8 — eheneee Verte Anltsge 3 2 naer Sibliotheke . VRaNensRhtUNe; g 4 6¹ M 8.2 Verlag von Paul Parey in Berlin SW., Hedemannstrasse 10. 12 Jeder Band THEK Prels des Bandes elnzeln kaufflch. THAE BIBLIO In Leinen geb. 2 M. 50 Pf. Ackerbau und Düngerwesen. Urbarmachung und Verbesserung des Bodens von 6k.-Rat Dr. R. Buerstenbinder. Praktische Bodenkunde von Dr. A. Nowacki, Professor in Zürich. 3 3. Auflage. Käufliche Düngestoffe von Dr. A. Rümpler in Breslau. 4. Auflage. Anwendung künstlicher Düngemittel von Prof. Dr. P. Wagner in Darmstadt. 3. Auflage. Wolff's praktische Düngerlehre. 13. Auflage. Wolff's Anleitung zur chem. Untersuchung landw. Stoffe. 4. Auflage. Pflanzenbau. Tabaksbau von A. Freiherrn von Babo in Klosterneuburg. 3. Auflage. Wiesen- und Weidenbau von Dr. F. Burgtorf, Direktor in Herford. 1 4. Auflage. Feldholzzucht, Korbweidenkultur etc. von R. Fischer in Berlin. Hopfenbau von C. Fruwirth, Professor in Hohenheim. Gekrönte Preisschrift. Anbau der Hülsenfrüchte von C. Fruwirth, Professor in Hohenheim. Braugerste von H. Heine. Gekrönte Preisschrift. Lupinen- und Serradellabau von Kette-Jassen und König-Zörnigall. 9. Auflage. Knauer's Rübenbau. Bearbeitet von Prof. Dr. M. Hollrung in Halle a. S. 8. Auflage. Flachsbau und Verarbeitung von R. Kuhnert in Marburg. Landw. Futterban von Dr. William Loebe-Leipzig. 3. Auflage. Rationeller Futterbau von Dr. F. G. Stebler in Zürich. 4. Auflage. Samen und Saat von Dr. William Loebe-Leipzig. Ernährung der landw. Kulturpflanzen von Dr. Ad. Mayer, Prof. in Wageningen. 2. Auflage. Getreidebau von Dr. A. Nowacki, Professor in Zürich. Gekrönte Preisschrift. 3. Auflage, Risler's Weizenbau. Herausgegeben von Amtsrat Dr. W. Rimpau in Schlanstedt. 4 Kartoffelbau von Geheimrat Dr. H. Werner, Professor in Berlin. 4. Auflage. Krankheiten der landw. Nutzpflanzen von Protessor Dr. Wolf. Forstkulturen von Urff, Kgl. Forstmeister in Neuhaus bei Berlinchen. 2. Auflage. Tierzucht und Fütterungslehre. 8 Berlepsch' Bienenzucht. Bearbeitet von G. Lehzen in Hannover. 4. Auflage. Zoologie für Landwirte von Dr. J. Ritzema Bos, Professor in Amsterdam. 3 3. Auflage. Pferdezucht von F. Oldenburg in Sondershausen. Rindviehzucht von Dr. V. Funk, Direktor in Zoppot. 5. Auflage Wirtschaftsfeinde aus dem Tierreich von Dr. G. von Hayek, Professor in Wien. May's Schweinezucht. Bearbeitet von E. Meyer-Friedrichswerth. 5. Auflage. Bakterienkunde für Landwirte von Dr. W. Migula in Karlsruhe. 3 Pribyl's Geflügelzucht, neubearbeitet von Oberstleutnant a. D. Sabel in Trier. 4. Auflage. Wolff's landwirtschaftliche Fütterungslehre. 7. Auflage. Konservierung der Futtermittel von Dr. F. Albert, Professor in Giessen.— Birnbaum's landw. Taxationslehre. Petrloh. 2. Auflage. Landw. Betriebslehre von Geheimrat Dr. Freiherr v. d. Goltz, Prof. in Poppelsdorf. 2. Auflage. Landw. Buchführung von Geheimrat Dr. Freih. v. d. Goltz, Prof. in Poppelsdorf. 8. Auflage. Geschichte der Landwirtschaft von Michelsen u. Nedderich. 4. Auflage. Rechtsbeistand des Landwirts von M. Löwenherz, Amtsgerichtsrat in Köln. 3. Auflage. An- und Verkaufs-Genossenschaften von H. v. Mendel, Landesökonomierat in Halle. Das Schriftwerk des Landwirts von C. Petri in Hohenwestedt. 3. Auflage. Wirtschaftsdirektion d. Landgutes von Geh.-Rat Dr. A. Thaer, Prof. in Giessen. 3. Auflage. Landwirtschaftliche Gewerbe. Apfelweinbereitung von Dr. Ernst Kramer in Klagenfurt. Bierbrauerei von Dr. C. J. Lintner, Professor in München. 2. Auflage. Milchwirtschaft von Dr. willian oOebe in 8. 2. Auflage. Anleitung zum Brennereibetrieb von Geh. fof. Dr. Maercker in Halle a. S. 2. Auflage. Die Milch und ihre Produkte Nom 4A. Otto in Halfe a. S. Stärkefabrikation von Dr. F. 8t mann, Professor an der Universität in Leipzig. Zu beziehen- jede Buchhandlung. Verlag von Paul Parey in Berlin SW., Hedemannstrasse 10. Jeder Band TH A— IBL T EK Preis des Bandes elnzeln käuflich. 272— in Lelnen geb. 2 M. 50 Pf. .: Baukunde. Ziegelei von Zieuelei-Ingenieur O. Bock in Berlin.— 2. Auflage. Kalk-Sand-Pisébau von Baurat F. Engel. Bearbeitet von n fage. Pferdestall(Bau und Einrichtung) von Baurat F. Engel in SMhin 1 g b US Ler⸗ Engel's Viehstall(Bau u. Einrichtung) neubearb. von Direktor G. Meyer in Kattowitz. 3. Auflage. Bauernhof(Anlage und Einrichtung) von G. Jaspers, Generalsekretär in Osnabrück. Schubert's ldw. Baukunde. Neubearb. v. Reg.- Baumeister G. Meyer in Buxtehude. 6. Auflage. Geflügelställe(Bau und Einrichtung) von Architekt A. Schubert in Höxter. 2. Auflage. Kalk-, Gips- und Zementfabrikation von H. Ste gmann in Braunschweig. Kulturtechnik, Maschinenkunde, Ingenieurwesen. Der Petersensche Wiesenbau von Dr. E. Fuchs in Kappeln. Landw. Plan- und Situationszeichnen von H. Kutscher in Hohenwestedt. Behandlung der Lokomobilen von professor Paul Lazar in Budapest. Perels' Ratgeber bei der Wahl landw. Geräte und Maschinen. 8. Auflage. Schubert's landw. Rechenwesen. Bearb. von H. Kutscher in Hohenwestedt, 4. Auflagce. Dynamite von Isidor Trauzl, Ingenieur in Wien. 3 Be- und Entwässerung der Acker und Wiesen von Ok.-Rat L. vincent. 4. Auflage. Wüst's Feldmessen und Nivellieren. Bearb. von A. Nachtweh, Prof. in Halle. 5. Auflage. Der Landwirt als Kulturingenieur von Fr. Zajicek, Professor in Mödling. 2. Auflage. Englischer Hufbeschlag von fl. neter Iugreprone in Rostock. 2. Auflage. Eingeweidewürmer der Haussäugetiere von Dr. J. Dewitz in Berlin. Heilungs- und Tierarzneimittellehre von P. Flemming, Grossh. Tierarzt in Lübz. Physiologie und Pathologie der Haussäugetiere von F. Flemming, Tierarat in Lübz. Innere Krankheiten der Idw. Haussäugetiere von P. Grosswendt, Kgl. Oberrossarzt. Gesundheitspflege der landw. Haussäugetiere von Med.-Rat Prof. Dr. Johne in Dresden. Landw. Giftlehre von Dr. G. Müller, Professor in Dresden. Der kranke Hund von Dr. G. Müller, Professor in Dresden. 2. Auflage. Der gesunde Hund von Dr. G. Müller, Professor in Dresden. Beschlagkunde von Dr. A. von Rueff in Stuttgart.— ussere Krankheiten der ldw. Haussäugetiere von E. Zorn, Kgl. Korpsrossarzt. Geburtshilfe von Amtstierarzt Tapken in Varel. 3 2. Auflage. Pm dliche Fischeucht wn 192. Alert und dzehewei,. 4. Aubnge Süsswasserfischerei von M. von dem Borne auf Berneuchen. Teichwirtschaft von M. von dem Borne auf Berneuchen. 4. Auflage. Goedde's Fasanenzucht. Bearbeitet von Fasanenjäger Staffel in Fürstenwald. 3. Auflage. Die Jagd und ihr Betrieb von A. Goedde, Herzogl. Jägermeister in Coburg 2. Auflage. Jagd-, Hof- und Schäferhunde von Leutnant Schlotfeldt in Hannover. Ratgeber beim Pferdekauf von stallmeister B. Schoenbeck in Höxter. 2. Auflage. Widersetzlichkeiten des Pferdes von stallmeister B. Schoenbeck in Höxter. 3 Reiten und Fahren von Major R. Schoenbechk in Berlin. 3. Auflage. Gartenbau.“ Gehölzzucht von J. H artwig, Grossherzogl. Hofgarteninspektor in Weimar. 2. Auflage. Gewächshäuser von J. Hartwig, Grossherzogl. Hofgarteninspektor in Weimar. 2. Auflage. Weinbau von Ph. Held, Gartenbau-Inspektor in Hohenheim. Meyer's Immerwährender Gartenkalender. 3. Auflage. Obstbau von R. N oack, Grossherzogl. Hofgarteninspektor in Darmstadt. 4. Auflage. Gartenblumen(Zucht und Pflege) von Th. Rümpler, General-Sekretär in Erfurt. 2. Auflage. Rümpler's Zimmergärtnerei. Bearbeitet von W. Mönkemeyer in Leipzig. 3. Auflage. Obstbaumkrankheiten von Professor Dr. Paul Sorauer in Proskau. 4 Gärtnerische Veredlungskunst von O. Teichert. Bearbeitet von Fintelmann. 3. Auflage. Gemüsebau von B. von Uslar in Hannover. 1 3. Auflage. Zu beziehen durch jede Buchhandlung. Verlag von Paul Parey in Berlin SW., Hedemannstr. 10. mastriertttes Lanqdwirtſchalts⸗Lexikon. Mit 1126 Textabbildungen. In Halbjuchten gebunden, Preis 23 M. Das Landwirtschafts-Lexikon enthält Tausende einzelner Artikel und gibt 8 aufgeschlagen an der betreffenden Stelle des Alphabets— eine augenblickliche, klare und bündige Antwort auf alle Fragen, wie sie sich täglich im landwirtschaftlichen Betriebe aufwerfen. Schlipf's 3 populäres handbuch der Landwirtschaft. — Gekrönte Preisschrift. Vierzehnte, neubearbeitete und vermehrte Auflage. Mit 466 in den Text gedruckten Abbildungen und 17 Tafeln in Farbendruck. Gebunden, Preis 7 H. Wem es um ein Handbuch zu tun ist, welches alle Zweige der Landwirtschaft auf Grund der neuesten Erfahrungen in besonders verständlicher Schreibweise behandelt, dem darf das bewährte Werk von Schlipf unbedingt empfohlen werden. Lehrbuch der Landwirtschan auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage. Von Dr. Guido Krafft, professor der Landwirtschaft an der k. k. technischen Hochschule in Wien. Mit 860 Textabbildungen und 27 Farbendrucktafeln. Vier Sände.— Gebunden, Preis 20 M. Daraus einzeln: I. Ackerbaulehre. Siebente Auflage. III. Tierzuchtlehre. Ssiebente Auflage. Mit 285 Textabbildungen und 1 Tafel. Mit 289 Textabbildungen und 15 Tafeln Gebunden, Preis 5 M. mit 44 farbigen Rassebildern. Gebunden II. Pflanzenbaulehre. siebente Auflage. Prols 8 A. * Mit 262 Textabbildungen und s Tafein IV. Betriebslehre. Sechste Auflage mit 148 farbigen Abbildungen. Ge- Mit 24 Textabbildungen und 3 Tafeln bunden, Preis 5 M Gebunden, Preis 5 M. Schwerlich dürfte ein anderes landwirtschaftliches Lehrbuch gleichen Anklang und gleiche Verbreitung in den Kreisen der lernenden wie ausübenden, der akademisch wie nichtakademisch vorgebildeten Landwirte gefunden haben wie Guido Kraffts „»Lehrbuch der Landwirtschaft auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage«. Es entspricht auch wieder in seiner neuesten Auflage allen Anforderungen an ein modernes Handbuch der gesamten Landwirtschaft. Zu beziehen durch jede Buchhandlung. Judc lan Dun ceemiſc Vabban M d05G Emil wolff's Aucetung un genilhen Anerlucumn landwirtſchaftlich wichtiger Stoffe. Zum Gebrauch bei quantitativ analytiſchen Arbeiten im chhemiſchen Laboratorium. Mit ſteter Berückſichtigung der vom Verbande landwirtſchaftlicher Verſuchsſtationen vereinbarten Unterſuchungsmethoden. Vierte Auflage, vollſtändig neu bearbeitet von Dr. E. Baſelhoff, Abteilungsvorſteher an der landw. Verſuchsſtation in Münſter i. W. Mit 172 Textabbildungen. Berlin. Verlagsbuchhandlung Paul Perie r. R. v. 1S.nobwe Verlag für Landwirtſchaft, Gartenbau und Forſtwaſe SW., Hedemannſtraße 10.. 1899. C 7 1 Alle Rechte vorbehalten. Vorwort zur vierten Auflage. E. Wolff's„Anleitung zur chemiſchen Unterſuchung landwirt⸗ ſchaftlich wichtiger Stoffe“ iſt zuletzt im Jahre 1873 erſchienen. Der Verſuch der Verlagsbuchhandlung dieſes Buch in neuer Bearbeitung herauszugeben, hat Herrn Geheimen Regierungsrat Profeſſor Dr. J. König im Jahre 1891 zu der Herausgabe des weit umfang⸗ reicheren Buches„Die Unterſuchung landwirtſchaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe“ geführt. Durch die Ausdehnung der urſprünglichen Wolffſchen Anleitung auf andere als rein landwirtſchaftliche Gebiete hat das Buch einen Charakter angenommen, welcher es beſonders für den Anfänger in der agrikulturchemiſchen Analyſe weniger geeignet erſcheinen läßt. Für den Anfänger hält es ſchwer, aus den von J. König in ſeinem Buche angegebenen verſchiedenen Methoden die⸗ jenigen auszuwählen, welche am leichteſten und ſchnellſten und dabei doch ſicher zum Ziele führen; deshalb habe ich mich auf die Angabe einer oder zwei genauer, aber leicht auszuführender Methoden be⸗ ſchränkt. Ferner ſind in dem Buche von J. König auch die Unter⸗ ſuchungen der einzelnen Stoffe zumeiſt ſo weit ausgedehnt, wie ſie ſelten in den Kreiſen, für welche dieſes Buch beſtimmt iſt, ausgeführt werden. Um nun wieder ein Buch zu ſchaffen, welches, wie E. Wolff in dem Vorwort zur dritten Auflage ſagt:„den Anfängern und Ge⸗ übteren bei chemiſchen Unterſuchungen eine Beihilfe gewährt und außerdem dazu beiträgt, daß die Landwirte über den Umfang und die Grenzen der agrikulturchemiſchen Forſchungen immer mehr auf⸗ geklärt und daß die Fragen, deren Löſung man von der Chemie, zunächſt von den landwirtſchaftlichen Verſuchsſtationen verlangt, um ſo beſtimmter geſtellt werden“ hat mich die Verlagsbuchhandlung auf⸗ gefordert, die Anleitung von E. Wolff in ihrem urſprünglichen Um⸗ fange neu bearbeitet herauszugeben. Der oben kurz angedeutete Zu⸗ ſammenhang zwiſchen der früheren Wolffſchen Anleitung und dem IV Vorwort zur vierten Auflage. angeführten Buche von J. König, ferner der Umſtand, daß ich für die zweite Auflage des letzteren Buches die Kapitel:„Boden, Mergel, Thon, Stallmiſt, Düngemittel, Pflanzenaſche, Schmutzwaſſer und Sämereien“ bearbeitet habe, erklären die zum Teil wörtliche Überein⸗ ſtimmung der in Frage ſtehenden Bücher. überall da, wo die in dieſem Buche angegebenen Methoden für die Unterſuchung nicht aus⸗ reichen, muß auf das Buch von J. König zurückgegriffen werden; dasſelbe iſt bezüglich der Litteraturnachweiſe der Fall. In der Anordnung des Stoffes habe ich gegenüber den früheren Ausgaben inſofern eine Änderung vorgenommen, als ich die öfters wiederkehrenden allgemeinen Unterſuchungsmethoden vorausgeſchickt habe; ich möchte dieſe Anordnung auch beſonders mit Rückſicht auf den Gebrauch des Buches durch Anfänger, in landw. Schulen ec. für vorteilhaft halten. Im übrigen habe ich die von E. Wolff ge⸗ troffene Einteilung möglichſt beibehalten. Inhaltlich habe ich gegen⸗ über den früheren Ausgaben die Anderung eintreten laſſen, daß ich die von E. Wolff aufgeführten Kapitel„Wein“ und„Bier“ habe fallen laſſen. Dafür habe ich das wichtige Kapitel über die Unter⸗ ſuchung der Sämereien neu aufgenommen und die Unterſuchung von Milch und Molkereiprodukten mit Rückſicht auf die Bedeutung, welche der Milchwirtſchaft zur Zeit im landwirtſchaftlichen Betriebe zukommt, weiter ausgeführt, als wie dieſes bisher in Wolffs Anleitung der Fall geweſen iſt. In allen Fällen ſind ſelbſtredend die neueſten Fortſchritte in der landwirtſchaftlichen Chemie berückſichtigt und beſonders die Vor⸗ ſchriften des Verbandes landwirtſchaftlicher Verſuchsſtationen im Deutſchen Reiche als maßgebend für die Unterſuchung landwirtſchaftlich wichtiger Stoffe aufgeführt worden. Münſter i. W., im November 1898. Der Verfaſſer. Inhalt. Allgemeine Unterſuchungsmethoden 1. Beſtimmung des Waſſers. 2. Beſtimmung des Stickſtoffs.. a) Geſamtſtickſtoff bei Abweſenheit von N itraten nach Kjeldahl. b) Geſamtſtickſtoff bei Gegenwart von Nitraten nach Jadlhanr. c) Salpeterſäureſtickſtoff.. d) Ammoniakſtickſtoff. e) Eiweißſtickſtoff.. 3. Beſtimmung des Fettes. 4. Beſtimmung der ſtickſto fffreien Extraktſtoffe bezw. der Kohlenhydrate. a) Beſtimmung der Geſamtmenge der in Waſſer löslich en Stoffe 1. Geſamtmenge der in Waiſ er k lözlihen Siwifo... 2. Stickſtoff. 3. Rohaſche.. 4. Zuckerartige und gummiartige Subſtanzen b) Beſtimmung der Stärke..... 5. Heſtmmung der Rohfaſer. 6. Beſtimmung der Aſche(Mineralſtoffe)! Beſtimmung der einzelnen Minaralſtoffe a) Eiſenoxyd und Thonerde. b) Mangan.. c) Kalk d) Magneſia.. e) Phosphorſäure. f) Schwefelſäure g) Alkalien. h) Chlor. Ackererde und Bodenarten. A. Unterſuchung der Mineralböden 1. Probenahme. 2. Mechaniſche Analyſe des Bodens Nach J. Kühn Nach Schöne.. 3. Chemiſche Analyſe des Bodens.. a) Behandlung des Bodens mit kohlenſ äurehaltigem Waſſer b) Behandlung des Bodens mit kalter konzentrierter Salzſäure c) Behandlung des Bodens mit heißer konzentrierter Salzſäure Seite AS E do do— VI 5. ☛ P0 Inhalt. d) Aufſchließung des Rückſtandes von der Behandlung mit heißer konzentrierter Galzſäure durch kontzennerte Schwefel⸗ ſäure.. 6) Aufſchließung des von der Behandlung mit Schwefel⸗ ſäure und Natriumkarbonat verbleiben den Rückſtandes durch Flußſäure. 8...... f) Beſtimmung des Quarzes. g) Beſtimmung einzelner ſonſtiger Beſtandiell des Bodens. Hygroſkopiſches oder mechaniſch deönndes Waſſer Chemiſch gobundenes Wwaſer lütveruut 3 Humus. Kohlenſäure.... Stickſtoff Geſamt., Ammoniak⸗ und Salpeterſäure⸗ ſtickſtoff)............ Chlor Schwefel Eiſenoxydul 3 9. Kupfer und Blei. 10. Zink. h) Berechnung und Zuſ ammenſtellung der analytiſchen Reſultate 5 E ge bO2 921S. Die phyſikaliſchen Eigenſchaften des Bodens. 1. Beſtnumung der Abſorptionsfähigkeit des Bodens für Waſſer⸗ ampf. Weſtnnmuni der waſſerfaſſenden Kraft oder der Waſ eerkapazitä 8 Bodens... Veenmn der Verdunſtungsfähigkeit des Bodens Beſtimmung der Filtrationsfähigkeit des Bodens Beſtimmung des Waſſer⸗Aufſaugungsvermögens, der K Kapillar Anziehung des Bodens.... Beſtimmung der Wärmeabſorption des Bodens.. Beſtimmung des Wärmeleitungsvermögens des Bodens Beſtimmung des ſpeziſiſchen Gewichtes des Bodens. Beſtimmung des abſoluten oder Volumengewichtes des Bodens Beſtimmung der Poroſität des Bodens... Beſtimmung der Kohäſion und Adhäſion des Bodens. . Beſtimmung des Abſorptions⸗ Kvoſſizienien d des Bodens für die wichtigeren Pflanzennährſtoffe. 5. Anhaltepunkte für die Beurteilung der Güte eines Bodens nach den Reſultaten der Analyſe Das Verhalten des Bodens gegen Ammoniak Der Gehalt des Bodens an Humus und deſſen eſchaffenhein Der Gehalt an kohlenſauren Erden.. Der Gehalt an Stickſtoff, Phosphorſäure und Kali. Die waſſerhaltende Kraft oder Waſſerkapazität des Bodens Das Waſſeraufſaugungsvermögen(die Kapillaranziehung) des Bodens 3 Beſtimmung der org ani ſchen Subſtanz, der,„Matière noirei- (Schwarzſtoff) von L. hrondenmn. Ermittelung der aſſimilierbaren Nährſtoffe(der Fruchtbarkeit) des Bodens aus don Gehalt der in denſolhen gemnachjeuen Pflanzen an Nährſtoffen.. Schädliche Beſtandteile des Bodens. —————y, 65 66 Inhalt. B. Anterſüchung der Moorböden. Probenahme. 1. Unterſuchung der Probe. 3. Unterſuchung der Materialien zur Bedeckung des Moorbodens bei der Anlage von Deckkulturen nach Rimpaus Syſtem(Dammkultur)..... Geſteine und deren Verwitternngsproduhste a) Mergel.. 3 b) Kalkſtein. Gebrannter Kalk c) Strontianit. d) Thon. Tieriſche Entleerungen und Stallmiſt A. Tieriſche Enilrerungen i im friſchen Zuſtande 3 a) Der Harn....... b) Der Kot B. Der Stallmiſt. C. Die Jauche. D. Einſtreumittel für Stall miſt. Künſtliche Düngemittel.. 3 a) Die Vorbereitung der Proben im Laboratorium— b) Unterſuchung der einzelnen Düngemittel.. 1. Knochenmehl, Blutmehl, Ledermehl, Wolle, Wolſtaub, Harn, Hornmehl, Fleiſchdüngemehl, Fiſchguano Peru⸗Guano... Baker⸗, Malden⸗ und Meſilones Guano. Knochenkohle, Knochenaſche. Phosphorite, Apatite, Loprohiühſe Thomasmehl 3 Präzipitierte Phosphate Superphosphat. 9. Chiliſalpeter. 10. Ammoniakſalz, ſchwefelſaures Ammoniak. 11. Superphosphatgips, Phosphatgips, Gips. 12. Kaliſalze, Kochſalz, Viehſalz.. c) Berechnung des Mindergeldwertes der Düngemittel bei Mindergehalt.. d) Maßregeln für die Düngerkontrolle. Die Aſche von Pflanzen, ierilchen Bzoffi 2„ Breyn materialien. 1. Die Pflanzenaſche 1. Vorbereitung der vegetabiliſche en Sübſtan zur Verbrennung 2. Verbrennen der Pflanzenſtoffe... 3. Unterſuchung der Pflanzenaſche.— 4. Berechnung und Zuſammenſtellung der Reſultate. Die Aſche tieriſcher Subſtanzen. Die Aſche der Brennmateriaiien 1. Holzaſche 2. Torlf⸗, Braun⸗ und Steinkohlenaſche 92S Si e O ——— VIII Futtermittel........ 1. Probenahme der Futtermittel 2. Unterſuchung der Futtermittel. AS S Inhalt Nohprotein....... Verdauliche Stickſtoffſubſtanz...... Freie Fettſäuren bezw. Ranzigkeit des Fettes Prüfung auf Qualität(Schimmel). Beſondere Unterſuchungsmethoden für: a) Sauerfutter, Preßfutter(Enſilage), Schnitzel. b) Schlempe, Pülpe, Melaſſe, Treber. Allgemeine Grundſätze für den Handel mit käuflichen Futtermitteln.......... Vereinbarungen des Verbandes landw. Verſuchs⸗ ſtationen i. D. R. für die Beurteilung der Futtermittel Geldwertsberechnung der Futtermittel und Minder⸗ wertsberechnung bei Mindergehalt Rohſtoffe landwirtſchaftlicher Nebengewerbe(Zucker- fabrikation, Spiritusbrennerei, Vierbrauerei) Rüben. a) Probenahme..... b) Beſtimmung des Waſſers. c) Feſtſtellung des Futterwertes..... d) Unterſuchungsmethode für techniſche Zwecke 1. Beſtimmung des Zuckers. 2. Unterſuchung des Saftes...... 3. Beſtimmung des Mark⸗ bezw. Saftgehaltes. 2. Kartoffeln.. 3. Samenkörner 3 Milch- und Molkereiprodukte 1. Vollmilch..... a) Spezifiſches Gewicht. b) Fettgehalt......... 4 c) Waſſer⸗ bezw. Trockenſubſtanzgehalt...... d) Berechnung des Fett⸗ bezw. Trockenſubſtanzgehaltes... e) Berechnung des ſpezifiſchen Gewichtes der Trockenſubſtanz und des Gehaltes an fettfreier Trockenſubſtanz... f†) Geſamtſtickſtoff........... g) Kaſein, Albumin und Laktoprotein. h) Milchzucker.. i) Aſche.......... k) Anhaltepunkte für die Beurteilung.... 2. Rahm, Magermilch, Buttermilch, Molken. 3. Butter....... a) Probenahme b) Unterſuchung auf Waſſer. Kaſein, Milchzucker... Mineralbeſtandteile(Chlor) Konſervierungsmittel(Borſäure, Salieylſäure, Formaldehyd) Seite 118 118 118 118 118 119 . 121 121 123 124 127 128 131 131 131 131 131 131 131 133 134 134 137 140 140 140 142 143 143 144 144 145 145 145 146 147 148 148 148 149 149 149 149 bäme ——X— Inhalt. Fremde Farbſtoffe Fremde Fette:. *α.) Beſtimmung des Brechungsvermögens mit dem Butter⸗ refraktometer. 9) Beſtimmung der in Waſſer bslchen Fetiſäuren (Reichert⸗Meißl'ſche Zahl)... y) Nachweis von Seſamöl c) Anhaltemumtie für die Peurteilung 4. Käſe.... Eier. Waſfer. Probena hm e Unterſuchung Ammoniak Salpetrige Säure.. Abdampfrückſtand und Glütverluſt Organiſche Subſtanz. Salpeterſäure Chlor.. Schwefelſäure Kohlenſäure.. Härtebeſtimmung. Sämereien. Unter) uchung. Einzufordernde Samenmenge. Probeziehung... Engere Mittelpiobe Echtheit.. Reinheit. Abſolutes Gewicht Volumengewicht Mehligkeit. Keimkraft 10. Beta. 11. Grasſamen. Keimapparate.. Sonſtige Beſtimmungen Gehaltſpielraum, Seide, Gebrauchs⸗ wert.. SSOr1H h. 55 e e Darſtrünma der Löſungen und Reagentien Normal⸗Schwefelſäure bezw Normal⸗S Salzſände. Normal⸗Alkali...... Lackmustinktur. Cochenilletinktur Phenolphtalein. Molybdänlöſung. dumaiumritratlüſung(zum Auswaſ ſchen) Chlormagneſiumlöſung(Magneſiamixtur). Ammoniakflüſſigkeit(zum Auswaſchen). S9OS 9o X Inhalt. Seite 10. Kupferoxydhydrat nach Stutzer........... 180 11. Fehlingſche Löſung nach Soxhlet.......... 181 12. Diaſtaſelöſung................. 181 13. Magenſaftflüſſigkeit nach Stutzer........... 181 14. Neßlers Reagens......... 181 15. Zinkjodidſtärkelöſung............... 182 16. Silbernitratlöſung...............82 17. ¹/100⸗Normalchamäleon⸗ und 1/190⸗Normaloxalſäurelöſung für die Beſtimmung der organiſchen Subſtanz in Waſſer.... 182 Atomgewichte der wichtigeren chemiſchen Elemente.. 184 Faktoren zur Berechnung der geſuchten Subſtanz aus der gefundenen............... Im gleichen Verlage erſchien: Die Unterſuchung landwirtſchaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe. Praktiſches Handbuch von Dr. J. König, Geh.⸗Reg.⸗Rat, o/. Hon.⸗Profeſſor der Kgl. Akademie und Vorſteher der landwirtſchaftlichen Verſuchs⸗Station in Münſter i. W. Zweite, neubearbeitete Auflage. Mit 248 Textabbildungen und einer farbigen Tafel. Gebunden, Preis 25 M. ——— ——— iger Rat, ichen Mit 5 M. Allgemeine Unterſuchungsmethoden. I. Beſtimmung des Waſſers. Zur Beſtimmung des Waſſers in feſten Subſtanzen wird eine beſtimmte Gewichtsmenge(etwa 5— 10 g Subſtanz) in Trocken⸗ gläschen(von der Form der Erlenmeyerſchen Kolben mit ſchrägen Seitenwänden, welche ſich leicht reinigen laſſen) bei 100— 105⁰ C. bis zum konſtanten Gewicht getrocknet. Die beim Trocknen erzielte Ge⸗ wichtsabnahme giebt den Waſſergehalt an. Bei ſehr waſſerreichen Subſtanzen(Grünfutter, Rüben, Kartoffeln) empfiehlt ſich ein Vortrocknen bei 40—50° C. im Lufttrockenſchrank. Man verwendet dazu zweckmäßig von Grünfutter 2000— 3000 g und von den Wurzelgewächſen 1000— 1500 g und verfährt dann in der Weiſe, daß man das Grünfutter zu einem feinen Häckſel zerſchnitten in flachen Porzellanſchalen oder auf Hürden mit Papierunterlage in dünner Schicht ausgebreitet trocknet und ferner Rüben oder Kartoffel in dünne Scheiben zerſchnitten an einem dünnen Drahtbügel aufreiht und trocknet. Sobald die Subſtanz bröckelig und ſpröde geworden iſt, wird ſie aus dem Trockenſchrank entfernt, bleibt 2—3 Stunden an der Luft liegen, damit ſie bei gewöhnlicher Lufttemperatur wieder ſoviel Waſſer aufnimmt, als etwa beim nachherigen Mahlen aufge⸗ nommen werden könnte, wägt dann die getrocknete Maſſe und pulvert dieſelbe mit der Schrotmühle. In der gepulverten Subſtanz wird darauf das Waſſer bei 100— 105⁰˙ C. in der obigen Weiſe beſtimmt. Aus dem bei 40— 50°C. und 100—105⁰ C. feſtgeſtellten Ge⸗ wichtsverluſt berechnet man den Waſſergehalt bezw. den Trockenſubſtanz⸗ gehalt der urſprünglichen Subſtanz in folgender Weiſe. Angenommen 4500 g der urſprünglichen Subſtanz geben nach dem Trocknen bei 40— 50° C. 600 g Rückſtand; ferner geben 10 g dieſes getrockneten Rückſtandes nach dem Trocknen bei 100— 1055 9,5 g Rückſtand. Daraus folgt, daß nach dem Trocknen bei 40—500 der Trockenſubſtanz⸗ . 100. 9,5. gehalt der Maſſe betrug TDhe= 95% oder der Waſſergehalt 5%. Hieraus berechnet ſich in einfacher Weiſe die in dem bei 40— 500 verbleibenden Rückſtand vorhandene Menge Trockenſubſtanz nach der Gleichung: 0.95 Soh= 570 g Trockenſubſtanz; Wolff⸗Haſelhoff, Anleitung. 4. Auflage. 1 4 2 Allgemeine Unterſuchungsmethoden. mithin beträgt der Waſſergehalt in der urſprünglichen Subſtanz 4500— 570= 3930 g= 87,33%. Bei ſirupartigen und flüſſigen Subſtanzen(Obſtkraut, Milch ꝛc.) beſtimmt man den Waſſergehalt in der Weiſe, daß man eine mit etwa 20 g Seeſand oder gepulvertem Bimsſtein beſchickte und mit einem kleinen Glasſtabe verſehene Platinſchale ausglüht, nach dem Erkalten wiegt, darauf von der betreffenden Subſtanz ſoviel einfüllt, als 1—2 g Trockenſubſtanz entſpricht, und nun auf dem Waſſerbade bei wiederholtem Umrühren mittelſt des Glasſtabes eindampft; darauf wird bei 100— 105° C. bis zur Gewichtskonſtanz getrocknet und gewogen. Die Gewichtsabnahme ergiebt auch hier den Waſſer⸗ gehalt der Subſtanz. Wo eine Gewichtskonſtanz nicht zu erzielen iſt, trocknet man bis zum konſtanten Gewichtsverluſt, d. h. ſo lange, bis die Abnahme in der gleichen Zeit immer dieſelbe bleibt. 2. Beſtimmung des Stickſtoffs. Für die Beſtimmung des Stickſtoffs werden von pulver⸗ förmigen, lufttrockenen Subſtanzen 1—2 g in einem Wäge⸗ röhrchen oder Schiffchen abgewogen. Von ſirupartigen, breiigen Subſtanzen verwendet man je nach dem Trockenſubſtanzgehalt 2—5 g und wägt dieſelben entweder in einem dünnen Glasbecherchen oder auf Stanniol ab. Von Flüſſigkeiten mit viel Stickſtoff verwendet man 10— 30 g, bei wenig Stickſtoff 100— 500 g, welche zunächſt unter Zuſatz von Schwefelſäure einzudunſten ſind; man giebt die Flüſſigkeit zweckmäßig in ein Kölbchen, wiegt das Kölbchen mit der Flüſſigkeit, gießt die Flüſſigkeit aus dem Wägekölbchen verluſtlos in den Ver⸗ brennungskolben und wägt das Wägekölbchen mit dem Reſt der Flüſſigkeit zurück. a) Geſamtſtickſtoff bei Abweſenheit von Nitraten nach Kjeldahl. Die Subſtanz wird in einen 500— 600 cem faſſenden Verbrennungskolben von ſchwer ſchmelzbarem Kaliglaſe oder Schottſchem Glaſe gebracht und mit 20 cem Schwefelſäure gut gemiſcht; darauf ſetzt man einen Tropfen Queckſilber!¹) zu und erhitzt bei ſchräger Lage (Fig. 1), bis die Löſung vollkommen farblos geworden iſt. Eine ſchwache Gelbfärbung der Löſung deutet darauf hin, daß die Ver⸗ brennung noch nicht vollſtändig iſt; nur bei Gegenwart von größeren Mengen Eiſen erſcheint die Löſung auch bei vollſtändiger Verbrennung ſchwach gelb. Die verwendete Schwefelſäure beſteht zweckmäßig aus 3 Volumen konzentrierter und 2 Volumen rauchender Schwefelſäure(Wilfarth) ¹) Zum Abmeſſen des Queckſilbers eignet ſich gut der Wrampelmeyerſche Apparat; zu beziehen durch Guſtav Miche, mechaniſche Werkſtatt in Hildesheim. ———— 2. Beſtimmung des Stickſtoffs. 3 4 mn oder aus konzentrierter Schwefelſäure mit 200— 250 g Phosphorſäure⸗ anhydrid pro 1 Liter(Kellner). ut Nach Beendigung der Verbrennung läßt man erkalten, zverdünnt nn mit etwa 250 cem Waſſer, ſetzt 80 ccem ſalpeterſäurefreiegh Natron⸗ nd lauge von 1,35 ſpezifiſchem Gewichte, 25 ccem Schwefelkaliumlöſung emm(40 g Kalium sulfuratum im Liter) bezw. ſoviel, daß alles Queck⸗ i ſilber als Schwefelqueckſilber ausgefällt wird und die Flüſſigkeit ſchwarz ade pft net er bis in er⸗ ige⸗ gen auf nan nter gkit keit Ver⸗ der ach den cem rauf Lage 15 35 Fig. 1. Apparat zur Beſtimmung des Geſamtſtickſtoffs nach Kjeldahl. eren 1 erſcheint, dann einige Körnchen feinen Zinks ¹) zu, verbindet mit dem Deſtillationsrohr²) und erhitzt. Das Deſtillationsrohr taucht in einen rmen 250— 300 cem faſſenden Erlenmeyer⸗Kolben, welcher 10 oder 20 ccm kh ¹) Bei größeren Mengen Zink iſt nach O. Böttcher wegen der ſtarken Wa aſſerſtoffentwickelung ein Zuſatz von Schwefelkalium nicht erforderlich. eiche ²) Ein Überſpritzen von Natronlauge wird dadurch vermieden, daß das t i Deſtillationsrohr mit dem Kolben durch ein Kugelrohr verbunden wird, in welchem das Glasrohr umgebogen iſt. 1* Allgemeine Unterſuchungsmethoden. Normalſchwefelſäure und ſoviel Waſſer enthält, daß die Spitze des Deſtillationsrohres in die Flüſſigkeit taucht(Fig. 2). Nachdem etwa 100 ccm der Flüſſigkeit abdeſtilliert ſind, wird die überſchüſſige Schwefelſäure mit ¼ ⸗Normalnatronlauge unter Zuſatz von Cochenille⸗ tinktur oder Kongorot als Indikator zurücktitriert und aus dem ge⸗ fundenen Ammoniak der Stickſtoff berechnet. b) Geſamtſtickſtoff bei Gegenwart von Nitraten nach Jodlbaur. 1—2 g Subſtanz werden in einer Reibſchale mit 2— 3 g Fig. 2. Deſtillierapparat für die Stickſtoffbeſtimmung nach Kjeldahl. gebranntem, fein gepulvertem Gips innig vermiſcht. Dieſe Miſchung wird in den Verbrennungskolben gebracht, unter Abkühlung mit 25 ccm Phenolſchwefelſäure(40 g Phenol im Liter konzentrierter Schwefel⸗ ſäure von 660 Bé.) verſetzt und durch leichtes Hin⸗ und Herbewegen mit derſelben gemengt. Nach etwa 5 Minuten fügt man ganz all⸗ mählich und unter Abkühlung des Kolbens 2—3 g durch Waſchen mit Waſſer gereinigten Zinkſtaubes, ſowie 2 Tropfen metalliſchen Queck⸗ ſilbers hinzu und erhitzt, bis die Flüſſigkeit farblos geworden iſt. Darauf verfährt man weiter, wie unter a angegeben iſt. 2. Beſtimmung des Stickſtoffs. 5 Dieſes Verfahren iſt unſicher, beſonders bei nicht hinreichend trockenen Stoffen. c—) Salpeterſäureſtickſtoff. Bei der Beſtimmung des Salpeterſäure⸗ ſtickſtoffs in einer wäſſerigen Löſung verfährt man zweckmäßig nach der Methode von K. Ulſch. In einen etwa 500— 600 cem faſſenden Ver⸗ brennungskolben, wie er bei der Stickſtoffbeſtimmung nach Kjeldahl Verwendung findet, bringt man 25 cem einer wäſſerigen Salpeterſäure⸗ löſung mit höchſtens 0,5 g Kaliumnitrat oder der äquivalenten Menge eines anderen ſalpeterſauren Salzes, ſetzt 10 ccm verdünnter Schwefel⸗ ſäure von 1,35 ſpezifiſchem Gewicht(erhalten durch Miſchen von ungefähr 2 Volumen Waſſer mit 1 Volumen konzentrierter Schwefelſäure) und ferner 5 g des käuflichen Ferrum hydrogenio reductum hinzu. Um Verluſte zu vermeiden, hängt man in den Hals des Kolbens ein ſpitz ausgezogenes, birnförmiges, oben offenes Glasgefäß von 25 com Inhalt— ähnlich wie die birnförmigen Glaskugeln, welche zum Be⸗ decken der Glaskolben für die Kjeldahl-Beſtimmungen dienen— und füllt dasſelbe mit kaltem Waſſer, ſo daß es gleichſam als Rück⸗ flußkühler dient. Durch vorſichtiges Erwärmen mit ſehr kleiner Flamme unterhält man eine lebhafte, doch nicht zu ſtürmiſche Gasentwickelung und ſteigert die Hitze in dem Maße, als die Reaktion ſchwächer wird, ſo daß nach etwa 4 Minuten, vom Beginn des Erwärmens an gerechnet, die Flüſſigkeit unter noch andauernder Gasentwickelung zu ſieden beginnt, was an dem Abtropfen des kondenſierten Waſſers an der Spitze der Birne leicht zu erkennen iſt. Nachdem man etwa eine halbe Minute im ſchwachen Sieden erhalten hat, iſt die Reduktion vollſtändig beendet. Man verdünnt darauf mit 50 cem Waſſer und deſtilliert nach Zuſatz von 20 cem Natronlauge von 1,35 ſpezifiſchem Gewicht das Ammoniak in der oben unter a angegebenen Weiſe ab. Ebenſo gute Reſultate erhält man nach folgender an der hieſigen Verſuchsſtation ſeit Jahren erprobten Methode, welche neuerdings von O. Böttcher mit geringer Abänderung wieder empfohlen worden iſt. Die Subſtanz, welche eine etwa 0,5 g Salpeter entſprechende Menge Salpeterſäure enthält, wird in einen 500— 600 cem faſſenden Kjeldahl⸗ Kolben gebracht; dazu werden 18—20 g ſalpeterſäurefreies Kalihydrat, 75 cem Spiritus und je 8— 10 g Zink und Eiſenſtaub, ſowie einige Körnchen gereinigte Tierkohle(welche das Schäumen verhütet) gegeben, der Kolben darauf mit dem Deſtillationsrohr verbunden, welches, wie unter 2a näher angegeben iſt, in titrierte Schwefelſäure taucht. Nach 3— 4⸗ſtündigem Stehen, wenn die erſte heftige Waſſerſtoffentwickelung vorüber iſt, wird mit einer ganz kleinen Flamme deſtilliert; ſobald aller Spiritus überdeſtilliert iſt und deutlich Waſſerdämpfe übergehen, welche ſich als Tropfen in der Deſtillationsröhre anſetzen, iſt die Deſtillation beendet. Die vorgelegte Schwefelſäure wird in der früher angegebenen Weiſe mit Natronlauge zurücktitriert. d) Ammoniakſtickſtoff. Man beſtimmt das Ammoniak am beſten durch Deſtillation einer abgewogenen Menge Subſtanz mit Waſſer Allgemeine Unterſuchungsmethoden. und friſch gebrannter Magneſia(auf 1 g Ammonſulfat etwa 3 g Mag⸗ neſia), indem man das Ammoniak in der unter 2a angegebenen Weiſe in Schwefelſäure auffängt. Bei Vorhandenſein von freiem Ammoniak neben organiſchen Stoffen, deren Stickſtoff leicht in Ammoniak übergeht(Harn), beſtimmt man zweckmäßig den Ammoniakſtickſtoff vermittelſt des Knopſchen Azotometers volumetriſch durch Einwirkung von überſchüſſigem, unter⸗ bromigſaurem Alkali; der Verlauf der Reaktion iſt folgender: 3 Br O Na+. 2 NH.= 3 Na Br+ 3.0+ 2N Die Löſung des unterbromigſauren Natriums bereitet man in der Weiſe, daß man 100 g Atznatron in 1250 ccm deſtilliertem Waſſer auflöſt, die Löſung ſtark abkühlt und unter fortwährendem Umſchütteln 25 ccm Brom hinzufügt. Dieſe Lauge muß in einer dunklen Flaſche aufbewahrt werden, da ſie ſich am Lichte allmählich zerſetzt. 50 cem derſelben vermögen 130— 150 ccm Stickſtoff aus einer Salmiaklöſung zu entwickeln. Bezüglich der näheren Ausführung der Methode ſei auf: J. König, Die Unterſuchung landw. und gewerbl. wichtiger Stoffe. Berlin, Ver⸗ lagsbuchhandlung Paul Parey, 1898. 2. Aufl. S. 136 verwieſen. Iſt der Ammoniakſtickſtoff neben Salpeterſäureſtickſtoff zu ermitteln, ſo kann man den Ammoiakſtickſtoff durch Deſtillation mit Magneſia und die Salpeterſäure nach einer der oben angegebenen Methode be⸗ ſtimmen. e) Eweißſtickſtoff. Beſtimmung nach Stutzer: 1—2 g der zu unterſuchenden, durch ein 1 mm⸗Sieb gebrachten Subſtanz werden in einem Becherglaſe mit 100 ccm Waſſer übergoſſen, zum Sieden erhitzt, bezw. bei ſtärkemehlhaltigen Subſtanzen 10 Minuten im Waſſer⸗ bade erwärmt, dann mit 0,3— 0,4 g aufgeſchlämmtem Kupferhydroxyd — über die Bereitung desſelben vergl. unter Löſungen Nr. 10 am Schluß— verſetzt, nach dem Erkalten durch ein Filter von bekanntem Stickſtoffgehalt filtriert, der auf dem Filter befindliche Rückſtand mit Waſſer ausgewaſchen und ſamt Filter noch feucht nach der Methode von Kjeldahl verbrannt.— Iſt die Subſtanz reich an Alkaliphosphat(Samen, Olkuchen), ſo daß ſich Kupferphosphat und freies, Eiweißſtoffe löſendes Alkali bilden kann, ſo fällt man vor dem Zuſatz von Kupferhydroxyd die Phosphate durch wenig Alaunlöſung als unlösliche Thonerdephosphate. Enthalten die Pflanzenſtoffe ſchwer lösliche Alkaloide, ſo werden 1—2 g der Subſtanz in einem Becherglaſe mit 100 ccem abſolutem Alkohol und 1 ccem Eſſigſäure im Waſſerbade zum Sieden erhitzt; nach dem Abſetzen der Subſtanz wird die Flüſſigkeit mit möglichſter Vorſicht filtriert, ſo daß nichts oder nur ganz minimale Mengen von dem Ungelöſten mit aufs Filter gelangen; dann wird das Filter, um gelöſtes Fett zu entfernen, mit wenig erwärmtem Alkohol ausgewaſchen, die im Becherglaſe befindliche Subſtanz mit 100 ccm Waſſer zum Sieden erhitzt— bezw. bei ſtärkemehlhaltigen Subſtanzen 10 Minuten im Waſſerbade erwärmt, hierauf wie oben mit 0,3—0,4 g Kupfer⸗ nig Ve⸗ lſen. teln neſi ebe⸗ gder erden ieden aſer⸗ ud 0 am rnten dni chde uchen Atuü dde ohebe werden ſolaten elhitt gütſte gen von ter, I woſhen ſer zmn Minutan Kübſe⸗ 3. Beſtimmung des Fettes. 7 hydroxyd verſetzt, der Niederſchlag nach dem Erkalten auf das bereits benutzte Filter gebracht, mit Waſſer ausgewaſchen ꝛc. Die Differenz aus dem Geſamtſtickſtoff und dem Eiweißſtickſtoff giebt uns den Gehalt an Nichteiweißverbindungen(Ammoniak, Amid⸗ und Säureamidſtickſtoff. 3. Beſtimmung des Fettes. Unter Fett verſteht man den Extrakt, welchen man durch Aus⸗ ziehen der waſſerfreien Subſtanz mit waſſerfreiem d. h. über Natrium oder Natriumamalgam deſtillierten Ather erhält. Fig. 3. Vorrichtung für Fettextraktionen im Waſſerbade. Zur Beſtimmung des Fettes bei feſten Subſtanzen werden 5 oder 10 g der gemahlenen oder gut gepulverten Subſtanz in eine aus fettfreiem Fließpapier hergeſtellte Patrone gebracht. Die Patrone wird in der Weiſe hergeſtellt, daß man um ein cylindriſches Holz⸗ ſtück, deſſen Durchmeſſer 4 mm geringer iſt als die Weite des Ex⸗ traktionscylinders, ein Stück Filtrierpapier 2 mal herumrollt, über die ebene Baſis des Holzeylinders ein dem Durchmeſſer desſelben ent⸗ ſprechendes Stück der gebildeten Rolle hervorſtehen läßt, dieſes ähnlich, wie man ein Packet ſchließt umbiegt und den gebildeten Boden der Hülſe durch kräftiges Aufdrücken ebnet. Nach dem Einfüllen der Subſtanz wird die Patrone durch Umbiegen der überſtehenden Papierränder geſchloſſen. Benutzt man die von Schleicher und Schüll in Düren 8 Allgemeine Unterſuchungsmethoden. hergeſtellten Papierpatronen, ſo ſchließt man die obere Offnung durch entfettete Baumwolle. Die ſo mit Subſtanz beſchickte Patrone wird 2—3 Stunden im Waſſertrockenſchrank bei 950 getrocknet, dann in einen Soxhletſchen Extraktionsapparat(Fig. 3) gebracht und bis zur Erſchöpfung(4 bis 6 Stunden) mit waſſerfreiem Äther ausgezogen. Aus dem vorher tarierten, die AÄtherflüſſigkeit entfaltenden Kölbchen wird der Ather durch Deſtillation entfernt, das Kölbchen im Dampftrockenſchrank während 1—2 Stunden getrocknet, im Exſikkator erkalten gelaſſen und zurückgewogen. Die Gewichtszunahme giebt uns den in der an⸗ gewendeten Menge vorhandenen Fettgehalt.. Bei ſirupartigen oder flüſſigen Subſtanzen(Milch) werden 20— 25 g im Hoffmeiſterſchen Glasſchälchen mit etwa 10 g ausgeglühtem Sand und 1 g gebranntem Gips oder mit entſprechen⸗ den Mengen ausgeglühten Bimsſteinpulvers, Asbeſtes oder Glaspulvers unter öfterem Umrühren mit einem dünnen, beiderſeits zugeſchmolzenen Glasröhrchen auf dem Waſſerbade zur Trockne eingedampft, Schale nebſt Inhalt in einem Mörſer ſorgfältig zerrieben und das Pulver in eine Papierhülſe gebracht, welche im Soxhletſchen Extraktions⸗ apparat mit Äther gegen 5 Stunden extrahiert wird. Das vorher tarierte Kölbchen, welches das geſamte Fett der angewendeten Milch enthält, wird nach Verdunſtung des AÄthers 1 Stunde lang im Dampf⸗ trockenſchrank getrocknet und darauf gewogen. 4. Beſtimmung der ſtickſtofffreien Extraktſtoffe bezw. der Kohlenhydrate. Als ſtickſtofffreie Extraktſtoffe bezeichnet man den Reſt, welcher übrig bleibt, wenn man von einer Subſtanz ihren Gehalt an Waſſer, Rohprotein, Rohfett, Rohfaſer und Aſche abzieht. Der Begriff ſtickſtofffreie Extraktſtoffe umfaßt demnach eine ganze Reihe mehr oder minder verſchiedener Verbindungen, von denen die wichtigſten und verbreitetſten die Zuckerarten, Dextrine und die Stärke ſind; außerdem gehören hierher die Pflanzengummis, Pflanzenſchleime, Pflanzenſäuren, ferner die Pektin⸗, Bitter⸗, Farbſtoffe und dergl. Gewöhnlich werden die ſtickſtofffreien Stoffe, wie oben angegeben, aus der Differenz berechnet. Vielfach iſt jedoch auch eine Beſtimmung einer oder mehrerer zu dieſer Gruppe gehöriger, gut charakteriſierter chemiſcher Verbindungen erforderlich. Ich beſchränke mich hier auf die nachfolgenden Beſtimmungen. a) Beſtimmung der Geſamtmenge der in Waſſer löslichen Stoffe. 10— 20 g des zu extrahierenden Materiales werden in einer Kochflaſche 8— 10 mal mit je 200— 300 ccm Waſſer, die erſten 3 Male im Waſſerbade bei 50° C. und ſodann in der Siedehitze jedes⸗ mal eine halbe Stunde behandelt, unter ſteter Erneuerung des ver⸗ dunſteten Waſſers— ſtärkemehlhaltige Stoffe werden nur mit kaltem 4. Beſtimmung der ſtickſtofffreien Extraktſtoffe bezw. der Kohlenhydrate. 9 Waſſer ausgezogen—. Nach jedesmaligem Kochen wird die Flüſſig⸗ keit raſch vom Rückſtand getrennt, ſchließlich die ſämtlichen Flüſſig⸗ keiten auf ein beſtimmtes Volumen aufgefüllt und alsdann durch große Faltenfilter, die man durchſtößt und erneuert, ſobald ſie nicht mehr raſch durchlaufen laſſen, oder beſſer mit Hilfe der Bunſenſchen Pumpe mög⸗ lichſt ſchnell filtriert. Es iſt beſonders wichtig, daß nach dem jedesmaligen Kochen die Trennung der Flüſſigkeit von dem Rückſtande recht ſchnell erfolgt und überhaupt die ganze Operation des Extrahierens an einem Tage vollendet wird, weil man ſonſt, zumal im Sommer, Gefahr läuft, den Extrakt ver⸗ ſchimmeln zu ſehen, bevor man die weitere Verarbeitung desſelben vor⸗ nehmen kann. In dem filtrierten wäſſerigen Rohextrakt ſind folgende Beſtim⸗ mungen auszuführen: 1. Durch Eindampfen eines Teiles dieſes Filtrates in einer ge⸗ wogenen Platinſchale auf dem Waſſerbade, Trocknen bei 100— 105⁰ C. und Wägen von Schale+ Rückſtand erhält man die Geſamtmenge der in Waſſer löslichen Stoffe. Da manche Subſtanzen in Waſſer lösliche, flüchtige Stoffe ent⸗ halten, ſo findet man durch Eindampfen der wäſſerigen Löſung leicht zu wenig. Man kann ſich in ſolchem Falle in der Weiſe helfen, daß man den unlöslichen Rückſtand auf einem vorher getrockneten und gewogenen Filter ſammelt, bei 100— 105⁰ C. trocknet und wieder wägt. Bei der Berechnung der waſſerlöslichen Stoffe aus dem Extraktions⸗ rückſtand iſt aber der Waſſergehalt der urſprünglichen Subſtanz zu berückſichtigen. 2. Beſtimmung des Stickſtoffs. Ein aliquoter Teil des Auszuges(2— 3 Trockenſubſtanz entſprechend) wird in einem Kjeldahl⸗ Verbrennungskolben unter Anſäurung mit Schwefelſäure über kleiner Flamme bis auf 20—30 cem eingekocht, darauf mit 20 ccm Kjeldahl⸗ Schwefelſäure verſetzt und damit zur Beſtimmung des Stickſtoffs wie unter 2 a angegeben weiter verfahren. 3. Beſtimmung der Rohaſche. Der unter a erhaltene Trocken⸗ rückſtand wird vorſichtig eingeäſchert und der Rückſtand gewogen. Ent⸗ hält die Aſche kohlige Teilchen, ſo müſſen dieſelben abgeſchieden und beſtimmt werden. 4. Beſtimmung der zuckerartigen und gummiartigen Subſtanzen. Man verdampft 500— 1000 cem des wäſſerigen Ex⸗ traktes auf dem Waſſerbade, aber möglichſt raſch(am beſten im luft⸗ verdünnten Raume) zur Trockne. Der noch feuchte Rückſtand wird mit Weingeiſt(80— 85%) wiederholt und ſo lange ausgekocht, als derſelbe noch gefärbt wird. Die filtrierte weingeiſtige Löſung wird mit Waſſer verſetzt und der Alkohol durch Erhitzen auf dem Waſſer⸗ bade verdampft, die wäſſerige Löſung, wenn nötig durch Tierkohle filtriert, um ſie möglichſt zu entfärben und hierauf durch Zuſatz von Waſſer auf ein beſtimmtes Volumen gebracht. aa) In einem abgemeſſenen Teile beſtimmt man direkt die Menge der Fehlingſche Kupferlöſung direkt reduzierenden Zucker⸗ — —xÿ 10 Allgemeine Unterſuchungsmethoden. arten(Invertzucker, Dextroſe, Lävuloſe, Maltoſe, Milch⸗ zucker ꝛc.) und zwar entweder auf maß⸗ oder gewichtsanalytiſchem Wege. Bei der maßanalytiſchen Methode bringt man 25 ccm Kupferlöſung und 25 cem der alkaliſchen Seignetteſalzlöſung(vergl. Löſungen Nr. 11 am Schluß) in einer tiefen Porzellanſchale zum Kochen und ſetzt dann von der betreffenden Zuckerlöſung ſo lange zu, bis nach einer der Zuckerart entſprechenden Kochdauer die Löſung nicht mehr blau iſt. Die Kochdauer iſt für Traubenzucker, Invert⸗ zucker und Lävuloſe 2 Minuten, für Maltoſe 4 und für Milchzucker 6 Minuten. Auf dieſe Weiſe wird vorläufig ungefähr feſtgeſtellt, wie viel Kubikcentimeter der Zuckerlöſung 50 com der Fehlingſchen Löſung entſprechen, bezw. wie viel Prozent ungefähr die betreffende Zuckerlöſung enthält. Durch Verdünnen oder Eindampfen muß darauf die Löſung ungefähr 1⸗prozentig gemacht werden. Iſt dies geſchehen, ſo erhitzt man wieder 50 cem Fehlingſche Löſung zum Kochen und giebt nun von der auf ca. 1% geſtellten Zuckerlöſung ſo viel zu, als der Menge entſpricht, welche beim Vor⸗ verſuch die Fehlingſche Löſung vollſtändig reduziert hatte. Es wird dann ſo lange gekocht, als für die betreffende Zuckerart erforderlich iſt, worauf man die ganze Flüſſigkeit auf ein großes, aber dichtes Faltenfilter giebt. Es muß beim Filtrieren vor allem darauf geachtet werden, daß nicht etwa Spuren von feinflockigem Kupferoxydul durch das Filter gehen; am beſten überzeugt man ſich davon, indem man das Filtrat einige Zeit ſtehen läßt und dann umſchwenkt, durch welche Manipulation der Kupferoxydul⸗Niederſchlag ſich in der Mitte ſammelt. Iſt das Filtrat noch blau oder grünlich, ſo iſt ſelbſtverſtändlich noch Kupfer in Löſung und es bedarf keiner Prüfung. Iſt das Filtrat dagegen gelb, ſo muß es auf Kupfer geprüft werden. Dies geſchieht, indem man das Filtrat mit Eſſigſäure anſäuert und mit friſch bereiteter Ferrocyankaliumlöſung verſetzt. Dunkle Rot⸗ färbung zeigt eine größere Menge, Roſafärbung nur Spuren von Kupfer an; das Ausbleiben deutet auf eine vollſtändige Reduktion des Kupfers und damit auf einen Überſchuß der Zuckerlöſung hin. Um den Punkt zu finden, bei welchem die Zuckerlöſung eben hinreicht, um ſämtliches Kupfer auszufällen, muß nun mit der Titration ſo lange fortgefahren werden, bis von 2 aufeinander folgenden Titrationen die eine eben noch eine Spur Kupfer anzeigt, während die darauffolgende, mit einer um 0,1 com vermehrten Menge Zuckerlöſung ausgeführte Titration eine vollſtändige Reduktion ergiebt. Die wahre, 50 ccm Fehlingſche Löſung genau reduzierende Menge der Zuckerlöſung liegt mitten zwiſchen den zwei Reſultaten. Die in der angewendeten Anzahl Kubikcentimeter der Zuckerlöſung enthaltene Menge der betreffenden Zuckerart berechnet ſich leicht aus den von Soxhlet für die verſchie⸗ denen Zuckerarten gefundenen Reduktionsverhältniſſen, wonach in ca. 1 prozent. Löſungen 50 cem Fehlingſche Löſung entſprechen: = 0,2375 g Traubenzucker, = 0,2470„Invertzucker. —— 4. Beſtimmung der ſtickſtofffreien Extraktſtoffe bezw. der Kohlenhydrate. 11 = 0,2572 g Lävuloſe, = 0,3890„Maltoſe, = 0,3380„kryſtalliſiertem Milchzucker. Bei gefärbten Flüſſigkeiten läßt ſich im Filtrat der Eintritt der Reaktion mit Ferrocyankalium ſchlecht oder nicht erkennen. Soxhlet hat dafür folgendes Verfahren angegeben. Das Filtrat wird mit einigen Tropfen Zuckerlöſung verſetzt, etwa 1 Minute lang gekocht und dann 3—4 Minuten ſtehen gelaſſen. Gießt man vorſſichtig ab, ſo iſt ein Niederſchlag entweder ſofort oder dann zu erkennen, wenn man mit einem um einen Glasſtab gewickelten Stück Filtrierpapier über den Boden wiſcht, welches durch am Boden haftende Spuren Kupferoxydul rot ge⸗ färbt wird. Bei der gewichtsanalytiſchen Be⸗ ſtimmung erhitzt man die Fehlingſche Löſung in einer Porzellanſchale oder einem Becher⸗ glaſe zum Kochen, fügt darauf die beſtimmte Menge der Zuckerlöſung zu, und kocht ſo lange weiter, wie für die betreffende Zuckerart vor⸗ geſchrieben iſt; darauf wird ſofort filtriert. Zum Filtrieren bedient man ſich des Soxhlet⸗ ſchen Asbeſtfilterröhrchens(Fig. 4). Dieſes ſtellt man ſich her, indem man ein etwa 10 cm. langes Stück Verbrennungsrohr an dem einen Ende etwa zur halben Stärke auszieht. In den Hals bringt man dann einen kurzen Pfropfen von Glaswolle und darauf weichen, mit Natronlauge und Salpeterſäure be⸗ handelten, gut ausgewaſchenen Asbeſt. Dieſer darf weder zu locker noch zu feſt angedrückt ſein, da im erſteren Falle Kupferoxydul mit durchgeriſſen wird, im anderen Falle das Filter zu langſam filtriert. Der mit heißem Waſſer ausgewaſchene Asbeſt wird mit Alkohol und dann mit Ather nach⸗ gewaſchen und zum Schluß das Röhrchen ſamt Asbeſt unter Durchſaugen von Luft ausgeglüht. Es iſt damit für den Gebrauch dis4, Borrnihtun für fertig und wird nach jedesmaliger Benutzung 3 dadurch wieder gebrauchsfähig gemacht, daß man es mit Salpeterſäure, dann mit heißem Waſſer, Alkohol und Ather auswäſcht und wieder trocknet. Das ausgeglühte und im Exſikkator erkaltete Röhrchen wird vor jedesmaligem Gebrauch gewogen. Beim Filtrieren ſetzt man mittelſt eines Korkes ein Trichterchen auf, giebt vorerſt etwas heißes Waſſer auf das Asbeſtfilter und dann die Fehlingſche Löſung mit dem Kupferoxydul. Die letzten Reſte des⸗ ſelben werden mit einem Federchen von der Gefäßwandung gelöſt und 12 Allgemeine Unterſuchungsmethoden. mit heißem Waſſer nachgeſpült, mehrere Male mit heißem Waſſer nachgewaſchen, darauf mit Alkohol und zuletzt mit Ather die größte Menge des Waſſers entfernt. Nach vollſtändigem Trocknen verbindet man das Röhrchen ſo mit einem Waſſerſtoff⸗Entwickelungs⸗Apparat, daß das getrocknete Waſſerſtoffgas durch ein am oberen Ende des Filterröhrens mittelſt eines gut ſchließenden Korkes aufſitzendes engeres Röhrchen eintritt und durch das ſchräg nach abwärts geneigte Filter⸗ röhrchen hindurchgeht. Nach einiger Zeit, wenn die Luft ausgetrieben, erhitzt man den Asbeſtpfropfen mäßig, worauf die Reduktion des Kupfer⸗ oxyduls zu metalliſchem Kupfer ſtattfindet. Sind die bei der Reduktion auftretenden Waſſertropfen verdampft und iſt ſämtliches Kupfer mattrot, ſo läßt man im Waſſerſtoffſtrome erkalten und wägt dann ſogleich. Die Gewichtszunahme ergiebt die Menge des Kupfers; die dieſem ent⸗ ſprechende Menge der betreffenden Zuckerart findet man in den Tabellen für dieſelben angegeben. bb) Eine andere Portion der Löſung(etwa 50 cem) wird mit 1—2 cem einer verdünnten Schwefelſäure(1 T. H.SO, auf 5 T. Waſſer) verſetzt, hierauf 2—3 Stunden lang auf dem Waſſerbade erhitzt, alsdann mit 10 cem Bleieſſig verſetzt und ebenfalls mit der Fehlingſchen Kupferlöſung geprüft. Die Differenz im Zuckergehalt von(aa) und (bb) ergiebt die Menge des Rohrzuckers, wenn man jene Differenz mit 0,95 multipliziert. Sind keine ſonſtigen optiſch aktiven Verbindungen in der Löſung vorhanden, ſo kann der Rohrzucker auch durch Polari⸗ ſation“) beſtimmt werden. Der Rückſtand von der Behandlung mit Weingeiſt wird bei 100° getrocknet, ſodann gewogen und eingeäſchert. Nach Abzug der Aſche und der ſchon früher ihrer Menge nach ermittelten Proteinſtoffe, wird der Reſt als gummiartige Subſtanz im Gemenge mit Pflanzenſäuren ꝛc. anzuſehen ſein. Inwiefern dieſes Gemenge eine noch weitere Abſcheidung oder Charakteriſierung der einzelnen ſtick⸗ ſtofffreien organiſchen Beſtandteile zuläßt, kann hier nicht weiter er⸗ örtert werden. b) Beſtimmung der Stärke. Als Stärke bezeichnen wir die⸗ jenigen Kohlenhydrate, welche in kaltem Waſſer unlöslich ſind, aber durch Diaſtaſe oder überhitzten Waſſerdampf löslich gemacht werden und nach der Inverſion Fehlingſche Löſung reduzieren. Da das Um⸗ wandelungsprodukt der Stärke Dextroſe iſt, wird der Reduktionswert der Zuckerlöſung nach Fr. Soxhlet oder F. Allihn ermittelt und auf Dextroſe berechnet, deren Menge mit 0,9 multipliziert die vor⸗ handene Stärkemenge ergiebt. Unter den vorgeſchlagenen Methoden ſind erwähnenswert: Die Methode von M. Maercker und A. Morgen: 3 g der zur Analyſe vorbereiteten, ſehr fein gepulverten Subſtanz werden mit 50 cem Waſſer in einem kleinen cylindriſchen, etwa 100 ccm ¹) Vergl. J. König: Die Unterſuchung landwirtſch. u. gewerbl. wichtiger Stoffe. Berlin, Verlagsbuchhandlung Paul Parey 1898. 2. Aufl. S. 215. ——=— —— —— =— 1 4. Beſtimmung der ſtickſtofffreien Extraktſtoffe bezw. der Kohlenhydrate. 13 faſſenden Metallgefäß 20 Minuten durch Einſtellen in kochendes Waſſer verkleiſtert, ſodann auf 70° abgekühlt, mit 5 ccm Malzextrakt(100 g Grünmalz auf 500 ccm Waſſer) verſetzt und 20 Minuten zur Ver⸗ flüſſigung des Stärkemehls in einem Waſſerbade bei 700 gehalten. Alsdann fügt man 5 cem einer 1 prozent. Weinſäure hinzu(die Flüſſigkeit enthält alsdann etwa 0,1% Weinſäure), bringt das mit einem Metallſchälchen zugedeckte Gefäß in einen Soxhletſchen Dampf⸗ topf und erhitzt ½ Stunde auf 3 Atmoſphären. Nach dem Erkalten und Offnen des Waſſertopfes ſenkt man das Gefäß wieder in das 70 warme Waſſerbad und verſetzt den Inhalt mit 5 ccm Malzextrakt; nach 20 Minuten iſt nunmehr alles Stärkemehl mit Sicherheit gelöſt. Man ſpült den Inhalt des Metallgefäßes in einen 250 ccm⸗Kolben, filtriert nach etwa ½¼ Stunde ab und invertiert 200 ccm hiervon mit 15 ccm Salzſäure von genau 1,125 ſpezifiſchem Gewicht durch Erhitzen im Waſſerbade. Nach dreiſtündigem Kochen iſt dieſe Operation beendet; man bringt die invertierte Flüſſigkeit in eine 500 ccm⸗Flaſche, neutra⸗ liſiert die Salzſäure mit Kali- oder Natronlauge, füllt bis zur Marke auf und verwendet von dieſer Löſung 50 ccm zur Reduktion der Fehlingſchen Löſung. Dieſe 50 cem entſprechen 0,24 g Subſtanz; natürlich iſt der den zugeſetzten 10 ccm Malzauszug entſprechende Dextroſewert zu berückſichtigen. Zur Beſtimmung des Dextroſewertes im Malzauszug werden 50 cem desſelben mit 150 ccm Waſſer und 15 ccm Salzſäure inver⸗ tiert, dann neutraliſiert, auf 250 ccm gebracht und hiervon 50 ccm = 10 ccm urſprünglichem Malzauszug zur Reduktion verwendet. Bei Verwendung von 10 ccm Malzauszug ſind in 50 cem der inver⸗ tierten Löſung von der Stärkemehlbeſtimmung(in 3 g Subſtanz) 0,8 ccm Malzauszug enthalten, deren Dextroſewert in Abzug zu bringen iſt. Die Methode der Verzuckerung der Stärke durch Dia⸗ ſtaſe umgeht das Erhitzen im Dampftopf. In der zu unterſuchenden Subſtanzmenge darf der Stärkegehalt nicht über 2 g betragen. Die feingemahlene Subſtanz wird in einer Reibſchale mit lauwarmem Waſſer angerieben, damit ſich keine Klümp⸗ chen bilden, darauf das Ganze mit ſoviel Waſſer, daß die Geſamt⸗ menge desſelben etwa 100 cem beträgt, in einen 200 ccm⸗Kolben geſpült. Durch Erwärmen im Waſſerbade wird die Stärke verkleiſtert; nach der Abkühlung auf 50— 600 giebt man 15 Tropfen einer Dia⸗ ſtaſelöſung(Löſungen Nr. 12 am Schluß) hinzu. Darauf wird 2 Stunden auf 50— 60° erwärmt, auf 200 cem aufgefüllt und filtriert. 100 cem des Filtrates werden darauf mit 10 ccm Salzſäure vom ſpezifiſchen Gewichte 1,125 3 Stunden lang im kochenden Waſſerbade erhitzt, das Ganze mit Natronlauge bis zur ſchwach ſauren Reaktion neutraliſiert und auf 250 cem aufgefüllt. In 25 cem dieſer Löſung wird die Dextroſe wie oben angegeben beſtimmt. Der Zuckergehalt der Diaſtaſelöſung iſt ſehr gering und kann vernachläſſigt werden. Dieſe Methode iſt weniger empfehlenswert, wie die erſtere und —— 14 Allgemeine Unterſuchungsmethoden. muß man ſich bei der Anwendung davon überzeugen, daß in dem aus⸗ gewaſchenen Rückſtande der Filtration unter dem Mikroſkop durch Jod keine ungelöſte Stärke mehr nachweisbar iſt. 5. Beſtimmung der Rohfaſer. Unter Rohfaſer oder Holzfajer verſteht man den Reſt an orga⸗ niſcher Subſtanz, welcher verbleibt, wenn man 3; der feingepulverten Subſtanz— bei fettreichen Stoffen nach dem Entfetten— nach einander je ½ Stunde mit 1 ½ prozent. Schwefelſäure und 1 ¼ prozent. Kalilauge kocht. Man verfährt zweckmäßig nach folgender Vorſchrift: 3 g Subſtanz werden in einer Porzellanſchale, welche bis zu einer im Innern angebrachten kreisförmigen Marke 200 cem Flüſſig⸗ keit faßt, mit 200 ccm 1 ⅛ prozent. Schwefelſäure(von einer Löſung, welche 50 g konzentrierter Schwefelſäure im Liter enthält, nimmt man 50 cem und ſetzt 150 ccm Waſſer hinzu) genau ½ Stunde unter Erſatz des verdampfenden Waſſers gekocht, darauf ſofort durch ein dünnes Asbeſtfilter filtriert und mit heißem Waſſer hinreichend aus⸗ gewaſchen. Darauf ſpült man das Filter mit ſeinem Inhalt in die Schale zurück, giebt 50 ccm Kalilauge hinzu, welche 50 g Kalihydrat im Liter enthält, füllt bis zur Marke der Schale auf, kocht wiederum genau ½ Stunde unter Erſatz des verdampfenden Waſſers, filtriert durch ein neues Asbeſtfilter und wäſcht mit einer reichlichen Menge kochenden Waſſers und darauf nach Entfernung des Filtrats aus der Saugflaſche und nach Abkühlung der Flaſche je 2—3mal mit Alkohol und Ather nach. Das alsdann ſehr bald lufttrockene Filter nebſt Inhalt bringt man verluſtlos in eine ausgeglühte Platinſchale und trocknet 1 Stunde bei 100— 105⁰ C. Nach dem Erkalten im Exſikkator wird die Schale gewogen, darauf kräftig geglüht, bis kein Aufleuchten von verbrennenden Rohfaſerteilchen mehr ſtattfindet, dann im Exſikkator wieder erkalten gelaſſen und ſchnell gewogen. Die Differenz zwiſchen der erſten und zweiten Wägung ergiebt die Menge der in 3 g Subſtanz vorhandenen Rohfaſer. 6. Beſtimmung der Aſche(Mineralſtoffe). 5— 10 g Subſtanz werden in einer ausgeglühten und darauf ge⸗ wogenen Platinſchale zunächſt mit kleiner Flamme veraſcht, dann die Aſche mit heißem Waſſer ausgelaugt, die Löſung durch ein Filter von bekanntem Aſchengehalt filtriert, der Rückſtand mit wenig Waſſer aus⸗ gewaſchen, getrocknet und vollſtändig veraſcht. Nach dem Erkalten wird das obige Filtrat zu dem Rückſtand hinzugefügt, darauf etwas Ammoniumkarbonat zugeſetzt, auf dem Waſſerbade zur Trockne ver⸗ dampft, ſchwach geglüht und nach dem Erkalten gewogen. Man er⸗ hält ſo die Rohaſche. Dieſelbe wird in 10 prozent. Salzſäure gelöſt. Der bei der Filtration verbleibende Rückſtand wird ½ Stunde mit N 6. Beſtimmung der Aſche(Mineralſtoffe). 15 einer kalt geſättigten Löſung von Natriumkarbonat unter Zuſatz von etwas Natronlauge in einer Platinſchale gekocht; dabei geht die Kieſel⸗ ſäure in Löſung, während der Sand zurückbleibt. Durch Anſäuern mit Salzſäure, Eindampfen der filtrierten Löſung und Wägen des Rückſtandes erhält man die lösliche Kieſelſäure, durch Glühen und Wägen des Rückſtandes den Sand. Die Differenz von Rohaſche und Sand giebt uns die Reinaſche. Zur Beſtimmung der einzelnen Mineralſtoffe verwendet man die durch Kochen der Rohaſche in Salzſäure erhaltene Löſung. a) Eiſenoxyd und Thonerde. Die Löſung wird durch Zuſatz von kohlenſaurem Natron annähernd neutraliſiert, bis eine ſchwache Trübung entſteht, dann macht man die Löſung durch einige Tropfen Salzſäure wieder klar, erhitzt zum Kochen, fügt einen Überſchuß von eſſigſaurem Natron hinzu und ſetzt das Kochen eine Zeitlang fort, bis ſich die ganze Menge des Eiſenoxydes und der Thonerde als baſiſch eſſigſaure Salze bezw. Phosphate abgeſchieden hat. Der Niederſchlag wird filtriert, zur vollſtändigen Abſcheidung des Eiſen⸗ oxydes und der Thonerde wieder in Salzſäure gelöſt und von neuem mit eſſigſaurem Natron gefällt, darauf filtriert und mit heißem Waſſer gut ausgewaſchen; die Filtrate und Waſchwäſſer der erſten und zweiten Fällung werden vereinigt. Der Niederſchlag wird noch feucht in ver⸗ dünnter Schwefelſäure gelöſt und die Löſung in zwei Teile geteilt. Die eine Hälfte wird mit Ammoniak gefällt, der Niederſchlag ab⸗ filtriert und ausgewaſchen und als Eiſenoxyd und Thonerde bezw. als Phosphat dieſer Oxyde gewogen. Die zweite Hälfte bringt man in einen Glaskolben, leitet einige Zeit Kohlenſäure über die Flüſſigkeit, um die Luft zu verdrängen, reduziert das Eiſenoxyd mit chemiſch reinem Zink zu Eiſenoxydul und titriert letzteres nach dem Erkalten der Flüſſigkeit mit 11⸗Normal⸗Chamäleonlöſung. Bringt man die ſich aus dem Verbrauch an Chamäleonlöſung be⸗ rechnende Menge Eiſenoxyd und die Menge der anderweitig be⸗ ſtimmten Phosphorſäure von dem Ammoniäakniederſchlag in Abzug, ſo verbleibt als Reſt die Thonerde. b) Mangan. In der von dem Eiſen⸗Thonerde⸗Niederſchlag(a) abfiltrierten ſchwach eſſigſauren Flüſſigkeit wird, nachdem dieſelbe etwas, aber nicht zu ſtark konzentriert worden iſt, das etwa vorhandene Mangan ermittelt, durch gelindes Erwärmen unter Zuſatz von unter⸗ chlorigſaurem Natrium oder indem man Chlorgas durch die auf 60— 700 erhitzte Flüſſigkeit bis zur Sättigung derſelben hindurchleitet. Die Flüſſigkeit darf hierbei keine Spur von Ammonſalz enthalten (Chlorſtickſtoff!). Wendet man unterchlorigſaures Natrium oder auch eine Auflöſung von Brom in Natronlauge an, ſo iſt zu beachten, daß eine Neutraliſation der Säure ſtattfinden kann, alſo oftmals ein weiterer Zu⸗ ſatz von Eſſigſäure nötig iſt. Das Mangan wird durch Chlor ꝛc. als voluminöſes, braun⸗ ſchwarzes Superoxyd ausgeſchieden; man filtriert dasſelbe ab, wäſcht 9 gut aus, löſt es nach dem Trocknen möglichſt vollſtändig von dem 16 Allgemeine Unterſuchungsmethoden. Filter ab, verbrennt das letztere und behandelt das Ganze mit Salz⸗ ſäure. Die ſo dargeſtellte Löſung wird, nachdem die Salzſäure großenteils verdampft worden iſt, mit Waſſer verdünnt und mit kohlenſaurem Ammon ſchwach überſättigt, ſooann 12 Stunden lang an einem warmen Orte ſtehen gelaſſen, hierauf das ausgefällte kohlenſaure Mangan abfiltriert, mit heißem Waſſer ausgewaſchen, nach dem Ver⸗ brennen des Filters bis zum konſtanten Gewicht des Rückſtandes ge⸗ glüht und dieſer als Manganoxyduloxyd in Rechnung gebracht. Bei Anwendung von kohlenſaurem Natrium anſtatt des kohlenſauren Ammons muß man Filtrat und Waſchflüſſigkeit zur Trockne eindampfen, den Rückſtand mit Waſſer aufnehmen und die hierbei ungelöſt bleibenden Flocken von Manganoxyd auf einem beſonderen Filter ſammeln, aus⸗ waſchen und mit dem Hauptniederſchlag glühen; die geglühte Maſſe iſt dann noch mit ſiedendem Waſſer wiederholt auszuziehen, auf einem kleinen Fülter auszuwaſchen und wiederum zu glühen, bis das Gewicht konſtant elbt. c) Kalk. Die von dem Manganſuperoxyd abfiltrierte Flüſſigkeit erhitzt man bis zum Sieden, neutraliſiert mit Ammoniak und fällt den Kalk mit oxalſaurem Ammon in der Siedehitze, läßt 12 Stunden ſtehen, filtriert und wäſcht mit heißem Waſſer aus. Der Kalk kann beſtimmt werden als: ⁴) kohlenſaures Calciumoxyd(Ca COs), indem man das oxalſaure Calciumoxyd über einem gewöhnlichen Bunſenbrenner ver⸗ brennt. Das ſo gebildete Calciumcarbonat verliert beim ſchwachen Glühen keine Kohlenſäure. Zur Sicherheit wird dasſelbe jedoch mit kohlenſaurem Ammon behandelt, indem man kleine Stückchen davon in den Tiegel wirft und bei aufgelegtem Deckel erhitzt, bis das Gewicht des kohlenſauren Calciumoxyds nach wiederholter Operation unver⸗ ändert bleibt. 6) ſchwefelſaures Calciumoxyd(Ca SO3), indem man zweck⸗ mäßig ſchon zu dem Calciumoxalat die Schwefelſäure zuſetzt, darauf nach dem Verbrennen des Filters den Rückſtand glüht, nochmals etwas Schwefelſäure zuſetzt und abermals glüht. Man erhält auch das Cal⸗ ciumſulfat, wenn man das Calciumcarbonat mit Ammoniumſulfat erhitzt. y) Calciumoxyd(Ca O), indem man das Calciumoxalat im bedeckten Tiegel auf dem Gebläſe bis zum konſtanten Gewicht glüht. Wenn neben dem Kalk ziemlich viel Magneſia vorhanden iſt, ſo muß man das Calciumoxalat auf dem Filter in Salzſäure löſen und aus dieſer Löſung unter Zuſatz von etwas oxalſaurem Ammon durch Überſättigen mit Ammoniak nochmals fällen; die Filtrate von beiden Fällungen werden ſodann mit einander vereinigt und dienen zur Be⸗ ſtimmung der d) Magneſia. Nach dem Eindampfen der Filtrate wird in der erkalteten Löſung die Magneſia mit phosphorſaurem Natron gefällt; durch Umrühren beſchleunigt man die Fällung. Darauf ſetzt man noch ½ des Volumens Ammoniak von 0,96 ſpezifiſchem Gewicht hinzu und läßt 12 Stunden an einem kühlen Orte ſtehen; ſodann wird filtriert, mit ammoniakhaltigem Waſſer(1 Teil Ammoniak von 0,96 ſpezifiſchem 6. Beſtimmung der Aſche(Mineralſtoffe). 17 Gewicht und 3 Teile Waſſer) ausgewaſchen, getrocknet, erſt über ge⸗ wöhnlicher Flamme das Filter weiß gebrannt, dann 5 Minuten im Gebläſe geglüht und als Magneſiumpyrophosphat(Mg. P, O:) gewogen. e) Phosphorſäure. Zur Beſtimmung der Phosphorſäure wird die urſprüngliche ſalzſaure Löſung eingedampft, der Rückſtand mit Salpeterſäure aufgenommen, wieder eingedampft und die Operation noch zweimal wiederholt;“) ſchließlich wird der Rückſtand mit Salpeter⸗ ſäure aufgenommen und in dieſer Löſung die Phosphorſäure durch Ammonmolybdat gefällt(auf 0,19 g Phosphorſäure nicht unter 50 ccm Molybdänlöſung). Die mit Molybdänlöſung verſetzte Flüſſigkeit wird bei 60— 800 C. 3 Stunden lang im Waſſerbade digeriert und mindeſtens 3 Stunden lang der Abkühlung überlaſſen und darauf filtriert. Den Niederſchlag wäſcht man mittelſt wiederholter Dekantation im Becher⸗ glaſe durch ein kleines Filter mit einer Flüſſigkeit, welche aus 100 Teilen der obigen Molybdänlöſung, 20 Teilen Salpeterſäure von 1,2 ſpezifiſchem Gewicht und 80 Teilen Waſſer hergeſtellt iſt, oder mit einer Ammonitratlöſung(vergl. Löſungen Nr. 7) oder mit verdünnter Salpeterſäure aus, bis die Kalkreaktion vollkommen verſchwunden iſt. ²) Der Trichter mit dem darauf befindlichen geringen Teil des gelben Niederſchlages wird, nachdem das Filter mit einer der obigen Flüſſig⸗ keiten ebenfalls vollſtändig ausgewaſchen worden iſt, alsdann auf das Becherglas, in dem das Ausfällen ſtattfand, gebracht, das Filter mit möglichſt wenig erwärmtem Ammoniakwaſſer(1 Teil Ammoniak und 3 Teile Waſſer) ſo lange behandelt, bis ſich der Niederſchlag voll⸗ kommen gelöſt hat, und dann mit heißem Waſſer genügend(7— 8mal) ausgewaſchen; ſollte hierdurch nicht genügend Ammoniak in das dar⸗ unter befindliche Gefäß zum Löſen des gelben Niederſchlages ge⸗ Kununen ſein, ſo ſetzt man ſo viel hinzu, bis ſich der Niederſchlag eben auflöſt. Wagner durchſticht das den Niederſchlag enthaltende Filter und wäſcht mit ca. 100 ccm 2 ½ prozentigen Ammoniaks aus. In allen Fällen muß die Löſung vollkommen klar ſein. In der ſo hergeſtellten Löſung geſchieht die Fällung der Phos⸗ phorſäure in folgender Weiſe: 1. Methode von Freſenius: Die Löſung wird mit Salzſäure vorſichtig neutraliſiert, ſo daß ſie nicht mehr als 70 cem beträgt; man ſetzt nun 6—8 ccm Ammoniak vom ſpezifiſchen Gewicht 0,925 ¹1) Es darf die ſalzſaure Löſung nicht ammoniakaliſch und darauf ſalpeter⸗ ſauer gemacht werden, da bei der nachfolgenden Erwärmung der mit Molybdän⸗ löſung verſetzten Löſung ſich das Chlorammonium mit der Salpeterſäure zu ſalpeterſaurem Ammon und Salzſäure umſetzt und die Salzſäure bezw. das weiterhin entſtehende Königswaſſer auf den Niederſchlag von phosphor⸗ molybdänſaurem Ammon löſend wirken bezw. die Bildung dieſes Nieder⸗ ſchlages beeinträchtigen. ²) Die Prüfung auf Kalk erfolgt durch Verſetzen von 1 ccm des Waſch⸗ waſſers mit durch ein wenig Schwefelſäure angeſäuerten Alkohol; es darf hierdurch keine Trübung entſtehen. Wolff⸗Haſelhoff, Anleitung. 4. Auflage. 2 18 Allgemeine Unterſuchungsmethoden. hinzu, alsdann nach dem Abkühlen tropfenweiſe unter ſtetem Umrühren 20 com Magneſiamixtur und ſchließlich noch ſo viel unverdünntes Ammoniak, daß die Menge der im ganzen zugeſetzten Ammoniakflüſſig⸗ keit(inkl. der zuerſt zugeſetzten) etwa ¼ der Flüſſigkeit beträgt, alſo gewöhnlich etwa 20 ccm.. 2. Methode von Maercker: Die warme ammoniakaliſche Löſung wird möglichſt ſcharf mit Salzſäure neutraliſiert, abgekühlt, ſofort tropfenweiſe mit 20 com Hallenſer Magneſiamixtur(mit einem höheren Ammoniak⸗ und Chlorammonium⸗Gehalt) ausgefällt und mit 25 ccm 5prozent. Ammoniakflüſſigkeit verſetzt. 3. Methode von Wagner: Die ammoniakaliſche Löſung wird nach dem Abkühlen tropfenweiſe unter ſtetem Umrühren mit 15 com Magneſiamixtur verſetzt. In allen Fällen kann der Niederſchlag nach 4ſtündigem Stehen — Freſenius verlangt 12, Maercker 2 und Wagner 1—2 Stunden— abfiltriert werden; derſelbe wird dann mit 2 ½ prozent. Ammoniakflüſſigkeit bis zum Verſchwinden der Chlorreaktiou ausge⸗ waſchen, der Niederſchlag kurze Zeit an der Luft oder im Trocken⸗ ſchrank ſchwach getrocknet oder auch direkt in einen Platintiegel ge⸗ bracht, indem man das Filter oben zuſammenfaltet und umgekehrt mit der Spitze nach oben in den Tiegel legt. Man erwärmt anfänglich bei bedecktem Tiegel mit kleiner, etwas abſtehender Flamme, nach Verjagen der Feuchtigkeit unter Schieflegen des Tiegels(etwa 10 Minuten) ſtärker, bis das Filter verkohlt iſt und darauf 5 Minuten im Gebläſe oder auch in einer geeigneten Glühlampe. Vielfach wird jetzt vorgezogen, den Niederſchlag direkt durch einen durchlöcherteu, mit ausgeglühtem Asbeſtfilter verſehenen Gooch⸗ ſchen Platintiegel zu filtrieren, darin weiter zu behandeln und zu lühen. glüh Gewiſſe Ammonſalze, beſonders oxalſaures und citronenſaures Ammon, ſowie organiſche Stoffe beeinträchtigen die Fällung der Phosphorſäure mit Molybdänlöſung; freie Citronenſäure wirkt nicht ſtörend. Ammoniumnitrat begünſtigt die Fällung und wirkt dem ſtörenden Ein⸗ fluß des Ammoniumcitrates entgegen. Ein allmähliches Zufügen der Magneſiamixtur iſt unter allen Um⸗ ſtänden geboten, auch dann, wenn man die ammoniakaliſche Löſung des Molybdänniederſchlages zuvor durch Salzſäurezuſatz annähernd neutrali⸗ iert hat. Na H. Neubauer können je nach der Modifikation der Molybdän⸗ methode beim Glühen der pyrophosphorſauren Magneſia Verluſte entſtehen. Bei der Beſtimmung der Phosphorſäure kann man die Molyb⸗ dänfällung dadurch umgehen, daß man zu der ſalz⸗, ſalpeter⸗ oder ſchwefelſauren Löſung(mit 0,1— 0,2 g Phosphorſäure) direkt 100 ccm eines Gemiſches von Citronenſäurelöſung und Ammoniak, welches 1100 g reine Citronenſäure und 4000 g 24 prozent. Ammoniak in 10 1 enthält, hinzufügt, nach kurzem Abkühlen mit Magneſiamixtur fällt und den Niederſchlag nach ½ſtündigem Ausrühren filtriert. ————— —— 2=— rihte V ünntz lüſie k. Alo— 4. Löjun ſoje öhern cen lan lu⸗ fung d ratri⸗ ponnbdir⸗ ntiehen. Nabt⸗ cer⸗ Oder 100 cen wllces wuik in firmitm nert 4 6. Beſtimmung der Aſche(Mineralſtoffe). 19 f) Schwefelſäure. Zur Beſtimmung der Schwefelſäure macht man die urſprüngliche ſalzſaure Löſung ammoniakaliſch, ſodann wieder ſalzſauer(Anweſenheit von Chlorammonium begünſtigt das raſche Ab⸗ ſetzen des Baryumſulfates), erhitzt zum Sieden und fällt die Schwefel⸗ ſäure mit heißer Chlorbaryumlöſung, erhält noch einige Zeit im Kochen und läßt 12—24 Stunden in der Wärme ſtehen, wäſcht anfangs mit warmem ſalzſäurehaltigem Waſſer, dann mit warmem deſtillierten Waſſer gut aus, trocknet, glüht und wägt. Die Flüſſigkeit, aus welcher die Schwefelſäure ausgefällt wird, darf nur wenig freie Salzſäure enthalten. Das ſchwefelſaure Baryum(das Filter iſt für ſich zu verbrennen) wird nach dem Glühen mit Salpeterſäure an⸗ gefeuchtet und nach dem Verdunſten derſelben nochmals geglüht. Der Rück⸗ ſtand darf nicht alkaliſch reagieren; iſt dieſes der Fall, ſo wird er mit ver⸗ dünnter Salzſäure digeriert, der ſalzſaure Extrakt faſt bis zur Trockne ein⸗ gedampft und werden daraus nach Zuſatz von Waſſer noch kleine Mengen von ſchwefelſaurem Baryum abgeſchieden. g) Alkalien. Zur Beſtimmung der Alkalien wird die von dem Baryumſulfat abfiltrierte Flüſſigkeit unter Erwärmen mit Ammo⸗ niak und kohlenſaurem Ammon gefällt, längere Zeit digeriert, filtriert und der Niederſchlag mit heißem Waſſer bis zum Verſchwinden der Chlorreaktion ausgewaſchen. Das Filtrat wird in einer glaſierten Porzellanſchale auf dem Waſſerbade zur Trockne eingedampft; die trocknen Ammonſalze werden mit Hilfe eines Platinſpatels in eine Platinſchale gebracht und über freier Flamme vorſichtig verjagt. Nach dem Erkalten der Platinſchale ſpült man die noch in der Porzellanſchale verbliebenen Reſte mit heißem Waſſer in die Platinſchale hinein, ſetzt etwas Oxalſäure zu, verdampft auf dem Waſſerbade zur Trockne und glüht den Rückſtand vorſichtig und anhaltend, um die überſchüſſige freie Oxalſäure zu ver⸗ jagen und die oxalſauren Salze in Karbonate überzuführen. Der Glührückſtand wird mit heißem Waſſer aufgenommen, filtriert, aus⸗ gewaſchen, das Filtrat nochmals mit Oxalſäure in einer Platinſchale eingedampft, der Rückſtand wieder geglüht und darauf mit heißem Waſſer aufgenommen, filtriert und ausgewaſchen. Auf dieſe Weiſe werden Magneſia, ſowie noch etwa vorhandene Mengen Kalk, Baryt, Mangan, Thonerde ꝛc. von den Alkalien getrennt. Iſt eine hinreichend große Platinſchale vorhanden, ſo wird die ganze Operation zweckmäßig in dieſer Schale vorgenommen. Das Filtrat wird nach dem Anſäuern mit wenig Salzſäure in einer geglühten und gewogenen Platinſchale zur Trockne verdampft, der Rückſtand ſchwach geglüht und als Geſamt⸗ Chloralkalien gewogen. Anſtatt der freien Oxalſäure wendet man zweckmäßig auch oxalſaures Ammon an, indem man den geglühten Rückſtand mit wenig Waſſer über⸗ gießt, das Salz im gepulverten Zuſtande hinzufügt, erhitzt und zuletzt ſchwach glüht.— Selbſtverſtändlich muß die Oxalſäure chemiſch rein ſein; zu dieſem Zweck läßt man die heiß geſättigte wäſſerige Löſung der im Handel vor⸗ kommenden Säure unter fortwährendem Umrühren erkalten und das ſo er⸗ haltene feinkörnige Kryſtallpulver zwiſchen Fließpapier ſchnell abtrocknen. 2* 20 Allgemeine Unterſuchungsmethoden. Noch ſicherer wird nach Stolba jede Spur von Alkali entfernt, wenn man die Oxalſäure in 10— 15 prozent. ſiedender Salzſäure löſt, die Flüſſigkeit unter Umrühren erkalten läßt, die ausgeſchiedenen kleinen Kryſtalle mit wenig Waſſer auswäſcht und aus reinem Waſſer umkryſtalliſiert. Die Chloralkalien werden in Waſſer gelöſt und dieſe Löſung filtriert, wenn ſie trübe iſt; darauf wird genügend Platinchlorid zu⸗ geſetzt, im Waſſerbade bis zur Sirupkonſiſtenz verdampft, der Rück⸗ ſtand mit Alkohol übergoſſen und die alkoholiſche Flüſſigkeit, welche intenſiv gelb gefärbt ſein muß, mit einem Tropfen Platinlöſung ge⸗ prüft, ob noch eine weitere Ausſcheidung erfolgt; hierauf wird nach längerem Stehen der Niederſchlag auf einem bei 130° C. getrockneten gewogenen Filter geſammelt, mit Alkohol ausgewaſchen, nach dem Trocknen bei 130° C. das Kaliumplatinchlorid gewogen und daraus das Chlorkalium und Kali berechnet. Sehr zweckmäßig kann man durch den Goochſchen Tiegel filtrieren; das Kaliumplatinchlorid wird nach dem erſten Wägen geglüht, das Chlorkalium ausgewaſchen und durch Zurückwägen des Platins die erſte Beſtimmungsweiſe kontrolliert. Das Natron findet man aus der Gewichtsdifferenz zwiſchen dem direkt beſtimmten Chlorkalium und der Geſamtmenge der Chloralkalien. h) Chlor. Man beſtimmt das Chlor in der ſalpeterſauren Löſung der Aſche durch Fällung mit Silbernitrat. Dabei wird die kochendheiße Löſung fortwährend und ſo lange mit einem Glasſtabe umgerührt, bis der Niederſchlag ſich zuſammenballt und die Flüſſigkeit ſich vollſtändig klärt. Das ſo erhaltene Chlorſilber muß ſofort und raſch abfiltriert, mit heißem Waſſer ausgewaſchen und im Dunkeln bei 100 C. getrocknet werden. Man trennt ſodann ſo gut als möglich das Chlorſilber vom Filter und verbrennt letzteres für ſich in einem ausgeglühten und gewogenen Porzellantiegel. Da durch die Filterkohle die am Filter noch haften gebliebenen Teile zum Teil zu Silber reduziert worden ſind, ſo durchtränkt man die Filteraſche mit einem Tropfen Salpeterſäure, erwärmt etwas, um das Silber zu löſen und fügt dann einen Tropfen Salzſäure hinzu. Nachdem man durch vorſichtiges Erwärmen die überſchüſſige Säure verjagt hat, giebt man auch die Hauptmenge des Chlorſilbers in den Porzellantiegel und glüht nun ſo ſtark, bis das Chlorſilber zu einem Regulus zu⸗ ſammenſchmilzt. Man läßt den Tiegel im Exſikkator erkalten und wägt das Chlorſilber. A. Unterſuchung der Mineralböden. 21 Ackererde und Bodenarten. Man unterſcheidet im weſentlichen je nach ihrer Entſtehungs⸗ weiſe und Beſchaffenheit 2 Gruppen von Böden, die Mineralböden und die Moorböden. Auch bei der Unterſuchung dieſer Böden iſt in verſchiedener Weiſe zu verfahren. Jedoch ſollte in beiden Fällen einheitlich nach vereinbarten Methoden gearbeitet werden, denn nur ſo können die gewonnenen Reſultate unter ſich vergleichbar ſein und für die wiſſen⸗ ſchaftliche Bodenkunde, wie für die Praxis des Ackerbaues einen bleibenden Wert erlangen. Im nachfolgenden werden deshalb auch die vom Verbande landwirtſchaftlicher Verſuchsſtationen i. D. R. ver⸗ einbarten Methoden zu Grunde gelegt. A. Unterſuchung der Mineralbsden. 1. Probenahme. Die Aufnahme der Bodenproben geſchieht je nach der Größe der Fläche(eine möglichſt gleichmäßige Bodenbeſchaffenheit vorausgeſetzt) an 3, 5, 9, 12 oder mehr verſchiedenen, in gleicher Entfernung von⸗ einander gelegenen Stellen. Die Proben werden durch ſenkrechten, gleichtiefen Abſtich bis zur Pflugtiefe genommen, für etwaige Unter⸗ ſuchung des Untergrundes bis zu 60 bezw. 90 cm Tiefe. Die Einzel⸗ proben werden entweder getrennt unterſucht, oder wenn es ſich um Feſtſtellung eines Durchſchnittswertes handelt, ſorgfältig gemiſcht, und voß der Miſchung ein geeignetes Quantum zur Unterſuchung ver⸗ wendet. Sehr zweckmäßig iſt für die Probenahme ſtatt des Spatens der Schnecken⸗ oder amerikaniſche Tellerbohrer, der nach jedes⸗ maligem Einbohren auf 20 cm herausgehoben und entleert wird. Behufs einer vollſtändigen ÜUnterſuchung müſſen wenigſtens 4 bis 5 kg des Bodens zur Verfügung ſtehen. Die Maſſe läßt man an der Luft austrocknen(d. h. im Sommer bei gewöhnlicher Temperatur, zur Zeit des Winters in einer geheizten Stube oder in einem mäßig warmen Trockenſchrank bei 30— 40° C., ſtets gegen Staub ꝛc. geſchützt). Es ſind möglichſt ſorgfältige Notizen zu ſammeln a) über den geognoſtiſchen Urſprung des Bodens; b) die Tiefe der Ackerkrume und über den Zuſtand des zunächſt unter der Ackerkrume liegenden Untergrundes, ſowie über die Be⸗ ſchaffenheit der tieferen Schichten, wenigſtens bis zu einer Tiefe von 1— 2 m(Profil oder Querdurchſchnitt der Ackerkrume und des Unter⸗ grundes); c) die klimatiſchen Verhältniſſe,— nach allgemeiner Erfahrung, wenn nicht ſorgfältige und langjährige Beobachtungen vorliegen,— namentlich auch die Höhe des Feldes über dem Meeresſpiegel; 22 Ackererde und Bodenarten. d) die Art der Beſtellung und Fruchtfolge in den vorhergehen⸗ den Jahren; e) die Art und Menge der ſtattgehabten Düngung; f) die in den zunächſt vorausgehenden Jahren wirklich er⸗ zielten Ernteerträge und womöglich auch über die Durchſchnitts⸗ erträge des betreffenden Feldes bei dem Anbau der wichtigeren Kultur⸗ lanzen; 4 5 die praktiſche Beurteilung des Bodens, d. h. über die Art und Weiſe, wie derſelbe von dem erfahrenen, in der Gegend an⸗ ſäſſigen Landwirte, von ſeinem Standpunkte aus, hinſichtlich der Güte und Ertragsfähigkeit im allgemeinen beurteilt wird, auch darüber, ob vielleicht beſondere Eigentümlichkeiten vorhanden ſind. Die größeren Steine und Steinchen werden aus dem Boden aus⸗ geſammelt oder von demſelben ausgeſiebt, mit Waſſer gut abgeſpült und deren mineralogiſche Beſchaffenheit, Gewicht und unge⸗ fähre Größe(Fauſtgröße und darüber, Eigröße, Wallnußgröße, Erbſen⸗ größe) ermittelt. 2. Die mechaniſche Analyſe des Bodens. Die mechaniſche Bodenanalyſe bezweckt die quantitative Ermitte⸗ lung des Mengenverhältniſſes der den Boden zuſammenſetzenden gröberen und feineren Beſtandteile. Man erreicht dieſe Trennung der Beſtandteile teils durch Abſieben, teils durch Schlämmen. Die lufttrockene und unter mäßigem Druck(durch Zerreiben zwiſchen den Händen oder in einer Reibſchale) zerteilte Erde läßt man durch ein Blechſieb mit 2 mm weiten Löchern hindurchgehen; die etwa zurückbleibenden Steinchen und Faſern werden mit Waſſer abgeſpült, getrocknet, gewogen ꝛc. und die auf ſolche Weiſe gewonnene Feinerde für alle weiteren Unterſuchungen benutzt. Da über die Bezeichnung Feinerde keine Übereinſtimmung herrſcht, indem teils 4 mm(Fesca), teils 3 mm(E. Wolff und Schöne), oder 1 mm (Grandeau) als oberſte Korngröße angegeben wird, ſo iſt bei der Boden⸗ analyſe ſtets anzugeben, auf welche Korngröße ſich die Be⸗ zeichnung Feinerde in dem gegebenen Falle bezieht. J. Kühn hat für die Trennung mit dem Siebe folgendes Verfahren vorgeſchlagen: a) Die zu unterſuchende Bodenprobe wird in möglichſt friſchem Zuſtande ſoweit zerkleinert, daß bei dem ſpäteren Sieben auf einem 5 mm⸗Siebe nur Steine zurückbleiben. Sie wird dann gleichmäßig an einem vor Staub geſchützten Orte ausgebreitet, bis ſie lufttrocken geworden iſt. Hierauf wird ſie gewogen und durch ein 5 mm⸗Sieb getrennt. Die auf dem Siebe verbleibenden Steine(— 5 mm) werden durch aufgegebenes Waſſer von anhängenden Erdteilchen gereinigt und in lufttrockenem Zuſtande gewogen. Das Gewicht derſelben wird in Prozenten des Geſamtbodens ausgedrückt. b) Der durch das 5 mm⸗Sieb gefallene Boden beſteht aus gröberen Geſteinstrümmern und aus der Feinerde(—2 mm). —— —— —.— eS——:——— — ——-6—'-————— 6 A. Unterſuchung der Mineralböden. 23 Die erſteren werden bei Schwemmlandsböden als Kies, bei Ver⸗ witterungsböden als Grus bezeichnet und zwar: Korngröße.„. Dirdymeſſer düdun Bezeichnung Üüber 5 als Steine(Grus, Kies). „ 5—2„ Grand. „ 2—1„ ſehr grober Sand. „ 1—0,5„ grober Sand. Feinerde„ 0,5— 0,2„ mittelkörniger Sand. Unter 0,2„ feiner Sand. Abſchlämmbare Teile(ſehr feiner Sand, Mineralſtaub, Thonc.). Die abſchlämmbaren Teile ſind durch das Mikroſkop auf ihren Gehalt an größeren und kleineren Quarzſtaubkörnchen, Glimmer, Thonteile ꝛc. zu unterſuchen. c) Zur Ausführung der Unterſuchung werden von dem durch das 5 mm⸗Sieb gefallenen ſteinfreien Boden bei feinerdigerer Be⸗ ſchaffenheit desſelben 50 g, bei kies⸗ oder grusreicheren Böden 100 g verwendet und zunächſt in einer Porzellanſchale mit einem halben Liter Waſſer unter häufigem Umrühren mittelſt eines Spatens ſo lange in gelindem Sieden erhalten, bis alle Bodenteilchen völlig zerkocht ſind. Nach genügendem Erkalten giebt man die zerkochte Bodenmaſſe durch ein 2 mm⸗Sieb in einen Kühnſchen Schlämmcylinder. Der auf dem Siebe zurückbleibende Rückſtand wird über dem Cylinder ſorgfältig mit der Spritzflaſche abgeſpült und dann an der Luft getrocknet. Durch ein 3 mm-Sieb wird derſelbe in groben Kies oder Grus(5—3 mm) und in feinen Kies oder Grus(3—2 mm) getrennt und jeder Teil für ſich gewogen. Für die Trennung durch Schlämmen werden verſchiedene Apparate benutzt, welche entweder auf dem Prinzipe beruhen, die gröberen Teile von den feineren durch ihre verſchiedene Fallgeſchwindigkeit im ruhenden Waſſer zu trennen, oder welche die Trennung durch einen aufſteigenden Waſſerſtrom bewirken. Zu den Apparaten erſterer Art gehört der Kühnſche Schlämmeceylinder, welcher bei einfacher Konſtruktion und leichter Handhabung ſehr gute Reſultate ermög⸗ licht, zu den Apparaten letzterer Art der Schöne⸗ ſche Schlämmapparat. Fig. 5. Kühns Der Kühnſche Schlämmeylinder(Fig. 5) be⸗ Schlämmeylinder ſteht aus einem 30 cm hohen Glascylinder von 8,5 cm lichter Weite, an deſſen unterem Ende 5 cm vom Boden ein Tubus von 1,5 cm Weile angebracht iſt, welcher mittelſt eines Gummiſtopfens geſchloſſen wird. Zur Ausführung des Schlämmverſuches bringt man die in der oben angegebenen Weiſe erhaltene Feinerde in den Schlämmeyllinder, giebt ſoviel Waſſer zu, daß derſelbe bis zu der 2 cm unter dem Rande des Cylinders 24 Ackererde und Bodenarten. angebrachten Marke reicht und rührt mit einem glatten Holzſtab ca. 1 Min. lang gründlich um. Dann zieht man den Rührſtab ſchnell heraus und läßt das von ihm abfließende Waſſer in den Cylinder tropfen. Dieſen läßt man 10 Minuten lang ſtehen, zieht dann den Stopfen aus dem Tubus und läßt das trübe Waſſer ablaufen, wobei man eine Probe in einem Reagensglas auffängt. Letzteres wiederholt man bei jedem folgenden Aufſchlämmen und vereinigt die gleich großen Proben in einem Becherglaſe. Nach Beendigung der Schlämmoperation wird der Inhalt des letzteren abfiltriert, die auf dem Filter bleibende Maſſe innig gemiſcht und zur mikroſkopiſchen Unterſuchung verwendet. Nach jedem Abſchlämmen ſchließt man den Tubus wieder, wobei man ſtets ſorgfältig darauf achtet, daß der Stopfen genau mit der inneren Wand des Cylinders abſchneidet. Dann füllt man bis zur Marke, rührt um und läßt auch bei jedem folgenden Abſchlämmen 10 Minuten lang ruhig ſtehen, um dann ablaufen zu laſſen, wieder aufzufüllen und ſo lange damit fort⸗ zufahren, bis nach 10 Minuten langem Stehen über dem Tubus keine ſchwebenden Bodenpartikelchen mehr wahrzunehmen ſind. Der im Schlämmeylinder verbleibende Sand wird mit Hilfe der Spritz⸗ flaſche in eine Porzellanſchale gebracht und auf dem Waſſerbade zur völligen Trockne eingedampft. Damit der Sand die Luftfeuchtigkeit wieder anziehe, läßt man die Schale etwa 24 Stunden an einem vor Staub geſchützten Orte ſtehen und wiegt dann zunächſt den geſamten Sand. Hierauf ſiebt man erſt durch das 1 mm⸗Sieb, um ſo das Gewicht des ſehr groben Sandes oder Grandes(2—1 mm), des groben Sandes(1—0,5 mm), des feinen Sandes(0,5— 0,25 mm) und des ſehr feinen Sandes (= 0,25 mm) zu erhalten. Eine bei dem Vergleich mit dem Geſamtgewicht des Sandes durch Verſtäuben beim Sieben ſich ergebende Differenz iſt dem ſehr feinen Sande zuzurechnen. Die gefundenen Gewichtsmengen von Kies oder Grus und Sand ſind in Prozenten des ſtein⸗ freien lufttrockenen Bodens auszudrücken. Die Menge der a b⸗ ſchlämmbaren Beſtandteile ergiebt ſich aus der Differenz zwiſchen dem urſprünglichen Gewichte des zur Unterſuchung verwendeten ſteinfreien lufttrockenen Bodens(50 oder 100 g) und dem Gewicht von Kies oder Grus und Sand. Dem Ergebnis der Schlämmanalyſe iſt ſtets das Reſultat der mikro⸗ ſkopiſchen Unterſuchung hinzuzufügen. Findet eine eingehendere Feſtſtellung der mineralogiſchen Beſchaffenheit der Feinerde nicht ſtatt, ſo iſt doch ſtets ſchätzungsweiſe anzugeben, in welchem Verhältnis größere Quarzſtaubkörnchen im Vergleich zu den feineren Gemengteilen in den abſchlämmbaren Teilen der unterſuchten Bodenprobe vorhanden ſind.* Der Schöneſche Schlämmapparat(Fig. 6) wird zweckmäßig in folgender Weiſe zuſammengeſtellt: 1. aus einem möglichſt flachen 30— 40 1 faſſenden Waſſerkaſten, der in einer Höhe von 2—3 m über dem Schlämmappaxat angebracht ſein muß; 2. aus einem Tiſch von ½ m Höhe mit 2 Offnungen zur Aufnahme der beiden koniſch geformten Schlämmtrichter. Dieſe Schlämmtrichter, welche den eigentlichen Schlämmapparat ausmachen, laufen in ihren unteren Enden in halbkreisförmig gebogenen, nach aufwärts führenden Röhren aus; durch dieſe Röhre des kleinen Trichters wird die Verbindung des Schlämm⸗ apparates mit dem Waſſerkaſten hergeſtellt, während dieſe Röhre des größeren Trichters zur oberen Offnung des kleinen Trichters führt und ſo die beiden Trichter verbindet. Kurz unter dem großen Hals des Trichters A. Unterſuchung der Mineralböden. 25 befindet ſich ein vollkommen eylindriſcher Teil von 10 cm Länge lund möglichſt genau 5 cm im Durchmeſſer, der eigentliche Schlämmraum. In den Hals des größeren Schlämmtrichters iſt mittelſt eines Korkes die Piézometerröhre eingeſchoben. Letztere iſt eine etwa 1 m lange Barometerröhre, welche an ihrem unteren Ende zweimal knieförmig unter einem Winkel von 40— 45° gebogen iſt. Die Biegung muß kurz ſein, ohne daß das Innere der Röhre verengt iſt. Die lichte Weite der Röhre Fig. 6. Schöneſcher Schlämmapparat. ſoll möglichſt genau 3 mm betragen. In dem Scheitelpunkt der zweiten Biegung befindet ſich als Ausflußöffnung eine kreisrunde Öffnung von 1,5 mm Durchmeſſer ſo angebracht, daß der Ausflußſtrahl ſchräg nach unten gerichtet iſt. Der aufwärtsführende Schenkel iſt etwa 1 m lang, dient zum Meſſen des Druckes, unter dem das Waſſer aus der Ausflußöffnung aus⸗ fließt und iſt mit einer Skala verſehen, deren Nullpunkt am Boden der Röhre liegt. Die Piézometerröhre iſt auf den erſten 10 cm in Millimeter, von 10— 50 cm in ½ cm und darüber in ganze Centimeter eingeteilt. 26 Ackererde und Bodenarten. Vor der Benutzung des Apparates iſt zu ermitteln, in welcher Be⸗ ziehung die Geſchwindigkeit des Waſſers in dem cylindriſchen Schlämm⸗ raum des großen Trichters zu der entſprechenden Höhe der Waſſerſäule im Piézometer ſteht. Man ſetzt den Apparat zuſammen und ſtellt feſt, wieviel Kubikcentimeter Waſſer=m aus der Ausflußöffnung am Piézo⸗ meter in einer beſtimmten Zeit(in Sekunden)= t ausfließen; iſt der Querſchnitt des cylindriſchen Gefäßes des großen Trichters R, ſo iſt die m †. Geſchwindigkeit des Waſſers in demſelben C= E Man ermittelt die gewünſchte Schlämmgeſchwindigkeit aus verſchiedenen Verſuchen und lieſt den Waſſerſtand im Piézometer ab. Bei Ausführung der Schlämmanalyſe wird nun das abgewogene Quantum des Bodens zuerſt längere Zeit unter Umrühren aufgekocht und das Ganze durch das feine Sieb gegoſſen, auf welchem die gröberen Ge⸗ mengteile zurückbleiben. Die trübe Flüſſigkeit läßt man 1 bis 2 Stunden bis zum Erkalten ruhig hinſtehen, gießt den ſuspendierten Schlamm mit der größten Menge des Waſſers in den größeren Trichter, während der gröbere Bodenſatz in den kleineren Trichter geſpült wird. Während des Einbringens der Probe läßt man durch geringes Offnen des Hahnes etwas Waſſer zufließen, aber nicht mehr als nötig iſt, um ein Feſtſetzen der Körner in der Spitze des Trichters zu verhindern. Hat man die ganze Maſſe in die Trichter hineingebracht, ſo werden letztere vollkommen mit Waſſer gefüllt und der Apparat zuſammengeſetzt; dabei dürfen keine Luft⸗ blaſen zurückbleiben. Man öffnet alsdann den Zuflußhahn ſo, daß die für die gewünſchte Geſchwindigkeit gefundene Höhe der Waſſerſäule im Piszometer erreicht iſt. Sobald Klärung in der oberen Partie des großen Trichters eingetreten iſt, wird das untergeſtellte Becherglas mit dem erſten Schlämmprodukt bei⸗ ſeite geſtellt, ein anderes Becherglas untergeſchoben und nun auf die zweite gewünſchte Geſchwindigkeit eingeſtellt u. ſ. f. Man erhält ſo in den verſchiedenen, der Reihe nach untergeſtellten Bechergläſern die gewünſchte Anzahl Schlämmprodukte von beſtimmter Korngröße. Nach dem Abſetzen gießt man den größten Teil des Waſſers ab. Die Reſte ſowie die in den Schlämmtrichtern verbleibenden gröberen Teile ſpült man in tarierte Porzellanſchalen, verdampft das Waſſer auf dem Waſſerbade, bringt durch 6 ſtündiges Stehen an der Luft die einzelnen Produkte auf den lufttrockenen Zuſtand und wiegt. Die feinſten abgeſchlämmten Teilchen beſtimmt man aus der Differenz. Es wurde abgeſchlämmt bei einer Stromgeſchwindigkeit pro Sekunde Korngröße 0,2 mm feinſte Teile bis 0,01 mm. 0,5„ ſtaubfeine Teile von 0,01— 0,02„ 2,0„ Staubſand von 0,02— 0,05„ Der im großen Trichter verbleibende Rückſtand iſt Feinſand von 0,05— 0,1 mm Korngröße; im kleinen Trichter iſt Grobſand von 0,1 bis 0,2 mm Korngröße. Im Fall der Boden reich iſt an Humus glaubt Schöne, daß es zur Erreichung regelrechter Schlämmreſultate unerläßlich ſei, die organiſche Subſtanz vorher möglichſt fortzuſchaffen. Bei Sandboden kann dies durch Verbrennen bewirkt werden; bei thonigem Boden iſt es dagegen vorzuziehen, die Probe ſtatt deſſen wenigſtens 1 Stunde A. Unterſuchung der Mineralböden. 27 lang mit 1—2 prozent. Alkalilöſung, zu kochen. Kalkhaltige Boden⸗ arten müſſen außerdem einer Behandlung mit kalter, verdünnter Salz⸗ ſäure unterworfen werden, welche letztere vor dem Schlämmen möglichſt wieder zu entfernen iſt. Der Schöneſche Apparat geſtattet eine genaue Trennung der Gemeng⸗ teile des Bodens nach der Feinheit des Kornes, jedoch iſt es unangenehm, daß die ganze Schlämmoperation eine ſehr lange Zeit in Anſpruch nimmt, kaum in einem Tage zu beendigen iſt und namentlich daß es bei den niedrigſten, d. h. für die Abſcheidung der feinſten Gemengteile erforderlichen Strömungsgeſchwindigkeiten, bei welchen nur langſam ein Tropfen nach dem andern aus der Ausflußöffnung ausfließt, ſchwierig iſt, ſtundenlang eine ganz konſtante Strömung zu erhalten. Die geringſte Verunreinigung des Waſſers, welche am Hahn ſich anſammelt, wirkt hierbei ſtörend; jedenfalls möchte ein vorausgehendes Filtrieren des Schlämmwaſſers und die An⸗ wendung eines großen Gefäßes von weißem Glas als Waſſerreſervoir not⸗ wendig ſein. Auch muß der ganze Apparat in ſeinen einzelnen Teilen ſehr ſorgfältig gearbeitet ſein und iſt das Gelingen der Operation weſent⸗ lich abhängig von der Beſchaffenheit der Ausflußöffnung am Piézometer. 3. Die chemiſche Analyſe des Bodens. Zur chemiſchen Analyſe des Bodens nimmt man den durch trockenes Abſieben mittelſt des 3mm⸗Siebes erhaltenen Feinboden und zwar in lufttrockener, nicht durch vorheriges Erhitzen veränderter Form. Die gröberen Bodenbeſtandteile und Steinchen ſind durch Ab⸗ ſpülen mit Waſſer ihrer Quantität und mineralogiſchen Beſchaffenheit nach möglichſt genau zu beſtimmen, ebenſo die Gemengteile des Fein⸗ bodens mit der Lupe zu unterſuchen. Bei gewöhnlicher, möglichſt raſch auszuführender Bodenanalyſe wird nach den Vereinbarungen des Verbandes landw. Verſuchsſtationen i. D. R. Waſſergehalt, Glühverluſt, Stickſtoff⸗ und Humusgehalt be⸗ ſtimmt und außerdem nur der in folgender Weiſe erhaltene Extrakt auf ſeine Beſtandteile unterſucht: a) auf 1 Gewichtsteil Boden 2 Volumteile 25 prozent. Salzſäure (unter Berückſichtigung der Karbonate des Bodens) unter öfterem Umſchütteln 48 Stunden bei Zimmertemperatur ſtehen laſſen oder b) auf 1 Gewichtsteil Boden 2 Volumteile 10 prozent. Salzſäure (unter Berückſichtigung der Karbonate des Bodens) unter häufigem Umſchütteln 3 Stunden lang auf dem Waſſerbade einwirken laſſen. über die für die wiſſenſchaftliche Beurteilung des Bodens ſo wichtigen Löslichkeitsverhältniſſe der Pflanzennährſtoffe kann man nur auf die Weiſe ſich Aufklärung verſchaffen, daß man denſelben ſucceſſive der Einwirkung verſchieden kräftiger Löſungsmittel unterwirft und dieſe Behandlung ſtets nach ganz beſtimmten, feſtſtehenden Regeln vornimmt. Die Löſungsmittel müſſen hinſichtlich der Stärke ihrer Einwirkung hinreichend verſchieden ſein und andererſeits in einem 28 Ackererde und Bodenarten. gewiſſen paſſenden Verhältnis zu einander ſtehen. Solchen Anforde⸗ rungen entſprechen die folgenden Flüſſigkeiten, welche in der ange⸗ gebenen Reihenfolge bei ausführlichen Analyſen des Bodens zur Dar⸗ ſtellung der genau zu unterſuchenden Löſungen nach einander in An⸗ wendung zu bringen ſind: a) kaltes deſtilliertes Waſſer, bis zu ¼ mit reiner Kohlenſäure geſättigt; b) kalte konzentrierte Salzſäure von 1,15 ſpez. Gew.(entſprechend etwa 30% Chlorwaſſerſtoff); c) kochende konzentrierte Salzſäure von gleichem Gehalt wie bei b; d) heiße konzentrierte Schwefelſäure;. e) Fluorwaſſerſtoffſäure. a) Behandlung des Bodens mit kohlenſäurehaltigem Waſſer. 1500 g des lufttrockenen Bodens werden mit 6000 ccm des mit Kohlenſäure zu ½¼ geſättigten Waſſers— abzüglich der ſchon vorhandenen und bei 10006 ſich verflüchtigenden Menge Waſſer— in einer gut verſchließbaren Flaſche übergoſſen und durchgeſchüttelt. Das ¼-⸗ geſättigte kohlenſäurehaltige Waſſer bereitet man in der Weiſe, daß man 1500 cem Waſſer bei gewöhnlicher Temperatur und mittlerem Luftdruck vollſtändig mit Kohlenſäure ſättigt und darauf mit 4500 ccm Waſſer verdünnt. Der Boden bleibt mit dem Waſſer 3 Tage lang unter häufigem und regelmäßig wiederholtem Rollen der Flaſche auf einer weichen Unterlage in Berührung; darauf gießt man zwei Drittel der Flüſſig⸗ keit, alſo 4000 cem(entſprechend 1000 g des lufttrockenen Bodens) möglichſt klar ab, läßt dieſelbe in luftdicht verſchloſſener Flaſche noch etwa 24 Stunden lang ruhig ſtehen und filtriert durch ein doppeltes Filter und bei bedecktem Trichter klar ab, ohne den etwa gebildeten Bodenſatz in der Flüſſigkeit aufzurühren. Gewöhnlich gelingt es auf dieſe Weiſe ein klares Filtrat zu erhalten. Sollie dieſes aber nicht der Fall ſein, ſo muß man die Flüſſigkeit bis auf ein kleineres Volumen(400— 500 cem) eindampfen, noch heiß mit Salzſäure ganz ſchwach überſättigen und dann die geringe Menge des unlöslichen Thones abfiltrieren. Das klare Filtrat wird unter Zuſatz von etwas Salzſäure, zuletzt auch einiger Tropfen Salpeterſäure(um die in der Löſung vorhandene Humusſubſtanz zu zerſtören) zur Trockne verdampft. Der Rückſtand wird mit Waſſer unter Zuſatz von etwas Salzſäure digeriert, die ab⸗ geſchiedene Kieſelſäure abfiltriert und das Filtrat zur Beſtimmung der übrigen gelöſten Beſtandteile benutzt. b) Behandlung des Bodens mit kalter konzentrierter Salzſäure. 450 g lufttrockener Boden werden in einer mit Glas⸗ ſtöpfel verſehenen, hinreichend geräumigen Flaſche mit 1500 ccm kon⸗ zentrierter Salzſäure von 1,15 ſpez. Gew. übergoſſen und dann unter häufigem Umſchütteln 48 Stunden lang bei gewöhnlicher Temperatur l= üßſ Lode tas eirige Feri vond iber ud dinge roch nch A. Unterſuchung der Mineralböden. 29 (14—18° C.) in Berührung gelaſſen. Man gießt ſodann von der Flüſſigkeit 1000 ccm möglichſt klar ab, welche alſo einer aus 300 g Boden dargeſtellten Löſung entſprechen. Nach dem Verdünnen mit etwas Waſſer wird filtriert, das klare Filtrat, zuletzt unter Zuſatz von einigen Tropfen Salpeterſäure(um die aufgelöſte Humusſubſtanz zu zerſtören und das etwa vorhandene Eiſenoxydul in Oxyd zu ver⸗ wandeln), vorſichtig zur Trockne eingedampft, der bis oder wenig über 1000 erhitzte Rückſtand mit konzentrierter Salzſäure angefeuchtet und nach längerer Einwirkung derſelben die Maſſe im Waſſerbade eingetrocknet, welches letztere man nach dem Anfeuchten mit Waſſer nochmals wiederholt; hierauf digeriert man mit Waſſer und verdünnt, nach Abſcheidung der Kieſelſäure, die Löſung bis auf 1000 ccm. c) Behandlung des Bodens mit heißer konzentrierter Salzſäure. 150 g des lufttrockenen Bodens werden in einem ge⸗ räumigen Glaskolben mit 300 cem konzentrierter Salzſäure(1,15 ſpez. Gew.) übergoſſen, die Flüſſigkeit unter häufigem Umſchütteln der ganzen Maſſe bis zum Kochen erhitzt und genau eine Stunde lang in mäßigem Kochen erhalten, hierauf etwa mit dem doppelten Volu⸗ men heißen Waſſers verdünnt und nach kurzem Hinſtehen auf ein hin⸗ reichend geräumiges, in ſeinem unteren Teile doppeltes Filter gegoſſen. Den ungelöſten Rückſtand behandelt man im Kolben wenigſtens drei⸗ mal mit kochend heißem Waſſer, filtriert die Flüſſigkeit jedesuial ab und bringt dann die unlösliche Maſſe auf das gleiche Filter, um die⸗ ſelbe hier noch weiter mit heißem Waſſer vollſtändig auszuwaſchen, bis das Filtrat keine Chlorreaktion mehr giebt. Das Filtrieren der heißen ſalzſauren Löſung erfolgt in der Regel raſch und ohne Schwierigkeit. Nur zuweilen ſcheint ſich eine ſchleimige organiſche Subſtanz in der Flüſſigkeit aufzulöſen und die letztere geht als⸗ dann langſam und auch wohl etwas getrübt durch das Filter hindurch. In jedem Falle iſt das raſche und klare Abfiltrieren der Flüſſigkeit mehr geſichert, wenn man gleich anfangs zu der konzentrierten Salzſäure einige Tropfen reiner Salpeterſäure hinzuſetzt, nur ſo viel als nötig iſt, um die Spuren jener ſchleimigen Subſtanz zu zerſtören oder zu verändern, während man die Hauptmaſſe der vorhandenen Humusſtoffe keineswegs vollſtändig zu oxydieren braucht. Auch wird die Filtration auf die Weiſe beſchleunigt, daß man von dem ungelöſten Rückſtande die feinſten Teile mit heißem Waſſer abſchlämmt und den gröberen Sand zuerſt auf das Filter bringt. Die Geſamtmenge der ſalzſauren Löſung, alſo vereinigt mit dem ſämtlichen Waſchwaſſer, wird unter Zuſatz von etwas Salpeterſäure gegen Ende der Operation, bis zur Trockenheit verdampft, der völlig trockene Rückſtand mit konzentrierter Salzſäure ſtark angefeuchtet und ſodann nochmals auf dem Waſſerbade eingetrocknet, hierauf mit. Waſſer digeriert, die ſo abgeſchiedene Kieſelſäure abfiltriert und das Filtrat auf ein Volumen von 1000 cem gebracht. Die Unterſuchung der unter a, b und c erhaltenen Löſungen auf die einzelnen Beſtandteile erfolgt übereinſtimmend nach den im erſten Abſchnitte„Allgemeine Unterſuchungsmethoden“ auf Seite 14 ff. ange⸗ gebenen Methoden. Man verwendet in der Regel 20 oder 30 g 30 Ackererde und Bodenarten. Bodens bezw. die dieſer Mengen entſprechende Menge der ſalzſauren Filtrate zu den einzelnen Beſtimmungen. d) Aufſchließung des Rückſtandes von der Behandlung mit heißer konzentrierter Salzſäure durch konzentrierte Schwe⸗ felſäure. Der Rückſtand von der Behandlung mit heißer konzen⸗ trierter Salzſäure wird an der Luft unter Bedecken mit Filtrierpapier trocknen gelaſſen, darauf thunlichſt vollſtändig vom Filter abgetrennt, die Aſche des Filters zu dem lufttrockenen Rückſtande gegeben und das Ganze gewogen. Darauf wird ſorgfältig gemiſcht und hiervon ⅓ zur Aufſchließung mit konzentrierter Schwefelſäure abgewogen. Sind an⸗ fänglich 150 g Boden der Behandlung mit Salzſäure unterworfen worden, ſo berechnen ſich die Reſultate der Schwefelſäure⸗Auf⸗ ſchließung für 30 g des urſprünglichen Bodens. Dieſe Menge wird in einer hinreichend großen Platinſchale durch einen Platinſpatel mit konzentrierter Schwefelſäure zu einem dünnen Brei angerührt, die Schwefelſäure in einem Sandbade oder auf einer Asbeſtplatte mit kleiner Flamme verjagt, ſo daß die ganze Operation etwa in 6—8 Stunden beendet iſt; bei thonreichen Böden wird dieſe Behandlung mit Schwefelſäure 2—3 mal wiederholt. Die trockene, pulverige Maſſe wird nach möglichſter Entfernung der Schwefelſäure mit Salzſäure im Waſſerbade zur Trockne verdampft, einige Zeit im Luftbade erwärmt, mit ſalzſäurehaltigem Waſſer aufgenommen, gekocht, filtriert, ausgewaſchen und auf 500 cem gebracht. Im Rückſtande befinden ſich die aus Thon abgeſchiedene Kieſel⸗ ſäure+ Sand und Silikate, in der Löſung die aufgeſchloſſenen Baſen (Thonerde, Kalk, Kali ꝛc.). Zur Beſtimmung der durch konzentrierte Schwefelſäure aufge⸗ ſchloſſenen Kieſelſäure wird der Rückſtand in eine geräumige glaſierte Porzellanſchale gebracht und mit einer hinreichenden Menge von Natriumkarbonatlöſung unter Zuſatz von etwas Natronlauge 2 Stunden ausgekocht, filtriert und mit heißem Waſſer ausgewaſchen; das Filtrat wird darauf mit Salzſäure überſättigt, im Waſſerbade zur Trockne verdampft, einige Stunden im Luftbade erwärmt, der Rück⸗ ſtand mit ſalzſäurehaltigem Waſſer aufgenommen, filtriert, ausgewaſchen und die auf dem Filter geſammelte Kieſelſäure nach dem Trocknen und Glühen gewogen. Der Rückſtand vom Auskochen mit der Löſung von Natrium⸗ karbonat wird für ſich getrocknet, geglüht und gewogen; derſelbe dient zur weiteren Unterſuchung auf Silikate durch Aufſchließen mit Flußſäure. Zur Beſtimmung der aufgeſchloſſenen Baſen wird ein Teil der beim Aufſchließen mit Schwefelſäure erhaltenen ſalzſauren Löſung mit Ammoniak ſchwach überſättigt und dadurch das Eiſen⸗ oxyd und die Thonerde ausgefällt. Den Niederſchlag löſt man nach dem Abfiltrieren und Auswaſchen in Salzſäure auf, teilt die Löſung in zwei Teile und ſcheidet aus jeder derſelben durch möglichſt ſchwache Überſättigung mit Ammoniak und unter gelindem Erwärmen das Eiſenoxyd und die Thonerde abermals aus. Die beiden Nieder⸗ rium⸗ dient ſäure. dein auren Eiſen⸗ nach öſung gihſ ärmen ieder⸗ A. Unterſuchung der Mineralböden. 31 ſchläge werden, jeder für ſich, abfiltriert und ausgewaſchen und die Filtrate mit der von dem erſten Ammoniak⸗Niederſchlag abfiltrierten Flüſſigkeit vereinigt. Von den beiden zuletzt erhaltenen Niederſchlägen wird der eine mit dem Filter verbrannt und gewogen, der andere aber noch naß auf dem Filter mit heißer, ſtark verdünnter Schwefel⸗ ſäure übergoſſen und in der ſo erhaltenen Löſung, wie oben angegeben wurde, das Eiſen nach der Reduktion mit titrierter Chamäleonlöſung beſtimmt. Wenn die Menge des Ammoniak⸗Niederſchlages keine beträchtliche und namentlich nur wenig Eiſenoxyd darin enthalten iſt, ſo wird es rätlich ſein, die ſalzſaure Löſung desſelben nicht zu teilen, ſondern ſofort wieder mit Ammoniak zu überſättigen und den ganzen Niederfchlag zu glühen. Darauf wird eine neue Portion mit Ammoniak gefällt, der Niederſchlag abfiltriert, ausgewaſchen und in verdünnter Schwefelſäure gelöſt. In der ſchwefel⸗ ſauren Löſung wird das Eiſen wie oben beſtimmt. Es iſt auch zu be⸗ achten, daß der Ammoniak⸗Niederſchlag eine kleine Menge von Kieſel⸗ ſäure enthalten kann. Das Filtrat vom Ammoniak⸗Niederſchlag iſt zunächſt auf ein kleineres Volumen einzudampfen, hierauf in der Porzellanſchale mit einigen Tropfen Salzſäure ſchwach anzuſäuern, und nachdem das beim Eindampfen etwa ausgeſchiedene kohlenſaure Calcium wieder aufgelöſt worden iſt, mit Ammoniak zu überſättigen, bevor man den vorhandenen Kalk in der Wärme mit oxalſaurem Ammon fällt. In dem Filtrat der rfenleſälüng wird die Magneſia durch phosphorſaures Natron efällt. ge Die Menge des Kalkes und der Magneſia iſt in dem ſchwefelſauren Auszuge des Bodens, wenn derſelbe vorher mit konzentrierter Salzſäure ausgekocht worden iſt, faſt immer ſehr unbedeutend. Da die Thone durchweg mehr oder weniger Alkalien, beſonders Kali enthalten. ſo werden in einem zweiten Teil der obigen ſalzſauren Löſung die Alkalien nach der früheren angegebenen Methode beſtimmt (vergl. S. 19). Die Summe der gefundenen Beſtandteile, alſo von aufgeſchloſſener Kieſelſäure+ Thonerde und Eiſenoxyd+ Kalk+ Magneſia+ Alkalien wird als Thon in Anſatz gebracht. e) Aufſchließung des von der Behandlung mit Schwefel⸗ ſäure und Natriumkarbonat verbleibenden Rückſtandes durch Flußſäure. Dieſer Rückſtand beſteht faſt ausſchließlich aus Quarz⸗ ſand und Silikaten. Derſelbe wird nach dem Wiegen fein zerrieben und werden von dieſem feinen Pulver ½10 oder, wenn der Boden reich an in Salzſäure und Schwefelſäure löslichen Beſtandteilen iſt und verhältnismäßig nur wenig Quarzſand+ Silikate oder nur wenig Silikate enthält, ⅛ desſelben zur Aufſchließung mit Flußſäure ver⸗ wendet, ſo daß die angewendete Subſtanz 3 bezw. 6 g des urſprüng⸗ lichen Bodens entſpricht. Das Aufſchließen mit Flußſäure geſchieht am zweckmäßigſten in folgender Weiſe: Man bringt die Subſtanz in einen Platin⸗ 32 Ackererde und Bodenarten. tiegel, feuchtet dieſelbe mit Waſſer an und übergießt mit ſtarker Flußſäure. Darauf bedeckt man den Tiegel und läßt unter öfterem Umrühren mit einem Platinſpatel 2— 3 Tage ſtehen, bis die Maſſe breiartig zergangen iſt. Sodann wird zur Austreibung der gebildeten Kieſelfluorwaſſerſtoffſäure unter mehrfachem Umrühren auf dem Waſſerbade zur Trockne verdampft, der Rückſtand mit konzen⸗ trierter Schwefelſäure befeuchtet und letztere durch Erhitzen des ſchräg geſtellten Tiegels, indem man eine ganz kleine Flamme vom Rande aus einwirken läßt, verjagt. Die von überſchüſſiger Schwefelſäure be⸗ freite trockne Maſſe wird mit warmem, ſalzſäurehaltigen Waſſer aus dem Tiegel aufgenommen, in ein Becherglas geſpült und gekocht. Falls ſich nicht alles löſt, wird filtriert, der Rückſtand in derſelben Weiſe zum 2. oder 3. Male mit Flußſäure behandelt und die ſalzſaure Löſung zu der erſten gegeben. Die ſalzſaure Löſung enthält die in den Feld⸗ ſpaten und ſonſtigen Silikaten enthaltenen Baſen, nämlich: Thonerde (event. auch etwas Eiſenoxydul und Manganoxydul), Kalk, Magneſia, Kali und Natron. In den meiſten Fällen kommen nur Thonerde, Kali und Natron in Betracht, während die anderen Baſen nur in ſehr geringer Menge vorhanden ſind und nicht beſtimmt zu werden brauchen. Die Be⸗ ſtimmung der einzelnen Baſen erfolgt nach den früher angegebenen Methoden. Iſt Kalk und Magneſia in größerer Menge vorhanden, ſo werden auch dieſe quantitativ beſtimmt, und iſt in der Berechnung neben Kalium- und Natriumfeldſpat auch auf Calciumfeldſpat bezw. Magneſiumglimmer Rückſicht zu nehmen. Man berechnet nämlich den gefundenen Gehalt an Kali auf Orthoklas bezw. Kaliumfeldſpat nach deſſen Konſtitutionsformel um, den gefundenen Gehalt an Natron, wenn derſelbe mehr als ½ des Kalis beträgt, desgl. auf Natriumfeldſpat(Albit), den Gehalt an Kalk und Magneſia, wenn er mehr als ½0 vom Gehalt an Kali und Natron beträgt, ¹) auf Calciumfeldſpat bezw. Magneſiumglimmer. Bei der Umrechnung können folgende Formeln und folgender prozentiger Gehalt als Grundlage dienen: Kaliumfeldſpat Natriumfeldſpat, Orthoklas Albit (Ka Alg Si O1)=(Na, Al, Si, O16)= Ka O, Al, O.(Si Oa)e Na, O, Al, Os(Si O.)e K2O= 16,89% NazO= 11,82% Alz O;= 18,43„ Al. Os= 19,56„ SiO,= 64,68„ SiO2= 68,62„ ¹) Geringere Mengen als 110 vom Kali an Natron bezw. ½ 0 vom Kali oder Natron an Kalk und Magneſia können als Beſtandteile von Kalium⸗ reſp. Natriumfeldſpat herrührend angeſehen werden. 1 Kali lium⸗ A. Unterſuchung der Mineralböden. 33 Calciumfeldſpat, Magneſium⸗ Anorthit glimmer Ca Al, S1, 0— Mg Al Si O,,= CaO, Al, O,(Si Oah(Mg O)(Al2 O.)(Si Oe),= CaO= 20,10% MgO= 29,80% Ab O;= 36,82„ Ak Os= 25,50„ SiO.= 43,08„ SiO,= 44,70„ Man multipliziert daher den gefundenen Gehalt: von Kali Natron Kalk Magneſia mit 5,921 8,460 4,975 3,355. um die entſprechende Menge Silikate zu finden. Für gewöhnlich hat man es nur mit Kalium- und Natriumfeld⸗ ſpat in den Böden zu thun. Iſt ſtatt des Kaliumfeldſpats Kalium⸗ glimmer anzunehmen, ſo iſt zu berückſichtigen, daß derſelbe im reinen Zuſtande 13,0% Kali, 38,2% Thonerde, 44,6% Kieſelſäure und 4,2% Waſſer zu enthalten pflegt, folglich der Gehalt an Kali mit 7,692 multipliziert werden muß, um deſſen Menge zu finden. Sind neben größeren Mengen Kalk, Magneſia auch bedeutendere Mengen Eiſenoxyd(als Eiſenoxydul) gefunden worden, ſo können dieſe von Augit und Hornblende herrühren und iſt event. eine Um⸗ rechnnng auf dieſe vorzunehmen; hierbei kann folgende prozentiſche Zuſammenſetzung dieſer Silikate zu Grunde gelegt werden: Kalk Magneſia Eiſenoxydul Thonerde Kieſelſäure Augit 21,9% 14,5% 9,8% 4,2% 49,6% Hornblende 13,0„ 13,2„ 17,0„ 5,8„ 51,0„ Wenn die Aufſchließung des Thones mit Schwefelſäure eine voll⸗ ſtändige geweſen iſt, ſo wird in dem mit Flußſäure aufgeſchloſſenen Rückſtande nicht mehr Thonerde gefunden, als der aus dem Gehalt an Kali, Natron oder Kalk und Magneſia berechneten Menge Silikate entſpricht. Verbleibt aber ein größerer Überſchuß von Thonerde, ſo iſt dieſer mit der entſprechenden Menge Kieſelſäure als„thonige Subſtanz“ anzuſehen, welche ſich der aufſchließenden Wirkung der Schwefelſäure entzogen hat; in dieſem Falle nimmt man für den waſſerfreien Thon Al. O.(Si Oe)= 46,1% Thonerde und 53,9% Kieſel⸗ ſäure an und berechnet darnach aus dem Überſchuß an Thonerde durch Multiplikation mit 2,169 die Menge„thonige Subſtanz“, welche der durch Schwefelſäure gefundenen Menge an Thon hinzuzuzählen iſt. f) Beſtimmung des Quarzes. Die Menge des Quarzes ergiebt ſich durch Differenzberechnung. Man addiert die in dem mit Flußſäure aufgeſchloſſenen Rückſtande gefundene Menge von Thonerde, Kali, Natron ꝛc., berechnet aus dieſen nach vorſtehenden Angaben die entſprechende Menge Kieſelſäure, addiert dieſe ebenfalls hinzu und zieht die Summe von der zum Aufſchließen verwendeten Menge Sand † Silikate ab; der Reſt iſt als reiner Quarzſand in Rechnung zu ſtellen. Wolff⸗Haſelhoff, Anleitung. 4. Auflage. 3 34 Ackererde und Bodenarten. g) Beſtimmung einzelner ſonſtiger Beſtandteile des Bodens. 1. Hygroſkopiſches oder mechaniſch abſorbiertes Waſſer. Die Beſtimmung wird nach der im erſten Teile unter 1 gegebenen Vorſchrift(S. 1) ausgeführt. 2. Chemiſch gebundenes Waſſer(Glühverluſt). Nach den Vereinbarungen des Verbandes landw. Verſuchsſtationen i. D. R. wird zur Ermittelung des Glühverluſtes der Boden bei 1400 getrocknet, geglüht, mit kohlenſaurem Ammoniak befeuchtet und wieder ſchwach geglüht. Dieſe Operation iſt ſo oft zu wiederholen, bis keine Ge⸗ wichtsveränderung mehr beobachtet wird. . Bei Bodenarten, welche arm ſind an kohlenſauren Erden, kann dieſe Behandlung der geglühten Maſſe mit kohlenſaurem Ammon unterbleiben. Sind dagegen reichliche Mengen von kohlenſauren Erden vorhanden, ſo iſt es nötig, den Gehalt des Bodens an Kohlenſäure vor und nach dem Glühen desſelben zu beſtimmen und nach der etwa gefundenen Differenz den Geſamt⸗Glühverluſt zu korrigieren. Eine weitere Korrektion kann er⸗ forderlich ſein, wenn vielleicht im lufttrocknen Boden eine größere Menge von Eiſenoxydul enthalten iſt und dieſes durch anhaltendes Glühen und mehrfaches Auflockern der Maſſe in Eiſenoxyd ſich verwandelt.— Knop beſtimmt den Geſamt⸗Glühverluſt auf die Weiſe, daß er 2 g Feinerde vor⸗ ſichtig glüht, bis alles Organiſche eben verbrannt iſt, ſodann den Glüh⸗ rückſtand mit dem gleichen Volumen vorher feingeriebener reiner Oxalſäure bis zum Schmelzen derſelben und darauf weiter erhitzt, bis die Oxalſäure eben zerſetzt iſt. Hierauf läßt man erkalten und wägt, miſcht nochmals mit etwa der Hälfte der Oxalſäure und fährt ſo fort bis das Gewicht konſtant geworden iſt. Das chemiſch gebundene Waſſer erhält man aus dem Glüh⸗ verluſt, indem man von der gefundenen Menge des letzteren die Menge des hygroſkopiſchen Waſſers und die Menge des Humus(◻ dem direkt beſtimmten Geſamtſtickſtoff im Boden) ſubtrahiert. 3. Humus. Die Beſtimmung des Humus erfolgt am beſten nach G. Loges durch die Verbrennung des Bodens mit Kupferoxyd nach der Elementaranalyſe in folgender Weiſe: 5— 10 g Boden werden, um die fertig gebildete Kohlenſäure auszutreiben, in Hofmeiſterſchen Glasſchälchen mit verdünnter Phos⸗ phorſäurelöſung auf dem Waſſerbade zur Trockne verdampft, der ein⸗ getrocknete Boden ſamt Glasſchälchen mit pulverigem Kupferoxyd ver⸗ miſcht und in eine 60 cm lange Verbrennungsröhre gefüllt; an die mit Boden vermiſchte feinpulverige Kupferoxydſchicht ſchließt ſich— durch Asbeſtpfropfen abgetrennt— eine 20 cm lange Schicht von grobem Kupferoxyd, hieran zur Reduktion des entſtehenden Stickoxydes eine 10— 12 cm lange Kupferdrahtſpirale— oder auch eine ebenſo lange Schicht von ganz feinem Silberdraht, welcher neben Reduktion des Stickoxydes auch Chlor zurückhält—; man verbindet die Ver⸗ brennungsröhre in üblicher Weiſe zunächſt mit einem Chlorcalciumrohr, dieſes mit einem Kaliapparat und verfährt im übrigen genau wie bei einer Elementaranalyſe. Die Gewichtszunahme des vorher gewogenen Kaliapparates ergiebt die aus dem Humus gebildete Kohlenſäure. — —82——— A. Unterſuchung der Mineralböden. 35 Um aus dem Kohlenſtoffgehalt des Bodens die Menge der waſſer⸗ und ſtickſtofffreien Humusſubſtanz wenigſtens annähernd genau u berechnen, nimmt E. Wolff im Humus durchſchnittlich 58% Kohlen⸗ kof an und multipliziert alſo den analytiſch ermittelten Kohlenſtoff mit der Zahl 1,724 oder die direkt gefundene Kohlenſäure mit 0,471. Hat man die fertig gebildete Kohlenſäure des Bodens nicht vor⸗ her durch Phosphorſäure ausgetrieben, ſondern den Boden direkt ver⸗ wendet, ſo muß man erſtere für ſich beſtimmen und von der Geſamt⸗ menge Kohlenſäure abziehen. Die Veſchaffenfer der organiſchen Subſtanz im Boden ergiebt ſich zum Teil ſchon aus dem Verhältnis, in welchem der Kohlen⸗ ſtoff und der Stickſtoff zugegen ſind; je enger bei mittleren Humus⸗ gehalt(3— 4%) das Verhältnis iſt, um ſo günſtiger iſt dieſelbe im allgemeinen. Das Verhältnis von organiſch gebundenem Stickſtoff zum Kohlenſtoff kann ſchwanken von 1:5 bis zu 20 und ſelbſt bis zu 40; die weiteſten Verhältniſſe kommen meiſt nur bei ſehr hohem Gehalt des Bodens an Humusſubſtanz, die engſten bei ſehr geringer abſoluter Menge derſelben vor. Ferner iſt auch noch folgendes zu be⸗ rückſichtigen: Indem man die einzelnen bei der mechaniſchen Analyſe des Bodens erhaltenen Schlämm⸗Rückſtande mikroſkopiſch unterſucht und in denſelben den Glühverluſt ermittelt, erhält man einige Auskunft über die phyſikaliſche Beſchaffenheit der organiſchen Subſtanz, über den Grad ihrer Zerteilung und Vermoderung. Die Reaktion der Humusſubſtanz oder des Bodens überhaupt wird auf die Weiſe geprüft, daß man ein mäßig feuchtes Klümpchen der Erde auf empfindliches blaues und rotes Lackmuspapier legt und beobachtet, ob im nächſten Umkreiſe der feuchten Erdprobe eine Farbenveränderung ſtattfindet. Es iſt zu beachten, daß bei der Prüfung der friſch vom Acker ge⸗ nommenen oder in einer luftdicht verſchloſſenen Flaſche aufbewahrten Boden⸗ probe ſchon die oftmals vorhandene freie Kohlenſäure eine Rötung des blauen Lackmuspapiers bewirken kann, welche aber beim Trocknen des letzteren wieder verſchwindet. Eine quantitative Beſtimmung der Säure im Boden iſt ſchwierig auszuführen. Es läßt ſich hierzu eine titrierte und ſehr verdünnte Kalk⸗ oder Barytlöſung benutzen, indem man dieſelbe in kleinen Portionen zu der vorher mit Waſſer aufgekochten Bodenprobe (etwa 50 g) hinzumiſcht, bis eine ſchwach alkaliſche Reaktion des Bodens eintritt. Auch giebt ſchon die Farbe der Bodenlöſung einen Anhalt zur Beurteilung der Humusſubſtanz, wenn man 5 g des Bodens teils mit 200 ccm Waſſer, teils auch mit 200 com einer 5 prozent. Kali⸗ oder Natronlauge auskocht und von der Flüſſigkeit etwas abfiltriert. Man ſchüttelt ferner nach Knop 100 g Erde mit 200 cem einer ammoniakaliſchen Löſung von ſalperſaurem Calcium, welche ſo bereitet und titriert iſt, daß ſie in dieſem Quantum 1 g Kalk(CaO) und die der Salpeterſäure äquivalente Menge Atzammoniak enthält. Nach öfterem Umſchütteln im Verlauf von 24 Stunden filtriert man, mißt 3* 36 Ackererde und Bodenarten. einen Teil der ammoniakaliſchen Flüſſigkeit ab und beſtimmt darin den noch vorhandenen Kalk. Der fehlende Kalk iſt, wie Knop bemerkt, faſt ganz von der Humus⸗ ſubſtanz des Bodens gebunden und drückt teils die vorhandene Menge, teils auch gewiſſe Eigenſchaften derſelben aus. Jedoch ſind hierbei auch Thon und Eiſenoxyd, ſowie überhaupt diejenigen Stoffe, von denen die Abſorptionsfähigkeit des Bodens abhängt, mehr oder weniger maßgebend. Üüber die Menge der an Kalk gebundenen Humusſubſtanz erfährt man annähernden Aufſchluß, wenn man die Kohlenſäure im unge⸗ glühten und geglühten Boden beſtimmt; dabei muß nach dem Glühen die Erde wiederholt mit kohlenſaurem Ammon angefeuchtet und ſchwach geglüht werden bis zur Konſtanz des Gewichtes. Die Differenz im Kohlenſäure-Gehalt vor und nach dem möglichſt ſchwachen Glühen giebt annähernd die Menge des in humusartiger Verbindung urſprünglich vorhandenen Kalkes an. 4. Kohlenſäure. Die Beſtimmung der Kohlenſäure im Boden kann erfolgen: a) aus dem Gewichtsverluſt, indem man in einem vorher beſchickten und gewogenen Kohlenſäure⸗Beſtimmungsapparat die Kohlen⸗ ſäure durch verdünnte Salzſäure und ſchwaches Erwärmen austreibt, den Reſt der im Apparat noch vorhandenen Kohlenſäure nach dem Erkalten entweder durch Evakuieren oder Durchleiten von Luft mittelſt eines Aſpirators entfernt, dann den Apparat wieder wägt; der Ge⸗ halt an Kohlenſäure ergiebt ſich aus dem Gewichtsverluſt. Man wägt für die Beſtimmung 1—5 g Boden ab, trocknet den⸗ ſelben erſt eine Stunde lang im Trockenſchrank bei 100°C. und bringt ihn alsdann in einen Kohlenſäure⸗Beſtimmungsapparat. 6) durch direkte Wägung. 1—5 g des vorher eine Stunde bei 100° C. getrockneten Bodens werden in ein mit doppelt, durch⸗ bohrten Kork verſehenes Kölbchen gebracht; durch die eine Offnung des Korkes führt ein Trichterrohr bis auf den Boden des Kölbchens, durch die andere ein Ableitungsrohr. Letzteres wird mit Waſch⸗ apparaten, die konzentrierte Schwefelſäure und Chlorcalcium zur Abſorption des mitgeriſſenen Waſſers enthalten, verbunden und daran ſchließt ſich ein Geißlerſcher Kaliapparat, welcher vorher gewogen worden iſt. Nach dem Einfüllen des Bodens in das Entwickelungskölbchen wird letzteres geſchloſſen, durch das Trichterrohr verdünnte Salzſäure zugegeben, zum ſchwachen Sieden erwärmt, darauf kohlenſäurefreie Luft durchgeleitet und der vorgelegte Kaliapparat wieder gewogen. Die Gewichtszunahme ergiebt die vorhandene Menge Kohlenſäure. 5. Stickſtoff. Der Geſamtſtickſtoff wird nach der Kjeldahl⸗ Methode beſtimmt; bei Gegenwart von Salpeterſäure verfährt man nach der Jodlbauerſchen Modifikation(S. 4). Man wendet die Subſtanz lufttrocken an, und zwar von Humus⸗ und Moorböden 1—2 g, von humoſen Sandböden, Sandſchlick 2— 5 g, von gewöhnlichem Ackerboden 5—10 g in fein gepulvertem Zuſtande. h —— ———— A. Unterſuchung der Mineralböden. 37 Um ein Stoßen bei der Deſtillation des Ammoniaks zu vermeiden, verdünnt man nach der Verbrennung mit wenig Waſſer und gießt vorſichtig quantitativ von dem zurückbleibenden Sande ab. Dann ſpült man noch dreimal mit wenig Waſſer den Kolben aus und gießt jedesmal von dem Sande vorſichtig ab. Zur Beſtimmung des Ammoniaks bringt man eine 100 g bei 125⁰ C. getrockneter Feinerde entſprechende Menge lufttrockener Feinerde in eine gewogene 1—2 1 faſſende Kochflaſche, ſetzt ohne zu erwärmen 50 ccm verdünnte Salzſäure(1 Vol. konz. HCl+ 4 Vol. H2 O) zu, nach dem Entweichen der Kohlenſäure nochmals 50 ccm und event. noch weitere 50 ccm, bis die Salzſäure auch nach wiederholtem Umſchütteln ganz unverkennbar vorwaltet. Man fügt jetzt ammoniak⸗ freies Waſſer zu, ſo daß man im ganzen etwa 400 cem Flüſſigkeit hat, miſcht gleichmäßig, wägt den Kolben, läßt ihn ſtehen, bis die über dem Boden ſtehende Flüſſigkeit klar geworden, zieht dieſelbe mittelſt eines mit Quetſchhahn verſehenen Hebers vorſichtig ab und beſtimmt die Menge der dekantierten Flüſſigkeit durch Zurückwägen des Kolbens. Um zu erfahren, welchen Teil der im ganzen vorhandenen Flüſſigkeit man herausgenommen hat, filtriert man den ungelöſten Rückſtand ab, wäſcht ihn aus, trocknet ihn bei 125° C. und zieht ſein Gewicht von dem des anfänglichen Geſamtinhalts der Kochflaſche ab. In der dekantierten Löſung beſtimmt man den Gehalt an Ammoniak, indem man den ſalzſauren Bodenauszug mit gebrannter Magneſia deſtilliert(S. 5). Die ſcharfe Beſtimmung der Salpeterſäure im Boden hat keine beſondere Schwierigkeit, weil dieſe Säure in ſalzartiger Ver⸗ bindung ſchon mit Waſſer leicht und vollſtändig extrahiert werden kann. Man übergießt 1000 g des lufttrocknen Bodens mit ſo viel Waſſer, daß die Menge des letzteren mit der im Boden ſchon vor⸗ handenen Feuchtigkeit 2000 ccm beträgt. Unter häufigem Umſchütteln läßt man 48 Stunden ſtehen, gießt bezw. filtriert dann 1000 ccm möglichſt klar ab und konzentriert dieſe Flüſſigkeit, unter Zuſatz von etwas kohlenſaurem Natrium, durch Eindampfen im Waſſerbade auf ein kleineres Volumen. Bei Gegenwart ziemlich beträchtlicher Mengen von löslicher Humusſubſtanz wird dieſe durch Aufkochen der Flüſſigkeit mit Kalkmilch und nach dem Filtrieren der überſchüſſige Kalk durch Einleiten von Kohlenſäuregas ausgefällt. Die wiederum abfiltrierte Flüſſigkeit teilt man alsdann, um die Salpeterſäurebeſtimmung zweimal, entweder nach gleicher oder verſchiedener Methode(S. 5) vornehmen zu können, in zwei gleiche Hälften. Jede Portion entſpricht alſo einem Quantum von 250 g des lufttrocknen Bodens. 6. Chlor. Das Chlor beſtimmt man auf die Weiſe, daß man 300 g des Bodens mit ſo viel deſtilliertem Waſſer, daß ein⸗ ſchließlich der ſchon im Boden vorhandenen Feuchtigkeit, im ganzen 900 cem Waſſer zugegen ſind, unter häufigem Umſchütteln 48 Stunden lang in Berührung läßt, ſodann 450 cem abgießt, filtriert und das Filtrat unter Zuſatz von ein wenig kohlenſaurem Natrium bis auf 38 Ackererde und Bodenarten. etwa 200 cem eindampft, wieder filtriert, die Flüſſigkeit mit Salpeter⸗ ſäure überſättigt, endlich das Chlor mit ſalpeterſaurem Silber aus⸗ fällt(S. 20). Der gebildete Niederſchlag entſpricht alſo einem Quantum von 150 g des lufttrocknen Bodens. Es kann nach vorliegenden Unterſuchungen nicht zweifelhaft ſein, daß auf dieſe Weiſe die ganze Menge des Chlors im Boden gelöſt wird. Zweckmäßig iſt es jedoch, vorher die in der Löſung vorhandene Schwefel⸗ ſäure durch ſalpeterſaures Baryum auszuſcheiden; das ſo erhaltene ſchwefel⸗ ſaure Baryum muß, wenn es quantitativ beſtimmt werden ſoll, nach dem Glühen und nachdem es mit Salpeterſäure angefeuchtet und nochmals ſchwach geglüht worden iſt, mit verdünnter Salzſäure ausgekocht und nach dem Filtrieren und Glühen gewogen werden. er 7. Schwefel. Die Beſtimmung der mit Waſſer, mit kalter und heißer Salzſäure ausziehbaren Schwefelſäure wird bei der ausführ⸗ lichen Unterſuchung dieſer Bodenlöſungen, wie früher erwähnt worden iſt, vorgenommen. Man findet aber nicht ſelten, daß aus dem vorher geglühten Boden eine verhältnismäßig weit größere Menge von Schwefelſäure, als aus dem humushaltigen Boden mit denſelben Löſungsmitteln extrahiert wird, ſo daß oftmals eine nicht unbeträcht⸗ liche Menge von Schwefel entweder in organiſcher Verbindung oder als Schwefelmetall im Boden enthalten ſein muß. Es möchte daher zu empfehlen ſein, noch eine beſondere Beſtimmung der Geſamtmenge des Schwefels nach folgender Methode vorzunehmen. Etwa 25 g des lufttrockenen Bodens werden in einem Platinſchälchen mit einer konzentrierten Löſung von reinem Kaliumſalpeter und mit Kalilauge übergoſſen; man läßt eintrocknen und erhitzt allmählich bis zum Glühen. Nach dem Erkalten wird die Maſſe mit verdünnter Salz⸗ ſäure unter Zuſatz von etwas Salpeterſäure ausgekocht, in der Löſung durch Eindampfen ꝛc. zuerſt die Kieſelſäure abgeſchieden und dann in bekannter Weiſe die Schwefelſäure beſtimmt. Die Differenz aus der ſo gefundenen Schwefelſäure und der in dem mit heißer Salzſäure bereiteten Bodenauszuge ermittelten Schwefelſäure entſpricht den anorganiſchen oder organiſchen Schwefelverbindungen. 8. Eiſenoxydul. 10 g des lufttrockenen Bodens werden in einem 250 ccm oder 500 cem faſſenden Kolben gebracht, mit etwa 100 cem verdünnter(1:3) Schwefelſäure übergoſſen, nachdem man die überſtehende Luft durch Einleiten von Kohlenſäure vertrieben bezw. durch letztere erſetzt hat; der Kolben wird alsdann mit einem Bunſenſchen Ventil verſchloſſen. Man digeriert jetzt unter häufigem Umſchütteln auf dem Waſſerbade ungefähr 2 Stunden, läßt erkalten, füllt mit ausgekochtem deſtilliertem Waſſer, dem man noch etwas ver⸗ dünnte Schwefelſäure zuſetzt, damit die Flüſſigleit ſehr ſtark ſauer iſt, bis zur Marke auf und miſcht den Inhalt. Man läßt verſtopft ſtehen, bis ſich der ungelöſte Boden vollſtändig geſetzt hat, hebt einen aliquoten Teil der klaren Flüſſigkeit ab und titriert dieſe mit ½1 ⸗Normal⸗Chamäleonlöſung, indem man die erſte, einige Sekunden anhaltende Rötung der Löſung als Endreaktion annimmt. Bei humus⸗ rii we vit — ———,y—— ——— A. Unterſuchung der Mineralböden. 39 reichen Böden liefert dieſes Verfahren indes leicht zu hohe Reſultate, weil die gelöſte organiſche Subſtanz ſchon in der Kälte auf Chamäleon wirkt. Die Gegenwart von organiſcher Subſtanz in der Bodenlöſung läßt überall nur eine annähernd richtige Beſtimmung des Eiſenoxyduls er⸗ warten. Auch zeigt bekanntlich das Eiſenoxydul ein ſehr verſchiedenes Ver⸗ halten zum Wachstum der Kulturpflanzen, je nachdem dasſelbe an Kieſel⸗ ſäure, Kohlenſäure, Schwefelſäure oder an Humusſubſtanzen im Boden ge⸗ bunden iſt. Um hierüber einigen Aufſchluß zu erhalten, muß man den Boden unter geeigneten Vorſichtsmaßregeln(in einer Kohlenſäure⸗Atmo⸗ ſphäre ꝛc.) mit verſchiedenen Löſungsmitteln behandeln, mit Waſſer, ver⸗ dünnter Eſſigſäure, neutralen weinſauren Salzen, mit kalter und heißer Salzſäure, Schwefelſäure ꝛc. und dieſe verſchiedenen Extrakte wenigſtens qualitativ auf die Gegenwart größerer und geringerer Mengen von Eiſen⸗ oxydul prüfen. Der Rückſtand von der Behandlung des Bodens mit kon⸗ zentrierter Schwefelſäure enthält ſelten irgendwie beträchtliche Mengen von Eiſenoxyd und namentlich Eiſenoxydul. Sollte jedoch letzteres der Fall und die Beſtimmung des Eiſenoxyduls wünſchenswert ſein, ſo läßt ſich dieſes mit Chamäleonlöſung beſtimmen, nachdem man das Auſſchließen der Subſtanz im Kohlenſäureſtrome nach Cooke mittelſt Flußſäure oder nach Wilbur und Phittleſen durch eiſenfreies Flußſpat⸗ oder Kryolithpulver bewirkt hat. 9. Beſtimmung von Kupfer und Blei. Kupfer und Blei finden ſich mitunter im natürlichen Boden oder können durch Fabrik⸗ abgänge oder durch Düngung mit Straßenkehricht bezw. Hausabfällen in den Boden geraten. Zu ihrer Beſtimmung wird in die erwärmte ſalzſaure Bodenlöſung Schwefelwaſſerſtoff geleitet; iſt gleichzeitig auch auf Zink Rückſicht zu nehmen, ſo muß man ſtärker ſalzſauer machen, da nach verſchiedenen Beobachtungen ſonſt das Zink teilweiſe mitge⸗ fällt wird. Nach den Verſuchen von R. Grundmann ſetzt man auf etwa 250 ccm Löſung 30 cem Salzſäure von 1,1 ſpezifiſchem Gewicht zu und leitet bei etwa 70⁰ C. Schwefelwaſſerſtoff bis zum ſtarken Vor⸗ walten ein, filtriert, ehe der Schwefelwaſſerſtoffüberſchuß entwichen oder zerſetzt iſt, wäſcht mit ſchwefelwaſſerſtoffhaltigem Waſſer aus, trocknet, röſtet, löſt wieder in Königwaſſer, verdampft zur Trockne, ſetzt Waſſer und Salzſäure zu, wie oben, und fällt nochmals mit Schwefel⸗ waſſerſtoff. Der auf dieſe Weiſe zinkfreie Niederſchlag wird wieder abfiltriert, ausgewaſchen, in Salpeterſäure gelöſt, mit deſtilliertem Waſſer verdünnt und filtriert. Das Filtrat verſetzt man mit reiner Schwefelſäure in nicht zu geringem Überſchuß, verdampft, bis die Schwefelſäure anfängt, ſich zu verflüchtigen, läßt erkalten, fügt Waſſer zu und filtriert ohne Säumen das ungelöſt bleibende ſchwefelſaure Blei ab. Sollte der Rückſtand nicht mehr genug freie Schwefelſäure enthalten, ſo fügt man zu demſelben verdünnte Schwefelſäure, bevor man Waſſer zuſetzt. Den Niederſchlag wäſcht man mit ſchwefelſäurehaltigem Waſſer aus, ver⸗ drängt dieſes zuletzt durch Alkohol, trocknet, glüht im Porzellan⸗ tiegel und wägt als ſchwefelſaures Blei(Pb SOa). Im Filtrat vom ſchwefelſauren Blei wird das Kupfer beſtimmt, 40 Ackererde und Bodenarten. indem man die Flüſſigkeit zum Sieden erhitzt und mit Kalilauge ver⸗ ſetzt. Das gefällte Kupferoxydhydrat wird abfiltriert, heiß ausge⸗ waſchen, getrocknet, im Porzellantiegel geglüht und als Kupferoxyd (Cu O) gewogen. In den beiden vereinigten Filtraten vom Schwefelwaſſerſtoffnieder⸗ ſchlage wird zuerſt durch Kochen der überſchüſſige Schwefelwaſſerſtoff verjagt und das Zink wie folgt beſtimmt: 10. Beſtimmung von Zink. Da man gewöhnlich große Mengen von Eiſen in den Bodenlöſungen hat, ſo ſcheidet man am beſten letzteres zuerſt durch eſſigſaures Natrium ab(S. 15), filtriert und beſtimmt in der eſſigſauren Löſung das Zink, indem man in die warme Löſung Schwefelwaſſerſtoff bis zum ſtarken Vorwalten einleitet. Man läßt zweckmäßig bedeckt etwa 12 Stunden an einem warmen Orte ſtehen, filtriert und wäſcht mit ſchwefelwaſſerſtoffhaltigem Waſſer aus. Um noch etwaige Spuren von Eiſen, die in dem Schwefelzink— Niederſchlage enthalten ſein können, abzuſcheiden, wird das Schwefel⸗ zink in heißer verdünnter Salzſäure gelöſt und nach dem Kochen mit etwas chlorſaurem Kalium und Ammoniak überſättigt. Das Eiſen fällt aus, während das Zink in der ammoniakaliſchen Flüſſigkeit ge⸗ löſt bleibt. Man filtriert das Eiſenoxydhydrat ab, macht das Filtrat eſſigſauer und leitet in die warme eſſigſaure Löſung wieder Schwefel⸗ waſſerſtoff, läßt 12 Stunden ſtehen, filtriert, wäſcht wie oben aus, löſt wieder in Salzſäure, oxydiert wie vorhin und fällt aus der ſalz⸗ ſauren Löſung in der Siedehitze, nachdem man annähernd mit Natronlauge neutraliſiert hat, mit kohlenſaurem Natrium das Zink als Zinkkarbonat. Es wird alsdann ſo lange gekocht, bis alle freie Kohlenſäure entwichen iſt, da freie Kohlenſäure Zinkkarbonat ähnlich wie Calciumkarbonat in Löſung hält. Sodann filtriert man ab, wäſcht mit heißem deſtilliertem Waſſer gut aus, trocknet, glüht im Platintiegel und wägt das Zink als Zinkoxyd(Zu O). h) Berechnung und Zuſammenſtellung der analytiſchen Reſultate. Nach den Vereinbarungen des Verbandes landw. Ver⸗ ſuchsſtationen i. D. R. ſind ſämtliche Analyſenreſultate auf getrockneten Boden(100⁰ C.) zu berechnen. Im übrigen möge hier zur Erläuterung die nachfolgende Zu⸗ ſammenſtellung einer ausführlichen Analyſe eines ſandigen Lehmbodens nach Behandlung mit verſchiedenen Säuren dienen. (Siehe Tab. S. 41.) 4. Die phyſikaliſchen Eigenſchaften des Bodens. Bei der genaueren Ermittelung der phyſſtkaliſchen Eigenſchaften verſchiedener, mit einander zu vergleichenden Bodenarten iſt es nötig, daß die letzteren in einem möglichſt gleichmäßigen Zuſtande der Trockenheit und der mechaniſchen Zerteilung ſich befinden, und daß A. Unterſuchung der Mineralböden. 41 J⸗ Beiſpiel einer ausführlichen Bodenanalyſe. e⸗ Obergrund% Untergrund% d I. Mechaniſche Analyſe nach Schöne: Mineralkörner über 0,10 mm.... 2,45 5,75 ⸗„ von 0,05— 0,10 mm.. 28,35 26,63 ff 3„ 0,01— 0,05 mm.. 36,32 3/,30 Mineralfeinerde bis zu 0,01 mm. 32,88 30,32 z II. Chemiſche Zuſammenſetzung: Hygroſ kopiſches Waſſer.. 2,19 1,74 5 In bei 100⁰ C. getrocknetem Boden: 1 Chemiſch zebundene Wuſe er.... 2,421 1,765 ſe Humus.. 11, 945 0,319 t. Stickſtoff............ 0, 196— en Funaflat......... 0,094— er Salpeterſäure......... 0,0038— k. Chlor............ 0,0072 0,0045 l Geſamt⸗Glühverluſt 4,366 2,084 it A. In Suſaſture lösſühe Beſtandteile: en Kieſelſäure.. 0,21 0,13 ⸗ Phosphorſäure......... 0,134 0,041 at Schwefelſcnre......... 0,051 0,027 l⸗ Eiſenorydul........ 9, 199 0,094 3 Eiſenoryd......... 2,975 2,696 „ Thonerde........... 0,954 0,897 „ Kalk...... 0,574 0,792 it oder kohlenſaures Calcium.... 1,025 1,413 nt Magneſia... 0,207 0,187 ie oder kohlenſandes Magneſium.... 0,434 0,393 ch Kali....... 0,123 0,098 b, Natton......... 0,051 0,038 m Summe 6,156 5,827 B. Durch Schwefelſäure anfgeſchloſſen: en Kieſelſäure...—. 10,856 9,444 er⸗ Twenſde Ct Eiſ iſenornd).. 4,855 4,554 4 Kalt...... 602214 0,201 Magneſta........ 0,220 0,221 Kali.......... 0,377. 0,457 du MPatron.......... 0,252 0,571 u5 Summe(als Thon) 16,784 15,448 C. Durch Fluſßſänre auſgeſchloſſ en Thonerde... 1,666 0,829 Kalk........... 0,097 0,179 Kali........... 0,415 0,439 Natron....... 0,282 0,349 Daraus berechnet f ſich: ten Kaliumfeldſpat......... 2,457 2,599 ig Natriumfeldſpat...... 2,385 2,952 der Quarzſand......... 67,852 71,090 dlß Summe 100,000 100,000 42 Ackererde und Bodenarten. die Beobachtungen unter Verhältniſſen angeſtellt werden, welche den natürlichen, auf dem Felde ꝛc. vorherrſchenden ähnlich ſind. Außer⸗ dem iſt es bezüglich mancher der phyſikaliſchen Eigenſchaften wünſchens⸗ wert, daß zu den betreffenden Beſtimmungen größere Quantitäten Boden Verwendung finden; jedoch iſt es meiſtens kaum möglich, dieſer Anforderung zu genügen, und es muß daher gerade das Be⸗ ſtreben darauf gerichtet ſein, die wichtigeren phyſikaliſchen Eigenſchaften H auch in kleineren Bodenproben mit hinreichender Genauigkeit feſtzu⸗ ſtellen und hierbei praktiſch brauchbare Reſultate zu erzielen. Es iſt zu beachten, daß der zu unterſuchende Boden völlig lufttrocken, durch gelindes Zerreiben zwiſchen den Händen oder in der Reibſchale gleichförmig gepulvert und durch Abſieben(Blechſieb mit Löchern von 2 mm Durchmeſſer) von Steinen und Steinchen befreit ſein muß. Man hat alſo zu allen Beſtimmungen, wie bei der chemiſchen Analyſe, die lufttrockene Feinerde zu verwenden. 1. Beſtimmung der Abſorptionsfähigkeit des Bodens für Waſſerdampf. Die Fähigkeit des Bodens, aus der umgebenden Luft Feuchtigkeit zu abſorbieren, Waſſerdämpfe in ſich zu ver⸗ dichten, kann nach 4 verſchiedenen Richtungen mit gegenſeitig ver⸗ gleichbaren Reſultaten ermittelt werden. 2) Die genau abgewogene Probe(10—20 g) wird in einem flachen, quadratförmigen Zinkkäſtchen über eine Fläche von 25 qcm gleichförmig ausgebreitet und im Verlaufe von einigen Tagen unter Beobachtung der jedesmaligen Lufttemperatur durch mehrfache Wä⸗ gungen die etwaigen Gewichtsveränderungen ermittelt, bis das Ge⸗ wicht bei ziemlich gleicher Temperatur faſt ganz konſtant bleibt. Durch Trocknen der Probe bei 100° C. erfährt man ſodann, wie viel hygro⸗ ſkopiſches oder mechaniſch abſorbiertes Waſſer die Erde im lufttrockenen Zuſtande bei mittlerer Temperatur zurückzuhalten vermag. Von Intereſſe wird es auch ſein, das Verhalten der lufttrockenen Erde beim Trocknen über Schwefelſäure(unter der Glasglocke), ſowie bei mäßig erhöhter Temperatur, unter dem Einfluß des direkten Sonnenlichtes oder beſſer auf die Weiſe zu ermitteln, daß man die Gewichtsabnahme bei künſtlich erhöhter, aber gleichmäßig andauernder Lufttemperatur, z. B. bei 20°, bei 30° und bei 40⁰° C. genau be⸗ obachtet. Zu einem ähnlichen Reſultate bei vergleichenden Unterſuchungen wird man gelangen, wenn man die abgewogene Bodenprobe in dem Zinkkäſtchen zunächſt bei 100 C. oder über Schwefelſäure austrocknet und dann die Gewichtszunahme beobachtet, welche bei mittlerer Luft⸗ temperatur durch Abſorption von Feuchtigkeit aus der umgebenden Luft bedingt iſt. Bei ziemlich gleichem Humusgehalt verſchiedener Bodenarten ſteht die Menge des abſorbierten und von der lufttrocknen Erde zurückgehaltenen Waſſers im nahen Zuſammenhange mit der Menge des vorhandenen Thones. Durch Zunahme der Humusſubſtanz erhöht ſich die in Rede ſtehende Eigen⸗ ſchaft des Bodens beträchtlich, ſo daß ein humusreicher Sandboden oft eben⸗ ———=— ——— 2= A. Unterſuchung der Mineralböden. 43 ſoviel und mehr Feuchtigkeit im lufttrockenen Zuſtande zurückhält, als ein humusarmer Thonboden. Die Mengen der von verſchiedenen Bodenarten bei gleicher Lufttemperatur abſorbierten oder zurückgehaltenen Feuchtigkeit differieren ſehr bedeutend und bewegen ſich im allgemeinen in den Grenzen von ½ bis 7 Prozent des waſſerfreien Bodens. Beim Trocknen über Schwefelſäure bei gewöhnlicher Temperatur bedarf es einer Zeit von 4 bis 7 Tagen, bis ein konſtantes Gewicht eintritt, und der ſtattgefundene Ge⸗ wichtsverluſt iſt dann um 0,2 bis 1,5% geringer, als wenn das Trocknen bei 1000 C. vorgenommen wurde. b) Die lufttrockene Erde vermag in einem mit Waſſerdämpfen geſättigten Raum bei konſtanter mittlerer Temperatur noch mehr Feuchtigkeit aufzunehmen. Um hierüber Auskunft zu erhalten, wird dieſelbe völlig lufttrockene Probe von(a) in dem flachen Zinkkäſtchen über ein Gefäß geſtellt, deſſen Boden mit Waſſer bedeckt iſt und das Ganze mittelſt einer Glasglocke luftdicht abgeſchloſſen. Man beſtimmt alsdann drei- bis viermal nach jedesmal 24 Stunden die Gewichts⸗ zunahme der Bodenprobe. Gleichzeitig muß man unter dieſelbe Glas⸗ glocke auch ein leeres Zinkkäſtchen von genau gleicher Größe ſtellen und beobachten, ob und wie viel dieſes an Gewicht zunimmt. Auch durch Hinſtellen in einem feuchten Kellerraum bei einer Temperatur von etwa 150 C. läßt ſich die in ähnlicher Weiſe ſtattfindende Gewichts⸗ zunahme des Bodens ermitteln. Sandige und lehmige Bodenarten ſättigen ſich auf dieſe Weiſe ſchon im Verlaufe der erſten 24 Stunden faſt vollſtändig mit Feuchtigkeit und bleiben dann im Gewicht unverändert oder nehmen nur überaus langſam noch weiter an Gewicht zu, wenn nicht vielleicht ungewöhnlich große Mengen von leicht löslichen und zerfließlichen Salzen zugegen ſind, wodurch über⸗ haupt die Eigenſchaft des Bodens, Feuchtigkeit aus der Luft zu abſorbieren, ſehr weſentlich verändert und erhöht wird. Sehr thonige aber auch humus⸗ reiche Bodenarten müſſen, ſelbſt in der kleinen, zu dieſem Verſuche zu ver⸗ wendenden Probe von etwa 10 g, wenigſtens 3—4 Tage unter der Glas⸗ glocke ſtehen, bis ſie mit Feuchtigkeit ziemlich geſättigt ſind. Natürlich iſt ſtets auch die Temperatur der mit Waſſerdämpfen beladenen Luft im Appa⸗ rate zu beobachten und zu notieren. Die Menge der von den völlig luft⸗ trockenen Bodenarten abſorbierten Feuchtigkeit iſt wiederum hauptſächlich durch deren Thon⸗ und Humusgehalt bedingt, jedoch ſind die Schwankungen bei verſchiedenen Bodenarten im allgemeinen nicht ſo beträchtlich, wie be⸗ züglich der von der lufttrockenen Erde unter gewöhnlichen Verhältniſſen zurück⸗ gehaltenen Feuchtigkeit; ſie bewegen ſich meiſtens nur zwiſchen 0,2 und 2,5% des waſſerfreien Bodens. c) Dieſelben Zinkkäſtchen und dieſelben Bodenproben, wie in(a) und(b), kann man auch benutzen zu Beobachtungen über die Abſorption von Feuchtigkeit, wenn man den Boden über Nacht im Freien dem Einfluß eines mehr oder weniger ſtarken Taufalles ausſetzt. Man hat hierbei möglichſt ſorgfältige Notizen zu ſammeln über die Stärke des Taufalles, die Lufttemperatur und über die Klarheit oder teilweiſe Bedeckung, überhaupt den Zuſtand des Himmels. Auch hat man das Verhalten des Bodens zu beobachten, indem man die Käſtchen mit gleichen Gewichtsmengen der Erde und unter ſonſt ganz gleichen Ver⸗ hältniſſen teils auf eine freie, vegetationsleere, dem friſch beſtellten 44 Ackererde und Bodenarten. Acker ähnliche Fläche, teils aber auf einen mit dichter Grasnarbe über⸗ zogenen Platz ſtellt. d) Endlich iſt noch darauf anfmerkſam zu machen, daß die Be⸗ obachtungen in(b) und(c) hauptſächlich dann ein praktiſches Intereſſe gewinnen, wenn man dieſelben nicht allein mit ganz kleinen und im Zuſtande der größten Auflockerung befindlichen Bodenproben anſtellt, ſondern die Verſuche gleichzeitig ansdehnt auf das Verhalten mehr oder weniger mächtiger Schichten des Bodens im mit Waſſer⸗ dämpfen geſättigten Raume oder im Freien während der Nacht unter dem Einfluß der atmoſphäriſchen Abkühlung und der Tauniederſchläge. Zu dieſem Zweck kann man Zinkkäſtchen von gleichem Durchmeſſer und gleicher Flächenausdehnung wie in(a),(b) und(C), aber von größerer Tiefe benutzen, ſo daß die Bodenſchicht eine Dicke erhält, in ver⸗ ſchiedenen Käſtchen von etwa ½— 1 ½— 3 und 6 cm. Der Boden muß überall im völlig lufttrockenen und in einem gleichförmig fein⸗ erdigen Zuſtande zugegen ſein, und es wird genau ermittelt, teils wie⸗ viel Feuchtigkeit von den verſchiedenen dicken Bodenſchichten innerhalb einer beſtimmten Zeit aufgenommen wird, teils wie tief die Feuchtig⸗ keit in dem gleichen Zeitraum in den Boden eindringt, teils endlich, wie lange Zeit erforderlich iſt(bei Beobachtungen in dem mit Waſſerdämpfen geſättigten Raume), um die verſchieden dicken Boden⸗ ſchichten mit der unter den vorhandenen Verhältniſſen zu abſorbieren⸗ den Feuchtigkeit ziemlich vollſtändig zu ſättigen. 2. Beſtimmung der waſſerfaſſenden Kraft oder der Waſſerkapazität des Bodens. Mit Bezug auf die Beſtimmung der Waſſer⸗ waſſerhaltenden Kraft) des Bo⸗ dens, der Fähigkeit desſelben, eine gewiſſe Menge von flüſſigem Waſſer in Tig. 7. ſeine Poren aufzunehmen, will ich die 4. 7. beiden folgenden Methoden erwähnen: a) Ein cylindriſches Röhrchen von Zinkblech(Fig. 7), das genau 16 cm hoch und einen lichten Durchmeſſer von 4 cm beſitzt(Raum⸗ inhalt 201,06 ccm), iſt am Boden mit einem feinen Nickel⸗Drahtnetz verſehen. Unten iſt ein Stück Zinkrohr darüber gelötet, welches an der Seite durchlöchert iſt. Vor dem Gebrauch legt man feine angefeuchtete Leinwand auf den Drahtnetzboden des Cylinders, überbindet denſelben unten mit einem Stück Kautſchuk und füllt zunächſt den unteren Teil des Cylinders bis zum Siebboden mit Waſſer. Darauf gießt man 200 ccm Waſſer von 16⁰ C. in den Cylinder hinein und bringt genau über dem Waſſerſpiegel eine Marke an. Der über der Marke ſtehende Blechrand wird abgefeilt, ſo daß der Cylinder mit Leinwandlappen genau 200 ccm Rauminhalt beſitzt und zu gleicher Zeit zur Be⸗ ſtimmung des Volumgewichtes des Bodens benutzt werden kann. Dieſes Gefäß wird bei dem eigentlichen Verſuch, nachdem zuvor das feuchte Leinwandläppchen hineingelegt worden iſt, gewogen und darauf kapazität(waſſerfaſſenden oder A. Unterſuchung der Mineralböden. 45 mit dem Boden gefüllt. Letzterer(die Feinerde desſelben, ſ. oben) muß vollſtändig lufttrocken ſein(bei einem größeren Waſſergehalt er⸗ hält man ganz andere, zu hohe Reſultate, weil dann die Teilchen des Bodens ſich nicht ſo dicht nebeneinander legen, die Zwiſchenräume oder Poren alſo mehr Waſſer aufzunehmen vermögen); er wird in einer Reibſchale vorher unter gelindem Druck ſo fein und gleichförmig zerrieben, als möglich iſt, ohne die etwa vorhandenen kleinen Steinchen zu zerſtoßen. Die Erde wird ſodann in kleinen Portionen in den Zinkeylinder geſchüttet und jedesmal durch gelindes Aufklopfen des Cylinderchens auf eine weiche Unterlage ein dichtes und gleichförmiges Zuſammenſetzen der Bodenteilchen bewirkt, bis zuletzt der ganze Cylinder mit Erde angefüllt iſt. Man ſtellt nun den mit Boden gefüllten Cylinder, nachdem er gewogen worden iſt, ſo tief in einer Glaswanne in Waſſer, daß der Siebboden 5—10 mm in dasſelbe hineinreicht, ſtellt eine Glasglocke darüber, um die Luft abzuhalten, und läßt die Erde von unten her ſich mit Waſſer vollſaugen. Die Feuchtigkeit er⸗ ſcheint je nach der Beſchaffenheit des Bodens in kürzerer oder längerer Zeit an der Oberfläche desſelben; man läßt den Apparat im Waſſer ſtehen, bis nach wiederholtem Wägen nur noch höchſt unbedeutende Gewichtsveränderungen zu bemerken ſind. Die geſamte Gewichtszu⸗ nahme ergiebt die Menge des abſorbierten Waſſers. Faſt ganz dieſelben Reſultate, wie bei dem Vollſaugen des luft⸗ trockenen, feinpulverigen Bodens von unten her erhält man, wenn man eine gleich dicke Schicht der Erde(16—17 cwm) in ein ähnliches, mit Trichterrohr verſehenes Zinkeylinderchen unter ganz gleichen Verhält⸗ niſſen einfüllt, ſodann von oben mit Waſſer vorſichtig überſättigt und den Überſchuß des Waſſers durch das Trichterrohr abtropfen läßt. Hierbei muß, wie bei allen Verſuchen über die Waſſerkapazität, die Temperatur beobachtet werden, weil mit der Erhöhung der letzteren die erſtere mehr oder weniger ſich vermindert. Bei der Beſtimmung der Waſſerkapazität iſt es beſonders wichtig, dieſe Eigenſchaft des Bodens auf den lufttrockenen Zuſtand desſelben zu berechnen, weil die prozentiſchen Verhältniſſe der Waſſeraufnahme nur in dieſem Falle eine deutliche Überſicht gewähren, dagegen bei der bezüglichen Ver⸗ gleichung ſehr verſchiedener Bodenarten ſich oft faſt vollſtändig ausgleichen oder ſogar umkehren, wenn man das Gewicht des bei 100⁰ C. getrockneten Bodens der Rechnung zu Grunde legt. Es iſt nämlich die Waſſerkapazität, auf den lufttrockenen Zuſtand des Bodens bezogen, unter den oben ange⸗ deuteten Verhältniſſen für thonige, humusarme Bodenarten eine entſchieden geringere als für ebenfalls humusarme, lehmige und ſandige Bodenarten, während bei größerem Humusgehalt überall die Poroſität des Bodens und damit zugleich die Menge des abſorbierten Waſſers deutlich zunimmt. Ein ſehr thoniger Boden vermochte z. B. 27,3%, drei ziemlich thonige Boden⸗ arten 30,5, 30,6 und 31,4, zwei ſandig⸗lehmige Bodenarten von ſehr feinem Korn 33,0 und 36,4 und ein ſchwarzer, humusreicher, ſandiger Lehmboden 41,2% Waſſer über den lufttrockenen Zuſtand hinaus aufzunehmen; dagegen geſtalteten ſich dieſe Zahlen, wenn man überall das Gewicht des ganz waſſerfreien Bodens der Rechnung zu Grunde legte, in derſelben Reihen⸗ folge: 36,7; 37,4— 36,1— 37,3; 36,0— 39,0; 48,4, Zahlenverhältniſſe, welche 46 Ackererde und Bodenarten. die charakteriſtiſchen Eigentümlichkeiten der verſchiedenen Bodenarten großen⸗ teils gar nicht deutlich hervortreten laſſen. Richtiger aber iſt es, wenn man die Waſſerkapazität überhaupt gar nicht auf das Gewicht des Bodens, ſondern ſtets auf das Volumen desſelben be⸗ rechnet. b) In Wirklichkeit, d. h. bei ganz natürlicher Lage des Bodens iſt die Waſſerkapazität des letzteren meiſtens eine noch geringere, als nach der ſoeben angedeuteten Beſtimmungsmethode gefunden wird; denn man hat es dann mit noch weit tieferen Säulen der poröſen Medien zu thun und es iſt leicht verſtändlich, daß unter ſolchen Um⸗ ſtänden nur die feinen Kapillarräume mit Waſſer gefüllt bleiben, während die größeren Zwiſchenräume nur vorübergehend das Waſſer aufnehmen, bei dem Verſinken des letzteren aber die Luft wieder ein⸗ dringen laſſen— einerlei ob das Waſſer von der Oberfläche aus ein⸗ dringt oder aus der Tiefe aufſteigt, ſobald nur in beiden Fällen nach kürzerer oder längerer Zeit die Bewegung des Waſſers im Boden aufgehört hat und alſo hinſichtlich des Feuchtigkeitsgehaltes ein Gleich⸗ gewicht zwiſchen den oberen und tieferen Schichten eingetreten iſt. Nach faſt 14 tägigem, meiſt ſehr ſtarkem und anhaltendem Regen, alſo im vollſtändig durchnäßten Zuſtande fand E. Wolff in Proben, welche in einer Tiefe von 2 bis zu 30 cm aufgenommen und direkt vom Felde auf ihren Waſſergehalt geprüft wurden, bei den oben erwähnten ziemlich thonigen Bodenarten durchſchnittlich nur 21,8%, in den feinſandigen Bodenarten 24,4%, gegenüber von bezw. 30,8 und 34,7%(nach Methode a beſtimmt), überall auf den lufttrockenen Zuſtand des Bodens berechnet. Um den natürlichen Verhältniſſen möglichſt nahe entſprechende Reſultate zu erzielen, verfährt man nach A. Mayer auf folgende Weiſe: Eine Glasröhre von 1,5— 2 cm Weite wird unten mit Lein⸗ wand zugebunden und mit dem lufttrocknen Bodenpulver, unter mäßigem Aufſtoßen auf eine weiche Unterlage, einen Meter hoch angefüllt. Die Glasröhre beſteht aus 2 Stücken, welche mit einem kurzen Kautſchuk⸗ rohr an einander befeſtigt ſind. Das untere Stück iſt nahezu 0,75 m lang, ſo daß noch 0,25 m des oberen Stückes mit dem Boden ange⸗ füllt werden. So vorbereitet wird raſch ſo viel Waſſer oben aufge⸗ goſſen, daß vorübergehend die volle oder Geſamt⸗Waſſerkapazität der ganzen Erde in Anſpruch genommen wird. Dabei findet während des Abwärtsſinkens des Waſſers eine Anfeuchtung der Hohlräume vor der Anfüllung derſelben mit Waſſer ſtatt. Hierauf wartet man, bis das überſchüſſige Waſſer vollſtändig abgefloſſen iſt, öffnet dann ſogleich den Kautſchukverband, nimmt an dieſer Stelle ein genügendes Quantum der feuchten Erde heraus, wägt und beſtimmt den Gewichtsverluſt durch Trocknen bei 1000 C. Die ſo dem Gewichte nach ſich er— gebende Waſſerkapazität wird mit Hilfe des„ſcheinbaren ſpezifiſchen Gewichtes“(ſ. unter 9. S. 56) des Bodens auf die Volumeinheit um⸗ gerechnet. Die auf ſolche Weiſe erhaltene Zahl kann man als die kleinſte(nach A. Mayer auch abſolute) Waſſerkapazität bezeichnen; ſie fällt für die ver⸗ ſchiedenen Bodenarten, je nach der Feinheit und Poroſität der Gemengteile, A. Unterſuchung der Mineralböden. 47 ſehr verſchieden aus; die Differenzen ſind, entſprechend den natürlichen Verhältniſſen, weit größer, als bezüglich der„vollen“ Waſſerkapazität, deren Beſtimmung von keinem praktiſchen Werte iſt. Bei ſehr thonigen Boden⸗ arten iſt die angegebene Methode eine unbequeme, weil das Waſſer durch eine ſo tiefe Schicht überaus langſam hindurchfließt. In ſolchen Fällen aber kann man auch kürzere Röhren oder die unter(a) beſchriebenen Zink⸗ gefäße anwenden, weil bei ſehr thonigen Bodenarten die nach Methode a und b ermittelten Zahlen ziemlich zuſammenfallen, vorausgeſetzt, daß überall gleiche Poroſitätsverhältniſſe vorhanden ſind. Wollny verwirft jedoch auch in dieſem Falle die Methode a ſowie die ſpäter(Wollny, Forſchungen ꝛc. 1880. S. 150) von A. Mayer abgeänderte Methode und redet auch hier der von ihm modifizierten A. Mayerſchen Methode das Wort. Nachdem er die von A. Mayer vorgeſchlagene Methode nach verſchiedenen Rich⸗ tungen geprüft, ſchlägt er folgendes Verfahren vor zur Beſtimmung der kleinſten Waſſerkapazität: Eine 90 cem lange Zinkblechröhre, deren innerer Durchmeſſer 4 cm mißt, trägt an beiden Enden, rechtwinklig zur Achſe eine platten⸗ förmige, Erweiterung 1,5 cm breit. Das untere Ende wird mit einer ſtarken ſehr grobmaſchigen Leinwand verbunden und der zu unter⸗ ſuchende Boden ſchichtenweiſe eingefüllt und mit einem Stößel feſt⸗ geſtampft. Auf das obere Ende werden noch 2 je 10 em lange, gleichfalls 4 cm weite Glasröhren geſetzt. Dieſe ſind, an beiden Enden mit aufgekitteten Meſſingeylindern verſehen, die ſich auch recht⸗ winklig zur Achſe des Röhrenſtückes zu kreisrunden, vollſtändig eben geſchliffenen 1,5 cm breiten Platten erweitern. Dieſe Platten werden eingefettet aufeinander gelegt und die aneinander ſtoßenden Platten vermittelſt je dreier hölzener Klemmer feſt aufeinander gepreßt. Daß mit der Blechröhre verbundene Glasrohr wird ebenfalls feſt mit Boden gefüllt, während dies beim zweiten bloß im unteren Teil geſchieht, damit, wenn beim Anfeuchten ſich der Boden noch ſetzen ſollte, etwas in die erſte Röhre nachrutſchen kann und dieſe ſtets mit Boden voll⸗ gefüllt bleibt. Es wird nun der noch freie Teil der oberen Glasröhre mit Waſſer gefüllt und dies ſo oft wiederholt, bis das Waſſer unten angelangt iſt. Um dies beobachten zu können, befindet ſich am unterſten Ende der Blechröhre in der Wand derſelben ein 2 cm breiter, 10 cm hoher, durch eine Glasplatte verdeckter Schlitz. Um die Verdunſtung am unteren Ende der Röhre zu verhüten, wird ſie mit dem ver⸗ breiterten Rande auf eine Glasplatte geſtellt. Sobald das Waſſer am unteren Ende angelangt iſt, wird das überſchüſſige Waſſer von der Oberfläche abgehoben und das Glasrohr oben mit einem Korke verſchloſſen, durch deſſen Mitte eine oben in eine Spitze ausgezogene Glasröhre führt, um eine Verdunſtung zu vermeiden. Hierauf läßt man noch 36 Stunden ſtehen. Sodann werden nach Entfernung der Klemmer die einzelnen Röhrenſtücke mit einem Platinblech auseinander geſchnitten und die beiden Enden der mit der Blechröhre in Verbindung geſtandenen Glasröhre mit je einer Glasplatte bedeckt, um jede Verdunſtung zu verhindern. Es wird nun gewogen und aus dem Gewicht nach Abzug desjenigen des Röhren⸗ 48 Ackererde und Bodenarten. ſtückes nnd der Glasplatten ergiebt ſich das Gewicht des feuchten Bodens. Letzterer wird ſorgfältig in eine größere Porzellanſchale gebracht und bei 100°C. getrocknet. Vor dem Wägen läßt man ihn 24 Stunden an der Luft ſtehen, um ihn lufttrocken zu machen. Aus der Differenz zwiſchen dem Gewicht des feuchten und des trockenen Bodens ergiebt ſich der Waſſergehalt, welcher volumprozentiſch berechnet wird. Das Volumen des Glasröhrenſtückes wird vorher mit deſtilliertem Waſſer bei 17,5⁰° C. genau ermittelt. Die nach der zuletzt erwähnten Methode beſtimmte kleinſte oder abſolute Waſſerkapazität läßt zugleich erkennen, wie viel nach Volum⸗ prozenten noch an Luft in dem mit Waſſer geſättigten Boden vor⸗ handen iſt; man braucht nur das Volumen des aufgenommenen Waſſers mit der unter ſonſt gleichen Verhältniſſen ermittelten Geſamtporoſität des Bodens zu vergleichen. 3. Beſtimmung der Verdunſtungsfähigkeit des Bodens. Die Verdunſtung der Feuchtigkeit aus dem Boden. Bei gewöhnlicher Zimmertemperatur im Schatten haben alle Bodenarten, ſelbſt wenn ſie in ziemlich dicken Schichten dem Verſuch unterworfen werden,— wenigſtens, ſo lange noch eine reichliche Menge von Feuchtigkeit zugegen iſt—, ein beinahe gleiches Verdunſtungsvermögen, d. h. die abſolute Menge des in einer beſtimmten Zeit verdunſteten Waſſers iſt faſt nur bedingt durch die Größe der Oberfläche des die Feuchtigkeit ausdunſtenden Bodens und durch die Temperatur der umgebenden Luft. Außerdem iſt die Verdunſtung in dieſem Falle eine ſo überaus langſame, daß man Monate gebraucht, bis nur 100 bis 150 g der mit Waſſer geſättigten Erde in einer 4— 6 cm mäch⸗ ligen Schicht den völlig lufttrockenen Zuſtand wieder angenommen aben. h Es wurden z. B. 6 in ihrem Humus⸗, Thon⸗ und Sandgehalt ſehr verſchiedene Erden in Mengen von ungefähr 30(A), 60(B) und 150(C) g und in Schichten von reſp. 1 ½, 3 und 5 ½ cm Mächtigkeit(in Zinkkäſtchen von gleicher Oberfläche, aber verſchiedener Tiefe) mit Waſſer gleichförmig und vollſtändig geſättigt und während ihrer Aufbewahrung an einem zug⸗ und ſonnenfreien Platze von Zeit zu Zeit auf ihre durch Verdunſtung des Waſſers bedingte Gewichtsabnahme geprüft. Im Laufe von 96 Stunden waren verdunſtet: 1. 2. 3. 4. 5. 6. 4.. 7,689 6,854 6,545 6,593. 7„145 7,191 9 B. 6,833 6,068 6,046 5,920 6,037 6,018„ C 6,81 5,96 5,99 6,16 6,10 6,67„ Ferner in einer noch kleineren Quantität von nur 10 g des luft⸗ trockenen Bodens: Stunden 1. 2. 3. 4. 5. 6. Waſſer 24.. 1,751 1,734 1,644 1,610 1.588 1428 1,5/6 48. 3,600 3,731 3,411 3,396 3,264 3,009 3,220 Die Differenz in den ſehr verſchiedenartigen und andererſeits die Über⸗ einſtimmung bei den unter ſich ziemlich gleichartigen Böden(2 und 4; 3 und é) tritt hier offenbar nicht ſcharf genug hervor. A. Unterſuchung der Mineralböden. 49 Nur wenn man die natürlichen Verhältniſſe möglichſt nach⸗ ahmt, indem man den Boden in hinreichend dicken Schichten im Freien dem wechſelnden Einfluß des direkten Sonnen⸗ lichtes und des Schattens ausſetzt, werden die charakteriſtiſchen Eigentümlichkeiten der verſchiedenen Bodenarten deutlich bemerkbar. Es iſt wünſchenswert, daß hierbei immer eine oder zwei ſchon früher in dieſer Richtung unterſuchte Bodenarten gleichzeitig mit dem neu zu prüfenden Boden zu dem Verſuche benutzt werden, weil man auf ſolche Weiſe beſſere Anhaltspunkte zur Beurteilung der betreffenden Eigenſchaften erhält. Man benutzt zu derartigen Verſuchen die oben beſchriebenen Zink⸗ cylinder, in welchen man die ſorgfältig eingefüllte Erde von unten her mit Waſſer ſich vollſaugen läßt, ſteckt jedes derſelben in eine eng anſchließende Hülſe von dicker Pappe und ſtellt hierauf die Käſtchen mit den verſchiedenen Bodenarten neben einander in ein Holzliſtchen, welches mit dem Deckel gerade die Höhe der Zinkkäſtchen hat. Das Holzkiſtchen wird mit einem Deckel verſchloſſen, welcher entſprechend dem Durchmeſſer der Zinkkäſtchen Ausſchnitte hat, ſo daß, wenn das Ganze vor ein nach Süden ausgehendes Fenſter oder auch ganz ins Freie geſtellt wird, die direkten Sonnenſtrahlen nur auf die Ober⸗ fläche der Erde einwirken können. Alle 24 Stunden(oder nach Umſtänden nur von 3 zu 3 Tagen) werden die Zinkeylinderchen aus den Hülſen herausgenommen, der Gewichtsverluſt ermittelt, und dieſe Wägungen je nach der Witterung 14 Tage bis 4 Wochen fortgeſetzt, auch mehrmals täglich die Tempe⸗ ratur der Luft in der Nähe des Apparates, der Feuchtigkeitszuſtand derſelben, der jeweilige Barometerſtand, ſowie die Beſchaffenheit des Himmels beobachtet. Anfangs wird man bemerken, daß die Ver⸗ dunſtung bei allen mit Waſſer völlig geſättigten Bodenarten, auch in der heißen Sonne eine ziemlich gleiche iſt, bald wird die Schnelligkeit der Verdunſtung bei den thon⸗ und humusreichen Bodenarten weit geringer als bei den ſandigen, überhaupt denjenigen Erden, welche eine große Kapillarkraft beſitzen und die Feuchtigkeit aus den tieferen Schichten raſch an die Oberfläche ſteigen laſſen. Es tritt ein Punkt ein, wo die Differenzen in der Verdunſtung am größten ſind, von welchem Punkt an ſie wieder abnehmen, bis die verſchiedenen Boden⸗ arten unter gleichen äußeren Verhältniſſen eine Zeitlang ziemlich gleichviel Feuchtigkeit ausdunſten und von dieſem Punkte an aber⸗ malige Differenzen ſich einſtellen, ſo aber, daß von jetzt an die thon⸗ und humusreichen Böden ſchneller ausdunſten als die Sandböden, weil die letzteren bereits faſt bis auf den lufttrockenen Zuſtand ausgetrocknet ſind, die erſteren aber noch eine beträchtliche Menge Feuchtigkeit ent⸗ halten. Da die Menge der Erde und des urſprünglich aufgenommenen Waſſers in jedem Cylinderchen bekannt iſt, ſo kann leicht die jedem Zeitpunkte entſprechende Menge des verdunſteten Waſſers in Prozenten der lufttrockenen Erde oder des urſprünglich vorhandenen Waſſerquan⸗ tums berechnet werden. Wolff⸗Haſelhoff, Anleitung. 4. Auflage. 4 50 Ackererde und Bodenarten. Um den beſchriebenen Verlauf der Verdunſtung noch beſſer zu verdeut⸗ lichen, ſeien hier die von E. Wolff bei einer derartigen Verſuchsreihe mit 6 Bodenarten von ſehr verſchiedener Zuſammenſetzung erhaltenen Reſultate kurz mitgeteilt. Nr. 1 iſt ein ſchwarzer, humusreicher und kalkhaltiger Lehmſandboden, die übrigen Bodenarten ſind ſämtlich humusarm, und zwar Nr. 2 und 4 ſehr feinkörnig, ſandig⸗lehmig, Nr. 3 und 6 ziemlich thonig, Nr. 5 ſehr thonig. Es iſt zu bemerken, daß die Erden am Tage bei heißem, hellem Wetter 8 Stunden lang(½ 8 Uhr morgens bis ½ 4 Uhr nach⸗ mittags) von dem direkten Sonnenlichte(Auguſt 1862) getroffen wurden, während der übrigen Zeit des Tages aber im Schatten, teils im Freien vor dem Fenſter, teils im Zimmer ſtanden. 1. 2. 3. 4. 5. 6. Lufttrockene Erde. 166,9 181,8 192,5 194,7 207, Abſorbiertes Waſſer 68,71 66,13 60,54 64,31 56,68 59,95„ do. in% der lufttr. Erde 41,2 36,4 31,4 33,0 27,3 30,6% Es verdunſteten von dem 1. bis 3. Tage. 16,18 19,58 17,97 19,46 15,78 21,52 g 3. bis 6. Tage. 11,66 17,20 10,36 14,63 6,81 11,58„ 6. bis 12. Tage 9,59 12,52 8.32 11,52 7,24 7.69„ 4. Periode.. 8,56 8,58 9,31 8,69 8,84 8,01„ 5. Periode... 7,26 5,34 8,22 6.,30 9,06 7,14„ Alſo verdunſteten in den erſten 12 Tagen an Waſſer: 37,43 49,24 36,65 45,61 30,01 39,59 g oder in Prozenten des urſprünglich vorhandenen Waſſers: 1. 2. 3. 4. 5. 6. 54,5 74,5 60,5 70,9 52,9 66,0 oder in Prozenten der lufttrockenen Erde: 22,4 27,1 19,0 23,4 14,4 20,2 Man wird alſo die Verdunſtung vorzugsweiſe von dem Punkte an, wo das Charakteriſtiſche bei der Verdunſtung in den einzelnen Erden deut⸗ lich hervortritt, bis zu dem Punkte, wo dasſelbe wiederum verſchwindet, zu verfolgen haben und zwar, wo möglich, ſtets im Vergleich mit zwei Normal⸗ Bodenarten, einem recht ſandigen und einem thonreichen Boden von mitt⸗ lerem Humusgehalt. Eine bedeutend raſchere Verdunſtung der Feuchtigkeit wird be⸗ wirkt, wenn man zu den vergleichenden Verſuchen nach W. Wolf aus feinem Drahtnetz verfertigte Würfel von 6 cm Durchmeſſer nimmt. Dieſe werden unter gelindem Aufklopfen nach und nach mit dem luft⸗ trockenen Boden gefüllt, nachdem man vorher den Boden und die inneren Seitenflächen des Drahtnetzwürfels mit entſprechend großen Stücken von Filtrierpapier belegt hat, um das Durchfallen der Feinerde zu verhindern. Hierauf beſtimmt man das Gewicht des betreffenden Bodens, ſtellt die untere Fläche des Würfels etwa 2 cm tief in deſtilliertes Waſſer und läßt auf dieſe Weiſe den Boden ſich vollſaugen. Der Apparat wird dann frei aufgehängt und unter Beobachtung der Lufttemperatur der Gewichtsverluſt nach einer beſtimmten Zeit er⸗ mittelt. Aus 6 verſchiedenen Bodenarten, welche im vollſtändig mit Waſſer geſättigten Zuſtande, je nach ihrer Beſchaffenheit 47— 67% Waſſer ent⸗ ee A. Unterſuchung der Mineralböden. 51 hielten, verdunſteten ſchon im Verlaufe von 24 Stunden 22,7— 31,4% des geſamten Feuchtigkeitsgehaltes. Inwiefern es zweckmäßig iſt, bei Verſuchen über die Verdunſtung des Waſſers aus dem Boden die Methode vielleicht in der Weiſe abzuändern, daß man eine konſtant höhere Temperatur von 30 bezw. 40⁰ C. einwirken, oder auch die Waſſerverdunſtung im trockenen Raume über Schwefelſäure, mit regelmäßiger Erneuerung der letzteren, bei gewöhnlicher Temperatur ſtattfinden läßt, darüber müſſen erſt noch weitere vergleichende Verſuche angeſtellt werden. 4. Die Beſtimmung der Filtrationsfähigkeit des Bodens. Um das Durchſickern des Waſſers durch den Boden oder das Waſſer⸗durchlaſſende Vermögen des Bodens quantitativ zu beſtimmen, wird ein viereckiges, ungefähr 25 cm hohes und 3 cm im Quadrat weites Zinkkäſtchen, welches unten mit einem trichterförmigen Anſatz und engem Abflußrohr verſehen iſt, zuerſt am unteren Ende mit lockerer Baumwolle verſchloſſen, ſo daß die Baumwolle durch das Trichterrohr hindurchgeht und noch aus dem⸗ ſelben ein wenig hervorragt. Hierauf wird etwas grober Quarzſand auf die Baumwolle geſchüttet und damit die trichterförmige Vertiefung des Apparates ausgefüllt; man feuchtet den Sand und die Baumwolle mit Waſſer an und wägt den Apparat. Dann füllt man unter ge⸗ lindem Aufklopfen lufttrockene feinpulverige Erde hinein, bis die ganze Erdſchicht eine Mächtigkeit von etwa 16 cm erreicht hat; der Apparat mit der lufttrockenen Erde wird wieder gewogen, um das Gewicht der eingefüllten Erde zu ermitteln und die letztere ſodann durch vorſichtiges und ſucceſſives Übergießen mit Waſſer geſättigt. Nach dem Abtropfen des überſchüſſigen Waſſers beſtimmt man durch Wägen des ganzen Apparates die Menge des aufgenommenen Waſſers und ſomit die Waſſerkapazität des Bodens, welche man nach dieſer Methode faſt genau übereinſtimmend findet mit derjenigen, die durch Vollſaugen des Bodens mit Waſſer ermittelt wird. Man gießt nun vorſichtig, ohne den Boden an der Oberfläche aufzuwühlen, 8 cm hoch(welche Waſſerſäule in dem betreffenden Apparat 60—70 g wiegt) auf die naſſe Erde und beobachtet, wie lange Zeit verfließt, bis das Abtropfen ganz aufhört oder auch bis genau 50 ccm Waſſer durch die Erde hindurchgeſickert ſind, während welcher Zeit man die obere Offnung des Zinkkäſtchens mit einer kleinen Glas⸗ platte bedeckt hält. Das Abtropfen beginnt augenblicklich nach dem Aufgießen des Waſſers auf den mit Feuchtigkeit geſättigten Boden und hört ſofort auf, ſobald die Flüſſigkeit an der Oberfläche des Bodens vollſtändig verſchwunden iſt. Bei der Wiederholung der Operation wird faſt immer mehr Zeit zum Durchſickern des Waſſers erfordert, als das erſte Mal. Man kann daher den Verſuch etwa dreimal wiederholen und aus den erhaltenen Reſultaten das Mittel ziehen. Bei den oben genannten 6 Bodenarten dauerte z. B. das Durch⸗ ſickern einer 8 cm hohen Waſſerſäule durch eine 16 cm mächtige Erdſchicht nach Stunden: 4* 52. Ackererde und Bodenarten. 1. 2. 3. 4. 5. 6. 1.. 23 19 1533 221„ 100 60 ½ 2. 30 20 193 26 143 77 3 40 22 218 29 156 89 Mittel 31,0 20,3 188,0 25,8 133,0 75,8 Die zum Verſuche benutzten Bodenarten waren überaus feinkörnig und zum Verſchlämmen ſehr geneigt. Bei mehr grobkörnigen Erden und wenn das jedesmalige Aufgießen des Waſſers mit äußerſter Vorſicht ge⸗ ſchieh ſind die Differenzen bei der Wiederholung des Verſuches weniger groß. 5. Beſtimmung des Waſſer⸗Aufſaugungsvermögens, der Kapillar⸗Anziehung des Bodens. Das Aufſaugungsvermögen (Kapillaranziehung) des Bodens für Waſſer wird, wenn das letztere von unten her in den Boden aufſteigen muß, in der Weiſe beſtimmt, daß man in Centimeter eingeteilte Glasröhren von 80 cm Höhe und 1 ½— 2 cm Durchmeſſer am unteren Ende mit feiner Leinwand ver⸗ ſchließt(die mit einem Kautſchukring befeſtigt wird) und unter ge⸗ lindem Aufklopfen nach und nach mit der feinpulverigen Erde anfüllt, dann mit dem unteren Ende 1—2 em tief in Waſſer ſtellt und er⸗ mittelt, wie lange Zeit erforderlich iſt, bis die Feuchtigkeit von unten her bis zu einer gewiſſen Höhe(30— 50— 70 cm) in die Erde auf⸗ ſteigt oder auch wie hoch die erſtere im Verlaufe einer gewiſſen Zeit (1— 2— 4— 8— 16— 24— 48 ꝛc. Stunden) ſich erhebt. Dieſelben 6 Bodenarten, von denen ſchon mehrfach die Rede war, ver⸗ hielten ſich hierbei in der Weiſe, daß die Feuchtigkeit innerhalb der ange⸗ gebenen Zeit die folgende Höhe erreichte: 1. 2. 3. 4. F.. 24 Stunden 27,3 0 16,7 36,3 8,0 28,8 cm 48„ 35,9 8 24,5 49,2 11,9 40,5„ 72„ 41,5 5 30,0 57,9 15,2 49,1„ 96„ 44,4 2 33,5 63,8 17,5 55,2„ 120„ 46,7 36,3 68,5 19,2 60,5„ Man ſieht hieraus ſehr deutlich, daß ein größerer Thongehalt und teilweiſe auch der Humus das Aufſteigen der Feuchtigkeit aus dem Unter⸗ grunde in die oberen Schichten des Bodens ſehr verlangſamt. In der That hatte das Waſſer die Höhe von 70 cm in dem Boden Nr. 2 nach 5 Tagen erreicht, in Nr. 4 nach 6 Tagen, in Nr. 6 nach 8 Tagen, in Nr. 3 da⸗ gegen erſt nach 72 Tagen, in Nr. 1 nach etwa 100 und in Nr. 5 gar erſt nach 175 Tagen. Dieſelben Apparate, oder auch etwas kürzere, 40 cm lange Glas⸗ röhren kann man benutzen, um zu beobachten, bis zu welcher Tiefe und wie ſchnell eine gewiſſe Waſſerſäule(z. B. von 4 oder 8 cm) von oben her in die völlig lufttrockene Erde eindringt. Bezüglich der Tiefe des Eindringens hat man zwei Beobachtungsmomente zu unterſcheiden: a) den Augenblick, wo das flüſſige Waſſer von der Oberfläche des Bodens verſchwunden, alſo ſoeben in denſelben eingedrungen iſt, und dann 6 -1 ◻0 S8SSSG kürnig rund ſt ge⸗ eniger der ögen ztere munt, und ver⸗ N⸗ füllt er⸗ uten auf⸗ Zeit „ver⸗ ange⸗ t und Unter⸗ That Tagen 3 da⸗ ar erſt Glas⸗ Tiefe 8 cm) üglic nte zu eflüche en it A. Unterſuchung der Mineralböden. 53 b) die Tiefe, bis zu welcher die Feuchtigkeit überhaupt in den Boden eindringt, alſo den Zeitpunkt, wo ein Stillſtand im weiteren Verſinken des Waſſers eintritt, wenn nämlich die tieferen Schichten noch vollkommen lufttrocken ſind. Bei Verſuchen mit den obigen Bodenarten ergab ſich, daß eine 4 cm hohe Waſſerſäule in den lufttrockenen Boden einſickerte in 4. 2. 3. 4. 5. 6. 4,3 1,8 10,3 3,0 21,0 4,3 Stunden und zwar bis zu einer Tiefe von a) 11,0 12,0 11,4 13,3 11,7 12,0 cm b) 13,0 18,1 13,0 19,0 12,0 16,5„ Als abermals eine Waſſerſäule von 4 cm auf den in den oberen Schichten bereits feuchten Boden gebracht wurde, ſo verſchwand jetzt das Waſſer von der Oberfläche erſt in 1. 2. 3. 4. 5. 6. 21,5 9,0 42,0 14,0 80,0 22,0 Stunden und die Feuchtigkeit erſtreckte ſich nun bis zu einer Tiefe von a) 21,1 24,3 22,0 25,2 23,0 25,1 c-m b) 23,0 30,0 23,5 30,0 24,7f 30,0„ Die Feuchtigkeit wird daher von einem feinkörnigen Sand⸗ und Lehm⸗ boden nicht allein am raſcheſten aufgenommen, ſondern verteilt ſich darin auch bis zu der relativ größten Tiefe, vorausgeſetzt, daß der Boden vorher ganz lufttrocken und nicht vielleicht in den tieferen Schichten teilweiſe oder ganz mit Waſſer geſättigt war. 6. Beſtimmung der Wärmeabſorption des Bodens. Die Abſorption der Sonnenwärme wird man auf folgende Weiſe ermitteln können: a) Ein würfelförmiges Zinkkäſtchen, etwa 6 cm im Durchmeſſer, wird mit der möglichſt feinpulverigen lufttrockenen Erde angefüllt, dem Einfluß des direkten Sonnenlichtes bei einer recht hohen, genau zu bezeichnenden Lufttemperatur(25— 35° C. in der Sonne) einige Stunden lang ausgeſetzt und beobachtet, wie hoch die Temperatur an der Oberfläche, in der oberſten, 1 cm dicken Schicht der betreffenden Erde ſich erhebt. Die Zinkkäſtchen werden hierbei paſſend mit Hülſen von dicker Pappe umkleidet und in ein Holzkiſtchen geſtellt, damit die Sonnenwärme nur von oben her auf den Boden einwirkt. Will man unterſuchen, bis zu welcher Tiefe und in welchem Grade die an der Oberfläche abſorbierte Sonnenwärme in die Erde ein⸗ dringt, ſo ſind hierzu etwas größere Quantitäten Boden und namentlich entſprechend tiefere Gefäße erforderlich. Auch kann es von Intereſſe ſein, das Verhalten des Bodens gegen die Sonnenwärme zu beobachten, wenn derſelbe in einem mehr oder weniger feuchten Zuſtande ſich befindet, näm⸗ lich 5 oder 10 oder 20% Waſſer enthält außer der ſchon in der lufttrockenen Erde enthaltenen Menge. b) Ein anderes Verfahren beſteht einfach darin, daß man eine kleine Menge des lufttrockenen Bodens, etwa 50 g in einem Glas⸗ kölbchen dem heißen Sonnenlichte eine Zeitlang ausſetzt und dann er⸗ mittelt, wie hoch die Temperatur der Erde ſteigt. 54 Ackererde und Bodenarten. Gleichzeitig wird man hierbei auch den Gewichtsverluſt beſtimmen, welchen der lufttrockene Boden in einer Quantität von 50 g innerhalb einer gewiſſen Zeit, in ½, 1, 2, ꝛc. Stunden erleidet und wie raſch die verdunſtete Feuchtigkeit an einem ſonnenfreien Orte aus reiner mittelfeuchter Luft wieder aufgenommen wird. 7. Beſtimmung des Wärmeleitungsvermögens des Bo⸗ dens. Die Leitungsfähigkeit des Bodens für Wärme kann man teils unter dem Einfluß der direkten Sonnenſtrahlen, teils auf die Weiſe beobachten, daß man das obige würfelförmige Zinkkäſtchen, mit lufttrockener Erde angefüllt, in einen erwärmten Raum ſtellt und ſodann ermittelt, wie lange Zeit vergeht, bis die Erde im Mittelpunkte des Gefäßes eine beſtimmte Temperatur, z. B. von 70 oder 800° C. angenommen hat. Beobachtungen über die Fähigkeit des Bodens, die aufgenommene Wärme mehr oder weniger lange zurückzuhalten, laſſen ſich leicht mit den unter 6 und 7 angedeuteten Verſuchen verbinden. Man braucht nur zu ermitteln, wie viel Zeit erforderlich iſt, um die in jenem würfelförmigen Gefäß enthaltene und bis auf 70 oder 800 C. erwärmte Erde an der Luft abzukühlen, bis alſo die Erde in dem Mittelpunkte des Gefäßes gleiche Temperatur mit der umgebenden Luft zeigt oder auch bis auf genau 20 oder 250 C. erkaltet iſt. Das Verhalten des Bodens zur Luft⸗ und Sonnenwärme, bekanntlich ein überaus wichtiges Moment für die Entwickelung der Pflanzen und für die Geſtaltung der ganzen Vegetation, iſt bisher nur ſelten Gegenſtand genauerer und umfaſſenderer Beobachtungen geweſen. Es verdient jedoch nach allen Richtungen hin und unter den verſchiedenen in der Natur vorkommen⸗ den Verhältniſſen durch ſorgfältige Verſuche beleuchtet zu werden, indem man hierzu teils den Boden in ſeiner natürlichen Lage benutzt(tägliche und regelmäßige Beobachtungen über die Temperatur des Bodens von 1 Zoll bis zu 4 und 5 Fuß Tiefe, über die Abſorption der Sonnenwärme an der Oberfläche und das Eindringen derſelben in die tieferen Schichten bei verſchiedener Zuſammenſetzung und in verſchiedenen Zuſtänden des Bodens ꝛc.), teils auch die natürlichen Verhältniſſe künſtlich nachahmt und die Verſuche gleichzeitig auf ſehr verſchiedene Bodenarten ausdehnt. 8. Beſtimmung des ſpezifiſchen Gewichtes des Bodens. Das ſpezifiſche Gewicht des Bodens findet man bekanntlich, in⸗ dem man das Gewicht einer beſtimmten Quantität der Subſtanz divi⸗ diert durch den Gewichtsverluſt, welchen dieſelbe bei dem Wägen in reinem Waſſer erleidet, oder indem man das Gewicht des Bodens dividiert durch das Gewicht des Waſſers, welches durch die betreffende Menge des erſteren aus einem Gefäß verdrängt wird. Es kommt alſo nur darauf an, dieſes Waſſer dem Gewicht oder dem Volumen nach genau zu ermitteln. a) Das gewöhnliche Verfahren beſteht darin, daß man ein möglichſt dünnwandiges Glasfläſchchen, welches mit eingeriebenem und in eine offene Kapillarröhre ausgezogenem Glasſtöpſel ver⸗ ſehen iſt, mit deſtilliertem Waſſer von 15⁰ C. anfüllt und das Gewicht des letzteren genau beſtimmt. Es wird dann eine kleine tnen, chalb h die ichter Vo⸗ kann Balf chen, und mkte 90. ene ſich Man e in 9(. dem nden ntlich d für ſtand nach men⸗ ndem gliche on 1 ärme hten des und ens. in⸗ divi⸗ en in dens fende oumt umen ein henem vel⸗ das kleine A. Unterſuchung der Mineralböden. 55 Portion Erde(10—15 g), deren Feuchtigkeitsgehalt durch Trocknen bei 100⁰° C. beſtimmt worden iſt, mit wenig Waſſer ausgekocht, das Ganze iins Fläſchchen geſpült, das letztere nach dem Erkalten mit Waſſer von derſelben Temperatur, wie oben, wieder ganz angefüllt und gewogen. Addiert man das Gewicht des angewendeten Bodens minus dem Gewicht der entſprechenden Menge Waſſer, die bei 100° C. ausge⸗ trieben wurde, zu dem Gewichte des mit Waſſer gefüllten Kölbchens hinzu und zieht hiervon das Gewicht des mit Waſſer und Boden ge⸗ füllten Kölbchens ab, ſo drückt die Differenz das Gewicht eines Volu⸗ mens Waſſer aus, welches demjenigen der angewendeten Bodenmenge gleich iſt. b) Das von einer gewogenen Quantität Boden verdrängte Waſſer läßt ſich auch dem Volumen nach ermitteln. Wo es nicht auf große Genauigkeit ankommt, bringt man einfach 200 g Erde in einen Kolben von 300 oder 500 ccm Inhalt, füllt den letzteren mittelſt eines 100 ccm⸗ Kolbens mit Waſſer bis zur Marke an und mißt den im 100 cem- Kolben bleibenden Reſt im graduierten Rohr(Knop). Auch kann man in der Weiſe verfahren, daß man eine abgewogene Menge der Erde (etwa 30 g) in einer genau graduierten Glasröhre mit 50 ccm Waſſer ſtark ſchüttelt, um die Luft auszutreiben und dann ablieſt, um wie viel das urſprüngliche Volumen der Flüſſigkeit durch die Gegenwart der Erde vermehrt worden iſt. Der Humus bildet ſtets den ſpezifiſch leichteſten, der etwas grob⸗ körnige Quarzſand gewöhnlich den ſchwerſten Beſtandteil des Bodens. Dagegen iſt der überaus feinkörnige, mehlartige und gleichſam thonige Sand, wie er in manchen Verwitterungsböden vorkommt, oft ſpezifiſch leichter, als der reine Thon; ein zäher, humusarmer Thonboden kann daher nicht ſelten ein höheres ſpezifiſches Gewicht zeigen, als ein lehmiger Sandboden, wie E. Wolff z. B. bezüglich der folgenden 6 Bodenarten nachgewieſen hat. Die Zahlen beziehen ſich überall auf den bei 125⁰ C. getrockneten Zuſtand des Bodens. Spe Reiner Reiner Reiner Kohlenſ. Eiſen⸗ G pez. Humus Thon Sand Calcium oxyd ewicht 0 0 0 0 0/ / 70 10 0 0 1. 2,54450 6,87 18,17 48,38 16,79 3,85 2. 2,6315 0,88 15,74 76,32 0,18 2,9 1 3. 2,6508 2,19 29,76 53,04 2,28 6,27 4. 2,6400 1,40 15,96 75,94 0,52 3,29 H. 2,7325 0,66 42,56 30,19 12,81 7,31 6. 2,6603 0,92 25,93 62,15 0,84 5,58 Die prozentiſchen Mengenverhältniſſe ſind auf chemiſchem Wege er⸗ mittelt, der Humus aus dem direkt beſtimmten organiſch gebundenen Kohlenſtoff berechnet, der Thon iſt reines Aluminiumſilikat, und der Sand die in Salzſäure und Schwefelſäure unlösliche Maſſe des Bodens. Im Allgemeinen alſo kann man aus dem ſpezifiſchen Gewicht keinen ſicheren Schluß ziehen auf die chemiſche oder mechaniſche Beſchaffenheit des Bodens. 56 Ackererde und Bodenarten. 9. Beſtimmung des abſoluten oder Volumengewichtes des Bodens. Das abſolute Gewicht des Bodens findet man, wenn man den letzteren im lufttrockenen, möglichſt feinpulverigen Zu⸗ ſtande in ein paſſendes Gläschen von bekanntem Inhalt unter gelindem Rütteln und Aufſtoßen portionenweiſe und gleichmäßig feſt einfüllt, und ſodann die eingefüllte Erde dem Gewichte nach ermittelt. Das abſolute Gewicht wird auf ein beſtimmtes Volumen(1 Kubikmeter, 1 Liter ꝛc.) berechnet, oder auch das Verhältnis zu dem Gewichte eines gleichen Volumens Waſſer feſtgeſtellt. Das Reſultat der letzteren Rechnung kann auch als das ſcheinbare ſpezifiſche Gewicht des Bodens bezeichnet werden. Für oben genannte 6 Bodenarten wurde dieſes ſog. ſcheinbare ſpezi⸗ fiſche Gewicht gefunden: 2 4 4 3 6 Lufttrockene Erde. 1,094 1,171 1,357 1,281 1,406 1,273 Bei 1250 C. getrocknet 1,099 1,177 1,375 1,291 1,464 1,285 Bei der Berechnung des ſcheinbaren ſpezifiſchen Gewichtes der bei 1250 getrockneten Erde iſt angenommen worden, daß die Feuchtigkeit in der luft⸗ trockenen Erde denſelben Raum einnimmt, wie das Waſſer, wenn es im freien flüſſigen Zuſtande zugegen geweſen wäre. Das Volumen des Waſſers wurde daher vor der Feſtſtellung des betreffenden Verhältniſſes von dem Inhalt des Gefäßes abgezogen. Man ſieht aus den angeführten Zahlen, daß nächſt dem humusreichen Boden(1) die feinkörnig ſandigen Bodenarten (2 und 4) als die abſolut leichteren, die thonigeren Erden(3, 6 und namentlich 5) als die abſolut ſchweren ſich ergeben haben. Heinrich verfährt bei der Beſtimmung des Volumgewichtes wie folgt: Eine 100 g Trockenſubſtanz entſprechende Bodenmenge(Feinerde) wird in eine bürettenartig graduierte Röhre eingefüllt und durch Auf⸗ gießen von Waſſer eingeſchwemmt. Nachdem das überſchüſſige Waſſer abgetropft, wird das Volumen abgeleſen. Zur Volumen⸗Beſtimmung läßt ſich eine einfache Bürette benutzen, in welcher man den unteren nicht graduierten Teil mit weißem Sand anfüllt. Der darauf zu ſchüttende und einzuſchwemmende Boden markiert ſich dann mit ſcharfer Grenze. Es wird hieraus berechnet das Gewicht der in 11 enthaltenen Trockenſubſtanz und das Gewicht des in 11 enthaltenen, vollſtändig mit Waſſer geſättigten Bodens(durch Meſſung des aufgegoſſenen und abgetropften Waſſers).— 10. Beſtimmung der Poroſität des Bodens. Die Poro⸗ ſität der Erde oder das Volumen der feſten Erdteilchen, ſowie andererſeits der mit Luft oder Feuchtigkeit angefüllten Poren wird gefunden, indem man das ſcheinbare mit dem wirklichen ſpezifiſchen Gewicht des Bodens dividiert. a) Hat man das ſcheinbare ſpezifiſche Gewicht bezüglich des fein⸗ pulverigen, völlig lufttrockenen Bodens beſtimmt und daraus für den bei 100 oder 125⁰° C. getrockneten Boden berechnet, ſo findet man entſprechend folgender Berechnung für Nr. 1: 2,5445:1,099= 100: X (— 43,2) für die obigen 6 Bodenarten: ——X—y A. Unterſuchung der Mineralböden. 57 1. 2. 3. 4. 5. 6. Volumen der feſten Erdteile. 43,2 44,7 51,9 48,9 53,6 48,3 Volumen der Poren 56,8 55,3 48,1 51,1 46,4 51,7 Die Poroſität des Bodens in ſeiner natürlichen Lage auf dem Felde ꝛc.— wenn man alſo ein beſtimmtes, auf 1 chm zu berech⸗ nendes Volumen der Erde mit einem Erdbohrer oder hierzu paſſend konſtruierten Stecheiſen aushebt, das Gewicht der ganzen Erdmaſſe und in einem Teil derſelben die Trockenſubſtanz ermittelt—, wird wiederum in anderen und zwar, je nach der mechaniſchen Bearbeitung. des Bodens, nach der Düngungsweiſe ꝛc. verſchiedenen Zahlen ge⸗ funden werden. Es kann auch von Intereſſe ſein, das Volumen zu beſtimmen, welches der Boden in einem mit Waſſer völlig aufgeſchlämmten Zuſtande einnimmt. Man benutzt dazu die Erde, deren Volumen im lufttrockenen, feinpulverigen Zuſtande ermittelt worden iſt, jedoch⸗ nur 25 oder 30 g, ſchüttelt dieſelbe in einem graduierten Glasrohr tüchtig mit Waſſer, welches 1% Salmiak aufgelöſt enthält und läßt: dann ruhig abſetzen. Nach Verlauf von 24 Stunden nimmt, nach E. Wolffs Beobachtungen, das Volumen der abgeſetzten Erde durch längeres Hinſtehen nicht mehr ab, und die Erde iſt aldann von der darüberſtehenden, völlig klaren Flüſſigkeit ſcharf getrennt. Das Volumen der Erde in dieſem mit Waſſer aufgeſchlämmten Zuſtande vergleicht man mit demjenigen Volumen, welches dieſelbe Menge Erde als fein⸗ pulverige, lufttrockene Maſſe einnimmt, indem man das letztere Volumen als Einheit der Rechnung zu Grunde legt. Auf dieſe Weiſe ergab ſich für die obigen 6 Bodenarten das folgende Verhältnis: 1. 2. 3. 4. 5. 6. 1: 1,493 0,962 1,418 1,144 2,139 1,360 Es iſt zu bemerken, daß die Erde Nr. 2 als feinpulverige lufttrockene Maſſe ein etwas größeres Volumen einnahm, als wenn dieſelbe mit Waſſer aufgeſchlämmt worden war und aus der Flüſſigkeit ſich wiederum abgeſetzt hatte. Im übrigen nimmt mit dem größeren Humus⸗ und namentlich Thongehalt das Volumen der Erde im aufgeſchlämmten Zuſtande deutlich zu; indes geſtatten die betreffenden Verhältniszahlen auch allerlei inter⸗ eſſante Schlußfolgerungen bezüglich des mechaniſchen oder phyſſkaliſchen Zuſtandes der im Boden vorhandenen Humus⸗ und Thonſubſtanz. Durch einfache Rechnung läßt ſich auch die Menge des Waſſers er⸗ mitteln, welche in der aufgeſchläümmten und aus dem Waſſer wieder ab⸗ geſetzten Erde enthalten iſt und damit die relativ höchſte Waſſerkapazität⸗ des Bodens feſtſtellen. Wenn man dieſe Waſſermenge auf die bei 1250 C. getrocknete Erde bezieht und in Prozenten der letzteren ausdrückt, ſo ergeben ſich z. B. für obige Bodenarten folgende Zahlen: 1. 2. 3. 4. 5. 6. 91,1 43,8 65,4 50,7 109,5 68,3 11. Beſtimmung der Kohäſion und Adhäſion des Bodens. Die Feſtigkeit oder Konſiſtenz des Bodens im trockenen Zuſtande, ſowie die Zähigkeit und das Anhaften des naſſen Bodens an Holz. 58 Ackererde und Bodenarten. und Eiſen, ſind bekanntlich ſehr wichtige Eigenſchaften, nach deren Geſtaltung zunächſt der Landwirt ſchwere und leichte(d. h. mit den Ackerwerkzeugen ſchwer und leicht zu bearbeitende) Bodenarten unter⸗ ſcheidet. Leider können dieſe Eigenſchaften bis jetzt kaum annähernd genau mit kleineren Quantitäten des Bodens ermittelt und in be⸗ ſtimmten Zahlen ausgedrückt werden. Ich muß mich hier auf die Angabe von Methoden beſchränken, wie ſie in ähnlicher Weiſe vor Jahren ſchon von Schübler vorgeſchlagen und in Anwendung ge⸗ bracht wurden. a) Um die Feſtigkeit und Konſiſtenz des Bodens im lufttrockenen Zuſtande zu beſtimmen, knetet man die Erde mit Waſſer zuſammen und formt mittelſt einer Schablone parallelepipediſche Stücke von 5 cm Länge und 1 cm Breite und Dicke; dieſe Stücke läßt man an der Luft austrocknen und unterſucht, bei welchem Druck, durch Auflegung von Gewichten, ſie von einem ſtumpfen Meſſer oder eiſernen Keile durchſchnitten werden. Man bedient ſich hierbei eines paſſend, nach Art einer einarmigen Wage konſtruierten Apparates. Der Verſuch muß ſehr oft wiederholt werden, um daraus ein einiger⸗ maßen richtiges Mittel zu finden. Dieſelben, oder ähnlich geformte Stücke des Bodens benutzt man auch, um durch Meſſung zu ermitteln, in welchem Grade der Boden bei dem Austrocknen ſein Volumen vermindert. b) Anhaften des feuchten Bodens an Holz und Eiſen. Ein würfelförmiges Gefäß von Zinkblech, etwa 6 cm im Durchmeſſer, und unten mit kleinen Sieblöchern verſehen, welche man zunächſt mit einem Stückchen feuchter Leinwand überdeckt, wird mit feinpulveriger, völlig lufttrockener Erde unter gelindem Aufklopfen des Apparates angefüllt. Hierauf läßt man die Erde von unten her mit Waſſer ſich vollſaugen, bis dieſelbe an Gewicht nicht weiter zunimmt und legt ſodann auf die Oberfläche des jetzt feuchten Bodens eine glatte Scheibe von Buchenholz, 3 cm im Quadrat groß, drückt dieſe durch ein auf⸗ gelegtes Gewicht von 100 g, welches 10 Minuten lang darauf liegen bleibt, feſt an und unterſucht dann, wieviel Gramm erforderlich ſind, um die Holzſcheibe von der Erde loszureißen. 12. Beſtimmung des Abſorptions⸗Koöffizienten des Bodens für die wichtigeren Pflanzennährſtoffe. Zu dieſen Abſorptionsverſuchen verwendet man zweckmäßig Löſungen von Chlorammonium, Kaliumnitrat, Calciumnitrat, Magneſiumſulfat und Monocalciumphosphat, welche von dieſen Salzen ½⁄0 bezw. /160 des Molekulargewichtes in Grammen ausgedrückt proß1 1 enthalten. Chlorammonium, Kaliumnitrat und Magneſiumſulfat laſſen ſich leicht als chemiſch reine waſſerfreie Salze abwägen. Calciumnitrat iſt ſehr zer⸗ fließlich, kann daher nicht als ſolches genau gewogen werden. In dieſem Falle ſtellt man ſich eine konzentriertere Löſung her und beſtimmt in etwa 20 oder 25 cem den Kalk⸗ oder Salpeterſäuregehalt, indem man aus zwei gut übereinſtimmenden Beſtimmungen das Mittel nimmt, die für 1 1 1⁄10 reſp. ½100 Normal⸗Löſung nötige Menge berechnet und dieſe zu 1 1 ver⸗ dünnt. Monocalciumphosphat erhält man in der Weiſe, daß man eine Löſung von phosphorſaurem Natrium mit Eiseſſig verſetzt, darauf mit einer A. Unterſuchung der Mineralböden. 59 Chlorcalciumlöſung ausfällt und den Niederſchlag ſo lange durch Dekan⸗ tieren mit Waſſer auswäſcht, bis ſich keine Chlorreaktion mehr zeigt. Der friſche Niedarſthlag wird in kalter offizineller Phosphorſäure bis zu deren Sättigung gelöſt. Nach dem Filtrieren kryſtalliſiert das Monocalcium⸗ phosphat, nachdem die Löſung im geheizten Zimmer in Kriſtalliſierſchalen Pon Wochen geſtanden hat, aus. Die Mutterlauge wird zunächſt durch Preſſen zwiſchen Fließpapier entfernt, das Salz über Schwefelſäure ge⸗ trocknet und die letzten Reſte anhaftender Phosphorſäure durch Auswaſchen mit waſſerfreiem AÄther auf dem Scheidetrichter entfernt. Bei der Ausführung dieſer Verſuche werden 125 g der luft⸗ trockenen Feinerde mit 500 ccm der /19⸗ bezw. 10%⸗Molekularlöſungen 24 Stunden in dicht verſchloſſenen Kolben unter häufigem Umſchütteln bei Zimmertemperatur ſtehen gelaſſen, dann wird möglichſt ſchnell durch ein lufttrockenes Faltenfilter in ein trockenes Becherglas abfiltriert, während des Filtrierens Trichter und Glas bedeckt gehalten und im Filtrat derjenige Beſtandteil beſtimmt, deſſen abſorbierte Menge man erfahren will. W. Pillitz und N. Zalomanoff ziehen die Filtriermethode dem Schütteln des Bodens mit der Nährlöſung vor, weil ſie mehr den natürlichen Ver⸗ hältniſſen entſpricht. Dabei verwendet N. Zalomanoff genden Apparat(Fig. 8): Zwei Cylinder ſind vertikal aufeinander geſtellt; der untere iſt in Kubikcentimeter eingeteilt, der obere an beiden Enden mit durchbohrten Kautſchukpfropfen a und b verſchloſſen, durch deren Banch Glasröhrchen d und d geſteckt ſind. Innerhalb des Cylinders A wird die Offnung des Röhrchens d mit einem rund ge⸗ ſchnittenen Stück ſchwediſchen Filtrierpapiers verdeckt. Der untere Teil des Röhrchens d iſt mittelſt eines Kautſchukſchlauches, welcher einen Quetſchhahn C trägt, mit einem anderen Röhrchen e verbunden, welches durch den Pfropfen f geht— ſtatt deſſen kann man ſich auch eines einzigen, mit Glashahn verſehenen Glasrohres bedienen. Bei Ausführung der Verſuche wird in den oberen Cylinder die abgewogene Menge des zu unterſuchenden und Fig 8. Abſorptions⸗ wie oben vorbereiteten Bodens, darauf das abgemeſſene apparaenof. Zald⸗ Quantum der anzuwendenden Löſung der Salze ge⸗ ſchüttet und der Cylinder geſchloſſen. Man öffnet den Hahn C, läßt ein beſtimmtes Volumen Löſung— aber nicht alles— tropfenweiſe durch den Boden filtrieren und ſchließt ihn. Man rührt die durchfiltrierte, im unteren Cylinder und auch die im oberen Cylinder übriggebliebene Flüſſigkeit um, beſtimmt in beiden Flüſſigkeiten die Menge vorhandener Beſtandteile und erhält aus der Differenz die abſorbierte Menge. M. Fesca glaubt jedoch dieſer Methode der Beſtimmung der Abſorptionsgröße keine beſonderen Vorzüge vor dem alten Verfahren, dem Schütteln in einem Kolben, zu⸗ ſchreiben zu können. Manchmal iſt es von Intereſſe die Abſorptionsverhältniſſe bezüglich einer vollſtändigen Nährſtofflöſung zu ermitteln; als ſolche kann man eine 60 Ackererde und Bodenarten. Flüſſigkeit anſehen, welche gleichzeitig Kaliumnitrat, Caleiumnitrat, ſchwefel⸗ ſaures Magneſium und ſaures phosphorſaures Kalium(KHZ P 00), und zwar paſſend von jedem Salze ⁰⁄0 Molekül pro Liter aufgelöſt enthält. Man ſchüttelt 500 cem dieſer Salzlöſung im Verlaufe von 24 Stunden oftmals mit 125 g des betreffenden Bodens, filtriert ſodann 300 oder 400 ccem der Flüſſigkeit ab und beſtimmt darin die Mengen der ſämtlichen Beſtandteile. Zu dem Abſorptionsverhalten des Bodens iſt im allgemeinen noch zu bemerken, daß nach den Beobachtungen von Biedermann die Abſorption des Kalis durch Erhöhung der Temperatur bis zur Kochhitze nicht weſentlich ſich verändert, dagegen diejenige der Phosphorſäure ſchon durch Erhöhung der Temperatur um wenige Grade(z. B. von 15 auf 25°C.) um das Doppelte und Dreifache und durch Erhitzen bis zum Kochen noch weiter geſteigert wird. Um daher bezüglich der Phosphorſäure vergleichbare Reſultate zu gewinnen, muß ſtets eine ganz beſtimmte Temperatur eingehalten werden, als welche eine mittlere= 17°˙ C. oder beſſer noch die Kochhitze ſich eignet, d. h. etwa ¹¼⸗ſtündiges Kochen des Bodens mit Salzlöſung. Um für die Zwecke der Boden⸗Bonitierung den„Abſorptions⸗ Kosffizienten“ möglichſt raſch zu beſtimmen, verfährt man nach Knop in folgender Weiſe: Man miſcht, je nachdem man den Verſuch mit 50 oder 100 g Feinerde anſtellt, mit 5 oder 10 g Kreidepulver und dem doppelten Gewicht(100 oder 200 ccm) einer Ammonſalzlöſung von bekanntem Ammongehalt. Als Ammonſalz wählt man Chlorammonium und bereitet davon eine Löſung genau von der Konzentration, daß das Ammon bei ſeiner Zerſetzung für jedes Kubikcentimeter Flüſſigkeit gerade 1 com Stickſtoff liefert, d. h. man löſt in je 208 ccem Waſſer 1 g Chlorammonium auf(= 0,2616 g Stickſtoff, welche bei 0o und 760 mm Luftdruck 208 com einnehmen). Man läßt unter öfterem Umſchütteln die Erden 48 Stunden mit dieſer Löſung in Berührung. Darauf läßt man den Boden ſich abſetzen und gießt die überſtehende klare Flüſſigkeit durch ein trockenes Filter. Aus dem Filtrat entnimmt man ſchnell mit der Pipette 20 oder 40 ccm, beſtimmt darin den Stickſtoff und berechnet danach den Verluſt an Stickſtoff, den die ganze Menge (200 ccm) Flüſſigkeit bei Berührung mit 100 g Feinerde erlitten hat. Dieſe Zahl, die Menge Stickſtoff in Kubikcentimeter angegeben, nennt man ohne weiteres die Abſorptionsgröße oder Abſorption. 5. Anhaltepunkte für die Beurteilung der Güte eines Bodens nach den Reſultaten der Analyſe. Für die Beurteilung der Güte eines Bodens kann nie der eine oder andere Beſtandteil, das eine oder andere Verhalten allein maß⸗ gebend ſein; weder der Gehalt an Nährſtoffen in der günſtigſten Löslichkeitsform, noch einzelne günſtige phyſikaliſche Eigenſchaften be⸗ dingen die Güte eines Bodens; es kommen für den Boden als Wohn⸗ ſtätte der Pflanzenwurzeln eine Anzahl von Faktoren in Betracht, welche uns noch vielfach ganz unbekannt ſind, oder für deren günſtigſte und ungünſtigſte Grenze wir noch keine feſten Anhaltepunkte beſitzen. ——— ————.,— ———— A. Unterſuchung der Mineralböden. 61 Auch kann das eine günſtige Verhalten durch ein anderes ungünſtiges herabgemindert werden. Dann auch entſcheiden die chemiſchen und phyſikaliſchen Eigenſchaften des Bodens an ſich ſelbſt allein nicht; es ſind auch in hervorragender Weiſe die Untergrundverhältniſſe, beſonders die Grundwaſſerverhältniſſe mit zu berückſichtigen. Ein Boden, welcher ſich in chemiſcher und phyſikaliſcher Hinſicht ſehr günſtig verhält, kann doch vielleicht für landwirtſchaftliche Kulturzwecke nicht den Erwartungen entſprechen, weil z. B. die Grundwaſſerverhältniſſe ungünſtig ſind, weil er an ſtauender Näſſe leidet ꝛc. Wird die Unterſuchung nach dieſen verſchiedenen Richtungen aus⸗ geführt, wird derſelbe alſo ſowohl auf ſeine chemiſche Zuſammenſetzung, wie auch auf ſeine mechaniſche Beſchaffenheit und ſeine phyſikaliſchen Eigenſchaften unterſucht, ſo kann uns die Analyſe des Bodens, ſo lückenhaft ſie auch in mancher Hinſicht noch ſein mag, doch vielfach recht wichtige Anhaltepunkte einerſeits für die Bonitierung, anderer⸗ ſeits für die größere oder geringere Fruchtbarkeit bezw. für die anzu⸗ wendende Düngung und Bearbeitung geben. Jedoch iſt eine derartige Bodenunterſuchung ſehr langwierig und ſucht man ſich deshalb durch die Beſtimmung einiger weſentlicher Beſtandteile ſchnell Aufſchluß über die Güte des Bodens zu verſchaffen. Hierhin gehören: 1. Das Verhalten des Bodens gegen Ammoniak. Es iſt hierzu das Ammoniak gewählt worden, weil die Abſorption desſelben vorzugsweiſe raſch und leicht ermittelt werden kann, auch weil dieſer Körper im Boden unter natürlichen Verhältniſſen niemals ſich an⸗ ſammelt, ſondern raſch in Salpeterſäure übergeht und alſo für die Abſorptionskraft der verſchiedenen Bodenarten, da ſie nicht etwa zu⸗ fällig ſchon mehr oder weniger mit Ammoniak geſättigt ſein können, einen ſehr guten Maßſtab der Vergleichung bildet. Übrigens iſt auch die Abſorption des Kalis im weſentlichen durch dieſelben Urſachen be⸗ dingt, wie die des Ammoniaks und bei einer erhöhten Abſorption des letzteren iſt meiſtens auch die der Phosphorſäure eine verhältnismäßig reichliche. Die Höhe der Abſorption richtet ſich in erſter Linie nach dem Gehalt des Bodens an waſſerhaltigen Silikaten(zeolithartige Ver⸗ bindungen und feiner, leicht aufſchließbarer Thon); ſie iſt aber eine beſonders große, wenn gleichzeitig Sesquioxdhydrate vorhanden ſind, während letztere für ſich allein nur wenig abſorbieren. Dieſe zwei Gruppen laſſen ſich nicht einzeln beſtimmen, aber über die Summe beider erhält man Kenntnis durch die Beſtimmung der„aufgeſchloſſenen Baſen“, zum Teil auch durch die Beſtimmung des chemiſch gebundenen Waſſers. Karbonate der alkaliſchen Erden und Gips abſorbieren kein Ammoniak, auch nicht die waſſerfreien Silikate, wenn dieſe ganz un⸗ verwittert und von dichtem Korn ſind, wohl aber bei erdartig weicher und poröſer Beſchaffenheit und alsdann wiederum die„baſiſchen“ (pyroxeniſchen, wie Baſalt und Baſalttuff) mehr als die„ſauren“ (trachytiſchen, wie die Feldſpate ꝛc.). Es iſt daher auch auf das Ver⸗ hältnis der Kieſelſäure zu den Sesquioxyden und Monoxyden in der 62 Ackererde und Bodenarten. Geſamtmenge der Silikate zu achten. Im allgemeinen wird um ſo mehr Ammoniak abſorbiert, je mehr der Boden im verwitterten Zu⸗ ſtande ſich befindet, und für den Grad ſeiner Verwitterung hat man in der Menge der aufgeſchloſſenen Baſen einen relativen Maßſtab. Beides aber iſt auch für die Beurteilung der Güte und Fruchtbarkeit des Bodens von großem Wert. Es giebt von dieſer Regel jedoch auch Ausnahmen; ſo beträgt z. B. bei Lößmergeln in Sachſen die Abſorption nur 25 bei einem Gehalt von nur 3,06% aufgeſchloſſenen Baſen und 9,71% Silikat⸗ baſen, und doch gehören dieſe Böden zu den fruchtbarſten, weil ſie eine gleichförmig lockere, dabei eigentümlich feine Beſchaffenheit, ſowie in der natürlichen Lage eine große Tiefe beſitzen. 2. Der Gehalt des Bodens an Humus und deſſen Be⸗ ſchaffenheit. Der Humus ſteht zu der hygroſkopiſchen Feuchtigkeit des Bodens in naher Beziehung; er iſt beſtimmend für die Waſſer⸗ und Wärmeregulierung im Boden. Die Humusſubſtanz liefert in ſeinen Zerſetzungsprodukten namentlich die für die Pflanze ſo wichtige Stickſtoffnahrung. Es iſt für die durch Stickſtoffnahrung bedingte Fruchtbarkeit des Bodens nicht ſowohl die Salpeterſäuremenge maß⸗ gebend, welche ſich augenblicklich durch Waſſer extrahieren läßt, und noch weniger die geringe Menge von Ammoniak, welche man direkt im Boden beſtimmen kann, ſondern vielmehr die mechaniſche und chemiſche Beſchaffenheit und damit die größere oder geringere Ver⸗ weſungsfähigkeit der vorhandenen Humusſubſtanz. Als günſtig muß man es bezeichnen, wenn bei mittlerem Humusgehalt des Bodens (3— 4%) das Verhältnis zwiſchen dem organiſch gebundenen Stickſtoff und Kohlenſtoff ein ziemlich enges iſt.(Vergl. ferner S. 35). 3. Der Gehalt an kohlenſauren Erden. Die feinzerteilten kohlenſauren Erden ſind im hohen Grade befähigt, dem Boden für eine lohnende Kultur günſtige phyſikaliſche Eigenſchaften zu verleihen; zugleich erhöhen ſie auch die chemiſche Thätigkeit im Boden, indem ſie den Verweſungs⸗ und Verwitterungsprozeß befördern. Wenn Böden an Salzſäure nur 0,1— 0,2% Kalk und an kohlen⸗ ſäurehaltiges Waſſer nur ſehr wenig Kalk abgeben, ſo kann man dar⸗ aus ſchließen, daß eine Zufuhr von Kalk oder Mergel eine günſtige Wirkung ausüben wird. Nach Knop kann man Thonböden mit einem Gehalt von 16 bis 20% an Sesquioxyden, 2— 3% an Monoxyden, 3— 5% an kohlenſaurem Calcium, 0,5— 1,5% an kohlenſaurem Magneſium, 8 bis 20% an aufgeſchloſſenen Silikatbaſen und mit einer Abſorption von 50— 100 unter allen Umſtänden als Böden erſter Klaſſe und, wenn ſie noch 3— 5% Humus enthalten, auch als Kulturerden erſter Klaſſe bezeichnen. 4. Der Gehalt an Stickſtoff, Phosphorſäure und Kali. Die chemiſche Analyſe giebt uns bei dieſen 3 wichtigſten Pflanzennähr⸗ ſtoffen bis jetzt noch am wenigſten Aufſchluß darüber, wieviel davon A. Unterſuchung der Mineralböden. 63 in einer für die Pflanzen leicht aufnehmbaren Form vorhanden iſt. E. W. Hilgard glaubt, daß man in der Beſtimmuug des Stickſtoff⸗ gehaltes des Bodenhumus(Matière noire Grandeau's) ein Mittel beſitzt, um das Stickſtoffbedürfnis eines Bodens zu beſtimmen; darnach wird ſich bei 2% Humusſtickſtoff ſtets Stickſtoffhunger im Boden zeigen, mag auch der Geſamtſtickſtoff des Bodens abnorm hoch ſein. Ein Gehalt von 3% Humusſtickſtoff ſchließt ſchon bei genügendem Kalkgehalt Stickſtoffhunger aus und bei 5% lohnt ſich die Stickſtoff⸗ düngung überhaupt nicht mehr. Die Phosphorſäure iſt bekanntlich ein in landwirtſchaftlicher Hinſicht vorzugsweiſe wichtiger Pflanzennährſtoff und es wäre daher von großem Werte, wenn man ein ſicheres Mittel hätte, um den⸗ jenigen Anteil der Geſamt⸗Phosphorſäure des Bodens hinreichend ge⸗ nau zu beſtimmen, welcher zunächſt und verhältnismäßig leicht den Pflanzen zugänglich ſein muß. Die Verſuche uach dieſer Richtung hin ſind bisher ohne ſicheren Erfolg geblieben. Neuerdings hat B. Dyer bemerkenswerte Verſuche nach dieſer Richtung hin ausgeführt; derſelbe geht von der Acidität des Wurzelſaftes aus und glaubt hierfür in der 1⸗prozent. Citronenſäure einen Ausdruck gefunden zu haben. Nach Dyer iſt in einem Boden mit 0,01% Phosphorſäure in 1 prozent. Citronenſäure löslich, ein Mangel an Phosphorſäure vorhanden. Für das Kali beſitzen wir in der ſucceſiven Behandlung des Bodens mit kohlenſäurehaltigem Waſſer, mit kalter und heißer Salz⸗ ſäure ein Mittel, uns einigermaßen über den Grad der Löslichkeit des Kalis Rechenſchaft zu geben. E. Wolff fand bei Unterſuchung verſchiedener Böden, daß durch kalte konzentrierte Salzſäure 0,0148 bis 0,1489% Kali oder 0,8— 9,6% des Geſamt⸗Kalis, durch heiße konzentrierte Salzſäure 0,0490— 0,787% oder 2,6— 32,3% vom Ge⸗ ſamt⸗Kali gelöſt wurden. Hierbei hat man zugleich das gegenſeitige Mengenverhältnis zu beachten, in welchem das Kali in die einzelnen Löſungen übergeht und ganz beſonders iſt es von Wichtigkeit, daß man die abſolute Menge des gelöſten Kalis mit der Quantität des durch dasſelbe Löſungsmittel zerſetzbaren Thones vergleicht. Die thonige Subſtanz iſt gleichſam der Träger und das Bindemittel für das Kali und das letztere wird den Pflanzen um ſo leichter zugäng⸗ lich ſein, je mehr der Thon damit beladen iſt, je enger alſo das Ver⸗ hältnis von dem Kali zu der in der gleichen Löſung enthaltenen Thonerde ſich geſtaltet. Es kommen dabei hauptſächlich die mit heißer konzentrierter Salzſäure und mit Schwefelſäure dargeſtellten Löſungen in Betracht und in dieſen hat E. Wolff das betreffende Verhältnis, je nach der Beſchaffenheit des Bodens, wechſelnd von 1:3 bis zu 1: 16 und ſelbſt über 20 gefunden; im Mittel iſt dasſelbe etwa= 1:10. Daß neben dem Kali auch das Natron zu beſtimmen iſt und das gegen⸗ ſeitige Verhältnis beider Alkalien Beachtung verdient, bedarf kaum der Erwähnung; ebenſo muß die Beſchaffenheit der ſandigen Beſtand⸗ teile des Bodens und deren aus den Reſultaten der chemiſchen Ana⸗ lyſe zu berechnender Gehalt an Kaliumfeldſpat, Natriumfeldſpat, 64 Ackererde und Bodenarten. Quarzſand ꝛc. einigen Aufſchluß geben über die Verwitterungsfähigkeit und ſomit über die natürliche Fruchtbarkeit des Bodens. B. Dyer glaubt auch für das Kali in der 1⸗prozent. Citronen⸗ ſäure das zweckdienlichſte Löſungsmittel gefunden zu haben und hält einen Boden mit 0,005% Kali in 1 rozent. Citronenſäure löslich für Kali bedürftig. Liebſcher kommt auf Grund ſeiner Unterſuchungen zu folgenden Schlüſſen: 1. Ein Kaligehalt von 0,15% oder weniger deutet auf ein ſtarkes Kalibedürfnis des Bodens; ein Kaligehalt von 0,2—0,4 oder vielleicht bis 0,5% deutet auf ein mittleres Kalibedürfnis; ein Kaligehalt von 0,5% iſt als hoch zu betrachten und läßt eine Kalidüngung nicht als rentabel erſcheinen. 2. Bei der Phosphorſäure kommt es mehr auf die Löslichkeit derſelben, als auf den abſoluten Gehalt derſelben im Boden an. Ein Gehalt von 0,07% oder weniger iſt als gering zu bezeichnen, 0,07 bis 0,085% als mittelmäßig; 0,085— 0,100% Phosphorſäure kann als befriedigend und 0,1— 0,2% als gut bezeichnet werden. Die Löslichkeit der Phosphorſäure würde als ſehr günſtig zu bezeichnen ſein, wenn auf 1 Teil Phosphorſäure weniger als 40 Teile Eiſenoxyd und Thonerde kommen, als günſtig bei einem Verhältnis von 1:40— 60 und als wenig günſtig bei einem ſolchen von 1:60 bis 90 und als ſehr ungünſtig bei einem ſolchen von 1 zu über 90. Ob ſich nach den angegebenen Vorſchriften das Bedürfnis nach Stickſtoff, Phosphorſäure und Kali in Wirklichkeit feſtſtellen läßt, laſſe ich dahingeſtellt. 5. Die waſſerhaltende Kraft oder Waſſerkapazität des Bodens. Zwar ſteigt häufig mit der Abſorptionskraft für Ammoniak auch die Waſſerkapazität des Bodens, jedoch iſt dieſes keineswegs immer, z. B. bei humusreichen Erden gegenüber den humusarmen, der Fall und es iſt ſehr wünſchenswert, dieſe Eigenſchaft direkt zu ermitteln. Wenn die Waſſerkapazität zu 25— 35% gefunden wird, ſo iſt dies als ein günſtiges Verhalten anzuſehen; niedrigere und auch weſentlich höhere Zahlen bedingen eine weniger gute phyſikaliſche Beſchaffenheit des Bodens. Überhaupt iſt bekanntlich ein Boden von mittlerer phyſikaliſcher Beſchaffenheit für den lohnenden und inten⸗ ſiven Betrieb des Ackerbaues vorzugsweiſe geeignet. Die Differenz zwiſchen dem ſpezifiſchen und dem abſoluten Gewicht des Bodens ergiebt deſſen Poroſität und letztere verglichen mit der Waſſerkapazität läßt erkennen, ob der betreffende Boden, auch wenn er mit Waſſer relativ geſättigt iſt, noch der atmoſphäriſchen Luft einen genügenden Zutritt geſtattet oder nicht. Ferner iſt es ein leicht ausführbarer Verſuch, welcher über die Feinheit des Kornes, ſowie über den Thongehalt eine raſche Auskunft giebt, indem man 25 oder 50 g des betreffenden Bodens in einem graduierten Glasrohr mit einer 1-⸗-prozent. Salmiaklöſung ſtark ſchüttelt A. Unterſuchung der Mineralböden. 65 und, nachdem der Boden durch ruhiges Hinſtehen ſich geſetzt hat, be⸗ obachtet, inwiefern hierdurch eine Veränderung des Volumens gegen⸗ über der lufttrockenen Maſſe eingetreten iſt. Der reine Sandboden verändert hierbei ſein Volumen faſt gar nicht, bei ſehr feinkörniger Beſchaffenheit kann ſogar eine Verminderung um einige Prozente ein⸗ treten, während ein lehmig-ſandiger Boden um 10—20, ein Boden von mittlerem Thon⸗ und Humusgehalt, überhaupt von beſonders günſtiger phyſikaliſcher Beſchaffenheit um 30—50 und ein zähthoniger Boden bis zu 100 und mehr Prozent an Volumen zunimmt. 6. Das Waſſeraufſaugungsvermögen(die Kapillaran⸗ ziehung) des Bodens. Die Fähigkeit der Waſſerleitung aus den tieferen Schichten zur Oberfläche gilt ebenfalls als wichtiger Maßſtab für die Beurteilung der Güte eines Bodens. Bei ſehr thoniger, dichter Beſchaffenheit des Bodens ſteigt das Waſſer(nach S. 52) in 24 Stunden nur um 5— 10 cm, bei geringerem Thongehalt um 10 bis 20 cm, und bei ſehr günſtiger phyſikaliſcher Beſchaffenheit um 25— 40 cm. Ein größerer Thon⸗ und Humusgehalt vermindert die Schnelligkeit und den Grad des Aufſteigens und ebenſo iſt das letztere ein verhältnißmäßig geringes bei ſehr grobem Korn des Sandes. 7. Beſtimmung der organiſchen Subſtanz, der„Matière noire“(Schwarzſtoff) von L. Grandeau. L. Grandeau glaubte ſeiner Zeit gefunden zu haben, daß die Fruchtbarkeit der Ackererden in direkter Beziehung ſtehe zu der Menge der an organiſche Subſtanz gebundenen, in Ammoniak löslichen Mineralſtoffe(Phosphorſäure, Kali, Kalk), daß der Fruchtbarkeits⸗Unterſchied verſchiedener Boden⸗ arten beſonders mehr durch den Phosphorſäure⸗Gehalt des Ammoniak⸗ Extrakts als durch den des Säure⸗Extrakts angezeigt werde. Be⸗ handelt man nämlich einen Boden mit verdünnter bezw. ſo viel Salz⸗ ſäure, daß der vorhandene Kalk eben gelöſt wird, wäſcht den Boden mit Waſſer aus, trocknet ihn an der Luft und fügt man dann zu der von kohlenſaurem Calcium befreiten Erde verdünntes Ammoniak (Ammoniak und deſtill. Waſſer zu gleichen Teilen), ſo löſt das Ammo⸗ niak organiſche Subſtanz und an dieſe gebundene Mineralſtoffe, näm⸗ ſich Phosphorſäure, Kali, Kalk auf, welche nach Verdampfen und Glühen des Extrakts ermittelt werden können. O. Titſch und A. Tuxen konnten indes derartige Beziehungen zwiſchen der Menge der an organiſche Subſtanz gebundenen und in Ammoniak löslichen Mineralſtoffe(bezw. Phosphorſäure) und der Fruchtbarkeit der von ihnen unterſuchten Boden nicht finden. 8. Ermittelung der aſſimilierbaren Nährſtoffe(der Frucht⸗ barkeit) des Bodens aus dem Gehalt der in demſelben ge⸗ wachſenen Pflanzen an Nährſtoffen. Die Unzulänglichkeit der heutigen chemiſchen Methoden zur Feſtſtellung der aſſimilierbaren Nährſtoffe im Boden hat zu Verſuchen geführt, durch die Unterſuchung der in dem Boden gewachſenen Pflanzen hierüber Aufſchluß zu er⸗ halten. Aber auch dieſe Verſuche haben bisher endgiltige Reſultate Wolff⸗Haſelhoff, Anleitung. 4. Auflage. 5 66 Ackererde und Bodenarten. nicht ergeben und kann ich mich hier auf eine kurze Mitteilung über dieſelben beſchränken. Es ſind bei dieſen Verſuchen teils die ganzen Pflanzen, teils einzelne Pflanzenteile(Wurzel) unterſucht und iſt durch Vergleichen der gewonnenen Reſultate mit dem Gehalt normal oder doch unter bekannten Verhältniſſen gewachſener Pflanzen ein Schluß auf das Nährſtoffbedürfnis des Bodens gezogen worden.(Emmerling, Hell⸗ riegel, Heinrich u. a. m.). Helmkampf will die Pflanzenanalyſe mit einem Düngungsverſuch verbinden und dabei aus einer Zunahme eines Nährſtoffes in der Pflanze infolge der Düngung auf das Düngungs⸗ bedürfnis für dieſen Nährſtoff ſchließen, während ein genügender Nährſtoffvorrat im Boden vorhanden ſein ſoll, wenn der Gehalt trotz der Düngung überall derſelbe bleibt. M. Maercker hat zunächſt für Phosphorſäure ermittelt, wieviel hiervon durch die Pflanzen aus Boden⸗ arten von verſchiedener Beſchaffenheit aufgenommen werden können und weiter feſtgeſtellt, daß dieſe von der Pflanze aufgenommene Menge Phosphorſäure in geradem Verhältnis zu der durch Ammoncitrat (Petermann) aus dem Boden gelöſten Phosphorſäure ſteht. Deshalb glaubt M. Maercker in dem Ammoncitrat oder nach anderen Ver⸗ ſuchen in einer 5 prozent. Citronenſäurelöſung ein Mittel zur Be⸗ ſtimmung der bodenlöslichen, d. h. der jedesmal für die Pflanze auf⸗ nahmefähigen Phosphorſäure gefunden zu haben. 9. Schädliche Beſtandteile des Bodens. Eiſenoxydul neben ſaurem Humus gilt als Zeichen mangelhafter Durchlüftung, die unter Umſtänden eine ſog. ſauere Vegetation(Sauergräſer, Moos ꝛc.) zur Folge hat. Entwäſſerung oder Verbeſſerung der phyſikaliſchen Eigenſchaften des Bodens beſonders durch Kalk ſind hier die beſten Hilfsmittel. Direkt ſchädlich wirkt Schwefelkies, welcher bei der Zerſetzung die für Pflanzen giftige freie Schwefelſäure und das ebenſo giftige Ferroſulfat giebt. Letzteres ſetzt ſich mit den kohlenſauren Salzen um, z. B. mit Calciumcarbonat zu unſchädlichem Ferrihydroxyd und Calcium⸗ ſulfat und düngt ſomit, da Calciumſulfat leichter löslich iſt, als Calcium⸗ carbonat, indirekt, aber nur ſo lange, als hinreichend kohlenſaure Salze vorhanden ſind. Durch derartige fortdauernde Umſetzungsprozeſſe muß nach und nach eine Verarmung des Bodens eintreten. Ahnlich ver⸗ halten ſich Zinkblende(Schwefelzink) und Zinkvitriol, ferner Schwefelkupfer und Kupfervitriol. Um derartig beſchädigte Böden wieder aufzubeſſern, empfiehlt ſich in erſter Linie unter Um⸗ brechen derſelben eine ſtarke Kalkung oder Mergelung. Schwefelcalcium in den Abfällen der Soda⸗ und Poteaſche⸗ Fabriken, in dem Gaskalk der Gasfabriken, Rhodanammonium in den Abfällen der Gasfabrikation, arſenige Säure in dem Abwaſſer aus Gerbereien, Färbereien und Farbfabriken ſind äußerſt ſcharfe Pflanzengifte. Chlornatrium, Chlorcalcium und Chlormagneſium, welche ſich in dem Abwaſſer von Steinkohlengruben, Salinen, Kali⸗ B. Unterſuchung der Moorböden. 67 bergwerken, Sodafabriken ec. finden, ſind in größerer Menge ſchädlich. Kommen derartige ſalzhaltige Wäſſer wiederholt auf einen Boden, ſo wird der Boden dicht geſchlemmt; ferner gehen dem Boden durch Wechſelwirkung und durch die ſtärker löſende Kraft beſonders Kali neben Kalk und Magneſia verloren. Bei derartig beſchädigten Böden empfiehlt ſich der Anbau von Pflanzen wie Kohl, Raps oder Gerſte, welche wegen der flachen Bewurzelung verhältnismäßig viel Salz ver⸗ tragen oder auch der Anbau von bodenlockernden Gewächſen(z. B. Klee und ſonſtigen tiefwurzelnden Pflanzen); dabei ſoll man den Boden vor Winter in rauhe Furchen legen, damit der Froſt auf ihn ein⸗ wirken kann und die Salzteilchen den Winter über beſſer in den Unter⸗ grund gewaſchen werden. B. Unterſuchung der Moorbéden. 1. Probenahme. Im allgemeinen gelten die bei Mineralböden(S. 21) gegebenen Vorſchriften. Insbeſondere iſt bei Moorboden noch zu beachten, daß die oberſte Schicht von den tieferen Moorſchichten getrennt gehalten wird. Iſt das zu unterſuchende Moor einheitlich, ſo verteilt man die Probenahme gleichmäßig über die ganze Fläche in der Weiſe, daß man an möglichſt vielen Stellen 1. Proben von ca. 1—2 kg von der Oberfläche bis zu 20 cm Tiefe, 2. Proben von ca. 1—2 kg von 20 cm Tiefe bis zur Sohlen⸗ deff der vorhandenen oder noch zu ziehenden Entwäſſerungsgräben aushebt. 3. Für den Fall, daß die Gräben ſchon in den mineraliſchen Untergrund einſchneiden, halte man den mineraliſchen Teil(Probe 3) von dem moorigen Teil der Probe 2 geſondert. Die Einzelproben derſelben Tiefe werden gut gemiſcht und wird daraus ein Durchſchnittsmuſter von 2—3 kg zur Unterſuchung ent⸗ nommen. Zeigt das Terrain bedeutende Verſchiedenheiten, ſo behandelt man jede einzelne der unter einander verſchiedenen Flächen für ſich. Finden ſich in der Nähe des Moores oder in erreichbarer Tiefe des Untergrundes mineraliſche Bodenarten: Sand, Lehm, Mergel, Wieſenkalk u. dergl., welche möglicherweiſe für die Meliorierung des Moorbodens Bedeutung gewinnen könnten, ſo ſind auch hiervon Durch⸗ ſchnittsproben von 1—1 ½ kg zu entnehmen und mit einer genauen Beſchreibung der Lagerungs⸗Verhältniſſe, des räumlichen Umfanges ꝛc. zu verſehen. Bei der Probenahme iſt beſonders der Grad der Zerſetzung der moorbildenden Pflanzenreſte feſtzuſtellen, insbeſondere ob die Struktur der Pflanzen noch zu erkennen iſt, ob der Boden erdig und mehr oder weniger krümelig erſcheint. Je weiter die Zerſetzung vor⸗ 5* 68 Ackererde und Bodenarten. geſchritten iſt, deſto beſſer iſt der Boden naturgemäß für die Kulti⸗ vierung geeignet. Von großem Wert für die Beurteilung der Güte des Moores iſt die Beſtimmung der Pflanzen, aus denen das Moor ſich gebildet hat, indem ſich daraus ergiebt, ob Niederungs⸗ oder Hochmoor vorliegt. 2. Die Unterſuchung der Probe. Von beſonderer Wichtigkeit iſt bei Moorboden die Beſtimmung des Volumgewichtes. Bei der großen Verſchiedenheit der Moor⸗ böden je nach dem Zerſetzungsgrad, dem Mineralſtoffgehalt, der dichten Lagerung können die prozentiſchen Zahlen nichts nützen, ſondern nur die in einer beſtimmten Schicht den Pflanzen zugänglichen Nährſtoffe laſſen uns den wirklichen Nährſtoffgehalt des betreffenden Bodens erkennen. Die Beſtimmung des Volumgewichtes wird nach dem an der Moor⸗Verſuchsſtation Bremen üblichen Verfahren in folgender Weiſe ausgeführt: Die Moorprobe wird ſorgfältig gemiſcht und mit den Händen ſo dicht zuſammengepreßt, als es ohne Aufbietung übermäßiger Kraft geht; nach Herſtellung einer ebenen Fläche wird aus derſelben mit Hilfe einer vorher tarierten Blechform ein Würfel von 10 oder 15 cm Höhe entſprechend 1000 bezüglich 3375 ccm Inhalt ausgeſtochen, gewogen, die Moorſubſtanz auf Hürden flach ausgebreitet, im Trockenſchrank bei mäßiger Temperatur(90° C.) lufttrocken gemacht und nach dem Erkalten wieder gewogen. Die Maſſe läßt ſich dann leicht zerkleinern bezw. mahlen. Die ſo gewonnene lufttrockene Probe dient auch zur chemiſchen Analyſe; in derſelben wird eine Beſtimmung der Trocken⸗ ſubſtanz ausgeführt; damit erhält man die nötigen Daten, um be⸗ rechnen zu können, wie viel z. B. 1 chm des natürlichen Moores an friſcher und durchaus trocken gedachter Subſtanz enthält und man kann dann leicht mit Hilfe der prozentiſchen Zahlen der Analyſe den abſoluten Gehalt einer beliebigen Bodenmenge an wertbeſtimmenden Stoffen ermitteln. Zur Trockenſubſtanzbeſtimmung werden 2—3 g Subſtanz ganz flach in einer möglichſt geräumigen, mit Deckel tarierten Schale ausgebreitet und unter eine zum Evakuieren eingerichtete Glas⸗ glocke gebracht, in welcher ſich ein Gefäß mit konzentrierter Schwefel⸗ ſäure oder Phosphorſäureanhydrid befindet, das mit einer möglichſt großen Oberfläche wirkt. Die nach dem Trocknen eintretende Luft wird am einfachſten durch eine vorgelegte Waſchflaſche mit konzentrierter Schwefelſäure von Feuchtigkeit befreit. Um ein Zerſtäuben der oft äußerſt leichten und feinen Moorſubſtanz zu verhindern, empfiehlt es ſich, die Gefäße gegen den eintretenden Luftſtrom durch eine ent⸗ ſprechend angebrachte Glasplatte zu ſchützen. Die trockene Subſtanz muß in bedeckter Schale möglichſt ſchnell gewogen werden, da ſie äußerſt hygroſkopiſch iſt; auch iſt es nötig, während des Trocknens den Inhalt der Schale wiederholt umzurühren, da ſelbſt bei ſehr B. Unterſuchung der Moorböden. 69 dünner Lage die oberſte Schicht das Austrocknen der unteren ver⸗ langſamt. Die Veraſchung des Moores, welche zur Beſtimmung der mineraliſchen Beſtandteile notwendig iſt, wird am beſten in einer flachen geräumigen Platinſchale ausgeführt. Die Mooraſche iſt ſehr hygroſkopiſch und deshalb möglichſt ſchnell mit einer Platte bedeckt zu wiegen. Die Beſtimmung der einzelnen Beſtandteile erfolgt nach den früheren erörterten Methoden. Betreffs der bei Beſtimmung ge⸗ wiſſer leicht ſich verflüchtigender Beſtandteile, Chlor, Kalium, zu be⸗ achtenden Vorſichtsmaßregeln bei Herſtellung der Aſche gelten die für Pflanzen(vergl.„Pflanzenaſche“) giltigen Regeln. Die mehr oder weniger ſtark mit Sand, Thon oder Kalk ver⸗ miſchten Moorböden werden in derſelben Weiſe behandelt. Die Reſultate der Unterſuchung werden am beſten auf Prozente der vollkommen trocken gedachten Moorſubſtanz berechnet und wird dann auf Grund der Volumgewichtsbeſtimmung ermittelt, wieviel von den betreffenden Pflanzennährſtoffen in einem beſtimmten Boden⸗ volumen z. B. auf einer Fläche von 1 ha, in der Oberflächenſchicht von 0,20 cm oder in einer gleichmächtigen Schicht der tieferen Lagen vorhanden iſt. 3. Unterſuchung der Materialien zur Bedeckung des Moorbodens bei der Anlage von Deckkulturen nach Rimpaus Syſtem(Dammkultur). Als Bedeckungsmaterial für den Moorboden dient der Mineral⸗ boden aus dem Untergrund oder aus der Umgebung des Moores. In der Mehrzahl der Fälle handelt es ſich dabei um Sand⸗ oder Kiesböden mit oder ohne einen Gehalt an kohlenſaurem Calcium, nicht ſelten aber auch um kalkfreie und kalkhaltige Thonböden oder um Wieſenmergel(ſog. Wieſenkalk). Das Urteil, ob dieſer oder jener Boden ein geeignetes Bedeckungs⸗ material abgiebt, ſtützt ſich im weſentlichen auf die Beobachtung der Farbe, des Gehaltes an thonigen Beimengungen, kohlenſaurem Kalk, Feldſpatteilchen, organiſchen Stoffen, Eiſenoxyd, Eiſenoxydul, Schwefel⸗ eiſen ꝛc. und ferner auf die Ermittelung der Körnigkeit und des Ge⸗ haltes an kieſigen Beimengungen und deren Charakteriſierung bei Sandböden, der Zähigkeit und des Sandgehaltes bei Thonböden. Die Körnigkeit des Sandes ermittelt man am beſten durch Abſchlämmen. Im allgemeinen beſchränkt man ſich bei dieſen Unterſuchungen auf die qualitative Unterſuchung. Bei der Unterſuchung auf pflanzenſchädliche Stoffe kommen Schwefeleiſen und ſeine Oxydationsprodukte, ſchwefelſaures Eiſenoxydul und freie Schwefelſäure, in Frage. 70 Ackererde und Bodenarten. Zum Nachweis von Eiſenoxydul wird die Moor⸗ und Sand⸗ probe in einem Becherglaſe mit Waſſer übergoſſen und nach Zuſatz von rotem Blutlaugenſalz unter Umrühren 24 Stunden ſtehen ge⸗ laſſen; Blaufärbung zeigt die Gegenwart von Eiſenoxydul an. Bei Gegenwart von kohlenſauren Salzen(kohlenſaures Calcium) wird, wenn aus Schwefeleiſen durch Oxydation ſchwefelſaures Eiſen⸗ oxydul entſteht, bald eine Umſetzung eintreten und falls die Mengen der kohlenſauren Salze ausreichen, alles Eiſenſulfat in Carbonat zu verwandeln, kein waſſerlösliches Eiſenoxydul nachzuweiſen ſein. Schwefeleiſen. Nach den vorliegenden Unterſuchungen hat das in den Mooren vorkommende Schwefeleiſen die Zuſammenſetzung FeS, und die Form des Waſſerkieſes, welcher ſich bei Gegenwart von Waſſer und Luft leicht in ſchwefelſaures Eiſenoxydul und freie Schwefel⸗ ſäure umſetzt. Daneben ſollen ſich andere, ſchwerer zerſetzbare Schwefel⸗ eiſenverbindungen, wenn auch ſeltener, finden. Der qualitative Nachweis des Schwefeleiſens ſtützt ſich dar⸗ auf, daß dasſelbe bei heftigem Glühen unter Luftzutritt allen Schwefel in Form von ſchwefliger Säure bezw. Schwefelſäure abgiebt und daß ſelbſt ſehr geringe Mengen ſchwefeliger Säure durch den Geruch ſich mit Sicherheit erkennen laſſen. Die fragliche Probe wird in einem Platintiegel mit aufgelegtem Deckel auf einem Gebläſe zum Glühen erhitzt, dann ſchnell in eine eiſerne Pfanne ausgeſchüttet und zur Naſe geführt. Kleine Mengen ſöwefaliger Säure werden an den ſcharfen ſtechenden Geruch ſofort erkannt. Sind in der Probe kohlenſaure oder humusſaure Salze vor⸗ handen, ſo wird ein Teil der entſtandenen Säure von den Baſen derſelben zurückgehalten werden. Aber unter Umſtänden tritt ſelbſt bei einem großen Überſchuß von kohlenſaurem Calcium wie z. B. in ſchwefelkieshaltigen Mergeln beim Glühen eine ſtarke Entwickelung von ſchwefeliger Säure auf, vielleicht, weil die Miſchung von kohlen⸗ ſaurem Calcium und Schwefeleiſen nicht innig genug iſt, um alle ſchwefelige Säure feſtzuhalten. Wäſſerige Auszüge geben dann keine Reaktion auf Eiſenoxydul. Ein derartiges kalkreiches Deckmaterial kann ohne Bedenken verwendet werden, da in dem vorhandenen kohlenſauren Calcium zugleich ein Mittel geboten iſt, die etwa aus Schwefelkies entſtehende Schwefelſäure unſchädlich zu machen. Es empfiehlt ſich daher, neben der Prüfung auf waſſerlösliches Eiſen⸗ oxydul und Schwefeleiſen ſtets die auf Kohlenſäure vorzunehmen. enen aus iſen⸗ Geſteine und deren Verwitterungsprodukte. 71 Geſteine und deren Vermwitterungsprodukte. Die Unterſuchung der Geſteine wird gewöhnlich vorgenommen, teils um das Mengenverhältnis der in ihnen enthaltenen verſchiedenen chemiſchen Verbindungen zu ermitteln, teils um über die Verwitterungs⸗ fähigkeit oder die ſchon vorhandene Verwitterungsſtufe derſelben näheren Aufſchluß zu erhalten. In agrikulturchemiſcher Hinſicht intereſſiert uns ſowohl die abſolute Menge der Beſtandteile, zunächſt der in dem Ge⸗ ſtein vorhandenen Pflanzennährſtoffe, als auch namentlich die größere oder geringere Löslichkeit der letzteren. Im allgemeinen wird man bei der chemiſchen Unterſuchung von kryſtalliniſchen oder erdigen Gebirgsarten einen ähnlichen Weg einſchlagen, wie derſelbe bezüglich der Boden⸗ arten näher beſchrieben iſt. Jedoch muß die dort beſchriebene Methode für jedes Geſtein, je nach der Natur desſelben, eine Modifikation, eine weitere Ausdehnung oder auch eine weſentliche Vereinfachung erleiden. Es läßt ſich keine für alle Gebirgsarten, oder auch nur für alle kry⸗ ſtalliniſchen oder alle erdigen Geſteine giltige Methode der Unter⸗ ſuchung feſtſtellen. In der Regel bedarf es einer vorausgehenden Prüfung des Geſteins bezüglich ſeines Verhaltens gegen Löſungsmittel verſchiedener Art und ebenſo iſt es ſelbſtverſtändlich, daß überall im voraus die Natur der vorhandenen einzelnen Mineralien möglichſt genau zu ermitteln iſt. Über die Methode der chemiſchen Analyſe kann ich hier nur einige allgemeine Andeutung geben, aus welchen man jedoch für den ſpeziellen Fall das Nötige entnehmen wird. 1. Hat man ein völlig unverwittertes kryſtalliniſches Geſtein zu unterſuchen, welches nur aus zwei, in gewöhnlichen Säuren unlös⸗ lichen oder doch ſehr unvollſtändig zerſetzbaren, ihrer Zuſammenſetzung nach ſehr verſchiedenen, aber genau bekannten Mineralien beſteht, ſo genügt es, eine geeignete Quantität des Geſteins zu zerſtoßen, von dieſer Maſſe wiederum eine kleinere durchſchnittliche Probe auf das feinſte zu zerreiben, mit Waſſer zu ſchlämmen und mit Flußſäure auf⸗ zuſchließen(ſ. S. 31). Aus der gefundenen Zuſammenſetzung des ganzen Geſteins laſſen ſich dann oftmals die prozentiſchen Verhältniſſe beider Mineralien annähernd berechnen(S. 41); ſo z. B. wenn nur Quarz und Feldſpat(Kalium-, Natrium-, Calciumfeldſpat), oder Quarz und Glimmer, oder Augit(Hornblende) und Feldſpat ꝛc. zugegen ſind. Alle derartige Berechnungen können nur annähernd genaue Reſultate für die Mengenverhältniſſe der einzelnen Mineralien ergeben, weil die letzteren meiſtens in ihrer prozentiſchen Zuſammenſetzung, wenn auch weniger hinſichtlich ihrer Zuſammenſetzungsformel, beträchtlichen Schwan⸗ kungen unterliegen, während man die Rechnung gewöhnlich nur auf einen mittleren Gehalt der Mineralien an weſentlichen Beſtandteilen baſieren kann. Genau wird die Rechnung nur dann ausfallen, wenn man aus dem Geſtein einzelne Partieen der reinen Mineralien auszulöſen im ſtande iſt und alsdann die in dieſen durch direkte Analyſe gefundene Zuſammen⸗ ſetzung der Rechnung zu Grunde legt. 72 Geſteine und deren Verwitterungsprodukte. 2. Dasſelbe einfache Verfahren kann man einhalten, wenn das Geſtein im weſentlichen aus drei kryſtalliſierten Mineralien beſteht, von denen das eine Quarz, das zweite ein alkalihaltiges(Feldſpat oder Glimmer), das dritte ein alkalifreies(Augit, Hornblende ꝛc.) iſt. 3. Sind aber neben dem Quarz zwei alkalihaltige Mineralien zugegen, welche beide, wie der Feldſpat und der Kaliglimmer, ſehr wenig oder gar nicht von den gewöhnlichen Säuren angegriffen werden, ſo kann man eine Abſcheidung des Glimmers von den übrigen Gemengteilen, freilich nur ſehr unvollkommen, höchſtens auf mecha⸗ niſchem Wege vornehmen. Aus dem nicht zu fein gepulverten Geſtein ſucht man nämlich durch Abſchlämmen der Maſſe mit Waſſer die Glimmerblättchen von dem übrigen Geſteinspulver zu trennen oder auf die Weiſe, daß man unter Beihilfe einer Salzlöſung(z. B. Chlor⸗ hden) von der nötigen Konzentration die einzelnen Mineralien eidet. 4. Bei Gegenwart von kohlenſauren Verbindungen werden dieſe oft durch Behandlung der gepulverten Maſſe mit Eſſigſäure, unter Umſtänden auch mit verdünnter kalter Salzſäure oder Salpeterſäure gelöſt, ohne daß die ſonſtigen Gemengteile eine Veränderung erleiden. 5. Eiſenoxydhydrat(auch Thonerdehydrat) kann man, mit Aus⸗ ſchluß anderer Stoffe, durch Digerieren der Maſſe mit einer mäßig warmen wäſſerigen Löſung von Seignetteſalz(weinſaures Kalium⸗ Natrium) abſcheiden. 6. Durch Behandlung mit konzentrierter Salzſäure in der Kälte wird das waſſerfreie Eiſenoxyd großenteils gelöſt, während die vor⸗ handenen Silikate dadurch gewöhnlich nur wenig angegriffen werden. 7. Manche Silikate, namentlich die waſſerhaltigen(Zeolithe), laſſen ſich leicht und vollſtändig durch heiße konzentrierte oder ſchon durch mehr oder weniger verdünnte Salzſäure zerſetzen; dieſe Säure läßt ſich daher oftmals mit gutem Erfolg bei der Unterſuchung von zeolithhaltigen, kryſtalliniſchen Geſteinen, wie namentlich von Baſalt, Phonolith, vulkaniſchen Laven ꝛc., verwenden. 8. Die konzentrierte heiße Schwefelſäure zerſetzt nicht allein den gewöhnlichen Thon, ſondern auch manche kryſtalliſierte Doppelſilikate, wie z. B. den Magneſiumglimmer, welcher dagegen von kochender konzentrierter Salzſäure weit weniger angegriffen wird. Mancher, noch unverwitterte, glimmerreiche Sandſtein, z. B. gewiſſe Arten des bunten Sandſteins, geben an kochende konzentrierte Salzſäure kaum eine Spur von Magneſia ab, während bei dem Erhitzen des Geſteins⸗ pulvers(oder des Rückſtandes von der Behandlung mit heißer Salz⸗ ſäure) mit konzentrierter Schwefelſäure eine merkliche Menge von Magneſia in die Löſung übergeht. In dieſem Falle kann man aus der gefundenen Magneſia annähernd die Menge des vorhandenen Magneſiumglimmers berechnen. 9. Die Trennung verſchiedener Silikate von dem gleichzeitig vor⸗ handenen Quarz wird oftmals durch Erhitzen der fein gepulverten Geſteinsmaſſe mit Phosphorſäurehydrat zu bewirken ſein. jecha⸗ eſtein r die oder ihlor⸗ ralien dieſe unter ſäure eiden. Aus⸗ näßig lium⸗ Kälte vor⸗ erden. lithe) ſchon Säure von aſalt, in den llikate, hender ancher en des kaum ſteins⸗ Saly ge von m aus ndenen ig vo⸗ verten Geſteine und deren Verwitterungsprodukte. 73 Man bedient ſich nach A. Müller am beſten einer ſirupartigen Phosphorſäure, welche durch Abdampfen auf 33— 37% aus offizineller Säure von 1,13 bis 1,18 ſpez. Gewicht dargeſtellt wird. Säure, welche über dieſen Gehalt eingedampft iſt, hat das Unangenehme an ſich, daß ſie bei gewöhnlicher Temperatur kryſtalliniſch erſtarrt und alſo vor der Anwendung erwärmt werden muß. Das aufzuſchließende Geſtein muß fein gepulvert werden, braucht jedoch nicht geſchlümmt zu ſein. Je nach dem Gehalt an Silikaten bedarf es einer verſchieden großen Menge Phosphorſäurehydrat, für 0,5— 1 g des Materials wenigſtens 15— 20 g. Sonſt verdickt ſich die Maſſe zur ſehr durch die abgeſchiedene kleiſterartige Kieſelſäure. Man erhitzt die Maſſe in einem Platinſchälchen in einem geeigneten Apparate(Luftbad ꝛc.) bis auf 190— 200° C. und digeriert bei dieſer Temperatur unter fleißigem Umrühren mit einem Platinſpatel 5 bis 6 Stunden lang. Hierauf wird die erkaltete Schmelze ſucceſſive und unter wiederholter Sedimentation und Dekantierung mit Waſſer und 1⸗prozent. Natronlauge ausgekocht, der Bodenſatz auf einem Filter ge⸗ ſammelt und der Quarz mit Säure, Alkali, Säure und Waſſer rein gewaſchen. Bei eiſen⸗ und thonreichen Objekten iſt es gut, der erſten Natron⸗ lauge etwas Seignetteſalz zuzuſetzen. Das Trübfiltrieren verhindert man durch Auswaſchen der kieſelſäurehaltigen Natronlauge mit reiner Sodalöſung, der Säure⸗Löſung mit einer Löſung von ſalpeterſaurem Ammon. Der Quarzrückſtand nimmt bei einer wiederholten mehr⸗ ſtündigen Digeſtion mit Phosphorſäure nur ſehr unbedeutend an Ge⸗ wicht ab. Derſelbe wird mittelſt Mikroſkop und durch Verflüchtigung im Flußſäure⸗Apparat auf Reinheit geprüft. Man kann auch natür⸗ liche Bodenarten nach dieſer Methode auf Gehalt an Quarzſand unter⸗ ſuchen; nur iſt es in dieſem Falle notwendig, erſt die organiſche Sub⸗ ſtanz(Humus) zu entfernen und eine noch etwas größere Menge von Phosphorſäure anzuwenden. 10. Es iſt zu beachten, daß viele Mineralien, welche im natür⸗ lichen Zuſtande durch Säuren nicht aufſchließbar ſind, dieſe Eigen⸗ ſchaft annehmen, wenn ſie vorher im feingepulverten Zuſtande einer anhaltend ſtarken Glühhitze ausgeſetzt und dadurch in ihrem Zuſammen⸗ hang gelockert worden ſind. Dies gilt für die Behandlung mit Salz⸗ ſäure und Schwefelſäure, ſowohl unter gewöhnlichem Luftdruck, als auch in zugeſchmolzenen Röhren bei etwas erhöhter Temperatur. Hierher gehören Granat, Epidot, Veſuvian, Axinit, Augit, Horn⸗ blende ꝛc., überhaupt ſolche Mineralien, welche auf 1 Atom des baſiſchen Metalles 1 Atom oder weniger Silicium enthalten. 11. Manche Geſteine, wie die Dolerite und Trachyte, laſſen ſich durch Behandlung mit Schwefelſäure auf ihr raſcheres oder lang⸗ ſameres Zerfallen und damit auf den Grad ihrer Verwitterbarkeit prüfen. Zu dieſem Zwecke übergießt man das in erbſengroße Stück⸗ chen zerſchlagene Geſtein auf je 100 g desſelben mit 10 cem einer Schwefelſäure, welche am zweckmäßigſten durch Vermiſchung gleicher 74 Geſteine und deren Verwitterungsprodukte. Teile konzentrierter Schwefelſäure und Waſſer dargeſtellt worden iſt. Nach einigen Tagen ſind die Steine mehr oder weniger in feine Teile zerfallen und es kann alsdann unterſucht werden, wieviel Kali ꝛc. durch die Schwefelſäure extrahiert worden iſt. 12. Zur Prüfung der Dachſchiefer und ähnlicher Gebilde auf den Grad ihrer Verwitterbarkeit für techniſche Zwecke hat Freſenius die folgende Methode ſehr geeignet gefunden: Man ſägt aus dem zu prüfenden Schieferſtein ein länglich⸗viereckiges Stück von etwa 7 cm Länge und 3 cm Breite heraus, umbindet es an dem einen Ende mit ſtarker Schnur, hängt es in eine Kochflaſche, in welche man zuvor etwa 100 cem einer ziemlich geſättigten Löſung von ſchwefliger Säure in Waſſer gebracht hat, und verſchließt die Flaſche feſt mit einem Stopfen(am beſten einem Kautſchukſtopfen), welcher zugleich die Schnur einklemmt und ſomit das Schieferſtück in dem Luftraum der Flaſche in der Art ſchwebend erhält, daß ſein unterſter Teil noch 3 oder 4 cm von dem Flüſſigkeitsſpiegel entfernt iſt. Zweckmäßig iſt es, in einem zweiten ebenſo beſchickten Kolben ein ähnliches Stück eines anerkannt guten Schiefers aufzuhängen, damit man die Übereinſtimmung oder Verſchiedenheit des Verhaltens vergleichend feſtſtellen kann. Man läßt alsdann die Kochflaſchen bei gewöhnlicher Temperatur ſtehen und be⸗ obachtet die Schieferſtücke in geeigneten Zeiträumen(etwa nach 7 und 14 Tagen, ſowie nach 4 Wochen), ohne dabei die Stopfen abzunehmen. Je nach der Natur des Schiefers erſcheint das betreffende Stück in kürzerer oder längerer Zeit mehr oder weniger naß, weich, zerbrech⸗ lich, geſpalten, zerklüftet und aufgeſchwollen. Enthalten die Dachſchiefer Calciumcarbonat, ſo iſt dieſes Ver⸗ fahren nicht anwendbar. Fred. Reverdi und Ch. de la Harpe ziehen für die Beſtimmung der Verwitterbarkeit der chemiſchen Analyſe die Ermittelung der Poroſität in den einer bezw. verſchiedenen Temperaturſchwankungen unterworfenen Schiefern vor. Sie verfahren hierbei wie folgt: a) Poroſität der Schieferſtücke, welche dem Einfluß von Säuren unterworfen werden. Schieferſtücke von 6 cm Länge und 2 cm Breite, deren Ränder ſorgfältig abgefeilt ſind, werden kalt mit 10 prozent. Eſſigſäure di⸗ geriert. Damit die ſich bildende Kohlenſäure ſich entwickele und die Säure in innige Berührung mit dem Stein komme, wird das Di⸗ geſtionsgefäß von Zeit zu Zeit luftleer gepumpt. So lange Kohlen⸗ ſäure auftritt, manchmal mehrere Wochen lang, wird dieſe Behand⸗ lung fortgeſetzt. Hierauf werden die Schiefer gewaſchen, getrocknet, gewogen und in eine dickwandige, 12 cm hohe, 3,5 cm weite Röhre gebracht, welche Diphenylamin(Schmelzp. 540, Siedep. 310° C.) ent⸗ hält. Sie wird mit einem Kautſchukſtopfen, der mit einer Luftpumpe in Verbindung ſteht, geſchloſſen. Die Röhren werden während 2 Stunden im Olbade auf 170⁰˙ C. erhitzt, indem gleichzeitig die Leere hergeſtellt wird, der Luftdruck dann langſam wieder auf normale Höhe gebracht, wobei man die Temperatur 4—5 Stunden bei 150 C. Mergel. 75 erhält, und hierauf aus dem Olbade genommen. Die Schieferſtücke werden mit Filtrierpapier gereinigt, erkalten gelaſſen, mit Ather ge⸗ waſchen(dieſe Operation läßt ſich wegen der Leichtlöslichkeit des Diphenylamins ſehr ſchnell ausführen und hat zum Zweck, die an der Oberfläche haften gebliebene Subſtanz zu entfernen), über Schwefel⸗ ſäure getrocknet und von neuem gewogen. Die beobachteten Gewichtszunahmen geben das in die Poren eingedrungene Diphenylamin an und ſchwanken z. B. zwiſchen 0,05 bis 9,20%. Das kohlenſaure Calcium wird nur langſam von der Eſſigſäure zudtorifn⸗ ein Beweis, daß es in der kompakten Maſſe einge⸗ üllt iſt. b) Widerſtand gegen raſche Temperaturänderungen. 2 cm breite, 6 cm lange Schieferſtücke mit gut abgefeilten Rändern werden in einer Probe wie vorſtehend direkt mit Diphenylamin im⸗ prägniert, dann in anderen Proben während ½ Stunde in einer ſchmiedeeiſernen Röhre einer Temperatur von 300° C. ausgeſetzt, die Röhre durch einen kalten Waſſerſtrahl während einer halben Stunde raſch abgekühlt und dieſe Operation 24mal wiederholt. Damit die Temperatur ſich gleichmäßig verbreitet, werden die Schieferſtücke auf einem Glasrohr, in welches das Thermometer eingeführt iſt, befeſtigt und mittelſt des Glasrohres in die eiſerne Röhre eingeſchoben. Die wie unter a) bewirkte Imprägnierung mit Diphenylamin er⸗ gab z. B. bei verſchiedenen Schiefern folgende Gewichtszunahme: a) für nicht erhitzte Schiefer... 0,02— 1,15% b) für erhitzte Schiefer..... 0,08— 2,35% Die verſchiedenen Verwitterungsſtufen und Verwitterungs⸗ produkte der kryſtalliniſchen Geſteine, wie auch alle erdiggeſchichteten Gebirgsarten und deren Zerbröckelungsmaſſen müſſen für agrikultur⸗ chemiſche Zwecke, oder wenn man über den Grad und die Art der Verwitterung ſich möglichſt genaue Auskunft verſchaffen will, in der Regel einer ganz ähnlichen Behandlung unterworfen werden, wie der Ackerboden, d. h. man extrahiert dieſelben in hinreichend großen Quanti⸗ täten der pulverförmigen oder gepulverten Subſtanz nach einander mit kalter und heißer konzentrierter Salzſäure, mit konzentrierter Schwefel⸗ ſäure und bringt zuletzt den Rückſtand mittelſt Flußſäure oder ſonſt auf geeignete Weiſe in einen der vollſtändigen Analyſe zugänglichen Zuſtand. Ich will hier noch einige ſpezielle Bemerkungen beifügen über die Unterſuchung von Mergel, Kalkſtein, Kalk, Strontianit und Thon. a) Mergel. Der Mergel wird faſt ausſchließlich in dem Zuſtande, wie er in der Natur vorkommt, für landwirtſchaftliche Zwecke verwendet; man muß ihn daher auch ſtets lufttrocken und ungeglüht der Unter⸗ ſuchung unterwerfen. Die Mergel werden fett oder mager genannt, 76 Geſteine und deren Verwitterungsprodukte. je nachdem ſie mehr oder weniger als 50% kohlenſaures Calcium enthalten, ferner unterſcheidet man, je nach dem Vorwiegen von Thon oder Sand, Thonmergel und Sandmergel. Die Mergel beſtehen nämlich hauptſächlich aus kohlenſaurem Calcium, kohlenſaurem Mag⸗ neſium, Thon und Sand neben etwas Kieſelſäure und Eiſenoxydul ꝛc. Ihre Farbe wird durch Eiſen und organiſche Subſtanzen bedingt. Die an kohlenſaurem Magneſium reichen Mergel heißen„Dolomit⸗ mergel“; ſie zeichnen ſich dadurch vor den Kalkmergeln aus, daß ſie mit Säuren in der Kälte keine Kohlenſäure entwickeln. Bei der Unterſuchung des Mergels darf man ſich oftmals keines⸗ wegs auf die Beſtimmung von Kalk und Magneſia beſchränken, ſondern gleichzeitig iſt auch die mechaniſche Beſchaffenheit und namentlich der Gehalt an Kali und Phosphorſäure zu berückſichtigen. 1. Zum Zweck der mechaniſchen Analyſe werden, je nach dem Kalkgehalte 35— 50 g in einem geräumigen Becherglaſe vorſichtig mit verdünnter Salzſäure übergoſſen, bis bei weiterem Zuſatz der Säure kein Aufbrauſen mehr erfolgt. Der Rückſtand wird etwas ausgewaſchen und darauf mit Waſſer ½ Stunde lang gekocht und ab⸗ geſchlämmt(ſ. S. 23). Nicht ſelten iſt es von Intereſſe, das im Mergel vorhandene kohlen⸗ ſaure Calcium auch hinſichtlich des Zuſtandes ſeiner Zerteilung zu prüfen; man kocht alsdann 30 g des Mergels mit Waſſer, ſchlämmt die ganze Maſſe ab und ermittelt in den einzelnen, ſo von einander getrennten Partieen den Kalkgehalt. 2. Für eine genaue Beſtimmung des Waſſers genügt ein Austrocknen bei 105 C. nicht. Zu dem Zweck wird die auf einem Platinſchiffchen abgewogene Subſtanzmenge im Verbrennungsrohre erhitzt, das Waſſer durch einen trockenen Luftſtrom in ein vorgelegtes Chlorcalciumrohr getrieben und letzteres vor und nach dem Verſuch gewogen. 3. Die Beſtimmung der Kohlenſäure kann entweder volu⸗ metriſch nach Scheibler oder nach den früher angegebenen gewichts⸗ analytiſchen Methoden ausgeführt werden. 4. Die Beſtimmung der übrigen Beſtandteile erfolgt nach den im 1. Teile unter 6 angegebenen Methoden(S. 14). Man löſt 5 g Subſtanz durch Eindampfen mit Salzſäure bis zur Trockene, nimmt mit ſalzſäurehaltigem Waſſer auf, filtriert, wäſcht den Rückſtand mit heißem Waſſer aus und beſtimmt in einem aliquoten Teile des mit den Waſchwäſſern vereinigten Filtrates Eiſennxyd, Thonerde, Kalk, Venneine⸗ Kali und Phosphorſäure in der früher angegebenen eiſe. Der in Salzſäure unlösliche und ausgewaſchene Rückſtand wird erſt mit einer Löſung von Natriumcarbonat und etwas Natrium⸗ hydroxyd ausgekocht, um die durch Salzſäure gelöſte Kieſelſäure zu beſtimmen; der ausgewaſchene Rückſtand hiervon wird direkt noch feucht zweimal mit konzentrierter Schwefelfäure in einer Platinſchale zur Trockene verraucht und die aufgeſchloſſene Maſſe zur Beſtimmung Kalkſtein. Gebrannter Kalk. 77 der einzelnen Beſtandteile(Kieſelſäure, Thonerde, Sand, Kalk und Alkalien) wie bei Boden angegeben behandelt. 5. Eine direkte Beſtimmung des in organiſcher Verbindung vor⸗ handenen Kohlenſtoffes und Stickſtoffes iſt in der Regel un⸗ nötig und braucht nur bei erheblichem Gehalt des Mergels an Humus oder bituminöſer Subſtanz vorgenommen zu werden, z. B. bei manchen Liasmergeln. Man beobachtet hierbei dasſelbe Verfahren, welches für Boden empfohlen worden iſt. 6. Manche Mergelarten, namentlich ſolche, welche reich ſind an thoniger Subſtanz und nur wenig Sand enthalten, z. B. einige Keupermergel, äußern als Düngmittel eine vorzügliche Wirkung, wenn ſie im ſchwach gebrannten Zuſtande in Anwendung kommen. Um den Mergel in dieſer Richtung zu prüfen, wird derſelbe in der Muffel bei ſchwacher Rotglühhitze und unter dem Zutritt von Luft gebrannt und zunächſt ein wäſſeriger Auszug der geglühten Maſſe dargeſtellt, indem man auf 125 g der letzteren die vierfache Menge deſtillierten Waſſers unter häufigem Umſchütteln 48 Stunden lang einwirken läßt und ſodann ¾ der Flüſſigkeit oder 400 ccm abfiltriert. Dieſer wäſſerige Auszug dient hauptſächlich zur Beſtimmung der darin auf⸗ gelöſten Alkalien. Eine andere Portion des gebrannten Mergels (100 g) wird in derſelben Weiſe mit 300 cem konzentrierter Salz⸗ ſäure bei gewöhnlicher Temperatur behandelt, der Rückſtand abfiltriert und ausgewaſchen und in der Löſung die Phosphorſäure und die Alkalien in der unter(3) angegebenen Weiſe beſtimmt. Ebenſo iſt die für forſtliche Kulturzwecke manchmal dargeſtellte ge⸗ brannte Raſenerde auf ihre wirkſame Beſtandteile zu unterſuchen, wobei natürlich auch der Gehalt an Kalk und Magneſia, ſowie an Schwefelſäure und löslicher Kieſelſäure, vielleicht auch die Menge des etwa vorhandenen, fertig gebildeten Ammoniaks(durch Abdeſtillieren mit gebrannter Magneſia) beſtimmt werden muß. b) Kalkſtein. Gebrannter Kalk. Wenn es ſich darum handelt, einen Kalkſtein in ſeinen ver⸗ ſchiedenen Verwitterungsſtufen zu unterſuchen bezüglich der Verände⸗ rungen, welche er bei ſeinem allmählichen Zerfallen an der Luft unter natürlichen Verhältniſſen erleidet und überhaupt hinſichtlich des Materials, welches er für die Bildung eines fruchtbaren Bodens zu liefern im ſtande iſt, ſo muß man denſelben in ſeinem natürlichen lufttrockenen, nicht aber im gebrannten Zuſtande der Analyſe unter⸗ werfen. Der Kalkſtein wird fein gepulvert und in der früher unter Boden(S. 28) erörterten Weiſe mit kalter und heißer konzentrierter Salzſäure, Schwefelſäure und Flußſäure behandelt. Die konzentrierte kalte Salzſäure, welche man zunächſt auf den ge⸗ pulverten Kalkſtein einwirken läßt, löſt die ganze Menge der kohlenſauren Erden und gewöhnlich auch der vorhandenen Phosphorſäure, dagegen nur ſehr wenig Alkali auf, auch wenn der thonige oder kieſelige Rückſtand ver⸗ hältnismäßig ſehr reich iſt an alkaliſchen Verbindungen. Die geringe 78 Geſteine und deren Verwitterungsprodukte. Menge von Alkali, welche in die Löſung mittelſt kalter Salzſäure übergeht, muß gleichwohl genau beſtimmt werden, und es gelingt dieſes auch leicht, wenn man nach Abſcheidung der Kieſelſäure und des Ammoniak⸗Nieder⸗ ſchlages die Flüſſigkeit mit kohlenſaurem Ammon fällt; bei dem Erwärmen der Flüſſigkeit nimmt bekanntlich das ausgefällte kohlenſaure Calcium ſehr bald einen körnigen kryſtalliniſchen Zuſtand an, in welchem er ſich leicht abfiltrieren und vollſtändig auswaſchen läßt. Die Salzſäure und das kohlenſaure Ammon ſind vorher ſorgfältig auf einen etwaigen kleinen Ge⸗ halt an fixen Alkalien zu prüfen. Der Rückſtand von der Behandlung mit kalter Salzſäure iſt in agrikulturchemiſcher Hinſicht, d. h. für die Charakteriſierung des aus dem Kalkſtein gebildeten Ackerbodens von beſonders großer Wichtigkeit. Er iſt nicht ſelten in ſeinen thonigen, wie in ſeinen ſandigen Beſtand⸗ teilen überaus reich an Kali und muß daher auch durch die Schlämm⸗ Analyſe, ſowie namentlich in ſeinem chemiſchen Verhalten gegen kochende Salzſäure und Schwefelſäure genau unterſucht werden. Auch die Zuſammenſetzung der ſandigen, durch konzentrierte Schwefelſäure nicht zerſetzbaren Subſtanz iſt durch Aufſchließen derſelben mit Flußſäure zu ermitteln. Zum Brennen von Kalkſteinen für landwirtſchaftliche Düngungs⸗ wecke ſind die reinſten d. h. die faſt nur aus kohlenſaurem Kalk be⸗ Reyonden Sorten(Weißkalkſteine) am beſten. Thon und Sand ent⸗ haltende Kalkſteine(Waſſerkalkſteine) brennen ſich entweder nur ſchwierig oder liefern hydrauliſche Kalke, welche im Boden leicht zu feſten cementartigen Klumpen zuſammenballen. Durch das Brennen des Kalkſteines wird derſelbe in allen ſeinen Beſtandteilen weſentlich verändert; die vorhandenen thonigen und teilweiſe auch die fein ſandigen Subſtanzen werden dadurch mehr oder weniger aufgeſchloſſen, die Alkalien leichter löslich. Wenn daher der Kalkſtein im gebrannten Zuſtande als Düngemittel Verwendung finden ſoll, ſo muß er auch in dieſen Zuſtand verſetzt werden, bevor man ihn der chemiſchen Unterſuchung unterwirft. Zu dieſem Zwecke glüht man den Kalkſtein in einem heſſiſchen Tiegel(in deſſen Boden ein Loch angebracht iſt, um den Feuergaſen den Durchzug zu geſtatten) ſo ſtark, daß die Kohlenſäure entweicht und der Rücktannd nach dem Erkalten mit etwa einem Drittel ſeines Gewichtes Waſſer angefeuchtet, zu einem lockeren voluminöſen Pulver vollſtändig zerfällt. Zur Unterſuchung des Düngekalkes auf die Menge der in kaltem Waſſer löslichen Alkalien werden 150 g gebrannter Kalk mit 1500 cem deſtilliertem Waſſer übergoſſen und damit 24 Stunden unter häufigem Umſchütteln ſtehen gelaſſen. Sodann gießt man 1000 cem der Flüſſigkeit möglichſt klar ab, filtriert dieſelbe und be⸗ ſtimmt die Alkalien nach S. 19. Bei der vollſtändigen Analyſe des gebrannten Kalkes ver⸗ fährt man wie folgt: 10 g gebrannter pulveriſierter Kalk werden unter Bedecken mit einem Uhrglaſe in einer geräumigen Porzellanſchale in Salzſäure ge⸗ löſt, auf dem Waſſerbade zur Trockne verdampft, einige Zeit im Luft⸗ Kalkſtein. Gebrannter Kalk. 79 bade oder im Trockenſchrank(zur vollſtändigen Abſcheidung der Kieſel⸗ ſäure) erwärmt, mit ſalzſäurehaltigem Waſſer aufgenommen, filtriert, ausgewaſchen und das Filtrat auf 500 cem gebracht. In dem Fil⸗ trat beſtimmt man die einzelne Beſtandteile nach den früher ange⸗ gebenen Methoden. Der unlösliche, hinreichend ausgewaſchene Rück⸗ ſtand wird getrocknet, geglüht und als Sand+ Kieſelſäure gewogen; darauf bringt man ihn in eine Porzellanſchale, kocht ihn längere Zeit mit einer hinreichenden verdünnten Löſung von Natriumcarbonat und etwas Natriumhydroxyd aus, filtriert, wäſcht genügend aus, trocknet, glüht und wägt wieder; das Gewicht iſt gleich dem vorhandenen Sand, die Differenz zwiſchen dieſer und der erſten Gewichtsmenge gleich der hydratiſchen Kieſelſäure. Bei Gegenwart von mehr als 2% hydratiſcher Kieſelſäure beſitzt der Kalk hydrauliſche Eigenſchaften. Die hydrauliſchen d. h. hydratiſche Kieſelſäure enthaltenden Kalke (auch Waſſerkalke) ſind für Düngungszwecke um ſo weniger geeignet, je mehr hydratiſche Kieſelſäure ſie enthalten, weil ſie im Boden leicht zu feſten, cementartigen Klumpen zuſammenballen. Für Düngungs⸗ zwecke eignen ſich am beſten die ſog.„Weiß⸗ oder Fettkalke“, welche bis auf 0,5— 2,0% nur aus Kalk(Ca O) beſtehen. Bei der Unterſuchung der hydrauliſchen Kalkſteine und der Cementſteine werden zunächſt die in Salzſäure löslichen Stoffe ebenſo, wie bei der Prüfung der gewöhnlichen Kalkſteine beſtimmt; da aber auch die Alkalien nicht ohne Bedeutung für die Güte der durch Brennen der betreffenden Kalkſteine gewonnenen hydrauliſchen Kalke oder Cement zu ſein ſcheinen, ſowie auch eine ſorgfältige Ana⸗ lyſe der in Salzſäure unlöslichen thonigen Subſtanz(durch Aufſchließen zuerſt mit konzentrierter Schwefelſäure und dann mit Flußſäure) vor⸗ genommen werden muß, ſo iſt ſofort eine größere Quantität(wenigſtens 50— 60 g des gepulverten Geſteins) der Behandlung mit Salzſäure zu unterwerfen. Die chemiſche Analyſe allein, auch wenn ſie voll⸗ ſtändig durchgeführt worden iſt, genügt nicht zur vollſtändigen Be⸗ urteilung der Güte des hydrauliſchen Kalkſteins; man muß auch die praktiſche Probe machen, indem man das Geſtein im Tiegel ſorgfältig brennt, dieſe Operation bei verſchiedener, möglichſt zu regulierender Temperatur wiederholt und dann unterſucht, ob die ſo dargeſtellten Cemente nach dem Pulvern, entweder für ſich oder im Gemenge mit Sand zu kleinen Kugeln geformt, unter Waſſer gut erhärten. In der Regel werden die ſchon fertigen hydrauliſchen Kalke, die natürlichen oder künſtlichen Cemente, zur chemiſchen Unterſuchung ge⸗ langen und es kommt dann weſentlich darauf an, neben dem Kalk, der Thonerde und den Alkalien die durch Behandlung mit Salzſäure gelatinierende Kieſelſäure ihrer Menge nach zu beſtimmen. Da durch das Brennen die thonige und feinſandige Subſtanz großenteils in einen aufgeſchloſſenen, d. h. durch Salzſäure zerſetzbaren Zuſtand übergeführt wird, ſo genügen meiſtens 20—25 g zur Beſtimmung aller Beſtandteile. Nach der Behandlung mit Salzſäure und nachdem 80 Geſteine und deren Verwitterungsprodukte. der Rückſtand mehrmals mit einer konzentrierten Löſung von kohlen⸗ ſaurem Natrium ausgekocht worden iſt, wird das darin Unlösliche im Achatmörſer aufs feinſte zerrieben, und dann mit Flußſäure auf⸗ geſchloſſen. c) Strontianit. In manchen Gegenden Deutſchlands, ſo beſonders in Weſtfalen, finden ſich Mergel und Kalkſteine mit Strontianit durchſetzt, welcher letztere in der Zuckerinduſtrie Verwendung gefunden hat. Zur Beſtimmung des Unlöslichen werden 20 g Strontianit mit 100 ccm verdünnter Salzſäure von 1,07 ſpezifiſchem Gewicht ohne Erwärmen gelöſt, der Rückſtand nach längſtens 12 Stunden ab⸗ filtriert und gewogen. Zur weiteren Unterſuchung derartiger Geſteine ſei folgende Methode empfohlen: 1 g Strontianit wird in überſchüſſiger verdünnter Salzſäure ge⸗ löſt, die Löſung erhitzt und mindeſtens 10 Minuten in lebhaftem Kochen erhalten. Nachdem die Löſung etwas abgekühlt iſt, wird nach Oxydation mit etwas chlorſaurem Kalium mit kohlenſäurefreiem Ammoniak in ſchwachem Uberſchuß gefällt(es empfiehlt ſich, einige Tropfen Roſolſäurelöſung als Indikator zuzuſetzen), die Flüſſigkeit zum Kochen erhitzt, bis der Niederſchlag flockig wird, dann raſch filtriert und mit heißem Waſſer bis zum Verſchwinden der Chlor⸗ reaktion ausgewaſchen. Der geſammelte Niederſchlag wird veraſcht, gewogen und nach Abzug der Filteraſche als„Oxyde“ in Rechnung geſtellt. Der Niederſchlag beſteht aus etwas Eiſenoxyd, Thonerde und Sand. Im Filtrat wird nach Zuſatz von Ammoniak mit kohlenſaurem Ammon gefällt, der Niederſchlag(Sr COz+ CaCO) nach dem Ab⸗ ſetzen abfiltriert und mit kochendem Waſſer bis zum Verſchwinden der Chlorreaktion ausgewaſchen. Darauf löſt man den Niederſchlag unter Bedecken des Filters mit verdünnter Salpeterſäure, wäſcht mit heißem Waſſer bis zum Verſchwinden der ſauren Reaktion nach und dampft Löſung und Waſchwaſcher auf dem Waſſerbade in einer Glasſchale zur Trockne ein. Man trocknet die Glasſchale bei 1500 C. und nimmt nach dem Erkalten mit Ather⸗Alkohol(gleiche Teile) auf. Um ein vollſtändiges Extrahieren des Calciumnitrates zu ermög⸗ lichen, müſſen die Kryſtalle thunlichſt zerdrückt werden. Man wäſcht die Maſſe auf einem Filter mit Ather⸗Alkohol aus, bis das Filtrat mit verdünnter Schwefelſäure nach einigem Stehen keine Reaktion mehr giebt, trocknet bei 100° C. im Trockenſchrank und wägt, nach⸗ dem man das vom Niederſchlage befreite Filter für ſich veraſcht und den Kryſtallen beigefügt hat. (Man kann aber auch die Kryſtalle auf einem vorher gewogenen Filter ſammeln, trocknen und wägen.) Die gefundene Menge Sr(NOz)? Thon. 81 multipliziert mit 0,697 ergiebt die Menge Strontiumcarbonat. Zur Beſtimmung des Calciumcarbonates fällt man das Filtrat mit verdünnter Schwefelſäure, filtriert, wäſcht einmal mit Alkohol nach und glüht. Die gefundene Menge CasOx multipliziert mit 0,7326 giebt die Menge des Calciumcarbonates. d) Thon. Der Thon bildet in ſeinen verſchiedenen Varietäten alle Arten von Übergängen zu einer thonigen Ackererde und muß daher, wenn er agrikultur-chemiſch unterſucht werden ſoll, in ſeinem natürlichen, lufttrockenen Zuſtande einer ganz ähnlichen mechaniſchen und chemiſchen Analyſe unterworfen, d. h. ebenſo auf ſein Verhalten gegen verſchieden kräftig wirkende Löſungsmittel geprüft werden, wie die Ackererde. Die verſchiedenen Thone verhalten ſich gerade in letzterer Hinſicht unter einander ſehr ungleich und je nachdem ſchon durch kalte und namentlich durch heiße konzentrierte Salzſäure eine größere oder geringere Menge des Thones aufgeſchloſſen wird und je nach der Zuſammenſetzung des von Salzſäure und von Schwefelſäure aufſchließ⸗ baren Anteils, ſowie nach dem gefundenen Verhältnis der Thonerde zu den Alkalien, werden auch Schlußfolgerungen zu ziehen ſein be⸗ züglich der Verwitterungsſtufe des Thones und ſeiner landwirtſchaft⸗ lichen Bedeutung. Je nach der Verwendbarkeit der Thone laſſen ſich dieſelben folgendermaßen einteilen: 1. Kaolin oder Porzellanerde, 2. Plaſtiſche Thone: a) der Pfeifenthon, b) der feuerfeſte Thon, c) der Töpferthon. 3. Ziegelerde. Hier möge nur letztere Verwendungsart näher beſprochen werden. Die am häufigſten für die Ziegelfabrikation verwendete Ziegelerde, deren Benennung eine äußerſt verſchiedene iſt, beſteht in einer in ſehr variierenden Verhältniſſen gemengten Maſſe von Thon, Sand und Eiſenoxyd, zu der meiſt noch Kalk, Magneſia, Alkalien und Bitumen treten. Das Verhältnis von Thon und Sand bewegt ſich von 80— 40% für Thon und von 20—60% für Sand; im erſteren Falle nennt man die Ziegelerde fett, im letzteren mager. Ein Teil der Kieſelſäure iſt mit der Thonſubſtanz chemiſch ge⸗ bunden, während ein anderer als erſtarrte Kieſelſäure mit ihr in innigſter Miſchung vorhanden durch Kochen mit Kalilauge in Löſung gebracht werden kann. Quarzmehl, feiner und gröberer Sand laſſen ſich durch einen Schlämmprozeß von der kieſelſauren Thonerde trennen. Wolff⸗Haſelhoff, Anleitung. 4. Auflage. 6 82 Geſteine und deren Verwitterungsprodukte. Das Eiſenoxyd ſowie auch das Eiſenoxydhydrat ſind einerſeits an Kieſelſäure chemiſch gebunden, anderſeits durch Einſchwemmung mecha⸗ niſch beigemengt. Beim Brennen färbt das Eiſenoxyd die Ziegelerde rot, ſobald Mengen über 4% davon vorhanden ſind. Im allgemeinen kann man annehmen, daß eine thonerdereiche und eiſenarme Ziegelerde ſich weiß, eine mäßig eiſenhaltige Ziegelerde ſich ledergelb, eine thonerdearme und eiſenreiche Ziegelerde ſich rot, eine thonerdearme und eiſenreiche Ziegelerde mit einem Gehalt an Kalkerde ſich bei niederer Temperatur rot, bei hoher Temperatur dagegen durch Bildung von Calcium⸗Eiſenſilikat gelb brennt. Der Eiſengehalt der Ziegelerde befördert beim Brennen das Sintern und demgemäß das Brennen der Ware bei niederer Temperatur. Während ein hoher Kalkgehalt, zumal wenn derſelbe in feſten Kalkknollen vorhanden, für das Brennen der Ziegel nicht zuläſſig iſt, indem derſelbe beim Brennen zu Atzkalk wird, welcher ſpäter durch ſeine Umwandlung in Calciumhydroxyd und Carbonat die Steine zum Zerfallen bringt, wirkt ein Gehalt von 10% bis zu 15% Calcium⸗ carbonat in gleichmäßiger Verteilung günſtig, weil derſelbe beim Brennen dem Zerſpringen und Riſſigwerden der Steine entgegenwirkt. Gyps, der ſich zuweilen in der Ziegelerde vorfindet, übt keinen Einfluß aus, wenn man die Steine ſo brennt, daß die Schwefelſäure ausgetrieben wird. Bei ſchwachem Brennen aber wird der Gyps nur entwäſſert und veranlaßt durch Wiederaufnahme des verloren ge⸗ gangenen Kryſtallwaſſers eine Zerſtörung des Steines. Beim Vorhandenſein von Magneſia bildet ſich, wenn mit ſchwefel⸗ reicher Steinkohle gebrannt wurde, Magneſiumſulfat, welches ſpäter aus⸗ wittert und den Stein an ſeiner Oberfläche zerſtört. Die an friſchen Mauern auswitternde weiße Schicht wird in der Praxis irrtümlich „Salpeter“ genannt. Bei Anweſenheit von Kali und Natron kann ſich in ähnlicher Weiſe beim Brennen ſchwefelſaures Kalium oder Natrium bilden, welche durch Auswitterung ebenfalls ſchädlich wirken. Bitumen, welches dem Rohmaterial häufig eine dunkle Farbe verleiht, wird beim Brennen vollſtändig zerſtört. Sehr häufig vor⸗ kommende graue und grüne Ausſchläge an den gebrannten Steinen werden durch vorhandenes Vanidin veranlaßt. Schwefelkies, welcher ſich häufig in der Ziegelerde vorfindet, er⸗ leidet bei geringer Rotglut eine Oxydation zu Eiſenſulfat, welches als ſolches den Stein durch ſpäteres Auskryſtalliſieren mürbe macht. Bei geſteigerter Hitze findet indeſſen ein Zerſetzen des Salzes ſtatt, ſuden die Schwefelſäure verflüchtigt wird, während Eiſenoxyd zurück⸗ leibt. A. Tieriſche Entleerungen im friſchen Zuſtande. 83 Tieriſche Entleerungen und Itallmiſt. A. Tieriſche Entleerungen im friſchen Zuſtande. a) Der Harn. Die im folgenden aufgeführten Unterſuchungs⸗ methoden beziehen ſich zunächſt auf den Harn der grasfreſſenden Tiere; ſie ſind jedoch großenteils auch auf den Harn der Fleiſchfreſſer und des Menſchen anwendbar. Hinſichtlich der Begründung und ſpeziellen Ausführung der Methoden verweiſe ich hauptſächlich auf die bekannten Schriften von Henneberg und Stohmann:„Beiträge zur Be⸗ gründung einer rationellen Fütterung der Wiederkäuer“, Heft 1 (1860) und Heft 2(1863), ſowie„Neue Beiträge ꝛc.“ 1870— 72, ferner Neubauer:„Anleitung zur qualitativen und quantitativen Analyſen des Harns“, neubearbeitet von H. Huppert und L. Thomas. 1. Das ſpezifiſche Gewicht des Harns wird entweder mit einem guten Aräometer(Urometer) oder, wenn die Reſultate noch genauer ausfallen ſollen, durch direkte Wägung im Pyknometer oder auch durch die Weſtphal'ſche Wage ermittelt, wobei ſtets auch die Temperatur der Flüſſigkeit zu beobachten iſt und die Beſtimmungen womöglich immer bei ziemlich gleicher, mittlerer Temperatur(150° C.) vorzunehmen ſind. Das ſpezifiſche Gewicht des Harns ſchwankt im allgemeinen zwiſchen 1,010 und 1,040. Bei Anwendung des Urometers ſind natürlich vorher alle Schaumblaſen von der Oberfläche des Harnes ſorgfältig mittelſt Fließ⸗ papier ꝛc. zu entfernen. Nach vorliegenden Beobachtungen entſpricht ein Temperaturunterſchied von 3⁰ C. ungefähr einem Grade des Urometers. 2. Die Geſamtmenge der Trockenſubſtanz findet man durch Verdampfen des Harnes in einem trockenen Luftſtrome(am beſten in einem Strome von reinem und trockenem Waſſerſtoffgas) bei 100 C. Man bedient ſich hierbei paſſend eines tiefen Waſſerbades, in deſſen mittleren Teil eine quer durchgehende und an den Außenſeiten etwas vorſtehende Blechhülſe eingelötet iſt. Ein Porzellan⸗ oder Platinſchiff⸗ chen wird zu zwei Drittel mit reinen Glasſplittern oder ausgeglühtem, feinem Quarzſand angefüllt, bei 1000 C. getrocknet und ſorgfältig im zu⸗ gekorkten Glasrohr gewogen; hierauf läßt man genau 2 com Harn (das Gewicht desſelben ergiebt ſich durch Wägung oder durch Multi⸗ plikation des Volumens mit dem ſpezifiſchen Gewicht) auf die Glas⸗ ſplitter fließen und ſchiebt das Schiffchen in ein hinreichend weites Glasrohr, welches in die Blechhülſe des Waſſerbades paßt. Das Glasrohr wird an dem einen Ende mit einem großen Chlorcalciumrohr verbunden und reicht mit dem anderen ausgezogenen und rechtwinklig umgebogenen Ende faſt bis auf den Boden eines Glaskölbchens, in welchem titrierte Schwefelſäure ſich befindet. Durch eine zweite Durchbohrung des Pfropfens iſt das Kölbchen mit einem Aſpirator in Verbindung geſetzt, um fortwährend einen Luftſtrom durch den 6* 84 Tieriſche Entleerungen und Stallmiſt. Apparat ziehen zu können. Anſtatt dieſes Kölbchens kann man auch einen gewöhnlichen Säureapparat oder eine U⸗förmige Röhre benutzen. Das Eintrocknen des Harnes wird in etwa 3 Stunden vollendet ſein; man ermittelt den Rückſtand durch ſorgfältiges Wägen, ſpült das im Abdampfrohr vielleicht ſublimierte kohlenſaure Ammon in das Kölbchen, ſetzt eine beſtimmte Menge titrierter Säure hinzu, entfernt die Kohlenſäure durch Aufkochen der Flüſſigkeit und titriert mit Natronlauge die im Kölbchen vorhandene nicht geſättigte Säure. Bei menſchlichem, durch ſeinen Gehalt an ſaurem phosphorſaurem Natrium ſauer reagierenden Harn kann man annehmen, daß das ſo gefundene Ammoniak von zerſetztem Harnſtoff herrührt; es wird daher durch Multiplikation mit der Zahl 1,7644 auf Harnſtoff be⸗ rechnet und der Trockenſubſtanz zugezählt. Bei dem Harn grasfreſſender Tiere iſt jedoch aus der Differenz des beim Abdampfen ſich ent⸗ wickelnden und des direkt im Harn beſtimmten Ammoniaks(ſ. unten) die Menge des im erſteren Falle etwa ſich zerſetzenden Harnſtoffes zu ermitteln. Übrigens ſind dieſe Ammoniakmengen meiſtens nur unbedeutend und können häufig ganz unberückſichtigt bleiben. 3. Die Menge der feuerbeſtändigen Salze oder den Aſchen⸗ gehalt des Harnes findet man, wenn man 50 cem des letzteren in einer Platinſchale eindampft, den Rückſtand vorſichtig verkohlt, die kohlige Maſſe mit Waſſer auszieht, trocknet und dann vollſtändig ver⸗ brennt, was leicht ſtattfindet, wenigſtens wenn man es mit dem Harn grasfreſſender Tiere zu thun hat; der wäſſerige Auszug wird mit der Aſche der Kohle vereinigt, zur Trockne verdampft, der Rück⸗ ſtand in der Schale mit aufgelegtem Deckel ſchwach geglüht und ge⸗ wogen. g In der ſo erhaltenen Aſche wird die Kohlenſäure beſtimmt. Soll eine vollſtändige Aſchenanalyſe ausgeführt werden, ſo nimmt man eine entſprechend größere Menge Harn zum Veraſchen. Die Analyſe der Harn⸗ aſche wird ebenſo ausgeführt, wie die einer kieſelſäurearmen Pflanzenaſche; nur iſt zu beachten, daß die Aſche des friſchen Harnes pflanzenfreſſender Tiere meiſt arm iſt an alkaliſchen Erden und daher zur Beſtimmung dieſer Stoffe wo möglich eine größere Menge Aſche in Arbeit genommen werden muß. Von Phosphorſäure findet man im Harne der Wiederkäuer meiſt nur Spuren, im Harne der Schweine und oft auch der Kälber iſt jedoch die Menge der Phosphorſäure eine größere. 4. Zur Beſtimmung des Geſamtſtickſtoffes werden 5 com Harn mit 5 cem geſättigter(reiner d. h. NHs freier) Oxalſäurelöſung (zur Bindung des Ammoniaks) im Gemenge mit etwas ausgeglühtem und gepulvertem Gyps in Hofmeiſterſchen Glasſchälchen auf dem Waſſerbade eingetrocknet, die trockene Maſſe ſamt Schälchen im Mörſer zerdrückt, verluſtlos in einen Glaskolben gebracht und nach Kjeldahl (ſ. S. 2) verbrannt. Auch kann man direkt 5— 10 ccm Harn in den Verbrennungskolben bringen, 20 cem Schwefelſäure zuſetzen, dann zuerſt vorſichtig über kleiner Flamme das überſchüſſige Waſſer entfernen, wenn dieſes entfernt iſt, ſtärker erwärmen und die Ver⸗ brennung wie üblich nach Kjeldahl zu Ende führen. auch Aten. endet pült das fernt mit äure. urem das wird be⸗ nder ent⸗ nten) offes nur hen⸗ nin die ver⸗ jarn mit lück⸗ ge⸗ Soll eine en⸗ che; nder ſeſer den meiſt doch cem ung htem dem örſer ahl n in ben, aſſer Ver⸗ A. Tieriſche Entleerungen im friſchen Zuſtande. 85 5. Das im Harn vorhandene fertig gebildete Ammoniak läßt ſich auf die Weiſe ermitteln, daß man 20 cem Harn, welcher durch Filtrieren von etwa vorhandenem Schleim oder Sedimenten befreit worden iſt, in einem großen Uhrglaſe mit Kalkmilch(10 ccm) vermiſcht und das in einem Zeitraum von 48 Stunden ſich entwickelnde Ammoniak von titrierter Schwefelſäure abſorbieren läßt, nachdem man das Ganze mit einer am Rande gut abgeſchliffenen und mit Talg beſtrichenen Glasglocke luftdicht verſchloſſen hat. Sollte während der betreffenden Zeit eine Zerſetzung von Harnſtoff zu befürchten ſein, ſo iſt dieſes zu kontrollieren, indem man in ähnlicher Weiſe das Verhalten des Harns ohne Zuſatz von Kalkmilch beobachtet. Die Menge des fertig gebildeten Ammoniaks beträgt im friſchen Rinderharne nach Bouſſingault 0,006— 0,010%, nach Rautenberg 0—0,009% und verdient daher bei Unterſuchungen über den Stickſtoff⸗Kreislauf im Körper des Rindes kaum eine beſondere Berückſichtigung. Im menſchlichen Harn iſt die Menge des Ammoniaks eine größere und zu 0,078— 0,143% gefunden worden. Genauere Reſultate dürfte man erhalten durch Deſtillation des verdünnten Harns mit gebrannter Magneſia und Auffangen des deſtillierenden Ammoniaks in titrierter Schwefelſäure(ſ. S. 5). 6. Zur Beſtimmung der Hippurſäure und Harnſäure dampft man 200 ccm Harn im Waſſerbade bis auf etwa 50 ccem ein, verſetzt mit 20 ccm Salzſäure, erwärmt mäßig, läßt in der Kälte 48 Stunden ſtehen(am beſten im Keller bei möglichſt niedriger Temperatur), ſammelt die ausgeſchiedene rohe Hippurſäure auf einem gewogenen möglichſt kleinen Filter und wäſcht mit kleinen Portionen möglichſt kalten Waſſers aus, bis die Flüſſigkeit farblos abläuft und mit Silberlöſung nur noch ſchwache Trübung giebt; hierauf wird bei 1000° getrocknet und gewogen. Für je 6 cem der vom Filter ablaufenden Flüſſigkeit addiert man, dem Löslichkeitsverhältnis der Hippurſäure in kaltem Waſſer entſprechend(⁄600)= 10 mg zu dem direkt gefundenen Gewichte der Hippurſäure hinzu. Die gewogene Hippurſäure iſt durch Verbrennen auf etwaigen Salzgehalt zu prüfen. Diabetiſchen Harn läßt man vorher mit Hefe vergären, ſtark eiwekhaltegin Harn befreit man vorher durch Koagulation mit einigen Tropfen Eſſigſäure vom Eiweiß. In derſelben Weiſe, wie die Hippurſäure, wird auch die etwa vor⸗ handene Harnſäure mittelſt Salzſäure ausgeſchieden, wobei man gewöhnlich für 100 cem der vorhandenen und verbrauchten Flüſſigkeit noch 0,0048 g Harnſäure hinzurechnet. In dem Harn der Pflanzenfreſſer ſind meiſt nur Spuren von Harnſäure vorhanden, die nicht berüchiichtigt werden; in dem Harn der fleiſchfreſſenden und von gemiſchter Nahrung lebenden Tiere iſt mehen die Menge der Harnſäure gewöhnlich eine größere als die der Hippurſäure. Um beide Säuren von einander zu trennen, behandelt man das Gemenge wiederholt mit 83 grädigem Weingeiſt, welcher die Hippur⸗ ſäure leicht auflöſt, während die Harnſäure darin faſt unlöslich iſt. Bei der Harnſäurebeſtimmung muß etwaiges Eiweiß durch Koa⸗ gulation entfernt werden; zuckerhaltiger Harn wird zuerſt mit Blei⸗ zuckerlöſung gefällt, filtriert, das Filtrat mit eſſigſaurem Queckſilberoxyd —õ—ygB——õͦõℳõõõ—B’äBäBäBäBääää:äCäCäää:äBUBUäUäUäUäUäUBäBUBääBääUUä:äUBUUä:UBUCUAUA. 86 Tieriſche Entleerungen und Stallmiſt. gefällt, der abfiltrierte Niederſchlag durch Schwefelwaſſerſtoff zerſetzt, filtriert und das Filtrat nun mit Salzſäure verſetzt. 7. Der Harnſtoff läßt ſich aus dem Geſamtſtickſtoff nach Abzug des Ammoniak⸗+ Harnſäure⸗(bezw. Hippurſäure⸗) Stickſtoffs er⸗ mitteln. 8. Zum Nachweis von Eiweiß wird der Harn— reagiert derſelbe ſauer, ſo wird er direkt verwendet, bei alkaliſcher Reaktion dagegen erſt nach Anſäuerung mit Eſſigſäure— im Reagenzgläschen zum Sieden erhitzt und nach dem Kochen jedesmal, gleichgiltig ob beim Kochen ein Niederſchlag entſtanden iſt oder nicht, mit etwas konzentrierter Salpeterſäure verſetzt bis zur ſtark ſauren Reaktion. Entſteht im gekochten Harn ein flockiger, auch nach Zuſatz von Salpeter⸗ ſünne bleibender Niederſchlag, ſo iſt die Gegenwart von Eiweiß er⸗ wieſen. Soll das Eiweiß quantitativ beſtimmt werden, ſo wird das⸗ ſelbe in vorſtehender Weiſe gefällt, durch ein getrocknetes und ge⸗ wogenes Filter filtriert, mit dieſem getrocknet und gewogen. Man kann das Eiweiß auch in der Weiſe nachweiſen, daß man den Harn reichlich mit Eſſigſäure anſäuert und 2—3 Tropfen Ferro⸗ cyankaliumlöſung hinzuſetzt; bei Gegenwart von Eiweiß entſteht ein dichter weißer Niederſchlag. 9. Wenn ferner im Harn Zucker enthalten iſt und dieſer be⸗ ſtimmt werden ſoll, ſo muß der Harn vor allem eiweißfrei ſein; ent⸗ hält er Eiweiß, ſo wird dies zuerſt nach 8. abgeſchieden. Sodann verfährt man unter Anwendung der Fehlingſchen Löſung ganz in derſelben Weiſe, wie im Kapitel„Allgemeine Unterſuchungsmethoden“ S. 9 angegeben iſt. Der zu unterſuchende Harn iſt hierbei ſo zu verdünnen, daß er höchſtens ½— 1% Zucker enthält. Steht ein Polariſationsapparat zur Verfügung, ſo wird der durch Tierkohle bezw. Bleieſſig entfärbte Harn polariſiert. Die Halb⸗ ſchattenapparate mit Kreisgradteilung zeigen im 200 mm⸗Rohr pro 1 Grad Drehung= 0,94% Traubenzucker an. Bei qualitativer Prüfung auf geringe Mengen von Zucker iſt der Harn wiederholt(4—5 mah durch Tierkohle zu filtrieren; das waſſerhelle Filtrat giebt dann eine ungleich beſſere Zuckerreaktion mit der Fehlingſchen Löſung als der urſprüngliche Harn. Noch weit ſchärfer iſt die Reaktion nach Seegen, wenn nach vollendeter Filtration die auf dem Filter befindliche Kohle mit wenig deſtilliertem Waſſer gewaſchen und dieſes Waſchwaſſer(bei urſprünglich ſehr gefärbtem Harn das zweite und dritte Waſchwaſſer) zur Probe benutzt wird. 10. Freie und gebundene Kohlenſäure: 2 Portionen friſch aufgefangenen Harns, jede von etwa 100 cem werden, die eine mit einer reinen, die zweite mit einer ammoniakhaltigen Löſung von Chlor⸗ baryum verſetzt, die Flüſſigkeiten auf dem Dampfapparate bis nahe zum Kochen erhitzt, die Niederſchläge auf ein gewogenes Filter ge⸗ bracht, ausgewaſchen, bei 100° getrocknet, gewogen und der Gehalt an Kohlenſäure ermittelt. —— A. Tieriſche Entleerungen im friſchen Zuſtande. 87 11. Wenn auch Kohlenſtoff und Waſſerſtoff in der orga⸗ niſchen Subſtanz des Harnes beſtimmt werden ſollen, ſo geſchieht dieſes mittelſt der Elementaranalyſe, indem man 10 cem Harn im Gemenge mit feinem Quarzſand, welcher vorher mit Säuren ausge⸗ kocht, gewaſchen und geglüht worden iſt, oder im Gemenge mit prä⸗ zipitiertem und geglühtem ſchwefelſaurem Baryum verdampft, den Rückſtand vollſtändig austrocknet und mit chromſaurem Blei, gegen Ende der Operation im Sauerſtoffſtrome verbrennt. 12. Zur Beſtimmung des Chlors bringt man 5— 10 cem Harn in eine kleine Platinſchale, ſetzt 1 g reines kohlenſaures Natrium(um etwaiges Chlorammonium in Chlornatrium und kohlenſaures Ammon überzuführen und einen Verluſt von Chlor zu verhüten), dann 1—2 g chlorfreien Salpeter hinzu, dampft im Waſſerbade zur Trockne ab und erhitzt zuerſt gelinde, ſpäter ſtärker bis zum Schmelzen, wodurch leicht eine weiße, kohlenfreie Salzmaſſe erhalten wird. Letztere löſt man in wenig Waſſer, bringt die Löſung in ein Becherglas, giebt zu der alkaliſch reagierenden Flüſſigkeit ſo lange tropfenweiſe ſehr ver⸗ dünnte reine Salpeterſäure hinzu, bis ſchwach ſauere Reaktion ein⸗ getreten iſt, die man alsdann durch eine Meſſerſpitze voll gefällten kohlenſauren Calciums wieder beſeitigt. Das überſchüſſige kohlenſaure Calcium filtriert man vor der Titrierung nicht ab, da es die Schärfe der Endreaktion durchaus nicht beeinträchtigt. Zu der Miſchung ſetzt man ferner 2—3 Tropfen einer kalt geſättigten Löſung von chrom⸗ ſaurem Kalium und titriert dann mit Silberlöſung, bis eine deutlich rötliche Färbung auch nach dem Umrühren bleibend entſteht. Die Silberlöſung ſoll im Liter 18,469 g Silber enthalten, ſo daß ein Kubikcentimeter derſelben 10 mg Chlornatrium oder 6,068 mg Chlor entſpricht; ſie darf keine Spur von freier Salpeterſäure enthalten, muß alſo völlig neutral ſein. 13. Die Phosphorſäure wird am beſten nach der Molybdän⸗ methode(ſ. S. 17) beſtimmt. Um die an Erden gebundene Phosphorſäure allein zu be⸗ ſtimmen, verſetzt man je nach der Konzentration 100 oder 200 com des filtrierten Harns mit Ammoniak bis zur alkaliſchen Reaktion und läßt 12 Stunden ſtehen. Der Niederſchlag wird geſammelt, darauf gelöſt und die Phosphorſäure wie vorher beſtimmt. Will man Kalk und Magneſia beſtimmen, ſo löſt man das Gemenge der Phosphate vor dem Glühen in möglichſt wenig verdünnter Eſſigſäure auf, fällt den Kalk mit oxalſaurem Ammon und nach dem Abfiltrieren des Niederſchlages das phosphorſaure Magneſium durch Überſättigung der Flüſſigkeit mit Ammoniak. 14. Schwefelſäure: 50 oder 100 cem des filtrierten Harnes werden im Waſſerbade erhitzt, mit etwas Salpeterſäure und hierauf mit Chlorbaryumlöſung im geringen Überſchuß verſetzt. Der Nieder⸗ ſchlag wird auf einem kleinen Filter mit heißem Waſſer gut aus⸗ gewaſchen, nach dem Trocknen von dem Filter getrennt und geglüht (das Filter für ſich verbrannt), nach dem Glühen mit einigen Tropfen verdünnter Schwefelſäure befeuchtet und nochmals geglüht, bis die 88 Tieriſche Entleerungen und Stallmiſt. überſchüſſige Schwefelſäure verdampft iſt, hierauf nach dem Erkalten des Tiegels gewogen. 15. Um den Schwefel, der vielleicht als ſolcher und nicht bloß als Schwefelſäure im Harne enthalten iſt, zu beſtimmen, werden 50 cem Harn in einem geräumigen Silbertiegel mit einigen Stücken von reinem Atzkali und etwas Salpeter verſetzt, vorſichtig abgedampft, der Rückſtand ſtark geglüht und darin die Geſamtmenge der Schwefel⸗ ſäure ermittelt. b) Der Kot. Der Darmkot, zunächſt der Pflanzenfreſſer, wird für die Unterſuchung auf ſeine Beſtandteile faſt genau in derſelben Weiſe wie die Grün⸗ und Rauhfutterarten vorbereitet und unterſucht. Nur hinſichtlich der Rohfaſerbeſtimmung im Darmkot ſei bemerkt, daß es wegen der reichlichen Beimengung von harzigen Gallenſtoffen oft nötig iſt, die Subſtanz zuerſt mit Weingeiſt auszukochen, bevor man dieſelbe der Behandlung mit verdünnter Schwefelſäure und Kalilauge unterwirft. Auch iſt zu beachten, daß mikroſkopiſche Unterſuchungen von großem Werte ſind für die Beurteilung der mit dem Kot im unverdauten, jedoch oft mehr oder weniger veränderten Zuſtande aus dem Körper entfernten Futterbeſtandteile. Zu dieſem Zwecke kann man eine Probe des zu unterſuchenden Kotes in einem Beutel von feiner Leinwand unter kaltem Waſſer längere Zeit kneten und drücken, bis das Waſſer nicht mehr getrübt wird und aus dem Rückſtand keine weiteren lös⸗ lichen Stoffe in die Flüſſigkeit übergehen. Der Bodenſatz, welcher in der Flüſſigkeit bei längerem Stehen derſelben ſich bildet, wird unter dem Mikroſkop mit Hilfe von Jodtinktur auf etwa vorhandene Stärkemehlkörnchen und außerdem auf unlösliche und ſchwerlösliche Salze und ſandige Bewegungen ꝛc. unterſucht; die filtrierte klare Flüſſigkeit prüft man, ob ſie vielleicht Zucker⸗, gummiartige Subſtanzen, Milchſäure ꝛc. enthält. Ebenſo wird der ausgewaſchene Rückſtand im Leinwandbeutel, entweder ſofort oder nachdem die harzigen Stoffe durch Behandlung mit Alkohol entfernt worden ſind, unter dem Mikroſkop intereſſante Aufſchlüſſe liefern über den Verlauf des Ver⸗ dauungsprozeſſes im lebenden Tierkörper. B. Der Stallmiſt. Bei der Unterſuchung des Stallmiſtes wird der in Waſſer lösliche und unlösliche Teil jeder für ſich der Analyſe unter⸗ worfen, weil man bei der Probenahme beide Teile von einander ge⸗ trennt erhält, und weil es für die Beurteilung des Stallmiſtes von Wert iſt, die Mengen der beiderlei Stoffe genau kennen zu lernen. Um eine Durchſchnittsprobe des Stallmiſtes ſich zu verſchaffen, verfährt man am beſten nach der folgenden Methode, welche auch der von G. Kühn angewendeten entſpricht. 1. Probenahme. Ein größerer Düngerhaufen, aus welchem eine Mittelprobe genommen werden ſoll, wird zunächſt zur Hälfte B. Der Stallmiſt. 89 und bis zur ganzen Tiefe abgeſtochen und ſodann ein etwa ½ m breiter Streifen von der ſenkrechten Wand von oben nach unten und der ganzen Länge oder Breite nach möglichſt ſcharf abgenommen. Die ſo gewonnene Maſſe bringt man unter Zerteilung der vor⸗ handenen Klumpen und möglichſt gleichförmiger Miſchung in einen kleineren flachen, regelmäßig viereckigen und etwa ⅛ m mächtigen Haufen, läßt das Ganze zuſammenſtampfen und ſchlägt mit Hilfe eines ſcharfen Beiles über Kreuz oder nach der Diagonale ½ m breite Streifen heraus. Auf ſolche Weiſe erhält man eine ziemlich ſichere Mittelprobe im Gewicht von 2—3 Centner. Wenn bei Fütterungsverſuchen mit einer geringen Anzahl von Tieren der produzierte Miſt unter den letzteren liegen bleibt, alſo zu einer mehr oder weniger mächtigen Schicht ſich anſammelt, ſo muß man einige Tage vor der Beendigung des Verſuches das Einſtreuen unterlaſſen, dagegen die ausgeſchiedenen Exkremente gleichmäßig über den ganzen Stand verteilen. Man erreicht dadurch, daß auch die obere Schicht des Miſtes gut zertreten wird und ihren ſehr ſtrohigen Charakter verliert. Behufs der Probenahme wird ſodann durch Einhacken mit dem Beile ein dem ganzen Stand diagonal durchſetzender Streifen(15— 32 cm breit) bis auf den Boden von dem übrigen Miſte losgetrennt. 2. Verarbeitung der Probe: Die ganze große Mittelprobe wird nun gewogen, mit etwa dem dreifachen Quantum Waſſer über⸗ goſſen, alles durcheinander gerührt und über Nacht ſtehen gelaſſen. Man läßt die Flüſſigkeit durch ein ziemlich feines Drahtſieb abfließen, übergießt nochmals mit einem gleichen Quantum Waſſer, rührt um und läßt eine Zeitlang ſtehen. Hierauf ſchöpft man die ſtrohigen Teile aus der Flüſſigkeit aus und drückt oder preßt ſie ſo weit ab, daß nichts mehr abtropft, während das Spülwaſſer durch das Draht⸗ ſieb gegoſſen und das auf demſelben Zurückbleibende zu dem Stroh⸗ anteile gegeben wird. Die urſprüngliche Miſtprobe iſt nunmehr in zwei Teile: A. Spülwaſſer und B. abgeſpülte Streu zerlegt, deren Gewicht vor der weiteren Behandlung feſtgeſtellt wird. Das Spülwaſſer A. iſt ſo beſchaffen, daß man nach dem Umrühren davon ohne weiteres eine kleinere Probe(5—10 kg) nehmen kann; dieſelbe wird genau gewogen und ſofort durch feine Leinewand und⸗ wenn es nötig iſt durch ein Papierfilter klar filtriert, das auf dem Filter Zurückbleibende ausgewaſchen, getrocknet, gewogen und vorläufig zurückgelegt, ſowie auch das Gewicht und Volumen der geſamten Flüſſigkeit beſtimmt. Nachdem der Teil B. der großen Mittelprobe möglichſt ſchnell abgetrocknet und im lufttrockenen Zuſtande nochmals gewogen iſt, wird dieſe Maſſe durch ein Häckerlings⸗Sieb geſchlagen und ſo die vor⸗ handenen Strohteile(a) von den bröckeligen und halbpulverigen Reſten der Kotentleerungen(b) getrennt und letztere durch Zerreiben noch etwas gleichförmiger gepulvert. Das Stroh(a) läßt man auf einer 90 Tieriſche Entleerungen und Stallmiſt. Häckſelbank ganz fein ſchneiden und nimmt davon, ſowie von b eine dem Verhältnis a: b und dem von der trüben Flüſſigkeit A abge⸗ wogenen Quantum entſprechende Probe. Auf ſolche Weiſe erhält man auch von B eine richtige Probe, welcher man noch das von der A⸗Probe abfiltrierte Pulver beimiſcht, um ſchließlich dieſe ganze ge⸗ trocknete Maſſe oder einen entſprechenden Teil derſelben in einem ge⸗ eigneten Mahlapparat aufs feinſte zu zerkleinern. Die nach der angegebenen Methode erhaltenen beiden Teile des Stallmiſtes, welche alſo einerſeits die in Waſſer löslichen(A), anderer⸗ ſeits die unlöslichen Stoffe(B) enthalten, werden jeder für ſich der chemiſchen Unterſuchung unterworfen. A. Mit der wäſſerigen Düngerlöſung ſind, bei vollſtändiger Analyſe derſelben, folgende Beſtimmungen vorzunehmen: 1. Von 300— 600 cem der Flüſſigkeit(50— 100 g des feuchten Miſtes entſprechend) wird etwa ein Drittel unter den nötigen Vorſichts⸗ maßregeln abdeſtilliert und das hierbei ſich verflüchtigende Ammoniak in titrierter Schwefelſäure aufgefangen. 2. Die in der Retorte zurückbleibende Flüſſigkeit wird ſodann mit 1—2 g friſchgebrannter Magneſia verſetzt, abermals ungefähr ein Drittel abdeſtilliert und in dem Deſtillat das jetzt darin vorhandene, urſprünglich feſter gebundene Ammoniak ermittelt. 3. Um die Salpeterſäure im wäſſerigen Auszuge des Stall⸗ miſtes zu beſtimmen, kocht man 500 cem desſelben anhaltend mit Kalkmilch, filtriert, ſcheidet aus dem Filtrat den Atzkalk durch Einleiten von Kohlenſäuregas ab, filtriert wieder, dampft bis auf ein kleines Volumen im Waſſerbade ein und verfährt nach S. 5. 4. Zur Beſtimmung der Geſamtmenge des Stickſtoffs dampft man etwa 200 g nach dem Anſäuren mit Phenolſchwefelſäure direkt im Glaskolben auf dem Waſſerbade ein, bis das überſchüſſige Waſſer verdunſtet iſt, ſetzt dann noch mehr Phenolſchwefelſäure zu und ver⸗ brennt in der früher angegebenen Weiſe(ſ. S. 2). 5. Weitere 200 g benutzt man zur Beſtimmung der fertig gebildeten Schwefelſäure. Man überſättigt mit Salzſäure, er⸗ wärmt, filtriert, wenn eine Ausſcheidung erfolgt, und fällt wie ge⸗ wöhnlich mit Chlorbaryum in der Kochhitze. Der abfiltrierte, gut ausgewaſchene Niederſchlag wird getrocknet und geglüht, ſodann mit etwas Salpeterſäure angefeuchtet und wieder eingetrocknet, hierauf mit verdünnter Salzſäure digeriert, abermals abfiltriert und nach dem Trocknen, Glühen ꝛc. gewogen. 6. Der Reſt des wäſſerigen Düngerextraktes(4—5000 cem) wird in einer Schale auf dem Dampfbade bis zur Trockne ein⸗ gedampft, die Geſamtmenge des Rückſtandes gewogen und einzelne Portionen desſelben in folgender Weiſe verwendet: a) In 2—3 g des Rückſtandes ermittelt man durch Trocknen bei 110 die noch vorhandene Feuchtigkeit und verbrennt hierauf bei möglichſt ſchwacher Hitze die organiſche Subſtanz, um den Gehalt B. Der Stallmiſt. 91 an Geſamtaſche zu finden. Mit der ſo gewonnenen Aſche wird eine Kohlenſäure⸗-Beſtimmung(S. 36) vorgenommen; die Differenz ergiebt die Menge der Reinaſche. Wenn zur Zerſetzung der„Roh⸗ aſche“ für die Kohlenſäure⸗Beſtimmung reine Salpeterſäure benutzt worden iſt, ſo kann die abfiltrierte Flüſſigkeit auch zur Beſtimmung des Chlors dienen, deſſen Menge jedoch auf andere Weiſe(ſ. c) kontrolliert werden muß. b) Weitere 2—3 g der nicht veraſchten Subſtanz werden zur Beſtimmung der fertig gebildeten Kohſenſäure verwendet. c) Die Geſamtmenge des Schwefels neben der fertig gebildeten Schweſelſäure, der ganze Gehalt an Chlor, ſowie die Phosphor⸗ ſäure werden am beſten in der Weiſe ermittelt, daß 2—3 g des trockenen Rückſtandes nach dem Pulvern portionsweiſe mit einem Silber⸗ ſpatel in eine in einem Silbertiegel befindliche Schmelze von 6—8 Gewichtsteilen Atzkali und ½ Gewichtsteil Salpeter, unter fortwähren⸗ dem Umrühren eingetragen und die ganze Maſſe zuletzt durch ſtärkeres Erhitzen weißgebrannt wird, was ohne Schwierigkeit zu bewirken iſt. Die erkaltete Maſſe wird mit Waſſer eingeweicht und mit reiner Salpeterſäure überſättigt. Wenn alles gelöſt iſt, bringt man die Löſung auf ein beſtimmtes Volumen und entnimmt nun 3 aliquote Teile. *.) In dem einen Teil beſtimmt man Chlor, indem man, wenn nötig, zuerſt filtriert und in der heißen Flüſſigkeit mit Silbernitrat fällt(ſ. S. 20). 9) Den zweiten Teil bringt man in einer Porzellanſchale zur Trockne, dampft einmal mit Salzſäure zur Trockne ab, erhitzt eine halbe Stunde im Luftbade und ſcheidet auf dieſe Weiſe die Kieſel⸗ ſäure ab. Alsdann wird mit heißer, verdünnter Salzſäure aufge⸗ nommen, filtriert, ausgewaſchen und im Filtrat die Schwefelſäure mit Chlorbaryum gefällt(ſ. S. 19). Von der ſo gefundenen Schwefelſäure iſt die fertig gebildete (ſ. 5.) abzuziehen und der Reſt auf Schwefel in organiſcher Verbin⸗ dung zu berechnen. y) Im dritten Teil ſcheidet man ebenfalls durch Eindampfen zur Trockne die Kieſelſäure ab, nimmt dann jedoch mit Salpeterſäure auf und beſtimmt, nachdem man filtriert und ausgewaſchen hat, im Filtrat die Phosphorſäure nach der Molybdänmethode(ſ. S. 17). d) Der Reſt des trockenen Düngerauszuges wird unter den nötigen Vorſichtsmaßregeln(ſ. Darſtellung der„Pflanzenaſche“) verbrannt und von der Aſche etwa 3 g zur Beſtimmung von Kieſelſäure, Eiſenoxyd, Phosphorſäure, Kalk, Magneſia, Kali und Natron benutzt, wobei man ganz nach denſelben Methoden verfährt, wie dieſelben für die Unter⸗ ſuchung einer an Kieſelſäure armen Pflanzenaſchen weiter unten an⸗ gegeben ſind. B. Der in Waſſer unlösliche Teil des Stallmiſtes iſt, nach dem Trocknen und gleichförmigen Zerkleinern der Maſſe, in ähnlicher Weiſe der chemiſchen Analyſe zu unterwerfen, wie der lösliche Teil. 92 Tieriſche Entleerungen und Stallmiſt. 1. In 10 g der Subſtanz wird durch Trocknen bei 1100 C. die noch vorhandene Feuchtigkeit und hierauf durch vorſichtiges Ver⸗ brennen die Geſamtaſche beſtimmt. Die ſo erhaltene Aſche dient auch zur Ermittelung des etwaigen Kohlenſäuregehaltes, ſowie des Chlors, wenn letzteres vielleicht in geringer Menge zugegen iſt. Außerdem kann man die ſandigen Beimengungen be⸗ ſtimmen, indem man den in Salpeterſäure unlöslichen Teil der Aſche mit Atznatronlauge auskocht und damit faſt bis zur Trockenheit eindampft, hier⸗ auf den Rückſtand mehrmals mit heißem Waſſer auswäſcht und nach dem Glühen wägt. Die Behandlung des in Säuren unlöslichen Rückſtandes in gewöhnlicher Weiſe mit einer konzentrierten Löſung von kohlenſaurem Natrium genügt oft nicht, um die Geſamtmenge der Kieſelſäure von den ſandigen Beſtandteilen der Aſche zu trennen. Jedoch muß man beachten, daß von der Natronlauge manchmal auch etwas thonige Subſtanz gelöſt wird und es iſt daher rätlich, die Löſung nach Abſcheidung der Kieſelſäure noch auf Thonerde zu prüfen. 2. Zur Beſtimmung des hier nur in organiſcher Verbindung vorhandenen Stickſtoffes werden 1—2 g der Subſtanz nach Kjel⸗ dahl verbrannt(ſ. S. 2). 3. Schwefel. Auch die Menge des organiſch gebundenen Schwefels iſt in derſelben Weiſe zu ermitteln, wie oben unter A. 6. c) angegeben wurde. Man verwendet hierzu 3—4 g der feingepulverten Subſtanz. Fertig gebildete Schwefelſäure wird ſo gut wie gar nicht vorhanden ſein und bleibt daher unberückſichtigt. 4. Aſche⸗Beſtandteile. Ein weiteres, ebenfalls genau abge⸗ wogenes Quantum von 50— 100 g wird zunächſt langſam und bei möglich niedriger Hitze in einer Platinſchale verkohlt, ſodann die kohlige Maſſe mit konzentrierter Löſung von Atzbaryt durchfeuchtet und nach dem Eintrocknen bei erhöhter Temperatur zu Aſche verbrannt. Über⸗ haupt iſt bei der Darſtellung und chemiſchen Analyſe der Aſche ganz ebenſo zu verfahren, wie bezüglich der kieſelſäurereichen Pflanzenaſche vorgeſchrieben iſt(ſiehe„Pflanzenaſche“). Das vorſtehende Verfahren zur Unterſuchung des Stallmiſtes, denſelben durch Behandeln mit Waſſer in 2 Teile(A flüſſigen Anteil und B ſtrohige Maſſe) zu zerlegen, iſt ſehr umſtändlich und zeitraubend. Es läßt ſich indes, wenn Stroh zu Einſtreu gedient hat, nicht um⸗ gehen, weil es ſchwer hält, das Stroh ſo zu zerkleinern, daß durch Anwendung kleinerer Mengen Miſt eine hinreichend gute Durchſchnitts⸗ probe erhalten wird. Wenn Torfſtreu, Strohabfälle oder zer⸗ kleinertes Stroh zur Einſtreu verwendet worden iſt, oder wenn der Stalldünger einen ſtark verrotteten Zuſtand beſitzt, dann kann man denſelben auch direkt in Unterſuchung nehmen, weil ſich alsdann durch Ausſtechen von größeren Würfeln aus demſelben und durch Zerhacken dieſer Einzelproben mit einem Hackemeſſer oder Beil oder ſcharfem Spaten in einem entſprechend großen Bottich der Stalldünger ſo weit zerkleinern läßt, daß auch kleinere Proben von 200— 1000 g einem guten Durchſchnitt entſprechen. C. Die Jauche. 93 a) Beſtimmung des Waſſers und flüchtigen Stickſtoffs. Etwa 500— 1000 g des fein zerhackten Düngers werden in flachen Porzellanſchalen bei 50— 60° C. vorgetrocknet, zurückgewogen, gemahlen und wie bei„Grünfuttermittel“(ſiehe dieſe) weiter auf Gehalt an Waſſer, Aſche ec. unterſucht. Eine zweite Menge, etwa 200— 300 g des fein zerhackten Düngers giebt man in eine geräumige Flaſche und beſtimmt darin den flüchtigen Ammoniak⸗Stickſtoff wie bei„Sauerfutter“. Dieſe Menge wird der gefundenen Trockenſubſtanz zugezählt. In derſelben Probe kann man nach Zuſatz von Waſſer und ge⸗ brannter Magneſia das gebundene Ammoniak nach S. 5 beſtimmen. b) Beſtimmung des Geſamt⸗Stickſtoffs. Von der thun⸗ lichſt zerkleinerten Maſſe werden etwa 200 g oder mehr abgewogen und dieſe nach und nach mit der zu der Stickſtoff⸗Beſtimmung nach Kjeldahl verwendeten Schwefelſäure in einer Porzellanſchale mit einem Piſtill leicht verrieben. Schale+ Piſtill ſind vorher gewogen. Man trägt unter fortwährendem Rühren den abgewogenen Miſt portionsweiſe ein, indem man jedesmal wartet, bis die eingetragene Portion zu einem flüſſigen Brei zergangen iſt, was bei der ſtarken Erwärmung leicht von ſtatten geht. Auf 200 g Miſt ſind etwa 150 bis 200 cem Schwefelſäure erforderlich. Sind merkliche Mengen Salpeterſäure vorhanden, ſo wendet man zur Hälfte Phenolſchwefel⸗ ſäure an. Nach dem Erkalten der dickflüſſigen, breiigen Maſſe wird zurückgewogen und nun von derſelben unter gehörigem Umrühren mit einem Porzellanlöffel 20— 40 g, etwa 2—3 g Dünger⸗Trockenſubſtanz entſprechend, in den Verbrennungskolben abgewogen. Die Wägung kann auf einer Wage ausgeführt werden, die noch 1 cg genau an⸗ giebt; eine größere Genauigkeit iſt bei der großen verwendeten Menge Subſtanz nicht erforderlich. Man giebt dann noch etwa 10—15 ccm Kjeldahl⸗Schwefelſäure(bezw. Phenolſchwefelſäure) hinzu, erhitzt erſt mit kleiner Flamme, bis alles Waſſer verdunſtet iſt, und ſchließlich in üblicher Weiſe mit ſtarker Flamme, bis die Flüſſigkeit farblos geworden iſt. Sind z. B. 200 g Stallmiſt verwendet und beträgt das Gewicht der dickflüſſigen, breiigen Maſſe 650,55 g, ſo entſpricht 1 g der letzteren= 0,3074 g Stallmiſt; ſind von der breiigen Maſſe 21,25 g abgewogen, entſprechend 21,25 0,3076= 6,5322 g Stallmiſt, und hierin 0,02818 g Stickſtoff gefunden, ſo enthält derſelbe 0,431% Geſamtſtickſtoff. C. Die Jauche. Die aus den Ställen abfließende Jauche und ſonſtige Dünger⸗ flüſſigkeiten werden im allgemeinen wie die unter Stallmiſt gewonnene Düngerflüſſigkeit A oder auch wie Harn unterſucht. Im allgemeinen genügt die Beſtimmung des Geſamtſtickſtoffs, des Ammoniak⸗ und event. Salpeterſäure⸗Stickſtoffs, des Kalis und der Phosphorſäure. 94 Tieriſche Entleerungen und Stallmiſt. D. Einſtreumittel für Stallmiſt. Zur Einſtreu in die Ställe werden verwendet: Stroh und Stroh⸗ abfälle aller Art, Laub, Sägeſpäne, Holzwolle, Torfſtreu, Moos, Dedetwan Erde ꝛc. Der Wert der Einſtreumittel hängt in erſter inie von dem Waſſeraufſaugungsvermögen ab, welches man einfach in der Weiſe beſtimmen kann, daß man eine beſtimmte Gewichts⸗ menge in einer Schale längere Zeit mit Waſſer tränkt, dann das über⸗ ſchüſſige Waſſer auf einem feuchten Papierfilter oder einem mit Glas⸗ wolle locker verſchloſſenen Trichter unter Bedecken des Trichters ab⸗ tropfen läßt und die mit Waſſer geſättigte Maſſe in einer bedeckten, vorher gewogenen Schale raſch wägt. Die Vorbereitung der Proben im Laboratorium. 95 Künſtliche Düngemittel. a) Die Vorbereitung der Proben im Laboratorium. Nach den Vereinbarungen des Verbandes landwirtſchaftlicher Verſuchsſtationen i. D. R. gelten folgende Vorſchriften: Trockene Proben von Phosphaten oder ſonſtigen künſtlichen Düngemitteln ſind nur ausnahmsweiſe abzuſieben und zwar nur in den Fällen, in denen die Natur des Düngemittels eine gründliche Miſchung durch einfaches Zuſammenreiben nicht zuläßt. Bei feuchten Düngemitteln, bei denen dieſes nicht zu erreichen iſt, hat ſich die Vorbereitung auf eine ſorgfältige Durchmiſchung zu beſchränken. Bei Ankunft der Probe iſt das Gewicht derſelben zu beſtimmen. Die eine Hälfte der Probe wird zur Analyſe vorbereitet, die Reſt⸗ probe in dichtſchließenden Gläſern in einem kühlen Raume ein Viertel⸗ jahr aufbewahrt, falls nicht durch beſondere Verträge mit dem Lie⸗ feranten oder ſonſtige Beſtimmungen etwas anderes feſtgeſetzt iſt. Bei Rohphosphaten und Knochenmehlen ſoll zum Nachweis der Identität der Waſſergehalt bei 105— 110° C. beſtimmt werden. Bei Proben, welche während des Trocknens Ammoniak in irgend welcher Form verlieren können, iſt dieſes außerdem zu beſtimmen. Es iſt dahin zu wirken, daß, ſoweit es ſich um die Feſtſtellung des Gehaltes bei der Kontrolle handelt, dem unterſuchenden Chemiker nur ſorgfältig entnommene, in dicht ſchließende Glasgefäße verpackte Durchſchnittsmuſter von wenigſtens 250— 300 g überſandt werden. Das Gewicht der eingeſendeten Proben iſt in den Unterſuchungs⸗ atteſten anzugeben. Bei Stoffen, welche beim Pulvern ihren Waſſergehalt ändern, wird ſowohl in der feinen, wie in der groben Subſtanz der Waſſer⸗ gehalt beſtimmt und das Reſultat auf den Waſſergehalt der urſprüng⸗ lichen Probe Subſtanz umgerechnet. b) Unterſuchungen der einzelnen Düngemittel. 1. Knochenmehl, Blutmehl, Ledermehl, Wolle, Wollſtaub, Haare, Hornmehl, Fleiſchdüngemehl, Fiſchguano. Der Stick⸗ ſtoff wird bei Anwendung von 1—1,5 g Subſtanz nach der Methode von Kjeldahl beſtimmt(ſ. S. 2). Iſt die Subſtanz nicht von gleich⸗ artiger Beſchaffenheit, ſo kann man in der Weiſe verfahren, daß man 96 Künſtliche Düngemittel. 10— 15 g der thunlichſt fein gepulverten und gut gemiſchten Probe mit 150 cem der für die Stickſtoffbeſtimmung nach Kjeldahl ver⸗ wendeten Schwefelſäure in einer Porzellanſchale ſo lange unter Um⸗ rühren mit dem Glasſtabe auf dem Waſſerbade erwärmt, bis ſich alles zu einem flüſſigen Brei gelöſt hat; darauf gießt man die Löſung in ein 200 ccm⸗Kölbchen, füllt unter Nachſpülen der Schale mit derſelben Schwefelſäure bis zur Marke auf, miſcht gehörig und ver⸗ wendet 20 cem dieſer Löſung zur Beſtimmung des Stickſtoffs nach der Methode von Kjeldahl(ſ. S. 2). Wenn die mit Schwefel⸗ ſäure behandelte Subſtanz nicht vollſtändig flüſſig wird, ſondern brei⸗ artig bleibt, ſo verfährt man wie bei Stallmiſt S. 93. Zur Beſtimmung der Phosphorſäure werden 5 g in 50 ccm Königswaſſer(3 Teile Salzſäure vom ſpezifiſchen Gewicht 1,12 und 1 Teil Salpeterſäure vom ſpezifiſchen Gewicht 1.25) durch ½ ſtündiges Kochen gelöſt; darauf wird die Löſung auf 500 cem aufgefüllt, filtriert und in 50 cem des Filtrates die Phosphorſäure nach der Citrat⸗ oder Molybdän⸗Methode(ſ. S. 17) gefällt. Der Waſſergehalt wird nach S. 1, der Aſche⸗ und Sand⸗ gehalt nach S. 14 beſtimmt. Zur Beſtimmung von haut⸗ und hornartigen Stoffen im Knochenmehl füllt man 10 g Subſtanz in einen 100 oder 200 ccm faſſenden Cylinder mit Ausguß, der vorher gut bis zur Hälfte mit Chloroform gefüllt iſt, ſchüttelt das Ganze mehrmals gut durch, läßt ſchließlich ſtehen, bis die Chloroformſchicht zwiſchen Bodenſatz und Schwimmendem hinreichend klar geworden iſt und giebt das obenauf Schwimmende durch raſchen Guß auf ein trockenes Filter. Nach dem Abtropfen des Chloroforms wird das Filter bei 90— 1000 C. getrocknet, der Rückſtand in eine gewogene Schale gebracht und gewogen. Der Wert des Knochenmehles iſt nicht allein durch die chemiſche, ſondern auch durch die mechaniſche Beſchaffenheit desſelben, durch den Grad der Feinheit bedingt. Das auf ſeine Güte zu prüfende Knochenmehl muß daher durch Siebe geſchüttelt werden. Nr. I der Siebe hat auf einem Quadratcentimeter 1089 Maſchen; Nr. II 484 Maſchen; Nr. III 256 Maſchen; auf einen Quadratmillimeter kommen daher bei I 11, bei II 5, bei III 2,5 Maſchen. Der Reſt, welcher auf dem Siebe Nr. III zurückbleibt, wird als Nr. IV bezeichnet. Hin⸗ ſichtlich der Beſchaffenheit dieſes Reſtes iſt zu beachten, ob derſelbe aus gleichförmigen rundlichen Körnern beſteht, und alſo faſt voll⸗ ſtändig durch ein Sieb mit nur wenig größeren Maſchen hindurch⸗ gehen würde, oder ob noch größere und eigentliche Knochenſplitter vorhanden ſind. Für jede Prüfung auf die Feinheit des Kornes nimmt man 50 oder 100 g Knochenmehl. Über die Bezeichnung der einzelnen Sorten Knochen⸗ mehle hat bisher eine Einigung nicht erzielt worden können; am zweckmäßigſten erſcheint mir die nachfolgende Unterſcheidung, welche von J. König vorgeſchlagen iſt: ———-—— ——— Unterſuchungen der einzelnen Düngemittel. 97 Nach Abzug des durch Gehalt an Gehalt an Chloroform Abtrenn⸗ Bezeichnung des er Phosphor⸗ 10 d ve al Knochenmehles Stickſtoff ſäure ihen iſt Se Perhee 0/ 9% Phosphorſäure wie 1. Normalknochenmehl oder Knochenmehl Nr. 0. 4—5,3 19—22 1: 4— 5,5 2. Knochenmehl. 3. 4 21— 25 1.5,5— 8,5 3. Entleimtes Knochenmehl. 1—3 24— 30 1:8,5— 30 4. Gemiſchte Düngemehle wentiger als—— 1: mehr als 30 5. Als rohe Knochenmehle ſind nur die durch Zerkleinern von rohen Knochen gewonnenen Knochenmehle zu bezeichnen. 2. Peru⸗Guano. Sowohl im rohen wie im aufgeſchloſſenen Peru⸗Guano wird der Geſamtſtickſtoff nach der Methode von Jodlbaur beſtimmt(ſ. S. 4). Der Stickſtoff in Form von Ammo⸗ niak wird durch Deſtillation einer wäſſerigen Löſung mit gebrannter Magneſia(ſ. S. 5) und der Salpeterſäureſtickſtoff in dem hierbei verbleibenden Rückſtand, nachdem derſelbe unter Verdünnen mit Waſſer mit Kalihydrat und ſoviel Kaliumpermanganat verſetzt worden iſt, daß die Flüſſigkeit nach dem Erhitzen bis zum Kochen deutlich violett er⸗ ſcheint, nach dem Erkalten nach der Zinkeiſenmethode(ſ. S. 5). Die waſſerlösliche Phosphorſäure wird wie in Super⸗ phosphaten beſtimmt. Zur Beſtimmung der Geſamtphosphorſäure werden 5 g Peru⸗Guano im 250 ccm⸗Kölbchen mit 20— 25 com Salpeterſäure und 2—3 cem Salzſäure 1—2 Stunden auf dem Waſſerbade erwärmt, die Flüſſigkeit bis zur Marke aufgefüllt, ge⸗ miſcht, filtriert und in einem aliquoten Teile die Phosphorſäure ge⸗ fällt(ſ. S. 17). Zur Beſtimmung des Kalis veraſcht man 5 g, löſt die Aſche in Salzſäure und verfährt weiter nach S. 19. Die Beſtimmung des Waſſers im rohen Peru⸗Guano muß, da beim Erwärmen auf 110⁰ C. auch Ammonſalze entweichen, in der Weiſe ausgeführt werden, daß etwa 2 g Subſtanz in ein Porzellan⸗ ſchiffchen gebracht und in ähnlicher Weiſe getrocknet werden, wie dieſes S. 83 unter Harn angegeben iſt. Nach etwa einſtündigem Trocknen wägt man das Porzellanſchiffchen mit der Subſtanz zurück, titriert das in der Vorlage aufgefangene Ammoniak und zieht das Gewicht des letzteren von dem Geſamtverluſte ab. Zum Nachweis der Echtheit des Peruguanos kann dienen: a) die Prüfung auf Harnſäure: 1—2 g Guano mit Salpeter⸗ ſäure zur Trockne verdampft liefern einen gelben oder ziegelroten Rückſtand, der durch wenig Ammoniak ſchön purpurrot(Murexidprobe), durch nachherigen Zuſatz von Kali oder Natronlauge ſchön rötlich blau wird. b) die Beſtimmung des Kalis: echter Peru⸗Guano enthält 2— 4% Kali: letzteres kann aber auch künſtlich zugeſetzt werden. Wolff⸗Haſelhoff, Anleitung. 4. Auflage. 7 98 Künſtliche Düngemittel. c) die Beſtimmung der Oxalſäure; der echte Peruguano enthält um ſo mehr Oxalſäure, je mehr Stickſtoff er enthält, nämlich bis 18% Oxalſäure bei 8— 10% Stickſtoff und mit letzterem ent⸗ ſprechend weniger. Zur Beſtimmung der Geſamtoxalſäure werden 5 g Guano mit 20 g Natriumkarbonat und 200 ccm Waſſer ge⸗ kocht, die ganze Flüſſigkeit nach dem Erkalten mit Waſſer auf 500 ccm gebracht, gemiſcht und durch ein trockenes Filter filtriert. 50 oder 100 ccm des Filtrates wurden mit Eſſigſäure angeſäuert und in der Siedhitze die Oxalſäure mit einer eſſigſauren Löſung von Chlorcalceium gefällt. Der oxalſaure Kalk wird abfiltriert, durch Glühen in Calciumoxyd übergeführt und als ſolches gewogen(1 Teil Ca0= 1,607 Teile C, H, Oa). Da leicht Gips und Kalkphosphat mit ausfallen kann, ſo iſt der Niederſchlag wieder in Salzſäure zu löſen und die Löſung teils auf Schwefelſäure, teils auf Phosphorſäure zu prüfen. 3. Im Baker⸗, Malden⸗ und Mejillones⸗Guano werden Stickſtoff und Phosphorſäure wie im Peruguano, Aſche, Sand und Feuchtigkeit wie unter„Allgemeine Unterſuchungsmethoden“ angegeben, beſtimmt. 4. Bei Knochenkohle, Knochenaſche ꝛc. wird die Subſtanz für die Phosphorſäurebeſtimmung entweder wie bei Knochenmehl ge⸗ löſt oder aber veraſcht und die Aſche in Salzſäure gelöſt; im übrigen wird wie bei Knochenmehl verfahren. 5. Phosphorite, Apatite, Coprolithe werden mit Königs⸗ waſſer auf dem Waſſerbade eingedampft, zur Abſcheidung der Kieſel⸗ ſäure einige Zeit im Luftbade erwärmt, mit ſalzſäurehaltigem Waſſer aufgenommen, filtriert und wird die Phosphorſäure in einem aliquoten Teile des Filtrates nach der Molybdän⸗ oder Citratmethode S. 17 u. 18 gefällt. 6. Thomasmehl. a) Zur Beſtimmung der Geſ amtphosphor⸗ ſäure werden 10 g Thomasmehl in einem ½ 1⸗Kolben von hartem Kaliglaſe mit Waſſer durchfeuchtet und mit 50 ccm konz. Schwefel⸗ ſäure verſetzt. Darauf erhitzt man die Maſſe entweder im Sand⸗ oder Luftbade oder auch über großer freier Flamme auf dem Draht⸗ netz, bis ſich weiße Dämpfe entwickeln. Beim Erhitzen über freier Flamme vollzieht ſich die Aufſchließung in ¼l Stunde. Man läßt erkalten, füllt bis zur Marke auf, miſcht und filtriert. Die filtrierte Flüſſigkeit trübt ſich nach längerer Zeit häufig durch ausſcheidendes Calciumſulfat, das ſich dann aber ſpäter in citronenſaurem Ammon wieder löſt. Ohne darauf alſo Rückſicht zu nehmen, wird in 50 ccm dieſer Löſung die Phosphorſäure nach der Molybdän⸗ oder Citrat⸗ methode S. 17 u. 18 beſtimmt. b) Die Beſtimmung der citratlöslichen Phosphorſäure in Thomasmehlen erfolgt nach der Methode von P. Wagner in nach⸗ ſtehender Weiſe. z) Darſtellung der Löſungen. Bisher wurde zur Be⸗ ſtimmung der citratlöslichen Phosphorſäure nach einem Vorſchlage von ——— —.— —== —— — Unterſuchungen der einzelnen Düngemittel. 99 P. Wagner eine Löſung von citronenſaurem Ammon verwendet. Dieſe Löſung wurde durch Verdünnung von 21 Ammoncitrat(pro 11 genau 150 g kryſtalliſierte Citronenſäure und 23 g Ammoniakſtickſtoff oder 27,93 g Ammoniak) mit 3 1 Waſſer erhalten. Neuerdings hat P. Wagner auf Grund ſeiner Verſuche für die Beſtimmung der citrat⸗ löslichen Phosphorſäure eine 2⸗prozentige Citronenſäurelöſung vorge⸗ ſchlagen und verfährt bei der Darſtellung der Löſungen in folgender Weiſe: Konzentrierte Citronenſäurelöſung(10%): Genau 1 kg chemiſch reine kryſtalliſierte, unverwitterte Citronenſäure wird in Waſſer gelöſt und die Löſung genau auf 10 1 verdünnt. Dieſer Löſung werden 5 g Salicylſäure beigefügt. Verdünnte Citronenſäurelöſung(2%): Genau 1 Volumteil vorſtehender konzentrierter Citronenſäurelöſung wird mit 4 Volum⸗ teilen Waſſer verdünnt. Magneſiamixtur: 110 g kryſtalliſiertes reines Magneſium⸗ chlorid und 140 g Ammoniumchlorid werden mit 700 ccm Ammoniak⸗ flüſſigkeit(von 8% NHa) und 1300 cem Waſſer übergoſſen. Nach mehrtägigem Stehen wird die Löſung filtriert. Citrathaltige Magneſiamixtur: 200 Citronenſäure werden in 20⸗prozentigem Ammoniak gelöſt und die Löſung bis zu 11 mit 20⸗prozentigem Ammoniak aufgefüllt. Dieſe Löſung wird mit 11 vorſtehender Magneſiamixtur vermiſcht. Dieſe citrathaltige Magneſia⸗ mixtur kann mit Umgehung der Molybdänfällung zur direkten Fällung der Phosphorſäure in der Citratlöſung benutzt werden. 6) Ausführung der Methode: 5 g Thomasphosphatmehl (unzerrieben und ungeſiebt, alſo im Zuſtande der Unterſuchungsprobe bezw. der Handelsware) bringt man in eine Halb⸗Literflaſche und füllt mit verdünnter Ammoniumcitratlöſung, deren Temperatur 17 ½° C. beträgt, bis zur Marke auf. Die Flaſche wird mit einem Kautſchuk⸗ ſtopfen verſchloſſen und ohne Verzug 30 Minuten lang in einen Rotier⸗ eihent gebracht, der ſich 30 bis 40 mal pro Minute um ſeine Achſe dreht. Als Rotierapparat kann der von P. Wagner empfohlene Apparat, der durch einen Heißluftmotor getrieben wird und ſich leicht auf die richtige Umdrehungszeit regulieren läßt, oder der von K. Müller eingerichtete Apparat dienen, welcher letztere ſich noch leichter einſtellen läßt und die nötige Umdrehungszeit automatiſch anzeigt. Nach vorſchriftsmäßiger Schüttelung wird die Miſchung ſofort durch Filtrierpapier beſter Beſchaffenheit filtriert. 50 cem des Filtrats werden in ein Becherglas gebracht und mit 100 ccm nach Wagners Vorſchrift zubereiteter Molybdänlöſung verſetzt, das Becherglas wird in ein auf 80— 950 C. erwärmtes Waſſer⸗ bad geſtellt, nach 10— 15 Minuten herausgenommen und bei Zimmer⸗ temperatur erkalten gelaſſen. Alsdann wird filtriert, der gelbe Nieder⸗ ſchlag mit 1⸗prozentiger Salpeterſäure ausgewaſchen und in ca. 100 ccm ungewärmtem 2⸗prozentigem Ammoniak gelöſt. Die ammoniakaliſche Löſung wird unter Eintröpfeln und beſtändigem Umrühren mit 15 ccm 7* 100 Künſtliche Düngemittel. Magneſiamixtur verſetzt und der Niederſchlag wie S. 17 angegeben behandelt. Zu dieſer Vorſchrift iſt ausdrücklich zu bemerken, daß nur dann übereinſtimmende Reſultate erzielt werden, wenn die vorſtehende Vor⸗ ſchrift bis ins Einzelne genau befolgt wird, ſowohl was Anzahl der Umdrehung des Schüttelapparates, Zeit der Schüttelung, Temperatur der Löſung und des Raumes, als auch die Filtration und Fällung der Phosphorſäure anbelangt. Nach O. Böttcher erhält man auch durch direkte Fällung nach der Citratmethode richtige Reſultate, wenn man 50 ccm der obigen Löſung der Thomasmehle mit 50 ccm gewöhn⸗ licher Citratlöſung und 25 ccm Magneſiamixtur verſetzt, ſofort 30 Minuten ausrührt und darauf ſofort filtriert. Wenn auch anderweitige Verſuche, ſo von P. Wagner ergeben haben, daß ein ſofortiges Aus⸗ rühren und Filtrieren nicht unbedingt notwendig iſt, um richtige Reſultate zu erhalten, ſo laſſen dieſe Ver⸗ ſuche aber doch auch erkennen, daß die Citratlöſung bis zum Ausfällen der Phosphorſäure nicht länger als 1 Stunde ſtehen darf und ebenſo die Filtration ſpäteſtens 1 Stunde nach Beendigung des Ausrührens des Niederſchlages ſtattfinden muß, da ſonſt die Reſultate durch abgeſchiedene Kieſelſäure zu hoch ausfallen. c) Die übrigen Beſtandteile werden nach den im 1. Teile angegebenen Methoden beſtimmt; für die Kalkbeſtimmung eignet ſich ſehr gut die folgende Methode von V. F. Hollemann: 50 cem einer ſalz⸗ ſauren Löſung(= 1 g Subſtanz) werden ſtark eingeengt, mit 20 cem neutraler Kaliumoxalatlöſung(1:3) ver⸗ ſetzt und auf dem Waſſerbade unter Umrühren digeriert, bis der Niederſchlag rein weiß erſcheint und keine Klümpchen mehr enthält, welches meiſt nach 10 Minuten Fig. 9. Schumanns aus, bis das Filtrat oxalſäurefrei iſt, löſt das Calcium⸗ Pytnometer. oxalat in Salzſäure, engt dieſe Löſung auf 25 ccm ein, fügt 10 ccm Schwefelſäure(1: 3) und 150 cem 96⸗pro⸗ zentigen Alkohol hinzu, filtriert nach 3 Stunden und wiegt den Kalk. d) Das ſpezifiſche Gewicht der Thomasmehle ſchwankt von 3,00— 3,33. Nach Loges beſtimmt man dasſelbe wie folgt: 20 g Thomasmehl werden in ein 50 cem⸗Kölbchen gebracht, aus einer Bürette Alkohol hinzugegeben, geſchüttelt, um anhaftende Luft zu entfernen und bis zur Marke aufgefüllt. Man kann dasſelbe auch mit Schumanns Pyknometer beſtimmen; dabei wird das 100— 150 cem faſſende Kölbchen, in welches mittelſt eines Glasſchliffes ein 40 ccm faſſendes in 1o cem geteiltes Glas⸗ rohr eingeſetzt wird, bis zum Nullpunkt mit Petroläther gefüllt; dar⸗ auf bringt man mit Hilfe eines weiten Trichters durch das eingeteilte erreicht iſt; man filtriert, wäſcht mit heißem Waſſer egeben :dawn e Vor⸗ il dr ernthe üllung ach dt mm der wöhn⸗ erſtct ſo von 3 Ab⸗ wig it eVer⸗ ng bi er alh teſten 3 ds jultae ih den ür di lgende r ſal⸗ geengt, ver⸗ eriert, keine tinuten Waſſer aleium⸗ em ein, 96⸗pro⸗ n Kal hwant ffolgt ht, aus de Luft immen, mittelt Glas⸗ lt; dar⸗ ggeteilt ſofort Unterſuchungen der einzelnen Düngemittel. 101 Rohr nach und nach 50 g des Thomasmehles, ſchüttelt, um die Luft vollſtändig auszutreiben, den Apparat vorſichtig, und wartet bis das Thomasmehl ſich ſo weit abgeſetzt hat, daß der Flüſſigkeitsſtand genau abgeleſen werden kann. Man erfährt auf dieſe Weiſe in der ver⸗ drängten Anzahl von Kubikcentimetern das Volumen des Thomas⸗ mehles; man hat daher nur mit dieſer Zahl in das Gewicht zu dividieren, um das ſpezifiſche Gewicht zu erhalten. e) Feinmehl: 50 g Thomasmehl werden in einem Sieb, deſſen Siebfläche nicht unter 20 cm Durchmeſſer beträgt und aus dem Drahtgewebe Nr. 100 von Amandus Kahl⸗Hamburg(glattes Ge⸗ webe) hergeſtellt iſt, 15 Minuten lang mit der Hand oder einem ge⸗ eigneten Schüttelwerk geſchüttelt. Man wägt den Rückſtand und findet ſo aus der Differenz der angewendeten Menge und des Rück⸗ ſtandes den Feinmehlgehalt. f) Zum Nachweis von Verfälſchungen mit Rohphosphaten dient am beſten die Beſtimmung der citratlöslichen Phosphorſäure, da die letztere bei den Rohphosphaten nur gering iſt, ferner das ſpezifiſche Gewicht und der Gehalt an Fluor, welches letztere im Thomasmehl nicht vorhanden iſt. Mit Kohlenſtaub gefärbte Phos⸗ phate geben ſich beim Schütteln mit Waſſer ſofort zu erkennen, indem dabei eine Scheidung von Phosphat und Kohle derart eintritt, daß das ungefärbte natürliche Phosphat am Boden lagert und die Kohle mehr oder minder lange ſuspendiert bleibt. 7. Präzipitierte Phosphate. Zur Beſtimmung der Geſamt⸗ phosphorſäure werden 5 g Subſtanz in einem 500⸗ccm⸗Kolben mit Schwefelſäure oder Salpeterſäure, bis Löſung erfolgt iſt, gekocht, ſodann abgekühlt, bis zur Marke aufgefüllt, filtriert und 50 ccm zur Fällung der Phosphorſäure nach S. 17 verwendet. Nach Th. Pfeiffer er⸗ hält man durch Löſen mit Salzſäure beim Fällen mit Magneſiamixtur den als Pyro⸗ bezw. Metaphosphat vorhandenen Teil der Phosphor⸗ ſäure, welcher um ſo größer iſt, je ſchärfer das Phosphat getrocknet wurde, nicht. Die citratlösliche Phosphorſäure iſt nach Petermann (ſ. S. 102) zu beſtimmen. Die an Eiſenoxyd und Thonerde gebundene Phosphor⸗ ſäure beſtimmt man nach E. Glaſer wie folgt: 5 g Phosphat werden in bekannter Weiſe in 25 cem Salpeterſäure von 1,2 ſpezi⸗ fiſchem Gewicht und 12,5 ccm Salzſäure von 1,12 ſpezifiſchem Gewicht gelöſt und auf 500 cem gebracht. 100 cem Filtrat gleich 1 g Subſtanz werden in einen ¼⸗Literkolben gebracht; dazu kommen 25 cem Schwefelſäure von 1,84 ſpezifiſchem Gewicht. Man läßt den Kolben etwa 5 Minuten ſtehen und ſchüttelt ihn einige Male, ſetzt etwa 100 ccm Alkohol(95%) zu und kühlt den Kolben ab, füllt dann mit Alkohol bis zur Marke auf und ſchüttelt gut durch. Hierbei findet Kontraktion ſtatt. Nun lüftet man den Stöpſel, füllt abermals mit Alkohol bis zur Marke auf und ſchüttelt von neuem. Nach halbſtündigem Stehen— R. Jones empfiehlt zur vollſtändigen 102 Künſtliche Düngemittel. Abſcheidung des Gipſes 12 ſtündiges Stehen— wird filtriert. 100 ccm Filtrat gleich 0,4 g Subſtanz werden in einer Platinſchale eingedampft, bis der Alkohol verjagt iſt. Die alkoholfreie Löſung wird in einem Becherglaſe mit etwa 50 com Waſſer verſetzt und zum Kochen erhitzt. Alsdann ſetzt man zu der Löſung Ammoniak bis zur alkaliſchen Reaktion, aber, um ein zu ſtarkes Aufbrauſen zu vermeiden, nicht während des Kochens. Das überſchüſſige Ammoniak wird weggekocht. Man läßt erkalten, filtriert ab, wäſcht mit warmem Waſſer aus, glüht und wägt phosphor⸗ ſaures Eiſenoxyd+ phosphorſaure Thonerde. Nach dieſer Methode kann man die Beſtimmung in 1½— 2 Stunden bequem ausführen. Von großer Wichtigkeit iſt bei dieſer Methode, daß das überſchüſſige Ammoniak vollſtändig weggekocht wird, da ſich dem Niederſchlage ſonſt Magneſia beimiſcht. S. Superphosphat. Die Beſtimmung des Geſamtſtickſtoffs, des Ammoniak⸗ und Salpeterſäure⸗Stickſtoffs erfolgt nach den S. 2—5 angegebenen Methoden. Zur Beſtimmung der waſſerlöslichen Phosphorſäure werden 20 g Superphosphat in eine Literflaſche gebracht, mit 800 ccm Waſſer übergoſſen und 30 Minuten lang fortwährend und kräftig geſchüttelt. Sodann wird mit Waſſer bis zur Marke auf⸗ gefüllt, die ganze Flüſſigkeit kräftig durchgeſchüttelt und filtriert. Zur Ausſchüttelung bedient man ſich beſonderer Schüttelmaſchinen, die durch Handbetrieb oder einen Motor bewegt werden. Als Norm für die Schnelligkeit der Bewegung werden 150 Touren pro 1 Minute empfohlen. 6 Die Fällung der Phosphorſäure in dem Filtrat erfolgt nach . 12. Die ſog. Doppelſuperphosphate enthalten neben freier Phos⸗ phorſäure zuweilen größere Mengen Pyrophosphorſäure, welche ſich der Fällung bezw. der Umſetzung entziehen kann; es muß deshalb die wäſſerige Löſung zunächſt mit Salpeterſäure gekocht werden, indem man auf 25 cem Löſung des Superphosphats 10 cem konzentrierte Salpeterſäure von 1,4 ſpezifiſchem Gewicht anwendet. Die citratlösliche Phosphorſäure wird in folgender Weiſe nach Petermann beſtimmt: 500 g reine Citronenſäure werden in Ammoniak von 0,92 ſpezifi⸗ ſchem Gewicht gelöſt bis zur neutralen Reaktion(man braucht etwa 700 ccm). Die abgekühlte Löſung wird mit Waſſer bis zum ſpezifi⸗ ſchen Gewicht von 1,09 bei 150C. verdünnt. Dann werden pro Liter 50 ccm Ammoniak von 0,92 ſpezifiſchem Gewicht hinzugefügt; nach 48 ſtündigem Stehen wird filtriert. Das ſpezifiſche Gewicht der fertigen Löſung iſt 1,082— 1,083. Zur Ausführung der Beſtimmung wird 1 g Präzipitat bezw. bei Superphosphaten 1—4 g nach Auslaugen mit Waſſer(ſiehe oben) mit 100 cem obiger Löſung in einer Reibſchale zerrieben, in einen ½-l⸗Kolben geſpült, 15 Stunden bei gewöhnlicher Temperatur 4 Unterſuchungen der einzelnen Düngemittel. 103 unter Umſchütteln ſtehen gelaſſen, dann bei 40°C. eine Stunde im Waſſerbad digeriert, nach dem Erkalten aufgefüllt und filtriert. Von dem Filtrat werden 50 ccm mit 10 cem konzentrierter Salpeterſäure 10 Minuten gekocht und die Phosphorſäure nach der Molybdän⸗ oder Citratmethode(S. 17 bezw. S. 18) gefällt. Im Falle der Anwendung der Citratmethode wird annähernd mit Ammoniak neutraliſiert, 15 com Petermann /ſcher Citratlöſung und 10 ccm Ammoniak von 0,92 ſpezifiſchem Gewicht hinzugefügt, tropfenweiſe mit 25 ccm Magneſiamixtur verſetzt und ½ Stunde ausgerührt. ; Die Geſamtphosphorſäure wird wie bei Knochenmehl be⸗ ſtimmt. Zur Beſtimmung des Waſſers werden 10 g Superphosphat 3 Stunden lang bei 100° C. getrocknet und wird der Gewichtsverluſt als Waſſer angenommen. 9. Chiliſalpeter. 20 g Subſtanz werden mit Waſſer zu 11 gelöſt; in 25 cem dieſer Löſung wird der Stickſtoff am beſten nach der Methode von Ulſch beſtimmt(S. 5). Zur Beſtimmung der Feuchtigkeit werden von dem zer⸗ riebenen, gut durcheinander gemiſchten Salpeter 5—10 g in einem ge⸗ räumigen Platintiegel über einer ganz kleinen Flamme vorſichtig er⸗ wärmt, ſo daß der Salpeter eben ſchmilzt. Man läßt im Exſikkator erkalten und wägt. Das Erwärmen wird bei gleicher Temperatur wiederholt, bis keine Gewichtsabnahme mehr ſtattfindet. Zur Beſtimmung von Sand und organiſchen Stoffen werden 20 g Salpeter in heißem Waſſer gelöſt; der Rückſtand wird bei 1100C. getrocknet und gewogen, ſchließlich verbrannt und wieder gewogen. Die erſte Wägung giebt Sand+ organiſche Subſtanz, die zweite Wägung abzüglich der Filteraſche den Sandgehalt allein an. In einem aliquoten Teil der wäſſerigen Löſung fällt man nach dem Anſäuren mit Salpeterſäure die Schwefelſäure mit Baryumnitrat als Baryumſulfat; der Niederſchlag wird nach S. 19 weiter be⸗ handelt. In einem 2. Teil wird das Chlor entweder nach dem Anſäuern mit Salpeterſäure gewichtsanalytiſch(S. 20) oder aber in der neutralen Löſung durch ¼1 ⸗Normalſilberlöſung unter Anwendung von neutralem chromſaurem Kalium als Indikator maßanalytiſch be⸗ ſtimmt. Zum Nachweis von Perchlorat im Chiliſalpeter wird eine Probe abgewogenen Salpeters direkt, eine andere nach vorherigem Glühen bei Dunkelrotgluthitze in Waſſer gelöſt und in aliquoten Teilen beider Löſungen das Chlor beſtimmt. Die in der geglühten Probe mehr gefundene Menge Chlor ent⸗ fpricht der in Form von Perchlorat vorhandenen Menge Chlor und wird auf Perchlorat umgerechnet(1 Teil Cl= 2,805 Teile ClO.= 3,455 Teile CIO,. Na). Das Verfahren beruht darauf, daß Chloride und Chlorate durch 104 Künſtliche Düngemittel. Silberlöſung gefällt werden, Perchlorate aber erſt, wenn ſie durch Glühen zerſetzt ſind. Kaliſalpeter wird in derſelben Weiſe wie Chiliſalpeter unterſucht. 10. Ammoniakſalz; ſchwefelſaures Ammoniak. 10 g Subſtanz werden in 1 1 Waſſer gelöſt; in 100 ccom wird der Stick⸗ ſtoff nach S. 5 beſtimmt. Der Waſſergehalt wird durch Trocknen von 5—10 g Sub⸗ ſtanz bei 105— 1100 C. ermittelt. Zur Prüfung auf Rhodanverbindungen wird eine wäſſerige Löſung des Salzes mit einigen Tropfen Salzſäure und darauf mit Eiſenchlorid verſetzt. Bei Gegenwart von Rhodanverbindungen entſteht eine blutrote Färbung. Quantitativ läßt ſich der Nachweis in der Weiſe führen, daß man die Löſung mit Silbernitrat fällt, filtriert, den Niederſchlag mit Soda und Salpeter ſchmilzt, die Schmelze mit Salpeterſäure ein⸗ dampft, den Rückſtand mit Salzſäure aufnimmt und in der Löſung die Schwefelſäure mit Chlorbaryum fällt; aus der gefundenen Menge Schwefelſäure berechnet ſich dann der Gehalt an Rhodan. 11. Superphosphatgips, Phosphatgips und Gips. Dieſe drei Düngemittel dienen vorwiegend als Einſtreu in die Viehſtälle. Superphosphatgips iſt ein mit Schwefelſäure aufgeſchloſſenes, viel kohlenſaures Calcium enthaltendes Phosphat; er enthält neben viel Gips einige Prozente(5—7) lösliche Phosphorſäure. Unter Phosphatgips verſteht man die ausgewaſchenen Rück⸗ ſtände von der Doppel⸗Superphosphat⸗Fabrikation; er enthält neben Gips einige Prozente(2—4) unlösliche Phosphorſäure. Der Einſtreugips wird durch einfaches Zerkleinern des in der Natur vorkommenden Gipſes gewonnen und beſteht durchweg aus Gips(CasO,+ 2aq.) Mitunter ſind Sand oder kohlenſaure Erden beigemengt. Zur Beſtimmung der freien Phosphorſäure werden 2 g Subſtanz mit 50 cem abſolutem Alkohol im Mörſer angeſchlämmt und in ein 100⸗ccm⸗Kölbchen geſpült, mit abſolutem Alkohol bis zur Marke aufgefüllt, geſchüttelt und bald filtriert. Nach Loges giebt die Extraktion mit Alkohol keine richtigen Reſultate und iſt beſſer Ather zu verwenden; infolge des Feuchtig⸗ keitsgehaltes des Superphosphatgipſes hat man niemals abſoluten, ſondern waſſerhaltigen Alkohol, und letzterer zerlegt das Monocalcium⸗ phosphat in freie Phosphorſäure und Dicalciumphosphat; es müſſen alſo durch Extraktion mit Alkohol ſtets höhere Reſultate erhalten werden. Die übrigen Beſtandteile(Geſamt⸗ und waſſerlösliche Phosphor⸗ ſäure, Schwefelſäure, Kalk, Magneſia, Sand) werden in der üblichen Weiſe beſtimmt. Die Feuchtigkeit wird bei Superphosphatgips durch anhalten⸗ des Trocknen von 5 g Subſtanz bei 105— 110⁵ C., bei Gips und Phosphatgips durch Erhitzen bezw. ſchwaches Glühen von 2—3 g Subſtanz im Porzellan⸗ oder Platintiegel beſtimmt. —— —— ——— ———————, —,—— —— daß mit ein⸗ ſung enge dieſe älle. nes, eben Rück⸗ neben 8 in 1 u0 Erden 1 2 lämmt is zur ctigen uchtig⸗ oluten, aleium⸗ nüſſen werden. zyhor⸗ in der nhalter⸗ s und 2—3 3% — — Berechnung des Mindergeldwertes der Düngemittel bei Mindergehalt. 105 12. Kaliſalze, Kochſalz, Viehſalz. Die Feuchtigkeit be⸗ ſtimmt man durch ſchwaches Glühen von 4—5 g Subſtanz im bedeckten Porzellantiegel, bis Gewichtskonſtanz eingetreten iſt; ſind organiſche Stoffe vorhanden, ſo trocknet man bei 140—150⁰ C. bis zur Gewichts⸗ konſtanz. Zur Beſtimmung der Alkalien verfährt man wie folgt: Zur Beſtimmung des Kalis in den Staßfurter Kaliſalzen ſoll nur Waſſer zur Löſung angewendet werden. 10 g des durch ein 1 mm⸗Sieb gebrachten Kaliſalzes werden mit 400 ccm Waſſer ¼ Stunde gekocht, nach dem Abkühlen auf 500 cem aufgefüllt und von dieſer Löſung aünuate Teile 25 oder 50 ccm zur Beſtimmung nach S. 19 ver⸗ wendet. Bei Kainit und Chlorkaliumſalzen, welche neben Chloriden nur wenig ſchwefelſaure Salze enthalten, kann man das Kali in ab⸗ gekürzter Weiſe beſtimmen. C. Müller verfährt dabei in folgender Weiſe: 250 com des Filtrates der wäſſerigen Löſung(10 g auf 500 ccm) werden in einem 500 ccm-⸗Kolben nach Zuſatz von 10 ccem Salz⸗ ſäure mit kalifreier Chlorbaryumlöſung unter Vermeidung eines größeren Überſchuſſes gekocht, nach dem Erkalten aufgefüllt und filtriert. Vom Filtrat werden 100 ccm= 1 g Subſtanz in einer Porzellanſchale auf ein Volum von ca. 20 cem eingeengt, ſodann mit 10 ccm Platin⸗ chlorid= 1 g Platin verſetzt und zur Trockne eingedampft. Die er⸗ kaltete Maſſe wird mit einigen Tropfen Waſſer angefeuchtet, mit 80⸗prozentigem Alkohol übergoſſen, mit dem Piſtill fein zerrieben und mindeſtens 10 Minuten ſtehen gelaſſen; ſodann wird filtriert, das Platinchlorid mit 80⸗prozentigem Alkohol ausgewaſchen und der Rück⸗ ſtand getrocknet. Das Kaliumplatinchlorid wird in eine gewogene Platinſchale gebracht, das Filter mit kochendem Waſſer ausgewaſchen, das Waſchwaſſer zum Salz hinzugefügt und auf dem Waſſerbade zur Trockne eingedampft und ſchließlich bei 130 C. bis zur Gewichtskonſtanz, getrocknet, oder das Kaliumplatinchlorid wird im Goochtiegel geſammelt, mit 80⸗prozentigem Alkohol ausgewaſchen, getrocknet und gewogen, hierauf das Kaliumplatinchlorid mit heißem Waſſer ausgewaſchen und der Tiegel zurückgewogen.— Schwefelſäure, Chlor, Kalk und Magneſia werden nach den allgemein üblichen Methoden beſtimmt, Sand und organiſche Subſtanzen wie unter Chiliſalpeter angegeben iſt. c) Berechnung des Minndergeldwertes der Düngemittel bei Mindergehalt. Die Berechnung des Mindergeldwertes der Düngemittel bei Mindergehalt richtet ſich in erſter Linie nach den getroffenen Verein⸗ barungen. Hierbei ſind mehrere Fälle zu berückſichtigen. 1. Fall. Am richtigſten wäre es, für die zu liefernden einzelnen Düngerbeſtandteile(Stickſtoff, lösliche Phosphorſäure, Kali ec.) einen 106 Künſtliche Düngemittel. feſten Preis pro 1 kg zu vereinbaren und die Düngemittel nach dem wirklich gelieferten und jedesmal ermittelten Gehalt zu bezahlen, indem man letzteren einfach mit dem vereinbarten Grundpreis multipliziert. So wird es auch ſchon vielfach bei Maſſenlieferungen an größere Ver⸗ bände gehandhabt. Man beſtellt Düngemittel von annähernd z. B. 7% Stickſtoff und 9% löslicher Phosphorſäure mit einem Grundpreis von z. B. 1,20 M pro 1 kg Stickſtoff und 0,40 M pro 1 kg lös⸗ licher, d. h. waſſerlöslicher Phosphorſäure, ermittelt jedesmal nach einer guten Durchſchnittsprobe den Gehalt, multipliziert letzteren mit den vereinbarten Preiſen und bezahlt darnach. Sind im vorſtehenden Falle z. B. 6,72% Stickſtoff und 9,43% lösliche Phosphorſäure gefunden, 4 werden bezahlt: für Stickſtoff....... 6,72 1,20= 8,06 M „ lösliche Phosphorſäure.. 9,43 0,40= 3,70% Summa: 11,83 M alſo 11,83 M pro 1 Doppel⸗Ctr.= 100 kg. Dieſes an ſich rationellſte Verfahren läßt ſich aber überall nicht durchführen. 2. Fall. Hier gelten andere Regeln. In dieſen Fällen wird meiſtens ein feſter Minimalgehalt garantiert und eine gewiſſe Latitüde, z. B. 3% in Prozenten der Beſtandteile ausbedungen, d. h. es dürfen bei garantierten 10% Stickſtoff oder löslicher Phosphor⸗ ſäure 0,3% oder pro je 1%= 0,03% fehlen, ohne daß eine Rück⸗ vergütigung einzutreten braucht; wenn alſo ſtatt 10% nur 9,7% ge⸗ funden werden, ſo liegt die Differenz innerhalb der zuläſſigen Latitüde⸗ grenze. Fehlen aber 0,5%, ſind alſo ſtatt 10% nur 9,5% ec. geliefert, ſo muß eine Rückvergütung für den ganzen Mindergehalt eintreten. Dabei gilt meiſtens wieder als Regel, daß der Mindergehalt des einen Beſtandteiles bis zu der Höhe von 1% durch den Mehrgehalt eines anderen Beſtandteiles ausgeglichen werden kann. Wenn z. B. 7% Stickſtoff und 9% lösliche Phosphorſäure bei einer Latitüde von 3% und einer Ausgleichsnorm von 1% für jeden Beſtandteil garantiert, aber nur 6,61% Stickſtoff und 9,45% lösliche Phosphorſäure geliefert ſind, ſo wird der fehlende Gehalt von 0,39% Stickſtoff zum Teil durch den Mehrgehalt von 0,45% löslicher Phos⸗ phorſäure ausgeglichen und gegengerechnet. Bei der Berechnung kommt es weiter darauf an, welche Preiſe für die einzelnen Düngebeſtandteile vereinbart ſind. Iſt der Preis pro 1 kg Stickſtoff zu 1,20 M, der pron 1 kg lösliche Phosphorſäure zu 0,40 M vereinbart, ſo beträgt der Geldwert: für Minus an Stickſtoff... 0,39 1,20=— 0,47 M „ Plus an löslicher Phosphorſäure 0,45% 0,40=+ 0,18„ — 0,29 M, d. h. es ſind pro je 100 kg Dünger 29 Pf. zurück zu vergüten bezw. am Preiſe nachzulaſſen. Berechnung des Mindergeldwertes der Düngemittel bei Mindergehalt. 107 3. Fall. In anderen Fällen wird aber bei einer feſten all⸗ gemeinen Gehaltsgarantie kein feſter Preis für die einzelnen wert⸗ beſtimmenden Beſtandteile, ſondern ein Geſamtpreis für den Dünger vereinbart und hier muß man die Minderwertsberechnung in anderer Weiſe vornehmen. a) Handelt es ſich um ein Düngemittel mit nur einem einzigen wertbeſtimmenden Beſtandteil, ſo iſt die Berechnung einfach. An⸗ genommen, es beſteht folgende Beziehung zwiſchen Garantie, Befund und Preis: Garantie Befund Preis pro 100 kg %% M 1. Superphosphat 18 17,26 7,20 2. Chiliſalpeter.. 15,5 15,05 17,50 3. Kainit.... 12,4 11,75 2,05 ſo koſtet nach der Garantie und dem vereinbarten Preiſe je 1 kg: Lösliche Phosphorſäure bei 1 Stickſtoff bei 2 Kali bei 3 7,20 12,50 2,05 158= 0,40 M 15,50 1,13 M 1214 0,165 M, alſo ſind nach dem wirklichen Gehalt der gelieferten Ware wert je 100 kg: 1. Superphosphat.. 17,26 ₰ 0,40= 6,90 M 2. Chiliſalpeter... 15,05 ✕ 1,13= 17,00„ 3. Kainit..... 11,75 ₰ 0,165= 1,94„ Hierbei pflegt in den Superphosphaten die waſſerunlösliche Phosphorſäure nicht berückſichtigt zu werden; falls dieſelben citrat⸗ lösliche Phosphorſäure enthalten und letztere als wertbeſtimmend mit angeſehen wird, bedarf es hierüber einer vorherigen Verein⸗ barung. Im Kainit und den Kaliſalzen wird nur das Kali als wert⸗ beſtimmend angeſehen. b) Weniger einfach iſt die Berechnung, wenn ein Düngergemiſch mit mehreren wertbeſtimmenden Beſtandteilen vorliegt nnd ebenfalls nur ein Pauſchpreis vereinbart iſt. In dieſem Falle muß man für einen oder zwei der Wertbeſtandteile nach den zeithichen Preiſen den Geldwert berechnen, dieſen vom Geſamtpreis abziehen und den Reſt auf den noch vorhandenen Wertbeſtandteil verteilen. Angenommen, es lautet Garantie, Befund und Preis: *) Für Salpeter⸗Superphosphat. Preis pro 100 kg 12,00 M Garantie Befund Stickſtoff..... 70% 6,58% Lösliche Phosphorſäure. 9„ 9,25„ 108 Künſtliche Düngemittel. 6) Für Kali⸗Ammoniak⸗Superphosphat. Preis pro 100 kg 10,60 M Garantie Befund Stickſtof..... 5% 5,11% Lösliche Phosphorſäure. 10 9,05„ Kali...... 3 2,71„ Der zeitliche und örtliche Handelspreis für lösliche Phosphor⸗ ſäure bezw. Kali kann leicht nach den Preiſen und Gehalten der unvermiſchten Superphosphate bezw. Kaliſalze ermittelt werden. Wenn hiernach 1 kg waſſerlösliche Phosphorſäure 0,40 M koſtet, ſo ſind für das Salpeter⸗Superphosphat 9% lösliche Ph.= 9 ✕ 0,40= 3,60 M wert, dieſe von den 12,00 M Pauſchalwert abgezogen, bleibt 12,00— 3,60= 8,40 M pro 7% Stickſtoff, alſo pro 8,4; 3 1%⅛-=70c=120 M; danach berechnet ſich der Geldwert der ge⸗ lieferten Ware nach dem wirklichen Befunde zu: für Stickſtoff....... 6,58 1,20= 7,90 M „ lösliche Phosphorſäure.. 9,25 ✕ 0,40= 3,70„ im ganzen 11,60 M alſo ſind ſtatt 12,00 M nur 11,60 M pro 100 kg zu zahlen. Für das Kali⸗Ammoniak⸗Superphosphat ſtellt ſich die Be⸗ rechnung bei einem Preiſe von 0,20 M für 1 kg Kali wie folgt: 10% lösliche Phosphorſäure ſind wert 10 0,40= 4,00 M, 3% Kali= 3 0,20= 0,60 M. Die Summe 4,00+ 0,60= 4,60 M von 10,60 M Geſamtpreis abgezogen, 10,60— 4,60= 6,00 M, iſt Reſt⸗ wert für 5% Stickſtoff; alſo koſtet 1 kg des letzteren 1,20 M. Hieraus ergiebt ſich der Geldwert der gelieferten Ware nach dem Befunde: für Stickſtoff....... 5,11* 1,20= 6,13 M „ lösliche Phosphorſäure.. 9,05 0,40= 3,62„ „ Kali........ 2,71% 0,20= 0,54„ im ganzen 10,29 M, d. h. ſtatt 10,60 M ſind nur 10,29 M pro 100 kg zu zahlen. 4. Knochenmehl. Das Knochenmehl ſetzt ſich aus mit Leim⸗ ſubſtanz durchwachſenem Kalkphosphat zuſammen. Hier giebt es für den Stickſtoff und die Phosphorſäure im iſolierten Zuſtande keine Einzelpreiſe. Man muß daher bei einem Mindergehalt entweder von dem Preis des Stickſtoffs in einem ähnlichen Düngemittel, z. B. Horn⸗ mehl, worin nur der Stickſtoff als wertbeſtimmend angeſehen wird, ausgehen, oder man legt für die Phosphorſäure einen hypothetiſchen Wert, der zwiſchen dem der unlöslichen und waſſerlöslichen Phosphor⸗ ſäure liegt, zu Grunde, berechnet hiernach den Geldwert dieſes Be⸗ ſtandteiles und verrechnet den Reſt auf den anderen Beſtandteil. Angenommen ein Knochenmehl mit einer Garantie von 4,50% Stickſtoff und 20% Phosphorſäure iſt zu 11,00 M pro 100 kg ver⸗ Berechnung des Mindergeldwertes der Düngemittel bei Mindergehalt. 109 kauft, die Analyſe der gelieferten Ware aber hat 3,96% Stickſtoff und 20,98% Phosphorſäure ergeben. Wenn Hornmehlſtickſtoff zur Zeit etwa 1,00 M pro 1 kg koſtet, ſo ſind die garantierten 4,50% Stickſtoff= 1,00% 4,50= 4,50 M wert; es bleiben alſo 11,00— 4,50= 6,50 M für 20% Phosphorſäure oder 50 für 1 kg= H= 0,33 M. Die gelieferte Ware iſt hiernach wert: für Stickſtoff...... 3,96 1,00= 3,96 M „ Phosphorſäure.... 20,98 0,33= 6,92„ im ganzen 10,88 M. Oder man nimmt für Phosphorſäure den hypothetiſchen Wert z. B. 0,30 M pro 1 kg an und berechnet nach der Garantie und dem Preiſe den Wert des Stickſtoffs. Hiernach ſind 20 kg Phosphorſäure 6,00 M wert; dieſe von 11,00 M abgezogen, alſo 11,00— 6,00= 5,00 bleibt 5,00 M für 5,00 4,5% Stickſtoff, alſo ſind für 1 kg Stickſtoff= 15= 1,11 M zu berechnen. Die gelieferte Ware hat demnach Geldwert: für Stickſtoff...... 3,96 ₰ 1,11= 4,40 M „ Phosphorſäure.... 20,98 ₰ 0,30= 6,29„ Summe 10,69 M, d. h. ſtatt 11,00 M ſind nur 10,69 M pro 100 kg zu zahlen. Bei Knochenmehl empfiehlt ſich unbedingt zu fordern, daß der fehlende Stickſtoff nur bis zu 0,5% durch ein Mehr an Phosphorſäure ausgeglichen werden kann, denn bei den entleimten Knochenmehlen nimmt die Phosphorſäure in dem Maße zu, als der Stickſtoff abnimmt. Dieſe können aber nicht mehr als gleichwertig mit dem nicht entleimten Normalknochenmehl angeſehen werden, weil die Wirkung des Knochenmehles überhaupt zweifellos um ſo beſſer und raſcher iſt, je mehr Leim auf das mit demſelben durchwachſene Kalkphosphat entfällt, denn die Löſung des letzteren wird durch die Fäulnis des Leimes bewirkt und je größer dieſer, deſto ſtärker die Fäulnis. ¹) 5. Thomasphosphatmehl. Das Thomasphosphatmehl ſollte nur mehr nach Gehalt an citratlöslicher Phosphorſäure als Grundlage für die Geldwertsberechnung verkauft und eine Entſchädigung verlangt werden können, wenn an dem garantierten Gehalt mehr als ½% fehlt. z Mindergeldwert berechnet ſich dann einfach nach Maßgabe des Garantiegehaltes und des vereinbarten Preiſes. Weil aber der ¹) Dieſes gilt aber nur für den mit dem Kalkphosphat durchwachſenen Leim, nicht aber für in Form von Hornmehl, Fleiſch ꝛc. mechaniſch beige⸗ mengten Leim. 11⁰ KAünſtliche Düngemittel. Ankauf des Thomasphosphatmehls nach citratlöslicher Phosphorſäure noch nicht allgemein geworden iſt, ſo ſollte man wenigſtens den Wert der Thomasphosphatmehle nach dem Gehalt an Feinmehl⸗Phos⸗ phorſäure bemeſſen. Werden z. B. 75% Feinmehl als Minimum und z. B. 17 ⁄% . 75*✕ 17 Phosphorſäure, alſo 25 00—= 12,75% Feinmehl⸗Phosphorſäure garantiert und koſten 100 kg eines ſolchen Thomasmehles 3,80 M. 8 3,80 ſo koſtet 1 kg Feinmehl⸗Phosphorſäure 13 75= 0,208 M oder 29,8 Pf. Sind nun geliefert: Phosphorſäure Feinmehl Feinmehl⸗Phosphorſäure 2).... 17,12%0 66,50% 11,38% b)... 15,11„ 80,15„ 12,11„ ſo wird alſo pro 100 kg ſtatt 3,80 M bezahlt: Fall a) 11,38 0,298= 3,39 M, Fall b) 12,11 ₰ 0,298= 3,61 M. Auf dieſe Weiſe kommt das Fehlende an dem einen Beſtandteile und das Mehr an dem anderen gleichzeitig zur Geltung und zwar für Verkäufer und Käufer in gleich rationeller Weiſe. Wenn daher Kaufabſchlüſſe nach Gehalt an citratlöslicher Phos⸗ phorſäure noch nicht allgemein durchgeführt werden können, ſo ſollten dieſe wenigſtens nach Feinmehl⸗Phosphorſäure abgeſchloſſen werden, denn die Phosphorſäure im Grobmehl hat nur einen untergeordneten Wert von etwa— der Feinmehl⸗Phosphorſäure. ch Maßregeln für die Düngerkontrolle. Da der Düngerhandel in Deutſchland noch nicht wie in Amerika, Frankreich, England und Belgien geſetzlichen Beſtimmungen unterliegt, ſo iſt der deutſche Landwirt auf Selbſtſchutz angewieſen und wird die Kontrolle bis jetzt durch eigens von ihm geſchaffene Inſtitute (durch die landw. Verſuchsſtationen) nach einem privaten Abkommen zwiſchen dieſen und den Düngerfabriken bezw. Handelsfirmen ge⸗ handhabt. Hierbei empfiehlt ſich, gewiſſe allgemein giltige Maßregeln zu treffen, welche einerſeits den Landwirt vor Übervorteilung, andererſeits den reellen Fabrikanten vor fauler Konkurrenz ſchützen. Als ſolche Maßregeln ſind zu beachten: 1. daß die Bezeichnung der Dünger voll und ganz der Natur derſelben entſpricht. Dieſes betrifft: a) in erſter Linie den Peruguano. Mit dem Namen Peru⸗ guano oder ſchlechtweg„Guano“, worunter faſt ſtets der Peruguano verſtanden wird, ſollten nur ſolche Düngemittel zugelaſſen werden, welche außer Schwefelſäure zum Aufſchließen keine anderen Zuſätze erhalten haben. Haben ſtickſtoffhaltige Guanoſorten(alſo Peru⸗, Sal⸗ danha⸗Bay⸗ oder Ichaboeguano) ſtickſtoffhaltige Zuſätze wie Ammoniak⸗ re Maßregeln für die Düngerkontrolle. 111 ſalz, Salpeter ꝛc. erfahren, dann ſollten dieſe Miſchungen deutlich durch Zuſätze z. B.„gemiſchter“ Guano,„Ammoniak“⸗ oder„Salpeter⸗ Guano“ gekennzeichnet werden. Alle Düngemittel, welche aus ſtickſtofffreien Phosphatguanos gewonnen ſind, ſollten nicht die einfache Bezeichnung„Guano“ führen dürfen; ſie müſſen entweder einen Zuſatznamen führen, welcher ihren Fundort andeutet, alſo Baker⸗ oder Mejillons⸗ ꝛc., Guano⸗Super⸗ phosphat, oder der Zuſatz„Guano“ fällt ganz weg, indem ſie einfach als Superphosphat(Ammoniak⸗ oder Salpeter⸗Superphosphat) be⸗ zeichnet werden. Denn die ſtickſtofffreien Guano⸗Phosphate ſtehen den Mineral⸗Phosphaten näher als den ſtickſtoffhaltigen Guanos, und iſt es nicht zuläſſig, ihnen einfach den Namen Guano⸗Superphosphat, Ammoniakguano ꝛc. beizulegen, weil danach angenommen werden kann, daß ſie aus den ſeit langem in höherem Rufe ſtehenden ſtickſtoff⸗ haltigen Guanoſorten gewonnen ſind. b) Die einzelnen Knochenmehlſorten des Handels ſollten als „Normal⸗Knochenmehle“ oder Nr. 0, als einfache„Knochenmehle“ und als„entleimte Knochenmehle“ nach S. 97 unterſchieden werden. c) Unter der Bezeichnung Thomasmehl, Thomasſchlackenmehl oder Schlackenmehl ſind nur diejenigen Dünger zuzulaſſen, welche aus wirklicher Thomasſchlacke gewonnen ſind. Alle anderen Phosphatmehle, welche durch Zerkleinern von Mineral⸗Phosphaten oder aus ſonſtigen phosphorſäurehaltigen Schlacken gewonnen ſind, ſollen durch einen Zuſatz, z. B. Mineralphosphatmehl,„Koprolithenmehl“ ꝛc. unterſchieden werden. d) Mit der Bezeichnung Knochenmehl⸗Superphosphat, Ammoniak⸗ oder Salpeter⸗Superphosphate ꝛc. ſind nur ſolche Superphosphate zuzulaſſen, welche den Stickſtoff wirklich und ganz in Form von Knochenmehl, bezw. Ammoniak, bezw. Salpeter enthalten. 2. An den Säcken bezw. Behältern ſollen deutlich ſichtbar die Bezeichnungen der Düngemittel, welche ihrer Natur nach den vor⸗ ſtehenden Normen entſprechen, zu leſen ſein. Dabei empfiehlt ſich, nur runde Gewichte von 50, 75 oder 100 kg zuzulaſſen. 3. An den Säcken ſollen Garantiezettel angebracht ſein, welche genau den Gehalt an den wertbeſtimmenden Beſtandteilen angeben, nämlich: a) Bei Superphosphaten den Gehalt an waſſerlöslicher Phosphorſäure; falls die ſog. zurückgegangene oder citratlösliche Phosphorſäure und ferner auch die unlösliche Phosphorſäure berück⸗ ſichtigt werden ſollen, iſt auch deren Gehalt anzugeben. Eine An⸗ gabe, aus welchem Rohmaterial das Superphosphat hergeſtellt iſt, iſt nicht erforderlich. b) Bei Präcipitaten der Gehalt an citratlöslicher und Geſamt⸗ Phosphorſäure. c) Bei Thomasphosphatmehl der Gehalt an Geſamt⸗Phosphor⸗ ſäure, Feinmehl und citratlöslicher Phosphorſäure. d) Bei den Knochenmehlen, bei Fleiſchdüngemehl bezw. 112 Künſtliche Düngemittel. Fleiſchknochenmehl, ſog. Fiſchguano, der Gehalt an Stickſtoff und Phosphorſäure. e) Bei rohem bezw. gemahlenem Peruguano, Saldanha⸗ Bay⸗, Ichaboeguano ec., bei Poudrette und Fäkalguano der Gehalt an Stickſtoff, Geſamt⸗Phosphorſäure und auch der Gehalt an Kali und waſſerlöslicher Phosphorſäure, falls die Wertberechnung der beiden letzten Beſtandteile verlangt wird. f) Bei aufgeſchloſſenem Peruguano, bei ſtickſtoffhaltigen Superphosphaten der Gehalt an Stickſtoff und waſſerlöslicher Phosphorſäure, wie auch an Kali, falls letzteres zu berückſichtigen iſt. Bei Ammoniak⸗Superphosphaten iſt anzugeben, wie viel Ammoniak⸗Stickſtoff, bei Salpeter⸗Superphosphaten, wie viel Salpeter⸗Stickſtoff, bei Gemiſchen beider, wie viel Ammoniak⸗ und wie viel Salpeter⸗Stickſtoff ꝛc. vorhanden iſt. g) Chiliſalpeter und Ammoniakſalz(ſchwefelſaures Am⸗ moniak) unterliegen, wenn ſie in Original⸗Verpackung geliefert werden, nicht dieſen Beſtimmungen; dagegen muß auch bei ihnen, wenn ſie in irgend einer Weiſe zubereitet werden, neben der Bezeichnung auch der Gehalt an Stickſtoff an den Säcken bezw. Behältern angegeben werden. h) Bei Blutmehl, Hornmehl, Ledermehl, Wollſtaub und anderen ſtickſtoffhaltigen Düngern iſt, wenn ſie für den landwirtſchaft⸗ lichen Konſum beſtimmt ſind, der Gehalt an Stickſtoff anzugeben. i) Bei kalihaltigen Düngemitteln iſt der Gehalt an Kali(nicht an ſchwefelſaurem Kali oder Chlorkalium) anzugeben. k) Bei Superphosphatgips, Phosphatgips iſt der Gehalt an löslicher bezw. unlöslicher Phosphorſäure und Gips anzugeben. 4. Ein der Garantie gegenüber nachgewieſener Mindergehalt an wertbeſtimmenden Beſtandteilen iſt nach dem berechneten Werte zu vergüten. Ein etwaiger Überſchuß des einen wertbeſtimmenden Be⸗ ſtandteiles darf zu gunſten eines gleichzeitig vorkommenden Minder⸗ gehaltes an einem anderen gerechnet werden, und zwar ſoll ein Über⸗ ſchuß von waſſerlöslicher Phosphorſäure bis zu 0,5 vom Hundert und von Stickſtoff bis zu 0,25 vom Hundert dem Werte nach in dieſer Weiſe in Rechnung geſtellt werden. In allen Düngemitteln iſt eine Abweichung von dem gewähr⸗ leiſteten Gehalte(Latitüde) bei waſſerlöslicher und unlöslicher Phos⸗ phorſäure, ſowie bei Kali bis zu 0,4 vom Hundert, bei Stickſtoff bis zu 0,2 vom Hundert geſtattet, ohne, daß der Abnehmer hierfür eine Entſchädigung beanſpruchen kann. Üüberſteigt der Mindergehalt dieſe Zahlen, ſo iſt in allen Fällen der volle Fehlbetrag zu vergüten. Die Latitüde darf nur beanſprucht werden, wenn dieſelbe im Kauſvertrage ausdrücklich ausbedungen wurde. Die Latitüde fällt aus, ſobald eine Kompenſation in Anſpruch genommen wird. Bei Verkauf nach Prozenten ſind Kompenſation und Latitüde nicht geſtattet.(Nach dem vom Verband deutſcher Verſuchs⸗Stationen aufgeſtellten„Entwurf von Grundzügen für Dünger⸗Kontroll⸗Ver⸗ träge.“ Landw. Verſuchsſt. 1895, Bd. 45, S. 332.) — —y—— ͤ y———,—-— 8—— deſer hähr⸗ e. fb eine dieſe he in t aus, atitüde ſionen lVer⸗ 1. Die Pflanzenaſche. 113 Die Aſche von Pflanzen, von tieriſchen Ftoffen und Brenumaterialien. 1. Die Pflanzenaſche. 1. Als Vorbereitung der vegetabiliſchen Subſtanz zur Ver⸗ aſchung muß man eine möglichſt ſorgfältige Reinigung derſelben vor⸗ nehmen; man kann hierauf nicht genug Mühe und Umſicht verwenden, da eine Beimiſchung von thonigen und ſandigen Subſtanzen die Ana⸗ lyſe der Aſche ſehr erſchwert und die Genauigkeit derſelben weſentlich beeinträchtigt. Wurzeln und Knollen ſind durch vorſichtiges Reiben mit weichen Bürſten unter Waſſer und wiederholtes Abſpülen mit deſtilliertem Waſſer von allen erdigen Subſtanzen zu befreien und ſodann mit einem weichen Leinwandtuche abzutrocknen. Von Blättern und Stengeln entfernt man den Staub ꝛc., ſoweit die Beſchaffenheit derſelben ſolches geſtattet, durch Abwiſchen mit einem weichen Tuche unter Anwendung eines möglichſt gelinden Druckes. Samenkörner, namentlich die größeren Sorten, kann man mit deſtilliertem Waſſer übergießen, darin einige Minuten lang aufrühren, dann aber ſofort, bevor die Feuchtigkeit eindringt und ein Aufweichen der Samenkörner bewirkt, auf einem Siebe abtropfen laſſen, auf Fließpapier legen und raſch wieder zwiſchen weichen Tüchern abtrocknen. Grüne Blätter und Kräuter und ebenſo in möglichſt dünne Scheiben zerſchnittene Rüben läßt man, an Fäden aufgehängt, im Trockenſchranke austrocknen. Kartoffeln müſſen in Stückchen und Scheiben zerteilt und in großen Porzellanſchalen auf dem Dampfbade oder im Trockenſchranke von ihrem Waſſergehalt befreit werden; ſie laſſen ſich hierauf, ebenſo wie die getrockneten Rüben leicht zu Pulver zerſtoßen, welches jedoch nicht zu fein ſein darf, damit es beim Ver⸗ aſchen ſich hinreichend locker erhält und nicht feſt zuſammenſetzt. Die getrockneten Blätter, Kräuter, ſowie die Heu⸗ und Stroharten werden zunächſt mit der Schere oder mittelſt eines ſonſt geeigneten Apparates in Stückchen zerſchnitten und das Ganze gut durcheinander gemiſcht. Die lufttrockenen Samenkörner muß man im Mörſer zu einem groben Pulver zerſtoßen oder nur einfach quetſchen, wodurch die Verbrennung ſehr erleichtert und ein Umherſpringen derſelben beim Erhitzen ver⸗ mieden wird. 2. Das Verbrennen der ſo vorbereiteten Pflanzenſtoffe geſchieht im allgemeinen nach der S. 14 unter„Beſtimmung der Aſche“ an⸗ gegebenen Vorſchrift. Beim Einäſchern der Pflanzenſtoffe für ſich allein verflüchtigt ſich leicht ein Teil des Chlors wie Schwefels und kann ſich auch der etwa in organiſcher Verbindung vorhandene Phosphor der Oxydation zu Phosphorſäure entziehen. Um daher für dieſe drei Beſtandteile thunlichſt genaue Reſultate zu erhalten, durchfeuchtet man die Pflanzenſubſtanz(20—50 g) in einer geräu⸗ Wolff⸗Haſelhoff, Anleitung. 4. Auflage. 8 114 Die Aſche von Pflanzen, von tieriſchen Stoffen und Brennmaterialien. migen Platinſchale mit einer Löſung von chemiſch reinem, d. h. chlor⸗, ſchwefelſäure⸗ und phosphorſäurefreiem Natriumkarbonat(etwa 50 g waſſerfreies Natriumkarbonat pro Liter enthaltend) unter Zuſatz von etwas ebenſo reiner Natronlauge, trocknet vollſtändig im Waſſerbade ein und verkohlt über einer Spiritusflamme. Letztere empfiehlt ſich— beſonders bei quantitativen Beſtimmungen des Schwefels bezw. der Schwefelſäure in den durch Hütten⸗ oder Steinkohlenrauch be⸗ ſchädigten Pflanzenbeſtandteilen— aus dem Grunde, weil das Leucht⸗ gas durchweg Schwefel⸗Verbindungen enthält, welche ſich in der Flamme zu Schwefelſäure oxydieren und den Gehalt der Einäſcherungs⸗ maſſe an dieſer vermehren können. Nachdem die Maſſe verkohlt iſt, zerdrückt man dieſelbe in der Platinſchale mit dem Piſtill, durch⸗ feuchtet ſie unter Abſpülen des letzteren mit Waſſer, trocknet auf dem Waſſerbade ein und verbrennt weiter. Vielfach iſt und wird auch noch jetzt zur vollſtändigen Verkoh⸗ lung der Pflanzenſubſtanz beſonders in den kieſelſäure⸗ und phosphor⸗ ſäurereichen Pflanzenaſchen eine wäſſerige Löſung von Atzbaxryt an⸗ gewendet, womit die Maſſe durchfeuchtet wird. Der auf dieſe Weiſe in die Aſche übergehende Atzbaryt bezw. das ſich bildende Baryum⸗ ſulfat erſchwert aber die Unterſuchung der Aſche auf die einzelnen Beſtandteile ſehr, ohne daß dieſe Art Einäſcherung genauere Reſultate liefert, als die vorher beſchriebene. Zur Ermittelung des Geſamt⸗Schwefels iſt auch vorgeſchlagen, in einer Platinſchale vorerſt ca. 6 g chemiſch reines Kalihydrat und 3 g reinen Salpeter bei möglichſt gelinder Hitze zuſammen⸗ zuſchmelzen und in die Schmelze ganz allmählich kleine Mengen der gepulverten Pflanzenmaſſe bis zu 4 g einzutragen. Nachdem die ganze Maſſe mit dem Atzkali zuſammengeſchmolzen iſt, wird noch etwas ſtärker erhitzt bis zum Weißbrennen, erkalten gelaſſen, die Schmelze mit verdünnter Salzſäure gelöſt, zur Trockne verdampft, um die Kieſelſäure abzuſcheiden, mit ſalzſäurehaltigem Waſſer aufgenommen und im Filtrat die Schwefelſäure mit Chlorbaryum gefällt. Dieſe Methode kann bei ſehr wichtigen Schwefelbeſtimmungen, z. B. bei Rauchbeſchädigungen, zur Kontrolle der durch Einäſcherung unter Zuſatz von Natriumcarbonat erhaltenen Reſultate dienen. Auch empfiehlt ſich das Einäſchern in der Kalihydrat⸗Salpeter⸗ ſchmelze, wenn in den betreffenden Pflanzen oder Pflanzenteilen Me⸗ talle beſtimmt werden, welche, wie Zink, Blei und Arſen, durch ein⸗ faches Einäſchern eine Verflüchtigung erfahren können. 3. Die Unterſuchung der ſo erhaltenen Aſchen erfolgt nach S. 14, auf Kohlenſäure nach S. 36. Bei Pflanzenbeſchädigungen durch induſtrielle Abwäſſer oder Hüttenrauch— die Metallvitriole ſcheinen ebenſo wie die Schwefelſäure und ſchweflige Säure durch die Blätter aufgenommen zu werden— wird vielfach zum Nachweiſe dieſer Beſchädigungen auch die Beſtimmung von Blei oder Kupfer, oder Zink(mitunter auch von Arſen) notwendig. Zwar kommen Kupfer und Zink als 1. Die Pflanzenaſche. 115 natürliche Beſtandteile in ſehr geringer Menge ziemlich ſtark ver⸗ breitet in den verſchiedenſten Pflanzen vor; jedoch iſt dieſe Menge bedeutend höher, wenn es ſich um derartige Beſchädigungen handelt. Um für ſolche Fälle in der Beurteilung ſicher zu gehen, unterſucht man als Gegenproben geſunde Pflanzen und Pflanzenteile derſelben Art, welche in der Nähe unter denſelben Boden⸗ und klimatiſchen Verhältniſſen, aber ſo gewachſen ſind, daß ſie dem vermuteten ſchäd⸗ lichen Einfluß nicht ausgeſetzt waren. Die Beſtimmung von Kupfer, Blei und Zink erfolgt nach den unter Boden angegebenen Methoden. Die meiſten Kulturpflanzen enthalten nur wenig fertig gebil⸗ dete Schwefelſäure; einige jedoch, wie namentlich die Kruciferen, bilden eine Ausnahme. Wenn man die Menge dieſer Schwefel⸗ ſäure in der Pflanze und auch das Chlor, welches, wie bereits be⸗ merkt, bei der gewöhnlichen Methode des Einäſcherns großenteils ver⸗ loren geht, beſtimmen will, ſo kann dieſes annähernd in der Weiſe Pichehen, daß man die getrocknete und fein zerteilte vegetabiliſche Subſtanz mit kaltem, ſalpeterſäurehaltigem Waſſer möglichſt vollſtändig extrahiert. Eine etwa 2 Fuß lange und 1 ½— 2 cm im Durchmeſſer haltende Glasröhre wird an dem einen Ende ausgezogen oder auch mit einem Kork, in welchen ein mit Kautſchukröhre und Quetſchhahn verſehenes Glasröhrchen eingefügt iſt, verſchloſſen. In das Ende der Glasröhre ſchiebt man ein wenig Baumwolle, die vorher mit ſalpeter⸗ ſäurehaltigem Waſſer ausgekocht worden iſt, und bringt dann 8— 10 g der fein zerteilten vegetabiliſchen Subſtanz in den Apparat. Man füllt nun die Glasröhre, indem man den Quetſchhahn geſchloſſen hält, mit dem ſalpeterſäurehaltigen Waſſer(gewöhnliche reine Salpeterſäure und Waſſer etwa wie 1: 20) und läßt die Subſtanz damit einige Stunden lang einweichen; hierauf öffnet man den Quetſchhahn und läßt etwas von der Flüſſigkeit ausfließen, ſo daß eine neue Portion der verdünnten Salpeterſäure mit der Pflanzenmaſſe in Berührung kommt, während die Röhre aufs neue gefüllt wird. Dieſe Operation wird wiederholt, bis eine Probe der abfließenden Löſung entweder gar nicht oder doch nur ganz ſchwach mit Silberlöſung opaliſiert. Die Flüſſigkeit wird alsdann zuerſt mit ſalpeterſaurem Baryum und dann mit Silberlöſung, oder zuerſt mit ſalpeterſaurem Silber und dane, nach Abſcheidung des überſchüſſigen Silbers, mit Chlorbaryum efällt. gef Jeder der beiden Niederſchläge, beſonders aber das Chlorſilber, wenn die Menge desſelben einigermaßen bedeutend iſt, muß von dem Filter ſorg⸗ fältig getrennt und nach dem Trocknen mit reinem kohlenſaurem Natrium geſchmolzen werden. Die geſchmolzene Maſſe wird mit Waſſer ausgekocht und ausgewaſchen, die abfiltrierte Flüſſigkeit mit Salpeterſäure überſättigt und abermals mit Silberlöſung gefällt. 4. Bei der Berechnung und Zuſammenſtellung der Reſultate einer ausführlichen Aſchenanalyſe hat man die prozentiſchen Verhält⸗ niſſe der einzelnen Aſchenbeſtandteile, ſowohl mit Einſchluß der ge⸗ fundenen Kohlenſäure, Kohle und ſandigen Subſtanz, als auch nach Abzug dieſer unweſentlichen Beſtandteile der Aſche anzugeben. 8* 116 Die Aſche von Pflanzen, von tieriſchen Stoffen und Brennmaterialien. 2. Die Aſche tieriſcher Subſtanzen. Tieriſche Subſtanzen, namentlich ſolche, welche vor dem Verkohlen zuerſt ſchmelzen, ſind ſehr ſchwierig zu verbrennen, und es gelingt oft nur unter Anwendung beſonderer Zuſätze, die kohligen Teilchen aus der Aſche völlig zu entfernen. Es muß jedoch ſtets der Verſuch ge⸗ macht werden, das Einäſchern womöglich ohne Zuſätze zu bewirken, wenn dieſes ohne weſentliche Verluſte und Veränderungen der Aſchen⸗ beſtandteile geſchehen kann. Die Subſtanz wird immer zuerſt in einer Platinſchale verkohlt, wobei man die Hitze wegen des Schmelzens der Maſſe nur langſam ſteigern darf. Wenn die Verkohlung ſo weit ſtattgefunden hat, daß beim Digerieren mit Waſſer das letztere nicht mehr gefärbt wird, ſo zerſtößt man die Kohle zu einem gröblichen(nicht feinen) Pulver, kocht und wäſcht anhaltend mit Waſſer aus, paſſend unter Zuſatz von etwas Salpeterſäure, wenn keine kohlenſauren Salze zugegen ſind oder doch die Kohlenſäure nicht direkt beſtimmt zu werden braucht. Der kohlige Rückſtand wird hierauf getrocknet und in der Muffel bei kaum an⸗ fangender Rotglühhitze vollends verbrannt. Unter Umſtänden muß man das Auslaugen mit Waſſer und Erhitzen in der Muffel mehrmals wiederholen, bis die letzten Anteile der Kohle völlig verbrennen. Nach Strecker enthält die Aſche tieriſcher Subſtanzen zuweilen nicht unbedeutende Mengen von cyanſauren Salzen. Man zerſtört dieſelben am einfachſten, indem man die Aſche mit Waſſer befeuchtet und hierauf all⸗ mählich zum Glühen erhitzt. In der Regel genügt ein einmaliges Be⸗ feuchten ꝛc., um die cyanſauren Salze in kohlenſaure umzuwandeln. Zur genauen Beſtimmung von Chlor, Schwefelſäure und Phos⸗ phorſäure wird die Subſtanz unter Zuſatz von Natriumkarbonat ver⸗ aſcht. Jur übrigen verfährt man bei der Ermittelung der einzelnen Beſtandteile nach denſelben Methoden wie bei der Pflanzenaſche. 3. Die Aſche der Brennmaterialien. Die Aſche der Brennmaterialien, inſofern ſie nur als Dünge⸗ mittel in Betracht kommt, wird ausſchließlich auf die in Königswaſſer löslichen Beſtandteile unterſucht; der nach dem Eindampfen hiermit verbleibende unlösliche Rückſtand wird, nachdem derſelbe mit einer konzentrierten Löſung von kohlenſaurem Natrium mehrmals ausgekocht worden iſt, um die Kieſelſäure zu beſtimmen, nicht weiter be⸗ rückſichtigt, ſondern nur als Ganzes gewogen und als unlösliche Subſtanz in Rechnung gebracht. 1. Die Analyſe der Holzaſche wird faſt genau in derſeben Weiſe ausgeführt, wie eine an kohlenſauren Salzen reiche reine Pflanzen⸗ aſche. Man nimmt jedoch eine etwas größere Menge, 5—10 g, in Arbeit, behandelt dieſe mit Königswaſſer, dampft ein bis zur Trockne, kocht den Rückſtand, nachdem derſelbe mit konzentrierter Salzſäure an⸗ gefeuchtet worden iſt, mit Waſſer aus und verdünnt die Löſung bis — ⏑ == —— ☛== —4— 2 = lien. nge⸗ vaſſer termit un ekocht be⸗ bzliche Weſſe anzen⸗ g, in rockne nre an⸗ ng bis 3. Die Aſche der Brennmaterialien. 117 auf 1000 ccm. In aliquoten Teilen der Löſung beſtimmt man die einzelnen Beſtandteile wie S. 14 angegeben iſt. 2. Die Torfaſche und mehr noch die Braun⸗ und Steinkohlen⸗ aſche ſind durchweg ſehr arm an Phosphorſäure und Alkalien. Man muß daher für die Unterſuchung dieſer Aſchen eine größere Menge(10 bis 20 g) verwenden und mit Königswaſſer zur Trockne verdampfen. Die im unlöslichen Rückſtande verbleibende„Kieſelſäure“ wird durch Auskochen mit einer Löſung von Natriumkarbonat, Fällen derſelben mit Salzſäure ꝛc. beſtimmt, während die ſalzſaure, vom unlöslichen Rückſtande abfiltrierte, auf 500 oder 1000 cem gebrachte Löſung nach S. 14 unterſucht wird. Häufig enthalten dieſe Art Aſchen nicht unbedeutende Mengen Schwefelverbindungen, welche bei Anwendungen der Aſchen zur Düngung unter Umſtänden ſchädlich wirken können, wenn nicht gleich⸗ zeitig hinreichende Mengen von kohlenſauren Alkalien oder von freiem Kalk zugegen ſind. Man beſtimmt die Schwefelverbindungen am beſten durch Zu⸗ ſammenſchmelzen der Subſtanz(1 Teil) mit einem Gemiſch von waſſer⸗ freiem Natriumkarbonat(6 Teile) und Salpeter(4 Teile), indem man die Schmelze mit ſalzſäurehaltigem Waſſer aufnimmt und im Filtrat, wie üblich, die Schwefelſäure mit Chlorbaryum fällt. Von der ſo gefundenen Menge Schwefelſäure wird die durch direktes Löſen der Aſche in ſalzſäurehaltigem Waſſer gelöſte, fertig gebildete Schwefel⸗ ſäure abgezogen und die Differenz als von Schwefelverbindungen herrührend angeſehen. Mitunter ſind die Aſchen ſehr reich an Gips; da dieſer ſich nur ſchwer in Waſſer löſt(1 Teil in 400 Teilen Waſſer), ſo muß man ſolche Aſchen entweder ſehr lange mit heißem, ſalzſäurehaltigem Waſſer auswaſchen und das Filtrat auf 1000 ccm anſtatt auf 500 com bringen, oder man kocht zur Beſtimmung der Schwefelſäure etwa 1. bis 2 g der fein gepulverten Aſche 1 Stunde lang mit einer wäſſerigen Löſung von 6—8 g Natriumkarbonat und beſtimmt im Filtrat die Schwefelſäure und im Rückſtande den Kalk. 118 Futtermittel. Futtermittel. 1. Probenahme der Futtermittel. Wenn die zur Analyſe zu verwendende Probe Rauhfutter der mittleren Beſchaffenheit eines größeren Haufens oder Vorrates möglichſt nahe entſprechen ſoll, ſo läßt man die ganze Futtermaſſe umſtechen und nimmt von verſchiedenen Stellen des Vorrates jedesmal eine Handvoll heraus, im Ganzen 10— 20 und mehr Einzelproben. Die ſo aufgenommene größere Quantität des Futters wird auf der Häckſellade zu feinem Häckſel geſchnitten und der Häckſel gehörig durch einander gemengt, bevor man zu der Probe⸗ nahme für die Analyſe ſchreitet, wozu etwa 1000 g der lufttrockenen Subſtanz genügen. Grünfutter bringt man zunächſt auf den luft⸗ trockenen Zuſtand, indem man 3—4 kg des betreffenden Häckſels ſofort abwägt und ohne Verluſt an Subſtanz an der Luft oder im Trocken⸗ ſchranke austrocknen läßt. Die lufttrockene Subſtanz wird mit einer Schere oder mittelſt einer paſſenden Schneidevorrichtung noch feiner zerſchnitten und das Ganze abermals gut durch einander gemengt. Vergl. weiter über Probenahme S. 126. Bei genauen Fütterungsverſuchen muß man von dem betreffenden, den Tieren zugewogenen Futter während der ganzen Dauer der Fütterungs⸗ periode alltäglich, reſp. alle 2 oder 3 Tage, eine Handvoll(beſſer noch jedesmal einen aliquoten Teih zurücklegen, vor Staub ꝛc. bewahrt aufheben und dann ſpäter das Ganze zu feinem Häckſel zerſchneiden, um daraus die für die Analyſe beſtimmte Probe zu entnehmen. Oftmals wird es auch zweckmäßig ſein, die fein zerſchnittene Maſſe zunächſt mittelſt Siebe in ver⸗ ſchiedene Teile zu zerlegen und von jedem derſelben eine aliquote Menge abzuwägen. 2. Die Unterſuchung der Futtermittel erfolgt nach den im 1. Teile„Allgemeine Unterſuchungsmethoden“ angegebenen Methoden. Im einzelnen ſei noch folgendes bemerkt: 1. Das Rohprotein berechnet ſich aus dem Stickſtoffgehalt durch Multiplikation derſelben mit 6,25, indem man annimmt, daß in dem Rohprotein 16% Stickſtoff enthalten ſind. Dieſe Art Berechnung des Rohproteins wird gewöhnlich als aus⸗ reichend angeſehen, iſt aber nicht genau. Einmal enthalten die Futter⸗ mittel neben den proteinartigen Verbindungen noch verſchiedene andere Stickſtoffverbindungen, wie Amide, Ammoniak, Salpeterſäure, welche einen mehr oder weniger weit von 16% abweichenden Stickſtoffgehalt haben, ſodann aber weichen auch die Proteinſtoffe ſelbſt in ihrem Gehalt an Stickſtoff ſehr von einander ab. Nach H. Ritthauſen ſchwankt der mittlere Stickſtoffgehalt der Proteinſtoffe von 16,66— 18,20% und dadurch auch der obige Faktor 6,25 von 5,50— 6,00. 2. Für die Beſtimmung der verdaulichen Stickſtoffſubſtanz hat A. Stutzer ein Verfahren ausgearbeitet, welches von G. Kühn in nachfolgender Weiſe abgeändert iſt: 2 g der ſehr fein gepulverten, durch ein 1 mm⸗Sieb gebrachten Subſtanz werden vorher in einem Extraktionsapparat 5—6 Stunden mit Ather vollſtändig entfettet, nach dem Entfetten getrocknet, ſodann mit Hilfe eines Meſſers oder Futtermittel. 119 einer Federfahne verluſtlos in ein ½ 1 faſſendes Becherglas gebracht, mit 500 cem Magenſaft(vergl. unter Löſungen Nr. 13 S. 181) übergoſſen und 48 Stunden lang— bei einigen Futtermitteln, wie den Rück⸗ ſtänden der Kümmel⸗, Fenchel⸗, Anis⸗ und Korianderſamen, ſind 72 bis 84 Stunden erforderlich— bei 37— 40° C. erwärmt, indem man gleichzeitig in den erſten Stunden und zwar in Zwiſchenräumen von ungefähr 1—2 Stunden je 2,5 cem einer 10⸗prozentigen Salz⸗ ſäure(alſo jedesmal 0,05% H Cl) unter Umrühren hinzufügt, bis der Gehalt der Flüſſigkeit an Salzſäure auf 1% geſtiegen iſt. Die Er⸗ wärmung kann in einem Waſſer⸗ oder Luftbade von obiger Tempe⸗ ratur erfolgen. Die ſo digerierte Maſſe wird in der Regel durch ein Asbeſtfilter filtriert; man legt in einen Glastrichter einen aus Meſſingdrahtgewebe hergeſtellten Konus, darauf wenig grobfaſerigen und zuilebi geſchlemmten, feinen Asbeſt; für ſchleimige Subſtanzen, wie Leinkuchenmehl, verwendet man beſſer ein Faltenfilter von ausgewaſchenem Filtrier⸗ papier von bekanntem Stickſtoffgehalt. Wir bedienen uns für dieſe und andere ſchwer filtrierbaren Löſungen von organiſchen Stoffen, z. B. für Beſtimmung der löslichen Kohlenhydrate, der Holzfaſer mit beſtem Erfolg der nebenſtehenden Vorrichtung. In den Trichter, auf den zu evakuie⸗ renden dickwandigen Erlenmeyer⸗Kolben giebt man einen Porzellanteller von etwa 65 cm Durchmeſſer mit ziemlich weiten Löchern und ſchüttet auf denſelben unter Anwendung der Waſſerſtrahlpumpe fein⸗ faſerigen, in Waſſer ſuſpendierten Asbeſt gleichmäßig ſo viel und ſo lange, bis ſich ein klar filtrierendes Filter gebildet hii Hierſe iſt deſidecnzicr a. der⸗ Si 1. Wlrennaaree ältnismäßig dünne Lage Asbeſt erforder⸗ ig. 10. Filtrationsvorrichtung lich. Nach beendeter Filtration und Aus⸗ für Lejunden don oehautſchen waſchung läßt ſich das Asbeſtfilter nebſt ein⸗ ſchließendem Rückſtand, nachdem man den Porzellanteller durch Ein⸗ führung eines Glasſtabes von unten in den Trichter gelockert und herausgenommen hat, leicht quantitativ abtrennen und direkt nach Kjeldahl verbrennen. Wenn man in vorſtehender Weiſe den Magenſaft einwirken läßt, findet man nach G. Kühns eingehenden Unterſuchungen die ſämtichen verdauungfähigen, ſtickſtoffhaltigen Beſtandteile der gewöhnlichen Futtermittel. 3. Für die Beſtimmung der freien Fettſäuren bezw. der Ranzigkeit des Fettes wird der zwei Stunden bei 1000 C. ge⸗ trocknete Ätherauszug mit 25 ccm Ather übergoſſen, nach dem Löſen 120 Futtermittel. des Fettrückſtandes mit wenigen Tropfen alkoholiſcher Phenolpthalein⸗ löſung als Indikator verſetzt und entweder mit alkoholiſcher 10⸗Nor⸗ malalkalilauge oder nach Zuſatz von 25 ccm Alkohol mit wäſſeriger 1½ 0⸗⸗Normalalkalilauge bis zur bleibenden Rotfärbung titriert. Sollte in letzterem Falle die Löſung ſchwach trübe werden, ſo erwärmt man gelinde. Von den hier verbrauchten Kubikeentimeter Lauge werden die zur bleibenden Roſafärbung von einem gleichen Volumen Ather bezw. Ather⸗Alkohol in gleich dicker Schicht erforderlichen Kubik⸗ centimeter Lauge abgezogen und die ſo erhaltene Menge /1Normal⸗ natronlauge auf Fettſäure und zwar auf Olſäure berechnet. 1 ccm 1½10⸗Normallauge entſpricht 0,0282 g Olſäure. Der gefundene Säuregehalt wird in Prozenten ausgedrückt und zwar bezogen auf a) 100 Teile des betreffenden Futtermittels, b) 100 Teile Geſamtfett. Da nach G. Loges durch Trocknen der Futtermittel und des AÄtherextraktes ein Teil der flüchtigen Fettſäuren verloren geht, ferner andere Fettſäure eine Veränderung(durch Aufnahme von Sauerſtoff ꝛc.) erleiden können, ſo empfiehlt es ſich, gleichzeitig eine andere nicht vorgetrocknete Probe mit Ather wie üblich zu erſchöpfen und die Atherlöſung entweder direkt mit alkoholiſcher oder nach Zuſatz eines gleichen Volumens Alkohol mit wäſſeriger 1⁄10⸗Normalalkalilauge wie vorhin zu titrieren. Die Differenz zwiſchen dieſer und der erſten Titration ergiebt die Menge flüchtiger Säure; dieſe werden bei fettreichen Futter⸗ mitteln auf Butterſäure— 1 ccm ⁄½10⸗Normalalkali= 0,0088 g Butterſäure— und bei eingeſäuerten oder eingemachten grünen Futter⸗ mitteln auf Milchſäure— 1 ccm ⁄10⸗Normalalkali= 0,009 g Milchſäure— umgerechnet. ¹) Die Mengen freier Fettſäuren, welche auf dieſe Weiſe gefunden werden, ſind je nach der Art der Aufbewahrung großen Schwankungen unterworfen; im allgemeinen enthalten die Olkuchenmehle ebenſo wie alle Futtermittel in pulveriger oder Mehlform mehr freie Fettſäuren, als die in Kuchen⸗ oder ſonſtiger feſter Form. Auf dieſe Weiſe ſchwankt der Gehalt an freien Fettſäuren zwiſchen 10— 90% in Pro⸗ zenten des Futters. Da die Pflanzenfette als ſolche mehr oder weniger freie Fettſäuren enthalten, ſo läßt ſich aus dem Gehalt an dieſen allein in den Futtermitteln, als Abfällen, ein ſicherer Schluß auf die Beſchaffenheit nicht ziehen. Im allgemeinen geht nur der Gehalt an freien Fettſäuren der ſchimmligen und verdorbenen Beſchaffenheit parallel. Die tieriſchen Fette enthalten in friſchem Zuſtande nur mäßige ¹) Wenn man für die Säuren des Atherextrakts der nicht vorgetrockneten Stoffe den Zmal höheren Faktor der Olſäuren anwendet, ſo kann man bei größeren vorhandenen Mengen flüchtiger Säuren mehr freie Fettſäuren finden, als überhaupt Fett, d. h. Atherextrakt vorhanden iſt. Futtermittel. 121 Mengen freier Fettſäuren; hier muß ein Gehalt von 10% in Pro⸗ zenten des Futters als hoch bezeichnet werden. Jedoch bildet das Fleiſchfuttermehl ꝛc. hiervon wieder eine Ausnahme, indem dieſes in⸗ folge der Fabrikation und der längeren Aufbewahrung beſonders im feuchten Zuſtande mehr freie Fettſäuren zu enthalten pflegt. 4. Prüfung der Futtermittel auf Qualität(Schimmel); nach A. Emmerling. Zu den Kulturverſuchen dienen Erlenmeyer'ſche Kölbchen von ca. 50 ccm Inhalt, welche mit Baumwolle verſchloſſen, durch zwei⸗ ſtündiges Erhitzen auf ca. 150° C.(oder eine Stunde bei 160 C.) im Thermoſtaten ſteriliſiert werden. Das deſtillierte Waſſer wird vor dem Verſuch in üblicher Weiſe(durch Kochen in demſelben Kölbchen) ſteriliſiert. In dieſes Kölbchen füllt man die zu unterſuchenden Stoffe mittelſt ſteriliſierter Gerätſchaften: bei pulverförmigen Stoffen mittelſt Löffels oder Spatels, bei harten, wie Olkuchen, mittelſt Feile und Bohrer. Stets dienen nur kleine Proben zu den Verſuchen, welche gleich⸗ zeitig zwei⸗ bis dreimal oder noch öfter angeſetzt werden. Man ſetzt nur ſo viel von dem Stoffe zu, daß das Waſſer ausreicht, um das Material gut zu durchfeuchten. Die Baumwollverſchlüſſe werden dann in üblicher Weiſe an ihrer Außenſeite angebrannt, zur Abhaltung des Schimmels mit einer Papier⸗ kappe überzogen, darauf die Kölbchen 24 Stunden einer Temperatur von 35⁰ C. im Brutofen ec. ausgeſetzt. Bei ſtark verſchimmelten oder verdorbenen Futtermitteln über⸗ zieht ſich die Oberfläche häufig ſchon nach 24 Stunden mit einer weißen Decke; je ſpäter dieſe auftritt, um ſo weniger ſind die Futter⸗ mittel als verſchimmelt oder verdorben anzuſehen; nach 3—4 Tagen tritt auch bei den beſten Futtermitteln Schimmel auf. Nach Auftreten des weißen Überzuges öffnet man das Kölbchen und prüft den Inhalt in erſter Linie auf ſeinen Geruch; ein Geruch nur nach weiniger Gärung(wie bei Cerealien und deren Abfällen) deutet auf Unverdorbenheit hin; die größere oder geringere Ver⸗ ſchimmelung bezw. Fäulnis giebt ſich durch den mehr oder minder unangenehmen Geruch zu erkennen. Durch eine mikroſkopiſche Unter⸗ ſuchung des weißen Überzuges kann man ſich ſodann davon über⸗ zeugen, ob nur Schimmel oder Bakterien(Zoogloen) vorliegen, welche letztere ebenfalls einen weißen Überzug hervorrufen. 5. Bei der Unterſuchung einzelner Futtermittel müſſen noch folgende Ergänzungen zu den bisher angegebenen Methoden angeführt werden. a) Sauerfutter, Preßfutter(Enſilage), Schnitzel. Sollte das Sauer⸗ und Preßfutter ſehr waſſerreich ſein, ſo daß Waſſer ab⸗ tropft oder doch ins Papier eindringt, ſo muß ein Vortrocknen bei 50— 60° C. in großen flachen Porzellanſchalen vorgenommen werden. Beim Trocknen dieſer Futterſtoffe geht ein Teil des Stickſtoffs in Form von Ammoniak und der organiſchen Säuren in Form von 122 Futtermittel. flüchtigen Säuren(Eſſigſäure ꝛc.) verloren; man findet daher für dieſe Futterſtoffe durch obige Waſſerbeſtimmung leicht zu wenig Trocken⸗ ſubſtanz. Für ganz genaue Unterſuchungen iſt daher die Menge der flüchtigen Stickſtoff⸗Verbindungen und Säuren durch Beſtimmung in der friſchen und getrockneten Subſtanz zu ermitteln und die Differenz der in üblicher Weiſe gefundenen Trockenſubſtanz zuzuzählen. Für die Beſtimmung des Stickſtoffs und der freien Säuren an ſich iſt dieſer Umſtand ganz unbedingt zu beachten. Zur Ermittelung des Geſamt⸗Stickſtoffs kann man wie folgt verfahren: 100 g(bei feinſtengeligem), 200 g und mehr(bei grobſtengeligem Materiah) des thunlichſt fein zerſchnittenen Sauer⸗ bezw. Preßfutters werden wie bei Stallmiſt(S. 93) nach und nach portionsweiſe in 100— 200 cem der für die Kjeldahl⸗Methode beſtimmten Schwefel⸗ ſäure, welche ſich in einer geräumigen, vorher nebſt Piſtill gewogenen Porzellanſchale befindet, nach und nach in kleinen Portionen eingetragen, indem man mit dem Piſtill langſam rührt und die härteren Stücke leiſe zerdrückt. Man trägt erſt eine neue Portion ein, wenn die vorherige der Hauptſache nach zergangen iſt. Bei feinſtengeligen und feuchten Futtermaſſen zergeht alles infolge der natürlichen Erhitzung verhältnismäßig raſch zu einem gleichmäßigen, mehr oder weniger dünnen Brei; bei grobſtengeligen Maſſen(wie Mais, Lupinen ꝛc.) unterſtützt man die Aufſchließung dadurch, daß man die Schale in ein mäßig erwärmtes Sandbad ſetzt und unter öfterem Umrühren mit dem Piſtill ſo lange erhitzt, bis die gröberen Stücke zergangen ſind. Alsdann läßt man unter Bedecken der Schale erkalten, wägt und verwendet von dem tüchtig durchgerührten gleichmäßigen Brei 30— 50 g zur weiteren vollſtändigen Verbrennung. Dieſe werden direkt in die für die Kjeldahl⸗Beſtimmungen verwendeten Kolben auf einer größeren Wage, die noch 1 cg anzeigt,— dieſe Genauigkeit iſt für die angewendete größere Menge ausreichend— abgewogen, mit noch weiteren 10 ccem Schwefelſäure, ſowie 1 Tropfen Queckſilber verſetzt, anfänglich mit ganz kleiner Flamme erhitzt und dieſe erſt geſteigert, wenn das überſchüſſige Waſſer verdampft iſt. Im übrigen wird wie ſonſt verfahren. Auf dieſe Weiſe erhält man ſtets gleichmäßige und überein⸗ ſtimmende Reſultate für den Stickſtoffgehalt dieſer Futtermittel. Iſt in dem Sauerfutter eine beträchtlichere Menge Salpeter⸗ ſäure vorhanden oder zu vermuten, ſo nimmt man auf 300 cem konzentrierte Schwefelſäure etwa 100 ccm Phenol⸗Schwefelſäure (vergl. S. 4). Bei der Beſtimmung der freien Säure werden 100 g oder 200 g des thunlichſt fein zerſchnittenen, gut gemiſchten Sauerfutters in einen weithalſigen 1 oder 2 Liter⸗Kolben gebracht, mit Waſſer bis zur Marke aufgefüllt und unter öfterem tüchtigem Umſchütteln mehrere Stunden ſtehen gelaſſen. Darauf filtriert man 100 oder 200 cem ab und titriert mit Alkalilauge unter Anwendung von gem tters e in efel⸗ enen gen, tücke die und zung iger a..) in hren igen vbägt Brei rden lben gkeit gen, ſlber erſt rigen erein⸗ peter⸗ cem ſſäure zoder futters Waſſer hütteln 9 oder ig von Futtermittel. 123 Phenolphtalein als Indikator. Die gefundene Menge Säure rechnet man je nach dem Vorwalten der einen oder anderen auf Eſſigſäure oder Milchſäure um. Um über die Natur der Säuren Aufſchluß zu erhalten, werden 200 cem des Filtrats mit vorgelegtem Kühler— am beſten unter Einſtrömenlaſſen von Waſſerdampf— bis auf etwa 100 cem ab⸗ deſtilliert, das Deſtillat in derſelben Weiſe mit Alkfalilauge titriert und dieſe Säure als freie Eſſigſäure berechnet. Die rückſtändigen 100 ccm werden mit 150 cem Waſſer ver⸗ dünnt, mit etwas Schwefelſäure wie vorhin deſtilliert, das Deſtillat wieder titriert, um ſo die Menge der gebundenen flüchtigen Säure (Eſſigſäure) zu finden. 1 cem Normalalkali= 0,06 g Eſſigſäure= 0,09 g Milchſäure. b) Schlempe, Pülpe, Melaſſe, Treber ꝛc. Für die Probe⸗ nahme iſt zu berückſichtigen, daß der Inhalt der Bottiche bezw. Ge⸗ fäße, worin ſich dieſe dickflüſſigen Maſſen befinden, tüchtig durchge⸗ rührt und die Probe wegen der leichten Zerſetzung derſelben, be⸗ ſonders im Sommer, alsbald nach der Entnahme verſandt und unter⸗ ſucht wird. Bei der Schlempe iſt ein Vortrocken bei 500 C. nicht gut durch⸗ führbar, da ſich dieſelbe dabei ſo feſt an den Wandungen der Por⸗ zellanſchalen feſtſetzt, daß die eingetrocknete Maſſe kaum mit mecha⸗ niſchen Hilfsmitteln von den Wandungen loszutrennen iſt. Man ver⸗ fährt daher hierbei zur Waſſerbeſtimmung zweckmäßig in der Weiſe, daß man etwa 50— 100 g der gut durchgeſchüttelten bezw. gut durchgemiſchten Maſſe in einer flachen, wenn nötig mit geglühtem Sand beſchickten und mit einem Uhrglaſe bezw. einer Glasplatte zu bedeckenden Porzellanſchale abwägt, den Inhalt erſt auf dem Waſſer⸗ bade eindunſtet, dann im Trockenſchrank bei 105— 110° C. ſo lange trocknet, bis annähernde Gewichtskonſtanz eingetreten iſt. Bei ſtark zuckerhaltigen Flüſſigkeiten oder ſirupartigen Maſſen wägt man nur 5—10 g in einer mit Sand beſchickten Schale ab, verdünnt zur beſſeren Miſchung mit etwas Waſſer, trocknet zuerſt auf dem Waſſerbade und darauf im Trockenſchrank. Bei der Fettbeſtimmung iſt es beſonders bei den zuckerreichen Melaſſefuttermitteln notwendig, die Maſſe(10 bis 20 g) vorher durch Behandeln mit kaltem Waſſer auf dem Filter von Zucker zu befreien, den Rückſtand zu trocknen und erſt dieſen mit Ather aus⸗ zuziehen. Zur Beſtimmung des Zuckers im Melaſſetorf verfährt C. Müller wie folgt: 25 g Torfmelaſſe werden in einem Erlenmeyer⸗Kolben von ca. 300 ccm eingewogen, mit 250 ccm Waſſer etwa ¼ Stunde unter öfterem Umſchwenken extrahiert, darauf filtriert. Von dem Fil⸗ trat werden 100 cem in einem Kölbchen mit einer Meſſerſpitze voll Tannin(0,015— 0,020) verſetzt; nach dem Durchſchütteln hiermit werden 124 Futtermittel. 10 cem des üblichen Bleieſſigs, darauf nach dem Umſchütteln 10 ccm 5 prozent. Alaunlöſung, endlich ein Meſſerſpitzchen voll Thonerdehydrat zugemiſcht, filtriert und polariſiert. Angenommen: Die Polariſation von Ventzke⸗Soleil betrage 10,3 Grad, ſo hat man unter Berückſichtigung der Verdünnung mit 20 cem im ganzen 10,3+ 2,06= 12,26 Grad Drehung 12,26 0,26048= 3,22 g Zucker in 100 cem. Die Geſamtmenge Flüſſigkeit beträgt....... 250 cecm dazu Waſſer aus der Torfmelaſſe(mit 25 g Waſſer). 6,3„ zuſammen 256,3 cem, 256,3 ₰ 3,22 ₰= 8,25 g Zucker, oder 33% alſo in 25 g Torfmelaſſe 1060 Zucker. Nimmt man in der Melaſſe 48% Zucker im Durchſchnitt an, ſo beſteht die Torfmelaſſe aus 69% Melaſſe und 31% Torf. 3. Allgemeine Grundſätze für den Handel mit käuflichen Futtermitteln. ¹) 1. Bei jedem Verkauf von Futtermitteln iſt ſeitens des Verkäufers unaufgefordert Garantie zu leiſten: a) für die der Natur der Futtermittel entſprechende Bezeichnung, für Unverdorbenheit und Unverfälſchtheit(Reinheit von fremden, minderwertigen, indifferenten oder geſundheitsſchädlichen, der Natur und Bezeichnung des Futtermittels nicht entſprechenden Beſtandteilen); b) für den Mindeſtgehalt an den wertbeſtimmenden Nährſtoffen (ſiehe Abſatz 3). 2. Die Garantie iſt ſchriftlich zu leiſten durch Verzeichnung des Garantiegehaltes in der Offerte, dem Schlußſchein oder der Faktura oder bei kleineren Bezügen(unter 200 Ctr.) durch beſondere ſchriftliche Mitteilungen an den Bezieher. Dabei müſſen angegeben werden: Name und Art des Futtermittels, garantierte Gehaltszahlen, Herkunft (letztere, wenn die Herkunft bezeichnend iſt für beſtimmte Qualitäten), ferner ob und in welcher Höhe eine etwaige Entſchädigung nach dem Grundſatze des Ausgleichs oder des Spielraums berechnet werden ſoll. Im Kleinverkehr iſt anzuſtreben, daß bei in Säcken verkauften Futtermitteln die geleiſtete Garantie äußerlich an einer ein für alle⸗ mal beſtimmten Stelle durch Plomben, Zettel oder Aufſchrift kenntlich gemacht wird. Zu dieſem Zweck haben die den Säcken aufzuklebenden Zettel(oder Aufſchriften) zu enthalten: Namen des Händlers und deſſen Marke, Gewicht des Sackes, Benennung des Futterſtoffes, Ge⸗ haltsgarantie(in die Nährſtoffe vollſtändig bezeichnenden, nicht in Buchſtaben abgekürzten Benennungen, alſo Protein, Fett ꝛc.), Angabe des eventuellen Spielraums oder Ausgleichs, in rotem Querüberdruck: ¹) Nach den Beſchlüſſen des Deutſchen Landwirtſchaftsrates. Futtermittel. 125 die Verſuchs⸗Station, unter deren Kontrolle die betr. Firma ſich eventuell geſtellt hat und die Bedingungen, unter welchen die Ermitte⸗ lung des Gehaltes an den garantierten Nährſtoffen von der betr. Verſuchs⸗Station ausgeführt wird. 3. Die Garantie für die weſentlichen, den Wert beſtimmenden Nährſtoffe bezieht ſich in allen Fällen auf Protein und Fett, auf den Gehalt von Kohlenhydraten nur, wo die Garantie für Kohlenhydrate ausdrücklich vereinbart wird. Die Garantie für Protein und Fett iſt getrennt für jeden dieſer Nährſtoffe anzugeben.. Die Garantiezahlen bezeichnen den Mindeſtgehalt der in dem be⸗ treffenden Futtermittel garantierten Nährſtoffe. Grenzzahlen zur Bexeſehnung der Garantiezahlen(z. B. 18— 20% Protein) ſind un⸗ zuläſſig. Für die an den garantierten Werten fehlenden Gehalte iſt der Verkäufer verpflichtet, Entſchädigung zu leiſten. Die Entſchädigung kann berechnet werden entweder: 1. nach dem Grundſatz des Ausgleiches oder 2. nach dem Grundſatz des Analyſen⸗ ſpielraums(Latitüde). ad 1. Ausgleich. Unter Ausgleich iſt zu verſtehen die Deckung eines etwaigen Mindergehaltes an einem der garantierten Nährſtoffe dem Geldwerte nach durch einen gleichzeitig vorhandenen Überſchuß eines anderen garantierten Nährſtoffes. Als Grenzen ſind maßgebend: Deckung eines Mindergehaltes an Fett bis 1% in Futtermitteln mit einem garantierten Fettgehalt bis zu 10%, bis zu 2% bei höheren Gehaltsgarantieen; Deckung eines Mindergehaltes an Protein bis zu 10% des garan⸗ tierten Proteingehaltes, in maximo bis 3% Protein; Deckung eines Mindergehaltes an Kohlenhydraten bezw. ſtickſtoff⸗ freien Extraktſtoffen bis zu 5% Kohlenhydrat. Bei einzelnen Futtermitteln bleibt es ſpeziellen ſchriftlichen Ver⸗ einbarungen zwiſchen Verkäufer und Käufer bezw. zwiſchen Verkäufer und landwirtſchaftlichen oder genoſſenſchaftlichen Vereinigungen vor⸗ behalten, mit Rückſicht auf größere oder geringere Schwankungen des Gehaltes die angegebenen Ausgleichsgrenzen zu erweitern oder zu verengern. ad 2. Analyſenſpielraum. Ein Analyſenſpielraum ſoll nur bewilligt werden, wenn ein ſolcher zwiſchen dem Käufer und Verkäufer vereinbart worden iſt, wozu in⸗ deſſen der Vermerk:„vorbehaltlich des Bernburger Spielraums“ (Latitüde) genügen ſoll. Dieſer beſagt:„daß von dem in den Futter⸗ mitteln enthaltenen Rohprotein bis zu einem Mindergehalt von 1½%2, hei Fett bis zu ½% noch keine Entſchädigung gewährt werden ſoll. Üüberſteigt jedoch der Fehlbetrag 1 ½% bei Rohprotein oder ½% bei Fett, ſo wird der volle Fehlbetrag in Anrechnung gebracht.“ -““ 126 Futtermittel. Wenn die Entſchädigung unter Berückſichtigung des Analyſen⸗ ſpielraums ſtattfindet, fällt der Ausgleich weg, und umgekehrt. Für die Berechnung der Entſchädigung wird das Geldwert⸗ verhältnis von 1 Teil Rohprotein zu 1 Teil Rohfett gleichgeſetzt. Der Wert von 1 Teil Kohlenhydrat reſp. ſtickſtofffreier Extrakt⸗ ſtoffe wird auf dem Wege der Differenzrechnung auf Grund der von dem Verbande der landwirtſchaftlichen Verſuchs⸗Stationen auszu⸗ führenden Berechnungen feſtgeſtellt. Für die Berechnung des Wertes reſp. der Entſchädigung der mit garantierten Gehalten in den Handel kommenden Futtermittel kommen nur diejenigen Nährſtoffe in Betracht, auf welche ſich die Garantie erſtreckt. 4. Werden Futtermittel nach„Prozenten der einzelnen Nähr⸗ ſtoffe“ gehandelt, ſo fällt jeder Spielraum und jeder Ausgleich fort. 5. Nachweislich der Bezeichnung des Futtermittels nicht ent⸗ ſprechende, verdorbene, ungeſunde oder mit minderwertigen Stoffen untermengte Ware iſt vom Verkäufer auf Verlangen ohne weiteres unter Erſatz der dem Käufer erwachſenen Unkoſten zurückzunehmen. 6. Die Feſtſetzung des Gehaltes der Futtermittel erfolgt durch die zwiſchen Verkäufer und Käufer vereinbarten Verſuchs⸗Stationen, die zum Zwecke der Unterſuchung an die Verſuchs⸗Stationen zu ſen⸗ denden Proben ſind nach Maßgabe der folgenden Beſtimmungen zu entnehmen: 7. Probenahmebeſtimmungen. Die Probenahme hat von dem Empfänger oder deſſen Beauf⸗ tragten an der Bahn⸗ reſp. Waſſerſtation oder innerhalb dreier Tage nach dem Eintreffen am Empfangsort entweder im Beiſein eines Ver⸗ treters des Lieferanten oder unter Mitwirkung einer unparteiiſchen, mit dieſen Bedingungen vorher bekannt zu machenden Perſönlichkeit nach folgendem Verfahren zu geſchehen: a) Bei Olkuchen ſind von verſchiedenen Stellen mindeſtens 12 ganze Kuchen zu entnehmen; dieſe ſind durch den vollkommen gereinigten Olkuchenbrecher oder auf ſonſt geeignete Weiſe in etwa wallnußgroße Stücke zu zerſchlagen, und iſt aus dieſer zerkleinerten Maſſe nach ihrer gründlichen Miſchung ein Muſter von 2 kg zu entnehmen. b) Bei Körnern, Mehlen, Kleien u. dergl. ſind mittelſt eines geeigneten Probeziehers, welcher in der Längsrichtung der liegenden Säcke einzuführen iſt, oder, falls ein ſolcher nicht vorhanden iſt, mittelſt eines Löffels oder einer kleinen Schaufel(nicht mit der Hand) aus 15% der Säcke oder mehr, mindeſtens aber aus 5 Säcken(bei weniger als 5 Säcken aus jedem Sack) Probe zu ziehen und zwar aus verſchiedenen Schichten(nicht lediglich aus der Mitte). Sollten dieſe Einzelproben 2 kg weſentlich überſchreiten, ſo ſind dieſelben auf einem reinen, horizontal ausgebreiteten Papierbogen ſorgfältig zu miſchen, die Miſchung in eine etwa 2—3 em breite Schicht auszubreiten und ein entſprechender Ausſchnitt im Gewicht von 2 kg aus der ausgebreiteten Maſſe zur Probe heranzuziehen. Hierbei ————M——mõõ—-—õ—: Futtermittel. 127 iſt beſonders darauf zu achten, daß auch die feineren Teile, welche, wie z. B. Sand, nach der Durchmiſchung ſich weniger in den oberſten Schichten der ausgebreiteten Probe, dagegen mehr in der unterſten, direkt das Papier berührenden vorfinden, nicht zurückgelaſſen werden. In der Probe vorkommende Klumpen und Zuſammenballungen ſind nicht zu zerdrücken. Naſſe oder beſchädigte Säcke ſind von dieſer Probenahme aus⸗ zuſchließen, aus denſelben iſt vielmehr eine geſonderte Probenahme zu bewerkſtelligen. Es iſt auch zuläſſig, die vorgeſchriebene Anzahl Säcke zu ſtürzen, auf einer reinen Unterlage den Inhalt zu miſchen, die Miſchung in eine ca. 1 Fuß hohe Schicht zu formen und daraus an verſchiedenen, mindeſtens 20 Stellen(nicht vom Rande) mittelſt einer Schaufel in der oben beſchriebenen Weiſe Proben zu ziehen. In wichtigen Differenzfällen iſt dieſe Art der Probenahme be⸗ ſonders zu empfehlen. Liegt die Ware in loſen Haufen, ſo iſt ſie ebenfalls zunächſt in eine ca. 1 Fuß hohe Schicht zu formen und daraus wie oben ange⸗ geben, Probe zu ziehen. c) Es ſind von den gezogenen Muſtern 3 Teilproben, jede von mindeſtens 500 g, zu bilden. Dieſe ſind in trockenen, reinen und nicht poröſen Gefäßen(möglichſt Blech⸗ oder Glasgefäßen) zu verpacken, luftdicht zu verſchließen, gemeinſchaftlich zu verſiegeln und mit Inhalts⸗ angabe zu verſehen. d) Es iſt die vorſtehende Probenahmeanweiſung nebſt Atteſt⸗ formular vom Verkäufer mit der Ware zu liefern, in welchem Ver⸗ käufer Marke, Sackzahl, Gewicht und Gehaltsgarantie anzugeben hat. Das Formular iſt bei der Probenahme auszufertigen und von dem Probezieher und Zeugen gemeinſchaftlich zu unterſchreiben. In Streit⸗ fällen werden nur ſolche Proben als giltige angeſehen, bei welchen die Ausfertigung eines ſolchen Atteſtes erfolgte. 4. Vereinbarungen des Verbandes landwirtſchaftlicher Verſuchsſtationen im Deutſchen Reich für die Beurteilung der Futtermittel. 1. Die qualitative Prüfung aller Futtermittel auf Sand bezw. mineraliſche Beimengungen iſt obligatoriſch zu machen, und ſobald die Vorprüfung die Anweſenheit von mehr als normalen Mengen ergiebt, die quantitative Beſtimmung durch Ver⸗ aſchen und Extrahieren mit Salzſäure auszuführen, und von dem Ergebnis dem Einſender Mitteilung zu machen, wenn der Gehalt 1% oder mehr beträgt. 2. Der ſtändige Ausſchuß für Futtermittel ſchlägt vor, daß bei jeder Kleienunterſuchung angegeben werde, ob anſcheinend unverletzte Unkrautſamen vorhanden ſind oder nicht. Bei dem Vorhandenſein ſolcher iſt darauf aufmerkſam zu machen, daß ein derartiger Befund auf duſaß reſp. Verfälſchung mittelſt Kornausputz hinweiſt. Es bleibt dabei überlaſſen, die Zahl(eventuell die Arten) der 128 Futtermittel. anſcheinend unverletzten Unkrautſamen zu beſtimmen und auf 1 kg berechnet anzugeben. 3. Ergiebt die mikroſkopiſche Unterſuchung einer Kleie, daß dn Brandpilzſporen mehr als vereinzelt vorkommen, ſo iſt der Einſender darauf und auf die eventuelle Schädlichkeit derſelben aufmerkſam zu machen. 5. Geldwertsberechnung der Futtermittel und Minder⸗ wertsberechnung bei Mindergehalt. Der Futtergeldwert der R Futtermittel iſt vorwiegend durch den Gehalt der drei Nährſtoff⸗ En gruppen: Protein, Fett, und ſtickſtofffreie Extraktſtoffe(oder Kohlen⸗ 9 hydrate) bedingt. Zwar beſitzen die Futtermittel je nach dem Gehalt an Stickſtoff, Phosphorſäure und Kali gleichzeitig einen Düngergeld⸗ wert, indes kann dieſer außer acht gelaſſen werden, weil ſich derſelbe in den einzelnen Wirtſchaften außerordentlich verſchieden geſtaltet. Für die Frage des Futtergeldwertes können nur Futtermittel von gleichartiger Beſchaffenheit und Konſtitution, beſonders was den Grad der Verdaulichkeit anbelangt, in Betracht gezogen werden. Dieſe gleichartige Beſchaffenheit trifft im großen und ganzen nur für die gewerblichen Abfälle, die ſog. Kraftfuttermittel zu; denn in ihnen ſind die Nährſtoffe in weſentlich gleichem Grade der Ver⸗ daulichkeit enthalten. Auch wird durchweg nur für dieſe als die gang⸗ barſten Handelswaren eine Futtergeldwertsberechnung verlangt; für die in den Wirtſchaften ſelbſt produzierten Futtermittel(Rauhfutter, Wurzelgewächſe ꝛc.) läßt ſich bei den großen Schwankungen der Pro⸗ duktionskoſten kein allgemein giltiger Futtergeldwert aufſtellen. 6 Der Futtergeldwert der Handels⸗ oder Kraftfuttermittel iſt ſelbſt⸗ 1 verſtändlich von den jeweiligen Marktpreiſen bedingt, aber das nicht allein, ſondern auch das Wertverhältnis zwiſchen Protein, Fett und ni ſtickſtofffreien Extraktſtoffen ſchwankt je nach den Marktpreiſen. Denn zül offenbar werden dieſe 3 Nährſtoffe nicht gleich hoch bezahlt, da an ſich de die protein⸗ und fettreichen Handelsfuttermittel ſchon nach ihrem ſpär⸗ A licheren Vorkommen und ihrer größeren Bedeutung für die Ernährung f höher im Preiſe ſtehen, als die an ſtickſtofffreien Extraktſtoffen reichen fre Futtermittel; es iſt daher einleuchtend, daß das Protein und Fett I gegenüber den ſtickſtofffreien Extraktſtoffen einen um ſo höheren Wert ſo beſitzt, je höher der Marktpreis der protein⸗ und fettreichen Futtermittel 4 gegenüber den an ſtickſtofffreien Extraktſtoffen reichen Futtermitteln iſt 1 und umgekehrt. Man iſt jetzt überein gekommen, den Geldwert von ve Protein und Fett als gleich anzunehmen und zwiſchen Protein: Fett: ſtick⸗ lf ſtoſffreien Extraktſtoffen ein Wertverhältnis von 3: 3: 1 zu Grunde zu legen. d Um auf Grund dieſes Wertverhältniſſes den Futtergeldwert von m Futtermitteln zu berechnen und die Frage zu beantworten, welches der ſo angebotenen Futtermittel das preiswürdigſte iſt, multipliziert man den Protein⸗ und Fettgehalt mit 3, den Gehalt an ſtickſtofffreien Extraktſtoffen mit 1, addiert die einzelnen Futterwerteinheiten und dividiert mit der —jjj pgpłƷ‿‿jAꝛꝛmp 2— 1 kg daß ſender mn zu nder⸗ t der rſtof⸗ ohlen⸗ hehalt geld⸗ rſelbe tet von Grad n nur denn Ver⸗ gang⸗ für utter, Pro⸗ elbſt⸗ nicht und Denn mſich ſpär⸗ hrung reichen d Fett Wert rnittel teln iſt ert von t:ſtif⸗ Grunde ert von ches der nan den kiſtoffe mit der Futtermittel. 129 Geſamtſumme dieſer in den verlangten Preis, um den Preis der Futterwerteinheit zu finden. Iſt z. B. die Wahl zwiſchen Raps⸗ und Erdnußkuchen mit folgen⸗ dem Gehalt und Preiſe: Nwelr Hol Preis 2 ro⸗ x⸗ olz⸗ Waſſer tein Fett trakt⸗ faſer Aſche 1ce— ſtoffe 8 %% 0 /% 07%% M Napskuchen. 11,2 31,1 9,0 29,2 11,2 7,4 10,50 Erdnußluchen... 11,2 45,5 7,5 25,6 5,6 4,6 15,10 ſo ergiebt ſich Rapskuchen Protein......... 31,1 3= 93,3 Fett...........a8 9,9 3= 29,7 Stickſtofffreie Extraktſtoffe.. 29,2 1= 29,2 Summe der Futterwerteinheiten.. 152,2 Erdnußkuchen Protein.......... 45,5 3 136,5 Fett....... 775 3= 22,5 Stickſtofffreie Extraktſtoffe.... 25,6% 1= 25,6 Summe der Futterwerteinheiten. 184,6 Demnach koſtet 1 Futterwerteinheit im:. Rapskuchen= 3959= 6,9 Pf., Erdnußkuchen= 15,10 8,2 Pf.; es ſind alſo die Erdnußkuchen nicht unerheblich teuerer, als Raps⸗ kuchen. 3 Hier iſt dieſer Vergleich unbedingt zuläſſig, weil beide Futter⸗ mittel von ähnlicher Konſtitution und Nährwirkung ſind. Weniger uläſſig iſt bei der verſchiedenen Konſtitution ein Vergleich zwiſchen de Olkuchen und Kleien; auch legt die eine Wirtſchaft nur Wert auf Ankauf von Protein und Fett, eine andere nur Wert und Ankauf von ſtickſtofffreien Extraktſtoffen; im erſteren Falle ſind daher die ſtickſtoff⸗ freien Extraktſtoffe, in letzterem Protein und Fett eine wertloſe Beigabe. Indes bilden derartige Fälle Ausnahmen und laſſen ſich die 3 Nähr⸗ ſtoffe in den Handelsfuttermitteln einmal nicht trennen. Wer nur Protein und Fett zu kaufen wünſcht, der wird von ſelbſt ſeine Wahl zwiſchen den an dieſen Beſtandteilen reichen Futtermitteln treffen, und wer nur ſtickſtofffreie Extraktſtoffe zu erhalten wünſcht, der wird ſelbſtverſtändlich unter den hieran reichen Futtermitteln wählen. Es behält darum ein mittleres Wertverhältnis zwiſchen den drei Nährſtoffen ſeine volle Bedeutung, wenngleich zugegeben werden muß, daß die Ermittelung desſelben aus den Preiſen und der Zu⸗ ſammenſetzung der gangbarſten Handelsfuttermittel bis jetzt noch mit manchen Mängeln behaftet iſt; denn abgeſehen davon, daß es ſchwer hält, wirkliche mittlere Marktpreiſe zu erlangen, muß auch unter den Futtermitteln eine nahezu gleiche Anzahl von je an Protein, an Fett Wolff⸗Haſelhoff, Anleitung. 4. Auflage. 9 130 Futtermittel. und an ſtickſtofffreien Extraktſtoffen reichen Futtermitteln zur Berechnung herangezogen werden, um ein brauchbares wahrſcheinliches Wert⸗ verhältnis von Protein: Fett: ſtickſtofffreien Extraktſtoffen zu erhalten. Nehmen wir aber das obige Wertverhältnis als das wahrſchein⸗ lich richtigſte an, ſo iſt im Falle einer Minderlieferung die Be⸗ rechnung der Größe der Rückvergütung oder Preisermäßigung eine einfache: ſind z. B. für einen Erdnußkuchen bei einem vereinbarten Preiſe von 15,10 M pro 100 kg: Pabrem Thet N-⸗freie Extraktſtoffe 0 0 0 garantiert.... 45,5 7,5 25,6 geliefert nur... 42,7 6,8 29,0 ſo berechnet ſich wie oben:. Nach der Garantie: Protein......... 45,5 6 3= 136,5 Fett........... 7,5 3= 22,5 Stickſtofffreie Exktraktſtoffe... 25,6 1= 25,6 Summe der Futterwerteinheiten.. 184,6 Nach der Lieferung: Protein.......... 42,0 3= 128,1 Fett........... 6,8 6 3= 20,4 Stickſtofffreie Extraktſtoffe... 29,0 1= 29,0 Summe der Futterwerteinheiten.. 1727,5, es fehlen daher an der Garantie 7,1 Futterwerteinheiten; da nach der Garantie eine Futterwerteinheit 1016= 82 Pf. koſtet, ſo beträgt der Mindergeldwert der gelieferten Ware 8,2 7,1= 58,2 Pf. pro 100 kg.. Seit einigen Jahren pflegt bei den Olkuchen nur die Summe von Protein+ Fett garantiert zu werden; dies iſt leider ein Miß⸗ brauch geworden und ſollte in Zukunft nicht mehr zugelaſſen werden. Wenn ſich, wie häufig, die Lieferanten eine„Latitüde“ aus⸗ bedungen haben, ſo iſt dieſe zu berückſichtigen. Lautet z. B. die Garantie für Erdnußkuchen auf 55% Protein + Fett bei einer ausbedungenen Latitüde von 2%(d. h. pro 100 dieſer Nährſtoffe), ſo braucht keine Bonifikation einzutreten, wenn 53,9% Protein † Fett in der gelieferten Ware gefunden worden ſind; hat die Analyſe aber nur 53,4% Protein+ Fett ergeben, ſo muß für den vollen Mindergehalt Rückvergütung geleiſtet werden. Richtiger aber iſt es, bei Kaufabſchlüſſen für jeden einzelnen Nährſtoff eine feſte Garantie zu verlangen und ein Wertverhältnis zwiſchen den 3 Nährſtoffen zu vereinbaren mit der Maßgabe, daß bis zu einer gewiſſen Grenze das Minus an den Werteinheiten des einen Beſtandteiles durch ein Plus an den Werteinheiten des anderen Beſtandteiles wie oben ausgeglichen werden darf(vergl. S. 125). zach rägt pro mme Miß⸗ ren. als⸗ rotein ) 100 wenn orden en, ſo en. zelen jültnis e, daß en des nderen 2)). 1. Rüben. 131 Rohſtoffe der landmwirtſchaftlichen Nebengewerbe. (Guckerfabrikation, Spiritusbrennerei, Bierbrauerei.) 1. Rüben. a) Probenahme. Um eine gute Durchſchnittsprobe von größeren Haufen zu erhalten, wählt man gute Mittelexemplare der größten, mittleren und kleineren Rüben aus, und zwar von kleineren Wurzel⸗ gewächſen 20— 30, von größeren 9—12 Exemplare; dieſe werden von den Köpfen, den anhängenden Wurzelfaſern und anhaftender Erde durch Abſpülen ſorgfältig gereinigt, mit einem Tuch von anhaftendem Waſſer befreit und einige Stunden an der Luft liegen gelaſſen. Darauf werden die ſämtlichen Exemplare gewogen, um das Durch⸗ ſchnittsgewicht zu erhalten; wenn die größeren, mittleren und kleineren Exemplare getrennt unterſucht werden ſollen, werden auch deren Ge⸗ wichte getrennt ermittelt. b) Zur Beſtimmung des Waſſers werden die ſorgfältigſt ge⸗ reinigten Rüben in thunlichſt dünne Scheiben geſchnitten, die Scheiben an vorher gewogene Meſſingdrähte mit Bügel(oder auch an Fäden) aufgereiht, gewogen, in einen Trockenſchrank gebracht und bei 50 bis 60⁰ C. ſo lange getrocknet, bis die Schnitte hinreichend ſpröde ſind behufs Zerkleinerung mit der Schrotmühle. Im ganzen verwendet man 1000— 1500 g. Um eine thunlichſt große Anzahl Exemplare verwenden zu können, teilt man die kleineren Rüben in 2 Hälften und zerſchneidet je die eine Hälfte zu dünnen Scheiben. Aber auch das würde für große Rübenkörper bei Anwendung von mehreren Exemplaren zu viel zum Trocknen geben. Dieſe teilt man daher kreuzweiſe in 4 Teile und nimmt von jedem Viertel eine oder mehrere entſprechende Schnitte. Von der vorgetrockneten, gepulverten Subſtanz werden 5—10 g bis zur Konſtanz des Gewichtes bei 105— 110⁰ C. weiter getrocknet; die Berechnung des urſprünglichen Waſſergehaltes erfolgt nach S. 1. c) Die Feſtſtellung des Futterwertes der Rübe erfolgt nach den allgemein giltigen Methoden. d) Für techniſche Zwecke gelten folgende beſondere Unter⸗ ſuchungsmethoden. 1. Als die empfehlenswerteſte Methode zur Beſtimmung des Zuckers gilt die Alkoholbreipolariſationsmethode von Stammer. Von dem in beſonderen Maſchinen ¹) entweder aus ¹) Solche Maſchinen ſind die Rübenmühle von Lukow, die Pellet⸗ Lomontſche Reibe mit Keilſcher Scheibe und die Rüben⸗ und Schnitzel⸗ ſchleifmaſchine von Kiehle. Bei den zur Samenzucht dienenden Rüben (Mutterrüben) verwendet man zweckmäßig die Samenrübenbohrmaſchine von Keil und Doller in Quedlinburg. 9* 132 Rohſtoffe der landwirtſchaftlichen Nebengewerbe. ganzen Rüben oder aus der Hälfte und einem Viertel einer größeren Anzahl Rüben hergeſtellten„unfühlbaren geſchliffenen Brei“ wird in einer paſſend geformten Neuſilberſchale die doppelte oder Zfache Menge(bezw. bei Kreisgradteilung, ℳ oder ⅜ des Normalgewichtes) der für die einzelnen Polariſationsapparate giltigen Normalgewichte für 200 oder 300 com Flüſſigkeit abgewogen, nämlich: für Saccharometer von Normalgewichte Soleil-Ventzke⸗Scheibler 26,048 g ✕ 2= 52,096(rund 51,1 g) Soleil⸗Duboscq.... 16,350„ 2= 32,700 Wild mit Zuckerſkala... 10,000„ 2= 20,000 Mitſcherlich, Wild und Laurent mit Kreisgrad⸗ teikung....... 15,000„» 2= 30,000 Die abgewogene Menge geſchliffenen Rübenbreies ſpült man mittelſt einer Spritzflaſche mit Alkohol von 90% in einen mit eingeſchliffenem Glasſtöpſel verſehenen Meßkolben von 200 cem(oder beſſer von 201,2 ccm),¹) fügt zu dem Inhalt des Kolbens 4 cem Bleieſſig hinzu, ſchwenkt um, füllt bis zur Marke mit Alkohol auf und miſcht das mit Glasſtopfen verſehene Kölbchen durch kräftiges Schütteln tüchtig durch. Schon nach wenigen Minuten kann filtriert— wobei der Trichter zur Vermeidung von Verluſten durch Verdunſtung bedeckt wird— und das klare Filtrat im 200 mm⸗Rohr polariſiert werden. Hat man die Korrektion für das Volumen des Markes nicht gleich an dem Meßkolben durch eine entſprechende Größe angebracht, ſondern genau auf 200 cem aufgefüllt, ſo muß man die abgeleſene Anzahl Grade um das Volumen des Markes vermindern, alſo bei Anwendung von 52,1 g Rübenbrei mit 1,2 ccm Mark mit 0,994 multipplizieren, alſo wenn abgeleſen ſind 14,70, ſo beträgt der Zuckergehalt der Rübe 14,7 ✕ 0,994= 14,61%. Hat man nicht die für die einzelnen Apparate giltigen Normal⸗ gewichte, ſondern andere Gewichtsmengen oder ein Saccharometer mit Kreisgradteilung angewendet, ſo iſt zu berückſichtigen, daß bei 17,50 im 200 mm⸗Rohr 10 Drehung entſpricht: g Rohrzucker g Dextroſe im Polariſationsapparat von in 100 ccom in 100 cem Löſung Löſung Mitſcherlich, Laurent, Wild mit Kreis⸗ gradteilung. 0,75 g 0,9434 g Soleil⸗Ventzke⸗Scheibler mit Zucker⸗ Schmidt und Hänſch ſtala. 0,26048„ 0,3268„ Soleil⸗Duboscq........ 0.16350„ 0,2051„ ¹) Das Mark von 52,1 g Rübenbrei nimmt nämlich 1,2 ccom Raum ein. Wenn man nur auf 200 cem auffüllt, ſo hat man in Wirklichkeit nur 200— 1,2= 198,8 cem Flüſſigkeit, muß daher die Polariſationsgrade um 399er vermindern, d. h. mit 0,994 multiplizieren. ttelſt enem von ſinzu, mit urch. wzur und gleich nern rzahl dung teren, Nübe mal⸗ r mit 17,50 troſe cem ng 34 68, öl, Raum keit nur nde un 1. Rüben. 133 Hat man z. B. 60 g Rübenbrei in 200 ccm Alkohol angewendet und im Mitſcherlichſchen(Halbſchatten⸗) Apparat im 200 mm⸗Rohr 5⁰ 38“ abgeleſen, ſo berechnet ſich der Zuckergehalt in der Rübe zu 863 L 100= 14,07 und 14,07 ₰% 0,993 ¹)= 13,97%. Steht kein Polariſationsapparat zu Verfügung, ſo kann man auch den Zucker in der zur Polariſation fertigen Löſung nach Vertreibung des Alkohols durch Fehlingſche Löſung ermitteln(ſ. S. 9). 2. Zur Unterſuchung des Saftes werden die von Wurzel⸗ faſern, Rübenköpfen und anhaftender Erde befreiten Rüben entweder zu feinem Brei zerrieben oder mit einer kleinen Schnitzelmaſchine zerſchnitten und Brei oder Schnitzel in dichten Preßtüchern mittelſt einer Preſſe gehörig gepreßt. In dem Saft wird das ſpezifiſche Gewicht mit dem Pykno⸗ meter oder mit der Weſtphalſchen Wage beſtimmt(ſ. u. Milch S. 140) und aus dieſem der Zuckergehalt des Saftes aus beſonderen Tabellen ermittelt. Man kann auch beſonders konſtruierte Aräometer verwenden, welche wie z. B. das Aräometer von Balling nicht das ſpezifiſche Gewicht, ſondern direkt die Zuckerprozente angeben und Saccharo⸗ meter genannt werden; hätte man z. B. eine reine Zuckerlöſung von 1,07441 ſpezifiſchem Gewicht, ſo würde die Skala des Saccharometers an dem Punkt, bis zu welchem dasſelbe in jene Löſung einſinkt, die Zahl 18,0 tragen, die Löſung alſo in 100 Gewichtsteilen= 1,80 Teile Zucker enthalten. Die von Brix berechnete Saccharometerſkala entſpricht im allgemeinen derjenigen von Balling. Über die den einzelnen ſpezifiſchen Gewichten entſprechenden Grade Brix ſind be⸗ ſondere Tabellen aufgeſtellt. Selbſtverſtändlich bedeuten die für Zuckerrübenſaft⸗Löſung ge⸗ fundenen Grade Brigx nicht reinen Zucker, ſondern ſchließen auch die „Nichtzuckerſtoffe“ mit ein; ſie geben daher einen mehr oder weniger reinen Ausdruck für„geſamte feſte Stoffe“ des Saftes. Um die wirkliche Zuckermenge des Saftes zu finden, wird ein weiterer Teil des Saftes zur Beſtimmung des Rohrzuckers durch Polari⸗ ſation verwendet. 100 com des Rübenſaftes werden in einem Kölbchen, in deſſen Hals ſich eine Marke für 100 ccm und eine ſolche für 110 cem befindet, genau bis zur zweiten Marke— event. unter Anwendung von etwas AÄther zur Beſeitigung des Schaumes— mit 10 cem Bleieſſig verſetzt, tüchtig durchgemiſcht und 10 bis 15 Minuten ruhig hingeſtellt. Statt 100 ccm Saft kann man auch 50 ccm und 5 cem Bleieſſig nehmen. Der geklärte Saft wird durch ein trockenes Faltenfilter filtriert und alsbald polariſiert; um die durch Zuſatz von Bleieſſig bewirkte Verdünnung auszugleichen, polariſiert man im ¹1) Korrektion für Mark, welches pro 60 g Rüben= 1,4 cem beträgt; daher in 200 com nur 198,6 cem zuckerhaltiger Alkohohl, alſo veeit 0,993. 134 Rohſtoffe der landwirtſchaftlichen Nebengewerbe. 220 mm-Rohr, oder wenn man in einem 200 mm⸗Rohr polariſiert, erhöht man die Zahl um ⁄0. Die Menge Nichtzucker ergiebt ſich aus der Differenz von 100 und der Summe von Waſſer und Zucker. Zur Ermittelung des Reinheitsquotienten iſt die Beſtimmung der Trockenſubſtanz notwenoig; letztere erfolgt durch Eintrocknen von 10— 20 com Rübenſaft in Porzellanſchälchen bei 1000 C. Der Reinheitsquotient berechnet ſich dann als die Zahl, welche angiebt, wie viel Prozente Zucker in 100 Gewichtsteilen Trockenſubſtanz des Saftes enthalten iſt. Je größer dieſer Quotient iſt, deſto beſſer iſt der Rübenſaft und umgekehrt. Durch Multiplikation des gefundenen Zuckergehaltes mit dem Reinheitsquotienten und durch Diviſion mit 100 erhält man die Stammerſche Wertzahl. 3. Die Beſtimmung des Mark⸗ bezw. Saftgehaltes erfolgt am beſten durch Auswaſchen des Rübenbreies in folgender Weiſe: Circa 20 g des möglichſt feinen und von gröberen Stücken gänz⸗ lich freien Breies werden auf einem Tarierblech von Neuſilber abge⸗ wogen, in ein Becherglas gebracht, mit ca. 400 ccm Waſſer über⸗ goſſen und damit unter Umrühren 20 bis 25 Minuten in Berührung gelaſſen. Darauf ſaugt man die überſtehende Flüſſigkeit mittelſt der Waſſerſtrahlpumpe ab, indem man in das Becherglas ein trichterförmig ausgezogenes Glasrohr taucht, deſſen trichterförmiger Anſatz(von 1,5 cm Weite) mit einem enganſchließenden Pfropfen von feinem Filz(Klavierfilz) verſehen iſt. Sobald der Rückſtand im Becherglaſe hünsicad trocken erſcheint, gießt man neues Waſſer auf den Rück⸗ ſtand und wiederholt dieſe Operation ſo oft, wie noch lösliche Stoffe an das Waſſer abgegeben werden. Schließlich bringt man den Rückſtand auf ein vorher getrocknetes und gewogenes Filter, ſpült die an dem Filzfilter hängenden Reſte vollſtändig aufs Filter, wäſcht noch einige Zeit mit heißem Waſſer aus, zuletzt 2—3 mal mit Alkohol, darauf mit Ather, trocknet den Filterrückſtand anfangs bei mäßiger Temperatur, ſpäter vollſtändig bei 100— 110° C., wägt und veraſcht. Die Aſche(abzüglich der Filter⸗ aſche) wird von dem Geſamttrockenrückſtand abgezogen und der Reſt als aſchefreies Mark in Rechnung gebracht. Angenommen, es ſind 20,0 g Rübenbrei angewendet, welche 0,889 g Trockenrückſtand mit 0.012 g Aſche ergeben haben, ſo beträgt der Markgehalt 0,877 g oder 4,38%; es ſind dann 100— 4,38= 95,62% Saft in der Rübe. 2. Kartoffeln. Die Probenahme, die Beſtimmung des Waſſers und die Feſt⸗ ſtellung des Futterwertes erfolgt in gleicher Weiſe wie bei Rüben S. 131 angegeben iſt. Beſonders zu erwähnen iſt noch die Beſtimmung des ſpezi hot Gewi Etär Ver Stit d man ” 2. Kartoffeln. 135 ſpezifiſchen Gewichtes. Im allgemeinen fällt und ſteigt der Ge⸗ halt der Kartoffeln an Trockenſubſtanz und Stärke mit dem ſpezifiſchen Gewicht derſelben. Obwohl ſich hierbei beſonders hinſichtlich des Stärkegehaltes Schwankungen zeigen, ſo begnügt man ſich bei techniſcher Verwendung der Kartoffeln doch vielfach mit der Berechnung des Stärkegehaltes aus dem ſpezifiſchen Gewichte. Bei der Beſtimmung des ſpezifiſchen Gewichtes kann man in der Weiſe verfahren, daß man etwa 2 1 einer kalt geſättigten Kochſalzlöſung in ein geräumiges, 5— 6 1 faſſendes Glas bringt, hierauf 20 Stück der zu prüfenden Fig. 11. Stohmanns Apparat. Kartoffeln, welche vorher mit reinem Waſſer ſorgfältig gereinigt und mit einem weichen Tuch wieder abgetrocknet ſind, hineinwirft und nun unter Umrühren ſo lange Waſſer nachgießt, bis die Hälfte der Kartoffeln zu Boden ſinkt. Man beſtimmt hierauf das ſpezifiſche Gewicht der Salzlöſung mittelſt eines hierzu geeigneten Aräometers und findet danach den mittleren Gehalt der Kartoffel an Trocken⸗ ſubſtanz und Stärkemehl in der Tabelle. Beſſer verfährt man nach der Stohmannſchen Methode. Die⸗ ſelbe beruht darauf, daß man das Volumen einer beſtimmten Ge⸗ wichtsmenge Kartoffeln ermittelt, woraus ſich nach der Formel 136 Rohſtoffe der landwirtſchaftlichen Nebengewerbe. 8= 5 das ſpezifiſche Gewicht ergiebt(g= abſolutes Gewicht, v= verdrängtes Volum Waſſer, s= ſpezifiſches Gewicht). Der Stohmannſche Apparat(Fig. 11) beſteht aus einem auf Stellſchrauben ruhenden, 3—5 1 faſſenden Glascylinder, auf welchem eine mit einer Metallſpitze verſehene Platte ruht. Man läßt in den Cylinder zuerſt mittelſt größerer Gefäße, zu⸗ letzt durch langſames Zutropfen aus einer Bürette ſo viel Waſſer fließen, daß ſich die Metallſpitze und deren Spiegelbild genau be⸗ rühren; dieſer Punkt iſt bei einiger Übung ſehr ſcharf zu treſſen, wenn dafür Sorge getragen wird, daß beim Ende des Waſſerzufließens kein Schwanken des Waſſerſpiegels ſtatthat. Alsdann wägt man eine beſtimmte Menge(vorher ſorgfältig ge⸗ reinigter und abgetrockneter) Kartoffeln ab und giebt dieſe in den Cylinder, nachdem man vorher mittelſt des Hebers annähernd die Menge Waſſer ausfließen läßt, als das Gewicht der angewendeten Kartoffeln beträgt; alſo wenn etwa 985 g oder 1040 g Kartoffeln abgewogen ſein ſollten, 11 Waſſer, oder wenn das Gewicht der Kartoffeln 1555 g oder 1463 g beträgt, 1,5 1 Waſſer. Darauf bringt man die Kartoffeln vorſichtig, ohne daß Waſſer verſpritzt, in den Cylinder, wodurch das noch rückſtändige Waſſer bis nahe an die Metallſpitze ſteigt; den noch fehlenden Reſt läßt man aus der graduierten Bürette zufließen, bis ſich die Spitze und ihr Spiegel⸗ bild wieder genau berühren. Indem man letztere Menge von der abgelaſſenen Menge Waſſer abzieht, erfährt man die Menge des von den Kartoffeln verdrängten Waſſers. Angenommen, es ſind abgewogen 1040 g Kartoffeln, aus dem Cylinder beim Einfüllen abgelaſſen 1000 ccm(= 1 l), aus der Bürette wieder zugefloſſen 71 cem, ſo beträgt die Menge des verdrängten Waſſers 1000— 71= 929 cem, alſo das ſpezifiſche Gewicht der Kartoffeln: 1040 s== 929= 1,119. Man kann auch die ohne Kartoffeln in den Cylinder bis zur Metall⸗ ſpitze gehende Waſſermenge ein für allemal ermitteln und dann jedesmal diejenige Menge Waſſer, welche nach Einfüllen der Kartoffeln bis zur Spitze erforderlich iſt, ermitteln. Angenommen, die erſtere Menge Waſſer betrage 4025 cem, die letztere nach dem Einfüllen von 1517; Kartoffeln 2668 cem, ſo haben die 1517 g Kartoffeln 4025— 2668= 1357 ccm 151 Waſſer verdrängt, alſo ſpezifiſches Gewicht derſelben= 315 1,118, ent⸗ 1357 ſprechend 27,8% Trockenſubſtanz und 22,0% Stärke. Es iſt bei Anwendung dieſer Methode darauf zu achten, daß die ge⸗ reinigten Kartoffeln dieſelbe Temperatur mit dem Waſſer beſitzen und daß keine Luftblaſen an denſelben beim Untertauchen unter Waſſer haften bleiben; letztere können event. durch Hin⸗ und Herbewegen des Hebers entfernt werden. Die Beſtimmung des ſpezifiſchen Gewichtes mittelſt ſog. Kartoffel⸗ wagen(Reimann, Hurtzig) beruht auf dem archimediſchen Prinzip, * 3. Samenkörner. 137 wonach ein jeder Körper beim Wägen unter Waſſer ſo viel von ſeinem Gewicht verliert, als das Volumen der von ihm verdrängten Flüſſig⸗ keit beträgt. Da nach dem metriſchen Gewichtsſyſtem 1 com Waſſer= f 1 g iſt, ſo erfährt man aus dem Gewichtsverluſt einer beſtimmten n Gewichtsmenge eines Körpers unter Waſſer in Grammen ſein Volum direkt in Kubikcentimetern. l⸗(Siehe Tab. S. 138.) er 3. Samenkörner. 1 Die Körner werden zunächſt entweder im Mörſer zerquetſcht und zerrieben oder auch auf der Mühle zu einem ziemlich feinen und e⸗ gleichförmigen Pulver zermahlen. Dieſes Pulver wird zur weiteren en Unterſuchung verwendet, welche nach den im 1. Teil„Allgemeine g Unterſuchungsmethoden“ angegebenen Methoden erfolgt. f Hierzu iſt beſonders für die zu Brauereizwecken zu verwendende en Gerſte zu bemerken, daß die proteinärmeren und ſtärkereichſten Gerſten beſonders gut für die Bierbrauereien geeignet ſind. Der günſtigſte 3 Proteingehalt liegt zwiſchen 8,5— 10,0%; Gerſte mit über 11,5% er Protein gilt nicht mehr als geeignet. 5 Das Hektolitergewicht gilt bei der Gerſte vielfach als Maß⸗ 6 ſtab für die Wertſchätzung der Gerſte. Als niedriges Hektoliter⸗ l⸗ gewicht gilt 60— 64 kg, als mittleres 64— 66 kg, als hohes 66 bis er 71 kg und als höchſtes 75 kg.— 8 Die Prüfung der Gerſte auf Keimfähigkeit geſchieht nach dem weiter unten unter„Unterſuchung von Sämereien“ angegebenen Verfahren. Es mag hier noch daran erinnert werden, daß die ſchlechte Keimfähigkeit einer Gerſte auch von einer Schwefelung derſelben her⸗ 3 rühren kann, welche bei ſtark gelben oder mißfarbig gewordenen Gerſten angewendet wird, um ihnen eine helle Farbe zu geben. Die Prüfung der Gerſte auf Schimmel führt man in der Weiſe aus, daß man ein etwa halb mit Waſſer gefülltes Erlenmeyer⸗ ul⸗ Kölbchen von etwa 200 ccm Inhalt, welches mit einem ziemlich feſten nal Wattepfropfen verſchloſſen iſt, erhitzt und das Waſſer allmählich bis zur auf ca. 10 com einkocht. Durch dieſe Operation iſt ſowohl das Kölb⸗ ſſer chen als auch das darin enthaltene Waſſer ſteril geworden. Nach dem feln Abkühlen giebt man ſo viel von der Gerſte zu, daß dieſe gut be⸗ dem feuchtet iſt. Man ſtellt dann das Kölbchen unter Verſchließen mit ent⸗ einem Baumwollepfropfen und Papier in einen auf 30— 40 erwärmten Trockenſchrank; tritt nach 1—2 Tagen deutliche Schimmelbildung ein, . ſo dürfte die Gerſte unbrauchbar ſein. W Zum Nachweis, ob der Mehlkörper der Gerſte mehlig, halb⸗ ften mehlig, halbſpeckig, halbglaſig oder ganzſpeckig, ganzglaſig iſt, wird bers die Schnittprobe ausgeführt, indem eine Anzahl Körner mit einem ſcharfen Meſſer durchſchnitten werden; das Verhältnis der mehligen, ffe⸗ halbſpeckigen und ganzſpeckigen Gerſtenkörner wird in Prozenten an⸗ nid, gegeben. Die Erfahrung nämlich hat gelehrt, daß das aus ſpeckiger 138 Rohſtoffe der landwirtſchaftlichen Nebengewerbe. Beſtimmung des prozent. Trocken⸗ und Stärkemehlgehaltes der Ger Kartoffeln aus dem ſpez. Gewicht nach M. Märcker, P. Behrend 4 und A. Morgen. n ger Trocken⸗ Trocken⸗ Mett Spezifiſches Prweten Stärkemehl Spezifiſches Twalen Stärkemehl 1 4 ſubſtanz 1 ſubſtanz 4 Gewicht Gewicht F leic %%%% duf 1,080 19,7 13,9 1,120 28,3 22,5 081 19,9 14,1 121 28,5 22,7 082 20,1 14,3 122 28,7 22,9 083 20,3 14,5 123 28,9 23,1 084 20,5 14,7 124 29,1 23,3 085 20,7 14,9 125⁵5 29,3 23,5 086 20,9 15,1 126 29,5 23,7 087 21,2 15,4 127 29,8 24,0 088 21,4 15,6 128 30,0 24,2 089 21,6 15,8 129 30,2 24,4 1,090 21,8 16,0 1,130 30,4 24,6 091 22,0 16,2 131 30,6 24,8· 092 22,2 16,4 132 30,8 25,0 093 22,4 16,6 133 31,0 25,2 094 22,7 16,9 134 31,3 25,5 095 22,9 17,1 135 31,5 25,7 096 23,1 17,3 136 31,7 25,9 097 23,3 17/,5 137 31,9 26,1 098 23,5 12,7 138 32,1 26,3 099 23,7 17,9 139 32,3 26,5 1,100 24,0 18,2 1,140 32,5 26,7 101 24,2 18,4 141 32,8 27,0 102 24,4 18,6 142 33,0 22,2 103 24,6 18,8 143 33,/ 27,4 104 24,8 19,0 144 33,1 297,6 105 25,0 19,2 145 33,6 27,8 106 25,2 19,4 146 33,8 28,0 107 25,5 19,7 147 34,1 28,3 108 25,7 19,9 148 34,3 28,5 109 25,9 20,1 149 34,5 28,7 1,110 26,1 20,3 1,150 34,7 28,9 111 26,3 20,5 151 34,9 29,1 112 26,5 20,7 152 35,1 29,3 113 26,7 20,9 153 35,4 29,6 114 26,9 21,1 154 35,6 29,8 115 27,2 21,4 155 35,8 30,0 116 27,4 21,6 156 36,0 30,2 1174 27,6 21,8 15/ 36,2 30,4 118 27,8 22,0 158 36,4 30,6 119 28,0 22,2 159 36,6 30,8 der I 3. Samenkörner. 139 Gerſte gewonnene Darrmalz eine harte Beſchaffenheit beſitzt, beim Maiſchprozeſſe ſich ſchwer verarbeitet und eine verhältnismäßig geringe Ausbeute giebt, auch daß man nur aus einer gleichmäßigen Gerſte ein gleichmäßiges Malz erzielt. Als Merkmale einer guten Braugerſte gelten: friſcher Stroh⸗ geruch, glänzendes Ausſehen, ſowie weiße Farbe— doch ſoll auf letztere nicht allzu großer Wert gelegt werden—, der Mangel an aus⸗ gewachſenen Körnern und Körnern mit braunen Spitzen, ferner das Fehlen von halben Körnern und Verunreinigungen— da ſolche Gerſten leicht ſchimmelig ſind, oder es bei der Keimung werden—; auch wird auf die Form der Gerſte, ob ſie kurz oder bauchig iſt, viel Wert gelegt. 140 Milch⸗ und Molkereiprodukte. Milch- und Molkereiprodukte. 1. Vollmilch. Für die Unterſuchung und Beurteilung der Milch iſt zu beachten, daß die Zuſammenſetzung der Kuhmilch, welche hier vorwiegend in Betracht kommt, von der Raſſe der Kühe, von der Art des Melkens, von der Melkzeit, von der Art und Menge des Futters, von der Wartung der Kühe ec. abhängig iſt. Abgeſehen von Milchfehlern und Milch von kranken Kühen kann die Zuſammenſetzung derſelben in Einzelfällen in ziemlich weiten Grenzen ſchwanken, nämlich: Spez. Waſſer Kaſein Albumin Fett Weilch Salze Gemicht„„( 9% 0 Minimum(1,0264) 80,32 1,79 0,25 1,67 2,11 0,35 Maximum(1,0370) 90,69 6,29 1,44 6,47 6,12 1,21 Mittel 1,0316 87,40 3,02 0,50 3,59 4,78 0,71 Unter normalen Verhältniſſen ſchwankt der Gehalt an Waſſer nur von 85,8— 89,5%, der an Kaſein+ Albumin von 3,0— 4,0%, der an Fett von 2,5— 4,5%, an Milchzucker von 3,5— 5,5%, an Salzen von 0,6— 0,9%, ſpezifiſches Gewicht bei 15 von 1,029—1,033. Weiterhin iſt zu beachten, daß beträgt: Mittel Sahwankungen 70 70 1. Fettgehalt in Prozenten der Milchtrockenſubſtanz 28,5 25,0— 33,0 2. Fettfreie Trockenſubſtanz..... 9,0 8,0— 10,0 3. Spezifiſches Gewicht bei 150: a) der Milchtrockenſubſtanz b) der erreien Milch c) des Serums 1,33 1,600 1,026— 1,027 a) Das ſpezifiſche Gewicht der Milch darf erſt einige Stunden nach dem Melken beſtimmt werden, da die friſch gemolkene Milch ſtets eine geringe Verdichtung erfährt. Für die Beſtimmung des ſpezifiſchen Gewichtes des Milchſerums empfiehlt ſich in erſter Linie, die Milch in verſchloſſenen Flaſchen auf natürliche Weiſe gerinnen zu laſſen und durch ein trockenes Filter vom Quark abzufiltrieren. Erfolgt die Ge⸗ rinnung nicht freiwillig, ſo verſetzt man die abgewogene Menge Milch mit einigen Tropfen 20⸗prozentiger Eſſigſäure, erwärmt unter Bedecken der Flaſche kurze Zeit auf 400 C. und erſetzt nach dem Erkalten das etwa verdunſtete Waſſer. Die Beſtimmung des ſpezifiſchen Gewichts kann durch ein Pykno⸗ meter, durch die Weſtphalſche Wage oder durch eine Milchwage oder Laktodenſimeter erfolgen. Bei der Verwendung des Pyknometers beſtimmt man zuerſt den Rauminhalt desſelben, indem man zuvor die Tara des trockenen Kolbens feſtſtellt, alsdann vollſtändig mit deſtil⸗ liertem Waſſer von 150C. füllt, das überſchüſſige Waſſer durch die feine 1. Vollmilch. 141 Kapillarröhre des eingeſchliffenen Glasſtopfens austreten läßt und, nachdem man möglichſt ſchnell das Kölbchen durch Abputzen mittelſt Fließpapier von anhaftender Feuchtigkeit gereinigt hat, wieder wägt. Nach Füllung des Kölbchens mit der gut gemiſchten Milch, die auf ten 15° C. temperiert ſein muß, erhält man durch abermaliges Wägen das din Gewicht der gleichen Raummenge Milch, worauf man durch einfache ens Diviſion des Gewichtes der Milch durch das des Waſſers das ſpezi⸗ de fiſche Gewicht der Milch erfährt. knn wird dieſelbe, nachdem die Thermometerſpindel 44 eüten in den Haken des. Balkens hineingehängt iſt, ſn horizontal aufgeſtellt; darauf ſenkt man die alje Spindel in die auf 150 C. temperierte Flüſſigkeit 5 S* 3 ſo weit ein, daß bei horizontaler Lage des Wage⸗ 2Mn balkens die über der Spindel befindliche Oſe nebſt 6 14 3j dem unten umgeſchlungenen Platindraht eben noch 10( 2¹ in die Flüſſigkeit eintaucht. Hängt die Spindel ſo 3 A bis zur richtigen Tiefe in einer Flüſſigkeit, welche 10 E zoſſer leichter als Waſſer iſt, ſo ſetzt man in die Ein⸗ 2 1* 00% ſchnitte des Wagebalkens auf der rechten Seite ſo⸗ 15 ſE man viel von den Reitergewichten, bis der Wagebalken 1 0633. wieder in die horizontale Lage gebracht iſt; der 16 rnne größte Reiter bedeutet die erſte Dezimalſtelle und 3 ungen ſo fort bis zum kleinſten Reiter, welcher die vierte normal. 4 Dezimalſtelle angiebt. 88 330 Die Quevenneſche, von Chr. Müller ver⸗ 100 beſſerte Milchwage oder das Laktodenſimeter iſt 8 T nichts anders als ein Aräometer, an deſſen Spindel 8 rums ſich nur die zweite und dritte Dezimalſtelle hinter den hinzu zu denkenden Zahlen 1,0 befinden, ſo M daß 29 ein ſpezifiſches Gewicht von 1,029, die Zahl unden 30 ein ſolches von 1,030 bedeutet ꝛc. Dieſe Zahlen ſtets heißen auch Grade. Fällt das ſpezifiſche Gewicht fiſche für die Vollmilch(rechte Seite der Spindel) Milh in die Grenzen 29— 34(alſo 1,029— 1,034 ſpezi⸗ n und fiſches Gewicht), ſo iſt die Milch als rein zu be⸗ je Ge⸗ zeichnen; fällt dasſelbe in die Grenzen 26— 29 Mich(alſo 1,026— 1,029 ſpezifiſches Gewicht), ſo kann edecken man einen Zuſatz von 1 Waſſer d. h. von 10% s etwd annehmen; liegt das ſpezifiſche Gewicht zwiſchen 23— 26(alſo 1,023— 1,026), ſo beträgt der Waſſer⸗ Pyhno⸗ zuſatz 2,10 oder 20% ꝛc. 4.. Fig. 12. Quevenneſche ſdwoge Die Quevenne⸗Müllerſche Senkwage iſt Senkwage. ometers auch gleichzeitig für Unterſuchung der abgerahm⸗— vor die ten Milch eingerichtet. Die Zahlen für etwaigen Waſſerzuſatz finden deſti⸗ ſich an der linken Seite der Spindel. Bei Benutzung der Weſtphalſchen Wage Wenn die Milch durch Abrahmen das ſpezifiſ ch leichtere Fett 142 Milch⸗ und Molkereiprodukte. verliert, ſo nimmt die des Fettes beraubte abgerahmte oder ſog. blaue Milch ein höheres ſpezifiſches Gewicht an. Im allgemeinen liegt das ſpezifiſche Gewicht der abgerahmten Milch um 0,02 bis 0,0351= 2—3 ½ Grad höher, als das der Vollmilch, und ſchwankt von 1,0325— 1,037. Die Reinheitsgrade für die abgerahmte Milch liegen daher niedriger als die für reine ganze Milch. Wenn das ſpezifiſche Gewicht irgend einer zu unterſuchenden Milch zwiſchen 29— 33(alſo 1,029— 1,033) liegt, 5 bedeutet dieſes für Vollmilch Reinheit, für abgerahmte Milch dagegen einen Zuſatz von 10 Waſſer oder 10%, und wenn das ſpezifiſche Gewicht zwiſchen 26 und 29 fällt, ſo würde das für Vollmilch einen Waſſerzuſat von 10%(/10), für aboerahi Milch dagegen von 20%(/10) bedeuten. Es iſt daher ſehr leicht möglich, abgerahmte Milch durch Zuſatz von Waſſer auf das ſpezifiſche Gewicht der Vollmilch zu bringen; die Beſtimmung des ſpezifiſchen Gewichtes allein giebt uns demnach noch keinen hinreichenden Beweis, daß die Milch rein und unverfälſcht iſt, es muß gleichzeitig eine Fettbeſtim⸗ mung derſelben nebenher gehen. b) Die Beſtimmung des Fettes in der Milch kann ge⸗ wichts⸗analytiſch nach S. 8 erfolgen. Von Fr. Soxhlet iſt eine aräometriſche Methode zu dieſem Zwecke vorgeſchlagen, welche ſowohl im Laboratorium wie in praktiſchen Betrieben Anwendung ge⸗ funden hat, in neuerer Zeit aber durch Centrifugalverfahren be⸗ ſonders in praktiſchen Betrieben vielfach verdrängt worden iſt. Der erſte Apparat letzterer Art war der Laktokrit, deſſen Anwendung ſich darauf gründet, das Kaſein durch reichlichen Üüberſchuß von Säuren zu löſen und das hierdurch frei gewordene Fett durch Centrifugalkraft auszuſchleudern; die Höhe der Fettſchicht wird direkt abgeleſen. Auf gleichem Prinzip beruhend ſind jetzt mehrere Centrifugen für dieſen Zweck eingerichtet, welche mit der Hand getrieben werden können. Allen dieſen Apparaten werden ausführliche Gebrauchs⸗ anweiſungen beigegeben. Ich beſchränke mich deshalb hier auf die Kreiſel⸗Centrifuge ¹) von N. Gerber. Bei dem Gebrauche der⸗ ſelben bringt man 10 ccm techniſch reine Schwefelſäure von 1,850 bis 1,825 ſpezifiſchen Gewichts(bei 15 C.) mittelſt einer Pipette(oder mittelſt des dem Apparat beigelieferten Säure⸗Automats) in das Röhrchen(Fig. 13), hier Butyrometer genannt, und ſchichtet darauf 1 ccm chemiſch reinen Amylalkohol von 0,815—0,818 ſpezifiſchem Ge⸗ wicht bei 156 und vom Siedepunkt 124— 130°. Der Amylalkoholzuſatz darf erſt kurz vor dem Milchzuſatz erfolgen, kann aber auch mit der zuzuſetzenden Milch vorher vermiſcht werden. Auch müſſen Schwefelſäure ¹) Dieſelbe wird von Fr. Hugershoff in Leipzig(Albertſtraße 28) angefertigt und iſt für die Beſtimmung nicht nur in der Voll⸗ und Mager⸗ milch, ſondern auch in den Milchprodukten(kondenſierte Milch, Rahm, Butter, di ſowie für die Waſſerbeſtimmung in Butter und Margarine ein⸗ gerichtet. für rden uchs⸗ j die der⸗ 00 bi (oder n das darauf m Ge⸗ vkzuſct nit der ſelſture aße h) Magel⸗ Butter, ne ein⸗ 1. Vollmilch.. 143 und Amylalkohol vor dem Abmeſſen nahezu 15° warm ſein. Darauf mißt man 11 cem Milch von 150 ab, läßt dieſelbe aus der Pipette an der Bauchung des Butyrometers auf den Amylalkohol— nicht in die Säure, um ſtarkes Erwärmen zu vermeiden— fließen, verſchließt das Butyrometer ſehr gut mit einem trockenen und riſſefreien Kautſchukpfropfen und ſchüttelt unter Feſthalten des letzteren raſch durch. Wenn alle Milch gelöſt iſt, wiegt man das Butyrometer einige Male hin und her, ſetzt es 15 Minuten— aber nicht länger — vor dem Centrifugieren in Waſſer von 60—70⁰°, bringt es— jedesmal zu mindeſtens zweien, die einander gegenüber liegen— in die zugehörige Centrifuge— mit Schnur⸗, Excelſior⸗ oder Rapid⸗Anzug— und centrifugiert 2—3 Minuten, d. h. ſo lange, bis ſich das Fett in ſchöner lichtbrechender Schicht ſcharf ausge⸗ ſchieden hat. Proben, welche nicht ſcharf genug ausge⸗ ſchieden ſind, werden abermals einige Minuten erwärmt und noch einmal centrifugiert. Auch iſt darauf zu achten, daß die Füllung außer der Fettſchicht bis über den Nullpunkt hinausragt, weil ſonſt die Fettſchicht beim Centrifugieren leicht zu tief ſinkt und nicht abgeleſen werden kann. Dieſes kann nötigenfalls durch Hinauf⸗ preſſen des Pfropfens leicht erreicht werden. Nach dem Centrifugieren wird das Röhrchen noch einige Minuten in 60— 70° warmes Waſſer geſtellt, herausgenommen und nun raſch abgeleſen, indem man dasſelbe gegen das Licht hält, den Pfropfen etwas herauszieht, die Fettſchicht entweder unten oder oben auf einen Hauptteilſtrich einſtellt und nun raſch die Höhe der Fettſchicht in ½10 Teilſtrichen oder Graden ablieſt. Bei Vollmilch gilt der niedrigſte, bei Magermilch dagegen der mittlere Punkt des oberen Meniskus als der richtige Ableſungspunkt. Die abgeleſene Anzahl Teilſtriche oder Grade ¼1 ſind gleich Fettprozente (alſo z. B. abgeleſene Grade 35 1= 3,5 Gewichts⸗ prozent Fett). Die Ableſung kann mit Sicherheit auf ½°= 0,05 Gewichtsprozent geſchehen, alſo 33 ½%= 3,35 Gewichtsprozent Fett; ⅞⅛6 und ½¼ Grad laſſen ſich, be⸗ ſonders mittelſt einer Lupe, abſchätzen. Man lieſt ſtets zweimal ab, einmal oben, das andere Mal unten, wobei zu beachten iſt, daß der Einſtellungs⸗ punkt mit dem Pfropfen auch wirklich feſtgehalten wird. Fün⸗ d. GRühr Stimmen zwei Ableſungen nicht untereinander, ſo ſetzt Eentrifuge. man das Butyrometer noch einmial kurze Zeit ins Waſſer⸗ bad und lieſt nochmals ab. c) Der Waſſer⸗ bezw. Trockenſubſtanzgehalt der Milch wird nach S. 2 beſtimmt. d) Von den vielen für die Berechnung des Fett⸗ bezw. 144 Milch⸗ und Molkereiprodukte. Trockenſubſtanzgehaltes vorgeſchlagenen Formeln ſei nur die zuletzt von W. Fleiſchmann gefundene Formel mitgeteilt, welche unter der Annahme des ſpezifiſchen Gewichts des Milchfettes= 0,93 bei 150 und der fettfreien Trockenſubſtanz= 1,5847 berechnet worden iſt. Iſt t= Trockenſubſtanz, k= Fettgehalt und s= ſpezifiſches Gewicht der Milch, ſo wird: t= 12 1+ 2,665 100, 8 100 1= 0,883 t— 2,22 Hat z. B. eine Milch ergeben: Spezifiſches Gewicht(s)= 1,0315, Fett(f)= 3,50% und Trocken⸗ ſubſtanz(t)= 12,30%, ſo iſt:. t= 1,2 ₰ 3,50+ 2,665 ᷣ 100 s— 100 8 100 1,0315— 100 1,0315 — 12,33% und 1= 0,833* 12,30— 2,22% 100 2 ie— 100— 3,47 chr Die Formeln können daher zur Kontrolle dienen, ob man richtig ge⸗ arbeitet hat. e) Berechnung des ſpezifiſchen Gewichtes der Trocken⸗ ſubſtanz und des Gehaltes an fettfreier Trockenſubſtanz in der Milch. a) Aus dem ſpezifiſchen Gewichte(s) und dem Trocken⸗ ſubſtanzgehalte(t) der Milch berechnet ſich das ſpezifiſche Gewicht der Milchtrockenſubſtanz(m) nach der Formel ts m rs— 100 s+ 100. b) Der Gehalt an fettfreier Trockenſubſtanz(r) wird durch Subtraktion des Fettgehaltes(k) vom Trockenſubſtanzgehalt(t) er⸗ halten: r= t— f. f) Zur Beſtimmung des Geſamtſtickſtoffs werden 15—20 g Milch nach Zuſatz von 20 ccm Schwefelſäure erſt mit kleiner Flamme erhitzt und dann weiter in der üblichen Weiſe behandelt. Die Geſamteiweißſtoffe werden nach Ritthauſen in 25 ccm Milch nach Verdünnung derſelben mit 400 ccm Waſſer mit 10 ccm Fehlingſcher Kupferlöſung und 6,5— 7,5 cem einer Löſung von Kali⸗ oder Natronlauge, welche 14,2 g KOH oder 10,2 g Na OH pro 1 l enthält, gefällt. Die Flüſſigkeit muß nach dem Abſetzen des Niederſchlages noch ganz ſchwach ſauex oder neutral, keinesfalls aber alkaliſch reagieren; beim geringſten Überſchuß von Alkali bleibt die Flüſſigkeit trübe. Die letztere wird, wenn ſie klar geworden iſt, durch ein Filter von bekanntem Stickſtoffgehalt filtriert, der Niederſchlag einige Mal mit Waſſer dekantiert, dann aufs Filter gebracht, mit Waſſer ausgewaſchen und ſamt dem Filter nach Kjeldahl verbrannt. Aus dem gefundenen Stickſtoff(d. h. Geſamtſtickſtoff— Filterſtickſtoff) be⸗ rechnet man die Stickſtoffſubſtanz durch Multiplikation mit 6,37. Den Gehalt an Nichteiweißſtoffen erfährt man durch Eindampfen llezt der 150 t der cken⸗ 1. Vollmilch. 145 des Filtrats in Hoffmeiſterſchen Glasſchälchen und Verbrennen des ſamt Schälchen zerſtoßenen Rückſtandes nach Kjeldahl. g) Zur Beſtimmung des Kaſeins, Albumins und Lakto⸗ proteins werden 10— 20 g Milch mit der 10⸗fachen Menge Waſſer verdünnt, ſchwach(bis höchſtens 40 C.) erwärmt und mit einigen Tropfen Eſſigſäure verſetzt. Das Koagulum, welches das Fett mit eingeſchloſſen enthält, wird auf einem bei 100° C. getrockneten und gewogenen Filter geſammelt, zur Entfernung der Molke mit lauwarmem Waſſer aus⸗ gewaſchen, darauf getrocknet und gewogen. Das Filtrat benutzt man zur Beſtimmung des Albumins und des Laktoproteins. Der Kaſeinrückſtand wird mit Alkohol und darauf mit Äther zur Entfernung des Fettes ausgewaſchen, bei 100° C. getrocknet und gewogen. Im Filtrat ſcheidet man das Albumin, welches die Eigenſchaft hat, erſt in der Siedehitze zu gerinnen, durch Kochen ab und beſtimmt dasſelbe in derſelben Weiſe, wie das Kaſein durch Wägung. In der von Kaſein und Albumin abfiltrierten Molke ſind nun noch Stickſtoffverbindungen enthalten, welche als peptoniſierte Eiweiß⸗ ſtoffe zu bezeichnen ſind; man nennt dieſelben Laktoproteine. Um auch dieſe zu beſtimmen, dampft man das Filtrat unter Zuſatz von etwas Gips im Hoffmeiſterſchen Schälchen zur Trockne ein, zer⸗ reibt Schale mit Inhalt und beſtimmt den Stickſtoffgehalt nach Kjel⸗ dahl. Die enthaltene Zahl mit 6,25 multipliziert giebt den Gehalt an ſog. Laktoprotein an. h) Der Milchzucker wird gewichtsanalytiſch in der Weiſe be⸗ ſtimmt, daß 25 cem wie unter f bei Beſtimmung der Geſamteiweiß⸗ ſtoffe behandelt werden, ſodann die Löſung auf 500 ccm aufgefüllt und durch ein trockenes Faltenfilter filtriert wird. Zu 100 ccem des klaren Filtrates werden 50 cem kochender Fehlingſcher Löſung ge⸗ ſetzt, die Flüſſigkeit wird 6 Minuten lang im Sieden erhalten und darauf das ausgeſchiedene Kupferoxydul wie S. 11 angegeben ge⸗ ſammelt und weiter behandelt. 1 mg Cu iſt annähernd= 0,73 g Milchzucker. i) Zur Beſtimmung der Aſche verdampft man 30 g Milch nach Zuſatz von einigen Tropfen Eſſigſäure und verbrennt den Rückſtand bei möglichſt niedriger Glühhitze. Die letzten ſchwer verbrennenden Kohlenteilchen kann man auf die Weiſe entfernen, daß man auf die ſchwach glühende Maſſe an den Stellen, wo noch kohlige Subſtanz vorhanden iſt, etwas trockenes ſalpeterſaures Ammon fallen läßt; jedoch iſt ein Überſchuß des letzteren zu vermeiden, weil ſonſt eine weſentliche Veränderung in der Beſchaffenheit der Aſche ein⸗ tritt und die Beſtimmung der Geſamtaſche ungenau ausfällt. Ein noch zuverläſſigeres Reſultat wird man erhalten, wenn man die gut ver⸗ kohlte Maſſe mit Waſſer mehrmals auskocht; der Rückſtand läßt ſich dann gewöhnlich leicht weiß brennen und wird hierauf mit dem wäſſerigen Auszug vereinigt, das Ganze zur Trockne verdampft und nach gelindem Glühen gewogen. Wolff⸗Haſelyoff, Anleitung. 4. Auflage. 10 146 Milch⸗ und Molkereiprodukte. k) Anhaltepunkte für die Beurteilung. Man kann annehmen, daß unter hieſigen Verhältniſſen bei unverfälſchter Milch ſchwankt das ſpezifiſche Gewicht bei 150 C..... von 1,029— 1,033 der Gehalt an Fett........„ 2,50— 4,50% „ ᷑„„ Trockenſubſtanz....„ 10,50 14,20„ „„ fettfreier Trockenſubſtanz.„ 8,00— 10,00„ und der Gehalt der Trockenſubſtanz an Fett nicht unter 20% ſinkt, bezw. das ſpezifiſche Gewicht der Trockenſubſtanz ſich nicht über 1,4 erhebt. Bei täglich dreimaligem Melken kann der Fettgehalt der Morgenmilch aus den angegebenen Grenzen nach unten ſehr wohl heraustreten, ohne daß Fälſchung vorliegt. Für die Erkennung der verſchiedenen Arten der Milchfälſchung dienen folgende Anhaltspunkte: 1. Durch die Wäſſerung der Milch wird a) das ſpezifiſche Gewicht der Milch und des Serums erniedrigt, b) der Gehalt der Milch an ſämtlichen Beſtandteilen gleichmäßig erniedrigt, einſchließlich des Gehaltes an fettfreier Trockenſubſtanz. Dagegen c) bleibt der Fettgehalt der Milchtrockenſubſtanz bezw. deren ſpezifiſches Gewicht normal. Eine Milch iſt, falls es ſich nicht um die Milch einer einzelnen Kuh handelt, als gewäſſert zu bezeichnen, wenn das ſpezifiſche Gewicht der Milch unter 1,028, das des Serums unter 1,026 und der Gehalt an fettfreier Trockenſubſtanz unter 8% erheblich herabſinkt. Fällt hierbei der Fettgehalt der Milchtrockenſubſtanz nicht unter 20%, bezw. ſteigt das ſpezifiſche Gewicht derſelben nicht über 1,4, ſo iſt nur eine Wäſſerung anzunehmen. 2. Durch die Entrahmung der Milch oder das Vermiſchen von Milch mit entrahmter Milch wird a) das ſpezifiſche Gewicht der Milch erhöht, während das des Serums dasſelbe bleibt; b) auch Trockenſubſtanz⸗ und Fettgehalt werden erniedrigt, jedoch letzterer mehr als erſterer, es kann daher der Gehalt an fettfreier Trockenſubſtanz über 8% betragen; c) der Fettgehalt der Milchtrockenſubſtanz fällt, bezw. ihr ſpezi⸗ fiſches Gewicht ſteigt. Eine Milch iſt, falls es ſich nicht um die Milch einer einzelnen Kuh handelt, als entrahmt oder als mit entrahmter Milch vermiſcht zu bezeichnen, wenn bei erhöhtem ſpezifiſchen Gewicht der Milch und normalem ſpezifiſchen Gewicht des Serums der Fettgehalt der Milch⸗ trockenſubſtanz unter 20% erheblich ſinkt, bezw. ihr ſpezifiſches Ge⸗ wicht über 1,4 erheblich ſteigt. 3. Wäſſerung und Entrahmung gleichzeitig liegen vor, wenn bei unter Umſtänden normalem ſpezifiſchen Gewicht der Milch, das ſpezifiſche Gewicht des Serums erheblich unter 1,026 ſinkt und bei erniedrigtem Gehalt an ſämtlichen Milchbeſtandteilen der Fett⸗ gehalt der Milchtrockenſubſtanz erheblich unter 20% ſinkt, bezw. deren ſpeziſiſches Gewicht erheblich über 1/ 4 ſteigt. ehmen, mkt 1033 m50 A- u 600, d ſinkt ber 14 alt der r woll ſchung eziüſce ſalt der hlelch ibt de Gewich Inzehre Gewiht Gehat ſt uner her 14 rwiſche das de t jadc fetfreie r pe jnzelnen vernich ilch ud Milc⸗ hjs Ge⸗ gen bo. rMich, inkt und er Fii— t, bezb. 2. Rahm, Magermilch, Buttermilch, Molken. 147 Durch die vorſtehenden Anhaltspunkte können nur verhältnis⸗ mäßig grobe Verfälſchungen der Milch nachgewieſen werden, auch iſt es unmöglich, auch nur annähernd den Grad derſelben feſtzuſtellen. Entfernen ſich daher die gefundenen Zahlen nur wenig von den oben angeführten nach oben wie nach unten, oder ſoll der Grad der Ver⸗ fälſchung annähernd feſtgeſtellt werden, ſo iſt unbedingt die Stall⸗ probe erforderlich. Hierbei iſt in derſelben Weiſe zu verfahren, wie bei der fraglichen Milchprobe; ſo iſt dieſelbe Melkzeit zu wählen; dieſelben Kühe ſind zu berückſichtigen; es iſt darauf zu achten, daß die Kühe vollſtändig ausgemolken werden, ferner ob in der Haltung der Kühe eine Anderung eingetreten iſt oder ob die Witterung um⸗ geſchlagen iſt. In keinem Falle ſoll die Stallprobe ſpäter als am 3. Tage nach der Melkzeit der fraglichen Milch vorgenommen werden. Für die Berechnung des Waſſerzuſatzes und des Ent⸗ rahmungsgrades ſind beſtimmte Formeln aufgeſtellt, die ich hier nicht näher erläutern kann(vergl. J. König: Die Unterſuchung landw. u. gewerbl. wichtige Stoffe. Berlin, Verlagsbuchhandlung Paul Parey. 2. Auflage 1898. S. 370). 2. Rahm, Magermilch, Buttermilch, Molken. a) Der Rahm. Die Milch läßt ſich durch Aufrahmung oder Centrifugieren in einen mehr oder weniger fettreichen Teil, den Rahm, und in einen anderen, fettarmen Teil, die Magermilch, trennen. Je nach der Art der Entrahmung ſchwankt der prozentiſche Fettgehalt des Rahms zwiſchen weiten Grenzen. Weniger fettreicher Rahm wird gewöhnlich als„Kaffeerahm“ und fettreicherer als„Schlag⸗ rahm“ verkauft. Der Handelswert des Rahms richtet ſich lediglich nach deſſen Fettgehalt. Ein Fettgehalt von 10% dürfte als das Minimum für Rahm anzuſehen ſein. Wie die Milch, ſo darf auch der Rahm beim Ver⸗ kaufe noch nicht ſo ſtark geſäuert ſein, daß er beim Aufkochen erinnt. g Der Wert des Rahmes wird einzig durch deſſen Fettgehalt be⸗ dingt und kann wie folgt berechnet werden: Iſt a der ortsübliche Marktpreis eines Liters Milch in Pfennigen und F der prozentiſche Fettgehalt des Rahms, ſo erhält man an⸗ nähernd den Wert eines Liters Rahm(x) aus der Gleichung X= 857 Pfennige. Koſtet z. B. das Liter Milch 17 Pf. und wäre F= 10, ſo erhielte man x= 50 Pf. b) Die Magermilch enthält nach dem üblichen Aufrahmungs⸗ verfahren gewöhnlich nicht über 0,5%, nach dem Centrifugalverfahren durchweg 0,1— 0,2% Fett. Auch die Magermilch des Handels darf noch nicht ſo weit 10*½ 148 Milch⸗ und Molkereiprodukte. geſäuert ſein, daß ſie das Aufkochen nicht mehr verträgt, ohne zu gerinnen. Verfälſcht wird ſie zuweilen durch Zuſatz von Waſſer. Für den Nachweis des Waſſerzuſatzes genügt in den meiſten Fällen die Beſtimmung des ſpezifiſchen Gewichtes. Dasſelbe beträgt bei 15⁰° C. im Mittel 1,0345 und ſchwankt gewöhnlich zwiſchen 1,032 und 1,0365, und die fettfreie Trockenſubſtanz der Magermilch ſtellt ſich im Mittel auf 9,40% und ſchwankt für die meiſten Fälle zwiſchen 8,50 und 10,50%. c) Die Buttermilch. Ungewäſſerte, bei regelrechtem Buttern gewonnene Buttermilch hat ein ſpezifiſches Gewicht von 1,032 und 1,035 bei 15⁰ C., und einen Fettgehalt von 0,3 und 0,8%. d) Die Molken. Der Wert der Molken hängt von deren Produktionskoſten ab, die ſehr verſchieden ſein können; er iſt im weſentlichen durch den Milchzucker(5,85%) bedingt; denn bei 93,31% Waſſer im Mittel enthalten ſie nur wenig Stickſtoffſubſtanz(0,27%), wenig Fett(0,10%) und Mineralſtoffe(0,47%). Das ſpezifiſche Ge⸗ wicht ſchwankt gleich dem des Milchſerums von 1,027—1,029. Die chemiſchen Unterſuchungsmethoden für Rahm, Magermilch, Buttermilch und Molken ſind im allgemeinen dieſelben, wie die für Vollmilch, doch ſind unter Umſtänden geringere(z. B. bei Fettbeſtimmung im Rahm) oder größere Subſtanzmengen zu verwenden, wie ſie bei den einzelnen Verfahren ſchon angegeben ſind. 3. Butter. a) Probenahme. 1. Die Entnahme der Proben hat an ver⸗ ſchiedenen Stellen des Buttervorrates zu erfolgen und zwar von der Oberfläche, vom Boden und aus der Mitte. Zweckmäßig bedient man ſich dabei eines Stechbohrers aus Stahl. Die entnommene Menge ſoll nicht unter 100 g betragen. 2. Die einzelnen entnommenen Proben ſind mit den Handels⸗ bezeichnungen(z. B. Dauerbutter u. ſ. w.) zu verſehen. 3. Aufzubewahren und zu verſenden iſt die Probe in ſorgfältig gereinigten Gefäßen von Porzellan, glaſiertem Thone, Steingut (Salbentöpfe der Apotheker) oder von dunkel gefärbtem Glas, welche ſofort möglichſt luft⸗ und lichtdicht zu verſchließen ſind. Papier⸗ umhüllungen ſind zu vermeiden. Die Verſendung geſchehe ohne Ver⸗ zug. Insbeſondere für die Beurteilung eines Fettes auf Grund des Säuregrads iſt jede Verzögerung, ungeeignete Aufbewahrung ſowie Unreinlichkeit von Belang. b) Unterſuchung. Zur Beſtimmung des Waſſers werden 5 g Butter, die von möglichſt vielen Stellen des Stückes zu ent⸗ nehmen ſind, in einer mit gepulvertem, ausgeglühtem Bimsſteine be⸗ ſchickten, tarierten, flachen Nickelſchale abgewogen, indem man mit einem blanken Meſſer dünne Scheiben der Butter über dem Schalenrand abſtreift; hierbei iſt für möglichſt gleichförmige Verteilung Sorge zu tragen. Die Schale wird in einen Soxhlet'ſchen Trockenſchrank mit — ———— —, — —„— ——= ————4—,,— —j=— le zu aſſer. eſten trägt 1092 ſtellt ſchen tttern und deren ſt in 3159 759 e Ge⸗ rwilh ie für rmung ſie bei ver⸗ on der at man Menge ndels⸗ gfältig teingut welche Papier⸗ ne Ver⸗ und des g ſowie werden zu elt⸗ eine be⸗ it einen aleurand zorge i rank nit 3. Butter. 149 Glycerinfüllung oder einen Vakuumtrockenapparat geſtellt. Nach einer halben Stunde wird die im Trockenſchrank erfolgte Gewichtsabnahme feſtgeſtellt; fernere Gewichtskontrollen erfolgen nach je weiteren 10 Minuten, bis keine Gewichtsabnahme mehr zu bemerken iſt; zu langes Trocknen iſt zu vermeiden, da alsdann durch Oxydation des Fettes wieder Gewichtszunahme eintritt. Die Beſtimmung von Kaſein, Milchzucker und Mineral⸗ beſtandteilen erfolgt in folgender Weiſe: 5 bis 10 g Butter werden in einer Schale unter häufigem Um⸗ rühren etwa 6 Stunden im Trockenſchranke bei 100⁰° C. vom größten Teile des Waſſers befreit; nach dem Erkalten wird das Fett mit etwas abſolutem Alkohol und AÄther gelöſt, der Rückſtand durch ein gewogenes Filter von bekanntem geringem Aſchengehalte filtriert und mit Äther hinreichend nachgewaſchen. Der getrocknete und gewogene Filterinhalt ergiebt die Menge des waſſerfreien Nichtfetts(Kaſein+† Milchzucker+ Mineralbeſtandteile). Zur Beſtimmung der Mineralbeſtandteile wird das Filter ſamt Inhalt in einer Platinſchale mit kleiner Flamme verkohlt. Die Kohle wird mit Waſſer angefeuchtet, zerrieben und mit heißem Waſſer wiederholt ausgewaſchen; den wäſſerigen Auszug filtriert man durch ein kleines Filter von bekanntem geringem Aſchengehalte. Nach⸗ dem die Kohle ausgelaugt iſt, giebt man das Filterchen in die Platin⸗ ſchale zur Kohle, trocknet beide und veraſcht ſie. Alsdann giebt man die filtrierte Löſung in die Platinſchale zurück, verdampft ſie nach Zuſatz von etwas Ammoniumcarbonat zur Trockne, glüht ganz ſchwach, läßt im Exſikkator erkalten und wägt. Zieht man den auf dieſe Weiſe ermittelten Gehalt an Mineral⸗ beſtandteilen von der Geſamtmenge von Kaſein+† Milchzucker+† Mineralbeſtandteileu ab, ſo erhält man die Menge des im weſent⸗ lichen aus Kaſein und Milchzucker beſtehenden„organiſchen Nichtfetts.“ Die Beſtimmung des Chlors erfolgt entweder gewichts⸗ analytiſch oder maßanalytiſch in dem wäſſerigen Auszuge der Aſche, bezw. bei hohem Kochſalzgehalte der Aſche in einem abgemeſſenen Teile des auf ein beſtimmtes Volum gebrachten Aſchenauszugs nach S. 20. Das Kaſein wird in einer zweiten etwa gleich großen Menge Butter beſtimmt, indem man die Hauptmenge des Fettes mit Alkohol und AÄther entfernt, filtriert und den Filterrückſtand nach der Methode von Kjeldahl verbrennt. Der gefundene Stickſtoff mit 6,37 multi⸗ pliziert ergiebt die Menge des vorhandenen Kaſeins. Den Milchzucker berechnet man meiſt aus der Differenz von (Kaſein+ Milchzucker+ Salzen) und den einzeln ermittelten Mengen von Kaſein+ Salzen). Der Fettgehalt der Butter wird mittelbar beſtimmt, indem man die für Waſſer, Kaſein, Milchzucker und Mineralbeſtandteile gefundenen Werte von 100 abzieht. Als Konſervierungsmittel haben wir Borſäure, Salicylſäure, 150 Milch⸗ und Molkereiprodukte. Formaldehyd u. ſ. w. Zum Nachweis der Borſäure werden 10 g Butter mit alkoholiſchem Kali in einer Platinſchale verſeiſt, die Seifen⸗ löſung wird eingedampft und veraſcht; die Aſche wird mit Salzſäure übergoſſen und in dieſe Löſung ein Streifen von gelbem Kurkuma⸗ papier getaucht. Bei Gegenwart von Borſäure zeigt das bei 100°C. getrocknete Papier an der eingetauchten Stelle eine rote Färbung, welche durch Auftragen eines Tropfens verdünnter Natriumcarbonat⸗ löſung in Blau übergeht. Miſcht man in einem Probierröhrchen 4 ccm Alkohol von 20 Volumprozent mit 2—3 Tropfen einer verdünnten Eiſenchloridlöſung, fügt 2 com Butterfett hinzu und miſcht die Flüſſigkeit durch Um⸗ ſchütteln, ſo färbt ſich bei Gegenwart von Salicylſäure die untere Schicht violett. Formaldehyd weiſt man in der Weiſe nach, daß man 50 g Butter in einem Kolben von etwa 250 com Inhalt mit 50 cem Waſſer verſetzt und erwärmt; nach dem Schmelzen der Butter deſtilliert man unter Einleiten von Waſſerdampf 25 com Flüſſigkeit ab, verſetzt 10 cem des Deſtillats mit 2 Tropfen ammoniakaliſcher Silberlöſung ¹) und läßt mehrere Stunden im Dunkeln ſtehen; bei Gegenwart von Formaldehyd entſteht eine ſchwarze Trübung. Die Gegenwart fremder Farbſtoffe erkennt man durch Schütteln des geſchmolzenen Butterfetts mit abſolutem Alkohol oder mit Petroleum⸗ äther von ſpezifiſchem Gewicht 0,638. Nicht künſtlich gefärbtes Butter⸗ fett erteilt dieſen Löſungsmitteln keine oder nur eine ſchwach gelbliche Nirbung, während ſie ſich bei gefärbtem Butterfette deutlich gelb färben. Zum Nachweiſe gewiſſer Teerfarbſtoffe werden 2—3 g Butter⸗ fett in 5 ccm Ather gelöſt und die Löſung in einem Probierröhrchen mit 5 cem konzentrierter Salzſäure vom ſpezifiſchen Gewicht 1,125 kräftig geſchüttelt. Bei Gegenwart gewiſſer Azofarbſtoffe färbt ſich die ſich unten abſetzende Salzſäureſchicht deutlich rot. Handelt es ſich um die Unterſuchung einer Butter auf fremde Fette, ſo genügt in der Regel die refraktometriſche Unterſuchung, die Beſtimmung der flüchtigen Fettſäuren und die Prüfung auf Seſamöl. *.) Beſtimmung des Brechungsvermögens mit dem Butterrefraktometer der Firma Carl Zeiß, optiſche Werk⸗ ſtätte in Jena. Die weſentlichen Teile des Butterrefraktometers (vergl. Fig. 14) ſind zwei Glasprismen, die in den zwei Metall⸗ gehäuſen A und B enthalten ſind. Je eine Fläche der beiden Glas⸗ prismen liegt frei. Das Gehäuſe B iſt um die Achſe C drehbar, ſo daß die beiden freien Glasflächen der Prismen auf einander gelegt und von einander entfernt werden können. Die beiden Metallgehäuſe ¹) Die ammoniakaliſche Silberlöſung erhält man durch Auflöſen von 1 g Silbernitrat in 30 ccm Waſſer, Verſetzen der Löſung mit verdünntem Ammoniak, bis der anfänglich entſtehende Niederſchlag ſich wieder gelöſt hat und Auffüllen der Löſung mit Waſſer auf 50 cem. 50 g cem lier erſezt iung) t von ütten pleum⸗ zutter⸗ Abliche gel zutter⸗ hrchen 1,125 t ſich cemde uchung, eſamöl. t den WVerk⸗ ometers Metal⸗ mGlo⸗ jbar, ſ T gelegt lgehüuſe löſen vol⸗ rünnten gebſt hi 3. Butter. 151 ſind hohl; läßt man warmes Waſſer hindurchfließen, ſo werden die Glasprismen erwärmt. An das Gehäuſe A iſt eine Metallhülſe für ein Thermometer M angeſetzt, deſſen Queckſilbergefäß bis in das Ge⸗ häuſe A reicht. K iſt ein Fernrohr, in dem eine von 0— 100 ein⸗ geteilte Skala angebracht iſt; J iſt ein Queckſilberſpiegel, mit Hilfe deſſen die Prismen und die Skala beleuchtet werden. Fig. 14. Butterrefraktometer. Zur Erzeugung des für die Butterprüfung erforderlichen warmen Waſſers kann die in Fig. 15 gezeichnete Heizvorrichtung dienen. Der einfache Heizkeſſel iſt mit einem gewöhnlichen Thermometer Ti und einem ſog. Thermoregulator 81 mit Gasbrenner B. verſehen. Der Rohrſtutzen An ſteht durch einen Gummiſchlauch mit einem ½— 1 m höher ſtehenden Gefäße C. mit kaltem Waſſer(z. B. einer Glasflaſche) in Verbindung; der Gummiſchlauch trägt einen Schraubenquetſch⸗ 152 Milch⸗ und Molkereiprodukte. hahn Ei. Vor Anheizung des Keſſels läßt man ihn durch Offnen des Quetſchhahns E, voll Waſſer fließen, ſchließt dann den Quetſch⸗ hahn, verbindet das Schlauchſtück G, mit der Gasleitung und ent⸗ zündet die Flamme bei B. Durch Drehen an der Schraube P) reguliert man den Gaszufluß zu dem Brenner B ein⸗ für allemal in der Weiſe, daß die Temperatur des Waſſers in dem Keſſel 40—450 C. beträgt. An Stelle der hier beſchriebenen Heizvorrichtung können auch andere Einrichtungen verwendet wenden, welche eine möglichſt gleichbleibende Temperatur des Heizwaſſers gewährleiſten. Falls eine Gas⸗ leitung nicht zur Verfügung ſteht, behilft man ſich in der Weiſe, daß man das hochſtehende Gefäß C. mit Waſſer von etwa 45⁰C. füllt, dasſelbe durch einen 84 Schlauch unmittelbar mit dem Schlauchſtücke D des Refrakto⸗ meters verbindet und das warme Waſſer durch das Prismen⸗ gehäuſe fließen läßt. Wenn die Temperatur des Waſſers in dem hochſtehenden Gefäße C, .5 9.35 bis auf 400 C. geſunken iſt, muß 6 h es wieder auf die Temperatur von 45⁰ C. gebracht werden. führt zup—— 1 Dem Refraktometer werden (Abb. 12.) 1d' zwei Thermometer beigegeben; das eine iſt ein gewöhnliches, die Wärmegrade anzeigendes Thermometer, das andere hat eine beſondere, eigens für die Prüfung von Butter bezw. Schweineſchmalz eingerichtete Einteilung. An Stelle der Wärmegrade ſind auf letzterem diejenigen höchſten Refrakto⸗ meterzahlen aufgezeichnet, welche Ti 17 Bazvorrchtung flr bos normales Butterfett bezw. Butterrefraktometer. Schweineſchmalz erfahrungs⸗ gemäß bei den betreffenden Temperaturen zeigt. Da die Refraktometerzahlen der Fette bei ſteigender Temperatur kleiner werden, ſo nehmen die Gradzahlen des beſonderen Thermometers, im Gegen⸗ ſatze zu den gewöhnlichen Thermometern, von oben nach unten zu. Aufſtellung des Refraktometers und Verbindung mit der Heizvorrichtung. Man hebt das Inſtrument aus dem zu⸗ gehörigen Kaſten heraus, wobei man nicht das Fernrohr K, ſondern .. ————— ——— ——— === —— —— ◻☛2 fnen eic⸗ ent⸗ liert Jeiſe rägt ndere dende ſſers Gas⸗ gung der hende etwa einen dem nnto⸗ varme men⸗ mn die 8 in he( muß eratur erden. verden geben: liches gendes e hat ar die bezw. richtete le der tzteren efrotte⸗ welch bezw. hrunge⸗ ffeenden Da die werden, Gegel⸗ tten zu ng nit dem zi⸗ ſondern 3. Butter. 153 die Fußplatte anfaßt, und ſtellt es ſo auf, daß man bequem in das Fernrohr hineinſchauen kann. Zur Beleuchtung dient das durch das Fenſter einfallende Tageslicht oder das Licht einer Lampe. Man verbindet das an dem Prismengehäuſe B des Refrakto⸗ meters(Fig. 14) angebrachte Schlauchſtück D mit dem Rohrſtutzen D. des Heizkeſſels; gleichzeitig ſchiebt man über das an der Metallhülſe des Refraktometers angebrachte Schlauchſtück E einen Gummiſchlauch, den man zu einem tiefer ſtehenden leeren Gefäß oder einem Waſſer⸗ ablaufbecken leitet. Man öffnet hierauf den Schraubenquetſchhahn Ei und läßt aus dem Gefäße C.(Fig. 15) Waſſer in den Heizkeſſel fließen. Dadurch wird warmes Waſſer durch den Rohrſtutzen D, (Fig. 15) und mittelſt des Gummiſchlauchs durch das Schlauchſtück D (Fig. 14) in das Prismengehäuſe B, von hier aus durch den in der Fig. 14 gezeichneten Schlauch nach dem Prismengehäuſe A gedrängt und fließt durch die Metallhülſe des Thermometers M, den Stutzen E und den daran angebrachten Schlauch ab. Die beiden Glasprismen und das Queck⸗ ſilbergefäß des Thermometers werden durch das warme Waſſer erwärmt. Durch geeignete Stellung des Quetſchhahns regelt man den Waſſer⸗ zufluß zu dem Heizkeſſel ſo, daß das aus E austretende Waſſer nur in ſchwachem Strahle ausfließt und daß bei Verwendung des gewöhnlichen Thermometers dieſes möglichſt nahe eine Temperatur von 40° C. anzeigt. Aufbringen des geſchmolzenen Butterfetts auf die Prismenfläche und Ableſung der Refraktometerzahl. Man öffnet das Prismengehäuſe des Refraktometers, indem man den Stift F (Fig. 14) etwa eine halbe Umdrehung nach rechts dreht, bis Anſchlag erfolgt, dann läßt ſich die eine Hälfte des Gehäuſes(B) zur Seite legen. Die Stütze H hält B in der in Figur 14 dargeſtellten Lage feſt. Man richtet das Inſtrument mit der linken Hand ſo weit auf, daß die freiliegende Fläche des Glasprismas B annähernd horizontal liegt, bringt mit Hilfe eines kleinen Glasſtabes drei Tropfen des fil⸗ trierten Butterfetts auf die Prismenfläche, verteilt das geſchmolzene Fett mit dem Glasſtäbchen ſo, daß die ganze Glasfläche davon benetzt iſt, und ſchließt dann das Prismengehäuſe wieder Man drückt zu dem Zwecke den Teil B an A an und führt den Stift F durch Drehung nach links wieder in ſeine anfängliche Lage zurück; dadurch wird der Teil B am Zurückfallen verhindert und zugleich ein dichtes Aufeinander⸗ liegen der beiden Prismenflächen bewirkt. Das Inſtrument ſtellt man dann wieder auf ſeine Bodenplatte und giebt dem Spiegel eine ſolche Stellung, daß die Grenzlinie zwiſchen dem hellen und dunklen Teile des Geſichtsfeldes deutlich zu ſehen iſt, wobei nötigenfalls der ganze Apparat etwas verſchoben oder gedreht werden muß. Ferner ſtellt man den oberen ausziehbaren Teil des Fernrohrs ſo ein, daß man die Skala ſcharf ſieht. Nach dem Aufbringen des geſchmolzenen Butterfetts auf die Prismenfläche wartet man etwa 3 Minuten und lieſt dann in dem Fernrohr ab, an welchem Teilſtriche der Skala die Grenzlinie zwiſchen dem hellen und dunklen Teile des Geſichtsfeldes liegt; liegt ſie zwiſchen 154 Milch⸗ und Molkereiprodukte. zwei Teilſtrichen, ſo werden die Bruchteile durch Abſchätzen ermittelt. Sofort hinterher lieſt man das Thermometer ab. Bei Verwendung des gewöhnlichen Thermometers ſind die abgeleſenen Nerrakumrkterzahlen in der Weiſe auf die Normaltemperatur von 40° C. umzurechnen, daß für jeden Temperaturgrad, den das Thermometer über 400 C. zeigt, 0,55 Teilſtriche zu der abgeleſenen Refraktometerzahl zuzuzählen ſind, während für jeden Temperatur⸗ grad, den das Thermometer unter 400 C. zeigt, 0,55 Teilſtriche von der abgeleſenen Refraktometerzahl abzuziehen ſind. Bei Verwendung des Thermometers mit beſonderer Ein⸗ teilung zieht man die an dem Thermometer abgeleſenen Grade von der in dem Fernrohr abgeleſenen Refraktometerzahl ab und giebt den Unterſchied mit dem zugehörigen Vorzeichen an. Wurde z. B. im Fernrohre die Refraktometerzahl 44,5, am Thermometer aber 46,70 abgeleſen, ſo iſt die Refraktometerdifferenz des Fettes 44,5— 46,7 =— 2,2. Die Refraktometerprobe kann nur als Vorprüfung herangezogen werden; ſie hat für ſich allein keinen ausſchlaggebenden Wert. Reinigung des Refraktometers. Nach jedem Verſuche müſſen die Oberflächen der Prismen und deren Metallfaſſungen ſorg⸗ fältig von dem Fette gereinigt werden. Dies geſchieht durch Abreiben mit weicher Leinwand oder weichem Filtrierpapier, wenn nötig, unter Benutzung von etwas Ather. rüfung der Refraktometerſkala auf richtige Ein⸗ ſtellung. Vor dem erſtmaligen Gebrauch und ſpäterhin von Zeit zu Zeit iſt das Refraktometer daraufhin zu prüfen, ob nicht eine Verſchiebung der Skala ſtattgefunden hat. Hierzu bedient man ſich der dem Apparate beigegebenen Normalflüſſigkeit. Man ſchraubt das zu dem Refraktometer gehörige gewöhnliche Thermometer auf, läßt Waſſer von Zimmertemperatur durch das Prismengehäuſe fließen(man heizt alſo in dieſem Falle die Heizvorrichtung nicht an), beſtimmt in der vorher beſchriebenen Weiſe die Refraktometerzahl der Normal⸗ flüſſigkeit und lieſt gleichzeitig den Stand des Thermometers ab. Wenn die Skala richtig eingeſtellt iſt, muß die Normalflüſſigkeit bei verſchiedenen Temperaturen folgende Refraktometerzahlen zeigen: Bei einer Bei einer Temperatur Skalenteile Temperatur Skalenteile von von 25⁰ 71,2 16⁰ 76,7 24⁰ 71,8 15⁰ 77,3 230 72,4 14⁰ 77,9 22⁰ 73,0 13⁰ 78,6 21⁰ 73,6 12⁰ 79,2 200 74,3 11⁰ 79,8 19⁰ 74,9 10⁰ 80,4 18⁰ 75,5 90⁰ 81,0 17⁰ 76,1 8⁰ 81,6 —,————— 3. Butter. 155 Weicht die Refraktometerzahl bei der Verſuchstemperatur um ¼ Teilſtrich oder mehr von der in der Tabelle angegebenen Zahl ab, ſo iſt das Inſtrument einem geprüften Nahrungsmittel⸗Chemiker zur Richtig⸗ ſtellung zu übergeben. Nach der Rückgabe iſt das Refraktometer aufs neue in der angegebenen Weiſe zu prüfen. 5) Die Beſtimmung der in Waſſer löslichen Fettſäuren (der Reichert-Meißlſchen Zahh). Die Reichert⸗Meißlſche Zahl giebt diejenige Anzahl Kubikcentimeter ¼⁄⸗Normallauge an, welche zur Neutraliſation der aus 5 g geſchmolzenem und filtriertem Fett unter beſtimmten, unten beſchriebenen Bedingungen abdeſtillierten flüchtigen, waſſerlöslichen Fettſäuren erforderlich ſind und nicht die Kubikcentimeter ½16⸗Normal⸗Alkali an, welche zur Neutraliſation der Geſamtmenge der flüchtigen Fettſäuren von 5 Fett erforderlich ſind. Die Ausführung der Methode geſchieht nach dem Reichert⸗ ſchen Prinzip mit den Abänderungen von E. Meißl und R. Sendtner in folgender Weiſe: Genau 5 g Butterfett werden mit einer Pipette in einem Kölbchen von 300— 350 ccm Inhalt abgewogen und das Kölbchen auf das kochende Waſſerbad geſtellt. Zu dem geſchmolzenen Fette läßt man aus einer Pipette unter Vermeidung des Einblaſens 10 ccm einer alkoholiſchen Kalilauge(20 g Kaliumhydroxyd in 100 com Alkohol von 70 Volumprozent gelöſt) fließen. Während man nun den Kolben⸗ inhalt durch Schütteln öfter zerteilt, läßt man den Alkohol zum größten Teile weggehen; es tritt bald Schaumbildung ein, die Verſeifung geht zu Ende und die Seife wird zähflüſſig; ſodann bläſt man ſo lange in Zwiſchenräumen von etwa je ½ Minute mit einem Hand⸗ blaſebalg unter gleichzeitiger ſchüttelnder Bewegung des Kolbens Luft ein, bis durch den Geruch kein Alkohol mehr wahrzunehmen iſt. Der Kolben darf hierbei nur immer ſo lange und ſo weit vom Waſſer⸗ bade entfernt werden, als es die Schüttelbewegung erfordert. Man verfährt am beſten in der Weiſe, daß man mit der Rechten den Ballon des Blaſebalges drückt, während die Linke den Kolben, in deſſen Hals das mit einem gebogenen Glasrohre verſehene Schlauchende des Ballons eingeführt iſt, faßt und ſchüttelt. Auf dieſe Art iſt in 15, längſtens in 25 Minuten die Verſeifung und die vollſtändige Entfernung des Alkohols bewerkſtelligt. Man läßt nun ſofort 100 ccm Waſſer zu⸗ fließen und erwärmt den Kolbeninhalt noch mäßig einige Zeit, während welcher der Kolben loſe bedeckt auf dem Waſſerbade ſtehen bleibt, bis die Seife vollkommen klar gelöſt iſt. Sollte hierbei ausnahmsweiſe keine völlig klare Löſung zu erreichen ſein, ſo wäre der Verſuch wegen ungenügender Verſeifung zu verwerfen und ein neuer anzuſtellen. Zu der etwa 500 warmen Löſung fügt man ſofort 40 cem ver⸗ dünnte Schwefelſäure(1 Raumteil konzentrierte Schwefelſäure auf 10 Raumteile Waſſer) und einige erbſengroße Bimsſteinſtückchen. Der auf ein doppeltes Drahtnetz geſetzte Kolben wird darauf ſofort mittelſt eines ſchwanenhalsförmig gebogenen Glasrohrs(von 20 cm Höhe und 6 mm lichter Weite), welches an beiden Enden ſtark abgeſchrägt iſt, 156 Milch⸗ und Molkereiprodukte. mit einem Kühler(Länge des vom Waſſer umſpülten Teiles nicht unter 50 cm) verbunden, und ſodann werden genau 110 cem Flüſſig⸗ keit abdeſtilliert(Deſtillationsdauer nicht über ½ Stunde). Das Deſtillat miſcht man durch Schütteln, filtriert durch ein trockenes Filter und mißt 100 cem ab. Dieſe werden nach Zuſatz von 3—4 Tropfen Phenolphtaleinlöſung mit ¼1⸗Normal⸗Alkalilauge titriert. Der Ver⸗ brauch wird durch Hinzuzählen des zehnten Teiles auf die Geſamt⸗ menge des Deſtillats berechnet. Bei jeder Verſuchsreihe führt man einen blinden Verſuch aus, indem man 10 cem der alkoholiſchen Kali⸗ lauge mit ſo viel verdünnter Schwefelſäure verſetzt, daß ungefähr eine gleiche Menge Kali wie bei der Verſeifung von 5 g Fett ungebunden bleibt, und ſonſt wie bei dem Hauptverſuche verfährt. Die bei dem blinden Verſuche verbrauchten Kubikcentimeter ½⸗Normal⸗Alkalilauge werden von den bei dem Hauptverſuche verbrauchten abgezogen. Die ſo erhaltene Zahl iſt die Reichert⸗Meißlſche Zahl. Die alkoholiſche Kalilauge genügt den Anforderungen, wenn bei dem blinden Verſuche nicht mehr als 0,4 ccom ¼⁄⸗Normal⸗Alkalilauge zur Sättigung von 110 cem Deſtillat verbraucht werden. y) Der Nachweis von Seſamöl. Wenn keine Farbſtoffe vor⸗ handen ſind, die ſich mit Salzſäure allein rot färben, ſo werden 5 ccom geſchmolzenes Butterfett mit 0,1 cem einer alkoholiſchen Furfurollöſung (1 Raumteil farbloſes Furfurol in 100 Raumteilen abſoluten Alkohols gelöſt) und mit 10 cem Salzſäure vom ſpezifiſchen Gewicht 1,19 mindeſtens ½ Minute lang kräftig geſchüttelt. Wenn die am Boden ſich abſcheidende Salzſäure eine nicht alsbald verſchwindende deutliche Rotfärbung zeigt, ſo iſt die Gegenwart von Seſamöl nachgewieſen. Wenn Farbſtoffe vorhanden ſind, die durch Salzſäure allein rot gefärbt werden, ſo ſchüttelt man 10 cem geſchmolzenes Butterfett in einem kleinen cylindriſchen Scheidetrichter mit 10 ccm Salzſäure vom ſpezifiſchen Gewicht 1,125 etwa ½ Minute lang. Die unten ſich an⸗ ſammelnde rotgefärbte Salzſäureſchicht läßt man abfließen, fügt zu dem in dem Scheidetrichter enthaltenen geſchmolzenen Fette nochmals 10 ccm Salzſäure vom ſpezifiſchen Gewicht 1,125 und ſchüttelt wiederum ½ Minute lang. Iſt die ſich abſcheidende Salzſäure noch rot gefärbt, ſo läßt man ſie abfließen und wiederholt die Behandlung des ge⸗ ſchmolzenen Fettes mit Salzſäure vom ſpezifiſchen Gewicht 1,125, bis letztere nicht mehr rot gefärbt wird. Man läßt alsdann die Salzſäure abfließen und prüft 5 cem des ſo behandelten, geſchmolzenen Butter⸗ fetts nach dem oben beſchriebenen Verfahren auf Seſamöl. Zu dieſen Verſuchen verwende man keine höhere Temperatur, als zur Erhaltung des Fettes in geſchmolzenem Zuſtande notwendig iſt. Dieſer Nachweis von Seſamöl iſt beſonders bei der Entſcheidung. der Frage, ob Margarine der Butter zugeſetzt iſt, von Belang. Nach dem Beſchluſſe des Bundesrates vom 25. Juni 1897 ſollen bei Mar⸗ garine in 100 Gewichtsteilen der angewendeten Fette und Ole min⸗ deſtens 10 Gewichtsteile, bei Margarinekäſe mindeſtens 5 Gewichts⸗ teile Seſamöl vorhanden ſein. 4. Käſe. 157 richt Für die Beurteilung von Butter gelten folgende Anhalte⸗ ſſig⸗ punkte: Die marktfähige Butter ſoll mindeſtens 80% Milchfett ent⸗ Das halten. Der Gehalt an Kochſalz ſoll 2% nicht überſteigen; andere iller mineraliſche Beimengungen außer Kochſalz und ſolche von Mehl, pyfen Kartoffelbrei ꝛc. ſind als Verfälſchung zu beanſtanden. Die Reichert⸗ Ver⸗ Meißlſche Zahl liegt bei 26—32(bei Margarine bei 0,7—1,0). ſamt⸗ Andere Konſervierungsmittel als Kochſalz ſind unzuläſſig. Ebenſo iſt man die Anwendung von Färbemitteln(ſelbſt von ſolchen unſchädlicher Art) Kali⸗ zu verwerfen. Selbſtredend iſt talgige, ranzige oder bittere Butter eine oder ſolche von ekelerregendem Ausſehen oder widerlichem Geſchmack nden und Geruch vom Gebrauche auszuſchließen. dem ung 4. Käſe. de liche Je nach dem Grade der Entrahmung, den die zur Käſerei ver⸗ riche wendete Milch erfahren hat, unterſcheidet man Fettkäſe(aus Voll⸗ pon milch), Halbfettkäſe(aus gleichen Teilen Vollmilch und Magermilch), b Magerkäſe(aus entrahmter Milch) und Rahmkäſe(aus Rahm vor⸗ oder aus Gemiſchen von Rahm und Vollmilch). cen Die hauptſächlichſten Beſtandteile des Käſes ſind Waſſer, Stick⸗ ginng ſtoffſubſtanz und Fett neben geringeren Mengen von Mineralſtoffen ahos und Milchſäure. 119 Der zur Unterſuchung gelangende Teil des Käſes darf nicht nur oder der Rindenſchicht oder dem inneren Teile entſtammen, ſondern muß nüiche einer Durchſchnittsprobe entſprechen. Bei großen Käſen entnimmt fen. man mit Hilfe des Käſeſtechers ſenkrecht zur Oberfläche ein cylin⸗ en m driſches Stück, bei kugelförmigen Käſen einen Kugelausſchnitt. Kleine fett in Käſe nimmt man ganz in Arbeit. Die zu entnehmende Menge ſoll n vun mindeſtens 300 g betragen. it a⸗ Die Verſendung der Käſeproben muß entweder in gut gereinigten, in a ſchimmelfreien und verſchließbaren Gefäßen von Porzellan, glaſiertem nis Thone, Steingut oder Glas oder in Pergamentvapier eingehüllt ge⸗ gdenn ſchehen. Harte Käſe zerkleinert man vor der Unterſuchung auf einem 6 u Reibeiſen; weiche Käſe werden mittelſt einer Reibekeule in einer Reib⸗ ſen 6 ſchale zu einer gleichmäßigen Maſſe verarbeitet. n 3 Die Waſſerbeſtimmung kann mit der Beſtimmung des Fettes leh, 3 verbunden werden. Man verfährt dabei folgendermaßen: ahü 2,5— 4 g in kleine Würfel geſchnittene Hartkäſe werden in einem düte⸗ Erlenmeyerſchen Kölbchen genau abgewogen und auf 400 C. erwärmt, i A das Kölbchen wird darauf unter die Glocke einer Luftpumpe gebracht, 1 il um einen Teil des Waſſers zu entfernen. Dies Erwärmen und Eva⸗ it. kuieren wird ſo lange wiederholt, bis keine merkliche Gewichtsabnahme ceddm mehr eintritt. Der entwäſſerte Rückſtand wird zu wiederholten Malen g. Au— mit kaltem Ather digeriert, die ätheriſche Löſung des Fettes jedesmal ei N durch ein gewogenes, zuvor mit Ather ausgezogenes Filter gegoſſen le mi⸗ und der Rückſtand in einem Schälchen zerdrückt. Nach nochmaligem ewich⸗ Auswaſchen mit Ather wird der Rückſtand auf das Filter gebracht, 158. Milch⸗ und Molkereiprodukte. dort wiederholt mit Ather nachgewaſchen und zuletzt mit dem Filter in einen Extraktionsapparat gebracht, um ihn dort noch längere Zeit mit Ather auszuziehen. Dabei empfiehlt es ſich, die Maſſe einige Male aus dem Extraktionsapparate herauszu nehmen und wieder zu zer⸗ kleinern. Den Rückſtand trocknet man bei 100— 105⁰°C. in einem Trockenſchranke, bis keine Gewichtsabnahme mehr eintritt. Die ätheriſchen Löſungen ſammelt man in einem zuvor gewogenen Kölbchen, deſtilliert den Ather ab, trocknet das zurückbleibende Fett im Dampftrockenſchrank und wägt es. Aus der Differenz des Gewichts der urſprünglich verwendeten Käſemaſſe und der entfetteten Trockenſubſtanz ergiebt ſich die Menge des Waſſers, vermehrt um die Menge des Fettes; zieht man die letztere hiervon ab, ſo erhält man die Menge des Waſſers. Hierbei iſt zu berückſichtigen, daß ſowohl die für das Waſſer wie für das Fett gefundenen Zahlen einige andere Körper mit einſchließen. Mit dem Waſſer können beim Erwärmen einige flüchtige Stoffe (Ammoniak und in geringer Menge vorhandene andere Zerſetzungs⸗ produkte) fortgehen, und der Ather löſt außer dem Fette auch noch andere Stoffe, wie z. B. Milchſäure, auf. Wenn dieſe Mengen im allgemeinen auch nicht beſonders ins Gewicht fallen, ſo iſt es doch zweckmäßig, bei ſauren Käſen, inſonderheit bei Sauermilchkäſen, die Käſeprobe für die Fettbeſtimmung mit Sodalöſung bis zur neutralen oder ganz ſchwach alkaliſchen Reaktion zu verſetzen, den Käſe zu trocknen und dann erſt die Waſſer⸗ und Fettbeſtimmung in der beſchriebenen Weiſe vorzunehmen. Das Waſſer kann auch in der Weiſe beſtimmt werden, daß 3 bis 5 g Käſemaſſe in einer Platinſchale mit geglühtem Sande zerrieben und im Dampftrockenſchranke bis zum gleichbleibenden Gewichte ge⸗ trocknet werden. Zur Beſtimmung des Fettes kann man auch in der Weiſe verfahren, daß man 3— 5 g Käſemaſſe in einem Mörſer, auf deſſen Boden ſich eine entſprechende Menge geglühter Sand befindet, einige Stunden im Dampftrockenſchranke erwärmt. Darauf zerreibt man die Maſſe mit Sand, füllt dieſe Miſchung in eine entfettete Papierhülſe, ſpült die Schale mit entwäſſertem Äther aus und zieht die Miſchung im Extraktionsapparat 4 Stunden mit entwäſſertem Ather aus. Die Käſeſandmiſchung wird darauf nochmals zerrieben und wiederum 2 Stunden extrahiert. Schließlich wird der Ather abdeſtilliert, der Rück⸗ ſtand 1 Stunde im Dampftrockenſchranke getrocknet und gewogen. Die Beſtimmung des Stickſtoffs und der Aſche erfolgt nach den allgemein üblichen Methoden. Soll das Käſefett darauf unterſucht werden, ob es reines Milch⸗ oder Butterfett iſt, ſo ſtellt man ſich das Käſefett in folgender Weiſe dar: Etwa 300— 500 g Käſe werden in kleine Stücke zerſchnitten oder auch im Mörſer zerrieben, darauf in eine 4—5 1 faſſende weit⸗ halſige Flaſche gegeben, mit 700 bezw. 1200 cem verdünnter Kali⸗ lauge(50 g KOH in 1]) verſetzt und das Ganze ſodann geſchüttelt. ralen oinen benen 3 b rieben te ge⸗ Weiſe deſſen einige an die erhüſſ, üchem 4. Käſe. 159 Der Käſe löſt ſich auf und das Fett buttert innerhalb 5— 10 Minuten aus. Das erhaltene Fett wird darauf mehrere Male mit Waſſer durch⸗ geknetet und das Atzkali völlig ausgewaſchen; darauf wird das Fett ausgeſchmolzen und nach den unter„Butter“ angegebenen Methoden unterſucht. Anhaltepunkte für die Beurteilung. Für den Nachweis von fremden Fetten(Margarinekäſe) gelten die für die Beurteilung des Butterfettes maßgebenden Verhältniſſe. Das Verhältnis von Stickſtoffſubſtanz zum Fett iſt maßgebend für die Entſcheidung der Frage, ob Vollmilch oder Magermilch bezw. Gemiſche beider zur Herſtellung des Käſes gedient haben; da im Vollmilchkäſe der Fettgehalt ſtets höher iſt, als der Gehalt an Stickſtoffſubſtanz, ſo iſt Halbfett⸗ oder Magerkäſe als vorliegend anzuſehen, wenn der Gehalt an Fett ge⸗ ringer iſt, als der Gehalt an Stickſtoffſubſtanz. Stärkemehlhaltige Zuſätze(Kartoffelbrei) oder mineraliſche Zuſätze(Gips, Kreide) ſind als Verfälſchungen anzuſeheu. Die mit Käſefehlern behafteten Käſe ſind als minderwertig zu bezeichnen. Solche Käſefehler ſind: das Blau⸗ werden, das Rotwerden und das Schwarzwerden der Käſe, ferner das Bitterwerden der Käſe; alle dieſe Krankheiten werden durch Pilze oder Bakterien verurſacht. 160 Eier. Eier. Als Nahrungsmittel kommt hauptſächlich das Hühnerei in Frage. Die Schale dieſer Eier beſteht vorwiegend aus Calcium⸗ carbonat; darunter befindet ſich eiweißhaltige Membran. Der Dotter der unbebrüteten Hühnereier enthält nach Parke etwa 52,8% feſte Stoffe mit 15,6% Eiweiß, 10,7% Lecithin, 22,8% Fett, 1,7% Chole⸗ ſterin, 0,35% lösliche Salze und 0,61% unlösliche Salze. Das Gewicht eines Hühnereis ſchwankt im allgemeinen zwiſchen 30 und 72 g. Man konſerviert die Eier, indem man ſie in eine Maſſe einlegt, welche das Eindringen von Keimen aus der äußeren Luft verhindert, z. B. Kalkwaſſer, Fett, Gummi, Waſſerglas u. ſ. w. Für die Beurteilung der Hühnereier handelt es ſich hauptſächlich darum, feſtzuſtellen, ob die Eier friſch oder verdorben ſind. Man kann den Zuſtand der uneröffneten Eier einmal nach der Durchſichtig⸗ keit, dann auch nach dem ſpezifiſchen Gewichte prüfen. Friſche Eier ſind durchſcheinend; bei verdorbenen oder bebrüteten Eiern zeigen ſich oft undurchſichtige Stellen. Bei längerem Aufbewahren der Eier nimmt infolge der Waſſerverdunſtung der Luftraum im Innern des Eies zu; daher pflegen die länger aufbewahrten Eier in einer Salzlöſung(30 g Kochſalz in 500 ccm Waſſer) zu ſchwimmen, friſche Eier jedoch unterzuſinken. Eine ſichere Erkennung von gefaulten Eiern iſt jedoch auf dieſem Wege nicht möglich. Das ſpezifiſche Gewicht friſcher Eier beträgt 1,094 bis 1,078. Eier, deren ſpezifiſches Gewicht unter 1,015 geſunken iſt, ſind zu beſtanden. in um⸗ dtter feſte pole⸗ ſchen legt dert hlich Man ütig⸗ Eier eigen der nern ener riſche Eiern wicht rwicht Cr Waſſer. 161 Waſſer. Für das Ergebnis der Unterſuchung iſt die richtige Probe⸗ nahme ebenſo wichtig, wie die Unterſuchung ſelbſt. Vor allem iſt hierbei darauf zu achten, daß das Waſſer nicht in ungenügend ge⸗ reinigte Gefäße mit unreinen Verſchlüſſen(bereits gebrauchten Korken ꝛc.) gefüllt wird. Die Gefäße müſſen nach der ordnungs⸗ mäßigen Reinigung kurz vor der Probenahme mit dem zu unter⸗ ſuchenden Waſſer mehrmals ausgeſpült werden. Zugleich iſt bei der Probenahme die Tiefe des Brunnens, die Beſchaffenheit des Bodens bezw. der Bodenſchichten, die Umgebung des Brunnens beſonders die Entfernung der Aborte, Jauchebehälter ꝛc. von dem Brunnen feſtzuſtellen. Bei Brunnen⸗ oder Leitungswaſſer muß man das Waſſer erſt einige Zeit laufen laſſen, bevor man die Probe entnimmt. Für die chemiſche Unterſuchung ſind durchſchnittlich mindeſtens 2 1 erforderlich. Die chemiſche Unterſuchung eines Waſſers richtet ſich in erſter Linie nach der Frageſtellung und der Art der Nutzungszwecke eines Waſſers. Für ein Keſſelſpeiſe⸗ und Waſchwaſſer iſt vorwiegend die Härte, der Gehalt an Kalk, Magneſia und Verdampfungsrückſtand, für ein Bleich⸗ und Färbereiwaſſer die Klarheit und Helligkeit, Ge⸗ halt an Eiſen und organiſchen Stoffen von Belang, während an ein Waſſer für Brauerei⸗, Brennerei⸗ und Molkereizwecke, für Zucker⸗ fabriken ꝛc. im allgemeinen dieſelben Bedingungen geſtellt werden, wie an ein Trinkwaſſer. Bei letzterem pflegt man gewöhnlich nach den Vorprüfungen auf Ausſehen, Geruch, Geſchmack und Reaktion 1. qualitativ auf Ammoniak und ſalpetrige Säure zu unter⸗ ſuchen, 2. quantitativ zu beſtimmen: Abdampfrückſtand, Glühverluſt, Oxydierbarkeit, Salpeterſäure, Chlor, Schwefelſäure, Kohlenſäure, Kalk und Magneſia. Hierzu geſellt ſich vielfach noch die Beſtimmung des Eiſens, mitunter auch von Kali und Natron, und bei beſonderen Verun⸗ reinigungen die Beſtimmung derjenigen Beſtandteile, welche für dieſe maßgebend ſind. Die qualitative Prüfung auf Ammoniak geſchieht in der Weiſe, daß etwa 100 ccm Waſſer mit ca. ½ cem Natriumhydrat und 1 ccm Natriumcarbonat verſetzt werden; nach dem Abſetzen des Niederſchlages wird die überſtehende Flüſſigkeit mit Neßlerſchem Reagens verſetzt. Je nachdem eine ſchwach gelbe bis rotbraune Färbnng entſteht, enthält das Waſſer wenig oder viel Ammoniak. Zum Nachweis der ſalpetrigen Säure werden 50 cem des klaren farbloſen Waſſers(iſt das Waſſer gefärbt oder unklar, ſo wird es durch Zuſatz von 3 ccm Sodalöſung, 0,5 ccm Natronlauge und mit einigen Tropfen von Alaunlöſung geklärt und filtriert) mit etwa ½ cem Zinkjodidſtärkelöſung vermiſcht, dann 5—6 Tropfen verdünnter Wolff⸗Haſelhoff, Anleitung. 4. Auflage. 11 162 Waſſer. Schwefelſäure zugeſetzt und wieder gemiſcht. Je nachdem mehr oder weniger ſalpetrige Säure vorhanden iſt, entſteht ſofort oder erſt nach einiger Zeit eine Blaufärbung. Zur Beſtimmung des Abdampfrückſtandes werden 250 cem Waſſer in einer ausgeglühten und gewogenen Platinſchale auf dem Waſſerbade zur Trockne verdampft, der Rückſtand bei 1000 C. 1 Stunde lang getrocknet, im Exſikkator erkalten gelaſſen und gewogen; das Trocknen muß ſo lange fortgeſetzt werden, bis 2 Wägungen überein⸗ ſtimmen. Durch Erhitzen des Abdampfrückſtandes bis zur mäßigen Rotglut ermittelt man den Glühverluſt. Der erſte Glührückſtand wird mit Ammoniumcarbonat befeuchtet und nochmals ſchwach geglüht. Die Differenz zwiſchen der letzten Wägung des Abdampfrückſtandes und des ſo erhaltenen Glührückſtandes bedeutet nach Abzug des Kryſtall⸗ waſſers die ungefähre Menge der im Waſſer enthaltenen organiſchen Subſtanzen, während der Glührückſtand die Menge der waſſerfreien Mineralftoſfe ergiebt. Neben der im Abdampfrückſtand erhaltenen und durch Glüh⸗ verluſt beſtimmten Menge organiſcher Subſtanz enthält das Waſſer meiſt noch flüchtige organiſche Stoffe, welche ebenſo wie weitere leicht zerſetzliche organiſche Stoffe und oxydationsfähige Verbindungen namentlich den Geſchmack und Geruch des Waſſers beeinträchtigen; es iſt deshalb von großer Wichtigkeit, einen Ausdruck für dieſe Stoffe zu gewinnen. Zu ihrer vergleichenden Beſtimmung benutzt man die Eigen⸗ ſchaft derſelben reduzierend auf ſtark ſauerſtoffhaltige, leicht umſetzbare Salze, ſo namentlich auf Kaliumpermanganat zu wirken, und haben Kubel und Schulze Methoden darauf gegründet, welche immer noch die brauchbarſten für dieſen Zweck geblieben ſind. Kubel läßt die Kaliumpermanganatlöſung in ſaurer, Schulze dagegen in alkaliſcher Löſung einwirken. Das Verfahren von Kubel iſt einfacher und giebt etwas konſtantere Zahlen, dagegen iſt beim Schulzeſchen Verfahren die Mineraliſierung der organiſchen Subſtanzen eine vollſtändigere. Nach Kubel werden 100 cem des zu unterſuchenden Waſſers. welche am beſten in Meßkölbchen abgemeſſen werden, mit 5 cem verdünnter Schwefelſäure(1: 3) und mit 10 cem oder ſo viel 1/100⸗Normal⸗Chamäleonlöſung(vergl. unter Löſungen Nr. 17 am Schluß) verſetzt, daß das Waſſer auch nach dem Kochen noch ſtark rot gefärbt iſt. Dieſes wird ſodann erhitzt und vom Beginn des Kochens an gerechnet noch genau 5 Minuten lang gekocht. Darauf giebt man 10 ccm bezw. eine gleiche Anzahl Kubikcentimeter einer 1%⸗Normal⸗ Oxalſäurelöſung(vergl. unter Löſungen am Schluß Nr. 17) zu, läßt einige Minuten ſtehen, bis ſich die ausgeſchiedenen Flocken von Manganoxydul⸗ oxyd gelöſt haben, und titriert ſo lange mit ½⁄00⸗⸗Normal⸗Chamäleon⸗ löſung, bis eine ſchwache Rötung auftritt. Die Geſamtzahl der ver⸗ brauchten Kubikcentimeter ⁄109⸗Normal⸗Chamäleon, weniger 10 com — oder wenn 10 ccm ⁄10%⸗Normal⸗Chamäleon nicht genau 10 ccm Waſſer. 163 1⁄10⁰9⸗Normal⸗Oxalſäure entſprechen— weniger der Anzahl Kubik⸗ centimeter 1%m Normal⸗Chamäleon, welche 10 ccm /1% Normal⸗Oxal⸗ ſäure entſprechen, iſt die Zahl der für 100 ccm Waſſer verbrauchten Kubikcentimeter Chamäleonlöſung. Bei dem Verfahren von Schulze werden 100 ccm Waſſer mit ½ cem Natronlauge(1 Teil reinſtes Natriumhydroxyd in 2 Teilen Waſſer), ſodann mit 10 cem oder ſo viel 1⸗Normal⸗Chamäleon⸗ löſung verſetzt, daß das Waſſer auch beim Kochen noch rot gefärbt iſt. Das Kochen erfolgt in derſelben Weiſe wie vorhin, aber 10 Minuten lang. Die gekochte Flüſſigkeit läßt man auf 50— 600 C. erkalten, fügt 5 cem verdünnte Schwefelſäure(1:3) und 10 cem bezw. eine gleiche Anzahl Kubikcentimeter 1%⸗Normal⸗Oxalſäure zu und titriert eben⸗ falls mit derſelben Chamäleonlöſung, bis wieder Roſafärbung eintritt. Die Differenz aus der Geſamtzahl der Kubikcentimeter Chamäleon weniger der Anzahl Kubikcentimeter Chamäleon, welche 10 ccm /⁄100⸗ Normal⸗Oxalſäure entſprechen, giebt wieder die für 100 ccm Waſſer erforderliche Menge der /1%⸗Normal⸗Chamäleonlöſung an. Die nach einer dieſer beiden Methoden gefundene, der im Waſſer vorhandenen Menge organiſcher Stoffe entſprechende Anzahl Kubik⸗ centimeter Chamäleon⸗Löſung kann man auf verſchiedene Weiſe zum Ausdruck bringen. Angenommen, es entſprechen 10 ccm Chamäleon⸗ Löſung genau 10 ccm Oxalſäure und es ſind von erſterer 10 ccm durch urſprünglichen Zuſatz und 5 cem durch nachheriges Zurück⸗ titrieren verbraucht, ſo erfordern die in 100 ccm Waſſer vorhandenen organiſchen Stoffe zur Oxydation 5 ccm Chamäleon⸗Löſung oder 1 l: 0,316 5,0 10= 15,8 mg Kaliumpermanganat oder 0,08 ✕ 5,0% 10= 4,0„ Sauerſtoff, oder wenn man mit Wood und Kubel als Norm annimmt, daß 1 Gewichtsteil Kaliumpermanganat im allgemeinen 5 Gewichtsteilen organiſcher Subſtanz entſpricht, ſo enthält 1 1 Waſſer: 1,58 5,0 ✕ 10= 79,0 mg organiſche Stoffe. Die quantitative Beſtimmung der Salpeterſäure geſchieht am beſten nach der Methode von K. Ulſch. 1 1 des zu unterſuchenden Waſſers wird in einer Schale raſch über freier Flamme bis auf etwa 30 cem eingedampft. Dieſe werden in einen Kochkolben von ca. 600 cem Inhalt gegeben, die Schale noch mehrmals nachgeſpült, ſo daß die ganze Menge des Waſſers etwa 60—80 cem beträgt; hiermit verfährt man genau wie mit einer Salpeterlöſung nach S. 5 unter b. Zur Beſtimmung des Chlors werden 100 cem Waſſer mit etwa 1 cem einer Löſung von neutralem Kaliumchromat verſetzt und nun mit ½⁄⸗Normalſilberlöſung(ſalpeterſaurem Silber) ſo lange titriert, bis der anfangs weiße Niederſchlag rötlich wird(durch Ausſcheidung von chromſaurem Silber). 1 ccm der ¼10⸗Normalſilberlöſung entſpricht dann 0,00354 g Chlor oder 0,00584 g Chlornatrium. Die Schwefelſäure wird durch Fällung mit Chlorbaryum nach 11* 164 Waſſer. dem Anſäuern des Waſſers mit Salzſäure in der S. 19 angegebenen Weiſe gefunden. Die Kohlenſäure findet man nach folgender Methode. Man bereitet eine klare ammoniakaliſche Chlorbaryumlöſung(1 Vol. Chlor⸗ bariumlöſung[1: 10] und 2 Vol. wäſſeriges Ammoniak von 0,96 ſpezifiſchem Gewicht) durch Aufkochen und Abfiltrieren der Miſchung; von dieſer Löſung werden 50 ccm mit 200— 300 cem des zu prü⸗ fenden Waſſers vermiſcht, in zugeſtöpſelter Flaſche geſchüttelt und nach längerem Stehen an einem warmen Orte der Niederſchlag möglichſt raſch und bei Ausſchluß der Luft filtriert und gut ausgewaſchen; in dem gelinde geglühten Niederſchlage(das Filter verbrennt man für ſich und fügt die Aſche zu dem vom Filter genommenen Niederſchlag hinzu) beſtimmt man in einem hierzu paſſenden Apparate die Kohlen⸗ ſäure. Die Kohlenſäure kann man auch mit einer Miſchung von Chlorcalcium und Ammoniak ausfällen und die Beſtimmung nach der Pettenkoferſchen Methode ausführen. Es werden 100 cem des zu unterſuchenden Waſſers in einer Glasflaſche mit 3 cem einer faſt geſättigten Löſung von Chlor⸗ calcium und 2 cem einer geſättigten Salmiaklöſung verſetzt; hierauf fügt man 45 cem titriertes Kalkwaſſer hinzu, verſchließt die Flaſche, ſchüttelt um und läßt 12 Stunden ſtehen. Nach dieſer Zeit nimmt man von der klaren, über dem Niederſchlage befindlichen Flüſſigkeit mittelſt einer Pipette 50 cem, verſetzt mit einigen Tropfen empfindlicher Lackmustinktur oder beſſer noch Roſolſäure und läßt aus einer Bürette titrierte Oxalſäurelöſung zufließen, bis der letzte Tropfen derſelben eine Reaktion auf freie Säure bewirkt. Bei zu großem Zuſatz von Oxalſäure wird mit dem Kalkwaſſer zurücktitriert.— Die titrierte Oxalſäurelöſung erhält man durch Auf⸗ löſen von 2,864 g reiner kryſtalliſierter Oxalſäure in 1 1 deſtilliertem Waſſer; 1 ccm davon entſpricht dann 1 mg der durch Kalk gefällten Kohlenſäure. Die Beſtimmung von Eiſen, Kalk, Magneſia, Kali und Natron erfolgt nach den S. 15—20 angegebenen Methoden. Für techniſche Unterſuchungen des Waſſers auf deſſen Härte⸗ grad iſt die Clark'ſche Methode ſehr bequem und oft ausreichend, obgleich ſie nicht auf große Genauigkeit Anſpruch machen kann. Als Härtegrade bezeichnet man am einfachſten die Gewichtsteile(z. B. Milligramme) Kalk(die Magneſia iſt im Verhältnis zum Kalk meiſtens nur in geringer Menge zugegen und es kommt dafür eine äquivalente Menge Kalk in Rechnung), welche in 100 000 Gewichtsteilen Waſſer enthalten ſind. Die Beſtimmung geſchieht mittelſt einer titrierten Seifenlöſung. Die Seifenlöſung bereitet man nach Kubel am beſten, indem man 150 Teile Bleipflaſter und 40 Teile kohlenſaures Kalium zuſammenreibt, die gleichförmige Maſſe mit Alkohol auszieht, das Filtrat im Waſſerbade ver⸗ dampft und den Rückſtand in Alkohol von 56 Volumprozent, etwa 20 Teile Seife in 1000 Teilen Alkohol, auflöſt. Außerdem werden 0,523 g reines und trockenes, kryſtalliſiertes Chlorbaryum in Waſſer gelöſt und die Flüſſigkeit bis zu 11 Flüſſigkeit verdünnt. 100 cem dieſer Löſung werden ſo lange mit der Seifenlöſung verſetzt, bis nach ſtarkem Umſchütteln der öL —=S—— ————— ===— — —=—— rſchen Laſſers Chlor⸗ f fügt cüttet on der Pipette r oder elöſung Säule kwaſſe S Auf⸗ liertem kfällten t und ärte⸗ ſichen . Al 68 teiſtens valente Paſſer trierten m man eibt, de ade ver⸗ 2 Teil 9523 9 und die werden teln der Waſſer. 165 charakteriſtiſche Seifenſchaum(ſ. unten) entſteht. Nach dem Reſultat dieſes Verſuches wird die Seifenlöſung ſo weit mit Alkohol von 56 Volumprozent verdünnt, daß von der Löſung genau 45 com nötig ſind, um in 100 com der Chlorbaryumlöſung die Schaumbildung hervorzurufen. Die in 100 ccm der Chlorbaryumlöſung enthaltene Menge Baryt entſpricht genau 12 mg Kalk(Ca O). Bei der Ausführung des Verſuches werden 100 cem des zu unterſuchenden Waſſers in ein Glas mit eingeſchliffenem Stöpſel von etwa 200 cem Inhalt gebracht. Iſt die Härte des Waſſers größer als 12, was von vornherein immer beim Brunnenwaſſer an⸗ zunehmen iſt, ſo werden beim erſten Verſuche nur 10 ccm des zu prüfenden Waſſers abgemeſſen und in dem Stöpfelglaſe bis 100 cem, d. i. bis zur Marke mit deſtilliertem Waſſer aufgefüllt. Aus einer Bürette läßt man nun ſo lange die titrierte Seifenlöſung zulaufen, bis nach kräftigem Schütteln ein dichter, zarter Schaum entſteht, welcher 5 Minuten lang ſtehen bleibt. Anfangs läßt man die Seifen⸗ löſung zwiſchen jedesmaligem Schütteln reichlicher auf einmal zu— fließen, gegen Ende jedesmal nur etwa 0,5 bis 1 cem, zuletzt tropfen⸗ weiſe, bis ein geringer Überſchuß derſelben durch die Schaumbildung ſich zu erkennen giebt. Zu der nötigen Wiederholung des Verſuches nimmt man dieſelbe Menge Waſſer, oder wenn zu dem verdünnten Waſſer(10 zu 100) nur wenig Seifenlöſung verbraucht war, ent⸗ ſprechend mehr, 25 oder 50 ccm, ſo daß die nun im voraus an⸗ nähernd zu berechnende nötige Menge Seifenlöſung 45 ccm nie über⸗ ſteigt. Die beim erſten Verſuche gebrauchte Menge(reſp. die be⸗ rechnete) läßt man nun bis auf 1 oder 2 ccm auf einmal zulaufen und beendigt dann den Verſuch, indem man nach fernerem Zuſatz von je einigen Tropfen jedesmal ſchüttelt. Die Anzahl der ver⸗ brauchten cem Seifenlöſung ergiebt nach folgender Tabelle den ent⸗ ſprechenden Härtegrad, welcher, wenn das Waſſer mit deſtilliertem Waſſer verdünnt worden war, mit der betreffenden Zahl zu multi⸗ plizieren iſt. com Seifen⸗ Härtegrad oder cem Seifen⸗ Härtegrad oder löſung Milligr. CaO löſung Milligr. CaO 3,4 0,5 26,2 6,5 5,4 1,0 28,0 7,0 7,4 1,5 29,8 7,5 9,4 2,0 31,6 8,0 11,3 2,5 33,3 8,5 13,2 3,0 35,0 9,0 15,1 3,5 36,7 9,5 17,0 4,0 38,4 10,0 18,9 4,5 40,1 10,5 20,8 5,0 41,8 11,0 22,6 5,5 43,4 11,5 24,4 6,0 45,0 12,0 166 Waſſer. Ob ein Waſſer mehr Kalk als 12 Teile in 100,000 Teilen enthält, dasſelbe alſo zu verdünnen iſt, zeigt ſich beim erſten Zugeben der Seifen⸗ löſung zu dem unverdünnten Waſſer durch die Bildung flockiger Aus⸗ ſcheidung und einer eigentümlichen ſchaumigen Haut auf dem Waſſer, während Waſſer von geringerem Kalkgehalt durch den anfänglichen Zuſatz der Seifenlöſung nur opaliſierend wird.— Das Schütteln des Waſſers nach Zuſatz von Seifenlöſung muß immer auf dieſelbe Weiſe geſchehen, am beſten von oben nach unten, indem der Stöpſel und Hals des Glaſes mit der rechten, der Boden desſelben mit der linken Hand angefaßt wird. Bezüglich der Härte des Waſſers hat man zu unterſcheiden: a) Geſamthärte des Waſſers, welche bedingt iſt durch die ganze im friſchen Waſſer enthaltene Menge der Kalkerde, einerlei an welche Säuren dieſelbe gebunden iſt. b) Bleibende oder permanente Härte, bedingt durch die Kalkſalze, welche durch bloßes Aufkochen des Waſſers ſich nicht ab⸗ ſcheiden(ſchwefelſaures Calcium, Chlorcalcium dꝛc.). Zur Beſtimmung der bleibenden Härte werden 300 oder 500 cem Waſſer in einem etwa das doppelte Volumen faſſenden Kolben wenigſtens ½ Stunde lang gekocht. Nach dem Erkalten wird das gekochte Waſſer in eine 300 ccm, reſp. 500 cem faſſende Flaſche gegoſſen und der Kolben mit deſtilliertem Waſſer nachgeſpült, ſchließlich die Meßflaſche bis zur Marke gefüllt, das Ganze durchgeſchüttelt und filtriert. In 100 cem des filtrierten Waſſers(bei größerem Kalkgehalt in 50 ccm, mit 50 cem deſtilliertem Waſſer verdünnt) wird dann, wie oben angegeben, die Härte beſtimmt. c) Die temporäre Härte des Waſſers ergiebt ſich aus der Differenz zwiſchen der gefundenen Geſamthärte und der bleibenden Härte und iſt abhängig von der Menge Kalk(und Magneſig), welche durch freie Kohlenſäure aufgelöſt erhalten wird und alſo durch Kochen aus dem Waſſer ſich abſcheidet. Zuſaz Vaſſer een, am ſes mit d. n: rh die plei u rh di ct al⸗ 00 cem nigſten⸗ aſfer in ben mit Mat ltrieren lllierten umt. us der benden welch Kochen 1. Einzufordernde Samenmenge. 2. Probeziehung. 167 Sämereien. Für die Technik der Nachprüfungen gekaufter Saatwaren ſind ſeitens des Verbandes landwirtſchaftlicher Verſuchsſtationen i. D. R. die nachfolgenden Beſtimmungen beſchloſſen worden: I. Einzufordernde Samenmenge. Die für eine vollſtändige Unterſuchung erforderliche Samenmenge beträgt mindeſtens: 50 g von Anis, Baſtardklee, Birke, Dill, Fenchel, Grasſamen aller Art, Hornklee, Kerbel, Kreſſe, Möhre, Mohn, Peterſilie, Reſeda, Tabak, Weißklee; 100 g von Ahorn, Buchweizen, Cichorie, Dotter, Eibiſch, Erle, Eſche, Eſpar⸗ ſette, Gelbklee, Gurke, Hanf, Hirſe, Hornbaum, Inkarnatklee, Karde, Kohlarten, Lattich, Lein, Linſe, Luzerne, Maulbeere, Nadelhölzer, Raps, Rapünzchen, Rettich, Rotklee, Rübſen, Senf, Serradella, Sorgho, Spinat, Ulme, Waid, Wicke, Wieſenknopf(Poterium), Wund⸗ klee, Zwiebel; 250 g von Bohne, Eiche, Erbſe, Gerſte, Hafer, Kürbis, Lupine, Mais, Obſt⸗ kernen, Platterbſe, Roggen, Rotbuche, Runkel⸗ und Zuckerrübe, Sonnen⸗ blume, Sojabohne, Spelz, Weizen; 1 ⅛ 1 zur Beſtimmung des Volumgewichts von Getreide ꝛc. Es wird hierbei vorausgeſetzt, daß der Einſender eine gleich große, identiſche, durch den Zeugen verſiegelte Probe für eine etwaige Schiedsprüfung zurückbehalte und ordnungsmäßig(in einem trocknen, ungeheizten, froſtfreien Raume) aufbewahre. Die Verſuchs⸗Stationen erklären ſich jedoch bereit, die ſachgemäße Teilung eines richtig ge⸗ zogenen Geſamtmuſters von dem Doppelten der obigen Gewichts⸗ mengen ihrerſeits auszuführen und die nicht in Unterſuchung zu nehmende Hälfte ordnungsmäßig aufzubewahren.. 2. Probeziehung. Zur Entnahme einer zutreffenden Durchſchnittsprobe aus einer entſprechenden Anzahl der Säcke wird dem Einſender empfohlen: a) für kleinere, den Kleeſamen ähnlich gekörnelte Samengattungen der Nobbeſche„Kleeſamenſtecher“;“ b) für größere Samen(Getreide, Lein, Doldengewächſe ꝛc.) der Nobbeſche Kornprobenſtecher;“) c) für Rübenknäule, beſpelzte Gräſer ꝛc. die Entnahme zahlreicher (mindeſtens 10) kleiner Proben von verſchiedenen zweckmäßig gewählten Stellen des auf eine ſaubere Unterlage ausge⸗ breiteten, gut durchgearbeiteten Haufens. ¹) Zu beziehen durch den Klempner Matthes in Tharand. 168 Sämereien. Zur Sicherung der Entſchädigungsanſprüche ſollten die vor Zeugen entnommenen Proben in trockenen und feſten Behältern (Muſterbeuteln, Büchſen oder doppelten Papierkapſeln) eingeſendet werden; Rübenſamen(Beta) und andere auf ihren Waſſergehalt zu prüfende Proben ſtets in verſchloſſenen Gläſern oder Blechbüchſen. b 3. Engere Mittelprobe. Die Größe der zur Unterſuchung auf die fremden Beſtandteile im Laboratorium herzuſtellenden„engeren Mittelprobe“ ſoll mindeſtens betragen: 1 g von Riſpengräſern und Straußgräſern; 2 g von Drahtſchmele, Fuchsſchwanzgras, Goldhafer, rotem Schwingel, Schafſchwingel; 3— 4 g von Anis, Baſtardklee,¹) Dill, Honiggras, Ruchgras, Spörgel, Timothee, Weißklee; ¹) 5 g von Fenchel, Kammgras, Knaulgras, Kümmel, Möhre, Rapünzchen; 10 g von Gelbklee,¹) Inkarnatklee, ¹) Kohlarten, Luzerne,¹) Raps, Ray⸗ Heliedn, Rotklee, ¹) Rübſen, Serradella, ¹) Wieſenſchwingel, Wund⸗ ee: 20 g vnß Ahorn, Eſche, Eſparſette, Hirſe, Kiefer, Lärche, Lein, ¹) Linſe, me; 30 g von Buchweizen, Fichte, Hornbaum, Tanne, Wicke; 50 g von Cerealien, Runkel⸗ und Zuckerrübenknäulen; 100 g von Bohne, Bucheln, Eicheln, Erbſe, Lupine, Mais. Bei ungewöhnlich hoher Verunreinigung ſind zwei Mittelproben zu ziehen, deren Durchſchnittsergebnis maßgebend iſt. Vorſtehende Ziffern ſtellen das Minimum der Mittelprobe dar. Bei großkörnigen Proben wird darüber hinaus zu gehen ſein. Zur Herſtellung der„engeren Mittelprobe“ empfiehlt ſich die „Fließprobe“, d. i. das langſam gleichmäßige Ausſchütten aus einer Flaſche mit Ausguß unter gleichmäßiger periodiſcher Ausſonderung kleiner Mengen. 4. Echtheit. Die Echtheit der Gattung und Art der meiſten Kulturſamen iſt von der Kontroll⸗Station unſchwer feſtzuſtellen, da bei deren Vor⸗ ſtand die nötigen Kenntniſſe und außerdem der Beſitz einer Muſter⸗ ſammlung vorauszuſetzen ſind. Für die Echtheit von Varietäten iſt eventuell auf die Topf⸗ oder Feldprobe zurückzugreifen, wofür der iuſer in dieſem Falle ſich vom Lieferanten eine Garantie zu fordern at.— ¹) Auf Cuscuta iſt die ganze eingeforderte Menge auszuleſen, und zwar nicht bloß das Abgeſiebte, ſondern auch die auf dem Siebe zurück⸗ bleibenden Samen. Iſt eine Probe ſtark ſeidehaltig, ſo genügt die Ausleſe einer Mittelprobe von 25 bezw. 50 g. die einer rung n iſ Vor⸗ ſter⸗ äten der dern 9 und urüt⸗ usleſe 5. Reinheit.— 9. Keimkraft. 169 Die Nachunterſuchung von„Grasgemiſchen“ iſt von der Kontroll⸗ Station abzulehnen und dahin zu ſtreben, daß das Angebnt ſolcher Miſchungen aus den Preiskatalogen des Samenhandels verſchwinde. 5. Reinheit. Als„fremde Beſtandteile“ einer Samenprobe ſind nicht allein Spreu, Sand und fremde Samen— ſelbſt ſolche von gleichem oder höherem Marktwert— auszuſcheiden, ſondern auch äußerlich verletzte echte Samen und taube Scheinfrüchte, ſofern ſie unzweifelhaft als zur Keimung unfähig erkannt werden können. In Zweifelsfällen hat die Keimkraftprüfung zu entſcheiden. Die Gewichtsmenge der einzelnen verſchiedenartigen Fremdkörper einer Probe— auch taube, ſowie durch Druſch, Ritzmaſchine oder ſonſtwie verletzte Körner— ſollten, ſofern ſie in beachtenswerter Menge auftreten, für ſich beſtimmt und im Unterſuchungsbericht angegeben werden. Namentlich iſt dies angezeigt für fremde Samen, welche gleichwertig oder gar wertvoller ſind, als die zu liefernde Art oder Varietät. 6. Abſolutes Gewicht. Das abſolute Gewicht der Samen einer Probe wird entweder durch ſorgfältige Abzählung und Wägung von 2 1000 Körnern von durchſchnittlicher Beſchaffenheit(nach Größe, Farbe, Aus⸗ bildung) ermittelt oder, noch beſſer, durch Auszählung einer größeren gereinigten Mittelprobe. 7. Volumengewicht. Die Beſtimmung des Volumgewichtes geſchieht durch mindeſtens dreimalige Wägung einer und derſelben Mittelprobe mittelſt des neueren 1 Liter⸗Apparates der Kaiſerlichen Normal⸗Eichungs⸗ Kommiſſion. Eine vorgängige Reinigung der Probe iſt nur dann auszuführen, wenn es ſich um die Wertbeſtimmung einer Sorte als ſolcher handelt. 8. Mehligkeit. Die Prüfung von Weizen und Gerſte auf Mehligkeit bezw. Hornigkeit(Glaſigkeit) geſchieht mittelſt des Farinometers von Printz in Karlsruhe. 2 100 Körner ſind zu durchſchneiden und in 5 Mehlig⸗ keitsſtufen zu ſortieren, woraus der prozentiſche Mehligkeitsgehalt der Probe berechnet wird. 9. Keimkraft. a) Zahl der anzukeimenden Samen. Zur Ermittelung der Keimkraft ſind anzuſetzen: im allgemeinen 3 100 Körner, von Bucheln, 170 Sämereien. Eicheln u. a. großen Samen 3 50 Körner.(Betreffs feinerer Gras⸗ ſamen und Beta ſ. jedoch weiter unten.) Die Abzählung der für den Keimverſuch beſtimmten Samen ſoll aus einer gereinigten Mittelprobe mit größter Sorgfalt in der Weiſe geſchehen. daß unter den je 100 bezw. 50 Körnern die Zahl der großen, mittleren und kleinen, der hellen und dunklen Körner (bei Nadelhölzern ꝛc.), ſowie ſolcher verſchiedenen Reifegrades in an⸗ nähernd demſelben Verhältnis in der Keimprobe vertreten ſind, wie in der eingegangenen Geſamtprobe. Überſchreitet die Abweichung der Einzelverſuche untereinander bei hochkeimenden Proben 10%, bei ſolchen, deren Keimfähigkeit 50% nahe liegt, 15%, ſo iſt die Keimkraftprüfung zu wiederholen. b) Vorquellung. Eine fünfſtündige Vorquellung in reinem Waſſer wird für große Samen(Erbſen, Beta ec.) empfohlen. Dieſer Zeitraum iſt in die Keimkraftprüfungsdauer einzurechnen. c) Keimbett. Die Art des Keimbetts iſt von geringerer Be⸗ deutung, als daß die angeſetzten Körner den wirklichen Durchſchnitts⸗ charakter der Probe darſtellen, vorausgeſetzt, daß Wärme, Feuchtigkeit und Luftzutritt gut geregelt werden. In erſter Linie wird ein ſtarkes, ſteriliſiertes Fließpapier empfohlen(z. B. Drewerhoff, Dresden, Kat.⸗Nr. 251), ferner Sand; auch Thonapparate ſind zuläſſig. Eine zu große Feuchtigkeit des Keimbetts iſt unter allen Um⸗ ſtänden zu vermeiden. Das Fließpapier wird mit 70% der waſſer⸗ haltenden Kraft des Papiers befeuchtet und in dieſem Feuchtigkeits⸗ zuſtande thunlichſt erhalten.— Erneuerung des Keimbetts während der Prüfung nach Bedarf. Chemiſche Behandlung der Samen iſt unſtatthaft. d) Temperatur des Keimbetts. Die Keimkraftprüfungen ſollen(womöglich in Thermoſtaten) bei konſtant 20° C. ausgeführt werden. Bei Agrostis, Aira, Alnus, Alopecurus, Baldingera, Beta, Betula, Dactylis, Daucus, Glyceria, Morus, Nicotiana, Pinus Strobus, Poa, Zea iſt dagegen eine täglich ſechsſtündige Erhöhung der Keim⸗ bettwärme auf 30⁰ C. erforderlich. e) Beleuchtung des Keimbetts. Die Keimkraftprüfungen werden unter Ausſchluß künſtlicher Belichtung ausgeführt. f) Zeitdauer des Keimverſuchs. Der Abſchluß des Keim⸗ verſuchs wird feſtgeſetzt: nach vollen 10 Tagen für Bohnen, Buchweizen, Cerealien, Cichorie, Dotter, Erbſe, Kleearten, Kohlarten, Kreſſe, Kürbis, Lein, Linſen, Lupinen, Mais, Mohn, Platterbſe, Raps, Rettich, Rübſen, Senf, Sojabohne, Sonnenblume, Spörgel, Timothee, Wicke; „ Dill, Eſparſette, Fenchel, Glanzgras, Hanf, Horn⸗ klee, Kerbel, Möhre, Raygräſer, Reſeda, Rüben⸗ knäule, Serradella, Sorgho, Tabak, Wieſenknopf (Poterium); „ Eibiſch, Gräſer(ausgen. Ripſen⸗ und Raygräſer und Timothee), Maulbeere; —— nnd uygriſer 10. Beta. 171 nach vollen 28 Tagen für Ahorn, Anis, Birken, Eichen, Erlen, Hornbaum, Nadelhölzer(ausgen. Pinus sylvestris und Strobus), Riſpengräſer, Rotbuchen; „„ 42„„ Obſtkerne, Pinus sylvestris und P. Strobus. Nach dem Abſchluß des Keimverſuchs mit Nadelhölzern iſt zur Feſtſtellung des Zuſtandes der nicht gekeimten Samen die Schnitt⸗ probe auszuführen und im Unterſuchungsbericht anzugeben, wie viele der nicht gekeimten Samen taub, faul und noch ſcheinbar friſch be⸗ funden worden ſind. Im allgemeinen iſt nur die wirklich gefundene prozentiſche Keimkraft für den„Gebrauchswert“(das Produkt aus Reinheit und Keimkraft) in Anſatz zu bringen. Papilionaceen⸗Samen, welche beim Abſchluß des Keimverſuchs zwar noch nicht gekeimt, aber geſund gequollen ſind, gelten als gekeimt. Die Prozentzahl der beim Ab⸗ ſchluß des Keimverſuchs noch ſcheinbar friſch(Nadelhölzer, Beta) bezw. noch ungequollen oder„hartſchalig“(Papilionaceen) befundenen Samen iſt jedoch nebenbei im Unterſuchungsberichte aufzuführen, mit dem Bemerken, daß ein im Einzelfall unbeſtimmbarer Bruchteil derſelben vorausſichtlich noch nachkeimen dürfte. Samen, welche ihre Stammachſe früher als das Würzelchen, her⸗ vorſtrecken, oder die infolge von Verletzungen im Keimbett zerfallen, werden einſtweilen in Beobachtung behalten. Entwickeln ſie bis zum Abſchluß des Verſuches eine oder mehrere geſunde Wurzeln, ſo werden ſie als gekeimt gerechnet, andernfalls nicht. g) Keimungs⸗Energie. Für die Beſtimmung der„Keimungs⸗ Energie“ einer Samenprobe wird eine Zeitdauer feſtgeſetzt von: 3 Tagen bei Cerealien(ausgen. Hafer), Cichorie, Dotter, Erbſen, Kleearten, Kohlarten, Kreſſe, Lein, Linſe, Mohn, Olrettich, Raps, Rettich, Rübſen, Senf, Sojabohne, Spörgel, Wicken; Bohnen, Buchweizen, Gurke, Hafer, Kürbis, Lupinen, Sonnen⸗ blume, Spinat; 5„„ Beta, EWibiſch, Eſparſette, Glanzgras, Platterbſen, Raygräſern, Serradella, Tabak, Timotheegras, Wieſenknopf(Poterium), Wieſenſchwingel; 6„„ Fenchel, Goldhafer, Hornklee, Kerbel, Möhre, Reſeda, Sorgho, Straußgräſern; 7„„ Fichte, Fuchsſchwanzgras, Glanzgras, Kammgras, Knaulgras, Maulbeere, Pimpinella, Ruchgras, roter und Schafſchwingel, Schmiele; 10„„ Ahorn, Birke, Erle, Lärche, Riſpengras, Tanne; 14 Pinus sylvestris und Strobus. 4 10. Beta. Bei der Prüfung von Runkel⸗ und Zuckerrübenknäulen wird durch die Beziehung der von einer beſtimmten Anzahl Durch⸗ ſchnittsknäulen von bekanntem Gewicht gewonnenen Keimpflänzchen auf die in den Knäulen enthaltenen(durch die nachträgliche Schnitt⸗ 172 Sämereien. probe zu ermittelnden) Samen die wirkliche Keimkraft zuverläſſig beſtimmt. Bei Schiedsanalyſen iſt daher dieſe Beſtimmung der Samenzahl durch nachträgliche Schnittprobe ſtets durchzuführen. Für gewöhnlich wird folgendes abgekürzte Verfahren für Beta als zuläſſig erklärt. Es wird zunächſt das Durchſchnittsgewicht der Knäule aus einer korrekt gezogenen, von fremden Beſtandteilen und event. von anhaftenden Hochblättern(durch Reiben) befreiten Mittelprobe, welche mindeſtens 2000 Knäule enthält,— noch ſicherer aus der ganzen eingegangenen (gereinigten) Probe— durch Wägung und Zählung beſtimmt. Hierauf werden 3 100 Durchſchnittsknäule(unter denen große, mittlere und kleine in annähernd gleichem Verhältnis enthalten ſind, wie in der Geſamtprobe), jede 100 für ſich, von der gereinigten Mittel⸗ oder Geſamtprobe abgezählt und gewogen. Weicht das Gewicht der einen oder anderen 100 Knäule von dem Durchſchnittsgewicht um 10 und mehr Prozente ab, ſo werden erſtere durch Auswechſelung einzelner Körner in eine nähere Übereinſtimmung mit dem Durchſchnittsgewicht gebracht. Letzteres, ſowie das Gewicht der je 100 Knäule iſt in dem Unter⸗ ſuchungsberichte anzugeben. Die 3 100 Körner werden alsdann 5 Stunden vorgegquellt, hierauf zur Keimung bei einer wechſelnden Temperatur von 20° C. (täglich 18 Stunden) und 30⁰ C.(6 Stunden täglich) angeſetzt. Am 3., 5.(Keimungs⸗Energie!), 8., 11. Tage werden die jeweils gekeimten Knäule in ein gemeinſames zweites Keimbett übertragen. Am 14. Tage wird der Verſuch mit der Feſtſtellung der ungekeimten Knäule, ſowie der von den gekeimten gewonnenen, auf 100 Knäule und auf 1 g der rohen Probe zu berechnenden Anzahl Keimpflanzen abgeſchloſſen. U. Grasſamen. Bei Schiedsprüfungen der feineren bezw. ſchwierigen Grasſamen: Poa, Agrostis, Alopecurus, Arrhenatherum, Dactylis, Festuca ovina und rubra, Aira ec., wird folgendes Verfahren eingeſchlagen: Man zieht eine Mittelprobe von der oben(3) vorgeſchriebenen Größe und lieſt die„fremden Beſtandteile“(Steinchen, fremde Samen und Spreu) heraus. Von den ſo gereinigten Scheinfrüchten werden zwei kleine Mittelproben hergeſtellt, ſo groß, daß jede mindeſtens 300— 400 volle Körner enthält. Bei Dactylis, Festuca ovina, Alopecurus genügen für dieſen Zweck 0,4 g, bei Arrhenatherum 1,0 g, bei Poa und Agrostis 0,1 g. Kleine Modifikationen dieſer Gewichtsmengen werden bedingt durch den annähernd abzuſchätzenden größeren oder geringeren Gehalt an tauben Scheinfrüchten.— Beide Mittelproben werden genau gewogen, auf 5 Stunden zum„Vorquellen“ in reines Waſſer von 20⁰ C. und ſodann ins Keimbett gebracht.— Im Verlauf der nächſten Tage— jedenfalls bis zu dem die Keimungs⸗Energie anzeigenden Zeitpunkt— werden die im feuchten u rlſſig mder ühren. ta als einer tenden deſtens ngenen Hierauf re und in der Oder einen dmehr Körner bracht. Unter⸗ quellt 0⁰C. Am eimten Tage näule, uf 1 lloſeen. ſamen: orina tebenen Samen kleine volle ſenügen da und werden ingeren werden Paſſer em die feuchten Keimapparate. 173 Zuſtande leichter erkennbaren leeren oder ſolche Scheinfrüchte, die ſtatt des Korns Antheren oder Inſektenlarven enthalten, ausgeſchieden; die eine— wenn auch mangelhaft entwickelte— Karyopſe enthaltenden Scheinfrüchte verbleiben, der Zahl nach genau beſtimmt, im Keimbett und werden im allgemeinen bei konſtant 200 C., die unter 9 ge⸗ nannten Gattungen aber, wie dort angegeben, bei einer zwiſchen 20 und 30⁰ C. intermittierenden Temperatur geprüft.— Das Ergebnis der Keimkraftprüfung wird auf 1 g der rohen Probe, ſowie prozen⸗ tiſch berechnet.— Die herausgeleſenen Scheinfrüchte werden bei Zimmertemperatur wieder getrocknet und ihr Lufttrockengewicht dem „Fremden“ zugerechnet. Keimapparate. Für die Ermittelung der Keimfähigkeit ſind eine ganze Anzahl Keimapparate im Gebrauch. In einfacher Weiſe kann man derartig verfahren, daß eine Doppellage weißen Fließpapieres von Fig. 16. Keimbett aus Fließpapier. Fig. 17. Keimapparat. etwa 23 cm Länge und 15 cm Breite viereckig gefalzt wird(Fig. 16); die Samenkörner werden in dem mittleren Quadratraum verteilt, das Papier darüber zuſammengeſchlagen und befeuchtet. Hierauf wird das Päckchen auf eine angefeuchtete Doppellage Fließpapier in einer großen Glas⸗ oder Porzellanſchale(event. Suppenteller) gelegt, mit einer ebenſolchen Lage bedeckt und bei Zimmertemperatur aufge⸗ ſtellt. Die Regulierung der Feuchtigkeit erfordert eine 3malige täg⸗ liche Reviſion. Von J. König iſt folgender Apparat konſtruiert, welcher ſich gut bewährt hat. Derſelbe beſteht aus einem einfachen 20 cm breiten, 23 cm langen und 4 cm hohen viereckigen Kaſten von Zinkblech (Fig. 17), welcher in der Mitte durch einen Zinkblechſtreifen, der 174 Sämereien. aber nicht bis auf den Boden reicht, in 2 Abteilungen geteilt iſt. In jede Abteilung ſind 2 Glasſcheiben g von ca. 4 cm Breite eingepaßt und wird der Apparat wie folgt gehandhabt: Man ſchneidet aus einer Zfachen Lage gewöhnlichen Filtrier⸗ papiers Streifen von 9 ½ cm Breite und 17 cm Länge, legt dieſelben der Länge nach ſo auf die Glasſcheiben g, daß nach dem Falzen des Papiers an beiden Seiten gleichlange Streifen herunterhängen und legt die ſo hergerichteten Glasſcheiben wieder in den Apparat. Alsdann füllt man den Blechkaſten zu ½ mit Waſſer; die in das Waſſer tauchenden Papierſtreifen ziehen das Waſſer an und halten auch den auf der Oberſeite der Glasſcheiben befindlichen Teil des Filtrierpapiers ſortwährend feucht. Wenn dieſer Teil des Filtrierpapiers hinreichend durchfeuchtet iſt, preßt man dasſelbe feſt an das Glas an, zählt 2mal 100 Körner des zu unterſuchenden Samens ab und verteilt die einen 100 Körner gleich⸗ mäßig auf die 2 Papierſcheiben der einen Hälfte, die anderen 100 Körner auf die 2 Papierſcheiben der anderen Hälfte des Apparates. In jedem Apparate können ſo bei kleineren Sämereien jedesmal 2 Proben von je 100 Körner zur Beſtimmung der Keimfähigkeit ange⸗ ſetzt werden; bei größeren Sämereien(Lupinen, Mais ec.) verteilt man die 100 bezw. 50 Körner auf die 4 Papierſcheiben und nimmt für die Doppelprobe einen zweiten Apparat. Nach dem Bedecken des Apparates mit dem Zinkdeckel ſtellt man ihn an einen Ort, der eine konſtante Temperatur von 200 beſitzt. Sonſtige Beſtimmungen. Nach den von den Vorſtehern deutſcher Verſuchsſtationen ge⸗ troffenen Vereinbarungen ſoll ein Gehaltsſpielraum(Latitüde) zu gunſten des Verkäufers bis zu 5% des Gebrauchswertes als den Fehlergrenzen der Verſuche als ausreichend erachtet worden, d. h. wenn z. B. von 83,5% garantiertem Gebrauchswert nur 79,32%(alſo 4,18% weniger) gefunden werden, ſo muß ſich der Känfer, ohne Schadenerſchatz beanſpruchen zu können, zufrieden geben. Fehlt mehr, alſo etwa 6%, oder wenn ſtatt 83,5% nur 77,5% vorhanden ſind, ſo muß Vergütung eintreten und in dieſem Falle nach vielfachen Kontraktbeſtimmungen für den ganzen Fehlbetrag. Iſt der vereinbarte Preis= 50 M für 1 Ctr. geweſen, ſo koſtet nach der Garantie eine Einheit Gebrauchswert S3= 0,597 M, alſo ſind vom Preiſe abzuziehen 0,597 6= 3,58 M; oder wenn die zugeſtandenen 4,18% Latitüde auch in größeren Differenzfällen gelten, kann 0,507(6,00— 4,18)= 1,09 M vom vereinbarten Preiſe ab⸗ gezogen werden. Was den Gehalt an Seide, Cuscuta,(Kleeſeide oder Flach⸗ ſeide) anbelangt, ſo ſoll ein Gehalt an Cuscuta bis zu 10 Körnern en Sonſtige Beſtimmungen. 175 für 1 kg in einer als„ſeidefrei“ verkauften Ware einen Abzug von 5% des Kaufpreiſes bedingen, ein Gehalt von 11—30 Körnern einen Abzug von 10%. Wenn aber der Gehalt an Cuscuta die Ziffer von 30 Körnern pro 1 kg überſchreitet, ſoll der Käufer berechtigt ſein, die Ware zur Dispoſition zu ſtellen. Als„Gebrauchswert“ einer Samenart gilt die aus Rein⸗ heit und Keimkraft berechnete Prozentzahl. Der Rechnungsanſatz wird auf das nach dem Ausleſen verbliebene Gewicht der Probe baſiert, indem angenommen wird, daß die durch letztere bedingten Verluſte (Verſtäuben, Waſſerverdunſtung, zufällige Verluſte) dem Durchſchnitts⸗ charakter der Probe entſprechen. Nimmt man an, man hat 25 g Rotklee abgewogen und darin 24,565 g reinen Samen und 0,411 g Verunreinigung gefunden, ſo beträgt die Summe der zurückgewogenen Samenbeſtandteile 24,565+ 0,411= 24,976, alſo die Verunreinigung(X) in Prozenten: 24,976: 0,411= 100: Xx(= 1,64%). Alſo Verunreinigung= 1,64%, reiner Samen= 98,36%. Hat der reine ausgeleſene Samen eine Keimfähigkeit von 88,55% ergeben, ſo iſt der Gebrauchswert 98,36* 88,55= 87,10%. 100 176 Darſtellung der Löſungen der Reagentien. Darſtellung der Löſungen der Reagentien. 1. Normal⸗Schwefelſäure bezw. Normal⸗Salzſäure. Als Normalſäure pflegt allgemein Normal⸗Schwefelſäure an⸗ gewendet zu werden, welche für 11= 40 g SO0. oder 49 g H,SOZ ent⸗ hält. Bei Anwendung von Salzſäure hat die Normalſäure= 36,46 g HCl für 1 1. Man ſtellt zunächſt annähernd richtige Löſungen her, indem man entweder 52— 53 g reine konzentrierte engliſche Schwefelſäure mit Waſſer zu 1 1 verdünnt, oder indem man Schwefelſäuremiſchungen von 1,032—1,033 ſpezifiſchem Gewicht(mit 41—42 g 80, pro 1!) herſtellt; für die Bereitung der Normalſalzſäure dient eine verdünnte Salzſäure von 1,018—1,019 ſpezifiſchem Gewicht(mit 37— 39 g HCI pro 1 1). a) Zur genauen Einſtellung der Säureflüſſigkeit füllt man eine Quetſchhahnbürette mit der betreffenden Säurelöſung, eine zweite mit einer Natronlauge, welche annähernd die Normalmenge von 31 g Naa O pro 1 1 enthält, läßt dann 20 ccm der Säure in ein etwa 100 ccm Waſſer enthaltendes Becherglas ablaufen, färbt mit Cochenille⸗ löſung gelb oder mit Lackmustinktur ſchwach rötlich und ſetzt ſodann von der Natronlauge zu, bis die Flüſſigkeit eben rot bezw. blau er⸗ ſcheint. Nach einigen Minuten lieſt man den Flüſſigkeitsſtand in beiden Büretten ab. Man erfährt ſo, in welcher Beziehung die Natron⸗ lauge zur Säure ſteht. Man wägt alsdann von reinem, vollkommen waſſerfreien kohlen⸗ ſauren Natrium ¹) zwei Portionen ab, welche etwa 1,0—1,5 g be⸗ tragen, bringt ſie in Kochfläſchchen von etwa 300 ccm Inhalt und löſt jede Portion in 100 bis 150 cem Waſſer. Man erwärmt eine der Löſungen des kohlenſauren Natriums, ſetzt Cochenillelöſung oder Lackmustinktur zu und fügt aus der Bürette in kleinen Portionen unter Umſchwenken ſoviel von der Säure zu, daß die Flüſſigkeit gelblich bezw. rötlich-⸗violett geworden iſt. ¹) Das reine waſſerfreie kohlenſaure Natrium ſtellt man ſich aus käuf⸗ lichem, möglichſt reinem doppeltkohlenſauren Natrium her. Man zerreibt dasſelbe, bringt es in einen Trichter, welcher in der Spitze ein kleines Filter enthält, drückt es feſt, ebnet die Oberfläche, legt eine mehrfache Lage Filtrier⸗ papier darauf, gießt wiederholt kleine Mengen kalten, deſtillierten Waſſers auf und ſetzt dieſes Auswaſchen ſo lange fort, bis die ablaufende Löſung ſich als ganz frei von Schwefelſäure und von Chlor erweiſt. Man trocknet dann das ausgewaſchene Salz und erhitzt es mäßig in einer Platinſchale, um das doppelt⸗kohlenſaure Salz in waſſerfreies, einfach kohlenſaures Salz über⸗ zuführen. Dies zerreibt man und hebt es zum Gebrauche auf. Vor dem Abwägen erhitzt man eine geeignete Menge im Platintiegel längere Zeit mäßig und bringt das noch heiße Pulver in ein warmes, trocknes, zu ver⸗ ſchließendes Röhrchen, welches im Exſikkator aufbewahrt wird. —14—— ,—— . „ e an⸗ N ent⸗ 069 nman e mit ſungen *1]) dünnte g HC n eine te mit 31 g etwa nille⸗ odann au er⸗ nd in atron⸗ kohlen⸗ g be⸗ t und triums, Bürette ure zu us käuf⸗ mmi es Filber Filbier⸗ ſers uuf ſch ab 44 das um das i über⸗ Vor dem gere Zei l de Darſtellung der Löſungen der Reagentien. 177 Man erhitzt ſodann zum gelinden Sieden und erhält eine Zeit lang darin. Die Flüſſigkeit wird hierbei in dem Maße, als die freie Kohlenſäure entweicht, wieder blau. Man läßt weiter Säure zufließen, bis auch nach dem Kochen die Wlüſſnlelt deutlich gelb bezw. gelbrot bleibt, und läßß alsdann aus der Laugenbürette ſoviel Natron⸗ lauge vorſichtig zutropfen, bis die Flüſſigkeit eben hellrot bezw. blau erſcheint. Nach einigen Minuten lieſt man den Flüſſigkeitsſtand in beiden Büretten ab, berechnet aus der verbrauchten Lauge nach dem oben gefundenen Verhältniſſe die überſchüſſig zugeſetzte Säure, zieht dieſe von der im ganzen verbrauchten Menge Säure ab und erhält ſo die Menge, welche zur Sättigung der abgewogenen Menge des kohlenſauren Natriums gedient hat, und damit auch den genauen Ge⸗ halt der darin enthaltenen Säure, denn 1 Aaquivalent kohlenſaures Natrium oder 53,04 g desſelben entſprechen 1 Aquivalent Säure, alſo 40 g Schwefelſäure oder 36,46 g Salzſäure ꝛc. Beiſpiel: Angenommen, es ſei gefunden, daß 20 ccm der Säure = 19,5 ccm Natronlauge entſprechen; zu 1,2 g kohlenſaurem Natrium ſeien verbraucht 22 ccm Säure und zum Zurücktitrieren der über⸗ ſchüſſig zugeſetzten Säure 1,2 ccm Natronlauge; da 20,0 ccm Säure = 19,5 ccm Natronlauge ſind, ſo entſprechen 1,2 ccm Lauge= 1,23 ccm Säure. Zur Sättigung des kohlenſauren Natriums ſind ſomit verbraucht 22— 1,23= 20,77 cem. Dieſe enthalten alſo die dem 1,2 g verwendeten kohlenſauren Natrium äquivalente Menge Schwefelſäure oder Salzſäure ꝛc., welche bei erſterer, berechnet aus dem Anſatze: 53,04:40= 1,2: X zu 0,90497 g Schwefelſäure ſich ergiebt; bei letzterer, aus dem Anſatze: 53,04: 36,46= 1,2: X 0,80647 g Salzſäure. Da dieſe Mengen in 20,77 cem enthalten ſind, ſo ergiebt ſich für 1000 cem ein Gehalt von 43,5715 g Schwefelſäure oder 38,8286 g Salzſäure. Man verfährt mit der zweiten Portion von kohlenſaurem Natrium genau in derſelben Weiſe und vergleicht, ob beide Beſtimmungen das⸗ ſelbe oder faſt dasſelbe Reſultat ergeben, was am anſchaulichſten da⸗ durch hervortritt, daß man beide Reſultate auf 1 g kohlenſaures Natron umrechnet. Differiert der Säuregehalt aus den beiden Beſtimmungen nicht mehr als um 0,1 g auf 1000 cem berechnet, ſo wird das Mittel aus beiden Beſtimmungen als richtig angenommen. Iſt die Differenz je⸗ doch größer, ſo muß mit einer neuen Portion kohlenſauren Natriums ein dritter Verſuch angeſtellt werden. Aus der nach oben hergeſtellten etwas ſtärkeren Säurelöſung wird die Normalſäure hergeſtellt, indem man dieſelbe ſo verdünnt, daß in 1000 cem, gemeſſen bei 17,5° C., die Äquivalentzahl der betreffenden Säure(= 1) in Grammen enthalten iſt. Wären, wie im obigen Beiſpiel, in 1000 cem nach der erſten Wolff⸗Haſelhoff, Anleitung. 4. Auflage. 12 178 Darſtellung der Löſungen der Reagentien. Beſtimmung 43,5715 g, nach der zweiten 43,6625 g, im Mittel alſo 43,6170 g Schwefelſäure gefunden, ſo müßten nach der Gleichung: 40,0: 1000= 43,617: x; X= 1090,4, je 1000. ccm der verwendeten Schwefelſäurelöſung durch Zuſatz von deſtilliertem Waſſer zu 1090,4 com verdünnt werden. Es geſchieht dies einfach, indem man einen Literkolben bis an die Marke mit der Säure, deren Temperatur auf 17,5° gebracht iſt, füllt, dieſelbe vor⸗ ſichtig in die größere, zum Aufbewahren beſtimmte trockene Flaſche gießt, dann den Kolben mit 90,4 ccm Waſſer, welche man mit einer Bürette oder Pipette abmißt, ausſpült und in die große Flaſche nach⸗ füllt. Man bringt dann nochmals etwa die Hälfte der Flüſſigkeit in den Kolben zurück, ſpült um, bringt wieder in die Flaſche, miſcht und bewahrt auf. 2. Normal⸗Alkali. Für die Natronlauge iſt von Belang, daß ſie kohlenſäurefrei iſt. Man löſt für den Zweck 850 g oder auch die doppelte Menge(1700 g) Natriumhydroxyd, um einen größeren Vorrat zu haben, in 10 l deſtil⸗ liertem Waſſer und ſetzt ſo lange Kalkwaſſer zu, bis bei neuem Zuſatz keine Fällung oder Trübung mehr eintritt. Viel beſſer als die Behandlung mit Kalkwaſſer zur Darſtellung einer kohlenſäurefreien Natronlauge iſt das von K. Müller⸗Hildes⸗ heim angewendete Verfahren, nämlich Zuſatz von Barytwaſſer im Üüberſchuß und nachher Zuſatz von Natriumſulfat, um den Überſchuß an Ätzbaryt wieder auszufällen. Die überſtehende Lauge darf mit Schwefelſäure keinen Niederſchlag mehr geben.— Dieſe Löſung wird vor Kohlenſäurezutritt geſchützt aufbewahrt und hiervon aliquote Teile zur Darſtellung von Normallauge verwendet. Mit Hilfe eines Aräometers oder einer Normalſäure bereitet man ſich aus dieſer konzentrierten, kohlenſäurefreien Lauge eine etwas über normal ſtarke Flüſſigkeit, ſo daß dieſelbe ca. 32— 34 g Na.O im Liter enthält, oder daß etwa 18— 19,5 cem derſelben zur Sätti⸗ gung 20 cem einer Normalſäure erfordern. Angenommen man hat zu 20 ccm Normalſäure 18,6 cem der einzuſtellenden Natronlauge verwendet, ſo müſſen auf je 18,4 ccm 20— 18,4= 1,6 com Waſſer zugeſetzt oder 1000 ccm der Lauge nach der Gleichung 18,4: 20= 1000: x(= 1087) auf 1087 cem verdünnt werden, um Normallauge zu erhalten. Selbſtverſtändlich muß das zum Verdünnen benutzte deſtillierte Waſſer kohlenſäurefrei ſein. Falls dasſelbe mit Barytwaſſer eine Trübung giebt, wird es gekocht und in einer mit einem, Natronkalk oder Kalihydratſtücke enthaltenden Rohre verſchloſſenen Flaſche erkalten gelaſſen. Wenn die Lauge vorwiegend nur zu Stickſtoff⸗Beſtimmungen dient, ſo iſt es nicht notwendig, daß dieſelbe genau normal, bezw. genau ½⸗normal iſt. Es erſpart Zeit, wenn man eine annähernd ———. ———. = ——— ng: t von ſchieht nit der e vor⸗ Jloice einer 4 nach⸗ ſiiket miſch rei it. A alſo 700 deſtil Zuſſat ellung diddes⸗ ſer in erſchuß uf nit g wild te Teile bereitet le etwos Na Sätti⸗ em der 34 ccn lge nc erdünnt ſtiliete ſer eine atronkal erkalten nmungel T bezlo. mähernd Darſtellung der Löſungen der Reagentien. 179 genaue ¼ ⸗Normallauge bereitet, deren Titer man genau gegen die Säureflüſſigkeit von bekanntem Gehalt feſtſtellt und jedesmal den Stickſtofffaktor berechnet. 3. Lackmustinktur. Der Lackmus wird mit heißem deſtillierten Waſſer erſchöpft, die filtrierte Löſung verdampft, mit Eſſigſäure überſättigt(wobei ſich Kohlenſäure entwickelt), ſodann weiter bis zur Konſiſtenz eines dicken Extraktes eingedampft. Man bringt die Maſſe in eine Flaſche und übergießt ſie mit einer größeren Menge 90⸗prozentigen Alkohols. Der blaue Farbſtoff wird gefällt, ein roter Farbſtoff und eſſigſaures Kalium löſen ſich. Man filtriert, wäſcht mit Weingeiſt aus, löſt den zurückbleibenden Farbſtoff in warmem Waſſer und filtriert.— Auch wird empfohlen, um die Lackmuslöſung haltbarer zu machen, den Rück⸗ ſtand in wenig Glycerin zu löſen. Die Lackmuslöſung muß in offenen, bloß mit Baumwollepfropf bedeckten Gefäßen aufbewahrt werden, da ſie ſich in verſchloſſenen Gläſern bald entfärbt. Man prüft ſie, indem man etwa 100 ccom Waſſer damit deutlich blau färbt, die Löſung in zwei Teile teilt und zu dem einen Teil ein Minimum einer verdünnten Säure, zum anderen eine Spur Natron⸗ lauge ſetzt. Färbt ſich jene Hälfte deutlich rot, dieſe deutlich blau, ſo iſt die Lackmustinktur gut. Es darf alſo weder Säure noch Alkali vorwalten. 4. Cochenilletinktur. 6 g gepulverte gute Cochenille werden mit einem Gemiſch von 300 cem deſtillierten Waſſers und 200 ccm Alkohol bei gewöhnlicher Temperatur einige Stunden unter häufigem Umſchütteln digeriert und ſodann durch ſchwediſches Filtrierpapier filtriert. Die Löſung hält ſich in verſchloſſenen Flaſchen ſehr gut. Mit Säuren giebt ſie gelbrote, mit Alkalien violett⸗karminrote Färbung. Anweſenheit von Kohlenſäure in der zu titrierenden Flüſſigkeit wirkt nicht ſo ſtörend, als bei Lackmus. Bei Anweſenheit von eſſig⸗ ſauren Salzen, von Eiſen und Thonerdeſalzen iſt dieſelbe jedoch nicht zu verwenden. 5. Phenolphtalein. Man löſt 1 Teil Phenolphtalein in 30 Teilen Alkohol von ca. 90 Volumprozent und fügt auf etwa 100 cem einer zu titrierenden Flüſſigkeit 1—2 Tropfen dieſes Indikators hinzu. Durch fixes Alkali erhält man eine rote Flüſſigkeit, während durch Säuren Farbloſigkeit eintritt. Phenolphtalein⸗Löſung iſt bei Gegenwart von Ammoniumſalzen, alſo zur Titration bei den üblichen Stickſtoffbeſtimmungen nicht geeignet. 6. Molybdänlöſung. 150 g molybdänſaures Ammon werden mit Waſſer zu 11 Flüſſig⸗ keit gelöſt und in 11 Salpeterſäure von 1,2 ſpezifiſchem Gewicht ge⸗ 12* 180 Darſtellung der Löſungen der Reagentien. goſſen, oder es werden nach Wagner⸗Stutzer 150 g molybdänſaures Ammon in möglichſt wenig Waſſer gelöſt, 4000 g Ammonnitrat zu⸗ gefügt, die Flüſſigkeit mit Waſſer zu 11 verdünnt und dieſe Löſung in 11 Salpeterſäure von 1,19 ſpezifiſchem Gewicht eingegoſſen. Statt des molybdänſauren Ammons können auch 125 g Molybdän⸗ ſäure in verdünntem(2 ½⸗prozentigem) Ammoniak unter Vermeidung eines größeren Überſchuſſes dieſes Löſungsmittels gelöſt werden. Sodann werden 400 g Ammonnitrat hinzugefügt, mit Waſſer zu 21 verdünnt und dieſe Flüſſigkeit in 11 Salpeterſäure von 1,19 ſpezi⸗ fiſchem Gewicht eingegoſſen. Auch hiervon bereitet man zweckmäßig gleich die 5— 10 fache Menge. Die ſo bereitete Molybdänlöſung wird 24 Stunden bei ca. 350 C. an einem warmen Ort ſtehen gelaſſen, und falls, wie häufig, ein gelber Niederſchlag von phosphormolybdänſaurem Ammon entſteht, filtriert. Der bei wochenlangem Aufbewahren der Molybdänlöſung ent⸗ ſtehende gelbe Bodenſatz beſteht aus einer gelben Modifikation der Molybdänſäure. 7. Ammoniumnitratlöſung(zum Auswaſchen). 150 g Ammonnitrat werden mit 10 cem Salpeterſäure und Waſſer zu 11 Flüſſigkeit gelöſt. 8. Chlormagneſiumlöſung(Magneſiamigxtur). 55; kryſtalliſiertes Chlormagneſium und 70 g Chlorammonium werden in 1 1 2 ½-⸗prozentiger Ammoniakflüſſigkeit(oder 650 ccm Waſſer und 350 ccm 24⸗prozentigem Ammoniak und 650 cem Waſſer gelöſt. Nach M. Märcker löſt man 55 g Chlormagneſium und 105 g Chlorammonium in 350 cem 24⸗prozentigem Ammoniak und 650 cem Waſſer. 9. Ammoniakflüſſigkeit(zum Auswaſchen). Zum Auswaſchen verwendet man eine 2 ½⸗prozentige Ammoniak⸗ flüſſigkeit(oder 1 Teil käufliches 10⸗prozentiges Ammoniak+ 3 Teile Waſſer). 10. Kupferoxydhydrat nach Stutzer. de 100 g Kupferſulfat werden in 51 Waſſer gelöſt und mit 2,5 g Glycerin verſetzt. Aus dieſer Löſung wird durch Zuſatz von ver⸗ dünnter Natronlauge bis zur alkaliſchen Reaktion das Kupfer als Oxydhydrat ausgefällt. Letzteres wird abfiltriert, alsdann durch An⸗ reiben mit Waſſer, welches pro Liter 5 g Glycerin enthält, aufge⸗ ſchlämmt. Durch wiederholtes Dekantieren und Filtrieren entfernt man die letzten Spuren von Alkali. Der Filterrückſtand wird mit Waſſer, dem man 10% Glycerin zugeſetzt hat, verrieben und bis zu einer Verdünnung gebracht, daß derſelbe eine gleichmäßige mit einer Pipette aufſaugbare Maſſe bildet. Dieſelbe wird in gut verſchloſſenen —,y Darſtellung der Löſungen der Reagentien. 181 Flaſchen und im Dunkeln aufbewahrt. Den Gehalt der breiigen Maſſe an Kupferoxydhydrat beſtimmt man durch Eindunſten eines abge⸗ meſſenen Volumens und Glühen des Rückſtandes. 11. Fehlingſche Löſung(nach Sorhlet). Chemiſch reines Kupfervitriol des Handels wird einmal aus verdünnter Salpeterſäure, 3 mal aus Waſſer umkryſtalliſiert und zwiſchen Fließpapier trocken gepreßt, dann 12 Stunden an der Luft liegen ge⸗ laſſen und hiervon 34,630 g zu 500 cem gelöſt. Die Seignettelöſung bereitet man— thunlichſt häufig friſch — in der Weiſe, daß man 173 g weinſaures Natriumkalium in 400 cem Waſſer löſt und dazu 100 ccm Natronlauge hinzufügt, welche 516 g Natriumhydroxyd für 1 1 enthält. Durch Vermiſchen gleicher Volumen Kupfer⸗ und Seignetteſalz⸗ löſung, welche getrennt aufbewahrt und erſt beim Gebrauch gemiſcht werden, erhält man die Fehlingſche Löſung. 12. Diaſtaſ elöſung. 2 kg friſches Grünmalz werden in einem Mörſer mit einer Miſchung von 1 1 Waſſer und 2 1 Glycerin übergoſſen und durch⸗ gemiſcht, dann 8 Tage ſtehen gelaſſen. Darauf wird die Flüſſigkeit möglichſt gut ausgepreßt und filtriert, das Filtrat mit dem 2 bis 2 ½⸗ fachen Volumen Alkohol gefällt, der Niederſchlag abfiltriert, mit Alkohol und Ather ausgewaſchen, über Schwefelſäure getrocknet und für den Gebrauch in glycerinhaltigem Waſſer gelöſt. 13. Magenſaftflüſſigkeit nach Stutzer. Die innere abgelöſte Schleimhaut friſcher, mit kaltem Waſſer ab⸗ gewaſchener Schweinemägen wird mit einer Schere in kleine Stücke zerſchnitten und für jeden Schweinemagen mit 51 Waſſer und 100 ccm einer Salzſäure übergoſſen, welche in 100 ccm 10 g HCI enthält. Zur Konſervierung ſetzt man 2—3 g Salicylſäure hinzu, läßt unter bisweiligem Umſchütteln 1—2 Tage lang ſtehen und filtriert alsdann die Flüſſigkeit zuerſt durch ein Flanellſäckchen, alsdann durch Filtrier⸗ papier. In gut verſchloſſenen Flaſchen hält ſich die Flüſſigkeit monatelang wirkſam. Es empfiehlt ſich, die Schleimhaut mehrerer Mägen gleichzeitig auszuziehen, da es vorkommen kann, daß bei der Verarbeitung eines einzelnen Magens mit zufällig wenig Pepſin eine mangelhaft wirkende Verdauungsflüſſigkeit erhalten wird. 14. Neßlers Reagens. 50 g Kaliumjodid werden in etwa 50 cem heißen Waſſers ge⸗ löſt und mit einer konzentrierten Queckſilberchloridlöſung verſetzt, bis der dadurch gebildete rote Niederſchlag ſich nicht mehr löſt; hier⸗ zu ſind 20— 25 g Queckſilberchlorid erforderlich. Man filtriert, ver⸗ 182 Darſtellung der Löſungen der Reagentien. miſcht mit der Auflöſung von 150 g Kalihydrat in 300 cem Waſſer, verdünnt auf 1 1, fügt noch eine kleine Menge(etwa 5 cem) der Queckſilberchloridlöſung hinzu, läßt den Niederſchlag ſich abſetzen und dekantiert. Die Löſung muß in gut verſchloſſenen Flaſchen aufbewahrt werden. 15. Zinkjodidſtärkelöſung. Man zerreibt 4 g Stärkemehl in einem Porzellanmörſer mit wenig Waſſer und fügt die dadurch entſtandene milchige Flüſſigkeit unter Umrühren nach und nach zu einer im Sieden befindlichen Löſung von 20 g käuflichem, reinem Zinkchlorid in 100 cem deſtillierten Waſſers. Man ſetzt das Erhitzen unter Ergänzung des verdampfenden Waſſers fort, bis die Stärke möglichſt gelöſt und die Flüſſigkeit faſt klar geworden iſt. Alsdann verdünnt man mit deſtilliertem Waſſer, ſetzt 2 g käufliches, reines und trockenes Zinkjodid hinzu, füllt zum Liter auf und filtriert. Die klare Flüſſigkeit wird in einer gut ver⸗ ſchloſſenen Flaſche aufbewahrt. 16. Silbernitratlöſung. 1 Teil reines, geſchmolzenes ſalpeterſaures Silber wird in 20 Teilen Waſſer gelöſt. Zur Darſtellung von ½0⸗Normalſilberchloridlöſung werden 16,955 g reinſtes, ſalpeterſaures Silber mit deſtilliertem Waſſer bis zu 11 aufgelöſt oder man löſt 10,766 g reines metalliſches Silber in Salpeterſäure, verdampft zur Trockene und löſt den Rück⸗ ſtand in 1 1 Waſſer. Die Silberlöſungen müſſen vor Licht geſchützt in braunen Flaſchen aufbewahrt werden. 17. ⁰10%⸗Normalchamäleon⸗ und 1Normaloxalſäurelöſung für die Beſtimmung der organiſchen Subſtanz in Waſſer. Man löſt 0,33(0,32— 0,34) g kryſtalliſiertes Kaliumpermanganat in 1 1 deſtillierten Waſſers, ebenſo 0,63 g reine kryſtalliſierte Oxal⸗ ſäure in 1 1 deſtillierten Waſſers und ſtellt das Verhältnis dieſer Löſungen zu einander feſt. Man läßt aus der Bürette 10 ccm Oxalſäurelöſung in ein Becherglas fließen, verdünnt mit etwa 50 ccm Waſſer, ſetzt 5 ccm verdünnte Schwefelſäure(1 Volum konzentrierte Schwefelſäure und 3 Volumen Waſſer) zu, erwärmt auf ca. 60 C. und titriert mit der Chamäleonlöſung, bis eine ſchwach roſarote Färbung entſteht und ſich einige Minuten erhält. Bei richtiger Konzentration der Chamäleonlöſung entſprechen 10 ccm Chamäleon genau 10 com Oxalſäurelöſung, d. h. 10 cem der letzteren mit 6,3 mg Oxalſäure ſind gleich 3,16 mg Kaliumpermanganat= 0,8 mg disponiblem Sauer⸗ ſtoff, welche zur Umwandlung der 6,3 mg Oxalſäure in Kohlenſäure erforderlich ſind. Zur Titerſtellung verfährt man indes am zweckmäßigſten in der Weiſe, daß man 100 cem eines Waſſers(deſtilliertes oder auch Trink⸗ waſſer) mit 10 ccm der Chamäleonlöſung genau nach S. 162 in ſaurer und alkaliſcher Löſung kocht, 10 ccm Oxalſäurelöſung zuſetzt und —— Darſtellung der Löſungen der Reagentien. 183 wenn ſich alles Manganoxyduloxyd gelöſt hat, mit Chamäleonlöſung bis zur bleibenden ſchwachen Roſafärbung zurücktitriert. Zu dieſem von organiſchen Stoffen freien Waſſer ſetzt man— event. unter Wiederanwärmen auf 50— 60 C.— 10 cem der Oxalſäure⸗ löſung zu und titriert mit Chamäleon bis zur bleibenden Roſafärbung. Iſt letztere Löſung genau ½1 normal, ſo gebraucht man jetzt 10 ccm derſelben. Werden zu 10 ccm /⁄100⸗ Normaloxalſäure ſtatt 10 ccm verbraucht 9,6 ccm oder 10,6 ccm Chamäleonlöſung, ſo muß man von der geſamten Anzahl Kubikcentimeter der bei einem Waſſer ver⸗ brauchten Chamäleonlöſung z. B. 10+ 4,7= 14,7 cem ſtatt 10 ab⸗ ziehen 9,6 bezw. 10,6 alſo 14,7— 9,6= 5,1 oder im letzteren Falle 14,7— 10,6= 4,1 cem, welche nach den Gleichungen: 9,6: 10= 5,1: X(= 5,3) oder 10,6: 10= 4,1: X(= 3,9) umzurechnen ſind. Letztere Zahlen werden dann mit den Werten von entweder: Kaliumpermanganat, oder Sauerſtoff oder organiſchen Stoffen(vergl. S. 163) multipliziert. Differenzen von 0,1— 0,2 cem zwiſchen den beiden Titerflüſſig⸗ keiten können unberückſichtigt bleiben. Man geht von der Oxalſäure als Normallöſung aus, weil ſie am zuverläſſigſten iſt. Die 100⸗Oxalſäurelöſung zerſetzt ſich aber beſonders am Licht ſehr raſch. Man bewahrt ſie daher am zweck⸗ mäßigſten im Dunkeln auf und muß ſie thunlichſt oft erneuern, oder man kann derſelben zur beſſeren Haltbarkeit nach E. Fricke 1 g Borſäure für 1 1 zuſetzen. 184 Atomgewichte der wichtigeren chemiſchen Elemente. Atomgewichte der wichtigeren chemiſchen ka Elemente. Aluminium— Al... 22,08 Molybdän— Mo.... 96,1— Antimon— Sbh... 120,29 Natrium Na.... 23,028 Vie Arſen— 4s..... 75,00 Nickel— Ni..... 58,5 ä Baryum— Ba..... 137,04 Osmium Os....191,6 n Blei— Pb...... 206,911 Palladium Pd.... 105,9 Bor— B...... 10,920 Phosphor P.... 31,03 amn Brom— Br..... 79,963 Platin⸗— Pl.... 194,83 amn Eadmium—(Cd.... 111,802 Queckſilber— Hg.... 200,4 Lun Cäſium— CS..... 132,88 Rhodium Rh.... 103,1 Aun Calcium— Ca..... 40,0 Rubidium— Rd.... 85,44 Cer—(Ce...... 140,2 Sauerſtoff 0O0.... 16,00 1 Chlor— Gl..... 35,453 Schwefel S..... 32,063 We Chrom CrT..... 52,15 Selen— 8e..... 79,07 Eiſen— Fe..... 56 Silber— Ag..... 107,938 ä Erbium— ER..... 166 Silieium— Si..... 28,40 dun Fluor— F...... 18,99 Stickſtoff— N..... 14,041 äm Gallium— Ga..... 69,9 Strontium— 8I.... 87,52 Germanium— Ge... 72,32 Tellur— De..... 125 dan Gold— Au......197,31 Thallium Tl.. 204, 15 Indium— In..... 113,7 Thorium— Th.... 232,4 La Fridium— II..... 193,18 Titan— Ti...... 48,13 dol Jod J...... 126,864 Uran I.... 230,4 Gho Kalium K..... 39,136 Vanadin V... 51,21 Kobalt— Co..... 59,1 Waſſerſtoff= H.... 1,0082 eie Kohlenſtoff—- CM.... 12,003 Wismut— Bi..... 208.9 eie Kupfer— Cu..... 63,44 Wolfram— W.... 184,0 Ffe Lithium— Li.... 7,03 Zink— Zn...... 65,38 Magneſium— Mg... 24,38 Zinn— Sn...... 118,10 ia Mangan— Mn.... 55,09 Zirkonium— Zr.... 90,67 Eie Ehe Eier die Gi JFf JHa JHAau Jai aü Kaü Iai Ji Jal Jaal hnaa ohl dohl Faktoren zur Berechnung der geſuchten Subſtanz aus der gefundenen. 185 Faktaren zur Berechnung der geſuchten Zubſtanz aus der gefundenen. Geſucht. AÄpfelſäure— Ca H 05 Aluminium— 2 Al. Ammoniak— 2(N) Ammoniak— NH. Ammoniak— 2(NüI.) Ammoniak— NH Ammoniumoxyd—(NILH O Arſen— 2 As Arſenige Säure— Asz Og. Baryt— BaO0. Baryt— BaO. Baryt— BaO. Blei— Pb. Chlor— Cl.. Chlorkalium— 2 KCh). Eiſen— Fe.. Eiſen— 2 Fe. Eiſen— Fe Eiſenoxyd— Feg O3. Eiſenoxyd— Fez O. Eiſenoxyd— Fez Og. Eiſenoxydul— 2 FeO Eiſenorydul— FeO. Eſſigſäure— C. H. O, Eſſigſäure— Cg H O2 Humusſubſtanz. Humusſubſtanz. Kali— K.O Kali— K.O Kali— K,O Kali— K.O Kali— K,O Kalk— CaO Kalk— CaO Kalk— CaO Kohtenſtof— 6G Kohlenſäure— C0, —— Gefunden. Schwefelſäure— 803... 1,673 . Thonerde— Al Oz... 0,530 . Ammoniumplatinch lorid— (XH Cl)z, Pt CI.... 0,0769 . Chlorammonlum— NlI. G. 0,319 . Schwefelſäure— SO3... 0,426 . Stickſtoff— N.. 1. 1,214 . Ammoniumplatinchlorid— (NH Cl, PtCI;.... 0,117 Arſentriſulfid Asg RT8... 0,609 Pyroarſenſaures Magneſium— Mg ASg O,..0,483 Arſentrif zulſid— A8 8e.. 0,804 Kohlenſäure— CO.. 3,476 dohlen anres Barhim— BaCO;.. 0, 277 . Schwefelſ aures Varhum— BaS8Oa... 0,657 . Sch wefelſaures Blei⸗-— p b80. 0,683 Chlorſilber— Ag Cl... 0,247 Kal liumplatinchlorid—. (KOl)z, Pt Cl..... 0,306 . Eiſenoxydul— FeO... 0,778 Eiſenoxyd— 162 03 0,700 Eiſendoppelſalz N H)2 S04¼ ne S0¼+ 6 ad 0,143 . Eiſenoxyduk— 2(Fe0) 1,111 . Eiſendoppelſalz—(NH) 2 SO0. + FeSO.+ 6a0.. 0,204 Ferriphosphat— pe, PO 2 0,530 . Eiſenoxyd— Fez O... 0,900 Eiſendoppelſalz— (NH.)2 S04+ Fe S04+ 6 aq. 0,183 . Schweſfelfäute— 803... 1,499 . Kohlenſäure CO). 2,729 . Kohlenſäure— CO... 0,472 . Kohlenſtoff.... 11, 724 . Chlorkalium 2(KCh). 0,632 .Kaliumplatinchlorid— (KCl), PtI,..... 0,194 . Kohlenſäure— CO,... 2,141 . Schwefelſäure— 80,.. 1,17 . Schwefelſ. Kalium— K, 80. 0,541 .Kohlenſäure— C0,. 1,23 Kohlenſ. Calcium— Ca C05. 0,560 . Schwefelſ. Calcium— Ca S. 0,412 Kohlenſäure— CO,... 0,273 Kohlenſ. Caleium— CaC0. 0,440 186 Faktoren zur Berechnung der geſuchten Subſtanz aus der gefundenen. Geſucht. Gefunden. Kohlenſäure— C0,... Kohlenſ. Baryum— Ba C05. 0,223 Kohlenſaures Kalium— K. 00,. Kohlenſäure— CO,... 3,142 Kohlenſaures Kalium— K 605. Schwefelſäure— 85, 1,722 Kohlenſaures Calcium— Ga C0,.. Kohlenſäure— CO,... 2,273 Kohlenſaures Magneſium— Mg 00, Kohlenſäure— 00,.. 1,918 Kohlenſ. Magneſium 2(Mg CO,).. Pyrophosphorſ. Magneſium— Mg. P. O,... 0,757 Kohlenſaures Natrium— Na. CO0,. Kohlenſäure— C0,... 2,411 Kohlenſaures Natrium— Na, C0,. Schwefelſäure— 80,. 1,325 Kupfer— Cu.......Kupferorxyd— CuO...:799 Magneſia— 2 M1g0...... Pyrophosphorſ. Magneſium— Mgs P. O, 0,362 Magneſia— MgO...... Schwefelſaures Magneſium „Me 804... 0,335 Manganhyperoxyd— MnO,... 2 Mol.*Eiſendoppelſalz 2(NH), S0,+ FeSO.+ 6 ad 0,111 Manganhyperoxyd— MnO,... Kohlenſäure— 2 C0,... 0,989 Manganoxyd— 1 ½ Mn, O... Manganoxyduloxyd— Mn O,....... 1,037 Manganoxydul— 3 MnO.... Manwinoryduloryd— Mn, O71... 0,930 Milchzucker— Cie H 0 kIl 0.. Traubenzucker— 2(C. H. 0.) 1,000 Natron— Na. O.. Chlornatrium— 2 NaCl. 0,531 Natron— Na, O....... Kohlenſ. Natrium— Na 00, 0,585 Natron— NO....... Salpeterſ. Natrium— 2(NaNOa)...... 0,365 Natron— Na,O....... Schwefelſ. Natrium— Na, S0.4.. 0,437 Phosphorſäure— P, O,..... Ferriphosphat— Fe,(0)) 0,470 Phosphorſäure— P. O,.. Pyrophosphorſ. Wagiisſiüm Mg. P, O,... 0,638 Proteinſtoffe...... Stickſtoff N. 6,250 Rohrzucker— Ciꝛ H Ou.... Traubenzucker 2(C, 11.,O.). 0,950 Salpeterſäure— N,O,..... Ammoniak— 2(NH)... 3,176 Salpeterſäure— N.O,..... Schwefelſäure— 805.. 1,349 Salpeterſäure— NaO,..... Stickſtoff— 2 N.... 3,849 Salzſäure HCI..... Kohlenſäure— CO, 0,829 Sezſtdunt 2 HCI....... Schwefelſäure— 80.. 0,911 Schwefel— S....... Schwefelſ. Baryum— BaS0, 0,138 Schwefelſäure— 803. 4.. Schwefelſ. Baryum— BaSO: 0,343 Schwefelſ. Calcium— CaSO.!.. Kohlenſ. Calcium— CaC0,. 1,361 Schwefelſ. Calcium— GaSO... Schwefelſäure— 80.,... 1,699 Silber— Ag.... Chlorſilber— Ag Cl.. 0,753 Stärkemehl— 8⁰ 5,HO,.... Traubenzucker—(e Hl O 0,900 Stickſtoff—.... Ammoniak— Nü... 0,823 Stickſtoff 2N........ Ammoniumplatinchlorid— (NH Cl, Pt Ch. 0,0633 Strontian— SrO..... Schwefelſ. Stront.— S8rS8O. 0,564 Weinſäure— C. H. Ha..... Schwefelſäure— S0O,... 1,874 Zink— Zzn........ Zinkoxyd— Zn0.... 0,803 Zinn 8pb........ Zinnoxyd— Sn O,.... 0,787 Druck von Hermann Beyer& Söhne in Langenſalza. denen. .0,223 3,142 1,27 22⁸ /6 1918 0,757 24l 1,325 0,799 0,362 0,335 0,1ll 0,989 1,037 0,930 1,000 0,531 0,585 0,365 0,437 0,470 0,638 6,250 0,950 3,176 1,349 3,849 0,829 0,911 0,138 0,343 1,361 1,699 0,753 0,900 0,823 00683 Oab 18 080 9787 Verlag von Paul Parey in Berlin SW., Hedemannstrasse 10. eah Dentſche jandwirtſchaftliche Lreſſe. Begründet 1874. Erscheint Mittwochs und Sonnabends. wöchentlich zwel Handelsbeilagen. Monatlich eine Farbendrucktafel. Monatlich eine Beilage:„Zeitschriften-Schaus“. 8 Dureh jedes deutsche Postamt bezogen, Preis vierteljäãhrlich 5 M. Die„Deutsche Landwirtschaftliche Presse« ist nach Inhalt und Aus- stattung die Fachzeitung grössten Stils. Ein grosser Mitarbeiter- stab ausgezeichneter Vertreter aus Wissenschaft und Praxis, ein vortrefflich geleiteter Handelsteil machen die Lektüre der»Deutschen Landwirtschaft- ſichen Presse« für jeden Landwirt zu einer direkt nutzenbringenden, vogegen der geringe Abonnementspreis nicht in Betracht kommen kann. wegen der grossen Verbreitung bestes Blatt für alle landwirtsch. Anzeigen. Die Einheitszeile oder deren Raum 35 Pf.; auf der ersten und letzten Umschlagseite 50 Pf. Probenummern mit Handelsbeilage umsonst und postfrei. Mentzel und von Lengerke's Landwirtschaftlicher Hülfs- und Schreib-Kalender 57. Jahrgang⸗ Herausgeg. von Dr. H. Thiel, Ministerialdirektor im Ministerium für Landwirtschaft etc. I. Teil(Taschenbuch) gebunden.— II. Teil(Jahrbuch) geheftet. Ausgabe mit ½¼ Seite weiss Papier pro Tag. In Leinen geb. 2,50 M., in Leder geb. 3 M. Ausgabe mit ¹1 Seite weiss Papier pro Tag. In Leinen geb. 3 M., in Leder geb. 4 M. Der Mentzel und von Lengerke'sche Kalender folgt mit seinem ganzen Inhalt den modernen Bedürfnissen der Landwirtschaft, und nach wie vor wird er sich be- währen als ein Freund des Landwirts, wie man ihn oft lobend bezeichnet. Der I. Teil, das gebundene Taschenbuch, dessen Formulare für wirtschaftliche Eintragungen der verschiedensten Art von über 35 Tausend Landwirten jahraus jahrein benutzt werden, enthält ausserdem Tabellen für Berechnungen, wie sie sich täglich im ppraktischen Betriebe aufwerfen, Tabellen, welche absolut unentbehrlich sind und es erklärlich machen, dass der»Mentzel« in der Rocktasche jedes Landwirts zu finden ist. Der II. Teil, das Jahrbuch, enthält alljährlich auf das Peinlichste revidierte Zu- sammenstellungen über die landw. Behörden, es sind ferner die landw. Berufsgenossen- schaften, die landw. Genossenschafts-Vorstände, die Landwirtschaftskammern, die Zuchtgenossenschaften, die landw. Vereine, ebenso wie die landw. Unterrichtsanstalten und Versuchsstationen aufgeführt. Ferner enthält dieser Teil alljährlich einen für praktische Landwirte lehrreichen Artikel. 4 Zu beziehen durch jede Buchhandlung. Grundzüge der Pflanzenvermehrung. Leitfaden zum speziellen Gebrauche für Gärtnerlehranstalten und gärtnerische Fortbildungsschulen, sowie zum Selbststudium Leitfaden der Zoologie für niedere landw. Schulen. Von R. Hillmann und A. Wolschner. Landwirtschaftliche Unterrichtsbücher. Ackerbau einschliesslich Gerätelehre von Direktor Dr. Droysen in Herford und Prof. Dr. Gisevius in Königsberg. Fünfte Auflage. Mit 175 Textabb. Geb., Preis I M. 60 Pf. Leitfaden der Ackerbaulehre fuür Lehranstalten und zum Selbstunterricht von Dr. H. Biedenkopf, Landwirtschaftslehrer in Chemnitz. Zoweite Auflage. Mit 46 Text abbildungen. 4 Geb., Preis I M. 40 Hf. Leitfaden für einfache landw. Untersuchungen. Von Dr. flerm, Biedenkopf. Lehrer an der landw. Schule zu Chemnitz. Mit 35 Textabbildungen. Geb., Preis I M. Düngerlehre von Direktor A. Conradi in Hohenwestedt. Zweite Auflage. Preis 60 P; Grundzüge der Agrikulturchemie, Für land- und forstwirtschaftliche, sowie gärtnerische Lehranstalten und zum Selbstunterricht bearbeitet von Dr. R. Otto in Proskau. Mit 44 Textabbildungen. Geb., Preis 4 M. Bodenkunde. Ein Leitfaden für den Unterricht an mittleren und niederen landwirt schaftlichen Lehranstalten. Von Dr. W. Lilienthal, Winterschul-Direktor in Genthin. Mit 13 Textabbildungen. Zoweite Auflage. Geb., Preis I M. 20 Pf. Bodenkunde von A. Wirtz, Direktor der landwirtschaftlichen Winterschule in Oden. kirchen. Preis 50 Pf. Mineralogie u. Gesteinslehre von V. Uhrmann, Direktor der landw. Schule in Anna- berg im Erzgeb. Zuweite Auflage. Mit 26 Textabbildungen. Geb., Preis I M. Pflanzenbau von Direktor Dr. Birnbaum. Fünfte Auflage, bearbeitet von Professor Dr. Gisevius in Königsberg i. Pr. Mit 217 Textabbildungen. Geb., Preis 1 M. 60 Pf. für Lehrlinge und Gehilfen von Max Löbner, Obergärtner und Gartenbaulehrer in Wädensweil. Geb., Preis 70 Pf. Wiesenbau von H. Kutscher, Lehrer in Hohenwestedt. Zweite Auflage. Mit 67 Text- abbildungen. 3 Geb., Preis I M. 20 P. Lehrbuch der Botanik für Landwirtschaftsschulen und andere höhere Lehranstalten. Von Oberlehrer Dr. G. Meyer in Dahme. Zapeite Aufl. Mit 291 Textabb. Geb., Preis M. Leitfaden der Botanik für landw. Winterschulen und Landwirte. Von Oberlehrer Dr. G. Meyer in Dahme. Mit 248 Textabbildungen. Geb., Preis I M. 50 P. Lehrern an der landw. Schule zu Annaberg i. Erzg. Mit 112 Textabb. Geb., Preis I M. 40 Pf. Viehzucht von V. Patzig, Professor in Marienburg. Fünfte Auflage. Mit 107 Text- adbbildungen. Geb., Preis 1 M. 60 Pf. Fütterungslehre von Direktor A. Conradi in Hohenwestedt. Zoeite Auflage- 3 Geb., Preis 1 M. 20 Pf. Tierzuchtlehre von Direktor A. Conradi in Hohenwestedt. Mit 95 Textabpildungen. — Geb., Preis I M. Bau und Leben der landw. Haussäugetiere. Von Dr. E. Laur, Lehrer in Brugg. Zweite Auflage. Mit 91 Textabbildungen und 5 Tafeln. Geb., reis I M. 20 P. Der Körper der landwirtschaftlichen Haussängetiere. von Dr. J. Becker, Direktor der landw. Schule zu Lage(Lippe). Mit 67 Textabb. Geb., Preis 1 M. 40 P. Wirtschaftsbetrieb von Dr. P. Gabler, Lehrer in Eldena. Kart., Preis I M. 20 Pf. Betriebslehre von Direktor 4. Conradi in Hohenwestedt. Dritte Auflage. Geb.,'reis 1 M. Wirtschaftslehre von Direktor Dr. v. Funk in Zoppot. Werte Auflage. Geb., Preis I M. Taxationslehre von c. Petri, Lehrer in Hohenwestedt. Geb., Preis I M. 60 P Betriebseinrichtung kleinerer Wirtschaften in den Sand- und Moorgegenden des nord- westl. Deutschland von Oekonomierat Dr. Salfeld in Lingen. freis 60 P). Landwirtschaftliche Betriebslehre für mittlere und niedere landw. Lehranstalten, sowie zum Selbstunterricht, bearbeitet von Dr. R. Roth, Direktor der landw. Schule in Chemnitz. Fünfte Auflage. Geb., Preis 1 M. 50 Pf. Landwirtschaftsgeschichte von Landwirtschaftsschuldirektor Dr. V. Funk. 4 Geb., Preis I M. Zu beziehen durch jede Buchhandlung. lanina, isil Pinta l Lells des lE D Beche 16 Deutlthe Tandmiriſchaftliche Preſſ Erscheint Mittwochs und Sonnabends. Preis vierteljährlich M. Die„Deutſche Landw. Preſſe“ iſt nach Inhalt und Ausſtattung eine Fachzeitung großen Stils und hat eine zweifache Aufgabe: ſie dient einerſeits der Förderung der agrariſchen Intereſſen in der Wirtſchaftspolitik und andererſeits dem Fortſchritte in der Wiſſenſchaft und Draxis von Ackerbau, Viehzucht und den landw. Gewerben. Was die„Deutsche Landwirtschaftliche Presse“ besonders auszeichnet ist: Sachlichkeit und Gründlichkeit in der Erörterung der wirtſchaftspolitiſchen und ſozialen Tagesfragen. Energiſche Vertretung aller landwirtſchaftlichen Intereſſen bei Behörden und Parlamenten. Beſte fachmänniſche Artikel über rationelle Teihnik und Betriebsweiſe der Landwirtſchaft und ihrer Uebengewerbe. Berichterſtattung über beachtenswerte Fortſchritte im Aus⸗ lande, beſonders England und Amerika. Freier„Meinungsaustauſch“ für Vertreter verſchiedener Richtungen, unter Wahrnehmung parlamentariſcher Formen. Koſtenfreier„Fragekaſten“ mit zuverläſſiger Auskunfts⸗ erteilung aus Theorie und Praxis. Reiche und künſtleriſch wertvolle Abbildungen von hervor⸗ ragenden Tieren, Pflanzenzüchtungen u. zu Wirtſchafts⸗Beſchreibungen. Feuilleton aus dem Gebiete der Jagd, des Sports ꝛc. wöchentlich eine Handelsbeilage mit überſichtlichen Mitteilungen über die Preis⸗Bewegung der landw. Produkte und Verbrauchsartikel an den Hauptplätzen Deutſchlands und des Auslandes, ſowie über die den Landwirten gezahlten Viehpreiſe auf Grund von Privatberichten. Die„Handelsbeilage“ hilft dem Landwirt vor allem, den preisdrückenden Beſtre⸗ bungen des Zwiſchenhandels entgegenzuarbeiten. Monatlich eine Farbendrucktafel. Probenummern mit Handelsbeilage und Farbendrucktafel umsonst u. posifrei. S — — 2 8 ρ 8 — — 8 Z — 8 6— 8 — — — ‿ 5 ₰ ₰ — 8 — 4. Verlag von Paul Parey in Berlin SW., Hedemannstrasse 1o. Landwirtschaftliche Unterrichtsbücher. 1 Landmanns Buchführung. Leichtfassliche Auleitung mit durchgeführtem Jahres- 3 beispiel. Von Dr. H. Clausen, Direktor in Heide. Geb, Preis 1I M. 20 Pf. Einfache landwirtschaftliche Buehfü ihrung von Dr. P. Habernoll, Landw irtschafts- lehrer in Schweidnitz. Geb. Preis 1 M. 20 P/. selbstverwaltungsämter, Vorbereitung für staatliche und hnmmnano Eurenämter des Landwirts. Von C. Petri, Lehrer in Hohenwestedt. Zweite A Iandw. Berechnungen. Für mittlere und niedere landw. Schulen. Von Dr. R. Roth, Direktor der landw. Schule in Chemnitz. Zoeite Auflago. Geb., Preis I M. 50 Pf. Rechenbuch für niedere und mittlere landwirtschaftliche Lehranstalten von L. Lemke, Lehrer in Stargard i. Erster Teil. Unterklassen. Zoeite Auflage. Geb., Preis 1 M. 40 Pf Zweiter Teil. Mittel- und Oberklassen. Zeveite Auflage. Mit 112 Ieha vilaunsan eb., Pr'eis— Lösungen(für beide Teile). Zweite Auflage. 3 3 Preis 71 4. Bechenbuch für Ackerbauschulen, landw. Winterschulen und ländl. Fortbildungs- schulen von P. Knak, Lehrer in Wittstock. Dritte Auflago. Geb., Pr eis 1 M. 90 Pf. Gehes Sreis 1 M 20 Pf. Lösungen. Dreis te.. Geometrie, Feldmessen u. Nivellieren von u. kutseher, Lehrer in Hohenyreckeaf Zweite Auflage. Mit 164 Textabbildungen.— Geb., Preis I M. 40 Geometrie der Ebene für Landwirtschaftsschulen von Prof. T. Boase in Dahme und Prof. H. Hüller in Friedrichshagen. Mit 200 Textabb. LZoeite Aufl. Geb., Preis 1 M. 20 Pl. Stereometrie für Landwirtschaftsschulen von Prof. I. Bosse in Dahme und Prof. H. Müller 5 in Eldena. Mit 30 Textabbildungen. BPeis 50 Pf. Algebra für Landwirtschaftsschulen von Prot L. Bosse in Dahme und Prof. H. Müller in Eldena. Preis I M S0 Pf. 8 Feldmess- und Nivellierkunde und das Drainieren von Chr. Nielsen, Oberlehrer in Varel. Zoeite Auflage. Mit 10² Textabbildungen und 3 Tafeln. Geb., Preis 2 4 3 Physik von M. Honmamn, Oberlehrer in Thorn. Vierle Anflage. Mit 160 Textabbildungen Geb., Preis 1 M. 30 Pf. Lehrbuch der Physik in mothodischer Bearbeitung für Landwirtschaftsschulen von Dr. Lautenschläger, Oberlehrer: in Samter.— Mechanik, Wärmelehre und und Obstbau- und Landwirtscl zu Trier. Mit Anhang: Licht un Chemie von P. J. Hurzel, Direktoi Chemie von 4. Maas, Lehrer in W 1 3 Chemie für Ackerbau- u. landw. wi Erster Teil: Anorganische Zweiter Teil: Organische Meyer's Forstwirtschaft. LZo EPproskau. 3 Obst- und Gemüsebau von Otto Deutsche Gedichte, nerausgegel 4 Direktor Dr. R. Schultz in Margg hDeutsches Lesebuch für Ackerb 8 Fortbildungsschulen herausgege Lehr- und Lesebuch fur landlic . Fr. Kolb, W. Scheid und E. Wobig Zu beziehen — 6 l l l abn. ök Sea 8ennnhaedennlehesanohnendnséRannoGahsnanaaJanoannshanh 1 2 3 4 5 6 1 8 9 10 11 12 O em .—