu ſe⸗ hieſſen. tzen, und umher mit Letten zu verſtampfen, wodurch die Zuͤndung geſchehen koͤnne, wenn man vorher mit der Raumnadel F. dadurch gefahren war, daß das darein Tab. V. geſchuͤttete Pulver in die Patronen treten können. Man findet noch davon Pro⸗ ben in Herzog Chriſtian Ludewigs Zechenhauſe zum Clausthal. Es war aber doch dieſes Rohr ſowol, als das an deſſelben ſtatt gebrauchte Hollunderroͤhrlein, zu ſchwach, daß es durch das ſtampfen nicht oͤfters haͤtte zuſammen gedruckt werden ſollen, bis Anno 1688. der damalige Obergeſchworne, nachhero Oberbergmeiſter, Chriſtoph Singer, Roͤhrgen von hartem Holze H. vom Drechsler ausbohren, und um dieſelben den Letten mit einer unten nach der Ruͤnde des Roͤhrleins aus⸗ gehöͤhleten eiſernen Stange G. feſt ſtampfen laſſen. Ein Schock ſolcher ſoge⸗ nannten Schießroͤhrlein, welche 2 Fuß, auch wol etwas druͤber, lang ſind, iſt an⸗ faͤnglich im Quartal Trinitatis 1688. mit Mgr. im Quart. Cruc. mit 6 Mgr. und ſo fort bis im Quart⸗Trinitat. 1689. mit 5 Mgr. 4 Pf. bezahlet worden; auch iſt dieſer Preis bis jetzo beſtaͤndig geblieben. Dieſe Art zu ſchiſn iſt bisher beybehalten, und durchgehends, auch auf an⸗ dern auswaͤrtigen Bergſtaͤdten, angenommen worden, auſſer, daß man ſtatt des Let⸗ tens mit Grand verſtopfet, und obgleich beym ſchieſſen nicht alle Ungluͤcksfaͤlle ver⸗ huͤtet werden koͤnnen: So kann es doch jetzo ein vorſichtiger Bergmann mit meh⸗ rerer Sicherheit verrichten. Dem E Erfinder des Lettenſchieſſens, Zumben, iſt der auf etwa 700 Thlr- ſich belaufende Profit von 3 Jahren, ſo di nemlich das Schieſſen mit Pficen 4 2 mehr 0) Der ſich zum Clausthale, um von dem Bergwerke Kenntniß zu erlangen, aufgehalten, Anno 1688. Haſelbſt zum Hütteninſpector geſetzet, und Anno 1704. nach Caſſel als Bergdirector berufen worden. G 1 8. —————X——-— ———— .. . 1 4 24 II. Th. III. Cap. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, mehr gekoſtet haͤtte, verſprochen geweſen, er hat aber noch vor Ablauf der 3 Jahre eins fär alles 500 Thlr vefage 4 bebermens 1 3 einen gegen den Ausgang des 1687ſten Jahrs in uncten ſchriftli davon entworfenen Aufſatz will ich hier mittheilen: 37 ſch iñ h „ Bericht, wie die neue Art ſchieſſen auf denen Gruben zum Clausthale an⸗ „ zuſtellen, und die dazu behoͤrigen Materialien zu praͤpariren. „ 1) Iſt noͤthig, daß der Letten recht fleißig praͤpariret werde, und die groͤb⸗ „ſten Steine und Wurzeln, ſo ſich darinne befinden, davon geſondert, hernach in „ die Zechenhaͤuſer geſchaffet und abgetrocknet, daß er durchaus ſo derb wird, daß „ man ihn nicht wol druͤcken kann. „ 2) Das Schilf, ſo zu denen Brandern gebraucht wird, muß inwendig im 3, Hohlen nicht enger ſeyn, als ein Gaͤnſefederkiel, und wenn ſie nach der Locher „Laͤnge abgeſchnitten, wird mit einem ſtarken Drahte durch die Wechſel cher „chen, etlichemal hin und wieder gezogen, und das Röhrel eroͤfnet, hernach wird „ unten, allwo es auf das Pulver kommt, etwas wenig angefeuchtetes Pulver vor⸗ „ geſtrichen, daß das eingefuͤllte trockne Pulver nicht kann auslaufen. Nach die⸗ „ſem iſt am beſten, daß man ein klar koͤrnigt Pulver habe, welches durch die „ Wechſel der Schilfröhrlein gerne laͤuft, ſelbiges mit einem papiernen Trichter⸗ „lein oben zum Röͤhrel hinein fuͤllet, und durch oͤfteres Stampen damit voll macht, „alsdenn iſt fuͤr das Auslaufen oben ein wenig Letten vorzuſchmieren. „3) Wenn man ein Loch hat, das unter ſich gehet, es ſey ſo tief als es „wolle, und das trocken iſt, macht man nach gewoͤhnlicher Art eine Patrone von „ Papier, fuͤllet dieſelbe mit Pulver, ſo viel zum Heben vonnothen iſt, leget oben auf „ das Pulver ein klein wenig Papier, daß der naſſe Letten das Pulver nicht an⸗ „feuchtet, und ſchiebet ſie ohne zugebunden in die abgebohrten Loͤcher) ſtoͤßt ſie mit „ dem Ladeſtock derb im Loche nieder, daß ſie recht unten auf zu ſtehen kommt, „ ſtecket eine eiſerne oder meßingene fein glatt geſchliffene Raumnadel hinein mit „ Obſervirung, daß ſie recht ins Pulver und nicht zwiſchen der Patrone und dem „Geſteine nieder kommt, alsdenn nimmt man eine halbe Hand voll klein gebrock⸗ „leten Letten, der fein trocken und nicht zu feuchte iſt, ſtoßet es mit dem Ladeſtock „ auf die Patrone recht derb und hart, ſchuͤttet alsdenn wiederum hinein, und con⸗ „ tinuiret damit, bis das Loch voll iſt, alsdenn drehet man die Raumnadel etliche⸗ „mal um, und ziehet ſie fein nach der gerade heraus. In das Loch laͤſſet man „etwas Pulver wol gemachſam laufen, damit es ſich von der Feuchtigkeit des Let⸗ „ tens und ſtarkem Ueberfuͤllen nicht oben zu ſtark voll ſetzet, bis es ſich gemach⸗ „, ſam vollgefuͤllet, alsdenn man es nach gemeiner Art, mit Anlegung Schwefels, „ losbrennet. „ 4) Iſt es aber ein Loch, dem etwas Waſſer zugehet, doch aber nicht ſo „ſtark iſt, daß man wegen vermuthenden Erſaufens des Pulvers eine lederne Pa⸗ „trone noͤthig haͤtte, macht man die Patrone von doppeltem Papiere, kleibet ſol⸗ „che an den Fugen mit angezundetem Schwefel wohl zuſammen, und ſchmieret „ſelbige mit naſſen zaͤhen Letten uͤber und uͤber wohl nach gemeiner Art, wie man „mit den ledernen zu thun pfleget, fuͤllet ſelbige mit Pulver an, daß oben am „„ Papiere 2 Zoll ledig bleibet, alsdenn ſetzet man an der Seite der Patrone ein „ mit Pulver gefuͤlltes Schilfroͤhrlein ein, bindet die Patrone mit einem ſchwa⸗ „chen Faden uͤber dem Pulver daran zuſammen, ſchiebet es in das abgebohrte „ Loch, und faͤhret mit Einſtoßung feines trockenen Lettens, imgleichen mit anſte⸗ „cken fort, wie oben von der Raumnadel gemeldet. „ 5) Was ober ſehr waſſernoͤthige Loͤcher ſind, ſo wegen des ſchnellen Zu⸗ „ gangs der Waſſer gar nicht koͤnnen getrocknet werden, daß zu Zeiten das Waſſer 5„ wol — welche den Bergbau befoͤrdern. 12 1 25 „ wol eines Zolls ſtark heraus laͤuft, zu ſolchen nimmt man lederne Patronen, „ fullet ſolche nach Gelegenheit des Lochs mit Pulver voll, daß oben aus 2 Zoll „ ledig bleibet, ſetzet, wie oben, an der Seite ein Schilfroͤhrlein hinein, und ſtrei⸗ „ chet auf das Pulver in die Patrone, ſo hoch, als ſie noch ledig, etwas weichen „Letten, und bindet ſie uͤber dem Letten dichte an dem Schilfrohrlein zuſammen, „ auſſen drauf verſchmieret man gleichfalls die Falten wohl, und leget ſo ſtark, als „ die Patrone, um das Röhrlein einen Patzen Letten darauf, beſtreichet ſonſten „ die Patrone uͤber und uͤber wohl mit naſſen Letten, ſchiebet ſie alſo ins Waſſer „ hinein, und ſtoßet haſtig einen ziemlich trocknen Letten hinein, bis das Loch voll, „ und verfaͤhret ſonſten, wie vorn gemeldet, und wenn ein dergleichen Schuß ein⸗ „ en recht geladen worden, ſo kann er etliche Tage ſtehen und dennoch ſeinen „Effect thun. „ 6) Wenn man mit dem Bohren in ein Truſenloch ſchlaͤget, daß man ſich „ beſorget, es moͤchte nicht abgehen, oder der Schuß werfen, ſo ſchuͤttet man „in das Loch lauter kleine Waͤnde, und bohret mit dem Bohrer darauf, bis die „ Truſe damit ausgefüͤllet, oder einen Boden bekommet, alsdenn ladet man es „ nach oftbemeldter Art. Waͤre die Truſe aber gar zu groß, daß man ſie nicht aus⸗ „ fuͤllen könnte, ſo nimmt man eine lederne Patrone, fuͤllet dem Gebrauche nach „ſelbige mit Pulver, und leget anſtatt des Schilfrohrs ein von duͤnnem Leder ge⸗ „ machtes Röhrlein, ſo auch mit Pulver gefuͤllet, ein, und ſchiebet mit dem Lade⸗ „ſtock die Patrone in die Truſe hinein, wo ſie hinkriechen will,(das Roͤhrlein „ muß aber fein lang ſeyn, daß es auslangen kann,) und ſtoßet das Loch neben „ dem Röhrlein mit trockenem Letten ſehr derb voll, und praͤpariret es ferner zum „ Anſtecken. Dergleichen Rohrlein brauchet man auch zu den ſogenannten Zwing⸗ „ oder Freſſerloͤchern,(*) da man wegen der Kruͤmmen mit dem Roͤhrlein nicht „„ darf zukommen, verrichtet ſonſt des mehrern Theils ſeinen Effect. „, 7) Was die ſogenannten Grasmeyerloͤcher, oder Locher in Foͤerſten uͤber „z ſich belanget, die werden eben ſo geladen und zugerichtet mit Einlegung Schilf⸗ „„ rohrs, wie vorhero ausfuͤhrlich gemeldet. „ 8) Weil ſich auch einige von den Steigern unterſtanden, nach vollgeſtoße⸗ „ nem Letten ein Zuͤndloch mit Hineinſtoßung der eiſernen Raumnadel zu machen, „ wodurch aber ſelten das Pulver im rechten Centro getroffen wird, dahero zu „etlichen malen, um ein Loch zu erlangen, ſolch ein Stoßen geſchiehet, daß da⸗ „ durch unterſchiedene Loͤcher in den Letten gemacht, und durch das oft aufge⸗ „ ſchuͤttete Pulver endlich das meiſte Theil vom Letten, wenn es zum Brande „ komant, heraus geſtoßen wird, daß das voͤllige Pulver hernach nicht ſeine rechte „ Force haben kann, auch vieles vergeblich wegbrennet, imgleichen auch durch „ das gewaltſame Einſtoßen die Nadel Feuer geben, und damit ein groß Ungluͤck „ und Schaden verurſachet werden kann; als will wider alle andere modos, ſo nicht „ nach meiner vorgeſchriebenen Art practiciret werden moͤchten, proteſtiret, und „ mich deßwegen von aller Gefahr und Schaden excuſiret haben. Datum Claus⸗ „ thal den 20. Nov. 1687.„ b Carol Zumben. Dieſen Bericht hat das Bergamt drucken und den Unterſteigern austheilen laſſen. Es ſind aber dieſe weitlaͤuftige Regeln, ſeit dem man die hoͤlzerne Roͤhr⸗ lein zur Zuͤndung erfunden und das Pulver mit Grand verſtampfet, in die Enge gebraͤcht worden. 8 * 8. -) Dieſe Benennung gebohrter Löcher iſt hier auf dem Harze nicht bekannt. II. Theil. G Statt der leder⸗ nen werden Pa⸗ tronen von Papp eingeführt. Tab. V. F. I. Wie das Weg⸗ ſchieſſen ge⸗ ſchiehet. 26 II. Th. III. Cap. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, §. 8. 1 Da öͤfters in den Gruben auf klüftigem Geſtein mit dem Bohren Waſſer angetroffen wird, und das Pulver in dergleichen Waſſerlöcher ſo ſchlechterdings nicht eingeſetzet und trocken erhalten werden kann: So hat man von Alters her beym Pflockſchieſſen, auch noch bey Zumbens eingefuͤhrten Lettenſchieſſen, wie aus ſeinem Bericht zu erſehen, ſich der Patronen bedienet, welche von ſtarkem Rindleder durch den Schuſter zuſammen genaͤhet, und oben mit einem Fingers brei⸗ ten Streifen von ſchwaͤchern Leder eingefaſſet waren, womit eine ſolche lederne Patrone an den Schießpflock mit Bindfaden befeſtiget wurde. Weil aber die ledernen Patronen koſtbar geweſen, indem jedes Stuͤck erſtlich mit 4 zulezt aber mit 3 Mgr. bezahlet werden muſte, bis im Quart. Trinitat. 1682. an einigen Stuͤcken, die etwas kuͤrzer geweſen, 2 Pfennige abgekuͤrzet worden: So hat Anno 1689. ein Buchbinder zum Clausthal, Hanns Luft, eine Probe von Papp, die er mit Leim oder Pech uͤberſtrichen, vorgezeiget, und berichtet, daß dieſe ſo gut und noch beſſer, als das Leder, die Feuchtigkeit von dem Pulver abhalten koͤnne, maaßen er eine ſolche Patrone mit Pulver gefuͤllet, in einen Eimer voll Waſſer 24 Stunden lang gehaͤnget, und das Pulver noch trocken befunden habe. 49* Wie nun daunuf der Verſuch mit ſolchen Patronen von Papp gelungen: So hat man die ledernen abgeſchaffet/ und dieſe Art bey naſſen Löchern eingefuͤhret. Eine jede wird 1 Fuß lang, und oben 1 ½ Zoll weit, unten aber etwas enger gemacht, und das Schock anfangs mit 24, jetzo mit 22 Mgr. bey den einſeitigen Bergwer⸗ ken bezahlt. In die trocknen Locher, wenn dieſelbe mit dem Wiſcher K. das iſt einer eiſernen Stange, durch deren Loch b. ein Lappen gezogen wird, wohl ausge⸗ wiſchet ſind, ſetzet man ungepichte Patronen von Papier ein, die von dem Berg⸗ mann ſelbſt uͤber eine hoͤlzerne Form geſchlagen und mit brennendem Schwefel oder Harz zuſammen gefuͤgt werden. §. 9. Das Wegſchieſſen der Loͤcher geſchiehet von dem Unterſteiger und einem ihm zugegebenen Schieſſer, oder von 2 Bergleuten alſo: Nach Beſchaffenheit der Locher wird eine ſelbſt gemachte oder gepichte Patrone I. ſo weit mit Pulver an⸗ gefuͤllet, als man nach des Orts Geſteine aus der Erfahrung fuͤr genug haͤlt. Darauf wird in das Schießröhrel H. die Raumnadel F. von oben nieder geſte⸗ cket, daß ſie etwa 2 Zoll unten aus dem Roͤhrel hervor ſtehet. Um das Roͤhrel wird ein Fingers dicker Circul vom Letten gemacht, und rund um daſſelbe her I oder 13 Zoll tief in die Patrone hinein und feſte gedruͤcket. Darauf wird die Pa⸗ trone oben ein klein wenig um das Röͤhrel herum eingeknicket, und um beyde zu⸗ gleich ein wenig Letten geſchmieret, daß nichts in die Patrone fallen kann, und zu⸗ lezt beydes zuſammen ins Loch geſetzet. Der Schieſſer haͤlt das Roͤhrel mit einer Hand gerade im Loch, mit der andern wirft er eine Hand voll Grand nach der andern um das Röhrel ins Loch, welches der Unterſteiger jedesmal mit dem Stampfer G. um⸗ hex feſte ſtampft, bis das Loch ganz voll iſt. Darauf wird die Raumnadel her⸗ aus gezogen, das Roͤhrel 2 Zoll hoch uͤber dem Loch ſchraͤge abgeſchnitten, und vom Letten eine Zuͤndpfanne darum gemacht, in dieſe Pulver geſchuͤttet, das Roh⸗ rel damit angefuͤllet, und mit der Raumnadel einmal dadurch bis in das Pulver in der Patrone gefahren. Ein trocken gebohrtes Loch, das uͤber ſich gehet, wird mit Klumpen vom trocknen aber ſchmeidigen Letten nach gerade voll geſtampfet. Bey einem ſolchen trocknen auch Grasmeyerloche wird das Roͤhrel ganz ſchraͤm abge⸗ ſchnitten, und Letten alſo darum geklebet, daß es eine Zuͤndpfanne abgiebt. In dieſe Pfanne und halbe Hoͤhlung des Röhrels werden nach gerade einige Körner Pulver geſchuͤttet, und mit einer hoͤlzernen Naumnadel fort geſchoben, bis das Roͤhrel voll geſtopfet iſt. Zur welche den Bergbau befoͤrdern. 27 Zur Zuͤndung wird ein Zoll lang Schwefelfaden abgebeet, das iſt, er wird an einem Ende angebrannt, und im Brennen ganz breit gedruͤckt. Darauf wird auch das andere Ende angeſtecket, und mit naſſen Fingern rund gedrehet, daß der Schwefel bis vor das breit gedruͤckte Ende ſchwarz wird, damit der Schwefel nicht ſo bald abbrenne, und dem Schieſſer Zeit genug ſich zu entfernen bleibe. Dieſes wird das Maͤnnel genannt. Andere druͤcken das eine Ende des angeſteck⸗ ten Schwefels auf ein 1 Zoll langes und breites Papier, oder Stuͤck von einem Kartenblatte, und nennen beydes zuſammen das Maͤnnel. In die Zuͤndpfanne vom Letten wird an einer Seite eine Ritze gedruͤcket, und darein das breite Ende des Maͤnnels von bloßem Schwefel, oder das Papier, darauf der Schwefel gekle⸗ bet iſt, geſteckee. Vorher aber faͤhrt man mit dem Maͤnnel ein paarmal uͤber dem Grubenlicht her, um das Haar oder andere Faſer, ſo etwa daran waͤre, und den Schuß zu fruͤh verurſachen koͤnnte, abzubrennen. Auf dies Maͤnnel ſchuͤttet man etwas Pulver, und ſtecket es mit Vorſicht an. Damit das Wegſchieſſen der Loͤcher zu gewiſſen Zeiten geſchehen möchte: So iſt den 15. Jul. Anno 1603. verordnet worden, daß die Löcher, welche man in der ordinairen Fruͤhſchicht gebohret, Mittags nach 12 Uhr, die Loͤcher, welche man in der Abendpoſe gebohret, Abends um 6 Uhr, die Locher, welche um ſolche Zeit nicht gebohret ſind, nach 8 Uhr, die ordinairen Nachtſchichtenloͤcher aber fruͤh Morgens zwiſchen I und 2 Uhr weggeſchoſſen werden ſollen. Zum Schieſſen werden fuͤr die 3 einſeitigen Bergſtaͤdte wochentlich 19 Centner Pulver aufs Claus⸗ thal geliefert. §. 10. Vier Jahre vorher, ehe Zumbe das Lettenſchieſſen vorgeſchlagen, hat ſich Huthmauns Mag. Henning Huthmann, dimittirter Rector in Ilefeld, bey dem damaligen Vorſchlag ohne Geheimden Rath, Landdroſten und Berghauptmann, Hieronymus von Witzen⸗Schieſſen mit dorff, mit einem Inſtrument gemeldet, womit anſtatt des Bohrens und Schieſ⸗ ſens das Geſteine in den Gruben im Abſinken gewonnen und dadurch das Pulver erſparet werden ſollte. Es war ein Stempel, den 2 Perſonen mit einer Maſchi⸗ ne am Tage an einem Strick aufziehen und wieder fallen laſſen muſten, da zwo andere Perſonen den Stempel in der Grube regierten. Er hat im Herzog Lude⸗ wiger Schacht eine Probe gemacht, und mit 10 Schlaͤgen ein Loch 12 Zoll tief, und eine queer Hand lang und breit, ins Geſtein gemacht. Weil man aber dem einem Stempel abzuſinken. Erfinder bedeutet, daß ohne einem geſchwindern Gang des Werks wenig Nutzen zu erwarten waͤre: So hat er verlanget, ihm einen Ort zur fernern Probe anzu⸗ weiſen, ob dieſe Art mit dem Stempel oder die bisherige Art des Abſinkens vor⸗ theilhafter ſey, und ſich erboten, fuͤr eben daſſelbe Geld ein Lachter ohne Pulver abzuſinken, wofuͤr es ein Bergmann mit zugegebenem Pulver thut. Bisher hat er nur verſucht haben wollen: 1) Ob und wie das Geſtein zu zwingen, 2) wie der Stempel in der Grube ſicher und bequem zu regieren, 3) wie die Senkart nach allen Gruben einzurichten, wenn ſie gleich dohnlaͤgigt und 100 bis 200 Lach⸗ ter tief waͤren. Wobey er beſonders finden wollen, wie dem Seile oder der Stan⸗ ge ihre Schwere bis auf 20 oder 40 Pfund zu benehmen ſey, damit ſie nicht eben ſo viel Kraft erfodere, als die Aufziehung des Stempels ſelbſt; 4) wie das Hebe⸗ werk auſſer der Gruben beſchaffen ſeyn muſſe, daß es auch von einer Feldkunſt zu bewegen, und die Senkarbeit dermaleinſt, eben wie die Arbeit der Waſſerkuͤnſte, durch die Naturkraͤfte ſelbſt Tag und Nacht koͤnne verrichtet werden, wenn nur jemand in der Grube den Stempel regiere. G 2 Nun V 4 Noch zwo andre Arten das Erz 28 II. Th. III. Cap. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, Nun ſey noch uͤbrig, daß, anſtatt des hanfen Seils, Kunſtſtangen genommen wuͤrden. Denn wenn der Stempel nur 6 Fuß in die Hoͤhe gezogen worden: So habe ſich das Seil uͤber 14 Fuß ausgedehnet, woher denn fuͤrnehmlich die Lang⸗ ſamkeit geruͤhret. 2) Daß bey einer etwas continuirenden Arbeit gezeiget werde, wie das Geſtein vortheilhaft auszuſchlagen ſey. Wenn alſo vor das erſte nur das Pulver und etwas Zeit erſparet wuͤrde: So wuͤrde hernach die Erfahrung lehren, wie in etlichen Tagen ein Lachter abzuſinken oder durchzutreiben ſey. Ob ihm obiges verwilliget worden, und was der Erfolg davon geweſen ſey, iſt mir unbekannt. §. II. Anno 1717. hat Chriſtoph Fritſch eine neue Art von Losſprengung der Erze und Geſteine uͤbergeben, wobey zwar auch Löcher gebohret werden ſollten, loszuſpreugen aber nicht ſo weit, indem das Bohrzeug nur halb ſo ſtark als wie bisher, und die ohne Pulver. Bohrer an den Ecken nur einen Zoll breit und ohngefehr zween Schuh lang ſeyn duͤrften. Der erſte angebliche Nutzen war, daß ein Bergmann mit einem Hand⸗ faͤuſtel mehr als zween mit einem Ort ⸗oder ſchweren Bohrfaͤuſtel auf die bisherige Art bohren koͤnne; denn die Löcher ſollten nicht tiefer gebohret werden, als ohnge⸗ fehr 10 Zoll. Der zweyte Vortheil beſtand in der Erſparung des Pulvers, und alles andern ſo ſonſt zum ſchieſſen gehoͤrt, indem er zur Losſprengung nichts wei⸗ ter gebrauchen wollte, als zwo ſonderlich dazu geſchnellete eiſerne Federn und einen geſtaͤhlten Fimmel, welcher lange Zeit dauren ſollte. Es iſt mir unbekannt, ob man es damit zum Verſuch kommen laſſen, und eben ſo, ob man ſich mit einem gewiſſen Chriſtian Niebert eingelaſſen, welcher uͤber ſich und unter ſich 30 Lachter, zur Seite aber 15 Lachter und zwar an einem Tage ohngefehr ½ Elle bohren wollte, mit der Bedingung, daß, wenn er nicht ſo viel abbohre, man ihm ſolches am Lohne abziehen ſolle. Wochentlich wollte er 6 Ta⸗ ge arbeiten und 4 Thlr. Lohn haben. 1 §. 12. Das in der Grube von dem Gange abgeſonderte Erz iſt nicht aller Orten rein, ſondern mehrentheils mit Berg vermiſchet; daher iſt zum Clausthal Anno 1666. verordnet worden, daß ſofort in der Grube der Berg von dem Erz abge⸗ ſchlagen werden ſollte; und damit die Steiger der Gruben dafuͤr gehoͤrigſt ſorgen möchten: So iſt daſelbſt ferner Anno 1684. den 10. Jan. verordnet worden, daß ſie die Unkoſten, ſo auf das Aushalten(abſchlagen) des Bergs vor den Puch⸗ werken gehen wuͤrden, ohne einiges Nachſehen bezahlen ſollten, wie denn auch in ſelbigem Jahre ein Steiger auf der Eliſabeth 33 Fl. Fuhrlohn fuͤr 6 Treiben meanteuche aus ſeinen Erzen vor dem Puchwerke ausgeſchlagen worden, bezah⸗ en muͤſſen. welch e den Bergbau befordern. 29 m Das VW. Capitel. Von den Maſchinen und Huͤlfsmitteln, das in der Grube gewon⸗ nene Erz mit dem dabey vorfallenden Berg zu Tage 11 zu bringen. 1 in Vorbericht. Deſe⸗ Capitel hat drey Abtheilungen. Die Iſte handelt von den dazu — gehoͤrigen Gefaͤßen und Vorrichtungen. Die 2te von dem zu Tage der I bringen der Erze und des Bergs mit Pferden. Die 3te von dem zu Tage in. bringen der Erze und des Bergs durch Wind und Waſſer. die 1. 3 Erſte Abtheilung. d„ erg Von den Gefaͤßen und Vorrichtungen, das Erz und Berg aus der ngs Grube zu Tage zu bringen. und b. 13 u. V 6. I. in der Grube nicht auf Kaſten geſtuͤrzet werden kann, aus der Grube oder Wein miid mir Stollen zu Tage gebracht werden. Aus einem Stollen wird beydes an vderdnuflarden, che manchen Orten, abſonderlich im Wildenmann, auf dem neuen St. Joachim, Char⸗ zu Tage ge⸗ nen lotte, alten deutſchen Wildenmann und Haus Dittfurt mit einem kleinen mit Eiſen bracht. beſchlagenen Wagen auf A beſchlagenen niedrigen Blockraͤdern L. welcher Hund ge⸗ Tab. V. d- nennet wird, zu Tage veafin Dieſer Hund laͤuft auf 2 ſchmalen etwa 2 bis 24½ Zoll von einander liegenden geſchnittenen ſtarken Pfoſten, zwiſchen welchen der I Zoll dicke und etwa? Zoll lange Leitnagel, der durch die Mitte von des Hundes Boden geſte⸗ cket wird, gehet, um des Hundes Ausweichen zu verhindern. Vorne iſt an dem Nten Hunde ein kurzes eiſernes, auch ein 3 Zoll breites gedoppeltes ledernes Seil, wel⸗ no ches ein Bergmann uͤber die Schulter haͤnget, und damit den Hund ziehet, dabey bge⸗ ein anderer hinten nach ſchiebet. Ein ſolcher Hund iſt 3 Fuß 8 Zoll lang, I Fuß xgen 54 Zoll weit, und 1 Fuß 4 Zoll hoch, in denſelben gehen, wie in eine Tonne, den, 4 Kuͤbel, und werden eben auch 40 Hunde Erz oder Berg, wie 40 Tonnen, au uch⸗ ein Treiben gerechnet. An andern Orten wird Erz und Berg mit einem Lauf⸗ hin karren M. zu Tage gelaufen, welcher 1 Fuß, 8 Zoll weit, 2 Fuß lang, 7 bis 8 ben. Zoll hoch, unter dem Boden mit zween Stegen, oben mit zwey Queereiſen uͤberle⸗ zah⸗ get, und auch mit eiſernen Kappen verwahret iſt. Er heißt Stuͤrzkarrn, weil er zum Weglaufen des Erzes oder Bergs vor dem Schacht guf die Halle ge⸗ braucht wird. inen D' von einander geſchiedene Erz und Berg muß beydes, wenn der Berg Das Erz und 1.§. 2. So lange ein Schacht noch nicht tief iſt, wird Berg und Erz vermittelſt ei⸗Aus noch nicht nes Haſpels mit einem hanfenen Seil und Kuͤbel heraus gezogen. An dem Haſpel tiefen Schäch⸗ . Fig. I. heiſſet B. der Rundbaum, C. die Haſpelſtuͤtzen, D. die Haſpelhoͤrner, ne iehtſ an welche gewöhnlich 14 Zoll lang ſind. Haſpel.. Der oben und unten oval runde Kuͤbel Fig. II. hält ein gewiſſes Maaß, 1b. VI nemlich fuͤr zwo Perſonen, die denſelben zu ziehen haben, 1 ¾ hieſige Himten oder drey Troͤge Erz. Ein einmaͤnniſcher Kuͤbel iſt nur halb ſo groß. Mit ſolchem Haſpel und Kuͤbel wird Erz und Berg 10, 20 auch wol 40 und meh: Lachter II. Theil. i 1 he 9 dief Aus tiefen 30 II. Th. IV. Cap. 1. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, tief heraus gezogen, da man bey großer Tiefe um den Rundbaum ein groß Schwung⸗ rad befeſtiget, und 4 oder 5 Leute an den Haſpel ſtellt. 9 § 3. Bey groͤßerer Tiefe des Schachts geſchiehet die Erz⸗ und Bergfoderung mit Schächten mit mechaniſchen Vorrichtungen, und zwar von alten Zeiten her mit dem Gaepel, dem Gaepel. Deſſelben B ſchreibung. Tab. VI. darinn eine ſtehende Spindel mit einem gedoppelten Korbe iſt, um welche eiſerne Seile oder Ketten gegen einander gewunden ſind,(*) daß von den daran gehaͤng⸗ ten Tonnen die eine im Geſenke oder auf dem Fuͤllort ſteht, um mit Erz oder Berg angefuͤllet zu werden, indem die andere ledige uͤber dem Schachte iſt, und die ange⸗ fuͤllete zugleich heraus, die ledige aber hinein gehet. Es wird aber zu einem Gaepel ein rundes Gebaͤude aufgefuͤhret, welches oben um eine kurze runde Saͤule oder Knopf ſpitzig zulaͤuft, Fig. IV. an der Er⸗ de im Diameter von alten Zeiten her, 60 Fuß weit, und alſo 180 Fuß in die Runde iſt, beſſer aber, wenn, wie in Sachſen, 11 Lachter, oder 73 Fuß 4Zoll weit im Diameter, und alſo 220 Fuß in die Ruͤnde, genommen wuͤrden. 5— gehöͤren folgende Stuͤcke: 16 Spießbaͤume A. deren 4 in den Knopf D. gezapfet die an⸗ dern 12 aber nur angeſetzet werden. An einem jeden Spießbaum iſt ein Stelz B. und ein Schuh C. Ober⸗und Untercreutz E. der Holben F. mit dem mit Eiſen gefuͤtterten Loch, darinn der eiſerne Zapfen der Oberſpindel umgehet. Zu dem Korb G. der insgemein 4 Lachter im Umfang hat, gehoͤren Kruͤmlinge, Schalhölzer, 12 Arme, wovon 4 oben, 4 in der Mitte, und 4 unten ſind, und Nagelkrampen, da die Seile egf et werden. Die Koͤrbe werden mit 24 Na⸗ geln befeſtiget, woran ſo viel Stoßſcheiben mit iehfedern ſind. Ferner die Spindel H. der Schwenkbaum I. die Docken K. der Stuhl fuͤr den Fuhrmann L. unter welchem die Deichſel mit dem Geſchirr oder Schwen⸗ geln um eine eiſerne Walze zum Umwenden beweglich iſt. Die Strebebaͤnder M. der Keſſel N. da die Spindel inne ſtehet, die eiſerne Pfanne O. worinn eine geſtaͤhlte Spur mit einem kleinen Zaͤpflein, das in das Spindelcreutz gehet. Die⸗ ſes Spindelereutz iſt ein ſtarkes Eiſen von der Geſtalt eines T. Die Pfanne wird mit Thon und Hammerſchlag verſchmieret, damit es das Oel, ſo in die Spur ge⸗ goſſen wird, deſto beſſer halten kann. Im Keſſel wird unter die Spindel ein ſtarkes Stuͤck Holz, oder der Schuh, geleget, darinn die eiſerne Pfanne eingeſetzet wird. Die Stege P. worauf die Scheiben gehen. Wie der Gaepel von auſſen mit dem Gebaͤude uͤber dem Schacht ausſiehet, zeiget Fig. III. J 3§. 4. Statt der hän⸗ n den erſten Seine wird das Herausfodern des Erzes und Bergs aus den fenen Seile wer⸗Schaͤchten duf dem berbergwerke vermuthlich mit hanfenen Seilen/*)wie im Ram⸗ den eiſerne ein, melsberge, geſchehen ſeyn. In dieſem hat, nach Haͤckens Bericht beym Jahr 1568. geführt. der Oberverwalter, Chriſtoph Sander, zum erſten, des vielen Widerſprechens ohngeachtet, eiſerne Seile eingefuhret. Ein hanfenes Seil koſtete 130 Sl. und man brauchte ihrer des Jahrs zwey auch wol drey; ein eiſernes koſtete aber nur 120 Fl. und daurete 5 bis 6 Jahr. Hierauf werden die eiſernen Seile auch auf dem Oberharze eingefuͤhret worden ſeyn. § 5 0) Ein Centner Seileiſen koſtet in der Bergſactore Fl. 11 Mgr. daraus werden 7 Lachter Gaepel⸗ ſen. aus 40 Gliedern beſtehend, geſchmiedet. Jedes Lachter koſtet 1 Fl. Schmiedelohn; und ſo clught Lentuer, oder 7 Lachter, oder ein Seil, ſo 33 Fuß 4 Zoll lang, 10 Fl. 11 Gr. oder 5Thlr. 31 Mgr. E*) Womit jetzo auf den meiſten Gruben das ſtarke Schachtholz gehänget wird, und davon jetzo 1 Pfund 7 Gr. koſtet.. ——— 5 — — welche den Bergabau befoͤrdern. 31 §. 5. Eine Tonne, womit Erz oder Berg heraus gefodert wird, haͤlt 6 Himten oder 4 Kuͤbel. Solche iſt, wie der Kuͤbel, oben und unten oval rund. Beyde werden nach einem aus eiſernen Reifen der Laͤnge und Weite nach zuſammen ge⸗ ſchmiedeten Maaß gemacht und geeichet. Die Hoͤhe einer Tonnen Fig. V. iſt 40 Zoll, der gröoßere Diameter oben ab. 32. der kleinere Diameter c d. 20 Zoll. Der großere Diameter im Boden iſt 24 und der kleinere 14 Zoll. Beym An⸗ ſchlagen in der Grube oder Einfullen der Tonne werden 12 bis 13 Tröge Erz auf eine Tonne gerechnet. Der Bergmann, der ſie anfuͤllet, wird der Anſchlaͤ⸗ ger genennet. Es iſt die Tonne mit Aeiſernen Reifen beſchlagen, davon drey auswendig ſind, und einer oben inwendig iſt. Ueber dem mittelſten ſind vier kleine Kappen, und auf jeder Seite zwey, damit er ſich nicht ſchieben kann. Der Laͤnge nach ſind daran zwo Schleifkappen etk. auf jeder Seite eine, die alſo heiſſen, weil ſie im Nieder⸗ gehen und Aufziehen an den Schachtſtangen ſchleifen. Ferner zwo Haͤngkap⸗ pen gh. mit dem Schurz i. und einem Ring, um die Tonne an das Seil zu haͤn⸗ en. Die zwo Haͤngkappen ſind oben inwendig uͤber den eiſernen Reifen umge⸗ ogen, und es wird ein eiſerner Riegel dadurch geſtecket, damit ſie ſich im Stuͤrzen nicht hin und her ſchieben koͤnnen. Auf dem Boden ſind inwendig zween eiſerne Stege queer uͤber, damit er nicht eingedruͤcket werde. Unten gehet uͤber dem Boden und um die Tonne ein Creutz⸗ band. Durch die Mitte des Bodens und der darauf liegenden zween eiſernen Ste⸗ ge und des Creutzbandes gehet ein beweglicher eiſerner Nagel, der inwendig mit einem Knopfe, darunter ein Eiſenblat lieget, und auswendig mit einem Ringe K. verſehen iſt, darinn ein anderer Ring iſt. In dieſen Ring unter der Tonne wird, wenn dieſelbe zu Tage angekommen, ein uͤber dem Schacht hangender Schurz mit einem Hacken zum Stuͤrzen gehaͤnget, der von der Tonne, wenn ſie wieder nieder ge⸗ het, das unterſte in die Hoͤhe ziehet, und ſie umſtuͤrzet, wobey zwey Bergleute die⸗ ſelbe uͤber die vor der Stuͤrzbank ſtehende 2 Stuͤrzkarren ſchieben, und das Erz oder Berg darein ſtuͤrzen. In der Communion heißt der eine der Stuͤrzer, der andere der Aufſauberer, der das nebenhin gefallene mit Kratzen und Trog in die Karren ſturzet und alſo den Boden ſaubert. An einer ſolchen Tonne ſind 80 bis 82 Pfund Eiſen, und mit dem Holze wird ſie auf I Centner gerechnet. Das Holz dazu wird auf dem Clausthal mit 8 Gr. der Beſchlag mit neuen Eiſen das Pfund mit 1 Gr. 4 Pf. und von altem Eiſen uͤberhaupt mit 14 Gr. bezahlet. An einem Kuͤbel Fig. II. iſt eben ſolches Eiſenwerk befindlich, die zwo lan⸗ en Schleifkappen und den Nagel mit dem Ringe ausgenommen. Die Hohe deſ⸗ ſlben iſt 19 Zoll, der goͤßere Diameter oben et. 22, der kleinere gh. 15 Zoll. Der groͤßere Diameter im Boden 18, und der kleinere 13 Zoll. An einem Kuͤ⸗ bel ſind 20 bis 21 Pfund Eiſen. Fuͤr das Holz wird 2 Gr. 4 Pf. zu dem Be⸗ iis ni neuen Eiſen fuͤr das Pfund 1 Gr. 4 Pf. mit altem Eiſen aber 5 Gr. gerechnet. 9 2 Zwote Beſchreibung der Tonne und des Kübels. Tab. VI. Das Treiben iſt von alten Zeiten her mit Pferden verrichtet wor⸗ den. 32 HTh. IV. Cap. 2. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, Zwote Abtheilung. Von dem zu Tage bringen des Erzes oder Bergs mit Pferden. §. I. um Umtreiben der Spindel im Gaepel hat man von alten Zeiten her Pferde gebraucht, ind da man, um den Lohn, nach Proportion der Schachts⸗ tiefe oder des Fuͤllorts, dafuͤr zu beſtimmen, auch eine gewiſſe Zahl der dafuͤr her⸗ aus zu bringenden Tonnen ſetzen muͤſſen: So hat die Anzahl von 40 Tonnen Erz oder Berg den Namen eines Treiben bekommen, und wenn Erz oder Berg aus der Grube zu Tage gebracht wird: So heißts, das Treiben gehet, obs gleich jetzo meiſtens mit Waſſer geſchiehet. Nach ſolcher Treibenzahl wird die Fode⸗ rung des Erzes in den Gruben geſchaͤtzet, da man von einer Grube ſagt: Sie fodert ſo viel Treiben Erz; auch die Guͤte des Erzes in Puchwerken, da man z. E. von guten Erzen ſagt: Aus zwey Treiben fallen drey Roͤſte. Damit nun die richtige Tonnenzahl zu Tage geliefert werde: So muß ein Nachzaͤhler bey der Stuͤrzbank die Tonnen zaͤhlen und aufſchreiben. Dieſes Treiben geſchiehet, ſonderlich wo die Schaͤchte ſchon etwas tie mit 4 Pferden. Anfaͤnglich, wenn die Tonne vom bachtr ſh der Grube üad, holet wird, werden alle 4 Pferde vorgeſpannet; hat ſich aber, wenn der Schacht nicht tief iſt, das eiſerne Seil viermal um den Korb gewickelt, welches 16 Lachter Tiefe im Schachte ausmachet: So giebt das niedergehende Seil mit der ledigen Tonne ſchon ſo viel Gegengewicht, daß zwey Pferde abgeſpannet und vor die Krip⸗ pe gelaſſen werden koͤnnen. In Schaͤchten von 100 und mehr Lachter Tiefe muͤſſen alle erde wol bis auf 8 Umſchlaͤge des Seils ziehen. Doch geben die ſen e A hf allemal die Zeit, wenn zwey Pferde abzuhaͤngen ſind, ſondern ein geuͤbter Fuhrmann be⸗ merket es an dem Zuge der Pferde, indem es auch darauf ankommt, ob die Tonne mit ſchwerem Erz oder leichten Berg beladen iſt, und ob das Treiben in flachen oder ſeigern Schaͤchten geſchiehet. Koͤmmt die ledige Tonne mit der beladenen zuſammen, ſo man den Wechſel der Tonnen nennet, alsdenn haben beyde Pferde nichts mehr zu ziehen, als die Schwere des Erzes oder Berges in der Tonne. Iſt die ledige Tonne noch einige Lachter tiefer in den Schacht herunter gegangen: So muͤſſen die Pferde die Trift aufhalten. Ja es muß bey tiefen Schaͤchten, je mehr die beladene Tonne in die Hoͤhe kommt, der Fuhrmann auf einen alsdenn an die Docke angehaͤngten und hinterher ſchleifenden Block, welchen der Bergmann den Hund nennet, treten, damit den Pferden das Ruͤckhalten nicht zu ſchwer werde. Hat der Fuhrmann die Haͤlfte der Treibenzahl, als 20 Tonnen, heraus geſchaffet: So ſpannet er die vordern Pferde hinten, und gebrauchet die, ſo hinten gegangen, zum Vorſpann. Damit der Anſchlaͤger Zeit habe, die herunter gekommene ledige Tonne zu fullen: So iſt jedesmal an derſelben ein Umſchlag vom Seil, welches, nachdem die Spindel abgelaufen iſt, 2 bis 3 Lachter betraͤgt, uͤbrig, daß der Fuhr⸗ mann die Spindel einmal umtreiben muß, ehe die gefuͤllete Tonne antraͤget. 2 G.§. 2. Iſt eine volle Tonne zu Tage: So wendet der Fuhrmann mit den Pferden um, damit die nun ledige Tonne wieder hinein gehen, und die im Schachte angefuͤllete heraus gebracht werden kann. Zu welchem Ende die Deichſel unter dem Sitz des Fuhrmanns an der Docke um eine ſtarke eiſerne Spindel beweglich iſt. Bey dem Treiben in tiefen Schaͤchten, wo das eiſerne Seil ein groſſes Gewicht hat, hat ſich der q—— welche den Bergbau befoͤrdern. 33 der Fuhrmann bey dem Umwenden wohl vorzuſehen,/ daß die Trift oder der Schwenk⸗ baum nicht herum ſchleudere, und die Pferde zurück reiſſe. Dieſes zu verhindern, wird ein ſtarker runder Nagel durch die Docke gemacht, daran eine ſtarke eiſerne Stange von etwa 60 bis 70 Zoll Laͤnge haͤnget, welche der Gaepelknecht genen⸗ net wird. Dieſer Knecht oder Stange, welche unter dem Treiben in die Höhe oder zur Seite angehaͤnget iſt, wird alsdenn auf die Erde niedergelaſſen, wo ſie ſich vorſtemmet, daß die Docke ſamt dem Schwenkbaum bleiben muß. Die hieſigen Schaͤchte ſind uͤbrigens alle dohnlaͤgig oder ſchiefliegend, die aber nicht aller Orten in gerader Linie fortgehen, ſondern oft, nach der Lage des Ganges, Baͤuche, Puckel und Kruͤmmen haben. Faͤnde das erſtere ſtatt: So wuͤrde die Kraft geringer ſeyn als das Gewicht ddr Tonne, in dem Verhaͤltniß als die Seigertiefe kleiner iſt als die Dohnlage oder Laͤnge des Schachts, wenn nicht die eiſernen Baͤnder und Schleifkappen des Küͤbels und der Tonne ſich an den Schachtſtangen ſo ſtark rieben, daß wuͤrklich mehr Kraft in der ſchiefen Richtung als in der ſenkrechten erfordert wird. §. 3. Wie das Gewichte des eiſernen Seils mit der angefuͤlleten Tonne im Auf⸗ Wie das Ge⸗ ziehen abnehmen muͤſſe, erhellet alſo: Fuͤnf Lachter eiſern Seil wiegen 1 Centner. wiaht den Aafin Iſt nun die ledige Tonne mit dem Seil im Schachte 5 Lachter niedergangen, und ne abnimmt, alſo das Seil der aufgehenden Tonne um ſo viel kuͤrzer worden: So wird das und wie⸗ Pol⸗ Gewicht dieſer Tonne mit ihrem Seil in dieſen 5 Lachtern um 2 Centner vermin⸗ beim Coz don dert, in 25 Lachtern um 10, und in 100 Lachtern um 40 Centner. Wo die Ton⸗ rührende Ge⸗ nen einander im Schachte begegnen, da ſtehen die beyden Seile im Gleichgewichte, wicht heben gleichwie auch die Tonnen, und bleibet nur noch auf der einen Seite das Ge⸗ volen. wichte des Erzes oder Bergs der vollen Tonne uͤbrig. Wird dieſes etwa von 7 Centnern angenommen: So muß die ledige Tonne zum volligen Gleichgewichte noch 172 Lachter niedergehen, darauf bekoͤmmt das Seil an der ledigen Tonne das Uebergewichte, und die Pferde muͤſſen die Trift zuruͤck halten. Dieſe große von dem Seil herruͤhrende Laſt, die ſich bey tiefen Gruben bis⸗ weilen auf 30 bis 40 Centner und noch wol mehr erſtreckt, hat der Herr von Pol⸗ heim Anno 1707. dadurch aufzuheben verſuchet, daß er in dem Gaepel auf dem Hau⸗ ſe Iſrael ein eiſernes Seil ohne Ende um den Korb der Spindel geleget, welches bis auf das Fuͤllort gereichet; an daſſelbe hat er die Tonnen zu beyden Seiten ange⸗ haͤnget, daß ſie durch den verwechſelten Umgang der Spindel wechſelsweiſe auf⸗ und niedergehen muͤſſen, wobey das Seil ſich beſtaͤndig in dem Gleichgewichte er⸗ halten hat, und nur die Laſt der angefuͤllten Tonnen zu heben geweſen; damit aber bey vorfallenden Seilbruͤchen die Truͤmmer oder eiſerne Seile nicht in den Schacht fallen möchten: So hat er an der Spindel Fangeiſen, das Seil aufzufangen und zuruͤck zu halten, angefuͤget. Es iſt aber das Treiben damit langſamer und beſchwerlicher worden, indem das Seil Knoten geworfen, und die Schuͤrzen, womit die Tonnen angehaͤnget wa⸗ ren, ſich oft umgeſchlungen, und ſolche Friction verurſachet worden, daß es entweder ſtehen oder brechen müſſen Ueberdem muſten die Pferde ſtets mit der vollen Laſt im Zuge bleiben, und konnten alſo zwey Pferde anſtatt vier das Treiben, wie ver⸗ ſprochen war, nicht verrichten, wie denn auch bey vorgefallenem Seilbruche Pfer⸗ de zu Schaden gekommen ſind, weshalb man zulezt alles wieder abgeſtellet hat. II. Theil. 3 b§. 4. Ehmals hat man mit Wind zu treiben ge⸗ 34 II. Th. IV. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, §. 4. Anno 1710. hat ein Ungenannter vorgeſchlagen, das Treiben ohne Pferde mit Schwankraͤdern durch einige Menſchen verrichten zu laſſen, wovon in der ten Abth. mit mehrern gehandelt wird. Anno 1715. hat ein Muͤller in Goslar, aniel Linſe, deſſen ſchon im Iſten Theil gedacht worden, verſprochen, mit 4 Per⸗ ſonen wechſelsweiſe, und alſo mit 8. in allem, das Erz auf 120 bis 180 Lachter eben ſo geſchwinde, als mit Pferden geſchiehet, zu Tage zu bringen. Durch dieſen Vorſchlag waͤre einiger Vortheil erhalten worden. Denn wenn man fuͤr 8 Per⸗ ſonen à 6 Mgr. 1 Thlr. 12 Gr. bezahlt, und dagegen 120 Lachter tief mit Pfer⸗ den zu treiben, 1 Thlr. 24 Gr. koſtet: So waͤren bey jedem Treiben bey ſolcher Schachttiefe 12 Gr. eruͤbriget worden; zugleich haͤtte ſolches den Bergleuten, ſo oft keine Arbeit haben, Unterhalt verſchaffen können. Da er ſich aber uͤber die Beſchaffenheit dieſes Treibwerks nicht erklaͤren wollen: So hat man auch keine Koſten auf die Probe verwenden wollen. Dritte Abtheilung. Von dem zu Tage bringen der Erze durch Wind und Waſſer. §. I. es bey dem Bergbau auf die Erſparung der Koſten gar ſehr ankommt, wenn er austraͤglich ſeyn ſoll: So haben ſchon unſere Voreltern ſtatt der Pferde die Elemente, nemlich Luft und Waſſer, in ihren Dienſt zu ziehen geſucht. Schon zu Herzogs Julii Zeiten, Anno 1578. hat ein Niederlaͤnder, Wilhelm duͤ Rodt, welcher die Julius Stau und andere Schleuſſen im Harze zur Schiffbarmachung der Ocker gebauet, ein Windtreibwerk angegeben, und auf der Grube, die Schreib⸗ feder, vorgerichtet. Bey demſelben hat er zugleich ein großes Tretrad mit einem Schwankrade angeleget, um ſich deſſen bey Windmangel bedienen zu koͤnnen. Es hat aber dieſe Maſchine nicht gut thun wollen. Mit Ausgang des 16ten oder Anfang des 17ten Jahrhunderts iſt wiederum zum Zellerfelde verſuchet worden, durch Huͤlfe des Windes das Erz und Berg aus der Grube, der Windgaepel ge⸗ nannt, zu Tage zu bringen, wie denn dieſe Grube, nach dem Bericht Peter Eich⸗ holzens, im geiſtlichen Bergwerke im Iſten Theil, S. 676. ihren Namen davon bekommen. Sn. Loͤhneyß beſchreibt einen Windgaepel kuͤrzlich im Iſten Theil, S. 61. wo⸗ bey es auf folgende Puncte angekommen: 1) Daß man die Haube der Wind⸗ muͤhle mit den Fluͤgeln nach dem Winde drehen koͤnnen. 2) Daß um die Fluͤ⸗ gelwelle inwendig ein Kamm⸗oder Sternrad mit einer Bremſe oder aufhaltenden Klemmrade geweſen, welches in ein Getriebe an der andern Welle, um welche das eiſerne Seil mit der Tonne in den Schacht gegangen, gefaſſet. 3 Daß dieſe zwote Welle 10 Fuß gerade uͤber dem Schachte gelegen. 4) Daß das eiſerne Seil ein Seil ohne Ende geweſen, welches beſtaͤndig nach einer Seite um die um⸗ getriebene Welle herum gegangen. 5) Daß jedesmal, wenn eine Tonne zu Tage gekommen, das Kamm⸗oder Sternrad an der Fluͤgelwelle zum Stillſtand gebrem⸗ ſet, und wenn 6) eine Tonne ausgeſtuͤrzet war, dieſelbe aus dem Seil mit einem Hacken heraus gehoben, und gegen uͤber in das andere Seil gehaͤnget worden, weil die ledige Tonne nicht mit uͤber die Welle gehen koͤnnen. Es iſt aber ſolches Trei⸗ ben mit dem Winde wegen der Unbeſtaͤndigkeit dieſes Elements nach einigen Jah⸗ ren wieder in Abgang gekommen. Anno welche den Bergbau befoͤrdern. 3 Anno 1720. hat der zeitige Kunſtmeiſter Schwarzkopf ein ſinnreiches Mo⸗ del von einer zum Treiben dienlichen Windmaſchine zur öffentlichen Unterſuchung uͤbergeben, die man nach ſolchem Model practicabel befunden. Die Fluͤgel zu 100 Lachter Schachttiefe waren 30 Fuß/ und alſo der ganze Fluͤgelbaum 60 Fuß lang. Zu 150 Lachter Schachttiefe ſollten die Fluͤgel 45 Fuß lang ſeyn. Die Koſten waren auf 900 Fl. 19 Mgr. angeſchlagen. Der Zweck dieſer Maſchine war, aus den beyden Gruben, dem Georg Wilhelm und der Engliſchen Treue, wech⸗ ſelsweiſe zu treiben. Sie iſt aber nicht gebauet, ſondern dieſen Gruben mit einem Kehrrade geholfen worden. Mehrere Nachricht von dieſer Maſchine findet man in dem eigenen Aufſatz des Erfinders, S. den Anhang zu dieſem Theil No. 2. §. 2. Das Waſſer iſt uns mehr unterworfen, und in dieſem Stuͤck viel nuͤtzlicher, wenn es auf Kehrraͤder nahe auſſer oder in den Schaͤchten geleitet wird, und das Erz oder Berg wird mit dem zehnten Theil der Koſten, die ſonſt die Pferde verurſachen, heraus getrieben. Die Alten ſind nicht curieus genug geweſen, uns von der erſten Einfuͤhrung der Kehrraͤder auf dem Harze Nachricht zu hinterlaſſen. Sie ſind aber in der Mitte des 16ten Jahrhunderts auf den Saͤchſiſchen Bergwerken ſchon gebrauchet worden, anfangs in großen Tonnen das Waſſer aus den Schaͤchten zu ziehen, daher die Kehrradswelle gerade uͤber dem Schacht gele⸗ gen, wie im Agricola im 6. Buch S. 158. zu ſehen. Einige Jahre aber nach deſſelben Zeit ſnd ſie zum Treiben angewendet worden; denn Mattheſius ſchreibt in ſeiner Jvachimsthalſchen Chronik bey dem Jahr 1563.„Auf dem „ Aberdan iſt eine Kunſt gehaͤnget, die Waſſer und Berg hebt,„ welches lez⸗ tere nicht anders als mit einem Kehrrade geſchehen koͤnnen. Die Kehrraͤder muͤſſen Anno 1617. auf den Harzbergwerken noch nicht im Gebrauch geweſen ſeyn, weil Loͤhneyß ihrer nicht gedenket, der doch alle Maſchinen derſelben Zeit, und insbeſondere zum Treiben den Haſpel, den Gaepel und Windgaepel anfuͤhret. Mirr iſt bekannt, daß ſie zuerſt zum Zellerfelde ange⸗ leget worden, aber nicht zu welcher Zeit, von wem, und wo. Der mehrgedachte M. Albertus Cuppius meldet in ſeiner geſchriebenen Zellerfeldſchen Chronik bey dem Jahr 1625. daß, da Tilliſche und Koniglich Däniſche Salvegarden auf dem Zellerfeld gelegen, der Zehntner, Johann Diegel, das Bergwerk wieder zu bauen angefangen, und das Kehrrad auf der Schreibfeder machen und haͤngen laſſen. Da er aber hier des Kehrrads nicht als einer ganz neuen Sache gedenket: So werden die erſten Kehrraͤder zwiſchen Anno 1617. und 1625. auf dieſen obern Bergwerken angeleget worden ſeyn. Es iſt auch ſchon auf dem Clausthal Anno 1627. ein Kehrrad auf dem Hauſſe Iſrael vorgerichtet worden, als Martin Bergmann dieſe Grube, was den Bau derſelben betrift, gegen gewiſſen Silberkauf gepachtet. In alten geſchriebe⸗ nen Nachrichten ſtehet davon folgendes:„Den 17. Nov. 1627. iſt der vorige „ Contract mit Martin Bergmann, ſo viel die Arbeit betrift, erneuert, ſoll aber „ fuͤr jede Mark Brandſilber haben 7 Jl. 4 Mgr. und quartaliter5 Malter Ro⸗ „ cken, und die Juhr dabey behalten, mithin auch Fleiß anwenden, daß 2 Röſte „ wöchentlich gemacht werden, bevorab, da das Kehrrad nun fertig,„ welches ſchon den 24. Febr. Nro. I. Reminiſe. in Vorſchlag gebracht geweſen. Es heißt davon weiter:„Solches Kehrrad hat Irmiſch, jeden Schuh à 2 Fl. gedungen, „wegen der Welle, Schwengel und Bremſel, ſoll abſonderlich Richtigkeit mit „ ihm gepflogen werden.„. 1 32§. 3. Das Waſſer iſt nützlicher zum Treiben. Nach⸗ richt von der Einführung des Kehrrads. Beſchreibung des Kehirads. Tab. VII. Tab. VI. 36 II. Th. IV. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln/ §. 3. Ein Kehrrad F. I. iſt, wie ein Kunſtrad, aus 8 Schloß⸗oder Hauptarmen und 8 Sticharmen, aus 8 großen und 8 kleinen Laſchen zuſammengeſezt. Die Hoͤhe deſſelben beruhet auf dem Waſſerfall, und die Zahl der Schaufeln auf deſ ſelben Hoͤhe. Die Welle iſt 24 Fuß lang, wenn die Koͤrbe A. und B. daran ſind, ſonſt iſt ſie 16 Fuß lang. Es unterſcheidet ſich aber ein Kehrrad von einem Kunſtrade in folgenden Stuͤcken: 1) Es hat zwo Reihen Schaufeln neben einander, deren Oefnungen einander entgegen ſtehen, alſo, daß es, nachdem das Waſſer in die eine oder andere Reihe Schaufeln faͤllt, vorwaͤrts oder ruͤckwaͤrts umgehen kann. Die Schaufeln ſind 20 auch 22 Zoll, und bey tieſen Schaͤchten 2 Fuß lang, und 15 auch 16, die ſchmaleſten 13 ½ Zoll breit, und 5 auch 6 Zoll, nach⸗ dem die Hoͤhe des Rades iſt, tief. 2) An der Welle deſſelben ſind zween einfache oder gerade Zapfen, und ein Bremsrad mit 4 gedoppelten Armen C. D. welche um die viereckigte Welle gehen, und verkeilet ſind. Das leztere iſt 16 auch 20, die meiſten 18 Fuß hoch. Die Breite des Kranzes iſt 10 Zoll. Die Laſchen deſſel⸗ ben ſind aus zween zolligen geſchnittenen Pfoſten alſo zuſammen geſezt, daß, da der Kranz aus 4 Theilen beſtehet, jedesmal ein Theil uͤber eine Fuge kommt. An dieſem Rade ſind oben und unten Bremsſchwellen E F. G H. Fig. II. die in den Docken IK. L M. und zwar in der hinterſten um einen Stecknagel, in der vor⸗ derſten in einem Einſchnitt a. und b. beweglich ſind. Die Docken ruhen auf der Grundſohle NO. und werden oben von dem Holm P Q. zuſammen gehalten. Vor dem Rade iſt der Bremsſchwengel R. der in der vorderſten Docke um einen Stecknagel e. beweglich iſt, an welchem ſich vor der Docke das Bremseiſen c. oder, wenn der Schwengel etwas niedrig lieget, eine hoͤlzerne unten und oben in ein kurz Stangeiſen eingefaßte Bremsſtange befindet, ſo durch einen Stecknagel mit der obern Schwelle FF. verbunden iſt. An dem kuͤrzern Theil des Schwen⸗ gels hinter der Docke haͤnget der Bremsſchurz d. oder eiſerne Seil, wodurch die untere Schwelle mit demſelben verbunden iſt. Wenn die Radſtube alſo zu liegen kommt, daß die Schuͤtzſtube in gleicher Hoͤhe mit dem Bremsrade angeleget werden kann: So wird der Bremsſchwengel L. uͤber das Rad ſo geleget, wie Fig. III. zu ſehen, und er iſt viel laͤnger und ſtaͤrker von Holz als der auf die vorhergehende Art, und kann alſo damit viel ſtaͤrker gebremſet werden. Es wird aber das Kehrrad von einer Perſon gebremſet oder aufgehalten, welche den Schwengel niederdruͤcket, und damit die obere Schwelle mittelſt des Bremseiſens herunter, und die untere mittelſt des Bremsſchurzes herauf bringt, und mit beyden das Rad einklemmet. Wird der Schwengel aufgehoben: So ent⸗ fernen ſich die beyden Schwellen wieder von dem Rade. Wenn die beyden Schwellen in der Mitte, da ſie aufs Rad treten, ausgelaufen ſind: So wird ein Spund zum klemmen darein geſetzet. 3 ) An der Welle des Kehrrads, wenn ſolches gleich bey dem Schachte iſt, ſtehen zween Koͤrbe von 8 Armen neben einander A. B. Fig. I. fuͤr die eiſernen Seile, welche uͤber die Scheiben Fig. IV. Pp. mit den Tonnen in dem Schach⸗ te auf und niedergehen. Die Koͤrbe und Scheiben zwiſchen den Stegen ſtehen gerade gegen einander, und iſt der Raum zwiſchen beyden Koͤrben nach den Schei⸗ ben eingeiichee Die Arme ſind nach der Schachttiefe 8, 10 bis 12 Fuß lang, ſo um die Welle geleget, wie beym Kehr⸗ und Bremsrade, ſtehen zu den Koͤrben 7 bis 8 Zoll weit von einander, und ſind am Ende inwendig etwas abgeruͤndet/ damit das Seil, wenn es vor einen Arm tritt, davon ab⸗ und in den Korb weiche. Um der Abnutzung der Arme und der Welle von dem Seil zu begegnen: So iſt ſie — rm b An n den vor⸗ uf der ſalten einen ſen e. en in nagel veu⸗ h de Hohe .übet Hol erden. alten, ſt de ringt v ent⸗ enden d en te iſ, ſernn ſchach ſtehe Sch lang örhen Undel eiche ſedet Arn 9 f welche den Bergbau befoͤrdern. 41 37 Arm inwendig nach der Laͤnge mit einem eiſernen Stabe bis oben uͤber das Ende beſchlagen, und in den Koͤrben zwiſchen die Arme Kruͤmlinge uͤber die Welle ge⸗ nagelt. Durch jede zween Arme gehen auf den 4 Seiten der Welle eiſerne Steck⸗ nagel zum zuſammen halten. Die eiſernen Seile ſind um die Koͤrbe gegen einan⸗ der verkehrt befeſtiget, wie beym Gaepeltreiben, und gehen alſo mit den Tonnen wechſelsweiſe im Schacht auf und nieder. Zum Umtrieb des Kehrrades lieget queer uͤber demſelben wagerecht der am Ende zugeſchlagene Schuͤtzkaſten E. Fig. I. darein das Waſſer aus dem 18 bis Tab. VII. 20 Zoll weiten und etwa 18 Zoll hohen Geflüder tritt, und iſt der aus Halbge⸗ rinnen und Spundholze zuſammen geſetzte Kaſten etwas hoͤher und weiter, als das nur 2 bis 3 Zoll Fall habende Gefluͤder. Auf jeder Seite iſt in dem Kaſten uͤber die beyden Reihen Schaufeln ein Schoßgerinn eingefuͤget, daraus das Waſſer auf die vierte Schaufel ſtuͤrzt. Zu beyden Gerinnen ſind Schuͤtzbretter, die zwiſchen zwo Leiſten gehen, und mit einem geſpaltenen Eiſen, das oben einen Ring hat, beſchlagen ſind. An dieſen Ring werden die in den Docken G. und H. um Stecknagel bewegliche Schuͤtzſtangen I. und K. gehaͤnget, an welche wieder zwo andere nieder hangende Stangen L. und M. mit Stangeiſen befeſtiget ſind. Ver⸗ mittelſt dieſer Vorrichtung wird das Waſſer regieret, daß es wechſelsweiſe auf das Rad fallen und ſich daſſelbe nach beyden Seiten umdrehen muß. Damit nun das Waſſer nicht uͤber den Schuͤtzkaſten laufe, wenn ein Schuͤtz⸗ brett zugeſtoßen iſt, und das andere noch nicht aufgezogen werden darf, welches geſchie⸗ het, wenn nach dem Wechſel der Tonnen im Schacht die ledige Tonne die bela⸗ dene auf⸗und damit zugleich das Rad herum ziehet: So iſt an einigen Schuͤtz⸗ kaſten eine Lutte zum Abfluß des Waſſers. Bey einigen aber, die hoͤher ſind als das Geflüder, tritt das Waſſer in das faſt waagerecht ſtehende Gefluͤder zuruͤck, und faͤllet auſſer der Radſtube uͤber daſſelbe oder durch einen Einſchnitt herunter.() Da das Bremsrad von den Schwellen nicht aufgehalten werden kann, wenn Fes naß wird: So iſt, damit das Waſſer von dem Kehrrade nicht auf dalſeb ſpruͤtzen koͤnne, zwiſchen beyden eine Wand von Schindeln aufgefuͤhret, wie Jab. II. Fig. IV. an IK. und Tab. IX. Fig. I. an P 0. zu ſehen. Wie man bey einer gewiſſen Schäͤhrte s Verhaͤ ech m als von 50 Lachtern, das Verhaͤlt⸗ Berechnung niß der Kraft und Laſt an einem dnSchuchtbefenat miſſe diſſs dte aus nerhalt nes Kehriäds. Exempel erhellen. Das Kehrrad ſoll 33 Fuß hoch ſeyn, und alſo ſein halber Durchmeſſer 198 Zoll, ſo wie des Korbes ſeiner 30 Zoll haben. An dem Rade ſollen 78 Schaufeln, alſo auf der einen Haͤlfte 39 ſtehen. In die vierte Schaufel von .(*) Auf dem Clausthal werden lauter Halbgerinne zum Geflüder gebraucht, auf dem St. Andreas⸗ berg aber mehrentheils Hohlgerinne. Zu einem Geflüder von Hohlgerinnen wird, weil ſie enge ſind, ein größerer Waſſerfall, als dey Halbgerinnen„erfodert; und da ſich auf dem St. An⸗ dreasberg bey den mehreſten Gruben überflüßiger Fall findet: So brauchet man auch öfters Hohlgerinne aufs Kehrrad.„Die Hohlgerinne werden in den über dem Kehrrade liegenden, aus Halbgerinnen und Spundholz zuſammengeſezten, 5 bis 6 Lachter langen, 24 bis 30 Zoll tiefen, und 30 bis 36 Zoll breiten Schützkaſten ſo eingeleget, daß die Sohle des Hohlgerinnes 15 bis 20 Zoll über die Sohle des Schützkaſtens zu liegen kommt, dannt, wenn in währendem Treiben das eine Geſchütz bey dem Ausſtuͤrzen der Tonnen zugeſetzet wird, die aus dem Geflü⸗ der zufließende Waſſer ſich in dem Kaſten ſammlen und nicht über die Hohlgerinne und den Ka⸗ ſten weglauſen mögen, ehe man das andre Geſchütz zum verkehrten Umgange des Rades auf⸗ iher Sülen die Hohlgerinne be unehn ender Tiefe der Gruben noch zureichen: So muß auf jedes Lachter 2 Zoll Fall gegeben werden eri Lach⸗ dr aufs hochſe: Zoll Fall rechatt.„da man bey Halbgerinnen auf 7 Lach I. Theil. K — —— . 8 7 1—— 8 x 4 4 . 5—. 55 8*—..—— 4 —.., d ————„ 2 8 õ ÿÿÿÿÿÿäö,⅛——————. — ⏑⏑—⏑⸗—* . 42 ————— 5—— —— 1— M 38 II. Th. V. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln/ von oben faͤllt das Waſſer ein, und aus der vierten von unten faͤllt es wieder ab, daß daher nur in 32 Schaufeln Waſſer befindlich iſt. Eine jede dieſer Schaufeln haͤlt die gleiche Menge Waſſers, aber der Abſtand einer jeden von der dur s Cen⸗ trum des Rades gehenden Perpendicularlinie iſt verſchieden. Der 20ſten Schau⸗ fel Abſtand iſt der groͤſte und dem halben Durchmeſſer des Rades gleich, oder von 198 Zollen, wovon wegen der Tiefe der Schaufel 6 abzuziehen ſind, um den Ab⸗ ſtand des Mittelpuncts der Schaufel oder 192 zu erhalten. Das Centrum einer jeden Schaufel an unſerm Rade iſt von der naͤchſten ihrem um 4 37 und mithin das Centrum der vierten Schaufel von dem oberſten Puncte des Rades um vier⸗ mal ſo viel oder 18 28 entfernet, wovon die Sinuszahl den Abſtand der Schau⸗ fel von dem perpendicularen Durchmeſſer des Rades ausdruͤckt, wenn 192 fuͤr den Radius genommen wird. Auf gleiche Art darf man nur die Diſtanzen der uͤbri⸗ gen Schaufeln bis zur 19ten finden, denn die Diſtanz der 21ſten iſt mit der 19ten ihrer einerley und ſo fort. Wenn man nun das Gewichte des Waſſers in jeder Schaufel I nennt: So druͤcken eben dieſe Diſtanzen auch die Momente der Schaufeln oder die Producte aus dem Waſſergewichte in ihre Diſtanzen aus; und wenn man die Summe aller dieſer Entfernungen mit 192 dividiret: So zei⸗ get der Quotient, der in unſerm Fall 24,74 iſt, wie viel ſolcher Waſſergewichte in der Diſtanz des halben Durchmeſſers noͤthig waͤren, wenn das Rad davon eben die Bewegungskraft erhalten ſoll, als jetzo von den angefuͤllten Schaufeln. Da der halbe Durchmeſſer des Korbes 67 mal kleiner iſt als des Rades ſeiner: So wird das Product aus 6, 4 und 24, 74 oder kuͤrzlich 158 die Groͤße der Laſt oder Zahl der Waſſergewichte ausdrucken, die am Korbe angebracht, der Kraft das Gleich⸗ gewicht geben. Weil aber die Laſt am Korbe nicht ſtille ſtehen ſondern in die Hoͤ⸗ he gehoben werden ſoll: So muß der Kraft am Rade wenigſtens ein Drittel zur Ueberwucht hinzugeſezt werden, oder, welches auf eins hinaus laͤuft, die Laſt/ am Korbe muß um z vermindert werden. Es bleiben alſo fuͤr die Laſt, die nun wuͤrk⸗ lich gehoben werden kann, 118 der beſagten Waſſeheihte Soll aber aus der Laſt die Kraft gefunden werden: So darf man nur die erſtere mit 1182 dividiren/ um das Gewichte vom Waſſer zu beſtimmen, das in einer jeden der 32 Schau⸗ feln ſeyn muß. Die Laſt am Korbe iſt aber waͤhrend des Aufſteigens der Tonne immer veraͤnderlich, und nimmt beſtaͤndig ab, indem ſich das Seil der aufſteigen⸗ den Tonne aufwickelt und verkuͤrzet, und hingegen das Seil der entgegen geſezten niederſteigenden Tonne verlaͤngert. Folgende Tabelle zeiget, wie viel Zolle des Seils ſich bey jedem Umgange des Rades aufwickeln, wobey zu bemerken iſt, daß ſich nach jedesmaligen fuͤnf Umgaͤngen des Korbes mit dem Rade das Seil uͤber einander lege, und damit der Durchmeſſer des Korbes etwas zunehme, daß aber doch beym Aufwickeln manche Veraͤnderungen ſtatt haben, und daher die Zahlen der Tabelle nicht allemal richtig zutreffen. Es iſt anbey in der Tabelle angezeigt, wie viel bey jedesmaligem Umlauf des Rades durch das hinein⸗ und herausgehende Seil die Laſt vermindert werde, wobey man zum Grund geſezt hat, daß 55 Lach⸗ ter Eiſenſeil 11 Centner, à 110 Pfund, alſo 1 Lachter oder 80 Zolle 22 Pfund wiegen. ö—púͤ——ge Pent — welche den Bergbau befoͤrdern. 17 Und das Gewicht Und das Gewicht Die völlige Laſt Wenn das Rad So hat ſich vom des hinein gehen⸗ des heraus gehene ſiſt im Anfange ei⸗ umgelaufen Seil auſgewickelt den Seils iſt ge⸗den Seils hat ab⸗nes jeden Umlaufs wachſen um genommen um Zum mal 1884 Zoll 6524 Pſund 0 990 Pfund 2 1883 627¾ 0 924 3 1884 62½ 519 Pfund 1522 4 1884 62²½ 5¹ 1408 5 18⁸⁷ 62½ 5¹½ 1294 6 201½ 62 ½ 752⁵½ 1180 7 201 ½ ½ 59 72 1063 8 201½ 594⁸8 752 948 9 2014½ 59*8 1S2 8*½ 833 10 201¾ 59 752³ 718 11 216 5942 59 603 12 2164 552½ 5948 434 13 216 772½ 59 3⁶9 14 216 P23½ 79 274 15 216 752½ 94⁸ 139 16 226½ 552 627½ 27 17 2263 71⁹ 62½ 0 18 226 51⁹ 62½ 0 19 226 7¹⁹ 6²½ 0 20 2263 0 62E 0 21 2399 2 655 ½ 0 — Beym erſten und zweyten Umlauf des Nades gehet die volle Tonne noch nicht auf, ſondern das leere Seil wird nur vom Fuͤllorte weggehoben. Es iſt alſo im Anfange des erſten Umlaufs die Laſt am Korbe ſo viel, als das Gewichte der 50 Lach⸗ ter Treibſeil, weniger dem Gewichte der hinein gehenden leeren Tonne, die 1 Cent⸗ ehoͤre, wie denn auch daſſelbe in der That, wegen der zunehmenden Geſchwindig⸗ eit des Rades, in geringerer Menge in die Schaufeln kommt. §. 5. Die ſchwere Laſt des eiſernen Seils bey dem Treiben mit Pferden hat nach der zwoten Abtheilung 4. Cap. der Herr von Polheim wegzunehmen geſucht. Lan⸗ der Herr von Feibnis auch bey dem Treiben mit Kehrraͤdern verſucht, und uͤberall das Treiben ohne Pferde, und ohne ein beſondres Kehrrad, zur Erſparung des an die ordinaire Waſſerkunſt mit gehangen, und derſelben nur ſo viel Waſſer mehr aufgeſchlagen werden, als zur Gewaͤltigung der angefuͤllten Tonne aus dem Schachte erfodert wuͤrde, indem das ſchwere Gewichte des eiſernen Seils abgehen b Zu dieſem Ende hat er nach erhaltener Verwilligung auf der freyen eorn eche auf dem Thurmroſenhofe das Seil ins Gleichgewicht gebracht, oder ein Seil ohne Ende um eine Scheibe uͤber dem Schacht gelegt. Dieſe Scheibe umzutrei⸗ ben, hat er Kammraͤder appliciret, welche von der Kunſt ihre Bewegung erhielten, daß ſie rechts und links umgehen, und das Hai uͤbe r der Scheibe wechſelsweiſe zuſ K 2 un Leibnit verſucht —. ſernen Seils ge vorher aber, nemlich gegen das Ende des Jahrs 1685. hat eben dieſes ſchon wegzunehmen, und das Treiben mit dem bloßen Kunſtrade zu Treiberlohns oder des Waſſers, verrichten wollen. Das Treibwerk ſollte nemlich verrichten. 40 II. Th. IV. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, und niedergehen können, dabey ein Bremsrad zum Aufhalten geweſen. Der Faͤhnrich, Jobſt Diederich Brandshagen, und der Zimmermeiſter auch Muͤller, Hans Linſe, haben dieſe Vorrichtung veranſtaltet.. Bey dem erſten am 27. Febr. 1686. angeſtellten Verſuch iſt aber das Kamm⸗ rad von der Laſt gebrochen, und es hat die Kunſt ſo langſamen Hub bekommen, daß ſie das Waſſer fallen laſſen. Bey dem andern Verſuch gieng die große Welle nebſt den Raͤdern in Stuͤcken. Nachdem man die Maſchine wieder repa⸗ riret, und den 21. May in Gegenwart des Herrn Berghauptmanns, Arthur Otto von Dittfurt, und uͤbriger Bergamtsbedienten in Gang gebracht hatte: So hat man wahrgenommen, daß ſolche ſehr langſam und unbeſtaͤndig umgegangen, daß die erſte Tonne in einer Stunde 80 Lachter heraus gebracht worden, da ſie vorher ſchon 20 Lachter uͤber dem Fuͤllort erhoben geweſen, und daß mit dieſer Maſchine in Tag und Nacht kaum? Treiben, oder 20 Tonnen, aus dieſem Schachte heraus zu bringen waͤren, da in ſolcher Zeit mit den Pferden 24 Treiben zu Tage geſchaffet wurden.— Auſſer der Langſamkeit der Maſchine hat ſich bey dieſer Probe gezeiget, daß das Hauptſeil und die angehaͤngte Schuͤrze, daran die Tonnen gehen, ſich mit einander verwickelt, ſo daß die Tonne an das Hauptſeil feſt anzuliegen gekommen, dieſes aber wegen der Flaͤche und Dohnlage des Schachts bald im Hangenden bald im Liegenden angetreten, und daſelbſt angefaſſet hat, daß die Tonne mit dem Seil mit großer Muͤhe hat wieder losgemacht werden muͤſſen. Auch hat ſich die hinein gehende ledige Tonne, als ſie der vollen begegnet, auf dieſelbe geſetzet, daß man die Raſchine muͤſſen contraͤr umgehen laſſen, um ſie von einander zu bringen; und obgleich darauf der Schacht mit Brettern vorgerichtet worden, damit ſich das Seil nicht irgend an demſelben anlegen und liegen bleiben moͤchte, wie auch der Schurz der Tonnen an einem neu inventirten Wirbel gehangen, daß er ſich nicht um das Hauptſeil winden koͤnnte: So hat doch die gemeldte Schwierigkeit des Anliegens und Feſtſitzens dadurch nicht koͤnnen gehoben werden. Hiiernaͤchſt hat man bey dieſer Probe wahrgenommen, daß die Maſchine viel Flickens erfodere, indem etliche Kaͤmme los worden und heraus gefallen, auch der Schurz oder die Kette, mit welcher die Maſchine an die Kunſt gehaͤnget war, nebſt verſchiedenen andern Eiſenwerk entzwey gegangen. Wenn auch die Maſchi⸗ nne wieder gekehret werden ſollte: So hatte der Meiſter faſt eine halbe Stunde damit zu ſchaffen; und da ſie im Kehren und Wiederkehren aus dem Gleichgewicht ge⸗ kommen: So iſt ſie zweymal laufend worden, daß auch die Kunſt bey ihrem vollen Waſſer ſtehen bleiben muͤſſen, die auch auſſerdem in der Zeit, da man mit ſolchem Treiben umgegangen, nur den dritten Theil Waſſer gehoben hat. Als hierauf Leibnitz am 2. Junii eine Probe fuͤr ſich, und ohne Zuziehung einiger vom Bergamte, machen wollen: So iſt ihm das eiſerne Seil gebrochen und in den Schacht hinein gefallen. Dieſes wurde alſo wieder an ſeinen Ort gebracht, das Einfaſſen des Seils zwiſchen den Schachtſtangen, durch Annagelung eines Stuͤcks Holz verhindert, und die Schoßbuͤhne erweitert, weil die Tonne wegen der Enge ſtecken geblieben ſeyn ſollte. Nach dieſen Anſtalten hat der Zimmermeiſter am 5. Julii das Werk zu einer neuen Probe in Gang gebracht, und die erſte Tonne, die ſchon in der Mitte des Schachts gehangen, in Stunden zu Taͤge ausgebracht. Wie aber die andere volle Tonne bis auf 24 Lachter vom Tage in die Hoͤhe gekommen: So riß das Seil, und ſchleuderte, indem die ganze Maſchine lau⸗ fend worden, die Kaͤmme aus den Raͤdern zum Dache hinaus, und fiel zulezt gaͤnz⸗ lich in den Schacht hinein, wobey ſowol diejenigen, ſo auſſen zugeſehen, als auch die innerhalb der Gruben, in Lebensgefahr geweſen..54- 66 unen, bald Seil ßinein in di und Sell hur das ges evill h da war, ſch amit t ge⸗ ollen chem ung din cht eines nder eſſer erſte welche den Bergbau befoͤrdern. 41 6 N. Dieſe Probe iſt alſo auch ſchlecht von ſtatten gegangen, und auſſerdem hielt man dafuͤr, daß mit dieſer Maſchine kein Holz in die Grube gehaͤnget werden foͤn⸗ Die Maſchine vird wieder ne, wie mit dem Pferde⸗ und Kehrradstreiben geſchiehet, indem ſie ſich nicht ſo re⸗ weggeriſſen. gieren laſſe, als es die Einbringung der großen Hoͤlzer erfodere, ja daß, wenn man dieſes auch mit Pferden, mittelſt des Gaepels und beſonderer Seile, verrichten wollte, doch das gedoppelte Seil dieſer Maſchine im Schachte im Wege haͤnge, und verhindere, ſich mit der Holzung nach Nothdurft zu bewegen, auch die Leute dabey vieler Gefahr auſſetze. Weil nun zu der Zeit die beyden Schaͤchte dieſer Gruben nothwendig auszuwechſeln waren, gleichwie auch das Heraustreiben des Erzes und Bergs, welches dieſe Maſchine lange Zeit verhindert hatte, nicht laͤn⸗ ger aufgeſchoben werden konnen: So hat man, gegen Leibnitzens Vorſtellung, von der Maſchine ſo viel wieder weggeriſſen, als dem Gaepeltreiben mit den Pferden im Wege geſtanden. Den Reſt hat man im Quartal Crucis dieſes Jahrs vol⸗ lends hinweg genommen, weil er der Reparation ein und anderer Stuͤcke im We⸗ ge geſtanden.— 1 Nach 6 Jahren hat der Herr Baron von Leibnitz bey folgender Gelegenheit Leibnitz dringet ſeine Treibmaſchine, aber veraͤndert, wieder in Bewegung gebracht. Am Ende ſonedn areen des Jahrs 1692. ſchlug der Zellerfeldſche Muͤnzmeiſter, Rudolph Bornemann, ſchine im Vor⸗ eine neue Invention, das Treiben mit Pferden und Kehrraͤdern zu erleichtern, bey ſchlag. der Zellerfeldſchen Bergrechnung vor. Als dieſelbe an das Bergamt zur leberle⸗ gung verwieſen worden: So zeigte der Zelliſche Muͤnzmeiſter, Juſt Jacob Jeniſch, ey der Cammer zu Hannover an, daß er dieſe Erfindung durch ſeinen Vetter, den Zellerfeldſchen Muͤnzmeiſter/ habe antragen laſſen, und uͤbergab dabey den 9. Jan. 1603. eine ſogenannte ohnmaßgebliche Punctation, darinn er verſprochen, das Treiben in gleicher Zeit, anſtatt 4 mit 2 Pferden, und mit den Kehrraͤdern mit der Haͤlfte Waſſer zu verrihteen. Dabcy war er 1) nebſt dem Muͤnzmeiſter Bornemann erbothig, auf einer nach ihrem Guthefinden zu erwehlenden Grube, ſolche neue Erfindung, den Treib⸗ gaepel betreffend, auf eigene Koſten vorzurichten. 2) Wenn die gehofte Wuͤrkung ausbleiben ſollte: So verlangten ſie wegen der Anlage und angewandten Koſten von der Herrſchaft ſo wenig, als von den Gewerken, die geringſte Erſtattung. 3) Wenn es aber mit Nutzen zu prarticiren waͤre: So verlangten ſie dafuͤr von der gnaͤdigſten Herrſchaft ein Privilegium, daß von allen ſowol Herrſchaftlichen als Gewerkene gruben, am Ober⸗ und Unterharze, in und auſſer der Communion, die von ſelbſt Luſt haͤtten, ſich dieſer neuen Invention zu bedienen, oder ſich derſelben wuͤrklich bedienen wuͤrden, von jedem Treiben Erz 2 Ggr. und fur jedes Treiben Berg 1. Ggr. fuͤr ihre Invention, Hazard und Muͤhe, auf ſelbigen Gruben geſchrieben und ihnen gereichet werden moͤchte. 5) Daß dem Erfinder moͤchte frey ſtehen, die 4 vornehmſten Gruben auf dem Clausthal, entweder fuͤr Treibkoſten, die um den vierten Theil geringer ſeyn ſollten, als ſie im Jahr 1692. geweſen, ins Verding zu nehmen, auch auf eigene Koſten ins Werk zu richten; oder auf jedes Treiben Erz und Berg, als oben geſetzet, ſich ſchreiben zu laſſen. Und 6) ſollte ſolches Pri⸗ vilegium ſich bis auf die Lebenszeit des Erfinders und des Muͤnzmeiſters Borne⸗ mann erſtrecken. 5., Dierauf hat auch Churfuͤrſt Ernſt Auguſt unter dem 14. May 1603. an das Clausthalſche Bergamt reſcribiren laſſen, daß den Erfindern zwo Gruben auf den Clausthalſchen Zuͤgen, weſche ſie erwehlen wuͤrden, zu beſagtem Ende ange⸗ C„er eee e wiſer, — 4 * .* — Das Treiben gieng damit, aber langſamer. 42 II. Th. IV. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, wieſen, ihnen dir noͤthigen Leute zugeordnet, auch, wenn ſie ihr Verſprechen erfuͤllten das verlangte Privilegium ertheilet werden ſollte. ſp ch Pülen §. 8. 1 Als der Herr von Leibnitz den Vorſchlag der Muͤnzmeiſter vernommen: So hat er am 22. Mart. 1603. ſich bey der Churfuͤrſtl. Cammer ſein Recht vorbehalten, wofern die Angeber ſich ſeines Principii bedienen wuͤrden. Es hatte auch das Churfuͤrſtliche Bergamt, bey Ueberlegung des neuen Vorſchlags, gemuthmaßet, daß es hauptſaͤchlich auf die von Leibnitzen angebrachte Gegenwage ankommen wuͤrde, und daher den Proponenten nur in dem Fall Gehör geben wollen, wenn ſie, ohne die Laſt des Seils durch ein Gegengewicht aufzuheben, mit 2 Pferden ſo viel als mit vieren ausrichten koͤnnten. 4 eibnitz ſezte noch hinzu, daß man mit ſeiner Invention ſogar die ſchweren Haſpelkoſten in tiefen abgelegenen Nebenſchaͤchten, da alles mit Menſchenhaͤnden geſchehen muͤſte, groͤſtentheils abſchaffen koͤnne, weil er nemlich ein Mittel angezei⸗ get haͤtte, daß ein Geſchleppe von einer auch entlegenen Kunſt dahin reichen und allda arbeiten, auch dadurch die Koſten der Kehrraͤder und Kehrraͤderſtuben, ſo oft mehr als 1000 Fl. in das feſte Geſtein zu brechen koſteten, gewonnen werden könnten. Darauf hat er unter dem 27. Mart. angeſuchet, daß ſein Werk mit allen nothigen Anſtalten wieder vorgenommen werden mochte, und den Clausthal⸗ ſchen Zehntner, Daniel Flach, diſponiret, das Werk mit einer neuen Erfindung, zu Hedung der vormaligen Schwierigkeiten, duf Leibnitzens eigne Koſten, an dem Schacht der drey Bruͤder des Thurmroſenhofer Zuges zur Probe vorzurichten. Es iſt dieſes auch von der Churfuͤrſtl. Cammer und Bergamte beliebet, und 14 Ta⸗ ge Zeit zur Probe verſtattet worden. Die Maſchine hat ihre Wuͤrkung gethan, aber in einer Stunde, ſtatt der 5 Tonnen, die man mit dem Treiben nach der al⸗ ten Art heraus gebracht, nur 3 bis 3 ³ Tonnen zu Tage geſchaft, wovon der Zehnt⸗ ner Flach dieſe Urſache anfuͤhrte, daß, da bey dem ordinairen Treiben nur ein Trumm Seil in den Schacht kommt, bey dieſer neuen Art zwey Truͤmmer in dem Schachte giengen, woher eine doppelte Bremſung des Seils in dem Schachte entſtuͤnde, welche das Treiben ſchwaͤchte, daß es nicht ſo geſchwinde als mit einem Seil gehen koͤnne. 1§. 9.— 24 Leibnitz ſchlägt Als dieſe Probe in ſo weit von ſtatten gegangen: So hat Leibni im Monat Au⸗ ein neues Werkguſt ein ganz anders und neues Werk bey einer andern Grube vorgeſchlagen, und dabey vor, womit aberangezeiget, daß er das Treiben mit ſeiner Invention auf den drey Bruͤdern nur das Treiben auch langlamerals eine Vorprobe angeſtellet habe, um hinter die Urſache der Drehung des Seils, geht, als mit und anderer dergleichen Umſtaͤnde, zu kommen. Jetzo gieng Leibnitz von dem Pferden. Seil ohne Ende ab, und brachte durch Veraͤnderung des Korbes, auf welchen das eine Seil aufgezogen und das andere abgelaſſen wird, ein Gleichgewicht an, daß ſowol mit Pferden leichter getrieben, als auch, wo eine Kunſt fuͤrhanden, ſolches Treib⸗ werk daran gehaͤnget werden koͤnnte. Die Invention hat in Raͤder⸗ und Feder⸗ werk beſtanden, und wenn eine Tonne zu Tage gekommen: So haben jedesmal, wenn mit der Kunſt getrieben wurde, fuͤnferley Geſtaͤnge verſchoben werden muͤſſen. Als dieſe neue Maſchine in Johanneſer Gaepel vorgerichtet, und am 8 Febr. 1604. m Beyſein des Hrn. Geheimen Raths und Berghauptmanns von Dittfurt die Probe damit von dem Herrn von Leibnitz gemacht worden: So hat ſich gefun⸗ den, daß das Werk in einer Stunde 4 Tonnen Erz zu Tage fordern koͤnnte, daß aber ſolches Treiben nicht ſo egal, wie mit Pferden, ſondern ruckweiſe gehe Meuch welche den Bergbau befoͤrdern. 43 Verlauf einer Stunde war ein Arm an der Kunſt gebrochen, weil die Tonne im Schachte worunter zu ſtecken gekommen, daß die Probe nicht weiter fortgeſetzet werden können. Damit man aber erkennen moͤchte, ob das Treiben mit den Pfer⸗ den dadurch erleichtert werde, wie auch, ob es, mittelſt eines Geſchleppes durchs ordinaire Kunſtrad, ohne deſſen ſonderliche Beſchwerde und Verringerung des Hubs, und mit beyden ohne groͤßern Zeitaufwand, als nach der alten Art mit den Pferden, geſchehen könne, und ob die ganze Maſchine von gehoͤriger Dauer ſey, und dergleichen mehr: So iſt beliebet worden, damit eine Probe 14 Tage hinter einan⸗ der anzuſtellen. Es hat ſich bey ſolcher Probe gefunden, daß das Treibwerk ohne Pferde durch die Kunſt zu verrichten ſtehe, doch aber um ein Drittheil langſamer, immaßen in der Zeit, in welcher die Pferde 60 Tonnen heraus gebracht haben, die Maſchi⸗ ne nur 4o gefoͤrdert hat, der vielen Schadnehmung nicht zu gedenken. Da man auch— gezweifelt hat, ob Holz damit hinein gehaͤnget werden koͤnne: So iſt auch dieſer Verſuch gemacht worden und von ſtatten gegangen. §. 10. Es ſind hierauf Leibnitzen von dem Churfuͤrſtl. Bergamte folgende dubia vorgelegt worden, die er beantwortet hat. G „ 1) Dafern die Tonne worunter faſſet, oder ſonſten zuſtecken kommt, wie „ ſolcher ſo ſchleunig zu helfen, daß dabey nicht leicht ein Bruch entweder des Seils „ oder der Kunſt zu befuͤrchten? Antwort: Dieſes dubium hat ebenmaͤßig beym „Kehrrade ſtatt, deſſen Succedaneum dieſe neue Treibkunſt, weil die Pferde ſtill „halten, das Wuſen aber nicht, ſondern wo nicht gebremſet oder abgeſchuͤtzet „wird, ein Riß ge hehnn muß. Man hat aber hiebey dieſen Vortheil, und kann „ die Sache alſo richten, daß der Riß nicht ſo leicht, als ſonſt am Hauptſeil, ſon⸗ „dern an dem Schurz geſchehe, mithin Tonne und Seil nicht in den Schacht 3 falle, noch die Arbeit aufgehalten werde. Im uͤbrigen iſt billig und dienlich, „ daß man den Schacht in gebuͤhrendem Stande erhalte. „ 2) Jſt die Frage: Ob bey dieſer neuen Invention die Kuͤnſte nicht mehr „„ Waſſer, als ſonſten, haben miſſn? Antw. Bisher hat man mehr Waſſer des⸗ „ wegen nicht gebraucht, wie der Augenſchein gegeben. Von der Sache aber an ſich ſelbſt gruͤndlich zu reden, kann man wol ſagen, daß das Treiben(nachdem „ durch die neue Art der Umſchlaͤge des Seils die Laſt deſſelben hauptſaͤchlich auf⸗ „ gehoben, und faſt allein das bloße Erz zu ziehen uͤbrig) nicht mehr Gewalt er⸗ „ fodere, als etwa ein ſogenannter Satz, oder einzige an die Waſſerkunſt uͤber die „ vorigen mit angehaͤngte große Grubenpompe, wie ſolches von mir nicht nur „, duch die Rechnung befunden, ſondern auch durch die Erfahrung dargethan 9) r. 3 „ 3) Ob dieſe Invention aller Orten und auch bey denen Gruben, woſelbſt „ nur eine Kunſt iſt, zu appliciren, und ob das Treiben eben ſo behende gehen „ könne? Antw. Weil eine Tonne nur von einer Kunſt gezogen wird: So iſt „ man an zwey Kunſte im geringſten nicht gebunden, ja, wenn es zwey Kuͤnſte, „ deren eine geſchwinder gehet, als die andere, ſo gehet es mit derſelben einzigen „„ Kunſt behender, als mit zweyhen. „ 4) Wie viel Leute zu Verrichtung des Treibens nach dieſer Art noͤthig „ ſeyn wollen? Antw. Nicht mehr als ſonſt, wenn man es erſt gewohnet, und „ was dabey zu beobachten noͤthig, erlernet) 22§. r1. Des Bergamts Fragen an Leib⸗ nitz beautwortet aa II. Th. V. Cap. 3, Abth. Von denen Maſchinen und Hülfsmitteln/ §. 11. Leibnitzens Ge⸗ Er hat darauf folgende Gegenpuncte vorgeſtellet: genpuncte. „ rabel, daß 1) vermittelſt des aequilibrii die durch ein hin⸗ und her gehendes Geſtaͤnge eine Welle oder Spindel rund um zu „ treiben, ſo auch unzaͤhlbaren andern Nutzen und applicationes haben kann, „, um vermittelſt eines motoris longe diſtantis allerhand gewohnliche und dien „ liche motus circulares zu erhalten, wobey zugleich ein bisher unbekannter mo „ 1) Ob nicht die neue Art des Korbes, und mithin die dadurch angebrach⸗ „te auf, und abſteigende Umwickelung des Seils, der vorigen weit vorgehe? weil „ dadurch(noch bequemer als ehemalen durch das Seil ohne Ende) das Aequi. „ librium und Vergleichung oder Stimmung der Laſt erreichet wird, alſo, daß „ der motor zwar in ſeinem Gange bleibet, die Geſchwindigkeit aber des mobi- „ lis ſich nach dem onere richtet. Und ob es nicht vor dieſem geweſen, eben, „ als ob die Pferde erſt eine Laſt(wie hier das Seil) gleichſam auf einen hohen „ Verg ziehen, und hernach im Herabfahren wieder aufhalten muͤſſen, damit der „ Wagen nicht zu geſchwinde vom Berge wieder herab rolle; anjezt aber in ſo „weit, gegen die vorige uͤbermaͤßige Arbeit, es ſich alſo verhaͤlt, als ob der Wagen „allezeit auf der Ebene, das iſt, bey moderater Reſiſtenz verbleibe. Da denn kein „ Zweifel, daß caeteris paribus, wenn nemlich im uͤbrigen der Weg gleich lang „ und gut iſt, die Ebene dem Berge weit vorzuziehen. 2 „ 2) Ob nicht nunmehr entweder das ganze neue Treibwerk, oder doch we⸗ „nigſtens die neue Art des Korbes(als welche ein geringes koſtet, und vom hand⸗ „ greiflichen Nutzen) auch bey andern Gruben, und zumal bey tiefern Schaͤchten, „ zu verſuchen ſey? Gleichwie je, hoͤher der Berg zu Pauſilypo, je groͤſſer der Vor⸗ „ theil von der durch den Berg getriebenen Grotte, vermittelſt deren man in der „ Ebene verbleibet, alſo iſt auch der Nutzen des neuen Korbes bey tiefern Schaͤch⸗ „h ten deſto groͤßer. f. „ 3) Waͤre von Berg⸗und Kunſtverſtaͤndigen zu uͤberlegen, ob bey dieſer „, neuen auf⸗ und abſteigenden Umwickelung des Seils beſſer, daß ein Umſchlag 5 ſich auf den andern lege, wie jetzo angewieſen, oder daß dem Korb die Form ei⸗ ner Schnecke in der Taſchenuhr gegeben werde, und alſo ein Umſchlag neben 3, dem andern zu liegen komme. Jener modus iſt leichter und bequemer zu ma⸗ 3z chen und anzubringen, durch dieſen aber konnte man das Aequilibrium noch „ vollkoͤmmlicher erhalten. ie 9 „) Ob nicht ohngleich leichter und vortheilhafter, eine kleine Laſt an eine „, groͤßere mit anzuhaͤngen, als um jener willen eine eigene Kunſt und Bewegung „ anzuſtellen und in Schwung zu bringen? Und ob nicht auch alſo hier beſſer, z, das Treiben durch die Waſſerkunſt mit zu verrichten, gleich als ob etwa ein „„ Satz mehr angehaͤnget worden. Es geſchehe nun gleich ſolche Application ent⸗ „ weder bloß durch das Waſſerrad und Seil immediate(wo die Gelegenheit 3, dazu bequem) oder durch Anhaͤngung an eine Feldkunſt, vermittelſt eines Ge⸗ „ ſchleppes(wie jetzo geſchehen und durchgehends practicabel, und daher als ma „ Xime generale, et minus inventu facile zuforderſt angewieſen worden) oder „auch wol durch ein Grubengeſtaͤnge zum Behuf der abgelegenen Nebenſchaͤchte, „ ſo zu Tage nicht ausgehen, und wo ſonſt bisher weder Waſſer noch Pferde „ ſondern Menſchen Haͤnde gebrauchet werden muͤſſen, zumalen allhier keine Wei⸗ „tung oder eigene koſtbare Radſtuben in das Geſtein zu brechen nothig. „ 5) Ob nicht dieſe gethane experimental demonſtrationes conſide- Laſt des Seils abzuheben, 2) daß 5) 22 „ tus per rotas concentricas angewieſen wird, ſo an Beſtand und eiheintet . dem 5) „ welche den Bergbau befoͤrdern. 35 „dem Kammrad mit Getrieben weit vorgehet. 3) Daß die Laſt des Treibens „ poſt emendationem novam bey weiten ſo groß nicht, als man vermeinet, „alſo durch die ordinaire Kunſt leicht mit zu verrichten.,, Bey den Acten finde 1 ich nicht, ob und was das Bergamt hierauf geantwortet habe. ecql.§. 12. „d Nachhero ſind von Churfuͤrſtl. Cammer folgende Puncte ins Bergamt ge⸗ Punete, die die nod. ſendet worden, um ſie mit dem Hofrath Leibnitz zu uͤberlegen. Ammar dem, hii„ 1) Ob bey Anhaͤngung des neuen Treibwerks ein merklicher Unterſchied Leibnitzen zu 1 ijn„an den Künſten geſpuͤret werde, alſo, daß ſie alsdenn nicht mehr ſo wohl gehen, uberlegen gege⸗ t d als zuvor? dnſ 4„ 2) Ob bey einer ohnlaͤngſt geſchehenen Befahrung einiger ſolcher Unter⸗ min„ſchied bey den Saͤtzen nach angehaͤngtem Treibwerke in der That verſpuͤret dent„„ worden?. h ng„ 3) Wie groß die Laſt des Treibwerks, und ob ſolches mehr austrage, als ,» etwa ein Satz? ch„ 4) Ob dieſes neu angehaͤngte Geſchleppe ſchwerer, als andere auf dem ahand„Harze gebraͤuchliche Geſchleppe, oder ob es nicht vielmehr leichter? icimn„ 5) Ob die Bruͤche der Leitarme am Geſchleppe nur fuͤrnehmlich bey denen G rVor.„ Armen allein vorgegangen, ſo von untauglichem Holze gemacht geweſen, und inde„ nach deren Auswechſelung aufgehoͤret? zchich„ 6) Ob dem alſo, daß wegen Anhaͤngung des Treibwerks ein neues Waſ⸗ „ſerrad ſich gezogen, und eine neue Schwinge geſpalten worden? diſer„7) Ob die Schloͤſſer am Geſtaͤnge deswegen ſich viel zihhen, ſhla„ 8) Ob nicht ſolche Inconvenienzien ſich ſonſt auch zum oͤftern ohne An⸗ e„ haͤngung des Treibwerks ſich begeben? neden„ 9) Ob und wie weit auch ſolchergeſtalt denenſelben zu remediren und um„ vorzukommen? dnoch„ 10) Was vom modo ſpeciali zu halten, den der Hofrath Leibnitz zu „ Behuf gelegener Gruben vorgeſchlagen, dabey Geſchleppe und Geſtaͤnge neie„ nicht nothig? kegang„ II) Ob dieſes neue Waſſertreiben um ein merkliches langſamer gehe, als heſt„ zuvor das Pferdetreiben in dieſem Gaepel zu gehen pflegen? va eit„ 12) Ob insgemein bey dieſem Gaepel mehr als 4 bis 5 Tonnen in einer en„ Stunde durch die Pferde heraus gebracht worden? gich„ 13) Ob dieſe Treibkunſt alles zu Tage bringen koͤnne, was vom Johannes Ge„ und der Zilla zugefodert wird? 5me„ 14) Ob ſowol des Nachts als bey Tage damit zu treiben, ohne deswegen Hor„ mehr Licht als ſonſten im Gaepel zu gebrauchen? hict,„ 15) Ob man nach Gelegenheit der habenden Waſſer und Nothdurft der Pet„ Erzfoderung, die Geſchwindigkeit des Treibens vermehren und vermindern koͤnne? -eo„ 16) Ob deſſen bereits anjetzo bey dieſem Werke eine Probe genommen „werden K. 6 aſ — 17) Und ob alſo das Werk auch bey denen Gruben zu appliciren, die n viel Erz dargeben und da man ſtets zu treiben hat? n ap⸗ 7 — Pfadd, Ob es anjetzo beſſer im Schachte von ſtatten gehe, als zuvor mit den im„ 19) Weil zu Zeiten die Tonnen im Schach j— te gehemmet werden, ob die 38„ daher entſtehende Ungelegenheit bey dieſem Werke beſſer, als bey dem Kehrrade n n ſelbſt zu verhuͤten, damit die Tonne mit dem Seil nicht ſo leicht in den Schacht falle? dr II. Theil. M„ 20) 1 46 II. Th. V. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, „20) Ob auch fuͤglich Holz damit in die Grube zu laſſen? „ 21) Ob der Gaepel zu Behuf dieſes Werks mehr und kunſtlicher als ſonſt „verbunden und befeſtiget werden muͤſſe? b „ 22) Ob ſich eine ſonderliche Gefahr bey Stuͤrzung der Tonnen finde? „ 23) Ob die Stuͤrzer und Anſchlaͤger bey dieſem Treiben mehr bekommen „als bey dem Pferdetreiben? „ 24) Ob das An⸗ und Abſchuͤtzen von einer Perſon zu verrichten, oder de⸗ „ren mehrere dazu noͤthig? „ 25) Ob man in ſedem Gaepel, da dieſes Treiben zu gehen haͤtte, einen „Zimmermann noͤthig haben wuͤrde? „ 26) Ob die Naͤder⸗ und Federwerke, darinn dieſe neue Invention eigent⸗ „lich beſtehet, gebrechlich oder nicht? „27) Ob in bisherigen waͤhrenden Proben einige, zumal notable, Bruͤche „bey dieſem Raͤder⸗und Federwerke geſpuͤret worden? G „ 28) Ob ſich in denen Gruben oder am Tage ſolche Schaͤchte finden, da „die Zufoderung mit dem Haſpel beſchwerlich und koſtbar? „ 77) Ob ſolche Zufoderung allda durch das Geſtaͤnge der Kuͤnſte nicht zu „verrichten? „ 30) Was ein neues Treibwerk, dem bereits angelegten gleich, in einem „ Gaepel vorzurichten ohngefehr koſten moͤge? „ 31) Was es koſte zu unterhalten? „ 32) Ob, des Hofraths Leibnitz Meinung nach, noch einige Vortheile „beyzubringen, dadurch dieſes Treiben zu facilitiren? „ 33) Geſezt, daß man ſich entſchlieſſe, die Treibart anzunehmen/ wie ſolche „am beſten zu proſequiren?„ 1 §. 13. Das Treiben Wie die Beantwortung dieſer Puncte von beyden Theilen ausgefallen ſey, ſolches mit dieſer Ma iſt in den Acten nicht zu finden. Der Ausgang aber hat gelehret, daß es in dieſer Gine in wenen Sache nicht nach dem Wunſche des Herrn von Leibnitz ergangen iſt, weil ſich da⸗ Vortheils einge mals kein ſonderlicher Vortheil zeigen wollen, und bey den Proben gegen das ſtellet worden. Pferdetreiben nur einige Groſchen erſparet worden, auch die Maſchine bey Waſ⸗ ſermangel von der Kunſt nicht umgetrieben, und andere Beſchwerlichkeiten nicht ſofort gehoben werden koͤnnen. Es iſt alſo das Umtreiben der Maſchine durch die Kunſt bald abgeſtellet, auch, da der Korb an der Spindel im Gaepel bey dem Pferdetreiben ausgelaufen war, daß das Seil ſich in einander verwickelte, ein an⸗ derer Korb nach der alten Manier an deſſelben Stelle mit Ausgang des 1695ſten Jahrs wieder geſetzet worden. 1 Inzwiſchen iſt zu bedauren, daß von dieſer Maſchine weder eine deutliche Beſchreibung noch vollſtaͤndiger Riß mehr vorhanden iſt. Die beyden obgemeldten Muͤnzmeiſter haben zwar zu ihrer vorgeſchlagenen Vorrichtung die Verwilligung erhalten, ſie ſind aber ſelbſt davon abgeſtanden. 38.§. 14. Benn die Gru⸗ Wenn die Gruben allzutief werden: So will das Treiben weder mit Pferden ben zu tief wer noch mit Kehrraͤdern mehr von ſtatten gehen, wie ſich auf dem Thurmroſenhofe den, wind och vor einigen Jahren gezeiget hat. Auf dieſer Grube wurde Anno 1689. auf dem ier Korben mit obern oder ſogenannten neuen Schachte, der Anno 1673. abgeſunken worden, ein ten im Schachte Kehrrad angeleget, als er 136 Lachter tief war, womit dieſe Grube bis uͤber 180 angelegt. Lachter iſt abgeteufet worden. Als aber dieſelbe immer tiefer, mithin d 25 reibſeile welche den Bergbau befoͤrdern. 47 Treibſeile immer laͤnger wurden, daß ſie an ihrem eigenen Gewichte uͤber 30 Cent⸗ ner hatten: So waren ſie daher und wegen vieler Geſprenge, widerwaͤrtiger Dohn⸗ lage, und wendiſchen Schachtſtoͤßen, beſtaͤndig dem Brechen unterworfen. Dieſen öftern Seilbruͤchen hat der Oberbergmeiſter, Georg Degen, dama⸗ liger Geſchworner auf dem Roſenhofer Zuge, Anno 1706. abgeholfen. Er legte in dem Schachte nach 100 Lachter Tiefe noch eine Welle, daran 4 Koͤrbe und ein Bremsrad befeſtiget ſind. Zween Koͤrbe, deren Semidiameter 48 bis 50 Zoll groß iſt, dienen zum Auf⸗ und Abwickeln der Tagtruͤmmer oder eiſernen Seile, wel⸗ che vermittelſt des Kehrrades die im Schachte liegende Welle herum ziehen. Die andern zween Korbe, die nur 14 Zoll im Semidiameter haben, wickeln die inwen⸗ digen eiſernen Seile, ſo von der Welle bis ins Tiefſte gehen, auf und ab, womit die Tonne bis auf die ſogenannte mittlere Strecke, welche 114 Lachter tief unter Ta⸗ ge belegen, getrieben wird. Daſelbſt werden die Tonnen ausgeſtuͤrzet, Erz und Berg auf dieſer Strecke mit Laufkarren bis an den zweyten Roſenhofer ſogenann⸗ ten alten Schacht 40 Lachter lang gefodert, allwo es abermal in die Tonne geſtur⸗ zet, und mit dem Kehrrade vollends zu Tage ausgetrieben wird. Damit aber der Schuͤtzer wiſſe, wie das Waſſer zu ſtimmen und das Kehr⸗ rad zum widrigen Umgange zu regieren ſey: So iſt ein Klopfgeſtaͤnge, wie her⸗ nach beſchrieben werden ſoll, zum Schachte hinaus bis zu dem Schuͤtzer gefuͤhret, wodurch jemand im Schachte den Schuͤtzer zur Regierung des Rades beordert. Ueberdem ſind auch an den aus dem Schachte gehenden eiſernen Seilen Zeichen fuͤr den Schuͤtzer gemacht, darnach er ſich auch ziemlich richten kann. Dieſe Vorrichtung erfodert nun zwar gedoppeltes Treiberlohn fuͤr Schuͤtzer, Anſchlaͤger, Stuͤrzer und Ausrichter, auch 9 Mgr. Zufoderlohn auf der mittlern Strecke, dagegen aber werden die vielen Seilbruͤche durch die Theilung der Seile vermieden, und da die Verhaͤltniß der halben Durchmeſſer der Koͤrbe im Schach⸗ te wie 48 zu 14 iſt: So darf die Kraft anfangs nur etwa den dritten Theil ſo groß ſeyn, als wenn die Koͤrbe gleich hoch waͤren. Jedoch naͤhert ſich dieſe Ver⸗ haͤltniß der Gleichheit etwas, indem das inwendige Seil, wenn es mit der Tonne aufgewunden wird, den Diameter ſeines Korbes vergroͤſſert, waͤhrend das auswen⸗ dige Seil von ſeinem Korbe abgewickelt wird, und deſſelben Diameter abnimmt. Ob nun gleich die Kraft durch beyde Urſachen ſchwaͤcher wird: So nimmt doch auch die Laſt noch viel ſtaͤrker ab, indem das mit der vollen Tonne hinausgehende Seil ſich ſtets verkuͤrzet, und das mit der ledigen Tonne hinein gehende immer verlaͤngert, und das erſtere zulezt gar uͤberwieget. Eben daher iſt das Bremsrad an die inwendige Welle geſetzet, damit, wenn die Stuͤrzer das Uebergewichte zu merken anfangen, ſie den Lauf der Welle, ſo viel noͤthig, aufhalten können. Wenn dieſes Bremſen nicht recht beobachtet und die Welle laufend wird: So zerſprengen alle 4 eiſerne Seiltruͤmmer, zu nicht ge⸗ ringem Schaden. Dahero man auch ohne dringende Noth, und ſo lange man noch mit dem Treiben vom Tage hinein und mit einem Seil ohne dergleichen in⸗ wendigen Welle zurechte kommen kann /dieſe nicht gerne gebraucht, um ſo mehr, als an eiſernen Seilen ein großer Abgang und doppelter Treiberlohn zu bezahlen iſt. §. 15. Inzwiſchen kann man, mittelſt dieſer Welle im Schachte, Gruben, welche Wiedie inwen⸗ die Koſten ertragen koͤnnen, in große Tiefe bauen, wie denn die erwehnte Grube dige von der Zeit an noch 84 Lachter tiefer abgeſunken, und nunmehro in allen 254 dreas Lachter tief niedergebracht worden iſt. Ein ſolches Treibwerk hat man daher auch gerichtet worden Anno 1720. zum St. Andreasberge auf dem St. Andreas vorgerichtet, und weil M 2 daſelbſt Vorſchlag, zur 48 II. Th. IV. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, daſelbſt die Gelegenheit fehlet, Erz und Berg einem andern Schachte zufodern zu koͤnnen, maaßen der Felicitas Treibſchacht von dem St. Andreas Schachte 180 Lachter entlegen iſt: So hat man auf der dreyzehnten Strecke, welche 145 Lach⸗ ter unter Tage lieget, große Fuͤlloͤrter gebrochen, wo man 18 bis 20 Treiben vor⸗ raͤthig ſtuͤrzen kann. Es werden demnach allezeit ſo viel Treiben, als man auf dieſen Fuͤllort laſ⸗ ſen kann, mit der inwendigen Welle aus dem Tiefſten bis auf die dreyzehnte Strecke, und hernach mit den obern Seilen, wenn ſie von der inwendigen Welle abgeſondert werden/ vollends zu Tage getrieben. Die Welle iſt auf der zwoͤlften Strecke 134 Lachter unter Tage angeleget, und auf der dreyzehnten Strecke, I Lachter tiefer/ werden die Ton⸗ nen geſtuͤrzet. Als man dieſe inwendige Welle vorrichtete: So war der St. Andreas Schacht 215 Lachter tief. Nach der Zeit iſt er noch 50 Lachter mehr, alſo in allen 265 Lachter tief worden. Eine ſolche inwendige Treibwelle mit Koͤrben iſt auch Anno 1747. im Quart. Trinitat,. auf der Anna Eleonora angeleget worden, welche ſchon 1756. 203 ⅞ Lachter tief war, und noch beſtaͤndig abgeteufet wird. Aus dem Ge⸗ ſenke wird damit 88 ½ Lachter blind getrieben, und darauf 115 Lachter aus dem Haus Iſraeler Schacht zu Tage ausgetrieben. §. 16. Wenn in Schaͤchten wegen der großen Diefe, mittelſt einer inwendigen Welle, Erſparung der gedoppelt getrieben werden muß: So werden auch gedoppelte eiſerne Seile erfodert. Hälfte der Seile, ſteife Ge⸗ ſtänge vom Tage Anno 1736. aber hat der Clausthalſche Obergeſchworne, Heinrich Georg Ahrend, im Bergamte an einem Modell gezeiget, wie man, zu Erſparung der Haͤlfte ſolcher ein vorzurichten. Seile/ vom Tage hinein bis an die Welle ſteife Geſtaͤnge mit gutem Nutzen vorrichten Tab. X. koͤnne. Es hat aber bedenklich geſchienen, dieſe Geſtaͤnge in dem Thurmroſerho⸗ fer Schachte, wo bereits eine inwendige Welle fuͤrhanden war, einzufuͤhren. Denn aus dem Riſſe dieſes Schachts bis auf die inwendige Welle war zu erſehen, daß derſelbe in den Stoͤßen viele Wendungen, auch einige ſtarke Puckel, habe, und alſo mit geraden Geſtaͤngen nicht anzukommen ſey, und nach der Revierbedienten Bericht ſollte ſich der Schacht ſowol unter der Kehrradsſtube, als in dem Mittel, wo die inwendige Welle ruhet, ſehr ſetzen, daß alſo beſtaͤndige Reparationes an dem Ge⸗ ſtaͤnge vorfallen wuͤrden, und endlich wuͤrde, nach des Kunſtmeiſters Schwarzkopf Anſchlag, die Vorrichtung des Geſtaͤnges bey 900 Fl. gekoſtet haben. Als aber dieſer Vorſchlag Anno 1741. wieder in Bewegung kommen: So hat Herr Schwarzkopf ein Modell von dem Treiben in dem beruͤhrten Schachte mit der inwendigen Welle nach des Schachtes Wendung und Puckel verfertiget, nebſt einem Modell, wie das Treiben mit ſteifen Geſtaͤngen, die nach den Wendungen und Puckeln eingerichtet ſind, zu verrichten waͤre. Zu dieſem Ende iſt an der Kehrradswelle ein zweymal gekruͤmter Zapfen, wie Fig. X. deſſen beyde Bleuel in zwey Creutze uͤber dem Schacht faſſen. Die in den Schacht gehende Geſtaͤn⸗ ge ſind nach einigen Lachtern bey einander, nach Erfoderung der Umſtaͤnde in dem Schachte, auf Walzen geleget, und nach den Wendungen und Puckeln des Schachts gekruͤmmet. An der inwendigen Welle iſt auch ein zweymal gekruͤmter Zapfen, der die Welle zum vorwaͤrts oder ruͤckwaͤrts umgehen regieret. Es iſt aber zu der Zeit mit dieſer Vorrichtung mit ſteifen Geſtaͤngen, die inwendige Welle umzutrei⸗ ben, kein Verſuch angeſtellet worden, ſondern erſt 14 Jahr hernach auf dem Georg Wilhelm, wie folgen wird. §. 17. —ü— welche den Bergbau befoͤrdern. 49 §. I7. Im Georg Wilhelms Schachte iſt Anno 1750. wegen ſeiner Tiefe eine Das Treiben andere Einrichtung zum Treiben gemacht worden. Es iſt derſelbe jetzo 188 Lach⸗wird mit hänfe⸗ ter tief, mithin die Laſt des eiſernen Seils, ohne die angefuͤllte Tonne, von 42 Cent⸗ den Seiles per⸗ nern. Weil nun bey jetziger und noch immer zunehmenden großen Tiefe auch das beſte Eiſen ſolche uͤbermaͤßige Laſt nicht ertragen kann, und bisher die haͤufigen Seilbruͤche jaͤhrlich bey 14 bis 1500 Fl. gekoſtet haben, auch nicht viel Treiben damit zu Tage gebracht worden, das Aufſchlagewaſſer aber indeſſen vergebens hin⸗ weg flieſſen muͤſſen: So iſt ſchon verſchiedentlich auf die Abhelfung dieſes Uebels gedacht worden, und Anno 1741. in Vorſchlag gekommen, eine inwendige Welle vorzurichten, welche entweder mit einem eiſernen Seil, wie auf dem Thurmroſen⸗ hof und Anna Eleonora, oder mit ſteifem Geſtaͤnge und krummen Zapfen, umzu⸗ treiben ſey. Da man aber wieder bedachte, daß alsdenn jedes Treiben, wegen ge⸗ doppelten Anſchlaͤger, Stuͤrzer, Schuͤtzer und Ausrichterlohns, 2 Fl. 5 Gr. mehr koſten wurde, dazu die noͤthigen Vorrichtungen mit 1200 Fl. kaum wuͤrden auszufuͤhren, die Seilbruͤche aber damit nicht gaͤnzlich zu vermeiden ſeyn: So hat man das einfache Treiben ſo lange fortgeſetzet, bis endlich die Seilbruͤche ſo uͤber⸗ hand genommen, daß nothwendig ein anderes Mittel ergriffen werden muͤſſen. Da die ganze Hinderniß von der Laſt des eiſernen Seils herruͤhret, welches allein, die Friction im Schachte ungerechnet, mit der angefuͤllten Tonne 48 bis 50 Centner wiegt: So hat der Oberbergmeiſter Harzig(der mir dieſe Nachricht guͤtigſt ertheilet hat) in Vorſchlag gebracht, mit hanfenen Seilen, da 1 Lachter 5 Pfund, und 188 Lachter nur 8 Centner 80 Pfund am Gewichte halten, mithin die Laſt um 332 Centner vermindert wird, das Treiben zu verſuchen, um zu erfahren, wie lange daſſelbe aushalten werde; maaßen dergleichen hanfene Seile in Ungarn und Schweden, auch in Boͤhmen beym Zinnbergwerke zu Schlackenwalde, des⸗ gleichen zu Ilmenau bey Waſſer⸗ und Pferdetreiben gebrauchet wuͤrden. Denn obgleich ein hanfenes Seil nicht ſo dauerhaft als Eiſen iſt, und auf dem Herzog Georg Wilhelm zwey hanfene Seile, jedes 212 Lachter lang, 600 Fl. koſten: So waͤre es doch, in Vergleichung mit den bisherigen Ausgaben, der Grube nicht nachtheilig, wenn die Seile nur ½ Jahr aushielten, hingegen aber ſehr vortheilhaft, wenn ſie laͤnger gebraucht werden köͤnnten, zumal, da man das Treiben in viel größerer Tiefe mit einem Seil und einfachen Koſten fortſetzen, zugleich am Aufſchlagewaſſer erſparen, und woͤchentlich mehr Treiben zu Tage bringen koͤnnte. Da aber bey auswaͤrtigen Bergwerken, wo hanfene Seile gebraucht werden, die Schaͤchte nur hochſtens 130 bis 140 Lachter tief und mehrentheils ſeiger ſeyn ſollen/ woran das Seil nicht viel anlieget, und ſich abreibet, hingegen die hieſigen Schaͤchte ſehr veraͤnderliche Dohnlagen und Puckel haben, auch die Tonnen auf den Schachtſtangen gehen, deren Wechſel mit eiſernen Stegen oder Schienen be⸗ ſchlagen ſind: So muͤſte hauptſaͤchlich geſucht werden, die Friction des hanfenen Seils auf den Puckeln, und das Unterfaſſen und Auftreten der Tonnen in den Wechſeln, zu verhuͤten, maaßen gar leichtlich durch eine eiſerne Schiene, wenn ſie ſich von der Schachtſtange an einem Ende losgaͤbe, das Seil auf einmal ganz verdorben werden, oder auch durch Unterfaſſen der Tonne zerſprenget werden koͤnnte. Um dieſes zu vermeiden: So iſt der Herzog Wilhelms Schacht anſtatt der Schacht⸗ ſtangen mit geſchnittenen Pfoſten am Liegenden ausgeſchlagen worden, welche an⸗ ſtatt der eiſernen Schleifkappen an beyden Seiten mit Schlickern vom Buͤchen⸗ holz wie ein Schlitten beſchlagen ſind; daſelbſt aber, wo das Seil anſtreichet und ein Puckel iſt, gehet das Seil auf Rollen. II. Theil. N Die V V b 50 II. Th. IV. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, Die Köoͤrbe, wie auch Scheiben und Walzen im Vorhauſe, muſten auch des⸗ halb veraͤndert werden, damit das hanfene Seil vom Eiſenwerke nichts leiden moͤchte. Die Koͤrbe zu veraͤndern war aber nicht allein wegen der Naͤgel und ei⸗ ſernen Schienen, ſo vorhin beym eiſernen Seil nuͤtzlich, dieſem hanfenen Seil aber ſchaͤdlich geweſen ſeyn wuͤrden, noͤthig, ſondern auch wegen folgender Urſache. Die Koͤrbe waren nur 12 Zoll weit Behuf des eiſernen Seils, und von einem kleinen Diameter, um die Laſt vom Tiefſten, da ſie am ſchwereſten iſt, mit maͤßigem Auf⸗ ſchlagewaſſer zu heben, und die anfangs langſame Bewegung wurde immer ge⸗ ſchwinder, da der Diameter des Korbs durch das Aufwickeln des eiſernen Seils immer zunahm. Da aber das hanfene Seil ſolches Gewichte nicht hat, mithin leichter zu heben, und um des Stockens willen nicht ſo hoch auf einander laufen darf: So ſind die Korbe von glatt gehobelten Dielen, 26 Zoll weit, im Diameter aber 6 Fuß hoch, gemacht, und werden daher in einer Stunde, ſtatt der vorherigen 5 Tonnen, 7 Tonnen aus dem Tiefſten zu Tage gebracht. Dieſes Treiben iſt Nro. 5. Quart. Luc. 1750. angefangen, und ſind in den er⸗ ſten 18 Wochen damit 295 Treiben herausgebracht worden. Die Seile waren noch gut und haltbar, wiewol gleich vorne an ein Stuͤck uͤber der Tonne wandel⸗ bar worden, ſo, daß nach und nach an jedem Trumm ohngefehr 10 Lachter lang ha⸗ ben abgehauen werden muͤſſen. Es iſt aber ſolcher Schaden mehrentheils durch Unvorſichtigkeit der Schuͤtzer, welche etlichemal die Tonnen unter die Angewege getrieben, theils auch durch den harten Froſt entſtanden. Unterdeſſen ſind die Theile vorjetzo noch lang genug, und wenn allenfalls kuͤnftig noch ein mehreres davon abgehen ſollte: So kann allemal ein Stuͤck wieder hinten angeſponnen werden, und iſt demnach zu hoffen, daß dieſe Vorrichtung der Herzog Wilhelms Grube, und vielleicht mit der Zeit noch andern mehr, Nutzen verſchaffen werde. Dafern aber wider Verhofſen Schaden dabey entſtuͤnde: So iſt vorher reſolviret, daß ſolcher nicht den Herzog Georg Wilhelms Gewerken zur Laſt kommen, ſondern von der Bergbaucaſſe reſtituiret werden ſoll. So weit man anjetzo abnehmen kann, wird dabey kein Schaden, ſondern großer Vortheil entſtehen, und duͤrfte es an ſolchen Orten nuͤtzlich nachgeahmet werden, allwo wenig Aufſchlagewaſſer fuͤrhanden, oder die Tiefe zu groß iſt, daß das Eiſen nicht halten will. §. 18. Statt der hanfe⸗ Nachdem mit dieſem hanfenen Seil drey Jahr auf dieſer Grube getrieben nen Seile wer⸗worden: So hat der Schichtmeiſter derſelben am 3. Aug. 1753. im Bergamt den Seile von ſchriftlich gemeldet, daß auf ſolches Seil in 3 Jahren 5327 Fl. 7 Gr. verwendet Rindleder vor⸗ geſchlagen. worden, dagegen man aus dem Verkauf des alten abgenutzten Seils nur 35 Fl. erhalten. In jedem Quartal, eins gegen das andere gerechnet/ waͤren 235 5 Lach⸗ ter darauf gegangen, daher faſt alle Quartal ein neues Trumm erfodert werden, und kein andrer Profit uͤbrig bleiben wuͤrde, als daß mehrere Treiben zu Tage ge⸗ fodert wuͤrden. Was man an Schmiedekoſten und ſonſt beym Treiben erſparen moͤchte, wuͤrde auf das hanfene Seil gehen, welches nicht, wie man gehoffet, ꝛ bis 4 Jahr halten koͤnnte, indem es ſich, wenn die Laſt angehaͤnget waͤre, nach und nach aufwinde, die Naͤſſe wie ein Schwamm in ſich zöge, daher ſtockigt und faul werde, welches in dieſem Schachte nicht zu vermeiden ſey, da das Seil uͤber der Tonne beſtaͤndig im Naſſen gehen muͤſſe. Er hat dagegen ein Seil von Rindleder vorgeſchlagen, davon das Lachter auf 14 Thlr. koſten wuͤrde, welches, als von dichterer Materie und feſte genaͤhet, von der Naͤſſe nicht ſo leicht durchdrungen wuͤrde, ſich auch nicht drehen, mit⸗ hin viel laͤnger als ein hanfenes Seil Dienſte thun koͤnne. Es wüͤrde ſchon ein guter guter werden latn. Schel Fmde leprer giſt hen zu ianger türde Wow pochte ten u nn ſch Räſſe te?c Satt D aul und ſind den menft dmn. gthit hade vich der bal ———= ——— —— ——— Treiben erfodert weniger Aufſchlagewaſſer, nd gehet geſchwinder, indem eine Tonne 2 welche den Bergbau befoͤrdern. 51 guter Profit für die Grube ſeyn, wenn in zwey Quartalen ein Trumm erſparet werden könnte. Waͤre ein ſolches ledernes Seil abgenutzet: So koͤnnten von dem alten Leder zuſammen geſtuͤckte Scheiben gemacht, und eine davon, nebſt einer Scheibe Fiſchleder, auf die Kolben geſtecket, und Behuf der Waſſerkuͤnſte noch genutzet, folglich dadurch ins kuͤnftige die Haͤlfte des Fiſchleders auf den Gruben erſparet werden. Es waͤre dabey nicht noͤthig, die Schaͤchte mit geſchnittenen foſten auszuſchlagen, noch die Tonnen mit Schlickern, Wuͤrbeln und Schrau⸗ en zu machen, ſondern die Tonne koͤnnte nach der alten Art auf den Schacht⸗ ſtangen gehen, weltn nur die Wechſel und Walzen in gutem Stande erhalten wuͤrden. Endlich, wie ein ledernes Seil nur halb ſo ſchwer, als eins von Hanf ſey: So wuͤrde auch vieles Waſſer aufs Kehrrad dadurch erſparet werden. Ob nun zwar im Bergamt bekannt war, daß in Schweden Seile von ge⸗ flochtenem Leder zum Treiben gebraucht werden, woſelbſt aber die Schaͤchte tro⸗ cken und ſo beſchaffen ſeyn ſollen, daß das Seil im trocknen gehen, und ſich nirgend an ſchaben kann; da hingegen allhier zweifelhaft war, ob das lederne Seil in der Naͤſſe halten, und, wo es benaͤhet iſt, auf den Walzen nicht entzwey ſchaben moͤch⸗ te? So hat man doch dem Oberbergmeiſter aufgegeben, die Sache mit einem Sattler zu uͤberlegen, welcher berichtete, daß das Seil von Rindleder nicht von Dauer ſeyn, aber wenn es ganz von Juchten gemacht wuͤrde, die Naͤſſe vertragen, und das Lachter von lezterem auf 1 Thlr. 24 Gr. zu ſtehen kommen wuͤrde. Es ſind darauf 50 Lachter verfertiget, und gleich uͤber der Tonne in der Naͤſſe mit den hanfenen Seilen mittelſt eines Rinkens verknuͤpft worden, daß ſolche Zuſam⸗ menfuͤgung keine Hinderniß im Treiben geben koͤnnen. Als 4 Treiben damit aus dem Herzog Wilhelms Schacht heraus geholet, und noch kein Holz daran hinein gehaͤnget worden, iſt es geriſſen, und da man es rein gewaſchen und viſitiret: So haben ſich bereits 35 Bruͤche darinn gefunden, daß man ſolches ferner zu gebrauchen nicht wagen wollen. Die darauf gegangene Koſten, als 148 Fl. 2 Gr. ſind von der Bergbaucaſſe der Gruben erſtattet worden. Der Sattler hat das unbrauch⸗ bar gewordene lederne Seil fuͤr 5 Thlr. wieder angenommen. Es hat ſich zwiſchen dieſem Vorſchlag und der Probe ein andrer Sattler an⸗ gemeldet, welcher wiſſen wollen, daß man in Schweden keine Juchten zu ledernen Seilen naͤhme, indem dieſe Art Leder in duͤnſtigen Schaͤchten bald faule und trock⸗ ne, ſondern ein anderes Leder, welches nicht allein viel weniger koſte, ſondern auch in trocknen und naſſen Schaͤchten laͤnger daure. Er getraue ſich alſo, ein derglei⸗ chen ledernes Seil vorzurichten, daß wenigſtens 3 Jahr lang Dienſte thun ſolle. Da aber indeſſen vorgemeldtes ledernes Probeſeil in der Arbeit geweſen, wovon man die Probe abwarten wollen: So iſt dieſer Vorſchlag zuruͤck geſetzet, und da die Pro⸗ be mit jenem ſchlecht abgelaufen, derſelbe nicht weiter in Betrachtung gezogen worden. 109. Anno 1751. hat man auch in der Communion in der Feſtenburg auf dem Es werden noch weiſſen Schwaan mit hanfenen Seilen zu treiben angefangen, welches, weil es ein bey mehr Gru⸗ trockner Schacht iſt, gut und geſchwinder als mit eiſernen Seilen von ſtatten ge⸗ bendiehauſenen het; uͤberdem auch die Seile lange halten. An den Puckeln im Schachte gehen tzen eingeführet. die Seile auch auf kleinen Rollen, deren wol 16 Paar ſind, theils im Hangenden, theils im Liegenden. Ueber dem Schachte gehen die Seile um 1 Lachter hohe Scheiben oder Walzen, dadurch die Laſt der mit Erz oder Berg angefuͤllten Ton⸗ ne etwas leichter wird. Dieſe Scheiben werden von Tannenholz erſt ins Creutz und denn in die Runde zuſammen geſetzet, und ſind 7 bis 8 Zoll dick. Dieſes in 52 II. Th. IV. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, in 5 Minuten 100 Lachter hoch heraus gebracht wird, wie mir der Steiger dieſer Grube und der Ausrichter ſagten, als ich dem Treiben zuſahe. Wenn ein Seil bricht: So ſchlaͤget der Ausrichter die beyden Ende uͤber einander, und umwickelt ſie mit ſtarken Linnen, worauf ſie wieder halten. Es ſind nachher auf mehrern Gruben die eiſernen Treibſeile abgeſchaffet, und hanfene Seile, nachdem die Schaͤchte dazu vor⸗ gerichtet worden, angelegt, wie auch im Anfange Anno 1755. auf der Dorothea geſchehen, worauf wechſelsweiſe mit dem eiſernen getrieben wird. §. 20. Statt der hanfe⸗ Auf dem Herzog Georg Wilhelm iſt der Reviergeſchworne Haͤnel auf eine den Ge ninand ſolche Vorrichtung bedacht geweſen, daß dieſer Grube, dem Kranich und Engliſcher Feilue uma tiner Treue, die Koſten des Treibwerks erleichtert wuͤrden. Er hat daher im Quartal inwendigen Crucis 1755. durch den St. Andreasbergſchen Bergzimmermeiſter auf dem Her⸗ mele chne kreizog Georg Wilhelm eine inwendige Treib⸗ und Korbwelle mit einem Bremsrade aber wegen der und zwey eiſernen Seiltruͤmmern im Hangenden auf der 100 Lachterſtrecke vorge⸗ fehlerhaftu richtet, welche vermittelſt zweyer krummen Zapfen und zwey ſteifer Geſtaͤnge vom Dorn chamgn Tage ein, wovon das eine treiben das andere ziehen ſollte, bewegt, und damit Erz gelungen. und Berg aus dem Tiefſten bis auf die 115 Lachterſtrecke, wo ein Fuͤllort zu bre⸗ chen war, 88 Lachter blind getrieben, daſelbſt geſtuͤrzet, von da aber ferner 115 Lach⸗ ter mit dem ordinairen Treibwerke mit eiſernen Seilen zu Tage ausgetrieben wer⸗ den ſollte, waͤhrend das Geſtaͤnge im Schachte ſtille ſtuͤnde. Ueber dem Schacht hat er zwey halbe Creutze und daran die in den Schacht gehenden Geſtaͤnge gehaͤnget. Von dieſem gieng das gewoͤhnliche Kunſtgeſtaͤnge mit zwo Schwingen bis an die Tages Korbwelle, woſelbſt er zwo große Schwin⸗ gen gehaͤnget, und aus dieſen zween Bleuel in die Wendeboͤcke, welche ſo vor⸗ gerichtet waren, daß ſie mit den Bleueln, die jetzo an die Korbwelle gehen, wie es noͤthig, ab⸗und angehangen werden konnten. Hiedurch ſollten an jedem Treiben 11 Gr. 4 Pf. und in einem Jahre 738 Fl. 4 Gr. erſparet, mithin die Baukoſten, die nach dem Anſchlage ſich auf 1581 Fl. 1I Gr. incluſive der 894 Fl. 14 Gr. fuͤr ein neues eiſernes Seil belaufen ſollten, binnen 3 Jahren wieder eingebracht werden. In Nro. 10. Quart. Cruc. 1755. iſt der Anfang mit der Arbeit an dieſem neuen Treibwerke gemacht worden, und in Nro. 3. Quart. Luc. 1755. hat der Geſchworne im Bergamt gemeldet, daß das neue Treibwerk zu Stande gebracht ſey, aber noch nicht recht gehen wollte, ohne daß er ſich zu helfen wiſſe. Er habe indeſſen, damit die Gruben nicht darunter leiden moͤchten, das Treiben mit neu angeſchaften hanfenen Seilen wieder in Gang gebracht. Es iſt darauf dem Oberbergmeiſter Harzig/ dem Maſchinendirector Hanſen unddem Kunſtmeiſter Schwarzkopf aufgegeben worden, die Vorrichtung /jeder vor ſich/ in genauen Augenſchein zu nehmen, und nachher gemeinſchaftlich zu uͤberlegen, ob und wie etwa dem Werke noch geholfen werden konne. Dieſe haben darauf in Nro. 8. Quart. Luc. im Bergamte berichtet: Es ſey dieſe Vorrichtung uͤberhaupt fehler⸗ haft und unregelmaͤßig. Denn 1) waͤren an der Tagekunſt die Leitarme, welche nach dem Winkel und Lage der auswendigen Korbwelle eingerichtet waͤren, unver⸗ aͤndert beybehalten. Da nun das neue Geſſtaͤnge uͤber dieſe Korbwelle hinauf ſteige, und einen ſpitzigen Winkel formire: So verurſache daſſelbe eine ſtarke Spannung, und vermindere den Hub. Wollte man nun die ſtehende Welle mit den Leitarmen nach dem neuen Geſtaͤnge in den Winkel richten: So accordire es nicht mit der Korbwelle am Tage. 2) Haͤtten die zwey einzelnen Kunſtgeſtaͤnge kein Aequilibrium gegen einander, ſondern belaͤſtigten im erſten und zweyten Viertel beyde mit ihrer voͤlligen Schwere, hergegen im dritten und vierten druͤckten ſie beyde zugleich. Dieſem habe der Geſchworne mit Gegengewichte zu helfen vermeinet, 3 bern viext 1der kanſ Linl, ude hracht in ge fälb ſches ein 6 h- lnn wolle und welche den Bergbau befoͤrdern. 53 vermeinet, ſo zwar im erſten und zweyten Stand etwas helfe, hingegen im dritten und vierten mehr Beſchwerung verurſache. 3) Habe man gefunden, daß die Leitarme uͤber der inwendigen Korbwelle ganz contrair appliciret waͤren, und haͤtten die Schacht⸗ kunſtſtangen mit den Bleueln, welche die Korbwelle umziehen ſollten, keine gerade Linie, ſondern zoͤgen ſich flach ins Hangende. Solchemnach haͤtte das Centrum zu dieſen beyden Leitarmen nicht ins Liegende auſſer dem Circul geſucht und ange⸗ bracht werden muͤſſen, indem dadurch am Hube ſowol als an der Kraft viel verlo⸗ ren gehe. Ob nun gleich ein und anders hiebey in beſſere Ordnung, auch allen⸗ falls der Umgang der Korbwelle zuwege gebracht werden könnte: So werde doch ſolches von keiner langen Dauer ſeyn, und der Hub im Schachte ſich gar bald veraͤndern, uͤberhaupt aber derjenige Effect nicht erfolgen, welcher geſucht worden. Es hat alſo dieſe Vorrichtung wieder weggenommen, und mit den hanfenen Sei⸗ len nach wie vor fortgetrieben werden muͤſſen. Man hat nun auch verſuchen wollen, ob nicht hanfene getheerte Seile, als Schifsthaue, laͤnger halten wuͤrden, und deshalb Anno 1756. ein Stuͤck aus Daͤnnemark verſchrieben, das 19 Cent⸗ ner 31 Pfund gewogen und 220 Lachter lang geweſen, davon das Pfund auf 5 Gr. kommt. Mit ſolchem hat man Nro. 6. Quart. Trinitat, auf dem Georg Wilhelm, der jetzo uͤber 200 Lachter tief iſt, zu treiben angefangen. Es hat 1 Jahr gehalten, und waren davon im Quart. Trinit. 1757. noch 100 Lachter gangbar. Der Clausthalſche Seiler hat auch dergleichen getheerte Seile, die aber dicker und ſchwerer ſind, uͤbrigens eben ſo lange halten, das Pfund zu 5 Gr. 4 Pf. gemacht. 1 Centner abgaͤngiges ohngetheertes Seil wird fuͤr 27 Gr. verkauft; fuͤr I Cent⸗ ner getheertes aber ſind vom Papiermacher 15 Gr. geboten. Die Dauer ſolcher Seile haͤngt mit von der Witterung ab; denn wenn Waſſermangel iſt, und das Seil lange auf dem Korbe lieget: So wird es ſtockigt, und haͤlt nicht ſo lange als wenn beſtaͤndig getrieben wird; wenn ſich aber im harten Winter Eis daran ſetzet: So haͤlt es laͤnger als ſonſten. Dieſes hat mir der Schichtmeiſter auf dem Georg Wilhelm auf mein Anſuchen berichtet.(*) 21. Vor dem Jahr 1708. wuſte man noch nicht Kehrraͤder an ſolchen Oertern Partalt hat Aa. anzulegen, wo kein Waſſer in der Naͤhe des Schachtes war, oder ſich dahin leiten Kehrrad unten ließ. Die Raͤder waren, wo dazu Waſſer fuͤrhanden war, gleich in dem Gruben⸗an einem Berge hauſe, neben oder in dem Schachte ſelbſt, wie auch noch jetzo geſchiehet, wenn 1n fachrer 5— dazu Gelegenheit iſt. Aber Anno 1708. hat der Maſchinendirector, Bartels, als gelegenen Richter und Schichtmeiſter im Grunde, einen Verſuch gemacht, ein Kehrrad, das Schachte ange⸗ den Berg aus dem 50 Lachter tiefen Schacht treiben ſollte, auf dem Laubhuͤtter leget. Stollen im Eichelnbach 31 Lachter weit vom Schachte unten am Berge anzule⸗ gen, da die eiſernen Seile von dem Korb uͤber Walzen den Berg hinan und um die uͤber dem Schachte hangende Scheiben giengen. Es hat ſich dabey gezeiget, daß bey dieſem Kehrrade an einem ganzen Treiben, oder 40 Tonnen, 426 Centner und 0) Es ſind über die Stärke der Taue und Seile und die ihnen zu gebende größere Haltbarkeit ſeit gerau⸗ mer Zeit verſchiedene nützliche Verſuche angeſtellet worden. Wer ſich davon näher zu unterrich⸗ ten wünſcht, den verweiſe ich auf Muſchenbroecks Phyſik und folgende Auſſätze des berühmten Reaumers in den Mem. de l'acad. des Sc. Année 1711. Herrn von Schroͤders in dem zweiten Theil der Verſuche der Naturforſchenden Geſellſchaft in Danzig, Herrn Wallerins in dem erſten Band der Schwed. Abhandl. nebſt Polheims Gedanken darüber, und endlich des Herrn von Juſti ſeinen in dem erſten Band ſeiner öconomiſchen Schriften. Aus den Verſuchen erhellet, daß wenn die Fäden eines Seils nur ſehr mittelmäßig zuſammen gedreht worden, als⸗ denn das Seil mehr tragen könne, als die loſen Fäden zuſammen, umgekehrt aber, wenn das Seil zu ſtark gedreht iſt. Herr von Juſti ſchlägt vor, alle Stränge nach der Länge an einan⸗ der zu legen, und mit einer ſtarken Schnur zu umwinden, und ſie mit Theer zu tränken. II. Theil. ——* g * 54 II. Th. V. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, und 20 Pfund Waſſer erſparet worden. Dieſes ruͤhrte davon mit her, daß die 31 Lachter eiſernen Seile, welche den Berg herunter uͤber Walzen bis auf den Korb giengen, nach ihrer dohnlaͤgigen Richtung, die Tonne mit 370 Pfunden beſchwert, alſo in allem 4 Centner 40 Pfund im Gleichgewichte erhielten, um ſo viel alſo auch die Laſt beym erſten Aufheben vom Fuͤllorte erleichtert wurde. Da aber durch dieſen Zug des eiſernen Seils die leere Tonne vom hinein gehen in den Schacht zuruͤck gehalten wurde: So hatte er 2 Nebentruͤmmer Seil mit einem Ende an Krampen gehaͤngt, die in der Mitte des Schachts am Hangenden an die Joͤcher feſt gemacht waren, und mit dem andern Ende hatte er ſie an dem Treibſeil 2 Lachter uͤber der Tonne befeſtiget, daß ſie wechſelsweiſe die leere Tonne wieder hinein ziehen konnten. Denn ein jedes Nebentrumm war 30 Lachter lang, nemlich 15 Lachter ſtarkes Seil, das Lachter zu 22 Pfund, und 15 Lachter kleines Seil, das Lachter von 10 Pfunden, alſo war das Gewichte eines Nebentrummes gerade 480 Pfund, oder ſo viel als der Zug des den Berg hinunter gehenden Seils betrug, und blieb noch die Schwere der Tonne von 110 Pfund zum Uebergewichte. Ich theile hier von dieſem Treibwerk des Erfinders eignen Riß Fig. J. und die Beſchreibung mit. AA. die beyden Scheiben, von denen gehen die beyden Truͤm⸗ mer Seile O. B. den Berg hinab, bis auf C. D. oder die Koͤrbe. C. iſt der Korb, ſo voll Seil gewickelt iſt, und die Tonne E. zu Tage ausgebracht hat. D. iſt der Korb, ſo die Tonne F. unten im Schacht aufs Fuͤllort gebracht. G. Das Neben⸗ trumm, ſo mit der vollen Tonne zu Tage ausgegangen, und wenn geſtuͤrzet, das Seil O. den Berg wieder hinauf ziehen muͤſſen. H. Das Nebentrumm, ſo mit der leeren TonneF. den Schacht hinein gegangen. Bey J. und l. ſind die Nebentruͤmmer in das rechte Treibſeil eingehaͤnget, und K. iſt ein Joch im Hangenden, darinn 2 Krampen L. und M. woran die beyden Ende der Nebentruͤmmer feſt ge⸗ macht ſind. Zu einem Nebentrumm ſind 30 Lachter Seil genommen worden, ungeachtet die halbe Schachttiefe nur 25 Lachter war, weil man es 22 Lachter uͤber der Tonne an das Treibſeil befeſtigen muſte, damit frey Seil zu dem Stuͤrzen ſeyn moͤchte. Die uͤbrigen 24 Lachter machen den Bogen im Schachte, welcher ſtets unter der Tonne bleiben muß, damit dieſe im Hineingehen ſich nicht in ſolchen Bogen lege und kleben bleibe. 22. Bartels Aufſatz Da nun Herr Bartels hiemit zum erſten gezeiget, daß auch ein Kehrrad bey von Kehrradſtu⸗Entlegenheit eines Waſſerfalls zu einer Grube angelegt werden koͤnne: So hat er ben, die dom— Anno 1709. folgenden Aufſatz von Kehrradsſtuben, ſo weit von den Treib⸗ Treibſchacht ab⸗ —— —† 1 4 4 A 8 ſchaͤchten abgelegen, verfertiget. „Zuerſt iſt nöthig zu wiſſen, allwo der Waſſerfall am fuͤglichſten und vor⸗ „theilhafteſten angeleget werden kann. „ 2) Wie weit die Diſtanzen von den Scheiben uͤber dem Treibſchachte bis „auf die Kehrradswelle ſeyn. „ 3) In welchem Grad oder unter welchen Winkel, das eiſerne Seil zu liegen „kommen wuͤrde, von dem Korbe bis auf die Scheibe. „ 4) Wie tief der Schacht, allwo heraus getrieben werden ſoll. Es iſt aber „hieraus nicht gleich zu ſchlieſſen, als wenn derſelbe Schacht nachgehends nicht „ tiefer abgeſunken werden duͤrfte, ſondern es kann abgeſunken werden, ſo tief es „ noͤthig iſt; es iſt nur die Tiefe deſſelben Schachts bey Anlegung der Kehr⸗und „Nadſtube zu wiſſen vonnoͤthen, daß daraus „ 5) eine welche den Bergbau befoͤrdern. 55 „„D eine Rechnung auf die Weite gezogen werden kann, ob auch das Trei⸗ „ ben angehen koͤnne oder nicht, und moͤchte ſich wol auf eine Weite zutragen, „daß der Treibſchacht gegen ſolche Diſtanz nicht tief genug waͤre. Wenn alsdenn „ nach der Rechnung das Treiben angehen kann: So wird 3, 6) die Radſtube gebauet, Kehr⸗ und Bremsrad, Koͤrbe und Geſchutz nach „gewöͤhnlicher Weiſe angeleget. „ 7) Von den Korben an bis uͤber den Treibſchacht vor die Scheiben muͤſ⸗ „ ſen Bocke hingerichtet werden, darein Walzen zu liegen kommen/ damit die ei⸗ „ ſernen Truͤmmer Seil darauf gehen koͤnnen. Daß aber ſolche Boͤcke und Wal⸗ „ zen nicht leichtlich faulen, ſondern ins Trockene kommen: So kann ſolches „obenher zugeſchlagen werden. „ 8). Werden die Truͤmmer Seil auf den Walzen hingeleget, von den Köͤr⸗ „ ben an bis uͤber die Scheiben zum Schachte hinein, und koͤnnte alſo getrieben „ werden, wenn nur die leere Tonne das Trumm Seil bey deſſelben Laͤnge und „ Schwere nach ſich ziehen könnte. Weil nun ſolches der Hauptpunct iſt, dem „ zu helfen iſt: So muß man „,9) noch ſo viel eiſernes Seil, als der Schacht tief iſt, hinein haͤngen, bis „ daſſelbe unten zuſammen gehaͤnget werden kann, daß alſv nur ein Trumm Seil „ ſey, ſo von einem Korbe an einem ganzen Stuͤck zum Treibſchachte hinein und „ auch wieder heraus gehe, bis auf den andern Korb; ſo wird das Seil eins „ gegen das andere die Balance halten, und wenn geſtuͤrzet worden: So hat die „ leere Tonne das Seil nicht nach ſich zu ziehen, ſondern das Trumm Seil, ſo „ neben der Tonne zum Schachte hinein gehet, wird ſolche Arbeit verrichten; und „ hat alſo auf dieſe Weiſe das Kehrrad nichts mehr zu heben, als das Erz oder „ Berg, ſo in der Tonne iſt, und was das heraus gehende Seil in den Spuren „ anlieget und bremſet, welches Bremſen doch auch bey dem jetzigen Treiben eben⸗ „ falls geſchiehet. Daß alſo auf dieſe Weiſe das Treiben aus den weit abgelege⸗ „ nen Radſtuben eben ſo geſchwinde, als aus den nahe dabey liegenden verrichtet „ werden kann. So vermuthe auch nicht ſo viel Bruͤche zu haben, als bey jetzi⸗ „ gen Treiben, weil die Tonnen eine Gleichheit halten, und anfangs nicht Mheß „ mer als am Ende, und am Ende nicht geſchwinder als im Anfange gehen und „ getrieben werden wird, wegen der Balance. Von Erſparung des Waſſers will „ nichts gedenken, weil ſich ſolches von ſelbſten zu Tage geben wird. „ Es iſt aber dieſes Seil, ob es ſchon im Schachte und am Tage auf den „ Scheiben ohne Ende gehet, dennoch kein Seil ohne Ende zu nennen. Denn, „ daferne man ein Seil ohne Ende gebrauchen wollte: So waͤre auch nur ein „ einziger Korb, darauf das Seil gienge, dazu vonnoͤthen. Aber wenn ein ſol⸗ „ches Seil ohne Ende beicht: So laͤuft und liegt das ganze Seil eins und in⸗ „ geſamt in dem Schachte, und bleibet nichts vom Seil auf dem Korbe, womit „ der Bruch heraus geholet werden koͤnnte, ſondern dieſes Seil, ſo ich nehme, iſt „ ein einziges Trumm zu nennen, welches zwey Ende hat, ſo auf beyden Koͤrben „ angemacht ſind. „„ 10) Muß jeder Tonnen ein Nebentrumm eiſern Seil, oder Schurz von „ 5 Lachtern, weniger oder auch wol mehr, nachdem es die Tiefe des Treibſchachts „ erfodert, gegeben werden, ſo in die Treibſeile eingehaͤnget werden muͤſſen. „ II) Muß das unterſte Feld Schachtſtangen von 5 Lachtern tief ſtark ſeyn, „ und auf der Sohle vom Liegenden abgeruͤcket werden auf 3 Lachter, damit das „ Seil hinter demſelben Feld der Schachtſtangen ohne Verhinderniß der Tonne „ ſich wechſeln oder wenden koͤnne. den oh 3 O 2„ I12) Da⸗ — — 3 1 . 8 4 1 6 . 3 * 1 4 1 . 1 1 8 — . 11 ¹ 3 „ . 77 II ‿ „ 4 3 4 . 1 4 .- I „. 114 t „ 3 M * 1 6 * 4 . 5 „* 5 8 1 4 ———— 56 II. Th. V. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, „ 12) Damit aber in der Wechſelung das Seil hinter den Schachtſtangen „ſich nicht verfitzen möge: So muß daſelbſt eine Scheibenwalze gelegt werden, „worauf das Seil ſich wenden könne. „ 13) Weil aber das eiſerne Seil in der Wendung, wenn die volle Tonne „aufgehet, ſich laͤnget und alſo unter der Scheibenwalze leer wird, und ſich alſo, „obſchon die Walze darunter, dennoch verfitzen kann, und dann, wann die leere „ Tonne hinein kommt, das Seil ſich um ein merkliches verkuͤrzen, die angelegte „ Scheibenwalze uͤber einen Haufen reiſſen oder das Seil gar zerſprengen wird: „ So iſt nöthig, die Scheibenwalze wohl und mit proportionirter Bewegung an⸗ „ zulegen, damit das Seil ſowol in ſeiner Verlaͤngerung als Verkuͤrzung ſtets „auf der Scheibe bleibe, ſich nicht verfitze, noch auch geſprenget werden moͤge. „ Auf dieſe Manier nun wird mit den entlegenen Kehrraͤdern eben ſo gut getrie⸗ „ben werden koͤnnen, als mit denen, ſo nahe dabey liegen.„ Es ſind aber meines Wiſſens keine Kehrraͤder auf vorbeſchriebene Weiſe in weit entlegenen Radſtuben angeleget, auch hat Bartels hiebey nicht gezeiget, auf was Art das Geſchuͤtze in der Radſtube zu regieren ſey, wenn die volle Tonne zu Tage kommt, das Rad zum Stuͤrzen umgewendet, und die leere Tonne wieder hin⸗ ein gelaſſen werden muß. Es iſt auch in eben dem Jahre eine bequemere Art, aus weit abgelegenen Radſtuben zu treiben erfunden worden, wodurch das Maſchinen⸗ weſen allhier einen beſondern vortheilhaften Zuwachs bekommen hat, ſo daß ich obigen Aufſatz haͤtte weglaſſen koͤnnen, wenn nicht dieſes ſinnreichen Mannes Ge⸗ danken aufbehalten zu werden verdienten. §. 23. Gelegenheit zu Der Herr Commercienrath von Polheim hatte Anno 1707. wie derſelbe iner aehen art auf dem Clausthal war, ſich gegen verſchiedene Bergbediente heraus gelaſſen, daß Kehrrädern zu man nicht noͤthig haͤtte, die Kehrraͤder dicht an dem Schacht anzulegen, ſondern treiben, und die dieſelbe auf eine halbe Meile Weges, und allenfalls noch weiter davon, nach Er⸗ Seſchen foderung der Aufſchlagewaſſer legen, und wenn eine Tonne aus dem Schacht zu 4 Tage waͤre, in dem Augenblick das weit entlegene Kehrrad ſtille ſtehend machen, auch umkehren, und ſolchergeſtallt das Treiben bequem verrichten koͤnne. Dieſes Vorgeben iſt zu der Zeit von vielen fuͤr unmoͤglich gehalten, ja von einigen verla⸗ chet worden, weil man vielleicht den Herrn von Polheim, der damals der deut⸗ ſchen Sprache noch nicht völlig maͤchtig geweſen, nicht recht verſtanden hat. Als aber darauf Bernhard Ripking, nachmaliger Maſchinendirector zum Clausthal, mit dem noch lebenden Kunſtmeiſter, Herrn Chriſtian Schwarzkopf, zu ihm in die Information nach Schweden geſandt worden, und der erſte in ſei⸗ nem Schreiben an den Herrn Geheimen Cammerrath und Berghauptmann, und nach⸗ maligen Geheimen Rath und Cammerpraͤſident, von dem Buſch, von obgedachten von der Grube weit entlegenen Kehrraͤdern Erwaͤhnung gethan, welche dem Claus⸗ thalſchen Bergamte angezeigt worden: So hat der damalige Geſchworne, nach⸗ hero Oberbergmeiſter, Georg Degen, der Sache nachgedacht, und ein dergleichen Treibwerk noch vor der Ruͤckkunft der Herren Ripking und Schwarzkopf Anno 1709. bey dem Koͤnig Joſaphat vorgerichtet. Es beſtehet ſolches Treibwerk aus einem Kehrrade mit zween krummen Zapfen/ an deſſen Welle ein Bremsrad und zwiſchen beyden eine Schindelwand iſt/ aus zwey Feld⸗ geſtaͤngen und aus einer Welle mit zween Koͤrben im Grubenhauſe. Die Höhe des Kehr⸗ rads richtet ſich nach der Hoͤhe des Waſſerfalles, die Welle iſt 16Fuß lang, das uͤbrige iſt oben beſchrieben. Die beyden krummen Zapfen machen einen rechten Winkel mit Teb. VII. einander. Wenn nemlich der eine horizontal oder ſöhlig ſtehet, wie A. Fig. 89. 9 welche den Bergbau befoͤrdern. 57 g So muß der andere perpendicular oder ſeiger ſtehen, wie B. Bey dem erſten dn Verſuch hatte Herr Degen nur einen aber zweymal an einander gekruͤmmeten Zapfen, wie Tab. X. Fig. X. in die Welle geſetzet. Als aber ſolcher durch je⸗ ine mandes Bosheit, wie er mir ſelber geſaget, zerbrochen worden: So hat er an bey⸗ ſ den Enden der Kehrradswelle einen krummen Zapfen eingefuͤget. ei Die im Grubenhauſe liegende Korbwelle C. D. iſt ſo lang, als die Welle des Kehrrades, die zween Körbe daran E. F. ſind, wie oben beſchrieben worden, und die krummen Zapfen liegen eben ſo wie am Kehrrade, nur ſind ſie, in Abſicht auf den Hals, etwas kleiner als die in der Kehrradswelle. Sind z. E. an dieſer die krum⸗ 9 men Zapfen 30 Zoll: So ſind die an der Korbwelle nur 5 und wo das Feld⸗ e geſtaͤnge ſehr lang iſt, nur 26 Zoll. Denn weil die Schloſſe am Feldgeſtaͤnge ſich zeehen, und dadurch die Kunſt etwas am Hub verlieret: So können von den krum⸗ men Zapfen des Rades gleich große an der Korbwelle nicht herum getrieben werden. af Die zwey Feldgeſtaͤnge und Bleuel ſind in allem ſo, wie im I. Theil 2. Cap. 2. Abtheil. in der Beſchreibung des Kunſtgeſtaͤnges gemeldet worden. Eins da⸗ von, als L. M. iſt das ordinaire Kunſtgeſtaͤnge, deſſen Bleuel beſtaͤndig uͤber dem krummen Zapfen des Rades haͤnget. Der andere Bleuel N. iſt an der großen un Schwinge dieſes Kunſtgeſtaͤnges vor dem Grubenhauſe, da er neben auch wol unter 61 dder unſtſtange hergehet/ von welcher R. ein Stuͤck iſt. Wenn getrieben werden ſoll: 6 So wird der Bleuel uͤber den krummen Zapfender Korbwelle bey D. gehaͤnget; iſt aber das Treiben zu Ende: So wird der Bleuel entweder von der Korbwelle ab⸗ gehaͤnget, und gehet auf einer Walze mit dem Kunſtgeſtaͤnge hin und her, oder er wird von der großen Schwinge abgehaͤnget und ruhet. An dem andern Geſttaͤn⸗ e, das auſſer dem Treiben ſtille ſtehet, haͤnget der Bleuel O. beſtaͤndig uͤber dem rummen Zapfen der Korbwelle. Aber der Bleuel in der Radſtube iſt von dem den krummen Zapfen abgehaͤnget, und wird, wenn getrieben werden ſoll, daran gehaͤn⸗ 8 get, auf daß hiemit die Korbwelle auch an dieſer Seite umgetrieben wird. t z Ein ſolches Treibwerk hat gemeldter Degen Anno 1710. bey der Dorothea gebauet, he wo das Kehrrad vom Schachte 170 Lachter entfernet haͤnget. Dieſes verrichtete bey⸗ dn des das Waſſerheben aus dem Schachte und das Treiben. Wenn es aber zu⸗ are weilen an hinlaͤnglichem Aufſchlagewaſſer fehlte: So hub es nur allein das Waſ⸗ det ſer aus dem Schachte, und wurde im Gaepel mit Pferden getrieben. Weil aber ddiieſes koſtbar iſt, und der Waſſerhub bey zunehmender Tiefe der Gruben das Treiben an der gehoͤrigen Geſchwindigkeit gehindert haͤtte: So iſt zu dieſer Zeche d Anno 1735. noch eine beſondere Waſſerkunſt gebauet worden. 1§. 24. nac. ctn Damit der Schuͤtzer, der das Waſſer regieret, wiſſe, wenn er, um die zu Dem Schützer laus Tage gekommene Tonne auszuſtuͤrzen/ das Rad umkehren, aufhalten und wieder fortge⸗ wird mit einem hen laſſen ſolle: So ſind etwa 12 Zoll lange in einem Gelenke bewegliche eiſerne dan ner ange, ce Schwingen a. unter den Bockholmen angenagelt, und in dieſelben ſchmale und duͤnne Rad regieren n Geſtaͤnge, die Klopfſtangen genannt, unter der ganzen Kunſt bis zu dem Gruben⸗ſoll hauſe beym Schacht gehaͤnget, Fig. IV. g. h. welche vermittelſt eines halben Creutzes i. von dem, der dazu beſtellet iſt, m. alsdenn, wenn eine Tonne zu Tage gekommen, angezogen werden, daß der Hammer n. in der Kammer des Schuͤtzers bey dem Rade auf ein Eiſenblech k. ſchlagen muß. Was die Zahl der Schlaͤge des Hammers bedeute, ſolche iſt vorher zwiſchen dem Schuͤtzer, und dem, der die Klopfſtangen anziehet, verabredet worden. 1 II. Theil. P§. 25. 1 — 1 . 1 8— — 7 3 1 * 1 1 .. . Ir * 1 1 ’. V 1 V* I———,— 4 21*— * 2 58 II. Th. IV. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, §. 25. Ein Uhrwerk Damit auch der Schuͤtzer wiſſe, wenn die Tonnen ſich wechſeln, oder einan⸗ ꝛeigt dem Schu⸗ der im Schachte ſich begegnen, und die ledige Tonne mit dem niedergehenden Seil buniget Waſſer die volle uͤberwieget, und alſo dem Rade nur wenig Waſſer zu geben iſt, auch zu gebeniſt. wenn die volle Tonne zu Tage kommen will: So iſt nachher gegen ſeinem Sitz bey dem Bremsſchwengel und Schuͤtzſtangen ein Raͤderwerk mit einer Scheibe und Weiſer, wie ein Uhrwerk, hingeſetzet worden. Es beſtehet aus zwey in ein⸗ ander greifenden Sternraͤdern. Mit dem untern geht der Weiſer um, an den obern und kleinern ſind 2 kleine krumme Zapfen, die mit einander einen rechten Winkel einſchlieſſen, wie am Rade, und dem Schub der daruͤber gehenden Wei⸗ ſerſtangen gemaͤß ſind. Dieſe Stangen ſind an die erſte oder zwote Schwinge vor dem Schuͤtzhauſe, etwa 7 Zoll uͤber dem Stege, angehaͤnget, gehen auf Wal⸗ zen, und treiben das Raͤderwerk um, daß der Weiſer vor der Scheibe von einer Zahl zur andern fortruͤcket. Je kleiner oder groſſer die krummen Zapfen ſind, deſto niedriger oder hoͤher werden ſie an die Schwingen angehaͤnget. Dieſes Uhr⸗ 5 we uach der Tiefe der Schaͤchte abgetheilet, gleichwie ein Zaͤhler am arnhaſpel.. Hat der Schuͤtzer an der Weiſerſcheibe, an der unter jeder Zahl ein kleines Loch durchgebohret iſt, um einen kurzen Pflock dadurch zu ſtecken, einmal angemer⸗ ket, wie viel Zahlen der Weiſer von 1. fortgegangen, in der Zeit, da die Tonne mit dem zugegebenen 5 Lachtern leeren Seils von dem Fuͤllorte oder aus dem Geſenke zu Tage gekommen: So rechnet er die Haͤlfte der Zahl fuͤr die halbe Tiefe vom Tage bis zum Fuͤllort oder ins Geſenke, und alſo auch fuͤr den Wech⸗ ſel der Tonnen, darnach er das Waſſer regieret. . 26. Mit einem Rad Als die Anno 38 aufgenommene Carolina nach erbauetem Schachte ei⸗ iſtadt du Giu, nes Kehrrades, zur Erſparung der Koſten, mit Pferden im Gaepel zu treiben, be⸗ lang getruben durfte, dazu aber kein beguemer Waſſerfall fuͤhhanden war: So hieng der Ober⸗ worden. bergmeiſter Degen Anno 1713. an die von dem Dorotheer Kehrrade getriebene zwey Kunſtgeſtaͤnge zwey andere, mittelſt zwoer ſtehenden Wellen mit horizontalen Winkelarmen oder Wendeboͤcken, Tab. IX. Fig. Z. welche unter einem Winkel von etwa 100 Graden mit jenen nach der Carolina giengen, und bey derſelben, mittelſt der im Grubenhauſe liegenden Korbwelle, mit dem krummen Zapfen eben die Dienſte im Treiben und Waſſerhub verrichteten, wenn das Treiben auf der Dorothea nicht gieng, ungeachtet die Diſtanz von der Dorothea bis an die Caro⸗ lina 137 Lachter, und alſo das ganze Caroliner Treibwerk 307 Lachter lang iſt. Solchergeſtalt befoderte ein Kehrrad den Nutzen zwoer Gruben. Der aus Schweden zuruͤck gekommene und nachherige Maſchinendirector, Ripking, hatte zwar ſchon vorher Anno 1711. und 1712. ein Treibwerk zum St. Andreasberg gebauet, da mit einem Kehrrade aus dreyen Gruben, aus der Weinbluͤthe, Weintraube und Weinſtock getrieben wurde, aber auf ganz kurzem Wege, und bey bequemerer La⸗ ge der Radſtube, als bey obgemeldten beyden Gruben. Weil aber die Dorothea und Carolina bey dem einen Kehrrade auf einander warten muſten: So iſt Anno 1731. noch ein Kehrrad mit zwey Kunſtgeſtaͤngen und Wendeboͤcken neben dem gemeldten fuͤr die Carolina angehaͤnget worden, daß alſo dieſe beyden Gruben zugleich treiben koͤnnen. Das Schuͤtzen und Brem⸗ ſen beyder Raͤder, da ſie faſt bey einander liegen, geſchiehet in einer Stube, darinn fuͤr eine jede Grube und Schuͤtzer ein Klopfhammer und Uhrwerk befindlich iſt. §. 27. Er e A m 1 L. u i D une mmlic auſt en K den m nerken (St brach nicht Wel gehel den Gr welle * ſare 1 welche den Bergbau befoͤrdern. 59 §. 27. Sollen zwey Kunſtgeſtaͤnge von den krummen Zapfen gerade nach der Korb⸗ Die dazu feh welle ſchieben: So muſſen entweder zwo Reihen Boͤcke mit ihren Holmen und ſiange werden Stegen geſetzet werden, wie Fig. IV. Tab. VII. gezeichnet iſt; oder es muͤſſen auf eine Reihe die Boͤcke unter den Holmen ſo weit von einander ſtehen, und die Holmen ſo lang Böcke gebracht. ſeyn, als die Diſtanz der beyden Kunſtgeſtaͤnge nach der Gerade erfodert, welches mehr als 20 Fuß betraͤgt, und darauf 4 Stege liegen, wie Tab. IX. Fig. I. bey LL. und MM. zu ſehen. Auf dieſe Art war das Kehrradtreiben anfaͤnglich bey der Dorothea eingerichtet. Weil es aber viel Holz zu Boͤcken, Holmen und Ste⸗ gen wegnimmt: So ſind nach der Zeit auf eine Reihe Boͤcke die Holmen ſo lang, nemlich 7 Fuß 6 Zoll, gemacht worden, daß drey Stege in der bey einer Waſſer⸗ kunſt gewohnlichen Weite von 10 bis 11 Zoll darauf liegen koͤnnen, und die bey⸗ den Kunſtgeſtaͤnge darauf nahe beyſammen kommen, auch die Schwingen von bey⸗ den mit einem Ende der Walze auf dem mittelſten Stege liegen. Bey den Treib⸗ werken zu der Dorothea und Carolina ſind auf dieſe Art 4 Geſtaͤnge zwiſchen 5 Stegen auf einer Reihe Boͤcke und deren 12 Fuß langen Holmen zuſammen ge⸗ racht. Zu ſolchem Behuf iſt vor der Radſtube, zu dem krummen Zapfen, der nicht die Waſſerkunſt ſondern das zweyte Treibgeſtaͤnge regieret, eine ſtehende Welle mit zween Armen wie Fig. X. geſetzet, welche durch die Welle wie ein Creutz Tab.. gehen, und an beyden Seiten ſo lang ſind, daß in den einen der Bleuel und in den andern die Korbſtange des zweyten Geſtaͤnges in gerader Linie faſſet, wie im Grundriß Tab. VIII. bey A. zu ſehen. Eben ſo macht man es bey der Korb⸗ welle, oder auch, wenn es die Umſtaͤnde erfodern, wie Tab. VIII. bey E. und er⸗ ſparet damit viel Holz. §. 28. Da bey ſchweren Treiben aus tiefen Schaͤchten die ordinairen Kunſtgeſtaͤnge Eine andere Art dem Brechen unterworfen ſind: So hat der Herr Maſchinendirector Hanſen Seſnge zum Anno 1733. eine Waſſer⸗ und Treibkunſt mit ſtaͤrkern Geſtaͤngen auch mehreren Herr Hanſen Veraͤnderungen, bey der braunen Lilie auf der Bremer Hohe gebauet. Die Erfindung, die Kunſtſtangen waren Balken ins Gevierte 7 Zoll dick. Das Schloß daran war nachmals eiwas 9 Fuß, der uͤbrige Theil 33 Fuß, und alſo die ganze Stange 42 Fuß lang. Sie den. waren nicht mit gewohnlichen Schloſſen, Kunſtringen und Riegeln, ſondern nur mit 3 eichenen Keilen und dergleichen Nagel an einander geſchloſſen, wie ſolches aus deſſelben Profil und Grundriſſe Tab. VIII. erhellet. Die Schwingen wa⸗ ren im Mittel 10 Zoll, am Ende 8 Zoll in die Vierkante, und ſpieleten nicht auf runden Walzen, ſondern auf Zapfen, welche wie ein Herz geſtaltet, und ſonſt an den Wagebalken gebraͤuchlich ſind. Die Erfahrung hat gezeiget, daß eine ſolche Kunſt ſtaͤrker und den Bruͤchen weniger unterworfen iſt, als andere mit den ge⸗ woͤhnlichen Feldſtangen. Der Herr Maſchinendirector druͤckt ſich uͤber die Vor⸗ zuͤge dieſer Einrichtung ſelbſt folgendermaßen aus: „ Wenn die Geſtaͤnge einmal in einander geſchloſſen ſind: So bleiben die⸗ „ ſelben zu allen Zeiten ſteif, und gehet kein Hub verloren. Bey den ordinairen „ Kuͤnſten und Treibwerken aber trocknen zur Sommerszeit die Schloſſe ich die „ vielen Kunſtringe weichen zuruͤcke, folglich wird alles ſchlapp und verurſachet „ Bruͤche, woferne nicht zum oͤftern die Kunſt geſtrecket, und die Kunſtringe an⸗ „ getrieben werden, welche Koſten aber bey dieſer Art ceßiren. „ 2) Wenn bey dem Treiben die Tonne im Schachte nur einiger maaßen „ unterfaſſet, oder aber bey den Waſſerkuͤnſten es etwa unrichtig gehet: So muß „ das deldgeſtaͤnge brechen. Bey dieſer 6 Vorrichtung aber, da das Geſtaͤnge 2 „„ 10 60 II. Th. IV. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, „ſo ſtark iſt, kann kein Bruch erfolgen, wodurch denn auch folglich viel Bruch⸗ „ſchichten erſparet werden koͤnnen. 1 84 „ 3) Sind bey einem ordinairen Treib⸗oder Kunſtwerke wegen der vielen „runden Walzen mit ihren finnen ungemeine Frictiones, bey dieſer Inven⸗ „tion aber ſehr wenige, ob ſolches gleich von vielen nicht begriffen werden kann. „ Einige ſtehen vielmehr in den Gedanken, daß, weil die Kunſtgeſtaͤnge ſehr ſtark, „ dieſe Art auch weit ſchwerer als die ordinairen Kuͤnſte gehen muͤſte. Dieſe Leu⸗ „te aber verſtehen nicht, was die Mechanie, noch weniger aber was ein Aequi- „ librium, fuͤr ein Ding iſt, die Kunſtgeſtaͤnge moͤgen auch ſo ſtark ſeyn als ſie „immer wollen. „ 4) Iſt das Eiſenwerk in dem Arm der ſtehenden Welle vor der Radſtu⸗ „be, welches im Grundriß ſub Lit. A. bemerket, ganz anders als an einem or⸗ „ dinairen Treibwerk beſchaffen. Der Bleuel B. welcher in den Arm der ſtehen⸗ „ den Welle A. ſchiebet, machet zwoerley Bewegung, die eine entſtehet durch den „ Verticalcircul des krummen Zapfens, nemlich auf und nieder, die andere durch b „das hin und wieder ſchieben des Bleuels an dem Arm A. nach einem Horizon⸗ „ talcircul. „ 5) Nach ordinairer Art wird der Bleuel nur bloßerdings an den Arm „der ſtehenden Welle mit einem Haͤngnagel befeſtiget, wodurch aber die vorhin „ angefuͤhrten zwoerley Bewegungen nicht ohne extraordinaire Frictiones gemacht „werden koͤnnen. Denn durch die widrigen Bewegungen wird das Stangeiſen „ vom Bleuel, der Haͤngnagel des Arms, und die beyden Zapfen der ſtehenden „Welle, in gar kurzer Zeit abgenutzet, auch durch die ſtarken Schlaͤge des Bleuels „alles an der ſtehenden Welle los und ſchadhaft gemacht. Dieſem Uebel nun „ hinlaͤnglich zu begegnen: So habe ich eine dergleichen Buͤchſe an der braunen Lilie „ Treib- und Waſſerkunſt, nemlich an den Arm der ſtehenden Welle A. worinn „ der Bleuel B. ſchiebet, verfertigen laſſen, wie aus dem Riſſe C. und D. zu erſe⸗ „hen iſt, mit welcher oben angefuͤhrte contraire Bewegungen gar gehebe gemacht „ werden.,, Weil man ſo langes Holz von 42 Fuß zu den Stangen zuſammen ſuchen muͤſ⸗ ſen: So iſt dieſe Kunſt, als ſie faul worden, etwas veraͤndert worden. Das Schloß wurde nur 5 Fuß, und alſo die Stange 38 Fuß, lang genommen, und in einer jeden Stange wurden da, wo ſie uͤber einander zu liegen kommen, immer 10 Zoll von einander drey zuſammen paſſende Einſchnitte 2½ bis 3 Zoll lang und I bis 2 Zoll hoch gemacht, dadurch 3 eichene Riegel oder Sbuude getrieben, Tab. MN. Fig. II. und vor auch zwiſchen denſelben die Stangen mit 4 ſtarken eiſernen Rie⸗ geln oder Stecknageln mit Knoͤpfen und Mutterſchrauben zuſammen gezogen. Solche Art Kunſtſtangen und Zuſammenſchluͤſſe derſelben hat man darauf bey mehrern Gruben, wo ſtarke Kunſte zu Kehrraͤdern und Treiben erfodert werden, und zwar mit halben Schwingen vorgerichtet, und befindet ſie auf kurzem Wege ſehr dauerhaft. §. 29. Ared nemnd, Anno 1740 hat der Kunſtmeiſter Schwarzkopf ein Kunſt⸗ und Treibwerk Sehrrad iwim ſchwarzen Waſſer, ohnweit der Altenau, Behuf der beyden daſelbſt aufgenom⸗ ben Waſſer ge menen Gruben, des neuen St. Andreas und der Löwenburg, gebauet, da das Kunſt⸗ deben, und ge und Kehrrad Fig. I. E. F. zwiſchen beyden Gruben lag, und die Kunſt gegen Bleuel uber en den Andreas in gerader Linie 120 Lachter lang, nach der Löwenburg aber faſt nach nem krummen einen geraden Winkel etwa 18 bis 20 Lachter lang, ſchob, vor dem Andreas Schacht Zapfen waren. beſtunden 30 Lachter der Kunſt, und zwar vor der Grube, aus halben S winn 1g. 0 welche den Bergbau befoͤrdern. 61 Fig. II. und ſtarken Geſtaͤngen, der uͤbrige Theil aus ganzen Schwingen und gewohnlichen Geſtaͤngen. Vor der Radſtube war eine ſtehende Welle R. von der Radſtube nach der Loͤwenburg waren lauter halbe Schwingen und ſtarke Geſtaͤn⸗ ge L. M. welche von zween auſſer der Radſtube ſtehenden Wendeboͤcken oder Wel⸗ len mit Winkelarmen G. H. dahin regieret wurden. Zum Waſſerhub aus beyden Gruben lag uͤber jedem krummen Zapfen ein gewoͤhnlicher Bleuel I. K. deren einer I. das Kunſtgeſtaͤnge nach den St. An⸗ dreas, und der zweyte K. daſſelbe nach der Lowenburg, vermittelſt eines Wende⸗ bocks H. bewegte. Wollte man damit wechſelsweiſe treiben: So wurde der Bleuel des zu jeder Grube gehörigen Treibgeſtaͤnges mit einem Stangeiſen uͤber den krummen Zapfen neben dem Kunſtbleuel gehaͤnget. Auf beyden Gruben hien⸗ gen beyde Bleuel beſtaͤndig uͤber den Korbwellen AB. und NO. und wurde im Treiben der eine an das ordentliche Kunſtgeſtaͤnge, wie Eig. I. bey P. zu ſehen, an⸗ und, wenn ſolches vorbey war, wieder abgehaͤnget. Weil der Andreas Schacht mit dem Kehrrade nicht parallel, ſondern in gerader Linie lag, die Korbwelle aber mit dem Schacht parallel liegen muß: So konnte ſie von den beyden Kunſtge⸗ ſtaͤngen nicht ſo, wie bey andern Gruben, regieret werden; daher ſtunden im Gru⸗ benhauſe zwo Wellen mit Winkelarmen C. und D. welche die Korbwelle A. B. umtrieben. Die eine C. wurde von dem Treibgeſtaͤnge regieret, wenn in der Rad⸗ ſtube der Bleuel mit dem Stangeiſen angehaͤnget war, die andere wurde mit ei⸗ nem Bleuel an die Korbſtange der Waſſerkunſt bey P. gehaͤnget. Da ſich aber in dieſen beyden Gruben bey 70 Lachter Tiefe kein Erz anfinden wollen: So ſind febehd⸗ der St. Andreas zuerſt und die Loͤwenburg im Herbſt 1747. wieder einge⸗ ellet, auch das ganze Kunſt⸗ und Treibwerk mit der Radſtube und den Grubenhaͤuſern wieder weggeriſſen worden. 858 §. 30. Zwey Jahr zuvor, nemlich Anno 1738. hatte Herr Schwarzkopf ein Treib⸗ werk, das nicht zugleich Waſſer hebt, auf dem Burgſtetter Zug ge Mit einem „ Kehrrad, das auet, wo mit nicht augleich einem Kehrrade aus den drey Gruben, der Margaretha, Catharina, und Herzog Waſſer hebt, Chriſtian Ludewig, wechſelsweiſe getrieben wird. Das Geſtaͤnge von der Radſtube wird aus drey bis vor der Margrethen Grubenhaus ſind gewoͤhnliche Kunſtſtangen, und 240 5 Lachter lang. Von der Margaretha nach dem Herzog Chriſtian Ludewig ſind in grader Linie 62 Lachter weit, und zwiſchen beyden, unter einem rechten Winkel nach der Catharina 19 Lachter weit, halbe Schwingen von 5 Fuß 9 Zoll Laͤnge, und ſolche Stangen, wie oben beſchrieben worden. In dem Korbwellenhauſe der Margaretha iſt 1) eine ſtehende Welle oder Kreutzwelle A. wie jetzo bey allen vom Schachte entfernten Kehrraͤdern iſt, damit die Korbwelle auf beyden Seiten, mittelſt eines Bleuels, umgetrieben werde. 2) Ein Wendebock, oder Welle, mit Winkelarmen C. deren Stange in die große Schwinge des einen Treibgeſtaͤnges in D. mit einem Stecknagel eingehaͤnget iſt. Dieſer Wendebock regieret das eine Geſtaͤnge F. nach dem Ludewig. 3) Noch ein Wen⸗ debock B. deſſen Stange unter das zweyte Treibgeſtaͤnge in einen ſogenannten Schuh E. mit einem Stecknagel eingehaͤnget iſt. Dieſer regieret das zweyte Ge⸗ ſtaͤnge G. nach dem Ludewig. Zwiſchen den beyden Geſtaͤngen nach dem Ludewig ſtehen nach 30 Lachtern von der Margaretha her wieder zween Wendebocke, die von den 27 Fuß langen Stangen K. und I.. regieret werden, welche unter die Treib⸗ geſtaͤnge in M. und N. in Schuhen eingehaͤnget ſind. Fig. O. zeiget einen ſol⸗ chen eiſernen Schuh mit ſeinen zwo Backen p. die 8 Zoll lang und 6 Zoll breit ſind, dabey ein 21 zolliges Loch haben, nebſt den zween Fluͤgeln ꝗ. deren jeder 3 Fuß II, Theil. lang, Gruben getrie⸗ Sir Tab. X. Vorrichtung, wodurch das 62 HTh. IV. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, lang, 4 Zoll breit, ꝛ bis I Zoll dick iſt, und mit 4 ſtarken Naͤgeln unter die Treib⸗ ſtange geheftet wird. 41 Wird nun aus dem Margrether Schachte getrieben: So werden beyde Treib⸗ bleuel R. und S. uber die Korbwelle gehaͤnget. Die Treibgeſtaͤnge nach dem Her⸗ zog Chriſtian Ludewig ſind indeſſen in V. und E. abgehaͤnget. Wird aus dem Ludewigs Schacht getrieben: So werden die Korbwellenbleuel auf der Margaretha von den krummen Zapfen abgehaͤnget, und gehen auf Walzen mit hin und her, und die Treibgeſtaͤnge zum Ludewig in V. und E. werden angehaͤnget. Wird aus dem Catharinen Schacht getrieben: So bleibt das Treibwerk nach dem Ludewig im Gange, die Bleuel aber an der Korbwelle ſind abgehaͤnget, und gehen wie auf der Margaretha auf Walzen mit hin und her. Dagegen werden die Bleuel an den beyden gegen die Catharina ſtehenden Wendeboͤcken an die beyden Geſtaͤnge nach dem Ludewig, mittelſt der Schuhe, angehaͤnget, wie einer bey der Margaretha. Das Klopfgeſtaͤnge zum regieren des Kehrrades iſt bey der Margaretha eben alſo wie bey den uͤbrigen Gruben, da die Kehrraͤder entfernet liegen. Zum Herzog Chri⸗ ſtian Ludewig iſt in der Margarethen Korbwellenhauſe eine duͤnne ſtehende Welle mit zween Armen. An dem einen iſt das Klopfgeſtaͤnge gehaͤnget, der andere regie⸗ ret eine duͤnne liegende Welle, die beym Treiben durch den zweyten Arm mit dem Klopfgeſtaͤnge unter der Kunſt bis in die Radſtube verbunden wird. Zu der Ca⸗ tharina iſt da, wo derſelben Treibgeſtaͤnge mit dem nach dem Ludewig gehenden zuſammen kommen, eine duͤnne ſtehende Welle mit zween Armen. An dem einen iſt das Geſtaͤnge bis ins Cathariner Grubenhaus; der andere aber wird beym Trei⸗ ben mit einem Schurz oder kurzen Kette an das aus dem Ludewiger Grubenhauſe gehende Klopfgeſtaͤnge gehaͤnget. §. 31. Wenn die Kunſt⸗ und Kehrradſtube auf einige Lachter von der Grube entfer⸗ net iſt: So werden, dem vorhergehenden gemaͤß zwo Perſonen erfodert, eine beym entfernte Kehr, Schacht, welche die Klopfſtangen, und eine in der Radſtube, welche das Rad, ſo wie ge⸗ rad von einer klopfe twird, regieret. Es hat aber der Kunſtmeiſter Schwarzkopf nach der Zeit ein Perſon gleich d dem Schachſolches Treibwerk erſt zum Clausthal auf den drey Bruͤdern, und hernach Anno te regieret wird. 1735. hier auf dem Altenauer Gluͤck gebauet, daß es eine Perſon verrichten kann. Tab. XI. Die Schuͤtzſtube iſt im Grubenhauſe ſeitwaͤrts vor dem Schachte, wo der Schuͤtzer das Treiben beobachten kann. In derſelben ſind, wie bey andern Gru⸗ ben, da das Kehrrad gleich beym Schachte, und die Schuͤtzſtube im Grubenhauſe lieget, der Bremsſchwengel und die zwo Schuͤtzſtangen Fig. II. doch mit dem Unterſchied, daß ſie daſelbſt um kleine Walzen oder Stecknagel a. beweglich ſind. Ueber dieſen Stecknageln ſind in allen dreyen 2 Fuß, 7 Zoll hohe Perpendicular⸗ arme b. mit einem eiſernen Strebebande, und wird Stange nebſt Arm zuſammen ein halbes Creutz genennet. Hinter der Schuͤtzſtube liegen in dem Vorhauſe drey Horizontalwellen mit eiſernen Zapfen, eine fuͤr den Bremsſchwengel und Bremsrad A. die zwo andern B. und G. aber fur die Schuͤtzſtangen und Kehrrad. In einer jeden dieſer drey Wel⸗ len ſind zween oberwaͤrts ſtehende eben ſo lange Perpendiculararme c. und d. davon die erſtern c. mit den Armen an dem Bremsſchwengel und Schuͤtzſtangen in der Hoͤhe von 2 Fuß, 3 Zoll durch hoͤlzerne mit Stangeiſen beſchlagene Stangen mit⸗ telſt der Stecknagel verbunden ſind. An die drey andern Arme d. ſind in eben der Hohe von 2 Fuß, 3 Zoll duͤnne Kunſtgeſtaͤnge gehaͤnget, welche unter der Kunſt auf kleinen hoͤlzernen Walzen e. die mit ihren Zapfen in kurzen Docken unter den Blaln umgehen, bis forn in die Radſtube fortgehen; und damit ſie in er graden I die welche den Bergbau befoͤrdern. 63 graden Linie bleiben: So ſind zu ihrer Tracht an den Einſtrichsboͤcken Stangen enagelt. 8 Ln der Radſtube ſind wieder drey aͤhnliche Wellen D. E. F. eine D. fuͤr den Bremsſchwengel G. auch Rad, und zwo E. F. fuͤr die Schuͤtzſtangen K. und Kehrrad. In jeder ſind auch zween Arme, wovon der eine Arm e. perpendicular unterwaͤrts, der andere f. aber unter einem rechten Winkel mit jenem alſo hori⸗ zontal gegen das Rad zu ſtehet. Die drey unterſten Perpendiculararme ſind mit ihren Geſtaͤngen verbunden. Der horizontale Arm f. der Welle I. iſt, mittelſt einer kurzen eiſernen Stange g. mit dem Bremsſchwengel G. verknuͤpft. Die üͤbrige Einrichtung des Bremsrades iſt wie gewöhnlich. Die Horizontalarme der Wellen E. F. ſtehen mittelſt der Schutzſtangen K. auf gleiche Art mit den Stan⸗ gen L. und Schuͤtzbrettern m. in Verbindung. Zu dieſem Treibwerke ſind alſo die Bremsſchwengel und Schuͤtzſtangen gedoppelt, einmal in der Schuͤtzſtube, und einmal in der Kehrradsſtube. Die Figur zeigt uͤbrigens deutlich, daß wenn man den Bremsſchwengel in der Schuͤtzſtube niederdruͤckt, das Rad gebremſet werde, und umgekehrt, wenn man aber eine Schuͤtzſtange niederdruͤckt, das Schuͤtzbrett in die Hoͤhe gezogen werde, und umgekehrt. Dieſes Treibwerk gehet alſo gut von ſtatten, ohngeachtet die Radſtube 78 Lachter, oder 520 Fuß/ vom Schachte entfernet iſt. §. 32. Was mit Leibnitzens Treibwerke im Johannes Schacht mit einem Kunſt⸗ Schwarzkopſs rade, ohne Schwierigkeit, oͤftere Bruͤche und Zeitverluſt nicht von ſtatten gehen Vorrichtung wollen, und daher bald wieder abgeſchafſet worden, dieſes iſt 32 Jahr nachher mit miteinemKunſt einer andern Erfindung, obzwar ohne Erleichterung der Laſt des Treibſeils, gluͤcklich ins Lachter langen Werk gerichtet worden. Herr Schwarzkopf hat eine Vorrichtung gemacht, daß Kunſtgeſtänge, mit dem bloßen Kunſtrade und Kunſtgeſtaͤnge zugleich das Waſſer aus dem Schacht er⸗ wufic 1us hoben, und das Treiben verrichtet werden konnte. Fig. I. iſt der Grundriß/ und Fig. II. Schacht zu zue zeiget das Hauptwerk im perſpectiv, dabey aber die völlige Ruͤſtung nicht zu ſehen hen und zu trei⸗ iſt, weil der Abzeichner des Modells damit nicht fertig werden koͤnnen, in der Be⸗ ber. XII ſchreibung aber iſt alles enthalten. Er hatte gleich vor dem Gaepel, oder Grubenhauſe, neben der Kunſt eine ſte⸗ hende oder Creutzwelle A. Fig. I. geſetzet, die in B. an die Kunſtſtange gehaͤnget war. In C. war ein Geſtaͤnge mit zwo halben Schwingen angefuget, welche in kurzen Wellen hiengen, die auf dem Geruͤſte i k 1 m. bey k. und i. lagen, gleich⸗ wie auch die Kunſtſtangen bey l. und m. an ſolchen halben Schwingen hiengen, welche in Fig. II. durch D. D. vorgeſtellet werden. Die lezte Stange oder Bleuel E. Fig. II. an dieſem mittelſt der ſtehenden Welle mit der ordentlichen Kunſt verbundenen und beweglichen Geſtaͤnge, war ſowol als die gegenuͤber an der Kunſt E. ſtark und dicke, wie ein viereckigter Balken, von beyden Seiten her oben ausgehoͤhlet, in der Mitte F. aber erhaben. In ſolchen Hoͤhlungen g. und E. Fig. II. bewegten ſich gekrummte eiſerne Stangen Il. um einen eiſernen Stecknagel 1. der aber nicht in der Mitte der ei⸗ ſernen Stangen, ſondern naͤher gegen F. wo die Kunſtſtange erhaben iſt, durch⸗ gieng. Dieſe eiſerne Stangen oder Federn hatten am innern Ende einen vier⸗ eckigten ſtarken Knopf k. der von einem andern dahinter ſtehenden unterſtutzet wurde. Am aͤuſſern Ende waren ſie eingeſchnitten und an eine eiſerne Stange 1. vermittelſt eines Nagels, darum ſie beweglich waren, befeſtiget. Die Stange L. an jeder der 4 Federn war an den hoͤlzernen Arm M. einer oben im Gerüfte lie⸗ 3 922 genden 64 II. Th. IV. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln/ genden Welle N. ebenfalls ſo beweglich eingehaͤnget. Die zwo Wellen N. und N. mit ihren Armen M. M. ſind Fig. I. durch dd. ee. vorgeſtellet. lepetbe An beyden Wellen N. war noch ein Arm O. in Fig. I. f. mittelſt eines eiſernen Stabes unten mit einer Schuͤtzſtange P. Fig. II. in Fig. I. g. und h. beweglich verbunden, welche Schuͤtzſtangen in einer gegen den Schacht zu ſtehen⸗ den Docke 9 nm einen Stecknagel, wie bey einem Bremsrade, aufgehoben und niedergedruͤcket werden konnten. Die eine Schuͤtzſtange g. Fig. I. die an die Welle gegen den Schacht zu befeſtiget iſt, war hinter dem Nagel kurz, die andere aber h. die an die Welle gegen das Rad zu verbunden war, ſo lang, als die Ent⸗ fernung dieſer Welle von der vorderſten. Wurden nun die Schuͤtzſtangen in die Hoͤhe gezogen: So giengen die Federn H. mittelſt der Stange L. nieder, und der Knopf K. in die Hoͤhe, und umgekehrt. Ueber dieſe beyde Kunſtſtangen hatte er ein viereckigtes ablanges Geruͤſte i k1 m. Pig. I. aufgefuͤhret, darinn die vorhin gemeldte Wellen zu den halben Schwingen und Armen d. und d. lagen. In der Mitte dieſes Geruͤſtes lag oben queer uͤber und parallel mit den kleinen Wellen eine ſtarke Welle n n. Fig. IJ. und R. Fig. II. daran zu bemerken ſind zween runde Koͤrbe, zum auf⸗ und abwickeln der Treibſeile SS. Fig. II. und OO Fig. I. und zwiſchen ihnen ein Bremsrad I. oder q. Fig. I. mit Unter⸗und Oberſchwelle, Docke und Schwengel, wie bey Kehrrädern, davon aber in Fig. II. nur das Rad, und in Fig. I. das Rad mit dem Bremsſchwengel, gezeichnet ſind. Zu beyden Seiten der Koͤrbe war ein ſtar⸗ kes gleichſeitiges Viereck V. und p p. Fig. I. mit noͤthigen Verbindungen, wo⸗ von jede Seite doppelt ſo lang als der Hub der Kunſt, oder viermal ſo lang als der Hals des krummen Zapfens, war. Die 4A Ecken waren einige Zoll abgeſtuͤm⸗ pfet, wie Fig. II. zu ſehen, und uͤber dieſe Ecken ſtarke Eiſen N. alſo geleget, daß ſie bis an die Spitzen des Vierecks reichten.. Dieſe zwey Vierecke lagen auch ſo, daß die Diagonalen des einen mit den Seiten des andern parallel waren, und ſie giengen uͤber die Knopfe der eiſernen Federn weg, wenn dieſe in ihrer Hoͤhlung lagen. Sollte aber getrieben wer⸗ den: So wurden die zwo Federn gegen den Schacht, oder die gegen das Kunſt⸗ rad, wie es das Treiben erfoderte, mit einer Schützſtange und Welle niederge⸗ druͤckt, daß die Knoͤpfe an beyden in die Hoͤhe ſtanden. Wenn ſich denn die Kunſt bewegte: So ſchob der Knopf auf der einen Seite des Vierecks ſo weit fort, als der krumme Zapfen lang war, welches den halben Hub der Kunſt aus⸗ macht; wo man ſich die Ecke in der Lage vorſtellen muß, worinn ſie die Figur zei⸗ get, und den krummen Zapfen in dem Verticaldiameter des Rades. Indeſſen war an der andern Seite eine Ecke des Vierecks wieder vor den Knopf der daſelbſt liegenden Feder getreten, der, durch den folgenden ganzen Hub der Kunſt an dieſer Seite, das Viereck um eine Haͤlfte einer Seite fortſchob, da indeſſen an der gegen uͤberſtehenden Seite wieder eine Ecke vor den Knopf gekommen war, und ſo immer weiter, alſo daß die Kunſt viermal umgieng, ehe das Viereck einmal herum kam. Man erſiehet dieſes deutlicher aus der Fig. III. Im Anfang der Bewegung war ab. ſenkrecht, und kam durch den halben Hub in die Lage a f. und a c. in des vorhergehenden Stelle. Der Knopf der Feder auf der andern Seite ſtand aber nun vor d. und durch den ganzen Hub, oder die Bewegung des krummen Zapfens von dem Vorderende des Horizontaldiameters des Rades bis zum hintern, gelang⸗ te a d. in die Lage von a b. ſo daß nunmehr a e. ſenkrecht wurde, u. ſ. w. Weil aber die Welle mit ihren 2 Körben, worauf ſich die Seile auf⸗und abwickelten, bey vier Umgaͤngen des Rades nur einmal umgieng: So hatte man, die Ge⸗ ſchwindigkeit des Treibens zu befoͤrdern, ſtatt der gewoͤhnlichen Körbe, runde Sch en — welche den Bergbau befoͤrdern. 65 N. ben von ziemlich großen Durchmeſſer genommen, die in einem Umgang einige Lachter Seil auf⸗ und abwickeln konnten.. ſe Wenn die Tonne oben angelangt war, und ausgeſtuͤrzt werden muſte: So d wenden die zween Knoͤpfe der eiſernen Federn durch das Niederdruͤcken der Schuͤtz⸗ he faange wieder in ihre Hoͤhlungen gebracht, und wenn ſie darinn bleiben muſten, und eine jede Schuͤtzſtange mit einem Gewichte beſtaͤndig niedergehalten, die Korbwelle de aber gebremſet, damit ſie durch das Gewichte der niedergehenden Tonne und dere des Seils nicht weiter umgetrieben werden moͤchte. Ent⸗ Weil nach dem Ausſtuͤrzen der Tonne das Treibwerk verkehrt umgehen mu⸗ din ſte: 85 wurde die Schuͤtzſtange, welche die andere Welle regierte, in die Hoͤhe der, ehoben. 3 War das Treiben zum Ende: So wurden beyde Schuͤtzſtangen mit einem aiie Gewichte oder Stuͤck Holz beſtaͤndig nieder gehalten, daß die Knoͤpfe nicht mehr uben an das Viereck reichen konnten, und die Kunſt bloß Waſſer heben muſte. Damit ohn aber das an die ſtehende Welle A. angehaͤngte kurze Geſtaͤnge nicht umſonſt hin m und her beweget wuͤrde: So konnte man es mitten im Umgehen der Kunſt von ni der Welle ab, und wenn das Treiben wieder gehen ſollte, anhaͤngen. dI Dieſe wohl ausgeſonnene Maſchine hat Herr Schwarzkopf Anno 1732. eh auf dem Koͤnig Carl vor dem Clausthal am Andreasberger Wege an eine einfache dn Waſſerkunſt, welche 664 Lachter lang war, und nicht voll Waſſer zu heben hatte, ſi angehaͤnget, wo ſic neben dem Waſſerhub das Treiben recht wohl verrichtet hat. wo Der Schacht war anfaͤnglich nur 5 Lachter tief, iſt aber mit Huͤlfe dieſer Ma⸗ 1h ſchine 54 Lachter abgeſunken worden, haͤtte auch wol nach Schwarzkopfs Ange⸗ im ben bis 80 Lachter tief werden moͤgen. Weil ſich aber kein Erz eingefunden: So ger iſt dieſe Grube Anno 1738. eingeſtellet, und die Kunſt mit dieſer Treibmaſchine wieder abgebrochen worden. Uebrigens iſt dieſe Maſchine ſchon Anno 1707. vom dea Polheim in Vorſchlag gebracht geweſen. S. den Iſten Theil, 2. Cap. 3. Abth. men Iſte Unterabth. duſ A§. 33.. end ls auf dem Kronenburgs Gluͤck in der Feſtenburg kein hinlaͤngliches Fluß⸗ Ein Kehurad i waſſer zum Kehrradstreiben, doch aber in deſſen Gegend uͤber 100 Lachter von der wird mit Waſ⸗ Grube ein kleiner Waſſerfluß war: So hat der Maſchinendirector Bartels den⸗ ſer getrieben, m ſelben, ein Kehrrad umzutreiben, brauchbar gemacht. Er hat Anno 171I. vor ſolchen Sumpf durch u kleinen Fluß einen Dammgeleget/ und dadurch einen Teich oder Waſſerſumpf gemacht, Röhren in die a darinn das Waſſer ſowol von dem Fluſſe als Regen aufbehalten wird. In deſſelben Hrhuundfiede dn Grund hatte er zwo hoͤlzerne Roͤhrentouren von ſolcher Weite, daß ſie hinlaͤng⸗ ließen müſſen. ſt lich Waſſer zum Treiben aufs Kehrrad herzufuͤhrten, bis vor das Grubenhaus dint geleget, und dieſelben mit Ventuſen verſehen, um zum erſtenmal die Luft auszulaſ⸗ gan ſen. Da nun die Sohle des Teichs hoͤher als das Gruͤbenhaus lieget, und alſo int das Waſſer in den Roͤhren bis dahin ſo viel Fall und noch etwas mehr hat, als hoch das Kehrrad im Grubenhauſe haͤnget: So hatte er vor demſelben zwo dohn⸗ laͤgigt in die Hoͤhe ſtehende Roͤhren in die beyden Rohrentouren eingefuͤget, darinn das Waſſer von dem Fall aus dem Teiche aufſtieg, und ſich in einen daſelbſt vor⸗ gelegten Kaſten ergoß, aus welchem daſſelbe durchs Geſchuͤtze auf das Kehrrad floß. (S. Anhang zum I. Theil, Nro. 4.) Weil aber die Lutten in der Erde öfters geſprungen, und das Waſſer ausgelaufen, ob ſie gleich mit 3 eiſernen Baͤndern um⸗ leget geweſen: So hat man ſie vor einigen Jahren wieder hinweg genommen, und durchs Abwaͤgen thunlich gefunden, das Waſſer aus dem Fuße des Teichs im Ge⸗ fluͤder auf das Kehrrad zu fuͤhren. Il. Theil. R§. 34. —— 1 1’ 2 1— 4 2 2 8 1 1 5 1„— 17* — 1* I. 4* — 4 ———. „————— O——* 6 1 4— 1 1* ————. 66 II. Th. IV. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, §. 34. Polheims Er⸗ Dem Herrn von Polheim haben die hieſigen Bergwerke viel zu danken, und dodu edann alle gegenwaͤrtige verbeſſerte Vorrichtungen von Kuͤnſten und Treibwerken ſind telſt Stangen von der Zeit an, da man denſelben auf dem Harze zu kennen das Gluͤk gehabt, und der d4 dn ffeſten verſtorbene Maſchinendirector Ripking, der zeitige Maſchinendirector Hanſen, vehaen zu und der Kunſtmeiſter Schwarzkopf bey ihrem Aufenthalte in Schweden ſeinen Unterricht genoſſen haben, zu ziemlicher Vollkommenheit geſtiegen, indem er der erſte Urheber der von der Grube entlegenen Treibwerke und der wohl eingerichteten Waſſer⸗ und Treibkuͤnſte iſt. Es waͤre nur zu wuͤnſchen, daß von ſeinen Erfin⸗ dungen mehrere bey dem hieſigen Bergwerke appliciret werden koͤnnten. Wohin ich die Vorrichtung rechne, womit man aus den tiefſten Schaͤchten Erz und Berg ohne eiſern Seil, vermittelſt 4 Stangen, heraus bringen kann, de⸗ ren zwo die ledigen Tonnen herab fuͤhren, und zwo die vollen zu Tage bringen. Sie iſt ſo beſchaffen, daß 3/ 4 oder mehrere volle Tonnen kurz hinter einander zu Tage gebracht/ und folglich eben ſo viel leere Tonnen wieder hinunter gelaſſen wer⸗ den konnen, welches mit einem ordinairen Kehrrad nicht angehet. Es kann folg⸗ lich mit eben den Aufſchlagewaſſern 3, 4 und mehrmal ſo viel ausgerichtet werden, 5 dit den Kehrraͤdern der gegenwaͤrtigen Art, mittelſt der eiſernen Seile, geſche⸗ en kann. Das Modell dieſer Erfindung hat der Herr Maſchinendirector Hanſen des hoͤchſtſeligen Königs Georg Ii. Mafeſtaͤt, als Dieſelben Anno 1729. den 24. Jul. unſere Harzgebuͤrge, und inſonderheit Clausthal, mit Dero hohen Gegenwart beehrten, im Dorotheer und Caroliner Zechenhauſe gezeiget. Weil aber unſere Harbergwerke ganz anders als die Schwediſchen beſchaffen ſind, indem die leztern ein Stockwerk ſind, wofuͤr man insgemein den Rammelsberg vor Goslar haͤlt, und daher die Schaͤchte alle perpendicular oder ſeiger ſind, und allein der darinn vorzurichtenden Kuͤnſte wegen niedergeſunken werden; hier aber unſere Schaͤchte nach der Dohnlage der ſtreichenden Gaͤnge, und nicht einmal nach einer geraden Linie, geſchweige denn perpendicular, abgeſunken werden, folglich unſere Kuͤnſte nach der Figur der Schaͤchte ſich richten muͤſſen: So hat dieſe vortrefliche Erfindung bis jetzo noch nicht vorgerichtet werden koͤnnen, weil dazu ein Schacht erfodert wird, der wenigſtens in einer Dohnlage niedergehet. b§. 35. Vorſchlag, das Anno 1710. hat ein Ungenannter vorgeſchlagen, das Treiben ohne Pferde Leoſtendenern und Waſſer mit großen und kleinen Schwankraͤdern, durch einige Menſchen, zu Sy Nenſchem verrichten. Dieſer Vorſchlag wurde dem Maſchinendirector Bartels zur Unter⸗ hände zu verſuchung communiciret, welcher dem Angeber, da keine Maaße der Raͤder, des Kor⸗ bes, des Schachtes u. ſ. w. beygefuͤget waren, einige Fragen vorlegen laſſen, da⸗ mit er auf deren Beantwortung ſeine Unterſuchung gruͤnden koͤnnte. Weil Herrn Bartels Beurtheilung der erfolgten Antworten viele nutzliche Anmerkungen in ſich enthaͤlt: So habe fuͤr dienlich gehalten, ſie hier mitzutheilen. „1. Frage. Wie hoch die großen und kleinen Schwankraͤder ſeyn ſollen? „Antwort: Dieſelben koͤnnen ſo groß gemacht werden als es moͤglich iſt. Denn „ je groͤßer dieſelben im Diameter ſeyn, je leichter dee Bewegungen geſchehen, und je groͤßere Laſti man damit heben kann, davon man gleich eine Probe an den „ Haſpeln, ſo uͤber den Ziehſchaͤchten ſtehen, ſehen koͤnnte, wenn man nemlich das „ daran befindliche kleine Schwankrad um den dritten Theil vergrößerte. Die „kleinen Raͤder aber koͤnnen nur halb ſo groß nach Gutduͤnken gemacht werden. Unter⸗ richten. —— —————— welche den Bergbau befoͤrdern. 67 „Unterſuchung. Ich haͤtte gerne eine gewiß geſezte Maaße von den „Schwankraͤdern gehabt, wornach ich auch eine gewiſſe Rechnung anzuſtellen „ willens war. Weil ſolches aber nicht geſchehen iſt: So werde mir hiernaͤchſt „, ſelbſt eine beliebige Maaße und Zahl/ wornach die Rechnung anzuſtellen, vorſchreiben. „„Es iſt nicht ohne, daß ein Rad, je groͤßer daſſelbe im Diameter iſt, je mehr „Force hat auch ſolches in dem Arbeitspuncte, und je weniger Gewichte erfo⸗ „ dert daſſelbe zu ſeiner Bewegung in dem Bewegungspuncte. Es iſt aber ſehr „ wohl zu obſerviren, daß die dazu erfodernde Gewichte oder die Bewegungskraͤfte „ ohnermuͤdet, continuo anhalten, und auf einander folgen muͤſſen. Weil aber „„ der Erfinder die Schwankraͤder und die ganze Maſchine durch Menſchenhaͤnde , bewegen will: So kann nicht umhin, vorgaͤngig davon zu melden: „. 1) Daß die Menſchen nicht allein durch die Arbeit, ſondern auch durch „die geſchwinde Bewegung, ſo ſelbige mit beyden Armen und dem ganzen Leibe „an den Schwankraͤdern machen muͤſſen, muͤde werden und von Kraͤften kommen, , daß alſo von keinem Menſchen ſtets anhaltende Kraͤfte zu hoffen, vielweniger ſol⸗ „che, welche, eine ſo große und ſchwere Maſchine zu bewegen, erfodert werden. „. 2) Daß die ordinairen Schwankraͤder, ſo uͤber den Ziehſchaͤchten hangen, „ das ihrige verrichten, iſt nicht zu leugnen, und iſt bey denſelben gleich anfangs „ die größeſte Befoderung zu deren Bewegung, daß nemlich in den Schaͤchten auf „ den Fuͤllortern einige Lachter leer hanfen Seil ſind, welches leere Seil denn kein „ſonderlich Gewichte an ſich hat, ſo einem eiſernen Treibſeil zu vergleichen waͤre. „ Es wird daher das Schwankrad anfangs durch geringe Kraft in ſeine Bewe⸗ „ gung gebracht, und indem die Haſpelknechte ihre Arbeit und Bewegungskraͤfte „ einzig und allein auf das bloße Rad und leere hanfene Seil anwenden koͤnnen: „ So wird dadurch das Schwankrad ſehr irritiret, und in eine unglaubliche Mo⸗ „ tion gebracht, wodurch es eine unaufzuhaltende Kraft empfaͤnget, und alſo den „„ Kuͤbel mit dem Gebuͤrge etliche Lachter in die Hoͤhe nimmt, ehe es von ſeiner „ angenommenen Bewegung und Kraft etwas verlieret/ abſonderlich, da die Haſpel⸗ „knechte die Bewegung ſtets befodern und im Gange erhalten koͤnnen. Urſache, „ſweil der Kuͤbel mit dem Berge auch ohne Schwankrad von eben ſolchen Haſpel⸗ „„ knechten, wiewol etwas beſchwerlicher, heraus gezogen werden kann. Bey den „ eiſernen Treibſeilen hat es dieſe Bewandniß nicht, denn dieſelben haben ein großes „„ Gewichte an ſich ſelbſt, nachdem die Schaͤchte tief ſind. d ne „ Was oder wozu die kleinen Schwankraͤder gebraucht werden ſollen, kann „ich nicht wiſſen, indem der Erfinder die hohen und ſchweren Schwankraͤder nicht „ allein ſehr recommendiret, ſondern auch ſelbige den kleinen vorziehet, wie in ſeiner „ vorhergeſezten Antwort zu ſehen, da er ſpricht: Daß man gleich eine Probe an „ den Haſpeln, ſo uͤber den Zieheſchaͤchten ſtehen, ſehen konnte, wann nemlich das „ daran befindliche kleine Schwankrad um den dritten Theil vergroͤßert wuͤrde. „ Derohalben der Erfinder mit etwas hauptſaͤchlichem, ſo die Bewegungskraͤfte „. durch das dln Schwankrad an der Motion befodern ſoll, zuruͤck und an ſich „ halten muß.. „ 2. Frage. Wie ſchwer jedes Lachter eiſern Seil ſeyn ſolle, und das Erz „in der Tonne anzuſetzen ſey? Antw. Wenn eins von den vorbeſchriebenen „ großen Raͤdern fertig: So muͤſte man vorhero deſſen Stuͤcke ehe man ſolches zuſam⸗ „men genagelt, ohngeſehr uͤberſchlagen, wie viel Gewichte ſie haben, alsdenn man „ auch das Gewichte von 60, 70, 80 und mehr Lachter Seil erforſchen, und eins „„ gegen das andere vergleichen kann. Es muß doch aber den Schwankraͤdern et⸗ „wa oder mehr Gewichte, als das Erz, Tonne und Seil hat, gegeben werden, „weil die Tonne in den Schaͤchten oͤfters anlieget und ſchleifet. R 2 Unter⸗ 68 II. Th. IV. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmittein, „Unterſuchung. Geſezt nun, der Schacht ſey d0 Lachter tief: So wird „das eiſerne Seil d0 Lachter ſeyn, und 16 Centner wiegen, fuͤr das Erz oder „ Berg in der Tonne ſind 5 Centner, thut in Summa 21 Centner, und ſo viel „ muß auch das Holzwerk zu dem Kranze der Schwankraͤder am Gewichte haben. „ Der Inventor will, daß darzu ſoll; ſolches zu obigen 21 Centnern Gewichte „ fuͤr den Kranz des Schwankrades gerechnet, thut 28 Centner. Das „ Wort, mehr Gewichte, will nicht zu weit extendiren, ſondern dafuͤr z aus den „obigen 21 Centnern hinzuthun, ſo wird demnach das Holzwerk zu ſelbigem „großen Schwankrade 31 ½ Centner, auf 80 Lachter eiſernes Seil, die Armwelle „ und das kleine Schwankrad ohngerechnet, wiegen muͤſſen. Welches Gewichte denn „ insgeſamt auf dem Pfpedeiſen lieget, und ſchon ein ziemliches am Gewichte austraͤ⸗ „ get, daß auch ſolches eine große Kraft erfordern duͤrfte, ehe das ganze Werk in „ eine geſchwinde Bewegung gebracht wird. „ 3. Frage. Wie hoch der Korb im Diameter ſeyn ſoll? Antw. Der „ Korb kann bey dem erſten Verſuch der Wellen gleich gemacht werden. Denn „je kleiner derſelbe iſt, je leichter iſt de Bewegung, und kann ſolcher, wenn man „erſt recht ſiehet, wie es gehet, allezeit vergroͤßert werden. „Unterſuchung. Dieſes iſt eine dubiöſe Antwort, wornach kein gewiſſes „Gewichte und Zahl zum Fundament geſetzet werden kann. Es iſt doch aber zu „ praͤſumiren, daß des Korbes Diameter auf 20 Zoll, und nicht wohl darunter, „ſſich erſtrecken dürft⸗ weil nicht gar wohl ein ſchwaͤchres Holz zu der Welle ge⸗ „ nommen werden kann, indem eine ziemliche Laſt darauf zu liegen kommt. „ 4 Frage. Wie tief der Schacht ſeyn ſolle? Antw. Solches wird ſich „„weiſen, wenn man die Schwere der Schwankraͤder erforſchet hat. Es iſt aber „ doch glaublich, daß dieſes Werk bey den allertiefſten Schaͤchten wird tönnen ge⸗ „braucht werden. „Unterſuchung. Je tiefer die Schaͤchte, je ſchwerer auch die Schwank⸗ „raͤder, des Inventoris Methode nach, werden muͤſſen. Ich will mir alſo einen „ tiefen Schacht von 150 Lachtern vorſtellen, und ſolches ausrechnen. Nach ſol⸗ „cher geſezten Tiefe wuͤrde das Holzwerk in dem bloßen Schwankrade 45 Cent⸗ „„ ner wiegen, das uͤbrige Holzwerk, als Welle und Arme ohngerechnet, welches „ denn ein ſchweres Gewichte iſt, ſo die bloße Maſchine hat, mit welchem ein „ Menſch ſchon gnugſam zu thun bekommen wird, ſolches Werk bloß und allein „ zu bewegen; und derohalben kann die Perſon an dem eiſernen Seil und Tonne „„ nichts heffen ſo allhier billig zu notiren.. „ 5. Srage. Wie durch die kleinen Raͤder das ganze Werk zu bewegen, „ und wie hoch das Horn im Umſchlag ſeyn ſolle? Antw. Es muſſen Hand⸗ „ griffe ſowol in die großen als kleinen Raͤder gemacht werden, vermittelſt welchen „ das ganze Werk erſt in Bewegung gebracht wird. Darneben muͤſſen die Zapfen „in der Welle nicht gar zu ſtark ſeyn, ſondern ohngefehr nur etwa 9 bis 10 Zoll „ im Umkreiſe haben. Wenn es nun zuerſt und anfangs durch die Handgriffe „ beweget wird, und in Schwank kommt, alsdenn muß ſolche Bewegung mit dem „ Horn erhalten werden. Das Horn aber kann bey der Welle ſo groß im Um⸗ „ſchlage gemacht werden, als man es noͤthig findet. Denn je größer das Horn „ bey der Welle im Umſchlage iſt, je groͤßere Laſt man damit bewegen kann. Vor⸗ „ ne aber bey dem Handgrif muß daſſelbe im Umſchlage nicht groͤßer ſeyn, als ein „ Menſch ausrecken kann. Daſſelbe muß aber alſo gemacht werden, wie es die „Fig. VI. zeiget. A. Umſchlag des Horns bey der Welle, B. Umſchlag des „ Horns am Ende, wo der Handgrif iſt. „ Unterſu⸗ welche den Bergbau befoͤrdern. 69 „Unterſuchung. Wieil die Handgriffe an den großen Schwankraͤdern viel weiter von ihren Ruhepuncten ſtehen, als an den kleinen Schwankraͤdern: So iſt an den Handgriffen der großen Raͤder die Bewegung viel beſſer zu er⸗ 22 2) „Naͤdern, mit Handgriffen verſehen laſſen. Derohalben denn abermal erhellet, „ daß der Inventor mit den kleinen Schwankraͤdern etwas fuͤr ſich behaͤlt, indem „er meldet, wie das ganze Werk mit den kleinen Schwankraͤdern beweget werden „ ſolle. Die Zapfen, ſo 9 bis 10 Zoll im Umkreiſe haben ſollen, werden gewiß „ von geſchmiedetem Eiſen ſeyn muͤſſen, denn gegoſſene Eiſenzapfen von gleicher „ Groͤße duͤrften die Arbeit nicht lange aushalten. Die Bewegung durch das „Horn zu erhalten, ſcheinet meines Theils unmoͤglich zu ſeyn, indem der Bewe⸗ „gungspunct eines ordinairen Horns von 14 Zoll im Semidiameter iſt, und al⸗ „ſo nur 4 Zoll hoher ſtehet, als der Arbeitspunct auf der Welle. „ Wenn der Umſchlag eines Haſpelhorns bey der Welle extraordinair hoch „gemacht wird, und der Handgrif ſtehet an dem Umſchlag winkelrecht: So ziehet „ und beweget man damit eine groͤßere Laſt, als wenn der Umſchlag des Hand⸗ „ grifs niedrig waͤre. Weil aber ein ſo hoher Umſchlag von einem Menſchen „ nicht ausgerecket werden kann: So iſt es bis dahero bey der ordinairen Hoͤhe „von ohngefehr 14 Zollen gelaſſen worden. Wenn aber, vorgeſchriebener Weiſe „ und aufgezeichneter Figur nach, mit einem hohen Umſchlag und ſchrat niederge⸗ „henden Handgrif eine große Laſt leichter zu bewegen, practicabel ſeyn ſollte: So „ haͤtte der Inventor warlich eine ſehr vortrefliche Erleichterung erfunden, und „ koͤnnte nach ſolcher Methode das Horn mit dem Umſchlage ſo hoch gemacht „ werden, daß ein Menſch allein ſo viel Laſt heben, als ſonſt 4 Perſonen nicht be⸗ „wegen koͤnnten. „ Es beſtehet dieſe Vorſtellung und nebenſtehende Figur nur bloß und allein „in einer ledigen Opinion. Denn wenn ſchon der Umſchlag eines Haſpelhorns „bey der Welle noch ſo hoch gemacht wuͤrde, als es auch immer möglich ſeyn „ kann: So hat es zwar daſelbſt eine größere Force, ſo bald aber das Horn „ von dem Umſchlag ab⸗und ſchrat niedergehet, bis es bey dem Handgrif ſo nie⸗ „drig zu ſtehen kommt, als zu einem ordinairen Umſchlag erfodert wird, und von „einem Menſchen ausgerecket werden kann: So verlieret ſich mit der Schroͤtig⸗ „keit des Horns auch zugleich die bey dem hohen Umſchlag gehabte Force, und „thut im geringſten nichts mehr als ein ordinaires Horn, das da winkelrecht mit „ einem 14 zolligen Umſchlag gemacht iſt, welches denn auf Erfodern durch die „Rechnung und Gewichte zur Gnuͤge erwieſen werden kann. „ Schluß auf die gegebene Quaeſtiones. Im uͤbrigen halte dafuͤr, daß „bey dieſem Werke in ein und andern viele Verbeſſerung ſich finden werde, wenn „ davon nur eine Probe zu machen gnaͤdigſt verwilliget werden ſollte. Da auch „ uͤber Vermuthen den zween oder dreyen Bergleuten im Anfange dieſe Bewegung „ zu ſchwer fallen ſollte: So muͤſſen diejenigen welche ſtuͤrzen, Hand mit anlegen, „ bis es erſt in Schwank kommt, alsdenn die Bewegung mit I oder hoͤchſtens „ 2 Leuten kann continuiret werden. „» Unterſuchung. Der Meinung bin ich ſelber, daß bey einem ganz neu „ indentirten Werke viele Reformationes und Verbeſſerungen hervorgeſucht „werden koͤnnen, und will von des Inventoris nachgeſeztem Puncte uͤberhaupt „ handeln. Was anlanget das kleine Schwankrad, und was der Inventor ei⸗ „ gentlich damit fuͤr Vortheile ſuchet, ſolche ſind mir unwiſſend, und laſſe ſelbige unberuͤhrt ſtehen. Denn was man nicht weiß, davon ſoll man auch billg nicht II. Theil, S„ urthei⸗ „ halten, wie dem Inventori beſtermaaßen und zur Gnuͤge bekannt iſt. Deſſen „ ohngeachtet aber will er die kleinen Schwankraͤder ebenfalls, gleich den großen. — . 4. ͤ 1 ——————— 6 * 4. ——— 70 II. Th. IV. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, „ urtheilen. Derohalben will ich mir vorſtellen, als wenn eitel große Schwank⸗ „ raͤder zu dem Werke gebraucht werden ſollten, und davon nach meinem geringen „Verſtande, ſo, wie ich das Werk anſehe, meine ſchlechte Meinung zu Tage ge⸗ „ben, dennoch mit dem gerechten Vorbehalt, daß, daferne ich des Inventoris „Methode nicht recht verſtanden, und derohalben irre, ich mich von demſelben „ perne peiſe zu laſſen, und mit allem Danke Information anzunehmen, ge⸗ „ willet bin. „ So will zuforderſt noͤthig ſeyn, weil ich durch Rechnung etwas vorſtellig „machen will, mir ſelbſten eine gewiſſe Zahl, Maaß und Gewichte, zum Funda⸗ „ ment zu ſetzen, und vorzuſtellen, als: „ 1) Die großen Schwankraͤder. „ 2) Die Welle oder Korb, worauf ſich das Seil wickelt. „ 3) Die Tiefe der Schaͤchte. „ 4) Die Schwere des eiſernen Seils mit dem Erz und Tonne. „, 5) Das Horn an der Welle. „ 1) Weil nun anfaͤnglich der Inventor meldet, die großen Schwankraͤ⸗ „der ſo hoch zu machen, als es möglich: So will ich ſelbige im Diameter auf „ 4 Lachter ſetzen. „ 2) Die Welle, oder Korb, weil ſolchen der Inventor klein haben will: „ So ſetze deſſen Diameter auf 20 Zoll. „ 3) Weil auch dieſes Werk bey den allertiefſten Schaͤchten gebraucht wer⸗ „den ſoll: So ſetze zur Tiefe eines Schachts, und alſo auch die Laͤnge des Seils, „ 170 vichee⸗ und zum leeren Seil aufs Fuͤllort, ehe die Tonne antraͤget, rechne „„ 3 Lachter. „ 4) Jedes Lachter eiſern Seil wird am Gewichte 22 Pfund haben müͤſſen, „das Erz oder Berg in der Tonne rechne auf 5 Centner. „.5) Das Horn an der Welle kann bey dem Handgriffe nicht hoͤher ſetzen, „ als 14 Zoll, indem ein Menſch nicht weiter ausrecken kann. „Nach angeſezter Hohe der Schwankraͤder und des Korbes gerechnet: So „ ſtehet der aͤuſſerſte Bewegungspunct mit dem Arbeitspuncte wie I zu 16 „im gleichen Gewichte. Ein jegliches gleiches Gewichte aber kann nichts uͤber⸗ „„wiegen. Derohalben denn muß ein Uebergewichte dazu genommen werden, und „ auf ſolches rechne: So kann alsdenn ein Gewichte von 1 ¼ Centner am Bewe⸗ „ gungspuncte angehaͤnget eine Laſt von 16 Centnern am Arbeitspuncte aufheben. „ Anfangs haben die Schwankraͤder nur leer Seil aus dem Schachte von 150. „ Lachter tief zu heben, ſind 30 Centner. Ferner, nach obgefundener Rechnung „als 11 gegen 16 geſetzet, findet ſich, daß 24 Centner an Schwankraͤdern die „, 30 Centner eiſern Seil aus dem Schachte heraus ziehen koͤnnen. Wenn nun „„ die Schwankraͤder beynahe viermal herum gelaufen, und alſo die 3 Lachter leex „Seil vom Fuͤllorte weggenommen: So kommt die Tonne nebſt dem Berg erſt „hinzu. Solches dem vorigen Gewichte hinzugethan: So haben, nach Abzug „ der am leeren Trum hinein gegangenen 3 Lachter lang eiſern Seil, die Schwank⸗ „ raͤder 342 Centner Laſt zu heben, und muͤſſen alsdenn an den Schwankraͤdern „„ 2 Centner 95 ½ Pfund Gegengewicht ſeyn, ehe ſolche die Schwankraͤder und die „„Laſt bewegen koͤnnen. „ Anſtatt des obgeſezten Gewichts nun ſollen drey Bergleute die 342 Cent⸗ „nner Laſt mit den Schwankraͤdern heraus bringen. Dafern aber den drey Leu⸗ „ ten die Bewegung zu ſchwer fallen wuͤrde: So muͤſſen diejenigen, ſo da ſtuͤrzen, „ mit Hand anlegen, wie der Inventor in finali ſetzet, daß alſo 5 Leute zur Be⸗ „wegung gebraucht werden könnten. NB. Dieſe leztern, nemlich die beyden Teno⸗ „„ leute, welche den Bergbau befoͤrdern. 71 „ leute, ſo da ſtuͤrzen, konnen wegen ihrer Verrichtung, ſo ſelbige bey der Tonne „ und ſtuͤrzen haben, anfangs keine Hand mit anlegen, ſondern, wenn geſtuͤrzet „ worden, und die Zeit es zulaͤſſet, auch der Berg nicht weit uͤber die Halle zu „ laufen: So koͤnnen alsdenn dieſelben helfen. Ob nun ſchon, wie jetzo erinnert, „ die beyden Bergleute an den Schwankraͤdern nicht helfen koͤnnen: So will den⸗ „ noch, deſſen ohngeachtet, die 5 Leute an der Zahl auf geſammte Arbeit rechnen. „ „ Es iſt bey der 4ten Frage ſchon notiret, daß 1) ein Menſch gnug zu thun ha⸗ „ben wird, die bloßen Schwankraͤder umzuziehen, als kann derſelbe zum Heraus⸗ „ treiben des eiſernen Seils, des Erzes oder Berges nicht mit gerechnet werden, „ ſondern es bleibet dieſelbe Perſon nur lediglich dazu, daß ſie die bloßen Schwank⸗ „ raͤder umdrehe, wofern ſie ſolches nur allein praͤſtiren kann. So bleiben denn „von 5 Bergleuten nur noch 4 uͤbrig, ſo die Laſt aus der Grube bringen ſollen. „Mehr iſt zu wiſſen noͤthig, daß die 4 Bergleute, wenn ſelbige die Schwank⸗ „ raͤder durch die daran gemachte Handgriffe nieder gezogen, die Haͤnde „ nicht zugleich ablaſſen duͤrfen, ſonſt wuͤrde die Laſt im Schachte die Schwank⸗ „ raͤder viel geſchwinder wieder zuruͤck ziehen, als ſelbige vorher durch die Arbeit „ vorwaͤrts gebracht worden. Derohalben muͤſten zween Bergleute niederziehen, „ und in ſolchem Niederziehen richten ſich die zween andern Bergleute auf, greifen „ uͤber ſich, und ziehen mit den Handgriffen die Schwankraͤder nieder; und ſol⸗ „ches gehet wechſelsweiſe ſtetig fort, bis die Raͤder und das ganze Werk in „ den Schwank gebracht. Dieſemnach ſo bleiben nicht 4 Perſonen, „ſo auf die Laſt zu heben gerechnet werden koͤnnen, ſondern es „z bleiben ihrer nur zwo, weil, wie gedacht, die 4 Leute nur wechſelsweiſe „ zugreifen, und die Bewegung befodern muͤſſen. Mehr iſt zu erinnern, daß der „ meiſte Theil Menſchen im ſtehen nicht hoͤher als ein Lachter, ſo 80 Zoll iſt, rei⸗ „chen koͤnnen, und wenn ſolche was niederziehen ſollen, ſo kann der Zug nicht mehr „ als auf Lachter, oder 60 Zoll, angeſetzet werden. Ferner ſo kann eines Men⸗ „ ſchen ganzer Koͤrper und deſſelben Gewichte nicht zu dem Gewichte gerechnet „ werden, worinn die Bewegungskraft beſtehen ſoll, indem, daß der Menſch ſte⸗ „ het, und wenn er die Laſt niederziehet, ſich buͤcken, und wenn er wieder anfaſſen „ will, ſich aufrichten und alſo in ſteter Bewegung ſeyn muß. Alſo ſage ich, kann „„ das Gewichte des ganzen menſchlichen Coͤrpers nicht hoͤher als auf die Haͤlfte „ gerechnet werden, ſo die Laſt aus dem Schachte heben ſoll. Geſezt nun, daß „ die zween Menſchen 3 Centner wiegen, thut die Haͤlfte I Centner 5§ Pfund, „ ſolches iſt nun das rechte Gegenwichte von den 5 Leuten zu hoffen, ſo die Schwank⸗ „, raͤder in Bewegung bringen ſollen. „ Vorhero habe durch Rechnung gewieſen, daß des Gegengewichts an den „ Schwankraͤdern 2 Centner 95 ½ Pfund ſeyn muͤſſen. Solches gegen das Ge⸗ „ wicht der Menſchen gehalten, ſo wollte am Gewichte noch 1 Centner 40 Pfund „ fehlen, ehe die Schwankraͤder durch obangeſezte 5 Bergleute mit den Hand⸗ „ griffen nur auf 60 Zoll niedergezogen werden koͤnnten. Weil nun das Werk „ auf ſolche Weiſe nicht umgehen wird, ſondern es muͤſten die 5 Bergleute zu⸗ „ gleich ziehen, wenn es umgehen ſoll: Als wollen uͤberdem noch 5 Bergleute, und , alſo insgeſamt 10 Bergleute, nothig ſeyn, welche alſo wechſelsweiſe zugreifen und „ das Treiben befodern konnten. Geſezt, daß die 5 Bergleute ſich aͤuſſerſt bemuͤ⸗ „ heten, und mit dem ganzen Leibe ſich an die Schwankraͤder hängten: So wuͤr⸗ „n den dieſelben zwar die Laſt, wiewol gar langſam, aus der Grube heben, die Ma⸗ „ ſchine aber wird nicht eher in den Schwank zu bringen ſeyn, bis die volle Tonne „ üͤber die Haͤlfte des Schachts, nemlich 93 Lachter herauf iſt, und dazu wuͤrde „ eine gute Stunde erfodert werden. S 2 52 Geſezt, 72 II. Th. V. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln/ „ Gheſeßt aber nicht zugegeben, daß die 5 Bergleute an den Handgriffen der „Schwankraͤder das Werk in den Gang und Schwank braͤchten, und alsdenn „an das hohe Haſpelhorn giengen, um die Bewegung zu continuiren: So iſt „ ganz gewiß im geringſten keine Bewegung dadurch zu hoffen, denn der Schwank, „ſo die Maſchine durch die vehemente Bewegung an ſich genommen haͤtte, wuͤrde „ſin 3 oder 4 Umlaufen zu Ende gehen; und weil des Haſpelhorns niedriger an „ Umſchlag nur 4 Zoll hoͤher ſtehet/ als der Arbeitspunct an der Welle: So iſt 6 „damit keine Bewegung zu machen. Wenn au gleich alle 5 Bergleute ugleich „an dem Horn zoͤgen, und die bloßen Schwankraͤder leer und ohne Auflegung dil „des eiſernen Seils bewegen wollten: So zweifle dennoch, daß ſolches Werk 6 0 „weder zu bewegen noch in den Schwank zu bringen ſeyn wird.„ b §. 36. id Von des Aus⸗ Im vorhergehenden iſt des Ausrichters gedacht worden, deſſen Function* naredemrarh ich zum Beſchluß dieſes Abſchnittes noch zu beſchreiben habe. Der Ausrichter iſt ſne ben. ein geſchickter Bergmann, der bey dem Treiben beſtellet wird, um auf alles Acht zu es haben, daß es nicht ufäehalten werde, und allen Verhinderungen im Schachte abzu⸗ iine helfen. Seine dabey habende Verrichtung iſt: 1) Daß er auſſen am Tage nach fnd den Treibtonnen ſiehet, ob der eiſerne Beſchlag nagelfeſt iſt, ob etwa ſonſt was da daran an Boden und Staͤben zu beſſern, und ob er ſie mit einem neuen Boden Br und ganzen Tauben ſelber ausbeſſern kann. Wo nicht: So ſchlaͤget er das Eiſen nan ab, leget die ganzen Staͤbe bey Seite, um die ſchadhaften Tonnen damit auszu⸗ u beſſern, ſaſ den adgetrachenen Beſchlag nach der Schmiede, laͤſſet eine neue iß Tonne beſchlagen, und ſchaffet ſie vor die Stuͤrze. Iſt der Treibſchacht trocken: aan So muß er aus einem uͤber die Koͤrbe gehaͤngten Waſſerzober, oder üͤbergelegten iiſ Gerinne, durch ein kleines mit einem Zapfen loſe zugeſtecktes Loch, Waſſer auf das an eiſerne Seil tropfen laſſen, damit es deſto leichter gehen und ſich nicht zu ſehr ab, A nutzen moge. Er muß die Walzen der Scheiben uͤbern Schacht, und wenn mit d einem Kehrrade ohne oder mit Kunſtgeſtaͤngen getrieben wird, auch die Zapfen in Pfoedeiſen, Pfannen und Buͤchſen, wie auch die Stecknagel in den großen Schwin⸗ gen, mit Kunſtfett ſchmiern. 1 2) Muß der Ausrichter unter dem Treiben, wenn es lange gehet, mit dem 5 Lichte in den Schacht fahren, und um die Seilbruͤche zu verhuͤten, alle Wechſel i wohl beſichtigen, ob ſich nicht etwa ein Nagel oder Schiene gezogen, an welche die uf Tonne im Heraustreiben Lnesfäſſn⸗ oder im Niedergehen ſich aufſetzen könnte. Findet er davon etwas: So muß er an das Seil klopfen, worauf Acht zu haben den Stuͤrzern anbefohlen iſt, welche ſolches, wenn mit Pferden im Gaepel getrie⸗ gu ben wird, dem Fuhrmann, ſonſt aber dem Schuͤtzer in ſeiner Kammer, wenn das af Kehrrad bey dem Schachte iſt, mit Worten, oder, wenn das Kehrrad entfernet iſt, mit dem Klopfhammer melden, daß er die Waſſer abſchlage und zubremſe, damit 8 der Ausrichter das ſchadhafte wieder ausbeſſern könne. Ferner muß er im Treib. u ſchachte nach allen Walzen, worauf das Seil gehet, ſehen, ob ſie auch umlaufen und im Schmer gehen. Er muß nach den Geſprengen ſehen, wo hart Holz ein⸗ b geſpuͤndet iſt, ob die Spuren, worin das Seil gehet, rein ſind. Findet er Berg, d Erz oder Eiſenſtuͤcke, welche von den Bruͤchen herruͤhren, und den Schacht verun⸗ reinigen, auch manchmal in die Spuren einhauen und darin ſtecken bleiben: So muß er ſolche heraus nehmen, oder, ſo etwa das Seil die Spuren enge gemacht und tief eingeſchnitten, muß er ſolche mit ſeiner Art oder Barte aushauen und er⸗ weitern, damit kein Queer⸗oder Klobenglied darin ſtecken bleibe, welches auch ei⸗ nen Bruch verurſachen kann. —. 1 1 8——— 3 7— 4 1 — 4„ 1.. 1 4 4. 5 4*.* 2.„A—* 5. e 4 2 4 4. . 7 1.1. 4 1 4. 1* L 2 8.. . 2 4 8 1* ———. 4.—.—. ——————— S———————-————— —— 2————————*—————*—— 8 —— VH:Qℳ.—Q—.——⏑—— 1 4. 8 Bey welche den Bergbau befoͤrdern. 23 nde Bey ſolcher Beſichtigung muß er beobachten, ob er dem Treiben eine Er⸗ den leichterung mit neuen Walzen oder neuen Spunden nach vollendetem Treiben doſt durch eine Ausrichter Schicht machen koͤnne? Wenn die Tonne irgend wo ſitzen vant, bleibt: So klopft er ein Schauer, das ſind drey Schlaͤge, an das Seil, welches unde die Stuͤrzer hören, oder doch mit der Hand an dem Seil fuͤhlen, und dem Fuhr⸗ rige mann oder dem Schutzer auf die angezeigte Weiſe melden, daß er die Waſſer oiſt abſchlage, bremſe und ſtille halte, bis der Schaden wieder gut gemacht worden. leich) Iſt des Ausrichters gefaͤhrlichſte Arbeit, wenn ein eiſernes Trumm hung Seil baiche und die Tonne mit viel Seil in den Schacht hinein faͤllt, zumal wenn berk es vom Korbe wegbricht. Denn ſo muß er, wenn der Schützer ſtille zu halten beordert worden, oben im Schachte anfangen, alle Wechſel, wo die Stangen zu⸗ ſammen ſtoßen und angenagelt ſind, zu beſichtigen, und wenn der Schnoͤrpel, das iſt, das Ende des mit der Tonne in den Schacht hinein gefallenen Seils, Stan⸗ ncien gen losgeriſſen: So muß er dieſelben wieder annageln, und zu dem Ende, wenn er mit enſt ſeinen Fußen daſelbſt nicht ſtehen kann, in die dahin gelaſſene Tonne treten. Sol⸗ chtz ches muß er von einem Wechſel zum andern thun, bis er den Bruch, das iſt, die abie hinein gefallene Tonne mit dem daran befindlichen langen Seil und Schnorpel, nad findet, es ſey im Schachte auf einer Schoßbuͤhne,(*) Fuͤllort, oder im Geſenke. wi Darauf löſet er die Tonne, mit welcher er hinein gefahren, ab, haͤnget den bode Bruch, oder den Schnoͤrpel, an des hinein getriebenen Seils Ende, oder ſoge⸗ Eſa nannten Schnoͤrpel, an, und klopfet drey Schauer, das iſt, dreymal drey Schlaͤge, uehe welches in die Höhe oder aufwaͤrts bedeutet. Die Stuͤrzer muͤſſen ſolches dem nem Fuhrmann oder Schuͤtzer bey dem Schacht muͤndlich und dem entfernten durch in: eben ſolche drey Schauer Klopfen mit dem Geſtaͤnge und Hammer, anzeigen, daß un d derſelbe die Waſſer aufſchlage, und das hinein gefallene Seil langſam heraus hole, das wobey der Ausrichter Achtung haben muß, daß das im Schacht liegende Seil im d. Aufßziehen ſich nicht verwirre, oder um eine Schachtſtange herum ſchlinge und ddieſelbe losreiſſe, und dieſes geſchiehet zum Stillehalten mit einem Schauer An⸗ in klopfen. Damit er aber das unrichtig gehende Seil wieder ausſitzen und durchſtecken koͤn⸗ wwim ne: So mußer das ſteif geſpannte Seil wiederum zuruͤck und hinein treiben laſſen, wel⸗ ches durch zwey Schauer, das ſind ſechs Schlaͤge Anklopfen, den Stuͤrzern und Schuͤ⸗ dn tzer angezeiget wird. Iſt das Seil bis auf die zerbrochene Tonne heraus, und echt der Bruch hat Stangen und Tumpfhölzer, woran die Stangen angenagelt und hed zuſammen geſtoſſen ſind, weggeſchlagen: So muß er neue hinmachen. Wenn nnt. aber der Schacht unverletzet geblieben: So löſet er ſofort die entzwey gefallene habn Tonne von dem Schnoͤrpel des noch unten befindlichen Seils ab, und haͤnget die hetrt ganze Tonne wieder an, in die er den Eiſenbruch oder Beſchlag der Tonne wirft. d Iſt es aber ein kurzer Bruch, oben oder unten, daß nicht viel Seil an der Tonne etth iſt: So wird das uͤbrige Seil vom Korbe vollends hinein gelaſſen, und daran der don Bruch mit einem Klobengliede oder Bruchhacken gehaͤnget und heraus geholet, ert welches bey einem langen Bruch mit einer Klammer an den Korb befeſtiget wird, ufn daß es ſich beym Umgange des Kehrrades oder Gaepels weder ab⸗noch aufwickeln en koͤnne. Iſt bey einem langen Bruch die ganze Tonne angehaͤnget: So klopfet Ben der Ausrichter vier Schauer an das Seil, welches bedeutet, daß der Schacht ganz run und alles fertig iſt, und faͤhret damit zu Tage aus.. 4 d Das’ 06 0 Dieſe iſt eine Bühne unter einem Geſprenge, da ſich die Dohnlage verändert, mehrentheils im Hangenden, worauf das niederſchieſſende Stück, es ſey Holz oder Eiſen, aufgefangen wird. II. Theil. T -2 ————— .———ꝗ—ν—.. in den erſten Zei⸗ 74 II. Th. V. Cap. 1. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, b Das V. Lapitel. b Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, welche das Erz klein und zu Sande ſtoßen, auch wie es dabey vom Berg, Spat und andern Unarten gereiniget wird; d. i. von Puchwerken und dem Arbeitsproceſſe in denſelben. Vorbericht. SNeſes Capitel beſtehet aus ſieben Abtheilungen und einem Anhange. Die 1Iſte Abtheilung giebt Nachricht, wie der alte Mann gepuchet, wie das Puchen nach leztmaliger Aufnahme des Oberharzſchen Bergwerks ver⸗ ſuchet worden, und wie hernach die jetzigen Puchwerke und Pucharbeit an⸗ gefangen. Die 2te von der Beſchaffenheit der naſſen Puchwerke, Zahl der⸗ ſelben, und des Puch⸗ und Arbeitsproceſſes in denſelben. Die 3te von eini⸗ gen gemachten Aenderungen in der Pucharbeit, vorgenommenen Proben und Verordnungen. Die 4te von angegebenen Puchmaſchinen, in weniger Zeit, mit mehrerm Vortheil und mit wenigern Koſten, die Erze zu puchen. Die 5te von dem trocknen Puchen der Stuferze, und von den Stufpuchwer⸗ ken. Die öte von der Erzwaͤſche und Siebſetzen vor den Puchwerken. Die te von Hallenklauben, Berg⸗und Hallenwaͤſche und Siebſetzen. Der An⸗ hang giebt Nachricht von der Pucharbeit zu Chemnitz in Ungarn. Erſte Abtheilung. Wie der alte Mann gepuchet, und wie man das Puchen nach leztmaliger Aufnahme des Oberharzſchen Bergwerks verſuchet, auch hernach die jetzigen Puchwerke und Pucharbeit angefangen. §. I. ſoll nach Haͤckens Bericht niemand eigentlich wiſſen, jedoch verſtaͤndiger Wie das Puchen W der alte Mann auf dem Oberbergwerke oder Oberharz verfahren ſey, dieſes ten geſchehen. Bergleute Meinung ſeyn, daß der alte Mann ſeine Erze gemahlen, und vielleicht naß und mit darauf geſchlagenem Waſſer zermalmet habe. Denn es waͤren im Wildenmanne dergleichen Steine gefunden worden, die damals(wie Haͤcke dieſes geſchrieben) noch vorhanden und ſo feſte wie ein Wetterſtein geweſen, daß ihn beynahe weder Stahl noch Eiſen angreifen wollen. In der erſten Zeit, nach wieder aufgenommenem Bergwerke auf dem Ober⸗ harz, hat Peter Philipp, der ſonſt auch viel gutes bey dem Bergwerke gethan, die Erze zu puchen vorgenommen. Haͤckens Worte ſind folgende:„Er machte „deinen hohen Stock, und in der Mitten ein Hohl, da man die Erze unterſchuͤret, „ darauf wie ein Eiſenhammer zufallen laſſen, und ein Rad mit einer Welle, daran „im Umzog zwey Froͤßlein(Hebarme) geweſen, und zweymal zugefallen, und alſo „die Erze gepuchet. Vorne hat es, was klein geweſen, wie in einer Muͤhle her⸗ „aus laufen koͤnnen, und ſind hernach mit einem ſicher Trog, welchen man ei⸗ „ nen Sachs genannt, die Schliege rein gemacht worden. Dieſes Puchwerk, „ weil es treuge geweſen, hat es gewaltig geſtoben, alſo daß niemand dabey bleiben „ koͤnnen. So haben ſich auch die Erze alſo nicht aller Dinge wollen,(in der Huͤt⸗ te)„arbeiten laſſen, denn viel Gruͤblein darunter blieben ſind. Zudem ſo hat —-.—* welche den Bergbau befoͤrderr. 75 „man Luch bie rechte Eigenſchaft des Roͤſtens und Schmelzens noch nicht 1 ehabt. 5⸗ 1. 1 lein 5* he nun wol dieſes eine ſchlechte Art zu puchen geweſen: So hat doch ge⸗ dachter Peter Philipp Anleitung gegeben, der Sachen nachzudenken, und die Ur⸗ heber der heutigen Puchwerke auf dem Harz ſind ihm bald gefolget.„Bald her⸗ „ nach(faͤhret Haͤcke fort) ſind kommen Simon Krug und Nickel Klerer, haben „ ſich erboten und unterſtanden, die naſſen Puchwerke anzurichten, welches ſie „nicht allein angegeben, ſondern auch zu Werke gerichtet und in der That erwie⸗ „ ſen, welche noch heutiges Tages gebrauchet, und in vollem Schwange gehen, „ wodurch dem Bergwerk und den Gewerken großer Nutzen, Vortheil und From⸗ „ men geſchaffet wird., 3 ktilin narnnt drtt. . 2. tw Wie zu Haͤckens Zeiten das Puchen und Schliegmachen geſchehen, ſolches ergie⸗ Beſchreibuns 1de bet ſein hier folgender Bericht.„So bald die Erze aus den Grüͤben gefodert, werden v he da ein„s ſie von der Halle fuͤr die Puchwerke geſchaffet, gepuchet und zu gute gemacht. roh„ Es ſind aber die Erze nicht einerley. Denn eins zuweilen klein ſpießig, ein an⸗ nig„ dres hat zuweilen einen groben Glanz. Zu den Erzen, die einen groben Glanz ichn„ haben, muß man ein weites Blech nehmen, und die Stempel hoͤher heben, denn hwe„ ſonſten. Die Bleche muͤſſen etwa fuͤnf Finger hoch ſtehen, und ein fein ſtark A„ Waſſer haben, damit ſie austragen koͤnnen. Dieſelbigen After, ſo von den Er⸗ A„ zen kommen, muß man auch aushalten, und noch einmal puchen; ſo gieht es „ feinen Planſchlieg. Aber zu den Aftern muͤſſen die Stempel nicht ſo hoch ge⸗ „hoben werden, auch nicht ſo geſchwinde gehen laſſen, und ein gering Waſſer ge⸗ „ ben, damit die After nicht durchgeſchlagen und in die Fluth getrieben werden. „ Wenn nun die Erze alſo fein riſch gepuchet, und es fein ſchnelle umgehet, ſo ge„ giebt es viel Werk und viel BZloey. 11. —„ Da aber klein ſpießige Erze zu puchen vorhanden, muß man engere Bleche „ haben, und die muͤſſen vom Spund uͤber drey queer Finger hoch nicht ſtehen, „» auch die Stempel fein hoch gehoben werden, doch aber, nachdem die Erze ſeſte „ ſind, muͤſſen guch ihr voll Waſſer haben. Hiieran iſt nun viel gelegen, und de„ muß der Puchſteiger mit ſetzen der Bleche und Waſſer zu geben guten Beſcheid dig„ wiſſen. Denn giebt er zu klein Waſſer, und ſetzet die Bleche zu hoch; ſo pu⸗ m„ chet er die Erze zu Schlamm, und geſchiehet dem Bergwerke zu großen Schaden. Den„ Wenn nun die Erze gepuchet, werden die Uebergerinn ſonderlich ausge⸗ 80N„ ſchlagen, die ſchlemmet man uͤber einen Schlemmgraben, die Untergerinn aber ih„ die waͤſchet man uͤber die Planheerde, und werden zweymal gewaſchen. Die „ Unterfaͤſſer aber, ſo ſchweren Dreck von ſchweren Gebuͤrgen haben, und darauf De» beſitzen und behangen bleibet, waͤſchet man noch zweymal. thr„ Es werden auch zuweilen Erze gefunden, ſo da ſpadig ſind, und Hornſtein uce haben; und das hat Kunſt, ſolchen heraus zu bringen und abzuſondern. Denn ür» es raubt im Schlieg, und man kann es ohne Schaden nicht wohl heraus arbei⸗ an„ ten. Laͤßt mans aber drinnen bleiben; ſo giebt es in der Huͤtte im Schmel⸗ l» zen Schaden, will ſich nicht gar wohl zwingen und arbeiten laſſen. Denn es w„ ſetzet ſich ein, darum muß man Zuſatz haben von Schlacken. Eiſen aber iſt 92„ beſſer, und giebt reiner und klarer Werk. 1. ve T 2 52 So ir) Die erſten Bergleute hier auf dem Oberharze müſſen alſo keine Nachricht von der Pucharbeit im N⸗ p St. Jvachimsthal gehabt haben, woſelbſt die naſſen Puchwerke ſchon Anno 1§20. vorgerichtet 1 ſweſen. Denn Matheſius ſchreibet in der Joachimsthalſchen Chronica bey dieſem Jahre 1 olgendes:„Hat man das große Bochwerk angerichtet, und über die Plan gewaſchen.„ u 76 II. Th. V. Cap. 1. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln „ So kann es auch der Puchſteiger mit dem Zoge im Schlemmgraben leicht⸗ „lich verſehen und zu Schaden arbeiten, alſo, daß der Schlieg hinter die Kiſten M„ſcheußt. Wenn er nun das verſiehet; ſo⸗ kann man den Schlieg auf den M„Planheerden auch nicht wohl behalten. Allein in den Aftern, da kann man ihn „wieder bekommen, wenn man die aushaͤlt, ſonſt koͤmmt er weg in die wilde Fluth. „ So iſt auch bald verſehen auf dem Heerde, wenn man dazu ſtark Waſſer giebt, 1„ſo gehet es in den Schwalen hinweg. Wenn man auch den kleinen Schlamm „waͤſchet, und zu ſtark Waſſer giebt; ſo gehet er, wenn man ihn beginnt anzu⸗ 1 h„ ruͤhren, in der Truͤbe hinweg; und wenn man den groben Vorrath waͤſchet, V„muß man die Planen auf die rauhe Halbe legen, ſonſt ſcheuſt er auf ſchlechten „Seiten weg, und werden allein auf der ſchlechten Seite die Schlammſchliege ge⸗ „ waſchen, die denn daran beſitzen bleiben, welches aber der grobe Schlieg 7 21 29 nic t t ut. 1 3 1 23„In Summa: Im Puchwerke gehoret der groͤßeſte Fleiß, inſonderheit zu 425 8„ Winterszeiten, da dem Landesfuͤrſten und Gewerken bald großer Schade ge⸗ „ſchehen kann. Denn wenn es gefroren, bald die Gruͤplein uͤber dem Planheerd B h 9.— 3 „ wegſchieſſen/ und gar keinen Frommen dabey zu arbeiten iſt. Derowegen man „ allezeit großen Dampf und Schmock in den Puchwerken haben muß, daß es „ warm und dem Froſt gewehret werden moͤge., Hierauf fuͤget Haͤcke noch an, daß der Oberbergmeiſter, Peter Adener, und V auch die Geſchworne vielmal geſaget:„Wenn wir all unſern Fleiß gethan, die „Erze mit großer Muͤhe in den Gruben gewonnen, und fuͤr die Puchwerke ſ„ gefodert; ſo muͤſſen wirs den Kindern unter die Haͤnde geben, daß die es zu gut „ machen, und daran iſt das meiſte gelegen, und will denn großen Fleiß haben. „ Darum gut Aufſehen dabey hoch vonnoͤthen iſt, und an einem erfahrnen und H„ fleißigen Puchſteiger, der der Gewerken Gut treulich verwahre und zuſam⸗ „men halte, nicht ein geringes gelegen.„ Hieraus iſt zu erkennen, daß die damalige Pucharbeit und Benennungen bey und nach und bis hieher, auch vieles an den Puchwerken ſelbſt, verbeſſert worden. Anno 1573. hat einer, Namens Volkmar, im Wildenmann ein Puchwerk mit 12 Stempeln gebauet, welches der Wind treiben ſollen. Es iſt aber, obgleich uͤber 1000 Thlr. daran gewendet worden, nicht zum Stande kommen. Der Mei⸗ ſter iſt daher lin Verhaft gezogen worden, er5iſt aber wie Haͤcke meldet, aus dem Ge⸗ faͤngniß gebrochen. 11 Zwote Abtheilung. 6 Von der Beſchaſtenhei der naſſen Puchwerke, Fahl derſelben, auch des uch⸗ und Arbeitsproceſſes in denſelben. §. I. Dasrz wird in Seeſt das in der Grube von dem Berg geſchiedene Erz, ſo viel deſſen darinn geſche⸗ 1 Puhidagen„449 hen koͤnnen, aus derſelben zu Tage auf die Halle gefodert: So iſt dennoch werken gefahren vieles/ theils mit Berg, theils mit Spat, Hornſtein und andern Unarten vermiſchet, theils auch kothig. Um eine voͤllgge Scheidung zu erhalten: So muß es in den Puch⸗ werken zu Sande oder Schlieg geſtoßen werden, damit die Unarten durchs Waſſer davon geſchwemmet, und die Erze in die Enge gebracht werden, folglich in der l Huͤtte dazu weniger Holz und Kohlen nöthig ſeyn.“ 1 6 Die Erze werden in Hoͤhlwagen von der Halle nach den Puchwerken gefah⸗ ren, und von dem Puchſteiger nach der Treibenzahl in Empfang genommen, dih in —„——— 4 r* 1, ₰ 1. 8 X h derſelben mit der jetzigen uͤberhaupt uͤberein komme, es iſt aber die Pucharbeit nach — — — — zB — welche den Bergbau befoͤrdern. 277 ſind die Hoͤhlen nach gewiſſen Maaßen eingerichtet, einige zu 5 andere zu 6 Tonnen, welche Zahlen auſſen an der Hinterwand eingeſchnitten ſind. Die Hoͤhle Fig. III. Tab. II. hat einen 3 Zoll dicken Boden und zwey Seitenbretter von gemeinen Diehlen, die an beyden Enden mit Eiſenblech umleget ſind, dazwiſchen ſowol hinten als vorn ein Brett auf den Boden tritt. Unter dem Boden, da er auf der hintern Are lieget, iſt ein 6 bis 8 Zoll breites Eiſenblech genagelt, welches an den Seiten a. 6 bis 8 Zoll in die Hoͤhe tritt. Durch die Mitte des Bodens, das Blech und die Axe gehet ein Loch, dadurch ein Nagel mit einem Knopfe und unten mit einem Loch zum Vorſtecknagel geſtecket wird, damit der Boden nicht von der Axe rutſchen kann. Wo der Boden auf der vordern Aye los lieget, da iſt auf demſelben ein 4 bis 6 Zoll brei⸗ tes Blech ins Holz eingelaſſen und angenagelt, das auch an beyden Seiten b. in die Hoͤhe ſtehet. Zwiſchen dieſen zwey Seitenblechen ſind noch zwey ſchmaͤlere und kurzere, c. und d. Ueber dieſen ſind zwo kleine Ketten e. und f. angena⸗ gelt, die an der andern Seite uͤber einen Hacken zum Zuſammenhalten der Hoͤhle gehaͤnget werden. Damit auch die Hoͤhle vom Boden ſich nicht in die Hoͤhe begeben könne: So iſt in der Mitte um den Boden und beyden Seiten ein hoͤlzernes Schlink g. daruͤber oben ein Riegel mit zwey Loͤchern zum Vorſtecken uͤber die Seitenbretter geſtecket wird, welcher im Abladen ausgezogen, und die Hoͤhle vom Boden in die Höoͤhe gezogen wird. Zu einer 5 Tonnenhöhle iſt inwendig die Laͤnge 14 Fuß, die Breite vorn 1 Fuß 63 Zoll, hinten 1 Fuß 8 Zoll. Die Tiefe vorn 1 Fuß 3 Zoll, hinten 1 Fuß 44 Zoll. Zu einer 6 Tonnenhoͤhle iſt inwendig die Laͤnge 15 Fuß 3 Zoll, die Breite vorn 1 Fuß 8 Zoll, hinten I Fuß 10 Zoll, die Tiefe vorn 1 Fuß 4 Zoll, und hinten 1 Fuß 5½ Zoll. Nach dieſen Maaßen iſt auch die Figur gezeichnet. Zu dem Abfahren der Erze hat man, um einige Koſten zu erſparen, Anno 1694. auf dem Clausthale Ungariſche Ochſen angeſchaffet, deren ein jeder in 24 Stunden 99 Pfund Heu gefreſſen, ſie 4* aber nicht lange beybehalten worden. 2 Wenn ein Schacht auf einem hohen und von einem Thale etwas entfernten Maſchine, wo⸗ Berge lieget, wo mit Pferden und Wagen nicht wohl fortzukommen iſt: So wird die Abfuhr der Erze nach den Puchwerken beſchwerlich. Der gelbe Lilier Schacht mit man das Erz von einem hochliegenden im Schulenberge hat eine ſolche unbequeme Lage, weßwegen Herr Schwarzkopf Schacht in das Anno 1724. bey dieſem Schachte eine Maſchine vorgerichtet, mittelſt welcher das Erz in das unter liegende Thal und an den Fahrweg geſchaffet wird. Es beſte⸗ het dieſelbe aus zween kleinen Wagen oder Hunden, deren ein jeder 5 Tonnen Erz in ſich faſſet, aus einem Geruͤſte, darauf ſie auf und nieder gehen, und aus einer Welle mit zwey Koͤrben und einer Bremſe, Fig. III. Ein ſolcher Hund A. und A. iſt 6 Fuß 2 Zoll lang, 3 Fuß 2 Zoll am hiu⸗ terſten Theile, der nach dem Thale zugehet, hoch, und 2 Fuß 6 Zoll breit. Vorn gegen den Schacht zu iſt er nur von unten mit einem 7 Zoll hohen Brett zuge⸗ ſchlagen und die beyden Seitenbretter ſind von dem Vorbrett an hinaufwaͤrts ab⸗ geruͤndet. Von dem Vorbrette gehet ein andres 1 Fuß breites inwendig dohn⸗ laͤgigt auf den Boden, damit beym Ausſtuͤrzen nichts vor der Vorwand liegen bleide. Daſelbſt/ wo die Kruͤmme der beyden Seitenwaͤnde ſich endiget, werden ſie durch eine eiſerne Stange b. zuſammen gehalten, und alle 4 Seiten ſind oben mit duͤn⸗ nen Eiſenplatten umſchlagen. In der Mitte des Bodens iſt unter demſelben eine ſtarke eiſerne Platte hergezogen, welche durch den Boden und die Arxen mit eiſernen Stecknageln befeſtiget iſt, und gegen den Schacht zu einen Hacken c. hat, um daran ein eiſern Seil anzuhaͤngen. Dieſes wird das Voreiſen genannt. Gegen das Thal zu iſt es geſchlitzet, und auswendig an der Ruͤckwand angenagelt. II. Theil. U Unter Thal zum Ab⸗ fahren ſchaffet Tab. Xl. —— 4*₰ 2 1 1 r 4 4 5 *—— 1 2 —— 78 II. Th. V. Cap. 2. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, Unter dem Boden ſind zwo ſtarke breite eiſerne Aren, die mit runden und 1½ Zoll dicken Enden zu den Raͤdern vorſtehen. Die Axe gegen den Schacht iſt 6 Zoll vom Ende, und die gegen das Thal zu 1 Fuß 1 Zoll vom Ende untergefaſſet. Inwen⸗ dig im Hunde iſt uͤber dem Boden, da wo die Axen unten her liegen, noch ein 6 Zoll breites und 3 Zoll dickes Brett geleget, durch welches und den Boden die eiſerne Naͤgel, welche die Aren an den Wagen und das Voreiſen halten, gehen. Um die Aren laufen kleine 34 Zoll breite mit Eiſenblech und plattköpfigten Naͤgeln beſchla⸗ gene Blockraͤder, wovon die vorderſten 9, die hinterſten 11 Zoll hoch ſind, und wer⸗ den durch eiſerne Stoßſcheiben mit Federn erhalten. An dem Hunde herunter und 4 Zoll bis unter die Raͤder ſind hinter denſelben zu beyden Seiten zween ſtarke eiſer⸗ neLeitnagel d. die an dem unterſten Ende rund, und mit dem uͤbrigen breiten Theil an die Waͤnde genagelt ſind. Um die Ruͤnde laufen ſtarke und breite eiſerne Ringe oder Buͤch⸗ ſen mit Vorſteckfedern, die, ſo wie die Raͤder, mit Kunſtfett fleißig geſchmieret werden. Den Berg herunter ſind unter einem Winkel von 31 Graden drey Reihen tannene Stege, wie bey den Kuͤnſten, auf Boͤcken und Holmen mit hoͤlzernen Naͤ⸗ geln befeſtiget, uͤber welchen 4 Zoll dicke eichene Bohlen oder Geſtaͤnge liegen, darauf die Hunde auf⸗und nieder gehen. Die beyden aͤuſſerſten Stege ſind 7, der mittlere aber 10 Zoll breit, weil darauf zwey Naͤder, von jedem Hunde eins, gehen muͤſſen. Etwa in der Mitte, wo der Wechſel der Hunde iſt, als in e. ſind an dem mittlern Stege und Geſtaͤnge zu beyden Seiten 2 Zoll eichen Holz ange⸗ nagelt, und die aͤuſſerſtßen Stege und Geſtaͤnge inwendig auf 2 Zoll ausgeründet, damit die Hunde beym Wechſel einander zur Seite ausweichen koͤnnen. Die drey Stege liegen ſo weit von einander, daß die Raͤder zu beyden Seiten darauf, Ind die Leitnagel mit ihren Buͤchſen accurat an beyden Seiten daran herlaufen oͤnnen. Gegen das Thal zu, wo die Erze ausgeſtuͤrzet werden, ſind die beyden Sei⸗ tenſtege inwendig, und das mittlere zu beyden Seiten etwas ſchraͤg gegen das Thal zu, als in f. 14 bis 15 Zoll lang, und 4 bis 5 Zoll tief eingeſchnitten, daß die obern Raͤder nach dem Schacht zu durch ſolche Einſchnitte durchfallen koͤnnen. Die Stege ſind am Ende im Thal mit einem vierſeitigen Geruͤſte unterbauet und unterſtuͤtzet. Hinter den Einſchnitten der Stege liegen nach abgemeſſener Laͤnge der Hunde, von dem Anfange der Einſchnitte an gerechnet, und ein paar Zoll wei⸗ ter, auf den Stegen etwa Lachter lange und 14 bis 15 Zoll dicke Vorſtoßhoͤlzer g. ſo breit als die Stege ſind, und hinter denſelben ein Queerriegel oder ſtarker Bal⸗ ken uͤber die Stege, der dieſe Vorſtoßhoͤlzer aufhaͤlt. Beyde ſind mit eiſernen Stecknageln auf die Stege befeſtiget. Damit aber von dem ſtarken Aufſtoßen der Hunde das ganze 50 Lachter lange Geruͤſte nicht zurück weichen könne: So ſind unten im Thal ſtarke Streben vor die Stege geſetzet. ggwiſchen den Einſchnitten und Vorſtoßholzern liegen auf den Stegen 37 Zoll breite und Zoll dicke eiſeene Federn, von einigen Kibeiſen genannt, h. auf dem mittlern Steg 2, und eins auf den beyden aͤuſſerſten Stegen, an den Sei⸗ ten, wo die Einſchnitte ſind. Dieſe Federn ſind in 2 ungleiche Theile, von 3 und 24 Fuß Laͤnge, getheilet, die mit einander einen Winkel von 140 bis 145 Grad machen, in deſſen Spitze die Dicke der Feder bey 2 Zoll iſt, und an beyden Sei⸗ ten ein Zapfen vorſtehet. Die Zapfendicke wird oben in die Stege eingelaſſen, und daruͤber ein Pfoedeiſen geleget, das man an die Stege annagelt. Wenn das laͤngere Theil dieſer Federn auflieget: So gehet es 2 bis 3 Zoll uͤber die Einſchnit⸗ te auf den Stegen gegen den Schacht zu, der untere und kuͤrzere Theil gegen das Thal zu aber ſtehet alsdenn in die Höhe, und wenn dieſer auf den Stegen vor den Vorſtoßhoͤlzern liegt: Soſſtehet jener uͤber den Einſchnitten in die Hohe, undeac 1 dieſe welche den Bergbau befoͤrdern. 79 dieſe geofnet werden, und die zwey vordern Raͤder der Hunde durchfallen laſſen. Vor den Einſchnitten iſt eine hoͤlzerne Rolle i. mit einer eiſernen Walze, uͤber welche das eiſerne Seil den Hund in die Hoͤhe und wieder auf die Stege ziehet. Auf der Halle iſt in einem kleinen Hauſe eine Welle B. mit zween Koͤrben C. C. und einem kleinen Bremsrade D. An dieſe Koͤrbe ſind die Seile verkehrt befeſtiget, damit, wenn der eine Hund unten umgeſtuͤrzet wird, der andere oben angefuͤllet werden kann, mittlerweile die Korbwelle gebremſet iſſt. Wenn die Brem⸗ ſe losgelaſſen wird: So gehet der volle Hund„wegen der ſtarken Dohnlage des Geruͤſtes, nieder, und mit den hintern Raͤdern uͤber die Federn heruͤber, bis an den kuͤrzern Theil, der alsdenn niedergedruckt wird, daß der laͤngere in die Hohe ſteigt, und den vordern Raͤdern erlaubt, durch die Einſchnitte zu fallen. So iſt das Spiel dieſer Maſchine beſchaffen, die der Bergmann eine Erzrolle nennet. Die Erze werden alsdenn auf den Hoͤhlwagen vollends nach dem Puchwerke gefahren. §. 3. u einem Puchwerke wird ein mit einem Waſſerfalle verſehenes Gebaͤude Von den Puch⸗ von Holz aufgefuͤhret, worinn ſich das Puchwerk ſelbſt, und die Schlieg⸗ oder werken über⸗ Heerdſtube befinden. Ich will aber erſt die Hauptſtuͤcke des ganzen Puchwerks anfuͤh⸗ haupt. ren, und auf dem Grundriſſe von dem mittlern Puchwerke im Polſterthale zeigen, Tab. XIII hernach ein jedes Stuͤck beſonders durchgehen, und auf dem Grundriſſe, theils auch im Perſpectiv zeigen. Eine hoͤlzerne Wand E F. ſcheidet das Puchwerk A B C D. in die Rad⸗ ſtube EB C F. und in das Puchhaus A E F D. Die Radſtube iſt 10Fuß lang und 30 breit; in derſelben iſt das Rad G. und ein Theil der Welle auf dem Angewege und Zapfenklotz H. wozu man durch eine Thuͤr K. kommen kann, um den Zapfen zu ſchmieren. Das Waſſer flieſſet in dem Gefluͤder I. auf das Rad. Das Puchhaus iſt 20 Fuß lang und 30 breit, mit zwo Thuͤren L. und M. und zwey Fenſtern N. und N. Durch die Thuͤr M. wird das zu puchende Erz her⸗ ein gebracht. Zwiſchen derſelben und der Welle iſt die Grundſohle zu den Puch⸗ troͤgen, darauf der Puchklotz und auf demſelben die Unterlage lieget, welche Stuͤ⸗ cke auf dem Grundriſſe nicht geſehen werden koͤnnen. Ueber der Grundſohle ſte⸗ hen die Puchſaͤulen a. die Puchtroͤge, Puchſtempel mit den Pucheiſen c. Oben im Puchhauſe iſt ein ins Radgefluder tretendes Gerinne O. daraus das Waſſer durch die Puchroͤhren P. in die Puchſaͤulen, und durch dieſe in den Puchtrog faͤllt. In das Schoßgerinne(0. und(. flieſſet das klein gepuchte mit dem Waſſer durch die Puchſaͤulen bey f. und f. Aus dem Puchhauſe gehet man durch die Thuͤr P. in die Heerdſtube, wel⸗ che 64 Juß lang, 46 Fuß breit, und 8 auch wol 10 Fuß hoch iſt. Sie hat zwo Thuͤren V. und an der Fronte 12 Fenſter, an der Seite gegen den Suͤmpfen NN. 8 und hinten 3. W. In ihr ſind zu bemerken: Das aus dem Puchhauſe darein ieſſende Schoßgerinne X. 7 bis 8 Gerinnfelder V. Das oben unter den Balken hergehende Heerdgerinn Z. mit 8 kleinen daraus dohnlaͤgigt herunter ſtehenden Ge⸗ rinnen ee. daran oben im Gerinn ein Geſchuͤtz iſt. Drey Schlemmgraben mit ihren Buͤhnen und Waſſerkaſten AA. dem dazu gehörigen Gerinne BB. zur Ab⸗ fuͤhrung des uͤberfluͤßigen Waſſers, und dem Schlemmſumpfe CC. Sechs Heer⸗ de DD. mit den Heerdbaͤumen EE. Gefaͤllen F. und Waſſerkaſten G G. die Sau unter den Heerden H I. das Aftergerinn II. die Schlingfaͤſſer oder Kaſten in 3 Theilen KR. und in 2 Theilen LL. Auſſerhalb dem Puchwerke ſind die Aftergefaͤlle M M. die Suͤmpfe NN. und hinter dem Puchwerke der gepflaſterte Erzplatz OO. auf welchem bey den Puchwerden wo noch Stufferz ausge Hagen . 2 G r wird, —— e ——„ 1— ₰ 2 1. ——ÿöö 80 II. Th. V. Cap. 2. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, wird, und eine Siebwaͤſche iſt, zween hoͤlzerne vorne offene Kaſten ſind, einer fuͤr das von dem Puchſteiger ausgeſchlagene Stufferz, der andere fuͤr das Stufferz aus der Waͤſche.() §. 4 Von dem Puch⸗ Das Puchrad iſt, nachdem der Waſſerfall fuͤrhanden, 13 bis 16 Fuß hoch, werke insbeſon in den Schaufeln 2 Fuß breit, und wie ein gemeines Rad, da die Arme durch die ders. Welle gehen, beſchaffen. Die Welle iſt 24 Fuß lang, und wenn ſie dreyhubig oder im einmaligen Umgange einen jeden Stempel dreymal hebet und fallen laͤſſet, 2 Fuß, auch wol etwas druͤber, im Diameter. Iſt ſie aber 8 bis 9 Zoll im Dia⸗ meter ſtaͤrker: So kann ſie im einmaligen Umgange die Stempel viermal heben. wird an den Orten, wo die Hebarme hin daß 3 Hebarme in einem Zirkel gleich weit von einander ſtehen. Die Hebarme, welche unter die Daͤumlinge in den Puch⸗ ſtempeln p. Fig. VI. Tab. XIV. faſſen, ſind von Buͤchenholz 16 Zoll lang. Der Kopf oder das Stuͤck auſſer der Welle iſth Zoll, der Schwanz oder das Stuͤck in der Welle 7 Zoll lang, und der Kopf 7 Zoll breit, Tab. XV. b b. Die Lo⸗ cher fuͤr die Hebarme ſind nach der Laͤnge der Welle von 8 Zoll, weil ein Keil zum und 3 Zoll breit. Wie vor einem jeden Rade und Welle jetzo 6 Stempel, jedesmal 3 bey einander, ſtehen: So ſind szu jeden 3 Stempeln 9 Hebarme in 3 Reihen und ſolcher Ordnung in der Welle, daß, wenn der vorderſte zuerſt aufgehobene Stempel wieder niederfaͤllt, der zweyte in die Hoͤhe gehet, und ſo fort. Vor, zwiſchen und hinter den drey Reihen der Die Peripherie einer dreyhubigen Welle muͤſſen, in 9 Theile und ſo eingetheilet, feſtſitzen darneben eingeſchlagen werden muß Hebarme ſind eiſerne Baͤnder mit einer Mutterſchraube, welche in der Mitte aus 2 Theilen beweglich zur Oefnung zuſammen geſetzet ſind, um die Welle geleget, Ziehringe genannt, damit die Welle durch das beſtaͤndige Aufheben der ſchweren Stempel nicht platzen oder berſten moͤge; ſo wie auch an beyden Enden der Welle zur Befeſtigung der Zapfen drey breite und ſtarke eiſerne Baͤnder liegen. Ein je⸗ des Angewege, als H. im Puchhauſe, iſt 4 Juß hoch von dem Fußboden, und in der Mitte 22 Zoll tief, bis 2 Fuß in die Laͤnge, iſt, ausgehauen. Darinn wird der 9 Zoll darinn der Zapfen gehet, alſo geſetzet, daß zu beyden Seite bet, welcher mit einem Keil ausgepfaͤndet wird. Im Puchhauſe iſt mit 5 ſtarken Schwe Tab. XV. troͤgen geleget Fig. JI. Viere liegen in der E ter der Welle her; eine an der Radſtubenwand, ſe ſich endet, und 2 in der Mitte bey einander. Ueb 20 Zoll bis 2 Fuß breite und dicke Schwelle mit der Welle parallel und vor der⸗ ſelben gegen die Hinterwand des Puchhauſes zu geleget, auf der die Puchtroͤge liegen. Ein Puchtrog Fig. II. und Fig. V. Z. deren in jedem Puchwerke und zu jeder Welle zween ſind, er iſt inwendig 4 Fuß, breit, und 1 Fuß, 6 Zoll tief. Derſelbe beſtehet a klotze, der Unterlage, dem Waſſerbleche, den Seiten Die beyden Puchſaͤulen Fig. V. P. und Q. ſind 16 Fuß lang, und in die obere Schwelle der Grundſohle mit ſtarken Zapfe digen Seite ſind ſie 1 Fuß, an der inwendigen 1 0“) In Schwedenborgs Regno ſubterraneo, ſive minerali de cupro et orichalco findet ſich pag. 200. auch ein Grundriß eines hieſigen Puchwerks in richtigem Maaße, mit den lateiniſchen Benennungen der Theile, auſſer daß daran das Geflüder I. auf das Rad, und das in dieſes Ge⸗ füder eintretende Gerinne O. mit den Puchröhren P. und kleinen Gerinnen ee. fehlet. und ſo breit, als der Zapfen lang hohe Zapfenklotz mit dem Pfoedeiſen llen eine Grundſohle zu den Puch⸗ rde ſo tief, als nothig iſt, queer un⸗ eine wo die Welle im Puchhau⸗ er dieſe viere wird die fuͤnfte 7 bis 8 Zoll lang, 1 Fuß, 1 Zoll us zwo Puchſaͤulen, dem Puch⸗ blechen und dem Vorſetzbleche. n eingeſetzet. An der auswen⸗ Fuß, 3 Zoll breit, und ſtehen n einige Zoll Raumblei⸗ 4 Fuß⸗ lzam einen oſi Pal weyt n der allo uf ndi lang deſer nble welche den Bergbau befoͤrdern. 31 4 Fuß 8 Fal von einander. Durch die zur Linken P, wenn man vor dem Trog ſtehet/ fic et das Waſſer in den Puchtrog, und durch die zur Rechten fließt es mit dem klein gepuchten wieder aus. Jene iſt zu ſolchem Ende von den großen Puchlaſchen an 1 Fuß hoch, 3 Zoll breit, und 3 bis 4 Zoll tief eingelochet, uͤber dieſem Loch noch I Fuß lang inwendig ausgehoͤlet, da das Loch zu der auswendi⸗ gen Seite ausgehet. In dieſes auswendige Loch tritt die dohnlaͤgigt ſtehende Puch⸗ röhre R. aus dem Gerinne, welches in das Radgefluͤder einfaſſet, durch welche Röhre das Waſſer in die Puchſaͤulen, und durch das inwendige lange Loch in den Trog herunter ſchieſſet. Ueber dieſem Loch ſitze das Waſſerblech Fig. VIII. deſ⸗ ſen Einſchnitt g. auch I Fuß lang und 3 Zoll breit iſt. Dieſes iſt oben 5 breit, wie die Puchſaule, tritt zu beyden Seiten auf die Puchlaſchen, und darauf im Troge bis auf den Klotz nieder, und iſt 3 Fuß lang. Die zwote Puchſaͤule zur Rechten O. iſt unten etwa 2 Zoll tiefer als die Un⸗ terlage lieget, inwendig alſo eingelochet, daß das Loch an der auswendigen Seite bey h. unter der Welle ausgehet, welches das Spund oder Austragloch heiſſet. Vor dieſem Loche ſtehet im Troge das Vorſetzblech Fig. XIV. Dieſes iſt ein von Meßingsdraht gemachtes Geflechte oder Durchſchlag, 1 Fuß lang und breit, und dabey, wie der Boden eines Durchſchlags, etwas hohl, da der Puckel vor der zwoten Puchſaͤule zu ſtehen kommt. Solche Vorſetzbleche ſind von verſchiedener Weite, und richtet ſich ein erfahrner Puchſteiger in derſelben Wahl nach der Be⸗ ſchaffenheit ſeiner Exze. Die Löcher in den engſten ſind ſo weit, daß ein Steck⸗ nadelknopf dadurch fallen kann.() Durch ſolches Vorſetzblech fuͤhret das Waſ⸗ ſer das klein geſtoſſene mit ſich durchs Spund⸗oder Austragloch hinweg in das Schoßgerinne(0. Pab. XIII. oder S. Tab. XIV. Fig. V. indem das, was noch zu grob iſt, vor dem Bleche im Troge zuruͤck bleibet. Ueber dieſem Blech ſtehet das Blechbrett, welches daſſelbe an ſeiner Stelle feſt erhaͤlt. Die Saͤulen am zweyten Puchtroge ſind eben ſo beſchaffen, nur daß die zur Rechten, oder die lezte, unten grade durchgelochet iſt, und der Ausfluß in das kurze Schoßgerinne Qaun Grundriß vor dem Zuſammenfluß der beyden gehet. Ge⸗ gen die beyden Endpuchſaͤulen werden vor der Welle Streben oder Baͤnder, die auf dem Fußboden in liegende Schwellen eingezapfet ſind, geſetzet.(“*) §. 5. Zwiſchen den beyden Puchſaͤulen lieget auf der Unterſchwelle der Puchklotz. don ben Puch⸗ „ Spund⸗ . 7 e ble auf der hohen Seite, wie ſie am Stamme geſeſſen, dem Fußboden gleich liegen. nheluen 4 Dieſer beſtehet aus zween 2 Fuß breiten und hohen Kloͤtzen, welche bey einander An dem zur Rechten gegen die zwote Puchſaule iſt oben ein 8 Zoll hoher und 10 Zoll breiter Abſatz, der Spundklotz genannt, darauf das Vorſetzblech geſetzet wird. Zu dieſem Ende wird der Spundklotz vor dem Blechſtempel 2 Zoll lang und 1 Zoll def eingeſchnitte, und darauf das Spundblech daran genagelt, daß dio oben () Nach der Beſchreibung der St. Andreasberger Puchwerke, und dortigen Arbeit, die mir von ei⸗ nem der erſten Bergbedienten daſelbſt mitgetheilet worden, ſtehen im Puchtroge vor dem Blech⸗ ſtempel zwey Vorſetzbleche vor einander. Dieſe werden, nach Beſchaffenheit der Erze, höher oder niedriger geſtellet. Bey den geringen Erzen ſtehen die Vorſetzbleche, 6 bis? Zoll von der Puch⸗ ſohle in die Höhe, dabey ſich aber der Puchſteiger nach den Näpchen in den Unterlagen, d. i. nach den Löchein, welche die Stempel in dieſelbe geſtoſſen, richten muß, daß, wenn felbige tiefer werden, er die Vorſetzbleche auch tiefer ſetze. Bey den weißgüldigen Erzen werden die Vorſetz⸗ bleche 9 bis 10 Zoll von der Puchſohle in die Höhe geſetzet. (—*) Auf der Communion im Schulenderge flieſſet das Waſſer nicht durch die Puchſäulen in den Trog, ſondern durch Röhren aus dem oben liegenden Gerinne zuerſt in einen 6 bis 8 Zoll vor dem Puch⸗ troge erhöhet ſtehenden Trog, daraus das Waſſer durch Einſchnitte in den Puchtrog tritt, ohne im Herabfallen eine Geſchwindigkeit zu erhalten, welche für die Schulenberger Erze ſchädlich wäre. II. Theil. Tab. XIV. Von den Puch⸗ 82 IITh. V. Cap. 2. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, oben zwiſchen demſelben und dem Spundklotze, fuͤr das darein zu ſetzende Vorſetz⸗ blech, 1 Zoll Raum iſt. Das Spundblech iſt von geſchmiedeten Eiſen, 14 Zoll lang, 6 Zoll hoch und ½ Zoll dick. Solches wird in die hintere und vordere Puch⸗ laſche in eine Riefe eingeſetzet, und damit der Puchtrog an dieſem Ende hinter und neben der Unterlage verſchloſſen, damit alles durch das Vorſetzblech gehen muß, zu welchem Ende, wie auch zum feſt ſtehen des Vorſetzbleches an den Puchlaſchen, an denſelben hinter dem Spundbleche ein kleines Blechbrett 13 Zoll hoch, und da⸗ vor die Blechleiſte, genagelt wird, daß der Raum zwiſchen beyden 1 Zoll iſt. Zwi⸗ ſchen dieſen Leiſten und in den Raum zwiſchen dem Spundbleche und Spundllotze wird das Vorſetzblech eingeſchoben, und zwar mit einem Latz von 1 einer Planen⸗ breite an allen Seiten umwunden, damit an den Puchlaſchen nichts nebenher durch⸗ kommen kann. Bey grobglanzigen Erzen wird das Vorſetzblech alſo geſetzet, daß es keinen Auswurf hat, oder, daß es mit der Unterlage gleich ſtehet; bey kleinſpie⸗ ßigen Erzen aber hat es 1 bis 2 Zoll Auswurf, oder ſtehet ſo viel uͤber der Unterlage. Auf dem Puchklotze lieget die Unterlage Fig. VII. daß ſie vor das Spund⸗ blech am Spundklotze tritt, doch alſo, daß ſie gegen die Puchſaͤule zur Rechten, oder unter dem Blechſtempel 2, 3 bis 4 Zoll mit alten zerbrochenen Seitenblechen er⸗ hoͤhet iſt, damit das klein gepuchte von dem Waſſer nicht zu ſtark vor das Vorſetz⸗ blech getrieben werde, und ſich davor nicht ſacke. Die Unterlage iſt ein laͤnglich viereckigtes Stuͤck gegoſſenes Eiſen, 3 Fuß lang, 8 Zoll breit, 5 Zoll dicke, und wieget 3 Centner, auch einige Pfuͤnd daruͤber. Weil nun die Unterlage den Trog nach der Laͤnge und Breite nicht völlig ausfuͤllet: So wird ſie zum feſt lie⸗ gen auf allen Seiten mit Knorpern, oder entzwey geſchlagenen Bergwaͤnden, an⸗ gepfaͤndet. Im Jahr 16098. hat Hans Heinrich Schoͤnfelder angegeben, in den Puch⸗ werken, ſtatt der eiſernen Unterlagen, eine Sohle von Schlacken oder Berg zu puchen. Man hat davon in 5 Puchwerken Proben gemacht, da man in einen Trog eine ſolche Sohle geleget, in dem andern aber die eiſerne Unterlage gelaſſen, und zu jedem Trog gleich viel Tonnen Erz abgemeſſen hat. Das Puchen war auf beyderley Art faſt gleich, ſowol in Anſehung der Zeit, als des groben Schliegs. Man hat alſo die Probe mit einer groͤßern Quantitaͤt Erz wiederholt, um zu er⸗ fahren, ob das Ausbringen gleich komme, und zu dieſem Ende zwey Treiben von einerley Erze auf der Unterlage und auf der Sohle puchen laſſen, wobey ſich ge⸗ zeiget hat, daß wenn man gleich an dem Ausbringen der Erze keinen Verluſt lit⸗ te, dennoch die Sohle bald klein und durchgeſtoßen werde, und die Unterlagen beſ⸗ ſere und laͤngere Dienſte thun koͤnnen, weswegen ſie auch beybehalten worden. §. 6. Vor die zwo Saͤulen eines Puchtroges werden auf jeder Seite Puchlaſchen lſchen unz Fig. T. O. auf die Puchklötz geſetzet, und damit der Trog umſchloſſn. Die vor Tab. XIV. der Welle heißt die hintere, die andere aber, wo das Erz in den Trog geſtuͤrzet wird, die vordere. Sie ſind zweyerley, große und kleine, und beyde aus vollem Holze 4 Zoll dick ausgehauen. Im Jahr 1604. iſt verordnet worden, daß ſie geſchnitten werden ſollten; die großen ſind 5 Fuß, 5 Zoll lang, dabey I Juß, 6 Zoll breit, und an beyden Seiten in die Puchſaulen eingefaſſet, welche dazu nach der halben Puchlaſchendicke, als 2 Zoll, ausgelarfet oder eingeſchnitten ſind, alſo daß 2 Zoll darein treten, und 2 Zoll vorſtehen. An dieſen beyden großen Puch⸗ laſchen werden eiſerne Bleche, Fig. IX. Seitenbleche genannt, mit Seitenhacken befeſtiget, und an beyden Enden, mittelſt eines durch die Laſchen vor dem Erzſtem⸗ pel und hinter dem Blechſtempel gehenden eiſernen Puchnagels, mit einem Knopf und Vorſtecknagel zuſammen gehalten. Die 1 welche den Bergbau befoͤrdern. 83 Die Seitenbleche ſind viereckigt und von gegoſſenem Eiſen, bis 1 Zoll dick⸗ 3 Fuß, 5 Zoll lang, und 1 Fuß, 5 Zoll breit, mit 3 Löchern an jeder langen Sei⸗ te. Mit ſolchen Blechen wird der Puchtrog ausgefuttert, damit die Laſchen von den Erzwaͤnden nicht ſo bald abgenutzet werden. Auf die großen Puchlaſchen wer⸗ den noch kleine, die zwar von gleicher Dicke und Laͤnge, aber nur 6Zoll breit ſind, aufgeſeber, welche dazu dienen, daß unter dem Puchen nichts aus dem Troge ſprin⸗ gen kann. e§. 7. In jedem Puchtrog ſtoßen 3 Puchſtempel, welche von den Hebarmen der Von den Puch⸗ Welle aufgehoben werden. Sie ſind von Buͤchenholz, 12 auch 13 Fuß lang, ſtempeln. und 7 bis 8 Zoll ins Gevierte breit. Der erſte zur linken vor der Waſſerblech⸗ Tab. XIV. F. I. ſaͤule l. heißt der Erzſtempel, weil vor demſelben das Erz geſtuͤrzet wird, der zweyte m. der Mittelſtempel, der dritte n. der Blechſtempel, weil er vor dem Vorſetz⸗ bleche ſtehet. Die Stempel ſtehen 2 Zoll von einander, und iſt der Erzſtempel 14 Zoll, der Blechſtempel aber 11 Zoll von der Puchſaͤule entfernet. In jeden Stem⸗ pel wird unten das Pucheiſen Fig. X. und VI. mit dem Puchkiel, d, i. dem ins Gervierte ſpitzig zu gehenden Theil eingeſetzet. Das Pucheiſen iſt viereckigt gegoſ⸗ ſen, am dickſten Ende, welches gegen den Mittelpunct etwas erhoben zulaͤuft, 7 Zoll dick, wird gegen den Puchkiel etwas ſchmaͤler, und iſt 10 Zoll lang. Der Puch⸗ kiel iſt g Zoll lang, und wird in den Stempel mit zwey umgelegten eiſernen Baͤn⸗ dern befeſtiget. Damit aber die Baͤnder ſich gut an⸗und abſchlagen laſſen: So ſind jetzo die Stempel unten geruͤndet. Ein ſolches neues Pucheiſen wieget I Cent⸗ ner, oder 114 Pfund. Die neuen werden zuerſt in den Blechſtempel, hernach, wenn ſie etwas abgeſtoßen und kuͤrzer worden, in den Mittelſtempel, und zulezt in den Erzſtempel geſetzet. Die Stempel werden durch Daͤumlinge von Buͤchenholz Fig. VI. p. auf⸗ gehoben. Der Kopf, darunter die Hebarme faſſen, iſt 10 bis 11 Zoll lang, 7 bis 8 Zoll ins Gevierte, und der 2 Zoll dicke Schwanz, welcher durch die Stempel geſtecket wird, 13 Zoll lang, dadurch zwey runde Locher unter einander gehen, um ihn mit zween Pflocken zu befeſtigen. Das Daͤumlingsloch in den Stempeln iſt 10 Zoll lang, 2 Zoll breit, und ſtehet in allen drey Stempeln in grader Linie. Da aber nicht nur die Unterlage ſchußig lieget, ſondern lauch die Pucheiſen von unglei⸗ cher Laͤnge ſind: So iſt auch die Laͤnge des Holzes an den Stempeln uͤber den Pucheiſen bis zum Daͤumlingsloche ungleich, nemlich die Laͤnge des Holzes des Erzſtempels iſt unter demſelben 3 Fuß, 5 Zoll, des Mittelſtempels 3 Fuß, 3 Zoll, des Blechſtempels aber 3 Fuß, 1 Zoll. Ueber dem Daͤumling wird in deſſelben Loch, welches laͤnger als die Hoͤhe des Schwanzes iſt, ein buͤchener Keil geſtecket, damit den Stempeln noͤthigen Falls weniger Hub gegeben werden könne. Denn wird der Keil unter den Daͤumling geſchlagen: So wird der Hub geringer, weil der dazu gehoͤrige Hebarm den Daͤum⸗ ling im Umgang der Wellen ſpaͤter erreichet. Zu welchem Behuf auch die Welle von den Daͤumlingen entfernet werden kann, wenn man den Keil vor den Zapfen⸗ kloͤtzen wegnimmt, und hinter dieſelbe vor die Daͤumlinge leget, daß die voͤllige Laͤn⸗ ge der Hebarme nicht unter die Daͤumlinge tritt, und alſo der Hub der Stempel geringer wird. Die drey Stempel haben in allen Puchwerken ungleichen Hub, als der Erzſtempel hat 6 bis 7 Zoll, der Mittelſtempel 7 bis 9 Zoll, der Blech⸗ ſtempel 10 bis I11 Zoll Hub.() 8 den Hub zu geben, wird 8 denß 2 Mittel⸗ 0) Auf dem St. Andreasberg iſt es mit dem Hub der Stempel anders beſchaffen Es heißt davon in der mir mitgetheilten Beſchreibung:„Der erſte Stempel hat den mehreſten Hub, und der 5, Blech⸗ Von den Leitun⸗ gen der Stem⸗ pel. Tab. XIV. Von der Heerd⸗ 84 II. Th. V. Cap. 2. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln/ Mittel⸗und Blechſtempel der Schwanz des Daͤumlings der Hoͤhe nach unten ab⸗ geſchnitten, und ein hoͤherer Keil daruͤber geſchlagen. Der Erzſtempel iſt deshalb nicht ſo ſchwer, und hat nicht ſo viel Hub als der Blechſtempel, damit dieſem und dem Vorſetzbleche nicht zu viel zugepuchet werde. Der Blechſtempel aber iſt des⸗ halb der ſchwereſte, und hat den groſten Hub, damit er das von den beyden erſten gepuchete durch ſeinen ſchweren und hohen Schlag ſo klein ſtoße, daß es durchs Blech gehen kann. §. 8. Die Stempel gehen zwiſchen zwo Leitungen, oder, nach der Ausſprache der Pucharbeiter, Ladungen, Fig. II. f.g h i. Eine jede Leitung beſtehet aus zwey Stuͤcken von 8 bis 10 Zoll breiten buchenem Holze, die im Einſchnitte X. Fig. V. eingeſetzet werden. In den Einſchnitten bleibt noch uͤber den Leitungen 5 bis 7 Zoll Raum fuͤr harte Keile, um die Leitungen befeſtigen und auch wieder ausneh⸗ men zu können. Die beyden Stuͤcken Holz einer Leitung werden noch auf bey⸗ den Seiten der Stempel mit langen buͤchenen Riegeln, Knoͤpfen/ und Vorſteckfedern K. Fig. II. zuſammen gezogen. Die Stempel ſtehen 3 Zoll von einander, und zwiſchen jeden zween Stempeln iſt noch ein kleiner 18 Zoll langer Riegel r. durch die Leitungen geſtecket, daß ſie alſo zwiſchen dieſen 4 Niegeln grade auf⸗ und niedergehen. Die unterſte Leitung ſtehet von der Unterlage im Puchtroge 6 Fuß, die zwote aber uͤber derſelben 4 Fuß, 6 Zoll. In jedem Stempel iſt ein großes rundes Loch, u. Fig. VI. welches im Hub uͤber die unterſte Leitung tritt, wodurch er uͤber dieſelbe aufgehaͤnget werden kann, wenn man einen ſtarken Pflock durchſtecket. §. 9. Aus den Puchtroͤgen fließet das Waſſer mit dem klein geſtoßenen Erze durch ſtube insdeſon die Puchſaͤulen in ein davor liegendes Gerinne 9 und Q. und in der Heerdſtube X. dere, und zwar Solches heißt das Schoßgerinne, weil es 2 erſtlich dem Ge⸗Beyde werden jetzo vor oder in der Heerdſtube in ein Gerinne gefuͤhret. Das er⸗ rinne. Tab. XIII. ſte Stuͤck deſſelben vor den Saͤulen heißt das reiche Gerinne, weil ſich darinn ſofort vor einem Spund g. ziemlich reiner Schlieg ſetzet; der zweyte Theil heißt das mittlere Gerinne, darinn ſich vor einem Spund h. Schlieg und Sand un⸗ ter einander ſetzet; das dritte Stuͤck aber nennt man das Untergerinne, in wel⸗ chem vor einem Spunde am Ende i. das grobſte, welches aus dem mittlern Ge⸗ rinne mit weggegangen iſt, liegen bleibet. Das Untergerinne beſteht im Schulenberge in zwey Gerinnen, da in der Mitte vor dem mittlern Gerinne ein Stuͤck Holz lieget, wodurch der Ausfluß in die zu beyden Seiten dieſes Holzes liegende Gerinne zertheilet wird, damit, weil man daſelbſt wegen Beſchaffenheit der Erze mit ſtarkem Waſſer puchen muß, in einem Gerinne nicht zu viel mit dem Waſſer uͤber das Spund weggehe. Weil aber der Schlieg in dem Schoßgerinne ſich nicht völlig ſetzet, ſondern, wenn er zu Staub gepuchet iſt, von dem Waſſer etwas davon mit fortgefuͤhret wird: So ſind in dem hinterſten Theile der Heerdſtube und auch an der unterſten Seite 6 bis 7 Gerinnfelder oder 14 Fuß weite und 16 bis 20 Zoll tiefe Ge⸗ rinne „ Blechſtempel den wenigſten. Der Erzſtempel hat gemeiniglich 10 bis 11 Zoll Hub, dann und „wann auch wol s Zoll, über und unter das aber niemals. Der mittlere Stempel hat 7 bis „s Zoll Hub, und der Blechſtempel bis( Zoll. Doch wenn die Erze auſſerordentlich feſte „ ſind: So muß der Hub etwas ſtärker gegeben werden. Bey weisguldigen Erzen wird dem „Blechſtempel ſo wenig Hub als möglich gegeben, und werden auch weuig Pucherwaſſer aufge⸗ „ſchlagen, damit es nicht zu rieſch durchgehe.„ 1 4 is 3 Zoll Schoß oder Fall hat. —— 0 dse darm hei -du n w nG — welche den Bergbau befoͤrdern. 85 rinne V. neben einander geleget. In dieſen wird das, was aus dem Schoßgerin⸗ ne fließet, in dem einen hernieder, in dem andern aber wieder aufwerts und ſo fort, ſohlig fortgefuͤhret, daß es am Ende eines jeden Gerinnes durch einen 3 Zoll tiefen und 12 Zoll langen Einſchnitt aus einem in das andere Gerinne tritt, und ſich die Truͤbe, oder was von dem gepuchten mit aus dem Schoßgerinne gehet, ſetzet. Sind ſolche ziemlich voll: So wird die Truͤbe ausgeſchlagen, und auf den Heer⸗ den gewaſchen. Der obere und vordere Theil des erſten Gerinnfeldes V 1. wird das Suͤmpel, und die zween uͤbrigen Theile deſſelben mit den zwey Gerinnen zur Seite V 2. und V 3. das Halbgerinne genannt; was ſich darinn ſetzet, wird auf dem dritten und vierten Heerd gewaſchen. Die uͤbrigen Gerinne, als X 4. 5. 6. 7. werden insge⸗ ſamt Zehgerinne genannt. Was aus allen dieſen Gerinnen von Schlieg noch mit fortgehen moͤchte, wird auſſerhalb dem Puchwerke in tiefen Suͤm⸗ pfen NN. aufgefangen, deren 14, 16 bis 20. nachdem die Erze reich ſind und es der Raum leidet, theils rund und gemauert, theils viereckigt und mit Holz ausge⸗ futtert ſind. Die gemauerten gehen wieder ein, ſo wie ſie baufaͤllig werden, weil ſich darinn die Truͤbe nicht ſo gut ſetzet, als in den mit Holz ausgeladenen, auch das Waſſer ſich, wenn ſie ausgeſchlagen werden ſollen, aus einem in den andern ziehet. Es flieſſet aber das Waſſer aus dem lezten Gerinne X 7. im Puchwerke in den erſten Sumpf, aus dieſem in den zweyten und ſo fort, bis es aus dem lezten in die wilde Fluth gehet. In dieſen Suͤmpfen ſtehet das Waſſer ſtille, bis es uͤber den Einſchnitt zum Ausfluſſe ſteiget, daß ſich die Truͤbe ſetzen kann. Zween von ſolchen ſind Sauſuͤmpfe, darein die Truͤbe aus der Sau flieſſet. Von den Zehgerinnſuͤmpfen ſind bey armen Erzen zwey fuͤr die Gewerken, die uͤbrigen fin die Knapſchaft. Sind aber die Erze reich, und kann nach derſelben Beſchaffenheit viel Gewerkenafter gemacht werden: So haben die Gewerken mehr Suͤmpfe. §. 10. In der Heerdſtube wird das klein gepuchte Erz gewaſchen und rein ge⸗ macht. Zu dieſem Behuf ſind darinn 1) das Heerdgerinne Z. welches oben un⸗ füget iſt. 2) Schlemmgraben AA. mit dem Sumpfe CC. und 3) Heerde D. mit dem Aftergerinne II. und der Sau HH. unter den Heerden. Ein Schlemmgraben iſt ein von zweyzolligen Brettern gemachter Kaſten Xq. 12 Fuß lang, 1 Fuß 10 Zoll, auch wol 2 Fuß weit, und 1 Fuß 6 Zoll tief. Er hat zween Boͤden, davon der oberſte, das Schoßbrett genannt, nur 9 Fuß 8 Zoll lang, und daher der Graben nach demſelben, ſo viel als das Schoßbrett dick iſt, nemlich 1½ bis 2 Zoll tiefer iſt. Im Reinmachersgraben C. iſt das Schoßbrett nur 8 ½ Fuß lang. Es wird das tiefere Theil das Loch genannt. Am oberſten Ende iſt ein kleiner Kaſten p q. 1 Fuß lang, der Waſſerkaſten ge⸗ nannt. Solcher Schlemmgraben iſt am obern Theil etwa 1 Fuß erhöhet, damit er abhaͤngig liegt, welches aber in allen Puchwerken nicht gleich iſt, indem ſich der Schuß nach der Beſchaffenheit der Erze richtet, und geringer iſt, wenn die Erze kleinſpießig ſind, weil ſonſt das kleine in der Arbeit mit wegfließt. An dem obern und erhoͤheten Ende iſt uͤber dem Waſſerkaſten eine Buͤhne a b c. Fig. III. das iſt ein hinten und an beyden Seiten mit Brettern zuſammen geſchlagener, vorne aber gegen den Graben offener Kaſten, der Schlemmkaſten genannt, 3 Fuß 4 Zoll lang, und ſo weit, wie der Graben, dabey 20 Zoll tief. Er ſtehet wegen des Bo⸗ dens 2 Zoll uͤber dem Graben, und iſt vor demſelben abgeruͤndet. II. Theil. Y Solcher Von den Schlemmgra⸗ ter den Balken durch die ganze Heerdſtube gehet, und in das Gerinne O. einge⸗ Tab. XIII. Tab. XIV. 1 . 1 1 . 1 I 3* 1 ** 9 6z ¹ 43 6. . f 5* 5 3 4 1 5 4 . et V* 8 V 8„ ———————— -. Tab. XIII. Tab. XIII. Tab. XIII. 86 II. Th. V. Cap. 2. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, Solcher Schlemmgraben mit den Kaſten und Buͤhnen ſind in jedem Puch⸗ werke drey bey einander, doch ſo, daß zwiſchen denſelben 13 bis 14 Zoll Raum bleibet, wozwiſchen ein Menſch kommen und arbeiten kann. Der Raum zwiſchen den Buͤhnen d e. iſt oben mit einem Brette beleget, damit beym hinuͤber ſchlagen des Haͤdels aus dem vorderſten Graben auf die Buͤhne des mittlern, und aus dem mittlern Graben auf die Buͤhne des dritten, zwiſchen ſolchem Raum nichts nie⸗ derfalle, wie denn auch, um zu verhuͤten, daß hinten nichts uͤber die Buͤhnen falle, noch ein 1 Fuß 3 Zoll breites Brett E. F. auf dieſelbe geſetzet iſt. Der vönere A. heißt der Schoßgerinngraben, der zweyte B. der mittlere Graben, und der dritte C. der Reinmachersgraben. In der untern Wand eines jeden Grabens ſind 4 Zoll vom Boden 5 runde, 1 Zoll weite und etwa 2 Zoll uͤber einander ſtehende Locher, welche in ein auſſen angefuͤgtes 6 bis 7 Zoll breites gegen die Loͤcher ausgehoͤhltes oder von einem Groſchengerinne abgeſchnit⸗ tenes Brettſtuͤck t. eine Lutte genannt, treten, dadurch die Truͤbe aus jedem Gra⸗ ben in den fuͤr alle drey in die Erde gemachten und zugelegten Schlemmſumpf C C. auf dem Grundriſſe, ſließet und ſich darinn ſetzet. In dieſem Sumpf iſt jetzo vor dem Schlemmgraben ein Fuß breiter Unter⸗ ſcheid 3. oder ein Kaſten, darinn ſich das durch die Löcher mit durchgehende Gro⸗ be, Dreck und Schlieg unter einander ſetzet, welches taͤglich ausgeſchlagen wird. Die Truͤbe flieſſet oben, allwo 2 Zoll Raum unter dem Deckel iſt, uͤber die Zwi⸗ ſchenwand in den groͤßern Theil des Sumpfs, und aus dieſem durch das Gerin⸗ ne 4. in die Sau H H. Im Jahre 1736. im Quart. Trinit. hat der Oberbergmeiſter Harzig den Reinmachergraben mit gedoppelten Loͤchern zum Abfüeſſen des Schlemmwaſſers, und gemeldten Kaſten im Schlemmſumpfe alſo vorrichten laſſen, damit, nach Be⸗ ſchaffenheit des in Arbeit habenden Vorraths, wenn das Haͤdel zum leztenmal ge⸗ ſchlemmet und hernach rein getrieben wird, die gute Truͤbe erſt in den Kaſten be⸗ ſonders geleitet werden koͤnne. In ſolchem Kaſten wird, wie das Bergamtspro⸗ tocoll davon lautet, die gute Truͤbe beſonders aufgefangen, und der darinn beſind⸗ liche reine Schlieg erhalten; wie er denn bey der erſten Probe in 3 Wochen 1 Centner reinen Schlieg bekommen. Die Arbeit in dieſen Graben wird ſchlem⸗ men, und die darinn arbeitende werden Schlemmer und Oberſchlemmer genennet. Das Schlemmen geſchiehet vermittelſt des zuflieſſenden Waſſers; zu ſolchem Ende lieget hinten unter den Buͤhnen ein Waſſerkaſten mit einem Spunde 5. 6. darein durch zwey kleine dohnlaͤgigt ſtehende Gerinne e e. Waſſer aus dem Heerd⸗ gerinne ſchießt. Das eine dieſer Gerinne fuͤhret das Waſſer dem Schoßgerinn⸗ und mittlern Graben, das andere dem dritten oder Reinmachersgraben zu. Aus dieſem Waſſerkaſten nun ſleßer das Waſſer durch eine kleine Röhre 8. in den Waſſerkaſten pq. Zwiſchen dem Boden der Buͤhne und dem Waſſerkaſten an jedem Graben iſt eine ½ Zoll weite Oefnung q. und Tab. XIV. Fig. III. e. da⸗ durch das Waſſer aus dem kleinen Kaſten herab in den Graben faͤllt Das uͤber⸗ fluͤßige Waſſer wird zur Seite durch Oefnung eines Lochs x. ausgelaſſen, und flieſſe in dem Gerinne BB. ins Aftergerinne I I. Tab. XIllI. fort. §. II. Von dem Heerde Ein Heerd auf dem Grundriſſe D D. und Tab. XIV. Fig. IV. wird 3 Fuß 6 bis 8 Zoll breit von dicken Brettern gemacht, die an beyden Seiten in 10 Zoll breite Heerͤͤbaume E E. welche 3 Zoll hoch uͤber die Bretter herfuͤrſtehen, eingefuͤget ſind. Er liegt oben und in der Mitte auf einem Lager, unten aber auf dem Aftergerinne, und es ſind zwiſchen drey Baͤumen zween Heerde bey einander. Auf der Mitte der 3 e buch aum ſche agen dem nie all lere and wa ael ſhnir Gwo umnyf Herin den — b welche den Bergbau befoͤrdern. 87 den Eckbaͤume iſt ein 3 Zoll weites Gerinne K. Fig. IV. Tab. XIV. eingehauen. Der obere Theil der Heerde gegen das Heerdgerinne iſt, nach Beſchaffenheit der Erze, 14, 14 bis 2 Fuß erhohet, daß er ziemlich ſtarken Schuß oder Fall hat. Oben am Heerde iſt das Gefaͤlle FF. und Tab. XIV. Fig. IV. H. nemlich ein in der Mitte 3 Fuß 7 Zoll langer Kaſten, deſſen Seitenbretter unten 6 bis 8, oben 16 bis 18 Zoll hoch, darauf aber abgeruͤndet wieder etwas niedriger ſind. Vorne iſt er mit einer etwas abgeruͤndeten 6 Zoll hohen Leiſte zugeſetzet, und lie⸗ get auf einem abgeruͤndeten Brettſtuͤcke 2 Zoll hoͤher als der Heerd. Auf den Boͤden der Gefaͤlle liegen 4 eiſerne Schienen zur laͤngern Dauer derſelben. Hinter den Gefaͤllen zweyer Heerde lieget ein Waſſerkaſten G G. und Tab. XIV. G. der ſein Waſſer aus dem Heerdgerinne durch zwo kleine Röhren ee. erhaͤlt. Vor dem Waſſerkaſten iſt die Breite des Gefaͤlls 13 Zoll, in deren Mit⸗ te ein fuͤnfzolliger Einſchnitt u. und o. durch den das Waſſer in das Gefaͤlle kommt. An den beyden Eckheerdbaͤumen ſind etwas tiefere Einſchnitte r. mit einem Schie⸗ ber oder Geſchuͤtz, wodurch das Waſſer, wenn es auf dem Heerde nicht gebraucht wird, in dem Gerinne des Heerdbaums herab flieſſet. Solcher Heerde, welche mit dem Gefaͤlle 4 Lachter, oder 26 Fuß 8 Zoll lang ſind, finden ſich in jedem vollſtaͤndigen Puchwerke ſechſe. 8. 12. Ucber ſolche Heerde werden bey dem Gebrauche Planen(das iſt Tuͤcher 3 von groben etwas rauhen Linnen, Elle breit und 2 ½ Elle lang, wovon das Schock on den planen insgemein mit 6 Mfl. bezahlet wird) gebreitee. Im Jahr 1673. wurde zum Clausthal verordnet, daß die Heerde ſo lang ſeyn ſollten, damit 13 Planen darauf ausgebreitet werden koͤnnten; jetzo werden aber darauf 9 geleget, und koͤnnen dieſelben 8 bis 10 Wochen gebraucht werden. Im Jahr 1734. hat jemand ſtatt der 9 Planen nur ô einfuͤhren wollen, es iſt aber bey der Probe ſchaͤdlich befunden worden, indem mehr Schlieg in die Sau und After gekommen, auch 10 ½ Loth Silber und 1 Centner Bley weniger als in der Gegenprobe erhalten worden, ſo daß, ohngeachtet der Erſparung an Arbeitslohn, doch noch 5 Fl. 13 Gr. 11 Pf. Verluſt dabey geweſen; daher iſt es bey den 9 Planen gelaſſen worden. Die Planen hinbreiten heißt aufſtreichen, dieſelben aber mit einer hölzernen Kiſt(Kruͤ⸗ cke) gleich und eben ziehen heißt ausſtreichen. Unter jeden zween Heerden iſt gegen das Ende ein viereckigter mit Holz aus⸗ Tab. XIII. gefuͤtterter Sumpf H H. und alſo insgeſamt drey, welche die Sau genannt wer⸗ den, und worinn die Truͤbe von den Heerden flieſſet. Beym Gebrauch legt man auf die Heerde 4 bis 5 Fuß von unten den Sauſtock, das iſt ein Stuͤck Holz, Zoll ins Gevierte dick, unter das Ende der lezten Plane, davor ſich dasjenige, was noch etwas ſchwer iſt, ſetzet. Die daruͤber wegfließende Truͤbe faͤllt in die Sau, zu welchem Ende zwey Bretter 2 Zoll weit von einander ſtehen. Der Sau⸗ ſtock wird mehrentheils mit dem einen Ende auf den Heerdbaum, und mit dem an⸗ dern auf den Heerd geleget, daß er daſelbſt niedriger lieget, und die Truͤbe an die⸗ ſem Ende daruͤber wegfließt. In dieſen Suͤmpfen ſetzet ſich der Schlamm, und das Waſſer gehet aus dem unterſten Sumpfe durch ein Gerinne in die Suͤmpfe auſſerhalb dem Puchwerke, darinn die Truͤbe ſich noch ferner ſetzet. Dieſe drey Suͤmpfe werden, wenn ſie voll ſind, ausgeſchlagen; zu welchem Ende man einige Bretter w. w. w. von jedem Heerde nehmen kann. Y 2§. 13. Wie viel der 88 II. Th. V. Cap. 2. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, §. 13. Dieſes iſt die voͤllige Einrichtung eines Puchwerks, wozu die Figuren auf Nuchurie a der 13. und 14. Tab. nach einerley Maaßſtab gezeichnet ſind. Es ſind aber zum em Harze ſind. Clausthalſchen Bergwerke 26 Puchwerke, als 15 im Thal nach der Huͤtte, 7 an Verordnung für die Ober⸗ puchſteiger. der Inderſte, und 4 im Polſterthale, davon drey im Jahr 1727. Behuf der Do⸗ rothea und Carolina gebauet worden, das vierte iſt im Quart. Trinit. 1748. zu eben dieſen Gruben unter dem Graben angelegt worden, der das Waſſer auf das Kunſt⸗ und Kehrrad der beyden eingeſtellten Gruben des neuen St. Andreas und der Loͤwenburg gefuͤhret, dagegen das untere im Thal unter dem Clausthal wegen Waſſermangels abgegangen iſt. Zur Altenau iſt ein Puchwerk, gleich neben der Schatzkammerhalle erſt im Fruͤhjahr 1741. gebauet worden, an welchem Orte ſchon ehemals ein Puchwerk geſtanden, welches im Jahr 1657. angelegt worden, und wo⸗ von man noch bey dem Graben des Grundes das Mauerwerk, Suͤmpfe mit Schlamm und Puchſand angetroffen. Vorher iſt eins uͤber dem Schulthale fuͤr die ſilberne Lilie gebauet geweſen, als dieſelbe in den Jahren 1715. 1716. 1717. 2c. in guten Anbruͤchen geſtanden, und eine wochentliche Erzfoderung gehabt, wie auch noch vorher eins im Thal unter dieſer Grube, Behuf derſelben, geſtanden, davon die Suͤmpfe und andere Merkmale noch vorhanden ſind. Weil ſich aber nachhe⸗ ro die Erze auf der Silberlilie und der Schatzkammer, deren Erze in einem Puch⸗ werke gepuchet wurden, abgeſchnitten: So hat man das Puchwerk im Jahr 1744. abgebrochen. Dieſe Puchwerke gehoren alle der Herrſchaft, welche ſie bauen laſſen und im Stande erhaͤlt, dagegen die Gewerken, nach Beſchaffenheit der Erze, Puch⸗ zins geben muͤſſen. Je mehr man Treiben zu zween Roͤſten, oder 66 Centner Schlieg nehmen muß, deſto groͤßer iſt der Puchzins, und umgekehrt. Zum St. Andreasberge ſind 13 Puchwerke, 8 in dem Andreasbergſchen Thale, der gruͤne Hirſch benannt, als 7 uͤber der Huͤtte herauf, und 1 darunter welches aber nicht mehr im Gange iſt, 2 im Waͤſchgrunde, vor dieſem der Tambach genannt, 1 bey der Koboldsgrube am Oderfluß, I bey der Engelsburg im Breitenbeck, und I in der Schluft, welches Behuf der Sonnenaufgang im Herbſt 1742. ganz neu wie⸗ der gebauet worden, da ſolches vor etlichen Jahren fuͤr die beyden Gruben, Son⸗ nenglanz und Sonnenaufgang erbauet geweſen. Alle dieſe haben die Gewerken bauen laſſen, und erhalten ſie auch im Stande. Zum Lutterberg ſind zwey Puch⸗ werke, in welchen bey Mangel des Erzes Kalk geſtoſſen wird. In der Communion ſind 28 Puchwerke, davon einige im Zellerfelderthale, einige im Spiegelthale, im Huͤtſchenthale, im Lautenthale, auf der Bockswieſe und im Schulenberge ſind. Hierzu wird vermuthlich das 20ſte im Grunde gebauet werden, weil das Bergwerk daſelbſt wieder angegriffen und Erz gefodert wird. Zwey davon im Lautenthal gehoͤren den Lautenthalergluͤck Gewerken, welche ſolche bauen laſſen und im Stande erhalten. Auf der Bockswieſe, auf dem Herzog Au⸗ guſt und Johann Friedrich, haben die Gewerken auch ein eigenes Puchwerk; die uͤbrigen aber gehoͤren der Communion Herrſchaft, welche ſolche, gegen den gewöhn⸗ lichen Puchzins bauen laſſen und erhaͤlt. Im Jahr 1584. ſind, nach Inhalt eines an Herzog Julium in dieſem Jahre von dem Zellerfeldſchen Bergamte ertheilten Be⸗ richts, zum Zellerfelde 5. und zum Wildenmanne 15 Puchwerke, und bey jedem zween Schlammſuͤmpfe geweſen. §. 14. Nach voran geſchickter Beſchreibung der Puchwerke iſt nun auch noͤthig an⸗ zuzeigen, wie darinn das Erz von den Unarten geſchieden, und rein Erz oder Schlieg gemacht werde. Che ich aber dazu ſchreite, will ich zuvor die Puncn⸗ 39 theilen, welche den Bergbau befoͤrdern. 89 theilen, die im Jahr 1707. den Oberpuchſteigern im Clausthalſchen Bergamte zu beobachten, vorgeſchrieben worden. 1) Beym Verpuchen der Erze gnugſame Aufſicht zu fuͤhren, damit ſolche mit gehörigem Pucherwaſſer durchgepuchet werden moͤgen. 2) Dahin zu ſehen, daß die Schoßgerinne zur rechten Zeit uͤber dem obern Spund von den Tag⸗ und Nachtpuchern ausgeſchlagen werden. 3) Beym Schlemmen fleißige Aufſicht zu fuͤhren, damit in den Schlemm⸗ graben das Haupttheil, oder ſogenanntes Haͤdel, nicht zu kurz und das Schwaͤn⸗ zel zu lang gefaſſet werde, als wovon das viele Grobe herruͤhre. 4) Desgleichen daruͤber zu halten, daß das Ruͤſche, oder die groben Koͤrner, ſo ſich unten im Schlemmgraben befinden, allein ausgeſchlagen werde, damit ſol⸗ ches mit den Gewerkenaftern wieder durchgepuchet werden koͤnne. 5) Fuͤr allen Dingen auf den Grobesheerd zu ſehen, damit tuͤchtige Jungen bey ſolcher Arbeit gebraucht, das Grobe mit der Kiſte nicht zu ſtark ausgeſtoſſen, und mit uͤberfluͤßigem Waſſer fortgejaget werde. 6) Nach den Aftergefaͤllen fleißig zu ſehen, damit ſolche zur rechten Zeit aus⸗ geſchlagen, und die After nicht in die wilde Fluth gejaget werden moͤgen. ) Die Kerbſtoͤcke, ſo die Puchſteiger mit den Fuhrleuten halten, fleißig nach⸗ zuſehen, und allen Unterſchleif dabey zu verhuͤten. 8) Desgleichen mit allem Fleiß auf die Kerbſtoͤcke, ſo die Puchſteiger mit dem Schliegwaͤger 3 der Huͤtte halten, zu ſehen, damit Schlemmſchlieg, grob gewa⸗ ſchen und Heerdſchlieg jedes abſonderlich aufgeſchnitten werde, und die Kerbſtoͤcke mit den Probezettuln uͤbereinkommen, auch der Abzug der Naͤſſe, der Ordnung nach, von jeder Gattung vom Schlieg geſchehen moͤge. 9) Auf die gemachten Schliege in den Puchwerken genaue Aufſicht zu ha⸗ ben, damit ſolche nicht unter einander vermiſchet, und dadurch zu Unrichtigkeit der Proben Anlaß gegeben werden möge. Bey dieſen 9 Puncten iſt zulezt erinnert worden, daß ſie keine neue Verord⸗ nung mit ſich fuͤhrten, ſondern nur eine Erinnerung der vorlaͤngſt gemachten gu⸗ ten Anſtalten waͤren. §. 15. Von dem Erzplatze vor dem Puchhauſe O O. wird das Erz in Trogen in Beſchreibung das Puchhaus vor die Puchtroͤge getragen. Der Pucher, deren zwey ſind, das der Arbeit im von einer der Tages⸗der andere der Nachtpucher, ſchlagt die großen Erzwäͤnde mit zuchwerke, und einem Faͤuſtel ſo klein, daß die groͤßeſten nicht dicker als eine Fauſt ſeyn, damit der terſchüren und Erzſtempel nichts an der Hoͤhe und Kraft ſeines Falls verliere. Von dem klein Schlemmen. geſchlagenen ſtuͤrzet er einen Trog voll vor und unter den Erzſtempel, welches unterſchuͤren heißt. Iſt ein ſolcher Unterſchuͤr klein gepuchet, daß der Erzſtempel ledig gehet: So ſtuͤrzet er wieder einen Trog voll ein, und ſo fort, damit immer im Puchtroge eine reine Sohle behalten, und das Erz nicht zu Staub oder Truͤbe gepuchet werde. Was von dem klein gepuchten durch das Vorſetzblech und Spundloch in das reiche Schoßgerinne gegangen, und vor den Spunden g. und Tab. XIII. g. liegen geblieben, wird mit einer eiſernen Schaufel, zu mehrern Auswurf der Truͤbe, umgeruͤhret, ausgeſchlagen, darauf in den drey Schlemmgraben allein gewaſchen und zu reinen Schlieg gemacht. Was aber in dem mittlern und un⸗ tern Schoßgerinne vor den Spunden h. und i. liegen geblieben, wird in der Heerdſtube, jedes auch allein, ausgeſchlagen und gewaſchen. u dieſem Ende wird jede Sorte von dem mittlern und reichen Schoßgerin⸗ ne 6 d Bühm a. des Söhoßarenlrabene A. geſchlagen. Von derſelben wird Tab. XIV. .Theil. es, . 4 1 3 . 4 8 t 1 1 *„ . 1 6 1 * † 81 * 1 2 z. Jf 1 5 1 1 2 — . 4 . 4 ¹ 4 „———ñỹ—— 6 Fortſetzung der Beſchreibung des Schlem⸗ mens. 90 II. Th. V. Cap. 2⸗Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, es, mittelſt einer eiſernen Kratze mit einem kurzen Stiel, gleich einer Auskiſt Fig. Xll. nach gerade ab und in den Graben getrecket, darinnen mit einer Schlemmkiſte Fig. XI. unter einander geruͤhret, und bey beſtaͤndigem Zufluſſe des Waſſers aus dem Kaſten unter der Buͤhne alſo von dem Schlemmer heraufwerts beweget, daß er wechſelsweiſe an jeder Seite des Grabens mit der Auskiſt zwey oder dreymal herauf ſtreichet, waͤhrend das Waſſer an der andern Seite ſchnell herunter flieſſet, und das leichtere, als Dreck und Grobes, mit ſich nimmt. Bey ſolchem Schlemmen bleibt der Schlieg vor dem Schoßbrette unter der Buͤhne, und das uͤbrige ſchwereſte und beſte in der Hoͤhe etwa 6 Fuß lang liegen; das Grobe aber ſchießt herunter in das Loch. Wie nun das Grobe unten gegen die Locher in der Lutte ſich ſammlet, und nach gerade erhoͤhet: So werden die Loͤcher nach einander mit Pfloͤcken zuge⸗ ſtecket, dami das Grobe mit dem Waſſer nicht mit in den Schlemmſumpf durch⸗ gehe. Eine Schlemmkiſte iſt eine hölzerne viereckigte Kruͤcke, 13 Zoll lang, 3 ½ Zoll breit, mit einem 1 Fuß 10 Zoll langen Stiel. Iſt der Schoßgerinngraben voll geſchlemmet: So wird das oberſte, 6 Fuß lang, Haͤdel genannt, auf die Buͤhne b. des mittlern Grabens B. hinuͤber geſto⸗ chen, und in dieſem wieder zweymal, wie vorhin, durch das hinaufſtreichen ge⸗ ſchlemmet oder gewaſchen. Aus dieſem Graben wird das oberſte oder Haͤdel 6 Fuß lang hinuͤber auf die Buͤhne c. des Reinmachergrabens C. geſtochen, und darinn, durch noch zweymaliges ſchlemmen und waſchen vollends rein gemacht. Der hiedurch erhaltene Schlieg wird Haͤdel(das iſt Haupttheil) oder grober Schlieg genannt. §. 156. Wazs in jedem der drey Graben nach dem Haͤdel folget, wird Schwaͤnzel genannt; Solches Schwaͤnzel wird in dem Schoßgerinngraben eine Schaufel lang ausgeſchlagen, und an deſſen Seite gegen das mittlere Schoßgerinne gewor⸗ fen; das uͤbrige heißt Schlemmgraben oder Grobes, und wird gegen die Mitte des vordern Heerds geworfen. Das Haͤdel aus dem Schoßgerinngraben wird, wie im vorhergehenden gemeldet, auf die Buͤhne des mittlern geſtochen, und darinn zweymal geſchlemmet. Nach dem erſtmaligen Schlemmen wird das Schwaͤnzel auch nur eine Schaufel lang ausgeſchlagen, und zum Schwaͤnzel aus dem Schoß⸗ gerinngraben geworfen, welches beydes in dieſem Graben mit dem aus dem mitt⸗ lern Schoßgerinne wieder geſchlemmet wird; das uͤbrige oder Grobes wird bey dem vordern Heerd geworfen. Nach dem abermaligen Schlemmen des Haͤdels aus dem mittlern Graben wird das Schwaͤnzel bis ans Ende des Schoßbretts ausgeſchlagen, oben bey dem Reinmachersgraben geworfen und geſammlet, bis deſſen ſo viel fuͤrhanden iſt, daß der Schoßgerinngraben zwey bis dreymal davon angefuͤllet werden kann. Daſſel⸗ be wird darauf wieder uͤber allen drey Graben verarbeitet und gewaſchen. Der daraus in dem Reinmachersgraben bekommene Schlieg heißt Schwaͤnzelſchlieg. Der Abgang davon wird auf das Gefaͤlle des vordern Heerds gebracht, und uͤber die Planen gewaſchen; der davon erhaltene Schlieg heißt Auffang, weil er mit den Planen aufgefangen wird. Das Grobes wird ebenfalls bey dem vordern Heerd geworfen. Das zum zweytenmal in dem mittlern Graben geſchlemmte Haͤdel wird auf die Buͤhne des Reinmachersgraben geſtochen, und darinn dreymal geſchlemmet. Nach dem erſtenmal wird das Schwaͤnzel oben bey dem Reinmachersgraben zu dem aus dem mittlern Graben geworfen, und mit demſelben wieder in den Gra⸗ ben geſchlemmet; das durch dieſes Schlemmen erhaltene Haͤdel wird wieder af . le welche den Bergbau befoͤrdern. 91 die Buͤhne geſtochen und zum andernmal geſchlemmet. Das Schwaͤnzel wird bey dem vorderſten Heerd geſchlagen und auf demſelben gewaſchen. Das Haͤdel vom zweyten Schlemmen wird wieder auf die Buhne geſtochen, zum drittenmal geſchlem⸗ met und damit rein gemacht. Das Schwaͤnzel unter dem Schoßbrette oder Rein⸗ machersſchwaͤnzel, wird in ein Faß geſchuͤttet, geſammlet, und darauf in dem Reinmachersgraben nochmalen gewaſchen und rein gemacht; der Abgang wird auf dem vorderſten Heerd gewaſchen. Wenn der Oberſchlemmer den Schlieg aus dem Reinmachersgraben von obigen Gattungen liefert: So wird von dem Puch⸗ ſteiger etwas davon in einen Trog gethan, und rein Waſſer darauf gefuͤllet; wird ſolches beym Umruͤhren des Schliegs nicht truͤbe, ſo iſt er rein. In dem Schoßgerinn⸗ und mittlern Graben ſetzen ſich vor der Buͤhne klare Erzkoͤrner, daher beym Ausſchlagen zween bis drey Finger breit davor gelaſ⸗ ſen, und dieſe Koͤrner ausgenommen und geſammlet werden. Iſt davon eine ziemliche Menge beyſammen: So werden ſie gewöhnlicher Weiſe uͤber dem erſten und zweyten Graben wieder gewaſchen und rein gemacht. Der Schlieg wird al⸗ lein geſtuͤrzet, welches Koͤrner heiſſen, und mit zum Schwaͤnzelſchlieg genommen. §. 17. Der Schlemmgraben oder Grobes wird auf dem vordern Heerd, der daher der Grobesheerd heißt, uͤber die Planen gewaſchen. Die Arbeit auf dieſem Heerd, wie auch mannichmal auf dem zweyten, geſchiehet alſo: Ueber dem Heerd werden 9 Planen queer uͤber gebreitet ſo daß die oberſte zween Finger breit uͤber der fol⸗ genden, und ſo fort an uͤber einander liegen, welches der Wechſel genannt wird. Damit auch kein Schlieg unter die oberſte Plane fallen könne, wird unter die Leiſte vor dem Gefaͤlle ein Latz genagelt, der drey Finger breit auf den Heerd tritt, und darunter die oberſte Plane geſchoben. Bey einem jeden Heerde ſtehen drey Kaſten K K. auch wol gedoppelt, als K K. I. L. davon der erſte nach dem Gefaͤlle zu der oberſte, der zweyte der unreine Kaſten, und der dritte das Unter⸗ faͤſſel genannt wird. Bey jedem Heerde ſind zween Jungen, der Auftrecker und der Waͤſcher. Der Auftrecker fuͤllet das Grobes, und alles was zu waſchen iſt, in einen Trog, und ſtuͤrzet es ins Gefaͤll. Der Waͤſcher ſtehet auf einer Bank h h. hinter dem Gefaͤlle, laͤſſet aus dem Waſſerkaſten C G. Waſſer ins Gefaͤlle laufen, und ſchie⸗ bet das eingeſtuͤrzte mit der Auskiſt Fig. XII.(das iſt eine eiſerne Kratze mit ei⸗ nem uͤber drey Fuß langen Stiel) mit dem Waſſer uͤbers Gefaͤlle, ſo viel als auf einmal gnug iſt, welches ausſtoſſen heißt. Der Schlieg bleibt auf den Planen, weil ſie rauch ſind, liegen, und der Sand fließt ins Aftergerinne. Das Waſſer bekömmt vor dem Wechſel der Planen eine Tralle, davor ſich der Dreck ſezt. Der Waͤſcher tritt bey ſolchem Wechſel auf den Heerdbaum E E. ruͤhret den Dreck mit einer hoͤlzernen viereckigten 11 Zoll langen, und 3 Zoll breiten, Kiſt mit einem 3 Fuß 6 Zoll langen Stiel Fig. XIII. Tab. XIV. auf 6 Wechſeln ſo lange auf, is er ſiehet, daß es darauf rein iſt, welches man ablaͤutern nennet; darauf nimmt er die 4 oberſten Planen, auf welche ſich reiner Schlieg geſetzet, auf, und waͤſchet ſie in dem oberſten Kaſten ab. Die zween folgenden Plane, darauf der Schlieg noch unrein iſt, werden in dem zweyten und unreinen Kaſten gewaſchen. Unter dem⸗ was auf den drey unterſten Planen liegen bleibt, iſt nicht viel Schlieg mehr; die werden in das Unterfaͤſſel gewaſchen. Der auf dieſem Heerd erhaltene Schlieg heißt grob gewaſchener Schlieg. Iſt das einmalige Waſchen vorbey: So ſchuͤ⸗ tzet der Auftrecker, der bey dem Waſſerkaſten ſtehet, das Waſſer ab, welches darauf durch den Einſchnitt n. oder r. in dem Derime des Heerdbaums herunens 2 ter⸗ Wit das Grobes gewaſchen wird Tab. XIII. Tab. XIV. Tab. XIII. 92 II. Th. V. Cap. 2. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, Aftergerinn flieſſet. Dieſe einmal geſchehene Arbeit wird ſo oft und ſo lang wieder⸗ holet, als Materie dazu vorhanden iſt. Beym Waſchen des Abgangs von dem Schwaͤnzel auf dieſem Heerd bleibt, beym Ausſtoſſen aus dem Gefaͤll, der zarte Schlieg auf den oberſten 5 Planen liegen. Unter der ſechſten lieget ein Sauſtock, davor ſich das beſte ſetzet, indem der Sand daruͤber weggeht und ins Aftergerinn faͤllt. Das auf der ſechſten Pla⸗ ne vor dem Sauſtock liegen gebliebene wird von dem Waͤſcher mit der Kiſt ange⸗ rchet und in die Hoͤhe geſchoben. Zween Jungen haben die unterſten Ecken der Planen in Haͤnden, und ſchlagen ſolche wechſelsweiſe hinauf, welches aufſchlagen heißt, dabey die Unart in der Mitte abfließt, und der Schlieg liegen bleibt und ziemlich rein wird. Die Plane wird darauf in ein Faß gewaſchen. Sind die Erze an Silber arm, daß davon nicht viel After fallen: So wird bey dieſer Ar⸗ beit unter der 9ten und unterſten Plane ein Sauſtock geleget, davor ſich dasjenige noch ſetzet, was beym Aufſchlagen der ſechſten Plane vom Schlieg unter oder am Sande noch mit fortgehet, welches unter den After geſchuͤttet und mit verpu⸗ chet wird. §. 18. Der After wird Der bey dem Waſchen des Grobes abflieſſende Sand gehet mit dem Waſ⸗ von neuem vor ſer durch das Aftergerinn I I. das ſich unter dem lezten Heerde anfaͤnget, hinaus in die Aftergefaͤlle, zu welchem Ende unten am vorderſten und zweyten Heerde eine 3 bis 4 Zoll breite Oefnung in dem Aftergerinn iſt. Die Aftergefaͤlle ſind Suͤmpfe auſſer dem Puchwerke M M. darinn der Sand oder After ſich ſetzet, alcher 6 denſelben des Tages zweymal ausgeſchlagen und auf einen Haufen ge⸗ aufen wird. Iſt das Erz reich am Gehalt: So wird der After noch zweymal im Winter durch ein engeres Blech und mit kleinem Waſſer gepuchet. Einmal fuͤr die Gewerken und das zweytemal fuͤr die Knabſchaft, das iſt fuͤr die Caſſe, daraus den invaliden Bergleuten, der Bergleute Wittwen und Kindern Gnadengeld gereichet, und mehr andere vorfallende Ausgaben genommen werden. Mit dieſem Puchen des Afters die Knabſchaft iſt ohngefehr Anno 1703. auf Verordnung des damaligen erghauptmanns von dem Buſch der Anfang gemacht worden, da man ihn vor⸗ her verworfen hatte. Iſt aber der Gehalt geringe: So wird der After nur ein⸗ mal fuͤr die Gewerken gepuchet. Der gepuchte Gewerkenafter wird eben ſo uͤbern Schlemmgraben und Heerden tractiret, wie das gepuchete Erz. Der daraus durchs Waſchen und Reinmachen fallende Schlieg heißt grober, grob gewaſchener, Un⸗ tergerinn⸗ und Schlammſchlieg. Der gepuchte Knabſchaftsafter wird ſofort auf den vorderſten Heerd gebracht, und davon nur grob gewaſchener und Schlamm⸗ ſchlieg erhalten. §. 19. Wie man den Der Schlemmgraben oder Grobes iſt ſonſt ohne Unterſcheidung der armen zarien Schlieg, und reichen Erze in das Gefaͤll des vordern Heerds geſtuͤrzet, ausgeſtoſſen und ge⸗ welcher in dem waſchen worden. Als aber der Oberbergmeiſter Harzig wahrgenommen, daß ſich Grobes vom Schlemmgra, in den Aftergefäͤllen an den Seiten, wo das Waſſer nicht völligen Fluß gehabt, den bleibt, zu er⸗ kleiner zarter Schlieg angeleget, welcher von dem ſtarken Afterwaſſer nothwendig halten geſucht. in die wilde Fluth getrieben werden muͤſſen: So iſt er darauf bedacht geweſen, die⸗ ſen zarten Schlieg, welcher in dem Grobes vom Schlemmgraben bleibet, zu erhal⸗ ten, und hat im Anfange des Quart. Reminiſcere 1735. bey lezterer Verarbeitung der Dorotheer Erze vom liegenden Trumm zum Verſuch veranſtaltet, daß das Gro⸗ bes oder Schlemmgraben erſt auf einem beſondern Heerd mit kleinem Waſſer ausge⸗ welche den Bergbau befoͤrdern. 93 ausgezogen und von der bey ſich habenden Truͤbe gereiniget worden. Bey dieſer Arbeit ſind die Planen auf der klaren Seite aufgeſtrichen, und unten iſt mit einem Sauſtock der in der Truͤbe enthaltene zarte Schlieg auf gefangen, darauf das Grobes, was im Gefaͤlle bleibet, ausgeſaubert und in das Gefaͤlle des vorderſten Heerds ge⸗ ſtuͤrzet worden, da man ſolches ferner nach gewoͤhnlicher Weiſe durchs ausſtoſſen verarbeitet, und auf der rauhen Seite der Planen den grob gewaſchenen Schlieg vollends aufgefangen hat.. Damit nun dieſe etwas mehr Zeit wegnehmende Arbeit keine Hinderung in Verfertigung der Röͤſte machen moͤchte, hat er zu den ehemaligen Heerden in dem Puchwerke noch den ſechſten Heerd anlegen laſſen. Es ſind dadurch 6 Centner Schlieg, ein jeder von 8 Loth Silber, mehr erhalten worden/ dagegen nur 28 Gr. an Ar⸗ beitslohn mehr darauf gegangen. Nach Wahrnehmung dieſes Vortheils hat er in mehrern Puchwerken bey Caroliner und Dorotheer Erzen gleiche Anſtalt ge⸗ macht, und ſind innerhalb drey Wochen vom Carvliner Erz 7 Centner, und vom Dorotheer Erz 5 Centner dieſes Schliegs gewonnen worden. Es iſt darauf vom Bergamt eine Probe mit dieſer neuen Arbeit in Beyſeyn zweyer Bedienten und der benden Oberpuchſteiger zu machen verordnet worden. Da Tages vorhero nur 40 Kuͤbel Grobes gefallen: So ſind Kuͤbel um Kuͤbel gleich abgeſtrichen, ausgetheilet, und ein Theil nach der ordinairen Weiſe auf dem erſten Heerd, der andere Theil aber auf den zwey naͤchſt folgenden Heerden erſt ver⸗ arbeitet worden. Bey der ordinairen Arbeit ſind 29 ½ Pfund grob gewaſchener Schlieg, bey der neuen Weiſe aber 22 ½ Pfund grob gewaſchener, und 204 Pfund ausgezogener Truͤbſchlieg, folglich 13½ Pfund Schlieg mehr als bey der ordinairen Arbeit erfolget. Im probiren hat der Centner der ordinairen Arbeit 41 Loth, voon der neuen aber der grob gewaſchene 44 Loth, und der Truͤbſchlieg 4 Loth Sil⸗ ber, nach des Huͤttenſchreibers Angeben, gehalten. Da nun, des geringern Gehalts ohngeachtet, doch nach der neuen Art wegen des mehrern Schliegs auch mehr Silber erfolget iſt, und nur ein Puchjunge mehr dazu erfodert worden: So hat man dieſelbe bey reichhaltigen Erzen eingefuͤhret. Weil man aber nicht wohl begreifen koͤnnen, warum der von der neuen Arbeit gefallene grob gewaſchener Schlieg einen geringern Silbergehalt als der uͤbrige gehabt: So hat man noch einige Proben in verſchiedenen Puchwerken in Beyſeyn eines Be⸗ dienten machen, und die davon fallende Schliege durch alle drey Probirer probiren laſſen, um zu mehrerer Gewißheit zu gelangen. Dieſe Arbeit wird bey reichhalti⸗ gen Erzen fortgeſetzet, der dadurch erhaltene Schlieg aber Truͤbſchlieg genennet. §. 20. . Un noch die zarten Schliege, die bey der erſt beſchriebenen Arbeit dennoch mit fortgehen moͤchten, zu erhalten, iſt Anno 1736. da, wo nach Endigung der Aftergefaͤlle M M. die klaren Afterwaſſer in die wilde Fluth fallen, bey dem ſiebenden Inderſter Puchwerke ein Sumpf vorgerichtet worden, um zu ſehen, ob ſich no Trübe darinn ſammlen wuͤrde. Nach einiger Zeit hat ſich gefunden, daß ſich viel Truͤbe darinn geſammlet, welche roh oder ungewaſchen ein Loth, und gewaſchen 3 Loth Silber im Centner gehalten, und man hat darauf verordnet, daß bey den Puchwerken, wo Gelegenheit dazu vorhanden, dergleichen Suͤmpfe vorgerichtet werden ſollten, wodurch die Afterwaſſer gehen, und die Truͤbe, ſo darinn noch be⸗ findlich ſeyn möchte, moͤglichſt aufgefangen und geſammlet werden koͤnnte. Daher ſind jetz am Ende der Afterfluth bey den Puchwerken, wo es die Gelegenheit zulaͤſſet, zween Suͤmpfe. II. Theil. Was Aa Zu dem Ende wird noch ein neuer Sumpf vorgerichtet. ch Tab. XIII. 1— — —“ — S 94 II. Th. V. Cap. 2. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, Was im untern Schoßgerinn von dem gepuchten vor dem Spunde liegen bleibt, wird im Ausſchlagen allein geworfen. Das erſte lange Gerinn hinter dem Schlemmgraben und Heerden Y 1. darein das Untergerinn flieſſet, wird in drey Felder getheilet. Was ſich im oberſten Felde, das Suͤmpel genannt, gleich an dem Untergerinn ſetzet, wird beym Ausſchlagen zu dem aus dem Untergerinn geworfen, und beydes wird mit dem, was aus dem Schlemmſumpf ausgeſchlagen wird, auf dem zweyten Heerd, auf gleiche Weiſe wie auf dem erſten Heerd, gewaſchen. Der Schlieg heißt Heerd⸗oder Untergerinnſchlieg. Was ſich in den beyden andern Feldern des vorderſten Gerinnes und in den uͤbrigen allen ſetzet, wird auf dem dritten und vierten Heerd, und das aus den Sauen und Suͤmpfen auſſer den Puchwerken, wie auch wol nach Befinden aus dem Schlemmſumpfe, auf den fuͤnften, der Schlamm aber aus dem Unterfäͤſſel auf dem ſechſten Heerde gewaſchen, und der Schlieg Schlamm oder Truͤbſchlieg genennet. Wird der Schlamm oder Truͤbe auf den vier unterſten Heerden rein gewa⸗ ſchen. So wird der von dem Auftrecker ins Gefaͤll geſtuͤrzte Schlamm von dem aͤſcher mit der eiſernen Auskiſt auf folgende Art ausgezogen. Er ſchlaͤget mit der Kiſt vor der Leiſte des Gefaͤllesins Waſſer: So ziehet das Waſſer eine Schwa⸗ le in die Hoͤhe, welche auf der Seite wieder niederſchlaͤgt, uͤber den Leiſten gehet, und den Schlamm oder Truͤbe zugleich mit daruͤber und auf die Planen fuͤhret. Der noch darunter befindliche Schlieg ſetzet ſich auf den Planen, und wird auf dem Wechſel derſelben mit der Kiſt abgelaͤutert, und eben ſo, wie vorher beſchrie⸗ ben, in die drey Kaſten gewaſchen. Unter der lezten Plane lieget der Sauſtock, was daruͤber weggehet, flieſſet in die Sau, und ſetzet ſich noch darinn. Solche Arbeit wird ſo lange fortgeſetzet, bis im Gefaͤll das reine Waſſer erſcheinet. Was von einem jeden Heerde in den mittlern Kaſten und in das Unterfaͤſſel von den Planen abgeſpuͤlet iſt, das wird auf eben dem Heerde ſo oft wieder gewa⸗ ſchen, bis alles Erz oder Schlieg daraus erhalten iſt. §. 21. Sämtliche Ar⸗ Nach dem obigen allen werden im Puchwerke folgende Sorten Schlieg ge⸗ Pudszdfſag macht. 1) Haͤdel, oder grober Schlieg im Reinmachersgraben. 2) Schwaͤn⸗ zelſchlieg, auch in demſelben. 3) Koͤrner, in dem mittlern Graben. 4) Grob im Puchwerke gewaſchener Schlieg, auf dem vordern Heerd. 5) Auffang, auf dem vordern Heerd. 6) Heerd⸗oder Untergerinnſchlieg, auf dem zweyten Heerd. 7) Schlamm⸗ oder Truͤbſchlieg, auf den uͤbrigen vier Heerden. Dazu kommt noch 8) der Setzſchlieg, davon in der 6ten Abtheilung geredet werden wird. In der Heerdſtube ſind Kaſten, darinn die Sorten der Schliege geſammlet und verſchloſſen werden. Der grob gewaſchene und uͤbrige Sorten der Heerd⸗ ſchliege werden in dem Schliegkaſten mit der eiſernen Schaufel geſtuppet, daß ſie ſich auf einander geben muͤſſen, hart werden, und das Waſſer ſich verliere, welches ſenken genennet wird. Die Arbeit im Puchwerke wird von dem Puchſteiger regieret, und von Kna⸗ ben von 12 und mehr Jahren verrichtet. Der Tag⸗ und Nachtpucher, Schlem⸗ mer und Oberſchlemmer, auch Afterlaufer ſind erwachſene Perſonen. Die Puch⸗ knaben haben zur taͤglichen Speiſe bloßes Brod und Waſſer, und werden anbey ſtrenge gehalten, und wenn ſie es verdienen, von dem Puchſteiger oder Oberſchlemmer mit dem Vogelbols, das iſt einem Stock mit ledernen Riemen, gezuͤchtiget. In jedem Puchwerke ſind zu den Morgenbetſtunden in dem Zechenhauſe/ darinn die Puchſteiger mit den ſaͤmtlichen Arbeitern aus 3 oder 4 yuicheen zu welche den Bergbau befoͤrdern. 95 zuſammen kommen, und zu den Nachmittags Betſtunden, die in jedem Puchwerke nach der Luhſtunde, das iſt Loſe oder Ruheſtunde, gehalten werden, 2 Bibeln, 16 Neue Teſtamente, 16 Catechismus, und einige Geſangbuͤcher. Unter der Auf⸗ ſicht des Puchſteigers wird in dieſer Betſtunde nach 12 Uhr von den Knaben ge⸗ betet, auch wol geſungen, und in der Bibel oder Neuen Teſtament und im Catechismo etwa? Stunde lang nach der Reihe geleſen. In jedem Puchwerke haͤnget in der Heerdſtube gegen die Thuͤr uͤber eine ſchwarze mit rothen Linien in 13 Felder mit den Quartalnummern von 1 bis 13 abgetheilte Tafel, darauf der Puchſteiger woͤchentlich mit Kreide ſchreibet, was er fuͤr Erze habe, wie viel Treiben er alle Woche durchpuche und verarbeite, wie viel Röſte daraus erfolgen, und nach welcher Huͤtte ſolche geliefert werden; auch wie viel Arbeiter er taͤglich habe, und was ihr Lohn woͤchentlich betrage. Ueber dieſer Tafel hangen zu jeder Nummer die Kerbſtocke, welche der Puchſteiger mit dem Fuhrmann und Schliegwaͤger uͤber die Lieferung der Schliege haͤlt. Dritte Abtheilung. Von einigen gemachten Aenderungen in der Pucharbeit, vorgenommenen Proben und Verordnungen. §. 1. Gor dem Anfange des jetzigen Jahrhunderts wurde der grobe Schlieg von den Die Vermen⸗ gung des groben Puchſteigern unter den Heerdſchlieg gemenget. Weil es aber unrichtige Pro⸗ Schlicas mt ben giebt, ſollte der Verordnung nach eine jede Sorte Schlieg allein gelaſſen wer⸗ dem Heerdſchlieg den. Da man aber ſolches nicht beobachtet, wurde es Anno 1701. im Quartal und die Umar⸗ beitung des grob Trinitatis den Oberpuchſteigern nochmals ſcharf anbefohlen. Es iſt auch zu der gewaſchenen Zeit verordnet worden, den grob gewaſchenen Schlieg, den man unter den Schlamm⸗Schliegs wird ſchlieg miſchete, des Probennehmens halber allein zu laſſen. abgeſtellet. Der grob gewaſchene Heerdſchlieg vom Schlemmgraben wurde vor dem An⸗ fange des jetzigen Seculi umgearbeitet oder nochmal gewaſchen, um ſeinen Gehalt zu verbeſſern. Da aber dadurch die Centnerzahl des Schlieges ſo viel mehr ver⸗ ringert worden, und man in Sorgen ſtand, daß mit dem Abgange noch viel Sil⸗ ber fortgehen moͤchte: So iſt 1701. im Quartal Crucis eine Probe beliebet wor⸗ den, ob Vortheil oder Schaden dabey ſey, wenn der grob gewaſchene Heerdſchlieg nochmals umgewaſchen werde, dabey zu obſerviren war: 1) Daß Centner vor Centner zum Umwaſchen vorgewogen, und deſſen ohn⸗ gefehr 8 Centner dazu gebraucht, und der umgewaſchene Schlieg mit gleichem Ge⸗. wicht wieder gewogen wuͤrde. 2) Daß von jedem Troge voll roben genommen, auch, zu mehrerer Nach⸗ richt der dabey befindlichen Naͤſſe halber, etliche Pfund Schlieg getrocknet, und der Abgang der Naͤſſe dabey angemerkt wuͤrde. und 3) dieſe Probe mit guten und geringen Erzen geſchaͤhe. In der Probe hat ſich gefunden, daß von 8 Centnern ſolches Schliegs von der Charlotte in der Umarbeitung 2 Centner 85 Pfund noch abgewaſchen worden, womit aber auch 44 Loth Silber verloren gegangen; desgleichen, daß von 8 Cent⸗ nern ſolches Schliegs vom Kranich 2 Centner 3 Pfund abgewaſchen, und damit 84 Loth Silber zugleich vom Waſſer mit weggefuͤhret; ferner, daß von 8 Cent⸗ nern Heerdſchliegs von der Anna Eleonora 2 Centner 14 Pfund Schlieg, und damit 44 Loth Silber im Waſſer fortgejaget, und endlich daß von 8 Centnern armen grob gewaſchenen Schliegs von der Zilla, deſſen der Centner nur 14 Loth Aa 2 gehalten, — 7 4* 5—„ 4 4 —öͤͤͤſſſ— 22— Beym Um⸗ waſchen des Schlamm⸗ ſchliegs wird Schaden be⸗ funden. Eine Probe, den Schlieg nicht ſo hoch zu treiben, wird beliebet. 96 II. Th. V. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, gehalten, 3 Centner 80 Pfund Schlieg abgewaſchen, und damit 3 ½ Loth Silber verſpillet worden. Dieſer lezte Abgang iſt zwar der geringſte zeudeſe aber an ſich, nach Proportion des armen Schliegs, hat er das meiſte und beynahe den vierten Theil Verluſt an Silber betragen. Man betrachtete nun, daß bishero bey aller Pucharbeit dergleichen und noch wol ein mehrers verloren gegangen, daß an Huͤt⸗ tenkoſten durch die abgewaſchene wenigere Centner Schliegs bey weitem ſo viel nicht erſparet werde, als das durch dieſe Umarbeitung verlorne Silber betrage, und daß mit dem Silber auch nothwendig viel Bley im Waſſer mit fortgegangen ſey, und beliebte daher, daß kuͤnftig der grob gewaſchene Heerdſchlieg nicht weiter umgearbeitet, ſondern allein gelaſſen und in die Huͤtte geliefert werden ſolle. §. 2. Anno 1733. im Quart. Trinit. iſt eine Probe mit Umwaſchung des Schlamm⸗ ſchliegs vorgenommen, und von zwey gleichen Schlammroͤſten ein Roſt umgearbei⸗ tet worden, wovon 10 Centner reiner Schlieg igefallen. Es hat ſich aber bey der Verarbeitung in der Huͤtte gefunden, daß von dem Iſten Roſt ordinairen Schlamms 2 Mark, 13 Loth, und von den 10 Centnern umgearbeiteten Schlamms 1 Mark, 13½ Loth Brandſilber gefallen, mithin bey der ordinairen Arbeit 9Fl. 2 Gr. 8 Pf. mehr Ueberſchuß als bey der Umarbeitung geweſen. Es hat ſich auch dabey erge⸗ ben, daß bey dem ordinairen Schlammſchlieg, nach Proportion der Centnerzahl, weniger Kohlen als bey dem rein gewaſchenen Schlieg verbrannt worden, weil der Schlamm von den Erzen Roſenhofer Zuges, wobey ein fluͤßiger Spat befindlich, aufgefangen worden, und daher der unreine Schlieg im Schmelzen fluͤßiger als der reine gegangen iſt. Ob nun wol von dem umgearbeiteten Schlammſchliege noch 7 Centner in der Sau aufgefangen worden, darinn 54 Loth Silber zuruͤck geblie⸗ ben: So iſt doch daraus bey der Umarbeitung nicht alles zu erhalten geweſen, und denn aus dieſer Probe ſo viel abgenommen worden, daß bey der Umarbeitung der Verluſt an Silber nebſt den mehrern Koſten mehr betrage, als das wenige, ſo man an Kohlen⸗ und Huͤttenkoſten dabey erſparen koͤnne, und daher beliebet wor⸗ den, es bey der bisherigen ordinairen Arbeit zu laſſen §. 3. An der Verbeſſerung der Pucharbeit hat man von Anno 1700. vielfaͤltig gearbeitet, und gefunden, daß es dabey hauptſaͤchlich mit darauf ankomme, daß der Schlieg eines Theils nicht zu hoch getrieben, andern Theils aber auch nicht zu un⸗ rein gelaſſen werde, indem durch das Hochtreiben Silber weggejaget, durch die Unreinigkeit aber die Huͤttenkoſten vermehret wuͤrden. Es iſt daher nach verſchie⸗ denen Proben Anno 1704. im Quart. Cruc. noch eine große Probe folgenderge⸗ ſtalt anzuſtellen beliebet worden. Esſollten die Erze auf zween Haufen, eine Ton⸗ ne um die andere abgemeſſen, und alſo gleich von einander getheilet vor das Puch⸗ werk Ffhon werden. Von dem einen Theile ſolcher Erze ſollte der grobe Schlieg, der ſonſt 10 bis 11 Loth gehalten, hoͤher nicht als bis auf 6 oder 7 Loth gebracht, von dem andern Theile der Erze der Probenſchlieg, wie ſonſt gewohnlich geweſen, auf 10 bis 11 Loth getrieben werden. Wenn ſolches geſchehen, wuͤrde man eines Theils ſehen, wie viel Erz weniger auf die Roͤſte zu nehmen, wenn ſolche nicht ſo gar hoch getrieben wuͤrden, auch ob ſolchen Falls nicht mehr Silber zu erhalten ſtuͤnde; andern Theils aber wie viel die Huͤttenkoſten von dergleichen unreinen Röſten mehr betragen, item, ob nicht an Glaͤtte und Bley auch ſo viel mehr er⸗ folge, daß die uͤbrigen Huͤttenkoſten davon bezahlet werden könnten. Dahero auch kuͤnftig auf den Huͤtten dahin zu ſehen ſeyn wuͤrde, daß beyderley Nuͤſtene ner eeble welche den Bergbau befoͤrdern. 97 nerley Vorſchlaͤge gegeben werden moͤchten. Dieſes alles nun ſo zu bewerkſtelli⸗ gen, hat man dem Oberbergmeiſter, Huͤttenreuter und Puchverwalter aufgegeben, ich weiß aber nicht, wie ihre Probe ausgefallen ſey. Vierte Abtheilung. Von angegebenen Puchmaſchinen, in weniger Zeit, mit mehrern Vortheil und wenigern Koſten die Erze zu puchen. §. I. i zu allen Stuͤcken, die zum vortheilhaften Bergbau gehoren, ſich Kuͤnſtler Vorſchläge zu einer vortheil⸗ gefunden, welche das hieſige Maſchinenweſen verbeſſern, erleichtern, und die hafter 9 Koſten dabey verringern wollen: So haben ſich auch welche zur Verbeſſerung der bafhen Huchas hieſigen Pucharbeit angemeldet. Die im I. Theil ſchon beruͤhrte Societaͤt im Chur⸗ fuͤrſtenthum Sachſen hat unter andern Anno 1713. vorgeſchlagen, ein Waͤſch⸗ unnd Seifenwerk anzulegen, und eine vortheilhafte Pucharbeit einzufuͤhren. Es wird aber im folgenden Cap. angezeiget werden, daß ſo wenig dieſer als ihre uͤbrigen Vorſchlaͤge zur Wurklichkeit kommen ſind. Der bekannte Profeſſor Lehmann in Leipzig hat Anno 1716. eine Beſchrei⸗ bung einiger neu erfundenen Puchwerke mit Riſſen heraus gegeben, und darauf ſolche beym Clausthalſchen Bergamte zu dem hieſigen Bergwerke in Vorſchlag ge⸗ bracht. Er zeiget darinn, wie ein Puchwerk gebauet werden koͤnne, welches in eben der Zeit, und mit eben dem Waſſer, das ſonſt auf eins gebraucht wird, ſo viel Dienſte thue, als 5 oder auch wol 10 der jetzigen. Hier zweifelte man zwar nicht an der Moͤglichkeit der Maſchine, aber man betrachtete, daß es beym Berg⸗ werke nicht darauf ankomme, daß viel Erz klein geſtoßen werde, ſondern daß ſol⸗ ches mit Nutzen geſchehe, vom Waſſer nichts mit weggefuͤhret, und alles zu Schlieg gebracht werde. §. 2. Anno 1730. haben ein Ingenieur, Dani Wt-aͤflich Fernere Vor⸗ 730. genieur, Daniel Wiſcher, und ein Graͤflich Fer Schaumburgiſch Lippiſcher Agent, M⸗ E. Goslar, in einem Franzöſiſchen Me⸗ caatee uuch moire angetragen, das Erz, wenn es vorher gebrannt worden, ohne puchen durch den. eine Maſchine von aller Erde und Staub zu ſepariren. Ihr Riß zeigte nur, wie die Maſchine von auſſen ausſiehet, und in dem Memoire ward gemeldet, daß man das gebrannte Erz nur in dieſe Maſchine werfen duͤrfe, welche ſolches von allem darunter befindlichen Staube abſondere, und durch verſchiedene Roͤhren in einen darunter geſezten Recipienten fuͤhre, worinn man das Erz und den Staub genau geſchieden finde. Ein einziger Menſch ſey im Stande, mit dieſer Maſchine mehr Erz von ſei⸗ nem Staub oder Sand in einem Tag zu reinigen, als auf die gewoͤhnliche Art 500 Menſchen in drey Tagen. Die Maſchine muͤſſe in einem hoͤlzernen Gehaͤuſe verwahret werden, daß niemand das Geheimniß entdecken moͤge. Sie koͤnne 100 Jahr dauren, ohne daß das geringſte an ihrem Treibwerke ſchadhaft wuͤrde. Die Baukoſten waͤren ſehr geringe, und der Gebrauch ſo leicht, daß ein Knabe von 12 Jahren ſie regieren koͤnne. Das von dem Clausthalſchen Bergamte daruͤber erfoderte Gutachten enthielt aber: Daß, wenn die Maſchine practicabel ſey, dadurch der armen Bergleute Söhne, die von ihrem 12ten Jahre an im Puchwerke ihr Brod verdienen muͤſten, auſſer Verdienſt geſezt wuͤrden, und ihren armen Eltern, wenn ſie nicht im Stande, ihre Kinder zu ernaͤhren, am Lohne zugeleget werden muͤſte, auch der Muͤßiggang Il. Theil. Bb der Bornemanns 98 II. Th. V. Cap. 4. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln/ der Knaben, ehe ſie zur Bergarbeit gnugſam erwachſen, zu allerley Boͤſen Anlaß geben wuͤrde.— Weil auch von den Erfindern der Maſchine praͤſupponiret werde, daß die Erze vor der Separation gebrannt wuͤrden, welches allhier nicht geſchehe, und weil dazu, auſſer andern noͤthigen Vorrichtungen, eine große Menge Holz erfodert wer⸗ den wuͤrde, die Erze auch nach der Separation nochmals vor dem Schmelzen zu⸗ ſammen gebrannt werden muͤſten, wenn nicht im Schmelzen vieles davon verfliegen ſollte: So koͤnne man nicht glauben, daß die proponirte Maſchine bey hieſi⸗ gem Proceß von einigem Nutzen ſeyn werde. Endlich vermuthe man, die Erfinder der Maſchine wuͤrden voraus ſetzen, daß die Bergarten, welche ſie Staub nennen, viel leichter als die Erze ſeyn. Weil ſich nun bey hieſigen Erzen viel Bergart finde, ſo mit den Erzen faſt gleiche Schwe⸗ re habe; die Erze auch zum Theil ſo ſubtil, und in dem Berg eingeſprenget ſeyn, daß ſie ſehr ſchwer davon zu ſcheiden, und vieles davon erſt in der Truͤbe in den vor den Puchwerken befindlichen Suͤmpfen erhalten werden koͤnne: So laſſe man dahin geſtellet ſeyn, ob die Maſchine zu Separirung ſolcher Erze wuͤrde zu ge⸗ brauchen ſtehen. Und da uͤbrigens die Erfinder von ihrer Maſchine und deren Gebrauch keine Specialia angefuͤhret: So koͤnne man vorher nicht ermeſſen, was ſich ſonſtel noch vor Hinderniſſe bey der Application allhier finden moͤchten. Es iſt alſo dieſe Ma⸗ ſchine allhier nicht eingefuͤhret worden. §. 3. Anno 1756. hat der Zellerfeldſche Muͤnzwardein und Bergprobirer, Herr Worſchlüne 4n. G. F. Bornemann, dem Communion Bergamt eine Anzeige gethan, wie ein von ihm erfundenes Puchwerk zum großen Vortheil vorgerichtet, und die Arbeit dabey dung der Erze. getrieben werden muͤſſe. Vor dieſer Anzeige hat er zwo andere vorhergehen laſſen. Die erſte, welche hier folget, den 20. Nov. 1755. Unterthaͤnigſte Vorſchlaͤge von Verbeſſerung der Communion Oberharziſchen Scheidung der Erze, und deren Zugutmachung. „§. I. Die ſaͤmtlichen Erze in den Communion Oberharziſchen Diſtrieten „(welchen die Clausthalſchen gleich) ſind an Silber nicht gar zu reich. Doch hat „ die guͤtige Natur dieſen Mangel an Bley und Kupfer, nebſt andern Minera⸗ „ lien, reichlich erſetzet, und was bey dieſen eine große Gluͤckſeligkeit ſeyn koͤnnte, „ſo brechen ſolche groͤßten Theils in quaͤrzig und martialiſcher Bergart, auch hin „ und wieder auf einigen Gaͤngen mit weiſſem Bleyerz, ſo theils durchſichtig, theils „nicht durchſichtig iſt, wovon das erſtere zum Theil ins gelbliche und Milchblau⸗ „ lige faͤllt, und fuͤr ſich kein Silber haͤlt. „§. 2. Es ſind aber die durchſichtigen bisher nicht erkannt, ſondern nur die „ glaͤnzigen, und jene/ nach hieſiger Benennung, unter die Spatarten gezaͤhlet, „auch daher in den Scheidhaͤuſern und Puchwerken nicht ohne großen Schaden „ durch den Hammer und das Waſſer abgeſchieden worden. Die Laſurerze und „Kupferkieſe ſind theils recht ſehr gehaltig und von der beſten Art in der Zugut⸗ „ machung, nur brechen ſolche wenig rein und ohne Bleyglanz, weßwegen dieſel⸗ „ ben auch Silber halten. „§. 3. Kobolde finden ſich auch, wovon mir aber noch keine vorkommen, „woraus eine gute blaue Farbe zu machen ſtehet, indem ſelbige wegen ihrer bleyi⸗ „ſchen Art nicht ſepariret werden koͤnnen, woher ſolche alſo zwar ziemlich viel tingiren/ „ aber dumme und ins violett fallende Farhe geben, mithin nicht zur Schmalte 22 welche den Bergbau befoͤrdern. 99 „, n 95 und nit großer Nutzung auf Glashuͤtten und Porcellainfabriquen zu ebrauchen ſind. 24„§. 4. Die nutzbarſten beſagter Erze ſind die ſilberhaltigen, ſo in groben, „kleinſpießigten und ſtriatiſchen Bleyglanz beſtehen. Dieſe find alle, doch eins „ vor dem andern, ſtark antimonialiſch, wenige ziemlich ſtark arſenicaliſch, keines „ aber allein ſulphuriſch, wie denn auch die Kupferkieſe nicht gaͤnzlich vom Anti- „monio frey ſnd. „§. 5. Dieſe alle ſind kupferig, wenn gleich kein Kupferkieß oder Kupfer⸗ „gruͤn darinn zu ſehen, obwol deſſen Gegenwart auch an allen dunkeln Glanzen „ſſichtlich zu erkennen, und ſind daher in gar maͤßiger Hitze der Vitrification, we⸗ „ gen des vielen Bleyes und Kupfers, ſtark unterworfen. Die hieſige gewoͤhnli⸗ „ che Art, dieſe Erze zum roͤſten zu praͤpariren, geſchiehet erſtlich durch Ausſchla⸗ „gen der reinen Glanze in Stufferze, welche jedoch vor der Röſtung zu Mehl „ gepochet werden. „§. 6. Zweytens, durch pochen, waſchen, und zu Schlieg ziehen. „§. 7. Erſteres muͤſte mit mehrerer Sorgfalt geſchehen, und den Scheidern „die bey den Erzen liegende weiſſe Bley⸗ und martialiſche Minern bekannt gemacht „werden, um ſie vom Spat und ſtrengen Bergarten zu unterſcheiden, wozu aber „ dieſen durch die Feuerarbeiter Handleitung geſchehen muſte, damit nicht aus Irr⸗ „ thum viele glanzige Erze, bloß, weil etwas Spatz daran haͤnget, ins „Waſſer muͤſten, woſelbſt Muͤhe und Koſten verwendet werden, dieſe davon zu „ ſcheiden, obwol die weiſſen Bleyerze einen ſtarken Zutrieb an Bley, das weiſſe „ eiſenartige Erz, Quaͤrz und fluͤßige Bergarten aber nicht nur das Schmelzen „ zur Kohlenerſparung befoͤrdern, ſondern auch das Bley fuͤr der gar zu großen „ Verglaſung ſchuͤtzen, nicht zu gedenken, daß bey Pochen und Waſchen der „ Glanzerze, nachdem ſolche ſtark antimonialiſch ſind, an dieſen ſelbſt großer Ab⸗ „ gang, mithin Schade iſt. Und dennoch wird die Abſicht, reine Schliege zu „ machen, nicht gaͤnzlich erreichet, indem die Schlaͤmme, zumalen auf Planenheer⸗ „den, vielen erdhaften Schlamm bey ſich behalten. In dieſer vorbeſchriebenen „ guten Art wird das nachherige Schmelzen dadurch befoͤrdert, im Gegentheil „aber, wenn den Glanzen, Spat, Hornſtein, und andere einfache Erden beygele⸗ „gen, kommen ſolche, ohngeachtet der angewandten Muͤhe und Koſten, dennoch „ auch mit in das Schmelzen, und thun an Kohlen und den unvollkommenen „ Metallen durch deren Verglaſung Schaden. „§. 8. Das praͤpariren der Erze zum roͤſten durch pochen und waſchen iſt „nur allein bey denen gut, welche ſo eingeſprenget, truͤmmrig und zerſtreuet in vie⸗ „len Bergarten liegen, daß ſolche mit der Hand nicht geſchieden werden koͤnnen, „ ſo bald aber nur weniges mit dem Hammer davon geſchieden werden kann, wenn „ gleich etwas Bergart, ſo nur nicht in Spat und Hornſtein beſtehen muß, daran „ bleibet, iſt es Schade, ſolche zu pochen, und kann die Muͤhe und Koſten des Aus⸗ „ ſchlagens mit großem Vortheil bezahlet werden. „§. 9. Beſonders da Schliege und trockne Pochmehle im röſten ſonderbar „tractiret ſeyn wollen, im Fall an Kupfer und Bley kein Schaden geſchehen, das „ Metall von der in ſich habenden Erde durch Abdampfung des antimonialiſchen „Schwefels entbunden, und die beyliegende Erde durchs roͤſten alealiſiret, mithin „ zu der Vitrification im Schmelzen geſchickt gemacht werden ſoll. „§. 10. Grobe Bleyerze aber in maͤßigen Stuffen, Knorper, ja auch noch „ Setzſchlieg ſind die beſten zu roͤſten, nur nicht in einem hieſigen Brennofen. „§. II. Soll aber eine Roͤſtung obigen Endzweck erreichen, die Erze von „den antimonialiſchen, etwa arſenicaliſchen ind ſulphuriſchen Theilen geloͤſet, und 2 6„ die 100 II. Th. V. Cap. 4. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, „ bie mit den Minern innigſt verbundenen und beyliegenden Erden, welche erſtere „durch die antimonialiſche Art mit dem Metall in der Erzgeſtalt erhalten, davon „gebracht werden: So muß allein eine Calcination durch Beyhuͤlfe der Luft, „nnicht aber eine Schmelzung erfolgen, in welcher ja nur die Bley⸗ und Kupfer⸗ „minern theils ſich vitrificiren, die dabey befindlichen Erden aber mit ſolchem „ Bleyglaſe uͤberzogen, und zu geſchickter Vitrification untuchtig erhalten werden. „§. 12. Das ſogenannte Brennen der Oberharziſchen Bleyerze, ſo ich ge⸗ „ſehen habe, und annoch uͤberall im Schwange gehet, iſt, ob ſolches gleich noch „ ſo ſtark von den Herren Huͤttenbedienten vertheidiget wird, in Anſehung des „ Bleyes und Kupfers ſchaͤdlich, dem Silber aber, da ſolches ebenmaͤßig nur von „gemeinem Schwefel in der Erzgeſtalt erhalten wird, wenig zutraͤglich, welches „ ſich noch mehr zeigen wuͤrde, wenn nicht dieſes fixe Metall/ nemlich das Silber, „von einer Verglaſung gaͤnzlich befreyet waͤre. „§. 13. Es iſt alſo dieſe Art im mindeſten keine Roͤſtung zu nennen, viel⸗ „weniger davon eine nuͤtzliche Wuͤrkung zu erwarten. „§. 14. Sondern die vorhin in Schliegen beſtandene Erze werden zuſam⸗ „wmen geſchmolzen, erhalten dadurch beynahe ihre vorige Geſtalt wieder, und ha— „ben durch die Vitrification des Bleyes und Kupfers ein vieles verloren. „§. 15. Denn im Schmelzen erfolget abermals das Werk beynahe in Erz⸗ „Hgeſtalt, oder faſt durchaus ſteinigt, mithin muß die Abſonderung des Steinma⸗ „chenden Antimonii in einer Verſchlackung im Schmelzen, und inſonderheit am „mehreſten auf den Treibheerden geſchehen, wobey ein großer Theil Bley und „Kupfer, ſo nicht wieder reduciret werden kann, verloren gehet, ohne dasje⸗ „nige, ſo ſich in den abzuſetzenden Schlacken von beyden vitrificiret hatte, und „nicht wieder kommt. „§. 16. Dieſer beym Schmelzen vorkommende Mangel wird durch vieles „Vorſchlagen an Gloͤtte und Heerd in der Meynung erfetzet, daß dadurch die „ Silber beſſer erfolgen ſollen, es iſt auch in ſo weit andem, daß, nachdem dieſe „ koſtbare Vorſchlaͤge im Schmelzen wieder redueiret, enthalten ſelbige zwar die „ durch den Roſt zugekommene Silber, gehen friſch durch den Ofen, und beföoͤr⸗ „dert die Gloͤtte das Schmelzen, wegen der kalten zaͤhen Schlacken, ſo durch die „Vitrification ſolcher Zuſchlaͤge diluiret, nicht aber armer an Metall ge⸗ „macht wird. „§. 17. Bey ſolcher Gelegenheit iſt nicht zu verwundern, daß, obwol ſo vie⸗ „les Bley in den Roͤſten befindlich, und dazu von Vorſchlaͤgen ein großes zuge⸗ „ trieben wird, dennoch die Schlacken an Silber reicher werden, als ſolche billig „ſſeyn ſollten, da nemlich das Bley, ſo im Schmelzofen mit ſo erſtaunlicher Force „ſich verglaſen muß, ſolches auch von Silbertheilgen etwas losreiſſet, ſo wegen „ ihrer Kleinheit aus der kalten zaͤhen Schlacke nebſt den wuͤrklich ohngeſchmol⸗ „zenen Erzſtaͤubgen ohne Schlacken ſchmelzen nicht wieder erfolgen koͤnnen. „§. 18. Mithin iſt dieſes zuſammt dem ſich verglaſeten Kupfer und vielem „ Bley bey der Oberharziſchen Zugutemachung gaͤnzlich verloren. „§. 19. Die ſogenannten Werke, welche fallen, und ſchwarz Bley ſeyn ſoll⸗ „ten, ſind gedachter maaßen annoch Stein, und deswegen wird durch das Schmel⸗ „ zen nicht viel mehr erlanget, als daß ſolche in eine dem Metall etwas naͤher kom⸗ „mende Geſtalt gebracht, und die Roͤſte von den bey ſich habenden groͤbſten Erden „durch Verſchlackung derſelben geſchieden werden, die mit den Erzen innigſt durch „Antimonium verbundene Erden aber kommen erſt bey der Abdampfung und „ darauf erfolgter Verſchlackung mit treiben davon. 6,20 —2— ——— welche den Bergbau befoͤrdern. 101 „,§. 20. Was hiebey fuͤr Vortheil ſey, iſt leicht zu erachten, da nemlich von „ſolchen Werken nur kleine Treiben gemacht werden koͤnnen, folglich vieler Heerd „aber wenig reine Gloͤtte erfolget. Der Heerd iſt allezeit ſtrenge, und erfodert „viele Kohlen zur Reducirung des darinn befindlichen Bleyes, reine Gloͤtte aber „erfolget vom ſtarken Treiben beſſer und mehr. „§. 21. Bey Vertreibung der Werke, welche alſo, wie geſagt, mehren⸗ „ theils in Stein beſtehen, und daher alſo mit der mineraliſchen Erde annoch „„ verbunden ſind, kann es nicht anders ſeyn, daß ſolche im Treibofen durch eine „ Verſchlackung voͤllig geſchieden und zur Verglottung geſchickt gemacht werden, »„ wobey die erdhaften Theile mit in den Abzug und Abſtrich gebracht, bey ſolcher „ Verglaſung aber abermals an Bley ein vieles ſich nebſt etwas Kupfer verglaſet. „ Dieſenigen Kupfertheile, ſo durch dieſe Verglaſung wuͤrklich metalliſch werden, „ gehen aber als Metalle zu den Bleyen, und ſind auſſer dem wenigen, ſo etwa je⸗ » doch bey fleißiger Aufſicht von Bleypauſchen erfolgen kann, verloren. „§. 22. Es muß alſo viel Abzug und Abſtrich erfolgen, in deſſen rohen Thei⸗ „„ len ſch Süber Kupfer und Bley, auſſer was in den zwey leztern ſich vitrifici⸗ „ ret, enthaͤlt. „,§. 23. Dieſer Abzug wird durchgeſtochen und geroͤſtet, welches aber auch „eine dermaſſen koſtbare Arbeit iſt, die darinn befindliche wenige Silber zu erhal⸗ „ten, daß wol kein ſonderlicher Profit dabey heraus kommen kann, wenn in Be⸗ „ trachtung gezogen wird, was dabey an zwey Metallen vitrifieiret wird, derer da⸗ „ zu verbrannten Kohlen, Holzes und aufgewandten Koſten nicht zu gedenken. „§. 24. Es iſt alſo die ſaͤmmtliche Arbeit nur bloß auf die Silber gerichtet, 5 welche aber durch Wege geſucht werden, die nicht nach den Gruͤnden der Me- „ tallurgie, und noch weniger nach practiſcher Erfahrung eingerichtet ſind. „§. 25. Denn die Silber muͤſſen, bey ohnehin hier nicht zu erwehnenden „ Umſtaͤnden, dennoch gut, und nach gerechten Proben nicht nur vollkommen, ſon⸗ *„ dern auch mit Ueberſchuß erfolgen, an Bley aber ein Drittheil und an Abzugs⸗ „ kupfer ein Achttheil wenigſtens mehr gemacht werden koͤnnen, wie bisher, ohne „ daß an Holz und Kohlen im mindeſten ein mehrers erfodert wird. „§. 26. An Arbeitslohn aber duͤrfte wol etwas, jedoch nicht ein Drittheil „ mehr, wie gegen jetzigen Lohnungen, erfodert werden. „§. 27. Sonſt aber mache mich anheiſchig, nach gerechten Proben die Sil⸗ „ ber mit Ueberſchuß, bey Bley und Kupfer aber annoch ein mehreres, wie ge⸗ „ dacht, auszubringen. „ Es wird aber dazu Hochwohlgeb. Berghauptmannſchaft gnaͤdige Einwilli⸗ „ gung, hohe Aſſiſtence gegen gewiß in Weg gebracht werdende Hinderniſſe, „ und daneben nothiger Vorſchub erfodert, unter welchen ich auf jedesmaliges „ Verlangen zeigen werde, wie die Arbeit zu fuͤhren. „§. 28. Nur aber, da mein mit GOtt gefaßtes Vorhaben nicht gar wol „eines Menſchen Arbeit: So muß mir vorbehalten, einen Freund mir zur Huͤlfe „erwehlen zu duͤrfen, von deſſen Fleiß, Wiſſenſchaft und Aufrichtigkeit ich uͤber⸗ „ zeuget, und in Abweſenheit von demſelben ſubleviret werden kann. Zellerfeld, „ den 20. Nov. 1755. G. F. Bornemann. „Etwa 20 Wochen nachher hat Herr Bornemann folgendes Pro Memo- „„ Tia uͤbergeben: „Hochwohlgebohrner, Gnaͤdiger Communion Berghauptmannſchaft habe ich „ Unter dem 20. Nov. p. a. eine unterthaͤnige Vorſtellung von hieſigen Minera⸗ „ lien, und inſonderheit den Silber⸗und Kupferhaltigen Bleyglanzen gethan, und II. Theil. Cc„darinn 1 102 II. Th. V. Cap. 4. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, „darinn nach meiner wenigen Experienz hauptſaͤchlich zeigen wollen, daß die bis⸗ „her allhier gewoͤhnliche Art, ſolche zum Schmelzen zu praͤpariren, wie auch deren „voͤllige Zugutemachung mit ungemeiner Verbeſſerung vorzunehmen ſey. „§. 2. Ich habe daher hierinn von den Qualitaͤten, Reinigung von boͤſen „beyliegenden und Beybehaltung derer im Schmelzen zutraͤglichen Bergarten und „ Mineralien ſolcher Erze nach billigen Schluͤſſen und wahrer Erkenntniß den An⸗ „ fang machen ſollen. „§. 3. Es iſt aber hievon meine ohnvorgreifliche jedoch ſichere Meynung, „daß alle Pocherze bey deren Zerkleinung mit moͤglichſtem Fleiße durchſuchet, und „ die darinn befindliche Knoͤrper, ſo nur nicht mit Spat und ſtrengen Bergarten „vermenget, zum Schmelzen ausgehalten werden, und gaͤnzlich aus den Pochtroͤ⸗ „gen und Waſſern bleiben muͤſſen, zumal wenn ſolche in einem beſſern Silber⸗ „ und Bleygehalte ausfallen als die etwanigen Schlammſchliege, ſo bis hieher aus „den Pochwerken gefallen, von vorhin auf den Gruben auszuhaltenden Stuffer⸗ „ zen allhier nichts zu gedenken, obwol hiebey auf deren bey ſich fuͤhrende gute oder „ boͤsartige Bergarten zu ſehen, da jene nicht anders als des Ueberfluſſes, dieſe „aber Strengigkeit wegen abzuſcheiden ſind. „§. 4. Wenn obigem nach die Pocherze, von was Sorte ſolche auch ſind, „nalſo zum Pochen zerſetzet, und die etwa darunter befindliche ſchmelzwuͤrdige „ Stufferze ausgehalten ſind, iſt das dabey befindliche Erzklein von grob glanzen, „wie auch nach Befinden kleinſpieſigten Erzen zu ſetzen, und der Abhub mit den „ zerſezten Pocherzen folgender geſtalt, nach einer von mir inventirten Pochart, „ im Waſſer zu gute zu bringen. „§. 5. Es iſt nemlich bey den bisher bekannten, ſowol durchs Blech als uͤber „ das Spund zu pochen, ein gar großer und bald nicht namhaft zu machender „ Schade, daß auf beyderley Weiſe, ohne daß ſolches dabey zu aͤndern, die Erze „ groͤſtentheils zu Schlamm gepochet werden muͤſſen, wobey es unvermeidlich vie⸗ „le Erztruͤbe giebet, ſo gaͤnzlich verloren gehet, und unmoͤglich im Waſſer zu er⸗ „halten ſtehet, die Schlamme aber ebenmaͤßig nicht gehöͤrig auf Glauch⸗) noch „ weniger aber auf Planenheerden reine zu waſchen ſind, ſondern allein die Setz⸗ „Schlemm⸗ und grob gewaſchenen Schliege die uͤbrigen Schlammſchliege uͤber⸗ „tragen muͤſſen, da ſonſt bey deren ſeparater ugutmachung auf der Huͤtte zu Zei⸗ „ ten die Koſten kaum und auch wol gar ni t erfolgen wuͤrden. „§. 6. Deswegen, wenn die Pocherze, wie§. 3. und 4. gedacht, zum pochen „zerkleinert, ſind ſolche zuſammt dem bey dem Setzen gefallenen Abhub mit Waſ⸗ „ſer ohne Spund und Blech zu pochen. „§. 7. Dieſes geſchiehet alſo, daß der Puchtrog mit abfaͤllig unter zu legen⸗ „der Unterlage nach dem Auswurfsloche zu mit darein zu richtenden nothduͤrftigen „Puchwaſſern vom Auswurfe 3½ Fuß hoͤher geleget und vorgerichtet wird, worein „auf einer Unterlage 4 kleine Stempel, deren Pucheiſen nach dem Fall der Unterlage „gegoſſen werden muͤſſen, gehen; durch dieſe wird das Erz klein gepuchet, und „von den Puchwaſſern unter den Stempeln weg, auf ein unter dem Auswurfsloche „bewegliches Raͤder gefuͤhret, wodurch das allbereits zum Schlemmen geſchickte kleine „ in einen Vorrathskaſten faͤllt, die nicht gaͤnzlich zu verhuͤtende Truͤbe aber, zu⸗ „ſammt dem ungleich wenigern Schlamm weiter in die Schlammkaſten gehet, und „ daſelbſt erhalten werden kann. §. 8. (* Slauchheerde ſind ſo viel als Kehrheerde, darauf die Schliege ohne Planen gewaſchen werden, ſind hier nicht gebräuchlich, und werden an auswärtigen Orten für vortheilhafter gehalten, weil der zarte Schlieg ſich nicht in die Planen ſetze. welche den Bergbau befoͤrdern. 103 „§. 8. Gedachter Raͤder beſtehet aus zwo Abtheilungen, als der obern, „welche nach Beſchaffenheit der Erze roͤſch oder klar eingerichtet, und der untern, „ ſo ganzen roͤſchen Vorrath zum Setzen giebet, welcher in einen ſeparaten Vor⸗ „ rathskaſten faͤllet, damit die etwa zum Setzen geſchickte, zum Schlemmen aber „ undienliche Erzknoͤrpergen nicht noͤthig dem fernern Pochen zu exponiren, und „ davon abermals Truͤbe zu verurſachen. Was aber durch beyde Theile des Raͤ⸗ „ders nicht faͤllet, rollet auf demſelben ab auf einen anzurichtenden Vorrathsplatz, „ zu abermaliger Unterbringung unter die Stempel, und alſo wird das Pochen „continuiret. 1„§. 9. Nun giebet es bey dieſer Art zu pochen ungleich mehr ſchlemmen, „aber auch weit weniger auf Heerden zu waſchen, wie bey dem ordinairen Pochen „ mithin weniger Truͤbe und Abgang an wuͤrklichen Erzen, und kann unf dieſe „ Weiſe mehr durchgepuchet noch einmal ſo viel Schlemmſchlieg, auch hoffentlich „(welches ich jedoch vorher nicht unterſuchen koͤnnen) die auf einigen Zechen bre⸗ „ chende weiſſe, gelbliche und eryſtalliſche Bleyerze, auch oͤfters vorfallende eiſen⸗ „ artige Bergarten erhalten werden. „§. 10. Der Vortheil dabey iſt ſehr erklecklich, deshalb mir nicht unterſtehe „ ſelbigen zu determiniren, zumalen keine Gelegenheit haben koͤnnen, die ordinairen „ Puchkoſten gegen dieſe zu unterſuchen, obwol meines Ermeſſens jene, als die or⸗ „„ dinairen, hoͤher kommen duͤrften. „ Solte ein Koͤnigl. Chur⸗und Hochfuͤrſtl. Communion Bergamt gnaͤdig „ und hochgeneigt darauf reflectiren, und geruhen wollen, mir eine Probe machen „ zu laſſen: So bin nicht nur auf jedesmalige Ordre dazu parat, ſondern habe „auch ohnvorgreiflich dazu das untere Schulenberger oder obere Wildenmaͤnner „ Puchwerk unterthaͤnig in Vorſchlag bringen ſollen, indem bey dieſen das Zeug „ am hoͤchſten lieget, und alſo ohne merkliche Koſten vorgerichtet werden koͤnnen; „» wobey anzuzeigen nicht ermangeln ſollen, daß in ſolchem Fall ein Raͤder gemacht „ und die Pucheiſen nach einem dazu verfertigten Modell im voraus gegoſſen, und „ andere etwa noͤthige Stuͤcke zur Hand gebracht werden muͤſſen. Zellerfeld, den „ 8. April 1756. §. 4. Zehn Wochen hernach hat Herr Bornemann nachſtehende Schrift bey dem Communion Bergamt eingegeben:„ Unterthaͤnige Anzeige, wie ein von mir in⸗ „ventirtes Puchwerk vorgerichtet, und die Arbeit dabey getrieben werden muß. „ Was bey dem Puchen durchs Blech oder uͤber ein Spund an Erztruͤbe „vorfallen muß, iſt bekannt. Dahero hievon ſo wenig, als daß ſolche aus dem „ dabey vorfallenden vielen wilden Schlamm nicht wieder zu erhalten ſtehet, nichts „ erwehnen darf. Wenn aber auf die vorgeſchlagene Art ohne Bleche und Spun⸗ „ de gepuchet wird, unterbleibet nicht nur der groͤſte Theil der Erztrube, ſondern „ die wenige, ſo es auch giebet, iſt nicht ſo ſehr fein, koömmt nicht in ſo großen „ Vorrath, und kann daher ehender als aus einer großen Menge Schlamm erhal⸗ „ten werden, zu geſchweigen, daß bey dieſer Art zu puchen gegen gedachte Arten „ ein ungleich groſſerer Theil grober Schlieg faͤllt, und zuſammt den Heerdſchlie⸗ „ gen, wovon dort das feineſte allezeit verloren gehet, beſſer auszubringen iſt. „ Ein ſolches Purpwerr allwo dieſe hoͤchſt austraͤgliche Arbeit getrieben wer⸗ „ den kann, muß folgender geſtalt beſchaffen ſeyn: „ Es wird nemlich ſolches bereits beſchriebener maaßen mit 2 ſo hoch liegen⸗ „ den Puchtroͤgen, deren Auswurfsloͤcher einander zugehen, vorgerichtet, daß beyde „„ Ausgaͤnge in ein gar kurzes Gerinne dun einen Raͤder fallen, welcher in einen c 2„mit 104 IITh. V. Cap. 4. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, „mit 2 Geſchuͤtzen gemachten Kaſten das bereits abgepuchte fuͤhret. Unter ſolchen „Kaſten liegen 2 Schlemmgraben, an deren Ausfall ein Kaſten, worinn die aus⸗ „ geſchlemmte groͤbſte Truͤbe gefangen wird, und das feineſte, ſo aus dieſen, „ durch Aufruͤhren, waͤhrend daß in dieſem Graben gepuchet wird, im „ Waſſer in die Hoͤhe wallet, faͤllet auf den darunter anzubringenden, und ruͤck⸗ „waͤrts, waͤhrend des Puchens, auf die in gedachten einen Schlemmgraben fallenden „ 5 Fuß breiten, und 9½ Fuß langen Waſchheerd ohne Planen, von da auf den eben „alſo liegenden 2ten, Zten und 4ten Heerd, daß alſo alles was, bis der eine „Schlemmgraben voll gepuchet iſt, in Truͤbe ſtehet, uͤber alle 4 Heerde gehet, „ un ſelaich ſich auf ſolchen von Erztruͤbe ausſetzet, was nur im Waſſer zu er⸗ „ halten ſtehet. 1* „Wenn nun der eine Graben voll gepucht iſt, wird das Geſchuͤtz in dem „Kaſten, ſo unter dem Naͤder iſt, zugeſtoſſen, und das andere, ſo in den zweyten „Schlemmgraben fuͤhret, aufgezogen, und dieſer, wie der erſte, vollgepucht; da „ alsdenn der erſte ausgeſchlagen, und die darunter liegenden Heerden zum Abfall der „ darauf ſeyenden ſchlechten Truͤbe mit Zulaſſung friſchen Waſſers etwas Fall ge⸗ „, geben, und ſolche Truͤbe abgewaſchen wird, weil die Heerde noch etwas zuruͤck „, fallend liegen. Wenn dieſe herunter, muß der untere Heerd zu waſchen ange⸗ „ fangen werden, welches auf dieſe Weiſe geſchiehet, daß darauf friſche Waſſer, „nach gehoͤriger Maaß und Beſchaffenheit der Erze gelaſſen, der darauf befindli⸗ „„che Schlieg, vermittelſt eines Beſens, aufgekehret, und der unartige Schlamm „vom Waſſer ausgefuͤhret, der reine Schlieg aber vom Heerde in ein Gefaͤß ge⸗ „ bracht wird, um ſolchen an einen bequemen Ort verwahrlich zu bringen. Und „ ſo wird mit dem zweyten, dritten und vierten Heerde continuiret, da inzwiſchen, „wenn ein Heerd rein gewaſchen, ſolcher wieder ruͤckwaͤrts gelaſſen wird, wenn et⸗ „„ wa bey den obern Heerden im rein waſchen etwas uͤbergienge, welches auf dem „ untern allezeit wieder gefangen und rein gemacht werden kann. Solche Arbeit „ kann gar fuͤglich bey einer Tour Heerde von zwey Kindern verſehen werden, und „ gehoͤren derer zu der zweyten Tour Heerde gleichfalls zwey, datz daher das ſaͤmmt⸗ „liche Waſchen der Schlamme von vier Kindern verrichtet werden kann, welche „inzwiſchen, da das Puchen in eine Tour gehoͤret, das Aufziehen in den obern „ Schlammkaſten mit verrichten, auch ſonſt noch andere etwa noͤthige Arbeit „thun koͤnnen..⸗ „ Der grobe Vorrath, ſo man aus dem Schlemmgraben geſtochen, wird auf or⸗ „dinairen Schlemmgraben verſchlemmet, und der Schlieg ausgezogen, das grobe „von ſchlemmen aber auf einem Planenheerde verwaſchen, weil ſolches darauf am „beſten tractiret werden kann, deswegen auch in einem ſolchen Puchwerke, nebſt „den beſchriebenen, auch ein ordinairer Planenheerd ſeyn muß, wozu zwey Kinder, „ jedoch nicht in voͤlliger und beſtaͤndiger Arbeit, noͤthig ſind, die daher bey den „ Schlemmgraben die Herbeyſchaffung des groben Vorraths verrichten koͤnnen. „Zu dem Puchen an ſich werden zwey Purſche erfodert, deren einer das „ Unterſchuͤren, und der andere das jedesmalige Schlemmen in einem vorliegenden „ Graben verrichtet. „Zum Schlemmen duͤrften wol gute Leute erfodert werden, welche zugleich „, das bey dieſem oder jenem Erze vorfallende noͤthige Siebſetzen verrichten koͤnnen. „Die Ausſortirung der Pucherze, ſelbige zu zerſetzen, zu waſchen, und von dem „ Grubenſchmand und wilder Truͤbe zu reinigen, kann von Purſchen ver⸗ „richtet werden, zumal wenn die Schlemmer, unter Aufſicht eines Steigers, zu „ Zeiten, da ſolche nichts zu ſchlemmen oder zu ſetzen haben, dabey helfen koͤnnen, „daß alſo die ſaͤmmtliche Arbeit mit einem Steiger, Erzwaͤſcher, b35 „cher/ — welche den Bergbau vefoͤrdern. 105 „cher, Schlemmer, und mit vier Heerdwaͤſchern, mithin mit 14 Leuten, völlig „verrichtet werden kann. „Daß nun dieſe Arbeit in allen kuͤrzer, profitabler und reinlich ſey, wird ſich „ von ſelbſt finden, wenn in Betrachtung gezogen wird, wie erſtlich die Erze durch „waſchen von einem großen Theile wilden Schlamm und in die Hand fallenden „„ Berg geſchieden, und nach Befinden geſetzet werden koͤnnen, damit Setzſchlieg „„ und Graͤuple dem Truͤbepuchen nicht exponiret werden. Es wird daher das zu „„ puchende Erz weniger, mithin der Vorrath edler. „Im Puchen ſelbſt iſt der groͤſte Vortheil, daß, ſo bald ſich Erz abgepu⸗ „chet, ſolches durch den engen Raͤder in Sicherheit faͤllet, und ferner davon nichts „ zu Tode gepuchet werden kann. „Bey dem durch den weiten Raͤder fallenden iſt es eben alſo, denn wenn aus „ dieſen die etwanige Graͤuple geſetzet, ſind ſolche gleichfalls einer verderblichen „ Truüͤbepuchung entzogen. Ob nun zwar bey der erſten und zweyten Puchung „ nicht alles ſo klein wird, daß ſolches geſchlemmet und gewaſchen werden kann, ſo „ iſt doch ſichtlich, daß dem ohngeachtet die Puchung geſchwinder von ſtatten gehet, „ nicht ſo viele Erztruͤbe gepucht, und bey jedesmaliger Verpuchung bey gehoͤriger „ Vorrichtung durch die friſchen Puchwaſſer ein großer Theil der Truͤbe hinweg „geſchlemmet, und dadurch der gepuchte Vorrath angereichert wird, folglich da „ſolcher von dem zarten Bergſchlamm, welcher, wenn ſich ſolcher zuſammt den „feinen Schliegen ſetzet, gleichſam ein thonartiges lettiges Weſen bekoͤmmt, woraus „ der zarte Schlieg nicht zu erhalten ſtehet. „Bey dieſer Puchung aber, da die Puchtruͤbe ſogleich aus den Puchtroͤgen „ in einen Schlemmgraben faͤllet, woſelbſt alle Truͤbe und feiner Schlieg ausge⸗ „ ſchlemmet und in den darunter liegenden Schlammkaſten gefangen, von da aber „ von einem auf den andern Heerd, ſo waͤhrend des Puchens auf dieſe Tour Ge⸗ „s faͤlle ausmachen, faͤllet, gehet die ohngehaltige Truͤbe daruͤber weg, das gu⸗ „te aber hat Zeit ſich in dem Schlammkaſten und auf den Heerden zu ſetzen, „ und iſt alsdenn, wenn auf die andere Tour gepuchet wird, ganz gut, und „noch weit reiner als es auf Planenheerden zu kriegen. Es kann ſolchem⸗ „ nach auch waͤhrend des Puchens aller Schlieg rein werden, daß alſo alles, was ge⸗ „ puchet iſt, auch waͤhrend des Puchens zu Schlieg zu ziehen und rein zu machen iſt. „Was hiebey fuͤr Vortheil, wird nicht noͤthig ſeyn, von mir zu determini⸗ „ ren, indem ſolcher ohne wuͤrkliche Probe ſchon klar genug in die Augen faͤllet. „ Es wird nur darauf ankommen, daß gnaͤdige Communion Berghauptmannſchaft „ reſolviret, ein ſolches Puchwerk vorrichten zu laſſen, worinn die Arbeit mit un⸗ „ gemeinem Vortheil, gegen ſonſt bekannte Pucharten, voͤllig zeigen, und, gegen „ die ordinaire Art, auf beſſer Ausbringen, Zeit und Koſten eine Probe machen „ kann, ꝛc. Zellerfeld den 14. Jul. 1756. Herr Bornemann hat darauf dieſe von ihm erfundene Vorrichtung eines Puchwerks und Pucharbeit dem Königl. Daͤneſchen Bergamte in Coppenhagen angetragen, welches ſich von ihm, gegen eine Belohnung von 400 Cronen, ein ac⸗ curates Modell eines ſolchen Puchwerks uͤberſenden laſſen. Es iſt mir aber noch nicht bekannt, ob man es bey den Norwegenſchen Bergwerken vorrichten laſſen. II. Theil. dd Fuͤnfte —— 3. 2 ₰ EA —— ——— 2———— 6 2 4 . Zu welcher Zeit und warum man das trocken 106 II. Th. V. Cap. 5. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, Fuͤnfte Abtheilung. Von dem trucken Puchen der Stufferze und Stuffpuchwerken. §. I. Vor mehr als 80 Jahren iſt auf dem Clausthal, und vermuthlich auch auf den uͤbrigen Bergſtaͤdten, das Stufferz(das iſt Erz, welches ganz oder beynahe puchen einge, reine bricht, ohne vielen durchwachſenen Spat, oder davon Waͤnde vom Spat führt. und Berg abgeſchlagen werden koͤnnen) ohne Scheidung von ſeiner Bergart mit den gemeinen, unreinen und mit Spat und Berg durchwachſenen Erzen auf ge⸗ woͤhnliche Weiſe naß zduehe worden. Da aber bey dem naſſen Puchen nicht gaͤnzlich zu vermeiden iſt, daß nicht mit dem tauben oder Berg⸗ und Spatſande zugleich etwas von dem Erzſande oder Schlieg im Waſſer mit fortgehen ſollte: So hat man ſchon in alten Zeiten in Sachſen das reine Erz trucken gepuchet, darauf durchgeſiebet und in Faͤſſern rein ge⸗ waſchen. Agricola berichtet dieſes, und Mattheſius gedenket der truckenen Puchwerke. Balthaſar Roͤßler aber ſchreibt zu ſeiner Zeit davon im 4. Buch im II. Cap.§. 2. S. 98.„Die trucken gepuchte Materie wird durch einen Durchwurf, Raͤder „oder Sieb, das kleine von den groͤbern geſondert. Das grobe, ſo nicht durch⸗ „ fallen will, wird immer wieder untergeſchuͤret. Das durchgefallene wird zur „ Siebarbeit an die Waͤſche gebracht.„ Von den Harzer Bergwerken ſchreibet zwar Loͤhneyß im 3. Theile S. 63. daß man die Stufferze zu ſeiner Zeit ausgehalten, oder von Berg und Spat ab⸗ geſondert, aber doch wie die gemeinen Erze, das iſt naß, gepuchet, und uͤber die Planheerde gewaſchen. Seine Worte ſind folgende:„„Dieweil auf dem Zeller⸗ „ felde die Gaͤnge 1, 2 und auch wol 3 Lachter maͤchtig, und oftmaln ſehr Berg⸗ „ſchuͤßig ſeyn, werden die reinen Erze, welche man Stufferze nennet, von den an⸗ „dern ausgehalten und abſonderlich geleget, und gleichwie die andere gemeine Erze „gepuchet und uͤber die Planheerde gewaſchen. Von denſelben werden die Stuff⸗ „roſte gemacht, deren jeder 33 Centner wieget, darum man ſo viel Puchwerke ha⸗ „ben muß, deren etliche 6, 12, 18, 24 ja 30 und mehr Stempel heben, welche „ taͤglich umgehen, und gleichwol die Zechen nicht alle befodern koͤnnen., Von der Menge der Stempel an einer Welle ſchreibet er auch S. 64.„Wenn man „ein ziemlich Waſſer und ein hoch Gefaͤll einbringen kann, kann ein Rad wol 18 „oder 24 Stempel treiben.„ Hiebey iſt zu merken, daß zu Loͤhneyß Zeiten beydes Stempel und Puch⸗ eiſen nicht ſo ſchwer geweſen, als ſie jetzo ſind. Denn S. 65. ſchreibt er, daß die Stempel 6 Zoll ins Gevierte ſind, da ſie jetzo 7 bis 8 Zoll ſind, und daß die Muheſſn 57 Pfund wiegen, die jetzo noch einmal ſo ſchwer, alſo von 114 Pfund ind; ferner daß die Unterlagen 3 Zoll dicke und eine Elle oder 2 Fuß lang ſind, die jetzo 5 Zoll Dicke und 3 Fuß Laͤnge haben. Georg Henning Behrens in ſeinem Anno 1712. herausgegebenen curiöſen Haznae S. 178. und 179. hat es ſo nachgeſchrieben, als ob es um die Zeit noch ſo geweſen waͤre, da man doch das Puchweſen ſchon laͤngſt in beſſern und jetzigen Stand geſetzet hatte. In einem Clausthalſchen Bergamtsprotocoll von Anno 1708. iſt ausdruͤcklich niedergeſchrie⸗ ben:„Ein Pucheiſen muß wiegen 114 Pfund, eine Unterlage 3 Centner und „ 10 bis 12 Pfund daruͤber.„ .§. 2. Fortſetzung des Sollten zu Loͤhneyß Zeiten auf den Grubenhagenſchen Bergwerken die vorigen. Stufferze auch ausgehalten und naß gepuchet worden ſeyn: So muß es, wie au wo welche den Bergbau befoͤrdern. 107 wol zum Zellerfelde, wieder in Abgang gekommen ſeyn. Denn lange nach Loͤhn⸗ eyß Zeiten iſt erſt das Aushalten und trucken Puchen der Stufferze auf den Gruben⸗ hagenſchen Bergwerken entweder von neuem oder zum erſten angefangen worden. Man hat nemlich angemerket, daß das Waſſer auf etliche Meilen Weges ſubtilen Schlieg aus den Puchwerken mit weggefuͤhret, und Anno 1666. im Quart. Re⸗ miniſc. 12 Mark 8 Loth Silber aus der wilden Fluth gemacht. Es hat daher der Clausthalſche Bergrath und Zehntner, Peter Harzing, Anno 1672. in Vor⸗ ſchlag gebracht, die Stufferze auszuhalten und trucken zu gute zu machen. Den Anfang mit der Abſonderung der Stufferze hat man Anno 1673. ge⸗ macht, doch nur auf denen Gruben, wo ziemlich reine Stuffen unter den mit Berg oder Spat vermiſchten Erzen gebrochen. Wo ſich aber keine große reine Waͤnde unter dem Erze gefunden, ſondern daſſelbe ziemlich truͤmmrig geweſen, alda hat man ſich um das Ausſchlagen nicht bekuͤmmert, ſondern es, wie es vorgefallen, ins naſſe Puchwerk geliefert. Anno 1674. ſind von ausgeſchiedenen Erzen der Margare⸗ tha woͤchentlich 6 Stuffroͤſte zum Verſuch auf den Kern(und alſo naß) gearbei⸗ tet, nach der Huͤtte geliefert worden. Anno 1677. hat der Centner des Gegen⸗ trummer Erzes eine Mark rohe gehalten. Wenn aber dieſe Erze gepuchet waren: So haben zween naſſe Röſte nicht mehr als 17 Mark gehalten, und man hat in der Unterſuchung gefunden, daß das reiche auf dem Waſſer wegſchwimme, und des⸗ wegen fuͤr rathſam gehalten, ſelbige roh oder trucken zu puchen; und dieſes iſt her⸗ nach mit mehrern in den ordentlichen Puchwerken geſchehen, wo an einer Welle 9 Stempel geweſen, davon drey das Stufferz trucken puchen muͤſſen. Es iſt dennoch aber das trucken gepuchte Erz ehe man es in die Huͤtte gelie⸗ fert, gewöhnlicher Weiſe gewaſchen, und noch Anno 16902. ehe beſondere Proben und Gegenproben gemacht waren, dafuͤr gehalten worden, daß ſchlechter rofit bey den Stuffröſten ſey. Der hauptſaͤchliche Vortheil ſey, daß man nicht proit Waſſer dazu nöthig habe, und in dem Anno 1609. von Joh. Gottlieb Vogteln geſchriebenen Bergwerksſtaat des Unter⸗ und Oberharzes finden ſich dieſe Worte:„Die Stufferze werden trocken gepuchet, aber darauf ins Waſſer ge⸗ „ bracht und uͤber dem Schlemmkaſten(Graben) verarbeitet, und grober Schlieg „ daraus gemacht.,, So ſind auch zween Stuffroͤſte vom erſten Anfange, als Anno 1674. zu 66 Centnern, gleich den uͤbrigen naſſen Roͤſten, abgewogen, und zu 60 Centner bis auf Anno 1700. in den hieſigen Huͤttenmeiſterbuͤchern be⸗ rechnet worden. §. 3. Oo nun wol das Aushalten der Stufferze von vielen Bergbedienten ſehr gut Gemachte Pro⸗ und nuͤtzlich erachtet worden: So iſt jedoch ofters noch einem und andern der hen von dem Ru⸗ Nutzen der Stuffröſte zweifelhaft und beſonders bedenklich vorgekommen, die Erze bane.* Staff roh und ungewaſchen in die Hutte zu liefern, da bey Schmelzung ſolcher unge⸗ waſchenen Stuffroͤſte mehr Kohlen muͤſten verbrannt werden. Es ſind dahero zu genauer Erforſchung des Nutzens des truckenen Puchens ſolcher Röſte, und der Lieferung der ungewaſchenen in die Huͤtte, verſchiedentlich vom Bergamte Proben Wediit worden, welche mehrentheils den großen Nutzen der Stuffroͤſte bekraͤf⸗ tiget haben. Aus der Beſchreibung dieſer Proben iſt nur das folgende ausgezogen worden. Anno 1692. ward mit den Margarether Erzen eine Probe zur Erforſchung des Vortheils beym Ausſchlagen der Stufferze folgender geſtalt vorgenommen: Unter der Aufſicht dreyer Bergamtsbedienten theilte man nicht nur 5 Treiben gut Erz von der Margarethen, ſo von einerley Stroſſen gefodert waren, in zwey gleiche Theile, Dd 2 ſondern — O— 3 * 4 .— oIc„—— . Andere Proben zur Erforſchung des Abgangs in den Puchwerken. 108 II. Th. V. Cap. 5. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, ſondern man wog auch jedes Theil abſonderlich, da denn auf jeden Haufen 38 Ton⸗ nen grobglanzige Erzwaͤnde und 62 Tonnen klein Erz gekommen, und beyde Haufen auch ſo gar im Gewichte, das 577 Centner ausgemacht, uͤberein gekommen. Der eine Haufen von 2 ½ Treiben hat im Puchwerk naß gepuchet, verwaſchen, und nach gewoͤhnlicher Weiſe tractiret werden ſollen, welches aber mit ſo ungewoͤhnlichen gutem Succeß geſchehen, daß davon mehr als jemals vorher von den beſten Erzen, nemlich 64 Roſte Schlieg, erfolget ſind. Die beſten Erze von dieſer Grube wa⸗ ren niemals hoͤher ausgekommen, als in den Jahren 1684. 1685. und 1687. da aus 4 Treiben guten Erzes 8 Roͤſte Schlieg geſchuͤttet, alle uͤbrige in den Puch⸗ werken zu gute gemachte Erze aber geringer ausgebracht worden ſind. Weil denn, nach dem Ausbringen der alten beſten Erze in vorigen Jahren zu 8 Roͤſten aus 4 Treiben, aus dieſer Probe von 2 ½ Treiben Erz zum höchſten uͤber 5 Roͤſte nicht haͤtten erfolgen koͤnnen: So hat man daraus geſchloſſen, daß dieſe Probe im Puchwerke nicht nach ſonſt gewoͤhnlicher gemeinen Wejſ(wie es ſich gebuͤhret haͤtte, wenn der Unterſchied gegen das Aushalten der Stufferze kenntbar wer⸗ den ſollen) ſondern mit beſondern Kuͤnſten, dergleichen weder vorhin noch hernach in den Puchwerken zur beſtaͤndigen Praxi gekommen, tractiret ſeyn muͤſſe; Und ſo hat dieſe Probe nicht anzeigen können, ob das Ausſchlagen der Stufferze vor⸗ theilhaft ſey oder nicht. Von denen zur Gegenprobe und Ausſchlagung der Stuffroͤſte vorgemeſſe⸗ nen 2½ Treiben ſind erſtlich 35 Kuͤbel oder 70 Centner Stufferz ausgehalten wor⸗ den, und von den uͤbrigen im Puchwerke noch 44 Röſte naſſer Schlieg erfolget, da denn, wie es ſcheinet, doch aber nicht deutlich gemeldet wird, die 70 Centner Stufferz trucken gepuchet und ungewaſchen in die Huͤtte geliefert worden. Nachdem man von beyderley Proben den Schlieg gewöhnlicher Weiſe probi⸗ ret; ſo hat die Schiedsprobe ergeben, daß in den im Puchwerke verfertigten 6 ¾ Ro⸗ ſten Schlieg an Silber 57 Mark 5 Loth, in der Gegenprobe aber, und den davon gefallenen 25½ Stuffroͤſten und 44 Roͤſten naſſen Schlieges, 57 Mark 44 Loth ſeyn muſten, daß alſo der Gehalt in ſo vielem Schliege bis auf 1 Loth uͤberein getroffen. Wie aber im großen jede Probe abſonderlich durchgeſchmolzen, auch die davon ge⸗ fallene Werke beſonders vertrieben worden: So ſind von den in der Puchwerksprobe gemachten 6½ Schliegroͤſten 52 Mark, 15 Loth Blickſilber, von der Gegenpro⸗ be aber, wobey die 2 ½ Stuffroͤſte geweſen, 54 Mark, 15 Loth Blickſilber erfolget, daß alſo doch noch im großen von der Stufferzprobe 2 Mark Silber mehr erfol⸗ get ſind, wiewol gegen die Schiedsproben bey beyderſeits Ausbringen ſich noch ein Defect gefunden. Bey der Gegeneinanderrechnung der Puch⸗und Huͤttenkoſten hat ſich gefun⸗ den, daß bey der Probe mit den Stuffroͤſten an Puchkoſten 4 Fl. 11 Pf. weniger, an Huͤttenkoſten hingegen 8 Fl. 4 Gr. 2 ½ Pf. mehr, aufgegangen, dagegen man aber dabey im großen 2 Mark Silber mehr erhalten hat. Es iſt alſo beym Aus⸗ ſchlagen der Stufferze doch noch einiger Vortheil geweſen, welcher aber ungleich groͤßer und deutlicher ſich hervor gethan haben wuͤrde, wenn die Arbeit im Puch⸗ werke nur nach gewoͤhnlicher Weiſe tractiret, die Stufferze aber auch genauer aus⸗ geſchlagen worden waͤren. 4. 3 In eben dem 1692ſten Jahre hat man einige Wochen darauf noch eine an⸗ dere Probe zur Erforſchung des Abgangs in Puchwerken unter der nifſcht dreyer Bergamtsbedienten gemacht. Es ſind dero Behuf 32 Tonnen Stufferz von der Anna Eleonora, ſo 304 Centner à 110 Pfund gewogen, welche nach dem Hden⸗ gewichte, — == —4, welche den Bergbau befoͤrdern. 100 gewichte à 123 Pfund, 272 Centner machen, nach der Huͤtte gefahren, trucken ge⸗ puchet, probiret und verſchmolzen worden, da denn des klein gepuchten Stufferzes nur 258 Centner(nach Abzug 4 Centner Naͤſſe, ſo ſich darinn der Probe nach gefunden) wieder erfolget, und alſo bey dieſem truckenen Puchen 14 Centner ver⸗ loren gegangen, wovon die zur Aufſicht dabey verordnet geweſene keine Urſache bey⸗ zubringen gewußt, als datz es im Abwaͤgen muͤſſe ſeyn verſehen worden. In ſolchen trucken gepuchten 258 Centnern Stufferz ſind nach der Schiedesprobe 50 Mark, 10¾ Loth Silber geweſen. Zu einer Gegenprobe hat man andere 32 Tonnen von eben denſelben Eleo⸗ noren Stufferzen abgemeſſen, auch gewogen, und da ſolche am Gewichte etwas mehr gehabt: So iſt, um eine Gleichheit zu behalten, das uͤbrige zuruͤck gelaſſen, und deſſelben nur eben ſo viel als des trucken gepuchten Erzes, nemlich 272 Centner à 123 Pfund genommen, vor das Puchwerk abgefahren, naß gepuchet und verwa⸗ ſchen, und davon an Schlieg 190 Centner, à 123 Pfund, zur Huͤtte geliefert worden, die nach der Schiedesprobe 49 Mark 13 ½ Loth gehalten, daß alſo im Waſſer in 82 Centnern Abgang 9 Mark 132 Loth Silber mit weggefuͤhret worden, ohne daß beym trucken gepuchten Stufferze erwehnter maaßen 14 Centner zur Unge⸗ buͤhr, und vermuthlich durch ein Verſehen beym waͤgen, verloren gegangen. Von den im Puchwerke von dieſen Stufferzen abgegangenen 82 Centnern ver⸗ meinter Unart ſind zwar 51 Centner After wieder aufgefangen worden, ſo aber mehr nicht als à ½ Loth, 1 Mark, 9½ Loth Silber gehalten, welches Silber jedoch auch vollenkommlich, und ohne großem Verluſt aus ſolchen Aftern nicht heraus ge⸗ waſchen werden koͤnnen. Aus dieſer Probe iſt alſo leichter zu urtheilen geweſen, daß, da das Waſſer, von den ſchweren reinen glanzigen Stufferzen beynahe den ſechſten Theil des darinn befindlichen Silbers mit weggefuͤhret, bey andern gemeinen und unreinen Erzen der Abgang gewißlich nicht geringer ſeyn werde, und folglich die Aushaltung des Stufferzes nothwendig großen Vortheil bringen muͤſſe. Ob nun wol dieſe Probe den Abgang am Schlieg und Silbern im Waſſer, und den Vortheil des Aushaltens der Stufferze auch des truckenen Puchens der⸗ ſelben, und ſolche ungewaſchen in der Huͤtte zu verarbeiten, deutlich gelehret: So iſt doch beydes nicht durchgaͤngig auf den Gruben, wo die Erze darnach bühafen waren, eingefuͤhret worden, ſondern man iſt groͤſtentheils bey dem naſſen Puchen geblieben, bis im Schluß des 1699ten und vom Anfange des 1700ten Jahres mehrere Proben davon gemacht worden ſind. Am 16. Dec. 1699. ſind wieder zur Probe 9 Tonnen Stufferz vom Thurmroſenhofe trucken gepucht, und daraus 2 Roͤſte, als 61 Centner Stuffſchlieg, erhalten worden, wovon der Probe nach, à 2½ Loth, 9 Mark, 13 Loth Silber, 2 Centner Kauf⸗ und 11 Centner Friſch⸗ glaͤtte ausgebracht worden. Dagegen haben andere 9 Tonnen von eben dieſen Thurmroſenhofer Stuffer⸗ zen naß gepuchet, geſchlemmet, auch uͤber die Heerde verwaſchen, an grobem Schlie⸗ ge 18 Centner à 34 Loth, und an Schlammſchliege 14 Centner à 3 ½ Loth, gegeben nach welchem Gehalt man in der Huͤtte hievon 6 Mark, 11 Loth Silber, 2 Cent⸗ ner Kauf⸗ und 10 Centner Friſchglaͤtte ausgebracht. Es ſind alſo abermal bey die⸗ ſer kleinen Probe mit 290 Centnern weggewaſchenen Erzes 3 Mark, 2 Loth, und alſo faſt der dritte Theil an Silber, und 1 Centner Glaͤtte verloren gegangen. Ob nun zwar auf die zu gute gemachte Stufferze 24 Fl. 8 Gr. 4 Pf. an Huͤtten⸗ koſten mehr aufgegangen: So waren doch die hiedurch erhaltene 3 Mark, 2 Loth Silber und 1 Centner Glaͤtte ungleich mehr werth, als ſolche uͤbrige Huͤttenkoſte; und obgleich ferner von den weggewaſchenen 29 Centnern noch 10 Centner After, II. Theil. Ee à 4 Loth Fortſetzung der 110 II. Th. IV. Cap. 5. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, à 1 Loth Silber, und an ſchlammigter Unart 5 ½ Centner à 4 Loth aufgefangen worden: So konnten ſolche doch mehrentheils nicht anders als fuͤr verloren geachtet werden, weil ſie mit Nutzen und Vortheil nicht heraus zu bringen waren. §. 5. Da ſich nun hiemit gezeiget, daß bey etwas hoͤhern Huͤttenkoſten dennoch ein merklicher Ueberſchuß bey den trucken gepuchten und ungewaſchenen Stuffſchliegen ſey: So ſind Anno 1700. die trucken gepuchte Stuffroͤſte ungewaſchen in die Huͤt⸗ te geliefert worden; und damit nicht durch das Hinfahren des ungewaſchenen Schlieges aus den von der Huͤtte weit entlegenen Puchwerken etwas ver⸗ zettelt, oder im Ausladen vor der Huͤtte bey ſtarkem Winde, wie ſich gezeiget, weg⸗ getrieben wuͤrde: So iſt ſofort im Junio deſſelben Jahrs ein Stuffpuchwerk auf der Clausthaler Huͤtte angebauet worden. Auf hieſiger Altenauer Huͤtte war ſchon Anno 1695. ein Puchwerk zum tru⸗ ckenen Puchen einiger Oſtindiſcher Erze, welche Privatperſonen hieher geſchaffet, und auf hieſiger Huͤtte zu gute zu machen die Erlaubniß erhalten, gebauet worden, welches man Anno 1700. zum Stuffpuchwerke genommen, und, da ſolches den 28. Febr. 1740. durch Verwahrloſung der Nachtpucher abgebrannt, bald wieder neu aufgebauet hat. Im Quart. Cruc. Anno 1700. hat man zuerſt die Stuff⸗ erze von der hieſigen Schatzkammer in dieſem Puchwerke trucken gepuchet; im Oct. dieſes Jahrs aber zum erſtenmal die Stufferze vom Clausthaler Zuge, als von der Sanct Margaretha, nach dieſer Huͤtte ins Stuffpuchwerk gefahren, und 64 Centner Schlieg auf 2 Roͤſte erhalten, wobey das Fuhrlohn zu zween Stuff⸗ roͤſten um 5 Fl. verdungen worden. Um aber des Vortheils noch gewiſſer zu ſeyn, der durch das truckene Puchen und der Unterlaſſung des Waſchens der gepuchten Erze erhalten wird: So ſind im folgenden Jahre mehr Proben angeſtellet, und durch ſolche die naſſe und tru⸗ ckene Pucharbeit, auf Verordnung des damaligen Berghauptmanns, Heinrich Al⸗ bert von dem Buſch, immer mehr unterſuchet worden. Im Quart. Reminiſcere 1701. No. I. wurde eine neue Probe von Margarether Stufferzen gemacht, und dazu am 29. Nov. 1700. 16 Tonnen Stufferz abgemeſſen, welche am Gewichte 143 Centner, 100 Pfund hielten, und naß gepuchet, geſchlemmet und gewaſchen 108 Centner Schlieg gaben, welcher, der Schiedsprobe nach, 38 Mark, 11½ Loth Silber halten ſollte, obſchon im großen nur 37 Mark Blickſilber ſind ausgebracht worden. Ueber dieſes wurde zwar angegeben, daß noch 12 Centner vom Schoß⸗ gerinn aufgefangen waͤren, worinn, à ½ Loth, 3 Loth Abgang, und vom ſchlam⸗ migten Vorrath 4 Centner à 4 Loth, alſo 3 Loth Silber, welche 6 Loth jedoch ohn⸗ moͤglich ohne Abgang zu erhalten und in die Enge zu bringen geweſen. Zur Ge⸗ genprobe waren von eben derſelben Gattung Stufferz auch 16 Tonnen abgemeſ⸗ ſen, ſo aber beym Abwiegen 150 Centner, 1071 Pfund, und alſo Centner, 74 Pfund mehr gewogen. Dieſes Erz hat trucken gepuchet an Stuffſchlieg und unreinen Graͤupeln 144 Centner gegeben, worinn, der Schiedsprobe nach, 42 Mark, z Loth Silber angegeben, 42 Mark, 14 Loth Blickſilber aber ausgebracht wor⸗ den. Wenn man nun gleich den Gehalt dieſer Probe nach der Schiedsprobe und nicht nach dem Ausbringen rechnet: So war doch in den truckenen Roͤſten 3 Mark, 91 Loth mehr als in den naſſen erhalten. Die trucken gepuchte 16 Tonnen Erz haben 7 Centner, 74 Pfund mehr gewogen als die naß verarbeiteten 16 Tonnen, welches Uebergewichte nach Proportion 6½ Centner Stuffſchlieg, und darinn an Silber, à 3 Loth, 1 Mark, 144 Loth betragen, welche von dem Ucberſcaßrer welche den Bergbau befoͤrdern. 111 3 Mark, 92 Loth abgezogen, nur 1 Mark, 103 Loth uͤbrig laſſen, ſo die trucken gepuchte Stufferze mehr als der naſſe Schlieg gegeben. Wogegen an Huͤttenko⸗ ſten(nach Abzug der auf die uͤbrigen 7 Centner gerechneten Fl. 6 Gr. wie auch der 2 Fl. 1 Gr. beym trucken Puchen) mehr aufgegangen 17 Fl. 10 Gr. 8 Pf. daß alſo bey dieſer Probe der Vortheil ſehr geringe geweſen. Man hat aber doch ge⸗ urtheilet, daß bey dieſer naſſen Probe durch beſtaͤndige Aufſicht des Oberpuchſtei⸗ gers, ein aſerardenteihe Fleiß angewendet ſeyn muͤſſe, wie auch der Puchverwal⸗ ter ſelbſt geſtanden, dergleichen Aufſicht aber nicht durchgehends bey aller Puchar⸗ beit ſeyn, und daher beym gemeinen naſſen Puchen leichter etwas verloren werden koͤnnte als beym trucken Puchen. §. 6. Weil nun der damalige Berghauptmann von dem Buſch, die Ausſchlagung Die Probe des der Stufferze, des dabey befundenen großen Nutzens halber, jederzeit ſcharf urgiret, Here 1el und dero Behuf ſelbſt die Erzhallen zum oͤftern viſitiret, die Veranſtaltung aber von dem Buſch beym Ausſchlagen nicht uͤberall ſeiner Abſicht gemaͤß befunden: So hat derfſelbe erweiſet den im Quart. Trinit. 1701. Nro. 7. 30 Tonnen truͤmmerichtes und glanziges Erz Northeil des von der Landeswohlfahrt, ſo jedoch nicht alles derbe ſondern mit Berg vermenget der Stufferze Hereſene nach ſeiner Wohnung fahren und unter ſeiner Specialaufſicht ausſchla⸗ und trucken Po⸗ gen laſſen, da denn aus dieſen 39 Tonnen Erz 65 Centner, 62 Pfund Stufferz Gens. ausgehalten worden. Dieſes Stufferz wurde im Huͤttenpuchwerke erſtlich einmal trucken durchgepuchet und durchgeraͤdert, und davon 38 Centner Schlieg erhalten, der, à Centner 61 Loth, 14 Mark, 134 Loth Silber gehalten. Der Abgang wurde nochmals durchgepuchet und durchgeraͤdert, und gab vom zweyten Durchraͤdern noch 21 Centner Schlieg, welche, à 5½ Loth, 7 Mark, 2 ½ Loth Silber gehalten. Endlich ſind noch 5 Centner unreine gemeine Graupen uͤbrig geblieben, die auch kleiner gepuchet, à 34 Loth, 1 Mark, 1 Loth Silber gehalten, daß alſo aus dieſen 65 Centnern, 62 Pf. Stufferzen in Summa 23 Mark, 14 Loth Silber erfolget ſind. Hiebey iſt zum erſtenmal angemerket worden, daß das klein gepuchte Stufferz ſich am Gewichte beynahe um; Centner vermehret, da es ſonſt mehrentheils am Gewichte weniger geworden. Dieſes Uebergewichte ruͤhrte von dem Waſſer her, womit dieſes trucken gepuchte Erz, zu Verhuͤtung des Verſtaubens, immer beſprenget worden. Wie die gemeldten 65 Centner, 62 Pfund Stufferz aus den vorgemeſſenen 39 Tonnen Erz ausgeſchlagen waren: So blieben 25 ½ Tonnen Abgang uͤbrig ſo mit Fleiß und unter Specialaufſicht des Oberbergmeiſter Singers, nach der von dem Herrn Berghauptmann beliebten ſonderlichen Manier, im naſſen Puchwerke theils durchs Sieb geſetzet, theils gepuchet und verwaſchen worden, woraus denn noch ein Roſt Schlieg erfolget iſt, ſo, nach Abzug der Naͤſſe, auf 15 Centner groben Schlieg, à 7¼ Loth, und 15 Centner Heerdſchlieg, à 5½ Loth gerechnet worden, daß alſo der Gehalt darinn 13 Mark, 3 Loth, und in dieſem und vorigen beyden Stuffrö⸗ ſten zuſammen, der Probe nach, 36 Mark, 4. Loth betragen, ſtatt deren im großen 35 Mark, 4 Loth Brandſilber, nebſt 6 Centner Kauf⸗ und 10 Centner Friſchglaͤtte, ausgebracht worden.. Die hierauf verwandte Koſten an Ausſchlaͤgerlohn, Puchkoſten, Huͤttenzins und Fuhrlohn nach der Huͤtte und Puchwerk Paden 27 Snn 6 Gr. 6 Pf. betragen ohne die extraordinairen Koſten, ſo an Fuhrlohn fuͤr die Erze nach des Herrn Berg⸗ hauptmanns Behauſung, nothigen Geraͤthe, an Erzmeſſerlohn, und für neu verfer⸗ tigtes Gezaͤhe noch 5 Thlr. 17 Gr. betragen. Da nun von den nach gemeiner Art gemachten Schliegen die Koſten auf drey Roͤſte ſich auf 28 Thlr. 13 Mgr. belaufen: So ſind die Koſten u xennhei gleich geweſen. Hingegen aber bäben 2 2 vorhin Probe zur Be⸗ 112 II. Th. V. Cap. 2. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, vorhin im Quart. Reminife. 1701. 34 TreibenErz von dieſer Grube 11½ Stuff und 14 naſſe Schliegroͤſte gegeben, welche zuſammen zu 256 Mark, 4 Loth Silber, und alſo ein Treiben nur zu 7½ Mark Silber auskommen, ſo gegen die aus dieſem einzigen Treiben weniger einer Tonne ausgebrachte 35 Mark, 4 Loth Silber gar ein geringes iſt; Und obwol ſolche 34 Treiben Erz durchgehends nicht alle ſo gut geweſen, als die zu dieſer Probe vorgemeſſene 39 Tonnen: So iſt doch das Auskommen gar zu ſehr unterſchieden, und der bey dieſer Probe erhaltene große Vortheil gar augenſcheinlich und unſtreitig geweſen. §. 7. Ferner hat der Herr Berghauptmann von dem Buſch zu Erforſchung des ſimmung des eigentlichen Verluſts in Puchwerken folgende unſtreitige Probe verordnet. Da Verluſts in den ez auf der Koͤnig Ludewiger Halle zum St. Andreasberge viel kleine ſandigte und Puchwerken. dem After gleich ſcheinende Erze gegeben: So ſind davon, im Beyſeyn des Vice⸗ Huͤttenreuter Borkenſteins und der Andreasbergſchen Bedienten, am 8 Jun. 1701. drey Treiben ſolchen ausgekrahleten kleinen Erzes abgemeſſen, hernach gewogen, und dabey von jedem Centner, nach der beym Schlieg auswiegen gewoͤhnlichen Art, richtige Proben genommen worden. Dieſe 3 Treiben Erz haben 506 Centner zuſammen gewogen, wovon, nach richtig gemachter Naͤſſeprobe, 23 Centner auf die Naͤſſe abgerechnet worden, und alſo 483 Centner geblieben, welche im Puch⸗ werke zu naſſen Schlieg gezogen worden, und 27 Roͤſte gegeben haben, deren Ge⸗ halt, nach der richtigen Schiedsprobe, 87 Mark, 6 Loth Silber war. Dagegen ſind nun die Anfangs auf der Halle von den abgemeſſenen 3 Trei⸗ ben kleinen Erzes genommene Proben, welche man damals wohl vermiſchet, ge⸗ trucknet, verjuͤnget, klein geſtoſſen, in Probenbuͤchſen gethan und verſiegelt hat, auch gebuͤhrend probiret worden, da ſich denn ergeben, daß in ſolchen vor das Puchwerk abgefahrnen Erzen 110 Mark, 8 ½ Loth Silber geweſen. Da nun in den im Puchwerk daraus verfertigten 27 Roͤſten nur 87 Mark, 6 Loth Silber gewe⸗ ſen: So hat ſich hiedurch klaͤrlich gezeigt, daß, des Puchſteigers Fleißes ungeach⸗ tet, dennoch 32 Mark, 23 Loth Silber mit dem Waſſer fortgegangen ſind. Es iſt dahero eine Verordnung geſtellet worden, wie dieſe Erze kuͤnftig zu tractiren waͤren. Eine gleichmaͤßige Probe hat der Herr Berghauptmann, zu Erforſchung des Abgangs bey den Clausthalſchen gemeinenz glanzigen Erzen, in den Puchwerken veranſtaltet. Zu dem Ende hat derſelbe am I1. Jul. 1701. in Gegenwart des Oberbergmeiſters Singer, Puchverwalters Drechsler, und Vicehuͤttenreuters Borkenſtein, von den auf der Halle befindlich geweſenen St. Johanneserzen 4 Treiben an zween Haufen, Tonne um Tonne, und alſo an jedem Haufen 2 Trei⸗ ben abmeſſen auch wiegen laſſen, da denn beyde Haufen auch gleich viel, nemlich jeder 358 ½ Centner, gewogen. Der Oberbergmeiſter und Puchverwalter looßten um dieſe beyde Haufen Erz, und der dem Puchverwalter zugefallene Haufen wur⸗ de in aller Gegenwart in das auf ſelbiger Halle befindliche Kunſthaus vorerſt ge⸗ ſtuͤrzet und verſchloſſen. Der andere dem Oberbergmeiſter zugefallene Haufen iſt ſogleich nach dem Huͤttenpuchwerk abgefahren und trucken gepuchet, hernach aber wieder gewogen worden, da ſich 355½ Centner gefunden, welche, der Probe nach, à 2 Loth, reichlich 16 Mark, 10 ½ Loth gehalten. Nach ſolcher Probe ſind hievon zween Röſte, als 66 Centner, ſofort zum Verſuch rohe geſchmolzen worden, woraus auch das Silber, der Probe nach, à 4 Loth, und alſo 3 Mark, 14 Loth richtig er⸗ folget iſt. Die uͤbrigen 280½ Centner von dieſem trucken gepuchten Erze ſind, na einer beſondern Veranſtaltung des Oberbergmeiſter Singers, unter deſſen beſtaͤn⸗ diger Aufſicht, naß gepuchet und zu Schlieg gezogen worden, ſo denn, nach Abzug welche den Bergbau befoͤrderx 113 der Naͤſſe, 24 Centner groben Schlieg, à 3 Loth, und 30 Centner Heerdſchlieg, à 2 ½ Loth, und folglich nur 10 Mark, 113 Loth Brandſilber gegeben, da ſolche 289¾ Centner Erz, à 4 Loth, 13 Mark 9 Loth gehalten. Es iſt alſo, alles Fleißes ohngeachtet, und obgleich 66 Centner von dieſem Erze ohne Abgang roh geſchmol⸗ zen worden, dennoch an den uͤbrigen im naſſen Puchwerke 2 Mark, 13 Loth ver⸗ lohren gegangen. Die zur Gegenprobe im Thurmroſenhofer⸗Kunſthauſe verſchloſſene 2 Trei⸗ ben Ertz haben nur auf die gemeine bishero gewöhnliche Weiſe im Puchwerke naß verarbeitet werden ſollen. Es hat aber der Puchſteiger uͤber alles Vermu⸗ then daraus 43 Centner groben Schlieg, a 3 ½ Loth, und 46 Centner Heerd⸗ Schlieg, a 11 Loth, und alſo in dieſem Schliege zuſammen 13 Mark, 12 ½ Loth Silber geliefert. Daß alſo bey dieſen volligen 2 Treiben, oder 3582 Centner Erz, 2 Mark 14 Loth, und alſo nur ein einziges Loth mehr verlohren gegangen, als bey den mit beſonderm Fleiß, und auf eine beſondere Weiſe tractirten 280½ Cent⸗ nern trucken gepuchten Erzes. Da nun bey Unterſuchung der ein gantzes Jahr her auf dem St. Johan⸗ nes ausgebrachten Silber, zwey Treiben Erz nie höher als auf 8 höchſtens 9 Mark Silber gekommen, und nicht nur der Oberbergmeiſter, Ober⸗ und Revier⸗ Geſchworner bey ihren Pflichten, ſondern auch die eidlich abgehoͤrten Ober⸗ und Unterſteiger, auch die Stuͤrzer vom Johannes, auf Befragung, ob das Johan⸗ nes Erz, wovon obige Probe gemacht worden, von eben demſelben Hauffen ge⸗ nommen, und von eben der Gute geweſen ſey, als das uͤbrige bishero im Puch⸗ werke verarbeitete Erze, ſolches bejahet: So hat man daraus geſchloſſen, es muͤſſe entweder die Pucharbeit ſehr nachlaͤßig tractiret ſeyn, oder es muͤſten bey dieſer Probe ungebuͤhrliche Mittel, und unzulaͤßige Vortheile gebrauchet, oder die jetzi⸗ ge Pucharbeit ſo gar kuͤnſtlich ſeyn angeſtellet worden, daß ſich ſolche ſonſt im grovßen nicht practiſiren lieſſe; wie denn auch dabey bedenklich geweſen, daß mit der Ver⸗ arbeitung dieſer zur Probe vorgemeſſenen zwey Treiben Erz der Puchſteiger bis in die dritte Woche zugebracht hat, anſtatt daß ſonſt vorher und nachher von dergleichen Johannes Ertzen in einer Woche drey Treiben ſind durchgepuchet worden. §. 8. Im Auguſt eben dieſes Jahrs 1701. hat der Oberbergmeiſter Singer eine Probe die gemei⸗ Probe vorgenommen, die gemeinen Stufertze naß zu puchen, daß davon nur die übri⸗ den Tfnene Zu dieſem chen, orzu Pu⸗ .. 3. 3 hen, daß das Ende ſind ihm in Beyſeyn dreyer Bergbedienten Kuͤbel, von ausgehaltenen Silber nicht mit 07 2 Centner gewogen, zuge⸗ fortgehen könn⸗ ge Unart und Hornſtein, nicht aber die Silber, mit fortgehen ſolte. kleinſpeißigen Stufferzen aus der Annen Eleonoren meſſen worden. Desgleichen ſind andre 40 Kuͤbel von eben demſelben Hauffen, Kuͤ⸗“ bel um Kuͤbel, im Huͤtten⸗Puchwerke gewoͤhnlicher Weiſe trucken gepuchet worden, woraus 71½ Centner Stuf ⸗Schlieg, ſo nach der Probe 22 Loth gehalten, wie⸗ der erfolget ſind. Der Oberbergmeiſter hat zur Verarbeitung ſeiner Probe im naſſen Puch⸗ werke nicht nur in dem Schoß⸗ ſondern auch in allen uͤbrigen⸗Gerinnen ver⸗ ſchiedene Spunde, woran die Truͤbe ſich ſtoſſen, und das kleingepuchte Erz auf den Boden fallen laſſen ſollte, machen, und dasjenige, was im Schoßgerinn uͤber das erſte Spund gegangen, fleißig ausſchlagen, und nicht zu hoch anwach⸗ ſen laſſen, welches denn der ſchoͤnſte reine Schlieg geweſen. Was aber in ſol⸗ chem Schoßgerinn liegen geblieben, ſolches waren groͤßere Graͤupel von Hornſtein und Unart, ſo ſich nicht ſo leicht, als das Glanzerz, klein puchen laſſen, und als er Il. Theul. Ff ſie ——y 5 1— 5 — * . —— —. „——ʒ————— —. — 114 II. Th. V. Cap. 4. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln/ ſie nochmals umarbeiten laſſen, wenig gutes mehr enthalten haben. Aus dem lezten Gerinne im Puchwerke iſt faſt gar keine Truͤbe mit dem Puchwaſſer in die auſ⸗ ſerhalb des Puchwerks befindlichen Suͤmpfe hinausgegangen, auch hat ſich uͤber⸗ all in den uͤbrigen auſſer dem Schoßgerinn ſehr wenig Schlieg geſetzet, welches ein Zeichen einer nuͤtzlichen Arbeit geweſen. Auf dieſe Weiſe hat der Oberbergmeiſter 54 Centner 44 Pfund reinen Schlieg, der in der Probe 14 Mark I4 Loth hielt, bekommen. Noch hat er 194 Centner After aufgefangen, ſo à 4 Loth, 9½ Loth Silber hielten, daß alſo in der naſſen Probe 8 Loth Silber mehr zu ſeyn geſchienen, als in den zur Gegen⸗ probe trucken gepuchten Erzen. Da nun durch das Waſſer kein Silber mehr in die Erze gebracht werden koͤnnen, als das vorhin darinn geweſen: So glaubte man, daß dieſer kleine Unterſcheid von beſſerer Vermiſchung der naſſen Schliege, und alſo von deſto accuraterer Nehmung der Probe, herruͤhre. Es koͤnnen auch wol unter dieſen naß gepucheten 40 Kuͤbeln beſſere oder mehrere reine Erzwaͤnde, als un⸗ ter den trucken gepuchten, geweſen ſeyn. Es iſt alſo darauf eine abermahlige dreyfache Probe beliebet, und, in Gegen⸗ wart zweyer Bergamtsbedienten, Kranicher Spaterz, Kranicher unrein ausgeſchla⸗ gen Glanzerz und Engliſcher Treuer Spaterz, von jeder Gattung 40 Kuͤbel zu ei⸗ ner, und 40 Kuͤbel zur andern Probe abgemeſſen worden. Als dieſes trucken ge⸗ puchet war: So hat ſich gefunden, daß dieſe dreyerley Ertze zuſammen, der Probe nach, 46 Mark, 144 Loth Silber gehalten. Dagegen des Oberbergmeiſters aus ſeinem naß verarbeiteten Erze gemachter dreyerley Schlieg, der Probe nach, 46 Mark 83 Loth Silber, und alſo nur 5 ½ Loth weniger, gehalten. Weil aber hie⸗ von 60 Centner After im Puchwerke uͤbergeblieben, ſo à ½ Loth, noch 15 Loth gehalten: So ſind im naſſen Puchwerke, der Probe nach, abermal 94 Loht mehr aus⸗ gebracht worden. Hingegen aber iſt ſolches im großen Feuer ganz umgekehrt geweſen, und von dem trucknen Schliege mehr als vom naſſen mit einerley Vorſchlaͤgen ausgebracht worden, ſo daß, nach beyderſeits abgezogenen Huͤttenkoſten, von dieſen drey Pro⸗ ben zuſammen noch 34 Thlr. 5 Mgr. Profit geweſen. §. 9. Des Bergamts Anno 1702. ſind mehr Proben mit trucken und naß Puchen von verſchiede⸗ Veuhaed dir nen Gruben gemacht, um durchs truckene Puchen zu ſehen, was in den Erzen Pucherze betreß ſolcher Gruben fuͤr Silber ſey. Von ſolcher Zeit an ſind auf allen Gruben, wo f die Erze darnach beſchaffen ſind, nicht nur auf den Hallen, ſondern auch noch vor den Puchwerken, Stufferze ausgehalten, trucken gepuchet, und ungewa⸗ ſchen in die Huͤtte geliefert worden, welches dem Bergwerke zum groſſen Vortheil gereichet, wie denn, nebſt einem guten Gehalte der Erze, der Reichthum einer Grube daraus erkannt wird, wenn dieſelbe viel reine glaͤnzende Erze, oder Stuff⸗ erze, hat, welche von den unreinen und gemeinen Erzen mit dem Hammer abge⸗ ſondert werden koͤnnen. Man hat darauf Scheid⸗Steiger und Ausſchlaͤger an⸗ genommen, und Anno 1704 in 11 Puncten verordnet, wie es mit Aushaltung des Stuff⸗gemeinen Stuff⸗ und andern gemeinen Puch⸗Erzen gehalten werden ſoll, wie davon der Extract aus dem Clausthalſchen Bergamts⸗Protocoll von Nr. 9. Quart. Trinit. 1704 folget.„ Nachdem bey jetziger Jahrszeit und „Wetter das Ausſchlagen der Stufferze am beſten ſich tractiren laͤſſet: So ha⸗ „ben des Herrn Geheimten Kammerraths und Berghauptmanns(von dem „ Buſch) Hochwolgebl. zur Deliberation gebracht, wie es fernerhin mit Aus⸗ „ ſchlagung der Stufferze zu halten? Ob man nemlich mit bisheriger Susbu, 2) — — welche den Bergbau befoͤrdern. 115 „ tung von zweyerley Gattungen, als guten und gemeinen Stufferzen, wovon das „ ſogenannte gemeine Stufferz doch noch ins Waſſer gebracht wird, conti⸗ „ nuiren wolle, oder ob nicht vielmehr thunlicher und rathſamer ſeyn moͤchte, „ daß man nur das gute Stufferz allein aushielte, und verlohnete, den Abſchlag „aber von ſolchen guten Stufferzen auf der Halle beſonders ſtuͤrzete, „ und ſolche, als gute Pucherze, fuͤr die Puchwerke abfahren, und darinn auf „ Art der gemeinen Stufferze tractiren lieſſe/ von uͤbrigen geringen Erzen aber auch ei⸗ „ ne abſonderliche Halle ſtuͤrzete, und ſolche gemeine Stuffpucherze nach bisheri⸗ „ger Manier in Puchwerken tractiren lieſſe. „Nachdemmahlen ſich nun findet, daß durch die gemeinen Stufferze den gu⸗ „ten viel entzogen, ſolches gemeine Stufferz aber dennoch ſo reine nicht ausge⸗ „ halten wird, daß es nicht gleich wol noch uͤber die Heerdte gewaſchen werden „ muͤſte: So iſt desfalls nach reiflicher Ueberlegung verordnet worden, daß „ 1) Der Berg, ſowol in als auſſerhalb der Gruben, der ſchon vorhin oͤf⸗ „ters ergangenen Verordnung nach, rein abgeſchlagen, und das Erz, ſo viel „ immer moͤglich, reine gefodert werden ſolle, als worzu denen Steigern die ge⸗ „ woͤhnlichen Ausſchlaͤger gegeben werden, weshalben jeder Geſchworner in ſeinem „ Revier dieſes zu beobachten, und möglichen Fleißes daruͤber zu halten hat. „ 2) Daß nach alter Verordnung das kleine Erz ſowol als die groͤßern Waͤn⸗ „dde jedes auf der Halle allein geſtuͤrtzet, und zu dem Ende die vorhin hierzu ge⸗ „ brauchten Krahlen und Waſſerfaͤſſer wieder bey die Hand geſchaffet, das Erz ab⸗ „ geſpuͤlet und durchgekrahlet werden ſolle. „ 3) Daß aus denen Waͤnden, auch nach Gelegenheit der Gruben, aus „ den kleinen Erzen, was zu gutem Stufferz dienlich, abſonderlich ſolle ausge⸗ „ halten werden. „ 4) Daß von dem Abſchlage von gutem Stufferze nichts unter die aus der „ Grube herausgetriebenen guten Waͤnde gemiſchet, ſondern jede Gattung auf der „ Halle abſonderlich geſtuͤrzet, auch in Puchwerken abſonderlich auf Art und „ Weiſe, wie bishero die nicht zum beſten ausgeſchlagenen gemeinen Stufferze, tra⸗ „ctiret werden. „ 5) Hierzu nun deſto beſſer zu gelangen, iſt von Geſchwornen und Stei⸗ „gern, ſo viel moͤglich, dahin zu ſehen, daß gute und gemeine Erze gleich in der „ Grube ſepariret, und jede abſonderlich heraus getrieben werden moͤgen. „ 6) Iſt von denenjenigen Waͤnden, ſo gar nicht zu Stufferz dienen, ei⸗ „ne eigene Halle zu ſtuͤrtzen, und dieſes gemeine Erz alleine nach den Puchwerken „zu ſchaffen, und darinn auf gewoͤhnliche Weiſe zu verarbeiten. „ 7) Wenn von denen bey Ausſchlagung der Stufferze abgefallenen klein geraͤ⸗ „derten Erzen eine Parthey geſammlet, ſollen ſolche probiret, und nach Befin⸗ „ den eitpeder unter die guten Stufferze, oder aber zum Abſchlage, genommen „werden. „ 8) Damit auch die ſchon angefuͤhrte Intention deſto beſſer erhalten, und „eines Theils unter denen Waͤnden kein gutes Stufferz liegen, andern Theils „ die Waͤnde nicht zu geringe gelaſſen werden moͤgen: So ſoll auf denjenigen „ Hallen, wo es von noͤthen, dann und wann durch abſonderliche Leute das Erz „ durchgeſuchet, und die Arbeit entweder Schichtenweiſe, oder ſonſt abſonderlich, „verlohnet werden. „ 9) Soltte ſich eine und andere Lriß finden, allwo noch gemeiners Stuff⸗ 2„„ erz —————ꝛ;—:— 8 4 4 2 1— — 2II— 4 1 =—— -————-———— 116 II. Th. V. Cap. 4. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, erz auszuhalten rathſam ermeſſen wuͤrde: So ſoll ſelbiges nicht eher geſchehen, bis „ es vor das Bergamt gebracht, und daſelbſt ſpecialiter hte9 5 hehen „ 10) Was auf den Hallen etwa ſo rein nicht ausgehalten werden kann 33 oder auch ſonſt bey Separirung des Erzes und Berges, etwa des Wetters, „oder anderer Zufaͤlle halber, verſehen wird, ſolches ſoll ferner fuͤr die Puchwer⸗ „„ ke ausgehalten werden. „ 11) In üubrigen allen ſoll es bey denen vorhin, ſowol wegen reiner Aus⸗ „haltung der Stuff⸗und andern Erze, als auch wegen Tractirung der Puch⸗ „ Arbeit, ergangenen Verordnungen ſein Verbleiben haben, und ſind demnach „ Oberbergmeiſter, Puchverwalter, Ober⸗und Stuffgeſchworne, ſorgfaͤltig uͤber „dieſe Verordnung zu halten, ermahnet.„ Weil das Stufferz ſchwerer zu fahren iſt, als das gemeine Erz; So iſt ſchon Anno 1680 verordnet worden, daß 32 Tonnen Stufferz fuͤr ein Treiben gerechnet, und in der Abfuhr dafuͤr bezahlet werden ſollten. Itzo werden dreyerley Sorten Stufferz ausgeſchlagen, gut Stufferz, mit⸗ tel Stufferz und gemeines Stufferz. Das gemeine Stufferz wird jetzo naß durchs Schuͤerblech verpuchet. In denen Scheid⸗ und Ausſchlagehaͤuſern, die bey de⸗ nen Gruben angeleget ſind, darinn viel Stufferze brechen, finden ſich Tafeln, woraus zu erſehen, wie viel woͤchentlich von jeder Sorte ausgeſchlagen werde. Es geſchicht auch ſolches Ausſchlagen itzo noch ferner, wenn die Erze darnach be⸗ ſchaffen ſind, vor den Puchwerken. Die Stufferze werden nach der Anno 170 ergangenen Verordnung von dem Stuffſteiger im Beyſeyn des Geſchwornen a7 Grubenſteigers ausgemeſſen. S. 10. Beſchreibung ei⸗ Zu einem trucken oder Stuffpuchwerk wird ein kleines mit einem Waſſer⸗ nes Stuffpuch⸗ wercks, und da⸗ fall verſehenes Gebaͤude aufgefuͤhret, worin die Radſtube und Puchſtube durch mit verbundnen eine Zwiſchenwand unterſchieden ſind. In der Puchſtube iſt der Grund mit der Räderwerks. Tab. XV. Unterlage eben ſo, wie im naſſen Puchwerke, geleget, und Welle Stempel und Leitungen ſind eben ſo beſchaffen. Vor der Welle iſt eine Hinterlaſche, um das dahin Springen des Erzes unter dem Puchen zu verhindern. Die Welle A. treibet mit) Hebarmen b b b. drey Stempel ccc. Das Erz wird auf die eiſerne Unterlage, die dem Fußboden gleich lieget, und mit keinem Trog, oder Vorderlaſche eingeſchloſſen iſt, unter die Stempel geſtuͤrzet, und die ausgewichenen groben und kleinen Graupeln werden mit einer eiſernen Schauffel im⸗ mer wieder untergeworffen, dabey man zum oͤfftern Waſſer unter die Stempel gieſſet. Ddieſes truckene Puchen wird von einem Puchſteiger regieret, und die Ar⸗ beit Tag und Nacht von 4A erwachſenen Perſonen verrichtet, da alle 12 Stun⸗ den zwo mit einander abwechſeln. Einer von dieſen iſt der Pucher, und der an⸗ dere der Raͤder, der zugleich das Puchwerk im Gange erhalten, und, wenn dar⸗ an etwas zerbricht, ſolches wieder repariren muß, auch indeſſen, da nichts zu raͤ⸗ dern iſt, das zu puchende Erz vor die Stempel ſchaffet. Das klein gepuchete Erz oder Stuffſchlieg iſt anfaͤnglich von Menſchen ge⸗ ſiebet worden, nicht ohne Schaden der Geſundheit; Weswegen der dama⸗ lige Huͤttenreuter, Herr Johann Matthias Borkenſtein, ein Naͤderwerk er⸗ funden hat, womit der Schlieg durchgeſiebet wird. Es gehet nemlich hinter den Stempeln ein 10 Zoll hoher Kranz dd mit 12, acht Zoll von einander ſtehen⸗ den und 6 Zoll langen, runden Kaͤmmen ee, um die Puchwelle, davor eine duͤnne Al än, ets wer lus⸗ uch⸗ ach über welche den Bergbau befoͤrdern. 117 duͤnne 8 Fuß lange Welle B mit 2 eiſernen Zapfen in zwo Seulen beweglich lieget, durch welche ein 2 Zoll breiter und duͤnner Zapfen F geſtecket iſt, welcher von unten in die Kaͤmme nach der Reihe einfaſſet, und von denſelben im Umge⸗ hen der Puchwelle nieder gedruͤcket, und damit die Welle B. ſoweit herum gedre⸗ het wird, bis der Zapfen den Kamm verlaͤßt, um ſo fort von dem folgenden wie⸗ der gefaſſet zu werden. Am Ende dieſer Welle iſt ein breiter und 6 Zoll langer Hebe⸗oder Schieb⸗ Arm g. der vor einen Daͤumling h. an der Raͤderſtange mn. tritt. Die letz⸗ tere iſt viereckigt, 14 Fuß lang, und 6 Zoll breit, ſtehet gegen die Welle B unter einem rechten Winkel, iſt an die kurzen Arme zwoer kleinen Docken i und k befe⸗ ſtiget, und vermittelſt der Docken hin und her beweglich. An dem andern Ende der Raͤderſtange iſt ein eiſerner Haken aufgenagelt, woran der Raͤderbaum! mit einer kurzen Kette gehaͤnget iſt. Dieſer iſt eine am dicken Ende etwas krumm ge⸗ wachſene 9 Fuß, 4 Zoll lange buͤchene Stange, welche oben mit breitem Eiſen umſchlagen, und damit an einem Balken befeſtiget iſt. Unten iſt er mit einem eiſernen Ring und Haken verſehen. Auf der Raͤderſtange lieget das ſogenannte Raͤder, oder Sieb C. Dieſes iſt ein 44 Fuß langer ſchmaler Kaſten, oben und vorn offen, hinten 12, vorn aber 8 Zoll hoch, inwendig hinten 20, vorn 13 Zoll weit. Im Boden iſt vorn und hinten ein 8 Zoll breites Brett, der uͤbrige Theil des Bodens iſt ein von duͤnnem Draht geflochtenes enges Sieb, daruͤber vorn und hinten ein 8 Zoll lan⸗ ges Brett lieget. Dieſer Kaſten iſt an beyden Enden mit eiſernen breiten Baͤn⸗ dern umſchlagen, und ſind noch 2 eiſerne Riegel zum zuſammen halten dadurch geſtecket. Hinten gehet durch den gedoppelten Boden und das eiſerne Band ein dicker eiſerner 12 Zoll langer Nagel oder Zapfen mit einem runden Knopff. Wo das Raͤder auf der Raͤderſtange zu liegen kommt, da iſt um dieſelbe ein breites oben dickes und erhoͤhetes Eiſen mit einem I Zoll weiten Loch geleget, darinn man den Zapfen ſtecket. Die Raͤdermaſchine iſt, ſo hoch ſie iſt, mit Brettern umgeben, und gegen die Naͤderſtange uͤber, wo das Raͤder vorn mit dem offenen Ende auf⸗ lieget, iſt ein ſtarkes Stuͤcke Holz uͤber die Bretter geleget, welches man an dem Ort, wo das Raͤder auflieget, mit 1 Zoll hohen Stuͤck Eiſen verwahrt. Wenn man nun den Raͤderbaum! an die Raͤderſtange, mn, mit der klei⸗ nen Kette haͤnget: So wird er dadurch ſtark gebeuget und angezogen, und ziehet alſo den Daͤumling an der Raͤderſtange an den Schiebarm, g, der Raͤderwelle, und damit dieſe mit ihren Zapfen an die Kaͤmme des Kranzes; und ſo oft die⸗ ſe die Raͤderſtange zuruͤck geſchoben, ſo oft ziehet auch der Raͤderbaum 1. die Raͤ⸗ derſtange mn. wieder nach ſich, daß das Raͤder auf alle Weiſe beweget und ge⸗ ruͤttelt wird, der Schlieg aber dadurch in den Kaſten fallen muß. Was noch zu grob iſt, faͤllet vorn am offenen Ende heraus, und wird wieder unter die Puchſtempel gebracht. An und hinter dem Raͤderkaſten iſt ein anderer, nach der Thuͤr des Puch⸗ werks zu, offener Kaſten, darinn der geraͤderte Schlieg geſchlagen, und von dar⸗ aus in die Huͤtte gelauffen, und Roſtweiſe gewogen wird. Durch dieſes erfun⸗ dene Naͤderwerk ſind von jedem Roſt, oder 33 Centnern Schlieg, 5 Gr. Koſten von der Zeit an erſpahret worden. Den Riß hat der ſel. Herr Penther in Goͤttingen nach einem Modell des hieſigen Stuffpuchwerks gezeichnet, daher an ſtatt des Rades der Krickel x. zum Umdrehen der Welle mit beygezeichnet iſt. Er hat mir einen Riß eines compendieu⸗ ſer eingerichteten Raͤderwerks an dem Stuffpuchwerk Iab. XVI. mitgeſandt, wo⸗ II. Theil. Gg bey —-õy—— 6 2 Von der Erzwäͤ⸗ ſche, die zuerſt bey den Andreas⸗ berger Sand⸗ erzen verordnet worden. 118 II. Th. V. Cap. 5. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, bey er anmerket, daß der Ort bey O. koͤnne, wenn er tiefer oder hoͤher befeſti⸗ get wird, eine ſchwaͤchere oder ſtaͤrckere Ruͤttelung des Raͤderkaſten verurſachen. Die uͤbrige Einrichtung giebt der Riß. Sechſte Abtheilung. Von der Lrzwaͤſche und Siebſetzen vor den Puchwerken. §. I. Sen denen Gruben, darinn gut rein Erz bricht, wird nicht allein durch das ₰ Bohren auf Erzen Schlieg aus den Lochern heraus gehoben, der unter die Fuͤße fället, ſondern es ſpringen auch durch das Schießen kleine Graͤuplein und Stuͤff⸗ lein, wie auch Sand, von den Erzen mit ab, welche in dem Schlamm auf der Sohle mit dem Grubenlicht nicht wol erkannt werden können. Alles dieſes kommt theils mit unter das Erz, theils wird es mit dem Bergabſchlag, und un⸗ ter dem Schlamm mit auf die Halle geſtuͤrzet, die dadurch Schlieg und Erzſtuf⸗ fen in ſich haͤlt, wie denn auch noch in manchen Bergwaͤnden Erz fuͤrhanden iſt, welches man in der Grube nicht gewahr worden. Was nun vom Schlieg, und kleinen reinen unkentlichen Erzſtuffen im Schlamm und Dreck mit unter das Erz gekommen, iſt vor dieſem unnoͤthiger Weiſe mit verpuchet worden. Was aber davon mit in die Halle gerathen, iſt darinn geblieben. Itzo wird ſolches aus den Erzen vor den Puchwerken und aus der Halle, durch das Waſchen und Sieb⸗ ſetzen, erhalten. Das Waſchen der Erze, jedoch nur in Anſehung der klein geſchlagenen und gequetſchten Erze und Graͤupeln, nicht aber des kothigen Erzes vor den Puchwer⸗ ken und in den Hallen, iſt ſchon in alten Zeiten in Sachſen und auf dem Harze geſchehen, wie ſolches Agricola im 8. Buche, und Loͤhneyß im 3. Theile be⸗ ſchrieben. Loͤhneyß ſchreibt davon alſo:„Wann ein Gang reich am Halt iſt, „ſo wird die Erde, Sand und Beſtech, gepucht. Die Waͤnde aus dem Han⸗ „ genden und Liegenden werden mit der Kratze oder Krail von der Hallen heraus „ geſchart, und mit der Schauffel in ein weit Sieb geworffen, und in einem Faß „ voll Waſſer gewaſchen.,, Im Joachimsthal hat aul Grommenſtetter von Schwatz ſchon Anno 1510 die Siebarbeit nach Matheſii Bericht in der Joa⸗ chimsthalſchen Chronica angerichtet. Von der hieſigen Erzwaͤſche, und Siebſetzen findet ſich hingegen die erſte Nachricht von Anno 1600 da es zum St. Andreasberge mit den kleinen ſandigten Erzen des Koͤnigs Ludewigs verſu⸗ chet worden. Da es aber in ſolchem Jahre damit nicht zum Stande gekommen: So hat man Anno 1701 im Junius eine groſſe Probe mit ſolchen Koͤnig Ludo⸗ wiger Sanderzen vorgenommen, nachdem in der, in der 5. Abtheilung beſchriebenen Probe ſo viel Silber im Waſſer verlohren gegangen. Zu ſolcher Probe ſind 6 Treiben durchgeraͤdertes kleines Erz, Tonne um Tonne, in zween Hauffen, deren jeder 465 Centner gewogen, abgemeſſen, Pro⸗ ben davon genommen, gemiſchet, verjuͤnget, klein geſtoſſen, und in 4 Proben⸗ Buͤchſen gefuͤlet worden, wovon nachmals die Schiedesprobe ergeben, daß in jedem Hauffen, nachdem man 21 Centner 16 Pfund auf die Naͤſſe abgerechnet, 137 Mark 32 Loth Silber geweſen ſind. Hierauf iſt der eine Hauffen nach dem Puchwerk abgefahren, und von dem Puchſteiger, auf die bishero gewoͤhnliche Weiſe,zu Schlieg gezogen worden,(wie wol man auf dieſe 3 Treiben Erz bis in die fuͤnfte Woche gearbeitet, welches ſonſt nicht gewöhnlich geweſen) da dann der Puchſteiger 87 Centner 87 fns dm ME 1 1 welche den Bergbau befoͤrdern. 119 Schlieg davon geliefert hat, ſo, der Schiedesprobe nach, 102 Mark 13 Loth Silber gehalten, daß alſo bey dieſer Pucharbeit 34 Mark 64 Loth Silber ver⸗ lohren gegangen. Die darauf berechnete Puchkoſten betragen 50 Fl. 18 gr. 11 pf. Den andern Haufen ſetzten Anfangs 4 Leute in 2 Wochen durch klare Siebe, um das gar zarte und ſchon uͤber ein Mark Silber haltende weisguͤl⸗ den Erz auſſer den Puchſtempeln zu halten, daß nicht noch mehr davon durch die Truͤbe fortgehen moͤgte. Die eine Helfte hat dergleichen zartes Waſcherz abge⸗ geben, die andere Helfte iſt als Abgang abſonderlich geſtuͤrzet, und uͤber das 7 Centner reiner Glanz, und weisguͤldiſche Graupeln, in der Groͤße der Kirſch⸗ erne ausgehalten worden. Hierauf hat man ſolches zarte Waſcherz im Puchwercke Anfangs auf den Heerden ausgezogen, daß die Truͤbe heraus gekommen, nachgehends im Schlemm⸗ graben geſchlemmet, und zu reinem Schlieg gezogen, und ferner, was davon ge⸗ waſchen worden, mit dem uͤbrigen Abhub bey der Siebarbeit durchgepuchet, und auf die ordinaire Weiſe zu Schlieg gemacht. Von dieſer Sieb⸗ und Phähbeſ ſind in allem 97 Centner 41 Pfund Schlieg erfolget, worin 98 Mark 10 Loth Silber waren, daß alſo bey dieſer Siebarbeit von 3 Treiben Erz 38 Mark 9½ Loth Silber, und alſo 4 Mark 3 Loth mehr, wie bey der ordinairen Puch⸗ arbeit, verlohren gegangen, dabey die Koſten 66 Fl. 9 gr. 2 pf. und alſo 6 Fl. 10 gr. 3 pf. mehr, als die gemeine Puchkoſten, betragen haben. Bey dieſen beyden Proben zuſammen ſind abermahl 73 Mark 14½ Loth Silber mit dem Waſſer fortgegangen, welches alſo den ſehr großen Schaden bey Verarbeitung der Koͤnig Ludewiger Ertze in Puchwerken nach gemeiner Manier abermahls beſtaͤtiget hat. Man hat aber doch das Waſchen und Durchſieben mit den kleinen ſandigten Ludewiger Erzen ferner verſuchet, und, da man beſſer damit umzugehen gelernet, und Vortheil in Erhaltung des zarten Schliegs bemerket„im May 1702 verordnet, daß die ſaͤmmtlichen Andreasberger Sanderze uͤber das Sieb gewaſchen werden ſollten, und dabey gefunden, daß dadurch viel Silber in die Enge gebracht worden. §. 2. Solche Erzwaͤſche und Siebſetzen hat man auch zum Clausthal vor den Wann man fee Puchwerken vorgenommen, wenn die Erze darnach beſchaffen geweſen. In wel⸗ duſdm Sauns⸗ chem Jahre aber ſolches zuerſt angefangen worden, kann ich nicht gewiß angeben, thal wieman da⸗ auſſer daß in einem Bergamts Protocoll von 1701 der Waͤſcharbeit gedacht wird. bey verfahren. Im Quartal Trinitat. 1704 iſt auf der Charlotter Halle zur Abſpuhlung und Durchkralung der Erze ein Durchlaß, oder Gerinne, und darunter ein Sumpff, worinn die Triebe ſich ſetzen können, vorgerichtet worden, damit die Ertze von dem anklebenden lettigen Schlamm und Schmand geſaͤubert, und durch die Ab⸗ waſchung kenntlich gemachet werden koͤnnten. In eben dieſem Jahre iſt auf der weiſſen Roſſerhalle eine Erzwaͤſche angefangen, aber im Quartal Crucis vors Puchwerk geleget worden.. Anno 1705 iſt dergleichen bey vielen Gruben im Gebrauch geweſen, da man die kleinen mit Berg vermiſchten Erze im Durchlaß gewaſchen, und durchs Sieb geſetzet, und den Kern mit weniger Abgang, als wenn ſolche, gleich den groſſen Waͤnden, waͤren naß gepuchet worden, daraus erhalten hat. In einem Protocoll vom Quart. Trinit. 1705 werden von den Erzen auf dem Alten See⸗ gen, auf die Vorſtellung, daß dieſe armen Erze die Unkoſten des Wa⸗ ſchens nicht abtruͤgen, zwo Gedenhrugen vorgeſchlagen, eine, da die Erze, 9 2 wie —————— — 1 g 12* 2 —————— Beſchreibung einer neuen Probe. 120 II. Th. IV. Cap. 6. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, wie ſie auf der Halle befindlich, verpuchet, und auf die alte Weiſe verwaſchen, die andere, da ſolche Erze vorhero durchs Sieb geſetzet werden ſollten. Anno 1707. und 1708. ſind Proben gemacht worden, wie der Abſchlag vom Stufferz, und ander gutes aber zum Stufferz nicht mehr dienendes Erz, ohne es ins Waſſer zu bringen, durchs trucken Puchen und Siebſetzen ſepari⸗ ret werden koͤnnte. Dieſes geſchah mit ſolchen guten Erzen, welche keine Stuff⸗ erze mehr auswerffen, jedoch von der Guͤte waren, daß zwey bis drey Treiben zween Roͤſte gaben; es iſt auch wol von ſtatten gegangen, und darauf fuͤr eine nothwendige Sache angeſehen worden, daß man Anno 1700 verordnet hat, tuͤch⸗ tige junge Leute dazu anzuweiſen. Das trucken Puchen iſt in den Puchwerken mit dazu, ohne vordere Puchlaſchen, vorgerichteten Stempeln geſchehen. Zu Loͤhneyß Zeiten ſind die Graͤupeln trucken gepuchet und in einen Durch⸗ ſchlag von ſtarkem eiſern oder kupfern Drat geworffen worden. Was eine Erbſe groß war, fiel nicht durch, und ward wieder unter die Puchſtempel geſtuͤrzet, und das klein genug gepuchete darauf gewaſchen. §. 3. Von einer von dem Puchverwalter, Caſpar Illing, im Quart. Crucis 1709 abermahls uͤbernommenen Probe des trucken Puchens, Klaubens, und Siebſetzens, will ich den ganzen Extract des Clausthaler Bergamts von Nro. 3. Quart. Cruc. 1709. hieher ſetzen:„„Erſtlich werden die großen Waͤnde vor dem „Puchwerk mit einem Erzfaͤuſtel klein geſchlagen. 2) Wird der Kern, oder das „derbſte Erz, als Stufferz, ausgehalten, und werden ſo wol die ſchmalen als „ groͤßern Truͤmmer von dem Berg mit Scheidehammern, ſo viel thunlich, abge⸗ „ſchieden. 3) Wird der davon kommende Berg allein auf einen Hauffen ge⸗ „worffen. 4) Was kein Stufferz ſondern bergſchoßig iſt, und von glanzigen, „ oder kleinſpeißigen guten Ertzen vorfaͤllet, kommt auf einen ſonderlichen Hauf⸗ „fen. 5) Das kleine Erz wird mit einer eiſernen Krahle durchgezogen, und „ werden die Knoͤrper zum Abwaſchen, da es noͤthig, allein, das darunter liegen⸗ „de kleine Erz aber auch allein behalten. 6) Werden dieſe Knoͤrper alsdann 7, urchgeinchet, und das darunter befindliche Stufferz, der Berg, das mittlere „ ſowol auch als das gemeine Erz, jedes allein geworffen. 7) Wenn obge⸗ „dachte Erzausſchlagung geſchehen, wird das Stufferz trucken gepuchet, und zu „ Schlieg gezogen. 8) Auch wird ferner das ausgehaltene gute geſammlete Erz „ welches ſowol von den groͤßern Waͤnden abgeſchlagen, als von kleinen Waͤn⸗ „den in Knoͤrpern ausgeſucht, trucken gepuchet, und entweder durch einen „ Durchwurff, oder groſſen eiſern Raͤder, durchgeſiebet. 9) Das kleine Erz aber „ wird in einen Durchlaßgraben geſchuͤttet, mit einer eiſernen Schauffel darinn „umgeworffen, damit die unartige Truͤbe, auch ſonſten die Spaͤhne, und an⸗ „dere Unart daraus gewaſchen, da es hernach, wenn es rein, wieder ausge⸗ „ſchlagen und auf einen Hauffen geſchuͤttet wirrd. 10) Wird dieſes ſowol, „ als vorgemeldtes trucken gepuchetes Erz, jedes ohn Unterſcheid in ein meßinge⸗ „nes Sieb gethan, und in ein mit Waſſer angefuͤlletes Faß zu Erzſchlieg, rei⸗ „ nen und unreinen Graupeln gezogen. 11) Weil in dem Faß der Setzſchlieg „ mit Truͤbe umgeben iſt, wird ſelbiger mit einer Schauffel umgeruͤhret, der „ Setzſchlieg allein ausgeſchlagen, die Truͤbe aber ſonderlich ausgefuͤllet und „ hart gemacht. 12) Wird der Setzſchlieg, weil auch dabey noch Unart be⸗ „ findlich, imgleichen die unreinen Graupen nachmahls geſetzet, und wird 13) mit „ dem trucken Puchen ſo lange cvntinuiret, bis das durchgeraͤderte Erz auch die „unreinen Graupeln zur Setzarbeit tuͤchtig gemacht. 14) Das ausgehaltene ganz Qᷣ ↄðùͤb◻̊☚æ 2 · welche den Bergbau befoͤrdern. 121 „gantz geringe Erz aber wie auch der davon kommende Abhuͤb wird durch ein „ klein Vorſetzblech auf gemeine Art, jedes allein, verpuchet, und zu Groben, „ Grobgewaſchenen, Unter⸗Gerinn⸗und Schlammſchlieg gezogen und verarbei⸗ „ tet, welcher nebſt dem Setz⸗ und Graupelnſchlieg nach der Huͤtte geſchaffet „ wird.„ §. 4. Zu eben dieſer Zeit hat auch der Oberbergmeiſter Singer faſt auf ſelbige Art, doch mit etwas veraͤnderter Arbeit, eine Puchprobe angefangen, davon das Protocoll in eben der Nro. 3. im Quart. Crucis 1700 alſo lautet.„1) Wer⸗ „ den die groben Waͤnde ebener maßen mit Faͤuſteln klein geſchmiſſen, und der „ groͤbeſte Berg ausgehalten. 2) Werden die guten, und 3) die gemeinen „ Stufferze reiner ausgehalten, jedes beſonders 4) trucken gepuchet, und nach⸗ „ dem die Stempel den milden Glanz eher, als die harten Bergwaͤnde, zermal⸗ „men, ſo erhaͤlt ſolchergeſtalt der Puchſteiger das mehreſte zu guten haltigen „„ Stuffſchlieg, und verhuͤtet dadurch die beſchwerliche Arbeit mit der Truͤbe. „ Das Ruͤſche, welches in dem klaren Stuffraͤder bleibet, ſetzet er, und ſuchet „ die reinen Stuffgraupen aus. 5) Alles uͤbrige durchgeſchlagene Erz, wovon, „wie vorgedacht, der Berg ſowol, als die reinen Erzſtuffen ausgehalten, wird „ſamt dem Abhub durch das weite Schuͤrblech gepuchet, und demnaͤchſt das er⸗ „„ ſte Schoßgerinn uͤbers Sieb gearbeitet, welches wiederum feine Stuffgraupen „ nebſt vielem groben Setzſchlieg giebet, und das Untergerinn, ſo ſchoͤnen Setz⸗ „ ſchlieg im Gefaͤll hinterlaͤſſet, wird uͤber die Planen ausgezogen. 6) Wird „ das kleine Erz durch einen Durchwurf geworffen, und werden hernach die dar⸗ „ unter vorfallende Waͤnde abgewaſchen, und ſowol das gute als gemeine Stuff⸗ „ erz ſamt dem Berg, wie oberwehnet, ausgeſchlagen. 7) Das kleine ſchmandig⸗ „ te(damit das Spaͤneholz, Geniſte und uͤbrige Unart der Arbeit nicht hinder⸗ „ lich fallen moͤge) gehet durch einen Durchlaß. Was nun oben im Durchlaß „ bleibet, wird auf die Buͤhne gedrecket, durchs Sieb geſetzet, und alſo umge⸗ „ puchet, viel Siebſchlieg nebſt denen ſchoͤnen Stuffgraͤupeln erhalten. Den „ uͤbrigen Schlamm muſſen die Kinder uͤber den Planheerd, wobey in dem Ge⸗ „„ faͤll ſich wieder feiner Setzſchlieg findet, ausziehen; und bleibet dennoch 8) „ nichts mehr uͤbrig, als der gar wenige Abhub, welcher durch das enge Blech „ zu ſo zartem Schlieg gepuchet, den Kindern unter die Haͤnde gegeben, und „ der beſtaͤndigen Waſſergefahr exponiret werden muß. 8. 5. Dieſe beſchriebene Pucharbeit hat der Herr Berghauptmann von dem Buſch in Augenſchein genommen, und nur dabey erinnert, daß man bey ſothaner Ar⸗Vergamts beit das ordinaire Stufferz aushalten kuͤnftig nicht verabſaͤumen, und weil doch daruͤber. bey ſolchen Puchproben, inſonderheit bey der leztern, ein und anderes durchs Waſſer tractiret werden muͤſſe, nicht endlich gar wiederum in die vorige alte Waſ⸗ ſerarbeit verfallen moͤge, zumahlen man darinn allerdings einig ſey, daß dasſeni⸗ ge ſo auſſer dem Waſſer zu erhalten, bey weitem nicht ſo viel Abgang leide, als was durch das ordinaire Puchweſen im Waſſer verarbeitet werden muͤſſe. Dabey derſelbe gefraget hat: Ob es auch profitabel ſey, die Ausſchlagung der Erze, wie bey der erſtern Probe geſchiehet, mit Ferteljinh iden thun zu laſſen? und wie der Puchverwalter darauf geantwortet, daß er hingegen in ſeiner Probe von 7½ Treiben Annen Eleonorer Erzen ſchon wuͤrklich 8 ½ Roſt Truͤbe in die Huͤt⸗ te geliefert habe, woraus noch 6 Mark, ohne das Bley, aus jedem Roſt gefal⸗ len ſey, auch die beyden Oberpuchſteiger geleugnet, daß bey der ordinairen II. Theil. Hh naſſen Probe des Ober⸗ bergmeiſters, Singer. 2 A 1 1 B11 4 4 *. * ¹ 2 ¹ 5 4 1 ’. 4 8 * 2 V 1 ——ÿ—— 4* ½ Jetziger Proceß des Waſchens und Sikbſezens. ſamte Stufferz davon ausgehalten, werden die grogen Waͤnde entzwey geſchla⸗ Tab. VI. 122 II. Th. V. Cap. 5. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, naſſen Pucharbeit ſolche Truͤbe ſaͤmtlich zu erhalten ſey: So iſt von dem ganzen Bergamte endlich der Schluß dahin ausgefallen, daß ſothane erſte Puchprobe die dar⸗ auf zu verwendende Koſten gar wol wuͤrde ertragen koͤnnen. Man hat aber von dieſen Puchproben noch mehrere anzuſtellen beliebet, und den Oberbergmeiſter und Puchverwalter angewieſen, einander bey zu ſtehen, auch dem geſamten Bergamte aufgegeben, fleißig mit darnach zu ſehen. eber⸗ dem iſt dem Oberbergmeiſter ein Bedienter zugegeben worden, der bey ſolchen uchproben taͤglich Achtung geben, auch die Sorten der Roͤſte ordentlich an chreiben ſollte. Nach dieſen fernern Proben hat man endlich am vortheilhafteſten befun⸗ den, das truckene Puchen der in vorhergehenden Proben gemeldten Erzſor⸗ ten abzuſtellen, die Stufferze auf den Hallen ſo rein, als moͤglich, auszuhalten, und im Huͤttenſtuffpuchwerke trucken zu puchen, und alſo nicht zu Schlieg zu ziehen, den Abſchlag aber durchs Schuͤrblech(an dieſem iſt das Geflecht von 1 Zoll breitem duͤnnen Eiſenblech, und die vierkantigen Loͤcher ſind Zoll weit) zu puchen, und darauf durchs Sieb zu ſetzen, das kleine und kothige Erz allein zu waſchen, oder wechynluſen, und durchs Sieb zu ſetzen; und damit iſt der itzge Proceß des Waſchens und Siebſetzens vor den Puchwerken voͤllig einge— fuͤhret worden. Bey der Dorothea geſchah ſolches anfaͤnglich auf der Halle; als aber ſolche Siebarbeit nach einigen Jahren wiederum ſehr in Abgang kom⸗ men, und nur noch bey Dorotheer und Caroliner Erzen gebrauchet worden: So hat ſie der Herr Geheime Rath und Berghauptmann von Dieden Anno 1732 bey denen Erzen, wo ſie mit Nutzen zu gebrauchen ſtehet, uͤberall wieder einzu⸗ fuͤhren befohlen. §. 6. Der jetzge Proceß des Waſchens und Siebſetzens iſt aber folgender: Aus den vor das Puchwerk gefahrnen Erzen, wenn man zuvor auf der Halle das ge⸗ gen, daß darinn zum Stufferz noch dienliche von dem Pu ſteiger in ſeinen Kaſten geworfen, und zum trucken puchen in das Stuffpuchwer gefahren. Das uͤbri⸗ ge wird unter die naſſen Puchſtempel geſtuͤrzet, das kleine und kothige aber gewa⸗ ſchen, um den darunter ſeyenden Schlieg, Korner, Graupeln und reine Ery ſtuffen zu erhalten. Zu dieſem Ende wird ein Durchwurf auſſen auf dem Erzplatze an die Wand des Puchhauſes dohnlaͤgigt, unter einem Winkel von 35 bis 40 Grad uͤber zwey Haken in die Hoͤhe geſetzet. Fig. P. Der Durchwurf iſt aber ein von 4 Zoll breiten geſchmiedeten duͤnnen Eiſenblech geflochtenes ablanges Sieb, das von den Seiten gegen die Mitte ein paar Zoll tief ablaͤuft Fig. O. Man hat davon zwo Gattungen, eine mit weiten, und eine mit etwas engern Loͤchern. Der Durchwurf erſterer Art iſt 4 Fuß 8 Zoll lang, und 2 Fuß 3 Zoll breit, mit Lo⸗ chern die 1½ Zoll lang, und 1 Zoll breit ſind. Der Durchwurff mit engern Lö⸗ chern, dadurch das gar kleine Erz, und was ſonſt beym Abſchlagen des Stuff⸗ erzes an Koͤrnern und Knorpern abfaͤllet, geworffen wird, iſt 5 Fuß 8 Zoll lang, und 2 Fuß breit. Die Loͤcher ſind: Zoll lang und breit. Ein ſolcher Durchwurff wird in einen hoͤlzernen Kaſten R. geſetzet, der an den Seiten und oben etwa 8 bis 10 Zoll hoch, unten aber offen iſt. Unter die Seiten wird eine 2 Zoll inwendig hinein tretende Leiſte genagelt, 00. darauf der Durchwurff liegt. Unten an deſſelben Ende iſt an den Seitenbrettern 2 Zoll hoch abgeſchnitten, und in die Abſchnitte ein 1 Fuß breites Brett p. genagelt, davor der Durchwur tritt. Dieſes Brett wird auf einen dazu geſchnittenen etwa 16. bis 18 Zoll hohen Klotz geſetzet. Fig. P. n. Auf ——— — welche den Bergbau befoͤrdern. 123 Auf dieſen Durchwurf wird das kleine und kothige von einem Jungen, der Durchlaßtrecker heißt, geworffen. Der Junge ſtuppet nach Umſtuͤrtzung des Trogs mit demſelben auf den Durchwurff, oder ein andrer ſchlaͤget mit der Kratze darauf, ſo faͤllet das kleine durch, das grobe aber herab, und bleibet vor dem Brette liegen. Dieſes wird mit der Kratze wieder hinauf geſchoben, daß die mit herunter gegangenen kleinen Knoͤrper noch durchfallen koͤnnen, und der Reſt auf die Erde gezogen. Das durchgefallene Fig. P. q. ſtuͤrtzet ein anderer Junge, der Durchlaſſer, in ein auſſen an der Wand der Heerdſtube bey A. Tab. XIII. etwa zween Fuß von der Erde erhoͤhet liegendes Durchlaßgerinn, darinn es aus dem Heerdgerinn durch ein zugeſchlagenes kleines Gerinn Waſſer, wie durch die Puchſeulen, gerade nieder ſcheußt. Unter dieſem liegt im Durchlaßgerinn ein 4 Fuß langes Brett auf dem Boden, am andern Ende aber auf einem 4 bis 6 Zoll hohen Spunde, daß es nach dem Schoßgerinn ſchuͤßig zugehet, und im Umruͤhren des eingeſtuͤrzten nicht der grobe Schlieg und Koͤrner, ſondern nur die Unart, und der ganz zarte Schlieg mit dem Waſſer fortgehen koͤnnen. Solchen, und was ſonſt vom leich⸗ ten unreinen Erz mit dem Waſſer uͤber dieſes Spund gehet, aufzufangen, iſt nach zween Fuß wieder ein Spund, davor es ſich ſetzet, und das grobe zum ver⸗ puchen ausgeſchlagen wird. In dieſes Durchlaßgerinn ſind andere um das Puch⸗ werk herum in die Suͤmpfe gehende Gerinne mit einigen Spunden eingefuͤget. Was nun vom zarten Schlieg uͤber das zweyte und folgende Spunde gehet, wird darinn aufgefangen, und auf den Heerden gewaſchen. §. 7. Es ſtuͤrzt aber der Durchlaſſer einen Trog voll des durchgefallenen auf das Wie das Durch⸗ Brett im Durchlaß Gerinn, und ruͤhret es mit der eiſernen Schaufel durch das baſlen und des Hinſchieben unter das Schoßgerinn 3 bis 4 mahl um, daß die Truͤbe und uͤbrige Seten geſchicht Unart herausgehet. Das auf dem Brette gegen das erſte Spund von dem Waſſer getriebene leichte ſchlaͤget er auf die Erde, um mit verpuchet zu werden; und ſo verfaͤhret er etwa noch mit 5 Troͤgen, da denn der grobe Schlieg, Körner und kleinen Knoͤrper unter dem Schoßgerinn liegen bleiben, die er auf eine im Puch⸗ hauſe hinter dem Schoßgerinn 5 Fuß hoch vom Boden an aufgerichtete Buͤhne ſchlaͤget, dazu ein viereckigtes Loch in der Wand, mit einem Laden davor, gema⸗ chet iſt. Hierauf faſſet der Setzer, ſo eine erwachſene Perſon iſt, etwas von dem auf die Buͤhne geſchlagenen mit einem runden Eiſenblech in ein rundes Sieb, und ſtauchet es in einem mit Waſſer, bis etwa auf 15 Zoll von oben, angefuͤl⸗ leten Faß einigemal unter, welches Setzen heißt. Was durchs Sieb gehet, das iſt grober Schlieg, oder Setzſchlieg, der im Schlemmgraben rein gemacht wird. Das obere in dem Sieb wird mit dem runden Eiſenblech, oder Abhubskiſt, ab⸗ gehoben, und mit verpuchet. Was unter dem Abhube im Siebe an reinen Erz⸗ Graͤupeln und Köoͤrnern ſich findet, wirfft der Setzer in ſeinen Stufferzkaſten. Das Sieb hat einen von ganz duͤnnen Meßingsdraht geflochtenen, und in der Mitte etwas erhabenen Boden, deſſen Loͤcher wie ein Nadelknopf groß ſind. Das Holtz iſt bis 8 Zoll hoch, an beyden Seiten ſind Handgriffe und Locher. Oben iſt es I Fuß 7 Zoll weit, und unten und oben mit einem eiſernen Band umleget. Die Abhubskiſt iſt ein halber Zirkel von dunnem Eiſenblech deſſen Diameter 6 bis 7 Zoll iſt. Das Faß iſt 3½ Fuß hoch, oben 2 Fuß 9 Zoll weit, und mit drey eiſernen Baͤnden umleget. Tab. VI. Fig. O. Die von dem Durchwurf herabgefallenen groben Knoͤrper werden von einem Jungen mit einem Handraͤder im Faße gewaſchen, auf eine Buͤhne geſchuͤttet, Hh 2 und 1 „ = .—— ‿—— Peh „ 11— '— 4 4 G G 7 4 4 11 3. 1 1 G 1 1 1 1 4 . ff 3 3 1* 4 P 95 1. . . '— . R— 8 1 6 1 4 1 1 4 41— . 1 1. 1 4 6 2 2 5 1 4 .„ I 2 4 M W V 1 4 8 I 172 Ga 1 9 ¹ 41 1 124 II. Th. V. Cap. 7. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln/ 6 6 und das reine Stuff⸗und Kupfererz davon ausgeſuchet. Das durchs Raͤder ins Faß gefallene wird mit verpuchet, und bey reichhaltigen Erzen auch wol mit 1 1 geſetzet. Siebende Abtheilung. Vom Hallenklauben, Berg und Hallenwaͤſche und Siebſetzen. 1§. I. A Was eine Pale nennt man den Berg, der in der Grube bricht, oder das Geſteine, darinn 8 1 uid Lalſädc M kein Erz enthalten iſt, den man, wenn er aus der Grube zu Tage gebracht 9. werden muß, vor das Grubenhaus laufet, und daſelbſt auf einen ziemlichen Platz, 1 1 wo ſonderlich ein Abhang iſt, hinſtuͤrzet, daß der Platz immer eine Ebene fuͤr das . Erz behalte, es mag der Berg ohne Erz oder mit dem Erz brechen, und in der 4 Grube davon abgeſondert werden. In der Churſaͤchſiſch⸗ und Graͤfl. Hohnſtein⸗ ſchen Bergordnung werden ſolche Berghaufen Halden, in der Joachimsthalſchen und in der Fuͤrſtl. Braunſchweigſchen aber Hallen genennet. Wenn die Gruben Erz fodern: So koͤmmt davon etwas unter dem Berg in die Hallen, welches man durchs Umroden und Durchſuchen auch Kleinſchlagen der Hallen zu erhalten trachtet. In obberuͤhrten Bergordnungen heißt dieſes das l. Hallen kleinen, jetzo aber von langen Zeiten her das Hallen klauben, es wird b auch darinn des Waſchens der Hallen gedacht. Das Klauben der Hallen iſt auf dem Harz von alten Zeiten her bey ſolchen 4 1 Gruben geſchehen, die gut Erz gefodert, und geſchiehet noch bey einigen. Ein Kuͤbel ſolches Hallenerzes wird ſeit Anno 1697. mit 8 guten Pfennigen bezahlet, 1 da man vorhero nur 7 Pfennige fuͤr das Ausſchlagen eines Kuͤbels gegeben. das Halle, wie ſolches die Rechnungen von Anno 1679, bis Anno 1685. ergeben. Am 20 der im wuͤrklichen Bau und Betrieb ſeyenden Gruben vorgenommen werden wollen: So haben die Gewerken bey der Bergrechnung deſſelbigen Jahres dagegen Vorſtellung gethan, und Ihro Durchl. daruͤber unterm 8 Merz 1686. des Clausthalſchen Bergamts Meinung nach Eid und Pflichten erfodert; worauf dieſes Privilegium auf die Hallen der Herrſchaftlichen eigenen, und der ins Freye gefallenen Gruben eingeſchraͤnkt worden iſt. Es haben aber Se. Durchl. am 25. Febr. und 26. Mart. 1687. das Pri- vilegium der Ausklaubung der Hallen auf die ſaͤmtlichen Gewerken ſolchergeſtalt/ wie es der Herr von Platen genoſſen, unter dem Bedinge transferiret, daß der durchs Hallenklauben erfolgende Ueberſchuß in die Knapſchaft geliefert, daſelbſt an⸗ gerechnet, und dem Bergwerke zum beſten angewendet werden ſolle. Daher ver⸗ richtet jetzo die Knapſchaft, auf vorgaͤngige Bewilligung des Bergamts, das Aus⸗ klauben auch Verwaſchen derjenigen Hallen/ an denen die Gewerken für ſich keinen Vortheil finden, dahingegen die Knapſchaft die Hallenerze, wegen habender meh⸗ rern Privilegien, mit wenigern Koſten zu gute machen kann; oder auch derer, worauf man ſich zum Beſten der Knapſchaft ſeines Rechts begeben, und aller wuͤrk⸗ lich ins Freye gefallenen alten Hallen. s . 3. Zwiſigkeit äber In vorigen Zeiten haben die Gewerken die Hallen ihrer Gruben geklaubet, 4 klauben.. Nov. 1685. hingegen haben Ihro Durchl. Ernſt Auguſt, Ihrem Geheimen Rath und Oberhofmarſchall, n Ernſt von Platen, zur Klaubung der auf den Clausthalſchen Roſenhofs⸗Burgſtadter und Haus Herzberger Zuͤgen befindlichen Berghallen Conceßion ertheilet. Weil aber ſolches Klauben auf allen Hallen r in. Imt welche den Bergbau befoͤrdern. 125 §. Z3Z. Ob das Waſchen der Hallen in alten Zeiten hier geſchehen ſey, iſt unbekannt, Wenn die Berg⸗ in Herzog Heinrich des Juͤngern Anno 1555. gedruckten Bergordnung aber iſt und Hallenwä⸗ es perordnet. Loͤhneyß fuͤhret es in dem zweyten Theil ſolcher Bergordnung im ſche eingefuͤhtet 32. Artickel an:„Es ſollen die Vorſteher der Zechen(Schichtmeiſter) ihre Hal⸗ „ len, Felſen und Waͤſchwerk mit Fleiß puchen und zu gute machen. Da ſie aber „ dieſelbigen auf die Koſten nicht koͤnnten bringen, ſo ſollen ſie das ihren Gewer⸗ „ ken und Vorlaͤgern des mehrentheils anzeigen, ob ſie mit ihren Willen ſolches „ verkaufen ſollten, deſſen alsdenn dem Bergmeiſter berichten, ſo ſoll man es auf „folgenden Sonntag öͤffentlich vor der Kirche ausrufen laſſen, und ſollen auf „ gelagene Zeit zween Geſchworne darzu verordnet werden, dieſelbigen zu beſichti⸗ „gen, und in Gegenwart der Geſchwornen durch die Vorſteher ſolches den Waͤ⸗ „ ſchern, welche am meiſten dafuͤr geben wollen, verkaufet werden.,, Zum Clausthal iſt die Berg⸗und Hallenwaͤſche in den neuern Zeiten zuerſt 1719. bey der Dorothea, und nachher bey der Carolina Anno 1722. beym Kra⸗ nich, und ſo fort bey immer mehrern, endlich durchgehends bey allen Gruben, die gut Erz gefodert und noch fodern, angeleget worden. Da auch bey reichen Gru⸗ ben noch Erz und Schlieg unter dem vielen Berg ſteckt, der zur Feſtigkeit der Gru⸗ bengebaͤude auf die Kaſten geſtuͤrzet werden muß: So ſind auch inwendige Berg⸗ waͤſchen angeſtellet worden, um zuvor aus ſolchem Berg die Erze und Schliege, wo nicht zum Vortheil der Gruben, doch zu der Knapſchaft ihrem, zu erhalten. So viel mir davon bekannt worden, hat man ſie zuerſt in der neuen Benedicte auf dem dreyzehn Lachter Stollen im Quart. Luc. 1733. darauf auch im Quart. Re⸗ min. 1734. auf der Carolina auf eben ſolchem Stollen, und ferner 1735. auf der Dorothea angefangen. Dieſe Waͤſche iſt des Winters geſchehen, um die in den Bergwaͤſchen am Tage abgehende Jungen unterzubringen, da ſie nicht alle zu an⸗ derer Arbeit in den Puchwerken befodert werden koͤnnen. f§. 4. Wenn dieſe Berg⸗ und Hallenwaͤſche einfach verrichtet wird, ſo ſind 4 Per⸗ Vebecf der Berg und Hal⸗ lenwäſche. ſonen, nemlich ein Stuͤrzer, ein Raͤder, ein Durchlaſſer, und ein Setzer dazu noͤthig. Der Stuͤrzer faſſet den Berg der Halle in einen Trog; findet er im Ein⸗ faſſen Erzwaͤnde oder Bergwaͤnde, darinnen Erz iſt, ſo leget er ſie beyſeite, der Aufſeher aber uͤber dieſe Arbeit, der ein invalider Steiger oder Bergmann iſt, ſchlaͤ⸗ get ſie aus und legt die Stufferze, auch die naß zu verpuchende, beſonders auf ei⸗ nen Haufen. Der Raͤder ſtehet vor einem mit Waſſer meiſt angefuͤlleten Faſſe, und haͤlt ein Handraͤder mit zween hoͤlzernen Handgriffen, darein der Stuͤrzer ſeinen Trog ausleeret. Dieſes Handraͤder kommt, den Boden ausgenommen, in allem mit dem in der 6ten Abtheilung beſchriebenen Setzſieb uͤberein. Der Boden iſt ein von duͤnnem Zoll breiten geſchmiedeten Eiſenblech geflochtenes Sieb, darinn die Loͤcher 1 Zoll lang, auch meiſt ſo breit ſind, und iſt in der Mitte etwas erhoben. Der Naͤder ſchwenket das zur Haͤlfte angefuͤllete Handraͤder in dem Waſſer des Faſſes einigemal herum, bis er meynet, daß das kleineſte durchgefallen, und der Koth vom groͤbſten abgeſpuͤlet ſey. Darauf durchſuchet er das darinn zuruͤck ge⸗ bliebene Geſtein; findet er darunter unreine Erz⸗ oder Kupfer⸗Stuffen, ſo wirft er eine jede Sorte in ein bey ihm ſtehendes Gefaͤß, davon der Setzer des Sonn⸗ abends nach 9 Uhr, da ſeine Schicht aus iſt, die halben Stufferze zu guten Stuff⸗ erz ausſchlaͤgst. Die reinen Knoͤrper wirft der Raͤder ins Jaß. Sitzet daran noch etwas Berg oder Spat, ſo ſchlaͤget hernach der Setzer ſolches mit der Abhubs⸗ kiſt davon ab. Das uͤbrige ſtuͤrzet er in einen Karn zum weglaufen. Iſt das Faß II. Theil. Ji 8„ von Fortſetzung des — ——— 8 2 2 E 4 △ „*₰ .— 11 2 2 3—— — Hallenberg zu 126 II. Th. V. Cap. 7. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, von dem, was durchs Sieb gegangen, ſo weit angefuͤllet, daß er das Raͤdern darinn nicht mehr verrichten kann: So wird es uͤber einen Karn geſtuͤrzet, und der Satz mit einer Kratze in den Karn gezogen, und ins Waͤſchhaus gelaufen. Solches geſchiehet des Tages vier⸗und wenn der Berg klein iſt, wol fuͤnfmal. Dieſe Ar⸗ beit wird Tab. VI. Fig. O. vorgeſtellet. 1 §. 5. In dem Waͤſchhauſe wird das durchgeraͤderte in einen Durchlaß, oder ab⸗ haͤngig liegendes Gerinn, darein Waſſer ſchieſſet, und worinn nach 4 oder 5 Fußen ein Spund ſtehet, geſtuͤrzet, von dem Durchlaſſer aber mit einer eiſernen Schaufel ei⸗ nigemal umgeruͤhret, daß die Truͤbe davon geſchieden wird, und das Grobe vor dem Spunde liegen bleibet. Unten im Gerinn iſt noch ein Spund, das Suͤm⸗ pel, oder auch von andern Untergerinn genannt, davor ſich die Truͤbe ſetzet, in der noch etwas zarter Schlieg iſt; dieſe Truͤbe wird, wenn das Gerinn bis vor dem Spund damit angefuͤllet iſt, ausgeſchlagen und auf einem Heerd uͤber die Pla⸗ nen, oder im Schlemmgraben gewaſchen. Der Schlieg davon heißt Heerdſchlieg, oder auch Schwaͤnzel. Das im Gerinne durchgelaſſene wird auf eine 4 Fuß hohe Buͤhne geſchlagen, von welcher es der Setzer in ein Sieb faſſet, und im Waſſerfaſſe einigemal nie⸗ derſtauchet, damit das zarte durchfaͤllet, das ſchwere oder die reinen Erzgraͤupeln und Stuffen ſich im Siebe auf den Boden, das leichte oder der Berg aber ſich daruͤber ſetzet. Darauf hebt er das obere, als Berg, oder kleine Steine, mit der Abhubskiſt ab, und dieſer Abhub wird als unnuͤtz aus dem Waͤſchhauſe heraus gelaufen. Auf die im Siebe befindliche wenige Erzgraͤupeln und kleine Stuffen ziehet er von neuem etwas von der Buͤhne in das Sieb, und verfaͤhrt damit, wie vorher, ſetzet ſolches wieder, bis das Sieb mit Koͤrnern und Stuffen ziemlich an⸗ gefuͤllet iſt, welches man darauf in einen Trog ſtuͤrzet. Daraus werden die großen Erzknoͤrper ausgeſuchet, und das kleinere wird nochmal, oder rein, geſetzet. Der ſich oben aufſetzende Berg wird abgehoben, und was ſich bey dieſem Abhub von nnreinen Erzgraͤupeln findet, an einen Ort geſtuͤrzet, und naß verpuchet; das uͤber⸗ ma hleibende Gute wirft man als Stufferz in einen Kaſten zum trucken puchen. Der Sand und Schlieg, der beym Seetzen durchs Sieb ins Faß gefallen, wird alle Abend ausgeſchlagen, des Freytags wieder durchgelaſſen, damit die Truͤbe heraus kommt, und darauf wieder geſetzet. Es wird aber zuvor im Siebe ein Bo⸗ den, etwa einen Zoll hoch, von reinen Koͤrnern und Erzgraͤupeln, zur Ausfuͤllung oder Bedeckung der Löcher gemachet, auf welchem beym Setzen der Abhub oder Sand und Dreck liegen bleibt, da der Schlieg durch und ins Faß faͤllet. Dieſe Waͤſche wird mehrentheils gedoppelt, das iſt, von 2 Stuͤrzern, 2 Raͤ⸗ dern, 2 Setzern, bey welchen beyden nur ein Durchlaſſer iſt, und alſo von 7 Per⸗ ſonen verrichtet/ und wird darinn 1) Stufferz, als Koͤrner, Graͤupeln und kleine reine Erzſtuffen, 2) Setzſchlieg aus dem Faſſe, 3) grober Schlieg im Schlemmgra⸗ ben, 4) Waſchſchlieg auf dem Planheerde gemacht. 1 5 5 §. 6. Aiſſer dieſer Berg⸗ und Hallenwaͤſche iſt auch, den Hallenberg zu puchen, ver⸗ ſuchet worden, womit es geſchwinder als mit der Waͤſche fortgehet. Im Quart. Trinit. 1732. ſind von der Berghalle des alten Seegen, von dem durch die Hallen⸗ leute bereits durchgeſuchten kleinen Berg, 10 Treiben in dem naͤchſt dabey gelege⸗ nen Puchwerke in I Tagen durchgepuchet, und 2 ½ Roſt davon erhalten worden, dabey fuͤr die Knapſchaft/ welche die Silber am hoͤchſten bezahlt bekommt, und dn Zehn⸗ — welche den Bergbau befoͤrdern. 127 Zehnten und Neunten befreyet iſt, einiger Ueberſchuß geweſen. Solches iſt auch in dieſem Quartal mit dem noch undurchgeſuchten Thurmroſenhoͤfer, desgleichen mit dem Kranichsberg geſchehen. Jetzo wird der Hallenberg des Weinſtocks zum St. Andreasberg mit gutem Ueberſchuſſe gepuchet. Als im Quart. Luc. 1732. bey einer von zween Bergbedienten vorgenomme⸗ nen Unterſuchung der Dorotheer Bergwaͤſche der Oberpuchſteiger etwas von dem bereits hinaus gelaufenen Abhub in den Sichertrog genommen und abgeſichert, darinn aber noch ein ziemliches an glanzigen Erzen und Schlieg befunden, welches nach der auf der Huͤtte gemachten Probe 6 Loth Silber gehalten: So hat man zum Verſuch 4 Wochen lang von ſolchem Abhub gepuchet, und davon 2 Roͤſte erhalten, daraus 13 Mark, 7 Loth Brandſilber, I Centner Kaufglaͤtt, und 3 Cent⸗ ner Friſchglaͤtt gefallen ſind; fuͤr die Bergknapſchaft iſt dabey Ueberſchuß geweſen, die Grube aber wuͤrde Schaden gehabt haben. So iſt auch 1733. eine Probe mit Verpuchung des Abhubs von der Kranicher Berg⸗und Hallenwaͤſche ge⸗ macht worden. §. 7. Der ehemalige Huͤttenreuter auf dem Unterharze, Herr Chriſtoph Franz Anhang von der Seidenſticker, der nach Beſichtigung der Bergwerke in Sachſen und Boͤhmen, Pucharbeit zu auch die in Ungarn, Siebenbuͤrgen, Temeswarer Bannat, und im Koͤnigreich Ser⸗ Schemuit vien Anno 1721. und 1722. befindlichen Bergwerke beſuchet, und von allen die ge⸗ naueſte Nachricht eingezogen hat, giebt in ſeiner Beſchreibung dieſer Reiſen auch Nachricht von der Pucharbeit zu Schemnitz in Ungarn, welche ich hier mittheile: „Die huchiert haben ihren Umgang von den Stollen, Quellen und we⸗ „ nigen Teichwaſſern, und weil es hier auch oftermalen ſehr am Waſſer fehlet, „ ſeyn deren ſehr viele, auch einige mit 30 Stempeln angeleget, um ſelbige bey „ Fluthzeiten mit Force gebrauchen zu koͤnnen. Bey ordinaixen Waſſern gehen „ ohngefehr 3 bis 6 Stempel, obſchon wol 6 bis 12 Stempel an eine Welle ge⸗ „ leget, und haben die Stempel 18 bis 20 zolligen Hub. Der Puchtrog und „ Stempel gleichen den hieſigen. Die Pucheiſen aber ſeyn 3½ bis 1 Eentner ſchwer, „ und die Waſſerraͤder 20 bis 24 Fuß hoch. Die Bergwaͤnde werden von dem „ Naaber Lein, geſchlagen, die vorfallende reine Bleyerze ausgehalten und hernach „ erſtere gepuchet. e „Das Puchen geſchiehet aber nicht, wie am Harze, durch Schnurbleche, „ſondern uͤbers Spund. In einem Puchtroge ſind 6 Stempel, und an jeder „ Seite des Puchtroges ein Mehlgerinne, welches 11 Fuß lang, und 13 Zoll „ tief, unten mit einer Leiſte verſehen, werfen alſo jedesmal 3 Stempel das Mehl 8 durchs Spund in das Gerinne. Beym Einfall aber iſt allezeit ein Brett vor⸗ „ geſezt, damit es dasjenige, was ſich bereits geſetzet, nicht wieder truͤbe machet. „ Unter die Spunde werden grobe weite Planen ins Mehlgerinne geleget, worauf „der mehreſte Bley⸗ und Goldſchlieg ſich geſetzet, und alle 8 Stunden in einen „ Kaſten abgeſpuͤlet wird. „ Das erſte Gerenne hat wenig Gefaͤlle, auf daß ſich das Mehl beſſer ſetze, „ und muß das Puchmehl allemal 2 Zoll unterm Leiſten bleiben, kommt es hoͤher, „wird ſogleich eine neue Leiſte geleget, bis dieſes Gerenne voll. Alsdenn wird „es in 3 Sorten ausgeſchlagen, und die erſtere Sorte 6 Fuß lang von oben nieder „genommen, und das Roͤſche, oder grobe Puchmehl genannt, welches ſie auf ih⸗ „ ren Heerden nicht tractiren koͤnnen, und alſo mit ihren Erzen nach und nach „ wieder durchpuchen. Aus dem lezten und zweyten Mehlgerenne werden gleich⸗ „falls 2 Sorten gemacht, davon das leztere, Vilz, wieder mit durchgepuchet wird. „Das uͤbrige gehet in die freye Fluth. 3 Ji 2 Wenn —yö——— + — 128 II. Th. V. Cap. 7. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln/ „Wenn nun in einem Puchwerke nur 3 Stempel gehen, verrichtet das „Stampen eine Perſon, und ſo ferner. Der Stamper lauft zugleich das Mehl „mit in die Waſe kammer, und bekömmt woͤchentlich I Thlr. 12 Mgr. Die „Waſchheerde beſtehen aus zwey neben einander gelegten Baͤumen, 20 Fuß lang, „ und incluſive der Baͤume 6 Fuß breit, welche nach ihrer Art ſo ſchuͤßig geleget, „ wie ſie es haben wollen. Zwiſchen dieſen iſt ein Heerd von Leinen geſchlagen. „ Anſtatt des Kaſtens haben ſie oben ein Brett, 24 Fuß lang, das Hauptbrett „ genannt. Dieſes wird nach Erfodern ſchuͤßig oder flach geleget, oben mit 2 Lei⸗ „ ſten, 8 Zoll weit von einander verſehen, welche an den Seiten bis an die Baͤu⸗ me treten. 1 21„Etwa 10 Fuß uͤber dem Heerd gehet in eben der Laͤnge, wie die Heerde „breit ſeyn, ein Trog queer vorher, welcher von auſſen durch ein klein Gerenne „„voll Waſſer gehalten wird. Vor ſolchem großen Troge haͤnget noch ein llei⸗ „nerer, da etwan 4 kleine Karren Puchmehl hinein gehen, welcher mit Puchmehl „„angefuͤllet wird. Am Ende iſt in demſelben ein klein Spund uͤber einem Ge⸗ „renne, das bis ans Hauptbrett gefuͤhret wird. Aus obigen großen Troge gehen „„ 2 Zapfenloͤcher in den kleinern, und bringet das hinzufließende Waſſer das Puch⸗ 5, vehlär uch das Spund ins kleine Gerenne, folglich aufs Hauptbrett in dem „ Heerde. „Das Waſchen wird eben wie das Puchen von lauter erwachſenen Leuten „verrichtet, welche immer unten am Heerde mit langen Kiſten ſtehen, und von „ unten auf laͤutern, weil das Waſſer, ſo lange Mehl im Troge, beſtaͤndig was „ mit hinunter fuͤhret. Wenn alſo der Schlieg hoch auf den Planen, wird er in „3 Sorten abgeſchlagen. Zur erſten gehoͤren die obern beyde, zur zweyten fol⸗ „ gende drey, und denn zur dritten die leztere Planen. Jedes Sortement wird „ ſeparat behalten. „ Es können aber die Schliege im erſtenmale nicht gleich rein gewaſchen „werden. Derowegen, wenn von jeder Gattung ſo viel beyſammen, wird das „„ Waſchen auf vorbeſchriebene Art nochmalen zur Hand genommen. Gleicher⸗ „ geſtalt wird auch dasjenige, was auf dem Hauptbrett ſitzen bleibet, allein behal⸗ „ten, und zuſammt demjenigen Schlieg, der beym Puchen auf den Planen bleibet/ „ nach obgedachter Art uͤbern Heerd verwaſchen, da dann der Goldſchlieg, vermit⸗ „ telſt eines mehrentheils viereckigten Scheidetroges, der etwa 2 Fuß breit, „ 24 Fuß lang, hinten 6 Zoll tief, und gemaͤhlig in gedachter Laͤnge ausgeſchwei⸗ „ fet, an den Seiten mit 2 Handgriffen, heraus gezogen wird. Hiebey gebrau⸗ „ chen ſie einen beſondern Handgrif, und ſtoſſen gleichſam an den Scheidetrog, „„ wodurch der Goldſchlieg ſich hinauf, der Bleyſchlieg aber hinunter ziehet, und „ wird jede Art durch ein Horn mit Waſſer aus dem Scheidetroge geſpuͤlet. „Um den Goldſchlieg recht rein zu haben, wird er, wenn ein wenig zuſam⸗ „men, nochmaln in Scheidetrog gethan, und auf jezt beſchriebene Art wieder da⸗ „mit verfahren. Von dieſem ausgezogenen Goldſchlieg hat die Mark ppt. „ 15 bis 16 Karrat, von dem Bleyſchlieg hingegen der Centner 45 bis 55 Pfund „ Bley, und 2 bis 4 Loth Silber. Dieſes Bleyſchliegs muß ein Waͤſcher woͤ⸗ „chentlich, ohne Kies, 6 Rimpel ſchaffen, welches ein viereckigtes Maaß, davon, „ incluſiye eines Rimpels vor die Naͤſſe, 9 auf 4 Centner gerechnet werden. „ Dafuͤr hat derſelbe wochentlich 1 Thlr. 12 Gr. Lohn., 2 5 Das V ——— welche den Bergbau befoͤrdern. 1 129 Das VI. Lapitel. Von dem Maſchinenweſen auf der Huͤtte, mit Vortheil aus dem Erzſchlieg Silber, Bley und Kupfer, und aus den Kieserzen Kupfer heraus zu bringen. Vorbericht. ieſes Capitel hat 7 Abtheilungen. Die erſte ertheilet von den Huͤtten D auf dem Oberharze und deren Gebaͤuden Nachricht. Die zwote han⸗ delt von der Brennhutte. Die dritte von der Schmelzhuͤtte. Die vierte von der Treibhuͤtte. Die fuͤnfte von der Kupferarbeit, 1) aus dem Ab⸗ ſtrich, 2) aus den Kieſen oder Kupfererzen. Die ſechſte ertheilet einen voll⸗ kommenen Huͤttenproceß, wie die Arbeit auf einander folget und verrichtet wird. Die ſiebende von dem St. Andreasbergſchen Blau⸗Farbenwerke. Darauf folgen drey Zugaben, wovon die erſte von den Eiſen⸗ und andern Huͤtten auf dem Oberharze, die zwote von den Rohrfabricken, und die dritte von den Huͤtten, die der alte Mann im Harze gehabt, handelt. Lezt⸗ lich ein Anhang von einer Eiſenſchneidmuͤhle. Erſte Abtheilung. Von den Huͤtten und deren Gebaͤuden. §. I. us den Puchwerken liefert man den Schlieg in die Huͤtte zum brennen oder Die Hütten fnd A roͤſten, zum ſchmelzen und abtreiben der im ſchmelzen daraus fallenden on dreyerley Werke um das Silbers daraus zu bringen. Anno 1661. iſt zum Clausthal Battungen. auf des Huͤttenreuters, Valentin Beerensbach, Vorſchlag beliebet worden, daß eine jegliche Gattung der Schliege beſonders in die Huͤtte gebracht, und davon die Probe genommen werden ſolle; damit aber im Hinfahren nach der Huͤtte nichts vom Schlieg verſchuͤttet werde, iſt Nro. 7. Quart. Luc. 1659. den Fuhr⸗ leuten bey 10 Fl. Strafe befohlen worden, jede 2 Roſte auf dreymal in tuͤchtige Höhlen zu laden, und dieſe Verordnung Anno 16690. und 1674. wiederholet worden. Die Huͤtten ſind alſo diejenigen Werkſtaͤtte, darinn das ſowol rohe, oder tru⸗ cken, als naß klein gepuchte Silbererz gebrennet oder geroͤſtet, geſchmolzen und ab⸗ getrieben, oder von dem Bley und Kupfer geſchieden, auch aus dem Kies⸗ oder Kupfererzen Kupfer gemacht wird. Sie ſind alſo von dreyerley Gattungen, als Brennhuͤtten, Schmelzhuͤtten und Treibhuͤtten. Solcher Huͤtten, da alle drey Gattungen beyſammen ſon, ſind jetzo auf den Bergſtaͤdten des Harzes ſechſe, alle von Steinen gut gebauet, und der Herrſchaft zugehoͤrig, welcher die Gewerken Huͤttenzins geben. §. 2. Die erſte Silberhuͤtte auf den Braunſchweigſchen und Grubenhagenſchen Von den Hüͤtten Bergſtaͤdten, nach leztmaliger Aufnahme des Bergwerks, iſt im Wildenmanne uulden Wilden⸗ angeleget worden, da man keine Spuren findet, daß im Grunde eine Silberhuͤtte Zellerfeld. geweſen, obgleich in den erſten Jahren der Anſchnitt im Grunde gehalten. Ob⸗ ſchon das eigentliche Jahr der erſten Erbauung derſelben unbekannt iſt, ſo iſt ſie doch Anno 1532. ſchon vorhanden geweſen, da die Bergſtadt Wildenmann Anno II. Theil. Kk 1529. „——————— 4 4 1—* 1. 130 II. Th. VI. Cap. 1. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln/ 1529. angebauet worden, und Anno 1532. das erſte Roͤſtholz, auch Anno 1533. die erſten Kohlen und Treibholz in einem in der Zellerfelder Bergamtsregiſtratur befindlichen Extract vom Aufgang an Forſt⸗ und Waldzins berechnet, und nach eben dieſen Extract von Einnahme der Wildenmaͤnner und Zellerfelder Bergwerke an Silber Anno 1533. die erſten Silber gemacht worden ſind.. Die jetzige Huͤtte zum Wildenmann beſtehet aus der Brennhuͤtte, mit 5 Oefen, welche Anno 1704. neu gebauet worden; aus der Schmelzhuͤtte, mit 4Oefen, wo das Zeug an einer Welle liegt, und von einem Rade regieret wird; aus der Treib⸗ huͤtte, mit zween Windoͤfen; aus der Friſchhuͤtte, worinn zween Friſchoͤfen, ein Treibofen und ein Gahrheerd befindlich ſind; aus dem Kretzpuchwerke; dem Stuff⸗ puchwerke; einer Kohlen⸗ und einer Waaſenſchuppe, und einem Huͤttenhauſe. Nachhero hat man zum Zellerfelde eine Huͤtte in dem ſogenannten Zeller⸗ felder Thale angeleget, davon das Jahr auch unbekannt iſt. Anno 1579. muß ſie noch nicht erbauet geweſen ſeyn, da ſie nicht, ſondern vom Oberharze nur die Wildenmaͤnnerhuͤtte, in den Goslarſchen Muͤnzrechnungen, von 1548. bis 1579. unter den Huͤtten vorkommt, woraus woͤchentlich die Silber in die Muͤnze zu Goslar geliefertwurden. Die Communion hat dieſe Huͤtte gegen den Ausgang des vorigen Jahrhunderts ungebraucht liegen laſſen; das Clausthaler Bergamt aber hat ſie mit dem Puchwerke und Meinersberger Teichen Anno 1686. gepach⸗ tet, und im Januario 1703. an die Communion wieder uͤberliefert, in welchem Jahre ſie abgebrochen, und das Gezaͤh auf die neu erbaute Schulenberger Huͤtte geliefert worden iſt. 5. 3. Von der Lauten⸗ In welchem Jahre die Huͤtte im Lautenthal zum erſten angeleget worden ſey, thaler Hutte. iſt ebenfalls unbekannt. Das jetzige Huͤttenwerk hat man vor wenig Jahren groͤ⸗ ſtentheils neu gebauet. Von den abgeriſſenen alten Gebaͤuden glauben die alten Leute, daß ſie von Zacharias Harbord, der die Hahnenkleer Bergwerke wieder aufgenommen, erbauet worden. Aus den noch ſtehenden alten Gebaͤuden, die aus lauter Stuͤckwerk ohne allen Kalk beſtehen, iſt wenigſtens abzunehmen, daß ſie von der Herrſchaft nicht ſind aufgefuͤhret worden. Bey Abreiſſung des alten Huͤtten⸗ hauſes aber hat man an dem Thuͤrholm die Jahrzahl 1638. gefunden. Die Gebaͤude dieſes Huͤttenwerks ſtehen faſt alle auf lauter Harzſchlacken, wie denn auch gleich beym Huͤttenhof die Schlacken, welche man zum Fluß der ſtrengen Roͤſte vorſchlaͤget, gerodet werden, zum Beweis, daß der alte Mann da⸗ ſelbſt ein großes Huͤttenwerk gehabt hat. Es findet ſich allda: 1) eine Brenn⸗ huͤtte, davon ein Theil Anno 1739. neu angebauet worden, darinn 5 Brennoͤfen, ſo wie in dem alten Theil 4 ſind. 2) Eine Schmelzhuͤtte, mit 4 Schmelz⸗ 1 Friſch⸗ und I Treibofen nebſt zween Gahrheerden, worauf das Schwarztupfer gahr gemacht wird. 3) Eine Anno 1727. neu gebauete Treibhuͤtte, mit 2 ordi⸗ nairen Treibofen, darinn mit ſtarkem ſogenannten Treibholz getrieben wird, und einem Anno 1741. gebaueten Windofen zum Abtreiben. In den erſten Zeiten war auf dem Lautenthaler Huͤttenwerke keine Treibhuͤtte, ſondern man fuhr die Werke zum Vertreiben nach den Unterharzſchen Huͤtten. Im vorigen Seculo aber wur⸗ den zween Treiboͤfen in die alte Schmelzhuͤtte angebauet, wie an dem Giebel noch zu ſehen iſt, in denen man die gefallene Werke bis 1727. abgetrieben hat. Wegen der ſich ſo vermehrten Anbruͤche der Lautenthaler Gruben aber ward in demſelben Jahre die neue Treibhuͤtte mit zween Oefen gebauet. Einer iſt in der Schmelzhuͤtte zum Abtreiben gelaſſen, anſtatt des zweyten aber ein Friſchofen und Gahrheerd angeleget worden, daß auf dieſer Huͤtte drey ordinaire Lribufen . un welche den Bergbau befoͤrdern. 131 und ein Windtreibofen im Gange ſind. 4 Eine Kupferhuͤtte, welche 1736. ge⸗ bauet worden, in welcher zween Schmelzoͤfen, welche zur Schmelzung der Kupfer⸗ erze gebraucht werden. 5) Ein 1736. erbauetes Roöͤſthaus. 6) und 7) Zwo Kohlenſchuppen, davon die eine 1727. und die zweyte 1740. neu gebauet worden. 8) Ein Kretzpuchwerk, und 9) ein Stuffpuchwerk. 10) Ein Huttenhaus, wel⸗ ches man 1736. neu gebauet hat, und 11) eine Waaſenſchuppe. Auf dieſer Huͤt⸗ te werden die ſaͤmtlichen Kieſe vom Hauptzuge, Bockswieſe, Spiegelthal, Wilden⸗ mann, Huͤtſchenthal und Lautenthal zu gute gemacht. S. 4. Das Schulenberger Huͤttenwerk iſt Anno 1702. erbauet worden, als ſich Ben der Schu⸗ enberger und als der untere Schalkerteich Suuethaler das Bergwerk im Schulenberge ſchoͤn hervor gethan. Es wurde dieſelbe Anno 1733. am zweyten Weinachtstag ſehr beſchaͤdiget, uͤber der Schmiede, der hoͤlzerne beygenamt, ausgebrochen iſt, wobey die Puch⸗ werke, der Rinderſtall und die Saͤgenmuͤhle gaͤnzlich hinweg geriſſen worden, und einige Perſonen ums Leben kommen ſind. Es finden ſich allda eine Brennhuͤtte, die nach eben gedachter Waſſerfluth Anno 1734. wieder neu erbauet worden, mit 5 Brennoͤfen. 2) Eine Schmelz⸗ huͤtte, mit 4 Oefen. 3) Eine Treibhuͤtte, mit 4 Treiboͤfen, davon drey zu Wind⸗ oͤfen vorgerichtet ſind. 4) Ein Roͤſthaus. 5) Ein Darrhaus. 6) und 7) Zween Kohlenſchuppen. 8) Ein Kretzpuchwerk. 9) Ein Stuffpuchwerk. 10) Ein Huͤttenhaus, und 11) ein Wohnhaus fuͤr den Huͤttenmeiſter, welches 1740. ge⸗ bauet worden. Das Gebaͤude, worinn die Kupferarbeit geſchehen, iſt Anno 1733. mit weggefboſen, und 1740. ein Ofen in der Schmelzhuͤtte dazu vorgerich⸗ tet worden. Die Clausthaler Huͤtte auf dem Frankenſcharrn iſt ſofort bey wieder aufge⸗ nommenen Bergwerke zum Clausthal, nemlich Anno 1554. von Herzog Ernſt zu Grubenhagen gebauet worden, wie aus der in ſelbigem Jahre ertheilten Bergfrey⸗ heit erhellet. Die Gebaͤude derſelben ſind: 1) Eine Brennhuͤtte, mit 12 Brenn⸗ ofen, welche 1688, neu erbauet, und 1734. vergrößert worden. Anno 1735. hat man an dem obern Theil ein Schliegſchauer angebauet, worinn ohngefehr 150 Röſte vorraͤthig geſchuͤttet werden können. 2) Eine Anno 1689. gebauete Schmelzhuͤtte, in der 9 Schmelzoͤfen und I Friſchofen/ nebſt 3 Radſtuben mit 5 Naͤdern ſind. 3) Drey Treibhuͤtten. In der vorderſten ſind 2 Windtreibofen mit eiſernen Hauben; in der mittlern 2 dergleichen Oefen; in der dritten oder ſo⸗ genannten neuen Huͤtte hingegen 1 Windtreibofen mit einer ſteinernen Haube und 1 Seigerheerd. Die Treibraͤder ſind bisher in allen 3 Huͤtten 15 Fuß hoch ge⸗ weſen; Anno 1749. aber im Quart. Cruc. ſind in der mittlern Treibhuͤtte zwey neue Raͤder von 21 Fuß hoch, zu einiger Sparung des Waſſers, gehaͤnget, und die Ruͤſche zum Abfluß des Waſſers tiefer gemacht worden. 4) Ein Röͤſthaus mit 4 Röͤſtſtaͤtten. 5) Eine Glaͤttkammer und eine Vorrathskammer zu Mate⸗ rialien, unter einem Dache. 6) Ein Kretz⸗Geſtübbe⸗ und Stuffpuchwerk, jedes mit 3 Stempeln, unter einem Dache. 7) Ein Strenzenſchauer, und zwo kleine Vorrathskammern, unter einem Dache. 8) Eine kleine Waͤſche, worinn die Huͤt⸗ tenkraͤtze, oder das ſogenannte ſchwarze und gelbe Zeug, gewaſchen wird. 9) Drey Kohlenſchuppen, in welchen 5000 Karren Kohlen verwahret werden koͤnnen. 10) Eine Waaſenſchuppe, worinn 3000 Schock Waaſen Platz haben. 11) Ein kleines Gebaͤude auf dem Kohlenplatze, die Kohlenbucht genannt, worinn die Koh⸗ lenlaͤufer, um in der Naͤhe zu ſeyn, des Nachts liegen. 12) Ein Huͤttenhaus mit einem Stalle, in welchem, nebſt des Piternwichies Wohnung, die Büru⸗ 2 meiſter⸗ —————õ——Q—ꝭ—ꝭ—ᷣ—ͦ—ꝛ—ÿʒʒ—— 1 1* 2. *.* 4 ———* 2 Von der Alte⸗ nauer Hütte. 132 II. Th. VI. Cap. 1. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, meiſter⸗ und Probierſtube befindlich. An ſolchen iſt das Laboratorium beſonders angebauet, in welchem bis Anno 1741. drey ſteinerne Probierofen geweſen, an deren ſtatt in dieſem Jahre eiſerne ſind angeſchaffet worden. Ferner iſt darinn ein Windofen, und ein Geblaͤſe zu Kupferproben. Etwa 300 Schritt von der Huͤtte, nach dem Clausthal zu, liegt die Huͤttenſchmiede. §. 5. Nahe unter der Bergſtadt Altenau nach dem Gemkenthal und Ahrensberge iſt an der Ocker gegen den Rothenberg auch ein ſchoͤnes Huͤttenwerk. In welchem Jahre es zuerſt erbauet worden, habe ich nicht ausforſchen koͤnnen. Jedoch muß es Anno 1606. noch nicht aufgefuͤhret geweſen ſeyn, da bey Wiederverleihung der Schatzkammer in dieſem Jahre auch eine Huͤttenſtaͤtte mit verliehen worden iſt. Aus einem 1618. errichteten Vertrage zwiſchen dem Clausthaler Bergamte und zwey zur Altenau bauenden Gewerken iſt zu erſehen, daß ſolches ſchon einige Jahre vorher von beyden erbauet geweſen, da der Vertrag ſich anfaͤnget:„Zu wiſſen, daß die „„ ehrbahren Pancratius Muͤller, und Bernd Fromknecht, eine zeithero die Huͤtten „ und Bergwerke auf der Altenau inne gehabt, und auf ihre Koſten erbauet, da⸗ „von auch jaͤhrlich den Zehnten der Metallen, ſo darauf gefallen, entrichtet, ꝛc. ac.„ In dieſem Vertrage iſt ihnen die Huͤtte und das Bergwerk, auf ihr Anſuchen, um ihre darauf gewandte Verlagsgelder wieder daraus zu ziehen, abermals auf 8 Jahr, gegen jaͤhrliche Erlegung 800 Mariengulden, uͤberlaſſen, und dabey am 9 May 1618. ordentlich verliehen worden:„„Des gnaͤdigen Fuͤrſten und Herrn Freyes, „nals nemlich eine Huͤtte und Puchſtätte, zu Behuf des Altenauiſchen Bergwerks, „ unter Ruheſacks alte Sagemuͤhlenſtaͤtte, unter dem Rothenberge belegen, ſamt „den Waſſerfaͤllen, als die Ocker und das ſchwarze Waſſer, ſo weit derſelben da⸗ „zu noͤthig iſt, ſamt der Huͤttenfreyheit und Gerechtigkeit, auch die alten Schhe, „cken, ſo des Orts vorhanden.„ Es ſcheinet aber, daß dieſe Huͤtte von den bey⸗ den Privatperſonen die voͤlligen obſtehenden 8 Jahre nicht gebrauchet worden, da Anno 1625. in dem hieſigen Kirchenbuche des Huͤttenwaͤchters auf Altenauer Huͤtte gedacht wird, indem nicht glaublich iſt, daß obige Privatperſonen einen Hüt⸗ tenwaͤchter werden beſoldet haben. Die jetzigen Gebaͤude dieſes Huͤttenwerks ſind folgende: 1) Eine Brennhuͤtte, mit 7 Brennoͤfen, die Anno 1730. ganz neu und bis unter das Dach maßiv ge⸗ bauet worden; bey dem Grundgraben hat ſich gefunden, daß ſie auf Schlacken ſtehet, und daſelbſt entweder der Alte Mann ſchon ein Huͤttenwerk gehabt, oder daß die Schlacken aus der vorgedachten kleinen von Privatperſonen erbaueten Huͤtte dahin geſchuͤttet worden, da die Herrſchaft hernach, Behuf des Claustha⸗ ler und hieſigen Bergwerks, eine groͤßere gebauet hat. 2) Eine Schmelzhuͤtte, darinn 8 Schmelzoͤfen, und 4 Raͤder zu den Blaſebaͤlgen ſind. Dieſe iſt Anno 1691. bis unter das Dach mit 4 Fuß dicken ſteinernen Mauern neu gebauet wor⸗ den. Die 6 Fuß dicke Brand⸗oder Hauptmauer, darinn die Rauchgewoͤlbe ſind, iſt in dieſer im Sommer 1747. wieder neu aufgefuͤhret worden, da ſolche inwendig ge⸗ borſten, und den Einfall drohete. 3) Drey Treibhuͤtten. In der erſten liegt ein Treib⸗ und zween Schmelzoͤfen; vor einem derſelben wird der Abſtrich durchgeſto⸗ chen, vor dem andern aber die Glaͤtte verfriſchet, oder Bley gemacht. In der zwoten Anno 16890. erbaueten liegen zween Treibofen. An dieſer Stelle hat vor Alters eine Mahlmuͤhle und ferner eine Oehlmuͤhle geſtanden, maaßen dem Berg⸗ hauptmann, Chriſtoph Siegmund von Bila, und Bernd Fromknecht, der zur Altenau gewohnet, am 10. Jul. 1620. dazu verliehen worden„, Aller Ueberfall, ſo „von der Schmelzhuͤtte zur Altenau am Rothenberge daſelbſt nicht mehr zu get nun e 2 dets / an nen utte erge hem nuß dder As dhpa vorher 1 d uütten , d ——— —= —☚½— —————— S — ——ÿ— άñͦO = —½ — welche den Bergbau befoͤrdern. 133 „chen/ neben den Bauſtaͤtten zur Anrichtung einer Mahlmuͤhle und einer Oelmuͤhle, , auch einer Blechhuͤtte(welche bey der noch jetzo ſogenannten Blechwieſe geſtanden) „Zerrenheerd und Friſchofen.„ Die Mahlmuhle iſt 1648. auf den alten Hammer, wo ſie jetzo ſtehet, verleget. In der dritten Treibhutte ſind zween Treiboͤfen, de⸗ ren einer zum großen Kupfergahrmachen mit gebrauchet wird, ferner ein kleiner Gahrheerd, worinn die Kieskupfer gahr gemacht werden, und denn auch ein Schmelzofen, wofuͤr die Kupfer gefriſchet werden. Die ſaͤmmtlichen Treiboͤfen ſind Windofen. Dieſe dritte Treibhuͤtte ward 1735. neu und etwas groͤßer gebauet. Vorher hat an dieſer Stelle eine Pagamenthuͤtte geſtanden, welche einige Juden zur Zugutmachung der beſchickten Spaniſchen Gelder Anno 1680. auf ihre Koſten erbauet hatten. 4) Ein Röſthaus mit einem Seigerheerd und Darrofen, ſo 1680. gebauet worden. 5) Eine Anno 1689. erbauete Glaͤttkammer zu der Kaufglaͤtte oder zum Vorrath der Schliege. 6) Noch ein Roͤſthaus, worinn der Kupfer⸗ ſtein geröſtet wird. 7) Ein Anno 1691. erbautes Kretzpuchwerk, mit dem Geſtuͤ⸗ wepuchwerk, unter einem Dache. 8) Ein Stuffpuchwerk mit einem Schlieghauſe, welches zuerſt Anno 1695. zu Oſtindianiſchen Erzen angeleget, Anno 1740. aber, durch Unachtſamkeit der Nachtpucher, abgebrannt, und ſofort wiederum aufge⸗ bauet worden. 9) Zwo Waͤſchen, in deren einer die gelbe, in der andern die ſchwarze Kraͤtze gewaſchen wird. 10) Zwey Wellenſchauer vor der Schmelzhuͤtte. 11) Drey Kohlenſchuppen. Eine uͤber 3000 Karren in ſich faſſende große, die 1690. auf der Communion Boden 150 Fuß lang, und 45 Fuß breit, gebauet worden. Sie iſt am 28. Sept. 1740. halb abgebrannt, da einige Kohlen nach dem Einſtuͤrgen noch Feuer in ſich gehabt, und damit bey dergleichen Vorfaͤllen nicht die ganze Schuppe mit den Kohlen verzehret werde: So ſind bey dem Anno 1741. geſchehenem Wiederaufbau des abgebrannten Theils aus einer zwo Schup⸗ pen gemacht, und zwiſchen beyden ein Raum von 15 Fuß gelaſſen worden. Hiezu kommen noch zwo kleinere Kohlenſchuppen, in deren eine 700. in die andere 400 Karrn geſtuͤrzet werden koͤnnen. 12) Eine große 1735. gebauete Waaſenſchuppe, in welcher, wenn die Waaſen von groben Holze ſeyn, ohngefehr 1400. wenn es aber lauter Aeſtewaaſen ſeyn, 1450. Schock Platz haben. 13) Ein Huͤttenhaus mit einem Stalle, welches auf dem Grund und Boden der Communion ſtehet, und zuerſt 1566. gebauet worden. Das jetzige aber iſt von 1687. und ſein Ge⸗ brauch des Clausthaler ſeinem gleich. In dem Laboratorio ſind zween eiſerne Probierofen, ein Windofen, und ein Geblaͤſe zu den Kupferproben. Anno 1740. iſt auf dem einſeitigen Territorio ein beſonderes Haus zum Bierſchank ge⸗ bauet worden. Anno 1641. hat man dieſe Altenauer Huͤtte ſtehen laſſen, weil wenig Gru⸗ ben gebauet wurden, und daher wenig Röſte gefallen, die auf der Clausthaler Huͤtte alleine verarbeitet werden koͤnnen, wie denn in dieſem Jahre im Quart. Re⸗ miniſc. und Lucia keine Ausbeute, und im Quart. Trinit. und Crue. insgeſamt nur 3380. Thlr. erhalten worden. Es iſt aber dieſelbe im Quart. Trinit. Anno 1643. wieder angefeuret worden, damit die junge Clausthaler Höͤlzung erſparet, und die Altenauer Hölzung an Geyerspfuͤlen, und am Acker, welche ſonſten ver⸗ faulen muͤſſen, mit Nutzen gebraucht werden könnte. §. 6. Die Bergſtadt St. Andreasberg hat mit der Grafſchaft Lutterberg bey der und wird die erſte Hütte daſelbſt bald nach aufgenommenen Bergwerke, und alſo cher als die zum Wildenmann ſeyn gebauet worden. Als dieſelbe nach 1620. II. Theil. Ll oder Von den An⸗ Aufnahme des daſigen Bergwerks bis 1593. den Grafen von Hohnſtein gehoͤret, Ahhoate ——⏑O⏑·N— 6 45 1 4 1 134 II. Th. VI. Cap. 1. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, oder 16244 bey gaͤnzlicher Abnahme des Bergwerks abgebrochen worden: So iſt Anno 1663. ein neues Huͤttenwerk wieder erbauet, und die Brennoͤfen mit Waa⸗ ſen ausgefeuret worden. Durch Unachtſamkeit des damaligen Huͤttenwaͤchters iſt es am 18. Sept. 1673. abgebrannt, und darauf das jetzige Huͤttenwerk wieder ge⸗ bauet worden, dazu man die Koſten auf Verwilligung des Herzogs Johann Frie⸗ derich aus dem Clausthaler Zehnten vorgeſchoſſen. Die Gebaͤude dieſer St. An⸗ dreasberger Huͤtte ſind: 1) Eine Brennhuͤtte mit 4 Oefen. 2) Eine Schmelz⸗ huͤtte, die Anno 1690. gebauet, und 1700. mit einem Stuͤck erweitert worden. Darinn ſind 4 ordinaire Schmelzoͤfen, ein Kupfer Friſchofen, ein Gahrheerd, ein Darrofen und zween Seigerheerde. 3) Eine Treibhuͤtte, welche 1700. gebauet worden, nachdem die vorige abgebrannt war, in derſelben ſind zween Windtreib⸗ oͤfen. 4) Noch eine Treibhuͤtte, mit einem Treibofen zum Steintreiben, einem Schmelzofen, der zum Bleyiſchen Stein gebraucht wird, und einem Schmelzofen mit einem Stichheerde, darinn der Kies geſchmolzen wird. 5) Ein Kraͤtzpuch⸗ werk. 6) Eine Kohlenſchuppe fuͤr 1400 bis 1500 Karren. 7) Eine Anno 1740. erweiterte Waaſenſchuppe, fuͤr ein paar 100 Schock. 8) Ein Röſthaus, darinn der Kupfer⸗ und Bleyſtein geroͤſtet wird. 9) Ein Huͤttenhaus mit zween Staͤllen fuͤr den Huͤttenmeiſter. 10) Ein Huͤttenhaus mit einem Stall fuͤr den Huͤtten⸗ waͤchter. 11) Ein Strenzenſchauer. W 1 Da uͤbrigens in den Huͤttengebaͤuden leicht ein Brand entſtehen kann: So ſind auf den einſeitigen Huͤtten Anno 1685. und nachhero auch auf denen in der Communion beſondere Feuerwaͤchter verordnet worden, welche von 4 Uhr des Abends bis um 4 Uhr des Morgens die Huͤttengebaͤude durchgehen muͤſſen. Zwote Abtheilung. Von der Brennhuͤtte, und was dahin gehoͤret. §. 1. Zu dem Abwä⸗ Drs erſte, was in der Huͤtte, und zwar in der Brennhuͤtte, geſchiehet, iſt das gen des Schliegs Abwaͤgen des naſſen und trucknen Schliegs zum Roͤſten, welches ein eigener ded e dos Schliegwäger, in Beyſeyn des Tagebrennemeiſters, verrichtet. Der naſſe Schlieg ten Stand geſezt. wird vom Wagen, der truckene aus dem in der Naͤhe ſtehenden Stuffpuchwerke in einem runden aus Eiſenblech gemachten, unter dem Boden ins Creutz mit 2 Zoll breiten Eiſenplatten belegten, an den Seiten mit zween Handgriffen verſehenen auf der Waage ins Gleichgewicht gebrachten Kubel geſtuͤrzet, und jedesmal I Cent⸗ ner gewogen, angeſchrieben, und darauf an ſeinen Ort geſtuͤrzet. Zu ſolchem Abwaͤgen iſt das Gewichte auf den Huͤtten im vorigen Seculo in richtigen Stand geſezt worden. Denn als man 1677, das nach dem Cölni⸗ ſchen eingerichtet geweſene Gewichte gegen das Goslarſche zu leicht befunden: So haben Commiſſarien vom Clausthal und Zellerfeld das Gewichte nach de Cölniſthen adjuſtiret; und Anno 1679. das neue Colniſche Centnergewichte, welches dazu von Coͤln verſchrieben worden, und noch vorhanden iſt, eingefuͤhret. Die Adijuſtirung des Gewichts auf ſaͤmtlichen Huͤtten iſt im Anfange des 1680ten Jahres zu Ende gebracht geweſen. Ob nun zwar die Pfunde nach dem Cölniſchen Gewichte eingerichtet ſind: So iſt doch die Schwere der aus Eiſen gegoſſenen Centnerſtuͤcke auf der Huͤtte nicht von einerley Pfundzahl. Der Silbercentner, oder womit die Blickſilber ge⸗ wogen werden, haͤlt 110. der Kupfercentner 112. der Bleycentner 116. Pfund. Der leztere war Anno 1665. von 114 Pfund verordnet, weil aber der Eonimhent welche den Bergbau befoͤrderrn. 135 auf 1 Centner Bley 2 Pfund zugeleget haben wollen: So iſt er 169. zu 116 Pfund erhoͤhet worden. Der Schliegeentner iſt 123. in der Communion aber 114 Pfund. Der Eiſencentner in der Factorey 1I0. Pfund, alles nach Coͤllni⸗ ſchem Gewichte gerechnet. §. 2. Die Schliege werden nach den Roͤſten abgewogen. Ein Roſt iſt eine ge⸗ wiſſe Centnerzahl Schlieg, der in gewiſſen abgetheilten Portionen geroͤſtet oder ge⸗ bet:„Ein jeder Roſt, wenn er naß iſt, wieget 33 Centner, wenn er aber trucken, „ 30 Centner., Das Abwaͤgen geſchiehet zu zwey Röſten, welche 66 Centner betragen; davon ſind auf den drey einſeitigen Huͤtten von alten Zeiten her 6 Cent⸗ ner an der Naͤſſe wieder abgezogen, und nur 60 Centner zu zween Roͤſten berech⸗ net worden, darnach die in der Probirung des Schliegs gefundene Silber ausge⸗ bracht werden muͤſſen. Auf den Clausthaler, Altenauer und Andreasberger Huͤtten werden noch jetzo 66 Centner à 123 Pfund naſſe Schliege auf zween Roͤſte abgewogen, aber nicht durchgaͤngig auf allen Huͤtten in der Communion. Auf der Lautenthaler Huͤtte werden dazu 72 Centner durchgehends abgewogen, und davon, nach Abzug 6 Cent⸗ nern fuͤr die Naͤſſe, 66 Centner berechnet. Auf der Wildenmanner Huͤtte werden von den naſſen Schliegen von der Bockswieſe 72 Centner abgewogen, und wegen des weiten Anfahrweges nur 4 Centner an der Naͤſſe abgezogen, mithin 68 Cent⸗ ner berechnet; von den uͤbrigen aber werden nur 66 Centner naſſer Schlieg ab⸗ gewogen, und davon 6 Centner abgezogen. Auf der Schulenberger Huͤtte wird auch eine ungleiche Centnerzahl Schlieg zu zween Roͤſten abgewogen. Wird der Schlieg aus den Schulenberger Puchwerken herzugefahren: So werden zu zween Roͤſten 72 Centner genommen, und 5 Centner wieder abgezogen, daß alſo nur 67 Centner bleiben. Aus dem Zellerfelder Thale aber werden 66 Centner auf zween Röſte gerechnet, wovon 4 Centner wieder abgezogen werden. Hiebey aber iſt zu merken, daß der Centner Schlieg auf den limachuchen Communionhuͤtten zu 118 Pfund abgewogen wird. Das Eentnergewicht an ſich iſt 118 Pfund, dazu werden 4 Pfund Armgewichte gelegt, welche alſo heiſſen, weil dieſe 4 Pfund an den einen Arm der Wagge gehaͤnget worden. §. 3. Bis aufs Quart. Luc. Anno 1606. ſind auf den drey einſeitigen Hannoͤver⸗ duf der s gezogen worden; in ſolchem Quartal aber hat ſich der eben beforderte Oberhutten⸗idenedr meiſter, Johann Matthias Borkenſtein, erboten, auf der Clausthaler Huͤtte Centner wen⸗ wegen der Naͤſſe nur 5, und auf der Altenauer Huͤtte, weil der Schlieg dahin aus Bdeer Miſſ den Clausthaler Puchwerken viel weiter gefahren wird, und unter dem Fahren damit viel Sil⸗ mehr Waſſer daraus rinnet, nur 4 Centner abzuziehen; und alſo auf der Claus⸗ber gewonnen. ſchen Huͤtten von zween Roͤſten allemal, wie ſchon gemeldet, 6 Centner Naͤſſe ab⸗ thaler Huͤtte, anſtatt der 60 Centner, I Centner Heerdſchlieg mehr, und alſo 61 Centner, auf der Altenauer Huͤtte aber, anſtatt 60 Centner, I Centner groben und I Centner Heerdſchlieg mehr/ und alſo 62 Centner hinfort zu berechnen, und die Silber richtig zu verſchaffen. Er hat auch in eben dieſem Quartal auf der Zellerfelder Huͦtte I Centner Heerdſchlieg, der Naͤſſe halber, weniger in der Rech⸗ nung abzuziehen, und alſo 61 Centner zu berechnen, uͤbernommen, welches er ſo⸗ fort im Quartal Reminiſcere 1697. auf diſen Huͤtten ins Werk zerichit, denf 2 ierau Wie viel Cent⸗ ner Schlieg ein 3 ,4,— es naſſer oder trock⸗ brannt werden ſoll, wornach die Arbeit eingerichtet, der Arbeitslohn und die Sil⸗ 3 Roſt auf den ber berechnet werden. Zu einem naſſen Roſte werden von den aͤlteſten Zeiten her verſchiedenen 33 Centner genommen, wie Haͤcke berichtet, und auch Loͤhneyß nach ihm ſchrei⸗Lütten beträgt. gemacht. zieht. Won den naſſen Slenen uen ween Kaſten, als wie Darren, machen laſſen, um die Schliege darauf zu trucknen, und die Naͤſſe des Schlieges zu erforſchen; wie er ſolche gefunden, wird nicht ge⸗ 136 II. Th. VI. Cap. 2. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, Hierauffiſt ſolches auch im Auguſt dieſes Jahrs auf der Andreasberger Huͤtte vevordnet worden, daß man auf jede zween Roͤſte 1 Centner Heerdſchlieg mehr, und alſo 61 Centner berechnen muſſen, und dadurch alle Quartale, mittelſt angewand⸗ ten Fleiſſes und Aufſicht des Herrn Borkenſteins, der deswegen im Quart. Re⸗ miniſc. 1699. zum Vice⸗ und im Quart. Luc. 1701. zum wuͤrklichen Huttenreu⸗ ter verordnet worden, viele Mark Silber mehr erhalten hat, welche vorher im Rauch, Schlacken, Glaͤtt und Bley waren verloren gegangen. Es ſind durch den mit der Feder zugeſezten oͤder mehr berechneten Centnern Schlieg in 20 Jahren von Reminiſc. 1507. bis Schluß Luciaͤ 1716. laut des von ihm gezeigten ſumma⸗ riſchen und ſpecialen Extracts, auf allen dreyen Huͤtten 12000 Mark, 71 Loth Silber mehr, als nach dem vorigen berechneten Abzuge der Naͤſſe ausgebracht wor⸗ den, und eben dieſe Berechnung wird noch jetzo auf den einſeitigen Huͤtten beobachtet. §. 4. 188 Anno 1682. hat der damalige Huͤttenreuter, Johann Chriſtoph Ruͤhling, meldet. So iſt auch Anno 1706. verordnet worden, daß zum Andreasberge von allen Schlieghohlen die Naßprobe gemacht werden ſollte, welches auch 1720. da⸗ ſelbſt geſchehen. Es ward etwas Schlieg vor der Huͤtte mit einem Bohrer von der Bohle, oder dem Boden des Hoͤhlwagens heraus gehohlet, davon man 66 Loth (als ſo viel Centner auf zwey naſſe Röſte abgewogen werden) in einem kleinen Ofen auf einer eiſernen Pfanne getrucknet, und gefunden hat, daß an ſolchen 66 Lothen 11 bis 12 Loth eingetrucknet geweſen; und olchemnach giengen eben ſo viel Centner an zween naſſen Roͤſten im Ofen ab. Dergleichen Naßproben ſind in Freiberg von langen Deiten her uͤblich geweſen; der Huͤttenreuter, Borkenſtein, ſchreibet in ſeinem Tagebuche von ſeiner 1688. mit noch drey andern Clausthaler und Communionbergbedienten durch Sachſen gethanen Reiſe alſo:„„ Wenn der „Schlieg aus den Puchwerken zur Huͤtte gebracht wird, nehmen ſie von jedem „ Ende der Hoͤhlen ein weniges ſelbigen Schliegs, waͤgen ſolchen mit Lothen, truck⸗ „nen und waͤgen ihn alsdenn wieder. Wie viel Loth Waſſer nun aus dem „ Schlieg getrucknet, ſo viel muͤſſen ſie ihnen entweder nachliefern, oder ſie ziehen „ ſo viel Centner ab.„ 1 88 §. 5. 344 Wie die Stuff⸗ Von den Stuff⸗ oder truckenen Schliegen werden auf den Clausthaler und röſte abgewogen An f 1 4 Pu heecyenen Andreasberger Huͤtten 63 Centner, auf der Altenauer Huͤtte aber 64 Centner zu werden, und wi man auf den Llausthaler und zu verhindern, zugießt, 2 Centner wieder abgezogen, und alſo auf den erſten ben⸗ l üt⸗ c e Altenane Sät den Huͤtten 61. und auf der leztern 62 Centner zu zween Stuffroͤſten berechnet, .123 Pfund abgewogen. Davon werden fuͤr das Waſſer, ſo man bey dem truckenen Puchen, um den ſtarken Staub, und zugleich das Verſtaͤuben des ſubtilen Schliegs weil die naſſen Roͤſte auf den obigen Huͤtten zu ſolcher Centnerzahl berechnet werden. Auf den Huͤtten in der Communion iſt die Centnerzahl zu zween Stuffroſten ungleich; auf der Lautenthaler Hutte, desgleichen auf der Wildenmaͤnner Huͤtte von der Bockswieſe werden dazu 72, aus dem Spiegelthale aber nur 63, auf der Schulenberger Huͤtte aus dem Zellerfelder Thale 66, und aus dem Schulenberge 72 Centner zu 118 Pfund abgewogen, und wird auf allen dieſen Huͤtten nichts davon abgezogen, ſondern die voͤllige Centnerzahl berechnet. Wenn nun die Centnerzahl zu zween Roͤſten nicht auf einmal, ſondern nach einander herzugefahren wird: So werden, wegen der Naͤſe, auf der Clausthaler und Altenauer Huͤtte von 5 Centnern ein Centner, von 15 zwey, von 25 de vo welche den Bergbau befoͤrdern. 137 dit von 35 viere, von 45 fuͤnfe, von 55 Centnern aber ſechſe abgezogen; und wenn 1 M 8 ween Roͤſten 66 Centner abgewogen ſind: So wird auf der Clausthaler I/ and und 1uß der Altenauer Huͤtte, wenn die Schliege aus den Clausthaler Puchwer⸗ I ken hergefahren werden, 2 Centner mit der Feder wieder zugeſetzet. Wenn aber die naſſen Schliege in die Altenauer Huͤtte von der Naͤhe, als aus dem Polſter⸗ rin thale und Schatzkammerpuchwerke geliefert werden: So wird, wegen des kurzen den Weges, nur 1 Centner mit der Feder wieder zugeſetzet. KS. 6.. ma⸗ Die abgewogenen zween Roͤſte werden uͤberhaupt auf allen Oberharzſchen Wiwendigß. och Huͤtten auf 5 Theile, ſowol von Stuff als naſſem Schlieg, geſtuͤrzet,(zu Loͤhneyß Theile, die Af⸗ dor⸗ eiten wurden ſolche auf 6 Theile, einen jeden zu 11 Centner, geſtuͤrzet) deren ein ter⸗ und et. ſeder 13 Centner haͤlt. Der eine von denen 66 Centnern uͤberbleibende Centner, d apwibe welchen man den Eintheiler nennet, wird auf die 5Theile vertheilet. Ein ſolches ſtürzet. lng Theil, wenn es zuvor wohl genetzet worden, wird von dem Brennerknecht in ſeinen 7 m Ofen geſtürzet, und alſo werden 2 Roͤſte in 5 Oefen vertheilet. Von den After⸗ — ſchliegen und Schlammroſten werden vom Quart. Luc. 1703. an in den einſeiti⸗ dun. gen Huͤtten zween Röſte auf 6 Theile geſtuͤrzet, weil ſolche Schliege viel leichter Id als die uͤbrigen ſind, dahero einen ſo viel groͤßern Haufen geben, und mit dieſen 6 ru 6 Theilen, à 11 Centner, 6 Ofen beſtuͤrzet. Vorher vom Quart. Luc. 1689. ron wurden die Schlammroſte zu 2 Theilen geſtuͤrzet, und Anno 1684. verordnet, Fel⸗ der in die Brennhuͤtte zu machen, damit die Schliege nach der Nummer wegge⸗ 965 nommen werden koͤnnen. 7 ſo. 7. ſind Anfänglich ſind auf den einſeitigen Huͤtten die truckenen Roͤſte mit den naſſen Die Stuff, und in, zum roͤſten oder brennen verſetet, aber im Quart. Cruc. 1700, hat der Huͤtten⸗uaſſen Aüſſe dle reuter, Borkenſtein, eine Probe angeſtellet, ob die Stuffroͤſte allein mit Nutzen einſeitigen Hüt⸗ nda zu roͤſten waͤren, und da er es vortheilhaft befunden: So werden von der Zeit an ten beſonders ge⸗ am ein jede Sorte der Röſte, als die truckenen und naſſen, allein geröſtet, und erſt ſier trud zum ſchmelzen mit einander nach Gutbefinden verſetzet.() jih Das Roͤſten, wozu auf der Wildemaͤnner Huͤtte zum erſtenmal Anno 1532. Das Röͤſien ge⸗ 300 Malter Röſtholz berechnet worden, da man vor dieſem Jahre noch keinen lhahawſanas in Schlieg in die Huͤtte geliefert hatte, iſt anfaͤnglich bis 1581. oder 82. in offenen din Oefen geſchehen, und beſchreibet ſolches Haͤcke alſo:„Wenn die Schliege vor die rm„Roöſtoͤfen gebracht, und der Roſtſchuͤtter den gewogenen zu ſich genommen, die ner„ Schliegprobe davon behalten, ſo werden vom Roſtſchuͤtter 4 Malter Röͤſtholz cene„in einen Ofen gelegt, drey Maaß Kollen darauf geſtuͤrzet, ſchuͤttet alsdenn den „ Schlieg etwa einer Hand hoch, zuweilen ein wenig dicker oder duͤnner darauf, 1b„ ſtecket darnach mit Kollen das Holz an, laͤßt es zuſammen nieder und ausbren⸗ on„ nen. Wenn er nun zum erſtenmal gebrannt, richtet er alsbald dabey einen andern rden„ Ofen zu, legt ebenermaßen wie zuvor Holz ein, ſchuͤttet Kollen und den Roſt vſter„ darauf, das heißt alsdenn gewendet, feuret Holz und Kollen an, und laͤſſet es dut„ ausbrennen, ſo hat der Roſt ſeinen Beſcheid. Wo nun die Schliege alſo wohl fd„geröſtet und gebrannt werden, ſo laſſen ſie ſich im Schmelzen wohl arbeiten, br„ und geben ihre Werke und Bley. Da man aber Holz und Kollen entzeucht, ric 3 b 1„„ bleiben 6 0) Der Herr von Juſti hält dafür, daß die Stufferzſchliege nicht wie die naſſen Schliege mit H Flammenfeuer geröſtet und gebrannt werden müſſen. S. die lezte Abh. im erſten Theil ſeiner b ſger chymiſchen Schriften. II. Theil. Mm 138 II. Th. VI. Cap. 2. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln/ „bleiben die Roͤſte rohe, wie geſchehen iſt, da man etlich Holz entzogen, und Rei „ſßig darauf vor Kollen genommen, ſolches aber aus guter Meinung, damit einen „ Vortheil zu ſchaffen, und des Holzes und Kollen in etwas zu erſparen, aber „ daruͤber ſind die Roͤſte rohe geblieben, darum, weil ſie ſtreng und unartig, und „man damit nicht forkommen können, hat man zum ſchmelzen auch mehr Kollen, „ denn ſonſten, nehmen und haben muͤſſen, zudem es auch an Werk und Silber „ gemangelt, daß man nicht ſo viel als zuvor daraus bringen und machen koͤnnen, „daß denn die Gewerken doppelten Schaden gehabt haben. Derowegen, weil „ es ſich nicht arten wollen, hat man es wieder abgeſchaffet, und die vorige Art „ beybehalten, die Schlacken aber ſind reich geblieben, und haben zum Vorſchlage „ wiederum nuͤtzlich gebraucht werden koͤnnen. Iſt derowegen am roͤſten nicht „ wenig gelegen. Denn wohl geroͤſtet iſt das beſe ſo kann man in den Schmel⸗ „zen damit fortkommen, und was drinnen iſt, deſto beſſer ausbringen.„ Hierauf faͤhret er fort:„Es iſt vor anderthalb Jahren(von 1583. zuruͤck) „erdacht und verſuchet worden mit einem Roͤſt⸗oder Brennofen, welcher auf die „ Art eines Treibofens zugerichtet geweſen, allein daß man kein Geblaͤſe dazu ge⸗ „ habt, worinn man mit drey Malter Holz einen Roſt gahr machen koͤnnen, wo⸗ „ mit man denn ein großes am Holze erſparet. Zudem iſt es in allen zutraͤglich „ geweſen, daß es auch von allen Schmelzern dieſes Orts gelobet. Denn, wenn „die Roͤſte geſchmolzen, hat man mehr Werk und Silber, als vormals nicht ge⸗ „ ſchehen, daraus bringen und machen koͤnnen, giebt auch nicht ſo viel Stein, und „ bleibet auch nicht ſo viel in den Schlacken, ſondern ſie koͤnnen beynahe alles, was „ drinnen iſt/ ausbringen, welches denen Gewerken ſehr zutraͤglich. Aber es ge⸗ „ hoͤret große Arbeit und Fleiß dazu, damit die Roͤſte recht gewandt und gahr ge⸗ „ macht, daß ſie wie ein Schaum und Pech ſeyn, ehe ſie ausgezogen werden. Wo „ man aber die Arbeit im wenden und ruͤhren ſparet, ſo laſſen ſie ſich auch im „ Schmelzen nicht ſo wohl regieren und arbeiten.„, Und ſo haben in dieſer Zeit die jetzigen Oberharzſchen Brennoͤfen ihren erſten Urſprung genommen, ſie ſind jedoch etwas anders, als beym erſten Verſuch, vorgerichtet. §. 9. Beſchrabun Ein Oberharzſcher Brennofen findet ſich in des beruͤhmten Zehntners, Chri⸗ fnes earhan ſtoph Andreas Schluͤter, gruͤndlichem Unterricht von Huͤttenwerken Nro. XIV. ofens. gezeichnet, darauf ich den Leſer allhier verweiſen köͤnnte, weil deſſen Zeichnung mit der innerlichen und auſſerlichen Einrichtung der hieſigen Brennoͤfen uͤbereinkommt. Weil aber ſolches Buch wol nicht in den Haͤnden aller derjenigen ſeyn moͤchte, welche dieſes zu leſen bekommen: So habe aus demſelben einen hieſigen Brennofen, wie auch alle uͤbrige in der 3, 4 und 5ten Abtheilung, durch meinen Sohn accurat copiiren laſſen, und hier beygefuͤget, damit alles beyſammen ſey. Herrn Schluͤ⸗ ters Erklaͤrung des Kupfers, das einen Oberharzſchen Brennofen vorſtellet, iſt folgende: A. Der untere Grund. Num. I1. Das Fundament vom Mauerwerk. 2. Die Abzucht. B. Das obere Theil des Heerds. Num. I. Das Mauerwerk, worinn der Heerd gefaſſet. 2. Der Grund von der Haube. 3. Der Heerd. 4. Die Feuerſtelle. Tab. XVII. 5. Mund⸗ welche den Bergbau befoͤrdern. 139 5. Mundloth, wodurch der Ofen beſtuͤrzet, und der Roſt geruͤh⸗ ret wird. 6. Ein Luftloch wegen des Feuerbrennens. C. Die hintere Seite vom Brennofen. Num. I. Das Fundament und Mauerwerk, worinn der Ofen gefaſſet. 2. Die Vordermauer. 3. Der Ausgang von der Abzucht. 4. Das Hintertheil von der Haube. 5. Ein Luftloch. D. Die Vorderſeite. Num. I. Die Vordermauer. 2. Mauerwerk in der Erde. 3. Die Abzucht. 4. Der Bogen, oder Gewoͤlbe von der Haube. 5. Eine Platte von Eiſen. 6. Mundloch mit einer eiſernen Thuͤr. 7. Rauchfang, ſo unter einer eiſernen Platte gefaſſet iſt. 8. Zween Krackſteine, worauf die eiſerne Platte ruhet. E. Der Durchſchnitt in die Laͤnge. Num. 1. Das Fundament und Mauerwerk, worinn der Ofen gefaſſet. 2. Die Abzucht, ſo in der Erde lieget. 3. Die Haube. 4. Der Heerd, wovon die Steine in Sand geſetzet. 5. Das Luftloch. 6. Die Hoͤhe von dem inwendigen Ofen. 7. Der Rauchfang. 3. Ein Krackſtein, worauf die Platte vor dem Rauchfange ruhet. 9. Eiſerne Platte vor dem Rauchfang. 10. Der Feuerheerd. F. Perſpectiviſch. Num. I. Die Vordermauer. 2. Mauerwerk in der Erde.— 3. Das Fundament und Mauerwerk, worinn die Haube gefaſſet. 4. Die Haube vom Brennofen. 5. Ausgaͤnge von den Abzuͤchten. 6. Der Bogen, oder Gewoͤlbe von der Haube. 7. Eiſerne Platte. 8. Mundloch mit einer eiſernen Thuͤr. 9. Eiſerne Platte vor dem Rauchfange. 10. Ausgang vom Rauchloche. IO. Das Mauerwerk an einem Brennofen ſowol als allen uͤbrigen iſt vor weni⸗ gen Jahren in den Communionhuͤtten auf des Bergamts Verordnung abgemeſſen worden. Die mir davon communicirte Maaßen habe ich von dem hieſigen Huͤt⸗ tenmauermeiſter durchſehen, und den etwannigen Unterſchied in hieſiger Altenauer Huͤtte dabey anzeigen laſſen, der hier bey dem Brennofen, und allen uͤbrigen in der fol⸗ genden 3, 4 und 5ten Abtheilung, angefuͤhret wird. Die Brandmauer iſt von Stein⸗ pflaſter 18 Fuß hoch, 17 Fuß breit, und 4 Fuß dick. Der Bogen vom Stein⸗ pflaſter, worinn das mit einer Zunge in ſchaͤrfern Ziehen des Rauchs verſehene m 2 Gewoͤlbe Mauerwerks an dem Brennoſen. Wie viel Holz auf 2 Röſte ge rechnet und wi es gemeſſen wird. Tab. XVII. 140 II. Th. VI. Cap. 2. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln/ Gewoͤlbe und Schornſtein gefangen wird, iſt 8 Fuß hoch, und 8 Fuß breit. Das Schornſteingewoͤlbe iſt 44 Fuß hoch, und 2 Fuß breit. In hieſiger Huͤtte ſind zween Schornſteine, einer zu 4, und einer zu 3 Oefen. Der zu 4 Oefen ſtehet recht in derſelben Mitte. Von beyden Seiten gehet der Rauch durch das Ge⸗ woͤlbe in die Schornſteine. Weil nun der Rauch in den Gewoͤlben vieles fallen laͤſſet, und ſolche daher, wenn der Rauch wieder zuruͤck in die Huͤtte gehet, gerei⸗ niget werden muͤſſen: So iſt auf jeder Seite des Schornſteins vorne in der Mauer ein gewoͤlbtes Loch, etwa 3 Fuß hoch, und 2 Fuß breit, dadurch ein Mann, vermittelſt angeſezter Fahrt, kriechen, und ſolche reinigen kann; da dann das darinn befindliche vor die Oefen niederfaͤllt. Auſſer dieſem Gebrauch iſt das Loch mit ge⸗ brannten Steinen zugemauert. Das Rauchfangloch iſt 2 Fuß breit, 22 Fuß lang. Die Hintermauer iſt 4 Fuß dick. Der gewölbte Fuß iſt hinten nach dem Stein⸗ pflaſter 4 Fuß hoch. Die Brand⸗und Hintermauer ſtehet 18 Fuß von einander. Die Abzucht vom Steinpflaſter lieget 2 Fuß tief in der Erde, und gehet zwey Fuß uͤber dem Steinpflaſter wieder aus. Die Haupt⸗ und Creutzabzucht iſt 6 Zoll hoch und breit. In hieſiger neugebaueten Brennhuͤtte gehet die Abzucht unter den Heerden vorn vor den Ofen in der ganzen Huͤtte her, und an den beyden Haupt⸗ mauern zur Huͤtte aus. Die Heerdabzucht iſt 6 Zoll hoch und breit, und gehen vom Feuerheerd aus. Das Heerdblech lieget vom Stein flaſter 2 Fuß⸗ 2 Zoll. er Brennheerd hat 2 Fuß Schuß, iſt 12 Fuß breit, und onſt 20, hier aber nur 19 Fuß lang, als 6 Fuß zum Feuerheerd, und 13 Fuß(auf einigen andern Huͤt⸗ ten 14 Fuß) zum Schliegheerd. Vorn in den Unterlagen iſt der Heerd 24 Fuß breit. Das Gewölbe iſt 34 Fuß in der Mitte, und 2 Fuß, 8 Zoll hinter der Brandmauer hoch. Im Mauerwerk iſt das Gewölbe 2 Fuß dick, das Lihird iſt 2 Fuß 2 Zoll hoch, und 3 Fuß breit. Das Rauchloch im Fangblech iſ 4 Fuß lang, und 2 Fuß breit. Das Fangblech lieget vom Heerdblech 34 Fuß. §. 11. Das Roͤſten geſchiehet mit Tannen Malterholz; Anno 1674. ward verord⸗ net, daß auf der Clausthaler und Altenauer Huͤtte auf 2 Roͤſte 16 Malter, und Anno 1703. daß auf 2 After⸗und Schlammroͤſte 24 Malter berechnet werden ſollten. Ein Malter Röſtholz iſt 2 Fuß 4 Zoll breit, 3 Juß 6 Zoll hoch, und 3 Fuß 6 Zoll lang. Auf jeden einſpaͤnnigen Karrn werden zwey Malter gerech⸗ net, und werden ſolche, wenn die Karren, oder des Winters die Schlitten, nicht voll genug geladen zu ſeyn ſcheinen, von dem Holzmalter(der die in der Woche angefahrnen Karren oder Schlitten mit den Fuhrleuten aufſchreibet, und an den Oberforſter zur Löhnung einſendet) in dem auf dem Röſtholzplatze bey der Huͤtte ſtehenden Malterbock nachgemeſſen, den Fuhrleuten aber wird, bey befundenem Mangel, ſo viel als fehlet, am Lohne abgezogen. Der Malterbock, oder Malterbank J. iſt ein ablanges Viereck, von zwo Schwellen a a. und zween 2 Fuß langen Riegeln b b. Auf jeder Schwelle ſte⸗ hen winkelrecht zwo 32 Zoll hohe vierkantige Saͤulen oder Bocke, fuͤr zwey Mal⸗ ter 5 Fuß oder 60 Zoll von einander; und ſo iſt der Malterbock fuͤr 2 Malter 60 Zoll lang, und 32 Zoll hoch, nicht aber nach dem gewoͤhnlichen Bergfuß/ ſon⸗ dern nach dem etwas laͤngern Clausthaler Stadtfuß. Dieſe 32 Zoll Hoͤhe ſind von unten auf in ꝛ abgetheilet. Erſtlich in 2, oder 16 Zoll, als die Haͤlfte fuͤr 1 Malter; ferner in 3 oder 24 Zoll fuͤr 1½ Malter; das vierte und obere Achtel hingegen iſt wieder nach der Haͤlfte in zweymal A Zoll getheilet, da 28 Zoll fuͤr 14 Malter ſind. Die Theile ſind mit einem Sageſchnitt und Rothkreite von un t 2 e aulg Otein⸗ gader. ch olhech ter da Haup gehen 2 ol ber nu n Hd M 2 d ter de Fürloch ec jſt wwelche den Bergbau befoͤrdern. 141 ten auf gezeichnet, als 16, 24, 28. Die lezten 4 Zoll endigen ſich mit der Hoͤhe von 2 Malter. 5 Da aber auch wol die Holzhauer bey guter Schlittenbahn, da ſie zur Win⸗ terszeit keine Arbeit im Holze haben, auf den Handſchlitten Roͤſteholz auf die Huͤtte fahren, darauf keine 2 volle Malter koͤnnen geladen werden: So ſind noch zween Malterboͤcke, einer fuͤr 1½ Malter, und einer fuͤr I Malter gemacht. Die Boͤcke ſtehen fuͤr 14 Malter 45, und fuͤr 1 Malter 30 Zoll von einander. Die Abthei⸗ lung an den 32 Zoll hohen Bocken ſtehet, von unten an, eben wie an denen fuͤr 2 Malter. In dieſen Malterboͤcken wird das Holz ſo dichte, als es nur liegen kann in einander geleget. Wie nun der Mangel an 2, 1 ½, 1, und 1 Malter na dieſer Abtheilung gefunden wird, darnach wird am Fuhrlohn abgezogen.. In dieſer Forme ſind die Malterbocke der auf Clausthaler und Altenauer Huͤtte erſt Anno 1750. im Quart. Remin. gemacht worden, wie auf der St. Andreasberger Huͤtte ſchon vor einigen Jahren geſchehen war. Vorher ſtunden die 4 Böcke auf den Schwellen dohnlaͤgig/ oder ſchraͤg/ inwendig nach einem ſtumpfen, und auswendig ſpi⸗ tzen Winkel; wurde das Holz darinn ſo kuͤnſtlich, wie es die Holzhauer im Walde maltern, nachgemaltert, und davon angefuͤllet, ſo paßirten die Malter fuͤr voll; wurde es hingegen dichter in einander geleget, ſo feh lte oft, zur Verkuͤrzung der Huͤtte, vieles daran, indem die Fuhrleute von großen Stöſſen im Walde nach Gutduͤnken aufladen. Um nun dieſen veraͤnderten Malterboͤcken die obgenannten Maaßen zu geben, wurden Huͤtten⸗und Forſtbediente, Holzhauer und Fuhrleute, zu Rathe gezogen.. §. 12. De Hauben der Brennoͤfen ſind auf des Huͤttenreuters/ Borkenſtein, Vor⸗ Dur 3 nie rigen Hauben worden; wodurch nicht nur ein großer Röſtholzdefeet erſetzet, ſondern auch ein 1eiſeigen. großer Ueberſchuß gemacht, und auf 12 Roͤſte 16 Malter eruͤbriget worden. An⸗ Beenniſe 6 1 9* ſchlag im Quart. Crucis 1699. zur Erſparung vielen Roͤſtholzes niedriger gemacht no 1729. ſind vor die Brennofen hier und zum Clausthal Thuͤren von ſtarkem Eiſenblech gemacht worden, wie ſchon zuvor in den Communionhuͤtten geweſen, wodurch das Vorlegholz geſparet wird, das man zur Erhaltung der Waͤrme in den Ofen, wann die Feurung ausgegangen, der Roſt ausgezogen, und wieder Schlieg hinein geſtuͤrzet wird, vor das Ofenloch hinlegen muͤſſen, ſo, daß von der Zeit an nur 14 Malter auf 2 Roͤſte berechnet werden. Auf der Clausthaler Huͤtte wer⸗ denſene jaͤhrlich ohngefehr 20000. und auf der Altenauer Huͤtte 16000. Malter conſumixet.— b 9§. 13. Unter dem Abwaͤgen des Schliegs werden von dem Brennermeiſter von je, Von den dem Centner einer jeden Sorte 2 bis 3 Proben genommen. Wenn 2 Roͤſte ab, Schliegproben. gewogen ſind: So werden ſolche Proben unter einander geruͤhret und getrocknet. Die Proben von dem Stuffſchlieg werden von dem Schliegwaͤger durch ein haͤren Sieb geſichtet, weil er nicht ſo klein und zart als der naſſe Schlieg iſt; dasjenige, welches nicht durchfaͤllet, wird auf einem beſondern runden und etwas tiefen Rei⸗ beblech mit dem Hammer gerieben und wieder durchgeſichtet. Beyderley Sorten, als der naſſe und trockne Schlieg, werden in einen Trog gethan; von jeder Sorte fuͤllet der Schliegwaͤger eine Buͤchſe, und ſtellet ſie dem Brennermeiſter zu, der die Grube, Sorte und Centnerzahl des Schliegs daran ſchreibet, und ſie dem Huͤt⸗ tenwaͤchter in die Huͤttenmeiſterſtube liefert, der mit einem kleinen eiſernen Loͤffel den Schlieg in den Buͤchſen umruͤhret; aus dieſer Buͤchſe probiret der Huͤtten⸗ ſchreiber, und der Huͤttenwaͤchter fuͤllet daraus 3 kleine Buͤchſen, zeichnet und ver⸗ II. Theil. Nn ſiegelt ———ÿ————A—— J— ¹.. 4 — 2 85 ₰ 3 7—* 1 3— 9. 142 II. Th. VI. Cap. 2. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, ſegel dieſelbe, davon die eine der Bergprobirer, die andere der Berggegenprobirer, eyde zum probiren, die dritte aber der Puchſchreiber bekoͤmmt, um aus dieſer drit⸗ ten Buchſe die Probe nochmals machen zu koͤnnen, wenn bey dem Probiren etwas ſonderliches vorfaͤllet, und die drey Probirer gar zu unterſchieden im Angeben des Gehalts ſind. Was nun die Probirer nach verjuͤngtem Gewichte an Gehalt an⸗ geben, das muͤſſen die Huͤttenmeiſter an Silber verſchaffen. Im vorigen Seculo ſt eine jede Schliegprobe df den einſeitigen Bergſtaͤdten nur von dem Huͤttenſchreiber und Bergprobirer probiret worden; wenn beyde Proben uͤberein getroffen, ſo wurde es fuͤr den wahren Gehalt angenommen; wo nicht, ſo ſollte, nach der im Quart. Luciä 1685. ergangenen Verordnung, ein jeder ſeine Probe noch einmal unterſuchen, und wo ſie alsdenn no mals diffe⸗ rirten, ſo ſollte die Unterſuchung durch einen dritten geſchehen. Dieſer dritte ſollte einer von den Huͤttenſchreibern ſeyn; der Clausthalſche ſollte die Altenau⸗ ſchen, und der Altenauſche die Clausthalſchen Proben unterſuchen, und die Probe, mit der dieſer dritte uͤberein käͤme, ſollte fuͤr die Schiedsprobe angenommen werden. Wenn aber auch der dritte noch einen dritten Gehalt angeben wuͤrde, ſo ſollten alle drey Proben addiret, mit 3 dividiret, und alſo der dadurch angegebene Gehalt fuͤr die Schiedsprobe vom Bergamt angenommen werden. 1e 8 §. 14. kedi Welerederar Im Quart. Cruris 1686. ward fuͤr das ſicherſte gehalten, daß die discre⸗ bangenreffend. panten Proben nicht von einem Huͤttenſchreiber, ſondern durch jemand anders ge⸗ macht wuͤrden; und im Quart. Crueis 1688. ward dem Huͤtteninſpector, Carol Zumben, anbefohlen, die Schiedsproben zu machen, auch im Quart, Trin. 1693. verordnet, daß gemeldter Huͤtteninſpertor, der bishero nur die Schiedsprobe ge⸗ macht, wenn die zween Probirer nicht uͤberein getroffen, an ſelbigem Tage, da die uttenſchreiber und der Bergprobirer probiren, auch zugleich alle Proben machen ſollte; worauf denn ſolchergeſtallt das Examen anzuſtellen ſey, daß die Probe, wenn ſie alle 3 different waͤren, durch Diviſion mit 3. auf einen gewiſſen Gehalt geſetzet wuͤrde. Im uͤbrigen aber ſelt⸗ es dabey bleiben, daß wenn zween uͤberein treffen, es bey ſolchem Gehalt gelaſſen werden, und der dritte dabey in keinen Be⸗ tracht kommen ſollte. 1 J.n Damit aber alle drey Probirer möglichſten Fleiß anwenden moͤchten, ſo wurde am 11. Dec. 1697. verordnet, daß derjenige Probirer, welcher 2 Loth ver⸗ fehlet, 9 Mgr. fuͤr 1 Loth 18. und fuͤr 1 Loth 27 Maten taſr erlegen, und die Probe auf deſſen Koſten, an welchem das Verſehen gelegen, nochmals gemacht wer⸗ den ſollte. In eben dieſem Monat, am 31. Dec. wurde verordnet, daß die Pro⸗ be des dritten, oder Schiedsprobirers, voll gelten, und nicht, wie ſonſten, wenn der dritte der höchſte im Angeben geweſen, alsdenn der geringſte Gehalt gelten ſoll⸗ te. Jetzo aber wird wiederum bey dem unterſchiedenen Angeben des Gehalts von den drey Probirern, derjenige Gehalt, worinn zwoen uͤbereintreffen, angenommen, und wenn ſie alle drey verſchiedenen Gehalt angeben, die Schiedsprobe durch das dividiren mit 3 gemacht, oder es werden die Proben von dem Guardein unterſu⸗ chet. Der von Anno 1693. zum dritten Probirer angenommene heißt der Berg⸗ gegenprobirer. „ CS. 15. 4 Mu. webi. Der Centner Schlieg wird, wie vorhin angeführet worden, auf den drey ein⸗ ner Schlieg auf ſeitigen Huͤtten zu 123. Pfund abgewogen, vermöge einer Verordnung aus Han⸗ den verſchiede, nover vom 23. Oct. 1680. daß auf beyden, als den Clausthaler und Altenauer nen Hütren pro⸗ Huͤtten, der Schliegcentner auf 123 Pfund adjuſtiret, und auf 118 Pn welche den Bergbau befoͤrdern. 1E Ji a43 probiret werden ſolle; und ſo iſt die Probirung nur zu 118 Pfund geſchehen. Es ward aber in eben dieſem Jahre im Decembr. verordnet, daß auf 120 Pfund pro⸗ biret werden ſolle, welches denn auch bis 1688. geſchehen, da man dafur gehalten, daß die zur Probirung zugelegten 2 Pfund nichts thun koͤnnten, und auch der Berg⸗ ehtte befunden, daß zwiſchen 118 und 120. Pfund Probirung kein Unter⸗ ied ſey.—. ſh Es hat aber der Huͤttenreuter, Borkenſtein, als zu der Zeit Clausthalſcher Huͤttenmeiſter, Anno 1692. wieder angetragen, man ſolle auf jeder Hüͤtte zu 120 Pfund probiren laſſen, womit auch im Quartal Reminiſcere 1693. der Anfang gemacht worden. Im Quart. Reminiſc. 1694. hat er auf das voͤllige Gewichte, als zu 123 Pfund, auf der Clausthaler Huͤtte probiren laſſen, und darnach die Silber verſchaffet, welches auch gleich darauf in eben dieſem Quartal auf der Al⸗ tenauer Huͤtte geſchehen. Als ſich nun durch ſeinen angewandten Fleiß gezeiget, daß die Silber bey ſolcher Probirung erfolgen koͤnnen: So iſt in dem folgenden Quart. Trinitat. auch auf der Andreasberger Huͤtte, auf 123 Pfund zu probiren, anbefohlen worden. Dieſe Probirung hat, gleichwie die wegen der Naͤſſe weniger abgezogene 1 und 2 Centner Schlieg, alle Quartal einige Mark Silber Ueberſchuß ge⸗ tragen. In ſeinem Anno 1716.(in welchem Jahre er im Herbſt geſtorben,) ge⸗ machten ſummariſchen und ſpecialen Extracte, hat er gezeiget, daß die der Probi⸗ rung zugelegten 5 Pfund in 20 Jahren, auf allen drey Huͤtten 27900 Mark und 10¾ Loth Silber Ueberſchuß gethan, immaſſen dieſe auf jeden 123 pfuͤndigen Cent⸗ ner bey der Probirung zugelegten 5 Pfund an jeden zwey Roͤſten, wenn man dieſe nur zu 61 Centnern rechnet, 2 Centner 50 Pfund betragen. In der Communion wird der Centner Schlieg zu 118 Pfund abgewogen, und auf 114 Pfund probiret, dagegen man an den Stuffroͤſten keine Naͤſſe ab⸗ ziehet. Im Lautenthale aber wird von ſaͤmmtlichen Gruben, vermoͤge eines Pri⸗ vilegii, der Centner Schlieg zum probiren, zu 120 Pfund eingewogen, und alſo 2 Pfund höher probiret, als er abgewogen iſt. Es erfolgen aber auch daher oͤf⸗ ters Defecte an Silber.. 1se Dritte Abtheilung. Von der Schmelzhuͤtte, und dem, was dahin gehoͤret. §. I. 5 Sin die Schliege geroͤſtet oder gebrennet, ſo werden die Roͤſte von zween DasSchmelzen dazu beſtelltn Roſtlaufern mit einem Karren in die Schmelzhuͤtte gelaufen, var in den er⸗ um ſolche zu Werk zu ſchmelzen, auch die Schlacken davon abzuſondern, und wird ſchleht beſchaf⸗ ein Roſt in einer Schicht von dem Schmelzer und Vorlaͤufer durchgeſetzet. Wie fen, man hat es es um das Schmelzen in den erſten Zeiten nach der leztern Wiederaufnahme des zber mitderget Bergwerks teſäuſ geweſen, berichtet uns Haͤcke. Denn, nachdem er angefuͤhret, daß niemand wiſſe, wie der alte Mann auf den Oberbergwerken ſeine xn geſchmolzen und zu gute gemacht, ſo ſchreibet er:„Die unſern im An⸗ „ fange des Bergwerks, und in dieſer leztern Aufnahme haben nicht allein große „ Müuͤhe und Arbeit gehabt, wie man die Erze recht puchen moͤchte, ſondern auch „ fuͤrnehmlich im ſchmelzen; und haben erſtlich am Markte, da jetzo das Rathhaus „ ſtehet, einen Windofen gehabt, in dem haben ſie ſich unterſtanden, die Erze zu gute „ zu machen, ſind aber ſehr ebentheurlich damit betrogen. Denn ſie haben die „ Oefen nicht recht abgewaͤrmet, dervwegen es heftig heraus und um ſich geſchla⸗ „ gen. Zudem haben ſie mit Holz Leſchranihe und viel Eiſen fuͤrgeſchlagen/ f 41 n 2 99 je ——— 5 5— 8. 62— n ——ͤͤ ſſ“—— 144 II. Th. VI. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, „ſie den Schlieg(Roſt) zum Fluß bringen koͤnnen. Wenn ſie denn lange ge⸗ „ ſchmolzen, haben ſie es in einen Koͤnig getrieben, und iſt eitel Sudeley und „ Schmierwerk geweſen, und habens doch auf die Unkoſten nicht bringen koͤnnen, „ bis endlich GOtt andere Leute gegeben, die die Sachen beſſer verſtanden, die „ Erze zu gute gemacht, und die Sülber daraus gebracht haben., Das Schmel⸗ zen iſt Anno 1533. angefangen worden, in welchem Jahre die erſten Kohlen, und zwar 3075 Maaß, in den folgenden Jahren aber in mehrerer Quantitaͤt berech⸗ net worden ſind. 4. §. 2. Hicent daih Mit dieſer Leute Art zu ſchmelzen, und mit den dazu vorgerichteten Oefen, zu die Schmelzoͤfen im Grunde uͤberein. Sein Bericht davon iſt folgender:„Wenn vaſerer Zeitiind man allhier bey uns auf dem Oberbergwerk einen Schmelzofen zurichten will, Bfen und eiſerne, raͤumet man erſtlich den Grund zur Hauptmauer/ und wo ein Ofen hinkommen Formen ſtatt der, ſoll, muß man laſſen einen Abzug durch die Hauptmauer gehen. Fuͤr den Ofen kupfernen einge,, kommen die Abzuchten zuſammen, und machen ein Kreutz, und wird ein Soll⸗ welches beydes Haͤcke darauf beſchreibet, kömmt das heutige Schmelzen, wie auch „ ſtein darauf geleget von Schiefer, welches fleißig verwahret wird. Mitten im Ofen liegt die Form, wie hoch und wie weit, das hat der Schmelzer in ſeinen „Haͤnden; und da richtet man zu auf die krumme Arbeit, oder auf die Stichar⸗ „beit. Stichoͤfen ſind forne platt, und wird der Heerd in die Erde gemacht, „Krummoͤfen aber haben vorne hohe Heerde. „ Hölzelarbeit iſt beynahe mit der krummen Arbeit gleich, und habens die „ Schmelzer zu verwandeln. Auf Hoͤlzelarbeit leget man ſich ein, auf die krumme „ Arbeit ſchneidet man lange Sporen hinter in den Ofen. Wenn die Spor ge⸗ „ſchnitten ſeyn, ſo ſetzet man ein Feuer drauf, und waͤrmets ab, ſo laͤßt man „ darnach an, was man fuͤr Arbeit druͤber haben will, Bleyerz,⸗ rohe Arbeit, oder „Kupfererz iſt faſt eins. Weil aber gleichwol die Erze mancherley ſind, ſo „ muͤſſen die Schmelzer den Unterſchied der Arbeit zu treffen wiſſen, auch darnach „ die Erze reich ſind, weiß der Schmelzer darnach zul ſtechen. Bey dem Hoͤlzel „ ofen da muß man Stichöfen haben, da ſticht man aus einem Heerd in den an⸗ „ dern, wie allhier aufn Oberbergwerk im Gebrauch iſt, und geſchmelzet wird. „ Zu einer Schicht zu ſchmelzen nimmt man auf einen Roſt 30 Centner geroſt „ oder gebrannten Schlieg, daran hat man zu arbeiten, wenn ſchs wohl regieren „ laͤßt, 8 oder 9 Stunden, da es aber wild und unartig iſt, muß man wol 18 „ Stunden druͤber zubringen. Zu einem Schmelzen ſetzet man zu, oder ſchlaͤgt fuͤr 14 und wol 2 Centner Heerd, und ½ Centner Eiſen, dadurch werden die 22 „Erze deſto fluͤßiger und die Sülber reichlicher folgen. So oft nun der Schmel⸗ „zer ſticht, ſo oft nimmt er eine Stichprobe davon, merket die, welches die erſte, „„ andere oder dritte ſey, und ſtellet die dem Huͤttenſchreiber zu, der darnach Serb „ ret, ob ſie auch recht ausgebracht haben. Mangelt es, ſo muͤſſen ſie die Schla⸗ „ cken noch einmal oder zwey durchſetzen, oder es muß ſeyn in den Ofenbruͤchen. „Wenns nun einmal herdurch, ſo muſſen die Schlacken noch einmal herdurch „, geſezt werden, wenn das geſchehen, ſo ſtoßt er wieder aus, und bringet einer jeg⸗ „ lichen Gewerkſchaft das ihre an einen gewiſſen Ort. Desgleichen die Ofen⸗ „ bruͤche bringet man auch an einen gewiſſen Ort, und werden zu dem andern „Schmelzen wieder zugeſetzet und gebraucht.“ „Den Stein aber ſammlet man auf, haͤlt er Kupfer, ſo thut man ihn erſt⸗ „lich brennen, und muß man ihm Feuer geben, und nimmt man denn erſtlich das „ Bley, darnach thut man ihn nauſſen, und brennet ihn wiederum, bis daß 4 3 27 ge g und inne, 1, de chme⸗ „un erech⸗ efen, uch Ann tdl Mmnh 1Ofen Sol en in ſeinen geroi pol I welche den Bergbau befoͤrdern. 145 „Kupfer wird. Darnach ſchmelzet man den zu ſchwarzen Kupfer. Hat er aber „ Silber, ſo bringet man ihn uff M. G. Fuͤrſten und Herrn Seigerhuͤtte, und „ wird geſeigert. Hat er aber kein Silber, ſo macht man das Kupfer alſobald „ gahr. Es muß aber der Meiſter im ſeigern ſonderlich Achtung haben, und „ wiſſen, ob die ſchwarzen Kupfer weich, ſchmeidig oder unſchmeidig ſind, und dar⸗ „ nach muß er wiſſen die Feuer zu richten, fuͤrnemlich auch mit Kuͤnſtock, welches „ ſind die Zuſchlaͤge mit der Schwer an Bley, dadurch man dem Kupfer die Sil⸗ 4 fi nehmen Ha Giebt er nun nicht die rechte Bley, oder giebt zu viel: Sy „ iſt das ſchmelzen umſonſt, und iſt die Unkoſtung vergeblich darauf gewandt. „ Wer aber wiſſen will, wie es mit den Zuſchlaͤgen in den Seigerhuͤtten uff aller⸗ „ ley Kupfer gehalten wird, der leſe Lazarum Ercknern lib. 3. fol. 101. der gruͤnd⸗ „ lich und eigentlich davon geſchrieben, und ſolche Kunſt(die man ſonſten heimlich „ und verborgen gehabt) dem, der ſonſten von andern ſolche zu kaufen oder zu „ lernen im Vermugen nicht gehaht, zu gut mitgetheilet und an den Tag gegeben „» hat, auch beſiehe hievon Agricolam lib. II. „ Dieſe Schlacken behalten noch Bley und Silber, und kann nicht alles ſo „ gar rein daraus gebracht werden. Derohalben ſie fuͤr Zuſchlaͤge zu den Gos⸗ „ larſchen oder Rammelsbergſchen Erzen genommen werden, welches ſich davon „ deſto beſſer arbeiten laͤßt, und weil es heißgratig iſt, ſind ſolche Schlacken in ih⸗ „ rem ſchmelzen ſonderlich nutz und zutraͤglich. Zuweilen werden die Rammels⸗ „ bergſchen Schlacken auch wiederum zu dieſen Erzen zugeſetzet und gebrauchet. „Man hat es aber bey dieſer Art ſchmelzen nicht bleiben laſſen, ſondern auch „ander Art verſuchet und fuͤrgenommen in Meynung, beyde dem Landesfuͤrſten und „ gemeinen Gewerken beſſern Nutz und Frommen damit zu ſchaffen, und haben im „ Schmelzen das Werk geriſſen, aber das hat nicht angehen wollen, und iſt den „ Gewerken zu großen Schaden gegangen. Denn wenn man das Bley abkuͤh⸗ „„ lete, und fuͤrnehmlich, wenn der Heerd nicht recht war abgewaͤrmet, ſo ſchlug es „ heftig um ſich, daß niemand beynahe dabey bleiben koͤnnen, wie ich denn ſelbſt „ dieſer Arbeit zugeſehen, und begierig war, zu erfahren, wie es damit zugienge, „) trug ſh eben zu, daß es von ſich ſelbſt, ehe der Heerd abgewaͤrmet, durchbrach, „ und ſchlug dermaſſen um ſich, daß ich nicht anderſt gedachte, es wuͤrde die Huͤtte „ dadurch gefeuret und angezuͤndet worden ſeyn. In dem Umſchlagen verkam „das Werk, daß niemand wuſte, wo es bliebe, man kehrte wol wieder zuſammen, „ aber es war umſonſt, man konnte es nicht wieder bekommen; und weil man kein „ Eiſen vorſchlug, verzettelte ſich as Werk, daß mans nicht alle konnte daraus „ bringen, und blieb mehr in den Schlacken denn ſonſten, eben wie dazumal, da „ man zu den Roſten nicht das volle Holz gehabt. Zudem war auch dieſe Arbeit „ nicht fuͤr die Schmelzer, denn ſie großen Stank wegen des Bleyrauchs einneh⸗ „ men muſten. Aber was thut nicht ein Ding unverſucht? Als man aber keinen „ Frommen dabey empfunde, gieng es bald wieder zuruͤcke, und ward abgeſchaffet., Hieraus iſt alſo abzunehmen, daß die heutigen Schmelzoͤfen und Schmelzar⸗ beit nicht lange nach wieder aufgenommenen Bergwerk eingefuͤhret worden, da man ſchon Anno 1533. Kohlen zum Schmelzen berechnet, anfaͤnglich aber mit Holz im Windofen geſchmolzen hat; daß aber auch mit der Zeit beydes etwas ver⸗ aͤndert und verbeſſert worden, wie denn im Dec. 1689. die Schmelzofen auf Ver⸗ ordnung 2 Fuß höher, als ſie vordem geweſen, gemacht worden; und da vor die⸗ ſem kupferne Formen in denſelben geweſen: So hat der Huͤttenreuter Borkenſtein Anno 1697. eiſerne Formen eingefuͤhret, womit, nach Innhalt ſeines Extracts, in 20 Jahren uͤber 2oThlr. erſparet worden. Die Beſchreibung der Formen und ihrer Maas⸗ ſen ſt nde ſechſten Abtheilung unter der Ucberſchrſt Vom Schmezofen befidlch . 2 0.. 3 · 146 II. Th. VI. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, 7 Hatt3. n ee aru. Mes. eſhrebuns i. Die jezigen Schmelöfen ſind nach ihren Maaßen fölzender gzſtaſt beſchoffen wes jeßign. Die Abzucht liegt vom Steinpflaſter 2 Fuß tief in der Erde, und gehet inl der dach ſeinen Brandmauer 2 Fuß uͤber dem Steinpflaſter wieder aus, auf den Seiten, und un⸗ Maaßen. ter der Forme 1 Fuß uͤber dem Steinpflaſter. 4 Fuß gehet die Abzucht unter dem Heerd im Creutz in die Hutte. Die Abzucht ſelbſt iſt 8Zoll breit und hoch, darauf Schlacken, und alsdenn die Leimſohle, die vor der Forme ein wenig hoͤher, als das Steinpfiaſter iſt, kommen. Die Brandmauer zu zween Schmelzoͤfen iſt bis unter die Balken vom Steinpflaſter 18 Fuß hoch, 28; Fuß lang, und Fuß dit Der Bogen, wo die Schmelzerfutter hinein gemauert werden, iſt 10 Fuß hoch, 6 Fuß breit und 4 Fuß dicke. Die Brandmauer, wo die beyden petttr dannſche gemauret worden, iſt 5 Fuß weit. Der Schmelzofen iſt unten 16 Zoll, oben 2 Juß 38oll weit, und im Futter 32 Fuß lang; allhier werden ſie jetzo 20bis 22 Zoll unten weit gemacht. Das Futter vom Steinpflaſter iſt? Fuß hoch. Der hintere Bogen uber der Forme iſt 7 Fuß hoch, 5 Fuß breit, und 2 Juß dicke. Von dem Steinpflaſter iſt die Formenſohle 2½ Fuß hoch gemauert. Das Rauchgewolbe iſt 5 Fuß hoch, 3 Fuß breit.() Die Hoͤhe von der Heerdſohle bis an die Forme iſt 6 bis 7 Zoll. Die Hoͤhe von den Setzblechen bis an die Forme 4 bis 5 Zoll. Die Bruſt iſt 2 Zoll höͤher als der Heerd vorn iſt. Von der Heerdbruſt bis an die Forme iſt die Höhe 2 bis 3 Zoll. Ein Schmelzerheerd iſt 7 Zoll tief, 16 Zoll breit. In Blechen iſt er 3 ½ Fuß breit auch lang, und 14 Fuß tief. 72el Erklärung der 6 4 8. 4. un8 2 eueiſatund Schluter giebt folgende Erklaͤrung eines auf dem XXVII. Kupferblate ſei⸗ Sus Schmelz⸗nes Werkes gezeichneten Oberharzſchen Schmelzofens im 10ten Cap. pag. 73. Ms, auf dem A. Der untere Grund. 1a es ab XVIIII. Num. 1. Das Fundament vom Mauerwerke. 2. Die Abzuͤchte. B. Der obere Grund. 4 Num. 1. Mauerwerk von den Pfeilern und der Hintermauer. 2. Beyde Seitenmauern. 3. Der untere Grund vom Ofen. 4. Wo die Forme liegt. 5. Der punctirte Einfluß in das Spor unter der Bruſt durch. 6. Der Vorderheerd.* 7. Das Spor. 8. Der Stichheerd. C. Die Hinterſeite. Num. 1. Der Grund von der Mauer in der Erde. 2. Die Hintermauer. 3. Der Ausgang von der Abzucht. 4. Die Brandmauer. 5. Die Forme. D. Der Standriß. Num. 1. Der Grund von der Mauer in der Erde. 2. Beyde Pfeiler. 1 3. Bey⸗ (*) In hieſiger Hütte gehet zu jeden 4 Schmelzöſen nur ein Schornſtein in derſelben Mitte zum Dache aus, da von jeder Seite der Rauch aus 2 Oefen durch das Rauchgewölbe in den Schorn⸗ ſtein, darinn die Gewölbe von beyden Seiten treten, gehet. Dieſe Gewölbe werden alle Wo⸗ che gefeget, daß darinn befindliche etwa auf ein Jahr geſammlet, woraus einige Röſte und eis nige Mark Silber fallen. 1. ———— . 5 4 1— duch 1 d.⸗ 11 mwelche den Bergbau befoͤrderen... A7 3. Beyde Seitenmauern vom Lchmehofan. 4. Die Hinterſeite vom Schmelzofen. n . Der Bogen uͤber dem Rauchfang, ſo von Barnſeinen⸗ auf die Krackſteine gefaſſet, und mit Ankern von n Gſſen halthzr u gemacht. 6. De Abzuͤchte. 7. Der Deckſtein, ſo ein ſearder Schiefer 65 8. Schlacken. 9. Der Leimheerd. 792. Der Geſtuͤbbeheerd. II. Die Forme. 12. Das Spor. 81 t 13. Der Stich. 5 14. Der Stichheerd. 6 rPuchihntt in die Laͤnge. Num. I. Das Fundament vom Mauerwerk in der Erde. 2. Die Hintermauer mit der Brandmauer. Ein Stuͤck vom Pfeiler.(Dieſe Num. findet ſich nicht auf 2 1. dem Riß.) 4. Eine Seitenmauer vom Schmelzofen. nm Ein Stuͤck von der Vorwand. nd 4 44 6. Die Abzuͤchte. ₰N Der Deckſtein. 8. Schlacken. 9 I10 5. Der Leimenheerd. 5. Der Heerd, oder Jumaüen vom Geſtuͤbbe. 11. Die Forme. 12. Das Auge. in irr. 13. Das Spor. 14. Der Ennſtuß aus dem Ofeni in das Spor, unter der Bruſt durch. F. Im Perſpectiv. MAle 1. Beyde Pfeiler. 2. Die Hintermauer. 3. Der Ausgang vom Rauchfange. 4 Der Bogen von dem Rauchfange, ſo von Barnſteinen auf die Krackſteine gefaßt/ und mit eiſernen Ankern verwahrt. 5. Beyde Seitenmauern vom Schmelzofen. 6. Die Vorwand. 7. Der Schmelzofen. 8. Das Auge. 9. Der Vorderheerd. 10. Das Spor. 11. Der Säichheerd. 12. Ein Tritt vor dem Heerde. 13. Ein Ausgang von der Abzucht. Oo 2 ——Q—Q—Q—— — r 4 r 2. 1 6* ⸗ . 8 12. 27 ———, ————————— Wie man die Stübbe zum Schmelzofen zu⸗ bereitet. Beſonderer Schmelzofen ei⸗ nes ungenannten Fremden. 448 II. Th. VI. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln⸗ 4 4:§. 5.. Die Heerde werden zum Schmelzen inwendig mit Stuͤbbe ausgefuttert. Zu Haͤckens Zeiten ward dieſelbe folgendermaßen bereitet:„Wenn man die Leſche „„(Stuͤbbe) machen und bereiten will; Sp nimmt man dazu ein Maaß Kollen, „item acht Troͤge voll alten Lehm, das puchet man alſo zuſammen. Darnach, „wenn es klein gepuchet, wird es geſiebet und eingenetzet, davon wird gemacht „ und bereitet der Heerd, und hart geſtoſſen, darnach abgewaͤrmet. Wo man aber „ zu viel Lehm zu den Kollen genommen, wird es zu ſchwer und verbrennet ſich. „Nimmt man aber zu wenig Lehm: So iſt es zu leicht, und wirft ſich auf. „ Dieſer Urſachen muß der Geſtuͤbbemacher das wohl inacht nehmen, und recht zu „bereiten wiſſen.,, Hier auf der Altenauer Huͤtte wird jetzo zum ordinairen Schmelzen ein Theil Leim, der hier gegraben und Thonleim genennet wird, und zween Theile Kohlen zur Stuͤbbe genommen, darauf mit einander gepuchet, geſie⸗ bet und eingenetzet. Zum Bleyfriſchen 1 Kohlen, und 2 Leim. Zum Kupfer⸗ gahrmachen wird gelber Leim aus dem Lande von Halligerode genommen, und die Stuͤbbe ſo zubereitet, wie zum friſchen. i ee.. §. 6. 1a e 2 al. A Anno 1710. hat ein ungenannter folgende Beſchreibung eines beſondern Schmelzofens an den damaligen Geheimen Kammer⸗nachmals Geheimen Rath, Kammerpraͤſidenten und Berghauptmann, Heinrich Albert von dem Buſch, uͤbergeben, der ſie aus Hannover dem Huͤttenreuter Borkenſtein zur Beurtheilung uͤberſandt hat. Die Beſchreibung iſt folgende:„ Die Nutzbarkeit dieſes Schmelz⸗ „ofens beſtehet in dem, daß man in einem Ofen alle Sachen auf einmal thun „ kann, als ſchmelzen/ röſten, ſeigern und abtreiben, und dieſes alles auf einmal mit „ einem Feuer fort und fort, und in 12 Stunden 100 Centner abſeigern, und zu⸗ „ gleich abtreiben, und röſten, und ſchmelzen, und dieſe Arbeiten alle zugleich thun, „wie es die Arbeiten erfodern und beduͤrfen. Item kann durch dieſen Ofen nichts „ weggehen, ſondern alle metalliſche Rauche muͤſſen allda verbleiben, und ſich wie⸗ „ derfangen, welche man wieder mit dem geroͤſteten auf den Ofen aufſeiet, und al⸗ „ſo nichts verloren gehen kann. Item werden die Erze, ſo in dieſem Ofen gero⸗ „ſtet werden, in vielen figiret, alſo, daß die Erze ihre Metalle gern von ſich geben, „alſo, daß gleich in dem erſten ſchmelzen das meiſte in ſchwarz Kupfer, und etwas „rein gehet. Item koͤnnen zwey Schmelzoͤfen in dieſem Ofen ſeyn, alſo, daß das „ Schwarzkupfer gleich auf den Gahrheerd laͤuft, und die Gahrmacher gahr ma⸗ „ chen, und alſo im Gahrmachen die Haͤlfte der Zeit und Unkoſten erſparet wer⸗ „ den. Summa in allen wird die Haͤlfte der Unkoſten eines Werths durch Mit⸗ „ tel dieſes Ofens erſparet, wie denn alle Berg⸗ und Schmelzverſtaͤndige erthaͤnen „(urtheilen) werden koͤnnen, wie denn auch viel Holz und Kohlen erſparet, und „dadurch die Waͤlder und Holzungen koͤnnen verſchonet werden, oder dadurch „ viel andere arme Erze, welche man auf die gemeine Manier nicht bauen kann, da⸗ „ durch aber ein oder ander mit Nutzen kann gebauet werden. Item gehet dieſer Ofen „ auf alle Erze, abſonderlich iſt er ſtattlich auf die Kupfer⸗Silber⸗ und Golderze, „ item auf die Bleyerze, ſo ſehr wild ſeyn. Ferner koͤnnen auch alle arme Gold⸗ „ erze, oder Goldſand, ſo gediegen Gold halten und fuͤhren, und wenn ſelbige in „ 100 Pfund nur 30 Gran an Gold halten, mit Nutzen auf eine abſonderliche „Manier ausgearbeitet werden, und zwey Kerle koͤnnen in 24 Stunden 1000 „ Pfund ausarbeiten.„ §7. —— — x welche den Bergbau befoͤrdern. 149 §. 7. Hierauf hat der Huͤttenreuter kuͤrzlich geantwortet, daß er die Muͤhe ſparen urtheil daulber. wolle, die große Aufſchneiderey zu zeigen, weil Se. Excell. den großen Unterſchied des Röſtens, Schmelzens, Kupferſeigerns, Abtreibens und Gahrmachens Proceſſes beſſer kennten und wuͤſten, als er es beſchreiben moͤchte. Als aber Se. Excell. im Jan. 1711. von dem Huͤttenreuter in einer Zuſchrift verlanget, kuͤrzlich zu erklaͤren, woorinn des Proceſſes großer Unterſchied(der ihm zwar gar wohl bekannt) im Roͤ⸗ ſten Schmelzen, Kupferbeſchicken, Seigern, Darren, Abtreiben und Gahrmachen eſtehe, weil die Sache fuͤr Leute kommen ſolle, die von dergleichen keine Wiſſen⸗ ſhuf haͤtten: So hat er unterm 12. Martii 1711. folgende Antwort darauf ertheilet. „ Demnach Ew. Excell. bey dem in Vorſchlag gebrachten extraordinairen „ Schmelzofen, und meinem davon gegebenen Videtur, eine kurze Erklaͤrung, „ worinn eigentlich des Huͤttenproceſſes Unterſchied beſtehe, verlanget: So ſoll „ zur ſchuldigen Folge unverhalten, daß mir nicht ohne Urſache fremd vorkomme, „ wenn Anonymus in einem Ofen und einem Feuer alle Sachen, als Roͤſten, „ Schmelzen, Seigern, Abtreiben, Figiren und Gahrmachen auf einmal zu thun, „ ſich anerboten, weil ja bekannt, daß faſt kein Erz ohne vorher gegangene Abroͤſt⸗ „» und Tödtung des uͤberfluͤßigen Schwefels, antimoni, arſenici, und uͤbrigen „ raͤuberiſchen Mineralien, welche entweder im Brennofen, oder Roſtſtaͤtten, auf „ gar differente Art geſchiehet, zu gute gemacht werden koͤnne, ſoll anders nicht „ vorerwehnte Unart mit in die Werke oder in Kupferſtein gehen, und demnaͤchſt „am Bley, Silber und Kupfer beym Abtreiben den groͤßeſten Schaden und Ab⸗ „„ gang verurſachen. „ Gleichwie nun ein großer Unterſchied im Roͤſten, alſo und noch viel groͤßer „ iſt das Schmelzen Bleyiſcher und Kupfererze unterſchieden. Dieſe geben im » Schmelzen Kupferſtein, jene aber Werk, das iſt ungeſchieden Bley und Silber. » Dieſer Kupferſtein muß 5 bis I5mal durchs Feuer gehen, ehe und bevor Gahr⸗ „) kupfer erfolget. Jene Werke aber muͤſſen wiederum in einem beſondern Treib⸗ „ ofen, vermittelſt großer Baͤume und der groͤßeſten Hitze, abgetrieben, und das „» Bley vom Silber geſchieden werden. Auf dieſe kuͤrzlich beſchriebene Weiſe ge⸗ „ ſchiehet das Zugutmachen der Bley⸗ und Kupfererze, welches dem guten ehrli⸗ „chen Herrn, hat er die Figirkunſt recht gelernet, zu figiren und zu maturiren, „n ſatt in die Haͤnde geben ſoll. Daß er aber Kupfer⸗ und Bleyarbeit mit einan⸗ „ der vermiſchen, in einem Feuer auch zugleich abfeigern, und das gahrmachen mit „ verrichten will, ſolches iſt etwas uͤbernatuͤrliches, und vergehet der libe Mann „ ſich darinn viel zu weit, maaßen die Beſchickung und Seigerung einer groͤßern „ Behutſamkeit bedarf, und etwas mehrers, als man ſich vielleicht einbildet, auf „ den Ruͤcken fuͤhret. Jedoch, weil Anonymus in ein und andern beſſere Ein⸗ „ ſicht vielleicht gehabt, als ich, ſo muß erwarten, was die Zeit und Gluͤck mir vor „ meinem Ende noch offenbaren wird. Indeſſen beharre allſtets ꝛc.„„ §. 8. Anno 1713. hat ſich ein Italiaͤner und Catholiſcher Prieſter, Zacharias Gründig meldet Bernhard Gruͤndig,(deſſen ſchon im I. Theil gedacht worden) unter Recom⸗Ofen beſandern. mendation des Fuͤrſten von Arnſtadt, erboten, einen Ofen zu bauen, als er zu ſien Schmelzen Arnſtadt verfertiget habe, darinnen das Roͤſten, Schmelzen und Abtreiben nnc und Abtreiben ein Feuer verrichtet werden koͤnnte. Ein vornehmer Bedienter zum Clausthal, an. der dieſen Ofen auf der Reiſe im obigen Jahre geſehen, hat davon in einem Hand⸗ ſchreiben folgenden Bericht ertheilet.„Der Schmelzofen iſt das Fundament II. Theil. Pp„„ davon, Zun Schmelzen 15J0 II. Th. VI. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, „davon, und wird die davon ſonſt in die Luft gehende Flamme artig gefangen, und das Roͤſten damit getrieben. Der Italiaͤner hat mich verſichert, daß er „ſſolche Arbeit im großen noch ungemein lieber und beſſer practiciren wolle. „Wenn das Abtreiben hierzu noch gehet, ſo wird in einem angehaͤngten Ofen „von ordinairen Röſtholz mit zugeſtoͤhret, und ſpielet die Flamme ſo ſtark darauf „im beſagten Treibofen, daß, aller Apparence nach, ſolches eine gewaltige Hitze „geben muß. Se. Hochfuͤrſtl. Durchl. haben mir bey meiner damaligen Anwe⸗ „ ſenheit die Gnade gethan, beſagten Ofen in ſeinen dreyen Wuͤrkungen ſehen zu „laſſen, und iſt mir, meinem Beduͤnken nach, ziemlich thunlich dabey vorkommen, „ daß unſer jetzo uͤbliches Roͤſten um ein merkliches ſollte können vortheilhafter „getrieben werden.,, Es ſind doch aber dieſes Ofens wegen keine Unterhand⸗ lungen mit dem Italiaͤner erfolget. 22 §. 9. Das Schmelzen iſt im vorigen und auch noch im Anfange dieſes Seculi werden jetzo mit Kohlen von lauter friſchem Tannen⸗und Buͤchenholze geſchehen, die man zur auch Stucken⸗ kohlen ver⸗ braucht. Haͤlfte mit einander zu vermengen, 1707. fuͤr nuͤtzlich erkannt hat. Es hat aber der Clausthalſche Oberfoͤrſter, Johann Henning Happe, welcher 1739. geſtor⸗ ben, in Vorſchlag gebracht, die in den Heyen haͤufig ſtehende Tannenſtuͤcken aus⸗ zuroden, und davon, zur Erſparung des friſchen Stammholzes, Kohlen zu brennen, womit auch Anno 1703. der Anfang im einſeitigen auf dem Koventshey gemacht, und die erſten Stuͤckenkohlen den Schmieden geliefert, darauf auch 1704. auf die einſeitigen Huͤtten angefahren worden.. Nach ſolcher Zeit hat man ſolche auch in der Communion dichte vor dem Wildenmann im Spiegelthale, unter Happens und anderer dazu gehaltener Leute Aufſicht gebrannt, und die erſte Probe, mit denſelben zu ſchmelzen, auf der Wil⸗ denmaͤnner Huͤtte gemacht. Anno 1709. hat J. Pauſer, nachheriger Förſter zu Huſſaſ„das Brennen der Stuckenkohlen auf dem Schmalenberge uͤber der arzburg angefangen, und ſind ſolche Kohlen auf die Ockerhuͤtte geliefert worden. Jetzo wird auf allen Huͤtten, was die Tannenkohlen betrift, faſt die Haͤlfte, oder ſo viel zu haben iſt, an Stuckenkohlen zum ſchmelzen genommen, und dadurch viel friſches Stammholz erſparet.* 3. m.§. JO. leahlendden Die Kohlen werden nach einem gewiſſen Maaß angefahren, nach welchem gewiſſen Maaß man auch den Verbrannt dif die Roͤſte berechnet. Dieſes Maaß ward in den angefahren, wel⸗erſten Zeiten nach dem Stollbergſchen Kohlenmaaße adjuſtiret, weil, wie Haͤcke ches beſchrieben ſagt,„„die bey den Eiſen⸗Blech⸗und Stahlhuͤtten zum Grunde zuerſt arbeitende wird. „ Frau Eliſabet „ Leute aus dem Stollbergſchen herzu gefordert worden.,, So ſchreibt er auch von dem Maaße bey dem Eiſenſtein im Grunde:„„Weil die Durchl. Herzogin, eine Anfaͤngerinn des Eiſenbergwerks im Grunde dieſes naͤch⸗ „ ſtenmals geweſen, und die erſten Stahlſchmiede von Stollberg fodern und holen „laſſen, hat man derowegen noch Stollbergſche Maaß im Grunde, da man den „ Eiſenſtein mit miſſet, dazu daſſebe Maaß noch vorhanden, und in guter Ver⸗ „ wahrung, daß ſie die andern Maaße alle darnach kampen(eichen) und wie ſie „ die von ihnen bekommen, haben die Stollbergſchen den Gruͤndnern zuentboten, „ſie wollten ihnen diesmal die Maaße geben, mittheilen und folgen laſſen, und „ keinmal mehr, moͤchten ſie derowegen, ſo ihnen daran gelegen, wohl verwahren.„ — Diieſes Stollbergſche Kohlenmaaß iſt nachhero auf den jetzigen Fuß geſetzet worden. Ein ſolches hoͤllernes Maaß iſt mit Eiſen beſchlagen, haͤlt nach der Eicke 8 Himten Korn, Braunſchweigſch Maaß; iſt oben ins Creutz auſſer dem Bolze oder ——— welche den Bergbau befoͤrdern. 151 oder inwendig, 20 Zoll weit, und inwendig vom Boden accurat in der Mitte 221 Zoll hoch, unten im Boden inwendig ins Creutz 33 Zoll breit und weit, wie dieſe Maaße in einem Meiſterbuche auf hieſiger Huͤtte geſchrieben ſtehen. Ein ſolches Maaß Tannenkohlen wieget 56 bis 60 oder 64 Pfund; ein Maaß Buͤ⸗ chen aber 80 bis 90 Pfund, auch wol 1 Centner. Solcher Maaße müͤſſen, nach alter Verordnung, welche Anno 1640. 1679. und 1682. zum Clausthal wieder⸗ holet worden, 10 von Tannen⸗und 9 von Buͤchenkohlen in einen Karren geladen werden, der daher auch jedesmal nach einem gewiſſen Maaße von einerley Laͤnge, Weite und Höͤhe iſt. 9 5. II. Ei ſolcher Kohlenkarren beſtehet aus einem geflochtenen und in die Karrnbaͤu⸗Von den Koh⸗ me befeſtigten Korbe, der vorn und hinten rund iſt, unter welchem am Boden zwo leukanren. niederwaͤrts aufgehende Thuͤren zum ausſtuͤrzen ſind. Die Maaße eines Kohlen⸗ karren im einſeitigen ſind folgende; Die Laͤnge unten zwiſchen den Scheiden iſt 8 Juß, 9 Zoll; die vordere Weite unten zwiſchen den Baͤumen 2 Fuß, 2 Zoll; die hintere Weite 1 Fuß, 10½ Zoll; die vordere Weite des Korbes oben 3 Fuß, 53 Soll; die hintere Weite oben 3 Fuß, 4 Zoll; die Hoͤhe des Korbes von den Baͤunen an 2 Fuß, 6 Zoll. Die Kohlenkarren waren ſonſt nach allen Maaßen kleiner, und wurden die Kchlen beym Einladen geſtauchet, das iſt, die großen und langen wurden oben im Korbe nach der Laͤnge in die Höhe, und 8bis 12 Zoll hoͤher als der Korb, bey ein⸗ ander geſetzet, und die kleinen gehaͤufet dazwiſchen geladen, wie es noch jetzo in der Communion mit den daſelbſt noch gebraͤuchlichen kleinen Karren geſchiehet. Weil cber viele Kohlen unter dem fahren abgefallen, ſo iſt etwa vor 18 Jahren ver⸗ ordnet worden, die Karren nach obgeſezten Maaßen groͤßer zu machen. Die neuen Karren werden auf der Huͤtte mit einem Stabe, daran die ſaͤmmtlichen Maaße ge⸗ zeichnet ſind, von dem Huͤttenwaͤchter gemeſſen, und wenn nicht die gehoͤrige Maaße daran befunden worden, duͤrfen ſie mit Kohlen geladen nicht weiter erſcheinen. Wenn beym Anfahren der Kohlen die Karren nicht voll ſind, und alſo die gehoͤrige Zahl der Maaße nicht in ſich zu haben ſcheinen, ſo laͤſſet ſie der Huͤt⸗ tenwaͤchter mit dem Kohlenmaaße meſſen. Fehlen I oder 2 Maaßen, welches Wahn auch Krimpmaaße genannt wird, ſo wird dem Fuhrmann ſo viel am Fuhr⸗und dem Koͤhler an Kohlerlohn abgezogen, als die Wahn⸗oder das fehlende Maaß betrift. Die Kohlen, welche man nicht taͤglich beym Anfahren in der Schmelzhuͤtte und ſonſt verbrannt, werden auf einem Platz gegen die Kohlenſchup⸗ pen ausgeladen, bleiben allda eine Nacht liegen, und werden darauf in die Schup⸗ pen mit einem auf einem Schubkarren befeſtigten Korbe, darein 4 Maaß gehen, gelaufen, und mit einem andern, darein 3 Maaß gehen, vor die Huͤtte unter das vorſtehende Dach zum Verbrannt wieder ausgelaufen. Wenn auf der Claustha⸗ ler Huͤtte beſtaͤndig 10 Brennoͤfen gehen, ſo werden dazu jaͤhrlich o00. und wenn auf der Altenauer Hutte beſtaͤndig alle Brennofen, nebſt der Kieß⸗ und Kupferarbeit im Gange ſind, 7000 Karren Kohlen erfodert. 4§. 12. b Wie Kohlen gebrannt werden, iſt, auſſer den Koͤhlern und Forſtbedienten/ ne groß ein wenigen bekannt. Ich will daher den generalen Proceß des Kohlenbrennens, den Denitenhol mein Sohn zu ſeinem ehemaligen Vorſatz gelernet, und ich ſelbſt vielfaͤltig angeſe⸗ und ein Malter hen, hieher ſetzen, obzwar nicht alle ſich dabey begebende beſondere dimſtaͤnde an⸗Srucen u geführet werden konnen, da auch die Köhlermeiſter ſagen, daß ſie Zeit ihres Lebens duhdaenauter nicht auslernen. Vor dem Proceß des Kohlenbrennens ſelbſt muß ich vorgaͤngig nen Karren e⸗ Pp 2 zwey rechnet werden. 152 II. Th. VI. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln/ zwey Stuͤcke beybringen: Erſtlich, wie lang das Holz zu den Kohlen gehauen, und wie breit und hoch ſolches gemaltert, oder in Haufen zum nachmeſſen geleget wird; desgleichen wie die Stucken gemaltert werden; zum zweyten, die bey den Koͤhlern gebraͤuchlichen Woͤrter und Benennungen, welche, da die meiſten die Niederſaͤchſi⸗ ſche oder Plattdeutſche Sprache reden, zuerſt in ſolcher angefuͤhret werden. Das Stammholz wird im einſeitigen 5 Fuß lang gehauen, 4 Fuß hoch und breit gemaltert, 2, 3 bis 12 Malter werden in einen Haufen geleget, und von dem Revierfoͤrſter, der hilch mit dem Malterſtock nach allen Maaßen miſſet, in Em⸗ pfang genommen, welches abnehmen heißt. Auf einen Karren Tannenkohlen zu 10 Maaß werden jetzo, wenn das Holz gruͤn iſt, 3 Malter, wo es aber trocken iſt, 2 auch 24 Malter, wenn der Koͤhler gut kohlet, und auf einen Karren Buͤchen⸗ kohlen zu 9 Maaß auch 2 ½ wenn die Malter ihre gewöhnliche Maaße haben, bis Malter gerechnet, weil das Buͤchenholz, wegen vieler Kruͤmmen, nicht ſo dichte als das Tannen gemaltert werden kann. Vor einigen Jahren wurden auf einen Karren Tannenkohlen 3, auch wol 4 Malter, und auf einen Karren luͤchene 4 ½auch 5 Malter gerechnet, weil zu der Zeit die Malter von beyden Sorten nicht ſo dichte und ordentlich geleget worden, wie jetzo geſchiehet, da fuͤr 1 Malter da⸗ mals nur 6 Gr. jetzo aber 8. auch wol 8 Mgr. 4 Pf. gegeben werden. Von Buͤchenholze fallen die beſten Kohlen, wenn es klein und mittelmaͤßig iſt, indem das dicke und ſtarke nicht ſo bald durchkohlen kann, mithin ſich umher abſchulfert, in Aſche faͤllt, und loſe Kohlen giebt. In der Communion wird das Kohlholz auch 5 Juß lang gehauen, aber das Malter iſt nur 3 ½ Fuß oder 42 Zoll hoch, und 313 Zoll breit. Auf einen Karren Tannenkohlen werden 5, und auf einen Karrm Buͤchen 6 dergleichen Malter gerechnet. Die Stucken, das iſt, die Staͤmme, welche von den abgehauenen Baͤumen etwa 13 bis 2 Fuß hoch ſtehen geblieben, und darnach mit den Wurzeln, ſo viel moͤglich, ausgerodet worden, werden im einſeitigen, und in der Commnio lang, 4 Fuß breit, und 4 Fuß hoch gemaltert, und 3 Malter auf einen Karren Kohlen von Tannen/ und 34½ Malter von Buͤchen, nach der damit gemachten Probe ge⸗ rechnet, und es werden von beyder Art Stucken die Karren auf 10 Maaß gela⸗ den, da kein Karren von buͤchnen Stucken auf 9Maaß gut gethan wird. Der Koͤhler nimmt das Holz und die Stucken, wie ihm beydes an dem Orte, wo er kohlen ſoll, von dem Revierforſtbedienten angewieſen wird, und faͤhret ſolches mit dem Schlitten an die zubereitete Mielerſtaͤtte. Iſt beydes gut, ſo giebt es, wenn der Koͤhler ſein Handwerk wohl verſtehet, und im Kohlen recht verfaͤhret, zu ſeinem und der Herrſchaft Vortheil, gute Kohlen in der gehörigen Karrenzahl. Iſt aber beydes untauglich, ſo gereichet es beyden zum Schaden. Ein alter erfahrner Koͤh⸗ lermeiſter verſicherte mir, er konnte immer gute Kohlen ohne uͤbrigen Holzver⸗ brannt liefern, wenn er Tannenholz haͤtte, das im ſpaͤten Herbſt und Winter vor der Saftzeit gehauen, nicht zu alt und nicht zu jung, auch nicht zu friſch und grun, ſondern wohl ausgetrocknet waͤre, und wenn das buͤchene nicht zu alt und zu ſtark auf dem Stamm worden, und nicht uͤber ein Jahr im Walde gelegen, und von Stucken, wenn dieſelben vor dem ausroden nicht zu faul, und bey dem einladen nicht zu naß waͤren, auch wenn er dabey gut Wetter, nicht zu große Hitze noch Regen haͤtte. Die bey den Köhlern ge⸗ bräuchlichen Wörter. 8§. I3. 2 I. Der zuſammen geſezte, mit gruͤner Hecke oder Laubwerk und mit Erde beworfene Haufen Son wird ein Mieler genennet. Wird derſelbe von lanaun 0 Kohlholz gemacht, ſo beſtehet er aus drey Schichten oder Aufſaͤtzen. Wird a 1 Röſtholz⸗ n4 Juß ———* welche den Bergbau befoͤrdern. 153 Roͤſtholz, das nur 3 ½ Fuß lang iſt, dazu gebrauchet, ſo wird der Mieler aus 4 Rifhun verfertiget, die von unten bis oben an nach einer Ovallinie umher rund zulaufen. Die oberſte wird die Hube oder Haube genennet. Ein ſolcher Mieler iſt nach der Holz⸗ oder Stuckenmalterzahl klein, mittelmaͤßig, oder groß, nachdem es die Lage der Kohlſtelle leidet, und die Malterreihen nahe oder weit entfernet ſtehen. Eine große Kohlſtelle iſt 40, eine mittlere 34 und 32, eine klei⸗ ne etwa 26 Fuß im Diameter. Aus einem großen Mieler können 35 bis 40 Karren Kohlen geladen werden. Große Mieler ſind vortheilhafter als kleine, weil es in kleinen Mielern eben ſo viel Quandelkohlen giebt, als in großen. 2. Zur Verfertigung des Mielers gehoͤren: a) Quandelpfaͤhle. Dieſe ſind 2 lange Ricke oder Stangen, welche in der Mitte einer Kohlſtelle einen Fuß weit von einander in die Erde nach dem Loth geſtoſſen werden, und den Anfang des Mielers machen. Zwiſchen ſolchen wer⸗ den Splittern, oder Braͤnde geleget, vermittelſt deren Anſteckung der Mieler in den Brand geſetzet wird. Die Kohlen um die Quandelpfaͤhle werden Quandel⸗ kohlen genennet, weil ſie daſelbſt kleiner und muͤrber werden, als die, ſo davon ab⸗ ſtehen, und daher nicht ſo nuͤtzlich zum Gebrauch ſind, als die groben Kohlen. b) Steck⸗oder Stegknuͤppel. Dieſer iſt ein rundes langes Holz, welches vor dem Quandel geleget wird, und ſo, wie der Mieler immer zunimmt, auch nach gerade nachgezogen wird, damit das Steck⸗ oder Stegloch, durch welches das Feuer in den Mieler gebracht wird, nicht verruͤcket oder gar zugeſetzet werde. c) Schmalholz, ſind Aeſte, die man aus dem Kohlholz beym Anfahren an die Mielerſtelle ausſucht. Den Mieler beſchmalen heißt, die unterſte Schicht des Holzfertigen Mielers umher, wo noch Raum iſt, oder es ſich ſchicket, mit Ae⸗ ſten vollends ausfuͤllen. Es geſchiehet darum, daß die Ruhmen(num. 5. e.) de⸗ ſto beſſer geſtochen werden koͤnnen, damit der Mieler an der Erde fein abbren⸗ nen moͤge.. d) Fußruͤſte, oder Fußkluft. Iſt eine Kluft Holz, welche unten an den Fuß des Mielers umher angeleget wird, um ſowol das Abſchurren des Drecks an dem Fuß des Mielers zu verhuͤten, als auch das Abbrennen der unterſten Theile des Holzes deſto beſſer zu befoͤrdern. e) Untermann. Iſt ein Stuͤck Holz etwa 2 ½ Fuß lang, das unten an den Mieler zwiſchen die Fußruͤſte in die Hoͤhe umher angeſetzet wird, daß darauf die Ruͤſtekluft ruhen kann. f) Ruͤſtekluft. Iſt eine Kluft Holz, die auf den Untermann an dem Mie⸗ ler umher horizontal angeleget wird, daß der Dreck darauf ruhen kann. g) Decke. Iſt entweder gruͤne Tannenhecke, oder, wenn dieſe nicht zu ha⸗ ben, anderes Laubwerk, mit welchem der Holzfertige Mieler uͤberall bedecket wird, damit er mit Dreck beſchuͤttet werden koͤnne. 3. Die Geraͤthe oder Werkzeuge, die zur Verfertigung des Mielers gebrau⸗ chet werden, ſind folgende: (1) Spliet⸗oder Spleishacke. Iſt eine Art einer Keilhaue, mit welcher bn die Kohlenſtelle umgehacket, als auch die gahren Kohlen aus dem Mieler ge⸗ olet werden. (2) Deckehacke. Iſt ein Stuͤck Holz, etwa 2 ½ bis 3 Fuß lang, an wel⸗ chem am Ende verſchiedene kleine Aeſte gelaſſen ſind, um die abgehauenen Aeſte darauf zu laden, und bey dem Mieler zu bringen. (3) Deckegeffel. Iſt eine lange Stange, an welcher oben ein etwa 3 Zoll langer, und duͤnner, hoͤlzerner Hacken ſitzet, mittelſt welcher der Koͤhler die Hecke oben an den Mieler, wo er mit der Hand nicht hinreichen kann, anleget.. II. Theil. Q4(4) Schuͤf⸗ 8 4 —- 5. ————— 4. — —«Eü«“.—— Proceß des Kohlenbren⸗ nens. 154 II. Th. VI. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, (4) Schuͤffel, oder Schaufel. Iſt eine platte hoͤlzerne Schaufel, mit wel⸗ cher der Mieler mit Dreck zum feſte zu halten beworfen wird. 6(5) Klopfſtange. Iſt eine lange Stange, mit welcher der Dreck an den Mieler feſt angeklopfet wird, zu welchem Behuf dieſelbe an einer Seite am dicken Ende breit gehauen iſt, damit ſie ſich deſto ſchwanker und beſſer an die Ruͤndung des Mielers anlegen koͤnne. 4. Das Werkzeug zum Anſtecken des Mielers wird ein Schuh genen⸗ net. Dieſes iſt ein I Fuß langes, und im Diameter 1½ Zoll dickes rundes Holz/ wel⸗ ches an beyden Enden aufgeſpalten iſt. Der eine Spalt wird uͤber die Klopf⸗ ſtange geſtecket, in den andern Spalt wird die brennende Materie, als Harz, zwi⸗ ſchen zuſammen gelegte Borke zur Anfeurung des Mielers geſtecket. Hierbey wird die Klopfſtange die Steckrichte genennet. 5 zi Werkzeuge, welche bey dem Brennen des Mielers gebraucht wer⸗ en, ſind: a) Der Steeg. Dieſes iſt eine aus einem Lattenknuͤppel gehauene Treppe, auf welcher man auf den Mieler zu verſchiedenen Behuf ſteiget. b) Fuͤllſtange. Iſt eine lange am dickeſten Ende im Diameter etwa 3 Zoll dicke Stange, welche bey dem Fuͤllen des Mielers zum Raum machen, und Nachſtoßen der gahren Kohlen gebraucht wird. c) Wahrhammer. Iſt ein großer hoͤlzerner Hammer, mit welchem bey dem Fuͤllen des Mielers das Holz niedergeſchlagen, und auch der Mieler ſo, wie ſich die Kohlen ſetzen, dichte geklopfet wird. d) Ruhm⸗oder Raumpfahl. Iſt ein ohngefehr 3 Fuß langer vorn zuge⸗ ſpitzter Aſt, mit welchem die Raumloͤcher in den Mieler geſtochen werden. e) Ruhmen, oͤder Raumloͤcher. Sind Loͤcher, die mit dem Raumpfahl, insgemein etwas oberhalb der Fußkluft, um dem Mieler etwas Luft zu geben, geſtochen werden. 6. Die Benennungen der Begebenheiten, wenn der Mieler im Feuer ſtehet und kohlet, ſind folgende: (D Der Mieler faͤngt an zu been. Iſt, wenn ein Mieler angeſtecket iſt, daß denn nachgerade die Decke von der Hitze gelb wird. (2) Ein Ausroͤckelſe, oder ein Ausrauchloch. Iſt eine Ritze in dem Dre⸗ cke, mit welchem der Mieler bedecket iſt, durch welche der Rauch dringet, aus wel⸗ chem, wenn es lange waͤhret, ein Rießloch wird. (3) Ein Rieß oder Reißloch. Iſt ein Loch, welches in einem annoch un⸗ gahren Mieler oft klein, oft groß, wie eine Fauſt, entſtehet, wenn ſich entweder die Kohlen ſetzen, oder die Decke nachgiebet, oder der Dreck loſe wird, und herab ſchurret. Gemeiniglich pfleget ſolches blau zu rauchen. (+ Ein Huckeloch hingegen heißt, wenn in einem gahren Mieler ein Loch entſtehet, daß zwar auch wol dann und wann noch etwas rauchet, der Rauch aber nicht blau, ſondern ganz blaßweiß iſt. Dieſes muß mit Dreck zugeworfen, hinge⸗ gen ein Reißloch mit einem Raſen oder Torf ausgefuͤllet werden. (5) Der Dreck aͤhmert ſich. Iſt, wenn an den gahren Kohlen der Dreck von der Hitze ganz glu(gluͤend) und weiß wird. Wenn ſolches geſchiehet: So muß er nachgerade von den Kohlen abgezogen,und durch einigemal wiederholtes Durch⸗ hacken abgekuͤhlet, hernach aber muͤſſen die Kohlen damit wiederum bedecket werden. Die Kohlſtelle wird, nach §. 14. Der Proceß des Kohlenbrennens iſt folgender: rein abgeſchaufelt/ undnach e Hinwegraͤumung der Raſen, und was ſonſt darauf iſt, welche den Bergbau befoͤrdern. 155 Befinden geſtampfet, Circulrund, und recht horizontal, oder nach der Waage, gleich gemacht/ welche Beſchaffenheit dieſelbe haben muß ſie mag auf der Ebene/ oder am ſticklichen Berge ſeyn, woſelbſt ſie zur Gleichwaage gebohlet, und die 10 Zoll bis 1 Fuß dicke Bohlen zween Fuß hoch mit Erde, die Erde aber mit Steinen be⸗ leget werden muß, weil ſonſt das Feuer durchfrißt, und die Bohlen angreift. Die Bohlen werden am Abhange des Berges ſo ſtark geſtuͤtzet, daß kein Niederſinken zu beſorgen.() Dem Mieler die Ruͤnde zu geben, wird in dem Mittelpunct des Diameters eine Ruthe von der halben Laͤnge des nach der Beſchaffenheit des Orts, und andern Umſtaͤnden, beſtimmten Diameters, als etwa von 20. 17. 16. oder 13 Fuß angehalten, das andere Ende wird in der Ruͤnde herum bewegt, und werden in ſolche Ruͤnde einige Pfloͤcke geſchlagen. Im Mittelpunct der Kohl⸗ ſtelle werden die zween Quandelpfaͤhle, ein langer und ein kurzer, I Fuß breit von einander perpendicular in die Erde geſtoßen. Zwiſchen dieſelben werden Split⸗ tern, klein Hoß oder Braͤnde, geleget, um den Mieler dadurch in den Brand zu bringen. Darauf wird erſt ganz klein, und denn immer groͤßer Holz um die Quandelpfaͤhle rund herum in die Höhe, und ſo dicht an einander geſetzet, daß der Koͤhler bey dem Fuͤllen auf dem Mieler, ohne Gefahr hinein zu fallen, ſtehen kann, und zwar alſo, daß er oben eine kugelformige oder gewoͤlbte Figur bekoͤmmt, und es wird damit ſo lange continuiret, als Malterholz oder Stucken dazu beſtimmet, und bis derſelbe holzfertig iſt. Es iſt aber beſonders bey Stucken zu beobachten, daß ſolche allezeit an der Erde auf das ſpitzige Ende geſetzet werden muſſen, damit ſie deſto beſſer abbrennen können, ſie werden auch wol zu dieſem Zweck auf einen ſchma⸗ len Stein geſetzet. Wenn denn ein Mieler holzfertig iſt: So wird er mit gruͤner Hecke oder Laubwerk, oder, in Ermangelung beydes, mit Moſt, doch oben, wo er muß gefuͤllet werden, mit Hecke oder Laubwerk bedecket, damit der darauf zu ſchuͤt⸗ tende Dreck darauf liegen bleibe, und nicht zwiſchen dem Holze hinein falle. Darauf werden die Fußkluͤfte an dem Boden rund herum geleget, auch die Untermaͤnner und Ruͤſtekluͤfte umher geſetzet, und denn wird er mit Dreck oder Erde beworfen, doch ſo, daß ein guter Fuß uͤber den Ruͤſten oder Ruͤſtkluͤften, wie auch der ganze Raum zwiſchen den Ruͤſten und Fußkluͤften, noch offen bleibet. Alsdenn wird er angeſtecket, und ſo, wie er zu been aneäng, nachgerade immer mehr und mehr, 4 2 und - Einige Köhler machen die Mielerſtätte etliche Fuß um die Quandelpfähle accurat waagerecht, hernach laſſen ſie dieſelbe gegen die äuſſere Circulründe allgemählich etwas von dem Waage⸗ rechten Stande ablaufen, daß die Stelle an dem Umkreis 5 bis 6 Zoll tiefer, und alſo in der Mitte eben ſo viel Zoll höher iſt, und geben zur Urſache an, daß er alsdenn unten beſſer ab⸗ brenne. Dieſem pflichtet Herr Heinrich Wilhelm Ooͤbel bey, da er in ſeiner Anno 1746. zu Leipzig heraus gegebenen eröfneten Jäger practica, oder wohlgeübten und erfahrnen Jäger, im 3. Theile, 81. Cap. pag. 9. folgendes ſchreibet:„Einige haben dieſe Meynung, daß die . Meulerſtätten waagerecht gemacht werden müſſen; jedoch ſind andere dieſer Meynung erge⸗ „ ben, daß ſelbige in der Mitte etwas höher ſeyn müſſen, welchen ich auch beypflichte., Dar⸗ auf er zum Beweis ſerner ſchreibt:„ Man wird bey Kohlenbrennen allezeit wahrnehmen, daß „(nemlich, wenn die Mielerſtätte am Berge iſt) das Thal, obgleich der Meuler gerade geſetzet „worden, allemal das Feuer nach ſich ziehet, daß alſo die Seite nach der Tiefe viel eher und „ geſchwinder kohlet, als gegen die Berge. Ergo, weil das Feuer ſich nach dem Thale eher zie⸗ „het, alſo wird auf Ebenen das Feuer, wenn die Meulerſtätte auswärts tiefer iſt, ſich beſſer „ herunter freſſen, und auf dem Fuße beſſer auskohlen,⸗⸗⸗⸗ der Meuler muß rund herum „ waagerecht(nemlich ohne Hückel) ſeyn, welches beſonders wohl in acht zu nehmen. Denn man „ wird bald befinden, daß, wo die Meulerſtätte an einem Orte tiefer iſt, ſich auch das Feuer im „Kohlen eher hinunter ziehet, und auf dem Hügel nicht ſo rein auskohlet, und viele Bränder „ giebt. So muß auch die Meulerſtätte vom Randehaufen nach der Mitte etwas höher laufen, „ daß ſolche in der Mitte auf 4 bis 6 Zoll höher wird. Aus dieſer Urſache, weil in der Mitte „ das erſte und penetranteſte Feuer iſt, und ſich das Feuer, wie oben ſchon gedacht, nach der Tiefe „ zuziehet: So gehet auch das Feuer im Meuler unterwärts, kohlet demnach auswendig zu „ Grunde beſſer aus, und giebet nicht ſo viel Bränder. Denn dieſes iſt der größeſte Fehler bey „ dem Kohlen, wenn es ſo viel rohes Holz giebt, und nicht ausgekohlet wird.„ —õʒ—õõ* 2. 4——.— 7„—— 1——„ ⸗ ₰ ** 5. 2 4„ 1. 4 8 . 4 öä.„ 1 1. 8 S 8. 2. 3 8 8. b 5— 4 2. 8 ——— 2 1„ 3 4 1 —„—— 2 22,* 8 7 1 8„ —— S————— S——— 8 5—— ————— 5——* 2—— —————— 2 —————————— ——— 4 156 II. Th. VI. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, und endlich ganz, und ſo dick, als noͤthig, zugeworfen. Darauf muß der Dreck fein dichte ſowol mit der Schaufel angedruͤcket, als auch mit der Klopfſtange feſt ge⸗ behſe perden, damit das Feuer nicht lohe darinn brennen, noch irgendwo aus⸗ rechen kann. Das Feuer brennet zuerſt in der Mitte bis oben hinauf. Weil es nun da keinen Ausgang findet: So gehet es langſam und rund um im Mieler wie⸗ der herunter; es kann aber nach Gefallen und Erfodern regieret und hingefuͤhrt werden, wo man will, wenn man mit dem Raumpfahl, oder ſpitzigem Aſt, Lo⸗ cher ſticht, wo es noͤthig iſt, welches an dem Rauch zu erkennen iſt. Die erſten zween Tage hingegen muß er ohne alle gegebene Luft ſtehen, damit das Feuer, wenn es ſich thun laſſen will, fein in der Mitte bleibe. Am Abend des zweyten Tages wird ihm an den Ruͤſten herum Luft gegeben, doch, wenn die Kohlſtelle am Berge iſt, mehr gegen den Berg, weil das Feuer, obgleich die Stelle recht horizontal iſt, viel lieber Berg unter, wie auch gegen den Wind brennet. Wenn alſo der Koͤhler ſiehet, daß das Feuer irgend in einen Winkel des Mielers faͤllt, oder mit Gewalt Berg unter will: So verwahret er ſolchen Ort, oder die Sei⸗ te Berg ab, vor der Luft und dem Winde aufs beſte mit einem Schirm von He⸗ cke und Laub. Hingegen giebt er dem Mieler gegen uͤber unter den Ruͤſten, oder durch die Fußraume, ſtaͤrkere Luft, da ſich denn das Feuer gegen die Luft wen⸗ det. Zu eben dem Ende pflegen auch wol die Kohler, wenn ihr Hey ſtark am Berge lieget, unter die Fußkluͤfte, welche gegen den Berg ſind, an jedem Ende Steine zu legen, damit ſie, wenn der Mieler unten herum Berg an nicht ab⸗ brennen will, das Feuer, vermittelſt der unter den Fußkluͤften gegebenen Luft, zwingen koͤnnen, wohin es notig iſt. §. 15. Was bey einem Ein Mieler muß die erſten 7. bis 8. Tage alle Abend(wenn er ſonſt ſo lan⸗ amdeſeen, ge aushalten will) mit friſchem Holze, oder Stucken wieder gefuͤllet werden, beobachten. weil ſich das Holz, ſo wie es zu Kohlen wird, ſetzet, folglich oben eine Grube oder Hoͤhlung macht, die wieder ausgefuͤllet werden muß. Zu dem Ende wird von dem Köhler, der auf dem Steeg auf den Mieler ſteiget, der Dreck oben ab⸗ geſchauffelt, die Kohlen werden in der Mitte mit der Fuͤllſtange geruͤhret und niedergeſtoſſen, darauf aber oben in die Luͤcke ſo viel Holz, oder Stucken, als noͤthig, hineingeworffen. Je weniger ein Mieler noͤthig hat gefuͤllet zu werden, de⸗ ſto beſſer iſt es, weil theils nicht ſo viel Kohlen durch die Fuͤllſtange entzwey ge⸗ ruͤhret werden, theils auch nicht ſo viel zu Aſche und Dreck brennen, welches zeitwaͤhrenden Fuͤllens geſchiehet. Das eingefuͤllete, oder eingeworffene, Holz wird mit dem Wahrhammer niedergetrieben, und die Haube umher feſt geſchla⸗ gen, um das Niederſetzen der Kohlen zu befodern; darauf wird der Mieler oben wieder mit Hecke und Dreck feſt zugemacht. Das Fuͤllholz, die Decke und Dreck, wird auf dem ſchmalen Steege hinauf getragen, ſo eilig, als es geſchehen kann, da⸗ mit der Mieler nicht ſo lange oben ausbrenne. Je dichter und feſter ein Mieler oben herum zugehalten wird, deſto beſſer und dichter werden die Kohlen, weil das Feuer, da es oben keine Luft hat, die Kohlen nicht ſo ſehr ausbrennen kann. Wenn der Mieler, falls er gehet, allezeit gerade, und rund bleibet, auch der Rauch aller Orten rund herum gehet, und von einer grauen, nicht aber feurigen Farbe iſt, zuletzt aber in der Gahre blau wird: So iſt ſolches ein gutes aͤuſſerli⸗ ches Zeichen. Wenn aber der Mieler vom Feuer auf einer Seite ſchief gewor⸗ den, der Dreck darauf ſchulfrich wird, und der Rauch mehr feurig, als grau gehet: So iſt es ein ſchlimmes Zeichen. Ohnge⸗ weiche den Bergbau befoͤrdern. I 157 Ohngefehr den fuͤnften oder ſechſten Tag, achien ſich das Feuer regieret, werden die Ruſtkluͤfte, wenn der Rauch unter denſelben blau ausgehet, als eine Anzeige, daß das Feuer alda ſey, und die Kohlen gahren, weggenommen, und der Luftzug mit Dreck zugemachet. Alsdenn werden unterhalb, wo die Ruͤſtkluͤf⸗ te gelegen, die Fußruhmen geſtochen, damit das Feuer den Luftzug behalte. Weil die Mieler nicht gleich groß ſind: So iſt auch die Zeit der Gahrung der⸗ ſelben nicht gleich, als welche ſich auch mit nach dem Holze, ob es gruͤn, naß, oder trucken, auch nach der Staͤtte, ob ſie naß oder trucken iſt, und auch wol nach dem Wetter richtet. Denn bey beſtaͤndiger Naͤſſe erfodert die Gahrung laͤngere Zeit. Wenn aber die Fußkluͤfte abbrennen, und der Mieler zu rauchen aufhört: So iſt er gahr, und wird alsdenn eine Ruhme nach der andern zuge⸗ macht. Insgemein werden auf die Zeit der Gahre von Tannenholz 10 bis 12 Tage, und von harten 12 bis 14 Tage gerechnet. Ehe der Mieler angebrochen wird, muß er erſt abgeküͤhlet werden. Es muß nemlich der gluͤende Dreck Strichs⸗ weiſe von oben herunter, rund herum 3 bis 34 Fuß breit, davon ab, und auf der Erde von einander gezogen, auch wol mit anderer Erde vermiſchet, und ſo nach gerade, wie er Strichsweiſe abgezogen worden, wieder dxuuf geſchlagen, und der Mieler eine Nacht ſtehen gelaſſen werden, damit er ſich auf ſolche Wei⸗ e abkuͤhlet. G kommen aber oft bey dem im Feuer ſtehenden Mieler beſondere Umſtaͤn⸗ de vor, darauf ein vernuͤnftiger Koͤhler wohl Acht haben, und nach Erfodern der⸗ elben verfahren, auch des Nachts darauf Acht geben lanen muß, daß das — nicht durchbreche, und der Mieler in den Brand komme, indem ſolcher nicht leicht wieder zu loſchen ſtehet. Aus dem gahren Mieler werden allezeit ſo viel Kohlen gehohlet, und, wo ſich noch Feuer darinn befindet, mit Waſſer ge⸗ loſchet, als Fuhrleute zum Abfahren derſelben von dem Köhler beſtellet ſind. Dreauf wird er mit Dreck wieder ſorgfaͤltig zugeworffen, weil ſonſt die Kohlen, wenn ſie zu viel Luft bekommen, von neuem wieder anfeuren, und alſo immer lo⸗ ſer und muͤrber werden; und ſo wird beſtaͤndig fortgefahren, bis die Kohlen alle ſind. Die Koͤhler, welche die Kohlen aus dem Mieler heraus hohlen, treten da⸗ bey in hoͤltzerne 14 bis 2 Zoll dicke Schuh, daran auf dem Rande umher, an ſtatt des Oberleders, Filtz genagelt iſt; weil ſie in ledernen Schuhen die Hitze auf der Mielerſtaͤtte nicht aushalten koͤnnen, auch die Schuhe verbrennen wuͤrden. Daß die Kohlen gut werden, haͤngt, auſſer andern, auch viel mit von der Mieler⸗ ſtaͤtte ab. Iſt dieſelbe friſch alſo daß zum erſtenmahle ein Mieler darauf geſetzet wird: So friſſet dieſelbe viel Holz mit auf, und werden gemeiniglich die Kohlen los und leicht; es erfolgen auch mehrentheils erſt gute, dichte und ſchwere Koh⸗ len, wenn auf ſolcher Staͤtte zum drittenmahl ein Mieler geſetzet wird. Daher die Koͤhler auch aus dieſer Urſache nicht gern friſche Kohlſtellen, die auch an fich viele Muͤhe erfodern, machen, wenn ſie es aͤndern koͤnnen. Liegen aber die al⸗ ten Kohlſtellen zu naß: So freſſen ſie auch viel Holz auf. Es wird auch dafuͤr gehalten, daß viel Holz verzehret werde, wenn der Boden zu hitzig iſt, und viel Schwefel in ſich habe, dagegen ein ſalpetriger Boden viel beſſer ſey. Der Koͤh⸗ ler ſagt: Wenn der Boden der Kohlſtelle lauter Erde ohne Stein iſt: So gehet der Mieler taub; wenn aber der Boden ſteinigt iſt: So gehet er hitzig. Von der Art Kohlen zu brennen hat ſchon Plinius in ſeiner Hiſtoria Naturali ge⸗ ſchrieben, die mit der heutigen Art in einigen Stuͤcken uͤberein ommt. Man kann auch davon des Herrn Du Hamel Traité des arbres, und deſſelben eigne Abhandlung vom Kohlenbrennen in der Deſeription des arts et des metiers, mit Nutzen nachleſen.. Ln II. Theil. Rr*1§. G. Vorgeſchlagene beſondere und Kdoſten, uebſt derſelben Beurtheilung. 158 II. Th. VI. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, Schmelzart mit wenig Perſonen 6. Die ſchon im J. und dieſem II. Theile beruͤhrte Societaͤt im Churfuͤrſten thum Sachſen hat unter den ſchon angefuͤhrten Vorſchlaͤgen Anno 1714. einenn gewiſſe Maſchine angemeldet, durch deren Beyhuͤlfe, und eine compendieuſe Tra⸗. ctir⸗ und Schmelzung der Erze, ſie die geringhaltigſten ſowol, als reichern nur ſi erwehnter Erze in großer Menge dergeſtalt ins enge zu bringen vermoͤchte, daß ſie 11 mittelſt dieſes Arcani mit zwo bis vier Perſohnen binnen vier Wochen eben ſo lſt viel Erze, als bisher mit 40 bis 50 Arbeitern in einem ganzen Quartal geſche⸗ u hen koͤnnen, und zwar mit der Haͤlfte und noch wenigern Kohlen, oder Flammenfeuer, Nan zu machen, auch dieſe Erfindung ſo fort in wuͤrklichen in Die dabey zu erſparenden Leute koͤnte man zur Ge⸗ winnung geringerer Ertze, die bisher nicht zu gute gemacht worden, anlegen. get Die Societaͤt hat ſich dabey erklaͤret, alles auf ihre Koſten und Gefahet ins Werk zu ſetzen, und ſich dabey große Privilegien und Belohnung bedungen; die zu ſchmelzen, und zu gute Stand zu bringen wuͤſten. Sie hat auch im April drey Deputirte aus ihrem Mittel, als Herrn Johann—. Juſtus von Klenau, Chriſtoph Gottfried Wentzel, Churſaͤchſiſchen Floß⸗d. meiſter uͤber die Saale, der den vorgaͤngigen Briefwechſel gefuͤhret, und Johann ſt Chriſtoph Hennich, nach Hannover geſandt, und einen Contract mit dem da⸗ r maligen Churfuͤrſten zu Hannover aufgerichtet, und auch den Nutzen, welchen Ihro Churfuͤrſtl. Durchl. von der neuen Schmelzverfaſſung und Einrichtung d der Maſchine haben wuͤrden, ſchriftlich, wie folget, angezeiget. 3 I. m „Daß alle geringhaltige Ertze, welche zeither wegen der vielen Koſten nicht e „ zu gute gemachet worden, durch die Waſchmaſchine(davon im 5. Cap. 4. Ab⸗ 6 „theil.§. I. nachzuſehen) und neue Schmeltzwerke verarbeitet, und die Gru⸗ „ben, worauf ſolche geringhaltige Ertze brechen, dadurch ins Aufnehmen ge⸗ „bracht werden koͤnten.,,. Hiebey iſt folgendes erinnert worden: Die geringhaltigen Ertze wuͤrden auf dem Harz alle zu gute gemacht, und wann auch der Vortheil von der angegebe: nen Maſchine nur hauptſaͤchlich von ſolchen geringhaltigen Erzen zu gewarten 1 ſeyn ſolte, wuͤrde ſelbiger nicht viel importiren. 2 „Daß alle Ertze nach der kleinen Probe angenommen, folglich mehr Sil⸗ „ber, als bishero geſchehen, heraus gebracht werden ſollte, indem bekannt waͤre, „ daß ſonſt in zeitherigem Schmelzen die kleine Probe niemals, ſondern, wen „ zum Exempel der Centner 5. 6. 7. 8. und 12. Loth in der kleinen Probe ge⸗ „ huten, im großen Schmelzen kaum 3. 4. 5. bis 10. Loth heraus gekommen „„ ſey.„ Darauf iſt geantwortet: Es ſey ein Irrthum, wenn die Societaͤt vermeine, es waͤre im zeitherigen Schmelzen die kleine Probe niemals herausgekommen, in dem auf dem Harz die Silber nach ſolcher kleinen Probe allerdings heraus ges — wuͤrden. Es wuͤrde demnach dieſer vermeintliche Vortheil ganz hinweg allen. 3. d 8 durch Anlegung dieſer Werke die Helfte an Kohlen erſpahret wer⸗ „den wuͤrde.„ Darauf iſt erkannt worden, daß dieſes von Importantz ſeyn wuͤrde, wen es die Societaͤt ins Werk richten könnte. Man ſehe aber nicht, wie ſolches durch die angegebene Maſchine zu erhalten ſey, und wuͤrde es demnach die So⸗ cietaͤt darthun muͤſſen. Die Tractaten mit dieſer Soeietäͤt ſind nicht zum Stande gekommen.§. 17. ſ n ſo ſche⸗ duer, chen Ge Küir ngen,; ham Nooh 3 ham 8 eichd htumng d b rict 2 9 R n auf egeb warten welche den Bergbau befoͤrdern. 1 159 S. I7. Zu mehrerer Erſpahrung des Holzes und der Kohlen auf den Huͤtten hat man Das Somelzen verſuchet, ob das Röſten und Schmelzen koͤnne mit Torf verrichtet werden. udhhe i 1 T⸗ ſucht; von deſ⸗ 1 ſen Erfindung man darauf gehet, und da das Regenwaſſer keinen gehoͤrigen Abfluß hat. Er und nſibus Nachricht folget Der Torf findet ſich an den Orten, wo uͤber dem harten Boden einige Fuß tief ſogenannter Bruch oder ſchwammigt Erdreich iſt, darauf man nieder ſinket, wenn beſtehet aus ſehr vielen zarten in einander geſchlungenen Wurzeln und Zaͤſergen, welche mit einem Erdfett, oder Erdharz durchdrungen ſind, und davon zuſam⸗ men hangen. Iſt der Torf gehoͤrigſt getrocknet, ſo brennet er gut. Es iſt damit Anno 1717 am 22 Septemb. eine Probe auf der Altenauer Huͤtte gema⸗ chet worden, aber der Torf hat in beyden Stuͤcken die verlangte Wuͤrkung nicht gethan; doch wird damit in der Communion auf den dreyen Unterharzſchen Huͤt⸗ ten Holz geſparet, wo man mit dem Torf, anſtatt der ſonſt dazu gebrauchten Kohlen, die Schmelzheerde abwaͤrmet. Dieſer Torf wird in der Communionforſt, etwa 1 Meile von hier, auf dem ſogenannten Lerchenfelde, gleich am Wege von St. An⸗ dreasberg nach der Harzburg und Goslar, gegraben und getrucknet, davon die hi⸗ ſtoriſche Nachricht, bey welcher Gelegenheit man auf dieſes Torfgraben und zube⸗ reiten gefallen iſt, folget. Unter dem Lerchenfelde war ein großer Bruch und ſchwebender Moraſt, ſo, daß faſt weder Menſchen noch Vieh, auch mittelſt eines daruͤber gemachten Boh⸗ lenweges, daruͤber kommen können. Anno 1714. hat der damalige Oberforſt⸗ meiſter, Herr von Rochau, im Forſtamte zu Goslar, woſelbſt er gewohnet und auch geſtorben iſt, in Vorſchlag gebracht, unter dieſem Bruche einen abziehenden Graben zu machen, worauf das Erdreich ſich ſetzen und aufliegen wuͤrde. Als dieſes Beyfall gefunden, und die dazu in Anſchlag gebrachten Koſten verwilliget worden: So hat gedachter Oberforſtmeiſter zur Verfertigung dieſes Grabens zween Maͤnner aus Weſtphalen, als ſeinem Vaterlande, verſchrieben, weil er dafuͤr gehalten, daß ſolche geſchickter waͤren, einen Graben im Bruche und Moraſte zu ziehen, als Leute hieſiger Orten, welche er denn durch den damaligen Forſtgegenreuter, Georg Friedrich Mylius,(der auf mein Erſuchen mir dieſe ganze Nachricht ſchriftlich ertheilet hat,) anweiſen laſſen. Als nun dieſe zween Weſtphaͤlinger im graben ganz reine und ſchöne Torferde gefunden: So haben ſie zu dieſem ihren Anfuͤhrer geſagt: Es waͤre Schade, daß ſolche ſchoͤne Torferde nur hingeworfen, und nicht recht gebraucht werden ſollte. Darauf hat er von dieſen Leuten voͤlligen Unterricht vom Torf ſtechen und trucknen nach ihrer Lan⸗ desart heraus gebracht, wobey ihnen aber zweifelhaft geweſen, ob das trucken ma⸗ chen bey hieſiger Witterung, und da das Erdreich ſich noch nich geſetzet haͤtte, ſondern faſt ſchwimme, und folglich der Torf von unten auf in beſtaͤndiger Naͤſſe liegen muͤſte, angehen wuͤrde. Herr Mylius hat ſich hierauf etliche Stuͤcke Torf nach der Weſtphaͤlinger Forme ſtechen laſſen, ſolche auf einem von ausgehauenen Tannzacken und Ricken, El⸗ len hoch von der Erde formirten Roſte, durch fleißiges Umwenden getrucknet, und als er etwa 40 bis 50 Stuͤcke fertig gehabt, ſolches dem Oberforſtmeiſter gemeldet, der es zwar anfaͤnglich fuͤr unmoͤglich gehalten, daß aus dem Bruch Torf zu ma⸗ chen waͤre, aber doch durch den Augenſchein davon uͤberzeuget worden. Man hat daher mit ſtechen und trucknen fortgefahren, bis beynahe 3 Karren davon fertig worden; und als ſolches unterdeſſen an die Berghauptmannſchaft berichtet wor⸗ den, auch der damalige Huͤttenreuter und nachmalige Zehntner in Goslar, Chri⸗ ſtoph Andreas Schluͤter, aus Curioſitaͤt eine Probe auf den Huͤtten damit ge⸗ macht und befunden, doß bey den 3 Unsa hacſthen Huͤtten, ſtatt 1000 Karren Kohy r 2 en/ 150 II. Th. VI. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln len, 1000 Karren des Wuiß zum Abtrucknen der Oefen gebraucht werden koͤnnten: So fand ſolches bey der hoͤchſten Communionherrſchaft Beyfall, und ward dem 6 Oberforſtmeiſter aufgetragen, eine gewiſſe Torflieferung auf obgemeldte Huͤtten zu beſorgen, welche der Forſtgegenreuter Mylius unter ſeinem Namen dirigirte. §. 18. Fortſetzung des Als der Oberforſtmeiſter bald darauf verſtorben: So iſt mit dem Forſtge⸗ vorigent genreuter wegen der Lieferung ein Contract auf 3 Jahr geſchloſſen, und der Kar⸗ ren truckenen Torfs à 400 Stuͤck, incluſive des Fuhrlohns a 1 Thlr. veraccor⸗ dirt worden. Er hat darauf erſtlich die kleine Torfſcheure oder Truckenhaus, 1715. das ſogenannte Torf⸗oder Wohnhaus,(da vorher daſelbſt nur eine Huͤtte, mit Borke bedecket, geſtanden, worin fuͤr die Arbeitsleute Bier geſchenket!, und daher der Borkenkrug genannt worden, wie das Wohnhaus auch noch jetzo von dem * gemeinen Mann alſo genennet wird) und hernach auch die große Torfſcheure nach ſeinem Gutduͤnken angeleget, und beyde Scheuren ſo vorgerichtet, daß Winter und Sommer getrucknet werden konnte, indem es daſelbſt, als in einer ziemlichen öͤͤ Hoͤhe, bisweilen ſchoͤn Wetter iſt, wenn es unten regnet. Das erſte Jahr, als 1716. hat er 500. das andere Jahr 1000. und das dritte Jahr 2000 Karren geliefert. 6 Nach Ablauf der 3 Pachtjahre iſt die Torfbereitung dem daſelbſt hingeſezten 3 Foͤrſter auf Rechnung uͤbergeben worden, und es geſchiehet die Lohnung von dem * Communionforſtſchreiber in der Neuſtadt oder Harzburg. Jetzo werden jaͤhrlich bis auf 400 Karren abgefahren, da 10 Kohlenmaaß auf einen Karren gerechnet werden. Das Fuhrlohn fuͤr einen Karren auf die Ockerhuͤtte, welche davon 3 Stunden entlegen, iſt 17 Mgr. auf die Aſtfelder Huͤtte, die davon 5 Stunden entfernet, 24. und auf die Langesheimer Huͤtte, welche 6 Stunden davon iſt, 26 Mgr. Ein Torf iſt 1 Fuß lang, 4 Zoll breit, und 2 Zoll dick, wenn er geſtochen wird. Dieſer Torf, der beym trucknen kuͤrzer, ſchmaͤler und duͤnner wird, iſt nach der Guͤ⸗ te und Schwere von dreyerley Gattung. Fuͤr 1000 Stuͤck zu ſtechen wird 4 Mgr. 4 Pf. und ihn auf die ledigen Plaͤtze, wo er trucknen muß, zu fahren 2 Mgr. ge⸗ geben. Im Sommer 1751. hat man im einſeitigen, auf dem Bruchberge diſſeits der Schluft im Morgenbrodsthale, Torf zu ſtechen angefangen. Die Scheure zum trucknen iſt an dem St. Andreasberger Wege bey dem großen Damm, daruͤ⸗ ber der neue Graben nach dem Clausthal gehet, uͤber dem Hauſe, darinn der Gra⸗ benſteiger wohnet, gebauet. Im Sept. 1752. ſind zum Verſuch von einem Köh⸗ lermeiſter aus dem Solling aus dem ruchen Torf Kohlen gebrannt worden. Die Mieler werden eben ſo wie vom Holze gemacht. Im rauchen ſtehen ſie nur 48 Stunden, und duͤrfen die Mieler, wenn das Wetter trocken iſt, nicht gefuͤllet werden; iſt es aber naß, ſo muͤſſen ſie gefuͤllet werden. Das Ausladen der Kohlen waͤhret lange, da eine aus dem Mieler hervor gezogene Parthey Kohlen mit Dreck wieder bedecket werden und darunter ausloͤſchen muß. Werden ſolche Kohlen mit Waſſer geloͤſchet: So ziehen ſie das Waſſer in ſich, wie Erde, und werden dadurch unbrauchbar. Martin Schoockius und Johann Hartmann Degener haben beyde in der Lateiniſchen Sprache de Turffis, oder vom Torf, geſchrieben. Des Leztern Schrift iſt Anno 1731. ins deutſche uͤberſetzet wor⸗ V den. Heinrich Wilhelm Doͤbel handelt auch davon in ſeiner eroͤfneten Jaͤger⸗ A practica im 3. Theil 85. Cap. pag. 65. und der Herr von Carlowitz hat 1„die Verkohlung des Torfs erfunden und beſchrieben. Von der Materie und Wachsthum des Torfs handelt auch der Herr von Leibnitz in ſeiner Anno 1749. zu Goͤttingen heraus gekommenen Protogea, oder erſten Geſtalt der Erden⸗ da er welche den Bergbau befoͤrdern. 161 er den Torf durch einen wechſelweiſen Anwachs von zarter Heide erklaͤret, den eine neue Ueberſchwemmung mit Schlamm uͤberfuͤhret, worauf wieder neue Heide waͤch⸗ ſet, u. ſ. f. Dieſe Erklaͤrung ſchicket ſich voͤllig zu der Beſchaffenheit des Orts, wo der Torf auf dem Lerchenfelde geſtochen wird. S§. I9. Bey dem alſo Anno 1714. von ohngefehr erfundenen Torfgraben iſt dieſes als et⸗ li dn For efinden ſi noch ganz fri⸗ 2 t 9 ſche Stuken Stucken ſtehen, deren Staͤmme, wie recht augenſcheinlich zu ſehen, indem man abgebrannter Kohlen davon brechen kann, alleſammt abgebrannt, aber ſo friſch als diejenigen Bäume. was beſonders anzumerken, daß im Grunde, oder ſo weit der Mohr oder Torferde rei⸗ chet, welches an etlichen Orten 5, an etlichen 6 Fuß betraͤget, durchgehends tannene ſind, davon allererſt der Baum abgehauen worden; und ſo iſt der Bruch, der Mohr, oder die Torferde, 5 bis 6 Fuß uͤber die Stucken heruͤber in die Hoͤhe ge⸗ wachſen, welches eine Anzeige iſt, daß die Baͤume vor undenklichen Jahren abge⸗ brannt ſeyn muͤſſen, wie ſich denn in den alten Nachrichten findet, daß Anno 1473. ein großer Brand im Harze geweſen. Andreas Hohndorf fuͤhret aus dem Georg Fabricius in ſeinem Calendario temporum et Sanétorum folgendes unter dem Titul: der 24. Tag Martü, pag. 180. an:„„Anno 1473. ward es „ zeitlich warm, daß auch um dieſen Tag viel Baͤume bluͤheten, und iſt ein ſehr „ heiſſer Sommer und ein gar duͤrre Jahr geweſen. Von Pfingſten an bis auf „ 8 Tage nach Egidien hat es gar keinen Regen gethan, daruͤber ſind die Waſſer „ und Baͤche ausgetrucknet, daß man nirgends hat mahlen koͤnnen.-⸗⸗⸗⸗Die „ Hitze war ſo groß, daß ſich der Harz und Boͤhmerwald davon entzuͤndeten, und „ brannte der Harz wol vier ganzer Meil Weges hinweg, daß man das Landvolk „ aufbieten, und mit Niederfaͤllung der Baͤume, und aufgeworfenen Graben dem „ Jeuer wehren muſte, daß es nicht weiter um ſich fraß.„ Ich fuͤge hier hinzu, daß mir einige wenige geſchriebene alte Blaͤtter vorgefallen, welche Anzeige gaben, daß jemand, auſſer Haͤcken, die Begebenheiten der alten Zeiten, zur Nachricht der folgenden, aufgeſchrieben, und daß ſolche in ein Buch gefaßte Nachrichten von Un⸗ verſtaͤndigen zerriſſen worden, und alſo verloren gegangen, welches ich ſehr bedaure. Auſſer wenig andern, die an ihren Orten angefuͤhret ſind, ſtund darinn folgendes: „ Anno 1572. haben ſich welche bey Herzog Julius gemeldet, ſo Torf am Ro⸗ „ tenbruch ſtechen, und daraus Kohlen, gleich den Steinkohlen, brennen wollen, da⸗ „ bey Eiſen und Stahl zu ſchmieden.„ Was dieſe damals vorgehabt, dieſes ha⸗ ben Ihro Hochgraͤfl. Excell. der Herr Graf zu Stollberg⸗Wernigeroda, Chri⸗ ſtian Ernſt, vor wenig Jahren auf dem kleinen Brocken ins Werk gerichtet, da von dem daſelbſt geſtochenen Torf Kohlen zu den Eiſenhuͤtten, vermittelſt gehoͤriger koſtbaren und weitlaͤuftigen Vorrichtungen, gebrannt werden. §. 20. Dem Kohlfeuer im Schmelzofen geben von Waſſer getriebene Blaſebaͤlge Wer die hölzer⸗ Kraft zum Schmelzen gegeben. Anfaͤnglich ſind dazu lederne Blaſebaͤlge, wie die daefigchie Schmiede haben, gebrauchet worden, welche, wenn ſie von rechten gutem Leder gemacht worden, 6 bis 7 Jahr, nach Haͤckens Bericht, gebrauchet werden konnten. Anno 1621I. aber hat ſich Ludwig Pfannenſchmid, aus Thuͤringen, zu Aſtfelde ohnweit Goslar niedergelaſſen, und angefangen, hoͤl⸗ zerne Blaſebaͤlge zu machen, worauf ihm die allda ſchon befindliche Balgmacher den Tod geſchworen; er iſt aber von der Obrigkeit geſchuͤtzet worden, und ſind die hölzerne Baͤlge zum erſten am Unterharze, und, da man ſie ſehr vortheilhaft gefunden, auch darauf auf dem Oberharze eingefuͤhret worden. Weil nun niemand an und auf dem Harze hoͤlzerne Baͤlge machen kann, auch der obgedachte Pfe annen⸗ II. Theil. Ss ſchmid 162 II. Th. VI. Cap. 3.Abth. Von denen Maſchinen und Huͤffsmitteln, ſchmid ſolche Kunſt niemanden, als ſeinem Sohn, lehren wollen: So iſt das hoͤl⸗ zerne Balgmachen bey ſeiner Familie bisher verblieben, da ſein Enkel der Balg⸗ macher fuͤr alle Huͤtten auf dem Ober⸗ und Unterharz iſt. Der erſte Erfinder der hoͤlzernen Blaſebaͤlge ſoll, wie vorgegeben wird, ein Biſchof zu Bamberg ge⸗ weſen ſeyn. ¹ Anfaͤnglich wurden dem erſten Balgmacher Pfannenſchmid jaͤhrlich 50 Thlr. fuͤr Wartung und Beſſerung der Baͤlge auf den einſeitigen Huͤtten vermacht; als ſich aber gefunden, daß die hoͤtzernen Baͤlge von langer Dauer ſind, und er nicht viel darauf warten duͤrfen: So hat man ihm von ſeinem jaͤhrlichen Wart⸗ gelde einen Theil abziehen wollen, und da er ſich deſſen geweigert, Anno 1641. ei⸗ nen andern Balgmacher von Schmalkalden, Hans Hoffmann, angenommen. Weil aber dieſer mit den hoͤlzernen Baͤlgen nicht fertig werden koͤnnen: So iſt er mit etwas Reiſegelde wieder zuruͤck geſandt worden, und hat der alte Balgmacher Pfanenihmd von ſeinen 50 Thlrn. jaͤhrlich 10 Thlr. ſinken laſſen muͤſſen, o, daß er, wie ſeine Nachkommen, alle Quartale 10 Thlr. fuͤr ſeine Auf⸗ wartung und Beſſerung der Baͤlge bekommen. Fuͤr ein paar neue, welche, wenn ſie nicht verwahrloſet werden, 30 bis 40 Jahr gebraucht werden koͤnnen, ſind ihm Anno 1651. 30 Thlr. beſtimmet worden, jetzo aber werden ſie mit 25 Thlrn. bezahlet. Anno 1684. hat ein Tiſcher zum Clausthal ein paar neue hoͤlzerne Baͤl⸗ ge gemacht; da er aber keinen Wind hinein ſchaffen koͤnnen: So hat der ordent⸗ liche Balgmacher ſie in den Stand ſetzen muͤſſen, Wind zu fangen, und zu blaſen, wofuͤr er 3 Thlr. bekommen. Gegen den Schluß des 1755ſten Jahres hat der St. Andreasberger Bergzimmermann, Linde, ein paar Baͤlge zur Probe auf die Altenauer Huͤtte gemacht, welche gegenwaͤrtig eben die Dienſte thun, wie die bis⸗ herigen. Es wird ſich aber zeigen, ob dieſelben ſo viele Jahre, als die von dem Aſtfeldſchen Balgmacher, im brauchbaren Stande bleiben werden. Er bekommt fuͤr ein paar neue Baͤlge, ſtatt der obigen 25 Thlr. nur 21 Thlr. 8 Gr. weil er auf der Andreasberger Sagemuͤhle die Materialien viel wohlfeiler haben kann, auch das Fuhrlohn, welches von der Zellbacher Sagemuͤhle nach Aſtfeld be⸗ zahlet werden muͤſſen, dabey erſparet wird. Zu jedem Schmelz, auch Treib⸗ ofen ſind zween Baͤlge. Dieſe liegen am hintern breiten Theile 2 Juß, 7 bis 8 Zoll von einander, und gegen einander etwas Seitwaͤrts, da die beyden Dieſſen oder eiſerne Blaſeroͤhren in die Forme bey einander treten. Hinten liegen ſie 3 Fuß hoͤher, als in der Forme; und damit ſie ſich in der Forme nicht heben koͤnnen: So iſt auf einem jeden Balg oder Roͤhre ein Stuͤck Holz zur Strebe geſetzet, wel⸗ ches unter das kleine Gewoͤlbe uͤber der Forme tritt. —§. 21. Theile eines höl⸗ Zur inwendigen Beſchauung dieſer hoͤlzernen Blaſebaͤlge habe ich niemalen zernen Blaſe⸗ balges. Tab. V. kommen, und daher ihre eigentliche Einrichtung, den Windfang anlangend, auch nicht beſchreiben köͤnnen. Damit es doch aber an einer Zeichnung und Benen⸗ nung der Stuͤcke eines ſolchen Balges nicht fehlen moͤge: So habe deſſelben Zeichnung und Erklaͤrung aus Schluters grundlichem Unterrichte vom Huͤtten⸗ werke entlehnet. O. Der Grund von einem hoͤlzernen Blaſebalge. 1 Num. 1. Der Windfang, ſo punctiret.(Dieſer iſt hier 10 Zoll breit/ und 17 Zoll lang.) 2. Die Klappe auf dem Windfang. 1, 3. Die Leiſten, ſo hie und da eingeſaget, damit ſolche die Federn an den Deckel zwingen und alſo feſt anſchlieſſen können. 4. Federn welche den Bergbau befoͤrdern. 163 4 Federn von Eiſendrat, welche die Leiſten an den Deckel hal⸗ ten muͤſſen. 5. Winkel von Holz, welche in den Ecken an die Leiſten gele⸗ get werden. lan 6. Kroͤpfe von Holz, welche die Leiſten niederhalten. 1 7. Ein Nagel von Eiſen mit zwo Krampen, woran der Deckel feſt gemacht iſt. 4. in 8. Eine Deute von Eiſenblech. P. Ein Durchſchnitt vom Blaſebalge. Num. 1. Der Windfang. 2 2. Die Klappe auf dem Windfang. 3. Die inwendige Seite vom Blaſebalge. 4. Inwendige Seite vom Deckel. 5. Eine Leiſte. 6. Federn von Eiſendrat.. 7. Kroͤpfe. 1 S. 8. Die Deute. 1 9. Ein Nagel von Eiſen, woran der Deckel feſte gemacht. 10. Eine Walze, welche vor die unterſte Leiſte ſchlieſſet. 1I. Ein Schloß von Holz, daß der Balg nicht aus einander gehen koͤnne. Q. Perſpectiv vom hoͤlzernen Balge. Num. I. Das Untertheil vom Balge. 2. Die Deute. 3. Der Deckel. 4. Ein Backeneiſen, woran der eiſerne Nagel feſte gemacht. 5. Ein hoͤlzerner Riegel, woran der Balg auf und nieder gezo⸗ gen wird. 6. Ein Schloß von Holz. §. 22. In dem Schmelzofen werden itzo, wo und wie es noͤthig befunden wird, Die ſtrengen die ſtrengen und fluͤßigen Roͤſte mit einander verſetzet, und auch Schlacken, Kraͤtze, ndſügendns: Heerd, Glaͤtte und Abſtrich, theils zur Befoderung des Fluſſes, theils um den einander im in den Erzen befindlichen Silbern ein Anhalten zu verſchaffen, vorgeſchlagen. Schmelzen verſe⸗ Solche Verſetzung iſt ein Mittel Kohlen zu erſparen, und auch reichere Werke Pinſund Dor auszubringen. Fluß gebraucht. Die Schlacken zum Vorſchlagen werden, zum Unterſchied der auf der Huͤtte fallenden/ Harzſchlacken genennet, hie und da im Walde, wo der alte Mann bey fuͤrhandenem Wſſe und Holze geſchmolzen, gerodet, nach Scherben ange⸗ fahren, und nach Befinden mit einem dazu verordneten Maaße, der Harzſchla⸗ cken Scherben genannt, beym Anfahren auf der Huͤtte nachgemeſſen. Die Maaßen dieſes Scherben ſind folgende. Die inwendige Laͤnge iſt 2 Fuß, 4 Zoll, die inwendige Weite I Fuß⸗ Gle ‚und die inwendige Hoͤhe 1 Fuß, 1 Zoll. Ein ſolcher Scherben Harzſchlacken wieget 3 auch 34 Centner. Zween ſolcher Scherben muͤſſen in einer einſpaͤnnigen Hoͤhle geladen werden, welche dar⸗ nach gemacht iſt. Wenn aber der Fuhrmann vor einen Karren und Höhle zwey Pferde ſpannet, wie mehrentheils geſchicht: So muſſen in die Hoͤhle vier Scherben gehen. Solche Höhlen werden nach einem gewiſſen Maaße gemacht. Die inwendige Laͤnge einer Hoͤhle zu vier Scherben iſt 5 Fuß, 3 ½ Zoll, die . Ss 2 Weite —— 4 6 BB 1 n 3 6 4 l 411 1 3 4—+ 1 1 1 2 11 . 5 4 . / AI 1 „ 1 . — 1. 4 11 B88 2 5 1 . I — 6 7 2 1 . 3 2„ 1 *4 1 — 5 4. * „. I d ₰4 4 1* 4 1717 . — 6 — 1 .— 1 11 4 4 4 3 . 1 2 . N. 1 1 1” 5 1 1 — 4 4 2 N 4 1 1 1 4 1 3 1 K. . 1 1 — . 4 1 i 1 6 1 f 8 u * 8 ſ — 1 . 94 1 6 4 4 1 . 4 4 1 5 1 M 2 8 1 1 ———V————-rn—y— 1 4 4 4 1 3 5. 8 1—.— 5— Andreasberger Röſte werden mit Rammels⸗ 164 II. Th. VI. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, Weite 2 Fuß, Zoll, die Hoͤhe 1 Fuß, 4 Zoll; und es wird jede neue Hoͤhle auf der Huͤtte mit dem Scherbenmaaße gemeſſen. Theils Roͤſte ſind ihrer Natur nach ſehr ſtrenge, und hat man Anno 1665. um ihnen die Strenge zu benehmen, die Schliege in den Puchwerken hoͤher trei⸗ ben laſſen. Es hat ſich aber dabey gefunden, daß viel Roͤſte zuruͤck geblieben ſind; wie denn auch das hohe Schliegtreiben Anno 1673 fuͤr ſchaͤblich iſt ge⸗ halten worden. Schon von alten Zeiten her hat man friſche und auch alte Harz⸗ ſchlacken, wie itzo, zu den Vorſchlaͤgen bey den ſtrengen Roͤſten, wie hingegen auch zur Strenge und Aufhalten der allzufluͤßigen, daß ſie nicht ſo bald durch⸗ gehen, gebrauchet. Weil es aber damit bey allen Röſten nicht nach Wunſch von ſtatten gehen wollen: So hat man einſeitig Anno 1662. von dem Herrn Grafen von Stollberg Eiſenſau erhandelt, und ſolche als Vorſchlaͤge zu eini⸗ gen ſtrengen Roͤſten gebrauchet, wie ſchon in alten Zeiten geſchehen iſt. In dem geſchriebenen Bericht vom Rammelsberge von Anno 1565 ſtehet davon folgen⸗ des:„Es hat Paul Klotz vom Freyberg vor etlichen Jahren, des Churfuͤr⸗ „ ſten zu Sachſen Huͤttenmeiſter, alda auf dem Wildenmann und Zellerfeld, „weil ſich ihre Werke, oder Bley, ſo muͤßig arbeiten, den Rath gegeben, daß „man den Glanzſchliegen ſolt alt Eiſen zuſetzen, ſo wuͤrde es ſich nicht ſo muͤß „ſig arbeiten. Das iſt auch alſo geſchehen, und machen auch mehr Bley, als „ zuvor. An ſtatt des Eiſens nehmen ſie die Eiſenſew zum Zuſatz, das thut ſo „ viel, als ander alt Eiſen, das koͤnnen ſie gar leichtes Kaufs in Goslar zu kau⸗ „fen bekommen, daß es itziger Zeit zu ſolchem Zuſatz weggeſchmelzet wird:,, Wenn die Verſetzung der ſtrengen und fluͤßigen Roͤſte zum erſten verſuchet worden ſey, ſolches habe ich nicht erfahren koͤnnen, auſſer daß der Huttenreu⸗ berger und No⸗ ter Schlabuſch auf dem St. Andreasberge Anno 1670. eine Probe mit Verſe⸗ ſenhöſer Röſten tzung der ſtrengen Koͤnig Ludwigs und Gnade Gottes Schliegen gemacht, aber verſetzet, und darauf mit Altenauer Friſchglätte. ſeinen Zweck zum Ausbringen der Silber nicht erreichet hat. Darauf ward An⸗ no 1674 beliebet, daß das Rammelsberger Erz nach dem St. Andreasberg ge⸗ fahren, und eine Probe mit Vermiſchung daſiger Erze gemacht werden ſollte. So iſt auch ein Roſt vom Konig Ludwig nach der Altenauer Huͤtte gefähren, und mit Thurmroſenhoͤfer Roſt vermiſchet worden, da denn das Schmelzen ziem⸗ lich gut gerathen, und daher noch in dieſem Jahre reſolviret worden iſt, daß Thurmroſenhoͤfer Roͤſte nach dem St. Andreasberg ſollten gefahren werden, und hat ſich 1675. gefunden, daß man die Koͤnig Ludwiger Röſte ohne Roſenhoͤfer Röſte nicht zwingen koͤnne. Im April und May deſſelben Jahrs wurden Proben mit Zuſchlagung des Elbingeroder Kießes geſchmolzen, welche gut gegangen ſind. Nach der Zeit, und etwa von Anno 1708 oder 17009 an werden viel und oft auf 200 Centner Friſchglaͤtte von der Altenauer Huͤtte nach dem St. Andreas⸗ berg fuͤr den Koͤnig Ludwig zum Vorſchlagen gefahren, womit bis 1719. wie⸗ wol oft mit Ausſetzung eines Jahres oder ein paar Quartale im Jahre, continuiret worden, als von welcher Zeit an die daſelbſt gefallene Vorſchlaͤge ſind gebrauchet worden. So ſind auch Anno 1690 einige Stuͤcke Bley von der Altenauer Huͤtte nach dem Andreasberg zu des reichen Samſons Ertzen geliefert, Anno 1701 aber Lutterberger Fluß, und ferner Altenauer Schlacken, vorgeſchlagen worden. Da nun die Verſetzung der fluͤßigen mit den ſtrengen Roͤſten fuͤr ein gu⸗ tes Mittel zum vortheilhaften Schmelzen gehalten worden: So hat man ſolche Anno 1695 dem Huͤttenreuter Borckenſtein nach ſeinem Gutbefinden frey ge⸗ geben. §. 24 welche den Bergbau befoͤrderr. 165 §. 24. Anno 1608. hat der Huͤtteninſpector, Carl Zumbe, eine Probe uͤber⸗ Es geſchiehet nommen, noPſhato Sennn zu ſomnelſen, und mehr Werk heraus zu brin⸗ein heubeſchme gen, welches aber nicht erfolget iſt. Im Decemb. dieſes Jahrs aber hat ſich ein Eiſenſtein, auch Fremder, Nahmens Nicolaus Clari, angefunden, und ſich eine Probe ausgebe⸗wird verſucht, ten, die Schliege ungeroſtet mit Eiſenſtein zu ſchmelzen. Das Schmelzen iſt in dit Srn caber⸗ der erſten Probe gut und leicht abgegangen, aber die Werke ſind eiſenſchußig ſchmelzen. worden, und haben im Abtreiben ſich nicht wollen niederfeuren laſſen, bis end⸗ lich nach 8 Stunden der durchgefeurte Eiſenſtein abgezogen worden. Es iſt aber darauf bey 5 Mark Defect an dem Silber erfolget. Als man ihm auf ſein An⸗ ſuchen die zwote Probe mit 2 Roſten verwilliget hatte, lief ein Brief von Ham⸗ burg ein, welcher ihn noͤthigte, ohne Abſchied wegzugehen. Im Sommer Anno 1702 ward ein Rohſchmelzer aus Sachſen verſchrie⸗ ben, welcher eine Probe gemacht/ die Andreasberger Erze und Waſſerkieſe roh zu ſchmelzen. Es hat aber die ſaͤchſiſche Roharbeit bey den Andreasberger Erzen nicht von ſtatten gehen wollen, ob wol dieſer vernuͤnftige Schmelzer(wie ihn der Huͤttenreuter Borckenſtein, der dieſer Probe beygewohnet, in ſeiner davon aufgeſchriebenen Nachricht nennet,) alle Muͤhe und Arbeit angewandt hat. Itzo werden die reichen Catharina Neufanger Erze roh geſchmolzen. 25. Vor oder mit Anfange des itzigen Jahrhunderts hat man mit Zuſammen⸗ Die Commn⸗ ſchmelzen der Unter⸗und Oberharziſchen Communionroͤſte Proben gemacht, und iſt an Hhere und ſolches Zuſammenſchmelzen Anno 1707 in der Zellerfelder Bergrechnung wegen rterdaniſ ee der Beſchaffenheit der Holzun fuͤr nothwendig erachtet worden. Weil ſich aber ſammen ge⸗ bey ſolchem Zuſammenſchmelzen gefunden, daß bey den Oberharziſchen hitzigen und hmnehe, und kieſigten Roͤſten von dem Silber etwas zuruͤck geblieben: So ſind, Um ſothane iihen“ fir Ab⸗ Duſammenſchmeizungsarbei zu unterſuchen, und voͤllig ins Werk zu richten, eyde Communionbergaͤmter, das Zellerfeld⸗und Goslarſche, am 5. Marz 1708. in Goslar zuſammen gekommen, wozu vom Clausthal der Bergſyndicus Knorn und der Huͤttenreuter Borckenſtein mit zugezogen worden. In dieſer Zuſam⸗ menkunfft ward anfaͤnglich unterſuchet, wie das Brennen der Oberharziſchen Roͤſte am fuͤglichſten einzurichten waͤre, daß das Zuſammenſchmelzen mit Vortheil ge⸗ ſchehen koͤnne, und beliebet, daß ſolches ſo wie auch das Zuſammenſchmelzen, ferner nach der Oberharziſchen Art geſchehen ſolle. Das Brennen ſollte vorerſt, bis ein Brennofen auf Herzog Julii Huͤtte vor Goslar gebauet wurde, wo der Huͤttenreuter Schluͤter fuͤr ſich brennen laſſen koͤnnte, auf der Lau⸗ tenthaler Huͤtte geſchehen, das Zuſammenſchmelzen aber am Unterharze, weil daſelbſt Holz und Kohlen naͤher zu bekommen, und die Roſte dahin Bergunter, und alſo leichter zu fahren waͤren; und endlich ſollten die Roſte meliret werden. Bey der Probe auf die Oberharziſche Art zu ſchmelzen ſollte auch zugleich das Zuſammenſchmelzen auf die Unterharziſche Art, wie bishero ſchon geſchehen, fort⸗ geſetzet werden, um zu ſehen, auf welche Art man am beſten fahren werde. Die Roͤſte zum Zuſammenſchmelzen ſollten von der Lautenthaler Huͤtte, die der Un⸗ terharziſche Herzogs Julii Hutte am naͤchſten waͤre, genommen werden. Es iſt da⸗ bey beſchloſſen worden, daß auch im Lautenthal und Schulenberge ein Verſuch mit einem Ofen geſchehen ſolle. Von dieſem Zuſammenſchmelzen hat mir eine Perſon, die lange Jahre bey den Huͤtten in Bedienung geſtanden, und ſolches mit unter ihrer Anfſicht ge⸗ habt, folgende Nachricht ertheilet.„Das Zuſammenſchmelzen iſt ſchon Anno —ͤͤ * fß 1 11 1 4 1 —— . . 6 S .——— —————sm:——— — —— — 8— 166»II. Th. VI. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, „ 1700 im Betrieb geweſen, und ſind zu ſelbiger Zeit ſchon Rammelsberger Erze „auf Clausthaler Huͤtte verarbeitet worden. Von dem Jahre an iſt es ſuc- „Ceſſive in Deliberation geweſen, und binnen der Zeit ſind bald auf den Ober⸗ „ bald Unterharziſchen Huͤtten, unter der Direction der damaligen Huͤttenbedienten „ und Controleurs, Proben und Gegenproben gemacht wo den. Weil man „ aber befunden, daß ſolches nicht practicabel ſey: So iſt es im Quartal Luciaͤ „, 1721 wieder eingeſtellet worden. „ Die Hauptabſicht dieſer Zuſammenſchmelzung der Oberharziſchen mit dem „Rammelsberger Ertzen iſt geweſen. „ 1) Daß ſie geſucht haben, die Oberharziſchen Schlacken auf die Unterhar⸗ „ziſchen Erze zu entbehren, und dagegen an deren ſtatt die Oberharziſchen Erze ge⸗ „brauchen zu koͤnnen. „ 2) Hat man gedacht, hiedurch viel Kohlen zu erſpahren, welches auch „ wuͤrklich erfolget, maaßen weniger Kohlen verbrauchet, auch mehr Bley, „ als ſonſt ordinair, erhalten worden; wohingegen aber faſt jederzeit 1 Mark „ Silber an 2 Roſten zuruͤck geblieben, welches den Vortheil an Kohlen und „ Bley, ſo man davon gehabt, bey weitem uͤbertroffen hat. Aus dieſer Urſa⸗ „ che iſt alſo das Zuſammenſchmelzen, weil kein Vortheil ſondern Schaden er⸗ „ folget, wieder eingeſtellet worden.„ Dieſem fuͤge die Nachricht bey, die mir der Herr Geheime Kammerrath und Berghauptmann zum Zellerfelde, von Imhoff, ertheilet hat.„Das Zu⸗ „ſammenſchmelzen iſt ſchon bey Herzogs Julii Zeiten, und zwar ums Jahr „ 1576 von Chriſtoph Sandern erfunden, und auf Herzog Julii Hutten, „ dahin die Roͤſte vom Lautenthal, auch aus dem Huͤtſchenthal, und vom Hah⸗ „nenklee abgefahren worden, beſtaͤndig, und bis Anno 1503. getrieben worden, da es „ wegen der heftigen Bewegungen, ſo die Oberharziſchen Gewerken dagegen gema⸗ „ chet, als welche ſo gar bey dem Kammergerichte deswegen Proceſſe ausge⸗ „bracht, wieder mehrentheils eingeſtellet worden. Wiewol auch nachher, ſon⸗ „ derlich vom Hahnenklee, von Zeit zu Zeit Roſte nach dem Unterharz abgefah⸗ „ren, und daſelbſt mit den Unterharziſchen Erzen verarbeitet worden, immaaßen „ ſolches alles die weitlaͤuftigen Acta, ſo von dem damahligen Zuiſammenſchmelzen „ in der Oberharziſchen Communion⸗Bergamtsregiſtratur ſich finden, in meh⸗ „ rern ergeben.„ §. 26. Probeſchmelzen, Anno 1743. hat ſich im Quartal Erucis ein Salzburgſcher Emigrant, um mit gleicher Menge Kohlen in weniger Zeit mehr Silber heraus zu brin⸗ gen. und, ſeinem Vorgeben nach, geweſener Fuͤrſtlich Brixenſcher Bergrath, Johann Chriſtian von Baumgarten, angefunden, und ſich ein Probeſchmel⸗ zen auf einer der Communionhuͤtten ausgebecen, um zu zeigen, daß in weniger Zeit des Schmelzens, und mit gleicher Zahl von Kohlenmaaße, mehr Silber heraus gebracht werden koͤnne. Er hat dazu auf der Lautenthaler Huͤtte Erlaubniß er⸗ langet, und einen neuen Ofen gebauet. An ſtatt der gewoͤnlichen Harzſchlacken hat er Schmiedeſchlacken und Lederkalk zu Vorſchlaͤgen gebrauchet, und verſchie⸗ dene Proben nicht nur auf der Lautenthaler, ſondern auch Wildemaͤnner Huͤtte gemacht. Ob er nun gleich dabey allen Fleiß angewendet, und die Arbeit, wie ein gemeiner Huͤttenmann, ſelbſt verrichtet hat, ſo hat er doch ſeinen Zweck nicht erreichen, noch ſein Verſprechen erfuͤllen koͤnnen. Es iſt alſo ſolches im Quartal Luc. wieder eingeſtellet worden. Was er darauf weiter vorgenommen, und was es fuͤr einen Ausgang mit ihm genommen, iſt von mir anderswo in der Hiſtor. Nachr. vom Bergwerk erzehlet worden. §. 27. welche den Bergbau befoͤrdern. 167 4 §. 29. Diae Blaſebaͤlge in den Huͤtten werden durch Waſſerraͤder, mittelſt zweyer in Schwarzkopſs den Wellen ſitzenden Kaͤmme, aufgezogen. Da ſich nun oft im Sommer und Borrichtung zu Winter ein Waſſermangel findet: So hat der Clausthalſche Kunſtmeiſter Erſparung eines ADalf 1 r Rades W Schwarzkopf in hieſiger Schmelzhuͤtte zur Erſpahrung eines Rades Waſſers, wel⸗ din aſ ym Auſziehen ches auf das darunter liegende Stuffpuchwerk, oder auf ein Rad in der Treib⸗ der Blaſebälge. huͤtte zu gebrauchen iſt, im Quart. Trinit. 1748. eine Maſchine von ganz neuer Art vorgerichtet. Ehe ich aber dieſe Vorrichtung beſchreibe, finde ich noͤthig, erſt einige Nachricht von der Schmelzhuͤtte zu geben, damit die Beſchreibung deutli⸗ er ſey. c d Schmelzhuͤtte, darinn 8 Oefen, und zu jedem Ofen 2 Baͤlge ſind, die von 4 Naͤdern gehoben werden, iſt 160 Fuß lang, und 80 Fuß breit, oder tief. Die Mauern umher ſind 4 Fuß dick, und 18 Fuß 6 Zoll hoch. Die eben ſo hohe Brandmauer iſt 6 Fuß dick. Der Boden uͤber der Vorder⸗ und Brandmauer iſt 49 Fuß breit. Die Schmelzraͤder aber liegen 15 Fuß hinter der Brandmauer, und ihre Zapfen liegen 4 Fuß 7 Zoll uͤber dem Fußboden. Gegen der Vorder⸗ ſeite der Huͤtten ſtehen noch 36 Fuß 4 Zoll, als ſo breit der Kohlen⸗ und Schlieg⸗ fuhrweg aus dem Polſterthale mit dem Raum der Schuppe vom Huͤttendache iſt, einige kleine Gebaͤude und Schauer, und zulezt ein 15 Fuß breites Wellſchauer, hinter welchem die Ocker herfließet. Die hintere Seite dieſer kleinen Gebaͤude ſte⸗ het auf einer auf dem Ufer der Ocker aufgefuührten Mauer. Hinter dem lezten Wellſchauer, wenn man nemlich von der Bergſtadt in die Huͤtte gehet, iſt die Maſchine zu dem unterſten Schmelzrade vorgerichtet.— Schwarzkopf hatte obſerviret, daß die Schmelzhuͤtte 234 Fuß höͤher als die Ockerfluth liege, und daß, wenn man die Ruͤſche zur Ausfluth des von den 2 un⸗ terſten Raͤdern abfallenden Waſſers etwas mit Raſen aufdaͤmmet, ein mittelmaͤßiges Rad durch das von dem dritten Schmelzrade abfallende, und aus dieſer Ruͤſche in die Ocker flieſſende Waſſer umgetrieben werden koͤnne. Er hat alſo nach geſchehener Aufdaͤmmung der Ruͤſche vor dieſelbe ein Waſſerrad 17 Fuß hoch, und 26 Zoll in Schaufeln A. angehaͤnget, da die Ausfluht der Ruͤſche noch 5½ Fuß uͤber dem Rade bis an den Fußboden betraͤget, und unter dem Rade 1 Fuß Toſan iſt. Damit aber das Rad nicht zu nahe an den Fluß kommen moͤchte, iſt zur Radſtube in das dohnlaͤgigte Ufer der Ocker einige Fuß unter der Mauer eingebrochen worden. An die Welle dieſes Rades hat er einen 8 ½ Fuß hohen 9. Zoll breiten Kranz B. gefuͤget, deſſen Holzhoͤhe Zoll iſt, und welcher wie ein Bremsrad zuſammen gefuͤget iſt, daß die Arme durch die Welle gehen. Um die Welle des vierten und unterſten Schmelz⸗ rades C. in der Hutte hat er einen dergleichen Kranz D. von eben der Hohe tend Breite geſetzet, woran die Arme, wie an einem Kunſtrade, um die Welle gehen. Die Arme ſelbſt ſind an dem Kranze mit eiſernen Naͤgeln mit einem breiten Knopfe, und am andern Ende mit einer Schraube befeſtiget. Auf der Mitte dieſer beyden Kraͤnze hat er 24 Gabeln, wie Fig. E. zeiget, und alſo in jedem Viertel 6. in glei⸗ cher Weite von einander durchgeſtecket. Die Gabeln ſind oben zwiſchen der Oef⸗ nung 5 Zoll weit. Unter der Gabel bey a b. iſt die Dicke 14 Zoll, im Stiel bey c. 1 Zoll, allgemaͤhlich herunter ½ Zoll ins Gevierte, unten nach 8 Zoll mit einem 4 Zoll breiten und ul langen Loch zum Durchſtecken einer Feder, daß die Ga⸗ beln im Umgehen nicht heraus fallen. Damit aber die Gabeln im Holze ſich nicht drehen koͤnnen, ſo ſind 44 Zoll lange, 2 Zoll breite, und ⸗ Zoll dicke viereckigte Eiſen⸗ bleche mit einem I Zoll weiten viereckigten Loche in der Mitte, F ig. F. queer uͤber dem Kranz Zoll tief eingemeiſſelt, dadurch die Stiele der Gabeln zum feſt ſitzen geſtecket ſind. Dieſe Kraͤnze um die Wellen bunneen daher Gabelraͤder genennet wenden 4 12 as Tab. XXIX. ——* ———44jü 2. „ — B 4 2I—Cü— 2 5 168 II. Th. VI. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, Das Schmelzrad C. muß von dem Waſſerrad A. mittelſt eines eiſernen Seils uͤber dem Huͤttenboden angetrieben werden, weswegen an der vordern Huͤtten⸗ mauer ein Vierpaß T. wie an einer Saͤgemuͤhle aufgerichtet iſt, deſſen zwo 7 Zoll breite, und 9 Zoll von einander ſtehende Saͤulen in der Mitte mit einem Riegel d. zuſammen geſchloſſen ſind, und gerade auf⸗ und niedergehen können. In dieſe be⸗ wegliche Saͤulen ſind oben am Ende der Mauer zwo 2 Fuß hohe ausgeſporte, und an beyden Raͤndern mit eiſernen Ringen umlegte Walzen G. G. 2 Fuß uͤber einander in eiſerne Pfannen gehaͤnget. Auf dem Huͤttenboden, der Behuf dieſer Maſchine an dieſem Orte mit einigen Ballen beleget worden, haͤngen 2 Paar 10 zollige Walzen H. H. und I. I. und vor dem Ende der Brandmauer wieder 1 Paar dergleichen 2 fuͤßige K. K. Um die Kraͤnze B. und D. iſt ein 44 Lachter langes ei⸗ ſernes Seil ohne Ende, wie ein Gaͤpelſeil geleget, welches mit einer Kunſtwinde durch Kloben zuſammen gefuͤget iſt. Dieſes gehet uͤber die Walzen in den Vierpaß, und auf dem Boden. Damit man aber die Seile vor der Huͤtte in die Hoͤhe und en⸗ ger zuſammen bringen moͤchte, daß die Fuhrleute darunter her fahren koͤnnten, ſo ſind vorn in dem Wellſchauer L. zwo Seulen M. N. in zwo Schwellen in die Hoͤhe gerichtet, und in die Saumſchwelle des Schauers eingefuͤget, zwiſchen wel⸗ chen zwo 16 zollige vorbeſchriebene Walzen haͤngen. Die unterſte Walze haͤn⸗ get von der Fußſohle 3 Fuß 6 Zoll, die obere I Fuß 10 Zoll hoͤher, zwiſchen bey⸗ den iſt 6 Zoll Raum. Damit ferner die Seile immer mitten in der Walzenſpur gehen, und nicht zur Seite ſchlagen, ſo iſt ein Schauer vor die Walzen, und in der Huͤtte hinter der Brandmauer vor dieſelben eine nach der Dicke des Seils durchgelochete Saͤule Q. und R. geſetzet. Wenn alſo das Waſſerrad A. vor der Huͤtte angeſchuͤtzet wird, ſo gehet das eiſerne Seil uͤber den Gabelraͤdern herum, und die Schmelzradswelle ziehet die Baͤlge auf. Damit aber dieſe Welle weder in die Höhe, noch vorwaͤrts gegen die Brandmauer gezogen werde, liegt vor ihr eine breite Walze, alſo, daß . ihrer Ruͤnde unter dem Diameter der mit umgehenden Walze lieget. Aus dem Waſſergerinne S. iſt ein Schmalgerinne ſeitwaͤrts uͤber das Gabelrad geleget, aus welchem durch ein Loch Waſſer an einem dadurch geſteckten Stock auf das Seil tropfet, daß es nicht heiß werden moͤge. In der Ruͤſche liegen zwey Fluthgerinne neben einander, beyde mit einem Schuͤtzbrett, welches zum Umgange oder Stil⸗ ſtehen des Rades aufgezogen und zugeſetzet wird, wie bey den Waſſerraͤdern ge⸗ woͤhnlich iſt. Damit nun das eiſerne Seil, welches mit der Zeit durch das Einfeilen der Glieder ſich ziehet und laͤnger wird, nach Erfoderung ſteif und ſchlaff geſpannet, auch zum Stillſtande der Maſchine loßgelaſſen werden koͤnne: So iſt unter den zwo beweglichen Saͤulen des Vierpaſſes T. ein Stuͤck eichen Holz nach der Queer⸗ oder wie ein Holm, befeſtiget, welches auf dem Fuß des Vierpaſſes U. lieget. Darinn iſt ein 5 zolliger Schraubengang, darinn die Schraube Fig. NX. geſetzet, und mit einem durch die Loͤcher m. m. wechſelsweiſe geſteckten Pfahle der Vier⸗ paß mit den uͤber den Walzen liegenden Saͤulen in die Hoͤhe geſchroben oder nie⸗ dergelaſſen wird. Die Schraube X. iſt aus Verſehen nicht nach dem Maaßſtabe zu der Maſchine gezeichnet. Das Waſſer⸗A. und Gabelrad B. an dem Ufer der Ocker ſind umher zu⸗ gebauet, und die beyden Seiltruͤmmer kommen im Schauer hervor, worinn vor der Mauer ein ſo weites viereckigtes Loch iſt, daß ein Mann mittelſt einer Fahrt zu den Raͤdern kommen kann; es ſind auch die Fluthgerinne, die im Schauer aufge⸗ zogen oder zugeſetzet werden, mit Brettern zugeleget. Durch dieſe Vorrichtung wird das Waſſer auf das vierte Schmelzrad zu 2 Oefen geſparet, ſo daß 4 hir enarbei — welche den Bergbau befoͤrdern. 169 in etenarbeit im Sommer Anno 1748. 5 bis 6 Wochen laͤnger hat fortgeſetzet wer⸗ a d den köͤnnen, als ohne dieſelbe bey lange zuruͤck bleibenden Regen und Ablaufen des zul uttenteichs moͤglich geweſen waͤre. Bey vollem Waſſer, und ſo lange kein Waſ⸗ Hirtengi zu beſorgen, wird der Vierpaß niedergelaſſen, und das Seil hinter der be Brandmauer in der Huͤtte von dem Gabelrad an der Schmelzwelle ab⸗ und von einander gehaͤnget. Bey beſtaͤndigem Umgange werden die Walzen von dem eiſernen bet 1 Seil ſehr ausgelaufen, daß ſie kaum 3 oder 4 Wochen zu brauchen ſind, welches ſe aber gegen den Nutzen der Waſſerſparung nicht zu rechnen iſ. Wo es die Ge⸗ 1Io legenheit des Orts zum Waſſerfall auf ein Rad, und die Beſchaffenheit der Ge⸗ aar baͤude zulaͤſſet, kann eine ſolche Maſchine, ohne Gabelraͤder und eiſern Seil, mit ei ſteifen Geſtaͤngen und zween krummen Zapfen in die umzutreibende Welle, entwe⸗ uch der mit einem Wendebock oder ohne Wendebock, vorgerichtet werden, in welchem ud leztern Fall in dem Waſſerrad A. duch 2 krumme Zapfen ſeyn muͤſſen. da Die Bewegung mit einem Gabel⸗und Kettenrade iſt ſchon von langen Zeiten 1 b her bey den Brunnen, daraus Waſſer mit zween abwechſelnden Eimern, die an ei⸗ nde nem hanfenen Seil um die Radeswelle gelegten Trefſtoͤcke gegen einander auf⸗ nA und niedergehen, zu ziehen, im Gebrauch geweſen, wie Jacob Leupold im dritten hin Theil ſeines Theatri Machinarum auf der 31. und 32. Tabelle zwo dergleichen bey Maſchinen aus des Ramelli Schatzkammer Mechaniſcher Kuͤnſte gezeichnet hat. ſſpu. Es kommt aber davon nichts mit der Maſchine auf hieſiger Huͤtte überein, als das und Gabelrad und daruͤber geſchlagene eiſerne Seil, womit ein Mann das Rad um, Seid und damit einen Eimer an der Gelein die Aöh behe„ während den dens ider 83 et, wie hier die Tonnen im Schachte, welche Laſt gegen den Umtrieb der Schmelz⸗ gehet 5 ze hier Rade zu 4 Blaſebaͤlgen, deren ein jeder mit einem Centner, auch wol thet daruͤber, nachdem der Balg auf dem Wind ſtehet, beſchweret iſt, nichts bedeutet. §. 28. dß dem Dem des Huͤttenweſens kundigen, und dabey curioͤſen, Leſer wird hoffentlich Beſchreibung ei⸗ 11 daran gelegen ſeyn, daß ich folgende Nachricht von einem in England nach vielen nes in England Si in einigen Jahren angeſtellten Verſuchen erfundenen Schmelzofen mit dem Riſſe Iondenen, im bebringe, welche beyde ſich in den nachgelaſſenen Schriften des in Colligirung Tab. XXVIfI. Stl mhbäriger Neige und Hütenſuchen ſehr fleißig geweſenen Clausthalſchen Huͤtten⸗ n d reuters, J. M. e. „ Gleichwie vor ohngefehr 17 oder 18 Jahren in England kam, fand ich hier ndo„ 5 der elend Shmuhn der Erze, underlch der Bleyerze in Kuei Dfen mit „ Geblaͤſe von Steinkohlen, worinn ſie uͤber 2 Centner in 24 Stunden nicht . 5, ſhmeden amu. S Erewaeeehuht nicht reidlanehrihehet, undeurde 1„ fuͤnfte Theil, und daruͤber, in den Schlacken ſtecken blieb, welche ſie wegwurfen. ui„, dn welchen Shſuchn i auch den meſten dhel 88 Dulber d ich ſüſche 3 ibet.„biret, gefunden, ſo die Erze gehalten. om Abtreiben oder Scheiden des Sil⸗ h„bers vom Bley wuſten ſe nichts mehr, als daß ſie das Bley oder Werk auf eine iie„ große Capelle, oder Teſt, ohngefehr halb ſo groß, wie die Harzer Treiböfen, dah„ ſezten, und lieſſen alles Bley verrauchen, und in die Capelle gehen, welches ſie „ auch nicht, als mit großen Koſten, zu reduciren wuſten. „Weil nun die Erze gemeiniglich nicht uͤber 2 bis 3 Loth der Centner an „ Sülber hielte, konnte ſolches Scheiden nicht, als mit großem Schaden, geſchehen. „Ich habe zwar probiret, auf die Harzer Art abzutreiben, weil ich aber noth⸗ „ wendig Holz gebrauchen mußte, konnte es auch nicht/ als mit Schaden, geſchehen, „ und war kein Profit davon zu hoffen, es ſey denn, daß die Erze extraordinair „ reich waͤren. Denn des Holzes iſt ſo gar viel in England nicht, und iſt ſehr II. Theil. Uu„theuer, 170 II. Th. VI. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, „ſtheuer, und die Erze mit den Steinkohlen zu ſchmelzen, auf die Manier, wie „ man etwa auf dem Harze, oder andern Theilen in Europa, mit Holzkohlen thut, „ ohnmöglich, und wuͤrde zu lang fallen, die Raiſons alle hier anzufuühren. Auf „ dieſe Weiſe nun, weil ihr Schmelzen ſo langweilig, auch wegen des Lohns koſt⸗ „bar war, hatten ſie wenig Profit von ihren Bleybergwerken, und haͤtten ihre „ Erze lieber verkauft, als geſchmolzen. Wie ſie denn noch dato viele Bleyerze „an die Hollaͤnder zum glaſuren verkaufen. Weil ſie aber nicht alles loß werden „ koͤnnen, muſten ſie es ſchmelzen, und das Bley, wolten ſie es loß ſeyn, um den „ Preis, als andere Nationen, verkaufen, weil ihre Umſtaͤnde auch nicht leiden „wolten, ſie lange liegen zu laſſen, oftmaln fuͤr wenigern Preis, welches aber da⸗ „ malen ſelten geſchahe. „ Unter dieſen Difficultaͤten laborirten ſie bis etwa vor 13 oder 14 Jahren, „da ein Quaͤcker, von Profeßion ein Medico-Chymicus, Namens D. Richt „(vermuthlichight) kam, dem ein Goldſchmid und noch ein anderer curieuſer Mann „eine Summe Geldes zuſammen legten, einen Ofen auszufinden, der dieſe Diffi⸗ „ cultaͤten des Schmelzens aufheben mochte, wie ſie auch mit großen Geldkoſten „und Spendirung etlicher Jahre Zeit ſolchen Ofen zur Perfection brachten, daß „ſie ihre Bley⸗ und Kupfererze mit ſechsmal ſo wenig Koſten und Zeit durch ihre „ Steinkohlen ſchmelzen koͤnnen, als vorher geſchehen, und haben ihm den Namen „Cupolo gegeben, von wegen ſeiner Geſtalt.. „Es iſt eine Art Windofen, in welchem die Erze durch die Flamme und von „der Hitze der Steinkohlen geſchmelzet werden, ohne einiges Geblaͤſe. Er ſchmelzet „ die Erze auch ſo bald, und faſt eher, als das ſtaͤrkſte Geblaͤſe thun kann. Ja „aus dieſem Fundament koͤnnte man Ofen formiren, daß faſt alles, was in der „ Natur iſt, koͤnnte entweder geſchmolzen, oder deſtruiret werden, wenn man eine „ Materie in der Natur haͤtte, welche indeſtrurtibel waͤre, ſelbigen Ofen davon „ aufzubauen. Allein man kann ihn bauen von ſolcher Staͤrke des Feuers, als „ man verlanget, und nach dem Grad. Er raubet und fuͤhret auch nichts von „ den Metallen weg, wie bey dem Geblaͤſe geſchiehet. Er kann eine lange Zeit, „ ja ein halbes Jahr und laͤnger, gehen, man kann ihn auch groß und klein machen, „ nachdem man will, oder viel Erze zu ſchmelzen hat. Sie bauen ihn aber gemei⸗ „ niglich ſo groß, daß ſie koͤnnen 2 oder 3 Tonnen Erz im Gewichte auf einmal „ darinn ſchmelzen. NB. Jede Tonne iſt 2000 Pfund. Die Erze duͤrfen gar nicht „ geroͤſtet werden, weil ſie ſich ſelbſt in dieſem Ofen abroͤſten. Man kann ihn an „ einen Ort hinbauen, wo man will, entweder ganz nahe bey der Grube, wo man „Stufferze hat, denn dieſelbe duͤrfen auch nicht gepuchet, ſondern nur groſlo „ modo klein geſchlagen werden, daß man ſie mit einem Karn zu den Schmelzofen „laufen kann; oder nahe bey die Puchwerke fuͤr ſolche Erze, die berghaltig ſind, „ und nothwendig muͤſſen gepuchet und geſchmolzen werden. „ Dieſe Oefen beduͤrfen auch neceſſario keiner Huͤtten, oder Haus, und „koͤnnte man ſie unterm freyen Himmel bauen, vielleicht auch mit groͤßern Nu⸗ „ tzen, wenn man nicht noͤthig haͤtte, die Schmelzer und Arbeitsleute fuͤr Regen „und Wetter zu beſchuͤtzen, wie auch ſonſten keine Feuersnoth mehr, als bey an⸗ „ dern Schmelzofen/ zu befuͤrchten. Denn ſie haben ſolche Oefen hier wuͤrklich „in die Staͤdte und Flecken gebauet., 5 Praeſ. den 9. Nov. 171I. Brandtshagen. Vierte en welche den Bergbau befoͤrdern. Vierte Abtheilung. b Von der Treibhuͤtte, und was dahin gehoͤret. §.. 1 Ds in der Schmelzhuͤtte erhaltene Werk, als ungeſchieden Silber und Bley, Das Werk aus wird in die Treibhuͤtte zur Scheidung oder zum Abtreiben des Bleyes von dn Schne, dem Silber gebracht. Im vorigen Seculo hat man eine gewiſſe Centnerzahl Lreibhüͤtte zur Werk auf einen Treibofen gegeben, weil die Oefen nicht mehr faſſen koͤnnen, und Scheidung des Weil aber die Eintheilung der Trei⸗Silbers und ben Confuſion verurſachet, ward Anno 1686. im Quart. Reminiſcere beliebet, lebes gelie alſo die Werke zum Abtreiben eingetheilet. die Treiboͤfen auf den einſeitigen Huͤtten zu vergroͤßern, und die Werke, welche der Treiber uͤber 36 Centner nimt, mit 9 Pfennigen zubezahlen. iſt durch einen gedrukten, auf hieſiger Huͤtte noch befindlichen und von dem da⸗ maligen Berghauptmann, Otto Arthur von Ditfurt, unterſchriebenen Bogen verordnet worden, daß auf der Altenauer Huͤtte woͤchentlich nur 5 Tage, als den Mittwochen, Donnerſtag und Freytag, und dann den Moöntag und Dien⸗ ſtag getrieben werden ſolte, wie auch das an jedem dieſer Tage 4 Treiben ge⸗ ſchehen, und die Treiber, die auf jedem Tag benennet worden, jederzeit ihr Trei⸗ ben ſo anlaſſen ſolten, daß der Blick bey Tage erfolgte... M §. 20 Die Schmelzoͤfen waren ſchon im 16. Seculo ſo eingerichtet als itzo, denn Miedas dl⸗ treiben in alten man erſiehet aus Haͤckens hier folgender Beſchreibung des Abtreibens, daß ſolches in eben dergleichen Oefen, als die heutigen ſind, auch das Abtreiben ſelbſt auf die heutige Art geſchehen ſey, obwol beides nach der Zeit durch lange Anno 1688. Zeiten geſche⸗ hen. Erfahrung in beſſern und accuratern Stand geſetzet worden. Er ſchreibet davon alſo:„Da nun von einer Zeche drey Roͤſte geſchmolzen, und davon 30 Cent⸗ „ ner, oder mehr Werk, zuſammen gebracht, wird es in die Treibhuͤtte geſchaffet, „dem Abtreiber zu gewogen, und was es wiegt, wird beneben dem Silber, ſo „ nach beyderley Schlieg⸗und Stichproben darinn ſeyn und ausgebracht werden „ ſoll, fleißig aufgeſchrieben, und verzeichnet, und wird darnach das Werk auf „einen Treibheerd(der auch zuvor mit 4 Tonnen Aſchen zugerichtet, und ab⸗ „ gewaͤrmet) gebracht und mit 4 Maaß Kohlen, und 30 Scheid lang „ geſpaltenem Treibholz an⸗ und abgetrieben. Wenn nun das Werk angetrie⸗ „ben, und lauter zergangen, wird von dem Abtreiber eine Scheppenprobe ge⸗ „nommen, die der Huͤttenſchreiber aufſetzet, und probiret, dadurch man ſich „eigentlich zu erkundigen, wie viel Silber folgen, und ausgebracht werden ſoll. „Was nun im Treiben vorn aus dem Ofen fleußt, daſſelbige wird Gloedt, „ und was die Aſche zu ſich nimt, Heerd genannt, welches zuweilen(da man „die Gloedt nicht alle bedarf, und abgefuͤhret wird) zuſammen angefriſcht, das „ iſt, wieder durchgeſtochen oder geſchmolzen, und Bley daraus gemacht wird. „ Der Blick aber ſetzet ſich, und bleibt im Spor, mitten auf dem Heerd. So „ bald er geblicket, ſchuͤtzet man flugs ab, denn ſonſten das Geblaͤſe, weil kein „ Bley beym Silber mehr iſt, darinn es ſonſten ſeine Zuflucht hat, dem Blick „ ſchadet, und das Silber verzehret. Daß es auch bald hart werde, und geſte⸗ „he, und nicht verrauche, kuͤhlts der Arbeiter mit Waſſer, oder Bier ab, „geußt erſtlich auf den Heerd, daß es zu vorn erwaͤrme, und nicht bald auf „„ das weiche Silber. Denn große Hitze und Kaͤlte leidet ſich nicht zuſammen. „ So bald nun auch das geſchehen und abgekuͤhlet, wird der Blick gewogen, und „wird dem Schichtmeiſter, der im Treiben gegenwaͤrtig ſeyn muß/(weil zu der Iwbald Uu 2 2, Zeit — p. 4 4 1z 4 „ 1. 1 „ 4 5 8 3 1 11 4 . 3 . 5. 4 4 6 3 . 8. . 4 4 2 *£ L 2 * 8 1 7 1 — Y¹ . . 44 3 * d. 6 2 1 I 1 4 1 1 5 — 8 ₰ . 1 1 1 „ 1 172 II. Th. VI. Cap. 4. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln/ „Zeit noch keine eigene Huͤttenmeiſter beſtellet geweſen) uͤberantwortet, und von „„ demſelben dem Huͤttenſchreiber zugeſtellet bis auf kuͤnftigen Montag, da die Silber „gebrannt werden., Nachdem er von dem Silberbrennen gehandelt, thut er hinzu:„bey dem Anlaſſen im Schmelzen, Treiben und Brennen muß der Vor⸗ „ ſteher der Gruben allezeit gegenwaͤrtig ſeyn.,, Wie itzo das Abtreiben geſchehe, wird in der 6. Abtheilung unter der Ueberſchrift von Werktreiben und Steintreiben ausfuͤhrlich gemeldet werden. 8. 3 Maaße eines An einem ordinairen Treibofen,/ darinn mit ſtarkem Holze getrieben wird, iſt rebbofen de die Brandmauer 18 Fuß hoch, 33 Fuß breit und 3 Fuß dick. Der Bogen in Holze eladen der Brandmauer iſt 7 Fuß hoch und 7 Fuß breit. Die Mauerſohle iſt im Bo⸗ wird. gen vom Steinpflaſter, wo die Kannen und Baͤlge aufliegen, 3 ½ Fuß hoch. Die Creuzabzucht iſt I Fuß hoch und 14 Fuß breit. 3 Fuß hoch von dem Stein⸗ pflaſter lieget das Vlach auf Mauerwerk. Der Fuß im Mauerwerk iſt 2 Fuß 9 Zoll hoch, und 11 Fuß breit. Der Steinheerd in der Mitte iſt, nach Ab⸗ weſſing der Bleche, 12 Zoll tief. Der Heerd im Creuz iſt 8 Fuß breit und 8 Fuß lang. Die Haube uͤber dem Steinheerd iſt von dem Mittelpunct 7 Fuß hoch. Ein Schuͤrloch iſt 2½ Fuß hoch, und 34 Fuß breit. Das Glaͤttloch iſt 13 Zoll hoch, und 13 Zoll breit. Die Kannen liegen 8 bis 9 Zoll von einan⸗ der, 5 bis 6 Zoll vom Steinheerdte, und 2 bis 3 Zoll hoͤher, als die Bleche. In dem Viertel bey der Abzucht im Fuß kommen Schlacken, und ein wenig tru⸗ ckener Leim daruͤber. dees§. 4.. diſ⸗wnEeh,e Schluͤter hat einen ſolchen Treibofen auf ſeinem Xl.V. Kupferblatte ge⸗ geines ſol⸗. 4 chen Ofens nach zeichnet, und pag. 125. folgende Erklaͤrung dabey gegeben. Schlüter. A. Der untere Grund. Tah A.. Num. I. Der Grund vom Mauerwerk. 2. Die Abzucht. B. Der obere Theil vom Heerde. Num. 1. Der Fuß vom Treibofen. 2. Ein gemauerter Pfeiler. 3. Die hintere Mauer, wodurch das Geblaͤſe gehet. Der Grund von der Haube. 5. Der Heerd von Barnſteinen, worauf der Aſchenheerd kömmt. 6. Zwey Locher zu den Kannen, wodurch das Geblaͤſe gehet. 4 7. Zwey Schuͤrlocher. 8. Die Gloͤttgaſſe. 9. Die Hoͤllmauer. C. Ein Durchſchnitt, womit der Treibofen inwendig von der Hinterſeite vorgeſtellet wird. Num. 1. Der Fuß vom Treibofen. 2. Die Abzucht. 3. Schiefer, womit die Abzuͤchte verdecket. Platten von gegoſſenem Eiſen(werden hier Bleche genennet) welche in den Schuͤrloͤchern liegen. 5. Die Haube inwendig. 6. Zwey Schuͤrloͤcher. 5 7. Zwey Kannenloͤcher, worinn das Geblaͤe lieget. 8. Das Flammenloch. 9. Schlacken, mm. gehet fen, welche den Bergbau befoͤrdern. 9. Schlacken, womit der Heerd abgerichtet. 10. Heerd von Barnſteinen. II. Aſchenheerd. 12. Der Platz vor die Werke. D. Im Perſpectiv Num. I. Der Fuß vom Treibofen. Ein Pfeiler, oder Vordermauer. Die Hintermauer. Die Haube. Der Ausgang von den Abzuͤchten. Ein Bogen, wodurch das Geblaͤſe lieget. Eine Platte von gegoſſenem Eiſen. Ein Schuͤrloch.. Die Gloͤttgaſſe hat an beyden Seiten Scharten von gegoſſe⸗ nem Eiſen. Das Flammenloch. §. 5. Das Abtreiben iſt von langen Zeiten her mit ſtarken Baͤumen, welche Das Abtreiben Treibholz genennet werden, geſchehen, und den 18. Merz Anno 1637. verord⸗ din arae net worden, daß ſolches 20 Fuß, oder 10Ellen, lang, und im Quart. Trinita⸗ ſem Baumholze, tis 1653. daß es 18 Fuß, oder 9 Ellen, lang gehauen werden ſollte. So lang beym erſten An⸗ iſt es noch, und von unterſchiedlicher Staͤrke, klein und groß. Das ſtaͤrteſte, ſnn abermte ſo man Antreibers nennet, wird am ſpitzigen Ende 15 Zoll und daruͤber ausge ſchehen. hauen. Da aber das ſtarke Treibholz keine große Flamme giebet: So wurde am Schluß Quart. Crucis 1658 zum Clausthal zu verſuchen beliebet, ob es rathſa⸗ mer ſey, mit geſpaltenem, oder ungeſpaltenem Holze zu treiben. Es iſt aber da⸗ mals bey geſpaltenem kein Vortheil befunden worden. In der Wildenmanns Huͤtte iſt gleich vom Anfange her mit geſpaltenem Holze getrieben worden. In einem in der Zellerfelder Bergamtsregiſtratur fuͤrhandenen Extract der Wil⸗ denmaͤnner und Zellerfelder Bergwerke Einnahme und Aufkunft an Sil⸗ bergloͤtte und Bley von Anno 1526. bis 1546. findet ſich, daß gleich in dem er⸗ ſten Jahre, da man Silber, Gloͤtte und Bley gemachet, nemlich Anno 1533 mit geſpaltenem Holze getrieben worden ſey. Denn unter dieſem Jahre werden 30. Schock geſpalten Treibholz, 2 Stuͤck auf einen Stamm, berechnet, und ſo im⸗ mer fort. Und noch zu Hardan Haͤcken Zeiten iſt das Treibholz geſpalten wor⸗ den. Denn er ſchreibet, wie im 2.§. befindlich:„es wird mit 4 Maaß Koh⸗ „ len, und 30 Scheid lang geſpaltenem Treibholze an⸗und abgetrieben.„ §. 6. Anno 1700 hat der Braunſchweig⸗Wolfenbuͤttelſche Geheime Rath, Ober⸗Am unterharz Hof⸗Marſchall und Berghauptmann von Steinberg auf dem Unterharze zu üͤber⸗nnnn mulge⸗ legen gegeben, ob nicht das geſpaltene Treibholz beſſere Flamme gebe und dadurch ſvaltenem Holze etwas an Holze zu erſpahren ſeyn würde? Dem damahligen Huͦttenreuter Schluͤ⸗ verſuchen noben ter in Goslar ward alſo aufgetragen es zu verſuchen, womit er auch in Num. 9. Whuhen dat. Quart. Luc. 1709. auf Herzog Julii Huͤtte den Anfang gemachet hat. Er ließ jedesmahl 3 Treibofen gehen, den einen nach der ordinairen Art mit ganzem Holze, die 2 andern mit geſpaltenem, und, damit fuͤr einen Ofen nicht mehr Holz als fuͤr den andern kommen moͤgte, ließ er das Holz vor der Arbeit jederzeit ausſu⸗ chen, und meſſen. Das geſpaltene Hol hat zwar beſſere Flamme gegeben, als das ganze, doch war damit keine Erſparung zu erhalten, weil es bald durchge⸗ II. Theil. Xr brannt, O On 9 d — 2 ———— .. . —õõ—— 4„F „ 4* —— 174 II. Th. V. Cap. 4.Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln/ brannt, und da es, wegen der Breite des Ofens, in dem ſtarkem Feuer frey lie⸗ gen muͤſſen, zum theil in das Werk gefallen iſt, und nicht recht verbrannt wer⸗ den koͤnnen, ſondern aus dem Ofen gezogen werden muͤſſen, damit nicht die Gloͤtte auf dem Treiben wieder angefriſchet wuͤrde. Es iſt doch aber ein wuͤrklicher, aber unvermutheter Vortheil, von ſolchem geſpaltenen Treibholze auf der gemeldtem Huͤtte entſtanden. Anſtatt der 20 Stuͤ⸗ cke Treibholz, die ſonſt auf ein Treiben gegangen, haben die Treiber nachge⸗ hends auf die ordinaire Art nicht mehr als 15 bis 16 Stuͤcke verbrauchet. Die⸗ es ruͤhrte davon her, daß die Schuͤrloͤcher in den Treiboͤfen, wofuͤr man das ge⸗ ſpaltene Holz verbrannt, etwas kleiner gemacht worden, damit die Flamme nicht 5 ſehr aus dem Ofen ſchlagen können, welches nachgehends auch an den andern Oefen geſchehen iſt. Vielleicht ſind auch die Treiber bey ſolcher Gelegenheit et⸗ was ſparſamer worden, wie Herr Schluͤter dieſes alles an hohen Ort eigenhaͤn⸗ dig berichtet hat. Es iſt darauf auch Anno 1710 auf der Clausthaler und Altenauer Huͤtte verſuchet worden, mit kleiner gemachten Schuͤrloͤchern in den Treiboͤfen zu trei⸗ ben. Aber ob gleich alle Muͤhe und Vorſicht dabey angewendet worden: So hat ſich doch, nach Borckenſteins Bericht, bey den meiſtentheils harten und un⸗ ſchmeidigen Stuffroſtwerken nicht die gleiche Erſparung an Treibholze, wie auf dem Unterharze, finden wollen. §. 2. Auſdem Unter⸗ Es iſt darauf auf den Unterharzer Huͤtten eine etwas mehr bedeutende harz wird das Holzſparung von Schluͤtern eingeführet worden. Denn da durch das viele nem Windofen Treibholz die Holzungen ſehr mitgenommen worden, hingegen das abgehauene mit Waſen an. Geſtraͤuche in dem weit entlegenen Walde mehrentheils ohne Nutzung liegen blieb, zeſtelet und verfaulete: So hat derſelbe Anno 1712. einen Treibofen erfunden, und auf Frauen Marien Seygerhuͤtten auf der Ocker angeleget, daran ein Windofen be⸗ findlich war, worinn man die Feurung und das Abtreiben des Silbers mit Tan⸗ nen und Buͤchenwaſen verrichtete. Anno 1713 hat er auf Herzog Julii Huͤtten, wie daſelbſt das Zuſammenſchmelzen gegangen, einen Brennofen zum Schlieg bren⸗ nen, Anno 1715 einen Brennofen zum Erzbrennen, und 1735 einen Seyger⸗ ofen auf Frau Marien Seygerhutten gebauet, in welchen allen die Feurung mit Waſen geſchehen, auch vermuthlich noch geſchicht; und kann man die Vorrich⸗ tung dieſer ſaͤmtlichen Oefen in ſeinem Anno 1738 herausgegebenen gruͤndlichen Unterricht von Huͤttenwerken im 14. Cap. von pag. 117. weitlaͤuftig leſen, wie auch die Oefen im Riſſe ſehen. §. 8. Diſes wirdaug Da nun durch das Abtreiben mit Waſen viel ſtarkes Holz erſparet wird: uufden Ha So iſt Anno 1713 und 1714 auf der Clausthaler Hünt verſuchet worden, ob rung vielen auch bey den ſtrengen Oberharzer Röſten das Abtreiben mit Waſen geſche⸗ Stammholzes hen koͤnne. Es iſt aber damals nicht zu Stande gekommen. Anno 1729. hat eingeführt“ der muntere und erfahrne Huͤttenreuter Engelhard Daniel Seidenſticker, Hwel⸗ cher Anno 1738 und 1gſ zu Regensburg in Qualitaͤt eines General Muͤn Guardeins des Niederſaͤchſiſchen Kreyſes geweſen, und den 10. Junü 1743 ge⸗ ſtorben) nach ſolcher Art einen Windofen mit Waſen zu feuren, um die Bleyi⸗ ſchen Kupfer darin gaar zu machen, auf der Altenauer Hutte gebauet, womit die erſte Probe im Frühjahr 1730 glücklich von ſtatten ging. Anfäͤnglich war de rin nur eine Spur zum ſtechen, und ein großer Heerd davor. Als ſich aber die Kup⸗ ferſchmiede in Goslar uͤber die alzu großen Kupferſtuͤcke beſchweret hatten: Sa ind — rn⸗=-zöy=n —.,—,,——-—„» welche den Bergbau befoͤrdern. 175 nachgehends darin zwo Spuren, und dafuͤr zween Heerdte, daß die Kupferſtuͤcke keiner würden, gemacht worden. Dieſer Windofen wird mit zum Treibofen gebrauchet, wenn das Treiben ſtark gehet, da denn die Spuren zum ſtechen mit he einem Steine zugeſtopfet, und mit Leim verſchmieret werden. Str Es iſt darauf von der zeitigen Berghauptmannſchaft verordnet worden, das hge Abtreiben mit Tannen⸗und Buͤchenwaſen auch auf den Oberharzer Hutten Die vorzunehmen. Der Anfang damit ward auf der Schulenberger Huͤtte Anno ge 1730 gemacht. Zu dieſem Ende wurden neue und zwar Windöfen Fig. G. ge⸗ Tab. XX. ſich bauet, welche umher zu ſind, daß die Flamme nicht herausſchlagen kann, indem dern die Oefnung 10. wodurch man Waſen auf den Feuerroſt einwirft, mit einer ei⸗ ſernen Thuͤr verſchloſſen werden kann. Desgleichen kann auch die dem Feuerroſt nn gegen uͤberſtehende Oefnung 13. wodurch man den Heerd und das Werk in den Ofen einſezt, mit einer eiſernen Thuͤr zugeſetzet werden. Dieſe Thuͤr haͤnget an ei⸗ Hi nem ſogenannten Kranich 14. oder nur an einem an einer Kette hangenden Baum, 1 nn der mit dem langen Ende mit einer Kette angehaͤnget wird. Es wird doch aber :6 beym Abtreiben dieſe Oefnung unten, bis auf I oder 1 Fuß, offen gelaſſen, da⸗ d m mit das gegen uͤber brennende Feuer ſeinen Zug dahin nehme. Es iſt alſo in dem it au Treibofen nur eine kleine gewoͤlbte Oefnung x. zur Beobachtung und Hand⸗ thierung des Werks, nemlich das ſogenannte Glaͤttloch, welches an der Seite des Feuerroſts, oder auch an der andern Seite, lieget, und durch welches der Ab⸗ ſtrich und Glaͤtte abgezogen wird und ablaͤuft. utend Anfaͤnglich konnte man mit dem auf der Schulenberger Huͤtte von dem da⸗ viele maligen Huͤttenreuter und Huͤttenmeiſter vorgerichteten Windtreibofen ſeinen uene Zweck nicht erreichen, weil der Windofen nicht zur Seite, ſondern, wie man mir vieb, geſaget, dem Geblaͤſe gegen uͤber angebracht war. Da aber die Herren Berg⸗ dauf hauptleute Diede zum Fuͤrſtenberg, und von Imhof, die Sache fuͤr gut und en be practicabel hielten, und ſich feſt vorgenommen hatten, dieſelbe, des Widerſpruchs Tu⸗ der Eommunionhuttenbedienten ohngeachtet, zu Stande zu bringen: So ließ⸗ utten ſen ſie auf eben dieſer Schulenbergerhutte einen andern ſolchen Windofen unter bren der Direction des damaligen Unterharzer Zehntners Schluͤter vorrichten, eygen der recht gut gerieht, ſo, daß man die Werke mit Waſen, ohne daß etwas von g mi Silbern zuruͤck geblieben waͤre, vertrieben hat. an§§. 9. di 1. ierauf wurden Anno 1734. ſolche Windoͤfen zum Clausthale, Anno 1735 F ” n zur Altenau und Anno 1736 zum St. Andreasberge von dem Huͤttenreuter Terteen Mde Seidenſticker angeleget, womit man jaͤhrlich auf dieſen Huͤtten bey 8000 Staͤmme Holz ſparet. Da man nun von dem guten Fortgange der Arbeit in ſolchen Wind⸗ nid: oͤfen mehr und mehr üͤberzeuget wurde, mithin der Widerſpruch der Communion⸗ f, 0 huͤttenbedienten nach und nach aufhoͤrete: So iſt dieſelbe auch auf der Wilden⸗ che mannshuͤtte, und endlich auch auf der Lautenthaler, wo es die Huͤttenbedienten hat fuͤr ganz unthunlich halten wollen, eingefuͤhret worden. wel Die Waſen zum Abtreiben ſind 30 Zoll, oder ½ Elle in die Ruͤnde ſtark, und 42 Zoll, oder 3 Elle lang, und werden im noͤthigen Fall mit einer in 2 mit 49 Ringen eingetheilten gezwirnten meßingenen Schnur, wie die Markſcheider brau⸗ 1 chen, nachgemeſſen. Auf ein Treiben werden 3 Schock gerechnet. Anno 1737 Mu kam in Vorſchlag, aus der Herzberger Forſt Waſen mit Strohſeilen gebun⸗ unh 7 4 4 . 2... ———————— ☛—— 2——. 1 rw den, 40 Zoll in die Runde und 42 Zoll lang, auf die Clausthaler Hutte zu lie⸗ fu fern. 332 Stuͤck ſolcher Waſen wurden ſo viel betragen, als ein Schock der 1 30 zolligen; und da der leztern 3 Schock auf ein Treiben gerechnet werden: So ch 1 Xx 2 wuͤrde b 1 8 1 Beſchaffenheit 176 II. Th. VI. Cap. 4 Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, wuͤrde man der erſtern dazu 1 Schock 41 Stuͤck brauchen. Es iſt aber dieſer Vorſchlag, ein und anderer Urſachen wegen, nicht ins Werk gerichtet worden. Wenn es an Waſen mangelt: So wird mit geſpaltenem Roͤſtholz gefeuret, und deſſen 6 Malter zu einem Treiben erfordert. §. 10. Die hieſigen Windtreiboͤfen ſind im Mauerwerke 15 Fuß lang und 13 ½ Fuß des Windofens breit. Davon iſt der Treibofen inwendig im Circuxl 8 Fuß. Das uͤbrige be⸗ vnlends Hu- traͤgt die Mauer. Das Glöttloch iſt 12 bis 15 Zoll hoch und 16 Zoll breit. Tab. XX. Erklärung des Der Windofen iſt 6 Fuß lang und 2 Fuß breit im lichten. Die Kannen zu den Baͤlgen liegen 14 bis 15 Zoll von einander, und mit den Blechen in gleicher Waage, der Roſt beſtehet aus 6 bis 8 drey bis vier Zoll von einander liegenden eiſernen Trallen. Dieſe ſind ausgeſchlagene und abgenutzte Unterlagen aus den Puchwercken. Im Anfange des vorigen Seculi, und wol von aͤltern Zeiten her, ſind nicht allein uͤber einigen Treibofen Ziegelgewoͤlbe, oder Hauben, ſondern auch uͤber einigen eiſerne Huͤhte, Treibhuͤhte, geweſen, die man daruͤber und auch wieder weg bewegen koͤnnen. Es ſchreibet der Berghauptmann Loͤhneyß im 5. Theil pag. 93.„Wenn der Heerd aufs fleißigſte zugerichtet, und das „Werk darauf geſetzet, und mit dem eiſernen Treibhuht, oder Ziegelgewoͤlbe, „welcher inwendig mit Lehm beſtrichen, und an einem Kranigzug haͤnget, gede⸗ „ cket iſt ꝛc.,, Dergleichen eiſerner Treibhuht iſt entweder zuerſt, oder aufs neue Anno 1689 auf der Clausthaler Huͤtte von einem eislebiſchen Schmied fuͤr 50 Thlr. verfertiget worden. Solche eiſerne Huͤhte ſind itzo in der Clausthaler Huͤtte uͤber einigen Windtreiboͤfen, damit ſie durch Abſchiebung derſelben wieder kalt werden und alſo eher wieder gebraucht werden koͤnnen, als ſonſt moͤglich waͤre. Ein ſolcher eiſerner Huht iſt von Eiſenblech gemacht, und inwendig mit Leim, den man mit Heu vermenget, feſt verſchmieret, zu welchem Ende inwen⸗ dig viel kleine Haken genietet ſind, die den Leim anhalten. Es iſt auch auf der Clausthalerhuͤtte ein Windtreibofen mit einer ſteinernen Haube. Ein ſolcher eiſer⸗ ner oder ſteinerner Huht haͤnget an einem Kranich vor dem Ofen Fig. G. num. 6 und 7. deſſen Saͤule num. 8 in zween eiſernen Zapfen umgedrehet, und damit der Huht von dem Ofen abgewendet werden kann. §.) II. Ein ſolcher Windtreibofen mit einem eiſernen Huhte iſt auf Herrn Schlü⸗ Schlüterſchen ters XLV. Kupferblate gezeichnet und ſeine Erklaͤrung deſſelben iſt im 14 Cap. Riſſes davon. Tab. XX. Pag. 127. folgende. E. Der obere Grund. Nmm. I. Die Pfeiler und Mauren umher. 2. Der Heerd von Barnſteinen. 3. Der Grund von der Haube. 4. Das große Schuͤrloch, wodurch die Aſche und Werk einge⸗ ſetzet weiden .Zwey Kannenlöcher. 6. e Stbrune 7. Fuͤnf Drallen uͤber dem Windofen. 8. Schuͤrloch, wodurch gefeuret wird. F. Ein Durchſchnitt. Num. I. Mauer und Pfeiler. 2. Abzuͤchte.. 3. Kleine —„be2 —,—/—— wölbe, ged wauſt dd fur thaler „Sor Meder n ace welche den Bergbau befoͤrdern. Kleine Abzuͤchte. Der Steinheerd. Der Aſchenheerd. Behaͤltniß der Werke. Großes Schuͤrloch. Zwey Kannenloͤcher zum Geblaͤſe. Die Haube. Der Windofen. Die Drallien. 12. Der Windfang. G. Perſpectiviſch Num. I. Das Mauerwerk umher mit den Pfeilern. 2. Der Ausgang von der Abzucht. 3. Kleine Abzuchte, ſo unter dem Steinheerd hergehen. 4. Die Gloͤttgaſſe, welche an beyden Seiten gegoſſene Eiſen hat. 5 Die Haube, ſo oben offen gelaſſen. 7 8 85 ONHH ⸗ „Der Eiſenhuth, womit der Ofen verdeckt wird. .Ein Kranich, woran der eiſerne Huth haͤnget. .Die Saͤule mit dem Kranich hat oben und unten eiſerne Zapfen, daß ſolche mit dem eiſernen Huthe umgedre⸗ het werden kann. 9. Der Windnfen 10. Das Schuͤrloch zum einfeuren. 1I. Die eiſerne Thuͤr davor. 12. Das Aſchenloch mit einer eiſernen Thuͤr. 13. Das große Schuͤrloch. 14. Die eiſerne Thuͤr an dem großen Schuͤrloch haͤnget an ei⸗ nem Kranich. 15. Der Grund von dem eiſernen Huthe. Fünfte Abtheilung. Von der Kupferarbeit auf den Huͤtten, und Ofen zu derſelben. Darauf ein vollkommner Huͤttenproceß folget. Vorbericht. Di Kupferarbeit auf den Huͤtten iſt zweyerley. Es wird aus dem, was im Treibofen von den Kupferhaltigen Silber⸗ und Bleyerzen anfang⸗ lich abgezogen oder abgeſtrichen wird, Kupfer gemacht, welches die Ab⸗ ſtrichsarbeit genennet wird; oder es wird aus den Kies⸗und Kupfererzen, die an reinen Stuffen brechen, und nicht Silber⸗ und Bleyhaltig ſind, Fuufer gemacht; und ſo zertheilet ſich dieſe 5. Abtheilung in zween Ab⸗ e. Der 1. handelt von dem Kupfermachen aus dem Abſtrich. Der 2. von dem Kupfermachen aus den Kieſen. II. Theil. Yy Erſter 7 1 * 4 1 1 . 41 in 1 V 5 4 3 1 Proceß wie aus dem Abſtrich Kupfer gema⸗ chet wird. 178 II. Th. VI. Cap. 5. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, Erſter Abſchnitt. Von dem Kupfermachen aus dem Abſtrich. §. 1. Whi Silber und Bleyerze ſind mit Kies oder Kupfererzen vermiſchet. Die Kupfer werden, wenn die Werke im Treibofen eingeſchmolzen ſind, ab⸗ gezogen. Dieſer Abſtrich wird, wenn deſſelben eine Quantitaͤt fuͤrhanden iſt, durch⸗ geſtochen, oder geſchmolzen und vertrieben. Davon faͤllt wieder Bleyiſchwerk und Kupferſtein. Dieſer wird zum oͤftern und ſo lange geröſtet, bis er ſchwarz Ku⸗ pfer gibt. Daſſelbe wird mit Gloͤtt und Heerd aus dem Treibofen beſchicket, und alsdenn geſeigert, und gedarret, da es das Silber und Bley fallen laͤſſet. Die⸗ ſes vind darauf im Treibofen abgetrieben. Das uͤbrige wird zu Gahrkupfer ge⸗ macht. DDcer folgende kurze Entwurf von der Abſtrich⸗und Steinarbeit iſt vor we⸗ nig Jahren von einem Communionhuͤttenbedienten aufgeſetzet worden. „1. Wird der gefallene Abſtrich vom Werktreiben geſchmolzen, und auf „eine Schicht 30(hier 25) Centner Abſtrich genommen, davon wird wieder be⸗ „kommen 10 Eentner Werk,(iſt hier nicht gleich) 14 bis 15 Centner Stein. „ 2) Von dieſem gefallenen Stein werden 30(hier in allen Schmelzen „und Treiben 25) Centner auf ein Treiben im Treibofen vertrieben, wovon „ wieder bekommen wird 1 bis 1(hier 4 bis 5.) Centner Werk, 10 Centner „Stein, und 14 Centner Schlacken. „ 3) Der von dieſem Treiben gefallene Stein und Schlacken werden 2 „Treiben auf eine Schicht geſchmolzen, und in dieſem Schmelzen werden 3 bis „4 Centner Werk, 2 bis 3 Centner ſchwarz bleyiſch Kupfer, und 12 Centner „ Kupferſtein ausgebracht. „ 4) Dieſer ausgebrachte kupferichte Stein wird in das Roͤſtehaus ge⸗ „bracht 90. bis 100. Centner, und auf Röͤſteholz geröſtet 3. bis 4. mahl. „ 5) Der geroͤſtete Stein wird geſchmolzen, und auf eine Schicht im „Schmelzen 30 Centner genommen, wovon ausgebracht wird 6 Centner ſchwarz „Kupfer, und 16 bis 18 Centner Stein.. „ 6) Dieſer Stein wird wieder 4 bis 5 mahl auf Roͤſteholz geroͤſtet. „ 7) Der geroͤſtete Stein wird wieder geſchmolzen, und auf eine Schicht „ 30 Centner genommen, wovon wieder bekommen wird 8 bis 9. Centn. ſchwarz „Kupfer, und 12 bis 14 Centner Steine. „ 8) Dieſer Stein wird wieder 3 bis 4 mahl geroͤſtet. „ 9) Derſelbe Stein wird geſchmolzen, und auf eine Schicht 30 Centner „genommen, und im Schmelzen wird wieder bekommen 16 Centner ſchwarz „Kupfer, und A bis 5 Centner Sporſtein. Dieſer Sporſtein wird hingelegt „bis 5 kuͤnftiger Steinarbeit, woſelbſt er wieder mitgeroͤſtet wird bey dem lez⸗ „ ten Stein. „ 10) Dieſe im Schmelzen gefallene ſchwarze Kupfer werden untereinander „ mit Centner Heerd, 1 Centner Werk, bis 12 Centner Glötte jeder Cent⸗ „ ner ſchwarz Kupfer beſchicket,(hier wird jetzo ganz anders damit verfahren, „ und werden Kraͤzſchichte daraus gemacht, weil die Kupfer nicht von dem Ge⸗ „halt ſind, daß ſie die Koſten ertragen) und 20 bis 24(hier 18) Seigerſtüͤ⸗ „ cke auf eine Schicht durchgeſchmolzen. „ 11) Von dieſen Seigerſtuͤcken werden 8 Stuͤcke auf dem Seigerheerd ge⸗ „ſetzet, und die Werke daraus geſeigert. Von den 8 Stuͤcken fallen 10 bis „ 12 Centner Werke, dieſe werden im Treibofen vertrieben. Die „12) Die⸗ wovoh entnen welche den Bergbau befoͤrdern. 179 „ 12) Dieſer Kuͤhnſtuͤcke vom Seigerheerde(werden ſo genannt, weil das „ Bley davon iſt) werden 40 Stuͤcke in den Darrofen geſetzet,(hier werden ſie „ nicht mehr gedarret, weil das Kupfer in dem großen Windofen 4. Abtheil. „§. 8. gahr gemacht wird) und wird der Stein und Schlacke davon gedarret. „ 13) Von dieſen Darlingen werden 24½ bis 3 Centner auf dem Gahrheerd ge⸗ „ſetzet, und 2½ Centner Gahrkupfer davon gemachet., Hier zur Altenau wer⸗ den 36 bis 38 Centner auf einmahl im dem großen Windofen gahr gemacht. §. 3. Es gehoͤret alſo zu dieſer Abſtrichsarbeit bis zum Gahrkupfer ein Seiger⸗Maaße eines heerd, ein Darrofen und ein Gahrheerd. Es iſt in der 2. Abtheil. ſchon ange⸗Seigerheerds. fuͤhret worden, daß man die ſaͤmmtlichen Oefen in den Communionhuͤtten vor we⸗ nigen Jahren gemeſſen hat, welche Maaße mit dem etwanigen Unterſcheide in hieſiger Huͤtte in der 2. 3. und 4. Abtheil. beygebracht worden ſind. Gleiches ge⸗ ſchiehet nun auch hier mit dem Seigerheerd, Darrofen und Gahrheerd. Die Brandmauer beym Seigerheerd iſt von Steinpflaſter 4 Fuß hoch, 4 Fuß breit und 21 Fuß lang. Die Abzucht in der Brandmauer 6 Zoll breit, und 6 Zoll hoch, und gehet oben und auf 3 Seiten in der Mitte aus. Die Blechmauern ſind 24 Fuß hoch, 5 ½ Fuß lang, 15 Zoll dick, ſtehen in der Soh⸗ le 1 Fuß weit von einander, und in jeder Mauer iſt in der Mitten eine Abzucht, 6 Zoll breit und 8 Zoll hoch. Bey dem Seigerheerd auf hieſiger Huͤtte iſt die Brandmauer von eben ſolcher Staͤrke, Hoͤhe und Laͤnge. Die Abzucht aber ge⸗ het nur oben in der Brandmauer aus unter dem Heerde durch, und iſt 6 Zoll hoch und 6 Zoll breit. Die Seitenmauern, da die Seigerbleche aufliegen, ſind 18 Zoll breit, 2 Fuß hoch, 54 Fuß lang. 18 Zoll iſt der Seigerheerd weit. Unter den Seigerblechen gehet auf jeder Seite eine Abzucht aus, die 6 Zoll hoch und 6 Zoll breit iſt. §. 4. Der Seigerheerd findet ſich auf dem XL.VIII. Kupferblate des Herrn Erklärung des Schluͤters gezeichnet, und die Erklaͤrung im 16 Cap. p. 135. Riſſes von ei⸗ 1 nem Seiger⸗ A. Der untere Grund. heerd. g Num. I. Der Grund vom Mauerwerk. Tab. XXI. 2. Die Gaſſe. 3. Der Tiegel. B. Ein Durchſchnitt in die Laͤnge. Num. I. Mauerwerk in der Erde. 2. Ein Stuͤck von der Hintermauer. 3. Ein Stuͤck von der Vordermauer. 4. Die Sohle in der Gaſſe. 5. Die inwendige Seitenmauer. 6. Ein Luftloch, oder Rauchfang. 7. Der Tiegel. 8. Eine Seigerſcharte von gegoſſenem Eiſen. C. Perſpectiviſcher Riß vom ledigen Seigerheerde. Num. I. Die Mauer in der Erde. 2. Beyde Seitenmauern. 3. Die Hintermauer. 4. Beyde deemein 5. Zwo Seigerſcharten von gegoſſenem Eiſen. 6. Die Gaſſe oſſenen. Yy 2 Maaße und Er⸗ klärung eines Darrofens. Tab. XXI. 180 II. Th. VI. Cap. 5. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, 7. Der Tiegel. 8. Das Flammenloch, oder Rauchloch. D. Dergleichen vom beſetzten Seigerheerde. Num. 1. Beyde Seitenmauern. 2. Die Hintermauer mit dem Rauchfang. 3. Beyde Futtermauern. 4. Zwo Seygerſcharten von gegoſſenem Eiſen. 5. Die Gaſſe. 6. Der Tiegel.. 7. Sechs Seigerſtuͤcke, ſo aufgetragen, und kleine Hoͤlzer darzwiſchen geſetzet ſind. 8. Seigerbech ,oder Seigerwaͤnde, ſo um die Seigerſtuͤcke geſetzet. 9. Vier Bleypfannen von gegoſſenenen Eiſen. 10. Sechs Seigerſtuͤcke. II. Ein Seigerblech, oder Seigerwand an die Seite. 12. Ein Seigerblech, ſo vorne hergeſetzet wird. §. 5. Am Darrofen iſt die Brandmauer 9 Fuß lang, 6 ⅜ Fuß hoch, und 1 ½ Fuß dick, 8 Zoll breit und hoch ſind die 3 Abzuͤchte, welche von jeder Gaſſe im Ofen oben, und in der Brandmauer ausgehen.(Beym hieſigen Darrofen gehet uͤber dieſe 3 Abzuͤchte in der Brandmauer noch eine abſonderlich durch die Hauptmauer aus) die zwo Seitenmauern ſind 9 Fuß lang, 6 Fuß hoch und 2 Fuß dick. Die Feuergaſſen ſind 6 Zoll weit, 7 Fuß lang, 21 Fuß hoch. Die Balken⸗ mauern ſind 11 Zoll dick, 7 Fuß lang, 2 ½ Fuß hoch. Das Darrgewolbe iſt 5 Fuß breit, 7 Fuß lang, 2 Fuß 8 Zoll hoch von den Balken. Der hieſige Darrofen komt damit, auſſer dem einzigen angefuͤhrten Punct, vollig uͤberein. Die Darroͤfen am Ober⸗und Unterharze ſind, nach Herrn Schluͤters Be⸗ richt, von gleicher Einrichtung, daher hat er nur einen ſolchen am Unterharze auf dem L. Kupferblate gezeichnet, und davon folgende Erklaͤrung im 17 Cap. pag. 141. gegeben. Aa Der untere Grund. Num. 1. Das Fundament von beyden Seitenmauern. 2. Das Fundament zu denen Darrbalken ſo von Barnſteinen gemacht. 3. Die Gaſſen. Bb. Die Hinterſeite von Darrofen. Num. I. Die Hintermauer. 2. Drey Tritte, um bey die Zugloͤcher zu kommen. 3. Beyde Seitenmauern. 4. Der Hintertheil von dem Darrofen. 5. Zug⸗oder Luftloͤcher. Cc. Der Standriß. Num. 1. Beyde Seitenmauern mit einem Bogen. 2. Vier Darrbalcken von gegoſſenem Eiſen, worunter Pfeiler von Barnſteinen. Drey Gaſſen. Lager von Eiſen. Die Hinterſeite von dem inwendigen Ofen. Drey Zug⸗oder Luftlöcher. Dd. Ein zzer cke ſauen dick 7 fken⸗ fi iEn welche den Bergbau befoͤrdern. Dd. Ein Durchſchnitt in die Laͤnge. Num. I. Die Hintermauer. 2. Der Grund von der Gaſſe. 3. Ein Pfele von Barnſteinen angemauert, worauf ein Darr⸗ alke lieget. 4. Ein Darrbalke von gegoſſenem Eiſen. 5. Eine inwendige Seite vom Darrofen. 6. Ein Zugloch. Ee In Perſpectiv. V Num. I. Beyde Seitenmauern mit einem Bogen uͤber dem Ofen. 2. Vier Darrbalken von gegoſſenem Eiſen. 3. Ein Lager von gegoſſenem Eiſen. 4 Eine Thuͤr, ſo in Heſpen haͤnget, von Eiſenblech. §. 6. Der Gahrheerd iſt ein offener Heerd, durch die Brandmauer zwo Formen zu den Baͤlgen, wie beym Schmelzofen, lie⸗ gen. Die Darrlinge werden in den Heerd geſetzet, die Kohlen darauf geſchuͤttet, angefeuret, durchs Geblaͤſe geſchmolzen, und gahr gemacht, darauf abgehaͤnget, und das Kohlfeuer wird abgezogen. Zur Abkuͤhlung der abgehobenen Kupfer⸗ ſcheiben iſt nicht weit davon ein laufendes Waſſer mit davor ſtehendem Faſſe. Die Abzucht zum Gahrheerd liegt auf einer Huͤtte in der Communion 2 Fuß tief von dem Steinpflaſter in der Erde, und gehet in der Brandmauer 2 Fuß auf den Seiten, und 1 Fuß unter der Forme uͤber dem Steinpflaſter aus. Die Ab⸗ zucht iſt 6 Zoll breit und hoch, und gehet gedoppelt ins Creuz. Die Brand⸗ mauer iſt 15 Fuß hoch, 13 Fuß breit, und 6 Fuß dick. Das Rauchgewoͤlbe iſt 4. Juß hoch, und 3 Fuß breit. Der Bogen vorn in der Brandmauer iſt 73 Fuß weit, und 10 Fuß hoch. Die Mauer iſt, wo die Forme aufgeleget wird, 2 Fuß hoch vom Steinpflaſter. Der hintere Bogen iſt 5 Fuß breit, und 5 ½ Fuß hoch. Die Brandmauer, worinnen der Heerd ſtehet, iſt 7 Fuß lang, 3 ½ Fuß breit, und der Heerd iſt von derſelben Groͤße. Der Heerd iſt 14 Zoll weiter heraus gemauert, als die Brandmauer, in der Brandmauer aber 1 ½ Fuß tief von der Forme. Der Ofen iſt auf dem Stein⸗ pflaſter mit dreyfacher Creuzabzucht verwahret. Auf dieſen Abzuͤchten befinden ſich Schlacken 6 Zoll hoch, und darauf eine Leimſohle von gleicher Hoͤhe. Ein Blech, ſo 4 Fuß lang und 2 Fuß breit iſt, lieget vorn auf dem Heerd, haͤnget vorn 1 Fuß uͤber, und lieget 1 Zoll ſchoͤßig in die Huͤtte, daß das Waſſer vom Heerd abflieſſen kann. Die Forme lieget 2 bis 3 Zoll hoͤher, als der Steinheerd. Der Stuͤbbeheerd iſt 8 Zoll tief, und 10 bis 12 Zoll breit und lang. Der Heerdrand in Stuͤbbe iſt 2 bis 3 Zoll hoͤher, als die Forme lieget. Der hieſige Kupfergahrheerd lieget vor der Mauer, und iſt 5 Fuß breit, 8 Fuß lang, und 2½ Fuß hoch von dem Steinpflaſter. Die Abzuͤchte gehen auf dem Steinpflaſter aus. §. 7. Wenn die Gloͤtte wieder geſchmolzen, und Bley daraus gemacht wird, Vonractirung welches man verfriſchen nennet, wird die Kraͤtze von dem Bley abgezogen, der Huͤtte allein geſchuͤttet, und Bleydreck genannt. Dieſer Abzug wird wieder geſchmolzen, oder durchgeſtochen, und werden Seigerſtuͤcke daraus gemacht. Wann ſie abgeſeigert ſind, oder wann ſie das Bley auf dem Seigerheerd fallen II. Theilx. 3; 8aſſen, wie ein Stichheerd, zu welchem Maaße eines Gahrheerdes. in der Bleyglötte. 182 II. Th. VI. Cap. 5. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, laſſen, ſo heißen ſie Ble vogen Aus dieſen wird ebenfalls auf dem Gahrheerd⸗ te, oder hier in dem großen Windofen, Gahrkupfer gemacht, wenn ſolche zu⸗ vor nochmahl durchgeſtochen und abgeſeigert worden. 1 Das verfriſchen der Gloͤtte, dazu eigene Friſchmeiſter und Friſchknechte aus den Schmelzern und Vorlauffern beſtellet ſind, geſchicht in einem gewoͤhnlichen Schmelzofen mit dem Stichheerdte, der eben, wie beym Schmelzen der Roͤſte, zubereitet wird. Aus I Centner Gloͤtte, zu 116 Pf. gerechnet, werden 96 bis 98 Pf. und aus 100 Pf. 82 bis 84 Pf. Bley erhalten, welches beym Schmelzen in eiſerne Friſchpfannen gegoſſen wird. Che es darinn kalt wird, wird ein Stuͤck rund Eiſen, daran oben ein Haken iſt, an einem Ende hineingeſtecket, daran man das Bley, wenn es kalt worden, aushebt, und an ſeinem Ort in der Huͤtte auf einander ſetzet. Der eiſerne Haken wird wieder ausgeſchlagen. In der Helfte, und gegen dem Schluß jeden Quartals, gewoͤhnlich Num. 7. und Num. 12. wird das Bley(Bleymol⸗ len) in Gegenwart des Huͤttenreuters, des Berghandlungs Factors, eines Schichtmeiſters und Zehntſchreibers gewogen, und das Gewichte eines jeden Stuͤckes nach der Numer aufgeſchrieben. Auf ein jedes Stuͤck wird vor dem Waͤgen von dem Bleynumerirer des Koͤniges Namen G. R. das Jahr, das Quartal, die Huͤtte und die Zahl des Stuͤckes mit dmm Hammer und Numerir⸗ „ eiſen geſchlagen. Das numeriren wird im neuen Jahre mit Num. Jangefangen und bis zum Schluß des Jahrs mit den Numern continuiret. In einem Quartal wer⸗ den auf der Altenauer Huͤtte 1500 bis 1600 Stuͤcke Bley gemacht. Nach ſolchem Jahre, Quartal, Numer und Gewichte werden die Bleymollen von hieſiger Hutr nach Goslar in die dortige Hannoverſche Berghandlungs Factorey gelie⸗ ert. Iſt Kupfer vorhanden, ſo wird ſolches zur ſelbigen Zeit auch gewogen, in Tonnen geleget, ſolche zugeſchlagen, und das Gewichte in ein Buch geſchrieben. Der Bleycentner iſt 116 Pfund, der Kupfercentner 112 Pfund. Im Abwaͤgen wird 1 Pfund Kloben⸗oder Uebergewichte gegeben, und werden alſo am Bley 117 Pfund und am Kupfer 113 Pfund gewogen, aber den Contrahenten, oder der Berghandlung, nur 116. und 112 Pfund berechnet. 26 4 1 G Zweyter Abſchnitt. Von dem Kupfermachen aus den Kieſen oder Bupfererzen. ——— — — ö. I. n Um die reinen Mf einigen Gruben bricht reiner Kies, oder Kupfererz, und auf andern fal⸗ Seferezhe iu len unter dem Silbererze reine Kupferſtuffen vor, die davon ausgehalten machen, ſind anwerden. Daraus wird Kupfer gemacht, wenn erſt davon eine hinlaͤngliche Men⸗ verſchiedenen ge fürhanden iſt. Zu ſolcher Arbeit iſt die Altenauer, Andreasberger, Lauten⸗ V Run Huthen thaler und Schulenberger Huͤtte ſo vorgerichtet, daß die Kieſe darin zu Gahr⸗ 1 kupfer gemacht werden koͤnnen. Als Anno 1704. die Aufrichtigkeit und Kupferroſe in Lauterberg wieder be⸗ leget worden, und ſi gute Anbruͤche von Kupfererzen hervor thaten: So wurde 6 Anno 1705 eine Kupferhuͤtte an den Fluß, die Lutter, gebauet. Die Gebaͤude 2 6 dieſer Huͤtte ſind folgende: 1) Ein Herrſchaftliches Wohnhaus fuͤr die ankom⸗ menden Berg⸗ und andere Bediente, darunter ein ſchoͤner Kuͤchengarten, und daruͤber ein Pferdeſtall lieget. 2) Eine Schmelzhuͤtte, darinn zween Oefen, und auch des b Huͤttenſchreibers Wohnung befindlich ſind. 3) Hinter der Hüͤtte iſt ein Kraͤtz und Stuͤbbepuchwerk, worinn bey Mangel der Erze Kalk gepuchet wird. 4) Ueber der Huͤtte iſt des Kupfergahrmachers Heerd, nebſt des Gahrmachers Wohnung. 5) Daruͤber iſt das Roͤſthaus. 6) Neben dieſem ſind zween Kohlenſchuppen. Im vorigen Jahrhundert hat eine Kupferhuͤtte zum Hezzberge, welche Anno 1705 abgegangen, und nach Lauterberg verleget worden, desgleichen eirie vor — das heri nger wer ſe jger gelie in efl. welche den Bergbau befoͤrdern. 183 vor Oſterode, und eine beym Kampſchlacken im Thale geſtanden, welche leztere beyde von Privatperſonen gebauet worden. Die erſten zum St. Andreasberge auf dem Morgenſtern getroffenen Kupfer⸗ erze wurden Anno 1652 zu Mannsfeld zu Gute gemacht, nachhero aber Anno 1664 auf der Altenauer Huͤtte verarbeitet, und der Centner zu 21 Thlr. verkauft. Vor 70 und mehr Jahren muſten entweder auf dem Clausthaler Bergwerke keine Kieſe brechen, oder ſie ſind doch nicht zu Gute gemacht worden. Denn A. 1679 ward von Salomon Mey die erſte Probe mit dem Kies von der engliſchen Treue gemacht, und 16 Centner Kupfer bereitet. Man findet hernach nicht weiter, daß Kieſe waͤren verarbeitet, ſondern, daß ſolche Anno 1689 und 1691 an den dama⸗ ligen Huͤttenreuter Schluͤter zu Goslar verhandelt worden. 2. In dieſem 1601 oder doch folgendem Jahre iſt Heinrich Michel Kohl⸗ Ein Fremder haſe, von Ilmenau, zur Kiesarbeit berufen worden, welcher auf der damaligen, füban dieepfer⸗ nachhero abgebrochenen Zellerfelder Huͤtte die Clausthaler Kieſe von der engli⸗ Zellerfelder Hüt⸗ ſchen Treue und dem Georg Wilhelm mit großem Vortheil, gegen den Verkauf, te an. zu Gute gemacht. Da nun ſein Kiesſchmelzen auf ſolcher Huͤtte gut von ſtatten gegangen: So ward Anno 1609 verordnet, daß die Kieſe hinfuͤhro auf der Alte⸗ nauer Huͤtte(nachdem ſchon A. 1693 davon eine Probe auf derſelben gemacht worden) verarbeitet werden ſollten. Als Kohlhaſe Anno 1700 zum Andreasberger Huͤttenmeiſter verordnet worden: So hat der Huͤttenreuter Borkenſtein die Kiesarbeit nach dem mit je⸗ nem gemachten Verding uͤbernommen, und ſie in ſolchen Stand geſetzet, daß, da vorhin aus den meiſten Kupfern einen Centner Gahrkupfer zu ſchaffen, auf 2 fl. an Arbeitslohn gekoſtet, dafuͤr, zu ſeiner Zeit, fuͤr einen Centner aus den ſonſt verworfenen geringen Waſſerkieſen, erſt 30 Mgr. bis Anno 1707 und von da an nur 27 Mgr. berechnet worden ſind. §. 3. Der Proceß aus den Kieſen Kupfer zu machen iſt folgender: Proceß dieſer 1) Die Kieſe werden auf Röͤſtholz geroͤſtet, welches hier unter der Huͤtte Aupferarbeit. unter dem freyen Himmel geſchiehet. 2) Wird der geroͤſtete Kies durchgeſtochen, oder geſchmolzen, wovon der rohe Stein faͤllt, der mit 4 bis 5 Feuern wieder geroͤſtet wird. 3) Dieſer geroͤſtete Stein wird verſchmolzen, da faͤllt eewas Kupfer, und der davon fallende Stein heißt Mittelſtein, und wird mit 5. 6. bis 7. Feuern geroͤſtet. 4) Dieſer Mittelſtein wird wieder durchgeſtochen, davon mehr Kupfer faͤllt, als zum erſtenmal. Der davon fallende Stein heißt Sporſtein. 5) Der Sporſtein wird wieder mit 6 bis 7 Feuern geroſtet, und denn ge⸗ ſchmolzen, daraus wol Kupfer faͤllt. 6) Der hievon uͤberbleibende wenige Stein wird entweder wieder geröͤſtet, oder aufbehalten, bis mehr dazu kommt. 7) Die in allen Numern gefallene Schwarzkupfer werden in einem offenen, im Iſten Abſchnitte beſchriebenen Heerd, zu Gahrkupfern gemacht, und die Unar⸗ ten, oder Schlacken, davon abgetrieben. SEScchſte Abtheilung. Dieſe haͤlt den voͤlligen Huͤttenproceß in ſich. G achfolgender mir communicirter vollſtaͤndiger Huͤttenproceß ward vor einigen Jahren von einem Andreasberger Huͤttenbedienten aufgeſetzet, und für⸗ nemlich auf die Andreasberger Hünenndef gerichtet. Er koͤmmt doch Per in 4 2 en ——— 1 I St. Andreas⸗ bergerhütten⸗ Proceß gegen 184 II. Th. VI. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, den mehrſten Stuͤcken mit dem Proceß auf der Clausthaler und Altenauer Huͤtte uͤberein. Ich bin denſelben mit den hieſigen Huͤttenbedienten genau durchgegan⸗ gen, und habe aller Orten, wo er von dieſem unterſchieden iſt, ſowol dieſes als auch die Erklaͤrung der bey der Huͤttenarbeit gebraͤuchlichen Worte in den An⸗ merkungen hinzugeſetzt. Auf der Clausthaler und Altenauer Huͤtte werden zween Roͤſte in 5 Theile getheilet, weil dieſelbe fluͤſſig, und viel Bley bey ſich haben, und ſich wegen der den Clausthaler Fluͤſſigkeit wohl zuſammen brennen laſſen. Auf der St. Andreasbergerhuͤtte wer⸗ und Altenauer überhaupt. den hingegen aus zween Roͤſten 6 Theile(wie auch auf der Clausthaler und Al⸗ tenauer Huͤtte die Afterſchliege zu 6 Theilen geſtuͤrzet, und gebrannt werden) emacht, weil ſie arm an Bley auch mit viel Kobold und Kupfer vermenget nd, und daher der Schlieg leichter, als zum Clausthal und Altenau iſt, und die Theile gröſſer werden. Wenn man mit den St. Andreasberger Roͤſten in der Theilung, wie mit den Clausthalern und Altenauern, verfahren wollte: So wuͤrden die Theile ſo groß werden, daß man ſie im Brennofen nicht durchbrennen könnte, und dahero ihnen die rechte Röſtung zu geben nicht vermoͤgte. Wenn nun zum Clausthal und Altenau zween Roͤſte geſchmolzen werden: So wird 8. 9. bis 10 Centner Heerd, auch gelbe und ſchwarze Kraͤtze, ſoviel derſelben noͤthig iſt, dazu genommen, und wird davon 24. 30. 40. auch von mancher Grube 50. bis 60 Centner Werk ausgebracht, und alsdenn von zween, auch wol von vier Roͤſten, auf den Treibheerd geſetzet, und allda vertrieben. Alsdenn iſt der Proceß zum Ende, und wird einmal Schuer gegeben.—) C) Schuer geben heißt, wenn nach durchgeſchmolzenem einen Roſt das Geblaͤſe abge⸗ haͤnget, das unter der Vorwand bey Verfertigung des Schmelzofens offen ge⸗ laſſene viereckigte aber zur Schmelzarbeit zugemachte Loch erofnet, oder aufge⸗ ſchueret, und dadurch der Ofen voͤllig ledig und rein gemacht wird. Schuer aber heißt dasjenige, was aus dem aufgemachten Loch, davon der Obertheil das Auge, der unter Theil die Bruſt, oder untere Auge genennet wird, an Kohlen, und was darunter von dem geſchmolzenen ſich geſetzet, ausgeſchueret, oder ausgezogen wird. Dieſes gehoͤrt der Herrſchaft, und wird von dem Vorlaͤufer mit einer Schaufel neben dem Vorheerd auf die Seite gebracht, und darnach bey dem Kraͤtzpuchwerk allein geſchuͤttet, aufgeſammlet, und darauf, nebſt noch anderer Kraͤtze, von dem Kraͤtzwaͤſcher gepuchet, und rein zum Schmelzen gewaſchen. Wann aber in der St. Andreasberger Huͤtte zween Roͤſte geſchmolzen werden: So wird dazu genommen, wenn der Schlieg 16. 17. bis 18 Loth Silber halt, 20 Centn. Gloͤtte, 12 Centn. Heerd, 8 Centn. gelbe und 4 Centn. ſchwarze Kraͤtze, und davon ausgebracht 26 bis 28 Centner Werk, 18 bis 20 Centner Kupferſtein, alsdenn wird zum erſtenmal Schuer gegeben. Das Werk wird her⸗ nach vertrieben. Des Kupferſteins werden jedesmal 20 Centn.(hier zur Altenau ordinair 25 Centn.) in den Treibofen auf einem Geſtuͤbbeheerd geſetzt, und ſo lange ge⸗ trieben, bis er das Werk, ſo er noch bey ſich hat, zum Theil fallen laſſen muß. Wenn nun zwey dieſer Treiben geſchehen: So wird der Stein aus dem Treibofen wieder in die Schmelzhuͤtte gebracht, und allda durchgeſchmolzen, allwo er das uͤbrige Werk, ſo er noch bey ſich hat, fallen laſſen muß, und wird zum zweyten⸗ mal Schuer gegeben. J. Des Steins, ſo in dieſem Schmelzen bleibet, werden wiederum 20 Centner in den Treibofen auf einem Geſtuͤbbeheerd geſetzet, und noch 8 Stunden getrieben, damit ſich der Stein im Roſten deſto eher zu ſchwarzen Kupfer giebet. Wenn nun derſelbe wieder aus dem Treibofen koͤmmt: So wird er in das Roͤſthaus debrachh —— ——————— welche den Bergbau befoͤrdern. 185 und mit drey bis vier Feuern geroͤſtet, alsdenn wieder in die Schmelzhuͤtte gelau⸗ fen, und in jeder Schicht 30 bis 40 Centner durchgeſchmolzen. Davon faͤllt wie⸗ der ſchwarz Kupfer und Stein, und wird zum drittenmal Schuer gegeben. Dieſer Stein wird zum andernmal wieder in das Roͤſthaus gebracht, und mit dir Feuern geroͤſtet, alsdenn koͤmt er wieder in die Schmelzhuͤtte, wird durchge⸗ ſtochen, es faͤllet davon wiederum ſchwarz Kupfer und Stein, und wird zum viertenmal Schuer gegeben. Dieſer gefallene Stein wird zum drittenmal in das Roͤſthaus gebracht, und mit ſechs bis ſieben Feuern geroͤſtet, alsdenn wieder durchgeſchmolzen, da er denn ſchwarz Kupfer und noch etwas Stein giebt, welcher im Vorrath liegen bleibet, ſo lange, bis daß mehr von andern dazu komt, und Sporſtein heiſſet. Nun wird zum fuͤnftenmal Schuer gegeben. Von obigem Schwarzkupfer wird 4 Centn. genommen, mit zween bis dreyen Centnern Gloͤtte und Heerd beſchicket, und daraus ein Seygerſtuͤck gemacht. Die⸗ ſer Seygerſtuͤcke werden 20(hier 18) in einer Schicht geſchmolzen, ſolches wird ein Friſchen genennet, und zum ſechſtenmal Schuer gegeben. Der Seygerſtuͤcke werden fuͤnf auf einen Seygerheerd, oder Ofen, geſetzet, und das Bley mit dem Silber davon geſeygert. Das Kupfer aber bleibet auf dem Seygerofen liegen. Die Kraͤtze, ſo davon koͤmt, heißt Seygerkraͤtze. Das Werk wird gleich anderm Werk im Treibofen vertrieben. Das Kupfer, ſo auf dem Seygerofen liegen bleibet, wird Kuͤhnſtuͤcke genennet. Dieſer Kuͤhnſtuͤcke werden bis 46.(hier wol bis 72 Centner) in den Darrofen geſetzet, und mith Mal⸗ ter Roͤſtholz 18 Stunden gefeuret, bis die Unart, ſo die Kuͤhnſtuͤcke noch bey ſich haben, zum Theil davon gefloſſen. Alsdenn wird das Kupfer aus dem Darr⸗ ofen wieder herausgeriſſen, und mit Waſſer abgekuͤhlet, wovon die Unart mit kleinen Pickhammern ſich abſchlagen laͤſſet, dieſes wird picken genennet. Ddie Unart ſo davon gefloſſen und gehacket worden, nennet man Darr⸗ und Pickkraͤtze, und das abgepickte Kupfer wird mit dem Namen Darrlinge bezeich⸗ net, welches auf den Gahrheerd geſetzt, und Gahrkupfer daraus gemacht wird. Gemeldte Seyger⸗ und Darrkraͤtze wird mit etwas Glaͤdte und Heerd, weil dieſelbe noch Silber und Kupfer haͤlt, beſchicket, und in dem Friſchofen wieder durchgeſchmolzen, da man denn in einer Schicht 15 Seygerſtuͤcke macht. Die⸗ ſs wird eine Kraͤtzſchicht genennet, und nun wird zum ſiebentenmal Schuer ge⸗ geben. 1 Dieſe Seygerſtuͤcke werden gleichfalls abgeſeygert, und damit verfahren, wie oben gemeldet, alsdenn iſt der Proceß zum Ende. Auf der Clausthaler und Al⸗ tenauer Huͤtte wird mit dem Abſtrich eben dieſer Proceß vorgenommen. Von dem Schliegbrennen uͤberhaupt. Die Urſache, warum die Andreasberger Schliege gebrennet werden, mag dieſe ſeyn, daß die allzugroßen Unarten, der Kobold vornemlich, die ſich in den Schliegen aufhalten, durch dieſes Brennen ab, und zu Tode gebrannt werden, damit man ſie hernach deſto fluͤſſiger durchſchmelzen könne. Es iſt guch gewiß, daß die vielen mineraliſchen Unarten, welche ſonſt ungebrannt dabey blieben, das Silber im Schmelzen und Treiben durch daſige große Hitze verzehren, oder dunch den Rauch mit in das Freye nehmen duͤrften, auch daß es ſich nicht durch unfluͤſ⸗ ſiges Schmelzen in den zaͤhen Schlacken verziehet. Sonſten nuͤtzet es auch denen Werken, die davon kommen, weil ſie ſo viel reiner von dem Kobold ſind, wovon der viele Abſtrich in dem Treiben komt. 8 II. Theil. Aaa 1 Solches 186 I. Th. VI. Cap. 6. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, Solches Schliegbrennen geſchiehet nun auf dieſe Weiſe. Die hartfluͤſſigen ungearteten und ſtrengen Erze, oder Schliege, werden mit einem ſpitzigen Troge in einen Brennofen geſchuͤttet, welcher 11 Fuß breit, und von vorne an bis hin⸗ ten an die Luftloͤcher 22 Fuß lang, zur Altenau aber 12 Fuß breit und 19 Fuß lang iſt, und faſt einem Backofen aͤhnlich ſiehet. Darunter durch iſt ein Kreutz gezogen, woraus die Feuchtigkeiten abwechſeln koͤnnen, welches die Abzucht ge⸗ nennet wird. In den Ofen gehen drey luftliche gerade hinten auf die Feuer⸗ ſtaͤtte zu, daß man den Ofen vduich deſto beſſer erhitzen, und auch die Hitze nehmen kann. Ein jedes Luftloch iſt beynahe einen Fuß hoch, und Juß breit. In dieſen Ofen nun werden die Schliege hineingeſchuͤttet, welches, den Ofen beſtuͤrzen, heißt, und mit einer langen eiſernen Kruͤcke auf den Heerd, und auseinander gezogen, und muß der Schlieg nicht dicker als einer queeren Hand hoch auf dem Heerd liegen. Die Kruͤcke, wie auch der Bock, ruhen in einem eiſernen Haken, daran ein Schurz, welcher uͤber dem Ofen an einem Holz, oder Balken, angemacht iſt. Nebſt dieſem Schurz, oder Kette, haͤnget noch eine der⸗ gleichen, welche beyde auf den Balken 4 Fuß von einander liegen.(*) C) Nemlich zum St. Andreasberge, da mehrentheils nur ein Brennofen gehet, wel⸗ cher von einem Manne beobachtet wird, der mit einem Schurz die Kruͤcke und den Bock nicht regieren kann, dagegen der vordere Schurz die Kruͤcke und den Bock mit hinſchieben und herziehn hilft. Hier aber, da die Brenner einander den Schlieg auseinander ziehen, und umruͤhren helfen, haͤnget nur ein Schurz. Die eiſerne Kruͤcke iſt 12 Zoll lang, und 15 Zoll breit, der Stiel iſt 20 Fuß lang, und wiegt zuſammen 1 3½ bis 2 Centner. Am Ende des Stiels iſt eine é Zoll lange runde Hoͤhlung, zum Einſtecken eines hoͤlzernen Stiels, zum An⸗ griff, wenn das Eiſen heiß wird. Iſt gezeichnet auf der XVII. Tab. Fig. H. Abſonderlich iſt zu beobachten, daß man die Schliege nicht eher in den Ofen ſtuͤrzet, als er ſeine rechte Hitze hat, denn wenn er zu warm iſt, ſo verfuͤhret und hebet die Hitze den ſubtilen Schlieg, zumalen wenn er auseinander gezogen, und zum erſtenmal geruͤhret wird. Im Gegentheil, wenn der Ofen zu kalt iſt, waͤhret es uͤber die gebuͤhrende Zeit, ehe der Schlieg trocken wird. Ferner iſt zu wiſſen, daß man auf dem St. Andreasberge zween Roͤſte in 6 Theile auf die Schliegſtaͤtte ſchuͤttet, und davon einen Theil nach dem andern in den Ofen ſtuͤrzet, und brennet. Wenn nun das Theil auseinander gezogen iſt: So muß man mit etlichen Kluͤften Holz den Ofen zuſchlichten.(An deren Statt wird itzo der Ofen hier, und auf der Clausthaler Huͤtte mit einer eiſernen Thuͤr zugemacht.) Ein ſolcher Theil Schlieg wird des Nachmittags um 1 Uhr in den verſchla⸗ genen Ofen geſchuͤttet, darinn er 3 Stunden liegt, ehe er trocken oder warm wird, und ehe man ruͤhren darf. Wenn nun ſolcher Theil trocken und warm worden, welches man merket, wenn der Schlieg nicht mehr an dem Ruͤhrhaken, oder Bock, kleben bleibet, und auch nicht zuſammen ballet, welches gemeiniglich um 4 Uhr geſchehen zu ſeyn pfleget,() denn ruͤhret man zum erſtenmal mit dem Ruͤhrhaken, C) Der Buͤhrhaken oder Bock, beſtehet aus zween Hacken, oder Hornern, und dem 18 Fuß langen Stiele, darinn am Ende eine 6 Zoll lange runde Hoͤhlung zum Einſtecken eines 3 bis 4 Fuß langen hoͤlzernen Stiels zum Angriff. Der Bock wiegt 1 auch wol 14 Centner. Die Hoͤrner ſind 17 Zoll lang, und ſtehen am Ende9 Zoll von einander. Tab. XVII. Fig. G.. daß im Ruͤhren der Schlieg durch die Zacken oder Hoͤrner gehet, und ehe man ruͤhret, muß vorn eineKluft Holz in das Schuerloch geleget werden, damit die Hitze von der⸗ —⸗ 1 welche den Bergbau befoͤrdern. 187 derſelben Flamme vorn in den Ofen zuruͤck getrieben wird, ſonſt kann gar leichtlich durch den Rauch etwas vom Silber mitgenommen werden. Hierauf ruhet man bis um 6 Uhr, und ruͤhret alsdenn zum andernmal.(Der Brennermeiſter muß, nach der Beſchaffenheit der Schliege, die im Ofen ſind, wiſſen, wie oft geruͤhrt wer⸗ den muß. Ordentlich gebuͤhret ſich alle Stunde zu ruͤhren.) Waͤhrend der ganzen Zeit, daß der Schlieg im Ofen iſt, muß man das Holz einwerfen nicht vergeſſen, doch dabey Maaße gebrauchen, daß, wenn das vorhero eingeworfene Holz verbrannt iſt, man wiederum zwo Kluͤfte, nachdem der Ofen heitzet, und das Holz trocken iſt, einwirft. Wenns um 7 Uhr iſt: So ruͤhret man zum drittenmal, um 8 Uhr zum vierten, um 9 Uhr zum fuͤnften, um 10 Uhr zum ſechſtenmal; und kurz zuvor, ehe man ausziehet, als um 10 Uhr zum ſiebentenmal. Darauf ziehet man den gebrannten Schlieg mit der Kruͤcke aus dem Ofen, und zwar auf dreymal, erſtlich vorn, darnach mitten, letztlich hinten, und zu allerletzt die Kohlen von der Feuerſtaͤtte, damit man den Heerd vollends rein machet.(*) 0) Der Huͤttenreuter Borkenſtein hat bey der in der 3. Abtheil. gemeldten Zuſam⸗ menkunft in Goslar ſeine Meynung von dem Brennen der Schliege alſo kuͤrzlich und uͤberhaupt ausgedruͤckt: Wenn das Brennen recht ſeyn ſollte, ſo muͤßte es 1) im Anfang nicht ſo heiß ſeyn, damit der Schlieg nicht ſogleich in die groͤſſeſte Hitze kaͤme, welche ſonſt den Schlieg in die Luft triebe; zu dieſem Ende muͤßte auch 2) der Schlieg nicht ſo trocken eingeſtuͤrzt, ſondern zuvor wohl angenetzet werden. 3) Wenn die Theile bey leichten Schliegen groß waͤren, muͤßte nicht eher aufgeruͤhret werden, als bis der Schlieg durch und durch gluͤend ſey, ſonſten er beym Aufruͤhren in die Luft ginge. So muͤßte man ſich auch 4) huͤten, daß im Anſange nicht gar zu ſtark Feuer ſey, weil ſonſten die Unart mit in die Wer⸗ ke ginge. Und 5) muͤßte ſtaͤrker Feuer gegeben werden, daß der Schlieg, nach⸗ dem er wohl geruͤhret worden, und darunter keine rohe Patzen mehr waͤren, eoagulirte, und ſich zuſammen brennete, damit das Geblaͤſe denſelben im Schmel⸗ zen nicht wegblaſen koͤnnte. Iſt aber der Schlieg ſehr ſtrenge, oder ſtaͤrker von dem Kobold umgeben, und haͤngt er im ruͤhren zaͤhe an einander: So muß man ihn etlichemal mehr ruͤhren, und auch ſtaͤrker feuren. Wenn nun das Ausziehen vorbey iſt: So laͤſſet man den Ofen verſchlagen, und bis um 1 Uhr ledig ſtehen. Auf eben die Weiſe werden die andern Theile, einer nach dem andern, gebrannt. Dieſer ausgezogene Schlieg wird Roſt genennet. Das Brennerlohn iſt fuͤr jedem Theil 9 Mgr. davon 2 Pf. Buͤchſengeld abgerechnet wird. Holz wird verbrannt 34 Malter. Wenn nun die 6 Theile gebrennet ſind: So laͤuft der Brenner einen Theil nach dem andern mit einem Schiebkarren in die Schmelzhuͤtte, und bekommt von jedem Roſt zu laufen 3 Mgr.() 0 Zum Clausthal und zur Altenau werden auf 2 Roͤſte nur 14. und auf 2 Afterroͤſte 16 Malter Holz verbrannt, auch werden von den zu„ Theilen geſtuͤrzten 2 Rd⸗ ſten zugleich 5 Oefen beſtuͤrzet, und ſolche in einer Schicht unter der Aufſicht Ves wrennenneſts gebrennet. Es ſind auch auf beyden Huͤtten beſondere oſtlaͤufer. Von Zurichtung des Schmelzofens. 1) Wie ſie in ihrer Stellung beſchaffen ſeyn muͤſſen. urch die Hauptmauer gehet unten von der Erde ohngefehr ½ Fuß hoch ein Loch, welches die Abzucht genennet wird, deſſen Hoͤhe 4 Fuß iſt. Auf ſolche Ab⸗ zucht werden Steine geleget, nd darauf etwas Schlacken geſtreuet, danit de aa 2 en 188 II. Th. VI. Cap. 5. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, Ofen Abwechſelung von der Luft haben kann. Darauf ſchlaͤget man eine Sohle von Leim eines Fußes hoch, worauf denn die rechte Sohle folget, die vom Ge⸗ ſtuͤbe geſchlagen wird, und die Leimſohle heiſſet. Sie gehet von der Forme(*) an bis zu dem Stichheerde, und muß, ſo bald ſie geſchlagen iſt, abgewaͤrmet werden. 6(“) Die Forme iſt eine von Eiſenblech geſchmiedete an der weiten Seite unten breite und oben rund zugehende Tute mit einer 2 ½¾ bis 3 Zoll im Diameter ſpitz zugehen⸗ den runden Oefnung, darinn die Dieſte, oder eiſerne Roͤhre in den Blaſebaͤlgen lieget. Sie iſt unten, wo ſie breit iſt, 1 Fuß, 8 Zoll lang, 1 Fuß, 4 Zoll hinten weit, und von dem untern bis auf den obern Theil 10 ½ Zoll hoch. Tab. XVIII. Mit der breiten Seite lieget die Forme auf der Brandmauer, bis in dem Schmelz⸗ ofen, zu welchem Ende gegen die Blaſebaͤlge ein gewoͤlbtes, ein Lachter langes und etwas uͤber Lachter hohes Loch in der Mauer iſt, welches gegen den Ofen zugemau⸗ ert iſt, daß nur eine runde Oefnung zum Eintritt der Forme bleibt. Nebſt dieſem iſt zu wiſſen, daß nicht nur die Forme, ſondern auch das Ge⸗ blaͤſe, recht geleget werden muͤſſe, daß es nicht zu ſcharf, auch nicht zu ſchwach, oder ſtumpf blaſe. Die Forme wird entweder ſcharf, waagerecht, oder uͤber ſich geleget. Scharf(abſchuͤſſig)) muß ſie geleget werden, wenn die Erze, ſo man ſchmelzen will, ſehr ſtrenge und unfluͤſſig ſind, und der Wind alſo die geſchmol⸗ zenen Sachen auf der Sohle abſchieben muß, daß ſie deſto geſchwinder und ohne Aufliegen aus dem Auge kommen koͤnnen. Waagerecht muß ſie liegen, wenn die Erze etwas fluͤſſiger ſind, damit der Wind die Naſe alſo gerade weg unten auf die Vorwand zufuͤhre, und die Schlacken nicht uͤbermaͤßig aus dem Ofen ge⸗ hen, daher dieſelben alsdenn leichtlich unrein werden. Eine etwas uͤber ſich lie⸗ gende Forme gebraucht man bey den Schlackenſchmelzen, und ſonſt armen ſtren⸗ gen Roͤſten oder Erzen. Das Geblaͤſe aber muß ſo geleget werden, daß der eine Balg nicht eher nie⸗ dergehet, bevor der andere vom Gewicht in die Hoͤhe gezogen wird, und wenn der eine mit Blaſen aufhoͤren will, der andere alſobald wieder anfaͤnget; es muß auch nicht zu viel Gewichte darauf ſeyn, ſonſt zerbricht und zerreiſt der Balg vom ſtarken und vielen geſchwinden Heben. Wenn man nun ſtrenge Erze hat, ge⸗ ennch man ſtarken Wind, hat man aber fluͤſſige Erze, nimt man ſchwaͤchern ind. 2) Wie die Schmelzofen muͤſſen zugemacht werden. „Dazu gebraucht man Geſtuͤbe, die man alſo zubereitet. Man nimt drey Theile Loͤſch, oder Kohlengeſtuͤbe und einen Theil guten trockenen Leim, laͤſſet ſol⸗ ches zuſammen klein puchen, und raͤdelt ſie aus durch ein eiſernes Sieb, welches dazu bereitet iſt, da das kleine Geſtuͤbe, welches zum Zumachen gebraucht wird, durchfaͤllt, das grobe aber wiederum gepuchet wird. Die durchfallende kleine Ge⸗ ſtuͤbe nimt man und gießet Waſſer hinein, vermenget ſolches wohl untereinander, bis ſie feuchte iſt, daß man ſie mit der Hand zuſammen ballen kann. Man muß aber wohl zuſehen, daß ſie nicht zu naß, auch nicht zu trocken gemenget iſt, ſonſt kann man niemals einen feſten Heerd machen. Von dieſer Geſtuͤbe hohlet der Vorlaͤufer einen duf arn und ein Fuͤllfaß voll, begießt die Leimſohle, auf daß die Geſtuͤbe beſſer anklebe, ſchuͤttet alsdenn mit dem Schmelzer die Geſtuͤbe in den Vorheerd des Schmelzofens, da ſie denn der Schmelzer mit einer Schaufel in den Ofen auf die vorher wohl abgewaͤymte Leimſohle, bis an und unter die Forme ſchuͤttet; und denn macht er ſie ſchlicht, ſo, daß ſie ſchrem und abhaͤngig bis vor den Stichheerd gehet. Darauf nimt der Schmelzer ſein Pritſchebrett, ſchlaͤget die Geſtuͤbe feſt auf der Leimſohle 95 —=ͤ= ——————— welche den Bergbau befoͤrdern. 189 bis vor dem Stichheerd. Hierauf nimt er den Roſthammer, nebſt der Stoßkeule, und befeſtiget ſie vollends, da er ſie zuvor mit dem Pritſchbrett angeſchlagen hat. Denn muß man auf beyden Seiten, da die Bruſt hinkommt, etwas hoͤhere Ge⸗ ſtuͤbe hinlegen, damit es die Ruͤnde inwendig vor dem Auge bekommt. Es kann ſich auch inwendig vor dem Auge nicht allzuſtark auflegen. Dieſes zubereitete nun wird die Sohle genennet. Ferner nimt der Schmelzer ein Bruſtholz, welches rundlaͤnglich, und 2 Faͤuſte und I Fuß lang iſt, und leget es gerade unter die Vor⸗ wand in die Mitte auf der Sohle. Das Ende, welches nach der Forme hinkomt, muß etwas dicker ſeyn, als vorne, und denn noch ein wenig Geſtuͤbe unter das dicke Ende geleget werden. Denn nimt er noch eins, welches Stichholz genen⸗ net wird; ſolches wird vor dem Vorheerd ganz vorn zwiſchen dem Seitenblech, in welchem zu dem Ende oben ein langes viereckigtes Loch iſt, geleget. Die Spitze wird ein wenig krumm nach dem Bruſtholz zu geleget, welches Laͤnge nach de Vorheerd gemacht werden muß. C) Das Bruſtholz iſt zur Altenau nur 9½ Zoll lang, 7 Zoll im Durchmeſſer, und unten, wo es aufliegt, ½ Zoll ab und platt geſchnitten. Das Srichholz iſt hier 18 Zoll lang, und wo es in den Heerd gehet, zugeſpitzet. An dem Ende vor dem Stichheerd iſt ein 4 Zoll langer Griff, der etwas duͤnner, als das Stich⸗ holz, iſt. Nach dem Griff iſt es 3½ Zoll im Diameter. . Auf beyde erwaͤhnte Hoͤlzer ſtuͤrzt man einen Laufkarrn voll von eben ſolcher Geſtuͤbe, und ſchlaͤgt ſie ein wenig mit der Hand und Stoßkeule, oder Roſt⸗ hammer, auf dem Bruſt ⸗ und Stichholz an, und dichte. Darauf ſetzt man ein Vorſetzblech, oder einen Ziegelſtein, inwendig vor dem Heerdblech auf die Geſtuͤbe, damit der Stich deſto feſter gemacht werden kann, und ſtoßet mit dem Hammer dieſe Geſtuͤbe feſte, doch ſo, daß dieſe wiederum andere Geſtuͤbe an ſich druͤcken laͤſſet, damit ſie kleben bleibet. 1 Letztlich wird zum drittenmal Geſtuͤbe feſt aufgeſchuͤttet, mit welcher der Heerd bedecket wird, bis daß ſie den Blechen gleich lieget, davon wird mehrentheils das Bruſtholz ²½ Fuß dick mit Geſtuͤbe verſtuͤrzet ſeyn. Darauf der Schmelzer das Pritſchbrett, den Hammer und Stoßkeule nimt, und den Heerd ſo befeſtiget, daß man die Geſtuͤbe mit keinem Finger eindruͤcken kann. Wenn denn der Heerd vorne, und auf den Seiten des Stichs, auch mit der Bruſt gleiche Höhe hat: So nimt man ein Spurmeſſer, oder ein Spureiſen, ſchneidet damit den Heerd in die Ruͤnde, ſo groß als man ihn haben will, nachdem es bey den Erzen viel Werke giebet. Dann nimt man einen Hammer, und ſchlaͤget ganz gemach das Bruſtholz aus dem Heerd heraus und in den Ofen hinein. Iſt das Auge, das iſt das runde Loch, darinn das Bruſtholz gelegen, noch zu enge, und man will etwa unſchmei⸗ dige Erze ſchmelzen: So kann man es etwas groͤſſer ausſchneiden, zu den fluͤſſigen Erzen aber gebraucht man ein etwas engeres Auge. Zum Ueberfluß ſchlaͤget man wol den Heerd inwendig mit dem Hammer, oder einer kleinen Stoßkeule, auch wol mit dem kleinen Pritſchbrette, ein wenig feſte, dann nimt man etliche große Kohlen, oder Brandſteine(dieſe werden hier nicht genommen) ſo viel ſich meh⸗ rentheils in dem obern Auge ſchicken, ſetzet ſie auf die Bruſt auf, und beſchmieret ſelbige bis der Ofen zu iſt, mit Leim, da ſie alsdenn nicht verbrennen. Aus⸗ wendig wird Leim, etwa eines Fingers dick, davor hergeſchmieret, damit das Geblaͤſe das Auge nicht ausſtoßen kann.(*) 0) Unter der mit gebrannten Steinen gemauerten Vorwand(die hier ſo hoch iſſ, als drey Reihen nach ihrer Laͤnge uͤber einander ſtehender Barnſteine, und da zwiſchen den obern beyden Reihen, noch eine auf der langen Seite lieget) iſt II. Theil. Bbb ein 1 4 4 (766 — 1 4 —*. * 3 8.* 1 4 4. K. 4 ͤ.GGʒ — ————V;ʒ—⅓ꝛ:———— . ,2 — 4 —— ——— ——— 190 II. Th. VI. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, ein 1 Fuß(hier 1 Fuß 9 Zoll) hohes viereckigtes Loch, das Auge genannt, welches unten vor dem Vorheerd, oder Oberheerd, mit Stuͤbe zugemacht, und die Bruſt genennet wird. In dieſe koͤmt durch das Bruſtholz das Loch zum Ab⸗ fluß der geſchmolzenen Erze, welches von einigen das Bruſtloch, von andern das untere Auge, genennet wird. Das obere Theil wird, wie obſtehet, mit Kohlen zugeſetzet, und wird hier beſonders das Auge, wie das untere die Bruſt, von an⸗ dern aber das obere Auge genennet. Darauf ziehet man den Stich auch heraus, und ſtoͤßet mit dem Sticheiſen den Stich im Heerd auf, vor welches Löchlein man wiederum eine Hand voll Geſtuͤbe an das Stopfholz druͤcket, und damit den Stich zuſtopfet; und alſo iſt der Oberheerd zugerichtet. Nun muß der Vorlaͤufer auch einen Stichheerd machen, welcher alſo zu⸗ bereitet wird. Man macht, ſobald die Leimſohle fertig iſt, einen Stichheerd vor dem Oberheerd von Leim ganz rund, welcher auch abgewaͤrmet werden muß, darauf man Geſſtuͤbe ſchuͤttet, und ihn zurichtet, ſo groß man ihn vonnoͤthen hat, wobey man ſich nach dem Oberheerd richten muß. Dieſe beyden Heerde werden mit großen Kohlen abgewaͤrmet. Der Stichheerd wird mit eben ſolchen Inſtru⸗ menten zugerichtet, und heißt dieſes das zu machen. 3. Von dem Roſtſchmelzen. Wann der ganze Roſt in die Schmelzhuͤtte geliefert worden, welcher zuvor 33 Centn. naſſer Schlieg iſt, wenns kein Stuffroſt iſt, und zum St. Andreas⸗ erge auf dreymal gebrennet iſt: So muß der Vorlaͤufer denſelben mit dem Roſt⸗ hammer klein puchen, zuvor aber wohl begießen, worauf der Schmelzer ſolchen ei⸗ was auseinander ziehet, daß er 3 bis 4 Finger hoch lieget. Dieſes wird die Schicht genennet. Auf ſolche Schicht muß der Vorlaͤufer Glötte ſchuͤtten, und war mit 1 Centn. die ganze Schicht bedecken, hernach etliche Troͤge voll gewaſche ne ſchwarze und gelbe Kraͤtze. Alsdann faͤhret er fort mit Schlacken aufſtreuen, bis die ganze Schicht damit bedecket iſt. Wenn der Roſt an ſich ſehr ſtrenge iſt: So ſtreuet man wol einen, auch wol 2 Troͤge voll Harzſchlacken auf die Schicht. Iſt er aber fluͤſſig: So ſtreuet man etwas weniger Schlacken auf. Die Vorſchlaͤge, ſo dazu gebrauchet werden, ſind 6 Cent. Glaͤtte, 6 Cent. Heerd, ferner ſchwarze und gelbe, naſſe und trockene, Kraͤtze. C) (*) Der Heerd iſt die Glaͤtte, welche die Aſche im Abtreiben an ſich zieht, in großen Stuͤcken ausgebrochen wird, und auch im Durchraͤdern der Aſche zuruͤck bleibet. Die ſchwarze Kraͤtze komt von der Geſtuͤbe, welche von dem Schmelzen im Heerd ausgeraͤumet wird. Solche wird von den Kohlenlaͤufern in einem run⸗ den mit 2 eiſernen Baͤndern beſchlagenen und einem Handgriff verſehenen eiſer⸗ nem Siebe, welches auf einem mit Eiſenplaten belegten Geſtelle hin und her be⸗ weget wird, durchgeſiebet. Das Ueberbleibſel im Siebe iſt ſchwarze Kraͤtze, oder Werk, welches von dem Tageloͤhner rein gewaſchen wird. Desgleichen iſt ſchwarze Kraͤtze, was in der Treibhuͤtte, wenn mit ſtarkem Holz getrieben wird, hinter dem Treibofen aus der Kohlleſche ausgewaſchen wird. Gelbe Kraͤtze iſt das kleine Zeug, wenn die Glatte von dem Treibofen weggebracht wird. Es wird alſo zu einer jeden Schicht, oder dem ſechſten Theil eines Roſtes von 33 Centnern, I Centn. Glaͤtte, gewaſchene Kraͤtze, gute benothigte Schlacken, und 1 Centn. Heerd genommen. Dabey aber iſt zu beobachten, daß man, wenn die Erze nicht bleyiſch ſind, ſich mehrerer Glaͤtte und Heerd zu den Vorſchlaͤgen bedienen muͤſſe, zumalen bey den reichen Erzen, allwo man 24 Centn. Glaͤtte, und 12 Centn. Heerd dazu zu nehmen genoͤthiget iſt; und ſo wird lgenda de —— welche den Bergbau befoͤrdern. 191 ganze Roſt nach einander, wenn eine Schicht aufgeſetzet, zur andern Schicht be⸗ reitet. Auch muß der Vorlaͤufer, ſo oft ein Satz hinauf auf den Ofen geſetzt worden, den kleinen Schlieg, da der Satz gelegen, zuſammenfegen, denn ſonſt bak⸗ ket er ſich aufeinander. Man gebraucht auch nicht einerley Vorſchlaͤge, wie in etwas ſchon oben gemeldet worden, ſondern, wenn die Erze reich an Silber ſind, ſo mangelt ihnen das Bley, und man ſchlaͤgt gern mehr Vorſchlaͤge vor, damit das Silber ſich darein begeben koͤnne, welches ſich ſonſt nothwendig mit den Schlacken vereinigen muͤßte. Darauf macht der Vorlaͤufer Feuer in den Stichheerd, und wirft davon et⸗ liche gluͤende Kohlen in den Ofen, der Schmelzer aber macht den Leim, der in dem Oberheerd loſe iſt, mit dem Beſen ab, auch heraus, und wirft ihn auf die Schuer, und ſo wird das Auge fein rein von dem gebrannten Geſtuͤbe. Naͤchſt dieſem wirft der Schmelzer gluͤende Kohlen in den Oberheerd, damit das Auge und zugleich der Heerd vollends abwaͤrmen koͤnne. Inzwiſchen traͤgt der Vor⸗ laͤufer den Ofen mit dem Fuͤllfaß voll Kohlen, der Schmelzer aber haͤngt die Blaſe⸗ baͤlge an, und laͤſſet ein wenig Waſſer aufs Rad, um zu ſehen, ob das Zeug recht gehe, oder nicht. Im erſten Fall, und laͤſſet er ſo viel Waſſer herein, daß es richtig gehet. Alsdenn ſetzet er einen Trog voll fluͤſſiger Schlacken hinten an den Ofen herunter, dann wiederum ein Fuͤllfaß voll Kohlen; und ſolches continuiret er ſo lange, bis der Heerd faſt uͤber die Haͤlfte voll Schlacken gezogen. Siehet er in waͤhrender Zeit, daß die Schlacken zaͤhe, oder gar langſam ziehen: So ſetzet er wol ein paar mal zwey Troͤge voll Harzſchlacken; und ſolches Schlacken ſetzen geſchiehet darum, daß ſich davon eine Naſe(*) ſetzen kann, und weil der Ofen noch nicht recht warm iſt, und ſich gar leicht, wenn man im An⸗ funge Wch Roſt ſetzen wollte, verſacken wuͤrde, welches im Gegentheil die Schlak⸗ en nicht thun. C) Die kaſe iſi dasjenige, was ſich anfaͤnglich von den Schlacken, und hernach von dem Roſt, um das runde Loch der Forme in dem Oſen anſetzet, mit der Zeit lang wird, und dadurch der Wind gegen die Vorwand, wie die Naſe vom Schmelzer geleitet wird, blaͤſet. Es muß ſich aber der Schmelzer in Acht nehmen, da er nun anfaͤnget ein, oder zween Troͤge voll Roſt zu ſetzen, daß er den Roſt nicht vorn an die Vorwand hinſetze, ſondern Anfangs ganz hinten, und folgends immer ein wenig weiter hervor„ bis die Naſe beginnet anzuwachſen. Wie nun die Naſe waͤchſet, muß er ihr mit dem Satze folgen, dabey ſich des großen Vortheils gebrauchen, daß er dem Roſt alle Saͤtze fein auseinander ſetze, und dem Trog ei⸗ nen Schwang gebe, daß der Roſt auseinander faͤllt, als wenn er regnete, und geſprenget wuͤrde, damit er nicht auf eine Staͤtte geſchuͤttet werde, ſondern bald mitten, bald zur rechten, bald zur linken. Den Ofen muß man fein voll halten. Denn wo man ihn allzu tief eingehen laͤſſet, ſo faͤllt der Roſt, welchen man ſetzet, auf die bloße Sohle, und kann er darauf nicht ſchmelzen, ſondern bleibet auf der Sohle liegen, oder, wo er ja ſchmelzet, bleibet das beſte in den Schlacken ſitzen. Iſt der Ofen aber voll: So gewinnet er Zeit zu ſchmelzen. Es iſt auch recht gut, wenn man es zwingen kann, daß bey den fuͤſſigen Erzen die Flamme dunkel, und gar wenig auf dem Ofen aufgehet. Wollte nun die Naſe von zween Troͤgen von der Schicht noch nicht anwachſen: So ſetze der Schmelzer einen Trog voll mehr. Wil ſichs denn noch nicht thun laſſen, ſetze er drey bis vier Tröge, dazwiſchen denn niemalen das Kohlen ſetzen vergeſſen wer⸗ den darf. Wenn alſo der Anfang durchs Schlacken ſetzen gemacht worden: So muß man fleiſſig hinter die Forme gehen, damit die Naſe recht im Anfange ihren An⸗ Bbb 2 wachs .i jꝑ—— — . . 4 : . 3 1 ₰☛ 9 1 — 2 . 4 . A 3 1 1 1 3 1 . 8 4 V 1 4 „ 192 II. Th. VI. Cap. 4. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln/ wachs bekomme. Denn wie ſie im Anfange gefuͤhret wird, ſo hat man ſie die ganze Schicht uͤber. So bald nun die Naſe da iſt, ſtoͤßet ſie der Schmelzer, ſo lange ſie noch duͤnne iſt, allgemach mit dem Raumeiſen nach der Bruſt zu auf, hernach gleich auf der Sohle herunter. Denn beuget er ſie zur rechten und lin⸗ ken Hand, und letztlich uͤber ſich. Man laͤſſet ſie nicht gern laͤnger an wachſen, als hoͤchſtens etwas weniger als zween Fuß. Wofern ſie laͤnger wird: So ſtoͤßet der Wind die Vorwand ſamt dem Auge hinaus. Ohne Naſe aber den Roſt rein zu ſchmelzen, iſt nach der Erfahrung faſt unmoͤglich; dann wenn es auch eine kleine Weile gehet, ſo iſt der Ofen inwendig ganz wie Muuß. Den Satz, welchen man alsdenn hat, wenn die Naſe in vorerwaͤhnter Laͤnge von etwas weniger, als zwey Fuß iſt, behaͤlt man ſelbige Zeit, bis ſie entweder zu ſtark, oder zu ſchwach werden will. Unterdeſſen werden die Schlacken, welche in den Heerd ziehen, mit einer Forkel abgehoben, wenn ſie erſtarret, und dunkel in dem Heerd werden wollen. Komt es nun, daß der Heerd voll Werk geworden, welches man daran abnehmen kann, wenn die Schlacken im Oberheerd abnehmen, oder wenn ſie zuͤhe und langſam aufſteigen, auch wenn man ſolche mit der Schaufel auf der Halbe im Heerd eindruͤcket, oder zuruͤck ſchiebet, da denn das Werk, wenn der Heerd voll iſt, hervortritt: So waͤrmet man allſobald den Stich mit dem Sticheiſen, woran vorn gluͤende Schlak⸗ ken gemacht werden, ab, und ſtoͤßet ganz gemach den Stich mit dieſem warmen Sticheiſen auf, daß das Werk ſamt dem Stein in den vorher abgewaͤrmten Stich⸗ heerd hineinlaͤuft, da denn der Schmelzer, ehe er geſtochen, einen Stoͤpfel an das Stopfholz von fen ter Geſtuͤbe angemacht hat. So bald nun die Schlacken folgen wollen, ſtopfet er den Stich wiederum zu, doch auch ganz gemach, daß das Stopfholz nicht gar den Stich in den Heerd hinein ſtoßet. Hiebey iſt in Acht zu nehmen, daß man das erſtemal mitdem Aufſtechen nicht gern lange wartet, weil der Heerd manchesmal noch nicht recht durch gewaͤr⸗ met iſt, und ſichs davon auf der Sohle aufleget. Man muß alſo deſto fruͤher aufſtechen, als ſonſt, damit man das aufgelegte in dem Heerd und Auge abloͤſen, auch auswerfen kann, und der Heerd rein behalten wird. Naͤchſt dieſem iſt zu beobachten, daß man die ganze Schicht uͤber nur einen Stich gebraucht, und kein anderes Loch in dem Vorheerd durch das Geſtuͤbe zum Stichheerd ſtecket, wenn ſichs thun laͤſſet, denn wo zwey, oder mehr, in einer Schicht ſind, haͤlt es der Heerd nicht aus. Entweder das Werk hebet, oder der Stich faͤhrt, ehe man es vermeint, ganz auf, da denn ſolches eine Sauerey er⸗ wecket. Wenn nun das Werk und Stein in dem Stichheerd ſtehet, nimt man ei⸗ nen Streichmeiſſel, woran ein Holz geſchlagen iſt, und ziehet damit die Schlacken von dem Stein ab, da denn mit dem Roſt und Kohlen ſetzen ſtets fortgefahren wird. Man merket auch, daß, wenn man ſtechen will, alsdenn ein Trog voll Harzſchlacken, oder andere fluͤſſige Schlacken, wenn es noͤthig iſt, geſetzt werden muͤſſen, damit wiederum Schlacken in den Heerd kommen, und der Heerd davon warm bleibe, daß es ſich nicht zu ſtark auflegen köͤnne; und wenn geſtochen iſt: So muß man die Naſe fein aufraͤumen, damit der Ofen hell und rein arbeite. Welches man auch zu thun pfleget, wenn die Schlacke nicht ziehen will. Die Schlacken muͤſ⸗ ſen allemal fein ſauber von dem Heerd abgehoben werden, und muß man mit der Forkel nicht zu tief in den Heerd faſſen, auch nicht zu nahe dem Auge z. Dieſer Roſt giebt zweyerley Sachen bey dem Aufſtechen, erſtlich Stein, worunter Silber und Kupfer, und wenig Bley, fuͤrs andere Werk. Dieſer Stein ſetzet ſich allemal oben auf die Werke, da er ſich in Scheiben abheben laͤßt, wenn ——————,———— welche den Bergbau befoͤrdern. 193 wenn er kalt iſt. Zu dem Abheben braucht man eine warme Forke, und alle der Stein von der ganzen Schicht wird neben dem Schmelzofen auf einen Klum⸗ pen geleget. Wenn denn der Stein nach einander abgehoben worden, nimmt man den vorigen Streichmeiſſel mit dem Abziehholz, und reiniget das Werk, welches alsdenn allerley Farben in dem Stichheerd von ſich giebet. Darauf ferner der Vorlaͤufer etliche Pfannen, oder kleine runde Naͤpfe, mit einer Kelle vollgeußt. Immittelſt nimmt der Schmelzer eine Probe mit einem kleinen Pro⸗ belöffel von jedem Stich. Mit dieſem continuiret er, bis der Roſt hindurch iſt. Damit die Naſe deſto beſſer weggehe, ſo hilft man ihr, wenn man ſie mit dem Raumeiſen abbricht, doch allezeit inwendig, und nicht vorne vor der Forme herum, ſonſt blaͤſet der Ofen nicht rein aus. Es hilft auch, daß die Naſe bald hinweg gehe, wenn man die Spunde, das iſt die Zapfen auf den Baͤlgen, aus⸗ ziehet, damit nicht ein ſo ſtarker Wind in den Ofen gehe. Man hat auch ein lan⸗ ges krummes Eiſen, welches Storchſchnabel genennet wird, damit man die Vor⸗ wand rein macht. Wenn der Ofen nun rein geblaſen, haͤnget man ab, und der Vorlaͤuffer ſchuͤtzet das Waſſer ab. Alsdenn nimmt der Schmelzer die For⸗ ke, und ſtoͤßt das obere Auge aus, desgleichen die Bruſt. Dieſes ausgeſtoſſe⸗ ne muß der Vorlaͤufer auf der Seite des Ofens mit einer Schaufel allein veif, fen, welches Schuer genennet wird, darunter der Lehm vom zuſchmieren iſt. Wenn die Schuer aus dem Heerd iſt, ſo nimmt der Schmelzer die Holl⸗(hohl⸗) kruͤcke, und ziehet die uͤbrigen Kohlen, auch was von Schlacken noch auf der Sohle iſt, heraus, damit er das, was noch unter der Forme herum iſt, abloͤ⸗ ſen koͤnne, weil es noch warm iſt, und dieſes wird Ofenbruch genennet. Der Ofenbruch wird wiederum auf den folgenden Roſt zugeſchlagen, wel⸗ chen der Vorlaͤufer gleich auſſer dem Heerd auf der Seite des Ofens wirft. Sind die Vorſchlaͤge gleich reich, ſo nimmt man nicht in Acht, wie viel Centner jeder Stich gewogen; ſind ſie aber ungleich, ſo wieget man jeden Stich allein, und zeichnet auch auf die Probe von jedem Stich. Das Werk und Stein(der aber auf der Clausthaler und Altonauerhuͤtte nicht abgezogen wird, ſondern unter dem Werke bleibet) wird von jedem Roſt gewogen, und von dem Stein, nemlich von jedem Centner, auch eine Probe genommen.(*) (*) Der Oberheerd wird ausgebrochen, das Geſtuͤbe durch ein eiſern Sieb durchge⸗ ſiebet, die darunter befindliche ſchwarze Kraͤtze in einen Laufkarn geworfen, und von dem durchgefallenen Geſtuͤbe wird die Sohle in dem Oberheerd, wie auch wol im Stichheerd, zum neuen Schmelzen gemacht. Derjenige wird fuͤr einen guten Huͤttenmeiſter und Schmelzer gehalten, der die Schlacken ſo reine ſchmelzet, daß ſie nicht uͤber 24 bis 25 Pfund Bley in ſich halten. Von dem Werktreiben. Was das vornehmſte von der Beſchaffenheit der Oefen anlanget, ſo gehet unten durch ein Kreuz in ein Quadratloch verwandelt, welches die Abzucht genennet wird, darauf Schlacken geſtuͤrzet werden. Auf den Schlacken wird alsdenn die Lehmſohle geſchlagen. Selbige iſt in der Mitte des Ofens ½ Fuß dicke, am Rande aber ¾ Fuß. Auf der Lehmſohle wird der Heerd gemacht, und ſie muß wenn ſie erſtlich neu hineingemacht wird, ziemlich abgewaͤr⸗ met werden. Darauf muß man, wenn man den Heerd machen will, ein paar Stunzen voll Waſſer gieſſen, daß die Aſche beſſer anklebe. Die Aſche da⸗ zu wird alſo bereitet. 1) Nimmt man dazu ein enges Sieb, worinnen Locher einer zarten Linſen groß ſind, durch dieſes wird ſelbige durchgeraͤdelt, und mit 16 bis 18 Eymer Waſſer angemenget, ſo, daß ſie ſich in einen Ballen auf ein⸗ II. Theil. Cec ander — h — 1 3 7 2 7 4 * 6 „ 2 4 1 V 3 ’. V 1 7 V 8 — 3 194 I. Th. VI. Cap. 6. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, ander druͤcken laͤſſet. Darauf der Schuerknecht einen großen Trog nimmt, und von dieſer Aſche einen Trog nach dem andern vor den Ofen traͤget, allwo der Abtreiber in Struͤmpfen in den Ofen ſteiget, und erſtlich mit einem Beſen rein feget, und die Schnepferlein recht vor den Lieſen zu rechte haͤnget, damit die Baͤlge kein Feuer fangen.(*) 6) Die Liefen heiſſen zur Altenau Dieſten. Schnepferlein ſind duͤnne unten im Diameter 3 bis 4 ½ Zoll runde, etwa 5 bis 6 Zoll lange Eiſenbleche, welche oben ein Loch haben. Solche hangen uͤber den Kannen durch das Loch an ei⸗ nem Angel, der hinter dem Ofen durch die Brandmauer kann regieret werden, ſo wie die Baͤlge nach Gutbefinden des Treibers blaſen muͤſſen. Kannen ſind runde Tuten von Eiſenblech, Fig. H. Tab. XX. 17 bis 18 Zoll lang, am obern und weitem Ende é Zoll im Diameter, am ſpitzigen Ende, wo die Baͤlge durchblaſen, 2 Zoll im Diameter, darinn die Dieſten, oder eiſernen Roͤhren der Baͤlge liegen. Vor dieſen zwey Kannen hangen die Schnepperlein. Bey dem Schmelzofen liegen beyde Baͤlge in einer Forme, und blaſen dadurch wechſelsweiſe, aber bey dem Treibofen lieget ein jeder Balg in einer Kanne, und ſie blaſen dadurch wechſelsweiſe. Alsdenn ſchuͤttet er die Aſche vor den Schnepperlein hin, und druͤcket ſie am Rand mit der Fauſt an. Die Aſche muß vor allen Dingen rein ſeyn, ſonſt gehet es niemals richtig, ja wol gar auf.(*) C) Zu Centner Werk wird jetzo hier nach der Verordnung von 7. May 1707 1½ Kopf Aſche genommen, da vom 15. Aug. 1705. 152 und vorher 1½ Kopf dazu genommen wurde. Ein Kopf iſt der vierte Theil eines hieſigen Himtens. Bey der Lieferung wird die Aſche in einer Tonne, die 4 Himten haͤlt, gemeſſen, und eine Tonne jetzo mit 12 Mgr. bezahlet. Der Heerd wird bis unter die Kannen gemacht, dann auf der rechten Sei⸗ te bis an das Schuͤerloch, und eben ſo zur linken, hernach in der Mitte in ſich eingewoͤlbet, und etwas duͤnner in der Spuhr, hierauf wird der Ofen hinten eingerichtet, dann vor der Hoͤlle, oder gegen dem Geblaͤſe uͤber. Die Bruſt, oder Vorbauung in dem kleinen Glaͤttloche um eine Glaͤttgaſſe zu machen, koͤmmt etwas hoͤher, als hinten der Rand im Ofen. Den ganzen Heerd druͤcket der Treiber gleich anfangs zuſammen, damit er ſehe, wo Aſche, und wo keine lie⸗ get. Wann nun der Heerd hoch, oder flach, im Gegentheil tief, nachdem viel Werke hinein ſollen, eingerichtet iſt, macht der Treiber auſſerhalb des Ofens Aſche unter die Bruſt, daß die Glaͤtte hernach laufen kann. Inzwiſchen ſteiget der Schuͤerknecht hinein, und ſtoͤßet den Heerd mit dem Kolben im Anfange zur Mitte des Ofens etwas feſte, hernach nach dem Geblaͤſe zu, und ferner in dem ganzen Ofen herum, welches er zum andernmahl wiederholet. Das drittemahl aber ſteiget der Treiber ſelbſt hinein, und ſtoͤßet den Heerd ſo feſte, daß man ihn nicht mit dem Finger eindruͤcken kann. Denn ſuchet er mit einer Waage die Mitte, wo die Spur hinkommt, und ſtoͤßet ſolches zuerſt. Dabey gebraucht er einen feinen zartreiſerichten Beſen, oder beſſer einen Federwiſch, wenn etwa was vom Ofen auf den Heerd faͤllt, daß er es abfegen kann. Darauf nimmt er die Spurwaage, ſetzet ſie in der Mitte des Heerdes, und wo die Kugel hinhaͤnget, da ſetzet er den Daumen hin, und faſſet zugleich das Spurholz, ſo lang es noͤthig, ſchneidet die Spur ſo groß oder klein, als ſie ſeyn muß, und der Werke ihre Silber erfodern, ſtoßet noch einmahl ganz gemach in der Spur herum, daß ſie ſchlicht wird, netzet die Finger, und ſtreichet den Rand an der Spur, damit iſt der Heerd fertig.(*) () Was weiter ſolget, iſt der Proceß mit dem Treibholze, und in den dazu. welche den Bergbau befoͤrdern. 195 dem Obertheil vorgerichteten Ofen. Hier und zum Clausthal werden in jetzi⸗ gen Windofen und beym Waſentreiben die Werke nach einander auf den Heerd ſelbſt vor die große Oefnung gegen dem Windofen uͤber nach gerade geſetzet. Hierauf bringen ſie zuerſt ein dickes Stuͤck Treibholz hinten im Ofen, zuvor bedecken ſie erſtlich den Heerd mit Braͤnden, daß, wenn das Werk auf das Treib⸗ holz geſetzet iſt, und durch die Hitze ſich zum Fluß begiebet, keine Loͤcher in den Heerd tropfen. Hernach ſetzen ſie neben dem Stuͤck Treibholz ein mittel⸗ Pißoes, und vorn auch ein etwas kleiners. An die kleinen legen ſie noch eine tange. Hierauf laͤuft der Schuͤerknecht ſein ihm zugeordnetes Werk aus der Schmelz⸗ huͤtte in die Treibhuͤtte. Wenn ſolches geſchehen, ſo muß der Schuͤerknecht immer eine Scheibe nach der andern dem Treiber auf das Blech(das iſt, 4. das 5 bis 6 Zoll dicke und 10 Zoll bis 1 Fuß breit gegoſſene Stuͤck Eiſen, da auf der Mauer in den Schuͤerloͤchern, und bey dem Windofen in der großen Oef⸗ nung lieget) ſetzen, von dar nimmt ſie der Treiber auf dem Meiſſel, ſchiebet ſol⸗ che auf dem Holz hin in den Ofen, ſo lange, bis daß es voll iſt. Alsdenn wird Feuer vor das Geblaͤſe geworfen, und angehangen, alwo die vor dem Geblaͤſe herdurch gelegte Braͤnde gleich anzuͤnden. Und mit dem Werkaufſetzen conti⸗ nuiret er ſo lange, bis es alles hinein iſt.(*) 0) Wann das Werk zuſammen geſchmolzen iſt, ſo wird auf der Altenauerhuͤtte von etwa 5 bis 6 Jahren her von dem Treiber etwas mit einem eiſernen Loͤffel ausgeſchoͤpfet, und in einen kleinen eiſernen Napf gegoſſen, welches eine Schoͤpf⸗ probe genennet wird. Solche wird von den ſaͤmtlichen Treiben einer Woche von dem Huͤttenſchreiber alle Donnerſtage probiret, um zu ſehen, ob der Schmelzer und Treiber recht gearbeitet, und zwar ſonderlich, wenn ſich De⸗ fect an Silbern findet, ob der Schmelzer oder Treiber unrichtig gearbeitet ha⸗ ben. Findet ſich das Silber in dem Werke nicht, was der Probirer in der Schliegsprobe gefunden, ſo hat der Schmelzer unrichtig gearbeitet. Iſt es aber darinn, ſo hat der Abtreiber an dem Defect durch unrichtige Arbeit ſchuld. Wenn nun die ganze Schicht lang ſtarke Hitze in dem Ofen iſt, ſo muß er auch darnach das Geblaͤſe ſachte gehen laſſen. Iſt aber wenig Hitze darinn, ſo muß er es ſtaͤrker gehen laſen Man kann aber ſehen, ob der Ofen kalt gehet, wenn es dunkel im Ofen iſt, oder das Werk eine Haut auf dem Rande herum bekommen will. Iſt es heißgratig Werk, ſo laͤſſet ers ſchwach gehen. Wenn das Werk zwey Finger breit vom Geblaͤſe abſtehet, ſo hilft er ihm ein wenig mit dem Glaͤtthaken, auf daß es umgehe. Wann denn das Holz ab⸗ gebrannt iſt, ſo drehet mans herum, daß ſich das Werk heraus begebe, welches ſich im Holz verborgen hat. Hierauf ſiehet er zu, ob ſich der Abſtrich am Ran⸗ de anfinde. Iſt er da, ſo macht der Abtreiber die Bruſt oben weg, ſo weit es noͤthig, und macht auf, nemlich er macht eine Gaſſe mit dem Glaͤtthaken. Wenn alsdenn der Abſtrich laͤuft, ſo iſt es gut, es geſchicht dies aber ſelten und er iſt ſo muͤßig, daß man ihn mit einem Fiedeleiſen herab fiedeln muß.() () Der Abſtrich iſt eine Unart, die Kupfer an ſich haͤlt, und wenn er durchgeſtochen wird, den Stein fallen laͤßt. Das Herabſiedeln geſchicht hier nicht, ſondern das erſte wird hier mit dem Streichholz abgezogen, welches ein etwa 1 Fuß langes und im Diameter 2 bis 2 ½ Zoll rundes an den Glaͤtthaken angeſchlage⸗ nes Stuͤck Holz iſt, das andere laͤuft darauf von ſelbſt. Wann nun der Abſtrich herunter, welcher braͤunlich iſt, wenn er erſtarret, und ſchwaͤrzlich, wenn er kalt iſt, und es kommt hergegen die Glaͤtte, welche ge⸗ gen den Abſtrich gruͤnlich, gelb und roͤthlich ausſiehet, ſo macht man die Gaſſe, da der Abſtrich heraus kommt, mit ein wenig feuchter Aſche zu, und ſiehet 1u5 ce 2 1 ————— 4 4 2 ...-.— ——— 8 2 ——;— 1* —=—**——.— ————x——y—— 5— ...—— 1 8 ——*— —— 196 II. Th. VI. Cap. 5. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln ſich auf dem Rande herum kleine Blaſen ſehen laſſen, welches der Heerdtrank ge⸗ nennet wird. Solchen Heerdtrank laͤſſet man zur Spur zuwachſen, daß er an dem Nande faſt eine Spanne breit iſt. Auf der Seite des Randes im Ofen zu iſt es Glaͤtte, welche bis 1 ½ oder uch wol 2 Zoll tief in den Heerd hinein dringet, nach der Spur zu aber iſt es Werk. Nach dieſem Heerdtrank muß man dem Treiben die Glaͤtte nehmen und geben. Man muß aber dahin ſehen, daß man ihm die Glaͤtte nicht zu ſtark nehme, denn ſonſt kommt das Werk in die Gaſſe getreten, friſſet ein, und macht unreine Glaͤtte. So oft man die Gaſſe gereiniget hat, muß man einen kleinen Brand hin⸗ ein legen, daß die Glaͤttgaſſe dadurch erhitzet wird und beſſer laufet. Tritt nun zulezt das Silber in die Spur, ſo pfleget der Heerdtrank ſich in eine Blaſe zu verwandeln, giebet ſich in die Mitte der Spur, und vergehet darauf, und der Heerd iſt ganz, daß er nicht mehr ziehen kann. Die uͤbrige Glaͤtte, welche in dem Ofen noch ums Silber herum ſtehet, muß man mit dem Glaͤtthaken abfi⸗ tzen, wobey man denn den Ofen ziemlich heiß gehen laſſen muß, damit es nicht einen unreinen Blick, entweder einen Kupferblick, oder einen Bleyſack an ſich behaͤlt. Bleibet etwa ein Korn ſtehen, ſo muß man mit dem Glaͤtthaken ſolches nach dem Silber zubringen. Kann man den Ofen mit dem bloßen Treibholze nicht erhitzen, ſo muß man ein Holz, in der Staͤrke eines Vorderholzes, oben uͤberſchuͤren, welches ein Ueberſchurholz genennet wird. Wann die Glaͤtte alſo davon iſt, ſo beginnet das Silber allerley Blumen oder Flecke zu gewinnen. Solche werden immer groͤßer bis auf die letzte, da es eine weiſſe Haut bekommt. So bald man nun ſolches wahrnimt, muß abgehangen werden, und der Schuͤerknecht muß vorhero wohl heiß gemachtes Waſſer bey der Hand haben, mit welchem das Silber ab⸗ gekuͤhlet wird, da der Abtreiber ein Gerinne, das Kuͤhlgerinn genannt, durch das kleine Schuͤerloch nach der Hoͤlle zu, bey dem Windofen aber durch die Glaͤtt⸗ gaſſe, hinein leget, damit das heiſſe Waſſer, ſo mit dem Eymer darein gegoſſen wird, noch voliends auf dem gluͤenden Heerd deſto heiſſer werde, ehe es an das Silber gelanget, und das Silber nicht ſprudeln koͤnne. Wann denn das Silber kalt worden, ſo muß der Schuͤerknecht die uͤbrig gebliebenen Braͤnde aus dem Ofen ziehen, da denn der Silberabtreiber mit dem zuvor wohl ſpitzig gemachten Fiedeleiſen,(oder hier mit der Forke, damit man die Waaſen in den Windofen ſtecket,) das Silber vom Heerd auf, und mit dem Silbermeiſſel ab, und heraus nimmt, alwo ers mit dem Silberhammer uͤber dem Waſſereymer rein macht, und hernach in dem Ofen aufs Blech ſetzet, da⸗ mit es wieder trucken werde. Und alsdenn wieget der Huͤttenmeiſter das Blick⸗ ſilber, ob es mit der angegebenen Probe uͤberein komme oder nicht. Von ſolchem Gewicht wird aber der Abgang abgerechnet, den das noch etwas Bley⸗ oder Kup⸗ ferfuͤhrende Blickſilber in Brennen leidet, und dafuͤr etwas gewiſſes, als von einer Mark I1 Loth, oder 5 Quentin, oder von 14 Mark 1 Mark gerechnet, aber es trifft nicht allemal bey dem Brennen auf der Munze zu, da oft Ueber⸗ brannt iſt, oder nicht ſo viel abgehet. Die gefallene Glaͤtte wird von dem Glaͤttwaͤger, oder Tageloͤhnerjungen, abgewogen, und nach der Schmelzhuͤtte gelaufen, alwo ſie entweder wiederum zu den Roͤſten im Schmelzen vorgeſchlagen, oder, wo ſie übrig iſt, zum Fri⸗ ſchen, oder zur Kraͤtzſchicht beybehalten wird. Vor einigen Jahren ward auf der Clausthaler und Altenauerhuͤtte viel Kaufglaͤt⸗ te ausgehalten, wovon itzo nicht viel Debit mehr iſt. Wann aber be der erg⸗ —— welche den Bergbau befoͤrdern. I 197 Berghandlung etwas verlanget wird, ſo wird ſolche auf der Clausthalerhuͤtte ausgehalten, die feineſte Glaͤtte dazu ausgekrahlet, in Tonnen, à 5 Centner, gepacket, und an die Berghandlungs Factors aßigniret und geliefert, die ſie an den verlangten Ort ſenden.. Der Abſtrich wird gleichfalls gewogen, und in der Schmelzhuͤtte zu den Roͤſten vorgeſchlagen. Des andern Tages, wenn der Ofen erkaltet, laͤſſet der Huͤttenmeiſter in ſeiner Gegenwart den Treiber in den Ofen ſteigen, und den Heerd behacken und viſitiren, ob etwa Silberkorner unverhoft ſtehen geblieben; Solche Koͤrner, wie auch Anbruͤche und Hahnen,(dieſes Wort iſt hier nicht mehr im Gebrauch) werden bey der Lieferung zuſammen gepackt, und mit in den Zehn⸗ ten geſendet. Der Heerd wird von dem Schuͤerknecht ausgebrochen, die Aſche wird durchgeraͤdert, und mit anderer Aſche auf vorige Weiſe zugerichtet. Der ausgebrochene Heerd wird ebenfalls wiederum zu Vorſchlaͤgen in die Schmelzhuͤt⸗ te gelauffen, oder, ſo er uͤbrig, bey dem Ofen in der Treibhuͤtte hingeſchichtet, vorhero aber erſtlich gewogen(geſchiehet hier nicht:) Dieſes waͤre alſo vom Ab⸗ treiben der Werke. 8 Ich habe von der Kunſt des Abtreibens von einem alten hieſigen Huͤttenbedienten folgendes gehoͤret: Kalt getrieben und heiß geblickt, iſt des Treibers Meiſterſtuͤck.. not Vom Steintreiben. Anſtatt daß man ſonſt Aſche zum Heerdmachen gebrauchet, nimmt man hier feuchte Geſtuͤbe. Selbige iſt von 3 Theilen Leſch, und 1 Theil Lehm praͤpa⸗ riret, und wird eben, wie die Geſtuͤbe zum Schmelzen, dazu bereitet. Der Heerd iſt gleich einem Werktreibensheerd von Aſche, und zwar ſo tief, daß man 20 Centner Stein darinn laſſen kann. Dieſes iſt der Unterſcheid der zu Werk und Stein zubereiteten Heerde, auch daß man allhier keine Spur ſchneiden darf, ſondern ſobald der Heerd dreymal geſtoßen iſt, wird das Holz in den Treibofen gebracht, an der Groͤße gleich dem andern Treibholz,(hier wird im Wind⸗ ofen getrieben, und werden zwey Stuͤck Treibholz, darauf der Stein mit Troͤgen geſetzet wird, drey Malter Röſtholz und ein Schock Waaſen dazu gebraucht) und werden ebenfalls Braͤnde auf den Heerd bis vor die Schnepperlein, doch ſo, daß ſie auf und zugehen köͤnnen, geleget, da denn der Schuͤerknecht vorhero 20 Centner Stein aus der Schmelzhütte hergelaufen.(Hier iſt der Steinſchmelz⸗ ofen gleich bey dem Steintreibofen.)„ mn. ri2 Von ſolchem Stein ſetzet der Steintreiber immer einen Trog voll nach dem andern, und zwar nach der Bruſt zu auf einander, bis er die Höhe auf dem lze hat, daß er keinen mehr laſſen kann. Darnach muß ihm der Schuͤer⸗ necht den uͤbrigen Stein im Troge vollends zu tragen, den er auf einen Klum⸗ pen auf das Treibholz, bis hinten an das Schuerloch, ſchuͤttet. Alsdenn wird vor das Geblaͤſe Feuer geworfen, und angehaͤnget. u 0 9 Dieſes Steintreiben gebrauchet eine weit groͤßere Hitze, als das Werk⸗ treiben. Derowegen wirft man immer Brauͤnde in den Ofen, bis der Stein, nemlich alle 20 Centner, in dem Ofen iſt, und lauter worden. Er pfleget ſich gemeiniglich auf dem Heerd aufzulegen, wo er zwiſchen dem Holz durchfließt, beſonders wenn keine Braͤnde darunter liegen, und muß man dieſen aufgeleg⸗ ten Stein mit dem Silbermeiſſel unten lauter mengen. Dieſer Stein bleibet 8 Stunden in dem Ofen, auch wol, darnach er fluͤßig getrieben iſt, laͤnger oder kuͤrzer, da ſich denn die Schlacken oben auf den Stein ſetzen, welche mit dem Streichmeiſſel abgezogen, und wiederum gewogen werden. Unterdeſſen muß er, II. Theil. Ddd wenn 198 II. Th. VI. Cap. 6. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln/ wenn er recht ſeyn ſoll, alſo werden, daß er an dem Streichmeiſſel kleben blei⸗ bet. Iſt er nun alſo beſchaffen, ſo muß man mit dem Glaͤtthaken die Bruſt oͤfnen, und nach einander in den vorher von Geſtuͤbe gemachten Heerd laufen laſſen, wobey der Schuͤerknecht einen Streichmeiſſel hat, und den uͤbrigen Stein aus dem Heerd auf die flache Erde ziehet, oder ſitzet, welche Er⸗ de unten vom Lehm, oben aber mit dicker Geſtuͤbe, bedecket, und geſchlagen wor⸗ den, aber ja nicht naß ſeyn darf. Auf dieſer Erde ziehet ihn der Schuͤerknecht hin und wieder, in dem er noch gluͤend und lauter iſt, daß er nicht in einen Klumpen gehe. Dieſer Steintreiben geſchehen allezeit zwey, naͤmlich 20 Centner auf ein⸗ mahl. Der aus ſolchen zwey Treiben wiederum fallende Stein wird, wenn er zuvor gewogen, in die Schmelzhuͤtte zuſammen auf eine Schicht gelaufen. In dem Heerd, woraus er gefitzet wird, ſetzet ſich das Werk unten, welches ausge⸗ kellet, und wenn der Stein davon iſt, eine Probe davon genommen wird. Die⸗ ſes Werk wird ebenfals gewogen, und ſo lange, bis zu einem Treiben gnug iſt, geſammlet, da es denn vertrieben, und in Rechnung gebracht wird. Das Sil⸗ ber und Glaͤtte, ſo davon kommt, heiſt Steinſilber. Vom Steinſchmelzen, wenn er getrieben worden. Wenn alſo zwey Steintreiben geſchehen, und der davon gefallene Stein, wie vorher gemeldet, in die Schmelzhuͤtte geliefert iſt: So wird der Heerd eben ſo, wie beym Roſtſchmelzen, zubereitet, und von dem erſt getriebenen Stein eine Schicht gemacht, welcher ebenmaͤßig von dem Vorlaͤufer klein gepuchet wird als der Roſt, auf der Schicht, als gute Schlacken. In der Schicht wird der Satz ebenfalls gefuͤhret, wie beym Roſtſchmelzen. Wenn nun der Heerd voll iſt, ſo wird, weil es ſehr hitzig iſt, mit einem warmen Sticheiſen aufgeſtochen, da es denn wiederum Werk und Stein giebet. Das meiſte aber iſt Stein, welcher gleich, als beym Roſtſchmelzen(auf der St. Andreasberger Huͤtte) abgehoben, und von jeder Schicht allein gewogen wird, da man denn von jedem Centner ei⸗ ne Probe nimmt. Das Werk aber wird ausgegoſſen, und auch von jedem Stich eine Probe genommen. noch tr. Wenn nun eine Poſt alſo verrichtet worden, ſo werden von dem wieder⸗ gefallenen Stein allezeit 20 Centner abermal auf eine Schicht zum zweytenmal zu treiben nach der Treibhuͤtte geliefert, woſelbſt er wiederum wie zuvor, jedoch noch etwas heiſſer, als zum erſtenmal, aber nicht ſo lange, getrieben wird; denn wenn man ihn lauter hat, ſo ſtehet er kaum eine, auch zu weilen kaum eine hal⸗ be Stunde, da er ganz muͤßig, matt und dicke, alsdenn aber geſchwinde abge⸗ zapfet wird. Wenn ſolches nicht geſchiehet, ſo fließt er hernach nicht aus dem Ofen, und muß des andern Tages mit der Keilhaue ausgebrochen werden. In dieſem Treiben laͤſſet er kein Werk fallen, und er wird deswegen zum andernmal getrieben, damit er deſto mehr ſchwarz Kupfer im zweytenmaligen Durchſtechen fallen laͤſſet. Die ganze Poſt, welche man vorgenommen, wird alſo tractiret. Der zum zweitenmal getriebene und wieder gefallene Stein wird geroͤſtet. 87 Vom Steinroͤſten. mrat Au hekaitt. Es iſt ein beſonderes Roͤſthaus, in welchem die Roſtſtaͤtten befindlich, von Mauerwerk in die Hoͤhe gefuͤhret, vorn 12 Ellen hoch, die Hinter⸗oder Haupt⸗ mauer hat in der Mitte ganz unten auf der Sohle ein viereckigtes Luftloch. Die Sohlen in den Faͤchern, oder Feldern, ſind alſo zubereitet: Unten auf der Erde iſt eine Lehmſohle, einer queren Hand hoch dicke, daß ſie höher wird, und hm . 1 ge 2= ———„e ——— ͤ —,— welche den Bergbau befoͤrdern. 199 gend herabgehet, geſchlagen, worauf geroͤſtet wird. Um das Holz, darauf man roͤſtet, recht zu legen, beſtreuet man erſt die Sohle mit Leſche zween Finger, auch wol weniger, dicke. Darauf leget man bey dem Luftloch 2 Kluͤfte Holz, welche gleich ſeyn muſſn⸗ damit ſie ſo weit auseinander liegen, als das Luftloch iſt, da⸗ mit die Luft deſto beſſer darunter durchſtreichen koͤnne; oben aber werden ſie dich⸗ ter an die Hauptmauer angelegt. Daneben werden zu beyden Enden aus wieder 4 Kluͤfte in die Queer geleget, und denn wird auf dieſen Queerkluͤften das rechte Lager gemacht, da denn alle Kluͤfte dichte bey einander hergeleget werden muͤſſen, wie die erſten 4 Kluͤfte nach der Hauptmauer zu liegen. Wann nun das Dunß einfach eine Kluft bey der andern lieget, ſo muß man darzwiſchen und darauf tannen und buͤchen(hier lauter tannen) noch einmal ſo viel legen, daß allezeit 2 Kluͤfte auf einander liegen; und ſolcher Stöße werden wenn man dazu Stein genug hat, drey vor einander her in einem Lager gemacht; wenn alſo das Holz geleget iſt, ſo wird die ganze Poſt des zweymal getriebenen Steins aus der Treibhuͤtte nach dem Roſthauſe gelaufen, und auf der Roſtſtaͤtte mit dem Faͤu⸗ ſtel klein geſchlagen; und dieſes geſchiehet auf dem ganzen Holz, wo er an einem Ort ſo dick, als an dem andern, aus einander gezogen werden muß. Darauf wird vorn in der Mitte, da die 2 Kluͤfte meiſt beyeinander liegen, ein Fuͤllfaß voll Kohlen geſchuͤttet, und angeſtecket. Falls man die Kohlen nicht allzuſehr erſparen muß, ſo leget man auch wol Kohlen auf das Holz herum, und alsdenn darauf den Stein. Wann nun das Holz einmal ausgebrannt iſt, ſo wird in der naͤheſten Roſtſtaͤtte eben ſo ein Lager gemacht, darauf umge⸗ wandt, und bekoͤmmt er das zweyte Feuer, da er denn gemeiniglich vier Feuer be⸗ koͤmmt, und hierauf wiederum geſchmolzen wird. Vom Stein durchſtechen, wenn er geroͤſtet, oder das erſtemal im Roͤſthauſe geweſen iſt. Solche Poſt, welche geröſtet iſt, wird in ſo viel Theile getheilet, daß gemeiniglich 30 Centner auf ein Durchſtechen kommen, und in allem ſo verfahren, als das erſtemal, da man den Stein durchſticht, wenn er getrieben iſt. Nur iſt zu wiſſen, daß man Schlacken gnug auf die Schicht ſtreuen muß, weil der Stein, ob er gleich hitzig, dennoch nicht ſchnell und ſchmeidig ſchmelzet, auch ſtark naſet, andern Theils bekommt man, wenn man aufgeſtochen, kein Werck mehr, ſondern es ſind oben auf noch wol etliche Scheiben Stein. Das darun⸗ ter im Stichheerde ſtehende iſt ſchwarz Kupfer, welches ganz behend in die Naͤpfe ausgegoſſen werden muß,(hier wird es nicht ausgekellet, ſondern in Koͤnigen gelaſſen; ſind dieſelben aber zu groß: ſo werden ſie in Stuͤcke gebrochen: nig wird das lezte im Stichheerd genannt, wenn das oberſte abgebrochen:) ſonſt wird es kalt. Die Kelle aber muß vorhero, ehe man gießt, mit Lehmwaſſer be⸗ ſtrichen, und ganz warm gemacht ſeyn, ſonſten ſchlaͤgt es dem Auskeller um die Ohren herum. Desgleichen muß der Heerd aufs feſteſte zugemacht ſeyn, weil das Kupfer einfrißt. Der davon gekommene Stein wird gewogen, und von jedem Centner eine Probe genommen, er wird wiederum auf einen Haufen geſammlet, bis die ganze Poſt durch iſt. Von jeder Scheibe Kupfer wird unten und oben, an den Seiten und mitten, eine Probe ausgehauen, alleine in eine Kammer geleget, und mit Nro. 1 bezeichnet. Desgleichen muͤſſen die Proben von jeder Schicht al⸗ lein gethan, und probiret werden. Die andern kommenden ſchwarzen Kupfer muͤſ⸗ ſen mit Nro. 2. 3. 4. und darnach viel Poſten ſeyn, bezeichnet werden. Dieſer vorhero gemeldte zweymal durchgeſtochene Stein, welcher von der ganzen Poſt . Ddd 2 erhalten, 6 5 1 —-mõmõsͤs o„ 4. 8 &7 1 ₰ 3 3 3 —, 3 200 II. Th. VI. Cap. 6. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, erhalten, und auf einen Klumpen geſammlet worden, wird wiederum, und zum zweytenmal, in das Röſthaus geliefert, allwo er auf vorige Weiſe 5 neue Feuer bekommt, alsdenn er wiederum durchgeſtochen wird, allwo ſchwarz Kupfer und Stein faͤllt; und wird mit den Numern der ſchwarzen Kupfer fortgefahren. So lange nun der Stein waͤhret, wird er wiederum mit 7 Feuern gerö⸗ ſtet, hernach durchgeſtochen; und ſolches gehet ein um das andere, bis der Stein aufgearbeitet ſt. Man muß aber ja nicht die Proben der ſchwarzen Kupfer un⸗ ter einander verwechſeln, weil man ſonſt hernachmals keine gewiſſe Beſcickung haben kann, ſondern, ſo manche Schicht geſchiehet, muß man das kommende Kupfer allein waͤgen, und allein legen. Die Werke, welche von der Poſt des Steins kommen, werden, wie vorgemeldet, vertrieben; und wird in allen eben alſo, wie im vorigen Treiben geſchehen, verfahren. Man hat den Vortheil, daß man bey dem Treiben keinen Abſtrich hat, ſondern, ſobald der Heerdtrank da iſt, und ein wenig angewachſen, kann man das Treiben gleich in die Glaͤtte gehen laſſen. Von den Heichierungen der Schwarzkupfer, wie auf denſelben die Vorſchlaͤge recht gemacht werden ſollen. Erſtlich ſind folgende Puncte wohl zu beobachten: 11) Wie viel Poſten ſchwarz Kupfer da ſind, und wie viel Centner jede Poſt wieget, welche beſchicket werden ſollen? 2) Wie hoch man dieſelbe im Gehalt in jedem Stuͤck nehmen, auch wie viel Kupfer genommen werden muß? daß die Beſchickung nicht zu reich an Sil⸗ ber, noch auch zu arm, und nicht zu viel Kupfer in einem Stuͤck kommt, ſonſt es zu groß wird. So muß man ebenfalls reiche und arme Kupfer zuſammen waͤ⸗ gen und nehmen. ) Was von einer jeden Poſt Schwarzkupfer I Centner an Silber haͤlt? denn nach demſelben muͤſſen die Kupfer verbleyet werden. 4) Wie viel Pfund Bley auf ein Loth Silber muͤſſen gerechnet werden? nemlich 18 Pfund Bley.— 5) Was der Centner Glaͤtt, Heen und das Werk,(wenn man Werk juſetet) an Bley hat, abſonderlich, was die Kraͤtzwerke an Silber bey ſich haben? 4,4 6) Des reichen Kupfers nimmt man allezeit ½ Centner, und dazu des armen 4 Centner, nicht aber zween reiche Poſten bey einander. a 7. 7) Man darf nicht mehr Kupfer, als in einem Stuͤcke ½ Centn. nehmen. 8) Die Andreasberger Kupfer darf man nicht hoͤher nehmen, als auf 13. 14. zum hoͤchſten 15 Loth,(ich verſtehe, daß in den unterſchiedenen Poſten Kupfer nicht mehr als 13. 14. 15. Loth Silber befindlich) Sind aber die Kupfer an Silber arm, ſo nimmt man wol einen ganzen Centner, wenn ja kein an⸗ ders da iſt. Hat man aber Kraͤtzwerke, die auch Silber halten, ſo beſchicket man damit, doch duͤrfen die Silber in einem Stuͤck nicht hoͤher als auf 15 Loth kommen. 1 9) Die fuͤnfloͤthigen Kupfer ſind allein fuͤr ſich nicht Beſchickungswuͤrdig. 10) Muß man auf die ſchwarzen Kupfer gut Achtung haben, ob dieſelben weich, geſchmeidig, hart, oder unſchmeidig ſeyn? Denn wenn ſie vor dem Sey⸗ gern weich, oder hergegen unſchmeidig ſind, ſo koͤmmt das Silber nicht gern heraus. Wollte man ihm denn ſeine gebuͤhrende Zuſchlaͤge und Hitze geben⸗ ſo fließt das Kupfer unter dem Bley durch den Seygerofen, und geſchiehet da⸗ durch Schaden; derohalben iſt zu den weichen Kupfern kein beſſeres Mittel, d a daß — ½ = gZ— — welche den Bergbau befoͤrdern. 201 daß man andere harte und ungeſchlachte Kupfer dazu nimmt und darunter men⸗ get, damit eines das andere halte. 11) Daß auf 1 Centner 116 Pfund gerechnet werden, und darauf auch probiret wird.. Hierauf beſchicket man folgender maßen: MB. Hiebey iſt aber zu merken, daß die Beſchickungen ſehr ungleich ſind, und daß keine allgemeine Regel davon angegeben werden koͤnne. Erſtlich nimmt man von Nro. I. Centner Kupfer, darinn 7 ½ Loth Silber. von Nro. 2. ½ Centner Kupfer, worinn 7 Loth Silber. Thut alſo 4 Centner Kupfer 14⁴ Loth Silber. Hiervon wird jedes Loth mit 18 Pfund Bley beſchicket, welches uͤberhaupt 261 Pfund Bley betraͤgt. Alsdenn nehme ich, nach Gutduͤnken, 2 Centner Andreasberger Glaͤtte ſind 26 152. Pfund Bley. 8 2 2„ 43. 4 Centner Altenauer Glaͤtte Centner ſind 47, Pfand Bley. 4 Centner Heerd Centner ſind alſo 125 Pfund Bley. Summa 32 Centner 260 Pfund Bley. Dieſes zuſammen gewogen, naͤmlich 4 Centner Kupfer. 2 Centner Andreasberger Glaͤtte. 4 Centner Altenauer Glaͤtte. * Centner Heerd. betraͤgt uͤberhaupt 32½ Centner, als ſo viel demnach ein Kuͤhnſtuͤck wieget. Andern Theils von Nro. 4½ Centner Kupfer, worinn 6½ Loth Silber. von Nro. 7 ½ Centner Kupfer— 7 Loth— 4 Centner Kraͤtzwerke I Loth— betragen 141 Loth Silber. jedes Loth deſſelben mit 18 Pfund Bley beſchicket, thut 265. Pfund Bley. Darauf wird genommen 2 Centner Kraͤtzwerke ſind 50 Pfund Bley. I Centner Altenauer Glaͤtte 86 Pfund— 14 Centner Andreasberger Glaͤtte 5 Pfund— 4 Centner Heerd 29 Pfund— Summa 3½ Centner 260 Pfund Bley. daß alſo 4 Centner Kupfer 4 Centner Kraͤtzwerke 1 Centner Altenauer Glaͤtte I Centner Andreasberger Glaͤtte 4 Centner Heerd uͤberhaupt 4 Centner ein Stuͤck wieget. II. Theil. Eee Weil ** 2 4* ——··- .— 2——— * 5 6. S ——,:ʃ—————— — . 202 II. Th. VI. Cap. 6. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, Weil aber 265½ Pfund Bley dazu gehoͤren, ſo wird in der Abwaͤgung der Vorſchlaͤge deſto reichlicher gewogen. Ein Centner Altenauer Glaͤtte haͤlt 86. Pfund Bley. 1. Centner Andreasberger Glaͤtte 76 Pfund Bley. 1. Centner Andreasberger Heerd 58 I. Centner Kraͤtzwerke 100 Pfund Bley. Bey dieſer Beſchickung iſt nun lezlich noch zu merken, daß vor itzo Alte⸗ nauer Glaͤtte zu den Vorſchlaͤgen der Beſchickungen allhier zum St. Andreasber⸗ ge keinesweges noͤthig iſt, indem ſo viel Glaͤtte, als dazu gehoͤrig, und noch uͤberfluͤßig, vorhanden iſt. Es hat dieſe ſonſten Mangels halber, gekaufet werden muͤſſen, weil vor dieſem die Roͤſte geſtrenge, und mehrere Vorſchlaͤge benoͤhtiget geweſen, dazu die Glaͤtte, welche hier von den Treiben wiederum gefallen, gaͤnz⸗ lich aufgegangen; indem ſie 24 bis 30 Centner auf einen Roſt vorgeſchlagen ha⸗ ben. Stzo hingegen wird nur 6 Centner Glaͤtte und 6 Centner Heerd, wie oben in der Abhandlung vom Schmelzen gemeldet iſt, vorgeſchlagen; und demnach die hieſige Glaͤtte allein dazu genommen. Siebente Abtheilung. Von dem St. Andreasberger Blaufarbenwerke. §. 1. Von dem An⸗ Mf dem St. Andreasberge bricht hin und wieder Kobold, wie denn eine Gru⸗ be daher die Koboldsgrube genennet wird. Aus ſolchem Kobold iſt ſonſt Blaufarbenwerk nichts als Blaufarbe zu machen, welches in Schneeberg vor etwa mehr als 140 Jahren erfunden worden. Anno 1698 hat man von dannen einen Blaufarben⸗ meiſter, Caſpar Sonntag, nach dem St. Andreasberg verſchrieben, welcher von den daſelbſt brechenden Kobolden eine blaufarben Probe machen muͤſſen, welches aber nach der Zeit, bis Anno 1730. nicht wieder verſuchet worden. Nachdem nun eine gute Menge Kobold zum St. Andreasberg geſammlet, und zween Bergbediente nach den ſaͤchſiſchen Bergwerken, wo Kobold bricht, und zu gute gemacht wird, hingeſendet worden, um die dazu gehoͤrigen Anſtalten zu beſehen, und ſich von dem Proceß, aus dem Kobold blaue Farbe zu machen, zu informiren: So iſt 1730 zum St. Andreasberge Anſtalt zum Blaufarben⸗ werke gemachet, und von der Zeit an einige Jahre lang blaue Farbe gemachet wor⸗ den. Das Blaufarbenwerk ward zwiſchen St. Andreasberg und Lauterberg an⸗ geleget und beſtand aus 1) einem Wohnhauſe fuͤr den Farbenmeiſter und Factor, 2) einem Gebaͤude, darinn der Calcinirofen, Puchwerke mit Naͤderwerken, in deren einem man den Kobold, in dem andern den Sand puchet, zwo Muͤhlen, darinn die Farben und der Sand gemahlen wurden, und eine Trockenſtube mit dazu gehoͤrigen Geraͤhtſchaften waren. 3) Aus einem Gebaͤude mit einem Dam⸗ pferofen, worinn der Sand und Heben gebrannt werden. 4) Einem Gebaͤude, wodurch der Giftfang gehet. d Blaufarbenwerk ward etwa gegen 1750 von der Herrſchaft verpach⸗ tet, weil ſie wenig Ueberſchuß davon gehabt, und der Kobold nicht mehr ſo reich⸗ lich gebrochen, hernach, da der Paͤchter kein guter Haushalter geweſen, gar ab⸗ gebrochen, daß davon nichts mehr als das Mauerwerk zu ſehen iſt Der Proceß, wie die blaue Farbe aus dem Kobolde zu machen ſey, wird in Balthaſar Roͤßlers hellpolirten Bergbauſpiegel im 6. Buche, und deſſen 19. Cap. pag. 162. deutlich beſchrieben. Einen vollſtaͤndigen Unterricht aber laun ma ung unn welche den Bergbau befoͤrdern. 203 man aus des Herrn Bergraths Lehmann Cadmiologia, wovon der erſte Theil 1760 im Druk erſchienen, ſchoͤpfen. Es wird indeſſen nicht unnuͤtzlich ſeyn, wenn ich hier den ganzen Proceß aus des Stollbergſchen Bergdirektors, Chriſtian Za⸗ charias Koch, geſchriebenem Bericht von ſeiner Anno 1708 auf Herrſchaftliche Koſten nach Sachſen und Boͤhmen, zur Erkundigung des daſigen Berg⸗Puch⸗ und Huͤttenwerks, gethanen Reiſe, beybringe.. „In Böhmen werden die unreine Koboldserze nicht gewaſchen, wiewol es „ vor einigen Jahren ſoll verſuchet worden ſeyn, aber wegen des vielen mit weg⸗ „gehen im Waſſer wieder eingeſtellet worden iſt. Zu Schneeberg in Sachſen aber, „ woſelbſt die Blaufarbenarbeit am ſtaͤrckſten im Flohr iſt, wird der unreine Ko⸗ „ bold ins Puchwerk gebracht, und von dem Waͤſcher in Stuͤcken, einer Fauſt „ groß, geſchlagen; und folgends unter den Stempel, derer ſich drey da befanden, „» und 16 bis 18 Zoll Hub hatten, trucken gepuchet. Bey dieſen Stempeln be⸗ „ fand ſich ein eiſerner Durchwurf, als diejenigen, wodurch man im Lande das „ Korn ſichtet, deſſen Loͤcher in dem Drate aber ſo weit waren, daß eine groſſe „ Erbſe durchfallen konte. Was nicht durchfaͤlt, muſte wieder unter die Stem⸗ „ pel gelaufen, und kleiner gepuchet werden. Dasjenige aber, was durchgefal⸗ „„ len, wurde in einen Durchlaßgraben geworfen, welcher in 2 ausgehauenen „„ Troͤgen beſtehet, jeder von 3 Ellen lang, dazwiſchen ein Kamm, wie in einem „„Kuhtrog ſtehen bleibet, da ſo viel Waſſer, als eine einbohrigte Roͤhre tragen „ kann, oben von einem Trog uͤber in den andern laͤuft, und was alsdann „„vor Truͤbe im Aufruͤhren vorfaͤllet, in den andern Graben mit uͤberſteiget, und „ ſich darinn ſetzet. Das andere und grobe aber, ſo im erſten Graben bleibet, „ wird auf eine dichte hiebey ſtehende Buͤhne geſchlagen, und durch ein Sieb, „ wodurch etwan Gerſtenkorner durchfallen koͤnnen, geſetzet. Den Abhub aber „» Puchen ſie wieder, doch naß, mit 2 Stempeln uͤber 2 Spunde, wobey zu ge⸗ „ denken, daß es, ſo bald es uͤbers Spund aus dem Puchtrog heraus ſchlaͤgt, in „ 2 ſchmalen Gerinnen, die ſehr ſchuͤßig liegen, von 3 bis 3 Lachter lang nach „„ 2 Graͤben die 16 Zoll tief, 12 Zoll breit, und 7 bis 1 Lachter lang ſind zuvor „ hingefuͤhret wird, folgends was unter dem Graben an Truͤbe vorhanden, aus „ ſelbigen in etliche auſſen vor dem Puchwerke liegende Suͤmpfe laͤufft. Was „ aber in vorgedachten Graͤben ſich ſetzet, heiſſen ſie Haͤuptel, und bringen es auf » die Heerde, auf welchen es, doch ohne Planen, verwaſchen, und reine ge⸗ „ machet wird. Die Graͤupel, die ſich unten im Siebe geſetzet, werden alleine „ geſtuͤrzet, und bis zur Abfuhr nach der Huͤtte verwahret. Was aber im Sieb⸗ „ ſetzen durch und ins Faß gefallen, bringen ſie wieder in einen kleinen dratenen „ Sieb, und ſetzen es, bis guter Schlieg daraus geworden. Die Truͤbe wird z„ hernachmals auch auf die Heerde gebracht, und zu Schlieg gezogen. Was „ aber an guten und mittel Stufferzen ausgehalten werden kann, wird ausge⸗ „ſchlagen und ſortiret. Die Gewerken verkauffen alsdenn ihren Kobold an den „ Farbenkobold Contrahenten, und zwar in Böhmen von dem beſten I Centner „ zu 100 Pfund Nuͤrnbergſches, oder 75 Pfund ſchweren, und Boͤhmerge⸗ „ wichtes fuͤr 20 Kayſergulden, und hernach, nach Verhaͤltniß, wie ſie mit „ den Farbenmachern eins werden koͤnnen, fuͤr 18. 16. 14. 12. Kayſergulden, „» und von dem Abſchlag fuͤr 6 Kayſergulden, von dem ganz geringen Abſchlag „hingegen nur fuͤr I Kayſergulden. „In Sachſen aber ſind die Gewerke gehalten, dem Farbencontrahenten „ den beſten Kobold um 6 Thlr. zu laſſen, und ſo den geringern nach Verhaͤlt⸗ „ niß. In Böhmen geben die Gewerken dem Kayſer zum Zehnten von je⸗ „ dem Gulden, die der Kobold pehet iſt, 2 Kayſergroſchen, oder 6 Creutzer ui ee 2 er 6 . . 4 1 1 . 4 — 1 . 4 1 4 4 . I ’ „ 1 n — 1 A 3 1 . 1 8 . „* 1 3 f ¹ 1 41 4 ℳ* 1 i V 1 2 *„ † ——y— 2 204 II. Th. VI. Cap. 7. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, „der Farbencontrahente giebt von jedem Centner Farbe 10 Creutzer. In Sach⸗ „ ſen aber habe nicht erfahren koͤnnen, wie es damit gehalten wird. „ Anbelangend den Farbenproceß, ſo iſt derſelbige folgendermaßen beſchaf⸗ „fen. Bevor man den reinen Kobold puchet, wird er in Stuͤcken, als Huͤner⸗ „ eyer groß, geſchlagen, da ſie denn in Boͤhmen denſelben auf einen eben gemauer⸗ „ ten Platz auf einen Holzhauffen werffen, und brennen, damit der Wismuth „ heraus lauffen, und er auch hernach ſich beſſer puchen laſſe. In Sachſen „ aber haben ſie ordentliche Wismuthofen, wozu die in der Grube abgeſezte ei⸗ „ ſerne Goſſen gebrauchet werden, deren 4 in ſolchem Ofen alſo neben einander „herliegen, daß die großen Goſſen in der Mitte, und die kleinen an den En⸗ „ den liegen, weil die erſtern mehr Hitze erfodern, die mitten im Ofen am mei⸗ „ſten zu finden iſt. Desgleichen muͤſſen auch dieſe Goſſen an der einen Seite „ 4 bis 5 Zoll tiefer liegen, damit der Wismuht heraus laufen koͤnne. An der „Seite, wo das Crß hinein gethan wird, befinden ſich davor eiſerne Deckel, „„ woran inwendig 3 Federn gemacht ſind, die ſich, wenn der Deckel davor geſe⸗ „„ tzet wuid⸗ inwendig an der Goſſe anhalten. daß ſie ſo leicht nicht heraus fal⸗ „ len koͤnnen. .„An der andern Seite und andern Enden dieſer Goſſen, wo ſie erwehn⸗ „ter maßen tiefer liegen, wird ein von Thon zubereiteter Deckel, davor gemacht, „ welcher oben ein Loch von Zoll dicke hat, da der Arſenic durch und ab⸗ „rauchen kann, und unten iſt von ſolchem Deckel, welcher Anfangs rund nach „dem Goſſenloch gemacht iſt, I bis 1½ Zoll hoch abgeſchnitten, daß der Wis⸗ „ muht heraus laufen, auch daß man dann und wann mit einer Raͤumnadel „von Eiſen den Kobold aufheben, und der Wismuth davor herauslauffen koͤnne. „Dieſer Wismuht laͤuft in eiſerne Naͤpfe, die unten vor den Goſſen auf einem „„Abſatz im Ofen ſtehen, und wenn die Naͤpfe voll ſind, wird er mit einer Kel⸗ „ le ausgeſchoͤpfet, und in andere große eiſerne Naͤpfe gegoſſen. „ Es iſt auch bey dieſem Wismuht ausſchmelzen in acht zu nehmen, daß „man ihm Anfangs langſam und gelinde Feuer geben, und oͤfters ruͤhren, zuletzt „ aber ſtaͤrker Feuer geben muß. Dieſes iſt der erſte Proceß, den Wismuht von „, den Farben Kobold zu ſepariren, welcher denn auch in demſelbigen Ofen auf folgende „„ Art gelaͤutert werden muß: Die Goſſen muͤſſen zuerſt inwendig huͤbſch rein ge⸗ „ feget werden, hernach hauet man den Wismuht in Stuͤcken, und wirft ihn „„ in die Goſſen, und feuret recht heiß an, daß er denn ebenfalls in die vorſtehen⸗ „ de eiſerne Naͤpfe laͤuft. Wenn dieſe voll ſind, wird wieder mit eiſernen Kellen „ daraus geſchoͤpfet, und in die an der Erde recht kuͤhl und luftig ſtehende eiſer⸗ „ ne Naͤpfe gegoſſen, dadurch der Wismuht von der kuͤhlen Luft einen klaren „ und hellen Schein bekommt. Dieſer Wismuht ſteiget und faͤllet im Preiß/ und „ ward das Pfund zu meiner Zeit um 5Mgr. 2pf. verkauft. „ Nach dem Brennen des Kobolds, und wenn der Wismuht davon abge⸗ „ſondert iſt, wird er in die Farbenmuͤhle unter die 2 dazu allein zugebrauchende „ Stempel gebracht, und trocken gepuchet, dann erſtlich durch ein grobes Sieb „von eiſen Drat, da Linſen durchfallen koͤnnen, in ein Faß geſiebet, und dar⸗ „auf nach dem Arſenic Brennofen geſchaffet, wobey in acht zu nehmen, daß „ man vorerſt im kleinen probiere, ob er wenig oder viel gebrannt werden darf. „ Zu dem Ende nimmt man 2 Proben im kleinen, nach Proportion der Quanti⸗ „ kaͤt ſo man in den Arſenic Brennofen werfen will, und verſuchet, ob der „Kobold noch viel oder wenig gebrannt werden muß, da man denn einer Probe „ ganz den Rauch benimmt, und ſie zu Tode roͤſtet, der andern aber etwas Ar⸗ „Lenic laͤßt, wobey aber angemerkt werden muß, wie lange dieſe, und die din —+—, uo%& welche den Bergbau befoͤrdern. 205 „ dern geroͤſtet worden ſey. Ferner muß man darauf verſuchen, ob durch ge⸗ „ lindes oder ſtarkes Roͤſten die beſte Farbe zu erlangen ſey? Nach dieſer Pro⸗ „ be richtet man ſich im großen, und werden alſo jedesmal in dieſem Brennofen „ 2 Centner gebrannt, und alle halbe viertel Stunden geruͤhret. Je nachdem aber „ der Kobold ſchwerer oder leichter iſt, muͤſſen auf gedachte Centnerzahl von dem „ erſtern zwey Kornſchauffeln voll, von dem geringern 4 bis 6. und von dem al⸗ „ lergeringſten 18. bis 20 Schauffeln voll in gedachten Arſenicofen geworfen „ werden. Wobey zu erinnern, daß, weil das leichteſte dicker auf einander zu „ liegen kommt, auch oͤfters geruͤhret werden muͤſſe, damit er ſich zugleich brenne/ „ und daß ſowol der erſtern als leztern Gattung anfaͤnglich gelinde, und denn zulezt „ ſtaͤrker Feuer zu geben ſey, welches doch alles nach der kleinen Probe, ob des „ Brennens wenig oder viel geſchehen muß, einzurichten iſt. „In dieſem Brennofen werden auch alle arſenicaliſche Ertze, darinn nichts „anders iſt, als Arſenic und etwas Silber, welches leztere man aber verlohren gehen „ laͤſt, zu gute gemachet, und davon nur der zenlealilhe Rauch aufgefan⸗ „ gen. Die Ertze werden in Stuͤcken, wie Huͤnereyer groß, hinein geworfen, „ und darauf das Schuͤrloch mit einer eiſernen Vorſetzthuͤr feſt verwahret, da⸗ „ mit kein Rauch vorn heraus kommen koͤnne, ſondern ſich ſaͤmtlich in den Giftfang, „ welcher ordinair ſchraat am Berge hin aufgefuͤhret iſt, nach dem alda gemachten „ Schornſtein ziehe, und alſo auf der Reiſe matt werden und niederfallen muͤſſe. „Dieſe arſenicaliſchen Ertze, davon ein beſtuͤrtzter Ofen voll allemal 3 „ Stunden, anfangs gelinde, und die letzte Stunde ſtark gefeuret wird, muͤſſen „ ofters geruͤhret werden, und fangen zuletzt nach der ſtarken Hitze an helle zu „ brennen. Alsdenn muß man ſie wenn ſie nicht mehr rauchen, mit einer Kruͤck⸗ „ kratze, wieder heraus ziehen, und friſche Ertze hinein werfen, womit Nacht „ und Tag, auch an Feyertaͤgen, weil allda die Menge ſolcher Ertze bey roht⸗ „ gulden Ertzen brechen, continuiret wird, bis nach Verflieſſung dreyer Wochen, „da man den Ofen einmal ausgehen laͤſſet, und noch andrer 8 Taͤge, in wel⸗ „ chen der Ofen, die Kammer und der Giftfang erkalten, das darinn angeſetzte Gift⸗ „mehl mit einer hoͤltzernen Kratze gantz rein herabgezogen, und zuſammen gefe⸗ „ get wird. Fuͤr ſolches reine fegen bekoͤmmt derjenige ſo es verrichtet, zur Zeit 24 „Mgr. welcher ſich dann ganz wohl verwahren und einen Leinenkittel, der mit uͤber „den Kopf gehet, und Harniſch heißt, anziehen, vor die Naſe und den „ Mund aber ein Schnupftuch binden muß. Des Arſenicmehls bekommen ſie „alle A Wochen ſo viel, daß 40 Centner Nuͤrnbergiſches Gewichtes geſchmoltzen „ Arſenic daraus gemacht wird. Zu dem Brennofen werden ordinair 2 Kerls „ gebrauchet, welche einander alle 24 Stunden abloͤſen, und jeder woͤchentlich „ I Thlr. Lohn bekommen. An Holz wird dazu in 24 Stunden 4 Lachter ver⸗ „ brannt, und koſten zu Joachimsthal 3 Lachter Holz zu hauen 12 Kayſergro⸗ „ ſchen, und an Waldzinß 4 Kayſergroſchen. „Das Arſenicmehl wird ferner nach dem Schmelzofen gebracht, und in „ einem dazu gemachten Ofen geſchmolzen, darauf in eiſerne Schuͤſſeln geſetzet, „ deren ſich drey neben einander eingemauert allda befanden. Auf ſolchen eiſernen „ Schuͤſſeln ſtehet ein von Eiſenblech gemachter Huht, als ein Trichter, der ge⸗ „ gen die Luft feſte verſchmieret wird. Wenn nun der Ofen erhitzet, und die Schuͤſ⸗ „ ſeln gluͤend worden, ſo ſchuͤttet man durch einen Trichter das Arſenicmehl „ oben hinein in den Huht, allemal einen Trichter voll, und klopft als denn mit einem „ Hoͤlzgen, wie ein Creutz gemacht, daß es nicht hinein fallen koͤnne, in den „ Trichter, damit nichts haͤngen bleibe. Zu ſolchem Trichter voll rechnet man „ 3 Stunden Zeit, bevor es ſchmelzet, und man faͤhrt alsdenn mit einem lan⸗ II. Theil. Fff„gen ₰ 3———— 4 1 8 — 1 1— —————yy—-—— 1 7 3. 1. 2. 4 1 4. 8 e 5 6 1 1* —“ 1 r V 206 II. Th. VI. Cap. 7. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, „gen Eiſen von oben nieder in der Schuͤſſel herum, wenn etwan noch Mehl vor⸗ „ handen waͤre, daß ſich noch nicht in dem Huht geſetzet hat. Iſt aber deſſen „nnichts mehr vorhanden, ſo wird wieder ein Trichter voll hinein gethan, und „ſferner hin, wie erwehnet worden, damit procediret. „Dieſer Trichter voll koͤnnen ſie des Tages 4 bis 6 verſchmelzen, und „ wenn alsdenn die Huͤthe kalt worden, werden ſie von den Schuͤſſeln abgeho⸗ „ ben, und auf ein reines Brett geſetzet, darauf mit einem Holze an die Huͤhte „angeklopfet wird, daß der Arſenic alsdenn davon abfaͤllt. Der Schmel⸗ „ zer bekoͤmmt fuͤr jeden Centner geſchmolzenen Arſenic 9 Mgr. zum Lohne, „ und rechnet man insgemein von 50 Centnern des Mehls 3 Centner Abgang. „Der Centner wird fuͤr 8 Thlr. verkauft, wovon der Kayſer zum Zehnten von „ jedem Centner 10 Creutzer bekömmt. Wenn aber dieſes weiſſe Arſenic nicht „abgehen will, machen ſie gelben daraus, indem ſi zu einem Centner des ge⸗ „ ſchmolzenen Arſenici, welcher vorerſt wieder klein geſchlagen werden muß, „ I bis 1½ Pfund in einem Morſer geſtoßenen Schwefels ſetzen, alles wol un⸗ „ tereinander miſchen, und es wie vorhin ſchmelzen, da alsdann der Centner „ mit 8 Thlr. 24 Mgr. bezahlet wird. Ubrigens betraͤgt die taͤgliche Holzcon⸗ „ ſumption bey dieſem Schmekzofen faſt 4 Lachter hoch und lang. Noch iſt an⸗ „ zumerken, daß die arſenicaliſchen Ertze nicht an der Luft zu liegen dienen, und „ alſo je eher, je beſſer gebrannt werden. „ Es iſt ferner zu gedenken, wie aus dem Kobold blaue Farbe zu machen „ſey: Wann derſelbe wieder aus dem Brennofen kommen, und, wie es die Pro⸗ „ ben geben, entweder gar wenig, oder 11 2. 3. auch wol 6 bis 7 Stunden „(als bey dem Kupfernickel wol zu geſchehen pfleget, welcher ganz zu Tode ge⸗ „ brennet wird, und braunes Glas giebet, dem man aber hernach etwas guten „Kobold wieder zuſetzen muß;) gebrannt werden, ſo wird er durch ein klar Sieb „von meßingenem Drate, wodurch nur Mohnſaamen fallen kann, geſichtet, „ und je kleiner er iſt, deſto beſſer iſt derſelbe zugerichtet; die Graupen aber, die nicht „durchs Sieb fallen, werden wieder trocken gepucht. Denn dieſe ſind das Be⸗ „ſſte, welches immer ruͤſcher und feſter iſt, und nach dem Puchen auch durchs „ klare Sieb geſiebet wird. Hierauf praͤpariret man es mit Sand und Pot⸗ „ aſche zum Fluſſe. Wie viel aber deſſen dazu gethan werden muͤſſe, iſt erſtlich „wiederum mit 3 und mehr ſogenanten Plumpproben zu unterſuchen, ob nem⸗ „ lich der Kobold reich oder arm, oder in ihrer Sprache, ſtark oder matt ſey. „ Sie ſetzen demnach der erſten Probe 2 Centner Sand, der andern 3 Centner und der dritten 4 Centner und ſo weiter zu, imgleichen jeder Probe 2 Centner „Potaſche behuef des Schmelzens zum Fluß, und nehmen dazu einen Probier⸗ „tiegel, welcher von Thon gebrannt worden. Wann nun dieſe Proben noch „vor dem Geblaͤſe gemachet werden muͤſſen, und ſie noch keinen Glasſchmelzo⸗ „fen haben, ſo werden Deckel darauf gedecket, doch ſo, daß ſie etwas Luft ha⸗ „ben koͤnnen. Durch dieſe Proben erfaͤhret man erſtlich, ob auch der Kobold zu „ viel gebrannt ſey, welches man daran erkennen kann, wenn das Glas braun „ſcheinet, und in ſolchem Fall ſetzet man zu jeden 2 Centnern des gebrannten Ko⸗ „ bolds, 3 bis Pfund rohen ungeroſteten Kobold, und ruͤhret ſ wohl durch ein⸗ „ ander, auch kann man demſelben mit Speiſe helfen. Es mu aber alsdenn der „ Kobold ſchon zu Glas geſchmolzen ſeyn, und zu 1 Centner des geſchmolzenen „ braunen Glaſes I Centner Speiſe und 2 Centner Sand zugeſetzet werden, „wobey zu bemerken iſt, daß das Glas ſonſt nicht blau werden wuͤrde, wenn „ man nicht allemal wieder dem Glaſe Sand zuſetzte, und zwar deſto mehr, je „brauner 2 2 2SS2Z 1 88S8B8rür8 8 28 ———.,——X⁊,——. — — ——— 2 2 ͤ= ègéZ welche den Bergbau befoͤrdern. 207 „brauner das Glas iſt. Hiebey aber iſt kein Vortheil, indem die Potaſche „ und das Holz verlohren gehet, und es iſt beſſer, daß man dem Kobold im „ Brennen eher zu wenig, als zu viel, thue. „Fuͤrs andere erfaͤhret man durch die Plump⸗oder Verſuchproben, ob „der Kobold ſtark oder matt ſey, mittelſt der Gegenhaltung der aufgehabenen „Numern, oder 4 Sorten, als FFC. FC. MC. OC., wobey zu merken „iſt, daß je violetter das Glas ſcheinet, deſto ſtaͤrker iſt der Kobold, und deſto „ mehr Sand kann ihm zugeſetzet werden. Dieſen Zuſatz kann man zwar auch „dem matten Kobold geben, aber die Farbe wird deſto geringer. Dannenhero „ iſt zu urtheilen, welche Farbe am meiſten abgehe, und am erſten zu verſilbern „ ſey, und darnach auch der Zuſatz vom Sande einzurichten. Auch ſo man der „ geringern Farbe ſchon zu viel gemacht haͤtte, ſo kann man dieſelbe, wie gedacht „ durch den Zuſatz zu I Centner, von 1 Centner Speiſe, und 2 Centner Sand, „weniger, oder mehr, wiederum verbeſſern.. „Zum Jvachimsthal und in der Platten habe ich die Numern MC. praͤ⸗ „pariren geſehen, alwo zu I Centner des durchgeſiebeten Kobolds 3 Centner Sand „ und 4 Centner Potaſche zum Fluß gethan worden. Der Sand muß weiß und „ glaſicht ſcheinen, ſo daß je weiſſer, je beſſer derſelbe hierzu dienet, er wird dort „auf den Aeckern, auch in einem Steinbruch von ſolchen Steinen zu Joachims⸗ „ thal gefunden, an ſeiner ſtatt kann man aber ebenfalls Quartz wohl brauchen. Sol⸗ „ cher weiſſe Sandſtein wird erſtlich auf einem Holzhaufen, von drey Scheiter⸗ „ höhe uͤbereinander liegend, gebrannt, damit er ſich leichter puchen laſſe. Nach „dem Brennen wird er klein geſchlagen, und um denſelben klaͤrer zu machen, „ uͤbers Spund naß gepuchet, da alles in einen Sumpf laͤuft, woraus es „ nachmals geſtochen, und in einem dazu gehoͤrigen Brennofen, welcher durch „ das Holz, ſo man in den Glasofen wirft, ſich mit erhitzen muß, nicht allein tro⸗ „cken gemacht, ſondern auch muͤrbe gebrannt wird. Darauf ſiebet man den⸗ „ſelben durch ein klar Sieb, und verwahret ihn zum Gebrauch in einem dabey „ſtehenden Kaſten. Dieſes Sandes, wie gedacht, ward zu 1 Centner Ko⸗ „bold, um MO. daraus zu machen, 3 Centner genommen, und in einem dazu vor „ dem Glasofen ſtehenden Kaſten alſo vermiſchet, daß man erſtlich 14½ Viertel „ Centner Sand auf dem Boden im Kaſten 1 Finger hoch aus einander breitete, „ darauf ½ Viertel Centner Kobold, dann wieder 1 ½ Viertel Centner Sand, „ wiederum ½ Viertel Centner Kobold, darauf etwas Potaſche, ferner wieder „ Sand und Kobold immer uͤber einander ſchuͤttete, hernach alles wohl unter ein⸗ „ ander mengete, und damit die Haafen, deren viere im Glasofen zu ſtehen pfle⸗ „ gen, bis auf eine quere Hand anfuͤllete. „ Um die Haafen zu machen, wird erſtlich guter Thon erfodert, welcher „ geſchlemmet, und von Stein und Holtz gereiniget ſeyn ſoll; ferner eine For⸗ „ me, nur von Tannenholz, und Boͤttcherarbeit, unten ohne Boden, aber an der „einen Seite mit eiſernen Hespen, daß man dieſelbe zur Haͤlfte von einander „thun, auch wieder ſchlieſſen kann. Jede Haͤlfte a part iſt oben und unten mit „ einem eiſernen Band beleget, und mit einem Einwurf und Krampen wohl verſe⸗ „ hen, damit man die Forme feſt zu machen koͤnne. Dieſe Forme ſetzet man auf „ein reines Brett, welches vorhero unten mit Sand beſtreuet ſeyn ſoll, um das „„ Anhaͤngen zu verhuͤten. Inwendig an der Forme herum aber leget man Lei⸗ „ newand, damit auch der Thon an der Forme nicht kleben koͤnne. Darauf „ ſchlaͤget man die Forme halb voll guten reinen Thon, welcher, einer Probier⸗ „ capelle gleich, angefeuchtet ſeyn muß. Nachdem wird in den Thon ein Loch „ mit einem Kloͤpper vorerſt niedergeſchlagen, dadurch ſich denn der Thon am Fff 2„Rande —— 2* ———ℳ—————— ⏑+—— 4. 2,— ‿ 4 1 1 4 . 4* — 7 * 7 4 4 5 . t ℳ 4 — E 14 8 5 2 1* 4 5 2 4 4 2 ah 1 1 d 4 — 6* 1 1 6 1 1 5. 4 4 . 1 * V l 7 4 iu h 2 1 5 1 1 4 5 5 f f 8 ;.. 8 ½ 1 1 4 4 p AA 2 2 1 iſſ BII 1 * 1 1 208 II. Th. VI. Cap. 7. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, Rande herum in die Hoͤhe begiebt, und der Forme oben gleich wird. Man „ büdfer ve an den Seiten herum ſo lange, und wiſchet mit der Hand, bis „er glatt und gut iſt, da er denn unten wenigſtens 2 Zoll dicke bleiben muß, „damit die Speiſe, ſo ſich unten ſetzet, nicht ſo leichte durchgraben möge, oben „am Rande aber bedarf er nur I Zoll dick zu ſeyn. Dieſe Haafen muͤſſen, wenn „ ſie aus der Forme heraus genommen ſind, auf 4 Wochen lang allmaͤhlich aus⸗ „trocknen, und bevor man ſie brennet, muß ein Loch unten dem Boden inwen⸗ „dig im Haafen gleich mit einem Meſſer gebohret ſeyn. Darauf wird derſelbe „in einen beſondern Brennofen, ſo allernechſt bey dem Schmelzofen ſtehet, ge⸗ „ ſetzet, wenn der letztere ſchon im Gange iſt. Wenn man dieſen erſt aufs „ neue anfeuret, kann der Haafen gleich in denſelben geſetzet, und alſo zugleich „ erhitzet und hierauf gebrannt werden, wozu 24 Stunden Zeit erfordert werden. „ Wenn aber, wie gedacht, der Schmelzofen ſchon im Feuer iſt, ſo muß man „ den Haafen erſt in gedachten Brennofen bringen, weil dieſelben kalt nicht ſo „ gleich in die Hitze zu ſetzen ſind. Nach dem Brennen aber, bringt man den⸗ „ ſelben gluͤend in den Schmelzofen, Gcheczefalt„daß das Speiſeloch gegen „ das Loch im Schmelzofen gerichtet ſey. Dieſes Speiſeloch in dem Hafen iſt aber vorerſt wieder mit Lehm und Thon verſchmieret, bis es zu ſeiner Zeit noͤthig 7 iſt, die Speiſe abzuzapfen, da man es alsdenn mit einem Stecheiſen wieder „ aufſtoſſen kann. Dieſen hierzu zu brauchenden Thon kaufen ſie Centnerweiſe, fuͤr 9 Mgr. 3 fir he man nun, wie gedacht, die Haafen mit dem erwehnten Gemenge bis „ auf eine quer Hand hoch gefuͤllet, wird der Schmelzofen mit Holz hinten und „ vorn ſtark angefeuret, und recht heiß gemacht, auch die Werkloͤcher oben am „ Schmelzofen mit irdenen Vorſetzel zugeſetzet, und nach Verflieſſung 2 Stun⸗ 8 „den geruͤhret, wobey zu erinnern, daß, wenn der Kobold etwa nicht genug „gebrannt waͤre, welches man daran erkennen kann, wenn er noch viel rauchet, „ ofters zu ruͤhren noͤthig iſt. Wenn nun dieſes Gemenge nach dem dabey ha⸗ „ benden Stundenglaſe alſo 12 Stunden in der Glut geſtanden, und gut ge⸗ „ ſchmolzen iſt, welches man daran erkennen kann, wenn es als dicke Hefen aus⸗ „ ſiehet, auch ſolche Blaſen darauf ſtehen, und es helle ſcheinet, auch nicht mehr „ rauchet; alsdenn wird es mit einer eiſernen Kelle, oder Schoͤpfloͤffel heraus „ geſchöpfet, und ſogleich in den dabey ſtehenden Waſſertrog geworfen, doch „ aber düin darinn nach der Laͤnge gezogen, damit es ſich hernach beſſer pu⸗ en laſſe. h„Noch iſt zu erinnern, daß, bevor das Glas aus den Hafen zu ſchoͤpfen „iſt, vorerſt die Speiſe unten davon abgeſtochen werden muß, und ſo man ver⸗ „muthet, daß noch Speiſe vorhanden ſeyn moͤchte, man ſo ofte, als man einen „ Loffel voll heraus aus dem Hafen langet, den Loͤffel wol zur Seite halten, „„ und ein wenig zur Erden ſtoſſen kann. Und wenn denn das Glas alle heraus „ geſchoͤpfet iſt, wird wieder neues Mengſal hinein gethan. In ſolcher 12 „Stundenzeit, daß ein Ofen voll Glas recht geſchmolzen, verbrauchen ſie meh⸗ „rentheils an Holz 2 Lachter ins Gevierte. Der Sand wird durch dieſes Feuer „mit gebrannt, auch iſt üͤber dem Sandofen noch ein anderer, gleich einem „ Backofen, befindlich, darinn die Hitze vom Sandofen dringen muß, um das „Holz, ſo zum Schmelzen gebrauchet werden ſoll, vorhero erſt recht trocken „zu machen, daß es friſchere Hitze und Glut von ſich geben kann. 1 „Bey dieſem Schmelzofen ſind zween ſogenannte Schuͤrer, die jeder woͤ⸗ „chentlich 1 Thlr. bekommen, und ſich alle 12 Stunden, ſowol an Feyertaͤgen „ als andern Taͤgen, einander ablöſen muͤſſen. Es muß auch ohnedem der Ofen —„ welche den Bergbau befoͤrdern. 209 „ ſo lange er in der Jahrszeit gehen ſoll, in continuirlichem Feuer erhalten wer⸗ „ den, damit die Haͤfen, deren 2 an jeder Seite im Ofen ſtehen, immer in der „Hitze bleiben, und ſolchergeſtalt faſt ½ Jahr dauren koͤnnen; Falls aber einer „ von den hintern waͤhrender Zeit, daß der Schmelzofen im Gange iſt, entzwey „ gehen ſollte, wird ſelbiger hinunter in den Ofen geworfen, und heraus gezogen, „, und der Vordere an deſſen Stelle hinter geſchoben, vorn aber wieder ein „neuer ganz gluͤend aus dem— hineingeſetzet. „Wenn das Glas in dem Waſſertrog erkaltet iſt, wird es nach der Far⸗ „benmuͤhle unter die zum Glaſe zu brauchende Stempel gebracht, hernach durch „das erwehnte grobe Sieb geſetzet, und dann auf die Muͤhle geſchuͤttet. Es „„ ſind aber der Muͤhlen zwo, an jeder Seite der Stempel eine, und die Muͤhl⸗ „ ſteine liegen immer dichte aufeinander, daß man ſolche nicht hoch, noch tief, „ ſtellen kann. In jede werden zwey Scheffel voll hinein gethan, und dann vor⸗ „ erſt zu jedem 12 Kannen Waſſer gegoſſen, und waͤhrend es quillet, wird immer „ nach und nach etwas Waſſer nachgegoſſen. Nach Verfließung 6 Stunden wird es „ abgezapfet, und in ein groß Faß gegoſſen. Es muß aber vorgaͤngig das große „ Faß halb voll reinen Waſſers ſeyn, und indem man die Farbe mit dem Schwe⸗ „fel hinein ins Faß gießet, einer ſchon mit einem breiten Ruͤhrſcheit in dem „ großen Faß herum ruͤhren, damit es vorerſt ſich nicht ſetzen kann, bis man „„ vollends das uͤbrige von der Muͤhle abgezapfet hat. Und wenn ſich alsdenn „ das Grobe unten geſetzet hat, welches nach einer 3 viertel Stunde geſchehen iſt,⸗ „ ſo gießt man das uͤbrige von dem Groben in ein ander Faß, das Grobe aber „ ſchuͤttet man wieder auf die Muͤhle und mahlet es. Was aber in das andere „Faß gegoſſen worden, muß 2 Stunden unbewegt ſtehen, und nach Verfließung „ ſolcher Zeit, das truͤbe Waſſer davon in die noch ledige Faͤſſer gegoſſen wer⸗ „ den, deren ſo viele, als in der Muͤhle gelaſſen werden koͤnnen, ſeyn muͤſſen. „Dasjenige, was in dem andern Faß von dem Groben abgegoſſen worden, „ iſt die Farbe. Weil aber doch noch etwas Grobes dabey iſt, ſo wird es mit „einer Art von dem Boden, worauf es ſich feſt ſetzet, wieder losgehauen, klein „ geſchlagen, und in ein Faß, ſo halb voll reines Waſſers iſt, Schauffelnweiſe „ geworfen, und mit dem hoͤlzernen Ruͤhrſcheit ſtets umgeruͤhret, damit es ſich „ nicht ſetzen kann, bis alles hinein geworfen iſt. Darauf laͤſt man es eine hal⸗ „ be viertel Stunde ſtehen, bis das Grobe vollends ſich nieder geſetzet hat, „ und gießet hernach das Waſſer mit der guten Farbe in ein anderes leeres Faß, „worinn nun kein Grobes mehr befindlich iſt. Um vollends die Truͤbe abzuſon⸗ „ dern, wird das Faß, worinn die rechte Farbe iſt, vollends mit Waſſer voll⸗ „ gefuͤllet, und wenn ſich nach Verflieſſung 1½ Stunden die Farbe geſetzet, das „ Waſſer wieder davon ab in die neben ſtehende truͤbe Faͤſſer abgegoſſen. Eben „ſo verfaͤhrt man auch mit den feineſten Farben, welche man auch wol, zu beſ⸗ „ ſerer Scheidung der Truͤbe, zum zweytenmahl aufruͤhren, und wenn das Waſ⸗ „ ſer 14 Stunde darauf geſtanden, die Truͤbe davon abſchoͤpfen kann. „Nach dieſem hauet man dieſe Farbe los, dabey etwas klein geklopfet wird, „ und traͤget ſie in die Stube zur Reibebank, worauf die Stuͤcke mit dem Rei⸗ „ beholz klein gerieben werden. Wenn ſolches geſchehen, ſchuͤttet man ſie auf „ die Treugebretter, wobey die Stube recht warm gemachet ſeyn ſoll, damit ſie „ in etwas trocken werde. Hernach trocknet man ſie vollkommen auf einer groſ⸗ „ſen Pfanne von Eiſenblech, ſo auf dem Ofen lieget, wovon ſie mit einer hoͤl⸗ „ zernen Kruͤcke in einen Trog gezogen, und ferner nach einem großen Jeckigten „„ Kaſten getragen wird, darinn ſie kalt werden muß. Hierauf ſiebet man die⸗ „ ſelbe durch ein zartes Haarenſieb in einen langen hoͤlzernen Kaſten, welcher II. Theil. Ggg„ſehr 210 II. Th. VI. Cap. 7. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, „ſehr dichte, auch mit einem ſogenau paſſenden Deckel verſehen ſeyn muß, daß „im Sieben nichts daraus ſtaͤuben kann. Auf den Deckel iſt ein kleines vier⸗ „eckigtes Loch mit einem Deckel gemacht, den man abheben, und ins Sieb ſe⸗ „hen kann, ob die Farbe, ſo in das Sieb gethan worden, bereits durchgeſich⸗ „ tet iſt, ohne daß es noͤthig iſt, den großen Deckel aufzuheben. „Wenn ſolcher geſtalt alles durchgeſichtet, und eine Parthey von 10 Cent⸗ „ nern weniger oder mehr in dem Kaſten beyſammen iſt, wird ſelbige durch einan⸗ „, der gemenget, damit ſie von gleicher Farbe werde. Darauf wird dieſelbe wie⸗ „ der mit ein wenig Waſſer angefeuchtet und in Faͤſſer zu 4 und ganzen Cent⸗ „„ nern gepacket. Von der feineſten Farbe, welche ſie FFC. oder feine feine „Klaͤhre nennen, gilt in Boöhmen der Centner Nuͤrnbergiſchesgewichts 24 Rthlr. „„ von der zweyten, als FC. 20 Kayſergulden, von der dritten MC. 12 Kayſer⸗ „, gulden, von der vierten, als OC. 5 Thlr. „Die Truͤbe oder Aeſchel, die von der rechten Farbe abgeſondert worden, „wird in Faͤſſern geſammlet, und alle 8 Tage das Waſſer durch ein Loch, ſo „„ einer guten quer Hand hoch uͤber dem Boden der Faͤſſer befindlich, davon ab⸗ „ gelaſſen, welches denn in einen unter dem Muͤhlenfußboden befindlichen großen „ Boͤttig laͤuft, ſo daß alles was noch an Aeſchel unter dem Waſſer mit fort⸗ „ laͤuft, ſich endlich in dem Boͤttig wieder ſetzen und ſammlen muß. Was aber „in den Faͤſſern ſich geſetzet, wird ausgehauen, und zur Verwahrung aufge⸗ „ ſchuͤttet. Desgleichen wird alle 4 Wochen der Boͤttig abgelaſſen, und die „„ darinn befindliche Aeſchel zur Verwahrung aufgehoben. Die Aeſchel aber aus „ den Faͤſſern iſt beſſer, als die aus dem Boͤttig, und wenn ſelbige von der FFC. „ herkommt, thut man ſie in ein rein Faß, gießet Waſſer darauf, und ruͤhret „ ſie mit dem Ruͤhrſcheit um, und wenn es 6 Stunden geſtanden, ſchoͤpft man „das Waſſer oben davon ab. Wenn man aber vermeinet, daß ſelbige noch „ nicht gut genug ſey, ſo waͤſcht man ſie nochmahln und laͤßt ſie wieder 6 Stun⸗ „den ſtehen. In uͤbrigen wird ferner damit procediret/ wie mit der Farbe, und wenn „ ſie zubereitet iſt, nennet man ſie FFE. welche klaͤrer und ſubtileriſt, als die rech⸗ „ te Farbe, und eben ſo theuer verkaufet wird. Mit der Aeſchel von FC. und MC. „welche man FE. und ME. nennet, iſt eben ſo zu verfahren. Auch dasjenige, „ was von der Farbe FEC. und FC. aus dem Boͤttig geſammlet worden, kann „„ alſo verwaſchen und Kaufmannswaare daraus gemachet werden. Aus der „ geringern aber von MC. aus dem Boͤttig, und der Aeſchel von OC. wird ſel⸗ „ ten OE. gemachet, wenn es nicht beſtellet worden, ſondern ſie wird mehren⸗ „„ theils wieder mit verſchmolzen, zu Zeiten wird 3 Centner davon mit zu einem „ Gemenge genommen, doch iſt ſolches nichts gewiſſes, ſondern man richtet ſich „ darnach, wie man viel Aeſchel hat, und der Kobold ſtark iſt, daß er vielen „ Zuſatz vertragen kann. „Nun iſt noch uͤbrig zu gedenken, wie die Speiſe, die man im Stechen „erhalten, zu gute zu machen. Erſtlich puchet man ſie klein, und ſiebet ſie fol⸗ „ gends durch ein klar Haarenſieb. Allhier aber iſt noch zu melden, daß die „ Speiſe, ſo der Kobold im erſten Schmelzen fallen laſſen, die beſte ſey, der , man zu 1 Centner, 3 bis 4 Centner Sand nebſt 4 Centner Potaſche zum Schmelzen zuſetzen, und daraus die Farbe OC. machen kann. Wenn „aber die Speiſe braun iſt, ſo ſich zutraͤget, wenn die erſte Speiſe wiederum „ Speeiſf fallen laͤſſet, ſo ſetzet man zwar 3 bis 4 Centner Sand, und die gehoͤ⸗ „„rige Potaſche zum Schmelzen wieder zu, es wird aber das Glas nicht blau, „ ſondern braun, und nennet man es alsdenn Schlacken, welches ebenfalls im „„ Waſſertrog abgeloͤſchet, klein gepuchet, und durch das grobe Sieb geſicbet „ wird. 2) welche den Bergbau befoͤrdern. 211 „wird. Von dieſer Schlacke wird ½ Centner zu einem guten Gemenge zu ge⸗ „ ſetzet, zuſumunen zu gutem Glaſe geſchmolzen, und auf ſolche Weiſe mit zu gute gemachet. 3 Was die gar geringen Kobolde betrift, ſo wird zu I Centner 2 bis 3 „ Centn. Sandes und ½ Centn. Schlacken nebſt 4 Centn. Potaſche zum Schmel⸗ „ zen genommen, und daraus die Farbe OC. gemachet. Sollte aber gar ge⸗ „ ringer quartziger Kobold vorfallen, als der unreine Abſchlag, ſo kann man da⸗ „von mit Zuſetzung von Speiſe und Aeſchel, als I Centner des Erzes, ICentn. „Sand, ¹ Centner Speiſe, ½ Centner Aeſchel, nebſt 4 Centner Potaſche zum „Schmelzen, nur gute Schlacken machen. „ Uebrigens kommt alles auf fleißiges probiren an, wie viel der Kobold „erſtlich im Brennen vertragen kann, denn hernach iſt ihm nicht anzuſe⸗ „hen, ob ihm im Brennen zu viel geſchehen ſey; in welchem Fall er mit andern, „dem zu wenig geſchehen, zu verſetzen iſt. Ferner, wie ſtark oder matt der⸗ „ ſelbe ſey, ob der Kobold, oder auch die Speiſe, blaue, oder braune Farbe „ gebe, darnach man ſich mit Zuſetzung des Sandes, oder der Aeſchel richten muß. „„ Dieſes iſt der ganze Proceß des Farbenwerks, wozu I Meiſter, 2 Ge⸗ „ ſellen, 2 Jungen, nemlich I Geſelle und 1 Junge des Nachts in der Muͤhle er⸗ „ fodert werden, welche wochentlich 20 Centner bereiten. Der Meiſter hat in „ Boͤhmen woͤchentlich 5 Kayſergulden, ein Geſelle 25 Kayſergroſchen, der die „ Nacht aber arbeitet, woͤchentlich I Thlr., weil er mit dem Jungen allein iſt, „ein Junge 12 Kayſergroſchen, auch wol nur einen halben Kayſergulden, oder „ 10 Bohmen. An Unſchlitt bekömmt der Geſelle, der die Nachtſchicht hat, „ I Pfund woͤchentlich. „Weil auch bey dem Farbenwerk zu Joachimsthal nicht uͤbrig Waſſer auf „die Raͤder vorhanden iſt, ſo wird das Sandpuchwerk des Sonntags ange⸗ „„ ſchuͤtzet, an welchem Tage die Farbenmuͤhle ſtehet, und bekoͤmmt der Junge „„ fuͤr den Sonntag und die Nacht, alſo fuͤr 24 Stunden, ſo 2 Schichten „„ ausmachen, 10 Kreutzer. Im Winter ſtehet das Werk zum Joachimsthal „auch wegen Waſſermangel ſtille, da denn in ſolcher Zeit die Leute keine Wart⸗ „ gelder genießen, ſondern ſehen muͤſſen, wo ſie ſonſten Arbeit bekommen, und „alſo mit in die Grube fahren. Zur Platten und in Sachſen aber gehen die „Muͤhlen das ganze Jahr hindurch. Im uͤbrigen iſt im Joachimsthal einer, „„ Nahmens Makacin, vom Kayſer mit dem Blauenfarbenwerk berechtiget, dem „auch die arſenicaliſchen Oefen gehoͤren. Was nun die Gruben an Kobold „ haben, muͤßen die Gewerken an gedachten Makacin verkauffen. Die bloß ar⸗ „ſenicaliſchen aber haben die Gewerken Macht, ſelber zu Gute zu machen, „ wofuͤr ſie gedachtem Makacin von jedem Centner geſchmolzenen Arſenic 12 Gr. „ Huͤttenzinß geben. Das Holz und die dazu gehoͤrigen Arbeitsleute bezahlen „gewöhnlicher Maßen auch die Gewerken.„ Die Sorten der blauen Farbe ſind alſo, nach dem vorhergehenden, uͤber⸗ haupt zweyerley, als feine Klaͤhre und Eſchel. Die fin Klaͤre iſt wiederum von fuͤnfferley Gattung, als dreymahl feine Klaͤhre, FEFC. zweymahl feine Klaͤhre, FFC. einmahl feine Klaͤhre, FC. mittel Klaͤhre MC. ordinaire Klaͤh⸗ re OC. Die Eſchelfarbe iſt eben ſo mancherley, und wird gezeichnet FFFE. FFE. FE. ME. OE. Der Centner von FFEC. wird mit 32 bis etliche 40 Thlr. itzo bezahlet. Der Eſchel koſtet insgemein ½ Thlr. mehr, als die feine Klaͤhre. Aus den St. Andreasbergſchen Kobolden koͤnnen die zwey erſteren Num⸗ mern nicht gemacht werden, weil der Kobold nicht ſo fein iſt, ſondern nur FC. und FE. und ſo weiter. Ggg 2 Auſſer 212 II. Th. VI. Cap. 1. Zugabe, Von dem Eiſen⸗Stahl⸗ Auſſer den zum Silber, Bley und Kupfer gehoͤrigen Huͤtten, ſind ver⸗ ſchiedene Eiſen⸗ und andere Huͤtten in den erſten Zeiten dieſes leztern Periodi auf dem Oberharze geweſen, und ſind darauf noch verſchiedene derſelben, nebſt andern Sorten, und Rohrfabriken, welche ich mit der Nachricht, wo der alte Mann ſeine Huͤtten und Huͤttenſtetten gehabt, als drey Zugaben zu dieſer Ma⸗ terie von dem Huͤttenweſen, mit anfuͤge. Erſte Zugabe. Von den Eiſen⸗Stahl⸗Drat/ und Blechhuͤtten. I. Von den Eiſenhuͤtten. §. 1. §He die eiſernen Werkzeuge zu allen Verrichtungen, die zu des Menſchen Nothdurft und Nahrung erfodert werden, unentbehrlich ſind, ſo kann auch kein Bergwerk, es ſey von einer Art Metall, als es wolle, ohne eiſerne Werkzeuge gebauet werden. Es iſt daher ein Gluͤck, daß vor der Wiederauf⸗ nehmung des Silberbergwerks auf dem Oberharze erſt Eiſenbergwerke gebauet, und Eiſenhuͤtten zu Gittelde angeleget worden ſind. Und ſolches iſt am erſten in der jetzigen Bergſtadt, Grund, geſchehen, da die verwittwete Herzoginn, Eliſabeth, Hertzog Wilhelms zu Braunſchweig geweſene Gemahlinn, die ihr Leibgedinge auf dem eine kleine Stunde davon gelegenen Hauſe Stauffenburg, dazu Grund gehoͤret hat, gehabt, nach Eiſenbergwerk ſchuͤrffen und nach auf⸗ geſchuͤrfften Eiſenſtein, Eiſenhuͤtten hat bauen laſſen. Haͤcke ſchreibet, daß zu ſeiner Zeit folgende im Gange geweſen ſind: ⸗, Der „ Schwickershof vor dem Iberge, oder Ibenberge, welcher den Nahmen von „„ dem Ibenholz, das daran waͤchſet, bekommen, die Schramhuͤtte, der Gluͤcks⸗ „ hof, die krumme Huͤtte, die obere Huͤtte, die Keilshuͤtte, der blaue Wunder, „welche von einem Sauerlaͤnder angeleget, da man zwey geſchmolzen Eiſen ma⸗ „ che.„ Auf dieſen Huͤtten ſey der Eiſenſtein aus folgenden Gruben gefodert, „aus dem Schuffelberge, unterm Haſelbach, mittlern Haſelbach, obern „ Haſelbach, Gluͤck GOttes, neuen wunderlichen Hermen, Koͤnigsgrube und „ Burche.„ S. 2. Wan denieinam Zu dem itzigen Gittelſchen Eiſenhuͤttenwerk gehoͤren: 1) der hohe Ofen, harziſchen Ei welcher unter Gittelde belegen, und die Teichhuͤtte genennet wird. 2) die ohn⸗ ſenhütten. weit davon entlegene erſte Hammerhuͤtte, welche die Gluͤßhuͤtte genennet wird. 3) die zweyte Hammerhuͤtte„die bey Badenhauſen liegt, und die neue Pinr heißt. Die itzo im Grunde zu dieſem Huͤttenwerk im Betrieb ſeyende Eiſenſteins⸗ gruben ſind folgende: 1) obere Stiege, 2) obere Schuffelberg, 3) Haſſelberg, 3) neue Fundgrube am Mittelberg. Auſſer dieſen Eiſenſteins Gruben ſind de⸗ ren noch verſchiedene vorhanden, welche aber, weil die ſpecifteirten das Hutten⸗ werk mit gnugſamen Eiſenſtein verſchen können, nicht betrieben werden. Das Gittelſche Eiſen iſt unter allen am Harze wegen ſeiner Geſchmeidigkeit, und weil Aüchnin leichte bricht, das beſte und brauchbarſte, ſonderlich zu den eiſern reibſeilen. Anno 1572 iſt nach Haͤckens Bericht im Schulenberge ein Eiſenhuͤttenwerk, ein Maſchofen und Eiſenhammer vorgerichtet worden. Und beym 1573ſten Jahr ſchreibet er:„Der Hoheofen am Schulenberge, und Eiſenhammer gehen unn, „ un 4 und Blechhuͤtten. 212 „und werden Pucheiſen, Unterlagen, Eiſenpuͤtte,(Toͤpfe) und zweygeſchmol⸗ „ zen Eiſen gemachet, davon der Eiſenhammer im folgenden 1574ſten Jahre ab⸗ „gebrannt iſt.„ In der ſchwarzen Schluft, oder diſſeits des daſelbſt nach dem Herzberge hinflieſſenden Waſſers, die Siebe genannt, welches vor dem Ruͤckfall der Graf⸗ ſchaft Lauterberg an Grubenhagen die hohnſteiniſche und grubenhagiſche Grenze ſcheidete iſt im vorigen Jahrhundert, und noch nach der Mitte deſſelben, eine Eiſenhutte geweſen. Das daſelbſt verfertigte Eiſen iſt, laut der alten Rechnun⸗ gen, nach Oſterode in die Factorey geliefert worden. Es iſt aber dieſelbe Anno 1659 abgegangen. Auf dem Rieffensbecke, und Kampſchlacken ſind auch zu der Zeit Eiſenhuͤtten und Hammerwerke geweſen..—: Hier zur Altenau iſt im Ausgange des ſechszehnten und Anfange des ſie⸗ benzehnten Jahrhunderts ein Eiſenhuͤttenwerk, und Hoherofen, die Abgunſt ge⸗ nannt, am Rorenbeck geweſen. Nachhero iſt wieder von privat Perſohnen Anno 1623 ein ſolches Huͤttenwerk mit einem Hammerwerk unten in der Altenau gegen Weſten am Gerlachsbach gebauet worden, davon noch itzo der Ort, wo ſolches geſtanden, auf dem Hammer heiſſet, an deſſen Stelle man hernach die Un⸗ termuͤhle gebauet hat. Der Eiſenſtein ward darzu auf dem obern Polſterberge, und uͤber demſelben Anno 1610 perliehen und gebrochen. An der Oder jenſeit des Sanct Andreasberges iſt eine Eiſenhuͤtte geweſen, welche noch vor etlichen 20 Jahren geſtanden. Desgleichen eine unter dem itzigen Andreasbergſchen Blaufarbenwerke. n. 1,.nn. Be⸗ 2 e ne Anno 1732 iſt von der allergnaͤdigſten Heerſchaft unter Lauterherg am Oderfluſſe, welcher gleich unterm Lauterberg mit dem Lutterfluſſe in einen Strang flieſſet, eine Eiſenhuͤtte, genannt die Koͤnigshuͤtte, auf den ſuͤſſen Huͤttenplatz vor dem kalten Born gebauet worden, deren Getriebe von dem Wieſenbecker Fluſſe gehen. Die Gebaͤude dieſer Huͤtten beſtehen I) aus dem Formhauſe, 2) aus einem Friſchhammer, neben welchem der erſte hohe Ofen und neben dieſem der zweyte, und darunter das benoͤhtigte Puch⸗oder Stempelhaus iſt, welche alle unter einem Dache ſtehen. 3) Gegen dieſem Gebaͤude uber ſtehet die große Kohlſchuppe; 4) der Zehenthammer, 5) die Factorey, 6) ein niedriges Haus mit 4 Stuben, noch ein dergleichen Wohnhaus. 8) das Backhaus, 9) ein Friſchhammer, noch ein Friſchhammer, die Blechſchmiede, und an dieſer 2 Blauofen, welche alle unter einem Dache ſind, 10) Gegen dieſem Gebaͤude uͤber iſt die zweyte Kohlſchuppe. In jeder Hammerſchmiede arbeitet ein Meiſter und drey Knechte, und bey einem hohen Ofen ein Meiſter und drey Knechte. Im Zehnthammer ein Meiſter und ein Knecht. 43 Der Eiſenſtein wird von Elbingerode, St. Andreasberg und Lauterberg auch vom Lerbach genommen. Auf dieſer Huͤtte gieſſet man Goſſen, oder Röh⸗ ren zu den Kuͤnſten, krumme Zapfen, Buͤchſen, Bleypfannen, und dergleichen, welche auf die einſeitigen Bergſtaͤdte, und auch zum Theil in die Communion ge⸗ liefert werden. Als im Julio Anno 1757 die Hannöveriſchen Lande von den Franzoſen mit Krieg uͤberzogen worden, wurden auf dieſer Koͤnigshuͤtte, nebſt der uͤbrigen Arbeit beſtaͤndig Bomben, wozu man einen eigenen Foͤrmer angenom⸗ men hatte, Kanonkuͤgeln und Kartaͤtſchen gegoſſen. 2. Von der Stahlhuͤtte. ſelbe beſtehet aus zwey Gebaͤuden unter einem Dache. Der II. Theil. 121 2. 8 Hhh Stahl 1 Anno 1734 iſt unter Lauterberg auch eine Stahlhuͤtte unter der Koͤnigs⸗ huͤtte gebauet. Die 214 II. Th. VI. Cap. 1 Zugabe, von dem Eiſen⸗Stahl⸗ und Blechhuͤtten. Stahl wird aus dem Königshuͤtteneiſen, wie auch in der Stahlhuͤtte aus Eiſen⸗ ſtein gemachet, und der Ofen worinn derſelbe gemachet wird, wird der Blau⸗ ofen genannt. In dieſer Huͤtte arbeiten ein Meiſter und drey Knechte, und der Stahl wird auf dreyerley Sorten rafiniret. 83. Von der Draht⸗und Blechhuͤtte. Ferner iſt Anno 1739. daſelbſt eine Draht⸗und Blechhuͤtte gebauet worden, Dieſelbe beſtehet auch aus zwey Gebaͤuden unter einem Dache. Der Draht wird von Eiſen aus Elbingerodiſchen Eiſenſtein gemachet, und arbeiten dabey ein Meiſter und drey Knechte. Es wird ordinair und auch weiß Blech darinn ge⸗ machet, wozu das Eiſen genommen wird, das nicht allzu ſpröde iſt. In vori⸗ gen Jahrhundert iſt etwa eine halbe Stunde unter der Altenau auch eine Vleiy huͤtte an der Ocker geweſen. Wo dieſelbe geſtanden, da iſt eine Wieſe angele⸗ get, die noch immer die Blechwieſe heiſt. Zu Haͤckens Zeiten iſt auch eine Blech⸗ huͤtte im Grunde, und ein Blechhammer vor der Teichhuͤtte geweſen. Zwote Zugabe. 1 Aus Haͤckens geſchriebenem Bericht von Huͤtten und Huͤttenſtetten, ſo der alte Mann inne gehabt. „ Orſlich da das weiſſe Waſſer in die Ocker faͤllt, da hat eine Huͤtte ge⸗ 3, ſtanden, daſelbſt liegen große Haufen Schlacken, dahin nachmahls eine „ Snpemͤhle geleget, und gebauet worden iſt, die hat einer gehabt aus Goslar. 2) Eine auf dem weiſſen Waſſer(das⸗ iſt im Schulenberge) die hat bey Men⸗ „„ ſchen Gedenken geſtanden, iſt mit Rommaſsbergiſchen Erzen befahren worden. „ 3) Da die Hühne in die Kalbe faͤllt vor dem Ochſenberge, haben Huͤtten ge⸗ fhanden, denn daſelbſt viele und große Haufen Schlacken ſind.() Auf „, dem Kelwaſſer hat eine Huͤtte geſtanden, da Furſtl. Durchlauchtigkeit itzo eine „ Sagemuͤhle hat. 5) Auf der Radgu hat eine Huͤtte geſtanden, die Schla⸗ „ cken werden genannt Pagenkopfsſchlacken. 6) Beſſer herunter hart uͤber der „, Neuſtadt, da ſind zwo Huͤtten geweſen. Die da geſchmolzen, ſind genannt *„ die Meisner, ſind umgangen und gefordert bey Menſchengedenken mit Ram⸗ „ melsberger Erz. 8. 9) Hart darunter vor den Pfäſfnbea haben zwo Huͤt⸗ „ ten geſtanden. 10. 11) Unter Buͤnten iſt eine geweſen, wovon itzo noch der „ Schlackenhaufe zu ſehen, und auf der Radau eine, iſt Hoſenbalk zukommen, „ und auch bey Menſchengedenken geſchmolzen worden. 12) Bald dabey hat „noch eine gelegen, die Magiſter Tilgen iſt zuſtaͤndig geweſen. Da hat Roßler⸗ „der Goslariſche Feind, etliche Pferde ausgeſpannet. Iſt auch ſo gar lange nicht, „ daß die umgangen iſt. Keit An der Ecker. „ 13) Bey Kulgerode(Hier hat ein klein Dorf geſtanden, welches abge⸗ „ gangen iſt. Der Nahme iſt in Abbenrode noch bekannt, und liegen daſelbſt „, auch noch Schlacken) nicht weit von Abbenrode, da hat eine Huͤtte gelegen, „ die man taͤglich mit neun Spann Pferden, ſo Erz zugefuͤhret haben, befor „ dert *) Hiebey melde gelegentlich, daß auch in dieſem lezten Zeikbegriff noch Bergwerk an ger Kalbe gebauet worden. Mir iſt eine Auſſchrift, da dn ehten den— Grubenregiſter von Anno 629 in die Hände gefallen, darauf oben geſchrieben ſtehet: Laus Deo Nro. 19. da⸗ unter: Sabato Poft Exaudi, und darunter: Anſchiedt der Einnahme vndt Ausgabe vff Got⸗ tes Gnade an der Kalbe belegen, Anno 1620. unten: Caſper Storck S. 11 — 2 II. Th. VI Cap. 2. Zugabe, von den Huͤtten, ſo der alte Mann inne gehabt. 215 dert hat. Da hat Roßler, der Goslariſche Feind, auch Pferde genommen. „ S83 daruber und hinaufwerts hat noch eine geſtanden auf dem Bofenrudiſchen Felde. ket. mrrind Lnn der Inderſte. 4 „ 15) An der Inderſte uͤber Herzog Ernſten Huͤtten eine. 16) Die andere „ auf der Baur Sagemuͤhlen. 17) Die dritte uͤber dem Wildenmann. 18) „ Die vierdte bey der Treibhuͤtte unter dem Wildenmann. 19) Die fuͤnffte un⸗ „ter Marx Vogtlanders Wieſen vor dem Langenthal. 20) Die ſechſte im „ Lautenthal, da gar ein großer Haufen Schlacken, kan auch wohl ſeyn, daß „ mehr, denn eine Huͤtte da geſtanden, gebe ſie aber nur fuͤr eine an. 11 Mau ue An der Ocker. der „ 21) Buͤchershuͤtte vor dem Adenbergck. 22. 23) Da Herzog Julius, „ Unſer gnädiger Furſt, die Keſſelhuͤtte hat, ſind zwo Huͤtten geweſen, die Neb⸗ „belhuͤtte, und Hans von Hagen Hütte 24) eine danechſt, auch Magiſter „Tilgen Huͤtte. 25) Bald darnach, Henning Lüders Huͤtte, dahin Furſtl. „ Durchlauchtigkeit eine Papiermuͤhle verleget hat. 26. 27) Folgends darauf „ noch zwey Huͤtten, ſo den Schluͤtern gehoret haben, ſind auch bey unſer Zeit „ umgangen.. An der Grane. 6 3 28) An der Grane iſt gelegen die Klockenhuͤtte, itzo iſt daſelbſt eine Pa⸗ „ piermüͤhle die Klockenmuͤhle genannt. 29) Auch die Ochſenhuͤtte. ν Am Grumbach. 4 „ 30) Am Grumbach iſt ein gewaltiger Haufen Schlacken, da auch eine „Huͤtte geſtanden. 1. Am Pfandelbach. „ 30) Im Pfannenbach, oder Pfandelbach, iſt auch eine Pin geweſen, „da viel Schmelzens geſchehen, wie es die großen Schlackenhauffen ausweiſen. „ 32) Auf der Bruͤcke hat auch eine Huͤtte geſtanden. 33) Auf der Nethe vor „Heerhauſen vor dem Schleickenteiche hat auch eine gewaltige Schmelzhuͤtte ge⸗ „legen. 34. 35) Auch eine auf der Nethe vor Ruͤgen, und auch eine ander „ Hohe geweſen. „ Dieſe Huͤtten ſind alle in unſers gnaͤdigen Herrn Fuͤrſtenthum(Braun⸗ „ſſchweig) gelegen, noch ohne die Huͤtten, ſo unſer gnaͤdiger Fuͤrſt und Herr „ zu Aufbereitung der Rammelsberger Ertze im Gebrauch hat. Es haben auch „noch viel Huͤtten in, vor, und am Harze gelegen, ſo uns itzo aus unſer Vie⸗ „ rung gefallen ſind. Und ein Theil den Durchlauchtigen Herzogen zu Braun⸗ „ſchweig Lüneburg und Grubenhagen, Wolfgangen und Philipſen zu kommen, „ und zuſtaͤndig ſind, desgleichen unter dem Grafen zu Hoinſtein, Lohra und „Klettenbergk. Derohalben wol werth waͤre, daß man in gewiſſer Beſchreibung „ haͤtte, wie viel Feuer eine jegliche Huͤtte gehabt, und was woͤchentlich an Koh⸗ „ len und Holz zum Roͤſten und Schmelzen darauf gangen, einen Ueberſchlag „ haͤtte, ſo wuͤrde es manchen verwundern, denn wol zu erachten, daß ohne „ Zweifel ein grauſam Holz muß drauf gangen ſeyn, ohne was zur Erbauung „ der Bergwerke es fuͤr Holz gefreſſen hat, und derowegen kein Wunder, daß „ dieſen Oertern, dem Augenſchein nach, Holz gemangelt hat. „ Zudem ſind nicht allein Schmelzhuͤtten geweſen an Waſſern, da es ein „ Rad hat treiben koͤnnen, ſondern man fnde auch viel Schlacken im Harſe, 2 in 216 II. Th. VI. Cap. 2. Zugabe, von den Huͤtten, ſo der alte Mann inne gehabt. „Jhin und wieder, wo man ſich kehret und wendet, auf Hoͤhen und an Bergen, „daraus man eigentlich wiſſen und abnehmen kann, daß der alte Mann Wind⸗ „ofen, darinn er das Erz zu gute gemacht, gehabt, item auch Trendt⸗ und „ Ziehewerk, wie noch neulich, wenn man zu Goslar getrieben, von Weibern „ die Daaßtalse gezogen worden. Derowegen Windofen, Trendtwerk und Zie⸗ „hewerk ſind unzehlbar geweſen, darauf denn auch nicht ein geringes an Kollen „und Holz gegangen iſt. Achte aber dafuͤr, was itzt auf Bergwergk und „ Schmelzwerck gehet, ſey dem alten lange nicht zu vergleichen.„ 18. Im Grubenhagiſchen Gebiete finden ſ auch an verſchiedenen Orten große Schlackenhaufen, als ein Beweis, daß daſelbſt in alten Zeiten Huͤtten geſtan⸗ den, davon ich die nechſten anfuͤhren will. Eine kleine halbe Stunde uͤber der Altenau und dem Muͤhlenberge, hat eine Huͤtte an dem Lielierwaſſer gelegen, davon die Schlacken vor wenig Jahren abgefahren wurden, da ſich beym Ro⸗ den derſelben ein Steinpflaſter, und Stuͤcke von Schwellen funden. Ferner eine auf dem ſogenannten Kunſtberge zur Seite des jetzigen Rinderſtalles gegen Mittag an der kleinen Oker, die in den kleinen Okerteich gefuͤhret wird, davon die Schlacken auch auf hieſige Huͤtte gefahren worden, aber einige noch daſelbſt be⸗ findlich ſind. Etwa zwey Stunden von hier, hat eine Huͤtte beym Kampfſchlacken, und eine bey dem Rieffensbeck geſtanden, wo itzo Sagemuͤhlen ſind, davon ſchon von langen Jahren her die Schlacken zu den Vorſchlaͤgen auf die Clausthaler und hieſige Huͤtte abgefahren ſind, und noch viele Jahre dazu werden hinlaͤnglich ſeyn. Dieſe Schlacken werden auf den Huͤtten, zum Unterſcheid der darauf fallenden, die Schwarzſchlacken von einigen genennet werden, Harzſchlacken genennet. An der Söſe hat auch ein Huͤttenwerk gelegen, davon die Schlacken auf Claus⸗ thaler Huͤtte auch angefahren werden. Es ſcheinet, als ob die Unter⸗oder Oberharziſchen Erze ſo gar an das Waſſer, die Holzhemme, bey Wernigerode gefahren worden, weil daſelbſt in mei⸗ ner Jugend ein großer Klump Schlacken lag, und die nachher daſelbſt hingebaue⸗ te Muͤhle davon die Schlackenmuͤhle heiſſet, indem in dem Graͤflichen Walde uͤber Haßrode keine Anzeigen ſind, daß daſelbſt ein großes Bergwerk gebauet wor⸗ den. Man haͤtte auch, wenn ſolches geweſen, die Huͤtten ſo fort anlegen koͤn⸗ nen, wo itzo die Papiermuͤhlen liegen. u l. Dritte Zugabe. Von den Rohrfabriken. §. 1 Zur Altenan GWier zur Altenau iſt im vorigen Jahrhundert eine Rohrfabrike geweſen, dazu var im vorigen 922 das Eiſen theils aus der Schlufft, theils von der Tonne im Blankenburgi⸗ Rohrfabrike. ſchen hergehohlet ward. Wöchentlich wurden 24 bis 26 Stuͤck Roͤhre verferti⸗ get, und nach Oſterode geliefert, wie eine alte ſich noch bey den Nachkommen desſenigen, welcher die Roͤhre verfertigen laſſen, befindliche Rechnung beſaget. Anno 1618. den 3. May ward dem Richter zur Altenau, Claus Penſehen„ der die Rohrfabrike gehabt, auf Schleif⸗ und Bohrmuͤhlen verliehen die große Oker uͤber der Sagemuͤhlen, der Gerlachsbach und Rotenbach unterm Rotenberge.() Und ferner in eben dieſem Jahre der alte Huͤttengraben, ſo vor dem zu dem Ho⸗ henofen und Huͤttenwerk auf der Altenau verbrauchet worden, und Pelcen ... 4 1 raben *) Die Bohrmühle hat über der jetzigen Untermühle geſtanden, nach Inhalt des erſten Stadt⸗ buchs bey Anno 1622. die Schleifmühle aber unter derſelben. ———— — 2 II. Th. VI. Cap. 3. Zugabe, von den Rohrfabriken. 217 Graben(heiſt es in der beſtaͤtigten Muhtung) der Gerlachsbek, und der Ro⸗ tenbach, benebſt der Oker fließen. Anno 1657 iſt ſie noch, laut einer alten Rechnung in vollem Gange, geweſen, nachhin aber abgegangen. §. 2. Anno 1733 ward von allergnaͤdigſter Herrſchaft eine Rohrfabrike anfaͤng⸗ Von der zu bo⸗ lich zur Lonau angeleget, und der nunmehr verſtorbene Huͤttenherr daſelbſt, nau angenegeen, Johann Juſt Keidel, Inſpector daruͤber. Selbiger hat 7 Meiſter unter ſich Reuhof und gehabt, als zwey Rohrſchmiede, zwey Rohrverſchrauber, und drey Rohrſchlei⸗endlich nach fer. Das Eiſen zu den Roͤhren iſt von dem, das zur Lonau gemachet wird, ge⸗ Senabatpein nommen, und unter der Hand geſchmiedet worden. Weil aber ſolches zu ſchlecht brike. zu den Röhren geweſen, daß, wenn 94 zur Probe beſchoſſen worden, nur 11 oder gar 9. ganz geblieben, ſo hat man mit dieſer Arbeit daſelbſt Anno 1735. aufgehoͤret. Es iſt darauf dieſe Rohrfabrike nach Neuhof in das Amt Scharzfeld ver⸗ leget worden. Zum Neuenhof wurden Anno 1736 vier Gebaͤude dazu ange⸗ bauet. Das erſte iſt ein Wohnhaus, worinn 6 Stuben und 2 Feuereſſen. Das zweyte eine Rohrſchmiede, welche das Waſſer treibet, auch eine Bohr⸗ und Schleifmuͤhle. Das dritte ein Gluͤeofen, das vierte ein Kohlenſchauer. Dieſe Ge⸗ baͤude ſind nebſt einem Dratzieherhauſe zu mehrerer Commoditaͤt und Aufſicht, und damit alles an einem Orte beyſammen waͤre, Anno 1740 nach dem Herzberg, woſelbſt bis dahin die zu Neuhof geſchmiedeten, gebohrten, und geſchlif⸗ fenen Röhren vollends verfertiget worden, an den Schloßberg verleget, und dahin der Fluß, Siebe, zum Betrieb der Schmieden, Bohr⸗ und Schleifmuͤhlen ge⸗ fuͤhret worden. In der einen Feuereſſe arbeitet ein Rohr⸗in der andern ein Ba⸗ jonetſchmied. §. 3. Felgede Bericht iſt mir von einem Buͤchſenſchmiedesgeſellen, der Peneeß wduer, in dieſer Fabrik gearbeitet, vor 14 Jahren ertheilet worden.„Ueber dieſe Fa⸗ lereuns 8 „brike iſt ein Factor, ein Inſpector und ein Nebeninſpertor. Dieſe beyden haben „ unter ſich 5 Meiſter, als I Rohrſchmied mit 2 Geſellen, I Bohrmeiſter mit „ 2 Geſellen, 2 Schleifmeiſter und 1 Bajonettenſchmidt. Das Eiſen zu den „ Roͤhren wird genommen aus der Anno 1732 beym Lauterberge angelegten Koͤ⸗ „ nigshuͤtte, welches beſſer, als das zur Lonau, iſt. Der Rohrſchmied rundet „, und ſchweiſſet es unter dem von Waſſer getriebenen Hammer, darauf wird es „von dem Bohrmeiſter gebohret, und von den Schleifmeiſtern trucken geſchliffen. „ Auch dieſe beyden Maſchienen werden vom Waſſer getrieben. Die ſo weit ver⸗ „fertigten Röhre werden darauf von dem Rohrverſchrauber zur Probe, ob ſie „ halten, mit doppelter Ladung beſchoſſen.„ Im Herzberge, wo die uͤbrigen Fabricanten, theils in herrſchaftlichen, theils in buͤrgerlichen Haͤuſern auf herrſchaftliche Koſten wohnhaft ſind, wird alles uͤbrige, was zum vöͤlligen guten brauchbaren Rohr gehoͤret, verfertiget. Der davon mir ertheilte Proceß lehret dies umſtaͤndlich.„Iſt das Rohr von „dem Rohrverſchrauber beſchoſſen, und daurhaft befunden, ſo verſchraubet er „ſolches, das iſt, er ſetzet Hafft und Korn auf, wovon das Korn, und 6 Haf⸗ „ te gelotet, eins aber aufgehauen, und denn abgezogen wird. Von dem Rohr⸗ „verſchrauber kömmt das Rohr 2) nach dem Rohrzieher, welcher es nach dem „Caliber ziehet, worauf es der Inſpertor viſitiret, und wenn ers fuͤr gut befin⸗ „ det, ſein Zeichen, welches eine Tanne iſt, darauf ſchlaͤget. Von dieſem kommt II. Theil. Jii„ das 218 II. Th. V. Cap. 3. Zugabe, von den Rohrfabriken. ‚das Rohr 3) nach dem Schaͤfter, derer drey ſind, zwey fuͤr die Infanterie, 3, und einer fuͤr die Cavallerie. Von dem Schaͤfter gehet 34 Rohr 4) zum „ Schloßmacher, deren drey ſind, davon der dritte zugleich ein Hartmacher dabey „ iſt. Ehe aber das Hartmachen geſchiehet, kommen 5) Schloſſe, Rohr und „ Ladeſtock, wie auch die Bajonette zum Kupferſtecher, welcher des Koͤniges „ Wapen, Regiment und Kompagnie, fuͤr welche die Roͤhre ſind, und ſo mehr, „ darauf ſticht, darauf das Hartmachen der deſſen benoͤthigten Stuͤcke geſchie⸗ „het. Von da kommen die Schloſſe 6) nach dem Schaͤfter, der ſolche accu⸗ „„ rat vorpaſſet. Die von dem Gieſſer gegoßenen Garnituren, als Kappen, Buͤ⸗ „ gel, Roͤhrgen, Seitenblech, und die Buͤnde um die Carabiner werden 7) „ dem Garniturmacher geliefert, deren zwey ſind, der eine fuͤr die Infanterie, „der andere fuͤr die Cavallerie. Dieſe feilen die von dem Gießer gelieferten Stuͤ⸗ „cke aus, und machen dazu die gehörigen Schrauben. 8) Von dieſem kommt „das Rohr wieder nach dem Schaͤfter. Von da 9) zum Adjuſtirer, von wel⸗ „chem das Gewehr vyllends in richtigen Stand gebracht wird. Hierauf „ kommt es 10) wieder nach dem Zieher, deren zwey ſind, welche es „auch poliren. Von dieſem kommen 11) die Schloſſe und Garnituren zum „ Schmergelmeiſter. Von demſelben 12) wieder zum Adjuſtirer, der das Rohr „wieder zuſammen ſetzet. Von demſelben 13) zum Bajonetten⸗ und Ladeſtock „ Aufpaſſer, bey welchem ein Schleifer iſt, der die Bajonette und Ladeſtoͤcke ſchlei⸗ „ſfet. Iſt endlich das Rohr ganz fertig, ſo wird es auf das Schloß geliefert. Vorjetzo werden in 14 Tagen ohngefehr 108 Stuͤck verfertiget, und es ſtunden im Schluß des 1739ſten Jahres 69 Perſohnen bey dieſer Fabrike, oh⸗ ne diejenigen, welche das Holz zu den Schaften herbey ſchaffen, und in Bohlen zerſchneiden, als 1 Factor, 2 Inſpectores, 5 Meiſter zum ſchmieden, bohren und ſchleifen, mit 5 Geſellen und 1 Lehrjungen, 1 Rohrverſchrauber, 2 Geſel⸗ len, 2 Rohrzieher, 3 Schaͤfter und 6 Geſellen, 3 Schloßmacher, 11 Geſellen und 3 Lehrjungen, 1 Kupferſtecher, 1 Gießer mit 3 Geſellen, 2 Garniturma⸗ cher mit 9 Geſellen, 1 Adjuſtirer mit 3 Geſellen, 1 Schmergelmeiſter mit 1 Ge⸗ ſellen, 1 Bajonetten⸗ und Ladeſtock aufpaſſer. 4. 778 Zu Herzog Ju⸗ Z9 Herzog Julii Zeiten iſt auch eine Rohrfabrike zu Gittelde geweſen, und lius Jrupuſein nach Beſchaffenheit damahliger Zeiten treflich Gewehr daſelbſt verfertiget worden zu Gittede. wovon im Zeughauſe zu Wolfenbuͤttel noch einiges zu ſehen iſt. Es ſind auch damals eiſerne Canonen daſelbſt gegoſſen worden. Anhang Von einer Liſenſchneidmuͤhle. Sem Jahr 1683 hat Johann Friedrich Muͤller, ein Fremder, deſſen ſchon im erſten Theil 2. Cap. 3. Abtheil. I. Unterabtheil. gedacht worden, in Vorſchlag gebracht, eine Eiſenſchneidmuͤhle auf dem Harze anzulegen, und da⸗ von folgendes ſchriftlich uͤbergeben.„Entwurff einer Eiſenſchneidmuͤhle, was zu deren Erbauung eigentlich gehoͤret, wie durch ſolche Maſchiene ein geſchmie⸗ „ det Stuͤck Eiſen in einem einzigen Durchſchnitt und großer Geſchwindigkeit in — unterſchiedliche kleine Staͤbe zerſchnitten werden kann, und was vor Nutzen „ und Gewinn davon zu erwarten. Was —„— ½p„ II. Th. VI. Cap. Anhang von einer Eiſenſchneidmuͤhle. 219 Was zur Erbauung einer Eiſenſchneidmuͤhle vornemlich gehoͤret. „, Eine Eiſenſchneidmuͤhle erfodert zu ihrer Huͤtten einen Platz von ohngefehr „ 35 bis 40 Schuh breit, und 60 oder 70 Schuh lang, und kann von Holzwerk, „ gleich einer andern Eiſenhuͤtte, aufgefuͤhret werden. Zum Einbau gehören vier „Wellen. An zwey von gedachten Wellen wird an jede ein Waſſerrad gehaͤn⸗ „ get, alſo daß eins auf einer Seite, das andere auf der andern Seite auſſer⸗ „ halb der Huͤtten in ihren Radſtuben einander gegen uͤber ſtehen. Dieſe Raͤ⸗ „ der wollen ein ſtarkes Waſſer haben, daß ſie ſo geſchwinde, als es die Noth⸗ „ durft des Werks erheiſchet, herum laufen können. Doch kann man die Höͤhe „ der Raͤder nach der Staͤrke des Waſſers, und nach deſſen Fall proportioniren. „ An jede Waſſerwelle wird in der Huͤtte noch ein Kammrad geordnet. An die „ uͤbrigen beyden Wellen, ſo kuͤrzer ſind, wird an jede ein Getrieb, oder Trilling „gerichtet. Neben jeder Waſſerwelle wird eine kurze Welle der Laͤnge nach, „ oder parallel geleget, daß auf der einen Seite der Huͤtte der einen Waſſerrade „Wellen Kammrad in der neben liegenden kurzen Wellen ihr Getriebe, „ greifet; und auf der andern Seite der Huͤtte der andern Waſſerradwel⸗ „ len Kamrad der daneben liegenden kurzen Wellen Trilling gleichfalls faſſet. Im „ Mittel der Huͤtte liegen beyde Waſſerwellen, wie auch beyde kurze Wellen „ mit ihren inwendigen Stirnen und Zapfen einander gleich gegen uͤber, doch „ alſo, daß ein Raum etliche Schuh breit dazwiſchen bleibet, und auch eine „ Waſſerwelle gegen der andern, wie auch eine kurze Welle gegen der andern „etwas hoͤher lieget. An der zwo Waſſerwellen im Mittel der Huͤtten einan⸗ „ der gegen uͤber liegende Zapfen werden die hernach beſchriebene Eiſenſchneid⸗ „ ſcheiben angeſchloſſen. An der andern beyden Wellen einander gegen uͤber ſte⸗ „ hende Hanen werden zwey auf einander zurichtende eiſerne Walzen angeſtecket. „ Gedachte Eiſenſchneidſcheiben, deren allezeit zwo in einander gehen, und faſt, „ wie die Bleyzuͤge in einander greifen, werden nach Art der Staͤbe, die darin⸗ „ nen geſchnitten werden ſollen, mit drey, fuͤnf, ſieben, neun, eilff, dreyzehn, „ bis funfzehnfachen in einander greiffenden Gaͤngen vorgerichtet. Noch werden „eine andere Art Scheiben mit einem, drey und mehrfachen Gaͤngen gebrauchet, „welche die Staͤbe im Durchgang zugleich der Dicke und Breite nach gleichſam „ preſſen, daß ſie eine ganz gleiche Dicke und Breite durchaus bekommen. „Zur Waͤrmung des Eiſens, ſo zerſchnitten werden ſoll, iſt ein beſonderer „ Ofen noͤthig, welcher nicht mit Kohlen, ſondern mit buͤchenem Holze angefeu⸗ „ ret wird. Letzlich muß ein Feuer etwas großer, als in einer Hufſchmiede vor⸗ „ gerichtet werden, dabey die obbemeldten Eiſenſchneidſcheiben erſtlich vollends „ zur Perfection zu bringen, und hernach ſolche, wie auch andere zu dieſem Wer⸗ „ ke noch gehoͤrige Inſtrumente, wenn ſie durch den Vebenuh mangelhaft wor⸗ „den, wieder zu repariren. Die Vorrichtung einer ſolchen bisher beſchriebenen „ Eiſenſchneidmuͤhle koͤnte durch ein Modell deutlicher vor Augen geſtellet, und „ daran der Gebrauch dieſer Maſchine beſſer demonſtriret werden, als er aus „nachfolgendem zu vernehmen ſeyn moͤchte. Gebrauch dieſer Maſchine, und wie dadurch in kurzer Zeit viel Eiſen zu allerhand Gattungen kleiner Staͤbe zerſchnitten werden kann. „„ Beym Gebrauch dieſer Maſchine werden allezeit zwo von den vorher be⸗ „ſchriebenen in einander gerichteten Eiſenſchneidſcheiben in die zween inwendigen „ Zapfen der Waſſerwelle angeſtecket, nachdem man eine Sorte von kleinen Jil 2„ Staͤben ———— — 1 a. *———— ————— ——— 6 ur—— 3 220 II. Th. VI. Cap. Anhang von einer Eiſenſchneidmuͤhle. „ Staͤben aus einem Stuͤck Eiſen zu Töwden verlanget, als zum Exempel, ſol⸗ „len die geſchnittenen Staͤbe zu Hufeiſen gebraucht werden, ſo ſind zwey mit drey „Gaͤngen in einander gerichtete Scheiben in die Zapfen zu legen. Ferner wer⸗ „den auch vorgedachte zwo eiſerne Walzen an der kurzen Wellen ihre Zapfen „ſo angeſtecket, und düfeinunde gerichtet, als es die Dicke der kleinen Staͤbe, „ſo geſchnitten werden ſollen, erfodert. Beyde Waſſerraͤder, wenn ſie mit „einander umgehen, treiben beydes die Eiſenſchneidſcheiben, und vermittelſt der „Kammraͤder und Getriebe, die zwey eiſernen Walzen zugleich mit um. Dieſe „Walzen machen, wie ſchon gedacht, die begehrte Dicke der Staͤbe, und die „ Scheiben ſchneiden auf einmal ſo viel Staͤbe, als man verlanget, als bey der „ zum Exempel gegebenen Vorrichtung zu Hufeiſen, ſchneiden die dreyfach in „einander gerichteten Scheiben in einem einzigen Durchſchnitt, der nicht eines „ Vater Unſers lang waͤhret, drey Staͤbe, deren jeder ohngefehr g oder 9 Schuh „lang wird. Will man kleine Staͤbe zu Huf⸗ oder andern ſtarken Naͤgeln ha⸗ „ben, ſo werden zu jenen funfzehn Gaͤnge habende, und zu dieſen dreyzehnfache „ Scheiben gebrauchet; ſo geben die Scheiben reſpective in einem Durchſchnitt „ funfzehn, oder dreyzehn Staͤbe, von einer 10. II. bis I2ſchuigten Laͤnge. „Will man fuͤnf, ſieben, neun und eilſſtaͤbig geſchnitten Eiſen haben, ſo ſind nur „an ſtatt voriger, andere Scheiben zur Hand zu nehmen. Verlanget man Staͤ⸗ „ be zu allerhand Gattungen eiſernen Reiffe, oder Ringe zum Beſchlag der Faͤſ⸗ „ ſer, Tonnen, Laufkarren, und dergleichen hoͤlzernen Kaſten und Kiſten, ſo wer⸗ „den anſtatt der eiſernen Schneidſcheiben die andere oben beſchriebene „ Art Scheiben gebrauchet, welche die Staͤbe im Durchziehen der Breite und „ Dicke nach alſo preſſen, als wenn ſie gleichſam abgehobelt waͤren. Und kann „ dieſes Reifring und Beſchlageiſen, wie es die Arbeit nur erfodert, nach Be⸗ „ lieben in gehoͤriger Dicke und Breite aufs genaueſte gemachet werden. „Wenn nun alles und jedes wohl zuſammen, und in, und auf einander „gerichtet, und beyden Waſſerraͤdern zu ihrer Arbeit Waſſer aufgeſchlagen wird, „wird ein in oberwehntem Ofen bey buͤchnem Holz in der Flamme zur Gnuͤge ge⸗ „ waͤrmetes Stuͤck Eiſen zwiſchen mehr gedachte zwey eiſerne Walzen geſtecket, „ durch deren Umlauf augenbliklich in die mit umgehende Scheiben geſchoben, „ und darinnen in ſo viel Staͤbe, als die anſteckenden Scheiben Gaͤnge haben, „zerſchnitten. So bald denn ein vor den Eiſenſchneidſcheiben ſtehender Arbeiter „ die geſchnittenen Staͤbe hinweg nimmt, ſtecket der hinter den Walzen ſtehende „ Arbeiter ſchon ein ander gewaͤrmetes Stuͤck Eiſen wieder zwiſchen die Walzen, », und alſo wird die Arbeit mit großer Geſchwindigkeit continuiret. Nutzen und Gewinn, ſo von dergleichen Maſchinen zu gewarten. „ Der erſte Vortheil bey einer Eiſenſchneidmuͤhle entſtehet gleich in der Ei⸗ „ſenhuͤtte, oder auf dem Hammer, und iſt dieſer, daß vor dem Stabhammer „nicht Staͤbe(verſtehet ſich von dem Eiſen, das zerſchnitten werden ſoll) ſon⸗ „ dern nur Stuͤcke I oder 14 Schuh lang, und nachdem die Gattung der klei⸗ „ nen Staͤbe werden ſoll, etwa 3. oder 4 Zoll breit, und 1. oder 4 Zoll dicke, „ geſchmiedet werden duͤrfen, woraus ein dreyfacher Nutzen entſtehet. 1) wird „ die Zeit erſparet, und kann in einer Schicht wol dreymal mehr Eiſen, dem „ Gewichte nach, heraus geſchmiedet werden, als wenn es zu Stabeiſen geſchla⸗ „ gen wird. 2) Bekommen die Hammerſchmiede, wenn ſie nach dem Centner „oder Waage arbeiten, weniger Lohn vom Centner, oder Waage, wenn ſie der⸗ „gleichen kurze Stuͤcke Eiſen ſchmieden. Arbeiten ſie um das Wochenlohn, 66 — e II. Th. VI. Cap. Anhang von einer Eiſenſchneidmuͤhle. 221 „es gleichfalls ein großes, und eben ſo viel an Lohn zu erſparen, als wenn „ ſie nach dem Centner arbeiteten, weil ſie in einer Woche deſtomehr heraus „ ſchmieden. 3) Iſt ein merkliches an Kohlen zu erſparen, weil, wie allbereit „gedacht, in einer Schicht ſo viel Eiſen kann verſchmiedet werden, als ſonſt „in dreyen. „Der andere Vortheil findet ſich in der Eiſenſchneidmuͤhle ſelbſten, wo „bey umgehendem Werk in einem Tag mit drey oder vier Arbeitern, unter Ver⸗ „ brennung etwas buͤchenen Holzes, ſo viel, und wol mehr Eiſen zerſchnitten „werden kann, als in einer Woche vor einem Hammer dazu ausgeſchmiedet „ wird. Der Nutzen hievon iſt auch unterſchiedlich, und beſtehet in folgenden. »„ 1) Werden neben der Zeit wieder viel Kohlen erſparet, welche theils vor dem „ Stabhammer zu Ausſchmiedung kleinerer Stabeiſen, als zum Exempel zu Huf⸗ „ eiſen und dergleichen, theils vor dem Zahnhammer zu Ausziehung des Zahn⸗ „eiſens aufgehen. 2) Wird das Eiſen mit weit geringern Koſten zu allerhand „ Gattungen Staͤben geſchnitten, als die Loͤhne, dergleichen Stabeiſen vor dem „ Stab⸗und Zahnhammer zu verfertigen, erfodern. Die Erſparung ſo vieler „Koſten iſt ohngefehr abzunehmen, wenn man nur den Ueberſchlag macht, wie „viel vor dem Stabhammer, und wie viel vor dem Zahnhammer wochentlich Centner „ Eiſen an allerley Gattung ausgeſchmiedet werden koͤnnen, und wie viel dabey „an Gelde auf das Schmiedlohn, und Kohlen gehet, und ſolche Koſten gegen „ die haͤlt, welche in der Eiſenſchneidmuͤhle auf eben ſo viel Centner in einer „ gar kurzen Zeit aufgeſchnittener Staͤbe gehen moͤgen. 3) Kann ein der Staͤrke „nach dem Zahneiſen gleichendes zerſchnittenes Eiſen(ob es wol eine andere Form „hat) in gleichem Preis mit dem Zahneiſen verkauffet werden. 4) Werden „ Schlöſſer, Huf⸗und andere Schmiede das geſchnittene, und der Staͤrke nach „ſchon zu ihrer Arbeit aptirte Stabeiſen gerne um hoͤhern Preis bezahlen, weil „ ſie hernach in ihren Feuern und Werkſtaͤdten vieler Arbeit mit Zerſchrotung „ auch vieler dabey nothiger Hitze uͤberhoben bleiben, ein ziemliches an Kohlen „, ei ahreti und folglich die vorhabende Arbeit in kuͤrzerer Zeit ausfertigen „ koͤnnen. „ Hiebey iſt letzlich zu erinnern, daß dem Meiſter eines ſolchen Werkes, um al⸗ „les in gutem Stand, nach einmal geſchehener vollkommener Vorrichtung, zu „ unterhalten, woͤchentlich ein gewiſſer Lohn zu vermachen, dabey er, weil die „ Eiſenſchneidmuͤhle nur eine kurze Zeit, und vielleicht zuſammen nicht uͤber einen „ Monat im Jahr umgehen darf, er auch die uͤbrige ganze Zeit durch mit Vor⸗ „ richtung und Reparirung der noͤthigen Inſtrumente und anderer dabey vor⸗ „ fallender Nebenarbeit nicht zu thun hat, zu anderer Hammerſchmiede Arbeit „ mit zu appliciren waͤre. Die uͤbrigen Arbeiter, ſo ihm beym Eiſenſchneiden „ oder ſonſten Handlangung thun muͤſten, waͤren ihme von andern im Lohne ſte⸗ „ henden Arbeitern, ſo lange die Arbeit in der Eiſenſchneidmuͤhle umginge, zu „ zugeben, daß alſ niemand auf dergleichen Werk abſonderlich zu unterhalten „ waͤre. Aus welchem denn abzunehmen, daß die ein ganzes Jahr durch bey „der Eiſenſchneidung aufzuwendende Löhne ſich nicht gar zu hoch „belaufen koͤnnen.„ e n Si Il. Theil. Kkk Das — 2„ —— 4 4 5 25 9 . 1 1ng 2 . 4 ſe 8 3 1 1 3 8 Warum hier noch von Mün⸗ zen gehandelt werde. 222 II. Th. VII. Cap. 1I. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, Das VI. LCapitel. Von den Maſchinen aus dem Silber Geld zu muͤnzen. Vorbericht. Difes Capitel hat 4 Abtheilungen. Die Iſte handelt von der Benen⸗ nung der Geldſorten in alten Zeiten, und dem Urſprung ſolcher Be⸗ nennungen der kleinen ſilbernen und ordenen Dickmuͤnzen; von den klei⸗ nern Dickmuͤnzen in Braunſchweig, Braunſchweigiſchen Landen und Gos⸗ lar; Von dem Urſprung und Anfang der groͤßern Dickmuͤnzen, der Gul⸗ den, Groſchen und Thaler; Von den nach einander im Reiche erfolgten Muͤnzordnungen, Muͤnzfuͤßen und Werth des Guldens und des Thalers, der endlich zum Reichsthaler angenommen worden; Von dem erfolgten ho⸗ hen ſteigen des auſerlichen Werths des Reichsthaler, und wie dem verfal⸗ lenen Muͤnzweſen in den Braunſchweig Luͤneburgiſchen Landen am erſten wieder aufgeholfen, und der Reichsthaler wieder auf den rechten Werth Pfeßet worden; Von dem Urſprung der Worte, Korn und Schrot, Mark oth, Carat und Graͤn; Von den bey den Muͤnzen gebraͤuchlichen Gewich⸗ ten; Von der Eintheilung der Gewichte und dem Richtpfenning. Die 2te, von den Braunſchweigiſchen Muͤnzen zum Kloſter Reichen⸗ berg, Goslar und Zellerfeld; Von den Muͤnzmeiſtern, Muͤnzmaſchi⸗ nen, und dem Muͤnzproceſſe in der jetzigen Zellerfeldiſchen Muͤntze. Die zte, von den Hohnſteiniſchen und Grubenhagiſchen Muͤnzen, als zum Lauterberge, St. Andreasberge, Oſterode und Clausthal, Claus⸗ thaliſchen Muͤnzmeiſtern, Muͤnzdirectorn, Muͤnzproceſſe und Maſchinen in der jetzigen Clausthaliſchen Muͤnze. Die 4te, von den Geldſorten, welche in der Clausthaliſchen und Zel⸗ lerfeldiſchen Muͤnze in vorigen Zeiten, und wie hoch dieſelben nach dem in⸗ nerlichen und aͤuſſerlichen Werth, gepraͤget ſind, und jetzo gepraͤget werden. Erſte Abtheilung. §. 1. us den Huͤtten wird das durchs Abtreiben vom Bley geſchiedene Blick⸗ ſilber nach den Bergſtaͤdten, Clausthal und Zellerfeld, in den Zehnten zum Abwaͤgen, und weil es noch etwas Bley bey ſich fuͤhrt, von daraus ins Brennhaus zum feinbrennen, geſandt. Aus dieſem wird das Brand oder fein Silber wieder in den Zehnten geliefert, gewogen, und in die Muͤnze gege⸗ ben, in welcher allerhand Sorten Munzen daraus gepraͤget werden. Die Muͤnzmaſchinen befodern den Bergbau an ſich ſelbſt zwar nicht, ſie ſind doch aber auf den Bergſtaͤdten ein Mittel, einige Koſten zur Verſchickung der Silber an einen entlegenen Ort, um ſolche zu vermuͤnzen, und das Geld von dannen zur Lohnung, uͤbrigen Ausgaben und Ausbeute wieder zurück zu bringen, zu erſpahren. In ſolchem Betracht, und wegen der hiſtoriſchen Nachricht von den Muͤnzen, Muͤnzdirectorn und Muͤnzmeiſtern, jetzigen Munzmaſchinen, — gepraͤgten ———. welche den Bergbau befoͤrdern. 223 gepraͤchten mancherley Geldſorten ꝛc. in der Clausthaliſchen und Zellerfeldiſchen Muͤnze hat dieſes Cap. hier ſeinen Platz. Ehe ich aber dazu ſchreite, muß ich zuvor ſo viel, als zu meinem Zweck gehoͤret, aus der ſehr dunkeln Hiſtorie von dem Muͤnzweſen in alten Zeiten zur Connexion mit dem jetzigen, theils die Erklaͤrung mancherley bey den Munzen gebraͤuchlicher Benennungen, und der Muͤnzgewich⸗ te, beybringen. g 2. Nach der eigentlichen Bedeutung des Worts iſt Muͤnze ſo viel als ein Stuͤck Me⸗ Von der Bedeu, tall, worauf die hohe Obrigkeit ein Bild oder Zeichen praͤgen laſſen, um dadurch den, tung des Worts Münze, und den auf deſſelben innern Gehalt und Gewicht ſich gruͤndenden aͤuſſern Werth anzuzeigen. Arten Münzen Es wird aber auch damit das Haus, oder die Werkſtaͤtte benennet, darinn es gepraͤget unallen Zeiten. wird. Die jetzige Art Muͤntzen heiſſen nummi ſolidi, Dickmuünzen. Im 12 Jahr⸗ hundert hatte man, wo nicht in dem groͤßeſten Theil Deutſchlandes, doch zu, und nach den Zeiten Herzog Hemrichs des Loͤwen in Sachſen und den Braunſchweig⸗ Luͤneburgiſchen Landen nummos braéteatos, laminares und cavos, Blech⸗ und Hohlmunzen, die groͤſtentheils nur auf einer Seite, und meiſtens von S il⸗ ber, einige von Kupfer, Meßing, Eiſen und nur wenige von Gold gepraͤget worden, da vorher im 8. und folgenden Jahrhunderten bis auf die Zeiten der Ottonen nummi ſolidi denarii, oder Schillinge uͤblich geweſen. Von dieſen Bracteaten findet man ausfuͤhrlichen Bericht in Johann Georg Leuckfelds antiquitatibus nummarjis, oder hiſtoriſchen Beſchreibung der alten Blechmuͤn⸗ zen, und andern Buͤchern mehr, welche Leuckfeld anfuͤhret. Nicolaus See⸗ laͤnder hat 1743 zehn Schriften von den deutſchen Muͤnzen mittlerer Zeiten zu Hannover heraus gegeben, darinn Blechmuͤnzen von ſo vielen Herrſchaften ge⸗ zeichnet und beſchrieben ſind. Von den Blechmuͤnzen, welche Herzog Heinrich der Loͤwe praͤgen laſſen, ſind in dem Iſten Theil der Rhetmeyerſchen Braun⸗ ſchweig Luͤneburgiſchen Chronica 63 Stuͤck theils auf einer, theils auf beyden Seiten gepraͤgte, zur Seite 412 und 416 zu ſehen. Nach der Zeit ſind wieder kleine Sorten Dickmuͤnzen unter den Nahmen der Schillinge, Pfenninge, Kreutzer und Heller in Deutſchland gepraͤget worden, welches vermuthlich auch in dieſen Braunſchweig⸗Luͤneburgiſchen Landen geſche⸗ hen ſeyn wird. Dieſe waren ſaͤmtlich auf beyden Seiten gepraͤgt. Die Schil⸗ linge, zuerſt ſolidi, Dickmuͤnzen genannt, wurden anfaͤnglich ſowohl von Gold als Silber gepraͤget, und haben ihren Nahmen bekommen von ſchellen, weil ſie einen Klang hatten, der den Hohlmuͤnzen fehlete, wie der ſel. Prof. Koeler im 4. Theil ſeiner hiſtoriſchen Muͤnzbeluſtigungen im 37. Stuͤck, S. 289 und 200. aus Tilemann Frieſens Muͤnzſpiegel und andern alten Schriften beweiſet. Sol⸗ che Schillinge, oder klingende Dickmuͤnzen ſind auch in Braunſchweigi⸗ ſchen Landen, und in Goslar im Gebrauch geweſen, wie aus der erſten Anno 1532. von Herzog Heinrich dem Juͤngern geſtelleten Freyheit zu erſehen, und wurden mit einem doppelten, oder zwey lateiniſchen Ss bezeichnet. Das Wort, Pfenning, hat ſeinen Urſprung von den Blech⸗und Hohl⸗ muͤnzen, welche in den alten lateiniſchen Munchsſchriften Panningi, Pfannin- gi, oder Pfennige genennet werden, wie Leuckfeld in ſeiner Beſchreibung der Blechmuͤnzen aus andern Schriftſtellern S. 5. in der nota c. anfuͤhret, weil ſie einer kleinen Pfanne gleich ſahhen. Wie nun das Wort nummus bey den Latei⸗ nern Geld uͤberhaupt bedeutet, ſo iſt auch das Wort Pfenning zu einem allge⸗ meinen Wort fuͤr ein jedes Stuͤck Geld aus allerley Metall von dem hoͤchſten bis zu dem geringſten Werth geworden, und kommt in ſolcher Bedeutung an ei⸗ Kkk 2 nigen t 3 7 f 4 7 * 2 KI I * . 1 2 . , 31 8 2 1 1 8 B ¹ 1 . . . A. . 1 4 7 8 1 ¹ 1 16 8 1 1 1„ 3 8 3 ₰ 1 3 1 3 1 p 4 2 4 7 2 17 17 G . ff 4 M — 8 4 d 9 . 7 4 V A „ 4 1 4 8 1 1 1 1 1 5 — * 1 V 1 3 1 *„ „——òͥ—— 6 224 II. Th. VII. Cap. 1. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln/ nigen Orten noch vor, da man z. E. ſagt: ein Dreygroſchen⸗ein Zweygroſchen pfenning, wie ich in meiner Jugend in Hildesheim gehöret habe; da hingegen es jetzo beſonders ein Stuͤck von dem geringſten und unterſten Werth in dieſen Landen bedeutet. Die Alten nannten einen Pfenning auch denarium, darun⸗ ter dieſelben den 16 Theil eines Loths verſtanden,() und bezeichneten ſolchen mit den erſten beyden Buchſtaben§ wie noch itzo in den Rechnungen ublich iſt. Unter den Pfenningen ſind die Kreutzer und Heller begriffen geweſen. Die Benennung der Kaun agemnſi in den Obertheilen des Reichs gangbaren Muͤn⸗ ze, ſollen nach Joh. Matheſius Bericht in der 14 Predigt in der Sarepta, ih⸗ ren Urſprung von dem roͤmiſchen Gelde haben. Denn weil die denarii der Ro⸗ mer 10 aſles, das iſt ein römiſch Quintlein Silber, ohngefehr gegolten, ſo ſey auf dieſe Geldſtuͤcke ein lateiniſch X. oder die roͤmiſche Zahl 10, und auf die halben denarios ein lateiniſch V. welches 5 bedeutet/ gepraͤget worden. Da nun X ein Kreutz, wie das Andreaskreutz uf theils Clausthaliſchen? und 3 Stuͤcken, und Vein halbes Kreutz vorſtellet, und denn nachgehends ſolches X. oder Kreutz auf einige Geldſorten, und noch ein, oder mehr roͤmiſche Zahlzeichen dabey gepraͤget worden, wie viel ein Stuͤck an X. gelte, ſo ſey daher die Benennung der Kreu⸗ tzer entſtanden. Als ich den Aufſatz dieſer erſten Abtheilung dem ehemaligen beruͤhmten profeſf. Hiſtor. zu Gottingen, Herrn Johann David Koelern um mehrerer Zuverlaͤßigkeit willen zur Durchſicht zugeſandt; So hat derſelbe gegen obiges fol⸗ gendes erinnert:„„Die Kreuzermuntze kan nicht von dem roͤmiſchen Zahlzeichen, „ das einen Denarium bedeutet, herkommen. Denn auf den alten Kreutzpfen⸗ „ ningen, daher der Kreutzernahme entſtanden, ſtehet kein X. oder Andreaskreuz, „ ſondern ein ordentliches Kreuz in dieſer Form w. Mithin fuͤhret dieſe kleine „ Muͤnzſorte den Nahmen von der darauf gepraͤgten Kreutzfigur, nicht von dem „ römiſchen Zahlbuchſtaben, der 10 bedeutet. Man ſetzet aber deswegen ein „ Kreuz auf dieſe alte Reichsmuͤnze, weil das Kreutz das eigentliche Wappen des „deutſchen Reichs iſt, welches weitlaͤuftig und eigentlich zu beweiſen ſtehet.„ Nach jetzigem Gelde, da mehrere Stuͤcke derſelben auf einen Thaler geſetzet ſind, als in alten Zeiten, gilt itzo ein Kreutzer 34 Pfenning, da er vorhin Anno 1725 4 Pfenning gegolten. Denn nach jetzigem Munzfuß machen 90 Kreuzer einen Currentthaler zu 24 gute Groſchen, und 120 einen Reichsthaler, oder 1 Thlr. 8 Ggr. oder 12 Mgr. Die Heller, die ihren Namen von der Stadt Halle in Schwaben, wo ſolche zuerſt gemunzet worden, haben, ſind Silberſtuͤcke geweſen, wie Chriſtian Schlegel in diſſert. de nummis antiquis Gothanis zeiget. Itzo bedeutet ein Heller in dieſen Gegenden die geringſte Art Muͤnze, und alſo weniger, als ein Pfenning. Beyde Munzſorten, Kreuzer und Heller, ſind in dieſen Landen nicht gebraͤuchlich. Als an ſtatt der hohl⸗und leichten Pfenninge wieder kleine Dickmuͤnzen ge⸗ praͤget worden, ſo wurden auf einigen derſelben die Worte: MohETA NOVA geſetzet, womit nach Heineccii Bericht in Synloge nummorum Goslarienſ. das veräͤnderte Gewichte und die veraͤnderte Art des Geldes angezeiget werden. Her⸗ zog Heinrich zum Salze hat Anno 1423 eine Dickmuͤnze, wie ein 6 Mgr. Stück groß, praͤgen laſſen, wo auf der einem Seite um einen aufgerichteten Loͤwen die Worte: GROSSUS HENRICI J. BR. das iſt JN BRUNSvIC. und auf der andern Seite um einen recht aufgerichteten Lowen in einem Schilde MONETA NOVA SALIS HILDENsSIS ſtehen. Rhetmeyer hat ſolche in ſeiner Braunſchw. 655 (*) Joh. Petri Titi Commentatio tertia nummaria S. 278. ———— ———— KNR Cd 8 — welche den Bergbau befoͤrdern. 225 burgiſchen Chronike im I. Tomo auf der zur 416 Seite gehoͤrigen zweyten Ta- bula bracteatorum nro. é mit abdrucken laſſen. Dieſe Worte Moneta no- va finden ſich auf einigen im vorigen Jahrhundert gepraͤgten Gulden, beſonders auf denen Brandenburgiſchen, welche unter den Churfuͤrſten Friederich Wil⸗ helm und Friederich dem 3. nachherigem erſten Koͤnig in Preuſſen gepraͤgt wor⸗ den, und auch auf andern kleinern Sorten, womit vermuthlich hat angezeiget wer⸗ den ſollen, daß nach angenommenen zinniſchen Muͤnzfuß, an ſtatt der ganzen und halben Thaler, eine neue Art grober Muͤnze, als 2 und: Stuͤcke von einem Reichs⸗ thaler gepraͤget wuͤrden. §. 3. Nach der Mitte des eilften Jahrhunderts haben die Herzoge in Apulien und Von dem Ur⸗ rung der Du⸗ den. Dieſe haben den Nahmen von dem italieniſchen Wort il Duca oder den. Calabrien ha Dickmuͤnzen praͤgen laſſen, die darauf Ducaten genennet wor⸗ caten und Gul⸗ Herzog, bekommen, wie der ehemalige Rector Nolte in Schoͤningen, aus Weißens Buch de ſtilo Romano in dem 71. Stuͤck der Braunſchw. Anzeigen von Anno 1746 zeiget. Nach dem Reichsmuͤnzfuß von 1559 ſollen 67 Stuͤck Ducaten eine rohe Mark Cölniſch waͤgen, und 23 Karat, 8 Graͤn fein halten. Nach der Zeit iſt ds Wort, Gulde, aufgekommen, welches von Gold oder golden, ſo wie das Wort, Geld, von gelten her kommt, denn anfänglich hat es eine goldne Muͤnze bedeutet. In Deutſchland iſt nachher die groͤbſte und hoͤchſte ſilberne Dickmuͤnze alſo benennet worden, die in den erſten Reichsmuͤnz⸗ ordnungen zum Grunde geleget worden. Dieſe Benennung, Gulden, iſt entſtanden, nachdem zu Florentz Anno 1252 eine Muͤnze von ganz feinem Golde mit einer Lilie und der Umſchrift: Florentinus,(das iſt ein florentiniſcher Goldpfenning) gepraͤget, und mit der ni Goldgulden genennet worden, da dieſe Stadt vorher ſolche Muͤnze mit dem⸗ elben Gepraͤge und Umſchrift von Silber ſchlagen laſſen. Von ſolchen Gold⸗ florenen haben 8 eine feine Mark Silber gegolten, und ſind derſelben 8 auf eine Unze, oder 2 Loth, und alſo 64 auf eine Mark gegangen. Daher ſind nach der Zeit auch 8 zwey Loth ſchwere Stuͤcke aus einer feinen Mark Silber gemuͤn⸗ zet worden, und alſo ein Goldgulde und ein ſolch Silberſtuͤck vom gleichem Werth geweſen, die Silberſtuͤcke aber haben 8 mahl ſo viel, als die Goldgulden gewogen. Von dem Urſprunge dieſer Goldflorenen, und derſelben Werth iſt in dem 54 Stuͤck der Braunſchweigiſchen Anzeigen von 1747 ein mehrers zu leſen. Sol⸗ che Goldgulden ſind hernach in Deutſchland eingefuͤhret, und in folgenden Zeiten dermaßen gangbar worden, daß man damit die Handlung getrieben. Sie wur⸗ den nicht nur Gold⸗ſondern auch florengulden genannt, und heißt noch itzo ein Gulden im latein. Florenus, und wird mit den erſten beyden Buchſtaben Fl. oder im deutſchen mit fl. in Rechnung bezeichnet. §. 4. Die florentiniſchen Goldgulden wurden von den am Rhein wohnenden Chur⸗Von den rheini⸗ und Furſten, und andern Herren des roͤmiſchen Reichs von Anno 1386 nachgepraͤget, und zum Unterſcheide Rheiniſche Gulden, oder Goldgulden ge⸗ nannt. Sie waren eine beſchicen Goldmuͤnze, da auf 100 Mark fein Gold 20 Mark I1 Loth, 1214 Theil Graͤn zehnloͤtiges Silber zugeſetzet worden, wie Loͤhneiß in ſeinem oftberuͤhrten Buche S. 187. berichtet. Von den Goldmuͤnzen bringe ich hier noch beylaͤufig bey, daß zu Mathe⸗ ſius Zeiten das Gold zwoͤlfmal ſo viel, als das Silber gegolten, und alſo II. Theil. Lll 12 Mark ſchen Goldgul⸗ den. — 226 II. Th. VI. Cap. 4. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln/ 12 Mark Silber einer Mark Gold gleich geſchaͤtzet worden ſind,(14 Predigt in der Sarepta) da itzo nach dem Leipziger, und nunmehrigen Reichsmuͤnzfuß eine Mark Gold zu 23 Karat 8 Graͤn fein, gleichgeſchaͤtzet wird 15 5 Mark Silber, die Mark zu 12 Thaler, ſind 181 Thlr. 6 Gr. 41 Pf. und betraͤgt die Mark Sil⸗ ber an Golde 44 Stuͤck an Korn und Schrot richtige Ducaten, da in gedach⸗ tem Reichsfuß ein Ducate auf 4 Gulden geſetzet iſt. Und ſo betraͤgt eine Mark Gold nach dem Reichsfuß 181½ Thlr. und an hollaͤndiſchen wichtigen Ducaten, das Stuͤck zu 4 Gulden, 67 ½ Stück. In der Reichsmuͤnzordnung von Anno 1550 ſollen nur 67 Stuͤck auf die Mark gehen, und ſo muͤſſen zuch nach der Verordnung von Amſterdam 67 Stuͤck Ducaten 8 Unzen, oder eine Mark Cöl⸗ niſch waͤgen.(Nuͤtzl. Hannover. Sammlungen 100 Stuͤck von 1756 S. 1587) Ein Loth Gold betraͤgt I11 thlr. IImgr. 5 pf. Im gemeinen Curs aber iſt itzo das Stuͤck um 2 Ggr. erhoͤhet. Denn da 4 Stuͤck Ducaten nach dem Reichsfuß 10 Thlr. 16 Ggr. gelten ſolten, ſo ſind ſie doch zu 11 Thlr. im Curs. Da nun durchs Feuer kein fein Gold kann gemachet, ſondern ſolches durchs Antimonium ge⸗ goſſen werden muß, ſo beſtehen die an der feinen Mark fehlende 4 Graͤn, deren 12 ein Karat ſind, in Silber. Woher der hohe Goldpreis gegen das Silber, als 1 Mark Gold gegen 15 Mark Silber, und itzo 1 gegen 1510 in Deutſchland entſtanden ſey, wird in den Hannoveriſchen nuͤtzlichen Sammlungen von Anno 1756 im 60 Stuͤck S. 1087 gezeiget. Es heißt daſelbſt:„Seit der erſten Einführung des Silbers und des „ Goldes im Handel verurſachte die hohe innerliche Vollkommenheit und Seltenheit „ des Goldes, daß man eine Unze davon ohngefehr ſo hoch, als 12 Unzen Sil⸗ „ ber ſchaͤtzte, und dieſe Proportion hat bis zur Entdeckung von America un⸗ „ veraͤndert alſo beſtanden. Damals aber verminderte die erſtaunliche Menge „ Silber, die auf einmal aus der neuen Welt kam, deſſen Preis ſo ſehr, daß „man ſeit dem die Unze Gold mit funfzehen Unzen Silber bezahlen mußte. Da „nun America immer fortfaͤhret, uns haͤufig mit Silber zu verſehen, ſo bleibt „dieſe Proportion noch immer, und kann ſich vuch nicht eher aͤndern, als bis „entweder das Silber rarer, oder das Gold uüberfluͤßiger wuͤrde, wie in In⸗ „ dien und China geſchieht, wo man ein Theil Gold mit zehen Theilen Silber „ bezahlen kann, welches eine von den Urſachen iſt, warum die Europaer ſo „ haͤufig Silber dahin fuͤhren.„ §. Vom Urſprung Geegen den Ausgang des dreyzehenden Jahrhundertes kam eine andere Art der Groſchen. ſiberner Dickmünzen3in Deutſchland auf. Konig Wenceslaus in Boͤhmen ließ Anno 1206 eine Muͤnze von I5löthigem Silber mit der Umſchrift auf der einen Seite Groſſi Pragenſes, Pragergroſchen, praͤgen, deren 63½ Stuͤck auf die rauhe Mark gehen. Sie wurden aber in den folgenden Zeiten immer hoͤher be⸗ ſchicket, daß ſie endlich Anno 1364 zu 9 Loth ins feine ausgemuͤnzet wurden. Die Markgrafen in Meiſſen folgten darinn nach, und lieſſen Anno 1324. auch ſolche Groſchen, anfaͤnglich zu 15 Loth fein, 643 Stuͤck auf die Mark, da die feine Mark 68: Stucke that, praͤgen. Dieſe Groſchen wurden aber auch mit der Zeit immer um 1 Loth höher beſchicket, bis ſolche endlich Anno 1320. zu 9 Loth fein und 744 Stuͤck auf die rauhe Mark ausgemuͤnzet wurden. Die Aus⸗ muͤnzung iſt unter mancherley Nahmen geſchehen, davon der ſel. Koeler in dem zweyten Theile ſeiner hiſtoriſchen Muͤnzbeluſtigungen S. 234. 26 Gattungen an⸗ fuͤhret, von denen hernach die Benennungen Silbergroſchen, Fuͤrſtengroſchen, Schneberger, Schreckenberger, ꝛc. von den Orten ihrer Präͤgung uͤbrig zebli⸗ e (—(—-— — ²-⸗ u —9eSe — ⁰h—y welche den Bergbau befoͤrdern. 227 ben ſind. Solche Groſchen haben 12 Pfenninge gegolten, und ſind Anno 1500. 21 derſelben auf einen Gulden geſetzet worden. Der Gulden aber iſt nur auf 60 Kreuzer, à 4 gerechnet. Das Wort, Groſche, komt her von dem lateiniſchen, doch aber den al⸗ ten roͤmiſchen Scribenten ſelbſt ungebraͤuchlichen Worte, Groſſus, welches, wie Johann Gerhard Voßius in ſeinem Tractat de vitiis ſermonis Latini ſchreibet, ſo viel iſt, als craſſus dick, in welchem Verſtande es die lateiniſchen Kirchenſcribenten im vierten und folgenden Jahrhunderten gebrauchet. Ein ſolch Stuͤck Geld alſo, das gegen die Blech⸗und hohlmüͤnzen dick war, hat man einen Groſ⸗ ſum, Dickpfenning, und endlich einen Großen, oder Groſchen genennet. Der Herr Prof. Koeler fuͤhret l. c. dieſe Benennung her von dem italiaͤniſchen Wort Groſſo, welches von dem lateiniſchen Wort, craſſus herkomme. Da nun die italiaͤniſche Sprache ihren Urſprung aus der lateiniſchen hat, und eine Abar⸗ tung von derſelben iſt, ſo kommen beyderley Herleitungen auf eins hinaus. In Goslar ſchrieb man den Groſchen einen Kroßen. Jo. Mich. Heineccius brin⸗ get in ſeiner Sylloge numor. Goslar. einen geſchriebenen Zettul bey, der in dem Knopf auf dem St. Jacobsthurm gefunden, und nach der darauf befindli⸗ chen Jahrzahl Anno 1441. darein geleget worden, darauf folgendes ſtehet: „ In demſulven Jahr galt ein Gulde 13 grote Kroßen,,(und ſo hat ein ſolcher Groſche ſo viel, als ein Braunſchweigiſcher Schilling gegolten)„Item ein „ grot Kroß galt 14 nie Mattiß Penninge. Item ein Mattiß Kroß galt 6 nie „Penninge. Item 30 Mattiß Kroßen galten einen Gulden. Item kleine „ Mattiß Kroß galt 4 nie Penninge. Item 45 kleine Kroßen galten einen Gul⸗ „ den. Item 2 Arnekopffſche Veerling galten einen Arnekopff.„(das iſt ein Stuͤck mit einem Adlerskopff)„Item 12 Mattiß Penninge galten einen nien „ Schilling.;, Und ſo hat anfäͤnglich das Wort, Groſſus, oder Groſche, die kleine Art der dicken Geldſorten in den Landen ihrer Praͤgung bedeutet. Hernach ſind auch die groͤßeſten Arten der dicken Geldſorten, wie auch geringere mit dieſem und je⸗ nem Beyworte Groſchen genannt. Es iſt aber dieſe Benennung nur bey denen Stuͤcken bey behalten, deren 24 à 12 Pfenning, die in Braunſchweig⸗Lünebur⸗ giſchen Landen gute Groſchen, und 36à 8 Pfenning, die in denſelben Marien⸗ groſchen genannt werden, auf einen Thaler gerechnet werden. §. 6. In den Braunſchweigiſchen Landen, und in der Stadt Goslar wurden Von deu in oslar und im 15 Jahrhundert auch Groſchen von mancherley Benennungen ge⸗ Braunſchweig praͤget. Leonhard Wilibald Hoffmann ſchreibet im erſten Theile ſeines geprägten Gro⸗ Muͤnzſchluͤſſels S. 146 folgendes:„‚ Anno 1464 haben die von Goslar die gu⸗ „ten Silbergroſchen, welche man Bauerngroſchen zu nennen pflegte, in ſtarker „ Menge geſchlagen, desgleichen auch die Matthiergroſchen, auf 15 Hanekoppe, „ wie auch kleine Groſchen, die Kroͤttlinge genannt, ausgemuͤnzet.,, Die Gos⸗ lariſchen Bauergroſchen ſollen ſo genannt ſeyn, weil auf der einen Seite zwey Heilige geſtanden, die den Bauern ſehr aͤhnlich geſehen, oder auch, weil ſie den Bauern wegen ihrer Guͤte von 13löthigen Silber angenehm geweſen. Auf den Matthiergroſchen iſt das Bild des Matthias gepraͤget worden, daher ſie Ma⸗ thiaſer, und ferner Matthiergroſchen genennet worden. Dieſe Art Groſchen muß ſonſt nirgend als in Goslar gepraͤget ſeyn, weil in dem kleinen Tractat: Verzeichniß derer Heiligen auf Muͤnzen, der in Leipzig Anno 1746 heraus⸗ LlI 2 gekommen, ſchen. ————— 4 8 8. 4* —— 5 8. 4„ Von den in 228 II. Th. VII. Cap. 1. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln gekommen, unter dem Nahmen Matthias, ein Apoſtel, nur allein ſtehet: Auf Muͤnzen von Goslar. Itoo werden ſie in dieſen Landen ſchlechthin Matthier genennet, und gilt das Stuͤck 4 Pfenning. Als nun gegen das Ende dieſes Jahrhunderts die Silbermuͤnze an Schrot und Korn an vielen Orten verringert, und die gemeinen Goldgulden dagegen ge⸗ ſtiegen, und ungleich aufgenommen worden; So haben ſich daher einige Herren und Hanſeeſtaͤdte in Braunſchweig verſammlet, und den Goldgulden mit einem Gulden Silbermuͤnze verglichen, und ihn nach Theodor. Stiers Bericht in ſei⸗ nem Computo monetario auf 13 neule Braunſchweigiſche Schilling,(nach des Herrn von Goͤbel Vorrede zu Kayſer Carl V. Muͤnzordnung S. 20 aber auf 15 ſolcher Braunſchw. Schillinge, nach L. W. Poffmann aber in ſeinem Muͤnz⸗ chluſſel S. 147. auf 13 Goslariſche, oder auerngroſchen) oder 40 Goslari⸗ che Matthier damaligen Gehalts und Gewichts geſetzet. Die Stadt Braunſchweig hat auch am Ende ſolches Jahrhunderts große und kleine Groſchen mit einem Löwen geſchlagen. In der Beſchreibung der Pa⸗ gemuͤnze() in den noch ungedruckten alten Braunſchweigiſchen Chroniken, die in den Braunſchweigiſchen Anzeigen von Anno 1747. vom 18 Stuͤck an nach ge⸗ rade mitgetheilet worden, ſtehet im 20 Stuͤck im 14ten Geſetze der Paaeninif folgendes:„Dartzu gab ehr,,(der Herzog Heinrich der aͤltere)„ihnen,,(der Stadt Braunſchweig und dem Rath)„macht, dichte muͤnze zu ſchlahen, als „ Groſchen, groß und klein. Anno 1499 da wart dieſe Muͤnze geſchlagen. „ Dreyerley Groſchen, und einen newen hohlen Pfenning,(woraus abzuneh⸗ men, daß die Blech⸗und Hohlmuͤnze bis dahin in Braunſchweig noch im Gan⸗ ge geweſen)„der eine Groſchen wort geſchlahen zehen vff den Gulden. Vff „ der einen Seiten ſtundt ſ. author, vff der andern Seiten ein Lauͤwe, in dem „ Schilde. Der ander Groſchen wort geſchlagen zwanzig vff den Gulden, da „ſtundt auch ſ. author vff der einen Seiten, und vff der andern ein Lauwe „ in dem rundele. Vnd der dritten Groſchen wart viertzig vff den Gulden ge⸗ „ ſchlagen. Dar ſtundt vff einer Seiten eine ſtadt mit dem thorne, vff der an⸗ „dern Seiten ein Lauͤwe in dem Schilde. Vnd dieſe Muͤnze ging aus zu ſ. „ Michelistage, und behagede jedermann wol., §. 7. Die Stadt Goslar hat darauf neue Groſchen mit dem Marienbilde, Ma⸗ Goslar gepräg⸗ riengroſchen genannt, das Stuͤck zu zwey Matthier nach des Hrn. von Praun Nach⸗ ten Mariekgro' richt vom Muͤnzweſen, Cap. 4. S. 125. zu 8 Loth fein, und 80 Stuͤck auf die ſchen deren 20 auf einen Cur⸗ rent oder Ma⸗ riengulden ge⸗ rechnet werden. Mark, nach Hoffmanns Muͤnzſpiegel S. 150. zu 50 Stuͤck auf die Mark und 8 Loth ins feine praͤgen laſſen. Dieſer Groſchen mit dem Marienbilde wird in dem vorerwehnten Verzeichniß derer Heiligen auf Muͤnzen nicht gedacht, da ſie doch eine ſo gangbahre Muͤnze im ganzen Braunſchw. Luneburgiſchen und angrenzenden Landen iſt, und darinn alles, was unter einem Thaler iſt, darnach gerechnet wird. Unbekannt kann ſie dem Urheber deſſelben nicht geweſen ſeyn, da das Marienbild auf den alten Groſchen ſtehet. Vielleicht hat er die Maria nicht unter die Heiligen gerechnet. Tilemann Frieſe im Muͤnzſpiegel, Theodor. Stier in computo Monetario und L. W. Hoffmann im Muͤnzſchluͤſſel ſchrei⸗ ben, daß die Goslariſchen Mariengroſchen Anno 1505 zu praͤgen angefangen worden. C) Pagementheiſſet allerhand Arten eingewechſelte Münze, und allerley Bruchſilber, welches in der Münze nach dem rechtem Korne vermünzet und beſchicket werden ſoll, und dadurch wird von ei⸗ nigen der Gehalt am Silber, und durch die Pagemünze beſchickte Münze verſtanden. Die Braunſchweiger haben unter dem Wort, Pagemuͤnze, alle kleine beſchickte Sorten Pfenninge degriffen. Hannoveriſche nützliche Sammlungen 94. Stück von Anno 1776. von S. 1485. —₰ —— — ⸗7 welche den Bergbau befoͤrdern. 229 worden. Heineccius aber hat in ſeiner Sylloge nummor. Goslar. auf der 2. Tab. dergleichen Mariengroſchen abzeichnen laſſen, davon er S. 13 ſaget, daß num. 39 nach Anzeige der darauf ſtehenden efh Anno 1504. gepraͤget ſey, und daß alſo Frieſe und Stier, der dem Frieſen nachgefolget, in der Jahrzahl geir⸗ ret haͤtten. Solcher Mariengroſchen wurden 20 auf einen Current Zahlgulden gerechnet, und iſt die cfen Mark gerade in 8 Gulden ausgebracht worden. Wann alſo in den Nachrichten, was der Thaler in hieſigen und angrenzenden Landen gegolten, befindlich, daß er von Anno 1515 bis Anno 1537. 24 Gro⸗ ſchen gegolten, ſo ſind ſolche nicht von Mariengroſchen nach itzigem Gewicht und Muͤnzfuß zu verſtehen, da die Ausmuͤntzung einer Mark zu Mariengroſchen 2 Loth, 4 Graͤn feiner, und die Muͤnze noch mehr, als einmahl ſo viel/ ſchwe⸗ rer geweſen, als itzo, und 82 ½ Stuͤck weniger, als itzo, auf die Mark gegangen. Wie denn auch Anno 1536 die Thaler zu 14 Loth, 8 Graͤn fein ſind ausge⸗ munzet worden. Hiebey iſt anmerklich, daß in dem in der Zelliſchen Gerichts⸗ ordnung S. 843. und im dritten Theile der Churbraunſchweigiſchen Landesord⸗ nungen im 4. Cap. von Policeyſachen S. 460 befindlichen Verzeichniß, was der gute und gerechte Reichsthaler von Anno 1536 gegolten, das Zeichen der Groſchen, als Gr. oder oe bis auf 1555. und darunter Anno 1536. 24. Anno 1555. aber, als ſo weit vorerſt dieſes Verzeichniß gehet, 36 ge ſtehet. Bey An⸗ no 1600 aber ſtehet erſt das Zeichen der Mariengroſchen, als mgr. oder mot. denn im Jahr 1555 haben die Herzoge von Braunſchweig und Luneburg mit dem Dohmecapitul zu Halberſtadt, wie auch mit Hildesheim und andern Staͤdten ein Muͤnzverein gemacht, und den Thaler auf 32 Mariengroſchen, oder 24 Sil⸗ ber⸗oder Meisniſche Groſchen, einen Mariengroſchen aber auf 9. und einen Sil⸗ bergroſchen auf 12 Meisniſche Pfenninge, aber noch in eben dieſem Jahre einen Mariengroſchen auf 8 pf. und einen Thaler auf 36 derſelben, einen Gulden zu 60 Kreutzer aber auf 30 Marien⸗ oder 20 Silbergroſchen geſetzet, wie denn auch daher in Herzog Heinrich des juͤngern Anno 1556 erneuerten Bergfreiheit Nro. 9. der Mariengroſchen zu 8 Pfenning gerechnet wird. Die Stadt Goͤttingen hat hernach ſoſche Groſchen mit dem Marienbilde praͤgen laſſen, davon mir ei⸗ ner von Anno 1660 vorgekommen. Auf dem Avers ſtehet die Maria, auf dem linken Arm das Kind haltend, und in der rechten einen Stab, oben faſt wie ein Kreutz, die Umſchrift iſt: Manla MAr. DoNI. Auf dem Revers ſtehet in der mitte G. das iſt, Goͤttingen, mit der Umſchrift Mo. No. GOTTMNG. 1660. Da man alſo 20 Mariengroſchen auf einen Gulden gerechnet hat, welcher darauf Mariengulden genennet worden, ſo iſt dieſer Name und Zahl der Stuͤcke auf einen Gulden(aber nicht das alte Korn und Schrot) wie in Braun⸗ ſchweigiſchen und angrenzenden Landen, alſo auch ſonderlich auf den Harziſchen Bergwerken bis itzo in den Rechnungen im Gebrauch geblieben, indem in den⸗ ſelben alles nach Mariengulden zu 20 Mariengroſchen, I mgt. zu 8 pf. gerech⸗ net und bezahlet wird. Es hat auch Herzog Friederich Ulrich von Braun⸗ ſchweig von Anno 1623 an ganze und halbe Mariengulden von feinem Sil⸗ ber zu 20 und 10 mge. in der Zellerfeldiſchen Muͤnze praͤgen laſſen, welche noch hie und da gefunden werden, und auch in Rhetmeyers Chronik abgebildet ſind, und es iſt damit vermuhtlich continuiret worden, bis man Anno 1668. Gulden von 24 moe. oder* Stuͤck eines jetzigen Eurrent Thalers von feinem Silber gemuͤnzet hat. §. 8. Hierauf hat auch die Stadt Braunſchweig Marien⸗und Matthiergroſchen praͤgen laſſen, wie auſſer andern Nachrichten von Goslariſchen, Oſteroͤdiſchen Die Stadt Braunſchweig hat auch Ma⸗ IH. Theil. Mmm und rien⸗und Mat⸗ 2 1 - 8 1 51 4 2 1 . If 4 1 7 . † . b „ 4 — 7 19 1 1 8. A .. A 2 4 8 4. 3 5 1 83 6 2 p 4' . 4 A . 84 . f 2 1 . 1 2 4 4 4 ir S — 7 ¹* b. f. 4 4 2 1 * 1 1 1 ’ I 1 . 1 1 1 S 1 „ 1 8 ai 1 BI 2* * · 1 8 8 I 8 1 ¹ 1 1 1 1 X 8 ¹ 4 4 8 230 II. Th. VII. Cap. 1. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln/ thiergroſcen und Herzbergiſchen Muͤnzen, aus der alten Braunſchweigiſchen Chronik von der prägen lafſen. Pagemuͤnze im 21. Stuͤck der Braunſchweigiſchen Anzeigen von Anno 1747. S. 494. erhellet.„Anno 1503 da ſchlogen die von Goslar Groſchen, die wur⸗ „den geheiſſen Tuͤmeler, und gulden in ihre ſtadt ein halben Mattier, das war „3 8 der goslariſchen; vnd alhier gulden ſie drey ſcherf, vnd waren ſo roht als „ die kopfer, alſo ſchein ihn das Himbt durch den Roeck. Anno 1506 ſchlugen „die von Oſterode auch Groſchen vff den mattier ſchlach. Auch in dieſem Jah⸗ „ re zu Laͤtare wurden die mattier Groſchen werdiret vnd probiret, ſo, daß ſie „„ wurden verbotten vnd geſetzet ihn etzlichen enden 40 vff den Gulden, und ihn „etzlichen Enden 36 vff den Gulden, vnd ihn etzlichen Enden alhier zu Braun⸗ „ſchweig wurden geſatzt 37 vff den Gulden. Anno 1500 zu Goßlar ließen ſie „ die Bauergroſchen ihn ihrem Gange. Aber der wart viel verſchmulzen, vnd „ ihr Schilling doch gefellet wart, und ſchlugen new muͤntze, dichte nach dieſer „weyſe vnd formen. Vff ihren ſchilling vff einer ſeyten ſtund unſere lieben fru⸗ „wen ihn der ſunnen, vnd wart geheiſſe ein marrien Groſchen vnd vff der „andern ſeyten ein Arne ihn dem rundele, vnd galt zwey mattier „ groſchen, ſieben halben braunſchweigiſchen Pfenning, neuntzehn halben vff den „ Gulden„Nach einigen Worten heiſt es weiter.„„vnd wurden„(der Raht in Braunſchweig), eins anno 1510 vnd ließen auch marrien groſchen ſchlahen, „ gleich den goslariſchen marrien groſchen, als die vff einer ſeyten geſtalt waren, „ unſer lieben frauwen ihn der ſunnen dem Groſchen gleich; aber off der andern „ Seyten ſtund ein Lauwe ihn dem rundele; und galt auch ſieben halben Braun⸗ „ ſchweigiſche Pfenning, vnd neuntzehen vff den Gulden. Auch lieſſen ſie dabey „ſchlahen einen groſch,n, darin ſtund vff einer ſeyten ſ. Peter, vff der andern „ ſeyten ein Lauwe in dem rundele; die galt dem mattier groſchen gleich als 37 „vff den Gulden, das war drey Pfenning und ein ferling. Des mittwochens „„ Poſt viſitationis maria anno 1510. wart der kortling vff zwey braunſchweigi⸗ „„ ſche Pfenning geſetzet, und die oſterodiſche drittehalben pfenning; die kleine „ Oſterodiſche anderthalben pfenning; auch die Herzberger, oder Grubenhage⸗ „ner dar ſ. Andreas vnd zwey ſchilde inne ſtunden, auch vor dritte halben pfen⸗ »» ning.„ §. 9. Die Erzberzoge In dem 15. Jahrhundert iſt der Anfang mit Praͤgung groͤßerer und ſchwe⸗ vin Ö rerer Dickmuͤnzen von Silber gemacht, und die itzo gangbahre grobſte und ſchwe⸗ Loth ſchwere reſte Dickmuͤntze zum Vorſchein gekommen, da der Ertzherzog Maximilian von Dickmünzen Oeſterreich Anno 1479 und darauf der Erzherzog Siegmund Anno 1484 dicke ver fenen ſi Silbergroſchen, welche zum Unterſcheide der Goldgulden, oder Gulden von denen die Gold, Guldengroſchen genennet wurden, von ganz feinem Silber praͤgen laſſen. ſichen Für⸗Sie waren 2 Loth ſchwer, ſo daß 8 Stuͤck auf die Mark giengen, und ein hen gefolgt Stuͤck ſo viel als ein Rheiniſcher Goldgulden galt. Anno 1486 folgte aber noch 3 eine groͤßere Sorte, welche Lilienthal in ſeinem Thalercabinet S. 263. und 264. beſchreibet. Dem zufolge haben die Saͤchſiſchen Fuͤrſten Anno 1500 auch große Dickpfennige mit drey Koͤpfen und langen Haaren auf dem Annaberg zu 15 Loth ins feine und 2 Loth ſchwer ſchlagen laſſen. Dieſe hieſſen Goldguldengro⸗ ſchen, auch nur ſchlechthin Guldengroſchen, und galt einer 21. der vorhingemel⸗ deten kleinern Groſchen. Sie waren alſo um mehrerer Dauer willen mit einem Loth Kupfer beſchicket und hielt ein Stuͤck 334 Graͤn Silber und 2¾ Graͤn Ku⸗ pfer in ſich, und die feine Mark war in 8½ Stuͤck ausgebracht.— Solche Beſchickung des feinen Silbers iſt ſchon enig Jahr vorher im Gebrauch geweſen. In dem 90 Stuͤck der Braunſchweigiſchen Anaaigetnoen — ͤͤ — ͤeee —ł — welche den Bergbau befoͤrdern. 231 Anno 1746 iſt eine alte Urkunde von Anno 1400 von der verſchiedenen Waͤh⸗ rung einer Mark Geldes mitgetheilet, darin der Schluß heißt:„de lodige „ Margk de hefft XV. Loth ſuͤlverß, und 1 Loth Kuppers, dar moth man up „ handeln, §. 10. As hierauf das Bergwerk im Ivachimsthale, vorher Conradsgruͤn genannt, Dergleichen Anno 1516 aſdisnden ,haben die Grafen von Schlick von Anno 1518—— ſilberne Dickpfennige zu 15 Loth ins feine, 8 Stuͤck auf die rauhe Mark, und gepräget,wovon alſo ein Stuͤck 2 Loth ſchwer, zu praͤgen angefangen, davon Johann Mathe⸗ der Kihmecha⸗ ſius in ſeiner Joachimsthaliſchen Chronica bey Anno 1518 ſchreibet,„, dis Jahr der aber nicht ſo „hat man hie erſtlich die alten Joachimsthaler gemuͤnzet, theils mit dem Bil⸗gleich allgemein de St. Joſephs, davon ſie Joſepher, theils mit dem Bilde St. Jvachims, da worden. ſie denn von der Bergſtadt Joachimsthaler, nemlich Dickpfenninge, oder Gulden genennet worden. Anno 1522 hat König Ferdinand in Boͤhmen dieſelbe zu 14 Loth, 16 Graͤn fein, und 8 Stuͤck auf die rauhe Coͤlniſche Mark praͤgen laſſen. Dieſe Ivachimsthaler ſind ſofort in großer Anzahl weit ausgebreitet worden, und nach einiger Zeit mit Auslaſſung des Vorworts, Joachims, nur kurz Thaler genennet worden, welches in der Folge der Name einer 2 Loth ſchweren Silber⸗ muͤnze geblieben iſt.— 2 Da aber die Thaler, als eine Landmuͤnze, nicht aber als eine Reichsmuͤnze angeſehen wurden, iſt auch der Name nicht ſo fort allgemein geweſen, wie auch dieſe Geldſorte erſt 46 Jahre nachher im ganzen Römiſchen Reiche gangbar worden. In den Braunſchweigiſchen Landen iſt die Benennung der Gulden noch viele Jahre im Gebrauch geblieben. In der erſten vom Herzog Heinrich dem juͤngern Anno 1532 herausgegebenen Bergfreiheit ſtehet:„daß denen Ge⸗ „werken eine jegliche Mark Silber mit 8 Gulden, und ein Ort Muͤnz bezahlet „ werden ſolle.„ Und in der von Herzog Ernſt zu Grubenhagen Anno 1554 ertheilten Bergfreyheit ſtehet,„„daß die Mark Silber in den erſten zwey Jahren „ mit 12, und hernach mit 10 Gulden Braunſchweigiſcher Landeswehriger Mun⸗ „ ze bezahlet werden ſolle„„ In den Andreasbergiſchen Receßbuͤchern findet ſich, daß noch Anno 1538 unter der hohnſteiniſchen Regierung die Ausbeut auf jeden Kux mit Guldengroſchen, die mit den Thalern nach dem innerſichen und aͤuſſerli⸗ chen Werth uͤbereinkamen, berechnet worden. In Herzog Heinrich des Juͤn⸗ gern erneuerten Bergfreyheit von Anno 1556 heißt es:„„daß denen Gewerken fuͤr „ eine Mark Silber achte alte Schock in 20 Schneberger, oder Silbergroſchen „ fuͤr ein Schock zu rechnen, ſollen bezahlet werden., In den Auszuͤgen der Munzrechnungen von den Braunſchweigiſchen Bergwerken von Anno 1548 bis 1553 die einige Jahre hernach gemacht worden, iſt die Rechnung in Thalern gemacht worden. M H. 11. Ob nun gleich in dieſen Landen die Benennung der Thaler in den erſten Den Herſngpon Jahren nicht angenommen war, ſo hat doch Herzog Heinrich der Juͤngere bald darauch ſoche nach derſelben Urſprunge, als Anno 1524 ſolche Silbermuͤnze von 2 Loth, wie Dickmünzen prä fein, finde ich nirgends, ſo wol fuͤr ſich, als auch ſeinen Vettern, Herzog Lenolaſſes un Erichen, praͤgen laſſen, wie im Rhetmeyers 2 Tom. auf Tab. 5. zur 865. ſi in ſeiner 4 Seite zu ſehen. Und ſo ſind die itzo ſogenannten Speciesthaler die erſte gang⸗Munzordnung bar gewordene groͤßeſte ſilberne Dickmuͤnze, die auf die Schwere von 2 Soth enelüeen und und auf den gewiſſen Werth von einem Rheiniſchen Gulden, zu 21 Silber⸗Korn und Werth oder Fuͤrſtengroſchen, wie ſie auch in den alten harziſchen Muͤnzrechnungen heiſſen, gegen den Gold⸗ gepraͤget ſind. 9f de gulden beſtimt. . mm 2 aler 232 II. Th. VII. Cap. 1I. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, Dieſe Thaler hießen anfaͤnglich nummi argentei, Silberpfenninge, Unciales, zwey Lotpfenninge, Joachimici, dicke Groſchen auch Guldengroſchen, weil ſie ſo viel, als ein Goldgulden gegolten, und ſie wurden nicht ſofort im Reiche an⸗ genommen, ſondern der Handel noch immer mit Gold⸗und Rheiniſchen Gold⸗ gulden gefuͤhrt. Es hat jedoch Kayſer Carl der V. den vorhin angefuhrten ſaͤch⸗ ſiſchen Muͤnzfuß der 2 Loth ſchweren Silberſtuͤcke zu 15 Loth ins feine angenom⸗ men, und zum Reichsfuß gemacht, aber auf die Goldgulden gerichtet. Es heiſt davon in ſeiner den 10. Novembr. Anno 1524 zu Eßlingen geſtelleten Muͤnzord⸗ nung, welche der verſtorbene D. und Profeſſor zu Helmſtaͤdt, Johann Wil⸗ helm von Goͤbel Anno 1739 nach dem zu Tuͤbingen Anno 1525 gedruckten Exemplar mit einigen Anmerkungen, und einer vom Muͤnzweſen handelnden Vor⸗ rede wieder drucken laſſen, alſo:„die gemeine Reichsmuͤnz im Namen, Stuͤck „und Gehalt ſoll auf ein fein Mark SilbersCölniſchen Gewichts geſetzet, und ausge⸗ „ theilt werden nach folgender Geſtalt. Zum erſten, das Stuͤck, oder Pfen⸗ „ning, deren einer einen Reiniſchen Gulden thut, und acht auf ein Mark geen, „ funfzehen Loth feins Silbers halten, und aus der feinen Mark Silbers kom⸗ „ men und gemuͤnzt werden acht Gulden zehen Schilling und acht Heller in „ Gold, ſollich Stuͤcke durch das Reich Guͤldener genannt werden ſollen. „Zum andern ſollen gemuͤnzet werden Pfenning, oder Stuͤck, deren eins „thut einen halben Gulden, derſelben ſechszehen in die Mark geen, und funf⸗ „ zehen Loth feins halten, und auch acht Gulden, zehen Schilling und acht „„ Heller in Gold aus der feinen Mark bracht werden, dieſelben Stuͤck hin fuͤr „ an, durch das ganze Reich, Halbguldener genent werden ſollen. —„Zum dritten ſollen gemuͤnzt werden, Oerterer, deren vier einen Gulden „thun, zwen und dreißig derſelben in die Mark geen, und funfzehen Loth feins „ halten, und auch acht Gulden zehen Schilling und acht Heller in Gold, aus „ der feinen Mark Silbers gemuͤnzt und bracht, die ſollen auch, durch das ganz „ Neich Oerterer, und nit andern genennet werden. „ Zum vierten ſollen Stuck, deren zehen einen Gulden thuen, achtzig in „die Mark geen, an Gehalt funfzehen Loth, und auch acht Gulden zehen Schil⸗ „ling unnd acht Heller in Goldt aus der feinen Mark gemuͤnzt, dieſelben „ Stuͤck ſollen anderſt nit dann Zehener genant werden. au au „Zum fuͤnften ſollen Stuck, deren ein und zweintzig einen Gulden thun, „hundert und ſechs und dreißig in die Mark geen, und zwoͤlf Loth feins Sil⸗ „ bers halten, und aus der feinen Mark acht Gulden, zwoͤlf Schilling, acht „, fler in Gold gemuͤnzt, die auch anderſt nit, denn Groſchen genent werden 29 0 en. „Zum ſechſten, ſollen gemuͤntzt werden Stuck, der zwey und vierzig einen „Gulden thun, zwey hundert und zwey und ſybenzig in die Mark geen, an Ge⸗ „ halt zwoͤlf Loth feins, unnd daraus acht Gulden, zwoͤlf Schilling und acht „ Heller bracht, die ſollen durchs ganze Reich Halbgroſchen genennt werden. „Zum ſiebenden, Stuck deren vier und achtzigk einen Gulden thuen, und „acht Loth feines halten, drey hundert und ſechs und ſechzig in die Mark geen, „ und aus der feinen Mark acht Gulden, unnd funfzehen Schilling gemuͤnzt, „ die durch das Reich klein Groͤſchlin genent werden ſollen.„„ 3 Am Ende dieſer Reichsmuͤnzordnung ſind die alten Silbermuͤnzen von Schil⸗ lingen, Weispfenningen, Groſchen, Creutzern und Pfenningen nach der neuen groben Reichsmuͤnze valviret, davon ich nur, wegen des hernachfolgenden, die Saͤchſiſchen, als womit die hieſige Landesmuͤnze Verbindung hat, bey bringe. Es heißt S. 13.„Die Saͤchſiſch Muͤnz, genant Schreckenberger, ſyben fur ———j—ꝛCA—†'ü—r— ——2— ¾1Z2—ͤ8—,·— welche den Bergbau befoͤrdern. 233 „einen Gulden, komt einer fuͤr drey Groſchen, und ain und zwaintzig Groſchen „fuͤr einen Gulden. Desgleichen ain und zwaintzig Saͤchſiſch Groſchen fuͤr ein „Gulden, und zwey und viertzig halber Schwert Groſchen, auch fuͤr einen Gul⸗ „den und zwoͤlff Tfinnina fuͤr einen Groſchen., Und Seite 14.„„ Saͤchſiſch „zwoͤlff Pfenning fuͤr einen neuwen Groſchen, und ain und zwaintzig Groſchen „fuͤr einen Gulden.„(ſind alſo 252. ſaͤchſiſche Pfenning auf einen Gulden ge⸗ rechnet)„Creutzer drey fuͤr einen neuwen, und ain und zwaintzig Groſchen fuͤr „einen Gulden.„ Iſt alſo ein Creutzer auf 4 Pf. geſetzet. Hiebey iſt zu mer⸗ ken, daß ein Gulden vorhin und nachher auf 60 Creutzer à 4 Pf. gerechnet iſt, welche 20 Groſchen à 3 Creutzer betragen. Da nun 21 Saͤchſiſche Groſchen auf einen Gulden gerechnet ſind, ſo muͤſſen die Saͤchſiſchen Groſchen um z Pfenning geringer gehalten worden ſeyn als 3 Creutzer. In den folgenden Jahren iſt man von dieſem Reichs⸗Muͤnzfuß nicht am Gewichte, ſondern an der Feine, oder innerlichen Guͤte abgegangen. Denn A. 1536. ſind denen Thalerſtuͤcken, 8 auf eine Mark, 10 Graͤn an der feinen Mark abgezogen, und ſolche zu 14 Loth 8 Graͤn fein, und A. 1546. zu 14 Loth 6 Graͤn fein ausgemuͤnzet, und alſo 12 Graͤn an der Feine abgezogen worden, Son Praun in der gruͤndlichen Nachricht vom Muͤnzweſen, Cap. 5. S. 134.) ie Thalerſtuͤcke ſind von den ſogenannten Guldengroſchen, oder Gulden noch unterſchieden geblieben, wie ſie denn auch nach vorſtehender Muͤnzordnung gerin⸗ ger ausgemuͤnzet worden, als der Guldengroſche. Daher hat Kayſer Carl der 5. in ſeiner A. 1551. errichteten neuen Reichs⸗Muͤnzordnung, welche in dem A. 1504. zu Maynz gedruckten Reichs⸗Abſchiede im 2ten Theil befindlich, den Gold⸗ gulden, und den Guldengroſchen, der nun ſolte ein Reichs⸗Guldener genennet werden, auf 72. und den Gulden in Munze, oder Zahlgulden auf 60 Creutzer, die Thaler aber nur auf 22 Groſchen, oder 66 Creutzer geſetzet. Da aber nach dieſem Muͤnzfuß 21 Meißniſche Groſchen nur einen gemeinen Zahlgulden von 60 Creutzer, oder 20 Ggr. gelten ſollten, und denn auch die Thaler, die am meiſten in Ober⸗ und Niederſachſen gepraͤget wurden, nur auf 66 Creutzer ge⸗ ſetzet waren, welcher Preis des Thalers aber ſolchen gegen den Goldgulden und Guldengroſchen nicht anſtunde; So machten darauf die Herzoge von Braun⸗ ſchweig und Luͤneburg mit einigen Staͤdten den vorhin angefuͤhrten Muͤnzverein, und ſetzten den Thaler auf 24 Meißniſche Groſchen, oder 36 Mariengroſchen, welches gleich dem Goldgulden und Guldengroſchen 72 Creutzer ſind, und einen gemeinen Gulden auf 20 Ggr. oder 30 Mariengroſchen, oder auf 60 Creutzer. Chur⸗Sachſen erneuerte auch A. 1558. ſeine bisherige Muͤnzordnung, daß die Thaler zu 14 Loth, 8 Graͤn fein, und 8 Stuͤck auf die Mark gepraͤget werden, und daß 20 Meißniſche Groſchen einen gemeinen Gulden à 60 Creutzer, und 21 einen Meißniſchen Gulden zu 63 Creutzer, und 24 einen Thaler, oder 72 Creutzer gelten ſollten. §. 12. Es ließ darauf Kayſer Ferdinand der I. auf dem Reichstage zu Augſpurg Anno 1559. eine neue Reichs⸗Muͤnzordnung verfaſſen, darinn der Unteefcheid Der Kayſer „D verbietet die ge⸗ Nringern Thaler zwiſchen den bisherigen Species Reichsgulden zu 72 Creutzern, und den gemei⸗ weiter zu prä⸗ nen Zahlgulden zu 60 Creutzern aufgehoben, und nur lauter Reichsgulden zu gen. 60 Creutzern gepraͤget werden ſollten. Die bisher von Anno 15751. gepraͤgte Reichsgulden blieben bey 72 Creutzern, die Thaler aber wurden auf 68 Creutzer valviret, und dabey befohlen, daß hinfuͤhro keine Thaler, noch auch Gulden von 72 Creutzern mehr ſollten geſchlagen werden. Es heißt davon in dieſer in dem n Il. Theil. Nnun 2. Theil 234 II. Th. VII. Cap. 1. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, 2. Theil der Reichs⸗Abſchiede ſtehenden Muͤnzordnung:„Eine gemeine Reichs⸗ „muͤntz im Nahmen Stuͤck und Gehalt auf ein fein Marck Silbers Coͤlniſch Ge⸗ „wicht geſetzt, ſol ausgetheilet werden nach folgender Geſtalt. „Zum erſten, ein Stuͤck das ein Reichsgulden, oder 60 Creutzer gelten, „ſollen auf die Coͤlniſch Marck gehen zehnthalben Stuͤck, und fein halten viertze⸗ „hen Loth ſechtzehn Gren, wird die fein Marck ausgebracht umb zehen Gulden, „dreytzehend halben Kreutzer, und fuͤnf ein Hundert und vier und dreyßig Theil „eines Kreutzers. Solch Stuͤck ſoll durch das Reich ein Reichs Guldener ge⸗ „nennet werden. „Zum andern, zwey Stuͤck, die ein Reichs Gulden, und derſelben Stuͤck „eins dreyßig Kreutzer gelten, ſollen auf die Coͤlniſche Mark gehen neuntzehen „Stuͤck, und fein halten 14 Loth ſechtzehen Gren, wird die feine Marck aus⸗ „bracht, wie hie oben gemeldt. Solche Stuͤck ſollen durch das Reich halb „Reichs Guldener genant werden.,, Dieſe und die nachfolgende 5 Sorten, als ſechs Stuͤck zwoͤlf Stuͤck von obigen Gehalt auf einen Reichsgulden zu 60 Creu⸗ tzern, ferner 24 Stuͤck, dreyßig Stuͤck beyde zu 8 Loth fein auf einen Reichsgul⸗ den, oder 60 Creutzer, und letzlich 60 Stuͤck, als Creutzer, zu 6 Loth, 4Graͤn fein, nennet der Kayſer ſeine neue Reichs⸗Muͤnze. Daneben hat er auch auf Anhalten einiger Reichsſtaͤnde unter andern kleinen Sorten Reichsgroſchen zu ſchlagen zugelaſſen, deren 21 Stuͤck 60 Creutzer gelten, 108 Stuͤck aber auf die Coͤlniſche Mark gehen und fein 8 Loth halten ſollten. .§. 13. Die Thaler Weil aber auch die Ausſchlieſſung der Thalermuͤnze vielen Staͤnden nicht uenceſ wieder anſtunde, ſo wurde auf dem Reichstage zu Augſpurg Anno 1566. auf Erſuchen lur Nilchsmüm verſchiedener Reichsſtaͤnde vom Kayſer Maximilian wieder zugelaſſen, Thaler zu ze gemacht, ſo 68 Creutzer zu praͤgen, weil an vielen Orten, und Landſchaften der teutſchen daß ahder 4. zf Nation die Contracte und Verſchreibungen auf die Thalermuͤnze gerichtet waren. und ſie Loth Es heiſſet davon in dem Abſchiede des Reichstages, zu Augſpurg Anno 1566. 4 Grän ſein ſeyn aufgerichtet, alſo:„„Demnach haben wir uns mit denen Staͤnden, und ſie ſich ſollen.„hinwieder mit uns entſchloſſen, Setzen, ordnen und wollen, daß beruͤhrte Tha⸗ „ler gantz, halb, und Oerter neben andern in dem Muͤntzedict,,(von A. 1559.) „geordneten Stuͤcken und Sorten, jedoch denſelbigen in gleicher Guͤte und Ge⸗ „halt, gemuͤntzt, geſchlagen, und in Bezahlung fuͤr Wehrſchafft, Innhalt nur „beruͤhrter Muͤntzordnung gegeben, und genommen werden ſollen. Als nemli⸗ „chen ein gantzer Thaler, deren ein Stuͤck ſechzig acht Kreutzer gelten, ſollen auf „die Coͤlniſche Mark gehen acht Stuͤck, und fein halten viertzehen Loth, und „vier Gren, wird die fein Marck ausgebracht um zehen Gulden und zwoͤlff „Kreutzer.„(iſt in 9 Thalern eine feine Marck Silber)„Am andern halbe „Thaler, deren ein ſtuͤck vier und dreißig Kreutzer gelten, ſollen auf die Collni⸗ „ſche Marck gehen, ſechtzehen ſtuͤck, und fein halten viertzehen Loth, 4 Gren, 2„und die fein Mark ausgebracht, wie itzt gemelt. „Am dritten Viertheil Thaler, deren ein ſtuͤck ſiebentzehen Kreutzer gelten, 4„ſollen auf die Coͤllniſch Marck gehen zwey und dreißig ſtuͤck, und fein halten nwierdehen Loth, und vier Gren, wird die fein Marck ausgebracht, wie ob⸗ „geſetzt.,,. Und ſo iſt auf dieſem Reichstage Anno 1566. zu Augſpurg der jetzige Reichs⸗ Muͤnzfuß der Thaler zuerſt feſtgeſetzt worden, da, wie vorhin, 8 Stuͤck auf die Mark gehen, die rauhe Mark aber 14 Loth, 4 Graͤn fein halten ſollte, daß in 9 Stuͤcken eine feine Mark Silber war, und es ſind die Thaler Reichsthaler 9 nennet, welche den Bergbau befoͤrdern. 235 nennet, und in dem Reichstages Abſchiede zu Speyer Anno 1570. vom Kayſer Maximilian unter den Reichsmuͤnzen oben angeſetzet worden, da es heißt:„Und „demnach wollen und gebieten wir nochmahls, daß im H. Neich kein andere ſil⸗ „berne Muͤntzoorten, denn die darin beſtimpte an ſchrot und korn probirte Reichs „gantze halbe und viertheil Thaler, ſollen 8. ſtuͤck fein halten 14. Lot, 4. Graͤn, „auch Reichs gantze und halbe Gulden, zehen Kreutzer ꝛc. gemuͤntzt, noch im „kauffen, verkauffen, oder andern Handlungen und Bezahlungen in ihren unter⸗ „ſchiedlich geſetzten Wehrt geben, und genommen werden ſollen., Dieſes wird in dem Kayſerlichen Mandat von Muͤnzſorten Anno 1571. wiederholet. §. 14. Da alſo der Thaler in dieſer neuen Reichs⸗Muͤnzordnung auf 68 Creutzer Einige Fürſten 44 Pf. geſetzet worden, ſo hat der Thaler 227 Meißniſche, oder hier ſogenannte 3 Ddas bu Gutegroſchen gegolten. Da nun 8 Stuͤck zu 14 Loth, 4 Graͤn fein auf die Thalers etwas Mark gehen ſollten, und die Mark zu 10 Gulden,(à 60 Creutzer) und zwoͤlf höher, der her⸗ Creutzer ausgebracht werden ſollte, ſo waͤre die feine Mark, in Thalern à 68 Creu⸗ wichjrbis auf 4 tzer, zu 9 Thaler à 227 Ggr. ausgemuͤnzet worden. Da aber die mit Bergwer⸗ter Münze i0 ken verſehene Staͤnde ſolche 68 Creutzer fuͤr einen Thaler nicht annehmen wolten, dieſen Landen weil das Silber dabey wolfeiler hingegeben werden muͤſte, als ſolches an andern geſtiegen. Orten zu haben; So iſt der Werth des Thalers in Sachſen bey 72 Creutzern, oder 24 Meißniſchen Groſchen geblieben, und die feine Mark in 9 Thalern à 24 Groſchen, auch in Niederſachſen, und alſo in dieſen Landen, beſage des Muͤnz⸗ edicts von 1568. ausgemuͤnzet worden. Wie nun nach dem vorhergehenden den groͤßeſten ſilbernen Dickmuͤnzen, die man hernach Thaler genennet, an dem innerlichen Werth nachgerade alſo abge⸗ brochen worden, daß da die Oeſterreichiſchen 2 Loth Stuͤcke, 8. auf die Mark fein giengen, endlich die Mark in 9 Stuͤcken zu 14 Loth, 4 Graͤn, ausgemuͤn⸗ zet, und der aͤuſerliche Werth von 60 bis auf 72 Creutzer erhoͤhet worden; So iſt es zwar bey dem innerlichen Werth zu 14 Loth 4 Graͤn beſtaͤndig geblieben, aber der aͤuſerliche Werth des Reichs⸗ oder Speciesthaler iſt gegen einen Zahltha⸗ ler, das iſt gegen die kleine Muͤnze, die im ganzen Reiche an Schrot und Korn verringert worden, geſtiegen. Es wurde zwar darauf Anno 1596. von dem Kayſer durch Commiſſarien zu Frankfurt der Thaler wieder auf 72 Creutzer ge⸗ ſetzet, aber er fing von Anno 1600. an gegen einen Zahlthaler von kleiner gerin⸗ gen Muͤnze erſt um ein kleines, hernach aber von Jahren zu Jahren hoͤher zu ſteigen, und ſeltner zu werden, da ſie zu kleiner geringen Muͤnze verſchmolzen wurden. Auf einer auf Pergamen in Goßlar geſchriebenen, und von Burger⸗ meiſter und Rath daſelbſt confirmirten Obligation, die ich in Haͤnden habe, ſte⸗ het geſchrieben, daß der Thaler um Michaelis Anno 1618. 50 Mariengroſchen gegolten. Dieſes Steigen des aͤuſerlichen Werths eines Reichsthalers hat ſo lange continuiret, daß er endlich in den Braunſchweigiſchen und Hildesheimiſchen Lan⸗ den Anno 1621. den 16. September 8 Thaler an kleinen Nichten liederlichen Sor⸗ ten gegolten, folglich 12 Reichsthaler 18 Mgr. rechthaltige ſchwere Muͤnze an der geringen und leichten 100 Thaler betragen haben, wie ſolches in dem Com- uto monetario, oder Muͤnzrechnung zu erſehen, welche Theodorus Stier, er Stadt Hildesheim geweſener Gerichtsſchreiber, wie auch Schreib⸗ und Re⸗ chenmeiſter Anno 1624. herausgegeben, und welche Anno 1663. wieder aufgele⸗ get worden. Es iſt auch davon ein Verzeichniß in der Celliſchen Gerichtsordnung Nun 2 S. 843. ——˖˖Q—O—Q·n:’——.— —— 2 2—-—————— . 2. 1* 4. 4 3 2 223,* 4 5 4. 8„ 1 8. 4 4* 1 4 5 8 4 ö 7.5 85*. 4 2 n. 8 Ar —.———————— 1*. ——————————— ——————————— — S=——————————— F ———————————.— —————— 6 . 236 II. Th. VII. Cap. I. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln S. 843. welches auch im dritten Theil der Chur⸗Braunſchweigiſchen Landesord⸗ nungen im 4. Cap. von Policeyſachen S. 460. ſtehet. §. 15. fr Hen S— Solchem verfallenen Muͤnzweſen abzuhelfen, und daſſelbe wieder in Rich⸗ ſetzt zurſt wie⸗tigkeit zu bringen, und auf den alten Fuß zu ſetzen, war unter allen Reichsſtaͤn⸗ der den Thaler den Herzog Chriſtian zu Zelle, dem Anno 1617. das Fuͤrſtenthum Grubenha⸗ 1uf 2. Liltenh gen, und alſo auch das Bergwerk extradiret war, der erſte, der dazu einen gluͤck⸗ Her Friedrich lichen Anfang machte, und ſeine dem ganzen Roͤmiſchen Reiche nutzliche Abſicht uͤlrich zu Br. erreichte. Dieſer Fuͤrſt publicirte den 24. Jan. A. 1622. ein Edict wegen der üßt Mümen Muͤnzvalvation, und den 14. Sept. deſſelbigen Jahrs ein Münzedict, daß ein ber prigen. Neichsthaler, ſo an Schrot und Korn des heiligen Reichs⸗Münzedicten gemaͤß, in ſeinen Landen nicht hoͤher eingenommen, oder ausgegeben werden ſolle, als fuͤr 24 Silbergroſchen, 32 Luͤbiſche Schillinge, oder 35 Mariengroſchen. Daher dieſer Herzog und Biſchof zu Minden darauf auf ſeine kleine Landmuͤnze die Wor⸗ te praͤgen laſſen: NACH. R. SCHRO T. V. KORN. und auf die Silbergro⸗ ſchen die Zahl 24. wie dergleichen von Anno 1623. noch zu finden ſind. Im Reiche hingegen wurde der ſo hochgeſtiegene Thaler nicht weiter als auf 90 Creu⸗ tzer heruntergeſetzet, weil die allzuhaͤufige kleine ſchlechte Muͤnze nicht ſofort weg⸗ geſchaffet werden konte. Herzog Friederich Ulrich von Braunſchweig verglich ſich wegen der Muͤnze mit obgedachtem Herzog Chriſtian, und dem Herrn Adminiſtrator zu Magde⸗ burg, Chriſtian Wilhelm, auf der Kreisverſamlung zu Luͤneburg und gab den 28. Jan. A. 1622. ein Muͤnzedict heraus,„„daß in kuͤnftigen Zeiten im Kaufen „und Verkaufen auch allen andern Gewerben und Handlungen der bisher unter „Reichs⸗ und gemeinen Zahlthalern gemachte Unterſcheid gaͤnzlich aufgehoben, „und ein ganz, oder Reichsthaler mehr nicht, als 24 Silber⸗ oder Fuͤrſtengro⸗ „ſchen gelten ſolle,„ und den 25. October deſſelben Jahrs ein anders, die Val⸗ vation betreffend; Ferner ein Muͤnzedict unterm 8. Dec. A. 1623. darin ange⸗ fuͤhret wird, daß kein ſichrer Weg und Mittel erfunden werden moͤge, um allen höchſtſtrafbaren Betrug der Ringerer, Schwaͤcher, Waͤſcher, Schmelzer, Aus⸗ fuͤhrer, Abgieſſer, Auswieger, Aufzieher, Auswechſeler, und Faͤlſcher abzuſchnei⸗ den, als wenn die Metalle unvermiſcht verbleiben, und die feine Silber ohne ei⸗ nigem Zuſatz und Roht vermuͤnzet wuͤrden. Darauf heißt es:„Wir haben uns „endlich dahin reſolviret, daß wir nun inskuͤnftige eine reine ſilberne Landmuͤnze „(die Pfenninge, deren 12 auf einen Mariengroſchen gehen ſollen, und wegen „ihrer Kleine einen ziemlichen zulaͤßigen Zuſatz an Roht haben muͤſſen, ausgenom⸗ „men) von Mattieren, Mariengroſchen, zween, vier, acht, zehen Groſchen „pis auf, und an ein Gulden⸗Stuͤcke von 20 Mariengroſchen mit einem beſon⸗ „dern kentlichen Abzeichen, und Zahl, wie hoch, und wie viel ein jedes wehrt, „und in Wehrtſchafft anzunehmen, ſchlagen und muͤntzen laſſen wollen, geſtalt „dann dero behuef albereits ein ziemlicher Anfang gemacht iſt.„„ Dieſe drey Edicte ſtehen im dritten Theil der Chur⸗Braunſchweigiſchen Landesordnungen im 4 Cap. von S. 462. bis 475. Die Pfenninge, deren 12 auf einen Mariengro⸗ ſchen gehen ſollen, werden itzo Klapperpfenninge, und in Goßlar Struwe Pfenninge genannt. Sie ſind in den Rechnungen bey dem Bergwerke noch ge⸗ braͤuchlich, gelten aber zum Ausgeben nirgend, als in Goßlar, worin ſie noch gepraͤget werden. §. 16. So ————.—————— ⏑— —— welche den Bergbau befoͤrdern. 237 16. So viel habe von dem Muͤnzweſen in aͤltern Zeiten, den mancherley Muͤnzſor⸗ Schriſtſteller vom Münzwe⸗ ten in dieſen Landen, Muͤnzordnungen, Muͤnzfuͤſſen zur Connexion mit dem unund den neue⸗ was in folgenden und ſonderlich in der 4. Abtheilung von den in den Harzmuͤn ſten Münzſtrei⸗ zen gepraͤgten Muͤnzſorten und Beſchickungen beygebracht wird, vor nöthig er⸗tigkeiten. achtet. Wer von dem Muͤnzweſen in aͤltern Zeiten mehr zu wiſſen verlanget, wird ſolches in Leonhard Wilibald Hofmanns Muͤnzſpiegel, ferner in ſeinem gruͤndlichen und ausfuͤhrlichen Bericht, unter was vor einem Kayſerthum, oder Koͤnigreich, und um was vor Zeit die mancherley Arten der guͤldenen und ſilber⸗ nen Muͤnzſorten geſchlagen worden; deutlicher aber und mehr an einander han⸗ gend in der Anno 1741 zu Helmſtedt wieder aufgelegten gruͤndlichen Nachricht von dem Muͤnzweſen insgemein, inſonderheit aber von dem deutſchen Muͤnzwe⸗ ſen aͤlterer und neuerer Zeiten ꝛc. deren Autor der gelehrte Wolfenbuͤtteliſche Herr Vicekanzler von Praun iſt, antreffen. Bey dem leztern findet man 122 Schriftſteller vom Muͤnzweſen und 370 derſelben am Ende der Vorrede des Herrn von Goͤbel zu danſer Carl V. Anno 1524 gegebenen Muͤnzordnung ange uͤhret. Auſſer die⸗ ſen ſind in den nuͤzlichen Hannoͤveriſchen Sammlungen von Anno 1756 verſchie⸗ dene Beytraͤge zu der Braunſchweigiſchen Muͤnzgeſchichte des ſechszehenden und ſiebenzehenden Jahrhunderts befindlich, wie auch von S. 970. 10 alte Nach⸗ richten mit einem Reſponſo von Helmſtedt und von Marpurg, was Rechtens ſey, wenn gute Reichsmaͤßige ſchwere Muͤnze ausgeliehen, und Obligationes dar⸗ uͤber geſtellet ſind, und die Schuldner die Capitalia nicht anders, als in lich ter und geringerer Muͤnze wieder bezahlen koͤnnen, und ſo mehr. Das allerneueſte Buch in dieſer Materie iſt folgendes: des deutſchen Reichs Muͤnzarchiv beſte⸗ hend in einer Sammlung Kayſerlicher und Reichs Muͤnzgeſetze, Ordnungen, Privilegien uͤber das Muͤnzrecht, kayſerlichen Reſcripten, Reichsgutachten, Com⸗ mißionsdecreten, Muͤnz⸗Probations⸗Reichs⸗ und Kreistages⸗Abſchiede, auch einiger Chur⸗und Fuͤrſten unter ſich, und mit denen vornehmſten Reichsſtaͤdten errichteter Muͤnzvereinigungen, Cdicten, Valvationstabellen ꝛc. nebſt zuverlaͤs⸗ ſiger Nachricht von deutſchen Muͤnzweſen uͤberhaupt in aͤltern, mitlern und neuern Zeiten, aus Archiven, und Original Actis publicis in chronologiſcher Ord⸗ nung dem Publico zum beſten zuſammen getragen, und mit einem Real indice verſehen von Johann Chriſtoph Hirſch, Furſtl. Brandenburg⸗Onolzbachiſchen Hof⸗Kammer⸗und Landſchaftrath, auch Muͤnzinſpectoren in 6 Theilen, davon der 6. und leztere Theil in Folio zu Nuͤrnberg 1760 herauskommen. Als man in der Braunſchweigiſchen Muͤnze etwa 1748 von dem Reichs⸗ fuß in kleinern Sorten, als 6. 3. 2 und Imgr. Stuͤcken etwas abgegangen, ſo wurde von der verſchiedenen Proportion der jetzgen Muͤnzen in Deutſchland und auswaͤrtigen Laͤndern gegen den Leipziger Fuß und derſelben Cours eine ausfuͤhrli⸗ che Nachricht ertheilet in einem 1749 gedruckten Schreiben, die deutſche und an⸗ derer Vöͤlker Muͤnzverfaſſung, inſonderheit die Hochfuͤrſtl. Braunſchweigiſche Muͤnze betreffend, darinn der ungenannte Autor nemlich der ohnlaͤngſt verſtor⸗ bene Preußiſche Geheime Finanz⸗Krieges⸗und Domainenrath, und General Muyddireror Graumann einen ausfuͤhrlichern Tractat von dieſer Materie ver⸗ pricht. In dieſem Schreiben will behauptet werden, daß bey jetzigen Umſtaͤnden das Sübbergeld gegen das Gold zu erhoͤhen ſey, oder eine Mark fein Silber hoͤ⸗ her, als in 12 Thalern, oder 18 Gulden ausgepraͤget werden muͤſſe, um eine beſſere Prvportion zwiſchen beyden Metallen zu beobachten. Dagegen iſt Anno 1750 ans Licht getreten: Gruͤndliche Pruͤfung des Schreibens, die deutſche und II. Theil. Ooo anderer 238 II. Th. VII. Cap. 1. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, anderer Voͤlker Muͤnzverfaſſung, inſonderheit die Hochfuͤrſtliche Braunſchweigi⸗ ſche Muͤnze betreffend, darinn ſolcher Erhöhung widerſprochen und der daher entſtehende Schade, ſo wie auch in dem 105. Stuͤck der Hannoveriſchen Samm⸗ lungen von 1756, gezeiget wird. Gegen dieſe Pruͤfung iſt Anno 1752 erſchie⸗ nen: Vernuͤnftige Vertheidigung des Schreibens, die deutſche und anderer Voͤl⸗ ker Muͤnzverfaſſung betreffend, der ſogenannten gruͤndlichen Pruͤfung entgegen geſetzet, darinn die Erhoͤhung des Silbers ferner beſtaͤtiget werden will. Sie iſt aber zu Hannover Anno 1752 wieder beantwortet worden in der Unterſuchung der Frage: ob das Silbergeld zu erhoͤhen ſey? In dieſem gruͤndlichen Tractat wird deutlich bewieſen, daß nicht das Silber zu erhöhen, ſondern dagegen das Gold zu erniedrigen ſey, daß, da bisher nach dem Reichsfuß von Anno 1737. die Verhaͤltniß zwiſchen Gold und Silber wie 1575 zu I geweſen, ſolche inskuͤnftige auf 14½: 1 geſetzet werde, oder, eine Mark Gold 144 Mark Silber gleich ge⸗ ſchaͤtet werde, ſo daß die Ausmuͤnzung der feinen Mark bey 12 Thalern in 9 Stuͤ⸗ cken, oder 18 Gulden bleibe, der Rthaler 2 Gulden, und 1 Ducat 3 Gulden, 20 mgr. oder 50 Kreuzer gelte. Dieſe Verhaͤltniß zwiſchen Gold und Silber iſt in dem 1753 in Frankfurt auf 4 B. gedruckten ohnvorgreiflichen Bedenken uͤber ſieben, das Muͤnzweſen im deutſchen Reich betreffende, Fragen, welche von einem großen Fuͤrſtlichen Hofe der Kaufmannſchaft der Reichsſtadt Frankfurt vorgeleget, und derſelben Mey⸗ nung daruͤber verlanget worden, in weiteres Licht geſetzet, und mit Gruͤnden aus der beſtaͤndigen Erfahrung, Kaufmannſchaft und Handel mit andern auswaͤrti⸗ gen Nationen beſtaͤttiget, und dabey gezeiget worden, daß bey den Franzoſen dieſe Verhaͤltnis 141 I beobachtet werde, und daß wenn ſie die Deutſchen auch anneh⸗ men, alsdenn das deutſche Silber gegen das Gold nicht ſo ſtark eingewechſelt, noch in den Muͤnzen zu kleinen geringen Sorten eingeſchmolzen werden, der Han⸗ del aber ohne Deutſchlands Schaden, im Gange bleiben wuͤrde. Wuͤrde dieſe Verhaͤltniß eingefuͤhret, und der Ducate auf 3 Gulden 20 mar. oder 50 Kreutzer geſetzet, ſo wuͤrde die Mark Gold gegen das Silber 7 Thlr. 6 mgr. devalviret, und betruͤge I Mark Gold gegen 144 Mark Silber 174 Thaler da ſie itzo im Handel auf 181 Thlr. 6 mgr. im Cours iſt. In dem 55. Stuͤck der Hannoveriſchen Gelehrten Anzeigen von Anno 1754 iſt S. 762 die hier einſchlagende Frage eroͤrtert:„Ob es rahtſam ſey, im Auspraͤgen „ geringhaltiger Muͤnze den Nachbahren nachzugehen, und um eine Gleichheit „ mit denenſelben im Ausmuͤnzen zu erreichen, den gewohnten beſſern Muͤnzfuß „ zu verlaſſen?„ Es werden 5 vermeintliche Bewegungsgruͤnde angefuͤhret, warum ſolches rahtſam ſey, auf einen jeden aber mit trifftigen Gruͤnden geant⸗ wortet, und der bey der Verringerung des innern Gehalts und Werths der ſil⸗ bernen Muͤnzen unausbleibliche große Schade für das Publicum, und ſelbſt fuͤr die Landesherrſchaften gezeiget, und damit die Frage verneinet. Der Herr Bergrath von Juſti bringet in dem 69 Stuͤcke der Göttingi⸗ ſchen Policeyamts Nachrichten von 1756 die Frage vor: Solte es gar kein Mittel geben, denen Unordnungen des Muͤnzweſens abzuhelfen? Nachdem er in dieſem Stuͤcke von den Quellen und der Urſache dieſes Uebels gehandelt, ſo zeiget er, daß der aͤuſſerliche und numeraire Wehrt, den man dem Gelde beygeleget, die einzige große Quelle aller Unordnung des Muͤnzweſens ſey/ daß derſelbe kei⸗ nesweges zu dem Endzweck des Munzweſens gehoͤre, und derſelbe ganz und gar nichts nuͤtze, ſondern daß er vielmehr allen Unordnungen Thuͤr und Thor öͤfne, welche auf einmal aufhoͤrn wuͤrden, wenn man dem Gelde keinen aͤuſer⸗ lichen Wehrt beylegte, ſondern allein die Feine, und das Gewichte des Goldes un — .———— 2˖8Q☚„„ — welche den Bergbau befordern. 239 und Silbers auf den Muͤnzen bemerkte. Es gehet alſo die Beantwortung dieſer Fra⸗ ge in dem folgenden 70 Stuͤcke dieſer Nachrichten dahin, da Gold und Silber hauptſaͤchlich wegen der auswaͤrtigen Commercien zu einem allgemeinen Verguͤ⸗ tungsmittel aller Guͤter angenommen worden waͤre, ſo folge unumgaͤnglich, daß man alles dasjenige bey den Muͤnzen vermeiden muͤſſe, was in dem auswaͤrti⸗ gen Handel Schwierigkeiten erregen koͤnne, und weil eben der aͤuſerliche und numeraire Werth des Geldes große Unbequemlichkeit in den Commercien verur⸗ ſache, ſo wuͤrde ſolcher Schwierigkeit abgeholfen werden konnen, wenn nur zweyerley auf dem Gelde bemerket wuͤrde, nemlich die Feine und Guͤte des M talles, und das Gewichte des Stuͤckes, da bey einer ſolchen Beſchaffenheit der Muͤnzen ganz und gar keine Unbequemlichkeit in den Commercien und Gewerben zu befuͤrchten ſey. Es ſey wider die ſchlechte Ausmuͤnzung kein wirkſamer Mit⸗ tel ausfuͤndig zu machen, als eben dieſe Einrichtung des Muͤnzweſens, in dem kein Regente bey ſeinem Bilde und Wapen praͤgen laſſen wuͤrde, daß dieſe Muͤn⸗ ze ſo und ſo viel am Gewichte halte, daß ſie fein Gold und Silber, oder ſo und ſo viel loͤthig ſey, wenn dieſes der Wahrheit nicht gemaͤß waͤre. Denn dieſes wuͤrde eine offenbahre Betruͤgerey ſeyn, der man ganz und gar keinen Mantel umhaͤngen koͤnne. en SS T7. Dem Braunſchweigiſchen Exempel folgten die mehreſten Reichsſtaͤnde in Churfürſtl. der Abweichung von dem Reichsfuße, nicht nur in den kleinen Sorten, ſondern Braunſcheigi, auch theils in Gulden und halben Gulden nach. In den beyden Harzmunzen mit einer Deval⸗ aber iſt man bey dem Reichsfuß in groben und kleinen Sorten beſtaͤndig geblie⸗vationstabelle ben. Weil nun ſolche geringhaltige Muͤnzen ſich haͤufig in das Churfuͤrſtenthum und uͤbrige geſammte Lande einſchlichen, ſo lieſſen Seine Koͤnigliche Majeſt. von Großbrittannien, als Churfuͤrſt von Hannover, den 15. Febr. 1752 folgendes Ausſchreiben ergehen. Ausſchreiben, den Werth der auswaͤrtigen Muͤnzen bey den Caſſen betreffend. „ Unſere ꝛc. Nachdem zeithero von den Unterthanen viele Klagen daruͤber „eingekommen ſind, daß ſie zur Entrichtung ihrer in die publiquen Caſſen zu „ liefernden Gelder die erforderlichen guten Caſſenmuͤnzſorten entweder gar nicht, „oder wenigſten nicht ohne große ſchwere Koſten, große Müne und vielen Zeit⸗ „verluſt nichaſſn vermoͤgten; So haben Sr. Koͤnigl. Majeſt. und Churfl. „ Durchl. unſer allergnaͤdigſter Herr, um ihren Unterthanen darunter einige Er⸗ „ leichterung angedeyen zu laſſen, vors erſte, und bis zur anderweiten Verord⸗ „nung, folgendes allergnaͤdigſt genehmiget: 1) So viel die an Koͤnigl. Kam⸗ „ mer zu entrichtenden Pachtgelder und ſonſtigen Gefaͤlle betrifft, ſo behaͤlt es, „ in Anſehung der Muͤnzſorten, worinn ſolche zu entrichten ſind, bey dem bis⸗ „ herigen Fuße ſo lange ſein Bewenden, bis daruͤber demnaͤchſt eine Aenderung „ verfuͤget werden wird. 2) In allen uͤbrigen Caſſen koͤnnen die dahin zu lie⸗ „ fernde Gefaͤlle, anſtatt der bishero erforderlich geweſenen guten und gerechten „ Muͤnzſorten, auch in geringhaltigen entrichtet werden, und ſollen ſaͤmmtliche „ Einnehmer nicht befugt ſeyn, deren Empfang zu verweigern. 3) Es ſoll je⸗ „ doch die Annehmung ſothaner geringhaltiger Sorten bey den Caſſen in keinem „ andern, als in dem devalvirten Werth, geſchehen, mithin ſelbige weder höher, „ noch niedriger, als die hiebeygefuͤgte Devalvationstabelle ausdruͤcklich nachwei⸗ „ ſet und vorſchreibet, erhoben werden. 4) Diejenigen geringhaltigen Mun⸗ Ooo 2„ ſorten der geringern Münzſorten. 240 II. Th. VII. Cap. 1. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, „ſorten aber, welche in dieſer Tabelle ausdruͤcklich nicht benennet ſind, ſollen „gar nicht angenommen werden. 5) Gleichwie es keinesweges die Meynung „hat, daß die Goldguldenordnung von 1749 ſ wenig in Anſehung des Quanti „ der in Goldmuͤnzen zu leiſtenden Zahlung, als ſonſt durch gegenwaͤrtige Inte⸗ „ rimsverfuͤgung in einige Weiſe veraͤndert, oder au gehoben werden ſoll; alſo „wird zum Ueberfluſſe declariret, daß diejenigen Gefaͤlle und Abgiften, welche in „ nur gedachter Ordnung auf Goldgulden beſtimmet ſind, nunmehro auch in „ Piſtolenmuͤnze, nach dem devalvirten Werthe angenommen werden koͤnnen; „ diejenigen aber, welche in guten Silbermuͤnzen entrichtet werden muͤſſen, nun⸗ „ mehro auch in den in der Devalvationstabelle benannten geringhaltigen Sorten, „im abgewuͤrdigtem Werthe, geſchehen köͤnnen. 6) Diejenigen, denen die Re⸗ „ cepturen anvertrauot ſind, ſollen bey Vermeidung ſchwerer Strafe ſich nicht „ unterſtehen, die in devalvirten Werthe einkommenden geringhaltigen Gold und „ Silbermuͤnzen, unter dem Vorwande, dafuͤr gute Sorten an die Haupteaſſe „ zu ſchicken, umzuwechſeln, noch ſonſtigen Wucher damit zu treiben, ſondern „ ſolche dergeſtalt abliefern, wie ſie bey ihnen eingehen, auch ſollen ſie 7) ſo⸗ „ thane Sorten in ſtarke Tuten zu 5 bis 10 Thlr. packen, und an die Haupt⸗ „ caſſen, wohin zu liefern ſie angewieſen ſind, abſchicken. Ihr werdet ſolches „ den Unterthanen bekannt machen, euch auch ſelbſt darnach richten. Und Wir ꝛc. „ Hannover den 15. Febr. 1752. An alle Beamte, Gerichte, Staͤdte und Recepturen in den Fuͤr⸗ ſtenthuͤmern Luͤneburg, Calenberg, Goͤttingen und Grubenha⸗ gen, nebſt dazu gehoͤrigen Grafſchaften. 9 ha Verzeichniß der geringhaltigen Gold⸗und Silbermuͤnzen, welche nach ihrem innerlichen Gehalte auf den Reichs⸗Gold⸗und Silber auch Tor⸗ gauiſchen Scheidemuͤnzfuß reduciret ſind, und bis auf weitere Ver⸗ ordnung bey allen publiquen Caſſen um den devalvirten Wehrt angenommen werden. Goldmuͤnzen.[Thl. ge.§. Thl. ſge.§. 1 Alle vollwichtige Ducaten zu 2 ſ24— 8 1 Ggr. Stuͤcke— 1[2 2 Vollwichtige Louis d'or von 9 Churbrandenburgiſche neue Louis XIV. 4 24— 1749 und nachhero gepraͤg⸗ 3 Vollwichtige Fridrich d'or 4 24— te 6 Mgr. Stuͤcke ⸗— 5— 4 Carl d'or, oder Wolfenbuͤttel⸗ 10 3 Mgr. Stuͤcke..—[2 4 ſche 7 Rthlr. Stuͤcke 4 24— Herzogl. Wolfenbuͤttelſche neue Und in dieſer Proportion gel⸗ 11 6 Mgr Stuͤcke— 72 ten auch die doppelten und 12 3 Mgr. Stuͤcke.— 2 3 halben Stuͤcke. 13 2 Mgr. Stuͤcke 3— 1116 Silbermuͤnzen. 14 Ggr. Stuͤcke— 11 1 Alte franzoͤſiſche Spec. Thaler 1 9— 15 1 Mgr. Stuͤcke—— 6 2 Halbe ⸗ ⸗— 22— 16 6 Pfenning Stuͤcke ⸗—— 4 3 Viertel ⸗ ⸗ ⸗— 10/4 Landgraͤflich Htſſiſche. 4 Churtrieriſche alte Petetmaͤn⸗ 17 3 Ggr. Stuͤcke 3— 4 chen, welche im Handel und 18 3 Mgr. Stuͤcke.— 2 /6 Wandel 2 mgr. gelten-— 1[619 Weißpfenninge oder9 Pfen⸗ Churſaͤchſiſche neue, nach 1749. ning Stuͤcke— 1— gepraͤgte Fuͤrſtlich Oſtfrieſiſche. 7 12 Mgr. Stuͤcke—[10,4 20 3 Mgr. Stuͤcke.—[2 /4 6 6 Mgr. Stuͤcke ⸗-— 5[2 21 2 Mgr. Stuͤcke— 1ʃ4 7 3 Mgr. Stuͤcke ⸗*— 1215 22 1 Mgr. Stuͤcke—!Ns Fuͤrſtl. ———ʒÿʒÿ—y— 4 2 1 welche den Bergbau befoͤrdern. 241 Thl. ge.. Thl. ge.§. Fuͤrſtl. Waldeckſche. 98 Stadt Bremiſche.„ 9e 23 3 Mgr. Stuͤcke 3—[2[4 27 1. Mgr. Stuͤck oder 2 Gro⸗ Stadt Goslariſche. 1. ton 24 1 Mgr. Staͤcke. 1— 6.( ee Anno 1754 war folgendes in den Hannoveriſchen Anzeigen in dem 101 Stuͤcke befindlich: Die Braunſchweigiſchen 6 mgr. Stuͤcke von 1754 halten die Mark fein 7 Thlr. 12 Gr. Die feine Mark iſt ausgemuͤnzet 14 Thlr. 32 Gr. 24 Pf. Der Reichsfuß iſt 12 Thlr. iſt ein Stuͤck wehrt 4Mgr. und meiſt 7 Pf. iſt an 100 Thlrn Verluſt 10 Thlr. 16 Gr. 1¶ Pf. An Braunſchw. 3 Gr. Stu⸗ cken von 1752 iſt Verluſt 21 Thlr. 14 Gr. 7¼ Pf. von 1753- 17- 27— 44— von 1754 18„ 7- 3—— In dem 6 Stuͤck der Hannov. Anzeigen von 1757 ſtehet folgendes: die neuen Preußiſchen 4 mgr. Stuͤcke ſind nach dem Reichsfuß wehrt 2 mgr. 775 pf. f n 100 Thlen Verluſt 27 Thlr. 28 mgr. Die Mark fein haͤlt 5 Loth, 14 raͤn.. §. 18. Den 5. Jul. 1758. hat des Herzogs von Braunſchweig Durchl. durch fol⸗ gendes Manifeſt ⸗) die geſchehene Auspraͤgung neuer Muͤnzſorten, als 3 imgr. 6 mgr und 12 mgarſtuͤcke bekant machen laſſen, wovon die Mark fein, ſtatt des fuͤr z und ½ Stuͤcke auf 12 Rthlr. geſetzten Reichsmuͤnzfußes, zu 16 Rthlr. aus⸗ gepraͤget iſt. 8 Von GOttes Gnaden, CARL., Herzog zu Braunſchweig und Luͤne⸗ „ burg ꝛc. ꝛc. Mit was fuͤr Landesvaͤterlicher Sorgfalt Wir bisher Unſern ge⸗ „ treuen Unterthanen und deren Handel und Wandel fuͤr die verderbliche Ueber⸗ „ſchwemmung mit ſchlechtem Gelde zu bewahren geſuchet, iſt aus den von Zeit „ zu Zeit bey Unſerer Muͤnze gemachten Anſtalten offenbar, und maͤnniglich be⸗ „ kannt. Wir ſind in ſolchen ſo weit gegangen, daß in den lezten Zeiten mit „ wuͤrklichem Schaden ausgepraͤget, und den Lieferanten das Silber hoͤher bezah⸗ „let, als es wieder vermuͤnzet worden. Wir wuͤrden noch fortfahren, ſolches „ thun zu laſſen, wenn Wir nur einige Hofnung fuͤr uns ſaͤhen, durch dieſes „ Mittel die in ſo großer Menge zum Vorſchein kommenden geringhaltigen Mun⸗ „ zen von Unſern Landen zu entfernen. Da aber leider! ſo viele hohe und nie⸗ „ drige Staͤnde des Reichs in der Beſchickung ihrer Muͤnzen ſo weit herunter „ gegangen, daß nunmehro die Unſrigen 10. 20. 30. ja uͤber 40. und 50. pPro „ Cent beſſer ſind, als jene; ſo ſind Wir und Unſere Lande nicht nur des hier „ gepraͤgten einheimiſchen Geldes, als welches mit ſo großem Vortheil den aus⸗ „ waͤrtigen Muͤnzen zur Nahrung und Gewinſt dienen muͤſſen, faſt gaͤnzlich ent⸗ „ bloͤſſet, ſondern es iſt an deſſen Stelle mancherley fremdes Gepraͤge eingefuͤh⸗ „ ret, unter welchen abermahls jederzeit das beſſere von dem ſchlechtern verſchlun⸗ „ gen worden. Wir haben zwar dagegen nicht nur die erforderlichen Verbote „ergehen, ſondern auch unter der Hand alle nur moͤgliche Anſtalten vorkehren „» laſſen; der Erfolg hat aber auch dieſesmal die ſchon alte Erfahrung beſtaͤtiget, „ daß, ſo lange die guten Muͤnzen zu fournirung der ſchlechten Muͤnzſtaͤtte mit » weit mehrerm Vortheil, als das rohe Silber, gebraucht werden koͤnnen, mit den „ muͤhſamſten Gegenanſtalten wenig, oder nichts auszurichten ſey: Wir ſehen II. Theil. Ppp 22 Uns *) Hannover. Anzeigen von Anno 1772. 34. Stück. **½) S. das 99. Stück der Hannöv. Intelligenzblätter 1778. Braunſchweigi⸗ ſches Manifeſt 47 V 1 5 ——⸗—:—: S 8.* 7.. 2 4 8„ 4 — 5——— 9 8 — 2——— ÿÿÿÿÿÿ⅓¼¾¼ ——————— 1 242 II. Th. VII. Cap. 1. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln/ „ Uns alſo nothgedrungen, in Unſerer Muͤnze vor jezt eine Aenderung zu ma⸗ „chen, und da nach dem Urtheil der Sachenkundiger, welche dieſerhalb zu Ra⸗ „ the gezogen, Wir entweder den Handel und Wandel der Willkuͤhr ſchlecht⸗ „ haltiger Muͤnzſtaͤtte Preis geben, und daß, der kleinern Muͤnze zu geſchwei⸗ „ gen, 2 und 4 Gorſtucke rouliren, die reſp. kaum die Haͤlfte, wenigſtens das, „ was ſie heiſſen, bey weiten nicht werth ſind, dulden, oder daß Wir zu „ einer Abhaltung derſelben, eine Muͤnze ſchlagen uſſen muͤſſen, die nicht, wie „„ die bisherige, beſchaffen, und in ſolcher Maaße beſſer ſey, daß ſie alſofort mit „ ausnehmendem Vortheil fremde Schmelztiegel fuͤll. Unter den Uns unter⸗ „ thaͤnigſt vorgeſchlagenen Erhoͤhungen der Auspraͤgung haben Wir die mindeſte „ gewaͤhlet, und befehlen, daß nunmehro die 2. 4 und 8 Ggrſtuͤcke die Mark „ fein zu 16 Rthl. ausgepraͤget werden ſollen, bis die von GOtt zu hoffende „ Aenderung der jetzigen ungluͤckſeligen Zeiten Uns geſtatten wird, wieder zu dem „ bisherigen Muͤnzfuß, und, wo möglich, zu demjenigen zuruͤck zu kehren, den „Wir mit ſo vieler Muͤhe und Sorgfalt vor mehr, denn 10 Jahren feſt zu „ ſtellen geſuchet, und deſſen Gruͤndlichkeit, ſelbſt durch die zum Anfange dawi⸗ „ der gemachten Zweifel in ein mehreres Licht geſetzet, und durch die Erfahrung „ beſtaͤtiget worden. Bey der jetzigen Veraͤnderung wiederfaͤhret Unſern getreuen „ Unterthanen zwar der wahre Vortheil, daß ſie in einer Summe von z. E. „, 100 Rthl. Unſers neuen Geldes weit mehr Silber, als in allen neuerlich ge⸗ „ praͤgten 2, 4 und 8 Gorſtuͤcken beſitzen, und bey einer kuͤnftigen Reduction „ nicht ſo viel Schaden zubeſorgen haben; wie aber dieſes neue Geld nur zum „ Nothmittel wider die noch ſchlechtern Sorten dienen, und laͤnger nicht, als „ Landesvaͤterli ermahnet, daß ſie Unſere bis jetzt gepraͤgten 2, 4 und 8 Ggr⸗ „ ſtuͤcke, ſo vie möglich, bey und im Cours zu behalten ſuchen, ſolche gegen „„ Unſer neues nicht verwechſeln, dahingegen aber dahin trachten, daß ſie der „ auswaͤrtigen Muͤnzen los werden, und wenn ſie von der bisherigen, leider gar „ zu rar gewordenen hieſigen Muͤnze nichts erhalten können, wenigſtens mit der „ neu gepraͤgten hieſigen Muͤnze ſich zu verſehen ſuchen, maſſen Wir zu ſeiner „ Zeit, und hoffentlich bald, die geringen auswaͤrtigen Muͤnzen, in ſo weit es „ nur immer moͤglich, und ſolte es auch mit großem Schaden der hierdurch ge⸗ „warneten Innhaber ſeyn, fort zu ſchaffen ſuchen, und demnaͤchſt, ſo bald es „abermals moͤglich, die bisherige Muͤnze allein wieder einzufuͤhren, und als⸗ „„ denn dahin trachten werden, daß, welches GOtt wolle, der erſte von Uns „ verordnete Müͤnzfuß wieder hergeſtellet werden moͤge. Urkundlich Unſer ei⸗ „ genhaͤndigen Unterſchrift, und beygedruckten Furſtl. Geheimen⸗Canzleyſiegels. „Gegeben in Unſerer Stadt Braunſchweig, den 5. Jul. 1758.„„ A. A. v. Cramm. SHiierunter ſtehet nun auf genanntem 99 Stuͤck der Hannover. Anzeigen von 1758 folgendes:„ Es erhellet alſo, daß, wenn dieſe neue Muͤnzen nach „dem Reichsmuͤnzfuß verglichen werden, ſo dann ein 12 mgrſtuͤck nur 9 mgr., „ein 6 mgrſtuͤck nur 4 mgr. 4 pf. werth ſey. Es dienet dabey zur Nachricht, „ daß dieſe neue Munzen von andern in dieſem 1758ten Jahre zur Publicirung „ obintendirter Verordnung gleichfalls ausgepraͤgten Braunſchweigiſchen Muͤn⸗ „ zen ſich darinn unterſcheiden, daß ſelbige unter der Jahrzahl 1758 ein lleines „ bdex „ die aͤuſſerſte Noth es erfodert, gebrauchet werden ſoll; ſo werden alle und jede ———ü———————— —2——— ——+½— 2+½— welche den Bergbau befoͤrdern. 243 „oder Punct haben, welcher auf den vorher ausgepraͤgten Munzſorten, ſo viel „man derer zuſammen halten koͤnnen, ſich nicht findet. Hannover, den „6. Decembr. 1758.„ §. 19. Albs 1758 unter den geringhaltigen Silbermuͤnzen auch Herzogl. Wuͤrten⸗ Allerhand bergiſche ½ Stuͤcke zum Vorſchein kamen, welche unter dem Herzoglichen Tadntſaendie Bidniſſe mit der Umſchrift: cakorvs p. G. Dvx WvRT. et T. ausgepraͤget, Landen verboten und auf dem Revers mit VI. EINEN REICHS-THALER 1758 bemerket ſind, wo⸗ worden. von jedes Stuͤck, nach dem Reichsmuͤnzfuße, an innerlichem Gehalt ſtatt 6mgr. nur 4 werth iſt: So haben Ihro Koͤnigliche Großbrittanniſche Majeſtaͤt und Churfuͤrſtl. Durchlauchtigkeit den 18 April deſſelben Jahres ihre Unterthanen verwarnen laſſen, keine dergleichen geringhaltige neue Muͤnzſorten von auswaͤrti⸗ gen Orten in der Zahlung anzunehmen, und unter den 1 Dec. 1758 ernſtlich verboten: daß niemand ſich weiter unterſtehen ſolle, Herzoglich Wuͤrtembergi⸗ ſche Muͤnzen, unter was fuͤr Stempel und Gepraͤge ſolche ſchon zum Vorſchein gekommen ſeyn, oder noch zum Vorſchein kommen moͤchten, in ihren Landen we⸗ der anzubieten noch anzunehmen, geſtalten derjenige, welcher dawider handle, mit Verluſt des Geldes, und deſſen zehnfachen Werth beſtrafet werden ſolle, wie im 98. Stuͤcke der Hannoveriſchen Anzeigen von 1758 befindlich iſt. Als auch Anno 1758 unter dem Fuͤrſtl. Anhalt⸗Bernburgiſchen Bildniß eine neue Muͤnzſorte erſchienen iſt, mit der Umſchrift v. PRID. D. G. P. A. DvX. s. A.& W. c. Asc. D. B.& s. wovon VI. EINEFN THALER halten ſolten, wovon aber jedes Stuͤck kaum 3 mgr. 5 pf. an Werth betraͤget; So ſind ſolche in die⸗ ſen Landen den 13 Nov. 1758 unter der angedroheten Strafe, daß ſie ſollen confisciret und der Obrigkeit verfallen ſeyn, auch uͤberdem, daß derjenige, ſo dergleichen ausgeben wird, von jedem guten Groſchen mit einem Thaler beſtrafet werden ſolle, verboten. S. Hannov. Anzeigen 1758 93 Stuͤck. Auch die nachherige Sorte, auf welcher bloß die beyden Buchſtaben V. F. im Zuge geſetzet worden, iſt in den Hannoveriſchen Landen gaͤnzlich bey Vermeidung der Confiscation und Strafe des gedoppelten Werthes den 14 Febr. 1759 verrufen worden, Hannov. Anzeigen von 1759. 16. St. Anno 1754 erſchienen unter dem Herzoglich⸗Mecklenburg⸗Schweriniſchen Muͤnzſtempel— und 2 Stuͤcke, wovon nach angeſtellter Muͤnzprobe, die Stuͤ⸗ cke, 8 Mariengroſchen, und die 3 nur Amgr. 3 pf. nach dem Reichsfuße werth ſind; desgleichen Fuͤrſtl. Fuldaiſche, und Graͤfl. Montfortiſche ½ Stuͤcke, wovon das Stuͤck von erſtern, nur 3 mgr. 7 pf. und von leztern 4 mgr. 2 pf. werth befunden worden; welche ſaͤmtlich unter gleicher Strafe den 7. Febr. 1750 ver⸗ rufen worden. Anno 1758 kamen zweyerley Gepraͤge von neuen 3 Stuͤcken aus einer da⸗ mals noch unbekannten Muͤnzſtaͤtte, wovon das eine auf dem Avers die in ein⸗ ander geſchlungene Buchſtaben c. M. A. B., und auf dem Revers„VI. EINEN REICHS THALER I1758 M. enthaͤlt, das zweyte aber auf dem Avers, unter ei⸗ nem Churhute, ein in einander geſchlungenes doppeltes L. zeiget, und auf dem Revers VI. EINEN THALER H. H L. L. M. fuͤhret: Alle beyde haben das nemliche Schickſal der Verrufung und Beſtrafung den 14. Febr. 1750. erfahren. S. auch das 41. St. Hannov. Anzeigen 1750. Anno 1759 und 1700 erſchienen noch unter dem obgemeldten Mecklenbur⸗ diſchen Schweriniſchen Muͤnzſtempel von Anno 1754 und: Stuͤcke, die nicht ie Helfte werth ſind, und daher im Tuß 1760 unter ſchwerer Strafe verbo⸗ pp 2 ten —— 2— —.. 1„———.——— 1.. 24* 6.— 4 1. 4 8 ·**—. 1. 1 8—* 7 4** 5* 4. 4 3— 4 2 4. 8 3 3 —————-—— S 8 2* 7... ————— A—————— 12 —.—————————————————— ————————————————2 — 3——— 5————— ——ÿ——õ—— 4 8. 1* 1, 244 II. Th. VII. Cap. 1.Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, ten worden ſind. Cben dieſes iſt den neuen preußiſchen Piſtolen widerfahren, die mit der Jahrzahl 1755 und 17590 zum Vorſchein gekommen, und nach dem Reichofuß von Ducaten nur 3 Thlr. 11 Gr. 1 Pf. nach dem Hannoveriſchen Piſtolenfuß aber nur 3 Thlr. 10 mgr wehrt ſind. Und damit uͤberall dieſe verrufene Muͤnzſorten nicht moͤchten auf den Po⸗ ſten und Extrapoſten in das Land gefuͤhret, und die guten Sorten dagegen aus⸗ gefuͤhret werden, ſo iſt deswegen eine Koͤniglich⸗Churfuͤrſtliche Verordnung den 2. Febr. 1759 ergangen. S. 14 St. der Hannov. Anzeigen von 1759. auch iſt die Durchfuhr aller Mecklenburgiſchen Muͤnzen unter den 12. Sept. 1759 ſcharf verboten, weil ſie ſo dann aus den nechſtangrenzenden Landen in die hieſi⸗ gen zuruͤckkommen. V S.. Tafel, worinn Anno 1759 den 8 Sept. wurde auch die Herzoglich Braunſchweigiſche achaleen en Muͤnze mit einem C. unter dem Herzogshut zwar gaͤnzlich verrufen, weil nach man emige de den Proben die Mark fein zu 21 Thlr. 17 gr. bis 21 Thlr. 35 gr. ausgebracht valvirte Mün. worden, aber bald darauf nemlich den 30 Nov. wurden einige Tabellen von der enden denKan.Regierung zu Hanmover publiciret, welche enthalten, in welchem Werth die da⸗ ſen annehmen rinn benannten auswaͤrtigen bis 1759 ausgepraͤgten Muͤnzſorten bey den publi⸗ wolle. uen Caſſen angenommen, auch ſonſt im Handel und Wandel zugelaſſen werden pliten, welche hier folgen. 5 A. Silbermuͤnzen. Thlr. mge. pf. I. An Stuͤcken, oder zwolf Mariengroſchen, oder acht gute Groſchenſtuͤcken ſollen gelten und angenommen werden. 1) Die Herzogl. Braunſchw. ſo bis 1758 mit dem Pferde und 1 2 Wapen ausgepraͤget, zu 2.—5b- So im Jahr 1759 mit dem Buchſtaben C. unter dem Her⸗ zogshute ausgemuͤnzet, zu. 3 ⸗—16— 2) Die Koͤniglich Preußiſch. ſo bis 1759 ausge⸗ praͤget b 1. 1 3)— Herzogl. Mecklenburg⸗Schweriniſchen und jedes Stück zu. 7 Strelitziſchen 1 4) Die Königl. Poln. Churſaͤchſiſchen, ſo— nach dem Stempel de 1753. ausgemunzet iedes Stuͤck zu— 6- 5) Die Fürſtl. Anhalt⸗Bernburgiſchnn II. An* Stuͤcken, oder ſechs einen Thaler, oder ſechs Marien⸗ groſchen ſollen gelten und angenommen werden: 1) Die Herzogl. Braunſchw. mit dem Pferde bis 1759 zu 4 4 Die im Jahr 1750 mit einem C. unter dem Herzogshut aus⸗ gepraͤgten zu 2. 3 3 153 2) Die Koͤniglich Preußiſchen ſo bis 1759 aus 3) Die Herzogl. Mecklenb. Schweriniſchen gepraͤget, jedes 4) 2 7 2 Strelitziſchen Stuͤck zu- 3 4 ) Die Fuͤrſtl. Anhalt⸗Bernburgiſche, jedes Stuͤck zu 3 III. Ein Franzoͤſiſcher Laubthaler ſoll angenommen werden zu 1 13 2 halber Thaler zu 4.—[24 3 IV. Ein Hollaͤndiſcher Ducaton„„7„ 1 290 3 6). 3 Gulde, zu.„ 7 4 5 1716 V. Die ———— ⏑☛⏑ ⏑άp- — welche den Bergbau befoͤrdern. 245 3 WThlr. mge. pf. V. Die bey den Elbzoͤllen eingefuͤhrte Banco Species imgl. das Lauenburger Courant bleiben in ihrem Lauf und Werth. B. Goldene Muͤnzen. I. Ein franzoͤſiſcher Schild⸗Louis d'Or, zu. 5 24— II. 1) Eine Franzoͤſiſche einfache zu ⸗. 2 24— 2) Spaniſche jedoch mit Ausſchlieſſung der verrufe⸗ 4 2 3) ⸗Preußiſche nen geringhaltigen unter den Köoͤnigl. 4) ⸗ Braunſchw. Poln. und Koͤnigl. Preußl. Stempeln 5) 2 Hieſige ausgepraͤgten Piſtolen. 6) Eine doppelte Piſtole, zu. ⸗ ⸗ 9 12 1— 7) Eine halbe Piſtole, zu. 3 2 2 22— III. Ein Hollaͤndiſcher Ducate zu 25.. 2 24— IV. Ein Koͤniglich Daͤniſch XII. Markſtuͤck, zu ⸗. 2 4/4 Hannover, den 11. Dec. 1779. Koͤnigl. Großbrit. zur Churfl. Braunſchw. Luͤneb. Regierung verordnete Geheimteraͤthe. G. Ad. v. Muͤnchhauſen. Muͤnz⸗Tabelle. Nr. II. † Verzeichniß der bis daher gaͤnzlich verrufenen Mufnzen, welche auch im Handel und Wandel nicht duͤrfen angenommen werden. IJ. Goldene Muͤnzen. Die unter dem Koͤnigl. Polniſchen, und Koͤnigl. Preußiſchen Muͤnzſtempeln de 1755. 1756. 1757 und 1759 neu ausgepraͤgte geringhaltige Piſtolen. II. An Silber⸗Muͤnzen. 1) Alle Heſſen⸗Darmſtaͤdtſche 2) ⸗ Wuͤrtembergiſche 3) ⸗* Fuürſtliche Juldaiſche Muͤnzen 4)* Graͤflich Wiedſche 4 5) ⸗* Graͤflich Montfortſche 6) ⸗ IFledermaͤuſe 7) ⸗ Ganze und halbe Batzen 8) ⸗ Kreutzermuͤnze 9) ⸗ Ganze und halbe Kopfſtuͤcke 10) Alle unter unbekannten Munzſtempeln ausgepraͤgte Sorten, worunter die mit C. M. A. B. und einem in einander geſchlungenen gedoppelten L. bezeich⸗ neten ½ Stuͤck mit gehoͤren. Hiezu kommen alle kuͤnftig hin neu ausgepraͤgte fremde Sorten, bis daß de⸗ ren Cours durch beſondere Verordnungen verſtattet wird. Hannover, den 11. Dec. 759. Koͤnigl. Großbrit. zur Churf. Braunſchw. Luͤneb. Regierung verordnete Geheimte⸗Naͤthe. G. A. v. Muͤnchhauſen. II. Theil. Qaq Auf 246 II. Th. VII. Cap. 1. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln/ Auf dieſe beyde Tabellen folget unter eben dem dato eine Vergleichungs⸗Tabelle. Wornach die Landesunterthanen, wenn ſelbige einige Herrſchaftliche, oder andere publique und von Alters her beſtimmte Gefaͤlle, in den devalvirten neuen Muͤnzen bezahlen wollen, ſich zu richten haben, um nicht verkuͤrzet zu werden. Nachdem Im Braun⸗ Im Koͤnigl. vom Ko⸗ In guten(Vom Her⸗(In guten nach Leipziger ſchweigiſchen Preußiſchen niglich nach dem zoglich dem Reichs⸗ und Gelde mit und Mecklen⸗] preußi⸗ Reichsfuß Braunſch. fuß ausge⸗ Reichs⸗ dem Pferde burgiſchen ſchen und ausgepraͤgten mit dem praͤgten Sor⸗ Muͤnzfuße, und Wapen, Gelde, Mecklen⸗ Sorten, Pferde und ten. ausge⸗ burgi⸗ Wapen *&* praͤgten ſchen Gel ausgepraͤg⸗ Geldes, de iſt tem Gelde nach der iſt nach der Redu- Redudlion ion werth werth. Thlr.) mgr. Thlr.) mgr. pf. Tblr.) mgr.] pf Thlr. mgr. Thlr.] mgr.] pf. Thlr.] mgr. Thlr.] mar.) pf. — 1- 1[3— 16— 6— 3 4— 6— 4 4 — 2— 2[6— 3 4— 12— 7-— 12— 2—- —5— 4-=—[2— 18— 10[4— 18 j134 — 6-8[-— 10[3— 24— 141-—— 24— 1. 18 — 12— 16-— 20— 30— 17 4]— 30— 22 4 — 18— 241-— 30 /[7 1—— 21/— 11—— 27- „ 24 s 32- ſ2 ⸗fes, 5 s- n= 1 12— I 27 6 3— 5 1/27 3— V 2 9— 8 21— 5221241- 30 17 4 4— 5 2112- 44— 321—— 3- f I3 2, 4— 1 712 6 30 7 6— 3 18[- 6— 4 18 1— 6 24— 82015 7— 4 31- 21— 52[- 6— 8—- 10[10 38/— 4 24- 58/— 66—- 7— 9 12- 12— 9— 122 6 27— 8— 10 24— 13 25 6 10— 5 30— 10— 7˙48— — 12—-— 15 17[4 111— 6 15- 11— 869- 10— 13 12- 17 5 2 12— 7—— 12— 9—— 111 14 24- ¹8 30 7 134— 7 21- 13/— 9 24— 124— 16—- 20 201 51 141— 8 6- 14— 10 18 1— 13,— 17 12- 22 10 3 17 8 27- 15.— 11 9[= 141— 18 241 247—20%—f 11 24w— 20— 15—[- 175— 22— 27]1 27 6 30— 17 18— 30/— 22] 18- 20— 26 24, 34] 10[340 5— 23 12-— 405— 30—- 30— 40%—- F1115[4 0— 29 6— 705— 37 18— 40%— 53 12— 68 20 60— 35—-60— 41 50— 66 24- 871 25 6705— 40 30- 70— 52 18— 60%— 80%—[-[102 30 7 80— 46 24- 80/— 60h0—— 70⁰0— 93 12[120—- 90— 72 181- 90— 67 18— 800— 106 24—[137 2 19015— 1 581 121- l100— 771— 1- 90— 120——[174 10 3 1001— 133 12 1- 1171] 15 4 §. 21. ———2 —6—4————— welche den Bergbau befoͤrdern. 247 §. 21. Dieſer kurzen Muͤnzgeſchichte der Braunſchweigiſchen Lande fuͤge ich nur Von den Wör⸗ noch bey die Erklaͤrung der Woͤrter Korn und Schrot, die bey den Muͤnzen ge⸗ braͤuchliche Benennung der Gewichte; Was fuͤr Gewichte in den Harzmuͤnzen in alten Zeiten gebraucht worden, und itzo gebraucht werden; Die Eintheilung der Gewichte, darnach die Muͤnzen probiret, und valviret werden. Korn, hieß in alten Zeiten bey der Silbermuͤnze, da das Silber nicht mehr fein, oder ohne Zuſatz geringern Metalles vermuͤnzet worden, im Plattdeutſchen auch Witte, das iſt weiſſes Metall, oder Silber im Gegenſatz gegen das rothe, oder Kupfer. Es bedeutet das Hauptmetall einer Geldſorte, als Gold und Silber in einer rohen Cöllniſchen Mark Geldes, oder, den Ge⸗ halt der Geldſorten an feinem Gold und Silber, weil das auf der Capelle nach dem Abtreiben gebliebene Korn aufgezogen, und die Feine, oder der Inhalt, darnach angegeben wird.. Es hat ſeine Benennung davon, daß anfaͤnglich ein Saamenkorn, eben, wie bey den geometriſchen Maaßen, zum Grunde genommen, und darnach das Gewichte von unten auf eingetheilet worden. Und weil anfaͤnglich, an ſtatt des deutſchen Worts Korn, das lateiniſche, granum, gebrauchet worden; So ruͤh⸗ ret es daher, daß noch itzo beym Goldgewichte ein Karat oder gradus, deren 24 auf eine Mark gehen, in 12 Graͤn, und beym Silbergewichte I Loth, deren 16 eine Mark ſind, in 18 Graͤn, das iſt grana, Koͤrner, eingetheilet werden, ſo daß beyde die Mark Gold und Silber 288 Graͤn halten. Dieſe Eintheilung wird das Markgewichte genennet. Schrot bedeutet das Gewichte der Geldſorten, ſo aus der Zahl der auf eine Mark geſetzten einzelnen Stuͤcke erhellet. Solche einzelne Stuͤcke einer Mark werden Schrot genennet, weil eine ganze Metallmaße, oder Stange, durchſchro⸗ ten, das iſt, in einzelne Stuͤcke zerſchnitten iſt. Es wird auch der aͤuſſerliche Werth eines Stuͤck Geldes Schrot genennet. Wenn demnach in einer Mark Geldes das in dem Muͤnzfuße verordnete Gold oder Silber an Karat oder Loth, und Graͤn iſt, ſo iſt das Korn und Ge⸗ halt richtig. Wenn die auf eine Mark verordnete Stuͤckzahl Geldes eine Mark waͤgen, ſo iſt auch das Schrot richtig. Iſt alſo das Geld von feinem Golde, ſo iſt das Korn beym probiren 23 Karat, 8 Graͤn, weil es durch Feuer nicht feiner kann gemacht werden. Iſt es von Brand⸗ oder feinem Silber, ſo iſt das Korn beym probiren 15 Loth, 16 Graͤn. Die uͤbrige an einer feinen Mark fehlende 2 Graͤn ziehen noch, als Unart, beym probiren in die Capelle. Iſt aber das Geld eine beſchickte, das iſt, aus zweyerley Metall zuſammengeſetzte Munze, ſo iſt das Korn darin das Gewichte des Hauptmetalles, als des Goldes, oder Sil⸗ bers, nach dem verordneten Reichs⸗Muͤnzfuß, als an Thalern, Gulden, und halben Gulden 14 Loth, 4 Graͤn, und das an einer vollen Mark fehlende Silber iſt der Zuſatz von Kupfer. 1 Hiebey iſt folgendes zu merken. Die Silber koͤnnen, wie geſagt, nicht hoͤ⸗ her und feiner, als 15 Loth, 16 Graͤn gebrant werden, und bleiben 2 Graͤn Unart, oder Bleyrauch darin, daher in der Muͤnze zu feinem Gelde nur 15 Loth, 16 Graͤn fein Silber gerechnet werden. Dieſe 286 Graͤn fein Silber hal⸗ ten alſo nur 17 ½ Stuͤck feine Gulden, welche 16 Graͤn feines Silber halten muͤſſen, oder am Gelde 11 Currentthaler, 22 Ggr.(1 Graͤn zu einem Guten⸗ groſchen gerechnet) die wol eine Mark waͤgen, aber an feinem Silber 2 Graͤn zu ¹ 4q 2 wenig *) Andre leiten dieſer Wort von dem griechiſchen Wort, Beration, her, welches eine kleine Hülſenfrucht von 4 Körnern bedeutet. S. Jo. Petr. Titii Comment, tertia nummaria p. 263. tern Korn und Schrot. ———ͥ——— *—„⸗ 1— 4 — Von den Münz⸗ gewichten. 248 II. Th. VII. Cap. 1. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, wenig haben. Dieſe muͤſſen nun zu einer Mark hinzugethan werden, daß ſolche bey der Ausmuͤnzung voͤllige 288 Graͤn an feinem Silber, und alſo 18 Stuͤck feine Gulden eine voͤllige feine Mark in ſich halten. Und ſo wird 1 Mark 2 Graͤn Brandſilber zu 18 Stuͤck betragen am Gewichte 200 Graͤn in der Muͤn⸗ ze eingewogen, oder es werden jeder Mark zur voͤlligen Feine 2 Graͤn Ueber⸗ gewichte vom Quart Cruc. Anno 1677. an zugelegt, wodurch die an 12 Thlrn. fehlende 2 Ggr. erſetzet werden. Es finden ſich alſo bey Probirung des feinen Geldes voͤllige 16 Loth, nachdem die 2 Graͤn Unart in die Capelle gezogen. Und 18 Stuͤck feine Gulden waͤgen eine Mark und 2 Graͤn, halten doch aber nur eine Mark fein Silber in ſich. Die beſchickten Muͤnzen aber werden auf 15 Loth, 16 Graͤn beſchicket. Wie nun alle Arten und Sorten Geldes nach Korn und Schrot ſollen und muͤſſen ausgemuͤnzet werden, alſo werden auch ſolche nach Korn und Schrot probiret. Wenn z. E. 18 Stuͤck feine Gulden eine Cöllniſche Mark und 2 Graͤn waͤgen, ſo iſt das Schrot, oder Gewichte, richtig; wenn 8 Rthlr. oder 16 be⸗ ſchickte Gulden zu 14 Loth, 4 Graͤn eine ſolche Mark waͤgen, ſo iſt auch deren Schrot, oder Gewichte, richtig. Um nun auch zu erkennen, ob beyderley Gat⸗ tungen ihr gehoͤriges Korn, oder Gehalt am Silber haben; So wird nach ver⸗ juͤngtem Markgewichte eine Mark eingewogen, und im Feuer probiret, da ſich denn in feinen Gulden ein Silberkorn von 15 Loth, 16 Graͤn und in Rthlrn. und den eben ſo beſchickten Gulden 14 Loth, 4Graͤn als des Reichs Korn in die⸗ ſen groben Geldſorten, finden muß. §. 22. Da die Ausmuͤnzung des Geldes an Korn und Schrot nach dem Gewichte geſchiehet, ſo muß man auch dieſes Eintheilung und Namen kennen. Im eilften und noch vorhergehenden Jahrhunderten wurden die Metalle und Muͤnzen mit Pfunden, Unzen und Lothen gewogen. Es ſind aber die Geldpfunde von den gemeinen Pfunden unterſchieden geweſen. Bey den Roͤmern, von welchen ſie herruͤhren, hatten die Geldpfunde 12 Unzen, oder 24 Loth. Unze, von uncia, welches den zwoͤlften Theil eines Gewichts bedeutet, wird eingetheilet in 2 Loth, oder 8 drachmas, das iſt Quintlein, Quentin, oder bey den Alten Quintet. Da nun die roͤmiſchen Geldpfunde mit der Zeit am Gewichte immer abge⸗ nommen, ſo iſt im eilften Jahrhundert anſtatt des Pfundes das Wort Mark aufgekommen, welches ein Gewichte ausdruͤcket, das um mehrerer Zuverlaͤßigkeit willen von jedes Landes hoͤchſter Obrigkeit gemarket, oder gezeichnet worden. Die Mark Silbers fuͤhret nach der Beſchaffenheit deſſelben drey Beyworte, als die feine Mark, die beſchickte Mark, die lothige Mark. Die feine Mark be⸗ deutet das reine Silber, die beſchickte Mark bedeutet Silber, zu welchem Kupfer zugeſetzet iſt; die loͤthige Mark bedeutet ein nach einem gewiſſen, z. E. dem Reichs⸗ thalerfuß beſchickte Mark. Nach demſelben iſt es eine Mark loͤthiges Silber, wenn dieſelbe zu 14 Loth, 4 Graͤn beſchicket iſt. Die Benennung, loͤthige Mark, iſt Anno 1310. aufkommen, und wird in den Diplomatibus argentum mix- tum, vermiſchtes Silber, genant. Auſſer dieſen itzo gebraͤuchlichen Beyworten finden ſich in den alten Schriften noch drey andere, als Mark Witte. Dieſes bedeutet das Korn, oder feine Metall am Gold und Silber, welches in einer Mark ſeyn ſoll. Mark⸗Gewichte, bedeutet im Handel, daß die Mark muß gewogen, und die darauf gerechnete Stuͤcke nicht muſſen gezahlet werden. Mark⸗ Gewehr, — pf„⸗—l2—— —* welche den Bergbau befoͤrdern. 240 Gewehr, iſt eine Anzahl Stuͤcke Geldes, die das Gewicht einer Mark austra⸗ gen, oder gewehren muß, wie z. E. 16 beſchickte Gulden auf eine Mark gehen. In alten Zeiten ward bey der Ausmünzung des Geldes im Reiche nicht ei⸗ nerley Gewichte gebrauchet. Am Rhein war das Coͤllniſche Gewichte, wie uͤber⸗ haupt, alſo auch bey den Muͤnzen angenommen, wie aus der Kayſer Carls V. Fer⸗ dinands I. und Marximilians II. Reichs⸗Muͤnzordnungen zu erſehen. Auf den Har⸗ ziſchen Bergwerken aber hat man ſich in den erſten Zeiten in der Grafſchaft Lau⸗ terberg, darin die Bergſtadt St. Andreasberg lieget, des Nordhauſiſchen, und im Grubenhagiſchen und Braunſchweigiſchen des Erfurtiſchen Gewichts bedienet, wie in den Bergfreyheiten der Grafen von Hohnſtein Anno 1521. Herzog Hein⸗ rich des Juͤngern von Anno 1532. und 1556. Herzog Ernſt zu Grubenhagen von Anno 1554. zu erſehen. So heißt es auch in Johann Matheſius Joa⸗ chimsthaliſchen Chronica bey Anno 1547.„Die Silber der Gewercken ſind nach „ Erfurtiſchem Gewicht bezahlt.„ Es iſt aber nach der Zeit auf den Harziſchen Bergwerken das Collniſche Gewicht durchgehends eingefuͤhret worden. Die Zeit der Einfuͤhrung iſt ganz unbekannt. Vermuthlich iſt es geſchehen, nach dem Kayſer Ferdinand JI. in der neuen Muͤnzordnung von Anno 1559. bey verſamleten Reichsſtaͤnden folgendes verordnet,„„Und dieweil alle Rheiniſche Gulden, ſo bisher gemuͤntzet, auf Col⸗ „ niſch Gewicht geſchlagen worden; So iſt unſer ernſtlicher Will Meinung und „ Befehl, daß güch hinfuͤhro alle Gulden auf daſſelbige Gewicht gemuͤntzet wer⸗ „ den. Darnach ſich ein jeder, der ein ander Gewicht hat, derwegen zu richten, „ und ſein Rechnung darauf zu ſtellen.,, oder doch, nach dem Kayſer Maximi⸗ lian II. Anno 1566. die Thaler unter die Reichsmuͤnze aufgenommen, da Kayſer erdinand I. Iuno 1559. dieſelbe zu praͤgen verboten hatte, als die nach Coͤllni⸗ chem Gewichte zu 14 Loth, 4 Graͤn fein, und 8 Stuͤck auf die Mark gepraͤget werden ſollten. In den alten in der Goßlariſchen Bergamtsregiſtratur befindli⸗ hen Munzrechnungen wird das gebrauchte Gewicht nicht benennet. Nach einem lausthaliſchen Muͤnzextract iſt Anno 1596. das Coͤllniſche Gewicht in den Lan munzen im Gebratich geweſen, und Loͤhneyß ſchreibet zu ſeiner Zeit, das iſt vor Anno 1617. im 3. Theile, S. 187. folgendes:„Die Beſchickung der Mun⸗ „ zen, ſo nach des Reichs Schrot und Korn geſchicht, iſt nach der Coͤllniſchen „Mark, wiewol die Nuͤrnbergiſche und Erfurtiſche Mark ein Quentlein, und „ mehr, ſchwerer iſt, als die Coͤllniſche., ri§. 23. 5 den Muͤnzproben werden das Pfenninggewichte, Hellergewichte, Eſchen⸗ Von den Ge⸗ t e und der Richtpfenning gebraucht. Nach dem Pfenninggewichte wird wihtee himen gewichte: die Mark, oder 16 Loth in 4 Quentin, und 1 Quentin in 4 Pfenning, mithin die Mark in 256 Pfenning abgetheilet. Im Hellergewichte wird noch 1 Pfenning in 2 Heller getheilet, ſo daß 512 Heller auf eine Mark kommen. Nach dem Eſchengewicht wird 1 Pfenning in 17 Eſchen, und alſo die Mark in 4352 Eſchen eingetheilet. Aus dem Pfenninggewichte entſtehet der Nichtpfenning. Eine Mark, oder 16 Loth, hat 256 Pfenning. Ein jeder dieſer 256 Pfenninge wird wieder in 256 Theile abgetheilet, und gehen alſo auf die Mark ſolcher Theile 65 536. Zum Gebrauch des Richtpfennings bey Probirung der Munzen iſt folgende Tabelle nothig. n Chal. Rrr 65535 I⁴ 3 1 H 5 1 r — 1 * 41 1 4 4 2 8* . . 1 ¹ 5 1 6 * 4 1 4 4 1 3 3 „ 1 4 4 4 * x 4 ₰☛ 4 4 1 14 1 4 1 * 4 1 „ .* 4 A 2. 5] 1 8 4,1 18 „* 4 4 2 . 8 1 V 1 4 1 4 1 1 4 —————— 1 ℳ Im 16. Sec. iſt noch keine Münze auf den Braunſchweigi⸗ chen Bergſtäd⸗ ten geweſen. 250 II. Th. VII. Cap. I. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, 65536 Pfenning thun 16 Loth. 32755;⸗ ⸗ 8⸗ 16384 ⸗⸗ 4* 7 7 7 2 8192 A 7„7 2-⸗ 4090o5 ⸗ ⸗ ⸗1 2 204G„« ⸗⸗ 1 Loth oder 2 Quent. 1024 ⸗, 1 2 512 ⸗⸗ ⸗ ⸗⸗. Quent. oder 2 Pfenn. 256 ⸗ 7⸗ n, ,⸗,, 1 ⸗ 128 ⸗„, t ,,, 64-⸗⸗⸗,,, ⸗ 32 ⸗:⸗ 2.,⸗„ ⸗ t 16 6 ⸗ 2 5 2 5 4 7 2 2 14 5 1. g⸗,,,, ⸗⸗ f 1, rh;e.9. 4 ⸗ ⸗, ⸗ 5 4 ⸗ e t, 2 ⸗:t; ⸗, 4 ⸗z,⸗,,- I ⸗ 7 ,,, 3 ⸗, Zwote Abtheilung. 33.. Ktar Von den Braunſchweigiſchen Muͤnzen zum Floſter Reichenberg, Goß⸗ lar, und Fellerfeld. Von den Muͤnzmeiſtern, Munzmaſchinen, und dem Munzproceß in der jetzigen Zellerfeldiſchen, Munze. 921 tae II n 6 echzehenden Jahrhundert iſt auf den Braunſchweigiſchen Bergſtaͤdten I den tkh chanden Dahyhu ſondern die gefallene Silber wurden zuerſt in die Fuͤrſtliche Kammer nach Wolfenbuͤttel geliefert, wie aus der erſten vom Herzog Heinrich dem juͤngern Anno 1532. herausgegebenen Bergfreyheit erhellet. Wie denn auch in einem in der Zellerfeldiſchen Bergamts⸗Regiſtratur befindlichen Aus⸗ zug der Muͤnzkoſten, und was auf das Silberbrennen gegangen, von Anno 1526. bis A. 1542. zu erſehen iſt, daß die erſten Muͤnzkoſten Anno 1537. berechnet worden, ungeachtet ſchon von Anno 1533. Silber gemacht worden ſind. Hernach ſind die Silber in dem nahe bey Goßlar liegenden Kloſter Reichenberg(insgemein Rei⸗ fenberg genant) welches, als zum Stift Hildesheim gehoͤrig, obgenanter Herzog damals im Beſitz hatte, vermuͤnzet worden, von wannen die Muͤnze nach Goßlar wurde.— 1 deilegety wird zwar von einigen vorgegeben, daß die erſte Muͤnze, in welcher das Geld mit dem Wildenmann gepraͤget worden, in der Bergſtadt Wildenmann hinter dem Waſſer an dem ſogenannten Badſtubenberge gelegen geweſen. Allein edenken, daß Herzog Heinrich der juͤngere ſchon Anno 1524. da das Phde zum ennu Wüdenmann wieder angegriffen worden, zwey deih ſchwere Silberſtuͤcke mit dem Wildenmann zu deſſen Andenken praͤgen laſſen, 5 noch kein Haus an dieſem Orte geweſen; So erreget auch dieſes einen Zweife gegen ſolches Vorgeben, daß der oft gemeldete Hardanus Haͤcke/ geweſener Pre⸗ diger im Wildenmanne, nicht die geringſte Meldung thut⸗ ueder von einer Muͤnze an dieſem Orte, noch von einem Muͤnzmeiſter, da er 4. ban Anno 1524. bis 1583. alle Anſtalten bey dem Bergwerke, und of nichss bf 5 tende Kleinigkeiten, wie auch die bey dem Bergwerke geweſene Bediente Sihu⸗ welche den Bergbau befoͤrdern. 251 Steiger, und den erſten Probirer, Peter Philips bey Anno 1534. nebſt denen Eivil⸗auch Kirchen⸗ und Schulbedienten anfuͤhret, und meldet, daß viel Silber gemachet, und Ausbeut gegeben worden. 1 *§. 2AãA. — Folgende Nachricht iſt mir von dem Herrn Geheimten Kammerrath und Nachricht von den erſten Mün⸗ Berghauptmann zum Zellerfelde, Herrn Carl Albert Ludewig von Imhoff, zen und Mü ertheilet worden, welcher einige Anmerkungen, die ich nachhero aus einigen er⸗ ereed ahe haltenen vriginal Muͤnzrechnungen gezogen, beygefuͤgt habe. „Als Herzog Heinrich der Juͤngere die Bergwerke am Oberharze wieder „aufgenommen, und dieſelbe zu ſilbern angefangen haben, ſo hat er anfaͤnglich „eine Muͤnze zum Reichenberge, dem nahe bey Goslar belegenen Kloſter errich⸗ „ tet, und die Harzſilber dahin liefern laſſen, und findet ſich die vorhandene aͤl⸗ „teſte Muͤnzrechnung von dieſer Reichenbergiſchen Muͤnze von Anno 1540 von „einem Andreas Blankenhagen unterſchrieben. Wie es aber waͤhrender Saͤch⸗ „ſiſchen und Heßiſchen Invaſion,,(das iſt von Anno 1542 bis 1547), mit der „Muͤnze gehalten worden, davon findet ſich hieſeibſt gar keine Nachricht„ (auſſer nur, daß Johann Dankwerts Anno 1547 die Muͤnzrechnung gefuͤhret.) „ Als aber vorgedachter Herzog wieder zu ſeinen Landen gekommen, und „durch den Vertrag mit der Stadt Goslar von Anno 1552 auch den Rammels⸗ „ berg vor der Stadt Goslar wieder an ſich, und ſein Hauß gebracht hat, hat „ kr nno 1556 6*9—. ) oder das Jahr zuvor, da in den in der Goslariſchen Bergamtsregiſtratur be⸗ findlichen Auszugen der Muͤnzrechnungen ſowol uͤber dem Auszuge, als auswen⸗ dig Anno 1755 ſtehet. Die Rubrik heißt: Auszug der Muͤnz und Bleyrechnung zu Goslar vom Quart. Crucis Anno 1555 zu Wolfenbuͤttel verrechnet.. „ dem Kloſter Reichenberg ein im Goslar belegenes Haus abgekaufet, und zur „ Herrſchaftlichen Muͤnze aptiren laſſen, daſelbſt auch Hans Khuͤnen zum „Muͤnzmeiſter beſtellet. An deſſen ſtatt Anno 1505 und 1564 der bekannte „ Lazarus Erker Muͤnzmeiſter geweſen, den aber Anno 1565 eben dieſer Hans „ Khuͤne wieder abgeloͤſet, welchem, als er Anno 1570 geſtorben(in welchem Jahre die Muͤnzgegenregiſter von Steffan Braͤuning, als Guardein, gefuͤh⸗ ret worden)„ſein Sohn, Andreas Khuͤne, als Muͤnzmeiſter gefolget, der An⸗ „ no 1500 geſtorben, dalihm Heinrich Depfern ſuccediret, und den Goslariſchen „ Munzmeiſterdienſt bis an ſeinen Tod, nemlich 1612, verſehen.„ *) Dieſer Heinrich Depfern iſt erſt Muͤnzmeiſter zum St. Andreasberg geweſen. Denn es finden ſich in der Clausthaliſchen Bergamtsregiſtratur noch 4 alte An⸗ dreasbergiſche Muͤnzrechnungen, die er eigenhaͤndig gefuͤhret und unterſchrieben hat. Die alteſte iſt von 1596 und 97 mit der Auſſchrift.„Muͤnzrechnung der „empfangenen Kauf⸗und Brandſilber Ihn Fl⸗Muͤntzs vffen Anderßbergk, und da⸗ „rauf gelieferten Muͤntz⸗Gewinſtes von dieſem Quarthal Elieſabeth anno 96 endet ſich poſt Hilarii 97 Heinrich Depferen, Die zweyte iſt von Anno 1601 die Rechnung Trinitatis von poſt Sexageſima bis vff poſt palmarum, darinn iſt eine Schmiedekoſt angefuͤhret, und die Rechnung liegt dabey, mit der Ueberſchrift: „Auf Fuͤrſtl. Muͤntze zum Andreißbergk gemacht von Weinachten bis vff Oſtern „de Anno 1601„Die Unterſchrift:„Meſter Hans Meyenberg.,, Die dritte von Anno 1601 von poſt Margaredac bis vff poſt Galli. Die 4. iſt von Anno 1603 von poſt Margaredae bis vff poſt Dionyſi. Solchemnach wird dieſer Heinrich Depfern erſt ſpaͤter Muͤnzmeiſter zu Goslar worden ſeyn, oder er muͤ⸗ ſte beyde Muͤnzen zum Andreasberg und Goslar verwaltet haben, da die Herzoge von Braunſchweig, Andreasberg und Clausthal mit allem zubehorigen in Beſiz hatten. Rrr 2„Und ᷓ̃.— 252 II. Th. VII. Cap. 2. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln „Und ſind waͤhrender Zeit alle Oberharziſche Silber nach der Goslariſchen Muͤn⸗ „ ze geliefert, und daſelbſt ausgemünzet worden. Als aber Anno 1601 Herzog „ Heinrich Julius mit der Muͤnze zu Oſteroda eine Veraͤnderung vorgenom⸗ „ men, und ſolche nach Zellerfeld verleget, iſt daſelbſt im beſagten Jahr ein be⸗ „ ſonderer Muͤnzmeiſter, Henrich Onkeler,() beſtellet, der aber Anno 1612 „ nach Heinrich Depfern Tod nach Goslar ziehen, und daſelbſt die Ober⸗ und „ Unterharziſchen Silber vermuͤnzen muͤſſen, Tneile *) Von dieſem Zeinrich Onkeler finden ſich ſieben Clausthaliſche Muͤnzrechnungen von Anno 1602 bis 1607 in welchen allen am Ende der Rechnung ſtehet, daß die Clausthaliſchen Silber in die Muͤnze aufs Zellerfeld geliefert worden. Ferner fin⸗ det ſich von ihm eine eigenhaͤndig geſchriebene und unterſchriebene Andreasbergiſche Muͤnzrechnung von Nativitatis Mariae und poſt Andreae den 4. Decembr. Anno 1613 darinn der Anfang heißt:„Das ganze Quartal von Natiwitatis Mariae „ usque poſt Andreae den 4. Decembr. Anno 1613 geſchloſſen Ihn M. Gl. Fl. „vndt Herrn Muͤntze Ihn Goslar Andreasbergiſche Brandſilber einkommen ꝛc.„ Es ward aber bald darauf die Muͤnze fuͤr die Oberharziſche Silber zum Zellerfelde wieder angefangen. Denn es findet ſich eine Andreasbergiſche Muͤnzrechnung von Heinrich Onkelern von Nicolai Anno 1616 usque poſt Sexagefimat den 1 Mart. 1617 da die Andreasbergiſche Brandſilber in die Muͤnze auf dem Zeleerfeld gelieſert worden. Eben ſo findet ſich in einer Andreasbergiſchen Zehntrechnung von Luc. 1616 bis Reminiſc. 1617 welche Thomas Hirchberger, Zehntner zum St. Andreasberg, unterſchrieben, unter der Rubrik, Gemeine Ausgaben: „Dem Poten, ſo die Silber nachm Zellerfelt, un die Thaler herwieder getragen.⸗ „Nach deſſen Abſterben iſt Anno 1620 Hans Lafferd von Herzog Friedrich „ Ulrich zum Zellerfelder Muͤnzmeiſter angenommen, und verordnet, worden, „ daß kuͤnftig die Unterharziſchen Silber nach dem Zellerfelde geliefert, und auf „ daſiger Muͤnze ausgepraͤget werden ſollten, welches denn von der Zeit an bis „, jetzo beſtaͤndig ſo gehalten wird. „Lafferten folgte nach Henning Schluͤter, und als dieſer Anno 1672. „ verſtorben, wurde den 21 Aug. deſelben Jahrs Julius Philipp Eiſendraht „ zum Communion Muͤnzmeiſter beſtellet. Nach deſſen Anno 1676 erfolgtem „ Ableben Rudolph Bornemann den Muͤnzreeiſterdienſt bis Anno 1711 da er „ geſtorben, verſehen, und iſt darauf den 28. Novembr. deſſelben Jahres Hen⸗ „ rich Horſt zum Munzmeiſter verordnet worden. Und als dieſer Anno 1721 „ in Inquiſition gerieht, wurde die Communion Muͤnze durch verordnete Com⸗ „ miſſarien, dem Huͤttenreuter Tepfern, und dem Bergprobirer und Wardein „ Brauns reſpiciret, bis Anno 1723 Ernſt Peter Hecht wieder zum Com⸗ „ munion Munzmeiſter beſtellet worden, welchem Anno 1731 Johann Al⸗ „ brecht Brauns, und dieſem Anno 1730 Johann Benjamin Hecht, des „vorgenannten Sohn, als zeitiger Muͤnzmeiſter ſuccediret hat.„ §. 3. In Heineceius Bey welcher Gelegenheit die Muͤnze vom Reichenberge nach Goslar von Nachricht von Re huichtnder, Herzog Heinrich verleget worden, fuͤhret Jo. Michel Heineccius, geweſener giſchen undGos⸗ Prediger in Goslar, in ſeiner Syllogenummorum Goslarienſium, das iſt, lariſchen Mün⸗ zen werden Feh⸗ ler angezeigt. Sammlung der in Goslar gemuͤnzeten Geldſorten, an, welche er ſeinen Anno 1707 herausgegebenen Antiquitatibus Goslarienſibus, oder Goslariſchen Al⸗ terthuͤmern, angefuͤget, da er S. 15 bey Gelegenheit einiger Thaler, die Herzog Julius in Goslar praͤgen laſſen, folgendes ſchreibet:„ Deinde ſciendum, „qua occaſione hi thaleri,,(ſcilicet Ducis Julii)„ Goslariae fuerint „ cufi. Henricus nimirum junior difficili obſidione anno 1552. Gpeler rienſibus —2 — 2 ½———--=z 2 „ 2 —————— ———— ½+——— welche den Bergbau befoͤrdern. 253 „rienſibus eripuerat venas metallicas Ramelsbergenſes, de quibus „adhuc diu admodum in Camera Spirali litigatum fuerat. Signando „igitur aeri cum nullus eſſet opportunior locus, delectum eſt mona- „ ſterium Reichenbergenſe, quod vallis praemunitum arcis prae ſe fe- „rebat ſpeciem. Denique cum hoc monaſterii conventui minus vide- „retur commodum, Julio Principi obtulit curiam ſuam, Goslariae „ ſitam prope portam S. Viti, quam etiam laudatus Princeps ſtatim „juſto pretio emit, monetamque Richenbergenſem eo transtulit, quae „etiam curiae nomen fecit, vt hodienum vocetur die Muͤnze, licet du- „ dum ſit, ex quo nullum in ea ſignatum argentum conſtat. Ex hac „ igitur curia prodierunt hi numi ideo nomen Goslariae prae ſe feren- „ tes.„ Dieſe Worte lauten zu teutſch alſo: Hernach iſt zu wiſſen, bey wel⸗ cher Gelegenheit dieſe Thaler(nemlich Herzog Julii) in Goßlar gepraͤget worden. Nemlich Heinrich der juͤngere hatte Anno 1552. mittelſt einer harten Belage⸗ rung den Goßlariſchen die Rammelsbergiſchen Bergwerke entriſſen, daruͤber bis⸗ her ſehr lange in dem Kammergerichte zu Speyer war geſtritten worden. Als es nun an einem bequemen Ort, Geld zu muͤnzen, fehlte, ſo wurde das benach⸗ barte Reichenbergiſche Kloſter dazu erwaͤhlet, welches, da es mit Waͤllen umge⸗ ben war, einem Schloſſe glieche. Als aber dieſes den Conventualen des Kloſters beſchwerlich fiel, ſo boten ſie dem Herzog Julius ihr Kloſterhaus in Goßlar, wel⸗ ches bey dem St. Viti Thor belegen war, an, welches auch dieſer Fuͤrſt alſo⸗ fort fuͤr einen billigen Werth gekauffet, und die Reichenbergiſche Munze darein verleget hat, wovon dieſes Haus noch heutiges Tages die Muͤnze heißt, ob ſchon vorlaͤngſt kein Geld mehr darin gepraͤget worden. Aus dieſem Kloſterhauſe ſind alſo dieſe Thaler ans Licht gekommen, daher der Name, Goßlar, darauf ſtehet. Die Thaler, bey deren Gelegenheit Heineccius obiges angefuͤhret, ſind die ſogenannten Brillen⸗Thaler, welche Herzog Julius Anno 1588. und 1589. in Goßlar ſchlagen laſſen, und darauf GostaRlaE ſtehet, deren Abdruck und Aus⸗ legung der einzelnen Buchſtaben in Heineccii angefuͤhrtem Buche, und Reth⸗ meyers Chronie zu finden iſt. 2 Nach dem vorhergehenden§. der ſich auf die noch vorhandenen alten Original⸗ Muͤnzrechnungen gruͤndet, entdecken ſich in Heineccius Bericht von der Rei⸗. chenbergiſchen und Goßlariſchen Muͤnze zwey Fehler, welche beyde die Zeitrech⸗ nung, und der letztere zugleich den regierenden Herzog, unter welchem die Muͤn⸗ ze von Reichenberg nach Goßlar verleget worden, betreffen. Erſtlich ſchreibt er, daß die Muͤnze in Reichenberg von Herzog Heinrich nach Anno 1552. da er die Rammelsbergiſchen Bergwerke bekommen, angeleget worden, da ſich doch ſchon eine Muͤnzrechnung von derſelben Anno 1540. findet. Da nun nach dem 1.§. Anno 1537. die erſten Muͤnzkoſten berechnet worden ſind, und die Munze zum Reichenberg Anno 1540. ſchon geweſen; ſo iſt muthmaßlich dieſelbe zwiſchen 1537. und 1540. daſelbſt angeleget. Fuͤrs andere ſchreibt er, daß das Kloſter dem Herzog Julio ſein Haus in Goßlar, zur Anlegung einer Muͤnze, angeboten habe, da doch Her⸗ zog Julius erſt Anno 1568. in welchem Jahre ſein Herr Vater geſtorben, zur Regierung gekommen, und die Muͤnze ſchon Anno 1555. oder 56. beſage der vorangeführten Muͤnzrechnung angeordnet worden. So ſtehet auch auf dem Muͤnzregiſter vom Quart. Trinit. Anno 1563. das der Muͤnzmeiſter, Lazarus Ercker, gefuͤhret:„was ahnn Silbern Ihnn M. G. F. und Herrn Muntz zw „ Goslar vermuͤntzet worden.„ Wie denn auch ſolchem widerſpricht, daß Haͤcke bey dem 1568. Jahre ſchreibet, daß Herzog Julius, nach perſoͤnlich eingenom⸗ mener Huldigung auf den Bergſtaͤdten, von Zellerfelde nach Goßlar gezogen, und II. Theil. Sss hin⸗ 254 II. Th. VII. Cap. 2. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, hinzuſetzet:„Da ſind Ihre Fuͤrſtl. Gnaden vuf die Muͤntze eingezogen ,„, womit er zum voraus ſetzet, daß die Muͤnze daſelbſt ſchon vorher geweſen. Und ſo iſt bieſlbe nicht erſt vom Herzog Julio, ſondern von ſeinem Herrn Vater angeleget worden. 3 §. 4. Wenn undie 1 Von der Anno 1601. zum Zellerfelde angelegten Muͤnze berichtet M. Cup⸗ Reerſſe nein pius in ſeiner geſchriebenen Zellerfeldiſchen Chronik(welche er von Anno 1604. angelegt, und anfaͤnget, darin er aber, ſo viel das Bergwerk und zugehöriges angehet, an den nie derſen euf mehreſten Orten nicht auf die Jahrzahl geſehen) daß vor ſeiner Ankunft zum Zel⸗ Art Geld gelerfelde zur Zeit des Berghauptmanns, Georg Engelhard Loͤhneyß, daſelbſt münzet worden. anſtatt des erſten ein neues Amthaus, das auf dem Markte ſtehe, gebauet, und daß die erſte Muͤnze bey, oder in und an dem Amthauſe geweſen ſey, welches Amthaus mit der Muͤnze Anno 1672. mit abgebrannt iſt. Eben derſelbe ſchreibet von dem Berghauptmann, Burchard von Steinberg, welcher des Heinrich von Mengerſen, und dieſer des Loͤhneyß Nachfolger geweſen.„Bey dem „ Brennhauſe ließ er eine ſonderliche Loſirung zurichten, darin Landmuͤntze, als „ I. und 2. Groſchen Stuͤcke, 2. Pfenninge, und Klapperpfenninge geſchnitten „wurden, welches zuvor in der großen Amtsſtube geſchahe.„ Vorher aber, da er auch dieſes Berghauptmanns Meldung gethan, ſchreibt er von ihm:„Er fing „an, die neue Landmuͤntze machen zu laſſen durch Leute von Caſſel, die ſonſt „theils Schmiede, theils Maurer ihres Handwerks waren, und die Muͤnzen „ nicht praͤgeten, ſondern als auf einer Schneidelade ſchnitten. Nachdem aber „ der Caſſelſche Muͤntzer geſtorben, iſt ſolche Art Muͤntze forthin gepraͤget wor⸗ „den.,, Darauf faͤhret er fort:„Wie die Fuͤrſtliche Muͤnze beym Amthauſe „einmahl verordnet iſt, iſt ſie daſelbſt bis itzo geblieben., Da man nun nach dem Anno 1672. geweſenen Brande kein Amthaus ſofort wieder gebauet, ſo wurde die Muͤnze Anno 1674. da hingeſetzet, wo ſie itzo ſtehet, und zwiſchen ſol⸗ cher Zeit das Silber in der Muͤnze zu Goßlar oder dem jetzigen Zehnthauſe, vermuͤnzet. 2⁵* In dieſer Zellerfeldiſchen Muͤnze, welche eine Praͤg⸗Schlag⸗ oder Ham⸗ mermuͤnze iſt, werden die in der Communion auf dem Oberharze fallende, wie auch die Unterharziſchen, oder Rammelsbergiſchen Silber vermuͤnzet, wenn von dieſen letztern zuvor das Gold, welches dieſes Silber bey ſich fuͤhret, geſchieden iſt, hievon heißt es in einem Berichte vom Rammelsberge von Anno 1565.„„des „Silbers haͤlt eine Mark ein Heller Gold.,, Und nochmal gegen den Schluß: „ des Silbers haͤlt 1 Mark ein Loth Gold.,, Dieſe Goldſcheidung iſt zum er⸗ ſtenmale Anno 1558. im Quart. Cruc. vorgenommen worden, als Herzog Heinrich der juͤngere das Rammelsbergiſche Bergwerk Anno 1552. bekommen. Denn in dem in der Goßlariſchen Bergamts⸗Regiſtratur befindlichem Auszuge der Goßlariſchen Muͤnzrechnung vom obgenanten Jahre und Quartale ſtehet un⸗ ter denen Ausgaben:„Von 1000 Mark Scheidelohn, jede Mark 4 Gr. gut „Geld,(das iſt Fuͤrſtengroſchen zu 12 Pfenning) thut 200 fl.,,(einen Gulden zu 20 Ggr. oder Fuͤrſtengroſchen) und darneben ſtehet.„Hierunter ſind 30 Loth „„ fein Gold zu 6 Goldfl. thut 180 fl. Gold, thut 360 fl. Muͤntz.„. Von dieſer Goldſcheidung aus den Rammelsbergiſchen Silbern heißt es in dem Berichte alſo:„„Ich habe oben gemeldet, daß des Silbers I Marck 1 Loth „(wird nach dem vorhergehenden ein Heller heiſſen ſollen)) Gold haͤlt, und das „ bleibet von wegen der Armuht am Golde itzund ungeſchieden, wie ſich ihrer „ viele daran verſuchet haben, hat es doch die Unkoſten nicht wol bezahlen Pohn „Dann, „ ☛ n ————n ——--————,—— welche den Bergbau befoͤrdern. 255 „Dann, wie ein jeder zu erachten, daß 1 Mark Silber um fuͤnfthalben Groſchen „„ Gold ſolchergeſtalt, und mit Gewinn nicht kann gebrochen werden, dann alle „ſolche Sachen nicht allezeit gluͤcklichen zugehen, obwol Antoni Koberger deſ⸗ „ſelben Silbers bey 1600 Mark geſchieden, und mehr, ſo hat ers doch mit kei⸗ „ nem Vortheil gethan, wie er denn ſelbſt klaget. Er ſaget wol, daß ihm etli⸗ „„che mahl wohl damit gangen, daß er ohne Schaden geweſen, aber wiederum „ hat er doppelten Schaden genommen. Derowegen das Gold darinn muß ver⸗ „ muͤnzet werden, und ungeſchieden bleiben.,, Anno 1571 iſt ſolche Gold⸗ ſcheidung aus den Rammelsbergiſchen Silbern wieder geſchehen, aber ohne Be⸗ richt, ob Vortheil dabey geweſen. Dieſe Goldſcheidung iſt nachhero in der Clausthaliſchen Muͤnze wieder vorgenommen worden. Anno 1743 im Quart. Cruc. ward in dieſer Muͤnze ein Balancier, oder Stoßwerk angeleget, um Ausbeutthaler mit Deviſen am Rande herum praͤgen zu koͤnnen, zu deſſen Logirung ein Stuͤck angebauet iſt. Im Quart. Luc. obigen Jahrs ſind damit die erſten Ausbeutthaler mit Umſchrift gepraͤget worden. §. 5. Nunmehr ertheile den Muͤnzproceß in der Zellerfeldiſchen Muͤnze, und nach Münzproceß demſelben die Beſchreibung der dazu brauchenden Werkzeuge, welche nach ihrer beoder Jeln Forme und Maaßen abgezeichnet ſind. Es ſollte hier zwar, da die aus den Huͤt⸗ze. ten gelieferten Blikſilber noch etwas Bley in ſich haben, und in der Muͤnze erſt in dazu gehoͤrigen Oefen fein gebrannt werden muͤſſen, ehe ſie vermuͤnzet werden koͤnnen, eine Beſchreibung der Silberbrennoͤfen, und des Feinbrennens der Silber vorher gehen. Da ich aber ſolche Oefen gezeichnet und beſchrieben habe, wie ſie jetzo in der Clausthaliſchen Muͤnze befindlich ſind; So muß ich beydes bis an die Be⸗ ſchreibung des Clausthaliſchen Muͤnzproceſſes verſparen. Es folget alſo hier Der Muͤnzproceß bis zu den Geldplatten. 1. Der feinen Silber. 1) Werden die Brandſtuͤcke eines nach dem andern in den Schmelzofen in einem dazu ſtehenden Tiegel eingeſetzet. 2) Wann die Silber geſchmolzen ſind, wird eine Wanne mit Waſſer vor dem Schmelzofen geſetzet, darein man zwey oder drey von Planen gemachte Boͤ⸗ gen Fig. I. leget. Einer von den Muͤnzohmen, oder Arbeitern, ſetzet ſich vor Tab. MII. der Wanne auf einem Stuhl, nimmt einen Bogen heraus, und haͤlt ihn mit beyden Haͤnden uͤber die Wanne. Der Muͤnzwaͤchter holet einen Loͤffel oder Kelle voll aus dem Tiegel, und gießt es in den naſſen Bogen, der, ſo bald er voll iſt, etwas geruͤttelt, daß das gluͤende Silber eine gerade Oberflaͤche bekommt. darauf nieder ins Waſſer gelaſſen, und an ſeiner ſtatt ein anderer Bogen heraus⸗ genommen wird. Mitt ſolchem Ausgieſſen in die Boͤgen wird ſo lange continui⸗ ret, bis die ganze Maſſe ausgegoſſen iſt. 3) Die in Bogen gegoſſene Silber, welche durch Umwendung der Boͤgen wenn ſie nach der Reihe wieder zu gebrauchen ſch uche Wanne fallen, d den Zehne genannt. Dieſe werden durch zwey gegen einander uͤberſitzende Muͤnz⸗ ohmen auf den Zieſen Fig. II. auf einem Ambos duͤnne geſchlagen, welches ausſchlichten heißt. Solches ausſchlichten geſchiehet zweymal, und die Zehne werden vor dem zweytenmal und nach demſelben gegluͤet. ) Werden die ausgeſchlichteten Zehne bey der Stuͤckelſchere Fig. III. ge⸗ ſtuͤckelt. Die Stuͤcke werden unbenommene Schroͤtlinge genennet. Sss 2 5) Wer⸗ 256 II. Th. VII. Cap. 2. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, ) Werden die unbenommene Schroͤtlinge bey den Scheren, die Be⸗ nehmſcheren genannt werden, juſtiret, ein Stuͤck nach dem andern auf die Wa⸗ ge geleget, und was zu viel iſt, abgeſchnitten, bis es ſeine Schwere hat. Dieſes heißt Benehmen, und ein ſolches juſtirtes Stuͤck das benommene Schroͤtling. Solche benommene Schrotlinge werden auf der Markwage Mark vor Mark auf⸗ gezogen. 6) Hierauf werden die Schroͤtlinge auf die Zieſen Eig. II. gebracht, jedes Stuͤck in einem kleinen mit Waſſer halb angefuͤlleten eeſ, die Quetſchſchale genannt, eingetauchet, und auf dem Ambos breit geſchlagen. Solches wird Schroͤtling ausſchlagen genennet. Das ausgeſchlagene Geld wird Schroͤtling⸗ Quetſchgeld genennet. 7) Solches wird gegluͤet, darauf auf ein Faßholz Fig. VIII. geſetzet, ei⸗ ne Mark zwiſchen eine dem Quetſchgelde gleich große Backen habende Zange Fig. IV. gefaſſet, auf dem Ambos mit dem Platthammer geſchlagen, daß es ſo ziemlich die Rundung bekommt. Die Stuͤcke werden kurzbeſchlagene genennet, und ſo ofte ſolche unter dem Hammer geweſen, gegluͤet, jedes Stuͤck ſechsmahl. Wann die kurzbeſchlagene gegluet ſind, ſo ſetzen ſich zwey Ohmen gegeneinander uͤber, wovon der eine ein Stuͤck nach dem andern hinlegt oder unterſtecket, der andere es ausſchlaͤgt. Nun wird es kurz beſchlagen Quetſchgeld genennet. Wenn ſolches zum zweytenmahle geſchehen, ſo heiſſen ſie Churfuͤrſten. 8) Dem Churfuͤrſten Quetſchgelde wird Ruͤndung gegeben, das heiſt man beklopfen, und das beklopfte Geld Platten. Dann wird es mit Salz und Weinſtein, oder Scheidewaſſer geſotten. Zu den 1 ½ ½ Stuͤcken eines Thalers werden keine ſonderliche Zehne ge⸗ goſſen, ſondern was etwa von? Schroͤtlingen zu leicht faͤlt, daraus werden 12. 6 und 4 mgr. Stuͤcke gemachet. Diez Stuͤcke werden in der Arbeit tractiret wie 2 St. Die 3 und † St. werden untergeſtecket, ſo daß auf jedes zwey Schlaͤge geſchehen, darauf gegluͤet und beſchlagen, und mit dem kleinen Hammer ausge⸗ quetſchet. Die 6 gr. Stuͤcke werden zweymahl, die 4 gr. St. einmahl beſchlagen, und denn beklopfet. Zu den s oder 2 mgr. Stuͤcken werden kleine Zehne in Bo⸗ gen von Leinewand gegoſſen. Es wird auch wol ein 2 St. Zehn von einander geſchnitten. Die kleinen Zehne werden ein wenig breit geſchlagen, zweymah durchs Walzwerk gelaſſen, auf der Kante eingeſchlagen, durch ein Drateiſen ge⸗ zogen, mit der Stuͤckelſchere, die mit Schrauben geſtellet wird, geſtuͤckèelt, daß ein Stuͤck nicht ſchwerer, als ein ander wird. Die Stuͤcke werden untergeſtecket, auf ein jedes Stuͤck wird einmahl geſchlagen, einmahl wird es ausgequetſchet, und denn beklopfet. 2. Der beſchickten Silber und deo Kupfers. 1) Die zu Reichs⸗oder Speciesthaler beſchickte Silber werden nicht in Bo⸗ gen, ſondern in Sand, eben wie zum Clausthal alle Geldſorten gegoſſen. Die Zehne werden nicht ausgeſchlichtet, ſondern gleich geſtuᷣckelt, benommen und aus⸗ geſchlagen, und denn wird das Geld tractiret, als 1 Stuͤcke, auſſer daß das Chur⸗ fuͤrſten⸗Quetſchgeld mit dem kleinen Hammer angequetſchet, darauf gegluͤet und denn beklopfet wird. 3 2) Die Zehne zu Mariengroſchen werden in Bogen gegoſſen, wie die 2 mgr. Zehne, einmahl ausgeſchlichtet, etliche mahl eingedrenget, jedesmahl gegluͤet/ und durch das Walzwerk gelaſſen, und denn geſtuͤckelt, eben wie die 2 gr. St. geſtuͤ⸗ ckelt werden. Die Schroͤtlinge werden untergeſtecket, einmahl aufgeſchlagen, und denn beſchlagen. Das beſchlagene Geld wird kurz beſchlagen, hernach Churfuͤr⸗ ſten, eben wie die 2 St. genennet. 3) Zu ——:ꝑ,— 4 de ge — ½ —-———O————ñ õS88——— —————ö 2ν☛— welche den Bergbau befoͤrdern. 25⁷ 3) Zu den 4 Pfenningſtuͤcken werden die Zehne eben ſo im Bogen, als zu den Imgr. St. gegoſſen, nur zweymahl untergeſtecket, und aus dem kurzbeſchla⸗ genen Quetſchgelde Platten gemacht.. + Zu den Kupferpfenningen werden keine Zehne gegoſſen, ſondern es werden von dem Kupferſchmid Striemen aus duͤnne geſchmiedetem Kupfer ge⸗ ſchnitten. Dieſe werden geſtuͤckelt, benommen, beſchlagen, dreymahl untergeſte⸗ cket, und jedesmahl wieder gegluͤet. 1— Muͤnzproceß von den Platten bis zu dem ausgepraͤgten Gelde. . Wenn die Platten der Speciesthaler, und? Stuͤcke geſotten, oder ge⸗ kochet ſind, werden ſie in eine Tonne mit Kohlgeſtuͤbe, und etwas Waſſer ge⸗ than, in welcher eine Welle durch beyde Boͤden gehet, die Scheuertonne genannt. Fig. Xl. An dieſelbe wird an beyde Ende ein Krickel angeſtecket, und auf einen Bock geleget. Auf jeder Seite faſſet einer an den Krickel, und drehet die Tonne beſtaͤndig um, welches ſcheuren heißt. Die Platten der kleinen Sorten werden mit Geſtuͤbe und Waſſer in einen etwas langen aber ſchmalen Beutel von Pla⸗ nen gethan. An beyden Enden faſſet einer an, beyde werfen einander das Geld zu, bis der Schmutz davon iſt. Hierauf werden die Platten abgeſpuͤlet, trocken gemacht, bey der 10 Markwage aufgezogen, auf Faßhoͤlzer geſetzet, mit einer großen Zange zuſammen gedruͤcket, daß die Platten ein wenig gleich werden. Solches wird ſtempen genennet. Das trocknen der Platten geſchiehet auf dem Weisſiedeofen in einem kupfernen Becken, welches ohngefehr 2 Fuß im Diame⸗ ter, und 6 Zoll hoch iſt, und es werden ohngefehr 50 Mark auf einmahl trocken gemacht. In dem Becken ſind 6 bis 7 Reihen Loͤcher nach dem Circul herum, und ſo groß, als ein ſilberner Pfenning. Die Platten werden mit Tuͤchern im⸗ mer umgeruͤhret, ſonſt ſie uͤber dem Feuer anlaufen. Und damit ſind die Plat⸗ ten zum praͤgen voͤllig fertig. Zu ſolchem praͤgen wird eine Tonne, als ein Halbfaß, halb in die Erde geſetzet, mit vermiſchten Kohlengeſtuͤbe und Lehmen angefuͤllet, und ge⸗ ſtampet. Solches wird die Praͤgebalge genennet. In dieſelbe wird ein Stuͤck Ellernholz, ohngefehr 14 Elle lang, und 12 Elle breit, und unten ſpitz gehauen, eingerodet, und oben ein Loch gebohret. Dieſes wird ein Stock genennet. In das Loch des Stocks wird der eiſerne Praͤgeſtock, oder unterſte Stempel, Fig. V. eingeſchlagen. Zum Praͤgen ſetzet ſich einer hinter die Praͤgebalge, legt eine Platte auf den eiſern Stock, welches praͤgen heißt, ſtoͤßt ſolche mit dem Eiſen, oder obern Stempel Fig. VI. gleich, und ſetzet ſolchen gleich darauf. Ein an⸗ derer ſchlaͤgt mit einem Hammer auf das Eiſen, das heißt zuſchlagen, welches man wiederhohlt, wenn nicht alles durch den erſten Schlag ausgedruͤcket iſt. In Matheſius 14 Predigt der Sarepta findet man dieſen Proceß faſt mit gleichen Benennungen. 8. 6. Die in den vorhergehenden§. gemeldte Werkzeuge bey dem Zellerfeldiſche Muͤnzproceß ſind folgende: 1) Die Planenbogen. Dieſe werden nach der Groͤße der Geldſorten alſo gemacht. Ein Stuͤck Planen, etwa einer Ellen lang, ab. Fig. I. wird drey⸗ mahl uͤber einander geſchlagen, doch ſo, daß es an beyden Seiten nur doppelt iſt. An beyden Enden, etwa 4 Zoll vom Ende, wird ein breites am Ende ſpitzzuge⸗ hendes Stuͤck Eien Fig. VII. ein Keil genannt, geleget, um welches die Planen nach deſſen Breite und Dicke, die ſich nach den Geldſorten richtet, um⸗ II. Theil. Ttt geſchlagen Tab. XXII. Beſchreibung der Werkzeuge beym Muͤnzen. —————— *. —. 258 II. Th. VII. Cap. 2. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, geſchlagen werden, daß ſie an beyden Seiten einen Rand bekommen. Die Naͤn⸗ der der Planen werden an beyden Seiten an die Keile mit einem etlichemahl durchgeſteckten Faden gezogen, das uͤbrige wird, wo die Keilsſpitze bald endet, zuſammen genehet. Der Eiſenbogen, cd. Fig. I. iſt 2 Fuß 5 Zoll lang, und 4 Zoll breit. Die Handgriffe ſind 44 Zoll lang. Der eine Handgriff no. hat am Ende eine umgebogene Spitze e. daruͤber das eine Planende gehangen wird. Durch das Ende des zweyten Handgriffs h p. geht ein Loch, dadurch eine 9 Zoll lange Schraube mit einem Haken i. geſtecket wird. Ueber dieſen Haken wird das andere Planende gehangen, und mit der Mutterſchraube q. ſteif gezogen. 2) Zieſen. Dieſe ſind ablange viereckigte Kaſten, abed. 2 Fuß hoch, wovon 4 Zoll in der Mauer ſtehen, 1 Fuß 9 Zoll breit, und 5 Fuß lang, mit Geſtuͤbe gefuͤllet, Fig. II. darin gegen das eine Ende ac. nach 2 Fuß, davon 4 Zoll in der Mauer ſtehen, ein Block ſtehet, darinn ein Amboß e. eingeſetzet iſt. Beym Breitſchlagen der Schroͤtlinge auf dem Amboß wird auf jeder Seite gegen denſelben ein Zehnhake in ein Loch geſtecket, und ein Brettſtuͤcke davor ge⸗ ſetzet, zu verhindern, daß die Schroͤtlinge beym Breitſchlagen nicht wegſpringen, welches dennoch oft mit großer Gewalt geſchiehet. 3) Die Stuͤckelſchere. Dieſe beſtehet aus dem untern und obern Theile, der obere Theil wird das Bindſtuͤck, der untere das Baumſtuͤck genannt. Fig. III. Jeder iſt aus einem ganzen Stuͤck Eiſen geſchmiedet, und von verſchiedener Laͤnge, als 10. I1 bis 12 Zoll. Der obere Theil X. ſtehet nach einem etwas ſtumpfen Winkel in einem ſtarken Blocke Q. feſte. Der Schnitt iſt 3 Zoll lang, 1 Zoll breit. Das Loch, dadurch beyde Theile vermittelſt eines Nagels hinter dem Schnitt zuſammen gefaſſet werden, iſt im obern Theile vierkantig, daß der Nagel darin feſt ſtecket. Zum feſten Anliegen des einen Theils an den andern wird ein eiſerner Ring uͤber den Nagel, und durch dieſen eine eiſerne Feder vor dem Ring geſtecket. Das untere, oder Gegentheil, welches allein bewe lich, iſt nach dem ſchraͤgen Ruhepunct auf dem andern gebogen, und der Handgriff dar⸗ an iſt 6 Zoll lang. 4) Die Zange. Dieſe ſind nach den verſchiedenen Geldſorten bald ſtaͤrker, bald geringer. Die zu Species Thlr.,* und St. gebrauchet wird, daran iſt der Stiel Fig. IV. I Fuß lang, am Ende 4 Zoll hoch hohl, und 1 Zoll im Dia⸗ meter, ab. iſt 7 Zoll lang, ac. 44 Zoll lang, 2 Zoll dick, cd. 1 Zoll lang, und darauf rund. 5) Faßholz, oder Faßbrett. Dieſe ſind Bretter von verſchiedener Breite und Laͤnge mit Rieffen bey einander von ſolcher Weite, Ruͤndung, und Tieffe, wie die Geldſorten ſind. In den Rieffen werden die Platten aufrecht zum beque⸗ men Anfaßen bey einander geſetzet. Fig. VIII. Dieſe Figur iſt aber zu breit, und zu kurz gezeichnet, da ſie weniger Rieffen haben, und hingegen laͤnger ſind. 6) Der eiſerne Praͤgeſtock AB. und das Eiſen CD. An dem Praͤgeſtocke zu 2 St. Fig. V. iſt das Stuͤck EF. welches in den hoͤlzernen Stock geſetzet wird, 104 Zoll lang, und vierkantig, bey IK. 2 Zoll, und die Syige Kins gevierte breit. Zu beyden Seiten IK. iſt die Laͤnge 1¼ Zoll. Das obere heil des Stocks AB. iſt 7 Zoll lang, die oberſte Runde 1½ Zoll im Diameter. Das Eiſen CD. Fig. VI. iſt durchaus rund, 8 Zoll lang, und oben im Diameter/ wie der Stock. Dritte ——— =S== 2— ——h——-Aʒ 7 welche den Bergbau befoͤrdern. 259 Dritte Abtheilung. Von den Hohnſteiniſchen und Grubenhagiſchen, Lauterbergiſchen, St. Andreasbergiſchen, Oſteroͤdiſchen und Clausthaliſchen Muͤnzen, Clausthaliſchen Muͤnzmeiſtern und Muͤnzdirectoren, wie auch den Muͤnzproceſſe und Muͤnzmaſchinen in der jetzigen Clausthaliſchen Muͤnze. §. I. G ſcheinet, daß in alten Zeiten vor Praͤgung der Dickmuͤnzen im Lauterberge,, Indlbenti wovon die Grafſchaft den Nahmen fuͤhret, zwo Meilen vom St. Andreas⸗ ſcheinlich ine berg, eine Muͤnze geweſen, darin Blech⸗ und Hohlmuͤnzen gepraͤget worden. Münze in Lau⸗ Denn etwa Anno 1720. ſind etliche 70 bis 80 Stuͤck ſolcher Blechmuͤnzen von enddun g dee feinem Silber, eines feinen Guldens groß, dichte bey Lauterberg am Hausberge, aber ward eine auf welchem noch die Rudera eines alten Schloſſes zu ſehen, bey Gelegenheit ei⸗ zu Andreasberg nes gemachten Grabens nach dem Puchwerke gefunden worden, wovon mir der augelegt. zeitige Zehntner zum Clausthale, Herr Chriſtian Schlemm, ein Stuͤck com⸗ municiret, welches auf der XXVI. Tab. Fig. XII. gezeichnet iſt. Als das Bergwerk zum St. Andreasberg gut ſilberte, ſo wurde daſelbſt von dem Grafen zu Hohnſtein eine Muͤnze angeleget, davon das Haus noch itzo ſtehet, und das alte Amthaus heiſſet. In welchem Jahre ſolches geſchehen ſey, iſt unbekannt. Indeſſen iſt dis die erſte und aͤlteſte Munze auf den Bergſtaͤdten. In einem Originalſchreiben, welches der Graf von Hohnſtein, Volckmar, an den Richter und Rath auf dem St. Andreasberge Anno 1576. geſandt, iſt ent⸗ halten, daß ſie die Silber, wegen der im Schwange gehenden Straßenraͤuberey und Unſicherheit, mit hinlaͤnglicher Brdeckung nach Ellrich() ſenden ſollten, allwo die Hohnſteiniſche Regierung, auch das Bergamt und der Zehendner, hin⸗ gegen zum St. Andreasberge nur ein Berghauptmann geweſen. Ob nun auch daſelbſt eine Muͤnze, worin man die St. Andreasbergiſchen Silber vermuͤnzet, auf dem St. Andreasberge aber bis dahin noch keine geweſen, ſondern erſt durch die damalige Unſicherheit der Wege veranlaſſet worden, muß, in Ermangelung der Nachrichten, unentſchieden laſſen. Die Grafen zu Hohnſtein haben ſilberne Dickmuͤnzen mit dem St. Andreas⸗ bilde und dem Kreutze praͤgen laſſen, wie noch itzo ſolches Bild mit dem Kreutze auf einigen groben Geldſorten, die zum Clausthal gepraͤget werden, zu ſehen iſt. Ich habe davon zwey Stuͤcke von feinem Silber geſehen. Auf der einen Seite ſtehet auf dem aͤlteſten Stuͤck um das Wapen vOLck MaR. Wo. ſoll heiſſen Wor F. p. H0. Auf der andern Seite um den St. Andreas mit dem Kreuze, DoO. JN. 10. E. cLErTEN. Auf einer Seite des Kreuzes, und zwar bey dem Zuſammen⸗ ſchluß deſſelben ſtehen die beyden Zahlen 60. nemlich 1560. Ob dieſe Muͤnze in Ellrich, oder auf dem St. Andreasberge gepraͤget ſey, iſt wegen angezeigter Ur⸗ ſache nicht zu beſtimmen. Auf dem andern Stuͤcke ſtehet um das Wapen ERNE- SrvS. COMl. D. HONs. auf der andern Seite um den St. Andreas DO. IN. LO. B. CrETTENB. und an dem Kreuze 90. das iſt 1590. Dieſe iſt in der Andreas⸗ bergiſchen Muͤnze gepraͤget worden. Denn als die Grafſchaft Lauterberg Anno 1503 an die Herzoge von Grubenhagen zuruͤck gefallen, ſo lieſſen ſofort die beyden Bruͤder Wolfgang und Philip Anno 1594. und 1595. zum St. Andreasberge Thaler praͤgen mit dem Sanct Andreas Kreuzbilde, auf deſſen Avers das Fuͤrſtl. Wapen ſtehet mit der Umſchrift worE. Pr. PHILIP. D. G. DVC. BRVN. Pä. IV. . Ttt 2 Auf *) Honemanno Alterthümer des Harzes, 2. Theil,§. 198. S. 156. 4— 260 II. Th. VII. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, Auf dem Revers der heilige Andreas mit dem Kreuz und der Umſchrift Dor- rHVS II. D. GR. RO. JMd. SE. AV. Mitten auf dem Kreuz iſt der Reichsapfel mit der Zahl 24 zu ſehen, welche den aͤuſerlichen Werth, als 24 gute, oder Reichs⸗ groſchen anzeiget. Auf der einen Seite des Bildes und des Kreuzes, ſtehet die Zahl 9. gegen uber auf der andern Seite 4. das iſt 94. oder vöͤllig 1594. §. 2. Thaler, welche Als Herzog Heinrich Julius von Braunſchweig nach dem Tod des lezten gehetwandan Grubenhagiſchen Herzogs Philipp das Grubenhagiſche Fuͤrſtenthum mit dem gen mit Lauter⸗ Bergwerke, und damit auch die Grafſchaft Lauterberg mit dem Andreasbergiſchen berg an Braun, Bergwerke Anno 1506 in Beſitz genommen, ſo ließ er ſofort in ſelbigem und ſhwenetan. folgenden Jahren auf dem St. Andreasberge Thaler ſchlagen, auf der einen Sei⸗ wieder andie te mit dem Wapen, und der Umſchrift: HEINR. JvL. D. G. P. EP. HAL. D. B. Lüneburg⸗Zelli Fr. Lv. Auf der andern Seite mit dem Andreas und Kreuz, und der Umſchrift: Theinidchan pRO. PATRIA. coNSvMOR. Q6. das iſt Anno 1596. Lilienthal thut dieſes Tha⸗ lers Meldung in ſeinem Anno 1735 zum drittenmahl herausgegebenen vollſtaͤndi⸗ gen Thalercabinet S. 213. füͤhret aber dabey nicht an, daß der Andreas mit dem Kreuze und die Jahrzahl die in dieſem Jahre geſchehene Beſitznehmung des Andreasbergiſchen Bergwerks mit der Grafſchaft Lauterberg bezeichnet, aus wel⸗ cher Urſache doch dieſer Thaler geſchlagen iſt. Als das Fuͤrſtenthum Grubenha⸗ gen an Herzog Chriſtian von Luͤneburg ausgeliefert worden, ſo hat derſelbe dar⸗ auf Thaler mit dem Andreaskreuze ſchlagen laſſen, davon Rhetmeyer einen von Anno 1622 abdrucken laſſen, der um das Wapen herum die Woͤrter JosrITIA ET coNcoRDIA hat. Ain Als das Bergwerk zum St. Andreasberg, welches etwa Anno 1624 auf⸗ gelaſſen worden, Anno 1660 wieder angegriffen worden, und ſich auch wieder gute Anbruͤche angefunden; So ward Anno 1666 die Geldſorte gemuͤnzet, dar⸗ auf St. Andreas mit dem Kreuze und der Umſchrift Sr. ANDREASBERG. auf der einen, und auf der andern Seite das Luͤneburgiſche Wapen⸗ mit der Umſchrift: cHRISTIAN LVDOWIG ſtehet. Dieſes Geld, als ganze und halbe Rthaler, iſt vermuthlich in der dazu reparirten Andreasbergiſchen Muͤnze unter der Direction des Clausthaliſchen Muͤnzmeiſters, Leopold Wefers, da zu der Zeit kein Muͤnz⸗ meiſter auf dieſer Bergſtadt mehr geweſen, gepraͤget worden, weil St. Andreas- berg darauf ſtehet. ae Anno 1675 ward eine Muͤnze von 3 Loth gepraͤget, auf deren Avers das Wapen mit der Umſchrift ſoaN. FRIED. DVX. BR. ET. L. auf dem Revers aber der St. Andreas mit der Umſchrift: sE. ANDREaAS REVIVISCENS. 1675. und ge⸗ gen die Knie zur linken Seite ein Circul mit den darinn ſtehenden Zahlen 1½(nem⸗ lich Rthlr.) auf dem Rande herum aber: Venarum Hercyniae dubiaeque haec praemia ſortis ſtehet. Dieſes 1½ Rthlr. Stuͤck iſt in dem Anhange des Lilienthaliſchen Muͤnzcabinets angefuͤhret, aber nicht dabey gemeldet worden, daß man ſolches zum Andenken des zum St. Andreasberge wieder empor gekommenen Bergwerks gemuͤnzet. Von ſolchem Jahre an ſind zum Clausthal Speciesthaler, Gulden, halbe, 2. z.*½ Gulden mit dem Andreaskreuz, und der Umſchrift: sT. NDREAS REvIvISCENS. alle, auſſer den ganzen Thalern, von feinem Silber ge⸗ muͤnzet worden, und werden noch itzo, auſſer den beyden kleinſten Sorten, aber ohne ſolche Umſchrift, gemuͤnzet. 99§. 3. Von der Münze Die Herzoge zu Grubenhagen haben ihre Muͤnze zu Oſterode, 3 Stunden iu Oſterode. von Clausthal gehabt. Herzog Heinrich Julius von Braunſchweig has eine eraͤn⸗ welche den Bergbau befoͤrdern. 261 Veraͤnderung mit der Muͤnze in Oſterode vorgenommen, davon es in des Muͤnz⸗ meiſter Heinrich Onkeler Beſtallung, die in der Zellerfeldiſchen Bergamtsre⸗ giſtratur in Originali vorhanden, g lautet:„Von GOttes Gnaden, Wir „ Heinrich Julius, poſtulirter Biſchof zu Halberſtadt, und Herzog zu Braun⸗ „ſchweig und Luͤneburgec. thun kund, und bekennen fuͤr Uns, und Unſere Er⸗ „ ben gegen jedermaͤnniglich: Nachdem Wir mit Unſer Muͤnze zu Oſterode Ver⸗ „aͤnderung vorgenommen, und dieſelbe nacher Zellerfeld transferiret und verlegt, „ daß Wir demnach umſern lieben getreuen, Heinrichen Onkelern, vor Unſern „ Muͤnzmeiſter allda beſtalt, und angenommen haben, thun das beſtellen, und „ nehmen ihn dazu auf und an, und mit Kraft dieſes Briefes derogeſtalt, und „ alſo ꝛc. ꝛc. Des zu Uhrkund haben Wir dieſe Beſtallung mit eigenen Haͤnden „ unterſchrieben, und mit unſerm Fuͤrſtlichen Braunſchweigiſchen Canzeley⸗Se⸗ „ cret bedrucken laſſen; Geſchehen, und geben zu Wolfenbuͤttel am 26 Januarii „ Anno 1601.„ Dieſer Heinrich Onkeler iſt vermuthlich bis dahin Muͤnzmeiſter zu Oſtero⸗ da geweſen, woſelbſt die Clausthaliſchen Silber zur Zeit der Grubenhagiſchen Her⸗ zoge vermuͤnzet wurden, und wo er vermuthlich Gedaͤchtnißthaler auf das den 4. April Anno 1506 erfolgte Abſterben des leztern Grubenhagiſchen Herzog Philips ge⸗ praͤget, darauf ſein Wapen ſtehet, welches mit dem voͤllig uͤberein kommet, daß ſich auf den von ihm mit ſeines Nahmens Umſchrift geſchlagenen Zahl⸗oder Re⸗ chenpfenningen von Anno 1612 und 1616 findet. Rhetmeyer beſchreibet in ſeiner Chronic einige Thaler, die er auch darin abdrucken laſſen, von Anno 1555 und 1571 welche die Grubenhagiſchen Herren vermuthlich zu Oſteroda haben praͤgen laſſen, als die wechſelsweiſe zu Oſterode und Herzberg riſtditen; unter welchen auch Herzog Ernſt iſt, der das Bergwerk zum Clausthal wieder aufgenommen, und zu Oſte⸗ lidiſ der Egydienkirche auf dem Chor bey ſeinem Herrn Vater Philip begra⸗ en lieget. Ich habe durch Briefe in Oſteroda an verſchiedenen Orten nachgefraget, an welchem Orte die Muͤnze daſelbſt geſtanden. Es iſt aber daſelbſt faſt nieman⸗ den mehr etwas zuverlaͤßiges davon bekannt. Der ehemalige Burgermeiſter Knorr in Oſteroda hat folgendes an mich zuruͤck geſchrieben:„Diejenigen allhier, ſo „„davon einige Wiſſenſchaft zu haben glauben, behaupten, daß die Muͤnze auf „ der ſo genannten alten Burg vor dem Johannesthore ſituiret geweſen, allwo „ſich, dem Vernehmen nach, noch einige, obwol faſt unkenntbare, Spuren „ vorfinden ſollen., Nach der 1 Abtheil. ſcheinet es, daß auch die Stadt Oſteroda in alten Zeiten eine eigene Muͤnze gehabt, weil dorten aus einer alten Braunſchweigiſchen Chronike von der Pagemuͤnze die Worte ſtehen:„Die von „ Oſterode ſchlugen auch Groſchen auf den Mattierſchlag., Wo auch gegen das Ende, das Oſteroͤdiſche Geld, von dem Herzberger, oder Grubenhagener, wel⸗ ches die Fuͤrſten mit dem Andreasbild ſchlagen laſſen, unterſchieden wird. Daß darauf der heilige Andreas gepraͤget worden, mag wol eben ſo wilkuͤhrlich und aus Re⸗ ſpect gegen die Apoſtel geſchehen ſeyn, als die Stadt Goslar das Marien⸗ un Matthias⸗und Braunſchweig das Peterbild auf ihre Groſchen haben praͤgen aſſen. din Der obgenannte Burgermeiſter Knorr in Oſterode hat mir einige Stuͤcke kleiner Scheidemuͤnze, die faſt von lauter Kupfer ſind, und darauf ſtehet: 3 Flit⸗ tern Anno 1621. zugeſandt, wobey er ſchreibet;„Hievon hat ſich noch eine „Quantitaͤt in der Clauſur aufgefunden, welche unter dem Rathhauſe iſt. Da II. Theil. Uun„aber 262 II. Th. VII. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, „aber dieſelben zu einer ſolchen Zeit ausgepraͤget, da die Muͤnze am ſchlechteſten „geweſen, kann ich nicht gewiß behaupten, ob ſie zu ihrer Zeit in Oſterode, oder „an einem andern Ort ausgepraͤget worden, ob ſie gleich dem Stempel nach „ Braunſchw. Luͤneb. ſind. Die eine Piege beſtaͤtiget, daß auch die Stadt zu „gleicher Zeit Scheidemuͤnze ſchlagen laſſen, wovon man jetzo eben wenig zu⸗ „verlaͤßige Nachricht weiß, quo jure ſolches geſchehen, und wie lange ſolches „continuiret. Einige wollen zwar muthmaſſen, daß die Muͤnze von denen der „ zeitigen Fuͤrſten eine Zeitlang verſetzet geweſen, und dieſes das Fundamentum „des von der Stadt auf eine zeitlang exercirten Muͤnzrechts ſey. Da ſich aber „auf Muthmaſſungen in hiſtoricis nichts zuverlaͤßiges bauen laͤſſet, halte dieſes „ Angeben fuͤr eine Sache, deren Richtigkeit vielem Zweifel unterworfen iſt.„ Solche Zweifel koͤnnten hier beygebracht werden. Ich will aber an deren ſtatt, geſetzet, daß obgemeldte kleine Scheidemuͤnze in Oſterode gepraͤget worden, meine Muthmaſſung, die aber eben ſo wenig Gewißheit gibt, beybringen. Nach dem ſchon angeführten Ort der 1 Abtheil. haben die von Oſterode kleine Muͤnze gepraͤget. Da nun Oſteroda nur eine Land⸗nicht aber eine Reichsſtadt iſt, und das jus monetae, oder Geld zu muͤnzen, ein regale und Herrſchaftlicher Vor⸗ behalt iſt; So kann der Stadt das Muͤnzen von der Grubenhagiſchen Herrſchaft unterſaget worden ſeyn, als dieſelbe ihr)e Muͤnze allda angeleget, die vorher zum Herzberge geweſen ſeyn mag, da der Herzberger kleinen Muͤnze in der alten Braunſchweigiſchen Chronik gedacht wird. Als nun Anno 1601. die Herr⸗ ſchaftliche Munze von Oſterode auf Zellerfeld verleget worden; So hat viel⸗ leicht die Stadt nach der Zeit ihr vermeintes altes Recht wieder exereiren wollen, und auch ſolches zu exerciren angefangen, bis ſolches derſelben von der Landesherr⸗ ſchaft von neuem wieder verboten worden, wie denn auch die leichte, geringe und liederliche Muͤnze, die aus den Stadt⸗ und Heckmuͤnzen am meiſten hervor gekom⸗ men, darzu Veranlaſſung kann gegeben haben, zumahlen mehrere Staͤdte, als Goͤttingen, Einbeck, Nordheim, Hannover, Hameln, Luneburg, Braunſchweig vor, zu, oder nach der Zeit das Muͤnzen unterlaſſen muͤſſen. —§. 4.. Zur Zeit der Solchemnach wurden die Clausthaliſchen Silber in den erſten Zeiten in Grubenhagi Oſterode, hernach zum Zellerfelde und Goslar bis Anno 1617. da das Fuͤrſten⸗ ſuhenund zFn⸗ thum Grubenhagen an die Luͤneburgiſche Linie wieder ausgeliefert worden, ver⸗ Herrſchaft ſt muͤnzet, und iſt bis dahin keine Muͤnze zum Clausthal geweſen. Thomas auf dem Elaus, Schreiber meldet zwar in ſeinem zwiſchen Anno 1666 und 1670 zum erſtenmah⸗ hanrehne Rän le gedruckten hiſtoriſchen Bericht von den Harziſchen Bergwerken S. 16. daß ſich die Grubenhagiſchen Herzoge zum Clausthal(und alſo von Anno 1596.) vielfaͤl⸗ tig aufgehalten, und mit jagen ergetzet, und dero Behuf ihr Ablager auf der Muͤnze gehabt,„„die denn noch bey unſerm Andenken rings um noch mit einem „ tiefen Waſſergraben umgeben, und mit einer Bruͤcke verſehen geweſen.„ Aber wenn zu den Zeiten dieſer Herzoge eine Muͤnze auf dem Clausthale geweſen waͤre; So wurde die Munze in Oſteroda von der Zeit an, da eine Muͤnze von den Grubenhagiſchen Herzogen zum Clausthal angeleget worden, in Abgang gekom⸗ men ſeyn, welche doch aber daſelbſt noch bis zu Anfange 1601 im Gange geblie⸗ ben. 2) So wuͤrde Herzog Heinrich Julius von Braunſchweig nicht nöthig gehabt haben, eine auf dem Zellerfelde anzubauen, oder im Amthauſe anzulegen, da alle Oberharziſchen Silber haͤtten zum Clausthal ausgemuͤnzet werden koͤnnen. Daß aber nach der Zeit, da das Fuͤrſtenthum Grubenhagen, und die Berg⸗ werke an die Luͤneburgiſche Linie wieder ertradiret worden, in dem Hauſe/ Per ie -ͤ—— ——— —— DD——————— +— ⏑— X welche den Bergbau befoͤrdern. 263 die Grubenhagiſchen Herzoge vor dem ihr Ablager zum Clausthale gehabt, eine Muͤnze, der jetzigen gegen uͤber, angeleget geweſen, wovon das Haus noch bis an den großen Brand Anno 1725 geſtanden, iſt bekannt. Es hat auch Schreiber dieſes Haus in obſtehenden Worten alſo benennet, wie es zu ſeiner Zeit, da die Muͤnze wuͤrklich darin geweſen, hieß. Da nun bis Anno 1617 keine Muͤnze zum Clausthal geweſen, und die Clausthaliſchen Silber nach der Auslieferung der Bergwerke nicht weiter auf dem Zellerfelde vermuͤnzet ſeyn werden, ſo entſtehet die Frage, ob ſolche darauf an⸗ faͤnglich wieder in Oſteroda, oder auf dem St. Andreasberge ausgepraͤget, oder ob das Herrſchaftliche Daus zum Clausthal ſofort im Jahr 1617 zur Muͤnze aptiret worden. Das erſte iſt wol daher nicht glaublich, weil aus der Oſteroͤdi⸗ ſchen Muͤnze, bey Verlegung derſelben nach dem Zellerfeld, die ſaͤmtlichen Muͤnz⸗ werkzeuge vermuthlich damit hingenommen worden ſind. Von dem zweyten und drit⸗ ten Punct habe nichts ausforſchen koͤnnen, und finden ſich von dieſer Zeit an bis ge⸗ gen Anno 1630 keine Muͤnz⸗noch Zehntrechnungen, daraus abgenommen werden koͤnnte, an welchem Orte die Clausthaliſchen und Andreasbergiſchen Silber ver⸗ muͤnzet, und in welchem Jahre das Herrſchaftliche Haus zum Clausthal zur Muͤnze vorgerichtet worden. §.§. Hier kann ich aber eine andere wahrſcheinliche Meynung beybringen. Es Von 1617 bis iſt in unſrer Bergſtadt Altenau ein nach der hieſigen Art alter Gebaͤude ziemlich naahih der⸗ großes Haus, davon man ſagt, daß ein Herzog von Grubenhagen, wenn er ſich Clausthaliſchen hier der Jagd halber aufgehalten, darin logiret habe; und es iſt noch bey einem und Andreas⸗ Anverwandten der vorigen Einwohner dieſes Hauſes eine Bettſponde vorhanden, beraiſchan Si darin der Herzog geſchlafen haben ſoll, und welche davon noch itzo des Herzogs⸗vermünzet wor⸗ ſponde heißt. In dem erſten hieſigen Stadtbuche von Anno 1504 wird daſs den. ſelbe bey dem Jahr 1611 der Herren Haus genennet. Auf der obern Etage ſte⸗ het an der vordern Stubenthuͤr inwendig ein groß ovales von Buͤchenholz geſchniz⸗ tes deiches Wapen, darum die Ueberſchrift iſt: Heinrich v. Dannenberg f. Br. L. Raht, und Landdroſt 1636. Dieſer iſt von Herzog Chriſtian An⸗ no 1630 zum Landdroſten und Berghauptmann zum Clausthal beſtellet geweſen und 1644 geſtorben. An der andern Thuͤr, die in die Kammer gehet, ſtehen zwey kleinere ſolche Wapen, in dem einen ſtehen die Buchſtaben: H. G. V. C. W. in dem andern M. Z. A. B. Dieſes Haus wird von alten Zeiten her, und noch itzo die Muͤnze genennet, und iſt davon hier die durchgaͤngige Tradition, daß da⸗ rin Geld gemuͤnzet worden ſey. Einige wiſſen auch ihre Vorfahren zu nennen, die darin beym Geldmuͤnzen gearbeitet, deren Nahmen ſich in hieſigem Kirchen⸗ buche richtig finden. Zu welcher Zeit man aber darin Geld gemuͤnzet, und wie der Muͤnzmeiſter geheiſſen, weiß niemand mehr, es findet ſich auch davon keine Nach⸗ richt in den wenigen vorhandenen alten Schriften, da die alten Vorfahren zu nachlaͤßig geweſen, die Nachkommen von ihren Zeiten zu unterrichten, und nur das nothwendigſte, was im Gerichte geſchehen, und auch dies ſehr unvollkom⸗ men, aufgezeichnet haben. In hieſigem Kirchenbuche wird der Muͤnzmeiſterinn gedacht, da unter den Taufzeugen Anno 1621 ſtehet:„Henrich Koch, der Munzmeiſterinn Bru⸗ „ der:„wobey zu merken, daß bey den Frauen auch Toͤchtern der Bedienten die Vor⸗und Zunahmen zu der Zeit ausgelaſſen worden, und daher gleich vorher ſtehet:„die Richterſche, die Schulmeiſterinn,,, wenn aber von andern Orten Perſonen bey der Taufe geſtanden, iſt allemal der Ort dabey geſetzet, als z. E. Uuu 2 Perſonen 264 II. Th. VII. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, vom Clausthal, von Braunlage, von Schartzfeld, u. ſ. w. Woraus denn zum 1) ziemlich wahrſcheinlich iſt, daß hier ein Muͤnzmeiſter, eben wie ein Richter und Schulmeiſter, geweſen, 2) ſtehet folgendes in dem hieſigen auf dem Rath⸗ hauſe befindlichen Gerichts⸗und Handlungsbuche:„Anno 1621 den 7. May „vhat Henningus Ruß, Eyſenſchneider, Elias Lehnerten, den Geſchwornen, „ in Adam Kauffmanns Hauſe mit einem Glaſe geworfen, iſt geſtrafet mit I Fl. „ 16 Gr.„ Iſt nun nach dem vorhergehenden wahrſcheinlich ein Muͤnzmeiſter, und nach dieſem gewiß ein Eiſenſchneider, der unter dem hieſigen Gerichte ge⸗ ſtanden, hier geweſen, ſo muß auch hier eine Muͤnze geweſen ſeyn. Hierzu kommt 3) daß, als vor einigen Jahren in dem vorhin beſchriebenen Hauſe in dem davor in einem Stollen herflieſſenden Muͤhlengraben vor deſſen Ausfluß ein Sumpf zur Ab⸗ ſpuͤhlung der Pferde gegraben wurde, darinnen beſchickte Geldplatten von 2 Ggr. Stuͤcken, welche bey der Probirung den rechten Gehalt gehabt, gefunden wor⸗ den, als eine Anzeige, daß in dieſem Hauſe Geld gemuͤnzet worden. Und 4) als im Fruͤhjahre 1752 auf ein Stuͤck des Gartens gleich hinter dem Hauſe ein Stall gebauet, und das uͤbrige des Gartens mit einem neuen Bretterzaun zuge⸗ ſchlagen werden ſollte, und man zu deſſen Eckſeule ein tiefes Loch in die Erde ge⸗ graben, ſo haben ſich darin Scherben von einem Oeſterreichiſchen Schmelztiegel, die beſtaͤndig und noch itzo in den Harzmuͤnzen gebrauchet worden, gefunden, auf deren einen die Zahl 7 eingegraben iſt, zum Zeichen, daß es der ſiebende in der Ineinanderſetzung geweſen. Dieſe gefundene Scherben, die bey mir aufbehal⸗ ten werden, haben alle hieſige Huͤttenbediente, die zugleich des Muͤnzweſens kundig, fuͤr Scherben von einem Oeſterreichiſchen Schmelztiegel erkannt. Da nun von Anno 1603 bis 1627 wenig Silber zum Clausthal, und ſchon viele Jahre vorher gar wenige zum St. Andreasberg gefallen, wie aus den Ausbeuttabellen abzunehmen, ſo ſind ſolche vermuthlich, ehe man zur Aptirung des Herrſchaftlichen Hauſes zum Clausthal zur Muͤnze geſchritten, von 1617(in welchem Jahre das von dem Herzoge von Braunſchweig Anno 1596 in Beſitz genommene Fuͤrſtenthum Grubenhagen an die Luͤneburgiſchen Herzoge wieder aus⸗ geliefert worden, allhier zur Altenau vermuͤnzet worden, da der Weg vom Claus⸗ thal nach St. Andreasberg, nemlich 3 Meilen, zu weit gefallen, die Silber da⸗ hin, und das Geld zuruͤck zu bringen. —§. 6. Von den Nachdem ich nach dem Jahre der erſten Anrichtung der Munze auf dem Mäenearo Clausthal, wie auch des erſten Munzmeiſters daſelbſt lange, aber vergebens, ge⸗ und der neuen forſchet; So iſt mir zufaͤlliger Weiſe ein kupferner Rechen⸗oder Spielpfenning Münze mit dem von Anno 1630 unter die Augen gekommen, mit der Umſchrift: Henning Druckwerk. Schreiber F. B. L. M. M. In den Circul iſt deſſelben Wapen, daruͤber zwey Zehnhaken, als das Zeichen eines in einer Schlag ⸗oder Hammermuͤnze gelernten Muͤnzmeiſters, liegen. Auf der andern Seite iſt ein mit gebeugten Knien ſte⸗ hender Mann, in der rechten Hand einen Stab oben mit einem Creutz, in der lincken einen Becher haltend. Zu deſſen rechter Seite liegen Schlaͤgel und Eiſen, als Zeichen einer Bergſtadt, und zur linken ſtehet ein großes C. ſo Clausthal be⸗ deuten ſoll. Die Umſchrift iſt: ein Rechen Pfenni 1630. Eben dergleichen habe auch von Anno 1633 geſehen. So ſtehen auch auf dem Gelde, welches Herzog Chriſtian zu Zelle und Grubenhagen Anno 1623 praͤgen laſſen, die Buchſtaben: H. 8. Ob er Munzmeiſter in Zelle, oder hier zur Altenau geweſen, und in welchem Jahre er von einem dieſer Orte nach dem Clausthal gekommen, kan ich nicht beſtimmen. j j Solchem⸗ —y—— —————— 4 E 4 4* ———— X ⏑ ⏑△△— ——————— welche den Bergbau befoͤrdern. 265 Solchemnach iſt dieſer Henning Schreiber vermuthlich der erſte Claustha⸗ liſche Muͤnzmeiſter geweſen. Dieſem iſt gefolget Leopold Wefer, deſſen Nahmen ich zuerſt auf einem Anno 1650 zum Clausthal gepraͤgten Schauſtuͤck des Herzogs Chriſtian Ludwig von 3 Rthlr. gefunden, wie denn auch ſein Nahme, als Clausthaliſchen Muͤnzmeiſters in Herzog Johann Friederichs Muͤnzreſcript von 4. Jan. 1668. befindlich iſt.(S. Chur⸗Braunſchw. Luͤneb. Landesordnungen 3. Theil 4. Cap. S. 489.) Er iſt Anno 1674 verſtorben. Sein Nachfol⸗ ger in eben dieſem Jahre im Quart. Luc. iſt Heinrich Bohnhorſt geweſen. Nach deſſen Anno 1711 zu Gotha erfolgtem Ableben iſt ſein Sohn, Heinrich Chri⸗ ſtoph Bohnhorſt, an ſeine Stelle gekommen. Und als derſelbe Anno 1725 kurz nach dem großen Brande geſtorben, ſo iſt der noch lebende, aber mit An⸗ fange des 1751 Jahrs in Arreſt gekommene Chriſtian Philip Spangenberg, ſein Nachfolger worden. Dieſe drey leztern haben den Character eines Munz⸗ directoris bekommen. Nach dem Arreſt des Muͤnzdirectors Spangenberg iſt die Muͤnze durch zwey Commiſſarien bis zum Anfang 1753 verſehen worden, daher auf dem Gelde von ſolcher Zeit ein C. ſtehet. Darauf iſt Herr Johann Wilhelm Schlemm, des zeitigen Herrn Zehntner Schlemms aͤlteſter Sohn, bisheriger Muͤnz⸗Guardein, zum Muͤnzmeiſter verordnet worden. Anno 1674 iſt zum Clausthal eine neue Muͤnze(welche A. 1725 den 25. Mart. voͤllig mit abgebrannt, aber in eben dieſem Jahre ſofort auf die vorige Stelle und Weiſe wieder aufgebauet worden) der alten Muͤnze gerade gegen uͤber gebauet worden, da unter der Direction des in demſelben Jahre 1674 beſtallten Muͤnzmeiſters, und von 16. Mart. Anno 1694 geweſenen Muͤnzdire⸗ ctors, Heinrich Bohnhorſts, die vorige Schlagmuͤnze in eine Druckmuͤnze und Sbjuftüher veraͤndert, und dazu das Stoßwerk von Zelle dahin gebracht worden. §. 7. Ehe ich mich nun zu dem Muͤnzproceß wende, will ich die in der 2. Abtheil. Beſchreidung ausgelaſſene Beſchreibung der Silberbrennoͤfen und des Feinbrennens hier ein⸗ der Filber ruͤcken. rennöfen. Das Blickſilber fein zu brennen, ſind in der Clausthaliſchen Muͤnze o und in der Zellerfeldiſchen 11 Oefen an einander, davon zwey auf der XXVII Tab. T.b. XVII. Fig. I. perſpectiviſch gezeichnet ſind, wie ſie vorn, und Fig. II. wie ſie hinten ausſehen. Die Silberbrennoͤfen ſind Windoͤfen, und von lauter gebrannten Steinen gemauert. Man kan daran den Fuß, und den Ofen ſelbſt unterſchei⸗ den. Der Fuß zu zween Oefen, als ax. yu. und wz. iſt 6 Fuß lang, ay. 3 Fuß, 3 Zoll an den Seiten, als yw. breit, oder tief, und vorn 4 Fuß, 2 Zoll hoch ax. In demſelben ſind zu zwey Oefen drey 4 Zoll breite, und 3 Fuß⸗ 3 Zoll hohe Windfaͤnge c. d. e. die durch die Breite des Fußes gehen. In je⸗ dem Windfange an den beyden Seitenwaͤnden der geſamten Oefen, als bey die⸗ ſen zweyen in c. und e. gehen zwo Luftroͤhren durch den Boden aufwaͤrts in die Oefen, davon die vorderſte in dem Ofen H. Fig. I. bey f. ge⸗ zeichnet iſt. In den mittlern aber, als d. ſind an jeder Seite zwo Luftröhren davon zwo in den Ofen H. und zwo in den Ofen I. gehen. Die vorderſte von denſelben in I. iſt bey g. zu ſehen. Hinten ſtehet der Fuß zwiſchen den beyden aͤuſerſten Seitenwaͤnden 3 Zoll von der Mauer ſo hoch, als die Windfaͤnge ſind, ab, welches Fig. II. der breite Streifen gh. vorſtellee. Dahingegen die Oefen ſelbſt, wie die beyden aͤuſerſten Seitenwaͤnde, an die Mauer anſchließen. Oben II. Theil. Xyx an . 4— —— 8————= 266 II. Th. VII. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, an dieſem Abſtande gehet in der Mitte eines jeden Ofens ein Zugloch aus denſel⸗ ben i. k. Fig. II. Dieſes iſt der Fuß der Oefen, der vorn uͤber die Tiefe der Oefen 3 Zoll in die Hoͤhe ſtehet, und mit einem gegoſſenen Eiſenblech, welches uͤber den Fuß 3 Zoll vorſtehet, beleget iſt. Die Oefen ſelbſt ſind 1 Fuß 8 Zoll weit, I Fuß, 10 Zoll, bis 2 Fuß lang, und 2 Fuß hoch, ſie werden aber an beyden Seiten, und hinten, da ſie rund ſind, in die Hoͤhe hinauf allgemehlich enger und kuͤrzer, oder laufen an, dat ſie oben 11 Zoll, bis I Fuß weit, und 1 Fuß, 3 bis 4 Zoll lang bleiben. Die laͤnglich halb runde Oefnung ſtellet Fig. l. Pqr. perſpectiviſch, und die Schat⸗ tirung das Anlaufen vor. Die Zugloͤcher in den Ofen i. k. Fig. II. gehen in der Ofenmauer in die Hoͤhe, und oben aus, wie 1. m. Fig. IJ. und II. zeiget. An den beyden Seitenmauern iſt, ehe die Oefen anfangen, ein 1 Fuß, 7 Zoll hoher, und 7 Zoll breiter Pfeiler, n. n. von gebrannten Steinen, daruͤber die Seitenwaͤnde noch 1 Fuß, 5 Zoll in die Höhe gehen. Zwiſchen zwey Oefen iſt auch ein dergleichen eben ſo hoher, und 1 Fuß breiter Pfeiler, und es ſind die Ofenwaͤnde 2 Zoll hoͤher, als die Pfeiler, welche mit dem Fuß 6 Zoll vor dem Ofen vorſtehen. Oben iſt die Laͤnge der Oefen und Pfeiler an den Seitenmauern 2 Fuß, 6 Zoll, darauf die Hinterwand der Oefen ſchreg, oder dohnlaͤgigt in die Hoͤhe gehet. §. 8. Wie das lick⸗ Die Feinbrennung des Blickſilbers geſchiehet unter einer Muffel auf folgen⸗ löee fein ge de Weiſe. Es wird ein Teſt gemacht, das iſt, es wird eine wohl ausgelaugete, ranntwird. durchgeſiebete, mit Waſſer angefeuchtete, und durcheinander gemengete Aſche von hartem Holze, in eine gegoſſene eiſerne Pfanne geſchlagen, wenn ſolche zuvor rein gemacht, und mit ein wenig Waſſer und Aſche, zum Ankleben der ange⸗ feuchteten Aſche, ausgeſchlemmet worden. Die zuerſt in die Pfanne geſchuͤttete Aſche wird mit den Fingern etwas nieder gedruͤcket, und darauf wird die zum Teſt gehoͤrige geſammte Aſche vollends eingeſchuͤttet, daß ſie faſt ſo hoch darauf lieget, als der Teſt tief iſt, und mit der Hand ins Kreuz von bey⸗ den Enden her angeſchlagen. Iſt der Teſt ſo feſt, daß er mit der Hand nicht mehr kann eingedruͤcket werden, ſo wird er mit einem Hammer eben ſo, wie mit der Hand, ins Kreuz geſchlagen. Iſt er nun ziemlich feſt, ſo wird noch vom Rande, und in der Ruͤnde herum, bis in die Mitte ſo lange geſchlagen, bis er mit den Daumen nicht mehr kann eingedruͤcket werden. Hierauf wird der Teſt mit einem geraden Eiſen, oder Holz abgezogen, daß er oben mit der Pfanne gleich werde, und mit dem krummen Spurmeſſer die Spur in ihn ſo groß geſchnitten, als die Zahl der darin zu brennenden Mark Silber erfodert. Ueber die Spur wird Beinaſche mit einem Haarſieb geſiebet, und eine recht glatte Kugel allenthalben zum feſten Anliegen daruͤber hergerollet, welches dazu dienet, daß die Silber ſo wol unten reiner werden, als ſich auch beſſer abloͤſen. Der nun fertige Teſt wird den Tag vor dem Feinbrennen mit ei⸗ nem kleinen Kohlfeuer abgewaͤrmet, und ausgetrocknet. Wenn nun der Ofen mit Aſche beſchuͤttet worden, damit ſo wol der Teſt feſt ſtehe, als auch die Pfanne unten fuͤr dem Verbrennen bewahret werde, ſo wird der Teſt in der Mitte nach der Wage eingeſetzet. Darauf wird die Muffel Fig. V. das iſt, ein aus Heßiſcher Erde, oder Thon gebranntes halb cylindriſches Dach, darin an bey⸗ den Seiten, auch vorn und hinten, ein langer, ein paar Zoll in die Höoͤhe ge⸗ hender Ausſchnitt iſt, daruͤber, und uͤber dieſelbe noch wol eine alte Heſhudes ende — 2———J— — ———Q—Q₰—— welche den Bergbau befoͤrdern. 267 ſtehende geſetzet, und der Ofen mit loſen gebrannten Steinen zugeſetzet, daß nur 3 dundloch. um die Silber einzuſetzen, und im Ofen zu beobachten, offen eibet. Der Ofen wird uͤber der Muffel voll Kohlen geſchuͤttet, die man mit gluͤen⸗ den anfeuret, und das Mundloch mit Kohlen zugeleget. Iſt der Teſt nach ein paar Stunden durchgehends gluͤend, ſo werden die in Stuͤcken zerbrochene Blickſilber(wel⸗ che auf Kohlen faſt gluͤend gemacht werden, daß ſie ſich uͤber einen eiſernen, oder hölzernen Trog leicht in Stuͤcken zerſchlagen laſſen,) auf den Teſt geſetzet, und nicht nur das Mundloch mit Kohlen wieder zugeſetzet, ſondern es werden auch vor dem Ofen bis uͤbers Mundloch Kohlen geleget, und alfo die Silber mit ſtar⸗ ker Hitze eingeſchmelzet. Wann ſie nun ganz lauter ſind, alſo, daß ſie auf dem Teſt zu treiben anfangen, ſo werden die Kohlen(bis auf einige wenige kleine, welche dichte vor dem Teſt liegen bleiben) aus dem Mundloche weggenommen, alsdenn mit einem eiſernen gluͤenden Haken die etwa auf das Silber gefallene Kohlen ſauber abgezogen, und das Silber umgeruͤhret. Solches Umruͤhren wird ohngefehr alle Minuten wiederholet, da indeſſen das Mundloch immer of— fen bleibet, bis die Bleye mehrentheils abgerauchet ſind, und das Silber erkal⸗ ten will. Alsdann wird das Mundloch wieder mit einer darein paſſenden ab⸗ gewaͤrmten Kohle zugeleget, und bey oͤftern Umruͤhren in mittelmaͤßiger Hitze ſo lange erhalten, bis es anfaͤngt auf die Feine zu gehen. Alsdann muß die Hitze verſtaͤrcket werden, bis es ganz fein iſt, und bey dem Umruͤhren ſich keine Wol⸗ ken mehr zeigen. Das in der Hitze erhaltene Silber bekommt endlich Farben, wie ein Re⸗ genbogen, die ſich allmaͤhlich verliehren, und wie zarte Schnuͤre, oder Faden ſpielen, welches auf die Feine ſtreichen genennet wird. Sind die Faden ſehr zart, oder gar weg, ſo iſt ſolches ein Zeichen, daß das Silber ſeine voͤllige Feine habe. Darauf wird das Mundloch durch Hinwegnehmung der Kohlen zur all⸗ maͤhligen Abkuͤhlung des Silbers eroͤffnet. Vor der Abkuͤhlung aber wird mit ei⸗ nem eiſernen Haͤcklein eine warme Probe daraus genommen. Wenn das Mundloch aufgemacht, und das obere Feuer auch meiſtens ab⸗ gebrannt iſt, ſo faͤnget das Silber vom Rande her an zu erkalten, welches man ſchließen, oder frieren nennet, und wann es zwey Finger breit gefroren, kann es mit kaltem Waſſer abgekuͤhlet werden, davon anfaͤnglich ein wenig, und nach gerade mehr durch ein kupfernes Gerinne auf das Silber gelaſſen wird. Bey dieſer Abloͤſchung ſteigt das Silber, wenn es gehörigſt gebrannt iſt, und wenn man wahrnimmt, daß ſolches erfolgen will, wird mit loſchen inne gehalten, damit das Silber recht aufſteigen, und ſeine Blumen aufwerfen konne. Wann aber das Silber wegen des zu vielen Anfangs zugegoſſenen Waſſers, davon die Schwar⸗ te zu dicke wird, nicht erſt aufſteigen will, ſo wird mit einem eiſernen Hacken ein Loch in das Silber gemacht, dadurch das Aufſteigen befodert wird. Iſt ſolches vorbey, ſo wird das Silber durch Zugieſſung mehrern Waſſers hart gemacht, und nach aufgemachten Ofen, und weggeraͤumter Muffel herausgenommen, auf einem Ambos von zwo Seiten her, zur bequemen Einſetzung in einen Schmelz⸗ tiegel, etwas zuſammen geſchlagen, und vollends im Waſſer kalt gemacht, und heiſſet alsdenn Brandſilber. Zum probiren, ob es die rechte Feine hat, wird auch unten ein klein Stuͤck, oder Kugel mit einem Meiſſel ausgehauen, und mit der obern warm herausgenommenen Probe dem Muͤnzguardein, der ſich um die Zeit, da das Silber die völlige Feine erlangen wird, im Brennhauſe anfindet, zuge⸗ ſtellet. Es koͤnnen aber die Silber nicht hoͤher, oder nicht feiner, als zu 15 Loth Xrx 2 16 Graͤn Häckens Be⸗ richt vom Sil⸗ berbrennen. 268 II. Th. VII. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, 16 Graͤn gebrannt werden. Der Abbrand von dem Blickſilber iſt in der 6 Ab⸗ theilung des 6 Cap. unter der Ueberſchrift: von dem Werktreiben, gegen das Ende angezeiget. §. 9. Haͤcke ſchreibet von dem Feinbrennen des Silbers zu ſeiner Zeit folgendes: „Auf dem verordneten Brenntage, als den Montag, werden dem Silberbren⸗ „ ner die Blickſilber zugewogen, zugeſtellet, und deshalben ein Zettul dabey ge⸗ „ geben, von dem es fein gebrannt wird, und gehet im Brennen der Mark „ I Loth, zuweilen dh wol ein halb Quentin, oder ein, wenig mehr ab, wer⸗ „den gebrannt rein auf 15 Loth 3 Quent. Weil aber das Silber noch auf „ dem Teſt gehet, muß der Silberbrenner einmahl oder drey mit einem rundge⸗ „bogenen Eiſenhaken, der gluͤend gemacht ſey, aufn Teſt umruͤhren, damit das „ Silber rein werde, und nicht einen Bleyſack behalte. Auf daß auch der Sil⸗ „berbrenner des gewiß ſey, und nicht zu hoch, und zu gering gebrannt, hat er „ des ſeine gewiſſe Probe, nimmt mitlerweile ein naß ſpitzig Eiſen, damit er ein „wenig in das Silber ſtoſſet, und eine Probe heraus bringet, ſchlaͤgts auf ei⸗ „ nem Ambos und beſiehet es, ob es noch gelb ſey, und noch viel Glöͤdt habe. „ Iſt es nun ſchneidig, ſo iſt das Silber recht gebrannt, wo nicht, ſo laͤſſet er „das Silber auf dem Teſt laͤnger gehen, bis daß er ſeine gewiſſe Probe davon „ bekommen. Doch ſoll und muß der Silberbrenner nicht die Silber aufn Teſt „ uͤbertreiben, weil die Teſt von uͤbriger Hitze weich werden, und mehr Silber „ zu ſich nehmen, denn ſichs gebuͤhret. Darauf billig Achtung zu geben, und „der Silberbrenner in dem geuͤbet ſeyn ſoll, wo er die Silber anderſt auf einen „ gewiſſen Halt brennen will. Wenn nun das Brennen geſchehen, und voll⸗ „ bracht, und das Silber aus dem Teſt genommen, ſo loͤſchet ers ab, und faͤlt „ die daran hangende Aſche leichtlich davon. Die uͤbrige ſaͤubert er, und kratzet „ die aus mit einer Buͤrſte von Meßingsdrath gemacht, und ſchlaͤget das Stuͤcke „mit einem eiſernen Hammer glatt nieder, und darret es wieder ab, und laͤſſet „es trucken werden, ſo hat es ſeinen Beſcheid, und iſt fein Brandſilber., §. 10O. Wie das Sil⸗ Hierbey ertheile den Proceß des Silberbrennens in Sachſen, wie derſelbe berbrennen in Sachſen ge⸗ ſchicht. in des geweſenen Clausthaliſchen Huͤttenreuters Johann Matthias Borkenſteins, hinterlaſſenen Schriften von auswaͤrtigen, und ſonderlich Saͤchſiſchen Berg⸗und Huͤttenwerken, die ihm von da her Anno 1705 zugefertiget worden, bfdüſh iſt:„So man die Silber brennen will, richtet man zuvor aufs allerfleißigſte „von kleiner ſubtilen ausgeraͤderten Aſche vom Treibheerd den Teſt alſo zu: Man „nimmt erwaͤrmte Aſche, ſo mit warmen Waſſer angefeuchtet, ſtoͤßt ſolche auf „das haͤrteſte in einen kupfern, oder eiſern Ring, oder eiſerne halbrunde Scha⸗ „ le, welche dazu gemacht. So der Ring eben voll und gleich geſtoſſen/ ſchnei⸗ „ det man die Aſche gleich einen Tiegel herum aus, in Groͤße, als das einzuſe⸗ „ tzende Brandſtuͤcke ungefehr werden ſoll. Wenn er nun fein und eben aus⸗ „ geſchnitten, befeuchtet man ihn ein wenig um und um, ſtreuet ein wenig Klaͤh⸗ „ re rings herum hinein, und treibet ſie mit einer glatten Kugel feſt, und wohl an „an allen Orten, damit das Silber deſto reiner und ſauberer darauf abgehen „„So nun der Teſt allenthalben mit allem Fleiß zugerichtet, ſetzet man ihn/ „abzuwaͤrmen, auf ein Mauerlein des Saygerofens, oder ſo man nicht ſaygert, „ ſo machet man ein Feuerlein darein, laͤſet ihn alſo gemachſam abaͤden, aufdaß — 29 ——————— —————— ⏑—— —ͤ——— welche den Bergbau befoͤrdern. 269 „das Silber hernach nicht darauf huͤpfe, oder heraus ſpringe. Dann ſetzet man „ihn ein, daß er gleich an einem Ort ſo hoch, als am andern ſtehe, und daß „ der Blaß am Rand nicht anſtoſſe, ſondern mitten in den Teſt gehe. Alsdann „ verwahret man ihn um und um mit trockner Aſche, wohl hart auf einander ge⸗ „ ſtoßen, bis oben an, ſo hoch, als der Teſt iſt. Man nimmt alsdenn Aſche, ne⸗ „ tzet ſie, daß ſie wie ein Teig wird, beſprenget die trockene Aſche auch mit „ Waſſer, ſchlaͤgt hernach die gefeuchtete Aſche darauf, ſo nimmt dieſe jene lie⸗ „ber an, ſchmieret die Aſche um den Teſt fein ſubtil herum, doch mit dem Be⸗ „ſcheid, daß es um und um hoch, und am Randin den Teſt hinein hange, damit „nichts vom Silber heraus ſtehen bleibe, ſondern fein hinein gehe. Man laͤſ⸗ „ſet auch gemeiniglich den Teſt dicker, als ſonſten, an dem Ort, daß man vor „dem Blaß ſetzen thut. Alsdenn fuͤllet man den Teſt mit ziemlichen Kohlen aus „ leget Kohlen rings herum, damit die kleinen deſto baß liegen bleiben. Als⸗ „ denn laͤſſet man die Blick entzwey ſchlagen, und leget ſie fein gleich auf den „ Teſt, bedecket ſie allenthalben mit Kohlen, und wirft glüende Kohlen darauf. „Wann nun die Kohlen angegangen ſind, und das Silber ziemlich ergluͤet „iſt, blaͤſet man ihm zu, und laͤſſet es wohl warm eingehen. Und ſo es auf dem „ Teſt eine Weile geſtrichen, raͤumet man die Kohlen hinweg, und ruͤhret das „ Silber wohl. Wenn es geruhret, leget man die abgezogenen gluͤenden Kohlen „ darauf, und grobe Kohlen herum, blaͤſet ihm wieder zu, und laͤſſet es fein lo⸗ „ cker brennen. So ſich die Kohlen ſetzen, leget man andere auf, und haͤlt es „„ immerdar mit ſteter Hitze. Zu einer halben Stunde ohngefehr raͤumet man die „ Kohlen wieder weg mit einem gekruͤmmeten Eiſen, und ſaͤubert die Schlacken, „ Kohlen und Unflath davon, ruͤhret es wieder einmahl, oder drey, und haͤlt es in „ ſteter Flamme und Hitze. Endlich, ſo man ſich beduͤnken laͤſſet, daß ſchier „ genug gebrannt, nimmt man bisweilen mit einem abgewaͤrmeten Loͤffel eine Pro⸗ „ be heraus, und ſiehet, was es vor einen Spiegel gibt. So der Spiegel nicht „ ſchoͤn und rein, ſo haͤlt es noch nicht gnug, und treibet mans alsdann noch „ein wenig. Dann nimmt man wieder eine Probe heraus, ruͤhret es aber zu⸗ „vor mit dem Loͤffel in dem Silber herum. So es in dem Loͤffel rein blicket, „ und einen feinen Spiegel gewinnet, auch geſchmeidig im ſchlagen wird, raͤu⸗ „met man die Kohlen davon, daß es fein ſauber und rein wird, ruͤhret es noch „ einmahl, und ſo noch etwas unreines von Kohlen, oder Schlacken darauf iſt, „ zeucht und ſaͤubert man es mit dem gewaͤrmeten Eiſen ab, leget alsdenn „lange abgeaͤdnete Kohlen daruͤber, alſo, daß es das Silber ganz und gar be⸗ „ decket, und es gemachſam darunter erkaltet. So es beginnet zu erſtarren, laͤſ⸗ „ ſet man in einem kupfernen Rinlein allgemach laulicht Waſſer darauf laufen, „ und kuͤhlt es wohl ab, und wiegt alsdenn mit einem Stoßeiſen das Brandſtuͤck „los, und hebts heraus in das Waſſer, ſchlaͤgt die Aſche herab, und laͤßt es „ folgends im Waſſer fein abkuͤhlen. So es kalt worden, kratzet man es mit ei⸗ „ ner meßingenen Kratzbuͤrſte wohl rein ab, und ſchlaͤgt es allenthalben, ſo viel „ es ſich leiden will, fein gleich und ſauber, waͤrmet es hernach wohl ab, damit, „ſo irgend Waſſer hinein gedrungen, es heraus ſauge, weil es im waͤgen ſchon „etwas austragen duͤrfte. „Nach dem Abwaͤrmen ſchlaͤgt man ein Stuͤck oben und unten zu hal⸗ „ben Mittel mit einem Meiſſel aus, und probiret es, wie viel es an der Feine „ halte. Die Koͤrner, ſo auf dem Teſte bleiben, und das, ſo man dem Stuͤcke „ im Reinmachen abſchlaͤget, wird im Brennen einem andern Stuͤcke wieder zu⸗ „ geſetzet, und eingebracht. Dieweil man das Ziel mit den Proben auf 15 Loth, II. Theil. Yyy„3 Quentin 1 I 1 e —— — 6 41 270 II. Th. VII. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, „3 Quentin nicht allemahl treffen mag, ſondern oft zu hoch, undoft zu niedrig „ gebrannt wird, haͤlt und richtet man ſich nach denen Proben, ſo ein Loͤffel „ voll heraus genommen. Als ſo es faſt gar rein blicket, und nur noch ein klei⸗ „ nes Bluͤmlein auf dem Spiegel hat, und geſchmeidig im ſchlagen iſt, ſo raͤu⸗ „ met man das Feuer ab, und laͤßt ihm weiter nicht zu blaſen. So das Stuͤck „ unten und oben ausgeſchlagen, gluͤet man einen jeglichen Ausſchlag, damit es „ſich fein duͤnne ſchlagen laſſe, und nicht reiſſe, und zum einwiegen fuͤglich mag „eingeſchnitten werden. Man ſchabet es aber vor dem einwiegen und einſchnei⸗ „ den mit dem Schabeeiſen fein rein, und wieget alsdenn 2 Proben davon ein. „„Als man nimmt von jedem Ausſchlag ½ Mark, wieget die gegen einander mit „ Umwechſelung der Schaͤlgen ꝛc. Darauf heiſt es noch ferner. Allhier wird „ die Probe gedoppelt gemacht, indem zweymahl zwey halbe Mark eingewogen „werden, thut ſolche hernach zuſammen, und probiret, wie einem Probirer „ſchon wiſſend ſeyn wird., §. II. Münzproceß Der Muͤnzproceß in der Clausthaliſchen Muͤnze iſt überhaupt folgender. in der Claustha⸗ 4 lſſchen Muͤni⸗ ſchmolzen, und etwas buͤchene Kohlengeſtuͤbe darauf geſchuͤttet worden, damit 1) Wenn die Silber in einem Tiegel, welche aus Oeſterreich kommen, ge⸗ die Silber darunter lauter bleiben, ſo werden ſie in Sand gegoſſen, welcher von Kohlengeſtuͤbe und Lehm untereinander gemiſchet, und mit Waſſer, oder Bier⸗ hefen angefeuchtet, in einen viereckigten hoͤlzernen Kaſten eingeſtampfet wird. Als⸗ denn werden mit einem eiſernen 21 Zoll langen Meſſer, oder Stecheiſen, in ſol⸗ chen Sand Loͤcher in Reihen nach einander geſtochen. Zwiſchen den Reihen der Löcher bleibet ohngefehr 3 Zoll Raum, und da der Sand feuchte iſt, bleiben die Locher beym herausziehen des Stecheiſens ſtehen, daß ſie nicht wieder zufallen. In ſolche Löcher wird das geſchmolzene Silber mit einem eiſernen mit Lehm, oder Kreite ausgeſchmierten Loͤffel in Stangen, oder Zehne gegoſſen. Unter dem Ausgieſſen nimmt der Munzguardein die Tiegelprobe, nemlich nach dem Anfan⸗ ge, in der Mitte und gegen das Ende des Ausgieſſens, wird ein wenig ins Waſ⸗ ſer gegoſſen, welches darauf probiret wird, ob es den gehorigen Gehalt habe. 2) Dieſe Zehne werden fuͤnfmahl durch ein Walzwerk gelaſſen, dadurch ſie ſo weit verduͤnnet, und verlaͤngert werden, daß ſie nach den Geldſorten durch zwey Backen auf der Adjuſtirbank koͤnnen gezogen werden. So oft eine vorhan⸗ dene Quantitaͤt Zehne durch das Walzwerk durchgelaſſen worden, werden ſol⸗ che, um ihnen die dadurch bekommene Haͤrtigkeit zu benehmen, in dem dabey ſte⸗ henden Gluͤofen gegluͤet, und dadurch wieder weich gemacht. 3) Damit nun die durchs Walzwerk verduͤnnete, und dadurch verlaͤngerte ehne ihre accurate Verduͤnnung zu der Schwere der einzelnen Stuͤcke der Geld⸗ orten bekommen, ſo wird einer nach dem andern durch zwey Backen auf der Adjuſtirbank gezogen. Dieſer Durchlaß von zwey Backen wird nach den Geld⸗ ſorten geſtellet. — Aus einem adjuſtirten Zehn wird mit dem Durchſchnitt eine Platte aus⸗ geſchnitten, und auf der dabey hangenden Wage aufgezogen. Wann ſolche ih⸗ re accurate Schwere hat, welche die Geldſorte erfodert, ſo werden ſie nach der Reihe ausgeſchnitten. Iſt ſie aber noch zu ſchwer, ſo werden die zwey Backen auf der Adjuſtirbanck noch etwas zuſammen geſchroben, und ein Zehn wird etwas wieder durchgezogen, und abermahl ein Stuͤck zur Probe ausgeſchnitten. Wnn g —— —ä+„ z— ²⁸+— K⏑+—— X᷑ welche den Bergbau befoͤrdern. 271 das Stuͤck ſein gehoͤriges Gewicht hat, ſo wird mit Adjuſtirung der Zehne fort⸗ gefahren, und werden mit dem Durchſchnitt die Platten daraus geſchnitten. In dem Durchſchnitt bekommen die Platten der ganzen, halben und ½ Gulden die Krauͤſelung am Rande. Die ganzen Thaler aber werden nach der Ausſchneidung mit einer beſondern Maſchine gekrauͤſelt. 5) Die gegluͤeten Platten werden gekochet, und weiß geſotten, und dar⸗ auf die großen in einer Tonne, die kleinen in einem langen Beutel geſcheuret, wie bey dem Zellerfeldiſchen Muͤnzproceß von den Platten bis zum ausgepraͤgten Gel⸗ de angefuͤhret worden. 6) Die weiß geſottene und geſcheuerte Platten werden darauf gepraͤget, die großen und mittelmaͤßigen unter einem Stoß⸗oder Druckwerk, die kleinen von 2 mgr. an unter einem Schlagwerk, das Klipwerk genannt. Wenn das Geld zuſammen fertig iſt, ſo nimmt der Muͤnzguardein von jeder Sorte ein Stuͤck, ſchnei⸗ det ſolches in 2 gleiche Stuͤcke. Die eine Haͤlfte probiret er, die andere wird verſtegelt, die Sorte, das Jahr, Quartal und Num. deſſelben darauf geſchrie⸗ ben, und ins Bergamt geliefert, damit man, wenn auswaͤrtig wegen des Ge⸗ halts auch nach einigen Jahren etwas erinnert und deſideriret werden ſollte, ſolches zur Rechtfertigung probiren koͤnne. Es folgt nunmehr die Beſchreibung der Maſchinen in der Clausthaliſchen Muͤnze und der Arbeit mit und bey denſelben. §. 12. Der Gießkaſten iſt 4 Fuß, 10 Zoll lang, 3 Fuß, 4A Zoll breit, und 2 Fuß/ Von dem Gieß⸗ 6 Zoll hoch, und ſtehet auf 4 Blockraͤdern, damit er von einem Ort zum andern kaſten und könne geſchoben werden. Das Stecheiſen Fig. XX. iſt 21 Zoll lang. Derſel⸗ Tricheſenf ben ſind verſchiedene, ein jedes von ſolcher Breite und Dicke, wie es die nachdhe Geldſorten zu gieſſende Zehne erfodern. Und damit das Eiſen nicht weiter in den Sand nieder geſtoſſen werde, als bis an a. ſo wird das Blech b. durch das Loch —— —— c. davor geſchoben. Die gegoſſene Stangen, die itzo Zehne oder Zaͤhne genennet wer⸗ den, werden in den alten Muͤnzrechnungen des Heinrich Depfern Zaeihn, und von Onckelern Anno 1602 und noch bis Anno 1617 Zeine geſchrieben, wie es auch ———— Matheſius in der 14 Predigt ſeiner Sarepta ſo ſchreibee. Dies Wort iſt von den Eiſenhammern hergenommen, worauf das Eiſen verzeinet, oder in duͤnne Staͤbe und Stangen verarbeitet wird, daher der Meiſter auf den Eiſenhammern der Nne genennet wird. Da nun die großen Maßen Silber durch das Gieſſen in Stangen zertheilet werden; ſo werden ſolche Stangen Zeine genennet. §. 13. Das Walzwerk beſtehet aus zwey Stuͤcken, aus dem Treibwerke, und aus dem Von der Ma⸗ eigentlichen Walzwerke. Das Treibwerk Fig. J. beſtehet aus einer ſtehenden Welle ſainazun ndr A. mit einem horizontalen Kammrade B. und aus einer liegenden Welle C. mit ei⸗Verlängerung nem perpendicularen Kammrade D. Die ſtehende Welle A. iſt 21 Fuß hoch Nr ehe oder und ſtehet 7 Fuß unter dem Fußboden des Muͤnzhauſes. Nach 2 Fuß, 6 Zoll werk. von oben herab iſt daran das Rad. Dieſes iſt 18 Fuß, 9 Zoll im Diameter, Tab. XXIII. 8 Zoll breit und dick, hat 168 drey Zoll lange, und drey Zoll breite Kaͤmme. Das Rad iſt mit 6 Armen an die Welle befeſtiget, und ruhet auf ſechs 9 Fuß/ 6 Zoll langen Streben. Die liegende Welle C. iſt 12 Fuß, 8 Zoll lang. Der Zapfen beym Rade iſt 16 ½ Zoll, der andere 13 Zoll lang. Das Rad D. iſt im Diameter 9 Fuß, 41 Zoll, und hat 8 runde, 6 Zoll lange Kaͤmme, gehet ge⸗ yy 2 gen 3 4 1 1 1 * 1 1 V V 2 4 2 7 . 2 1 1 1 — 4 1 4 1 4 1 1 Tab. XXIV. 272 II. Th. VII. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, gen das untere zweymal herum, und wird das Treibrad genennet. Die Kaͤm⸗ me des unterſten Rades faſſen in die Kaͤmme des Obern. Die ſtehende Welle wird in einem Gaepel unter dem Muͤnzgebaͤude mit zwey Pferden umgetrieben. In der Welle ſind zwo Deichſeln, davon E. das eine Loch zeiget. Vor eine je⸗ de Deichſel wird ein Pferd geſpannet. Ueber den Deichſeln iſt ein Sitz fuͤr den Knecht. Nach Erfoderung wird zum Umtreiben und Stillehalten eine im Gaepel hangende Klocke von einem Arbeitsmann oben bey der Maſchine angezogen, wel⸗ ches, wie zur Arbeit, alſo auch, wenn die Walzen beym durchlaſſen der Zehne warm werden, geſchiehet. Zwiſchen beyden Raͤdern lieget ein Fußboden, der an dem Ort, wo die Raͤder in einander faſſen, ausgeſchnitten iſt. Um das Treibrad iſt ein vierkantiges Schlinck von eichenen Pfoſten ABCD. Fig. II. da⸗ von A. und C. 18 Fuß, B. und D. 13 Fuß lang ſind. Dieſes iſt 2 Fuß 54 Zoll hoch. Auf B. und D. liegen die Gunfenllder mit den Pfannen. Dieſes Schlink iſt an allen vier Ecken durch Einſchnitte uͤbereinander gefuͤget, daß die Enden an den langen Seiten A. und C. 2 Fuß, an den kurzen 1 Fuß, 3 Zoll vorſtehen. Ueber dieſem Schlink lieget eine 9 Zoll dicke, und an allen Seiten 2 Fuß breite eichene Bank, FEFGH. und zwar an den langen Seiten A. und C. auf dem Schlink, an den kür⸗ zern B. und D. neben demſelben, und dem Zapfenklotze, welcher mit der Pfanne 5 Zoll hoͤher ſtehet. Die Bank E. und H. iſt mit duͤnnem Ciſenblech uͤberzogen, daß ſie bey dem Durchlaß der Zehne nicht ſo bald abgenutzet werde. Der Zapfenklotz und Pfanne ſind 6 Zoll breit. Der Zapfe K. iſt 13 Zoll lang, 6½ Zoll rund auf der Pfanne, und darauf 6 ½ Zoll viereckigt. Das Waͤlzwerk beſtehet aus dem eiſernen Gehaͤuſe, zwoen Walzen mit Sternraͤdern und Zapfen, und zwoen Schrauben mit ihrem Zugehoͤr. Das ei⸗ ſerne Gehaͤuſe Fig. I. beſtehet aus dem Fuße, oder Boden AB. aus 4 Seulen, davon 2 als C.. ſichtbar, und aus dem Deckel EF. Durch jede zwo Seulen iſt unter dem Boden, und uͤber dem Deckel ein Riegel zum zuſammen halten ge⸗ ſteckt, wie Fig. II. bey G. H. und I. K. zu ſehen. Dies Gehaͤuſe iſt an der Sei⸗ te der Raͤder und der Zapfen Fig. I. und III. 10 Zoll, und an der Seite des Durchlaſſens der Zehne Fig. II. und gegen uͤber 8 Zoll breit. Es iſt alſo dies Walzwerk nach 3 Seiten gezeichnet, Fig. I. wie man gegen die Raͤder, Fig. II. wie man gegen den Durchlaß und die Walzen, und Fig. III. wie man gegen die Zapfen und Walzen ſiehet. Auſſerdem ſind auch alle Stuͤcke deſſelben einzeln gezeichnet. Fig. IV. iſt der Fuß, oder Boden abcd. mit 4 vierkantigen Löchern fuͤr die 4 Seulen. Durch die kleinen 4 runden Loͤcher wird der Fuß auf die Bank befeſtiget. Denn dadurch werden Schrauben mit Knoͤpfen geſtecket, und unter der Bank mit den Muͤttern feſt angezogen. Fig. V. iſt der Deckel mit 4 vierkantigen Loͤchern, die auf die Löcher des Bodens, oder Fußes paſſen. Fig. VI. iſt eine von den 4 Seulen. Daran iſt ab. 1 Fuß, 1 Zoll lang, cd. iſt eine Riefe in den Seulen. An den ſchmaͤlern unterſten und oberſten Theilen ſind laͤngliche Locher zum Durchſtechen der Riegel. Sind der Fuß, der Deckel⸗ und die 4 Seulen zuſammen geſetzet, ſo iſt das Gehaͤuſe zwiſchen AB. und EF. 1 Fuß 6 Zoll hoch. Fig. I. Zwiſchen dieſen 4 Seulen liegen die zwo aus dem beſten Stahl geſchmie⸗ dete, rundgedrehete und polirte Walzen, Fig. VII. etwa 5 Zoll im Diameter, und 3 Zoll breit, an beyden Seiten mit Zapfen, die 3 Zoll lang an den Wal⸗ zen rund, und darauf 2 Zoll lang vierkantig ſind. Ueber dem einen vierkantigen Zapfen ſtecket ein Sternrad von 10 Sternen, und 6 Zoll im Diameter. Weil das Sternrad 1 Zoll hoͤher iſt, als die Walze, ſo iſt der Fuß Fig. Ir. 8— emſelben — OB————— — welche den Bergbau befoͤrdern. 253 demſelben bey x. zu deſſen Umgang ſo viel gusgeruͤndet. Vor den Sternraͤdern herunter ſtehet ein Blech, das am Fuße Fig. IV. in einem vorſtehenden etwas ausgehoͤhleten kurzen breiten Zapfen q. eingeſetzet, und am Deckel Fig. V. uber einen ſchmalen Zapfen r. mit einem Loch geſtecket iſt, und mit einem durchs Loch geſteckten Stift feſt gehalten wird. Die Zapfen der unterſten Walze liegen mit ihrer Ruͤnde auf Pfannen, welche zwiſchen den Seulen des Gehaͤuſes liegen, ſo breit, als dieſelben, und vom Fuß bis unter die Zapfen 12 Zoll hoch ſind, Die oberſte Walze tritt auf die unterſte, und die Pfannen liegen uͤber der Ruͤn⸗ dung der Zapfen, wie Fig. VIII. zu ſehen. Damit die unterſten und oberſten Pfannen zwiſchen den Seulen nicht austreten, ſo iſt mitten an den Waͤnden der Pfannen, da ſie an die Seulen treten, ein kleiner Vorſtand, damit ſie in die Reife cd. Fig. VI. zum feſt halten treten. Wo die Walzen auf einander tre⸗ ten, da iſt vor den Seulen Fig. II. ein Durchlaß L. M. angeſchroben. Dieſes iſt ein etwa 2 Zoll breites, und ½ Zoll dickes Eiſenblech, in deſſen Mitte ein 2 Zoll langes Loch Fig. IX. mit einer gegen die Walzen tretenden Schnautze Fig. NX. iſt, dadurch die Zehne zwiſchen die Walzen geſtecket werden. Ueber den obern Pfannen lieget ein zwiſchen alle 4 Seiten des Gehaͤuſes paſſender 14 Zoll dicker eiſerner Deckel, das Kreutz genannt, Fig. Xl. Mit dieſem Kreuz wer⸗ den die Walzen geſtellet. Zu dieſem Ende gehen durch den Deckel Fig. V. bey n. und 0. zwo Schrauben Fig. XII. dazu die Muͤtter n. und o. in dem Deckel ſind. Dieſe treten beym Gebrauch des Walzwerks auf das Kreuz uͤber den ober⸗ ſten Pfannen, welches dadurch feſt auf die Pfannen tritt, wodurch die oberſte Walze auf die unterſte, wie es zum Verduͤnnen der Zehne erfodert wird, ge⸗ ſchroben wird. 2 Damit aber beym Verduͤnnen und Verlaͤngern der Zehne die Schrauben durch den gewaltſamen Durchdrang der Zehne zwiſchen den Walzen, und daher ruͤhrenden ſtarken Gegendruck der oberſten Walzen gegen das auf den Pfannen liegende Kreuz nicht nachlaſſen koͤnnen; So haben die Schrauben, wo die Gaͤn⸗ ge enden, einen Ring, und ſind uͤber demſelben viereckigt. Auf dieſen Ringen an den Schrauben lieget ein eiſern Blatt, und auf demſelben uͤber die Vierkante der Schrauben zwey gekrappete Raͤder 4 Zoll im Diameter, uͤber welche durch die vierkante der Schrauben ein Riegel zum feſt ſitzen geſtecket iſt, Fig. XlII. Dieſes Blatt, Vierkante der Schraube, gekrappete Raͤder und uͤbriges hat nach dem Maasſtabe, wornach alle vorhergehende Stuͤcke des Walzwerks gezeichnet ſind, nicht koͤnnen gezeichnet werden, ſondern nach einem groͤßern, weil es ſonſt allzu klein und unkenntlich gerathen waͤre. Auf dieſem eiſernen Blatt ſind zwey Sperrhacken a. und b. befeſtiget, deren jeder gegen einander verkehrt in ein ge⸗ krappetes Rad an den Schrauben tritt. Und damit dieſe Haken nicht aus den Krappen der Naͤder treten, ſo liegen zwiſchen beyden zwey an einem Stuͤcke ſitzen⸗ de, auf dem Blatte befeſtigte und gegen einander verkehrte Federn c. d. davon die eine den Sperrhaken zur rechten, die andere den zur linken feſt haͤlt. Sollen die Schrauben zur Verduͤnnung und Verlaͤngerung der Zehne, oder zum Einſaz anderer Walzen, da man das Kreuz heraus nehmen muß, zu⸗ ruͤck oder aufgeſchroben werden, ſo werden die Federn von den Sperrhaken ab⸗ oder zuſammen gedrucket, daß ſie aus den Krappen loslaſſen. Zu dem Ende ſte⸗ cket bey jeder Feder durch das Blatt, oder Blech ½ Zoll breites, und faſt Zoll dickes Stuͤck Eiſen, daß in dem Blatte rund und beweglich iſt, und unter dem⸗ ſelben mit einem Knopf vorhaͤlt, mit einem 1 Zoll langen queer uͤher die Federn hergehenden Griff, der Schluͤſſel genannt, Fig. XlV. und e. e. Fig. XIIl. I. Theil. 3 3 der —y— 3—————— ——————————— 6-* 2 Tab. XXIII. Tab. XXIII. Tab. XXIV. Tab. XXIV. Vom Glüeofen. Tab. XXV. 274 II. Th. VII. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, der zur Loslaſſung der Sperrhaken gegen das Ende der Federn umgedrehet wird, dadurch ſolche von den Sperrhaken abgedruͤcket werden. Iſt das Aufſchrauben mit einem dazu gehoͤrigen Schluͤſſel wie Fig. XVIII. Tab. XXII. zu ſehen, ge⸗ ſchehen, und ſind die Haken in die Krappen der Raͤder wieder eingetreten, ſo werden die Federn mit dem Schluͤſſel zum fernern feſt halten wieder losgelaſſen. Im hernieder ſchrauben treten die Sperrhaken durch das Andruͤcken der Federn aus einem in den andern Krappen, ſo lange geſchraubet wird. Dieſes nieder⸗ ſchrauben geſchicht ſo oft, als ein zu verduͤnnender und zu verlaͤngernder Zehn durch das Walzwerk gehen muß, da denn jedesmahl die Krappen, ſo viel das niederſchrauben geſchehen muß, gezehlet werden, da die Verduͤnnung zu fuͤnf⸗ mahlen nach gerade geſchicht. Das iſt das geſammte Walzwerk. Es ſind derſelben zwey, die gegen beyde Treibwellenzapfen Fig. II. auf die Bank geſetzet werden, daß die Zapfen der Wakzen und die Treibwelle etwa 14 Zoll von, und gegen einander ſtehen. Hie⸗ bey iſt zu merken, daß das Treibwerk nach einem dreymal kleinern Maaßſtabe we⸗ gen des Raums muͤſſen gezeichnet werden, als das Walzwerk gezeichnet iſt, und nach ſolcher Zeichnung iſt das Walzwerk fuͤr das Treibwerk Fig. II. geſetzet. Durch das Walzwerk zur linken, das vor die Treibwelle gezeichnet iſt, gehen die Zehne viermahl, und das leztemahl, durch das, welches zur rechten vor das Treib⸗ werk ſolte gezeichnet ſeyn, darin die Walzen egaler, als im gegen uͤber ſtehen⸗ den ſind. Der Treibwellen Zapfe k Fig. II. wird mit dem unterſten Walzen⸗ zapfen des Walzwerks m. vermittelſt einer Huͤlſe verbunden. Dieſe iſt ein vier⸗ kantiges Stuͤck Eiſen 64 Zoll lang Fig. XV. bey ab. 44, bey cd. 33 Zoll breit, inwendig, nach dem vierkantigen Well⸗und Walzenzapfen dicke, hohl, doch ſo, daß ſie uͤber den Wellzapfen hingeſchoben werden kann, ſo weit er vier⸗ kantig iſt. Sollen beyde der Well⸗und Walzenzapfe durch die Huͤlſe verbunden werden, ſo wird die Huͤlſe, die uͤber dem Wellzapfen ſchon lieget, herab, und das Ende cd. uͤber dem Walzenzapfen, der mit dem Wellzapfen gleich iſt, auf etwa 1½ Zoll geſchoben, und alſo werden damit beyde Zapfen verbunden. In der Zeichnung der II. Figur auf Tab. XXIII. iſt die Hulſe aus Verſehen uͤber den Walzenzapfen gezeichnet, da ſie uͤber den Wellzapfen ſeyn, und der Walzen⸗ zapfe bloß ſeyn ſollte. 1 n Wann nun die Treibwelle umgehet, ſo gehet die unterſte Walze mit dem Sternrade, vermittelſt der Verbindung durch die Huͤlſe, mit um. Das untere Sternrad faſſet in das obere Sternrad an der obern Walze, und treibt ſolche contrair um, daß, wenn die untere Walze vorwerts, die obere ruͤckwerts um⸗ gehet. Wird ein Zehn durch den Durchlaß L M. Fig. 11. und zwiſchen die bey⸗ den Walzen mit der zuvor zum einfaſſen etwas duͤnne geſchlagenen Spitze geſte⸗ cket, ſo wird er ſofort durch ſolchen contrairen Umgang gefaſſet, durch die Wal⸗ zin durch getrieben, und damit verduͤnnet, und verlaͤngert. Alle Zapfen werden an dieſer Maſchiene mit Ruͤboͤhl geſchmieret. Wann die Spitzen an den ver⸗ duͤnneten Zehnen noch zu dicke ſind, daß ſie durch den Durchlaß auf der Adjuſtir⸗ bank in die Zange nicht koͤnnen geſtecket werden, ſo muͤſſen dieſelbe noch etwas durch die darnach geſtellete Walzen verduͤnnet werden. Dies geſchicht mit der Ar⸗ beiter Haͤnden, welche an die Kaͤmme des obern Rades faſſen, und ſolches um⸗ drehen, da denn die ſtehende Welle mit dem Rade zugleich mit umgehet. h n n mad nnS. 14. Den Glüͤeofen ſtellet Fig. I. die Gluͤepfanne Fig. Il. und den Roſt Fig. IlI. vor. Der Ofen an ſich ohne Mauerwerk iſt 4 Suß, 7 Zoll huch wnui ==suAnndͤd — welche den Bergbau befoͤrdern. 275 Aſchenloch A. iſt 4 Zoll hoch, der Roſt 3 Zoll dick, 1 Fuß 2 Zoll breit, und 4 Fuß, 3 Zoll lang. Das Roſtloch B. bis unter die Gluͤepfanne iſt 1 Fuß, 2 Zoll hoch. Die Gluͤepfanne iſt inwendig 1 Fuß 11 Zoll breit, 4 Fuß, 3 Zan lang, an den beyden langen Seiten D. und E. und hinten F. Fig. II. 5 Zoll hoch und 3 Zoll dick, welche Seiten inwendig uͤber den Boden in die Hoͤhe ſtehen. Ueber dem Roſt gehen an beyden Seiten neben der Gluͤepfanne, und hinten, 6 Zoll lange und 3 Zoll breite viereckigte Löcher, als G. H. L. J. K. Fig. 11. bis ans Gewoͤlbe in die Hoͤhe, dadurch die Flamme uͤber die Pfanne ins Gewölbe gehet. Das Gewoͤlbe C. Fig. I. uber der Pfanne iſt 1 Fuß, Zoll hoch. M. N. O. P. ſind eiſerne Seulen 44 Zoll breit und dick. Ne⸗ ben denſelben iſt an den Seiten, und um das Gewölbe mit gebranten Steinen gemauert. Das Loch A. uͤber dem Roſt, und B. uͤber der Pfanne werden mit blechernen Thuͤren verſchloſſen, welche an eiſernen, an der Seite PN. an dem Ofen herunter gehenden Staͤben hangen, da gegen uͤber an M O. an eben ſol⸗ chen Staͤben dazu die Einſchluͤſſe ſind. §. 15. Das Adjuſtirwerk beſtehet aus der Bank, und aus den Werkzeugen zum ad⸗ Von dem juſtirnn. Die Bank, Fig. X. iſt 20 Suß lang, 1 Fuß 9 Zoll breit, und Aaheſdil 3 Fuß 8 Zoll hoch, ſtehet auf 4 Fuͤßen, 6 bis 7 Zoll dick, iſt aber nach der Laͤnge und Breite wegen Mangel des Raums nicht gezeichnet. Darauf iſt ein, oder zwey laͤngliche oͤcher a. An beyden Enden der Bank iſt etwa nach 1 Fuß ein Loch b. dafuͤr eine breite Krampe ſtehet, in welcher nach der Laͤnge ein vier⸗ ecrs Loch mit einem breiten eiſernen Lappen d. iſt, dadurch er angena⸗ gelt iſt. 1 Das Werkzeug iſt 1) eine geſternte, oder gekrappete eiſerne Stange B. an beyden Enden mit einem Haken. Dieſe iſt 8 Fuß lang, 24½ Zoll breit, und hat 64 Sterne, oder Krappen. Mitten auf der Bank iſt ein eiſernes Ge⸗ haͤuſe C D. 7 Zoll breit, und 9 Zoll hoch, befeſtiget. Darin iſt ein Sternrad von 16 Sternen, das von einem daruͤber liegenden Getriebe mit 4 Stoͤcken, vermittelſt eines Krickels auf jeder Seite umgetrieben wird. An dieſem Stern⸗ rade iſt auch ein Getriebe mit 4 Stoͤcken, darunter die geſtirnte, oder gekrappete Stange lieget, und beym Umgange von denſelben herunter oder herauf getrieben wird. Ueber dem Haken der Stange wird an einem Ende der Ring Fig. X. geleget, und in denſelben eine an beyden Enden umgebeugte 10 Zoll lange Funge Fig. XI. gehaͤnget. 2) Der Durchlaß Fig. XIl. beſtehet aus einem ablaͤnglichen Viereck, davon 3 Seiten Fig. XIII. an einander ſind, als abc. Ueber b. und c. wird die 4 Seite Fig. XIV. geleget, darin zu dem Ende zwey Locher ſind. Die Seiten a. und d. ſind 74 Joll lang, oder hoch, 14 Zoll breit, und 1 Zoll dick, an b. und c. ſind am Ende Schrauben. Die Backen, davon eine Fig. XV. beſonders gezeichnet, ſind 6 Joll lang, etwas uͤber 2 Zoll dick, und 1 ½ Zoll breit. Dieſe werden mit ihren Schlitzen unten und oben zwiſchen b. und c. ge⸗ gen einander geſetzet. Fig. Xll. An der Backe Fig. XV. die an a. geſetzet wird, ſind zwey Loͤcher mit Mutterſchrauben. In der Mitte einer jeden Ba⸗ cke iſt ein 2 Zoll lang an beyden Seiten abgeruͤndetes, in der Mitte aber der Laͤnge nach etwas erhobenes Stuͤck Stahl zwiſchen zwey Krappen geſetzet, wel⸗ che gerade gegen einander ſtehen, wie Fig. Xll. ef. zeiget, daß eine ſchmale Nitze dazwiſchen bleibet, dadurch die Zehne zur fernern Verduͤnnung und Adju⸗ ſtirung gezogen werden.. 4 3³ 2 Vor „ 11 A — —= — 276 II. Th. VII. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, DVor den zwey Backen werden I. 2. auch wol 3 Bleche, davon Fig. XVI. eins gezeichnet iſt, in ihren Schlitzen zwiſchen b. und c. eben wie die beyde Ba⸗ cken, wie es die Adjuſtirung und Dicke der Bleche erfodert, geſetet. Darauf wird das Stuͤck d. Fig. XlV. uͤber b. geleget, und werden die Backen und Bleche an b und c. mit einer auswendig ſechseckigten Mutter, wie Fig. XVII. zeiget, vermittelſt des Schluͤſſels R. Fig. XVIII. zuſammen und auf einander geſchroben. Durch a. Fig. XIII. gehen zwey Locher, desgleichen durch die vor⸗ dere Backe Fig. XV. zwey Löcher mit Mutterſchrauben. Durch die beyden Lo⸗ cher a. werden Schrauben, wie Fig. XIX. zeiget, geſtecket, und durch die er⸗ ſte Backe mit dem Schluͤſſel S. Fig. XVIII. durch geſchroben bis gegen die an⸗ dere, und damit die Backen zur Ritze fuͤr die Zehne zu den Geldſorten geſtellet. Und zu dem Ende werden beyde, die Schraube und die Mutter, Fig. XVII. oder Fig. Xll. g. und h. entweder auf, oder weiter zu geſchroben, daß die Backen von einander oder zuſammen gehen, und die Ritzen etwas weiter oder en⸗ ger werden. Ein ſolcher Durchlaß wird in dem Loche a. auf der Adjuſtirbank mit dem Schluͤſſel Fig. XVIII. zuſammen geſchroben. Dieſer Durchlaß hat nach dem auf Tab. XXIV. XXV. und XXVI. geſezten Maaßſtabe nicht können gezeichnet werden, weil er allzu klein wuͤrde gerathen ſeyn, ſondern man hat den Maaßſtab noch einmahl ſo groß nehmen muͤſſen, wie er dabey ſtehet. Sollen die Zehne adjuſtiret werden, ſo wird ein Durchlaß an beyden Enden der Bank in die Löcher b. vor dem Krampen c. mit dem unterſten Ende i k. Fig. XIl. geſetzt. Der Ring Kig. N. liegt an der geſternten Stange uͤber den Haken R. oder B. fig. IX. und in demſelben die Zange fig. Xl. Die verduͤnnete Spitze des Zehns wird durch die Ritze des Durchlaſſes, und durch das Loch in dem Krampen in die Zange geſtecket. Darauf wird die geſternte Stange von zwey Perſonen mittelſt der Krickel herunter gewunden, da denn die Zange im Anwinden ſo feſt zuſammen tritt, daß ſie die Zaͤhne zum Durchziehen durch die Ritze der Backen haͤt. Iſt die Stange gegen das Ende der Bank herab gewunden, und der Zehn durch den Durchlaß durch, ſo wird ein anderer Zehn auf gleiche Weiſe vom Ende wieder herauf durchgezogen, welches Leyren heißt, ſo wie die ganze Maſchine von den Handwerksleuten das Leyerwerk genen⸗ net wird. Dieſe ganze Maſchine wird ſtark mit Baumoͤl geſchmieret. §. 16 Vom Durch⸗ Der Durchſchnitt fig. 1. beſtehet aus dem eiſernen Geſtelle abed. aus ſchnitt. Tab. XXVI. der Schraube e. mit dem niederwerts gebeugten Krickel f. und Handgriff g. aus dem Schieber h. dem Drucker i. und der Unterlage k. welche Stuͤcke be⸗ ſonders gezeichnet ſind. Das Geſtelle beſtehet aus zwo Seulen, davon eine fig. 11. gezeichnet iſt, uͤber welchen ein dicker Deckel ed. fig. 1. lieget, durch welchen die vierkantigen obern Spitzen der Seulen gehen. Durch das Loch 1. fig. II. wird uͤber dem Deckel ein Stifft geſtecket. Die unterſten zwey vier⸗ kantigen Spitzen werden eben ſo durch den Fuß, oder Boden ſig. 111. geſtecket. Zwiſchen dem Fuß und dem Deckel ſind die Seulen 1 Fuß, 4 Zoll lang, 3 Zoll breit, 1 Zoll dick. In dem Deckel cd. fig. 1. iſt die Mutter, darin die Schrau⸗ be e. gehet. Dieſe iſt 8 Zoll, der niedergebeugte Krickel f. 18. und der Hand⸗ griff g. 6 Zoll lang. Mutter und Schraube ſind mit viereckigten Gaͤngen, Zum leichtern auf und niederdrehen der Schraube wird wol ein Gegengewicht uͤber den Knopf der Schraube mit zwey Backen geleget, die an den Knopf der Schraube anſchließen, und ſolches wird durch das Loch w. fig. l. mit einem Nagel befeſtiget. Zwiſchen den Seulen liegen zwey eiſerne Bleche, fig.. ie — B—— 2½⁊—— ——— ——— +8——— ———— 8X+——j— welche den Bergbau befoͤrdern. 277 die in der Mitte 5 Zoll breit, 12 Zoll dick ſind, die mit ihren Zapfen durch die Seulen, und mit Stiften feſt geſtecket ſind. Das untere mn. lieget uͤber dem Fuß 54 Zoll, das obere oOp. uͤber dieſem 44 Zoll hoch. Darin ſind viereckigte 2 Zoll breite und lange gerade uͤber einander ſtehende Löcher, dariun der Schieber auf, und nieder gehet. Dcer Schieber h. fig. l. und V. iſt ein viereckigt Stuͤck Eiſen, 10 Zoll lang, und 2 Zoll breit ins Gevierdte, er iſt oben bey q. ein paar Zoll hohl, und es ſind gegen den Krickel durch die Hoͤhlung zwey Locher. In dieſe Hoͤh⸗ lung tritt unter der Mutter das Ende der Schraube mit einem riinden Knopf unter die Löcher. Durch dieſe werden uͤber dem Schraubenknopf zwey Naͤgel geſtecket, dadurch der Schieber mit dem Drurker zum auf⸗und niederdrehen der Schraube in den viereckigten Loͤchern der Bleche op. mn. auf und nieder bewe⸗ get wird. Unten iſt der Schieber 2 Zoll viereckigt hohl, darin wird der Dru⸗ cker und durch beyde uͤber dem unterſten Blech ein an beyden Seiten vorſtehen⸗ der Nagel T. zum feſtſitzen geſtecket, daß der Schieber auf dem unterſten Bleche muß ſtehen bleiben. Der Drucker i. Fig. I. oder VI. iſt 5 Zoll lang, an dem obern Ende, das in den Schieber geſtecket wird, 2 Zoll lang vierkantig, und ſo dick, als das vierkantige Loch in dem Schieber, die andern 3 Zoll ſind rund. Am Ende iſt er geſtaͤhlet, und die Circulruͤnde iſt ſcharf. Dieſes iſt der obere Theil des Durchſchnitts. Die Unterlage k. fig. I. und fig. Vll. wenn man von oben nieder dar⸗ auf ſiehet, und fig. VIII. wenn man ſie auf die Seite leget, iſt ſo breit, wie der Fuß fig. 111. nemlich 41 Zoll, und ſo lang, daß ſie mit den Schlitzen tu. uͤber die Locher X y. bis an die Seulen tritt. Durch die Loͤcher X y. und die Schlitzen t u. werden von unten herauf Naͤgel mit einem runden Knopf, und oben mit einem Loch, zum durchſtecken eines Stifts, geſtecket. Dieſe Unterlage iſt in der Mitte 2 ½ Zoll dick, hat daſelbſt ein rund geſtaͤhltes, und fuͤr die feinen Geldſorten ein gekraͤuſeltes Loch, gerade unter dem Drucker, und mit demſelben von gleicher Größe. Solcher Drucker und Unterlagen, darin die Loͤcher mit dem Drucker gleichen Diameter haben, ſind ſo viele, als Platten der Geldſorten durchzuſchneiden ſind, und wird nach Erfoderung derſelben ein Drucker eingeſte⸗ cket, und eine Unterlage befeſtiget. Solcher Durchſchnitte ſind drey auf einer Bank, AB CD. befeſtiget, wo⸗ rin nach der Forme des Fußes etwas eingelochet iſt, wie bey E. zu ſehen. Die vierkantigen Spitzen der Seulen fig. 1I. gehen mit dem Loch Z. durch die Bank, dadurch ein Stift geſtecket wirdd. Die Bank iſt 18 Fuß lang, 2 ½ Fuß breit, „uß 6 Zoll hoch, und lieget auf 4 Fuͤßen. Unter der Bank ſind unter den urchſchnitten Schraͤnke, in welchen unter den Unterlagen Kaͤſten ſtehen, dar⸗ ein die durchgeſchnittenen Platten fallen. Der mittelſte Durchſchnitt, der uͤber dem allein gezeichneten Loch F. ſtehet, wird zu dem Reichs⸗oder Speciesthaler Plat⸗ ten gebraucht; daran gehet oben an der Schraube zu beyden Seiten des Knopfs fig. 1 X. eine dicke eiſerne 5 Fuß lange horizontale Stange mit einer eiſernen Ku⸗ gel an beyden Enden, 2 ½ Fuß hervor, welche vermöge ihres Schwungs im auf und niederdrehen den Ausſchnitt erleichtert. An einer Seite, als zur rechten, iſt daran 9 Zoll nach der Schraube der Krickel mit dem Handgriff GC. Dieſer Durchſchnitt iſt von gegoſſenem Eiſen, und mit der Mutter 2 Fuß hoch, und 16 Zoll breit. Die zwey Zwiſchenbleche, darein der Schieber gehet, ſind um die runden Seulen befeſtiget, der Schieber aber an der Schraube mit zwey hal⸗ ben Circuln, die um die Schraube zuſammen gezogen ſind, an deren jeder Seite II. Theil. Aaga ein 2—— ———*——— — ————— Vom Stoß⸗ werke. Tab. XXIV. 278 II. Th. VII. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, ein Arm unten mit einem Loch bis 1 Zoll über den Schieber gehet, durch welches derſelbe an den Schieber mit einem Nagel, oder Schraube befeſtiget wird. Die zwey halben Circul mit den zwey Armen zeiget fig. X. §. 17. Das Corpus des Stoßwerks zum Auspraͤgen der Geldſorten fig. XVI. iſt von gegoſſenem Eiſen 19 Centner ſchwer. Es kann zur deutlichen Beſchreibung eingetheilet werden in den Fuß A. in die Seitenwaͤnde B. und C. und in den Kopf D. und iſt insgeſammt 4 Fuß hoch. Der Fuß A. iſt 2 Fuß, 6 Zoll lang, 1 Fuß, 4 Zoll breit, oder dick, und 1 Fuß, 2 Zoll hoch. In dem Fuſſe iſt in der Mitte ein viereckigtes Loch, abed. 6 Zoll lang und breit, welches durchaus gehet. Darin wird ein viereckigtes Stuͤck Eiſen 9 Zoll hoch, und oben ins gevierdte 5 bis 5 ½ Zoll breit, fig. XVII. geſetzet, das oben ins gevierdte 3 Zoll hohl iſt, davon 4 Zoll in das Loch treten. Und darauf iſt der Obertheil umher in gerader Linie etwa; Zoll dicker, daß er uͤber dem Loch hangen bleibet. Oben an den 4 Seiten iſt in der Mitte ein Loch mit einer Mutterſchraube a und b. In dieſes viereckigte Loch des Eiſenſtuͤcks wird der Stock, oder untere Praͤgeſtempel geſetzet, daß er etwas daruͤber hervor ſtehet, und durch die 4 Muͤt⸗ ter fig. XVII. mit Schrauben zum gerade ſtehen befeſtiget. Die beyden Seitenwaͤnde B. und C. ſind vom Fuß angerechnet 2 Fuß hoch, vorn 8 Zoll, an den Seiten 11 Zoll breit. In den beyden Seiten⸗ waͤnden, davon eine fig. XVIII. gezeichnet iſt, wie ſie inwendig ausſehen, iſt nach 10 Zoll vorn von unten hinauf eine 1 Zoll breite, und 1½ Zoll tiefe Riefe a b. und nach 5 Zoll wieder eine dergleichen cd. Solche gehen nicht ganz durch, ſondern treten bey b. und d. gegen das volle Eiſen. Nach 2 Zoll von vorn hin⸗ ein gehen dieſe Riefen noch 1 Zoll bey e. und t. niederwaͤrts. In dieſe nieder⸗ werts gehende Riefen eb. und f d. werden vermittelſt der vorn hineingehenden a. und c. eiſerne Bleche ſig. XIX. geſchoben, alſo, daß ſie auf e b. und f d. unbe⸗ weglich mit g h. und ik. aufliegen. Ueber dieſe Bleche werden in die Riefen a. und c. viereckigte eiſerne Keile zum feſten Aufliegen geſchlagen, fig. XX. welche vorn 5 bis 6 Zoll rund, und mit einem Knopfe vorſtehen. Durch dieſe Bleche, die 11 Zoll dick ſind, iſt ein viereckigtes 4 Zoll breites Loch H. gerade uͤber einan⸗ der, darin der Schieber auf und nieder gehet. Der Schieber iſt ein viereckigtes Stuͤck Eiſen ſig. XXI. das unten ein 3 Zoll hohes, und 3 Zoll ins gevierdte breites Loch hat. Darin wird das Eiſen, oder obere Praͤgſtempel, geſetzet, und uͤber dem Stock mit 4 Schrauben der durch die Loͤcher mn. befeſtiget. Oben ſind an dem Schieber gegen die Seiten⸗ waͤnde zwey kleine Zapfen op. Der Kopf des Stoßwerks D. iſt 2 Fuß/ 4 Zoll lang, an den Seiten I Fuß, 1 Zoll breit, und 11 Zoll hoch. Darin iſt in der Mitte ein achteckigtes Loch, daß etwa 1 Fuß, 2 bis 3 Zoll im Diameter hat. Da⸗ her iſt der Kopf gegen das Loch an benden Seiten etwas oval rund. In dieſes Loch wird die Mutter, die auch achteckigt, und von Gropengut iſt, geſetzet, und mit eiſernen Keilen befeſtiget. Und damit die Mutter beym Stoſſen 9 nicht ſen⸗ ken könne, ſo iſt fig. XVIII. bey x. an den Seitenwaͤnden gleich unter dem Kopf eine Riefe, darein ein eiſerner Keil geſchoben wird, au dem die Mutter ruhet. In der Mutter, die inwendig 5 Zoll im Diameter iſt, gehet die unter dem Ringe E. fig. XVI. I Fuß, 10 Soll lange Schraube mit viereckigten Gaͤn⸗ gen bis auf den Schieber, und beyde werden, ſo wie auch der Schieber, mit Baum⸗ oͤl wohl geſchmieret. Nach dem Ringe iſt an der Schraube ein 7 Zoll hoher, und 4 Zoll ins gevierdte breiter Zapfen F, daruͤber zum auf⸗ und andeche der raube welche den Bergbau befoͤrdern. 279 Schraube die eiſerne 12 Fuß lange Stange fig. XXII. geleget wird, welche der Schluͤſſel heßt. An beyden Enden iſt ein Loch q. zum Durchſtecken eines da⸗ rin beweglichen Nagels mit einem Knopf, und unten mit einem laͤnglichen Loch zum vorſtecken eines Stifts. Dieſe Naͤgel gehen zugleich durch einen halben Ring k. oder laͤnglichten oben und unten rund umlaufenden Handgriff, wie etwa ein Steigbuͤgel, daran die Arbeitsleute faſſen. Damit der Stoß deſto gewalt⸗ ſamer ſey, wird an jedem Ende des Schluͤſſels eine gegoſſene oval runde eiſerne Kugel L. und M. uͤbergeſtecket. Die Kugeln zu den Thalern ſind etwa 1½ Cent⸗ ner, die zu den Gulden ꝛc. ½ Centner ſchwer. Der Fuß des Stoßwerks ſtehet in einem viereckigten, 3 Fuß breiten, nach der Vierkante des Fußes einige Zoll ausgehoͤhleten, mehr als 6 Fuß langen eiche⸗ nen Klotz G. Unter demſelben lieget quer in der Erde ein anderer ſtarker eichener Klotz mit einem vierkantigen Loche, darein der obere eingeſetzet iſt, damit ſich der obere Klotz, und das ganze Stoßwerk durch das oͤftere und gewaltſame Stoſſen nicht ſenken koͤnne. Der Praͤgeklotz ſtehet einige Zoll uͤber dem Fußboden, und iſt oben mit einem eiſernen Bande umgeben. Bey den Durchſchnitten ſind die Schrauben mit dem Schieber verbunden, beym Stoßwerk aber nicht, ſondern da iſt zum Aufziehen des Schiebers folgende Vorrichtung. An dem Schieber fig. XXI. und fig. XXIII. ſind oben zwey Zapfen, o und p. Unter dieſen lieget an der hintern Seite eine eiſerne Gabel h k. an beyden Enden mit Pfan⸗ nen, wie ein Haken. Am Ende des Stiels iſt wieder ein dergleichen Haken l. Unter dem Stiel faſt dichte vor der Gabel ſtehet eine andere Gabel m.(die in der Zeichnung etwas zu weit abgeſetzet iſt)) mit einer Schraube n. am Ende, da⸗ mit ſie etwas ſchraͤg in dem Praͤgeklotz geſchroben wird. Ueber dem Haken l. am Stiel der obern Gabel haͤnget ein Gewichte O. etwa 20 Pfund, oder mehr ſchwer. Dieſes zuſammen heißt die Wippe. Sind die Schraubengaͤnge alle in der Mutter, daß der Ring darauf lieget, ſo ſtehet der Schieber mit dem Ei⸗ ſen auf dem Stock. Wird die Schraube aufgezogen, welches uͤber dem Stock nicht voll ½ Zoll betraͤgt, ſo ziehet das Gewicht O. mittelſt der um die Zapfen op. liegenden Gabel den Schieber zugleich mit in die Höhe. Dieſe Wippe wird an den Zapfen op. und der kleinen Gabel m. mit Baumoͤl fett geſchmieret. Das Praͤgen mit dieſem Stoßwerk geſchiehet alſo. Vorn, da die Eiſenble⸗ che eingeſchoben werden, iſt neben dem Klotze nach deſſen Breite ein ſo tiefes und breites viereckigtes Loch, daß ein Mann ſich darein nieder, und ſeine Fuͤße auf den Boden ſetzen kann. Einer von denen dazu beſtelleten Arbeitsleuten, die ſaͤmmtlich Grob⸗und Kleinſchmiede ſind, und alle Werkzeuge machen, ſetzet ſich in das Loch vor das Stoßwerk, nimmt aus dem ihm zur rechten ſtehenden Faß⸗ brette eine Platte, leget ſie beym Aufzug des Stoßwerks geſchwinde auf den Stock, und ſchiebet ſie accurat auf deſſen Schnitt, da mitlerweile das Stoßwerk nieder gedruͤcket wird. Indeſſen nimmt er eine andere Platte, und ſtoͤßt damit beym Aufzug der Schraube die ausgepraͤgte geſchwinde vom Stock, und dieſe damit zugleich auf denſelben, und ſo immer fort. Die gepraͤgte und abgeſtoſſe⸗ ne Stuͤcke fallen bey dem Stock nieder auf den Fuß. Hinten um den Praͤgeklotz und Fuß iſt ein Schlink von Brettern, darein durch die Hintenand, die nur oben mit einem 4 bis 5 Zoll hohen Brette zugeſchlagen iſt, ein Kaſten einge⸗ ſchoben wird, in welchen das Geld, wann der Raum bey dem Fuße davon voll iſt, geſchoben wird. Dieſes Stoſſen wird bey der Auspraͤgung der groͤbſten Sor⸗ ten von ſechs, der mittlern von vieren, und der kleinern von zwey Arbeitern ver⸗ richtet, da an jedem Ende des Schluͤſſels die Haͤlfte derſelben, als einige an den Handgriff und Ring, die andern an den Balken bey den Kugeln anfaſſen. Ln gaa 2.18. .. 2— 1 — 280 II. Th. VII. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, 6. 18. Vomopetel, Dee Ausbeutthaler werden bey dem Durchſchnitt wegen ihrer Haͤrte und werk zu den kräu. Dicke nicht gekraͤuſelt, bekommen auch dabey, wie gleichwol einige haben, keine ſeln, und den Nandſchriſten der Ausbeut⸗ thaler. Tab. XXIII. Nandſchriften, ſondern beydes geſchiehet vermittelſt einer beſondern Maſchine Fig. 111. Dieſe beſtehet aus einem viereckigten 134½ Zoll hohen, vorn und hin⸗ ten 9 Zoll, und an den Seitenwaͤnden 5 Zoll breiten Gehaͤuſe, das nach dem 13 Zoll dicken, und 6 Zoll vorn vorſtehenden Fuß A. inwendig, als B. 3 ½ Zoll durchgehends offen iſt. Die beyden Seitenwaͤnde CD. ſind vorn 13 Zoll dick. Durch dieſelbe gehen zwey Wellen E. F. an beyden Enden mit einem im Diame⸗ ter 3 Zoll hohen Rade mit 12 ſpitzigen Sternen, welche Wellen in den Sei⸗ tenwaͤnden, als in Pfannen liegen. Die unterſte iſt in der Oefnung nach 3 ½ Zoll vom Fuß, oder Boden, die oberſte lieget 4 Zoll daruber. In der Oef⸗ nung B. ſind die Wellen ſtaͤrcker, und von 3 Zollen im Diameter, und wo ſie uͤber einander ſtehen, ſind ſie 2 ½ Zoll lang, und faſt I Zoll tief platt. Darin iſt ein viereckigtes 2½ Zoll tiefes, quer uͤber 14 Zoll, und nach der Laͤnge 2 Zoll breites Loch. Darin werden unten und oben ſtaͤhlerne Stempel g und h. oder fig. IV. geſtecket, darauf die Randſchriften, und Striche zum Kraͤuſeln in Rie⸗ fen geſtochen ſind, auf einem jeden ſo lang, daß der unterſte die eine Haͤlfte, der oberſte die andere Haͤlfte der Thaler kraͤuſelt, oder berandſchriftet. Dieſe Stempel fig. V. ſind Circulſtuͤcke, die zu der Ruͤnde der Geldſorten paſſen, ab. iſt 3 ¹ Zoll, ac. I Zoll, und b d. 4 Zoll. Der vierkantige Stiel iſt ſo lang und breit, wie das Loch in den Wellen. Zwiſchen den beyden Sternraͤdern G. H. iſt an beyden Seiten noch ein drittes den andern beyden gleiches Sternrad I. welche aber nur auf den Seiten⸗ waͤnden, ohne eine ganze durch die Oefnung B. gehende Welle, liegen. Dieſe drey Raͤder werden an beyden Seiten mit einem duͤnnen vorn und hinten etwa 1 Zoll breiten Blech verſchloſſen, welches die punctirten Linien 8t. ux. vorſtel⸗ len, aber wo die unterſte Welle vierkantig vorſtehet, ſind ſie an der Figur mit dem Blech verſchloſſen. Das Blech iſt mit zwo Schrauben, durch deren Knöpfe Löcher zum auf⸗und zuſchrauben mit einem runden Nagel ſind, an die Seitenwaͤnde befeſtiget. Durch das Blech an der linken Seite iſt gegen die unterſte Welle ein Loch bey k. daß dieſelbe einige Zoll dadurch tritt. Daſelbſt iſt auſſer dem Blech die Welle vierkantig, und hernach mit einer Schraube. Ueber die Vierkante wird ein Krickel fig. V. geſtecket, und eine Mutter dafuͤr geſchroben. An dem Krickel iſt unten ein hoͤlzerner Handgriff. In den bey⸗ den Seitenblechen, und den Wellen der mittlern Sternraͤder J. iſt ein rundes Loch, und in den beyden Seitenwaͤnden nach den Wellen der Sternraͤder gegen die inwendige Oefnung zu eine Mutterſchraube. Dadurch wird von beyden Seiten her eine Schraube geſtecket, daran die Gaͤnge 44 Zoll lang ſind. Nach Endigung der Gaͤnge iſt nach Zoll eine duͤnnere Ruͤndung, als der Diameter der Gaͤnge iſt. Daruͤber wird, wenn die Schrauben von beyden Seiten her zwiſchen den beyden Wellen EF. lang gnug durch ſind, eine Cirkulſcheibe n. oder p. fig. V. wo die Schraube von der linken Seite her ohne dem aͤuſſerlichen in der Zeichnung unſichtbaren Knopf gezeichnet iſt, etwa 14 Zoll im Diameter geſtecket. Dieſe Scheiben werden ſo nahe gegen einander durch die Schrauben gegen eine Riefe zum kraͤuſeln, oder Randſchrift auf den Stempeln gh. oder fig. V. da vier biß fuͤnf Riefen zu obigen Zweck darauf geſtochen ſind, gebracht, daß die Thaler⸗Platten im Fall ſie zur Seite weichen wollen, dadurch aufrecht in den Riefen der Circulſtuͤcke erhalten werden. Auſſen vor den Blechen ſſtan en welche den Bergbau befördern. 281 den Schrauben ein runder Knopf m, dadurh ein Loch zum zu⸗ und aufſchrauben, vermittelſt eines am Ende etwas ſpitzigen und gekrummeten Nagels, iſt. Dieſes iſt das Raͤntelwerk an ſich ſelbſt. Im Gebrauch ſetzet der Arbeits⸗ mann, wenn die Schrauben mit den Circulſcheiben neben einer Rieffe geſtellet ſind, die im Faßbrette nach der Riege zum bequemen anfaſſen geſetzte Platten eine nach der andern zwiſchen die Rieffen der Circulſtuͤcke. Ziehet der Arbeitsmann den niederhangenden Krickel nach ſich, ſo gehen die untern Raͤder gegen die hin⸗ tere Seite, die mittlere, gegen die vordere, und treiben die oberſten Raͤder auch gegen die hintere Seite. Im Umgehen nehmen die Circulſtuͤcke in der unterſten und oberſten Welle die Platte mit herum, da ſie durch jedes zur Haͤlfte gekraͤu⸗ ſelt, oder berandſchriftet wird. Schiebet der Arbeitsmann den Krickel von ſich, ſo gehen dadurch die unterſten und oberſten Raͤder vorwaͤrts, bringen die Platte wieder mit zuruͤck, und ſie faͤllet darauf vorn auf den Fuß der Maſchine, darauf ein kleiner viereckigter Kaſten iſt. Schiebet aber der Arbeiter zuerſt den Krickel von ſich, und ziehet ihn darauf wieder zu ſich, ſo gehen die unterſten und ober⸗ ſten Raͤder gegen vorhergehendes verkehrt um, und die Platte faͤllt hinten herun⸗ ter. Dieſe Arbeit wird raͤnteln genannt. Damit die oberſte Welle bey der Ar⸗ beit nicht in die Hoͤhe weiche, ſo wird ſie mit Schrauben, gekrappeten Raͤdern, Sperehalen und gedoppelten Federn uͤber dem Deckel, wie beym Walzwerke feſt⸗ gehalten. 1 4 4 §. 26. Die kleinen Geldſorten von den 2 Mgr. Stuͤcken an, werden unter einem Vom Schlag⸗ Schlagwerke gepraͤget. Dieſes wird das Klipwerk genennet. Fig. VII. Es oder Klipwerk. beſtehet aus einem Stuͤck Eiſen mit einem Fuß A. und Kopf, oder Deckel B. iſt 1ab. XxlII. zuſammen 1 Fuß, 4 Zoll hoch, und ſtehet in einer mit Sand gefuͤlleten Tonne C. wie zum Zellerfelde der Praͤgeſtock. Der Fuß ſtehet 4 Zoll uͤber der Tonne her⸗ vor, iſt 77 Zoll lang, 5 Zoll auf der Flaͤche D. breit, und bis an die Hinter⸗ wand E. 6 Zoll lang. Die Hinterwand iſt 12 Zoll dick. Nach 5 Zoll Hoͤhe von unten gehet durch die Hinterwand ein 1½ Zoll dickes, 5 Zoll langes und breites Blech F. in deſſen Mitte ein viereckigtes Loch g, iſt. Ueber dieſem Blech iſt nach 44 Zoll der Kopf, oder Deckel B. 1 ½ Zoll dick, inwendig 6 Zoll lang, und 5 Sol breit. In deſſen Mitte iſt auch ein viereckigtes Loch, gerade uͤber dem Loch im Bleche. Dadurch gehet das 1 Fuß 5 Zoll lange Eiſen G. daran unten ein Circul und der Schnitt in demſelben iſt, das auf den im Fuße ſtehen⸗ den Stock tritt. Beydes Eiſen und Stock werden zur Geradigkeit mit eiſernen duͤnnen, und zu dem Eiſen oben umgekippeten Keilen geſtellet, ſo daß das Eiſen in dem Deckel und Bleche beweglich auf⸗ und niedergehend bleibet. Unter dem Blech F. iſt in dem Eiſen C. ein Loch bey n, darin ſtecket ein eiſerner Zapfe an einer I2 Zoll parallel mit dem Fuße, darnach umgebeugten, und mit dem Blech F. parallel gehenden I Fuß langen eiſernen Stange rs. dieſe lieget nach etwa 2 bis 5 Zoll auf einer in der Tonne ſtehenden Gabel op, wie bey dem Stoßwerke, und eißt beydes auch eine Wippe. Am Ende der Stange Is, bey r, iſt ein laͤngli⸗ ches Loch, und in demſelben ein lederner Riemen angemacht, daran unten etwa 2 bis 3 Zoll vom Fußboden ein Steigbuͤgel u, haͤnget. Durch dieſe Wippe wird das Eiſen G. in den beyden viereckigten Loͤchern des Deckels und des Blechs durchs Niedertreten des Steigbuͤgels, und damit der Wippe in die Höhe gezogen, und wenn der Steigbuͤgel losgelaſſen wird, ſo faͤllt das Eiſen wieder nieder. Dieſes iſt das Klipwerk an ſich ſelbſt. II. Theil. Bbbb Im —— 3———— 282 II. Th. VII. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmittein, Im praͤgen ſitzet einer vor dieſem Schlagwerk. Hat er ſolches accurat ge⸗ ſtellet, daß das Eiſen der kleinen Geldſorten auf den dazugehoͤrigen Stock gerade tritt; ſo tritt er die Wippe mit dem Fuß in dem Steigbuͤgel nieder, daß das Ei⸗ ſen G. ein oder ein paar Zoll in die Hoͤhe gehet. Darauf legt er eine Platte accu⸗ rat auf dem Stock gleich, laͤſſet die Wippe durch das Aufheben des Vorderfußes in die Hoͤhe gehen, ſo tritt das Eiſen auf die Platte, und den Stock. Ein an⸗ derer, der gegen uͤber ſo hoch ſitzet, daß er gemaͤchlich auf das Eiſen ſchlagen kann, ſchlaͤgt mit einem dicken ſchweren Hammer einmal darauf, ſo iſt das Praͤgen ge⸗ ſchehen. Nach dem Schlag tritt der davorſitzende die Wippe nieder, und damit das Eiſen in die Hoͤhe, ſtößt das gepraͤgte Stuͤck weg, leget eine andere Platte auf, und ſo fort. Daß alſo zwo Perſonen das Praͤgen der kleinen Muͤnzen mit dieſem Schlagwerke verrichten, da bey dem Stoßwerke drey erfodert werden. §. 27. Von dem Weiß⸗ Der Siedeofen iſt von gebrannten Steinen ins gevierte gemauert, 3 Fuß, debſegele u6 Zoll breit und lang, und 2 Fuß, 3 Zoll hoch, und mit einem Eiſenblatt bele⸗ der Scheuerton get. Das Loch B. vor der Siedeſchale iſt 2 Fuß, 3 Zoll im Diameter. In ne XXVI dem Loche und Eiſenblatt gehen vier 3 zollige Luftzuͤge ſchrot in die Hoͤhe, da⸗ ab.XXVII. von einer Fig. III. als c, perſpectiviſch gezeichnet iſt. Fig. IV. ſtellet die Ober⸗ fuaͤche vor. Unten im Ofen iſt ein Roſt, oder eiſerne Tralle. Das Loch zum feuren A. iſt 1 Juß, 4 Zoll weit, und 9 Zoll hoch, daruͤber ein Eiſenblech D. lieget. Ddie Sieedeſchale iſt ein flacher, aber dicker kupferner Keſſel mit zween Handgriffen, welche im Einſetzen in das Ofenloch uͤber demſelben bleiben. In dieſe mit Waſſer angefuͤllete Schale werden die Platten geſchuͤttet. Wenn das Waſſer kochet, ſo wird ein gewiß Quantum Scheidewaſſer in dieſelbe gegoſſen. Nach Beſchaffenheit des Scheidewaſſers werden die Speciesthaler wol Stunde, die ½ Stuͤcke aber kaum halb ſo lange geſotten. Wie darauf die Platten uͤber dem Weißſiedeofen in einem Kupfernen Becken getrocknet werden, iſt in der 2. Ab⸗ theilung beſchrieben worden. rig. XXVI Dieſe Scheuertonne iſt 2 Fuß, 4 Zoll lang, 1 Fuß im Diameter, der Boden in der Mitte einige Zoll mehr. Die Zapfen zu den Krickeln, die mitten durch die Tonne hergehen, ſind 6 Zoll lang. Das Spund wird mit einem dar⸗ aufpaſfenden Deckel an beyden Seiten mittelſt Krampen und Ueberwurfs im Ge⸗ brauch verſchloſſen. Das vierſeitige Geſtelle iſt 4 Fuß hoch. Fig. Xl. Tonne und Geſtelle ſtehet auf dem Muͤnzhofe in einem 1 bis 1½ Fuß tiefen gemauerten viereckigten Loch, und iſt auſſer dem Gebrauch umgeſtuͤlpet. Bey den geſammten Clausthaliſchen Muͤnzmaſchinen habe zu erinnern, daß vor einigen Jahren eine der Markſcheide⸗ und Zeichenkunſt erfahrne, aber ſchon verſtorbene Perſon, ſaic ,wie geſaget wird, abgezeichnet, die Riſſe davon ver⸗ ſchicket, und in Kupfer ſtechen laſen. Ich habe ſie aber nicht können zu ſehen bekommen, und kann alſo von derſelben Deutlichkeit und Richtigkeit nach den Maaßen nicht urtheilen. Eine Beſchreibung der Maſchinen nach ihren Maaſſen, und wie damit gearbeitet wird, ſoll nicht dabey ſeyn. Es kann aber mit der bloßen Zeichnung der Zweck bey denen/ die dieſelben, und ihren Gebrauch wollen kennen dernen, nicht erreichet werden.. Vierte ————— * — 4— 422——— welche den Bergbau befoͤrdern. 283 Vierte Abtheilung. Von denen Geldſorten, welche in der Clausthaliſchen und Zellerfeldi⸗ ſchen Muͤnze in vorigen Zeiten gepraͤget worden, und itzo gepraͤget werden. 1. Sn den fuͤr die Braunſchweigiſchen Bergwerke angelegten Muͤnzen ſind in den Es iſt mich ₰ erſten Zeiten an groben Geldſorten ganze, halbe, und Ortsthaler nach Er⸗ recht bekannt furtiſchem Gewichte gepraͤget worden. Ob ſolche nach der vom Kayſer Carl V. 8 Pech ma Anno 1524. geſtelleten Muͤnzordnung zu 15 Loth fein und von Anno 1536. zu en die feine 14 Loth, 8 Gr. und von 1546. zu 14 Loth, 6 Gr. fein vermuͤnzet worden, iſt Man⸗ 1, iten wegen Mangel der alten Muͤnzrechnungen, und anderer ſchriftlichen Urkunden aeiten deſch 5 unbekant. Wie hoch man die feine Mark beſchicket, wird nicht eher angefuͤhret, als Anno 1563. woraus doch aber abzunehmen, daß die Beſchickung bisher zu 14 Loth, 6 Graͤn geweſen. Von Anno 1548. ſind zwar Auszuͤge der Muͤnz⸗ rechnungen von den Braunſchweigiſchen Bergwerken in der Goßlariſchen Berg⸗ amtsregiſtratur von einigen Jahren vorhanden, aber es wird darin nicht ange⸗ fuͤhret, wie hoch die feine Mark beſchicket worden, ſondern nur unter den Aus⸗ gaben Kupfer berechnet. So werden auch die Geldſorten nicht ſpecificiret, ſon⸗ dern es heiſt nur bey Berechnung des Muͤnzgewinſtes:„Thut an Tallern, Gr. „und Pf. ꝛc.„ daß aber unter andern Sorten auch Mariengroſchen mitgepraͤ⸗ get worden ſind, iſt daraus abzunehmen, daß in den Auszuͤgen der Quartale Cruc. und Luciae 1553. Marien Schroten berechnet werden. In der Muͤnzrechnung vom Quart. Cruc. Anno 1560. welche der Muͤnz⸗ meiſter, Hans Khuͤne, eigenhaͤndig geſchrieben, wird zwar des beſchickens gedacht, aber nicht nach welchem Fuß, oder wie hoch die feine Mark beſchicket worden. Nr. 1. heiſſet die Ueberſchrift:„„ Goſſen die erſtenn Woche nha Michaely, und „ beſchicket auf 15 Loth, 16 Grenn. Nr. 2. Goſſen dey andere Wochen nha „ Michaelis, und beſchicket auf 15 Loth, 16 ½ Grenn, und wilde mennſche auf „ 15 Loth, 16 Grenn. Nr. 3. beſchicket auf 15 Loth, 16 Grenn.„ Und ſo⸗ fort bis auf Nr. 8. da es heißt:„Goſſen und beſchickt auf 15 Loth, 15 ½ Grenn, „ und das wilde menſche auf 15 Loth, 16 Grenn.⸗, Daß einige Silber zu 15 Loth, 16 Gr. andere zu 15 Loth, 15½ Gr. beſchicket worden, zeiget an, daß man die Brandſilber im probiren ungleich befunden. Wie aber einige Brandſil⸗ ber zu 15 Loth, 16 ½ Gr. angegeben werden, und darauf beſchicket ſind, davon moͤgen die Silberbrenner und Probirer urtheilen, da die Silber ordentlicher Weiſe nicht feiner, als zu 15 Loth, 16 Gr. gebrannt werden koͤnnen. Nach angefuͤhrter Mark Loth⸗und Quentinzahl der in Summa aus ſaͤmtlichen Huͤtten ein⸗ gekommenen Silber wird die Beſchickung in Summa angefuͤhret. Es heißt zum Exempel in ſolcher Muͤnzrechnung Nr. 3.„ Empfangen ahnn Silber 125 Mark „ 6 Loth, darauf beſchicket 13 Mark, 9 Loth, 3 Quentin., Nach der Rech⸗ nung iſt die Mark Brandſilber auf 15 Loth, 16 Gr. gerechnet, und auf 14 Loth, 6 Gr. beſchicket. In der Münzrechnung vom Qu. Irinitat. bis Crucis 1562. welche David Friedemann, Zehntner zu Goßlar unterſchrieben, heißt es Nr. 17. „Gegoſſen in Gute Groſchen Sabbato poſt Crucis, und beſchicket auf 15 Lt, „, 16 Grenn, und haben die Groſchen gehalten 8 Loth., Und ferner:„Ge⸗ „ goſſen in Dreyer, und beſchicket auf 15 Loth, 16 Grenn.„„ Bbbb 2§. 2. Zum Wie die Be⸗ ſchickung von Zeit zu Zeit ver⸗ ändert worden. 284 II. Th. VII. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, H. 2. Zum erſtenmal findet ſich in der Goßlariſchen Muͤnzrechnung vom Quart. Cruc. bis Luc. 1563. die der Muͤnzmeiſter, Lazarus Ercker, gefuͤhret, die deutliche Anzeige in der Ueberſchrift bey jeder Nummer, wie hoch die feine Mark zu Thalern beſchicket iſt; da es ſofort Nr. I. heißt:„Sabbato poſt Mathaei „„Ihn M. Gn. F. und Herrn Muͤntz Silber einkommen, haͤlt I Mark 15 Loth, „ 15 ½ Grenn. Iſft beſchicket uff 14 Loth, 6 Grenn.,, Das iſt nach dem Tha⸗ ler⸗Muͤnzfuß von Anno 1546. Dieſe Beſchickung auf 14 Loth, 6 Graͤn ſtehet darauf in allen Muͤnzrechnungen bis Anno 1567. incluſ. und uͤber jeder Num⸗ mer der Quartale, da in den meiſten Nummern die Mark 15 Loth, 16 Gr. haͤlt. In der von dem Muͤnzmeiſter, Hans Khuͤnen, gefuͤhrten Muͤnzrechnung vom Quart. Reminisc. 1568. findet ſich die Beſchickung veraͤndert. Ueber Nr. 12. ſtehen folgende Worte:„Hier faͤngt die neue Ordnung ahn., Und darauf heißt es:„Sabbato poſt Exaudi In M. G. F. und H. Munz Sil⸗ „ber einkhomen, haͤlt die Marck 15 Loth, 16 Graͤn, und iſt beſchicket auf „ 14 Loth, 4 Graͤn.,, Dieſes iſt der Muͤnzfuß von Anno 1566. Alſo iſt in dieſem Jahre und Quartale der vom Kayſer Maximilian Anno 1566. verordnete, und noch jetzige Muͤnzfuß, was den Gehalt, wie auch das Gewichte der Thaler betrift, zum erſten in der Fuͤrſtlich Braunſchweigiſchen Muͤnze zu Goßlar einge⸗ fuͤhret worden, welches vermuthlich auch um dieſe Zeit in der Fuͤrſtlich Gruben⸗ hagiſchen und Andreasbergiſchen Muͤnze geſchehen ſeyn wird. Im Quart. Luc. 1569. Nr. 8. ſtehet, daß die Brandſilber 1 Mark, 15 Loth, 16 Graͤn halten, und vergoſſen zu Fuͤrſtengroſchen, und beſchicket auf 6 Loth, 8 Graͤn. Sie ſind alſo da ſie Anno 1562. auf 8 Loth beſchicket worden, am Gehalt 1 Loth, 10Gr. herunter geſetzet worden. Und Nr. 9. ſtehet, daß die Brandſilber zu 15 Loth, 16 Graͤn zu Dreyer und Penni vergoſſen, und beſchicket auf 3 Loth, 13 Graͤn. §. 3. Unrichtigkeit Hae gehoͤret, was Hardan Haͤcke in ſeinem geſchriebenen hiſtoriſchen t des Münzmei⸗ Beri von Braunſchweigiſchen Bergwerken ſchreibet, unter der Ueberſchrift: lersdund der von Muͤntz betreffend, was der Herr Oberverwalter, Chriſtoph Sander, in Wardeine zu Goßlar. 22 „ dieſem fuͤr Nutz geſchaffet. Man hat aus den alten Auszuͤgen befunden, kann auch „ noch daraus beweiſen, daß bisweilen Herzog Heinrich, der Juͤngere,,(der Anno 1568. geſtorben)„„von etlichen Muͤnzmeiſtern und Wardinen groß und „uͤberſchwenglich betrogen, daß ſie ſich nicht zu Unehren gezogen, ſondern ihre „ Auszuͤge fuͤr ein Meiſter⸗und Kunſtſtuͤck gehalten, weil es Fuͤrſtlicher Kam⸗ „mermeiſter nicht hat wahrnehmen koͤnnen. Daher ſie ihren Betrug geuͤbet, „ welches hernachmahln gemeldter unſer Herr Oberſter„(Chriſtoph Sander) „ befunden, und ſie des oͤffentlich im Beyſeyn des Statthalters, und F. Herren „ Raͤhten uͤberweiſet, derwegen auch dasmahl der Muͤnzmeiſter, dem ein ſolches „wiederfahren, ſeines Amts entſetzet worden.„(aus dem 3.§. der 2. Abtheil. iſt faſt zu ſchlieſſen, daß er damit Lazarum Ercker meyne)„Auch hat Chri⸗ „ ſtoph Sander befunden, daß ſie zuviel Roht in den Tiegel gerechnet, und die „Zeit nur 4 Marck Schroten geſetzet, do derſelben wol achte geweſen. Alſo iſt „Ihro Fürſtl Gnaden verfortheilet worden, und hatte doch der geſchwinde War⸗ „dien(wie er ſich ruͤhmet) denſelben Auszug, als wenn er recht, unterſchrie⸗ „ ben. Aber Herr Chriſtoph Sander hat ſie alle beyde in ihrer Rechnung uͤber⸗ „wieſen, und do es die Noht erfoderte, noch zu thun wuͤſte, wie er ſich des „ fuͤr ihnen oͤffentlich hat geruͤhmet, wolte auch ſehen, ob ſie durch. „ſchwin⸗ ͤ 412—— 2 B+½, 27———,f— welche den Bergbau befoͤrdern. 285 „ ſchwindigkeit ihm etwas verdrehen könnten. Alſo hat Muͤnzmeiſter und War⸗ „dien mit einander durchgeſehen, und übergeholfen, daß Fuͤrſtl. Durchl. die „ Mark nicht hoͤher berechnet zum Gewinſt, denn 2 Thlr. 3 Ggr. 6. 7. oder „ 8 Pf. da es doch Chriſtoph Sander letzlich dahin gebracht, daß ſie die Mark „ um 2 Thlr. 4 Ggr. 9. oder 10 Pf. höoͤher haben berechnen muͤſſen, dadurch „dem Fuͤrſten zu gute mehr Ueberſchuß erfolget. Woraus Sonnenklar zu ſe⸗ „hen und zu beweiſen, daß Ihro F. Gn. des Jahrs in die 600 Thlr. mehr be⸗ „ kommen, welches vor Chriſtoph Sanders Zeiten nicht geſchehen, ſondern zu⸗ „ ruͤcke blieben, und durch die eigennuͤtzige Muͤntzmeiſtere und Wardine dem „„ Fuͤrſten veruntrauet worden.,, 6. 4. b Von den Clausthaliſchen Muͤnzrechnungen ſind keine aͤltere, als von Anno Inder Gru⸗ 1595§. vorhanden. Laut derſelben ſind in dieſem Jahre nebſt den Thalern feine dach Münng,: Sapfrgulden zu 21 Ggr. die Mark fein 15 Loth 3 Quentin 2 Pfenning gepraͤ⸗ ten nebſt den get worden. Daß an ſtatt der Graͤn, wie ſonſt gewoͤhnlich, Quentin und Pfen⸗ Thalern auch ninge genennet werden, zeiget an, daß zu der Zeit nach dem Pfenninggewichte feine Kaiſcranl, probiret worden, wie itzo nach dem Markgewichte geſchicht, und anzeiget, daß die und Reichsgro⸗ Mark gewogen, und nicht gezehlet werden muß, wie in alten Zeiten oft mit ſchen und ande⸗ großem Vortheil der Muͤnzmeiſter geſchehen, als in einem alten Muͤnzextract an⸗ fo lenne endt gemerket wird. Es ward aber mit Praͤgung der feinen Kayſergulden im Schluß lrepege obigen Jahres aufgehoret, und wurden ferner nur alleine beſchickte Thaler ausge⸗ muͤnzet. An kleinen beſchickten Sorten ſind, beſage einer Andreasbergiſchen Muͤnzrechnung von Anno 1595 unter der Grubenhagiſchen Regierung Reichs⸗ groſchen zu 8 Loth fein, und Reichstreier zu 3 Loth, 14 Graͤn fein gepraͤget worden. In einem geſchriebenen ſpecialen Extracte aus den Clausthaliſchen Muͤnz⸗ rechnungen, wie hoch jede Mark Silber von den vermuͤnzeten Geldſorten von Anno 1506 bis 1680 ins feine vermuͤnzet, und wie ſolche bis dahin nach den unterſchiedenen Munzprincipiis beſchicket worden,(welcher Extract aber nicht vollkommen iſt, da bey verſchiedenen Quartalen und ganzen Jahren angefuͤhret iſt, daß die Muͤnzrechnungen fehlen) ſtehet bey Anno 1615 Quart. Cruc. un⸗ ter der Rubrik: gute Groſchen, den Rthlr. zu 29 Ggr.„die Mark fein haͤlt „8 Loth, iſt ausgemuͤnzet zu 4 Thlr. 20 Ggr.,, und bey Anno 1642 Quart. Luc. bis Quart. Reminiſc. 1669. Unter der Rubric gute Groſchen:„Haͤlt die „Mark fein 8 Loth, iſt ausgemuͤnzet zu 4 Thlr. 12 Ggr. 6 Pf.„ Und weiter findet ſich die Rubric von guten Groſchen nicht. Bey eben dem Jahre 1642 Quart. Luc. ſtehet unter der Rubric: gedoppelte und einfache Dreyer:„haͤlt „fein 5 Loth, iſt ausgemuͤnzet zu 2 Thlr. 20 Ggr. 6 Pf.,, Bey Anno 1647 Quart. Reminiſc. heiſt die Rubric: Gedoppelte und einfache Dreyer, wie auch 4 Pfenningſtuͤcke:„haͤlt fein 5Loth, iſt ausgemuͤnzet zu 2 Thlr. 20 Ggr. 6 Pf., Und continuiret dieſe Rubric alſo bis Anno 1663 Quart. Reminiſ. darnach ſie ſich nicht weiter findet. Bey Anno 1643 Quart. Reminiſ. heiſt eine Rubrik Pfenning und 2 Pfen⸗ ningſtuͤcke:„haͤlt fein 4 Loth, iſt ausgemuͤnzet zu 2 Thlr. 8 Ggr. 10 Pf.„ Und dieſes continuiret, bis Anno 1667 Quart. Luc. Darauf heiſt es im Quart. Trinit. 1668.„„Die Mark fein haͤlt 3 Loth, und iſt ausgemuͤnzet zu 2 Thlr. „ II Ggr. 2 Pf.„„bis Luc. 1673. Bey Anno 1647. Quart. Luc. findet ſich auch die Rubrik: gedoppelte Schilling, oder 18 gute Pfenningſtuͤcke:„ haͤlt fein II. Theil. Cece 4 Loth ☛—̃ 4 5 7 n r —————— 2— ——— Wie hoch die feine Mark An⸗ no 1067 und 166 8 vermünzt worden, da der Preis derſelben durch den zinni⸗ ſchen Fuß ſtieg. 286 II. Th. VII. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, 14 Loth 4 Graͤn, iſt ausgemuͤnzet zu 8 Rthlr.„ Bey Anno 1656. Quart. Cruc. 1657. Quart. Luc. 1658. Quart. Trinit. und 1659. Quart. Trinit. eben ſolches, und hernach nicht mehr. Nach Innhalt dießs Extracts ward auch fein Silbergeld an kleinen Sorten gemuͤnzet. Denn beym Quart. Trinit. 1639 da vorher gemeldet wird, daß von Luc. 16334 bis Remin. 1639. die Muͤnzrechnun⸗ gen nicht zu finden ſind, heiſt die Rubrik: Dreyer, gute Pfenninge, Silber⸗ und gute Groſchen,, haͤlt die Mark fein, 15 Loth, 16 Graͤn, iſt ausgemuͤn⸗ zet, den Rthlr. zu 24 Ggr. gerechnet, zu 9 Rthlrn.„ und dies continuiret bis 1641. Quart. Luc. und nachher nicht weiter. 2 §. 5. In einem geſchriebenen generalen Auszuge vom 20. Octobr. Anno 1687 das Elausthaliſche Muͤnzweſen betreffend, ſtehet folgendes:„In Nro L'und2 „Quart. Crucis Anno 1667 ſind lauter Speciesthaler, 8 Stuͤck auf die Mark, „und 14 Loth 4 Graͤn am Gehalt gemuͤnzet, wie denn in vorhergehenden Jah⸗ „ren auch geſchehen. Nro. 3 in dieſem Quartal iſt der Anfang, Landmuͤnze „ zu machen, und zwar Wichentlih 20 Mark, womit bis Nro 4 continuiret, „Nro 5 aber mit 30 Mark fortgefahren worden. Die Mark iſt zu 10 Thlr. „ vermuͤnzet, und ſind dem Muͤnzmeiſter 2 Loth mehr Abgang, im Schmelzen, „Gießen, Weismachen ꝛc. paßiret.„ Dieſe Landmuͤnze iſt fein Silbergeld ge⸗ weſen. Denn in dem im 4.§. gedachten Specialen Extract der Clausthaliſchen Muͤnzrechnungen ſtehet bey eben dem Quart. Cruc. 1667 die Rubrie:„fein „ Silbergeld haͤlt die Mark fein 15 Loth 16 Gr. iſt ausgemuͤnzet zu 10 Thlr. „ 12 Ggr., Beyde Extracte discrepiren in Abſicht auf die Zeit wegen des Preiſes der ausgemuͤnzten feinen Mark Silbers. Denn in dem generalen Aus⸗ zuge ſtehet erſt bey dem Quart. Trinit. 1668.„Die Mark iſt auf 4 Thlr. er⸗ „hoͤhet, und alſo zu 10 Thlr. ausgemuͤnzet.„ Dieſe Diſerepance von 3 QDuartalen in Anſehung des Preiſes der ausgemuͤnzten feinen Mark Silbers zu Landmuͤnze, oder fein Silbergeld, in dieſen beyden geſchriebenen Muͤnznachrich⸗ ten muß von einem Verſehen deſſen, der den Specialextract gemacht hat, her⸗ ruͤhren. Denn da Anno 1667 der zinniſche Muͤnzfuß, in dem Kloſter Zinna, 4 Meilen von Wittenberg, aufgerichtet worden, der ſeinen Anfang im Jahr 1668 genommen, wornach die feine Mark zu 10 Thlr. 12 Ggr. den Thaler zu 28 Gutegroſchen, ausgemuͤnzer werden ſolte; So wird auch die Ausmuͤnzung der feinen Mark zu 10 Rthlr. 12 Ggr. erſt nach Inhalt des generalen Auszugs im Jahr 1668 angefangen haben, wie denn Herzog Johann Friederichs Muͤnzre⸗ ſcript vom 4. Jan. 1668 an den Clausthaliſchen Muͤnzmeiſter, Leopold Wefer, erſt in ſich enthaͤlt, daß auf der Bergſtadt Clausthal woͤchentlich 200 Mark in kleinen Sorten zu 2. 4. 6. und 12 Mgr. vermuͤnzet, und jede Mark auf 10½ Rthlr. nach dem Churſaͤchſiſchen Exempel ausgebracht werden ſolle. Wie zu ſehen in Churfuͤrſtl. Braunſchw. Landesordnung 3. Theil 4. Cap. S. 488. §. 6. Der zinniſche Wey dieſer Erhoͤhung der feinen Mark Silbers war man, auſſer den ganzen Fuß gab Anlaß, † und/ zu prä⸗ gen. Reichsthalern, auf eine andere Art grober Geldſorten bedacht. Der Herr von Praun ſchreibet in der gruͤndlichen Nachricht von dem Muͤnzweſen alſo:„Die⸗ „ſer zinniſche Fuß gab, weil man dem Reichsthaler an ſeinem innerlichen Gehalt „ nichts abziehen wolte, Anlaß zu einer neuen Art grober Muͤnze, ſo man Guldi⸗ „ner, oder ³ Stuͤck von einem Reichsthaler nennete.„ Weil nun die Gul⸗ den eine neue Art grober Muͤnze waren, ſo wurden ſie zum Theil, beſonders aber welche den Bergbau befoͤrdern. 287 aber die Churbrandenburgiſchen im vorigen Jahrhundert mit der Umſchrift; Mo- NETA NoOvA geprJᷓget. Heineccius ſchreibet in Sylloge numor. Goslarien ſ., daß man, als die Dickmuͤnzen anſtatt der Blech⸗ und Hohlmuͤnzen gangbar worden, dieſe Worte auf dieſelben gepraͤget, um dadurch die Veraͤnderung des Geldes und deſſen Gewichtes anzuzeigen. Von dieſer Zeit an ſind alſo in den Harz⸗ muͤnzen, auſſer dem, was die quartalige Ausbeute von den Gruben an Rtha⸗ lern betraͤget, die halben, und Ortsthaler, die nach dem Preis der feinen Mark Silber im Wehrt und Ausgabe geweſen, abgegangen, ohne nur, was von bey⸗ den zu ſolchen Ausbeut Theilen noͤthig geweſen, und iſt der Anfang mit den jetzi⸗ gen feinen ganzen und halben Gulden, zu 24 und 12 Mgr. oder der: und Stuͤck eines Thalers gemacht worden. §. 7 Zar Zeit des Berghauptmann Loͤhneyß ſind, ſeinen eigenen Worten nach, Mas fler Sor in der Zellerfeldiſchen Muͤnze lauter beſchickte Geldſorten, als an groben, ganze, See in der Zal. halbe und Ortsthaler zu 24. 12. und 6 Ggr, gemuͤnzet worden. Anno 1623 lorfeldiſchen iſt angefangen worden, in derſelben, auſſer den Thalerſtuͤcken, lauter fein Geld Maunß geprä⸗ von Mattieren, Mariengroſchen, 2. 4. 8. und 10 Mgr. bis auf einen Gulden von 20 Mgr. zu praͤgen, und damit continuiret worden. Beſage der Lauten⸗ thaler Muͤnzrechnung von Anno 1652. 1654 und 1659.(*) ward dieſe Land⸗ muͤnze, die Mark à 15 Loth 16 Gr. zu 10 Thlrn ausgemuͤnzet. Dieſe und an⸗ dere kleine Sorten wurden Landmuͤnze, oder Currentgeld des Landes, zum Un⸗ terſcheid der Rthaler Stuͤcke genennet. §. 8. Der Preis der feinen Mark Silber iſt in folgenden Jahren noch etwas hoͤ⸗ Der Preißder her, und endlich bis auf jetzigen Preis geſtiegen. Denn nach Innhalt ſo wol Nsvaneniſ des ſpecialen Extracts, als generalen Auszugs der Clausthaliſchen Muͤnzrechnun⸗ ſchen Fuß geſtie⸗ gen iſt ſolche im Quart. Luc. 1674 zu 10 Thlr. 22 Mgr, oder 14 Ggr. 8 Pf.. und im Quart. Trinit. 1675. zu 10 Thlr. 24 mgr. oder 16 Ggr. ausgemunzet worden, davon des Herzog Johann Friedrichs Muͤnzreſcript in den Chur⸗ braunſchweigiſchen Landesordnungen im 3. Theil und 4. Cap. vom 21 Jan. 1675 S. 404. ſtehet. Da nun in dieſem Muͤnzreſcript die Urſach enthalten iſt, wel⸗ che die Landesherrſchaft zu der Abweichung vom zinniſchen Muͤnzfus, und zu die⸗ ſer 6 mgr. hoͤhern Ausmunzung der feinen Mark bewogen; So wird ſchicklich ſeyn, dasſeng aus demſelben hier beyzubringen, was davon hieher gehoͤret: „Von GOtkes Gnaden, Wir, Iohann Friedrich, Herzog zu Braunſchweig „ und Luͤneburg ꝛc. fuͤgen hiemit-—. zu wiſſen, wasgeſtalt Wir mit ſon⸗ „ derbarem Misfallen eine zeithero wahrgenommen, daß im heil. Roͤmiſchen Reich, „ nunmehro faſt an allen Orten, nicht nach des Reichs Schrot und Korn, und „ denen ergangenen Kayſerlichen Muͤnzedicten gepraͤget werde, ſondern faſt jeder „ Stand davon abgewichen, und dahero zu beſorgen, wofern durch ein allge⸗ „ meines Edict demſelben nicht vorgebeuget wurde, daß ein hochſchaͤdliches Kip⸗ „ perweſen darauf erfolge. Nun moͤgten wir zwar wohl wuͤnſchen, daß im heil. „ Roͤmiſchen Reich ein allgemeines Reglement erfolgen moͤgte. Allddieweilen „ Wir ſolches bislang vergeblich erwartet, indeſſen aber die grobe und kleine „ Muͤnze von ein und andern immerhin gepraͤget werden: So haben Wir ad Cecc 2 in- *) Die vermuthlich von den Herrſchaftlichen Silbern und Münzen ſeparat von deuen Silbern gefüh⸗ ret worden, die auf der vom Richter und Rath, und der aanzen Gemeine im Lauienthal ohne Direction und Aufſicht des Communion⸗Bergamts zum Zellerfelde gebaueten Grube St. Tho⸗ mas gefallen.— —— —————— 288 II. Th. VII. Cap. 4. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, „interim, und bis ein anders im Roͤmiſchen Reich beliebet und eingefuͤhret wer⸗ „de, Uns in Unſerm Fuͤrſtl. Hauſe dahin verglichen, daß in denen doppelten, „ und einfachen und halben Mark, wie auch zwey und vier Mgroſchen⸗Stuͤcken, „ die feine Mark hoͤher nicht, denn zu zehen und zwey drittheil Thaler ausge⸗ „bracht, und ſolcher Fuß ohnveraͤnderlich alſo gehalten werden ſolle; Wie dann „im gleichen in der geringeren Muͤnze, als in guten Groſchen, einzelnen Ma⸗ „riengroſchen, Mattiern, Dreyern und guten Pfenningen, die Mark fein, „ohngeachtet der darauf gehenden Muͤnzkoſten, dennoch hoͤher nicht, dann zu „ 10 Rthlr. ausgemuͤnzet, derogeſtalt, daß die Mark in denen guten Groſchen „ halten ſollen 10 Loth fein, und geben einhundert ſechzig Stuͤck, die Mark „des Mariengroſchen Pagaments von 8 Loth fein ſeyn, und daraus 192 ge⸗ „praͤget, die Mark Mattiergut, ſechs Loth fein in ſich halten, und zu 288 „ Stuͤck ausgemuͤnzet, die Mark Dreyer Pagament fuͤnf Loth fein haben, und daraus dreyhundert und zwantzig Stuͤcke gemachet, von denen guten, oder „ ſchweren Pfenningen ſoll die Mark auf 4 Loth fein im Gehalt ſeyn, und da⸗ „raus Siebenhundert acht und ſechzig Stuck gemünzet, und alſo in ſoͤlcher „Muͤnze die feine Mark zu 10? Thaler durchgehends gleich ausgebracht werden., §. 9. 22 und durchden Mitt dieſer Ausmüͤnzung wurde bis 1689 fortgefahren. Als aber von an⸗ Leipziger Fuß noch mehr und bis auf den jetzi⸗ gen Preiß erhö⸗ het worden. dern Herrſchaften und Staͤdten die Mark fein Silber immer hoͤher, und alſo die Stuͤcke an Korn geringer ausgepraͤget worden, daß die ganzen, halben und ½ Gulden, gegen die in hieſigen Landen und in Sachſen nach obſtehendem Fuß ge⸗ praͤgten Gulden theils nur 22 mgr. 4 Pf. theils 21 mgr. theils 20 mgr. theils 19 mgr. theils 18 mgr. 6 pf. ja theils nur 16 mgr. 4 gf wehrt geweſen, wie ſolche im Abdruck mit darunter ſtehendem Werth, im 3. Theil der Chur⸗Braunſchw. Landesord⸗ nungen im 4. Cap. von S. 529. bis 541 befindlich, die kleinen Geldſorten aber noch geringer ausgemuͤnzet ſind, und die Einfuͤhrung dieſer geringhaltigen Muͤn⸗ zen, die theils 20. 30. bis 40 Thlr. pro Cento im Gehalt geringer geweſen, in die Braunſchweig Luͤneburgiſchen Lande durch zwoͤlf Muͤnzedicte nacheinander nicht hat verhindert werden koͤnnen, dagegen die Muͤnzen des Fuͤrſtl. Hauſes Braunſchweig und Luneburg eingewechſelt, und in den Heckmuͤnzen verſchmolzen worden: So iſt das hohe Braunſchweig⸗Luͤneburgiſche Haus bewogen worden, ſich mit Churſachſen, und Churbrandenburg uͤber einen neuen Muͤnzfuß zu ver⸗ einigen, und die feine Mark Silber höher, als bisher, auszumuͤnzen, um da⸗ durch dem Einwechſeln und Verſchmelzen der gewinnſuͤchtigen Leute zu ſteuren, und die Muͤnzen im Lande zu erhalten. Dieſes iſt im Jan. 1690 geſchehen, da der Leipziger Muͤnzfuß zwiſchen Chur⸗Sachſen, Chur⸗Brandenburg, und den ſämtlichen Fuͤrſten zu Braunſchweig und Luneburg aufgerichtet worden, wornach die feine Mark in ,ꝛz und Stuͤcken auf 12 Rthlr. in Scheidemuͤnze aber als in 2 Ggrſtuͤcke auf 12 Rthlr. 9ggr. in guten Groſchen und Mariengroſchenſtuͤcken mit 12 Rthlr. 12 ggr. in 6. 4. und 3 Pfenningſtuͤcken aber mit 13 Rthlr. ausgemünzet werden ſollte. Der daruͤber errichtete Receß wird bald der Leipziger, bald der Torgauer Muͤnzreceß genennet. Der Leipziger, weil er von denen von obge⸗ nanten Chur⸗ und Hochfuͤrſtlichen Haͤuſern nach Leipzig geſandten Raͤthen daſelbſt abgefaſſet, und von denſelben zur Ratification dero allerſeits hohen Herrn Prin⸗ cipalen den 15. Jan. 1690. unterſchrieben worden iſt. Dieſer Leipziger Muͤnz⸗ receß ſtehet in den Churbraunſchweigiſchen Landesordnungen und Geſetzen im 3. Theil, und deſſen 4 Cap. S. 542. Der Torgauerreceß wird er genannt, weil er in der Stadt Torgau, nachdem zum 3.§. hinzugeſetzet worden, wjehoch die welche den Bergbau befoͤrdern. 289 die Scheidemuͤnzen von 2 Ggr. bis auf 3 Pfenningſtuͤcken angefuͤhrter maaſſen ausgemuͤnzet werden ſollten, und der 6. und 6.§. etwas vermehret, und der lezte auch etwas veraͤndert worden, den 28. Febr. 1690 von den Miniſtern der hohen Herren Compaciscenten ausgewechſelt worden. Dieſer Torgauer Muͤnz⸗ receß iſt in der gruͤndlichen Pruͤfung des Schreibens, die deutſche und anderer Voͤlker Munzverfaſſung inſonderheit die Hochfuͤrſtl. Braunſchweigiſche Muͤn⸗ ze betreffend, von 1750 angefuͤget. Nachdem alſo dieſer neue und erhoͤhete Muͤnzfuß auſſer Churſachſen und Churbrandenburg auch von dem Hochfuͤrſtlichen Braunſchw. Luͤneburgiſchen Hau⸗ ſe angenommen worden; ſo ward der Anfang dieſer neuen Ausmuͤntzung den 1 Mart. 1600 in den beyden Harzmuͤnzen gemachet. Darauf ward von dem damaligen Herzoge Ernſt Auguſt zu Hannover ein Edict wegen des aͤuſſerlichen Werths der einlaͤndiſchen Muͤnzſorten vom 2. Febr. 1600 publiciret, und darinn den Unterthanen anbefohlen, die alten harten Muͤnzſorten in dem erhoͤheten aͤuſ⸗ ſerlichen Werth anzunehmen. Und ferner eins vom 2. April 1600, daß die Markſtuͤcke, oder 24 Mgrſtuͤcke mit 2 Mgr,, die einfachen Markſtuͤcke, oder 12 Mgrſtuͤcke, die bis Anno 1680 gepraͤget worden, mit 1 Mgr. erhoͤhet, und alſo die alten 24 Mgrſt. 26. die 12 Morſt. 13 Mgr. in dem aͤuſſerlichen Werth gelten ſollten. Auch ſollten die 6 Mgrſt. des ganzen Fuͤrſtlichen Hauſes, die bis 1680 incl. gepraͤget worden, mit 4 Pf. erhoͤhet ſeyn, welches leztere aber am 7. April 1600 wieder aufgehoben worden. Anno 1706. iſt am 4. Aug. ein Edict ergangen, daß die auf den Harziſchen Bergwerken ſeit Anno 1670 aus⸗ gemuͤnzeten Species Rthlr. zu 1¼ Thlr. current im Handel und Wandel angenom⸗ men werden ſollten. Der obgemeldte Leipziger Fuß iſt durch einen Reichsſchluß Anno 1737 zu Regensburg, dahin die Muͤnzguardeine beſchieden worden, zum Reichsmuͤnzfuß feſtgeſetzet, und ſolches durch den Druck den 10. Sept. 1738 publiciret worden. §. 10. Als nach dem zinniſchen Muͤnzfuß die feine Mark zu 10 Rthlr. 12 Ggr. Nach dem zin⸗ auszumuͤnzen verordnet worden, ſo ward auch mit den kleinen Geldſorten eine Veraͤn⸗ u ſchen Fuß derung vorgenommen. Denn da vorhin die Dreyer zu 5 Loth fein, und Aud un Der 2 Rthlr. 20 Ggr. 6 Pf. ausgemuͤnzet worden, ſo wurden ſolche, beſage des den kleinen ſpecialen Ertracts zum Clausthal im Quart. Trinit. 1668 zu 4 Loth fein und Geldſorten vor⸗ 2 Rthlr. 22 Ggr. ausgemuͤnzet. Und im Qu. Trinit. 1575 iſt ſolches mit den nommen. guten Pfenningen und Mattieren geſchehen. Denn da die guten Pfenninge vom Qu. Trinit. 1668. bis Qu. Luc. 1673 zu 3 Loth fein, und 2 Rthlr. 11 Ggr. 2 Pf. die 4 Pf. Stuͤck aber, oder Mattier zu 5 Loth fein, und 2 Rthlr. 20 ggr. 6 pf. vermuͤnzet geweſen; So ſind die Pfenninge im Qu. Trin. 1675 zu 4 Loth fein, und 2 Rthlr. 24 mgr. und die Mattier zu 6 Loth fein, und 4 Rthlr. ausgemunzet worden. In eben dieſem Quart. und Jahre ſind in der Clausthaliſchen Muͤnze nach Inhalt des ſpecialen Extracts zum erſtenmahl Mariengroſchen zu 8 Loth fein, und 5 Rthlr. 12 Ggr. gepraͤget worden. Es findet ſich aber in dieſem mit An⸗ no 1680 im Qu. Reminiſc. zu Ende gehenden Extracte von ſolchen Mariengro⸗ ſchen nichts weiter. §. I. Es iſt alſo nach dem vorhergehenden Anno 1595 die feine Mark an Kay⸗ Wie hoch vn ſergulden à 21 Ggr. zu 8 Rthlr. 18 Ggr., gegen das Ende Anno 1639 zu 15Rater de⸗ 9 Rthlr. von Anno 1652 bis Anno 4 zu 10 Rthlr.; ferner zu 10 Rthlr. von Zeit zu Zeit ddd 1 ausgemünzet II. Theil. 12 ggr. worden. ———ÿ—ÿ—ꝛÿ—————— 290 II. Th. VII. Cap. 4. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmittem, 12 ggr. Anno 1674 zu 10 Rthlr. 22 mgr. Anno 1675 zu 10 Rthlr. 24mgr. und endlich Anno 1600 zu 12 Rthlr. ausgemuͤnzet worden. Solchemnach iſt durch die Beſchickung der feinen Mark von Anno 1500 bis Anno 1566 den Geldſtuͤcken, als Guldengroſchen und Thalern, am innerlichen Werth nach ge⸗ rade abgebrochen, und ihr aͤuſſerlicher Werth beybehalten worden. Aber nach Anno 1566 bis itzo iſt der geſezte innerliche Werth bey der Beſchickung einer fei⸗ nen Mark(auſſer, was dieſer und jener Reichsſtand wider des Reichs⸗Verord⸗ nung davon abgebrochen) beybehalten, aber der aͤuſſerliche Wehrt nach gerade er⸗ hoͤhet, und zu erſt Anno 1667 durch den zinniſchen Fuß und nach einer neuen Erhöhung Anno 1600 durch den Leipziger Fuß, und endlich Anno 1737 im ganzen Reiche feſt geſetzet worden. Da nun jetzo die feine Mark Silber zu 12 Rthlr, und alſo um hoͤher, als beym Anfange der groben Dickmuͤnzen ausgemuͤnzet wird, ſo koſtet das feine Loth 18 ggr, oder 27 mgr, und das feine Graͤn einen guten Sroſchen Ein feiner Gulden als aeiner Mark wieget 16 ½ Gr. und ein Thaler an feinem Sil⸗ ber 24 Graͤn, oder 1 ¼ Loth., und ſolchemnach waͤgen 1200 Thlr. feine 1 Stuͤ⸗ cke 100 Mark 113 Loth, und 1000 Thlr. 83 Mark 14 Loth 107 Gr. §. 12. Was itzo in der In der Clausthaliſchen Muͤnze praͤgt man jetzo feine, ganze, halbe und 1 Larsthaſchen Gulden, da der ganzen 18, der halben 36, der à Gulden 72, das Stuͤck zu 4 ſchen Münze Graͤn, auf die Mark gehen, theils mit des Königs Bruſtbilde und Wapen, für feine Sor, theils mit dem Luͤneburgiſchen ſpringenden zuͤgelloſen Roſſe und Wapen, auch ten neprägt theils mit dem St. Andreas mit dem Kreutz und Wapen. Auf der erſten Sorte iſt die Umſchrift um das Bruſtbild cEORGINVSII. D. G. M. BRIT. FR.& H. REX F. D. auf der andern Seite um die 4 Wapen, als das Engliſche, Franzoͤſiſche, Schottlaͤndiſche und Churbraunſchweigiſche, iſt die Umſchrift BR. Er IVN. DVX §. R. J. A. IH. Fr. EL. 1753. Unten um die Wapen N. D. REICHS F. FEIN 811B. 7 oder ꝛ oder 3 Thaler. Ueber dem uͤber Felſen ſpringenden zuͤgelloſen Pferde auf der zweyten Sorte iſt die Umſchrift: NEc AsEERA TERRENT. Auf der andern Seite um die 4 Wapen ſtehet des Koͤniges Namen und der ganze auf der vorhergehenden Sorte auf beyden Seiten vertheilte Titul, mehrentheils mit 2 oder einem Buchſtaben. Unten um die Wapen, wie auf dem vorhergehenden. Die dritte Sorte mit dem St. Andreas und Kreutz kommt entweder mit der er⸗ ſten, was die Umſchrift auf dem Avers und Revers betrift, oder mit der zwey⸗ ten Sorte uͤberein, da um den St. Andreas ſtehet: saANCP ANDREAS REVI- visckxs. Noch vor einigen Jahren wurden in dieſer Muͤnze auch 3 und Stuͤcke, oder 4 und 2 mgr. von feinem Silber gepraͤget, die aber abgegangen, an deren ſtatt nun beſchickte Stuͤcke, die erſten mit dem Stoßwerke, die zweyten mit dem Klipwerke gepraͤget werden. Das Praͤgen dieſer kleinen feinen Sorten geſchahe vermittelſt zweyer ſtaͤhlernen Walzen, da auf der einen der Avers, auf der andern der Revers nach der Groͤße dieſer Stuͤcke, wie itzo die beſchickten ſind, geſtochen war. Dieſe wurden in dem Durchlaß uͤber einander, wie zum Durch⸗ laſſen der gegoſſenen Zaͤhne geſchiecht, geſetzet, und die adjuſtirten Zaͤhne dadurch gelaſſen, da ſie auf beyden Seiten zugleich ausgepraͤget, und darauf mit dem Durchſchnitt ausgeſchnitten wurden... Eben ſo werden in der Zellerfeldiſchen Muͤnze fuͤr beyde Communion Herr⸗ ſchaften ganze, halbe und viertel Gulden, ferner aund 2 mgr. Stuͤcke, da der 4 mgr. 108 das Stuͤck zu 27 Graͤn, und der 2 mgr. 216 das Stuͤck zu 17 Graͤn ſchwer, auf die Mark gehen, von feinem Silber gepraͤget. Die zwey Bilder, dls das 8 zůgel⸗ ————— welche den Bergbau befoͤrdern. 291 zuͤgelloſe Roß, und der Wildenmann mit dem Tannenbaum ſind fuͤr beyde Herr⸗ ſchaften gemeinſchaftlich, doch mit folgendem Unterſcheide, daß auf den fuͤr Chur⸗ hannover gepraͤgten der Wildemann den Tannenbaum, und zwar ohne Spitze, und nur an einer Seite mit Zacken oder Aeſten in der rechten Hand; auf den fuͤr den Herzog von Braunſchweig aber der Wildemann den Tannenbaum mit der Spitze, oder Gipfel, und an beyden Seiten gezacket in der lincken Hand haͤlt. Im uͤbrigen kommen dieſe Stuͤcke fuͤr Churhannover, was die Umſchrift auf dem Avers und Revers betrifft, mit der erſten Sorte im vorhergehenden voͤllig uͤberein, doch ſo, daß auf der Seite, wo auf der erſten vorhergehenden Sorte das Bruſtbild iſt, hier die 4 Wapen, und wo auf jener die Wapen, hier auf dieſer der Wildemann, und zu deſſen linken 24 ſtehet. Auf den Stuͤcken fuͤr den Herzog von Braunſchweig ſtehet um den Wil⸗ denmann: NvNOVAM RETRORSvM. Unten bey dem rechten Knie 24. Auf der andern Seite ſtehet im Circul: 24 MaARIEN GROSCH. PEIN SILBER. und da um⸗ her: D. G. CAkOLVS DVX BRVNSVIC.& LVNEBVRG. mit der Jahrzahl. Die Stuͤcke mit dem Roß fuͤr Churhannover kommen mit der zweyten Sorte im vorhergehenden uͤberein. Auf denen fuͤr den Herzog von Braunſchweig ſtehen uͤber dem Roß eben die Worte, wie uͤber dem Wildenmann: NyNONXAM RETRORSVM. Unter den Fuͤßen 2. die andere Seite kommt voͤllig mit den Stuͤ⸗ cken, darauf der Wildemann ſtehet, uͤberein. Aufallen in der Zellerfeldiſchen Muͤntze gepraͤgten Sorten fehlen die Worte: N. D. REICHS p. da ſie doch in derſelben eben ſowol, als in der Clausthaliſchen, nach ſolchem ausgemuͤntzet werden. §. 13. Neben den feinen Geldſorten praͤgt man in beyden Muͤnzen auch beſchickte. In beyden Sorten, als ſperies, oder ganze, halbe und viertel Thaler, welche den Gewer⸗Mnzennerden ken von den Ausbeutzechen gegeben werden, in der Clausthaliſchen auch 4 mgr. Sorten geprägt. 2 mgr. ggr. mgr. 6 pf. 4 pf. oder Mattier, 3 pf. oder Dreyer; in der Zellerfel⸗ diſchen aber nur allein mgr. und Mattier. In der Clausthaliſchen Muͤnze wur⸗ de auch im Quart. Reminiſc. 1741 angefangen, beſchickte ganze und halbe Gul⸗ den zu 14 Loth 3 Graͤn zu praͤgen. Auf dem Avers iſt das Bruſtbild Seiner Koͤniglichen Großbritanniſchen Majeſtaͤt, oder die 4 Wapen mit der gewoͤhnli⸗ chen Umſchrift des Namens und der Titul. Unter dem Bruſtbilde ſtehet: RG) T. Auf dem Revers XvI GuTE GROSCH. N. D. REICHsS. Fus. das iſt, beſchicket zu 14 Loth 4 Graͤn und 18 Stuͤck auf die Mark fein mit der Umſchrift: BRvNs. KIVN. Dvx. S. R. I. A. THES. ET. EL. davon waͤgen 1200 Thlr. 112 ½ Mark, und 1000 Thlr. 934 Mark. Es iſt aber mit Praͤgung ſolcher beſchickten Gul⸗ den nicht lange fortgefahren worden. §. 14. Die zum Clausthal, und auch die zum Zellerfelde fuͤr Churhannover ge⸗ Von dem Ge⸗ präͤgten Species, oder Ausbeutthaler kommen mit allen angefuͤhrten Sorten der Pria dinlu Gulden uͤberein. Auf den fuͤr den Herzog von Braunſchweig zum Zellerfelde einem Irrhum gemünzten ſtehet der Wildemann, oder das Pferd mit der Ueberſchrift ai den des Heern von Gulden, und auf der andern Seite das Hochfürſtl. Wapen mit der Umſchrift Rohr. des Namens und der Titul. Hiebey iſt zu wiſſen, daß den Gewerken die Mark fein Silber zu Ausbeutthalern nur zu 10 mfl. 4 gr. oder 9 Currentthaler ange⸗ rechnet wird, da doch 9 Species, oder Ausbeutthaler vom Anfange des Leipzi⸗ ger Fußes her 12 Currentthaler gelten, daß alſo das Agio, oder Erhoͤhung des 35 Dddd 2 Thalers 292 II. Th. VII. Cap. 4. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, Thalers nach dem aͤuſſerlichen Werth zu 8 Ggr. oder 12 Mgr. den Gewerken zu gute kommt, und von der Herrſchaft geſchenket wird. Und ſo iſt der alte Reichsmuͤnzfuß von Anno 1566 bey den hieſigen Bergwerken in Anſehung der Gewerken, beybehalten, welches jetzo jaͤhrlich viel tauſend Currentthaler betraͤget. Da nun alſo die Zellerfeldiſche Muͤnze, wie die Bergſtadt, zur Commu⸗ nion gehoͤret, und fuͤr beyde Durchl. Communion Herrſchaften Geldſorten da⸗ rinn gepraͤget werden, auch nebſt dem Hochfuͤrſtl. Wolfenbuͤttelſchen der Chur⸗ hannoveriſche Vice-Berghauptmann ordinair auf dem Zellerfelde wohnet; So iſt Herr von Rohr unrecht berichtet, wenn er in ſeinen Merkwuͤrdigkeiten des Oberharzes S. 473.§. 4. ſchreibet:„Weil dieſe Stadt Zellerfeld Hochfuͤrſtlich „ Braunſchweigiſch, ſo pflegen auch die Hochfuͤrſtl. Braunſchweigiſchen Herren „Berg⸗und Vice-Berghauptleute ſich in dieſer Stadt aufzuhalten. So iſt „ auch allhier eine Hochfuͤrſtliche Muͤnze, auf welcher die Fuͤrſtl. Braunſchwei⸗ „ giſchen Muͤnzen gepraͤget werden, und muͤſſen die beyden Bergſtaͤdte Wilde⸗ „ mann und Lautenthal ihre Silbererze„(nicht die Erze, ſondern das auf den Huͤtten daſelbſt gefallene Silber, nicht allein aber dieſe beyde, ſondern auch die Bergſtadt Grund, wenn das Bergwerk daſelbſt ſilbert, desgleichen auch der Unterharz von dem Rammelsbergiſchen Bergwerke)„hieher liefern., Und S. 570.§. 2.„„Auf der Zellerfelder Muͤnze werden diejenigen Sorten, ſo die „ Durchlauchtigſte Herrſchaft zu Wolfenbuͤttel praͤgen laͤſſet, geſchlagen., Dis geſchicht aber nicht allein, ſondern es werden auch Sorten fuͤr Churhannover in dieſer Muͤnze gepraͤget. 1 §. 1s. Disfeine ⸗Mars Die ſaͤmmtliche beſchickte Geldſorten werden in beyden Muͤnzen nach dem ſchickten go⸗ Reichsfuß ausgemuͤnzet. Die feine Mark bleibet in den groben beſchickten den Sorten zu Geldſorten in ihrem Preiſe von 12 Rthlr. Aber wenn eine beſchickte Mark in aafdöle. ausger eine gewiſſe Zahl Stuͤcke ausgemuͤnzet wird, ſo iſt in ſolcher Zahl Stüͤcke ſo viel weniger Silber von der feinen Mark, als der Mangel an der feinen Mark Sil⸗ ber in der beſchickten Mark am Gewichte betraͤget. Z. E. wenn eine beſchickte Mark an feinem Silber haͤlt 14 Loth 4 Graͤn, ſo fehlen darinn 32 Gr. fein Sil⸗ ber, ſtatt deren ſie mit 32 Gr. Kupfer beſchicket iſt. Da nun die feine Mark Silber zu 12 Rthlr. ausgemuͤnzet wird, welche an Speciesthalern 9 Stuͤck, und an beſchickten Gulden 18 Stuͤck betragen, 8 Stuͤck Spec. Thaler aber, oder 16 Gulden, ſchon eine Mark waͤgen, in denen aber nur 10 Thlr. 16 ggr. fein Silber iſt, ſo muß noch ein Spec. Thaler, oder 2 Gulden hinzukommen, da⸗ rinn die fehlende 1 Thlr. 8 ggr. oder 32 Graͤn fein Silber, das Graͤn zu I ggr. ſind. Und ſo iſt in 9 Spec. Thalern, oder 18 Gulden eine feine Mark Sil⸗ ber, welche 1 Mark 2 Loth, und alſo 2 Loth mehr, als 18 feine Gulden waͤ⸗ gen. In jedem Spec. Thaler ſind 4 und in jedem beſchickten Gulden 2 Graͤn Kupfer. Daher ein Speciesthaler 36 Graͤn, oder 2 Loth, und ein Gulden 18 Graͤn, oder 1 Loth wieget. §. 16. Wie jetzs alle Es wird alſo die feine Mark in Reichs⸗oder Speciesthalern, Gulden und Lrobr unde halben Gulden zu 12 Currentthalern ausgemuͤnzet. Die rauhe, das iſt mit Eat und wie Kupfer vermiſchte, oder beſchickte Mark haͤlt 14 Loth 4 Graͤn fein, wird ausge⸗ boch in denſel müͤnzet zu 10 Thlr. 16 ggr. und gehen auf die Mark an Thalern 8, an Gulden on die feine 16, an halben Gulden 32 Stuͤck. An den kleinen beſchickten Sorten wird die dracht wird. feine Mark, wegen Erfoderung mehrerer Muͤnzkoſten, etwas hoͤher, und 1 welche den Bergbau befoͤrdern. 293 Penden„als dem Leipziger, und nunmehrigen Reichsfuß ausgemuͤnzet. Die eine Mark war ſonſt in 4 Mgrſtuͤcken zu 12 Thlr 9 mgr ausgemuͤnzet. Die rauhe Mark hielt fein 10 Loth 12 Gr. wurde ausgemuͤnzet zu 84½ Thlr. und gin⸗ gen auf die Mark 744 Stuͤck. Aber im Nebenquartal Luc. 1746. ward auf Verordnung angefangen, die feine Mark in 4 mgr. Stuͤcken zu 12 Thlr. auszumuͤnzen. Die rauhe Mark haͤlt fein 10 Loth 12 Graͤn, wird ausgemuͤnzet zu 8 Thlr., und gehen auf die Mark 72 Stuͤck. Die feine Mark wird in 3 Mgrſtuͤcken zu 12 Thlr. 13 mgr. 4 pf. ausgemuͤn⸗ zet, die rauhe beſchickte Mark haͤlt fein 8 Loth, wird ausgemuͤnzet zu 6 Thlr. 64 mgr. oder 62s Thlr. und es gehen auf die Marck 744 Stuͤck, Die feine Mark wird in 2 Mgarſtuͤcken auch ausgemuͤnzet zu 12 Thlr. 13 mgr. pf. Die rauhe Mark haͤlt Loth fein, wird ausgemuͤnzet, zu 6 Thlr. 6 mgr. oder 6 5 Thlr. und gehen auf die Mark 1113 Stuͤck. Die feine Mark zu 1 Ggrſtuͤcken wird ausgemuͤnzet zu 12 Thlr. 18 Mgr. Die rauhe beſchickte Mark haͤlt 8 Loth fein, wird ausgemuͤnzet zu 64 Thlr. und gehen auf die Mark 150. Stuͤck. Die feine Mark zu 1 Mgrſtuͤcken wird ausgemünzet zu 12 Thlr. 18 mgr. Die rauhe Mark haͤlt bin SLoth 14 Graͤn, wird ausgemuͤnzet zu 4 Thlr. 18 mgr. 4 pf. und es gehen auf die Mark 162 Stuͤck. Die feine Mark zu 6 Pfenningſtuͤcken wird ausgemuͤnzet zu 13 Thlr. Die rauhe Mark haͤlt fein 4 Loth, wird ausgemuͤnzet zu 3 4½ Thlr. und gehen auf die Mark 156 Stuͤcke.— Die feine Mark zu 4 Pfenningſtuͤcken wird ausgemuͤnzet zu 13 Thlr. Die rauhe Mark haͤlt fein 4 Loth, wird ausgemuͤnzet zu 3 2 Thlr. und gehen auf die Mark 234 Stuͤck. Zum Zellerfelde wird die feine Mark zu 4 Pfenningſtuͤ⸗ cken auch zu 13 Thalern ausgemuͤnzet, aber die rauhe Mark haͤlt fein 5 Loth, wird ausgemuͤnzet zu 4 Thlr. 2 gr. 2 pf. und gehen auf die Mark 2021 St. In beyderley iſt in 936 Stuͤcken eine Mark, oder 12 Thaler am Silber. Die Clausthaliſchen aber werden 12: Loth ſchwerer an Kupfer ausgemuͤnzet. Die feine Mark zu 3 Pfenningſtuͤcken wird ausgemuͤnzet zu 13 Thlr. Die rauhe Mark haͤlt fein 4 Loth, wird ausgemuͤnzet zu 3 ½ Thaler, und gehen auf die Mark 312 Stuͤck. In der Zellerfeldiſchen Munze werden die 3 Pfenningſt. nicht mehr gepraͤget. Die feine Mark zu 1 Pfenningſtuͤck iſt ausgemuͤnzet worden zu 13 Thlr. Die rauhe Mark hat 3 Loth fein gehalten, ward ausgemuͤnzet zu 2 Thlr. 153 gr. und gingen auf die Mark 702 Stuͤck, ſie werden aber itzo in beyden Muͤnzen nicht mehr, ſondern dagegen kupferne Pfenninge gepraͤget. Die Mark wird zu 9 Mgr. ausgemuͤntzet, und gehen 72 Stuͤck auf die Mark. In den Zellerfeldiſcen Muͤnzen werden von den kleinen beſchickten Sorten nur Imgr. und Mattier, oder 4 Pfenningſtuͤcke, und zwar des Jahrs nur einmahl gemuͤnzet, und zu jeder Sorte 50 Mark fein Silber vermuͤnzet. 8 Die Ausmuͤnzung aller Sorten zeiget auf einmahl die folgende Tabelle, II. Theil. Eeee 1e Leipziger 294 I. Th. VII. Cap. 4. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, Leipziger, oder Reichs Wird die rohe Wird die feine Muͤnzfuß. halten fein Mark ausge⸗ Mark ausge⸗ Muͤnzſorten muͤnzet. muͤnzet. Loth Graͤn Thlr. Gr. Pf. Thlr. Gr. Pf. 1 l 15. 16 11 33— 2 Speciesthaler r 4 4 e 4 mgr. Stuͤcke 10 12 8 12—— 3 mgr. Stuͤcke 8 6 6 6 12 13 4 2 mgr. Stuͤcke 8 O 13 4 Gute Groſchen Stücke 6 12 18— Marien Groſchen Stucke 14 4 18/ 4 1218 6 Pfenning Stuͤcke 4—·r. L.3Z 9P53 4 Pfenning Stüce. 4. 3 3 3 Pfenning Stuͤcke 4- 3 9= 3 1 Pfenning Stuͤcke AAZ3.r 2. 1 I15 b6 43,1,1 Kupferne 1 Pfenning Stuͤcke wird das Pfund zu 18 mgr. ausgemünzet. 84 Die Beſchickung der feinen Mark nach dieſem Muͤnzfuß mögen ein paar Exempel zeigen. Die feine Mark zu guten Groſchen wird ausgemuͤnzet zu 12 Thaler 18 mgr. Die beſchicke Mark haͤlt 8 Loth Silber, ſind allo 8 Loth Kupfer zugeſetzet. Die 8 Loth Silber betragen 6 Thlr. Und ſo ſind in zwey beſchickten Marken 16 Loth Silber, oder 12 Thlr. Geld, und 1 Mark Kupfer, die uͤbrigen 18 mgr. werden auf Kupfer und Muͤnzkoſten gerechnet, welche auf eine Mark 9 mgr. betraͤgt. Und ſo wird eine Mark zu 6 ⅛ ausgemuͤnzet. Zweytes Exempel. Die feine Mark zu 4 Pfenningſtuͤcken wird ausge⸗ müͤnzet zu 13 Thlrn. Die beſchickte Mark haͤlt 4 Loth Silber, ſind alſo 12 Loth Kupfer zugeſetzet. Die 4 Loth Silber in einer Mark betragen(das Loth zu 27 mgr.) 3 Thlr. Und ſo ſind in 4 beſchickten Marken 16 Loth Silber, oder 12 Thlr. Der 13te Thaler wird alſo auf Kupfer und Muͤnzkoſten in 4 Mar⸗ ken gerechnet. Es ſind aber in einer Mark 12 Loth, und zuſammen in 4 Mark 3 Mark Kupfer. Und alſo ſind in 13 Thlrn 4 Pfenningſtuͤcken welche 936 e Stuͤcke ausmachen, und 2 Pfund waͤgen, eine Mark, oder 12 Thaler an Sih ber, und wird ausgemuͤnzet zu 34 Thaler. n Man hat ver⸗ Weil die Einwechſelung der groben Sorten an feinen und z Stuͤcken/ ebh Leſuih und an Speciesthalern und richtig beſchickten Landgulden gegen verſchiedene zum ung dergroben Vorſchein gekommene geringhaltige Muͤnze und ſonderlich Gold von einigen Jah⸗ Sorten durch pen her uͤberhand genommen, und das Agio auf die feinen Gulden Anno 1752 Vniamn nt bis 14 Thlr. und auf die Speciesthaler und beſchickte Landgulden bis 13 Thlr. Loth beichickter pro Cent geſtiegen und dadurch beyderley gute grobe Sorten unſichtbar gewor⸗ Gulden zu ver⸗ den, daß die Beamten ihre Pachtgelder ohne großen Aufwand zur Einwech e⸗ hüteu. lung ſolcher Sorten nicht abtragen, noch andere Kammergefäͤlle damit bezahlet werden konnen; So ſind Sr. Koͤnigl. Majeſtaͤt von Großbritanien und Chur⸗ fuͤrſtl. Durchl. bewogen worden, Anno 1752 im Quart. Cruc. einige 1000 Thlr. man Al zu —.———,— 3 welche den Bergbau befoͤrdern. 21 205 zu 12 Loth beſchickte Gulden in der Clausthaliſchen Muͤnze praͤgen zu laſſen, de⸗ ren 13 Stuͤck 1 Mark waͤgen, und in 18 Stucken, gleich den feinen, und zu 14 Loth 4 Graͤn beſchickten Gulden, und in 9 Species eine Mark fein Silber enthalten, die aber I Mark 5 ½ Loth, oder 21¾ Loth waͤgen. Dagegen 18 St. feine Gulden 1 Mark(die 2 Graͤn Uebergewichte hiebey zuruͤck geſetzet) und 18 Stuͤck zu 14 Loth 4 Gr. beſchickte Gulden, und 9 Species 1 Mark 2 Loth, vder 418 Loth waͤgen. Es ſind aber von dieſen zu 12 Loth beſchickten Gulden auf den Bergſtaͤdten nicht viel ausgelohnet, ſondern ſie ſind nach Hannover geſandt wor⸗ den. Da nun zur jeden kenen Mark 4 Loth Kupfer, und alſo zu 4 femen Mar⸗ ken 1 Mark Kupfer zugeſetzet wird, 1. Mark in der Muͤnze aber zu qmgr. be⸗ rechnet wird; So iſt leicht auszurechnen, was der Koͤnig vor Verluſt an 1000 Thlrn ſolcher Gulden, gegen die feinen, auch gegen die Species, durch den meh⸗ vern Zuſatz des Kupfers, haben muͤſſe. Es iſt aber die Abſicht, um dadurch der ſo ſtarken Wechſeley und dem Agio zu ſteuren, nicht erreicht worden. Dieſelbe daurete nach wie vor, und das Agio ſtieg auf den Bergſtaͤdten nach gerade immer hoͤher, auf 20. 30. 40. 50. 60. bis um Mich. 1760 auf 75 Thlr pro Cent, oder 18 gr. auf einen feinen Gulden. Es blieb aber noch nicht dabey, ſondern vor Martini dieſes Jahrs ſtieg es gar auf 87 Thlr. 18 gr. oder auf 21 gr. auf ein* St. Darauf blieb es ein paar Wochen ſtehen, ſiel aber wieder erſt auf 75 Thlr., bald darauf aber auf 68 Thlr. 2 gr. welches auf einen Gulden 154 Mgr. macht. Es ſtieg aber gegen den Schluß dieſes Jahrs wieder auf 19 gr., ſind auf 100 Thlr. 79 Thlr. 6 gr. und iſt zu vermuthen, daß ſolches noch hoͤher ſteige. Dagegen ſind wegen der ſo ge⸗ ringhaltigen Muͤnzſorten, die das hohe Agio verurſachen, alle Kaufmannswaaren, auch die, welche zur Haushaltung und den Tiſch gehoͤren, ſo hoch im Preiſe ge⸗ ſtiegen, als bey Menſchen Gedenken nicht geſchehen, ob wol auch der jetzige Krieg das ſeine dazu beygetragen. 2 4§. 18. Weil nun in der Koͤnigl. Churfuͤrſtl. Kammer zu Hannover, auch in dem Dieverruſe⸗ Contrehendſcheftlihen Comtoir viele von den verrufenen Munzſorten, die nach nen Sorben wen dem in der I Abtheilung dieſes Capitels devalvirten Preiſe angenommen worden,;enar und g befindlich ſind; So ward davon Anno 1760 eine gewiſſe Summe in die Claustha⸗ iu Clausihal liſche Munze geſchicket, daraus 3 mgr. und Gutegroſchenſtuͤcke nach dem Reichs⸗ umgepräͤget. fuß, die erſtern dierauhe Mark zu 8 Loth, die leztern zu 6 Loth 12. Graͤn fein beſchickt, zu praͤgen. Der Anfang iſt damit im Quartal Trinit. dieſes Jahrs gemachet worden. Bey der erſten Verſchmelzung der eingeſandten fremden Munz⸗ ſerten ſind der Herr Berghauptmann von Bulow, der Herr Secretarius Ley⸗ ſer, der Herr Muͤnzmeiſter Schlemm, und der Herr Muͤnzguardein Schacht, zugegen geweſen. Die Summe der woͤchentlichen Ausmünzung derſelben richtet ſich nach der Anlieferung, und iſt zu zeiten 4 bis 6000 Thlr. Die feine Mark wird in beyden Sorten zu 12 Thlr. 18 gr. ausgemuͤnzet. Von 3 mgyrſt. gehen 72 auf die Mark, und ſind dadurch von denen vorhin gepraͤgten unterſchieden und kenntbar, daß auf denſelben ſtehet: nach dem Reichsfuß, da auf den an⸗⸗ dern, nach dem Leipzigerfuß, ſtehet. Die gute Groſchenſtuͤcke werden auf 125 Stuck geſchroten, oder es gehen auf die Mark 125 St. Sowol bey der An⸗ lieferung der fremden Geldſorten, als auch bey der Ablieferung der daraus ge⸗ muͤnzeten Gelder iſt allemahl, wenn ſelbige gewogen werden, der Herr Secre⸗ tarius Leyſer, der Herr Mummeiſe und Muͤnzgugrdein gegenwaͤrtig. Cs kee 2 werden 296 II. Th. VII. Cap. 4. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, werden aber dieſe zwo Geldſorten auf dem Clausthale nicht verlohnet, ſondern in Beutel zu 500 Thlrn gepacket, von den genannten drey Herren verſiegelt, und auf der Poſt nach Hannover geſandt. §. 19. Auf dem Harz Auſſer den ſilbernen Geldſorten ſind in der Clausthaliſchen Muünze von vie⸗ ſind auch golde ſen Jahren her auch goldene, als 1 ½ einfache, und doppelte Duraten mit dem ne Münzen ge⸗ prägt worden. Nachricht von Wildenmann und Luͤneburgiſchen Wapen, oder mit dem Roß, und dieſem Wa⸗ pen, oder mit der Churfuͤrſten, und hernach Koͤnige von Grosbritannien Bruſt⸗ den Goldgulden. hilde, und der jetzigen 4 Wapen gepraͤgt worden. Es wurden auch Anno 1729 einige einfache Ducaten gepraͤget, darauf auf dem Avers der St. Andreas mit dem Kreuze, und auf dem Revers die Worte ſtehen: I Pfenning Scheidemunze. Koͤnig Georg l. ließ auch Ducaten praͤgen mit der Ueberſchrift: AvnNDM HIER cyNIAE, weil dieſelbe von dem aus den Rammelsbergiſchen Silbern zum Clausthal in der Munze geſchiedenen Golde gepraͤge vorden. Die erſte Gold⸗ proben mit denen Rammelsbergiſchen Erzen wurden in der Elausthaliſchen Muͤnze Anno 1676 und 1677 und ferner Anno 1600 gemacht, wobey aber noch kein Profit geweſen, bis endlich Anno 170) der junge Bohnhorſt nachheriger Muͤntz⸗ director die Goldſcheidung zu Nuͤrnberg erlernet, und auf dem Clausthal practi⸗ ſiret hat. Der geweſene Muͤnzdirector Spangenberg hat das Gold von den Rammelsbergiſchen Erzen mit noch mehrern Vortheil geſchieden. Nach deſſen Anno 1751 geſchehenen Arretirung ſind die Rammelsbergiſchen Silber ohnge⸗ ſchieden vermuͤnzet worden, bis Anno 1752 der Zellerfeldiſche Muͤnzmeiſter Hecht dieſe Goldſcheidung uͤbernommen, wozu in der Zellerfeldiſchen Muͤnze ein eſon⸗ deres Laboratorium erbauet, und nach deſſen Verfertigung der Anfang damit Anno 1753 im Quart. Crucis gemachet worden iſt. 2 Zu Zeiten der Muͤnzmeiſtere, Bornemanns, Horſts und E. P. Hechts ſind auch in der Zellerfeldiſchen Muͤnze: ganze und doppelte Ducaten von ver⸗ ſchiedener Art, desgleichen auf der Wildemaͤnner Pfenningsruͤſtung gepraͤget worden. S Dieſem fuͤge zum Beybehalt der Jahrzahl auf die kuͤnftigen Zeiten an, daß Anno 1740 zu Hannover eine neue Goldmuͤnze, Goldgulden genannt, nach dem Anno 1737 feſtgeſetzten Reichsfuß zu praͤgen angefangen worden, mit des Koͤnigs Bruſtbild, und der Umſchrift: GEORG II. D. G. M. B. ET H. REX F. D. auf dem Revers: 1 6015 GvIDEN 2 THAL. N. D. R. F’ mit der Umſchrift: Von den in Clausthal mit Nandſchriften BR. ET LVN. Dvx s. R. I. A. T. ET EL. 1749. derſelben hen 72 Stuͤck auf die rauhe Colniſche Mark, und halten 18 Karat, 10 Graͤn fein Gold, 3 Ka⸗ rat 8 Graͤn fein Silber, und 1 Karat 6 Graͤn Kupfer, und gelten nach den aͤuſſerli⸗ chen Werth drey Gulden. Auf eben dieſe Art wurden 2 und 4 Goldgulden ꝛr. zu 4 und 8 Thalern ꝛc. gepraͤget, da der innerliche Werth mit dem aͤuſſerlichen völlig uͤberein kommt, und die feine Mark Gold ſo hoch, als die Reichsgeſetz⸗ maͤßigen Ducaten, nemlich 181 Rthlr 4 ggr. zu ſtehen bmmt. 12§. 20. Ich fuge hier eine Nachricht bey von etlichen in der Clausthaliſchen Muͤnze af einige Clausthaliſche Gruben mit Umſchrift auf dem Rande, oder Randſchrif⸗ geprägten Aus, ten gemuͤnzten Ausbeutthalern, davon die Stempel in der Muͤnze noch befind⸗ beutthalern. lich ſind. An einigen Ausbeutthalern von der Anna Eleonora, welche im Qu. Trinit. Anno 1642. in Ausbeut kommen, iſt die Randſchrift geſetztt: Anna Eleonora füos his donis ditat amicos. Um die von der Margaretha, die zum e- ͤhͤ— — ————— ——— —-‚ʒ·;q—ͤ welche den Bergbau befoͤrdern. 7. 297 zum erſten im Quart Trinit. 1644 Ausbeut gegeben, iſt gepraͤget: Aes hoc Margrethae dives tibi vena remittit. Vom Koͤnig Ludwig zum St. An⸗ dreasberg, welcher Anno 1674 in Ausbeut gekommen, haben die Thaler dieſe Nandſchrift gefuͤhret: Andreae Montani Ludovici haec munera venae. Die Thaler von der Sophia, auf welcher die erſte Ausbeute im Quart. Trinit. Anno 1676 gefallen, haben zur Randſchrift gehabt: Talia te, Sophia, re- creabunt dona fodinae. Denen Thalern von Herzog Ernſt Auguſt, der die erſte Ausbeute Anno 1679 im Quart. Cruc. gegeben, iſt die Schrift um den Rand geſetzet: Erneſti Auguſti Ducis haec ſunt munera venae. Die Tha⸗ ler vom Haus Herzberge, welches ſeine Gewerken mit der Ausbeut im Quart. Cruc. 1683 erfreuet, ſind auf dem Rande mit folgenden Worten bezeichnet ge⸗ weſen: Hos Hertzberga ſuis fructus cultoribus offert; und andere alſo: durch GOttes Gluͤck und Segen Haus Herzberg ſich laͤſt praͤgen. Die Ausbeut⸗ thaler vom Kranich, welche Anno 1685 im Quart. Cruc. am erſten erfolget, als 3 Rthlr. ſind mit dieſen Worten umgeben geweſen: Pro vigili cura Grus munera grata rependit. Die Ausbeutthaler von St. Andreas ſind mit dieſer Umſchrift verſehen worden: Ditior Andreas profert haec ſplendida dona. Ob ſolche aber auf die Clausthaliſche Grube dieſes Namens, welche die erſte Ausbeute Anno 1686 im Quart. Luc. mit 1 Thlr. gereichet, oder auf die zum St. Andreasberg belegene ziele, welche die erſte Ausbeute Anno 1692 im Quart. Luc. mit 2 Thlrn gegeben iſt mir unbekannt. Um die Thaler vom Weißen Roß, das Anno 1688 im Quart. Cruc. die erſte Ausbeut, als 2 Rthl. gegeben, iſt geſetzet worden: Candidus hos nummos ſonipes cultoribus affert. Die Ausbeutthaler von der Dorothea, welche den Bergſegen zum erſten Anno 1709 im Quart. Trinit. mit 4 Rthlrn ertheilet, und von der Zeit an, bis hieher, ſo reichlich, als keine Grube auf dem ganzen Harz vom Anfang dieſes Periodi gethan, geſchuͤttet, da ſie einige Jahr 100 bis 110 Rthlr Ausbeute quartaliter gegeben, und noch itzo 80 gibt, ſind mit folgender Randſchrift im Andenken erhalten: Spes Dorothea novas nova praemia largius offert. Andere Ausbeutthaler, da die Gruben nicht benennet ſind, haben dieſe Randſchrift gehabt: Das Land die Fruͤchte bringt, im Harz der Thaler klingt; oder folgende lateiniſche vom gleichen Inhalt: Agricolam ſegetis ſpes, nos alit haecce metalli. §. 21.— In der Zellerfeldiſchen, als einer Schlagmuͤnze, ſind bisher noch keine Aus⸗ Von den zu beutthaler mit Randſchriften gepraͤget worden, weil ſolches mit dem Schlagwer⸗ deleiſe dne. ke nicht angehet, und daher auch nicht zum Clausthal vor angelegtem Stoß⸗ und beutthalern mit Naͤntelwerk geſchehen iſt. Im Quart. Luc. 1743 wurden darinn vermittelſt des Bildern und Stoßwerks Ausbeutthaler mit Bildern und Umſchriften gemuͤnzet, als auf das Umſchriiten. Lautenthals Gluͤck und Guͤte des HErrn. Auf denen auf Lautenthals Gluͤck ſtehet auf der einen Seite in der Mitte eine Jungfer in der linken Hand eine Laute haltend, und mit der rechten darauf ſpielend, mit der Umſchrift: TV QVONDAM ABIECTAM REDDIS DEVS ALME sONORAM. Neben den Knien und Fuͤßen zur Linken iſt ein Gaepel mit einem Grubenhauſe, und auf einem Berge eine Radſtube mit einer in die Grube ſchiebenden Kunſt. Zur rechten auf einem Berge iſt auch ein Gaepel und Grubenhaus, und unter dem Gebirge dieſe Wor⸗ te: DIE GRVBE LAVTENTHALS GLNCK KAaM IN AVSBEVT IM QVvART. RENII- Nisc. 1685. Als dieſe Grube zum erſten in ſolchem Quart. und Jahre in Aus⸗ beut kam, ſo ließ die Durchl. Braunſchw. Herrſchaft eine Medaille von 3 Rthlrn II Theil. Ffff darauf —ᷣ4——————— Fortſetzung. 298 II. Th. VII. Cap. 4. Abth. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, darauf praͤgen. Auf der einen Seite ſtehet eine Jungfer mit der Laute in der linken Hand, und mit einem Fuße auf einer Schnecke. Zu beyden Seiten ſind Gebirge, und wie vorher angefuͤhret, Gaepel und Radſtube. Oben neben der Laute iſt an dem Circul, der die Jungfer mit der Laute und uͤbriges umſchließet, zur linken ein kleiner Bogen mit Strahlen, darinn mit hebraͤiſchen Buchſtaben der Name GOttes, ſehovah, ſteht, zur rechten iſt die Sonne mit ihren Strah⸗ len. Gerade uͤber der Laute faͤnget ſich die Umſchrift an: TV TANDEM ABIE- CTAM REDDES DEVS ALME soNoRAM. In Herr Rethmeyers 3. Theil der Braunſchw. Chronic iſt dieſe Medaille auf der 25 Tab. zur S. 1522. von 4 Rthlrn gezeichnet, und S. 1527 und 1528 mit wenigen beſchrieben. It iſt das E in nEpDEs verwandelt in J. da man dazumahlen den Anfang der guten Hofnung hatte, die nun von vielen Jahren her erfuͤllet iſt. Ferner iſt dieſe Me⸗ daille von den jetzigen Ausbeutthalern durch das Wort raNDEM, auf jener, und OVoNPAM auf dieſen unterſchieden. Auf der andern Seite iſt das Braun⸗ ſchweigiſche Wapen mit der Umſchrift: p. c. RVDOLPH. AVGVSTVS, DVX BRVNsS. Er LVN. 3. die Urſach ſo wohl wegen der Laute, als der Umſchrift, wird in meiner Hiſtor. Nachr. vom Bergw. ſelbſt angefuͤhret. Auf die Guͤte des HErrn im Lautenthal ſind in eben dem Quart. Luc. 1743 dergleichen Ausbeutthaler gepraͤget worden. Auf dem Avers ſind faſt in der Mitte 3 Berge. Zwey zur linken ſind bey einander, zur rechten ſtoͤßt vor den mmitttlſten ein andrer Berg vor. Ueber dem mittelſten, als dem hoͤchſten Berge, ſtehet das erſte Mondviertel. Uleber dem zur Linken der Planet Saturnus. Ueber dem zur rechten der Planet Venus. Ueber dieſen Bergen ragen Wolken hervor. Die Umſchrift iſt: PiE ERDE 18T VOL DER GVTE DES HERRN. Am Fuß des mittelſten Berges iſt eines Stollens Mundloch, daraus von zwey Bergleuten mit einem Hunde Erz auf die Halle gelaufen wird. Von der Halle wird das Erz in einem mit drey Pferden beſpanneten Hoͤhlwagen, da der Fuhrmann auf dem mittelſten Pferde ſitzet, abgefahren. Unter dem Erzplatz und dem Wagen ſte⸗ hen im Abſchnitt die Worte: DIE GCRVBE GVITE DES HERRN KAM IN AVSBEVT 1M V. REMIN. 1740. Im Quart. Trinit. 1744 wurden ferner in der Zellerfeldiſchen Muͤnze Ausbeutthaler auf dem Weiſſen Schwan theils fuͤr Hannover, theils fuͤr Wol⸗ fenbuͤttel gepraͤget. Auf dem Avers ſchwimmet ein Schwan auf einem Teiche, davon forn der Damm zu ſehen, und da gegen den Spiegel drey bewachſene Ber⸗ ge hervor ragen. Gegen die Berge iſt ein Gaepel nebſt einer Kunſt befindlich. Oben am Circul ſind Wolken, unter denſelben ein leerer Raum uͤber den Bergen, Schwan und Teiche, die Luft vorſtellend. Im Abſchnitt ſtehen folgende Wor⸗ te: DIE GCRVBE WEISSER ScHWAN KAaM IN AVSBEVT IM Qv. Lvc. 1732. Die Ueberſchrift lautet: cA NDIDVS HAEC PROFERT MONTANVS PRAEMIA CYGNVS. §. 22. Im Quart. Reminiſc. 1748 ſind in eben dieſer Muͤnze Ausbeutthaler auf dem Regenbogen gepraͤget worden. Auf der vordern Seite iſt die Situation der Grube und des Grubenhauſes vorgeſtellet. Ueber derſelben an der linken Seite ſchwebet eine Wolke, von welcher ein Regenbogen bis an den Horizont gehet. Hinter dem Circul um denſelben ſtehen die Worte; LoßE DEN HERRN DER IHN GEMACHT HAT. sVR. c. 43. Unter der vorgeſtellten Situation ſtehen im Ab⸗ ſchnitt folgende Worte: DIE GRVBE REGENBOGEN KAM WlIED. IN AVS- EVT IM W. LvclAE 1746. 1. B. H. Als welche den Bergbau befoͤrdern. 299 Als die alte Grube, Herzog Auguſt Friederich Bleyfeld, im Quart. Remin. 1750 wieder in Ausbeut kommen, ſo ſind darauf im Quart. Trinit. 1750 folgende Ausbeut⸗ und Gedaͤchtnisthaler in der Zellerfelder Muͤnze gepraͤget worden. Auf dem Avers wird vorgeſtellet der auf einem Berge liegende Gaepel mit einer darinn ſchiebenden gebrochenen Kunſt, da hinter der Kunſt bis nach dem Bruch Tannenbaͤume hervor ragen. Vor der Kunſt in der Mitte, wo ſie ge⸗ brochen iſt, ſtehet eine nach toſcaniſcher Art aufgerichtete Seule, deren Stuhl bis an die Kunſt triett. Das Capital iſt mit einem Fuͤrſtenhut bedecket, dar⸗ uͤber das Zeichen des Saturnus im Circul, der mit einem laͤnglichen Schweif umgeben, ſtehet. Unter dem Capital der Seule ſtehet eine Cartouche, darinn die Buchſtaben AF. Auguſt Friederich ſind. Zu beyden Seiten des Capitals praͤſentiren ſich Wolken. Um dieſe Zeichnung gehet ein Circul bis an das Fun⸗ dament des Erdbodens und der Kunſt, worunter ein Strich von einem Rande des Thalers bis zum andarn gezogen. Ueber dem Circul ſtehen die Worte aus des Virgils 4 Ecloga: REDEVNT SATVRNIA REGNA. Im Abſchnitt ſtehen die⸗ ſe Worte: DIE GRVBE H. AVG. FRIED. BLEYFELD KAM WIED. IN AVSB. IM QV. REM. 1750. In eben dieſem Jahr 1750 wurden zum Zellerfelde Ausbeutthaler auf das Cronenburgs Gluͤck gepraͤget. Auf der einen Seite ſtehet der Gaepel mit dem Grubenhauſe, und der Berganſchiebenden Kunſt, gegen welche ſich drey mit Tannen bewachſene Berge praͤſentiren. Neben dem Gaepel auf der Halle ſtehet ein mit zwey Pferden beſpanneter, und mit Ertz beladener Hoͤhlwage. Auf dem vordern Pferde ſitzet der Fuhrmann mit ausgereckter Peitſche. Oben zur linken haͤlt ein aus den Wolken herfuͤrtretender Arm mit der Hand eine Krone uͤber die Grubengebaͤude mit der Umſchrift: NON MaRCEschT. Unter der Vorſtellung der Berge und der Grubengebaͤude ſtehen im Abſchnitt dieſe Worte: DIE GRVBE KRONENBVRGS GLVCK KAl IN AVSBEVT IM QV. LVclak 1705. Als die Grube Koͤnig Carol in der Feſtenburg bey dem weiſſen Schwan, womit ſie markſcheidet, Anno 1752 im Quart. Reminiſc. in Ausbeut kam, ſo wurden darauf folgende Ausbeutthaler auf dem Zellerfelde gepraͤget. Auf der einen Seite ſtehen die beyden Seulen des Hercules, mit der Ueberſchrift: pLvs vLTRA. immer weiter, welches Kayſer Carls des V. Wahlſpruch geweſen, womit ver⸗ muthlich angezeiget werden ſoll, daß die Grube an der Ausbeute immer weiter kommen moͤge. An den Poſtamenten der Seulen ſtehen die gewoͤhnlichen Berg⸗ zeichen, Schlaͤgel und Eiſen. Auf dem einen Capital eine Koͤnigskrone, auf dem andern ein Fuͤrſtenhut. Hinter den Seulen praͤſentiret ſich ein Berg ohne Holz, zur linken aber Tannen. Zwiſchen den Seulen gegen die zur rechten haͤlt der Markſcheider, und hinter derſelben ein Bergmann die Schnur der Mark⸗ ſcheider, daruͤber die Waſſerwage haͤnget, an einem Stab, und meſſen das Stei⸗ gen des Berges. Vor dem Marſſcheider in der Mitte des Thalers ſtehet ein Loch⸗ oder Grenzſtein mit dem Buchſtaben K. C. Im Abſchnitt ſtehen die Worte: DIE GRVBE KONIG CARI. KAM IN AVSBEVT IM Qv. REM. I1752. J. B. H. Auf dem St. Jacob. im Lautenthal hat Herzog Friederich Ulrich Anno 1625 eine Medaille von feinem Silber 4 Loth ſchwer praͤgen laſſen. Auf der einen Seite ſtehet der St. Jacob in langer viel Falten ſchlagender Tracht auf einem mit Baͤumen bewachſenen Berge, der am Fuße eine Oefnung hat, in der linken Hand einen Stab haltend mit der Umſchrift: Ecce metalliferi Chelys ante afflicta jacobi nunc propter modul. argenti pondere donat. Um das St. Jacobs Bild ſtehet ferner: Sine Pe nihil feliciter ſuccedit. Auf Ffff 2 er 300 II. Th. VII. Cap. 4. Abth Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, der andern Seite iſt das Fuͤrſtl. Braunſchweigiſche Wapen, dem an der rechten Seite Laubwerk, an der linken ein Wildermann, in der linken Hand einen Stab oder Staude haltend, deren Wurzel zwiſchen ſeinen Beinen ſtehet, angeſchloſſen iſt. Oben ſtehet die Jahrzahl 1625. Unten H. S. der Nahme des Munzmei⸗ ſters, Henning Schluͤter. Um das Wapen ſtehet: Fridericus Ulricus, Dei gratia Dux Brunsvicenſis& Luneburg.. Eben dieſer Herzog hat Anno 1634 als in ſeinem lezten Lebensjahre, auf dem St. Jacob ſowohl Ausbeutthaler, als eine große Muͤnze von 10 Rthlrn ſchlagen laſſen. Auf der einen Seite ſtehet der St. Jacob, ein Buch in dem rechten Arm liegend, und einen Stab in der linken Hand habend. Ueber dem Kopf und großen Hut iſt der ſtrahlende Nahme Jehovah, und vor den Fuͤßen ein Seeufer mit Muſcheln. Oben an der Kappe um den Hals ſind Muſcheln. Zur linken iſt die Grube S. l. zur rechten die Lautenthaliſche Kirche. Die Um⸗ ſchrift iſt. OCEANI FRVCIYS CONCHAE SVNT ATOVE METALLA. VT CONCHAS AVCE NOSTRA METALLA DEVS. .§. 23. Wie viel Geld In der Clausthaliſchen Muͤnze werden jetzo woͤchentlich ohngefehr 700 Mark, ſene wudeeen die Mark fein zu 12 Thlr. alſo 8400 Thlr. in der Zellerfeldiſchen ohngefehr 400 und Zellerſeld: Mark, eben ſo hoch, mithin 4800 Thaler ausgemuͤnzet. Es iſt alſo ohngefehr die ſchen Münze woͤchentliche Summe in beyden Muͤnzen 13200 Thlr. und in einem Quartal, ichenilihean oder 13 Wochen, die quartaliche Ausbeut ungerechnet,(die jetzo in beyden Muͤn⸗ präget wird. zen 30830 Rthlr. betraͤget) 171600 Thlr. in einem Jahre, oder 52 Wochen, 686400 Thlr. Da nun das Bergwerk nach der lezten Wiederaufnahme in der jetzigen Communion Anno 1524 und im Grubenhagiſchen Anno 1554 hald, und darauf beſtaͤndig geſilbert, immer im guten Stande geblieben, obgleich die Silber nicht immer in gleicher Menge gefallen ſind, und dazu von Anno 1552 die Rammels⸗ bergiſchen, und von Anno 1617 die St. Andreasbergiſchen Silber(die 3 Jahre von Anno 15903. bis 1506. ungerechnet) gekommen; So iſt abzunehmen, was vor eine erſtaunliche Summe Geldes in denen zu den Harziſchen Bergwerken gehoͤ⸗ rigen Muͤnzen muͤſſe gepraͤget ſeyn. Es iſt auch ſolches aus denen in meiner hiſtoriſchen Nachricht vom Bergwerk ſelbſt ertheilten Ausbeuttabellen von den ein⸗ ſeitigen Churhannoverſchen Bergwerken in der 2 und 4. Abtheilung zu ſchließen, da die Ausbeute jetzo quartaliter etwas mehr, als ½ gegen das ſaͤmtliche in der Shusthalchen und Zellerfeldiſchen Muͤnze in einem Quartale gepraͤgte Geld zu rechnen iſt. Anhang W⸗ der weiland geweſene Maſchinen Director zum Zellerfelde, Johann — Juſt Bartels, ſeine Erfindungen und vorgerichtee Maſchinen ſelbſt e⸗ genhaͤndig beſchrieben, wie der Anhang zum erſten Theile zeiget; So hat auch der zeitige Clausthaliſche Kunſtmeiſter, Hr. Chriſtian Schwarzkopf, auf mein Anſuchen die von ihm erfundene, bey ihm in Modellen ſaͤmtlich vorhandene, und theils von ihm vorgerichtete Maſchinen ſelbſt beſchrieben, und mir eingehaͤndiget. Er hat ſie aber ſo beſchrieben, als ob jemand anders ſolches gethan haͤtte. Sein eigener Aufſatz iſt folgender: 64 „ Ss —————— II. Theil. Anhang, von des Kunſtmeiſters Schwarzkopfs ꝛc. 301 „Es ſind bey dem Kunſtmeiſter Schwarzkopf zum Clausthal folgende „ Maſchinen zu ſehen, welche er ſelbſt inventiret, und in keinen Buͤchern jemals „ werden zu finden ſeyn. Es ſind dieſe Maſchinen durchgehends alle von Holz, „„ und benöthigtem Eiſenwerk ins kleine nach dem verjuͤngeten Maasſtabe, damit „ ſie ſo gleich im großen darnach gebauet werden koͤnnen, eingerichtet. Es ſind „ die mehreſten ſchon im großen angeleget worden. „ 1) Findet ſich bey ihm eine Windmuͤhle, woran das auswendige Cor⸗ „ Pus zwar auf hollaͤndiſche Art eingerichtet iſt, ſo daß man vermittelſt eines „langen niederhangenden Baums, welcher oben am Dache befeſtiget iſt, mit ei⸗ „ ner unten daran ſitzenden Winde das Dach auf einem darunter liegenden „ Kranz mit 16 Rollen umdrehen kann; aber ſie iſt zugleich ſo eingerichtet, daß „„ man damit das Waſſer aus denen Gruben durch Kunſtgeſtaͤnge herausheben „ kann. Imgleichen koͤnnen auch Mahlgaͤnge mit angeleget werden. An der „oberſten Fluͤgelwelle iſt ein Kammrad. Dieſes faſſet in ein Getriebe, welches „an einer richts aufſtehenden Welle befeſtiget iſt. An dieſer in die Hoͤhe ſtehen⸗ „ den Welle iſt unten wiederum ein Getriebe. Dieſes faſſet in ein Kamrad an „ einer liegenden Welle, worinn an jedem Ende ein krummer Zapfe, welche ein „„Kreuz bewegen. An einem Arme dieſes Kreuzes iſt eine Stange, welche man „nahe zum Centro, auch weit vom Centro ſchieben kann. Dieſe Stange iſt mit „„ dem andern Ende in die große Schwinge der Kunſt befeſtiget. Ueber dem „ Kreuz ſtehet ein großer vierkantiger Blaſebalg, daß wenn der Wind ſtark ge⸗ „ het, ſo blaͤſet ſich der Balg in die Hoͤhe, alsdenn ſenket ſich die Stange nie⸗ „ der, und machet einen ſtarken Hub, und giebet ſich ſelbſt mehrere Arbeit. „ Wehet der Wind wiederum gelinde, ſo machet der Blaſebalg den Hub wieder⸗ „ um kleiner, und giebet ſich ſelbſt weniger zu arbeiten. „ 2) Iſt bey ihm eine horizontal Windmuͤhle,„(II. Theil 4. Capitel 3 Abtheil.§. 2.)„welche zum heraustreiben der Erze aus denen Gruben einge⸗ „ richtet iſt, und damit aus zweyen Schaͤchten zugleich zu treiben. Das Cor- 5 Pus an ſich ſelbſt iſt achtkantig, 12 Fuß hoch im Staͤnderwerk, und 32 Fuß „ breit im Diameter, mit einem auf 8 Kanten vorgerichteten flachen Dach. In „ dieſem Gebaͤude ſtehet in der Mitten eine aufgerichtete Eichen Welle unten mit „ einem eiſernen krummen Subfene Dieſe Welle gehet oben in der Spitze des „„Daches heraus, wo ſie in einen ſtandhaften Eichen Kranz wohl ein⸗ „ gefaſſet iſt. Ueber dem Dache gehen durch die ſtehende Welle zwey Fluͤgel, „ deren jeder aus der Welle bis ans Ende 40 Fuß, und in allen 80 Fuß „ lang. An denen vier Enden der Fluͤgel iſt an jedem Ende ein gevierte a 18 „ Fuß hoch, und 18 Fuß breit. In einem jeden Gevierten ſind zweymahl Klap⸗ „„ pen, oder Thuͤren, uͤber und neben einander, als an jedem Ende der Fluͤgel 4 „ Klappen. Dieſe ſtellet der Wind ſelbſt, als an der einen Seite ſind die Klap⸗ „ pen zu, und lieget der Wind darauf, an der andern Seite ſtellet der Wind „ die Klappen auf, und gehet dadurch her. An der in die Hoͤhe ſtehenden Wel⸗ „ le iſt ein Bremſenrad, damit man die Fluͤgel in vollem Winde und Gange ſtil⸗ „ le ſtehend, oder langſam gehend machen kann. Unten an dem krummen Zap⸗ „ fen der ſtehenden Welle gehet nach jeder Seite ein Kunſtgeſtaͤnge, ſo lang, „als die beyden Schaͤchte von der Windmuͤhle abliegen. Dieſe machen vor jee „„ dem Schachte eine umgehende Welle mit Koͤrben, woſelbſt ſich die Ketten „ zum Heraustreiben der Erze auf, und ab winden. Es iſt nur ein Menſch, „ welcher die ganze Maſchine mit dem Treibwerk regieret und ſtellet. Dieſer „ Menſch giebet Achtung, wenn eine Tonne mit Erz zu Tage ausgetrieben iſt, II. Theil. Gggg ſo * 1„. 1 8. ¹. 1 — I—**— G ——.—————————— ————y—— —.——— 4* ö„ ——— 2 30² II. Th. Anhang, von des Kunſtmeiſters Schwarzkopfs „ſo wirft er die Stange zum Bremſen nieder, und machet die Fluͤgel ſtille ſte⸗ „ hend, und ergreifet eine andere Stange, und ſtellet ſolche mit geringer Muͤ⸗ „ he, und gehen die Wellen mit ihren Koͤrben, worauf ſich die Ketten aufwin⸗ „den, an ſtatt, da ſolche vorher rechts umgegangen, wiederum links um, daß „die Tonnen, welche vorher in die Hoͤhe gegangen, wiederum nieder gehen. „Die Welle aber mit ihren Fluͤgeln gehet allezeit einen Weg nach einer Seite „um, der Wind mag auch herkommen, von was vor Ort er immer will, ſo iſt „ nicht noͤthig, daran etwas zu ſtellen. „ 3) Findet ſich eine Maſchine zum Heraustreiben der Erze ebenfalls aus „ſzweyen Schaͤchten zu treiben, die Schaͤchte moͤgen nahe, oder weit von der „„Kehrradsſtube liegen. Es iſt eine ordentliche Kehrradsſtube mit einer Kehr⸗ „ radswelle, Kehrrad, Bremſenrad, Geſchuͤtze und Schutzkaſten vorgerichtet. „In der Kehrradswelle iſt an jedem Ende ein eiſern krummer Zapfen mit ihren „ Bleueln vorgerichtet. Von da gehen die Kunſtgeſtaͤnge gerade fort, nachge⸗ „ hends theilen ſich die Geſtaͤnge zur Seite, und machen am Ende die Korbwel⸗ „ len, worinn am jeden Ende ebenfalls ein krummer Zapfe iſt, benebſt denen „Koͤrben, worauf ſich die Ketten winden, bewegend, und wird das Erz damit „ausgetrieben. An der Kunſt iſt ein klein hölzern Geſtaͤnge, welches ein Klopf⸗ 2 „geſtaͤnge genennet wird, womit der Nachzehler dem Schuͤtzer vom Schacht bis⸗ „ zur Radſtube durch einen daran ſitzenden eiſern Hammer das Zeichen giebet, „wenn die Tonne heraus kommt.,, Dieſe Maſchine iſt im II. Theil. 4 Cap. 3. Abtheil.§. 46. und folgenden beſchrieben, auch auf Tab. VII. ſofern dieſelbe aus einem Schachte treibet, gezeichnet. „4) Iſt eine beſondere Maſchine, daß man an eine einfache Waſſerkunſt, „welche die Waſſer aus der Grube hebet, wenn ſolche ſchon 600 bis 700 „Lachter lang vom Schachte ablieget, eine umgehende Welle mit Koͤrben zum „ Heraustreiben der Erze an die Waſſerkunſt anhaͤngen kann. Es wird dieſe Kaſchine oben beym Schacht mit leichter Muͤhe an⸗ und abgehaͤnget, „nnd machet nur eine einzige Stange, welche von der Waſſerkunſt ab⸗ „ gehet, das ganze umgehende Werk bewegend. Es iſt ebenfalls eine Welle „ mit ihren Koͤrben, worauf ſich das Seil windet, ganz ohne krummen Zapfen, „und wird vermittelſt 4 Stuͤcke eiſern Hakens das ganze Werk recht und links „umgetrieben. Es iſt nur ein einziger Menſch nemlich der Schuͤtzer, der dieſes „ Treibwerk regieret, kann auch ſogleich an die Waſſerkunſt an⸗ und abg ehaͤn⸗ „get werden. Es kann das Treiben der Erze, und Hebung der Waſſer zu⸗ „gleich gehen, oder auch ein jedes vor ſich alleine.,, Dieſe Maſchine iſt von mir im II Theil 4 Cap. 3 Abtheil.§. 50 bis 65 incl. ausfuͤhrlich beſchrieben, und auf der XII. Tab. gedoppelt gezeichnet, da ich das Modell davon im Hauſe gehabt. „ 5) Iſt eine Maſchine, wenn ein Schacht oben auf dem Berge lieget, „und kein Fuhrmann vermoͤgend iſt, einen Erzwagen ſo wenig zum Berg hin⸗ „auf, als auch den Wagen mit der Laſt vom Berge herab zu bringen, ſo iſt „ ein Werk mit Boͤcken und Stegen zum Berge hinauf vorgerichtet. Auf die⸗ „ſen Stegen gehen 2 Kaſten mit Naͤdern, auf Bergmaͤnniſche Art ein Hund „ genennet. Oben auf dem Berge lieget eine Welle mit Koͤrben und Bremſenra⸗ „ de. Von dieſen ſogenannten Hunden hat ein jeder ſeine Kette, welche auf die Koͤrbe „ aufwinden, daß wenn der eine Hund den Berg hinab gehet, ſo gehet der an⸗ „dere darneben den Berg hinauf. Es gehen in einen ſolchen Hund ohngefeht 4 Tonnen, erfundenen und theils gebaueten Maſchinen. 303 „4A Tonnen, und iſt ein einziger Menſch, der die Welle mit ihrem Bremsrade „regieret, und die Hunde anfuͤllet. Alsdenn laͤuft der volle Hund mit dem „ Erz auf den Stegen herab, und ziehet die ledige Tonne in die Hoͤhe. Wenn „ die volle Tonne hinab koͤmmt, ſtuͤrzet ſie ſich ſelbſt aus, und hebet ſich ſelbſt „„ wieder in die Höhe, und gehet ledig zum Berg hinauf.,, Dieſe Maſchine iſt nach allen ihren Maaßen ausfuͤhrlich in dieſem II. Theil, 5 Cap. 2 Abtheil. §. 3. beſchrieben, und auf Tab. XI. gezeichnet. „ 6) Iſt eine Maſchine zu einem Puchwerke mit zweyen Naͤdern uͤber „einander, jedes mit einem krummen Zapfen, ſo in die Wellen eingeleget, und „, einander zu Huͤlfe kommen. Es werden dieſe zwey Raͤder von einander an⸗ „ gehaͤngeten Stangen regieret, daß man wuͤrklich mit einem halben Rade Auf⸗ „ſchlagewaſſer das Puchwerk vollkömmlich betreibet, als wenn es ein vollkom⸗ „menes Rad Waſſer, wie ſonſt gebrauchet werden muß, waͤre. „ 7) Iſt ein ordinair Puchwerk zu ſehen, in welchem auf allerley Art und „ Weiſe das beſte zuſammen gezogen iſt, und alles in allen ſehr commode ein⸗ „ gerichtet, daß die Schlemgraben, Waſchheerde, Schlamgerinne, und was „ ſonſten Namen hat, zuſammen wohl eingerichtet iſt. 1 „ 8) Iſt daſelbſt eine hoͤlzerne Waſſerroͤhre, womit man durch ein tiefes „Thal, welches perpendicular 70 bis 80 Fuß tief iſt, und woſelbſt durch „ keinen Waſſergraben das Waſſer hingeleitet werden koͤnnte, 3 bis 4 „ Naͤder Aufſchlagewaſſer von einem Berge durch das Thal zum an⸗ „dern Berge hinauf bringen kann. Es iſt dieſe Rohre von ſtarken Bohlen zu⸗ „ ſammen gefuͤget, ſo, daß dieſelbe eine ungemeine Force auszuſtehen vermoͤgend „ iſt. Es macht das Waſſer die Röhre an ſich ſelbſt ſo dichte und feſte, daß „ nicht das allergeringſte Waſſer hindurch dringen kann, und wenn ſich etwa 59 Slandn in die Röhre begeben hat, kann ſie mit geringer Muͤhe ledig gelaſ⸗ „ſen werden. „ 9) Sind zweyerley Art Maſchinen nach dem verjuͤngten Maasſtabe, die „boͤſen Wetter damit aus den dumpfigen Gruben, oder aus den dumpfigen Stoll⸗ „örtern in der Geſchwindigkeit heraus zu holen. Die eine iſt ganz rund, einer „ Tonne gleich, die zweyte aber vierkant, beyde von 6 Fuß hoch, 2 ½ Fuß weit „im Diameter. Dieſer werden allezeit zwey aneinander geſetzet, und durch „Kunſtwerk regieret. Sie werden entweder im Schacht, oder oben am Tage „ hingeſetzet, nachdem es die Gelegenheit giebt. Dieſe Maſchinen ſind inwen⸗ „dig mit einer beſondern Art Kolben eingerichtet, und wird unter dieſen Maſchi⸗ „nen ein Strang hoͤlzerner Röhren nach dem Ort, woſelbſt die boͤſen Wetter „ ſich aufhalten, hingefuͤhret. Dieſe Maſchinen haben öfters in 24 Stunden „ den ganzen Schacht, benebſt dem Stollort, ganz ledig gemacht., Dieſe bey⸗ den Maſchinen habe ich ſelbſt, da ſie in großen gebauet und allhier in zweyen Schaͤchten angeleget worden, accurat gemeſſen, und die Modelle dapon im Hau⸗ ſe gehabt, alſo auch im J. Theil 3. Abtheil. von§. 22 bis 26 ordentlich und voͤl⸗ lig beſchrieben, die Urſache der Wirkung hinzugefuͤget, und auf Tab. V. zum I. Theil gezeichnet. „ 10) Iſt eine Maſchine zu einem unterſchlechtigen Mahlmuͤhlenwerke, „welche an einen großen Waſſeſteohm angeleget werden kann. Es mag daſelbſt 999 2 der ———.— ————————— 2 304 II. Theil. Anhang, von des Kunſtmeiſters Schwarzkopfs ꝛc. „der Strohm bey Fluthzeiten 4. 6 bis 8 Fuß hoch in die Hoͤhe ſteigen, auch nachgehends wiederum niederfallen, ſo wird das Waſſerrad mit leichter Muͤhe „in die Hoͤhe gehoben, und wiederum niedergelaſſen, und bleibt ſo wol das Rad, „ als auch die Muͤhlenſteine, beſtaͤndig im Gange, und in ſeiner Arbeit. Die „ Getriebe und Getriebſtöcke ſind nicht daran veraͤndert, auch nicht laͤnger, als „ ſonſt ein gewoͤhnlicher Getriebſtock lang iſt. „10 Iſt eine Maſchine, wie ſich ein Kunſtwerk mit einem krummen Zap⸗ „fen gegen ein Schneckenwerk verhaͤlt. „ 12) Ein Probemodell, wie ſich ein Kunſtrad von 17 Fuß hoch gegen „ein Kunſtrad von 34 Fuß hoch verhaͤlt, und was ſolches vor Dienſte ein gegen „ das wden thut. Dieſe Probe iſt vielfaͤltig auch zu mehren andern Sachen „gemacht. „ 13) Iſt eine Maſchine zu ſehen, wie man die Erze aus einem tiefen „Schacht, wenn ſolcher auch 250 bis 300 Lachter tief iſt, heraus treiben kann, „ woſelbſt die Kette ihre eigene Laſt nicht mehr ertragen kann, da man alsdenn „vom Tage nieder die Halbſchied der Teufe durch Kunſtgeſtaͤnge, bis an einen „ darin liegenden Korb, worauf ſich die Ketten aus der Teufe heraus aufwin⸗ „ den, die Erze zu halben Schachte treiben, und nachgehends,,(aus ei⸗ nem andern Schachte)„durch Ketten vollends zu Tage austreiben kann. „ Er hat noch einige Maſchinen mehr, welche er aber noch geheim haͤlt.„ Die Hauptvorrichtung des Treibwerks mit einer inwendigen Welle mit Koͤrben, wie ſie noch im Gange iſt, habe ich im II Theil 4 Cap. 3 Abtheil. bis 31 incl. be⸗ ſchrieben. Herrn Schwarzkopfs Modell mit ſteifen Geſtaͤngen die inwen⸗ dige Welle herum zu treiben habe ich bey ihm geſehen, und§. 33 kuͤrzlich beſchrieben. 22 Ende des zweyten Theils. — unn Sh 7 ü 177, Regiſter. —— 3 Ae5e.„,— Se, n 88 1S. 305 Regiſter zum II. Theil. J. üͤber die darinn enthaltenen Kapitel. I. Capitel. G. dem Huͤlfsmittel des Bergbaues 2u2 in Abſicht auf die Stollen, Schaͤch⸗ te, Durchſchlaͤge, das iſt, Von der Markſcheidekunſt Seite 3. II. Cap. Vom Schacht, wie auch Schacht⸗ und Grubenbau 8. III. Cap. Von den Huͤlfsmitteln, das Erz in der Grube zu gewinnen, und von ſeinem Gange abzuſondern 19. IV. Cap. Von den Maſchinen und Huͤlfsmitteln, das in der Grube gewon⸗ nene Erz mit dem dabey vorfallenden Berg zu Tage zu bringen Erſte Abtheilung. 29. Zweyte Abtheilung. 32. Dritte Abtheilung. 34. V. Cap. Von denen Maſchinen, wel⸗ che das Erz klein und zu Sand ſtoſſen, auch wie es dabey vom Berg, Spat und andern Unarten gereiniget wird; das iſt, von Puchwerken und dem Arbeitsproceſſe in denſelben. Erſte Abtheilung, wie der alte Mannge⸗ puchet, und wie man das Puchen nach letztmahliger Aufnahme des Oberharzi⸗ ſchen Bergwerks verſuchet, auch hernach die jetzigen Puchwerke und Pucharbeit angefangen 7 Sweite Abtheilung, von der Beſchaffe heit der naſſen Puchwerke, Zahl derſel⸗ ben, auch des Puch⸗und Arbeitsproceſ⸗ ſes in denſelben 76. Dritte Abtheilung, von einigen gemach⸗ ten Aenderungen in der Pucharbeit, vor⸗ genommenen Proben und Verordnun⸗ gen 95. Vierte Abtheilung, von angegebenen Puch⸗ maſchinen, in weniger Zeit, mit meh⸗ rerm Vortheil und wenigern Koſten die Erze zu puchen 97 Luͤnfte Abrheilung, von dem trucken Puchen der Stufferze und Stuffenpuch⸗ werken 106. II. Theil. 4. n⸗ 2——⸗—⸗—:ꝛx::— Sechſte Abtheilung, von der Erzwaͤſche und Siebſetzen vor den Puchwerken 118. Siebende Abtheilung, von Hallenklau⸗ ben, Berg⸗und Hallenwaͤſche und Sieb⸗ ſetzen 124. VI. Cap. Von den Maſchinen auf der Huͤtte, mit Vortheil aus dem Erz⸗ ſchlieg Silber, Bley und Kupfer, und aus den Kieserzen Kupfer heraus zu brin⸗ gen Erſte Abtheilung, von den Huͤtten und deren Gebaͤuden 129. 5Weyte Abtheilung, von der Brennhuͤtte und was dahin gehoͤret 134. Dritte Abtheilung, von der Schmelzhuͤt⸗ te, und dem, was dahin gehoͤret 143. Vierte Abtheilung, von der Treibhuͤtte, und was dahin gehoͤret 171. Juͤnfte Abtheilung, von der Kupferarbeit auf den Huͤtten und Ofen zu derſelben 177. Erſter Abſchnitt, von dem Kupfermachen aus dem Abſtrich 178. Zweyter Abſchnitt, von dem Kupferma⸗ chen aus den Kieſen oder Kupfererzen 182. Sechſte Abtheilung, dieſe haͤlt den voͤlli⸗ gen Huͤttenproceß in ſich 183. Siebende Abtheilung, von dem St. An⸗ dreasberger Blaufarbenwerke 202. Erſte Zugabe, von den Eiſen⸗Stahl⸗ Drat⸗ und Blechhuͤtten 212. von der Stahlhuͤtte 213. von der Drat⸗ und Blechhuͤtte 214. Fweyte Zugabe, aus Haͤckens geſchrie⸗ benem Bericht von Huͤtten und Huͤtten⸗ ſtetten, ſo der alte Mann inne gehabt 217. Dritte Zugabe, von den Rohrfabriken 216. Anhang von einer Eiſenſchneidmuͤhle 218. VII. Cap. Von den Maſchinen aus dem Silber Geld zu muͤnzen 222. Erſte Abtheilung, von mancherley Geld⸗ ſorten 222. und folg. Zweyte Abtheilung, von den Braun⸗ ſchweigiſchen Munzen zum Kloſter Rei⸗ Hhhh chenberg —— ᷣ— 8 8 —.=„ 5 18 4 4—- 4.—. 4 4 ————————— u 306 chenberg, Goslar und Zellerfeld. Von den Muͤnzmeiſtern, Muͤnzmaſchinen und dem Muͤnzproceß in der jetzigen Zellerfel⸗ diſchen Muͤnze Seite 2ſ0. Dritte Abtheilung, von den Hohnſteini⸗ ſchen und Grubenhagiſchen, Lauterbergi⸗ ſchen, St. Andreasbergiſchen, Oſteroͤ⸗ diſchen und Clausthaliſchen Muͤnzen, I. Regiſter zum zweyten Theil. Clausthaliſchen Muͤnzmeiſtern und Muͤnz⸗ directoren, wie auch dem Muͤnzproceſſe und Muͤnzmaſchinen in der jetzigen Claus⸗ thaliſchen Muͤnze Seite 259. Vierte Abtheilung, von den Geldſorten, welche in der Clausthaliſchen und Zeller⸗ ſeldiſchen Muͤnze in vorigen Zeiten gepraͤ⸗ get worden, und jetzo gepraͤget werden 283. II. Regiſter uͤber die in dieſem zweyten Theil vorkommende Namen. Arae(Severin) Stollenſteiger hat mit dem Setzcompas das Markſcheiden ver⸗ richtet Seite 4. Adener(Peter) Oberbergmeiſter und Mark⸗ ſcheider hat nicht ſchreiben koͤnnen 4. Agricola Buch vom Bergwerke 35. 106. . 118. Arend(Heinrich Georg) Obergeſchworner zum Clausthal hat mit einem Modell ge⸗ zeiget, daß man vom Tage ein bis an ei⸗ ne inwendige Welle mit ſteifen Geſtaͤnge das Treiben verrichten koͤnne 48. Bartels Maſchinendirectors angelegtes Kehr⸗ rad unten am Berge 73⸗55. deſſen angelegtes Kehrrad mit Waſſer aus einem Sumpf, daraus es ſich in dohn⸗ laͤgigtſtehende Roͤhren in den Schuͤtzkaſten ergieſſet 6. Unterſuchung eines Vorſchlags das Treiben mit Schwankraͤdern durch Menſchenhaͤn⸗ de zu verrichten 67⸗72. Baumgartens Probeſchmelzen, mehr Silber heraus zu bringen 166. Beerensbach(Valentin) Vorſchlag eine jeg⸗ liche Gattung Schlieg beſonders in die Huͤtte zu bringen, und davon Proben zu nehmen 129. Beyer(Auguſt) geſegnetes Markgrafthum Meiſſen an unterirdiſchen Schaͤtzen 22. Bohnhorſt(Heinrich) Clausthaliſcher Muͤnz⸗ director hat die Schlagemuͤnze daſelbſt in ein Druck⸗ und Adjuſtirwerk veraͤndert 267. Borkenſtein(Johann Matthias) Huͤttenreu⸗ ter zum Clausthal 112. 137. hat auf der Clausthaliſchen Huͤtte wegen der Naͤſſe 5. und auf der Altenauer Huͤtte nur 4 Centner vom Schlieg in der Berech⸗ nung abgezogen, und hat daher mehr Silber geliefert Seite 137. 136. hat die Hauben der Brennofen zur Erſpa⸗ rung des Holzes niedriger gemachet 141. hat die Probirung der Schliege auf die voͤllige Zahl des Schliegcentners als 123 Pfund veranlaſſet, da vorher auf 118 Pfund probiret worden, dadurch viel Mark Silber mehr erfolget 143. ſein Bericht vom Unterſcheide des Huͤtten⸗ proceſſes 149 ihm iſt die Verſetzung der ſtrengen und fluͤſ⸗ ſigen Roͤſte nach Gutbefinden frey gege⸗ ben 164. ſeine Meynung vom Brennen des Schlie⸗ ges 187. ſein Bericht vom Silberbrennen in Sach⸗ ſen 268. 270. Bormann(Rudolph) hat eine neue Inven⸗ tion vorgeſchlagen, das Treiben mit Pfer⸗ den und Kehrraͤdern zu erleichtern 41. Bornemann(G. F.) Anzeige von einem von ihm zum groͤßern Vortheil erfundenen Puch⸗ werk 98. ſeq. ſeine Vorſchlaͤge zur beſſern Scheidung der Erze 101. Brandshagen(Jobſt Dieterich) hat das Leibnitziſche Treibwerck mit dem Seil ohne Ende veranſtaltet 140. von Buſch(Heinrich Albert) geweſener Han⸗ noveriſcher Geheimter Rath, Kammer⸗ praͤſident und Berghauptmann zum Claus⸗ thal. 6. deſſen angeordnete Probe und Unterſuchung der naſſen und trockenen Pucharbeit 110. 1I1I1, I12. 121. 137. 149. Carl II. Regiſter zum zweyten Theil. 30⁷ Carl der V.(Kayſer) hat den ſaͤchſiſchen Muͤnzfuß zum Reichsfuß gemacht S. 232. von Carlowitz hat die Verkohlung des Torfs erfunden 160. Chriſtian Ernſt(Graf zu Stolberg Wer⸗ nigerode) laͤſſet auf dem kleinen Brocken aus Torf Kohlen brennen zu den Eiſen⸗ huͤtten 161. Chriſtian(Herzog zu Zelle) hat dem vorge⸗ fallenen ſchlechten Muͤnzweſen wieder abge⸗ holfen 236. Clari(Nicolaus) hat eine Probe gemacht, die Schliege ungerdſtet zu ſchmelzen 165. Cuppius(Albertus) hat eine geſchriebene Zellerfeldiſche Chronik hinterlaſſen 37. ſeine Nachricht von den Muͤnzen auf dem Zellerfelde 274. ſein Bericht von einem in Engeland neu er⸗ fundenen Schmelzofen 169. 170. Degen(Georg) Oberbergmeiſter zum Claus⸗ thal, hat den oͤftern eiſernen Seilbruͤchen abgeholfen 47. hat ein Treibwerk gebauet, mit einem von der Grube weit abgelegten Kehrrad zu trei⸗ ben 76. 77. 58. von Dieden(Carl) zum Fuͤrſtenſtein Ge⸗ heimter Rath, Großvoigt und Berghaupt⸗ mann, hat das in Abgang gekommene Waſchen und Siebſetzen, wenn die Erze darnach beſchaffen ſind, auf den Hallen wieder eingefuͤhret 122. Doͤbel(Heinrich Wilhelm) Jaͤgerpracktic 1570) 160. Drechsler Puchverwalter zum Clausthal 112. Dresler(Paul) Bergmeiſter im Wildenmann hat nicht ſchreiben koͤnnen 4. Eberding(Albertus) Herzogwolfenbuͤttel⸗ ſcher Kammermeiſter 4. Eichholz(Peter) geiſtliches Bergwerk 34. Erker(Lazarus) Braunſchweigiſcher Muͤnz⸗ maeeiſter 284. Ernſt Auguſt Herzog zu Hannover, verwil⸗ liget das Hallenklauben an einen ſeiner Ge⸗ heimten Raͤthe 124. deſſen Edict den angenommenen Leipziger Muͤnzfuß betreffend 289. Fabricius(Georg) Calendarium temporum & Sanctorum 161. Lerdinand der J.(Kayſer) hat eine neue Muͤnz⸗ ordnung verfaſſet 233. Friederich Ulrich Herzog zu Braunſchweig, hat ganze und halbe Mariengulden a 20 und 10 Gr. von feinem Silber praͤgen laſſen 229. dergleichen andere kleine Muͤnzen als mgr. und Mattier oder 4 Pfenningſtuͤcke 236. Sriederichs und Friederich Wilhelms Chur⸗ fuͤrſten zu Brandenburg Gulden mit der Aufſchrift Moneta Nova 22F. Frieſens(Tilemann) Muͤnzſpiegel 223. Fritſch(Chriſtoph) hat eine neue Art von Losſprengung der Erze und Geſteine dem Bergamt uͤbergeben, die beſchrieben wird 28. 4 Gadſorren die in beyden Harzmuͤnzen ge⸗ praͤget werden 290. ſeq. von Goͤbel(Joh. Wilhelm) Vorrede zu Kay⸗ ſers Carl des V. Muͤnzordnung 228. Goſberd Bergmeiſter m Altenburg hat Roͤß⸗ lers Bergbauſpi gel drucken laſſen ſ. Goslar(M. E.) Vorſchlag die Erze zu bren⸗ nen, und ohne Puchen zu reinigen 57. Grahams Schrift von der Veraͤnderung des Magnets 7. Graumanns Schreiben von der verſchiedenen Proportion der Muͤnzen in Deutſchland und auswaͤrtigen Laͤndern 2 ,7V. Dagegen iſt erfolget grundliche Pruͤfung die⸗ ſes Schreibens 233.. Gruͤndig(Zacharias Bernhard,) ein Italiaͤner hat ſich erboten, einen Ofen zu bauen, da⸗ rinn das Roͤſten, Schmelzen und Abtrei⸗ ben mit einem Feuer verrichtet werden koͤn⸗ ne 149. 170. Hate(Hardan) geweſener Prediger im Wil⸗ denmann hat Bericht ertheilet von dem Puchen des alten Mannes 74. und wie zu ſeiner Zeit das Puchen und Schliegmachen geſchehen 75 deſſen Nachricht, wie das Roͤſten in der er⸗ ſten Zeit in offenen Ofen geſchehen 137. deſſen Bericht vom erſten Schmelzen 143. 144. ſeine Nachricht von dem verbeſſerten Schmel⸗ zen 144. 145. ſeine Nachricht vom Stuͤbben machen 148. von Blaſebaͤlgen 161. ſeine Nachricht vom Kohlenmaaße 150- Hhhh 2 Haͤke —— 1 N N 4 , 1 1 8 1 1 G 1. 4 1 1 3 1 p. 1 1 1 E. 3 4 — 8 4— 1 p L * 1 * 7 1 . 1 2 3 8 8 * 2 1 1 . 3 1 . 1 * — P 1 ³ G 1—. 8 [ * 8 2 K* 9. 4 4 1 1 5 2 * ¹. 1 1 2 3 1 1 4 4 — 3 4 . 4 1 1 4 5 — 3⁰8 II. Regiſter zum zweyten CTheil. Haͤke(Hardan) Nachricht vom Treiben zu ſeiner Zeit in der Treibhuͤtte Seite 171. ſein Bericht von Huͤtten und Huͤttenſtetten, ſo der alte Mann inne gehabt 214. ſein Bericht vom Silberbrenden 283. Halley von der Veraͤnderung des Magnets 7. Du Hamel Traite des arbres. In der Deſerip- tion des arts& des metiers iſt vom Koh⸗ lenbrennen nachzuleſen 157. Haͤnel Clausthaliſcher Obergeſchworner hat das Treibwerk mit zwey krummen Zapfen und ſteifen Geſtaͤngen erleichtern wollen 72. Hanſens Waſſer⸗ und Treibkunſt mit ſtarken Geſtaͤngen 59. 60. Happe(Joh. Heinr.) Anordnung aus ausge⸗ rodeten Tannenſtuͤcken Kohlen zum Schmel⸗ zen zu brennen 150. Harbord(Zacharias) hat die Hahnenkleer Bergwerke wieder aufgenommen 130. Hartmann(Joh.) hat vom Torf geſchrieben — 160. Harzig Oberbergmeiſter zum Clausthal Nach⸗ richt vom Bohren und Schießen 22. ſeine Verordnunge in Puchwerken 86. 92. 93. Harzing(Peter) Vorſchlag, die Stuferze auszuhalten und trocken zu gute zu ma⸗ chen 107. Heineccii(Joh. Mich.) Sylloge nummor. Goslarienſ. 224. 227. ſeine Nachricht von der Muͤnze zu Goslar und darinn bemerkten Fehler 2ſ2. 273. Heinrich(der juͤngere) Herz. zu Braunſchw. hat zwey Loth ſchwere ſilberne Dickmuͤnze praͤgen laſſen 231. Heinrich(Julius) Herzog zu Braunſchweig hat Gedaͤchtnißthaler auf dem St. An⸗ dreasberge ſchlagen laſſen 260. Hirſch(Joh. Chriſtoph) des teutſchen Reichs Nuͤnzarchiv 237. Hofmanns(Leonh. Wilibald) Muͤnzſpiegel 227. 237. Hohndorfs(Andreas) vom großen Brande im Harzwalde 161. Hohnemanns(Rudolph) Alterthuͤmer des Harzes 259 C) Huhtmann(Henning) hat mit einem In⸗ ſtrument, anſtatt des Bohrens und Schieſ⸗ ſens, das Geſteine in den Gruben im Ab⸗ ſinken wollen gewinnen und dadurch das Pulver erſparen 27. Jeniſch(Juſt Jacob) Erfindung, das Trei⸗ ben zu erleichtern, nemlich anſtatt 4 Pferde nur 2. und an ſtatt des vollen Waſſers auf die Kehrraͤder nur das halbe Waſſer zu gebrauchen 1* 41. Illing(Caſpar) Clausthaliſchen Puchverwal⸗ ters Probe vom trucken Puchen, Klauben und Siebſetzen 120. von Imhof(Carl Albert Ludw.) Geheimter Kammerrath und Braunſchweigiſcher Berg⸗ hauptmann zum Zellerfelde ertheilte Nach⸗ richt vom Zuſammenſchmelzen der Ober⸗ und Unterharziſchen Roͤſte in alten Zeiten 166. deſſen Nachricht von den Braunſchweigi⸗ ſchen Muͤnzen und Muͤnzmeiſtern 251. Johann Jriedrich Herzog zu Hannover Muͤnzreſcript 287. von Juſti 137() ſeine Meynung, wie der Unordnung im Muͤnzweſen abzuhelfen 238. Klor(Paul) von Freyberg hat den Rath ge⸗ geben den Glanzſchliegen alt Eiſen zuzuſe⸗ tzen 164. Knorr ehemahliger Burgermeiſter in Oſtero⸗ de Nachricht, wo die Muͤnze in Oſterode geweſen 261. Koch(Chriſtian Zacharias) Proceß, wie der Kobold zum Blaufaͤrben in Sachſen tra⸗ ctiret wird 203- 212. Koeler(Joh. Dav.) Muͤnzbeluſtigungen 223. 226. 227. Kohlhaſe(Heinr. Mich.) iſt von Ilmenau zur Kiesarbeit berufen worden 183. Kuͤhne(Hans) Muͤnzmeiſter zu Goslar 284. Lehmanns Beſchreibung einiger neu erfunde⸗ nen Puchwerke 97. dren Nucloe oder wie blaue Farbe aus Kobold zu machen ſey. 203. Leibnitz Verſuch die Laſt des eiſernen Seils bey dem Treiben hinweg zu nehmen 39. Iſt nicht von ſtatten gegangen 40. ſeine neue Art, das Treiben zu euiche demſelben vorgelegte dubia 43. ſeine Beantwortung derſelben 44. Linſe(Daniel) hat das Treiben mit 4 Perſo⸗ nen wechſelsweiſe anſtatt der Pferde ver⸗ richten wollen— 34. Linſe(Hans) ein Zimmermeiſter und Muͤller hat das Leibnitziſche Treibwerk mit einem Seil ohne Ende mit veranſtaltet 40. Leuckfeld(Joh. Georg) hat von Bracteaten geſchrieben 223. Lilien⸗ 41 II. Regiſter zum zweyten Theil. Lilienrhals Thalercabinet S. 230. 260. Lohneyß Beſchreibung eines Windgaepels 34. deſſen Bericht vom Waſchen und Siebſe⸗ tzen— 118. 120. 127. was zu ſeiner Zeit fuͤr Muͤnzen in der Zeller⸗ feldiſchen Munze gepraͤget ſind 286. Lufr(Hans) ein Buchbinder hat vorgeſchla⸗ gen, das Schießen in den Gruben mit vom Papp gemachten, mit Leim oder Pech uͤber⸗ ſtrichnen Patronen zu verrichten, welches itzo nach Beſchaffenheit der gebohrten L⸗ cher geſchiehet 26. Macheſius(Joh.) Bericht, in welchem Jah⸗ re das Puchwerk im Joachimsthale vorge⸗ richtet worden 75() 706. Maximilian Herzog von Oeſterreich, hat 2 Loth ſchwere Silbergroſchen von feinem Silber praͤgen laſſen, die Guldengroſchen genannt worden 230. Mayximilian(Kayſer) hat die Thaler unter den Reichsmuͤnzen oben an geſetzet 235. Melzer(Chriſtian) hat Stadt⸗und Bergchro⸗ nic von Schneeberg geſchrieben 22. mey(Salomon) hat die erſte Probe gemacht, aus Kieß Kupſer zubereiten 183. Milius(Georg Friederich) Communion Forſt⸗ Gegenreuter, hat das Torfmachen am er⸗ ſten verſuchet 159. 160. Neidhart(Valentin) Bergmeiſter auf dem Zellerfelde, hat nicht ſchreiben koͤnnen 4. Nieberr(Chriſtian) vorgeſchlagene neue Art zu bohren 28. Nolte ehemaliger Rector in Schoͤningen 22ſ. DOnteler(Heinrich) geweſener Muͤnzmeiſter zu Oſterode und Zellerſeld 252. 261. Pauſer(J.) hat das Kohlenbrennen aus tan⸗ nenen Stuͤcken in der Communion ange⸗ fangen, die auf die Okerhutte geliefert wor⸗ den 1ſ0. Penther hat das hieſige Stuffpuchwerk mit dem Raͤderwerk nach einem nach Goͤttin⸗ gen geſchickten Modell gezeichnet 117. Pfannenſchmidt(Ludewig) erfundene hoͤlzerne Blaſebaͤlge 161. Philipp(Peter) hat am erſten die Erze gepu⸗ chet 74. Bericht davon 74. II. Theil. 309 Plinius hat in ſeiner Hiſtoria naturali von der Art, Kohlen zu brennen, geſchrieben 177. von Polhem hat das Treiben mit einem eiſern Seil ohne Ende verrichten wollen 33. hat veranlaſſet, daß man mit einem von der Grube weit abgelegenen Kehrrade treiben koͤnne 36. deſſen Erfindung, das Erz und Berg ohne Seile mittelſt 4 Stangen aus den tiefſten Schaͤchten zu bringen 66. von Praun gruͤndliche Nachricht vom Muͤnz⸗ weſen 233. 237. 28. Rheinhold(Erasmus) Bergvoigt zu Saal⸗ feld hat die Markſcheidekunſt auf die Ma⸗ thematic am erſten gegruͤndet 4. Ripking(Bernhard) Maſchinendirector 4. hat ein Kehrrad auf dem St. Andreasberg gebauet, womit wechſelsweiſe aus dreyen Gruben getrieben worden 58. oͤßler(Balthaſar) Bergmeiſter in Altenber hat den Haͤngecompas erfunden 4. und einen Bergbauſpiegel geſchrieben 27. ſein Bericht des trocknen Puchens 169. Kuͤhling(Joh. Chriſtoph) Clausthaliſcher Huͤttenreuter hat die Schliege auf Darren getrocknet 136. Sander(Chriſtoph S.) erfundenes Zuſam⸗ menſchmelzen der Ober⸗und Unterharziſchen Roͤſte 166. Schlabuſch Huͤttenreuter, Probe, die ſtrengen und fluͤßigen Roͤſte zu verſetzen 164. Schlegel(Chriſtian) de nummis antiquis Gothanis 224. Schlemm(Chriſtian) Zehntner zum Claus⸗ thal 279. Schluͤrer(Chriſtoph Andreas) Unterharziſcher Zehntner, gruͤndlicher Unterricht von Huͤt⸗ tenwerken 133. Schoeriu(Martin) hat vom Torf geſchrie⸗ en 160. Schoͤnfelder(Hans Heinrich) hat in den Puchwerken an ſtatt der eiſernen Unterla⸗ gen eine Sohle von Schlacken, oder Berg gepuchet 82. Schreiber(Henning) iſt der erſte Muͤnzmeiſter zum Clausthal geweſen 264. Schwarzkopfs(Chriſtian) Modell mit ſtei⸗ fen Geſtaͤngen zu treiben 48. 56. Hat eine Kunſt und Kehrrad zwiſchen zwo Gruben gebauet, da zween Bleuel uͤber ei⸗ nen krummen Zapfen waren 60. Ziii Beſchrei⸗ ———— — 310 Beſchreibung derſelben S. 60. 61. desgleichen mit einem Kehrrade aus drey Gruben zu treiben 61. deſſen Vorrichtung, wodurch das entfern⸗ te Kehrrad von einer Perſon gleich bey und voor dem Schachte regieret wird 62. deſſen Vorrichtung mit einem weit entlege⸗ nen Kunſtrade zugleich das Waſſer aus dem Schacht zu heben, und zu treiben 63. deſſen Vorrichtung Erz und Berg aus dem Schachte von einem hohen Berge in das darunter liegende Thal an dem Fahrweg zu ſchaffen 77. deſſen angelegte Maſchine auf hieſiger Huͤkte bey wenigen Waſſern ein Rad Waſſer zu erſparen, und zu andern Behuef zu gebrau⸗ chen T7G. Schwedenborg(Emanuel) hat ein hieſiges naſſes Puchwerk gezeichnet und beſchrieben, darinn einige Stuͤcke fehlen 119580(*) Seelaͤnder(Ricol.) von teutſchen Muͤnzen und Bracteaten 23- Seidenſticker(Chriſtoph Franz) Huͤttenreu⸗ ter auf dem Unterharze, Nachricht von der Pucharbeit zu Schemnitz und in Ungarn 127. Seidenſticker(Engelhart Daniel) Clausthal. Huͤttenreuter hat einen Windofen auf hie⸗ ſiger Huͤtte mit Waſen zu ſeuren gebauet 174. Singer(Chriſtoph) Oberbergmeiſter zum Clausthal, hat zum Schießen ausgebohr⸗ te Roͤhrgen von harten Holze eingefuͤhret 23. deſſen abermahlige Puchprobe, die gemeinen Stuferze naß zu puchen 113. deſſen abermahlige Puchprobe von trocken und naſſen puchhen 12 1. von Steinberg hat zu uͤberlegen gegeben, ob nicht bey geſpaltenem Treibholze etwas am Holze zu erſparen 11173. II. Regiſter zum zweyten Theil. T itii(oh. Petri) Commentatio tertia num- maria S. 224) 247() Voigrel(Joh. Gottlieb) hat geſchrieben Berg⸗ wercksſtgat des Unter⸗ und Oberharzes — ec 107. Voigtel(Nicol.) Zehntner zu Mannsſeld hat von der Markſcheidekunſt geſchrieben 4. hat das Lachtermaaß wollen bequemer ein⸗ theilen on i 6. Volkmann hat ein Puchwerk mit 12 Stem⸗ peln gebauet, welches der Wind treiben ſollen, hats aber nicht koͤnnen zum Stande bringen 69Te! S: Voßius(Joh. Gerhard) Tract. de Vitiis .*227. Sermonis latini Wageld(Martin) hat das Bohren mit dem Pflockſchießen erfunden 21. 22. Weiſe de ſtylo Romano 227. Wenceslaus Koͤnig in Boͤhmen hat I zloͤthige Silbermuͤnze praͤgen laſſen 226. Wiſcher(Daniel) Vorſchlag die Erze zu bren⸗ nen und ohne Puchen zu reinigen 97. Zumbe(Carh hat anſtatt des Pflocks das Schießen mit zaͤhen Letten oder Thon ein⸗ gefuͤhret 23. deſſen Bericht, wie dieſe Art zu Schießen anzuſtellen* Galn 24. 27. dieſen ſchriftlichen Bericht hat das Bergamt drucken und den Unterſteigern austheilen laſſen 2. hat eine Probe uͤbernommen, mit Kalk und Eiſenſtein zu ſchmelzen, und mehr Werk heraus zu bringen, welches aber nicht er⸗ folget iſt 165. III. Regiſter. uͤber die darinn befindlichen Benennungen und Materien. Mohot be der Hallen Waͤſche und Sieb⸗ ſetzen 126. Abhubskiſt— 123. Abgang, Abbruch von dem Reichsmuͤnzfuß an der Feine, oder innerlichem Gehalt 233. Abnehmen des eiſernen Treibſeils an der Schwere im Aufziehen 33. Abſtrich beym Silber abtreiben 195. Abtreiben in den Huͤtten iſt mit ſtarken dicken Baͤumen geſchehen 173. Abwaͤgen der naſſen und trocknen Schliege zu Roͤſten geſchiehet in der Brennhuͤtte 134. Abzug der Centnerzahl an den naſſen Schlie⸗ gen von 2 Roͤſten 137. — Adju⸗ III. Regiſter zum zweyten Theil. Adjuſtirwerk in der Clausthaliſchen Muͤnze 3 Seite 27. Alre Mann wie er die Erze zu Schlieg gema⸗ chet 74. Altenauer Huͤtte deren Gebaͤude 132. Alrenau daſelbſt iſt ene Muͤnze geweſen 263. Antreiber iſt das ſtaͤrkſte Treibholz 173. St. Andreasberg daſelbſt iſt eine Muͤnze ge⸗ „ weſen— 259. Andveasberger Huͤttenwerk und deſſen Ge⸗ baͤude.. 133. 134, Andreasbergiſche Blaufarbenwerk 262. Anfangsbohrer 1. 20. Anhang von Herr Schwarzkopfs Maſchine — 591. Anpfahl n 12. Anſtecken Jau Aae I* Auge im Schmelzofen 184. 190. Ausbeutthaler mit Randſchrifte 2096. und mit Bildern und Aufſchriſten. 297. Ausreuter ſein Geſchaͤft beym Treiben 72. 73. Ausrokelſe oder Ausrauchloch am Mieler 174- Auskiſt 0. Ausſchlaͤger der Siuferze auf den Hallen 114. Aufſtreichen der Planen auf die Heerde 87. Auftrag Idchr— 13. Austragloch im Puchtroge 19.44 81. Auftrecker im Puchwerke„1. 94. Balancier, oder Stoßwerk iſt in die Zellerfel⸗ diſche Muͤnze angeleget 253. Benedicte. 120 18. 19. Benennung wenn der Mieler im Feuer ſtehet und kohlet 174. Berg wird von den Erzen in der Grube aus⸗ geſchlagen 28. Bergfuß auf den Bergſtädten iſt unterſchie⸗ den vom Land⸗ und Stadtfuß 6. Bergwaͤſche in der Grube 127. Berg⸗ und Hallenwaͤſche, wie ſolche verrich⸗ tet wird 12. Beſchreibung eines beſondern Schmelzofens von einem Ungenannten 148. Blaſebaͤlge lederne ſind anfaͤnglich zum Schmel⸗ zen gebraucht 161. hoͤlzerne, wer ſolche erfunden wie lange Jahr ſie halten 162. wie ſie im Schmelz⸗und Treibofen liegen 162. 1353. Blaufarbenwerk zum St. Andreasb. 202. Blauerfarbe Sorten ZIT. 212. Blechhuͤtte 214. Blechſtempel 82. 83. 84. iſt der ſchwereſte 161. 311 Blech⸗ und Hohlmuͤnzen„Seite 223. Bley machen Bley pofzen 182. Bleydreck was er ſey 181. Blickſilber wird fein gebrennpee 26. Bohren und Schießen, damit werden die Er⸗ ze gewonnen 80 in welchem Jahre es auf den Clausthaliſchen Bergwerken in Gebrauch kommen 21. Boheen womit es geſchiecht, und wie es geſchie⸗ het 1020. Bohrer ſind dreyerley Gattunge, Bohrfimmel, Bohrſtunze, Bohrdreck 333 7833 20. Bohrhauer, ein paar muß zwey Loͤcher von 30 Zollen tief bohren. 21. Bracreaten. 223. Brandſilber heißt, wenn das Blickſilber fein goeebrennet iſt 267. Brillenthaler Herzog Julii 273. Brennhuͤrte darinn geſchiehet das Abwaͤgen der Schliege zum Roͤſten 134. Brennermeiſter r 4. Brennofen b 138. 139. deſſen Maaßen 139. 140. Bruſt am Schmelzofen 184 Bruſtholz zum Schmetzofen 189. Bhne von der Markſcheidekunſt 6. Buͤhne am Schlemgraben im Puchw. 85. Buͤhnloch l2e Carolina 8. 19. Centnerſtuͤcke vom gegoſſenen Eiſen ſind nicht von einerley Schwere 154. 135. Clausthalerhuͤrte derſelben Gebaͤude 131. 132 Clausthal. Schlagemunze iſt in ein Druck⸗und Adjuſtir⸗Werk veraͤndert 265. Cöͤlniſch Gewicht auf den Huͤtten 134. und auf den Muͤnzen 249. Creuzverzimmerung 17. Daumlinge heben die Stempel im Puchtro⸗ ge 83. Darrofen deſſen Maaßen 180. Decke des Mielers, Deke, Deckehake 153. Denarius was er bedeute 224. Dickmuͤnzen 22 3. Dickpfenninge 2 Loth ſchwer und 15 Loth ins feine 230. Dickmuͤnze mit dem St. Andreaskreuze 259. Dohnlage II. Dorothea 18. 19. Drathuͤtte 214. Durchlaß zur Erzwaͤſche 119. Durchlaßgerinne 123. Durchlaß in der Clausthal. Muͤnze 277. Durchlaſſer Durchlaßtrecker 123. Jiii 2 Durch⸗ ’ 1 V 312 III. Regiſter zum zweyten Theil. Durchraͤdern der Aſche aus dem Schmelzofen 190. Durchſchlaͤge woher dabey der Fehler ruͤhre 7. Durchſchnitt in der Clausthal. Muͤnze 276. Durchwurf deſſen Beſchreibung und wie er ge⸗ ſetzet wird 9,122. Eimaͤnniſcher Bohrer, und wie er beſchaf⸗ — 44. fen 21. Einſtrichsjoch 12. Einſtrichsſtempel 16. Einwechſelung der feinen Harzgulden und beſchickten Rthl. was ſolche an Seiten der Herrſchaſt verurſachet und wie hoch die Agio geſtiegen 294. 295 Eiſenbergwerk iſt eher auf dem Harze gebauet als Silberbergwerk 212. Eiſenſau wird zum Vorſchlagen im Schmel⸗ zen gebrauchet 8 167. Eiſenhuͤtten wo dieſelbe im Harze geweſ. 212. Eiſenſchneidmuͤhle 218— 221. Erſparung des Treibholzes durch kleiner ge⸗ machte Schuͤrloͤcher an den Treibofen 174. Erzrolle 79. Erzwaͤſche vor den Puchwerken und auf den Hallen 118 119. Eſchengewicht 249. Fahrloch 14. 18. ahrſchacht 8. 9. ahrſtoß 11, Fahrten(Leitern) 14. Jahrrſtroſſen 14. Jaßholzbrer in der Muͤuze 2ſ. 8. Leldort 15. Jeine des Silbers, worann ſolche zu erkennen 267. Leuer im Mieler brennet zuerſt in der Mitte bis oben hinauf 156. Leuerſetzen damit hat man zuerſt die Erze ge⸗ wonnen 19. Leuerwaͤchter auf den Huͤtten 134. Florentinus Florenus Goldmuͤnze, wie ſolche ge⸗ zeichnet wird 22. Forme zum Schmelz⸗und Treibofen was ſie ſey, und wie ſie zu legen iſt 188. Loerſte Firſt T7. Foerſten Bau 17. Foerſtbohrer 20. Friſchmeiſter und Friſchknecht 182. uͤllbaum 10. Luͤllort 1ſ. Juͤllſtange zum Mieler 154. Jußruͤſte, Fußkluft 153. Lußpfahl 16. Gaͤnge und deren Beſchaffenhetit 8. Gahrung des Mielers 177. Gahrheerd zum Kupfermachen 181. Gaepel deſſen Beſchreibung und wie das Trei⸗ ben des Erzes und Bergs aus den Gruben vermittelſt der Pferde geſchicht 30. Gaepelknecht S. 22 33. Geblaͤſe wie es beym Schmelzen zu legen iſt i188. Gebohrte Locher haben mancherley Ramen 21 Gebruͤcke von Pfoſten.. 4 16. Geldſorten beſchickte, wie ſie in den Harzmuͤn⸗ zen ausgemuͤnzet werden 292 ſeq. Geſpalten Holz, damit getriebeniſt 173. Gewichte auf den Huͤtten iſt in richtigen Stand geſetzet 134. Gewicht in den Muͤnzen 229. Gerinn in Puchwerken und Gerinnfelder Fel⸗ der 84. Geſtaͤnge ſteife damſt zu treben 48. Geometria Subterranea 3. Geſtuͤbbe wie ſie gemacht wird 184. Geſtuͤbbeheerd 184. Getrieb; und mit Getrieben zu fahren, was es ſey I1. Gittelſches Eiſenbergwerk 212. Gieskaſte in der Clausthal. Muͤnze 27. Glaͤtte daraus wird Bley geſchmolzen 181. Glaͤtrgaſſe am Treibofen 172. Gluͤeofen Gluͤepfanne in der Clausthaliſchen Muͤnze 274. 275. Goldene Muͤnzen ſind zum Clausthal und Zellerfelde gepraͤget 2„6. Goldene Dickmuͤnzen ſind genannt Ducaten 227. Goldflorenen von deren Urſprung und Wehrt wie viel derſelben eine Mark Silber gegol⸗ ten 1 274. Goldgulden werden zu Hannover nach dem Reichsfuß zu 2 und 4 Gulden gepraͤgt 296. Goslar darinn iſt eine Braunſchw. Muͤnze ge⸗ weſen. 272. Graͤn ein Muͤnzgewicht 247. Grobes grobes Heerd iſt einerley mit Schlem⸗ graben 92. Groſſi Pragenſes 226. Groſchen woher das Wort kommt 227. Grubengezaͤh 9. Grund jtt eine Bergſtadt 217. Grundſohle zu den Puchtroͤgen 80. Gulden in welchem Jahr ſolche zu praͤgen an⸗ gefangen— 286. Guldengroſchen wenn eher ſie mit Kupfer be⸗ ſchicket worden 230. 231. Haedel „„— III. Regiſter zum zweyten Theil. 3¹3 .. ,1, Hund wird auch ein laͤnglicher Klotz genennet Hegpa der beſte Schlieg 90. der im Gaepel anoi die De gent zum 3 4 hol ze 19.„Auffenthalt derſelben gehaͤnget wird 32. Halle, ey 124. Zuͤrte, deren Beſchreibung und dreyerley Gat⸗ Hallenberg iſt zu puchen verſuchet 126. Hallenklauben deswegen ergangene Verord⸗ Hallenwaͤſche 127. Halbgerinn und Hohlgerinn 37. Halbgerinn im Puchwerke 85. Hammer bey dem Klopfwerke und Klopfſtan⸗ gen was deſſen Schlaͤge zur Nachricht des Schuͤtzers bedeuten 277. Handfeuſtel und Bergeiſen werden Schlaͤgel und Eiſen genennet 19. Handraͤder 124. Haͤngecompas 24. Haͤngebank 14. Hangende im Schacht 10. 1I. Hanno veriſches Ausſchreiben den Wehrt der auswaͤrtigen Muͤnzen bey den Caſſen be⸗ treffend. 239. Harzmuͤnzen darinn iſt man beſtaͤndig bey dem Neichsfuß geblieben— 239. Harzſchlacken 163. Haspel 14. Hauptgang 8. Hauptgevier eines Schachts 10. Hebarme an der Puchwelle 80. Heerd, wenn das Wort allein ſtehet, was es ſey .. 196. Heerd im Puchwerre 86. Heerdbaͤume 86. Heerdgerinn im Puchwerke 87. Heerdſtube im Puchwerk 85. Heerdtrank was er ſey 196. Heller was ſie bedeuten 224. Hellergewichte 249. Hinterpfaͤnnige 11. Zoher Stoß im Schachte 17. Hoͤhlwage die Erze nach den Puchwerken und den Schlieg in die Huͤtten zu fahren 76. Sind nach gewiſſen Maaßen eingerichtet 77. Holz zu den Kohlen, wie lang und hoch ſt olches ge⸗ maltert wird. 172. Holzerſparung durch das Treiben auf den Huͤtten mit Windofen 174. Hoͤlzer zum Schachtbau 9. Hub der Stempel im Puchwerk iſt ungleich 83. Huckeloch, was es am Mieler ſey 154. Huht eiſerne uͤber den Windtreibofen 176. Huͤlfsmintel, das Erz in der Grube zu gewinnen 19. Hund iſt ein kleiner Wagen, womit Erz und Berg aus einem Stollen zu Tage gebracht wird. 29. 77 II, Theil. 4 tung 129. Huͤttenproceß voͤlliger 184. e Joͤcher 5. 10. Kannen im Treibofen 194. Kappen 17. Kaſten 16. Kaufglaͤtte 197. Kehrrad deſſen Beſchreibung mit dem Brems⸗ rad 36. 37. damit wird Erz und Berg heraus getrieben 3 5. befodert zugleich das Treiben aus zwo Gru⸗ ben 58- aus 3 Gruben 61. Klapperpfennige 236. Klipwoerk in der Clausth. Muͤnze 281. Klopfſtange bey dem Kehrrade 57. bey dem Mieler 154- Rnapſchaft 92. Knoͤrper ſind entzwey geſchlagene Bergwaͤnde n. 82- Krauͤſehwerk zu den Ausbeutthalern 280. Kohlen aus Torf zu brennen wer es erfunden 160. Kohlenbrenner 151. Kohlenkarn deren Maaßen I71. Kohlenmaaß 150. IfI. Kohlenſtellen wie groß 153. und wie ſie gemachet werden 155. Kohlen, wie ſie aus dem Mieler geholet und ab⸗ gefahren werden 157. Korbwoelle im Grubenhauſe zum Treiben mit dem Kehrrade 57. 58. Korn was es im Silbermuͤnzen ſy 247. woher es ſeine Benennung habe 247. wie ſchwer es am Gewichte in beſchickten Thalern ſeyn muͤſſe 248. beym Probiren des Goldes und Silbers 247. Koͤrner, iſt eine Art Schlieg 91. Kroſſen ſchrieb man in Goslar einen Groſchen 227⸗ Kruͤcke eiſerne, womit im Brennofen die Schlie⸗ ge auseinander gezogen werden, Maaßen und Schwere derſelben 186. Kreutzer, woher ſie den Namen bekommen 224. Kuͤbel ein gewiſſes Maaß zur Erzfoderung 29 Eiſſenwerk daran 31. Kupferarbeit in den Huͤtten 177. Kupferhuͤrten zum Herzberge, vor Oſterode und Kampfſchlacken 183. KAkkk Kupfer⸗ — — —-—— 17 4 4 4 3 4 1 V 1 * 8 4 4 314 III. Regiſter zum zweyten Theil. Kupfermachen aus dem Abſtrich S. 178. aus den Kieſen, oder Kupfererzen 182. Kupferſtein 183. 184. Lachrermaaß 6. Lauf karren 29. Laurtenthaler Huͤtte, Gebaͤude derſ. 130. 131. Laurenberger Huͤtte, Gebaͤude derſelben 182. Laurenberg, daſelbſt iſt eine Muͤnze geweſen 259 Leipziger Muͤnzfuß 288. Leyren, Leyerwerk in der Clausth. Muͤnze 276. Liegende im Schachte und Gruben 11. Malrerbock auf den Huͤtten, deſſelben Maaße 140. mManifeſt des Herzogs von Braunſchweig zur Bekanntmachung neuer ausgepraͤgter Muͤnz⸗ ſorten 24. Mark, zu welcher Zeit das Wort zum Geldge⸗ wichte aufgekommen 243. deſſen Beyworte fein, beſchickte und loͤthige Mark 248. Markwitre, Markgewichte, Markgewehr 248. 249. Markſilber, wie ſolche nach gerade im Preiſe erhoͤhet worden 290. Markſcheidekunſt, iſt anfaͤnglich ſchlecht be⸗ ſchaffen geweſen 3. 4. davon handelnde Buͤcher 6. Nlantſeheiderd Verrichtung bey dem Berg⸗ au 4. Markſcheider zum Clausthal, Andreasberg und Zellerfelde 5. Mariengroſchen mit dem Marienbilde in wel⸗ chem Jahre ſolche zu praͤgen angefangen 228. mehrere Nachricht davon 229. Mariengulden à 20 Gr. ſind auf dem Harze in Rechnungen im Gebrauch 229. Maſchine vorgeſchlagene, mit wenig Perſonen zu ſchmelzen nebſt derſelben Beurtheilung 178 mMaſchinen aus dem Silber Geld zu muͤnzen 222. Matthier, Matthiergroſchen mit dem Mathias⸗ bilde, ſind in Goslar gepraͤget 227. 228. Mieler was er iſt, und zu deſſen Verfertigung gehoͤret 1ſ2. 173. faͤnget an zu been 154. muß in den erſten 6 bis 7 Tagen mit friſchem Holz oder Stucken gefuͤllet werden 156. Mielerſtette, welche zum Kohlen gut iſt 177. Mittelbohrer 20. Mittelſtempel 83. Modell einer Windmaſchine 35. Moneta Nova 287 Muffel darunter wird das Silber fein gebrannt 266. Muͤnze was das Wort bedeute 223. muͤnzordnung Kayſers Carl V. S. 232. Muͤnzen zu Reichenberg und in Goslar 270. —— zur Altenau 263. 264. — zum Clausthal 1 265. Muͤnzfuß wenn ehe der jetzige im Reiche ein⸗ gefuͤhret iſt— 234. Muͤnzproceß in der Zellerfeldiſchen Muͤnze 257. 257. —— in der Clausthal. Muͤnze 26. muͤnzmeiſter zum Reichenberg, Goslar, Oſte⸗ rode und Zellerfeld 271. 252. 261. Muͤnzmeiſter und Muͤnzdirectors zum Claus⸗ thal 264. 26. N achricht von trocknen Puchen, Klauben und Siebſetzen 120. Naſe beym Schmelzen was ſie ſey, und wie ſie muß beſchaffen ſeyn 191. 192. Maſſes Puchwerk wie es beſchaffen 79. 80. Neben Geſenke u7. Nummus deſſen Bedeutung uͤberhaupt nummi ſolidi und bracteati 223. O berpuchſteiger, denſelben vom Claus⸗ thal. Bergamte vorgeſchriebene Puncte beym Puchen zu beobachten 89. Ofen beſtuͤrzen 186. Ort Oerter— 14. Ort Arbeiter 17. Ortbohrer, Ortfaͤuſtel 20. Oerter Geld 21. Oſterode daſelbſt iſt eine Grubenhagiſche Muͤn⸗ ze geweſen 260. Pagemenr, Pagemuͤnze. 288. Patronen zum Schießen 26. Pfaͤhle 9. Pfahlſchwanzʒ 11. Pfaͤnnige, Pfaͤndholz 9. und 17. Pfenning, woher es ſeinen Urſprung hat 223. Pfenninggewichte 249. Pfloͤcke zum Schießen 22. wie damit verfahren 23. Planen im Puchwerke 87. Planenbogen in der Zellerfeld. Muͤnze 277. Prnen des Geldes, wie es geſchicht 279. Proben mit der Siebwaͤſche 119. 120. zum Probiren der Schliege un4r. 142. Proceß des jetzigen Waſchens und Siebſetzens vor den Puchwerken 122. Proceß aus Kieſen Kupfer zu machen 183. Proceß des Kohlenbrennens rS4. 15ſ. —— wie die blaue Farbe aus dem Kobold zu machen 202. 203. Proportion zwiſchen Gold und Silber 22 5 mnd Puchen ——------— „„„2„»„„„ 4 p„ „,„ III. Regiſter zum zweyten Theil. uchen Seite 74. wie ſolches zu den erſten Zeiten geſchehen 74. Pucher, Tagespucher, Nachtpucher 89. Puchrad deſſen Beſchreibung 80. Puchſaͤule Puchtrog 80. 8r. Pucheiſen, Puchkiel 83. Puchkloz ua; 82. Puchlaſchen große und kleine 3182, Puchſtempel 1531 Puchwoerk deſſen Beſchreibung 79. Pulverſack der unterſte Theil in einem gebohr⸗ ten Loche 21. Quandelkohlen, Quandelpfaͤhle Raͤder deſſen Vorrichtung im Stufpuchwerk 153 116. Raͤderwerk im Stuſpuchwerke 116, Raͤderbaum, Naͤderſtange 117. Radſtube zum Puchwerke 79. Raumpfahl bey dem Mieler 74. Raumnadel beym Schießen mit Letten 23. Kaͤnrelwerk auf der Muͤnze 280. 281. Reichsguͤldener, Reichsgroſchen 234. Reichenberg, darinn iſt die erſte Braunſchwei⸗ giſche Muͤnze geweſen 250. 271. Reinmachers Graben im Puchwerk 85. 86. Reißloch, was es am Mieler ſey 154. Kichrpfenning 2764 Rohſchmelzer aus Sachſen verſchrieben, ſeine Arbeit hat auf dem St. Andreasberge nicht wollen von ſtatten gehen 116. Rohrfabriken 216. 217. zum Herzberge davon berichtet 217. Boſt iſt eine gewiſſe abgewogene Centnerzahl Schlieg zum Brennen 135. naſſer iſt 33 Centner 135. trockener iſt auf der Clausthaler und Andreas⸗ berger 63. auf der Altenauer Huͤtte 64 Cent⸗ ner 136. von den naſſen werden 3 Centn. an der Naͤſſe wieder abgezogen, oder mit der Feder abge⸗ ſetzet 137. in den Communion Huͤtten iſt der Abzug un⸗ terſchiedlich 135. Koͤſte, ween werden in den Huͤtten in ⸗ Theile geſtuͤrzet, ein jeder haͤlt 13 Centner, der eine uͤberbleibende Theil, der Eintheiler genannt, wird auf die 7 Theile vertheilet 137. naſſe und trockne Schliege werdenl jede Sorte allein gerdſtet und im Schmelzen mit einan⸗ der verſetzet 137. Ruhm, oder Raumpfahl beym Mieler 174. Kuͤllenloch 1* 18. Ruͤſtbaum 10. Kuͤhrhake oder Bock in den Huͤtten deſſen Maaßen 186. 315 Lau, Sauſtock in Puchwerken S. 85. 97. Schacht, was er ſey 8. wie er gebauet wird 9. 19. Schachtholz 14. Schachtſtangen 10. Schachtſtöße 11. Scherben 163, Scheuertonne in der Münze 182. Schlacken(Harzſchlacken) werden beym Anfahren ge⸗ meſſen. Maaſſen für 1 Pferd und für 2 Pferde, das 163. Maaß wird Scherben genannt Schlaͤgel und Eiſen 19. Schlemmer und Schlemmen 86. Schlemmgrabe, Schlemkaſte 35. Schlemſumpf 86. Schlemmkiſte 90. Schieber am Durchſchnitt auf der Münze 278. Schießen auf den Harziſchen Bergwerken 22. 27. Suün 223. ſcchlieg 94. Schliegcentner 142. 143. Schmaͤhlholz 153. Schmielzofe nach den Maaßen 146. eines beſondern Beſchreibung von einem ungenannten Sn 148. Schmelzofen in Engelland erfunden 169. Schnepferlein im Treibofen, wie groß 194. Schopfprobe aus den Treibofen 197. Schornſtein zum Schmelzofen 146() Schoßgerinne ins Geflüder uͤbers Kehrrad 37. Schraͤmen lR ſ 19. Schreckenberger Groſchen 232. Schrot 19 n 247. Schuͤtzer bey dem Kehrrade 77. 78 Schuergeben, was es in der Hütte ſey 181. Schulenberger Hütten Gebäude 131 Schulenberg darin iſt eine Eiſenhütte geweſen 212 Schwaͤnzel iſt eine Art Schlieg 90. Schwarzkupfer 200 Schwere der Pucheiſen und Stempel 106. Seitenblech im Puchtroge 32. Seygern Heerd deſſen Maaßen u 4 179. Seygerſtuͤck, Seygerkrätze 185. Setzcompas 4. Setzer im Puchwerke 123. Setzſchlieg 123 Sieb im Puchwerke 123 Siebſetzer, Siebwäſche 118 Siedeofen in der Münze 282 Silbergeld obs zu erhöhen? 238. Silber Brennofe 267. 266. Sohle im Schmelzheerd 188. Sorten blauer Farbe 2 1T Suͤmpel im Waſchhauſe 126. Speciesthaler gegen einen Zahlthaler an äuſerlichen Werth gegen die geringhaltige kleine Münze in vori⸗ gen Zeiten 23. Spund im Puchtroge, Spundblech, Spundklotßz Fr1. Spurmeſſer, Spureiſen 189. Stege auf den Böcken und Hallen 4 79. Sreife Geſtänge damit anſtatt des eiſern Seils zu trei⸗ en. 1 48⸗ Steiger weiſet an die Löcher zu bohren 20. Steintreiben, Steinſchmelzen, Steinröſten, Stein durchſtechen 197. 198, 199. Stempel im Puchhauſe 80. Stichheerd 190. Stockwerk was es ſey.. Stoß. TG. Stoßwerk auf der Münze 278. Strauben, was ſie ſind 20. Strebſtempel 10. Strecke 16. Kkkk ⸗ Streich ò 316 III. Regiſter zum zweyten Theil. Streichholz zum Abſtrich beym Treiben 195. Streichmeiſſel 192. Stroſſe, Stroſſenbau 4 16. Gtuͤbbe, wie ſie gemacht wird 148. Stuͤckelſcheere in der Zellerfeldiſchen Munze 158. Stuferz 52E 166. Stufpuchwer 1A₰* Khs⸗ 161. Stuken 144es. 1219 S.g 152. Stuͤrze 14. Suchort.— 14. 15. Suͤmpfe bey dem Puchwerke 1 85. Suͤmpel im Puchwerke 85. abelle, in welchem Werth man einige devalvirte Mürzen bey den Hannoveriſchen Caſſen annehmen wolle 234. Tabelle der in Hannoveriſchen Landen gänzlich verruſe⸗ nen Münzen, die im Handel und Wandel nicht dürfen angenommen werden 245. Tabelle Vergleichungs, wenn die Hannoveriſchen Un⸗ terthanen Herrſchaſtliche Gefälle in deyglvirten Mün⸗ zen bezahlen wollen 244. Teſt zum Feinbrennen der Silber 2646. Thalermuͤnze woher die Benennung entſtanden 231. wie ſie anfänglich genennet worden 232. iſt zur Reichsmünze angenommen und darauf Reichs⸗ thaler genennet 236. wie hoch ſie an Kreutzern und Meißniſchen Groſchen gerechnet ſind 27 Thuͤr eiſerne damit werden die Brennofen zugemachet 2 180. Thuͤrſtoͤcke 17. Torf woraus er beſtehe, wo er ſich finde, wie er bereitet, und wozu er gebraucht werde 159. wer davon geſchrieben 1. 716o0. Torgauerreceß 288. Tonne zum Treiben 1. Trogſtempel. Iz. Treiben, woher die Benennung rühret— 32 das Treiben gehet, wie viel Tonnen auf ein Treiben ge⸗ rechnet werden, nach der Treibenzahl wird die For⸗ derung und deſſen Güte geſchätzet; Treiben geſchicht mit Pferden 32. mit Wind 34. mit Waſſer 37. Treiben ohne Pferde und Waſſer durch Menſchen Hände mit Schwangrädern 66. 5 Treibholz 3 41. 6. Treibhuht 175 Treibofen und deſſen Maaſſen 171. 172. Treibſchacht 9. Treibſtoß 1. Treibwerk mit einem von der Grube weitabgelege⸗ nen Kehrrade 56. 77. Truͤbe im Puchwerk 85. Truckenpuchen 106. Trucken oder Stuffpuchwerk 116. Trum was es ſey, hat mancherley Bedeutung 8. 6. Urſce des Puchens der Erze 7 Uhrwerk vor dem Schützer bey dem Kehrrad 58. Umarbeitung Umwaſchung gewiſſer Schliege 95. 96, Unterfaͤſſel 91. Unterkriechen 17. Druckfehler. S. 68. Lin. 23. anſtatt Harberwerke, Harzwerke. S. 110. in der Ueberſchrift anſtatt 1u. V. Cap. S. 112. in der Ueber⸗ ſchrift, ſtatt 2. Abth. 4 Abtheil. S. 114. anſtatt 4. Abth. 5. Adth. S. 116. in der eberſchrift, anſtait 4. Abth. 5. Abth. S. 117.§. 2. Lin. 1. anſtatt Schmelzofen, Eeedifrg, 6 216. Lin. 3. anſtatt Trend, Treck, und Lin. 5 anſtatt ⸗Trendwerk, Trecwerk. S. 167, anflatt Tab. 22 19. * S. 169. 5. 28. iſt auf der dazu gehoͤrigen Tab. a8. Fig. L. Unterlage am Durchſchnitt auf der Münze 277. Untermann am Mieler„E5 3. Unterſcheid des Hüttenprvceß 249. Unterſchuͤren, was es im Puchwerk ſey 39. Unterſteiger 26. Unterzug—„ 17. Boecbeſſerung der Pucharbeit 96. Verbotene auswärtige Münzſorten in Hannd⸗ veriſchen Landen,* 443. VYerhaͤltniß zwiſchen Gold und Silber 238. Verkohlung des Torfs 160. Verſuchbohrer Verſuchloch. 20. Verzeichniß der geringhaltigen Gold⸗und Silbermün⸗ zen, welche devalviret ſind 240. Verzimmerung des Schachts 12. Vierung eines Ganges auf jeder Seite 6. Voͤlliger Hüttenproceß 183. feq. Voreiſen an einem Hunde 77. Vorpfaͤnnig— Vorſetzblech in Puchtrögen r. Vorſchlag mit Schwangrädern zu treiben 66. Vorſchlaͤge zu beſſerer Scheidung der Erge 98 ſeq. Vorwand am Schmelzofen— 189. ahrhammer beym Mieler— 174. Walzwerk in der Clausthal. Münze 271. feg. Wandruthen 10. 11. 13. Waſchen der Erze und des Siebſetzens in den Puch⸗ werken völlig eingeführet 122. Waͤſcher im Puchwerke 91. Waſen zum Treiben in den Windofen, wie dick in die Ründe und wie laug ſie ſind 177. Waſſerkaſte am Schlemgraben 85. Wechſel der Tonne im Schacht beym Treiben 32. Welle inwendige im Schachte 47. Werkzeuge, welche beym brennen des Mielers ge⸗ braucht werden 154. weiſerſcheibe für dem Schützer beym Kehrrade 38. Windgaepel das Erz zu Tage zu bringen 34. Windofen mit Waſen zu treiben 174. 17 Windtreibofen 4 176. Wiſcher zu den trocken gebohrten Löchern 26. Witte iſt das Silber im Gelde 247. aeihn, Zaine Zehne 155 ⸗ 271. Zaͤhgerinne im Puchwerk 11 3s. ahl der geſamten Oberharz. Puchwerken 88. Zange in der Zellerfeldiſchen Münze. 259. Zapfenkloͤtzer unter der Puchwelle o. Zellerfelder Hütte iſt abgegangen 130. zellerfelder Hutte in welchem Jahre ſie gebanet iſt un⸗ bekannt.* 130. Zieringe an der Puchwelle 7 go. Fieſen in der Zellerſeldiſchen Münze 258. Zinniſche Münzfuß 286. Zufoderſtrecke 16. Zuleghoͤlzer 15. 16. Zumachung der Schmelzofen 188. Zuſammenſchmelzen der unterharziſchen Commu⸗ nionröſte 1 167. Zweyte Hauptgevier 12. zu dem Ofen, und Fig. I. zu dem Maasſtab, hinzu iu ſetzen. S. 216.§. 1. Lin. a. auſtatt Tonne, Tanne. S 223. Lin 31. anſtatt 1745. 1525. S. 284. anſtatt 3. Abth. 4. Abtheil. S. 286. desgl anſtatt 3. Abth. 4. Ablh. S. 272. anſtatt nkeler, Oekeler. Eden daſelbſt Lin. 36. anſtatt Tepfer, Topfer. S 261. Lin. 2. 3. 14. und S. 271. Lin. 29. anſtatt Onkeler, Oekeler⸗. — —— — unn’ 2„ . —— — — ¹ 1i niiiniiiſtiii 2 S. V. . 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