Ugiv.„Sibſ. Giessen —— —————᷑—᷑——————4j ACTX HSTORICO-CHRONO. LOGICO- MECHANICA CIRCA ME- TALURGIAT IN HERCVYNlIA SUPERIORI. Oder ſtordh chrenalogiſche Nachricht und theo Bretiſche und maetice Beſchreibung es Waſchinenweſcns, und der Huͤlfsmittel bey dem Bergbau auf dem Oberharze, darin insbeſondere gehandelt wird von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, wodurch der Berg⸗ bau befoͤrdert wird, als von dem Markſcheiden, Schacht⸗ und Grubenbau, von Bohren und Schießen, von den Maſchinen und Vorrichtungen, das gewonnene Erz zu Tage zu bringen, n den Maſchinen, wodurch das Erz zu Sand geſtoßen wird, oder von Puchwerken und der Pucharbeit, von den Machinen in der Huͤtte, aus den Erzen Silber, Bley, Gloͤtte und Kupfer zu ſchmelzen, und von der geſammten Huͤtten⸗Arbeit nach einander, von den Muͤnzmaſchinen, das Silber fein zu brennen, und zu Geld zu vermuͤnzen. Ausgefertiger von Henning Lalvör. Erſter Theil. —————————— Braunſchweig, im Verlag der Fuͤrſtl. Wayſenhaus⸗ Buchhandlung, 1763. — 9 1 * .. 1 Dem Allerdurchlauchtigſten und Großmaͤchtigſten Fuͤrſten und Herrn, §H E R R N GEORG III. Konig von Großbritannien, Frankreich und Irrland, Beſchuͤtzern des Glaubens, Herzogen zu Braunſchweig und Lüneburg, des Heiligen Röͤmiſchen Reichs Ertzſchatzmeiſtern und Churfürſten z.. Meinem allergnadigſtem Koͤnig, Chur⸗ Furſten und Herrn. naambuutan, Großmächtigſet König, Lhunſt und Heit 10 N ie ausnehmende hohe Weisheit, womit Ew. Ma⸗ jeſtaͤt, als ein Salomon unſerer Zeiten, den Großbritanniſchen Thron beſtiegen, und ſeit der Zeit demſelben den groͤßeſten Glanz gegeben, leuchtet dermaßen in die Ferne, daß aller Welt Augen auf dieſelbe gerichtet ſi nd, ſolche nach Gehäͤhr verehren und ſich daruͤber verwundern. 4 Dieſe iſt der Grund daß Dero maͤchtige Konigreiche in dem glückſeligen Zuſtande nicht nur erhalten ſind, worinn ſelbi⸗ ge von Dero Herrn Großvaters Koͤnigl. Majeſtaͤt, GEORG dem Zweyten, Glorwurdigſten Andenkens hin⸗ terlaſſen ſind, ſondern derſelbe noch ſehr vermehret und vergroͤſ⸗ ſert worden. Dieſe iſt der Grund, daß zu Waſſer und zu Lande ſo große Siege wider Dero maͤchtigen Feinde durch die Klugheit und Tapferkeit Ew. Majeſtaͤt Krieges⸗Befehlhaber 29o b an an beyden Orten erfochten worden. Denn der große Roͤmiſche Lib. 4. ofße. Burgermeiſter ſagt aus der erfahrung: Parvi ſunt foris a- ma, niſi eſt conſilium domi. Dieſe iſt der Grund, daß durch Ew. Majeſtaͤt vermittelſt des Beyſtandes des Allmaͤch⸗ Eſ 22,4. tigen, die Schwerdter in Pflugſcharen, die Spieße in Sicheln, Eiſen und Bley in Oliven, die Kriege in Lorbeern verwandelt, denen alles ruinirenden blutigen Kriegen geſteuret, und in allen Welttheilen, wo der Krieg ſein Lager aufgeſchlagen Tehabe Frie⸗ de und Ruhe zuwege gebracht worden. Dis iſt eine ſolche ruhmvolle Sache da Ew. Majeſtit ih⸗ ren ſiegreichen Waffen, dadurch ſie ihren Feinden furchtbar und reſpectabel geworden, den ſuͤßen und alles erquickenden Frieden oorziehen, davon ein Roͤmiſcher Staatsmann und Geſchichtſchrei⸗ Lie lbr z6. her ſagt: melior tutiorque eſt certa pax, quam ſpe- rata victoria, haec in tua, illa in Deorum manu eſt. Welcher gemachte Friede das Gebluͤt aller redlichen und getreuen Unterthanen fuͤr Freuden wallend, und die Stimmen jauchzend gemacht, deſſen Genuß nach ſo langen angehaltenen Kriegen ſich beſſer empfinden, als mit einer menſchlichen Feder hinlänglich be⸗ ſchreiben laͤſſet, wenn auch gleich die beruͤhmſten griechiſche und lateiniſche Redner ein Demoſthenes und ein Cicero die Fe⸗ dern dazu ſchaͤrfen. Daher wenn jener Poet die Gluͤckſeligkeit des Friedens in die Kuͤrze faſſen will, ſo iſt davon ſein Ausſpruch: Sas Waie Pax Optima rerum quas homini noviſſe datum eſ. Wenn denn der Herr, wider welchen keine Weisheit kein 3 2.“ Verſtand, kein Rath hilft, den Koͤnigen den Sieg giebet, und alſo der Sieg vom HErrn koͤmt„ wenn der Beherrſcher aller Dinge die die Herzen der hohen Potentaten mitten unter den ſiegenden Waffen zum Friede, zur Wolfarth der Länder, lencket, und ihnen Gedanken des Friedens einfoͤßet, ſo muͤſſen wir zu ſeiner Verherrligung bekennen: Das iſt vom HErrn geſche⸗Pſ. 118, 2. hen, und iſt ein Wunder fuͤr unſern Augen und müͤſſen wir in demuthsvollem Geiſte ferner bekennen: Gelobet ſeyſt du Chron. 30, HErr GOtt Iſrael, dir gebuͤhret die Majeſtaͤt und Gewalt, Herrligkeit Sieg und Dank. Denn alles, was im Him⸗ mel und auf Erden iſt, das iſt den. Dein iſt das Reich und du biſt erhohet uͤber alles zum Oberſten. Du herr⸗ ſcheſt uͤber alles, in deiner Hand ſtehet Kraft und Macht, in deiner Hand ſtehet es, jedermann groß und ſtark zu ma⸗ chen. Nun unſer Gott, wir danken dir, und ruͤhmen den Nahmen deiner Herrligkeit. Da nun GOtt Ew. Koͤ⸗ nigl. Majeſtaͤt zu einem ſo großen Werkzeuge auserſehen, und wir die goͤttliche Regierung in Dero hohen Perſon er⸗ kennen, und mit gebeugten Knien verehren muͤſſen; So wer⸗ den die Geſchichtbucher ſolche Koͤnigl. Weisheit, verknupfet mit Großmuth und Gnade, begleitet von der Gluͤckſeligkeit, bey der kuͤnftigen Welt verewigen, da Dero große und ſo ruͤhmliche Thaten den Ruhm vieler jetztlebender maͤchtigen Prin⸗ zen ſo weit üͤberſteigen, als die Sonne den Mond, und die Sterne der erſten Groͤße die ſogenannte Firſterne. Zu alle dieſer von GOtt verliehenen Gluͤckſeligkeit koͤnnen wir mit voͤlligem Recht zäͤhlen den goͤttlichen Eheſegen, da die Aller⸗ durchlauchtigſte Koͤniginn, Dero Frau Gemahlinn, Ew. Majeſtaͤt mit einem geſunden Cron⸗ und Churprinzen erfreuet ,der die Hofnung küͤnftiger Zeiten, nicht allein Groß⸗ britanniens, ſondern auch des Churfuͤrſtenthums Hannover iſt. b 2 Der 11. 12. 18. A Der Hrr aller Hetren verleihe dieſem theuren Prinzen eine ſtets waͤhrende und bluͤhende Geſundheit, und daß er moͤge wachſen und zunehmen, wie am Alter, alſo an Weisheit und Gnade bey GOtt und den Menſchen. Der HErr Zebaoth lege Ew. Majeſtaͤt Geiſt zwiefäͤltig auf ihn. Wenn aber die geſammten Unterthanen des Churfür⸗ ſtenthums Hannover an der Geburt dieſes Prinzen gleichen Antheil mit der Großbritanniſchen Nation nehmen, und England darüber gejauchzet, und das Churfurſtenthum ge⸗ frolocket; So nehme auch ich alter Bergprediger, mit der innigſten Freude daruͤber durchdrungen, an meinem allerge⸗ ringſten Orte die hofentliche allergnäͤdigſt verſtattete Freyheit meine allerunterthaͤnigſte Gratulation, obwohl noch ſpaͤte, in tiefſter Demuth zu bezeugen und abzuſtatten. Da auch Ew. Koͤnigl. Majeſtaͤt ein maͤchtiger Chur⸗ fuͤrſt des Roͤmiſchen Reichs ſind, und denn der gutige und ſeegensvolle Schoͤpfer Dero Churfürſtenthum in den Harz⸗ gebirgen mit Metallen allerley Art fuͤr den meiſten der ubri⸗ gen Hohen Haͤuſer Deutſchlandes geſegnet, und dieſe ergie⸗ bige Bergwerke nicht nur in ganz Europa, ſondern auch auſſer denſelben, ſowohl wegen der weiſen und vortreflichen Anſtalten, und vorgerichteten Maſchinen zu allem Behuef; als auch wegen des ſo ordentlich eingerichteten Haushalts ſehr berühmt ſind, und den geſammten Braunſchweig⸗Lüne⸗ burgiſchen Landen vor ſo vielen andern ein recht beſonderes An⸗ ſehen geben; So habe ich, da bishero die eigentliche und man⸗ mannigfaltige Beſchaffenheit des Maſchinenweſens und die vortrefliche Anſtalt bey den Oberharziſchen Bergwerken durch Schriften und Riſſe noch nicht zur allgemeinen Nachricht gelanget iſt, nach meinem geringen Vermoͤgen dieſelbe, wie zur Ueberwindung der dabey vorfallenden Hinderniſſen, als auch zur Befoderung, die unterirrdiſche Schaͤtze zu gewin⸗ nen und mit Vortheil zu verarbeiten, daß reines brauchba⸗ res Metall an Silber, Bley und Kupfer daraus erhalten, und aus dem Silber Geld gemunzet werde, in folgender hi⸗ ſtoriſchen Nachricht und Beſchreibung des Maſchinenweſens auf dem Oberharze dem Publico mitten in den groͤßeſten Kriegesunruhen, die das Braunſchweigiſche Luͤneburgiſche Land in vollem Maße mit betroffen, wollen fuͤr Augen le⸗ gen. Ew. Koͤnigl. Majeſtaͤt wollen von Dero von uns weit entlegenen Britanniſchen Inſuln einen Gnaden⸗ ſtrahl und Blick auf mich, und dieſe beygehende Schrift ſchießen laſſen, und allergnaͤdigſt mir erlauben, daß ich mich erdreite, Ew. Majeſtaͤt groſſen Nahmen dafur zu ſetzen, auch damit zu Dero Thron zu nahen, und ſolche zu Dero Fußen allerunterthaͤnigſt niederzulegen. / Wenn denn die ſelbſtaͤndige Weisheit, welche den Weiſen ihre Weisheit, und den Verſtaͤndigen ihren Ver⸗Dan. 2, 21. ſtand giebt, ſpricht: Durch mich regieren die Könige und Pro 8 15. die Rathsherren ſetzen das Recht, durch mich herrſchen die Fuͤrſten, und alle Regenten der Erden, und wir dahero ſolche mit dieſen menſchlichen Vollkommenheiten ausgeruſtete Regenten ſeines Volks demuͤthig zu verehren haben; So c bitte bitte den alles regierenden GOtt, dem wik alle den Men⸗ ſchen vor andern verliehene Vorzuͤge zuſchreiben müſſen. mit innigſter Demuht: Er wolle Ew. Konigl. Majeſtaͤt fer: ner mit allen zum GOtt gefaͤlligen Regiment gehoͤrigen be⸗ b ſondern Eigenſchaften begnadigen und dabey eine dauerhafte un⸗ verruͤckte Geſundheit verleihen, und dieſelbe bis in die ſpaͤteſten Jahre gnaͤdig erhalten. Daneben auch dieſe Chur⸗ und Hochfuͤrſtl. Braunſchweig. Luneburg. geſammte Ober⸗ und un⸗ terharziſche Bergwerke gnaͤdig erhalten, vermehren und ſegnen. In allerunterthaͤnigſter Ehrfurcht beharre Siibus An an Ew. Konigl. Mmjeſtt. b Bergſtadt Altenau kh hate den 17ten April 1763. 5 4 allerunterthaͤnigſter treu gehorſamſter Knecht Henning Calvoͤr, Prediger auf der Koͤnigl. Churfuͤrſtl. freyen Bergſtadt Altenau, im 77 Jahre ſeines Alters, und im ſ0 Jahre ſeines Amtes. Nach ℳ— 8 gſd- — DWWMa Tfffpe M 4)) D— Be lr e NE △—ÿ— ach habe im Jahr 1726 in meinem damahligen Clausthaliſchen A= Schulamte eine lateiniſche Einladungsſchrift von zween Bogen zur Anhoͤrung einiger Schulreden von denen zum Bergwerk . gehoͤrigen mathematiſchen Wiſſenſchaften, da mir beſonders aufgetragen war, die Jugend in denſelben zu unterrichten, unter dem Titul: Programma de hiſtoria recentiori Hercyniae ſuperioris mechanica, oder, von der neuern Hiſtorie des Maſchinenweſens auf dem Oberharze, als auf denen ſieben Bergſtaͤdten, abgefaſſet, welche zu der Zeit wol aufgenommen iſt, wie ich denn auch um die Fortſetzung derſelben von einigen Orten erſuchet bin. Ich habe dazumahl von dem Maſchinenweſen bey dem Oberharziſchen Bergbau, darunter ich alles begreife, wodurch demſelben mit Hinwegraͤumung der Hinderniſſen geholfen, und deſſen Nutzen nach hinweggeſchaffeten Hinder⸗ niſſen befodert wird, ſo viel Nachricht kuͤrzlich ertheilet, als die Grenzen einer ſolchen Schrift zugelaſſen. Wenn ich denn vor einigen zwanzig Jahren veranlaſſet worden, dieſe Rachricht fortzuſetzen und zu vermehren, nachdem ich indeſſen ins Predigamt c 2 auf * 2 Vorberich. auf die Bergſtadt Altenau befodert worden, und derſelben eine vollſtaͤndige Beſchreibung des geſammten Oberharziſchen Maſchinenweſens mit denen dazu gehoͤrigen Riſſen hinzu zu thun; So habe mich dazu um deſto williger entſchloſ⸗ ſen, weil noch nichts von dem geſammten Maſchinenweſen des Oberharziſchen Bergwerks, das doch im ganzen Europa bekannt und beruͤhmt iſt, im Druck erſchienen iſt. Es ſoll zwar der Herr von Beuſt ein Buch von den Berg⸗ maſchinen uͤberhaupt geſchrieben haben. Ich habe aber ſolches noch nicht koͤn⸗ nen zu ſehen bekommen. So bin auch durch des weiland Zehntners in Goslar, Herrn Chriſtoph Andreas Schuͤters, Anno 1738 herausgekommenen und wol aufgenommenen gruͤndlichen Unterricht von Huͤttenwerken, und dahin gehoͤri⸗ gen zu mehrern Fleiß dazu aufgemuntert, damit nebſt denen Huͤttenmaſchinen auch das uͤbrige Maſchinenweſen des Oberharziſchen Bergwerks bekannt werde. Da ich mich nun zu dieſem Zweck nach mehrern Urkunden umgeſehen, auch den Anfang von der letztern Wiederaufnehmung dieſer Bergwerke genom⸗ men, da die kurze Nachricht in dem Programma ſich bis dahin nicht erſtrecket, ſo iſt, was die Hiſtorie und Chronologie insbeſondere betrift mit der Zeit durch fleißiges ſchuͤrfen und forſchen folgendes Werk daraus entſtanden. Und damit alles fuͤr die Liebhaber der Geſchichte beyſammen ſeyn moͤgte; So habe fuͤr noͤthig befunden, die Hiſtorie von dem Unter⸗ und Oberharzi⸗ ſchen Bergwerke auch mit allen moͤglichen Fleiß auszufertigen, weil ſolche noch niemahl und von memanden gruͤndlich unterſuchet iſt. Ich habe auch die⸗ ſelbe ſchon zum Druck uͤbergeben, und ſolte ſolche, nach meiner Abſicht, zuerſt abgedrucket werden, welches aber wegen mancherley vorgefallenen Hinderniſſen nicht geſchehen koͤnnen. Von der Zeit der leztern Aufnahme des Oberharziſchen Bergwerks, als des Braunſchweigiſche jetztgenannten Communion Bergwerks von Anno 1524. und des Grubenhagiſchen von Anno 1554 bis etwa auf 1640 ſind die Urkunden von dem Maſchinenweſen bey dieſen Bergwerken ſehr rar. Denn wie in den erſten Zeiten davon nicht viel in Schrift mag verfaſſet ſeyn, ſo moͤgen auch ſolche bey den erfolgten verſchiedenen Feuerbruͤnſten auf den beyden Bergſtaͤdten, Clausthal und Zellerfeld, wo die Regiſtraturen ſind, verlohren gangen ſeyn. Denn Clausthal hat Anno 1634 den 20. Septemb. einen groſ⸗ ſen Brand erlitten, welche Jahrzahl Martin Hofmann, geweſener Berg⸗ und Stadtſchreiber zum Clausthal, in ſeinem teutſchen Verſen, die er zum An⸗ denken der neuerbaueten, und am 1. Pfingſttage Anno 1642 eingeweyheten Clausthal. Marktkirche drucken laſſen in folgendes lateiniſches chronologiſches Diſtichon verfaſſet: Ah —— Vorbericht. 3 Ah!fLagrante Ignl Septe MbrIs VICena exXClta peocato pVullt Ira patrls. und abermahl den 15. April 1639. da hingegen bey dem großen Brande den 25 Mart. 1725. die Regiſtratur erhalten iſt, obgleich das Herrſchaftliche Amt⸗ haus vom Feuer mit verzehret worden. Und eben ſo mag auch in dem groſ⸗ ſen Brande zum Zellerfeld den 19 Octobr. 1672 von den geſchriebenen Ur⸗ kunden vieles abhanden kommen ſeyn. In dem letztern von dem Wetter⸗ ſtrahl angezuͤndeten großen Brande den 6 Jun. 1737. iſt die Regiſtratur in dem neuen Annthuſt, wohit der Brand nicht gekommen, unverſehrt ge⸗ blieben. 15 Etwas von dem Mafſcinenveſen der erſten Zeiten nach der lezten Wie⸗ deraufnahme des Bergwerks, ſo viel eine kurze hiſtoriſch⸗ chronologiſche Nach⸗ ticht betrift, iſt aufbehalten worden durch eine alte Handſchrift, welche Hardanus Haͤcke, ein Anno 1572 auf der Bergſtadt Wildemann beſtallter Prediger(deſſen Leichpredigt, dem Herzog Julius zu Braunſchweig Anno 1589 den TI. Jul. gehalten, Johann Letzner im 3 Buche ſeiner Daſſelſchen und Einbeckiſchen Chronic im 87. Cap. S. 141. und Philip Julius Rhetmeyer, im 2ten Theil ſeiner Braunſchweig⸗Luͤneburgiſchen Chronic bey der Lebensbe⸗ ſchreibung Herzogs Julius S. 1008 gedenket) unter dem Titul:„Hiſtoria von „ denen im Fuͤrſtenthum Braunſchweig am Harze gelegenen Bergwerken ge⸗ „ ſchrieben,,, und welche ſich mit Anno 1583 endiget, davon mir eine nach der Schreibart damahliger Zeit ſaubere Abſchrift in die Haͤnde kommen. Als mir, nach dem folgende Arbeit dem groͤßeſten Theil nach verfertrget war, von einem vornehmen Goͤnner in Goslar die Magnalia Dei in locis ſub- terraneis, oder unterirdiſche Schatzkammer des Herrn Docét. Medic. Sran⸗ ciscus Ernſt Bruͤckmann, communiciret worden; So habe erſehen, daß er von dieſer geſchriebenen Hiſtorie, die ihm von einem vornehmen Bergbeamten von Zellerfelde zugefertiget worden, ſo viel, als das Bergwerk angehet, im 2ten Theile mit eindruͤcken laſſen. Es findet ſich aber, nebſt verſchiedenen theils groben Schreibfehlern darin S. 433 ein Defect und Luͤcke, indem nebſt andern der Anno 1556 von Herzog Heinrich dem Juͤngern von Braunſchweig erneuer⸗ ten und vermehreten Bergfreyheit, die im Anhange meiner hiſtoriſchen Nachricht von harziſchen Bergwerken aus Haͤckens Manuſeript befindlich, nicht gedacht, und doch etwasaus derſelben, aber ohne Zuſammenhang mit dem vorhergehenden, und mit ſich ſelbſt, angefuͤhret wird. Was ich in dieſem Manuſcript des Haͤckens zur Hiſtorie des Maſchinenwe⸗ ſens bis auf gemeldtes Jahr gefunden, habe ich an gehoͤrigen Orten beygebracht. 1 d Von 4 Vorbericht. Von dieſer Zeit an, als von 1883 bis auf 1640 habe nicht viel geſchriebenes davon ausforſchen koͤnnen. Ein und andere chronologiſche Nachricht habe aus ei⸗ nigen noch vorhandenen, aus denen Regiſtraturen erhaltenen alten Extracten, Ueber⸗ ſchluͤgen und Regiſtern muͤhſam ausgeklaubet, wir an jedem Orte angefuͤhret wird. Die Maſchinen ſelbſt ſind ſo beſchrieben und gezeichnet/ wie ſie itzo beſchaf en ſind. Und da dieſelbe aus verſchiedenen Stuͤcken, oder Theilen beſtehen; So iſt in derſelben Beſchreibung die natuͤrliche Ordnung, wie die Stuͤcke und Theile auf einander folgen, beobachtet. Und in ſolcher Ordnung iſt ein jedes Stuͤck beſonders beſchrieben, und ſind alle Maßen eines jeden auch der kleine⸗ ſten Stuͤcke, an Zollen, Fuͤßen und Lachtern, wie ich ſie ſelber gemeſſen, ange⸗ fuͤhret welches ſich bey den wenigſten, die ganze Maſchinentheatra, oder ein⸗ zelne Maſchinen herausgegeben,. befindet„ da die Maßen erſt an der Zeichnung nach dem Maßſtabe, wenn einer dabey gegeben, muͤſſen geſuchet werden Bey einer und der andern Maſchine findet ſich kein Maßſtab, da bey manchen Riſſen⸗ die mir communiciret worden, keiner bey gezeichnet geweſen. Auf der 28. als lezten Tabelle zum zweyten Theil, iſt Fig. II. 3 Lachter, oder 10 Zoll nach des oberharziſchen Lachters natuͤrlichen Laͤnge gezeichnet, nach welchem alles nach denen beſchriebenen Maßen der Theile einer Maſchine kan gebauet werden. Jede Zeichnungen haben auf die Tabellen nicht koͤnnen gebracht werden, darauf ſie nach der Riege und Ordnung ſich befinden ſolten, weiln es damit langſam von ſtatten gangen, da die Beſchreibung verſchiedener Maſchinen nach allen ihren Theilen und Maßen ſchon fertig geweſen, ehe das Wetter und andere Umſtaͤnde wollen zulaſſen, ſolche an ihren befindlichen Orten abzuzeichnen, da ich vorher dieſelbe nach dem Maßſtabe von 10 Zoll eines hieſigen Lachters ſchon gemeſſen, oder ich einige zuverlaͤßige Riſſe zur Copiirung erhalten, oder auch von denen Maſchinen accurate nach dem Maßſtabe gemachte Modelle koͤnnen be⸗ kommen. So hat man auch dahin ſehen muͤſſen, daß der Raum eines Kupfer⸗ bladtes voͤllig angefuͤllet werden moͤgte, um ſolche nicht unnoͤthig zu vermehren. Die erhaltene Riſſe von denen im Vorſchlag gebrachten Maſchinen ſind von mei⸗ nem Sohn, dem hieſigen Richter, aceurat copiiret, wie auch derſelbe alle uͤbrige nach meiner Anweiſung, und nach denen ihm dazu gegebenen Maßen gezeichnet hat. Wie eine Beſchreibung einer Sache alsdenn erſt ihre gehoͤrige Eigenſchaft hat, und vollſtaͤndig iſt, wenn ſie alle weſentliche Stuͤcke derſelben nach ihrer wahren Beſchaffenheit ſo vorſtellet, daß ſie begreiflich und verſtaͤndlich wird; So kan bey der Beſchreibung mancher Sache, um dieſen Zweck zu erreichen, eine ſonſt beliebte Kuͤrze nicht beobachtet werden. Da man ſich nun den Zweck vor⸗ geſetzet, das hieſige Maſchinenweſen in allen ſeinen Theilen begreiflich zu machen; So iſt aus dieſer Urſache die Beſchreidung dieſer und jener Maſchine etwas weit⸗ laͤuftig gerathen. Wie Vorbericht. 5 Wie kluge Köpfe aus hiſtoriſchen Nachrichten viel gutes ziehen koͤnnen, ſo iſt dienlich, daß auch diejenigen Maſchinen mit der Angeber gehabten Gruͤnden ordentlich beſchrieben werden, die nicht zum Stande gekommen ſind. Daher habe ich die mehreſten allhier geſchehenen Verſuche, wie auch die in Vorſchlag ge⸗ kommene Maſchinen mit deren Beſchreibung, ſo viel davon in den Regiſtraturen befindlich, und ſonſt zu meiner Nachricht gekommen ſind, mit angefuͤhret. Ein jeder, der was neues angiebt, thut es aus gewiſſen Gruͤnden, die er vorher ſo lange unterſuchet/ bis er meynet, daß ſie richtig ſind. Nun kan es ſeyn, daß ein Grund richtig iſt, es kan aber in der Application und in dem Bau etwas verſehen werden, und koͤnnen ſich bey dem erſten Verſuche Schwierigkeiten fin⸗ den, die der Angeber nicht vorher geſehen, noch ſehen koͤnnen, wie auch, wenn derſelbe ein Fremder iſt, Misgunſt, nach menſchlichen Affecten, mit unterlauffen kan. Ueberhaupt kan ein geringer Umſtand machen, und verhindern, daß der erſte Verſuch nicht nach Wunſch von ſtatten gehet. Es kan auch ſeyn, daß eine Maſchine nach ihrer Vorrichtunge koͤnne brauchbar gemachet werden, wenn ein, oder ander Umſtand bey dem Grunde etwas verandert wird. Vielleicht findet ſich denn ein ſinnreicher Kopf unter den Nachkommen, der„ wenn er die Be⸗ ſchreibung lieſet, und dabey den Riß brauchet, den Fehler bemerket, ſolchen ver⸗ beſſert, und die Maſchine zum nuͤtzlichen Gebrauch zum Stande bringet, indem ein Tag den andern lehret, und man zu erfundenen Dingen was hinzuthun kan, daß ſie nuͤtzlich werden. Die hiſtoriſche und chronologiſche Nachrichten des Maſchinenweſens ſind alle aus gemeinen ſchriftl. Urkunden, die mir aus denen vorhandenen Regiſtraturen communiciret ſind, genommen. Es wuͤrden ſolche in Abſicht auf die erſten Zeiten des wiederaufgenommenen Bergwerks voͤlliger ſeyn, wenn nicht manche aufgezeichnete Nachrichten verlohren gangen, oder man die alten Schriften in den Herrſchaftlichen Archiven und weitlaͤuftigen Regiſtraturen durchſuchen koͤnte. Was in der Zeit meines Aufenthalts auf dem Harz, als von 1703 an bey dem Bergbau iſt unternommen, habe ich theils gruͤndlich von den Urhebern bey ih⸗ ren Lebzeiten ausgeforſchet, theils ſelbſt von einigen Jahren her voͤllig angemer⸗ ket, theils auch vollſtaͤndige gruͤndliche Beſchreibung davon erhalten. Die Beſchreibung des geſammten Maſchinenweſens ſelbſt, wie es itzo iſt, und wie es bey dem Anbau geweſen iſt, da einige Maſchinen aus gewiſſen Urſa⸗ chen wieder abgegangen ſind, und der Proceß bey, und mit denſelben, hat nach menſchlicher Moͤglichkeit ihre voͤllige Gewisheit und Richtigkeit. Ich habe zu die⸗ ſem Ende mich bey denen, die mit allen beſchriebenen Maſchinen und Proceſſe mit denſelben zu ſchaffen haben, dieſelbe bauen, oder taͤglich daruͤber die Auf⸗ ſicht haben, oder damit und dabey arbeiten, aufs genaueſte erkundiget, und d 2 nebſt . —— . ö. . r Ae n a —-õr0¹⁶— — —— 6 Vorbericht. nebſt eigener Beſichtigung und Unterſuchung den gewiſſen Bericht von allen ein⸗ gezogen. Ueberdem habe ich zu gemeldten Zweck das Manuſcript, wie es nach einander in ſo langen Jahren ausgefertiget, den Haͤuptern der geſannmten ober⸗ harziſchen Bergwerke, verſchiedenen derer oberſten Officianten, und uͤberdem ein jedes Capitel des zweyten Theils noch insbeſondere denen, in deren ſpeciales Amt die Materie laͤuft, zum durch und nachſehen vorgeleget, da denn, was von denſelben darin iſt angemerket, verbeſſert, oder hinzu gethan worden; wie denn von einigen an ſeinem Orte benannten, ein guͤtiger Beytrag ertheilet iſt, an ge⸗ hoͤrigen Orten beygebracht iſt. 1 ran t uhi Furc iar MNachdem endlich das ganze Werk, nach uͤberwundenen vielen Schwierig⸗ keiten, und angewandten Koſten auf die Correſpondence mit den Bedienten der uͤbrigen Bergſtaͤdte, die mich doch nicht abhalten, und abſchrecken koͤnnen, zum Stande gebracht; So habe ſolches in die Koͤnigl. Großbritanniſche und Churfuͤrſtl. Braunſchweig Luͤneburgiſche Regierung zu Hannover zur Cenſur mit ausgebete⸗ ner Erlaubnis zum Drucke eingeſandt, da denn bey der Publication von Regie⸗ rungswegen nichts zu erinnern gefunden ſit. 2 In der Abhandlung(da ſich mehr in nigro, als in rubro, wie man ſpricht, oder als auf dem Titulblade ſtehet, finden wird, indem ſonderlich in dem 2ten Theile in den Capiteln von den Puchwerken, Huͤtten und Muͤnzen der voͤllige hieſige Arbeitsproceß, auch was ich in denen nach und nach mir vorgefallenen geſchriebenen Nachrichten von auswaͤrtigen Bergwerken und Proceſſen bey den⸗ ſelben gefunden, hinzugefuͤget iſt) wird ſich zeigen, wie die Wiſſenſchaft, Berg⸗ werke mit Klugheit, Nutzen und Vortheil zu bauen, ſonderlich mit Ausgang des vorigen, und Anfang des jetzigen Jahrhunderts bis hieher, gleich wie alle uͤbrige Wiſſenſchaften, aufs hoͤchſte geſtiegen ſey, ſo daß dasjenige, was Johann Baptiſta von Helmont zu ſeiner Zeit, nemlich im Anfange des vorigen Seculi geſaget:„„Die Griechen ſind im Bergwerke nur Anfaͤnger, und, in Betracht „ der Deutſchen, nur unwiſſende geweſen,, itzo in weit groͤßerem Maße zutrift. Unterſuchet man hiebey die Urſache, ſo beruhet ſolche, nebſt dem ſorgfaͤlti⸗ gen und ſparſamen Haushalt, auf dem Anwachs der mechaniſchen Wiſſenſchaf⸗ ten in beyden Stuͤcken, ſo wol, was die Hinwegſchaffung der Hinderniſſen bey dem Bergbau, als die Befoderung deſſelben betrift. Der wegen ſeines Thea- tri Machinarum beruͤhmte Leipziger Mechanicus, Jacob Leupold ließ 1727 oder 28. einen Bogen in groß Folio mit den erſten Buchſtaben ſeines Nahmens, nemlich von einem ſorgfaͤltigen Im Lande, drucken, mit der Ueberſchrift: „ohnmasgeblicher Vorſchlag, wie das Maſchinenweſen bey dem Bergwerke, und „ die Mechanic in beſſeres und beſtaͤndiges Aufnehmen moͤge geſetzet werden.„ Darin er ſonderlich darauf andringet, daß in den Schulen auf den Bergſtaͤdten die Vorbericht. 7 die Jugend in der Matheſi und Mechanie ſolte angefuͤhret werden, damit ſich diejenigen, die ſich davon zum Bergwerk begeben, dadurch helfen, und dem Lande Nutzen ſchaffen koͤnten. Nach meinem geringen und wenigen Ermeſſen wuͤrde der von ihm abgezie⸗ lete Zweck noch eher zu erhalten ſtehen, wenn insbeſondere eine mathematiſche Schule aufgerichtet wuͤrde, darin die faͤhigſten und aufgeweckteſten Koͤpfe von denen, die Berg⸗ und Zimmerleute werden wollen, in der Jugend einige Stun⸗ den in der Woche, die ſie von ihrer ſchon angetretenen Arbeit abbrechen koͤnnen, in den Gruͤnden der Geometrie, Trigonometrie, Static und Mechanic, auch der Aeroſtatic, Hydroſtatic und Hydraulic, als Wiſſenſchaften, da die Phyſic und Geſetze der Natur von der Matheſi appliciret werden, bey welchen allen die Arithmetic zum voraus geſetzet wird, unterrichtet wuͤrden, wie in Eng⸗ land, Holland und Rußland dergleichen Schulen fuͤr die Ingenieurs, Archite- Eten und Schiffer, in großen Staͤdten auch wol fuͤr die Tiſchler zur Erlernung der Seulenordnung, und in Irland Werkſchulen, darin man ſich uͤbet in allerley, was zur Oeconomie und Handlung dienet, ſind. Bey ſolcher Anſtalt wuͤrde ſich der Nutze der Matheſis gewiß mehr zeigen, als itzo, da diejenigen, die ſich auf das Berg⸗ und Zimmerwerk wollen legen, ſich gemeiniglich in den gewoͤhnli⸗ chen Schulen ſo lange nicht aufhalten, bis ſie in ſolchen Wiſſenſchaften koͤnnen nohtigen Grund legen, und nur diejenigen, die ſtudiren wollen, und zu dem En⸗ de die Schule fortſetzen, die Matheſin lernen, und damit auch wol auf der Aka⸗ demie fortfahren. Kommen von ſolchen einige hernach zu Bedienungen bey dem Bergwerke, ſo komt ihnen zwar die Theorie der mathematiſchen Wiſſenſchaften bey dieſem und jenem Vorfall und Gelegenheit zu ſtatten; aber da es ihnen an der Erfahrung in Praxi fehlet, wie dieſes und jenes anzufangen und zu bauen, ſo mag durch die bloße Theorie allein der Nutzen dieſer Wiſſenſchaft nicht errei⸗ chet werden. Da hingegen ſolche, welche Praxin beym Berg⸗und Zimmerwerk haben, die Theorie recht zum Nutzen anwenden koͤnnen, und daher auch dazu erlernen ſolten, welches aber in den gewoͤhnlichen Schulen nicht geſchicht. Ich habe ins 17. Jahr in meinem Clausthaliſchen Schulamte, erſtlich als Conrector, hernach als Rector, die Jugend in der Matheſi mit unterrichtet, und darunter gar faͤhige Koͤpfe gehabt, die in allen vorhin gemeldten Theilen gruͤndliche und hinlaͤngliche Wiſſenſchaft erlanget. Ich weiß mich aber nicht auf einen einzigen zu beſinnen, der ſich von ſolchen aus der Schule zum Berg⸗oder Zim⸗ merwerk begeben, und dabey mit ſolchen mathematiſchen Wiſſenſchaften, vermit⸗ telſt der Theorie, Nutzen geſchaffet haͤtte. Und ſo gehet es bey dem Maſchinenweſen mehrentheils verkehrt zu, da man ſolte aus der Theorie zur Praxi gelangen, ſo muß man aus der Praxi zur Theorie kommen. Hat itzo ein Mann durch lange e Praxin 8 Vorbericht. Praxin und Erfahrung einige Gruͤnde in der Theorie erlernet, die ihm zu meh⸗ rern Erfindungen behuͤlflich ſind, er behaͤlt aber ſolche fuͤr ſich, und ſtirbet, ſo wird ſeine Wiſſenſchaft mit begraben. Wie lange muß aber ein anderer wieder lernen, ehe er aus der Praxi zur Theorie kommt, daß er mehrere Vorrichtun⸗ — gen kann machen, als er von ſeinem Meiſter gelernet, wobey er denn doch wol keine Ausrechnung verſtehet. Hat er nicht ein guͤnſtiges Naturel zu denken, und zu erfinden, ſo kommt er bey dem Mangel der Theorie nicht weiter, als er von ſeinem Meiſter gelernet, und unter Haͤnden hat, da er doch, wenn er gleich in der Jugend in der Theorie waͤre angefuͤhret, und dadurch zugleich geſchicklich worden, die von den mathematiſchen Wiſſenſchaften uͤberhaupt, oder von dieſer und jener insbeſondere handelnde deutſche(von lateiniſchen und franzoͤſiſchen wil ich nicht ſagen) Buͤcher zu leſen, er ein weit mehrers wuͤrde leiſten koͤnnen. Der weiland Maſchinendirector Bartels, der in ſeiner Jugend die Markſcheidekunſt erlernet, und im Kriege bey der Artillerie geweſen, klagte bey mir ſehr, da er mich oft beſuchte, daß er keine lateiniſche und franzoſiſche Buͤcher von den ma⸗ thematiſchen Wiſſenſchaften leſen, und ſeine Wiſſenſchaft in dieſer Sache ver⸗ mehren koͤnnte.“ Es geſchiehet oft, daß ein Gedanke, den man in einem Buche findet, zu vie⸗ len Nachdenken und Schluͤſſen, und bey einem in der Praxi ſtehenden und er⸗ fahrnen zur gewiſſen Application Anlaß gibt, daran der Schriftſteller nicht ge⸗ dacht, und kan ein theoretiſcher Grund zu mehrern Dingen angewendet werden, als wozu ihn der Autor gebrauchet. Dieſes zu zeigen, wil ich nur ein Exempel anfuͤhren. In der Hydroſtatic, oder Waſſerwagekunſt fließet aus einem rich⸗ tigen Grunde dieſer Satz: Ein Gefaͤß, zum Exempel von Eiſen, welches in gleicher Groͤße, oder verglichen mit dem Waſſer, an ſich ſchwerer, als daſſelbe iſt, und daher darin niedergehet, kan auf dem Waſſer ſchwimmend gemachet werden, wenn ihm eine gebuͤhrende Hoͤhlung, oder breitere Baſis und Boden, als die unter demſelben ſtehende Waſſerſaͤule iſt, gegeben wird. Dieſen theore⸗ tiſchen Grund haben die Ruſſen vor einigen Jahren auf die Schiffbaukunſt ap⸗ pliciret, darauf die Mathematiker, welche dieſen Grund gezeiget, nicht gedacht. Schweden und Finnland haben an den Scheren, oder hohen Klippen in dem Meere, eine natuͤrliche Bruſtwehr, daß man mit ordinair⸗ und gewoͤhnlicher Weiſe gebaueten Schiffen nicht leicht, und ohne Gefahr, daran zu ſtoßen, und zu ſcheitern, kan ans Land kommen. Es wurden aber von den Ruſſen breite und platte Galeeren gebauet, da die Laſt derſelben eine groͤßere Baſin gegen die darunter ſtehenden mehrern Waſſerſaͤulen bekam, und daher nicht ſo tief im Waſſer gingen, wie die bisher gewoͤhnlichen, womit ſie gluͤcklich uͤber die Klip⸗ pen konten wegſegeln, und in Schweden und Finnland Anno 1719 und 1720 nt einbrechen/ 1 Vorbericht. 9 einbrechen, und die Bergwerke ruiniren. Und ſo koͤnnen aufgeweckte ſinnreiche Koͤpfe die gefaſſeten theoretiſchen Gruͤnde, und was ſie etwa dabey in Buͤchern finden, auf beſondere vorkommende Faͤlle appliciren, und großen Nutzen damit ſchaffen, welches aber nicht geſchehen kann, wo ſie nichts weiter wiſſen, als was die Vorfahren an ihrem Orte ſchon bewerkſtelliget, oder ihnen ſelbſt ohn⸗ gefehr in die Haͤnde kommt, und auſſer dieſen bey ihnen kein Vorrath der Wiſ⸗ ſenſchaften vorhanden, dadurch ihre Gedanken zum Nachſinnen koͤnten erwecket werden. Iſt uͤbrigens in dem folgenden Werke nicht alles nach dem verſchiedenen Gout der Leſer eingerichtet, ſo iſt zu bedenken, daß nichts ſchwerer ſey, als al⸗ len gleich zu gefallen, wie die taͤgliche Erfahrung lehret, daß Schriften mancher⸗ ley Cenſuren nach dem angenommenen mannigfaltigen Maßſtabe der Beurthei⸗ lung und nach den Affecten gegen derſelben Urheber unterworfen ſind. Auch ſu⸗ chen einige darin ihren Nuhm, daß ſie was tadeln konnen, ob ſie gleich nicht im Stande ſind, es ſelber auszufertigen, oder beſſer zu machen. Solten auch manche urtheilen, daß dieſe Arbeit zu meinem jetzigen Amte nicht gehoͤre; So verweiſe ich ſolche zu dem Urtheil des Herrn Doct. und Pro- feſſor. Theolog. zu Helmſtedt, nachmahligen Abt zu Lockum, Johann Chriſt. Boͤhmers in ſeiner Vorrede vor Herrn Johann Georg Leuckfelds Antiquita- tes nummarias, oder hiſtoriſche Beſchreibung der Blechmuͤnzen, da er ſchreibet, „„ daß einem evangeliſchen Prediger erlaubet ſey, ohne Abbruch ſeiner geiſtlichen „ Verrichtungen, auf hiſtoriſche, oder andere dem Publico nuͤtzliche Wiſſenſchaf⸗ „ ten, die er in der Jugend excoliret, ſich ferner zu legen, darin was zu edi— „ ren, und die von Amtsgeſchaͤften ledige Zeit darauf zu verwenden, wird wol „ kein vernuͤnftiger Menſch in Zweifel ziehen. Wer das Gegentheil im Ernſt „ behaupten wolte, waͤre gewiß mehr des Mitleidens, als einer Widerlegung „ wehrt. Es ſind auch der Geiſtlichen in unſer evangeliſchen Kirche ſo viel nicht, „ die ſolche Nebenſtudia treiben; daß man alſo den Fleiß dererjenigen wenigen, „ die es thun wollen und koͤnnen, durch ſo unglimpfliche, und ungegruͤndete „Vorurtheile nicht hemmen noch unterbrechen darf.„ Wem alſo bekannt iſt, daß meine Pflicht in meinem bis ins 17. Jahr zum Clausthal gefuͤhrten Schulamte geweſen, nebſt den fremden Sprachen die Jugend in den mathematiſchen Wiſſenſchaften, worin ich von Jugend an ein groß Vergnuͤgen gefunden, zu unterrichten, wodurch mir Anlaß gegeben wor⸗ den, das hieſige Maſchinenweſen in dieſem und jenem Stuͤcke mir bekannt zu ma⸗ chen, um meinen Scholaren dabey die Application der theoretiſchen Lehren zu zeigen, und einen Begrif davon zu machen; der wird mir nicht verargen, daß ich meiner natuͤrlichen Neigung zu ſolchen, wie auch hiſtoriſchen Wiſſenſchaften 80 e 2 4,e 2, Jree es. an 110 Vorbericht. an dieſem einſamen Orte in den vorgefallenen Nebenſtunden, welche mit muͤßig gehen zuzubringen, oder mit unnuͤtzem Zeitvertreib zu verſpillen, mir nicht ge⸗ geben iſt, nachgefolget, zumahl jenes ſcharfſinnigen alten Romers Ausſpruch wahr befinde: Otio, qui neſcit uti, plus negotii habet, quam cum eſt ne- gotium in negotio. Daß ich aber dabey in meinen ſaͤmtlichen obliegenden Amts⸗ geſchaͤften nichts verſaͤumet, daruͤber kann ich mich auf das Zeugniß der hieſigen ganzen Bergſtadt berufen. 33 w ee Letzlich haben wir GOtt zu danken, daß er immer Bezaleels erwecket, und Leute mit ſolchem Verſtande, Weisheit und Geſchicklichkeit baaber, dadurch, wie das Gewerbe bey andern zur Aufnahme des gemeinen⸗ zeſens dienlichen Stucken, als auch der Nutze des Bergwerks kann befodert und verbeſſert wer⸗ den. Deſſen Gnaden Obhut ich den geehrteſten Leſer, mich aber ſeiner Gunſt empfehle e es dei: Alrnah auf dem Harz, 362 24 1s Gen. en 6. Sept. 1763. 3 Henning Calvoͤr, Prediger auf der Abnial ehntfürſte freyen Bergſtadt — Inhalt des erſten Theils. „ 11 Dir Inhalt der abgehandelten hiſtoriſchen Nachricht und Beſchreibung des Ma⸗ ſchinenweſens bey dem Bergbau auf dem Oberharze beſtehet in zwey Theilen. Der l. Theil. Handelt von den Maſchinen und Huͤlfsmitteln, dadurch die Hinderniſſen bey dem Bergbau aus dem Wege geraͤumet werden, in zwey Capiteln. Das I. Capitel. nufi Handelt von den Maſchinen, welche die von der Luft, hier Wetter genannt, her⸗ ruͤhrenden Hinderniſſe bey dem Bergbau aus dem Wege raͤumen, hat 3 Abtheilungen. Die 1. Abtheilung handelt von den hier ſogenannten Treckwerken. 47 Die 2. von den Windſchaͤchten und Luftloͤchern. Die 3. von dem Hinblaſen der friſchen Luft, und Wegziehen der ſtehenden Luft und Wetter. — Das lII. Capitel. Handelt von den Maſchinen und Huͤlfsmitteln, womit die bey dem Bergbau von dem Waſſer in den Schaͤchten und Gruben herruͤhrenden Hinderniſſe uͤberwunden, und aus dem Wege geraͤumet werden. Hat 3 Abtheilungen. Die 1. Abtheilung handelt von den Stollen und deren Bau. Die 2. von den Waſſerkuͤnſten, deren Bau, und ſaͤmmtliche Stuͤcke derſelben nach ihren Maſſen und Beſchaffenheit beſchrieben werden, und ferner von dem Vermoͤgen einer Kunſt mit ausgerechneten Tabellen. Die 3. von dem Aufſchlagewaſſer auf die Kuͤnſte, und Beſchreibung der alten und jetzigen Art, Teiche zur Sammlung und Erſparung der Waſſer zu bauen. Von dem Bau der Teiche in Meiſſen und Boͤhmen, und von dem großen Oderteiche zu den Sanct Andregs⸗ bergiſchen Bergwerken, deſſen Damm mit Sand und großen Steinen vorgerichtet iſt. Die⸗ ſe hat zwey Unterabtheilungen. Die 1. handelt, nach beſchriebenen Grabenbau zur Ableitung des Waſſers aus den Tei⸗ chen an die gehoͤrigen Orte, von denen Vorrichtungen und Maſchinen, die Waſſer zu erſparen, oder dem ſich begebenden Waſſermangel zu Huͤlfe zu kommen, was zu dem Ende vor mancherley Maſchinen von 100 Jahren vorgeſchlagen, und was vor Verſu⸗ che bisher geſchehen. Die 2. handelt davon, wie man vor 28. Jahren dem Waſſermangel auf den Clausthali⸗ ſchen Hauptzuͤgen durch eine lange koſtbare Waſſerleitung, vermittelſt Ausfuͤllung eines langen und breiten Thals zwiſchen zwenen Bergen, ſo viel zu dieſem Zweck noͤthig, durch einen daruͤber gemachten breiten und hohen Damm abgeholfen. Vorbericht. Der Erſte Theil handelt alſo Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, dadurch die Hinderniſſe bey dem Bergbau aus dem Wege ge⸗ raͤumet werden. De Hinderniſſe bey dem Bergbau ſind, auſſer andern, beſonders der Mangel friſcher Luft oder Wetter in den Stollen, Schaͤchten und Gruben, und das Waſſer in den Gruben. Daher folgen zwey Capitel. Das IJ. Lapitel. Von denen Maſchinen, welche die von der Luft herruͤhrenden Hin⸗ derniſſe bey dem Bergbau aus dem Wege raͤumen. Erſte Abtheilung. §. I. enn ein Schacht mit einem Stollen, oder mit einem Schachte, durch⸗ Wo die Wetter ſchlaͤgig, und der eine lihtr als der andere iſt, oder der Stollen von ſelbſt ſich ein Lichtloch hat: So finden ſich die zum Brennen der Lichter, und iinden. zur Verrichtung der Arbeit noͤthigen Wetter, oder der Luftwechſel, nach der Erfahrung von ſelbſten, indem die Luft entweder in den Stollen hinein faͤller, und zum Schacht wieder ausgehet, oder umgekehrt; oder auch die Luft in einen I. Theil. A Schacht 2 J. Th. I. Cap. I. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß Schacht hineinfaͤllet und aus dem andern wieder ausziehet. Da denn die Erfah⸗ rung lehret, daß im Winter die Wetter in die niedriger liegenden Schaͤchte ein⸗ fallen, und aus den hoͤher liegenden wieder ausziehen, im Sommer ſolches aber um⸗ gekehrt iſt.() — 2. 1— Wo diſabihen Wo lange Stollen, oder Feldorter zu treiben ſind, da haͤufen ſich in der ſtille mangelu. ſichenden Luft Dampfe, die von dem Grubenlicht, oder der Dunſtung der Arbei⸗ ter, oder der Erde ſelbſt herruͤhren, und die Luft zur Unterhaltung des Lichtes und der Reſpiration untauglich machen. Dieſes geſchiehet auch in denen Schaͤchten, die mit keinem tiefen Stollen, oder mit keinen andern Schaͤchten in der Naͤhe durchſchlaͤgig ſind, auch, wenn ein oder mehr Schaͤchte unter dem Stollen, oder einer Strecke, ſehr tief abgeſunken ſind. Man nennet dieſes, keine Wetter oder matte Wetter haben. §. 3. 4— Sbieuuf gent Um nun auf einem Stollen den Luftwechſel zu befoͤrdern, ſo werden Treckwerke Wertermangel und Windfaͤnge in den Stollen angelegt, welche der Bergmann Getrepperich durch Treckwer nennet. Die Sohle des Stollens wird in der Mitte 20 Zoll hoch zu beyden ke abgeholfen Seiten mit halben Schalen, oder geſpaltenem Holh beſetzet, welche auf der Sohle ., I. zu beyden Seiten 4A Zoll weiter heraus als oben ſtehen, daher ſie auf der Sohle 26 bis 28, oben äber nur 18 bis 20 Zoll von einander ſtehen, damit die Schalen 7 unten von dem neben geſtuͤrzeten Berg nicht hineingedruͤcket werden. Dieſe bey⸗ den Schalen werden nach jedem Lachter mit zwiſchen gelegten Zwingen(das iſt Kloͤtzern, die an beyden Enden zu halben Holz 4 bis 6 Zoll abgeſchnitten ſind, daß das volle Holz zwiſchen die Schalen tritt, und die zu halben Holz abgeſchnittene Ende auf den Schalen liegen,) fuͤr dem Ein⸗und Zuſammendruck verwahret, und mit halben Brettern, oder geſpaltenem Holze, zugeleget. Der Raum zu beyden Seiten, wie auch die aufgelegten Bretter/ werden 4 bis 5 Zoll hoch mit Berg be⸗ ſtuͤrzet/ daß nirgend Luft ein⸗ oder ausdringen kann. Auf dem Berg uͤber dem Treckwerke werden Pfoſten, das iſt etwa 24 bis 3 Zoll dicke Bretter M. geleget, daß der Berg mit dem Karrn daruͤber weogeuſen werden kann. Dieſes iſt das Treckwerk an ſich ſelbſt, welches einer Abzucht gleichet dadurch die Stollenwaſſer aus dem Mundloche E. abflieſſen. Es wird ſo weit fortgefuͤhret, bis ein Durch⸗ ſchlag gemacht, und friſche Wetter erhalten werden, oder der Stollen aus bewegen⸗ den Urſachen nicht weiter fortgetrieben wirrdt. Am Tage wird uͤber dem Stollen einige Lachter hinter deſſen Mundloch ein Loch A. dohnlaͤgig gegen den Stollen bis auf die Foerſte, oder in den Stollen, nieder gebrochen, und wie ein Schacht ins Gevierte ausgezimmert, zuletzt in der Weite, daß ein Mann durchkriechen kann: oder es wird auch wol in dem Loche erſt 3 bis 4 Lachter ausgelenket und fortgeſtellet, und denn dohnlaͤgig nach der Foerſt das Loch zugekehret bis 4 Lachter, das iſt 20 Zoll, hinter eine vor ein paar Thuͤrſtoͤcke recht vortretende und in den Stollen hineinwerts auf⸗ gehende 0) Dieſes Phänomenon iſt eigentlich alſo zu erklären: Im Winter iſt die äuſſere kuft külter als die Erde, und die in ihren Schachten befindliche Luft iſt alſo auch wärmer, dünner und leichter als die äuſſere. Im Sommer iſt es gerade umgekehrt. Nun ſind(Tab. 1. F. 1.) be und ed zwey ungleich hohe durchſchlägige Schächte, wovon der niedrigere bis zur Höhe des andern von d nach a verlängert worden. Im Winter iſt der Druck der Saäule be kleiner als der Druck der Säule ca, welche von d bis a aus der äuſſern, kalten and ſchwerern Luft beſtehet, mithin zieht die Luft durch d hinein und durch bheraus. Im Sommer aber findet das Gegentheil ſtatt, 9 weil nun der Theil ad von der Säule ed ans der äuſſern leichtern Luft beſteht. Wenn hinge⸗ gen die äuſſere und innere Luft von gleicher Dichtigkeit ſind, wie ſolches im Frühlinge und Herb⸗ ſte zu erfolgen pflegt: So wird die Luft in e von beyden Seiten gleich ſtark gedruckt, und der Luft⸗ zug muß ſo lange inne ſtehen; wie dieſes die Erfahrung bekräftiget. von der Luft bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 3 gehende Thuͤr B. da die Oefnungen neben den Thuͤrſtoͤcken und uͤber der Kappe mit Letten fuͤr dem Ausdringen der Luft wohl verwahret werden. Sollen aber die Koſten zum ganzen kleinen Schachtgezimmer nicht angewendet werden: So wird das Loch nach einigen Stuͤcken Holzes nur mit Brettern ausge⸗ ſchlagen, welche unten als ein ungleiches Viereck enge zugehen. Wenn im Loche nicht ausgelenket und fortgeſtollet, ſondern ſolches ſofort gegen die Foerſt zugekeh⸗ ret wird: So wird die enge Oefnung des Vierecks in ein in der Foerſt des Stollens uͤber die Kappen gelegtes mit einem Brette zugedecktes, und mit Letten wol ver⸗ ſchmiertes Gerinn, oder Lutte C. ſofort eingefuͤget. In dieſem Gerinn werden nach der Reihe mehrere dergleichen zugedeckte und verſchmierte Letten eingefuͤget, und in der Foerſt ſo weit fortgefuͤhret, als es fuͤr noͤthig befunden wird. Da denn etwa 4 Lachter vor ihrem Ende die Thuͤr auf gemeldte Weiſe vorgepaſſet wird. Ueber das Loch wird am Tage ein viereckigtes Gehaͤuſe D. mit 4 Thuͤren, die ſich hineinwerts oͤfnen, und mit 4 viereckigten Loͤchern im Boden, die mit nie⸗ derwerts gehenden Thuͤrlein verſehen ſind, geſetzet. Dieſes heißt der Trichter. An dieſem Gehaͤuſe werden jedesmal die zwo Thuͤren mit den davor ſeyenden zwo Loͤchern im Boden, welche dem Winde entgegen ſtehen, offen gelaſſen; die an⸗ dern zwo aber werden mit den zwo Loͤchern verſchloſſen. Durch die zwo Thuͤ⸗ ren und Locher wird entweder der Wind in den Stollen gefuͤhret, und da der Stollen vor dem Ende des Gerinnes C. mit einer Thuͤr verſchloſſen, der Wind aber ſtaͤrker, als die im Stollen hinter der Thuͤr ſtehende Luft iſt, ſo gehet er im Stollen fort bis fuͤr das Ort, treibet die matten Wetter unter dem beſchrie⸗ benen Treckwerke fort, und zum Mundloch deſſelben hinaus: Oder, wo das Mund⸗ loch, und alſo das Treckwerk, in dem Stollen viel niedriger als der Windfang am Tage iſt: So gehen duch wol die friſchen Wetter in das Treckwerk, nach der Er⸗ fahrung, hinein, und die faulen gehen durch das Gerinne, oder Lutten, in der Fverſt zum Windfange hinaus; und ſo wird auf beyderley Art ein Luftwechſel im tollen erhalten. Mit einem ſolchen Treckwerke und Windfange iſt der hieſige Schulthaler Stollen faſt 400 Lachter fortgebracht. Dieſe Art, einen Luftwechſel zu befoͤrdern, iſt ſchon in alten Zeiten auf den Böhmiſchen, Saͤchſiſchen und Harziſchen Berg⸗ werken im Gebrauche geweſen. Johannes Mattheſius gedenket derſelben in der 12ten Bergpredigt. Georg Agricola in ſeinem 6ten Buche vom Bergwerke, und nach ihm Georg Engelhard Loͤhneyß in ſeinem Berichte vom Bergwerke haben dieſelbe, aber ſehr kurz und unvollkommen, beſchrieben und gezeichnet. Zwote Abtheilung. Von den Windſchaͤchten oder Lichtloͤchern. §. 1. § Sem die Treckwerke ihre Dienſte nicht laͤnger thun wollen: So muͤſſen Wind⸗ Bartels Vor⸗ ſchaͤchte oder Lichtloͤcher gebauet werden. Da aber ſolche, gleich andern ſohlag einer Schaͤchten, große Koſten und viel Zeit erfodern: So hat der 1721. verſtorbene Vohrmaſchine. Zellerfeldeſche Maſchinendirector, Johann Juſt Bartels, eine Bohrmaſchine mit aushauenden eiſernen geſtaͤhlten Meiſſeln an einem Kolben erfunden, welche vermittelſt eines Nades von zween Menſchen aufgezogen werden, und durch ihre eigene Schwere wieder hart niederfallen ſollte. Als es Anno 1713. dem Rabenſtollen auf dem C lausthalſchen Thurm Ro⸗ ſenhoͤferzuge an Wettern fehlte, hat er zuerſt geaͤuſſert, daß er ſich getraue, uiheſ dieſer Maſchine. das Geſtein 5 bis 6 Zol im Durchmeſſer auf 50 und mehr Lach⸗ 2 ter Was er dazn gefordert. 4 1. Th. I. Cap. 2. Abth. Von denen Maſchinen welche die Hinderniß ter ſenkrechter Tiefe binnen Jahresfriſt zu durchbohren, daß dieſes Bohren bey Ermangelung der Wetter auf Stollortern, anſtatt der Lichtloͤcher dienen, und fri⸗ ſche Wetter vom Tage dadurch zugeführet werden koͤnnten. Wenn auch, wegen Berg⸗ und Erzfoderung, auf inwendige Schaͤchte, Stollen, ſtreichende Gaͤnge, oder ſonſten auf ablaufende Oerter, Schaͤchte vom Tage angeſetzet und abgeſunken wer⸗ den muͤſten, ohne daß man das nöthige Waſſer zu Kuͤnſten haben koͤnnte: So würde ebenfalls ſolches Bohren nuͤtzlich ſeyn, indem nach geſchehenem Durchbohren die allda zuftießenden Waſſer hindurch fallen koͤnnten, daß alſo ohne Verhinderung der Waſſer abzuſinken, und einen Schacht ohne Kuͤnſte durchzubringen moͤglich waͤre. Daß ferner liegende Gaͤnge, als Steinkohlen und dergleichen, durch dieſes Mittel wuͤrden aufzuſuchen ſeyn, und ſo weiter. §. 2. Zur Vorrichtung einer ſolchen Bohrmaſchine wird 1) nach ihm ein Haus erfordert von 28 Fuß in Balken, 32 Fuß in Blattſtuͤcken und 7 Fuß Hoͤhe im Saͤulwerk, welches man nach Belieben abbrechen und an jedem Orte, wo die Ma⸗ ſchine nothig iſt, wieder aufrichten kann. 2) Die Maſchine ſelbſt beſtehet aus ei⸗ ner Spindel mit dem Schwankbaum, Trieb, Kampe, Hebe⸗ und Schwankrade, großem auch kleinem Korbe, Ruͤck⸗Schlag⸗ und Hebezeuge, welches zuſammen ohn⸗ gefehr fuͤr 250 Thlr. zu haben waͤre. 3) Das Bohrgezaͤhe duͤrfte wenigſtens 40 Thlr. und alſo die ganze Vorrichtung etwa 300 Thlr. koſten. Das Bohrgezaͤhe im Stande zu erhalten, wenn damit gebohret wuͤrde, rechnet er wöchentlich mit dem Geleuchte des Nachts ohngefehr auf 2 Thlr. 3 haͤlt er 4 Perſonen fuͤr noͤthig, die ſich alle 6 Stunden je zwey und zwey abloͤſen muͤſten, und insgeſamt woͤchentlich mit 3 fl. zu unterhalten waͤren. Wenn erfo⸗ dert wuͤrde im Winter zu bohren: So muͤſte etwas auf Feuerholz gerechnet werden. Vor dem Gebrauch der Maſchine muͤſte, wenn der Ort, wo man hinein bohren ſoll, vom Markſcheider zu Tage ausgebracht worden, der loſe Berg, oder die Dammer⸗ de, erſt bis auf das Geſtein abgetragen werden. Erklärung dr- Dieſes Bohrwerk hat der ſel Bartel⸗ auf einem Riſſe, aber ohne Maßſtab, Maſchine. Tab. II. mit folgender Erklaͤrung und Unterricht zum Bohren vorgeſtellet. Erklaͤrung des Riſſes. AA. die Spindet. BB. der Schwenkbaum. CC. die Joͤcher, daran die Leute ſchieben. DD. das Sternrad. E. das Heberad. F. die Arme, worauf das Stern⸗ und Heberad liegen. G. das Getriebe. H. das Schwungrad. I. des Schwungrades Welle. K. der große Korb. L. der Hebearm auf dem Rade. M. der Hebe⸗ und Schlagarm uͤber dem Geſtelle des Bohrers. N. die Hebe⸗ und Schlagwelle. O. das Bohrgeſtelle. P. der kleine Korb. eiſerne Stange mit dem Gewirbe zum drehen. K. Roͤhre, ſo ſich in dem Korbe drehet. 8. die Danzſcheibe. T. das Ruͤck⸗ oder Dre⸗ hezeug. U. eine Scheibe, darauf gebet W. ein Seil, deſſen beyde Enden mit eiſernen Hacken verſehen. X. die Leitungen. Y. das Seil, woran der Bohrer haͤngt. Z. ein dinner Cechiud, wen deh Woher noeanne wird. 1) Ein gebohrtes Loch, darinn 2) der Bohrer zu ſehen. 3) Ein Ring, dadurch die Bohrſtange gehet. 4) Der Korb auf dem Bohrer. 0) Drey ſtarke eiſerne vrchde 6) Der Kolben zum bohren. 7) Fünf Bohrmeiſſel,(an dem wuͤrklich verfertigten Boh⸗ rer ſind 8 Meiſſel befindlich geweſen.) 8) Schrauben, womit die Bohrmeiſſel ange⸗ ſchraubt werden. 29) Die Thuͤr, den Berg auszunehmen, und inwendig zu der Bohr⸗ ſtange kommen zu koͤnnen. 10) Des Bohrers Hals, daran die Bohrſtange befeſtiget iſt. 11) Die inwendige Hoͤhlung. 12) Der Grund des Bohrlochs. 13) Ein abſe⸗ tzendes Geſtein. 14) Eine Kluft mit druſigem Geſtein. 17) Eine Oefnung im Geſtein oder Kluft. 16) Die Hebezange. 17) Der Sucher oder Angel. 1 Art ur Bewegung der Maſchine von der Luft bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 5 Art zu bohren. Durch Menſchen wird der Schwenkbaum B. und alſo die Spindel A. nedſt dem Sternrade D. und Heberade E. umgetrieben. Das Sternrad bringet das Getriebe G. nebſt dem Schwungrade H. in Bewegung, welches das Ruͤcken oder Prellen der Ma⸗ ſchine verhuͤtet, und dieſelbe in gleichem Gange erhaͤlt. Wenn das Werk umgetrieben wird, ſo ſchiebet ſich der Hebebaum L. und hebet den Hebe⸗ und Schlagarm M. in die Hoͤhe, welcher denn den kleinen Korb P. die Roͤhre R. die Danzſcheibe S. nebſt der Bohrſtange J. und den Bohrer Nro. 2. insgeſamt in die Hoͤhe ziehet. Im Aufheben wird der Bohrer bey T. gedrehet, und fäͤllt ſofort wieder nieder, und zerſchrotet mit den Meißeln Nio. 7. das Geſtein. Dieſe Meiſſel gehen alſo immer auf und nieder, und veraͤndern jedesmal ihre Stelle. Mit dem großen Korbe K. wird durch Huͤlfe des Seils W. von dem kleinen Korbe P. der Bohrer herauf geholet, um den Bohrberg, ſo ſich in die inwendige Holung Nro. II. unter der Thuͤr Nro. 9. geſetzet, heraus zu nehmen, und ſo es noͤthig, ſcharfe Meißel anzuſchrauben. Im Anfange des Bohrens laͤßt man den Bohrer in einer ſenkrechtſtehenden hoͤlzernen Röͤhre ſpielen, damit er nicht aus ſeiner Richtung kommen moͤge. In einiger Tiefe ge⸗ heet der Bohrer von ſelbſten perpendicular, wenn er ſchon in druſig Geſtein Nro. 17. in Oefnungen oder kluͤftig Geſtein Nro. 14. oder in abſetzendes Geſtein Nro. 13. kaͤme. Es kann auch der Bohrer bey vorfallenden Oefnungen, Kluͤften, oder Druſen im Heraus⸗ ziehen nicht unterfaſſen oder ſtecken bleiben, weil der Korb oben an dem Bohrer Nro. 4. abweiſet. Wann kluͤftig und druſig Geſtein angetroffen wird, ſo kann der Bohrer nicht jaͤhlings hinein rutſchen, und ſich darin klemmen, oder anpfaͤnden, weil derſelbe nur auf 1. oder auf 1 ½ Zoll tief einzufallen bey Z. in dem eiſernen Schurz angeſpannet wird. Aus glei⸗ cher Urſache kann das Abſetzen des Geſteins Nro. 13. den Bohrer nicht auf die Seite lei⸗ ten, auch deshalben weil die eiſerne Ringe Nro. 5. den Bohrer im Bohrloche ſehr feſte, und mit Gewalt anhalten, bis daß die Meißel Nro. 7. das Abſetzen des Geſteins angegriffen, und wieder Bruſt gefaſſet haben. Wann der Bohrer herausgehoben, oder auch anderſt angeſpannet werden ſoll, ſo muß mit der Hebezange Nro. 16. die Bohrſtange uͤber dem Bohrloche gefaſſet, und in die Hoͤ⸗ he gehoben werden, damit der kleine Korb P geloͤſet, und auch wieder feſte gemachet wer⸗ den kann. Dafernees ſich zutragen ſollte, daß die Bohrſtange, ſo ein Tau oder Brem⸗ ſenſeil iſt, zerbrochen wuͤrde, ſo muß mit dem Sucher oder Angel Nro. 17. der Bohrer wieder herausgeholet werden. Uebrigens iſt das gebohrte Loch nebſt dem Bohrer nicht nach Proyorin der Maſchine ſondern etwas groͤßer genommen, um ſolches kenntlicher vorzuſtellen. §. 4. Ass dem Erfinder unter andern Zwefeln auch dieſer gemacht worden, wie Seine Beant⸗ man hoffen koͤnne, bey einem ſo kleinen Umfang, als ein Stollort hat, und bey dem ducan ene oͤfters ſo mißlichen Angeben des Markſcheders, das Bohrloch am Tage ſo anzu⸗ten Zweels⸗ weiſen, daß es auf den Stollen accurat zutreff/ und dieſer nicht verfehlet werde: So hat er darauf geantwortet: er wolle durch drey gute Markſcheider die Oertung zu Tage ausbringen laſſen, ſo wuͤrden, wie vermuthlich, auch drey Ortpfloͤcke zu ſtehen kommen; von ſolchen wurden, wie glaublich, zween mit einander am naͤchſten uͤber⸗ ein kommen, von denen er das Mittel erwehlen, und ſolches fuͤr ſeinen Bohrpunct annehmen wollte. Von dieſem Bohrpuncte muͤſten die Markſcheider aufs neue anfangen zu ziehen, (ober nicht nach ihren Riſſen gehen) um ſolchen amTage erwehlten Bohrpunct vor dem Stollorte in der Forſte anzugeben, da denn ebenfalls drey verſchiedene Stellen an⸗ gegeben, und Zeichen geſchlagen werden duͤrften; und ſo viel Geſteine muͤſten vor dem Ort hinweg genommen und Raum gemacht werden, damit ein jeder Mark⸗ I. Theil. B ſcheider 6 I. Th. I. Cap. 2. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß eider ſein Zeichen in der Foͤrſte vollkommen ſchlagen könne. Auf eines dieſer 55 Kſäm werde er alsdenn, wenigſtens nahe dabey, mit dem bohren nothwen⸗ dig treffen. 1 8 . Wo deſee Dieſe Maſchine hat nun zwar zur Forttreibung des Rabenſtollorts wegen ine vorget'beſonderer Umſtaͤnde nicht gebrauchet werden koͤnnen, zumalen man daſelbſt, nicht allein wegen der Wetter, ſondern auch wegen der Forderung und der Fortſetzung des ganzen Baues, ein Lichtloch ohnumgaͤnglich noͤthig gehabt, und auch der Er⸗ finder ſideihn mit der neuen meßingenen Wettermaſchine beſchaͤftigt geweſen. Als man aber fuͤr dem Stollort auf dem tiefen Veſtenburger Stollen im Koͤnig Car⸗ lerfelde friſche Wetter benoͤthiget war, iſt dieſe Maſchine daſelbſt Anno 1715. mit einem Aufwand von 300 Thlr. 9 Ggr. 54 Pf. angelegt worden. 1 Die Arbeit iſt damit Anfangs gut von ſtatten gegangen, da man in 6 Tagen und 6 Naͤchten 13 Lachter tiefiund 10 Zoll weit im Durchmeſſer im Geſtein nieder⸗ gebohret. Als man aber darauf feſtes ſchiefriges Geſtein/ darin Wacken lagen, angetrof⸗ fen, und dergleichen Wacke im bohren ſich gezogen; So hat ſolche den Bohrer angepfaͤn⸗ det. Nach Veraͤnderung des Bohrers iſt ſolches nicht weiter erfolget, und das Bohren iſt Jahr taͤglich 8 Stunden fortgeſetzet worden, in welcher Zeit man aber, wegen getroffenen uͤberaus feſten Geſteins, nur 7 Lachter ſenkrecht durchbohret hat. Die Moͤglichkeit ſeines Vorſchlags liegt alſo am Tage, und das Bohrloch wuͤrde bis auf den Stollen vöollig niedergebracht worden ſeyn, wenn ſolches nicht wegen des unvermuthet vorgefallenen feſten Geſteins zu langwierig und koſtbar fallen wollen. .§. 6. 1 Ein neuer Z vei⸗ Es iſt ihm aber ſelbſt bey der Arbeit mit der Bohrmaſchine der Zweifel ein⸗ dei bengt ha gefallen: ob auch, wenn das Loch durchgebohret, die dadurch hineingebrachte Wet⸗ mere Art die ter fuͤr das Stollort treten, oder vielmehr auf dem Stollen hinab zu Tage wieder Wetter wegzu⸗auslaufen wuͤrden; oder, wenn die Wetter auf dem Stollen herauf kaͤmen, ob ſchaffen. nicht ſolche etwa durch das Bohrloch zu Tage auslaufen konnten, ohne daß füihe friſche Wetter das Stollort beruͤhrten. Da denn in ſolchem Fall der geſuchte Zweck nicht wuͤrde erhalten werden. Beym Nachſinnen, wie es zu veranſtalten waͤre, daß die friſchen Wetter ge⸗ wis fuͤrs Stollort treten moͤgten, fiel er auf eine Maſchine, die es durch Huͤlfe des Feuers bewuͤrken koͤnnte, welche aber ſofort auf dem Veſtenburger Stollen vor⸗ zurichten ſich nicht ſchicken wollen, da vielmehr ein jeder, und er ſelbſt, begierig war, den Effect des Bohrens zu ſehen. . 5. 7. ſe Mele inh Alss aber immittelſt im Fruͤhjahr 1716. im Communion Bergamte beliebet ge beliebet wor wurde, den Pelicaner Stollen, welcher etliche Jahre wegen boͤſer Wetter nicht ge⸗ den. trieben worden, bis an den alten Hausbraunſchweiger Gang fortzuſetzen, und dem ſel. Bartels aufgetragen wurde, die boͤſen Wetter durch ſeine Art Wetterſatze, und mit einer geringen Kunſt, heraus zu bringen: So hat er dazu ſein neuerfunde⸗ nees Feuerinſtrument vorgeſchlagen, und wie dieſes beliebet worden, ſelbſt verlan⸗ get, und erhalten, daß mit dem koſtbaren Durchbohren uͤber dem Veſtenburger Stollen ſo lange inne gehalten werden moͤchte, bis er mit Vorrichtung des Feuer⸗ inſtruments auf dem Pelican(S. 3. Abth.§. 20.) fertig worden, und ſich deſſel⸗ ben Effect gezeiget haben wuͤrde. Dritte —-— ö ͤ— von der Luft bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 7 Dritte Abtheilung. Von dem Linblaſen der friſchen, und Wegziehung der ſtehenden Luft, oder boͤſen Wetter. §. I * die Treckwerke nicht uͤberall die noͤthigen Dienſte thun, die Windſchaͤchte Man hat ven⸗ S aber oder Lichtlöcher uͤber den Stollen koſtbar ſind, und viel Zeit erfodern, ſucht, mit Bla⸗ auch überdem oͤfters die Wetter in Schaͤchten und Grubengebaͤuden mangeln; So bägen ſeiſc hat man ſchon in alten Zeiten verſuchet, mit Blaſebaͤlgen bald friſche Wetter durch halten. Röhren einzublaſen, bald die faulen und ſtehenden abzuziehen, und zwar das erſtere mit einer Art von Schmiedeblaſebaͤlgen, das letztere durch Moſeb mit zwey Ventilen, wovon das eine in dem engern Theil des Balges ſich einwaͤrts oͤfnet, um die unreine Luft aus dem Schachte einzulaſſen, das andere aber auf dem obern Blatte des Balges auswaͤrts gehet, um die faule Luft beym Niedergehen des Bal⸗ ges heraus zu laſſen. Dieſer Baͤlge hat man zween, drey und mehrere bey einander geleget, und ſie mittelſt einer Welle und Hebebaums, oder durchs Treten, wie an den Orgeln, bald auch durch Pferde, oder durch ein Waſſerrad aufgezogen. Die Blaſebaͤlge von der erſten Art ſind ehemals auf dem Harz gebraucht worden, wie Loͤhneiſen im dritten Theile berichtet. Auch nachhero iſt zum Claus⸗ thal A. 1676. auf dem Gegentrum, und noch A. 1711. in der Communion auf dem Stufenthals Gluͤck, und kleinen Merten im Schulenberge, ein ledener Blaſe⸗ balg angeleget worden, womit man friſche Wetter hinblaſen wollen, jedoch ohne den noͤthigen Luftwechſel zuwege zu bringen. 6. 2. . Im Jahr 1701. hat man das Zublaſen feiſher Luft mit der ſo bekannten Aeoli- Auch mit einer Pila oder Windkugel zum Clausthal auf der Sarepta verſuchet, weil man Nach⸗Windkugel. Be⸗ richt gehabt, daß mit Huͤlfe dieſes Inſtruments zu Annenberg in Meißen ein Stol⸗ Saeirwene ihres len 550 Lachter lang ohne Lichtloch getrieben worden. Sachſen. Es zeiget auch folgender, zu der Zeit von dem beruͤhmten Chriſtoph Andreas Schluter ertheilte ſchriftliche, Bericht wie man mit dieſem Geſchirr bey Geyer⸗ ſtorf, ohnweit Annenberg, im Ripſer Stollen verfahren.„ Wanns den Berg⸗ „ leuten, ſo hinten vor dem Stollort arbeiten, an Wettern fehlet, wird gedachtes „ kupferne Geſchirr mit Waſſer gefullet und feſt zugeſchroben, daß keine Luft, als „ nur oben aus dem kleinen Loch, kommen kann, kernh auf den Dreyfuß eine ei⸗ ſerne Pfanne geſetzet, worinn Kohlen gethan werden, ſolche werden vor dem Stol⸗ „ len angezuͤndet, und wird alsdenn die Pfanne mit dem Geſchirr und angefeuer⸗ „ ten Kohlen auf einen Hund geſetzet, und vor das Stollort gelaufen, woſelbſt „ vorhero ein Loch gebohret, und ein Schuß zurechte gemachet iſt. Hernach faͤh⸗ „ ret der Bergmann zuruͤck, und laͤſſet das Geſchirr ſtehen, worinn denn das Waſ⸗ „ ſer kochet, und davon ſtarken Wind verurſachet, auch das Feuer ſelber aufblaͤſet. „» Wann nun das Kochen vorbey, faͤhret ein Bergmann hinein, der aber wegen „ der boͤſen Wetter, und des durch dieſes Inſtrument gemachten Dampfs, gebuͤ⸗ cket fahren muß, und obgedachtes geladene Loch anzuͤndet und hinweg ſchießet, „ wodurch die boſen Wetter vollends hinaus getrieben werden, daß die Bergleute in „ 8 Stunden nach dem Schuß wieder anfahren koͤnnen. Und hat mir der Berg⸗ „ meiſter zu Annaberg berichtet, daß die Bergleute zum wenigſten 4 Wochen nach⸗ „ dem haͤtten Wetter gehabt, öfters wol z Jahr, und waͤre es nur den Fruͤhling 8 1. Th. I. Gpp. 3. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß „Herbſt am ſchlimmſten. Sie haͤtten zwar ein Trekwerk, aber damit nicht fort⸗ „ kommen koͤnnen, ſondern mit gedachter Invention bereits uͤber 60 Lachter „ gefahren.„ §. 3. Würkung der. Nach dieſer Art iſt auf der Sarepta eine ſolche mit einem krummen Schna⸗ bii aaf dem bel verſehene Windkugel, welche 3 bis 4 Eimer Waſſer gehalten, vir das Schne⸗ Sachſen. ben Gang nach der Bremer Hoͤhe hin 40 Lachter lang fortgebrachte Feldort geſe⸗ tzt worden. Bey der erſten Probe hat ſich davon ein ziemlicher Effect gezeiget, daß Talg⸗ und Grubenlichter eine Zeitlang gebrannt, und ſich das Ziehen der Wet⸗ ter geaͤndert hat. Denn anſtatt, daß ſonſten die matten Wetter in der Foerſt des Orts hinter und auf der Sohle wieder hervor gezogen, ſind jetzo die friſchen Wet⸗ ter vom Schachte ab auf der Sohle hinter und in der Foerſte herfuͤr gezogen. Nachhero aber iſt die Wuͤrkung dieſer Kugel ſo widrig geweſen, als ſie unmittelbar vor dem Orte, wo die Bergleute arbeiten ſollen, ſtand, daß die Wetter daſelbſt ſchlimmer worden, die Lichter nicht mehr brennen wollen, und die Bergleute nicht ohne große Gefahr die Maſchine von dem Orte haben wegbringen koͤnnen. Die⸗ ſem iſt ziemlich gemaͤß/ was der Stollbergiſche Bergdirector, Hr. Chriſtian Za⸗ charias Koch, in ſeinem geſchriebenen Bericht von den Saͤchſiſchen Bergwerken, die er A. 1708. mit dem Hrn. Oberbergmeiſter, Andreas Leopold Hartzig, be⸗ ſehen, von der kupfernen Kugel zu Annenberg meldet.„Ich habe mich zu An⸗ „ nenberg wegen dieſer kupfernen Kugel befraget, und den Stollen, welchen man „den Brickſer(im 2.§. heiſt es Ripſer) Stollen nennet, und ihrem Vorgeben „ nach 550 Lachter hinter getrieben ſeyn ſoll, ſelber befahren, aber weil er ſchon „ verbrochen, nur 200 Lachter hinter kommen koͤnnen. Das Wetterinſtrument „ iſt zwar allda gebraucht, und mir gewieſen worden, wie ſie es damit gemachet, „welches auch von dem unſern gar nichts differiret; aber ſie geſtehen ſelber daß „ ſie es noch nicht recht excolirt, und desfalls keinen ſonderlichen Nutzen damit „ verrichtet/ ſondern ſich eben, wie bey uns, des Treckwerks auf dieſem Stollen „ bedienet haben, auch alle 100 Lachter ohngefehr auf der Sohle Lachter hoch „ Stroße ſtehen blieben ſeyn ſoll, dadurch ſie meynen, dem Zug der Wetter zu „ Huͤlfe gekommen zu ſeyn.„() de Heſcherrhunn In den Breslauiſchen Summlunden indet man eine Beſchreibung und Ab⸗ mel. zeichnung einer Maſchine, die in Schleſien am Polderberge, Luft fuͤr ein Stollort Tab. I.F. a. zu bringen, mit gutem Nutzen vorgerichtet worden. Man hat unter einem Waſ⸗ kerfan vor des Stollens Mundloch ein Faß mit eiſernen Baͤnden C. welches uß, 4 Zoll hoch, und im Diameter 2 Juß 8 Zoll weit iſt, geſetzt. Auf dem unter⸗ ten Boden iſt eine Stuͤtze O. darauf ein polirter Stein/ oder glattes eichen Brett,n. et⸗ was uͤber der Mitte des Faſſes lieget. In dem unterſten Boden X. ſind viereckigte Locher d. von 4bis 5 Zoll eingeſchnitten, daraus ſo viel Waſſer ausflieſſen kann, als durch die Roͤhre GG. zufließet. An (*) Mit ein wenig mehr Kenntniß der Natur, als die Alten beſeſſen, hätte man die ſchlechte Wür⸗ kung der Dampfkugeln vorherſehen können. Der Wind, der aus der Aeolipila bläßt, iſt, wie man aus jedem phyſiſchen Lehrbuch weiz, nicht Luſt, ſondern Waſſer, das durch das Feuer in elaſtiſche Dünſte verwandelt worden, welche ſchon vor ſich der Reſpiration und dem Brennen der Lichter hinderlich ſnd. Die Dämpſe von den Kohlen, womit man das Waſſer im Sieden erhält, ſind vollends noch ſchädlicher. Daß dieſe Waſſerdünſte zuweilen einige Dienſte thun, mag wohl daher rühren, daß ſie ſich mit den ſchädlichen Schwaden vereinigen, und mit ihnen, wenn ſie kalt worden, wieder zu Waſſer gerinnen, wodurch die Luſt auf einige Zeit gereiniget wird. Hiernächſt bringt das Kohlenfeuer, und noch mehr das darauf erſolgende Schieſſen, eine Ausdeh⸗ nung und Bewegung in der im Stollen befindlichen Luftmaſſe hervor, die aber keinen anhalten⸗ den und regelmäßigen Luſtzug nach ſich ziehen kann. Hieher gehört, was Balth. Roͤßler in ſeinem Bergbauſpiegel anführt, daß man zu Eißleben gegen die böſen Wetter einen eiſernen durch⸗ löcherten Korb, mit angezündeten dürren Holz im Schachte hinunter bis vor das Füllort läßt. von der Luft beym Bergbau hinweg ſchaffen. 9 An der Seite des Faſſes gegen den Stollen iſt eine vierbohrigte Roͤhre F. vor dem Ausdringen der Luft wohl verwahret, und in dieſelbe andere zwey und zu⸗ letzt einbohrigte bis hin an den gehorigen Ort eingefuͤget. In dem oberſten Bo⸗ den des Faſſes iſt eine drey bis vierbohrigte Röhre GG. eingepaſſet, die ſich mit dem Trichter H. endiget, welcher am vbern Rande 2 Fuß 3 Zoll weit, und I,Juß 7 Zoll hoch iſt. In dieſem Trichter faͤllet das Waſſer aus dem Gerinne AB, wel⸗ 9½ Zoll weit und uͤber 4 Zoll ho iſt. Das Faß iſt in ein viereckigtes Ge⸗ haͤuſe IKLM geſetzet, darein das Waſſer durch die Löcher aus dem Faſſe tritt, und durch die Roͤhre N. welche niedriger ſtehen muß, als das Brett n. ausfließet.( §. F. Daeſe Maſchine iſt damals nicht neu erfunden, ſondern nur zuerſt zum Berg⸗ Iſt auf dem bau gebraucht worden. Man findit ſie in des ſel. Baron von Wolf Elementis Sarzeingeſührt. Hydraulicae, wie auch in deſſelben nuͤtzlichen Verſuchen I. II.§. 80. beſchrie⸗ ben, wohey aus dem Fr. de Lanis angemerket wird, daß man ſie bey Schmelz⸗ oͤfen brauche, wie ſie denn auch wuͤrklich auf der Kupferhuͤtte zu Ußlar eine Schmied⸗ ſſe zum Gluͤhen der Kupferſcheiben anblaͤßt. Zu ihrer Einfuͤhrung bey den Har⸗ ziſchen Bergwerken habe ich die erſte Veranlaſſung gegeben, als ich ſie meinen da⸗ maligen Schuͤlern in der Mathematik aus den Breslauiſchen Sammlungen be⸗ kannt machte, worauf ſie A. 1732. von einem Bergmeiſter auf dem Zellerfelde, auf der neuen Weintraube im Huͤtſchenthal, zum erſtenmal unter dem Namen einer Waſſertrummel vorgerichtet worden. Sie hat ſo ſtark geblaſen, daß in einer Nacht alle boſe Wetter aus dieſer Grube vertrieben worden, da vorher niemand mehr den halben Schacht hat hinein kommen koͤnnen. Es ſind darauf zwo der⸗ gleichen Maſchinen auf dem Stuffenthals Gluck in dem achter Moſes Schachte und Prieſter Aaron, und eine auf dem Neuen Bergſtern im Lautenthal, jede mit 8 Fl. 15 Gr. Unkoſten, die Bohrung der Roͤhren ungerechnet, verfertiget wor⸗ en, und ſie erweiſen ihren guten Nutzen, ſonderlich an den Orten, wo man Ge⸗ legenheit hat, das Waſſer hoch einfallen zu laſſen, und in Gebaͤuden die noch nicht neilafig 1—. ie Einrichtung derſelben iſt nur im aͤuſſerlichen etwas von der Schleſiſchen unterſchieden. Das Faß, oder der Cylinder, der I Lachter, oder 6 Fuß, 8 Zoll hoch, und unten ringsum 5 zollige viereckigte Löcher hat, ſtehet ohne Boden in ei⸗ nem runden Gehaͤuſe, auf deſſen Boden die Stuͤtze O. und hierauf das mit Eiſen⸗ blech uͤberzogene Brett n. befeſtiget ſt. Dieſes Gehaͤuſe iſt ohne Tute, oder Aus⸗ flußroͤhre, und ſo hoch, daß es faſt unter das Brett tritt. Das aus dem Cylinder darein füießende Waſſer laͤuft uͤber deſen Rand umher ab. Es iſt dabey noch zu merken, daß die Einfallsrohre GG. genau ſenkrecht in den Cylinder treten muß, wenn die voͤllige Wuͤrkung erfolgen ſoll, und daß die er⸗ ſte Windroͤhre F. nicht horizontal, ſondern etwas erhöhet, in den Cylinder einzuſe⸗ fogt iſt danni das Waſſer, ſo von dem Brette in dieſe Roͤhre zuruͤck vrallen moͤchte/ ogleich wieder zuruͤck fleſſen koͤnne. Ferner, daß die Roͤhren in der Zuſammen⸗ fuͤgung vor dem ausdringen der Luft am eſte mit eiſernen Buchſen, wie die Roͤh⸗ renbohrer gebrauchen verwahret werden. Dieſe 3 Puncte ſind auch bey der Waſ⸗ ſertrommel in der Königinn Eliſabeth Stollen in der Feſtenburg beobachtet worden. Kann -) Die Würkung dieſer Maſchine iſt lei e iichter ei Baſenenſen nnns Rersrekanehen wsededanan, enlſenn m darunter ſtehenden Waſſer aufgehalten wird; und da ſie von der Säule des Waſſers in der Röhre G. zuſammen gedrü⸗ ird: S ß ſiei 5 Ne G. zu gedrückt wird: So muß ſie ihren Ausgang durch die Seitenröhre F. ſuchen und durch die zmmer engern Röhren auch wßeſen bewegt. 9 b ſuchen, I. Theil. C 10 I. Th. I. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß Kann man, wegen Mangel des Einfallwaſſers, eine ſolche Waſſertrummel in der Grube ſelbſt nicht anlegen: So kann man ſie ins Geſenke ſetzen, und das Waſ⸗ ſer aus dem Sumpf des unterſten Satzes darein fallen laſſen, und an denſelben ei⸗ nen kleinen Satz anhaͤngen, der das ausflieſſende Waſſer wieder in den Sumpf erhebet. In ſolchem Fall wird die erſte Windroͤhre oben im Boden neben der Einfallsröhre eingefuͤget, und perpendicular ſo hoch gefuͤhret, bis man die Hoͤhe des Orts, wo der Wind noͤthig iſt, erreichet, alsdenn werden in dieſelbe horizontale Röhren eingefuget, und bis vor das Ort fortgefuͤhret. Auf dieſe Art iſt dieſe Ma⸗ ſchine in dem Gluͤcksrader Geſenke im Schulenberg, wo ſie nur ohne Gehaͤuſe im Sumpfe ſtehet, vorgerichtet. §. 6. rias hi zut E 8 Wet⸗ Bey den Blaſebaͤlgen findet ſich die Ungelegenheit, daß man zu ihrem Auf⸗ ermaſchine. ziehen nicht an allen Orten ein Waſſerrad anlegen kann, und Menſchen oder Pfer⸗ de dabey zu gebrauchen zu koſtbar iſt, weswegen der ſinnreiche Maſchinendirector, Johann Juſt Bartels, eine neue Maſchine erdacht, die von ihm Luftpumpe, von andern aber, wie noch jetzo, Wettermaſchine genannt worden, und mit den Blaſebaͤlgen mit 2 Ventilen auf einerley Grund beruhet. Er nahm dazu Anlaß, als es auf der freyen Herrnzeche, dem Seffunehaſ Gluͤck, in der Communion an guten Wettern ſo ſehr fehlte, daß bey Eroͤfnung einiger alten Gebaͤude die darinn verſtandene boͤſe Wetter niemand mehr erlaubten, ſich ohne augenſcheinliche Ge⸗ fahr, von dem Schwaden erdruͤcket zu werden, ſo wenig in den Fahr⸗als Treibſchacht zu wagen, und alſo der ganze Bau nicht weiter fortgeſetzet werden konnte, ungeach⸗ tet auf die Wiedereroͤfnung dieſer zugebuͤhnt geweſenen Grube ſchon an 24000 Thlr. verwendet worden. Alle Verſuche, friſche Wetter in Lutten herbey zu fuͤh⸗ ren, und ſowol in den Treib⸗als Kunſtſchacht hinein zu leiten, auch mit Blaſebaͤl⸗ gen hinein zu blaſen, ferner mit ſogenannten Windſaͤtzen, die an die Kuͤnſte ange⸗ haͤngt worden, die Wetter zu zwingen, waren fehlgeſchlagen. 8 F. 7. dMeüfelöndie⸗ Ehe er aber mit dieſer Wettermaſchine ſich gemeldet, hat er den 21. April ſprung der böſen I7II. den Herren Berghauptleuten folgenden ſchriftlichen Aufſatz uͤbergeben: Wetter nd wie„Einige Speculationes und Obſervationes uͤber die Gruben und Orte wo⸗ fe zu vertreiben.) rinnen bos Watter, kalter Dampf, oder Bergſchwaden iſt, und ob ſolchen nicht „ beſſer zu helfen und vorzukommen ſey, als wie bishero durch Blaſebaͤlge geſchehen. „ 1) Ueberhaupt iſt von denen Wettern bey Bergwerken noͤthig zu merken, „ wie, oder woher, die Wetter in denen Schaͤchten einfallen, und auch wo ſolche „wieder ausziehen? 2) Ob ſolches Einfallen oder Ausziehen der Wetter beſtaͤn⸗ „ dig ſey? 3) Ob ſolche auch umwechſeln? welches denn geſchicht, wie ich ob⸗ „ ſerviret, daß bey Winterszeiten die Wetter in niedrig liegende Schaͤchte einfal⸗ „ len, und aus denen hoͤher liegenden Schaͤchten wieder ausziehen; dagegen aber „bey Sommerszeiten die Wetter in die hochliegende Schaͤchte einfallen, und aus „denen niedrig liegenden Schaͤchten wieder ausziehen, wie ſich ſolches ſonderlich „ ergiebet auf einem Stollen, der ein Lichtloch hat, oder wenn zwo Schaͤchte im⸗ „ mediate mit einander durchſchlaͤgig ſind.(I. Abtheil.§. I.) Woher es „ aber komme, daß der Wetterzug des Sommers und Winters umwechſele, „ob etwa die Luft nach Zeiten des Jahrs dicker, oder duͤnner, oder ob zu ge⸗ „wiſſen Zeiten die Luft mehr zur Erden gedruͤcket, oder davon aufgezogen wer⸗ „ de, oder, ob der Wind ſolchen Auszug und Bewegung veraͤndere, ſolches ſtelle „) den Gelehrten anheim, und bleibe bey meinem Propos. „ 4) Wann von der Luft beym Bergbau hinweg ſchaffken. 11 „ 4 Wann nun, wie gemeldet, der Wetterzug im Fruͤhjahr und Herbſt „ umwechſelt, wovon denn gemeiniglich bös Wetter ſich anfindet, ſo iſt nicht zu „ verwundern, daß bey vorberegten Jahrszeiten an Wetter nothigen Orten gemei⸗ „ niglich ſich boſe Wetter finden, welches daher kommt, daß die Wetter wegen „„ Umwechſelung des Einfallens und Ausziehens gleichſam ſtreiten, und jedes Theil „ die Oberhand zu behaupten trachtet, und eins dem andern nicht ſogleich weichen „ kann noch will. Weil nun durch ſolchen Streit des Wetterzuges von beyden „ Seiten die Wetter in einen Stillſtand gebracht werden, und gleichſam in der „„ Wage ſtehen, dadurch auch dieſelben Wetter, ſo auf denen Durchſchlaͤgen und „ Strecken zwiſchen denen Schaͤchten ſind, im Mittelhalten bleiben muͤſſen, und „ von beyden Seiten auf einander gepreſſet, oder aus einander gezogen werden, „ alſo gleichſam verſchloſſen ſtehen, daß ſolche nirgendwo hinaus, weder vor noch „ hinterwerts, kommen koͤnnen, bis ſo lange ein Theil von denen gegen einander „ ſtreitenden Wettern die Oberhand gewinnet, den Durchbruch ſuchet, und alſo „einen ordentlichen Zug machet; ſo muß durch ſolches Stilleſtehen der Wetter „ boͤs Wetter verurſachet werden. d » 5) Iſt zu obſerviren, daß das Holz in denen Schaͤchten, Stollen oder „„ Strecken, abſonderlich wenn es aſt wird, ſtocket und faulet, boͤs Werter mache⸗ „„ von welchen Orten dann keine friſche Wetter herzunehmen noch zu hoffen ſind. 3, 6) Wenn aber ein Schacht im feſten abgeſunken, und nicht viel Holz⸗ „ werk darinn verbauet waͤre, oder aber, daß das Holzwerk im naſſen ſtuͤnde, und „ nicht faulete, und dennoch boͤs Wetter darinn waͤre, ſo kann ich keine andere „ Urſache finden, als dieſe: nemlich, daß die Wetter nicht zugleich einfallen, und „ auch ausziehen koͤnnen, indem ſie nur einen Eingang aber keinen Ausgang fin⸗ „ den. Dann, daß die darinn aufſteigenden Daͤmpfe wegen der Wetter, ſo vom „„ Tage, der Natur gemaͤß, zum Schachte einfallen wollen, nicht hinein, noch jene „ heraus kommen koͤnnen, ſondern eins dem andern entgegen ſtehet, und alſo da⸗ „ von die boͤſen Wetter in denen Geſenken verurſachet werden. „ 7) Wenn uf einem Stollen, ſo etwas ferne hinan getrieben, boͤſe Wet⸗ „ ter ſind, ſo verurſachet ſlchs⸗ wie Nro. 5. und 6. ſchon angemerket worden. „ 8), Wenn Tagesſchaͤchte mit einer Strecke durchſchlaͤget waͤren, ſo daß die „Wetter ihren ordentlichen Zug haͤtten, und es ſtuͤnden unter, oder neben bey den „ Tagesſchaͤchten auf der Strecke, oder Durchſchlage etliche tiefe, oder Nebenſchaͤch⸗ „) te, und es haͤtte in ſolchen boͤs Wetter, ſo iſt es die Urſache, wie Nro. 6. ange⸗ „ merket worden, denn es laufen die friſchen Wetter auf dem Durchſchlag hinweg, „ und konnen in ein dergleichen Geſenke ohne Geblaͤſe nicht gebracht werden. „) Wenn in alten Gebaͤuden, Schaͤchten und Tieſſten, ſo einige Jahre „ geſtanden, bös Wetter, kalter Dampf, oder Schwaden ſich findet, und kein „ Durchſchlag bey Aufwaͤltigung derſelben vorhanden, ſo iſt es ſchlimm, und wird „ ein ſolcher boͤſer, kalter und ſchwerer Dampf nicht leicht zu heben ſeyn, wenn „n auch gleich friſche Wetter hinzu ülaſen werdent. enree 2 „ 10) Wenn auch uͤber ſolchen alten Gebaͤuden oder Vefſen friſche Wet⸗ „ ter herzogen, und es könnten durch Hineinblaſung ſolcher friſchen Wetter die „ boͤſen Daͤmpfe in etwas beweget werden, daß ſolche zu dem Schachte heraus tre⸗ „ ken muͤſten, ſo wuͤrden doch die boͤſen Wetter mit denen feiſchen Settern ſo „ uͤber dem Geſenke ſtehen, ſich ziemlicher maßen vermiſchen, und alsdenn wieder „ durch den Blaſebalg aufgefangen, und wieder hinunter an dem vorigen Ort ge⸗ „ bracht werden. Und dafern auch durch continuirliches Zublaſen die boͤſen Wet⸗ „ ter in eine Bewegung und zum Auszug angetriehen wuͤrden; ſo iſt doch ſolches kein allzu ſicherer Weg, indem eine blche Bewegung der Luft das böſe Wetter F 2 zwar 12 I. Th. I. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß „zwar aufrüͤhret, aber anderſt nicht, als durch die ganze Grube austheilet, und „ dem Bergmann dennoch ſchaͤdlich bleibet/ ob ſolches nicht gleich das Grubenlicht „ oder den Bergmann erdruͤcket. Buwine. „11) Daß die Blaſebaͤlge nicht ſufficient ſind, die boͤſen Wetter zu heben/ „erhellet aus folgenden Principiis, als geſetzt: es ſey ein Schacht vom Tage „abgeſunken, und es haͤtte boͤs Wetter darinnen, ſo wuͤrden zwar durch die vom „ Tage hinein geblaſene friſche Wetter die auf der Sohle ſtehende böſe Wetter „aufgereget, und zum aufſteigen angetrieben, es ſind aber 1) ſolche hinein gebla⸗ „ſene Wetter zu ſchwach, und konnen die boſen Wetter nicht vollenkoͤmmlich zwin⸗ „ gen, noch heben, ſondern ſolche werden ſich nur mit einander vermiſchen, und „ ſolchen böͤſen Dampf nur duͤnner machen, und nicht viel helfen. Wann auch „ 2) durch das Hineinblaſen die boͤſen Wetter aufgereget, und zum Aufſteigen an⸗ „getrieben wuͤrden; ſo koͤnnen doch ſolche nicht hiaus kommen, ſondern es be⸗ „ nehmen die Wetter, ſo vom Tage in dem vollen Schachte naturlicher Weiſe „ hinunter wollen, auch ſchon einige Lachter im Schachte ſtehen, denen wenig hin⸗ „ein geblaſenen Wettern zu ſchwer fallen, und ſolche mit Gewalt niederdruͤcken, „ denen boͤſen Wettern den Auszug. Wenn auch 3) mit Hineinblaſen der Wet⸗ „ ter continue angehaten wird, und dadurch die boͤſen Wetter auszuziehen geno⸗ „ thiget wuͤrden, und gleichſam, wie ein langſam aufſteigender Duuf ausxehen „wollen, ſo widerſtehet dennoch ſolchem Auszuge die uͤber dem S achte ſchwe⸗ „bende Tagesluft, daß es alſo ange hrter Urſachen halber ſehr langſam zugehet, „ wenn durch Hineinblaſung friſcher Wetter die boͤſen Wetter gehoben werden „ ſollen, dennoch aber die Blaſebaͤlge ohnverachtet, denn ſolche thun was ſie koͤn⸗ „ nen, und nicht mehe. Fna „ 12) Eben dieſe Objectiones finden ſich auch, wenn man einem weit hin⸗ „ tergetriebenen Stollen vom Tage mit Blaſebaͤlgen helfen will. „ 13) Noch vielweniger kan denen Tiefſten, inwendigen Geſenken, Strecken, „und Oertern durch die Blaſebaͤlge geholfen werden, indem die innern Wetter „ meiſtentheils matter ſind, als wie am Tage, und kommt mir nicht anders vor, „ als wenn 1 Quentl. guten Geruchs 100 Centner Geſtanks vertreiben, oder daß „ das ſtaͤrkere dem ſchwaͤchern zu weichen genothiget ſeyn ſollte) ſo natuͤrlicher Wei⸗ „ ſe nicht geſchehen kann. „„ 14) So iſt denen Bergwerken, ſo Wetter noͤthig ſind, durch Hineinblaſung friſcher Wetter keine zulaͤngliche und gnugſame Huͤlfe zu verſchaffen, wie denn „eine zeithero ein ſolches beym Stuffenthals Gluͤck zur Gnuͤge angemerket, daß „ die in denen alten Gebaͤuden ſtehende boſe Schwaden und kalten Daͤmpfe nicht „ ſo leicht zu heben, noch heraus zu bringen geweſen, auch bis dato damit nicht „ fortzukommen iſt, indem gegen die Natur gehandelt wird. „ 15) Wo aber was rechtliches ausgerichtet werden ſoll, ſo iſt die Natur „zum Lehrmeiſter zu erwehlen, und zeiget ſelbige, daß die duft aneinander haͤn⸗ „ get/ und Luft auf Luft folge, es moͤge ſelbige geſund, oder böſe, ja auch wider⸗ „ waͤrtiger Eigenſchaft ſeyn, ſo iſt ſolche doch in dieſem Punct der Folge ſo emſig „ und befliſſen, ſo gar, daß ſie auch, wegen der natuͤrlichen an einander hangenden „ und feſt verknuͤpften Eigenſchaft, kein Menſch zu zerreiſſen vermag. Ja, wenn „auch gus einem verſchloſſenen Orte die Luft heraus gezogen wuͤrde, und man ge⸗ 2 vruchir bey Herausziehung der Luft eine uber die Gebuͤhr proportionirte Ge⸗ „walt/ ſy koͤnnte unmuͤglich etwas anders folgen, als daß die um den Ort ſtehende freye „ Luft folgen, und alſo mit großer Gewalt ſolchen auf Stuͤcken zerſtoſſen muͤſte, „um nur der heraus gezogenen Luft zu folgen. Die Urſache deſſen iſt ſchon ge⸗ „meldet. „ 16) Nun von der Luft bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 13 „ 16) Nun ſind auch die boͤſen Wetter, ſo in denen Schaͤchten ſtille ſtehen, „mit der Luft im Schachte hinauf bis an die Luft, ſo unter dem Firmament ſchwe⸗ „ bet, ebenfalls ſo ſtark verbunden, daß ſolche nicht zerriſſen, ſondern in der Fol⸗ „ ge die untern mit den obern an einander heraus zu ziehen ſtuͤnden. Wie und „ auf was Weiſe aber die an einander hangende Luft anzuſpannen, heraus zu zie⸗ „ hen, und in die natuͤrliche Folge zu bringen ſey, ſolches iſt wol die wichtigſte „ Frage und Speculation. „ 17) Ohne Bewegung gehet die Luft nicht fort, ſondern ſtehet, wiewol an⸗ „einander hangend, ſtill. Wann aber eine Bewegung dazu kommt, es ſey vom „Winde, oder ſonſten, ſo ziehet ſie, als aneinander hangend, fort, wenn ſonſten „ von vorher beruͤhrten Obſtaculis keine vorhanden, wie ſolches auf denen Gru⸗ „ ben zu ſehen, ſo durchſchlaͤget ſind, daß die Wetter auf einander folgen, und ſo „ weit ſie mit Schießdampfe oder ſonſten vermiſchet worden, bald helle, bald dunk⸗ „ ler ſcheinen, auch mit dem Geruche, ſo ſie an ſich genommen, aus und fortziehen. „ 18) Auf Gruben, ſo nicht durchſchlaͤget ſind, kann der Wind keine Be⸗ „wegung geben, und alſo auch zu keinem Auszug der Wetter helfen, darum muß „eine andere Bewegung geſuchet werden, und zwar keine freye, oder oſſene, ſondern „eine verſchloſſene, aus Urſachen, wie Nro. 10. wegen Vermiſchung der Wetter „ beſaget, welches denn mit einer gewiſſen Machina, meiner gefaſſeten Meynung „nach, ſo auf dem Principio feſt ſtehet, daß die Luft ſamt denen Wettern in der „„ Grube an einander hangen, wohl geſchehen kann. Denn wenn erſtlich die bo⸗ „ ſen Wetter in einen Zug gebracht, ſo muß ja folgen, daß, allwo die boͤſen Wet⸗ „ter weggezogen ſind, an ſolchen Ort friſche Wetter kommen, und hindringen „ muͤſſen, weiln ohnmoͤglich an einem offenen Ort ein Vacuum bleiben kann. „ Es iſt aber 19) noch nicht gnug, daß die boͤſen Wetter in Zug gebracht „ werden, ſondern die boͤſen Wetter muſſen ſo ferne vom Schacht abgezogen, und „ in Bewegung erhalten werden, bis daß ſolche an einem bequemen Orte denen „ andern frey ausziehenden Wettern zugeſtellet werden. „ 20) So lange nun mein Fundament, nemlich, daß die Luft an einander „ hange, beſtehen bleibet, und mir nicht widerleget wird, ſo lange bleibe ich bey „ meiner gefaßten Meynung, wie daß die Wetter durch eine verſchloſſene Machi⸗- „na in Zug, wie auch zur Grube hinaus, gebracht werden konnen. Weiln nun „eine dazu bequeme Machina vorzurichten ausgefunden; ſo habe ein ſolches an „ Ew. Excellenz und Hochwohlgeb. nicht allein gehorſamſt melden wollen, ſondern „ auch, dafern ſie gnaͤdig reſolviren ſollten, die Koſten zu wagen, und zur Probe „„ die Machina machen zu laſſen, bin jederzeit parat vorgemeldtes zu verfertigen. „ Weiln aber dergleichen noch niemaln gemachet, ſo kann die Koſten nicht eigent⸗ „ lich melden, doch aber duͤrfte die ledige Machina wol auf 50 Thlr. Koſten an⸗ »„ laufen. Wenn ſie ein Wetternothiges Ort aufgewaͤltiget, und hernach durch⸗ „ ſchlaͤget gemacht worden; ſo kann die Machina in Verwahrung, und zu „ weitern Gebrauch aufgehalten werden, weilen ſolche aller Orten, wo Kunſtweſen »„ vorhanden, appliciret werden kann.,, 4§. 8. Auf Verwilligung der beyden Kammern iſt dieſe Maſchine fuͤr 85 Thlr. zu⸗ Beſchreibung erſt von Holz ins Gevierte gebauet, und Anno 1711. im Stuffenthals Gluͤck der Maſchine. auf dem dreyzehen Lachter Stollen an die Kunſt angehaͤnget worden. Sie hat alle 1 Stunden zwey Lachter tief die boͤſen Wetter weggenommen, ſo, daß in Zeit von 7 bis 8 Wochen, die Waſſerſtrecke, ſo damals wegen der uͤblen Duͤnſte das boͤſe Loch genennet worden, geofnet, und mit beyden Schaͤchten durchſchlaͤgig gemacht I. Theil. D worden, 14 I. Th. I. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß worden, welches ohne dieſe Maſchine ohnmoͤglich geweſen waͤre. Sie iſt auch 11 Jahr ohne ſonderliche Schadnehmung im Gange geblieben, und weil ſie auf dieſer Grube unentbehrlich war: So iſt Anno 1712. fuͤr gut befunden worden, ſie ſtatt des Holzes von meßingenen Tafeln verfertigen zu laſſen. Der ſel. Bartels hat alſo auf der Meßingshuͤtte auf der Ocker 12 Centner 33½ Pfund Platten gieſſen laſſen, und Anno 1714. mit einem Aufwand von 600 Thlr. die Maſchine zu Stande gebracht. Das Corpus der Maſchine beſtehet aus zwo viereckigten 6 Fuß hohen und 2½ Fuß weiten Luftpumpen von einem Finger dick glatten Meßings⸗ blech, welche mit ſtarken Brettern umgeben/ und mit 4 breiten eiſernen Baͤnden verwahret ſind, und die man neben einander in ein Gehaͤuſe in dem Treibſchacht obgemeldter Grube zwiſchen dem neunzehn und dreyzehn Lachter Stollen geſetzet hat. Man ſiehet in der F. I. a ihre aͤuſſere Geſtalt, und b ihre innere Einrichtung. Tab. III„A das Dach auf der Maſchine, B die Holben, C die Saͤulen, D die „Riegel, E die Schwelle, F die Lager, G die auswendige Waͤnde, H lederne „Röhren, I hoͤlzerne Röhren, K der Schluckauf, L die inwendigen Waͤnde, „M der Embolus und deſſen Ventile, N Verdeck der verſchloſſenen Ventile, „O Zugſtange, P die Schwengel, O die Saͤulen zu den Schwengeln.„ In jeder Pumpe oder Stiefel ſind uͤber zween Löchern zwey kleine Kaſten mit Ventilen neben einander Fig. II. da das Ventil zur linken a in die Höhe, und das zur rechten b zur Seite hineinwerts, aufgehet. Die Kolben, woran eiſerne Zugſtangen ſind, beſtehen aus 4 bis 5 Brettern, die ſo weit unter dem oberſten ins Geoierdte ausgeſchnitten ſind, daß ſie uͤber die Kaſten der Ventile treten, und ſolche umſchlieſſen. Zwiſchen dieſen Brettern iſt Rindleder alſo eingefuͤget, daß ſolches, wenn es ſich an den Waͤnden der Stiefel abgenutzet, weiter vorgezogen werden kann. Dieſer Kolbe iſt auf den 4 Ecken mit Schrauben zuſammen gezo⸗ gen, welche zum Vorziehen des Leders, oder neuen Liederung, losgeſchraubet wer⸗ den. Der Kolbe wird mit Oel fleißig geſchmieret. Die Schwengel P, daran die Zugſtangen der Kolben O haͤngen, ſind an die Kunſtſtangen befeſtiget, und in den Saͤulen oder Docken um einen Stecknagel beweglich. Zu jeder Pumpe ſind zwo hoͤlzerne Roͤhren V. und X. und zwo lederner s, und ru, Fig. II. Die oberſten Roͤhren V. oder Fig. I. J. rei en bis an den neunzehen Lachter Stollen, die unterſten J. oder X. mit dem Sch uckauf K. hin⸗ gegen in den Schacht nieder. Die kleinen ledernen Roͤhren ſind inwendig und auswendig mit eiſernen Ringen gegen das Zuſammenfallen verſehen. .§. 9.— Aieund der⸗ Soll nun friſche Luft in den Schacht hineingefuͤhret werden: So wird, Fig. Apen. II. die lederne Roͤhre rs unter das Ventil a zur linken, und die andern tu un⸗ ter das Ventil b. zur rechten gefuͤget. Denn wenn der Kolbe in die Höhe gezogen wird: So folget die ſeſche Luft durch die Roͤhre V. und 1s, und durchs Ventil a in den durchs Au ziehen des Kolbens gemachten leeren Raum in der Pumpe. Wird der Kolbe wieder niedergedruͤcket: So ſchlieſſet ſich das Ventil a zu, und das Ventil b eroͤfnet ſich, und gehet die friſche Luft durch die Roͤhre ut, und X. und ſo folgends in den Schacht. Soll aber die faule Luft aus dem Schachte heraus geholet werden: So wer⸗ den die ledernen Roͤhren verkehret, wie Fig. II. abgebildet worden. Die Roͤhre rs wird unter das Ventil b zur rechten, und tu unter das Ventil a zur linken ge⸗ fuͤget. Wird der Kolbe aufgezogen: So folget die faule Luft aus der Grube durch den im Schachte ſtehenden Schluckauf K. und die Röhre X. und t in den Stie⸗ fel. Gehet der Kolbe nieder: So wird durch den Druck der Luft das Ventil a geſchloſſen, von der Luft bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 15 geſchloſſen, und das Ventil b zur rechten eroͤfnet, daß die Luft durch die Röhre rs und V. auf dem Stollen ihren Ausgang nehmen kann, da hingegen die aͤuſſere fri⸗ ſche Luft, anſtatt der faulen weggezogenen, wieder in den Schacht faͤllt. Bartels hat zwar Anfangs das Hineinfuͤhren der friſchen Wetter verſuchet, aber auch, wie es ſeinen vorhin angefuͤhrten Grundſaͤtzen gemaͤß war, eine ſchlechte Wuͤrkung erfahren, daß er alſo die ledernen Roͤhren, wie die Fig. II. zeiget, an⸗ gefuͤget, und die faulen Wetter herausgezogen. Aus dieſem Grunde hat auch die Maſchine compendiöſer eingerichtet werden konnen. Die oberſten hoͤlzerne und lederne Roͤhren„ desgleichen die unterſte lederne Roͤhre, wie auch das hineinwerts klappende Ventil b zur rechten, ſind weggelaſſen, und die unterſte erſte hölzerne Röhre gleich unter ein aufwerts aufgehendes Ventil Fig. III. angebracht worden. Anſtatt des Ventils b aber iſt ein aufwerts aufgehendes Ventil auf den Kolben ſelbſt gemacht worden, durch welches die beym Niederge⸗ hen des Kolben zuſammen gedruͤckte Luft heraus getrieben wird. Die beyden Pumpen ſind in dem Samueler Schachte neben einander geſetzet, und ein jeder Kolbe an ein Trumm der Kunſt zum wechſelweiſen Spiel angehaͤn⸗ get. Sie ſtehen jetzo 6 Lachter unter dem dreyzehen Lachter Stollen, und 96 Lachter tief im Schachte. Die ganze Schachttiefe iſt 196 Lachter. Es werden aber die Kolben dieſer Wettermaſchine alsdenn nur an die Kunſt gehaͤnget, wenn die Wetter bey warmen Tagen, oder widrigem Winde, zu matt werden„und die Stollen die friſchen Wetter nicht herbey fuͤhren koͤnnen. §. 10. Wenn eine Grube noch nicht gar tief, und Wetterbeduͤrftig iſt: So hat ſich der Andre äbnli⸗ ſel. Bartels noch eines andern Wetterſatzes bedienet. Als im Sommer Anno heeirens 171 I. im kleinen Merten im Schulenberge ſchlechte Wetter waren, und die Lichter inen. uͤbel brannten, die Blaſebaͤlge aber nichts helfen wollten: So hat er dieſen neuen Wet⸗ terſatz an die Kunſt gehaͤnget, welcher/ in Zeit von 2 Tagen und 3 Naͤchten, die ſchlech⸗ ten Wetter weggenommen. Solche Wetterſaͤtze ſind darauf Anno 1713. in den Thurm Roſenhof mit Nutzen gebraucht worden, ihre eigentliche Beſthaffnheit ſt mir aber nicht bekannt worden. Auch hat Herr Schwarzkopf eine Art Wetter⸗ maſchine, die mit der vorhin beſchriebenen Bartelſchen auf einerley Grund beru⸗ het, erſtlich Anno 1734. auf der Gnade Gottes im Polſterthal, Anno 1735. hier zur Altenau in dem neuen Wetterſchachte oder ichloche das, um der Schulthaler Stollen eher zum Stande zu bringen„und durchſchlaͤgig zu machen, abgeſunken worden, und in eben dem Jahre auf der Prinzeßin Maria im Clausthaliſchen Re⸗ vier, nachhero auch auf dem Altenauer Gluͤck, appliciret. Ehe dieſe Art Maſchi⸗ ne auf der Gnade Gottes beliebet worden, war ein Windfang, ein Wetterſatz ge⸗ nannt, aber ohne ſonderlichen Nutzen, vorgerichtet, wozu man die bleyernen Roͤh⸗ ren von der Feuermaſchine auf der Sarepta gebrauchet hatte. §. I1. Daſe Wettermaſchine beſtehet aus zweyen mit eiſernen Baͤndern umgebenen Beſchreibung und in der Mitte zuſammen gefuͤgten Faͤſſern, Fig. IV. A. und B. welche zuſam⸗ der Schwarz⸗ men G Fuß hoch, 2 Fuß 4 Zoll in der Mitte, und 2 Fuß 2 Zoll un jedem Ende efichend Ne⸗ im Diameter weit ſind. In dem Boden des unterſten Faſſes B. iſt ein aufwerts Würkung. klappendes Ventil e. Oben und inwendig iſt in demſelben ſtarkes Rindleder, als Tab. Ll. ein Sack gg umher angenagelt, welcher Sack bis auf das Ventil e im Boden tritt. Ueber dem Ventil e liegt eine runde eichene Scheibe D. die umher 2 Zoll fhmaer iſt, als die Weite des Faſſes am Boden, und alſo 2 Fuß im Diameter hat. m dieſe Scheibe iſt der lederne Sack umher wieder angenagelt. Durch dieſe ei⸗ D 2 chene 16 I. Th. I. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen,/ welche die Hinderniß ene Scheibe und zugleich durch den Boden des Faſſes gehen zwo eiſerne runde Peunneenh⸗ und da mit Knopfen, daran die Scheibe auf und nieder gehebet beweglich iſt, und womit zugleich die beyden Faͤſſer uͤͤber dem oberſten Boden E. zuſammen geſchroben werden.— Auf der Scheibe iſt ein Ventil f, und mitten auf derſelben eine eiſerne Zug⸗ ſtange F. befeſtiget, welche durch den oberſten Boden des Faſſes gehet, und an die Kunſtſtange, mittelſt einer gekruͤmmeten Stange von hartem Holze N. mit eiſernen Stecknageln befeſtiget iſt. Dieſe holzerne Scheibe mit dem Rindleder wird der Sack genennet. Der untere Theil des Faſſes von gg an zeiget, wie die Scheibe 5. mit dem Sacke auf dem Boden uͤber dem Ventil e lieget. Der obere Theil des Faſſes zeiget, wie der Sack mit der Scheibe aufgezogen iſt. Der Aufzug des Sacks betraͤgt uͤber der Mitte 30Zoll. Auf dem obern Boden P. iſt noch das Loch h zum Auslaſſen der Luft beftnnt. Solcher Faͤſſer oder Luftpumpen, wie ſie in der That ſind, werden zwey neben einander geſtellt, und unter ihnen wird eine dicke auf beyden Seiten breit gehauene vierbohrigte an beyden Enden gegen das Eindringen der Luft wohl verwahrete Roͤhre H. geleget, die durch zwo 8 Zoll bis einen Fuß lange Roͤhren I. und K. mit den Faͤſſern communiciret. Unter die Horizontalroͤhre H. wird in der Mitte eine 6 bohrigte Roͤhre I. und ſo mehrere Roͤhren bis ins Geſenke, auch wol fuͤr den Ort, wo es an Wet⸗ tern fehlet, eingefuͤget. Die eiſerne Zugſtangen F. werden an die Kunſtſtangen K. angehaͤnget, daß dadurch der Sack in den Faͤſſern Wechſelsweiſe in dem einen aufgezogen, in dem andern aber niedergedruͤcket wird. Wenn nun in dem einen Faß L. der Sack in die Hoͤhe gehet: So entſte⸗ het in dem unterſten Theil des Faſſes ein leerer Raum, in welchem die Luft im Ge⸗ ſenke oder fuͤr dem Orte durch die Roͤhren J. und H. nothwendig dringen muß. Gehet die Scheibe D. mit dem Sacke wieder nieder: So wird das Ventil e im Boden verſchloſſen, und das in der Scheibe f. geofnet, durch welches denn alle vorhin angeſogene Luft in den Sack tritt, und bey dem folgenden Aufziehen des Sackes durch das Loch h ausgetrieben wird. Dieſes usziehen der Luft gehet ununterbrochen fort, weil immer die Scheibe des einen Faſſes in die Hoͤhe geht, wenn des andern ſeine niederſteiget.— §. 1. Iſt verändert Dieſe Maſchine hat Hr. Schwarzkopf zuerſt 1734. auf der Gnade Gottes worden. mit einem Aufwand von 26 Thlr. angelegt, Anno 1736. aber auf dem Koͤnig Carl veraͤndert vorgerichtet. Anſtatt der runden Faͤſſer hat er zwey viereckigte ge⸗ gen das Eindringen der Luft wohl verwahrte Kaſten Fig. V. von 6 Fuß Höhe und 2 Fuß Weite auf eben die Weiſe uͤber den Schacht geſetzet, in deren Boden ein Ventil P iſt, darinn die kurzen Röhren oder Tuten i treten. In die Kaͤſten iſt ein viereckigtes Brett oder Kolben R. unten umher mit Leder benagelt, arcurat eingepaſſet, darin zwey Ventile r und s zum geſchwindern Durchlaſſen der Luft ſind, und auf deſſen Mitte eine eiſerne Stange befeſtiget iſt, welche durch den De⸗ ckel P. gehet, und eben ſo, wie an der vorhergehenden Maſchine, an die Kunſt⸗ Uangen ehinge wiid. Sie iſt von eben der Wuͤrkung als die vorige, aber nicht ſo koſtbar, von laͤn⸗ gerer Dauer, und bey Schadnehmung von jedem Bergmann leicht auszubeſſern. Denn wenn das Leder an dem Kolben umher etwas abgenutzet iſt: So ruͤcket er es weiter vor/ und nagelt es wieder feſte; dahingegen der Sack in der vorherbeſchrie⸗ benen ſich eher entzwey ſchabet, und die Reparirung durch einen S Koſten erfodert. 4 eparirung durch einen Schuſter mehr Uebrigens ———23—4—+x——ͤ„ 8—— —————· von der Luft bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 77 Uebrigens iſt dieſe Maſchine aller Orten von ſo guter Wuͤrkung geweſen, daß man wieder arbeiten koͤnnen, wenn ſie nur einige Stunden oder einen Tag im Gange geweſen. Sind die Gebaͤude einer oder mehr Gruben, die in der Tiefe noch nicht durchſchlaͤgig ſind, weitlaͤuftig; So kann ſie zum Luftwechſel vergroͤßert/ und 3 oder 4 Fuß weit genommen werden; wie denn auch eine von ſolcher Weite Anno 1736. in dem Dorotheer Schacht zu Erhaltung friſcher Wetter fur die Do⸗ rothea, Carolina und Neue Benedicte, vorgerichtet werden ſollen, auch ſchon dazu fuͤr 37 Thlr. 24 Mgr. verfertiget geweſen. Weil ſich aber die Wetter darauf gebeſſert, und im folgenden Jahre der Durchſchlag zwiſchen der Dorothea und Ca⸗ rolina unter dem dreyzehen Lachter Stollen erfolget iſt; So hat es dieſer Ma⸗ ſchine nicht bedurft. §. 13. Als man vor dem Koͤnig Carler Stollort im kleinen Bremke wegen Mangel Weiterer Ge⸗ der Wetter nicht mehr fortkommen konnte, da dieſes Ort bereits 120 Lachter fort⸗ auch dieſer getrieben war, und doch dieſer Gang ferner unterſuchet werden ſollte: So wurde— zum Wechſel der Wetter in Vorſchlag gebracht, neben dieſem einen andern Stol⸗ len hinzutreiben, und damit in ſelbigen einzuſchlagen, davon der Anſchlag 4000 Fl. betrug. Hr. Schwarzkopf erbot ſich darauf, mit ſeiner Maſchine friſche Wetter mit viel geringern Koſten vor das Ort zu fuͤhren. Zu dem Ende hat er Anno 1745. ein 8 Fuß hohes Rad, 15 Zoll weit in Schaufeln, vor den Stollen ge⸗ haͤnget, darauf ein Armsdicker Waſſerſtrahl gehet; dieſes treibet, wie eine Kunſt, 2 vierkantige hoͤlzerne 3 Fuß 6 Zoll hohe, und 15 Zoll weite Gaͤtze von 2 Zoll ſtarken Bohlen mit einem breiten Brettkolben, und 2 Ventilen, wovon eins im Boden, und eins im Kolben; beyde ſtehen mit den unterſten Ventilen auf 34½ Zoll Tab.III Fig. V. weit ausgebohrten Röhren, die bis fuͤr das Stollort, wohl gefuͤget, fortgefuͤhret ſind. Die Saͤtze werden ohngefehr nach I oder 1½ Jahren einmal geliedert, und kommt die Liederung mit Leder und Arbeitslohn nicht höher als auf I Thlr. Die⸗ ſe ziehen nun die boͤſen Wetter, wie oben beſchrieben worden, Wechſelsweiſe nach ſich. Bey der Fortarbeitung im Stollen wird nach und nach eine 2 Lachter lange Röhre vorgeſtoſſen. Mit dieſer Maſchine, welche ohngefehr 70 Thlr. gekoſtet, iſt nach⸗ gehends uͤber 30 Lachter aufgefahren worden.. Anno 1747. hat er auf dem Kronkahlenberge im Latkenthal auch eine ſolche Maſchine auf einem 140 Lachter langen Stollen angeleget. Desgleichen hat er in eben dieſem Jahre eine dergleichen auf der braunen Lilie an eine darein ſchieben⸗ de Kunſt gehaͤnget, welche, durch 2 Fuß hohe und 2 Fuß weite Saͤtze, die boͤſen Wetter auf 500 Lachter lang vor dem Ort, Koͤnig Georg, durch 32½ Zoll weite Roͤhren weghohlen. §. 14. Lange vorher, ehe Hr. Schwarzkopf dieſe Luftpumpen vorgerichtet, hat der Bartels Feuer⸗ ſel. Bartels einen Luftwechſel auf einem Stollen, und in der Grube, vermittelſt naſceuff den des Feuers in einem Ofen, zuwege gebracht. Dieſer nachdenkende Mann ſahe uſtwechſel. wohl ein, daß es nur darauf ankomme, einen Raum von Luft gaͤnzlich oder doch zum Theil leer zu machen, nach welchem ſich alsdenn die dickere Luft hinbewegen muß, und daß das Feuer in einem Ofen geſchickt ſey, die Luft in einem daruͤber ſtehenden Schornſtein zu verduͤnnen. Die Anwendung dieſer Wahrheit zum Nu⸗ ten des Bergbaues hat er Anno 1716. auf dem ſilbernen Nageler Zuge in der Communion auf dem Pelicaner Stollen mit einem kupfernen Gefaͤſſe, welches auf die Art eines Ofens zubereitet war, gemacht, und als dieſes gluͤcklich von ſtatten gieng, und der Stollen vom boͤſen Wetter leer wurde: So hat er hernach vor dem I. Theil. E Stollen, Tab. IV. wärts angeleget richtigkeit tie worden. Tab. V. 18 I. Th. I. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß Stollen, oder an der Seite eines Schachts, oder, wie es ſonſt nöthig und am be⸗ quemſten war, einen viereckigten vor dem Eindringen der Luft verwahrten ſteinernen Ofen gebauet, welcher von ihm ſelbſt ein Feuerinſtrument, hernach aber die ganze Vorrichtung eine Feuer⸗ oder Feuerwettermaſchine genennet worden. Als er ſolche zum erſtenmal auf dem Laubhuͤtten Stollen in der Communion Anno 1717. gebauet, hat er ſie ſelbſt dreyfach gezeichnet, als Fig. I. mit dem Hauſe, und Fig. II. wie ſolche inwendig anzuſehen, mit dieſer Erklaͤrung: I. Fahrt, worauf man hinab faͤhret, und in dem Gewöͤlbe K. zu der Aſchenröhre L. kommen kann. M. Ort, darein die Aſche faͤllt. MN. eiſerne, O. hoͤlzerne Röhren, dadurch die boͤſen Wetter paßiren. P. ſtarke eiſerne Röſte, darauf Holz und Feuer ruhet. Von Dibs RR. iſt gegoſſen Eiſen. Von RR. bis 88. iſt gemauert. Von 88. bis I.I. der Schornſtein zum Dache aus. Die Grube U. in welcher man auf der Ruͤſche W. in das Gewölbe N. zu der eiſer⸗ nen Roͤhre N. kommen kann. Fig. III. wie ſie auswendig anzuſehen. A. der Schornſtein. B. die eiſerne Thuͤr, wodurch das Holz eingeworfen wird. C. hier ſteiget man hinab zu der Aſchenroͤhre. D. Gewoͤlbe, wodurch zu den Wetter⸗ roͤhren zu kommen. EFG. dieſes Mauerwerk ſtehet in der Erde. Auf dieſem Stollen hat dieſe Maſchine die boͤſen Wetter uͤber 300 Lachter lang, 50 Lachter tief, hinweggenommen. 5. 15. Wie ſie ander⸗ Anno 1717. hat er dieſe Feuermaſchine auch zum Lutterberge auf der Auf⸗ fen Stollen gebauet, wo die auſſerordentlich matten Wetter, Trotz aller Mittel, die Arbeit einzuſtellen genoͤthiget, ungeacht die Aufnahme dieſer Gruben vornemlich mit von dem Durchſchlage dieſes Stollens abgehangen. Die Wuͤr⸗ kung dieſer Maſchine war hier ſo vollkommen, daß das Ort wieder völlig hat koͤn⸗ nen beleget werden. Der Ofen war daſelbſt auch mit gegoſſenen Eiſenblaͤttern ge⸗ futtert, und die folgende Beſchreibung deſſelben mit dem Riſſe ruͤhret von ihm ſelbſt her. Fig. I. der eiſerne Ofen im Perſpectiv. A. das untere Eiſenblatt iſt 25 Zoll ins Gevierte. B. zwey Seitenbläͤtter, 25 Zoll hoch, unten 24 oben 20Zoll breit. C. zwey Seitenblaͤtter in eben ſolcher Hoͤhe und Breite, in welchen 4 Zoll von unten runde Löcher, das vordere 8 Zoll im Diameter, das hintere 13 Zoll im Dia⸗ meter mit A kleinen Loͤchern zu Schrauben. D. eine eiſerne Roͤhre von 6 Zoll im Diameter, 9 Zoll Laͤnge mit 1½ Zoll Rande zu Schrauben, ſo zur Ausnehmung der Aſche dienet. E. ein Stuͤck einer eiſernen Roͤhre von 10 Zoll im Diameter, 95 Zoll Laͤnge, mit 14 Zoll Rande zu 4 Schrauben. In dieſe wird eine Goſſe eingeſtoſſen zur Ausziehung der boͤfen Wetter. F. iſt ein Blatt zum obern und untern Gevier, in welchem zum untern ein Loch 21 Zoll ins Gevierte, dann ein Rand von 9 Zoll, in allen 39 Zoll ins Gevierte, zu aͤuſſerſt mit einer Leiſte zum hern An ſas liche B 3 G. ſind 4 gleiche Blaͤtter 35 Zoll hoch, unten 36, oben oll breit. H. ein Deckel, 32 Zoll ins Gevierte, in deſſen Mitte 33rerulen 445 20 Zoll im Diameter, köͤmmt 4 Fuß uͤber die Blaͤtter G. auf eine rund zulaufende Mauer zu liegen. Auf das Blattſtuͤck F. wird auf dem noch 9 Zoll breitem Rande 3 Barnſteine 9 Zoll hoch umher gemauert, auf welchem die Röſte zu liegen kommt. .Roͤſte, ſind 2 Zoll breit, 2 Fuß lang, an beyden Enden 4Zoll lang abgebrochen zum feſten Aufliegen; ihrer ſind 10 Stuͤck, und ſie liegen 2 Zoll von einander. Fig. II. iſt das Profil. Der Grund der ganzen Maſchine iſt auf 20 Zo mit Mauerſteinen und Kalk in die Erde geleget auch 9 en aga S uͤber derſelben, wie es die Umſtaͤnde gegeben, aufgefuͤhret. Unter dem Ofen aber ſind ———ä— ——— von der Luft beym Bergbau hinweg ſchaffen. 19 ſind 6 Zoll mit Ziegel⸗ oder Barnſteinen und Leim gemauert. Ueber das Aſchen⸗ loch und uͤber das Luftzugsloch ſind kleine Gewoͤlbe gemacht, das erſte zum Aus⸗ ziehen der Aſche, welches auſſer ſolchem Gebrauch mit einer blechernen Thuͤr, das Aſchenloch ſelbſt aber mit einem eiſernen mit Leim umher verſchmierten Huthe, ver⸗ ſchloſſen wird; das andere um zu den wandelbaren Roͤhren zu kommen, ſo aber bis dahin vollgeſtuͤrzet wird. Ueber dieſen Gewoͤlben und auf allen 4 Seiten iſt erſtlich um die Eiſenblaͤt⸗ ter mit gebrannten Steinen und Leim, neben denſelben aber mit Bruchſteinen und Kalk, eine ſtarke Mauer aufgefuͤhret, auf welcher ein hoͤlzernes Gehaͤuſe ſtehet. Das uͤbrige des Ofens mit dem Schornſtein iſt vollends mit gebrannten Steinen ge⸗ mauert, und ein gewöoͤlbtes Loch zur blechernen Thuͤr, um zum Schuͤrloch zu kommen, gelaſſen, wie auf dem Riſſe zu ſehen. Als dieſe Maſchine nachher Anno 1719. auf der abgegangenen Sarepta am Zellbache,(dabey ich vom Anfange bis zum Ende zugeſehen) und Anno 1725. auf der gleichfalls an damaligem Orte eingeſtellten Neuen Fortuna, gebauet worden, hat man dazu keine Eiſenblaͤtter mehr genommen, weil ſolche in der zum Lutter⸗ berge zum Theil von der Hitze entzwey geborſten, ſondern man hat den Ofen von Barnſteinen verfertiget. Bey beyden Gruben war in die eiſerne Goſſe, oder Roͤh⸗ re, E. eine bleyerne gegen die Luſt wohl verwahrte Lutte geſtoſſen, und ſo immer eine in die andere bis in den Schacht, ſo weit als es noͤthig war. Die Fugen waren alle wohl verſchmieret, und, zur Befeſtigung der niederhangenden Lutten, um ihre Fugen etwas breite eiſerne Ringe mit einem ſtarken Hacken gelegt, damit ſie angehaͤnget wurden. Die auſſer dem Schachte am Tage liegende Lutten waren in die Erde geleget, und beſtuͤrzet. Bey der Sarepta ſind, aus 43 Centner 25 Pfund Rollen Bley, 75 Lachter bleyerne Röhren verfertiget worden, und die ganze Vorrichtung hat 392 Thlr. 20 Gr. gekoſtet. §. 16. Dieſe Feuermaſchine kann ſonderlich gebrauchet werden auf Stollen, wo man Wo ſe zu ge⸗ mit Lichtlöchern nicht ankommen kann, und wo keine Waſſerkunſt iſt, als welche brauchen. zur Bewegung der vorher beſchriebenen Wettermaſchinen erfodert wird. Sollte ſie aber wegen der bleyernen Lutten etwas koſtbar ſcheinen; So koͤnnen, anſtatt derſel⸗ ben, die naͤchſten vor dem Ofen ausgenommen, gute hoͤlzerne Lutten, die nach dem Bohren nicht aufgeriſſen ſind, genommen werden, wie man ſich in der That der⸗ ſelben auf dem Laubhuͤtten Stollen bedienet hat. .Die Unkoſten am Brennholze ſind nicht betraͤchtlich, weil die Maſchine nicht viel Holz erfordert, und uͤberdies das in der Grube ausgewechſelte unnuͤtze von der Sonnen ausgetrocknete Holz, Abſchlag, Spaͤne, abgeworfene alte Stege, Bock⸗ und Kunſtholz dazu verbrauchet werden kann. Ihre Wuͤrkung dauret auch noch eine Zeitlang fort, wenn das Feuer nicht mehr brennet. Weil nun dieſe Bartelſche Maſchine ſich ſo nutzlich erwieſen: So hat man ſich auf eines Ungenannten Anno 17211. geſchehenen Vorſchlag, die boͤſen Wetter aus⸗ zufüͤhren, um ſo weniger einlaſſen wollen, da dieſe neue Maſchine, nach der Beſchrei⸗ bung, der Bartelſchen aͤhnlich geſchienen, und dafuͤr eine Belohnung von 10000 Thlrn. gefordert worden.() E 2 Das 0) Die in dieſer Abtheilung beſchriebenen zwo Maſchinen des ſel. Bartels, wovon die eine durch das Auspumpen, die andere durch die Würkung des Feuers, einen Luftwechſel hervorbringt, ſind unter die wichtigſten Erfindungen ſo gewiß zu rechnen, als zur Erhaltung des Lebens der Men⸗ ſchen und Thiere und der meiſten Waaren friſche Luft unentbehrlich iſt. Sie find daher nicht nur beym Bergbau, ſondern auch auf Schiffen, in Hoſpitälern, Gefängniſſen, Magasſnen 33 etraide, 20 I. Th. II. Cap. 1. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß Das II. Lapitel. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, womit die bey dem Bergbau von dem Waſſer herruͤhrende Hinderniſſe uͤberwunden, und aus dem Wege geraͤumet werden. Vorbericht. enn ein Schacht abgeſunken wird: So verſammlet ſich darinn ſofort W Waſſer, bacht ich hier auf allen Gaͤngen findet, daher ſolches, wenn die Arbeit in dem Schachte ſoll getrieben werden, hinweg zu ſchaffen iſt, wozu nicht allein Buͤnſte und hinlaͤnglich Aufſchlagewaſſer auf dieſelben, ſondern auch tiefe Stollen, um das von den Kuͤnſten gehobe⸗ ne Waſſer abzufuͤhren, noͤthig ſind, welche Hulfsmittel bey der von neuem eſchehenen Wiederaufnehmung der Oberharziſchen Bergwerke gefehlet; und 8 folgen hier 3 Abtheilungen dieſes Capitels. Die I. handelt von den Stol⸗ len, die II. von den Kunſten, die III. von dem Aufſchlagewaſſer. Dieſe hat wieder zwo Unterabtheilungen. Die I. handelt von Vorrichtungen, dem ſich begebenden Waſſermangel zu Huͤlfe zu kommen. Die II. wie man dem Waſſermangel auf den Clausthaliſchen Zuͤgen abgeholfen. Erſte Abtheilung. Von den Stollen. §. I. Was ein Stollen Er Stollen iſt ein unterirdiſcher Gang, welcher auf, oder nach den Erzgaͤngen ſey. und Gruben hingetrieben, und im Thale, oder am Fuße eines Berges, ange⸗ ſetzt wird. Er wird 14 Lachter hoch, und Lachter weit gebauet, und ſtehet nach Tab. I. dem Unterſcheide des vorfallenden Gebirges, theils im feſten Geſtein N. theils im halben O. theils im ganzen Gezimmer, wie das uͤbrige mittlere zeiget. Diſ be ehet Getraide, Pulver ꝛc. von ganz ungemeinem Nutzen, und einige Ausländer, die ſie zu den letztern Abſichten erfunden, haben ſich damit eine verdiente große Ehre erworben. Ich meine hier D. Hales, Capitain Triewald, Sutton und Mr. Duhamel. Der erſtere hat den bekannten Ventilator erfunden, und in einer von Mr. Demours ins Franzöſiſche überſetzten Beſchreibung ſelbſt bekannt gemacht, wovon man in dem erſten Band des Hamburgiſchen Magazins einen umſtändlichen Auszug antrift. Triewald hat ſeine Luftwechſelmaſchine in dem 6ten Band der Schwed. Abhandl. beſchrieben und geäuſſert, daß Hales ſeine noch ſehr unvollkommne Ma⸗ ſchine auf das erhaltene Gerüchte von der Triewaldſchen verfertiget habe. Triewald zeigte aber ſeine Erfindung dem Sekretär der Engl. Societät den 6. Nov. 1741. an, als D Hales Luft⸗ beweger ſchon 7 Monate in England bekannt geweſen. Ihren Streit beyzulegen iſt nun um ſo unnöthiger, da ſie beyde die Ehre einer weit frühern Erfindung einem ſinnreichen Deut⸗ ſchen überlaſſen müſſen. Denn der ſel. Bartels hat ſeine Luftwechſelmaſchine ſchon 711. an⸗ gelegt. Gleiche Bewandniß hat es mit der Feuerluftmaſchine. Im zten Band der Schwediſchen Abhandl. findet man, daß Triewald damit 1721. die Schwaden aus einer Steinkohlengrube bey Neweaſtle ausgeführt, da Bartels die ſeinige ſchon 1717. zu gleichem Zweck erſunden hatte. Sutton hat davon die Anwendung auf den Schiffen gemacht. Er hat unter dem Roſte des Feuerheerdes Röhren angebracht, die hinunter in den Schiſsraum und an alle Oerter, welche friſche Luft bedürfen, hingeführt werden. Wenn nun die durchs Feuer verdünnete und leichtere Luft durch den Schornſtein aufſteiget: So ſtrömet durch die Röhren die Luft aus dem Schiffe in dieſen Raum. Man kann von dieſen zwo Luftwechſelmaſchinen zween Aufſätze des Hrn War⸗ gentin in dem 19ten Band der Schwed. Abhandl. mit Nutzen nachleſen. Was aber die Schwe⸗ diſche Academie an der Suttonſchen Erfindung, wegen Furcht ſür Feuersgefahr, zu ändern vor⸗ geſchlagen, daß nemlich die Röhren ſich nicht unmittelbar unter dem Roſte des Feuerheerdes öfnen, und die Luft alſo nicht durch das Feuer ſelbſt ziehen möge, ſondern durch Röhren, die queer durch den Heerd gehen und von auſſen erwärmet werden, darinn iſt ihr Hr. du Hamel ſchon zuvorgekommen. S. Mem. de l'acad. des ſc. 17 48. und Moyens de conferver la Santé aux equipages des vaiſſeaux par Mr. du Hamel 1759. von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 21 ſtehet aus Thuͤrſtoͤkken, Kappen und Pfaͤlen. Die Thuͤrſtoͤcke, als FG, Hl. ſind Hoͤlzer, ſo ins Hangende und Liegende etwa ein Lachter, oder ein paar Fuß weiter, alſo von einander geſetzet werden, daß ſie 3 bis 4 Zoll unten auf der Sohle weiter hinaus ſtehen, als oben. Es werden auch wol, nach Erfoderung des Drucks, ein oder zwey paar Thuͤrſtoͤcke eingeſtrichen, oder zwiſchen die erſten zwey paar ge⸗ ſetzet. Ueber ein jedes paar wird eine Kappe KL. geleget, und an jeder Seite die Thuͤrſtoͤcke, wie auch die Kappen in der Foerſt, mit Pfaͤhlen von 9 Fuß Laͤnge aus⸗ gefuͤllet, damit der loſe Berg nicht herein fallen koͤnne. Wenn im Stollen kein Treckwerk iſt: So wird in die Thuͤrſtoͤcke, oder das feſte Geſtein, 20 bis 24 Zoll hoch von der Sohle eine Bruſt gehauen, darinn 4 bis 6 Zoll dicke und ſo lange Stege, als die Stollen Weitung an jedem Ort iſt, feſt eingetrieben werden. Ueber dieſe Stege werden zwo bis drey Pfoſten bey einan⸗ der geleget, darunter das Waſſer wegfließt, und darauf der Berg mit dem Karn vorgelaufen wird. Je ſoͤhliger ein Stolle gefuͤhret wird, je mehr bringt er Tiefe ein. Da aber nicht allein das bey dem Stollenbau erſchrotene, ſondern auch die aus den Gruben auf denſelben durch die Kuͤnſte erhobene Waſſer in dem Stollen abflieſſen muſſen, und er dazu Schoß, oder Fall, haben muß: So iſt Anno 1651. zum Clausthal feſt⸗ geſetzet, daß einem Stollen auf 100 Lachter nur Lachter, oder 20 Zoll, Fall ge⸗ geben werden ſoll, wie auch ſolches jetzo auf den Saͤchſiſchen Bergwerken geſchie⸗ het. Da hingegen auf ſolchen die Alten, wie Balthaſar Roͤßler in ſeinem Berg⸗ bauſpiegel Lib. 2. c. 12.§. 33. S. 38. ſchreibet, auf 100 Lachter 1 Lachter Fall gerechnet haben, welches auf 1 Meile 11 Lachter betragen wuͤrde. 8 §. 2. Iſt ein Stollen auf, oder gegen einen Gang 93 Lachter(in Sachſen 10 L. Rechte des 1 Spann) von Raſen ſeiger oder ſenkrecht angeſetzet, und wird darauf mit ſeiner Stollen. gehoͤrigen Waſſerſeige in einer Zeche Erz getroffen, der er die Waſſer ab⸗ und die Wetter zufuͤhret: So heiſſet er ein Erbſtollen, und ſeine Tiefe eine Erbtiefe, und es muß dem Stoͤllner, oder dem, der ihn dahin gebauet, von den getrofnen Erzen, oder Metallen, ſo lange welche vorhanden ſind, das Neunte gegeben werden. Ein ſol⸗ cher Erbſtolle hat einen Stollenhieb, das iſt, wenn er Erz in den Maßen antrift, ſo mag er* Lachter von der Waſſerſeige an in der Foerſt, oder uͤber ſich, und 4 Lachter in der Weite das Erz weghauen.() Wird ein anderer Stollen 7 Lachter tiefer ſeiger angeſetzet, und bis unter die Zeche an die Erze fortgetrieben, ſo wird der erſte enterbet, und es bekommt dieſer das Neunte von den Metallen, die auf dieſer Zeche erfolgen. Wird ein ſolcher Erbſtolle mit gehöriger Waſſer⸗ ſeige in mehrere auf dem Gange liegende Gruben zur Abfuͤhrung der Waſſer, und Zufuͤhrung der Wetter fortgetrieben, ſo bekommt der Stoͤllner auch von allen ſol⸗ chen das Neunte, oder woruͤber ſich ſonſt die Gewerken mit dem Stoͤllner vergli⸗ chen, wofuͤr derſelbe ſchuldig iſt, den Stollen im Bau und Beſſerung zu halten. Da die drey tiefen Stollen auf dem Zellerfeldiſchen, und nunmehro Commu⸗ nion Hauptgange vom Wildenmann her, als der Frankenſcharner, neunzehen Lach⸗ ter⸗/ und dreyzehen Lachter Stollen einer nach dem andern von dem Stollner, welcher vor Anno 1634 der jedesmalige Herzog von Braunſchweig war, in den Claus⸗ thaliſchen Burgſtetter Hauptzug fortgetrieben worden, und aus mancherley Urſa⸗ chen zwiſchen dem Zellerfeldiſchen und Clausthaliſchen Bergaͤmtern von alten Zeiten her Streit entſtanden: So ſind daruber zwiſchen beyden Herrſchaften und Berg⸗ aͤmtern (D Grubenhagiſche Bergordnung von Anno 1593, die 1689. wieder gedtuckt iſt, Artic. 9. 99. ll. Theil. F 22 I. Th. II. Cap. 1. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß aͤmtern gewiſſe Stollenreceſſe aufgerichtet worden, als zu Goslar den 14 Dec. 1582. zwiſchen Herzog Julius zu Braunſchweig Luͤneburg, und Herzog Wolf⸗ gang zu Braunſchweig⸗Grubenhagen. Ferner den 4 Julii 1628. zwiſchen Her⸗ zog Chriſtian, und Friederich Ulrich, Herzogen zu Braunſchweig⸗Luͤneburg; und, als nach Abſterben Herzog Friederich Ulrichs zu rauuſchiweig Anno 1634. die bisherige Braunſchweigiſche Bergwerke in Communion gebauet worden, und ſich von neuen mancherley Zwiſtigkeit wegen der Stollen zwiſchen beyden Berg⸗ amtern hervorgethan: So ſind ſolche den 17. Jun. 1635. 25. Jul. 1636 4 Nov. 1648. 17. Aug. 1667. 4. Aug. 1668. 3. April 1671. I11. Aug. 1672. 15. Oct. 1691. verglichen, und daruͤber Stollenvertraͤge aufgerichtet worden. §. 3. Der aite Ne Der alte Mann hat auf dem Oberharjiſchen Bergbau keine tiefe Stollen Oberharz keine gehabt. Das Manuſcript des Hardan Haͤcken berichtet, unter dem Titul: Von Stollen gehabt, Zellerfeldiſchen und Wildenmaͤnniſchen Bergwerken ihren Gaͤngen, folgendes: und den niefen, Der alte weiſe Waldmann hat gar kleine Maßen, und wie es alte Bergverſtaͤn⸗ Stollen ange⸗„dige dafuͤr halten, eine Gewerkſchaft nicht mehr als 7 Lachter ins Gevierte ge⸗ faugen.„habt; derowegen immer einen Schacht an dem andern gehabt, in dem einen die „ Waſſer mit Bulgen, deren man auf etlichen Zechen veraltet gefunden, einer dem „andern helfen halten, in dem andern geſunken, und die Ausfoderung gehabt, und „alſo durchaus in ihren Sachen einig geweſen. Denn ſonſt unmoͤglich zu halten „ geweſen/ weil ſie keine tiefe Stollen, nurallein Tage Stollen, doch einzeln, gehabt.„ Die Bulgen ſin lederne Waſſereymer geweſen, wie in Agricola zu ſehen, da ſie in dem deutſchen Eremplar theils Ringebulgen, welche das Waſſer ſelber geſchoͤpfet, theils Streichbulgen, darein das Waſſer mit einer Schaufel gegoſſen wird, genennet werden. Mit welchen Bulgen das Waſſer aus den Schaͤchten von Menſchen, wie jetzo bey neuen Schaͤchten und Nebenſchaͤchten zum Abſinken mit Kuͤbeln geſchiehet, oder von Pferden im Gaepel gezogen worden. Da aber der alte Mann dadurch einen beſchwerlichen Bergbau gehabt: So iſt er Vorhabens geweſen, tiefe Stollen zu treiben,„da er(nach Haͤckens Be⸗ „ richt) unter dem Wildenmann, und der heutigen Huͤtte einen Stollen angefan⸗ „ gen, und denſelben durch die Burg und Wildenmann gebracht, wuͤrde auch ſol⸗ „ſchen an den Stubenthaler Zug fortgebracht haben, wenn es GOtt nicht durch „das große Sterben verhindert haͤtte, indem dadurch das Oberharziſche Bergwerk „ zum viertenmal iſt aufgelaſſen und liegen blieben, dabey doch aber theils Schaͤch⸗ „ te ſind kuͤnſtlich zugebuͤhnet worden, wie ſich bey der letztmaligen Wiederaufneh⸗ „mung gefunden hat. Sonderlich iſt unter dem tiefen Wildenmaͤnner Stollen „ein Tiefes angetroffen, das mit allem und ſonderlichen Fleiß iſt zugebuͤhnet geweſen.⸗ Von den Stollen in der Communion, und auf den Claus⸗ thaliſchen Zuͤgen. Mannad ne 8 n Herz. Heiarich Da die Stollen die Schluͤſſel zu den Erzen ſind: So hat Herzog Heinrich, par ihn fortge der Juͤngere, von Braunſchweig, der oft nach der Stauffenburg und Wildenmann ttzet. gekommen, den von den Alten angefangenen Stollen ſofort im zweyten Jahre nach wieder aufgenommenen Bergwerke, als Anno 1526. wieder aufzumachen und fort⸗ zubauen angefangen, und wird derſelbe auf den aͤlteſten Riſſen der tiefe Wler⸗ maͤnner, jetzo aber der dreyzehen Lachter Stolle, genannt, weil er 13 Lachter tiefer, als der naͤchſt uͤber ihn liegende neunzehen Lachter Stolle lieget. Dieſer Stollen, der ſein Mundloch unter der Wildenmaͤnnerhuͤtte an dem Waſſer, die Innerſte, von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 23 Innerſte, hat, iſt von der Braunſchweigiſchen, und von Anno 1634. an, von der herſie, Herrſchaft durch den ganzen Stuffenthaler Zug bis an den Treuer Schacht in der Communion 2322 Lachter fortgebracht. Von dieſer Grube iſt er Anno 16903. einſeitig mndo he worden, und auf Clausthaliſche Koſten in den Burgſtaͤtter Zug, und bis in die letzte Hauptgrube, in die Neue Benedicte, fort⸗ etrieben. 9 Dieſer dreyzehen Lachter Stollen, welcher der tiefſte auf dem Hauptzuge vom Wildenmann bis in die Neue Benedicte iſt, iſt von ſeinem Mundloch an bis an Herzog Johann Friederich, als die erſte nach dem Clausthal gehoͤrige, aber laͤngſt eingeſtellte Grube, 2589½ Lachter lang, davon 5882 Lachter im ganzen Geſtein, 428 Lachter im halben Gezimmer, und das uͤbrige im ganzen Gezimmer ſtehet. Von da bis an den Prinz Friederich Ludwiger Schacht iſt er 15803 Lachter lang, und bringet auf dem Treuer Schachte in der Communion 67 Lachter, und auf der Neuen Benedicte 782 Lachter Tiefe ein. Auf dieſem Stollen werden keine andere als Grundwaſſer, ſo die Kunſte darauf erhoben, weggefuͤhret. Wenn aber in Fluhtzeiten dieſer Stollen ſolche Waſſer nicht wol ertragen kann: So wer⸗ den ſolche Grundwaſſer durch die Kuͤnſte auf den neunzehen Lachter Stollen, nach dem Receß vom 18. Oct. Anno 1691. erhoben. §. 5. Dardan Haͤcke gedenket bey dem Jahr 1540. des Fuͤrſten Stollens, der in die Herz. Hein ſem Jahre beleget worden ſey. Hievon habe ich dens weitere Nachricht aufſchuͤr⸗ rhann Heinnih fen können, als daß er im Wildenmanne belegen geweſen. Anno 1548. hat Her⸗ harder Giolan zog Heinrich den Frankenſcharner Stollen(der auch bis an den Rheiniſchen efangen. Wein der untere Jeſus Anfangs Stolle genennet wird) zu bauen angefangen, deſſen Mundloch und Ausfluß im Zellerfelder Thal, hinter der Brehmer Hohe, bey dem abgegangenen ſogenannten Selenhuchwerte i*ſt, wo jetzo die zur Claus⸗ thaliſchen Beilſchmiede gehörige Schleifmuͤhle ſtehet. Dieſer Stollen iſt nach Hickens Benich in den erſten 14 Jahren 1300 Lachter durch Queergeſtein ge⸗ hret, ehe er in den Kayſer Carol, Gnade Gottes und Helden, und weiter in den Rheiniſchen Wein und Schwanerzug, gebracht worden. Der Durchſchlag in den Rheiniſchen Wein iſt Anno 1564. den 4. Jul. gemacht. Von dieſem Zuge ge⸗ het dieſer Stollen durch den Clausthaliſchen Burgſtetter Zug, nachdem damit An⸗ no 1648. in Herzog Johann Friederichs Fundgrube unterm S cht eingeſchla⸗ gen worden, bis an den Haus Luneburger Stoß hinter den Schacht, oder bis an St. Gliſabeth, 3000 Lachter lang, allwo die Zellerfelder, als Stoͤllner, das Stoll⸗ ort Anno 1652. ſtehen gelaſſen. 1 Von da an haben die Clausthaler eine alte Waſſerſtrecke, ſo 12 Lachter hoͤ⸗ her lieget nach dem obern Burgſtetter Zuge, als Dorothea, Carolina, Benedicte, und ferner bis in die Prinzeßin Eliſabeth getriben. Von dem Mundloch an bis an den Schwaner Zug iſt er 1159 Lachter lang durch Queergeſtein gefuͤhret, und hat in ſolcher Laͤnge 8 Lichtlocher. Von da auf dem Gange herauswerts bis an den Herzog Johann Friederich ſind 356 Lachter, und ferner von hier auf dem Burg⸗ ſtetter Juge herauf bis an St. Eliſabeth, wo die Zellerfelder das Stollort ſtehen gelaſſen, ſind 1846 Lachter, und alſo, die Kruͤmmen und Umbruͤche mit gerechnet, in Summa 3361 Lachter. Von der St. Eliſabeth bis an den Caroliner Schacht ſind noch 459 Lachter. Nach dem Grundriſſe in geraden Linien betraͤget die ganze Länge bis an dieſen Schacht 3124 Lachter. Von dem Caroliner Schachte bis an die eingeſtellte Prinzeßin Eliſabeth ſind noch 632: Lachter. Dieſer Stollen iſt auf dem Burgſtetter Zuge der oberſte, und bringt vom Tage auf der Neuen Be⸗ nedicte 34 Lachter Tiefe ein. V 30 F 2§. 6. 24 I. Th. II. Cap. 1. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß * 6. Auch den neun⸗ erner hat dieſer Herzog Heinrid den getroſten Heidewigs, oder obern reben Lachte Wildenmaͤnner Stollen, Anno 1535. zu bauen verordnet, der anjetzo der Neun⸗ Seullen. zehen Lachter Stollen genennet wird, welcher aber von ihm, wegen des feſten klem⸗ migen Geſteins, iſt liegen gelaſſen worden, bis Herzog Julius, ſein Sohn, ſolchen nach angetroffenem ſchneidigen Geſtein Anno 1570. wieder angefangen. Dieſer hat ſein Mundloch im Wildenmann uͤber dem Rathhauſe an dem Waſſer, die Irnerſt und iſt von dem Communion⸗Stoͤllner durch den ganzen Zellerfelder⸗ tuffenthaler und Schwaner⸗Zug in die Clausthaliſche Grenze, als 12 Lachter uͤber den Herzog Johann Friederich und St. Lorenzer Feld, ums Jahr 1685. von da ferner auf Clausthaliſcher Gewerken Koſten durch den ganzen Burgſtetter Zug bis an die Prinzeßin Eliſabeth fortgetrieben. Vom Mundloch bis an Herzog Johann Friederich und Clausthaliſche Grenze 8iſt ſeine Laͤnge 2308¾ Lachter. Von da bis an die Prinzeßin Eliſabeth iſt er 2150 Lachter und über dieſe Grube noch 126 Lachter, Summa 2276 Lachter lang. Seine Tiefe iſt auf der Neuen Be⸗ nedicte 61 Lachter. Dieſe auf dem Burgſtetter Zuge uͤbereinander liegende Stollen, als der Fran⸗ kenſcharner, der neunzehen Lachter, und der dreyzehen Lachter Stolle, welche im lie⸗ genden fortgehen, und mehrentheils verunbruͤchet ſind, auf dem Burgſtetter Zuge aber auch nach den im hangenden belegenen Gruben, um deren Waſſer abzufuͤh⸗ ren, getrieben ſind, werden beſtaͤndig im baulichen Weſen erhalten. Die beyden letztern, als der Neunzehen und Dreyzehen Lachter Stollen, waren im Nov. Anno 1711. in großer Gefahr, verſtürzet zu werden, als in der Communion auf der neuen Wildenmaͤnner Grube uͤber dem Kehrrade, durch Ver⸗ wahrloſung des Schuͤtzers, ein Brand entſtanden, welcher auf den daruͤber belege⸗ nen Gruben, Strecken und Stollen, einen ſolchen Dampf verurſachet, daß niemand ur Rettung dabey kommen koͤnnen, wie denn der Reviergeſchworne mit zween bey ſich gehabten Grubenſteigern vom Dampf, dem ſie im Einfahren zu nahe gekom⸗ men, erſticket worden, und auch hernach noch ein Bergmann verungluͤcket iſt. Um nun zu verhuͤten, daß der Dampf und die boͤſen Wetter nicht in die Gruben des Communion Hauptzuges, auch wol des Clausthaliſchen Burgſtetter Zuges, durch⸗ dringen moͤchten, hat man auf den Stollen und Strecken jetzt erwehnten Haupt⸗ zuges, ſo weit ſolche vom Rauch noch frey geweſen, Wetterthuͤren machen, und ſolche mit Raſen verſtopfen laſſen, wodurch die böſen Wetter nicht weiter, als bis an die Windgaepler Grube, ſo faſt die Mitte des Hauptzuges ausmachet, kom⸗ men koͤnnen, und nach gerade mit dem Rauch aus dem Mundloch ausgezogen ſind. Die beyden Stollen haben dazu gedienet, daß die neue Wildenmaͤnner Gru⸗ be, darinn das Feuer niedergebrannt, mit denen zwo daran gelegenen, mit einander durchſchlaͤgigen, und alſo in gleicher Gefahr geſtandenen Gruben, als dem Heun Dit⸗ furt und dem Alten Deutſchen, vor dem Feuer unter dem dreyzehen Lachter Stol⸗ len verwahret worden, indem man, nebſt den Tagewaſſern, die Waſſer dieſer bey⸗ den Stollen in die Gruben geſchlagen, und ſolche 60 bis 70 Lachter voll Waſſer bis an den dreyzehn Lachter Stollen laufen laſſen. Die Stollen ſelbſt ſind vom Feuer ohnbeſchaͤdiget geblieben, weil ſie in der Gegend zu beyden Seiten im feſten Geſtein ohne Gezimmer ſtehen. d. 7. Vom St. Jo⸗ Auf dem Burgſtetter Zuge iſt noch ein Stollen, der Sanct Johannes Stol⸗ haunes Stolen. len genannt, geweſen, davon nicht mehr bekannt, in welchem Jahre er angefangen worden. Sein Mundloch hat er am Zellbach gehabt, in der Gegend wo anſetzo der Eulenſpiegeler Teich lieget. Er iſt getrieben worden, um dadurch die obern 2 8 1☛ „» von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 25 obern Tag⸗und Grundwaſſer auf dieſem Zuge abzuleiten, welche darauf die Zeller⸗ felder aufsihre Bergwerke gefuͤhret, wie aus dem erſten Stollenreceſſe ſub dato Goslar den 14 Dec. 1582. zu erſehen; und obwoldie Clausthaler nach ſolchem Receß dieſen Stollen fortbauen, und damit den Zellerfeldern die Waſſer zufuͤh⸗ ren muͤſſen; So iſt doch in dem Vergleich vom 4. Jul. 1628. deſſen Einſtel⸗ lung, und daß die Clausthaliſchen Bergwerke mit Unkoſten auf demſelben ſollten verſchonet werden, bewilliget, wie denn derſelbe auch faſt verbrochen und ſein Mund⸗ loch verſchlemmet worden, daß es niemand finden koͤnnen. Die Wiederaufnehmung der Clausthaliſchen Bergwerke hat mit dem Bom Fürſten⸗ Bau des Fuͤrſten Afhen auf dem Thurmroſenhofer Zuge Anno 1584. ange⸗ un dRaben tal⸗ fangen. Dieſes Stoͤllens Mundloch iſt im Thal gegen dem vierten Puchwerke uͤber; er iſt 567 Lachter lang, 117 Lachter uͤber den drey Bruͤdern Schacht hinausgetrieben, und bringt im Roſenhofe 23 Lachter unterm Tage ein. Behuf dieſes Thurmroſenhofer Zuges iſt Anno 1573. noch der Rabenſtollen angefangen worden, deſſen Mundloch im Rabenthal iſt, und im Huͤttengraben uͤber dem Mandel⸗ puchwerk ausgehet. Er gehet in alle Gruben dieſes Zuges, lieget 10 Lachter tie⸗ fer als der Fuͤrſten Stollen, bringt alſo 33 Lachter Seigertiefe im Roſenho⸗ fer obern Schachte ein, und iſt 1297 Lachter lang bis fuͤr das Ort, welches die allergnaͤdigſte Herrſchaft getrieben. Der Durchſchlag von dieſem Nabenſtollen in den Roſenhofer Schacht iſt von dem damaligen Bergmeiſter, Chriſtoph Lippert, am 10. Mart. Anno 1617. gemche⸗ an welchem Tage, nach Extradition des Fürſtenthums Grubenhagen, die Erbhuldigung von Herzog Chriſtian zum Claus⸗ thal iſt eingenommen worden. Zu den Clausthaliſchen Stollen iſt noch hinzuzuthun, daß der Hausherz⸗ berger Zug, welcher Anno 1726. bis auf 2 Gruben, und 1732. voͤllig liegen ge⸗ laſſen worden, zuerſt einen eigenen Stollen, als den langen Stollen, gehabt, wel⸗ cher im Papageyen Thal in der Communion Forſt ſein Mundloch gehabt, und 20 Lachter Tiefe eingebracht hat. Nachhero hat man den Frankenſcharner Stol⸗ len mit vielen Koſten dahin getrieben, und durchſchlaͤgig gemacht, welcher 26 Lach⸗ ter tiefer, und alſo vom Tage 46 Lachter eingebracht. Da dieſer Zug Anno 1680. von neuem gemuhtet, und Anno 1681. wieder angegriffen worden: So wird auch dieſer Stollen zu der Zeit dahin angefangen worden ſeyn. §. 8. Nachdem ich der ſaͤmtlichen Clausthaliſchen Stollen nach der Reihe Meldung Vom himm⸗ gethan: So wende ich mich wieder in die Communion, darinn, auſſer den zuerſt ange⸗ lihen Heerzug gefuͤhrten dreyen, noch einige Stollen mehr gebauet ſind, davon, der Zeitrechnung chen Heinzen nach, auf die drey erſten der Himmliſche Heerzug Stollen folget. Denſelben hat Stollen. Herzog Heinrich, der Juͤngere, Anno 1552. zu bauen angefangen; er iſt im Huͤttſchenthale angeſetzet, und von da durch die Spiegelthaler Gruben 1200 Lach⸗ ter bis an die Guͤldene Sonne durchgetrieben, und bringt auf dieſer Grube 24 Lachter Tiefe ein. Haͤcke thut bey dieſem Jahre auch Meldung des obern wunderbarlichen Heinzen Stollens; es iſt aber von demſelben keine Nachricht uͤbrig geblieben, wo, und zu welcher Gruben Behuf, er angeleget, und getrieben ſey. Im Wildenmanne hat eine Grube, der wunderliche Heinze genannt, gelegen, wovon gemuthmaßet wird, daß er derſelben wegen ſey gebauet worden. In einem geſchriebenen Ueberſchlage vom Quartal Trinit. 1549. wie die Gruben und Stol⸗ len ſollen gebauet werden, ſtehet er mit unter den Stollen, welche die Herrſchaft gebauet. Die Zeche, wunderlicher Heinz, ſtehet ſchon unter denen, welche von Anno 1532. bis 1542, gebauet worden. 8 I. Theil. G§. 9. 26 L Th. II. Cap. 1. Abth. Vondenen Maſchinen, welche die Hinderniß §. 9. d 1 Bom Hltſce. Hierauf hat eben dieſer Herzog Anno 1560 verordnet, den Huͤttſchenthaler thaler und Stuß⸗ zu bauen, davon es in einem vom Zellerfeldſchen Bergamte am 8. Sept. len. fenthaler Stol⸗ Anno 15844 an Herzog Julius ertheilten Berichte heißt, daß derſelbe ein alt verlegener Stollen geweſen, den alſo der alte Mann angefangen und gebauet. Derſelbe iſt unter der neuen Fundgruben Halle angeſetzet, bis ins Baumgar⸗ tener Feld 230 ½ Lachter lang durchgetrieben, und bringt auf dieſer Grube 51 Lach⸗ ter Tiefe ein. Ferner hat derſelbe Anno 1561. den obern Stuffenthaler Stol⸗ len bauen laſſen, der bisweilen auch der Haus Sachſen Stollen genennet wird, jetzo aber nicht mehr offen iſt; ſein Mundloch hat er unter dem Hauſe Sachſen am Berge nach der Innerſt zu gehabt. Er iſt getrieben auf Haus Sachſen fuͤnf⸗ te und ſechſte Maaße nach dem Gabriel, St. Johannes Enthauptung, wo das Gebirge am hoͤchſten iſt, und woſelbſt er 35 Lachter Tiefe unterm Tage eingebracht, feener in Auguſtusburg und Bleyfeld, in Summa 750 Lachter, und iſt nun vor aͤngſt abgegangen. in §. 10. 4 5 Vom getroſten Nach Herzog Heinrichs Tode, welcher Anno 1568. erfolget, hat ſein Sohn, Juluns und ſe Herzog Julius, Anno 1570, den ſogenannten getroſten Julius Stollen zu bauen zehn Lachter Stollen. angefangen; ſein Mundloch iſt am Meinersberge im kleinen Stuffenthal ge⸗ weſen; der Stollen ſelbſt iſt nach dem Stuffenthalerzuge gegangen, und nur 906 Lachter bis in die 2. 3 und 4 Maaße nach dem Bleyfeld fortgetrieben worden. Er hat 28 Lachter mehr Tiefe, als der obere Stuffenthaler, und I1 Lachter mehr, als der Frankenſcharner Stollen eingebracht. Hernach iſt, man weiß aber nicht in welchem Jahre, der ſechzehen Lachter Stollen uͤber dem neunzehen Lachter Stollen zu treiben angefangen worden, deſſen Mundloch uͤber dem Wildenmann herauf geweſen, aber von vielen Jahren her nicht mehr offen iſt. Er hat vor dieſem Gluͤckswaͤrter Stollen geheiſſen, und iſt Anfangs nach dem Sonnenglanz, Segen Gottes, und Cherubim, hernach nach dem Hauſe Sachſen, Erzengel Gabriel, und ſo weiter bis in den weißen Schwan und Himmelfahrts Tageſchacht in allem 1377 Lachter weit, von da aber eine Strecke bis an Herzog Johann Friedericher Schacht getrieben worden. Er wird noch als eine Waſſeſete um die Aufſchlagewaſſer auf die inwendigen Kuͤnſte zu fuͤhren, zum Theil offen erhalten. Solche gehet von Johann Friederich an, und werden die Waſſer zuerſt auf die Haus Zeller inwen⸗ dige Kunſt, und von da weiter auf die Kuͤnſte der folgenden Gruben in der Com⸗ munion bis in den Samueler Schacht gefuͤhret, woſelbſt die Waſſer auf die unter dieſem Stollen liegende Bleyfelder Kuͤnſte fallen, und von da auf dem neunzehen Lachter Stollen auf ein Kehrrad und zwey Kunſtraͤder gebrauchet, und endlich auf den dreyzehen Lachter Stollen weggefuͤhret werden. Auf dem Himmelfahrts Schacht bringt dieſer Stolle 36 Lachter Tiefe ein. Es wird in den Stollenreceſſen noch des obern Jeſus Anfangs, oder obern Zellerfelder, Stollens gedacht, der Anno 1628. nach dem in ſolchem Jahre errich⸗ teten Stollenreceß liegen gelaſſen worden; es iſt aber jetzo nichts mehr davon be⸗ kund als 8 man meyret, Lubabedſh Mundlic im Thale unter der Muͤhle, ey dem nachhero von dem Zellerfeldſchen For iber und Richter ⸗ legten Garten und Gebaͤude gehabt. ſichenber und Nichter Buſch ange II. Vom Laubhlt⸗ Da es dem nunmehro eingeſtellten ſilbern Nageler Zuge in der Communion ter Stollen. an einem tiefen Stollen gefehlet: So hat nach demſelben bis an das alte Haus Braun⸗ ſchweig der Laubhuͤtter Stolle getrieben 2 ſollen. Die dulr haben denſel⸗ ben von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 27 ben, nach letztmaliger Aufnahme des Bergwerks, unter der Bergſtadt Grund im Thale uͤber der Laubhuͤtte angeſetzet, eine ziemliche Laͤnge fortgetrieben, und ſich, um mit Lichtloͤchern deſto begquemer ankommen zu koͤnnen, nach dem Thale und rechter Hand hingewendet; ſie haben ihn aber wieder liegen gelaſſen. Weil man ſich jedoch von der Fortſetzung dieſes Stollens bis an das alte Haus Braunſchweig großen Nutzen verſprochen: So iſt dieſer Stollen Anno 1686 wieder angegriffen worden, ob⸗ ſchon nach dem ohngefaͤhrlichen Anſchlage die Diſtanz beynahe 1800 Lachter, die Zeit etwa 50 Jahre, und die Koſten bey 100000 Fl. betragen ſollten. Dieſer Stollen hat vom Tage hinein zwey Lichtloͤcher gehabt, davon das vorderſte nach 408 Lachter vom Mundloch angeleget iſt; das zweyte am Eichelberge iſt 50 Lachter tief geweſſen. Wegen Mangel an Wettern hat man Anno 1705. oder 1706. noch einen Stollen 5 ½ Lachter uͤber demſelben angeſetzet/ um von demſelben auf den untern Durchſchlaͤge, oder Luft⸗ und Wetterloͤcher zu machen, deren man auf dem ganzen Stollen, bis an die alten Gebaͤude gegen den Richtſchacht des al⸗ ten Hauſes Braunſchweig, 10 vor noͤthig gehalten. Nachdem aber der Maſchi⸗ nendirector Bartels ſein Feuerinſtrument Anno 1717 mittelſt des letztern Lichtloches oder Treibſchachtes angeleget, und nuch ſchon friſche Wetter verſchaffet: So hat man den obern Stollen vollig liegen laſſen, nachdem er ſchon ein Jahr ungebauet eſtanden. uanſtar. 1i iun t. En Der untere Stollen iſt indeſſen ohngefehr bis 900 Lachter, aber immer im tauben, fortgetrieben worden. Man hat vermeynet, daß er von dem ſilbern Nage⸗ ler Zuge in die Thurmroſenhofer Gaͤnge wuͤrde gefuͤhret werden koͤnnen, da ſich, nach dem Riß des Markſcheiders, ergeben, daß der ſilberne Nagel Gang vermuth⸗ lich mit einem der Thurmroſenhoͤfer Gaͤnge Connexion haben werde„ da er denn auf dem Thurmroſenhofe nach des Markſcheiders Angeben 125 Lachter Seigertiefe ein⸗ bringen wuͤrde. Allein nach dem Abziechen des Markſcheiders zeigte ſich, daß das Stoll⸗ ort nicht allein noch 730 Lachter von dem Haus Braunſchweig ab ehe, ſondern auch daſſelbe nach ſeinem jetzigen Streichen immer und mehr rechter Seits und Land⸗ werts, bey 620 Lachter vom ſilbernen Nageler Zuge, und von Thurmroſenhoͤfer Gaͤngen noch viel weiter, ablaufe, und alſo zuletzt ein Queerſchlag von viel 100 Lachtern durchgetrieben werden muͤſte. Es war auch nicht abzuſehen, wie den Wettern in die Laͤnge zu rathen ſtehe, da ein neues Lichtloch wegen des vorliegen⸗ den hohen ſteilen Gebirges ſehr tief, und folglich gar koſtbar, werden wuͤrde. End⸗ lich betrachtete man den großen Holzaufwand, den dieſer Stollen erforderte und beſchloß 25 gegen das Ende des 1719ten Jahres, dieſen Laubhuͤtten Stollen ganz einzuſtellen. §. 12. Im Lautenthal befindet ſich der tiefe Sachſen Stollen. Von wem, und in Vom tiefen welchem Jahre, derſelbe angefangen ſey, ſnig zu finden, auch ſelbſt nicht in dem Sachſen Stol⸗ an Herzog Julium vom Zellerfeldſchen Bergamte Anno 1584. von dem Stollen ln. ertheilten Bericht, daraus die Anfangsjahre der Braunſchweigſchen Stollen ge⸗ nommen ſind. Muthmaßlich aber iſt es zwiſchen Anno 1550. und 1560. geſche⸗ hen. In einem vom Quart. Trinit. 1564. geſtellten Ueberſchlage, wie die che chen und Stollen ſollen gebauet werden, wird dieſes Stollens im Lautenthale ge⸗ dacht, da er ſchon im Betrieb geweſen iſt. Sein Mundloch iſt gleich gegen dem Zechenhauſe uͤber am Creutzberge, und iſt von demſelben bis an St. Thomaſer Queerſchlag 300 Lachter mehrentheils im Gezimmer, von da durch das Thomaſer Feld bis an den Schacht des großen St. Jacobs 190 Lachter, und ferner annoch 180 Lachter, insgeſamt 670 Lachter nach den Originalnachrichten, durch den großen und kleinen St. Jacob getrieben gewe en, 36 das Lautenthalſche Bergwerk d 2 1681. E 28 I. Th. II. Cap. 1. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß 1681. wieder angegriffen worden, das man von Anno 1650 mehrentheils liegen gelaſ⸗ laharne Hierauf iſt der Stollen von St. Thomas Quterſchlag an bis an den großen St. Jacob, und nach der Zeit weiter bis in den kleinen St. Jacob, wieder aufgeraͤumet worden, da er von da ganz zerbrochen geweſen. Auf dem Lautenthalsgluͤck bringet der⸗ ſelbe A4 und auf dem kleinen St. Jacob 34 Lachter zi ein. Die Waſſer, welche von dem Wildenmann in dieſen Stollen gefuͤhret werden, fallen auf ein Kehrrad und drey Kunſtraͤder, und von denſelben aus dieſem Stollen zum Mundloch hinaus. In obge⸗ meldtem Berichte und Ueberſchlage wird noch eines zweyten Stollens im Lautenthal auf dem Hauptgange gedacht: ich habe aber von demſelben nichts ausforſchen koͤn⸗ nen, als nur, daß einer der obere der andere der untere Stolle genennet worden. Bey⸗ de ſind zugleich getrieben worden. n. Vom Krumba⸗ Auf der Bockswieſe iſt der Kinbacher oder Grumbacher Stollen. Die⸗ cher Stollen. ſer iſt Anno 1719. Nro. I. Quart. Cruc. uͤber dem untern Krumbacher Teiche angeſetzet, und vom Mundloch bis an den Herzog Auguſt und Johann Friederich 950 Lachter lang Anno 1730. durchgetrieben. Er hat 4Lichtloͤcher, und iſt nun⸗ mehro durchs ganze Muguß Herzog Anton Ulrich, und Neue Zellerfelder Feld 100 Lachter fortgetrieben. Auf dem Herzog Auguſt und Johann Friederich bringt er 31 und auf dem Herzog Anton Ulrich 47 Lachter vom Tage Tiefe ein. Er hat 66000 Fl. gekoſtet. Dieſer Krumbacher Stollen reicht aber doch fuͤr den Waſſernoͤthigen Bocks⸗ wieſer Zuge, und ſonderlich die mit uͤberaus ſtarken Waſſern beſchwerte Herzog Auguſt und Johann Friederichs Gruben, allein nicht zu, und man hat es fuͤrs beſte gehalten, durch Herantreibung eines tiefern Stollens dieſem Zuge auf beſtaͤndig und um ſo mehr zu helfen, da die dortigen guten Anbruͤche, welche bey einer Tiefe 1 von 110 Lachtern beſtaͤndig geweſen, nach bergmaͤnniſcher Hofnung, wo nicht in Ä ewige, doch in eine gar große Tiefe niederzuſetzen ſcheinen. Es iſt daher am 1I. Nov. 1745. im Communion Bergamte beſchloſſen worden, den Lautenthaler Hofnungs Stollen, der vom Herzog Ferdinand Albrechter Schachte/ allwo ſein Mundloch iſt/ zu der Zeit ſchon ol und Anno 1747.112 Lachter fortgetrieben geweſen, noch 406 Lachter auf dem Gange nach dem Hahnenkleeſchen Bergwerke,ſodann 686Lachter durch Queer⸗ geſtein nach dem braunen Hirſch, und von da 149 Lachter auf dem Gange nach 3 dem Jvhann Friederich, und alſo in allen 1241 Lachter lang fortzutreiben.— h dieſen Stollen hoffet man zweeen Zuͤgen, nemlich dem Hahnenkleer und dem Bockswieſer auf lange Zeit zu helfen, auch den Lautenthaler Gang bis nach dem 1 Hahnenklee vollig zu unterſuchen, alle zwiſchen den Lautenthaler und Bockswieſer Gaͤngen vorhandene Gaͤnge zu uͤberfahren, und dadurch viel Bergwerk rege zu A machen, und zur baldigen Aufnahme zu befördern. Zu dieſem Stollen, der unter dem Grumbacher Stollen nach des Markſchei⸗ 1 ders Angeben 304 Lachter Tiefe einbringen wird, ſind 3 Lichtlöcher noͤthig erach⸗ b tet, davon das zweyte 81, das dritte 66 Lachter tief im Kuttelbache im Feſten, (wenn in der Gegend des Kuttelbacher Teichs kein Gang, wie man doch hoffe, herdurch ſtreichen ſollte) aüzußßneen; und die Queerſchlaͤge aus ſolchem Lichtloche hinunter und heraufwerts auf eine lange Diſtanz im feſten fortzutreiben ſeyn wuͤr⸗ den. Durch düſe Stollen wuͤrde der Weg gebahnet werden, den tiefen Sachſen Stollen, der nach des Mansſched Angeben 107 Lachter vom Tage, oder 80 Lachter unter dem Grumbacher Stollen einbringt, hernaͤchſt hinter her zu bringen, welches ſonſt allein um ſo weniger angienge, da man ſehr tiefe Lichtloͤcher zu 77. 121 und 106 Lachter abſinken, und alſo gar langſam zu Gegenoͤrtern gelangen koͤnne. von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 29 könne. Die in allen Stuͤcken reichlich angeſchlagene Koſten werden auf 200437 Fl. 15 Gr. und die darzu erfoderte Zeit auf 20 oder 25 Jahre gerechnet, wofuͤr aber einige beynahe 40 Jahr annehmen. Das erſte Lichtloch iſt Anno 1747. auf dem braunen Hirſch angeſetzet worden. §. 14. Esi ſchon Anno 1675. in Vorſchlag gekommen, den tiefen Sachſen Stol⸗Des Bergamts len im Liteſhhn nach der Bockswieſe zu treiben, daruͤber von der Communion⸗Beaghſuann, Herrſchaft des Zellerfeldiſchen Bergamtes folgender Bericht unterm 25 Julii ob⸗ gemeldten Jahrs eingegeben worden:„Demnach Fuͤrſtl. Herren Deputirte von „ ſelbſten wol erwogen, daß dieſes eine ſehr importante und koſtbare Sache ſey, „ und dahero befohlen, wie nemlich das geſammte Bergamt in rem praeſentem „ gehen, alles in Augenſchein nehmen, und in loco die Sache wohl uͤberlegen, „und darauf ihr pflichtmaͤßiges Bedenken abgeben ſollen: So iſt ſolches heute „ dato, als den 22. Jul. folgendergeſtalt gehorſamſt bewerkſtelliget. „ 1 Anfangs hat man in dem ganzen Revier von St. Jacob geweſenen al⸗ „ten Treibſchachte an, durch das Thal hinauf,(welches Lautenthal genannt wird) „bis hin nach der Bockswieſe durch drey verſchiedene Ruthengaͤnger die dero „Endes ſtreichende Gaͤnge ausgehen und ſuchen laſſen, welche denn zween Gaͤn⸗ „ ge, etwa von 1 bis Lachter maͤchtig, gefunden, jedoch ungewiß, ob ſolche edel, „ oder unedel, auch wie hoch oder tief untern Raſen liegen werden, wiewol ſie der „ Stunde nach von den alten Lautenthalſchen Gaͤngen durchſtreichen. „ 2) Hierauf iſt die Abmeſſungsuͤberſchlagung von obbemeldtem St. Jacobs „ Treibſchacht an verrichtet, und befunden, daß durch ſolches Thal der Stollen von „ obbemeldtem termino a quo, bis in Herzog Auguſtum auf der Bockswieſen, „ ein tauſend fuͤnf hundert Lachter lang zu treiben ſeyn wollte. „ 3) In welcher Laͤnge denn wenigſtens ſechs Lichtloͤcher wollten noͤthig „ ſeyn anzulegen, dergeſtalt, daß eines von dem andern, ratione interſtitii, bey „ 250 Lachter lang ſeyn muͤſte; die Tiefe aber vom Tage bis auf die Sohle des „ tiefen Sachſen Stollens bey 80 Lachter, 110 Lachter bis 130 Lachter tief fal⸗ „len wollte. Welche Tiefe aber aus Mangel Wetters ſchwerlich wollte abzu⸗ „ langen ſeyn, wenn nicht „ 4) uͤber dem tiefen Sachſen Stollen noch zween andere Stollen ange⸗ „leget wuͤrden; wie denn ſolches dergeſtalt wol geſchehen koͤnnte, daß das Mund⸗ „loch des erſten Stollens bey 800 Lachter fortwerts von St. Jacobs Schacht „ab angefangen werde, welcher in der tiefſten Lichtlocher eines vierzig Lachter Tie⸗ „fe einbraͤchte; dann des andern Stollens Mundloch 500 Lachter von St. „Jarobs Treibſchacht ab, und 40 Lachter tiefer unter dem erſten einkaͤme; daher ſelbiger in die tiefſte Lichtloͤcher 80 Lachter Tiefe einbringen wollte, blieben alſo „ vor dem Sachſen Stollen noch uͤbrig unter dem mittlern Stollen Tiefe einzu⸗ „ bringen 40 bis 50 Lachter tief. „5 Auf ſolche Weiſe und durch Hulfe der beyden mittlern Stollen ver⸗ „ meynet man endlich den tiefen Sachſen Stollen hin nach der Bockswieſe fort⸗ „ zubringen, wenn nicht 336) dieſes Hauptwerk dadurch hee und geſtecket wird, indem man „ bey Abſinkung der Lchtloͤcher viel Waſſer antreffe,(wie gewiß und ohnfehlbar „ zu vermuthen,) welches zu Sumpf zu halten noch zur Zeit keine Mittel ich fin⸗ „den, noch abgeſehen werden koͤnnen, ausbenommen der einzige Waſſerfall auſſen „ Lautenthalſchen Graben, welcher jetzo die Kunſt allda im Lautenthal treibet, „ wiewol die Feldkunſt bey 600 Lachter ins Feld ſchieben muͤſte, und alſo wenig I. Theil. H„ausrich⸗ 30 I. Th. II. Cap. 1. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß ausrichten koͤnnte. Von obenwerts und von der Bockswieſen her zur Sumpf⸗ „ zuerich der Lichtloͤcher praͤſentiret ſich auch kein anderer Waſſerfall, als die bey⸗ „den Faͤlle von den Puchwerken, aus welchen man auf Hülchem Fall einen hohen „ Waſſerfall machen muͤſte. Die Kunſt aber wuͤrde eben wol bey 600 Lachter „ins Feld gehen, und dahero ſehr ſchwach fallen. „7) Zweifelt man demnach noch zur Zeit bey dieſer Bewandniß, ob ein ſol⸗ „ches und an ihm ſelbſt ſehr nislihes Werk(weiln dieſer Stolle im Herzogen „Auguſtum bey 100 Lachter Tiefe bringen wollte) moͤglich in Stand zu bringen, „ und zu rathen, oder nicht. „ 8) Allhier aber möchte einer und ander dagegen vorbringen, und fragen, „warum man eben durch das alſo genannte Lautenthal, und nicht durch den Berg „in linea recta, die Vermeſſung und Anſetzung der Lichtloͤcher gethan haͤtte? „„Darauf dann geantwortet wird: 1) Daß die von den Lautenthalſchen Gruben „ ſtreichende Gaͤnge nicht in der geraden Linie nach der Bockswieſen, ſondern „ mehrentheils nach den Hahnenklee ſtreichen, und alſo die Gaͤnge durch dieſes „Lautenthal entlang(der Ruthengaͤnger Angeben nach) nothwendig muͤſſen ge⸗ „funden werden. 2) Daß die Lichtlocher nach der geraden Linie bey 20 ja 30 5 dachter tiefer muͤſten abgeſunken werden, als beym erſten Weg, weiln die linea „recta alſofort die Hoͤhe des Berges empfindet und einnimmt. 3) Daß man „ keinen Vortheil vom ſchmeidigen Gang oder Gebirge in linea recta zu vermu⸗ „ then, oder noch zur Zeit erforſchen kann; ſondern allda vielmehr groͤßere Feſtig⸗ „ keit zu gewarten, weiln der Stolle durch queer und klippig Geſtein allda fortzuſetzen. „Ferner und zum 9) mochte jemand einwerfen, wie dann unſere Vorfahren „durch den Stufenthaler und andere Zuͤge die drey Hauptſtollen, als den 16, „ 19 und 13 Lachter Stollen, durchbringen köͤnnen? Darauf wird geantwortet: „ Daß 1) daſelbſt die Gaͤnge mehrentheils zu Tage ausgeſtrichen, und ſie die Licht⸗ „ loͤcher alſofort auf den Erzen anſetzen, und mit Nutzen abſinken koͤnnen. 2) Daß „ dieſelbe zu Kuͤnſten beſſere Mittel gehabt, als da eine Kunſt im kleinen Stufen⸗ „thal von dem untern Spiegelthaler Waſſer, und die andere vom Adler bis nach „ der Jungfer von den obern Spiegelthaler Waſſern, getrieben; zu geſchweigen „ der andern Stollen, ſo uͤber den 16 Lachter Stollen gefuͤhret worden, als der „obere Tag Stolle, item Herzog Julii Stolle, wodurch den Abſinkungen der „ Lichtloͤcher merklich hat koͤnnen geholfen werden, welches letztere Mittel dann, „ nemlich noch mehrere Stollen als die vorgeſchlagenen zweene Huͤlfſtollen uͤber „einander zu treiben, bey dieſem tiefen Sachſen Stollen auch wol zu practiciren „ ſtuͤnde, und man auf dieſem letztern Fall der Kuͤnſte gar wohl entrathen koͤnnte. „Ob aber 10) die Bockswieſenſche Gruben ſolche um ſo viel mehr anzuwen⸗ „dende Unkoſten(die ſich uͤber etliche Tonnen Goldes erſtrecken duͤrften) wieder „erſtatten werden, oder köͤnnen, davon kann man noch zur Zeit unſers Theils nichts „ gewiſſes ſetzen, weilen ungewiß, ob die Gaͤnge allda auch bey die 100 Lach⸗ „ter tief in die Tiefe beſtaͤndig ſetzen, und edel bleiben, maaßen man davon bis dato „ kein Sennhe haben kann, weiln die tiefſte Grube allda noch nicht uͤber 40 Lach⸗ „ter tief iſt. „Inzwiſchen, und was 11) in ſpecie die Fortſetzung des Lautenthalſchen „Bergwerks betrift, um ſolches in beſſern Stand zu bringen: So faͤllt halſchen „ Zeit kein beſſerer Vorſchlag vor, als den der Oberbergmeiſter Flach in Num. 4. „vorigen Quartals Rem. durch einen Abriß, und dabey gethanen Bericht, denen „ Herren Berghauptleuten remonſtriret, auch von denſelben in quantum adprobi⸗ „ ret, nemlich, daß man das Stollort des tiefen Sachſen Stollens bis an den alſo „ genannten Herzog Rudolphs Tagſchacht forttriebe; darauf ſolchen Schacht die „ reſtixende von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 31 „reſtirende 20 Lachter tief bis auf die Sohle des Sachſen Stollens abtiefete, und „ alsdann einen Queerſchlag ins Hangende, und einen ins Liegende, anſienge, und „ ſo lange man wegen Wetter koͤnnte, ſolchen hinaus triebe; allermaaſſen auf ſol⸗ „ chem Fall, wann ja Gaͤnge allda vorhanden, dieſelbige nothwendig muͤſten ange⸗ „ troffen werden, ſie ſetzten dann entweder nach dem Hahnenklee, oder nach der „ Bockswieſen, und koͤnnte alsdann, der zu der Zeit befindenden Beſchaffenheit nach, „wohin nemlich die beſten Erze ſtreichen wuͤrden, auf Fortſetzung dieſes Haupt⸗ „ werks beſſere Reſolution genommen werden, als vorjetzo.,, §. 15. In der Veſtenburg iſt der tiefe Veſtenburger Stollen, welchen man Anno Vom Veſtenbur⸗ 1708. angefangen. Er hat ſein Mundloch oben im Schulenberge, und bringet ger, Schulen⸗ auf der Grube Cronenburgs Gluͤck und weißem Schwan 34 Lachter Tiefe ein. errufd ee Im Schulenberge iſt der tiefe Schulenberger Stollen, welcher Anno 1704. uber len. der weiſſen Waſſer Sagemuͤhle angſeter, und in den Veſtenburger Zug getrieben wird, dafer auf dem Cronenburgs Gluͤck 62 Lachter Tiefe einbringet. Anno 1745. iſt derſelbe in die weißen Schwaner Markſcheide gebracht. Nach dem Anno 1737. wieder aufgenommenen Bergwerke im Gemkenthal, nach dem Ahrensberg zu, iſt der Gottes Gluͤcker Stolle in dieſem Jahre zu bauen angefangen worden. Derſelbe hat ſein Mundloch im Gemkenthale,(*) gegen der Bruͤcke uͤber die Ocker, daruͤber man von der Altenau und aus dem Gemkenthal nach dem Schulenberge faͤhret. Dieſer Stollen gehet nach dem Johannesgange. Die Laͤnge vom Mundloch bis unter den Johannesſchacht iſt 400 Lachter angege⸗ ben, und er bringet nach des Markſcheiders Angeben 49¾ Lachter Tiefe im Schacht ein. Wann er an dieſen Gang gebracht worden: So ſoll er von demſelben nach dem Koͤnig Carl fortgetrieben werden. §. 16. Vor etwa 80 oder mehr Jahren iſt in der Communion auf dem Hahnenklee Von einigen an ein Bergwerk von einem Privato mit großem Ueberſchuß gebauet, und dazu ein im dern Stollen. Todtenthal angeſetzter Stollen hinan getrieben worden. Nachdem nun etwa vor 19 oder 20 Jahren einige Zellerfeldiſche Bergleute ſolches wieder aufgenommen, und Kelch maͤchtig Erz getroffen, daß Anno 1741. im Sommer zwo Gruben, als die Beſtaͤndigkeit und Theodora, und hernach auch die Aufrichtigkeit angeleget worden: So hat man auch für nothig gefunden, den verbrochenen Stollen wieder auf⸗ zumachen. Dieſer Hahnenkleer Stolle iſtvon den Gewerken der obigen dreyen Gruben auf gemeinſchaftliche Koſten getrieben, hat ſein Mundloch, wie ſchon gemeldet, im Todtenthale, und iſt nach des Markſcheiders Angeben bis in den Geſamtſchacht der Theodora und Beſtaͤndigkeit in allen 393 Lachter lang, und bringet in dieſem Schachte 35 ½ Lachter Tiefe ein. In der Bergſtadt Grund iſt gegen das Jahr 1530 von den Magdeburgern am Iberge der ſogenannte Magdeburger Stollen gebauet worden. Sein Mund⸗ loch gehet oben im Grunde aus. Der Ort wird die Zeche genannt, weil vor die⸗ ſem das Zechenhaus daſelbſt geſtanden, und hat er 68 Lachter Huh eingebracht. Vor einigen Jahren hat eine Geſellſchaft Erzgaͤnge aufge chuͤrfet, und zu Fuͤh⸗ rung eines ordentlichen Baues Anno 1739. den Stollen im ſchwarzen Waſſer H 2 angeſetzet. C) Haͤcke ſchreibet im Gemlichen Thale, allwo, wie er zu ſeiner Zeit berichtet, ein alter Zug iſt. Beym Jahr 1726. ſchreibet er:„Am Gemlichen Berge an der Winterhalbe iſt aufgenommen „eeine Fundgrube, und die übernechſte Maaße, welches vom Lehnträger auf Chriſtoph genannt „ agkelänige worden, ſamt einem Erbſtollen mit aller Gerechtigkeit, was dem Bergwerk „ zuge rig.„ 3 22 . . 1* 2 — 5* ¹. . . 1 . 3 1 . — *2 1 1 — 1 7 5 : . 1 .. 3 2* 3. 2 7 ⁸ 3 6 . 1 2 * — 8 2 1 7. , 4 3. . ſ * 7. — 8 fr* 4„ 8 Lä 4 25 ₰ .. * 27 1 d 2 1 , 1& 6 * 8 . 2 4 * 8 4 12 „„ „ * 4. 1 8. — er t 4—— * . 1 . ‿ 5 . . * 4 8 1 — V 4 . * 5 8 b 32 I. Th. II. Cap. 1I. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß eſetzet. Dieſer wird, nach dem Angeben des Markſcheiders, nach der Grube vue Tanne,* 250 uchne lang werden, und 14 Lachter Tiefe einbringen. Anno 1747 im Quart. Cruc. Nro. I. hat eine Lehnſchaft einen alten am Iberge liegenden Stollen aufzuraͤumen angefangen. Dieſer iſt von den Alten 2674 Lach⸗ ter fortgetrieben, an einigen Orten à an einigen 1 Lachter weit, und Anfangs 1, weiter 14 und wo er am hoͤchſten, 1 ½ Lachter hoch. Vom Anfang iſt er 100 Lach⸗ ter lang im Gezimmer von Tannenholz hernach im ganzen oder feſten Geſtein, be⸗ funden. Sein Mundloch lieget zwiſchen Schurberg und Foßhey, und bringet er an dem hintern zu vermuthenden Erzgange 54 Lachter 3 Zoll Höhe ein, und alſo 14 Lachter weniger als der Magdeburger. Er iſt in allen Anno 1750bereits uͤber 272 Lachter fortgebracht. Noch iſt ihm kein eigener Name gegeben. Bey Aufraͤu⸗ mung dieſes Stollens ſind die Bergleute ſehr vom Waſſer incommodiret worden; davon hat ſich die Urſache gezeiget, als man, nach 248 Lachter lang aufgeraͤumten Stollen, auf einen 14 Lachter maͤchtigen, trummerigen, und mit Kupferflecken einge⸗ ſprengten ſpatigen Silbererzgang getroffen, da ſich eine Kluft gefunden, daraus 1 Nad Waſſer gekommen. .§. I7. Von den Stol⸗ uAltenau ſind 4 Stollen; 1) der alte Schatzkammer Stollen, der muthmaß⸗ nau. ien auf der lich ſofort gebauet worden, als man den Schacht an der jetzigen Stelle abgeſun⸗ Bergſiat Alte ken. Sein Mundloch iſt an der großen Ocker gegen dem Schutzenhauſe uͤber. Er iſt 90 Lachter lang, und bringet vom Tage 10 Lachter Tiefe ein. 2) Der Schulthaler Stolle. Er iſt Anno 1718. angeſetzet worden, und hat ſein Mundloch im Schulthal nicht weit hinter der Muͤhle. Dieſer gehet in die Kayſererone, Sil⸗ berlilie und Altenauer Gluͤck. Anno 1738. iſt er mit der Strecke der Silberlilie, vermittelſt eines Lichtloches, durchſchlaͤgig worden. Seine Laͤnge iſt vom Mund⸗ loche bis an das Lichtloch 480 Lachter, von dem Lichtloch bis an den Silberlilier Schacht 246 Lachter, von da bis nach dem Altenauer Gluͤck 215 Lachter. Auf der Silberlilie bringt er 42 und auf dem Altenauer Gluͤck 54 Lachter Tiefe ein. 3) Der Seegen Gotteſer Stollen. Dieſer iſt Anno 1727. angefangen worden, als einige Leute den Gang, darauf dieſer Stollen fortgebauet iſt, in der Ocker aufſchuͤrften. Der Gang hat ſich gleich mit Erz bewieſen, welches ſich aber bald wieder abgeſchnitten. Man hat aber doch fortgebauet, in der Erwartung, daß ſich auf dieſem Gang, welcher mit der Loöwenburg, dem neuen Andreas im ſchwarzen Waſſer, und der Prinzeßin Maria, eins zu ſeyn ſcheinet, vielleicht ein edler Erzfall zeigen moͤchte. Es koͤnnte auch der Loͤwenburg, der Prinzeßin Marien, und dem neuen Herzog Ernſt Auguſt ein Stollen zugebracht, und deren Kuͤnſte erleichtert werden. Auf der Prinzeßin Maria wuͤrde er 40 Lachter Tiefe einbringen. Er iſt 350 Lachter fortgetrieben. Da aber ſolches nicht ſoͤhlig, und nach dem gewoͤhnlichen Schuß, oder Fall der Stollenſohle, nemlich 2 Lachter auf 100Lachter, ſondern nach Gutduͤnken geſchehen: So hat man angefangen die Soh⸗ le nachzuhauen. Es iſt aber derfehe mit Schluß des Quart. Trinit. 1741. vor⸗ erſt eingeſtellet worden, bis man ſehen wuͤrde, wie ſich der Gang in dem Schacht der Loͤwenburg beweiſen werde. Sein Mundloch iſt gleich an dem Gewehr in der Ocker zum Huͤttengraben, als in welches das Waſſer aus dem Stollen faͤllet. Weil ſich aber auf dem Gange in dem Loͤwenburger Schacht von mehr als 50 Lachter Tiefe kein Erz finden wollen: So iſt dieſe Grube, und der neue St. Andreas Anno 1745. eingeſtellet worden. Sollte ſich aber auf der Prinzeßin Maria etwas bedeutendes Erz anfinden: So moͤgte dieſer Stollen wol wieder angegriffen, und dahin fortgefuͤhret werden. §. 18. von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 33 §. 18. 4 Der neue und tiefe Schatzkammer Stollen. Dieſer iſt Anno 1739. an⸗ gefangen worden. Vor einigen Jahren iſt ſchon ein Ort in den Berg Zion, hart an der Kirche, getrieben, und da es ſich mit Erz bezeiget, darauf abgeſunken aber wieder⸗ um eingeſtellet worden. Dieſes Ort iſt mit dem kleinen Zieheſchacht wieder aufgemacht, und nachdem der Schacht ſo tief, als die Stollenſohle erfodert, nem⸗ lich 13 Lachter niedergebracht worden, ſo iſt der Stollen gegen den S tzkammer⸗ gang und gegen das Mundloch beſtaͤndig fortgetrieben worden. Zur Gewaͤltigung des Waſſers hat man ſofort ein kleines Kunſtrad gleich an die Ocker haͤngen muͤſſen. Das Mundloch iſt an dem Gerlachsbacher und Huͤttenteichs Waſſer gegen den ſogenannten Sagemuͤller Platz, wo ſich dieſe Waſſer mit der Ocker vereinigen. Vom Mundloch iſt dem Zieheſchacht entgegen gearbeitet, und iſt im Quartal Luc. 1740. zwiſchen dem Mundloche und dem Zieheſchachte eine Ruͤſche in der ſoge⸗ nannten kleinen Wieſe, und in derſelben ein Lichtloch von 6 Lachter Tiefe, angefan⸗ gen worden, ſowol um der Wetter willen, als auch um den Stollen zugleich an 5 Orten fortzutreiben. Zur Waſſerhebung iſt glei vor der Ruſhe ein kleines Kunſtrad gehaͤnget. Zwiſchen dem Mundloch und dieſem Lichtloch i Anno 1742. wegen der Wetter noch eine Ruͤſche von 8 Lachtern hineingetrieben, und mit Anfang des Quart. Reminiſe. Anno 1744. noch ein Lichtloch, und alſo das dritte, na⸗ he gegen dem Brauhauſe uͤber, abzuſinken angefangen worden, zu deſſen Behuf eine kurze Kunſt mit einfachen ſtarken Geſtaͤngen gehaͤnget iſt. Der Stollen iſt vom Mund⸗ loch bis an die Kirche 400 Lachter, von da bis an den Schatzkammer Schacht 88 Lachter, in Summa 788 Lachter lang, und bringet 35 Lachter Tiefe ein. m 14. Nov. 1750. iſt der Durchſchlag in die Schatzkammer mit einem Bohr⸗ loch 1 Lachter tief, und am 18 deſſelben ein Loch zur Durchfahrt gemacht worden. §. 19. Weil auf dem St. Andreasberg das Gebirge ſteil iſt, wo mit Stollenbau Von den Stol⸗ leicht anzukommen, und die Gaͤnge in den Bergen aufgeſchurfet„folglich auch mit len auf dem St. leichtern Koſten, als wenn man gleich mit Abſinken und Schaͤchten vom Tage Anoreasberg. niederbauen muß, unterſuchet werden können: So hat daſelbſt faſt eine jede Gru⸗ be ihren eigenen Tageſtollen gehabt, welche zum Theil duch behalten und offen, theils aber abgegangen ſind, nachdem man nachhero tiefere Stollen hineingebracht hat. Die nahmhafteſten Stollen daſelbſt, wie ſie nach den Jahren ihres Baues auf einander folgen, und, in Abſicht auf die aͤlteſten, von Zacharias Koch Anno 1606. auf einen Riß gebracht worden, ſind folgende. 1) Der St. Johannes Stollen. Derſelbe iſt Anno 1529. angefangen worden. Sein Mundloch iſt im Waͤſchgrund(der vor dieſem der Dambach ge⸗ nennet worden) unter dem jetzigen St. Andreascreutzer Tagesſchachte. Er wird noch offen gehalten, weil die Aufſchlagewaſſer von St. Jacobsgluͤcker inwendigen Kuͤnſten darauf abflieſſen. Er ſtehet mehrentheils im ganzen Gezimmer, bringet 13 Lachter Tiefe unterm St. Jacobsgluͤcker Stollen ein, und iſt in die Morgen⸗ roͤthe, Jacobs Gluͤck, ſilbernen Baͤr, und Weinſtock 506 Lachter gefuͤhret. .2) St. Jacobs Gluͤcker Stollen. Dieſer iſt Anno 1534. angefangen. Sein Mundloch iſt am Fuße des Beerberges auf Reichen Trofß ⸗ Gange angeſe⸗ tzet. Er gehet durch Reichen Troſt, St. Margaretha, St. Jacob, St. Burchard, St. Johann, St. Georgen, und Weinſtock, lieget 10 Lachter uͤber den St. Jo⸗ hannes Stollen, und iſt vom Tage 28 Lachter tief, auch noch recht gangbar. Weil der Jacobs Gluͤcker und Reiche Troſter Gang einander durchſchneiden, und daher der Jacobs Gluͤcker Stollen auf zween Gaͤngen fortgetrieben wird: So beſaͤlt er die⸗ I. Theil. J ſen 34 L. Th. II. Cap. 1. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß ſen Namen auf dem Jacobs Gluͤcker und Weinſtocker Gange, der andere aber auf dem Reichen Troſter Gange, iſt vor dieſem der Wahre nams Stollen genennet. worden, welche Benennung aber jetzo nicht mehr gebraͤuchlich iſt. §. 20. 3) Der Spoͤtter Stollen. Dieſer iſt Anno 1536. angefangen, und hat ſein Mundloch unten in der Bergſtadt am Keilberge. Er iſt in Konig Ludewig, Gnade Gottes, Samſon, und Catharina Neufang durchſchlaͤgig, und war vor dieſem auf dem inwendigen Zuge der tiefſte Stollen. Er bringet auf der Catharina Neufang die mehreſte Tiefe, als 44 Lachter, ein, iſt noch jetzo offen, und wird wegen Ableitung der Tagwaſſer im baulichen Weſen erhalten. 4 St. Heinrichs Stollen. Dieſer hat ſein Mundloch am Beerberge, iſt noch offen, ſtehet im feſten Geſtein, und wird jetzo St. Anner Stollen genennet. Er dienet nur die obern Waſſer dem Jacobs Gluͤck und Wennsgluͤckt in der Höͤhe abzufuͤhren. Er lieget 20 Lachter hoͤher, als der Jacobs Gluͤcker Stollen, und iſt auf dem Reichentroſter Gange, da vor dieſem St. Anna gelegen. 5) Der tiefe Fuͤrſtenſtollen. Dieſer hat ſein Mundloch am Knieberge, gleich unter der Felicitas, welcher er zur Huͤlfe zuerſt angeſetzet, und auf ſolchem Gange fortgetrieben worden iſt. In dem Felicitas Schachte bringet er nur 7 Lachter Tiefe ein. Er iſt aber ferner in den Koͤnig Ludewig, St. Andreas, und alten ab⸗ gegangenen St. Moritz getrieben, und durchſchlaͤgig geweſen. Jetzo wird er zur Abfuͤhrung der Tagewaſſer vom Mundloch bis an den König Ludewig noch im bau⸗ lichen Weſen erhalten, das uͤbrige hat man eingehen laſen. Wann dieſer Stollen angefangen worden, iſt, wie von mehrern, nicht bekannt, weil ex nicht als ein Hauptſtollen, angeſetzet, ſondern von den Gewerken des Samuels, ſo jetzo Felicitas genennet wird, gebauet worden. In St. Andreas hat er 34 Lachter Tieſe einge⸗ bracht, und iſt auf dieſem Zuge der tiefſte geweſen. §. 21. Weil alle dieſe Stollen von keiner ſonderbaren Tiefe ſind: So iſt Anno 1601. der tiefe Gruͤnhirſcher Stollen angefangen, und durch beyde Zuͤge in alle Gruben getrieben und durchſchlaͤgig gemacht worden, welcher die viel tiefern Waſſer den Gruben abfuͤhret. Er hat ſein Mundloch im Gruͤnen Hirſch bey dem zweyten St. Andreaſſer Puchwerke, wovon er ſeinen Namen hat. Im St. Andreas brin⸗ get er 55 Lachter/ im Koͤnig Ludewig 50, in der Felicitas Lachter Tiefe unter Tage, unter dem Furſtenſtollen aber 27. und unter dem Spötterſtollen 35 Lach⸗ ter ein. Auf dem Waͤſchgrunder Zuge unter dem St. Johannes Stollen bringt er 35 Lachter, unter dem Edelleut Stollen,(der auf dem Edelleut Gange in die drey Ringe, Weinſtock, Weintraube, Weinbluͤte, it. Morgenroͤthe, Abendrothe, und St. Andreas Creutz gehet) 31 Lachter Tiefe ein. Anno 1716. iſt der tiefe Sie⸗ ber Stollen unter dem Einhange des Sieberberges nach dem Sieberfluß zu ange⸗ ſetzet, und durch den Sieberberg nach den St. Andreasbergſchen Gruben zuge⸗ trieben worden. Die Laͤnge und Tiefe deſſelben iſt mir, wie folget, von dem zeitigen Markſcheider auf dem St. Andreasberg, Herrn Seidenſticker, mitgetheilet worden. 1) Von dem Mundloch dieſes Stollens, ohnweit der abgegangenen Eiſenhutte, Königshof, bis an das erſte im Sieberberg abgeſunkene Lichtloch, welches bis auf die Stollenſohle 12 ½ Lachter tief iſt/ beStraͤgt die Laͤnge 150Lachter. 2) Von dem erſten bis an das zweyte 48 Lachter tief im Sieberberge niedergemachte Lichtloch iſt 295 Lachter Laͤnge. Dieſer Durchſchlag iſt Anno 1730. gemacht. 3) Von dieſem zweyten Lichtloche bis an den Prinz Marximilianer Tageſchacht, als dem dritten Licht⸗ loch, ſind 382 Lachter Laͤnge, und der Schacht iſt 48 Lachter tief. In dieſem Mittel von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 35 Mittel iſt der Durchſchlag 1746. gemacht. 4) Von dem Prinz Marimilianer Meslſt bis an den Tageſchacht der eingeſtellten Fuͤnf Buͤcher Moſis iſt er 262 Lachter lang, und bringet in dieſem Schachte 544 Lachter Hoͤhe ein. Der Durchſchlag in dieſem Mittel iſt 1742. gemacht. 5) Von den Fuͤnf Buͤchern Moſtis gehet dieſer Stollen ferner 149 Lachter weit auf deren Gange, und von da noch 100 Lachter fort durch Queergeſtein bis an den Felicitas Ta eſchacht, in welchem dieſer Stolle 67½ Lachter hoch unter Tage iſt. Der Durchſchlag zwiſchen dieſen zwo Gruben iſt 1739. mit dieſem Stollen gemacht worden. 6) Von der Felicitas iſt dieſer Stollen ferner 152 Lachter lang bis an den Gnade Gottes Gang durch Queergeſtein, alsdenn aber auf dieſm Gange noch andere 85 Lachter bis an den Gnade Gottes Tageſchacht fortgebracht, und iſt in dieſem Schachte 90 Lachter tief unter Tage. Dieſe zwo Gruben ſind mit dieſem Stollen Anno 1754 durchſchlaͤzg worden. 7) Von dem Gnade Gottes Tageſchacht gehet dieſer Stollen ferner auf dieſer Gruben Gange nach der Abendroͤthe zu fort, und iſt, 67 Lachter lang vom vorgemeldten Tageſchachte, ein Queerſchlag auf dieſem Stollen I1 Lachter lang ins Hangende bis an den Samſonner Gang, und von da auf die⸗ ſem Gange noch 81 Lachter weiter bis an den Samſonner Tageſchacht ortgebracht, welcher in 155 Schachte 97 Lachter Höhe einbringt. Der Durchſchlag iſt mit dieſem Queerſchlage 1747. gemacht. 8) Von dem Samſonner bis an den Catha⸗ riner Neufanger Tageſchacht iſt dieſer Stollen noch 101 Lachter lang, und bringet in demſelben 115 Lachter Hoͤhe ein. Der Durchſchlag iſt hieſelbſt 1754. gemacht; und ſo iſt die ganze Laͤnge dieſes Stollens vom Mundloch bis an Catharina Neu⸗ fanger Schacht 1835 Lachter. Bey Anſetzung dieſes Stollens iſt zugleich die Abſicht geweſen, denſelben auch nach dem auswendigen Waͤſchgrunder Zuge zu fuͤhren, und ſind auch ſchon auf den daſelbſt nunmehro eingeſtellten Gruben auf der Sieberſtollen Sohle viele Feldoͤr⸗ ter angeſetzet, von welchen aber keines mehr im Betrieb iſt, als das auf dem St. Andreaßer Creutz, welches nach der Abendröthe zugetrieben wird. §. 22. Zum Lauterberge iſt nur ein Stollen, Behuf der Kupferroſe, der nach der An⸗Von dem Stol⸗ no 1006. geſchehenen Aufnahme dufr Grube gebauet iſt. Sein Mundloch ſtre⸗ len zum Lauter⸗ cket ſich zu Tage nach dem Lutterfluß, und bringet er 30 Lachter Seigertiefe ein. berge⸗ Zwote Abtheilung. Von den Kuͤnſten, die Waſſer auf die Stollen zu erheben. §. I. m ſechszehnten Jahrhundert hatte man noch keine tiefe Stollen, noch die dazut Bon de Hein⸗ 9 noͤthigen Stangen und Feldkuͤnſte. Zur Gewaͤltigung der Waſſer bediente zenkunſt. man ſich bloſſer Pumpen, die mit Haͤnden, oder Waſſerradern, mittelſt des krum⸗ men Hauſens oder Kurbel, uͤber dem Schachte beweget wurden. Es war aber auch, wie Hardan Hacke ſchreibt, der alte Mann unter dem Stollen von der Henge⸗ bank bis auf die Sohle nicht tiefer als 11 Lachter geweſen, und wollte man tiefer bauen, ſo muſte man noch auf Maſchinen oder Kuͤnſte denken, um das Waſſer aus dem Geſenke auf den Stollen zu erheben. Nach Haͤckens Bericht, hat zuerſt 1535. ein Steiger, Michael Teußler, eine Heinzenkunſt, oder ein Röhrwert, darin Taſchen gehen, in die Grube der Wildemann gehaͤnget. Es iſt dies das bekannte Paternoſterwerk, das auch Taſchen⸗oder Püſchelkunſt genannt wird, wo⸗ 4 J 2 von Andre Künſte. 36 I. Th. II. Cap. 2. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß von man verſchiedene Arten in Wolfs Hydraulik, Leupolds Theatr. mach. hy- draul. und in Belidors Architect. hydraul. gezeichnet findet. 4, Dieſe ſogenannte Heinzenkunſt iſt ſchon lange vorher auf den Saächfüchen Bergwerken im Gebrauch geweſen, und bald durch ein Waſſerrad, das neben dem Schachte gehangen, bald durch Menſchenhaͤnde, oder Pferde, umgetrieben worden. Agricola ſagt im oten Buch, daß man bey einem 240 Fuß tiefen Schachte 5 Pferde gebraucht hat, die Wechſelsweiſe geruhet, welches koſtbar genug geweſen. Er thut hinzu:„Talis machina ad radicem meliboci montis et in vicinis „locis eſt uſitata.„ d. i. eine ſolche Maſchine iſt neben dem Brockensberg und in derſelben Gegend gebraͤuchlich, worunter er vermuthlich die Stollbergſchen oder St. Andreasbergſchen, oder Wildenmaͤnnſchen Bergwerke verſtehet. Denn daß in der erſten Zeit auf den Braunſchweigiſchen Bergwerken Waſſer mit Pfanden aus den Gruben getrieben worden, beſaget ein fuͤrhandener ſchriftlicher Ueberſchlag der Bergkoſten vom Quart. Trinit. 1549. da es unter den angeſchlagenen Koſten auf dem zmüßerwindichen Kayſer Carol heiſt:„Zum Treiben im Geipel auf 12 Pfer⸗ „de, die das Waſſer und Berg treiben.,,— Herzog Heinrich, der eben auf dem jetzo wuͤſten Schloſſe Stauffenburg ge⸗ weſen, als die Heinzenkunſt in den Wildenmann gehaͤnget wurde, iſt deßwegen da⸗ hin gekommen, ſelbſt in die Grube gefahren, und hat die Kunſt auch ihre Wirkung in Augenſchein genommen. In einer Stunde, als ſo lange der Herzog zugeſehen, hat die Kunſt das Waſſer 1 Lachter gewaͤltiget, aber in den folgenden 24 Stun⸗ den nicht eine Fahrtſproſſe tief mehr weggeſchaffet. Als man dieſes dem Herzog nach der Stauffenburg berichtet: So hat er den Steiger dahin fodern laſſen, und ihn, weil er ſih vermeſſe hatte, die Grube zu Sumpfe zu halten, wenn auch der ganze Berg voll Waſſer waͤre, 8 Tage in gefaͤngliche Haft genommen, und darauf ſeines Dien⸗ ſtes entſetzett. Nach dieſem Teußler hat ſich Anno 1536. Broſius Schuſter, deſſen auch Thomas Schreiber in ſeinem kurzen Bericht von Aufkunft und An⸗ fang der Harziſchen Bergwerke S. 15. als eines Heinzenſteigers beym Jahr 1536. vedeiter angefunden, welcher mit dem Heinzen die Zeche, Wildenmann, voͤllig gewaͤltiget. §. 2. Anno 1554. hat Joachim Hoffmann eine andere Art Kuͤnſte auf dem Wil⸗ denmann und Jungfernzeche gebauet. Worin ſolche beſtanden, meldet Haͤcke nicht, ſondern nur, daß er die Waſſer nicht gaͤnzlich gewaͤltigen und zu Sumpfe halten köͤnnen. Nach demſelben hat Wolff Springer etwa Anno 1572. fünſ vorgerichtet, dabey Haͤcke ſaget:„Der hat die Kuͤnſte verfertiget und gemacht, „ſo man noch heutiges Tages,,(das iſt, vor Anno 1583. als bis dahin ſein Be⸗ richt gehet /)„gebrauchet, derhalben das Bergwerk dieſes Mannes ſehr gebeſſert, „ und großen Nutzen gehabt hat.„ Erberichtet aber auch nicht, worin dieſe Kuͤn⸗ ſte beſtanden, und gedenket darauf keiner weitern Veraͤnderung der Kuͤnſte, ſondern ſchreibet nur bey dem Jahr 1576. ſchlechthin:„Montags nach Jubilate ward „ die neue Hundeskunſt von fuͤrſtlichen Raͤthen beſichtiget, und gieng zum erſten⸗ „ mal um, auch iſt die neue Kunſt auf dem weißen Schwan dem ganzen Zuge zum „ beſten angefangen., Er laͤſt uns aber in Unwiſſenheit, ſowol warum die erſte eine Hundeskunſt genennet wird, als was dieſe, und die auf dem weißen Schwan fuͤr eine Art Kuͤnſte geweſen. ſ⸗ f p §. 3. Von Einfüh⸗ Die Stangenkuͤnſte, da das Rad uͤber oder in dem Schachte haͤnget, und rung der Stan⸗wie ein in den Schacht ſchiebendes Geſtaͤnge einige unter einander ſtehende Saͤtze genkünſte. oder Pumpen ziehet, ſind Anno 1550. im Joachimsthal erfunden vden Wiat ius von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 37 theſius ſchreibet in der kurzen, ſeinen Bergpredigten angehaͤngten Joachimsthali⸗ ſchen Chronik bey dem Jahr 1550. folgendes:„Hat Michel Mittelbach die er⸗ p ſte Stangenkunſt im Thal auf Sanct Gorgen am Arlesberg gehangen.„ Die⸗ ſes bezeuget auch Petrus Albinus im 8ten Titul ſeiner Meißniſchen Bergchronik, nur daß er das Jahr 1551. ſetzet. Chriſtian Melzer ſchreibet in ſeinen Anno 1686. gedruckten Bergpredigten, welche zugleich eine Schnebergſche Chronik in ſich halten, welche er aber Anno 1716. in 4 Buchern beſonders heraus gegeben, S. 90. daß die Heinzenküͤnſte in Schneberg die aͤlteſten geweſen, und der vor ei⸗ nen Meiſter geachtet worden, welcher die Waſſer mit einem Heinzen 35 Lachter hoch halten köͤnnen. Sie ſind alſo abgekommen, und die Bulgenkuͤnſte, welche 80 bis 90 Lachter Waſſer halten koͤnnen, aus den Ungarſchen Bergſtaͤdten dahin gebracht worden. S. 100. ſchreibt er Daß auch dieſe ſchwerhaltigen Bulgen nach Erfindung der Pompen, oder Stangenkunſte, die in die 200 Lachter erheben könnten, zu Schneberg abgeſchaft, und daſelbſt die letztern zuerſt auf der Catharina Neu⸗ fang verſuchet worden, welche Anno 15854. Bernhard Wiedemann mit einer ſol⸗ chen neuen Kunſt auf ſeine Koſten wieder gewaͤltiget. Er begreift aber darunter eben ſo wenig, als Matheſius und Albinus, ein von der Grube weit entferntes Kunſtrad, mit einem dergleichen krummen Za⸗ pfen und Feldgeſtaͤnge, als wir jetzo haben. Denn, wie nach dem Zeugniß derer, die vom Harze das Bergwerk zu Schneberg beſehen, jetzo die Kunſt inwendig uͤber dem tiefen Stollen iſt, und nur ein kurz Geſtaͤnge hat, indem die Radſtube nahe am Schachte iſt: So wird ſie auch zu der Zeit daſelbſt gehaͤnget haben. In einem geſchriebenen Bericht von den Freybergiſchen Kuͤnſten heiſt es ausdruͤcklich:„Zu „ Freyberg ſind alle Waſſerleitungen dahin gerichtet, damit das Kunſtrad uͤbern „ Schacht zu hangen komme., 4 Ich habe aber nach dem Urheber der jetzigen Feldkuͤnſte auf hieſigen Berg⸗ werken, und dem Jahre ihrer Einfuhrung, umſonſt geforſchet. Den Urheber des krummen Zapfens an den Kunſtraͤdern auf den Harziſchen Bergwerken finde ich bey Loͤhneis in ſeinem 5ten Theile auf dem 78ten Blate, und in Haͤckens geſchrie⸗ bener Hiſtorie, daß ſolcher Anno 1565. eingeführt worden. Im Nammelsberge haben ſie auch keine andere, als einzenkuͤnſte, gehabt. Da aber dadurch die Waſſer in dieſem Berge nicht gewaͤltiget werden konnen, und alſo derſelbe liegen bleiben muͤſſen,, ſo unterſtund ſich, wie ohneie ſagt, ein Auslaͤnder aus dem „ Lande Meißen, mit Namen Heinrich E chenbach, die Waſſerkunſt mit dem „ krummen Zapfen in den Rammelsberg zu haͤngen, wiewol ihm jederman wider⸗ „ſprach, dieweil es damals ein neu Ding, und zuvor nicht geſehen worden, hat er „ doch, mit Diif des Allmaͤchtigen, die Kunſt alſo verfertiget, und in die Tiefe „ gerichtet, ſo gewaltig, daß nicht allein die Kunſt die Waſſer haͤlt, ſondern daß „ man auch in allen Zechen vor dem Waſſer ſinken kann, und wie jetzund Rad „ uͤber Rad gehangen, daß, wo die Kunſt hinfort alſo gebraucht, der Rammelsberg „ Waſſer halben keinen Mangel haben wird.„ In einem Berichte vom Ram⸗ melsbergiſchen Bergwerke, der 1565. aufgeſetzet worden, heiſt es darauf weiter: „ Dieſe Waſſerkunſt wird mit wenigen Menſchen regieret, allein, daß man Tag „ und Nacht darauf wartet, damit, ſo was bricht, alsbald wiederum zurechte ge⸗ „ macht wird, derohalben alle Sachen in Vorrath ſeyn. Ich achte, daß man kei⸗ „ ne beſſere Waſſerkunſt im Rammelsberge könne erdenken, als dieſe., Aus die⸗ ſer Nachricht folget, 1) daß die jetzigen Feld⸗ und in den Schacht ſchiebenden Stangenkuͤnſte vor dieſem Jahre hier noch nicht im Gebrauch geweſen, weil dieſe ihre Bewegung von dem krummen Zapfen haben. Daaber Anno 1565. im Quart. Cruc. in dem Ueberſchlage der Koſten fuͤr die Wildenmaͤnnſchen und Zellerfeldſchen I. Theil. K Berg⸗ 38 I. Th. II. Cap. 2. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß Bergwerke Kunſtſtangen zum erſten berechnet ſind: So laͤßt ſich wohl ſchlieſſen, daß, nach dieſer ſo wohl gerathenen Probe, dieſe Art Kuͤnſte mit einem krummen Zapfen ſofort auf dem Oberharze vorgerichtet worden, daß aber die ganze Vorrich⸗ tung im Anfange ſehr Glehe geweſen, weil ſie von einigen Menſchen regieret/ und Tag und Nacht wegen beſorgenden Brechens beobachtet werden muſſen, da jetzo die in den Schacht ſchiebende Stangen nicht ſo leicht brechen, als die im Felde. Nach dieſer Zeit iſt der krumme Zapfen auf dem Oberharze an die von der Grube weit entfernten ins Feld ſchiebenden Stangenkuͤnſte appliciret worden, nie⸗ mand aber weiß, von wem zuerſt, und in welchem Jahre. Loͤhneiſen gedenket un⸗ ter allen Schriftſtellern am erſten der Stangenkuͤnſte mit dem krummen Zapfen, S. 62. worunter er, wie die Figur Num. 10. zeiget, das Feldgeſtaͤnge mit verſte⸗ het, und er ſagt davon:„„daß ſie die beſtaͤndigſten und nuͤtzlichſten ſind, und ohne „ große Koſten koͤnnen gebauet und unterhalten werden, ſintemal man dieſelben „in Gruben, Strecken und Schaͤchten anrichten köͤnne, da auch kein Waſſer in „ der Naͤhe vorhanden, ſondern wol 800 oder 1000 Lachter davon ſey,„ aber er gedenket dabey mit keinem Worte, wer derſelben erſter Angeber auf dieſen obern Bergwerken ſey. Aus ſeinen Bericht vom Bergwerke, ſo Anno 1617. gedruckt worden, iſt ſo viel abzunehmen, daß ſie ſchon einige, und zwar wol wenige Jahre zuvor im Brauch geweſen, maſſen dieſelbe zu ſeiner Zeit noch ſehr ſchlecht, gegen die jetzigen, und, nach ſeiner Zeichnung, ohne Boͤcke mit Holben, und ohne Stege vorgerichtet worden, da nur zwo Saͤulen gegen einander ſtehen, zwiſchen welchen die Schwingen auf einem Stecknagel ruhen, und zwiſchen denſelben mit den un⸗ terſten Stangen ſich bewegen. Leupold hat dieſe Figur auf der 26ten Tafel zu dem zweyten Panne ſie Theatri Machinarum Hydraulicarum, ohne Er⸗ wehnung des Loͤhneiſens, ſo nachgezeichnet, und ſcheinet S. 45. in der Beſchrei⸗ bung der Stangenkuͤnſte und Feldgeſtaͤnge davor zu halten, daß die Kuͤnſte hier jetzo noch alſo beſchaffen ſeyn, darin er ſich aber ſehr geirret haͤte. Es kann alſo wahr ſeyn, was man mich verſichern wollen, daß Georg Illing, der Anno 1617. zum Oberbergmeiſter der Grubenhagenſchen Bergwerke geſetzet worden, im Anfange des ſiebenzehnten Jahrhunderts auf dem Clausthalſchen Bergwerke die erſten Feld⸗ kuͤnſte gebauet habe. —§ 4 Beſchreibung Es iſt aber eine ins Feld ſchiebende Stangenkunſt nichts anders, als eine 49 Stüngen Reihe von unter einander ſtehenden und durch ein Waſſerrad bewegten Saug⸗ üne. plompen, die das unterirdiſche Waſſer in die Höhe fuͤhren, und auf einem Stollen vder einer Ruͤſche ausfuͤhren. Es koͤnnen daran folgende Theile unterſchieden wer⸗ den. Das Rad mit einem geraden und einem krummen Zapfen, der Bleuel, das Zedopvelte Feldgeſtaͤnge mit ſeinen Schwingen auf den Boͤcken, derſelben Hol⸗ en und Stegen, die Korbſtangen, das Kreutz mit den in den Schacht ſchieben⸗ den Kunſtſtangen und der Saßz. Fig. I. findet man davon eine vollſtaͤndige Zeichnung, und im folgenden eine umſtaͤndliche Beſchreibung aller Theile. Ehe ich aber dazu ſchreit⸗ 5 will ich noch vorher einige allgemeine Regeln herſetzen, die dabey zu beobachten ſind. I) Das Nad muß, je nachdem die Grube tief, und waſſerreich iſt, und viel Saͤtze an der Kunſt hangen, und nach dem Maaße der vorhandenen Aufſchlagwaſſer, ſeine Hoͤhe haben, und, in Abſicht auf das letztere, gehoͤrig der Weite nach geſchaufelt ſeyn. Das Waſſer muß in diejenige Schaufel einfallen, wo es durch den groͤſten Abſtand vom Mittelpunct der Welle am meiſten wuͤrken kann, und das aufs Rad tretende Gefluͤder dazu ſeine gehoͤrige Lage, Weite und Hoͤhe haben. 2) Der krumme Zapfen und der Bleuel muͤſſen gehoͤrig unter einander proportionirt ſeyn. 3) Die Boͤcke mit den Holben, und die von dem Waſſer beym Bergbau hinweg ſchaffen. 39 die Stege uͤber denſelben muͤſſen alle in einer geraden Linie ſtehen. Faͤllt auf dem Wege der Kunſt ober⸗oder niederwerts ein Winkel vor, ſo muß eine Bruch⸗ ſchwinge gehaͤnget, und darauf wieder in gerader Linie bis uͤber den Schacht fort⸗ gefahren werden. 4) Die großen Schwingen muͤſſen, von dem Haͤngnagel ange⸗ rechnet, mit den kleinen ihre gehorige Höhe haben, und die Walzen auf den Stegen recht durch die Mitte derſelben gehen. 5) Die Kunſtſtangen im Felde muͤſſen im obern und untern Geſtaͤnge gleich lang ſeyn, und die Schloſſe oben und unten ge⸗ rade uͤber einander ſtehen, auch accurat in einander paſſen, und es muß auf das Zie⸗ hen der Feldgeſtaͤnge in den Schloſſen Acht gegeben, und demſelben abge⸗ holfen werden. 6) Die Schwinge an dem Creutz uͤber dem Schachte muß mit der großen Schwinge bey der Radſtube gleich hoch oder groß ſeyn. 7) Die Stan⸗ gen in dem Schachte muͤſſen vor dem Ziehen in den Schloſſen, wie die Feldſtan⸗ gen verwahret werden, weil ſich ſonſt dadurch an dem voͤlligen Hube etwas verlie⸗ ret. 8) Der Kolben in der eiſernen Goſſe des Satzes muß mit guter Liederung, und das Thuͤrel mit guten Scheiben zum Waſſerhub verſehen werden, auch durch das Spund keine Luft eindringen koͤnnen. 9) Die Goſſe und die Unterſetz⸗ roͤhren muͤſſen gegen einander ihre gehoͤrige Verhaͤltniß haben. 6. 5. Das Kunſtrad iſt, wie geſagt, nach dem Maaße des vorhandenen Aufſchla⸗Vom Kunſtrad. gewaſſers, der Entfernung von der Grube, und der zugewaͤltigenden Laſt, von ver⸗ ſchiedener Höhe, als von 16 bis 36 Fuß, und 18 bis 26 Zoll breit in Schaufeln. Die hohen Raͤder ſind, wo wenige Tagewaſſer vorhanden, und die Zugaͤnge in der Grube geringe ſind, daß man auf einen geſchwinden Umgang nicht zu ſehen hat, gut, indem man dabey an der Kraft gewinnet, was man an der Zeit verlieret. Wo das Aufſchlagwaſſer nur wenig oder zu ſparen iſt, da muͤſſen die Raͤder, um die Waſſer enger zuſammen zu halten, nicht zu weit geſchaufelt ſeyn, weil die Waſſer in engen Schaufeln hoͤher treten/ und weiter von dem Mittelpuncte der Bewegung ſind. Es beſtehet aber das Rad aus der 10 Fuß langen, in der Mitte etwa 5 Fuß vierkantigen, 25 Zoll dicken, hernach an jeder Seite 30 Zoll runden, und gegen die Ende etwa 2 Zoll dunnern Welle mit einem krummen und geraden Zapfen, Fig. Tab. VI. XVII. aus 8 Haupt⸗ oder Schloßarmen, 8 Sticharmen, und aus dem Kranze. Die Hauptarme gehen bey den danſtidern nicht, wie bey den gemeinen Waſſer⸗ und Puchrädern, durch die Welle, ſondern um dieſelbe herum. Daher, wenn eine Welle bricht, eine neue in das Rad in ſeinem Schleiftroge eingezogen werden kann. Die Haupt⸗oder Schloßarme, deren auf jeder Seite eines fertigen Rades 4 ſind, bb. bb. bb. bb. Fig. XVIII. ſind 8 zollige vierkantige Holzer, ſo lang, als das Rad an den Orten, wo ſie hinkommen, weit iſt. Nach 6 Fuß aus der Mitte werden ſie gegen beyde Ende umher abgeſetzet, daß ſie 6 Zoll bleiben. Wo ſie in die Laſchen kommen, da werden ſie mit einem Schwalbenſchwanz eingeſetzet, daß ſie oben 7 Zoll ſtark im Kranze ſind, damit ſich derſelbe davon nicht abziehen koͤnne. Zum Zuſammenſchluß um die Welle haben ſie 4 Zoll tiefe, und 7 bis 8 Zoll zum Schwalbenſchwanz breite Einſchnitte. Zum Zuſammenſchluß um die Welle wer⸗ den 26 Zoll fuͤr das Wellloch gelaſſen. Die Sticharme, deren an jeder Seite auch 4 ſind, c. c. c. c. ſind nur ſo lang, als die Hoͤhe uͤber dem Zuſammenſchluß der Hauptarme bis zur Einſetzung in die Laſchen, und wo ſie zwiſchen zween Schloß⸗ armen zu ſtehen kommen, als in 0. da ſind ſie an beyden Seiten nach der Erfode⸗ rung des Winkels zugeſpitzet. Da, wo ſie uͤber einen Schloßarm, als in x. tre⸗ ten, iſt in denſelben und den Schloßarmen ein ſchraͤger 4 Zoll tiefer, und zum Schwalbenſchwanz 7 bis 8 Zoll breiter Einſchnitt. In die Laſchen werden ſie auch, wie die Schloßarme, mit einem Schwalbenſchwanz eingeſetzet. 8 — K 2 er 2 8 1 5 1— x 2 3 1—, ‿₰☛ ₰ . . . . *☛ 5 8 5 — 4. 1 — 5. * 43 * 1 1„ L 5— 4* * 8 84 f, 2 * 1 3 5 * 4. 1 6 * gir. .. 8 re 4 6. . 2 . 1* 4 V» 4. 8 5 2᷑ꝙᷣ———— .——„ 40 I. Th. II. Cap. 2. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß Der Kranz wird anfaͤnglich aus 16 von 24 Zoll dicken, und 18 Zoll breiten, geſchnittenen Pfoſten zuſammen geſetzet, und geruͤndet, oder, wie der Zimmermann ſpricht, ausgebeuget. Ein jedes Stuck, welches eine Laſche genennet wird, iſt zu einem 5 Lachter hohen Rade, 5 Fuß 74 Zoll lang, und, wenn es ausgebeuget und geputzet iſt, 1 Fuß breit. Ueber die Zuſammenfuͤgung zweyer Stuͤcke wird ein 5 Zoll dickes, eben ſo langes, oder, zu mehrerer Starke des Rades, etwas laͤngeres, eben ſo ausgebeugtes, und 12 Zoll breites Stuͤck, daran zwey 26 Zoll von einan⸗ der ſtehende 2 4 Zoll tiefe, oben 7. an Bodenbrettern 6 Zoll breite Einſchnitte zum Schwalbenſchwanze oder Larwen ſind, an jedem Ende mit 8 hölzernen Na⸗ geln, die an beyden Seiten verkeilet werden, aufgebohret. Ein ſolches aufgenageltes Stuͤck heißt eine Haupt⸗auch große und dicke Laſche, als d. d. d. d. weil in die beyden Einſchnitte zween Haupt⸗ oder Schloßarme eingeſetzet werden. Ueber die fol⸗ gende Fuge zweyer Stuͤcke wird eine duͤnne 22 Zoll dicke, 5 Fuß 72 Zoll lange, oder, wenn die Hauptlaſche etwas laͤnger iſt, etwas kuͤrzere Laſche an beyden Enden mit 8 duͤnnen Nageln aufgebohret, als e. e. e. e. Ueber die folgende Fuge wird eine Stichlaſche eben ſo dick und lang als eine Hauptlaſche aufgebohret, und ver⸗ keilet/ die in der Mitte einen gleichen Einſchnitt zu einem Sticharm hat, wie die Hauptla⸗ ſchen, als f. f. f. f. Daher, weil ſie nur einen Einſchnitt hat, wird an beyden Enden die Helfte der Dicke, als 2½ Zoll, I Fuß bis 16 Zoll lang zur etwanigen Erleichterung der Kunſt, weggehauen. Darauf folget wieder eine dunne Haupt⸗ und Stichla⸗ laſche, bis der Kranz fertig iſt; und ſo beſtehet ein Kranz aus 32 Stuͤcken, die alle Laſchen genennet werden, nemlich aus 16 Stuͤcken zur inwendigen Seite/ darein die Schaufeln kommen, und aus 16 Stuͤcken zur auswendigen Seite, als aus 4 Haupt⸗ und 4 Stichlaſchen, und 8 duͤnnen Laſchen. Eine Stichlaſche kommt zwiſchen zwoen Hauptlaſchen. Eine duͤnne zwiſchen eine Haupt⸗ und eine Stichlaſche. Der 5 weit fertige Kranz wird in 8 Theilen, wo die duͤnnen Laſchen ſind, aus denen die Nagel wieder ausgeſchlagen werden, wieder aus einander genommen, umgewendet, wieder zuſammen genagelt, und mit dem Circul zu den Schau⸗ feln eingetheilet, auch werden die Riefen zu den Schaufeln ſchraͤge, lang, oder kurz, nachdem der Waſſerſack tief ſeyn ſoll, wie auch die Riefen zu den Riegeln unter den Schaufeln nach derſelben Dicke ausgemeiſſelt. Die Zahl der Schaufeln koͤnnte nach Proportion der Höhe des Rades genommen werden, wenn der halbe Diame⸗ ter des Rades mit 4. oder der ganze mit 2. multipliciret wird. Denn ſo bekaͤme ein Rad von 16 Fuß Hoͤhe 32, von 24. Fuß 48. von 30. Fuß 60 Schaufeln. Es wird aber dieſe Proportion nicht allezeit beobachtet, wie denn ein funf lach⸗ triges, oder 34 Fuß hohes Rad hier jetzo bald 68. bald auch 72 Schaufeln hat. Darauf wird der zweyte Kranz eben ſo verfertiget, und der erſte zu den Schau⸗ feln ausgemeiſſelte darauf geleget, auch werden die Riefen zu den Schaufeln an den un⸗ terſten darnach abgezeichnet. Der oben liegende wird darauf gearmet, und der un⸗ terſte eben ſo abgezeichnet, daß die Arme accurat uͤber einander kommen/ und werden die Larwen zu den Armen eingeſchnitten, auch wird durch die Arme undLaſchen ein 1 ½ Zoll weites Loch gebohret. Alsdenn wird der oberſte Kranz wieder abgenommen, und der unterſte geriefet, darauf umgewendet, ebenfals gearmet, und gelarwet. Darauf wird er wieder umgewendet, die Schaufeln werden mit ihren Zapfen und Riegeln umher eingeſetzet, und es wird ein Achtel nach dem andern von dem zweyten Kran⸗ ze darauf geſchlagen, und die Bodenbretter darauf genagelt. Die Schaufeln ſind an einem 5 Lachter hohen Rade zwiſchen den Kraͤnzen mehrentheils 24 bis 26 Zoll lang, und machen die Breite des Rades. Zum Boden des ſogenannten Waſſer⸗ ſacks wird ein 4 bis 5 Zoll breiter Riegel in die Riefen der Kraͤnze vor die Wauſer feln eingeſchoben, dergeſtallt, daß die Schaufeln alle inwendig einerley Breite oder der —————+½ÿðͤ—§ʒ, o m von dem Waſſer beym Bergbau hinweg ſchaffen. 4¹ der Waſſerſack einerley Tiefe von 14 Zollen hat. Hat alſo das Brett der Schau⸗ fel mehr Breite, z. E. 15 Zoll, ſo muß auch der Riegel einen Zoll vor das Brett treten. Man nennet dieſes eine breite Schaufel, ſo wie eine ſchmale heißt, die eben ihre 14 Zoll Breite hat. Wenn denn alle Theile des Rades fertig ſind: So wird es auf folgende Art zu⸗ ſammengeſetzt und gehaͤnget. 1) Wird die Welle mit ihren Zapfen auf das An⸗ gewaͤge im Schleiftrog in eiſerne nach dem Zapfen gegoſſene P annen wagerecht geleget. 2) Werden die Hauptarme um die Welle, mittelſt der Einſchnitte, ins Creutz zuſammen geſchloſſen. 3) Wird ꝛ des Kranzes mit einer Hauptlaſche un⸗ ten an die Hauptarme geſetzet, das mittelſt der Schwalbenſchwaͤnze daran haͤnget, darauf wird 4) die Welle umgedrehet, an jeder Seite ein Sticharm eingeſetzet, und derſelbe mittelſt eines ſtarken eiſernen Nagels, mit einem runden Knopf und Feder oder Schraube, an einen Schloßarm in x. befeſtiget. Daran wird; mit einer Stich⸗ laſche gehaͤnget, und zwiſchen beyde Achtel eine duͤnne Laſche genagelt und verkeilet. Alſo wird mit einer neuen Hauptlaſche, Stichlaſche und dazwiſchen befindlichen duͤnnen Laſche fortgefahren, bis alle Achtel hangen. Darauf wird in das I3 zolli⸗ ge Loch in den Hauptarmen und Hauptlaſchen ein hoͤlzerner Nagel durch beyde Kraͤnze geſtecket, und an beyden Seiten verkeilet, ſo wie auch mit den Stichar⸗ men geſchiehet. Da die in der Mitte vierkantige Welle ſelten ſo ſtark iſt, daß ſie das 26 zolli⸗ ge Loch in den Schloßarmen ausfuͤllet: So wird dieſelbe, wenn das Rad haͤnget, mit Brettern umher ausgefuttert, und darauf an allen vier Seiten hart verkeilet. Bey ſolchem Verkeilen muß darauf geſehen werden, daß die Achſe der Welle genau durch den Mittelpunct des Kranzes gehe, auch der Kranz weder gegen den einen noch andern Zapfen hange. Es werden daher die Hauptarme an allen vier Seiten der Welle mit ein paar gleich dicken Keilen unterſchlagen. Darauf wird vor dem Kranze an einer Seite eine Leiſte, oder Latte, vorgepaſſet. Gehet das Rad im Umdrehen an ſolcher Leiſte accurat her, ſo iſt es richtig centrirt, wo nicht, ſo werden die genannten Keile mit andern verwechſelt. §. 6. Das Gefluͤder, oder Gerinne, zum Kunſtrade richtet ſich nach der zugewaͤlti⸗ Vom Geflüder. genden Laſt, und der Breite in Schaufeln. Der Schoß des Waſſers faͤllet auf ein Rad von 5 Lachter und daruͤber in die 3te oder 4te Schaufel, auf ein niedri⸗ gers in die dritte. Unter dem Gerinne muß das Rad etwa z Fuß, und unten im Schleiftroge I Fuß bis 15 Zoll Loſung haben. Das Gerinne mit dem Waſſer wird ordinair ſo auf das Rad geleitet, daß das Rad gegen das Kunſtgeſtaͤnge und die Grube ruͤckwerts, wie die oberſchlaͤchtigen Muͤhlenraͤder, umgehet, es iſt 1 einerley/ ob das Rad ſo, oder verkehrt gegen die Kunſt, umgehet, wenn die Kun auf einem Horizontalwege ſchiebet, und das Rad alſo gehaͤnget werden kann, daß, wenn der Hals des krummen Zapfens(§. 7.) mit dem Zapfenklotz in der Wage ſtehet, auch der Bleuel(§. 8.) mit beyden, und mit der großen Schwinge, und unterſtem Kunſtgeſtaͤnge horizontal ,oder in der Wage ſtehet. Wenn aber das Rad niedriger, als die große Schwinge und Kunſtgeſtaͤnge, lieget, und alſo der Hals des krummen Zapfens, wenn er mit dem Jaufendos horizontal iſt, nicht zugleich mit dem Bleuel, großen Schwinge, und unterſten Kunſtgeſtaͤnge in der Waage ſtehet: So iſts beſſer, daß das Gefluͤder und Waſſer alſo aufs Rad gefuͤhret werde, daß ſolches gegen die große Schwinge, wie die unterſchlaͤch⸗ tigen Muͤhlenraͤder umgehet, weil alsdenn im Hinſchieben der Kunſt der krumme Ve ſenund Deu die große Schwinge nicht in die Höhe hebt, wie in ſolcher Lage Theil. L es 42 I. Th. II. Cap. 2. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß des Rades beym verkehrten Umgange geſchiehet, und im Herziehen die große Schwin⸗ ge niederzichet, und ſo gehen hier zwey Kunſtraͤder auf der, Schatzkammer und Treuen Friederich um. §. 7. 1 Vom krummen Der krummie Zapfen beſtehet aus 3 Theilen, Fig. II. aus dem Fluͤgel a. Zapſen. Tab. dem Hals b. und der Warze c. Der Fluͤgel in den größeſten iſt 2 Fuß lang, und 20 Zoll bis 2 Fuß breit. Das runde Theil deſſelben, oder der Zapfen, welcher auf dem Klotz zu liegen kommt, hat 12 Zoll Läͤnge, und 6 bis 7 Zoll im Diameter. Der Hals, der den Hub, und zwar gedoppelt ſo viel als er lang iſt, giehet, hat verſchiedene Laͤnge, von 20 bis 32 Zoll, nachdem es die Umſtaͤnde bey der Kunſt und in der Grube erfodern. Die Warze hat 9 bis 10 Zoll Laͤnge, 5 Zoll im Diameter, und zur Seee ein Loch zu einem Stecknagel. Die krummen Zapfen ſind von verſchiedener Schwere, die mittelmaͤßigen von 5, die groͤßeſten von? Cent⸗ nern. Der gerade oder einfache Zapfen iſt mit dem Fluͤgel des krummen an einem Rade von gleicher Groͤße und Staͤrke. NB. Zu dieſem und allen uͤbrigen einzel⸗ nen Stuͤcken der Kunſt iſt ein groͤßerer unten ſtehender Maaßſtab, als zu der gan⸗ zen Kunſt, genommen. Wann die beyden Zapfen, der einfache und krumme, mit den Fluͤgeln in die dazu eingelochete Welle eingefuͤget ſind, und ſolche mit 3 oder 4 eiſernen 2 ½ bis Zoll breiten, und I Zoll dicken Ringen an beyden Enden umleget iſt: So werden nicht nur beyde Zapfen vorne umher mit Zapfenkeilen wohl befeſtiget, ſondern es werden auch um die Welle herum, ſo weit die Zapfenfluͤgel darinn ſtehen, neben denſelben viele Keile mit Gewalt eingetrieben. Zum Rade wird ein klein Gehaͤuſe, die Radſtube genannt, gebauet, bey de⸗ ren Anlegung man die gerade Richtung nach dem Schacht, wenn es moͤlich iſt, nimmt, damit der Bleuel mit dem Geſtaͤnge einen geraden Schub habe. In der Nadſtube wird niederwerts ein laͤnglicht viereckigter Schacht zum Gehaͤuſe des Rades gebauet, der Schleiftrog genannt, auf demſelben werden an den beyden langen Seiten 2 ſtarke Stuͤck Holz, oder das Angewaͤge, und auf dieſe der Zapfenklotz geleget. Auf die beyden Zapfenklötze werden gegoſſene eiſerne Pfannen eingeleget, darinn die Zapfen der Welle umgehen. Anno 1695. ſind zween krumme Zapfen in ein Kunſtrad auf dem Roſenhof und drey Koͤnigen geſetzet, um mit einem Kunſtrade zwey Geſtaͤnge zu treiben, welches auch im folgenden Jahre auf dem Burgſtetter Zuge bey dem weißen Roß, zur Erſparun der Waſſer auf die Kehrraͤder, verſuchet, aber in eben demſelben Jahre bis zu weiterer Unterſuchung wieder abgeſtellet worden iſt. Auf dem Ro⸗ ſenhofer Zuge iſt damit bis Anno 1704. continuiret worden, da man den doppel⸗ ten krummen Zapfen auf dem alten Segen auch wieder abſchaffete, weil eine Kunſt der andern zu Gefallen geſchwinder, als nöthig, gehen muͤſſen. §. 8. Vom Bleuel. Der Bleuel iſt ein ſtarkes Stuͤck beſchlagen Holz a. Fig. I. mit einem Loch, Tab. VI. welches man ſonſt mit hartem Holz ausfuͤtterte, jetzo aber mehrentheils mit einem gegoſſenen eiſernen Ringe oder Buͤchſe, die ni deßan Zahn her thols, ins Holz faſſet. Durch dieſes Loch wird der Bleuel über de Warze des krummen Zapfens geſtecket, ein ſchmaler eiſerner Ring dafuͤr geleget, und ſein Ausweichen durch einen ins Loch der Warze geſteckten Nagel verhindert. Das andere dunnere Ende wird 4uß lang iſhe ein ſtarkes und einen Centner ſchweres Eiſen b. gefaſſet. ieſes Bleueleiſen beſtehet aus dem 1 Fuß 4 Zoll langen am Ende erhoͤhet run⸗ den durchgelocheten ſtarkem Halſe, und aus zween 4Fuß langen Fluͤgeln mit 5 Loͤ⸗ chern. von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 43 n. Durch dieſe Loͤcher und dem Bleuel werden ſtarke eiſerne Nagel mit brei⸗ ht 1nechie und unten mit Vorſtecknageln verwahret. Iſt die runde durchgelochete Scheibe am Halſe 3 bis 4 Zoll geſpalten, daß der runde Hals des Stangeiſens an der Korbſtange darzwiſchen treten kann, ſo heiſts ein Bleueleiſen mit einem Ziegenfuß, als Fig. III. die beyde Scheiben heiſſen Backen. Dieſes Bleueleiſen wird in die große Schwinge mit einem Haͤngnagel gefaſſet. Der Bleuel muß uͤbrigens in einem gewiſſen Verhaͤltniß mit dem krummen Zapfen ſte⸗ hen. Iſt dieſer z. E. 30 Zoll im Hub, ſo muß der Bleuel 30 Fuß lang ſeyn, und iſt er etwas laͤnger, ſo gehet die Kunſt noch leichter um. Iſt alſo der krum⸗ me Zapfe von 27 bis 30 Zollen im Hub, ſo wird der Bleuel 30 bis 33 Fuß lang genommen. §. 9. Weilder Bleuel ein ſtarkes Stuͤck Holz iſt, und die Kunſt mit einiger Laſt be⸗ Geſuchte Ab⸗ ſchweret: So hat der Maſchinendirector Bartels Anno 1709. vorgeſchlagen, den ſchaffung des Bleuel abzuſchaffen, oder, wenn ſolches viel Veraͤnderungen an den Kuͤnſten ver⸗Vleuels. urſachen durfte, doch demſelben durch ein angehaͤngtes Gewicht zu helfen, daß das Kunſtrad davon keine Beſchwerde habe, ſondern ſo viel leichter gehe. Beydes hat er im Riß vorgeſtellet. Das erſte Fig. II. wobey er folgende Erklaͤrung gege⸗ Tab. VII. ben:„1) Anſtatt des Bleuels wird eine große Schwinge A. gemacht. 2) Die „ Stege B. muͤſſen durch die Radſtube neben dem Kunſtrade C. uͤber dem krum⸗ „ men Spfen weggeleget werden, worauf 3) die Schwinge A. gleich gegen das „„ Kunſtrad C. zu haͤngen kommt. 4) In einer Schlitze d. in der großen Schwin⸗ „ ge gehet der krumme Zapfe e. und ſchiebet die Schwinge anſtatt des Bleuels „ von ſich, oder ziehet ſte nach ſich.„ Das zweyte, wo der Bleuel vom Gemiche te gehoben wird, zeiget Fig. III.„1) In dem Bleuel machet einen Krampen B. „ 2) Haͤnget ein eiſern Seil C. mit einem Haken daran. 3) Fehet ſolches ei⸗ „ ſerne Seil mit dem andern Ende oben in der Radſtube zwiſchen den Balken „ über eine Scheibe D. und haͤnget 4) ein Gewicht an das Seil, doch ſo, daß „ daſſelbe mit dem Bleuel, wenn derſelbe von dem krummen Zapfen abgezogen, in „ gleicher Waage ſtehe. Wenn ſolches alſo verfertiget, und denn der Bleuel an „ den krummen Zapfen gebracht wird: So darf das Kunſtrad den Bleuel nicht he⸗ „ ben, ſondern das Gewichte verrichtet ſolches.,, O nach dieſen Vorſchlaͤgen eine Probe gemacht worden, iſt mir unbekannt. §. 10. Dee zum Geſtaͤnge gehörige Stuͤcke ſind erſtlich die Boͤcke und Stege. Die Von den Bh⸗ Boͤcke ſind zweyerley, als Wechſelboͤcke c. und d. darauf die Stege zuſammen cken und Stegen gefüget werden, und Einſtrichsboͤcke e. welche zwiſchen zween Wchſelbucken zu ſte⸗ aelänges hen kommen. Unter jedem 5 Lachter Stege ſtehen allemal 3 Boͤcke, die 2 ½ Lach⸗ 6. ter von einander ſtehen. Die Queerhoͤlzer uͤber den Boͤcken f. g. welche Holben oder Bockholben heiſſen, ſind uͤberall 6 Fuß, zwiſchen den Loͤchern aber 24 Fuß lang, und 8 Zoll ins Gevierte, ſtehen auch 3 Lachter oder 20 Fuß von einander, ſo daß die Schwingen allemal zwiſchen zween Boͤcken zu ſtehen kommen. Diie Stellen fuͤr die Boͤcke zu finden, wird auf dem Zapfenklotz das Ziel, als die Haͤlfte von der Staͤrke des Zapfens, gefaſſet, nach welchem nach dem Gaepel die Gerade, wie auch die Schuͤrfe, abgeſtecket werden„wo ein jeder Wechſelbock hin ſoll. Um die Hoͤhe des erſten Bocks vor der Radſtube zu finden: So wird, in gerader Linie mit dem krummen Zapfen, und dem Creutze im Gaepel ein Stab, mit einem Queerholze zum viſiren, geſetzet, und in gleicher Hoͤhe mit dem Zapfen in der Welle, oder in gerader Linie des Punſgeſtinges mit dem Zapfen auf dem Klotz . 2 ein 44 L. Th. II. Cap. 2. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß ein Strich gemacht, welches der Ort des Hengnagels fuͤr den Bleuel in der erſten n Senah enachten 15 auch des Hengnagels fuͤr die untere Korbſtange in der⸗ ſelben iſt. Schiebet die Kunſt auf geradem Wege, oder ſöhlig, ſo wird dieſer Ort nach der Waage auf dem Zapfenklotze genommen. Schiebet ſie aber Bergauf, ſo muß er ſo, wie gemeldet, geſuchet werden, indem das Mittel des Zapfens und das Geſtaͤnge in gerader Linie ſtehen muß. Darauf wird von dem Zeichen oder Stri⸗ che an dem Stabe die halbe Schwingenhoͤhe, als 5 Fuß 9 Zoll/ herauf gemeſſen als die Höhe des erſten Bocks mit ſeinen Holben. Nach dieſem erſten Bock muſ⸗ ſen die uͤbrigen alle, ſo fern kein Winkel vorfäͤllet, alſo geſetzet werden, daß die Hol⸗ ben in gerader Linie nach dem Haͤngnagel, oder Walze im Creutze, und alſo nicht hoher und nicht niedriger ſtehen, die Kunſt mag gerade oder Bergauf ſchieben. Die Stege, h. i. ſind 6 Lachter lang, 8 Zoll breit, werden aus vollem Holze auf allen Seein nach der Schnur gearbeitet, und nach der Schnur uͤber den Bo⸗ cken 10, 11 bis 12 Zoll von einander geleget, einen Fuß lang uͤber einander gefü⸗ get und aufgebohret, daß ſie ſich nicht wieder verſchieben koͤnnen. 6. 11. Von den Die große Schwinge K. Fig. I. in welche der Bleuel und die Korbſtangen Schanole. des mit Jangrdeln gefüget wird iſt von einem Haͤngnagel bis zum andern I13 Fuß lang, und oben uͤber, und unten unter dem Haͤngnagel noch 1 Fuß lang, durchaus 1 Fuß dick, 16 bis 18 Zoll breit in der Mitte, wo die Walze durchgehet, gegen die beyden Enden aber einige Zoll ſchmaͤler. Sie wird unten und oben an den bey⸗ den aͤuſſerſten Seiten mit Wangeiſen, dadurch die Haͤngnagel gehen, beſchlagen, und umher mit eiſernen Baͤnden oder Klammern verwahret. Faͤllet auf dem geraden Wege ein Winkel vor, daß die Kunſt Bergnieder, und wieder Berg auf, oder verkehrt, ſchieben muß, ſo wird daſelbſt wieder eine große Schwinge, die Bruchſchwinge genannt, hingeſetzet, welches auch geſchiehet wenn eine Kunſt im Felde ſehr lang wird, da ſie alsdenn eine gebrochene Kun genannt wird. Wenn denn in ſolchen Bruchſchwingen zwey Stangeiſen uͤber ei⸗ — Hananohe kommen: So iſt an dem einen, wie an dem Bleueleiſen, ein Ziegen⸗ „ Fig.. Oe kleinen Schwingen l. uͤber welche die Kunſtſtangen gehen, ſind an Holz 10½ Fuß hoch, im Nagel, oder in der Mitte 9 bis 10 Zoll, unten und oben aber 5 Zoll breit, 44 Zoll dick, und werden nach einem Modell gemachet. Dieſe werden jetzo unten und oben an den beyden mit den Stegen parallel laufenden Seiten mit etwa I Zoll breiten Wangeiſen, und umher am Ende mit eiſernen Baͤnden beſchlagen. Die Wangeiſen, welche von einigen hey der Kunſt Stelzen genennet werden, ſtehen 6 Zoll uͤber die Schwingen hervor, und haben zu aͤuſſerſt ein rundes Loch. Zwiſchen den beyden Wangeiſen liegen die Kunſtſtangen, mit⸗ telſt eines durch beyde gehenden Stecknagels. Das Schwingenholz und die Wang⸗ eiſen ſind zuſammen 11½ Fuß hoch. Fig. IV. iſt eine kleine Schwinge mit den Wangeiſen groͤßer gezeichnet. Noch vor einigen Jahren wurden die kleinen Schwingen an beyden Enden einge⸗ ſchnitten. In die Einſchnitte, oder Geſchlitts/ wurden kleine Stuͤcken Holz/ oder Schuhe, und uͤber dieſelbe die Kunſtſtangen geleget. Dieſe Schuhe waren an der oberſten Sei⸗ te 12 bis 14, unten G auch 8 Zoll lang, und in den Schwingen mit einem Steck⸗ nagel befeſtiget, daß die Schwingen von einem Schuh zum andern 10 Fuß lang blieben, und ſo lang war auch die große Schwinge, wie ſolches Fig. I. anm. n. zu ſehen. Mit ſolchen Schuhen hat Loͤhneiſen, und aus demſelben Leupold, das Geſtaͤnge gezeichnet. Da aber die Schuhe viel Friction und Abnutzung der Fuuf⸗ angen —B-—=ö—³—- — 18—— von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 45 ſtangen verurſachen: So hat Herr Schwarzkopf ſolche in den neu gebaueten Kuͤnſten weggelaſſen, und dieſelben mit Wangeiſen an den Schwingen vorgerich⸗ tet, wodurch die Kunſt etwas leichter gehet, und auch etwas Holz geſparet wird. Wenn an alten Kuͤnſten mit Schuhen neue Stangen einzuſetzen ſind: So werden die Schuhe weggelaſſen, und durch den Einſchnitt der Schwingen, als m, Fig. I. und durch die Kunſtſtange unten und oben ein Nagel durchgeſtecket, daß die Stan⸗ gen in den Nageln frey gehen, wie in den Wangeiſen. Durch die großen Schwingen wird in der Mitte eine ſtarke eiſerne Walze 2½ bis 3 Zoll im Diameter, durch die kleinen aber nur von 1 Zoll im Diameter, geſtecket, und beyde ſind, ſo weit ſie im Holze ſtecken, viereckigt. Dieſe Walzen liegen auf den Stegen in eiſernen Buͤchſen, Fig. V. die ins Gevierte gegoſſen ſind, und in der Mitte der Seite ein rund 3 bis 4 zolliges Loch c. fuͤr die Wal⸗ ze, und auf dem obern Theil ein ½ Zoll weites Loch d. zum Eingieſſen des Kunſt⸗ fettes haben. Die Buͤchſe an ſich ſelbſt iſt 6 bis 8 Zoll hoch, 5 ½ bis 6 und mehr Zoll lang, und 4 bis 5 Zoll dick. Zu beyden Seiten ſind daran 5 bis 6 Zoll lange, 2 bis 3 Zoll hohe, und 3 ½ bis 4 Zoll breite Fluͤgel e. f. mit einem zolligen Loche, dadurch ſie mit Nageln mit breiten Koͤpfen befeſtiget werden, wenn ſie ſo weit in die Stege eingemeiſſelt ſind, daß die halbe Walzendicke mit in die Stegetritt. Die Walzen der kleinen Schwingen, die einen Fuß nach dem Schloſſe an der Korbſtange in der großen Schwinge, und ſo 1 Fuß nach den Schloſſen aller Kunſtſtangen, und alſo 28 Fuß 4 Zoll von einander hangen, liegen auf den Ste⸗ gen entweder blos, oder auf 2 Zoll breiten, 6 bis 7 Zoll langen Eiſenplatten, oder in kleinen Pfoedeiſen, welche 1½ Zoll breit, und an beiden Seiten 1 Zoll lang in die Stege eingeleget ſind. Vordem lagen auch die Walzen der großen Schwin⸗ gen und des Kreutzes auf ſolchen Pfannen, die man gedoppelte Hiondeſen nann⸗ te, weil ſie mit einem Legeiſen, das zum Eingieſſen des Fettes durchloͤchert war, zugeſchloſſen werden konnten. Fig. VI. §. 12. Die Kunſtſtangen ſind von geſpaltenem dreyſpaͤnnigen Tannenholze, 5 Lach⸗ ein jedes 10 Zoll, mithin die ganze Schloßlaͤnge Lachter oder 60 Zoll lang iſt. Die Schloſſe ſtehen an den Enden einander entgegen, eins oben, eins unten. Die Kaͤmme ab cd. ſind I Zoll, die Stoße ef. etwas uber I Zoll tief, und wird das Schloß nach einem Modell gemacht. Durch die Schloſſe werden die Stangen, wenn ſie über die Schwingen geleget, in einander gefaſſet, und an jedem Ende mit 2 oder 3 eiſernen Ringen umleget, auch wird vor jedem Ende, um das Ziehen zu verhin⸗ dern, ein eiſerner Nagel mit einer Schraube oder Feder durchgeſtecket. Die Stangen,(davon eine die rechte, und eine die linke genennet wird, weil, wenn von einer die Schwartenſeite zur rechten, ſolche an der daran zu füßennen an die linke Seite kommt, um ſie dadurch in der Gerade zu erhalten) muͤſſen in die Schwingen alſo eingeſetzet werden, daß in beyden, im obern und untern Geſtaͤnge die Schloſſe über einander ſtehen. Hiebey iſt zu merken, daß zu dieſen einzelnen Kunſtſtangen im Felde, wie auch zu den in den Schacht ſchiebenden Stangen, der Maaßſtab der Hauptkunſt Fig. I. noch einmal ſo groß genommen worden. §. 13. Das Kreutz beſtehet aus zwey nach rechten Winkeln in einander geſchloſſe⸗Bom Kreutze. nen und mit Strebebaͤndern verſehenen ſtarken Stuͤcken Holz, die uͤber dem Schacht auf zwey Anweghoͤlzern hangen. Fig. I. op. qr. Das in die Höhe ſtehende I. Theil. M OP. — Von den Kunſi⸗ ter lang, 6 Zoll breit, und 3 bis 4 Zoll dick, haben an beyden Enden ein Schloß, ſangen. welches beſtehet aus 4 Kaͤmmen abed. und zwey Stoßen ef. F ig. VII. deren 46 I. Th. II. Cap. 2. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß op. heiſt die Schwinge, deren Laͤnge von einem Hengnagel zum andern ſich nach dPaheif Schwinge vor der Radſtube richtet, als ſo lang ſie auch ſeyn muß. Das andere horizontal hangende Stuͤck qr. heiſt die Waage, die mit der Schwin⸗ ge zwiſchen den Haͤngnageln von gleicher Laͤnge ſ aber auch etwas laͤnger ſeyn kann. Dieſes Kreutz iſt an allen 4 Enden mit ſtarken eiſernen Baͤndern, Wangeiſen und Klammern beſchlagen. Durch den Mittelpunct deſſelben gehet eine ſtarke ei⸗ ſerne Walze, welche, wie bey der großen Schwinge, zu beyden Seiten auf zween Stegen in Buͤchſen oder gedoppelten Pfoedeiſen uͤber dem Schachte lieget. Wenn die Umſtaͤnde im Schachte nicht erlauben, ein ganzes Kreutz zu haͤn⸗ gen: So werden zwey halbe zwiſchen einerley Stege hinter einander gehaͤnget, Tab. VI. wie Fig. A. und B. zeiget, C. und D. ſind die Walzen, E. und F. die Hengnagel. In dem erſten halben Kreutz A. ſind uͤber einem Hengnagel zwey Stangeiſen, daran an einem ein Ziegenfuß j Schiebet die Kunſtſtange G. nach dem Schacht: So gehet die Kunſtſtange H. an B. in den Schacht nieder, und I. an A. aus dem Schachte in die Hoͤhe, und umgekehrt, wenn die Kunſt⸗ ſtange G. nach der Radſtube gezogen wird. Von den Korrb. Der Korbſtangen ſind 2 Paa 3 dan ne vor der großen Schwinge, das 5 7 er Kor in re, e 5r inge, Punee un der andre vor dem Kreutz, jedes aber von ſolcher Laͤnge, als es ſich ſchicket, 8. t. V. X. Fig. I. das eine Ende der Korbſtangen hat ein gewoͤhnliches Schloß, damit es mit der Kunſtſtange zuſammen geſchloſſen wird. Das andere etwas dickere Ende wird in das Stangeiſen gefaſſet, welches dem Bleueleiſen gleichet, und einen 1 Fuß langen am Ende erhoͤhet runden durchgelocheten Hals, wie auch zween etwa 3 Fuß 8 Zoll lange Fluͤgel mit 4 Lochern hat. Iſt an dem Bleueleiſen ein Zie⸗ genfuß, ſo wird das Stangeiſen dazwiſchen, ſonſt aber darneben gehaͤnget. An dieſe Korbſtangen in der Schwinge des Kreutzes werden die Kunſtſtangen unten und oben angeſchloſſen. Es wird aber derſelben Laͤnge erſt abgemeſſen, wenn das ganze Geſtaͤnge mit den Schwingen und dem Kreutz haͤnget. Man ſtellet nemlich die großen und kleinen Schwingen, oder das Kreutz mit denſelben ſenkrecht. Darauf wird von dem Stoßkamm oder Schloß der Korbſtange mit der Kunſtſtange das Maaß vor dem Haͤngnagel entweder zuerſt in der großen Schwinge vor der Radſtube, oder in dem Kreutz genommen, und die Stange in das Stangeiſen nach Abzug des Hal⸗ ſes an dieſem mit eiſernen Nageln eingefuͤget; und ſo werden die erſten beyden ohne große Muͤhe, und mit denſelben das Geſtaͤnge an die Haͤngnagel angeſchloſſen. An den beyden letztern einzufuͤgenden Korbſtangen, es ſey an der Schwinge, oder am Kreutz, werden 3 oder mehr Zoll, nachdem die Kunſt lang im Felde, und die Stangen krumm ſind, von dem gehoͤrigen Laͤngenmaaße abgebrochen. Darauf werden ſie in die Stangeiſen eingeſetzet, und die Kunſt zuſammen gezogen, daß man das eine Geſtaͤnge einſchlieſſen kann. Hierauf wird das letzte Schloß mit einer guten Kunſtwinde, und zwey eiſernen um das nechſte Geſtaͤnge, und um die große Schwinge oder Kreutz, wo der Zuſammenſchluß geſchehen ſoll, geſchlagenen Schurzen zuſammen geſtrecket. Will aber die Kunſt, auch mittelſt der Winde, nicht zuſammen ſchlieſſen, ſo wird an benden Schloſſen, ſo viel als fehlet, nachge⸗ holfen. Iſt die Kunſt recht ſteif geſtrecket, ſo ziehen die Geſtaͤnge die Schwin⸗ gen gleich, welche aber doch noch auf die Seite haͤngen, die werden mit Einmeißeln vollends in di ſheuid ruch. ine Kunſtwinde Fig. VIII. beſtehet aus einer 3 Fuß langen Stange mit Krappen C. die in das Getriebe des Sternrades B. unnfen welches Pten⸗ durch von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 47 durch Krickel mittelſt eines Getriebes A. bewegt wird. Sie iſt von einer Wa⸗ genwinde darinn unterſchieden, 1) daß daran zween gegen einander verkehrt ſtehen⸗ de Griffe, oder Krickel, zum Umdrehen ſind, als c. c. 2) Daß die Stange an beyden Seiten durch das Gehaͤuſe gehet, und an ihren beyden Enden ſtarke beweg⸗ liche eiſerne Ringe d. d. hat. 3) Daß das Gehaͤuſe an beyden Seiten von ſtar⸗ ken Eiſenplatten, und an deſſelben einer Seite oben und unten ein ſtarker beweg⸗ licher eiſerner Ring e. e. iſt. Kunſtwinde iſt nach dem Maaßſtab zu den einzelnen Stuͤcken der Kunſt gezeichnet; es iſt aber derſelbe noch einmal ſo groß genommen. Im Gebrauch wird das Gehaͤuſe durch einen Ring mit einem eiſernen Schurz um die große Schwinge vor der Radſtube, oder um die Schwinge im Kreutz ge⸗ haͤnget. Die Stange wird durch den gegenſtehenden Ring mit einem eiſernen Schurz, daran ein Hacken iſt, um die letzte Kunſtſtange geſchloſſen, und darauf durch Umdrehung der Krickel die große Schwinge, oder das Kreutz, mit dem Kunſt⸗ geſtaͤnge mit Gewalt zuſammen gezogen, daß man die Korbſtange einſchlieſſen kann, daruͤber die Winde oft zerbricht. Das Letzte endlich, ſo noch an dem Feldgeſtaͤnge geſchicht, iſt, daß der Bleuel a. Fig. I. über den krummen Zapfen gehaͤnget, und in die große Schwinge einge⸗ ſetzet wird. Denſelben abzumeſſen, wird der krumme Zapfen in die Hohe oder nie⸗ derwerts nach dem Loth gerichtet, und die Weite zwiſchen dem Haͤngnagel der großen auch nach dem Loth gerichteten Schwinge, und dem Mittelpunct der War⸗ ze des krummen Zapfens genommen. Hierauf wird das Rad umgedrehet, daß der krumme Zapfe wieder ſenkrecht ſtehet, und von neuem das Maaß an die halbe Warze des krummen Zapfens, und vor dem Haͤngnagel angehalten. Iſt an der jetzigen Weite etwas uͤbrig, ſo wird ſolches halb abgebrochen, fehlet aber etwas daran, ſo wird ſolches halb zugegeben. So viel der Hals des Bleueleiſens Laͤnge hat, ſo viel wird das Bleuelholz kürzer. Das Loch, wodurch man den Bleuel an die Warze haͤnget, wird mit ei⸗ nem Ringe ausgefuttert, und ſo wird der Bleuel, wenn das andere Ende in das Eiſen mit eiſernen Riegeln befeſtiget iſt, uͤber die Warze des krummen Zapfens gehaͤnget, und ſo iſt die Kunſt im Felde bis uͤber den Schacht fertig. §. 15. Wann auf dem Wege der Kunſtzwiſchen der Radſtube bis vor dem Schacht Von den Bruch⸗ Winkel, Huͤgel und Thaͤler vorfallen: So werden daſelbſt Wehr⸗oder Wendebö⸗ ſchwingen. cke, oder Winkelarme, die in der Grundſohle, und oben im Querholze mit ſtar⸗ ken Zapfen in Buchſen laufen, oder Bruchſchwingen Fig. IX. hingeſetzet. Che man ſie eingefuͤhrt, giengen 12 bis 20 Zoll Hub, und damit viele Zeit bey der Gewaͤltigung des Waſſers verlohren. Es hat daher der zeitige Clausthalſche Maſchinendirector, Herr Johann Carl Hanſen, nach ſeiner Zuruͤckkunft aus Schweden, woſelbſt er ſich eine ge⸗ raume Zeit bey dem beruͤhmten Polhem aufgehalten, Anno 1728. den ſämtlichen Bergamtsbedienten zum Clausthal und Zellerfelde, mittelſt eines Modells, gezeiget, wie man eine Waſſer⸗ und Treibkunſt mit lauter Winkelarmen, der Weg der Geſtaͤnge mag ſo irregulaͤr ſeyn, wie er will, vorrichten koͤnne, ohne daß man am Hube etwas verliere. Ich habe auch Anno 1741. bey dem ſel. Hrn. Rath Penthern in Gottingen Gelegenheit gehabt, unter andern ein Modell von einem Kehrrade mit gedoppelten Kunſt⸗ und Feldgeſtaͤngen, die Berg auf und Berg nieder zur Foderung des Erzes und Bergs aus der Grube ſchoben, zu ſehen. Da nun daſſelbe mit des Hrn. Hanſen ſeinen im Grunde uͤbereinkommt: d M 2 habe Tab. VII. Tab. VII. 48 I. Th. II. Cap. 2. Abth. Von denen Maſchinen, welchedie Hinderniß habe ich mir von demſelben einen Riß und Beſchreibung des Modells, in bloßer Abſicht auf eine Waſſerkunſt, ausgebeten, welche hier mit andern Anmerkungen folget. 3 „Die Figur O ſteleet ein ſolches Geſtaͤnge, welches mit ſeinen Schwin⸗ „gen auf den Stegen ruhet, und drey Bruͤche hat, in feinen Mittelſtande vor, „ wornach die ganze Einrichtung deſſelben anzuordnen iſt, dergeſtalt: Der Arm „ des Schwingenkreutzes C. in welchen der Bleuel u. brafft, muß mit einer „ blinden Linie, die von u. nach z. als dem Centro oder Zapfen des Rades gehet, „winkelrecht ſeyn. Der aͤuſſere Hacken des krummen Zapfens aber(hier die „, Warze) befindet ſich alsdenn in X. koͤnnte ſich auch in V. befinden. Die zwey „ andern Arme des Schwingenkreutzes DD. muͤſſen wie die Schwingen E. und „ F. winkelrecht mit den Stegen GG. ſeyn, und die Schwingen HI K. muͤſſen „ winkelrecht mit ihren Stegen L.. ſeyn. Des letztern Schwingenkreutzes Arm „ M. muß mit der Stange, die in das Stangenkreutz bey N. eingreift, winkelrecht „ ſeyn, und eben mit dieſer Stange muß auch des Stangenkreutzes Arm, woran „ gleich genannte Stange befeſtiget, im winkelrechten Stande ſeyn. Die zwey an⸗ „ dern Arme des Kunſtkreutzes O. und P. müſſen mit den Pumpenſtangen O. „ und R. winkelrecht ſeyn. Jedes Schwingenkreutz bekommt durch zwey Eiſen „eine Befeſtigung, deren das eine von den Stangennageln mit gefaſſet wird, wie „ bey ITr. zu ſehen. Das andere haͤlt die zwey Arme beſonders zuſammen, wie „bey ttt. zu ſehen.. 1 „Die Entwuͤrfe dieſes Geſtaͤnges ſind gemacht, als wenn die fordern Stege „ und Bocke weggeworfen waͤren, welches geſchehen, um die Geſtalt des Geſtaͤn⸗ „ ges beſſer merken zu koͤnnen; und dann iſt es nur kurz mit wenig Schwin⸗ „ gen uͤber einen kleinen Berg vorgeſtellet, welches des kurzen Raums des Papiers „ wegen laͤnger nicht hat ſeyn konnen. Auſſerdem man bey einem ſolchen kleinen „ Berge die Einrichtung wol gemaͤchlicher, und nicht mit einem gebrochenen Ge⸗ „ ſtaͤnge, vornehmen koͤnnte., §. 16. Die Linie zwiſchen dem Mittelpunct des Rades, und dem Haͤngnagel des Bleuels in der Schwinge muß winkelrecht auf dem Schwingenarm ſeyn, wenn die Kunſt ohne Schwierigkeit, zumalen bey einem kleinen Bruch, umnaehen ſoll. Der Herr Rath Penther hat davon alſo an mich geſchrieben:„„Ich habe theils „ in, theils auſſer Deutſchland auf einigen Bergwerken geſehen, daß die Vorrich⸗ „ tungen des ſogenannten Kunſtgeſtaͤnges nicht allemal, wie es wol die mechani⸗ 25 chen Gruͤnde erfodert, vorgerichtet geweſen, ſo entweder aus Unachtſamkeit der „ Kunſtwerkleute, oder aus Mangel der voͤlligen Einſicht der Sache, geſchehen. „Ich will davon nur einen Fehler berühren. Nemlich, man machet wol, „wo das erſte Schwingenkreutz ſeyn ſoll, nur eine gerade Schwinge, wie Fig. O. „DD. allein iſt, und laͤſſet den Bleuel in den Stangennagel w. eingreifen. Nun kann man zwar mit einer geraden Schwinge, wenn der B i „ mit ei 3 Bruch nicht ſtark iſt „abkommen; allein es darf Bleuel und Stange doch nicht einerley Nagel haben, „ſondern es muͤſſen zween Nagel, und zwar an dem Orte ſeyn, wo der winkelrech⸗ „ te Stand eines jeden es erfodert. Was nun ein ſolcher Fehler thut, wenn der „winkelrechte Stand nicht in Acht genommen wird, ſoll ſich im folgenden vor „ Augen legen, da in einem beſondern Fall erſt entwerfen werde, wie die Sache „ richtig ſeyn ſoll, damit der Fehler hernach deſto beſſer hervor leuchte. „Der Circul abed. Fig. W. ſtellet den Umgang eines krummen Zapfens, „ und ce. den Bleuel vor, wenn er gehoͤrig in den untern Arm der Schwinge e h. „ einge⸗ / von dem Waſſer beym Bergbau hinweg ſchaffen. 49 „ eingeſetzet, die ſich im Mittelſtande befindet, und mit der Linie ei. winkelrecht iſt. „Kommt der krumme Zapfen in d. als das eine Extremum, ſo ſtoͤßt der Bleuel „ die Schwinge bis in f. Kommt der krumme Zapfen in das andere Extremum „ b. ſo ziehet er mit dem Bleuel die Schwinge bis in g. und da machet denn die „ Schwinge mit ihrem Mittelſtand beynahe zween gleiche große Winkel, ehf. „ und ehg. und die Stoßungslinie bg. in dem einem Extremo macht mit der „ Schwinge keinen ungeſchicktern Winkel als die Stoßungslinie df. mit der „ Schwinge fh. oder der eine Winkel weicht ſo viel, oder beynahe ſo viel auf der „ einen Seite vom rechten Winkel ab, als der andere Winkel auf der andern „Seite vom rechten Winkel abweicht. „ Zur Stoßung iſt freylich der rechte Winkel am allerbeſten, welcher aber „ bey der ganzen Umwendung des krummen Zapfens, und bey der Wiegung der „ Schwinge nicht zu haben iſt, daher man ſich denn nur begnuͤgen laͤßt, wenn die „ beyden Extrema beynahe einander gleich ſind, und daß die Stoßungslinien mit „ den Schwingen nicht zu weit vom rechten Winkel abgehen. Daß aber der „ rechte Winkel zur Stoßung der beſte ſey, kann aus folgenden klar werden. „ Wenn ein laͤnglichtes Holz ſich um einen Nagel umdrehen kann, und man wi⸗ „n der dieſes Holz der Laͤnge nach ſtoͤßet, daß die Stoßungslinie gerade auf den *„ Nagel gehet, es ſey das Holz diſſeits oder jenſeits des Nagels: So wird das Holz „„an den Nagel nur angepreſſet, nicht aber um ſolchen herum geſtoſſen werden. „„ Gienge die Stoßungslinie nur etwas weniges vor dem Nagel vorbey: So muͤſte „ ſolche theoretice das Holz um den Nagel herum ſtoſſen, practice aber wird „ die Friction am Nagel noch eine Klemmung machen, und das Holz nicht um⸗ „ drehen laſſen. Je mehr aber die Stoßungslinie vor dem Nagel vorbey gehen » wird, indem ſie wider das Holz tritt, je eher wird ſich das Holz herum drehen „ laſſen, am allererſten aber wird ſolches geſchehen, wenn die Stoßungslinie ſo „ weit vom Nagel weggehet, daß das Holz nur am aͤuſſerſten Theile beruͤhret „) werden kann, in welchem Fall die Stoßungslinien mit der Schwinge einen rech⸗ „ ten Winkel machen, erſtere einen Tangenten und letztere den Radium, welcher „ vom Tangenten beruͤhret wird, abgeben muß; und dieſer rechte Winkel iſt eben „ das Mittel zwiſchen den benden Staͤnden, in welchen das Holz an den Nagel „ gepreſſet würde, und dadurch nicht umgedrehet werden koͤnnte. Je naͤher man „ alſo dieſem Mittel koͤmmt, je leichter geſchiehet die Bewegung. „ Nun will ich die Sache fehlerhaft vorſtelen. Die Schwinge he. Fig. V. „ machet mit der Linie ei. keinen rechten, ſondern einen ſtumpfen Winkel, do „ ſollte ceh. den Mittelſtand des krummen Zapfens vorſtellen; kommt der Zapfe „ ins Extremum d. So wird die Schwinge in f. geſtoſſen; kommt die Schwinge „ dem andern Extremo b. nahe: So wird der Bleuel die Schwinge in g. bringen, „ woſelbſt ſie ſtehen bleiben wird, und vorkommender Umſtaͤnde wegen durch ihr eigen „ Gewicht nicht niederfallen kann. Kommt der Zapfen in b. So macht die Stoßungs⸗ „linie mit der Schwinge eine gerade Linie. Dentt ſich der Zapfen von d. nach „ C. So wird die Schwinge/ anſtatt daß ſie zuruͤck aus g. nach e. gehen ſollte, viel⸗ „ mehr aufwerts nach k. getrieben werden, wodurch das ganze Geſtaͤnge zu truͤm⸗ „ mern gehen muß. Die Abgehung der Winkel in den Extremis von einem „ rechten Winkel, ſo bey vorhergehendem Fall beynahe gleich waren, ſind in die⸗ „y ſem Fall gar ſehr unterſchieden, indem der eine etwa 9 Grad, der andere aber „ 90 Grad, vom rechten Winkel abfäͤllet. „ Wollte man den Winkel ieh. Fig. Z. noch ſtumpfer nehmen, wie in »» vorher angefuͤhrterFigur: So wird ſichs gar aͤuſſern, daß der krumme Zapfen nicht „ einmal herum zu gehen faͤhig iſt. Es ſey ce. der Mittelſtand, d f. iſt denn das I. Theil. N„ eine „ 50 I. Th. II. Cap. 2. Abth. Von denen Maſchinen/ welche die Hinderniß „eine Extremum. Koͤmmt darauf der krumme Zapfen in l. So wird die Schwitt⸗ „ge bis in g. gezogen, und darinn iſt die Schwinge dem Zapfen ſo nahe, als ſie „immer kommen kann. Daß aber der krumme Zapfen nun weiter nach d. gehen „ſollte, iſt nicht moͤglich, indem ſich der Bleuel nicht aus einander ziehen laͤſſet, „ welches ſeyn muͤſte, falls der krumme Zapfen weiter gehen ſollte. Ein allgemei⸗ „ ner Vortheil, ſolchen widrigen Staͤnden einigermaßen abzuhelfen, oder bey wohl „eingerichteten Geſtaͤngen nie weit vom rechten Winkel abzugehen, iſt, wenn „ Bleuel und Schwingen lang gemacht werden, doch muß die Laͤnge nicht zur „ Biegung oder großen Schwere Gelegenheit geben., §. 17, Es meldet der Herr Rath Penther in ſeinem Schreiben weiter, daß, wenn auch bey Vorrichtung des Kunſtgeſtaͤnges, ſo durch einen krummen Zapfen mit Huͤlfe des Bleuels beweget wird, alles von den Kunſtwerkleuten gehoͤrigſt in Acht genommen worden, er jedennoch gefunden/ daß eben der Trieb durch den krummen Zapfen und Bleuel ziemlich fehlerhaft ſey, voraus darinn, daß bey einem ganzen Umgange des Waſſerrades die Bewegung der Geſtaͤnge, und dadurch zugleich der Punyen ſo gar ungleich, nemlich bald viel, bald wenig geſchehen, und das Waſ⸗ errad, wenn es viel zu thun gehabt, faſt gar ſtehen geblieben, oder gar langſam umgegangen, folglich die Pumpen nicht geſchwinde gnug getrieben, und die Waſ⸗ ſer der Grube dadurch wol gar aufgegangen ſeyn. Von Abhelfung ſolchen Feh⸗ lers hat er mir folgendes mitgetheilet: „ Entdeckung der Fehler, welche in der Geſtalt der Maſchine ſelbſt befindlich 9, fd. 1) Das Gewicht des krummen Zapfens befoͤrdert den Umgang des hal⸗ „ben Rades, behindert aber hingegen den Umgang der andern Helfte des Rades. „ 2) Vorſtehenden Fehler vermehret die dazu kommende Laſt des Bleuels. 3) Der „ dritte und vornehmſte Fehler iſt, daß bey einem Umgange des Rades die Bewe⸗ „ gung des Kunſtgeſtaͤnges ſehr ungleich, und zwar zweymal leicht, und zweymal „ ſchwer vorkommt, wie aus der Figur erhellet, darinn a be defghi. die „ Bewegung der Schwinge anzeigen, welche in 8 gleiche Theile getheilet. „Beym 1. Theile a b. beweget ſich der krumme Zapfe von 4 bis I. „— 2.— b c.——— m. 35 3,„— 6& d.——— m— n. — 4.— d e. ·—— n— o. 5,—.— C f.——— 0— p. .== I,. 9— 7.— 3 1.——— J— r. 5)— 8— hi.—— r— S. „Woraus klar zu ſehen, daß der krumme Bapfen, wenn er von o. bis p. getrie⸗ „ ben wird, ſo viel, als wenn er von k. bis 1. beweget wird, zu arbeiten habe, folg⸗ „„ lich, wenn er ſolches thun ſoll, bey O. p. einen ſchweren Stand erhalte, mehr „„ Waſſer haben muͤſſe und, damit er ſolches ſammle, das Rad langſam zu gehen „obligiret werde. Duͤrfte hingegen das Rad rund herum gleich arbeiten: So wuͤrde „ der krumme Zapfen bey jedem ſolcher Theile, wie ab. bc. dec. ſind, accurat den „ 16ten Theil von der ganzen Peripherie umzugehen noͤthig haben, wovon einer „von p. nach x. reichet, und noch halb ſo groß, als op. iſt, oder ſich zu Op. wie „, 2h 2. vechalt, und daher mitzwen Ginem Aufſchlagewaſſer vorlieb nehmen .„ P- rey noͤthig hat, wi ni 5 lberußig bekunt g hat, wie ſolches aus mechaniſchen Gruͤnden „Zwar koͤnnte hier eingewendet werden, daß der leichte Stand, wo nemli „„ das Waſſer den krummen Zapfen weit forttreiben vnaih dem ſchweren Sh „ 0 von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 51 „ zu Huͤlfe kaͤme. Hierauf aber erwiedere, wenn das Waſſerrad ein ſchnelllau⸗ „ fendes Rad waͤre: So koͤnnte es wol als ein Schwungrad angeſehen werden, und „ durch den Schwung dem ſchweren Stande zu Huͤlfe kommen, ſo ſchnell aber „ gehet das Waſſerrad nicht, und laͤſſet es ſich gar bald den ſchweren Stand, „ worein es geraͤth, abmerken. Was die zwey erſtern Fehler betrift: So koͤnnte ihnen „ wol durch ein Gegengewicht am Rade abgeholfen werden,„(wie der Maſchi⸗ nendirector Bartels in Abſicht auf den zweyten Fehler darauf verfallen,) dadurch „ aber iſt dem dritten noch nicht gerathen. Ich bin uͤberzeuget, allen dreyen zu⸗ „ gleich auf folgende Art abzuhelfen. „Der krumme Sahfen und Bleuel werden weggelaſſen, ſtatt derſelben iſt ein „ Rad zu nehmen, ſo auf einer Seite 4 Zaͤhne nach einer neuntheiligen Weite „ hat, und einem Stuͤck eines Sperrades gleich ſiehet, welches in einen Vierpaß „eingreift, worinn oben 4 Zaͤhne, und unten Zähne ſind, die durch den Umgang „ des Sperrades hin und her, und einmal ſo viel, als das andere, getrieben werden. „ Der Vierpaß hat zween Arme, welche auf Rollen gehen, wovon der eine Arm „ in eine Schwinge mit einem etwas langen perpendicularen Loch eingreift, und „ die Schwinge hin und her beweget. Die Zaͤhne in dem Vierpaß haben auch „ beynahe die Geſtalt der Zaͤhne eines Sperrades., Als ich darauf dem Herrn Rath unter andern auch dieſes eingewendet daß man es hier mit Wechſelgetrieben und Wagen ſchon verſuchet, aber doch wieder einen krummen Zapfen eingeleget habe, weil derſelbe beſtaͤndiger, als die Treibſtö⸗ cke, und bey gleichem 35 das Kunſtrad leichter, und mit wenigern Aufſchlage⸗ waſſer umzutreiben ſey, ſchrieb er mir zuruͤck:„Iech habe ein großes Modell von „ der Kunſt nach der beruͤhrten Invention um ſo lieber verfertigen laſſen, um den „ Effect davon in Praxi zu ſehen, je mehr mich auf die Theorie ſfeiet, welcher „ nach das ſtatt des krummen Zapfens angebrachte Sperrad, deſſen Radius bis „ an den aͤuſſerſten Punct der Zaͤhne nur von 18 Zoll iſt, nur 4 der Kraft braucht, „ die ein krummer Zapfen von 24 Zoll noͤthig hat, welcher mit dem Sperrade „ Lleichen Hub, nemlich 4 Fuß, und alſo gleiche Laſt zu heben hat. „ An dem verfertigten Modelle ſind keine Koſten geſparet worden, um alles „ accurat zu haben, wie denn die Ventilchen in den Pumpen ſauber und wohl „ eingeſchmirgelt von Meßing gemacht, von dergleichen Metall auch die Stiefel⸗ „ chen ſind, auch iſt das Wafſerrad von meßingenem Blech. Das Aufſchlage⸗ „ waſſer gehet durch einen meßingenen Hahn, und arbeitet das Modell ſehr artig, „ ſowol mit dem an der Welle befeſtigten Sperrade, als mit dem krummen Zapfen, „ der auch an der Welle befindlich, welche aber wechſelsweiſe gebraucht werden „ muͤſſen. Im erſten Fall wird etwas weniger Aufſchlagewaſſer gebraucht, als „ im letztern, doch iſt der Vortheil nicht ſo groß, als er nach der Theorie ſeyn „) ſollte, maßen die Zaͤhne des Sperrades und des Wagens mehr Friction, „ als der krumme Zapfen hat, und dabey auch wahrzunehmen, daß, wenn der krum⸗ „ me Zapfen wenig zu thun hat, das Rad ſich recht erhohlet, und der leichte Stand „ des Rades dem ſchweren zu Huͤlfe kommt. Was die Dauer der Maſchine an⸗ „ belanget, ſo iſt ſie nicht ſo zerbrechlich, wie ſonſt die Zaͤhne und Getriebe gewe⸗ „ ſen, ſondern ſie will dem krummen Zapfen und Bleuel in der Dauer wenig „ nachgeben.„ Er hat mir dabey einen Riß mit folgender Beſchreibung uͤberſand:„Der Tab. VII. „ Riß gibt zu erkennen, was das Sperrad fuͤr eine Befeſtigung an der Wellen „ Zapfen hat, imgleichen iſt unten in der Figur der krumme Zapfen punctiret an⸗ „ gezeiget, wie lang ſelbiger ſeyn muͤſte, wenn er ſo viel Hub, als das Sperrad, „ verurſachen ſollte, und ergibt ſich dengus, daß er ſich zum Radio des Sperrades, 2 ⸗ Wwenn 52 I. Th. II. Cap. 2. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß wenn er bey dieſem bis an die Theilungspuncte genommen wird, faſt wie 3. zu „ 2. weecaien 55 kann auch ſehen, was die Zaͤhne des Sperrades fir ei⸗ „nen voͤlligen Eingrif in die untern Zaͤhne des Wagens bekommen, wenn ſie die „obern Zaͤhne des Wagens verlaſſen, welches bey ordentlichen Sternrades Zaͤh⸗ „nen und Getrieben nicht zu erhalten; und bey dem allen ſind die Zaͤhne des „ Sperrades nicht ſchwaͤcher als eines Sternrades, ſondern viel ſtaͤrker. Die „ Zaͤhne an den Wagen beſtehen blos aus einer nach Zigzag gebrochenen, und an „ dem Wagen, der auch darnach eingekerbet iſt, befeſtigten eiſernen ſtarken Schie⸗ „ ne. Das Sperrad aber kann von Metall gegoſſen werden.„ §. 18. Von den in den Die in den Schacht, und zwar alle in den Fahrſchacht, ſchiebende Stangen Schachezinſe werden in die Wage des Kreutzes vermittelſt der Haͤngnagel gehaͤnget, ſind au ſiangen. 5 Lachter lang, und werden, wie die im Felde, zuſammen geſchloſſen. Die Schloſſe Tab. VI. beſtehen aus drey Stoͤßen abo. deren jeder 16 Zoll lang iſt. Fig. X. Die erſte ins Kreutz faſſende wird eben ſo in das Stangeiſen eingefuͤget, wie die Korbſtangen. Wenn die Stangen im Schachte wegen deſſen Dohnlage, und andern Umſtaͤnden, hart anliegen: So werden Walzen darhinter geſetzet, um das Anreiben im Schachte dadurch zu verhindern. §. 19. Von dem Satze. Der Satz oder die Pumpe beſtehet aus zwo hoͤlzernen und einer eiſernen Röhre, welche eine Goſſe genennet wird, und aus einem Kolben, Fig. I. y y. Die höͤlzerne Roͤhren I. und 2. ſind jede zwey Lachter lang. Die eiſerne Goſſen, Fig. XI. ſind Lachter oder 60 Zoll lang. Auf beyden Seiten ſind nach 8 Zoll von beyden Enden zween an der Baſi 12 Zoll dicke, und I Zoll lange Zapfen, zu dem Ende, daß ſie im Herunterlaſſen in den Schacht nicht aus dem eiſernen Sei⸗ le rutſchen, wie auch Streben darauf geſetzet werden koͤnnen. Iſt der Satz voll, das iſt, ſind zwey Roͤhren unter der Goſſe: So heiſt die unterſte, die im Geſenke im Sumpfe, oder uͤber dem unterſten Satze in einem an beyden Enden wie eine Krip⸗ pe gekrapten I Lachter langen Troge, 3. 3. den der Bergmann auch einen Sumpf nennet, ſtehet, die Schlungroͤhre, 2. 2. weil ſie das Waſſer in ſich ſchlinget, die in der Schlungroͤhre unter der Goſſe ſtehende die Thuͤrelrohre, 1. 1. weil auf der⸗ ſelben das Thuͤrel oder Ventil iſt. Das Thuͤrel iſt ein Stuͤck rundes oder viereckigtes Holz, eines kleinen Tellers groß, welches auf Leder geſchroben, und auf die Roͤhre durch das umher ſtehende Leder mit zween Nageln aufgezogen oder geheftet, und beym Aufſteigen des Kolben von dem unterſtehenden Waſſer aufgehoben, bey deſſelben Niederſteigen aber nie⸗ dergedruͤcket wird. .§. 20. Von der Weite Die eiſernen Goſſen(davon Centner, gleichwie alles uͤbrige Goßeiſen, 3 Thlr. deinczaſbe und koſtet) ſind von verſchiedener Weite. Die kleineſten ſind 44 Zoll, darauf ſteigen ſie immer um einen halben 55 bis zu 14 Zollen, welche die weiteſten ſind, und daher ſind ſie auch von verſchiedener Schwere, von 2 bis 4 Centnern. Nach der Weite der Goſſe muͤſſen ſich auch die unterſtehenden Roͤhren richten. Unter eine Goſſe von 41 bis 7 Zoll werden einbohrigte, von 8 bis 10 Zoll zweybohrigte, und unter die von 10 bis 14 Zoll dreybohrigte Roͤhren geſetzet. Eine einbohrigte Roͤhre, dadurch der Bohrer nur einmal gegangen, hat 2 Zoll Weite, eine zweyboh⸗ rigte, dadurch nach dem erſten Bohrer ein ſtaͤrkerer gegangen, iſt 2½ bis 24 Zoll, eine dreybohrigte aber, dadurch nach dem zweyten Bohrer noch ein ſtaͤrkerer gegan⸗ gen, iſt etwas uͤber 3 oder 3 Zoll weit. Groͤſſer werden ſie insgemein unter die Goſſen nicht gebrauchet, davon die Urſache hernach folget. Die —+ ⏑B— 1⏑—— A DX .* von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 53 Die Goſſe wird oben und unten mit einer 20 Zoll hohen hoͤlzernen Lutte umfaſſet, davon die oberſte das Ober⸗Pump toͤckel, Fig. XII. oder Aufſaͤtzel, oder Ausguß, die unterſte das Unter Pumpſtoͤckel, Fig. XIII. heiſt, wovon jenes mit zween, dieſes aber mit drey eiſernen Baͤndern be chlagen iſt. Beyde treten oben und unten 5 Zoll uͤber die Goſſe, zu welchem Ende inwendig 5 Zoll hoch ſo viel Holz ausgemeißelt wird, als die eiſerne Goſſe dicke iſt, damit ſie in den hoͤlzernen Lutten vor das volle Holz trete. In dem untern Pumpſtoͤckel iſt ein laͤnglich vier⸗ eckigtes Spundloch, O bis 7 Zoll lang, 5 bis 6 Zoll breit, e. um zu dem Thuͤrel oder Ventil kommen zu koͤnnen, welches auſſer dieſem Gebrauch mit einem um⸗ ſtopften Spund für dem Eindringen der Luft wohl verwahret, und auch wol mit einer Klammer uͤberſchlagen iſt. In dem Aufſaͤtzel oder obern Pumpſtoͤckel iſt ein 7 bis 8 Zoll hohes viereckigtes Loch zum Ausgieſſen des Waſſers, d. Der Aus⸗ guß gehet in einen dafuͤr ſtehenden Trog oder Sumpf. In dem untern Pump⸗ ſtoͤckll wird die etwas abgeſpitzte Thuͤrelroͤhre 3 Zoll hoch eingefaſſet. Das un⸗ terſte etwas abgeſpitzte Ende dieſer Rohre wird in die Schlungroͤhre geſetzet. Sol⸗ che Zuſammenfuͤgung nennet man den engen Wechſel, der wohl verſtopfet, auch wol mit Klammern zuſammen gehalten wird. Dieſes iſt der Satz an ſich ſelbſt, der 5 Lachter hoch iſt, wovon 4 Lachter auf die beyden Unterſetzroͤhren, und I Lachter auf die Goſſe mit dem Aufſaͤtzll und Pumpſtoͤckel gehen. §. 21. In die Goſſe ſchiebet der Kolben, Fig. XIV. hinein, wovon ſie auch von ei⸗Von dem Kal⸗ nigen die Kolbenroͤhre genennet wird. Dieſer beſtehet aus einer Zugſtange a b. ben. aus einer Scheibe Holz, 3, 4 bis 6 Zoll dick, oder dem Kolben ſelbſt c. und Fig. C. und aus einer auch wol zwey Scheiben Leder. Dieſe werden nach der Weite der Goſſen mit einem Zircul auf einer Haut accurat abgezeichnet, und ausgeſchnitten, doch ꝛ auch wol ³ Zoll umher breiter, als die Goſſe iſt. Die Zugſtange iſt 1 Lachter lang von hartem Holze, wird oben, da ſie etwas gebogen, und zwey auch drey Locher uͤber einander hat, an die Kunſtſtange uͤber den etwa 14 Zoll langen Stanghacken, Fig. I. 5. gehaͤnget, und mit einem Vorſtecknagel daran gehalten. Un⸗ ten iſt an derſelben unter b. eine eiſerne Spindel, mit einem Wirbel oder Knopf, der auf das Leder und die Holzſcheibe tritt, das etwas duͤnnere runde Stuͤck der Spindel wird durch das Spindelloch in den Kolben geſtecket, und darunter mit einer Mutterſchraube feſt vorgezogen. Das Spindelloch muß accurat in der Mit⸗ te des Kolbens gebohret ſeyn. Zwiſchen die beyden Fluͤgel der Spindel wird die Zugſtange gefaſſet, und mit Nageln und Mutterſchrauben befeſtiget. In dem Bbm 30de der Holzſcheibe ſind 5, 6 bis 7 runde Loͤcher zum Durchlaſſen des aſſers. „ Anno 1726. hat man in der Communion auf der Bockswieſe eine Probe mit viereckigten ſtarken Lochern in den Kunſtkolben gemacht, und davon eine Er⸗ leichterung an den Kuͤnſten verſpuͤret, daher ſie zu der Zeit daſelbſt durchaus ein⸗ geführet worden. Iſt das Leder und darauf der Kolben vor dem Wirbel oder Knopf geſtecket, und unten mit der Mutterſchraube verwahret, ſo iſt der Kolben fertig. §. 22. . In vorigen Zeiten, und auch noch in dieſem Jahrhundert iſt zu den Kolben Von der Liede⸗ überall Rind⸗oder ſogenanntes Pfundleder gebrauchet, und auf einen Satz woͤ⸗rung des olben. chentlich 4 Loth, und zur anfaͤnglichen Bekleidung der neuen Saͤtze I Pfund 8 Loth gegeben worden. Auf jeden Kolben hat man zwo Scheiben zuſammen genommen, und zu mehrerer Staͤrke und laͤngerer Dauer zwiſchen den beyden Schei⸗ ben am Rande herum altes Leder als von Schuhſohlen mit Draht genehet, daß I. Theil. O die 54 I. Th. II. Cap. 2. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß die ganze Scheibe einen Daumen, ja wol 1 Zoll dick worden. Das ſteife Rind⸗ leder hat muͤſſen mit Unſchlitt geſchmieret, und ſchmeidig gemacht werden, wovon auf den drey einſeitigen Bergſtaͤdten auf eine Haut Kunſtleder von 18 Pfund und daruͤber 6 Pfund Unſchlitt, auf eine Haut unter 18 Pfund 5 Pfund Un⸗ ſchlitt Anno 1680. verwilliget worden. Cs hat aber Anno 1606. im Sept. ein Kunſtſteiger im Lautenthal, Zacharias Spoͤer, eine Lauge erfunden, womit das Kunſtleder ſolchergeſtalt zubereitet werden konnen, daß man nach der Zeit das Un⸗ ſchlitt entbehren koͤnnen. Nach der Zeit, etwa Anno 1714. iſt auf den einſeitigen Bergwerken das Rindleder mit Fiſchleder verwechſelt worden, welches jetzo auf denſelben durchgaͤn⸗ gig bey den Kuͤnſten gebrauchet wird. Es wird weder mit Unſchlitt noch der Lauge zubereitet, ſondern nur 4 Stunde ins Waſſer geleget, um es geſchmeidig zu ma⸗ chen, und ½ bis ² Zoll breiter, als die Goſſe weit iſt, im Umfange genommen. Da es geſchmeidig iſt: So wird die Soſſ davon nicht ſo bald/ wie von dem Rindleder, aus⸗ gelaufen, ſondern haͤlt dagegen fa noch einmal ſo lange aus, die Kunſt gehet da⸗ bey leichter, und erfodert weniger Aufſchlagewaſſer, iſt dabey nicht ſo vielen Bruͤ⸗ chen unterworfen, und die Kunſtknechte duͤrfen keine Scheiben mehr machen. Wenn ſonſt die Goſſen von dem Leder und dem mit Grant vermiſchten Waſſer ausge⸗ laufen, und in der Ruͤnde ungleich worden, werden ſie nach der Bohrmuͤhle geſchi⸗ cket, und wieder gerade ausgebohret, welches wol zweymal geſchehen kann. Bey dem erſten Gebrauch des Fiſchleders nahm man eine Scheibe von Rind⸗ und eine von Fiſchleder. Nach der Zeit hat man das Rindleder gaͤnzlich abge⸗ ſchaffet/ und nimmt nur eine Scheibe Fiſchleder zu jedem Satz, ſo lange dieſelbe nicht dboelaufin iſt, in welchem Fall noch wol eine hinzugethan wird. In der Communion ſind zwar einigemal mit dem Fiſchleder Proben gemacht, gleichwol aber das Rindleder noch immer beybehalten worden, welches man einige Stunden vor dem Gebrauch ins Waſſer geleget. Endlich iſt das Fiſchleder Anno 1746. in der Communion auch eingefuͤhret worden. Das Leder auf den Kolben zu machen, oder daſſelbe auszuwechſeln, wird Lie⸗ dern genannt. Zum auswechſeln wird die Zugſtange, wenn die Kunſt den Hub vollbringet, abgehaͤnget, und aus der Goſſe vollends herausgezogen. Lieget das Thuͤrel oder Ventil genau auf ſeiner Roͤhre, ſo bleibet das ⸗Waſſer in der Goſſe darauf ſtehen; ſiehet aber der Kunſtwaͤrter, daß das Waſſer in der Goſſe nie⸗ derfaͤlet, ſo ofnet er das Spund, und viſitiret das Thuͤrel. Wenn ſich Grant oder eine kleine Wand(Stein) darzwiſchen geſetzet: So raͤumet er ſolches weg, und ver⸗ ſchlieſſet daſſelbe, damit das Waſſer nicht aus den Unterſetzröhren falle, welches ſonderlich geſchiehet, wenn der Schlung nicht tief im Troge oder Sumpf ſtehet. Iſt das Auswechſeln geſchehen, oder ander Leder auf den Kolben gemacht, ſo ſetzet er denſelben wieder in die Goſſe, und haͤnget die Zugſtange, wenn die Kunſt nie⸗ derſchiebet, wieder an, geußt Waſſer auf den Kolben, ſo lange bis er wieder hebet. Auf den einſeitigen Bergſtaͤdten werden jetzo zum auswechſeln woͤchentlich auf theils Saͤtze 2 bis 24½ auf einige 3 und auf einige 4 Loth Leder gerechnet. Hat ſ das Leder auf dem obern Kolben abgeſchliffen, und iſt darauf zu klein, ſo wirds auf die folgende kleinere Saͤtze nach gerade wieder gebrauchet, und k erge abgenutzet werden. gebrauchet, und kann ſolchergeſtalt ganz §. 23 Von andern Ar⸗. 8 2 Vokandetndlr In einem kurzen geſchriebenen Berichte von den Harziſchen Bergwerken von Liederung. Anno 1609. deſſen ungenannter Autor ein Sachſe iſt, der ſich einige Zeit auf dem Clausthale aufgehalten, und von theils Veranſtaltungen und Benaa außdon Zeit — ⏑—— von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 55 it nicht zum hoͤflichſten ſchreibet, wird gemeldet, daß man vor einigen Jahren Veithn rhüf fin ſh wollen. An ſelbigen waͤren Ventile von Blech ge⸗ weſen, welche im Aufziehen die Locher in dem Kolben zugeſchloſſen, bey dem Nie⸗ derdruͤcken aber ſich geoͤfnet, und das Waſſer durchgelaſſen. Es wird hinzugeſe⸗ tzet, daß ſie gute Wuͤrkung gethan, aber weil es etwas neues geweſen, und vielen Widerſtand gefunden, wieder abgeſchaffet worden. Anno 1692. ſind Kunſtſaͤtze ohne Leder mit alten hanfenen Seilen vorgeſchlagen worden. Anno 1608. hat ein junger Markſcheider von Gotha, Johann Friederich ulda, eine neue Invention von Kunſtkolben, wodurch er die Helfte Leder und Kuhde, zu erſparen vermeynte, zum Clausthal angetragen. Als man ſeinen Vor⸗ ſchlag daſelbſt nicht angenommen: So hat er ſich Anno 1713. zum Zellerfelde ange⸗ funden, und daſelbſt ſeine neue Art der Liederung und Kolben vorgeſchlagen, iſt auch zur Probe zugelaſſen worden. Sein Vorſchlag war, anſtatt der ganzen Scheiben Leder, oder Blaͤtter uͤber dem Kolben, den Kolben umher mit gedoppel⸗ ten Streifen Leder mit Sattel⸗und Mittelzwecken zu benageln, und auf den Kol⸗ ben ein Blatt Leder zur Bedeckung der Locher zu legen, welches rund umher frey, nirgends anſtoße, und ſich daher nicht abarbeite, und wol ein Jahr koͤnne gebrau⸗ chet werden. Von dieſer Invention meldet er in ſeinen davon an das Commu⸗ nion Bergamt uͤbergebenen Schriften: 1) Daß dieſe Kolben viel leichter gehen, damit mehr Waſſer mit eben dem Aufſchlagewaſſer gehoben, folglich guch dadurch ein gut Theil des letztern geſparet werden könne. 2) Daß die Kuͤnſte durch ſeine Kolben nicht ſo viel Zwangbruͤ⸗ che bekaͤmen, als bey der hier gewoͤhnlichen Liederung, weil dieſelben leichter giengen, das Leder ſich nicht wende, und das dunſfgeſeinne nur im Zuge arbeite, nicht aber im Drucke und Aufſtauchen gegen das Waſſer und Wind in den Saͤtzen arbeiten duͤrfte, wie bey der alten Art der Liederung. Daher das Stopfwerk und die Spunde auch nicht ſo leichte ausgetrieben wuͤrden, und deswegen beym Niederge⸗ waͤttigen nicht ſo leicht Verhinderung vorfiele. 3) Duͤrfte dieſe Art Kolben nicht ſo ofte um und fortgeliedert werden, als die alte Art, dadurch denn das oͤftere Ueberfallen der Waſſer die Grube hinunter, wenigſtens uͤber die Helfte, gehoben und abgeſchaffet wuͤrde. 4) Wenn ſeine Art Kolben neue Goſſen antreffen: So könnten ſolche Goſſen noch einmal ſo lange halten, als mit der alten Art Liederung, indem dieſe Kolben viel leichter, nicht ſo gedraͤnge(bremſen) unten wie oben, in den Saͤtzen giengen, und keine Baͤuche in der Mitte machten, wie die alte Liederung bekanntermaßen thue; und konnte daher die Weitlaͤuftigkeit, Unkoſten und Hin⸗ derung, die Goſſen aus der Grube zu ſchaffen, nach der Bohrmuͤhle zu fahren, und wieder an ihren Ort zu bringen, bey ſeiner Art Kolben erſparet werden. 5) Wuͤr⸗ de dabey Leder erſparet werden. Es hat ſich dieſes letzte aber bey zweymaligen Proben den 31 Oct. und den 17 Nov. Anno 1713. dabey zugleich von zween Zellerfeldiſchen Bergbedienten Ge⸗ genproben gemacht, beyden das Leder zur Bekleidung der Kolben zugewogen, und die Tage, wie lange beyderley Art Liederung, als zum erſtenmal drey, zum zwey⸗ tenmal zwey Kolben gegen einander gegangen, gezaͤhlet worden, nicht finden wollen; wogegen er aber in ſeinem den 20 Jan. 1714. übergebenen in Praxi fundirten Gegenbericht vieles einzuwenden gehabt, und uͤber manches Klage gefuͤhret. Dar⸗ auf er ſich auf ſeine vor dieſen zwo letztern gemachte Proben berufet, und zeiget, daß ein Kolben, einen gegen den andern gerechnet, 34 Woche mit einem Gelieder, wie die Proben gewieſen, gehen koͤnnte, und alſo des Jahrs nur I5mal neu geliedert werden duͤrfte, und ſo wuͤrden nach der dur ſeine Proben gewieſenen Erfahrung 6 Pfund, 18 Loth zu 15 gedoppelten neuen Streifen à 14 Loth, klein und gros 0 2 gegen —-—g— —Q—-ęõ— ... 5 4 „ 2 .. * 1 4 5 1. . 8 . .. 5 6. — .— * 4 7 * * 4 7— 1 4 2 f . 2 4 5 .5 3 1 — . 8 1 7 . 4. * 7 ** 1 — 4. — — 7. 8 2— „ 5 * * 8 ₰ 4 5 — 4 Einwendung ge⸗ gen die neue Art zu liedern beant⸗ wortet. 56 I. Th. II. Cap. 2. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß egen einander, erfodert, da denn bey den Streifen ſelten Ecken, wie bey den run⸗ den Blaͤttern, enſehett weil ſolche parallel neben einander durchgeſchnitten wuͤr⸗ den. Ferner wuͤrden 16 Loth zu zwey neuen Blaͤttern auf einen Kolben, 16 Loth zu vier neuen Thuͤrelblaͤttern in 524 Wochen erfodert, und alſo in allem 7 Pfund 18 Loth, um I5mal in 52 ½ Wochen ganz neue Streifen Leder auf einen Satz zu haben. 1 Pfund 13 Loth koͤnnte wenigſtens von dem neuen Leder erſparet werden, weil an jedwedem Kolben im Hangenden etwas gut bleibe, dafuͤr er 3 Loth neues abrechne; und ſo giengen wuͤrklich nach den Proben 6 Pfund 5 Loth auf einen Satz mit Streifen.. Dagegen hat er auch gerechnet, was zu der Blaͤtterliederung, ohne die Schuld, die dabey gemacht und abgeſetzet wuͤrde, gegeben werde. 1 Pfund 8 Loth zur Be⸗ kleidung anfaͤnglich auf einen Kolben, 6 Pfund 14 Loth woͤchentlich Deputat à 4 Loth, in 51½ Wochen, in allem 7 Pfund 22 Loth auf einen Satz à 4 Loth, dabey Schuld gemacht wuͤrde, oder die Kunſtleute einigen Vortheil an etlichen Saͤtzen und Kuͤnſten daneben haben muͤſten, ſonſt ſie damit nicht auskommen koͤnn⸗ ten. Darauf ſetzet er 9 Pfund 93½ Loth, welches 5 Loth woͤchentlich Deputat auf einen Kolben macht, nebſt 1 Pfund 8 Loth zur Bekleidung in 51½ Wochen, ſo wuͤrklich auf einen Satz bey der Blaͤtterliederung an vielen Orten gehe und auf⸗ gewendet werde, ohne die Schuld. §. 24. Man hat gegen dieſe vorgeſchlagene Art Liederung erſtlich eingewendet: Die Zwecke, wovon er bey einer Probe mit 3 Kolben 72 Stuͤck Sattelzwecke und 61 Mittelzwecke gebraucht habe, wuͤrden Koſten verurſachen. Darauf er geantwor⸗ tet: Die Abrechnung des Leders gegen einander waͤre auf die wuͤrkliche That und Probe gegruͤndet, und koͤnnte ſeine Liederung noch beſſer gehen, wenn es dazu ein wenig eingerichtet worden. Daer aber muͤſſen die Proben gehen laſſen, wie die Saͤ⸗ tze geweſen, und wo er hingewieſen worden: So finde ſich doch im Durchſchnitt keine Schuld, ſondern Ueberſchuß am Leder, auf jedweden Satz, nemlich à 4Loth, 1 Pfund 17 Loth, an Gelde 10 ½ Mgr. à 5 Loth aber 3 Pfund 44 Loth, am Werth 22 Mgr. Davon koͤnnte ohngefehr zu Sattelzwecken 2 Mgr. im Jahre auf einen Satz gerechnet werden, indem in der Probe an allen 3 Kolben nur 10 Stuͤck ab⸗ gegangen. Wollte man die obern kleinen Zwecke brauchen, wo hoͤckerige Goſſen und gering Leder waͤre: So koͤnnten ſolche zu 15 Kolben aufs theuerſte vor 3 Mgr. gekaufet werden. Wollte man aber ſolche weglaſſen, und das Leder mit Unſchlitt und Harz verſtaͤrken: So koͤnnte es auch nicht viel mehr koſten, hin⸗ gegen davor lange und glatter gehen.. Auf den zweyten Einwurf, daß die Goſſen mit der Zeit von den Zwecken an⸗ gegriffen, und eher abgaͤngig werden wuͤrden, hat er geantwortet: Die Zwecke, wel⸗ che aus geſchmiedeten und gegluͤeten Eiſen beſtuͤnden, koͤnnten gegoſſenes Eiſen gar nicht angreifen, und wuͤrden auch nicht juſt allezeit auf einen Ort geſchlagen, ſon⸗ dern es wuͤrde damit variiret, nachdem es noͤthig. Dagegen wuͤrden die Goſſen von dem Uebergelieder der Blaͤtter und Scheiben ſehr angegriffen, in welche ſich Grant und Quaͤrzlein ſetzten, welche auch ins Glas ſchnitten, und das Uebergelie⸗ der muͤſte unten und oben ſich wenden und braͤmſen, welches man in den alten Goſ⸗ ſen eigentlich ſehen koͤnnte, daher ſich auch am Waſſerhube etwas verlöre. Bey ſeiner Art aber ſpuͤle ſich das Leder allezeit ab, die Quaͤrzlein konnten darein ſo bich nicht faſſen, es braͤmſe ſich nicht, und laſſe wegen des Wendens kein Waſſer allen. Drittens wurde eingewendet: Die Benagelung der Kolben mit dem Leder erfodere einige Zeit, und koͤnne von den Kunſtleuten nicht wol in ihrer Schicht geſchehen, 2———+—— 82 von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 57 geſchehen, auch duͤrften einige Flickereyen dabey vorfallen, ſo den Kunſtknechten vie⸗ ſe Verſaͤumung bey den Kuͤnſten verurſachen wuͤrden. Darauf er geantwortet: Weil dieſe Kolben nicht ſo oft unrichtig giengen, und die Waſſer nicht ſo leichtlich fallen lieſſen, als mit den alten Blaͤtterfortliedern wider Vermuthen taͤglich ja ſtuͤnd⸗ lich geſchehe/(denn mit neuen koͤnne es nicht continuiret werden) auch das Stopf⸗ werk und Spunde davon nicht ausgetrieben wuͤrden, und bey den Kuͤnſten es weniger Bruͤche gaͤbe, weil dieſe Kolben leichter giengen, ſich nicht wendeten, braͤmſeten oder ſtauchten, auch die Waſſer damit koͤnnten geſchwinder gewaͤltiget werden, weil ein Kolben mit dem Zug allezeit fertig dabey ſtuͤnde: So koͤnnten dieſe Kolben wol waͤhrender Schicht benagelt oder geflicket werden, weil die Kunſtknechte waͤhrender Schicht neben dem unrichtigen gehen mit dem alten Blaͤtter fortliedern, it. wegen des Stopfwerks und Spunde dennoch an den Blaͤttern und Scheiben auch viel zu flicken haͤtten, und daß am Ende bey einiger Uebung ein Kolben in 3 Stunde ganz fertig gemacht werden könne, wenn der Kunſtſteiger zuvor die Streifen zugeſchnit⸗ ten haͤtte; uͤber dieſes habe es 34 Woche Zeit, ehe ſe nach einander umwechſeln duͤrften, und wuͤrden ſie ſich vielmehr zu ſchicken wiſſen, wenn fuͤr jedweden Satz quartaliter ihnen ein weniges fuͤr ihren Fleiß von dem Ueberſchuß gegeben wuͤrde. Eben alſo könnte wegen der Zwecke oder Unſchlitts auf jeden Satz jaͤhrlich oder quartaliter ein gewiſſes feſtgeſetzet werden. §. 25. Nach einigen dem Communion Bergamte wegen gethaner Probe auf der Bockswieſe uͤbergebenen Puncten, die ich ſchon extrahiret, ſchreibet er folgendes: „ Zu mehrerer Verſicherung hat die vor 8 Tagen, als den 6 Sept. gethane Gegen⸗ „ probe mit der alten Liederung meine vorher gethane Proben völlig juſtificiret „ und complet gemacht. Denn nachdem mit gutem Bedacht die alte Art Kolben „ nach einander vorſichtig ohngefehr 12 Stuͤck wieder aufgeſtecket worden, und „ ohne Zweifel mit ſo vielen zugeſpielten Waſſern nicht ſind belaͤſtiget worden, „ wie den meinigen widerfahren, indem auch von andern Kuͤnſten, als im alten „ Treibſchachte, etliche Saͤtze abgehaͤnget, und die Waſſer auf der ſogenannten „, Krupelſtrecke nach dem alten Kunſtſchachte auf meine Kolben gefuͤhret, und ſie da⸗ „ mit belaͤſtiget worden, und dennoch ohne ſonderliche Bruͤche mit 20 Saͤtzen ru⸗ „ hig und gut 3 Quartale gegangen ſind: So hat hingegen die alte Liederung „ gleich in ipſo actu mit wenigern Kolben aufs neue wieder Bruͤche gemacht, „ und ſind die Waſſer daruͤber aufgangen, und die Eitzoſſe erſoffen. Daferne „ nun alle 9 Kuͤnſte daſelbſt in bisherigen dreyen Quartalen alſo waͤren geliedert „ geweſen, und nach ihrer Verordnung gleiche Dienſte gethan haͤtten, und die Auf⸗ „ ſchlagewaſſer mit voriger Aufmerkſamkeit waͤren verbraucht worden, ſollte ohne „ Zweifel ein gut Theil Waſſer in den Teichen annoch vorhanden ſeyn, dadurch „ denn die Erzfoderung bey jetzigem gleich dazu gekommenen ſchoͤnen Regen noch „ lange ohne Interruption haͤtte koͤnnen ſecundiret, und das Intereſſe publicum „ befoͤrdert werden. Sollte aber wegen des geringen Aufwands an Zwecken große „ Schwurigkeit gemacht werden; So konnen ſolche nach Abzug der vorhin be⸗ „ nöthigten Sachen, als Nehdraͤte und dergleichen, und die in den vorigen Punc⸗ „ ten angewieſene Vortheile ungerechnet, leichtlich bezahlt werden, geſetzt daß im „» ganzen Jahre nur 4 Treiben Erz mehr gefodert wird. „ Und obgleich bisher die beyden Kuͤnſte ½ Jahr mit dem neuen Kolben ge⸗ „ gangen, dazu doch ſo viel Grundwaſſer gleich Anfangs und mehrere Saͤtze, nicht „ allein in dieſem ſondern auch in den andern Schaͤchten, binnen der Zeit gekom⸗ I. Theil. P„men, 58 J. Th. II. Cap. 2 Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß „wmen, und ſo viel Arbeit mehr nach Proportion gemacht haben: So ſind den⸗ „noch, ſo viel ich erfahren, keine Leute und Kunſtwaͤrter mehr gehalten worden, „als vorher.„ Es iſt aber dieſe Art Liederung bey den Kuͤnſten auf dieſen Bergwerken nicht eingefuͤhret, ſondern die alte Blaͤtterliederung beſtaͤndig behalten worden. Herr Schwarzkopf allein hat ſeine Wettermaſchine alſo geliedert. §. 26. Von den Sätzen Iſt der Kolben in die Goſſe geſetzet, und in dem Stangenhacken befeſtiget, am Schachtge⸗ſo iſt ein Satz fertig.() Derſelben werden an die beyden in den Schacht gehen⸗ fͤnge. den Geſtaͤnge einer Kunſt, nach der Tiefe des Schachtes und dem Maaß des Auf⸗ ſchlagwaſſers, etliche, und an jedes Geſtaͤnge wol 10 bis 12 und mehr gehaͤnget, wovon immer einer dem andern das Waſſer zubringet. Der unterſte Satz ſtehet im Geſenke in einem dazu gehauenen Sumpfe, welches zu zeichnen der Raum nicht zugelaſſen, die darauf folgende in Troͤgen 3. 3. die auch Suͤmpfe genennet werden, darein die auf einander folgende Saͤtze das Waſſer gieſſen.. Soll ein vorgerichteter Satz Waſſer heben: So werden ein Paar Stunzen voll Waſſer auf den Kolben gegoſſen, darauf der Satz nach etwa 4 Kolbenzuͤgen das volle Waſſer bringet, und alsdenn auch wegen der nun geſchmeidigern Liede⸗ rung etwas leichter gehet/ als vorher. Wird ein im Geſenke ſtehender 5 lachtriger Satz beym weitern Abſinken zu kurz: So wird ein ſogenanntes Kielſtuͤck von einer Roͤhre zwiſchen die Thuͤrel⸗ und Schlungroͤhre 12, 20 bis 24 Zoll lang eingeſetzet. Dieſes Kielſtuͤck iſt oben ausgeſchweift, und unten geſpitzet. In das ausgeſchweifte wird der Thuͤrelroͤhre geſpitztes Ende eingeſtecket, und das geſpitzte Ende wird in die Schlungroͤhre ge⸗ ſtecket. Wird weiter abgeſunken: So wirdein laͤngeres Kielſtuͤck 1, 14 bis 2 Lach⸗ ter lang zwiſchen die beyden Roͤhren geſtecket, oder das vorige wird damit, wie der Bergmann ſaget, gebeſſert, indem ein Satz, wenn er ziemlich dohnlaͤgigt ſtehet, wol bis 7 Lachter hebet, aber nicht beſtaͤndig voll bleibet. Bey fernern Abſinken wird dieſer Satz mit Herausnehmung des eingeſezten Stuͤckes wieder auf 5 Lach⸗ ter eingerichtet, ein neuer Sumpf, oder Trog zum Ausguß, und ein neuer Satz/ nemlich eine Goſſe vorerſt mit einer bis 4 Lachter langen Thuͤrelroͤhre, die zugleich die Schlungroͤhre mit iſt, geſetzet. 27 Die Sätze unter einander ſind von verſchiedener Weite. Die unterſten ſind enger als die oberſten, weil von den Strecken in die Suͤmpfe oder Troͤge mehr Waſſer zufließt, als aus dem Geſenke gehoben wird. Iſt die Goſſe des oberſten Satzes 12 Zoll weit: So werden zu den unterwerts folgenden Saͤtzen Goſſen genommen, die nach der Reihe ³ Zoll enger, als die daruͤber ſtehende ſind, und ſol⸗ ches bis auf 8 Zoll. Unter eine Goſſe von 8 Zoll wird wieder eine Goſſe von 9 Zoll geſetzet, und ſo weiter herunter, bis auf 44 Zoll, weil man in großer Tiefe mit Abbrechung von* Zoll Weite an den Goſſen nicht auskommen kann, da die 5 en (9) Eine ziemlich vollſtändige Theorie der Saug⸗und Druckwerke findet man in Belidors Archit. hydraul. II. Th. III. Buch, 3 Cap. wo er lehrt, wie man den Durchmeſſer des Kolbens aus der Größe der Bewegungskraft und den Durchmeſſer der Saugröhre aus dem Durchmeſſer der Kolbenröhre, der Geſchwindigkeit des Kolbens, und der Höhe, zu welcher das Gewäſſer durchs Anſaugen ſteigen ſoll, herleiten könne. Weil aber immer zwiſchen dem Kolben und dem untern Ventil ein bald größerer bald kleinerer ſchädlicher Raum bleibt, worinn ſich Luft auf⸗ hält, die dem ſteigenden Gewäſſer in der Saugröhre widerſteht: So hat er auch in ſolchem Falle die Höhe der Saugröhre durch die Höhe des ſchädlichen leeren Raumes und des Kolben⸗ zugs, und den Druck der äuſſern Luft zu beſtimmen gewieſen, und zuletzt noch von der nö⸗ thigen Stärke der metallenen Stieſel und Röhr 3 Maen Siädee. f öhren, auch von den mancherley Kolben und Ven⸗ —--—* von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffeern. 50 ſten Goſſen 44 Zoll ſind; dieſes heißt das Gelieder gebrochen. An ſolchem or⸗ dentlichen Gelieder iſt, nach der Erfahrung, zur Erleichterung einer Kunſt ſehr viel gelegen. Wo aber eine Kunſt unordentlich, oder gar verkehrt geliedert wird: So wird ſie ſchwerer. Die von den Strecken zufließenden Waſſer werden in den groͤßeſten Satz gefuͤhret. §. 27. Dieſes iſt alſo uͤberhaupt die gae Borrihtung einer Feld⸗und Stangenkunſt Von der Roth⸗ zu jetziger Zeit bey hieſigem Bergwerke, darauf bey dem Bergbau ſo viel ankoͤmmt, wendigkeit und daß, wo ſolche wegen Mangel der Tage⸗ und Aufſchlagewaſſer nicht angeleget wer⸗ Wran der den koͤnnen, unter, oder auf den Stollen auch nicht tiefer abgeſunken werden kann, 3 als man das ſich anfindende Waſſer mit gewoͤhnlichen Pumpen durch Menſchen Haͤnde heraus bringen kann. Dieſe Kuͤnſte werden ſowol am Tage, als in den Gruben, wo Stollen ſind, gebrauchet, da die inwendigen Kuͤnſte von dem obern Stollenwaſſer, zur Erhebung des Tuſten auf die darunter liegenden Stollen, ge⸗ trieben werden. Die inwendigen Kuͤnſte liegen auch nach Umſtaͤnden einige Lach⸗ ter von den Kunſtſchaͤchten ab, und ſind, wo es der Raum zulaͤſſet, mit großen und kleinen Schwingen und dem Kreutz, wie Tageskuͤnſte, verſehen. Wann aber der Strecke der Raum fehlet: So werden die Kunſtgeſtaͤnge auf Walzen auf der Focle und unter der Streckenfoerſte von der erſten bis zwoten großen Schwinge hingefuͤhret. Wird die fertige Kunſt angeſchützet, oder, mittelſt eines Gefluͤders, Waſſer darauf geſchlagen: So ſchiebet der krumme Zapfen das eine Geſtaͤnge hin, und da⸗ mit zugleſch, mittelſt des Kreutzes und der Stangen im Schachte, die Kolben in den Goſſen ſo weit nieder, als die Länge des Halſes an dem krummen Zapfen ge⸗ doppelt betraͤget, das andere aber ziehet er her, und damit die an demſelben hangen⸗ den Kolben bey vollem Hub eben ſo hoch in die Hoͤhe, und ſo immer Wechſels⸗ weiſe, da denn ein Satz dem andern das Waſſer zubringet, bis zum Abfluß auf dem Stollen, oder wo kein Stollen iſt, bis zur Ruͤſche, wie Fig. I. beym oberſten Sumpf 3. und 3. zu ſehen iſt, oder gar zum Schacht hinaus; und ſo erfolget bey jedem Umgange des Rades an jedem Geſtaͤnge ein Waſſerhub, doch einer na dem andern. Hat ein Kunſtrad ſein gehoͤriges Waſſer, ſo laͤuft es gewoͤhnli 396 bis Homal in einer Stunde herum. Die ſchwereſte Arbeit hat die Kunſt, wenn der Hals des krummen Zapfens in den auf den ſeupfentios winkelrechten Stand kommet, da dieſelbe bey wenigem Aufſchlagewaſſer faſt gar ruhet, oder wieder zuruͤck gehen will, bis die Schaufeln wieder voll Waſſer gelaufen. §. 28. Wenn der Hub, den der krumme Zapfen giebet, ſich im Felde etwas verlie⸗ Von Vermeh⸗ ret, es ſey, daß die Schloſſe ſich ziehen, oder das Loch im Bleueleiſen und die ndi deß ghuhi⸗ Wangeiſen in der großen Schwinge und dem Kreutze zu ſehr ausgeſchlagen ſind: Wartung der So kann er durch das Kreutz wieder erſetzt werden, wenn die Wage an demſelben Kunſt etwas laͤnger, als die große Schwinge, gemacht wird. Wenn z. E. der krumme Zapfen 27 Zoll hoch, die Schwinge zwiſchen den Löchern der Haͤngnagel I1I Fuß, „S Zoll, oder 138 Zoll iſt, und 2 Zoll am Hube verlohren gehen, die man wieder herſtellen will: So ſpreche man: wie 27 zu 29, ſo 60 Zoll, als die jetzige Laͤnge der halben Schwinge zu 743 Zoll, welches die Laͤnge iſt, die man jetzo der halben Schbinar ſeue muß lder Kuns c um leichtern Spiel der Kunſt wird ſie mit Kunſtfett eißig geſchmieret, welches aus Harz und Oel uͤber dem Feuer ſernie ufeſet ſ zaͤhe wird. Es hat aber Anno 1748. ein hieſiger Knochenhauer, Andreas Herzer, eine andere P 2 und 60 I. Th. II. Cap. 2. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß und noch beſſere Art Kunſtfett ohne Harz erfunden, welches aus Unſchlitt und Oel bereitet wird, das vermittelſt eines gewiſſen zugeſezten Oels 3 Wochen lang gaͤh⸗ ren muß. Dadurch wird das Harzſchrapen abgeſtellet, welches um ſo ſchaͤdlicher iſt, da es an dem beſten Theile der Baͤume geſchicht, dieſe zu Dielen untauglich macht, und die jungen Tannen in ihrem Wachsthum ſehr hindert. Zu der Wartung der Kuͤnſte iſt bey den Gruben, wo es nothig, ein Kunſtſteiger, ein oder mehr Kunſt⸗ knechte, und auch wol ein Junge beſtellet. Bey einigen wartet der Steiger, oder ein Bergmann, die Kunſt mit, welche mit einem Kunſthammer, Setzſtempel, Stopf⸗ hammer, mit einem eiſernen Stiel, Schraubenbohr, Pinſel, womit das Fett aufge⸗ ſchmieret wird, Fettflaſche, Stopfmeißel, und, wenn mit Rindleder geliedert wird, auch mit Scheibendraht verſehen ſeyn muͤſſen. §. 29. dander üße Daß die Weite der Unterſetzroͤhren in einem gewiſſen Verhaͤltniß gegen die den gegln die Weite des Stiefels oder der Goſſe ſtehen muͤſſe, laͤßt ſich uͤberhaupt daraus ein⸗ Waite der oſſe. ſehen, daß der leere Raum, der durch den Kolbenzug in der Goſſe entſteht, ſich in der Zeit, in welcher der Kolben ſteiget, auch durch die Saugroͤhren mit Waſſer ganzlich anfuͤllen muß. Wo dieſes wegen der Enge der Saugroͤhren nicht erfol⸗ get, wird zwar, wofern die Luft aus der Goſſe einmal heraus iſt, die zum Kolben⸗ zug noͤthige Kraft nicht zunehmen, als welche nie großer noch kleiner werden kann, als der Druck der Athmosphaͤre auf die Kolbenflaͤche iſt, es wird aber die moͤgliche Menge Waſſers nicht ausgepumpet werden. Wenn aber der horizontale Durch⸗ ſchnitt der Saugroͤhre ſich zu der Kolbenflaͤche, oder das Quadrat des Saugröoͤh⸗ rendurchmeſſers ſich zu des Kolbendurchmeſſers Quadrat verhaͤlt, wie die Geſchwin⸗ digkeit, womit der Kolben ſteigt, zu der Geſchwindigkeit, womit das Waſſer aus der Saugroͤhre in die Goſſe tritt: So wird in der Zeit des Kolbenhubs der leere Raum im Stiefel genau mit Waſſer angefuͤllt. Die Geſchwindigkeit des Waſſers aber, womit es in die Goſſe dringt, iſt nach der verſchiedenen Höhe der Saugroͤhre auch verſchieden. Denn wenn der Druck der aͤuſſern Luft dem Druck einer 32 Fuß ho⸗ hen Waſſerſaͤule gleich geſetz wird: So laͤuft das Waſſer aus einer Saugroͤhre von 20 Fuß Hohe mit einer Geſchwindigkeit, die ihm der Druck einer 12 Fuß hohen Waſſerſaͤule geben, oder die es durch den Fall von 12 Fuß Höohe erlangen kann. Wird die Hoͤhe der Saugrohre von 27 Fuß angenommen: So hat das Waſſer, mit Beyſeitſetzung aller Hinderniſſe, nur die Geſchwindigkeit, die der Höhe von 5 Fuß reſpondirt, und der Durchmeſſer der letztern Saugroͤhre wird dahero auch groͤßer ſeyn muͤſſen, als der erſtern ihrer. Wir wollen annehmen, die Hoͤhe der Saugrohre ſey 28 Pariſer Fuß, und die Hoͤhe des Kolbenhubs 4, ſo daß die ſaͤmt⸗ liche Hoͤhe von der Oberflaͤche des Waſſers im Sumpfe bis zu dem Kolben, wenn er am hoͤchſten ſteht, eben 32 Fuß ausmacht, wie auch, daß der Kolben in 9 Se⸗ cunden von unten bis oben bewegt werde, oder den Weg von 4 Fuß beſchreibe: So iſt der Weg, den das Waſſer mit der Geſchwindigkeit, womit es aus der Saugrohre in die Goſſe tritt, in dergleichen Zeit von 9 Secunden durchlaͤuft, nach Belidors Tabellen, 130 ½ Fuß, und mithin die Geſchwindigkeit des Waſſers zur Geſchwindigkeit des Kolben, wie 130 ½ zu 4. Soll nun die Goſſe 12 Zolle im Durchmeſſer haben, ſo muß ſich verhalten 139 zu 4, wie 12 mal 12. zu dem Quadrat des Durchmeſſers der Saugroͤhre, welcher hiedurch von etwas mehr als 2 Pariſer Zollen gefunden wird. Es iſt aber ſchon oben erinnert worden, daß man hier nicht auf die Hinderniſſe ſehe, welche die gefundene Geſchwindigkeit des Waſſers in der Saugroͤhre vermindern koͤnnen. Da nun deren mancherley ſind, 3. E. der Widerſtand einiger Arten Ventile, wie auch des Waſſers, das zuerſt in die von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 61 die Suff getreten, und die Friction, der das Waſſer in der engen Saugroͤhre aus⸗ geſetzt iſt: So muß auch die letztere merklich weiter werden, damit das nunmehr langſamere Waſſer durch eine groͤßere Muͤndung der Roͤhre, welcher das Ventil gleich ſeyn muß, den Stiefel in der Zeit des Hubes gleichwol noch anfuͤllen koͤnne. Hierzu waͤre noͤthig genaue Verſuche anzuſtellen, um das rechte Maaß der Unter⸗ Hiahun ausfuͤndig zu machen, womit man am meiſten Waſſer gewaͤltigen koͤnn⸗ te. Es ſind auch dergleichen Anno 1730.— vorgenommen worden, als die Kunſtwaͤrter in der Communion auf der Bockswieſe angemerkt haben wollten, daß die Kunſt wegen der zu weiten Unterſetzroͤhren ſchwerer gienge. Dazu hat man zuerſt in dem Gefluͤder das Waſſer accurat geſtimmet, und bey allen Proben un⸗ veraͤndert gelaſſen, daß das Rad gemaͤhlich umgehen, nicht ruhen, und auch nicht geſchwinde gehen muͤſſen. Darauf hat man das Rad mit 4 angehaͤngten Saͤtzen 4 Stunde, und mit zwey Saͤtzen, da das Rad nach abgehaͤngten zwey Saͤtzen ge⸗ ſchwinder umgegangen, 1 Stunde nach einer Pendul⸗ und Taſchenuhr umgehen laſſen, und die Zahl der Umgaͤnge, und alſo der Kunſthuͤbe, accurat beobachtet. Man hat ferner das Waſſer, welches die Saͤtze an beyden Truͤmmern in ſolcher Zeit ausgegoſſen, mit dem, was im erſten Niedergang des Kolbens ausgefloſſen, mit einem halben Stuͤbchenmaaſſe gemeſſen. Bey allen Proben hat man 12 zollige Goſſen gebraucht, und bey der erſten zweybohrigte, bey der zweyten dreybohrigte, bey der dritten vierbohrigte, bey der vierten fuͤnfbohrigte Roͤhren(“) untergeſetzet. Das Kunſtrad, womit die Probe geſchehen iſt 54 Lachter hoch, und der Hub 56 Zoll geweſen. Nachſtehende Ta⸗ elle enthaͤlt das Reſultat der Verſuche, die aber durch entſtandene ſtarke Regen⸗ wetter und dadurch angewachſene Aufſchlagewaſſer unrichtig worden, und auf keine gewiſſe Grundſaͤtze gefuͤhret haben. Die C) Rach dem Bericht der Kunſtſteiger iſt eine vierbohrigte Röhre 4 ½ Zoll, eine fuͤnfbohrigte 6, und eine ſechsbohrigte 7 Zoll weit. I. Theil. Q 62 1. Th. II. Cap. 2. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß Der 4. Satz Zeir der Umlauf Anzahl der iſte Probe, Im obern Vom obern Der zte 2 Duait des euße, Hübe. die Goſſe iſt Stoß der Stoß der Satz. im untern in ſolcher 712 zolligt, iſte Satz. 2te Satz.. Stoß. Probe. die Röhrenſ— 4 Sätze haben Waſſer gehoben zweybohrigt halbe Stübchen. 1 a. ½ Stunden 2 oder 1800 Pen⸗ 90ꝛ ¾ 181 11 26 ½ 264 361 31 dulſchläge. 1 H: 3 1 1 b. Eben auch ½ 93 186 2 2⁸ 9 244 33 29½ Stunde. l Giebet in einer Stunde 367 Hübe Thut nach der Aequation auf jedem Hub 1 2912 halbe Stübchen. e 2 Sätze haben Waſſer gehoben halbe Stübchen. c. 1¼ Stunde 11 22—— 23 ¾ oder S 1 900Pendul⸗ N 1 2 21 ¾— 24à ſchläge.— Thut aequiret auf jedem Hub 22 ⁄3halbe Stüb. zte Probe,. der Satz 12 zolligt, 4 Sätze haben Waſſer gehoben die Röhren halbe Stübchen. dreybohriat a. ⁵ Stunde 92 184 8 I 22 254 33 24 ½ b. 1Stunde 92 184 l⸗ 20 23—¹ 32 335 Giebt in einer Stunde 368 Hübe. Thut gequirt 25⁄½ halbe Stübchen. Waſſer von 2 Sätzen. c.1¾ Stunde 3² 164 2 1* 27 ½—— 28 5 2 27— 2 28 Thut aequirt 271 halbe Stübchen. zte Probe, der Satz 12 zolligt, 4 Sätze haben Waſſer gehoben die Roͤhre halbe Stübchen. vierbohrigt a. Stunde 9² 184 2(1 344 25½ 31 ½ 34 ½ b. Stunde 96 192 1 2 33³½ 244 3⁰ ½ 34 Giebt in einer Stunde Zeit 376 Hübe. Thut aequirt auf jedem Hub z113 halbeStübchen. c. 4 Stunde 79 158 8 1— 29— 37 ½⅔ — 1 2— 274— 36 Thut gequirt auf jedem Hub 32 ½ halbe Stübchen. 4te Probe, der Satz 12 zolligt, 4 Sätze haben Waſſer gehoben die Röhre haſbe Stübchen. fünfbohrigt. a. ¾ Stunde 95 190 28 1 18 7 21 35 ¾ V 34 1 1— H L⸗ 1²½ 19 344 30 Thut nach der Aequation auf jedem Hub 2533 halbe Stübchen. Weiter hat die Probe, wegen gemeldeter Urſache, nicht fortgeſetzet werden koͤnnen. Aus dieſer letztern Probe iſt zu erſehen, daß 4 Saͤtze durch die fuͤnfbohrigte Roͤhre , nur ——=ꝗ ͤ—3 ——— „—ͤ u von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 63 nur z oder* eines halben Stuͤbchens mehr Waſſer, als 4 Saͤtze durch die drey⸗ bohrigte gehoben haben, und daß es alſo unnuͤtz ſeyn wuͤrde, die Roͤhren noch wei⸗ ter zu machen. Man gewoͤnne damit nichts, ſondern es wuͤrden nur im Anfang der Bewegung einige Kolbenhuͤbe mehr geſchehen muͤſſen, ehe das Waſſer in die Goſſe gelangte, bis nemlich die mehrere Luft in der weitern Roͤhre vorher ausgezogen wor⸗ den waͤre. Davor zeigt die Theorie, daß es unendlich wichtiger ſey, es ſo einzu⸗ richten, daß der Kolben genau auf die Klappe paſſe, ohne einen leeren Raum zu 85 und das Ventil oder die Locher in den Kolben, wodurch das Waſſer uͤber denſelben herauf ſteigen muß, ſo groß als moͤglich zu machen. §. 30. Wie viel ein Satz auf einen Hub Kunſtwaſſer an Quartieren und Pfunden hebe, lieſſe ſich leichte beſtçimmen, wenn nicht ſo eine große und in tauſend Faͤllen Wie bſct ein unbequeme Verſchiedenheit zwiſchen den Maaßen und Gewichten herrſchte. Wozu ſer das unfaß noch kommt, daß nicht alles Waſſer einerley Art der Schwere hat, auch die Schwe⸗ und Gewicht re von einerley Waſſer nach den Graden der Waͤrme und Kaͤlte unterſchieden f ſey. und daß endlich bey den Beſtimmungen der Schwere eines Cubicfuſſes Waſſer nicht Inſtrumente von gleicher Guͤte gebraucht noch gleich viel Sorgfalt angewen⸗ det worden. Die Franzoſen, und darunter Belidor, nehmen insgemein die Schwe⸗ re eines Franzoͤſiſchen Cubicfußes Waſſer von 70 ihrer Pfunde an, wornach die Schwere eines Braunſchweigſchen Cubicfußes Waſſers in Braunſchw. oder Leip⸗ ziger Pfunden beynahe 49 Pfund 53 Loth betraͤgt, weil der Pariſer Fuß ſich zu dem Braunſchweigſchen verhaͤlt wie 1440 zu 1260 und das Pariſer Pfund zu dem Braunſchweigſchen wie 8065 zu 7680. Der ſel. Wolf und andre nehmen einen Rheinlaͤndiſchen Cubicfuß Waſſer von 64 Pfund 7 Unzen und 2 Drachm. oder kurz von 64 Pfund an, wornach der cubiſche Bergfuß, deſſen Laͤnge ich zu dem Rheiniſchen wie 927 zu 1000 gefunden, beynahe 51 Pfund I1 Loth wiegen muͤſte. Ich habe darauf ein richtig ausgegebenes Quartiermaaß, das genau 2 Pfund Waſſer haͤlt, mit dem hieſigen Fuße gemeſſen, und ſeinen Durchmeſſer von 45 Zoll, die Höhe aber von 5 Zoll, mithin ſeinen cubiſchen Inhalt von 68⸗½4 Cubiczollen befunden, welchemnach 1728 Cubiczolle, oder ein cubiſcher ence 50 Pfund 23 Loth beynahe wiegen muͤſte. Wollte man aus beyden Gewichten die Mitte nehmen: So waͤre das Gewichte eines Cubicfußes Waſſer 51 Pfund 1 Loth. Ich habe auch einen Cubiefuß nach dem Clausthal. Lachtermaaß von einem Tiſcher verfertigen laſſen, in welchen 26 Quartiere à 2 Pfund Waſſer, mit⸗ hin 52 Pfund Waſſer giengen. Er war aber nicht voͤllig accurat. Nach des Bartels Meynung wiegt ein Cubicfuß Waſſer nach dem Zellerfelder Lachtermaaß 54 Pfund 17 Loth 1,27 Qu. Herr Maſchinendirector Hanſen aber hat mir darauf berichtet: „ Neuc meinem Lachtermaaß haͤlt ein Cubicfuß am Gewichte 49 Pfund 24 Loth. „ In ſelbigen gehen meiner Maaße(Quartiere) ſo ich im Hauſe führe, 24 und „ 14955712 Cubicpuncte an klaren Brunnenwaſſer, und wiegen jedes 2 Pfund „ I Loth I Qu. Cöllniſch.,, Wenn man das Waſſergewichte, das eine Kunſt zu heben hat, beſtimmen will: So muß man ſich auch noch erinnern, daß das Gruben⸗ waſſer mit Grant und Schlamm vermiſcht, und daher ſchwerer iſt, als rein Brun⸗ nenwaſſer, und dieſes um ſo mehr, je mehr in einer Grube gearbeitet und geſchoſſen wird, und nachdem das Waſſer von vielen Stoͤßen oder Hoͤhen ins Geſenke fließt. Ich habe auch ein Quartier ſolches Grubenwaſſers 2 Pfund 4 Loth ſchwer befunden. Bey Verfertigung nachſtehender Tabellen, welche das Gewicht des Waſſers zeigen ſollen, das ein Satz mit einem Hub oder bey einem Umgang des Rades ausgießt, habe ich den Cubicfuß Waſſer von 48 Pfund angenommen, weil Herr Hanſen befunden, daß 24 Quartiere und etwas daruͤber auf einen Cubicfuß gehen, und in der Fuͤrſtl. Braunſchw. Policeyordnung Zelliſchen Theils S. 237. ber Q 2 ordnet 2 3 8 1 64 I. Th. II. Cap. 2. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß ordnet iſt, daß ein Quartier 2 Pfund reines Brunnenwaſſer halten ſolle. Da auch die nt ſedede von verſchiedener Gröſſe ſind, und alſo einen verſchiedenen Hub geben, uͤberdem auch die Kuͤnſte, wenn das Bleuelloch ausſchlaͤget, wenn ſie weit ins Feld ſchieben, und die S loſſe der Stangen ſich ziehen, oft viel vom Hu⸗ be verlieren, und daher nicht ſo vie Waſſer ausgieſſen, als die Goſſen enthalten; gleichwol aber der Hub ſelten geringer als 31 Zoll, noch auch größer als 60 Zoll iſt: So habe ich nur fuͤr ſolche Huͤbe nach der verſchiedenen Weite der Goſſen von 4 Zoll bis 12 Zoll das Gewichte des ausgegoſſenen Waſſers berechnet. Wollte jemand ein anders Gewichte von dem Cubicfuß Waſſer zum Grunde legen, z. E. 50 Pf. So kann er das Gewichte des ausgegoſſenen Waſſers nach folgender Proportion fin⸗ den: wie 48: 50= das in der Tabelle befindliche Gewichte zu dem geſuchten. Wann die eſſerne Goßrohre Wann die eiſerne Goßrohreſ Wann die eiſerne Goßroͤhre 4 Zoll im Diameter hat. 4 Zoll im Diameter hat. V Zoll im Diameter hat. j 1;. Bbni. wiegt ucgine 3 wiegt V 7 dne wiege an Zollen. ſE. Loth[Qt. an Zollen. Loth Ot. ſan Zollen. fE Loth Ot. 30 10 14 3 30 13 7 3 30 16 11 1 31 10 26— 31 13 22— 31 16 28 3 32 11 511 32 14 4 132 17 14 1. 33 11 16 1 33 14 181 1 33 17 31 /ʃ2 34 I 27 2 e e 35 Ie. 63 i Ae ¹2 2 2 36 12 17 3 36 17 28 3 36 19 20)%— 37 12 29— 37 16 10 3 37 20 7111 — S,eer e, e e ee e 39 13 19[1 39 17 7 39 21 8[1 40 13 30 2 40 17 21- 40 21 257 3 41 14 9 3 41 18 3 1 41 22 11 17 42+BSl 14 20 3 4² 18 17 2 4² 22 28 2 43 1= 22 18 31[2 43 23 14— „ r e 21 2 45 17 22 1 45 19 27 45 24] 17 46 16 1 2 46 20 9 3 46 25 2 2 2 16 12 3 2, 20 2„ 2ͤ3. 3 48 16 23 3 e e e 1 49 17 3— 49 21 20 1 49 26 22 3 50 17. 14 1 5o 22 2[2 Z0 22 S 71 17 27 I 11¹ 22 16 2 71 27 275 2 7² 18 4 2 2 22 30 3 72 28 11* s 1,2 ee s , ee ͤ e 4 29 14— 75 19 6 75 24 9[1 75 29 31 2 76 19 17 /— 76 24 23 7 56 30 16 3 . 19 28 1 2 2;5I7 31—2 1 W 20222 S 25. 19 2 88 31[129 3 19 20 18 2 59 26 1 2322 32 71 60 20 29 3Zl 60 26 15 ‿ 32 122 2 von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 65 Wann die eiſerne Goßroͤhre Wann die eiſerne Goßroͤhre Wann die eiſerne Goßroͤhre 5 ½ Zoll im Diameter hat. Zoll im Diameter hat. V 62 Zoll im Diameter hat. 8 wiegt bafe wiegt 7. ahan wiegt an Zollen. ſ Loth Ot. an Zollen.(G. Loth Ot. an Zollen. Loth(Ot. 30 19 25 1 30 23 17 2 30 27 20 1 31 20 14 1 31 24 10. 3 31 28 17 3 3„Iie e ee e e 33 21 24 2 33 27 29— 33 30 12 3 34 22 132 34 26 22— 34 31 10 1 3 2., e- 35 2 7 36 23 23 3« s i, e e e e e TLeee s ,e ee 32 lleee e iee,; 40 26 12 T 40 31 12 3 40 36 27 1 41 27 111 41 3²2 6= 41 37 24. 3 z2 27 22 2 42232- 42² 38 22 1 43 28 11 2 43 33 24— 43 39 19. 2 4e ie ie a e, o 47 29 21 3 45 351 10 1 45. 41 14 2 46 30 10 3 46 36 3 2 46 42. 12— 47 31— 47 z 28. 2 4, 43. 2 2 48 31 21 1 48 32 21 3 48 44 7— 49 32 10 1 49 38 14 3 49 45 4 2 70— 32 31 I 750 39 8ʃ= 50 46 2— 51 3 20 2 51 40 155- 71 46 31 25 72 34 9 2 52 40 26— 72 4. 47 29— G34 3o,3 a ee e e 4 38119 3(4 42 12 1 74 42 24— eeeAeEEDSESeS 76 36 0— CG143 30 2 16 11I 57 37 19 57 44 23 326 877 2. 16. 2 78 38 8 8 45 16 3 78 722 123 59 38 29 1 5 46 10— 55 4 11. 1 6— LLSleLALA I. Theil. R 66 I. Th. II. Cap. 2. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß Wann die eiſerne Goßroͤhre] Wann die eiſerne Goßroͤhre Wann die eiſerne Goßroͤhre 7 Zoll im Diameter hat. 7 ½ Zoll im Diameter hat. 8 Zoll im Diameter hat. in ſ Hub in— Hub in d Gan. wiegt der Goͤſſe wiegt der Goſſe wiegt anZollen.. Loth Qt. ſanZollen.].Loth AanZollen. Loth Ot. 30 36 25 31 38— 30 41 27 3 31 43 8 30 32 1 31 33 3 3 3 32 34 6 32 39 8 32 44 21— 33 35 8 33 40 17 33 46s 1I3 34 36 10 34 41 22 34 47 14 1 35 37.14 12 35 42 29 35 48 27 1- 36 38 14 36 44 5 36 zo 2 3 37 39 17 37 45 1² 37 11 20[1 — 9 H+ 40 42 23 40 429 2 40 26 41 43 27 41 Ho 2 4² 71 16 43³ 52 23 41 6 4² 18 19 43 60— 42 44 28 43 4 30 1 2. 3 3 1 41 21 2 39 47 26 39 14 13 3 V 3 1 1 2 3 44 47—1 44„3ͤ31 44 61 12 . 3 45 48 2 4, 8 45 52 25 465 42 4 3 46 613 46 a 47 7 427 57 20 47 65 18 48 1†9 48 58 28 49 52 11 49 60 3 I 71 62 17 Qt 2 8 I 2 3. 1 38 40 19 38 46 19[2 38 3. 3 I 2 3 1 2 3. 1 2 3 1 1 50 73 13 12 50 61 10 2 3 -S2. S. 17 52² 63 27 , ee e e o —4 57 22 1 74 66 7 2 4 127711 7 24 2. 5 67 14[3 276 24 2—— S 28 3 L. 69 29 57+ 22 22 . 3 58 631- I 4 1 29 72 11 ſ=-aoh 3Z 2 o 73 19 1.— 18 211I 4 2 78 80 1 30 3 Lee] 8= 8=„**= dH=ſS s von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 67 Wann die eiſerne Goßroͤhre Wann die eiſerne Goßroͤhre Wann die eiſerne Goßroͤhre 8½ Zoll im Diameter hat. 9Zoll im Diameter hat. 92 Zoll im Diameter hat. Hub in. Hub in— Hub in der Goſſe wiegt der Goſſe wiegt der Goſſe wiegt an Zollen. ſ8 Loth[Qt. an Zollen. 18 Loth(Ot. ſan Zollen. E. Loth(Ot. 30 72 31 2 30 79 1 1 31 74 24 31 61—— 32 56 16 32 62 31[— 33 9 33 64 30 /— 34 60 1 34 66 29— 35 61 26[I37 68 28— 4716 36 63 18 36 70 27— 37 58 9 37 67 11 37 72 26— 30 47 8 31 48 26 32 50 13 33 1. 31 34 13 18 37 4 36 56 22 2 3— 1 2 2— — 2 2 1 3 3 1 1 38 59 27 3 38 67 3 3 38 74 2/5— — 1 2 3 — 1 1 3 3 1 1 3 2 1 2 32 S6r 14 32 68 28 329 76 24— 40 63— 40 70 20 40 78 23— 41 64 19 41 7² 13 41 80 21 3 4² 66 ſ 42 74 5. 42² 82 1 20 3 4³3 67 23 43 77 30 43 84 12[3 44 69 10 44 77 22 44 86 18 3 47 70 28 47 79 17 47 88 17 3 45 72 15 46 2 z 46 90 16 3 47 74 3 47 83— /2 47 92 17 13 48 751 412 3 48 84 272- 48 924 14 3 49 77 6 1 49 86 17 2 49 96 13 3 50 78 24 3 50 88 10— 50 98 12 2 51 80 11— 51 90 2, 2 ſI 100 1I 32 4 72 81 29 2(2 21 27— 52 102 10. 2 33 8. z. 2 104 52 444 85 2[1 74 97 12— 74 106 8[2 86 20 3 S 97 4 2 75 108 7/2 75 888 7— 756 98 25— 56 110 6 2 77 89 27[2 77 100, 21 2 57 112 7 2 78 91, 12— 78 102 14- 58 114 4 2 59 92 30 1 59 104 63 9[16 3 2 60 941 16 3 60 1075 31 1 62. I181ͤ212 68 I. Th. H. Cap. 2. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß Wann die eiſerne Goßrdhre Wann die eiſerne Goßroͤhre Wann die eiſerne Goßrohre 10 Zollim Diameter hat. 10 Zoll im Diameter hat. 11 Zoll im Diameter hat. Hub in Hub in. Hub in. der Goſſe wiegt dder Goſſe wiegt ſder Goſſe wiegt an ollen. ¶ Loth angollen.!(E. Loth(Ot. an ollen.(E. Loth Ht. Ot OQt. 30 65 13[1 30 72 333 30 79 4 3 31 67 19— 31 741 18[3] 41. I 20 32 69 24 3 32 76 22 3 22 84 13 3 33 721 20 2 33 79 10 322...32 2— 34 74 4 2]34 1 23.2 34 89 22 2 35 76 10[1. 37 84 4 2(—3 92 11 — Üe, e 6. 24. 21 2 32 o 2 3.27 8s 3zo 32 2 4 38 82/ 27 2 38 III 38 1oo 81 32 ſIAI³ 92 2411. 32. 102 28. 3 40 3 7- 40 95 1 1 41 89 12 3 41 98 18- 41 198 5 2 4² 9r.18 2 4² 100 31[— 42 110 26[ 43 91 24 2. 42. 103. 12 4 u1 14 44 95 30 1 44 105 24 3.— 44 116 2 4 2, a.- 4 os eeeS. 23 1 46 100 9 3 46 110 18 46[121 u 47 102 5[2 47 112 31 47 124— 48 104 21 1 48 117 12 2 4s 126 20 2 49 106. 27— 42 I17 27 2 49 129 2— fo, 62 e e e 71 111 6 2 71 122 49 11 71 134 17 3 72[. 113 12[2 52 125— 1 22 137 81 3 115 18I(3 127 13[1 53 139 263 4. 12 4. 22 26 1 4. e Sl eee e 56 122 3 2 76 134 20— 56 147 24— , e, e e 7 126 1 2 139 13 3 A H. 128 25 3 141 26 21 79 177 21 —ᷓ+ 130. 26.1. 2. 60 l. 144. 60 178 2 13 voon dem Waſſer beym Bergbau hinweg ſchaffen. 69 ann die eiſerne Goßroͤhre 11½ Zoll Wann die eiſerne Goßroͤhre 12 Zoll im Diameter hat. im Diameter hat. Hub in. Hub in— der Goſſe wiegt der Goſſe wiegt an Zollen. Loth Ot. an Zollen. t8 Loth Qt. 30 86 16 1 30 94 6 1 31 89 1² 2 31 97 10 3 32 92 2— 32 100 1 33 97 S 1 33 103 19 3 34 283 1 2 34 106 24 1 37 100 29 3 37 109 28 3 36 103 26— 36 113 1 1 37 106 22 1 37 116 7 3 38 109 18 2 38 119 10 1 39 112 15— 39 122 14 3 40 115 11 7 40 125 19 11 41 118 7 2 41 128—23 3 4² 121 3 3 4² 131 28— 43 124— 7 4³ 135— 2 44 126 28 1 44 138 D— 45 129 24 2 45 14 3 2 46 132 20 3. 46 144 14— 47 135 17 8 47 147 18 2 48 138 12[2 48 170 23— 49 141 9 3 49 173 27 2 750 144 6— 70 177— 68 71 147 2 11 160 4 2 8² 142 30 2 2 163 9— 3 17² 26 3 13 166 13 2 74 15ſ 23 1 74 169 17 3 75 158 195 1 75 17² 22 1 1 76 161 17 22 56 175 26 3 . 164 2— 57 178 31 1 78 167 8 1 58 18² 3 3 H 170 4 2 79 185 8 1 60 173³— 3 60 188 12 3 I. Theil. S 6, 31. BA— 1—— 70 J. Th. II. Cap. 2. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß §. 31.— ie die Menge n abgeſunkene Waſſerreiche Schaͤchte ſchieben gewöhnlicher Weiſe zwey Truͤm⸗ d d ne mer Iaabus deren ein jedes, bey jedem Umlaufe des Rades, eine Anzahl Saͤtz zu he⸗ Kunſceſhohe ben hat. Es wird doch aber dadurch am Waſſer aus dem Geſenke nicht mehr finden. gehoben und ausgegoſſen, als was die unterſten und kleineſten Saͤtze in ſich faſſen, indem die oberſten groͤßern, wenn von den Strecken nichts zufließet, auch nicht mehr ausgieſſen koͤnnen, als was die unterſten ihnen zufuͤhren. Wie viel ſolches in jedem Hub nach dem verſchiedenen Inhalt der Goſſen und Hoͤhe des Hubs ſey, zeiget vorſtehende Tabelle. Geſezt nun, daß ein Kunſtrad in einer Stunde 306 oder gerade 40Omal umlaufe, und die unterſten Goſſen an beyden Geſtaͤngtruͤmmern 8 Zoll im Dia⸗ meter, und 60 Zoll Hub haben: So nimmt man aus der Tabelle die Pfundzahl des Waſſergewichts in ſolcher Goſſe bey 60 Zoll Hub, als 83 Pfund, 23 Loth, 1 Quentl. dupliret ſolche, und multipliciret de Summe mit 40, um die Menge des in einer Stunde erhobenen Waſſers zu erhalten, welche hier 608 Centner, 101 Pfund, 8 Loth betraͤgt. Wenn aber alle Goſſen durch den Zufluß von den Strecken einen vollen Waſſerhub haben, und an jedem Geſtaͤnge einer Kunſt 12 Saͤftze haͤngen, welche z. E. nach folgendem Gelieder von oben herunter auf einander folgen 104. 10. 9³. 9. 85. 8. 10½. 10. 9½ 9. 8 ½¾.8. und endlich der Hub wieder 60 Zoll iſt: So muß man den Inhalt aller dieſer Goſſen aus den Tabellen nehmen, und die Summe dupliren, um die Menge Waſſers zu finden, die die Kunſt bey einem Umgange des Rads zu gewaͤltigen hat. Weite der Goſſen an Haben Waſſer zu heben Zollen, zu 60 Zoll Hub.¹ Pfund Loth Qt. 1 14 7 3 10 130 26 2 9½ 118 2 I 9 j 105 31 8 94 16 3 8 8³3 23 1 wovon die vierfache Summe 24 Centner, 59 Pfund, 14 Loth giebt. §. 32. Von der Krat Was ein Kunſtrad vermoge, wenn es ſeine noͤthige Hoͤhe und volles Waſſer des Kunſtrades. hat, erhellet aus nachſtehenden Tabellen, wovon die erſtere von dem ſel. Otto Lu⸗ dewig Sandhagen herruͤhret, nachdem er mit dem Maſchinendirector Ripking und andern ein vorraͤthig geweſenes Kunſtrad accurat viſiret hatte. Das Rad war 33 Lachter, 6 Zoll, oder 26 Fuß 4 Zoll, hoch, und hatte 64 Schaufeln, alſo in jedem Viertel 16, deren jede inwendig von einer Laſche zur andern 2 Zoll, und auswendig 27 Zoll breit, der krumme Zapfen aber 26 Zoll hoch Bt. Das Rad wurde feſt geſtellet, daß es nicht umgehen koͤnnen. 25 Schaufeln, als 13 im obern Viertel uͤber dem Horizontaldiameter, und 12 im untern Viertel, als viel Schaufeln beym Umgange des Rades, Waſſer enthalten, welches oben in die vier⸗ te Schaufel faͤllt, ſind verpicht, und mit einem accuraten Clausthalſchen Quar⸗ tiermaaße, das 72 Cubiczoll Waſſer von 2 Pfund Coͤllniſch am Gewichte eujſt, angefuͤllet/ von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 71 angefuͤllet, und in denſelben von der erſten bis zur lezten folgende Quantitaͤten Waſſers an Cubiczollen, Quartieren und Pfunden gefunden worden. Zahl der Thun Machen Welches an Zahl der Thun Machen Welches an Schaufeln. Cubiczoll. Quart. Pfunden Schaufeln. Cubiczoll. Quart. Pfunden Waſſer. wiegt. Waſſer. wiegt. Die 1 2888 40 80 14 2270 31 ¾ 63 2 2836 39 ½ 79 15 2185 3⁰½ 60 ⅓ 3 2787 3⁸ ½ 77 ½ 16 2019 28 76 4 2698 37⁴ 74 ½ 17 1849 275 71½ 5 2669 37 74 13 1697 23 ½ 47 6 2626 36 ½ 73 19 1527 21 ¾ 4²½ 7 2570 35½ 7¹½ 20 1357 18 ¾ 37 2440 34 68 21 11750 16 3 2 9 2380 33 66 22 862 12 24 10 2369 32²4 65 ½ 32 490 6 ¾ 13 ½ 11 2330 32½ 64 ½ 44 306 4 ¾ 3 ½ 12 2323 32 ½ 64 ⅓ 25 122 14¾ 3 ½ 13 227² 31½ 63 Summa 49113 680 1359 Um nun die Kraft zu wiſſen, die der krumme Zapfen ausuͤbt: So muß man die Momente aller einzelnen Schaufeln, nemlich die Producte aus ihrem Waſſerge⸗ wichte in die Entfernung ihrer Richtungen vom Mittelpuncte des Rades, zuſam⸗ men addiren, und die Summe mit der Laͤnge des krummen Zapfens dividiren; oder wenn man dieſe Entfernungen durch die Laͤnge des krummen Zapfens, als die Ein⸗ hei ausdruͤckt: So darf man nur das Waſſergewichte einer jeden Schaufel mit die⸗ er ihm zukommenden Entfernung multipliciren und die Summe aller dieſer Pro⸗ ducte nehmen, welches die Kraft des krummen Zapfens iſt. In folgender Tabelle iſt dieſes an dem obigen Rade verrichtet worden. Abſtand Abſtand Schaufeln. vom Centro Waſſerge⸗ Product. Schaufeln. vom Centro Waſſer⸗ Product. in Zapfen⸗ wichte. in Zapfen⸗ gewichte. längen. längen. Die 1 2 80 160 14 542 63. 366 ½ 2 23 79 14 15 517 60½ 344 ½ 3 3 ⅓ 77 ½ 2344 16 59 56 314 4 315 74 257 17 5 ₰½ 51⁴ 2774 5 3*½ 74 29 18 7 47 244 6 4 ½½ 73 31¹½ 19 44 4²½ 209 ¾ 7 4 ½ 71½ 331⅓ 20 8 374 17²4 8 4²½ 68 337 † 21 4 32 135 ½ 9 51 ¼ 66 345½ 22 311 24 92²1¾ 19 515 65½ 3 56 ½ 23 328 13½ 444 11 r 64 ½ 362½ 24 23 8 ⅔ 24 ½ 1² 5 ½ 64¾ 369 ½ 25 21† 3 ⅔ 84 13 d 33 36⁶ Summa 6156 4 oder 75 Centner, 106 ½ Pfund, als die Kraft des krummen Zapfens. §. 33. Od zwar, wenn in tiefen Schächten ele Kunſtſtangen an zwey Truͤmmern Mittel, das unter einander gehaͤnget werden muͤſſen, ſolche das Rad an ſich ſelber nicht beſchwe⸗ Luneſtingeiu ren, wenn man das Anreiben im Schachte und an der Achſe des Kreutzes aus⸗ den Kunſtbrü⸗ nimmt, indem die beyden in den Schacht ſchiebenden Geſtaͤnge einander im Gleich⸗ chen vorzuben⸗ gewicht erhalten: So werden doch die obern Stangen an jedem von den darun⸗ Gen⸗ ter haͤngenden gewaltig gezogen, daß ſie oft brechen. Man hat daher in ſolchen tiefen Schaͤchten mit Gegengewichten geholfen, und die Laſt hin und wieder, theils mit Wagen, theils mit Walzen abgefangen, davon mir der Herr Oberbergmeiſter A. L. Harzig folgenden Bericht ertheilet. S 2„ Bey 8 4 . ¹ ¹ .8 1* — 8 45 V 1 4 ☚ 8 „. . 8. V 2 4 Tab. IX. 72 I. Th. II. Cap. 2. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß „Beym neuen Bergwerke, da die Schaͤchte nicht tief ſind, koͤnnen die Ge⸗ „ſtaͤnge ohne große Schwierigkeit zu beyden Seiten im Kreutz angehaͤnget, und „den Schacht hinein vorgerichtet werden. Iſt die Laͤnge und Zahl der Geſtaͤn⸗ „ ge an beyden gleich: So hat die Kunſt in der Wage des Kreutzes ein Æquili- „ brium, und gehet in ſeigern Schaͤchten, oder bey gleicher Dohnlage, deſto leich⸗ „ ter, hat wenig Friction, und die Kunſt iſt mit ſonſt nichts, als mit denen Saͤ⸗ „ tzen, welche das Grundwaſſer heben muͤſſen, beſchderee da hingegen bey zuneh⸗ „ mender Tiefe immer mehr Schwierigkeiten ſich ereignen, beſonders, wo die „ Schaͤchte viel Geſprenge und Puckel haben, da die Gaͤnge nicht in einerley „Dohnlage geblieben, derowegen auch die Kunſtgeſtaͤnge nach dem Fallen und „ Dohnlagen des Schachts gebeuget und nachgerichtet werden muͤſſen. Weil „ nun die Kunſtſtangen von geſpaltenem zaͤhen Tannenholze gemacht ſind: So „ kann eine ſolche Stange eine ziemliche Beugung vertragen, wenn man die „ Kernſeite nach dem Puckel, und die Schwartenſeite auswendig kehrt. Die „ Friction iſt auch anfangs leidlich, ehe viel Stangen unter ſolchem Puckel an⸗ „ gehaͤngtt, und die gebeugte Stange mit dem Gewichte der folgenden beſchwe⸗ „ ret wird. „ Wann aber die Schaͤchte nach und nach immer tiefer werden, mithin „ durch viel untergehaͤngte Stangen ein groß Gewichte hinzugekommen: So iſt „ die Friction viel haͤrter und ſehr merklich worden, daß nicht allein viel ſchwere „Kunſtbruͤche vorgefallen, ſondern auch mehr Aufſchlagewaſſer erfodert worden. „ Dahero man genöothiget wurde, auf Mittel zu denken, wie die Kuͤnſte zu erleich⸗ „ tern, und der beſchwerlichen Friction abgeholfen werden moͤchte. „Vor dieſem hat man Schleppfaͤhle von Buͤchenholze gebrauchet, welche „an denen Orten, wo die Kunſtſtangen hart angelegen, und ſich geſchwinde durchge⸗ „ſchabet, mit eiſernen Riegeln angemacht waren, auch iſt dergleichen von Buͤchenholz „ zur Leitung untergeleget worden, welches wegen ſeiner Haͤrte laͤnger, als Tannen, „ ausgehalten, ehe die Leitungen und Schleppfaͤhle durchgeſchabet worden. Nach⸗ „ hero hat man an ſolchen Orten, wo die Kruͤmmen zu ſtark geweſen, Rollen un⸗ „ter die Kunſtſtangen geleget. Wie man nun davon guten Nutzen und Erlleich⸗ „ terung geſpuͤret: So ſind ſolche Walzen oder Rollen weiter eingefuͤhret, und aller „ Orten, wo die Geſtaͤnge Krummen gehabt, appliciret worden; wie denn inſon⸗ „ derheit Anno 1700. und 1701. auf dem Roſenhoͤferzuge eine Reforme am Kunſt⸗ „ werk vorgenommen, und die Geſtaͤnge auf ſolche Walzen gebracht, auch in den „ Schaͤchten ordentlicher geleitet worden; welches auch bey andern Kuͤnſten nach⸗ „ gemacht und die Schleppfaͤhle allerwerts abgeſchaffet worden. Wiewol nun dem Kunſtweſen durch ſothane Leitung und Rollen eine gute 5) A nn „Huͤlfe und Erleichterung geſchehen: So nahm doch bey Abtiefung der Schaͤch⸗ „ te das Gewichte der Kunſtſtangen ſtets zu. Wenn denn vorhin wegen der „ Kunſtbruͤche Schießhacken und Fangſchuͤrzen, als Fig. IV. a b. an Geſtaͤnge „gemacht waren, und bey vorfallendem Bruch das untere abgebrochene Theil da⸗ „ mit erhalten wurde: So konnten nachhero weder die Schießhacken noch die „ Fangſchuͤrzen die uͤbermaͤßige Laſt erhalten, ſonderlich, wenn der Bruch im fa „ vollfuͤhrtem Hub ſich ereignete, da das abgebrochene ſchwere deruhum nſ „ bis 56 Zoll hohen Fall und freyen Sprung hatte, ehe die Schießhacken auftre⸗ „ ten, oder die Fangſchuͤrzen antragen konnten. Dahero durch ſolche gewaltige „ Stauchung die Fangſchuͤrze zerſprengte, oder die Kunſtſtangen an den Schießha⸗ „ cken abſprungen, wodurch denn oͤfters ſo ſchwere Kunſtbruͤche ſich ereigneten, „„ daß zuweilen 100 Lachter und mehr Geſtaͤnge hinein ſchoß, Fahrten und „Buͤhnen —,—nA 8 ⏑ᷣ— +—— B X — ——-8 8 ☛ ———— von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 73 „Buͤhnen mitnahm und dergeſtalt ruinirte, daß es in etlichen Tagen mit ſchwe⸗ „ ren Koſten kaum wieder zurechte gebracht und neu vorgerichtet werden konnte. „Dieſe Schwierigkeit aͤuſſerte ſ onderlich zum St. Andreasberge im St. „ Andreaßer Schacht, als derſelbe auf 200 Lachter niedergebracht war, und viele ver⸗ „ anderliche widrige Dohnlagen auch viel Geſprenge hatte. Wer dieſen Schacht „ ein⸗oder ausfahren muſte, war auf den Fahrten nicht ſicher, und wegen der „ Kunſtbruͤche in großer Gefahr; ſolche verurſachten auch große Unkoſten. „ Bey ſolchen Umſtaͤnden gab ſich der damalige Stollenſteiger, Martin „ Preis, an, und vermeynte den Kunſtſtangen mit zwiſchen gelegten Walzen, als „Fig. IV. c. und d. und einem dennuf gebrachten Schurz, oder eiſernem Seil e. „welches an beyden Geſtaͤngen in f. feſte gemacht, die Laſt zu benehmen, und da⸗ „ mit einige Ruhepuncte im Schachte zu geben. Der uͤber die Walze angelegte „ Schurz wurde ſteif angemacht, daß beyde Geſtaͤnge, wie ein Reuter in Steig⸗ „ buͤgeln, im Schurz ſtunden, und auf der Walze im Hub ſich auf⸗und nieder⸗ „ zogen. Weil aber durch dieſes Mittel den Stangen, Kreutz und Hengna⸗ „geln, keine Laſt benommen wurde, ſondern ſolche, nach wie vor, die voͤllige Laſt „ der unterhangenden Kunſtſtangen ſamt zugehoͤrigem Eiſenwerk und Saͤtzen zu „ ziehen hatten: So fand ſich auch bald, daß die Invention unnuͤtz, und mehr „ Schaden, als man vorhin von Kunſtbruͤchen gehabt, verurſachte. Denn wenn „ ſonſt ein Kunſtgeſtaͤnge brach: So konnte das andere ganz bleiben; wie aber „ beyde Geſtaͤnge mit den Schurzen an einander gebunden waren: So muſte allemal „ das andere mit der größeſten Gewalt auch zerbrechen, weil das Kunſtrad nach „ geſchehenem Bruch ſeinen Fortgang behaͤlt, und das letztere Geſtaͤnge das ande⸗ „ re abgebrochene Theil durchs Hineinſchieben, vermittelſt des angebundenen Schur⸗ „ zes, nicht aufzuhalten vermochte. „Wie nun dieſer Verſuch nichts effectuirte, und ganz fruchtlos ablief, die „2 vielen Kunſtbruͤche aber continuirten: So nahm ich ſolches in Erwegung, daß „ ſothane Bruͤche von der uͤbermaͤßigen Laſt der vielen Kunſtſtangen herruͤhren „ muͤſten; maßen jede Kunſtſtange, nach Abzug des Schloſſes, womit eine in die „) andere verbunden wird, 4 Lachter tief abreichet, folglich in 200 Lachter Schacht⸗ „ tiefe 50 Kunſtſtangen an jedem Geſtaͤnge erfodert werden. Da nun jede Stan⸗ „ ge, wenn ſie im Schachte voll Waſſer gezogen, mit den Kunſtringen und Schrau⸗ „ ben bey 1½ Centner Gewichte hat: So giebt die Rechnung, daß ein ſolches lan⸗ „ ges Geſtaͤnge nur an ſich 60 Centner ausmache, ohne die Laſt, welche durch „ Friction und mit den angehaͤngten Saͤtzen dazu kommt. „ Die St. Andreas Kunſt hatte damals 18 Saͤtze, und alſo an jedem Ge⸗ „ ſtaͤnge 9 Sätze, zu ziehen, da man jeden Satz mit dem aufzuziehenden Waſſer „ füglich auf 4 bis 5 Centner Gewichte rechnen muß. Was aber die Friction „ anlanget: Sokonnte man zwar nichts deniſes davon angeben, jedoch leicht erach⸗ ten, daß ſolche eine große Demmung folglich auch ſehr viel Laſt, verurſachen müͤſſe, „ zumalen dieſer Schacht bey oft veraͤnderter und widriger Dohnlage viel Ge⸗ „ ſprenge und Puckel hat, wo die Geſtaͤnge ſich beugen muͤſſen. Ob nun gleich „ an ſolchen Orten mit untergelegten Rollen den Stangen geholfen, und die „ Friction nach Moͤglichkeit erleichter war: So lagen doch die Stangen ſo viel „ bätter u als die darunter anhangende Schwere viel Gewicht und den Auf⸗ „ druck machte. „ Bey ſolcher Beſchaffenheit kam es nun darauf an, wie den langen und „ ſchweren Kunſtgeſtaͤngen in tiefen Schaͤchten einigermaßen nach Proportion und „an verſchiedenem Orte ein Gleichgewicht zu geben, und die uͤbermaͤßige Schwe⸗ „ re der obern Geſtaͤnge zu erleichtern ſey. Da waͤre nun das Gegengewichte I. Theil. T 9 diel —— —— 8 —„f 74 I. Th. II. Cap. 2. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß „ viel vortheilhafter in Form einer Wage vorzurichten geweſen, daß man entweder „in gleicher Balkenlaͤnge, oder ruͤckwerts mit einem laͤngern Arm, gleich einer Tab. X.„ Schnellwage, das Gegengewichte haͤtte appliciren koͤnnen, wie Fig. V. zeiget. „Weil aber hierzu viel Laͤnge und Raum erfodert wird, ſolcher aber im Schachte „mangelt, und wo es im Gezimmer ſo raͤumlich nicht gemacht werden kann: So „muſte ich mich nach der Gelegenheit des Schachts richten, und brauchte ich, an⸗ „ſtatt der Waage, buͤchene Scheiben, welche wenigſtens 20 bis 24 Zoll im Dia⸗ „ meter ſtark waren, wo dieſelbe am fuͤglichſten nach vorfindender Gelegenheit des „ Schachts angebracht werden konnten. Ueber dieſe Scheiben wurden vom eiſernen „Seil Schurzen gezogen, und an den Kunſtſtangen feſte gemacht, an dem an⸗ „dern Ende aber ſo viel Gewichte an den Schurz gehaͤnget, als man zum Gleich⸗ „gewichte noͤthig fand, wie Fig. VI. vor Augen legt. Solchergeſtalt blieb jedes „ Geſtaͤnge ſeparat, und war dabey ziemlich balanciret. „Dieſes geſchahe Anno 1715. da ſolches im St. Andreas Schacht am er⸗ ſten auf meine Veranſtaltung vorgerichtet wurde. Wie hernach der Nutzen „ 2 „ Art in andern tiefen Schaͤchten nachgemacht, und ſind die Gegengewichte wei⸗ „ ter, wo es noͤthig geweſen, appliciret worden. Im Felicitas Schacht zum „ St. Andreasberg, welcher gleichfalls uͤber 200 Lachter tief iſt, fand man Gele⸗ „genheit, an einigen Orten mit Waagen die Gegengewichte anzubringen, wie Fig. V. bezeichnet, welches auch guten und mehrern Effect geleiſtet, als wo man 5, nur mit den Scheiben ankommen kann, und ſich behelfen muß.„ —— §. 34. Mänas Vor⸗ Herr M. E. Maͤrker in Muͤnden, dem obige Vorrichtungen nicht moͤgen 1ae Iv. bekannt geweſen ſeyn, hat Anno 1735. eine Erfindung zu gleichem Zweck mit ei⸗ nem Riſſe uͤbergeben, welche darinn beſtehet, daß die Kuͤnſte mit Schachtſchwingen wider die Brüche zu verwahren ſeyn, weil dadurch die Laſt der Geſtaͤnge in viele Theile zertheilet wuͤrde.„Es ſey z. E. die Schwere des Geſtaͤnges 40 Centner, „und man concipirte ſich(ſchreibt er) ſelbiges mit 1o Schwingen gefaſſet, mithin „ die Zapfenlager unter der Welle b. dergeſtalt in die Hoͤhe gekeilet, daß ein jeder „ Hengnagel bey a. gleich viel zu tragen hat: So haͤlt der Hengnagel und das „Geſtaͤnge am Kreutz keine 40 Centner mehr/ ſondern nur 4 Centner. Denn „da die ganze Laſt der Geſtaͤnge 40 Centner ſupponiret, und dieſe Laſt auf 10 „Hengnagel egal vertheilet iſt: So kann ein jeder Hengnagel, folglich auch das „ Geſtaͤnge zwiſchen zwey Hengnageln, nicht mehr als 4 Centner tragen, und da „ vorhin kaum 40 Centner das Geſtaͤnge zerreiſen konnten: So wird es nun „von 4 Centnern nimmermehr geſchehen koͤnnen.), Wir theilen hier von ſeinem Riſſe die Abbildung des Schachts mit den neuen Schwingen mit.„I. iſt das ganze Kreutz, 2. der Kunſtſchacht im ganzen .„ Schrott, 3. das Seldergeſtänge⸗ 4. die zu Verhuͤtung des Zerreiſſens der „ Seigergeſtaͤnge erfundene chachtſchwingen, 5. die Kolbenſtangen, 6. der „ Stollen zur Abfuͤhrung der wilden Waſſer, 2. die Scheeren zur Befeſtigun 1. 4 14 1 ch 3 gung „ der Saͤtze, 8. die Goßröhren, 9. die eiſerne Saͤtze, 10. die Doppe mit dem „Spund, I1. die Anſteckkiele, 12. der Kunſtſchacht im Felſen, 13. die Waſſer⸗ „ troͤge zum Ausguß.,, Unter dieſem Satze folgen nun noch mehrere. Er hat auch dabey verſprochen, ein untruͤgliches Mittel vorzuſchlagen, wie dem Zerreiſſen der eiſernen Seile in tiefen Treibſchaͤchten vorzubauen ſey. 4 § 35. — ☛—— ——= „,——ͤ—n —— ½⏑—ᷣ ⏑-—:ä———— 1— —2— 2 2—— ——— — von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 75 6. 35. Obige Erfindung iſt von dem hieſigen Bergamte nicht applicabel gefunden Verwerfung deſ⸗ worden, indem hier dergleihen Schaͤchte nicht fuͤrhanden ſind, welche in gerader felben. Seigerteufe niedergehen. Denn weil bey deren Abſinkung dem Fallen der Gaͤnge and Erze gefolget werden muͤſſe, die mehreſten Gaͤnge aber ſchraͤg oder dohnlaͤgigt in die Teufe gehen, auch niederwerts ihre anfaͤngliche Dohnlage zum oͤftern ver⸗ aͤndern: So ſey nicht zu verhuͤten, daß die Schaͤchte nicht viel Geſprenge bekom⸗ men ſollten, da denn, um das ſtarke Anliegen der Kunſtſtangen zu vermeiden, oder zu erleichtern, denſeben mit Walzen oder Leitarmen geholfen werden muüſſe. Ueberdem haͤtten die hieſigen Schaͤchte weder Weitung noch Laͤnge genug, um die vorgeſchlagenen Schwingen zwiſchen den Kunſtſtangen in denſelben an⸗ bringen zu koͤnnen.. Ja wenn auch dlich en ſeigerer, oder gerade dohnlaͤgig niedergehender, und geraumer Schacht dazu fuͤrhanden waͤre: So ſtuͤnde doch mit deſen Vorſchlage der Sache nicht zu helfen. Denn die Geſtaͤnge, welche im Schachte gegen einan⸗ der in den Schwingen mit Nageln eingeſpannet werden, und auf der Walze ru⸗ hen, blieben nicht in der Laͤnge, wie ſie Anfands geweſen, ſondern zoͤgen ſich nach und nach laͤnger. So bald aber dieſelben uͤbrige Laͤnge bekaͤmen, ſchluͤgen ſie aus und braͤchen, und da bliebe es denn nicht allein bey dem einen Geſtaͤnge, welches zuerſt zerbraͤche, ſondern das andere Geſtaͤnge muͤſſe zugleich mit brechen, weil die⸗ ſes mit jenem in der Schwinge verbunden, und hernach die gegen uͤberhangende Laſt durch den Schub nicht allein halten koͤnne, da denn aus einem Bruche mehr Unfug wuͤrde, wie man aus der Erfahrung ſattſam belehret ſey. §. 36. Dee obbeſchriebene Feld⸗und Stangenkuͤnſte mit 5 Lachter hohen Saͤtzen Von den Kün⸗ werden auf den mehreſten Bergwerken in Deutſchland gebrauchet. Zu Freyberg ſten in Oberſach⸗ aber werden, anſtatt der fuͤnflachterigen Saͤtze, hohe Saͤtze genommen, deren, wie ſen. auch des uͤbrigen Kunſtweſens Beſchaffenheit, ich aus Herrn Chrifian Zacha⸗ rias Kochs geſchriebenen Bericht von den Saͤchſiſchen Bergwerken hier mitthei⸗ en will. „ In Freyberg ſind alle Waſſerleitungen dahin gerichtet, damit das Kunſt⸗ „ rad uͤber den Schacht zu haͤngen komme. Die Kunſtraͤder ſind 54 auch 62 Lach⸗ „ ter hoch, und 22, 24 auch 26 Zoll weit geſchaufelt, worauf 40 Zoll breit und „» 12 Zoll hoch Waſſer geſchlagen wird. An ſolchem Rade iſt zu beyden Seiten „ ein krummer Zapfen 17 Zoll hoch, welche, wo das Loch im Bleuel noch im „ Stande iſt, einen Hub von 34 Zoll machen, und nennen ſie den Bleuel eine „ Korbſtange. In dem ganzen Freybergſchen Revier ſind die Kuͤnſte mit hohen „ Saͤtzen vorgerichtet, jeden Satz von 12 Lachter, oder 40 Ellen hoch, an etlichen „ Orten finden ſie ſich gar von 13* Buchre hoch, davon 9 ½ Lachter hoch uͤber dem „ Thuͤrel mit der Kolbenroͤhre oder Goſſe, welche von 72 Zollen hoch, ſich befin⸗ „ den. Der Kolben iſt den unſrigen gleich. Die Scheiben ſind von 2 Zollen di⸗ „ cke genehet, auch nehmen ſie wol 2 duͤnne Scheiben auf einander, wie es ein je⸗ „ der gut befindet. „ Es beſtehet ferner eine Freybergſche Kunſt mit hohen vorgerichteten Saͤ⸗ „ tzen 1) aus 2 eiſernen krummen Zapfen, jeder 8, 10 bis 12 Centner ſchwer, „„ 2) aus 2 Korbſtangen, oder, nach unſerer Art, Bleuel genannt, an welche „ nachgehends die Schachtſtangen, ſo wir Kunſtſtangen nennen, angeſchloſſen wer⸗ „ den, welche wie unſere ſtärkſten Schachtſtangen dicke ſind, 3) aus Kunſtſtan⸗ „ gen, die wir Zugſtangen nennen. T 2 5) Ein Tab. IX. 76 L Th. II. Cap. 2. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß „Ein hoher Freybergſcher Satz beſtehet aus 4 hoͤlzernen 6 elligten, und „ 8 Zoll weit gebohrten Aufſatzroͤhren, deren jede mit 16 eiſernen Ringen beſchla⸗ „ gen, welche an unſern Kuͤnſten ſich nicht finden; ferner aus einer eiſernen 10 „ bis 12 Zoll weiten Goſſe, welche ſie eine Kolbenröhre nennen, von 3 Ellen, oder „ 72 Zoll hoch, ſo 4 bis 4 Centner am Gewichte hat.—) Dieſe Goſſe oder „Kolbenroͤhre wird auch in Holz oben und unten auf folgende Weiſe eingefaſſet: „Es werden von einem jeden 6 Zoll weit ausgebohrten 6 ſpaͤnnigen Pumpenſtoͤ⸗ „ckel Holz zwey Stuͤcke, jedes einer Elle lang, abgeſchnitten, und das untere wird „ſo weit durch und durch, als die Goſſe dicke, ausgebrannt, welches ſie das Stoͤ⸗ „ ckel, und wir ein Pumpenſtockel, nennen. Das obere aber, welches bey uns das „Auffſaͤtzel, nennen ſie das Oberſtoͤckel, welches unten 6 Zoll tief musgemeiſſit „ ſeyn muß, und zwar ſo weit als die Goſſe dick iſt. Desgleichen wird auch oben „das Stoͤckel 4 Zoll tief eingemeiſſelt, ſo weit als die Aufſatzrohre dicke iſt, darinn „ denn die Aufaröhre geſetzet, und folglich ſowol unten die Goſſe, als oben die Aufſatzroͤhre/ darinn verkeilet werden. „Damit auch ſowol das untere als obere Stoͤckel nicht platzen oder entzwey „gehen koͤnnen: So wird jedes mit 3 oder ſtarken eiſernen Ringen eingefaſſet und „verbunden. Bey dem untern Stoͤckel oder Pumpenſtoͤckel iſt noch zu erinnern, „ daß daſſelbe aus der Urſache durch und durch ſo weit ausgebrannt ſeyn muß, „ weil ſie von unten auf, wegen kuͤrzerer Laͤnge, oder daß man eher dabey kommen „ kann, liedern muͤſſen, damit der Kolbe mit dem Leder durchgehen kann. An die⸗ „ſen untern Stoͤckel kommt der Stöckelkiel, welches wir die Thuͤrelroͤhre nennen, „ und weil der untere Stoͤckel weit ausgebrannt: So wird eine Roͤhre von ſtaͤrkerm, „ und zwar von 5 ſpaͤnnigem Holze, zum Stoͤckelkiel genommen. Dieſer Stoͤ⸗ „ ckelkiel iſt eine zweybohrigte Roͤhre, und mit 4 bis 5 Ringen verbunden, welche „ 6 Ellen, oder 14 Lachter 4 Zoll lang, und nur ganz kulpicht geſchneutzet wird, daß er dichte unter den Stoͤckel treten, und mit Stoptuch ferner verwahret wer⸗ 22 22 „ den kann. „Damit man aber dieſe Stoͤckelkiele in die Hoͤhe treiben, und wieder nieder⸗ „laſſen koͤnne: So wird hartes Holz an beyden Seiten darein geſpunt/ welches ſie die „ Froͤſchel nennen/; Lachter von oben nieder, welcher Stoͤckelkiel ſtracks unter die „Froͤſchel ſpitziger und duͤnner gemacht wird, damit er leichter werde, denſelben zu „ regieren. Unter dieſem Stoͤckelkiel kommt der Anſteckkiel, welches wir die „ Schlungroͤhre nennen. Er iſt ebenfalls 6 Ellen lang, und in der Weitung zwey⸗ „bohricht, welche mit 4 eiſernen Ringen beſchlagen, und oben ſo weit ausge⸗ „ ſchneutzet wird, daß der Stockelkiel, welcher unten eben ſo viel zugeſpitzet iſt, „hinein gehen kann, und werden dieſe beyden mit Luttenklammern an einander ge⸗ „ haͤnget. Dieſer Anſteckkiel ſtehet unten 3im Sumpfe, oder, nach ihrer Benen⸗ „ nungsart, im Kaſten, nicht auf, ſondern bleibet an dem Stoͤckelkiel ſo hoch mit „ Luttenklammern angehaͤnget, daß unten noch 6 Zoll bis auf die Sumpfſohle „Naum bleibet, damit, wenn noͤthig zu liedern, man den Stoͤckel und Anſteck⸗ „ kiel um ſo viel niederlaſſen kann. Auch wird unten im Sumpf an den Anſteck⸗ „ kiel ein von eichen Holz geflochtener Korb angemachet, welcher 10 Zoll hoch, „und in der Weitung wie der Anſteckkiel, oder Schlungroͤhre, befindlich, und „ zu dem Ende daran gemacht wird, daß die Roͤhre kein Holz hinein ziehen kann. 5 Die 0) Ein Sächſiſcher Cavalier, dem ich dieſe Beſchreibung zur Durchſicht communicirt, hat ſie gut Lehſen e de Hulbearahh. aber anuneſeßt: 84 iſt 5 hog, und derLelben einen Fuß 33 4 Fuß. Der Kolben hat ſpe, die 2 Zoll breit um den Kolben herum mit kleinen Zwecken angenagelt kheine lederne Süolpe, 2 Foll bre 1X⏑+H ⏑—— O— —GðBO—B— ⏑+⏑— — —— —— —2 von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaff r. 77 „ Die Zugſtange, welche ſie die Kunſtſtange nennen, iſt 10 Lachter lang mit „ der Spindel, welche in der Mitte wegen der Laͤnge, da eine Stangenlaͤnge „ nicht reichet, mit Kaͤmmen in einander geſchloſſen, und mit Ringen, wie bey uns „ die Kunſtſtangen, verwahret iſt, Die Spindel aber befindet ſich, wie bey uns, „ doch viel ſtaͤrker in Eiſen, und oben der Stanghacken, welchen ſie ein Krum⸗ „ mes nennen;,(Roͤßler beſchreibet das Krummes in ſeinen Bergmaͤnniſchen Re⸗ densarten alſo:„„Krummes iſt ein ſtark Eiſen, 12 Viertel Ellen lang, mit Loͤ⸗ „ chern, ſo man mit Schrauben an die Kunſtſtangen befeſtigen kann. In der „ Mitten gehet ein Arm auf 4 Zoll lang vor, vorne mit einem Loche, dadurch „ man eine Feder ſtecken kann, daß die Zugſtange oder das Kappeneiſen nicht da⸗ „ von abfaͤhret.) daran wird das Kappeneiſen, ſo an der Zugſtange wie unſere „ Stangeiſen befeſtiget, gehaͤnget; damit auch das Krummes, oder der Stangha⸗ „ cken, keine Noth leidet: So iſt zu deſſen Behuf eine Helferſchiene an der „ Schachtſtange befeſtiget, darinn der Stanghacken mit ruhen muß. In Sum⸗ „ ma, alle das Eiſen, ſo an dieſen Kuͤnſten iſt, wie auch die Schachtſtangen, ſind viel „ ſtaͤrker wie bey hieſigen Kuͤnſten, ſo wegen der großen Laſt auch ſolche Staͤrke „z höchſt noͤthig haben. Im uͤbrigen hangen 18 ſolcher Saͤtze an einem Kunſtrade.), Es werden aber dieſe hohen Saͤtze, wie ich berichtet worden, wegen ihrer vielfaͤlti⸗ gen Beſchwerlichkeit nach und nach abgeſchaffet, und dagegen das Kunſtwerk mit niedrigen Saͤtzen, wie ſolche hier am Harze braͤuchlich ſind, vorgerichtet. „ Auf den andern Bergſtaͤdten, als zu Johann Georgenſtadt, Schneeberg, „ Marienberg, Annaberg ꝛc. gibt es lauter Feldkuͤnſte, doch mehr mit halben als „ ganzen Schwingen, und die Raͤder von 41 bis 5 Lachter hoch. An denjeni⸗ „ gen, ſo mit halben Schwingen vorgerichtet, ſind von geſchmiedetem Eiſen zween „ krumme Zapfen, in der Form, wie an einem Spinnrade, von 16 Zollen hoch. „» Die Feldſtangen gehen in den Schwingen ohne Schuh, und ſind nur mit einem „ eiſernen Nagel in den Schwingen verwahret. Anſtatt eines Kreutzes brauchen „ ſie Kreutzwellen, worinn zwey Arme gemacht ſind, in einem iſt die Feldſtange ein⸗ „ gerichtet, in dem andern die Korbſtange, die in den Schacht hinein ſchiebet. Die „ Säͤtze ſind nach unſrer Art 5 Lachter hoch, doch iſt der Hub nicht uͤber 30 Zoll, „ und die Weite des obern Satzes von 8 Zoll. Es ſind aber auch theils Feld⸗ „ künſte mit ganzen Schwingen vorgerichtet, da nur mit einem krummen Zapfen „ das Geſtaͤnge regieret wird, aber die Stangen und Schwingen auch nuͤr mit „ ſtarken Nageln an einander befeſtiget ſind, und uͤber den Schaͤchten Kreutz⸗ „ wellen hangen.„ 8 A 1§. 37. 235. uf dem Bergwerke zu Cremnitz in Ungarn ſind hohe und niedrige Saͤtze an Von den Kün⸗ I. Theil. u Dritte 78 I. Th. II. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß Dritte Abtheilung. Von dem Aufſchlagewaſſer auf die Kuͤnſte. 1 Dum Umtrieb der in der zwoten Abtheilung beſchriebenen Waſſerkuͤnſte, wie auch zu den im zweyten Theil zu beſchreibenden Kehr⸗Schmeltz⸗ und Treib⸗ auch Puchraͤdern, werden uiſchngeuſe erfodert. Weil aber in dieſen Harzge⸗ buͤrgen an den Orten, wo die Bergpu werke und Huͤtten endüch, keine große beſtaͤndige Waſſefüſſe, ſondern nur kleine unbeſtaͤndige Baͤche fuͤrhanden ſind, welche bey trockenem Wetter und Froſt ſehr abnehmen, und ſo geringe werden, daß ſie die Kunſt⸗und uͤbrigen Raͤder nicht in beſtaͤndigem Umgang, als der Be⸗ trieb des Bergbaues erfodert, erhalten koͤnnen: So hat man, zur Erſetzung des Flußwaſſermangels und Sammlung des Waſſers bey ſtarkem Regen und Fluth⸗ zeiten, ſolche Waſſerbehaͤltniſſe bauen muͤſſen, die man Teiche nennet. In wel⸗ chem Jahre damit der Anfang gemacht worden, davon iſt keine Nachricht uͤbrig. Es iſt aber vermuthlich bald nach wieder aufgenommenen Braunſchweigſchen und Grubenhagenſchen Bergwerken geſchehen. In dem Quart. Trinitat. 1565. ſtehet in dem Zellerfeldiſchen Ueberſchlage der Koſten auf dieſes Quartal zum erſtenmale unter den gemeinen Ausgaben auf dem unuͤberwindlichen Kayſer Carol: Dem Teichwaͤrter. Haͤcke ſchreibt bey Anno 1572.„ In vigilia— hat ſich die „Inderſte von vielen Donnerwettern und Regen ergoſſen, und ſchnell in der Nacht „ angelaufen, dazu etliche Teiche auf dem Zellerfelde und Clausthal ausgebrochen, da⸗ „ her ein grauſam Waſſer worden, daß es alle Bruͤcken auf dem Wildenmann „weggeriſſen.„ §. 2. Was zum Teich⸗ Was ein Teich ſey, iſt bekannt, wie aber ein ſolcher auf dem Harze gebauet bau gehöre. werde, wird nicht jedermann bekannt ſeyn, daher die Beſchreibung deſſelben Baues, woruͤber ich mit dem Herrn Oberbergmeiſter Harzig communieiret, folget. Wenn ein Teich zu bauen iſt: So wird zuerſt die Lage in Obacht genommen, ob ein flaches einen Waſſerzufluß habendes Thal zwiſchen zween nicht allzuweit von einander lie⸗ genden Bergen fuͤrhanden, allwo, mit Auffuͤhrung eines maͤßigen Dammes, ein den darauf anzuwendenden Koſten proportionirtes Waſſercorpus erhalten werden kann, welches geſchicht, wenn das Waſſer von dem Damme hinten weit hinaus treten kann. 2) Werden die dazu noͤthige Materialien in Betracht gezogen, ob ſolche an dem Orte, wo ein Teich ſoll angeleget werden, bey der Hand, oder vom naͤch⸗ ſten Orte mit maͤßigen Koſten herbeyzubringen ſind. Die vornehmſten Materia⸗ lien ſind hier dee Naſen. Dieſe werden von den Wieſen, wo ſolche in der Ge⸗ gend fuͤrhanden, oder im Walde, de Sel lang und 1 Fuß breit, dabey auch ſo dick, wie es die Erde mit ſich bringet, geſtochen. Ueberhaupt wird die Dicke eines Raſen auf 4 Zoll gerechnet. Mit ſolchen Raſen ſind auf dem Harze von den aͤtteſten deiten deſesheuh her ehardhe gebauet, weil an den Orten der Anlegung der⸗ auerſteine fuͤrhanden geweſen; ſie ſind aber in vorigen Zeiten au eine andere Art, als jetzo, gebauet uuebeſ ſieſ gen 3 f §. 3. Wie der Grund Bey der alten und neuen Art des Teichdammbaues wird zum Raſenhaupt zu ſuchen und womit die Daͤmmung geſchehen ſoll, ein ſicherer Grund geſuchet. Deshalben wird auszufüllen. die grellige oder lockere Erde 8 bis 10 Fuß breit in der Laͤ. 3 pe.. ganzen Laͤnge des Dam⸗ mes abgeraͤumet, und ſo tief nieder gegraben, bis man feſte Klippen, oder inſulches ebirge von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 79 Gebirge antrift, darauf man das Raſenhaupt gruͤnden kann. Wenn ſich an manchen Orten Letten findet: So wird das Raſenhaupt darauf ſicher geſetzet, und iſt nicht noͤthig, den Grund tiefer zu ſuchen. Wird an einem Orte Schie⸗ fer gefunden: So werden dabey die Schlechten, Abſaͤtze und Geſchiebe, wohl beobach⸗ tet. Setzen dieſelben nach der Lgge des Dammes: So iſt der Grund ſicher. Ha⸗ ben aber die Schiefer nach der Queere, nach dem aufzuſtauchenden Waſſer hinzu, ihr Geſchiebe: So iſt ſchwerlich eine ganz trockene Abdaͤmmung bey einem ſolchen Fundamente zu erlangen. Es wird daher an ſolchen Orten tiefer gegraben, und verſuchet, ob in der Tiefe ein beſſeres Erdreich zu erlangen ſey. Der aufgegrabene Grund zum Fuß des Raſenhaupts wird alsdenn mit Raſen und Dammerde wie⸗ der ausgefuͤllet. Die Raſen werden mit Fleiß Schichtenweiſe an einander geſe⸗ tzet, daß die Grasſeite unten zu liegen kommt, zugeſchlagen, mit Dammerde eben gemacht,(wie dieſes geſchiehet, kommt bey der neuen Art vor) und fefe geſtampfet, daß nicht die geringſte Lucke dazwiſchen bleibet, ſondern alles fein feſte ſich verbin⸗ den muß, damit kein Waſſer durchdringen koͤnne. Hiemit wird continuiret, bis der Grundgrabe wieder ausgefuͤllet ſt. So weit kommt die alte und neue Art ganz uͤberein. §. 4. Bey der alten Art wurde, nach ausgefuͤlltem Grunde, das Raſenhaupt uͤber Wie das Raſen⸗ der Erde 10 bis 12 Fuß dick, unmittelbar vor dem Spiegel, oder Waſſerdohnlaͤ⸗haupt und der gigt, aufgefuͤhret, wobey die vorderſte Reihe Raſen nach dem Waſſer zu in die Dunuunachde Breite nach einer geraden Linie von einem Ende des Dammes bis an das an⸗ fuͤhret worden. dere vorgeſetzet, die uͤbrige aber in die Laͤnge Reihenweiſe 10 bis 12 Stuͤck hinter einander geleget, dichte zuſammen geſchlagen, eben gemacht, und feſte geſtampfet wurden. Hiemit wurde flach oder dohnlaͤgigt auf I bis 13 Lachter hoch fortge⸗ fahren, bey zunehmender Hoͤhe aber nach und nach abgebrochen, daß zuletzt nur 3 bis 4 Raſen geſetzet, mithin das Raſenhaupt nur 4 Fuß dick bliebe. Denn da das Waſſer nicht nach der Breite, ſondern nach der Höhe ſeitwaͤrts druͤcket, folglich am tiefſten Ort die groͤßeſte Kraft hat: So wurde daher das Raſenhaupt unten ſo viel ſtaͤrker, als oben vorgerichtet. Dieſe Art Teichdaͤmme konnten mit weniger Beſtuͤrzung von Schutt und Erde beſtehen, und brauchten nicht ſo viel Dicke, als die Daͤmme nach ſetziger Art, weil das Raſenhaupt inwendig gleich vor dem Waſſer flach aufgefuͤhret, unten ſehr dicke gemacht, und der ganze Schuttdamm zum Widerſtande dahinter lag. Dieſes Raſenhaupt ſtunde alſo inwendig gegen das Waſſer, ohne Bedeckung, frey, und war alſo nur hinten mit ſo viel Schutt und Erde verſtaͤrket, als nach Pro⸗ portion der Hohe eines Dammes noͤthig war. Auf ſolche Weiſe ſind von Alters her allhier auf dem Harze die Teichdaͤmme vorgerichtet worden. §. 5. Zum Gebrauch des Waſſers aus den Teichen kommt die alte und neue Art Wie man nach der Vorrichtung in einigen Stuͤcken uͤberein, in einigen ſind ſie unterſchieden. der alten Art das Hier wird die alte Art nur kuͤrzlich gezeiget, da die folgende Beſchreibung der neuen d eie agrin Art die Uebereinkunft und den Unterſchied von beyden zeigen wird. Am tiefſten geleget. Orte des Teichs werden auf den ausgefuͤlleten Grund, vor der Auffuͤhrung des Dammes, ſtarke Gerinne von Tannenholz mit eben dergleichen ſtarken Deckeln wohl verwahret, und in einander gefüget, hingelegt, und mit Raſen beſetzet, hier⸗ nechſt auch zum Theil mit Erde beſtuͤrzet, und der Damm, wie gemeldet, darneben und daruͤber aufgefuͤhret. Das aͤuſſerſte dn Gerinnes gehet 6 bis 7 Fuß im 65 2 e 3 7 1 1 1 44 4 4 1 4 4 4 g80 I. Th. II. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß ehervor. Darinn iſt ein Zapfenloch, 6 bis 7 Zoll ins Gevierte. Dieſes Loch 9e mit einem Zapfen iean und aufgezogen, wie es die Nothdurft erfodert. Weil aber der Zapfen, oder, nach Bergmaͤnniſcher Redensart, der Striegel⸗ perpendicular vorgerichtet werden muß, das Raſenhaupt aber eine ziemliche Dohnlage hat, daß es bey einem 5 bis 6 gachter hohen Damm auch wol 5 bis 6 Lachter von perpendicularen Zapfenpunct ben zuruͤck weichet: So ſind des⸗ halben um den Zapfen 4A hohe Saͤulen aufgerichtet, welche uͤber das volle Teich⸗ waſſer mit dem Zapfen, oder Striegel, 10 bis 12 Fuß hoch hervor gehen, mit Riegeln, Baͤnden und Streben verbunden, und gegen die Oberflaͤche des Dam⸗ mes mit Dielen und Schindeln, wie ein viereckigtes Gehaͤuſe, an 3 Seiten zuge⸗ ſchlagen, an der vierten Seite aber gegen den Damm iſt dieſes Gehaͤuſe, das Zapfen⸗ haus genennet, mit einer Thuͤr verſehen; in demſelben kann der Zapfen mit ei⸗ ner Schraube, auch an etlichen Orten mit einem Hebebaum nach Nothdurft aufge⸗ zogen oder niedergelaſſen, und damit der Teich zugeſetzet werden. An einer Seite bey der Thuͤr wird eine in Lachter und Zoll eingetheilte Fahrt(Leiter) befeſtiget, um daran das Ab⸗und Zunehmen des Waſſers im Teiche zu erkennen. Zum Ueber⸗ gang von dem Damme in das Zapfenhaus, um den Zapfen nach Erfoderung zu regie⸗ ren, iſt ein Steg von zween gelagerten und oben beſchlagenen ſtarken Baͤumen ſol⸗ chergeſtalt geleget, daß dieſelbe mit dem ſtarken Ende im Zapfenhauſe, und mit dem Gipfelende auf dem Damme liegen, und mit einer Lehne verſehen ſind. e§. 6. Beſchweichtn, Es erfoderten aber dieſe vor das Waſſer gelegte und aufgefuͤhrte Raſen⸗ des Damnes haͤupter oftmalige Reparation, weil ſie der freyen Luft und allerley Witterung und des Strie bloß geſtellet waren. Zur Sommerszeit, wenn bey trockenem Wetter das Waſſer gelt. abgelaufen, wurden die Raſen von Maͤuſen durchloͤchert, bey Sturmwinden durch die Schwalen verletzet, und zur Winterszeit fror das Eis an den Raſen feſte, des⸗ halben zum oͤftern beym An⸗und Ablauf des Waſſers das Eiß vor dem ganzen Damm her aufgehauen, mit Saͤgen zerſchnitten, und vom Raſenhaupt abgeſon⸗ dert werden muſte, welches bey lang anhaltendem Froſt mit viel Beſchwerlichkeit, Gefahr und Koſten vielfaͤltig wiederholet werden muſte. Doch war damit nicht allezeit der Schade zu verhuͤten, indem das angefrorne Eiß im Niederſetzen oder Aufſchwellen zuweilen die Raſen mit heraus zog, und vom Damm abriſſe, daß dadurch das Raſenhaupt geſchwaͤchet wurde, und in etlichen Jahren eine Repara⸗ tion erfoderte. Es wurde zwar das Raſenhaupt an theils Orten, wo die Daͤm⸗ me am meiſten dem Winde bloß und entgegen ſtunden, mit Holz bedecket, und Tannhecken vorgezaͤunet/ damit die Schwalen in Sturmwinden das Raſenhaupt nicht verletzen moͤchten, welches Mittel zwar in ſolchem Vorfall dienlich, hingegen aber auch zugleich ſchaͤdlich war, weil hinter der Hecke und den Holze die Raſen muͤr⸗ be, und deſto mehr von Maͤuſen durchwuͤhlet wurden, wie denn auch das Holz von keiner langen Dauer war. V Auſſer dieſem waren bey der alten Art die auf hohen Saͤulen ſtehende Zapfen⸗ haͤuſer in Gefahr, vom Winde, Waſſer und Eiſe abgebrochen und umge⸗ worfen zu werden, wie auch geſchehen(Anhang dieſes Iſten Theils Nro. 6.) ob ſolche gleich nach Moͤlichkeit verſtrebet und verwahret geweſen. Es muſte da⸗ her zur Winterszeit, wenn die Teiche mit dickem Eiſe beleget waren, das Eis um das Zapfenhaus herum taͤglich aufgehauen, auch fleißig eruach geſehen werden, daß es noͤthige Loſung behielte/ und beym Ablauf des darunter ſtehenden Waſſers ſich das Eis ohne Schaden niederſetzen, auch beym Anlaufen der Teiche wieder he⸗ ben konnte. War aber das Eis ans Zapfenhaus aus Verſehen oder Perſiuman b —ꝛ—ẽy/—,— ——— von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 81 eſt angefroren, ſo litte das Zapfenhaus in beyden Faͤllen Schaden, welches viel Fftannaſ und mannigmal Gefahr nach ſich zog. Desgleichen ſtund es auch bey Sturmwinden in Gefahr, ſonderlich wenn dicke Eisſchollen im Teiche fuͤr⸗ handen, welche auf dem Waſſer bisweilen mit Ungeſtuͤm gegen die Saͤulen und den Zapfen getrieben wurden. §. 7. Deeſe beyden Urſachen haben Anlaß zur Veraͤnderung und der jetzigen Art Haben Anlaß zu des Teichbaues gegeben, nachdem man Nachricht gehabt, daß zu Ilmenau und zu dereſufuen Art Strasberg im Stollbergſchen die Teiche alſo zu bauen verſuchet, und gut befun⸗“ den worden. Die Vorrichtung geſchiehet alſo: Es wird in der Mitte des Dam⸗Tab. X. F.. mes der Grund zum Raſenhaupt oben 8 Fuß breit aufgegraben, bis man feſt Ge⸗ ſtein, Schiefer, oder andere haltbare Erde, antrift. Niederwerts laͤſſet man die Seiten etwas zu rollen, und nimmt die Weite etwas enger, daß der Grund zum Raſen etwa noch 5 bis 6 Fuß breit bleibet, als a b. g h. Dieſer Grund wird darauf mit Raſen und Dammerde Schichtenweiſe ausgeſetzet. Ueber dieſen aus⸗ geſetzten Grund wird das Raſenhaupt Schichtenweiſe perpendicular mit 8 Fuß Dicke in die Hohe gefuͤhret, a b. Wenn eine Schicht Raſen geleget iſt: So wer⸗ den ſolche mit der Radhaue dichte geſchlagen, und mit der Schaufel eben ge⸗ macht. Darauf wird uͤber eine jede Schicht etwas gelbe Dammerde geſtreuet, um die Löcher auszufuͤllen, wenn etwa die Erde an den Raſen ſteinigt iſt, und denn werden die Raſen und Dammerde geſtampfet; ſind die Raſen auf ſolche Weiſe einige Fuß in die Höhe gefuͤhret: So wird, nach Proportion der beſtimmten Höohe, auch die völlige Dicke des Schuttdammes vorgenommen. Es wird nemlich z. E. zu einem 6 Lachter hohen Damm vor und hinter das Raſenhaupt etwa I bis a Lach⸗ ter breit die beſte Dammerde geſtuͤrzet, gleich gemacht und geſtampfet bc. Vor dieſe geſtampfte Dammerde wird darauf vorn und hinten Berg„ oder die ſteinigte und ſchiefrige Erde, geſtuͤrzet, doch hinten ſtaͤrker und dicker, wie vorne, und hinten in der Mitte ſtaͤrker als an beyden Enden, dadurch der Damm vorne und hinten ſeine Dohnlage und Flaͤche bekommt. Vorne gegen den Spiegel wird der Berg, wenns ſeyn kann, nach einer geraden Linie gezogen, auch wol dabey geſtampfet. Der Schuttdamm iſt ſo einzurichten, daß des Dammes Dohnllge oder Flaͤ⸗ che, ſowol inwendig als auswendig, auf I Lachter Seigerhöhe 1 ¾ bis 1½ Lachter lang Baſin oder Sohle einbringet; und ſo wird der ganze Damm nach der be⸗ ſtimmten Höhe aufgefuͤhret, bis etwa auf I Lachter, da hinten 2 bis 3 Stuͤck Ra⸗ ſen abgebrochen, und nur F bis 6 genommen werden. Ueber die beſtimmte Waſ⸗ ſerhoͤhe werden noch 20 Zoll Raſen und Dammerde auf den Damm geſetzet, und beydes, wie auch der Schuttdamm, durchgehends noch 1 Fuß hoch mit Schutt be⸗ ſtuͤrzet. Der ganze Damm iſt derowegen alſo vorzurichten, daß er wenigſtens oben 3 Lachter Breite behalte, alſo, daß 2 Lachter dick Schutt vor dem Raſen, 1 Lach⸗ ter Raſen und I Lachter dick Schutt hinter dem Raſen bleibe. Ein 6 Lachter hoher fertiger Damm iſt oben 4 Lachter, und auf der Sohle 22, 24 bis 26 Lach⸗ ter breit, nachdem nemlich das Thal hinter dem Damm abhaͤnget, und die Umſtaͤn⸗ de des Orts die Einrichtung des Dammes erfodern. Der inwendige Schuttdamm macht eigentlich keine Daͤmmung, kann auch den Druck des Waſſers nicht abhalten, weil ſolches durch die dazwiſchen ſich be⸗ findenden kleinen Locher bis vor die Dammerde tritt. Er dienet aber dazu, daß Raſen und Dammerde vor Wind und Wellen, auch vor Eis und Mauſen, ſicher ſtehen. Die hinter den Raſen geſtampfte Erde und der geſtuͤrzte Schutt dienet ei⸗ gentlich zum Widerſtand gegen den Druck des aufgedammten Teichwaſſers, und I. Theil. X macht, 82 I. Th. II. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß macht, daß das Raſenhaupt in ſeinem richtigen Stande bleibet. Daher auch der Schuttdamm ſo viel dicker, als bey der alten Art, angeleget werden muß. Der Anno 1733. ausgebrochene untere Schalker Teich im Schulenberge iſt nicht nur auf dieſe beſchriebene Art Anno 1734. wieder gebauet; ſondern es iſt auch das Raſenhaupt mit der davor liegenden Dammerde, und vor dieſe geſtuͤrzten Berg oder Schutt, mit einer Moſtmauer von lagerhaften Steinen, die wie eine Treppe ausſiehet, nach Saͤchſiſcher und Boͤhmiſ er Art, verwahret, welches an mehrern Teichen geſchehen wurde, wenn in derſelben Gegend tuͤchtige Mauerſteine fuͤr⸗ handen waͤren. H. 8. Anlegnng des Zum Gebrauch des Waſſers aus den Teichen wird, wie bey der alten Art, Striegelgerin, ein Gerinne an den tiefſten Ort des Teiches 5 bis 6 Fuß vor dem Damm auf die ues, und Stri Grundſohle, und in den Damm vor deſſen Aufführung bis 2 oder 3 Fuß vor das Raſenhaupt geleget, im Teiche aber mit einem viereckigten bedeckten Kaſten K. an welchem auf allen Seiten zwiſchen dem Ausladeholz laͤngliche Loͤcher zum Durch⸗ laſſen des Waſſers ſind, oder mit einem eiſernen Gitter, umgeben, damit kein Un⸗ rath mit darein flieſſr. Etwa 4 Fuß am Ende dieſes in den Damm tretenden Ge⸗ rinnes wird das Striegel⸗oder Zapfengerinn neben daſſelbe geleget, darein das Waſſer aus dem im Teich liegenden Gerinne tritt. In dieſes Bapfengerinn wer⸗ den andere, ſo viel noͤthig, bis zum Damm hinaus, eingefuͤget, beyderley mit ſtar⸗ ken Pfoſten zugedecket, auf beyden Seiten und oben mit Raſen wol verwahret, damit nirgend Waſſer zur Seite ausdringen, und dem Damme ſchaden koͤnne. Alle Gerinne, und derſelben Deckel, ſind von ſtarkem eichenen Holze, als welches im Waſſer am dauerhafteſten iſt, und die Gerinne ſelbſt 10 Zoll ins Quadrat. Das Striegel⸗oder Zapfengerinne iſt am Ende, wo es gegen den Teich zu liegen kommt, auf etwa 2 bis 3 Fuß im vollen runden Holze, bis 2 Fuß vom Ende, ausgehoͤhlet; und am Ende dieſer Aushoͤhlung iſt das circulrunde Zapfenloch 10 Zoll im Diameter. Um dieſes Zapfengerinn und das Ende des im Teich liegenden Gerinines wird ein viereckigter ſogenannter Striegelſchacht f a. dichte vor dem Raſenhaupt, und alſo in den Strich der Dammerde, von 5 Zoll dicken geſchnittenen eichenen Bohlen aufgefuͤhret, in welchem das Waſſer alſo ſteigt und faͤllt, wie im Teiche. Die Bohlen, welche zu beyden Seiten mit dem Damm parallel geſetzet werden, ſind an beyden Enden 2 bis 3 Zoll eingeſchnitten und dadurch ſchmaͤler gemacht, davor die zu beyden Seiten nach der Laͤnge des Dammes gegen uͤber ſtehende Bohlen treten, und alſo gegen einander zuſammen halten. Die mit dem Damm parallel liegende Boh⸗ len ſind 4 Fuß, 8 bis 9 Zoll, die dagegen ſtehende aber nur 4 Fuß, 2 bis 3 Zoll lang; und auf ſolche Art iſt er wegen des neben einander liegenden Gerinnes einige oll breiter, als ſeine Laͤnge iſt. Dieſer Striegelſchacht wird auf allen Seiten mit 6 oder 7 geſtampften Raſen e t. verwahret, wodurch die Bohlen auf allen 4 Seiten dicht zuſammen gehalten werden. §. 9. 5 Lhreung Der Striegel, oder eigentlicher der Zapfen 1m. wird aus einem Stamme Tannenholz vierkantig bis ½ Lachter, oder 4 bis 5 Fuß, gegen das Stammende abgearbeitet, daß er 8 bis 9 Zoll ſtark bleibet. d unterſte 4 bis 5 Fuß lange natuͤrliche Runde wird am aͤuſſerſten Ende nach der Form eines Zapfens etwas abgeſpitzet, und mit Fleiß ſo eingerichtet, daß er das Zapfenloch im Gerinne recht genau zuſchließen koͤnne. Iſt der Damm ſo hoch, daß man mit einem Stamm⸗ holz deſſen Hoͤhe nicht alſo abreichen kann, daß der Striegel uͤber dem Dunuſ is = Se=gͤ——— Sy= 2= S—— — 8e+— +——+— X+—— ⏑⏑ ⏑ ——— von dem Waſſer beym Bergbau hinweg ſchaffen. 83 bis 10 Fuß hervorgehet: So wird noch ein Stuͤck mit Blatt und Schloß ange⸗ füget, mit Schrauben und Ringen verwahret, und uͤber dem Striegelſchacht auf dem Damm ein viereckigt Haͤusgen gebauet. Damit aber ein ſo langer Striegel, oder Zapfen, wenn er aufgezogen und niedergelaſſen wird, nicht zur Seite auswei⸗ chen könne, ſondern in richtiger Spur bleibe, das Zapfenloch wieder accurat zu⸗ zuſchlieſſen: So ſind deswegen 2 bis 3 Leitungen n o. nach Proportion der Höͤhe des Dammes vorgerichtet. Die erſte etwa 1 Lachter uͤber dem Striegelgerinn, die zwote in der Mitte, und die dritte oben. Zum Aufziehen und Niederlaſſen des Striegels iſt, oben in dem Haͤusgen, an demſelben eine hoͤlzerne oder eiſerne Schrau⸗ be, welche in eine uͤber demſelben liegende mit rinem Arm zum Aufziehen und Nie⸗ derlaſſen verſehene Mutter tritt. Wo der Striegel vollig im Gerinne ſtehet, da hat der Grabenſteiger oder Teichwaͤrter oben ſein Zeichen, als etwa einen Nagel oder Einſchnitt, daran er merken kann, wie hoch nach Erfoderung der Striegel muͤſſe gezogen oder niedergelaſſen werden. Die Höhe des Striegelſchachts iſt nach Lachtern eingetheilet. An einer Wand deſſelben gehet eine Fahrt nieder, vermit⸗ telſt deren die Waſſerhoͤhe im Teiche kann erkannt werden. §. 10. Der erſte Teich von dieſer Art iſt am Harze Anno 1 14. zum Lauterberge Auf dieſe Art gebauet, und in den folgenden Jahren ſind viele alte Leichdtnn auf dieſe Art ſind viele alte verbeſſert worden. Denn wenn ſie eine Reparation und ein neu Raſenhaupt er⸗ Lachdenine, foderten: So hat man zwar das neue Raſenhaupt wiederum nach vorheriger Flaͤ⸗den. che aufgeführet, aber auch zugleich mit ſchieferiger oder ſteinigter Erde, wie man ſolche bey der Hand gehabt, I bis 1½ Lachter dick bedecken laſſen. Wo neue Strie⸗ gelgerinne noͤthig waren, daſelbſt hat man, anſtatt der wandelbar gewordenen Tannen⸗ gerinne, eichene angeſchaffet, die alten Zapfenhaͤuſer mit den hohen Saͤulen im Teiche abgebrochen, und dagegen den Zapfen in dem Damm, vermittelſt des obbeſchriebe⸗ nen Schachts, vorgerichtet, und den Schacht von Grund auf um und um 6 Fuß dick mit Raſen beſetzet, daß ſolchergeſtalt auch die alten Teiche in ſichern und dauer⸗ haften Stand nach und nach geſetzet werden. . I1. Bey allen Teichen von alter und neuer Art, deren Bau große Aufſicht erfo⸗ Von der Aus⸗ dert, werden, nach Beſchaffenheit des Zufluſſes, raͤumliche Ausfluthen gemacht, da⸗ fluth an den Tei⸗ mit in Fluthzeiten, wenn die Triche voll ſind, das übrige Waſſer dadurch ſeinen den. Abfluß haben koͤnne, und das mͦaſer nicht uͤber die Daͤmme gehe, dieſelben mit fortreiſſe, und alles, was darunter elegen, in große Gefahr und Schaden ſetze. Die Ausfluthen werden an einem Ende des Dammes, wo ſichs am beſten ſchicket, angeleget. Wo wenig Zufluß iſt, allda werden ſolche Ausfluthen 1 Lachter weit, und wo mittelmaͤßige Zugaͤnge 10 Fuß in zwey Feldern, jedes von 5 Fuß weit, und vom Damm an Lachter tief, eingeraͤumet, bey etlichen Teichen aber, wo ſtarke Waſſer zuſammen kommen, iſt die Ausfluth 4 bis Lachter weit, und 4 Lachter tief ein⸗ gegraben. In vorigen Zeiten waren dieſelben durchgehends an beyden Seiten, wie auch das Fluthbette, mit Holz verwahret. Weil aber das Holzwerk nicht lange dauret, und bey etlichen, welche lang, breit und tief waren, zur Reparation mannigmal 24 bis 30Stammholz erfodert wurden: So hat man ſolche nach und nach in Mauerwerk geſetzet. Vorne beym Enfluſſe ſind zwo Eckſaͤulen, und wenn die Ausfluth mittelmaͤßig oder groß iſt, eine, zwo oder drey Mittelſaͤulen von eiche⸗ nem Holze in eine dergleichen Schwelle vor dem Damme eingeſetzet, eingegraben und befeſtiget, welche mit einem Holben zuſammen gefaſſet ſind. Die in mittel⸗ maͤßigen und weiten Ausfluthen zwiſchen eingeſetzte Saͤulen dienen dazu, daß bey X 2 maͤßigem 84 I. Th. II. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß maͤßigem Zufluß des Waſſers etliche Bohlen uͤber einander koͤnnen vorgeſetzet, und miß gng dußn aufgehalten werden kann, damit der Teich nicht zu weit ablaufe; zu welchem Ende die Saͤulen zum Vortreten der Bohlen eingeſchnitten ſind. Wenn aber der Zufluß bey Regenwetter zu ſtark wird: So werden ſolche Bohlen bis auf die Schwelle weggenommen, und wird dem Waſſer damit Raum gemacht, daß es voͤllig durch die Ausfluht kommen kann, worauf die Grabenſteiger und Teichwaͤrter Acht zu geben haben, wie denn bey dem großen Prinzenteiche zu⸗ weilen etliche 30 Naͤder Waſſer durch die Ausfluth gegangen ſind. Etliche Teiche ſind auch wol am andern Ende noch mit einer Nothausfluth verſehen, das iſt mit einer ſolchen, die, wenn bey lang anhaltendem Regen, oder wenn zu Herbſt⸗Winter⸗und Fruͤhlingszeiten der Schnee durch anhaltenden Re⸗ gen in geſchwinden ſtarken Fluß kommt, die ordentliche Ausfluth die ſaͤmtliche zu⸗ fleeſſende Waſſer ohne zu beſorgende Gefahr des Dammbruchs nicht geſchwinde gnug abfuͤhren kann, durch Ausnehmung der Vorſetzhoͤlzer aufgezogen wird, und die allzuvielen Waſſer mit abfuͤhren muß. An einigen Orten erfodert der Um⸗ ſtand, daß, anſtatt der Ausfluth an einem Ende des Dammes, eine Umfluth durch den Berg muß gebrochen werden, wie hier bey dem kleinen Ockerteiche, die auch mit einer Vorwand verwahret, und mit Vorſetzhöͤlzern zum ausnehmen und einſe⸗ tzen verſehen iſt, an welchem Teiche auſſer ſolcher am gegen uͤberſtehenden Ende e noch eine Nothausfluth iſt. §. 12. Woͤchentlich Die Grabenſteiger und Teichwaͤrter wiſſen aus der Erfahrung, wie viel Zoll wirdein ene ate hoch Waſſer durch den Striegel auf ein oder mehr Kunſt⸗ und Kehrraͤder, oder auf angezeigt, wie einige Puch⸗ und Huͤttenraͤder, fließen, und wie hoch der Striegel dazu aufgezogen viel Waſſer an⸗ſeyn muͤſſe. Wenn nun ein vollgeweſener Teich einmal ordentlich herunter gelaſ⸗ oder abgelaufen ſen worden: So iſt dadurch bekannt worden, wie viel Wochen ein Teich, und folglich alle zu einem Zuge, oder zu Puch⸗und Huͤttenwerken, gehoͤrige zuſammen Waſſer geben koͤnnen. Es wird daher woͤchentlich auf einer gedruckten Tabelle Bericht eingegeben, wie viel Waſſer an Lachtern ſich die vorige Woche darinn be⸗ funden, wie viel an Lachtern dieſelbe angelaufen oder abgelaufen, und daraus die Rechnung gezogen, auf wie viele Wochen Waſſer in den Teichen zu aller Nothdurft im Vorrath ſey. 1§. 13. Beſchreibung Aus Chriſtian Zacharias Kochs Bericht von ſeiner Anno 1708. nach ded Tahſſchen Sachſen und Boͤhmen gethanen Reiſe fuͤge ih den Teichbau in Buhmen und Leich. Sachſen mit einem Profil hinzu:„Alldieweil auch in Sachſen und Böh⸗ Tab. X. F.z.„ men gefunden, daß deren Teiche, ſonderlich diejenigen, die da groß ſind, daß der „„ Wind Schwalen auf den Spiegel treiben kann, inwendig vor dem Raſenhaupt „ desfalls eine Mauer davor herauf ziehen: So habe mich deren Teichbaues ge⸗ „ nau erkundiget, und finden ſich deren ſonderlich in Böhmen, allda. die Thaͤler „ keinen ſtarken Abhang haben; wie denn zu Tepel ſich einer befindet, der Poder⸗ „ teich genannt, davon das Waſſer, nachdem es auf den vorliegenden Muͤhlen „ gebrauchet, nach dem Carlsbade, ſo vier ſtarke Meilweges davon, hinlaͤufet. Und „ da ſich ein Ungluͤck, wegen Ausreiſſung des Dammes, oder Fluthbettes, begeben „ ſollte, die Tepeler verbunden ſind, ihnen, den Carlsbaͤdern, durch einen Courier „ zu Pferde beyzeiten es wiſſend zu machen. „ Inzwiſchen iſt der Spiegel von ſolcher Groͤße, daß man ihn nicht uͤberſe⸗ „hen kann, und in 3 Thaͤler ſich ausdehnet. Der geſtoßene und vorliegende „Damm iſt 180 Lachter lang, doch aber nicht in gerader Linie, ſondern i der „ Mitte von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 85 „Mitte etwas krumm gemacht, und unten auf dem Grunde, nach des allda ſoge⸗ „ nannten Teichſcheiders, welches ein Grabenſteiger, Auſſage, 48 Lachter Dicke „ ſich befindet. Ferner war der Damm vom Grundſtriegel an 8 Lachter hoch, „ und oben 3 bis 4 Lachter breit. Dieſer Damm war inwendig dichte vor dem „Raſenhaupt mit einer Mauer verwahret, welches ſie ein Thorlas, und in Sach⸗ „ ſen ein Thorns nennen. Solcher Thorlas, wie mir berichtet wurde, haͤtte ſchon „„ 100 Jahr geſtanden, waͤre auch nichts ſonderliches daran repariret worden; und „ daß mich des Teichſcheiders Auſſage deſto mehr Glauben machte, war, daß der⸗ „ ſelbe ſchon etliche 70 Jahr alt, und bey ſeinem Vater zu ſolcher Arbeit mit zu⸗ „gezogen worden, dergleichen zu Gramlingen der Rengsteich ſich ebenfalls „ von ſolcher Größe befand, daß man den Spiegel nicht abſehen konnte. Der „Damm war 145 Lachter lang, und unten zur Grund 36 Lachter ſtark, oben „aber 3 Lachter breit, und 6 Lachter hoch, welcher ebenfalls vorne mit einem „ Worlas von Steinen, wie auch zur Ausfluth, ſo I Lachter tiefer lag als die „ Dammshöhe, das Bette gar von Sandſteinen, und an den Seiten mit ordinai⸗ „„ ren Steinen jetzo ausgeſetzet wurde. „ Desgleichen in Sachſen große und kleine Teiche mit ſolchem Mauerwerke „gemacht ſind„ und bey Freyberg zu großen Hartmannsdorf ſich ebenfalls ein „ Teich befindet, da der Damm auch, wie ſchon gedacht, 150 Lachter lang, und „ 5½ Lachter hoch iſt, welche ebenfalls, wie auch alle andere Teiche, mit gemauer⸗ „ ten Thorns verſehen ſind, und wegen der Höhe des Damms in ſolchem Teiche „ zween Striegel liegen, als ein Grundſtriegel, und einer durch welchen die Helfte „ des Spiegels vom Teiche abgelaſſen werden kann, daß alſo die Saͤulen zum „ Grundzapfen nicht nothig ſind, dieſelbe ſo hoch, als der ganze Damm iſt, zu ma⸗ „chen; und damit man zu dem Grundzapfenſtriegel, weil er nicht ſo hoch iſt, „ als der Damm herauf reichet, doch kommen kann, wird eine ordentliche Treppe „ in dem Thorlas, oder Thorns, gemacht, mithin ſie in Sachſen gar ſolchen Grund⸗ „ ſtriegel, anſtatt der Saͤulen, rund herum bemauren, und das Mauerwerk mit in „ den Thorns einſchlieſſen, desfalls den Grundſtriegel dichte an den Damm ſetzen, „ ebenermaßen die Graben ſolchergeſtalt ausmauren. „ Alldieweil auch zu Tepel einen alten erfahrnen Teichbauer geſprochen: So „ habe mich der Methode, wie ſie einen Teich bauen, erkundiget; und zwar hal⸗ „ ten f zum Fundament, daß, nach dem das Thal ſtark abhaͤngend iſt, der Damm „n ſtaͤrker, weil dadurch das meiſte Waſſer auf dem Damm lieget, ſeyn muß; hin⸗ „ gegen, wenn das Thal in mehrerer Ebene befindlich, man an der Staͤrke abbre⸗ „chen koͤnne; auch viel an den Naſen und der Thonerde gelegen waͤre, wenn ſol⸗ „che gut, man ebenfalls nicht nöthig haͤtte, den Damm ſo ſtark zu machen, und „ konnte man alsdenn wol unten auf der Sohle mit 20 bis 24 Lachtern ſtark „ mit einem Damm, der 6 Lachter hoch werden ſollte, zukommen, und oben uber „ 21 Lachter keine mehrere Staͤrke nothig haͤtte. Bey denjenigen Teichen aber, da der „ Damm 8 bis 10 Lachter hoch ſeyn ſollte, derſelbe auch 36 bis 40 Lachter „ ſtark ſeyn muͤſte; und beſtünde alſo ſolches nicht in einer gewiſſen Flaͤche oder „ Böſchung, das der Damm zu haben nothig, ſondern die Flaͤche, die der Damm „ inwendig herauf bekaͤme, auswendig in eben derſelben Flaͤche herauf genommen „ werden muſte, damit es in gleicher Strebe bliebe, und dadurch der Damm an „ keiner Seite mehr, als an der andern Seite, weichen koͤnnte. „ Indeſſen, wenn ein Teich geſtoſſen werden ſollte, die Grundgrabung, wel⸗ „ che ſe einen Schloßgraben nennen, wie bey uns, auch 22 Lachter breit genom⸗ „ men wird, aber anſtatt, daß wir ihn mit lauter Raſen voll ſetzen, ſie hingegen „ nur nach dem Waſſer zu zwey neben einander und an der Seite hinauswerts I. Theil. L„ nur Tab. X. F. 2. 86 I. Th. II. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß „nnur eine Raſe, und in der Mitte mit lauter Dammerde voll ſtampen. Ferner, „da es ein großer Teich werden ſoll, im Mittel des Dammes die Grundgrabung „oder Schloßgrabe zu liegen kommt. Bey kleinen Teichen aber, wie bey uns, „vorn im Teich das Raſenhaupt auf die Grundgrabung geſetzet wird, bey groͤſſern „Teichen aber der Damm, wie gedacht, mitten darauf zu ſtehen kommt, wie ne⸗ „benſtehende Figur zeiget, und bey ſolchem Niederfuͤllen des Schloßgrabens die be⸗ „ ſte Erde nach dem Teich zu, hingegen die ſchlimmſte Erde hinauswerts, gewor⸗ „ fen wird, welche Erde zu beyden Seiten, wenn die Grundgrabung wieder mit „Raſen und Dammerde ſo hoch, als die Teichſohle, gefuͤllet, die uͤbrige gedachte „ Erde, bis wo das Raſenhaupt ſich anfangen ſoll, von einander gezogen und im⸗ „ mer geſtampet werden muß. Das Raſenhaupt vorn im Teich beurfenn, deren „Fuß und Grund, wo ſolches aufzuſtehen kommen ſoll, wird nicht ſo tief geſu⸗ „ chet, als die Schloßgrabensſohle, imgleichen zu den ſteinern Thorns, oder Thor⸗ „ las, auch nicht die Schloßgrabenstiefe zum Fuße nehmen, ſondern es wird nur „zwo Ellen tiefer, als die Teichſohle, gegraben, und der Abſatz dichte davor ſtehen „de befindlich, uͤberall keiner Grundgrabung gedacht wird, ſondern das Raſen⸗ „ haupt ſogleich darauf ſetzen, und nicht, wie wir es hier machen, durch ſolche tho⸗ „nigte Erde durchfuͤllen. „ Anbelangend das Raſenſetzen des Raſenhaupts, werden nur nach dem „Teiche zu zwey geſetzet, welche aber thonigt ſeyn muſſen, und auſſerhalb des „ Dammes wird auch ein Raſe geſetzt, behuf derer auch zum Grund eine Elle tief „ niedergegraben werden muß, mit welcher in eben der Flaͤche, wie inwendig im „ Teichdamme, mit dem Raſenhaupt zu verfahren, und in die Hoͤhe geſetzet wer⸗ „ den, welches man einen Wehrdamm nennet, ſo gleich in einander beraſet und „ feſte wird. Mithin iſt noch zu obſerviren, daß wenn ein Thorlas, oder Thorns, „vor dem Teichdamm geſetzt werden ſoll, mit den vorderſten Raſen, welche vorn „ gleich oder gerade geſtochen ſeyn ſollen, nach dem Teiche zu man allemal, wie ei⸗ „ ne Schicht uͤber einander geſetzt wird, 4 Zoll damit zuruͤcke weichen muß, und „ zu dero Behuf geſchiehet, damit die Steine, welche eben ſo hangend nach den „Raſen geleget werden muͤſſen, ſich um deſto mehr daran halten können. Der „Thorlas, oder Thorns, deſſen Dicke auf der Sohle I bis 14 Ellen ſtark, und un⸗ „ ten die breiteſten und dickeſten Steine dazu genommen werden muͤſſen, auch mit „Muſt und kleinen Grant wol verwahret liegen. Oben aber bedarf dieſer Thor⸗ „ las, oder Thorns, nur ½ Elle, oder etwas weniger dicke zu ſeyn, worauf dann „ eine Raſe geſetzet, und damit zugedecket wird, mithin dieſer Thorlas, oder Thorns, „ keines Loseiſens im Winter bedarf. Anlangend die Steine: So muͤſſen ſolche gut „ und nicht ſalpetriſch ſeyn, damit das Waſſer und die Luft ſolche nicht muͤrbe mache. „ Uebrigens, was anbelanget den Striegel und Fluthbette, ſind ſolche, wie „ vorgedacht, zugerichtet, an etlichen Orten aber hat man andere Inventionen, doch „nur vom Holze, zum Fluthbette, welche aber zu Fiſchteichen nur zu gebrau⸗ „chen ſind. Das Striegelgerinne und andere folgende ſind auch, wie auf unſere „ Art, vorgerichtet. Aber anſtatt unſerer Deckel, die in der Laͤnge darauf einge⸗ „ falzet und hergeleget werden, ſchneiden ſie von dreyſpaͤnnigem Holze Kloͤtzer in „ die Queere darauf, ſo breit, als das Gerinne ſich befindet, welche Klotzer auch „mit Muſt verwahret und verſtopfet werden; und ſo was ſhaafrs an den „ Gerinnen vorfaͤllt, anſtatt daß wir Stollweiſe die Gerinne bloͤßen, ſie von oben „abſinken, und den Damm ſo weit und lang, als der Schade ſetzet, durchſchraͤ⸗ „ men, und hernach von oben nieder mit Raſen und guter Thonerde wieder zuſe⸗ „ tzen und voll ſtampen.„ Es zeigt aber die accurat copürte Figur nicht deur j „, wlaſſen. Im uͤbrigen, wenn die Teichſohle von leimigter, oder thonigter Er⸗ eͤ————— —————————— von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 87 lich genug die Beſchreibung des Dammes, und die dabey geſchriebene Maaßen kommen mit dem dabey geſetzten Maaßſtabe nicht in allen uͤberein. §. 14. Hierauf folget nun ein Verzeichniß ſowol der Flußwaſſer, als der Teiche, Men dans ꝗ uß⸗ waſſer, Namen L 4 d und Zahl der Flußwaſſer, die Inderſte, welche uͤber dem Ziegenberg, oder am Baͤrenbruch und Leiche. welche den Oberharziſchen Berg⸗Puch⸗und Huͤttenwerken beforderlich ſind, und zwar erſtlich der Clausthaler. Clausthal hat ein in trockenen Zeiten kleines naſſen Wieſe, entſpringet, und durch den Schwarzenbach, Haſenbach und Flam⸗ bach vermehret wird. In derſelben liegen 4 Teiche, als der obere Naſſenwieſer⸗der untere Naſſenwieſer⸗der Baͤhrenbruͤcher⸗ und Ziegenberger Teich, ingleichen der große Sumpf zum Buntenbock. Der erſte Teich gehet nach dem Burgſtetter⸗ die uͤbri⸗ gen nach dem Roſenhöfer Zuge, von da auf die 7 an der Inderſte gelegenen Puch⸗ werke, und von da auf die Clausthaler Huͤtte. Was unter den Teichen aus der Inderſte bleibt, wird in den großen Prinzenteich geſammlet, und gehet auf die Puchwerke an der Inderſte. Der Mangel des Flußwaſſers wird durch die Teiche erſetzt, deren jetzo 32 ſind, als zum Roſenhoͤfer Zuge II. Waſſer⸗ Waſſer⸗ Namen der Teiche. hoͤhe an Namen der Teiche. hoͤhe an Lachtern. Lachtern. Untere Waſſerwieſer Teich 4 Alte Waſſerlaͤufer— 3 Baͤrenbrucher Teich- 4 Schwarzenbacher 3 4*½ iſt Anno 1644. gebauet Haſenbacher— 5½ Ziegenberger— 5½ Obere Flambacher— 4 Großer Sumpf zum bunten Untere Flambacher— 3 Bock— 2 Neue Flambacher Teich 4 Bixhener—— 5 ¾ Den Schwarzenbacher Teich hat Zacharias Koch, Zehntner zum Zellerfelde, als er von Anno 1611. bis 1614. da er geſtorben, das Zehntneramt zum Clausthale mit ver⸗ waltet, bauen laſſen, wie Mag. Albertus Cuppius, von Anno 1604. bis Anno 1634. geweſener Prediger zum Zellerfelde, in ſeiner geſchriebenen, und in der Calvorſchen Bibliothek in der Zellerfelder Kirche befindlichen Zellerfelder Chronik, berichtet. Zum Burgſtetter Zuge ſind 14 Teiche. Waſſer⸗ Waſſer⸗ Namen der Teiche. boͤhe an Namen der Teiche. hoͤhe an Lachtern. Lachtern. Hirſchler Teich. 4 DOber Jaͤgersblecker Teich 6 Alter Pfauen 3 4 Obere Haus Herzberger 3 Großer Pfauen 4 5 uuntere Haus Herzberger 44 Unter Pfauen— 4 Neuer Eſchenbacher ⸗ 1* Obere Naſſenwieſer— 1 Alter Eſchenbacher— 4 Johann Friederich Waſſerlauff 24 Teich in der Lang 4 Neuer Huthaler Teich- Kleine Prinzen Teich- 41 9 2 Zu 88 I. Th. II. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß Zu den Puchwerken ſind 7. Teiche. Waſſer⸗ Waſſer⸗ Namen der Teiche. boͤhe an Namen der Teiche. hoͤhe an Lachtern. Lachtern. Untere neue Flambacher Teich 5½ Kleiner Clausthaler Teich 4 Große Prinzen— 5 ½ Fortuner—. 5½ Neue Hahne Balzer— 5 Polſterthaler. 43 Muͤhlen Teich. 4 1 Der Teich im Polſterthale iſt Anno 1728. Behuf der drey kurz vorher da⸗ ſelbſt angebaueten Puchwerke, angeleget, und wurde, weil er klein war, der Sumpf genannt. Er iſt im Sommer Anno 1742. zwey Lachter aufgetragen, und viel groͤßer worden, weshalben auch ein neuer Fuß⸗ und Fahrweg, von der Altenau nach dem Clausthal, am Berge her gema t werden muͤſſen. Er kam, auſſer den daſi⸗ gen drey Puchwerken, erſtlich den beyden vor wenig Jahren eingeſtellten Gruben, dem Neuen St. Andreas und der Löwenburg, zuſtatten, nun aber dem Puchwerk, welches man in das Thal, wo dieſe Gruben gelegen, hingebauet, von welchem das Waſſer auf die Altenauer Huͤtte gefuͤhret wird. Anno 1748. iſt dieſer Teich 2 Fuß aufgetragen worden. Des alten Eſchenbacher Teichs wird in dem Zellerfelder Verleihbuche in einer Muthung vom 6 Nov. 1602. gedacht, da es heißt:„Johannes Gemuͤn⸗ „ der, Lehntraͤger, iſt verliehen meines gnaͤdigen Fuͤrſten und Herrn Freyes ſeinen „ Gewerken auf dem heiligen Kreutze am Zellbach zu gute, als nemlich der Ueber⸗ „ fall, ſo aus dem Hausherzberger Radſtuben laͤuft, zuſamt dem Ueberfall des klei⸗ „ nen Eſchenbacher Teichs, welcher hiebevorn wegen dieſer Zechen erſtlich erbauet „ und zugerichtet worden ꝛc. fderr auhwnſ waſſer auf den Stuffenthaler Sug von dem Clausthaler Burgſtetter Zuge aus chen. deſſen Teichen, als den Zellbach, indem die Kuͤnſte und Kehrraͤder auf dieſem Zuge, vermoͤge eines, wegen der drey Stollen, des Frankenſcharner, Neunzehn Lachter und dreyzehn Lachter Stollen, aufgerichteten Receſſes, am Tage muͤſſen gehaͤnget werden, da denn die Zellerfelder die davon abfallende Waſſer auf dem genannten Zuge in die Gruben ſehean⸗ und vermittelſt der drey obgenannten uͤber einander getriebenen Stollen auf unterſchiedliche Kuͤnſte und Kehrraͤder brauchen. Behuf der uͤbrigen Zellerfelder und dazu gehoͤrigen Zuͤgen ſind auch Teiche angelegt, und §. 15. Von dem eller⸗ SBerd hat auch an ſich keine Flußwaſſer, es bekoͤmmt aber Aufſchlage⸗ ſind ſolche an der Zahl 31. Zum Haupt⸗oder Stuffenthaler Zuge ſind 8 Teiche. Waſſer⸗ Waſſer⸗ Namen der Teiche. hoͤhe an Namen der Teiche. hoͤhe an Lachtern. Lachtern. Kiefholzer Teich. 44 Mittlere Zechen Teich- 4 Mittlere Kellershalſer— 7 nee Jec cj 32 Schroͤterbacher— 4 Carler 4 3 4 Obere Zechen 31 Culenſpiegeler 6. 3 Zur von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 89 Zur Bockswieſe ſind 11 Teiche. Waſſer⸗ Waſſer⸗ Namen der Teiche. hoͤhe an Namen der Teiche. hoͤhe an Lachtern. Lachtern. Obere Kellershalſer Teich 6 Kranicher Teich 4 Auerhahnteich. 44 Kuttelbacher— 4 Neuer Krumbacher— 54 Alte Flöße Zubuße 1 Obere Krumbacher— 5 Obere Floͤße 3 Mittlere Krumbacher— 44 Thonteich. 3 1 Stadtweger— 54 Zum Spiegelthale ſind 4 Teiche. Waſſer⸗ Waſſer⸗ Namen der Teiche. hoͤhe an Namen der Teiche. hoͤhe an Lachtern. Lachtern. Untere Kellershalſer Teich 44 Obere Spiegelthaler Teich 4 Untere Krumbacher. 5 Untere Spiegelthaler ⸗ 6½3 Zum Schulenberge ſind 4 Teiche. 4 Waſſer⸗ Waſſer⸗ Namen der Teiche. hoͤhe an Namen der Teiche. hoͤhe an Lachtern. Lachtern. Zankwieſer Teich 5 Mittlere Schalker Teich- 6 Obere Schalker— V 5 Untere Schalker— 5 ½ Zu den Zellerfelder Puchwerken ſind 4 Teiche. Waſſer⸗ Waſſer⸗ Namen der Teiche. hoͤhe an Namen der Teiche. hoͤhe an Lachtern. Lachtern. Obere Meinersberger Tech 44 Untere Meinersberger Teich 4 Mittlere Meinersberger— 34 Obere Huͤttenteich— V 2½ Der untere Schalker Teich brach am zweyten Weihnachtstage Anno 1733. bey anhaltendem ſtarken Regen aus, und that großen Schaden. §. 16. Wildenmann hat ein beſtaͤndig Flußwaſſer, die Inderſte, welche durch die Von dem Wil⸗ Clausthalſchen Thurmroſenhofer Teichwaſſer vermehret wird, ihren Fluß von der iuminner Clausthaler Huͤtte nach den Wildenmann nimmt, und daſelbſt den Gruben an Jlubwaſſer. auch in der Bergſtadt und der fi zu ſtatten kommt. Sind bey trockenen und harten Froſtzeiten die Teichwaſſer abgelaufen: So bedeutet dieſer Fluß nicht viel, und können die Wildenmaͤnner Gruben und Huͤtte damit nicht verſorget werden. §. Iy. Lautenthal hat an der Inderſte auch ein beſtändiges Flußwaſſer, welche die da⸗ Von dem Lan⸗ ſelbſtige Hutte mit Aufſchlagewaſſern verſiehet, und bekommt dazu der Claustha⸗tentbaler Fluß⸗ ler, Zellerfelder und Wildenmaͤnner Aufſchlage⸗und Stollenwaſſer. Dieſe werden Baſſer und Le, unter dem Wildenmann und unter des dreyzehen Lachter⸗Stollens Mundloch bey der Muͤhle in einen Graben gefaſſet, und durch das Hutſchenthal nach den Lauten⸗ I. Theil. 3 thal 90 I. Th. II. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß thal hingefuͤhret, woſelbſt ſie in das Lautenthaler Gluͤck, zum Betrieb der inwendi⸗ gen Kuͤnſte und Kehrraͤder, geleitet werden, und aus dem Sachſen⸗Stollen wieder ab in die Inderſte flieſn. Dieſer Graben iſt Anno 1681. vom Wildenmann her faſt ganz neu wieder gefaſſet, da er bey ſtillliegendem Bergwerke im Lautenthal öde worden. In dem Thale, das Lautenthal genannt, liegen einige, theils in aͤl⸗ tern, theils in jungern Zeiten, Behuf des Bergwerks, angelegte Teiche. Folgen⸗ des iſt mir von daher auf meine Anfrage zugeſandt worden.„Zum Lautenthaler „Bergwerke ſind 3 Teiche, der erſte iſt nur ein Sumpf am Hahnenkleer Wege. „ Hierauf folget der zweyte, ſo auch am Hahnenkleer Wege lieget, welcher der „ Treiberteich genennet wird. Der dritte lieget im Murthal, und wird das Waſ⸗ ſer aus dem einen in den andern geleitet., 18. Von dem Fluß⸗ Von dieſen kann ich am wenigſten beybringen, weil mir auf meine mehrmali⸗ 22 waſſer und Lei, ge an verſchiedene dortige Bediente gethane Fragen nicht geantwortet worden. chen im Geunde. So viel iſt mir bekannt, daß daſelbſt die Langenthalswaſſer ſind, und ein Teich, der, Behuf des daſelbſt wieder aufgenommenen Bergwerks, höher aufgetragen iſt. §. 19. Von Altenauer Die Bergſtadt Altenau hat 5 Flußwaſſer. Die große Ocker, die kleine Ocker, Flußwaſſern das Schneidwaſſer, welches die Grenze des einſeitigen Hannoverſchen und der und Teichen. Communion iſt; den kleinen Gerlachsbach, und den großen Gerlachsbach, welche alle am Bruchberge entſpringen, oder aus deſſen vom Regen in ſich gefaßten Waſ⸗ ſern an verſchiedenen Abhaͤngen und Thaͤlern entſtehen. Es ſind aber die beyden Gerlachsbaͤche in den großen, auf dem Bruchberge durch den Sperbers Hey ver⸗ mittelſt eines ſtarken und hohen Dammes Anno 1732. gemachten Graben ge⸗ fuͤhret, daß ſolche dieſer Bergſtadt kein Waſſer mehr zufuͤhren, auſſer was darinn unter ſolchem Graben zuſammen fließet. Alle dieſe kommen zuletzt in die große Ocker zuſammen, und fließen auf die hieſige Huͤtte, vermittelſt eines Gewehrs, zu⸗ ſind aber bey lang anhaltenden trockenen Zeiten nicht vermögend, die ſaͤmtlichen Huͤttenraͤder und das Stufpuchwerksrad umzutreiben, da ſie, wie ſie bey ſtarkem Regen geſchwind und ſehr ſtark anlaufen, auch bald wieder ablaufen. Von dieſen 5 Fluͤßen kan nur die große Ocker auf die beyden Gruben, die Roſe und Schatz⸗ kammer, geleitet werden. Da aber dieſer Fluß bey lang ausbleibenden Regen oder ſtarken Froͤſten ſehr klein wird: So iſt Anno 1703. vorgeſchlagen worden, Behuf dieſer Gruben den großen Ockerfluß in einen Teich zu faſſen. Weil aber bey großen Fluthzeiten(de⸗ ren Zeit meines Hierſeyns drey geweſen, als den 18 Dec. 1729. den 20 Dec. 1740. und den 30 und 31 Jul. 1752.) dieſer Fluß geſchwinde und ſehr ſtark von den auf beyden Seiten liegenden ſteilen Bergen anlauft, und die Gewalt des Waſ⸗ ſers f Baͤume mit ſich hinweg fuͤhret, und wegen Bruch des Dammes große Ge⸗ fahr fuͤr die darunter liegende Bergſtadt beſorget worden: So iſt dieſer Vor⸗ ſchlag, ob er gleich nachhero wieder, und noch Anno 1744. in Bewegung gekom⸗ men, bishero ausgeſetzt geblieben. Um doch aber die She ane mit mehrerm Waſſer zu verſorgen, wenn im großen Ockerfluß zu wenig iſt: So iſt Anno 1715. die kleine Ocker in einen Teich, der 9 Lachter hoch Waſſer haͤlt, der kleine Ocker⸗ teich genannt, gefaſſet worden, daraus das Waſſer, vermittelſt eines Grabens, dahin latkt— ſ as Schneidwaſſer wird auf die Grube, das Altenauer Gluͤck, gefuͤhret/ von da es nach der Silberlilie im Graben geleitet wird, welcher Grube bra⸗ das Waſſer, welches im Lilienthal herunter kommt, zugefuͤhret wird. Dieſes Waſfe ann — — Shnͤsͤ— ———— von dem Waſſer beym Bergbau hinweng ſchaffen. 91 kann hoͤher gefaſſet, und erſt nach dem Altenauer Gluͤck, aber von da auf die Sil⸗ berlilie hingeleitet werden. Von dieſer Grube an, wo das Waſſer vom Kunſtra⸗ de faͤllet, iſt Anno 1740 ein Graben durch das Holz am Berge herum uͤber den Muͤhlenberg in den kleinen Ockerteich gebauet worden, in welchen, Behuf der Schatz⸗ kammer, das ſaͤmtliche Waſſer gefuͤhret wird. Dieſer Graben iſt 397 Ruthen lang, und hat bey 500 Fl. gekoſtet.. Der Altenauer Huͤtte zum beſten iſt noch uͤber derſelben im Rothenbach un⸗ ter der kalten Kuͤche Anno 1682. ein Teich angeleget worden, deſſen Damm Anno 1737. von Grund auf neu nach der neuen Art aufgefuͤhret und erhöhet iſt, 54 Lachter hoch Waſſer in ſich haͤlt, und ſeinen ordentlichen Zufluß von dem Sperberbrunnen hat. So iſt auch das ſogenannte ſchwarze Waſſer, welches durch das Polſterthal flieſſet, und wozu jetzo das Waſſer von den drey daſelbſt lie⸗ genden Puchwerken kommt, ohnweit der Huͤtte etwa vor der Mitte des vorigen Jahrhunderts in einen Graben, den man nachgehends zum Nutzen hoͤher liegen⸗ der und alſo mehrerer Raͤder, hoͤher geleget, gefaſſet und dahin gefuͤhret worden. §. 20. Die Bergſtadt St. Andreasberg und das daſelbſtige Bergwerk iſt ſonſt des Von St. An⸗ Waſſers am beduͤrftigſten geweſen. Man hat aber den ganzen Oderfluß, der am iegs erger 3 Juße des Rehberges herflieſſet, durch ſehr große Koſten, vermittelſt eines Grabens, Lenhun zeund dahin geleitet. Anno 1686. iſt derſelbe abgewogen, der Anfang aber erſt Anno ders dem Oder⸗ ————— 1692. damit gemacht, und zu dem Ende der von alten Zeiten her geweſene Waſ⸗ teich. ſerlauf durch das Roͤhrholz vor der Bergſtadt Anno 1604. wieder aufgemacht und renovirt, der Graben ſelbſt aber im Sept. Anno 1703. fertig worden. Wenn aber auch dieſer Fluß bey trockenen Zeiten ſehr klein wird: So iſt er Anno 1714. in einen Teich gefaſſet, in welchen ein ſolcher Vorrath vom Waſſer aufbehalten wer⸗ den kann, daß es dieſer Bergſtadt zu ihren Berg⸗Puch⸗ und Huͤttenwerk niemals am Waſſer fehlet. Dieſer Teich iſt wegen des Dammes vor allen andern merkwuͤrdig und ver⸗ dienet eine beſondere Beſchreibung, die mir der Herr Oberbergmeiſter Harzig er⸗ theilet hat. Das auf der 11 Tab. befindliche Profil deſſelben iſt ſchon vor 12 Jahren von dem Andreasberger Mar ſcheider, nach dem ihm von dem daſigen Grabenſteiger erſtatteten Bericht, gezeichnet, ſo wie mir auch die Hauptſtuͤcke zur Weſchredung deſſelben Baues von daher zugeſandt ſind. Es kommt aber dieſer Riß mit der folgenden umſtaͤndlichern im Jan. 1748. erſt erhaltenen Beſchrei⸗ bung nicht in allen, und inſonderheit in Auffuͤhrung des Sanddammes, voͤllig uͤber⸗ ein.„Weil des Ortes(auf dem Bruchberge beym Oderfluß) keine Raſen und „„ Dammerde, hingegen viele große Steine und ein brauner Sand, fuͤrhanden, mit „» welchen beyden man am Rehberger Graben einen Verſuch gethan und befun⸗ „ den, daß der Sand, wenn er feſte geſtampfet, dadurch ſo compact wuͤrde, daß „er das Waſſer hielte, und die davor gemauerte Steine dem Sande zur Bede⸗ „ ckung dieneten: So wurde reſolviret, des Orts einen Teichbau auf die noch „ nie verſuchte Art vorzunehmen. Nachdem der Grund bis auf die feſten Klip⸗ „ pen 3 Lachter breit gegraben, hat man dieſe Breite mit vorgemeldtem braunen „ Heidſande ausgefuͤllet. Derſelbe wurde jedesmal 5 bis 6 Zoll hoch Schichtenweiſe „ aufgeſtürzet hernach feſt geſtampfet, und alſo continuiret, bis man der Erdſohle ⸗) gleich war. „ Hiernaͤchſt, da man uͤber der Erde den Damm aufbauete, wurde mit 3 Lach⸗ „ ter dick feſt auf einander geſtampftem Sande perpendicular fortgefahren; vor⸗ „ ne und hinten aber, eines Theils zum Schutz und Bedeckung des Sandes danr 3 2„ dern Tab. XI. — — ——y— .=.. ————————— = 5 1 ℳ. 2 5. — *. 8 4 — 1 8 , „ 4 2 4 4* * 1 2 3 * 2. e 4 2 ₰ A * 4 * 92 I. Th. II. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß „dern Theils zum Widerſtande gegen den Druck des Waſſers, mit den daſelbſt „herum befindlichen Steinen(deren einige, wie mir von verſchiedenen, die bey „ dem Bau geweſen, geſaget, 5 bis 600 Centner ſchwer) mit Moſt ſolchergeſtalt „vorgemauret, daß die vordere Mauer im Fundament 9 Lachter, die hintere „Mauer aber 10 Lachter dick angeleget wurde, folglich der ganze Damm 22 Lach⸗ „ ter im Fundament, vom Striegelgerinn an gerechnet, unter demſelben aber, we⸗ „ gen des abhangenden Thals, noch 2 Lachter mehr, und alſo 24 Lachter ſtark iſt. „ Beyde Mauren wurden bey zunehmender Hoͤhe nach maͤßiger Flaͤche an den aͤuſ⸗ „ ſerſten Seiten immer weiter eingezogen, alſo daß, nach aufgefuͤhrter voͤlliggen von „der Sohle an II. vom Striegelgerinn 9 Lachter Dammhoͤhe, die vordere Mauer „ gegen das Waſſer 2 Lachter, der Sand 3 Lachter, und die Hintemnur 3 Lach⸗ „ ter, mithin der ganze Damm 8 Lachter oben dick geblieben iſt. „Zum Zapfen wurde dichte vor dem Sande, welcher eigentlich die Daͤmmung „ machet, ein viereckigter Schacht von großen Steinen 5 Fuß lang und weit vor⸗ „ gerichtet. Die großen Steine begriffen allezeit die ganze Laͤnge oder Weite, „ wurden auch mit Schlaͤgel und Eiſen ſolchergeſtalt zuſammen gearbeitet, daß ſie „ auf einander paſſeten und in den Ecken zuſammen ſchloſſen. Vom Waſſer aus „ dem Teiche bis an jetzt beſchriebenen Schacht iſt eine offene Ruͤſche oder Canal, „4 Lachter hoch und; Lachter weit, von eben dergleichen großen Steinen gemacht, „ wodurch das Waſſer die Connexion hat, daß es im Striegelſchacht, wie im „Teich, an⸗ und ablaͤuft, ſteiget und faͤllee, wenn es durch die Striegel entweder „ geſtauchet oder abgezapfet wird. Von dieſem Schacht ſind zwey eichene Strie⸗ „gelgerinne neben einander, bis hinten zum Damm hinaus, ſolchergeſtalt vorgerich⸗ „ tet, daß ſie mit dem ſtaͤrkſten Ende durch den Schacht reichen. Jedes iſt mit „ zween ſtarken eiſernen Ringen verbunden, auch jedes mit einem runden Zapfen⸗ „loch, 10 Zoll im Diameter, verſehen, welche mit den wohl paſſenden Zapfen auf⸗ „ und zugemacht werden koͤnnen, wie es die Nothdurft nach vorfallenden Umſtaͤn⸗ „den erfodert. Dieſe Zapfen gehen im Schacht bis oben aus, und ſind wegen „ der Laͤnge, welche mit einem Stammholz nicht abzureichen, zween Staͤmme mit „Blaͤttern und Schloß an einander gefuͤget, mit Schrauben und Ringen verwah⸗ „ ret, daß man jeden nach Willkuͤhr auf dem Damm im Zapfenhaͤusgen, vermit⸗ „ telſt einer eiſernen Schraube, leicht außiehen und wieder zumachen kann. Durch „dieſe Striegelgerinne gehen taͤglich 4 Rad Waſſer. Die Striegelgerinne ſind „ durchgehends mit ſtarken Deckeln von eichen Holze verwahret, und mit obgedach⸗ „ tem Sand beſetzet, welcher in erſten 3 Lachtern bis oben auf den Damm, im „ uͤbrigen aber durch die Hintermauer nur;z Lachter hoch continuiret, und in fernerer „Hoͤhe Mauerwerk aufgefuͤhret 3 Damit aber die Laſt der Steine den Ge⸗ „rinnen nicht ſchaden und dieſelben zuſammen druͤcken moͤchte: So ſind lange „ und breite Steine queer uͤbergeleget, welche auf den Grundmauren zu beyden „Seiten neben den Striegelgerinnen ruhen, und ſolchergeſtalt den Druck der obern „„Mauer abhalten, daß die Gerinne keinen Schaden nehmen koͤnnen. Dieſer „ Teich iſt auſſer allem Zweifel der ſtandhafteſte, ſo jemals gebauet, oder kuͤnftig „ gebauet werden moͤchte, weil ſich ſelten ſolche Gelegenheit und Materialien bey „einander finden., Er iſt unten auf der Thalsſohle ohngefehr 3 Lachter, oben aber mit der Aus⸗ oder Umfluht, welche 5 Lachter lang und; Lachter tief iſt, 74 Phte lang. Der Spiegel iſt 800 Lachter oder 333 Ruthen 5 Fuß 4 Zoll lang. ie Oberflaͤche iſt von 1038 Quadratruthen, welche 63 Waldmorgen, 58 Ruthen, einen Wald⸗ morgen zu 160 Ruthen,(oder 84 Feldmorgen 58 Ruthen, einen Morgen zu 120 Ruthen) gerechnet, ausmachen. Dieſer Teichdamm iſt Anno 1714. unter der Auf⸗ ſiht ———(—O 1———— Q — 5»„ 8— ⏑——— ————— —— von dem Waſſer bey dem Bergbau himveg ſchaffen. 93 ſicht des damaligen Andreasberger Bergmeiſters, Georg Niclaus Muͤhlhahn, angefangen, und Anno 1721. vollendet, und haben ſich die Koſten auf 21081 Marienguͤlden, à 20 Mgr. belaufen. §. 21 Auſſer der Oder flieſſen noch in dieſen Teich der Rothenbeck und das ſchwarze Waſſer. Von dem Striegelgerinn iſt der obgemeldte Graben an dem Rehberge herzu bis vor das Roͤhrholz A. bey St. Andreasberg geführet, wie das Profil von der ganzen Waſſer⸗Tour aus dieſem Teiche zeiget. Dieſer Graben iſt in allen 1560 ⅞ Ruthen, oder 14 Meilweges 7 ½ Ruthen lang, davon 9854 Ruthen mit Sand beſetzt, und mit Steinen vorgemauret iſt; die üͤbrigen 584 Ruthen aber, da das Waſſer im Gefluͤder gefuͤhret wird, moͤchten mit der Zeit auch noch wol gemauret werden. In dieſen Rehberger Graben fallen noch zween andere kleine Fluſſe, die Hühner idde und der Rehbach. So kommt auch noch das Sonnenthaler Waſ⸗ e r hinter dem Sandhuͤgel, im Loch genannt, in dieſen Graben„welcher darauf durch den 400 Lachter langen Wuſſebauf durch den Berg des Roͤhrholzes flieſſet. In dem Mundloche dieſes Waſſerlaufs a. werden die Waſſer getheilet, und gehet ein Strang ruͤckwerts nach dem Beerberge 412 ½ Ruthen lang in einen Graben, der 103¾ Lachter Fall hat. Er treibet auf den an dieſer Seite der Bergſtadt gegen Mittag belegenen Gruben die Kuͤnſte und Kehrraͤder, gehet zum Theil in die Schaͤch⸗ te hinein, und treibet Kunſtraͤder, davon das Waſſer aus dem Johannes Stollen auslaͤuft; zum Theil aber am Tage auf andere Kunſtraͤder fort, bis das Waſſer aus dem Johannes Stollen am Tage damit wieder zuſammen kommt, darauf die⸗ ſer Strang nach dem Waͤſchgrunde, und noch auf einige Puchwerke und die An⸗ denaberge⸗ Huͤtte, und untere Muͤhle fortflieſſet, wie dieſes alles auf dem Riſſe zu ſehen. Der zweyte Strang des Oderwaſſers gehet aus dem Mundloche des Waſ⸗ ſerlaufs in den Neufanger Graben, und ſo ferner zum Betrieb der Kunſt⸗ und Kehr⸗ raͤder auf die an der andern Seite der Bergſtadt gegen Mitternacht belegenen Gruben, die obere Rathsmuͤhle und Puchwerke/ kommt auch endlich mit dem erſten Strange, zum Betrieb der Hutte, Puchwerke und Muͤhle, wieder zuſammen; darauf bekommt der ganze Fluß den Namen der Sperlutter, und flieſſet nach dem Lauterberge zu, wie auch ſolches der Riß zeiget. Die Seigerteufe vom Striegelgerinn dieſes Teichs bis auf die Ruͤſchenſohle der untern Muͤhle, da das Waſſer nach dem Lauterberg zufließet, iſt 145 Lachter, oder 966 Fuß 8 Zoll, oder 60 Ruthen 6 Fuß 8 Zoll, eine Ruthe zu 16 Werk⸗ fuß gerechnet. Am Todtenberge koͤnnen annoch 5 Kunſtfaͤlle, wie bey c. b. d. e. f. zu ſehen, eingebracht werden, nebſt 2 Puchwerksfällen bey g. und h. desgleichen koͤnnen auch am Beerberge noch 5 Kunſtfaͤlle bey i. k. l. m. n. angebracht werden. Auſſer dieſem großen Teiche, der niemals, auch in den trockenſten und Froſt⸗ zeiten, voͤllig ablaͤuft, ſind, Behuf der Andreasberger Bergwerke, noch zween an⸗ dere, als der Huͤlfe Gotteſer Teich,(deſſen Damm 6 Lachter hoch iſt, und darein ein kleiner Fluß aus dem Oderteiche und Neufanger Graben zur Samſons Kunſt und Kehrrad gehet) und denn der Engelsburger Teich zu der Grube dieſes Na⸗ mens, der Anno 1062. gebauet worden, deſſen Damm 6 ½ Lachter hoch iſt, und 6 Lachter hoch Waſſer haͤlt; er hat ſeinen Zufluß aus dem Breitenbach, und iſt Anno 171I. von dem Oderſtrange, der in den Waͤſchgrund gehet, ein Graben nach die⸗ ſem Teich gefuͤhret. I. Theil. Aa§. 22. Tab. XII. 94 I. Th. lI. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß §. 22 Vom Lauter⸗ Lauterberg iſt ſehr reich am Flußwaſſer. Denn I) iſt daſelbſt der Oderfluß/ berger Zluß 2) die Lutter, 3) die Sperrlutter, und 4) der Wieſenbeckerfluß. So ſind zuch waſſer und Tei daſelbſt 2 Teiche, der eine lieget in der gleichen Lutter, der zweyte im Wieſenbeck, dan. Behuf der eingeſtellten Grube, Aufrichtigkeit im Engenthale. §. 23. Zugabe von ge— erzog Heinrich der Juͤngere, und Herzog Julius haben, nebſt den Teichen baueten Schleuf. Behuf der Bergwerke, auch Schleuſſen zum Holzflöſſen fuͤr die Huͤtten angeleget. ſen im Harze. Haͤcke ſchreibet bey Anno 1565. da Herzog Heinrich noch gelebet:„ Weil man „auch zuweilen am Waſſer/ wenn trockene Zeiten eingefallen, Mangel gehabt, „ und, obwol ziemliche Regen gefallen, doch nicht ſo bald zu einer Flöße kommen „ koͤnnen, und derowegen fuͤr gut angeſehen, daß man zu der Behuf mehr Waſ⸗ „ſer haben und ſammlen moͤchte, hat man eine Schleuſſe im Spiegelthal gemacht/ „ die denn ſehr nuͤtzlich zum flößen iſt., Herzog Julius hat im Krumbach und verſchiedenen Waſſern der Harzburger Forſt, Behuf der Holzfloßen, und um die Ocker ſchiffbar zu machen, koſtbare Schleuſſen anlegen laſſen, unter welchen ſon⸗ derlich die Julius⸗Stau in der Ocker ſehr viel gekoſtet, welche aber bey einer ſehr ſtarken Fluth durch Verwahrloſung ausgeriſſen, und völlig ruiniret worden iſt, wie denn der Ort, wo ſolche vorgerichtet geweſen, noch jetzo kenntbar iſt. Sol⸗ ches Ausreiſſen iſt vermuthlich Anno 1579. geſchehen; denn Haͤcke ſchreibet bey dieſem Jahre:„Den 27 Junii brachen die Schleuſſen im Harze, und riſſen aus.⸗, Dritte Abtheilung. Erſte Unterabtheilung. Von Vorrichtungen und Waſchinen, dem ſich ereignenden Waſſer⸗ mangel abzuhelfen. §. I. 3 Von Führung Ns den mehreſten Teichen, wie auch aus Quellen und kleinen Baͤchen, wird der Graben. das Waſſer an Bergen und bey vorfallenden Thaͤlern oft auf viel 100. ja 1000 Ruthen in abgewogenen Graben an die nothigen Oerter gefuͤhret. Solche Graben, die mehrentheils an Bergen oder Abhaͤngen her und herum gefuͤhret wer⸗ den, werden von dem Markſcheider abgewogen. Auf 100 Lachter iſt ſonſt ½ Lach⸗ ter oder 20 Zoll, alſo auf 5 Lachter oder 33 Fuß 4Zoll, I Zoll Fall gegeben wor⸗ den; aber von der Zeit an, da der Damm im Sperberhey, und dazu ein neuer Graben gebauet worden, welchen man 1732. angefangen, wird auf 16 Lachter nur 1 Zoll, oder auf 100 Lachter 6 Zoll Fall gegeben. Der Grabenbau wird von dem Grabenſteiger dirigiret, und Ruthenweiſe, nach dem vorfallenden Gebuͤrge, Klippen, Wurzeln und dergleichen, verdungen. Der Grabenſteiger faͤngt in der Gegend, wo der Markſcheider den Anfang des Abwaͤgens gemacht, an, wo er Bruſt faſſen, das iſt, die ausgegrabene Erde an den Abhang zur Feſtigkeit des Grabens aufwerfen kann, bis an den erſten vom Markſcheider geſchlagenen Pflock. Darauf laͤſſet er einen in Zolle abgetheilten Stab in den Graben, und den andern eben ſo abgetheilten bey des Markſcheiders geſchlagenen Pflock, gerade nach dem deeh indi hdöhr hdn, laſſe 8 gleiche Zollzahl an den Daben die Schnur hal⸗ . age daruͤber, um zu ſe ie Ti r it des Markſcheiders Pflock in gleicher Bone ih n, ob die Tiefe des G abenz miit 3ſ — — — ͤSe — — —————————— —x von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 95 Iſt der Graben zur Gleichwage nicht tief genug, ſo laͤſſet er ihn bis dahin tiefer machen. Iſt er aber ſchon etwas zu tief, ſo laͤſſet er im Fortfahren auf der Sohle wieder ſo viel ſtehen, da denn die tiefe Luͤcke den Fluß des Waſſers nicht hindert, auch mit der Zeit ſich verſchlemmet; und ſo faͤhret er immer nebſt des Markſcheiders Pfloͤcken, wo er es am bequemſten fuͤr den Graben und die Arbeit findet, mit dem Graben bis zu Ende fort, da denn, wenn der Markſcheider recht gewogen, auch der Grabenſteiger recht arbeiten laſſen, und die Wage gehoͤrig in Acht genommen, das Waſſer in demſelben an den verlangten Ort hingefuhret wird. Solche Graben ſind mehrentheils, und ſonderlich des Winters, mit Tannhaͤcke zugedecket, zu welchem Ende queer uͤber Hölzer, und uͤber dieſe nach der Laͤnge Stangen geleget werden. 2. 6. Die Leitung des Waſſers aus den Teichen und Graben auf die Kunſt⸗und Vom Geflüder. Kehrraͤder geſchiehet in Gerinnen, welche Gefluͤder genennet werden. Dieſe ſind zweyerley: Halbgerinne und Hohlgerinne. Halbgerinne werden aus 7 bis 8 ſpaͤnnigen Staͤmmen(I Spann haͤlt 10 Zoll) zu 5 Lachter lang gehauen, wie ein Wahohenne, oder wie ein Winkelhacken, daß ſie aller Orten 5 Zoll dick bleiben. Derſelben werden zwey gegen einander und ſo weit von einander geleget als das Gefluͤder weit ſeyn ſoll; der Raum zwiſchen beyden Halbgerinnen aber wird mit Spundholz ausgefuͤlet. Das Spundholz hauet man aus 33½ ſpaͤnnigen Baͤumen, alſo daß es 5 Zoll dick bleibt. Wird ein Spundholz zwiſchen die beyden Halbgerinne geleget: So muß es gleich aus 5 Zoll dick ſeyn, damit die 5 Lachter Gefluͤder durchaus gleich weit ſeyn. Sind zwey Spundhölzer noͤthig: So werden ſie nach der Schnur bearbeitet. Das eine Stamm oder breitere Ende wird oben, das andere breitere aber unten geleget, dadurch ſie gleich breit werden. Dieſe werden inwendig mit Klammern an die Halbgerinne befeſtiget. Bey der Ausarbeitung der Spundhoͤlzer wird an beyden an der obern Kante eine Fahſe oder Spon, et⸗ wa zuſammen 1 Zoll breit, bis faſt in die Mitte der Dicke weggenommen, dazwi⸗ ſchen wird mit hoͤlzernen Knoͤppeln und Keilen Moos getrieben, damit das Gefluͤder Waſſer halte. Soll in den Halbgerinnen hoch Waſſer flieſſen: So werden au beyden Seiten noch ein, auch wol zwey Spundhoͤlzer mit hölzernen Nageln auf⸗ genagelt, mit Moos verſtopft, und mit Klammern daran befeſtiget. Zur Ineinanderfuͤgung zweyer 5 Lachter langen fertigen Halbgerinne wird an beyden Enden, die in einander gefuͤgt werden ſollen, an dem einen unten, an dem andern oben, halb Holz etwa 6 Zolllang weggenommen. Ein gleiches geſchiehet auch an beyden Seiten, an einer inwendig, an der andern auswendig. Hierauf werden beyde Stuͤcke ſo uͤber und in einander geſchoben, als ob es ein Stuͤck waͤre, welches man den Whſe nennet, und die Fuͤgung auf den Boden auch an den Seiten mit Klammern befeſtiget, darauf aber mit Moos verſtopfet. Die fertigen Gerinne werden uͤber die Boͤcke geleget. Durch dieſe ſtehen an beyden Seiten durch die Holben, wo der Wechſel t, 2 bis 4 Fuß lange, oder ſo hoch als das Gefluͤder iſt, Staͤbe oder Keile hervor, dazwiſchen die Halbgerinne feſt gekeilet werden. Solche Gerinne ſind nach Erfoderung 18, 20, 22 Zoll, auch wol 2 Fuß weit, aber nie enger als 18 Zoll. Die Hohlgerinne ſind auch 5Lachter lang, wie ein Trog oder Krippe, aus⸗ gehauen, und werden hier gebraucht, wo keine ſtarke Waſſer erfodert werden. Auf dem St. Andreasberg, wo man in denſelben auch das Waſſer auf die Kunſt⸗und Kehrraͤder fuͤhret, werden ſie aus 8 bis 9 ſpaͤnnigen Baͤumen, 18 Zoll weit und 15 Zoll tief, gehauen. Sie ſind nicht ſo koſtbar, als die Geflüder von Halbge⸗ Aa 2 rinnen, —— ————— 96 L. Th. II. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß rinnen, davon eines faſt ſo viel koſtet, als 3 von jenen. Dafuͤr aber halten die Gefluͤder von Halbgerinnen faſt dreymal ſo lange aus, als die von Hohlgerinnen. Weil die Hohlgerinne zu allerhand mittelmaͤßigen oder kleinen Waſſerleitungen ge⸗ braucht werden: So ſind ſie von verſchiedener Groͤße, werden nach dem Preiſe, den ein Lachter auszuarbeiten koſtet, 2,4, 6, 8/ 10 Gr. Gerinne genannt, da denn der Zimmermann ſchon weiß, wie groß ſie ſeyn muͤſſen. Dieſe Gerinne nun fuͤhren das Waſſer aus den Graben weiter fort, und haben, nach der Anno 1606. zum Clausthal gemachten Verordnung, auf 100 Lachter ³ Lachter Fall. Iſt ein Gefluͤder ſer dn weit: So kann in einer Hoͤhe von 5 Zollen auf zwey ſtarke Raͤder Waſſer jeſſen, wie Anno 1700. auf dem Clausthal unterſucht worden. Ein Gefluͤder zu einem Kunſtrade, welches mit allzu⸗ vielen Saͤtzen nicht belaſtet, iſt jetzo 18 bis 20 Zoll weit, worein 4 bis Zoll Waſſer geſchlagen wird. Hat aber eine Kunſt viel Saͤtze zu gewaͤltigen: So iſt das Gerinne bis 22 Zoll weit, und wird wol 6 bis 8 Zoll Waſſer darein geſchlagen. §. 3. Die Teiche lie, Dee Teiche, wenn ſie voll ſind, geben wol auf eine gute Zeit Faßiſfe keurwihtmer zum Betrieb des Berg⸗Puch⸗und Huͤttenwerks, wie denn die Clausthaler Teiche, ſer. wenn ſie voll ſind, faſt ein ganzes Quartal das ganze Bergwerk mit noͤthigen Waſſern verſehen, ob es gleich in der Zeit nicht regnet, und auf dem Thurmroſen⸗ hofer Zuge beſtaͤndig 4 Rad Waſſer auf 5 Kehr⸗und 14 Kunſtraͤder in 6 Gefaͤl⸗ len, worunter nur 5 Fluthkuͤnſte; auf dem Burgſtetter Zuge zaber andre 4 Rad Waſſer zu dem Umtrieb von 17 Kunſt⸗ und 6 Kehrraͤdern in 12 Gefaͤllen, wovon 4 Kunſt⸗ und 2 Kehrraͤder nur in Fluthzeiten, die uͤbrigen aber beſtaͤndig umgehen, aus den Teichen gezogen werden. Aber wie ſolches(auſſer dem Oderteich, der ſteten Puſiuß hat,) bey allzu lange ausbleibenden oder wenigen Regen, oder bey ſtarkem Froſte, nicht beſtaͤndig iſt; alſo thut es auch, ſo wie anderes Flußwaſſer, keine laͤngere Dienſte, als es dazu den noͤ⸗ thigen Fall hat. Daher den in ziemlicher Ebene hinter einandet liegenden Schaͤch⸗ ten zur Ausfuͤhrung des Grubenwaſſers am Tage nicht kann geholfen werden. Es wuͤrde alſo dem Bergbau an ſolchen Orten, wo die Aufſchlagewaſſer gar nicht oder doch nicht hinlaͤnglich ſind, mit ſolchen Maſchinen beſonders geholfen ſeyn, die kein oder nur wenig Waſſer zu ihrem Umtrieb nothig haben; oder mit ſol⸗ chen, die ohne Huͤlfe des Waſſers das herab gefallene Waſſer zu neuem Gebrauch wieder auf die noͤthige Hohe erheben, und es in eine Art von Kreislauf ſetzen koͤnn⸗ ten. Zu beyden ſind mancherley Vorſchlaͤge und Verſuche gemacht worden. §. 4 3argefhee Die Gruben mit ſolchen Maſchinen aPumpf zu halten, welche zu ihrer Be⸗ wenig oder gar wegung kein Waſſer oder doch nur wenig, und nicht ſo viel als die hieſigen Kuͤn⸗ kein Waſſer zur ſte, erfodern, hat mancher Kuͤnſtler verſprochen, keiner aber von denen, die man zur eueamis Probe zugelaſſen, auf eine bey hieſigem Bergwerke brauchbare Art bewerkſtelliget, unnd von den meiſten Vorſchlaͤgen hat man aus allerhand Urſachen gar keinen Verſuch angeſtellet. Ich werde hier anfuͤhren, was davon aus den Regiſtraturen zu meiner Wiſſenſchaft gelanget iſt. Anno 1638. hat ſich einer, Namens Wolfgang Coͤrner, bey Fuͤrſtl. Regie⸗ rung zu Oſterode mit einem Inſtrumente gemeldet, womit er die Grubenwaſſer ohne Kunſtraͤder und Oberwaſſer aus den Schaͤchten bringen wollen. Ich will ihn davon ſelbſt reden laſſen:„Dieſes Inſtrument, dadurch alle Werke unter der „ Sonnen koͤnnen umgelaſſen werden, iſt dieſes: Ein Schwungrad auf 9 oder „» 10 Werkſchuh, verſehen mit verborgenem Gewichte auf die 4 Felgen, oder 4 „oder — 1 2 ²———S· —= qꝛ —& +—————-—— X— α‿8-——— -n- 8ͤn— 8** von dem Waſſer beym Bergbau hinweg ſchaffen. 97 „oder Eckenſtein im Kreutz auf denen 4 Armen in die Hoͤhe hinaus mit offenem „Gewichte beſetzet, mit geſchmeidigen eiſernen Stangen fuͤr das Abſpringen ver⸗ „wahret. Dieſes Schwungrad, oder Kreutz, wird geſezt auf einen Trieb, „ deſſen Zugſtecken von Erz, wegen des ſtetigen Umlaufens ſeyn muͤſſen. Un⸗ „ter dieſes Trieb wird geſetzet das Hauptrad, welches anſtatt des Waſſerrades „ aufgeſezt wird, das muß anſtatt der Kumpf auf der Stirn gekampt und ordent⸗ „ lich nach dem Werkzirkel und Lehre der Kampen abgetheilet ſeyn. Auf dieſes wird „ geſezt das Trieb mit ſeinen Schwungraͤdern, oder Kreutzen zu beyden Seiten, „ daß das unterſte Rad gleichſam mit eingefangen und begriffen wird. Vor dem „ Zapfen herauſſen wird angehaͤngt ein einfaches Ziehrad zu Umtreibung des „ Werks. Die Urſache, warum es umtreibt, und ein Werk, wie ſchwer es „ auch ſey, hebet, iſt dieſſe: Wie ſonſten das Waſſer auf das Kunſtrad lauft und „ daſſelbige beweget, alſo thut auch dieſes das Trieb durch ſeine Zugſtecken; das „ Trieb aber bekommt ſeine Gewalt, das Rad umzutreiben, von den Schwung⸗ „ raͤdern, und die Raͤder von dem Gewichte, das gegen einander uͤber in gleicher „ Proportion aufgeſetzet wird, daß alſo die Staͤrke umzutreiben, vom Gewichte „ herunter auf das Trieb fallen, und mit ſolcher Gewalt das ausrichtet, welches „ dem Waſſer nimmer möglich ſeyn mag. Und eben auf dieſe Weiſe und nach dieſem „Proceß habe ich das Inſtrument auf dem rdenelichen Muͤhlwerke, das ſonſten von „ dem Waſſer getrieben wurde, probiret und gerecht befunden. „ Allhier wird von den Bergleuten inferiret, es moͤchte zwar wol ſeyn, daß „etwa Mahlmuͤhlen, Sagemuͤhlen, und andere kleine Werke durch dieſe Inven⸗ „tion könnten gefuͤhret werden, aber ſo ein groß ſtark Kunſtrad auf dem Berg⸗ „ werke umzutreiben, das wird es ſchwerlich thun. Darauf iſt dieſe Antwort: „Man muß in den Bergwerken nicht anſehen die Groͤße und Staͤrte der Kunſt⸗ „ raͤder, noch ihr Objectum, was ſie wuͤrken oder ziehen, ſondern das viliſſimum „ mobile, oder agens, nemlich das geringe Waſſer, das auf die Kunſtraͤder fäͤllt, » und doch dieſelben beweget, und koͤnnen doch gem Waſſer ſeine Staͤrke weder „ geben noch vermehren, ſondern muͤſſen es gehen laſſen, wie es ſich praͤſentiret. „» Daß aber die Kunſtraͤder ſo hoch und ungeſchwungen gemacht werden, geſchie⸗ „ het nicht aus Nothwendigkeit ſeines Objecti, was es zu verrichten, ſondern es „ ſteiget mit ſeiner Hoͤhe und Schwere dem kleinen Waſſer entgegen, und empfaͤ⸗ „ het daſſelbe, als wie eine Mutter ihr Kind in die Arme, und laͤuft alſo mit und „ durch daſſebe um, da ſonſten, wenn des Waſſers gnug, die Naͤder ſo hoch nicht „ ſeyn duͤrften. Dieſes Inſtrument aber nimmt ſeine Kraft nicht von dem Haupt⸗ „ rade, ſondern von dem aus den Schwungraͤdern hangenden Gewichte,(wie vor⸗ „ her gemeldet) daſſelbe wird nach eines jedweden Werks Erfoderung und Be⸗ „ ſchaffenheit verringert oder vermehret. Da man 1, 2, 3, 4, 5, 6. mehr oder „ weniger Centner kann aufſetzen, ſo viel ein Werk bedarf; und dieſes regieret oder „moviret ein einziger Menſch., Dieſen Kuͤnſtler hat das Bergamt nicht zur Probe gelaſſen, weil es dafuͤr gehalten, daß ſein Inſtrument bey hieſigen dohnlaͤgigen und tiefen Schaͤchten, wel⸗ che fuͤr andern ſehr Waſſer noͤthig, z. E. dem Thurmroſenhof, der 114 Lachter tief waͤre, und wo 8 Kunſtraͤder in der Grube gehalten werden muͤſten, die erfor⸗ derliche Wuͤrkung ohnmoͤglich haben koͤnnte. So muͤſte man auch, um dem neuen Werre in der Grube Raum zu machen, eine Kunſt abreiſſen, die Radſtube nach dem neuen Umkreiß einrichten, und alles veraͤndern, welches denn, nebſt dem Bau des Inſtruments, nicht 200. wie angegeben waͤre, ſondern wol 1000 Chlr. koſten, und nicht 6 Wochen, ſondern wol ein Jahr Zeit erfodern, auch Verſaumniß und Schaden verurſachen wuͤrde. I. Theil. Bb§. 5. 98 1. Th. II. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß 5. 5. Mit Ausgang des 1658ſten Jahres hat ein Schwediſcher Oberſter, Jacob Schott, der rein gewaſchenen Schlich von einigen Clausthaler Gruben erhan⸗ deln wollen, ſich angeboten, durch ein Perpetuum mobile die Gruben, wenn ſie auch ſchon 4 bis 500 Lachter tief waͤren, ohne ſonderbare Koſten zu Sumpfe zu halten, daß die koſtbaren Teiche und Kuͤnſte nicht noͤthig waͤren. Man hat aber ſein Vorgeben billig in Zweifel gezogen.. Anno 1659. im Maͤrz hat der durch ſein Theatrum Machinarum bekann⸗ te Baumeiſter, Georg Andreas Boͤckler, ein Inſtrument mit folgenden Worten antragen laſſen:„„Eine neu erfundene vortrefliche und nuͤtzliche Anrichtung eines „mechaniſchen Werks, ſo da beſtehet ohne alle Pumpen, Stiefel, Blaſebalg, „ Schrauben, Schnoen„Eimer, Ketten, Hebſchuͤſſeln, Kugelwerk, Schaufeln, „ Winkelrohr, Schoͤpfraͤder, oder was dergleichen ſeyn mag, damit man das Waſſer, „es ſey ſtillſtehend oder fließend, vom Grund auf ganz leicht und behende mit re⸗ „ ſpective wenigen Unkoſten von 1 bis 100 Schuh hoch erheben, und zu Aus⸗ „ ziehung der Waſſer in den Bergwerken, Salzbrunnen, Suͤmpfen, Teichen ꝛc. „ ſehr nuͤtzlich gebrauchen kann, wie er damit die erſte Probe zu N anſphe auf „dem Reichstage vor Ihro Roͤm. Kayſerl. Maj. Ferdinand III. vorgeſtellet.„ Da er aber ſich uͤber deſſelben Einrichtung nicht heraus gelaſſen, und nur verſprochen, damit das Waſſer auf 100 Werkſchuh, oder 16 Lachter, zu erhe⸗ ben, da theils hieſige Gruben uͤber 100 Lachter tief waͤren: So hat man darauf nicht reflectiret. Anno 1660. hat ſich ein Feuerwerker von Caſſel, Hans Georg Wellig, angegeben, eine Waſſerkunſt zu bauen, dadurch in 24 Stunden 900 Rheiniſche Ohm Waſſer ausgeſchoͤpfet werden koͤnnten. Dieſe Kunſt ſollte ins Waſſer be⸗ feſtiget, auf und nieder gelaſſen, und durch etliche Raͤder fuͤglich von 2 Perſonen regieret und umgedrehet werden koͤnnen. Dieſer Kuünſtler iſt zur Probe gelaſſen worden. Es wird aber ſeine Maſchine zum hieſigen Bergbau nicht brauchbar ge⸗ weſen ſeyn, weil ſie nach geſchehenem Verſuch auf keine Grube weiter vorgerichtet worden. Nach dieſer Zeit, etwa zwiſchen 1670. und 1680. iſt eine Roßkunſt zum Clausthal vorgerichtet worden, aber auch bald wieder in Abgang gekommen. §. 6. Anno 1681. hat der Dburbergneſſer zum Zellerfelde, Daniel Flach, wie⸗ derum vorgeſchlagen, eine Kunſt, bey abgelaufenem Waſſer aus den Teichen, mit Pferden umzutreiben. Die Maſchine ſollte aus einer Schraube ohne Ende, nebſt zwey Kammraͤdern und Getrieben/ beſtehen. Die Pferde ſollten die Maſchine/ vermittelſt einer Spindel, umtreiben, wie im Gaepel geſchicht, und bey einem Umgange derſelben die Waſerunf⸗ vermittelſt des krummen Zapfens, dreymal und mehr die Grund⸗ waſſer ausgieſſen. Nachher hat er ein Stirnrad an einer vertical ſtehenden Welle, welches in ein Getriebe eingreifen ſollte, an deſſen Achſe der krumme Zapfen be⸗ findlich war, vorgeſchlagen. Die Welle mit dem Rad ſollten Pferde, mittelſt ei⸗ nes Schwengels, umtreiben, wie in Roßmuͤhlen. Es iſt aber keines von beyden verſuchet worden, und von allen ſolchen Vorrichtungen bekannt, daß wenn die an⸗ zuwendende Kraft klein ſeyn ſoll, alsdenn die Geſchwindigkeit um ſo groͤßer werden muͤſſe, und umgekehrt, ſo daß bey einerley Laſt das Product aus der Kraft in ihre Geſchwindigkeit immer daſſelbe bleibet. i das P fmih Anno 1670. hat ein Schwediſcher Oberſter von der Artillerie, Bertrand de la Coſte, dem Clausthaler Bergamte aus Hamburg angezeiget, daß er die vor 2000 Jahren durch des Archimedis unvermutheten Tod vlohuen gegangene achinam ꝗ= ———õy—— ——+———— ——ͤ 8DA ————6— —õ— B— — ⏑—— von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 99 Machinam Archimedis. oder deſſen Waſſerkunſt, nach angewandten 233aͤhrigen Suchen und großen Koſten, wieder gefunden, womit durch einen Mann 10, 20. ja ſo viel man wolle, bis 100 Pumpen koͤnnten aufgezogen werden, ja es koͤnne auch mit einem kleinen Inſtrumente, dergleichen etwa 200 Thlr. koſten wuͤrde, ein Mann damit ſo viel verrichten, als ſonſt 1000. es ſey auch nichts ſo ſchwer, wel⸗ ches dadurch von einem Manne nicht koͤnne bezwungen werden. Darauf ſind folgende Puncte abgefaſſet, woruͤber der Erfinder der Archime⸗ diſchen Waſſerkunſt vorgaͤngig zu vernehmen ſey.„I) Ob der Raum der Ma⸗ „ſchine inner oder auſſer der Grube zu appliciren. 2) Wann der Raum inner⸗ „ halb der Gruben anzurichten, ob ſolches ohne Ungelegenheit der Schaͤchte zu „practiciren. 3) Ob die vorhabende Maſchine die jetzigen Kunſtſtangen und „„ Pumpen anſtatt der Radſtube regieren ſoll.„, Dabey es in des Erfinders Be⸗ lieben geſtellet worden, ob er auf ſeine Koſten uͤberkommen, und von der Beſchaf⸗ fenheit der Schaͤchte und Kuͤnſte den Augenſchein einnehmen, und ſich denn darauf bedaͤchtig vernehmen laſſen wolle. Es findet ſich weiter keine Nachricht, ob man daruͤber weitere Handlung gepflogen, oder ob der Erfinder es dabey gelaſſen. §. 7. Im Anfange des 1678ſten Jahrs hat einer, Namens Niclaus Boſſe, eine neue aber auch unerhebliche Erfindung zu beſſerer zu Sumpfhaltung der Gruben auf dem Thurmroſenhof vorgeſchlagen. Es war ihm verwilliget, ſolche auf ſeine ei⸗ gene Koſten anzurichten, und, im Fall eines guten Nutzens, eine gute Belohnung zu erwarten. b In eben dieſem Jahre hat ein Uhrmacher in Hildesheim, Johann Ernſt Melzer, eine Maſchine von lauter Eiſenwerk bekannt gemacht, die das Waſſer aus der Grube ohne Tagewaſſer und Waſſerrad heben, und ſich ſelber aufziehen und in beſtaͤndigem Lauf erhalten ſollte. Die Durchlauchtige Communion⸗Herr⸗ ſchaft hat ihm die Koſten zum Modell verwilliget, und darauf Anno 1679. den Profeſlor Matheſeos von Helmſtaͤdt, Paulus Heigel, den Zellerfelder Oberbergmeiſter, Daniel Flach, und den Zellerfelder Markſcheider, nachherigen Oberbergmeiſter, Johann Chriſtoph Buchholz, dahin geſandt, ſolches Modell zu beſichtigen, und ihr Urtheil davon abzuſtatten. Bey ihrer Ankunft iſt das Modell noch nicht voͤllig fertig geweſen. Der Meiſter aber hat ihnen ſein voͤlliges Vorhaben erklaͤret, darauf ſie die Maſchine abgezeichnet, wie Fig. I. zu ſehen, und folgende Beſchreibung mit ihrem Urtheil dabey gegeben:„Das Werk iſt 8 Fuß hoch, faſt eben ſo lang, und etwa 2 Fuß „ weit, von lauter Eiſen zuſammen geſetzet. Die ganze Kraft der Bewegung „ nimmt er aus dem Gewichte und Huͤlfe des Schwangs. In der Mitte ſtehet „ ein großes Rad mit gleichen Zaͤhnen uͤber 3Fuß im Diameter A. An deſſen Welle „ ſtecket ein klein Getriebe B. in welchem etliche Treibſtoͤcke mangeln muͤſſen. Am Ende „ der Welle gehet der krumme Zapfen heraus, der die Waſſerkunſt treiben ſoll C. „ zu beyden Seiten ſind andere Getriebe an das Kammrad angeleget D. E. An „ jedem ſtecken 3 Raͤder, wovon die beyden zuſeſte F. G. bey 2 Zoll im Dia⸗ „ meter groͤßer als das mittlere H. Dieſes iſt feſt an der Welle, und gehet nicht „ contraͤr, ſondern allein mit derſelbigen. Die aͤuſſerſten aber F. G. ſind mit „ Sperrraͤdern und Federn verſehen, daß ſie auf einer Seite an der Welle gegen „ veſelen Zug frey umlaufen, gegen die andere aber dem ziehenden Gewichte „widerſtehen. „ Zu Huͤlfe der Bewegung iſt oben ein Schwangrad N. ſo aus dem großen „Kammrad durch das abſonderlich vreſegre Zeug ſeinen Lauf bekoͤmmt, haͤlt Bb 2„ im Tab. XIII. 100 I. Th. II. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß „im Diameter bey 3 FJuß. Die Gewichte aber ſelbſt I. K. ſind an lange eiſerne „ Stangen gehaͤnget, die auf der Seite etliche Zaͤhne haben, das Getriebe damit „zu faſſen. Wann nun das Gewichte J. herunter gehet: So ziehet die Stange 3, Rades A. Mit ſolchem gehet nun der krumme Zapfen an der Welle C. her⸗ „ um, und zugleich das kleine Getriebe B. Solches faſſet die Stange L. und „ ziehet ſie herunter. Weil ſie aber mit Ketten am obern Rade feſte iſt, wie auch „ die Gegenſtange mit ihrem Gewichte K. Sodrehet ſich das Rad etwas herum, „ bis das Gewichte K. in die Hoͤhe kommt. Indeſſen kommt es am Getriebe B. „ bis auf die Stelle, wo die Treibſtoͤcke mangeln P. ſo wird die Stange L. wie⸗ „der frey, und ziehet das Gewichte K. ſeine Stange, und damit das Getriebe O. „herum; weil dieſes, ſo zuvor gewichen, ſich durch die Federn zur Seite gegen die „ Laſt ſperret, daß alſo die Welle ſelbſt mit herum muß/ und das große Rad noch „ ferner treiben. „Was nun dieſe Bewegung, ſo viel bishero verfettiger iſt, belanget: So „findet ſich, daß der Umgang des großen Rades gar zu langſam iſt, bey Waſſerkuͤn⸗ „ ſten was großes auszurichten; und obgleich der Inventor vorſchlaͤget, daß in „ das rechte Werk ſolcher Aufzuͤge 128 kommen muͤſſen, jeder mit ſeinem Ge⸗ „wichte, Stange und Getriebe: So wuͤrde doch ſolches der Geſchwindigkeit „ nichts bringen, ſondern ſolche noch mehr benehmen, weil zugleich das große Rad „ viel weitern Umkreis uͤberkommt; wobey dem Inventori remonſtriret worden, „er auch erkennet, ehe denn im Hauptwerk das große Rad einmal wird herum „ gehen, daß die Getriebe 128 mal herum laufen, und ihre Arbeit anbringen muͤſ⸗ „ſen, welches ſo langſamen Effect geben will, daß die Waſſerkuͤnſte indeſſen das „ Waſſer wieder fallen laſſen, und alles Heben umſonſt geſchehen. „ Hiernaͤchſt aͤſtimiret zwar der Meiſter ſeiner Maſchine Vermoͤgen im großen „ am krummen Zapfen auf 100 Centner. Wenn man aber abziehet, was er zur „ Wiederaufhebung der großen 128 Stangen mit den Gewichten verwenden muß, „will das Vermoͤgen des krummen Zapfens ſehr ſchwach werden, und moͤchte auch „an den vorgegebenen 100 Centnern ein merkliches mangeln, maßen er im Mo⸗ „ dell gegenwaͤrtig nicht mehr als 84 Pfund mit 25 Pfund gehoben, da doch an⸗ „ jetzo das Getriebe ganz allein gegangen, und mit Reſtitution anderer Aufzuͤge „ noch nichts hat zu arbeiten gefunden. Es iſt noch dieſes wegen des großen „„ Werks zu vermuthen, daß in den vielen Raͤdern, Federn, Aufzuͤgen, Triebſto⸗ „ cken, Zaͤhnen, Wellen, Ketten, Stangen und dergleichen, oftmals ſelbiges ſchad⸗ „ haft werden, und viel Zeit mit Beſſerung hingehen moͤchte, weil der geringſte „ Mangel an obgedachten Stuͤcken die ganze Maſchine ſtillſtehend macht. Dieſe „ Hinderungen werden ſo viel oͤfter ſich ereignen, weil das Werk, wenn es ange⸗ „ laſſen wird, ſich ſtark treibet. Stehet auch leicht zu erachten, wenn man beden⸗ „ ket, daß der Inventor zu Beſſerung des obangeregten Mangels, hinfort trach⸗ „ ten will, innerhalb der ſonſt gewoͤhnlichen kurzen Zeit, in welcher das Geſtaͤnge „ der Waſſerkunſt auf, und niedergehet, das Getriebe ſeiner Maſchine 128 mal „ umgehen zu laſſen, bey welcher gewaltſamen Geſchwindigkeit ſo viel Federn im „ Geſperr hart einſchlagen, welches manchesmal mit Schaden muß geſchehen. „ Ob die Continuation der Bewegung dieſe Maſchine aus ſich ſelbſt koͤnne „ zuwege bringen, und die Aufzuͤge ſich nicht gegen einander durch die Balance „ zum Stillſtand halten werden, iſt am Modell noch nicht abzuſehen, weil es nicht „ weiter fertig, als oberwehnet, und doch dieſes das Hauptwerk iſt, ſo von der „Maſchine promittiret wird. Es verhoffet aber der Meiſter, auch dieſes bald zu „ endigen, das Getriebe F. herum, und greift das kleine Getriebe HI. in die Zaͤhne des großen ———:— —äꝛĩN—,———,y— —— 8+8 xX* von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 101 „endigen, und gewiſſe Wege, an denen er noch einiges beſſern will, zu erlangen. „Anjetzo hat er nur einen einzigen Aufzug fertig, der aber nicht das geringſte wie⸗ „ der hebet. Die andern drey ſind angefangen, und muͤſſen, ſeiner Auſſage nach, „ am Modell 16 ganz fertig ſeyn, wenn das Werk ohne Huͤlfe ſich ſoll bewegen.„ Auf dieſen abgegebenen Bericht iſt es mit dieſer Maſchine zum Stillſtand kommen. §. 8. Im Fruͤhjahr Anno 1678. hat der Hof⸗ und Bergrath, auch Zehntner zum Von dem Leib⸗ Clausthal, Peter Harzingk, in Vorſchlag gebracht, durch Windmuͤhlen die Waſ nitzſchen Vor⸗ ſer aus den Gruben zu gewältigen, um bey gehendem Winde die Waſſer zu ſpa⸗lan,dassrn, ren, und durch ſolche Abwechſelung die Kuͤnſte im beſtaͤndigen Gange zu erhalten. Windmühlen zu Er hat dabey ein dazu verfertigtes Modell vorgezeiget. Wie nun dieſer Vorſchlag erheben. im Bergamte, und auf deſſen Vorſtellung auch bey der Herrſchaft, Beyfall gefun: den, auch die daruͤber vernommene Gewerken ſich ſolchen gefallen laſſen, und da⸗ bey die beyden Zechen, Dorothea Landescron und Charlotte, ſowol wegen der Si⸗ tuation, als auch, weil dieſelben einen beſondern Teich zu ihrer Kunſt haͤtten, wo⸗ bey die Erſparung der Waſſer deſto klaͤrer zu ſehen ſey, vorgeſchlagen, auch ein Ueberſchlag der Koſten auf 800 Thlr. gemacht worden: So iſt im Aug. Anno 1679. der Anbau einer Windmuͤhle von dem Herzoge Johann Friederich reſol⸗ viret, und dem Bergamte zugleich eroͤfnet worden, daß Dero Hofrath, Gottfried Wilhelm Leibnitz, der Erfinder davon ſey, der ſich zu dem Ende auf dem Claus⸗ thal anfinden wuͤrde. Hieraus iſt alſo abzunehmen, daß dem Hof⸗ und Bergrath, Harzingk, das Modell von Hannvver, aber ihm wol ſelbſt, von wem, unbekannt, zugeſchicket worden, um erſt des Bergamts Meynung daruͤber zu vernehmen. Da nun keine bis hieher in Vorſchlag gebrachte Maſchine mit ihrem Bau und gemachten Verſuchen mehr Weitlaͤuftigkeit auf dieſem Bergwerke verurſachet hat, als dieſe, ſo, daß man 8 Jahr daruͤber gehandelt, und doch aus mancherley Urſachen nichts daraus geworden: So will ich derſelben Geſchichte aus den weit⸗ laͤuftigen und faſt ½ Rieß Papier ausmachenden Originalacten um ſo mehr bey⸗ bringen, weil hier durch muͤndliche Erzehlung fortgepflanzet wird, daß von dem Herrn von Leibnitz die Waſſer durch Windmuͤhlen haben gewaͤltiget werden ſol⸗ len, gleichwol die wahre Beſchaffenheit der Sache faſt niemanden mehr bekannt iſt/ und auswaͤrtig verſchiedentlich im Schriften davon geurtheilet worden. Der weltberuͤhmte Leibnitz hat zu Hannover geaͤuſſert, es ſey moͤglich, dem Mangel der Tagewaſſer, um die Gruben zu Sumpfe zu halten, mittelſt der Ver⸗ bindung des Windes und Waſſers, dergeſtalt zu Huͤlfe zu kommen, daß eine no⸗ table Quantitaͤt Erzes mehr, als ſonſt, mit anſehnlichem Vortheil des Bergwerks gefodert werde. Zu dem Ende ſey er erboͤthig auf ſeine Koſten eine Windmuͤhle an einem dazu auserſehenen, und zum gnugſamen Beweis der Nutzbarkeit ſeiner Invention, dienlichen Orte und Grube anzulegen, und davon ein Jahr lang eine Probe zu machen, bey deren Fortgang man praͤſumiren koͤnne, es werde dergleichen auch bey andern Gruben, ſie ſeyn alt und tief, oder neu und untief, zu großem Nutzen des Bergwerks zu appliciren ſeyn. Er hat ſich aber dabey bedungen, daß ihm zu ſolcher Probe das nöthige Ta⸗ gewaſſer, ſo dieſer Gruben ſonſt gehoͤre, und ihr ohne anderer Gruben Schaden zukommen koͤnne und muͤſſe, ohne Widerrede dazu gelaſſen werde; ferner, daß ihm frey ſtehe, ſolche Waſſer nach Gelegenheit, und ſo viel thunlich, wenn der Wind gnugſame Wuͤrkung thue, zu hemmen und zu ſparen, oder auch wieder zu gebrau⸗ chen, daher die Probengrube alſo beſchaffen ſeyn muͤſſe„daß ſolches ohne anderer Grudn Tintag geſchehen koͤnne. Sollten auch einige Gruben, als enderl I. Thei Ce ie 102 I. Th. II. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß die ſo gar keinen Waſſerfall annoch haben, nicht mit gleicher Wuͤrkung dieſes Vortheils genieſſen koͤnnen: So ſollte dennoch dahin geſehen werden, wie ihnen dadurch ein conſiderabler Nutzen zu ſchaffen, damit ſie auch dazu proportiona- liter contribuiren koͤnnten, und alſo die Koſten den uͤbrigen deſto leichter fielen. §. 9. Zu olcher Probe ſollte ihm, Proponenten, aller moͤgliche Vorſchub, Huͤlfe und Nachricht, ſowol durch Inſpection der Orte, noͤthigen Bericht, Communica⸗ tion der Abriſſe, auch in dieſer Materie gefuͤhrten Deliberationen, und aller be⸗ denklichen Umſtaͤnde, oder Zweifel, als auch behuͤlfliche Anſtalt, die Materialien und Arbeitsleute zu erlangen, wiederfahren. Auch ſollten diejenigen, ſo er dazu brauchen wuͤrde, gleichmaͤßig alle noͤthige Befoͤrderung zu genieſſen haben, auch die, ſo dem Werk directe oder indirecte Schaden zu thun ſuchen wuͤrden, mit ernſter Strafe angeſehn, und zu Erſetzung des Schadens gehalten werden; wie denn auch dieſes Werk aufs favorableſte, als ohne anderer Praͤjuditz, zur Befor⸗ derung des gemeinen Beſtens tractiret und erpliciret werden ſollte. Wann nun die Probe dem Wunſche gemaͤß geweſen, ſollte Proponent nach Sereniſſimi gnaͤdigſter Determination(ſub dato den 12 Sept. 1679.) der ſich die Gewerken ohnedies zum voraus gebuͤhrend ſubmittiret, erſtlich 1200 Rthlr. wegen des verfloſſenen Probejahrs, und dann inskunftige jedesmal bey der quarta⸗ ligen Diſtribution 300 Rthlr. in ſpecien, ſo das Fuͤrſtliche Bergamt auf den Gru⸗ ben, denen dieſe Invention zuſtatten kommen wuͤrde, der Billigkeit nach eintheilen moͤchte, ohnfehlbar zu gewarten, und diesfalls aller Vorrechte und Wohlthaten der Bergtheile und Ausbeute Lebenslang zu genieſſen haben. IO. ⸗§. eEiſgeandts Als man dieſen Vortrag dem Hof⸗ und Bergrath Harzingk, der eben in gegen den Leib⸗ Hannover geweſen, communiciret, hat derſelbe auf hohen Befehl folgende dagegen ihſchen Vor⸗ vorgebrachte Difficultaͤten aufgeſetzt.„1) Es iſt gewiß, daß, wann nur auf ein „Rad Waſſer in den Teichen ſollte gehemmet und zuruͤck behalten werden, als⸗ „ dann nicht allein diejenige Grube, dazu ſolch Rad gewidmet,(in ſo weit der „ Wind nicht zu Huͤlfe kommt) ſtill ſtehen und aufgehen muͤſſe, ſondern daß auch „alle andere ſubordinirte Gruben, ſo ſolches Waſſers, als eines Abfalles, hinun⸗ „ terwaͤrts im Thal zu gewarten und zu genieſſen haben, deswegen nothwendig „einzuhalten und ſtille zu ſtehen werden gezwungen ſeyn; dagegen nach dieſem „ Vorſchlag kein ander Mittel zu ergreifen ſtehet, als daß allen ſolchen auf einan⸗ „ der folgenden Zechen auch durch dergleichen abſonderliche Windmuͤhlen auf ein⸗ „ mal wuſf geholfen werden, welches, wenn es auf allen Zechen des Burgſtetter „und Roſenhofer Zuges ſollte practiciret werden, mehr als 40 Muͤhlen, und alſo „ eine uͤberaus große Summe von etwa 20000 Thlrn. erfodern wuͤrde. „ 2) Sollte aber eine Windmüͤhle zu etlichen Gruben zureichend ſeyn: So „ ſtehet zu bedenken, wie weit dies Waſſer im Thal herunter laufen muͤſſſe, ehe der fol⸗ „ gende Waſſerfall(deren verſchiedene ſeyn) konne erreichet werden. Welche Diſtanz „ von einem Waſſerfall bis zum andern, ſo ſich mehrentheils auf 5 bis 600. ja „an etlichen Orten wol auf 1000 Schritte erſtrecket, einer Windmuͤhle abzurei⸗ „ chen, ſehr difficil fallen duͤrfte. „ 3) Dazu ſeyn unſere Berge und Thaͤler auf benden Zuͤgen ſo beſchaffen, „daß man nicht nach Wunſch und Willen uberall mit Windmuͤhlen ankommen „ kann; daher denn vermuthlich hin und wieder keine geringe Maͤngel ſich ereig⸗ „nen werden. 12 „, 4) Wann von dem Waſſer beym Bergbau hinweg ſchaffen. 103 „ 0) Wann die Waſſer vorbeſagtermaaßen bisweilen bey Windzeiten ſollten „ zuruͤck gehalten werden: So muß nothwendig alles Waſſer, welches alsdann „ in den Waſſergraben fuͤrhanden und im Ablaufen iſt, vergeblich wegſtreichen, „ und die Saͤtze der Pumpen werden immittelſt auch Noth leiden und ledig ſte⸗ „ hen muͤſſen; welches, wenn es bey Aenderung des Windes in einem Tage(wie „ dann nichts ungewiſſers als der Wind) oftmals geſchehen ſollte, gewißlich keine „ Erſparung, ſondern eine große und offenbare Verſpendung der beynothigen Teich⸗ „ waſſer verurſachen duͤrfte; zu geſchweigen des großen Zeitverluſtes, ſo alsdenn „ erfolgen, und der vielfaͤltigen Aufſicht, ſo bey ſolchen Faͤllen noͤthig ſeyn wird, „ dabey denn aus Unverſtand der Teich⸗und Kunſtſteiger kein geringer Schaden „ zu gewarten ſtehet.. „ 5) Das gaͤnzliche Zuruͤckbehalten des Waſſers wuͤrde auch gegen Sere⸗ „ niſſimi Intereſſè bey der Communion gereichen /und einigermaaßen gegen den „ Hildesheimſchen und alle alten Stollenvertraͤge ſtreiten. „ 6) Imgleichen ſtehet wohl zu bedenken, ob mit ſolchen exceßiv großen Ko⸗ „ ſten, davon oben gemeldet, die Gewerken nicht andre beſſere, beſtaͤndigere und „austraͤglichere Mittel zu Gewaͤltigung der Gruben wuͤrden vorſchlagen und mit „ der Zeit einfuͤhren koͤnnen. 8 „, 7) Iſt unfehlbar, daß, wann die Waſſer zuruͤck bleiben ſollten, alsdann „die Puchwerke und ein gut Theil der Schmelzhuͤtten auch nicht umgehen koͤn⸗ „nen, welches eine ſehr große Confuſion und Hemmung der Muͤnze und der „ Zehntintraden nach ſich ziehen duͤrfte; zumal wir allbereits mehr Roͤſte einlie⸗ „ fern, als auf den Huͤtten koͤnnen durchgeſchmolzen werden; und kan dieſer ſchaͤd⸗ „lichen Conſequenz aus vorbeſagten Gruͤnden nicht anders, als durch eben der⸗ „gleichen Windmuͤhlen auf die Puchwerke, der Nothdurft nach vorgebauet wer⸗ „ den. Es wuͤrde alſo auch zu dieſem Ende ein abſonderlich groß Capital erfo⸗ „ dert werden, zumal derer Puchwerke, ſo hierdurch Noth leiden muͤſten, an der „„ Zahl ohngefehr 20 ſeyn. 6 „, 8) Leztlich muß vor allen Dingen wohl und genau uͤberleget und ausge⸗ „rechnet werden, was jede Grube bey dieſer Invention ausgeben und anwenden „„ muͤſſe, und hingegen wieder proſperiren koͤnne; denn ohne Nutzen niemand zu „ ſolchen Koſten angehalten werden kann.„ §. 1II. 1 Sowol des Herrn von Leibnitz Vorſchlag, als die beregten Difficultaͤten, Contract zwi⸗ ſind von dem Herzoge an das Clausthaler Bergamt eingeſandt, und dabey die ſchen dem Berg⸗ gnaͤdige Reſolution vermeldet worden, daß beſagtem Hofrath, unter gewiſſen in ei⸗ amt undéeibnit. nem mit demſelben aufzurichtenden und zur Ratification einzuſchickenden föͤrmli⸗ chen Contract zu verfaſſenden Bedingungen, 1200 Thlr. zu ſeiner alhjaͤhrigen Er⸗ götzlichkeit, Zeit ſeines Lebens, wegen ſolcher Invention und derſelben wuͤrklicher Zuwerkrichtung zu merklichem Nutzen und Aufnahme des Bergwerks, gereichet werden ſollten, mit dem Anfuͤgen, daß, wenn weiter dergleichen oder andere raiſo⸗ nable Zweifel wegen dieſer Maſchine entſtehen ſollten, das Bergamt ſolche dem Hofrath ohngeſaͤumt zu eroͤfnen, und dafern er, dem ohngeachtet, das Werk unter⸗ nehmen wollte, man ihm dieſes ein Jahr lang, auf ſeine Gefahr und Koſten, zu verſtatten habe. 8 Als hierauf das Bergamt mit dem Herrn von Leibnitz in Unterredung ge⸗ treten, und ihm noch einige andere Puncte und Fragen vorgeleget, die er beant⸗ wortet hat, und er, aller Vorſtellungen und Schwierigkeiten ohngeachtet, das Werk vorzunehmen ſich entſchloſſen: So iſt, ua Inhal des Herrſchaftlichen Schreß e2 ens, —ee 104 I. Th. II. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß bens, ein foͤrmlicher zur Ratification einzuſchickender Contract zwiſchen dem Berg⸗ amt und ihm unter dem 20 Sept. 1670 aufgerichtet worden, darinn die von der Hereſchaf vorgeſchriebenen ausdruͤcklichen Bedingniſſe angefuͤhret worden, daß 1) er ſolche vorgeſchlagene Maſchine auf die von ihm proponirte Art bey der Zeche, Dorothea Landescron, welche man dazu am bequemſten gefunden, erbauen, und bey ſelbiger klaͤrlich darthun ſolle, daß man ſich ſolcher Erfindung und Vor⸗ ttheils auch bey allen andern Gruben, die bereits benoͤthigtes Waſſer haben, oder künftig damit verſehen werden, mit Grunde und Beſtande bedienen konne, folglich dadurch der verſprochene vollkommene Effect Präſtte werde. Daß er 2) ſolche Maſchine Jahr und Tag auf ſeine eigene Koſten im Stande und Gange erhalte, allen durch dieſelbe den Saͤtzen und ſonſten zuzufuͤgenden Schaden erſetze, auch alles uͤbrige leiſte, was ſeine von ihm eigenhaͤndig unterzeichnete Pro⸗ poſition mit ſich fuͤhre. Welchen Falls dann, und dafern er ſowol Sr. Durchl. und Deroſelben Berg⸗ amte, als auch den Gewerken in dem erſten Jahre die voͤllige Satisfaction geben wuͤrde, ihm, nach Ablauf ſelbigen Jahres, die accordirte 1200 Thlr. auf einmal ausgezahlet, die naͤchſtfolgende Jahre aber, von Quartalen zu Quartalen, jedes⸗ mal 300 Thlr. auf Lebenszeit entrichtet werden ſollten. Weil aber vorbeſagte Gru⸗ be jetzo nur 6 Saͤtze habe, und man zugleich erfahren wolle, ob auch bey tiefern Gruben dieſe Windkunſt ihre Wuͤrkungen thue: So ſolle den Gewerken frey ſte⸗ hen, eine Nebenprobe auf einer tiefern Grube auf ihre Koſten anzuſtellen und der Hofrath die Leute, ſo er zu ſeinem Werk brauchen werde, auch anweiſen, da ſie gegen eine billige Ergoͤtzlichkeit gleichfalls den Bau und die Aufſicht uͤber ſolche Nebenprobe fuͤhreten. — Sollte aber die vorgeſchlagene Probe fehl ſchlagen: So bliebe alles abge⸗ handelte ohne Verbindlichkeit.* Dieſer von dem Bergamte und Leibnitzen unterſiegelte, und von dem letzten zugleich unterſchriebene Receß iſt von dem Herzoge Johann Friederich unter dem 15 Oct. 16709. ratificiret worden. Wie aber indeſſen gegen den Schluß des 1679ſten Jahres Herzog Johann riederich verſtorben: So iſt von deſſelben Durchl. Nachfolger, Ernſt Auguſt, auf eibnitzens Anſuchen unter dem 14 Apr. 1680. angeordnet worden/ daß, weil indeſſen an die Dorothea Landescron der Neunzehn Lachter Stollen gebracht worden, die Probe bey der Grube Catharina, mittelſt des Anbaues dreyer Muͤhlen, vorzuneh⸗ men, und zwar alſo, daß die dazu erfoderte Koſten insgeſamt in 3 Theile getheilet werden ſollten, davon die Herrſchaft; die ſaͤmtliche Clausthaler Gewerken das zweyte Drittel, und der Hofrath das letzte Drittel, ohne einige Erſtattung, abtra⸗ gen, und auf erfolgtem Succeß das von dem verſtorbenen Herzoge Johann Frie⸗ derich erhaltene Privilegium gaͤnzlich confirmiret werden ſollte. §. 12. Leibnitz erklärt Im Julio des 1680ſten Jahres hat ſich Leibnitz deutlicher erklaͤret, was er deinnwohrg durch die Verbindung des Windes und Waſſers zur beſtaͤndigen zu Sumpfhal⸗ Derſchlags. tung der Gruben verſtehe. Es ſey nemlich nicht ſein Abſehen, die Windkuͤnſte an die bisherigen Waſſerkuͤnſte und Pumpen anzuhaͤngen. Er habe ſich vorbe⸗ halten, die noͤthigen Tagewaſſer, ſo der Probengrube ſonſt gebuhren, nach Gele⸗ genheit, wenn der Wind gnugſame Wuͤrkung haͤtte, zu hemmen und zu ſparen, oder auch NB. wieder zu gebrauchen. Da er nun die Worte mit Fleiß alſo eingerichtet, daß man eben damals nicht ſchlieſſen koͤnnen, wie er ſolches wieder⸗ brauchen verſtehe: So wollte er ſich nunmehro erklaͤren, daß durch den Wind 3 ereit von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 105 bereits von den Kuͤnſten herab gefallene Waſſer wieder darauf gebracht, und alſo durch Verbindung der Kraͤfte des Weaſe und Windes ein faſt ſteter und ſtarker enleuf de Kunſtraͤder, ſowol in Waſſer noͤthigen als andern Zeiten, unterhalten werden ſollte. Hierzu waͤren uͤber und unter dem Waſſerrade der in die Grube ſchiebenden Kunſt eigene Behaͤlter, die ſich meiſtens ſelbſt faͤnden, noͤthig. Das obere Waſ⸗ ſerbehaͤltniß ſollte das Waſſer aufs Rad geben, ſo lange es koͤnnte, das abfallende Waſſer aber ſich in dem untern ſammlen. Der Wind ſollte oft in einer Stunde wieder hinauf ſchaffen, was in etlichen abgelaufen. Der Sparteich(den man bey ſolcher Zuruͤckbringung des Waſſers zuſetzet) ſollte nicht eher gezogen werden, bis man ſehe, daß nach vielen Circulationen und mangelnden Wind das obere Be⸗ haͤltniß abzulaufen beginne.— Fuͤr die Grube Catharina ſollte die Windkunſt uͤber der Wiederwage) des Puchgrabens ſtehen. Aus dieſer Wiederwage ſollte ſie das von der Catharina, aus Iſrael, Engliſchen Gruß, Gegentrum und Charlotter Kuͤnſten kommende Haueanſt ſchwarze Waſſer in den Unter Eſchenbacher Teich dabey ſchaffen. An⸗ dere Windkuͤnſte auf der andern Seite des Teichs ſollten es daraus in den Gra⸗ ben, der in eine andere am Unter Herzberger Teich gelegene Wiederwage gehet, bringen, der es wieder auf die 3 Cathariner Kuͤnſte fuͤhrete, davon es auf 2 Kunſt⸗ raͤder des Hauſes Iſrael/ Engliſchen Gruß, Gegentrum und Charlotte, und von dan⸗ nen wieder in den Puchgraben fallen ſollte; und ſo waͤre durch dieſe einige Anſtalt 8 Kunſtraͤdern geholfen, da an einem Ort viel Windmuͤhlen, die von wenigen Leu⸗ ten regieret, auch einerley Boͤcke zu unterſchiedenen Windmuͤhlenfeldkuͤnſten gebrau⸗ chet werden könnten, zu ſtehen kommen, auch auf ſolche Weiſe die Waſſer der un⸗ tern Teiche den obern helfen wuͤrden; und ſo ſollten die Windmuͤhlen nicht dazu die⸗ nen, das Waſſer unmittelbar, gleich den Kunſtraͤdern, aus der Grube zu heben, naanahe de Wind, wegen ſeiner Unbeſtaͤndigkeit und ungleichen Staͤrke, nicht geſchickt iſt. §. 1z3. Es hat aber das Bergamt ſeine erſte Propoſition nicht anders verſtanden, Was das Berg⸗ als daß er durch Windkunſte das Waſſer unmittelbar aus den Gruben erheben amt hierauf be⸗ wolle, und dieſe ſeine Erklaͤrung fuͤr einen neuen und von dem erſten unterſchiede⸗ſchloſſen. nen Vortrag angeſehen, darauf es ſich nicht einlaſſen koͤnnte, maaßen auch Ihro Durchl. die Setzting der 3 Windkuͤnſte bey der Catharina bloß zu dem Ende ver⸗ williget, daß, wenn man die jetzo dahin einſchiebende 3 Waſſerkuͤnſte bey habendem Winde abſchuͤtzen wollte, man dagegen 3 Windkuͤnſte haͤtte, um dieſelben in die Grube unmittelbar wuͤrken zu laſſen, und deren Effect zu erſehen. Es iſt alſo die⸗ ſes nach Harnober berichtet, und darauf von Ihro Durchl. der Geheime Cam⸗ merrath und Landdroſte, Otto Grote, nach den Clausthal zur Unterſuchung ab⸗ geſchicket, und allda mit gnaͤdigſter Ratification beſchloſſen worden, daß der Hofrath Leibnitz eine deadelt Probe verfertigen, und eine Hauptwindmuͤhlenkunſt zur un⸗ mittelbaren Hebung der Waſſer aus der Grube bey der Catharina ſetzen, zur Burirkführung der Waſſer aber zwo andere Windmuͤhlen am Zellbach bauen ſollte. on den Koſten ſollte ein Drittheil von der Herrſchaft, und die beyden andern von dem Erfinder und den Gewerken entrichtet, wie auch der Recompens, dem wuͤrklichen Nutzen gemaͤß/ von Ihro Durchl. beſtimmt werden, weil das Bergamt dafuͤr gehalten, daß, da der Hofrath von ſeinem erſten Vortrage algegangen au 0) Iſt ein kleiner Teich unter einem grßern, die Waſſer zu ſteigern, und in einen Graben, der hi⸗ her als der Striegel des Teichs lieget, zu bringen. I. Theil. Dd 106 I. Th. II. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß auch der verſprochene jaͤhrliche Recompens nicht ſtatt haben koͤnnte, wie denn auch der Hofrath ſolchen Ihro Durchl. Determination uͤberlaſſen. §. 14. Zween neue Nach dieſer Commißion hat der Hofrath zween neue Vorſchlaͤge gethan. Vorſchläge des 1) Es könnte der Fluß, die Innerſte, ohnweit der Ziegelhuͤtte, vermittelſt einer Herrn von Leib⸗ nitz verworfen. Eine Wind mühlenkunſt wird gebauet. 3 oder mehr Windmüͤhlen, in den langen Roſenhoͤfer Graben erhoben, und damit den Roſenhoͤfer Kuͤnſten und ſaͤmtlichen im Thal gelegenen Puchwerken geholfen werden, da dieſer Fluß bisher nur 2 Puchwerken und der Hutte zu Nutze gekom⸗ men. Zu dieſem Zweck könne durch die Innerſte ein Damm geſtoßen, und ein Teich zur Sammlung und Stauung des Waſſers angerichtet, bey der Ziegelhuͤtte aber auf eine ebene und freye Hohe, unter welcher die Innerſte nahe bey dem Kunſtgraben hinweg gehe, Windmuͤhlen, zur Erhebung des Waſſers aus dem Teich vor der Innerſte in den genannten Graben, geſetzet werden. 2) Haͤtte er ein Mittel, an den Pumpen in der Grube die Koſten der Lie⸗ derung, auch Friction und viele Ungelegenheit, groͤßten Theils aufzuheben, und zuwege zu bringen, daß ſolche Pumpen geringer anzubauen, leichter zu erhalten, und doch mehr, als ſonſt, wuͤrken. Es ſind aber auf geſchehene Vorſtellung des Bergamts beyde Puncte verworfen worden. §. 15. Der Hofrath iſt hierauf zur Erbauung der Probenwindmuͤhlenkunſt bey der Catharina, die Waſſer unmittelbar aus der Grube zu heben, geſchritten. Die Saͤ⸗ tze in der Grube hat er auf eine andere, als hier gewoͤhnliche Art vorgerichtet, daß die großen unten gekommen,(weil ſolche Art Saͤtze keines Anfriſchens beduͤrften) und engere Goſſen genommen; und da die gewoͤhnlichen Saͤtze oben geliedert wer⸗ den, ſo waren es dieſe von unten auf, und ufn das Waſſer halb im Nieder⸗ und halb im Aufſteigen aus, welches die gewoͤhnlichen Saͤtze nur im Aufzuge thun. Indeſſen hat zu Anfange des 1681ſten Jahres der Communion Oberberg⸗ meiſter, Daniel Flach, auf dem Hahnenklee, gerade uͤber den Schacht der Grube, Morgenröthe, eine Windmuͤhle geſetzet, welche das im Schachte zu Tage ausflieſ⸗ ſende Waſſer ausgepumpet. Dabey iſt angemerket worden, daß dieſe Windmuͤhle bey beſtaͤndigem guten Winde uͤber 5 Saͤtze nicht wuͤrde heben koͤnnen; woraus denn geurtheilet worden, daß durch die unmittelbare Wuͤrkung des Windes, ver⸗ mittelſt eines Geſtaͤnges oder Feldkunſt, noch weniger ausgerichtet und alſo dem Bergbau dadurch kein ſonderlicher Nutzen geſchaffet werden wuͤrde. §. 16 Wie es damit Als des Hofraths Zimmerleute, davon der Meiſter ein Muͤller, Hans Linſe⸗ gegangen. geweſen, die nunmehro fertige unmittelbaore Windkunſt im Quart. Luc. 1681. zum erſtenmal bey ſtarkem Winde angehen lieſſen, wurden die Thuͤren, welche in die Fluͤgel gemacht waren, ſich bey ſtarkem Winde aufzuthun, herunter geworfen, und man muſte zur Erhaltung der Fluͤgel mit Ketten premſen, woraus ſowol als aus andern Dingen geurtheilet worden, daß die Kunſteleyen nicht auf ein gewiſſes ausgearbeitetes Modell giengen, ſondern der Inventor durch allerhand Aenderun⸗ gen noch taͤglich ſuchte, was er hofte und verſprochen haͤtte. Als man das ſchad⸗ hafte wieder repariret: So hat dieſe Windkunſt im Martio 1682.einen guten Anſchein gehabt, da ſie eine Stunde gegangen und 11 Saͤtze völlig gehoben. Darauf brach eine Schwelle, darinn die Leitarme befeſtiget waren, indem zu der Zeit noch kein krummer Zapfen, wie hernach, daran geweſen. Darauf auch mit gehoben, aber es iſt bald dieſes, balt ſenes daran ſchadhaft worden. k. 2 von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 107 Darauf iſt im April 1682. von der Herrſchaft der Wolfenbuͤttelſche Vice⸗ Berghauptmann, Joachim Wilhelm von Campen, zur Unterſuchung dieſer Windmuhlenkunſt requiriret, und ſind beyde, das Clausthaler und Zellerfelder Bergamt dazu committiret, und die bey der Commißion vorgefallene 17 Dubia dem Hofrath communiciret worden, der ſolche zwar, aber nicht zu völliger Zufrie⸗ denheit der Commißion, beantwortet, indem man unter andern nicht abſehen kon⸗ nen, daß die Windmuͤhlen dem Bergwerke und Gewerken zum Nutzen gereichten, wenn ſie auch, woran doch noch zur Zeit zu zweifeln, ihre gehörige Dienſte thun ſollten. Daher die Commißion im Quart. Luc. 1682. ſich nochmals zuſammen gethan, und auf des Hofraths Inſtantien ihr Bedenken abgegeben. Vor Anordnung dieſer Commißion hat Iioniß zur Erleichterung der Koſten, ſo bey Wartung der Windkunſt inskuͤnftige noͤthig ſeyn moͤchten, vorgeſchlagen, an die Windmuͤhle eine kleine Bohrmuͤhle, die nur wenig Kraft erfodere, mit anzu⸗ haͤngen, um hoͤlzerne Roͤhren, deren man beym Bergwerke eine große Menge brau⸗ che, zu bohren, und zwar Roͤhren von 4 Lachter Laͤnge, ſo lange ſie nemlich unter einen Satz gehoren, damit man des vielen Stopfens uͤberhoben werde. Es iſt dieſes aber nicht beliebet worden. §. 17. Als dieſe Windkunſt mit Einfuͤgung eines krummen Zapfens wieder zum Umgange gebracht worden: So hat ſie ihre Wuͤrkung ferner geleiſtet. Es hat aber ein Sturmwind im Quart. 1683. das ganze Dach umgedrehet, darauf die liegende Welle ſamt allen Fluͤgeln zerſchmettert und endlich abgeworfen. Nachdem ſolches alles von neuem wieder verfertiget, und die Kunſt bey hinlaͤnglichem Winde ihre Wuͤrkung weiter gethan: So iſt im Dec. 1683. im Clausthaler Bergamte einem Geſchwornen und einem Steiger anbefohlen worden, ſich bey dem Umgange dieſer Windkunſt jedesmal anzufinden, und dahin zu ſehen, daß alsdenn die Waſ⸗ ſerkunſt abgehaͤnget und noͤthige Zeichen Lenacht wuͤrden, an welchen, ſowol die Gewaͤltigung der Waſſer und Operation der Windkunſt, als auch der etwa da⸗ durch verurſachte Aufgang der Waſſer abzunehmen ſtuͤnde. Dieſes alles ſollten ſie mit Zuziehung der zu der Windkunſt von dem Hofrath verordneten Leute, darun⸗ ter der vornehmſte ein Faͤhndrich, Jobſt Diederich Brandshagen, gewe en, ver⸗ richten/ auch alle Sonnabend melden, wie oft die An⸗ und Abſchuͤtzung der Waſ⸗ ſer⸗und Windkunſt die Woche uͤber geſchehen muͤſſen, und wie oft das Ab⸗ und Ankleiden geſchehen. Aus dieſem Tagebuche iſt zu erſehen, daß die Kunſt bey gutem Winde etwas gethan, fuh einſtens 2 bis 3 Tage hinter einander 14 Saͤtze auf die Haus Iſrae⸗ ler Waſſerſtrecke, nicht aber auf den Stollen, erhoben. Bey ſchwachem Winde blieb ſie ſtehen, und bey zu ſtarkem iſt oft ein Fluͤgel, oder der Kunſtbleuel, oder etwas an dem großen Kammrade, zerbrochen; wie denn auch an den Saͤtzen viel⸗ fäͤltig etwas ſchadhaft worden, und die Kunſtſchloſſe ſich gezogen. Bey der Liede⸗ rung von unten auf haben immer zwey Perſonen ſeyn, desgleichen auſſen bey der Muühle zwey aufwarten muͤſſen, welche die Tuͤcher auf die Fluͤgel auf und abſpan⸗ nen, die Windkunſt premſen, auch dieſelbe in und aus dem Wind ſtellen muͤſſen. §. 18. Da man zum voͤlligen Gebrauch der Windmuͤhlenkunſt erfordert, daß ſie die Waſſer auch uͤber die Haus Iſraels Waſſerſtrecke bis auf den Stollen, und alſo 5 Saͤtz hoher, erheben ſollte, und der Hofrath dazu eine ſolche Vorrichtung dieſer 5 Saͤtze verlangte, wie ſeine andern unter der Waſſerſtrecke waͤren: So iſt ihm ſolches nebſt den Koſten verwilliget worden; und die Windmuͤhle hat ſolche Saͤtze Es . *† * „ 1 2 r „ 4 † 3₰ . 2 8 3 M 4 . 4. V. 4 4 * 108 I. Th. II. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß Es hat ſich alſo uͤberhaupt gezeiget, daß zwar eine Windkunſt die Waſſer, obgleich nicht in ſo großer Quantitat als eine Waſſerkunſt, heben koͤnne, daß man aber noch nicht im Stande geweſen, ſie ſo dauerhaft vorzurichten, daß ſie bey der zu hebenden ſchweren Laſt nicht zu oft ſchadhaft wuͤrde; wozu auch das ſeinige bey⸗ getragen haben mag, daß ſolcher Bau nicht unter der Aufſicht der Bergbedienten gefuͤhret worden, maaßen auch ein Kunſtſteiger die Saͤtze nicht in gehoͤriger Pro⸗ portion und Ordnung eingerichtet, und der Hufruh zum oͤftern uͤber die untreue Arbeit ſeiner oft trotzigen Leute und daruͤber geklaget, daß immer Leute mit Ge⸗ walt in die bere Windmuͤhle braͤchen, alles, was man vorgeſtellet, hinweg thaͤten, die Fluͤgel umdreheten und gar Schaden thaͤren. So viel iſt wol gewiß, haͤtte er, zur Vorrichtung des Baues, einen im Kunſtweſen erfahrnen Schwarzkopf, einen getreuen erfahrnen Kunſtſteiger und Windmuͤller ge abt: So wuͤrden vielleicht alle Schadnehmungen der Maſchine verhuͤtet worden ſeyn. §. 19. Wird wieder ab⸗ Wie nun die von den beyden Bergamtsdeputirten und von des Hofraths gebrochen. Bevollmaͤchtigten nach Hannover geſandte Berichte, von dem Umgange und Wuͤr⸗ kung dieſer Windkunſt, daſelbſt nicht in allen einſtimmig befunden worden: So iſt auf Herrſchaftlichen Befehl eine Conferenz des Bergamts und des Hofraths im Majo 1684. angeſtellet worden, woraus weitlaͤuftige Acten entſtanden ſind, auf welche im April 1685. die Reſolution vom Hofe ergangen, daß mit fernerer An⸗ richtung der Windkunſt inne gehalten, und auch kein Geld mehr dazu hergeſchoſſen werden ſolle. Anno 1686. iſt die ganze Maſchine abgebrochen, und die Mate⸗ rialien dem Hofrath zur Ergoͤtzlichkeit verwilliget worden. Die vorhin gemeldte reſolvirt geweſene zwo Mediatwindkuͤnſte zur Zuruͤck⸗ bringung des Waſſers ſind von dem Hofrath gar nicht gebauet worden, weil die Communion ſich dagegen geleget, daß ihr alsdann die Waſſer vom Burgſtetter Zuge, zur Zeit der Zuruͤckfuͤhrung, wider den Receß abgiengen; und weil das Bergamt darauf beſtanden, er ſolle mit der immediaten Windkunſt die Gruben⸗ waſſer gewaͤltigen, daß man derſelben Wuͤrkung und verſprochenen Nutzen ſehe. Es hat aber indeſſen der Herr von Leibnitz im Nov. 1683. eine Horizon⸗ talwindmuͤhle in der Communion zu bauen vorgeſchlagen, dazu keine ſolche War⸗ tung, wie bey einer verticalen, noͤthig ſey, hat auch zu derſelben Bau bey der Gru⸗ be, Haus Wolfenbuͤttel, oder wo er es ſonſt gut faͤnde, von der Communion Herr⸗ ſchaft die Einwilligung, und von Calenbergſcher Seite dazu 200 Thlr. erhalten, da man ſich Wolfenbuͤttelſcher Seits geweigert, Koſten dazu herzugeben, bis man derſelben Nutzen wuͤrklich verſpuͤre. Dieſe Windkunſt iſt gegen den Schluß des 1684ſten Jahrs fertig geweſen, und ledig gut umgegangen. Es melden aber die Acten nicht, ob ſie zur Erhebung der Waſſer aus den Gruben gebrauchet worden. —„„§. 20. Warum dieſer Es iſt hiebey hoͤchlich zu verwundern, daß dieſer große Mann ſolches Maſchi⸗ Vorſchlag keie nenweſens, das ihm ſo viel Geld, Zeit, Muͤhe, Reiſen, Schreiben und Streiten nen beſſernFort⸗ gekoſtet, nicht muͤde geworden, ſondern bey ſo vielen vorgefundenen Schwierig⸗ gang gehabt. keiten immer neue Maſchinen in Vorſchlag gebracht, wie ich ſchon theils angefuͤh⸗ ret, theils im zweyten Theile anfuͤhren werde. Bey ſeiner tiefen Einſicht war er doch, zumal Anfangs, des Harzbergwerks, der Beſchaffenheit der Schaͤchte, der Maſchinen, und was ſie zu gewaͤltigen haben, was fuͤr Beſchwerlichkeiten dabey zu uͤberwinden, unkundig, und muſte ſich auf andere Leute verlaſſen, die oft ſehr widerſpenſtig und untreu bey der Arbeit geweſen, weil er nicht beſtaͤndig auf dem Harze und bey der Arbeit auch den dabey vorfallenden Hinderungen gegenwaͤrtig ſeyn Kuidee 4 von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 109 Es iſt demnach gar ungegruͤndet, was ein gewiſſer Schriftſteller vorgegeben, daß der Herr von Leibnitz in ſeinem Vornehmen von den Bergleuten aus Eigen⸗ nutz verhindert worden. Er ſchreibet:„Die Bergleute aber, welche vorher ſa⸗ „ hen, daß ihr Verdienſt dadurch abnehmen wuͤrde, daß der Herr von Leibnitz „ ihre Arbeit erleichterte, machten viel Schwierigkeiten, daß ſie endlich ſeinen 2 Jleiß ermuͤdeten., S. die Recenſion dieſer Schrift in des Hamburgiſchen Correſpondentens 21ſten Stuͤck 1740. Ein jeder, der des Bergwerks kundig iſt. weiß ohne mein Erinnern, daß durch des Herrn Baron von Leibnitz Windmuͤhlenkuͤnſte und ſeine andere vorge⸗ nommene Maſchinen den Bergleuten die Arbeit nicht erleichtert worden, noch viel weniger ihr Verdienſt abnehmen koͤnnen, indem dieſer vielmehr dadurch wuͤrde be⸗ foͤrdert worden ſeyn. Denn wenn die Gruben durch Kuͤnſte beſtaͤndig zu Sumpfe gehalten werden: So kann die Grubenarbeit ungehindert von ſtatten gehen; da im Gegentheil, wenn aus Mangel der Tage⸗ und Aufſchlagewaſſer die Gruben⸗ waſſer aufgehen, die Bergleute an der Arbeit verhindert und oftmals abgeleget oder an ſolche Arbeit muͤſſen geſtellet werden, dabey ſie das ſonſt gewoͤhnliche Lohn nicht verdienen koͤnnen. §. 21. Waͤhrender Handlung uͤber den Windmuͤhlenbau hat Johann Siegmund Allerhand Vor⸗ Schmid in Hannover im Oct. 1682. eine Ochſenmuͤhle vorgeſchlagen, der man ſchläge. ſich gleich uͤber den Zechen bedienen könnte, das Waſſer aus den tiefſten Grüben zu ziehen, wodurch viel 1000 Thlr. an dem Teich⸗und Stollenbau erſparet wuͤr⸗ den, auch kein Aufhalt wegen der Tagewaſſer im Bergwerke vorfiele. Noch ſoll⸗ ten einige 1000 Thlr. am Leder erſparet werden, weil er nur 2 Morſer(vermuth⸗ lich Stiefel oder Goſſen) auf jeder Zeche und zu einer Kunſt gebrauche, da ſonſt 10 bis 12 gebrauchet wuͤrden. Mit 600 Thlrn. wollte er auf einer mittlern tie⸗ fen Zeche in 3 Monaten die Probe weiſen, und 12000 Thlr. zum Recompens haben. Man hat aber nicht noͤthig gefunden ſich darauf einzulaſſen. Ein Jahr vorher, als Anno 1681. zeigte der ſchon gemeldete Oberbergmei⸗ ſter Flach an, daß er ein Modell einer Maſchine verfertiget habe, womit die Helfte der Waſſer bey den jetzigen Kunſtraͤdern erſparet werden koͤnnte. Es ſollten von einer Schraube ohne Ende an der Welle des Waſſerrades 2 Kammraͤder und Ge⸗ triebe mit dem krummen Zapfen umgetrieben werden, daß man, da ſonſt auf die jetzi⸗ gen Waſſerkunſtraͤder ein voͤllig 6 Mgr. Gerinn voll Waſſer aus den Teichen noͤ⸗ thig ſey, mit der Helfte des Waſſers zukommen könnte. Man hat aber auch hie⸗ bey erinnert, was ſchon oben angefuͤhret worden. Anno 1683. hat noch ein anderer, Namens Johann Friederich Muͤller, ebenfalls die Haͤlfte der Teichwaſſer zu erſparen verſprochen, wobey er die Waſſer⸗ raͤder und die uͤbrige Vorrichtung der Kunſte ungeaͤndert laſſen, aber an die Stelle des krummen Zapfens wiederkehrende Getriebe an die Kunſtwellen ordnen wollte, ſo daß der vorige Hub bleiben, die Kraft aber doppelt ſo groß werden ſollte. Auch dieſer Vorſchlag, wofuͤr ſich der Erfinder 6000 Speciesthaler ausgebeten, iſt in keine Betrachtung gezogen worden. In eben dem 1683ſten Jahre hat Heinrich Braun, von Oſterode, beym Clausthaler Bergamt ein trefliches Kunſtſtuck angemeldet, die Waſſerkuͤnſte ebenfalls mit der Haͤlfte Waſſers umzutreiben, und davon auf ſeine Koſten an ei⸗ nem bequemen Orte die Probe zu machen, nebſt drey unterſchiedlichen Arten, die Waſſer noch eins ſo tief, als jetzo geſchehe, 5 den Schaͤchten und Gruben aus⸗ e I. Theil. zuheben. §. 2 K d mit j r HKunferde Als auf der Grube Zilla kein Waſſer ben ſtatt des krummen Za⸗ pfens. Tab. XIII. 110 I. Th. II. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß zuheben. Das leztere Geheimniß bot er vor 1000. und das erſtere vor 2c0o Thlr. an; er hat aber eben das Schickſal gehabt, wie ſeine Vorgaͤnger. Im Sept. des 1600ſten Jahres hat ein Kuͤnſtler in Nuͤrnberg durch einen Kaufmann anzeigen laſſen:„Er habe durch viele Reiſen, Koſten und Muͤhe eine „der Welt noch unbekannte Invention erlanget, die Waſſer aus den Bergwerken „und Schaͤchten, ſie moͤgen ſo tief und ſtark ſeyn als ſie wollen, mit ſehr ſchlechten „Koſten heraus zu bringen. Sie beſtehe in einer Maſchine, die in oder auſſer „der Grube geſetzet werden konne, mittelſt welcher mit noch ſo wenigem fuͤrhan⸗ „ denen Waſſer, wie mit uͤberfluͤßigem, alle Kuͤnſte im Gange erhalten werden „ koͤnnten. „ Wollte man aber die Künſte gaͤnzlich abſchaffen: So verſpricht er, ohne „Naͤder und Kuͤnſte, mit dieſer Maſchine das Waſſer aus dem Tiefſten heraus „ zu bringen, und duͤrfe nur eine einzige Perſon gehalten werden, ſo die Maſchine „dirigiret. Wo man aber gar keine Waſſer auf die Kunſtraͤder zu ſchlagen hat, „ noch mit einem Stollen ankommen kann, mithin das Bergwerk gar liegen laſſen „ muß, da ſoll die Maſchine und die einzelne Perſon alles verrichten. Er wollte „ ſie auf ſeine eigene Koſten aufrichten, wornach man auf andern Gruben andere „ mit ſehr geringen Koſten nachmachen koͤnnte, weil es ein ſehr leichtes und in der „Natur gegruͤndetes Weſen ſey.„ 6000 Thlr. die er dafuͤr haben wollte, wa⸗ ren eine Kleinigkeit fuͤr eine ſo ſtattliche Erfindung, wobey er noch in den Kauf eine gewiſſe Invention an Pumpenwerk zeigen wollte, wodurch jaͤhrlich viel Geld an Leder und der Arbeit erſparet werden koͤnnte, nicht weniger eine Art, wie man die Erze und Berg durch ſolche Maſchine mit geringen Koſten aus den Gruben und Schaͤchten heraus fodern koͤnne. Dieſem Kuͤnſtler haben die hohen Deputirten zu der Clausthaler Berg⸗ rechnung obgemeldten Jahrs antworten laſſen: Daß wenn er ſich mit dem forderſam⸗ ſten nach dem Clausthal begeben, und ſein Verſprechen erfuͤllen wuͤrde, man ihm auch die 6000 Thlr. zugeſtuͤnde. Ich weiß aber nicht, ob er ſich eingefunden. 2.— in einem Gefluͤder auf ein Kunſtrad gefuͤhret werden konnte: So hat der Oberbergmeiſter, Georg Degen, als Ge⸗ ſchworner, Anno 1706. das Waſſer in Lutten gefaſſet, darinn es nieder gefallen, und 3 Lachter wieder zur Umtreibung eines kleinen Kunſtrades, mit 4 kleinen Saͤtzen, ſteigen muͤſſen. An dieſem Kunſtrade war ſtatt des krummen Zapfens in der Welle a. F. II. eine Riefe von 4 Finger breit eingekerbet, welche in einem Viertel der Peripherie mit eiſernen Treibſtoͤcken verſehen, in den 3 uͤbrigen aber leer war. Unter und uͤber der Welle waren zween Balken be. de. parallel mit dem Rade, beyde mit eiſernen Zacken oder Sternen verſehen, und ſolchergeſtalt an ihren beyden Enden verbunden, daß die Sterne an dem obern und untern Balken in die Riefe der Welle zwiſchen ihnen reicheten. Dieſe beyde Balken oder dieſer Wagen gieng auf zwey kleinen Rollen f. g. hin und her. Wenn nun die Welle umgieng: So faſſeten die Treibſtoͤcke Wechſelsweiſe die Sterne des Wagens, an welchem die Kfaſtiene in e. küſthae el Waſ rend die Treibſtoͤcke den obern Balken und damit die Kunſtſtange zuruͤck ſchoben, konnte der untere Balken mit ſeinen Zacken in der ledigen Riefe der Welle ungehindert mit fortgehen, bis der leztere Treibſtock den obern Balken verließ, da denn der erſte Treibſtock ſogleich wieder in die Zacken des untern Balkens eingrif, und den Wagen mit der Kunſtſtange wieder ſo weit vorwerts ſchob, als er vorher zuruͤck gefuͤhret war. Es hatte aber die Kunſt nux 20 Zoll Hub. Wie der ſel. Rath „ Iiam gls Praxin verſtehet, und aller Maſchinen von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 111 Nath Penther auf eben dieſe Vorrichtung, wiewol in etwas veraͤndert, gefallen ſey, wird man ſich aus obigem erinnern... Ob nun zwar dieſer Verſuch wie eine Neuigkeit bewundert wurde, auch wohl von ſtatten gieng: So hat ſich doch im Fortgange erwieſen, daß ein krummer Zapfen den Treibſtoͤcken, die noch dazu oft entzwey brechen, vorzuziehen ſey, maaßen derſelbe nicht nur beſtaͤndiger, ſondern auch bey gleichem Hub das Kunſtrad leich⸗ ter und mit wenigern Aufſchlagwaſſern umzutreiben iſt. Denn da man nachher, etwa 1720. bey dieſem Ziller Kunſtrade, ſtatt der Welle mit den Treibſtocken, einen krummen Zapfen eingeleget: So hat man brfunden daß die Kunſt beſſer umgegangen, und den vierten Satz ziehen koͤnnen; es iſt alſo dieſe Art hier bey Waſſerkuͤnſten abgeſchaft worden. Eben dieſer Oberbergmeiſter Degen hat eine Maſchine auf dem St. Johan⸗ nes 1708. angeleget, dadurch die Kunſt⸗oder Pumpenſtangen ihre Bewegung er⸗ halten, wenn gar kein Aufſchlagwaſſer vorhanden iſt. Dieſe Maſchine beſtund aus dem vorgelegten Zeuge, und ein Mann, oder, wenn das Geſenke tiefer wurde, zween Maͤnner konnten 3 Pumpen mittelſt eines Schwungrades ziehen. An der Welle des Schwungrades war ein Haſpelhorn und ein Getriebe, welches in ein vorgelegtes Sternrad faſſete, deſſen Welle mit einem krummen Zapfen verſehen war, daran die Pumpenſtangen hiengen. Das Sternrad war gegen das Getriebe ſo proportionirt, daß, wenn das Schwungrad viermal herum gegangen war, die Pumpen einmal den Hub vollbrachten. §. 23. Weil der vortheilhafte Bergbau gar ſehr auf die Erſparung der Koſten, und dieſe auf wohl eingerichtete Maſchinen ankommt: So iſt Anno 1707. der ſchon damals beruͤhmte Mechanicus, Chriſtoph Polhammer, nachhero Herr von Pol⸗ hem, aus Schweden her geladen worden, um das Maſchinenweſen auf dem Harze zu unterſuchen. Derſelbe hat von den hieſigen Kuͤnſten an den damaligen Geheimen Rath und Berghauptmann, nachherigen Geheimen Rath und Kammerpraͤſidenten, Heinrich Albert von dem Buſch, nach Hannover berichtet, daß die hieſigen Kuͤnſte ins⸗ gemein nach der alten Manier ſehr gut und nach richtigen Gruͤnden gebauet waͤren, ſo daß daran ſehr wenig zu verbeſſern ſey. Der damalige Bergſyndicus, Heinrich Hart⸗ wig Knorre, hat von ihm zu gleicher Zeit an den Berghauptmann von dem Bu ge⸗ ſchrieben:„ Herr Polhammer it gar ein habiler Mechanicus, welcher ſowol I heo⸗ Beſchaffenheit aus dem Fundament „ unterſuchet, wie er ſich denn unter andern daruͤber verwundert, daß an unſern „ gebrochenen Kuͤnſten die Leitarme und Feldkunſtſtangen noch mehrentheils nach „ einer guten Proportion vorgerichtet ſind, da doch dieſer Orten niemand die er⸗ „ foderte accurate Laͤnge aus dem Fundament trigonometrice auszurechnen und „ anzugeben wiſſe, wiewol er vermeynet, daß, wenn dergleichen uͤberall accurat aus⸗ „ gerechnet und nach dem wahren Fundament vorgerichtet werden ſollten, ſich noch „ hie und da, zu Erleichterung der Kuͤnſte, einige Vortheile herfuͤr thun wuͤrden., Der damalige Zehntner zum Zellerfelde, Johann Valentin Pfeffer, hat von demſelben in eben dem Jahr 1707. an den Wolfenbuͤttelſchen Geheimenrath, Oberhofmarſchall und Oberberghauptmann von Steinberg folgendes geſchrieben: „ Geſtern hat der Schwediſche Herr Mechanicus Polhammer die Bockswieſer „ Kuͤnſte, Graben und Radſtuben, in Augenſchein genommen, und ſich von allem „ informiret, inſonderheit aber diejenigen Kuͤnſte, ſo in einem Waſſerfall liegen, „ fuͤr andern wohl obſerviret, und endlich auf verſchiedene dabey vorgekommene „ Umſtaͤnde und formirte Fragen ſich Perähmen laſſen, daß anſtatt der 4 Kuͤnſte e 2„ beym Herrn von Pol⸗ hems Urtheil und ſämtliche Vorſchläge zur Verbeſſerung des Harziſchen Kunſtweſens. 1 u l 112 I. Th. II. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß „beym Herzog Johann Friederich nur eine Kunſt vorgerichtet werden koͤnnte, „welche ſo viel Waſſer herauf heben ſollte, als dieſe 4 Kuͤnſte, und waͤre ſolches „ gar leicht zu practiciren, wenn nemlich/ anſtatt X lachteriger eiſerner Goſſen, „ 14 lachterige gebraucht wuͤrden, damit der Hub noch eins ſo hoch heraus kom⸗ „ me, und anſtatt bisherigen halben Lachters hinfuͤhro ein ganz Lachter hoch die „ Saͤtze heben und folglich noch einmal ſo viel Waſſers ausgieſſen koͤnnten, wozu „aber das geſammte Kunſtzeug, als Kreutze, Stangen, Schwingen, Stangeiſen⸗ „ Haͤngnagel und dergleichen viel ſtarker, und anſtatt der Stangringe eiſerne „ Schrauben gemacht werden muͤſten. Fuͤr allen Dingen aber ſey der krumme „„ Zapfen, nach Proportion des mehrern Hubs, ſo viel hoͤher, und das Kunſtrad „ O bis 7 Lachter hoch vorzurichten, wozu im Grumbach gar ſchoͤne Gelegenheit „ waͤre, weil die Stangen in gerader Linie im Thal herauf ſchieben, und uͤber keine „ Berge gefuͤhret werden duͤrften, und dahero die Kunſtradſtube wol eine Stunde „Weges von der Grube abgeleget werden koͤnnte, ohne daß deßwegen die Kunſt „etwas am Hube verlieren, oder auch mehr Laſt bekommen wuͤrde. „Gegen dieſe Vorſtellung, die einem von unſern Bergmeiſtern und Geſchwor⸗ „nen als ein Paradoxon geſchienen und die daruͤber die Koͤpfe geſchuͤttelt hale „in re praeſenti das Dubium moviret: Weil bey einer ſo langen Kunſt ofters „ Bruͤche, ſowol in als auſſer der Grube, vorfielen, und Zeit waͤhrender Repara⸗ „ tion die geſammte Grubenwaſſer hoch aufgiengen, ob dann nicht zu beſorgen, „ daß dadurch die ſehr Waſſernöthige Grube noch mehr aufgehen, und die In⸗ „ tention, nemlich die Gewaͤltigung der Gruben, mehr behindert wuͤrde, als wenn „3 bis 4 Raͤder im Gange, welche einander ſubleviren und nach gerade repariret „werden koͤnnten. Worauf Herr Polhammer geantwortet: Daß die Haupt⸗ „ kunſt nach der Mathematic zu erbauen, wovon ſolche keine Bruͤche zu beſorgen, eventualiter aber muͤſte jederzeit ein ſolcher Vorrath von allen Materialien ſeyn, daß die Reparation in wenig Stunden geſchehen koͤnnte.„ 2) 22 §., 24. Schon gemeldeter Herr Bergſyndicus Knorre hat alle ſeine Vorſchlaͤge in dem nemlichen Jahr nach Hannover geſandt, wie hier folget, mit der Ueberſchrift: „Herrn Polhammers Vorſchlaͤge zu Verbeſſerung und Erleichterung der bey den „ Harziſchen Bergwerken gewoͤhnlichen Kuͤnſte und anderer Maſchinen, wie ſolche „ aus deſſen Diſcourſen nach gerade angemerket. „ 1) Daß/ wo man ſo viel Waſſer hat, daß von einem Waſſerfall 2, 3 oder 4 „Kunſtraͤder zugleich betrieben werden koͤnnen, man, anſtatt ſolcher mehrern Raͤder, „ nur ein einziges Kunſtrad gebrauchen, und alle ſolche Kuͤnſte, wenn ſie auch gleich „in unterſchiedene Gruben ſchieben, zuſammen an das einzige Kunſtrad haͤngen „ koͤnne, ſodann zwar mehr Waſſer als vorhin, da nur eine Kunſt daran gehangen, „ darauf gehöre, doch ſolle durch dieſes Mittel wenigſtens der dritte Theil des vor⸗ „ hin auf 3 oder 4 Kuͤnſte gebrauchten Waſſers erſparet werden., Hievon lauten ſeine eigene Worte in einem Schreiben vom 15. Jul an den Berghauptmann von dem Buſch, darinn er bekennet, daß er ſich in der deutſchen Sprache nicht wohl ausdruͤcken koͤnne, alſo:„Bey dieſer Gele⸗ „ genheit, da ſo viele Gruben liegen bey einander in einer Reihe, ſo iſt viel „ beſſer, daß man im Platz fuͤr 4 à 5 Naten braucht, nur allein ein Rat, „ und ein Stanggang,(“) der etwas ſtaͤrker muß ſeyn als dieſer, womit —„man (“) Solche Stangengängehat Schwarzkopfan verſchiedenen Orten auf kurzen Wegen einige Jahre nachher hin und wieder, und ſonderlich wo mit einem Rade zugleich Berg und Erz, und ſol⸗ ches aus 2 bis 3 Gruben heraus getrieben wird, angeleget. 2) 5) 21 — von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 113 „ man nicht allein das Tagwaſſer viel menagiren kann, ſondern auch eine „ gute Beſparung darinnen, daß man nicht ſo viel Raten, Stangen, Ren⸗ „ nen und Abgaͤnge des Waſſers bedarf zu haben, weil eine gute ſtarkes „ und recht gemachtes Rat mit ſeine bewuſte Stangen viel beſſer ſeinen „Effect machen kann, als viel kleine, die da Waſſer abſorbiret in ſeine ei⸗ „ gene Bewegung, und theils unnuͤtz verſpillet wird. Denn man kann ſo „ lange das Waſſer in ſo viel und kleine Theile vertheilen, daß ein jeder Theil „ ſein Rat ohne Effect umtragen kann, weil ein jeder Stang und Rat nicht „ von ſich ſelbſt bewegen kann, ſondern fodert ein jeder ſeine eigene Waſſer „ zu Bewegung, und darum laͤßts nicht zum Effect.„ „ 2) Zu Sparung und zu vortheilhaftigern Gebrauch des Waſſers die Raͤ⸗ „ der anders, und nach einer beſſern Abtheilung zu ſchaufeln. „ 3) Wenn nach der Situation und Beſchaffenheit des Orts, wo die Kuͤn⸗ „ ſte herſchieben ſollen, ſolche etwa gebrochen werden muͤſſen, die Feldkunſtſtange „ bey dem Bruche nach accurater Laͤnge und juſter Proportion dergeſtalt vorzu⸗ „ richten, daß der Bruch den Kuͤnſten keine Beſchwerung verurſachen ſoll. „ 4) Deßgleichen bey den an die geraden Kuͤnſte etwa zu hangenden Ge⸗ „ſchleppen durch accurate Vorrichtung der Leitarme nach dem rechten Fundament „ die ſonſt gewoͤhnliche Beſchwerung zu verhuͤten. „ 5) Die Feldkunſtſtangen mit ihren Schloͤſſern, deßgleichen die Schwin⸗ „gen und Kreutze viel dauerhafter, und doch, zur Erleichterung der Kuͤnſte, be⸗ „ quemer vorzurichten. „ 6) Die Saͤtze in den Gruben zu erleichtern und vortheilhafter zu vertheilen, „ 7) Das Leder dabey gar abzuſchaffen.„ Hievon ſchreibt er in einem Memorial vom 8. Nov. 1707. aus Braun⸗ ſchweig, daß er Kolben ohne Leder auf dem Clausthal eingerichtet, die fuͤr viel beſſer gehalten wuͤrden, und daß die Kolben ohne Leder ſchon in Schwe⸗ den practiciret, auch fuͤr gut befunden worden. Es weiß aber hier niemand mehr von ſolchen Kolben, und muͤſſen dieſelben bey den hieſigen ſchlammig⸗ ten und grandigten Grubenwaſſern ihre Dienſte nicht gethan haben, daß ſie daher nicht eingefuͤhret ſind. „ 8) Wie auch der eiſernen Goſſen nicht mehr vonnoͤthen zu haben, ſondern „ mit hoͤlzernen viereckigten Kaſten eben die Dienſte zu thun, und zwar ſo, daß „„ daaſo viel beſtaͤndiger und dauerhafter ſeyn ſoll, als die koſtbaren eiſernen 554 0 en. 5 4 In einem Schreiben ſagt er, daß ſolche von trockenem eichenen Holze muͤſten gemacht werden, und daß er ſolche hoͤlzerne Saͤtze zum Clausthal vorgerich⸗ tet. Auch davon iſt nichts mehr bekannt. e;) gerich », 9) Wenn es in der Naͤhe bey einer Grube am Waſſer auf ein Kunſtrad „ etwa fehlen, hingegen aber weiter, auch wol eine halbe Meile davon, irgend in „ einem Thale ein guter Waſſerfall fuͤrhanden ſeyn ſollte, eine lange Feldkunſt „ von da uͤber Berg und Thal nach der Grube ſchieben zu laſſen. „ 10) Wenn es am Holze zu Feldkunſtſtangen ermangeln ſollte, ſtatt deren „ kleine eiſerne Feldkunſtſtangen zu gebrauchen, da dann zwar Anfangs der Verlag „ ein mehrers koſten, die Kunſtſtangen jedoch hingegen deſto beſtaͤndiger ſeyn wuͤr⸗ „ den; und wenn man nach der Zeit der Kuͤnſte gar nicht mehr vonnöthen ha⸗ „ ben Plie, das zu dieſen Kuͤnſten gebrauchte Eiſen allemal ſein Geld wieder gel⸗ ke. 1 11. Theui. Ff„ 11) — 114 I. Th. II. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß „11) Wo das Waſſer aus den Teichen gezogen wird, ohne Verlierung ei⸗ „, nigen Waſſerfalles zuerſt ein auf eine gewiſſe Weiſe vorzurichtendes unter⸗ „ ſchlaͤchtiges Rad in das Striegelgerinne ſolchergeſtalt anzulegen, daß, ſo lange „ der Teich voll Waſſer bleibt, daß die Hoͤhe des uͤber dem Striegelgerinne ſtehen⸗ „den Waſſers den Druck geben kann, dieſes unterſchlaͤchtige Kunſtrad eben den „ Effect thun koͤnne, als die jetzo gewöhnlichen uͤberſchlaͤchtigen Raͤder. Wenn „ aber der Teich ablaͤuft, und das unterſchlaͤchtige Rad dennoch im Umgange er⸗ „ halten werden ſollte: So wuͤrde ſolchen Falls etwas mehr Waſſer darauf „ gezogen werden muͤſſen. „ 12) An denjenigen Orten, wo man keine Waſſerfaͤlle auf hohe Kunſtraͤ⸗ „der haben kann, niedrige Kunſträͤder von 1 bis 2 Lachter Höhe mit einer ſon⸗ „ derlichen Vorrichtung nüͤtzlich zu gebrauchen. 13) Windkuͤnſte anzulegen von eben dem Effect, wie die Waſſerkuͤnſte, 1321 „auch ſolchergeſtalt, daß dabey von gar zu ſtarkem Winde kein Schaden zu be⸗ „ ſorgen, bey welchen Windkuͤnſten aber dennoch auch die maſerdinſ auf den „ Nothfall beyzubehalten ſeyn wuͤrden, damit man ſich deren zu olcher Zeit, wenn „„ etwa kein Wind wehen moͤchte, bedienen könnte. Wenn aber Wind fuͤrhanden, „ konnte das auf ſothane Waſſerkuͤnſte ſonſt noͤthige Waſſer in den Teichen er⸗ „„ ſparet und aufgeſammlet werden. 1 „ 10 Vermittelſt dergleichen Windkuͤnſte das einmal auf die Waſſerkuͤnſte „gebrauchte Waſſer zum andermaligem Gebrauche wieder in die Teiche zuruͤck zu „ bringen.„(Dieſes war des Herrn von Leibnitz Hauptabſicht.) 4* Hievon hat er an dem Berghauptmann von dem Buſch unterm 25. Jul. 1707. folgendes geſchrieben:„Daes keine Stollen⸗ und Tagewaſſer giebet, „ kann man mit guten Windmuͤhlen viel verrichten, wenn ſie recht gemacht , ſind mit ſeine lange ſchmale und recht proportionirte Fluͤgeln, ſamt was „ ſonſt dabey zu obſerviren iſt, und weil eine ſolche Windmuͤhle in Schwe⸗ „ den bey Damore Grub allſchon gemacht iſt, die da einen guten Effert eme, macht, wenns wehet, obſchon dieſelbige nicht ſo gar nach ſeiner rechten „ Proportion conſtruiret iſt: So kann man ſo viel weniger zweifeln, daß , ſolche Windmuͤhlen ſoll nuͤtz ſeyn bey dieſe Gruben, wo ſie bedorfens, und „wo die Gelegenheit giebt, dar man das ausgezeichte(ausgezogene) Gru⸗ au, bewaſſer mit Windmuͤhlen in ſeine beſonderliche Teichen etwas in die 5, Hoaͤe(Hoͤhe) bringen kann: So kan man bey ſtillem Wind darvon ſich „ bedienen, die Gruͤbe allezeit zum Zumpfe halten, wenns nicht wehet. „ Denn die Windmuͤhlen koͤnnen eine grauſame große Laſt tragen zum He⸗ „ bung des Waſſers, wenn ſie recht gemacht ſind, und etwas wehet.„ , 15) Bey ſolchen Gruben, wo man einen tiefen Stollen hat, eine Inven⸗ „ tion anzugeben, vermittelſt deren man ohne Kunſtrad, Pumpen oder Saͤtze, bloß „ durch Hineinſchlagung ſo vielen Waſſers, als man aus dem Tiefſten haben will, „„die Waſſer ſo tief unterm Stollen weg, und bis auf den Stollen bringen koͤnne, „ ſo tief der Stollen unterm Tage liegt.) Hievon ſchreibt er an den Herrn Berghauptmann von dem Buſch alſo: 2„Nachdem ick habe erfunden, was vor großer Vortheil iſt mit dieſe Waſ⸗ ſo, ſerſtollen, die ſo tief unter der Erden liegen zum Abfall des Waſſers: So , kann ich gnugſam verſichern, wann dieſe Gruben noch ſo tief und ſo groß „ wuͤrden, als ſie jetzund ſeyn: So koͤnnen ſie doch mit Sicherheit vom „Waſſer conſerviret werden, ſo lange das Grubenwaſſer nicht mehr zu⸗ „ nimmt, als das Tagewaſſer bey ſolcher guten Gelegenheit, als hier it, mu , den ) von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 115 „den Stollen, ſo bedarf man gar kein Waſſerrad oder Stangen, weil man „ mit der natuͤrlichen Zug und Druck des Waſſers durch Canalen und „ Windroͤhren alles gut verrichten kann mit großem Vortheil, ſo in Tag⸗ „ waſſers Beſparung, als weniger Unkoſtung zu unterhalten.,, Der Herr Bergſyndicus Knorre hat von dieſer Invention folgendes an den Herrn Berghauptmann von dem Buſch geſchrieben:„Er haͤlt ſolche auf dem Burg⸗ „ ſtetter Zug wohl practicable, und vermeynet auf den Gruben, wo der 13 „ Lachter Stollen e. g. 71 Lachter tief unterm Tage einbringet, die Waſſer 9, 70 Lachter tief unter ſolchen Stollen durch eine gewiſſe Maſchine mit „„ kaum ſo vielem Tagwaſſer, als Grundwaſſer aus der Gruben heraus zu „ heben iſt, hinauf zu bringen.„ Dieſe Erfindung hat er Anno 1728. unter der Benennung einer Siphonsmaſchine vorgeſchlagen, davon unten die Nachricht vorkommt. „ 16) Wenn nahe bey den Gruben keine Gelegenheit zu Kehrraͤdern fuͤr⸗ „„ handen, dergleichen weiter davon ohne einige Beſchwerung, und vielmehr mit „„ Erleichterung des Treibens, anzulegen.„ Dieſes iſt zum Clausthal am erſten Anno 1709, vorgerichtet worden. S. 2 Theil, 4 Cap. 3 Abtheil. „ 17) Dergleichen ſolchergeſtalt vorzurichten, daß man, vermittelſt eines ein⸗ „ zigen Kehrrades, aus unterſchiedlichen Gruben treiben koͤnne. Solches Treibwerk iſt erſtlich zum St. Andreasberge, hernach zum Clausthal angelegt. 2 Th. 4 Cap. 3 Abth. „, 18) Bey den Kehrraͤdern große Waſſerkaſten zu gebrauchen, und darinn „„ beym ſtuͤrzen und im ſchuͤtzen der Raͤder das Waſſer zu ſammlen, damit nichts „ vergeblich vorbey laufe. 2 „„ 19) Solchergeſtalt auch kein Premsrad beym Kehrrade zu gebrauchen. „ 20) Die gar großen und langen Kehrradswellen zu erſparen, auch deren „„ Faͤulniß laͤnger zu verhuͤten. t „ 21), Desgleichen durch den Gebrauch kurzer Kehrradswellen ohne Koͤrbe, „ auch den Gebrauch der weiten Kehrradsſtuben uͤber die Helfte einzuziehen, und „ folglich viel Koſten und Holz zu erſparen. 4 5 63 „ 22) Eine andere Invention anzugeben, anſtatt der Kehrraͤder, vermittelſt „ gewiſſer Stangen mit Hacken, Erz und Berg vortheilhafter aus den Gruben ) zu treiben., S. 2 Th. 4 Cap. 3 Abtheil. 1tun znd Ie „ 23) Mit einer Waſſerkunſt, vermittelſt eines daran zu hangenden Geſchlep⸗ „ pes, auch Erz und Berg aus der Grube zu treiben, ſo, daß dieſe Kunſt eben die „ Dienſte eines Kehrrades mit verrichte, obgleich nur ein einfaches Rad dazu ge⸗ „ brauchet wird, auf welches Rad zwar, wenn damit Waſſer auch Erz und Berg „ zugleich aus der Grube geſchaft werden ſollte, wol etwas mehr Waſſer erfodert *n werden moͤchte, ſonſt koͤnnte damit eins um das andere, bald Waſſer, bald Erz und „ Berg durch das ordinaire Waſſer hexaus gebracht, in Fluthzeiten aber Kunſt a und Treibwerk zuſammen gebraucht werden.„ 3 Daeeſe Invention iſt von Herin Schwarzkopf ins Werk gerichtet worden. S h a Gah. 3 Auth). ee, Pfäcden. Verniekeines Lete rhis Ende das jetzo gewoͤhnliche Treiben mit, „ Pferden um ein großes und zur Erſparung Fuhrlohns zu erleichtern. ne hen Pitnen Rih. neung Zuhllchns zu eihichren, 6 Ff 2 25) Zu 2 . 4 4 4 -v . . 4— . 4 2 5 — „. 2„ ». 4. 3— 7„ .. 1 . 4 2½ 6* Lä 1 ₰ 1 † n 3 4 7 . ₰ 6 A 7* * . 1 2₰ * 3 * . 1 ₰ 7 44 * 4 88 —, . 2.*, 8. 4 4 4 —*. 1 — 4* 4. ö 4* .,—— „ 116 I. Th. II. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß „ 25) Zu dem Ende durch eine beſondere Vorrichtung von Walzen und „Schachtſtangen in den dohnlaͤgigen Schaͤchten, auch andere anzugebende Com⸗ „ moditaͤten bey den Geipels und Vorhaͤuſern dem Treiben mehr Erleichterung „ zu geben, und die Gefahr bey Bruͤchen des Seils deſto mehr zu verhuͤten., Zum Treiben hat er zum Clausthal Tonnen mit Rollen vorgerichtet, wie er in einem Memorial anfuͤhret. „ 26) Vermittelſt eines einzigen Rades in verſchiedenen Puchwerken zu „ puchen.„ Hievon hat Herr Schwarzkopf, ſo viel ich mich beſinne, ein Modell gemacht. „ 27) Anſtatt des Schieſſens in den Gruben zwar die gewoͤhnlichen Loͤcher „bohren zu laſſen, doch das Pulver zu erſparen, und anſtatt deſſen durch eine in „ſolche Bohrlocher zu ſetzende gewiſſe Art von Keilen das Geſtein nachzutreiben.„ 1. 25. Es iſt dmm Herrn Polhammer damals, wenn er Maſchinen von guter Wuͤr⸗ kung vorrichten wuͤrde, alles, was man damit in den erſten 5 Jahren erſparen und gewinnen wuͤrde, als eine Ergoͤtzlichkeit, wie auch Privilegia zu Hannover und olfenbuͤttel auf einige Jahre verſprochen worden, daß niemand die Maſchinen nachmachen, oder er doch ſeinen Nutzen davon haben ſollte. Ferner iſt ihm eine gewiſſe Summe accordiret worden, um 2 Leute in den mechaniſchen Wiſſen⸗ ſchaften gruͤndlich zu unterrichten. Als er auf ſeiner vorhabenden Zuruͤckreiſe die Tour auf Hannover genommen: So hat man daſelbſt von ihm verlanget, nach dem Harz wieder zuruͤck zu kehren, und einige von ſeinen Vorſchlaͤgen ins Werk zu richten, da er denn hoͤlzerne Saͤtze und Kolben ohne Leder, Tonnen mit Rollen und Seile ohne Ende vorgerichtet, welche Stuͤcke aber in keinem beſtaͤndigen Ge⸗ brauch gekommen. Die Hauptverbeſſerung des Kunſtweſens und Ausfuͤhrung der mehreſten von ſeinen Vorſchlaͤgen wurde bis auf ſeine nachmalige Herauskunft aus Schweden ausgeſetzet, welche aber unterblieben iſt. Indeſſen hat er zwo zu un⸗ terrichtende Perſonen, nemlich Bernhard Ripking, der die Markſcheidekunſt er⸗ lernet, nachher aber Maſchinendirector worden, und Chriſtian Schwarzkopf, ei⸗ nen Zimmergeſellen und jetzigen Kunſtmeiſter, mitgenommen, welcher leztere das Kunſtweſen und Treibwerk nach ſeinem Unterricht und Anweiſung merklich ver⸗ beſſert hat. ent. 18 368 14 1.1 ee es§. 26. AndteBorſchlie Anno 1712. hat ein Catholiſcher Prieſter, Zacharias Bernhard Gruͤndig, ge, die Waſſer ohne Auſſchlag⸗ waſſer aus den Gruben zu brin⸗Aufſchlagewaſſer zu bringen wiſſe. Anno 1713. hat er ſich ſelbſt gemeldet, und gen. zu Lehmannsbruͤck bey Erfurt, der ſich fuͤr einen Italiaͤner ausgegeben, durch eine vornehme Perſon antragen laſſen, daß er alle Waſſer aus den Schaͤchten ohne da er zuvor eine ſtarke Summe verlanget, nun ſich erboten, ſeine grosmaͤchtige Kunſt umſonſt zu geben, doch mit dieſem Bedinge, daß er, mittelſt eines andern Kunſtſtuͤcks, alle Erze auf dem Harze figiren duͤrfe, und was dadurch uͤber jetzige ordinaire Ausbeute heraus gebracht werde, beſtaͤndig zu Ranzionirung der gefange⸗ nen Chriſten angewendet, ihm aber ſamt ſeinen Mitconſorten Zeit Lebens eine ehr⸗ liche Penſion gegeben werde. Die Nachrichten aber, die man von ſeiner Perſon aus Erfurt erhalten, woſelbſt er Silber machen wollen, aber von dem Convent auf dem Petersberge vertrieben worden, haben bey dem Bergamt kein Verlangen erwecket, ſich mit ihm einzulaſ„etn).— ½ Anno 1713. hat eine Societaͤt im Churfuͤrſtenthum Sachſen in Vorſchlag gebracht, die Waſſer aus den Gruben ohne Aufſchlagewaſſer zu bringen, mittelſt einer ——-Nnͤ=ͤͤ ꝝ—— 2.——— — ᷣ☛ ———* ☛ ☛ 28x 2— B ö+ X△ ——— 2—— von dem Waſſer beym Bergbau hinweg ſchaff3en. 117 einer ſogenannten Perpendiculmaſchine, welche beſtehen ſollte aus zwey Perpendi⸗ culn 69 zwo Federn, einer großen Zugſtange, welche durch die Perpendiculwelle das Rad bewegen ſollte, und von da eine Zugſtange, welche hinwieder, mittelſt zwo anderer kleinen Stangen, durch einen doppelten Stiefel das Waſſer in einer großen Roͤhre in die Hoͤhe treiben ſollte, daß ſolches aufs Waſch⸗oder Pochrad fallen, und bis an 40 Puchſtempel treiben, und das Waſſer aus den Gruben etliche 100 Lachter hoch erheben könnte. Dieſe Maſchine ſollte auch dienen koͤnnen, Erz und Berg aus den Gruben zu foͤrdern, das Waſſer auf hohe Berge und Thuͤrme zu bringen; ferner zu allerley Muͤhlen, und bey den Waſchwerken und Schmelzen auf hohen Bergen, wo kein Waſſer fuͤrhanden waͤre. 3. Da man aber allhier an der Moglichkeit dieſes Perpetui mobilis aus me⸗ chaniſchen Gruͤnden gezweifelt: So hat man es damit auf keine Probe ankom⸗ men laſſen wollen. ee§. 27.. en Anno 1715. hat ein Muͤller in Goslar, Daniel Linſe, vorgeſchlagen, bey Vorſchlag, das ausgeleerten Teichen das Waſſer aus der Grube durch Menſchenhaͤnde zu ſchaffen. Lrtenaſſer Zu ſolchem Ende muͤſte man einen ſeigern Schacht haben, der zwiſchen dem Ge⸗ utd Menſchen, zimmer 5 Schuh weit, und 6 Schuh lang vor die Maſchine ſey; alle 20 Lachter bringen, und tief, allwo die Maſchinen regieret wuͤrden, muͤſte im Schachte 24 Schuh lang, Wet⸗ uherie 16 Schuh breit, und 20 Schuh hoch, Naum gemacht werden. Bey jetziger Tiefe Süͤt einzuſäh⸗ der Grube und vielen Waſſern auf der Bockswieſe muͤſte man 20 Maſchinen ha⸗ ben, wenn damit die Waſſer zu Sumpfe gehalten werden ſollten. Jede Maſchine wuͤrde auf 400 Thlr. kommen, und zur Bewegung woͤchentlich 160 Perſonen zu halten ſeyn. Auf die Reparation wuͤrde Anfangs nicht viel gehen, weil das Werk ſtark genug gemacht werden koͤnnte, und in einem ſeigern 20 Lachter tiefen Schach⸗ te koͤnnte man den Effect in einer Probe ſehen. Man hat aber den Vorſchlag verworfen, weil ſeigere Schaͤchte, und der be⸗ Phrt⸗ Raum in hieſigen Schaͤchten, zu ſolchen aparten Vorrichtungen fehlet, daß alſo zu ſolchem Werke neue Schaͤchte vorzurichten waͤren, welches auf der Bocks⸗ wieſe wol unter 30 bis 40000 Thlrn. nicht moͤglich ſey; daß ferner 20 Maſchi⸗ nen zu bauen 8000 Thlr. und der woͤchentliche Unterhalt von 160 Perſonen 200 Thlr. koſten wuͤrden. Eben dieſer Linſe hat zu gleicher Zeit vorgeſchlagen, die Kunſtſaͤtze zu ihrer Erleichterung von ſtarken buͤchenen Bohlen und I Quadratſchuh inwendiger Wei⸗ te zu machen; anſtatt des Leders aber hoͤlzerne Leiſten zu brauchen. Ein ſolcher hoͤlzerner Satz ſollte ſo viel Waſſer bringen, als 2 der ſonſt gebraͤuchlichen eiſernen Saͤtze, mit Holz und Eiſenwerk gegen 12 Thlr. koſten, und 4Jahr dauren. Wenn die Leiſte etwa in 11 Wochen auf dem Kolben abgenutzet ſey: So waͤre ſie fuͤr 12 Mgr. wieder zu machen. Ein neuer Kolben mit Leiſten und ſtaͤhlernen Federn kaͤme auf 26 Mgr. ohne ſtaͤhlernen Federn aber auf 18 Mgr. und jede Spindel 6 bis 9 Mgr. hoͤher als die jetzige. Dieſer Muͤller hatte ſchon einige Jahre zuvor zum Clausthal auf dem Thurm Roſenhof eine Probe damit gemacht, da der Satz doppelt Waſſer gebracht, und 22 Wochen, doch mit zweymaliger Einſetzung neuer Leiſten, gegangen iſt. In ſol⸗ cher Zeit iſt aber die eine Wand entzwey gegangen, und alſo der Satz unbrauchbar worden. Dieſen Vorſchlag hat er nun bey Gelegenheit des vorhergehenden von neuem zum Zellerfelde auf die Bahn gebracht, wobey man aber folgendes in Be⸗ trachtung gezogen. Rechne man das Leder auf 2 eiſerne Goſſen in 22 Wochen, die Wuche auf einen Satz 4Loth: So betrag ſolches 5½ Pfund, à 7½ Mgr. und I. Theil. g in 4 . 3 1 1 1 * 1 4 1 1 4 G' * 5 † 1 a . . 6 1 44 1 „ 2 1 82 4 8 1 4 3 1 4 — 1 . 2 2 — 1 ₰ 8 4 4 1 1 4 6 1 4* 1 7 1 7. 8 * 4 4.— * 4 6* 1 1 B 4 3 3 *. „ 1 1 1 3 V ¹ 4 G 4 . 6 A 1 1 G X⁴ 1 4 3 4 4 8 * Von Feuerma⸗ ſchinen. 118 I. Th. II. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß in 22 Wochen 1 Thlr. 5 Mgr. 2 Pf. davon abgezogen, was die zweymaligen hoͤl⸗ zernen Leiſten koſten, als 12 Mgr. ſo blieben 29 Mgr. 2 Pf. bey den hoͤlzernen Goſſen Vortheil. Wenn aber alle 22 Wochen ein neuer holzerner Satz fuͤr 12 Thlr. angeſchaffet werden ſollte, weil der auf dem Roſenhof zur Probe geweſene nicht laͤnger gehalten: So wuͤrden, abſonderlich auf Gruben da 100 und mehr Säͤtze in taͤglichem Gange zu erhalten waͤren/ große Koſten auflaufen. Daß die⸗ ſer holzerne Satz ſo viel Waſſer bringe, als 2 der jetzigen eiſernen Goſſen, ſey gar natuͤrlich, weil in ſolchen hoͤlzernen Satz noch etwas mehr Waſſer gehe, als in 2 eiſernen Goſſen, von 9½ Zoll im Diameter; deſſen aber ohngeachtet wuͤrde die Grube nicht ehe zu Sumpfe zu bringen ſle weil durch ſolche weite hoͤlzerne Saͤ⸗ tze der Kunſt keine Erleichterung verſchaffet werde, ſondern die vorige Laſt zu heben bliebe, wie die Erfahrung auf dem Roſenhofe gelehret. . 28. Ale bisher erwaͤhnte Maſchinen werden durch Gewichte, oder thieriſche Kraͤfte, oder durch die Action zweyer Elemente, des Waſſers und der Luft, in Bewegung geſetzet. Es war alſo 5* uͤbrig, auch das ſo wuͤrkſame Element des Feuers zu unſerm Dienſt auf eine geſchickte Art anzuwenden, um ſo mehr, da es uͤberall, zu allen Zeiten, auch in jedem noͤthigen Grad zu erhalten iſt, und hingegen Waſſer und Wind an theils Orten gar nicht, oder nur zu gewiſſen Zeiten, zu haben ſind. Man findet in des Mattheſius Sarepta und zwar in der 12ten Anno 1559. gehaltenen Predigt eine Anzeige einer Feuermaſchine, wenn er ſchreibt, daß zu ſeiner Zeit Waſſer mit Feuer, jedoch am Tage, ja daß durch Waſſer, Wind und Feuer, der Berg und Waſſer aus dem Tiefſten gehoben wuͤrden. Mehrere Nachricht giebt er aber davon nicht. Am Ende des vorigen Jahrhunderts haben zu gleicher Zeit Amontons in Frankreich, der Marpurgiſche Profeſſor, Diony⸗ ſius Papin, in Deutſchland, und der Capitain, Thomas Savery, in England, an Mitteln gearbeitet, das Feuer zur Bewegung der Maſchinen zu gebrauchen. Amontons hat ſeine Feuermühle in den Memoires de lacad. des ſci. 1609. bekannt gemacht, die aber nicht zur Wuͤrklichkeit gelanget iſt. Sie beſtehet in ei⸗ nem verticalſtehenden Rad, das in ſeinem Umkreiß zwo Reihen von gleich vielen concentriſchen Zellen uͤber einander hat. Die aͤuſſern Zellen ſind bey weitem die groͤſten, und enthalten bloß Luft. Von den innern Zellen aber ſind die, ſo in dem einen Quadranten der untern Haͤlfte des Rades ſtehen, mit Waſſer angefüllet. Vermoͤge dieſes Gewichts wuͤrde ſich das Rad drehen, bis auf beyden Seiten des Verticaldurchmeſſers gleich viel Waſſer ſtuͤnde, und alsdenn ruhen. Damit aber das Rad in ſteter Bewegung bleibe: So muß das mit dem Rade niederſteigende Waſſer durch irgend eine Kraft ſtets in die hoͤhern Zellen erhoben werden, damit es den vorigen Quadranten wieder einnehme, und alſo dem Rad einen beſtaͤndigen Trieb zur Bewegung gebe. Dieſes wird nun auf folgende Art erhalten: Die aͤuſſern Zellen gehen nach der Reihe an einem Feuer vorbey, das man an der einen Seite des Rades anleget, dadurch wird die Luft in der Zelle ausgedehnet, dringet durch eine Communicationsroͤhre in die zuſtimmende Waſſerzelle, und druͤckt das Waſſer durch die mit einer Klappe verſehene Oefnung in die naͤchſt hoͤhere Zelle. Die nun eben erwaͤrmte Luftzelle gehet alſobald durch ein Behaͤltniß von kaltem Waſſer durch, wodurch die Luft ſich ſchnell erkaͤltet, und wieder in den vorigen Raum zu⸗ ſanern ſihet um nach geſchehenem Umlaufe des Rades die gleiche Wuͤrkung zu wiederholen. Poapin hat von ſeiner Erfindung Anno 1608. zuerſt eine Probe gemacht, und ſie Anno 1707. in ſeiner Schrift, ars nova aquam ignis adminiculo Daif Caculilme —+₰ — von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 119 caciſſime elevandam in vielen Stuͤcken verbeſſert beſchrieben. Man findet da⸗ von den Riß in Leupolds Theatro mach. gen. Tab. 53. wie auch, etwas ver⸗ aͤndert, in deſſeben Ph. mach. hydraul. I. II. tab. 42. und in Belidors Ar⸗ chit. hydr. T. I. Buch 4. Die Maſchine des Savery aber iſt ausfuͤhrlich be⸗ ſchrieben und gezeichnet in des ſel. Prof. Weidler Ir. de machinis hydrauli- cis toto terrarum orbe meifi9 Marlyenſi& Londinenſi, und vornehm⸗ lich in Belidors Arch. hydr. T. J. c Bey beyden Maſchiin des Papin und Savery wird der Waſſerdampf gebraucht, um einen Luftleeren Raum zu machen, jedoch iſt zwiſchen ihnen dieſer Unterſchied, daß die erſtere mehr zur Abſicht hat, Waſſer mit Gewalt gegen ein Muͤhlrad zu ſpruͤtzen, die zwote aber, das Waſſer unmittelbar zu erheben. Ferner iſt die erſtere noch gar ſehr unvollkommen, des Savery ſeine hingegen vielleicht die vollkommenſte und ſinnreichſte, die der menſchliche Verſtand je ausgedacht hat. Eine Maſchine, die aus ſich ſelbſt ihren Unterhalt ziehet, und ſelbſt alle Bewegun⸗ gen ohne eines Menſchen Huͤlfe hervor bringt, die zu ihrem Spiel gehoͤren. Um einen allgemeinen Begrif von dieſer Maſchine zu haben: So ſtelle man ſich einen Helm voll ſiedenden Waſſers vor, uͤber welchem ein Stiefel ſtehet, der mit ihm durch ei⸗ ne Roͤhre Gemeinſchaft hat. Wenn dieſe Roͤhre offen iſt: So tritt der Dampf in den Stiefel, verjagt daraus die Luft und treibt den Kolben, des Widerſtandes der aͤuſſern Luft ohngeachtet, in die Hoͤhe. So bald der Kolben ganz oben ange⸗ langet iſt, verſchließt ſich die Communicationsroͤhre zwiſchen dem Helm und dem Stiefel, und es ſpringt durch eine andere Oefnung ein Strahl kalten Waſſers in den Stiefel, der den Dampf wieder zu Waſſer verdicket. Dieſes Waſſer laͤuft durch Röhren wieder ab, und zum Theil in den Helm, um den durch den Dampf erlittenen Abgang zu erſetzen, und in dem Stiefel entſtehet ein von Luft beynahe leerer Raum, ſo daß der Kolben durch den Druck der Athmoſphaͤre niedergehen muß. Dieſer Kolben haͤngt aber an dem einen Ende eines großen Wagebalkens, und zieht folglich das an dem andern Ende hangende Geſchleppe von den in den Schacht gehenden Kunſtſtangen in die Höhe, oder treibt auch, vermittelſt eines Druckwerks, das Waſſer zu einer gewiſſen Hoͤhr. Eine ſolche Maſchine treibt zu London bey Yorkbuildings das Waſſer aus der Themſe auf eine Hoͤhe von 124 Fuß, wovon es hernach in die Haͤuſer vertheilet wird. Dieſe hat ein Heßiſcher Artilleriemajor, Weber, dorten geſehen, und, wie hernach folget, auf dem Harz brauchbar machen wollen. Derſelbe hat ſie auch, laut ſeines Handſchreibens an einen vornehmen Hannoͤverſchen Miniſter, Anno 1715. in Caſſel auf Befehl des Herrn Landgrafen im kleinen verfertigen laſſen, wo ſie zu jedermanns Verwunderung ausgefallen. Es widerſpricht dieſes dem Vor⸗ geben, daß der Kayſerl. Baumeiſter und Rath, Herr von Fiſcher, ſie zuerſt in Caſſel habe bauen laſſen, wie in dem merkwuͤrdigen Wien vom Febr. 1727. S. 94 geſaget wird. Anno 1722. hat ſie ein Engellaͤnder und Kaiſerl. Ingenieur, Iſaac Potter, zu Koͤnigsberg in Ungarn angeleget. Sie ſulte Anfangs in Schemnitz ſtehen/ wo man in Sommerszeiten, bey eintretendem Waſſermangel, 500 Pferde zu dem Bergbau halten muſte. Aber der Widerſtand der Leute, die von dieſen Pferden ihren Verdienſt hatten, hat es veranlaſſet, daß ſie in Königsberg gebauet worden, wo ſie wider je⸗ dermanns Vermuthen das Waſſer, welches 52 unſerer Lachter hoch, in einem alten ed geſtanden, in kurzer Zeit ausgeleeret hat. Dieſe Maſchine hat der be⸗ ſagte Herr von Fiſcher,(der ſich zu dem Ende, nach einem Schreiben aus Wien nach Hannover, in einen Tagloͤhner verkleidet,) dorten ſo gruͤndlich ſtudiret/ daß er ſie gleich darauf in dem Fuͤrſtl. Schwarzenbergſchen Garten zu Wien den vierten Theil ſo groß, mit einem Aufwande von 2e Gulden, bauen laſſen, wo ſie das b g 2 von 120 I. Th. II. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß von den Waſſerkuͤnſten abgelaufene Waſſer, durch ſchraͤge 320 Klafter lange Roͤh⸗ ren, 75 Fuß hoch in ein Behaͤltniß getrieben. u Freſnes bey Condeè in Frank⸗ reich iſt dieſe Maſchine an einer Steinkohlengrube angeleget worden, und dieſe iſt es, die Belidor in ſeinem Werke ſehr deutlich beſchrieben und berechnet hat. Da⸗ hin verweiſe ich den Leſer, und halte es fuͤr unnothig, die ſonſt in meinen Haͤnden befindliche Riſſe von der Koͤnigsbergſchen Maſchine hier mitzutheilen, da ſie von der Engliſchen und der im Belidor beſchriebenen in weſentlichen Stuͤcken nicht abgehet. Hingegen iſt es meinem Zwecke gemaͤß, die Unterhandlungen hier bey⸗ zubringen, die man uͤber derſelben Einfuͤhrung auf dem Harze gepflogen hat. *§. 29. Anno I 15. haben der verſtorbene Hannoverſche Generalmajor, Johann Jacob Bruͤckmann, der damals noch Major von der Artillerie geweſen, und der Deſſencaſſelſche Artilleriemajor, Johann Heinrich Weber, dieſe Feuermaſchine, mit folgender Specification ihres mancherley Nutzens, angetragen. 5 „ 1) Kann das Waſſer aus allen Gruben, ſie moͤgen ſo tief ſeyn als ſie wol⸗ „ len, dadurch heraus gebracht werden, und iſt fuͤr ſolche Maſchine keine Grube „ zu tief. Ja, wenn es moͤglich, eine Maſchine zu bauen, die ſtark genug waͤre, „ vermoͤgte man dadurch das Waſſer aus dem Centro der Erden zu heben. „„ Nur dieſes iſt dabey zu obſerviren, daß, je hoͤher das Waſſer zu heben, und je 3. döſer die Quantitaͤt deſſelben, je koſtbarer es zu practiciren und zu bewerkſtelli⸗ gen iſt. ¹„ 2) Kann man dadurch bey Erbauung jeder Gruben das Stollentreiben „ gaͤnzlich enthoben ſeyn, und koͤnnen alle Unkoſten, welche ſowol bey Erbauung als „ Unterhaltung derſelben jaͤhrlich angewendet werden muͤſſen, nicht allein erſparet, „ſondern auch das große Capital, das ſo viele Jahre ohne einiges Intereſſe ange⸗ wendet worden, beſſer emploiret, und von der langen Zeit, welche die Stollen zu „ treiben koſtet, beſſer profitiret werden. Und weil um der Stollen willen man „ nach heutiger Methode allezeit die Gruben oder Lichtloͤcher auf Berge und Hoͤ⸗ „hen hat machen muͤſſen: So kann man nun durch Huͤlfe unſerer Maſchine den „ Schacht hinmachen, wo nur Erze zu finden ſind, die Situation mag beſchaffen „ ſeyn, wie ſie immer wolle. „ 3) Kann man durch Huͤlfe dieſer Maſchine allezeit clarificirte und gute „„Luft in die Gruben bringen, und dadurch die unterirdiſchen boͤſen Wetter(wel⸗ „che, wie es bekannt, viele Verhinderung machen) vertreiben. „ 4) Wenn in den Gruben geſchoſſen worden, und der Dampf in etlichen „ Stunden ſich nicht verziehet, auch die Arbeiter deßwegen inne halten muͤſſen: „ So kann unſere Maſchine denſelben Dampf in kurzem vertreiben und die Ar⸗ „ beit befoͤrdern. 2 . 5) Kann man das Waſſer, das anjetzo durch die Stollen ohne Nutzen 55 wegfallet durch unſere Maſchine nach Nothdurft an den Tag bringen, und da⸗ „. durch ein Muͤhlrad treibend machen, auch damit vielfaͤltigen Nutzen verſchaffen. „ 6) Koͤnnen alle die Pferde, welche anjetzo die Erze heraus treiben muͤſſen, „abgeſchaffet, und die Erze mediatement durch Huͤlfe unſerer Maſchine heraus „getrieben werden. „7) Koͤnnen dadurch auf einem ſtillſtehenden Waſſer oder Teiche ſo viel „Waſſermuͤhlen oder Treibraͤder, als man will, und auch ſo ſtark, als man ſelbige „verlanget, angeleget und umgetrieben, und ſogar durch einen Waſſerfall 2. 3. „Treibraͤder uͤber oder unter einander gemacht und ſehr viel Vortheil damit ge⸗ „ ſchaffet werden. 3 „ 8) Kann —- Jð 2 2· „„— 2 2 P„—— ——— ———8 8—— R von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 121 „„ 8) Kann man dadurch die Waſſer aus einem Teich, der in der Tiefe lie⸗ „ get, in einen andern Teich, der viel hoͤher gelegen, oder das Waſſer, das aus dem „ unterſten oder lezten Teich ohne Nutzen wegflieſſet, nach Nothdurft wieder in „ den erſten oder oberſten Teich fuͤhren. „9) Wenn es die Noth erfodert, kann Waſſer dadurch uͤber einen Berg „ hinuͤber gefuͤhret werden.— „„ 10) Kann man auch das Waſſer, das allbereits ſchon ein Rad getrieben, „ und von demſelben abfaͤllet, ſogleich wieder auffangen, und in die Hoͤhe bringen, „ ſo hoch, als nothig iſt, und noch ein ander Rad, ſo nahe bey, oder ſo ferne von „ dem erſten, als man es haben will, anlegen, das mit derſelben Force, als das „ erſte, kann umgetrieben werden. „ I11) Beym Bruͤcken⸗oder Schleuſſenbau, wo die Waſſer mit ſehr „ ſchweren Koſten, entweder durch Pferde oder Menſchenkraͤfte, heraus gezwun⸗ „ gen werden muͤſſen, koͤmmt dieſe unſere Maſchine ſehr wohl zu ſtatten. „ 12) Wo Staͤdte oder Schloͤſſer auf einem Berge oder Hoͤhe gelegen „ſind, und denſelben das Waſſer mangelt, und, wie oft geſchiehet, daſſelbige durch „ Pferde, Eſel, oder Menſchen mit großen Koſten hinauf gebracht werden muß, „ allda kann dieſe Maſchine gute Dienſte thun, und die guten Waſſer, ſo nahe ſie „ zu haben ſind, aufheben, und dieſelbe auf das Schloß oder Stadt jedermann in „„ ſeine Kuͤche ſpringen machen. „ In Summa alles was bishero in den Bergwerken große Unkoſten und » Aufenthalt an der Arbeit verurſachet hat, und was mit den jezt uͤblichen Ma⸗ „ ſchinen und Kuͤnſten nicht hat koͤnnen praͤſtiret werden, das iſt, hauptſaͤchlich zu „ ſagen, die Waſſer zu geben da ſie fehlen, und wegzunehmen da ſie hindern, das „ können wir durch den göttlichen Beyſtand durch unſere Maſchine zuwege brin⸗ „ gen, und, ſo weit es die Grenzen der Natur zulaſſen, moͤglich machen; auch wird „ dadurch keinem Menſchen, in was Bedienung er auch bey den Bergwerken ſte⸗ „ hen mag, ſein Brod abgekuͤrzet, ſondern es wird vielen dadurch zum Brode ge⸗ „) holfen, und fuͤr viele mehr Arbeit geſchaffe. Weil man nun auf dieſe Manier „ ohne Stollen Gruben anlegen kann, wo man will, und weil die Gruben trocken „ gehalten werden kͤnnen: So kann auch continuirlich darinn gearbeitet werden, „ und haben deswegen alle diejenigen, welche an den Kuxen participiren, Urſache „ ſich zu erfreuen. In einer vorher nach Hannover geſandten Specification war noch dieſes mit angefuͤget:„„ Eine Maſchine, die ſo ſtark gebauet, daß ſelbige eines Feuers beduͤrf⸗ „ tig iſt, welches in Zeit von 24 Stunden ½ Klafter, als 171 Cubicfuß, Holzes „ verzehret, kann binnen ſolcher Zeit 6480 Ohm oder 1080 Fuder Waſſer 150 „ Fuß hoch(waͤren hier 223 Lachter, und alſo die Hoͤhe von 43 Saͤtzen) aufhe⸗ „ ben in einer Roͤhre, die 7 Zoll in ihrem Diameter weit iſt. Nach dieſer Pro⸗ „ portion koͤnnen nun leicht alle Tiefen nach der Quantitaͤt des Waſſers, das „) heraus zu heben iſt, calculiret, und alſo die Maſchine, per conſequens auch „ das Feuer, nach Erfoderung eines jeden Orts Nothwendigkeit, großer oder klei⸗ „ ner gemachet werden.„ Zum Anbau dieſer Maſchine haben ſie folgende Materialien Holz, Eiſen, Pech, Glas, Leder, Steine, Kohlen, Kalk, Stahl, Sand, Zinn, linnen Tuch, Bley, wollen Tuch, Bindfaden, Ziegelſteine, Seile, Nagel, Kupfer, Leim, Leimen, Meßing und Hausblaſen verlanget, und, auf Befragen, wie viel die Materialien zu der Probemaſchine ohngefehr koſten ſollten, geantwortet, daß ſelbige ohngefehr auf 2000 Thlr. zu ſtehen kommen wuͤrden. I. Theil. Hh§. 30. Contract zwi⸗ ſchen dem Berg⸗ amte und den beyden Majors, der aber nicht ratificivet wor⸗ den. 122 I. Th. II. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß §. 30. Fur dieſe Wiſſenſchaft und erſte Probemaſchine forderten die beyden Ma⸗ jors 100000 Thlr. zur Belohnung und ein Privilegium auf 20 Jahr, woruͤber zwiſchen dem Bergamte und ihnen folgender Contract aufgerichtet worden. „ 1) Soll die Probe dieſer Maſchine gemacht werden, ſo bald ſichs immer „thun laͤſſet. „ 2) Soll die Maſchine hingeſetzet werden, wo es die beyden Maſors fuͤr „noͤthig erachten. um Waſſer aus dem unterſten Teiche, der zwiſchen Clausthal „ und Zellerfeld gelegen iſt, wieder hinauf in den erſten oder oberſten Teich, der „ uͤber der Carolina gelegen iſt, zu hringen. „3) Des Waſſers ſoll ſo viel ſeyn, daß es ein Rad treiben kann, und wenn „denn dieſes effertuiret iſt: So ſoll W „—) denen beyden Majors aus dem Bergamte zum Recompens 100000 „ Thlr. baar an Stuͤcken gezahlet werden. „ 5) Sollen die beyden Majors binnen dieſen 20 Jahren Macht haben, z, den Maſchinendirector, den ſie dazu fuͤr tuͤchtig erſehen, zu erwehlen, und den⸗ „ſelben wohl informiren, der allezeit bey dieſer Maſchine, als auch bey denen die „noch gebauet werden, bleiben, und ſelbige dirigiren, repariren und handhaben „ muß; ſoll aber vom Bergamt jaͤhrlich mit 600 Thlrn. freyer Wohnung und „ Futter auf 2 Pferde ſalariret werden. „ 6) Unter dem Maſchinendirector muͤſſen bey jeder Maſchine, nachdem ſie „groß oder klein, zween oder drey Kerle, die einander Tag und Nacht abloͤſen, und die „dabey noͤthige Arbeit und Aufſicht verrichten, angenommen und jeder woͤchent⸗ „lich mit 2 Fl. unterhalten werden, welche von des Directors Ordre dependiren. „ 7) Der Maſchinendirector, ſamt allen ſeinen, untergebenen Leuten ſollte „ gehalten ſeyn, denen Autoribus vor dem Berggerichte einen theuren Eid zu „ ſchweren und zu halten, daß ſie niemanden, es ſey ein Einheimiſcher oder Aus⸗ „ laͤnder, in oder auſſer dem Lande, dieſe Wiſſenſchaft offenbaren, oder jemanden, „eer ſey auch wer er wolle, ausgenommen den Herren Berghauptleute, ſehen „ laſſen wo d „ 8) Soll das Bergamt auf ihre Koſten alle Materialien, ſo zu dieſe 2 „ſchine erfodert werden, herzugeben goſt ſeyn. ſ zu deſer Mo „9) Sollen beyde Majors allen Arbeiterlohn, ſo zu der Maſchine erheiſchet „werde, aus eigenen Mitteln zahlen. „ 10) Soll das Bergamt, nachdem die erſte Maſchine fertig iſt, und ihren „„verſprochenen Effect gethan hat, gehalten ſeyn, den Majors ihr ausgeſchoſſen „ Geld, ſo viel ſie deſſelben an Arbeitslohn fuͤr die Maſchine angewandt, zu reſtituiren. „ I1) So lange beyde Majors allhie auf dem Harze ſich wegen dieſer erſten „Maſchine, wie auch wegen deren die hinkuͤnftig gebauet, gebeſſert oder repariret „„ merden, ſich aufhalten muͤſſen, ſoll jedem taͤglich 4 Thlr. Diaͤtengeld gereichet „„ werden. „ 12) Wenn hinkuͤnftig mehr Maſchinen gebauet werden: So ſoll das „Bergamt, ſo gut es kann, mit den beyden Majors uͤberhaupt dafuͤr accordiren, „ und wenn ſie nicht daruͤber eins werden koͤnnten, ſoll das Bergamt gehalten „ fhyn nen auf 5 Jahr den Profit zu laſſen, den ſie dadurch zuwege bringen 22* „ 13) Wenn die vorbeſagte Probemaſchine gemacht, und ihren Effect gethan „hat, und kuͤnftig noch mehr Maſchinen, 33 ſchon nach, gebauet Ketet eihen „ So ſoll das Bergamt ſolche Koſten uͤber ſich nehmen, und die beyden Majors „ nicht ferner gehalten ſeyn, den Vorſchuß fuͤr die Arbeitsleute zu thun. „ I4 Ver⸗ von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 123 „ 14) Verſpricht das Bergamt denen Autoribus ein Koͤniglich und Fuͤrſt⸗ „lich Privilegium, ſo auf 20 Jahr in dieſen Landen gehalten werden ſoll, ohne „Koſten uͤber dieſe Maſchine zu verſchaffen, und ſelbige auch dabey zu mainteni⸗ „ ren, und wo ein kluger Kopf es ablernte und nachmachte, und es fuͤr ſeine In⸗ „ vention ausgaͤbe, und binnen dieſer Zeit in dieſen Braunſchweigſchen Landen da⸗ „ mit ertappet wuͤrde, ſoll ſolcher nach der Gebuͤhr geſtrafet werden, und die Ma⸗ „ ſchine verkauft, und die Haͤlfte an die Autores, die andere Haͤlfte aber der „Kammer anheim fallen.. „ 15) Wenn binnen dieſer Zeit ihres Privilegii, als von 20 Jahren, von „ dieſen beyden Majors einer ſterben ſollte, ſoll der lezt lebende in den voͤlligen „ Contract alleine treten, und des hinterlaſſenen Erben von allem, was er nach „ des erſten Tode erwirbet, die Haͤlfte auszahlen, und die unter ihnen aufgerichtete „ Contracte erfuͤllen. „ 16) Sollten ſie aber binnen dieſer Zeit alle beyde ſterben: So ſoll derſe⸗ „ nige, der das Privilegium in Haͤnden hat,(der wird nothwendig ein ſolcher „ ſeyn, dem es die beyden Majors erlernet, und dazu inſtruiret haben,) nur; Theil „von allem, was er hinkuͤnftig bis zum Verlauf dieſer Zeit in hieſigen Landen „ damit erwerben kann, fuͤr ſich behalten, die andere aber ſollen die hinterlaſſene „ Majors Familien zu genieſſen und zu theilen haben. Sollten aber die beyden „Autores todt ſeyn, und der eine hinterlaͤſſet keinen Erben: So ſoll der Suc⸗ „ Ceſſor mit den noch vorhandenen gleich theilen. „ 17) Sollten aber beyde Autores ſterben und Soͤhne hinterlaſſen: So „ ſoll der Succeſſor oder der Gevollmaͤchtigte, der das Privilegium alsdenn in „„ Haͤnden haben wird, gehalten ſeyn, den hinterlaſſenen Soͤhnen ſolche Kunſt zu „ erlernen, damit ſelbige in ihrer Vaͤter Accord treten. „ 18) Sollten aber nach GOttes Willen beyde Majors vor dem Verlauf „der 20 Jahre ſterben, und keiner einen Erben hinterlaſſen: So ſoll das Pri- „ Vilegium ſamt allem Vortheil an das Bergamt verfallen ſeyn, und kein Suc⸗ „ Ceſſor einiges Recht noch Vortheil daran zu praͤtendiren haben. Clausthal, „ den IIten Dec. 1715.„ Zu dieſem Contract iſt jedoch die Ratification aus beſondern Urſachen von Hannover nicht erfolget, und dieſes Werk auch nicht zu Stande kommen. Nach der Zeit, nemlich Anno 1720. haben dieſe beyden Ingenieurs die Wuͤrkungen ihrer Maſchine unter folgendem Titul durch den Druck bekannt gemacht: Neuerfundene Elementarmaſchine, oder Univerſalmittel, bey allerley Waſſer⸗ hebungen, wodurch man ohne Wind, ohne Fluͤſſe und ohne Menſchen und Thiere Kraͤfte allerley Muͤhlwerke, vehemente continuirliche und egale Bewegungen ma⸗ chen, und die Waſſer aus den Tiefen erheben kann ꝛc. Allen Potentaten und Staaten, welchen damit gedienet, auf ſehr billige Conditiones in gebuͤhrender Submiſſion dargeboten. §. 31. Als man 1718. im Bergmanndtroſzer Schachte zu weitern Abſinken das 3ween neueVor⸗ Grundwaſſer, bey Ermangelung einer Kunſt, nicht ohne viele Koſten mit Pumpen ſchläge zur Ge⸗ gewaͤltigen muſſen: So hat der damalige Maſchinendirector/ Bernhard Ripking, in diamurferder Vorſchlag gebracht, eine Maſchine, welche er bey dem Engliſchen Bergwerke geſe⸗ hen, ohne Radſtube und Kunſtrad im Fahrſchachte vorzurichten, wozu er nicht mehr als 12 Zoll ſtark Waſſer erfodere, um die Gruben zu Sumpfe zu halten. Dieſe Maſchine beſtand aus eiſernen Kammraͤdern und einem Schwungrade, und war das Rad, ſo die Saͤtze ziehen ſollen, kaum 1bo, als der krumme Zapfen geveſin 2 ei ——— 1 2——* 3. 3* 22 4 124 I. Th. II. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß Weil ſich aber der Schacht, der zu dieſem Behuf etwas hinaus ins hangende ge⸗ brochen werden muͤſſen, von Tage zu Tage geſetzet und das Kunſtwerk angepfaͤn⸗ det: So hat dieſe Maſchine nicht in Gang und Stand gebracht werden konnen. Anno 1721. hat ein Ungenannter, der 40 Jahr bey austraͤglichen Bergwer⸗ ken in Bedienung geſtanden haben wollte, eine Maſchine fuͤr 40000 Thlr. ange⸗ boten, womit auch noch ſo ſtarke Waſſer bis auf 70 Lachter hoch gehoben wuͤrden. Sie ſollte gar keinen Waſſerfall brauchen, ſondern auf allen hohen Bergen, auch, weil ſie nur einen Raum von 4 Fuß Breite und 10 Fuß Laͤnge brauche, in allen Strecken und Stollen angebracht, und entweder von einem, oder, wenn der Zufluß der Waſſer gar zu ſtark, von zweeen Menſchen, oder auch wol mit einem Tritt⸗ rade, welches durch ein Stuͤck Vieh getrieben wird, beweget werden koͤnnen. Wenn die Waſſer durch eine Rohre von 2 Zoll im Durchmeſſer ausgezogen werden koͤnnten: So wuͤrde ſie an dukoſeenuſſe den hoͤlzernen Roͤhren, 60 bis 70 Thlr. zu ſtehen kommen. Wenn aber wegen ſtaͤrkern Zuſtuſſes der Waſſer ſtaͤr⸗ kere Roͤhren von 3. 4 bis 6 Zollen erfodert wuͤrden: So muͤſſe die Maſchine in ihrem Röhrwerke dupliret oder tripliret werden, folglich etwas mehr Koſten und etwas groͤßern Raum haben. Auf des ſel. Bartels Vergleichung derſelben mit e den gewoͤhnlichen Kuͤnſten und Berechnung ihrer Unkoſten iſt ſie abgewieſen worden. §. 32. Bartels neue Nach dieſer Unterſuchung hat Bartels A. 1719, den Herrn Berghauptleuten Vorſchläge mit beyder Communion⸗Herrſchaften einen Aufſatz uͤbergeben, worinn er zeigen wollte, Aurſchibiamaf daß mit den jetzigen halben Aufſchlagwaſſern zweymal ſo viel Grundwaſſer, oder mit ſer viermal ſo den jetzigen vollen Aufſchlagwaſſern viermal ſo viel Grundwaſſer, zu Tage zu ſchaf⸗ viel Grundwaſ fen ſey. Ich ruͤcke ihn hier in extenſo ein, weil er einige nutzliche Anmerkungen ſer auszuziehen. und des ſel. Mannes Meynung von den Harziſchen Kuͤnſten enthaͤlt. „ Es iſt bekannt, daß zum Betrieb der am Harze befindlichen Bergwerks⸗ „ Waſſerkuͤnſte die Aufſchlagewaſſer von einigen Baͤchen und Quellen bey Fluth⸗ „ zeiten in den Teichen aufgefangen und zum Vorrath geſammlet werden, damit „ ſolche Kuͤnſte, obſchon die Fluthwaſſer verſchoſſen und ein Ende genommen, „ dennoch im Gange bleiben, und die Gruben zu Sumpfe gehalten werden koͤn⸗ „ nen, welches denn ein ſehr nuͤtzlich Werk, abſonderlich wenn ſolche aufgeſamm⸗ „ lete Waſſer ſo lange zulaͤnglich hinreichen koͤnnen, bis wieder eine Fluth komme, „ dadurch nicht allein die Kuͤnſte betrieben, ſondern auch die Teiche wieder ange⸗ „ fuͤllet werden. Nun gibt aber die taͤgliche Erfahrung, daß ſolche Fluthen of⸗ „ ters langſam oder gar ſpaͤte kommen, da die Kuͤnſte aus Mangel der Aufſchla⸗ „ gewaſſer ſchon ſtehen, und die Gruben oder Grundwaſſer aufgangen, auch wol „ ſo hoch, daß ſolche durch eine Fluth nicht wieder gewaͤltiget, noch die ausgeleer⸗ „ten Teiche angefuͤllet werden koͤnnen. „§. 2. Es wird auch zugegeben werden, daß einige Kuͤnſte ſo ſtark belaſtet, „daß ſelbige nichts mehr ertragen koͤnnen, wenn man ſchon ſtaͤrkere Aufſchlage⸗ „waſſer geben wollte. Derohalben die Waſſer, ſo etwa bey Reparation eines „„Kunſtbruches aufgelaufen, uͤber die ordinaire zu Sumpfhaltung nicht heraus zu „ ſchaffen ſtehen. Andern Orts werden die Gruben tiefer, auch die Zugaͤnge ſtaͤr⸗ „ ker, dahero auch folget, daß mehr Kuͤnſte undſtaͤrkere Au ſchlagewaſſer gebraucht „ und aus den Teichen gezogen werden muͤſſen, wodurch ſolche fruͤh und ohnver⸗ „ muthet abgezapfet werden. „§. 3. Weil dem nun alſo, auch ſolcher Waſſermangel von Zeiten zu Zeiten „ zunimmt, und gar wol von den Bedienten angemerkt wird: So iſt alsdann „ jeder bedacht Huͤlfsmittel hervorzuſuchen, und wird mir daher beygepflichtet „werden, —OQ— von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 125 „ werden, daß dadurch die oͤftere Veraͤnderung und Verlegung der Kuͤnſte, Ver⸗ „hoͤhung der Teiche, Graben und Kunſtraͤder herruͤhre, und daß „§ 4. durch ſolche Huͤlfe oft nur auf wenige Jahre Nutzen geſchaffet wer⸗ „de, und nachgehends abermal neue Vorſchlaͤge hervor geſuchet werden muͤſſen. „ Demnach werde. „§. F. leicht Beyfall erhalten, wenn ich ſage, daß bey Bergwerken ein ſol⸗ „ches nicht abzulehnen, noch weniger die Kuͤnſte ſo anzulegen und vorzurichten „ ſeyn, daß man bis zum Mittelpunct der Erden kommen koͤnne, ſondern es wird » wol dabey bleiben, daß man nachdenken muͤſſe, wie ſolchen Waſſerduͤrftigen „ Gruben von einer Zeit zur andern zu helfen ſtehe. Als nun ein ſolches jedwe⸗ „ dem Bergwerksbedienten oblieget, auch jedem Curioſo frey ſtehet, daruͤber zu „ ſpeculiren, und von dem ausgefundenen ſeine Meynung zu Tage zu geben: So „ habe(wiewol auf Erfodern) mich erkuͤhnet, durch folgenden Entwurf vorzuſtel⸗ „len, wie durch eine ſonderliche Vorrichtung ſo viel zu Werke gerichtet werden „ koͤnnte, daß ſolches auf viele Jahre Nutzen ſchaffen, und die oͤftere Veraͤnderung „ der Teiche, Kuͤnſte und Graben abgelehnet werden moͤchte. „§. 6. Dieſer Entwurf und Vorſtellung zielet eigentlich dahin, eine Vor⸗ „richtung zu machen, dadurch hiernechſt mit 1 bis 2 Kuͤnſten ſo viel ausgerichtet „ werden koͤnnte, wozu anjetzo 2 bis 4 Kuͤnſte in einem Kunſtſchachte erfodert „ werden; oder noch eins ſo viel, und alſo gedoppelte Waſſer aus den Kunſt⸗ „ ſchaͤchten zu Tage zu ſchaffen, und doch mit dem Halbſchied der Aufſchlagewaſ⸗ „ ſer, wie ſelbige anjetzo genommen werden, auszukommen, und den uͤbrigen Halb⸗ „ſchied Waſſer in den Teichen zu behalten. Daß man alſo dieſemnach mit einer „einzigen Kunſt ſo viel wird ausrichten koͤnnen, als mit vieren der jetzigen Kuͤnſte „ geſchiehet. Nachdem nun dieſes vielen unglaublich vorkommen wird: So er⸗ „achte gar noͤthig, vorhero einige Beweisgruͤnde zu ſetzen, woraus zu erſehen, ob „ es möoͤglich ſey oder nicht. Es wird aber ziemlich weitlaͤuftig fallen, kann doch „aber nicht vermieden werden, weil dergleichen Sachen nicht umſtaͤndlich genug „ beſchrieben werden koͤnnen, abſonderlich wenn ein unpartheyiſches ſudicium „ daruͤber zu faͤllen erfodert wird. „§. 7. Anfangs ſetze, wie es gar bekannt und handgreiflich ſey, daß, wenn „ durch eine Maſchine eine groͤßere Gewalt, als ſelbige bisher vermocht, ſoll aus⸗ „ geuͤbet werden, daß ſodann nachgeſetzte 3 Puncte unterſuchet werden muͤſſen, „als 1) ob das pondus auf eine oder andere Art zu erleichtern ſtehe? 2) Ob die „ Potentia kraͤftiger angebracht werden koͤnne? 3) Ob die Maſchine ſtark genug „ ſey, oder auch gemacht werden koͤnne, die Gewalt auszuhalten wenn pondus „ und potentia vermehret werden? Und eben dieſe 3 Puncte muͤſſen auch bey „jetzigen Kunſtwerken unterſuchet werden, wenn man mit denſelben ein mehrers „ und groͤßeres auszurichten gedenket. „§. 8. Ich trage keinen Zweifel, die Herren vom Leder und ſonſt Kunſtver⸗ ſtaͤndige werden davon am beſten judiciren, und dann auf nachgeſetztes mir gu⸗ „ten Beyfall geben; als auf den erſten Punct, wenn die Kunſt leichter gehen ſoll, „ muß das pondus, i. e. das Waſſer in den Saͤtzen vermindert werden; darauf „ wird die Antwort folgen, ſo koͤnnen auch ſo viel Grundwaſſer nicht herauf ge⸗ „ bracht, und die Grube zu Sumpf gehalten werden. Der 2te Punct, wenn denn „die potentia, i. e. die Aufſchlagewaſſer vermehret wuͤrden, um groͤßere auch „ mehr Waſſergewichte heraus zu bringen; darauf werde zur Antwort erhalten, „ daß alsdann die Teichwaſſer ſo viel eher zu Ende gehen, und von der allzuge⸗ „ ſchwinden Bewegung viele Kunſtbruͤche erfolgen wuͤrden. Der 3te Punct, wenn „ man denn die Kuͤnſte mit groͤßern Raͤdern, und alſo mit mehrern Aufſchlage⸗ J. Theil. Ji 5) waſſern 126 I. Th. II. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß waſſern(ohngeachtet, daß die Teichwaſſer bald zum Ende liefen) verſorgete; 5, vaſſen wird zur Antwort fuſae daß ſolches wol eine Unmöglichkeit ſeyn werde, „abſonderlich, weil die auf jetzige Art gemachten Kuͤnſte ſchon öfters genug an „ Eiſen und Holzwerk zerbrechen. „§. 9. Als ich nun§. 6. geſetzet, daß ich vermeine, es koͤnne eine Kunſt al⸗ „ſo vorgerichtet werden, die ſo viel ausrichte, als der jetzo bekannten Kuͤnſte zwey, „ und daruͤber noch den Halbſchied der Waſſer in den Teichen uͤbrig zu behalten, „ oder im Fall der Noth viermal ſo viel Waſſer, doch mit den vollen Aufſchlage⸗ „waſſern, heraus zu ſchaffen, auch nichts an der Zeit zu verlieren: So wollte fol⸗ „gen, daß die Kuͤnſte veraͤndert und auf eine andere Manier gebauet werden muͤ⸗ „ ſten, ſo ich doch auch nicht gewillet, ſondern die jetzigen Kuͤnſte werde an Naͤdern, „Feldgeſtaͤngen, Bleueln, Schwingen und Kreutzern vorerſt laſſen, und wenig „ aͤndern; es muß alſo folgen, daß die begehrte Erleichterung und Vorrichtung in „den Goſſen, Roͤhren, Thuͤrels, i. e. Ventilen, und andern Verſchlieſſungen beſte⸗ „hen muͤſſe, welchem denn auch alſo iſt. s „§. 10. Zuvorderſt aber muß ich eine Kunſt, wie ſolche im wuͤrklichen Gan⸗ „ge und aufs hoͤchſte belaſtet ſeyn koͤnne, vorſtellen, und an ſolcher alle Stuͤcke, „ ſo zu meinem Vorhaben nuͤtzlich oder ſchaͤdlich ſeyn mögen, deutlich erklaͤren, „ Rechnung davon ziehen, und hernach meine Invention durch Gegenrechnung „dabey halten. Setze alſo:.: „§. I1. Es ſey eine Kunſt, ſo gedoppelt auf 60 Lachter hoch zu Tage aus⸗ „hebet, ſolche muß 24 Saͤtze ziehen. Jeder Satz hat 5 chtee(Nota jedes „Lachter iſt 6z Fuß, und kommt dieſe Zellerfelder Lachter Fu maaß gar nahe mit „ dem Nuͤrnberger Fußmaaß uͤberein.) „§. 12. Von den 24 Saͤtzen haͤngen an jedem Geſtaͤngedrum der Kunſt „ 12 Saͤtze, und werden bey jedesmaligen Umlauf des Rades die Kolben oder „ Emboli regieret, und die Waſſer herauf gehoben. „§. 13. Wenn nun, wie gebraͤuchlich, ſolche 24 Saͤtze auf das Gelieder „eingerichtet werden muͤſſen: So wuͤrde ſolches vngt eingetheilet ſtehen, als: „An dem erſten Drum ſtehet die Goſſe. An dem andern Drum ſtehet die Goſſe. „Nro. 1. hat im Diam. 8 Zoll. Nro. I. hat im Diam. 10 ½ Zoll. „„ 2— 2.—*- 10— 2 3 7 7 9. 3.—- 91 5 „„ 4 8. 1. 4—-9— „ 5.— 10 5. 8 5, 6.—- 10¾- 6.—-- 8— „„ 7.-8 7.- 10¾- „ 8 4. 8. 10— „„ 9. 2— 9.- 93- 8, 10.— 1. I10.-9— 52 II.— 7 10— II. ⸗— 8½- „, 12. 5 141 12.— 8— „§. 14. Jede Goßroͤhre iſt mit der hoͤlzernen Einfaſſung lang 1 Lachter, „oder 67 Fuß.— „§. 15. Die beyden Röhren, ſo darunter ſtehen, ſind im Diam. 22 Zoll, „zu den gar großen Goſſen auch wol 3 Zoll weit gebohret, deren obere die Thu⸗ „relroͤhre, und die untere die Schlungroͤhre benamet. Sind beyde insgeſamt „4 Lachter, und alſo jeder Satz 5 Lachter lang. „§. 16. —— von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen.. 127 „§. 16. Der Hub, oder der Zug an der Kunſt iſt auf 5 Fuß oder 60 Zoll „angeſetzet. Aus dieſen letztern 6 Poſten muß eine Rechnung gezogen werden, „was ſolche Kunſt am pondere zu heben habe, und wie viel von ſolchem pon.- „dere am Waſſer bey jedem Umlaufe des Rades durch ſolche benannte 24 Goſ⸗ „ſen zu Tage ausgebracht werden koͤnne. „§. 17. Allhier finde noͤthig zu melden, daß mir unwiſſend, ob ein Autor „beſchrieben, wie ſolche Ausrechnung vorgenommen werden muͤſte, dadurch man „finden koͤnnte, wie viel pondus zu Anfuͤllung einer jeden Goſſe die Kunſt zu „ ziehen und zu heben haͤtte, nebſt der Zeit ſo dazu erfodert werde. Es iſt zwar „ bekannt, wie die Waſſer, ſo in einem Cylinder gefaſſet, zu rechnen ſind./ Sol⸗ „che Rechnung aber trift bey weiten nicht zu, und kann man das rechte pondus „ nicht dadurch erfahren. Derowegen bin genoͤthiget worden, bey einer Kunſt, „ ſo im ordinairen Gange iſt, ein Experiment zu machen, wodurch das pondus „ des Waſſers, ſo in einem Satze auf einen Zug oder Umlauf des Rades herauf „ gezogen wird, wie auch das pondus des Waſſers, ſo in der eiſernen Goßrohre „ uͤber dem Kolbenleder ſtehet, und zum Auslaufen oder Ausgieſſen gebracht wer⸗ „, den muß, wie auch die Anliegung des Kolbens, Leders und Friction, nebſt der „ Force, ſo zur Eroͤfnung des Thuͤrels, i. e. Ventils, erfodert werde, zu erfor⸗ „ſchen. Da denn erfahren habe, daß ſich das pondus alſo verhalte, wie die „ Goſſe im Diameter nebſt der ganzen Laͤnge des vollen Satzes ſich verhaͤlt, dazu „ noch der dritte Theil deſſelben ponderis fuͤr die Friction und Eroͤfnung des „ Thuͤrels zuzuſetzen, und fuͤr das rechte pondus zu halten iſt. Es kann ſolches „ nicht allein aus der Hydraulica, ſondern auch durch ein wuͤrkliches Experiment „an der Kunſt ſelbſt, gewieſen werden. Solchemnach muͤſſen alle bey§. 13. an⸗ „ gefuͤhrte 24 Säͤtze nach der Laͤnge und dem Diameter ausgerechnet und ſummi⸗ „ ret werden, da man alsdenn ſehen wird, was eine dergleichen Kunſt mit 24 Saͤ⸗ „tzen am pondere insgeſamt zu heben habe.(*) „§ 18. Weil ich nun das pondus des Waſſers, nebſt der Friction, nach „ der Pfundzahl ausgerechnet: So finde noͤthig, dem kunftigen Unterſucher kund „ zu machen, daß nach dem Zellerfelder Lachtermaaß ein Cubieſchuh Waſſer „ 54 Pfund 17 Loth I137 Qt. am Gewichte habe. Man deute mir aber nicht „ zum argen, daß ich ſo einen ſtarken Bruch mit anfuͤhre, der bey einer ſo ſtarken „ Maſchine wenig bringen kann, es geſchiehet nur darum, daß man accurat gehen „wollen. Ueberdem habe ich bey der Ausrechnung die gar ſtarken Bruͤche der „ Quentleinsgewichte verworfen, und nur die fallenden Drittel mit angeſetzet. Die „ Rechnung iſt, nach der geſetzten Regel Archimedis, wie 7 zu 22. gezogen. „ Es folget nun die Ausrechnung, und zwar von den 12 Saͤtzen in einem Drum. Ji 2 Zu Cy Un die völlige Laſt zu beſttmmen, darf man nur die Summe aller Preßionen der Athmoſphäre auf die Kolben der Goſſen nehmen, als welche während des Auſſteigens des Kolbens ſiets zu uͤberwinden iſt, und dazu die Schwere des Waſſers ſetzen, welches im Anſang der Bewegung über dem Kolben der Goſſe ſtehet. Wäre alſo die ſes 5 Fuß hoch, und die Preßion der Ath⸗ moſphäre der Preßion einer 33 Fuß hohen Waſſerſäule gleich: So wäre die ſämtliche Laſt bey dieſem Satz dem Gewichte einer Waſſerſäule gleich, welche die Kolbenfläche zur Baſi und 38 Fuß Hohe hatte. Vor die Friction hat Bartels ziemlich willkührlich ein Drittel der Laſt hinzugeſetzet, vielleicht weil man gewohnt iſt, bey feſten Körpern, die auf einander drücken, ein Drittel ihres Drucks vor die Frietion zu rechnen. 128 I. Th. II. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen welche die Hinderniß Zu der Goſſe— Pfund Loth Qt. „§. 19. Nro. I. von 8 Zollen iſt das pondus 846 17— „„ 2. 4*— 955 21— „„ 3. 9—. 1071 12 22 „„ 4 4. ⸗ 1193 24— „„ 5 10 5 ⸗ 1322 22 2 „„ O. 1 1IO 6 3 1458 10 I1 „„ 7. 8—.— 846 1. „ 8. 8.— 955 21 „„ 9 9 2 8 1071 12² 2 „„ 10 9 6. 1193 24— „ 11 10-— 1322 22 27 „ 12 IO u ⸗ 1458 10 I Summa 13696 Pfund. „ Solches iſt das wahre pondus, ſo eine Kunſt, welche mit 24 Saͤtzen belaͤſti⸗ „get, an jedem Drum zu heben hat. „§. 20. Noch iſt zu rechnen, wie viel von ſolchem pondere bey jedem Um⸗ „lauf des Rades, und alſo in einer Stunde im Ausgieſſen am Waſſer zu Tage „gebracht werde? Solches wird nach denen beyden Goſſen, als der ſo 9 Zoll, und „der ſo 98 Zoll im Diameter haben, und bey Nro. 3. und 4. auch 9. und 10. „ geſetzet ſind, wie§. 13. zu ſehen, auszurechnen ſeyn, in Betracht, daß dieſe beyden „Goſſen zuſammen den wenigſten Inhalt haben, und alſo die Kunſt nicht mehr „durchbringen kann, als in dem geringſten Paar Goſſen befindlich iſt, nemlich „ uͤber dem Leder des Kolbens, und daß die Kunſt zum Hub oder Zug 5 Fuß ha⸗ „be. Die meiſten Kuͤnſte haben ſolchen ſtarken Hub nicht. Ob ſelbige ſchon „ dazu angeleget, und alſo ſolchem gemaͤß noch haben muͤſten: So verlieret ſich „doch ſolcher Hub bey den Feldgeſtaͤngen und Schwingen. Weil doch aber ei⸗ „nige Kuͤnſte ſind, welche ſolchen vollen Hub noch haben: Sobleibet es, nach den „angeſetzten fuͤnf Fuͤſſen Hub das pondus des Waſſers zu rechnen, und ſolches „thut bey jedesmaligem Umlauf des Rades 254 Pfund 26 Loth 2 Quent. ſo „von der großen Laſt, wie§. 19. zu ſehen, zu Tage kommt. Thut in einer Stun⸗ „ de, wenn das Kunſtrad 360mal umlaͤuft, 91738 Pfund 4 Loth Waſſer. „S§. 21. Was und wie viel Aufſchlagewaſſer dazu erfodert werde, iſt unnoͤ⸗ „ethig zu rechnen, weil mein Vorſatz vorerſt hauptſaͤchlich dahin gehet, wie das „Pondus an der Kunſt vermindert werden moͤge. Wenn denn ſolches geſche⸗ „ hen, und ſo viel dem gefundenen ponderi der§. 19. angefuͤhrten 13606 Pfund „ 24 Loth I14 Qt. abgenommen und Erleichterung geſchaffet worden: So folget „von ſelbſten, daß, nach Proportion des erleichterten ponderis, auch die poten- „tia(1. e. die Aufſchlagewaſſer) geringer und weniger ſeyn darf. „§. 22. Weil nun ſattſam gewieſen iſt, mir auch zugeſtanden werden muß, „daß das große pondus und Belaͤſtigung der Kuͤnſte in dem Waſſer, ſo in den „eiſernen Goſſen und hoͤlzern Roͤhren, nebſt der Friction und Eroͤfnung der Ven⸗ „„ tile, beſtehe: So will nunmehro auch melden, wie die Veraͤnderung und Huͤlfe „an ſolchen geſchehen und vorgenommen werden muß, was vor Sorten eiſerne „ Goſſen, worinn die vorgegebene Erleichterung beſtehen ſoll, dazu muͤſten genom⸗ „men werden. „§. 23. Anſtatt der§. 13. und 10. angeſetzten 24 im Diameter ungleichen „eiſernen Goſſen vermeine im Diameter gleich haltende Goſſen zu nehmen, ſo „mit der Einfaſſung auch 1 Lachter lang, und im Diameter 9½ Zoll ſeyn ſollen. „§. 24. von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen.. 129 „§. 24. Deren Thuͤrl⸗ und Schlungroͤhre wird 1 Lachter lang, und hat 6 „Zoll im Diameter. Aus dieſen beyden Poſten muß nach dem Fundament, wie „ 8 19. geſchehen, auch gerechnet werden, und ſolches gibt fuͤr dieſen angemerkten „ 2 1 ohen Satz und der Friction der Kunſt zum pondere 477 Pfund 16 Loth. 811144!: 2„§. 25. Ferner melde, daß eine Roͤhre den Schacht hinaus 60 Lachter hoch „ gefuͤhret werde, welche im Diameter 4Zoll ſeyn ſoll, deren Eingang oder Schlung⸗ „ rohre ſoll im Diameter 2 Zoll haben. Nach dieſer Rohren Diameter und 60 „ Lachter Hoͤhe iſt abermal das pondus nebſt der Friction zu rechnen, und nicht „ nach der 4 zolligen Röhre, wie ſolches aus der Hydraulic dargethan werden „kann. Kommt alſo 634 Pfund 28 Loth 22 Qt. Uind obſchon das Thuͤrl, oder „ Ventil, von ſelbſt ſich oͤfnet, und alſo kein eigen pondus hat: So will doch „ dieſe Erlächteung„ſo dem vorgeſtellten Werke dadurch zuwaͤchſet, nicht mit⸗ rechnen. 2 8§. 26. Obige beyde§. 24. und 25. angefuͤhrte pondera ſummirt, gibt „ das ganze pondus ſo die Kunſt zu heben hat, nemlich 1112 Pfund 12 Loth „27 Qt. —„§. 27. Noch iſt nachzurechnen, ob durch die 93 zollige Goſſen bey jedes⸗ „ maligem Umlauf des Rades die im§. 20. angemerkte 254 Pfund 26 Loth „ 2 Qt. Waſſer auch zu Tage gebracht werden koͤnnen: So wird ſich finden, daß „ 268 Pfund 19 Loth zu Tage gebracht werden koͤnnen; thut in einer Stunde „ 96693 Pfund 24 Loth Waſſer. „§. 28. Aus§. 26. wird klaͤrlich erwieſen, daß man eine große Erleichte⸗ „ rung erhalten, auch ſo, daß von den§. 19. gefundenen 13696 Pfund 24 Loth „ II Qt. vom pondere 12584 Pfund 11 Loth 22 Qt. abgehen koͤnnen; und „ hieraus muß folgen, daß nach ſolcher Proportion auch an den Aufſchlagwaſſern „ viel zu erſparen ſtehe, alſo, daß mit ½ Theil der jetzigen Aufſchlagewaſſer die „„ Kunſt im Gange zu erhalten iſt, und uͤber ſolches noch 14 Theil Waſſer in den „ Teichen behalten werden koͤnnte. Ueber dieſes wird§. 27. auch ferner zu „ ſehen ſeyn, daß nicht allein die voͤlligen Waſſer, ſondern in einer Stunde noch „ 40955 Pfund 20 Loth mehr, heraus gebracht werden kann. Dieſes alles ſcheinet „ſehr unglaublich, wuͤrde mich auch nicht unterſtehen, ſolches zu ſagen; weil es „ aber die gezogene Rechnung klar zeiget und wahr machet: So kann ein ſolches „ auch mit Gewißheit ſchreiben. „§. 29. —) Dieſer§. mag zum Beyſpiel dienen, wie auch ſinnreiche Köpfe ohne die nothige Theorie auf nichtige Einfälle gerathen. Man ſiehet, daß Bartels ein Saug⸗ und Druckwerk vereinigen wollen, ſo, daß der Kolben das vorher angeſogene Waſſer hätte in den Aufſatzröhren zum Stei⸗ gen bringen ſollen. Hier vermeynte er den Druck der Waſſerſäule gegen den Kolben mit dem Gewichte des Waſſers in der engen 60 Lachter hohen Röhre auszudrücken, da er doch dem Gewichte einer Waſſerſäule gleich iſt, die zur Höhe 60 Lachter und zur Baſt die ganze Kolben⸗ fläche hat. Die engere Mündung von 2 Zollen, die er der 4 zolligen Röhre geben will, um damit den Druck noch viermal kleiner zu machen, wäre beym Stillſtand unnütze, und bey der vorhabenden Bewegung des Waſſers höchſt ſchädlich, indem die Kraft, die das Waſſer durch die Oefnung von 2 Zollen hindurch treiben ſollte, würklich 16mal größer ſeyn müßte, als bey der 4 zolligen Röhre, weil die Kräſte, die einerley Menge Waſſer in gleicher Zeit durch Roͤhren von ungleichen Durchmeſſern treiben ſollen, ſich wie die Biquadrate der Durchmeſſer umgekehrt verhalten müſſen. Aus dieſem wird man das übrige beurtheilen und ſehen können, worauf ſeine unglauhliche Verminderung der Laſt und daraus folgende Erſparung der Aufſchla⸗ gewaſſer hinaus laufe Wollte man die kaſt etwas erleichtern: So möchte man das Gelieder abſchaf⸗ fen, wovon in der That kein Nutzen abzuſehen iſt, wie denn auch Bartels lauter Goſſen von gleicher Weite nehm n wollen Eine Ungleichheit der Goſſen findet nur alsdenn ſtatt, wenn die Strecken neues Waſſer zuführen, und alſo die höhern Goſſen mehr in ſich nehmen, mithin weiter ſeyn muͤſſen, als die untern; auſſerdem ſollten ſie gleich ſeyn. I. Theil. Kk 130 I. Th. II. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß „§. 29. Ich habe aber§. 6. gemeldet, daß ich vermeyne, mit einer Kunſt ſo „viel auszurichten, wie mit zwoen der jezt bekannten Kuͤnſten, und noch daruͤber „den Halbſcheid Waſſer in den Teichen zu behalten. Solches zu thun, „wird mir leicht zugeſtanden werden muͤſſen, bevorab, wenn angenommen worden/ „ was§. 28. von dem erleichterten pondere geſchrieben, und durch Rechnung „bewieſen habe. Damit ich aber der Sache ein Genuͤgen leiſte, und ferner durch „Rechnung alles beweiſe: So will die Methode nebſt der Ausrechnung auch aut⸗ „ hero ſetzen, als anſtatt der 9 Zoll im Diameter haltenden Goſſe bin gewillet „ 13 ¹ Zoll haltende Goſſen zu nehmen, davon das pondus auf einem 2 Lachter „ hohen Satz nebſt der Friction 636 Pfund 18 Loth 27 Qt. bringet. Fuͤr eine „60 Lachter lange im Diameter 2 ½ Zoll habende Röhre kommt mit Friction zum „pondere 987 Pfund 26 Loth 2½ Ot. und dieſe beyden pondera nun ſummiret: „So kommen 1624 Pfund 13 Loth 14 Qt. zum rechten pondus; und bey je⸗ „ dem Umlauf des Rades können 552 Pfund 15 Loth 2 Qt. Waſſer zu Tage „ausgebracht werden, welches in einer Stunde 188004 Pfund 12 Loth betraͤgt. „§. 30. Aus dieſer abermangen gezogenen Rechnung wird gefunden, daß, „wenn das pondus von dem pondere§. 19. der 136906 Pfund 24 Loth „ 11 Qt. abgezogen worden, die Kunſt alsdann erleichtert worden, und 12072 „Pfund 11 Loth abgehen konnen; und um ſo viel wird nach Proportion das Auf⸗ „ ſchlagewaſſer weniger ſeyn koͤnnen, daß nemlich mit ¹ der jetzigen Aufſchlage⸗ „waſſer die Kunſt koͤnne im Gange erhalten, und noch 2 Waſſer in den Teichen „erhalten werden. Gleichfalls iſt zu merken, daß in einer Stunde die mit der or⸗ „dinairen Kunſt§. 19. 91738 Pfund 4 Loth zu Tage gebrachten Waſſer nicht „ allein gedoppelt, ſondern noch daruͤber 4618 Pfund 4 Loth heraus gebracht „werden koͤnnen. 44.eS p„§. 31. Im Hten§. habe gemeldet, daß im Fall der Noth auch viermal ſo „viel Waſſer, als die jetzigen Kuͤnſte herauf heben, doch mit den vollen Aufſchla⸗ „gewaſſern zu Tage zu ſchaffen vermeyne, deſſen Möglichkeit aus dem vorherge⸗ „henden zu erſehen ſeyn wird. Doch melde zu deſto mehrerer Rachrich von den „§. 29. angeſezten 13 zolligen eiſernen Goſſen, daß die Rechnung nur auf eine einfa⸗ „ che Reiſe zu Tage aus ſey. Weil aber eine zweyfache und gedoppelte Reiſe „ ſattſam angebracht werden kann: So ſtehen ja die verſprochenen vierfachen Waſſer „ ebenfalls zu Tage auszuſchaffen. Döch will ich auch ſolches rechnen, in Be⸗ „tracht, daß es ſcheinet, als wenn durch das vierfache pondus der Kunſt eine „ gar große Laſt aufgebuͤrdet wuͤrde.§. 30. iſt durch Rechnung gezeiget, daß die „daſelbſt angefuͤhrte und heraus zu bringende 188004 Pfund 12 Loth Waſſer „in einer Stunde der Kunſt am pondere 1624 Pfund 13 Loth 1 ¼ Ot. auf⸗ „ buͤrdeten, ſo mit einer einfachen Reiſe zu Tage ausgebracht werden kann; und „da nunmehro zwoen Reiſen vorgeſtellet habe: So iſt begreiflich, daß auch zwey⸗ „mal ſo viel pondera, nemlich 3248 Pfund 26 Loth 2 ½ Ot. an der Kunſt haͤn⸗ „gen muͤſſen. Dahingegen iſt auch klar, daß alsdenn 376188 Pfund 24 Loth „an Waſſern heraus gebracht werden koͤnnen. Dueſe beyderley abermal ge⸗ „rechnet, als erſtlich nach dem pondere bey§. 19. So behaͤlt dennoch die Kunſt „ 10447 Pfund 20 Loth 24 OQt. Erleichterung. Um ſo viel wird nach ſolcher „Proportion der Aufſchlagewaſſer noch weniger ſeyn koͤnnen, daß man alſo mit „ der jetzigen Aufſchlagewaſſer die Kuͤnſte im Gange erhalten, auch zus Waſ⸗ „ſer in Teichen zum Vorrath behalten koͤnne, und kommen nicht allein die§. 20. „angefuͤhrte 91738 Pfund 4 Loth Waſſer alle Stunden vierfach heraus, ſon⸗ „dern es ſind noch 9236 Pfund 8 Loth mehr heraus zu bringen. §. 32. ⸗ * ☛ —z =g-½— — A —-— R— ——-—* ‧⁸ω—— 2 — R e ——-— ——B 2 ½ ⏑ η von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 131 „§. 32. Ob nun ſchon aus dieſer Vorſtellung genug erhellet, daß noch ein „ mehreres bey den Kuͤnſten auszurichten ſtuͤnde: So habe deſſen ohngeachtet „allhie repetiren wollen, was§. 6. und 9. gemeldet: Nemlich daß mit den jetzigen „ halben hufſchagenaſern zweymal, und mit den jetzigen vollen Aufſchlagewaſſern „ viermal ſo viel Waſſer zu Tage zu bringen vermeyne, ein mehreres aber nicht, „ weil es beſſer, daß bey dieſer Sache Ueberſchuß als Mangel ſey. Der alsdenn „ befindliche Ueberſchuß kann ohnedem genutzet werden, und bleibt, um deſto reich⸗ „licher zu zukommen.. „§. 33. Ich finde gar noͤthig, eine Frage vorhero zu eroͤrtern: Ob auch „§. 29. die 552 Pfund 15 Loth und 2 Qt. Waſſer, ſo durch 2 Goſſen à 13½ Zoll „im Diameter zu Tage ausgebracht werden ſollten, durch die dabey angeſezte „ Schlungrohre 2½ Zoll im Diameter bey jedesmaligem Umlauf des Rades, ſo „in einer Stunde 360mal geſchiehet, wie§. 20. angefuͤhret, durchgebracht wer⸗ „den koͤnnen? Hierauf dienet zu wiſſen, 1) daß zum Clausthal die ſtark belaſtete „ Kunſt der Grube Sophia nach der Minutenuhr obſerviret habe, und daß deren „Rad in einer Minute ſechsmal herum kommen ſey, ſolches thut in einer Stun⸗ „ de 360mal, und dieſes nehme ich zum Fundament. 2) Nehme zum Fundament „ die jetzigen Kuͤnſte, daß daran die eiſernen Goßröhren, ſo im Diameter 12 Zoll „ haben, durch eine Schlungroͤhre von 3 Zoll bey jedesmaligem Umlauf des Ra⸗ „ des angefuͤllet/ und auch wieder ausgeleeret werden. Hieraus folget, daß von der hal⸗ „ben Zeit, als 10 Secunden, ſo das Kunſtrad zum Lauf hat, 5 Serunden zu der „ Anfuͤllung, und die uͤbrigen 5 Secunden zur Ausleerung der eiſernen Goſſen zu „ rechnen waͤren. Es iſt aber zu merken, daß bey jedesmaligem Umlauf des Ra⸗ „ des, nemlich bey Herumfuͤhrung des Bleuels, wenn ſolcher der Perpendicular⸗ „ linie nahe iſt, ſowol im Steigen als Fallen die Kunſt ruhend machet; und ſol⸗ „ches belaͤuft ſich jedesmal auf eine Secunde Zeit. Wenn denn in dieſer Zeit „ die Kunſt ruhet, und keine Bewegung iſt, ohne Bewegung aber weder bey „ der Anfuͤllung noch Ausleerung der Goſſen Waſſer folgen kann: So kann die „ eine Secunde nicht mit zugerechnet, ſondern muß abgerechnet werden; und bleiben „„ alſo 4 Secunden zur Anfuͤllung und 4 Secunden zur Ausleerung der Goſſen, „ die uͤbrigen 2 Secunden ſind fuͤr die Ruhe der Kuͤnſte. Da nun ſolches klar „ und bewieſen, daß in 4 Secunden Zeit eine 12 zollige Goſſe durch eine Schlung⸗ „ röhre von 3 Zoll im Diameter ausgeleeret, oder angefuͤllet werde, wie vielmehr „ wird dann zugeſtanden werden muͤſſen, daß ich durch 2 ½ zollige Schlungroͤhre „eine Goſſe von 13 4 Zoll in Zeit von 10 Secunden ausleeren koͤnne. „§. 34. Hierauf wird wol eingeworfen werden, daß ich§. 9. gemeldet, die „ Kuͤnſte am Rade, Feldgeſtaͤnge, Bleuel und Kreutz zu laſſen, daß ſodann eben⸗ „ falls das Waſſer durch dieſelbe in die Goſſen einbringen, und wieder ausleeren „ muͤſte. Ueberdem wuͤrde die Kunſt auch die angeſezte Ruhe haben. Wie ich „ denn geſtalten Umſtaͤnden nach ſagen koͤnnte, daß ich alle 10 Secunden zur Aus⸗ „ lerung der Goſſen eine engere Schlungröhre zur Anfuͤllung und Ausleerung ei⸗ „ ner groͤßern Goſſe nehmen wollte. Darauf gebe zur Nachricht, daß durch eine „ abſonderliche Röhre von 6 Zollen, davon§. 24. gedacht, die Goſſe angefuͤllet, „ und durch eine andere Rohre von 23 Zoll, der§. 29. gedacht, wieder ausgelee⸗ „ ret wird, daß alſo dieſe beyden Roͤhren eine der andern gar nicht hinderlich „ ſind. Ueberdem findet ſich auch die Ruhe der Kunſt von 2 Secunden bey die⸗ „ ſer Ausleerung gar nicht, ſondern die zu Tage ausgehende Waſſer bleiben im „ ſteten Gange, es ſey denn, daß die Kunſt abgeſchuͤtzet werde, oder ein Bruch „ vorgehe, wie ſolches denn auch anjetzo nicht vermieden werden kann, alſo auch „ bey dieſem Werk nicht zuruͤck bleiben wird. Kk 2„§. 35. ——— 2 . u—————n———:r———— * 2 k 6 5 . 2 . * 4 2 3 2 — 27 6&˙* 1* ½ 2 . 2. . 4 —— 1. 1 4 * 2 1 9. .* 5 . 4 432 N.. 2 8 f. 1 1 * 8 4 1 8. 5 * 81 . „ 2. 1 2 4 1 ₰ - ·“ 132 I. Th. II. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen welche die Hinderniß p„§. 35. Wann den Kuͤnſten klare Waſſer zugefuͤhret werden koͤnnten,(wel⸗ „ches du nach Moͤglichkeit geſchehen muß, damit nicht der darinn befindliche „ Grand durch die Goſſen gehen, ſelbige verderben, und das Leder zerreiſſen moͤge:) „ So koͤnnte ich von einer weit groͤßern Erleichterung des ponderis Meldungthun. „ Weil aber ſolches nicht fuͤglich geſchehen kann: So erachte unnoͤthig, dieſe „Vorſtellung dadurch weitlaͤuftiger zu machen, abſonderlich, da es ſchon verdruͤß⸗ „ lich genug ſcheinet, ſolche accurat nachzuleſen, ſo ich doch, weil alles deutlich be⸗ „ſchrieben werden muß, nicht kuͤrzer geben kann. „§. 36. Im 3 1ſten§. habe ich geſetzet, daß durch eine Reiſe Goſſen und „Rö weyfache Waſſer, und durch zwoen Reiſen Goſſen und Roͤhren vierfa⸗ „Roͤhren zweyfache Waſſer, „che Waſſer zu Tage ausgebracht werden könnten; es ielet aber doch die Meynung „nicht dahin, daß ſolche zwoen Reiſen in ſtetigem Gebrauch ſeyn ſollten, nein, ſon⸗ „dern bey ordinairer zu Sumpfhaltung muß die eine Reiſe leer ſtehen, und nur „„ im Fall der Noth angehaͤnget werden. Denn wenn jetzo bey den ordinairen „Kuͤnſten ein Bruch vorgehet, und in der Zeit, da der Bruch wieder gemacht „, wird, die Waſſer aufgehen, abſonderlich, wo man unter den Kunſtſchaͤchten keine „ Vorgeſuͤmpfe hat: Soiſt ſattſam bekannt, daß man mit dem Abſinken warten muß, „ bis ſolche aufgegangene Waſſer wieder zu Sumpfe gebracht worden; und alſo „muß es auch bey dieſer Vorrichtung geſchehen, doch aber, daß viel eher, und im „ halben oder vierten Theil der Zeit, ſolche aufgelaufene Waſſer zu Sumpfe ge⸗ „bracht werden koͤnnen, nemlich, wenn beyde Reiſen angehaͤnget werden, welches „ durch die ordinairen Kuͤnſte ohnmöglich geſchehen kann. „§. 37. Wenn auch bey dieſem angefuͤhrten Werk an denen im Gange „ ſeyenden Saͤtzen, Kolben, Gelieder, Thuͤrle, oder Roͤhren etwas zu aͤndern vor⸗ „faͤllet: So koͤnnen bey deren Reparation die ruhenden Saͤtze anſtatt der andern „angehaͤnget werden, und die ſonſt aufgehenden Waſſer zu Tage ausgeſchaffet werden. 1. 5„§. 38. Ueber dieſes ſo koͤnnen, wenn bey Fluthzeiten ſolche zwote Reiſe „„Goſſen angehaͤnget, vierfache Waſſer heraus geſchaffet, und alſo das Aufgehen „ der Grundwaſſer verhindert werden, welches denn abermal mit einer jetzigen or⸗ „dinairen und ſchon belaſteten Kunſt unmoͤglich geſchehen kann, ſondern man wuͤr⸗ „de zu ſolchem Vornehmen 4 Kuͤnſte mit völligem Zubehor nothig haben. „§. 390. Es muͤſſen die anjetzo befindlichen Saͤtze nebſt den requiſitis an „derſelben Kunſt, davor dieſe vorbeſchriebene Methode angeleget werden ſollte, „nnicht verworfen, noch die uͤbrigen Kuͤnſte, ſo da nicht noͤthig, in ſtetem Gange „ zu haben, abgeſchaffet, ſondern in ſtetiger Bereitſchaft erhalten werden, damit ſol⸗ „che bey großen Fluthen, da man doch viel Aufſchlagewaſſer haben kann, die „ſonſt ohne Nutzen vorbey laufen, angeſchuͤtzet, und alſo das ſonſt aufgehende „ Waſſer verhindert und verwehret werde. Daferne aber ſolche Kuͤnſte abge⸗ „ſchaffet wuͤrden: So könnte ich zwar den verſprochenen Halbſcheid der Auf⸗ „ ſchlagewaſſer in den Teichen behalten, in Fluthzeiten aber wuͤrde ich das Propos „ nicht erreichen, weil keine weitere Huͤlfe anzubringen ſtuͤnde, indem man der „ dazu benoͤthigten Mittel beraubet waͤre. 3 „§. 40. Ob Leder bey dieſer Vorrichtung zu erſparen ſey? ſcheinet zwar wol; „ich kann aber ſlch nicht verſichern, doch wird nicht mehr, wie anjetzo darauf „gehet, dazu erfodert werden. Bey fleißiger Aufſicht aber muß ſich ſolches aͤuſ⸗ en Schmeer aber und Kunſtleute koͤnnen nicht eingezogen werden. „. 41. Es waͤre wol billig, daß ein accurater Anſchlag der Koſten, ſo die⸗ ſes Werk erfoderte, mit beygefuͤget wuͤrde; ſolches aber kann ohnmöͤglich ge⸗ 22 52 „ dem „ ſchehen, weil das Gewichte der verſchiedenen Goßwerke nicht ſetzen kann. Ueber⸗ .———Oͤ—A—„—— von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 133 „dem ſo werden Koſten zur Vorrichtung in den Schaͤchten, auf Modelle zu gieſ⸗ „ſen, Reiſekoſten nach der Huͤtte, allwo das Formen und Gieſſen geſchehen ſoll, „weil ſolches mit großem Fleiß und in meinem Beyſeyn geſchehen muß, wie auch „ noch andere vorizt noch unwiſſende Koſten aufgehen. Doch vermeyne ich, daß „ zur Vorrichtung einer ſolchen Kunſt, ſo zweymal ſo viel Waſſer mit halben Auf⸗ „ſchlagewaſſer, oder auch viermal ſo viel mit dem ganzen Aufſchlagewaſſer, zu Ta⸗ „ ge ausbringen ſoll, 3000 Thlr. zulaͤnglich ſeyn ſollen. „§. 42. Eine ſolche Maſchine nach dem verjuͤngten Maaßſtabe zu verferti⸗ „gen, waͤre wol der ſchegſe Weg, und koͤnnte vielen Zweifeln und Einwuͤrfen „ abhelfen. Ich bin auch mit wuͤrklicher Ausarbeitung ſolches Werks beſchaͤfti⸗ „ get geweſen, weil aber der Hauptpunct, nemlich Geld, fehlet: So habe es bis „„ dahero unausgearbeitet liegen laſſen. „§. 43. Dieſes waͤre alſo die Vorſtellung der von mir concipirten Kunſt, „ wodurch nicht allein nochmal ſo viel Waſſer aus den Gruben zu bringen, ſon⸗ „ dern auch die halben Aufſchlagewaſſer zu erſparen ſtehen, und weil ich vermeyne „ alles, was dazu an Maaß und Gewicht erfodert wird, klar und weitlaͤuftig ge⸗ „ nug vorgeſtellet zu haben: So waͤre mein Wunſch, daß ſolches alles unter⸗ „ ſuchet und Rechnung darauf angeſtellet werden moͤchte, ob auch ſolches in der „ TPheoria richtig ſey, da es denn ad Praxin zu bringen gar nicht fehlen ſoll; „oder ob ich eines Irrthums und allzugroßen Vertrauens meiner ſelbſt(ſo doch „ aber nicht hoffe) uͤberfuͤhret werden koͤnne.„ Dieſes iſt des ſel. Bartels lezte Ausarbeitung geweſen. Wobey noch dieſes anfüge, daß er, als in den Bergreſolutionen von Anno 1720. dem Communion Bergamte aufgegeben worden, einen bequemen Ort auszufinden, da die Koſten ſich auf weniger, als die von ihm in Anſchlag gebrachten 3000 Thlr. belaufen moͤchten, geantwortet, daß die Koſten gleich ſeyn wuͤrden, ob der Ort und die Schaͤchte, wo ſolche Waſſerkunſt vorzurichten, tief oder nicht tief ſey, weil die inwendigen Fangroͤhren, Goßwerk und deren Zugehor ſowol in tiefen als nicht tiefen Schaͤchten gleich ſeyn. Er hat indeſſen, ehe die Berg⸗Reſolutiones von beyden Hoͤfen er⸗ folget, ein anders weiter ausſehendes Werk im Sinne gehabt, und ſchon an einem Modelle gearbeitet, davon er folgendes ſchriftlich hinterlaſſen:„Es zielet ſolches „ hauptſaͤchlich dahin, daß ic ganz keine Tagekuͤnſte, und alſo auch keine Auf⸗ „ ſchlagewaſſer, zum Herausbringen der Grubenwaſſer, oder auch der Kehrraͤder, „ gebrauchen wollte, ſondern anſtatt deſſen durch eine Maſchine nahe neben den „ Schaͤchten auszurichten und ſolche ins Werk zu bringen mich flattire. Als „ aber bey wuͤrklicher Ausarbeitung ſolches Modelles ein Obſtaculum vorgefal⸗ „ len, daß dieſes meiſtentheils verfertigte Modell verwerfen muͤſſen: So habe ſo⸗ zz fort zu ein anders vor dieſer Bergrechnung nicht gelangen koͤnnen.„ Aber er iſt Anno 1721. mit Ausgang des Nov. daruͤber weggeſtorben, und iſt ſein ſo fruͤ⸗ her Tod zu bedauren, da er ein vortrefliches Naturell zum Erfinden und gnugſame Erfahrung zur guten Ausfuͤhrung beſeſſen. Er war ſehr vorſichtig in Erwegung aller Umſtaͤnde und moͤglichen Hinderniſſe, auch von ſo lebhafter Einbildungskraft, daß er einſt zu mir ſagte: Wenn er auf eine Erfindung gerathen: So ſtuͤnde ihm auf einmal die ganze Maſchine vor den Augen ſeines Gemuͤths, wenn ſie auch vom Harz bis nach Braunſchweig reichte. Er bedauerte dabey ſehr, daß er keine ma⸗ henanſche in der lateiniſchen und franzoͤſiſchen Sprache geſchriebene Buͤcher eſen koͤnnte. I. Theil. 91§. 33. Jungens Vor⸗ ſchlag eines neuen Pumpen⸗ werks. Tab. XIII. F. 3. 134 I. Th. II. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß 8§. 33. Anno 1722. hat der Hannoverſche Baugegenſchreiber, J. H. Junge, ein Pumpenwerk vorgeſchlagen, wovon ich ihn ſelbſt reden laſſen will. „ Explication und Demonſtration der gezeichneten Maſchine, vermittelſt „deren man durch Pompenwerk das Waſſer 1000 und mehr Fuß, ja ſo hoch „wie man will, bringen kann, ohngeachtet dazu nicht mehr Kraft als zu einer or⸗ „ dinairen Pompe oder Zucke, wodurch das Waſſer nur 20 bis 30 Fuß hoch zu „ heben, erfodert wird, und daſſelbe entweder vermittelſt des Waſſers ſelber, ſo in „ die Hoͤhe gebracht wird, oder durch Menſchen, Thiere, Feuer ꝛc. Fig. 3. ſtellet „ eine im ſtilleſtehenden Waſſer anzulegende Waſſerkunſt vor, und iſt daſelbſt a. eine „ Ciſterne, bb. zwo Roͤhren, in welchen das Waſſer uͤber 100 Fuß muͤſte geho⸗ „ben werden; C. eine zwote Ciſterne, etwa 15 Fuß niedriger, dd. zwo Roͤhren, „ ſo aus ſelbiger hinunter gefuͤhret und bey ee. an die Roͤhren bb. oder an deſſen „ Unterſatz fl. befeſtiget; ce. die Befeſtigung der Roͤhren dd. an ff. fl. der metalle⸗ „ ne Unterſatz unter die bleyernen Röhren bb. In dieſem Unterſatz iſt gleichſam „„ g. eine Pompe. h. der Stampfel, beſtehet in einem hohlen Cylinder von Me⸗ „ tall, oben ſchlieſſet er an die Röhre f. und unten an die Roͤhren g. Das Waſſer „in den Roͤhren d. und d. bleibet an dem Orte, woſelbſt der Stampfel h. an „ die Röhren f. ſchlieſſet, ganz ſepariret. Der Stampfel h. hat unten ein Ven⸗ „ til, und die Pompe g. hat unten auf dem Boden wieder ein Ventil. „Demonſtratio oder Applicatio des Werks ſelber.„ „Es werden beyde Ciſternen und daran befindliche Roͤhren zuvor voll Waſ⸗ „ ſer gebracht, als welches das Mittel iſt, wodurch man der Luft zu Huͤlfe kommt. „ Das Waſſer in der Roͤhren d. hat eine gleiche Schwere, der Directionslinie „ nach, mit dem Waſſer in der Roͤhren b. Wie nun der Sauger oben in einer „ der Roͤhren b. der Ciſterne a. auf und nieder gezogen wird: So balanciret das „ Waſſer in beyden Roͤhren b. und d. folglich wird, die Schwere der Luft zu „ heben, nicht mehr Kraft erfodert, als die Schwere des Waſſers von dem Hori⸗ „ zont des Waſſers in der Ciſterne c. bis zum Horizont des Waſſers in a. Ver⸗ „ mittelſt des Balanciren des Waſſers nun in den Roͤhren b. und d. muß ohn⸗ „ fehlbar der Stampfel h. mit auf und niedergehen. Wie nun vermittelſt dieſer „ hoe das unterſte Waſſer aufgefangen und in die Höhe gebracht wird, daſ⸗ „ ſelbe iſt aus der Figur zu ſehen, nemlich, wie mit den bisher gebraͤuchlichen „ Pumpen geſchiehet. „Wenn demnach bey den bisher gebraͤuchlichen Maſchinen, es ſey durch „Saug⸗ oder Druckwerk, ein Cubicfuß Waſſer 100 Fuß zu heben, zur Laſt auch „„ 100 Cubicfuß Waſſerſchwere giebt, vermittelſt dieſer neuen Invention aber ein „ Cubicfuß Waſſer, 100 und mehr Fuß zu heben, zu einer Laſt nicht mehr, denn „etwa 20 Cubicfuß Waſſer ſchwer bekommt, hingegen, wenn ein ſolcher Cubicfuß „ Waſſer durch den Hahnen i. auf das Zuckwerk k. gelaſſen wird: So wird es „uͤber 100 Cubicfuß Waſſer ſchwer der Maſchine zur Kraft geben, daß al⸗ „ ſo die Maſchine mehr Kraft, als die Laſt zu heben, uͤberkommt, folglich auch da⸗ „ durch mehr Waſſer gehoben, als zum Trieb dieſer Maſchine erfodert wird. „ Solchemnach kann das uͤbrige durch die Roͤhre l. nach dem Reſervoir, oder „ ſonſt zum Gebrauch, geleitet werden. NB. Wenn an der Roͤhre dd. bey mm. „ein Hahn gemacht wird, und ſelbiger mit geringer Muͤhe verſchloſſen oder zuge⸗ „ ſchroben wird: So ſtehet ſogleich die ganze Maſchine ſtill.„ 5§ 34. ͤ——— 34 von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 135 §. 34. Was dieſe Maſchine an ſich ſelbſt betrift: So iſt allhier eins und anders auch Einwürfe dage⸗ darunter dieſes angemerket worden, daß es bey dieſer Maſchine hauptſaͤchlich auf ſen mit der Be die Hoͤhe ankomme, und ſolche alſo einer hohen und großen Ruͤſtung bedurfen 9. wuͤrde; worauf der Erfinder geantwortet, es wuͤrde die Ruͤſtung ſolchergeſtalt an⸗ zulegen ſeyn, daß die Roͤhren Stufenweiſe„etwa von 10 zu 10 Fuß, ihre Tracht oder Ruhe bekommen, und noch mit einem feſten Fuß verſehen wuͤrden. Was den Gebrauch dieſer Maſchine betrift: So hat man geglaubet, daß ſie all⸗ hier bey dem Bergwerke mit Nutzen nicht koͤnne appliciret werden. Denn, wie er ſelbſt geſtanden, koͤnne ſie nicht anders als im ſtillſtehenden Waſſer ihren Effect thun, und zu Aufſetzung dieſer Maſchine muͤſſe, wegen des ſchweren Röhrwerks, ein feſter Grund fuͤrhanden, auch das Waſſer rein und helle ſeyn; maaßen ſchlam⸗ micht und grandigtes Waſſer die meßingenen oder bleyernen Roͤhren in kurzer Zeit abreiben, und die Sandkoͤrner zwiſchen dem meßingenen Cylinder, welcher gar ge⸗ hebe in der Roͤhre gehen muͤſſe, eine Hemmung verurſachen wuͤrden. Dieſe drey Umſtaͤnde ſeyn nun aber in hieſigen Gruben nicht zu finden; man habe nemlich kein ſtillſtehendes ſondern zufließendes oder quellendes Waſſer, wel⸗ ches ſich bey Fluthzeiten und Regenwetter vermehre, und hernach wieder vermin⸗ dere. Es werde wegen ſteter Arbeit mit Schlamm und Grand vermiſchet, und es behielten die Geſenke nicht einerley Sohle, ſondern wuͤrden bey ihrem Betriebe immer weiter abgeſunken, da inzwiſchen das Waſſer ſtets zu Sumpfe gehalten werden, und der Satz anſchnarchen müͤſſe. Ferner ſey in den hieſigen Gruben faſt uͤberall kluͤftiges, ſchneidiges und theils fluͤßiges Geſtein, auch Ganggebuͤrge, welches faſt durchgehends verzimmert werden muͤſſe. Wenn nun dieſes einem dergleichen ſchweren bleyernen oder meßingenen Röhrwerke zum Grunde dienen ſollte, ſolches Roͤhrwerk auch nicht anders als an ſolchem Gezimmer befeſtiget werden koͤnne, das ſich wegen des Drucks zuſammen ſchiebe und niederſetze: So wuͤrden die Röhren folglich mit nieder und aus der Ordnung geſchoben werden. Auf dieſe drey Puncte hat Herr Junge geantwortet: 1) Die Maſchine ſey nicht bloß im ſtilleſtehenden ſondern auch im fließenden Waſſer zu brauchen, es ſteige oder falle, wenn die Pompe nur Waſſer faſſe, andern Theils nur unter dem Zuckwerke bleibe, und daſſelbe dadurch im Umgehen nicht verhindert werde. 2) Ein feſter Grund wuͤrde allerdings dazu erfodert, daruͤber er ſich ſchon vorher erklaͤret. 3) Sey das reine Waſſer freylich dienlicher, weil man ſodann nicht noͤthig habe, die Pompen ſo oft auszunehmen und zu renoviren; doch gaͤbe es auch Mittel, das Ausnehmen und wieder Unterbringen mit leichter Muͤhe zu verrichten, auch waͤh⸗ render Reparirung das Waſſer in den Roͤhren zu erhalten. Die Abſinkung be⸗ treffend: So muͤſſſe dieſe Maſchine ihre Tracht behalten, und ihr ſo lange mit an⸗ dern Maſchinen geholfen werden, bis es der Muͤhe werth ſey, ſelbige mit einem Satz bleyerner oder eiſerner Roͤhren zu verlaͤngern. Er ſagt ferner, der eigentliche Zweck dieſer Maſchine ſey erſtlich, das Waſſer ſo hoch zu heben, wie man wolle, welches ſonſt mit einem Satz nicht geſchehen moͤge, und zweytens dadurch mehr Waſſer, als zu dem Aufſchlag nothig, auszu⸗ fuͤhren; und obgleich die bisherigen Erfahrungen an den wuͤrklichen Vorrich⸗ tungen dagegen ſtritten: So waͤre dennoch damit nicht zu erweiſen, daß es nicht erfunden werden koͤnnte. Es ſey aber inſonderheit folgendes bey dieſer Invention zu obſerviren noͤthig: Erſtlich, wenn der Horizont des Waſſers in der Ciſterne c. einige 30 Fuß niedriger als das Ventil oder Sauger oben in der Roͤhren b. zu ſtehen komme: So wuͤrde es eine Hemmung des Werks geben; waͤren ſie naͤher bey LI 2 einander, 6 1 ——————õ . , ⸗.. „ 1. 4 7. 136 I. Th. II. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß einander: So wuͤrde es ſo viel leichter, das Waſſer durch die Pompe bey b. in die Hoͤhe zu bringen; wenn aber der Horizont beyder Ciſternen einander faſt gleich ey: So wuͤrde es in der Roͤhren b. zu langſam niedergehen, und endlich wieder in Stillſtand gerathen, weswegen eine gewiſſe Proportion an den Hoͤhen der beyden Eiſternen zu obſerviren. Zweytens komme es auf die Roͤhren b. und d. hauptſaͤchlich an, wie ſelbige gegen einander ihrer Weite nach proportioniret ſeyn muͤſſen, und dieſes wuͤrde an⸗ noch wol das mehreſte Nachſinnen bey dieſem Werke erfodern, ob nemlich bey dem Niedergehen des beweglichen Cylinders ſich nicht gleichſam eine Waſſerſaͤule in der Roͤhren b. finden wuͤrde, ſo auf der Klappe zu unterſt in der Roͤhren g. ruhe, und nur das uͤbrige um dieſe Saͤule herum ſtehende Waſſer den Cylinder allein nieder⸗ druͤcke, ſodann die Roͤhre d. ihrer area nach, in der Proportion etwas weniger als die Röhre h. ſeyn muͤſſe. Hingegen, da im Aufgehen des Cylinders oder Stampfels h. bey Verſchlieſſung der in ſelbiger befindlichen Klappe, nothwendig alles Waſſer in der Roͤhren b. muͤſſe gehoben werden/ ob alsdenn nicht die Roͤhre d. eben ſo groß wie die Roͤhre b. erfodert werde. Daſſelbe ſey annoch reiflich zu uͤberlegen, und ſodann dem Gutfinden nach davon eine Probe ins kleine zu machen. Man hat obiges alles allhier an ſeinem Ort bewenden laſſen, und aus oban⸗ gefuͤhrten Urſachen ſich zur Probe mit dieſer Maſchine nicht entſchlieſſen koͤnnen.() §. 35. aſcßer Sal Anno 1728. hat der Herr Commercienrath von Polheim in Schweden eine heimſchen Si⸗ bhons ner e heraus bringen, und bey allen Gruben, ſo Stollen haben, und aus welchen die Siphonsmaſchine vorgeſchlagen, welche die Waſſer aus den Gruben ohne Kunſtrad Waſſer weggeleitet werden koͤnnen, appliciret werden ſollte. Wenn der erſte Stol⸗ len, vom Tage ein, tiefer, als II oder 12 Lachter waͤre: So koͤnnten die Gruben⸗ waſſer gehoben werden, die Tiefe moͤchte ſo groß ſeyn, als ſie immer wollte; und je (*) Wir wollen ſetzen, die Oberfläche des Waſſers in der Eiſterne c. ſey in gleicher Höͤhe mit der Klappe des Kolben, wenn er in dem obern Stiefel am niedrigſten ſteht. Dieſer Stiefel ſey ſo weit als die Röhre f. und die ganze Höhe der Oberfläche des Waſſers in c. über der Klappe des beweglichen Cylinders h. oder über e. ſey 100 Fuß. Wird nun der Kolben im obern Stie⸗ fel 5 Fuß hoch aufgezogen: So entſtehet ein Luftleerer Raum über der Säule b. Ueber der Säu⸗ le d. aber bleibt der Druck der Athmoſphäre, oder es iſt ſo viel, als ob dieſe Sdule d. 32 Fuß höher wäre. Mit der Kraft einer 32 Fuß hohen Säule drückt alſo das Waſſer den Ring des beweglichen Cylinders aufwärts. Dieſer Kraft widerſtehet nun das Gewichte einer Waſſerſäu⸗ le, die zur Grundfläche des beweglichen Cylinders ſeine, und 1w0 Fuß Höhe hat. Soll alſo der Cylinder in die Höhe bewegt werden: So kommt es auf die Verhältniß an, die die Fläche des Ringes zu der Grundfläche des Cylinders hat. Iſt ſie wie 100: 32 oder noch kleiner: So bleibt alles im Stillſtand. Es muß alſo die daſis des Cylinders kleiner ſeyn als 133 dderaz des Ringes, wenn er aufwärts ſteigen ſoll, um ſo mehr, da das Gewichte des Cylinders anno zu überwinden iſt. Iſt nun der Cylinder ſo hoch geſtiegen als der Kolben im obern Stiefel, nemlich Fuß: So dringt das Grundwaſſer in den leeren Raum g. und füllet ihn aus⸗ Wenn nun der Kolben durch ſeine eigene Schwere oder mittelſt angewandter Kraft wieder niedergeht: So bleibt der Cylinder doch noch unbeweglich an ſeinemn Orte. Denn esiſt nun zwar die Säu⸗ le, ſo in b. auf den Ring drückt, 5 Fuß höher, als die, ſo aus d. von unten entgegen drückt, allein es ſteht auch eine Säule von 100 Fuß Höhe auf der Klappe des Cylinders, und dieſelbe kann nicht eher geöfnet werden, noch auch der Cylinder, wegen des Widerſtandes des Waſſers in g. niedergehen, bis der Druck des Waſſers auf den Ring den Druck der 100 Fuß hohen Waſſerſäule über der Klappe des Cylinders überwindet. Zu dieſem Ende müſte alſo die Grund⸗ fläche des Cylinders weniger ſeyn, als 198 oder 2 der Fläche des Ringes, und mithin würde die Weite des Cylinders weniger ſeyn als des obern Stiefels, und alſo von dem Waſſer, das in den Stiefel getreten, weniger als †f über die Klappe treten, und auf einen Hub ausgegoſſen werden. Hieraus ſiehet man, daß kein Vortheil von dieſer Maſchine zu erwarten ſey, und da mnan an der Menge dfs Waljerz werere was man an der Höhe arwinner, oder daß di Ze in der man eine gewiſſe Quantität Waſſer a en ſo viel größer wird, als die Tiefe, aus der man ſie heraus holt. ſer aunſchspſen kenn, den Dr -———— — —˖— von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 137 je tiefer der Stollen unterm Tage laͤge, deſto weniger Waſſer wuͤrde zur Bewe⸗ gung erfodert. Wenn z. E. der Stollen auf der halben Teuffe der Gruben waͤre: So wuͤrde etwas mehr Waſſer zur Bewegung erfodert, als das Grubenwaſſer, o aufgezogen wird.— e auch jede Grube ihre eigene Beſchaffenheit habe: So wuͤrden auch da⸗ zu, nach den Grundſaͤtzen der Hydroſtatic und Pnevmatie, eigene Ausrechnungen noͤthig ſeyn. Die vornehmſte Kunſt beſtehe darinn, daß kein Troͤpflein Waſſer vergeblich weglaufe, ohne eine correſpondirende Menge Grubenwaſſers, ſo, daß die Menge des Fallwaſſers ſich zur Menge des ablaufenden Grubenwaſſers verhalte, wie die Tiefe der Gruben unter den Stollen zu der Tiefe der Stollen vom Tage hinein. Nebſt dieſer Proportion zwiſchen den beſagten Höhen ſey auch noch die Proportion des Grubenwaſſers zu den Roͤhren und Werken, und genaue Berech⸗ nung aller uͤbrigen Stuͤcke noͤthig. Der Vortheil dieſer Maſchine beſtehe alſo in folgenden Stuͤcken: 1) Daß alles Waſſer, ſo die Waſſerraͤder unnuͤtzlich verſpillen, und aus den Schaufeln fal⸗ le, bevor es ſeinen voͤlligen Effert gethan, und welches ohngefehr? oder ³ des gan⸗ zen ausmache, geſparet werden koͤnne. 2) Daß alle die Frictionen und Schleifun⸗ gen, ſo an den krummen Zapfen und Pumpſtiefeln vorfallen, und wol die Helfte des Effects abſorbiren koͤnnen, unterbleiben. 3) Daß alles Leder zu den Kolben koͤnne geſparet werden. 4) Daß man die Unkoſten von Kunſtwaͤrtern mehrentheils einziehen könne, weil eine Perſon mit mehrerer Commoditaͤt viele einmal eingerich⸗ tete Siphonswerke beſtreiten koͤnne, als ſonſten viele Leute ein Waſſertreibwerk, maſſen die Siphonsmaſchine von ſich ſelbſt flieſſe, anſtatt daß die Treibkunſt den gewohnlichen Werken helfen muͤſſe, wie wenn das Bier durch den Spund eines Faſſes zu pumpen iſt, das durch den Heber von ſelbſten flißßt. In Summa, er zweifle nicht, daß mit dieſer Invention Tonnen Goldes zu erſparen ſeyn. Die Koſten einer ſolchen Vorrichtung bey einer gewiſſen Teuffe, z. E. von 150 Lachtern, betreffend, muͤſte ſie wohlfeiler ſeyn, als die gewoͤhnlichen Kuͤnſte, weil einzelne Kiſten zu Recipienten, auch einige ſchmale Bleyroͤhren weniger, als ein Rad, Radſtube, Feld⸗ und Kunſtgeſtaͤnge ꝛc. koſten, und die Rohren, zwar wie bey jenen, aber ohne Stiefeln, Kolben, Leder ꝛc. bleiben, auch endlich die Maſchine, wenn die Grubenwaſſer rein waͤren, lange keiner Ausbeſſerung bedurfte. 4 §. 36. Von dieſer Maſchine iſt, mit Beyſeitſetzung ihrer innerlichen Beſchaffenheit, geurtheilet worden, daß ſie auf den Clausthalſchen Zugen deswegen nicht wohl an⸗ zubringen ſey, weil die dazu erfoderten Tagewaſſer bis auf den Stollen herunter, und auf demſelben abflieſſen, mithin den darunter belegenen Gefaͤllen entzogen werden wuͤrden; da anjetzo ein Rad Waſſer vielen Gefaͤllen diene, und von einem Rade zum andern abflieſſe. Wenn auch gleich bey jedem Rade? ja die Helfte weniger Aufſchlagewaſſer gebrauchet, dieſes aber vom Tage bis in den Stollen hinein ge⸗ ſchlagen werden ſollte: So wuͤrde doch nicht nur kein Waſſer erſparet, ſondern noch mehr verſchwendet werden, weil man dasjenige was man an einem Gefaͤlle erſparet, an den uͤbrigen, denen es entgienge, wieder verlieren wuͤrde; auf dem Burgſtetter Zuge wuͤrden in 12 Schaͤchten 12 dergleichen Maſchinen vorzurichten ſeyn, dazu, Rad Waſſer auf eine Maſchine gerechnet, 6 Nad Waſſer gehoren wuͤrden, wenn jetzo zum Umtrieb der Kunſt⸗ und Kehrraͤder nur auf 4 Rad Waſſer aus den Teichen gezogen wuͤrden. Aus dieſer und mehr andern Urſachen iſt dieſer Vorſchlag weder zu der Zeit/ noch Anno 1733. da er wiederum in Bewegung gekommen, beliebet worden. Da aber die Siphonsmaſchine auf der Bockswieſe bey dem Herzog Auguſt und Johann Friederich ſehr nothig geſchienen, wo man die Erze, wegen ſtarker in⸗ I. Theil. Mm wendigen Zweifel, ob ſie auf dem Harze mit Nutzen ein⸗ zuführen. 138 I. Th. II. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß digen Waſſer und Mangel eines tiefen Stollens, um ſolche durch die Kuͤnſte wadwa Maſn gewinnen koͤnnen: So ind nachher dem Herrn Commercien⸗ rath von Polheim alle verlangte Conditionen chriftlich eingewilliget worden/ nemlich eine Anzahl Ducaten, um einigen des Maſchinenweſens kundigen Abgeordneten vom Harze das Modell zu zeigen und zu uͤberlaſſen, und wenn von denſelben der ver⸗ ſprochene Effect und die Application auf den Bockswieſer Gruben moͤglich befun⸗ den wüͤrde, noch eine andere Summe an Ducaten fuͤr die Invention, und einen den Committirten zu ertheilenden Unterricht in der Theorie dieſer Maſchine. Es ſind daher im Febr. Anno 1747. drey Deputirte mit noͤthigen Inſtructio⸗ nen und Schreiben von der Berghauptmannſchaft beyder Communion Herrſchaf⸗ ten nach Schweden zu dem Herrn von Polheim gereiſet, welche aber bey der Un⸗ terſuchung und den angeſtellten Experimenten nicht finden koͤnnen, daß durch einmali⸗ ge Operation die Waſſer damit ſo hoch, als mit einem Kunſtſatze, das iſt Lachter, und ſofort gehoben wuͤrden, und daher im Nov. deſſelben Jahrs mit dem bezahlten Modell zuruͤck gekommen ſind. Die von dieſer Ma ina Schweden eingeſandte Berichte und Riſſe ſind mir von dem Hochfurſtl. Wolfenbuͤttelſchen Herrn Geheimen Kammerrath und Berghauptmann von Imhoff zum Zellerfeld/ communiciret worden. . 37. Bechaſtenßet Dieſe Committirte haben nach Frr rkunft in Schweden, und genauer Be⸗ dieſer Maſchine. 1,, 6 3— trachtung der Maſchine nach allen ihren Theilen und Wuͤrkungen, ſolche im Pro⸗ fil vorgeſtellet, und daſſelbe nebſt einer Beſchreibung anhero geſandt. In der erſten Tab. XV. Figur wird vorgeſtellet, wie das Waſſer vermittelſt der Röhren und Waſſerkaſten durch die zuſammen gedruͤckte und wieder verduͤnnte Luft bis auf den Stollen er⸗ hoben wird. In der zwoten Figur ſiehet man die Vorrichtung, mittelſt welcher durch Zufluß und Ablauf des Waſſers die Luft in den Cylindern oder Waſſerka⸗ ſten zuſammen gedruͤcket und wieder verduͤnnet wird. Tab. XIV. F. 1⸗„A. Der große Cylinder, in welchem noch ein kleiner lediger und mit Luft „ noefülter Cylinder B. F. 2. an einem meßingenen Drathe haͤnget, welcher an „ das kleine Brett CC. befeſtiget iſt. Die Oefnung in dem Deckel des großen Cy⸗ „ linders A. worinn dieſer meßingene Drath auf⸗ und niedergehet, iſt ſolchergeſtalt „ verwahret, daß nicht die geringſte Luft daraus kommen kann. In dem kleinen „ Cylinder B. iſt unten im Boden etwas Bley gegoſſen, damit derſelbe ſich um ſo „ viel eher ſenken koͤnne. D. iſt der Waſſerkaſten, aus welchem vermittelſt der „Roͤhre EE. die Waſſer durch den meßingenen Hahnen F. in dem großen Cy⸗ „ linder A. ein⸗ und ausgelaſſen werden können. C. G. G. G. G. ſind Luftröͤh⸗ „ ren, welche aus dem großen Cylinder in die kleinen verſchloſſenen Cylinder J. 1. „gehen. H. iſt ein offener Kaſten, welcher in zwey Faͤcher getheilet iſt, und den „ Stollen vorſtellen ſol. In dem einen Theil fallen die Waſſer aus dem großen „ Cylinder A. wenn nemlich das Epiſtome, oder Hahn F. dazu geöͤfnet wird, „in dem andern aber ſteiget das heraufgebrachte Waſſer, welche alle bende auf „„ dem Stollen ablaufen. K. iſt ein offener Cylinder, und M. ſtellet das tiefſte vor. „Nach der zwoten Figur ſitzet die kleine Rolle n. und das halb geſtirnte „„ Rad o. auf einer Welle feſte, und koͤnnen ſich mit derſelben zur Haͤlfte, als ein⸗ „ mal links und das andremal rechts, herum bewegen. Die beyden Rollen p. „ und q.(davon q. zween Zaͤhne 4 und 5 hat) ſitzen mit ihrer Buͤchſe r. auf der „ kleinen Welle n. O. loſe, und werden durch das Auf und Niederſteigen des kleinen „ Cylinders B. auf den dritten Theil ihrer Peripherie nach links und rechts her⸗ „ um beweget, und dieſes vermittelſt einer Schnur, welche um die Rolle p. zwey⸗ „ mal herum geſchlagen iſt, und wovon die Enden derſelben in dem kleinen Breit 22. von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 139 C. C. befeſtiget ſind. Das zweyte kleine Brett S. S. S, woran ein gezaͤhntes 7, eiſern Blaͤttgen t. befindlich, iſt mit einer Schnur, welche gleichfalls um die klei⸗ „ ne Rolle n. zweymal geſchlagen, an ſolcher befeſtiget, mithin kann ſich dieſes Brett, „ wann die Rolle n. und das Sternrad o. ſich links oder rechts herum drehen, „ ſehr ſchnell auf⸗ und nieder bewegen. Dieſes gezaͤhnte eiſerne Blatt greifet in ei⸗ „ nen meßingenen Schluſſel m. welcher ein Quadrant, und gleichfalls gezaͤhnt iſt, „„ wodurch denn der Hahn F. ganz plötzlich ſowol auf⸗ als zugeſchloſſen werden „ kann. Dieſer Hahn zeiget ſich in dem Grundriß der beyden Cylinder A. und „B. Fig. 4. noch deutlicher. U. U. iſt eine hölzerne Roͤhre, worinn ein bleche⸗ „ ner langer Cylinder X, welcher unten im Boden ein Ventil hat, auf⸗ und nie⸗ „dergehen kann. Steiget er in die Höhe: So ſtoßt er das Ventil der Buͤchſe W. „ im Waſſerkaſten bey 8 auf, und fuͤllet ſich mit Waſſer. Senket er ſich wieder „ hinunter bis auf den Zapfen Y. So oͤfnet ſich ſein Ventil, und laͤſſet die Waſ⸗ „ ſer wieder fallen, welche denn durch die Oefnung Z. auf den Stollen kommen.(*) „Die Waſſer aus dem tiefſten bis auf den Stollen H. zu bringen, geſchie⸗ „het nach dem Modell folgendergeſtalt: Wenn Waſſer in den großen Cylinder „A. gelaſſen werden: So ſteiget der kleine Cylinder B. in die Hoͤhe, und treibet „ die Luft aus dem großen Cylinder durch die Roͤhren G. G. G. G. G. in die bey⸗ „ den verſchloſſenen Cylinder J. und L. Dieſe Luft druͤcket die Waſſer aus „„ dem Cylinder L. in den offen ſtehenden Cylinder K. imgleichen aus dem verſchloſ⸗ „ ſenen I. in den offen ſtehenden Cylinder H. beydes zugleich auf einmal. So „ bald dieſes geſchehen, oͤfnet ſich der meßingene Hahn F. vermittelſt ſeines ge⸗ „ zaͤhnten Quadrantens m. und laͤſſet die Waſſer, welche vorhero in den großen „ Chylinder A. gelaſſen worden, wieder heraus/ die denn in den offenen Kaſten H fallen. „ So bald aber die Waſſer abgelaufen ſeyn, ſchlieſſet ſich der Hahn F. und der „ kleine Cylinder ſenket ſich in dem großen bis auf den Boden, mithin formiret „ ſich im großen Cylinder A. ein vacuum, daher denn die Luft in den Cylindern „ L. und I. ganz ploͤtzlich durch die Luftroͤhren G. G. G. G. G. wieder in dem großen »„ Cylinder A. den leeren Raum einnimmt. So bald aber dieſes geſchehen, ſtei⸗ „ gen die Waſſer wegen des Drucks der aͤuſſern Luft aus M. in den Cylinder L. und „, aus dem offenen Cylinder K. in den verſchloſſenen I. beyde auf einmal; und auf „ dieſe Art continuiret der Effect beſtaͤndig dergeſtalt, daß einmal die Waſſer „ 5 Lachter hoch von ſelbſten, bloß durch die Verdunnung der Luft, die folgenden „ 5 Lachter aber durch die Preſſung der Luft in die Hoͤhe ſteigen.„ . 668. 38. „Un einzuſehen/ wie die Steurung ohne Menſchenhuͤlfe geſchehe: So muß man Von der Steu⸗ „ noch Fig. 3. betrachten, wo o. das halbgeſtirnte Rad iſt. An ihm haͤnget ein rung der Ma⸗ „ Gewichte von Bley mit I. bemerket, und vor ihm lieget ein Brett 2.2. welches ine „ mit eiſernen Zaͤhnen in das Rad 0. greifet. In dieſem Brett ſitzet ein Zapfen „ 3. welcher in die hoͤlzerne Roͤhre u u. gehet, und worauf der Cylinder X. ruhet. 6. 6. „ iſt ein Einfallshacken, welcher ſich um die Achſe 7. beweget, auf dem Stirnrad „ lieget, und daſſelbe mittelſt eines Krappens, welcher in das Rad faſſet, feſt hal⸗ „ ten kann.„ „ Wenn nun der kleine Cylinder B. ſich auf den Boden des großen Cylin⸗ „, ders A. ſenket: So gehet die Rolle p. q. r. auf 3 des Circuls mit herum, und „ hebet der Zahn, mit 4. bemerket, welcher an der Rolle q. ſitzet, den Einfallsha⸗ „cken 6. in die Hoͤhe. So bald ſolches geſchehen, ziehet das Gewichte 1. Mm 2„welches C) In einem nachher pro memorta überſandten Schreiben wird gemeldet, daß der Cylinder X. im Kroßen gar nicht nöthig ſey, und alſo keine Aufſchlagewaſſer erfodere. Fig. a, §. 39. Zweifel der Ab⸗ Nachdem die Committirte die Einrichtung dieſer Maſchine völlig eingeſehen geaneſen Mea hatten, aͤuſſerten ſie ſofort gegen den Herrn von Polheim zween Hauptzweifel: 140 I. Th. II. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß „welches an dem geſtirnten Rade O. mit ſamt dem davor liegenden Brett 2. 2. „ den ledigen Cylinder X. welcher auf dem Zapfen 3. ruhet, ſamt dem kleinen Brett 1 „S. S. und t. in die Hoͤhe, durch welche Bewegung denn ſich der Hahn F. ofnet, 1 b daß die Waſſer aus der Röhre E. E. in den großen Cylinder A. treten könnan, pi „unter waͤhrender Zeit denn ſich auch der Cylinder X. mit Waſſer anfullet. Weil 1 „nun bey Anlaufung der Waſſer im großen Cylinder der kleine wieder in die Ho⸗ 6 „he ſteiget, mithin die beyden Rollen p. und q. herum beweget: So gehet nach„t „Fig. 3. der Hacken F. ruͤckwerts nach den Einfallshacken 6. 6. bis 9. und hebet p „denſelben aus. So bald aber dieſes geſchiehet, druͤcket der mit Waſſer ange⸗„. „ fuͤllete Cylinder X. das gezaͤhnte Bret 2. 2. hinunter, welches das geſtirnte Rad „ O. mit ſich herum fuͤhret, und das Gewichte l. in die Hohe ziehet. Weil aber„i „das Rad O. mit der Rolle n. an einer Welle ſitzet, an welcher das gezaͤhnte 9 „ Bret S. S. und t. mit einer Schnur befeſtiget iſt: So wird dieſes gleichfalls „ ploͤtzlich niedergezogen, und ſchlieſſet dadurch das Epiſtome F. zu, wodurch „ denn die Waſſer aus dem großen Cylinder A. bis auf den Stollen in HI. zu» „fallen, die Oefnung erhalten, und ſolchergeſtallt continuiret der Effect eins ums* „andere beſtaͤndig., 1) Ob durch den Druck der concentrirten Luft, wenn z. E. 18 Saͤtze fuͤrhanden, die Waſſer durch 9 Saͤtze zugleich in die Höhe getrieben werden koͤnnen; und ob— 2) hinwiederum durch die Verduͤnnung der Luft, welche geſchiehet, wenn die Waſ⸗ 2 ſer aus dem Haupteylinder ab, und auf den Stollen fallen, und die in allen geſchloſ⸗„ ſenen Gefaͤſſen befindliche Luft ſich in dem nun leer werdenden Raum im Haupt⸗„ cylinder mit ausbreitet, ſo viel effectuiren koͤnnte, daß ſich das Waſſer durch 9 Efußige Anſteckekiele(Unterſetzrohren) zugleich anſaugen wuͤrde? worauf der Herr„ ommercienrath geantwortet, daß die Moͤglichkeit davon bekannt, und durch Ver⸗„ ſuche mit Queckſilber von Boyle und Belidor gnugſam beſtaͤtiget waͤre. Die— Abgeordneten haben dagegen vorgeſtellet, daß ihnen aus dieſen Buchern nichts an⸗, ders bekannt ſey, als daß, wenn der Mercurius 28 Zoll oder die gegenwaͤrtige. Barometerhoͤhe haben ſoll, auch uͤber ihm ein reines vacuum erfodert werde; da⸗ hingegen bey dieſer Maſchine die Luft nur um die Haͤfte verduͤnnet wird, vermöge der geſagten Generalregel, nach welcher der innere Raum des Haupteylinders ſo„ groß ſeyn muß, als der Inhalt aller geſchloſſenen Reſervoirs zuſammen. Sie haben auch mit Gutbefinden des Herrn von Polheim ein Modell von„ Glaſe gemacht, um durch eine untruͤgliche Probe zu entſcheiden, ob dieſe Maſchine mit 32fuͤßigen Saͤtzen vorzurichten ſey oder nicht, und inzwiſchen dem Herrn Com⸗ 1 mercienrath folgende Fragen ſchriftlich zur Beantwortung vorgeleget: „ 1) Ob durch die Druͤckung der Luft, wenn z. E. 18 Saͤtze fuͤrhanden, die „» Waſſer durch 9 Roͤhren auf einmal in die Hoͤhe gedruͤcket werden koͤnnen? und ob„ „ 2) hingegen wieder durch die Verduͤnnung der Luft die Waſſer durch die* „ uͤbrigen 9 Roͤhren gleichfalls auf einmal geſogen werden koͤnnen?.— „ 3) Ob ſowol der große Cylinder, als die uͤbrigen kleinen, ſolchergeſtalt— „ verwahret werden koͤnnen, daß ſie dem gewaltſamen Druck der Luft zu widerſte⸗* „ hen vermoͤgend ſind?.8 2 4) Ob die Roͤhren, wodurch die Waſſer in die Hoͤhe gedruͤcket werden„ „ muͤſſen, fuͤr der Zerſprengung hinlaͤnglich geſichert werden koͤnnen?„ „, 5) In ——-— é6=é 8 82— ᷣη⁹ von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 141 „ 5) In dem Modell der Siphonmaſchine iſt der Sumpf unten im Schach⸗ „ te frey und offe vorgeſtellet, und werden die Waſſer von da aus in die Höhe „in ein geſchloſſenes Reſervoir geſogen. Weil man aber im Schachte beſtaͤn⸗ „dig abſinket, und tiefer gehet: So iſt die Frage, wenn ein geſchloſſen eſervoir „ im Abſinken 2. 3 oder 4 Lachter tiefer geſetzet werden ſoll, auf was Art die „ Waſſer, welche ſich im Abſinken befinden, in dieſes geſchloſſene Reſervoir zu „ bringen ſeyn, und ob zu verhuͤten, daß weder Schlamm noch kleine Steine, wel⸗ „ che ſich ſonſt zwiſchen die Ventile ſetzen, und große Hinderung verurſachen wuͤr⸗ „ den, in die Maſchine kommen koͤnnen? „ 6) Ob die geſchloſſenen Reſervoirs ſolchergeſtallt vorgerichtet werden „ können, daß man ſelbige auf beduͤrfenden Fall leicht eroͤfnen und wieder feſte zu⸗ „ ſchlieſſen koͤnne? „ 7) Weil in den mehreſten Gruhen die Waſſer nicht allemal im Tiefſten „ beyſammen ſeyn, ſondern verſchiedene Zugaͤnge 6, 10 auch 20 und mehr Lachter „ uͤber dem Geſenke ſich befinden: So iſt die Frage, ob ſothane Zugaͤnge die Si⸗ „ phonmaſchine gleichfalls wegheben koͤnne? „ 8) Wenn in dem Tiefſten eine Röhre von 2 oder 3 Lachter hoch ſowol „zum ſaugen als zum druͤcken angebracht werden ſoll, ob ſolche geringe Höhe kei⸗ „ne Unordnung in der Bewegung und Effect verurſachen werde? „9) Da das Fundament der Siphonmaſchine hauptſaͤchlich darinn beſtehet, „ daß der Hauptcylinder gleiche Proportion von allen kleinen Recipienten haben „ ſoll: So iſt die Frage, ob der große Cylinder bey Abſinkung eines neuen „ Schachts gleich im Anfange ſo vorgerichtet werden koͤnne, daß damit die Waſſer „ 40, 80, 100 und mehr Lachter aus der Tiefe zu bringen ſtehen? „ 10) Wenn man bey Vorrichtung einer Siphonmaſchine den großen Cy⸗ „ linder mit ſamt den kleinen nach den in der Grube ſich befindenden Waſſern ein⸗ „ mal eingerichtet und proportioniret hat, hiernaͤchſt aber ſich ergeben ſollte, daß „ die Grundwaſſer um ,½ bis mehr oder weniger wuͤrden; ob alsdenn in bey⸗ „ den Faͤllen die Waſſer ohne große Veraͤnderung der Maſchine in die Höhe ge⸗ „ bracht werden koͤnnen? „ 11) Weil das Vermoͤgen der Siphonmaſchine in preſſione et rarefa- „ Erione asris beſtehet, beydes aber nach der Quantitaͤt der zu hebenden Waſſer „eingerichtet werden muß: So iſt die Frage, ob zur Sommerszeit, da gemeinig⸗ „ lich die Wetter in der Grube matt werden, mithin eine rarefactio entſtehet, „ein gleicher Effect erfolgen köͤnne/ und vice verſa im Winter bey großer Kaͤlte? 33 Auf obſtehende Fragen hat der Herr von Polheim nur folgende generale Antwort ertheilet: „ Nebenſtehende Fragen ſind alle von der Beſchaffenheit, daß ſie bey mir „ nicht die geringſte Schwierigkeit finden, ſondern es hat die Invention ſo ihre „ vollkommene Richtigkeit, daß weder dieſe noch andere zu erſinnende dubia ver⸗ „moͤgend ſind den intendirten Nutzen der Siphonmaſchine, was fuͤr Vor⸗ „ faͤlle auch immer ſeyn moͤchten, auf einige Art zu verhindern; und da nun⸗ „ mehro nichts im Wege liegt, daß mit der Information nicht alſofort der Anfang „ gemacht werde, auch anbey ungezweifelt zu vermuthen ſtehet, daß die Abgeord⸗ „ neten alles, was zu Vorrichtung der Siphonmaſchine im großen ihnen hinlaͤng⸗ lich zu wiſſen noͤthig iſt, in gar kurzer Zeit werden erlernen können: So bin ich „ erböthig, ungeſaͤumt dazu zu ſchreiten, ſo bald ein Hochloͤbliches Bergamt mir da⸗ I. Theil. Nu 22 zu . . 3 Tab. XIV. F. 5. 142 I. Th. II. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß „zu wird Befehl ertheilet haben, nebſt anbey gegebener Verſicherung, daß das ver⸗ „ ſprochene Honorarium, vor Abreiſe der reſpective Abgeordneten von hier, an „mir ausgezahlet zu werden bereit ſtehe. W§. 40. Nachdem das§. 96. gemeldete glaͤſerne Modell ſo weit fertig worden, daß die nothigen Proben mit Mercurio foͤnnen angeſtellet werden: So haben die Com⸗ mittirten erſtlich in ihrem Logis, hernach auch in Gegenwart des Herrn Commer⸗ cienraths von Polheim, auch deſſen Herrn Sohns, des Hofjunkers, damit experi⸗ mentiret, und zu wiederholten malen gefunden, wie folget: „Daß durch den Druck der Luft der Mercurius zwar 26 Zoll hoch aus „dem geſchloſſenen Reſervoir C. in das obere offene Gefaͤß gedruͤcket worden/ alleine, „da in dieſem Modell, wovon eine accurate Zeichnung beygeleget, die Tiefe unter „ dem Stollen nur ſo tief als die Hoͤhe des Stollens angenommen worden, ein⸗ „ folglich der Haupteylinder und das geſchloſſene Reſervoir C. am Inhalte ein⸗ „ ander gleich ſeyn: So haͤtte ſich der Mercurius mit welchem das geſchloſſene „Reſervoir vollgefuͤllet war, nach der vom Herrn Commercienrath gethanen Pro⸗ „ poſition, gaͤnzlich in das obere offene Gefaͤß A. als welches eigentlich den Stollen „ vorſtellet, ausgieſſen muͤſſen, weil der Haupteylinder B. ganz voll mit Mercurio „ angefuͤllet wurde, und die zuvor darinn geweſene Luft keinen andern Raum finden „ koͤnnen, als ſich durch die Luftrohren a. a. a. in das untere geſchloſſene Reſer- „ Voir C. zu preſſen, und durch ihren Druck den Mercurium durch die Röhre „ b. auf den Stollen A. zu treiben. Da aber die Luft ziemlicher maaßen muß „comprimiret werden, wenn ſie den Mercurium 26 Zoll in die Hoͤhe druͤcken „ ſoll: So begnuͤget ſich ſelbige mit 2 von dem Raum, den ſie ſonſt in ihrer na⸗ „ tuͤrlichen Dicke einnehmen wuͤrde, und haͤlt dahero, ſo bald ſie in dem geſchloſſe⸗ „ nen Reſervoir ⁊ von deſſen Raum einnehmen kann, dem in der Roͤhre b. 26 „ Zoll hoch ſtehenden Mercurio zwar die Waage, iſt aber nicht vermoͤgend, das „ uͤbrige 3 ſo von dem Mercurio in dem Reſervoir C. zuruͤck bleibet, auf den „ Stollen zu treiben. Dahero es denn auch gekommen, daß bey jedesmaliger „ Operation von dem in dem Reſervoir befindlichen Mercurio zuruͤck geblie⸗ „ ben, die uͤbrigen* aber bis auf den Stollen abgelaufen, auch in der ganzen Roh⸗ „ re b. der Mercurius ſtehen geblieben ſſ Woraus deutlich erhellet, daß die „ aus dem Haupteylinder in das geſchloſſene Gefaͤß C. getriebene Luft allezeit um „ comprimirt geblieben, welche comprimirte Luft hernach den leer werdenden „Raum iin Hauiyünder zum Theil erfuͤllet, und die rarefaction um vieles „ vermindert. „ 2) Nachdem wir den Mercurium in dem Haupteylinder abgelaſſen, und „ das geſchloſſene Reſervoir C. mit ordinairer Luft angefuͤllet geweſen: So mu⸗ „ ſte ſich dieſe Luft in den leeren Raum, welcher durch Abfallung des Mercurii „ in dem Haupteylinder entſtunde, ausbreiten, und folglich dieſe Luft, welche in „ ihrer ordinairen Dicke einen Theil ausgefuͤllet hat, ſich in 2 ſolcher Theile aus⸗ „ dehnen, daß alſo die Luft in dem geſchloſſenen Reſervoir um die Helfte verduͤn⸗ 7 „net nahden iſt.. „ Dieſe Verduͤnnung der uf ſollte nach der Propoſition des Herrn von „Polheim das Waſſer 30 Fuß, folglich den Mercurium 26 Zoll anſaugen. „Wir konnten aber den Mercurium in dem Anſteckekiel f. aller oftern Wieder⸗ „holung und dabey beſorgter Accurateſſe ohngeachtet, nicht uͤber 15 Zoll hoch „bringen, und hat jedesmal, wenn wir das Gefaͤß D. welches den Sumpf vor⸗ ſtellete, mehr erhoͤhet, folglich die obere ſuperficies mercurũ hoͤher worden iſt, der 22 von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 143 „ der in die Roͤhre f. geſogene Mercurius ſich ſo viel aufgehaben, als wir das „ Gefaͤß D. erhoͤhet haben, ſo, daß allezeit, wir mochten das Gefaͤß D. erhoͤhen „oder erniedrigen, der in die Röhre f. geſtiegene Mercurius beſtaͤndig 15 Zoll „ üͤber dem oberſten plano des Mercurii im Gefaͤſſe D. geblieben iſt. „„ Woraus denn erhellet, daß, da die Maſchine fuͤr dem Zugang der aͤuſſern Luft aufs beſte verwahret geweſen, ſich auch ſicher ſchlieſſen uuſe⸗ daß der Mer- „ Curius, wenn die Luft, ſo uͤber ihm befindlich iſt, um die Haͤlfte verdunnet wird, „von der aͤuſſern Luft nicht höher als 15 Zoll hoch getrieben werden kann. Als „wir den Anſteckekiel f. bis auf 13 Zoll lang abgebrochen: So haͤtte, wenn der „ Mercurius wiederum 15 Zoll getrieben werden ſollte, derſelbe bis an den De⸗ ckel des geſchloſſenen Gefaͤſſes C. welchesſo/ wie der Haupteylinder/ 2 Zoll hoch war, „ſteigen muͤſſen. Wir haben auch nach wiederholten Experimentiren gefunden, daß, „wenn er durch Anſaugung in das geſchloſſene Gefaͤſſe ſich ausbreitete/ derſelbe niemals „ hoͤher als 13 ¼ bis 137 Zoll hoch geſtiegen, ſo, daß das geſchloſſenekeſervoir C. ob⸗ „ gleich der Anſteckekiel nur 13 Zoll lang war, niemals uͤber den dritten heil angefuͤllet „ worden, wie es denn auch nicht anders erfolgen konnte. Denn da die Luft vorher ſich in die zwey Reripienten B. und C. ausdehnete, und alſo erfuͤllete: So hat ſie „ mit dieſer halben Verduͤnnung den Mercurium in die Röhre f. 15 Zoll hoch „ gehoben. Da aber in dieſem Fall; von dem Reſervoir C. mit Mercurio „ angefullet wird, und ſich die verduͤnnete Luft, ſo dieſes Drittel ausgefuͤllet, in „ die uͤbrigen theilet, und die verduͤnnete Luft um ſo viel dicker macht, ſo daß „ der Unterſchied mit der aͤuſſern Luft nicht mehr ſo groß iſt: So kann der Mer⸗ „ Lurius nicht mehr 15 Zoll, ſondern nur 131 Zoll hoch geſogen werden. Zu „ dieſem allen kommt „ 3) daß, ſowol bey der Preßion als Evacuation, das heraufzubringende „ Waſſer mehr als ½ Minute laͤnger in Bewegung iſt, ſowol im Preſſen als Sau⸗ „ gen, als der Haupteylinder zu ſeiner Wuͤrkung gebrauchet, und da in der Si⸗ „ phonmaſchine der Hahn ſich den Augenblick auf oder zuſchlieſſen ſoll, ſo bald »» der Haupteylinder ganz voll, oder ganz leer worden iſt: So wurden in den ge⸗ „ ſchloſſenen Reſervoirs, darinn das herauf zu bringende Waſſer entweder ſau⸗ „ gend oder gedruͤckt ½ Minute laͤnger wuͤrket, zwo gegen einander laufende Be⸗ „» wegungen den Effect verhindern; und daß die Wurkung nicht anders ſeyn „ kann, als ſie durch die experimenta beſtaͤtiget worden, kann nach unſerer Zu⸗ „ ruͤckkunft mit deutlichen und mathematiſchen Demonſtrationen dargethan werden. „ Wie nun der Herr Commercienrath bey dieſem Experimentiren nichts zu „erinnern gefunden, und ſelbſt eingeſtanden hat, daß die Saugroͤhren nicht höher „ als 16 Fuß gemacht werden koͤnnen: So gehet ſeine Meinung dem ohngeach⸗ „tet dahin, daß die Siphonmaſchine deßwegen doch den intendirten Nutzen ſchaffen „ wuͤrde. Da aber auf dieſe Weiſe die Saͤtze um den vierten Theil kuͤrzer, mithin „ mehrere geſchloſſene Reſervoirs erfodert werden, die Aufſchlagewaſſer aber ſich „ nach der Vielheit der geſchloſſenen Reſervoirs proportioniren: So koͤnnen „ wir nicht ſehen, auf was Art der intendirte Nutzen erfolgen ſollte, zumal die „ Vorrichtung einer ſolchen Siphonmaſchine, womit die ſaͤmtlichen Waſſer aus „den Boakswieſer Gruben gehoben werden ſollten, 9 bis 10000 Thlr. zu ſtehen „ kommen duͤrfte, indem nicht allein alle Cylinder, geſchloſſene Reſervoirs, Saug⸗ „ Preß⸗ und Luftroͤhren von Bley„ſondern auch alle Haͤhne und Ventile von „Meßing ſeyn muͤſſen, zu geſchweigen derjenigen Plaͤtze, welche wegen der ge⸗ „ſchloſſenen Reſervoirs in Schaͤchten u machen noͤthig ſeyn wuͤrde, wie de alles „an der ganzen Maſchine mit einer faſt unauszuuͤbenden Accurateſſe verfertiget „ ſeyn will. 1 Nu 2 99 In⸗ Andre zur Un⸗ 144 I. Th. II. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß Inzwiſchen hat der Herr Commercienrath declariret, wie er auf eine ſolche „Invention denken wolle, daß das Waſſer 30 Fuß hoch hinauf geſogen werden „koͤnne, und verlanget, daß wir ihm einen groͤßern Profilriß von den Bockswieſer „ Gruben geben mochten, um eine accurate Eintheilung der Röhren und Reſer- „Voirs machen zu können, welcher Riß denn auch allernaͤchſt verfertiget werden „ ſoll. Weil wir aber befuͤrchten, daß der geſchloſſenen Gefaͤſſe ſo viel werden „ duͤrften, und vielleicht ſo viel Aufſchlagewaſſer, als auf die jetzigen Kuͤnſte, erfo⸗ „dert werden moͤchte, welche ſich bey den 9 Kuͤnſten wie 6 zu I gegen die zu he⸗ „bende Waſſer verhalten: So uͤberlaſſen wir Ew. Ew. Hochwolgeb. Hochwol⸗ „ geb. ob es rathſam ſey, bey ſogeſtalten Sachen die Information von dem Herrn „Commercienrath anzunehmen? woruͤber wir uns den Verhaltungsbefehl ganz „ unterthaͤnig ausbitten.„ §. 41. Aus dem obigen erhellet, daß die Wuͤrkung dieſer Maſchine auf der wech⸗ terſuchung der ſelsweiſen Verdickung und Verduͤnnung der im großen Cylinder A. befindlichen ———— 1 4—„ .. 1 2 7.„„ — ö Siphonsma⸗ Luft beruhe. Wenn die Waſſerſaͤule in E. den Cylinder B. in die Höhe und ſöne angeſelte mithin die darüber befindliche Luft aus. durch die Röhren G. C. in die verſchloſ⸗ Tab. XIV. F. 1. —— e. —— — 1 f. . ſenen Cylinder L. I. treibt: So muß aus den leztern das Waſſer nothwendig in die ofnen Cylinder zum Theil getrieben werden. Wenn alsdenn nach Ablauf des deeſann aus A. durch die Roͤhre H. der Cylinder B. wieder niedergeht, und ein leerer Raum entſteht: So tritt die verdickte Luft aus L. und I. dahin wieder zuruͤck und verduͤnnet ſich, indem ſie ſich in allen drey Cylindern gleich ausbreitet, ſo daß die aͤuſſere dichtere Luft das Waſſer aus dem Sumpfe M. oder den ofnen Cylindern als K. nothwendig zu einer gewiſſen Hoͤhe gegen die verſchloſſenen Cy⸗ linder treiben muß. Dieſe Höhe wird aber allemal geringer ſeyn, als die Hoͤhe der Waſſerſaͤule, die dem Druck der Athmoſphaͤre das Gleichgewicht giebt, weil die innere obſchon duͤnnere Luft der aͤuſſern noch entgegen druͤckt. Gleichermaaßen wird die aus dem Haupteylinder A. in die verſchloſſenen Cylinder getriebene Luft aus dieſen nur ſo lange das Waſſer in die offnen Cylinder hinauf druͤcken, bis ihre Ausdehnungskraft, die in demſelben Maaße abnimmt, als ihr Raum in den ver⸗ ſchloſſenen Cylindern waͤchſt, dem vereinigten Druck der aͤuſſern Luft und des Waſ⸗ ſers in der Roͤhre, worinn es ſteigen ſoll, gleich wird. Beydes haben die Abgeord⸗ neten durch folgende Verſuche auf eine beſtimmte Art darthun wollen. „In der Roͤhre A. B. welche im Diameter? Zoll weit und 3 ½ Fuß lang, „war ein embolus C. von Gork gemacht, welcher an einem langen Drath C. D. „ befeſtiget, damit er in der Roͤhre A. B. konnte aufgezogen werden. Bey jedes⸗ „maliger Operation wurde Baumoͤl von oben hinein gegoſſen, damit ſich ſelbiges „ſowol in die poros des Gorks, als auch uͤber den embolum ſezte, und nicht „ zulieſſe, daß einige Luft von auſſen bey dem embolo eindringen könnte. Als „wir bey der erſten Operation das Spatium C. B. Nro. I. mit ordinairer Luft „ Soll lang lieſſen, und das Ende B. der Röhre A. B. in mercurium ſezten: „ So iſt, nachdem der embolus 23 Zoll in die Hohe gezogen worden, Nro. 2. „ der mercurius I ¾ Zoll in die Roͤhre geſtiegen, das(mit Luft erfuͤllte) patium „ C. B. aber hat ſich um: Zoll verlaͤngert. Als der embolus 12 Zoll hoͤher „ aufgezogen worden, als er vor der Operation geweſen, Nro. 3. Soiſt der mercu⸗ „rius 9 Zoll in die Roͤhre geſtiegen, das ſpatium C. B. aber um 3 Zoll laͤnger, „nemlich 9 Zoll worden; und wie der embolus 20 Zoll hoch(nemlich uͤber „die 6 Zoll in Nro. I.) gezogen wurde, Nro. 4. So iſt der mercurius nicht „ 20 Zoll hoch, wie man hier doch vermeinte, nachgeſtiegen, ſondern nur „ 14 Zoll hoch in die Röhre geſogen worden. Das vorhin 6 Zoll lang geweſene „ſpatium von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 145 „ſpatium C. B. aber iſt 12 Zoll lang worden, und iſt alſo die Luft uͤber den ein⸗ „geſtiegenen mercurium juſt um die Haͤlfte verduͤnnet geweſen. „ Bey der zwoten Operation, als das ſpatium C B. Nro. 1. 5 Zoll lang „ gelaſſen, iſt, nachdem der embolus 19 Zoll hoch gezogen worden, der mercu⸗ „ rius ebenfalls 14 Zoll in die Höhe geſtiegen, die uͤbrigen 5 Zoll aber haben das „ vorhin 5 Zoll lang geweſene ſpatium C B. noch einmal ſo lang gemacht„daß „ folglich die Luft wiederum um die Haͤlfte verduͤnnet worden. Bey der dritten „Probe, da man das ſpatium C B. 4 Zolllang gelaſſen, iſt ſolches ebenfalls wieder⸗ „ um zweymal ſo lang worden, als der mercurius 14 Zoll in die Roͤhre geſtiegen. „Woraus denn erhellet, daß die Luft ſichum die Haͤlfte zwiſchen dem embolo und „mercurio) verdunnen muß, wenn der mercurius 14Zoll angeſogen werden ſoll., Das zweyte Experiment beſchreiben ſie folgendermaßen: „ Wir kitteten in eine Röhre AlB. eine andere B C. nach einem 90 Grad „ haltenden Winkel zuſammen, und befeſtigten dieſe winkelrechte Roͤhren auf den „ hölzernen Winkelhacken DEE. auf welchem Winkelhacken die Laͤnge BC. ſo „ 22 Zoll austrug, in 100 gleiche Theile abgetheilet war.„Auf dem Theil BD. „ aber war von B. nach A. die Abtheilung der Schwediſchen Fuͤße nach Deci⸗ „ malmaaße gemacht, und war die Röhre ½ B. 34 Zoll lang. Im Anfange nun „ war in der Rohre B C. ordinaire Luft, und das Ende C. wurde zugekittet, daß „ keine Luft heraus kommen konnte. Als wir nun in die Roͤhre AB. mercu⸗ „„ rium lieſſen, ſo, daß er 3 Zoll hoch in A B. von B. zu g. gedruͤcket bliebe: So iſt „er in die Roͤhre B C. von b. zu a. ws Theilgen eingedrungen, ſo, daß die Luft, „ welche in ihrer natuͤrlichen Dicke 188 Theilgen eingenommen, ſchon in ss Theil⸗ „ gen eingeſchloſſen, und um 22 Theil comprimiret worden iſt. Als ſo viel mer⸗ „ Curius in die Roͤhre AB. nachgegoſſen wurde, daß er 9 Zoll in der Roͤhre AB. „ gedruͤcket bliebe, und von B. bis h. ſtund: So iſt er auch in die Roͤhre von B. „ zu b. 134 Theilgen eingedrungen, ſo daß 100 Theile ſich in 75 eingeſchloſſen, und „ die eingeſchloſſene Luft I4 ſo elaſtiſch worden iſt, als die aͤuſſere Luft. Daher denn „ die innre Luft nicht nur der aͤuſſern Luft die Wage gehalten, ſondern noch der „ Saͤule von mercurius von 9 Zoll, welches ohngefehr 4 des Barometers iſt. „ Als die Röhre A B. mit mercurio 12¼ Zoll von B. zu i. angefuͤllt war: „ So iſt derſelbe beynahe den dritten Theil, nemlich 13s Theilgen, von B. zu „C. eingedrungen, ſo daß in z ſich eingeſchloſſen, und folglich die Luft „in dem ſpatio c C. 1¾ mal ſo elaſtiſch geworden iſt, als die ordinaire „ Luft, und folglich der aͤuſſern Luft und auch der Haͤlfte des Barome⸗ „ ters die Wage halten konnte. Als der mercurius 25 geometriſche Zoll „in der Roͤhre AB. Lellanden, welches gemeiniglich fuͤr die Höhe des Barome⸗ „ters gerechnet wird: So iſt er accurat 36 Theilgen, oder die Haͤlfte in die Roh⸗ „re BC. von B. zu d. eingedrungen, ſo, daß die Luft accurat zweymal ſo elaſtiſch „ als die aͤuſſere, worden iſt, welches mit den vorher gemachten Beweiſen voͤllig „ uͤbereinkommt; und da wir es bis des andern Tages alſo ſtehen laſſen: So hat es „eben den Effect eines Barometers gethan, und mit der Veraͤnderung der aͤuſſern „ Luft auch ſeine Maaße in etwas veraͤndert, welches zugleich ein Zeichen war, „ daß es ſuͤr dem Zugang der aͤuſſern Luft verwahret geweſen.(*)§. 42. () Alles, was durch dieſe Verſuche heraus gebracht worden, hätte man kürzer durch Rechnung be⸗ ſtimmen mögen, nach dem bekannten Geſetze der Luft, daß ihre Ausdehnungskraft, ſolglich auch die Kraft, womit ſie zuſammen gedrückt wird, ſich umgekehrt verhält wie der Raum, den ſie einnimmt. Man fülle eine Roͤhre be. F. 3. die hier, wie in den Verſuchen, kürzer ſeyn ſoll, als die Barometerhöhe ae. gänzlich mit Queckſilber, bis auf einen Theil ſo groß als be. der davon leer bleiben ſoll. Man wende alsdenn die Röhre um, und ſtelle ſie in das Gefäß e. So wird das Queckſilber bis auf den Punct d. fallen, welchen man durch folgende Schlüſſe finden kann. Die Luft, die in ihrer natürlichen Dichtigkeit den Raum be. einnahm, breitet ſic jetz I. Theil. Oo in Fig. 7, 272, 3 3 3 — Ende der Unter⸗ handlungen über die Si⸗ 146 I. Th. II. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen/welche die Hinderniß §. 2. Als nun die Herren Abgeordneten damit gezeiget, daß die Luft um die Haͤlf⸗ te comprimiret ſeyn muͤſſe, wenn ſie das Waſſer in einer Siphonmaſchine durch 32 fuͤßige Roͤhren aus den geſchloſſenen Reſervoirs druͦcken ſoll: So hat der Herr phousmaſchine/ Commercienrath darauf vorgeſchlagen, den Inhalt des Haupteylinders noch einmal ſo groß zu machen, als der Inhalt aller geſchloſſenen Reſervoirs zuſammen. Da⸗ durch wuͤrde die Luft um die Haͤlfte in den geſchloſſenen Reſervoirs comprimiret bleiben, und alles Waſſer durch die Roöhren aus denſelben austreiben. Wie die Committirten hierauf vorgeſtellet, daß alsdenn doppelt ſo viel Aufſchlagewaſſer, als nach ſeinem erſten Vortrage darauf giengen, und man bey den jetzigen Kuͤn⸗ ſten nicht ſo viel brauchte, als hernach noͤthig ſeyn wuͤrde: So hat er geantwor⸗ tet, daß man an der Zeit wieder gewinne, was am Aufſchlagewaſſer verloren gienge, indem die in den geſchloſſenen Reſervoirs comprimirt gebliebene Luft das Waſſer deſto geſchwinder aus dem Haupteylinder triebe, und einen Vortheil in der Zeit verurſachte. Als darauf geantwortet worden, daß es nicht um die Zeit, ſondern um Sparung der Aufſchlagewaſſer auf den Harziſchen Gruben zu thun waͤre⸗ So hat er behauptet, daß daran nichts verloren gienge, indem man, ſo viel der Inhalt des Haupteylinders groͤßer waͤre, als der von allen geſchloſſenen Reſervoirs zu⸗ ſammen, um ſo viel auch die Röhren, durch welche die Waſſer aus den geſchloſſe⸗ nen Reſervoirs gedrucket werden, laͤnger machen koͤnnte, als die Roͤhre, wodurch das Aufſchlagewaſſer in den Haupteylinder falle. Das Ende aller dieſer Conſultationen war, daß die Herren Abgeordneten, ohne weitere Erlernung der Theorie dieſer ſehr ſinnreichen Maſchine, mit dem be⸗ zahlten Modell wieder nach Hauſe reiſeten. §. 43. Orphyrei An⸗ Der bekannte Mathematicus und Heſſencaſſelſche Commercienrath, D. Jo⸗ trag. hann Ernſt Elias Orphyreus, hat Anno 1732. und wiederum Anno 1737. dem Bergamte zum Clausthal gegen 50000. Thlr. ſeine hoch nuͤtzliche, ſehr wich⸗ tige, und den modum perpetuum phyſicum aquae concernirende geheime Waſſerkunſt angeboten, die er ſehr hoch ſchaͤtzet,„weil das Waſſer zuerſt praͤpa⸗ „riret wird, daß es im Winter nicht gefriere; man deſſelhen nur eine Ciſterne „ voll brauchet, welches in aequilibrio auf das hoͤchſte Kunſtrad nach verlangter Quan⸗ 22 in b à. aus, mithin verhält ſich die Aucdehnungsfraft der natürlich dichten Luft zu der in bd. ausgebreiteten Luft ihrer, wie ba: be. Eine Luft von der Dichtigkeit, als die äuſſere hat, wi⸗ derſtehet aber dem Druck der ganzen Athmoſphäre oder der Queckſilberſäule ae. hingegen die in ba. eingeſchloſſene nur dem Druck der Queckfilberſäule da. weil ſie erſt mit der Queckſilber⸗ ſäule de. der äuſſern Luft das Gleichgewicht hält. Es iſt alſo der erſtern ihre Ausdehnungs⸗ kraft zu der leztern ihrer ebenſalls wie ae: ad. Mithin iſt bd: beo= ae: ad. Es ſey ae= b, ab— m, be= a und ad= X. ſo iſt x- m: a= b: x. oder x= mx= ab. folglich x= m V m 4 ab. Nimmt man die Zahlen vor unſere Formel aus dem drit⸗ 2 ten Verſuch, da das Barometer 28 Zoll und der embolus 26 Zoll hoch ſtand: So iſt ba=m= 2, be= a= 6 und b= 28. X aber oder ad iſt alsdenn beynahe gleich 14, und mithin iſt de auch 14. G Was die folgenden Verſuche von der Verdickung der Luft gezeiget, erhellet aus einer noch kürzern Rechnung. Es war damal die Barometerhöhe von 27 Zollen, die ich in 9 Theile von 3 Zollen eintheilen will. So viel als eine ſolche Queckſilberſäͤule von 27 Zoll drückte auf die Luft in B C. ehe noch Queckſilber in die Verticalröhre gegoſſen ward. Dieſe Barometerhöhe ſoll ſeyn, ſo wie die Länge der Horizontalröhre BC. Wenn nun durch Eingieſſen das Queck⸗ filber in der Verticalröhre immer um 3 höher wird: So drücken nach einander folgende Gewichte auf die Luft in BC 1 19 1½ 1 1 ½ 1½¾ 1¾ 1§ 13 13 ꝛc. und weil die Längen der gleich weiten Röhre BC. worein die euft getrieben wird, ſich umgekehrt verhalten wie dieſe Gewichte: So re⸗ de deer dilen Gewichten folgende harmoniſche Reihe der Längen 1 18 11 13 11 1417 18 17 17 c. von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 147 „Quantitaͤt per ſe gehoben wird, und davon ein ſichrer Theil nur auf ein Ne⸗ „ benmaſchingen faͤllet, das uͤbrige alles zum Nutzen zu emploiren, folglich das „Mouvement, oder den verlangten motum perpetuum, nach Wunſche zu er⸗ „ halten. Dieſer modus iſt gnugſam experimentiret, und keine bloſſe Hirn-Idee.„ Er hat dieſes Kunſtſtuͤck auf ſeine Koſten bauen wollen, man hat ſich aber mit ihm in keine Tractaten einlaſſen wollen, da man im April 1732. ein anderes ſichres und koſtbares Mittel dem ſonſt Waſſer nöthigen Burgſtetter Zuge mit mehrern Aufſchlagewaſſern zu helfen vorgenommen hatte. Etwa Anno 1725. hat der dn Fin Verbeſſerung der Oefen bekannte Waſſer ohne Feuer, Luft und Aufſchlagewaſſer auszuziehen. Weil er ſich einige Jahre hernach damit bey dem Clausthalſchen Bergamt angemeldet hat: So will ich ſeine eigene Worte davon hieher ſetzen. „ a) Es hat die Maſchine die Gewalt, und bringet denjenigen Nutzen ein, „ohngeachtet man wenig ſetzet, welchen zwey I2elligte oberſchlaͤchtige Waſſer⸗oder „Kunſtraͤder zu praͤſtiren vermoͤgend ſind. Wie denn auch gar wohl, wenn es „ noͤthig, ein 24elligtes Rad dabey anzubringen iſt. b) Wird nach Befinden der „ Umſtaͤnde in einer Schicht mit 1, 2, hoͤchſtens 3 Mann dirigiret. c) Hat uͤber „, 2 bis 3 Ellen Hüb. d) Iſt vermoͤgend, 24 I4elligte hohe Roͤhren, oder auch „ 10 hohe Freyberger Saͤtze à 30 Ellen, wenn ſie neben einander ſtehen, oder 5 „ uͤber einander ordiniret ſind, ohne Aufſchlagewaſſer zu pumpen. e) Gieſſet auch „jeder Satz à 14 Ellen in einer Minute bey dem dreyelligten Hube 90 Kannen, „ folglich aus 24 Saͤtzen in einer Minute 2160 Kannen, welche, mit 62 zu Ei⸗ „ mern gerechnet, 6 Faß, 14 Eimer, 32 Kannen in gedachter einigen Minute be⸗ „ tragen, oder 418 Faß in einer Stunde, 10032 Faß Waſſer in 24 Stunden. „„ Denen Freyberger hohen Saͤtzen giebt ſie gleichfalls 3 Ellen Hub, deßwegen je⸗ „ der 90 Kannen ebenmaͤßig in einer Minute gieſſet, betraͤgt bey 10 Saͤtzen 2 Faß „ 4 Eimer, 32 Kannen, in einer Stunde 174 Faß, 60 Kannen. In einem Ta⸗ „ ge 4178 Faß. †) Wird uͤber dieſes von durablen und wolfeilen Materien „ gebauet, ſo uͤberhaupt, auſſer das ordinaire Pumpwerk, 200 Thlr. koſtet; die „ jaͤhrliche Unterhaltung durfte kaum 150 Thlr. austragen. g) Braucht kein „ Feuer, Wind, noch Aufſchlagewaſſer. h) Iſt auch dermaſſen compendiös, daß „ ſie aller Orten angebracht werden kann. 1) Giebt unſaͤglichen Nutzen. „ 1) Im Bergbau alle erſoffene Gruben zu gewaͤltigen, und wo keine Kuͤn⸗ „ſte aus Mangel oder wenigen Aufſchlagewaſſer anzubringen, und die Kuͤnſte ſelbſt „ die Waſſer folglich nicht mehr zu halten vermoͤgend ſind, da doch denn dur „meine erfundene Maſchine jeder Zeche Hulfe geſchiehet, und mehrere Erzteufe „erlanget, folglich reichhaltigere Anbruͤche erhalten, und mit Waſſerloßung und „ Ausbeute gebauet werden kann, wodurch der Zehnten augenſcheinlich erhoͤhet, 95 un ehrer Bergleute gefördert, auch Ausbeute nothwendig geſchaffet wer⸗ „„ den muß. 2) Fordern auch dieſe aus der Grube gehobene Waſſer uͤber dieſes Erze, „ und ſchaffen Bergloßung. „ 3) Treiben die Puchwerke und Geblaͤſe in Schmelz⸗und Seigerhuͤtten. reih 4 Dieſelbe hebet das Waſſer aus den unterſten wieder in die oberſten 29. B43 5 Leitet und treibet es alle Waſſer nach Gefallen auf und uͤber hohe 22..„ 44— „ 6) Laſten, Holz, Steine auf die Berge zu heben zc. zc. Ob 2 Leupold L Profeſſor Lehmann auf einem halben Bogen eine Maſchine bekannt gemacht, das Raunnas Por * 4 1 6. A 6e — 4— » 12** 148 1. Th.I. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß Leupold gedenket dieſer Maſchine in dem 5ten Tomo ſeines Theatri Ma- chinarum der Hebzeuge S. 160— 162.§. 302. und 303. ohne des Autoris Namen, und ſagt zulezt, es waͤre eine ſolche Invention, wenn ſie anders Stich halte, nicht etwa 20000 Thlr. ſondern etliche Tonnen Goldes werth, indem nach des Autoris Vorgeben mit dieſer Maſchine mit 1 Pfund Kraft 6 Pfund geho⸗ ben werden ſollten, uͤnd alſo das leibhafte perpetuum mobile. Dieſe Maſchine hat nun Lehmann Anno 1732. auf dem Clausthal vor 20000 Thlrn. angeboten. Es iſt aber gezeiget worden, daß man ſich den angege⸗ benen Effect beym hieſigen Bergwerke nicht zu verſprechen habe. Wie denn auch in Betracht zu ziehen ſey, daß nach des Erfinders Angeben zur Dirigirung dieſer Maſchine nach Befinden der Umſtaͤnde in einer Schicht I, 2 bis 3 Mann erfo⸗ dert wuͤrden. Wenn nun 3 Mann in einer Schicht efidern wirden, welche alle 8 Stunden von andern abgeloͤſet werden muͤſten, und alſo taͤglich) Mann: So wuͤrde der Lohn in einem Jahre 468 Thlr. betragen, ohne was die Erhaltung und Aufſicht beym ordinairen Pumpenwerke erfoderte; dagegen man zur Dirigirung der hieſigen ordinairen Waſſerkuͤnſte, auſſer dem Pumpenwerke, gar keine beſondere Leute zu halten nöthig habe.. §. 45.. 2 84. Im Fruͤhjahr Anno 1733. hat der Herr Graf Johann Conrad von Mſen⸗ Maſchine des Llit 1 in Graſen burg und Buͤdingen, zu Merholz, folgende Beſchreibung einer von ihm neu inven⸗ von Yſenburg. tirten Maſchine, das Waſſer mit leichten Koſten und faſt ohne Muͤhe zu heben, an Se. Konigl. Maj. nach London uͤberſand, von da ſie an das Clausthalſche Bergamt zur Beurtheilung gelanget iſt. „Dieſe Maſchine, welche weder ein perpetuum mobile, Pumpen⸗Truck⸗ „Feuer⸗Saug⸗ oder Plumpwerk, weder Waſſer⸗Schneck⸗ Kettenwerk oder Siphon „ iſt, ſo nur 30 Schuh das Waſſer zeucht, und eine Stellage oder Geruͤſt uͤber „das andere brauchet, ſondern es iſt eine ſolche Maſchine, welche beſtehet in einem „ runden hexaedroniſchen Kaſten, darinn lederne, blecherne, kupferne oder eiſerne „Roͤhren gehen, den Ein⸗ und Ausfluß zuwege zu bringen, und muß alles Gewaͤſ⸗ „ ſer hie durch den Kaſten, es liegt auch nicht ſo viel an der Groͤße oder Hoͤhe der „ Maſchine, ſondern an der Weite der Röhren, ſo an die Maſchine kommen, das „ Gewaͤſſer durchzufuͤhren, und von dem Boden das Waſſer aus der Grube zu „ holen. Die Maſchine kann man nach Belieben hin und her ruͤcken, und nach „ Bequemlichkeit ſtellen. Wie es die Quelle und die Menge des Waſſers erfo⸗ „ dert, ſo ſind die Rohren einzurichten, und hat es nichts zu bedeuten, wenn es „ gleich krumm oder ſchief gehet. Denn es hat keine Abſaͤtze nothig, und wenn ein „breiter Schlauch in die Erde im Grund des Waſſers gemacht wuͤrde: So muͤſte „auch ſo gar der Moraſt mit heraus; und derohalben iſt dieſe Maſchine die „ Sonne ohne Feuer in der Bewegungskunſt billig anzuſehen. „Wo es am noͤthigen Waſſer mangelt, und man ſolches herbey zu ſchaffen „nicht vermag, darf nur ein Brunnen gegraben, und dieſe Maſchine in dem Berg⸗ „ werke appliciret werden: So wird man ſo viel Waſſer heraus bringen, als zu „ Waſchung des Erzes und zum Schmelzen nothig iſt, wie nicht minder durch eine „Röhre eine Mahlmuͤhle von oder 6 Gaͤngen mit Waſſer, kann verſehen wer⸗ „den, maaßen dieſes Werk bey antreffendem Waſſer, auf einmal etliche Ohm, „ja wol Fuder und Stuͤckfaß Menge Waſſer auszuwerfen vermögend iſt, und „ dieſes keine andere, als der Maſchinen und Roͤhren Koſten anzuwenden brauchet, „wodurch die vergebene Abgrabung des Waſſers durch Stollen vermieden wird. „Man kann es aller Orten gebrauchen, und das Waſſer in dem Waſſer, unte „ ——-———— = — ½ — 2 2— ——.,——põ8— — — von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 149 „ und uͤber dem Waſſer, ja auf die hoͤchſten Spitzen der Berge leiten und hinauf „ bringen, und zwar wird nichts requiriret, als daß eine Perſon bey der Maſchine „ zuſehe, ob ſelbige nicht Luft, Springe, Ritze oder Loͤcher bekommen habe, und „ deſſen ſchleunige Reparirung beſorge. „Imgleichen dienet dieſe Maſchine, daß man aus einem tief gegrabenen „ Brunnen eine immer laufende und in die Höhe ſpringende Fontaine nicht allein „ein Fall⸗ſondern auch ein Springwerk formiren kann. Wo nur ein Brunnen „ zu haben, alda laͤſſet ſich das Waſſer durch dieſe Maſchine viel 1000 Schritt nach „Belieben dirigiren. Deßgleichen beweiſet dieſe Maſchine bey Feuersbruͤnſten „ herrliche Dienſte, indem es durch haͤufige Waſſerausgieſſung das Feuer ohne vie⸗ „le Muͤhe daͤmpfet. Mit einem Worte, dieſe Maſchine iſt ein ſo beſonders inven⸗ „ tirtes Werk, welches durch Auft und Waſſer ſeinen Effect erlanget„ und dero⸗ „ halben gewiß hoͤchlich zu aͤſtimiren iſt. Dieſe Maſchine iſt nicht allein zu Lande, „ ſondern auch zur See gegen den Wind und Strom des Waſſers, und in Noͤ⸗ „then gegen das im Schiff ſeyende Gewaͤſſer zu gebrauchen, imgleichen, wenn es „ſſtille zur See, das Schiff ohne Muͤhe, wo man hinfahren will, fortzubringen. „„ Die Maſchine wuͤrde in circa 600 Fl. betragen.„ Da aber die vollige Einrichtung dieſer Maſchine nicht entdecket worden, und bey den Bergwerken ſo manche Umſtaͤnde hindern koͤnnen, daß man ſonſt nuͤtz⸗ liche Maſchinen dabey nicht wol appliciren kann: So hat man Bedenken gehabt, die erſte Probe mit dieſer Maſchine beym hieſigen Bergwerke zu machen. §. 46. Nach ſo vielen abgewieſenen Vorſchlaͤgen hat man endlich Anno 1733. zween Die Einſuh rung der ſchie⸗ fen Fläche an⸗ . 4*. 3 S ſtatt des krum⸗ ſchriftlich an: Sie haͤtten eine Maſchine zur Waſſerhebung aus den Gruben er⸗ men Zapfens funden, welche mit zwey Pferden, oder aber, wenn die Waſſer von einigen Gru⸗wird nachthei⸗ ben durchſchlaͤgig waͤren und zuſammen ſielen, nach Befinden mit 3 oder höchſtens“o befunden. Fremde, Johann Chriſtoph Riede und Georg Friedrich Rauſch, zur Probe ge⸗ laſſen, die aber nicht nach Wunſche ausgefallen. Sie zeigten zum Clausthal 4 Pferden beſtaͤndig beweget und im Umtrieb erhalten werden koͤnnte; und da dieſe Maſchine in einem Schachte vom Grunde aufzufuͤhren wol 1500 Thlr. und alſo nach Proportion der Teufe, koſten wuͤrde: So waͤren ſie bereit, um die Koſten zu ſparen, und in Eile den wahren Effect zu zeigen, dieſelbe ſogleich bey dem Schachte zu ſetzen, und das bereits vorhanden ſeyende Kunſtgeſtaͤnge daran zu haͤn⸗ gen, und damit zu operiren. Hierauf wurde dem Maſchinendirector Hanſen auf⸗ getragen, ihre Vorſchlaͤge zu unterſuchen. Da ſie aber ihre Invention weder im Riſſe oder Modell zeigen, noch ſich ſonſt daruͤber gegen denſelden erklaͤren wollen: So trug man Bedenken, Koſten zu wagen, um ſo mehr, als es allhier an den meh⸗ reſten Orten an Aufſchlagewaſſer nicht fehlet, und es auch zu koſtbar ſeyn wuͤrde, Pferde zu gebrauchen, die bey dergleichen Arbeit alle 8 Stunden gewechſelt wer⸗ den muͤſten. Darauf uͤbergaben ſie zwar einen Riß von einer Maſchine, welche fuͤglich von zwo Perſonen, in Ermangelung der halben Aufſchlagena er, mit erwuͤnſchtem Effet koͤnnte beweget werden. Als aber auch der Riß keinen Beyfall gefunden: So erboten ſie ſich, eine ſolche Maſchine in kurzer Zeit mit geringen Koſten und ohne ſonderliche Aenderung bey den Kuͤnſten vorzurichten, die mit wenigern Waſſer eben dasjenige und noch leichter thun ſolle, was jetzo mit vollem Waſſer geſchehe; und wie auch diſ Vorſchlag nicht beliebet worden: So wandten ſie ſich nach dem Zeller⸗ felde, wo ſie ſich erboten„auf ihre Koſten ein ſblche⸗ Kunſtrad mit Zubehor zu bauen, das zwo Kunſte treiben, folglich zweymal ſo viel Waſſer, als bisher mit I. Theil. Pp den 7 2 ₰ „ 4 — 2 1 .. — 2 * 2 — 21 4 . 5 . * . ¹. 4 — * 6½ 1 7 A8 . k, 2 d 4 22 7 3. 1 9„ 1 * .. 8 * 5 1 „ 8 4 2 * yr 8 7 * . . 8 8 . . „. 8 V 2 5 4 . 150 I. Th. II. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß en jetzigen Aufſchlagwaſſern aufheben ſollte. Weil nun die Vorrichtung ſolcher denſchig aAuſſchu geſchienen: So iſt ihnen, in Betracht, daß eine ſolche Kunſt im Spiegelthale bey den wenigen Aufſchlage⸗und vielen Grubenwaſſern gute Dienſte thun könnte, der Anbau auf ihre Koſten bey der alten ſilbern Mondkunſt Radſtube worden., kigahes wondnf war aber von einer hier gewoͤhnlichen nur darinn unterſchieden, daß ſie, anſtatt des krummen Zapfens, eine ſchiefliegende Flaͤche an der Welle des Tab. XV. Waſſerrades zum Hub gebrauchet, wie Fig. I. und 2. zeiget. Die Friction war aber ſo groß und der Umgang ſo ſchwer, daß man die Vorrichtung wegreiſſen, und an das von ihnen gebauete Rad die Kunſt mit dem krummen Zapfen wieder an⸗ haͤngen muͤſſen. Sie entſchuldigten ſich damit, daß ſie ſich in der Wahl des Ortes uͤbereilet, und die Maſchine nicht vollig haͤtten anbringen koͤnnen; ſie wollten alſo die vollkommene Maſchine in einem Modelle vorſtellen, und wenn es beliebet wuͤrde, ſie auf der Bockswieſe vorrichten. Das erſte iſt auf ihre Koſten in ihre Willkuͤhr geſtellet worden, aber nicht erfolget. §. 47. b S krun⸗ Anno 1734. hat ein Muͤller zum Zellerfelde, Johann Gottfried Stelzner Went Aunſens auf erhanen clnubmiß bey der guͤldenen Sonne und Baucaſſen Gluͤck im Spie⸗ wird das vorge gelthal ein7 Lachter hohes Kunſtrad ohne krummen Zapfen mit vorgelegtem Zeuge Nutzen d gebauet, welches im einmaligen Umgange dreymal gehoben, und ſeiner Abſicht nach braucht. mit gleichen Aufſchlagewaſſern und in gleicher Zeit noch halb ſo viel gewaͤltigen ſollte, als ein ordinaires 5 Lachter hohes Rad mit einem krummen Zapfen. Un⸗ ter die Saͤtze hat er weite Roͤhren genommen. Bey der Unterſuchung des Mo⸗ dells hat der angegebene Effect verſchiedenen wahrſcheinlich geſchienen; andere aber haben an dem Effect im großen gezweifelt, unter andern auch aus der Urſache, weil der Autor die Höhe der Saͤtze und Roͤhren nach dem verjuͤngten Maaßſtabe vor⸗ gerichtet habe, welche doch, da ſich der natuͤrliche Luftdruck nicht verjuͤngen aͤſſet/ nach ihrer voͤlligen Hoͤhe genommen werden muͤſten, wenn man von dem Effert des Modells auf den Effect im großen ſchlieſſen ſollte. Es hat auch das Rad im großen ſeine Wuͤrkung nicht gethan, und iſt daher mit einem krummen Zapfen verſehen worden. §. 48. Vorſchlag eines Ob nun gleich bisher ſo viele Wrjuche, die Waſſerhebung bey dem hieſigen Schüieree Bergwerke zu erleichtern, fruchtlos geblieben: So iſt doch wiederum Anno 1736. dagegen. ein neues Project eines Ungenannten erſchienen, welches hiebey folget: „I) Dieſe Erfindung iſt eigentlich eine Art der Schoͤpfwerke, da, vermit⸗ „ telſt einer reciproquen Bewegung, ein Eimer dem andern das Waſſer ganz unge⸗ „ zwungen und ohne alles Verſchuͤtten communiciret. „ 2) Die Invention iſt ganz ſimple und ungekuͤnſtelt, beſtehet auf richtigen. „ mathematiſchen und mechaniſchen Gruͤnden, und wird einem jeden, ſo bald er „ das in ziemlicher Groͤße verfertigte Modell ſehen wird, die Moglichkeit und Ge⸗ „wißheit davon in die Augen fallen, wenn er auch kein ſonderlicher Kenner der me⸗ „chaniſchen Wiſſenſchaften iſt. „ 3) Weil das daran befindliche Holzwerk ein beſtaͤndiges Equilibrium „ macht: So braucht es nicht ſo viel Force, hat keine ſo ſtarke Friction, und „ wird folglich nicht ſo leicht wandelbar, als andere Werke.. „4o Nach Gelegenheit des Orts kann das Werk durch Waſſer, Kraͤfte der „Menſchen und Thiere, oder auch auf andere Art beweget werden. „ 5 Wird von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 151 „ 5) Wird dazu kein großer Raum erfodert, und kann in einer Grube 4 „bis 5 Ellen lang und 3 breit bequemlich angebracht werden. „ 6) Wo auch Abſaͤtze oder Strecken in den Gruben ſich befinden, ſie ſeyn ſo „lang als ſie wollen, da verrichtet gleichwol das Werk ſeinen Effert eben ſo, und „in gleicher Proportion, wie bey der erſten Bewegung. „ 7) Der Gebrauch des Leders iſt, wie bekannt, bey den gemeinen Werken „eine der groͤßeſten Koſten und Unbequemlichkeiten. Hier aber bedarf man deſſen „ gar keines. An den uͤbrigen Baumaterialien wird ebenfalls ein anſehnliches er⸗ „ſparet; und ob man wol die Baukoſten hier ſo genau nicht determiniren kann: „So werden ſolche doch zu einer Grube von 50 bis 60 Berglachter kaum auf 5 bis „ 600 Thlr. zu ſtehen kommen. Es koͤnnen ſelbige auch noch geringer ſeyn, nach⸗ „ dem das Holz und andres Geraͤthe an einem Ort wolfeiler iſt. „, 8) Ueber erwehnte Vortheile beſtehet auch der Nutzen baupeſichüch darinn, „ daß dieſes Werk zum wenigſten viermal ſo viel Waſſer ausgieſſet, als die zu „ Freyberg, und anderswo befindlichen ungeheuren Maſchinen. Denn dieſe heben „ mit einem 26elligten Rade kaum 30 Maaß in einem Hube, dahingegen dieſe „, 120 ſolcher Maaße giebt. Je ſeichter nun die Gruben, je groͤßer koͤnnen auch „ die Kaſten gemacht, und ſolchergeſtalt kann des Waſſers Ausguß, nach Proportion „der Teufe, vermehret, und ſolches zum Aufſchlagwaſſer beym Rade, oder auch zu „Poch⸗und andern Werken, fuͤglich gebraucht werden. „ 9) Die Kraft dieſes Werks iſt gewaltig, wie denn nach einer rigoroͤſen „ Calculation befindlich, daß durch Compoſition zweyer Raͤder, da die Verhaͤltniß „ iſt, wie 27. zu I. und 5. zu I. mit einem Centner 135 in der Gleichwage er⸗ „ halten, und wenn dieſem 5 Centner Kraft zugeſetzet, 675 Centner dadurch koͤn⸗ „nen gehoben werden..1 „ 10) Dabey doch dieſer Vortheil, daß die geſammte Laſt nicht jmmediate „an der Welle haͤnget, ſondern zum oͤftern in der Grube unterſtutzet, und die Be⸗ „ wegung dadurch ein großes erleichtert wird. * 11) Wenn jeder Kaſten nur 4 Cubieſchuh Waſſer haͤlt, und geſetzet wird, „ daß das Rad in einer Stunde nur 120mal umliefe: So wuͤrde es in Tag und „„ Nacht 5050 Eimer, jeden zu 62 Kannen gerechnet, auswerſen. Weil aber die „ Erfahrung giebt, daß ein 26elligtes Rad in einer Stunde ſich 240mal umdre⸗ „ het: So wuͤrde es unſtreitig noch einmal ſo viel, nemlich 11900 Eimer geben. „ 12) Hiebey kann der Erfinder ſein von ihm erfundenes Wechſelgetriebe „ mit beſondern Nutzen und Effect emploiren. Denn durch dieſes giebt er mit „⸗ einem weit kleinern Diameter einen viel größern Hub, als durch den krummen „ Zapfen. Z. E. wenn der Diameter des Wechſelgetriebes der Kurbe gleich iſt, „ bekömmt man einen Hub, welcher um den vierten Theil groͤßer iſt. Denn 3 „ Schuh 6 Zoll geben 4. 7. Alles dieſes iſt aus einem tuͤchtigen Modell beſſer zu „ ſehen, als es kann beſchrieben werden.„ Ueber dieſes Project iſt folgendes Gutachten abgefaſſet worden:„Die „ Schoͤpfwerke, Heinzen⸗Taſchen⸗ und Bulgenkunſte ſind die erſten und aͤlteſten „ Maſchinen, ſo beym Anfange der Bergwerke und geringer Tiefe der Waſſernoͤ⸗ „ thigen Gruben gebraucht worden; und obwol dieſelben auf vielerley Art in⸗ „ ventiret, und verſchiedentlich verbeſſert worden; So haben doch dergleichen Nla⸗ „ſchinen bey zunehmender mehrern Tiefe den Effect nicht leiſten koͤnnen, daß die „ Grundwaſſer gehoben, und der Bergbau in größerer Tiefe fortzufuͤhren geweſen. » Dannenhero unſere Vorfahren auf andere bequemere Maſchinen bedacht ſeyn „ muͤſſen. Gleichwie nun fuͤr allen indern die Invention des krummen Zapfens 4 p 2 29 mit —— — 4 22 — Armmri 4 1t 1z 1 1 3 6 1 2 * 1 2 1„ . 1 „ ¹ 8 — —— 3 .. 84 1 4 3 4 * .. 9* , 3 * 2 V - 1 1 .. 1 52. 4 8 3 1 * . 1 1 * ☛ 6— 1 1 9 1 12 4». *.* 1 4 „. 1 4 2 1 . 4 1 14 6 — 8 1„ 4 1 4 6 L 4 1 8 4 ₰ 7 1 * 1 N. * 1.. 4 4 1 1 G A 2 6 R 2 A * 8 ☛ . ß * 1 1 1 1 1 3 32 1 1 3 h 4 „ 7” e. I 1n 84 ff 1 4 1 4 4 ul r r 1 2 1 h ** Ih . * 4 1 6 l 2 . 4 ₰ 1 - 2 4 5 —————-————— 45 —. „ 152 L.Th. II. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß it daran zu haͤngenden Geſtaͤnge und Pompenwerk am bequemſten und nuͤtz⸗ licſten e hun ſt. So auch dieſelbe Methode faſt bey allen Bergwerken „ gebrauchet und bishero bey ehalten worden, maaßen ſich dergleichen Waſſerkuͤn⸗ „ ſte in allerley Schaͤchten, dohnlaͤgig und ſeiger, auch bey veraͤnderlichen Dohnla⸗ „ gen und Geſprengen, ohne ſonderliche Schwierigkeit anbringen laſſen. Dahin⸗ „gegen die Schoͤpfwerke mehreren Raum und einen geraden Schacht entweder „ ſeiger, oder doch von einerley laͤche, erfodern. „Ad 2. Die Schoͤpfwerke ſind zwar mehrentheils ganz ſimple, und von un⸗ „gekuͤnſtelter Invention, alſo, daß an der Gewißheit ihres zu leiſtenden Effects, „ nach proportionirter Maaße, keinesweges zu zweifeln iſt. „Ad 3. Das Holzwerk und ledige Gefaͤße giebt auch den gegen uͤber auf⸗ „gehenden und angefuͤllten Gefaͤßen in ſeigern Schaͤchten einigermaßen ein Ge⸗ „ gengewichte, in flachen aber macht ſolches mehrere Schwierigkeit, und iſt da⸗ giibſt die Friction nicht gaͤnzlich zu evitien. „Ad 4. Weil auch bey Schöpfwerken die Welle und Bewegungskraft „ nahe bey dem Schacht gelegen ſeyn muß: So wird hieſiges Orts bey wenig „ Gruben die Gelegenheit zu finden ſeyn, daß das Waſſer ſo nahe herbey gebracht „werden koͤnnte. Doch ſtuͤnde im Nothfall bey einer oder der andern Grube „, dieſem Mangel wohl vorzukommen.. „Ad 5. Hingegen wuͤrde der Raum im Schacht, worinn die Maſchine ap⸗ „pliciret werden ſoll, von 4 bis Ellen lang, und 3 Ellen breit, an den wenigſten „ Orten und in keinem einzigen Schachte durchgehends bey allhieſigen Bergwer⸗ „ken zu finden ſeyn.. „Ad 6. 7. 8. 9. et 10. Und ob man in uͤbrigen die Beſchaffenheit dieſer „Maſchine und deren beſchriebene Kraft in eflectu ohne proportionirtes Mo⸗ „ dell nicht vollkoömmlich betrachten kann: So iſt doch nach Beſchaffenheit hieſiger „ Schaͤchte, welche 170, 200 bis 250 Lachter Tiefe, und dabey viel Geſprenge „ haben, indem ſie etliche Lachter ſeiger, etliche Lachter dohnlaͤgig, auch oͤfters ſehr „ flach, und in contraire Dohnlagen fallen, billig zu zweifeln, daß mit einer ſolchen „ Maſchine und Schoͤpfwerk darinn fortzukommen ſeyn wurde, zumal auch be⸗ „ ſagte Schaͤchte durchgehends im Gezimmer ſtehen, welches zuſammen gedruckt „ wird, und oͤfterer Auswechſelung bedarf; und uͤber dieſes alles iſt nicht vonno⸗ „„ then, hieſiges Orts beſondere Koſten auf neue und ungewoͤhnliche Maſchinen „ zu verwenden, maaßen man mit den jetzigen eingerichteten Waſſerkuͤnſten und „ Kehrraͤdern den Grundwaſſern, wie auch der Erz⸗und Bergfoderung hinlaͤnglich „ und gnugſam rathen kann. „ Ad 12. Die Invention mit Wechſelgetrieben hat man allhier vor Jahren „(nemlich Anno 1706.) auf der Grube, Zilla genannt, an einer inwendigen leich⸗ „ ten Kunſt vorgerichtet gehabt; ſie hat auch Anfangs in ſo weit und ſo lange ſeinen „ Effert gethan, als die Laſt leicht war. Nachdem aber die Tiefe zunahm, und „ folglich die diſt ſchwerer wurde: So fanden ſich vielfaͤltige Gebrechen. Daherv man „ endlich genoͤthiget wurde, die Getriebe nebſt den dazu gehoͤrigen Wagen, daran „ die Kaͤmme ſowol, als die Treibſtoͤcke an der Welle eiſern waren, abzuwerfen, „„ und dagegen einen krummen Zapfen einzulegen. Da dann, zu vieler Ver⸗ „ wunderung und lleberzeugung der vorhin gefaßten Meinung, das Kunſtrad „ nicht ſo viel Aufſchlagwaſſer mit dem krummen Zapfen bedurfte, als ſelbiges zu⸗ „ vor mit den Wechſelgetrieben erfoderte, und wurden hiernaͤchſt die Grundwaſſer „ leichter zu Sumpfe gehalten, und die Kunſt gieng beſtaͤndiger, ohne ſo viel „ Reparationskoſten darauf zu verwenden.„ 99 §. 49. 9 von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 151 §. 49. Anno 1739. hat jemand, der ſeinen Namen und Ort des Auffenthalts nicht jederman wollen bekannt werden laſſen, folgende Anzeige einer neu inventirten nuͤtz⸗ lichen hydroſtatiſchen Maſchine eingeſandt. „Es findet ſich oftmals Gelegenheit, daß Quellen an hohen Orten entſprin⸗ „ gen, aber nicht ſo ſtark ſind, daß damit ein Kunſtrad von der gewoͤhnlichen höch⸗ „ſten Groͤße umgetrieben werden koͤnne, hingegen aber mit der Hoͤhe ihres Falles „ die ermangelnde Quantttaͤt erſetzen, welches, wie bekannt, nach den hydroſtati⸗ „ſchen Regeln auf eins ankommt. Nemlich, es kann mit 16 Zoll Waſſer, das „„ 160 Fuß Fall hat, eben ſo viel ausgerichtet werden, als mit 64 Zoll Waſſer, „ das nur 40 Fuß Fall hat. Und in ſolcher Proportion gehet es immer weiter. „ Geſetzt nun, man haͤtte 160 Fuß Fall, und nur 17 Zoll, das iſt ſo viel Waſſer, „als in 4 zolliger Lotte beygefuͤhret werden kann: So wuͤrde man ſolches deßwe⸗ „„ gen 1 nutzen koͤnnen, weil ein Rad von 160 Fuß Höhe 1) nicht wol zu er⸗ „bauen ſtehet, 2) nicht in der gehorigen Geſchwindigkeit umlauft, 3) bey ge⸗ „ſchwinden Umlauf der Peripherie des Rades aber das Aufſchlagewaſſer einen „ großen Theil ſeiner Wuͤrkung verlieret. 4) Eine koſtbare Radſtube erfodert. 3 5) Sehr viel Raum, insbeſondere wenn dergleichen Rad in die Grube zifadert werden ſollte, nothig hat. 6) Das Gefluͤder ſehr beſchwerlich auf ein ſo hohes 6 Rad zu bringen. 7) Sehr viele und ſchwere ſanerhchenrgahhſ bey ſ lahes „ hohen Rade aufgehen. „Dieſe Inconvenienzen abzulehnen, iſt lange auf eine Maſchine gedacht, ſel⸗ „be endlich auch ausgefunden worden, vermittelſt deren alle dergleichen geringe, „ aber von hohen Orten herkommende Waſſerfaͤlle auf eine ſehr ſimple und unge⸗ „ mein dauerhafte Art, und wenn es auch nur ein Quadratzoll Waſſer waͤre, ge⸗ „ nutzet werden koͤnnen. Dieſe Maſchine kann in einem ſehr engen Raum ange⸗ „ bracht werden. Es wird aber ſelbiger, ob es gleich noͤthigen Falls in noch ge⸗ „ ringern Raum geſchehen koͤnnte, nur zu einiger Information 24 Lachter lang „ hoch und weit angegeben. Wenn dieſe Maſchine einmal gemacht iſt, ſo er⸗ „ fodert ſie wenig Unterhaltungskoſten, maßen alle Haupttheile von Metall, Eiſen, „ Kupfer und Bley conſtruiret werden. „Ihre Wuͤrkung iſt ſo beſchaffen, daß ſie, nach Proportion des Falles und —„ der Quantitaͤt der Aufſchlagewaſſer, oder(wie es hier heiſſen muß) der Treib⸗ „ waſſer, viel bequemer als ein Kunſtrad, die Waſſer aus der Tiefe heben kann. „ Es iſt auch ihr Vermoͤgen zu vermindern und zu vermehren, wie man es noͤthig „ findet. Hiemit aber wird nicht geſaget, daß es auf eine die Geſetze der Bewe⸗ „ gung uͤberſteigende Art geſchehe/ wie bisweilen unerfahrne Kunſtirer aus Eigen⸗ „ liebe vor ſich und ihre unreife Inventionen vorgegeben und davon behauptet „ haben, was in den Kraͤften der Natur nicht zu ſuchen iſt, ſondern es wird hier „ behauptet, daß, wenn einmal das ganze Vermogen des Aufſchlagewaſſers zum „ Grunde geſetzet iſt: So kann dieſe Maſchine ſo eingerichtet werden, daß 10, „ 20, 30 und mehr Saͤtze vom beliebigem Diameter und Hub, oder auch eine „ Treibkunſt von differenter Tiefe daran gehaͤnget werden koͤnne. Dahingegen „ gehet, wie bey allen Maſchinen in der Welt, alſo auch hier, an der Zeit ab, was „ an Kraͤften mehr gegeben wird. Doch iſt zu merken, daß viele Maſchinen nicht „von ſolcher Conſtruction ſind, daß man die Zeit ſo leicht in Vermögen oder „ Kraͤfte verwandeln konne, wie bey dieſer Maſchine moͤlich, die daher verſchie⸗ „ denen andern zu praͤferiren iſt. Es iſt auch bey dieſer Maſchine nicht noͤthig, daß die Aufſchlagewaſſer Waagerecht bis zur Maſchine geführet, und ihnen da⸗ „ ſelbſt, wie bey Raͤdern, auf einmal der Fall gegeben werde, ſondern es kann das I. Theil. Qq 3 5, Waſſer Von einer neuen hydroſtatiſchen Maſchine. „ 24 . 6 — * — . 8 4 * 152 I. Th. II. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß „Waſſer in Roͤhren, wie es die Gelegenheit des Terrains mit ſich bringet, bey⸗ „ gefuͤhret und gleich in die Maſchine geleitet werden.. „Dieſe Maſchine iſt beſonders bey Bergwerken in den Gruben ali, wo „zuweilen zwey Stollen uber einander gefuͤhret ſind, der erſte aber nicht ſo viel „ Waſſer bringt, daß ein Kunſtrad damit umgetrieben werden könnte, hingegen „deſto mehr Fall vom obern Stollen bis auf die Sohle des untern hat, da denn „ keine weitlaͤuftige koſtbare Radſtuben, Naͤder, Kurbel, Zapfen, Schmiere und „ dergleichen erfodert wird, ſondern die obern Waſſer koͤnnen in engen Roͤhren „ bis auf den untern Stollen zur Maſchine geleitet, und zur Ausuͤbung der bey⸗ „wohnenden Kraͤfte gebracht werden. Dergleichen Application leidet dieſe Ma⸗ „ſchine auch, wenn in Schaͤchten bisweilen eine Waſſerkluft angehauen wird, „ und die Waſſer vergeblich und ohne Wuͤrkung bis auf der Stollen Sohle ge⸗ „ fuͤhret werden muͤſſen. Deßgleichen koͤnnen auch geringe Tagewaſſer, welche „ man durch die Schaͤchte bis auf die Stollen einfallen laſſen, und dieſe Maſchine „„ damit in die Bewegung ſetzen kann, mit gar gutem Succeß genutzet werden. „ Dieſe jetzo beſchriebene Maſchine wird gegenwaͤrtig wuͤrklich in großem ge⸗ „macht, und boffntüch in Zeit von hier bis Jacobi zum Gang gebracht werden, „da man denn den ſimpeln aber doch großen Effect dieſer Maſchine in praxi „ ſehen kann. Sollte nun dieſe Maſchine auf dem Harze oder ſonſt wo nuͤtzlich „erachtet werden, und es wuͤrde die Höhe und Quantitaͤt der Treibwaſſer, inglei⸗ „ chen die Quantitaͤt und Hoͤhe der zugewaͤltigenden Waſſer nebſt andern dabey „ vorkommenden Umſtaͤnden gegeben: So koͤnnte bey Vorrichtung dieſer Maſchi⸗ „ne ſogleich mit auf ſolche Umſtaͤnde reflectiret, mithin dieſelbe ohne anzuwenden⸗ „„ de Koſten ſo conſtruiret werden, daß ſie nebſt dem Effect, welchen man von ihr „ praͤtendiret, auch auf andere deſideria reſpondiren koͤnnte.„„ Weil man bey hieſigen Bergwerken keine Gelegenheit weiß, dieſe Maſchine nuͤtzlich anzubringen, maßen man keine Quelle in hieſigen Gegenden vergeblich von der Höhe abfallen laͤſſet, ſondern alle Waſſer, welche man den Bergwerken hat zu⸗ fuͤhren koͤnnen, in ſolcher Hoͤhe gefaſſet und in ſohligen Graben hergeleitet ſind, daß folche den oberſten Kunſt⸗und Kehrraͤdern, und hiernaͤchſt im Abfall auch den darunter belegenen zu ſtatten kommen, dabey die tiefer liegenden Quellen bey jedem Waſſerfall, wie es die Situation zulaͤſſet, mit beygebracht ſind, daß alſo von Ra⸗ de zu Rade kein Waſſer vergeblich wegfaͤllet, ſondern vom höchſten bis zum nie⸗ drigſten Gefaͤlle wohl inacht genommen wird: So hat man ſich auf dieſe Maſchi⸗ ne einzulaſſen, keine Urſache gefunden. I§. 5o.. Schwarzkopfs In dem Fall, da ein Schacht auf einer Ruͤſche oder Stollen abzuſinken iſt, Vorrichtung, um die Waſſer zu heben, wenn daraus man die Waſſer heben will, ohne am Tage Aufſchlagewaſſer zu einem Kunſtrade zu haben, oder es durch lange koſtbare Graben herzu fuͤhren, hat ſich 1u Auu ſchlage⸗Schwarzkopf folgender Vorrichtung bedienet. Er hat Anno 1738. am Ahrens⸗ waſſer fehlet. Tab. XV. berge im Gemkenthal in der Communion vor der Grube Herzog Carl eine leichte Kunſt erbauet, mit einem ſchmalen Schaufelrade, welches 22 Juß hoch und 8 Zoll in Schaufeln weit war. Deſſen Welle hatte 2 einfache Zapfen Fig. 3. An der rechten Seite der Welle A. wenn man von dem Kunſtrade nach den Stollen ſahe, war ein Getriebe von 9 Stoͤcken, und von 13 Zoll im Diameter. Dieſes Ge⸗ triebe faßte in ein klſein Sternrad B. von 18 Kaͤmmen und 26 Zoll im Diame⸗ ter, ſo daß das Kunſtrad zweymal umgieng, wenn das Sternrad einmal. Durch dieſes Sternrad gieng eine kleine eiſerne Welle, deren eines Ende einen 11 Zoll hohen krummen Zapfen fuͤhrte, daß alſo die Kunſt 22 Zoll Hub hatte. An die⸗ ſem Zapfen war der Bleuel, der in die Kunſt ſchob, angehaͤnget. 9 a5 v von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchaffen. 153 Das Kunſtgeſtaͤnge war, um die Hoͤhe zum Rade zu gewinnen/ 186 Lachter lang, und hatte im Felde 4 Seitenbruͤche oder Winkel, a. b. c. d. Vey den er⸗ fhn drey Winkeln waren anſtatt der ſonſt gewoͤhnlichen Wendeboͤcke? Fuß lang nach em Winkel gekruͤmmte oder ausgehauene Kunſtſtangen von hartem Holze zwiſchen die beyden geraden Kunſtſtangen eingeſchloſſen. Gegen jeden ſtund eine Saͤule K. an welcher unten und oben zwiſchen zwey kurzen Armen m. n. gegen die Feld⸗ ſtangen ein 9 Zoll breites, 4 bis 5 Zoll dickes Holz, vermittelſt eines Stecknagels beweglich war, welches am andern Ende die 7 fuͤßige Winkelſtange im Winkel mit einem Stecknagel zwiſchen ſich faſſete, daß der Winkel nicht weiter heraus oder herein weichen konnte. Durch dieſe nach dem Winkel ausgehauene Stangen ſchob die Kunſt von einem Winkel zum andern fort, und zulezt vermittelſt eines Wendebocks mit zwey Armen zur Seite nach einem ſtumpfen Winkel in den 24 Lachter langen Stollen, und in den zu der Zeit angefangenen und in dem obge⸗ meldeten Jahre 23 Lachter abgetieften Schacht. Die Schwingen waren von einem Stecknagel zum andern 5 Fuß hoch, fſſe⸗ ten unten und oben die kleinen Kunſtſtangen durch die Stecknagel in einen Ein⸗ ſchnitt zwiſchen ſich, und hiengen nur, vermittelſt viereckigter eiſerner kleiner Wal⸗ zen, auf ſchmalen und duͤnnen Eiſenplatten uͤber zwey duͤnne ſchmale Pfoſten g g. ohne Stege, welche an einem feſtgeſezten andern Pfoſten h. zu beyden Seiten an⸗ genagelt waren. Und ſolchergeſtalt war dieſe Kunſt nur an dem Sternrade mit⸗ telſt des Bleuels, und an den beyden Armen mittelſt des Wendebocks vor dem Stollen befeſtiget. Die Schloſſe an den duͤnnen 5 Lachter langen, 4 Zoll breiten Kunſtſtangen waren 3 Fuß lang, und beſtunden aus 3 Kaͤmmen, deren jeder 1 Fuß lang war. Bey ermangelndem Aufſchlagewaſſer nun drehete ein Mann das von ganz leichtem Holze verfertigte Rad um, welches alsdenn, wenn die Kunſt den Satz ei⸗ nigemal gehoben, von dem Waſſer, welches die Kunſt aus dem Schachte erhoben, umgetrieben wurde, eben wie auf dem Haus Herzberger Zuge geſchehen, da die Kuͤnſte vor des Stollens Mundloch gehangen, und die Waſſer, welche die Kuͤnſte gewaͤltiget, wieder mit auf das Kunſtaad gefalln ſind. Dieſes Waſſer wurde in einem 5 Zoll weiten Gerinne, darinn es nur 1 Zoll hoch war, und wenig Schuß hatte, auf das Rad gefuͤhret. War dieſes Aufſchlagwaſſer zu geringe, und der beym Rade ſich aufhaltende Mann half mit der Hand nur ein wenig an dem Rade ziehen, ſo that die Kunſt doch ihre Dienſte. Es kann alſo mit einer ſolchen Kunſt vorerſt einem Schachte zur Ausfuͤh⸗ rung des Waſſers, wo es nicht ſo haͤufig iſt, auf 10 Lachter geholfen werden. Damit aber inskuͤnftige dem Herzog Carl und Johannes auf dem Ahrensberge, wo ſchon in den erſten Zeiten geſchuͤrfet und ein Stollen getrieben, Anno 1737. aber von neuem Arbeiter angeſetzet worden, zu mehrerer Abteufung der Schaäzte mit Waſſer moͤchte geholfen werden, indem daſelbſt gar keine Aufſchlagewaſſer, auſſer der Ocker, vorhanden ſind, und Radſtuben, Behuf dieſer Gruben, wegen Entlegenheit und hohen Berge nicht wohl anzulegen ſind: So iſt von Anno 1738. bis 1745. auf dem Herzog Carl, ein 150 Lachter langer Waſſerlauf durch den Ahrensberg durchgetrieben worden, wodurch die Huͤhne zu dieſer Grube gefuͤhret wird. In denſelben koͤnnen auch die Kalbe und die Radau durch Graben ge⸗ leitet werden. Q9 2 Der 154 I. Th. II. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß Der III. Abtheilung. Zweyte Unterabtheilung. Wie man dem Waſſermangel auf den Clausthaliſchen Hauptzuͤgen durch eine koſtbare Waſſerleitung abgeholfen. §. I. — chon Anno 1657 und nachher Anno 1673 zu des Herzogs Johann Frie⸗ Wiema durh Se2 drichs Zeiten war in Vorſchlag gebracht worden, die Waſſer vom Bruch⸗ Dammes in ei⸗ berge, und die daher entſtehende beyden Gerlachsbaͤche, und andere kleine Zu⸗ nem Thal die kuſſ nach dem Clausthaler und Burgſtaͤdter Zug zu leiten, wozu die Communion Baſſd von Anno 1657 den dritten Pfenning geben wollen. Weil aber im Sperbershey nach dem Claus ein breites und langes Thal zwiſchen den Bergen iſt, wodurch die Waſſer in ei⸗ Valaſiar zag nem offenen Graben nicht herzugefuͤhret werden konten, ſo iſt dieſer Vorſchlag geleitet. gliegen geblieben, bis man 1718 und 1719 eine große Commißion angeordnet, um die Höhe des obern Berges zum Falle, die Laͤnge des Thals, und denn das Aufſteigen deſſelben bis zu dem untern Berge abzumeſſen, und zu uͤberlegen, ob man das Waſſer durch Roͤhren, oder Lutten von Holze, Thon, Eiſen, oder Bley durchs fallen und ſteigen in den Lutten, herbringen koͤnne. Jedoch iſt das Werk auch damahls wegen mancherley Schwierigkeiten lie⸗ gen gelaſſen worden, und hernach noch mancher Vorſchlag geſchehen, der eben auch dem Zweifel eines gluͤcklichen Fortgangs iſt unterworfen geweſen. Endlich aber iſt Anno 1732 unter Beſorgung der damahligen Berghauptmannſchaft, als des Herrn Geheimten Kammerrath, nachherigen Geheimten Rath und Berg⸗ hauptmanns Carl Diede zum Fuͤrſtenſtein, und des Herrn Geheimten Kam⸗ merrath und Vice-Berghauptmann, Carl Auguſt von Alvensleben, der Schluß gefaſſet worden, das Thal von dem Ivenkopf bis gegen uͤber zwiſchen den beyden Bergen mit einem ſtarken Damme auszufuͤllen, und die beyden Berge dergeſtalt durch eine Sohle zuſammen zu haͤngen, daß ein Graben uͤber den Damm gefuͤhret werden koͤnne.— Vorher wurde ein Canal, oder Stollen vorgeſchlagen, worinn die Waſ⸗ ſer unter dem Sperberhey durch ihr fallen und ſteigen, wie in einer Röhrentour, bis in den Graben fortgefuͤhret werden koͤnten. Sie ſollten am Ivenkopf durch ein Lichtloch hinein fallen, und in den Graben durch ein zweites Lichtloch wie⸗ derum heraus ſteigen. Ob nun wol dieſer Vorſchlag in Anſehung des guten Grundes, als auch der Beſtaͤndigkeit nicht zu verwerfen war, ſo war man doch ungewiß, ob nicht die Waſſer, wenn die Geſteine nicht durchgehends feſte waͤren, ſondern wiederſinniges Geſchiebe haͤtten, wegfallen moͤchten, und trug Bedenken auf ungewiſſen Erfolg in Verfertigung des Canals, oder Stollens große Koſten zu machen. Es wurde auch der Vorſchlag von Anno 1719 erneuert, die Waſ⸗ ſer in ſtarken viereckigten Lutten fallen und bis in den Graben ſteigen zu laſſen, 5 der ſolche mireſ Ee eſiden durchs Thal zu fuͤhren. Wegen man⸗ cher Bedenklichkeiten und Gefahr aber ie Zie ines Dammes di Oberhand behalten hat die Ziehung eines D s die Mit ſolchem iſt der Anfang in Num. I. Quart. Crucis Anno 1732 als den 21. April gemachet, und damit bis den 29. Nov. fortgefahren worden. Im folgenden 1733ſten Jahre iſt die Arbeit vom 13. April bis den 21 Nov. fortgeſetzet, und Anno 1734 von 2. May an in 11 Wochen geendiget worden. 5 In —„ - S ,-—--—.,,22A--. — tr —— von dem Waſſer bey dem Bergbau hinweg ſchafen. 155 In den beyden Wintern hat ſich die Erde feſt auf einander geſetzet, und im letz⸗ ten Sommer iſt ſie, wie beym Teichdamm, ſonderlich auf der oberſten Plaͤne geſtampft worden. Es iſt dabey ein Haus gebauet, darinn der Bauſchreiber ſich aufhielte, und Bier und Brandtewein fuͤr die Arbeitsleute zu bekommen war. Jetzo wohnet darinn ein Grabenſteiger, der die Aufſicht auf den Gra⸗ ben hat. Und ſo iſt dieſer große Damm in 75 Wochen unter der Direction und Aufſicht des Oberbergmeiſters Andreas Leopold Hartzig, und des Ma⸗ ſchinen Directors Johann Carl Hanſen, welche auch mit Zuziehung des wei⸗ land Bergmeiſters, Caspar Dannenbergs, die Anſchlaͤge von dem ganzen Werke verfertiget haben, zu Stande gebracht worden, dabey man die Erde nach geſchehener Hinwegraͤumung des Holzes von beyden Seiten dazu ausgegra⸗ ben, und den Arbeitsleuten Ruthenweiſe verdungen hat. Der Graben auf dem Damm iſt ſo ſöhlig gefuͤhret, daß er auf 100 Lachter nur 2½ Zoll Fall hat.- §. 2. Dieſer Damm iſt im Sperbershey 200 Ruhten lang, und 8 Lachter, entee d Dammes und wie man mehr oder 3 Ruthen„ Fuß 4 Zoll breit, und der Grabe auf demſelben 5 bis 6 Waßſer hinger Juß breit und 3 Fuß bis 45 Zolltif. Und ſo wird das Waſſer, mittelſt die, übrer oder 3 Ruthen(eine zu 16 Fuß) 5 Fuß 4 Zoll, oder 26 ½ Elle und 4 Zoll hoch, am Fuße 22 Lachter, oder 9 Ruthen 4 Fuß breit, und oben 8 Lachter ſes Dammes, und daruͤber gefuͤhrten Grabens, und des darauf folgenden Waſ⸗ ſerlaufs und andrer Graͤben, welche zuſammen 3020 Ruhten lang ſind, vom Bruchtberge nach dem Clausthale gefuͤhret. Ueber dem Damm, der an dem Wege nach den St. Andreasberge herſtreichet, iſt zur Linken, gegen die Altenau zu, ein Graben nach den großen und kleinen Gerlachsbache, die ſonſt auf die Altenau, untere Muͤhle und Huͤtte zufließen, gefuͤhret, welcher das Waſſer dieſer beyden Baͤche auffaſſet, und in den Graben auf dem Damme fuͤhret. Und ſo hebt ſich der Waſſerfang an von dem kleinen Gerlachsbache, und gehet der Grabe bis zum großen Gerlachsbache 86 Ruthen fort, von dan⸗ nen um den kleinen Fohlenbrink herum bis an den Graben uͤber den Sperbershey 535 Ruthen. Der Damm mit ſeinem Graben gehet 200 Ruthen fort. Von dannen gehet der Graben bis zum Waſſerlauf am Diedrichsberge 1768 Ruthen (dieſer Waſſerlauf iſt 1490 Lachter lang, davon 61 Ruthen lang durch den Berg getrieben ſind) vom Waſſerlauf gehet der Graben ferner 570 Ruthen bis ins Muͤnnichsthal, von dieſen 748 Ruthen bis in den langen Graben uͤber dem Hausherzberger Teich, da er in den obern Hausherzberger Teich ausfließet. Es ſind alſo von dem kleinen Gerlachsbache bis ans Muͤnnichsthal 2959 Ruthen Graben, 200 Ruthen Damm und 61 Ruthen Waſſerlauf durch den Berg, insgeſamt 3220 Ruthen, welche uͤber 24 Meile, die Meile zu 20000 Fuß, be⸗ kruohn, in 75 Wochen verfertiget, und dabey 34233 Thaler ausgegeben worden. „ Zur Vermehrung des Waſſers iſt Anno 1736 in 10 Wochen ein Graben aus der großen Ocker uͤber der Altenau von 587 Ruthen zu dem Graben, der das Waſſer aus dem kleinen Gerlachsbache auffaͤnget, gefuͤhret, da denn das Waſſer aus der Oker bey Fluthzeiten in denſelben Graben gehet, und alſo nach dem Clausthal hingeführet wird. Ein Theil des Waſſers aus dem obbemeldten Graben, der in Fluthzeiten einige Raͤder Waſſer durchfuͤhret, kommt am erſten den drey Puchwerken im Polſterthale, vermittelſt des Fortu⸗ ner Teichs, darein eine Ausftuht aus dem Graben gehet; ferner dem im Thal J. Theil. Rr unter 156 unter den dreyen Puchwerken 1748 1 Th. II. Cap. 3. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß ꝛc. gebaueten Puchwerke unter dem Gra⸗ ben, der das Waſſer von den Puchwerken auf das Kunſt⸗und Kehrrad der bey⸗ den eingeſtellten Gruben, des neuen Sanct Andreas und der Löwenburg fuͤhrete, und darauf der Altenauer Huͤtten zu ſtatten. Das uͤbrige fließet nach dem Claus⸗ thal auf die Dorotheen Kunſt, und kommt ferner den unter der Dorothea auf dem Burgſtetter Zuge liegenden Gruben z dem Roſenhoͤfer Zuge, den Puchwerken, gereichen koͤnne, ſo iſt auch hinter dem und um die Brehmerhoͤhe gefuͤhret, Waſſer dem Roſenhoͤfer Zuge, Anhang u ſtatten. Damit aber dieſes Waſſer und der Clausthaler Huͤtte zum Nutzen Zellbache ein neuer Graben angeleget, 856 Ruthen lang, und wird damit das Puchwerken und der Huͤtte zugefuͤhret. einer von dem Maſchinen Director, Johann Juſt Bartels Anno 1720 aufgeſetzten Specification der von ihm ausgefundenen Maſchinen, und von Anno 1712(in welchem Jahre er zum WMaſchinen Director zum Clausthal verordnet worden) beym Bergwerke angebrach⸗ ten Werke. 1) Mo⸗ auf Ring und Silberſchnur die Foderung durch einen Querſchlag nach „dem Carler Schachte abzuſchaffen fuͤr noͤthig gehalten wurde; So ha⸗ „be daſelbſt ein commodes Geſteng⸗Treibwerk mit zwey krummen Zapfen vor⸗ „ gerichtet, daß das Treiben aus beyden Gruben verrichtet werden kann, und alſo „die Foderung eingezogen, auch folglich ſolche Koſten erſparet, und gehet von „den ordinairen Aufſchlage⸗Waſſern das Kehr⸗und auch ein Kunſtrad. „ 2) Auf dem Stuffenthalsgluͤck wolte das damals neu angelegte koſtbare „Treibwerk nicht gehen, weil wegen zu tief unter Tage liegendem Kehrrad die „, volle Tonne nicht geſtuͤrzet, noch in dem Schachte wieder hinunter ge⸗ „ bracht werden konte; »„ ben, gehalten werden. „ventiret, und verfertiget, „„ der 4 Perſonen eingezogen, Ein ſolches zu remediren, durch welches die Unkoſten, ſondern es muſten 4 Perſonen, das Trumſeil nachzuhe⸗ habe ein Nebengewichte in⸗ fuͤr das Seil zu heben, und erſparet werden. Nach dieſer Invention hat „der Herr Vice Oberbergmeiſter Degen auf dem Hausherzberger Zuge ein der⸗ „, gleichen angeleget, und nuͤtzlich gefunden. „, 3) Als durch jetztgedachtes Nebengewichte „ Stuffenthalsgluͤck geholfen; So wurde geklaget, ſolchem Treibwerke auf dem daß gar viel, und wol zwey „ Rad Aufſchlagewaſſer erfodert wuͤrden, und ſolches ſolte das obige von mir „„angebrachte Nebengewichte verurſachen. Daß aber durch unrecht angelegten „Schutzkaſten, und Gefludere die vielen Aufſchlagewaſſer bey dem Treiben ver⸗ ſpillet würden, wolte auf abgeſtattete Demonſtration niemand verſtehen. Und 5 1 23—ſl 4 „ als ein ſolches durch Commißarien vom Clausthal bekraͤftiget, „„Werk nicht geaͤndert, bis ein ſolches zu thun vom „„ wurde, da dann einen andern Schuͤtzkaſten, und, wurde doch das Bergamt mir aufgetragen an ſtatt der Gefluͤder, ge⸗ „bohrte Lutten angeleget, die Waſſer auf dem Waſſerlauf gedaͤmmet, und den „ Bau in Ordnung gebracht, worauf man mit einem Rad Waſſer zugekommen. „4 Auf dem Kronenburgsglück habe ich das Treibwerk nebſt dem Teiche, „ und daß die Waſſer aus ſolchem auf eine weite Diſtanz nicht in Gefluͤdern, und auf „Boͤcken, die oͤfters faul werden, und viel Holz, auch des Winters Eyßſchich⸗ „„ ten erfodern, „gefuhret, in Vorſchlag, und wuͤrklichen Gang gebracht, ſondern in gebohrten Roͤhren in der Erden fort bis aufs Kehrrad wodurch dann —„ nicht allein viel Holz und Eyßſchichten, ſondern auch der Grube am Treiber⸗ „ lohn quartalig ein großes erſpahret wird.,,(2 Th. ACap. 3 Abtheil.) 27 3 „„ ie ——jy c.„ dem wey wir ſten ver⸗ Und das 1. Th. II. Cap. 3. Abth. 2. Unterabth. Anhang von Maſchinendirector 157 „O Wie in der Feſtenburg der neue Teich angeleget, und ſchon bey „ 1000 fl. angewandt waren, traff man in Auffuͤllung des Grunds des Dammes eine „ ziemliche Waſſerquelle, welche beſorgen ließ/ daß die Koſten vergeblich aufgewandt „ ſeyn moͤchten. Weiln ich aber gefunden, daß ſolche Quellwaſſer unter dem „ Teichdamm durch abzuleiten waͤren, ſo iſt ſolches beliebt, die Bewerkſtelligung „ mir aufgetragen, ſodann mit aller Sorgfalt zum guten Stande gebracht worden, „ daß alſo die Koſten nicht vergeblich angewandt geweſen. „ 6) Im mittlern Kellershalſer Teiche wurde im Ausgange des Winters „das Zapfenhaͤuſel von dem Winde umgeworfen, und der Striegel uͤber dem „ Grundzapfen abgebrochen, daß ſolcher nicht gezogen werden konnte. Weiln nun „ dieſer nebſt den darunterliegenden Teichen, insgeſamt voller Waſſer waren, „ und durch die gewißkommende Fruͤhlingsfluth noch mehr Waſſer zukommen „ konte, und deswegen Gefahr zu befuͤrchten; So wurde im Bergamt beliebet, „ ſolchen Teich ſofort durchzuruͤſchen, damit man der Gefahr abkommen, und „das Zapfenhaͤuſel wieder gebauet werden moͤchte. Meines Theils aber hielt die⸗ „ ſen Vorſchlag fuͤr ſehr gefaͤhrlich, im Betracht, daß pro 1. bey Durchruͤſchung „ und Ablauff des Waſſers aus dem Teiche der Damm leicht fluͤchtig werden koͤn⸗ „ nen, pro 2. dadurch folglich die darunterliegende Teiche mit Waſſer uͤber⸗ „ ſchwemmet, und ausbrechen muͤſſen, wozu denn ferner kommen koͤnte, daß „ den darunter befindlichen Berg⸗Puch⸗ und Huͤttenwerken, als im Spiegel⸗ 5, Hüttſchen⸗ und Lautenthal dadurch ein unerſetzlicher Schade haͤtte zu wachſen „„ können, pro 3. die Durchruͤſchung des Dammes, und ſolchen wieder zu ma⸗ „ chen einige 100 Thlr. Koſten erfodert, und waͤre pro 4. ein geflickter Damm „ geworden, der nicht ſo feſte, und gut, als der vorige alte Damm geweſen; „ So habe ſolche Durchruͤſchung wohlmeinentlich widerrathen, und durch eine „ ſondere Invention den abgebrochenen Striegel auf meinen hazard heraus zu „, bringen verſprochen. Und als ich die Ausbrechung des gemeldten Teiches durch „„ Vergröſſerung der Ausfluth gehoben, ſo habe den folgenden Sommer, als da⸗ »» mahls die Waſſer am nohtigſten, die Aufmachung des Grundzapfens vorge⸗ „» nymmen, und praeterpropter mit 22 Thlr. Koſten ſelben eröfnet, und alſo », aller beſorglichen Gefahr, und anzuwendenden alzugroßen Unkoſten, gluͤcklich „» entgangen. „ 7) Durch die von mir inventirte Bohrmaſchine, womit ein Loch von „„ 10 bis 12 Zoll im Diameter bis auf einen Stollen durch zu bohren moͤglich, „„ Um dadurch friſche Wetter hin zu bringen, iſt zwar das angefangene Loch bis » auf den Stollen nicht durchgebohret worden, weiln ein ander Mittel ſo we⸗ „ niger Koſten erfodert, ausgefunden. Und als ſolches im Bergamte gemeldet, „ ward beliehet, das Bohren einzuſtellen. Ob nun ſchon das Bohren etwas lang⸗ „) ſam gehet wegen des Lochs Größe, ſo iſt ſolches kein Fehler an der Maſchine, „ ſondern dieſelbe iſt(ohne Ruhm) eine Kunſt, und im Nothfall ein nuͤtzliches „„ Werk, und hat die Maſchine bey der Probe, als 8 Lachter tief gebohret, den „ Effect ſattſam gezeiget. „ 8) Die ohnlaͤngſt von mir ausgefundene Feuermaſchine, wodurch die „ boͤſen Wetter hinwegzunehmen, hat ihren Effect ſattſam gezeiget, als 1) auf „ dem Pelican, welcher einige Jahre wegen der böſen Wetter nicht bearbeitet „worden. Als aber die Maſchine angebracht, ſind ſofort die boͤſen Wetter „ gehoben, und die Arbeit hat ohne Verhinderung geſchehen koͤnnen. 2) Zum „ Lauterberge bey dem Stollen zur Aufrichtigkeit im engen Thal. 3) Auf dem „ Laubhuͤtten Stollen, alwo die Maſchine uͤber 300 Lachter lang, 50 Luehter ii r 2 5) tie 158 Bartels inventirten Maſchienen und angebrachten Werken. „tief die boͤſen Wetter hinweggenommen, und daſelbſten ſo viel geſchaffet, daß „der obere und zweyte Stollen, ſo bloßerdinges der Wetter⸗Wechſel halber ge⸗ „ſtrieben, hat koͤnnen abgeſtellet werden⸗ wodurch dann viele große Koſten an „ Arbeitslohn, Eiſenwerk, Pulver, Unſchlitt und Holz in verſchiedenen Quar⸗ „talen eingezogen, und erſpahret worden.„(I Theil I Cap. 3 Abth.) Als auf Verlangen der Herren Berghauptleute von den Schichtmeiſtern aus den Regiſtern ausgezogen werden muͤſſen, was dieſe angebrachte Maſchinen und Werke beym Bergwerke fuͤr Nutzen geſchaffet, ſo hat ſich gefunden, daß von Anno 1711. bis den 14. Sept. 1720. durch dieſelbe 15006 fl. 11 gr. 9 kpf. erſpahret worden. Die Nro. 6. angefuͤhrte Aufmachung des Grundzapfens hat er folgender⸗ maßen bewerkſtelliget. Er hat an einer langen Stange, womit er füglich zu Grunde reichen koͤnnen, am untern Theile ein Gehaͤuſe, in Form eines umgekehr⸗ ten Trichters, verfertiget, um den abgebrochenen Striegel damit zu ſuchen, maßen aus der uͤbrigen Laͤnge des Striegels geſchloſſen werden konnte, daß noch ein Stuͤck davon am Zapfen im Teiche befindlich ſey. Darauf hat er eine Floͤße machen laſ⸗ ſen, auf welcher er den Striegel, oder Zapfen ſuchen konnte. Der ohngefehrliche Ort wurde durch die vom Damme nach dem Zapfenhauſe gelegene, und auf dem Damm mit einem Ende auf dem Waſſer mit dem laͤngern Theile noch liegende Stege angewieſen. Auf dieſer Floͤße that er am vermeynten Orte einen Verſuch mit Feiner Stange, und daran befeſtigten umgekehrten Trichter, und druͤckte ſie im Waſſer herunter. Und da er gar bald einen im Waſſer befindlichen Pfahl antraf, ließ er ein eiſern Seil, oder Kette mit einer Schlinge, da an einem Ende der Kette ein großer Ring, und dadurch das andere Ende gezogen war, daß das Seil darin raͤumlich auseinandergehen, und zuſammengezogen werden konnte, uͤber die Stange hinuter fallen, welche Schlinge ſich uͤber den Trichter von ſelbſt, we⸗ gen der Schwere der Kette extendirte, und da dieſelbe unter den Trichter, und auf den Boden gefallen, durch das hin und wieder Bewegen zu, und feſte um den Pfahl gezogen werden konnte. Daß ſie auf den Boden gefallen, konnte er an der Laͤnge der Stange mit dem Trichter, und der Kette wiſſen. Als nun ver⸗ mittelſt einer Unterlage und Hebebaums, das eiſerne Seil angezogen wurde, ſo fand ſich, daß der Striegel mit dem Trichter getroffen, indem derſelbe ſofort zum Ablauf des Waſſers eroͤfnet wurde. Damit nun das Waſſer zur Nothdurft nach und nach abgezapfet werden konnte, iſt die Floͤße an ſolchem Ort, und das Seil an dieſelbe feſte gemachet worden.. 4 u Beym Vortrage dieſer Erfindung ward ihm der Einwurf gemacht, waͤnn der Trichter und Seil einen andern Stamm von dem abgebrochenen Zapfenhaͤus⸗ gen, ſo gleichfals im Waſſer befindlich, treffen wuͤrde, daß ſolcher wegen ſeiner Befeſtigung nicht wuͤrde weichen, und das Seil nicht wieder davon losgemachet werden koͤnnen. Hierauf hat er geantwortet: Er wolle zur Praecaution an den Ring, dadurch das Seil zu einer Schlinge, oder Schleiffe gezogen werde, eine Linie machen, wodurch die Schlinge leicht wieder aufgemachet, und alſo von dem unrechten Stamm abgezogen werden könnte. Welches aber, da das geſuchte, als der abgebrochene Striegel, ſo gleich gefunden worden, nicht noͤthig geween. Abhand⸗ ſd Abhandlung von der Winterſchmidtiſchen Waſſerſäulen⸗SKaſchine, deren theoretiſche Berechnung die practiſchen Vortheile bey Anbringung und Vorrichtung derſelben betreffende, benebſt den noͤtigen Zeichnungen. Auf gnaͤdigſtem Befehl zur Einruͤckung in die Calvoͤrdiſche Sammlung entworfen. Von dem Erfinder. 1761. Vorbericht. enn ich ſchon auf den Titul mit einfüießen laſſen, ₰ daß ich dieſe Abhandlung auf gnaͤdigſten Befehl ab⸗ faſſen muͤſſen; So wird das werthe Publicum mich des An⸗ ſchuldens der Autorſucht um ſo mehr zu uͤberheben belieben, da ich auf das feyerlichſte verſichere, daß ich dazu bey mir nicht den geringſten Beruf empfinde. Die geneigten Leſer werden daher es mir zu gute hal⸗ ten, wenn nicht die Reinigkeit des Styls angebracht iſt, die man bey gegenwaͤrtigen Zeiten in teutſchen Schriften ge⸗ wohnt iſt. Mein dißjaͤriger Zuſtand iſt ſo voll Unruhe ge⸗ weſen, daß ich leicht eine Entſchuldigung hierunter anverlan⸗ gen koͤnnte, wenn ich mich auch wuͤrklich fuͤr einen Schrift⸗ ſteller ausgeben wolte. Indeß liefere ich die Beſchreibung einiger meiner eige⸗ nen Verſuche, ſo weit als es gegenwaͤrtig die Zeit und der Entzweck zulaſſen wollen. Sollte das Publicum einigen Beyfall weitlaͤuftige Sammlung, Nachricht und Berechnungen, von factur und Oeconomiſchen Maſchinen ꝛc. ꝛc. bekannt zu machen, theilige daran zu eroͤrtern, und die Faͤlle anzufuͤhren, wo eine oder die andere Art mit wahren Nutzen gebraucht werden koͤnne. Wolfenbuͤttel, den 29 Dec. 1761. Georg Winterſchmidt, Artillerie Major. Beyfall daruͤber bezeigen; So bin ich nicht abgeneigt, eine b den beruͤhmteſten, nuͤzlichſten und kuͤnſtlichſten Maſchinen, bey Berg⸗Huͤtten⸗Hammer⸗Salz und Muͤhlenwerken, Manu⸗ und durch genaue Unterſuchungen, das vorzugliche und nach⸗ — [— 5 1 4 9 1„MRA ,,eh 7 7e 4 L2 n 19 F2 S 18 8 5 79e ————— Ant. Aug Beck ſc. Srunvrgae. ◻ §. 1. halten wird, er an die beſagte Flaͤche mit ſo vieler Schwere wirket, — als ein Volumen von dem fluͤßigen Koͤrper wieget, welches ſo hoch iſt, als die Hoͤhe zu welcher derſelbe uͤber der gedruckten Flaͤche erhoben iſt, und die gepreſſete Flaͤche zur Grundflaͤche hat. §. 2. 13 Daher wird ein Kolbe c in einer Roͤhre AB mit ſo vieler Schwere ge⸗ Ds iſt ein bekannter Lehrſatz in der Hydroſtatick, daß, wenn ein fluͤßiger Hodroſtatiſcher Koͤrper in einem verſchloſſenen Gefaͤße durch eine Flaͤche zuruͤck ge⸗ Lehrſatz, worauf ſich dir Maſchi⸗ ne fo hierinn ab⸗ gehandelt wird, gründet. Nach ſolchen preſſet, als eine Waſſerſaͤule wieget, die ſo dick iſt, als der Kolbe, und ſo hoch drucket das Waſ⸗ als das Waſſer uͤber den Kolben, in der Röhre ab erhaben iſt. Denn nach ſer an einen Kol⸗ ben in einer dem allerbekannteſten Lehrſatz der Hydroſtatick wuͤrde das Waſſer in der Roͤhre Röhre mit ſo AB eben ſo hoch ſteigen, als es in der Roͤhre ab ſtehet, da nun dieſes durch den Kolben c verhindert werden ſoll, ſo muß dieſe Hindrung wenigſtens ſo ſtark oder ſchwer ſeyn, als das was verhindert wird, welches hier die Waſſerſaͤule AB iſt. Es muß daher dieſer Kolbe zuruͤck weichen, wenn er mit einer geringern, und hereinwaͤrts gehen, wenn er mit einer größern Laſt beſchweret iſt, als oft⸗ benannte Waſſerſaͤule AB wieget. 8 3. viel Gewalt, als eine Waſſerſäule wieget, die ſo dick iſt als der Kolbe, und ſo hoch, als das Waſſer über den Kolben erhoben iſt. vid. Tab. XVI. f. I. Da man hieraus auf eine ſehr vortheilhafte Art eine bewegende Kraft zu und iſt daraus ſolchen Maſchinen, die nur hin und wieder gehen duͤrfen, folgern koͤnnte, und die bewegende Kraft zu dieſer es alſo nur darauf ankaͤme, andere mit Laſt verknuͤpfte Theiſe mit einer ſolchen Maſchine gefol⸗ Tt 1. Theil. bewe⸗ Lert worden. „ 164 I. Theil. Abhandlung von der Winterſchmidtiſchen bewegenden Kraft zu verbinden, und eine Regulation zu der nöthigen Abwech⸗ 3 ſelung der Ueberwucht und der Bewegung auszudenken, dieſes auch auf ver⸗ ſchiedene Art gefunden wurde; So entſtunde dadurch die hierinn abzuhandelnde 3 . ſit Maſchine 1 1§. 4. 1 Deren Wür. Es iſt dieſes alſo eine Maſchine, deren Wirkung durch die geſchwinde oder dd kung durch die-e 3 3. d geſchwinde oder langſame Zuruͤckweichung des Kolbens ausgemeſen wird weshalben denn 6 1 langſame Zu, nothig iſt zu unterſuchen, wie ſich ſolche Geſchwindigkeiten in der Bewegung, rückweichung bey verſchiedenen Flaͤchen der Röhren, und Aendrungen ſolcher Flaͤchen verhal⸗ ausgemeſſen ten, und was man bey vorkommenden oder anzunehmenden Faͤllen oder Ver⸗ ter wird. haͤltniſſen der Theile, bey verſchiedenen Gelegenheiten, vor Wirkung erhalten 3 koͤnne? d Wozu die Lehr⸗ Weil nun hierzu die Lehrſaͤtze von dem Motu accelerato bekannt ſeyn zu 8 läse vnin t muͤſſen; So ſoll hier das noͤthigſte davon angeführet und erlaͤutert werden, thig ſind. ue. damit man die dienlichen Formuln daraus ziehen, aus dieſen aber Tabellen for⸗ miren kann, welche bey vorfallenden Gelegenheiten mit Nutzen gebraucht wer⸗ den koͤnnen. — H. 5. 8 Lehrſätze vom Wenn ein Koͤrper ſeine Ruhe verlaͤſſet, und im freyen herunter fallen kann, Motu accele. und eine gewiſſe Zeit faͤllet; So erlanget er ſich, in einem jeden kleinen Theil der 1 ratg. ganzen Zeit, einen neuen Grad Geſchwindigkeit, zu der vorhero ſchon erlange⸗ 7 ten. Da nun ſeine Geſchwindigkeit ehe er faͤllet null iſt, und er gleich bey dem fal⸗ len, das iſt, ſo bald er die Ruhe verlaͤſſet, einen Grad der Geſchwindigkeit an⸗ nimmt, ſo behaͤlt er ſolchen Grad durch das erſtere Zeittheiligen bey, und erlan⸗ d get ſich bis zu Ende deſſelben noch einen zu, mithin iſt die Geſchwindigkeit des fallenden Koͤrpers, in dem erſten Zeittheiligen(1) zu Ende deſſen aber 2 Grad. Dieſe 2 Grade behaͤlt er gleich zu Anfang des 2ten Zeittheilgens, und nimmt noch einen Grad von dem zweyten Zeittheile ſelbſt an, erlanget ſich auch bis zu Ende dieſes 2ten Zeittheilgens noch einen neuen Grad; Daher iſt die Geſchwin⸗ 1 digkeit des fallenden Koͤrpers im zweiten Zeittheil 3, zu Ende deſſen aber 4 1 Grad. Und ſo weiter im 3ten Zeittheilgen 5, im 4ten 7, im 5ten 9, im 15ten endlich 29, und zu Ende deſſen 30 Grade. Wie im untenſtehender Tabelle mit mehrern zu erſehen iſt.— 1234LS a 15 Zeitthellgens 3 13ÄS7AIIII3ISlIZL 10 aI] 231 25 2729 im Zeittheil Geſchw. ſe b 2 4 6 8 10 12[14 ,16/18]/ 20])22 24 26 28 30 zu Ende des Zeitth. nac 11 4 2116[2536ʃ40/64 811OO0125144 160 196/225 durchfallne Spatia. den §. 6. M ſd da holgernngen Man ſiehet aus uͤberſtehender Tabelle, daß ſowol die Geſchwindigkeiten in, 1 als zu Ende derer Zeittheilgens, nach einer arithmetiſchen Progreſſion anwach⸗ ſen, deren Exponent 2 iſt, daß die Geſchwindigkeiten in den Zeittheilgens nach d der ungleichen Nummer anwachſen, und daß die durchloffenen oder durchfallenen 1 Spatia, in jedem Zeittheil beſonders, ſich verhalten muͤſſen, wie dieſe ungleichen Numern. Ja, da die Summe einer gewiſſen Anzahl Zeittheilgens auch die Summa aller durchloffenen kleinen Spatia in ſich begreifen muß; So muͤſſen ſch au ——— Waſſerſaͤulen⸗Maſchine. 165 auch die zu Ende dieſer Zeittheilgens erlangte Geſchwindigkeiten verhalten, wie die Zeittheilgens ſelbſt; Und wie ferner die durchfallenen Spatia in jeden Zeittheili⸗ gen nach den ungleichen Nummern anwachſen, aus deren Summe aber jederzeit das folgende Quadrat entſtehet; So verhalten ſich auch die Spatia, ſo bis zu En⸗ de einer gewiſſen Anzahl Zeittheilgens durchloffen worden, zu der Zahl der Zeit⸗ theilgens ſelbſt, wie die Quadrate zu ihrer Wurzel. Und iſt folglich das Qua⸗ drat der Zeittheilgen denen durchloffenen Spatiis gleich. Wie nun die Hoͤhe, wodurch die Korper gefallen alle durchloffene Spatia in ſich begreift; So ſind auch die Quadrate der Zeittheilgens der durchfallenen Höhe gleich. Es erhellet hieraus, daß, wenn man zwey durchfallene Hoͤhen H und h vergleichen will, dieſelben ſich verhalten muͤſſen wie die Quadrate der Zeiten Z' und 20 oder es kommt der Proportionsſatz⸗ H: h= ZI“: 2z- da nun auch die zu Ende der Zeittheiligen erlangte Geſchwindigkeiten ſich wie die Zeittheilgens ſelbſt verhalten, So iſt auch, wenn dieſe Geſchwindigkeiten V und u heiſſen 3 2 2u V: u=SI:2 oder den Satz quadriret 3 3 VI; uu 7: 21 da nun nach obigen Satz. IHI: h= M,: 21 So iſt auch ⸗ 2. V“: uug I1: h Und ferner 1 2 V: u= VII: Vh. Und beweiſet alſo vor angefuͤhrtes, daß die zu Ende der derchfäneden Hoͤhen er⸗ langten Geſchwindigkeiten, ſich verhalten, wie die Wurzeln ſolcher Hoͤhen. Und daß die beſagten Höhen ſich wieder verhalten, wie die Quadrate derer dadurch erlangten Geſchwindigkeiten. .§. 5. Es laſſen ſich aus obigen Formuln ziehen, deren man ſich bedienen kann aus welchen ge⸗ bey einem vorkommenden Falle, die verlangte Geſchwindigkeit ,oder umgekehrt wiſſe Formuln zu einer bekannten Geſchwindigkeit, die zukommende Hohe nach einem gewiſſen könnan werden und uͤblichen Maaße anzugeben, ohne daß man erſt weitlaͤuftige Rechnungen und Vergleichung der Maaße noͤthig hat. 9 I e. 8. 8. 1 Die Mathematicker ſind darinnen einig, und es kommt auch mit einer ge⸗ Ein Körper, nauern Theorie am beſten uͤberein, daß ein Korper, wenn er im freyen und ohne derum rde Widerſtand der Luft herunter fallen kann, in der erſten Secunde 15 pariſer Fuß durchfälliner⸗ durchfaͤllet. Und ſeine zu Ende dieſer 15 Fuß erlangte Geſchwindigkeit, iſt ner Secunde nach dem Ften und Gten§. 36 Fuß bariſer Maaß. Das pariſer Maaß aber uns dſenſuß verhaͤlt ſic zu dem hieſigen beynahe wie 9 zu 8. S deſe Falles, eine Ge⸗ Wenn demnach ein Koͤrper 15 pariſer Fuß in einer Secunde durchfäͤllet ſchwindigkeit ſo durchfaͤllet er auch in ſolcher Zeit 16 hieſiger Fuß, und dieſe zu Ende dieſer von z34 Juß⸗ 16 ⅞ Fuß Fall, erlangte Geſchwindigkeit Wiſt 334 Fuß. Nimmt man nun Z oder die Zeit zu I Secunde H oder die Hoͤhe wo⸗ durch der Köͤrper waͤhrend dieſer Secunde fallen kan 168, und vor die zukom⸗ mende Geſchwindigkeit V die 334 Fuß; So kommt ſſtatt des Proportionsſatzes„ Vh: VH=u: V. nach bekannten Groͤßen⸗ Vh: VIGI= u: 33 Tt 2 Das woraus die For⸗ mul gefolgert wird. Welche man bey der Berech⸗ nung der Ma⸗ ſchinen mit Nu⸗ tzen gebrauchen kann. Der Druck 166 J. Theil. Abhandlung von der Winterſchmidtiſchen Das iſt wenn der Satz quadrirt wird, h: 16 ¾= uu. 1130 7s Es iſt alſo 3 3 1 113025 h= 16 uu oder wenn beydes 16 mahl genommen ⸗ 18225 h= 270 un beydes mit 135 getheilet, ſo kommt 2 135 h= 2 un vor die Formul, und zeiget, daß man gar leicht die Geſchwindigkeit, ſo ein Koͤr⸗ per von der Hoͤhe h erlanget, beſtimmen kann: Als da man nur die gegebene Hoͤhe h. mit 135 vermehren, das Product halbiren und aus dieſer Haͤlfte die Quadrat Wurzel zie⸗ hen darf. Und daß man zu einer jeden gegebenen Geſchwindigkeit, die nothige Hoͤhe zu Her⸗ vorbringung derſelben nach hieſiger Maaße angeben kann: Weil man nur die gegebene Geſchwindigkeit quadriren, das Qua⸗ drat zweymal genommen, aber durch 135 theilen darf, um die geſuchte Hoͤhe zu erhalten. §. 9. Da man mit dieſen beyden Terminis die Berechnung der abzuhandlenden Maſchine ſchon anſtellen kann, ſo ſind auch bey dem Endzweck dieſer Abhand⸗ lung keine weitlaͤuftigere Folgerungen aus den Lehrſaͤtzen vom Motu accele- rato noͤthig, ſondern es wird nur anzufuͤhren ſeyn, wie obige Formul angewen⸗ det werden muß. §. 10. Wenn das Waſſer in Roͤhren ſtehet, ſo drucket ein Waſſertheiligen das des Waſſers in andere dergeſtalt, daß der Druck ebenfals ſo zunimmet, wie die Geſchwindig⸗ Röhren nimmt eben ſo zu, wie die Geſchwin⸗ digkeit eines Körpers im fallen. Wie die Ver hältniſſe der Kräſte bey Ver änderungen der Flächen und Ge ſchwindigkeiten in der Bewe⸗ gung geſucht werden. keit eines feſten Koͤrpers im fallen. Es muß derhalben das Waſſer aus der Oefnung einer Roͤhre mit eben der Geſchwindigkeit dringen oder eine Flaͤche mit zuruͤck treiben, als ein Koörper erlangen kann, wenn er von einer ſolchen Hohe faͤllet, als die Oefnung, unter den oberſten Waſſerſtand in der Roͤhre befindlich iſt. Das Waſſer mag nun in einer Röhre ſo hoch ſtehen, als es will; So iſt jederzeit h= en und u= Vn Dahero denn die Geſchwindigkeit mit welcher ein Kolbe(ohne alle Laſt) in einer Roͤhre zuruͤck weichen kann, leicht zu be⸗ ſtimmen, wenn die Hoͤhe bekannt, zu welcher das Waſſer uͤber ihm erhoben iſt. zum Exempel guf dem Treuer Schacht, wo ich eine ſolche Ma⸗ ſchine vorgerichtet habe, iſt die Hoͤhe des Falles 148 Juß, daher u= WE ns das iſt 9090 oder beynahe 100 Fuß. waͤre nun der Treibkolbe nicht groͤßer als die Einfallröhren; So muͤſte er ohne Laſt, mit 100 Fuß Geſchwindigkeit zuruͤck weichen koͤnnen. §. 11. Zu beſſerer Erlaͤuterung bilde man ſich in der Roͤhre ABCD. einen Kolben k. ohne alle Friction ein, und nenne die Geſchwindigkeit, ſo das Waſſer von der Hoͤhe AB erlangen kann V. die Flache der Kolbenroͤhre CB.(A) die von der Einfallröhre AB. aber(a). Dagegen nenne man die Geſchwindigkeit, ſo ein Koͤrper von der Höhe CD. oder Ck. erhalten kann(u). Die Flaͤche der Roͤhre Waſſerſaͤulen⸗Maſchine. 167 Röhre CD. aber, worinnen das Waſſer ſteigen ſoll). Die Hoͤhe AB heiſſe (H) und die Hoͤhe Ck oder CD(h) und die Geſchwindigkeit, womit der Kolbe k ſich bewegen ſoll, werde durch(b) ausgedrucket. 12 Wenn nun H= h, ſo iſt auch V= u. Da nun die Kraͤfte, ſo von bey⸗ Im Stand den Seiten an den Kolben wirken, ſich verhalten wie die Hoͤhen, oder welches Lefeheihoee gleichviel, wie die Quadrate der Geſchwindigkeiten, das iſt wie V⸗ zu uu, V aber gleich u iſt, ſo muß die Wirkung an den Kolben von beyden Seiten gleich ſeyn, und iſt alſo keine Urſache da, warum der Kolbe k. von einer oder der an⸗ dern Seite beweget werden koͤnnte, derhalben iſt b= O. §. 13. Wenn aber u weniger wird als V, das iſt, wenn die Roͤhre DC zum bey verſchiede⸗ Erempel bis in E verkuͤrzet waͤre, und die Roͤhre A durch einen Zufluß beſtaͤn⸗ nen Hoͤhen dig voll erhalten wuͤrde; So muͤſte das Waſſer in E mit einer ſtets gleichen Ge⸗ ſchwindigkeit und zwar mit V— u auslaufen, und wenn A= a= X, ſo muͤſte der Kolbe k. mit eben der Geſchwindigkeit von B nach C folgen, als das Waſ⸗ ſer bey E auslaufen ſoll; Derhalben wird in dieſem Fall, deſſen Geſchwindigkeit oder(b) durch V— u ausgedruckt, und es iſt auch V— b=u oder uc b= V. §. 14. Wenn nun bereits im 7ten§. erwieſen, daß ſich verhalten 2. Vi: uu= H; u aber= V— b iſt, ſo iſt auch ⸗ V: V-b= IH und da auch die Kraͤfte, welche die Waſſerſaͤulen anwenden, ſich wie die Hoͤhen verhalten, wenn ihre Flaͤchen gleich ſind, ſo iiſt ⸗ ⸗ K: k= H: h und daher auch 3 3 V:V-=b= K: k Woraus erhellet, daß die Kraft oder Schwere einer Waſſerſaͤule, ſo eine andre mit einer Geſchwindigkeit(b) in Bewegung ſetzen ſoll, ſich zu der Schwe⸗ re oder Kraft der andern ſich zubewegenden verhaͤlt, wie das Quadrat der Ge⸗ ſchwindigkeit, ſo ein Koͤrper von der Hohe der erſten erlanget, zu dem Quadra⸗ te der um die Bewegung des Kolbens verringerten Geſchwindigkeit, wenn die Flaͤchen der Roͤhren gleich ſind. 3§. I5. Wenn die Flaͤche der Rohre CD leiner iſt, als die von CB und daher A bey verſchiede⸗ großer iſt als X, die Kraft aber dienemliche, mithin V und V⸗ wie vorhin nen Flächen bliebe, ſo wuͤrde nach denen Bewegungsgeſetzen, auch V— u wie vorhin blei⸗ ben,(b) aber kann nicht mehr mit V— u, ſondern muß durch nangege⸗ ben werden, weil die Geſchwindigkeiten fluͤßiger Koͤrper, ſich umgekehrt verhalten wie die Flaͤchen der Rohren, durch welche ſie ſich bewegen ſollen, und daher: A:X= V= u: b, folglich b= Lru.s Es behaͤlt alſo das Waſſer in E zwar die vorige Geſchwindigkeit V— u, weil aber b nur—r⸗ wird, ſo kann das auslaufende Quantum nur vom I. Theil. Uu vorigen — — ————— ———— 168 JI. Theil. Abhandlung von der Winterſchmidtiſchen vorigen ſeyn; Solte aber ſolches Quantum ſo groß ſeyn, wie in vorigem Falle, ſo muͤſte U noch um ſo viel kleiner ſeyn, als X in A enthalten iſt. Oder ſolte u das nemliche bleiben, und V und H foͤnten geaͤndert werden; So muͤſte das geaͤnderte V= u‚ be ſeyn, woraus uͤberhaupt erhellet: Daß wenn ein Kolbe in einer Roͤhre fortgetrieben werden ſoll, und der Kolbe nach der Richtlinie des Waſſers weichet, ſo verhaͤlt ſich die ganze Kraft, oder das Product aus der Flaͤche des Kolbens und der Hohe zu welcher das Waſſer uͤber ihm ſtehet, zu der Kraft, welche er nach dieſer Zuruͤckweichung mit forttreiben kann, wie das Quadrat der ganzen Geſchwindigkeit, ſo ein Körper erlangen kann, wenn er von der Hoͤhe faͤllet, zu welcher das Waſſer uͤber den Kol⸗ ben erhoben iſt, zu dem Quadrate des Reſtes, welcher bleibt, wenn von der erſterwehnten ganzen Geſchwindigkeit das Product aus der Geſchwindigkeit des Kolbens(b) und der Verhaͤltniß der Flaͤchen, das iſt abgezogen iſt. Das iſt, wenn die ganze Kraft(P) die nach der Bewegung uͤbrig bleibende aber((0) genennet wird: ſo kommt der Satz, daß P: Q= V=: V 2 und iſt daher beſtaͤndig O= P. V= und P= 0 L 3 ee A Duuch Ver⸗§. 16. größerung von.., 7. 2u bann die Laſt Man ſiehet, daß die Laſt beſtaͤndig zunimmt, ſo lange* verkleinert werden bis auf nul ver⸗ kann, dahero denn, wenn lezteres gleich null, die Laſt oder(7. der ganzen Kraft Aenait uher oder P gleich wird, und man ſiehet auch im Gegentheil, daß ſolche beſtaͤndig ab⸗ kleinerung on nehmen muß, ſo lange die Flaͤche der Einfallroͤhren(a) verkleinert, und die Ge⸗ A beynah bis ſchwindigkeit des Kolbens(b) vergroͤſſert wird. auf P vergröſ⸗ ſert werden.§. 17. Erempel mit Da die Berechnungen mit Zahlen die Formuln an deutlichſten anzuwenden Zahlen. lehren; So will ich einen Waſſerfall(H von 15 Lachter, oder 100 Juß anneh⸗ men. Wie nun nach der erſten Formul eun= V, 8 ſo iſt hier V= VI35 50= V6750 82. §. 18. wo 9⸗ pnird Wenn nun b gleich o, ſo iſt w ebenfals o. daher ab P.= nul. V-*= 82— 0bü= 82 und V= 32. folglich iſt V—= V, alſo Q= P und b=o. Hiieraus ſiehet man, daß es im Stande des Gleichgewichts einerley iſt, ob A 100 = oder ob es iſt, denn wenn b= o, ſo bleibt( allezeit dem P gleich. Wenn den eh⸗ Waſſerſaͤulen⸗Maſchine. 169 Wenn aber A= a und b= W ſeyn ſolte, ſo iſt V.—= 82— 82= O, wo b= V und V=*= 82⸗— 82 V 822* Mithin in dieſem Fall O= O undb 82. Und wenn=* und b= ſeynſollte, ſo iſt wiede V— 2— 82=0, Wenn a=V und V— ebenfals= O, daher O wieder= o und—, b= I. dgegenaher aus lezteren iſt abzunehmen, daß bey einer Bewegung auf* gar ankommet, denn waͤre hier⸗= ſo waͤre O= 34 P. da es durch die Verkleinerung der Flaͤche a ſich völlig auf nuleeinſchließet. §. 19. 1 Im erſten Falle war nun die Laſt Q am groͤßeſten und P gleich, aber keine Giebt in allen Beiueguna wewehun Im zweiten Falle iſt die Geſchwindigkeit b am groͤſten und V gleich, aber keine Laſt. Im dritten Falle aber ſind die Einfallröhren am kleineſten, aber ebenfals keine Laſt. Da nun die Wirkung einer Maſchine aus dem Product der Laſt und der Geſchwindigkeit der Bewegungen entſtehet, ſo iſt auch in allen dreyen Faͤllen keine Wirkung; woraus denn abzunehmen: Daß A, a, und d die Graͤn⸗ zen ſind, welche die Wirkungen dieſer Maſchinen beſtimmen. Und daß dabey die Hauptſache iſt, beſagte Graͤnzen ſo zu beſtimmen, wie es die Umſtaͤnde des Gebrauchs, die Haltbarkeit, und die davon geſuchte Nutzung zulaſſen wollen, damit man, bey vorkommenden Faͤllen, von denen zutraͤglichſten Verhaͤltniſſen Gebrauch machen koͤnne. b §. 20 Die Erfahrung lehret beſonders bey Bergwerken, daß die Pumpenkolben in Allzulangſa⸗ der Liederung ſo genau nicht zu unterhalten ſind, daß ſie bey einer allzulangſa⸗me Bewegung men Bewegung nicht einen großen Theil des uͤber ſich habenden Waſſers ſol⸗Werſchun cen ten zuruͤck fallen laſſen. Wie denn auch durch eine zulangſame Bewegung die nicht zuträglich. Ruͤſtzeuge und Maſchinen nur vervielfältiget werden weswegen ich dafuͤr halte, daß man ohne Noth die kleineſte Geſchwindigkeit des Kolbens nicht unter 3 Fuß in einer Secunde beſtimmen ſolle. §. 21. Durch eine allzu ſchnelle Bewegung, werden die Kunſtſtangen, Stangen⸗ Eine allzu⸗ hackens, Haͤngenagels, Wangeneiſen, Klappen, Kolben und uͤbrige bewegli⸗ſchnelle aber auf che Theile nicht nur oͤfters wandelbar, ſondern es entſtehen auch mehrere Brii⸗veſerdeh au che, wodurch an Zeit und Koſten weit mehr verlohren gehet, als was man die Autpen durch den geſchwinden Umgang gewinnet, ja wenn die Bewegung allzuſchnelle, ſo können nich können die Pumpenſtiefel durch die Anſaugeroͤhren nicht angefuͤllet werden; der⸗ voll heben. halben will ich die groſte Geſchwindigkeit des Kolbens auf einen Fuß in einer Seeunde feſt ſetzen. Anmerkung: Wenn die Schwere der Luftſaͤule P. und die Laſt einer Pumpe nach ihrer Hoͤhe bhd Flaͤche O. genennet wird, die Hoͤhe u 2 jener — — — 4. ſoll zwiſchen und u und wiſchen ½ 170 I. Theil. Abhandlung der Winterſchmidtiſchen 1 jener H, und die Hoͤhe, zu welcher der Pumpenkolben uͤber den Sumpf erhoben wird h heiſſet, H aber bey mittlerer Luftdicke, = 31 3 Pariſer Fuß iſt, ſo iſt auch h= 35 hieſiger Fuß, und wird Vbeynahe 44. Wenn nun V= une ſeyn muß; So iſt zu merken, daß bey einer 11 Zoll weiten Pumpe, wenn eine 4 Zoll weite Saugroͤhre darunter ſtehet, und b= 1 Fuß ſeyn ſoll 2 wegen Ungleichheit der hoͤlzernen Röhren fuͤglich auf= g zurech⸗ nen, mithin u nicht mehr als 49— 8= 41 ſeyn darf; woraus fol⸗ get, daß der Pumpenſtiefel nicht voll werden kann, wenn der Kolbe ſich uͤber 25 Fuß uͤber den ſogenannten Sumpf erhebet. a§. 22. Die Graͤnzen von will ich von ¼ bis auf ſetzen; die erſte darum nicht groͤßer, weil bey gar zu weiten Einfallroͤhren, bey Liederung oder ſonſtiger Be⸗ handlung der Pumpen, auch bey vorfallenden Bruͤchen an den Kunſtſtangen, das we en inimet eine Trumm gar zu geſchwinde in die Hoͤhe ſchlagen kann: Beſchreibung untenſtehender Tabelle. Die 2te aber darum nicht kleiner, daß die Wirkung einer Maſchine mit der Wirkung eines Rades, bey einem 5 Lachter hohen Fall gleich bleibee. Denn A wenn der Fall 33: Fuß iſt, ſo iſt= 47½ Juß, daherowenn⸗= Zund b= I. ſo iſt V—= 354= 1200, V' aber 2256 das iſt Q= 4332 P oder bey⸗ Wenn bey oberſchlaͤchtigen Waſſerraͤdern, ſo wie ſie auf dem Harze gebraucht werden, die Geſchwindigkeit der Pumpkolben I Fuß be⸗ tragen, anbey ein Kunſtrad 16 bis 18 Pumpen betreiben ſoll; So muß nicht nur das Rad ſehr geſchwind umgehen, ſo daß das Auf⸗ ſchlagewaſſer erſt eine ziemliche Hoͤhe fallen muß, ehe es die Geſchwin⸗ digkeit der Umfangslinie des Rades erhalten, und folglich erſt auf ſelbiges wirken kann; ſondern es kommet auch in jede Schaufel ſo viel Waſſer, daß ſie bald anfangen auszugießen und ſich folglich der Punct der mittlern Verſpielung erhoͤhet, welcher ohnedem bey einem ſo geſchwinden Umgang durch die ſtaͤrkere Centrifugalkraft um ſo mehr erhoͤhet, mithin die Waſſernutzung auf dem Rade vermindert wird. Der Abgang den dieſe beyde Umſtaͤnde unter den vorbe⸗ ſchriebenen Bedingungen verurſachen, belaͤuft ſich beynahe auf 3 vom ganzen Falle, mithin bleibet die wahre Nutzung nur ſo wie an ei⸗ d u ir die 5 Lachter Fall hat, und woran b= 1 Fuß, aber=— iſt. 2) Weil der Herr von Polhem der Luft gar keine Zuſammendruckung in ſeiner ſogenannten Syphonsmaſchine zutrauete, und daher durch ſolche die ganze natuͤrliche Wirkung zu erhalten glaubte, hat er dieſer wegen; der Aufſchlagewaſſer zu erſparen, verſprochen. §. 23. 1 Nach dieſen geſetzten Graͤnzen, und den vorhin angefuͤhrten Formuln, iſt folgende Tabelle zuſammen geſetzet; Es enthaͤlt darinnen die erſte Claſſe die Hoͤhen der Faͤlle von 5 zu 5 Lachter, nebſt den dadurch erlangten Heſhnir igkeiten; 05 Waſſerſaͤulen⸗Maſchine. 171 digkeiten; Die zwote und achte, das Product aus und b. In der dritten und 9ten Claſſe ſind die ganzen Geſchwindigkeiten, und die um erſt angefuͤhrtes Product—verringerten Geſchwindigkeiten, in der 4ten und 10ten die Quadrate dieſer, als die Verhaͤltniſſe derer Kraͤfte, in der 5ten und IIten wieviel vom gan⸗ zen abgehet, und endlich in der 7ten und 13ten, was fuͤr ein Theil von P. vor uͤbrig bleibet. Wobey jedoch zu merken, daß man bey Beſtimmung der Ge⸗ ſchwindigkeiten V. der Bequemlichkeit des Calculs gefolget hat, weil es, wenn auch V um einen ganzen Fuß veraͤndert wird, am Ende bey P— O, einen ſo kleinen Unterſcheid verurſachet, der kaum in der Theorie, in der Ausuͤbung aber gar nicht zu ſpuͤren ſeyn wuͤrde. Ab 4b— 2 gehet das iſt bleibt 4b V. 4b/ 22 i 4Ab Ab Ab. V. 4 b A5 gehet das iſt bleibt Wenn H= ⸗ 1 V-Ao ab bey vor 4 Le V= ab unſ vor V r vom nah. V. vom nah O. . 8 Lganzen ſganzen ————————————.,— Lach 1 64 4096 260] 11 1 2. 3481 47] 1 4 10 Lachter 1 l ee 12 oder s6 Fuß e eee A³ 244- 2532b(4 e A= ee e ſo iſt 46 22 6400%41 5 e 56 3136 1220 3 17121 A- e; V= 1 66 4356] 4356 I 6 66 66 6 ¹ 3 — 43 76] 4356 2 80 6400 324 21 20 6 1 65 15 Lachter— 4 3 262I 1092) 4 oder co Fuß—— 29-Arn— 443 r K.1z26 Rn 1ens e 3 4.ſA4084] ꝑ640 ml A. kp2N339] 138831e p ATee, e e e o 7:[JI4s 144070 r..37 = Wnsen,, ee ee e, V= 8²2 6724 672 2 7,1 6 11 4 6724] 6724 1 — a0 Lachter 2 464]9+◻ 17*1r 7. 17 746931257 ☛☛̈˖ 11. oder 3].91 4231 s 7.— 7396 440 133† Fuß 4 90 F100=092736 p.2B=AL4n,A p. b ſt=r. ZBrrdeeNgE. 33. N1o. 39. z25617304ĩ ½. 1. p 6.88 7744 1092 1 3 12 82 6724 2112 10 —. 25 25 94] 8836 8836 94] 8835] 8836 25 Lachter= er=t. 42N. 22 94011435 ½4 zLachter ,o 1— ad. 1. ooe der ee 4- 8b9 704 16327 5722 1 2 2, 13, 66 ¾ FSuß 4† 10: eäee p..2+. 27.9407—(1412]ſ+ 4. p ſo ſſt B.s=eon 1055 r[10. 96. 7216 110:0]91r. 21. Ue Meeeorge e[2. 3316 00)95u l 106 11236 11236 106 11236[11236 14 17 1 2 114 5 2 4* Zobachtee ⸗ irs 222 eeei.102 1181[—15259. oder 200 Fuß 31 769 6 42. 8108[11664 1792 1½ 414 9⸗ 1. 1 9 1107[11449] 200⸗ B. IIlp . 5 111[12321 1135] M 1 ſ roC ITI270 2220 7 ſo ſt— IͤEb106[11236 2220 4 2 v 6110 200 1326 6 5 1²2 104 108 16 2640 4 — 116[1347613456 116[13456]13 456 4 4 1 I. Theil. 85 h Xr Wenn — 172 I. Theil. Abhandlung von der Winterſchmidtiſchen 5 gehet das iſt bleibt 44. V. 3 1, be das iſt bleibt Wenn H= a V-= ab bey vor 1a V-=I. ab bey vor V 2= vom nah O. V ꝛr vom nah C. V ſganzen l anzen 2 123 15129ſ 426] Ir II 7118[13924] 1676]1¶&☚ 34 35 Lachter 3142 13584]—216 l 1 1I7 3489 9n r 233 Fuß 4G121 14641 959 p 2] 116[13456 2144 Fr 4 4 b 5 95—fp i V 5.120 14400 1225 11f. IHi 101115[14225 12375 337. 21 1— ſo iſt 6 119[14161 1432 1 12 113 12769 2831 2 — 11 12 11 xr 46 6 V— 125[17627[17625 1 127[17625[17625 .[12es S33Er.i 17-22 161291327 eſE 40 chter 3 131 17161 795 ☚ 22 8¹1126[15875 2080 4 I——————,— na 2665 Fuß 4 1316 16900 1056 17 ³.[p.2 125 15627] 2331 ½ 5 G 7129 16649] 1317 1ꝗ◻◻☛☚ 4 10124 16376)2580 71 5 ſo iſt 5125 16384 1572 2 10 12] 122[14884 3072 1 4 V= 134 17956/17956 134[17956 17956 S An der auf der 3 Treue vorgerich⸗ ſelbſt abnehmen koͤnnen, en Mhine ſchine nach den bekannten unterfuchet, und genaueſte unterſuchet hat. Wen chane ge⸗ uͤberhaupt ſehr einfach iſt) anſtellen koͤnne. nenne= 35 Lachter war. Es war alſo das Product. N 4 4 -3 Den Gebrauch vorhergehender Tabelle wird man in der Rechnungsart und will ich daher die auf der Treue vorgerichtete Ma⸗ Groͤßen berechnen, weil man bey ſolcher alles auf das Man wird hernach zuverlaͤßige Folgen ziehen koͤnnen, wird alſs deren wie man bey vorkommenden Faͤllen, die Berechnung(die bey dieſen Maſchinen nommen. Ein fuͤr allemahl aber muß ich erinnern, daß ich mich jederzeit zu der Aus⸗ meſſung ſolcher Maſchinen cylindriſcher Groͤßen bediene, weil ſie dazu am be⸗ quemſten; Und weil zu dergleichen Maſchinen bey Bergwerken die meiſte Gele⸗ genheit vorfaͤllet, bey dieſen aber mehrentheils das Lachtermaaß gewohnlich iſt; So habe ich mich in der Berechnung ſolcher Theile bedienet, die einen Zirkulzoll Flaͤche und 80 Zoll oder 1 Lachter Hoͤhe halten, und 12½ Pfund ſchwer ſind. A 5. 25. n der Maſchine im Treuerſchacht iſt 3 H= 22 Lachter. de eehed Die Treibkolbenroͤhre 13 Zoll reichlich weit, c Maſchige. mithin deren Grundflaͤche oder.. A= 170 Zirk. Zoll. und das Product aus Hæ oder 3 ⸗ P= 3240. ſolcher Theile, die 1 Zirkelzoll Flaͤche und 1 Lachter Hoͤhe halten. Nach dem 10ten§. iſt an dieſer Maſchine⸗ V= 100 Fu Die Flaͤche des Wirbels, oder die keneſbne 14 nung wo das Waſſer durchgehet, das iſt: da der Wirbel etwas uͤber 6 ½ Zoll weit, ſo it ⸗ a= 42½ Mithin iſt= 12— Ne oder 4— 4. a 422— 87 a 1* Wenn alle Saͤtze voll gehoben, ſo war b= 4 Fuß, wenn die Teufe ſo ich t 3. Wenn M. M 1 zol 4 Waſſerſaͤulen⸗Maſchine. 173 Wenn die Summe der Flaͤchen von allen Pumpen durch die Zahl der Pumpen, ſo gezogen werden, getheilet wird, ſo kommt die verglichene Flaͤche her⸗ aus, welche ich jederzeit X nenne, und hier 974 Zirkelzoll bringet. Wie aber hier die Einrichtung nicht zuließ, dem Treibkolben und dem Pumpkolben einerley Geſchwindigkeit zu geben, ſondern an denen Hebels oder Leitarmen ſo verknuͤpft waren, daß ſich beyde zu einander verhielten wie 97 ½ zu 94, ſo war auch X auf die Geſchwindigkeit des Treibkolbens verglichen, oder X= 94 Zirkelzoll. Da nun die Teufe oder wie oben. 3 t= 35 Lachter. ſo iſt die Waſſerlaſt an ſich ſo g heiſſet. 1= 35 94 das iſt ⸗ q= 3290. Nun iſt wie oben berechnet worden 2 P= 3740 Mithin iſt an dieſer Maſchine.= 22e P= P. „„ Nach dem 1oten§. iſt V= 100 mithin VZ=E IOOO *.= 3 folglich V—*= 100— 3=97, V8 X alſo 9409. Wenn nun nach dem 15ten§. 3 0= V= P. ſo iſt hier 2 S3993 oder es iſt beynah... 0= rs P. 3740 Wie nun P. die ganze Kraft, O aber die verringerte Kraft, oder die Laſt beſtimmet mit welcher der Treibkolbe beſchweret werden kann;— aber die Waſ⸗ ſerlaſt an ſich, ohne alle Friction angiebet, ſo folget: daß die Ueberwucht zur noͤthigen Bewegung= P—(. die ſaͤmmtlichen Frictiones aber durch O— q beſtimmet werden koͤnnen, und zeiget zugleich, wie einfach an dieſer Maſchine die Ueberwucht und die Behinderungen berechnet werden koͤnnen. N X N (O= nue au P. kurz berechnetermaaßen iſt 2. d=„2s P. — 19 und 0= ns P. ,„,. 3519- 3290 daher wird vor alle Frictiones, vdeer⸗·; ⸗(— J, Awren P. das iſt P, oder beynahe nur z P. verwendet. Die Kraft vor die Ueberwucht oder 3 P- Qä=Eezer p. welches nur„s P, das iſt beynahe„ P. betraͤget. Woraus denn endlich zu erſehen, daß die wahre Nutzung, oder das Pro⸗ duct aus der Teufe, und der auf die Geſchwindigkeit der Treibkolben verglichenen Flaͤche, uͤber z von der natuͤrlichen Verſchwendung iſt; und daß man dadurch dem ganzen ſo nahe kommet, als jemals durch Ruͤſtzeuge zu erlangen moͤglich ſeyn wird. Auch ſiehet man zugleich, daß vor die ſaͤmmtlichen Frictiones nicht mehr als*s vom ganzen verwendet wird; mithin es ſehr irrig iſt, wenn manchmahl durch Empiricos, durch Kolben, Liederung und dergleichen an Pumpen willkuͤr⸗ liche einzelne Umſtaͤnde, † und ſo mehr, zu erſparen vorgegeben wird. Xr 2§. 26. 174 I. Theil. Abhandlung von der Winterſchmidtiſchen §. 20. Die Friction Es iſt leicht zu erachten, daß die Friction in verſchiedenen Groͤßen von Ma⸗ kann an größern ſchinen, nicht einen gleichen Theil vom ganzen ausmachen koͤnne, denn die Fri⸗ n eneen hectiones der Pumpkolben verhalten ſich nur wie ihre Umfangslinien da ihre Laſten einen gleichen ſich wie ihre Flaͤchen verhalten, einfolglich muß die Friction an einem Pumpkol⸗ Antheil vondem hen von 4 Zoll Durchmeſſer, einen zweymahl ſo großen Theil vom ganzen aus⸗ Pe Vena machen, als an einem Pumpkolben von 8 Zoll. §. 27. Es iſ ſer Db es nun ſchon ſchwer und ungewiß iſt, vor die Frictiones etwas gewiſſes ſchwer undunge und genau zu beſtimmen, ſo kann man doch auf wiederhohlte Erfahrungen, wi aand Folgen gruͤnden, die, wo nicht ganz genau, doch ſehr nah die davor zurechnende zuverläßig zu Kraft anweiſen koͤnnen, und bey dieſen Maſchinen um ſo mehr, da die an denen beſummen. Kolbens die betraͤchtligen ſind, auf welche man ſeine Abſicht haben muß, ja die Friction, ſo noch an denen Haͤngenagels entſtehet, ſich bey nahe bey groͤßern, oder kleinern Maſchinen eben ſo aͤndert, wie die an denen Treib und Pump⸗ kolben. §. 28. Wird aber Es iſt vorhin in§. 25 angefuͤhret, daß die ſaͤmtlichen Frictions* P. oder dennih a gege welches gleichviel, da q=— P war, betragen, wie b= 4 Fuß war. Wenn ben, wennman man nun annimmt, daß man auf die Friction ſo viel rechnet, daß ſie auch mit ſie nach der Ver, der groͤſten Geſchwindigkeit oder wenn b= 1 Fuß, uͤberwunden werden kann; hüitriß der So wird man ſich keinem Fehler ausſetzen, wenn man bey Maſchinen mit 10zol⸗ Durchmeſſer e e h 1— derer Pumpen ligen Pumpen, auf die Friction uͤberhaupt w ꝗ rechnet. Da dieſe aber ſich bey beſtimmet. kleinern Pumpen wie der Durchmeſſer aͤndert; ſo wird bey einem 9zoͤlligen Satz *.*½ das iſt ½ ꝗ, bey einer Szolligen Pumpe.= 1 bey einen zoͤlli⸗ gen ¼, bey einem Gzoͤlligen x q und weiter, endlich bey einer 2zoͤlligen Pumpe 1— auf O— a gerechnet werden muͤſſen, woraus denn folget, daß wenn der Durchmeſſer der Pumpen durch VX an Zollen angegeben wird, q † 94 jederzeit (0 angeben wird. §. 29. Wenn bisher a angefuͤhret und in Vergleichungen gebraucht worden; So hat man es nur ſo angenommen, wie es ſeyn duͤrfte, wenn die Einfallroͤhren ſenk⸗ recht herunter ſtaͤnden und die Treibkolbenroͤhre dichte dabey befindlich waͤre. Wie aber ſolches bey den wenigſten Gelegenheiten ſtatt findet, ſo wird noch uͤbrig ſeyn zu beſtimmen, wie groß a ſeyn müſſe, oder wie groß ein vorhandenes a, geſchaͤtztt werden duͤrfte, wenn die Einfallroͤhren an einer ſtarken Tohnlage oder an einem leimigten Gebuͤrge herunter liegen. Wenn der Fall ab Tab. XIX. PFig. 2. vorhanden iſt, ſo iſt auch klar, daß das Waſſer bey b die Geſchwindigkeit haͤtte, die ein Koͤrper erlanget, wenn er von der Hoͤhe ab faͤllet, daß iſt die ſo durch V oder V H, angegeben wird. Mithin koͤnte, wenn die Flaͤche der Einfallroͤhre= a iſt, eine Quantitaͤt Waſſer bey dem Punct d auslaufen, welche Va oder hier a V(ab) gleich iſt, und in der Treibkolbenroͤhre, ohne dem geringſten Widerſtand, einen Raum Ab anfuͤl⸗ len, welcher mit Va gleich iſt. dand, Wenn Waſſerſaͤulen⸗Maſchine. 175 Wenn aber die Einfallroͤhren ſich durch die Linie ac. erſtrecken ſollen, ſo muß, wenn das Waſſer durch dieſe ſich bewegen ſoll, die Geſchwindigkeit V, durch Vausgedruͤckt werden, das iſt, wenn ac mit m beſtimmet wird und ab= Hiſt, ſo iſt die Geſchwindigkeit welche man dem Waſſer bey dem Punct b zueignen kann=. Denn in den Zeittheilgen, da ein Körper das unendlich kleine Spatium ae durchfaͤllet, kann er keine andere Geſchwindigkeit in d. erlangen, als ein Koͤrper bey e hat. Nun ſtelle man ſich detg. als einen unendlich kleinen Ausſchnitt des Triangels abc vor, ſo muß, da keine andre Geſchwindigkeit in d als in e ſeyn kann, die Zeit welche das Waſſer zur Durchlaufung der Linie df brauchet, ſo viel groͤßer ſeyn als eg oder di in df enthalten iſt, und kann in den memli⸗ chen Zeittheiligen, da ein Koͤrper durch eg faͤllet, nur den Theil dk von df durchlaufen. Da nun der ganze Triangel aus unendlichen ſolchen Ausſchnitten beſtehet, in jedem aber die Theilgen ſich wie das ganze verhalten, die Geſchwindig⸗ keiten ſich auch aͤndern wie die Zeittheilgens; ſo folget, daß die Geſchwindigkeit bey dem Punct c nur*V, von der bey b ſeyn kann, welches, da ab= H iſt, und ac= mangenommen worden, n giebet, welches erwieſen werden ſollen. In dieſem Fall nun kann in einer Treibkolbenroͤhre nur ein Raum Ab an⸗ gefuͤllet werden, der= e. Daher iſt bey keinem Widerſtand=, und m VH= Z, folglich auch V= aun. Nun iſt auch, wenn die Einfallröhren ſtehen, Abm V= 8 folglich kann an vor genommen werden, und iſt alſo V— n= V 4 a 1 —2 2 daher auch V—= V— T. Woraus erhellet daß in dieſem Falle O durch — 2— pV— M beſtimmet werden kann, wenn es bey ſenkrechten Einfallröhren mit V — 2 pv— Tangegeben wird. n §. 30. Weil nun jeder leicht wird ſchließen koͤnnen, daß wenn bey ſenkrechten und tohnlaͤgen Einfallroͤhren einerley Wirkung erfolgen ſoll, a ſo viel groͤßzer wer⸗ den muß, als die ſenkrechte Linie in dem tohnlaͤgen enthalten iſt; So will ich mich bey weiterer Berechnung nicht aufhalten, ſondern zu dem andern Theile und der practiſchen Beſchreibung ſchreiten. 7 9 I. Theil. Yy Anderer 1 1 17 4 1 4 1ö 4 176 II. Theil. Abhandlung von der Winterſchmidtiſchen ◻„ Anderer Theil der Abhandlung von der Winterſchmidtiſchen Waſſerſaͤulen⸗Maſchine. 4§. 31. In dem erſten em in dem erſten Theile dieſer Abhandlung oftermals der Einfallroͤh⸗ den deerd I ren, Treibkolbenroͤhren und dergleichen mehr gedacht worden, ſo man nur auf die hat man daſelbſt nur ihre Grundflaͤchen unter A und a verſtanden, theoretiſche Ab⸗ weil in ſolchen nur von der Berechnung der Maſchinen, Verhaͤltniſſe und Ver⸗ theiuns Aiſcht äͤnderungen der Kraͤfte und dergleichen gehandelt worden. b aber ſollen die Wie aber in dieſem zweyten Theile die Zu⸗ und Vorrichtungsregeln, ſo⸗ Whele machih wohl der ganzen Maſchine als der einzelnen Theile, abgehandelt werden ſollen; Vorrichtung ab⸗So will ich die Theile jeden beſonders beſchreiben, wie ich ſie, in Abſicht der Dauer, gehandeltwer⸗ und der Zuſammenſetzung am zutraͤglichſten und bequemſten zu ſeyn erachtet; Und den⸗ damit die Art der Vorrichtung deſto deutlicher beſchrieben werde, ſo will ich der Ordnung folgen, wie ſie nacheinander in die Schaͤchte gebracht werden muͤſſen. 1§. 32. Ein feſter Die erſte Arbeit zur Vorrichtung einer ſolchen Maſchine iſt der behoͤrige Srurdiſern Platz, und ein feſtr Grund. Da nun dieſes an verſchiedenen Orten verſchie⸗ den iſt, ſo kann man davon auch weiter nichts beſtimmen, als: Die Lage mag ſeyn wie ſie will, ſo muß vor allen darauf geſehen wer⸗ den, daß die Verbindungsroͤhre jederzeit auf ein feſtes und unbewegliches aße„es ſey von Natur da oder durch Kunſt gemacht, zu liegen omme. §. 33. Beſchreibung Das erſte Stuͤck, ſo auf dieſe feſte und unbewegliche Lagerung geſetzet wird, der Vechin iſt die Berbindungsröhre, oder wie man ſie insgemein nennet, die Communica⸗ Tab. XVI kig. tionsröhre. Die Zeichnungen der erſten Tafel werden die deutlichſte Beſchrei⸗ A,E. G.P. P. bung vertreten koͤnnen; Es ſtellet A den Grundriß von oben und B den Grund⸗ 5. riß von unten vor, C zeiget das aͤuſſerliche Anſehen nach der Laͤnge und D nach der Breite, E zeiget den Durchſchnitt nach der Linie ab, und F den Durch⸗ ſchnitt nach der Linie cd. Die Maaße beſtimmen ſich daran nach dem Dauch meſſer des Wirbels, und iſt das Blatt oder der große Nand, worauf das Hahnſtuͤck und die Treibkolbenroͤhren geſchraubet werden, ins gevierte acht Durch⸗ meſſer vom Wirbel. Ess wird ſonſt wegen der Einrichtung dieſes Stuͤckes, welches in Abſicht ſeiner Hoͤhlung ln Roͤhre heiſſet, noch Adeſtset zu bemerken ſeyn: 1) Muͤſſen ſie ungemein d di n ſund he Nuſfauſ Dunten feſt und lagerhaft ſeyn, und dieſerhalbe 2) Muͤſſen Waſſerſaͤulen⸗Maſchine. 177 2) Muͤſſen die Raͤnde daran ſo groß werden, daß man auch nach Erfodern groͤßere Treibkolbenroͤhren darauf ſchrauben kann, wenn ſie ſchon im Anfange ſo groß nicht noͤthig waͤren. 3) Muͤſſen um die Locher, wo die Hahnenmirbel auf zu ſtehen kommen, gewiſſe runde Senken(ĩ) mit eingegoſſen, und hernach ſchar ausgeſtuf⸗ fet werden; welche dazu dienen, daß das Waſſer das zwiſchen liegende Leder nicht heraus treiben koͤnne. 4) Die Loͤcher an den Raͤnden, ſo wol fuͤr das Hahnenſtuͤck als die Treibkolbenroͤhren, muͤſſen nach einem Model, breit geformet werden, damit alle Hahnenſtuͤcke von einerley Groͤße darauf geſchraubt und ausge⸗ wechſelt werden koͤnnen. § 34. Die Reihe trift nun das Hauptſtuͤck an der ganzen Maſchine, nemlich das 4 Shlohreſhaas nenſtü⸗ ckes und Zube⸗ ſehen von oben, B den ſenkrechten Durchſchnitt deſſelben nach der Laͤnge, Cden Teb. XVI. ahnenſtuͤck. Die Theile, Figur und Hoͤhlungen deſſelben muͤſſen aus den Zeich⸗ Haue der XVII. Tafel abgenommen werden, A eſfi des Hahnenſtuͤckes An⸗ ſenkrechten Durchſchnitt nach der Breite, und zwar nach der Linie(ab), Deben einen ſolchen Durchſchnitt nach der Breite, mit Wirbel, Steurung und Verbin⸗ dungsroͤhre. E iſt ein waſſerrechter Durchſchnitt nach der Linie cd und Feben ein ſolcher waſſerrechter Durchſchnitt nach der Linie ef. G zeiget das per⸗ ſpectiviſche Anſehen eines Wirbels mit ſeinen Oefnungen. Wegen der theoretiſchen Eintheilung iſt folgendes dabey zu beobachten⸗ Die Flaͤche, welche der lichte Durchmeſſer des Wirbels giebet, iſt diejenige, ſo man jederzeit in dem erſten Theile unter der Flaͤche a verſtanden hat. Daher iſt die Wurzel von a dieſem Durchmeſſer gleich, welcher d heiſſen ſoll, und ei⸗ gentlich das Maaß iſt, wornach ich alle uͤbrige Glieder beſtimmet habe. Die Flaͤche a ſoll von allen Flaͤchen, wodurch das Waſſer gehen muß, die kleineſte ſeyn; daher muß die Summe der Flaͤchen von den zwey Lochern an der Sin de Withelg⸗ wo nicht groͤßer, doch wenigſtens ſo groß ſeyn, als die aͤche(a). Nun iſt die Flaͤche eines Zirkels einem laͤnglichten Viereck gleich, welches ſo lang als der Durchmeſſer und ſo breit als der vierte Theil der Umfangslinie iſt, e daher, wenn dieſe Löcher ſo hoch gemacht werden, als d iſt, ſo wird ihre Breite dem 8ten Theil der Umfangslinie gleich werden. Wie nun die Umfangslinie zu 314. d d,= zes iſt; ſo wuͤrde die mittlere Breite eines ſolchen Loches zera oder ue 8. 100 400 9 und weil die Flaͤche etwas groͤßer als(a) ſeyn ſoll, ſo beſtimme man die Breite dieſer Loͤcher*e, oder A. 400 Da auch der Wirbel als ein Kegel zuſchießet, der oben„ ſeiner Hoͤhe dicker iſt, als unten, ſo laſſe man dieſe Löcher/ ebenfals aber o ihrer Hoͤhe brei⸗ ter ſeyn als unten, und mache ſie daher oben und unten d. Der Wirbel muß unter den Lochern ½ d und uber den Loͤchern wegen des Nachſchleifens 4 d Lager haben, da nun die Loͤcher 1d hoch ſind, ſo muß der ganze Wirbel wenigſtens 1 † ¼ ☛˖ ½ d= d hoch ſeyn. Yy 2 Der — 1 7 . 2 1 4 —-—õÿy——yy—O ———— II. Theil. Abhandlung der Winterſchmidtiſchen r 8 Der Druck des Waſſers gegen dem Wirbel, ſo wol von inwendig als von auſſen, muß gleich ſeyn, damit er nicht von einer Seite ſtaͤrker als von der an⸗ dern angedrucket, und dadurch eine ſtarke Anreibung, ſchwere Wendung und geſchwinde Abnutzung verurſachet wird. Daher muͤſſen nicht nur die Löcher im Wirbel, als auch die Einfallloͤcher in dem Gehaͤuſe 180 Grad von einander ab⸗ ſtehen, ſondern auch an Flaͤche einander gleich ſeyn. *„r* Eben ſo muͤſſen die Ausfalllöcher an dem Gehaͤuſe wieder 180 Grad von einander entfernet ſeyn, und von den Einfalloͤchern 90 Grade abſtehen, die Wirbel aber mit ihren Schluͤſſeln ſo an die Steurung verknuͤpft werden, daß die Loͤcher des einen Wirbels vor den Einfallloͤchern ſtehen, wenn die an den andern Wirbel vor den Ausfallloͤchern ſtehen. + † Weil nun alle Theile, ſo wol an dem Wirbel ſelbſt als auch an dem Hah⸗ nernſtuͤcke, nach dem Durchmeſſer des hohlen Wirbels ausgemeſſen werden, da⸗ her die Laͤngen der Theile ſich aͤndern, wie die beſagten Durchmeſſer, die Flaͤ⸗ chen aber wie die Quadrate dieſer Durchmeſſer, ſo aͤndern ſich auch die Schwe⸗ ren der Theile an verſchiedenen Maſchinen, wie die Cubi mehrbenannten Durch⸗ meſſers d. Derhalben kann man auch bey Beſtimmung der Theile, als auch bey der Angabe der Schwere derſelben, ſich nach einem bereits vorhandenen Stuͤcke richten. 28 Wobey nur zu erinnern iſt, daß an der Maſchine auf dem Treuer Schach⸗ te, ſo wol das Hahnenſtuͤck als die Wirbel von einer ſolchen Staͤrke gegoſſen ſind, daß ſie zu einem Fall von 40 Lachter zureichen wuͤrde. Es hat das Hah⸗ nenſtuͤck an dieſer Maſchine 13 ⅞ Centner gewogen, welches aber bey der etwas veraͤnderten Einrichtung, wie unſere Zeichnungen ſind, auf 14 Centner im Guß ausgefallen ſeyn wuͤrde. 78 +† 41 Aus bisher angefuͤhrten kann man vor dieſes Hauptſtuͤck folgende practiſche Vortheile und Folgen ziehen: 1) Die Wirbel ſind am beſten, wenn ſie dergeſtalt gemacht werden, daß ihre obere Durchmeſſer um m ihrer Höhe groſſer ſind, als ihre unter⸗ ſten, das iſt, ihre kleinſten Durchmeſſer. 2) Wegen des Nachſchleifens muß er unter ſich frey ſpielen konnen, darum muß das Loch, uͤber welchem er ſtehet, auf der Verbindungsroͤhre etwas größer ſeyn, als der Wirbel mit ſammt der Meßingsdicke. 3) Es muß der Wirbel oben einen ſtaͤhlernen Knopf und einen Hals haben, woran der Schluͤſſel befeſtiget wird; wenn dieſe zuſammen 2 d gemacht werden, ſo betraͤgt die ganze Hoͤhe des Wirbels 2½ d. 4 ) Die Meßingsdicke an den Wirbeln traͤgt an der Treuer Maſchine w Zoll, wenn nun die Flaͤche der Wirbel 44 Zirkelzoll, die Hoͤhe H aber 25 iſt; ſo kann man vor andre Wirbel auf folgende Art ſchlieſſen: Einem Product von 44: mal 25, oder 1155, widerſtehet eine Meſ⸗ ſingsdicke von z Zoll, was braucht man vor eine Meßingsdicke zu einem Pro⸗ duct a H woraus folget, daß ſie e Hoder 1u H oder H.= a. 1155 12. 1155 12. 231 2722 ſeyn muß, welches man aber deſto mehrerer Sicherheit halber mit ee angeben kann. 6 5) Ein Waſſerſaͤulen⸗Maſchine. 179 . 5) Ein Wirbel an der Treuermaſchine hat vom Guſſe 96 Pfund gewogen und der Cubus des Durchmeſſers vom Wirbel war 206. Es iſt alſo, die Schwere eines Wirbels, wovon der Durchmeſſer= d iſt, zen oder beynah 5. welches im Anſchlage zu einer ſolchen Maſchine zur Nach⸗ richt dienen kann. 6) Damit man nicht zu jeder Hohe beſondre Rechnung der Meßingsdicke an den Wirbel noͤthig hat, und auch jedes Hahnenſtuͤck zu dem hüichſten Fall genommen werden kann, ſo mache man ſie jederzeit a d ſtark, mithin den untern Durchmeſſe im Hahnengehaͤuſe d d= 2 d. Und den obern Durchmeſſer des Hahnengehaͤuſes 2 d ̃. ½₰. d— 135 d, oder reichlich 17 d. 7) Weil der Wirbel in dem Gehaͤuſe aus und ein geſetzet werden muß, ſo muͤſſen die Schweckel am Hahnenſtuͤck, I4 d hoch ſeyn, und ihre Dicke betraͤgt 18 ins gevierte. 8) Die Theile welche etwas zur Befeſtigung oder zur Bequemlichkeit in der Verbindung beytragen koͤnnen, muͤſſen gleich mit eingegoſſen werden, als da ſind die Oefnung(a) durch welche das Waſſer zur Steurungs⸗ maſchine abgeleitet wird. Die Backen(m) welche zur Faſſung des Ge⸗ ſtelles p dienen, die Lappen f ſo das Steurungskreutz faſſen, und der⸗ gleichen mehr. 9) Das untere Blatt des Hahnenſtuͤckes mache man ſo breit, daß die Steu⸗ rungstheile zugleich feſte damit verbunden werden koͤnnen ,in welcher Ab⸗ ſicht an den einen Schenkel oben bey qauch ein Blatt mit anzugießen iſt. 10) Weil die Schwere des Hahnenſtuͤckes an der Treuer Maſchine 14 Cent⸗ ner betraͤgt, die Schwere verſchiedener Hahnenſtuͤcke aber ſich wie die Cubi der Durchmeſſer der Wirbel(welcher an der Treuer Maſchine 206 iſt) verhalten, ſo kommt der Proportionsſatz: 296: 1568 l= d': 19.1n. das iſt 51 d; giebt die Schwere eines Hahnenſtuͤckes an hieſigen Pfunden. 11) Oben an den Hahnenſtuͤck iſt ein ſolcher Wechſel angebracht, die ich be⸗ wegliche Wechſel nenne, und die Bequemlichkeit haben, daß man in Zeit von einer halben Stunde ein ſolches Hahnenſtuͤck wegnehmen und hin⸗ bringen kann. 12) Die Geſtelle(p) wodurch die Wirbel his zu ihrer noͤthigen Spielung in dem Gehaͤuſe erhalten werden, ſind aus einem Stuͤcke von Gußeiſen zu machen, wie aus den Riſſen abzunehmen. §. 35. Ich habe hier auch eine Betrachtung erörtern wollen, welcher ich bey An⸗ lage der erſten Maſchinen gefolget, und ob ich ſie ſchon hernach nicht noͤthig ge⸗ funden, und durch Weglaſſung derſelben, die Maſchine einfacher wurde; ſo habe ich doch geglaubet, daß die Ider an ſich verdienet, mit beſchrieben zu wer⸗ den, derhalben ich in den Zeichnungen auf der XVII. Tafel die eine Seite 0. nach ſolcher aufgeriſſen habe. Ich habe geſucht an den Wirbel, wenn er offen, von oben und unten ei⸗ nen gleichen Druck zu erhalten. Und zu dieſem Ende habe ich Kappen uͤber ſelbi⸗ ge angebracht, woran das Waſſer, wenn es durch einige Oefnungen oben im I. Theil. 83 Wirbel 4— 1 N 1 — Beſchreibung 180 II. Theil. Abhandlung der Winterſchmidtiſchen irbel kommen kann, ſeinen Widerſtand nimmt. Nun muß nothwendig wenn Wörbehn offen, ihm na ſeenſfrbane auszuheben ſuchen, die ſo dick iſt als ſeine unterſte Grundflaͤche, und ſo hoch als die Höhe II. Und weiter eine Waſſer⸗ ſäule, die zur Grundflaͤche die oben zunehmende Flaͤche in den Einfallöchern, und ebenfals die Hoͤhe Hhat. Wie nun erſtere 22 dd iſt, leztere aber 18 d lang und 1 d breit iſt, mithin 8a dd betraͤget; ſo ſuchet der Wirbel eine„Waſſerſaͤule auszuheben, die ſo hoch als H iſt, und 15 dd beynahe zur Grundflaͤche hat. Wenn nun der Wirbel oben Oefnungen hat, ſo daß das Waſſer uͤber denſelben kommen kann, ſo widerſtehet das Waſſer von der Wirbelkappe ab, und drucket den Wirbel mit ſo viel Gewalt herein, als eine Waſſerſaͤule wieget, die ſo hoch iſt als H und die eine ſolche Flaͤche hat, als der obere Theil des Wir⸗ bels der Wirbelkappe entgegen ſetzet. Damit nun der Druck von oben herein dem Druck von unten hinauf gleich wird, ſo muß der Wirbel der Wirbelkappe keine groͤßere Flaͤche entgegen ſetzen, als die Flaͤche iſt, welche aufwaͤrts drucket, ſolches aber wird erhalten, wenn ein Hals vom Wirbel durch die Kappe heraus gehet, deſſen Grundflaͤche dem Unterſchied zwiſchen der obern Flaͤche des Wir⸗ bels, und der aufwaͤrts druckenden Flaͤche 12 dd, gleich iſt. Das iſt, da die obere Flaͤhe= 3 d x☛ 1. 5 d das iſt beynah s dd, ſo wird beſagte Jlaͤche des Halſes 43 dd— 2 dd= 1½ dd. Und wie zs beynah der Wurzel von 12 gleich iſt, ſo wird beſagter Halß am Wirbel, an den ſich die darum liegende lederne Ringe genau anſchließen muͤſſen, vm d dick gemacht, und dadurch erhalten, daß der Druck an den Wirbel, ſo wol von oben als unten gleich wird, und ſich ge⸗ gen einander aufhebet. S. 36. Nebſt dem Hahnenſtuͤcke werden auf die Verbindungsroͤhren, auch die Treib⸗ derTreibkolben, kolbenröhren aufgeſchraubet. Weil dieſe Stuͤcke von keiner kuͤnſtlichen Juſammen⸗ röhren. ren. Beſchreibung der Einfallröh⸗ ſetzung ſind, und von einem andern Stiefel nur dadurch unterſchieden werden, daß ſie unten einen vierkantigen Rand haben mit 4 Löchern, welche mit denen auf der Verbindungsrohre paſſen muͤſſen, um ſie auf ſolche feſtzuſchrauben, und weiter, daß ſie oberhalb zwey ſtarke Lappen bekommen, wodurch ſie mit der Zim⸗ merung in behoͤriger Feſtigkeit verbunden werden koͤnnen/ ſo wird hier nur zu un⸗ terſuchen ſeyn, wie man die Eiſenſtaͤrke derſelben mit der Verſichernng der noͤ⸗ thigen Haltbarkeit beſtimmen koͤnne? An der Treuer Maſchine iſt die Eiſendicke an dieſen Roͤhren 12 Zoll, die Flaͤche A aber iſt 170 Zirkulzoll, und die Höhe H wenn die Einfallroͤhren voll ſtehen, 24 Lachter, man kann daher alſo ſchließen: einem Product von 24 mal 170, widerſtehet eine Eiſendicke von* Zoll, wieviel Eiſendicke wird erfodert . 7 1 AH AHl wenn das Product AH iſt? das iſt wie 4080:„= AH: Wee= ns ins, wovon man aber zur Bequemlichkeit der Rechnung die 76 Einheiten noch weg⸗ laſſen, und deſto ſicherer die Eiſendicke mit un beſtimmen kann. §. 57 Durch a hat man nur die Flaͤche der Wirbel verſtanden, wie ſchon im 33§. angefuͤhret iſt, und ob ſchon hin und wieder die Einfallroͤhren dadurch aus⸗ gedrucket worden; ſo wird hier wiederhohlet, daß es nur deren engeſten Ort be, deutet, wo das Waſſer durchgehen muß, welches zu unterſt bey dem Hahnen ſtuͤck und alſo im Wirbel iſt. Wenn nun das Waſſer, ſo durch dieſe engeſte Oefnung gehet/ Waſſerſaͤulen⸗Maſchine. 181 gehet, die groͤßeſte Wirkung, die ihm moͤglich iſt, leiſten ſoll: ſo muͤſte dieſe Oefnung in ihrer Oefnung voll bleiben, wenn man das Waſſer ohne einigen Widerſtand heraus ſchießen ließe, das iſt, es muͤſte in einer Secunde eine Quan⸗ titaͤt Waſſer heraus laufen koͤnnen, die dem Product aus a V gleich waͤre. Die⸗ ſes aber zu erlangen, muͤſten alle Producte aus der Flaͤche der Rohren und der Geſchwindigkeit, in allen beliebigen horizontal Durchſchnitten der Höhe, wenig⸗ ſtens dem Product aV gleich ſeyn. Da nun die Geſchwindigkeit in geringerer ohe abnimmt, ſo muß daher die Flaͤche der Roͤhren dagegen zunehmen, und olglich dieſe Ordnung bey den Einfallroͤhren beobachtet werden.— Es heiſſe daher die Hoͤhe des ganzen Falles wieder I, und die dadurch zu⸗ erlangende Geſchwindigkeit V. Die Hoͤhe von einem beliebigen Durchſchnitt, bey welcher man den Durchmeſſer der Einfallroͤhre wiſſen will h. die dieſer Hoͤhe zu⸗ kommende Geſchwindigkeit aber u, und der Durchmeſſer der Röhre bey h, eiſſe D. heiſ Wie nun die Flaͤchen ſich verhalten, wie die Quadrate der Durchmeſſer, und die Producte aus dieſen Flaͤchen und den Geſchwindigkeiten allezeit gleich ſeyn ſollen, ſo iſt beſtaͤndig Vd= uD', und daher u: V= d: P' oder quadrirt 3 3 3 3 un: V-= d.: D.. Nun iſt auch nach dem 6§. 3. un: VWeEh II, daher auch 2 3 3 ch: D h: IH, folglich Hd= hD' und vA-= D, Wir aber= h. Wenn man daher vorraͤthige Roͤhren haͤtte, und man wollte wiſſen, in welcher Hoͤhe ſolche angebracht werden duͤrfen, ſo darf man nur das Product aus der ganzen Hoͤhe und der vierten Dignitaͤt des Durchmeſſers vom Wirbel durch die vierte Dignitaͤt des Durchmeſſers der vorraͤthigen Roͤhren theilen, ſo giebet der Quotient die verlangte Hohe h. Und wenn man den Durchmeſſer einer Roͤhre wiſſen will, die in einer ge⸗ gebenen Höͤhe h angebracht werden ſoll; So darf man nur das Product aus H und d' durch h theilen, und aus dem Quotienten die Biquadratwurzel ziehen, um durch ſolche den verlangten Durchmeſſer D zu finden. Weil das Waſſer in den Einfalloͤhren ſich viel geſchwinder beweget, als in den Treibkolbenroͤhren, auch bey jeder Wendung der Hahnen ein Augenblick iſt, in welchem es auf einmal in ſeiner Bewegung gehemmet, dadurch aber ein ſtarker Schwank durch die ganzen Einfallrohren verurſachet wird, ſo muͤſſen ſol⸗ che der Verhaͤltniß ihrer Flaͤchen nach, viel ſtaͤrker von Eiſendicke ſon ,als die Treibkolbenrohren, nach deren Berechnung ſie nur Den Zoll ſeyn dürften. Man muß daher wiederum die ſichere Erfahrung an der Treuer Maſchine zu Huͤlfe neh⸗ men, nach welcher eine Eiſendicke von 4 Zoll einem Product von 50 Zirkulzoll Flaͤche und 24 Lachter Höhe widerſtehet, welches den Proportionsſatz 1200: 1= Hd“: S giebet, welches man aber mit 1⸗ angeben kann, weil die un⸗ tern Einfallrohren an der Treuer Maſchine 4 Zoll knapp geweſen. §. 38. Die Mittel zur Wendung der Hahnen werden zuſammen genommen die Was die Steu⸗ Steurung genennet. Da nun hierzu nur eine gewiſſe Bewegung nöthig iſt, welche mrs genennet 33 2 ſich — Beſchreibung 182 II. Theil. Von der Winterſchmidtiſchen ich gleich den Augenblick anfaͤnget, wenn der Treibkolben ſeinen Hub bis zu einer ſch geuh Hoͤhe vollbracht hat; ſo iſt leicht zu erachten, daß man ſolche nach vielerley Arten veraͤndern und einrichten kann: wie ich denn ſelbſt mit gutem Be⸗ dacht acht Arten probieret habe, um aus den verſchiedenen Wirkungen, den Vorzug einer Art vor der andern, und mithin die beſte Art deſto gewiſſer beſtim⸗ men zu koͤnnen. 1b Obſchon die ſogenannte Hammerſteurung, das iſt beynahe eine ſolche, wie an denen ſhondeeſ Feuermaſchinen gewoͤhnlich iſt, an einer auf der Grube Carls⸗ gnade vorgerichteten kleinen Waſſerſaͤulen⸗Maſchine uͤber 8 Jahre ihre Dienſte gethan, und man daher ſchließen koͤnte, daß ſie auch bey groͤßern Maſchinen mit Nutzen zu gebrauchen ſeyn wuͤrde; ſo hat ſie mir doch niemals recht gefallen wollen, weil ich angemerket, daß die Wendung der Hahnen von einem fallenden Schlage zu ſchnell iſt, und das Waſſer in ſeiner Bewegung mit einer gar zu großen Schnelligkeit zuruͤck geprallet wird, daher in den Einfallroͤhren eine gar zu ſtarke Erſchuͤtterung entſtehet, wodurch die Wechſel, wo die Röhren zuſam⸗ men gefuͤget ſind, als auch die Zimmerung noth leiden. Meine Meynung hat mich auch gar nicht betrogen, denn als ich zur Pro⸗ be auch eine Hammerſteurung an die Treuer Maſchine machen laſſen, haben ſich bey einem gſtuͤndigen Umgang derſelben die mehreſten Wechſel Loſung gemacht, und es iſt auch bey jeder Wendung eine ungleich ſtaͤrkere Erſchuͤtterung in den Einfallröhren verſpuͤhret worden, als bey allen uͤbrigen Arten. Und die Erſchuͤt⸗ terung iſt am allergeringſten befunden worden, wenn die Hahnen durch Kolben gewendet werden, wie auf der Treue geſchiehet, und jetzo bey allen dergleichen Maſchinen angebracht iſt.— Dieſerwegen werde ich hier auch nur von der beſten Art handeln, und ſol⸗ che nur ſo beſchreiben, wie ſie durch einige Verbeſſerungen in Anſehn der Be⸗ quemlichkeit zu mehrerer Vollkommenheit gebracht worden iſt. §. 39. Die Steurung an der Treuer Maſchine beſtehet erſtlich aus der Wage A. der Steurung zwiſchen den Leitarmen, mit den daran haͤngenden eiſern Geſtaͤnge a, zweitens an der Maſchi⸗ ne auf den aus der Welle B nebſt den daran befeſtigten eiſernen Armen b und c, drittens, TreuerSchacht aus den eiſernen Geſtaͤngen d fe und g, nebſt den Kolbens I& K, viertens, aus der Querkolbenrohre C und den beyden Steurungstreibkolbenroͤhren D und E, fuͤnftens, aus zwey Treibkolben min, mit ihren eiſern Stangen, einer kleinen Schwinge 1, mit dem Beſchlag und den zwey eiſernen Geſtaͤngen o und p, von der Schwinge 1, an, die Hahnenſchluͤſſel g und r, ſechſtens, gehöret auch noch dazu, die lange Roͤhre F durch welche das Waſſer aus den Ein⸗ fallroͤhren in die Querkolbenroͤhre C kommen kann. Ihre Wirkung entſtehet auf folgende Art: Durch die lange kupferne Roͤhre F. kommet das Waſſer aus den Ein⸗ fallröͤhren in die Querkolbenroͤhre C, und ſuchet von da weiter ſeinen Aus⸗ gang, wo es einen finden kann, und preſſet alle ihm entgegen geſezte Flaͤchen mit einem gewiſſen Druck, ſo mit der Flaͤche und der Hoͤhe, zu welcher das Waß⸗ ſer in den Einfallrohren ſtehet, uͤberein kommt. Dahero wenn die Wage A, von einen Leitarm auf einer oder der andern Seite nieder gedrucket wird, ſo wird mittelſt des Geſtaͤnges a, und Armes b, die Welle B, etwas hin oder herum, und damit eben auch der Arm c, hin oder her beweget, und durch dieſes giſedee je Waſſerſaͤulen⸗Maſchine. 183 die uͤbrigen Geſtaͤnge d ef undg, welche alle mit einander verknuͤpfet; desglei⸗ chen werden auch die Kolben i und k vor den Oefnungen u und x hin und her gezogen, und zwar ſo, daß jederzeit das Waſſer aus dem Raum C nur in eine Oefnung dringen kann. So bald das Waſſer nun in die Treibkolbenröhren D oder E, durch die Oefnungen u oder X dringen kann, ſuchet es den darinn be⸗ indlichen Kolben m oder n, mit einer, mit ſeiner Flaͤche und der Waſſerhoͤhe in fnanene ſtehenden Kraft heraus zu treiben, und treibet ihn auch wuͤrklich fort, ſo lange ihm keine ſtaͤrkere Kraft widerſtehet. Wenn alſo die Friction der Hah⸗ nen, als welche eigentlich hier den Widerſtand macht, weniger iſt, als dieſe Kraft, ſo werden ſelbige durch die Verknuͤpfung mit der kleinen Schwinge!, und den Geſtaͤngen o und p, entweder hin oder herum beweget, nachdem einer oder der andere Kolbe heraus getrieben wird. Die Kolben i und k ſtehen ſo gegen einander, daß wenn das Waſſer durch u in die Roͤhre D dringen kann, es dagegen aus der Röhre E durch die Oef⸗ nung xX hinter den Kolben k weg und auf den Stollen ablaufen kann, und ſo auch in der gegentheiligen Stellung. 1 Man wird ſich leicht vorſtellen können, daß, wenn die Roͤhre D an ihrer Flaͤche noch eimnal ſo groß waͤre, als jetzo, ſtatt der Roͤhre E aber nur ein Ge⸗ wichte waͤre, welches die Hahnen mit herum ziehen koͤnnte, ſo wuͤrde der Kolbe m, wenn das Waſſer eindringen koͤnnte, nicht nur die Hahnen wenden, ſondern auch das Ge⸗ wicht mit in die Hoͤhe ziehen, und ſolches ſo lange darinnen erhalten koͤnnen, als das Waſſer durch die Oefnungu eindringen kann. So bald aber nach vollendetem Hube der Kolbe k vor der Oefnung u vorbey gezogen, und das Waſſer aus der Roͤhre D auslaufen koͤnnte, ſo wuͤrde das Gewicht von dem Druck des Waſſers befreyet, und haͤtte keinen Widerſtand als die Friction der Hahnenwirbel, welche aber von dem Gewichte uͤberwunden, folglich herum beweget wuͤrden. Dieſemnach kann man auch mit einer Kolbenroͤhre zukommen, wenn ſie an Flaͤche zweymal ſo groß wird, wodurch ein Theil weniger und die Maſchine ein⸗ facher wird. Auf eine ſolche Steurung mit einer Kolbenroͤhre, ſind auch die Zeichnungen eingerichtet, und ich werde ſie umſtaͤndlich beſchreiben. §. 40. Man halte die Figuren der 17. Tafel, und die zweyte Figur der 18. Tafel gegen einander, ſo wird ſich die Steurungsart auf allen Seiten, und in einer durch⸗ geſchnittenen Perſpective vorſtellen, und weil einerley Buchſtaben bemerket ſind, ſo wird man die Theile in einem oder dem andern Riſſe deutlich genug erkennen koͤnnen. Durch die Oefnung a kommt das Waſſer aus dem einen Schenkel des Hah⸗ venfütes in die Querroͤhre b, in welcher es auszudringen ſuchet, wo es eine Oefnung finden kann. Es ſind aber in dieſer Querrohre 2 Kolben c und d an einer eiſern Stange befeſtiget, und zwar ſo, daß die Oefnung a beſtaͤndig zwi⸗ ſchen dieſen beyden Kolben bleibet. Da nun die Roͤhre b einerley Weite hat, ſo wird ein jeder dieſer Kolben mit gleicher Kraft gepreſſet, weswegen ſie ohne fremde Kraft ihre Stelle nie veraͤndern. Weiter vben iſt in dieſer Querröhre ei⸗ ne andre Oefnung e, wovor die Steurungs⸗Treibkolbenroͤhre f geſchraubet iſt, in dieſer aber gehet der Kolbe i, welcher mit ſeiner Stange i g bey dem Ende g. mit der klenen Schwinge gh k zuſammen haͤnget. Dahero denn, weil auf der andern Seite dieſer kleinen Schwinge bey k die Hahnenſchluſſel l und m durch die Geſtaͤnge n o ebenfals haͤngen, die ahnenwuͤrbel durch die Bewe⸗ gung des Kolbens j gewendet werden; Der Kolbe i aber erhaͤlt ſeine Bewegung herauswaͤrts durch den Druck des Waſſers, wenn ſolches aus der Queerroͤhre b I. Theil. Aaa in — Beſchreibung der neueſten —— 2 4 22— 4 4 † ——— 184 II. Theil. Abhandlung von der Winterſchmidtiſchen in die Röhre fkommen kann; welches geſchiehet, wenn die große Treibkolben⸗ ſtange p ſoweit herein gegangen iſt/ daß der daran befindliche Abſatz gꝗ den Aus⸗ ſchnitt r herrüͤber drucket und dadurch das Geſtaͤnge s nebſt dem Ausſchnitt t mit beweget, mittelſt dieſes aber wieder das halbe Kreutz uw, und mit dieſem das Geſtaͤnge mit den beyden Kolben c und d in die Hoͤhe, und der Kolbe& vor der Oefnung e vorbey gezogen wird, ſo, daß das aus u in b kommende Waſſer durch e in f eindringen, und den Kolben i heraustreiben, dadurch aber die damit verknuͤpften Theile in Bewegung bringen, und die Hahnen wenden, zugleich aber das Gewicht y durch das Geſtaͤnge h aufheben kann. Weil vorhin geſagt iſt, daß die Flaͤhhe der Treibkolbenröhre f zweymal ſo groß ſeyn ſoll, als ſie nach der Steurungsart auf der Treue, mit zwey ſolchen Roͤhren noͤthig waͤre; ſo kann der Kolbe i nicht nur die Hahnen wenden, ſon⸗ dern er hat noch die halbe Kraft uͤbrig, und kann damit das an dem halben Kreutz 2 befindliche Gewichte y durch das Geſtaͤnge h aufheben, und ſo lange in der Queerroͤhre b keine Aenderung vorgehet, in der Hoͤhe erhalten. Wie nun aber bey dieſer Stellung die erſt hereingegangene Treibkolbenſtan⸗ ge p wieder herauf, dagegen die andere 8 wieder herein gehet, an dieſer aber ebenfals wieder ein Abſatz wie bey ꝗ iſt, ſo wird nach vollbrachtem Hube, von dem Abſatz der Treibkolbenſtange ½, der Ausſchnitt wieder zu⸗ ruͤck, dadurch aber mittelſt der vorbeſchriebenen Verknuͤpfung, der Kolbe c un⸗ ter die Oefnung e herunter geſchoben, und weil dadurch dem Waſſer in der Roͤh⸗ re f vergoͤnnet wird, durch die Oefnung e oben bey F heraus zu laufen, ſo kann das vorher in der Hoͤhe erhaltene Gewicht y herunter fallen, und wendet mittelſt der Verknuͤpfung die Hahnen, wodurch denn die Maſthine wieder in die Stellung kommt, die ſie zuerſt hatte, folglich die noͤthige A wechſelung in der Bewegung erhalten wird. §. 41. d Bererung. Die Wuͤrkung von der Steurung muß in Ueberwindung der Frictionen an peil urungsden Hahnenwirbels beſtehen, dieſe aber haͤnget hier bloß von der Flaͤche ab, wo⸗ mit ſie in ihrem Gehaͤuſe anliegen; Da nun die Hohen der Wirbel nach ihren Durchmeſſern beſtimmet werden, ſo aͤndern ſich die Flaͤchen der Wirbel wie die Quadrate ihrer Durchmeſſer, und da die Umfangslinien ſich wieder wie die Durchmeſſer aͤndern, jeder Wirbel aber in der Wendung ſich durch den vierten Theil ſeiner Umfangslinie bewegen muß; ſo aͤndern ſich die Kraͤfte zu Wendung der Hahnin an zwey Maſchinen, wie die Cubi der Durchmeſſer der Wirbel, wie d'. Ddiie Kraft aber ſo die Wirbel wendet, oder die Kraft der Steurungsma⸗ ſchine beſtehet aus dem Product, aus der Flaͤche des Steurungskolben, deſſen Hube, und der Höhe des Waſſers in den Einfallroͤhren. Auf der Treue iſt die Flaͤche dieſer Röͤhren 9 Zirkulzolle, der Hub 131 Zoll oder 2d4. Die Hoͤhe des Waſſers 22 bis 20 Lachter, war aber auch mit 10 Lachtern hinreichend, ich will aber das ſicherſte mithin 20 Lachter annehmen, ſo wird das Product, wovon hier die Rede iſt 20 mahl 9 mit 2d vermehrt, das iſt 360d. Nimmt man nun den Hub beſtaͤndig 26, ſo bleibt das Product 180 und begreift ſolches die Hoͤhe des Falles, und di ait einer B eoßdenrüſde von de Steurung in ſich. Und da ſchon durch ein Glied nemlich 2d getheilet iſt; od arf man nicht mehr mit cubiſchen Verhaͤltniſſen rechnen, ſondern nur nach quadratiſchen, und ſchließet auf folgende Art: Wenn das Quadrat von d 5 iſt/ Waſſerſaͤulen⸗Maſchine.— 185 iſt, ſo wie auf der Treue, ſo reichet ein Product von 180 zu, was fuͤr ein Product muß man haben zu einem gegebenen d'? ſo findet man 2. oder 44 d⸗ vor das verlangte Product, welches man aber ſicher mit 4d“ angeben kann. Wenn nun ſtatt der zwey Steurungskolbenroͤhren nur eine genommen wird, der Hub aber beſtaͤndig 2d bleibet, ſo wird das Product aus der Flaͤche der Steurungskolbenroͤhre und der Höͤhe H ſtatt 4d“, 8d⸗ welches, wenn es durch die Hoͤhe H getheilet wird, die Flaͤche der Steurungskolbenroͤhre giebet. Es muß alſo vor die Waſſerverſchwendung vor der Steurung auf jeden Hub der großen Maſchine noch L oder zugerechnet werden, und wird daher die ganze Verſchwendung in jedem Hube, wenn derſelbe 8 d hoch genommen . 3 8d ³ Pp.. Nun waͤre weiter nichts uͤbrig, als die Verknuͤpfung der Schachttruͤmmer und ein und andere Umſtaͤnde bey der Vorrichtung zu erklaͤren, da ſich aber ſol⸗ ches aus einem voͤlligen Riß von einer Maſchine abnehmen laͤſſet; So ſoll der dritte Theil dieſer Maſchine aus der Eroͤrterung einer Aufgabe beſtehen, wie eine ſolche Maſchine zu entwerfen, nach Gelegenheit des Schachtes einzurichten und hinzubringen ſey? Drittet Theil er Abhandlung von der Winterſchmidtiſchen Waſſerſaͤulen⸗Maſchine. Wie eine ſolche Maſchine zu entwerfen, vorzurichten und hinzubringen ſey. §. 4. ir wolen voraus ſetzen, daß man an einer ſolchen Maſchine q niemals Exempel uu uͤber 4000 und P nicht uͤber 5000 ſolcher Ausmeſſungstheile neh⸗ Bofnichiue 29☛ me, aals wir uns im erſten Theile bedienet haben, das ſind ſolche, ſchlenh anee die I Zirkulzoll Flaͤche und 1 Lachter Hoͤhe haben. ſehr tohnlägen Wenn alſo die Hoͤhe H und der Betrag des Aufſchlagwaſſers bekannt; ſo S hacht wird man bald erkennen koͤnnen, ob eine oder mehr Maſchinen gemacht werden muͤſſen. Wir wollen zum Exempel annehmen, wir haͤtten auf einem ſehr tohn⸗ lägigen Schachte 25 Lachter Fall, und in jeder Secunde 5184 cylindriſche Zolle zum Aufſchlagewaſſer, man ſoll damit ſo viel Grundwaſſer aus einer Teufe von 40 Lachter bringen, als ſich thun laſſen will? Weil nun P oder All nicht uͤber Foo ſeyn ſoll, H aber= 25 Lachter iſt, ſo wuͤrde A nicht uͤber 200 Zirkelzoll ſeyn duͤrfen, und wie 200 beynahe 26 mahl in 5184 enthalten iſt, ſo wuͤrde b= 24½ Fuß ſeyn muͤſſen, wenn alle dieſe Auf⸗ — Aaa 2 ſchlag⸗ — 185 II. Theil. Abhandlung von der Winterſchmidtiſchen hlaawaſſer durch eine Maſchine gehen ſolten. Da wir aber b zwiſchen 1 Fuß ſe araſf danchiunca ſo erkennet man bald, daß 3 ſolcher Maſchinen durch dieſe Aufſchlagwaſſer betrieben werden muͤſſen. Jede dieſer bekommt alſo zu ihrem Antheil 1728 Cubiczoll, rechnet man hievon ao vor die Waſſer zur Steurungs⸗ maſchine, und zs vor unvermeidliches Durchrinnen ab, ſo bleiben 1690 cylin⸗ driſche Zoll auf jede Maſchine zur Verſchwendung in der Treibkolbenroͤhre, wird nun b auf 10 Zoll in einer Serunde beſtimmet, ſo iſt A= 169 Zirkulzoll, und der Durchmeſſer der Treibkolbenroͤhre 13. Obiges nun vorausgeſetzt, ſo wird P oder AHI= 4225. Gibt man nun vor P— q,* P verlohren, ſo bleibt—= 3380.= tx, t aber iſt 40 Lach⸗ ter, alſo wird X= 844 Zirkelzoll, welches einen Durchmeſſer von beynahe 94 Zoll giebt. 13 Wie nun nach§. 25, Qü= d f/, ſo iſt hier O= 3750, und P- Q beynahe e2⸗ oder beynahe 3 P, mithin auch O= 5 P. Wie nun nach der Tabelle bey 25 Lachter Fall*=* ſeyn darf/ wenn Q 3 Pwird, hier aberb= 3 iſt, ſo darf an dieſer Maſchine 1= 1:3= ℳ ſeyn, mithin da A= 169, ſo darf a nur 23 2 ſeyn, welches man aber in der Ausuͤbung zu 25 Zirkulzoll, mithin den Durchmeſſer des Wirbels 5 Zoll macht. Wenn nun alle noͤthige Größen bekannt, ſo kann man nach den im zweiten Theil beſchriebenen Eigenſchaften alles noͤthige Goßwerk und Meßing zur Steurung beſtimmen. 2tens laſſe man ſich einen guten Durchſchnitt vom Schachte machen, ſo wol von dem ganzen Schachte, als auch nach einem gröͤßern Maasſtabe ein Stuͤck uͤber den Stollen, von 5 bis§ Lachter Höhe, und bemerke aus dem Riß des gan⸗ zen Schachtes die Haupttohnlaͤge, wie nemlich die Truͤmmer geleitet werden kön⸗ nen, um am wenigſten geſpaͤnget zu ſeyn; und dieſen Winkel trage man in den großen Riß durch die Linie ab, wie in der IV Tafel zuſehen iſt. Ztens ziehet man 3 bis 32 Lachter uͤber der Stollenſohle eine Waſſerrechte Linie od vom hangenden, nach dem liegenden, oͤfnet den Zirkul auf 5Fuß, und be⸗ ſchreibet damit, aus einem in der Linie ed begrifnen Punct, einen Zirkul, der die Linie ab nur in einem Punct beruͤhret, ſo wird ab ein Tangens dieſes Zirkuls, und die Linie, ſo aus dem Mittelpunct C auf die Linie ab Winkelrecht gefaͤl⸗ let wird, faͤllt auf den Ruͤhrungspunct, und giebt den Ort des Haͤngenagels vor das Trumm am Hangenden, im mittlern Stande. 4tens trage man von dem Mittelpunct C 57½ Zoll gegen das liegende, und laſſe aus dem abgeſtochenen Punct eine Lothlinie fallen, ſo beſchreibet ſolche die Mittellinie der ſenkrecht ſtehenden Treibkolbenroͤhre am liegenden. stens aus eben dem Mittelpunct C traͤget auch 60 Zoll gegen das liegende auf der Linie cd, ſo giebt der abgeſtochen te den des Heb auſidgrnden, in Aleid des Suh. chene Punct c Ort des Hebenagels Gtens Zeichne man das Hauptlager nebſt der darauf ruhenden Verbin⸗ dungsroͤhre, welches man leicht thun kann, da das Lager auf die Stollenſohle kommet, die Verbindungsroͤhre aber 1 ½ d it Treibkolbenroͤhre bis zum andern 66 Zoll moch und vontinim Mintewmetie 7tens Von dem Mittelpunct der Treibkolbenroͤhre am liegenden trage man 8f er ohern Linie der Verbindungsröhre die 66 Zoll gegen das hangendes ogiebt dieſer Punct das Mittel e der andern Treidkolbenroͤhre am hangenden. gtens Waſſerſaͤulen⸗Maſchine. 187 u 8tens Beſchreibe man mit 37 Zoll einen Zirkul, und ziehe aus dem Punet e eine Linie, welche dieſen Zirkul beruͤhret, ſo iſt ſolche Linie die Mittel⸗ linie der Treibkolbenroͤhre am hangenden. gtens Faͤlle man auf dieſe Linie aus dem Mittelpunct C eine Winkelrechte Linie k und verlaͤngere ſolche bis an den Zirkul, der nach Nro 3, mit 5 Fuß be⸗ ſchrieben worden, ſo ſchneidet ſolche darinn den Punct des Hebenagels der Treib⸗ kolbenſtange im hangenden ab, und zwar im Mittel des Hubes. 10tens Oefne man den Zirkul auf 24 Lachter und beſchreibe damit den Bo⸗ gen fg bis an das Hangende, und beſtimme 15 bis 16 Zollvom hangenden weg, den Mittelpunct der Walze h von dem Leitarm, am hangenden, der das Trumm am liegenden leiten muß. IItens Aus dieſem Punct beſchreibe man wieder einen Zirkul mit 5 Fuß Oefnung, ziehe eine Linie, die den Zirkul ſo aus C beſchrieben, und dieſen Zir⸗ kul beruͤhret, und faͤlle auf dieſe Linie ſowol aus dem Mittelpunet C als h eine Winkelrechte Linie, ſo ſchneidet ſolche in jedem Zirkul den Punct des Hangena⸗ gels ab, von der Korbſtange 1k, wodurch das Kreutz und der Leitarm mit ein⸗ ander verknuͤpft ſind. V 1 Endlich ziehet mit der Linie ab eine andere paralell, ſo daß ſie den Zirkul der mit 5 Fuß aus h beſchrieben, nur in einem Punet beruͤhret, und richtet auf dieſe Linie nach dem Mittelpunct h wieder eine Winkelrechte Linie auf, ſo ſchneidet ſie auch den Punet des Haͤngenagels ab, an welchem das Schachttrumm, ſo von dem Treibkolben am liegenden gehoben wird, haͤnget; wobey jedoch zu erinnern iſt/ daß die Weite Cheben nicht 22 Lachter ſeyn muß, ſondern es kann der Leit⸗ arm auch tiefer, als 2. 3. bis 6 Lachter unter dem Stollen angeleget werden, wenn nur von dem Punct k eine gerade Linie dahin gezogen werden kann, ohne daß ſie die Treibkolbenroͤhre am hangenden, oder ſonſt das liegende des Schachts wo beruͤhre. Ja wenn der Schacht ſo weit waͤre, daß wenn die benden Truͤmmer F5 22 bis 16 Lachter unter den Stollen zuſammen kaͤmen, und von beyden Haͤngena⸗ geln eine Linie dahin gezogen werden könnte, ohne das hangende oder liegendewo zu beruͤhren; ſo kann der Leitarm gar wegbleiben. In der IV. Tafel iſt er des⸗ wegen etwas tiefer gezeichnet, um daraus zu erſehen, daß Ch veraͤndert werden kann. §. 44. 1. Iter retn 2 Boy engen Schichten welche keine ſtarke Tohnläge haben, verknuͤpfet man Erempel auf die Theile auf folgende Weiſe. 8 vmhin einen Schacht CErſtlich bemerket man aus dem Riß des ganzen Schachtes uͤber und unter enunnd ti dem Stollen, die Haupttohnlage, um aus erſterer, die Laͤnge und Biegung der Einfallroͤhren, und aus lezterer den Winkel, den die Schachttruͤmmer mit der ſenkrechten Linie machen, abzunehmen, und traͤget dieſe Linie unter ihren ge⸗ fundenen Winkeln, in den Riß eines Stuͤckes vom Schacht uͤber den Stollen. Erſtere iſt durch C0, leztere aber durch AB bezeichnet. 1 ee, Zweytens, ziehe man 34½ und 43 Lachter uͤber die Stollenſohle eine ſoͤhli⸗ ge(horizontale) Linie, mit dem Schachtſtoß, und der Stollenſohle paralell, ge⸗ rade von dem hangenden gegen das liegende, als EF und GH und nehme in der oberſten dieſer Linie, das iſt EF, einen Punct e an der von dem hangenden ſoweit entfernet ſey, daß man mit Oefnung des Zirkuls von 6 Fuß, einen Bogen be⸗ ſchreiben kann, der das hangende nicht beruͤhret; So giebt dieſer Punct das Mittel der Walze eines Leitarms, an welchem das Schachttrumm am hangen⸗ den, und die Treibkolbenſtange ſo gegen das hangende zuſtehet, verknüpft ſt. 3tens Auf dieſer Lnie ſchneide man aus dem Punct e gegen das hangende un I. Theil. Bbb erſt 4 G 1 8 5 4— 1 1 ¹ 1 A 15 57 3 7 G 8 1 G 1 . 1 1 „* 4 2 t V 1 1 3 1 1 1 1 8 1 . 4 1 11I S . 188 III. Theil. Abhandlung von der Winterſchmidtiſchen erſt 57 ½ Zoll, und denn 60 Zoll ab; ſo gibt erſteres den Punct, von welchem die Lothlinie die Mittellinie der Treibkolbenroͤhre am hangenden iſt, lezteres aber den Punct des Hebenagels abſchneidet. 1Ir e e 1 Ann 4tens Trage man aus mehrbeſagtem Punct e, eine Linie, die mit der Linie Ef einen Winkel machet, der dem Winkel aus der ſenkrechten Linie und Haupt⸗ tohnlage gleich iſt, und ſchneide darauf die Entfernung der Laſt ab, ſo hat man den Punct des Haͤngenagels vor das Kunſttrumm, ſo am hangenden herein gehet. Ftens Von der Walze des obern Leitarms oder dem Punct e, lothe man auf die untere ſolige Linie herunter, und meſſe von der Lothlinie 4d ruͤckwaͤrts ge⸗ gen das liegende; ſo ſchneidet man damit den Punct der Walze des untern Leit⸗ arms ab, an welchem die Treibkolbenſtange und das Kunſttrumm am liegenden verknuͤpft iſt. Und man kann darann wie an den obern, die uͤbrigen Puncte be⸗ immen. 1 ſ 6tens Wo es die Gelegenheit des Schachtes am beſten zulaͤſſet, bringe man eine Wage 14 2 auch 3 Lachter uͤber der Linie Eß an, deren Arme ſich von 36 bis auf 40 Zoll belaufen, und nehme dabey in Acht, daß von derſelben ab die Korbſtangen, welche ſie mit den beyden Leitarmen verbinden, ſo abgemeſſen wer⸗ den, daß von jedem Hangenagel derſelben, im mittlerm ſtande, eine Winkelrech⸗ te Linie, ſowol an einem Ende durch die Leitarmwalze, als an dem andern Ende durch die Walze dieſer Wage gehe. zeim et al Weil der Leitarm am liegenden, und der Schenkel der Wage am liegenden, ſich nicht parallel bewegen, ſo entſtehet eine Ungleichheit in der Bewegung, welche nicht ganz zu vermeiden iſt, doch aber immer mehr vermindert wird, je laͤnger die Korbſtangen werden. Ech 4 2 t 37 r, D pne §. 145, n ſirn Weiteres Vet. Wenn man dieſe Puncte zuſammen hat, ſo bekleide man ſie mit der noͤhti⸗ fahren bey der Vorrichtung. Wie die Thei⸗ le nacheinander hingedracht wer ſo kann man den Anſchlag formiren, und unterdeß das Goßwerk beſorget wird, den. gen Holzſtaͤrke/ um die Figur der Wage und Leitarme zu erhalten, wozu einer, der eine ſolche Maſchine ſonſt zu bauen unternimmt, durch Huͤlfe unſerer Riſſe gar leicht das noͤhtige finden wird. tt I7p Fttan N r. unnl rd 42 Uund wenn man die Figuren auf und unterwaͤrts auf den groͤſten Hub zzeich⸗ net; ſo findet man, wo die verknuͤpften, Theile in einander treten, und wo die Korbſtangen oder Leitarme geſchuͤtzet werden muͤſſen. Und wenn ferner die Maſchinen gleich in den Riß des ganzen Schachtes ge⸗ zeichnet werden, und die noͤhtige Zimmerung und Verbindung mit angedeutet wirdz So ſiehet man zugleich, was zu dem noͤtigen Raum noch im Schachte fehlet, und was man folglich aus dem hangenden oder liegenden wegbrechen laſſen, und im Anſchlag mit in Betracht ziehen muͤſſe. u9 S1 1261 2§. 46. 1 SII Wenn man aber voraus ſchen kann, daß nur eine Maſchine in einen Schacht ommen darf, ſo hat man auch nicht noͤhtig, ſoviel aus dem hangenden und lie⸗ genden zu brechen, ſondern man ſtellet das Hahnenſtuͤck zwiſchen die Treibkolben⸗ kihien. l di vaitaumnt. bis 6 uß auseinander, und verbindet die Schacht⸗ rund Leitarme durch eine Wage uͤber den Leitarmen, welche mit den Jö⸗ chern des Schachtes parallel lieget. z beic un 3 .. 41. ana. lanff Nachdem nun dasſenige gefunden, was bisher zu finden angewieſen worden, den Waſſerſaͤulen⸗Maſchine. 12dT H 189 den noͤthigen Raum in den Schaͤchten machen laſſen, wie man denn auch, wenn die Sohle nicht feſte genug iſt, das Sprengwerk unter dem Stollen anbringen, und die Hauptlager darauf legen kann. Imgleichen koͤnnen, die Hauptſtreben, Leitarm⸗und Wagelager und dergleichen Theile der Zimmerung hingebracht wer⸗ den, welche das haͤngen des Goßwerkes nicht behindenr. Wenn das Goßwerk fertig, die Treibkolbenroͤhren gebohrt und ausgeſchlif⸗ fen, und die Hahnenſtuͤcke mit ſammt der Steurung zubereitet ſind; So lege man erſt die Verbindungsroͤhre, darauf aber die Treibkolbenroͤhren und denn das Hahnenſtuͤck, und verwahre und befeſtige alles ſo gut als moͤglich iſt, und beſon⸗ ders alle Fugen und Wechſel mit gutem Leder. m e 2 tens bringe man die Leitarme und Wage hin, und verknuͤpfe beydes durch die Korbſtangen, ſo wie es der Riß anweiſet, und mache auch den Sumpf um jede Maſchine. 1—.. 4 3tens fange man von dem Hahnenſtuͤcke an, die Einfallroͤhren hinzubringen, und wenn man damit etwas herauf kommet, ſo ſuche man ſie ſoviel thunlich, ſo zuſammen zubringen, damit man ſolche von 3 auch 4 Maſchinen zwiſchen einer⸗ ley Lager faſſen kann. Wobey zu bemerken iſt, daß hin und wieder bewegliche Wechſel, das iſt ſolche, wie vben am Hahnenſtucke ſind, angebracht werden, da⸗ mit 8* etwas nachgeben koͤnnen, wenn etwa die Zimmerung des Schach⸗ 2 tes ſich ſetzet.ut. Iſ. rd i,her: r 1 atens Muß man nach dem Zulaß der Umſtaͤnde die Waſſerſuͤmpfe und Ab⸗ leitroͤhren, Ueberfaͤlle, Siebe und dergleichen an den zutraͤglichſten Orten anbrin⸗ gen, end hauytſächlich darnuf ſehen, daß die Waſſer ſo viel moͤglich reine erhal⸗ ten werden /. t. tens Leite man an jeder Maſchine ein Abſchuͤtzgeſtaͤnge herein bis auf den Stollen, durch welches man ſowohl ſelbſt abſchuͤtzen kann, wenn und ſo oft man es noͤthig findet, als auch eine Aushackelung dabey angebracht werden kann, daß ſich die Maſchine ſelbſt abſchuͤtzet, wenn eine oder die andere Seite der Wage durch einen vorfallenden Hauptbruch an dem Kunſttrumm uͤber die Gebuͤhr in die Hoͤhe geſchlagen wird. 6tens Haͤnge man die Treibkolbenſtangen und Schachttruͤmmer ein, und und bringe die Steurungstheile in ihre gehoͤrige Stellung, ſo iſt die Maſchine zum Umgang fertig, und man kann hiernachſt die Pumpen an die Schachttruͤm⸗ mer anhaͤngen. „49. Man wird aus den Zeichnungen der IV. und Vten Tafel erſehen koͤnnen, daß dieſe Maſchinen insgemein wenig Raum erfodern, und 3 derſelben keinen laͤn⸗ dern Raum einnehmen, als 14 Lachter, und man dabey doch an jeder beſonders bequem handeln kann, ohne von dem Umgang der andern behindert zu werden. §. 50. Es ſtellet die erſte Figur der XIXten Tafel das Anſehen einer Machine dScrnüms er un von der Seite vor, wenn ſie in einen ſehr tohnlaͤgen Schacht vorgerichtet werden ſollen, zu welcher M. die erſte Einfallrohre iſt. Die Einfallröhren zweyer da⸗ hinterliegenden Maſchinen werden durch die krummen Röhren o& P. ſo herum geleitet, daß ſie, wie vorhin angefuͤhret, zwiſchen einerley Lager befeſtiget werden koͤnnen. Bbb 2 Die 3— Beſchreib.— der 1 3 an ſtehenden Vignette, zwey Schaͤchte vorgeſtellet, in welche zwey gleiche Quel⸗ III. Theil. Abhandlung von der Winterſchmidtiſchen ꝛc. 190 Die zweyte Figur der XXten Tafel zeiget das Anſehen dreyer nehen einan⸗ derſtehenden Maſchinen in einem Schacht von mittelmaͤßiger Tohnlaͤge vor, und die dritte Figur zeiget einen Durchſchnitt von der Seite eben ſolcher dreyer Ma⸗ ſchinen, die 4te Figur aber den Grundriß dauu. m Man hat in dem Seiten Profil, jede Maſchine in einer beſondern Stellung des Hubes gezeichnet, damit die Theile der dahinter liegenden Maſchinen mit ge⸗ ſehen werden köͤnnen; und ſind die Theile/ welche zu jeder Maſchine inſonderheit gehoͤren, mit einerley Ziffern bemerket. 1 nirriſ Pamiani 86 a Wann auch dieſe Maſchinen in Abſicht einer Waſſererſparung nicht nothig waͤren, ſo leiſten ſie doch in Anſehn der Anlage und Unterhaltungskoſten eine ſo große Erſparung, daß ſie hey Anlage neuer Kunſtſchaͤchte gewiß die vorzuͤglichſte Art unter allen Werkzeugen zum Waſſerheben abgeben, da die Anlagskoſten eines Schachtes mit 4 oder 5 unter einander liegenden Radſtuben die Koſten ei⸗ nes Schachts von ſoviel Maſchinen gewiß achtmal uͤberſteigen, der koſtbaren Auswechſelung der großen Stuͤck Hoͤlzer bey den inwendigen Radſtuben nicht einmahl zugedenken; wobey noch in Betracht zu ziehen, daß man ſolche Maſchi⸗ nen von einem Bergwerk zu dem andern transportiren kann, wenn ein Zug liegen bleibet, hingegen bey Radſtuben nichts wieder zugebrauchen iſt. Dieſes im erſten Anblick zu erweiſen, ſind auf den zwey Seiten der vorne 1 N len von gleichem Fall geleitet werden koͤnnen, und iſt der rechter Hand auf Ma⸗ ſchinen, der linker Hand aber auf Radſtuben eingerichtet, wobey die ungemein große Ungleichheit der erfoderlichen Raͤume ſogleich in die Augen fallen wird. Waͤre aber der Betrag der Quellen nur ſo klein, wie oͤfters vorfaͤllet, daß er zu Raͤdern nicht, wol aber zu einer Maſchine hihreichet, ſo wird der Unterſchied noch um ſo mehr vergroͤſſert.. z. ur d nin en uere Der mittlere Theil der Vignette ſtellet das perſpeetiviſche Anſehen dreyer bey einander ſtehenden Maſchine, vor, woran die Treibkolbenroͤhren der Laͤnge nach bey einander wegſtehen, die Leitarme neben einander liegen, und zwey und zwey durch eine daruͤber liegende Wage verknuͤpft ſind. Ende des erſten Theils.. e A 258 G — S n 191 Regiſter zum I. Theil. J. über die darinn enthaltene Capitel. I. Capitel. S. denen Maſchinen, welche die von der Luft herruͤhrenden Hin⸗ derniſſe bey dem Bergbau aus dem Wege raͤumen. Erſte Abtheilung, wodurch ein Luft⸗ wechſel in einem Schacht, oder in ei⸗ nem Stollen erfolget und erhalten wird. Seite 1. Fweyte Abtheilung, von den Wind⸗ ſchaͤchten und Lichtloͤchern. 3. Dritte Abtheilung, von dem Enblaſe der friſchen, und Wegziehung der ſte⸗ henden Luft, oder boͤſen Wetter. 7. II. Cap. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln, womit die bey dem Berg⸗ bau von dem Waſſer herruͤhrenden Hinder⸗ niſſe uͤberwunden, und aus dem Wege ge⸗ raͤumet werden. 20. Erſte Abtheilung, von den Stollen in der Communion und auf den Claustha⸗ liſchen Zuͤgen, im Lautenthal, Grund, Wildenmann, Altenau und St. An⸗ dreasberg. S. 20. Sweyre Abhandlung, von den Kuͤn⸗ ſten die Waſſer auf die Stollen zu er⸗ heben. 35. Dritte Abrheitung, von dem Aufſchla⸗ gewaſſer auf die Kuͤnſte, und von Tei⸗ chen, und Flußwaſſern, und Gefluͤ⸗ dern. 78. Der dritten Abtheilung. Erſte Un⸗ terabtheilung, von Vorrichtungen und Maſchinen, dem ſich ereignenden Waſſermangel abzuhelfen. 94. Der dritren Abrheilung. Zweyte Un⸗ rerabtheilung, wie man dem Waſſer⸗ mangel auf den Clausthaliſchen Haupt⸗ zuͤgen durch eine koſtbare Waſſerleitung abgeholfen. 154. Darauf folget die Abhandlung von der Winterſchmidtiſchen Waſſerſaͤulen Ma⸗ ſchine. 159. II. Regiſter zum erſten Theil. üͤber die darinn vorkommende Namen, theils derer, welche Maſchi⸗ nen erfunden, und wuͤrklich gebauet, theils derer, und in Vorſchlag gebracht, gricola,(Georg) Buch vom Betg⸗ werke Seite 3. 25. 26. Albinus(Petrus) Meisniſche Bergkronik 37. Amontons Feuermaſchine und Beſchreibung derſelben 118. Bartels(Joh. Juſt) Bohrmaſchine 3. 6. Feuerinſtrument 6 — Wettermaſchine 10. — deſſen Obſervations bey den Gruben, —— 1 wegen der Wetter 10 ſeq. deſſen Wettermaſchine 13 ſeq. ſeine Wetterſaͤtze 15 — Feuer⸗Wetter⸗Maſchine 17. 18. 19. — Erleichterung des Bleuels 43. — deſſelben denen Herrn Berghauptleu⸗ I. Theil. 1 4 Belidors Archit hydraul. Boͤckler(Georg Andreas) hat ein mechaniſch welche Maſchinen angegeben theils derer, welche davon geſchrieben. ten uͤbergebener Aufſatz, daß mit jetzigen Aufſchlagewaſſern zweymahl ſo viel Grund⸗ waſſer koͤnne zu Tage geſchaffet werden. S. 124 ſeq. —= deſſen Specification der von ihm er⸗ fundenen Maſchinen 176. 36. 58. 0) 119. Werk vorgeſchlagen, das Waſſer ohne alle andere Mittel auf 400 Fuß zu erheben, iſt nicht angenommen, weil 100 Fuß nur 16 Lachter betragen 97. Boſſe(Nicolaus) hat eine unerhebliche Kunſt zu Sumpfhaltung der Gruben vorgeſchla⸗ gen 99. Cee Brands⸗ — . —— —— —— 192 II. Regiſter zum erſten Theil. Brandshagen(Jobſt Diederich) ein Faͤhn⸗ drich iſt dem Herrn von Leibnitz bey ſeiner Windmuͤhlenkunſt behuͤlflich gewe⸗ ſen S. 107. Braun(Heinrich von Oſterode) hat ein Kunſt⸗ ſtuͤck angetragen, die Haͤlfte Waſſer zu er⸗ ſparen, und die Waſſer noch eins ſo tief, wie itzo geſchiehet, aus den Schaͤchten zu heben 109. Bruͤckmann(Jacob) angetragene Feuerma⸗ 120. ſchine Buchholz(Johann Chriſtoph) Markſcheider und nachheriger Oberbergmeiſter zum Zel⸗ lerfelde 99. von Buſch, geheimter Rath, Kammerpraͤſi⸗ dente und Berghauptmann I11. von Campen(Joachim Wilhelm) Herzogl. Wolfenbuͤtteliſcher Vice-Berghauptmann iſt zur Unterſuchung der Windmuͤhlen⸗ kunſt erfodert 107. Coͤrner(Wolfgang) hat mit einem Inſtru⸗ ment die Grubenwaſſer ohne Kunſtraͤder und Aufſchlagewaſſer aus den Gruben bringen wollen —— ſitt nicht zur Probe gelaſſen 97. de la Coſte(Bertrand) ein ſchwediſcher Obri⸗ ſter, hat bey dem Clausthaliſchen Berg⸗ amte zum Waſſerhub die von ihm wieder gefundene Machinam Archimedis oder deſ⸗ ſen Waſſerkunſt durch 1 oder mehr Maͤn⸗ ner ſo viel Pumpen aufzuziehen, als man wolle, angezeigt 98. 99. vom Bergamte daruͤber abgefaſſete Puncte, wo⸗ ruͤber der Inventor zu vernehmen ſey 99. Cuppius(Albertus) hat eine Zellerfeldiſche Chronick geſchrieben 87. Dannenberg(Caſpar) Bergmeiſter zum Clausthal I5f. Degen(Georg) Oberbergmeiſter hat neue Waſſermaſchinen ohne krumme Zapfen mit Treibſtoͤcken vorgerichtet 110. Ferner eine Maſchine mit vorgelegten Zeu⸗ ge, da kein Aufſchlagewaſſer vorhanden 111 Dionyſius Papin 118. 119. Ernſt Auguſt, Herzog zu Hannover, hat Leibnitzeus und des Bergamts Contract wegen des Windmuͤhlen Baues confirmi⸗ ret 104. Eſchenbach(Heinrich) hat den krummen 34 pfen erfunden 37. 96. 97. von Fiſcher Feuermaſchine S. I. 19. Flach(Daniel) Oberbergmeiſter zum Zeller⸗ felde, hat vorgeſchlagen, die Kunſt bey Waſſermangel mit Pferden vermittelſt der Schraube ohne Ende umzutreiben, iſt nicht angenommen 98. 99. 109. deſſen gebauete Windmuͤhle 106. Julda(Johann Friederich) neue Invention von Kunſtkolben 75. worinn ſolche beſtanden 75. 76. was dagegen eingewendet und von ihm ge⸗ antwortet worden 76. mehr davon, und iſt nicht angenommen worden 77. 58. 4 Grote(Otto) Geheimter Kammerrath und Landdroſte zu Hannover, wird nach dem Clausthal zur Unterſuchung des von Leib⸗ nitzen gethanen neuen Vortrags geſchickt 10ſ. Gruͤndig(Zacharias Bernhard) hat ſich an⸗ gemeldet, daß er alle Waſſer aus den Schaͤchten ohne Aufſchlagewaſſer zu brin⸗ gen wiſſe 116. ſeine uͤbrigen Verſprechungen 116. Haͤcke(Hardan) 22. 13. 2ſ. 36. 78. Hanſen(Johann Carl) 47. 157. Harzig(Andreas Leopold) Oberbergmeiſter 8. wie er dem Brechen, der in den Schaͤch⸗ ten ſchiebenden Kunſtſtangen abgeholfen 72. 74. 91. deſſen Direct. und Aufſicht bey Erbauung des Dammes im Sperberhey 157 Harzingk(Peter) Hof⸗ und Bergrath auch Zehntner zum Clausthal, hat vorgeſchla⸗ gen, durch Windmuͤhlen die Waſſer zu heben, und die Teichwaſſer dabey zu er⸗ ſparen 101. deſſen gemachte Difficultaͤten gegen die Waſſerhebung mit Windmuͤhlen 102. Zeigel(Paulus) ein Profeſſ. Matheſ. 99. Heinrich(Herzog der Juͤngere) hat den tiefen Wildenmaͤnner Stollen wieder angefan⸗ gen zu bauen 22. 36. hat eine Schleuſe im Spiegelthal ange⸗ leget 94. Zerzer(Andreas) hat eine neue Art Kunſtfett erfunden 59. Hofmann(Joachim) hat eine Kunſt ge⸗ bauet. 36. Illing / II. Regiſter zum erſten Theil. 193 Jling(Georg) ſoll die erſten Feldkuͤnſte auf dem Clausthaliſchen Bergwerke gebauet haben S. 38 Johann Friederich Herzog zu Hannover 101 Johann(Conrad) Graf von PYſenburg und Buͤdingen zu Merholz, hat eine neu inven⸗ tirte Maſchine, das Waſſer mit leichten Koſten, und faſt ohne Muͤhe zu heben vor⸗ geſchlagen und die Maſchine und ihre Wir⸗ kung beſchrieben 148. Iſt nicht angenommen worden, weil die voͤllige Einrichtung nicht entdecket wor⸗ den 149 Julius Herzog zu Braunſchweig x26. Hat im Harze Schleuſen zum Holzfloͤſſen angeleget 94. Julius Stau 24. Junge(H. J.) hat ein Pumpenwerk vorge⸗ ſchlagen 134. Iſt nicht angenommen 136. Knor(Heinrich Hartwig) Bergſyndicus Ur⸗ theil von Herrn von Polhem III. Hat deſſen geſammte Vorſchlaͤge nach Han⸗ nover geſandt 112. Koch(Chriſtian Zacharias) 8. 33. deſſe Bericht von ſaͤchſiſchen Bergwer⸗ en 75. deſſen Bericht von dem Teichbau in Sach⸗ ſen und Boͤhmen 84. Leibnig(Gottfried Wilhelm) Vorſchlag die Waſſer mit Windmuͤhlen zu erheben, und dadurch die Teichwaſſer zu ſparen 101 deſſen deutlichere Erklaͤrung ſeiner zuerſt ge⸗ thanen Propoſition 104 dieſe wird vom Bergamte vor eine neue und von der erſten abgehende gehalten, und daher nicht angenommen 105. Er hat die Probe⸗Windmuͤhlenkunſt, die Waſſer unmittelbar zu heben, gebauet, dabey er die Saͤtze in der Grube hier auf eine ungewoͤhnliche Art vorgerichtet 106. An derſelben iſt bey dem erſten Umgange, wie auch bey abermaligem Verſuch was zerbrochen 106. daruͤber erfolgtes Urtheil 106. Lehmanns(D. Johann Chriſtian) vorge⸗ ſchlagene Maſchine, das Waſſer zu Tage zu heben, ohne Feuer, Luft und vorhan⸗ denes Aufſchlagewaſſer 147. derſelben Wirkung 147. Eines SchriftſtellersUrtheil von derſelben 148. Iſt nicht angenommen 148. Leupold Theatr. mach. hydraul. 36. 39. S. 119. 148. Linſe(Hans) ein Muͤller, Meiſter der Zim⸗ merleute, des Hofrath Leibnitzens 106. Linſe(Daniel) ein Muͤller in Goslar hat vorgeſchlagen, die Grubenwaſſer mit Men⸗ ſchenhaͤnden auszubringen, und weite ei⸗ ſerne Saͤtze einzufuͤhren 117. deſſen Vorſchlag die Kunſtſaͤtze von ſtarken buͤchenen Bohlen zu machen, und das Le⸗ „der zu erſparen 117. Lohneyß(Georg Engelhard) Bericht vom Bergwerke 3. 7.,37. 38. Maärker(M. E.) Vorſchlag und uͤberge⸗ bener Riß, wie die Kuͤnſte mit Schacht⸗ bruͤchen wider die Bruͤche zu verwahren ſeyn 74- Matheſius(Johannes) Bergpredigten 3. Joachimsthaliſche Chronik 37. Melzer(Chriſtian) Bergpredigten 37 melzer(Johann Ernſt) ein Uhrmacher in Hildesheim hat zur Waſſerhebung eine Maſchine von lauter Eiſenwerk vorgeſchla⸗ gen 99. Beſchreibung der Maſchine 99. Mittelbach(Michel) hat die erſte Stangen⸗ kunſt in Joachimsthal gehaͤnget 37. muͤhlhahn(Georg Niclaus) Bergmeiſter auf dem St. Andreasberg, hat den groſ⸗ ſen Oderteich gebauet 93. Muͤller(Johann Friederich) hat zur Erſpa⸗ rung der Helfte Teichwaſſer vorgeſchlagen an die Stelle des krummen Zapfens wie⸗ derkehrende Getriebe an die Kunſtwellen zu ordnen 109. Oꝛoyreus(D. Johann Ernſt Elias) hat dem Clausthaliſchen Bergamte ſeine gehei⸗ me den motum perpetuum phyſicum aquae concernirende Waſſerkunſt ange⸗ tragen 146. Papin(Dionyſius) hat eine Feuermaſchine erfunden 118. 119. Beſchreibung derſelben 119. Penther(Johann Friederich) Rath, Pro⸗ feſſor der Mechanik in Goͤttingen und Oberbauinſpector 47. deſſen Kunſt uͤber einen Berg mit Winkel⸗ armen 48. deſſen gezeigte Fehler an einer Kunſt 48. 49. Fo. deſſen gezeigte Fehler einer Kunſt die vom Cec 2 krummen —— 1 4 82 — — S— —— 194 II. Regiſter zum erſten Theil. krummen Zapfen und Bleuel herruͤh⸗ ren S. 70. feffer(Johann Valentin) Zehntner zum Zellerfelde, Urtheil und Bericht vom Herrn von Polhem III. 112. Polhammer(Chriſtoph) nachgehends Herr von Polhem genannt 47. Iſt aus Schweden, als ein beruͤhmter Me⸗ chanicus, das Kunſtweſen zu unterſuchen, hergeladen worden 111. Urtheil von ihm I1T. 112. Vorſchlaͤge die er gethan 112. 113. bis I116. was ihm verſprochen, wenn er wuͤrde Ma⸗ ſchinen von guter Wirkung vorrichten 116. deſſen vorgeſchlagene Siphonmaſchine 136. Porter Iſaac) Feuermaſchine 119. Preis(Martin) ein Stollenſteiger, hat dem Brechen der in den Schacht ſchiebenden Kunſtſtangen wollen abhelfen 73. Nauſch(Georg Friederichh 149. Riede(Johann Chriſtoph) hat mit vorge⸗ nanntem Rauſch neue Vorſchlaͤge zur Waſſerhebung gethan, auch zur Probe eine Kunſt gebautt, die aber den verſpro⸗ chenen Effect nicht geleiſtet 149. 170. Ripking(Bernhard) geweſener Maſchinen Director auf dem Clausthal 7o0o. Iſt nach Schweden zu dem Herrn von Polhem zum Unterricht im Kunſtweſen und Treibwerk geſand 116. deſſen gebauete Maſchine ohne Radſtube und Kunſtrad 123. von Rohr irriger Bericht von der Bergſtadt Zellerfeld 292. Roͤßler(Balthaſar) Bergbauſpiegel in der Anmerkung() 8. 21. Sandhagen(Otto Ludewig) geweſener Richter zur Altenau, Tabelle von dem Vermoͤgen eines beſchriebenen und mecha⸗ nice viſirten Kunſtrades 70. Savery hat eine Feuermaſchine erfunden 118. 119. Schluͤter(Chriſtoph Andreas) 7. Schmid(Johann Siegmund) hat eine Och⸗ ſenmuͤhle zum Waſſerheben vorgeſchlagen 109. Schotr(Jacob) ein ſchwediſcher Obriſter, hat ein Perpetuum mobile die Gruben zu Sumpf zu halten vorgeſchlagen, iſt aber nicht angenommen S. 98. Schreiber(Thomas) von Ankunft der Har⸗ ziſchen Bergwerke 36. Schuſter(Broſius) ein Heinzenſteiger 36. Schwarzkopf(Chriſtian) Wettermaſchine 1F. Worinn ſie beſtehet 17. Er hat ſie darnach veraͤndert 16. 17. Iſt im Kunſtweſen erfahren geweſen 108. Hat das Kunſtweſen und Treibwerk nach Herrn von Polhems Unterricht und An⸗ weiſung, zu dem er nach Schweden geſandt, verbeſſert 116. Hat eine Kunſt gebauet, wo kein Aufſchla⸗ gewaſſer vorhanden 152. Spoͤrer(Zacharias) hat eine Lauge erſunden, das Leder zur Kunſt ſchmeidig zu ma⸗ chen 54 Springer(Wolf) hat eine Kunſt gebauet 36. von Steinberg Wolfenbuͤttelſcher Geheimter Rath, Oberhofmarſchall und Oberberg⸗ hauptmann 1I11. Stelzner(Johann Gottfried) Vorſchlag ein Kunſtrad mit vorgelegten Zeuge an ſtatt des krummen Zapfens zu bauen 150. Taurßler(Michel) hat zuerſt eine Heinzenkunſt gehaͤnget 35. We ber(Johann Heinrich) angetrageneFeuer⸗ maſchine 120. Weidler Ir, de Machin. hydraul.&c. 119. Wellig(Hans Georg) hat vorgeſchlagen eine Kunſt zu bauen, die in 24 Stunden ſolte 900 rheiniſche Ohm Waſſer ausſchoͤpfen 98. Iſt zur Probe gelaſſen, iſt aber nicht weiter wo vorgerichtet 1 98. Wiedemann(Bernhard) hat eine Stangen⸗ kunſt zu Schnaberg gebauet 37. Winterſchmidr(Georg) Braunſchweigiſcher Artillerie Major, deſſen Abhandlung einer Waſſerſaͤulen⸗Maſchine 162. Wolf(Chriſtian) Elem. Hydraul. 9. 36. III. Regiſter —ꝛ — —x A. KSenGDAru III. Regiſter zum erſten Theil. uͤber die darinn befindlichen Benennungen und Materien. bwaͤgen der Graben zum Bergwerke Seite 94. Aeolipila Windkugel, dadurch man friſche Luft hinzublaſen verſuchet 7 Alte und neue Art Teiche zu bauen 78.79. ſeq. Alre Mann hat keine tiefe Stollen gehabt 22. Altenauiſche Stollen 32. Altenauer Flußwaſſer 90. Anhang der vom Maſchinen⸗Director Bartels erfundenen Maſchinen 176 Andreasberger Stollen 33. —— Teiche 91. 93. Andreasberg hat kein Flußwaſſer 91. Angewaͤge 42. Anlaß zur neuen Art Teiche zu bauen 81. Aufſaͤtzel iſt das obere Pumpſtoͤckel 73. Aufſchlagewaſſer auf die Kunſtraͤder, wo kei⸗ ne, oder keine hinlaͤnglich ſind 96. Ausflucht am Deiche werden in Mauerwerk geſetzet Ausguß des Waſſers durch die Kunſt 3. Beſchreibung und Abzeichnung einer friſche Luft hinblaſenden Maſchine in den Bres⸗ lauiſchen Sammlungen 8. wird auf dem Harze eine Waſſertrummel genannt 9. Beſchreibung einer Kunſt beym Bergwerke 38. Beſchreibung der Freybergiſchen Kuͤnſte 75⸗ 76. Beſchreibung eines Inſtruments, die Gru⸗ benwaſſer ohne Kunſtrad und Auſſchlage⸗ waſſer aus der Grube zu bringen 96. 97. Beſchreibung des Oderteichs 77. 93. Beſchreibung des Papins Feuermaſchine zum Waſſerhub 119. Beſchwerlichkeit bey der alten Art Teiche zu bauen, in Anſehung des Dammes und Striegels 80. Blaſebaͤlge, damit hat man verſuchet friſche Wetter durch Roͤhren einzublaſen und die faulen ſtehenden abzuziehen 7. Bleuel an der Kunſt 42². Bleueleiſen 4. Bleuel, wie er uͤber die krummen Zapfen 1e. haͤnget, und die große Schwinge eingeſe⸗ tzet wird 47. wie er abzumeſſen iſt 47. I. Theil. 195 Boͤcke unter die Kuͤnſte Seite 43. Wechſelboͤcke 4. „Einſtrichs Boͤcke 43. Boͤcke unter die Gerenne oder Gefluͤder 95. Bockholben 43. Bockswieſe 28. Bohrmaſchine 3. was dazu erfodert worden 4. Zeichnung dieſer Bohrmaſchine 4. Brand iſt entſtanden auf dem neunzehen und dreyzehen L. Stollen 24. Brechen der in den Schachtſchiebenden Kunſt⸗ ſtangen, wie demſelben abgeholfen wird 71 bis 74. Bruchſchwinge 44. 47. Bruſtfaſſen, was es ſey 94. Buͤchſen eiſerne, darinn die Walzen auf den Stegen liegen 45. Bulgen zum Waſſer ausfuͤhren werden be⸗ ſchrieben 22. ſind abgeſchaffet 37. Burgſterer Zug 23. feq. Commißion wegen Leibnitzens Windmuͤhlen⸗ bau zur Waſſerhebung 105. 107. Contract zwiſchen dem Clausthaliſchen Berg⸗ amt und zweyen Artilleriemajors wegen ei⸗ ner zubauenden Feuermaſchine 122. Iſt nicht zum Stande gekommen 123. Cremnitz in Ungarn, Beſchaffenheit der da⸗ ſelbſtigen Kuͤnſte 77. Danm zur Ausfuͤllung eines zwiſchen zweyen Bergen ſich befindlichen 8 Lachter hohen Thals auf dem Wege nach St. Andreas⸗ berg, um durch einen daruͤber gefuͤhrten faſt ſoͤhligen Graben die Waſſer vom Bruchberge auf die Clausthaliſchen Haupt⸗ zuͤge zufuͤhren 175. Dammung der Teiche 78. Deputirte ſind von beyden Herrſchaften nach Schweden geſandt, die Polhemiſche vor⸗ geſchlagene Siphonmaſchine zu unterſu⸗ chen 138. Dreybohrigte hoͤlzerne Roͤhre, wie weit 52. Dreyzehen Lachter Stolle 22. Iſt der tiefſte auf den Zellerfeldiſchen un Clausthaliſchen Zuͤgen 23. Ddd Fuͤhret 82 1—— ——ͤſ Fuͤhret allein die Grundwaſſer ab S. 23. Bringet 78 Lachter Tiefe ein 23. Einblaſung der ſtiſchen 2Iat 7. Einbohrigte hoͤlzerne Roͤhre, wie weit? 52. Einſtrichs Boͤcke 43. Eiſerne Goſſe an der Kunſt 52. ſind von verſchiedener Weite 2. Eiſerne Spindel an der Zugſtange 53. Elementarmaſchine, das Vermoͤgen derſel⸗ ben 120. verlangte Materialien, zum Anbau derſel⸗ ben. 121. Contract, wegen derſelben Andau 122. iſt nicht ratificiret worden* 123. Enge Wechſel an dem Satz der Kunſt 3. Erbſtollen 21. Erbriefe eines Stollens 21. Stoͤllner 21. Stollenreceſſe 22. Experimente mit glaͤſernen Roͤhren und Mercurio wegen der Siphonsmaſchine 142. 143. 144. 14ſ. Fau, welcher den Graben aus den Teichen gegeben wird 92. Jall der Gerinne auf die Kunſtraͤder 95. Feldkuͤnſte ſind in der erſten Zeit unbekannt geweſen 65. ſind anfaͤnglich ſehr ſchlecht geweſen 38. Seuermaſchinen 118. feq. Feuermaſchine die vorgeſchlagen iſt 120. Die Wirkung derſelben iſt gedrucket 123. Flußwaſſer der Clausthaler 87. fehlen auf dem Zellerſelde, bekommt etwas vom Clausthaler Burgſteter Zuge da⸗ hin 88. —— zum Wildenmann 89. —— zum Lautenthal 89. —— zur Altenau 90. —— zum St. Andreasberg 91. Frankenſcharner Stolle iſt von Herzog Hein⸗ rich dem Juͤngern zu bauen angefangen 23. bringt 34 Lachter Tiefe ein 23. Freybergiſcher Kuͤnſte Beſchreibung 75. 76. 77. Juͤrſtenſtolle 23. damit iſt auf dem Thurmroſenhof der An⸗ fang nach wiederaufgenommenem Berg⸗ werke gemacht— 2/. Sein Mundloch iſt im Thal gegem den vier⸗ ten Puchwerke 25 Ge brauch der Tabelle, von S. 64 bis 69. 70. 196 III. Regiſter zum erſten Theil. Gefluͤder oder Gerinne zum Kunſtrade 41. wie das Waſſer auf das Rad geleitet wird 41. 95. Gelieder, gebrochen, was es heiſſe⸗ 59. Gelieder, unordentliches, oder verkehrtes, be⸗ ſchweret eine Kunſt 59. Gerinne vom ſtarken Tannenholz, mit einem Loch und Deckel, wird 6 bis 7 Fuß vor dem Damm zur Ausfuͤhrung des Waſ⸗ ſers aus dem Teiche auf den Grund ge⸗ leget 79. Gerinne zum Graben und Kunſtraͤdern wie viel denſelben Fall gegeben wird 96. Geſtaͤnge, die in den Schachtſchiebenden bre⸗ chen oft Getroſter Heidewigsſtollen 26. Gluͤckswarrer Stolle 26. Goſſe eiſerne an der Kunſt zum Satz 72. ſind von verſchiedener Weite 32. werden mit einer hoͤlzernen Lutte unten und oben umfaſſet 73. Gottesgluͤckerſtolle im Gemkenthal 31. Grabe, darin der Oderfluß gefaſſet 91. Graben Rehberger 91. Graben werden abgewogen 94. wieviel Fall denſelben auf 100 Lachter ge⸗ geben wird 94. werden des Winters mit Tannhecken zuge⸗ leget 95. Grabenſteiger 84. wiſſen aus der Erfahrung wie viel Wo⸗ chen die Teiche Waſſer geben 84. Grund Bergſtadt, derſelben Flußwaſſer 92. Grunchirſcher Stolle 34. Hahnenkleer Stolle 31. Halbgerinne deren Beſchaffenheit und Inein⸗ anderfuͤgung 97. Haͤns Sachſenſtolle 26. Heinrichs(St.) Stolle 34. Heinzen Kunſt iſt die erſte im Wüdenmann 3. 3 8 Hengnagel in dem Bleuel und Korbſtange 44. Himmliſcher Herzugſtolle 27. Sein Mundloch iſt im Hutſchenthal 25. Zohlgerinne deren Beſchaffenheit 97. 96. Holben 5 43. „Bockholben 43. Zoͤlzerne Roͤhren zum Satz 52. Holzſcheibe an der Spindel 53. Horizontal Windmuͤhle von Leibnitz gebauet 108. Hub der Kunſt, wenn ſich derſelbe im Felde aus mancherley Urſachen etwas verlieret, wie er wieder einzubringen ſey 59. Hundes III. Regiſter zum erſten Theil. Hundes Kunſt 36. Hurſchenthaler Stolle 26. Jacobo(St.) gluͤcker Stolle 33. Inderſt iſt ein Fluß 87. 89. Inſtrument vorgeſchlagenes, das Waſſer aus den Gruben ohne Kunſtrad und Auf⸗ ſchlage⸗Waſſer zu bringen 96. Inwendige Kuͤnſte, wie ſie gebrauchet und vorgerichtet werden 59. Johannesſtollen auf dem Burgſtedterzug 24. ſein Mundloch iſt am Zelbach geweſen 24. iſt verſchlemmet 25. St. Johannesſtolle auf dem Andreasberg 33. Kielſtuck was es ſey und deſſen Gebrauch 8. Kolbe an der Kunſt zum Satze 72. 53. ſchiebet in die Goſſe 53. Kolbe woraus er beſtehet 53. Kolbe, wie er fertig 53. Kolbenroͤhre 53. E Koͤnigsberg in Ungarn, daſelbſt iſt eine Feuer⸗ maſchine zum Waſſerhub gebauet 119. Korbſtange wie eine Kunſt damit zuſammen geſchloſſen wird 146. Kranz des Kunſtrades 40. Kreuſz an einer Kunſt 4ſ. Krumbacherſtolle auf der Bockswieſe 28. Krumme Zapfe deſſen Theile 42. wie ſie beſchaffen 46. 47. wie damit eine Kunſt zuſammen geſchloſſen wird Pinſie die Waſſer aus den Gruben zu en 3. Beſchreibung derſelben 38. 47. he⸗ Theile derſelben 38. Dabey zubeobachtende Regeln 38. 39. Kunſt wie ſie wirket 59. Kunſtfert woraus es bereitet wird 59. Kunſtfett wie es zum Schmieren itzo an⸗ ders bereitet wird 79. Kunſtrad deſſen Hoͤhe 59. Theile deſſelben und Verfertigung 39. 40. der Theile Zuſammenſetzung 41. Wie vielmahl ein Kunſtrad bey vollem Waſ⸗ ſer in einer Stunde umlauft 59. Schwereſte Arbeit eines Kunſtrades 59. Kunſtſtangen wie ſie beſchaffen ſind 4g. Kunſtſteiger, Runſtknecht, Kunſtwarter, womit er verſehen ſeyn muß 60. Kunſttruͤmmer ſind die in den Schachtſchie⸗ bende zwo Reihen Kunſtſtangen 71. Kunſtwinde 46. 197 Langer Stolle auf dem Haus⸗Herzberger Zuge Seite 25. Laſchen am Kunſtrade 40. Laubhuͤtter Stolle 26. Sein Mundloch„ 27. Iſt gedoppelt getrieben, einer oben, einer unten 27. Beyde ſind liegen gelaſſen 27. Lautenthaler Hoffnungsſtollen ſoll nach dem Hahnenkleer⸗und Bockswieſerzuge fortge⸗ trieben werden 28. Lautenthaler Flußwaſſer 89. Lautenberger Stolle 37. Lautenberger Flußwaſſer 94. Legeiſen uͤberldie Pfodeiſen 45. Leitung des Waſſers aus den Teichen und Graben in Gerinnen 97. Lichtloͤcher 3. Liedern die Kunſt was es ſey 54. wie es geſchicht 54. Liederung des Kolbens 5 3* Dazu iſt erſtlich Rind-oder Pfundleder darnach Fiſchleder gebrauchet F3. 54. Von andern Arten der Liederung wie ſol⸗ che zum leichtern Umgange und zur Er⸗ ſparung einiger Koſten vorgeſchlagen, iſt aber hier nicht angenommen von S. 54. bis ſ8. Lufrwechſel wo ſich derſelbe findet 1. -— zu befodern. 2. Magdeburger Stolle im Grunde 31. Mangel friſcher Luft oder Wetter bey dem Bergbau 1. Markſcheider waͤgen die Graben ab 94. maſchinen, welche die von der Lufft herruͤh⸗ rende Hinderniſſen aus dem Wege raͤumen 1- Maſchinen, welche die vom Waſſer herruͤh⸗ rende Hinderniſſen aus dem Wege raͤu⸗ men 20. Maſchine, die mit kleinen Quellen von ho⸗ hen Bergen das Waſſer aus den Gruben heben ſoll 1VI. Mlaſchine, zum Waſſerhub ohne Radſtube und Kunſtrad. 123. Maſchine, die gar kein Waſſerfall brauchen ſoll 124. Iſt nicht angenommen. 124. Maſchine, vermittelſt deren alle geringe von hohen Orten herkommende Waſſerfaͤlle zur Waſſerhebung aus den Gruben koͤn⸗ nen genutzet werden IFI. Ddd 2 Mediat liebt worden mundloch des dreyzeh 198 III. Regiſter zum erſten Theil. Schulthaler Stolle zur Altenau Schurtdamm bey Teichen Schwinge an der Kunſt, große und kleine 44. Segen Gotteſer Stolle zur Altenau mediar Windkuͤnſte zur Zuruͤckbringung des Waſſers ſind vom Hoffrath Leibnitz nicht gebauet, wie er vorgeſchlagen, 2 be⸗ . 108. en Lachter Stollens S. 32. 19. 80. 81. 32. 22. Siphonmaſchine iſt vorgeſchlagen, welche Des Frankenſcharner Stollens 23. die Waſſer ohne Kunſtrad ſoll heraütrin ul gen. worinn ihr Vortheil beſtehe 137. Nau⸗ Ar Teiche u bauen 38 Urtheil des Clausthaliſchen Bergamts von Neue Vorſchlaͤge des Hofrath Leibnitzes Neuer und tiefer Schatzkammerſtolle zur Al⸗ tenau deſſen Mundloch iſt und dick 8 Zoll, darunter w ſtehet Schulenberger Stolle Meunte beym Bergwerke von den Stollen Neunzehen Lachter Stolle 23. Rabenſtolle wenn er angefangen 1573. 25. Raſen zum Teichdamme, wie lang, breit Raſenhaupt der Teichdamme 78. Roͤhren, die weiteſte wird zum Obernſatz ge⸗ nommen, darauf werden an den unter⸗ werts folgenden Roöͤhren von der Weite * Zoll abgebrochen bis auf eine Goſſe von Zoll geſetzet, und ſo weiter bis auf 4 ½ Zoll als die kleineſte 78. Roͤhrholz fuͤr den St. Andreasberg 93. Sarz oder Pumpe einer Kunſt woraus er be⸗ 2. An einem in Sumpfe ſtehenden und beym Abſinken zu kurz werdenden Satze wird ein Kielſtuͤck zwiſchen die Thuͤrel⸗ und Schlungroͤhre von verſchiedener Laͤnge ein⸗ geſetzet Schaufeln am Kunſtrade 40. Schatzkammerſtollen zur Altenau 32. 166. derſelben 33. ſe noͤthig 137. waͤre in der Communion auf der Bockswie⸗ 137. 138. ſind wegen dieſer Maſchine 3 Deputirte 21. nach Schweden an den Herrn von Pol⸗ im Wildenmann an dem Fluſſe der Innerſt 24. derſelben bringet 61 Lachter Tieſe ein 24. 1 Noth Ausflucht am Teichen 84. ſe Maſchine hem geſandt, ſolche zu unterſuchen 138. Profilriſſe und Beſchreibung der Wirkung 138. 139. geaͤuſſerte Zweifel der Deputirten gegen die⸗ 140. derſelben ſchriftlicheFrage wegen derſelben 140 deſſen Mundloch 3 27. deſſen Durchſchlag mit dem Fuͤrſtenſtol⸗ Ralſfabe 15 ne nicht erfolge Beantwortung derſelben die Deputirten haben durch ein glaͤſernes mit Mercurio angefuͤlltes Modell gezeiget, daß 141. der verſprochene Effect der Siphonmaſchi⸗ 142. 143. Wirkung der Siphonmaſchine beruhet auf 78. die Wechſelsweiſe Verdickung und Ver⸗ befindlich iſt ird eine Goſſe von 9 ſ duͤnnung der Luft, die in einem Cylinder 144. deßwegen gemachte Experimente 144. 145. nochmahlige Vorſtellung der Abgeordneten und des Herrn von Polhems Antwort 146. darauf die Abgeordneten ohne Erlernung der Theorie zuruͤckgereiſet Schleiftrog in der Radſtube Schlungroͤhre an der Kunſt Schuh an den alten Kuͤnſten Societaͤt eine Saͤchſiſche hat vorgeſchlagen, die Waſſer aus den Gruben ohne Aufſchla⸗ gewaſſer zu bringen worinn der Vorſchlag beſtanden 146. 42. 72. 44. 116. 117. 58. Sperlutter ein Fluß, der vom St. Andreas⸗ Schleuſen im Harz ſind ausgeriſſen 94.. 31. Spindel eiſerne, Spindellatz berge nach dem Lauterberge zufließet 93. Sperrad und Vierpas an einer Kunſt an⸗ ſtatt des krummen Zapfens und Bleuels 51. d . 31 . Sl. 144. 33. pelche brin⸗ 136. 137. von 137. Swie⸗ 138. utirte Pob⸗ 138. kung 139. ndie⸗ 140. 1140 141. 3 wit daß ſchi⸗ 143. t auf Per⸗ lnder 144 14 neten wort 146. III. Regiſter zum erſten Theil. Spoͤtterſtolle Seite 34. Spundloch in dem unterſten Pumſtachel 73. Stanghaken am Kolben 53- Stangenkuͤnſte ſind in der erſten Zeit unbe⸗ kannt geweſen 3. ſind in Joachimsthal erfunden 36. Stege bey der Kunſt 44. Stollen was ſie ſind 20. woraus ſie beſtehen und wie ſie gebauetwer⸗ den 21. wieviel Fall denſelben zu geben verordnet 21. wird von dem Neunten enterbet 21. Stelzen ſind Wangeneiſen 44. Stecknagel welche durch die Kunſtſtangen ge⸗ hen 44. Stellen fuͤr die Bocke unter die Kunſt zu fin⸗ den 43. Striegel im Teiche 80. Striegel Gerinne und Striegel, wie es nach der alten Art angeleget 79. do. Stufenthalerzug dazu ſind 8 Teiche 88. Sumpf zur Kunſt 52. T belle des Waſſergewichts nach den ver⸗ ſchiedenen Diametern der Goßen an Zollen und den nach Zollen verſchiedenem Hube der Goßen 64 bis 69. derſelben Gebrauch 70. Teichbau in Sachſen und Boͤhmen 34. Teiche deren Zahl zum Clausthale 57. Namen derſelben auf dem Roſenhoͤfer und Burgſtetterzuge 87. zu den Clausthaliſchen Puchwerken 88. zum Zellerfeldiſchen Zuge— 88. Namen derer Teiche zum Stufenthaler Zuge 88. Namen derſelben zur Bockswieſe 89. zum Spiegelthale 89. zum Schulenberge 89. zum Zellerfelder Puchwerken 89. zum Lautenthaler Bergwerken 90. Altenauer Berg⸗Puch⸗ und Huͤttenwerk 2 1 32 2 90. 91. zum St. Andreasberger Bergwerke 91. 93. Teiche, derſelben Bau auf dem Harze 73. was dabey zu obſerviren 78. Alte, neue Art des Baues 78. 79. feq. I. Theil. ——— 199 dazu wird ein ſicherer Grund geſucht S. 78. alte Art 79. 81. neue Art 81. Teichwaͤrter wiſſen aus der Erfahrung, wie lange die Teiche Waſſer geben 84. Thuͤrel an der Kunſt 52. Thuͤrelroͤhre an der Kunſt 52. Tiefe Sachſenſtolle im Lautenthal 27. Tiefe Fuͤrſtenſtolle 34. Treckwerk Beſchreibung und Vorrichtung deſſelben 2. Uſache warum Leibnitzens Vorſchlag, das Waſſer durch Windmuͤhlen zu heben keinen beſſern Fortgang gehabt 108. Urtheil uͤber Leibnitzens Windmuͤhle 106. Veniil an der Kunſt 53. Veſtenbutgerſtolle 31. Vorpaß und Sperrad an einer Kunſt, an⸗ ſtatt eines krummen Zapſen und Bleuels F5I. Votſchlag die Grubenwaſſer mit einem In⸗ ſtrument ohne Kunſtrad und Aufſchlage⸗ waſſer heraus zu bringen 96. Beſchreibung des Inſtruments 96. 97. mehrere gethane dahinzielende Vorſchlaͤge 97 bis 101. Vorſchlag des Herrn von Leibnitz, die Waſ⸗ ſer mit Windmuͤhlen aus den Gruben zu heben und indeſſen die Teichwaſſer zu ſpa⸗ ren, worinn derſelbe eigentlich beſtanden . 1121 Vorſchlag Leibnitzens eine Bohrmuͤhle an die Windmuͤhlenkunſt zu hangen 107. Vorſchlag eines Catholiſchen Prieſters, die Waſſer aus den Gruben ohne Aufſchlage waſſer zu bringen 1 1e. Gleicher Vorſchlag von einer Societaͤt 116. 117. Vorſchlag das Grubenwaſſer mit Menſchen⸗ haͤnden auszubringen und weite hoͤlzerne Saͤtze einzufuͤhren 117. Vorſchlag einer Siphonsmaſchine 136. Vorſchlag einer Maſchine, das Waſſer ohne Feuer, Luft und Auſſchlage⸗Waſſer zu heben 147. Eee Vor⸗ ———— — 1 „ 8 f n teahe 163: 4 200 III. Regiſter zum erſten Theil. Vorſchlag ein Kunſtrad zu mehrerer Waſ⸗ ſerhebuͤng mit einem Plano inclinato an⸗ ſtatt des krummen Zapfens zu bauen 10. Vorſchlag eine Kunſt anſtatt des krummen Zapfens mit vorgelegtem Zeuge zu bauen 150. Vorſchlag eines Schoͤpfwerks und Bedenken dagegen 150. 171. 172. Watze bey der Kunſt 44- Wangeiſen an den großen und kleinen Schwin⸗ gen 44 Warze an dem krummen Zapfen 42. Waſferlauf vor dem Andreasberge 93- Waſſerleitunge koſtbare, auf dem Clausthal, wodurch dem Waſſermangel abgeholfen worden 154. Waſſerſack am Kunſtrade 40. 41. Waſſertrommel thut gute Dienſte 9. Wechſelboͤcke 43- Wechſel bey den Halbgerinnen 95. Weglaſſung des krummen Zapfens und Bleuels bey einer Kunſt 71. Wegziehung der ſtehenden Luft oder boͤſen Wetter 7. Wehrboͤcke 47. Weite der unter einander ſtehenden Roͤhren iſt verſchieden 78⸗ Weite der Unterſetzroͤhren gegen die Goſſe, Urſache derſelben 60. Werttermaſchine(Bartels) 13. 14. Wiederkehrende Getriebe anſtatt eines krum⸗ men Zapfens an die Kunſtwelle zu ordnen ſind vorgeſchlagen 109. Wildemann deſſen Flußwaſſer 89. Windkugel mit einem krummen Schnabel 8. Angemerkte wenige Druckſehler im I. Theil, welche der reſpective Leſer guͤtig corrigiren wird. Seite 3. Lin. 10. an ſtatt Letten leſet Lutten. S. 38.§. 4. Lin. ⸗²2 und 3. anſtatt Saugplompen, Pumpen und Kunſtſätze. Windmuͤhlen, damit ſollen die Waſſer aus den Gruben gehoben werden 101. Dagegen gemachte Difficultaͤten 102. dieſe ſind mit dem Vorſchlag vom Herzoge an das Clausthaliſche Bergamt geſandt 103. Deswegen ergangene Commißion und Re⸗ ſolution 10ſ. die Windkunſt hat nach eingefuͤgten krum⸗ men Zapfen ihre Wirkung gethan, der Sturmwind hat aber ſolche ſehr beſchaͤdi⸗ get 107. bey dem Umgange der Windkunſt haben ſich vom Bergamte committirte muͤſſen an⸗ finden, und mit des Hofraths Leuten auf alles muͤſſen Acht geben, und dabey ein Tagebuch halten 107. Windkunſt hat uͤberhaupt gezeiget, daß man damit die Waſſer heben koͤnne 108. mit derem Bau iſt inne gehalten, und die ganze Maſchine abgebrochen 108. Winkelarme 47. Wirkung der zu Koͤnigsberg in Ungarn ge⸗ baueten Feuermaſchine zum Waſſerhub 119. Wirkung der Siphonsmaſchine 144. Wunderbarlicher Heinzenſtolle 25. Zapfen im Teichgerinne 80. Fapfen oder Striegelhaus, leget bey der alten Art Teiche zu bauen im Teiche 80. Zapfenklotz Zapfenloch im Teiche 4² Zellerfeld hat an ſich kein Flußwaſſer 88. Zugſtange am Kolben 53. Zweybohrigte hoͤlzerne Roͤhre wie weit 72. S. 46 am NRande an ſtatt Tab. III. Tab. XIII. Fig. II. 1 Fr 2a Tſroe — ☛☚ᷣ 1111 11 12 . 221q 3 7 772 6 I. L eueee 4 uu. Manddadarrann Mnn 1 A B EEmEREiiiiii K 5— 8 74 8 8 5— S— 2 3 —.——— 3 —* 8— 24 5 3 3— .. . 8 8 —* 8 4— — 4 3 „ „ 3„ * „. . 4. . 4 3 5. 3 3 . 2 5 8 —— 2——.—— ——————— 8*————— 4 3 ₰ / . . 2 3 .. 8 4 dDee D 2. I. Jheil. 5 3 — 8=. 5. 4 1“—— 8“ 6 5 8—— 8— 1 8 —— 3 8 E 8 3 2 5—— 8*———.— 1— 8 8 3 3 8— 8— — 3 8 8 — 2. 8„ 3 3 „. 3. 2. 8 „ 1 5. . 3 1 2 8 ———ͤͤͤͤ 2———y——. 8 «. 4 · 2 . „ 2 24 1 2 4 NRNᷣᷣœ́œ, a a ſ iinaſniiiinn iiſiniit liſii 1 inrinie itiiii,ſiinjiiatenni ſiiinm 8— fe Doferen legen auf dem koln 236. Lackton Lrr vonr Orte das Set getrr 24 and Snnan Anunrniniinn iminiſiiſnſinniniſſnnnnnnnnunin ——— f /———õÿ nnnnninnniunnninnnnalld Äinniiiſiiſſinſiniunünuunuüeee nannnnunannannnanauunnnnnnarunnnnnunni nnnnnnnn n Reencnn EEEEEn 5 5 1” S ſähe ſiſſnii ſini 1 2* LIII 1— 1—2 N 2 21 ᷣ * — — N 3. 2 A 7 — 2 4 3 EEEEx EuE eeeneet ci un annnn eet ie ieennn ennnnnnlllne Kaielen, ee7. 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