8 6 7 h ara Huu daeb. 5 r, o 2,,— e A 4„ h 5 1A, o n 21,3,4 u88010 1og- Nu b ackerbauſyſtem 4 Neues ohne Sunger, Pflug und Brache. Erfunden Alerander Beatſon, Koͤniglich Großbritanniſchen Generalmajor und von ihm ſchon ſeit einer Reihe von Jahren mit großem Vortheil auf ſeinem Landgute Knowle in der Grafſchaft Suſſer angewendet. Ins Deutſche uͤberſetzt und mit Anmerkungen verſehen 1 von Guſtav Heinrich Haumann, Pfarrer zu Großkoͤrner. Nebſt 3 Kupfertafeln. Ilmenau, 1828. Druck und Verlag von Bernh. Fr. Voigt. ——— d 4 4 · 8⁴ 3 4 Pruͤfet Alles, das Gute behaltet. t 86 Vorwort. Der Verfaſſer gegenwaͤrtiger Schrift, ein angeſehener Englaͤnder, der mit gruͤndlichen theoretiſchen Kenntniſſen in der Landwirth⸗ ſchaft einen reichen Schatz praktiſcher Erfah⸗ rungen verknuͤpft, hat ſchon ſeit zwanzig Jah⸗ ren darauf hingearbeitet ein Mittel aufzufin⸗ den, wie man in England dahin gelangen koͤnnte, auf eigenem Boden hinlaͤngliche Brod⸗ fruͤchte fuͤr die ganze Nation zu erbauen, und dieſelben zugleich auf wohlfeilerem Wege zu erzeugen, ſo daß ſich die ungeheueren Preiſe, welche dieſe Fruͤchte gewoͤhnlich in England haben, ohne Schaden, ja ſogar mit Vortheil der Guͤterbeſitzer und Landwirthe bedeutend vermindern koͤnnten. Sein Aufenthalt als Gouverneur in Oſtindien und auf St. Helena leitete ihn zu Anſichten der Bodenkultur, von denen man in Europa gewoͤhnlich nicht aus⸗ zugehen pflegt. Bei ſeiner Ruͤckkehr nach England machte er die Anwendung von ſei⸗ nen in fernen Landen geſammelten Einſichten und Erfahrungen und ſtellte auf ſeinem Land⸗ gute Knowlein der Grafſchaft Suſſer eine große Menge vergleichender Verſuche an. So erfand er das neue Ackerbauſyſtem, welches er auf dem genannten Gute ſeit einer Reihe von Jahren einfuͤhrte und mit glaͤnzendem Erfolge und großem Nutzen anwendete, und nunmehr, nachdem es ſich im Großen bewaͤhrt hat, durch gegenwaͤrtige Schrift zur allgemei⸗ nen Kenntniß bringt.— ——= IV Da dieſe Schrift in ihrer urſpruͤnglichen Geſtalt Vieles enthaͤlt, was nur auf Eng⸗ land Bezug hat, wohin vorzuͤglich eine Menge eingewebter ſtatiſtiſcher Notizen und ſtaats⸗ wirthſchaftlicher Betrachtungen zu rechnen ſind, ſo glaubte der Ueberſetzer dieſe dem deut⸗ ſchen Landwirthe unbrauchbaren Zuſaͤtze fuͤglich uͤbergehen zu koͤnnen, und gab alſo nur dasje⸗ nige, wovon er meinte, daß es auch in Deutſch⸗ land Beachtung verdiente und dem deutſchen Landwirthe nuͤtzlich werden koͤnnte. Dagegen hat er in Anmerkungen Dies und Jenes beige⸗ fuͤgt, wovon er glaubte, daß es der Urſchrift zur Erlaͤuterung dienen und dem deutſchen Landwirthe zur Betrachtung und Beachtung mancher fuͤr ihn hoͤchſt wichtiger Gegenſtaͤnde Veranlaſſung geben koͤnnte. Der Titel der Urſchrift lautet eigentlich: „Neues Ackerbauſyſtem ohne Miſt, Kalk und Brache“. Kalk wurde naͤmlich bisher in England fuͤr ein unumgaͤnglich noth⸗ wendiges Duͤngmittel, beſonders beim Wei⸗ zenbau, gehalten. Da nun dieſes in Deutſch⸗ land nicht der Fall iſt, der Verfaſſer aber bei der Bearbeitung des Bodens nach ſeinem neuen Syſteme ſich des Pfluges faſt gar nicht mehr bedient, ſo hat ſich der Ueberſetzer erlaubt, das im Titel befindliche Wort Kalk in Pflug zu verwandeln. Koͤrner im Mai 1828. Der Ueberſetzer. Einleitung. .L··— Man hat oͤfters bedauert, daß die Geſetzgebung dem Ackerbaue keine thaͤtigere Aufmerkſamkeit ge⸗ ſchenkt hat, da doch dieſe Kunſt ſtets als eine der wichtigſten und nothwendigſten, als die ſicherſte Grund⸗ lage des Staatsreichthums und des Nationglwohl⸗ ſtandes betrachtet worden iſt, ohne welche kein Volk in bluͤhenden Zuſtand kommen, ja nicht einmal be⸗ ſtehen kann*). *) Wenn dieſe Aeußerung des Verfaſſers auf irgend ein Land paßt, ſo iſt es gewiß unſer deutſches Vaterland. Es iſt nicht dem mindeſten Zweifel unterworfen, daß der Acker⸗ bau fuͤr Deutſchland nicht nur die Hauptquelle, ſondern die einzig moͤgliche Quelle des Staatsreichthums und des Na⸗ tionalwohlſtandes iſt; und dennoch richtet man ſein Augen⸗ merk nicht gehoͤrig auf ihn.— Man ſieht, wie von Tage zu Tage der Ackerbau treibende Stand in ſeinen Verms⸗ gensumſtanden zuruͤck kommt und immer tiefer und tiefer in's Verderben ſtuͤrzt, und wie dadurch der Nationalwohlſtand und der Staatsreichthum ſinkt, und mit Rieſenſchritten Ab⸗ ſchied nimmt; aber nirgends iſt man auf Rettung und Huͤlfe bedacht, oder ſchlaͤgt doch wenigſtens nicht den richtigen Weg zur Huͤlfe und Rettung ein.— Welches dieſer Weg ſey, haben ſchon Andere und auch der Ueberſetzer ſchon fruͤ⸗ her in einem eigenen Werkchen uͤber Deutſchlands Noth deutlich und klar dargethan, und er wiederholt es hier noch⸗ mals, daß dem Wohlſtande Deutſchlands nur durch Auf⸗ huͤlfe des Ackerbau treibenden Standes, und dieſem nur durch Beſchraͤnkung und theilweiſe völlige Abſtellung des ſo unge⸗ heuren Verbrauches fremder Producte und fremder Fabri⸗ kate aufgeholfen werden kann. Dieſer Verbrauch iſt der tödtliche Wurm der an Deutſchlands Mark und Eingewei⸗ den nagt; und wird ihm nicht Einhalt gethan, ſo kann ſich Deutſchlands Nationalwohlſtand ohnmoͤglich je wieder heben. Wuͤrde ihm aber kraͤftig Einhalt gethan, und zugleich der 1 Die Fortſchritte dieſer Kunſt ſind ſehr langſam geweſen und ſie iſt noch ſehr weit von ihrer Voll⸗ kommenheit entfernt*). Dieß hat offenbar ſeinen Grund in den Irrthuͤmern und falſchen Anſichten, die ſich ſeit mehreren Jahrhunderten von Geſchlecht auf Geſchlecht fortgepflanzt haben, und zur Zeit noch tief eingewurzelt ſind. Wenn man dieſe Irrthuͤmer haͤtte vernichten und dem Uebel, das ſie erzeugten, durch paſſende Mittel vorbeugen koͤnnen, wenn man die Paͤch⸗ ter**) haͤtte auf die Bahn, welche zur Vervoll⸗ kommnung jener Kunſt fuͤhrt, leiten koͤnnen; ſo wuͤrde England viel bluͤhender geworden ſeyn, und von den Umſtaͤnden, und unvermeidbaren Ereigniſſen, wel⸗ che den nachtheiligſten Einfluß auf ſeinen Ackerbau aͤußerten, wenig gelitten haben*†*†*9). Handel im Innern von ſeinen hemmenden Feſſeln befreit, ſo wuͤrde ſich die inlaͤndiſche Induſtrie in kurzer Zeit zu ei⸗ nem kaum geahndeten Gipfel der Vollkommenheit erheben, der Ackerbau und alle Gewerbe wuͤrden aufbluͤhen, Handel und Wandel wuͤrden ein neues reges Leben gewinnen, und Deutſchlands Wohlſtand und Nationalreichthum wie durch einen Zauberſchlag hergeſtellt ſeyn. *) Es muß befremden, dieſe Aeußerungen aus dem Munde el⸗ nes Englaͤnders zu vernehmen, denn man iſt gewoͤhnlich der Meinung, daß der Ackerbau in England den hoͤchſtmög⸗ lichſten Grad der Vollkommenheit erreicht habe. Allein aus dem Folgenden wird ſattſam erhellen, wie wahr und richtig dieſe Bemerkung des Verfaſſers iſt. **) Fuͤr diejenigen, welche mit Englands landwirthſchaftlicher Verfaſſung nicht naͤher bekannt ſeyn ſollten, bemerke ich, daß der Grund und Boden, gewoͤhnlich das Eigenthum der Vornehmern und Reichern, in groͤßere und kleinere Guͤter getheilt iſt, welche nur aͤußerſt ſelten von den Beſitzern ſelbſt bewirthſchaftet werden. Meiſtentheils ſind dieſe Guͤter auf Zeitpacht an Perſonen ausgethan, welche nicht ſelbſt Grund⸗ eigenthum beſitzen, und unter dem Namen der Pächter (Farmers) eine eigene Klaſſe der Staatsbuͤrger bilden. ***) Der Verfaſſer meint hier vornehmlich die ſo beträcht⸗ liche Einfuhr des ausländiſchen Getreides von dem Jahre 1815, wo die auf Deutſchland ſo nachtheilig wirkende Kornbill durchging, und durch ihre ſo kluͤglich berechneten Vorſchriften die engliſchen Maͤrkte dem fremden Getreide in Kurzem gaͤnzlich ſperrte. ——— 3 Die Lage der Landwirthe verdient die ernſthaf⸗ teſte Aufmerkſamkeit*). Ihre jetzige Noth wird ge⸗ woͤhnlich abgeleitet: von den ungeheuern Auflagen, welche auf der Nation laſten, von den zu hohen Pachtgeldern, von dem Umlaufe einer zu großen Menge Papiergeldes, von dem ſchnellen Uebergange vom Kriege in die tiefe Friedensruh.— Unabhaͤn⸗ gig von dieſen Urſachen aber, wird man ſehen, daß die verderblichſte und unheilbringendſte das ungeheure Sinken des Preiſes aller wirthſchaftlichen Erzeugniſſe iſt. Dieſes Sinken druͤckt die Landwirthe viel mehr nieder, als alle andere nachtheilige Urſachen**¼). Im Jahr 17953 beliefen ſich die Abgaben Englands auf 16 Millionen Pfund Sterling***)(100,000,000 Rthlr.); im Jahr 1804 auf 34 Millionen Pf. St. (212,500,000 Rthlr.); im Jahr 1814 auf 60 Mil⸗ lionen Pf. St.(375,000,000 Rthlr.).— Im Jahr 1793 koſtete der Quarter*†½†ε*£) Weizen 48 Schilling(15 Rthlr.); im Jahr 1804 83 Schilling(25 Rthlr. 22 Gr. 6 Pf.) im Jahr 1814 101 Schilling(29 Rthlr. 11 Gr. 6 Pf.). *) Ein aͤußerſt wahres Wort, vornehmlich auch in Beziehung auf unſer Vaterland. **) Auch fuͤr Deutſchland wahr. Woher aber jenes enorme Sinken der Preiſe? Antwort: In Deutſchland von der ungeheuern Einfuhr fremder Producte und Waaren, die be⸗ wirkt, daß unſere Producte keinen Abſatz finden und die un⸗ geheuerſten Summen baaren Geldes aus dem Lande zieht.— In England von der Maſchinenwuth, die Millionen Men⸗ ſchen verdienſtlos und Millionen Pferde entbehrlich macht. *) Das Pfund Sterling hat 20 Schilling und wird gewoͤhn⸗ lich zu 6 † Rthlr. conventionsmäßig gerechnet, der runden Zahlen wegen haben wir das Pf. St. immer zu 6 ¼4 Rthlr., den Schilling zu 7 ½ Gr. berechnet.— **) Quarter, Viertel, naͤmlich von dem Tun oder der Tonne. Der Quarter haͤlt etwa 4 ½ Berliner Scheffel, er wird in 8 Buſhel oder Scheffel eingetheilt. Haͤufig berechnet man ihn jetzt nach dem Gewicht, wo man den Quarter Weizen zu 400 Pfund annimmt,„ 4 1 4 Nimmt man nun an, daß eine Volksmenge von zehn Millionen Menſchen, auch zehn Millionen Quar⸗ ter auf Englands Grund und Boden erzeugten Wei⸗ zen verzehrt habe, ſo hat ſie nur fuͤr dieſen Weizen bezahlt 24 Millionen Pfund(150,000,000 Rthlr.) im Jahr 1793; 41 Mill. 500,000 Pfund(259,375,000 Rthlr.) im Jahr 1804; und 50 Mill. 500,000 Pfund(315,625,000 Rthlr.) im Jahr 1814; wor⸗ aus ſich ergibt, daß dieſelbe Strecke Landes, welche im Jahr 1793 24 Millionen Pf. St. abwarf, im Jahr 1814 50 Mill. 500,000,000 Pfund einbrach⸗ te. Der Unterſchied betraͤgt 26 Millionen 500,000 Pfund(165,725,000 Rthlr.), und mag man es nun betrachten, aus welchem Geſichtspunkte man nur im⸗ mer will, ſo iſt dieß offenbar eine erhoͤhete Abgabe, welche die verzehrende Claſſe an die Eigenthuͤmer und Paͤchter bezahlt hat*). Da indeſſen auch der Preis der Gerſte von 28 Schilling(8 Rthlr. 18 Gr.) ²) Daß die verzehrende Claſſe, die Richtigkeit der Vorausſez⸗ zungen angenommen, dieſe Summe fuͤr ihr Beduͤrfniß an Weizen mehr bezahlt habe, unterliegt keinem Zweifel. Aber eine andere Frage iſt es, ob der im Jahr 1814 verzehrte Weizen auch wirklich auf einer gleich großen Flaͤche gewach⸗ ſen ſey, wie der im Jahr 1793 verbrauchte? Waͤre es z. B. der Fall, daß die Ernte im Jahr 1814 nur die Hälfte ſo reichlich ausgefallen waͤre, als die im Jahr 1793, ſo iſt es ja offenbar, daß von der ſo bedeutend groͤßern Summe den Landwirthen faſt gar nichts zu gut gekommen iſt. Dazu kommt noch, daß England in den drei auf einander folgen⸗ den Jahren 1810, 11 und 12 Mißernten hatte, wo die Land⸗ wirthe ihren Weizen unter dem Erzeugungswerthe verkau⸗ fen mußten. Und bedenken wir noch, daß vom Jahr 1793 bis zum Jahr 1814 die Abgaben der Landwirthe ſich weit uͤber das Doppelte vermehrt hatten, daß der Arbeitslohn ſehr beträchtlich geſtiegen und der Preis aller Bedurfniſſe wenigſtens auf das Dreifache emporgegangen war, ſo wer⸗ den wir leicht einſehen, daß von der fuͤr die Wirthſchafts⸗ erzeugniſſe mehr bezahlten Summe den Landwirthen wenig zu gut kam, und daß ſie zwar immer eine Mehrausgabe fuͤr Lebensbeduͤrfniſſe bleibt, aber keineswegs als eine erhoͤhete Abgabe an die Landwirthe betrachtet werden kann. auf 50 Schill.(15 Rthlr. 15. Gr.), und der des Hafers von 19 Schill.(5 Rthlr. 17 Gr. 6 Pf.) auf 33 Schill.(10 Rthlr. 17 Gr. 6 Pf.) geſtie⸗ gen iſt, und alle andern Wirthſchaftserzeugniſſe in gleichem Verhaͤltniſſe theurer geworden ſind, ſo fuͤrch⸗ ten wir nicht etwas Uebertriebenes zu ſagen, wenn wir behaupten, daß die im Jahr 1814 verzehrten landwirthſchaftlichen Erzeugniſſe mit 35 Mill. Pf. (218,750,000 Rthlr.) theurer bezahlt worden ſind, als im Jahr 1793. Rechnen wir nun hierzu noch 44 Mill. Pfund erhoͤhete Abgaben an den Staat, ſo ergibt ſich, daß das Volk im Jahr 1814 neun und ſiebenzig Millionen Pfund Sterling (498,750,000 Rthlr.) mehr bezahlt hat als im Jahr 1793*). Zwar werden die hinzugekommenen Auflagen meiſtentheils von den hoͤheren Staͤnden getragen, aber der Aufſchlag von 26 Mill. Pfund Sterling auf den Weizen mußte, wenn ſchon gleichmaͤßig vertheilt, die arbeitende Claſſe furchtbar druͤcken**). Man wuͤrde leicht darthun koͤnnen, daß ein armer Arbeiter mit Frau und zwei Kindern blos auf dieſen Gegen⸗ ſtand vierzig bis ſechszig Procent von ſeinem jaͤhr⸗ lichen Verdienſte verwenden mußte, waͤhrend der In⸗ haber eines jaͤhrlichen Einkommens von 2400 Pfund Sterling, mit einem Haushalte von zwanzig Perſo⸗ nen, indem er nur zwanzig Quarter Weizen verzehrt, im Jahr 1793 nur den funfzigſten und im Jahr 1814 nur den vier und zwanzigſten Theil ſeines Ein⸗ kommens, oder im erſten Jahr nur zwei, im letz⸗ *) Wovon indeſſen die Landwirthe, theils direct, theils indi⸗ rect ihren verhaͤltnißmaͤßigen Antheil ſo gut wie andere Staatsbuͤrger trugen. **½) In England wird nur wenig Roggen gebaut, und man bedient ſich gewoͤhnlich des Weizens als Brotfrucht. 6 tern wenig uͤber vier Procent auf dieſes Beduͤrf⸗ niß verwendete. Man ſieht demnach, wie aͤußerſt wichtig und nothwendig es fuͤr das Gluͤck der arbei⸗ tenden Claſſe iſt, daß ihn der vornehmſte Gegenſtand ihrer Nahrung, der Weizen um den moͤglichſt billi⸗ gen Preis geſchafft werde*). Im Jahr 1815 wurde in der Kammer der Gemeinen bewieſen, daß, wenn der Preis des Weizens fiel, auch die Preiſe aller andern Dinge verhaͤltnißmaͤßig ſinken wuͤrden. Der wahre Grund der jetzigen Noth muß alſo dem ganz unnatuͤrlichen Werthe beigemeſſen werden, zu welchem ſich der Grund und Boden waͤhrend der⸗ langen Kriegszeit erhoben hat, und der durch die außerordentliche Nachfrage nach Brotfruͤchten erzeugt wurde, deren Preis noch durch die Mißernten der Jahre 1800, 1801, 1810, 1811 und 1812 ver⸗ mehr wurde. Alle dieſe Umſtaͤnde haben vereint den *) Bei uns in Deutſchland hat dieß Alles eine etwas andere Geſtalt, die arbeitende Klaſſe, von welcher der Verfaſſer hier ſpricht, ſind die Arbeiter in den Fabriken und Manu⸗ fakturen, welche leicht den dritten Theil der Bevölkerung Englands ausmachen moͤgen. Dieſe erhalten ihren kargen Wochenlohn, welchen die Fabrikherrn uͤberdem, ſo oft ſich nur eine Gelegenheit dazu darbietet, ſchmaͤlern oder verrin⸗ gern. Bei uns dagegen empfängt der groͤßte Theil der ar⸗ beitenden Klaſſe ſeinen Lohn in Kornfruͤchten. Dieſem ſind alſo niedrige Preiſe offenbar nachtheiliger als hohe; ein anderer Theil, die Handwerker und Gewerbe treibenden auf dem Lande und in den Städten, ſetzen ihre Waaren und Manufacturen groͤßtentheils an den Landwirth ab, und ſo koͤnnen auch ſie nur einen guten Abſatz und gehoͤrigen Ver⸗ dienſt haben, wenn der Landwirth ſich in gutem Stande be⸗ findet, doch bei gehoͤrig hohen Fruchtpreiſen. Der dritte Theil endlich, und zwar der kleinſte, die Arbeiter in den Fa⸗ briken, iſt am meiſten mit der arbeitenden Klaſſe in Eng⸗ land zu vergleichen; aber auch dieſen geht es bei hohen Ge⸗ treidepreiſen nicht ſo ſchlimm, indem auch in den Fabriken bei ordentlichen Fruchtpreiſen weit mehr Thaͤtigkeit herrſcht, und dieſe Arbeiter alſo auch einen weit beſſern Verdienſt haben, als bei niedrigen Getreidepreiſen. 5 7 Preis des Quarters Weizen von 48 Schilling auf 101 Schilling empor getrieben*). der Eine große Menge Guͤter ſind nach Maßgabe hoͤchſten Preiſe verkauft oder verpachtet worden. Jetzt, da die Kornpreiſe geſunken ſind, die Pacht⸗ preiſe aber bleiben, iſt es nicht zu verwundern, daß ſich die Lage der Landwirthe ſehr verſchlechtert hat, und es iſt offenbar, daß ihre Noth um ſo druͤcken⸗ der werden muß, je mehr die Getreidepreiſe fallen werden**†), wenn es nicht gelingt, durch neue Land⸗ 2) Sonderbar! in England ſucht man den Grund der herrſchenden Noth in dem zu hohen Preiſe der Fruͤchte und des Bodens, und in Deutſchland liegt er in dem zu niedrigen Preiſe beider. Wollte England ſeine Märkte unſern Kornfruͤchten oͤffnen, ſo wuͤrde ſich das zu Viel und zu Wenig ausgleichen.— Doch gruͤndlich und fuͤr immer waͤre dadurch unſerer Noth doch nicht abgeholfen, das kann nur dadurch geſchehen, daß Deutſchland ſelbſtſtaͤndig auftritt, und, da es wirklich keiner fremden Produkte bedarf, den heldenmuͤthigen Entſchluß faßt, ſie auch nicht zu brauchen. Die deutſche Gutmuͤthig⸗ keit zeigt ſich hier wirklich auf eine hoͤchſt belachenswerthe Weiſe, indem ſie den Ausländern allen Quark fuͤr blankes Geld abkauft, und das oft weit beſſere Inlaͤndiſche verach⸗ tet und hintanſetzt. Wenn eine deutſche Waare guten Abſatz finden ſoll, muß ihr der Verkäufer den Beinamen engliſch oder franzoſiſch geben. ) Alſo Noth durch die hoyen Fruchtpreiſe und auch Noth durch die niedrigen Fruchtpreiſe.— Da iſt England wirk⸗ lich ſchlimmer daran als Deutſchland, zumal da wir ver⸗ nehmen, wie die Noth der arbeitenden Klaſſe trotz dem Sin⸗ ken der Getreidepreiſe immer noch in ihrer furchtbaren Groͤße fortbeſteht.— Die verehrten Leſer werden mir zu gut hal⸗ ten, wenn ich ihnen meine Meinung uͤber dieſen Gegenſtand hier in kurzen und duͤrren Worten vorlege: England iſt es, welches durch das ſeit einem halben Jahrhundert angenom⸗ mene, ſich immer mehr und mehr entwickelnde, ganz ver⸗ kehrte Syſtem ſich ſelbſt und alle andern Voͤlker Europa's⸗ die ſich nicht ſelbſtſtändig ſeinem Einfluſſe zu entziehen wiſ⸗ ſen, ins Ungluͤck und Verderben ſtuͤrzt. England will eine rein aus fuͤhrende Nation ſeyn, d. h. alle andern Voͤlker ſollen ſeine Produkte und Fabrikate kaufen, es ſelbſt aber will von keinem andern Volke weder Produkte noch Waaren entgegennehmen. Die hoͤhern Staͤnde, d. h. die Reiche⸗ ren(denn in England begruͤndet nur Reichthum den Stand) beſitzen faſt alles Grundeigenthum und die meiſten Fabriken, zugleich ſind ſie es aber auch, welche den entſcheidendſten 8 wirthſchaftseinrichtungen die Uebel zu beſeitigen, uͤber welche die Landwirthe jetzt ſo gerechte Urſache haben, ſich zu beklagen. Der Verfaſſer dieſes Werkchens hat ſich be⸗ muͤht, darzuthun, daß eine ſolche Einrichtung der Landwirthſchaft moͤglich iſt, und daß ſie ohne Schwie⸗ rigkeit, blos durch einige Abaͤnderungen in der Be⸗ handlungsweiſe des Bodens und durch ernſte Sparſam⸗ keit bei dem Ackerbau, ins Werk geſetzt werden kann. Laͤnger als zwoͤlf Jahre hat er ſchon ſeine ganze Aufmerkſamkeit und Thaͤtigkeit auf die wichtigſten Zweige der Landwirthſchaft gerichtet. Das Reſultat ſeiner praktiſchen Unterſuchungen wurde vor einiger Einfluß auf die Staatseinrichtungen und Geſetze haben, und dieſe nach ihrem Wunſch und Vortheile formen und bil⸗ den. Alles wird nur darauf angelegt, ihre unerſaͤttliche Beutel u fuͤllen. Die Waaren ihrer Fabriken uͤberſchwemmen alle aͤnder der bewohnten Erde; durch ihr Maſchinenweſen, das ihnen auch bei dem niedrigſten Preiſe der Fabrikate, doch noch ungeheure Procente abwirft, ſind ſie im Stande alle Waaren um einen Spottpreis abzulaſſen, ſo daß die Fabri⸗ ken anderer Laͤnder nicht neben ihnen aufkommen koͤnnen, und wenn ſie ſchon beſtehen, zu Grunde gehen muͤſſen. Was ſie aber von dem auf dieſe Weiſe aus allen Laͤndern Zuſam⸗ mengeſchleppten an die arbeitende Klaſſe, das heißt an ihre Fabrikſclaven fuͤr Arbeitslohn abgeben, auch das entgeht ihnen nicht. Durch die Kornbill iſt herrlich dafuͤr geſorgt. Dieſes mit dem feinſten Speculationsgeiſte ausgekluͤgelte Geſetz verhuͤtet wohl weislich, daß die landwirthſchaftlichen Erzeugniſſe nie zu tief ſinken, und daß ſich z. B. die Haupt⸗ brotfrucht der Englaͤnder, der Weizen, immer zwiſchen 4 und 5 Rthlr. der Berliner Scheffel halten muß. So gibt der Fabrikarbeiter den groͤßten Theil ſeines Verdienſtes wieder fuͤr Brot aus, er fließt in die Hände der Paͤchter, und aus dieſen wieder durch ungeheuere Pachtſummen in die unerſaͤttlichen Beutel der Großen. Hier, und nirgends anders, liegt der Grund von Englands Noth und von der Noth aller Voͤlker, die ſich gutmuͤthig dazu hergeben, die Abnehmer und Conſumenten der engliſchen Schiffs⸗ und Maſchineninduſtrie zu ſeyn. Noͤchten wir doch endlich er⸗ kennen, welche Thorheit es iſt, durch unſern ſauern Schweiß die Beutel der inſulaniſchen Großprahler zu ſpicken, die ohne den ſteten Zufluß unſers Geldes viel ärmer und duͤrf⸗ tiger ſeyn wuͤrden, als wir es find. 9. Zeit der Landbaukammer vorgelegt, welche einen Be⸗ richt uͤber ſein Verfahren beim Ackerbau wuͤnſchte. Waͤhrend der Ausarbeitung dieſes Berichtes aber er⸗ kannte er, daß eine nackte Darſtellung der Thatſa⸗ chen und des mechaniſchen Verfahrens ohne Entwik⸗ kelung der Grundſaͤtze, auf welchen ſie beruhen, und der Anwendung, welche man von denſelben machen kann, wenig frommen und fruchten wuͤrde. Ueber⸗ dem aber hatte ihn auch die Erfahrung belehrt, daß die Bekanntmachung der Mittheilungen und Berichte an die Landbaukammer in ſehr enge Grenzen einge⸗ ſchloſſen bleibt. Je weiter er nun in ſeiner Arbeit vorſchritt, deſto mehr wurde er gewahr, daß ſein Gegenſtand immer wichtiger wurde, er entſchloß ſich demnach ſeinen Plan zu aͤndern, und die Fruͤchte ſeiner Unterſuchungen und Erfahrungen dem oͤffent⸗ lichen Urtheile vorzulegen, uͤberzeugt, daß unter den Gegenſtaͤnden, welche den Grund dieſer Abhandlung ausmachen, einige die allgemeine Aufmerkſamkeit auf ſich zu ziehen wuͤrdig ſind, zu den Fortſchritten des Ackerbaues beitragen koͤnnen, und von allgemeinem Intereſſe fuͤr das Volk ſeyn werden. Indem er da⸗ her das der Landbaukammer gegebene Verſprechen erfuͤllt, hat er zugleich das Vergnuͤgen als guter Buͤrger eine Schuld gegen ſein Vaterland abzutra⸗ gen, dadurch, daß er nach Kraͤften zur Vefuͤrderung des allgemeinen Wohlſtandes mitwirkt. Man lieſt in dem unterm 11. Mai 1813 ge⸗ druckten Berichte des mit der Unterſuchung uͤber den Getreidehandel in den vereinten Koͤnigreichen beauf⸗ tragten Ausſchuſſes der Kammer der Gemeinen: daß die zur Zeit in Großbritannien als Ackerboden be⸗ nutzt werdenden Laͤndereien weit tragbarer zu machen ſeyen, und daß ſie, außer dem, was ſie jetzt ſchon an Getreide liefern, jaͤhrlich noch eine hinlaͤngliche 10 Maſſe liefern koͤnnten, um der Einfuhr des Getrei⸗ des aus fremden Laͤndern gaͤnzlich uͤberhoben zu ſeyn*). Aus dieſer ſehr umfaſſenden und ins Einzelne eingehenden Unterſuchung zeigt ſich, daß durch die Verbreitung eines vollkommneren Ackerbauſyſtemes, der zur Zeit als Ackerland benutzte Boden Englands genug Getreide zur Ernaͤhrung ſeiner ganzen Bevoͤl⸗ kerung liefern kann. Es ſcheint mir indeſſen, daß man keine Maßregeln ergriffen habe, um in Folge dieſer ſo aͤußerſt wichtigen Entdeckung ein Ackerbau⸗ ſyſtem bekannt zu machen und allgemein zu verbrei⸗ ten, welches ſo heilſame Wirkungen hervorbringen koͤnnte. Der ſich ſelbſt uͤberlaſſene Landbauer, bleibt demnach bei ſeiner alten koſtſpieligen Verfahrungs⸗ art, die groͤßtentheils, wie bekannt, dem Intereſſe der Regierung eben ſo nachtheilig iſt, als dem des Volkes. Denn auf das Staatseinkommen und auf die Beutel der Verzehrenden faͤllt der unnoͤthige Auf⸗ wand beim Ackerbau zuruͤck, nicht aber auf die Ei⸗ genthuͤmer und auf die Paͤchter. Dieſe entſchaͤdigen ſich der Eine durch Erhoͤhung des Pachtpreiſes, der Andere durch Hinauftreiben des Getreidepreiſes. Der Conſument dagegen hat kein Schutzmittel in Haͤn⸗ den; er muß den Preis zahlen, welchen der Land⸗ bauer fordert, und dieſer Preis wird immer mit den Kulturkoſten in gleichem Verhaͤltniſſe ſtehn**). *) Wer Ohren hat zu hoͤren, der hoͤre! Hier iſt der Hauptgrund⸗ ſatz der engliſchen Handelspolitik klar und deutlich ausge⸗ ſprochen. In einen Zuſtand will England ſich verſetzen, wo es auch nicht das Geringſte mehr von auslaͤndiſchen rodukten bedarf, aber ſeine Produkte und ſeine Fabri⸗ ate will es fort und fort andern Nationen zuführen.— Setzt ſich Deutſchlaud nicht auf gleichen Fuß und nimmt fuͤr die Zukunft England ſeine ungeheuern Waarenmaſſen ab, ohne gegenſeitigen Abſatz ſeiner eigenen Produkte, ſo müſſen wir ohne Gnade und Barmherzigkeit zu Grunde gehen. **)„Dreimal und viermal ſeyd ihr doch gluͤcklicher, Landbauer Englands!“ wird hier der deutſche Oekonom ausrufen; und 11 Das beſte Mittel den Staat und die Conſu⸗ menten vor dieſem Nachtheile zu ſichern und zugleich unſere Unabhaͤngigkeit von fremden Voͤlkern hinſicht⸗ lich des Getreidebedarfes herzuſtellen, waͤre wohl, wenn einſichtsvolle Landeigenthuͤmer und Paͤchter in allen Gegenden des Landes ſich die Muͤhe geben wollten, oͤffentlich und nach einem maͤßigen Maß⸗ ſtabe vergleichende Verſuche daruͤber anzuſtellen, wel⸗ ches die ſparſamſte und zugleich eintraͤglichſte Weiſe ſey den Ackerbau zu betreiben. Beiſpiele der Art wuͤrden mehr zur Hebung des Ackerbaues beitragen, als alle die zahlreichen Schriften, die aus unſern Druckereien ausgegangen ſind. Haͤtte man dieſe Art den ackerbautreibenden Stand zu belehren gleich nach dem oben angefuͤhrten Bericht des Ausſchuſſes in An⸗ wendung gebracht, ſo wuͤrde die Stellung unſeres Landes vielleicht eine ganz andere ſeyn, als ſie jetzt iſt. Der Ackerbau wuͤrde ſich in einem beſſern Zu⸗ ſtande befinden; vielleicht waͤren wir ſchon jetzt nicht mehr gezwungen unſerer Nahrung wegen zu Frem⸗ den unſere Zuflucht zu nehmen; vielleicht haͤtten die Erzeugniſſe unſeres Bodens, beſonders der Weizen einen viel geringern Preis ohne Verluſt fuͤr den Ei⸗ genthuͤmer oder den Paͤchter. Wenn die ungeheuern Summen, die fuͤr Getreide und Mehl ins Ausland gingen, und die nur in den Jahren 1816— 1818 17,654,530 Pfund Sterling(110,340,812 Rthlr. 12 Gr.) betrugen, in den Beutel unſerer Paͤchter gefloſſen waͤren(und ich glaube, daß dieſes gar wohl phyſiſch moͤglich geweſen waͤre), ſo wuͤrde Niemand Urſache haben ſich zu beklagen, und das Parlament das nicht mit Unrecht. Denn ſchutz⸗ und huͤlflos muß er ſein Getreide und ſeine uͤbrigen Erzeugniſſe um jeglichen Preis ablaſſen, welchen es dem Conſumenten zu bieten beliebt, ohne nur an die Wiedererſtattung der Kulturkoſten und des Erzeugungsaufwandes zu denken. 12 wuͤrde nicht mehr mit Bittſchriften uͤber die Noth des Ackerbaues belaͤſtigt werden. Was ich mittheile iſt nicht etwa eine ploͤtzlich aufgegriffene Meinung, ſondern es iſt das Ergebniß des reiflichſten Nachdenkens uͤber eine große Anzahl von Thatſachen, die ſich bei einer langen Reihe von Verſuchen ergaben, welche mit der groͤßten Sorgfalt in allen Zweigen der Landwirthſchaft angeſtellt wur⸗ den. Ich habe mich eifrigſt bemuͤht viele unnuͤtze Ausgaben bei dem Landbau zu unterdruͤcken, und man kann ſich eine Vorſtellung von dem Erfolg meiner Bemuͤhungen machen, wenn ich mich ver⸗ pflichte durch unwiderlegbare Thatſachen darzuthun, daß ich durch mein neues Ackerbauſyſtem dahin ge⸗ kommen bin, die Erzeugungskoſten des Weizens um zehn bis eilf Pfund Sterling(62 Rthlr. 12 Gr. bis 68 Rthlr. 18 Gr.) fuͤr den Acre*) zu vermin⸗ dern. Jeder Acre Weizen koſtet mich naͤmlich den Grundzins, die Abgaben, den Saamen und allen andern Aufwand mit eingerechnet, nicht mehr als fuͤnf Pfund Sterling(31 Rthlr. 6 Gr.), waͤhrend meine Nachbarn, welche noch an der alten Acker⸗ bauart in der Grafſchaft Suſſex haͤngen, wenig⸗ ſtens funfzehn bis ſechzehn Pfund(93 Rthlr. 18 Gr. bis 100 Rthlr.) auf den Acre verwenden. Indem ich mein neues Ackerbauſyſtem mittheile, bin ich uͤberzeugt, daß trotz der offenbaren Vorzuͤge *) Der engliſche Acre(Acker) haͤlt vier engliſche Oua⸗ dratrod(Quadratruthen). Die engl. Quadratrod 1210 Quadratyard(Quadratellen), und die Quadratyard 9 engl. Quadratfuß. 35 engliſche Fuß machen 34 rheini⸗ ſche Langenmaße; der engl. Acre iſt demnach ſo ziemlich weinem magdeburger Morgen gleich.— Unſer Autor will den Aufwand beim Ackerbau vermindert wiſſen, damit die Getreidepreiſe niedriger geſtellt werden koͤnnen; wir in Deutſchland muͤſſen ihn zu vermindern ſuchen, um bei den her die Maße geſunkenen Preiſen nicht zu viel Einbuße 13 deſſelben vor dem alten, doch noch mancherlei Zwei⸗ fel uͤber die Groͤße ſeines Nutzens erhoben werden koͤnnen. Um dieſen vorzubeugen, oder ſie zu heben, ſo viel mir es moͤglich ſeyn wird, duͤrfte es nicht undienlich ſeyn einige Umſtaͤnde anzufuͤhren, welche mich zur Annahme des neuen Syſtemes hinleiteten. Indem ich aber dieſen Weg einſchlage, werde ich zugleich Gelegenheit haben zu zeigen, daß ich jeder⸗ zeit mit vieler Vorſicht zu Werke gegangen bin, wenn ich mich von der gewoͤhnlichen Verfahrungs⸗ weiſe entfernte, und daß ich keine Veraͤnderung vor⸗ genommen, oder ſie wenigſtens nicht im Großen aus⸗ gefuͤhrt habe, bevor ich nicht durch die Erfahrung uͤber ihre Vorzuͤge hinlaͤnglich belehrt war. Es ſind nun zwanzig Jahre, daß ich zuerſt anfing ein Gut ſelbſt zu bewirthſchaften. Ich zog die beſten Schriftſteller zu Rath, allein ich fand bei ihnen ſo viele Widerſpruͤche beinahe uͤber alle wich⸗ tigſten Punkte, daß ich bald uͤberzeugt wurde, die eigne Erfahrung ſey der ſicherſte Fuͤhrer, um ſich Kenntniſſe in der Landwirthſchaft zu erwerben. In dieſer Ueberzeugung ging ich vertrauensvoll auf meine Felder, um dort die Belehrungen zu ſuchen, deren ich bedurfte. Ich war uͤberzeugt, daß ſie mich nicht taͤuſchen koͤnnten. Bald erkannte ich, daß ein Ver⸗ ſuch, der im Kleinen gelang, auch nach einem groͤßern Maßſtabe gelingen mußte, weil ich in beiden Faͤllen denſelben Boden, daſſelbe Klima, die naͤmlichen Ein⸗ fluͤſſe der Atmoſphaͤre fand, die ihre verſchiedene Thaͤtigkeit bei den geheimen Wirkungen des Pflan⸗ zenwachsthums zeigten. Ich arbeitete alſo nach die⸗ ſem Plane, entſchloſſen keinen andern Rath zu be⸗ folgen, als mein eigenes Urtheil, und mich an die Thatſachen zu halten, ohne mich mit Eroͤrterung ihrer Urſachen abzuquaͤlen. 14 Ich fing meine Verſuche im Jahr 1807 an, in der Abſicht einige ſtreitige Punkte zu eroͤrtern; aber kaum hatte ich meine Verſuche begonnen, als ich in ihrer weitern Verfolgung durch meine Ernen⸗ nung zum Gouverneur von St. Helena unterbrochen wurde. Ich hatte dieſe Inſel einige Monate bewohnt und war nicht unbekannt mit der dort uͤblichen Art den Boden zu behandeln; ich ſah demnach voraus, daß ich dort ein weites Feld zur weitern Fortſetzung meiner begonnenen Verſuche finden wuͤrde. Aber um in einem Lande, wo der Ackerbau noch faſt ganz unbekannt war, wo der Boden durch Menſchenhand ohne Mithuͤlfe von Thieren bearbeitet wurde, wo Vorurtheile fuͤr alte Gewohnheiten tief eingewurzelt waren, Verbeſſerungen einfuͤhren zu wollen, mußte man offenbar Beiſpiele von unleugbarem Erfolge vorlegen. Es war alſo unumgaͤnglich nothwendig zu Ver⸗ ſuchen ſeine Zuflucht zu nehmen. Pfluͤge und an⸗ dere Geraͤthſchaften wurden durch die Direction her⸗ beigeſchafft; die Bevoͤlkerung wurde durch drei hun⸗ dert Chineſen aus der arbeitenden Klaſſe vermehrt, und nachdem ich mir durch eine große Menge klei⸗ ner Verſuche eine genaue Kenntniß des Bodens ver⸗ ſchafft hatte, wurde unter der Leitung eines ſehr er⸗ fahrenen Pachters aus Norfolk ein vollkommneres Ackerbauſyſtem eingefuͤhrt. Es verging eine geraume Zeit, ehe die Haupteinwohner der Inſel nur dieſe Verbeſſerung naͤher zu beachten wuͤrdigten; ſie be⸗ trachteten dieſelbe als reine Thorheit; ſie ſagten: es waͤre moͤglich, daß ſie in England gut thaͤten, daß aber der Pflug in einem bergigen Lande nicht anwendbar ſey; daß der Boden von ihren Vorfah⸗ ren ſtets mit der Hacke bearbeitet worden waͤre, 15 und daß ſie gar keinen Grund ſaͤhen, warum ſie andere Werkzeuge anwenden ſollten. Sie bemerkten indeſſen doch bald die Leichtig⸗ keit, mit welcher ſehr große Strecken ſich vermit⸗ telſt des Pflugs bearbeiten ließen, die Genauigkeit, welche bei dieſer Bearbeitung ſtatt fand, und die vortrefflichen Ernten von Weizen und Kartoffeln, die man dadurch erhielt, und ſo ſahen ſie denn die Vorzuͤge des engliſchen Ackerbaues ein, und mehrere der vorzuͤglicheren Bewohner der Inſel ſaͤumten nicht das Beiſpiel zu befolgen, das ſie vor den Augen hatten. Ich bin uͤberzeugt, daß daſſelbe auch in Eng⸗ land der Fall ſeyn wuͤrde, wenn man ſich hier die⸗ ſelbe Muͤhe geben wollte, die Paͤchter zu belehren, und ſie von ihren alten Gewohnheiten abzubringen, wenn dieſe gegen das Intereſſe der Landbeſitzer ſind, und dem Nationalwohlſtande ſchaden. Außer dem Beiſpiele, das ich durch Einfuͤh⸗ rung des Pfluges und durch den neuen Anbau von Weizen und Kartoffeln gab, hielt ich es auch fuͤr zweckmaͤßig die Grundſaͤtze der neuen Culturart be⸗ kannt zu machen und ihre Vortheile auseinander zu ſetzen. Ich arbeitete alſo kurze Aufſaͤtze uͤber dieſe Gegenſtaͤnde aus, welche in den Monatsberichten von St. Helena abgedruckt wurden, und in welchen ich naͤhere Nachricht uͤber die Fortſchritte und uͤber das Ergebniß meiner Verſuche mittheilte. Dreißig von dieſen Verſuchen wurden fuͤr den erſten Theil der Nachrichten von St. Helena ausgeſucht und in England herausgegeben, weil ich glaubte, daß mehrere Verſuche, die ich mit vieler Sorgfalt an⸗ geſtellt hatte, der Aufmerkſamkeit der engliſchen Paͤchter nicht unwuͤrdig ſeyn duͤrften. Es waren vornehmlich die Verſuche uͤber den Bau der Kartof⸗ 16 feln, der Runkeln, des getrockneten Gruͤnfutters von Hafer und Gerſte fuͤr Pferde und Rindvieh; uͤber die Mittel das Land von ſchaͤdlichem Unkraute zu reinigen, uͤber die Vortheile einer haͤufigeren Bear⸗ beitung des Bodens u. ſ. w. Fuͤnf Jahre lang auf dieſe und andere in der Landwirthſchaft einſchlagende Gegenſtaͤnde verwende⸗ ter Fleiß, ſo wie der gute Erfolg, welchen ich er⸗ halten hatte, ließen mich hoffen, daß ich bei meiner Ruͤckkehr nach England im Jahr 1813 meine Muße in der laͤndlichen Zuruͤckgezogenheit auf meine Ver⸗ beſſerungsplaͤne der Landwirthſchaft verwenden koͤnnte. Meine Abſichten erſtreckten ſich nicht weiter und ich dachte damals nicht im mindeſten daran, daß ich im Verlauf meiner Unterſuchungen auf ſo wichtige Ent⸗ deckungen kommen wuͤrde, wie diejenigen ſind, welche ich jetzt bei der Behandlung meiner Laͤndereien ein⸗ gefuͤhrt habe, und welche ich hier oͤffentlich mitthei⸗ len will. Die Verſuche, welche mich waͤhrend der fuͤnf letzten Jahre beſchaͤftigt haben, beziehen ſich vor⸗ nehmlich auf drei wichtige Punkte, naͤmlich: 1) auf die Abſchaffung der Brache, 2) auf die wohlfeilſte Art das Land zu duͤngen; 3) Auf die beſtmoͤglichſte Zubereitung der Felder mit dem möglichſt geringſten Aufwand von thieriſcher Kraft. Ich wuͤrde die mir geſteckten Grenzen uͤber⸗ ſchreiten, wenn ich in eine ausfuͤhrliche Beſchreibung aller von mir angeſtellten Verſuche eingehen wollte. Jedes Grundſtuͤck meines Gutes war mehr oder we⸗ niger ein Schauplatz von Verſuchen; und zwei bis dreierlei Verſuche wurden haͤufig zugleich auf ihnen angeſtellt. Auf einem ſtellte ich unter andern hun⸗ dert und acht und zwanzig Verſuche an uͤber die 17 Wirkung verſchiedener Duͤngerarten und Duͤngermi⸗ ſchungen; uͤber das Saͤen des Getreides in Reihen und mit breitem Auswurf, uͤber die zweckmaͤßige Menge der Duͤngung und des Samens. Ich werde das Ergebniß einiger mittheilen, um zu zeigen, auf welche Gruͤnde ich meine Hoffnungen des guten Er⸗ folges ſtuͤtzte, da ich nach einem ausgedehnterem Plan zu arbeiten anfing. Meine erſten Verſuche machte ich nach einem kleinen Maßſtabe auf ein oder zwei Quadratruthen*). Obgleich die Vergleichungen, welche ſie mir lieſerten hinreichten, mir die ſchoͤnſten Hoffnungen zu gewaͤh⸗ ren, ſo betrachteten ſie doch meine Nachbarn mit Gleichguͤltigkeit. Sie ſchienen feſt entſchloſſen ſich nicht uͤberzeugen laſſen zu wollen, daß eine von der ihrigen verſchiedene Behandlungsart der Aecker ihrem ſchweren Boden zuſagen koͤnnte, und da ich es wagte, die Anwendung meiner neuen Verfahrungsweiſe auf zwanzig Acre Weizen zu machen, gab man mir zu verſtehen, daß man mein Unternehmen fuͤr baare Thorheit hielte. Wie iſt es moͤglich, ſagten die Paͤchter in meiner Umgegend, daß er unſer Acker⸗ bauſyſtem verbeſſern kann, das die Probe mehrerer Jahrhunderte ausgehalten hat?— Thoͤricht iſt es, dies nur zu verſuchen, denn wenn eine Verbeſſerung der Art moͤglich waͤre, ſo wuͤrde man ſie ſchon laͤngſt gemacht haben**). Die Urtheile meiner Nachbarn ſchreckten mich indeſſen nicht ab. Neue Verſuche wurden fort und fort angeſtellt, bis die Ueberlegenheit meines Sy⸗ ſtems ſich klar und deutlich durch eine Weizenernte darlegte, die den Ernten, welche jene durch ein Jahr *) Die engliſche Quadratruthe haͤlt 1210 Quadratyard und iſt der vierte Theil eines Acre. **) Sehr haͤufig auch die Sprache deutſcher Landwirthe. 2 —— —— 18 Brache und eine große Maſſe Kalk erhalten hatten, durchaus in keiner Hinſicht etwas nachgab. Ihre Ernten aber hatten weit mehr gekoſtet, als die mei⸗ nige, denn ſie hakten funfzehn bis ſechzehn Pfund Sterling(94 bis 100 Rthlr.) auf den Acre verwen⸗ det, waͤhrend mir ein Acre nicht mehr als fuͤnf Pfund(31 Rthlr. 6 Gr.) zu ſtehen kam. Ein ſo ausgezeichneter Erfolg brachte alle Kritteleien zum Schweigen und einige Paͤchter waren ſogar ſo offen⸗ herzig zu bekennen, daß ſie den wahren Werth ihrer Laͤndereien erſt jetzt kennen lernten, nachdem ich ih⸗ nen eine ſo wohlfeile Bebauungsweiſe derſelben ge⸗ zeigt haͤtte. Den Werth des Bodens zu erhoͤhen war in der That der vornehmſte Zweck meines Strebens, und ich glaubte immer das beſte Mittel ihn zu er— reichen, ſey die Kulturkoſten zu vermindern. Es iſt naͤmlich offenbar, daß ſich der Bodenwerth in dem⸗ ſelben Verhaͤltniß hebt, in welchem die Kulturkoſten ſich vermindern, und deshalb muß jedes Kulturun⸗ ternehmen moͤglichſt wohlfeil ausgefuͤhrt werden. Dies war offenbar auch die Meinung Adam Smith's*), als er ſagte:„Alles was die Ein⸗ kuͤnfte des Bodens unter ihren natürlichen Werth herabſetzt, vermindert um eben ſo viel das Nationaleinkommen“**). Hieraus folgt aber, daß jede Maßregel, welche die Erhoͤhung der Bodenrente zum Zweck hat, die ernſteſte Aufmerkſamkeit verdient, denn je groͤßer ihr Erfolg iſt, deſto mehr wird ſich auch das Natio⸗ *) Adam Smith, der unſterbliche Verfaſſer des weltbe⸗ kannten und weltberuͤhmten Werkes: Ueber die Natur und Urſachen des Nationalreichthums. **)„Und den Nationalwohlſtand“, kann man hinzu⸗ fuͤgen, wofur Deutſchland jetzt ein ſchauderhaftes Beiſpiel liefert. 1 naleinkommen vermehren, und der Nationalwohlſtand ſich heben.— Ich habe ſtarke Gruͤnde zu glauben, daß bei den gegenwaͤrtigen Verhaͤltniſſen eine große Anzahl Guͤter ſehr wenig Werth haben*), weil ihr Er⸗ zeugniß durch die oben erwaͤhnten Urſachen ſo be⸗ traͤchtlich verringert wird, und daß dieſe Guͤter viel eintraͤglicher werden koͤnnten durch einige Veraͤnde⸗ rungen in der Behandlungsweiſe. Man koͤnnte naͤm⸗ lich ſie ſehr verbeſſern, wenn man ſtatt der Ver⸗ ſchwendung von Duͤnger und Arbeit, der man ſich ungluͤcklicherweiſe heut zu Tage hingibt, ſich be⸗ muͤhte, die moͤglichſt groͤßte Menge der beſten Er⸗ zeugniſſe mit weniger Aufwand zu erhalten. Bei allen Beſtrebungen die Ackerbauſyſteme zu verbeſſern, duͤrfen wir dieſen allgemeinen Grundſatz der Oeko⸗ nomie nicht aus den Augen verlieren. Indeſſen iſt dieſes doch eine Sache, auf welche man ſehr wenig achtet, beſonders in den Gegenden, wo man eine blinde Anhaͤnglichkeit an das Herkommen hat und wo man uͤberzeugt iſt, daß nichts die alten Gewohn⸗ heiten uͤbertreffen kann, wo eine ſtrafbare Gleichguͤl⸗ tigkeit fuͤr jede neue Methode jeder Art Verbeſſe⸗ rung ein unuͤberſteigbares Hinderniß in den Weg legt. Selbſt in den Gegenden, wo man lobenswer⸗ the Fortſchritte gemacht hat, glaube ich, koͤnnte man der Ackerwirthſchaft noch mehr Aufmerkſamkeit ſchen⸗ *) Wenn dies in England der Fall iſt, ſo zeigt ſich dies noch mehr in Deutſchland. Vergleicht man den Ertrag der Laͤn⸗ dereien mit dem Aufwande auf ihre Bewirthſchaftung und die Abgaben, die ſie zu entrichten haben, ſo duͤrfte es ſich wohl in den meiſten Faͤllen finden, daß der Aufwand dem Ertrage ganz gleich kommt, oder ihn wohl gar bisweilen noch uͤberſteigt. Der Boden erſcheint alſo als voͤllig werth⸗ los, und das herrliche Grundkapital Deutſchlands, das vorzuͤglichſte, ja faſt das einzige Nationalkapital, das wir beſitzen, iſt ſo gut wie vernichtet, es liegt zinslos und todt. 3 2* 20 ken. Wunder koͤnnen in der That durch maͤchtige Werkzeuge und durch die Menge des Duͤngers er⸗ zeugt werden, oder wie Hr. Weinpney ſagt:„Er⸗ ſtaunenswuͤrdige Dinge kann man durch die Kraft der Arbeit und des Geldes be⸗ wirken.“ Allein wir muͤſſen das ſuchen, was das vortheilhafteſte iſt, was man mit dem geringſten Riſico und mit dem mindeſten Aufwande erhalten kann, aber nicht das, was moͤglich iſt*). 5 Nach dieſem Grundſatze muͤſſen alle neuen Ver⸗ beſſerungsplaͤne beurtheilt werden. Alle Theile des Aufwands muͤſſen genau unterſucht werden. Zeigt ſich bei dieſer Unterſuchung, daß der Unterſchied⸗ zwiſchen dem Aufwande und dem Reinertrag groͤßer iſt, als nach der alten Behandlungsweiſe des Ackers, ſo iſt die neue Methode unſtreitig anzunehmen, weil ſie offenbar vortheilhafter iſt, im entgegengeſetzten Falle aber iſt ſie zu verwerfen. Es will ſcheinen, als ob mehrere von unſern neuern Verfahrungsweiſen dieſem ſtrengen Examen nicht unterworfen worden waͤren, denn ſonſt waͤre es wohl nicht moͤglich, daß nachfolgende Bemerkun⸗ gen, die ungluͤcklicherweiſe ſo aͤußerſt paſſend ſind fuͤr die Gegenwart, in einem ſo vortrefflichen Werke, wie die Engliſche Encyklopaͤdie iſt, niederge⸗ ſchrieben worden waͤren. *) Verdient irgend eine Regel von Deutſchlands Oekonomen bei jetziger Zeit beherzigt zu werden, ſo iſt es gewiß dieſe, die, obgleich allgemein bekannt, und unzaͤhligemal geſagt, dennoch fuͤr gar Manchen(namentlich hinſichtlich der ver⸗ edelten Schafzucht) gar nicht vorhanden zu ſeyn ſcheint. Wenn England ſich bei ſeinen oͤkonomiſchen Unternehmun⸗ gen der Sparſamkeit befleißigen muß, um ſeinen arbeits⸗ loſen Buͤrgern das Brod wohlfeiler liefern zu können ſo muß es Deutſchland vornehmlich aus einem andern Grunde thun, nämlich um von ſeinem Grundkapital doch nur einige Zinſen zu ziehen.. „Wir ſehen, ſagen die Herausgeber, daß ſeit „einem halben Jahrhundert eine Menge von Ver⸗ „fahrungsweiſen erfunden worden ſind, um das Un⸗ „ kraut auszurotten, die Inſekten zu vertilgen, große „Maſſen Samens zu erſparen, daß man ſich beei⸗ „fert hat, die zu erzeugenden Fruchtarten dem Bo⸗ „den gemaͤß zu waͤhlen, neue Duͤngerarten anzu⸗ „wenden, neue Pflanzen zu ziehen u. ſ. w.; aber „alles dieſes, verbunden mit einer Menge neuer „Maſchinen zur beſſern Ausfuͤhrung der Ackerbau⸗ „geſchaͤfte loͤſt ſich beinahe in Nichts auf. Der „Preis der Fruͤchte ſcheint mit den Verbeſſerungen „angefangen zu haben zu ſteigen, und ſteigt immer „hoͤher.” Wenn ſo viele achtungswerthe Maͤnner in ih⸗ ren Verbeſſerungsverſuchen geſcheitert ſind, wenn, wie man allgemein anerkennt, der Ackerbau wenig gruͤndliche Fortſchritte gemacht hat, ſo iſt die Schuld davon nur den ſchon angezeigten Urſachen beizumeſ⸗ ſen, und liegt vornehmlich in dem ungeheueren Kul⸗ turaufwande, welchen die Oekonomen, hartnaͤckig bei veerderblichen Verfahrungsweiſen, die ſchon laͤngſt haͤtten abgeſchafft werden ſollen, beharrend, fort und fort auf ihre Laͤndereien machen. Um eine Idee von den nachtheiligen Folgen zu geben, welche aus einer zu koſtſpieligen Bewirth⸗ ſchaftung, und einer zu weit getriebenen Anwendung der thieriſchen Kraft bei den oͤkonomiſchen Arbeiten entſpringen, werde ich das in meiner Nachbarſchaft faſt durchgaͤngig uͤbliche Kulturverfahren etwas naͤher beſchreiben. Der Boden iſt ſehr ſchwer und thon⸗ haltig, haͤlt die Feuchtigkeit auf der Oberflaͤche zu⸗ ruͤck und wenn die Sonnenhitze ihn austrocknet, wird er ſo hart wie Ziegelſtein. In dieſem Zuſtande iſt er fuͤr den Pflug undurchdringbar, wenn man nicht ——,———— — -— 22 eine ungeheure Thierkraft anwendet, beſonders da man die Gewohnheit hat tief zu pflügen. Der Fruchtwechſel, der ſeit langer Zeit in die⸗ ſem Theile von Suſſer beobachtet wird, iſt: 1) Brache mit Kalk geduͤngt; 2) Weizen; 3) Hafer; 4) Kopf⸗ klee oder Raygras. Oefters laͤßt man den Klee und das Raygras noch im fuͤnften Jahre ſtehen. Kulturaufwand auf einen mit Weizen zu beſtellenden Acre Kopfklee. Pf,. St. Schl. Pe. Rthl. gr. pf. Umbrechen des Klees 1—— 6 6— Zweites Pfluͤgen im Mäii⸗ 17 6 5 11 3 Drittes Pfluͤgen im Juli⸗ 17 6 5 11 3 Viertes Pfluͤgen im Sept. oder October 17 6 5 11 3 1½ Karren Kalk zwiſchen dem dritten u. vierten Pfluͤgen 7 10 ⸗ 46 21 ⸗ Anfuhre u. Ausſtreulohn 6»⸗ 1 21 ⸗ Sechsmal zu eggen nach den drei erſten Ahrten, zwei⸗ mal nach der vierten, und 1 dreimal nach der Ausſaat⸗ 9 ½ 2 19 6 Zwei und einen halben Scheffel Samen*) 1 5 7 19 6 Saͤelohn und Walzen— 1 6 11 3 Bodenrente fuͤrs Brachjahr⸗ 15 ⸗ 4 16 6 Abgaben fuͤr daſſelbe Jäahf ⸗ 15 ⸗ 4 16 6 Bodenrente und Abgaben fuͤrs Erntejahr 14 10 9 9 ⸗ Totalaufwand auf den Acre 16 4— 101 6 ⸗ *) Der engliſche Scheffel, Buſhel, iſt der achte Theil des Quarters. Er häalt 1 engl. Kubikfuß, 450 Kubikzoll raͤum⸗ lichen Inhalt, und der Scheffel Weizen wiegt, wenn er von guter Beſchaffenheit iſt, 60— 65 Pfund. 23 Waͤhrend meines Aufenthaltes auf St. Helena wurde mein Gut nach dieſer Weiſe bewirthſchaf⸗ tet, und man kann ſich leicht denken, daß ich mir bei Durchſicht der Rechnungen zu keinem großen Gewinn Gluͤck zu wuͤnſchen hatte. Ich fing nun an, jeden Aufwandartikel vom Beginn der Brache an bis zum Ende des vier⸗ oder fuͤnfjaͤhrigen Kreislaufes genau zu unterſuchen. Jetzt werde ich, um kuͤrzer und deut⸗ licher zu ſeyn, meine Bemerkungen nur auf den Wei⸗ zenbau beſchraͤnken. Eine aͤhnliche Tabelle, wie die ſo eben mitge⸗ theilte, wurde nach den beſten Nachrichten, die ich erhalten konnte, und die ich in der Folge durch meine eigene Erfahrung und durch das Urtheil aller Oeko⸗ nomen in meiner Nachbarſchaft beſtaͤtigt fand, ent⸗ worfen. Sechszehn Pfund Sterling(100 Rthlr.) kann man demnach jetzt als den Mittelaufwand auf die Kultur eines Stuͤck Landes betrachten, welches dem Eigenthuͤmer nicht mehr einbringt als 15 Schill. (4 Rthlr. 16 gr. 6 Pf.). Ich habe ſchon ausein⸗ einandergeſetzt, warum ein Stuͤck Land, das einen Rohertrag von zwoͤlf bis funfzehn Pfund liefert, einen ſo geringen Reinertrag abwirft. Die mitge⸗ theilte Tabelle beweiſet klaͤrlich, daß der Fehler die⸗ ſer Kulturweiſe in dem ungeheuern Aufwande auf Arbeit und Duͤngung, wie darin liegt, daß zu die— ſem Aufwande noch durch die Brache ein Jahr Bo⸗ denrente und Abgaben hinzukommt. Dieſem drei⸗ fachen Fehler nun moͤglichſt abzuhelfen war der Zweck meiner Beſtrebungen, in wiefern und auf welche Weiſe mir es gelang, werde ich im Folgenden darlegen*). *) Wenn der Herr Verfaſſer den uͤbermaͤßigen Aufwand an Arbeit und Duͤngung, ſo wie die Brache als die Gruͤnde angibt, warum die Landwirthſchaft in England nur wenig abwerfe, und ein neues Ackerbauſyſtem mittheilen will, in Erſtes Kapitel. Von der Duͤngung. Da ich mich uͤberzeugt hatte, daß ich bei der im Vorhergehenden beſchriebenen fehlerhaften Behand⸗ lungsweiſe des Landes einen offenbaren Verluſt beim Weizenbau hatte, ſo ſetzte ich dieſen ein Jahr lang aus, entſchloſſen, die Landwirthſchaft ganz aufzuge⸗ ben, wenn es mir nicht gelingen wuͤrde, eine minder koſtſpielige Kulturweiſe zu entdecken. Mein Beſtre⸗ ben ging zuerſt dahin, den ſo theuern Kalk durch ein anderes wirkſames und wohlfeileres Duͤngmittel zu erſetzen. Ich verſuchte zuerſt den aus Torf und verſchiedenen Miſtarten beſtehenden Compoſt des Lord Medowbanks, welcher ſehr gute Wirkung that, aber mir noch immer zu hoch zu ſtehen kam. Dar⸗ auf brannte ich Mergel, in der Hoffnung, daß er we⸗ welchem dieſe Fehler vermieden ſind, ſo ſcheint ſeine Schrift auf den erſten Anblick nicht ſo recht fuͤr Deutſchland zu paſ⸗ ſen. Indeſſen wird man doch bei naͤherer Bekanntſchaft — mit ſeinen Verbeſſerungen bald gewahr werden, daß ſie, 3. wenn ſie ſich anders in der Anwendung als bewaͤhrt zei⸗ — gen, auch fuͤr Deutſchland von der groͤßten Wichtigkeit ſind. Denn wenn man gleich im Dunger und in der Bearbeitung der Felder bei uns keinen ſo ungeheuern Aufwand macht und zu machen braucht, wie es nach vorſtehender Tabelle in England der Fall iſt, ſo erhaͤlt doch der ſo haͤufige Man⸗ gel an Duͤnger bei uns fort und fort den Wunſch der Oe⸗ konomen nach einem wohlfeilen und bewährten Duͤngmittel uͤberall rege. Ferner duͤrfte es wohl auch jedem deutſchen Landwirthe hoͤchſt erwuͤnſcht ſeyn, mit der Haͤlfte ſeines bisher gebrauchten Arbeitsviehes ſeine Felder begatten, und das Kapital und die Ernaͤhrungskoſten fuͤr die an⸗ dere Haͤlfte erſparen zu koͤnnen. Was aber die Brache anbelangt, ſo iſt ſie ſchon läͤngſt von einſichtsvollen Oeko⸗ nomen als ein großer Uebelſtand in der deutſchen Land⸗ wirthſchaft erkannt worden; nur haben ſich ihrer Abſchaf⸗ fung bisher an den meiſten Orten große Schwierigkeiten entgegengeſetzt, von denen einige der wichtigſten, durch die vom Verfaſſer angegebene Behandlungsweiſe des Bodens, wenn ſie ſich bei uns als zweckmaͤßig bewaͤhrt, offenbar gehohen ſind. ———— 25 * gen der in ihm befindlichen Kalkerde, wenn er ge⸗ brannt und in groͤßerer Menge angewendet werden wuͤrde, dieſelben Wirkungen thun wuͤrde, wie der Kalk. Dieſer Verſuch ſchien viel zu verſprechen. Denn da ich im Fruͤhling 1815 auf zwei Acre Wei⸗ zen ſolchen gebrannten Mergel, zu 300 Scheffeln auf den Acre*†), hatte aufſtreuen laſſen, wuchs die Frucht ſo uͤppig empor, daß ſich ein großer Theil legte. Ich betrachte indeſſen dieſen Verſuch nicht als ent⸗ ſcheidend fuͤr die Duͤngkraft des gebrannten Mergels, indem ich glaube, daß die Aſche von dem zum Bren⸗ nen des Mergels verbrauchten Torf zu dieſer Wir⸗ kung mit beigetragen hat. Jetzt hatte ich ein gutes und wohlfeiles Duͤng⸗ mittel gefunden, indeſſen zeigte ſich doch ein bedeu— tender Uebelſtand dabei. Es verurſachte naͤmlich viele Muͤhe den Mergel zu brennen, indem er ſich waͤh— rend des Brennens in kleine Brocken zerkruͤmelte und das Feuer ausloͤſchte, wodurch die Arbeit viel koſt⸗ ſpieliger wurde. Gluͤcklicherweiſe aber wurde ich auch bald aus dieſer Verlegenheit geriſſen, denn waͤhrend ich noch in meinen Nachforſchungen nach einem wohlfeilen Er⸗ ſatzmittel des Kalkes begriffen war, ſchickte mir ein Freund in Schottland die Schriften des Herrn Craig uͤber das Brennen des Thones. Sogleich nach ihrem Empfang errichtete ich Oefen nach Craig's Vorſchrift. Da aber die Witterung naß war und nur wenig trockene Zwiſchenraͤume zeigte, hatte ich viele Muͤhe den zum Brennen beſtimmten Torf zu trocknen. Einige Oefen gluͤckten, aber oͤfters wurde *) Der Acre haͤlt 43,560 Quadratfuß; der engliſche Schef⸗ fel oder Buſhel 1 Kubikfuß und 450 Kubikzoll. 300 Scheffel machen 378 Kubikfuß und 216 Kubikzoll. Es kann demnach auf etwa 115 Quadratfuß Land 1 Kubikfuß Mer⸗ gel ausgeſtreut werden. ———— 26 der Brand durch die Feuchtigkeit des Torfes gehin⸗ dert und geſtoͤrt, und dann war alle meine Muͤh⸗ und Arbeit verloren. Bei dem Verſuche, welchen ich mit den Oefen des Herrn Craig's machte, wurde ich bald gewahr, daß, wenn irgend etwas beim Anfange des Brennens ſchief ging, es dann kein Mittel gibt die Sache wie⸗ der gut zu machen, weil man das Feuer, wenn es einmal angezuͤndet iſt, nicht mehr in ſeiner Gewalt hat. Ich glaubte demnach, daß es ſehr nuͤtzlich ſeyn muͤßte, wenn man das Feuer ſo anlegte, daß man es nach Willkuͤhr mit friſchem Brennmaterial naͤh⸗ ren und unterhalten koͤnnte. Hierdurch beugt man allen widrigen Zufaͤllen vor und das Brennen des Thones gluͤckt immer, wenn man es nur nicht bei ganz naſſer Witterung vornimmt. Solcher verbeſſerter Oefen bediene ich mich nun ſeit mehreren Jahren. Da indeſſen ihre Form und ihr Bau an einem andern Orte beſchrieben werden wird, ſo will ich hier nur ſo viel anfuͤhren, daß ſie meine Erwartung ganz befriedigt haben, und daß der Aufwand auf das Brennen eines Karren voll Tho⸗ nes, Kleibodens oder Mergels zu ſechzehn Scheffeln nicht hoͤher als auf 10½ Pence bis auf einen Schil⸗ ling(6 gr. 6 pf. bis 7 gr. 6 pf.) kommt. Ich machte mehrere Verſuche, um die Wirkung dieſer gebrannten Stoffe zu erforſchen. Ihre Wir⸗ kung wurde mit der Wirkung des Kalkes, des Vieh⸗ duͤngers, des ungebrannten Mergels, der Holzaſche, des Compoſtes aus Torf und Miſt verglichen, und als ich mich uͤberzeugt hatte, daß der gebrannte Thon, der gebrannte Kleiboden und gebrannte Mergel, al⸗ len andern mit denſelben verglichenen Duͤngmateria⸗ lien an Wirkung gleich kamen, ja dieſelben oft noch uͤbertrafen, ließ ich, um das Aufſchaffen auf die Laͤn⸗ 27 dereien zu erleichtern, an geeigneten Orten bei den⸗ ſelben Oefen errichten. Ich beſitze jetzt vier ſolcher Oefen, die zuſammen achthundert Karren Thon faſſen, und mit welchen ich im Laufe eines Jahres tauſend ſechshundert bis zweitauſend einhundert Kar⸗ ren zu brennen im Stande bin. Ich habe alſo auf meinem Gute ſtets einen vortrefflichen und aͤußerſt wohlfeilen Duͤnger in Menge vorraͤthig, und kann ihn uͤberall, wo es noͤthig iſt, alsbald anwenden. Gewoͤhnlich laſſe ich auf den Acre zwanzig Karren oder drei hundert und zwanzig Buſhel ausſtreuen, welche mir nicht hoͤher als zwanzig Schil⸗ ling zu ſtehen kommen, waͤhrend man, wie wir ge⸗ ſehen haben, auf einen und einen halben Karren, oder hundert und acht Buſchel Kalk hundert und funfzig Schilling verwenden muß. Nachdem es mir gegluͤckt war ein ſo wohlfei⸗ les Erſatzmittel des Kalkes oder Duͤngers*) zu er⸗ halten, lenkte ich meine Aufmerkſamkeit auf die Ab⸗ ſchaffung der Brache, und auf die Mittel die Bear⸗ beitungskoſten der Saatfelder zu vermindern. Der Ueberſetzer findet ſich veranlaßt hier die Verſuche eines andern Englaͤnders, nämlich des Hrn. Dr. Edw. Cartwright, eines engliſchen Land⸗ geiſtlichen, uͤber den Thon als Duͤngmittel einzuſchal⸗ ten. Sein Aufſatz uͤber dieſen Gegenſtand befindet ſich im 26. Band der Transactions of the Soci- ety for the Encouragement of Arts.(Verhand⸗ *) unſer Verfaſſer nimmt immer Kalk und Duͤngung für ein und daſſelbe. Die deutſchen Oekonomen halten gemei⸗ niglich Kalk, Gyps, Duͤngſalze u. ſ. w. nur fuͤr Reizmittel, aber nicht fuͤr eine wahre Duͤngung, und ſind der Mei⸗ nung, daß der Boden ſchon hinlaͤnglichen Humus beſitzen, oder nebenbei erhalten muß, wenn jene Mittel wirken ſol⸗ len. Ob es mit dem gebrannten Thon eine andere Be⸗ wandtniß habe, muß die Erfahrung lehren. 28 lungen der Geſellſchaft zur Ermunterung der Kuͤnſte), aus welchem er in Gills Technical Repository (Techniſches Repertorium), Nov. 1826, uͤberging. In Dinglers polyt. Journale XXIII. 1. wurde dieſer Aufſatz uͤberſetzt;z da aber wohl die wenigſten meiner Leſer dieſes Buch zur Hand haben moͤchten, ſo duͤrfte es nicht uͤberfluͤſſig ſeyn, denſelben hier mitzutheilen. Der Verfaſſer laͤßt ſich folgenderweiſe verneh⸗ men:„Ich hatte ſeit einigen Jahren Ruß und Holzaſche zum Beſtreuen der Aecker gebraucht nie aber im Großen, weil ich nicht genug davon erhal⸗ ten konnte. Im Fruͤhjahre 1819 erhielt ich genug Ruß um 5— 6 Acre damit zu uͤberſtreuen, und zwar theils Wieſen theils Ahrtland. Ich rechnete 50 Buſhel auf den Acre. Ich erhielt auch Holz⸗ aſche genug auf eben ſo viel Land und ſtreute hier 100 Buſhel auf den Acre aus. Der Preis des Rußes war 9 Pence(5 Gr. 7 ½ Pf.) fuͤr den Buſhel, der mir mit Fuhrlohn, da ich ihn nicht in der Naͤhe hatte, auf 1 Schilling(7 Gr. 6 Pf.) zu ſtehen kam. Die Holzaſche koſtete 4 ꝝ½ Pence (2 Gr. 9 ¾˖ Pf.) der Buſhel und mit Fracht, da ſie in der Naͤhe zu haben war, 6 Pence(3 Gr. 9 Pf.). Ruß und Holzaſche kamen mir alſo faſt gleich hoch, naͤmlich 2 Pfund 10 Schilling(15 Rthlr. 15 Gr.) auf den Acre zu ſtehen. Dieſes Jahr ſtellte ich vergleichende Verſuche mit Beſtreuen der Aecker mit gebranntem Thon, Ruß und Holzaſche an. Mit gebranntem Thone beſtreute ich ſieben Acre, jeden mit 20 Karrenvoll, den Karren zu 20 Buſhel. Der Karren gebrannten Thones kam mir wenn die Witterung beim Brennen nicht gar zu ſchlecht war, nur auf 9 Pence(5 Gr. 7 ½ Pf.) zu ſtehen, das Brennmaterial mit eingerechnet; fuͤr den . 29 ganzen Acre betrug alſo der Aufwand auf dieſe Duͤn⸗ gung ohngefaͤhr 15 Schilling(4 Rthlr. 16 Gr. 6 Pf.) Deer Boden, den ich dant beſtreute, war kal⸗ ter, naſſer, zaͤher Thon. Ich baute auf dieſen Aeckern ſchwediſche Ruͤben(Rotabaga), gemeine weiße Ruͤ⸗ ben, Kohlruͤben, Kartoffeln, Runkeln, Gerſte und Bohnen. Am 15. September maß ich 50 Quadratyard ſchwediſche Ruͤben unter jeder der drei verſchiedenen Beſtreuungen und eben ſo viel ohne Beſtreuung ab. Das Ergebniß war: 50 Quadratyard beſtreut mit gebranntem Thon Pfd.; auf den Acre Ton. Etr.*) Pf. Thon gaben 580— 25 2 20 ³ Ruß.. 546 ⸗ 23 12 2 = Holzaſche. 398= 16 12 52 ohne alle Beſtreuung 235. 10 3 12 Wenn man nun den Werth dieſer Ruͤben nur zu 5 Schilling die Tonne rechnet, und ſie ſind ge⸗ wiß mehr werth, ſo uͤbertrifft der gebrannte Thon den Ruß im Werthe der Ernte nur 7 Schilling 6 Pence. Der gebrannte Thon uͤbertrifft die Holz⸗ aſche beinahe um 8 ½ Pence, und die Erſparniß an Aufwand hinzugerechnet, gewinnt man dabei gegen Holzaſche 3 Pfund 17 Sch. 6 Pence(24 Rthlr. 5 Gr. 3 Pf.) Die Brennkoſten abgerechnet, gewinnt man durch das Beſtreuen mit Thon, verglichen mit den unbe⸗ ſtreuten, Aeckern 4 Pfund 7 Schilling 6 Pence(27 Rthlr. 6 Gr. 3 Pf.) Deer große Unterſchied zwiſchen den beſtreuten und nicht beſtreuten Ruͤben darf nicht allein der be— *) Der engliſche Centner haͤlt 112 engl. Pfund; 20 Etr. ma⸗ chen eine Tonne(a tun) aus. 30 fruchtenden Eigenſchaft des angewendeten Beſtreu⸗ ungsmittels beigemeſſen werden, ſondern muß auch dem Schutze mit zugeſchrieben werden, den die jun⸗ gen Pflanzen dadurch gegen Inſekten erhalten, wie aus den folgenden Verſuchen an Kohlruͤben und Kohl⸗ rabi erhellt, die ich nachpflanzen mußte. Am 15. October maß ich Kartoffeln ab. Buſh. Pint.*); auf d. Acre Buſh. 50 Quadratyard beſtreut mit gebranntem Thon gaben 5 ⸗ ⸗ 48⁰0 Ruß. 5. 4 3— 456 ⸗ Holzaſche.. 4 2 ⸗ 432 ohne alle Beſtreuung. 4 0 ⸗ 340 Am 4. November waren die Reſultate am Kohlrabi auf 50 Quadratyard beſtreut Pfd.; auf den Acre Ton. Ctr. Pf. mit gebranntem Thone 160 ⸗ 6 17 26 ⸗ Ruß- 138 2 3 18 32 ⸗ Holzaſche 114 4 17 390 ohne alle Beſtreuung 93 ⸗ 4 7 48 Die Verſuche mit den Kohlruͤben mißlangen wegen ſchlechten Samens; die mit den Runkeln we⸗ gen ſchlechter Witterung. Nur ein Acre ward mit Gerſte beſtellt, und dieſer in vier gleiche Theile getheilt. Der mit gebranntem Thon auf den Acre Quartr. Buſhel beſtreute Theil gab 2 4 4 2 Ruß....= 4 2 * Holzaſche. 3 4 2 ohne alle Beſtreuung gelaſſene ⸗ 3 ⸗ Die Gerſte war reihenweiſe zwiſchen Bohnen geſaͤtt, ſo daß man nur † Acre als damit beſtellt annehmen kann. Die Bohnen wurden ungluͤcklicher⸗ weiſe vermengt und das Reſultat ging verloren. *) Pint, RNoͤſel. Das engliſche Pint haͤlt 28 5⅞ engl. Kubikzoll. 1 31 Bei den gemeinen weißen Ruͤben erhielt ich 3 Pf.; auf den Acre Ton. Ctr. Pf. bei gebranntem Thone 296 6 7 34 *2 Ruß... 292—⸗ 6 5 36 ⸗ Holzaſche. 292 ⸗ 6 5 36 ohne alle Beſtreuung 276 ⸗ 5 16 76 Dieſes Reſultat wich von den uͤbrigen deshalb ſo ſehr ab, weil Diebeshaͤnde eingegriffen hatten. Ueber die Wirkung dieſer Duͤngungsmittel auf Wieſen konnte ich blos nach dem Auge urtheilen. Auch hier zeigte gebrannter Thon ſich als das vor⸗ zuͤglichſte unter denſelben und Ruß war beſſer als Holzaſche. Es iſt ſonderbar, daß man in meiner Nachbarſchaft den Ruß ſo wenig achtet, die Holz⸗ aſche aber ſo hoch ſchaͤtzt. Dieſes Vorurtheil wird durch obige Verſuche widerlegt.— Wo nur ge⸗ brannter Thon auf kaltem, naſſem, zaͤhem Boden angewendet wurde, machte er denſelben trocken und zerreiblich, ſo daß er beinahe zu jeder Jahreszeit bearbeitet werden konnte. Ich habe ein ſolches Grundſtuͤck vor ſieben bis acht Jahren mit gebrann⸗ tem Thone zugerichtet, und man ſieht noch heutzu⸗ tage die gute Wirkung davon und wird ſie noch nach Jahren ſehen. Man bedient ſich in Irland des gebrannten Thones ſeit mehr denn einem Jahrhunderte ſchon mit dem beſten Erfolge; ſeit den letzten zehn Jah⸗ ren wurde dieſes Duͤngmittel auch in Schottland mit Vortheil eingefuͤhrt, und faͤngt jetzt auch an ſich in England zu verbreiten. Es iſt nicht zu zweifeln, daß durch verſtaͤndige Anwendung des Thones der Werth naſſer, ſchwerer Laͤndereien um das Doppelte erhoͤht wer⸗ den kann“*). *) Den uͤbrigen Theil des Cartwrightiſchen Aufſatzes, Zweites Kapitel. Von der Abſchaffung der Brache. „Die Brache und die Bearbeitung mit der Hand, ſagt der Verfaſſer des Neuen Oekonomieka⸗ lenders(New Farmer's-Calendar), dieſe erbaͤrm⸗ lichen Stellvertreter der Duͤngung in den erſten Jahr⸗ hunderten, koͤnnen ſich, nach den Fortſchritten, die der Landbau gemacht hat, nirgends mehr halten.“ Ich bin ganz ſeiner Meinung und ich habe auf mei⸗ nen Feldern die Brache ganz abgeſchafft. 1 Indeſſen haͤlt man die Brache noch uͤberall fuͤr nothwendig, wo man breitwuͤrfig ſaͤet*), um das Unkraut zu tilgen, und das Land gehoͤrig zu puͤlvern und zur Saat vorzubereiten. Ich werde demnach einige Bemerkungen uͤber dieſen Theil der Landwirthſchaft mittheilen, welchen ich als den vor⸗ nehmſten Grund der Herabſetzung der Bodenrente unter ihren eigentlichen und wahren Betrag betrachte. Es iſt bekannt, daß jeder Landwirth, welcher Brache haͤlt von den Aeckern die brach liegen, ein Jahr Abgaben und ein Jahr Einkommen verliert. Eben ſo iſt es bekannt, daß die Zubereitung des Landes fuͤr die naͤchſte Ernte im Brachjahre zu den muͤhſamſten und koſtſpieligſten Feldarbeiten gehoͤrt. Doch der groͤßte Verluſt faͤllt auf das Nationalein— kommen zuruͤck. Die Brache bewirkt naͤmlich im Allgemeinen, daß das Bodenerzeugniß und folglich auch das Nationaleinkommen wenigſtens um ein der vom Brennen des Thones und den dazu erforderlichen Vorrichtungen handelt, werden wir im Anhange, der die⸗ ſen Gegenſtanden gewidmet iſt, vollends mittheilen. *) In vielen Gegenden Englands ſäet man jetzt alle Frucht⸗ arten vermittelſt der Saͤemaſchinen in gerade mehr oder minder weit von einander abſtehende Reihen. Die Frucht läßt ſich auf dieſe Weiſe vermittelſt der Pferdehacke leicht vom Unkraute reinigen und gedeiht durch das Auflockern des Bodens in den Zwiſchenraͤumen weit beſſer. Fuͤnftel geringer wird, als ſie ſeyn wuͤrden, wenn das brach liegende Land mit dem andern zur Er⸗ zeugung von Fruͤchten angewendet wuͤrde. Man muß alſo alle dienlichen Mittel anwen⸗ den, um aus unſerm Ackerbauſyſteme einen ſo thoͤ⸗ richten Gebrauch zu verbannen. In Flandern, in der Schweiz, in Frankreich, ja auch ſelbſt in unſerm Lande findet man mehrere ermunternde Bei⸗ ſpiele von allmaͤhliger Abſchaffung der Brache. Be⸗ ſonders gibt man ſich in Frankreich viel Muͤhe, die⸗ ſen Gebrauch, den man dort als hoͤchſt nachtheilig fuͤr den Wohlſtand des Landwirthes betrachtet, ab⸗ zuſchaffen.„Bald, ſagt Herr Yvart, bald koͤn⸗ „nen wir hoffen nach und nach die voͤllige Abſchaf— „fung der Brache auf Frankreichs Boden zu errei⸗ „chen, denn eine große Anzahl eifriger und unter⸗ „richteter Landwirthe ſtellt ſich mit Muth allen Hin⸗ „derniſſen entgegen, welche das alte Herkommen und „die Vorurtheile in den Weg legen, und geben ih⸗ „ren Umgebungen ſehr heilſame Beiſpiele, welche ndes Erfolges der Nachahmung nicht ermangeln „koͤnnen”“*). *) In Deutſchland ſieht man wohl im Ganzen gar gut ein, daß die Abſchaffung der Brache eine groͤßere Menge Bo⸗ denerzeugniſſe liefern muͤſſe, und erkennt auch, daß dieſelbe im Allgemeinen moͤglich ſey, indem das Beiſpiel der Gaͤr⸗ ten, Krautmaſſen u. ſ. w., die alljaͤhrlich und zwar recht uͤppig tragen, auch den Unglaͤubigſten von der Moͤglichkeit uͤberzeugen muß. Allein die wichtigſten Gruͤnde, warum man die Abſchaffung der Brache hier ſo ſelten findet, lie⸗ gen: 1) in der bedeutenden Schafzucht, die ohne Brache, wie man glaubt, nicht ſo gut betrieben werden koͤnnte; 2) in der noch an ſo vielen Orten fortbeſtehenden Koppel⸗ hut, die nicht nur der Abſchaffung der Brache, ſondern auch ſo manchen andern Verbeſſerungen in der Landwirthſchaft Thuͤr und Thor verſperrk; 3) in dem Mangel an Dung⸗ mittel, die man bei Abſchaffung der Brache ganz natuͤr⸗ lich in weit groͤßerer Menge noͤthig hat. Das erſte Hin⸗ derniß ließe 8 wohl durch ausgedehntere Anſaat von Fut⸗ terkrautern, beſonders aber durch Anſaat des weißen Kopf⸗ 3 33 34 Hr. John Sinclair hat in ſeinen: Be⸗ merkungen uͤber die niederlaͤndiſche Land⸗ wirthſchaft in dieſer Ruͤckſicht einige Thatſachen mitgetheilt, welche die ganze Aufmerkſamkeit derer verdienen, die noch hartnaͤckig am Brachſyſteme han⸗ gen. Er berichtet, daß die Brache nach einem hart⸗ naͤckigen Kampfe in der Gegend von Fleurus bei⸗ nahe gaͤnzlich abgeſchafft wurde, und daß bei den ſchweizer Landwirthen nicht mehr die geringſte Spur von ihr zu finden iſt. Sehr gut waͤre es fuͤr die Nation ſo wie fuͤr die Oekonomen ſelbſt, wenn dieſe Beiſpiele in ganz England nachgeahmt wuͤrden! Derſelbe berichtet uns, daß es ſich in Flan— dern bewaͤhrt at, daß der Weizen, welcher dort nach der Brache das Zwoͤlfundeinhalbfache des Sa⸗ mens traͤgt, nach Ruͤben und Raps das Dreizehn⸗ bis Vierzehnfache abwirft und dabei dem Brande weniger unterworfen iſt. Bisher hatte ich die be⸗ ſten Weizenernten immer nach Winterwicken*); dies beſtimmte mich bei meinen Aeckern folgenden Wechſel einzufuͤhren: 1) Winterwicken, 2) Weizen, 3) Hafer, 4) Klee und Raygras. Auf die Wicken wird geduͤngt, uid verbrennt man dann die Wei⸗ zenſtoppeln mit ver unter ſie gemiſchten Erde, ſo wird der Boden vom Unkraute gereinigt, und laͤßt klees zum Abweiden, beſeitigen. Das zweite Hinderniß hebt ſich jetzt in allen Gegenden Deutſchlands, wo man das durch Hebung der Landwirthſchaft zu begründende Staatswohlſeyn gehoͤrig ins Auge zu faſſen weiß, von ſelbſt, und Preußen leuchtet beſonders in dieſer Hinſicht, durch ſein weiſes Geſetz uͤber die Abloͤſung jener alten ungerech⸗ ten Gerechtſamen einer noch roheren Vorzeit vielen andern Ländern ruhmvoll vor. Zur Hebung des dritten Hinder⸗ niſſes aber wuͤrde das von unſerm Verfaſſer angegebene Dungmittel, wenn es ſich in der Anwendung bewaͤhrt, ſehr weſentlich mitwirken.. *) Dieſe ſind dem Ueberſetzer noch nicht bekannt, duͤrften aber auch füͤr den deutſchen Landwirth eine treffliche Bereiche⸗ 2 rung der Liſte ſeiner Futterkraͤuter ſeyn. ſich zur Anſaat des Hafers und Klees gut vorbe⸗ reiten. Die Ackerbaugeſellſchaft zu Boulogne⸗ſur⸗ mer hat, wie man aus dem Protokoll ihrer Sitzung vom 24. Mai 1819 erſieht, die aͤußerſt nachtheiligen Folgen entwickelt, welche daraus ent⸗ ſpringen, daß man jaͤhrlich den dritten Theil des Bodens unangebaut liegen laͤßt, denn dies iſt der Gebrauch in jener Gegend Frankreichs, und einen Preis ausgeſetzt fuͤr die beſte Abhandlung uͤber den Reinertrag eines Grundſtuͤckes, nach der Dreifelder⸗ wirthſchaft mit Brache behandelt und eines an⸗ dern gleich guten nach derſelben Wirthſchaftsweiſe, aber ohne Brache behandelt. Aufmunterungsmittel dieſer Art wuͤrden ſehr zweckmaͤßig ſeyn, um die Vorurtheile fuͤr alte Gewohnheiten auszurotten; al⸗ lein ich glaube, daß es noch beſſer ſeyn wuͤrde uͤberall im ganzen Koͤnigreiche Verſuche im Kleinen anzuſtellen, um ſowohl dieſen, als auch andere noch ſtreitige Punkte zu eroͤrtern. Solche Verſuche wuͤr⸗ den den Landwirthen, die ſie anſtellen wollten, we⸗ nig Aufwand verurſachen. Die meiſten der wichtig⸗ ſten Verſuche der Art, welche ich anſtellte, nahmen nicht mehr als einen Viertelacre ein. Auf dieſem beſchraͤnkten Raume kann man mit hinlaͤnglicher Si⸗ cherheit beſtimmen: den Unterſchied der Wirkung der Brache und ihrer Abſchaffung; des tiefern und des ſeichtern Pfluͤgens; der grob bearbeiteten und gehoͤ⸗ rig gepuͤlverten Ackerkrume; des oͤfterern und ſeltne⸗ vern Ackerns; der ſchwaͤchern und ſtaͤrkern Ausſaat; aller verſchiedenen Duͤngmittel, die einem in der Ge⸗ gend, wo die Verſuche angeſtellt werden, zu Gebote ſtehen. Kurz zwoͤlf Jahre lang angeſtellte Verſuche haben mich belehrt, daß es nicht einen einzigen Punkt in der practiſchen Landwirthſchaft gibt, der nicht 3* 35 36 auf dieſe Weiſe aufgehellt werden koͤnnte, ohne ſich auf lange und ermuͤdende Unterſuchungen einzulaſſen, deren vorzuͤglichſte Wirkung darin beſteht, Viele von denen zu langweilen, welche ſie leſen. Ich habe ſchon bemerkt, daß man die Brache üͤberall fuͤr nothwendig haͤlt, wo man breitwuͤrfig ſaͤet. Es iſt moͤglich daß dem in manchen beſonderen Faͤllen alſo ſey. Allein im Allgemeinen ſcheint es mir doch, daß, wenn dieſe Kulturart beſſer eingerichtet wuͤrde, als es bis⸗ her gewoͤhnlich der Fall geweſen iſt; wenn man den Duͤnger nicht unmittelbar vor der Winterfrucht bei⸗ braͤchte; wenn man anſtatt des Kalkes gebrannten Thon, Mergel, oder Kleiboden anwendete; wenn die Stoppeln der Winterfrucht, Wicken, Bohnen, Erbſen u. f. w. durch einen Schroͤpfer*) ausgeriſ⸗ ſen, mit dem Theil des Bodens, der die Unkraut⸗ wurzeln und Unkrautſamen in ſich enthaͤlt, zuſam⸗ mengerecht und verbrannt wuͤrden, ſo wie ich es bei der Behandlung meiner Felder nach meinem neuen Wirthſchaftsſyſteme zu halten pflege; es ſcheint mir, ſage ich, doch, als wenn dieſe Mittel den Boden hinlaͤnglich reinigen und puͤlvern wuͤrden, um der Brache nicht zu beduͤrfen. Dieſe Meinung gruͤndet ſich auf die große Menge von Erfahrungen, die ich daruͤber gemacht habe, wobei ſich immer bewaͤhrte, daß der Boden, wenn jene Arbeiten an ihm gehoͤ⸗ rig verrichtet und er mit den gebrannten Stoffen beſtreut war, ſich ſehr gut gepuͤlvert und außeror⸗ dentlich rein von Unkraute zeigte. Ich bin daher feſt uͤberzeugt, daß das beſte Mittel, das Land, ſelbſt das am meiſten vom Un⸗ kraute verunreinigte, von demſelben zu befreien, darin beſteht, das man daſſelbe, nach der Art, wie ich *) Ein vom Verfaſſer erfundenes Ackerwerkzeug, das wir weiter unten naͤher kennen lernen werden. 37 es auf meinem Gute eingefuͤhrt habe, mit dem Schroͤpfer behandelt, darauf uͤberrecht*), und den zuſammengerechten Unrath verbrennt. Dieſes Ver⸗ fahren wuͤrde weit wirkſamer ſeyn, als eine Som⸗ merbrache auf die gewoͤhnliche Weiſe, bei welcher durch das Pfluͤgen die Unkrautsſaͤmereien nur in den Boden vergraben werden, um in der Folge wieder heraufgebracht aufzugehen und das Land von neuem verunreinigen zu koͤnnen. Wuͤrde man die Brache ganz mit Schroͤpfern bearbeiten, ſo wuͤrde dadurch das Land weit beſſer gepuͤlvert, die Unkrautsſamen keimten und liefen aus, und die jungen Pflanzen koͤnnten nun leicht durch die folgenden Arbeiten waͤh⸗ rend der Sommerhitze zerſtoͤrt werden. Der auf dieſe Weiſe ganz klar gemachte Boden wuͤrde in allen ſeinen Theilen die befruchtenden Stoffe aus der Atmoſphaͤre viel leichter in ſich aufnehmen koͤnnen. Die allgemeine Einfuͤhrung des Reihenſaͤens durch Saͤemaſchinen wuͤrde ohne Zweifel das wirk⸗ ſamſte Mittel ſeyn, den Ackerbau von dem ſo be⸗ deutenden Aufwande auf die Brache und ihren an⸗ dern Nachtheilen zu befreien**). Allein es herrſchen ſehr große Vorurtheile gegen dieſe Saͤeweiſe, die man fuͤr unbequem und koſtſpielig haͤlt. Es iſt da⸗ her wichtig die Abſchaffung der Brache auf andere Weiſe moͤglich zu machen. *) Ebenfalls vermittelſt eines vom Verfaſſer erfundenen wei⸗ ter unten beſchriebenen Inſtrumentes, des Pferderechens. **) Weil nänlich bei dieſer Saͤeweiſe ſich der Acker auch ohne Brache vom Unkrante eher durch Bearbeitung der Saat⸗ felder mit der Pferdehacke u. ſ. w. reinigen laͤßt. Dieſe Art zu ſaͤen aber läßt ſich leider auf gar manchem Boden z. B. auf ſteinigem, auf unebenem und muldigem u. ſ. w. nicht anwenden. Indeſſen ſetzt auch der Verfaſſer voraus, daß die Ackerwirthſchaft uͤberall wenigſtens ſo viel gediehen ſey, daß die Ackerkrume gehoͤrig von Steinen gereinigt und hinlanglich geebnet erſcheine. 38 Ich habe ſchon ein Mittel angezeigt, den Zweck*) der Brache mit ſehr wenig Aufwand zu erreichen; allein bei reiflicherem Nachdenken uͤber die⸗ ſen Gegenſtand habe ich noch ein anderes entdeckt. Es beſteht darin, daß man den Samen auf die ge⸗ woͤhnliche Weiſe breitwuͤrfig ausſtreut, und ihn dar⸗ auf ohne ihn unterzueggen in Reihen bringt die neun Zoll weit von einander entfernt ſind. Ich habe dieſes Verfahren ganz neuerlich bei einem Grundſtuͤcke von neun Acres angewendet, und bediene mich dazu eines Werkzeuges mit vier Scharen, welche die Ober⸗ flaͤhhe mit dem darauf befindlichen Samen ſenkrecht heben und ſie dann von der Rechten zur Linken um⸗ legen, ſo daß der Same zwei bis drei Zoll hoch bedeckt wird. Dieſes Werkzeug wird weiter unten mit den andern Werkzeugen, die ich bei meiner neuen Behandlungsweiſe des Ackers anwende, naͤher be⸗ ſchrieben werden**). Es iſt wahrſcheinlich, daß man durch dieſes Mittel alle die Vortheile erlangt, welche die Saͤema⸗ ſchine gewaͤhrt. Der Same wird durch eine einzige Operation vollkommener untergebracht, als durch drei⸗ bis viermaliges Beſtreichen mit der Egge; ferner kommt er durch dieſelbe in Reihen, ſo daß die Pflan⸗ zen einen freieren Durchzug der Luft genießen und ihre Wurzeln freier nach den Seiten hinaustreiben *) Als den Zweck der Brache ſieht unſer Verfaſſer nämlich immer nur die Reinigung des Landes vom Unkraute an. **½) Es ſcheint als wenn der Verfaſſer durch dieſes Inſtru⸗ ment die Hinderniſſe, welche ſich der allgemeinen Einfüͤh⸗ rung der Saͤemaſchine in den Weg ſetzen, doch auch nicht voͤllig gehoben haͤtte. Denn es erfordert auch dieſes Werk⸗ zeug, um es anwenden zu konnen, einen ganz klaren, ebenen und von Steinen voͤllig gereinigten Boden; und wenn auch die erſtere und zweite Bedingung ſich uͤberall er⸗ fuͤllen laſſen wuͤrde, ſo gibt es doch viele Gegenden, in welchen eine voͤllige Befreiung der Ackerkrume von Steinen unmoͤglich, ja nicht einmal gut und rathſam iſt. 39 koͤnnen. Das Behacken mit der Handhacke kann ſehr leicht geſchehen, wenn die Pferdehacke nicht zwi⸗ ſchen den Reihen durchgezogen werden köͤnnte, was noch ungewiß iſt*). 1— Stets bin ich der Meinung geweſen, daß die Abſchaffung der Brache unumgaͤnglich nothwendig iſt, wenn der Ackerbau auf die hoͤchſte Stufe der Voll⸗ kommenheit gebracht, und die Landwirthſchaft Eng⸗ lands eine wahre Muſterwirthſchaft werden ſoll 2*). Die Sache waͤre gewiß moͤglich, wenn man nur zweckmaͤßige Mittel anwendete, um die Landwirthe von den großen Vortheilen, die fuͤr ſie daraus ent⸗ ſpringen, zu uͤberzeugen, und ſie zur Einſicht ihrer Irrthuͤmer und Fehler zu bringen, ſo wuͤrde ſich bald im ganzen Koͤnigreiche ein beſſeres Ackerbauſy⸗ ſtem verbreiten. Wenn man daraus, daß die Brache in den fruͤ⸗ heren Jahrhunderten immer gehandhabt worden iſt, ſchließen wollte, daß man ſie auch jetzt noch beibe⸗ halten muͤßte, ſo wuͤrde man ſehr unrecht haben, da uns eine große Menge von Thatſachen beweiſen, daß man dieſelbe entbehren kann. Die halsſtarrige An⸗ haͤnglichkeit Vieler an jene fehlerhafte Gewohnheit bei den gegenwaͤrtigen Verhaͤltniſſen laͤßt ſich nur aus jenem unerklaͤrbaren Hange ableiten, welchen wir fuͤr mehrere nicht minder fehlerhafte alte Gewohnheiten zeigen. *) Es iſt zu bedauern, daß der Verfaſſer dieſes Inſtrument nicht fruͤher erfunden hat, um uns Genaueres und Be⸗ ſtimmteres uͤber ſeine Brauchbarkeit und ſeinen Nutzen mit⸗ theilen zu koͤnnen. *) Hierin hat der Verfaſſer ganz recht, denn eine Land⸗ wirthſchaft iſt offenbar um ſo vollkommener, je mehr ſie, verſteht ſich bei gleichem Aufwande, Erzeugniſſe liefert; und daß die Landwirthſchaft bei Abſchaffung der Brache weit mehr Erzeugniſſe liefern würde, dafür burgt die Er⸗ fah rung der Gartenwirthſchaft. 40 Was Herr John Sinclair in Flandern ſah und hoͤrte, beſtimmt ihn zu der Meinung, daß die Brache ſelbſt fuͤr den ſchwerſten Boden nicht nothwendig iſt, wenn man dieſen nur durch andere Mittel gehorig vom Unkraute reinigen und puͤlvern kann. Ich werde im folgenden Kapitel zeigen, daß beides auch auf dem ſchwerſten und bindendſten Boden ſehr leicht zu bewerkſtelligen iſt. Durch die Abſchaffung der Brache koͤnnten in England und Schottland zwei Millionen und vier⸗ malhunderttauſend Acres Land unmittelbar ange⸗ baut werden, ohne neue Kapitalien aufwenden zu muͤſſen; ja ich werde ſogar durch meine eigene Er⸗ fahrung beweiſen, daß man ſie mit weniger Koſten nuͤtzlich bebauen kann, als es erfordert, wenn man ſie unbeſaͤet als Brache liegen laͤßt. Wie viel troͤſtlicher iſt nicht dieſe Ausſicht, als die rieſenhaften Pläͤne zur Umreißung von Heiden, in faſt allen bis jetzt mitgetheilten Vorſchlaͤgen zur Erzeugung desjenigen, was der Nation noch an Le⸗ bensmitteln mangelt, und was wir bisher vom Aus⸗ lande bezogen!— Man hat ohne Zweifel nicht be⸗ rechnet, welches ungeheure Kapital zur Uebermachung einer ſo großen Strecke Heiden, zur Errichtung der neuen Gebaͤude und Befriedigungen, ſo wie zur An⸗ ſchaffung der zu einer ſo großen Menge von Guͤ⸗ tern noͤthigen Arbeitsthiere erforderlich iſt. Schlaͤgt man nur den erforderlichen Aufwand auf einen Acre zu zwanzig Pfund Sterling(125 Rthlr.) an, ſo wuͤrde ſich das unumgaͤnglich erforderliche Kapital wenigſtens auf acht und vierzig Millionen Pfund 300,000,000 Rthlr.) belaufen, waͤhrend durch die gaͤnzliche Abſchaffung der Brache dieſe Summe zum Grundkapital des Landes hinzugefuͤgt wuͤrde, ohne die geringſte Erhoͤhung des Aufwandes. 41 — Aber dieß iſt noch nicht Alles, verſchiedene an⸗ 74,, . Ree wedey, lee 7e, v.e A e f ,un 40 Was Herr John ſah und hoͤrte, beſtimmt Sinclair in Flandern ihn zu der Meinuna das 41 Aber dieß iſt noch nicht Alles, verſchiedene an⸗ dere Vortheile wuͤrden offenbar noch aus der vor⸗ geſchlagenen Abſchaffung der Brache entſpringen. Die Lebensmittel aller Art wuͤrden, in groͤßerer Menge vorhanden, wohlfeiler werden, und die arbeitende Klaſſe dadurch ein beſſeres Loos erhalten; die Ar⸗ mentaxe wuͤrde ſich betraͤchtlich vermindern, und es wuͤrde viel weniger Arbeit und Aufwand erforderlich ſeyn, um die Laͤnderei zu beſtellen, als um ihr ein ganzes Jahr lang die muͤhſelige und koſtſpielige Brachbehandlung angedeihen zu laſſen. Alles dies wird im folgenden Kapitel durch Beiſpiele dargethan werden, wo man ſehen wird, daß die Paͤchter in meiner Gegend eine Tagarbeit von zwanzig Pferden verſchwenden, um einen Acre durch die Brache zur Weizenanſaat vorzubereiten, waͤhrend ich eine voll⸗ kommnere Puͤlverung und eben ſo reichliche Ernten ohne Brache erhalte, durch eine Tagarbeit von fuͤnf und bisweilen noch weniger Pferden. Dieſe einfache Darſtellung ſoll, denk ich, hinreichen, um eine deutliche Vorſtellung von den ungeheuren Vortheilen zu geben, welche aus der gaͤnzlichen Ab⸗ ſchaffung der Brache entſpringen wuͤrden. Dieſer Gegenſtand iſt innig verbunden mit den zwei großen Grundlagen der Staatsoͤkonomie, naͤmlich der Ver⸗ mehrung der Einkuͤnfte, und der Sicherung hin⸗ laͤnglicher Nahrungsmittel fuͤr die Nation;z ich darf demnach hoffen, daß er die Aufmerkſamkeit der Re⸗ gierung auf ſich ziehen, und daß dieſe ſchleunige Maßregeln ergreifen wird, um eine ſo ſchaͤdliche und mit klaren und unlaͤugbaren Thatſachen im Wider⸗ ſpruche ſtehende Gewohnheit abzuſchaffen. Um ſich noch mehr zu uͤberzeugen, daß ſich die Brache gar wohl abſchaffen laſſe, braucht man nur die Geſchichte des Ackerbaues zu durchlaufen. Man 42 wird hier zahlreiche Beiſpiele von erfolgreicher Ab⸗ ſchaffung der Brache auf jeder Bodenart finden, be⸗ ſonders durch die Bemuͤhungen eines Bakewel, Arbuthnot und anderer. Wenn die Beiſpiele, die wir vor Augen haben, allgemeiner wuͤrden, ſo duͤrf⸗ ten wir bald eine große Verbeſſerung der Landwirth⸗ ſchaft in unſerm Lande erleben. Eine der beſten Abhandlungen, welche ich uͤber die Abſchaffung der Brache geleſen habe, befindet ſich in einem Werk, das den Titel fuͤhrt: Neues vollſtaͤndiges Lehrbuch der theoretiſchen und praktiſchen Landwirthſchaft. Der Ver⸗ faſſer dieſes Werkes, Herr Yvart, ein erfahrner Oekonom, Profeſſor des Landbaues und der Landwirth⸗ ſchaft, hat dieſen Gegenſtand auf eine ſo ausgezeich⸗ nete Weiſe behandelt, und ſo viele Belege von ge⸗ gluͤckter Abſchaffung der Brache in Frankreich gege⸗ ben, daß, wenn der Abſchnitt ſeines Werkes uͤber bie Brache ins Engliſche uͤberſetzt und zur allge⸗ meinen Belehrung gedruckt wuͤrde, dieſer gewiß alle Brachliebhaber uͤberzeugen wuͤrde, daß ihr Syſtem durchaus nichts nuͤtzt und eben ſo verderblich fuͤr den Staat als fuͤr ſie ſelbſt iſt. 7 Drittes Kapitel. Von der Vorbereitung des Bodens zur Saat. Nachdem ich die Mittel angegeben habe, durch welche es mir gelungen iſt, mich des bedeutenden Aufwandes zu uͤberheben, welchen die Anwendung des Kalkes und die Brache nach dem alten Ackerbau⸗ ſyſtem erfordern, will ich auch die Veraͤnderungen eroͤrtern, die ich in der Zubereitung des Bodens ein⸗ gefuhrt habe, und durch welche ich im Stande bin, 43 den Boden viel leichter und ſchneller klar zu machen, als man es durch Pflug, Egge und Walze vermag. Anſtatt meine Grundſtuͤcke von der Ernte bis zur Winterſaat des kuͤnftigen Jahres muͤßig liegen zu laſſen, und, gleich meinen Nachbarn, die Kraͤfte mei⸗ nes Zugviehes, einen ganzen Sommer uͤber, auf die Bearbeitung eines nichtstragenden Bodens zu ver⸗ ſchwenden, bearbeite ich meine Felder zur Anſaat des Wintergetreides und der Winterwicken im Verlaufe der wenigen Wochen von der Ernte bis zur Win⸗ terausſaat vor, und zwar indem ich den Pflug aͤu⸗ ßerſt wenig, oͤfters auch gar nicht anwende. Von Columellas*) Zeiten an bis auf unſere Tage haben alle Schriftſteller, die uͤber den Acker- bau ſchrieben, den großen Nutzen einer vollkommenen Puͤlverung des Bodens behauptet, und ihn durch die *) Columella der gelehrteſte Oekonom des Alterthums. Er lebte etwa 50 Jahr nach Chriſti Geburt. Er hat uns ein Werk uͤber die Landwirthſchaft hinterlaſſen, das aus zwoͤlf Buͤchern beſteht, und außerdem noch ein beſonderes kleineres uͤber die Baumzucht. Columella verlangt, daß der Boden durch die Bearbeitung vollkommen gepuͤlvert werde, und er fuͤhrt ein Sprichwort der Alten an, welches ſagt: daß der Acker ſchlecht bearbeitet ſey, der des Eggens nach der Saat beduͤrfe. Mit weniger ſtarken Inſtrumen⸗ ten, als die ſind, deren man ſich jetzt bedient, iſt es moͤg⸗ lich einen ſolchen Grad der Klarheit zu erlangen auch ohne Eggen; aber ſo lange der Gebrauch beibehalten werden wird, den Boden zuvoͤrderſt in große Schollen zu zerreißen, wird man nicht blos das Eggen, ſondern auch haͤufiges Walzen nothig haben, um den Boden gehoͤrig klar zu brin⸗ gen. Dieſe Behandlungsart des Bodens, welche den mor⸗ enlaͤndiſchen Voͤlkern ganz unbekannt iſt, verurſacht dem bandwirth eine ungeheuere Menge von Arbeiten, deren man uͤberhoben ſeyn koͤnnte, wenn man ſich weniger ſtar⸗ ker Inſtrumente bedienen wollte, wenn man den Chineſen und Indiern nachahmte, die mit ganz leichten und ſchwa⸗ chen Inſtrumenten den Boden zu gleicher Zeit pfluͤgen und klar machen. Dieß wuͤrde am beſten mit unſern Reißpfluͤ⸗ gen bewerkſtelligt werden; denn dieſe verrichten wirklich zu gleicher Zeit den Dienſt des Pfluges und der Egge, ja man kann auch behaupten der Walze, indem ein mit dem Reiß⸗ pfluge bearbeiteter Boden des Walzens nicht bedarf. 5 3 That bewieſen. Der Hauptgrundſatz, den ſie bei der Bearbeitung des Bodens einſchaͤrfen, iſt, den Boden rein zu halten vom Unkraute und ihn ſo gut zu be⸗ arbeiten, daß die Aecker eines Gutes ſo viel wie moͤglich gut behandeltem Gartenland gleichen. Jedermann ſieht ein, daß die Bearbeitung der Gartenbeete der der Aecker vorzuziehen iſt; indeſſen fin⸗ det man doch noch viele Anhaͤnger der groben Acker⸗ bearbeitung, die auf ihren Feldſtuͤcken thun, was ſie ſich in ihren Gaͤrten uie zu Schulden kommen laſ⸗ ſen wuͤrden. Noͤchten dieſe nur einen einzigen ver⸗ gleichenden Verſuch beider Behandlungsarten des Bo⸗ dens auf ihren Feldern anſtellen, ſo wuͤrden ſie ſo⸗ gleich den großen Vorzug einer vollkommenen Puͤl⸗ verung einſehen. Mich hat das Ergebniß vielfacher Verſuche zur Genuͤge davon uͤberzeugt, und ich habe mich daher bemuͤht, ein Mittel zu entdecken, durch welches ich die moͤglichſt feine Zertheilung der Erd⸗ ſchollen mit dem mindeſten Koſtenaufwande erreichen koͤnnte. Ich bemerkte bald, daß ich durch das bei uns uͤbliche tiefe Pfluͤgen, wenn ich es auch noch ſo oft wiederholte, nie dahin gelangen wuͤrde, einem ſo bin⸗ denden Boden wie der meinige iſt, den zum Beſtel⸗ len mit der Saͤemaſchine noͤthigen Grad der Fein⸗ heit zu verſchaffen, und ein achtungswerther kennt⸗ nißreicher Pachter in meiner Nachbarſchaft erklaͤrte mir, es wuͤrde mir nie gluͤcken mit der Trillmaſchine ſaͤen zu koͤnnen, er habe den Verſuch gemacht, habe aber darauf Verzicht leiſten muͤſſen, weil er den Boden nie habe fein genug puͤlvern koͤnnen. Da ich mir nun den Grund dieſes Mißlingens zu erklaͤren ſuchte, wurde ich uͤberzeugt, daß er in dem ganz unzweckmaͤßigen tiefen Pfluͤgen zu ſuchen ſey. Man will zu viel auf einmal thun. Das erſte 45 Pfluͤgen bringt nicht blos die ausgefallenen Unkraut⸗ ſamen in die Erde, ſondern verurſacht zugleich un⸗ geheure Erdbaͤnke, welche bei der folgenden Ahrt quer durchſchnitten große Schollen bilden, in deren Innern ein großer Theil der Unkrautſamen eingeſchloſſen bleiben, die nicht eher zum Keimen kommen, als am Ende der Brache. Die aus ihnen entſtehenden Un⸗ kraͤuter, welche man durch die Brache zu vernichten gedachte, ziehen alſo von allen den muͤhſamen und koſtſpieligen Arbeiten der Brache und eben ſo auch vom Duͤnger denſelben Nutzen, wie das Getreide ſelbſt; ſie wachſen mit ihm in die Hoͤhe und ent⸗ ziehen ihm einen Theil der Nahrung, welche daſſelbe allein genoſſen haben wuͤrde, wenn dieſe hungrigen Schmarotzer vor oder gleich nach ihrer Geburt ver⸗ nichtet worden waͤren. Das beſte Mittel ſich ihrer zu entledigen, iſt, ſie aus ihren Kerkern herauszu⸗ ziehen und ſie durchs Feuer zu vernichten, bevor ſie zum Vorſchein kommen, oder wenn einige der Ver⸗ nichtung entgingen, ſie zum Keimen zu zwingen, be⸗ vor der Getreideſame der Erde anvertraut wird. Dieſe Betrachtungen beruhten ohne Zweifel auf guten Gruͤnden; aber die groͤßte Schwierigkeit war, jene feine Puͤlverung des Bodens zu erreichen, die ich fuͤr noͤthig erachtete. Ich hatte gerade ein Stuͤck von fuͤnf Acres, welches den Winter uͤber unbeſtellt gelegen hatte. Es war nur ein einzigesmal ge⸗ pfluͤgt worden und hatte nach vier vorhergehenden Ernten kelne Duͤngung erhalten. Zu Anfange des Maͤrzes nahm ich mir vor, es zu einer Haferausſaat vorzubereiten. Man rieth mir es zu pfluͤgen. Allein da die beim vorhergehenden Pfluͤgen entſtandenen Baͤnke ſo hart wie Ziegelſtein waren, war es klar, daß die ganze Oberflaͤche in große Schollen verwandelt ſeyn wuͤrde, welche ſich, ohne vom Regen vorher etwas 46 erweicht worden zu ſeyn, unmoͤglich haͤtten klar ma⸗ chen laſſen. Ueberdem fiel mir bei, daß beim Pfluͤ⸗ gen zu jener Zeit der Pflug eine Menge todter Erde emporbringen, und die Oberflaͤche, welche ſo lange Zeit dem wohlthaͤtigen Einfluſſe der Atmoſphaͤre ge⸗ weſen war, vergraben wuͤrde, ſo daß Alles, was durch die Wirkung der Luft in der langen Zeit ge⸗ gewonnen war, rein verloren ging. Dieſe Beweggruͤnde erzeugten bei mir den Ent⸗ ſchluß die Baͤnke auf eine andere Weiſe zu puͤlvern. Es war dies keine geringe Arbeit, denn es ſtand mir damals nur eine einzige ſchwere Egge, oder ſoge⸗ nannter Schollenbrecher zu Gebote. Es gluͤckte mir jedoch nach fuͤnftaͤgiger Arbeit mit dem Schollenbre⸗ cher der mit acht Ochſen und einem Pferde beſpannt war und mit zwei Eggen, jede von einem Pferd gezogen, dieſen widerſpenſtigen Boden faſt voͤllig zu puͤlvern. Der Aufwand fuͤr Menſchen und Zugvieh betrug ein und dreißig Schilling auf den Aecre. Der Hafer wurde breitwuͤrfig ausgeſaͤet, und gab mir eine der ſchoͤnſten Ernten in der ganzen Gegend, zum groͤßten Erſtaunen einiger Paͤchter, welche prophezeiht hatten, daß ich kaum meinen Samen wieder bekommen wuͤrde, weil der Acker nicht geduͤngt worden waͤre. Ein ſo auffallender Beweis von den Vorthei⸗ len einer klaren Puͤlverung des Bodens beſtimmte mich, zu ſuchen, ob ich dieſe nicht mit weniger Ko⸗ ſtenaufwand zu bewerkſtelligen im Stande waͤre.. Bei der Zubereitung meines Haferfeldes hatte ich den Schollenbrecher nach gewoͤhnlicher Sitte zie⸗ hen laſſen. Ich gab ihm nun zwei Sterze, die ſeine Wirkſamkeit ſehr vermehrten; aber ich bemerkte, daß, wenn die hintern Zahnreihen durch den Druck 47 auf die Sterze in den Boden eindrangen, die vor⸗ dern ſich emporhoben und folglich keine Wirkung hervorbrachten. Jetzt ſah ich erſt die Unvollkom⸗ menheit dieſes Ackerwerkzeuges ein, das zwar fuͤr einen leichtern Boden gut ſeyn kann, aber fuͤr ſchwe⸗ ren durchaus nicht paßt. Dieſe Unvollkommenheit ruͤhrt daher, daß dieſes Werkzeug eine zu große An⸗ zahl Zaͤhne oder Widerſtandspunkte hat, die ſich einander gegenſeitig im Wege ſind. Die Zahl der Zaͤhne iſt ſechs und dreißig, die eben ſo viel Wi⸗ derſtandspunkte abgeben, und gemeinſchaftlich das ganze Gewicht des Werkzeugs tragen. Nimmt man nun an, daß dieſes Gewicht ſie⸗ benhundert und zwanzig Pfund iſt, ſo wird die von jedem Zahne getragene Laſt nur zwanzig Pfund betragen, was offenbar nur eine ſehr ſchwache Wir⸗ kung auf einen harten Boden aͤußern kann. Um dieſe Laſt, oder die Kraft der Zaͤhne zu vermeh⸗ ren, war es noͤthig ihre Anzahl zu vermindern. Nach dieſem Grundſatze habe ich meinen kleinen Reiß⸗ pflug oder Schroͤpfer eingerichtet. Er hat nicht mehr als ſieben Zaͤhne, die neun Zoll weit von einander in zwei parallelen, elf Zoll von einander abſtehen⸗ den Linien angebracht ſind. Dadurch wird ſeine Kraft mehr zuſammengedraͤngt, und zugleich ver⸗ mehrt; denn nehmen wir an, daß daſſelbe Gewicht von ſiebenhundert und zwanzig Pfund auf die ſie⸗ ben Zaͤhne wirke, ſo iſt es klar, daß ein jeder an⸗ ſtatt zwanzig Pfund Laſt zu tragen, einen Druck von hundert und zwei und ſechs Siebentheil Pfund, oder den ſiebenten Theil von ſiebenhundert zwanzig Pfund erfahren wird. Mit dieſem Reißpfluge wird nun der feſteſte Boden aufgelockert und zugleich gepuͤlvert, und zwar ſo, daß er bei der erſten Bearbeitung nur auf einige 48 Zoll in den Boden eindringt, bei jeder folgenden aber immer tiefer greift, bis endlich nach mehrmals wiederholtem Durcharbeiten die Ackerkrume durch und durch gehoͤrig aufgelockert und gepuͤlvert erſcheint. Auf dieſem Wege wird aber auch das vorgeſteckte Ziel viel leichter und mit weit weniger Koſtenauf⸗ wand erreicht. Leicht laͤßt ſich dies einſehen, wenn man die Anwendung der mechaniſchen Grundſaͤtze, auf wel⸗ chen dies beruht, auf den in ſchwerem Boden arbei⸗ tenden Pflug macht. Wenn man das Schar nur ſo tief eingehen laͤßt, daß es zwei Pferde verarbei⸗ ten koͤnnen, und die Operation wiederholt, erreicht man ſeinen Zweck, das heißt, man pfluͤgt mit einem geringeren Aufwande von thieriſcher Kraft eben ſo tief, als wenn man das Pfluͤgen auf einmal mit vier Pferden unternommen haben wuͤrde. Dies erklaͤrt ſich, wenn man bedenkt, daß der Widerſtand, welchen der Pflug zu uͤberwinden hat, ſich verhaͤlt wie das Quadrat der Tiefe, in welcher man pfluͤgt. Pfluͤgt man naͤmlich mit vier Pferden ſechs Zoll tief, ſo wird der Widerſtand ſeyn 6 mal 6 oder 36; pfluͤgt man aber nur mit zwei Pferden drei Zoll tief, und darauf mit zwei andern noch⸗ mals drei Zoll tief, ſo gelangt man zur naͤmlichen Tiefe; der Widerſtand iſt aber beim erſtenmale nur 3 mal 3 oder 9 und beim zweitenmale ebenfalls nur 9;3 in Summa alſo nur 18. Dazu kommt aber noch, daß die Erdſchollen, wenn man nur drei Zoll tief und darauf noch ein⸗ mal drei Zoll tief pfluͤgt, nicht ſo dick werden und folglich durch die Egge und Walze leichter bearbeitet, und den gehoͤrigen Grad der Puͤlverung erhalten koͤnnen. 49 Bei der von mir angenommenen Weiſe den Boden zu bearbeiten, wird der Pflug ſelten, bis⸗ weilen gar nicht angewendet. Vornehmlich bediene ich mich deſſelben, um den Boden durch eine grobe Vorarbeit zum Eindringen des Reißers geſchickter zu machen. In dieſer Abſicht laſſe ich auf der gan⸗ zen Flaͤche des zu bearbeitenden Feldes vier Zoll tiefe und ſieben und zwanzig Zoll von einander ab⸗ ſtehende Furchen ziehen. Mit zwei Pferden bear⸗ beitet man ſo mit einem einzigen Pflug taͤglich drei Acres. Die Reißer gehen nun zweimal quer uͤber dieſe Furchen, und reißen die Stoppeln und Unkraut⸗ wurzeln aus, welche man ſodann mit einer ſechs Fuß breiten von zwei Pferden gezogenen Harke, oder dem Pferderechen auf dem Boden in kleine Haufen ſammelt. Hat man Zeit und iſt die Witterung trocken, ſo werden dieſe Unreinigkeiten zu groͤßeren etwa dreißig Schritte weit von einander abſtehenden Haufen vereint und verbrannt. Die Aſche wird bald moͤglichſt zerſtreut, und das Land noch zwei⸗ mal geriſſen, bisweilen auch geeggt; der Boden iſt dadurch voͤllig vorbereitet, um den Samen aufzu⸗ nehmen. Dieſe Art das Land zur Saat vorzubereiten koſtet kaum den vierten Theil der thieriſchen Kraft, welche die in meiner Nachbarſchaft wohnenden Oeko⸗ nomen gewoͤhnlich anwenden, um ihre Brachfelder zu bearbeiten und ſie zur Saat geſchickt zu machen. Gewoͤhnlich pfluͤgen ſie die Brache viermal und zwar mit vier Pferden taͤglich einen Acre. Es iſt demnach offenbar, daß zu der viermaligen Bearbei⸗ tung eines Acre eine Tagarbeit von ſechzehn Pfer⸗ den verwendet wird. Rechnet man nun noch aufs Eggen und Walzen eine Tagarbeit von 4 Pferden, ſo wird zuſammen eine Tagarbeit von zwanzig Pfer⸗ 4 5⁰ den angewendet, um einen Acre zur Ausſaat der Winterfrucht vorzubereiten. 1 Bei der von mir angenommenen Methode hab ich ſehr oft Gelegenheit gehabt wahrzunehmen, wie durch die Anwendung eines Tagewerkes von vier und einem halben Pferde eine viel vollkommnere Puͤlve⸗ rung der Ackerkrume bewirkt wurde. Wobei noch zu bemerken iſt, daß hierin ſowohl die Vorarbeit des Furchenziehens mit einem dreiſpaͤnnigen Pfluge, als alle nachfolgende Arbeiten, naͤmlich viermaliges Reißen, Eggen, Saͤen mit der Maſchine, Waſſer⸗ furchenziehen und uͤberdem noch zweimaliges Bear⸗ beiten der Saat mit der Pferdehacke mit inbegriffen ſind. Bevor ich eine vollkommene Anſicht meiner Ver⸗ fahrungsweiſe angeben kann, ſcheint mir es dienlich eine kurze Beſchreibung der Inſtrumente mitzuthei⸗ len, der ich mich zu den verſchiedenen Arbeiten be⸗ diene, und nach den Tagewerken, welche jedes In⸗ ſtrument an Hand⸗ und Thierarbeit erfordert, die Berechnung des Aufwandes fuͤr jede beſondere Ar⸗ beit auf den Acre aufzuſtellen. Die Inſtrumente, deren ich mich bediene, ſind folgende. 1) Ein ſchottiſcher Pflug oder Patentpflug von Slenty*).— Mit den Pferden be⸗ ſpannt pfluͤgt er taͤglich einen Acre. 2) Die von mir erfundenen kleinen Reißpfluͤge, Reißer, oder Schroͤpfer. Dieſe Werkzeuge verrichten mit einem Pferde beſpannt, verſchie⸗ dene Arbeiten und vollenden ſie taͤglich auf drei Acre. Bisher wendete ich ſie vornehmlich an, ») The scotch plongh or Slenty's patent plough. Ein aus Guß⸗ und Schmiedeeiſen zuſammengeſetzter Pflug, der in ſchweren Boden viel kräftiger wirkt, und durch den Ge⸗ brauch abgefuͤhrt und glatt abgeſcheuert viel leichter zu zie⸗ hen iſt, als hoͤlzerne Pfluͤge, weil ſich die bindende Erde nicht ſo feſt daran anhaͤngt. um die Stoppeln auszureißen, den Boden zu puͤlvern und das Land zwiſchen den Getreide⸗ ſtreifen zu behacken.(Siehe Taf. I. Fig. 1. 3) D Stappethaeke toppelreezen Sie beſteht aus drei feſt mit einander verbundenen Querbalken, von denen der vorderſte an ſeinen beiden Endpunkten mit einem Rade, der hinterſte aber, der ſechs Fuß zwei Zoll Laͤnge hat, mit ein und zwanzig Zaͤhnen verſehen iſt. Dieſe Stoppelharke wird mit zwei Pferden beſpannt und harkt taͤglich ſechs Acres. Eine aͤhnliche, nur mit einer kleinen Veraͤnderung verſehene Harke habe ich in den beiden letzten Jahren angewendet. Anſtatt der beiden Raͤder an den Enden des Vorderbalkens hat ſie naͤmlich nur ein Rad in der Mitte, wie Taf. I. Fig. 2. zu ſehen iſt. Durch dieſe Vorrichtung wird es leichter ſie am Ende des Ackers umzuwenden. 4) Ein Paar leichte Eggen.— Sie beſtrei⸗ en, jede mit zwei Pferden beſpannt, etwa ſechs cres taͤglich. 5) Ein Pflug um die Ackerbeete abzuthei⸗ len und zu bilden. Er iſt ſehr leicht und wird von zwei Pferden gezogen. Er hat ein gewoͤhnliches Schar ohne Sech. Die beiden Strich⸗ oder Molchbreter, welche faſt einen rechten Winkel mit dem hintern Ende des Scha⸗ res bilden, ſind zwei Fuß vier Zoll lang. Ihr hinteres Ende iſt vier Zoll uͤber die Grund⸗ flaͤche des Schares erhoben. Auf dem Grin⸗ del iſt ein Zapfen, um welchen ſich der Mit⸗ telpunkt einer leichten hoͤlzernen Latte dreht, die elf und einen halben Fuß lang iſt. An bei⸗ den Enden dieſer Latte ſind Stuͤcken Holz oder Eiſen, die ſogenannten Marker oder Zeich⸗ 4* ner leicht aufgehangen, ſo daß ſie ſich in einer Entfernung von fuͤnf Fuß ſechs Zoll zu beiden Seiten von dem Zapfen auf der Erde bewe⸗ gen. Indem ſie nun den vorher gehoͤrig ge⸗ puͤlverten Boden beruͤhren, und auf demſelben fortgezogen werden, laſſen ſie eine hinlaͤngliche Spur zuruͤck, um nach derſelben die naͤchſte Furche ziehen zu koͤnnen. Dieſes ganz einfache Werk⸗ zeug verrichtet zu gleicher Zeit drei verſchiedene Arbeiten. Das Schar zieht die Furche; die Strichbreter kehren die Erde zur Rechten und zur Linken um und bilden zwei halbe Beete; die Marker oder Zeichner ziehen zwei Parallel⸗ linien zu den naͤchſten Furchen in der Entfer- nung von fuͤnf und einem halben Fuß. Wenn dieſe verſchiedenen Arbeiten gehoͤrig ausgefuͤhrt ſind, ſo geben ſie dem Felde das Anſehen eines in Beete abgetheilten Gartens. 6) Eine kleine Egge fuͤr ein Pferd. Mit einem Pferde beſpannt, fuͤhrt man ſie vor dem Saͤen mit der Saͤemaſchine längs der Mitte der Beete, um dieſe gehoͤrig zu ebenen. 7) Eine Drillmaſchine*) von eigner Er⸗ findung, gezogen durch ein einziges Pferd. Sie ſaͤet drei Reihen auf jeder Seite der Beete, ſo daß jedes fuͤnf und einen halben Fuß breite Beet ſechs Reihen Samen erhaͤlt, die immer neun Zoll weit von einander entfernt ſind. Mit dieſer Drillmaſchine beſaͤet man drei Acres *) Fur ſolche Leſer, denen dieſer engliſche Ausdruck noch nicht bekannt ſeyn duͤrfte, bemerken wir, daß er eine Säema⸗ maſchine bezeichnet, bei welcher der Same aus einem auf Raͤdern ſich fortbewegenden Kaſten, durch eine in letzterm befindliche eigene Maſchinerie in Reihen geſaͤet wird, die in einer Entfernung von 6, 9, 12 Zoll parallel neben ein⸗ ander hinlaufen. taͤglich. Drei kleine Schare, die vor dem Saͤe⸗ kaſten hergehen, oͤffnen die Furchen zur Auf⸗ nahme des Samens. Die beiden Seitenraͤder drehen eine vierſeitige eiſerne Achſe, an welcher die Saͤer mit ihren Einſchnitten befindlich ſind, der Same faͤllt in drei unten angebrachte Lei⸗ ter(Conductoren), welche ihn in die Furchen bringen. Unmittelbar auf ſie folgen vier kleine Schare, welche den Samen beliebig hoch be— decken. Die Samenmenge, die in die Furchen gelangen ſoll, wird durch die drei Ruͤmpfe, oder Abtheilungen des Saͤekaſtens vollkommen geregelt. Um das Auslaufen des Samens zu hemmen hebt man durch die Sterze die beiden Seitenraͤder von der Erde empor, und die Maſchine wird am Ende der Beete, wo man umwendet und kein Same mehr ausgeſtreut werden ſoll, nur durch das Vor⸗ derrad allein getragen. Mit zwei ſolchen Drillma⸗ ſchinen habe ich mehrere hundert Acker ausgeſaͤet. 8) Der Streichpflug.— Dies iſt ein leich⸗ ter Pflug mit zwei Strichbretern, ohne Sech, und wird auch nur von einem Pferde gezogen. Er folgt der Saͤemaſchine, und vollendet die Beete, indem er die Zwiſchenfurchen zur Auf⸗ nahme des von den abhaͤngigen Seiten der Beete ablaufenden Regenwaſſers tiefer zieht. Dieſe Werkzeuge werden in der Ordnung an⸗ gewendet, wie ſie in der ſo eben mitgetheilten Liſte aufgeſtellt ſind. Der Aufwand auf jede Arbeit laͤßt ſich genau berechnen, wenn man fuͤr ein Tagewerk aufs Pferd zwei Schilling ſechs Pence(18 Gr. 9 Pf.), auf einen Mann zwei Schilling(15 Gr.) und auf einen Knaben, der das Pferd fuͤhrt, ſechs Pence (3 Gr. 9 Pf.) rechnet. Dieſe Data verglichen mit — 54 der taͤglichen Leiſtung eines jeden Werkzeuges ſind hinreichend, um den Aufwand auf den Acre zu be— rechnen und beide Kulturweiſen, die gewoͤhnliche und meine neue mit einander zu vergleichen. Der Aufwand aufs Pfluͤgen eines Ackers mit dem ſchottiſchen Pfluge kann auf fgende Weiſe an⸗ geſchlagen werden: Drei Pferde zu 2 Schill. 6 Pence.. 7 Sch. 6 P.— 2Kthlr. 8 Gr. 3 Pf. Ein Arbeiter 2 Schilling— 4 6 Pence, und ein Zu⸗ 8 treiber 6 Pence 3 ⸗— ⸗—=— ⸗ 22 ⸗ 6 ⸗ Summa 10 Sch. 6 P.— 3 Rthlr. 6 Gr. 9 Pf. Der kleine Reißer bearbeitet taͤglich drei Acres. Rechnet man nun, wie oben das Pferd, den Mann und den Knaben, ſo iſt die Totalſumme fuͤnf Schil⸗ ling oder ſechzig Pence(1 Rthlr. 13 Gr. 6 Pf.), wovon der dritte Theil, zwanzig Pence(12 Gr. 6 Pf.), den Aufwand auf das Reißen eines Acre betraͤgt. Der Aufwand auf einen Stoppelrechen fuͤr zwei Pferde, einen Mann und einen Knaben bekraͤgt ſie⸗ ben Schilling ſechs Pence, welches unter ſechs Acres vertheilt auf einen Acre funfzehn Pence(9 Gr. 4½ Pf.) betraͤgt. Ein Paar leichte Eggen mit zwei Pferden und einem Fuͤhrer geben ſechs und einen halben Pence (4 Gr. ¾ Pf.) fuͤr den Acre bei jedesmaligem Eggen. Die Maſchine zur Bezeichnung und Zurichtung der Beete erfordert denſelben Aufwand, wie der Stop⸗ pelrechen, naͤmlich ſieben Schilling, ſechs Pence; allein da dieſes Werkzeug taͤglich acht Acres vollendet, ſo betraͤgt der Aufwand auf einen Acre nicht mehr als zehn und einen halben Pence(6 Gr. 6 ¾ Pf.). Der Aufwand auf ein Tagewerk einer Egge mit einem einzigen Pferde und einem Knaben iſt drei Schilling. Sie beſtreicht ſechs Acres taͤglich, 5⁵ was auf den Acre ſechs Pence(3 Gr. 9 Pf.) be⸗ trägt. Die Drillmaſchine koſtet mit einem Pferde, einem Arbeiter und einem Fuͤhrer taͤglich fuͤnf Schilling, welche durch drei dividirt zwanzig Pence(12 Gr. 6 Pf.) Aufwand auf einen Acre reihenweiſe anzu⸗ ſaͤen geben. Der taͤgliche Aufwand auf einen Streichpflug mit einem Pferde, einem Manne und einem Fuͤhrer iſt auch fuͤnf Schilling; da aber dieſes Inſtrument zehn Acres in einem Tage vollendet, ſo koſtet jeder Acre nicht mehr als ſechs Pence(3 Gr. 9 Pf.). Durch das bloße Verſetzen der Zaͤhne des klei⸗ nen Schroͤpfers wird derſelbe eine ſehr gute Pferde⸗ hacke und ruhrt drei Getreidereihen auf einmal, oder drei Acres taͤglich. Der Aufwand iſt alſo derſelbe, wie bei der Schroͤpfung, naͤmlich zwanzig Pence (12 Gr. 6 Pf.) fuͤr den Acre. Die folgenden Berechnungen enthalten eine Zu⸗ ſammenſtellung der einzelnen Arbeiten meines Kul⸗ turverfahrens, und zeigen ſowohl den Aufwand auf jede einzelne Operation als den geſammten Kultur⸗ aufwand auf einen Acre. Neues Syſtem. Erſte Berechnung. Verfahren und Aufwand bei einem Acre Weizen nach Klee. Einmaliges Pfluͤgen mit Pfd. Sch. Pence Rthlr. Gr. Pf. drei Pferden. 12 ⸗ 3 18 ⸗ à A — —½ v d 1l l ρ Einmaliges Eggen. ⸗ 6 ¾ Zwanzig Karren gebrannter Thon.. 1= 6 6 ⸗ Transport vom Ofen aufs Land„.. 9 ⸗=—= 2 19 6 Den Thon zu zerſtreuen ⸗2—= ⸗ 15 ⸗ Latus 2 2 10— 13 17 56 Pfd. Sch. Pence Rthlr. Gr. Pf. Uebertrag 2 2 10 ½= 13 17 ½ Dreimaliges Schroͤpfen oder Reißen.. ⸗ 6 ⸗= 1 18 6 Die Beete zu bilden ² ⸗ 10= ⸗ 6 6 Eggen der Beetruͤcken.⸗ 6—= ⸗ 3 9 Saͤen mit der Drillmaſchine⸗ 1 8= ⸗ 12 6 Ausziehen d. Zwiſchenfurchen:⸗ 6= ⸗ 3 9 Zwei Scheffel Weizen 1 ⸗= 6 6 ⸗ Bodenrente und Abgaben 1 10 ⸗= 9 9 ⸗ Summa 5 2 5= 32 ⸗ 1 ½ In dieſer Berechnung betraͤgt der Aufwand auf das Puͤlvern des Landes und das Saͤen mit der Maſchine nur ein Pfund, einen Schilling, fuͤnf Pence (6 Rthlr. 16 Gr. 7 Pf.).. Spaͤtere Erfahrungen haben mich belehrt, daß das Pfluͤgen gar nicht nothwendig iſt. Reißt man den Acker zweimal mehr, oder fuͤnfmal im Ganzen, ſo erhaͤlt man denſelben Grad von Puͤlverung, und der Aufwand vermindert ſich auf vier Pfund, drei⸗ zehn Schilling, neun Pence(29 Rthlr. 4 Gr. 1 ½ Pf.) Zweite Berechnung. Ein Acre Weizen nach Weizen. Pfd. Sch. Pence Rthlr. Gr. Pf Zwei Schroͤpfungen 3 4 1„⸗ Zuſammenrechen d. Stoppeln⸗ 1 3 4 Dieſelben auf Haufen zu bringen u. zu verbrennen Zehn Karren gebrannter Thon. Fuhrlohn darauf Ihn zu puͤlvern und zu zerſtreuen. Drei Schroͤpfungen Die Beete zu bilden. Eggen der Beete. Saͤen mit der Maſchine ⸗ Ausziehen der Furchen ⸗ Zwei Scheffel Weizen 1 Bodenrente und Abgaben 1 1 Summa 4 2 8 8 U 8 1 l — u A — N II l' 8 D Illll NS N —½— 3 0œ 0 00 2 00 ρ NSOOSOOO Sa d8u A BA A — 0 ◻☛ — 00 57 Hier betraͤgt der Aufwand auf die Puͤlverung des Bodens und auf das Reihenſaͤen elf Schicling zehn und einen halben Pence(3,Rthlr. 17 Gr. 4½ Pf.). Dritte Berechnung. Ueber einen Acre Weizen nach Wicken, Bohnen oder Erbſen. * Pfd. Sch. Pence. Rthlr. Gr. Pf. Zweimaliges Schroͤpfen ⸗ 3 4=— 1 1⸗ Zuſammenrechen und Ver⸗ brennen der Stoppeln und Ausbreiten der Aſche⸗ 3 6= 1 2 3 Dreimaliges Schroͤpfen ⸗5 ⸗= ˖ 1 13 6 Die Beete zu bilden.⸗ ⸗ 10= ⸗ 6 6 ¾ Eggen des Mittelruͤckens der Beete. ⸗ 6— 3 9 Saͤen mit der Maſchine 5 1 3=i² 12 6 Ausſtreichen der Furcenn ⸗ 6= ⸗ 3 9 Fuhrlohn fuͤr 20 Karren. Thon..„ 9õ= 2 19 6 Denſelben auszuſtreuen 1 6— 11 3 20 Karren gebrannter Thon 1⸗ ä= 6 6„⸗ 2 Scheffel Weizen. 1 3 ⸗= 6 6 Bodenrente und Abgaben 1 10= 9 9 ⸗ Summa 4 15 10 x½— 20 23 Der Aufwand auf die Puͤlverung des Boden und auf das Reihenſaͤen mit der Drillmaſchine iſt hier elf Schilling zehn und einen halben Pence (3 Rthlr. 17 Gr. X¾ Pf.). Vierte Berechnung. Ein Acre Weizen nach Kartoffeln. Pfd. Sch. Veite Rthlr. Gr. Pf. Zweimaliges Schroͤpfen 3— 1 1 Einmaliges Eggen. ⸗ 7⸗ 10= 6 63 Die Beete zu bilden. ⸗ 10½= ⸗ 6 6¾ Eggen des Mittelruͤckens der Beete. 2„ 6— ⸗ 3 9 Saͤen mit der Drillmaſchine 2 1 8= 12 6 Ausſtreichen der Furchen„ ⸗ 6= 3 9 2 Schfl. Weizen zu Samen 1⸗ ⸗= 6 6 ⸗ Bodenrente und Abgaben 1 10 ⸗= 9 9 ⸗ Summa 2 17 9= 18 1 1 ½ 58 Hier betraͤgt der Aufwand auf die Puͤlver ung des Bodens und das Reihenſaͤen mit der Maſchine blos ſieben Schilling und neun Pence(2 Rthlr. 10 Gr. 1 ½ Pf.). Allein es iſt zu bemerken, daß die Kartoffeln mit der Hacke ausgenommen wurden, und daß ſich alſo der Boden ſchon in einem locke⸗ rern Zuſtande befand. Da dieſer Aufwand zur Kar⸗ toffelernte gehoͤrt, hat ſich der Aufwand auf die Anſaat des Weizens ſo vermindert. Fuͤnfte Berechnung. Beſtellung eines Acre Gerſte oder Hafer nach Weizen.— Nach der alten Methode in Suſſex. Pfd. Sch. Pence Rthlr. Gr. Pf. 6 Zweimaliges Pfluͤgen. ⸗ 17= 5 11 3 Fuͤnfmaliges Eggen ⸗ 4 1= 1 3 93 Eineggen des Samens 41 9— ⸗ 13 12 Fuͤnf Scheffel Samen. 1 1⸗ ⸗=—= 6 6 ⸗ Bodenrente und Abgaben 1 110 ⸗= 9 9 ⸗ Summa 3 13 7—= 23 ⸗ 2 Bei dieſer Berechnung betraͤgt der Aufwand auf die Puͤlverung des Bodens und das Eineggen des Samens: ein Pfund drei Schilling ſieben und einen halben Pence(7 Rthlr. 9 Gr. 2 ¼ Pf.). Sechste Berechnung. Ein Acre Gerſte oder Hafer nach Weizen.— Nach der neuen Methode. . Pfd. Sch. Pence Rthlr. Gr. Pf. Zweimaliges Schroͤpfen ⸗ 4 1 1 d I l Abrechen der Stoppeln 6, 1 3 9 4 Verbrennung der Stoppeln und Zerſtreuen der Aſche⸗ 4 6= 1 9 9 Dreimaliges Schroͤpfen 5= 1 13 6 Eineggen des Samens„ 6—=— ⸗ 3 9 Fün Scheffel Samen 1 47 ä=6 6⸗ Bodenrente und Abgaben 1 101 ⸗= 9 9 ⸗ Summa 3 4 7—= 20 4 4 ½ Der Aufwand anf die Puͤlverung des Bodens und das Unterbringen des Samens betraͤgt: acht Schilling zehn Pence(2 thlr. 18 Gr. 3 Pf.). 59 Siebente Berechnung. Klee und Raygras unter Gerſte oder Hafer. Pfd. Sch. Rthlr. Gr. Pf⸗ Bodenrente und Abgaben 1 10 9 9 ⸗ Samen und Ausſaat 1 5 7 19 6 Summa 2 15 17 4 6 In den bisherigen Berechnungen uͤber die Wei⸗ zenkultur habe ich immer die Koſten der Bodenpuͤl⸗ verung und des Reihenſaͤens von dem andern Auf⸗ wande getrennt, damit man deſto leichter die alte und neue Methode der Zubereitung und Beſtellung des Bodens mit einander zu vergleichen im Stande ſey. Wenn man die in der Einleitung Seite 22. befindliche Tabelle uͤber den Kulturaufwand auf einen Acre Weizen nach Kopfklee betrachtet, ſo wird man ſehen, daß der Aufwand auf einen Acre Weizen, nach der alten in Suſſer uͤblichen Behandlungs⸗ weiſe des Landes vier Pfund drei Schilling betraͤgt, zu welchen man noch ein Pfund und zehn Schilling fuͤr Bodenrente und Abgaben im Brach⸗ jahre hinzufuͤgen muß; ſo daß der Geſammtaufwand funf Pfund dreizehn Schilling(35 Rthlr. 7 Gr. 6 Pf.) auf den Acre betraͤgt. Nach den vier vorhergehenden Berechnungen uͤber den Weizenbau, iſt der Aufwand auf die Zu⸗ bereitung des Bodens und des Reihenſaͤens nach der neuen Methode fuͤr einen Acre wie folgt: · IIIn! 1) Weizen nach Klee Pfd. Sch. Pente Rthlr. Gr. Pf⸗ und Raygras. 1 1 5= 6 16 771 2) Weizen nach Weizen ⸗ 11 10 ⅔= 3 17 ¾ 3) Weizen nach Wicken„ 11 10 ¾= 3 17 ¾ 4) Weizen nach Kartoffern⸗⸗ 7 9= 2 10 1 ½ Dieſe Zuſammenſtellung zeigt, daß bei der neuen Methode hinſichtlich der Zubereitung des Landes und des Saͤens beim Acre Weizen ein Erſparniß von beinahe fünf Pfund(31 Rthlr. 6 Gr.) ſtatt findet. 60 Vermittelſt der Reißpfluͤge wird der Boden ohne Beihuͤlfe der Egge und Walze beſſer gepuͤlvert, als es je mit dem Pfluge und der Egge geſchehen kann; und dies mit einer Leichtigkeit, Schnelligkeit und Sparſamkeit, welche die gewoͤhnliche Kulturme⸗ thode nicht geſtattet. Die zum Weizenbau beſtimm⸗ ten Felder werden in wenig Wochen zur Aufnahme des Samens geſchickt gemacht, waͤhrend bei der alten Methode der vierte Theil eines Gutes gemeiniglich ein ganzes Jahr lang unbenutzt liegt, bevor man die Weizenausſaat bewerkſtelligen kann. Bei dieſen Vortheilen, zu welchen man noch den eines Duͤn⸗ gers zu 20 Schilling(6 Rthlr. 6 Gr.) auf den Acre anſtatt ſieben Pfund zehn Schilling(46 Rthlr. 21 Gr.) rechnen muß, iſt es nicht zu verwundern, daß der Unterſchied des Aufwandes zwiſchen der alten und neuen Methode ſo groß iſt, wie die folgende Vergleichung es zeigen wird. Die in der Tabelle S. 22. mitgetheilte Be⸗ rechnung zeigt, daß der Aufwand auf einen Acre Weizen nach der alten Methode in Suſſer ſech⸗ zehn Pfund vier Schilling(101 Rthlr. 6 Gr.) be⸗ traͤgt. Die folgende Tabelle wird darſtellen, wel⸗ ches der Aufwand nach der neuen Methode, und der dabei ſich ergebende Gewinn auf den Acre iſt. Verſchie⸗ 4 dene Faͤlle Summe Gewinn ld. Weizen⸗ des Aufwandes nach der auf den Acre, bei der kultur nach neuen Kulturmethode auf neuen Kulturmethode. der neuen einen Aere. Methode. 1) Nach Klee und Pf. S. P. Thl, Gr. Pf. Pf. S. P. Thl. Gr. Pf. L. Raygras 4 13 9— 20 4 11/11 10 3=21 22 10 ⅓ 2) Nach Weizen 4 2 7 ½— 25 19 3 ½ 12 1 41— 75 10 3½ 3) Nach de 4 15 10&— 29 23 11 8 11—71 6 115 3 1 4) Nach Kartoffeln2 17 9— 18 1 1 ½,/13 6 3— 83 4 10¼ 4 61 Obgleich die ſo eben angeſtellte Vergleichung ſich zunaͤchſt nur auf die alte Methode in Suſſer bezieht, ſo iſt doch wahrſcheinlich, daß ſie ſich auch auf die in andern Theilen Englands uͤbliche Kultur⸗ methoden ausdehnen laſſen wird; denn, wenn man ſich an das erinnert, was im Jahr 1813 und 1814 bei Gelegenheit der Kornbill geſagt wurde, ſo muß man annehmen, daß der Aufwand auf den Weizen⸗ bau uͤberall ſehr bedeutend iſt. Herr James Buxton hat ſeinen Aufwand auf die Kultur eines Acre folgendermaßen angegeben: Pfd. Sch. Pence Rthlr. Gr. Pf. Auf ſchwerem Boden. 14 2 11= 88 9 10 ½ Auf Thonboden.. 12 14 5= 79 12 1 ¾ Auf leichtem Boden 17 10 5= 109 12 1 ½ Hr. John Brodie von Lothian hat den Aufwand auf die Zubereitung des Landes fuͤr den Acre auf fuͤnf Guineen*)(32 Rthlr. 91 Gr. 6 Pf.) feſtgeſetzt, ohne die Bodenrente und den Aufwand fuͤr Kalk und andere Duͤngung dabei in Anſchlag zu bringen. Dieſe Thatſachen werden, denk ich, hinreichen, den großen Vortheil klar und deutlich zu zeigen, wel⸗ cher aus der allgemeinen Annahme eines ſo ſparſa⸗ men Kulturſyſtemes entſpringen wuͤrde, wie das⸗ jenige jſt, das ich hier beſchreibe, und nun ſchon geraume Zeit mit gutem Erfolge ausuͤbe. Die vornehmſte Urſache des druͤckenden Auf⸗ wandes beim alten Kulturſyſtem iſt offenbar in der Brache und in der Art und Weiſe, wie man den Acker zur Saat vorbereitet, zu ſuchen. Indem man mit dem Pfluge die ungeheuern Schollen hebt, und umlegt und zugleich die Unkrautſamen, die auf der *) Der erth einer Guinee zu 21 Schilling iſt 6 Rthlr. 13 Se Merih 3 chilling iſt h 62 Oberflaͤche liegen, mit in die Erde vergraͤbt, legt man den Grund zu allen den koſtſpieligen und muͤh⸗ ſeligen Arbeiten, welche man nachher am Boden ver⸗ richten muß. Um alle dieſe Uebelſtaͤnde zu vermei⸗ den, muß man auf eine andere Weiſe verfahren. Es iſt hinlaͤnglich die Ackerkrume bis zu einer ge⸗ hoͤrigen Tiefe zu zerkleinern und klar zu machen und die Unkrautſaͤmereien, auf die von mir angezeigte Weiſe, durch Verbrennen der Stoppeln mit einem Theile der Oberflaͤche, zu zerſtoͤren; der Boden, wel⸗ cher dadurch ſehr rein und vollkommen gepülvert wird, iſt alsdann voͤllig geſchickt den Samen auf⸗ zunehmen, ohne uns den Verluſt der Bodenrente und der Abgaben eines ganzen Jahres zuzuziehen, und zwar mit einem Aufwande, welcher in Vergleich mit jenem, den die Brache nach ſich zieht, für ganz unbedeutend anzuſehen iſt*). Viertes Kapitel. Von den Vortheilen der vollkommenen Puͤlverung der Acker⸗ krume, welche das neue Syſtem gewährt. Bei der Entwickelung meines neuen Kulturſy⸗ ſtemes habe ich zuvoͤrderſt gezeigt, wie ich ſtufen⸗ weiſe zu einer ſehr großen Erſparung in der Duͤn⸗ gungsart des Bodens gelangt bin, und darauf die Mittel angegeben, die ich zu einer voͤlligen Abſchaf⸗ fung der Brache dienlich erachte und ſelbſt ange⸗ *) Wenn gleich bei uns die Kulturkoſten im Vergleich mit den Angaben unſers Verfaſſers uͤber die Kulturkoſten in England, ſehr gering ſind; ſo laͤßt ſich doch nicht in Ab⸗ rede ſtellen, daß auch in Deutſchland die Brache verhaͤlt⸗ nißmäßig ſehr koſtſpielig iſt, und daß auch die deutſchen Oekonomen durch Abſchaffung derſelben ſehr viele Vortheile haben wuͤrden. Schade nur, daß hier und da der Abſchaf⸗ fung derſelben faſt unbeſiegbare Hinderniſſe im Wege zu ſtehen ſcheinen! 63 wendet habe. Es wuͤrde unnoͤthig ſeyn uͤber dieſe beiden Gegenſtaͤnde noch etwas hinzuzufuͤgen; allein was die Puͤlverung des Bodens und die Art und Weiſe betrifft das Land zur Saat vorzubereiten und dieſe Vorbereitung minder koſtſpielig zu machen, ſo habe ich noch einige Bemerkungen und Ideen mit⸗ zutheilen, die ſich auf neue Erfahrungen gruͤnden, und die mich vielleicht noch zur Annahme einer viel weniger Aufwand erfordernden Puͤlverungsweiſe lei⸗ ten werden, als diejenige iſt, die im Vorhergehen⸗ den angefuͤhrt wurde. Im vorhergehenden Kapitel machte ich auf die verſchiedenen Wirkungen des tiefen und flachen Pfluͤ⸗ gens aufmerkſam, und ich glaube die Vortheile des letzteren ſattſam gezeigt zu haben. Ich habe dar⸗ gethan, daß man, wenn man das Schar nur ſo tief eindringen laͤßt, daß der Pflug leicht von zwei Pferden gezogen werden kann, mit der Haͤlfte des Widerſtandes den Boden eben ſo tief bearbeiten kann, als wenn man ihn mit vier Pferden ein einziges⸗ mal pfluͤgt. Der Beweis, den ich Seite 48. dafuͤr gegeben habe, laͤßt ſich noch weiter entwickeln. Nehmen wir naͤmlich an, daß die vier Pferde, die auf einmal ſechs Zoll tief pfluͤgen und dabei einen Widerſtand von 6 6= 36 uͤberwinden, einzeln an vier leichte Pfluͤge oder andere leichte Inſtrumente ge⸗ ſpannt wuͤrden, welche nur einen und einen halben Zoll tief eindraͤngen, und dieſe Arbeit viermal hin⸗ ter einander wiederholten, ſo wuͤrde der Widerſtand, den ſie zu beſiegen, odex die Kraft, die ſie anzu⸗ wenden haͤtten, nur 9 anſtatt 36 ſeyn; denn das Quadrat von 11¼ iſt 2 ¼, welches multiplicirt mit 4, als der Anzahl der Pfluͤge, 9 gibt und demnach nur den vierten Theil der Kraft erforderte, welche 64 noͤthig iſt, um auf einmal ſechs Zoll tief zu pfluͤgen. Es liegt alſo klar zu Tage, daß wenn man mit vier Pferden ſechs Zoll tief pfluͤgt, jedes Pferd eine Kraft= 9 anwendet, anſtatt daß bei einer Tiefe von 1 ½ Zoll jedes nur eine Kraft von 2 ¼ anzuwenden braucht. Nehmen wir nun an, daß ein Pferd beim Pfluͤ⸗ gen eine Kraft von 160 Pfund*) entwickelte, ſo wird offenbar die von vier Pferden bei ſechs Zoll tiefen Pfluͤgen angewendete Kraft 640 Pfund aus⸗ machen; laͤßt man ſie dagegen nur anderthalb Zoll tief pfluͤgen, ſo wird die ganze von allen vier Pfer⸗ den entwickelte Kraft nicht mehr als 160 und dem⸗ nach auf ein Pferd nicht mehr als 40 Pfund be⸗ tragen. Dieſe Berechnung hat mich zu den Grundſaͤtzen geleitet, nach welchen meine kleinen Reißpfluͤge oder Schroͤpfer gebaut ſind. Sie haben vier Zaͤhne im hintern Balken; nehmen wir nun an, daß ſie im vordern Balken auch vier Zaͤhne, anſtatt drei, die ſie wirklich beſitzen, haͤtten, ſo ſtellte jeder Reiß⸗ pflug vier kleine Pfluͤge mit vier Scharen und vier Sechen vor. Wenn nun ein an den Reißpflug ge⸗ ſpanntes Pferd eine Kraft von 160 Pfund entwickelt, ſo vertheilt ſich dieſe offenbar auf die vier Paar Zaͤhne, ſo daß der einem jeden Paare zukommende Antheil 40 Pfund betraͤgt. *) Man hat die Erfahrung gemacht, daß ein Mann von ge⸗ woͤhnlicher Leihesſtaͤrke einen ganzen Tag lang einen Wi⸗ derſtand von 30 Pfund uͤberwaͤltigen kann, und gewoͤhnlich nimmt man an, daß ein Pferd ſo viel Kraft beſitzt, wie fuͤnf bis ſechs Menſchen. Die Kraft eines Pferdes wird demnach auf 150— 180 Pfund zu ſchätzen ſeyn. Bei der Berechnung der Kraft der Dampfmaſchinen nimmt man ge⸗ woͤhnlich 180 Pfund als die Kraft eines Pferdes an und ſagt z. B., daß eine Maſchine, die 900 Pfund Widerſtand uͤberwaͤltigen kann, eine Kraft von 5 Pferden beſite. 65 Aber in der That wird die zur Ziehung eines Reißpfluges noͤthige Kraft immer geringer ſeyn, als die zum Ziehen eines Pfluges, was es auch nur immer fuͤr einer ſeyn moͤge, erforderliche, weil die Zaͤhne, die viel ſchmaͤler und ſpitzer ſind, als ein Schar, viel weniger Widerſtand im Boden erfahren. Dies hat mich auch veranlaßt, da ich die Erfahrung machte, daß ein einziges Pferd ohne große Anſtren⸗ gung die Schroͤpfer ziehen kann, ein meiner Berech⸗ nung den kleinen Widerſtand nicht mit in Anſatz zu bringen, welchen der Reißpflug bei den folgenden Bearbeitungen, von der auf der Oberflaͤche befind⸗ lichen durch die fruͤhern Aufreißungen zerkleinerten und aufgelockerten Ackerkrume erleidet. Ich habe oft beobachtet, daß ein einziges Pferd mit einem kleinen Reißpfluge, deſſen Zaͤhne eine Breite von 27 Zoll einehmen, mit Leichtigkeit drei Acres in einem Tage ſchroͤpft, und daß dieſes Schroͤpfen, auf einem Boden, der in der Ahrt iſt, eine gute und hinlaͤnglich tiefe Puͤlverung bewirkt, beſonders, wenn das Land nicht ganz ausgetrocknet iſt, ſondern noch etwas Feuchtigkeit beſitzt. Ich beſchloß alſo die Moͤglichkeit zu beweiſen, auf einem Acre in einem einzigen Tage und mit einem einzigen Pferde das zu erreichen, was man bei einer Brache mit vier⸗ maligem Pfluͤgen und der Anwendung einer Kraft von zwanzig Pferden erlangt. Das Reſultat war, daß ein dreimaliges Aufreißen auf einem leichten Bo⸗ den hinreichte, um eine ſehr gute Bearbeitung der Ackerkrume zu erhalten, und daß demnach der Auf⸗ wand auf einen Acre nur fuͤnf Schilling(1 Rthlr. 13 Gr. 6 Pf.) betrug. Auf einen zaͤheren Boden bedurfte ich im Herbſt 1818 die Kraft von 1½ Pfer⸗ den, um einen Acre nach Wicken zur Weizenſaat 5 66 vorzubereiten, ſo daß der Aufwand 8 Schilling 4 Pence(2 Rthlr. 14 Gr. 6 Pf.) zu ſtehen kam. Seite 22. und 59. habe ich durch unwider⸗ legliche Thatſachen dargethan, daß bei der alten Kul⸗ turweiſe von Suſſer, die an die Brache ſich bin⸗ denden Oekonomen den ungeheuren Aufwand von fuͤnf Pfund dreizehn Schilling(35 Rthlr. 7 ½ Gr.) auf den Acre machen, um einen weit geringeren Puͤl⸗ verungsgrad zu erlangen, als ich ihn auf dem Acker erhielt, von welchem ich ſo eben ſprach, und die ich gewoͤhnlich mit dem ganz unbedeutenden Aufwande von acht Schilling und vier Pence(2 Rthlr. 14 Gr. 6 Pf.) auf den Acre erreiche. In den beiden letzten Jahren habe ich den Pflug in der That ſehr wenig angewendet, und ich habe ſo meine Laͤndereien viel ſchneller und beſſer zurichten koͤnnen, als vorher. Dies gewaͤhrt keinen kleinen Vortheil, und ich glaube, daß ich fuͤr die Zukunft denſelben nur noch anwenden werde, um die Furchen zur Ableitung des Waſſers damit auszu⸗ ſtreichen, und um bei umzureißenden Kleefeldern die Oberflaͤche abzuſchaͤlen und ſie zu verbrennen. Was mich hierzu vornehmlich beſtimmt, iſt der Umſtand, daß vorausgegangenes Pfluͤgen die Arbeit mit den Schroͤpfern mehr erſchwert als erleichtert. Wenn naͤmlich die vom Pflug umgelegten Erd⸗ baͤnke am Untergrunde feſthaͤngen, ſo koͤnnen die Schroͤpfer ſie leicht zermalmen und puͤlvern, wenn ſie aber von demſelben losgeriſſen ſind, was immer nach friſchem Pfluͤgen der Fall iſt, ſo werden die⸗ ſelben durch die Schroͤpfer blos zerriſſen und fort⸗ geſchoben, und das Feld erſcheint bedeckt mit großen dicken Klumpen die noch ſchwerer zu zerkleinern ſind, als die Schollen der Brache. 67 Der Gedanke ein Gut ohne Huͤlfe des Pflu⸗ ges zu bebauen, duͤrfte ohne Zweifel thoͤricht und laͤcherlich ſcheinen. Man wird mich der Anmaßung und des Duͤnkels beſchuldigen, daß ich es wage die Vorzuͤge des Pfluges in Zweifel zu ziehen, dieſes durch die Dichter ſo hoch gefeierten Inſtrumentes, welches man als das nuͤtzlichſte zu betrachten pflegt, das je erfunden wurde, und deſſen man ſich ſeit den entfernteſten Jahrhunderten bedient. Locke ſagt un⸗ ter andern,„daß man es fuͤr Unverſchaͤmtheit „und Uebermuth anſehen muͤſſe, wenn ein ein⸗ „zelner Menſch, auf ſeiner eigenen Meinung gegen „den Strom der Ueberlieferungen des Alterthums „beharrt“. Aber, Herr Locke moͤge mir es nicht uͤbel nehmen! ich geſtehe, daß ich darin weder An— maßung noch Uebermuth noch Unverſchaͤmtheit fin— den kann, wenn man ſich von Meinungen und Ge⸗ braͤuchen, moͤgen ſie ſo alt ſeyn, wie ſie nur immer wollen, los macht, ſo bald unwiderlegbare Thatſa⸗ chen dieſes Losmachen als nuͤtzlich und heilſam be⸗ waͤhren. Uebrigens iſt die Bearbeitung des Bodens ohne Pflug nicht neu, und mir gehoͤrt nur ihre Anwen⸗ dung auf ein ganzes Gut als Eigenthum; ſie iſt hier und da ſeit einigen Jahren in England im Ein— zelnen angewendet worden. Hr. Arthur Young*) ſagt uͤber den Bau des Weizens nach Bohnen, „daß es vortheilhafter ſeyn wuͤrde ſich des Reißpfluges anſtatt des gewoͤhnlichen Pflu⸗ ges zur Zubereitung des Landes zu bedie⸗ *) Einer der vorzüglichſten engliſchen Schriftſteller neuerer Zeit uͤber die Landwirthſchaft und ſelbſt praktiſcher Land⸗ wirth. Vorzuͤglich hat er ſich auch als ſtatiſtiſcher Schrift⸗ ſteller durch ſeine„Reiſe durch England und Wa⸗ les“, von welcher der erſte Theil 1771 erſchien, bekannt und beruͤhmt gemacht. 5* 68 nen“. Wo er von der Anſaat des Weizens nach Wicken ſpricht, ſagt er:„daß der Boden durch⸗ aus nicht mit dem Pfluge bearbeitet wer⸗ den duͤrfe“; daß man ihn ſetzen und feſt werden laſſen muͤſſe, damit die Wurzeln des Weizens einen feſten Grund faͤnden, und daß man, nachdem die obere Ackerkrume zur Reinigung vom Unkraute mit dem Reißpfluge bearbeitet worden waͤre, den Weizen ohne den Pflug anzuwenden in Reihen ſaͤen ſolle. Ich ſelbſt, ſagt er, thue dies mit ſehr gutem Erfolge.. Young erzaͤhlt auch eine merkwuͤrdige Erfah⸗ rung des Hrn. Ducket, die dieſer bei der Zube⸗ reitung eines Kleefeldes zur Weizenſaat machte. „Hr. Ducket, ſagte er, hatte ein Feldſtuͤck, auf welchem die Winterfrucht gewoͤhnlich dadurch, daß ſie ſich hob, und wurzellos wurde, auswinterte. Er bearbeitete es mehrmals mit dem Schroͤpfer bis der Klee alle herausgeriſſen und die Ackerkrume tief genug zur Reihenſaat bearbeitet war. Er ließ dar⸗ auf die Kleeſtoͤcke zuſammenrechen und ſie auf den Gutshof bringen, um ſie als Einſtreuung zum Duͤn⸗ ger zu benutzen, und ſaͤete das Land mit der Ma⸗ ſchine. Der Weizen, der in den nicht tief aufge⸗ lockerten Boden einen feſten Grund fand, entging jenem Unfall und gab eine ſehr reichliche Ernte*). *) Ueberſetzer dieſes machte im Jahre 1826 eine dieſe Angabe beſtaͤtigende Erfahrung. Auf einem ſeiner Stuͤcke, die mit Winterfrucht, eine Miſchung von Weizen und Korn, beſtellt wurden, hatten die Nachbarn nach der Bracharbeit durch Duͤngerfuhren einen Weg gemacht, der ſo hart, wie eine Tenne war, und wegen der anhaltenden Duͤrrung weder geruhrt noch geſaatfurcht werden konnte. Der Weg mochte etwa † Acker betragen. Als die Winterfrucht geſaͤet wurde, ließ er dieſen Weg ſo lange mit der beſchwerten Egge auf⸗ kratzen bis ſich ſatt Krume zur Unterbringung des Samens zeigte, und beſaͤete ihn mit dem Vorſatz, wenn das Gemeng⸗ orn nicht aufkäͤme, im Fruͤhjahre Wickenfutter nachzuſaͤen 69 Hr. Cook ſagt,„daß nach ſeiner Anſicht der Pflug und die Egge keinen andern Zweck haben, als die Erde gehoͤrig zu puͤlvern, was man durch zweckmaͤßige Anwendung des Schroͤpfers in halb ſo vieler Zeit und mit der Haͤlfte weniger Aufwand bewerkſtelligen koͤnne.“ Hr. Bosc, ein franzoͤſiſcher Schriftſteller uͤber den Ackerbau ſagt, daß es Oekonomen gibt, welche ihre Ruͤben, ihren Buchweizen, ihre Wicken und andere Fruͤchte auf Aecker ſaͤen, die nur mit dem Ruhrpfluge*) oder mit der Egge zubereitet ſind. „Welche Erſparniß, ruft er aus, bringt dieſe Kulturmethodel Ueberdem aber leidet auch der Boden, weil er beſtaͤndig mit Pflanzen bedeckt iſt, weniger von Platzregen“. Ich glaube, daß dieſe Anfuͤhrungen und dieſe Urtheile, die ganz mit meiner Erfahrung uͤberein⸗ ſtimmen, dazu dienen werden den unendlichen Nutzen des Reißpfluges darzuthun, und mein Urtheil uͤber die Moͤglichkeit der Bearbeitung eines Gu⸗ tes ohne Huͤlfe des Pfluges zu rechtfertigen. Neuerdings habe ich noch einen Verſuch ange⸗ ſtellt, um zu erforſchen, wie tief ein von einem ein⸗ zigen Pferde gezogener Reißer in den Boden einzu⸗ dringen vermoͤge. Der Boden war zaͤh und war vorher in breiten Furchen gepfluͤgt und zweimal ge⸗ Allein zu ſeinem großen Erſtaunen ging hier, da die Regen folgten, der Same nicht nur ganz vorzuͤglich auf und be⸗ ſtockte ſich am beſten, ſondern als im Fruͤhjahre die durch den Froſt gehobene Saat auf dem ganzen Stuͤcke in Menge wurzellos wurde und umfiel, war dies an dieſer Stelle auch nicht mit einem einzigen Pflänzchen der Fall, und ſie lie⸗ ferte die dichteſte und ſchwerſte Frucht. *) Ein Ackerwerkzeug, das in die Klaſſe der Erſtirpatoren gehoͤrt, und während es das Unkraut tilgt und ausreutet, den Boden nur einige Zoll tief auflockert. Es wird beſon⸗ ders in den Niederlanden zum Ruhren gebraucht, woher es auch ſeinen Namen erhalten hat. 70 ſchroͤpft worden. Nachdem er noch ſechsmal ge⸗ ſchroͤpft worden Pais drangen die Zaͤhne ihrer gan⸗ zen Laͤnge nach, d. h. zehn Zoll tief in den Boden ein. So war alſo der vornehmſte Einwand der Oekonomen meiner Umgegend gegen ein ſo leichtes Inſtrument vollkommen widerlegt. Ich hatte naͤm⸗ lich nach achtmaligem Schroͤpfen mit einem einzigen Pferde, und mit geringerem Aufwande eine tiefere Bearbeitung des Bodens erreicht, als man ſie mit irgend einem mit vier Pferden beſpannten Pfluge nur zu erreichen im Stande iſt. Um bei ſchweren Boden eine hinlaͤnglich tiefe Bearbeitung zu erhalten, will ich annehmen, daß in manchen Faͤllen ſechs Schroͤpfungen noͤthig ſind. Der Aufwand auf alle dieſe Arbeiten wird indeſſen nicht uͤber zehn Schilling(3 Rthlr. 3 Gr.) zu ſte⸗ hen kommen, weil man nicht mehr als zwei Tage⸗ werke mit dem Schroͤpfer, zu fuͤnf Schilling(1 Rthlr. 13 Gr. 6 Pf.) fuͤr die Arbeit eines Mannes, eines Knabens und eines Pferdes taͤglich gerechnet, dazu noͤthig hat. Auf dieſe Weiſe wird ein Acre Land durch ein Tagewerk von zwei Pferden voͤllig gepuͤl⸗ vert. Das Land genießt aber noch uͤberdem bei die⸗ ſer Behandlungsart den Vortheil, daß es leicht und locker iſt und ſich in den guͤnſtigſten Umſtaͤnden be⸗ findet, um der atmoſphaͤriſchen Luft den freien Zu⸗ tritt zwiſchen ſeine Kruͤmchen zu verſtatten, dem Re⸗ gen und Thau zu erlauben ſich gleichfoͤrmig in den⸗ ſelben zu vertheilen, und den Wurzeln das Ausbrei⸗ ten und Eindringen in die kleinſten Zwiſchenraͤnme zu erleichtern. Ganz anders zeigt ſich eine Oberflaͤche, die nach drei- bis viermaligem Pfluͤgen noch mit Knol⸗ len und Klumpen bedeckt iſt. Vielleicht koͤnnte man gegen das Ende der Brache nach dem letzten Pflu⸗ 71 gen, Eggen und Walzen noch einige wohlthaͤtige Wirkungen der Atmoſphaͤre auf den Boden erwar⸗ ten; aber bis ans Ende dieſer Operationen wider⸗ ſetzte ſich der ſtarke Zuſammenhang der Knollen durch⸗ aus dem Eindringen der Luft und der Feuchtigkeit. Dieſe Betrachtungen drangen ſich mir im verwiche⸗ nen Sommer auf, als ich gegen die Mitte des Au⸗ guſtmonats ein Brachfeld mit ſchwerem zaͤhen Bo⸗ den unterſuchte, das mit großen Schollen bedeckt war, zwiſchen welchen Diſteln und mehrere andere Unkrautpflanzen wucherten. Der einzige Vortheil, den man von einer ſolchen Brache hoffen konnte, ſcheint darin zu beſtehen, daß die alten Unkraut⸗ pflanzen zerſtoͤrt wurden, von denen mehrere, die in die Schollen eingewurzelt waren, offenbar durch die Hitze und die Duͤrrung vernichtet werden muß⸗ ten. Damals hatten ſchon mehrere Unkrautſaͤme⸗ reien in den Zwiſchenraͤumen zwiſchen den Knollen gekeimt und trieben kraͤftig empor; aber groͤßtentheils waren die Unkrautſamen, in dem Innern der Knol⸗ len eingehuͤllt, gegen die Vernichtung geſichert, und waren ſo beſtimmt, mit dem Weizen zu keimen und zu wachſen, und mit ihm alle Vortheile der Brache zu theilen*). Hr. Tull**) glaubt, daß der Boden nie zu ſehr gepuͤlvert werden koͤnne, und daß er um deſto reichlicher tragen muͤſſe, je feiner er zerkleinert werde; *) Dieſe Beobachtung des Verfaſſers iſt ſehr richtig. Man wird ſich oft verwundern, wie die Winterſaat im Herbſte ploͤtzlich hier und da voller Unkraut ſteht, auch wenn man den reinſten Samen ſaͤete. Aber man unterſuche nur im Sommer die groͤßeren Erdklumpen auf den Brachäckern; in ihrem Innern wird man den Samen jenes Unkrautes finden, das, wenn die Knollen im Herbſte endlich klar wer⸗ den und zerfallen, alsbald keimt und mit der Saat luſtig emporwächſt.. **) Jethro Tull, ein praktiſcher Landwirth und beruͤhmter Schriſtſteller im Fache der Landwirthſchaft in England. 72 Ich bin, ſagt er, Augenzeuge einer großen Menge von Thatſachen, die dieſe Meinung beſtaͤtigen, ſo daß ich ganz und gar nicht zweifele, man koͤnne den Boden nie zu klar arbeiten.„ Daß der Boden ſich dadurch, daß derſelbe rech klar gepuͤvert und der Atmoſphaͤre ausgeſetzt wird, ſehr verbeſſern laͤßt, iſt eine bekannte Thatſache; allein daß er durch die Puͤlverung geſchickt wird mehrere gute Ernten nach einander ohne Duͤngung zu liefern, iſt ein Umſtand, den ich noch nicht hin⸗ laͤnglich erprobt habe. Indeſſen laͤßt mich doch das Reſultat zweier kleiner Verſuche, die ich in St. He⸗ lena gemacht habe, vermuthen, daß die Wirkungen der Atmoſphaͤre auf das Wachsthum und Gedeihen der Pflanzen weit groͤßer ſind, als man gemeinig⸗ lich glaubt. Dieſe Verſuche wurden im Jahr 1810 ange⸗ ſtellt, um zu erforſchen, ob es nuͤtzlich ſey das Land haͤufig zu bearbeiten. Ich waͤhlte einen undankba⸗ ren Boden, der aus einer Miſchung von blaßbrau⸗ nem Thon beſtand, und der theils von allem Pflan⸗ zenwuchſe voͤllig entbloͤſt, theils nur mit einigen Graͤ⸗ ſern von der ſchlechteſten Sorte beſtanden war. Ein Platz, zwei Ruthen(engl.)*) lang und eine Ruthe breit, wurde zu den Verſuchen ausgewaͤhlt und in zwei gleiche Theile getheilt. Nro. 1. wurde den 11. December mit dem Spaten zehn bis zwoͤlf Zoll tief umgegraben und von dieſem Tage an bis zu dem, wo es beſtellt wurde, naͤmlich bis zum 23. Februar 1811 in gleichen Zwiſchenraͤumen fuͤnfmal bearbeitet und umgegraben. Die eine Haͤlfte wurde mit Kartoffeln belegt, die andere mit Gerſte beſaͤet. Nro. 2. wurde nur ein einzigesmal bearbeitet und ganz auf gleiche Weiſe belegt und beſaͤet. *) Die engliſche Ruthe(rod) iſt 16 Fuß 6 Zoll lang. 73 Das haͤufige Bearbeiten und die zweimonat⸗ liche Einwirkung der atmoſphaͤriſchen Luft hatten den Boden von Nro. 1. viel brauner gemacht, als der von Nro. 2. war, und die Gerſte und die Kartof⸗ feln, welche auf demſelben aufgegangen waren, hat⸗ ten vor der Gerſte und den Kartoffeln auf Nro. 2. bei weitem den Vorzug, ſo daß den 22. April, als am letzten Tage, wo ich im Stande war, dieſen Verſuch in Augenſchein zu nehmen, die Gerſtenſtoͤcke auf Nro. 1. wenigſtens fuͤnf⸗ bis ſechsmal groͤßer waren, als auf Nro. 2. Aus dieſem Verſuche geht klar hervor, daß die Vorzuͤge von Nro. 1. nur dem freien Zutritte der befruchtenden Stoffe zuzuſchreiben ſind, die ſich in der Atmoſphaͤre befinden, und das Wachsthum der Pflanzen befoͤrdern. Die geringere Beſchaffen⸗ heit der Erzeugniſſe von Nro. 2. bewaͤhrt uns da⸗ gegen, daß man, wenn ſichs naͤmlich ohne zu große Verſpaͤtung der Wirthſchaftsarbeiten thun laͤßt, dem Boden hinlaͤngliche Zeit laſſen muß, um ſich mit jenen befruchtenden Stoffen zu ſchwaͤngern, bevor man ihm den Samen anvertraut. Die Umſtaͤnde erlauben es nicht immer zu war⸗ ten; allein dann kann eine vollkommene Puͤlverung des Bodens die Zeit erſetzen; denn dieſe erzeugt ge⸗ rade dieſelben Vortheile, deren Erzeugung fortgeſetzt wird, wenn man den Boden zwiſchen den Getreide⸗ reihen auflockert, oder die Fruͤchte behackt. So ſchreitet das Einſaugen der befruchtenden Kraͤfte der Luft mit dem Wachsthume der Fruͤchte fort. Kurz ich glaube, daß eine vollkommene Puͤlverung eben ſo viel und noch mehr Wirkung thut, als die Duͤn⸗ gungsmittel. Jethro Tull glaubt, daß ſie mehr wirke, als der gemeine Miſt, und dieſe Meinung ſcheint durch Erfahrungen beſtaͤtigt. 74 7 1 „Ich kann einen Verſuch aufweiſen, ſagt er, von denen, welche ich anempfohlen habe, der, ob er gleich auf weniger als zwei Ruthen gemacht wurde, doch jedem, der ſeine Augen nicht der Wahrheit verſchließen will, uͤberzeugen wird, daß die Puͤl⸗ verung des Bodens durch die Ackerwerk⸗ zeuge den gewoͤhnlichen Duͤnger weit uͤber⸗ trifft“*). Dieſe Meinung eines ſo beruͤhmten Landwirthe ſtimmt mit den Reſultaten meines Verſuches Nro. 1. uͤberein und ſcheint meine Meinung zu beſtaͤtigen, daß man einen großen Theil der dem Anſcheine nach von den gebrannten Stoffen herruͤhrenden Wirkun⸗ gen der feinen Zertheilung des Bodens beimeſſen muͤſſe, welche durch die Werkzeuge von einer ſchwa⸗ chen Kraft hervorgebracht wird**). 2. Ich empfehle alſo denen, welche es verſuchen wollen den gebrannten Thon als Duͤngmittel anzu⸗ wenden, den Boden recht gut zu puͤlvern, bevor ſie jenen auf demſelben ausſtreuen, und den Thon ſelbſt gehoͤrig klar zu machenz denn ſeine Wirkung wird *) In Deutſchland hat man groͤßtentheils die Meinung, daß ein humushaltiger Boden durch gute Puͤlverung allerdings weit ergiebiger gemacht werden kann, indem dadurch ſein Humus mehr in Stand geſetzt wird, von den Pflanzen ein⸗ geſogen zu werden, daß aber ein Boden, der von Humus ganz entblöſt iſt, auch durch die fleißigſte Bearbeitung ohne Duͤnger nie ſehr ergiebig werden kann. **) Der oben ſchon angefuͤhrte Bosc betrachtet den Pflug als das ſchlechteſte Ackerwerkzeug fuͤr ſchweren zaͤhen Boden. „Kann man das wohl, ſagt er, eine Bearbeitung des Landes nennen, wenn man mit dem Pfluge Schollen um⸗ wendet, die einen Fuß breit, zwei bis drei Fuß lang und einen halben Fuß dick ſind? Nein; nur bei Vermehrung der Schare, der Furchen, bei Auswahl eines zur Zerkleinerung der Ackerkrume mehr geſchickten Pfluges kann man glau⸗ ben ſeinen Zweck zu erreichen. Aber auch bei dieſer Vor⸗ ſicht bleibt die Arbeit mit dem Pfluge immer die ſchlech⸗ teſte, wenigſtens fuͤr ſchweren zaͤhen Boden. Anmerkung des Verfaſſers. 1 75 um ſo groͤßer ſeyn, je feiner ſeine Theile zerrieben ſind. Davon habe ich den ſprechendſten Beweis er⸗ halten, indem ich die Fortſchritte mehrerer meiner erſten Verſuche beobachtete. So oft ich ſie unter⸗ ſuchte, wurde ich immer mehr und mehr von der Duͤngkraft des gebrannten Thones uͤberzeugt; und dies beſtimmte mich ſogleich meinen Weizenbau von vier Quadratruthen auf mehr als zwanzig Acker zu erweitern. Bei dieſer Erweiterung der Weizenkultur blieb der Erfolg dem bei den kleinen Verſuchen erhaltenen ganz gleich. Der Weizen gab mir das Zwoͤlffache der Ausſaat, d. h. drei und dreißig Procent mehr, als meinen Nachbarn, die gewoͤhnlich nur das Acht⸗ fache ernteten. Man ſieht leicht ein, daß ein ſolcher Erfolg mein Zutrauen zu der neuen Kulturmethode vermeh⸗ ren mußte. Das folgende Jahr dehnte ich meine Weizenkultur auf die Haͤlfte meines Ahrtlandes aus. Die Ernte war vortrefflich und ich bin uͤberzeugt, daß ich mit Huͤlfe einer feinen Puͤlverung des Bo⸗ dens und der Duͤngung mit gebrannten Erdarten meinen Weizenbau in demſelben Verhaͤltniß haͤtte fortſetzen koͤnnen, haͤtten mich nicht andere Ruͤckſich⸗ ten davon abgehalten. Ein ſtarkes Hinderniß dieſer Kulturart beſteht naͤmlich darin, daß die zu verrichtenden Arbeiten ſich nicht genug vertheilen, daß ſie ſich unmittelbar nach der Ernte zu ſtark anhaͤufen, und daß man in den Fruͤhlingsmonaten verhaͤltnißmaͤßig nicht genug Arbeit fuͤr das Zugvieh hat. Aus dieſem Grunde habe ich eine Vierfelderwirthſchaft vorgezogen, bei welcher ein Viertel meiner Laͤnderei mit Klee beſaͤet ausruht, und nur die drei andern Viertel bearbeitet und beſtellt werden. Dieſe Eintheilung vermindert 76 die Arbeiten, die ſich auf gleich Weiſe zwiſchen Herbſt⸗ und Fruͤhlingsarbeiten theilen. Die Seite 29. erwaͤhnten vier Verſuche ver⸗ dienen eine beſondere Aufmerkſamkeit, weil man ſie als den Grund meiner jetzigen Kulturmethode be⸗ trachten kann. Waͤhrend ich bei der Ausſtreuung des Thones zugegen war, und dieſes Geſchaͤft mit einer Schaufel verrichtet wurde, blies der Wind hef⸗ tig aus Norden und trieb einen Theil des Thon⸗ ſtaubes nach Mittag zu uͤber die Grenze des zum Verſuche beſtimmten Landes, auf eine nicht geduͤngte Stelle. Dieſen Umſtand bemerkte ich in meinem Tagebuche. Gleich bei dem Aufgehen der Saat, wurde ich eine ſehr bemerkbare Beſſerung an der Stelle gewahr, wo der Thonſtaub hingefallen war. Dieſe Beſſerung wurde von Tag zu Tage ſichtbarer; ich erinnerte mich an das, was ich vom gemahlenen Gyps geleſen hatte, und ich kann verſichern, daß ſie groͤßer war, als ſie durch eine gleiche Menge Kalk geweſen ſeyn wuͤrde; was die einſichtsvollſten Oekonomen meiner Nachbarſchaft beſtaͤtigten. Die Wirkung dieſes Thonſtaubes war bei drei auf einander folgenden Ernten ſichtbar, ſo daß ein ganz zufaͤlliger Umſtand klar und deutlich bewies, daß der gebrannte Thon ein beſſeres Duͤngmittel ſey als der verfaulte Miſt. Auf dem Felde naͤmlich, wel⸗ ches das zu den Verſuchen beſtimmte Land umgab, und welches mit Miſt geduͤngt worden war, zeigte ſich ſchon die zweite Ernte geringer und die dritte noch ſchlechter. Dagegen war auf der zu den vier Verſuchen beſtimmten Stelle, die in ihren einzelnen Theilen mit zehn, zwanzig, dreißig und vierzig Kar⸗ ren gebranntem Thon beſtreut worden war, die dritte Ernte beſſer noch, als die beiden vorhergehenden. Dieſes Zunehmen der Fruchtbarkeit auf einem Bo⸗ 1 77 den, der durch die fruͤheren Ernten haͤtte erſchoͤpft werden ſollen, ruͤhrt ohne Zweifel daher, daß die Thontheilchen, welche vorher nicht genug gepuͤlvert waren, es durch die folgenden Arbeiten wurden, und ſich uͤberdem inniger mit dem Boden vereinigten. Ob ich gleich ſehr zahlreiche Verſuche angeſtellt habe, ſo ſind doch noch mehrere wichtige Punkte zu eroͤrtern, unter andern das Verhaͤltniß der Wirkung des gebrannten und gepuͤlverten Thones und anderer Erdarten zu der Wirkung einer gleichen und gleich klar gepuͤlverten Menge Kalk. Wenn die Wirkung des erſtern der des letztern gleich kaͤme, und ich glaube, daß ſie ſelbige noch uͤbertrifft, welche gluͤck⸗ liche Entdeckung fuͤr die Landwirthſchaft! Wie viel wuͤrde der Boden an Werth gewinnen, wenn man den Kalk uͤberall entbehren koͤnnte, wo er zu koſt⸗ bar iſt! Wenn Millionen Fuder Stroh, die jetzt in den Miſtgruben aufgehaͤuft werden*) zu nuͤtzlicherem Gebrauche, naͤmlich zur Nahrung des Viehes ange⸗ wendet wuͤrden, ich uͤbertreibe die Sache gewiß nicht, wenn ich behaupte, dap durch ſolche Veraͤnderungen und durch den Gebrauch des gebrannten Thones an⸗ ſtatt des Kalkes der Werth des Grundeigenthums um viele Millionen Pfund Sterling erhoͤht werden wuͤrde. Ich habe den gebrannten Thon angewendet bei den Halmfruͤchten, bei den Schotenfruͤchten, bei den Kartoffeln, beim Hopfen und auf den Wieſen, und uͤberall hat er ſehr gute Wirkung gethan. Ich bin demnach feſt uͤberzeugt, daß wenn man ſeine Anwendung mit dem Reihenſaͤen in Verbindung ſetzt, dadurch der engliſche Ackerbau zu einem Flor erho⸗ *) Dieſe Art Duͤnger aus Stroh zu bereiten iſt in Indien und wie ich glaube auch in China, wo doch bekanntlich der Ackerbau auf einer hohen Stufe der Vollkommenheit ſteht, ſo wie in mehreren andern Gegenden ganz unbekannt. Anmerk. des Verfaſſers. 78 ben werden wuͤrde, den ſich unſere Staatswirthe nie haben traͤumen laſſen*).. Der Gebrauch des gebrannten Thones als Duͤngmittel wurde in England und Schottland ſchon ums Jahr 1730 bekannt und man hielt damals dieſen Stoff fuͤr wirkſamer als den Kalk, und den Miſt. Allein die fruͤher angewendete Brennungs⸗ weiſe deſſelben ſcheint ſeine Anwendung zu koſtſpie⸗ lig gemacht zu haben. Jetzt, da dieſes Hinderniß beſeitigt iſt, darf man hoffen, daß das Beiſpiel der Herren Curwen, Boyd, Vavaſour, Craig und mehrerer Anderer ſeine Anwendung im ganzen Koͤnigreich verbreiten wird. Die Langſamkeit in der Verbreitung ſeines Gebrauches bis jetzt, ſcheint mir von Fehlern beim Brennen und von der Nachlaͤſ⸗ ſigkeit beim Puͤlvern deſſelben herzuruͤhren. Es liegt naͤmlich klar zu Tage, daß man, wenn der Boden nur grob bearbeitet und mit Kloͤßen bedeckt iſt, und der angewendete Thon aus groͤßeren nicht hinlaͤng⸗ lich gepuͤlverten Stuͤcken beſteht, nicht den zehnten ja nicht den zwanzigſten Theil der Wirkung zu hof⸗ fen hat, die man ſich verſprechen kann, wenn beide Thon und Boden gehoͤrig gepuͤlvert und mit ein⸗ ander gehoͤrig vermiſcht werden. Auch beim Miſte iſt ja die gehoͤrige und innige Miſchung deſſelben mit der Ackerkrume eine weſentliche Bedingung ſei⸗ *) Man nimmt gewoͤhnlich an, daß der Kalk die Fruchtbar⸗ keit der Felder dadurch befoͤrdere, daß er den im Boden befindlichen Humus, welcher erſt in ſpäͤteren Jahren auf⸗ geloͤſt worden ſeyn wuͤrde, fruͤher aufloͤſt. Seine Anwen⸗ dung wuͤrde demnach eine Bereicherung der Gegenwart auf Unkoſten der Zukunft ſeyn; was ein ſehr großer Nachtheil waͤre. Die Wirkung des gebrannten Thones iſt noch nicht bekannt, doch ſcheint aus mancherlei Erfahrungen die man mit ausgebrann Backofenlehm, Lehmſchutt von Brand⸗ ſtellen, alten Haarwaͤnden u. ſ. w. gemacht hat, hervor⸗ zugehen, daß der gebrannte Thon nicht jene behauptete aus⸗ mergelnde Kraft des Kalkes beſitze. 79 ner befruchtenden Wirkungen. Um jene zu bewerk⸗ ſtelligen iſt es ebenfalls noͤthig, daß der Boden ge⸗ hoͤrig klar gearbeitet und der Miſt recht fein zer⸗ theilt werde. Fuͤnftes Kapitel. Vergleichung der alten und der neuen Kulturmethode. Bei der Beſchreibung einer neuen in vielen Punkten von der gewoͤhnlichen Behandlung des Lan⸗ des durchaus abweichenden Kulturmethode glaubte ich vor Allem eine umſtaͤndlichere Geſchichte meiner Fort⸗ ſchritte von meinen erſten Verſuchen an bis zum ge⸗ genwaͤrtigen Augenblick geben zu muͤſſen, damit man erſehe, daß die von mir angenommene Kulturme⸗ thode ſich auf wirkliche auf eigener Erfahrung be⸗ ruhenden Thatſachen gruͤnde. Allein indem ich er⸗ wog, wie ſchwer es halten wuͤrde, die Oekonomen fuͤr ein ganz neues Kulturſyſtem zu gewinnen, und die Vorurtheile bedachte, durch melche ſo viele der⸗ ſelben ſo feſt an die alten Gewohnheiten gefeſſelt ſind, dachte ich, daß es gut ſeyn wuͤrde, mich auf die Autoritaͤt mehrerer achtbarer Schriftſteller zu ſtuͤtzen, welche durch ihre Erfahrung und durch ihr Anſehen im Stande waͤren, die Folgerungen aus den von mir aufgeſtellten Thatſachen einleuchtender zu machen. In dieſer Abſicht habe ich meinem Be⸗ richte uͤber meine neue Kulturmethode hier und da kurze Bemerkungen und Urtheile Anderer eingewebt, welche uͤber das Ganze mehr Licht verbreiten. Vor⸗ zuͤglich werden ſie denen nuͤtzlich ſeyn, die von Vor⸗ urtheilen angeſteckt, ſo wie denen, die geneigt ſind, die unleugbarſten Thatſachen, ſelbſt wenn ſie klar und deutlich vor Augen liegen, noch zu beſtreiten. Vernuͤnftige Perſonen werden anders denken. Sie werden urtheilen, daß eine einzige wohl begruͤn⸗ 80 dete Thatſache mehr Gewicht hat, als tauſend Hy⸗ potheſen, und daß ein neues, zumal auf Thatſachen gegruͤndetes Kulturſyſtem nicht blos deswegen ver⸗ worfen werden darf, weil ſie es nicht kennen; ſie werden billig denkend genug ſeyn, um es nicht zu verdammen, bevor ſie eine Probe damit gemacht haben. Mein ſehnlichſter Wunſch iſt, daß alle Einzeln⸗ heiten meines neuen Syſtems einer ſtrengen Pruͤfung unterworfen werden moͤchten. Man ſtelle verglei⸗ chende Verſuche an mit gebranntem Thon und an⸗ dern Duͤngmitteln, mit der Brache und mit unun⸗ terbrochener Wechſelwirthſchaft; mit Bearbeitung des Bodens durch Pflug und Egge und durch Reißpfluͤge; kurz, bevor man aburtheile, ſtelle man den That⸗ ſachen Thatſachen und nicht bloße Meinungen und unbegruͤndete Behauptungen entgegen, und ich hege die wohlgegruͤndete Hoffnung, daß das Reſultat von großer Wichtigkeit fuͤr das Intereſſe unſerer Land⸗ wirthſchaft ſeyn Wird..1. Ich hatte vor einiger Zeit eine Unterredung uͤber die Brache mit einem Gutsbeſitzer, der ſein Gut ſelbſt verwaltet. Ich fund ihn ſehr eingenommen fuͤr die grobe Bearbeitung und fuͤr die großen Schol⸗ len, ſo wie fuͤr die Duͤngung des Bodens mit Miſt. Er hatte wirklich einige Verſuche gemacht die Brache abzuſchaffen, aber er ſagte mir, daß er ſehr froh ſey, dieſen Weg verlaſſen zu haben, indem die Brache das einzige Mittel ſey das Land zu reinigen. Ich antwortete ihm, daß ich in dieſem Stuͤcke gluͤcklicher geweſen ſey als er, aber daß auch meine Behandlungsart des Landes weſentlich von der ſei⸗ nigen abweiche; daß ich nicht, wie er, die bei der vorigen Ernte auf den Boden gefallenen Unkrautſaͤ⸗ mereien einpfluͤgte; daß die Ackerkrume nicht umge⸗ wendet, ſondern blos durch geeignete Werkzeuge auf⸗ geriſſen und gepuͤlvert wuͤrde; daß die Stoppeln und 81 die Unkrautwurzeln durch dieſelben Inſtrumente aus⸗ geriſſen, darauf mit einem Theil des Bodens zu⸗ ſammengerecht und verbrannt, und die Aſche auf dem Lande umhergeſtreut wuͤrde, und daß bei dieſer Be⸗ handlungsweiſe verbunden mit der Reihenkultur meine Felder viel reiner und meine Ernten viel ergiebiger waͤren als weiland bei dem großen Aufwande auf Kalk und Brache. Diejenigen, welche die Unkrautſamen durch tie⸗ fes Pfluͤgen in den Boden vergraben, achten nicht darauf, daß ſie ſich durch dieſe Unvorſichtigkeit großen Arbeiten und bedeutendem Verluſte ausſetzen; daß ſie ſich ſelbſt die Laſt der Brache auflegen, welche nur das einzige Mittel iſt die Erzeugungen jener Samen zu zerſtoͤren, welche ſie ſelbſt unklugerweiſe in den Schooß der Erde vergruben. Wuͤrden ſie dagegen die Stoppeln und Unkrautwurzeln, mit der Oberflaͤche, welche jene Samen enthaͤlt, verbrennen, ſo iſt leicht zu begreifen, daß das Land dadurch eben ſo rein werden wuͤrde, wie durch eine Sommerbrache; und ſie wuͤrden außerdem noch den Vortheil der Aſchen⸗ duͤngung haben. Vielleicht truͤge auch dieſes Verbren⸗ nen dazu bei, den Roſt und den Brand zu tilgen; denn dieſe Krankheiten haben meinen Weizen nie befallen. Meine Methode die Stoppeln zu verbrennen ſcheint eine Vervollkommung der Methode des Hrn. William Curtis zu ſeyn, welche dieſer im vier⸗ ten Bande der Mittheilungen der Landbaukammer beſchreibt. Die Verbrennung der Stoppeln war auch ſchon den Roͤmern zu Virgils Zeiten bekannt, wel⸗ cher ſie im erſten Buche ſeines Gedichtes uͤber den Landbau folgendermaßen beſchreibt: Saepe etiam steriles incendere profuit agros, Atque levem stipulam crepitantibus urere flammis; Sive inde occultas vires et pabula terrae Pinguia concipiunt; sive illis omne per ignem Excoquitur vitium, atque exsudat inutilis humor; 6 Seu plures calor ille vias et caeca relaxat Spiramenta, novas veniat qua succus in herbas: 9 Seu durat magis, et venas adstringit hiantes; 44 Ne tenues pluviae rapidive potentia solis Acrior, aut Boreae penetrabile frigus adurat.. Fuͤr diejenigen Leſer, welche mit der lateiniſchen Sprache nicht vertraut ſeyn ſollten, wollen wir hier die Ueberſetzung dieſer Stelle nach Voß beifuͤgen: Oftmals machte die Flamm, unfruchtbare Felder ergiebig, Wann du die nichtige Stoppel in knetternder Lohe verbrannteſt: Sey's weil heimliche Kraft dorther und markige Nahrung Lechzend die Flur einſaugt; ſey's weil in der kochenden Glut ihr All' Untugend verdampft, und die ſchadhche Feuchtigkeit aus⸗ — ſchwitzt; Oder auch mehr Zugänge die Hitz' und verborgene Luftzuͤg' Oeffnet, wodurch der Saft in die jungen Kräuter emporſteigt; Oder mit haͤrtender Macht anzieht die klaffenden Adern, Daß einſchleichender Regen ſie nicht und der heftigen Sonne Ungeſtuͤm, noch des Nords durchdringender Froſt ſie verſenge*). Der vorerwaͤhnte Hr. Curtis ließ ſeine Frucht acht Zoll hoch uͤber dem Boden abmaͤhen, und ſo⸗ dann die Stoppeln am Stehen verbrennen.„Dieſes Verfahren, ſagt er, zerſtoͤrte alles Unkraut ſammt ſeinem Samen und der Boden war mit Aſche be⸗ deckt“. Die Folge war, daß er eine ſehr gute Wei⸗ zenernte darnach erhielt, indem er vier Quarter auf dem Acre erntete. Ueberdem wurde das Land da⸗ *) Das Abbrennen der Steppeln war nicht nur bei den Roͤ⸗ mern, ſondern auch bei andern Völkern des Alterthums uͤb⸗ lich. Ja bei manchen alten Voͤlkern z. B. bei den Israe⸗ liten ſoll man bei der Ernte die Aehren nur mit wenigem Stroh oben abgeſchnitten und ſaͤmmtliches Stroh auf den Aeckern verbrannt haben. Daß dies zur Beſſerung und Fruchtbarmachung ſo wie zur Reinigung des Bodens vom Unkraute ſehr viel beitrug, laͤßt ſich leicht abnehmen. Frei⸗ lich gab es dort noch genug unbebautes Land zur Weide fuͤr die Heerden, und der kurze und milde Winter in den fuͤdlichen Gegenden erforderte nicht die Einlegung ungeheue⸗ rer Futtermaſſen und alſo auch nicht die Zuziehung des Strohes zu dieſem Gebrauch, wie es bei uns der Fall iſt. Indeſſen ließe ſich nach der vom Verfaſſer angegebenen Weiſe das Verbrennen der Stoppeln auch bei uns recht gut anwenden, indem man die Stoppelfelder nach der Ernte erſt einige Wochen dem Vieh zum Ausfreſſen preis gaͤbe, und alsdann die Bearbeitung mit dem Reißpfluge und Stop⸗ pelrechen anſtatt des gewoͤhnlichen Felgens oder Umbrechens der Stoppeln unternaͤhme. 83 durch„auf eine auffallende Weiſe von al⸗ lem Unkraute gereinigt“. Ob ich nun gleich ſchon genug beigebracht habe, um die unſchaͤtzbaren Vortheile auseinander zu ſetzen, welche aus der Abſchaffung der Irrthuͤmer in der Landwirthſchaft und aus der Einfuͤhrung einer beſ⸗ ſern Kulturmethode entſpringen wuͤrden, ſo werden dieſe Vortheile doch noch beſſer durch einige nun mit⸗ zutheilende vergleichende Tabellen in die Augen ſprin— gen, in welchen man den Unterſchied des Aufwandes zwiſchen beiden Kulturmethoden verzeichnet findet. Ich ſetze zwei Guͤter jedes von hundert Acres ahrtbaren Landes voraus, auf welchen die Vierfel⸗ derwirthſchaft eingefuͤhrt iſt, und die demnach ein jedes in vier gleiche Theile eingetheilt ſind. Das eine ſoll nach der in Suſſex uͤblichen alten, das andere nach der von mir angenommenen neuen Kul⸗ turmethode bewirthſchaftet werden. Auf die Wieſen und Weideplaͤtze nehme ich keine Ruͤckſicht, indem ich annehme, daß ſie bei beiden Guͤtern von gleichem Umfange und gleicher Beſchaffenheit ſeyen, und weil es auch bei der beabſichtigten Vergleichung ganz un⸗ noͤthig iſt ſie mit in Betrachtung zu ziehen. Aus dem naͤmlichen Grunde laſſe ich auch bei der Ausgabe die Intereſſen aufs Betriebskapital und einige andere zufaͤllige Artikel, ſo wie in der Ein⸗ nahme das Stroh weg, von welchem ich annehme, daß es den Aufwand auf die Ernte und das Dre⸗ ſcherlohn decke. Die Vergleichung beſchraͤnkt ſich alſo nur auf die Kulturkoſten und auf den Werth der erzeugten Fruͤchte. Der Unterſchied zwiſchen dieſem Aufwande und dem Werthe der Fruͤchte zeigt hin⸗ laͤnglich den bei der neuen Kulturmethode zu hoffen⸗ den Vortheil, und gibt eine allgemeine Ueberſicht uͤber das Verhaͤltniß beider Kulturmethoden. 6* 6 ——QO⏑:—:—.,.,.,.,.——-——Q—C—QCQC—ę—ę—ꝭQ(—— Il. Tabell e 8 uͤber die in Suſſer uͤbliche alte Kulturmethode. Werth der jährli⸗ Unterſchied, Vor⸗*☛ Fruchtſorte, womit das Land 5 Kulturaufwand auf Kulturaufwand auf chen Ernte von 25, theil 4 88 6 oder Scha⸗ . beſtanden iſt. 88 den Aere. 25 Acres. Acres. den. Pfund Schill. Pence Pfund Schill. Pence Pfund Pfund Pfund Schill. Pence 8 1) Brache 25———————————— — 2) Weizen 25 16—— 400—— zu 10= 250 150——*) 3) Hafer 25 3 13 6 1 91 17 6 zu 7= 175 83 2 6 4) Klee oder Raygras 25 2 15— 68 15— lzu 5= 125 56 5— — 100]/ 22 8 6] 560 12 6 550 1 10 12 6**) Jaͤhrlicher Durchſchnittsertrag auf den Acre 5 Pfund 10 Schilling. — E2 4 Reduction der obigen Tabelle auf Thaler, Gr. u. Pf. Rthlr. Gr. Pf. Rthlr. Gr. Pf.] Rthlr. Rthlr.] Rthlr. Gr. Pf. 1) Brache 25—-——————= 2) Weizen 1 25 100—— 2500—— zu 62 ½= 15621 937 12—) 3) Hafer 25 22 23 3 574 5 3 zu 43 4= 10933 519 12 9 4) Klee und Raygras 25] 12 4 60 429 16 6 zu 31= 781 ¾ 351 13 6 “ 100 1140 3 9350eo3 21 o. 3437¹]66 9 9**) Jährlicher Durchſchnittsertrag auf den Acre 24 Rthlr. 9 Gr. *) Schaden am Weizen.**) Verluſt an 100 Acres. — II. Tabelle uͤber meine neue Kulturmethode. ¹ Aulturaufwand auf Kulturaufwand auf Werterder Iähri. Unterſchied oder Ge⸗ win. Acres. Pfund Schill. ence Pfund Schill Pence Pfund Pfund Pfund Schiu Pence 1) Wicken, Erbſen, Bohnen De 1— zu 8 200 75— 2) Weizen 25 3—— zu 10 250 3) Hafer oder Gerſte 25 3 13 17 6 zu 7— 175 4) Klee oder Raygras 25 2 15 15— zu 5 125 4 1[ 100 16 8 1 12 6 750] 339 Durchſchnittsertrag auf den Acre 7 Pfund 19 Schilling. 4 Mittker Gewinn auf den Acre 3 ⸗ ⸗ 10 ½ Pence. Reduction der obenſtehenden Tabelle auf Gr. u. Pf. 3 Gr. Pf.[Rthlr. Gr. Pf. Rthlr. Rihlr./ Rthlr. 1) Wicken, Erbſen, Bohnen 25 6— 781 6— ſzu 50 468 2) Weizen 25 ⸗— 781 6— zu 62 ½ 781 3) Hafer oder Gerſte 25 3[574 5 3 ſzu 43 ¾ 519 4) Klee oder Raygras 25 6 l 429 16 6[zu 314 351 100 102 9 25s6 9 9 Durchſchnittsertrag auf den Acre 46 Rthlr. 21 Gr. Mittlerer Gewinn auf den Acre 21 Rthlr. 5 Gr. 8 Pf. — ———— Fruchtſorte, womit das Land 85 beſtanden iſt. 58 einen Acre. 25 Aecres. Munn' — MI’ 86 Bei einer ſo koſtſpieligen Kulturmethode, wie Tabelle I. zeigt, iſt der Pachter immer im Scha⸗ den, er wuͤrde nicht leben, noch den geringen Pacht von funfzehn Schilling(4 Rthlr. 16 Gr. 6 Pf.) auf den Acre und die Armentaxe*) entrichten koͤn⸗ 5 nen, wenn er nicht noch Nebeneinkuͤnfte von Wieſen G und Weiden, von Holz, von Hopfenbergen, von der Milcherei und von aufgezogenem Vieh haͤtte, wenn er nicht ſechzig bis achtzig Stuͤck Haͤmmel in den Suͤmpfen von Ronney und an andern Orten fett werden ließe, wo er fuͤr zwei und dreißig Wochen nicht mehr als ſechs bis ſieben Schilling(1 Rthlr. 21 Gr. bis 2 Rthlr. 4 Gr. 6 Pf.) Triftgeld auf das Stuͤck bezahlt. Das Reſultat dieſer Tabelle uͤber den Auf⸗ wand und den Ertrag des Ackers ſtimmt mit dem uͤberein, welches Dr. Warthington in ſeiner Zu⸗ ſchrift an die Paͤchter Englands im Jahr 1810 be⸗ kannt gemacht hat. Dort ſagt derſelbe:„Bei ſol⸗ chen ungluͤcklichen Verhaͤltniſſen verliert ihr immer an euerem Ahrtlande; ihr erhaltet euch blos durch eure Milcherei durch die Zucht und den Verkauf von Hornvieh, Fuͤllen und Haͤmmeln. Nach der neuen Methode Tabelle II. aber wuͤrde ein Pachter, der den geringen Pacht von funfzehn Schilling(4 Rthlr 16 Gr. 6 Pf.) auf den Acre nebſt den Taxen zahlte, an hundert Acres 339 Pfund 4 Sterling 7 Schilling 6 Pence(2121 Rthlr. 2 Gr. 3 Pf.) gewinnen, und wuͤrde außerdem von ſeinen „Wieſen und Weiden, vom Holz, vom Hopfen, von ſeiner Milcherei, von ſeiner Viehzucht, vom Ham⸗ melmaͤſten u. ſ. w. dieſelben Vortheile ziehen als die 1 *) In dem ſo reichen England gibt es verhäͤltnißmäßig die meiſten Armen, ſo daß man ſich genoͤthigt geſehen hat, eine eigene ſehr beträchtliche Ahgabe einzufuͤhren, welche unter dem Namen Armentaxe bekannt iſt.— 87 Paͤchter, welche bei der alten Kulturmethode von Suſſer bleiben. 2.. Es geht aus dieſer Vergleichung deutlich her⸗ vor, daß man bei der alten Methode 10 Pfund Sterling 12 Schilling 6 Pence(66 Rthlr. 9 Gr. 9 Pf.) an hundert Acres Ahrtland verliert, waͤhrend man bei der neuen Methode 300 Pfund 7 Schil⸗ ling 6 Pence(2121 Rthlr. 2 Gr. 3 Pf.) an hun⸗ dert Acres, oder 3 Pfund 7 Schilling 10 Pence (21 Rthlr. 5 Gr. ¼ Pf.) am Acre. Dieſe große Verſchiedenheit in den Reſultaten der beiden Methoden kommt beinahe ganz allein von dem ungeheueren Aufwande, welchen die Brache und das Duͤngmittel verurſachen. Allein da dieſer Auf⸗ wand nicht ausſchließlich der Weizenernte anheim⸗ fällt, ſondern guch zur Vorbereitung der Hafer⸗ und Kleeernte mit dient, ſo muͤſſen wir die allgemeine Wirkung auf alle drei Ernten naͤher unterſuchen. Wir ſtellen demnach in beiden folgenden Tabellen vier Acres Land, nach den verſchiedenen Kulturmetho⸗ den behandelt, zur vergleichenden Ueberſicht auf. —— III. abell e uͤber vier Acres nach der alten Kulturmethode behandelt. Kulturkoſten Ernteertrag. Pfund Schill. Pence Rihlr. Gr. Pf. Pfund Schill. Pence] Rthlr. Gr. Brache Weizen 16—— 100—;— 10 Hafer, Gerſte 3 138 6 22 23 3 7 Klee, Raygras. 2 15— 17 4 1 22 8 6] 140 3 9 22— Hier uͤberſteigt der Aufwand den Ertrag um 8 Schilling 6 Pence(2 Rthlr. 15 Gr. 9 Pf.). IV. Tabelle uͤber vier Acres nach der neuen Kulturmethode behandelt. Kulturkoſten Ernteertrag Pfund Schill. Pence Rthlr. Pf.) Pfund Schill. Pence Rthlr. Gr. Wicken, Erbſen, Bohnen 1 Aere.—— 31 8—— 50— Weizen 3——— 190—— 62 12 Hafer oder Gerſte 1 2 3 13 6 3 7— 43 18 Klee oder Raygras 1 ⸗ 2 13— 6 5— 1 31 6— I 16 6 1 102 138 9 365—— 187 12— Durch dieſe Methode erhaͤlt man 13 Pfund 11 Schilling 6 Pence(84 Rthlr. 20 Gr. 3 Pf.) auf 4 Acres oder 3 Pf. 7 Sch. 10 ½ Pence(21 Rthlr. 5 Gr. ³ Pf.) auf einen Acre. ——— ———————— 2—— 89 In den vorhergehenden Tabellen iſt der Kul⸗ turaufwand nach der allgemeinen Behandlungsweiſe der Aecker und nach den im dritten Kapitel ange⸗ gebenen Eroͤrterungen berechnet. Ich muß jedoch bemerken, daß in den Tabellen uͤber die neue Kul⸗ turmethode der Aufwand eher zu hoch, als zu ge⸗ ring angeſchlagen, und folglich der Gewinn etwas niedriger geſchaͤtzt iſt, als es haͤtte geſchehen ſollen. Da der Ertrag in beiderlei Tabellen gleich an⸗ genommen iſt, ſo kann das Steigen und Fallen der Fruͤchte ganz gleichguͤltig fuͤr unſere Berechnungen ſeyn, indem das Reſultat ſich verhaͤltnißmaͤßig im⸗ mer gleich bleibt. Die Vergleichung der Tabellen I. und II. zeigt, daß die aus der Abſchaffung der Brache, aus der Anwendung eines wohlfeilern Duͤngmittels, und aus der Verminderung der Arbeiten mit dem Zugviehe entſpringende Kulturverbeſſerung auf einer Flaͤche von hundert Acres einen Gewinn von 350 Pfund Ster⸗ ling(2187 Rthlr. 12 Gr.) jaͤhrlich, oder 3 Pfund Sterling 10 Schilling(21 Rthlr. 21 Gr.) auf den Acre gewaͤhrt. Folglich koͤnnte die ahrtbare Laͤnde⸗ rei in meiner Umgegend, die jetzt fuͤr 15 Schilling (4 Rthlr. 16 Gr. 6 Pf.) der Acre verpachtet iſt, bei einer beſſern Kulturmethode ihren Eigenthuͤmern einen viel hoͤhern Ertrag abwerfen; waͤhrend die Paͤchter auch bei einem weit geringern Preiſe der Wirthſchaftserzeugniſſe noch einen viel groͤßern Ge⸗ winn haͤtten als jetzt. Es iſt unmoͤglich zum voraus zu beſtimmen, wie weit ſich dieſes Kulturſyſtem erſtrecken wuͤrde; angenommen indeß, daß es im ganzen Koͤnigreich auf zehn Million Acres Ahrtland angewendet wuͤrde, ſo wuͤrde dieſe Veraͤnderung einen jaͤhrlichen Mehr⸗ 99 b ertrag der Landwirthſchaft von 35 Millionen Pfund Sterling(218,750,000 Rthlr.) bewirken, und folg⸗ lich den Nationalreichthum jaͤhrlich eben ſo viel hin⸗ zufuͤgen †). *) Hierin moͤchte ſich der Hr. Verfaſſer wohl etwas irren; denn offenbar wuͤrden die Fruͤchte, ſobald ſie in hinlaͤngli⸗ licher Menge gezogen wuͤrden, in England, wo ſie bisher blos durch den vermittelſt der Kornbill erzwungenen Man⸗ gel in hohem Peeiſe blieben, ebenſo auf die niedrigſten Preiſe herabſinken, wie dies in andern Laͤndern ſchon ge⸗ ſchah; und dann moͤchte wohl von den 35,000,000 Pfund Sterling gar manches Poͤſtchen wegzuſtreichen ſeyn. In⸗ deſſen bliebe es doch fuͤr England immer von der groͤßten Wichtigkeit, ſeine Brodfruͤchte auf dieſem Wege in hinläng⸗ licher Menge ſelbſt zu ziehen.— Fuͤr Deutſchland, meinen Viele, ſey eine Vermehrung der landwirthſchaftlichen Er⸗ zeugniſſe jetzt gar nicht heilſam, ja ſie ſey ſogar verderblich, weil ſie ohnehin ſchon in zu großer Menge erzielt wuͤrden.— Ob dem ſo ſey, daruͤber wollen wir hier nicht ſtreiten, ſo⸗ viel iſt indeſſen ausgemacht, daß gar wohl, und vielleicht in ganz naher Zukunft, eine Zeit kommen kann, welche eine Vermehrung der landwirthſchaftlichen Erzeugniſſe auch in Deutſchland dringend heiſcht, Denn abgeſehen davon, daß ſich Deutſchlands Bevolkerung alljährlich faſt um zwei Pro⸗ cent vermehrt, ſo muß der immer mehr rege werdende Ei⸗ fer, die unzähligen auslaͤndiſchen Produkte, die wir bisher verbrauchten, durch inlaͤndiſche zu erſetzen, offenbar einen maͤchtigen Einfluß auf die Conſumtion unſerer Bodenerzeug⸗ niſſe aͤußern. Und, wenn erſt wieder alle die alten Wein⸗ berge, aber mit beſſerm Gewäͤchs wie vordem, beſetzt ſeyn werden, wenn Tauſende von Morgen Landes Maulbeer⸗ bäume, oder andere Pflanzen zur Nahrung der Seidenrau⸗ pen tragen; wenn wir aus unſern Geſpinnſtpflanzen jene vor zwei Jahren in Mähren erfundene, feinere, weißere und dauerhaftere Baumwolle an allen Orten zuzubereiten gelernt haben werden; wenn der Aſtragalus uns großten⸗ theils unſern Kaffeebedarf; Runkeln, Kartoffeln und Wei⸗ zen uns den Zucker liefern u. ſ. w.; dann duͤrfte man wohl, und zwar zum groͤßten Gluͤck fuͤr die Einzelnen und fuͤr den ganzen Staat, wieder recht ernſtlich auf Vermehrung der landwirthſchaftlichen Erzeugniſſe bedacht ſeyn müſſen.— Bis dahin aber wird es dem Landwirth ſehr nuͤtzlich ſeyn, durch den Verfaſſer aufmerkſam gemacht, ſeine Erzeugniſſe mit moͤglichſt geringem Koſtenaufwande zu erzielen, damit er bei den jetzt herrſchenden niedrigen Preiſen etwas mehr gewinne, oder doch wenigſtens weniger einbuͤße.— mnöͤöͤönömömmm 91 Sechstes Kapitel. 8 Darlegung des Kulturbaues nach der neuen Methode auf dem Gute Knowle. Ich habe nun meine verſchiedenen Kulturverfah⸗ rungsweiſen mitgetheilt. Ich habe gezeigt, daß ſie ſich auf die unwandelbare Grundlage von Thatſa⸗ chen gruͤnden, welche ich im Laufe meiner angeſtell⸗ ſtellten Verſuche und meiner practiſchen Ausuͤbung des Landbaues wiederholt beſtaͤtigt fand, und da das Ergebniß der Vierfelderwirthſchaft, verglichen mit dem der alten Kulturweiſe noch meine Erwar⸗ tung uͤbertraf, ſo iſt es ganz natuͤrlich, daß ich nichts ſehnlicher wuͤnſche, als daß die Verſuche, welche an⸗ dere mit meiner Methode anſtellen werden, recht gut von ſtatten gehen moͤgen. Ich ſtehe nicht an zu wiederholen, daß wenn mein Kulturſyſtem in den Gegenden, für welche es paßt,— und es paßt fuͤr alle, wenigſtens hinſichtlich der Ackerwerkzeuge— allgemein befolgt wuͤrde, dieſes gar maͤchtig die Fort⸗ ſchritte des Ackerbaues und die Vermehrung der Bo⸗ denerzeugniſſe befoͤrdern wuͤrde. 3 Ich habe mich bisher darauf beſchraͤnkt Nach⸗ richt von den Fortſchritten meiner Unternehmungen zu geben; jetzt werde ich eine allgemeine Ueberſicht des Kulturplanes mittheilen, den ich auf meinem Gute Knowle befolge, das aus 112 ¾ Acres Ahrt⸗ —— land, 8 Acres Hopfen, 103 ¾ Acres Wieſen und Wei⸗ den und 74 ¾ Acres Buſchholz, in Summa aus 299 ¾ Acres beſteht, 4 Der Boden dieſes Gutes iſt im allgemeinen zaͤh und bindend, hat vielen Thon, und haͤlt die Feuchtigkeit auf der Oberflaͤche zuruͤck. Trocknet er durch die Sommerhitze aus, ſo wird er ſo hart wie Ziegelſtein, und fuͤr den Pflug ganz unbearbeitbar, wenn man nicht eine ſehr ſtarke thieriſche Kraft an⸗ 92 wendet; man hat in der Umgegend die Gewohnheit ſehr tief zu pfluͤgen. Ich habe jedoch im vierten Kapitel gezeigt, daß dieſer Boden, bei aller ſeiner Widerſpaͤnſtigkeit, der unwiderſtehlichen Kraft der Ausdauer nachgibt, und daß man durch wiederholte Bearbeitung mit dem von einem einzigen Pferde ge⸗ zogenen Reißpfluge auf demſelben in kurzer Zeit und mit wenig Koſtenaufwand eine vollkommene Puͤlve⸗ rung der Ackerkrume erlangen kann. Boden dieſer Art wird gewoͤhnlich fuͤr nicht allzuguͤnſtig fuͤr den Ruͤbenbau*) gehalten; und in der That, alle Verſuche, die ich bisher mit ihrem An⸗ bau machte, waren ohne Erfolg. Dies beſtimmte mich Winter⸗ und Sommerwicken, Bohnen, Erbſen und Kartoffeln als Futterfruͤchte zu zeugen. Dieſe Fruͤchte gedeihen ſehr gut, und koͤnnen unmittelbar vor dem Weizen gebaut werden, ja ich habe beobachtet, daß ſie den Boden fuͤr die Anſaat des Weizens recht gut vorbereiten. Jede dieſer Fruchtarten erſetzt die Brache, und ſie werden bei mir mit wenig Unko⸗ ſten und ohne Anwendung des Pfluges zum Stuͤr⸗ zen des Klees geſaͤet, nachdem der Boden gehoͤrig mit gebrannter Erde beſtreut und vermittelſt des Schroͤpfers ſattſam gepuͤlvert iſt. Sie beginnen den vierjaͤhrigen Umlauf, auf ſie folgt Weizen, dann Hafer oder Gerſte und endlich Kopfklee und Raygras wie bei der alten Dreifelderwirthſchaft von Suſſex. Mit Aufhebung der Brache iſt mein Frucht⸗ wechſel auf folgende Weiſe eingerichtet 1) Wicken, — Die weißen Ruͤben(Turnips) ſpielen in der engliſchen Land⸗ wirthſchaft eine große Rolle, und machen den Hauptbe⸗ ſtandtheil des Futters fuͤrs Maſtvieh aus. Man läßt ſie gewoͤhnlich vom Maſtvieh auf dem Lande, wo ſie gewach⸗ ſen ſind, verzehren, indem man das Vieh in Pferche ein⸗ ſperrt. So wird zugleich das Land durch den Miſt des Viehes und den Abfall von den Ruͤben fuͤr die folgende Frucht geduͤngt. 4 —COCL ä-— 93 Bohnen, Erbſen und Kartoffeln, 2) Weizen, 3) Gerſte oder Hafer, 4) Klee und Raygras. Das Ahrtland iſt ſoviel wie moͤglich in vier gleiche Theile getheilt. Ich laſſe die Hopfenberge, die Wieſen, die Weiden und das Buſchholz bei Seite, weil ſie mit meinem Plane nicht in Verbindung ſtehen, der blos den Zweck hat zu zeigen:„auf welchem Wege man die „Erzeugniſſe und den Werth des Ahrtlandes vermeh⸗ „ren und die Weizenkultur erweitern kann.“ Eintheilung des Ahrtlandes ſeit 1820. 1) 28 Acres Wicken, Bohnen, Erbſen und Kartoffeln, 2) 28 Acres Weizen, 3) 28 Acres Gerſte und Hafer, 4) 28 Acres Raygras und Klee. Laſſen wir fuͤr einen Augenblick den Klee und das Raygras bei Seite, ſo bleiben jaͤhrlich 84 Acres, die im Herbſt und Fruͤhling zugerichtet werden muͤſ⸗ ſen. Um die Arbeit auf dieſe beiden Jahreszeiten moͤglichſt gleichfoͤrmig zu vertheilen, und die Win— terſaat zu beſchleunigen, ſind 42 Acres beſtimmt als⸗ bald nach Abraͤumung des Klees und Raygraſes und nach der Ernte des Weizens bearbeitet zu werden. Man faͤngt gewoͤhnlich die Zubereitung des Ackers damit an, daß man auf das Kleefeld 280 Karren gebrannten Thon faͤhrt, um 14 Acres fuͤr Winterwicken zu duͤngen.— Die uͤbrigen 14 Acres Klee werden bei gelegner Zeit mit Thon befahren, und zurecht gemacht, um beim beginnenden Fruͤhling, Wicken, Bohnen, Erbſen u. ſ. w. darauf zu ſaͤen; der Weizen bekommt keine Duͤngung, es ſey denn, daß ſich dieſelbe wegen des ſchlechten Gerathens der Wicken noͤthig machte.— Der gebrannte Thon wird alsbald ausgeſtreut, und das Land mehrmals mit den Reißpfluͤgen bearbeitet, um die Ackerkrume ge⸗ hoͤrig tief zu puͤlvern. 94 Aber dieſe Arbeit, ſo wie jegliche andere Ar⸗ beit mit dem Zugvieh muß dem wichtigeren Ge⸗ ſchaͤfte nachſtehen, die Weizenſtoppeln zu verbrennen, weil es dieſes Geſchaͤft iſt, welches die Hinderniſſe vorzuͤglich wegraͤumt, welche die Wurzeln der fol⸗ genden Saaten finden wuͤrden in die Erde einzudrin⸗ gen, und welches den Boden vollkommen reinigt. Wenn daher die Witterung nach der Ernte guͤnſtig iſt, muͤſſen alsbald alle Reißpfluͤge in Thaͤtigkeit verſetzt werden, um die Stoppeln auszureuten und ſie zum Zuſammenrechen und Verbrennen geſchickt zu machen. Wenn die Witterung zu feucht waͤre, um das Verbrennen bewerkſtelligen zu koͤnnen, muß man die Stoppeln nur in gehoͤrige Ordnung bringen, um ſie im naͤchſten Fruͤhjahr verbrennen zu koͤnnen; und kann man ſie nicht vor der Ausſaat des Hafers oder der Gerſte verbrennen, ſo wird die Aſche auf das beſaͤete Feld ausgeſtreut⸗— Angenommen aber, daß die Witterung guͤnſtig ſey, und daß man die Weizenſtoppeln alsbald nach der Ernte verbrennen und die Aſche ausſtreuen kann, ſo bereitet man, ſobald dieſes geſchehen iſt, 28 Acres Wickenſtoppeln durch vier⸗ bis fuͤnfmaliges Aufreißen zum Weizen und 14 Acres Klee zu Winterwicken vor, ſo daß dieſe beiden Fruchtſorten baldmoͤglichſt einge⸗ drillt werden koͤnnen. 4 Iuit auf dieſe Weiſe die Winterſaat vollendet, ſo koͤnnen die noch uͤbrigen 14 Acres Klee nach Ge⸗ legenheit mit gebranntem Thon beſtreut und geſchroͤpft werden, um im Fruͤhling Wicken, Bohnen, Erbſen oder Kartoffeln darauf zu beſtellen. Die 28 Acres Weizenland werden auch im Spaͤtherbſte und im Fruͤhjahre bearbeitet, um Gerſte und Hafer darauf zu ſaͤen; auf dieſes bringt man aber keinen gebrann⸗ ten Thon, ſondern ſtreut nur die Stoppelaſche auf daſſelbe aus. Die Waſſerfurchen werden immer in gutem Stande erhalten, damit das zur Sommerſaat be⸗ 7 ſtimmte Land fruͤhzeitig genug abtrockne. Auch fuͤr 1 das Trockenlegen des Weizenſaatfeldes wird auf gleiche Weiſe durch parallele 5 ½ Fuß von einander entfernte Furchen zwiſchen den Beeten geſorgt. Wahrend der vierjaͤhrigen Umlaufszeit kann der Zuſtand eines jeden Grundſtuͤckes leicht durch den Weizenertrag beſtimmt werden. Meine letzte Wei⸗ zenernte lieferte mir 350 bis 461 Garben von 30 1 Zoll Umfang auf den Acre; und auf ſehr gutem 6 Neubruchlande, das lange Zeit zur Schafweide ge⸗ dient hatte, und mit gebranntem Thon beſtreut wor⸗ den war, erntete ich 664 Garben auf den Acre, welche zu 5 Pfund Koͤrnern von der Garbe 55 Scheffel vom Acre lieferten. Von dem Zuſtande eines jeden Grundſtuͤckes kann ſich aber der Oekonom leicht gleich bei der Ernte uͤberzeugen. Man gibt 1 beim Anfange der Ernte jedem Schnitter ein Maß, vermittelſt deſſen er die Garben alle von der ange⸗ zeigten Groͤße machen kann. Bevor nun der Wei⸗ zen eingefahren wird, zaͤhlt man die Haufen, um die Anzahl der Garben auszumitteln. Von jedem Grundſtuͤcke werden darauf 20 Garben auf die Seite gelegt, und gewogen, dann ausgedroſchen, und aber⸗ mals das Getreide und das Stroh jedes fuͤr ſich gewogen. So erfaͤhrt man genau den Zuſtand eines Grundſtuͤckes, bevor man die Ernte voͤllig gemacht und die Frucht ausgedroſchen worden iſt. Zeigt ſich nun zum Beiſpiel die Weizenernte ſchwach, ſo muß man dem Lande bei der Zuberei⸗ tung zur Gerſte oder zum Hafer einen Nachſchuß von gebranntem Thon, und zwei oder drei Schroͤ⸗ 96 pfungen mehr geben. Braͤchte dieſes nicht die ge⸗ hoͤrige Wirkung hervor, ſo muͤßte der Klee und das Raygras mit zehn Karren gebranntem Thon auf den Acre befahren werden, doch muß dies im Winter beim Froſte geſchehen, damit nicht aus dem Fahren auf das Kleefeld und aus dem Ausbreiten des Tho⸗ nes den Stoͤcken Schaden erwachſe. Und iſt end⸗ lich der Ertrag des Klees und des Raygraſes zu ſchwach, ſo muß man vor der Weizenſaat den Acker nochmals mit etwas gebranntem Thon beſtreuen. Das neue Kulturſyſtem, das ich ſo eben be⸗ ſchrieben habe, wuͤrde ganz unausfuͤhrbar ſeyn, wenn einem nicht ein ſo treffliches Duͤngmittel zu Gebote ſtuͤnde, wie das iſt, welches ich durch das Brennen des Thones, Mergels und Kleibodens erhalte, und von welchem Hr. J. C. Curwen in ſeinem Brief vom 2. September 1815 ſagt:„Ich glaube die Sache nicht zu uͤbertreiben, wenn ich behaupte, daß das Brennen des Thones und der Bodenflaͤche die wichtigſte Erfindung iſt, welche man, ſeit der Ein⸗ fuͤhrung des Ruͤbenbaues durch Lord Townſend in Norfolk, in der Landwirthſchaft gemacht hat“. Man muß mit Recht erſtaunen, wenn man bemerkt, welche geringe Aufmerkſamkeit Eigenthuͤmer und Paͤch⸗ ter den wichtigſten Entdeckungen ſchenken. Vor 10 Jahren wurde der Brief des Hrn. Craig an Hrn. Boyd uͤber den gebrannten Thon bekannt gemacht, und wir ſehen noch immer uͤberall ungeheuere Strecken Landes mit Kalk beſtreuen, den man aus der Ferne herbeiholt, und das auf Guͤtern, die Ueberfluß an Holz und an tauglicher Erde zum Brennen beſitzen, welche man auf der Stelle ſelbſt fuͤr den ſiebenten Theil der Koſten, die man auf den Kalk verwendet, in trefflichen Duͤnger verwandeln koͤnnte. 9 97 In dem eben angefuͤhrten Briefe ſagt Hr. Craig, daß er Weizenfelder, Flachs und Kartof⸗ feln von einer allen Glauben uͤberſteigenden Schoͤn⸗ heit auf zaͤhem Boden ſah, der gar keine andere Duͤngung erhalten habe, als gebrannten Thon. Hr. Wallace, ſagt er, iſt ſo feſt von der Vorzuͤglich- keit des gebrannten Thones uͤberzeugt, daß er mir oft erklaͤrt hat, er moͤchte ſich nicht die Muͤhe ge— ben, Miſt von dem nur eine halbe Stunde entfern⸗ ten Kirkcudbright nach ſeinem Gute fahren zu laſſen, ſelbſt wenn man ihm denſelben dort umſonſt geben wollte. Nach dem, was ich bisher geſagt habe, duͤrfte es faſt uͤberfluͤſſig ſcheinen hinzuzufuͤgen, daß meine nach einem ziemlich großen Maßſtabe gemachten Er⸗ fahrungen die Meinung des Hrn. Craig vollkom⸗ men beſtaͤtigen; und ich ſtimme der Meinung des Hrn. Wallace ſo ſehr bei, daß ich waͤhrend der letzten 6 Jahre nicht ein einziges Fuder Miſt auf mein Ahrtland habe bringen laſſen, mit Aus⸗ nahme einiger Acre Kartoffeln. Ich wende den Miſt vornehmlich bei den Hopfenpflanzungen an, wo das Unkraut, das er erzeugt, leicht getilgt werden kann, und was ich hier uͤbrig behalte, wird auf die Wie⸗ ſen geſtreut. Was den Kalk anbelangt, ſo betrachte ich ihn ſchon laͤngſt als eine Quelle des Verderbens fuͤr Oekonomen, die ihn aus der Ferne holen muͤſ⸗ ſen, und als den vorzuͤglichſten Grund des hohen Preiſes der Lebensmittel. Bis auf den heutigen Tag hat das groͤßte Hin⸗ derniß der Verbeſſerung des Ackerbaues in der Un⸗ zulaͤnglichkeit und bisweilen im gaͤnzlichen Mangel des Duͤngers gelegen; aber verſchiedene in verſchie⸗ denen Gegenden des Koͤnigreiches angeſtellte Verſuche haben uns ſeit einigen Jahren gelehrt, daß dieſes 7 „. 98. Beduͤrfniß uͤberall hinlaͤngiich und viel wohlfeiler be⸗ friedigt werden kann, als durch den Kalk und den Miſt. Zu der Erfahrung anderer, und zu dem, was uͤber die Anwendung des gebrannten Thones als Duͤngmittel oͤffentlich bekannt gemacht worden iſt, habe ich das Ergebniß meiner eignen Erfahrung hinzugefuͤgt, welches mich nicht einen Augenblick zwei⸗ feln laͤßt, daß die allgemeine Anwendung dieſes un⸗ ſchaͤtꝛbaren Duͤngmittels die Quelle der groͤßten Vor⸗ theile werden muß. Ich nenne es unſchaͤtzbar, weil ich uͤberzeugt bin, daß es das wohlfeilſte und das zweckmaͤßigſte iſt, welches ein Oekonom nur an⸗ wenden kann. 8 Ich muß indeß um Mißgriffen vorzubeugen, nochmals wiederholen, daß zur gehoͤrigen Wirk⸗ ſamkeit dieſes Mittels durchaus nothwendig iſt, daß es ſelbſt nebſt dem Boden, auf welchen es ausge— ſtreut werden ſoll, gehoͤrig gepuͤlvert werden muß. Der Vernachlaͤſſigung dieſer Bedingung hat man den geringen Erfolg einiger Verſuche zuzuſchreiben, von dem ich habe reden hoͤren; denn bei mir hat es ſtets gehoͤrige Wirkung gethan. Mehrmals habe ich ſeine Vorzuͤge vor dem Miſt erkannt, wenn beide in glei⸗ cher Quantitaͤt auf gleichem Boden angewendet wur⸗ den. Und viele Perſonen, die Augenzeugen meiner Verſuche waren, haben es geſehen, und muͤſſen be⸗ zeugen, daß 10 Karren gebrannter Thon auf den Acre mehr Wirkung thaten, als 40 Karren Miſt. Die wohlfeilſte Weiſe dem Thon die gehoͤrige Puͤl⸗ verung zu ertheilen iſt, daß man ihn vor der Be⸗ arbeitung des Landes auf demſel n ausſtreut. Sind große Klumpen vorhanden, ſo muß man ſie mit einem Schlaͤgel, Grabſcheit, oder einer Hacke zerkleinern; dadurch und durch darauf erfolgendes drei⸗ bis vier⸗ maliges Bearbeiten mit dem Reißpfluge wird die A 99 Puͤlverung vollkommen; zugleich aber wird auch der Thon mit der Ackerkrume gehoͤrig vermiſcht und da⸗ durch in den guͤnſtigſten Zuſtand zur Aufnahme des Samens verſetzt werden.. Ob ich mich gleich ſo zum Lobredner des ge⸗ brannten Thones aufwerfe, ſo erkenne ich doch auch die Verdienſte des Kalkes und des Miſtes an. Ich weiß die guten Wirkungen des einen wie des andern zu wuͤrdigen; allein ich bin ganz gegen ihre Anwen⸗ dung auf Ahrtlande, weil ſie einen zu großen Auf⸗ wand verurſachen; uͤberdem denke ich, daß die ver⸗ ſchwenderiſche Anwendung des Strohes zu Miſt ein Mißbrauch iſt, der abgeſchafft werden muß*). Die brittiſchen Landwirthe wuͤrden ſehr wohl thun, wenn ſie zu Voͤlkern in die Schule gingen, von welchen ſie glauben, daß ſie in der Aufklaͤrung weit hinter ihnen zuruͤckſtehen. Bei den Indiern und Chi⸗ neſen hat das Stroh viel zu viel Werth, um ſo vergeutet zu werden; man wendet es faſt ausſchließ⸗ lich zum Viehfutter an*†). Da ich im Jahr 1818 eine ſchlechte Heuernte machte, nahm ich zum Stroh meine Zuflucht, und befand mich recht wohl dabei. Dies war ein zufaͤlliger Unterricht, von welchem ich nicht ermangelte Vortheil zu ziehen. Viele Oekono⸗ men koͤnnten dieſe Wirthſchaftsmethode annehmen, *) Dieſe Idee findet ſich auch ſchon bei mehreren anderen engliſchen Schriftſtellern uͤber die Landwirthſchaft. In Deutſchland ſind wir allgemein der Meinung, daß der Bo⸗ den zu ſeiner Beſſerung vegetabiliſcher Stoffe bedarf, und daß ihm dieſe nicht beſſer gewaͤhrt werden koͤnnen, als durch die Zuruͤckgabe des auf ihm gewachſenen Strohes im Duͤn⸗ ger. Allgemein haͤlt man diejenigen nicht fuͤr gute Land⸗ wirthe, welche ihren Ländereien das Stroh entziehen und es zu anderem Gebrauche verwenden. **) In Deutſchland glaubt man allgemein, daß eine Wirth⸗ ſchaft um ſo beſſer und vollkommener ſey, je weniger ſie von der kümmerlichen Strohnahrung für das Vieh Gebrauch zu machen noͤthig hat. 7* —— 100 und wuͤrden dadurch die Nahrungsmittel fuͤr ihr Vieh bedeutend vermehrt ſehen. Anſtatt Heu zu kaufen, wie ſie es oft genoͤthigt ſind, wuͤrden ſie welches verkaufen, oder wenigſtens den Umfang ihrer Wie⸗ ſen und Weiden vermindern und dadurch die Summe ihras Ahrtlandes vermehren koͤnnen. Erſter Anhang. Erklaͤrung der Figuren Tafel I. und II. Die Ackerwerkzeuge, deren Abbildungen auf die⸗ ſen beiden Tafeln mitgetheilt ſind, duͤrften ſchon aus dem Vorhergehenden erkannt und beurtheilt werden koͤnnen. Indeſſen mag doch mehrerer Deutlichkeit weggen hier noch eine beſondere Anzeige derſelben folgen. Zu bemerken iſt, daß ſie alle genau nach dem dabei befindlichen Maßſtabe aufgeriſſen ſind, und daß ſie alſo jeder geſchickte Wagnar und Schmied leicht anfertigen koͤnnen wird. Jedes Werkzeug iſt in drei verſchiedenen Lagen vorgeſtellt. a. zeigt daſſelbe in aufrechter Stellung von der Seite betrachtet. b. gibt die Anſicht deſ⸗ ſelben von oben, und c. gewaͤhrt ſie von unten. Tafel I. Figur 1. iſt der Schroͤpfer, Reiß⸗ pflug oder Reißer, deſſen ich mich zur Bearbei⸗ tung des Bodens anſtatt des Pfluges bediene. Der Rahmen iſt von Eſchenholz, und ſeine verſchiedenen Theile ſind 3 Zoll breit und 3 Zoll dick. Oben auf den beiden Querbalken laͤuft ein Beſchlag von Schmiedeeiſen hin, der mit viereckigen Loͤchern zur Aufnahme der obern Theile der Zaͤhne verſehen iſt; wodurch das Feſtſtehen der Zaͤhne und zugleich die Dauerhaftigkeit der Balken ſehr befoͤrdert wird. Die beiden hoͤlzernen Baͤnder, die von den Endpunkten ——ͤ— 101 des hintern Querbalkens ſchief nach dem Rade zu laufen, ſind 3 Zoll breit und 4 Zoll dick, und von oben in die Quer⸗ und Radbalken eingelaſſen. Die Zaͤhne ſind von Schmiedeeiſen, 1 ⅞ Zoll breit, 4 Zoll dick, und mit der ſchmaͤlern Seite nach vorn gerich⸗ tet. An ihren Spitzen ſind ſie mit Stahl erlegt, und oben mit Schrauben feſt angezogen. Die Laͤnge der Zaͤhne betraͤgt von dem Punkte an, wo ſie un⸗ ten aus dem Balken heraustreten, 10 Zoll. Der Zug wird entweder am vordern Theile des Rahmens in der Naͤhe des Rades, oder weiter hinten, wie in der Abbildung angezeigt iſt, angebracht. Tafel I. Figur 2. Die Stoppelhacke oder der Stoppelrechen. Er beſteht aus vier Balken, den beiden Radbalken, die nach der Laͤnge laufen, und den beiden Querbalken. Uebrigens hat er wie das vorige Inſtrument zwei hoͤlzerne Baͤn⸗ der, die von beiden Enden des hintern Querbalkeus ſchief nach dem Rade zu laufen. Im hintern Quer⸗ balken, welcher 6 Fuß zwei Zoll lang iſt, ſind 17 Zaͤhne angebracht, und mit Schralben befeſtigt. Will man dieſen Rechen enger haben, ſo braucht man nur die Anzahl ſeiner Zaͤhne zu vermehren. Den Stoppelrechen kann man leicht aus dem Reißpfluge herſtellen, indem man die Zaͤhne des letztern herausnimmt und an den hintern Querbal⸗ ken vermittelſt zweier Bolzen und Schrauben einen Rechenbalken mit ſeinen Zaͤhnen befeſtigt. — Tafel I. Figur 3. Der Pflug zur Ab⸗ theilung und Bildung der Ackerbeete. Er hat ein gewoͤhnliches Schaar, und kein Sech. Da er ſchon oben Seite 51. naͤher beſchrieben worden iſt, bedarf es hier keiner weitlaͤuftigern Beſchreibung. Zu bemerken iſt, daß man die Latte, an deren En⸗ den die Marker befeſtigt ſind, wenn man den Pflug 102 nicht braucht und ihn von einem Ort zum andern fortſchaffen will, in der Richtung der punktirten Linie herumdreht, und ihn vermittelſt eines ledernen Rie⸗ mens an den Grindel des Pfluges anſchnallt. Tafel II. Figur 4. Drillmaſchine, oder Maſchine, vermittelſt welcher man die Frucht in Rei⸗ hen ſaͤet. Sie iſt ſchon oben S. 52. f. hinlaͤnglich beſchrieben. Tafel II. Figur 5. Werkzeug, um das breitwuͤvfig ausgeſaͤete Getreide in Rei⸗ hen zu bringen. Es laͤßt ſich ebenfalls aus dem Rahmen des Schroͤpfers bilden. Eben ſo laͤßt es ſich auch einrichten, um Ruͤben, Bohnen, Erbſen in Reihen von ſieben und zwanzigzoͤlliger Entfernung zu bringen. Strichbreter auf beiden Seiten des Rah⸗ mens machen es zu dieſem Gebrauche tauglich.— Desgleichen laͤßt es ſich auch zu einer Pferdehacke einrichten, um Ruͤben, Bohnen, Erbſen, die in 27 Zoll weit von einander abſtehenden Reihen geſaͤet wurden, zu behacken. Tafel II. Fig. 6. Ein Wieſenſchneider, oder Wieſenreißer. Auch dieſer laͤßt ſich mit dem Rahmen des Reißpfluges herſtellen. Es werden naͤm⸗ lich unten am Rahmen, wie aus der Figur zu er⸗ ſehen iſt, vier Halbkreiſe mit ſcharfen Sechen an ihrer vordern Seite angebracht. Mit dieſem In⸗ ſtrumente pflege ich meine Wieſen vor dem Duͤngen zu bearbeiten. Es hat dieſes einen doppelten Nutzen, naͤmlich erſtens, daß ſich die Kraft des Duͤngers dem Boden beſſer mittheilen koͤnne, und zweitens wird auch der Graswuchs weit ſtaͤrker, wenn auf dieſe Weiſe durch Zerſchneidung der Grasnarbe die Stoͤcke und Wurzeln der Graͤſer zertheilt werden. ———— — ———õ——— . 103 Zweiter Anhang. Vom Thonofen und Brennen des Thones. Die Form und Bauart der Oefen, deren ich mich zum Brennen des Thons bediene, werden hof⸗ fentlich durch den Grundriß, Durchſchnitt und Auf⸗ riß derſelben, welche man Tafel III. a, b und c ſieht, deutlich werden. Ein Roſt, durch deſſen Oeff⸗ nungen die Hitze unmittelbar unter den Thon gelei⸗ tet wird, macht ſich fuͤr groͤßere Oefen nothwendig. In kleineren Oefen ſind die Seitenoͤffnungen nicht unumgaͤnglich noͤthig; eine durchbrochene Woͤlbung, die vom Heerd an bis ans andere Ende des Ofens, auf die beim Grundriß mit punktirten Linien ange⸗ gebene Weiſe errichtet wird und am andern Ende mit einer Eſſe in Verbindung ſteht, leiſtet gute Dienſte bei Oefen, die achtzig bis hundert und zwanzig Karren Thon faſſen. Ein nach den in der Zeichnung angegebenen Maßverhaͤltniſſen erbauter Ofen erfordert ohngefaͤhr drei Tauſend Packſteine;*) zum Moͤrtel dient ge⸗ woͤhnlicher Lehm. Die Errichtung eines ſolchen Ofens kommt etwa auf zehn bis zwoͤlf Pfund Ster⸗ ling(62 Rthlr. 12 gr. bis 75 Rthlr.)**). *) Die gewoͤhnlichen engliſchen Backſteine ſind neun Zoll lang, vier und einen halben Zoll breit und zwei und einen Viertelzoll dick, welches genaue und beſtimmte Maßverhält⸗ niß ſich in vielerlei Hinſicht ſehr vortheilhaft beim Bren⸗ nen zeigt. **) Vor dieſen Unkoſten braucht ſich, wer einen ſolchen Ofen zu errichten gedenkt, niemand zu fuͤrchten, denn es vermindert ſich in Deutſchland der Koſtenaufwand weit uͤber die Hälfte und wenn Verſuche bei uns mit gebrann⸗ tem Thone als Duͤngmittel ſeine in dieſem Werke geruͤhm⸗ ten Vorzuͤge darthun, wuͤrde auch ſelbſt dieſer Aufwand nur eine Kleinigkeit ſeyn, gegen die großen Vortheile, die man dadurch gewoͤnne. 104 Der Standort des Ofens muß ſo nah als moͤglich bei den Stoffen gewaͤhlt werden, welche man zu brennen gedenkt. Beſteht der zu brennende Stoff aus Thon oder Kleiboden, und man hat den Platz und die Gelegenheit dazu, ſo thut man wohl, ihn vermittelſt des Pfluges in großen Baͤnken vom Grunde loszureißen und dieſe Baͤnke mit dem Grab⸗ ſcheit in Klumpen zu zerſtechen, welche man ſodann auf Karren oder Radbaͤrren zum Ofen bringt. Die beſte Oertlichkeit zur Anlage des Ofens bietet eine ſenkrechte Wand in Mergel, Lehm, Thon oder ſonſt einer feſten Bodenart dar, in welcher man den Heerd recht tief ausgraben kann, denn je tiefer dieſer gegraben wird, deſto mehr Raum er⸗ haͤlt der Ofen. Iſt der Ort zum Ofen beſtimmt, ſo wird die Oberflaͤche des Platzes gehoͤrig wagerecht geebnet und der obere Umfang des Ofens genau bezeichnet. Hierauf wird der Ofenraum ausgegraben, ſo daß ſeine Seitenwaͤnde unten allmaͤhlig enger zuſammen⸗ laufen, ſo wie es die punktirten Linien im Aufriß der Vorderſeite des Ofens Tafel III. Fig. an⸗ geben. 5 Theile des Heerdes gekommen iſt, ſo ebnet man den Boden des Ofens, zeichnet auf demſelben in der Mitte die breitere Vertiefung und den Heerd ab, und graͤbt dieſe ſenkrecht aus. Die Vertiefung in der Mitte des Ofenbodens ſenkt ſich etwas nach vorn, damit das Waſſer leichter ablaufen koͤnne. Ihre Seitenwaͤnde ſind mit Backſteinen ausgemauert, welche nach ihrer Laͤnge gelegt werden; ſie ſind vier und einen halben Fuß dick und bilden die Strebe⸗ pfeiler oder Stuͤtze der durchbrochenen Woͤlbung. Dieſe beſteht aus geſchnittenen Backſteinen, die eben⸗ Wenn man mit dem Ausgraben bis zum obern 105 falls nach der Laͤnge liegen, ſo daß jeder Bogen neun Zoll lang iſt, und die zwiſchen dieſen Bogen befindlichen Zwiſchenraͤume vier und einen halben Zoll betragen. In der Richtung dieſer Zwiſchen⸗ raͤume ſind die Seitenvertiefungen nach der im Grund⸗ und Aufriß angegebenen Form eingerichtet. Die Groͤßenverhaͤltniſſe aller Theile dieſes Ofens koͤnnen nach dem unter dem Grundriſſe befindlichen Maß⸗ ſtabe abgemeſſen werden. Die durchbrochene Woͤlbung muß in den leeren Zwiſchenraͤumen drei aus Backſteinen gebildete Baͤn⸗ der bekommen; das eine laͤuft oben laͤngs des Schluſſes der Woͤlbung hin, und die beiden andern mit dieſem erſten parallel zu beiden Seiten in glei⸗ cher Entfernung zwiſchen demſelben und dem An⸗ fange der Woͤlbung. Dieſe Baͤnder geben der gan⸗ zen Woͤlbung Feſtigkeit und machen ſie geſchickt die Laſt des Thones zu tragen. Man benutzt den Thon in großen Stuͤcken in dem Ofen, und laͤßt Leeren zwiſchen demſelben, da⸗ mit die Hitze ſich uͤberall verbreiten koͤnne. Iſt der Thon bis zu einer Hoͤhe von zwei bis drei Fuß ordentlich geſetzt und aufgeſchichtet, ſo kann man ihn alsdann wie er kommt daruͤber her werfen. Die großen Stuͤcken werden alſo zuerſt in den Ofen ge⸗ than und die kleinern daruͤber her. Der Thon muß in einem noch etwas feuchten Zuſtande ſeyn; bringt man ihn zu trocken in den Ofen, ſo wird er durch das Brennen hart wie Stein; bei einer zweckmaͤßi⸗ gen Feuchtheit aber, wird er gleichſam durchgekocht, und verwandelt ſich in eine lockere Maſſe, welche ſich, wenn man ſie der freien Luft ausſetzt, durch ihre Einwirkung von ſelbſt puͤlvert. Ein Karren, oder ſechzehn Scheffel Thon wiegt in ungebrann⸗ tem Zuſtande ohngefaͤhr funfzehnhundert Pfund, 106 gebrannt aber wiegt er nur zwoͤlfhundert Pfund. — Als Brennmaterial habe ich bisweilen große Baumwurzeln(Unterſtocken) angewendet, von denen mich die Klafter nicht hoͤher als vier Schilling (1 Rthlr. 6 gr.) zu ſtehen kommt; bisweilen auch Ofenwellen, von denen das Hundert ebenfalls 4 Schilling koſtet. Mit dieſem Brennmaterial habe ich einen Verſuch in einem kleinen Ofen mit offenem Schornſtein gemacht. Mit 265 Wellen und einer Klafter Stocken wurden achtzig Karren oder zwoͤlf⸗ hundert Scheffel Thon vollkommen gebrannt; ſo daß mich das Brennmaterial bei dieſem ganzen Brande nur auf dreizehn Schilling(4 Rthlr. 1 gr. 6 pf.) und bei einem Karren voll noch nicht einmal auf voͤllige zwei Pence(ohngefaͤhr 1 gr. 2 ¼ pf.) kam. Der ganze Brennaufwand betrug auf den Karren Thon zehn und einen halben Pence(6 gr. 6 ¾⁴ pf.). Wir theilen hier noch zum Beſchluſſe das mit, was Herr Cartwright in ſeinem Aufſatze, von dem wir oben Seite 27. u. f. einen Theil gegeben haben, uͤber das Thonbrennen ſagt.. „Als ich, ſpricht er, vor drei Jahren anfing Thon zu brennen, folgte ich den gedruckten Anwei⸗ ſungen, wie ich ſie in verſchiedenen Schriften uͤber dieſen Gegenſtand fand; ich konnte aber dadurch denſelben nie wohlfeiler erhalten, als Stallduͤnger mir zu ſtehen gekommen ſeyn wuͤrde. Ich verſuchte daher, ob ich den Thon nicht auf eine wohlfeilere Weiſe brennen koͤnnte, und nach vielen Verſuchen zeigte ſich folgendes Verfahren als das beſte. Ich ließ einen Graben von ohngefaͤhr 20 Fuß Laͤnge, 3 Fuß Tiefe und eben ſo viel Breite mit ſolchem Abfall ziehen, daß das Waſſer frei ablaufen konnte. An dem obern Ende dieſes Grabens errichtete ich auf den Seiten deſſelben einen Bogen aus Back⸗ 107 ſteinen 9 bis 10 Fuß lang, mit Oeffnungen, um das Feuer durch den Thon durchziehen zu laſſen. Dieſe Oeffnungen werden dadurch gebildet, daß man in gehoͤrigen Zwiſchenraͤumen einen halben Backſtein auslaͤßt. An der Vorderſeite des Bogens wurde eine ſtarke Mauer von doppelten Backſteinen aufge⸗ fuͤhrt, die auf dem Boden des Grabens ruhte. Dieſe Mauer, die zwei Fuß breiter war, als der Bogen, ſtieg ohngefaͤhr einen Fuß hoch uͤber denſelben em⸗ por, und durch dieſelbe ging ein 2 Fuß weites Loch. Zu dieſem ganzen Baue waren nur 500 bis 600 Backſteine nothwendig. Kalk wurde nur zu der Vordermauer gebraucht, die Bogen aber mit Lehm aufgemauert.“ Wenn der Thon in dieſen Ofen gebracht wird, muß man dafuͤr ſorgen, daß vorzuͤglich anfangs die Thonklumpen hohl gelegt werden, damit das Feuer frei durchziehen kann. Nachdem nun der Thon un⸗ gefaͤhr 2 Fuß hoch auf dem Bogen aufgeſchichtet wurde, wird das Feuer angezuͤndet und eine Wand von Thonklumpen um dieſen Thonmeiler aufgefuͤhrt, die zwei Fuß weiter iſt als der Bogen, und vorn von der Backſteinmauer geſchuͤtzt wird. Dieſe Thon⸗ wand braucht nicht uͤber 3 bis 4 Fuß hoch zu ſeyn. So wie der Brand fortſchreitet, muß friſcher Thon nachgelegt werden, immer aber ſo hohl als moͤglich. Nachdem der Haufen zwiſchen 4 und 5 Fuß hoch geworden und durchgebrannt iſt, laͤßt man das Feuer ausgehen, legt aber noch immer wenigſtens einen Tag lang Thon nach, und nimmt hierzu vorzuͤglich den klaͤreren und muͤrberen. Zwei Arbeiter, denen man 2 Schilling 6 Pence des Tages zu zahlen hat, und ein Junge, den man 6 Pence gibt, um das Feuer zu unterhalten, koͤnnen in 2½ Tagen 35 gute Karren voll Thon brennen. Man braucht dazu 108 ungefaͤhr 175 Buͤndel Ginſter,*) wovon das Hun⸗ dert 5 Schilling koſtet. Die Ausgaben beliefen ſich demnach auf: 14 Schilling 9 Pence fuͤr Arbeit, 8— 9— fur Brennmaterial, 3— ⸗— fuͤr Karren und Schul⸗ karren auf 2 Tage. 1 Pf. 6 Schilling 6 Pence. Da mein Gut klein iſt, ſo reichen kleine Mei⸗ ler bei mir hin. Ich habe deren zwei errichten laſ⸗ ſen, damit der eine auskuͤhlt, waͤhrend der andete brennt. Der Verbrauch des Brennmaterials haͤngt uͤbrigens auch mit von der Witterung ab. Wer die Koſten eines gemauerten Bogens nicht tragen will, kann denſelben auch aus Thonklumpen errich⸗ ten laſſen, die aber dann vollkommen trocken ſeyn muͤſſen, indem ſie ſonſt die Laſt nicht ertragen koͤn⸗ nen, die darauf zu liegen kommt. Ein ſolcher Thon⸗ bogen wird auf folgende Weiſe errichtet. Man legt vier bis fuͤnf ſtarke Staͤbe quer uͤber den Graben und auf dieſe Buͤndel Reißig in kreisfoͤrmiger Ge⸗ ſtalt, um den Bogen darauf zu erbauen. Wenn dieſer fertig iſt, werden die Buͤndel angezuͤndet. Obſchon dieſe Anlage nur ſehr wenig koſtet, ſo iſt doch ein gemauerter Bogen weit wohlfeiler, indem der Bogen aus Thon bei jedem Brennen friſch an⸗ gelegt werden muß, ein aus Backſteinen aufgemauer⸗ ter aber mehrere Jahre lang dauert. *) Bei uns wuͤrden Dornwellen wohl das Zweckmäßigſte ſeyn. —— ——————OO——Q—B—ꝛ—ꝛ—ꝛ—ꝛ———ę—ỹ—ÿ—ꝛ—ꝛ—xxxxxxUUP——⸗—x—x—xxyõ Sahe. : H .. — 4—— b 72 457 Ll.eLuſs A. 424 — H L ſ u. 77 8 n 42* 5 h. ſæ. ℳ 4 vign. Zor* L th. e 4 3 2. uen ⸗ K, ſe 2che Rz- e A,t,. i Tnukt, Ler, MA,s, uudy E Sie LA 4 K 42 A4 t r She, 94 e a. Q- K. 9, AAk a. S, z, 2h., 4 l e„ A 1,2e Leou A 4 u 2e9 u W LU C.—= 4 3 5,„2 4 4 2 4„ 16 An—— 4‿— 2 9. 75. Sekro. V M. EE— 4 227 1. D42. 12 1 Wer. 2, de 21- K. d 6* as L, e e.-epd hae 4 ee„e, 2 A7. 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