1ö.+ ö“ —. * — 3 NANBS 3 3 4. 4 . 20— 7 — 1 2 4* 3 Uaiv.-Bieh- * 2 4 8 .„ 4 8 Giesses 1 an — beſtmoͤglichſte Pflug, Erfahrung und mathematiſche Grundſaͤtze geſtuͤtzt, von Johann Bailey, Landwirth in Chillingham, in Northumberland. Nebſt 2 Kupfertafeln, mit 16 Figuren. Aus dem Engliſchen uͤberſetzt. 5—yy—— Berlin, 1805. Im Verlage der Realſchulbuchhandlung. ———õ————— —„ * 2 8— 5— “ 5— &△—.. ———— Vorerinnerung. 7 Die nachſtehende Abhandiung führt im Englichen Original igendem Titel: An Issay on ihe construction of the plough, deduced from ma- thematical principles and Lxporiments With an appendix con- taining the description of a drill etc. by John Bailey. New- Castle 1795. Der Ueberſetzer hat geglaubt, bei der immer mehr wachſenden Vorliebe fuͤr die rationelle Betreibung des Ackerbaues allen denkenden Landwirthen kei⸗ nen unweſentlichen Dienſt durch die Verdeutſchung der gegenwaͤrtigen Schrift zu leiſten. Die derſelben beigefuͤgten Zuſaͤtze bezwecken die moͤg⸗ lichſt groͤßte Verdeutlichung der von dem Englaͤnder vorgekragenen Lehr⸗ ſaͤtze; ſie zeichnen ſich nicht nur durch die Ueberſchrift, ſondern auch durch kleinere Schrift vor dem Uebrigen aus. Die dem Engliſchen Original an⸗ ——y— 6 4 4 1 4 4 2*8 4 8 “ 4 8 8 6 8* 4 1 3 4 8 b 4 3 73 1 4 ——————ÿÿ * 1v gehaͤngte Beſchreibung einer Drillmaſchine iſt billg hinweg geblieben, weil nach jener Zeit, wo der Verfaſſer ſchrieb, weckmaͤßiger eingerichtete Ma⸗ ſchinen dieſer Art in England ſo wohl als in Deutſchland bekannt gewor⸗ den ſind. Vorlaͤu⸗ ——-— Vorlaͤufige Bemerkungen. Das Inſtrument, deſſen Theorie hier aufgeſtellt werden ſoll, wird in England, der Schwung⸗Pflug(Swing Plenh) genannt, ſedoch ſest man dort noch bisweilen Raͤder hinzu. Die Tiefe in der das Land gepfluͤgt werden ſoll, und die Breite der Furthen, haͤngt von der Natur des Bodens und anderen Umſtaͤnden ab. Die Tiefe von 4—-6 Zoll und die Breite der Furchen von 6— 10 Zoll, iſt die gewoͤhnlichſte. Die Kennzeichen des guten Pfluͤgens ſind: 1) Daß die abgeſchnittene Erdſcholle ein rechtwinkliches Parallelogramm bildet, oder wie die Landwirthe in England ſagen, viereckig, wie ein Mauerſtein iſt. 2) Daß die Abſchnitte ſcharf ſind. 3) Die Erdſcholle ſo umgelegt iſt, daß ſolche die groͤſtmoͤglichſte Oberflaͤche der Atmoſphaͤre ausſetzt. In welchem Winkel die Erdſcholle gelegt, und wie ſich die Breite der Furche zur Diefe verhalten ſoll, damit die groͤßte Oberflaͤche der Atmoſphäͤre ausgeſetzt werde, wird zuerſt unterſucht werden. 4 a: V —— Erſte Aufgabe. Die Breite eines Beetes, und die Diefe in der gepfluͤgt werden ſoll, fen gegeben, wie breit muß jede Furche ſeyn, damit die groͤſtmoͤglichſte Oberflaͤche der Atmoſphaͤre ausgeſetzt werde? Aufloͤſung. Die geſuchte Breite der Furche ſey= CG oder A E. Go. 1.) a= A0D, ſey die gegebene Tiefe. 5= der gegebenen Breite des Beetes. §= der Oberflaͤche, welche alle Furchen der Atmoſphaͤre ausſetzen. dann iſt 4 die Zahl der Furchen, und VI=5= 45= DE† AD; oder Vææ— aa+ a= DE+ 40, iſt die Oberflaͤche einer Furche, und Vræ— aa+ 6 5=§, die Oberflaͤche aller Furchen; daher V 65— Lee⸗+ 22= einem Maximum; 7 . caabbe Baa t in Fluxionen,, e, x V 55— oder arα 5 B.a 02 —— 905 2 v, 24 5 5v&ÆR er V bb— e 3 aa B.— Ha und— 2e, „„ aeu d 5 æ e! 2 V 55—. .. reducirt, ba Vb⸗ 26 A=Aee a be ee V 52— a2 5== aA5.* 52£— aA S a“, — a= a-, = a* 22, = Vz a-. 93 Daraus folgt, daß die Breite der Furche, der Quadratwurzel, von dem doppelten QOuadrat der Tiefe, gleich ſeyn ſoll; und daß die Tiefe(⸗— V=) ,eben ſo groß ſeyn muß, als die Quadratwurzel vom halben Quadrat der Breite der Furche. —— 4* zuſatz. Mittelſt der Differentialrechnung findet man 2 ‧5bZz d a b dæ 45=————, Ads 24 wird 7= 0 geſetzt, ſo erhaͤlt man wie oben æ= 2 a* oder *= a V 2= 1,4142. a oder ſehr nahe a= za, das heißt: damit beim pfluͤgen die groͤßte Oberflaͤche von den Furchen der Atmoſphaͤre ausgeſetzt werde, ſo muß ſich die Tiefe, in welcher man pfluͤgt, zur Breite der Kurche ver⸗ halten, wie 5 zu 7. Wollte man z. B. 6 Zoll tief pfluͤgen, ſo ſetze man nach der Regel De Tri: 5 5:7= 6: 8½. Es muß daher in dieſem Falle die Breite der Furche 83 Zoll betragen. Erſter Folgeſatz. Aus x*= a⸗+ a“: folgt, daß* oder AlE, die Hypotenuſe eines recht⸗ winklichten Triangels iſt, deſſen Schenkel gleich ſind; und daraus folgt: daß die Prdſcholle einen Winkel von 45 Grad mit dem Horizonte machen muß, wenn die groͤſtmoͤglichſte Oberflaͤche der Atmoſphaͤre ausgeſetzt ſeyn ſoll. Zweiter Folgeſatz. Wenn die Tiefe der Furche gleich der Breite iſt,= 2, und die Formel Vææ— aa+ a l✕ 4= F, wird 5=§, ſo ſteht die Scholle ſenkrecht, und kann nicht uͤbergeworfen werden, daher muß die Erdſcholle breiter als tief ſeyn, ſonſt kann ſie nur zu einer ſenkrechten Stellung gebracht werden. Dritter Folgeſatz. Wenn die Erdſchollen uͤbergeworfen und in einem Winkel von 45 Grad Helegt worden ſind, ſo wird das Verhaͤltniß der Breite zur Tiefe ſeyn: Wenn die Breite der Furche iſt: 10 Zoll, ſo iſt die Tiefe 7,0 Zoll. 9— 6,3— 8——— 5,6 V— 7——— 4, 9— dieß wird gefunden, wenn man dieſen Zahlen die Formel 2— V= unterſchiebt. Bei der Breite der gewoͤhnlichen Beete, iſt der Unterſchied der der Atmoſphaͤre ausgeſetzten Oberflaͤche zwiſchen einer Scholle von 9 Zoll Breite, bei einer Diefe von 6 Zoll, und der groͤßten Tiefe von 6,3 ſo klein, daß, um nur ganze Zahlen zu haben, das erſte bei den folgenden Unterſuchungen wird zum Grunde gelegt werden. 3 Zweite Aufgabe. Wie groß iſt das Gewicht, mit dem die Erdſchoue bei jeder Erhebung auf das Streichbeet druͤckt. 4 Aufloͤſung. In ihrer Horizontallage 15 00(Fig. 2.) ſey das Gewicht= 10, und fe werde bis zur Lage DEfd gehoben; dann theilt eine Linie DF, welche ſenkrecht durch den Schwerpunkt G geht, die Scholle in zwei gleiche Theile, die ſich einander das Gleichgewicht halten, und es iſt folglich kein Druck weiter auf die Kraft, welche die Scholle hob; ſie wird daher(bei der geringſten Veranlaſſung!] von ſelbſt auf das Ende D K fallen, und in eine perpendiculaire Stellung kommen. Aus dieſer Lage kann die Scholle durch eine bei KH befindliche Kraft gebracht werden, indem ſie ſich um den Punkt K dreht, bis ſie zu der Lage K. L. M. N kommt. Hier bleibt ſie im Gleichgewicht, weil die Linie K M, welche durch den un⸗ terſtuͤtzungspunkt K, und den Schwerpunkt g geht, die Scholle in zwei gleiche Theile theilt. Nachdem die Scholle dieſe Lage verlaͤßt, faͤllt ſie, lbei der geringſten Ver⸗ anlaſſung!] von ſelbſt. 5 Hieraus folgt, daß die Scholle nur dann mit ihrem ganzen Gewicht druͤckt, wenn ſie in der horizontalen Lage ABOD iſt, und daß der Druck gegen das Streichbrett ſchon in einem großen Grade abnimmt loder vielmehr gaͤnzlich aufhoͤrt]!, wenn die Scholle in der Lage DEEG iſt, dieß wird nachher noch deutlicher werden. In der Zwiſchenlage DAC(Fig. 3.) ziehe man die Linie DF ſenkrecht auf den Horizont, und Ef parallel mit 4, dann iſt der Theil DFC mit DEE im Gleichgewicht; und der Ueberreſt 4 FE iſt das Gewicht, welches gegen das Streich⸗ brett druͤckt, und bei jedem Grade der Erhebung auf folgende Art gefunden wird: Der Winkel EFD, iſt dem Erhebungswinkel A1D G gleich, daher verhaͤlt ſich der Sinus EDF: EF(AB)= Sinus DFE: OE; das iſt, Coſinus des Er⸗ hebungswinkels:EF:: Erhebungs⸗Sinus: D E; ferner: AD:A E GAD—- DE)= das ganze Gewicht von AOD: Gewicht von A5 FE. Aber da dieſe Laſten auf dem Punkte D ruhen, ſo iſt deren Druck gegen das Streichbrett bei A nur im Ver⸗ haͤltniß zu dem Coſinus des Winkels AG, oder des Coſinus der Erhebung. Der verſchiedene Druck, auf dieſe Art zu jede 10 Grad Erhebung berechnet, und vorausgeſetzt, daß das Gewicht in der Horizontallage 10 ſey, iſt folgender: 2 Grad. Druck. 0—— 10,00 10—— 8,69 20—— 8. 7,12 30—— 5,32 44—— 3,37 5⁰—— 7,32 56,18—— 0,00 Hieraus folgt: daß um eine Scholle bis auf 20 Grade zu erheben, beinahe eben ſo viel Kraft erfordert wird, wie bei dem ganzen uͤhrigen Theil der Operation. zuſatz. Um die Gruͤnde zu uͤberſehen, nach welchen die vorſtehenden Zahlen gefunden ſind, ſetze man den Erhebuͤngswinkel 40= DE= a ſo iſt, wenn das Gewicht der ganzen 6 Scholle 48(D= 1o geſeßt wird, das Gewicht des Theils AB EF= 10. 45 Der Druck von dieſem Gewichte ſenkrecht auf AD iſt nach ſtatiſchen Gruͤnden= 10. 44 Cos a; weil ſich A O aber im Dreieck D EF verhaͤlt DE: EFE sin a: cos a ſo iſt DE oder A0— A E= EE. ne daher AE= 1D— EEF. sin a C08& Dieſen Ausdruck ſtatt AE in den vorſtehenden Werth fuͤr den Druck auf A D geſetzt giebt nach ehoͤriger Abkuͤrzung 3 6,(ene=g. za⸗ . 4¹ 75)⸗ oder weil nach der zweiten Aufgabe 7=, ſo erbäle n man den ſenkrechten Druck auf das Streichbrett AD fuͤr jeden Erhebungswinkel a = 10(cos— sin aA). Dieſer Druck muß aufhören oder= 0 werden, wenn cos a= 5 sin& iſt, oder wenn Tgt. A= 5½= 1,4 wird; daher leidet das Streichbrett keinen Druck mehr, wenn die nach richtigen Grundſaͤtzen (2. Aufg.)) abgepfluͤgte Erdſcholle um einen Winkel von 54 ½ Srad gehoben iſt. Nach dem vorſtehenden Ausdruck laſſen ſich die Preſſungen gegen das Streichbrett fuͤr jedem gegebenen E hebungzwinkets a keſammen Sie weichen von den Beſtimmungen im Original etwas ab, weil das Verhaͤltniß 2 75 O nicht ſo Benau in Rechnung Sehracht iſt. Dritte Aufgabe In welcher Art hebt das Streichbett die Scholle, und welche Geſtalt muß daſſelbe haben, um dieſe Operation mit der geringſten Kraft zu bewirken? Die Scholle wird durch das Streichbrett gehoben, indem ſie darauf bei§(Fig. 4.) dem aͤußerſten Punkt von§0 druͤckt; und die Kraft die das Streichbrett anwendet, um die Scholle zu heben oder um 0 zu drehen, wirkt ſenkrecht darauf, oder auf §0.— Dieſe Kraft ſey PS; ſo kann ſolche in zwei andere Kraͤfte zerlegt werden, 7 welche in zwei ſchiefen Ebenen nach den Richtungen Aæl§ und 0S wirken. Daher kann man annehmen, daß das Streichbrett aus zwei ſchiefen Ebenen zuſammengeſetzt ſey, wovon die eine ſenkrecht, und die andere parallel mit dem Horizoͤnte wirkt. A muß in die doppelte Kraft A T' und T aufgeloͤſet werden. A hat, da ſie in derſelben Richtung wie S O liegt, keine Wirkung auf die Erhebung der Scholle; dagegen iſt 78 ſenkrecht Lauf OS§l und bewirkt daher, daß die Scholle um O ge⸗ dreht wird. Eben ſo muß 0S in die doppelte Kraft QR und PS aufgeloͤſet werden. QR da es parallel mit§O iſt, traͤgt zu dem Umdrehen der Scholle nichts bei; dagegen bewirkt dieß RS, da es ſenkrecht gegen die Scholle ſteht. Daher iſt die ganze Kraft zur Umwendung der Scholle T§† RS= PRT RKS denn PR= 7; die Dreiecke ℳA ˙ und QRP ſind ſich gleich. Nun verhaͤlt ſich Rad.: Sinus& A(oder Coſinus die Erhebung)= PS§:S AA = SA: T5=8O:AO= A0:B0= ganze Kraft: Kraft welche in der ſenk⸗ rechten Ebene wirkt.. Und Rad.: Sinus C(oder Sinus der Erhebung)= PS§: QKR= 0S:RS =8O:SA= SA: S= ganze Kraft: Kraft welche in der Horizontalebene wirkt. Erſter Folgeſatz. Wenn§0 ſenkrecht wird, ſo verſchwindet 4 0, und die Kraft der ſenkrechten Ebene hoͤrt ganz auf. 8 3 Zweiter Folgeſatz. Wenn§0 ſenkrecht wird, ſo iſt§ 41=§O, und die Kraft der horizontalen Ebene iſt gleich der ganzen angewandten Kraft. Dritter Folgeſatz. Das Verhaͤltniß der Kraft, welche durch die beiden Ebenen bei den verſchie⸗ denen Graden der Erhebung angebracht wird, iſt folgendes, vorausgeſetzt die ganze Kraft ſey 10.. Kraft des perpendicu⸗ Kraft des horizontalen Grad. lairen Planums. Planums. 00— 10,,000— 0,000 10— 9,698.— 0,302 20— 8,828— 1,172 30— 7,50—. 2,500 40⁰— 5,863— 4,132 50— 4,132— 5,868 60— 2,500— 2,509 70— 1,172— 8,823 80— 0,302— 9,598 99— 0,000— 10,000. Es iſt in der zweiten Aufgabe gezeigt, daß mehr als die Haͤlfte der Kraft noͤ⸗ thig ſeyn wuͤrde, um die Scholle bis auf 20 Grade zu erheben; und hieraus folgt, daß das perpendiculaire Planum beinahe die ganze Kraft anwendet, bis die Scholle zu dieſer Hoͤhe kommt. Aus dieſem Grunde muß der vorderſte Theil des Streich⸗ bretts[da wo bei dem gewoͤhnlichen teutſchen Pfluge die Grießſaͤule ſteht,] eine ſchiefe Ebene, und daſelbſt ſo ſcharf oder ſpitzig ſeyn, als die Natur des Inſtruments, oder deſſen Material es nur zulaͤßt. Da die Spitze des Streichbretts die Scholle abſchneidet, ſo iſt dieß nothwendig. Da nun bei einer ſchiefen Ebene die Hoͤhe ſich zur Laͤnge verhaͤlt, wie die Kraft zur Laſt; ſo folgt daraus, daß wenn die Hoͤhe und die Laſt gegeben ſind, die Kraft um ſo geringer ſeyn darf, je groͤßer die Laͤnge iſt. Die bisherigen Unterſuchungen, waren insbeſondere nothwendig, um zu zeigen, in welcher Art die Scholle gehoben wird, das Streichbrett ſeine Wirkung aͤußert, und welche doppelte Kraft es anwendet, nehmlich die als ſchiele Ebene, welche ſenkrecht und welche horizontal wirkt. Es wuͤrde nicht ſchwierig ſeyn, die Geſtalt der Curve zu finden, welche die Auſſenſeiten dieſer doppelten ſchiefen Ebene, um ein Gleichgewicht zu erhalten, haben muͤßten, wenn die umzukehrende Scholle aus ſehr wenig zuſammenhaͤngenden Theilen beſtaͤnde, aber da dieß nicht der Fall iſt, im Gegentheil der obere Theil des Bodens, . der der gepfluͤgt werden ſoll, wegen der Wurzeln der Pflanzen, deren Laͤnge und Elaſti⸗ zitaͤt ſehr feſt an einander haͤngt, und dieſe Anhaͤnglichkeit wieder nach der Natur der Pflanzen und der Beſchaffenheit des Bodens ſehr verſchieden iſt; ſo ſind, um die Geſtalt der Curve zu beſtimmen, folgende Verſuche angeſtellt. Auf einem alten Raſenplatz ſchnitt man eine Scholle 54 Zoll lang*), 9 Zoll breit und 6 Zoll tief; das eine Ende Aℳ blieb in einer horizontalen Lage(Fig. 5.), das andere wurde gedreht zu der Lage abod, ſo daß es mit dem Horizont einen Winkel von 45 Graden machte. In dieſer Lage ſoll die Scholle vom Pfluge gelaſſen werden, und es iſt klar, daß die Linie(Ecke) Aeſa der einzige Theil der Scholle iſt, welcher gegen das Streich⸗ brett druͤckt. Hieraus folgt, daß ein Streichbrett, welches genau die Linie(Ecke) oder Curve Aefa hervorbringt, an jedem Punkt gleich gedruͤckt wird, und an kei⸗ nem Theil mehr als an jedem anderen abgebraucht werden kann; und da hier kein uͤberfluͤſſiger Druck ſtatt findet, die Scholle ohne irgend eine Verſchwendung von Kraft, und daher mit geringerer Kraft, als ein Streichbrett von jeder andern Form, heben will. Um die Geſtalt dieſer Curve zu erhalten, theilte man die Laͤnge 0 in gleich von einander entfernte Theile von 3 Zoll jedes, und nahm von einem jeden Theil deſſen perpendiculaire Hoͤhe von der Horizontalebene, und die horizontale Entfernung von der auf AC aufgeſetzten ſenkrechten Flaͤche. Dieſe Entfernungen wichen etwas von einander ab, nach der Natur des Bodens ꝛc. Die folgende Tafel iſt der Durch⸗ ſchnitt von verſchiedenen Verſuchen, welche auf ſtrengen Lehm und alten Raſen, der vorzuͤglich dazu erwaͤhlt war, da er am ſchwierigſten zu pfluͤgen iſt: Nach der Natur einer ſchiefen Ebene iſt, wenn die Laſt und die Hoͤhe gegeben iſt, um ſo geringer die Kraft, je groͤßer die Laͤnge iſt. Dieß iſt der Fall bei dem Pfluge, nehmlich: die Laſt der Scholle und die Hoͤhe, zu der ſie gebracht werden ſoll, iſt gegeben; daher je laͤnger das Streichbrett, je geringer darf die Kraft ſeyn, um die Scholle zu heben. Aus der Er⸗ fahrung weiß man, daß ein Pflug von der Spitze des Schaars bis zum hinterſten Ende nicht laͤnger als 36 Zoll, und die Laͤnge des Streichbretts 15— 18 Zoll mehr ſeyn kann. Daher iſt die Laͤnge der Scholle auf 54 Zoll angenommen. 2 10 Von A bis C(Senkrecht, Horizontal Von A bis CSenkrecht/ Horizontal Zolle. Zolle. Zolle. Zolle. Zolle. Zolle. 0 0,0 0,0 33 3,77 6,9 3 0, 436 9,5 9,0 6 0,3— 39 10,2 11,0 9 0,6 42 10,6 12,6 12 1,3 0,10 45 10,8 14,4 1 15 2, 1 0,27 48 10,8 13,8 18 3,2 0,58 51 10,5 17,0 21 4,35 1,1 54 10,3 18,0 24 5,65 2,00 27 6,95 3,25 30 8,1— 5,0 Aus dieſem ergiebt ſich folgende Conſtruction des Streichbretts: Man ziehe eine gerade Linie A(Fig. 6.), ſetze hierauf von C bis A die Zahl der gleich von einander entfernten Theile von 3 Zoll jedes, in die erſte Colonne der obigen Tafel, und bezeichne ſi ſie mit 3, 6, 9, 12, 15, 18 u. ſ. w. Durch jeden dieſer gleich von einander entfernten Punkte ziehe man einien, voel⸗ che mit der A0 rechte Winkel bilden. Auf dieſe ſenkrechten Linien an dem oberen Theil von 40 ſetze man die Ent⸗ fernungen aus der 2ten Colonne der obigen Taſel, als . 3 Zoll o,1 6— 0,3 9— 9,5 12— 1,3 u. ſ. w. Man ziehe denn durch die verſchiedenen Punkte die Linie CDE, welches die Geſtalt der Curve iſt, welche die Scholle bei ihrer ſenkrechten Erhebung beſchreibt, oder belches die Geſtalt von der ſchiefen Ebene auf einer ſenkrechten zſeht, welche 11 dadurch entſtehet, daß die Scholle von einer horizontalen in eine perpendiculaire Lage kommt. Auf die ſenkrechten Linien an der unteren Seite der Linie AC ſetze man die Entfernungen aus der 3ten Colonne, als 12 Zoll 0,I 15— 0,27 18— 0,58 . 21— 1, 1 244— 2,0 u. ſ. w. Hierauf ziehe man, durch die verſchiedenen Punkte die Linie CEG, welches die Ge⸗ ſtalt der Curve iſt, welche die Scholle in einer horizontalen Lage beſchreibt, oder wel⸗ che die Geſtalt der ſchiefen Ebene auf einer horizontalen iſt, welche dadurch entſtehet, daß die Scholle umgedreht wird. Wenn die Scholle ſenkrecht auf B ſteht, und alſo auch das Streichbrett, ſo iſt der Punkt D in eben der Entfernung von der Landſeite[linken Seite] des Pfluges, als die Weite der Sole BF.— Daher eine Linie durch F und“ gezogen, um die Linie A in/ zu treffen, ſo wird ſolche mit B und Bd' einen Abſchnitt des Pfluges durch«od machen, der parallel mit dem Horizont 68,77 Zoll hoch iſt. Und eine Linie von F, durch e, um A in fi zu treffen, giebt den Triangel BEfi, welcher einen Abſchnitt von dem Koͤrper des Pfluges durch«f' macht, pu⸗ rallel mit dem Horizont zu einer Hoͤhe von 8,1 Zoll. Und Linien von F, durch g“, ꝛ*, l, n¹, p,, 7,%, u. ſ. w., um die Linie A in E“, Ki, mi¹, o¹,—†ο„ s“, u¹, u. ſ. w., zu treffen, bilden Triangel, welche Abſchnitte von dem Koͤrper des Pfluges durch g h, 1 k, lm, no, pꝗ, rs, tu, vw, bilden, dann iſt add= Bdo no= Bo- O/== 54/ pg= B' gh= B h4 5= 55 i k= DBK6 tu= Bu Im= Bm, vvw= Bw*, 1 12 und durch die Punkte C, w, u, s, J, o, m, k, h, f, a, ziehe man die Curve Omd, dieſe bis verlaͤngert, ſo ergiebt dieß die wahre Sorm der Bruſt(der vorderen Kante, breast) des Pfluges. Die Form dieſer Curve kann man zur Anwendung dadurch erlangen, daß man Perpendikel auf BC in verſchiedenen Entfernungen errichtet, nach folgender Hoͤhe: Entfernung von C. Zolle. 3 Bon dieſen Unterſuchungen wird folgende Hoͤhe der Perpendikel. Zolle. 0,10 0,32 0,73 1,36 1,98 2,30 2,70 3,12 3,72 4,30 5,05 6,00 7,15 8,55 10,10 12,00 14,5. Practiſche Art ein Streichbrett zu machen alsgelettet Man zeichne oder bilde die Landſeite(linke Seite) des Pfluges nach der obigen Tafel nach, oder mache ein Model oder Muſter davon. 13 Man haue das Streichbrett ſenkrecht(Fig. 6.) nach B D, ziehe darauf eine ge⸗ rade Linie H0, welche ſenkrecht auf der Soole des Pfluges ſteht, hierauf ſetze man von B zu D die Entfernungen 2,1 bis p, 4,35 bis C, 6,95 bis g, und 9,5 Zoll bis D; und bemerke auf der Pflugbruſt, wo die Perpendikel auf A von gleicher Laͤnge ſie durchſchneiden, als bei 7, m, h, 5*). Hierauf haue oder ſchneide man das Streichbrett nach den Horizontallinien 9, m, g h, Db, welches dieſelben ſind als die Linien FEg‘, Fm', Eh?, Fb*. Die Zwiſchentheile, in eben ſolchen Parallellinien ausgearbeitet, werden dem Streichbrett eine ſolche Form geben, daß der Punkt§ Czig 7.) der Scholle laͤngs der Linie 00(Fig. 6.) aufſteigen wird. Fuͤr den hinteren Theil B, O, E, laſſe man ein Stuͤck Diehle, 1,3 3 Zoll dick, in die Form 5˙ᷣG, und auf der oberen Seite DE½ hauen; dieß Model paſſe man an die Linie Db auf dem Streichbrett, nehmlich deſſen untere Seite Fb' gegen D, an, und ſchneide den Theil des Streichbretts ſo, daß die obere Flaͤche des Modells genau darauf paßt. Denn ſetze man den Pflug auf eine goriontale Flaͤche(einen Diſch), hierauf be⸗ feſtige man eine Latte, oder ſonſt ein rechtwinkliges Stuͤck Holz, um die Landſeite der Furche vorzuſtellen, an welches der Pflug leicht ruͤck- und vorwaͤrts bewegt werden kann. Bei F(g Zoll von der Latte) ſetze man ein Brett, 9 Zoll hoch und 6 Zoll breit(um einen Abſchnitt der Furche oder Scholle vorzuſtellen), welches ſich auf einem Haken an der Ecke V dreht. Der untere Theil des Streichbretts(von B bis E) wird weggehauen, ſo daß, wenn der Pflug laͤngs der Latte gezogen wird, der Punkt§(Fig. 7.) der einzige Theil des Brettes§ 70 iſt, den das Streichbrett M beruͤhrt; der Zug des Punkts§ geht laͤngs der Linie DO.E.(Fig. 6.), welche *) Dieß kann leicht dadurch gemacht werden, daß man die obigen Entfernungen auf einem Per⸗ pendikel, der auf der Soole AC ſteht, und an der Landſeite(rechten Seite des Pfluges) be⸗ merkt, und durch die verſchiedenen Punkte Parallellinien mit der Soole A0 zieht, welche die Pflugbruſt in den geſuchten Punkten durchſchneidet. 2—. ————— 14 vorher beim Model bemerkt iſt, und wird von der Linie GBb", wie oben beſchrie⸗ ben, gemacht. Der Theil von D bis 5(Fig. 6.) hebarf zunaͤchſt der Berichtigung, welcher auſiatt perpendiculair zu ſteigen,(wie Anfangs nothwendig war,) bei B wenigſtens 2 oder 3 ³ Zoll inwendig weggehauen werden muß, ſo, daß er beinahe in eine Linie von bis 54 auslaͤuft. Der Grund hievon iſt folgender: wenn die Scholle zu H D kommt, ſo iſt ſie in einer perpendiculairen Lage, und ſoll mit der geringſten Kraft, durch das Streich⸗ brett, deſſen Punkt P hiebei wirkſam iſt, umgewandt werden(Fig. 7.). Wenn nun das Streichbrett bei BD perpendiculair iſt, wenn die Scholle in dieſe Lage kommt, ſo laufen beide Linien zuſammen, und der Punkt O wird eben ſo gedruͤckt, wie der Punkt P(Fig. 7.), und daher kann die Scholle ſich nicht auf dem Haken Z herum⸗ drehen. Dieſe Unbequemlichkeit wird dadurch gehoben, daß man das Streichbrett bei B0(Fig. 6.) nach der Form 5(Fig. 7.) ausſchneidet. POI iſt alsdann ein Abſchnitt der Scholle; mb das Streichbrett, POb der Theil der weggeſchnit⸗ ten wird, und O von 5 oder* Zoll entfernt, wie oben bemerkt iſt. Die Grenzlinie des Endes des Streichbretts iſt bei allen Pfluͤgen, die man an⸗ trifft, mehr verſchieden, als ſonſt ein Theil dieſes Inſtruments. Aber, was auch die Form iſt, ſo faͤngt die Erhebung der Scholle bei allen bei dem Punkte B Sig. 6.) an. Man klagt allgemein daruͤber, daß der Theil B des Streichbretts mehr und ſchneller als irgend ein anderer Theil deſſelben abgebraucht werde; dieß entſteht aus der groͤßern Friction dieſes Theils gegen den Grund der Scholle, indem er den Punkt O ſich zu heben hindert. Da dieſer Theil mit einer ſolchen Unbequemlichkeit beglei⸗ tet, und von wenig Nutzen in anderer Hinſicht iſt, ſo iſt es beſſer, ihn dadurch zu entfernen, daß man das Ende ſo abſchneidet, daß es ungefaͤhr 2 Zoll von dem Grunde oder der unteren Flaͤche der Scholle bei dem Punkte B(Fig. 6.) entfernt iſt, und die Scholle ſich erſt ro oder 12 Zoll von B zu heben anfaͤngt. Dadurch wird, wie Fig. 7. zeigt, jedes Hinderniß der Hebung des Punktes O entfernt, und das große Abbrauchen des Streichbretts bei 5 verhindert. Der Zug des Punktes O der Scholle, bei deren Erhebung von der ſenkrechten Lage auf HB(Fig. 6.) bis dahin, daß ſie in einem Winkel von 45 Graden ſteht, iſt 15 beinahe in der Linie von B bis L. Ein Streichbrett, welches mit dieſem Zuge ſei⸗ ner Torm nach uͤbereinſtimmte, wuͤrde nur im fliegenden Sande oder ſchon ſehr fein bearbeiteten Lande brauchbar ſeyn; in jedem anderen Fall wuͤrde es nachtheilig ſeyn. Die Linie 5 p E iſt, der Erfahrung nach, die beſte; dieſe kann indeſſen mehr oder we⸗ niger convex gemacht werden, je nachdem man einen beſonderen Zweck beim Pfluͤgen hat, oder der Boden und die Lage deſſelben verſchieden iſt. Die Form des oberen Theils EMN iſt ganz gleichguͤltig, und kann ſo, wie ſie jeder bequem findet, gegeben werden. Es iſt dabei nur nothwendig, daß der Theil von M bis M, wenigſtens 12 Zoll hoch iſt, damit die Erde nicht oben heruͤber falle. Wenn das Streichbrett hiernach eingerichtet iſt, ſo hat es die Form, daß die Scholle laͤngs demſelben vorbeigeht, ohne daß ſie es mit einem anderen Punkte als mit dem§(Fig. 7.) beruͤhrt. Dieß(§) iſt der aͤußerſte Punkt der geneigten Ebene § TU, und daher wird die Scholle mit weniger Kraft, welche auf dieſen Punkt wirk⸗ ſam iſt, umgedreht, als wenn ſie auf einen anderen Punkt zwiſchen& und wirkte. 3 Wird das Streichbrett von Holz gemacht, um mit Eiſenblech beſchlagen zu wer⸗ den, ſo muß man, um die Form nicht zu aͤndern, das Blech † Zoll(als deſſen ge⸗ woͤhnliche Dicke) in das Holz einlaſſen. Gegoſſene Streichbretter ſind theils wegen der Genauigkeit, die man denn bei der Form beobachten kann, theils wegen des ge⸗ ringeren Preiſes, die vorzuͤglichſten. Vierte Aufgabe. Wenn auf einem Winkelhebel C, B, D,(Fig. 8.) der ſich auf dem Punkt Q bewegt, eine beſtaͤndige Kraft bei D durch ein in ſchiefer Richtung gehendes Seil Db, welches uͤber die Spindel geht, ihre Wirkung aͤußern ſoll; wie muß die Lage des Hebels und des Seils beſchaffen ſeyn, wenn beide im Gleichgewichte ſeyn ſollen? Wenn die Richtung der Kraft D iſt, ſo kann dieſe in die doppelte Kraft DC und P( aufgeloͤſet werden. 16 P iſt der Theil der Kraft DP, welcher das Ende D hebt; D derjenige Theil von der Kraft DP, welcher in der Richtung 40 wirkt, und dahin ſtrebt, den Hebel um C zu drehen und das Ende D zu ſenken, welches, der Natur des Hebels nach, wie QCA werden muß. Daher wenn die Kraft HO gleich iſt der Kraft CA, ſo wird das Ende D im Gleichgewicht bleiben. Um den Punkt zu finden, wenn dieſe Kraͤfte ſich gleich ſind, verlaͤngere man H D⸗ bis E; denn ſind die Dreiecke DA E und DHC ſich einander aͤhnlich, alſo DP: PC:: DE: AE. Daher ſtellt OE die abſolute K Kraft, und A E den Theil derſelben dar, welcher dahin wirkt, den Punkt D zu heben. Damit nun A K gleich A ſey, muß der Punkt E mit C zuſammenlaufen, und dann wird der Punkt D bis auf AI geſenkt. In dieſem Fall wird, wenn ſich HP: HO:: DE: AE, dæ: Pga::dO: Ca. Dann ſtellt Cd die abſolute Kraft dar. ad den Theil derſelben, welcher in der Richtung dꝗ wirkt, Qa den Theil, welcher dahin wirkt, das Ende A zu heben; alſo iſt Qa auch gleich der Kraft, welche durch die Wirkung nach ad dahin wirkt, den Punkt A zu ſenken. Daher bleibt der Punkt à dann im Gleichgewichte, wenn er in die gerade Linie kommt, welche C und H vereinigt. zuſatz. Es bedarf der vorſtehenden weitläuftigen und zum Theil undeutlichen Unterſu⸗ chung nicht, um einzuſehen, daß ein um den Punkt C beweglicher Winkelhebel C3 D(Figur 8.), an welchem eine Schnur DP angebracht iſt, die in P uͤber eine Rolle geht, nur denn im Gleich⸗ gewichte ſeyn kann, wenn der Punkt D in die gerade Linie OCP faͤllt, weil, in ſo fern der Win⸗ kelhebel hier als vollkommen feſt angenommen iſt, die Theile deſſelben ſich gegen einander nicht veraͤndern koͤnnen. Es bleibt alſo O von C in allen Lagen gleich weit entfernt, und man kann ſich von C bis D eine feſte Linie denken, an welcher bei. D die Schnur DP angebracht iſt. Offenbar kann alsdann nur OD in Inhe oder im Gleichgewichte ſeyn, wenn CD mit DP in eine gerade Linie faͤllt.—— Fuͤnf⸗ 1) Fuͤnfte Aufgabe. Da die Schulter eines Pferdes ſich nach dem Horizonte neigt, ſo zieht das Pferd, mit dem geringſten Verluſt von Kraft, wenn die Ia giinte darauf ſenkrecht fällt. (Fig. 9.) § ſey die Neigung der Sehulter, Pf die Zuglinie. Wenn man nun von 4 einen perpendikel RO auf&f fallen laͤßt; ſo ſellt f die abſolute Kraft dar, welche ſi ich in die beiden Kraͤfte 49 und LA aufloͤſet. 9, welches in der Nichtung der Schulter it, iſt nur darin wirkſam den Kummet aufwaͤrts gegen den Schlund des Pferdes zu ziehen. Daber iſt RO der einzige Theil der Kraft, welcher dahin wirkt, die Laſt vorwaͤrts zu ziehen, welche, da ſie der Sinus des Winkels RS iſt, klar alsdenn am groͤßten iſt, wenn dieſer Winkel ein rechter Winkel iſt, oder wenn RO, oder wenn er mit RO zuſammenlaͤuft, und gleich dem Radius Pr wird. 7 Sechste Anfgabe. Die Neigung der Schulter des Pferdes, die Hoͤhe des Punkts auf der Schulter, wo die Straͤnge befeſtigt ſind, die Laͤnge der Straͤnge, und der Waage(Brake) von dem Ende der Straͤnge bis zum Ende des Pflugbaums, und die Tiefe, in der das Land gepfluͤgt werden ſoll, ſey gegeben; wie groß muß die Hoͤhe und Laͤnge des Pflugbaums ſeyn? „ ———— Damit kein Theil der Kraft des Pferdes verloren gehe, muß die Zuglinie PE ſenkrecht auf die Neigung der Schulter des Pferdes P2. ſtehen.(5te Aufgabe.) Die Neigung der Schulter iſt bei den verſchiedenen Pferden, und wiederum bei deren verſchiedenen Stellungen verſchieden. Wenn ein Pferd ohne irgend eine An⸗ ſtrengung zum Ziehen ſteht, ſo iſt der Winkel in der Regel ungefaͤhr 69 Grade; wenn 3 3 19 es aber im Ziehen iſt, denn ſenkt ſich der Hals, und die Schultern neigen ſich vor⸗ waͤrts, ſo daß dieſe Lage in der Regel= 72 Grad iſt; und die Hoͤhe des Punktes P, auf der Schulter wo die Straͤnge befeſtigt werden bei Pterden die 15 ½— 133 Haͤnde hoch ſind), iſt ungefaͤhr 43 Zoll. Denn iſt HBA= BEO= BPLV— OPL. = 90— 72— 1383; und ſo wie der Sinus HHA: PA:: rad.: P sin. 18⁰: 48“::sin, 90°: 1535 ,4 sin. PBA: PA::: sin. B 4A: EA sin. 18°:: 46:: sin, 720 147,73. Wenn 2 Pferde vor e der Pflug geſpannt ſi nd, ſo iſt die Laͤnge der Straͤnge und der großen Brake bis zum Pflugbaums⸗Ende in der Regel von 98 bis 106 Zoll; der Durchſchnitt iſt 102 Zoll, welcher, angepaßt an die Linie von P laͤnggs P.B, den Punkt f giebt, wo die Zuglinie auf das Ende des Pflugbaums treffen ſoll. Der Pflug§GH iſt ein Winkelhebel, der in der ſchiefen Richtung l gezogen wird, und deſſen Widerſtand die Diefe des Bodens iſt, die von O bis Nauf den Kolter(Pflugmeſſer, Sech) wirkt. Die Mitte dieſer Tiefe C kann man als denje⸗ nigen Punkt annehmen, um welchen ſich der Hebel dreht, wenn er durch die ſchief⸗ wirkende Kraft H gezogen wird. Damit nun die Diefe unveraͤndert bleibe, ſo muͤſſen die Punkte C und I im⸗ mer in der naͤmlichen Entfernung von B A bleiben. Damit der Hebel im Gleichgewicht bleibe, ſo muß in dieſer Lage SGH der Punkt P in die gerade Linie von Cf fallen(Aufgabe 4.). Denn wenn H. die Hoͤhe des Pflugbaums, C die Haͤlfte der Tiefe der Furche, F die Spitze des Pflugſchars iſt, und die Triangel H0S, HI und B PA ſich dunlic ſind/ ſo hat man: 55 O. 2: BH᷑ B= B1: Ar 155,4: 48: 53,4: 16,5, die Hoͤhe des Baums; *£ 2 der — — 19 und PA: BA:: IHI: BI 48: 147,73:: 16,5: 50,76 DAA: B14. 6: 86 48: 147,73:: 3 ‧ 9,23 denn von B1= 50,78 abgezogen B= 9,23 giebt§I= 41,55. Denn von dem Punkte§ ſey die Entfernung§2(41,55 Zoll) laͤngs der Linie fortgeſetzt auf dem Erdboden bis I, und bei J ſey ein Loth von 16,5 Zoll errichtet, ſo giebt dies die Hoͤhe und Laͤnge des Pflugbaums, oder den Punkt, wo die Zuglinie das Ende des Pflugbaums treffen muß, Q. E. D.(Fig. 8.) Weil die Laͤnge von P dieſelbe bleibt, und der Punkt P, in der Linie H O, parallel mit BAℳ, vorwaͤrts geht, ſo bleibt die Lage jeder anderen Linie unveraͤndert, und die Punkte und O gehen in parallelen Linien auf B- A fort, und daher bleibt die Tiefe, in der gepfluͤgt werden ſoll, dieſelbe. Soll die Tiefe des Pfluͤgens aber veraͤndert werden, ſo kann dies ſehr leicht dadurch geſchehen, daß man die Laͤngen von l oder f1 veraͤndert. Wenn Hunveraͤndert bleibt, und PH bis zu n verkuͤrzt, und dann eine Linie von n durch H bis zu dem Pflugmeſſer gezogen wird, ſo verkuͤrzt ſich dadurch der Perpendikel C§, und die Diefe der Furche wird dadurch folglich verringert. Und wenn Pfl zun verlaͤngert und eine Linie von durch H bis zu dem Pflugmeſſer gezogen wird, ſo verlaͤngert ſich dadurch der Perpendikel CS, und die Tiefe der Furche wird vergroͤßert. Pf ſey unveraͤnderlich, ſo entſteht derſelbe Erfolg, wenn man H vergroͤßert oder verkleinert. Dies wird dadurch klar, daß man eine Linie von 1 zu irgend einem Punkt uͤber oder unter O zieht. Die Hoͤhe H kann vergroͤßert oder verkleinert werden, entweder dadurch, daß die Spitze des Pflugeiſens bei F hoͤher oder niedriger geſtellt wird, oder dadurch, daß man deß Pflugbaums Ende bei H hoͤher oder niedriger ſetzt. Das letzte kann dadurch 20 leicht geſchehen, wenn man am Ende des Pflugbaums eine Vorrichtung, wie die Fig. 15. iſt, anbringen laͤßt, welche ſich auf dem Mittelpunkte c bewegt, und dadurch eine andere Richtung erhalten kann 1 daß man den Bolzen B in die zwiſchen D und E befindlichen Loͤcher ſetzt. Wenn der Punkt f einen Zoll niedriger geſtellt wird, ſo wird der Punkt C bei⸗ nahe 1½ Zoll niedriger gebracht, und die Tiefe der Furche wird dann nur 3 Zoll ſeyn. Pfluͤge, welche nach den obigen Grundſaͤtzen eingerichtet ſind, duͤrfen indeſſen nie⸗ mahls durch die am Ende des Pflugbaums angebrachte Vorrichtung geſtellt werden, indem die Tiefe, in der man pfluͤgen will, dadurch hinreichend veraͤndert werden kann, daß man die Zuglinie PI dadurch verkuͤrzt oder verlaͤngert, daß man die Straͤnge laͤnger oder kuͤrzer macht.. Bei Pfluͤgen, welche nur von einem Pferde gezogen werden ſollen, wird die Linie Pfl um 8 oder 9 Zoll dadurch kuͤrzer, daß dann die große Brake(Vorhang, Waa⸗ ge) entbehrt, und nur eine einfache Brake nothwendig iſt. In dieſem Fall iſt El= 93 BHI= 62,4 und B: BA:: BH: ::: 62,4: 19,2, die Hoͤhe des Baums. OA: BA:: HE: 87 48: 135,4:: 19,2: 62, 16. Hievon ab 5§ wie vorher— 9,23 giebt§.I, die Laͤnge des Baums von der) Spitze des Pflugeiſens J 32,93. In derſelben Art kann man die Pfluͤge einrichten, welche von Ochſen gezogen werden ſollen, wenn die Laͤnge der Zuglinie und die Hoͤhe des Punts, wo ſie mit der groͤßten Kraft ziehen, beſtimmt iſt. Nach dieſen Grundſaͤtzen kann man Pfluͤge, ſie moͤgen gezogen werden ſollen, in welcher Art man will, einrichten, ſo daß ſie mit dem geringſten Verluſt von Kraft gezogen werden und leicht auf jede Tiefe geſtellt werden koͤnnen. Dabei iſt eine ſolche Gewißheit, daß ſie beinahe in einer jeden Art von Boden und beinahe nur mit zwei „ —— 21 Fingern regiert werden duͤrfen, und im Boden, der leidlich von Steinen rein iſt, be⸗ deutende Strecken ohne alles Regieren gehen werden. Hieraus folgt, daß die Raͤder, welche nur den Pflug beſchweren, ſein Gewicht und ſeine Koſten vergroͤßern, ganz uͤberfluͤſſig ſind. Will man aber durchaus Raͤder haben, obgleich ſie nicht allein uͤberfluͤſſig, ſon⸗ dern auch nachtheilig ſind, ſo muß— wenn ſie ſo wenig als moͤglich nachtheilig ſeyn ſollen— der Mittelpunkt deſſelben in die Linie PB fallen, und ihr Radius gleich dem Perpendikel ſeyn, von dieſen Mittelpunkt zur Linie BA. Siebente Aufgabe. Wie ſoll die Lage des Pflugbaums, mit Bezug auf die linke Seite des pfluges ſeyn?(Fig. 11.) 1 GC ſey die linke Seite des Pfluges, G der Punkt, wo der Baum befeſtigt iſt, O, 27 Zoll von G, der Punkt oder das Fulcrum des Pflugeiſens, um welches der Pflug die Scholle dreht. das Ende des Pflugbaums(angenommen, dies ſey in derſelben Rich⸗ tung, als die linke Seite des Pfluges G C). LIM der Gang des Pferdes rechter Hand in der Furche, der 5 Zoll von G der Ecke der Scholle A entfernt iſt, thut HEM= 9+5= 14= 7T. Der Gang des Pferdes linker Hand wird dann K N ſeyn, welcher in der Re⸗ gel 24 Zoll von dem andern entfernt iſt, daher iſt denn PN oder K T= 10 Zoll. Angenommen, jedes Pferd ſey beſonders an das Pflugende geſpannt, ſo wird die Zuglinie von dem Ende des Pflugbaums nach den einzelnen Braken bei K und L, und die Laͤnge der Straͤnge LA oder KN= T 5= 77 Joll. Deenn vorausgeſetzt OGH ſey ein Winkelhebel, der ſich um den Punkt G be⸗ wegt, und in der ſchiefen Richtung Lf gezogen wird, ſo wird er denn im Gleichge⸗ wichte bleiben, wenn der Punkt HI in die gerade Linie von O. faͤllt(Aufgabe 5.) und deshalb ſich der Punkt bis zu ⁷ drehen, und die Richtung des Baums denn GIE ſeyn. 22 Aus demſelben Grunde wird der Punkt H in die gerade Linie OK kommen und die Lage des Pflugbaums G werden, wenn der Punkt H in der ſchiefen Rich⸗ tung HK gezogen wird; denn hier ſind aͤhnliche Dreiecke: OT(66,7): T12(14eOh:: Ql(43,7): 22= 3,76 0 T(68,7): 1K(ro):: Q(43,7): 6,36. Aber damit der Pflug in der Richtung GCF S gehe, wenn die Pferde doppelt geſpannt ſind, ſo muß gleich mit ſeyn. Die Haͤlfte der Entfernung —)= 1,2 Zoll von f1 zu V, giebt die Mitte des Pflugbaums bei I, die Lage des Pflugbaums G, und die Breite der Scholle wird 9 Zoll ſeyn. Spannt man die Pferde eins hinter dem andern, und gehen ſie in die Furche Lll, dann wird G7 die Lage des Baums, und das Loch im Pflugbaum in das das Pflugmeſſer(Kolter) befeſtigt wird, 9 Zoll von G ſeyn. Denn GH=(GC+ Qᷣl= 27+ 43,7)= 70,7 4 und G(70,7): HI.(3,75):: Gn(9): no(1,1). Hieraus folgt, daß, wenn der Pflugbaum in der Lage G7 iſt, das Pflugmeſſer, wenn es in die Mitte deſſelben geſetzt wird, 1,1 Zoll weiter von dem Lande als die Spitze des Pflugeiſens ſteht; um es nun in dieſelbe Richtung zu bringen, muͤßte es weſentlich von der perpendiculairen Lage, welche es haben ſollte, abweichen. Um nun dieſe perpendiculaire Lage zu erhalten, muͤßte das Loch des Pflugmeſſers 1, 1 Zoll von der Mitte des Pflugbaums eingehauen werden, dies wuͤrde aber wiederum den Baum ſehr breit und ungeſchickt machen. Um dies zu vermeiden, iſt es beſſer, den Baum in die Linie G zu ſetzen, bei H die nachher beſchriebene Zug⸗Vorrichtung (Capstan) rechtwinklig zu GH horizontal, gleich mit H/ anzubringen, alsdenn die Zuglinie bei I befeſtigt, der Pflug im Gleichgewichte bleibt, und in der Richtung 6GOP vorwaͤrts geht. Wenn der Baum in die Lage GI geſetzt waͤre, ſo wuͤrde die Breite der Fur⸗ che immer dieſelbe bleiben muͤſſen, aber da eine Veraͤnderung der Breite oͤfters noth⸗ wendig iſt, ſo iſt die Lage GI die gewoͤhnlichſte und nuͤtzlichſte; denn alsdann iſt das Pflugmeſſer ſenkrecht, und die Breite der Furche kann nach Gefallen dadurch 23 veraͤndert werden, daß man die Zuglinie zwiſchen 7 und an irgend einem Orte befeſtigt. Sind 2 Pferde neben einander geſpannt, und will man eine Furche(6 Zoll breit) haben, ſo iſt der Zugpunkt zwiſchen H und V; denn in dieſem Fall iſt T = 10, und TK= 14; und dies fortgeſetzt wie vorher(pag. 49. des Originals), ergiebt ſich der Zugpunkt 1,2 Zoll von H nach U zu. 1 Achte Aufgabe. welche Form und Lage muͤſſen das Pflugmeſſer(Kolter) und Pflugeiſen (Schar) haben? Die Form des Pflugmeſſers ſoll, nach der Meinung einiger, ein rechtwinkliger Triangel, wie 15(Fig. XII.) ſeyn, wo AB einem halben Zoll, und CA 3 Zoll gleich iſt. Denn wird die Seite A0, welche den ganzen Widerſtand, die ganze Laſt gegen ſich hat, in die doppelte Kraft 0 und DC aufgeloͤſet. A1 D als Parallel zur Hauptlinie BC hat keine Wirkung, aber DO, welches ſenkrecht auf B ſteht, wirkt dahin, das Pflugmeſſer in die Richtung D0 zu ſetzen. Dieſe Kraft iſt ſehr betraͤchtlich*), wenn nicht die Entfernung zwiſchen A B und C ſehr klein iſt,(und wenn dieſer durch Anordnungen bei der Zug⸗Vorrichtung)(Capstan) ꝛc, entgegen ge⸗ wirkt wird, ſo wird ein Theil der Kraft des Pferdes ſehr ſchlecht angewandt, und alſo fuͤr dem Hauptzweck verloren. Dies wird noch deutlicher, wenn man annimmt, *) Als ein alter Naſen in ſtrengem Boden, wobei ein Pflugmeſſer von dieſer Form gebraucht wurde, aufgepfluͤgt wurde, konnte der Pfluͤger, trotz aller Kunſt, die er anwandte, es nicht vermeiden, daß der Pflug immer einen Hang nach der linken Seite hatte. Nach mehreren Verſuchen, wobei alle gewoͤhnliche Gegenmittel fruchtlos waren, ergab ſich, daß die Form des Pflugmeſſers die Urſache davon war. Es wurde ein anderes Pflugmeſſer von der Fotm abe(Fig. XIII.) eingeſetzt, und das Uebel hoͤrte auf. Der Verſuch wurde mehrmahls wieder⸗ holt, und der Erfolg war iimmer derſelbe. Auf Stoppelland und leichtem muͤrbem Boden war bei dem erſten Pflugmeſſer der Hang des Pfluges nach der Landſeite(linken Seite) nicht ſo groß, konnte durch die Stellung der Zug⸗Vorrichtung(Kapstan) uͤberwunden wer⸗ den, und daher iſt dieſe fehlerhafte Form des Pflugmeſſers zeither nicht ſo haͤufig bemerkt worden. — . 0/4 —* daß AB gleich H0C iſt, alsdenn iſt die Neigung, um den Pflugbaum in die Linie DO zu bringen, die Haͤlfte des ganzen Widerſtandes. Dieſes Uebel wird dadurch gehoben, daß man dem Pflugmeſſer die Form eines gleich⸗ ſchenkligen Dreiecks abe(Fig. XllI.) giebt, wo der Widerſtand an jeder Seite gleich iſt, welcher in der Richtung do vorwaͤrts geht, ohne daß irgend ein Theil der Zug⸗ kraft verſchwendet wird. 3 Nach der Natur einer geneigten Ebene iſt es klar, daß das Pflugmeſſer um ſo leichter ſein Geſchaͤft verrichten wird, um ſo kleiner der Winkel iſt, den es mit dem Horizont macht. Dieſer Winkel kann indeſſen nur bis auf eine gewiſſe Grenze verkleinert werden, da das Loch des Pflugmeſſers im Pflugbaum nicht naͤher als 9 Zoll dem Punkte G(Fig. X.) gebracht werden kann, ohne die Staͤrke des Pflug⸗ baums ſehr zu ſchwaͤchen. Nach alle dieſem kann das Pflugmeſſer nur ſo geſetzt werden, daß es mit dem Horizont einen Winkel von 145 Graden macht, bei dem es jedem Zwecke entſpricht. Damit das Pflugmeſſer dabei eine perpendiculaire Stellung habe, und immer in einer Linie mit dem der Ecke der Scholle fortſchneide, muß es ſo geſetzt werden, daß eine gerade Linie laͤngs der linken Seite des Pfluges(nachdem ſolche mit Blech belegt iſt) gelegt, gerade auf die Mitte des Ruͤckens des Pflugmeſſers trifft. Da⸗ mit nun das letzte Statt finde, muß die Mitte des Lochs zum Pflugmeſſer im Pflug⸗ baum nicht in derſelben geraden Linie als die linke Seite des Pfluges bildet(bevor ſie mit Blech belegt iſt) geſchnitten, ſondern ſo viel naͤher der linken Seite des Ppfluges gebracht werden, als die Dicke von Eiſenblech, welches noch aufgelegt wer⸗ den ſoll, betraͤgt, und welche in der Regel* Zoll ausmacht. Das pflugeiſen(Pflugſchar) iſt beſtimmt, die Scholle zu ſchneiden und zu heben. Um das letzte mit der geringſten Kraft zu verrichten, muß die Curve oder das Planum inclinatum, welches es bilden ſoll, nach denſelben Regeln, welche oben wegen Bildung des Streichbretts aufgeſtellt ſind, geformt werden, indem der Pflugſchaar nur ein Theil des Streich⸗ bretts iſt. Es iſt klar) daß je ſpitzer die Ecke OH(Fig. XIV.) iſt, je leichter wird 3 die 8 25 die Scholle geſchnitten werden. Der Fluͤgel DE muß beinahe die Breike der Furche haben„ die man pfluͤgen will, insbeſondere auf zaͤhem lange ungepfluͤgten oder noch niemahls gepfluͤgten Boden. Die Seite B0 zunaͤchſt dem Lande muß eine gerade Linie bilden, ohne daß man etwa die Abweichung II. anbringt, welche dem Pfluge nur einen Hang giebt, vom Lande abzugehen, und die Scholle mit einer runden abgebro⸗ chenen Ecke umkehrt. Damit die Pflugſchare alle von einer Form und genau gemacht werden, iſt es am beſten, wenn ſie auf einem aus gegoſſenem Eiſen beſtehenden Model geſchmiedet werden, welches die Form des Endes des Streichbretts und des Holzes am Pfluge hat, worauf der Schar befeſtigt werden ſoll. Damit nun die Oberflaͤche des Pflug⸗ ſchars ganz eben mit der Oberflaͤche des mit Blech belegten Streichbretts und der linken Seite des Pfluges ſey; muß das Holz, worauf der Schar geſetzt wird, ſo tief eingeſchnitten werden, damit alles eben ſey. Beſchreibung der Zug Vorrichtung.(Capstan.) Die Zug⸗Vorrichtung(Capstan) wird ganz von Eiſen gemacht, bewegt ſich auf dem Bolzen O, der horizontal durch den Pflugbaum geht, als auf einem Mittelpunkte. Das Ende G wird gehoben oder niedriger geſetzt, je nachdem man mehr oder we⸗ niger tief pfluͤgen will, dadurch, daß man den Bolzen E in eins der Loͤcher D E ſteckt. Die Breite der Furche wird wieder dadurch beſtimmt, daß man den Zieh⸗ punkt in die Loͤcher von G bis F ſetzt, je nachdem man mehr oder weniger breit 8 pfluͤgen will. 3 Eine ſolche Zug⸗Vorrichtung(Gapstan) von einer anderen Art iſt Fig. XVI. vor⸗ geſtellt, wo A B das Pflugbaum⸗Ende iſt, auf welchem ein Stuͤck Holz EE horizontal befeſtigt iſt, in dem ſich mehrere Loͤcher befinden. C GD iſt von Eiſen, und be⸗ wegt ſich auf einem Bolzen C0(der perpendicnlair durch den Baum geht) als auf einem Mittelpunkte. Dies wird in irgend einer Stellung dadurch fixirt, daß die Pinne P durch dieſe eiſerne Vorrichtung und die Loͤcher in E P geht, je nachdem man mehr 26 oder weniger breite Furchen machen will. Die groͤßere oder geringere Diefe der Furche wird dadurch regulirt, daß man den Ziehpunkt Jhoͤher oder niedriger in den Loͤchern von G bis befeſtigt. Da Stellmacher mehr nach Maßſtab und Nichtſcheid als nach Berechnungen und Demonſtrationen zu arbeiten gewohnt ſind, ſo werden die Refultate der vorigen Unterſuchungen noch im folgenden geſammelt und zuruͤckgefuͤhrt auf eine praktiſche Darſtellung der Stellung und umriſſe der weſentlichſten Theile eines Pfluges. Damit bei dem Pfluͤgen der geringſte Verluſt an Kraft Statt finde, muß man die Hoͤhe und die Neigung der Schultern des Pferdes wiſſen. Im Ziehen weicht die Neigung der Schultern eines Pferdes von 69 bis 75 Grade nach den Umſtaͤnden ab. In der Regel iſt ſie 72 Grade, und die Mittelhoͤhe des Punkts auf der Schulter des Pferdes, wo die S Skränge angebracht ſind, iſt bei einem Pferde von 15 ½ Haͤnde hoch 46 Zoll. Dies mag durch einen Verſuch ausgemittelt werden, und die Tiefe in der gepfluͤgt werden ſoll(angenommen 6 Zoll) ſey gegeben,(Fig. X.) ſo ziehe man 1) eine gerade Linie 1S, bei A erreicht man den Perpendikel AP= J46 Zoll. 2) Mit A P, als einem Radius von P, als einem Mittelpunkte, beſchreibe man den vierten Theil eines Zirkels A 49, und dieſen theile man in 90 Theile oder Grade. 3) Von P ziehe man durch den 72 ten Grad eine e gerade Linie, welche in 2 trifft. % Man beſtimme die Laͤnge der Straͤnge und Braken von P bis I Dies iſt gewoͤhnlich 102 Zoll. 5) Von fH laſſe man auf A den dervadie H. fallen, lhelohes die Hoͤhe des Baums giebt. 6) Will man nur die halbe Tiefe, in der das oben angegebene Land gepfluͤgt wer⸗ w aw ungen vrigen der 1ß nan bis 7 telhöhe it bei 27 den ſoll, ſo ziehe man eine Linie parallel mit A B; von C, wo ſie PB durch⸗ ſchneidet, laſſe man einen Perpendikel auf A B nach S fallen, dies giebt den Punkt der Spitze des Pflugſchares. Die Linie durch C gezogen macht einen Winkel von 45 Grad mit B A, und zeigt die Lage der Vorderecke des Pflug⸗ maeeſſers. 7) Der Hintertheil des Pfuges! wird dadurch beſtimmt, daß man die Sole von & bis L 36 Zoll lang macht. 8) Die Laͤnge des Pflugbaums ergiebt ſich dadurch, daß man die Entfernung von H zu irgend einem angenommenen Punkte, als Soder B oder L, aufnimmt, und ſolche an die Scale anpaßt. Wenn Hs genommen wird, ſo iſt es 44,6 Zoll. 9) Die Form der Bruſt des Pfluges§G erhaͤlt man nach der Tafel S. 12.; und die Anleitung, das Streichbrett zu machen, iſt S. 12. f. gegeben. Dieſe Conſtruction iſt ſo einfach, daß ſie von jedermann leicht angewandt wer⸗ den kann, und der dieſer gemaͤß gebauete Pflug ſo leicht, daß, nach einer durch meh⸗ rere Jahre gemachten Erfahrung, damit, wenn 2 Pferde davor geſpannt ſind, ſelbſt noch in gewoͤhnlich ſtrengem Boden 1½ Morgen Magdeburgiſch*), und in leichtem Boden noch viel mehr gepfluͤgt werden koͤnnen. *) Ein Mapdrburgſſche Morgen iſt= 180 Nuthen, eine Rarhe= 144 Rheinlaͤndiſche ◻ Fuß. 6 de. 8 e ,5 1 3 1 8 3 * 8 1 — 3 3 “ 7 4 2 88 4 — X. — 8* 3 — 5 1 1 1 1 1 1 1 —= NKeernerärörrrdrrxrm ⸗ b 2 3— FP ———. 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