Koͤnigl. prioilegirtes landwirthſchaftli⸗ ches Unterrichts⸗Inſtitut zu Moͤglin. — Die geordneten Vortraͤge heben nunmehr mit dem 18ten October dieſes Jahrs an und dauern ununterbrochen, ohne Ferien, bis zum jſten Au⸗ guſt 1820 fort. Der praktiſche und diskurſive uUnterricht findet fuͤr diejenigen, die ſich deſſel⸗ ben bedienen wollen, jedoch auch in den Mona⸗ ten Auguſt und September ſtatt, und es ſtehet ihnen frei den ganzen Jahrslauf hier abzu⸗ warten. ☛ Die Vortraͤge der Wfenſchaften greifen fol⸗ gendermaßen, ſo wie wirzes nach langjaͤhriger Erfahrung zur Erlaͤuter des einen durch den andern und Vermeidung bet Verwirrung am zweckmaͤßigſten befunden haben, in einander. ( Herr Staats⸗Rath Thaer, der ſich nunmehr auch den groͤßten Theil des Winters hier auf⸗ halten wird, traͤgt die allgemeine landwirth⸗ ſchaftliche Gewerbslehre, mit Zugrundlegung ſei⸗ nes Leitfadens dazu, jedoch nach einer fuͤr An⸗ faͤnger angemeſſenen Ordnung der Materien, und mit der hier ſtatt findenden Hinweiſung auf das Techniſche und die Manipulation, vor. Daneben die Lehre von der Haltung und Zucht des Viehes jeder Art, die im Winter am beſten ſinnlich dargeſtellt und beobachtet werden kann. Hiermit treffen Herrn Stoͤrigs zoonomiſch⸗ pathologiſche Vortraͤge zuſammen, die in die praktiſche Lehre der Thierheilkunde uͤbergehen. Herr Prof. Koͤrte traͤgt die reine Mathema⸗ tik— doch zur Erregung des Sinnes dafuͤr ſchon mit Hindeutungen auf den praktiſchen Ge⸗ brauch derſelben fuͤr Landwirthe— vor. Ferner lehrt derſelbe die Chemie in ihren Grundprinzipien mit allen zur klaren Anſicht der⸗ ſelben erforderlichen Experimenten, aber mit be⸗ ſonderer Beruͤckſichtigung ihrer Anwendung auf die Landwirthſchaft und die damit in Verbin⸗ dung ſtehenden techniſchen Gewerbe; wobei er in der Folge den Zuhoͤrern Gelegenheit giebt, bei chemiſchen Analyſen ſelbſt Hand anzulegen. „ Der Herr Staats⸗Rath Tbhaer gruͤndet ſo⸗ dann auf die chemiſchen Prinzipien die Theorie der Praxis des Landbaues, um im Fruͤhjahre zur eigentlichen Praxis uͤbergehen zu koͤnnen. Herr Heynich giebt praktiſche Anleitung zum landwirthſchaftlichen Rechnungsweſen und Buch⸗ fuͤhrung, mit Vorlegung der hier gefuͤhrten Buͤ⸗ cher, welche die unten zu erwaͤhnende Deputirte einſehen und Auszuͤge daraus nehmen und an⸗ dern mittheilen koͤnnen. Mit dieſem Unterrichte iſt der Winter aller⸗ dings ſehr ſtark beſetzt; aber er iſt zu dieſen Stu⸗ dien am meiſten geeignet. Abends werden uͤber⸗ dem belehrende Converſations⸗ und Leſe⸗Stun⸗ den angeſetzt. Dieſe Vorbereitung und allgemeine Ueber⸗ ſicht der Wiſſenſchaft und des Gewerbes geſtat⸗ tet es dann dem Herrn Staats⸗Rath Thaer mit dem Fruͤhjahre ſogleich zur praktiſchen Lehre des Feldbaues uͤberzugehen und ſich darin mehr nach den wirklich vorfallenden und anſchaulich darzu⸗ ſtellenden Geſchaͤften zu richten, zugleich aber auf die mannigfaltigen Abaͤnderungen, die ſie nach der Verſchiedenheit des Bodens, der Wit⸗ terung und der Oertlichkeit erfordern, aufmerk⸗ ſam zu machen. 8 — 4— Zugleich faͤngt Herr Stoͤrig den Gartenbau zu lehren an. Herr Prof. Koͤrte greift nun mit der Phy⸗ ſiologie der Pflanzen ein und geht dann zur ſy⸗ ſtematiſchen Pflanzenkunde, jedoch immer mit Ruͤckſicht auf Landwirthſchaft, uͤber; ſtellt bota⸗ niſche Excurſionen, die zugleich landwirthſchaft⸗ lichen Zweck haben, an. Herr Stoͤrig lehrt daneben die angewandte Pflanzenlehre, naͤmlich die Eigenſchaften, den oͤkonomiſchen und mediciniſchen Gebrauch der Pflanzen, letzteren beſonders in der materia me- diea, Behufs der Thierheilkunde. In der Einleitung zur Pflanzenlehre wird das Weſentlichſte der Entomologie beruͤhrt und gelegentlich die Kenntniß der dem Landwirth ſchaͤdlichen Wuͤrmer und Inſekten ertheilt, ſo wie die Mineralogie im Gefolge der Chemie, und Geognoſie in der Phyſik vorgetragen wird, in ſofern richtige Begriffe davon dem Landwirthe wichtig ſind. Herr Prof. Koͤrte geht von der reinen Ma⸗ thematik zur angewandten, zur Meßkunſt in ih⸗ rem ganzen Umfange mit moͤglichſt vielen Uebun⸗ gen, uͤber, dann zur Mechanik und Hydraulik in Verbindung und im Gefolge der Phyſik, die mathematiſch und experimentaliſch gelehrt wird. ——⁰ñ Zu allen dieſen Wiſſenſchaften ſind alle er⸗ forderlichen Sammlungen, Apparate und Mo⸗ delle, die durch Verwendung einer bedeutenden Summe jaͤhrlich vermehrt werden, vorhanden. Die praktiſchen Anweiſungen im Landbau werden von dem Wirthſchafts⸗Inſpector, Herrn Grell, und die in der Ueberſicht des Ganzen und in der Buchhaltung von Herrn Heynich gegeben; ſo wie auch letzterer nicht nur die Schaͤferei⸗Be⸗ handlung, ſondern auch in Verbindung mit Herrn Stoͤrig die Behandlung kranker Thiere zeigt. Hinſichtlich der praktiſchen Uebung hat das Beiſammenſeyn Vieler große Schwierigkeit, ver⸗ urſacht Stoͤrungen und eine Allen verſtaͤndliche, ſinnliche Anweiſung iſt dabei kaum moͤglich, in⸗ dem die Aufmerkſamkeit durch die mannigfaltigen Fragen und Antworten zerſtreut wird. Der Con⸗ vent theilt ſich alſo in mehrere kleine Geſellfchaf⸗ ten und jede waͤhlt ſich einen Deputirten; dieſen wird beſonders alles Bemerkenswerthe gezeigt und ihrer beſondern Beachtung empfohlen. Sie theilen es ihrer Geſellſchaft wieder mit. Die Wahl wird nach einiger Zeit erneuert. Hierdurch kann es allein bewirkt werden, daß jeder, der practiſche Uebung und genauere Kenntniß des ganzen Wirthſchaftsbetriebes ſowohl, als der ein⸗ zelnen Verrichtungen und ihrer Gruͤnde zu erhal⸗ ten wuͤnſcht, Alles erfahre. Es bleibt dabei je⸗ dem Einzelnen unbenommen, durch eigene An⸗ fragen und Beobachtung ſich von Allem zu un⸗ terrichten; nur muß er die Gelegenheit aufſuchen und wahrnehmen, wo ihm etwas durch die Leh⸗ rer und Wirthſchaftsbeamte anſchaulich darge⸗ ſtellt werden kann, oder wo dem Herrn Staats⸗ rath Thaer außer den Vorleſungen ſich daruͤber zu erklaͤren Veranlaſſung gegeben wird. Nur jene Deputirten werden aufgefordert, von allem Wich⸗ tigen Kennkniß zu nehmen, damit durch ſie Alle erfahren, was in der Art vorgehet; der Einzelne muß ſich ſelbſt zum Beobachten auffordern und kaunn nicht erwarten, daß er dazu berufen und hingefuͤhrt werde. Wenn nach Vollendung dieſes jaͤhrigen Cur⸗ ſus einige, die eine hoͤhere Ausbildung bezwecken und ſich dazu eignen— den anderen kann ein laͤngerer Aufenthalt nicht geſtattet werden— laͤnger bleiben wollen, ſo wird ihnen der Herr Staatsrath Thaer im Winter privatim Anleitung und Uebung im ſogenannten cameraliſtiſchen Ar⸗ beiten— zu Abſchaͤtzungen von Guͤtern und Grundſtuͤcken, ſowohl nach den bisher eingefuͤhr⸗ ten als nach gruͤndlichern Methoden, zur Ent⸗ werfung und Berechnung von Wirthſchafts⸗Pla⸗ nen fuͤr gegebene Localitaͤten, auch Behufs der Gemeinheitstheilung, Auseinanderſetzung und Arrondirung— geben und verſchaffen. Auch wird er mit ihnen einige der beſten National⸗ und Staatswirthſchaftlichen oder camerallſtiſchen Werke in beſondern Bezug auf das landwirth⸗ ſchaftliche Gewerbe durchgehen und kritiſch leſen. Da bieſer Unterricht nur platoniſch ſeyn kann, und nicht in gebundenem Vortrage, ſondern in Geſpraͤch und in Leitung des Selbſterfindens be⸗ ſtehet, ſo kann die Anzahl der Theilnehmenden nur klein ſeyn, und es wird in der Regel ein vorhergegangener jaͤhriger, gehoͤrig verwandter Aufenthalt auf dem hieſigen Inſtitute erfordert. Eine Ausnahme koͤnnte nur mit anderweitig wiſ⸗ ſenſchaftlich und practiſch ausgebildeten Maͤnnern gemacht werden. In dieſer Folgeordnung wird der Zweck des hieſigen Inſtituts, die Kunſt und das Gewerbe der Landwirthſchaft durch Wiſſenſchaft zu ver⸗ edeln und durch lebendige und anſchauliche Lehre zu verbreiten, auf noch vollkommnere Weiſe er⸗ reicht werden, als bisher geſchah, wo durch die Abſchnitte der Semeſter und die verſchiedene Zeit des Eintritts der Studierenden die gehoͤrige Ord⸗ nung und das Eingreiſen der mannigfaltigen Lehren in einander viele Schwierigkeiten hatte. Deshalb beſtimmen wir aber auch zur Aufnahme — 8— eines Studierenden nur die oben erwaͤhnte Zeit⸗, und wenn gleich der Zutritt anderen wißbegieri⸗ gen Maͤnnern zu unbeſtimmten Zeiten, in dem Fall, daß Platz uͤbrig iſt, nicht verſagt werden ſoll, ſo koͤnnen wir ſie doch auf keinem Fall als unſere Mitbuͤrger, ſondern nur als Hospitanten betrachten, auch nicht zugeſtehen, daß ſie ſich Schuͤler des Moͤglinſchen Inſtituts nennen, wie von manchen geſchehen iſt, die ſich nur wenige Wochen oder Monate hier aufhielten und ſehr unvollſtaͤndige und oberflaͤchliche Begriffe mit⸗ nahmen. Da jeder hier gleiche Rechte hat, ſo kann keiner irgend eine Auszeichnung oder Vorzug verlangen, welche die Zuruͤckſetzung anderer nach ſich zoͤge. Natuͤrlich iſt es aber, daß diejenigen, welche ſich uns durch Theilnahme an unſere wiſ⸗ ſenſchaftliche und Gewerbszwecke mehr annaͤhern und zur Foͤrderung derſelben behuͤlflich ſind, uns mehrere Veranlaſſung zu perſoͤnlicher Freundſchaft und geſelliger Mittheilung geben, als diejenigen, welche ſich von uns entfernt halten und weniger Antheil an uns und unſerm Betriebe zu nehmen ſcheinen. Wir wiſſen, daß einige, beſonders zu Anfange, letzteres aus Beſcheidenheit und Beſorg⸗ lichkeit uns zu ſtoͤren, gethan haben, zumal wenn ſie einmal einen Zeitpunkt trafen, wo daes wirk⸗ lich der Fall war. Jeder von uns wird deshalb ſolche Stunden nach Verſchiedenheit der Jahres⸗ zeit angeben, wo dies ſeltener der Fall iſt, die jedoch zuweilen auch mit dringend zu vollenden⸗ den Geſchaͤften oder Studien beſetzt ſeyn koͤnnen, daß wir uns den Beſuch zu einer andern Zeit erbitten muͤſſen. Wir beantworten zwar alle uns privatim vorgelegte Fragen gern, möuͤſſen jedoch hinſicht⸗ lich ſolcher, die Gegenſtand unſers kuͤnftigen Vortrages ſeyn werden, oft auf dieſen verweiſen, beſonders wenn eine ausfuͤhrliche Entwickelung zum richtigen Verſtaͤndniß noͤthig iſt. Beſſer iſt es, wenn ſich dieſe Fragen auf ſchon behandelte Materien oder auf Gegenſtaͤnde, Geſchaͤfte und Vorfaͤlle, welche ſich eben dem Auge darſtellen, beziehen. Ueber das Studium der Landwirthſchaft uͤberhaupt und auf Lehranſtalten insbeſondere, namentlich auf der unſrigen, hat der Hr. Prof. Koͤrte in Bd. II. S. 204 der Moͤglinſchen An⸗ nalen unſere Anſicht dargeſtellt; worauf wir in Bezug auf obige Anzeige des Curſus verweiſen. Ueber das Verhaͤltniß der Studierenden un⸗ ter ſich und zu den Lehrern hat derſelbe in Bd. III. S. 449 ſo wie wir es wuͤnſchen und wie es mehrentheils war, erklaͤrt. Wir fuͤgen zur Vervollſtaͤndigung der Anſicht noch einiges cielleres hinzu. Dieſes Verhaͤltniß iſt weder mit dem eines Schule oder Erziehungsanſtalt, noch mit dem ei⸗ ner Univerſitaͤt zu vergleichen; ſondern es iſt, we⸗ nigſtens fuͤr diejenigen, die es wollen, ein Fa⸗ milienverhaͤltniß. Hinſichtlich des Lebens ſoll und muß es eine Vorbereitung, ein Uebergang von der Schule oder Univerſitaͤt zum haͤuslichen, ſtaatsbuͤrgerlichen und gewerblichen Leben ſeyn. So wenig wie hier Schulzwang ſtatt findet, ſo wenig kann ſogenannter Burſchenton(das Com- ment und die Suiten) geduldet werden. Es findet hier keine Art von Philiſterthum, im Sinne des verehrungswuͤrdigen be Wette, ſtatt; alſo auch keine Burſchen⸗Phlliſterei. Jeder Ver⸗ ſuch ſie einzufuͤhren und dadurch die laͤndlich⸗ wiſſenſchaftliche Ruhe und den zutraulichen aber geſitteten, anſtaͤndigen und wechſelſeitig belehren⸗ den Umgang zu ſtoͤren, wird die Bitte, ſich von hier wegzubegeben, nach ſich ziehen, ſo wie ſie auch an jeden ergehen wird, deſſen Lebensweiſe dem einzigen Zwecke des hieſigen Inſtitutt— die Kunſt und Wiſſenſchaft des Landbaues durch ge⸗ bildete Maͤnner zu verbreiten und das Gewerbe zu veredeln— nicht entſpricht. Wir bitten daher uͤberhaupt, daß ſich keiner in irgend einer andern Abſicht hierher begebe, indem jedes der Landwirthſchaft und Naturwiſ⸗ ſenſchaft fremdes Intereſſe ſeine Befriedigung hier nicht finden wird. Obgleich, ſo viel es ohne ſtaͤrkere Erhoͤhung der Koſten und nach laͤndlichen Verhaͤltniſſen moͤglich iſt, dafuͤr geſorgt wird, daß jeder ſeine Beduͤrfniſſe und Bequemlichkeiten habe, ſo wird doch Mancher, ohne jenes Intereſſe, manches entbehren, worauf er nach ſeinem Vermoͤgen und nach ſeiner Gewohnheit Anſpruch machen und was er ſich an andern Orten verſchaffen koͤnnte. Mit jenem Intereſſe aber haben alle, die an einen luxurioͤſen Lebensgenuß ſchon lange gewoͤhnt waren, ſich hier voͤllig befriedigt ge⸗ fuͤhlt. So findet ſich hier weder bei dem Inſti⸗ tute noch auf dem Wirthſchaftshofe Gelegenheit, Reit⸗ oder Wagenpferde zu halten, und wir fin⸗ den uns nicht veranlaßt, eine ſolche zu treffen, weil wir bemerkt haben, daß ſie fuͤr das Ganze und die Einzelnen mehr Nachtheile als Nutzen haben. Wer ſie jedoch außerhalb unſeres Hof⸗ bezirks halten will— was mit vielen Schwierig⸗ keiten verknuͤpft iſt— dem ſteht es frei. Noch muͤſſen wir uns uͤber die haͤufig vor⸗ kemmenden Aufforderungen erklaͤren, geſchickte und von uns gebildete, Oberwirthſchaftsbeamte zu verſchaffen, denen wir aber nur in ſehr ſel⸗ tenen Faͤllen entſprechen konnten. Der groͤßte Theil derer, die zu uns kommen, ſind ſolche, die den Beruf und das Vermoͤgen haben, Wirth⸗ ſchaft auf eigene Rechnung zu betreiben, oder ſie ſind ſchon als Wirthſchaftsbeamte bei einem Gutsherrn verſagt, der ſie zu hoͤherer Ausbil— dung hierher ſchickte. Oft aber tritt der Fall ein, daß junge ausgebildete Leute, die aber noch nicht praktiſch genug geuͤbt ſind, oder es nicht zu ſeyn glauben, um ſchon ſelbſtſtaͤndig einer Wirthſchaft vorzuſtehen, dieſe Uebung un⸗ ter der Leitung eines aͤltern, erfahrnern Oeko⸗ nomen zu erlangen wuͤnſchen. Sie ſind aber zu gebildet, um in die gewoͤhnlichen Verhaͤlt⸗ niſſe eines Lehrlings oder Wirthſchafts⸗Schrei⸗ bers zu treten, wenn ſie gleich die Geſchaͤfte des letztern mit Vergnuͤgen uͤbernehmen moͤgten. Der eigentliche Platz, der fuͤr ſie paßt und den ſie ſuchen, iſt der, bei einem denkenden, emſi⸗ gen Oekonomen, der ſeine Wirthſchaft ſelbſt be⸗ treibt, aber eines verſtaͤndigen Gehuͤlfen zur Ausfuͤhrung bedarf, den er dann mehr als Freund, wie als Dienender, behandelt. Fuͤr dieſes Verhaͤltniß koͤnnen wir mehrentheils beim Ende unſers Curſus ſehr paſſende junge Maͤn⸗ ner empfehlen, die Kenntniſſe jeder Art mit — 13— Thaͤtigkeit und Kraft verbinden und dennoch be⸗ ſcheidener und freier von Eigenduͤnkel ſind, wie die meiſten ungebildeten Wirthſchafts⸗Schrei⸗ ber; die ihnen vielleicht noch fehlende Uebung aber(da ſie wiſſen, worauf es auch bei dem kleinen Dienſt ankommt) bald erlangen werden. Nur zu Wirthſchafts⸗Directoren fuͤhlen ſie ſich mehrentheils ſelbſt noch nicht geeignet, gerade weil ſie wiſſen, was auch dazu gehoͤrt. Dagegen plagen uns Leute, die wir gar nicht kennen, oder die hier vielleicht einmal ei⸗ nen Durchflug gemacht haben, mit Bitten, daß wir ihnen Conbitionen verſchaffen moͤgten. Hier⸗ auf aber koͤnnen wir uns durchaus nicht einlaſ⸗ ſen. Es moͤgen rechtliche und geſchickte Maͤn⸗ ner darunter ſeyn; aber wir koͤnnen es nicht be⸗ urtheilen, wer ſie ſind und in wiefern ſie in ge⸗ gebene Verhaͤltniſſe paſſen. Man wird es uns alſo nicht uͤbel deuten, wenn wir ſolche Antraͤge gar nicht beantworten. Eingeſandte Atteſtate von vormaligen Principalen koͤnnen wir nicht beruͤckſichtigen und wir halten keineswegs, wie manche zu glauben ſcheinen, ein ſogenanntes Dienſtvermiethungs⸗Comptoir. Hinſichtlich des Oeconomiſchen iſt beſtimmt: 1) Fuͤr Unterricht, moͤblirte Wohnung, Bedie⸗ nung, Mittags⸗ und Abendeſſen werden jaͤhrlich 400 Rthl. Preuß. Cour. bezahlt. 2) Ein Bette muß jeder mitbringen, oder es kann ſolches ſamt den Ueberzuͤgen auch in dem nahe gelegenen Staͤdtchen Wrietzen, monatlich fuͤr 1½ Rthl. Cour., gemiethet werden. 3) Das Holz im Winter muß, da das Beduͤrf⸗ niß jedes Einzelnen nicht beſtimmt werden kann, beſonders bezahlt werden. In die⸗ ſer Beziehung iſt die Einrichtung getroffen, daß ſtets gehauenes Holz vorraͤthig iſt und Kubikfußweiſe, nach dem Preiſe des Hol⸗ zes, dem Fuhr⸗ und Hauerlohn berechnet, an jedem, der es verlangt, abgegeben wer⸗ den kann. 4) Licht muß ſich jeder ſelbſt halten und man kann ſolches entweder im Hauſe von der Familie des Gaͤrtners, oder von Wrietzen bekommen, wohin taͤglich ein Bote von hier abgeht. 5) Die Zahlung der Penſion muß wenigſtens auf Jahr praͤnumerirt werden, und ſie wird in der erſten Woche des Hierſeyns eincaſſirt; letzteres aus Gruͤnden, die der Herr Prof. Koͤrte in der oben angefuͤhrten Abhandlung angedeutet hat. 6) In ſofern jemand auf ein Jahr hier zu blei⸗ — 15— ben beſtimmt haͤtte, er aber, wichtiger Er⸗ eigniſſe wegen, waͤhrend dieſer Zeit von hier abgehen muͤßte, ſo kann dies hinſicht⸗ lich der zu zahlenden ganzen Penſion von uns nicht beruͤckſichtigt werden, indem ſaͤmmtliche fuͤr die Mitglieder des Inſti⸗ tuts zu machende Ausgaben und Einrich⸗ tungen auf ein ganzes Jahr vorausbeſtimmt und gemacht werden muͤſſen. 7) Bei der Beſtellung eines Zimmers muͤſſen 8 Friedrichsd'or vorausbezahlt werden, aus Gruͤnden, die der Herr Staatsrath Thaer im Anhange zur„Geſchichte meiner Wirthſchaft zu Moͤglin, Berlin 1815“ an⸗ gegeben hat. Dieſes Geld wird, wie ſich von ſelbſt verſtehet, von der Penſion abge⸗ zogen. 8) Wer einen beſondern Bedienten halten will, muß beſonders fuͤr Koſt und Unterkommen deſſelben im Dorfe ſorgen. Nur in dem Falle, wo ein Zimmer im Inſtituts-Ge⸗ baͤude frei, hinſichtlich der Koſt und Miethe eine beſondere Uebereinkunft getroffen, und der Herr von dem ordentlichen und an⸗ ſtaͤndigen Betragen ſeines Bedienten ver⸗ ſichert waͤre, wuͤrde man Wohnung und Koſt fuͤr denſelben bei uns zu erhalten hof⸗ fen duͤrfen. 92) Diejenigen, welche ſich nur einige Monate, Wochen oder Tage hier aufhalten wollen, koͤnnen, dem Vorhergehenden zufolge, nach beſonderer Verabredung nur dann darauf rechnen, hier im Inſtituts⸗Gebaͤude ein Unterkommen zu finden, wenn zufaͤllig ein Zimmer frei waͤre. In dieſem Falle wird taͤglich fuͤr Wohnung und Koſt, exelu⸗ ſive des Fruͤhſtuͤcks, 1½ Rthl. Courant und woͤchentlich 10 Rthl. bezahlt. Farbkarte 13 wirthſchaftli⸗ u Moͤglin. nunmehr mit n und dauern zum Iſten Au⸗ nd diskurſive zie ſich deſſel⸗ in den Mona⸗ und es ſtehet f hier abzu⸗