— —— — “ 2 4— 8. „ 4 4 1 TMα. 2 42 Verlagsbuchhandlung Paul Parey in Berlin SW., Hedemannstr. 10. u14en en, THAER-BIBLIOTHEK„àM2es 21,s,, Wolff's Landwirtschaftliche Fütterungslehre. 6. Auflage. Wolff's Praktische Düngerlehre. 13. Auflage. Getreidebau von Dr. A. Nowacki, Professor in Zürich. Gekrönte Preisschrift. 2. Auflage. Risler's Weizenbau. Herausgegeben von Amtsrat Dr. W. Eimpau in Schlanstedt. Wiesen- und Weidenbau von Dr. F. Burgtorf, Direktor in Herford. 4. Auflage. Landw. Futterbau von Dr. William Loebe-Leipzig. 3. Auflage. Braugerste von H. Heine. Gekrönte Preisschrift. Hopfenbau von C. Fruwirth, Professor in Hohenheim. Gekrönte Preisschrift. Anbau der Hülsenfrüchte von C. Fruwirth, Professor in Hohenheim. Tabaksbau von A. Freiherrn von Babo in Klosterneuburg. 3. Auflage. Kartoffelbau von Dr. H. Werner, Professor in Berlin. 3. Auflage. Rübenbau von Knauer auf Gröbers bei Halle a. S. 7. Auflage. Lupinen- und Serradellabau von Kette-Jassen und König-Zörnigall. 9. Auflage. Flachsbau und-Verarbeitung von R. Kuhnert in Marburg. Urbarmachung und Verbesserung des Bodens von Ok.-Rat Dr. R. Buerstenbinder. Praktische Bodenkunde von Dr. A. Nowacki, Professor in Zürich. 2. Auflage. Ernährung der landw. Kulturpflanzen von Dr. Ad. Mayer, Professor in Wageningen. Krankheiten der landw. Nutzpflanzen von Professor Dr. B. Wolf. Käufliche Düngestoffe von Dr. A. Rümpler. 4. Auflage. Rindviehzucht von Dr. V. Funk, Direktor in Zoppot. 4. Auflage. Die Milch und ihre Produkte von A. Otto in Halle a. S. May's Schweinezucht. Bearbeitet von E. Meyer-Friedrichswerth. 4. Auflage. Milchwirtschaft von Dr. William Loebe in Leipzig. 2. Auflage. Gesundheitspflege der landw. Haussäugetiere von Med.-Rat Prof. Dr. Johne in Dresden. Eingeweidewürmer der Haussäugetiere von Dr. J. Dewitz in Berlin. Aeussere Krankheiten der Idw. Haussäugetiere von E. Zorn, Kgl. Korpsrossarzt. Innere Krankheiten der ldw. Haussäugetiere von F. Grosswendt, Kgl. Oberrossarzt. Physiologie und Pathologie der Haussäugetiere von F. Flemming, Tierarzt in Lübz. Heilungs- und Tierarzneimittellehre von F. Flemming, Grossh. Tierarzt in Lübe. Landw. Giftlehre von Dr. G. Müller, Professor in Dresden. Englischer Hufbeschlag von H. Behrens, Lehrschmied in Rostock. 2. Auflage. Reiten und Fahren von Major R. Schoenbeck in Berlin. 3. Auflage. Ratgeber beim Pferdekauf von Stallmeister B. Schoenbeck in Höxter. 2. Auflage. Widersetzlichkeiten des Pferdes von Stallmeister B. Schoenbeck in Höxter. Schubert's Landw. Rechenwesen. Bearb. von H. Kutscher in Hohenwestedt. 4. Auflage. Landw. Plan- und Situationszeichnen von H. Kutscher in Hohenwestedt. Feldmessen und Nivellieren von Dr. A. Wüst, Professor in Halle.. Auflage. Der Landwirt als Kulturin ajicek, Professor in Mödling. Perels' Ratgeber bei der Fahl Landw. Sets und Maschinen. 7. Auflage. Be- und Entwässerung der Heckerfund ſiiesen von Oek. Rat L. Vincent. 3. Auflage. Der Petersensche Wiesenbsft oni DE B. Pychs in Kappeln. Bauernhof(Anlage und Einrichtng] Non. Ne. IAsDeTN⸗ Beneralsekretär in Osnabrück. 7 04 Zu bezichen durch jede Buchhandlung. Verlagsbuchhandlung Pann Varey in Berlin SW., E Hedemannstr. 10. erer. THAER-BIBLIOTHEK ASncten, Pferdestall(Bau und Einrichtung) von Baurat F. Engel in Berlin. 2. Auflage. Viehstall(Bau und Einrichtung) von Baurat F. Engel in Berlin. 2. Auflage. Geflügelstäülle(Bau und Einrichtung) von Architekt A. Schubert in Höxter. Kalk-Sand-Pisébau von Baurat F. Engel. Bearbeitet von H. Hotop. 4. Auflage. Schubert'’s Ldw. Baukunde. Neubearb. v. Reg.-Baumstr. G. Meyer in Buxtehude. 6. Auflage. Anleitung zum Brennereibetriebe von Geh. Rat Prof. Dr. Maercker in Halle a. S. Bierbrauerei von Dr. O. J. Lintner, Professor in München. 2. Auflage. Apfelweinbereitung von Dr. Ernst Kramer in Klagenfurt. Ziegelei von Ziegelei-Ingenieur 0. Bock in Berlin. 2. Auflage. Kalk-, Gyps- und Zementfabrikation von H. Stermann in Braunschweig. Landw. Buchführung von Geheimrat Dr. Freih. v. d. Goltz, Prof. in Poppelsdorf. 8. Auflage. Landw. Betriebslehre von Geheimrat Dr. Freiherr v. d. Goltz, Professor in Poppelsdorf. Langethal's Geschichte d. Landwirtschaft bearb. v. Michelsen u. Nedderich. 3. Auflage. Wirtschaftsdirektion d. Landgutes von Dr. Albrecht Thaer, Prof. in Giessen. 3. Auflage. Birnbaum's Landw. Taxationslehre. 2. Auflage. An- und Verkaufs-Genossenschaften von H. v. Mendel, Landesökonomierat in Halle. Rechtsbeistand des Landwirts von M. Löwenherz, Amtsgerichtsrat in Köln. 2. Auflage. Das Schriftwerk des Landwirts von GC. Petri in Hohenwestedt. 2. Auflage. Künstliche Fischzucht von M. von dem Borne auf Berneuchen. 1 4. Auflage. Teichwirtschaft von M. von dem Borne auf Berneuchen. 4.. Auflage. Süsswasserfischerei von M. von dem Borne auf Berneuchen. 3 Bienenzucht von A. Baron v. Berlepsch. 3. Auflage. Bakterienkunde für Landwirte von Dr. W. Migula in Karlsruhe. Wirtschaftsfeinde aus dem Tierreich von Dr. G. v. Hayek, Professor in Wien. Zoologie für Landwirte von Dr. J. Eitzema Bos, Professor in Amsterdam. 2. Auflage. Pribyl's Geflügelzucht. 3. Auflage. Jagd, Hof- und Schäfer-Hunde von Tieutenant Schlotfeldt in Hannover. Der kranke Hund von Dr. G. Müller, Professor in Dresden. Die Jagd und ihr Betrieb von A. Goedde, Herzogl. Jagermeister in Coburg. 2. Auflage. Goedde's Fasanenzucht. Bearbeitet von Fasanenjäger Staffel in Fürstenwald. 3. Auflage. Feldholzzucht, Korbweidenkultur etc. von R. Fischer in Berlin. F orstkulturen von Urff, Kgl. Forstmeister in Neuhaus bei Berlinchen. 2. Auflage. Meyer's Immerwährender Gartenkalender 3. Auflage. Gemüsebau von B. von Uslar in Hannover. 3. Auflage. Gürtnerische Veredlungskunst von 0. Teichert. Bearbeitet von Fintelmann. 2. Auflage. Gehölzzucht von J. Hartwig, Grossherzogl. Hofgarteninspektor in Weimar. 2. Auflage. Obstbau von R. Noack, Grossherzogl. Hofgarteninspektor in Darmstadt. 3. Auflage. Weinbau von Ph. Held, Gartenbau-Inspektor in Hohenheim. Gartenblumen(Zucht und Pflege) von Th. Rümpler, General-Sekretär in Erfurt. 2. Auflage. Gewächshäuser von J. Hartwig, Grossherzogl. Hofgarteninspektor i in Weimar. 2. Auflage. Rümpler's Zimmergärtnerei. Bearbeitet von W. Mönkemeyer in Leipaig. 3. Auflage. Obstbaumkrankheiten von Professor Dr. Paul Sorauer in Berlin. Zu beziehen durch jede Buchhandlung. ifeecreeete Paul Pne in Berlin SW., Hedemannstr. 10. landwirtschaftliche Unterrichtsbücher. Ackerhau von Direktor Dr. Droysen- Herford und Direktor Dr. Gisevius-Dahme. Vierte 3 Auflage. Mit 175 Textabbildungen. Geb., Preis 1 M. 60 Pf. Pflanzenbau von Direktor Dr. Birnbaum. Vierbe Auflage, bearbeitet von Direktor 4 Dr. Gisevius in Dahme. Mit 217 Textabbildungen. Geb., Preis 1 M. 60 Pf. Viehzucht von v. P Patzig, Professor in Marienburg. Dritte Auflage. Mit 96 Text- 3 abbildungen. Geb., Preis 1 M. 60 Pf. Wirtschaftsbetrieb von DPr. P. Gabler, Lehrer in Eldena. Kart., Preis 1 M. 20 Pf. Forstwirtschaft von G. Meyer, Kgl. Forstmeister in Ebstorf. Kart., Preis 1 M. Physik von M. Hollmann, Oberlehrer in Thorn. Dritte Auflage. Mit, 152 Pertabwilangee Geb., Preis 1 M. 30 P Betriebslehre von Direktor A. Conradi in Hohenwestedt. Zweite Aufl. Geb., Preis 1 u. Wiesenbau von H. Kutscher, Lehrer in Hohenwestedt. Zweite Auflage. Mit 67 Textabbild. Geb., Preis 1 M. 20 Pf. Chemie von P. J. Murzel, Direktor in St. Wendel. Zweite Auflage. Geb., Preis 1 M. 20 Pf. Selbstverwaltungsämter, Vorbereitung für staatliche und kommunale. Von C. Petri, Lehrer in Hohenwestedt. Zweite Auflage. Geb., Preis 1 M. 20 Pf. Chemie von A. Maas, Lehrer in Wittstock. Mit 10 Textabbild. Geb., Preis 1 M. 60 Pf. 0bst- u. Gemüsebau von Otto Nattermüller. Mit 70 Textabbild. Geb., Preis 1 M. 50 Pf. Rechenbuch für niedere u. mittlere landw. Lehranstalten von L. Lemke, Lehrer in Liegnitz. 1I1. Teil. Geb., Preis 1 M. 40 Pf. II. T eil. Mit 112 Textabbildungen. Geh., Preis 2 M. Lösungen(für beide Teile). Preis 1 M. Geometrie, Feldmessen u. Nivellieren von H. Kutscher, Lehrer in Hohenwestedt. gZgweite Auflage. Mit 172 Textabbildungen. Geb., Preis 1 M. 40 Pf. Roechenbuch für Ackerbauschulen und landw. Winterschulen von P. Knak, Lehrer in Wittstock. Zweite Auflage. Geb., Preis 1 M. 20 Pf. Lösungen. Preis 1 M. 3 Mineralogie u. Gesteinslehre von V. Uhrmann, Lehrer in Chemnitz. Mit 40 Text- abbildungen. Geb., Preis 1 M. Fütterungslehre von Direktor A.(onradi in Hobenwestodt. Zweite Auflage. 4 Geb., Preis 1 M. 20 pf. 1 1 Düngerlehre von Direktor A. Conradi in Hohenwestedt. Preis 60 Pf. Wirtschaftslehre von Direktor Dr. V. Funk in Zoppot. Nierte Aunage. Geb., Preis 1 M. Taxationslehre von c. Petri, Lehrer in Hohenwestedt. Geb., Preis 1 M. 60 Pf. Geometrie der Ebene von Prof. L. Bosse in Dahme und Prof. H. Müller in Eldena. Mit 200 Textabbildungen. Geb., Preis 1 M. 20 Pf. Stereometrie für Landwirtschaftsschulen von Prof. L. Bosse in Dahme und Prof. H. Müller in Eldena. Mit 30 Textabbildungen. Preis 50 Pf. Bodenkunde von Dr. W. Lilienthal, Lehrer in Schönborg. Mit 6 Textabbild. Geb., Preis 1 M. Deutsche Gedichte, herausgegeben für den Unterricht an Landwirtschaftsschulen von Direktor Dr. R. Schultz in Marggrabowa. Geb., Preis 2 M. Lehrbuch d. Botanik für Landwirtschaftsschulen und andere höhere Lehranstalten von Oberlehrer G. Meyer in Dahme. Mit 285 Textabbildungen. Geb., Preis 2 M. Bodenkunde von Direktor A. Wirtz in Odenkirchen. Preis 50 Pf. Lehrbuch der Physik in methodischer Bearbeitung für Landwirtschaftsschulen von Dr. Lautenschläger, Oberlehrer in Samter. Geb., Preis 2 M. 80 Pf. Landmanns Buchführung von Dr. H. Clausen, Direktor in Heide. Geb., Preis 1 M. 20 Pf. Betriebseinrichtung kleinerer Wirtschaften v. Ok.-Rat Dr. Salfeld in Lingen. Preis 60 Pf. Deutsches Lesebuch fär Ackerbauschulen, landw. Winterschulen und ländliche Fort- bildungsschulen von M. Hollmann u. P. Knak, Lehrern in Wittstock. Geb., Preis 2 M. 50 Pf. Bau und Leben der landwirtschaftl. Haussäugetiere von Dr. E. Laur, Lehrer in Brugg. 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Verlag für Landwirtſchaft, Gartenbau und Forſtweſen. SW., Hedemannſtraße 10. 1899. Alle Rechte vorbehalten. Instin für fanzenbau u Deeee I eſi iaeenee A+ 1. an der Jusfus Liebia L — iSSSen, Ludw4. ** Vorwort zur ſiebenten Auflage. Als im Jahre 1874 E. v. Wolff) die erſte Auflage dieſes Werkchens verfaßte, war er in der Lage, die Reſultate einer 15 jährigen Epoche von eminent erfolgreicher Verſuchsthätigkeit auf dem Gebiete der Ernährungslehre zuſammenzufaſſen,„für die Praxis zu verwerten und ſomit zum Gemeingut aller zu machen“. Waren doch in dieſer Epoche die wichtigſten Geſetze der Fleiſch⸗ und Fettbildung ermittelt worden und hatte man an vielen Orten, nicht zum wenigſten in Hohenheim unter Wolff's Leitung ſelbſt, durch ſog. Ausnutzungs⸗ verſuche feſtgeſtellt, was der tieriſche Organismus aus den wichtigſten Futtermitteln als Nährſtoff ſich anzueignen vermochte. Wolff verſtand es in meiſterhafter Weiſe, die ganze Auffaſſung der Probleme der Fütterungslehre dadurch zu vertiefen, Gründlichkeit der Erörterung mit Klarheit und Schlichtheit des Ausdrucks zu ver⸗ binden, ſo daß ſeine Ratſchläge in den weiteſten Kreiſen Beachtung finden und ſegensreich wirken konnten. Rein äußerlich betrachtet erſchien als weitgehendſte in dieſer Schrift angebahnte Reform die Einführung der Futterberechnung mit „verdaulichen Nährſtoffen“ im Gegenſatz zu der früher üblichen Rechnung mit„Rohnährſtoffen“, wie ſie direkt durch die Weender Futtermittelanalyſe beſtimmt werden konnten. Es hat nicht an Stimmen gefehlt, die dieſe Reform als verfrüht, ihre Grundlage als zu un⸗ ſicher bezeichneten. Man wies mit Recht auf die großen und zahl⸗ reichen Schwankungen in der Beſchaffenheit der Futtermittel hin, auf die Schwierigkeit, ſie richtig zu bewerten. Über die Zuſammenſetzung *) Profeſſor Dr. Emil Wolff ſtarb 80 Jahre alt zu Stuttgart am 26. November 1896. 4 IV Vorwort. aus Rohnährſtoffen, meinte man, könnte man ſich leichter, eventuell durch eine Analyſe vergewiſſern, die Ausnutzung bliebe aber trotz aller Mittelzahlen der unſicheren Schätzung überlaſſen. Dennoch brach ſich die prinzipielle Richtigkeit des Wolff'ſchen Vorgehens überall Bahn und kurze Zeit ſpäter iſt keine beachtens⸗ wertere Schrift über Fütterungsfragen mehr erſchienen, die nicht allein mit verdaulichen Nährſtoffen rechnete. Man mußte erkennen, daß mit der ſog. größeren Sicherheit der früheren Rechnungsweiſe nur ein Scheinvorteil gewonnen war; die Zahlen erſchienen exakter, allein die Reſultate der Fütterung blieben um ſo unſicherer, als durch die bequeme Vermeidung aller Er⸗ wägungen über den wirklichen Nährſtoffgehalt der Rationen, die Ernährung der Tiere um ſo leichter zu einer verfehlten wurde. Wenn daher Wolff 1874 bezüglich ſeiner Reformen ſchrieb: „Allerdings kann in dieſer Hinſicht nur erſt von einem Verſuche die Rede ſein, denn es iſt keine ganz leichte Aufgabe, das gewaltig an⸗ gehäufte Material zu ordnen, zu ſichten und in der erforderlichen Weiſe zu verarbeiten,“— ſo darf man wohl dem zweiten Satze uneingeſchränkt zuſtimmen, nicht aber dem erſten, welcher allein auf die dem verdienten Forſcher innewohnende Beſcheidenheit zurück⸗ zuführen iſt. Der Erfolg war ein entſprechender und Wolff konnte im Vorwort zur 6. Auflage mitteilen:„Das vorliegende Buch iſt nun⸗ mehr in 22 000 Exemplaren gedruckt und durch Überſetzung in vielen außerdeutſchen Ländern verbreitet worden. Günſtige Be⸗ urteilungen und viele Zuſchriften aus der Praxis beweiſen mir außer⸗ dem, daß das Buch ſeinen Zweck einigermaßen erfüllt, zur Be⸗ feſtigung und allgemeinen Verbreitung eines rationellen Fütterungs⸗ weſens beigetragen hat.“ Die oben angedeuteten beſonderen Intentionen Wolffs drückten dem Buche ſeinen eigenartigen Stempel auf. Er ſchrieb darüber: „Bei Ausarbeitung der vorliegenden Schrift war mein Hauptbeſtreben darauf gerichtet, von der neuen Geſtaltung der Fütterungslehre ein möglichſt anſprechendes und allgemein verſtändliches Bild zu ent⸗ werſen. Ich glaube dies zunächſt dadurch erreicht zu haben, daß ich meine Erörterungen überall auf die wichtigſten Ernährungs⸗ Vorwort. V prinzipien beſchränkte...., dagegen alles... anderen Gebieten des Wiſſens und Könnens Angehörende ſorgfältig ausſchloß.“ Zu letzterem rechnete er nicht nur das Spezielle der Chemie, Phyſiologie ꝛc., ſondern auch eine Reihe rein praktiſcher Fragen, wie Zubereitung, Schmackhaftigkeit, ſpezifiſche Wirkungen des Futters, Geeignetheit für beſondere Tiergattungen und ähnliches. Freilich wurden dieſe Ge⸗ ſichtspunkte durchaus nicht ganz unbeachtet gelaſſen, ſondern nur auf eine ſyſtematiſche und umfaſſende Bearbeitung verzichtet. Obgleich in letzterer Beziehung neuzeitlich manches Wichtige ent⸗ deckt und wiſſenſchaftlich unterſucht, und z. B. beſonders von Pott in München hervorragend auf die Bedeutung der ſpezifiſchen Reiz⸗ wirkungen der Futterſtoffe hingewieſen worden iſt, ſo ſchien es dem Bearbeiter dieſer Schrift doch nicht angezeigt, den Charakter der⸗ ſelben durch Abweichung von dem urſprünglichen Plan zu ändern. Im weſentlichen wurde daher die ganze bisherige Dispoſition bei⸗ behalten. Es war ferner das Beſtreben des Bearbeiters, auch nur dort den urſprünglichen Text zu verlaſſen, wo eine Berückſichtigung neuerer Forſchungen es unbedingt notwendig machte oder wenn der unabweisbare Zwang vorlag, eine Streichung vorzunehmen, um den Umfang des Buches nicht zu weit über das dafür beſtimmte Maß wachſen zu laſſen. Der Bearbeiter iſt ſich wohl bewußt, daß es jetzt noch ſchwieriger als vor 25 Jahren iſt, den ſo überaus angewachſenen Stoff in ein kleines Bändchen zuſammenzufaſſen, daß zahlreiche Auslaſſungen nicht zu vermeiden waren, und daß es noch die weitere ſchwere Aufgabe zu löſen galt, den Verdienſten eines ſo hervorragenden Forſchers wie Wolff nacheifernd gerecht zu werden. Leicht dürfte es daher ſein, an dieſer Arbeit mancherlei Ausſtellungen zu machen. Hoffent⸗ lich werden jedoch von den Fachgenoſſen die erwähnten Schwierig⸗ keiten bei der Beurteilung in gerechter Weiſe gewürdigt und gelingt dieſer„allen Landwirten gewidmeten Schrift“, auch in Zukunft einigermaßen die Erfüllung ihres Zwecks: die rationelle Fütterung der Tiere zu fördern. Berlin, im Dezember 1898. C. Lehmann. Inhalt. —— Seite Die allgemeinen Geſetze der tie iſchen Ernährung. Einleitung... 1 Wichtigere Beſtandteile des viertörpers. Waſſer.... 3 Stickſtofffreie Stoffe 5 Fett... 5 Nicht fettartige Stoffe. 6 Stickſtoffhaltige Stoffe 6 Eiweiß... 6 Leimgebende Subſtanzen. 8 Horngebilde.. 8 Mineralſtoffe... 9 Kalk, Magneſia und Phosphorſi ſäure, Ehjen... 9 Kali und Natron......... 11 Chlornatrium... 13 Stoffwechſel im Tierkörper. Nährſtoffe und deren Bedeutung........ 14 Reſpirationsprozeß und Aufnahme von Saverſtof..... 15 Zerfall des Eiweißes.......... 17 Verbrennung von Fett und Zucker....... 18 Methoden zur Ermittelnng des Stoffwechſels........ 18 Stoffwechſel⸗Gleichungen......... 21 Die Fleiſchbildung. Organeiweiß und Zirkulationseiweiſz.......... 24 Die Geſetze der Fleiſ öbiſding............ 26 Bedingungen des Eiweißumſatzes....... 27 Bedingungen des Eiweißanſatzes......... 31 Die Fettbildung. Ablagerung des Fettes aus der Nahrung......... 35 Neubildung von Fett im Tierkörper........... 36 Bildung von Fett aus Eiweiß.......... 37 Bildung von Fett aus Kohlehydraten. 141 Bedingungen des Fettumſatzes und Fettanſatzes....... 44 Der Kraftwechſel. Die chemiſche Spannkraft der Nahrung........ 47 Wärmewerte der Nährſtoffe...... 49 Auslöſung der chemiſchen Spannkiaft der Nährſiof im Tierkörper 50 Mittlere Werte der Nährſtoffgruppen........ 52 te 1 8 ͤ—-6==oornnns— O— 2S Inhalt. Die Iſodynamie der Nährſtoffe Wechſel in der Energieverwertung Die Kraftproduktion. Einfluß der Muskelthätigkeit auf den Stoffwechſel Die Quelle der Muskelkraft Verwertung der chemiſchen Spannkraft der Nahrung durcj wirtſchaftlch nutzbare Arbeit.. 65 Das Futter der landwiriſchaftliche en Nußzitere Einteilung der Nährſtoffe.. 67 Futterbeſtandteile Rohprotein. 68 Eiweißſtoffe... 69 Nichteiweiß lttioide ihtoſid⸗ Amide) 72 Rohfaſer.. 75 Rohfett. 75 Stickſtofffreie Extraktſtoffe 75 Reinaſche.. 76 Die Verdaulichkeit des Futters. Verlauf des Verdauungsprozeſſes 77 Gehalt des Kotes an Stoffwechſelprodukten. 78 Allgemeine Verda uungsverhältniſſe des Rauh⸗ und Grünfutters 81 Spezielle die Verdauung des Rauhfutters betreffende Fragen 88 Verdaulichkeit der Beifutterarten und Einfluß delſeiben adf die Ver⸗ dauung des Rauhfutters... 96 Charakteriſtik der Futtermittel. Rauh⸗ und Grünfutterarten. 103 Knollen⸗ und Wurzelgewächſe. 129 Konzentrierte Futtermittel 1.... 139 Die Fütterung der landwirt ſchaftlichen Nuttiere Einleitung.... 153 Fütterungsnormen.. 154 Mittlere Rährſtofherhaltnif e und deren Bedeutung bei der Produitions⸗ fütterung... 156 Erhaltungsfütterung der Ochſen 158 Die Wolleproduktion. 161 Die Fütterung der Arbeitstiere.. 166 Arbeitsochſen........... 167 Pferde................. 168 Die Milchproduktion. Bildung der Milch in der Milchdrüſe.. 173 Einfluß der Nahrungszufuhr aa die Qualität der Milch. 174 Bedeutung der Mineralſtoffe für die Milahrwdattidn. 181 Nährſtoffbedarf der Milchkühe. 4 182 Die Fütterung des Jungviehes. Kälber und Rinder. 188 Lämmer 192 Schweine. 194 Bedeutung der Mineralſtoffe im Futter des Jungviehes. 194 Die Mäſtung der Tiere. Ochſen. 196 Schafe 198 Schweine. 201 —⸗—⸗—⸗—— VIII Inhalt. Seite Bemerkungen zu den im Anhang mitgeteilten Tabellen...... 204 Beiſpiel für Futterberechnungen.... 215 V Betrachtungen über die Entmickelung und den gegenwäriigen Stand der Fütterungslehre.......219 Anhang. I. Tabelle über die Zuſammenſetzung und den Nüͤhrſtofigehalt der Futtermittel... 232 II. Tabelle über die Verdaulichkeitsverhältniſſe der Futtermittel. 241 III. Tabelle über den Stickſto ſſgehalt einiger Futtermittel im Protein und im Nichtprotein. 246, IV. Fütterungsnormen für die verſchiedenen Zwecke der landwirtſchaft⸗ lichen Tierhaltung.. 249 V. Tabelle über die prozentiſchen Geuichtsverhältniſſe der eirzelnen Teile mn von Rindvieh, Schaf und Schwein.... 251 bel. ehen dypere ele ge immt m! uiche 0 fir gfen af ff lt: he Aßa gt en temi di be der Niw e ül mi rm hs ſäct al fii dül 8 Tierwelt und Pflanzenreich zeigen in ihren Wechſelbeziehungen einen Kreislauf von Stoff und Kraft, welche beide, der Menge nach unvergänglich, nur fortwährend andere Formen annehmen und in neuen Erſcheinungen auftreten. Indem die mit dem Chlorophyll⸗ apparat ausgerüſtete Pflanze mit Hilfe der Sonnenſtrahlen als Kraft⸗ quelle aus wenigen, der anorganiſchen Welt angehörenden Verbin⸗ dungen das Material zum Aufbau ihrer organiſchen Subſtanz ent⸗ nimmt, wird Sauerſtoff abgeſchieden und ſomit unter Bildung von verbrennlichen Stoffen, die aufgenommene Kraft in ſog.„che⸗ miſche Spannkraft“ verwandelt, die bei Gelegenheit neuer Oxydation als Wärme, mechaniſche Bewegung oder in anderer Form wieder frei werden kann. Die Pflanze iſt daher in ſteter Produktion be⸗ griffen, ſie vermehrt während ihres Lebens die Maſſe der organiſchen Subſtanz und vermag für Tiere und Menſchen die nötigen Nähr⸗ ſtoffe zu erzeugen. In dem tieriſchen Organismus iſt das Leben in jedem Augen⸗ blick mit Zerſtörung von organiſcher Subſtanz begleitet. Der Tier⸗ körper hat nicht die Fähigkeit, mit anorganiſchen Stoffen ſeinen Aufbau zu bewirken und denſelben die Mittel zu ſeiner Erhaltung zu entnehmen; er bedarf zur Erfüllung ſeiner Lebensfunktionen der chemiſchen Spannkraft fertig gebildeter organiſcher Stoffe. Indem die verdauten, in den Kreislauf der tieriſchen Säfte übergegangenen oder ſchon aſſimilierten Nährſtoffe unter mehr oder weniger direkter Mitwirkung des eingeatmeten atmoſphäriſchen Sauerſtoffes in ein⸗ fache Verbindungen zerfallen, wird die Spannkraft frei und bewirkt als lebendige Kraft die mechaniſchen Leiſtungen, welche für die innere und äußere Arbeit von dem Tierkörper verlangt werden oder erzeugt Wärme, um alle Verluſte daran zu erſetzen, welche der lebende Körper fortwährend, namentlich durch Ausſtrahlung von ſeiner Ober⸗ fläche erleidet. Das tieriſche Leben iſt ſomit einem Verbrennungsprozeß zu vergleichen und die Tierwelt dadurch charakteriſiert, daß ſie das⸗ jenige, was die Pflanze an Kraft und Stoff angeſammelt hat, zur Erfüllung ihrer Lebensfunktionen verwendet und dabei direkt oder Wolff, Fütterungslehre. 7. Auflage. 1 2 Die Geſetze der tieriſchen Ernährung. indirekt in denjenigen Zuſtand zurückführt, in welchem es wiederum bei der Entſtehung neuer Pflanzengebilde mitwirken kann. Außer den organiſchen Stoffen, welche die Pflanze in ihren Produkten als Nahrung der Tierwelt darbietet, bedarf die letztere zu ihrer Ausbildung und normalen Erhaltung noch feuerfeſter Mineralſtoffe; es ſind dies dieſelben Mineralſtoffe, welche man großenteils auch als allgemeine Pflanzennährſtoffe erkannt hat. Sie werden in geeigneten Verbindungen und meiſtens in genügender Menge gleichzeitig mit der vegetabiliſchen Nahrung dem Tierkörper zugeführt. In wunderbarer Harmonie ſehen wir im Körper der höheren Tierklaſſen die verſchiedenſten Organe zu einem Ganzen vereinigt. Die Organe der Aufnahme und Ausſcheidung, der Verdauung und Ernährung, der Bewegung und Empfindung, der Zeugung und Fort⸗ pflanzung, die Syſteme der Gewebe und der Säfte, Knochen und Knorpel, Muskeln und Sehnen, Binde⸗ und Fettgewebe, Nerven und Gefäße, Drüſengebilde und Atmungsorgane, Haut und Haare,— alles unterſtützt ſich gegenſeitig in ſeiner Thätigkeit und jedes Einzelne iſt notwendig, um das Ganze heranzubilden und zur Erfüllung ſeiner Lebensaufgabe zu befähigen. Die Nerven, indem ſie in feine Faſern ſich zerteilen oder geflechtartig wiederum ſich vereinigen, durchdringen alle Organe, geben ihnen die Anregung zur Lebensthätigkeit und unterwerfen ſie teilweiſe der Willenskraft des Individuums, während das Blut den ganzen Körper durchkreiſt, den von den Verdauungs⸗ werkzeugen oder in anderen Organen vorbereiteten Bildungsſaft auf⸗ nimmt und nebſt dem eingeatmeten Sauerſtoff allen Geweben zuführt, daſelbſt ablagert oder die chemiſchen Prozeſſe vermittelt, durch welche Kraft und Wärme erzeugt werden. Was hierbei an Zerſetzungs⸗ produkten entſteht, wird in der Blutbahn weitergeführt, um ſchließlich, oft erſt nach weiterer Umänderung, als die letzten Produkte des Stoffwechſels in den Ausſcheidungsorganen den Tierkörper zu ver⸗ laſſen. Die landwirtſchaftliche Fütterungslehre hat den Zweck, die Mittel und Wege anzugeben, durch welche wir den angedeuteten Stoff⸗ und Kraftwechſel derart zu beeinfluſſen vermögen, daß mög⸗ lichſt viel von den verfutterten Nährſtoffen unzerſtört als tieriſches Produkt oder von deren chemiſcher Spannkraft ein möglichſt hoher Prozentſatz als wirtſchaftlich nutzbare Arbeitskraft gewonnen werden kann. Unſere durch chemiſche Unterſuchungen und tierphyſiologiſche Verſuche erworbenen Kenntniſſe in dieſer Beziehung gründen ſich hauptſächlich einmal auf die Zuſammenſetzung des Tierkörpers, ferner rum hren btere feſter man Sie ender örper heren inigt. und Fort⸗ und mund zelne ſeiner jaſern eingen und hrend ungs⸗ t auf⸗ führt, velche ungs⸗ eßlich, 2 des ver⸗ , die euteten mög⸗ rriſches hoher vonnen logiſche en ſich ferner Die Beſtandteile des Tierkörpers. 3 auf die chemiſche Beſchaffenheit der Nährſtoffe, deren Verhalten bei der Verdauung und Vorkommen in den Futtermitteln und endlich auf die Prozeſſe der ſog. eigentlichen Ernährung d. h. des Umſatz und Anſatz reſp. der Aſſimilation des in dem Säfteſtrom aufge⸗ nommenen Nährmaterials. In genannter Reihenfolge ſollen im Nachſtehenden dieſe Kapitel kurz behandelt werden, um zuletzt und zuſammenfaſſend die erforder⸗ lichen Schlüſſe für die Praxis der Fütterung zu ziehen. Die Beſtandteile des Tierkörpers. Von den zahlloſen chemiſchen Verbindungen, welche man in den Körpern der Tiere gefunden hat, ſind nur ſehr wenige, die durch ihr quantitativ reichliches Auftreten einen erheblichen Teil der Nähr⸗ ſtoffe zu ihrer Bildung verbrauchen können, in Betracht zu ziehen, ſobald es ſich nur um eine allgemeine Darſtellung des Stoff⸗ und Kraftwechſels handelt. Das Waſſer iſt der in reichlichſter Menge vorhandene Stoff.) Der geſamte Tierkörper iſt in allen ſeinen Teilen von Waſſer durchdrungen und die Menge desſelben im Verhältnis zum Lebend⸗ gewicht des Tieres um ſo größer, je mehr das letztere in einem noch jugendlichen Alter ſich befindet. Unmittelbar nach der Geburt be⸗ trägt der Waſſergehalt 80 bis 85% vom Gewicht des lebenden Tieres, ſinkt aber in der Periode des raſchen Wachstums allmählich bis auf etwa 60%, während bei zunehmendem Alter und nament⸗ lich, wenn das Tier in einen gemäſteten Zuſtand übergeht, alſo immer fettreicher wird, die Geſamtmenge des Waſſers(mit Einſchluß des Waſſers vom Magen⸗ und Darminhalt) nur noch 40 bis 50% des Lebendgewichtes ausmacht. Dieſe Veränderungen im Waſſergehalt betreffen alle Teile des Tierkörpers, am wenigſten das Blut, am meiſten das Knochenſyſtem; in den Knochen des neugebornen Tieres ſind gegen 70, in denen des erwachſenen und ſtark gemäſteten Tieres der gleichen Gattung oft kaum 20% enthalten. Es iſt klar, daß derartige Verſchiedenheiten im Waſſergehalt bei der Beurteilung des Nähreffektes einer beſtimmten Fütterungsweiſe bezüglich der Zunahme des Lebendgewichtes beachtet werden müſſen. Die Verteilung des Waſſers im Körper iſt eine ſehr ungleiche. Im tieriſchen Organismus ſind die mehr oder weniger feſten Teile, alſo die aus zuſammengruppierten Zellen gebildeten Gewebe dem Gewichte nach weitaus vorherrſchend über die Flüſſigkeiten oder tieriſchen Säfte. Die in den Blut⸗ und Chylusgefäßen zirkulierenden Flüſſigkeiten nehmen höchſtens 7 bis 9% vom Lebendgewicht in 1* 4 Die Geſetze der tieriſchen Ernährung. Anſpruch, bei älteren und ſehr fetten Tieren nur 4 bis 6%; die Verdauungsſäfte aber und ſonſtigen Sekrete und flüſſigen Aus⸗ ſcheidungen, obgleich ſie in einem Zeitraum von 24 Stunden in beträchtlicher Menge produziert werden, können gleichwohl kaum als Beſtandteile des Tierkörpers in Betracht kommen, da ſie in jedem Augenblick neu entſtehen, aus dem Blut direkt oder indirekt ſich abſcheiden, teilweiſe in die Blutbahn zurückkehren oder nach außen hin in der Form von allerlei Zerſetzungsprodukten aus dem Körper austreten, während das Blut ſelbſt, trotz fortwährender Aufnahme und Abgabe in ſeiner Menge und chemiſchen Beſchaffenheit ſehr konſtant bleibt. Die friſchen Knochen betragen, je nach Art, Alter und Er⸗ nährungszuſtand des Tieres, 6 bis 12% vom Gewicht desſelben, die Muskeln und Sehnen 30 bis 48% und das Fett, ſoweit ſolches von Nieren, Netz, Darm und aus dem Fleiſch abgelöſt werden kann, von etwa 5 bis zu 40%. Hierbei iſt zu bemerken, daß die friſchen Knochen noch 20 bis gegen 50, die Muskeln aber 60 bis über 75% Waſſer enthalten. Wenn man aus den Reſultaten der bei verſchiedenen landwirtſchaftlichen Tieren vorliegenden Unterſuchungen das Mittel nimmt, ſo erhält man für die Knochen 8,9%, für Fleiſch und Sehnen 40,1 und für das mechaniſch ablösbare Fett 23,9% des Lebendgewichtes; der Reſt= 27,1 umfaßt das beim Schlachten auslaufende Blut, Haut und Haare, die ſämtlichen Eingeweide nebſt dem Inhalt von Magen und Darm. Über die prozentigen Gewichts⸗ verhältniſſe der einzelnen Teile von Rindvieh, Schaf und Schwein giebt eine im Anhang mitgeteilte Tabelle Auskunft. Ich will nur noch erwähnen, daß die Menge und das Gewicht des Magen⸗ und Darminhalts ſehr verſchieden iſt, je nachdem die Tiere bis zur völligen Sättigung ein mehr oder weniger verdauliches Futter ver⸗ zehren, alſo namentlich die Wiederkäuer im Beharrungs⸗ oder Maſt⸗ zuſtande ſich befinden. In einigen Verſuchen, welche in Hohenheim mit Hammeln von gleicher Raſſe und gleichem Alter ausgeführt wurden, betrug der Inhalt von Magen und Darm bei Fütterung vorherrſchend mit Stroh durchſchnittlich 22,3%, bei Verabreichung von Wieſenheu nebſt kleinen Mengen von Bohnenſchrot 15,7 und bei wirklicher Maſtfütterung nur 9,4% des Lebendgewichtes der Tiere. Maſtſchweine ergeben beim Schlachten eine noch niedrigere „Verhältniszahl, nämlich 4 bis 6%. Das Geſamtgewicht aller einzelnen Teile nach Abzug des Inhalts von Magen, Darm und Harnblaſe bezeichnet man als das„Reingewicht“ des Tieres. Die Trockenſubſtanz des Tierkörpers beſteht aus organiſchen und anorganiſchen Stoffen, und die erſteren ſind teils ſtickſtofffreie, teils — Die Beſtandteile des Tierkörpers. 5 ſtickſtoffhaltige Subſtanzen. Unter den ſtickſtofffreien Stoffen iſt das Fett weitaus vorherrſchend; es findet ſich in geringer Menge im Blut, meiſtens nur 0,1 bis 0.3% desſelben betragend, in größerer Menge in der Nervenſubſtanz und im Knochengewebe, vorzugsweiſe aber in beſonderen Zellen oder Geweben(Bindegeweben, Fettgeweben) im Fleiſch zwiſchen den zu Bündeln vereinigten Muskelfaſern. Die dünne Membran, woraus die Zellwandungen der Fettgewebe gebildet ſind, iſt eine ſtickſtoffhaltige Subſtanz und beträgt nur 0,8% vom Gewichte des ganzen Gewebes, wenn dieſes mit Fett ganz angefüllt iſt, bei geringerem Fettgehalt jedoch bis zu 4% und darüber. Die Menge des Waſſers im friſchen Fettgewebe ſteht in einem beſtimmten Verhältnis zu dem Gehalt an Membranſubſtanz, etwa wie 5—6 zu 1, ſo daß die Waſſermenge von 4 bis zu über 24% ſchwankt, je nachdem die Zellen des Gewebes mehr oder weniger mit Fett beladen ſind. Die meiſten Fettzellen enthalten in dem lebenden Tier⸗ körper, alſo bei der Temperatur der Körperwärme, flüſſiges, völlig durchſichtiges Fett, jedoch iſt die Konſiſtenz des letzteren in den ver⸗ ſchiedenen Organen eine ungleiche; es erſtarrt mehr oder weniger leicht zu einer butterartigen und feſten Maſſe, je nachdem die öligen oder feſten Fettkörper vorherrſchen. Auch iſt das Ausſehen, ſowie der Geruch und Geſchmack der den verſchiedenen Tierarten oder ver⸗ ſchiedenen Teilen des Tierkörpers entnommenen Fettmaſſen wechſelnd, wegen Beimiſchung kleiner Mengen von Farbſtoffen und allerlei flüchtigen Körpern; aber dies hat auf die Elementarzuſammenſetzung der Fette, welche eine ſehr konſtante iſt, faſt gar keinen Einfluß. Auf der Verſuchsſtation Wende z. B. fanden E. Schulze und Reinecke bei der Unterſuchung von 28 Sorten Hammel⸗, Ochſen⸗ und Schweine⸗ fett, wozu man die einzelnen Proben ganz verſchiedenen Teilen des Tierkörpers und meiſt auch verſchiedenen Individuen entnommen hatte, im Kohlenſtoffgehalt nur Schwankungen von 76,27 bis 76,85%, im Waſſerſtoffgehalt von 11,76 bis 12,16 und im Sauerſtoffgehalt von 11,00 bis 11,94%; im Durchſchnitt aller Analyſen enthielt das Fett 76,5 Kohlenſtoff, 12,0 Waſſerſtoff und 11,5% Sauerſtoff, —— und faſt ganz dieſelbe Zuſammenſetzung ergab ſich für die Fett⸗ ſubſtanzen von Pferden, Hunden, Katzen und Menſchen. Hiernach kann man das Geſamtfett des Tierkörpers, ungeachtet der mannigfachen Modifikationen, welche es bei dem Übergange von einem Organ in das andere erleidet, als ein ziemlich gleichartiges Ganzes zuſammenfaſſen, und es iſt ſehr bemerkenswert, daß auch das im Pflanzenreiche gebildete und alſo mit dem Futter von den Tieren aufgenommene Fett faſt dieſelbe Elementarzuſammenſetzung 6 Die Geſetze der tieriſchen Ernährung. und ganz ähnliche Eigenſchaften hat. Die Menge aber des Fettes, welche im Tierkörper, aus dem im Futter enthaltenen oder nach der Neubildung aus anderweitigen Beſtandteilen des Futters, ſich ablagert, iſt oftmals eine überaus große. Im Körper der gemäſteten Wieder⸗ käuer und Schweine kann die Fettmenge 25 bis über 40% von dem Lebendgewicht dieſer Tiere betragen, d. h. doppelt und dreimal ſo viel, als im ganzen an waſſerfreier, ſtickſtoffhaltiger Subſtanz gleichzeitig vorhanden iſt. In dem Körper der mageren Tiere ſinkt freilich der Fettgehalt bedeutend und iſt die Geſamtmenge der ſtick⸗ ſtoffhaltigen Subſtanz vorherrſchend. Alles, was außer dem Fett an ſtickſtofffreien organiſchen Stoffen im Tierkörper vorkommt und als normaler Beſtandteil des⸗ ſelben angeſehen werden muß, iſt der Menge nach höchſt unbedeutend, wenn auch für die Funktionen der betreffenden Organe und Flüſſig⸗ keiten oft von Wichtigkeit. So iſt in faſt allen weichen Geweben ein Kohlehydrat, das Glycogen, enthalten. In der Leber kann es 3 bis 4%, in den Muskeln bis 1% vorkommen. Es ſpielt bei der Arbeitsleiſtung der Muskeln eine wichtige Rolle. Auch Zucker findet man im Blut, aber höchſtens bis zu einem Gehalt von 0,1%, nur in dem Blut der Lebervenen iſt die Menge eine etwas größere. Ferner kommen in der Galle verſchiedene ſtickſtoff⸗ freie organiſche Verbindungen vor, ſowie auch unter den ſog. Extrakt⸗ ſtoffen der tieriſchen Säfte und Gewebe allerlei ſtickſtofffreie Sub⸗ ſtanzen vorhanden ſind. Aber alle dieſe Stoffe ſind dem Gewichte nach unbedeutend und verſchwinden faſt vollſtändig gegenüber den großen Mengen von Fett und ſtickſtoffhaltigen Subſtanzen im ge⸗ ſamten Tierorganismus. Von ſtickſtoffhaltigen Beſtandteilen des Tierkörpers kommen hauptſächlich dreierlei Gruppen in Betracht, nämlich die Eiweißſtoffe, die leimgebenden Subſtanzen und die Horngebilde. Die weitaus wichtigſten ſind die Eiweißſtoffe, denn an dieſe und die aus ihnen beſtehenden Organe ſind vorzugsweiſe alle Außerungen des tieriſchen Lebens gebunden, ſie liefern auch das Material, aus welchem die beiden anderen Stoffgruppen hervorgehen, während die letzteren, ein⸗ mal gebildet, nicht wieder in Eiweißſubſtanz umgewandelt werden und deren Funktionen im tieriſchen Ernährungsprozeß nicht zu über⸗ nehmen vermögen. Die Eiweißſtoffe finden ſich in allerlei Modifikationen, je nach den verſchiedenen Organen und Flüſſigkeiten, deren Haupt⸗ beſtandteile ſie bilden, und alle dieſe Modifikationen erleiden vielfach unter dem Einfluß des Lebensprozeſſes eine gegenſeitige Umwandlung. Hauptſächlich kommen für die Zuſammenſetzung des Tierkörpers vüſer bä du ki 1 Nar be! ettes, der agert, ſeder⸗ von eimal ſtanz ſinkt ſtick ſſchen des⸗ ttend, ſſig⸗ weben kann ſpielt Auch hehalt eine fſtoff⸗ ttrakt⸗ Sub⸗ wichte rden n ge⸗ nmen toffe, ttaus hnen 8ſchen die ein⸗ erden über⸗ n, je aupt⸗ elfach dung. rpers Die Beſtandteile des Tierkörpers. 7 zwei Gruppen von Eiweißſtoffen in Betracht: die Albumine und die Globuline. Das Albumin, wie hier kurz geſagt ſein mag, iſt in Waſſer löslich und in allen tieriſchen Flüſſigkeiten vorherrſchend, beſonders im Chylus oder Milchſaft, in dem farbloſen Blutſerum, ſowie in dem flüſſigen, durch den Blutfarbſtoff rot gefärbten Inhalt der Blutkügelchen, ferner in dem Safte des Fleiſches und der Nerven⸗ ſubſtanz. Bekanntlich hat das Albumin die Eigenſchaft, daß es ge⸗ rinnt und als eine flockige Maſſe ſich ausſcheidet, wenn man die wäſſerige Löſung desſelben oder die Flüſſigkeiten, welche es enthalten, bis auf 70 oder 80° C. erhitzt; nach dem Gerinnen iſt das Eiweiß in reinem Waſſer nicht mehr auflöslich. Die Globuline ſind nicht in reinem Waſſer, jedoch in einigen Neutralſalzlöſungen reſp. verdünnten Alkalien oder Säuren löslich. Sie herrſchen in den Geweben vor, ſind aber auch in erheblicher Menge in den tieriſchen Flüſſigkeiten enthalten. So ſcheidet ſich aus dem Blut ein Globulin, das Fibrinogen, beim Gerinnen in einer unlöslichen faſerigen Maſſe als Fibrin, ab. Der Haupt⸗ beſtandteil der Muskelfaſern wird durch ein Globulin, das ſog. Myoſin gebildet u. a. Obgleich nicht zu den eigentlichen Körpereiweißen gehörig, ſei hier noch das Kaſein erwähnt. Es iſt nur in dem Sekret der Milch nachgewieſen und gehört zu den komplizierteren Eiweißen, den ſog. Nucleoproteiden, welche u. a. ſich durch einen Gehalt von Phos⸗ phor charakteriſieren. Alle Eiweißſtoffe enthalten als weſentliche Beſtandteile Kohlen⸗ ſtoff, Waſſerſtoff, Stickſtoff, Sauerſtoff, außerdem gleichfalls in orga⸗ niſcher Verbindung mit den anderen Elementen etwas Schwefel, und zwar ſind dieſe Beſtandteile in ſo konſtanten Mengenverhältniſſen zugegen, daß man die verſchiedenen Eiweißſtoffe kaum nach ihrer prozentigen Zuſammenſetzung von einander unterſcheiden kann; viel⸗ mehr kommen bei einem und demſelben Eiweißkörper, wenn derſelbe aus verſchiedenen Organen oder Organismen abgeſchieden worden iſt, oft ebenſo große Schwankungen in der Zuſammenſetzung vor, als wenn man Eiweißſtoffe von jeder der drei oben erwähnten Haupt⸗ arten in Unterſuchung nimmt. Der Kohlenſtoffgehalt beträgt 52 bis 54%, der Waſſerſtoffgehalt etwa 7%, der Stickſtoffgehalt 15 bis 17%, der Sauerſtoffgehalt 21 bis 24 und der Schwefelgehalt 1 bis 1,5%. Gewöhnlich nimmt man als mittleren Stickſtoffgehalt 16% an und berechnet daraus, wenn dieſer Beſtandteil durch direkte Analyſe in einer eiweißhaltigen Subſtanz beſtimmt worden iſt, die Geſamtmenge des Eiweißes durch Multiplikation mit der Zahl 6,25 (6,25% 16= 100). 8 Die Geſetze der tieriſchen Ernährung. Die leimgebenden Subſtanzen nehmen an dem Aufbau des tieriſchen Organismus dem Gewichte nach kaum einen geringeren Anteil als die Eiweißſtoffe. Es beſteht daraus die ſtickſtoffhaltige organiſche Subſtanz der Knochen und Knorpel, ſowie zum größten Teil die Maſſe der Sehnen, Bänder, Kapſeln, aller Bindegewebe und der tieriſchen Haut. Durch anhaltendes Kochen mit Waſſer werden die leimgebenden Subſtanzen vollſtändig gelöſt und in tieriſchen Leim verwandelt; ihre Elementarzuſammenſetzung iſt der⸗ jenigen der Eiweißſtoffe ſehr ähnlich, nur enthalten ſie im allgemeinen etwas weniger an Kohlenſtoff(50— 51%), und die Knorpelſubſtanz auch an Stickſtoff(etwa 15%), während die leimgebende Subſtanz der Knochen, Sehnen und Haut im Gegenteil reicher an Stickſtoff iſt(ca. 18%). Auch fehlt der organiſch gebundene Schwefel ent⸗ weder ganz, oder die Menge derſelben iſt geringer als in den Eiweißſtoffen. Was die Horngebilde betrifft, ſo finden ſich dieſelben haupt⸗ ſächlich an der äußeren Körperfläche, in dünner Schicht als Oberhaut (Epidermis) oder in eigentümlich geformten Geweben, als Haare, Wolle, Hörner, Nägel, Hufe, Klauen, Federn ꝛc. Alle dieſe Gebilde enthalten in der aſchefreien Trockenſubſtanz übereinſtimmend 50 bis 51% Kohlenſtoff, gegen 7% Waſſerſtoff, 16 bis 17% Stickſtoff, 20— 22% Sauerſtoff und 3— 5% organiſch gebundenen Schwefel. Im weſentlichen iſt alſo nur der Schwefelgehalt größer, das Ver⸗ hältnis der übrigen Beſtandteile aber faſt dasſelbe, wie in den Eiweißſtoffen und den leimgebenden Subſtanzen. Man ſieht, daß alle im Tierkörper vorherrſchend auftretenden organiſchen ſtickſtoffhaltigen Subſtanzen eine ſehr ähnliche und durch⸗ ſchnittlich faſt dieſelbe Elementarzuſammenſetzung haben, wie das reine Eiweiß, aus welchem ſie ſämtlich direkt oder indirekt im Prozeß der Ernährung und des Wachstums entſtanden ſind. Dieſe UÜber⸗ einſtimmung ergab ſich auch aus einigen Unterſuchungen, welche in England von Lawes und Gilbert mit ganzen Tieren, mit Ochſen, Schafen und Schweinen im mageren und fetten Zuſtande und zwar in der Weiſe ausgeführt wurden, daß man die Geſamtmenge von Waſſer, fixen Mineralſtoffen, Fett und ſonſtiger organiſcher Sub⸗ ſtanz, ſowie in der letzteren den Stickſtoffgehalt direkt ermittelte. Die ſonſtige organiſche Subſtanz umfaßte alſo alles, was in den Tieren außer dem Fett an organiſchen Stoffen enthalten war und ſtimmte der Menge nach faſt vollkommen überein mit dem Eiweiß⸗ quantum, welches durch Rechnung, nämlich durch Multiplikation des direkt gefundenen Stickſtoffes mit der Zahl 6,25(ſ. o.) ſich ergab. Die Differenz betrug 0 bis höchſtens 0,6% vom Lebendgewicht des 5 8 nir ſee R N Jernr — — — — — ——— —— —— meinen Alſten Ulſten ſicſtof el ent⸗ in den haupt⸗ ferhaut Haare, zebilde 00 bis icſtoff hwefel. 8 Pe⸗⸗ in den reienden durch⸗ wie das Praßeß ſe ller⸗ welche in t Oiſen und zwer nenge von ter Sll⸗ eemitkele ds in den wer und en Eweſ dkaton d ſcch etyoe. dwvitt d Die Beſtandteile des Tierkörpers. 9 betreffenden Tieres; im Mittel aller Unterſuchungen war die ſonſtige organiſche Subſtanz 14,67 und das aus dem Sticktffgehalt be⸗ rechnete Eiweiß 14,33% vom Reingewicht der Tiere. Hieraus er⸗ ſieht man zugleich, daß diejenigen organiſchen Stickſtoffverbindungen, welche außer den eigentlichen Eiweißſtoffen, den leimgebenden Sub⸗ ſtanzen und Horngebilden im Tierkörper vorkommen und z. B. Be⸗ ſtandteile des Fleiſchſaftes, der Galle ꝛc. bilden, wegen ihrer ver⸗ hältnismäßig geringen Menge keinerlei weſentlichen Einfluß ausüben auf die Elementarzuſammenſetzung, zunächſt den prozentigen Stickſtoff⸗ gehalt der nicht fettartigen organiſchen Subſtanz des Tierkörpers überhaupt. 3 Bezüglich der fixen Mineralſtoffe, der Aſchenbeſtandteile des Tierkörpers bemerke ich, daß die Geſamtmenge derſelben in ab⸗ gerundeten Zahlen bei Rindvieh 4—5, bei Schafen 2,8— 3,5 und bei Schweinen 1,8— 3,0% von dem Lebendgewicht der. Tiere be⸗ trägt, und zwar im fetten Zuſtand der letzteren dem angegebenen Minimum, im mageren Zuſtand dem Maximum ſich nähernd. Phosphorſäure und Kalk ſind in ziemlich gleichen Mengenverhält⸗ niſſen zugegen und nehmen mit einander etwa ⅞ von der geſamten Mineralſubſtanz in Anſpruch, während das letzte Fünftel aus Kali, Natron, Magneſia, Eiſen, Chlor, Schwefelſäure, Kohlenſäure und zu ganz geringem Teil aus Kieſelſäure beſteht; der Schwefel, welcher in organiſcher Verbindung, wie oben erwähnt wurde, als Beſtandteil der meiſten ſtickſtoffhaltigen Tierſtoffe auftritt, iſt hierbei außer Rechnung gelaſſen. In den Knochen iſt bekanntlich die Menge der Mineralſtoffe (Knochenaſche) eine beſonders große, und beträgt im Durchſchnitt bei mittlerem Alter der erwachſenen Tiere ziemlich der waſſer⸗ und fettfreien Subſtanz; bald nach der Geburt ſind nur etwa 50, im höheren Alter dagegen oft bis zu 75% an feuerfeſter Subſtanz in den getrockneten Knochen zugegen und die äußeren feſten Zellen⸗ ſchichten, namentlich der Röhrenknochen ſind immer reicher, die inneren mehr poröſen Maſſen etwas ärmer an Aſchenbeſtandteilen. Die ge⸗ ſamte Knochenaſche beſteht ungefähr zu ⅛ aus phosphorſaurem Kalk, der Reſt iſt kohlenſaurer Kalk nebſt kleinen Mengen von Magneſia, Flurorcalcium und Natronſalzen. Auf die fettfreie Trockenſubſtanz der Knochen berechnet, ergiebt ſich an Phosphorſäure etwa 27, an Kalk 38, an Kohlenſäure 3 bis 4 und an Magneſia nur 0,5 bis höchſtens 1%. Die friſchen Knochen ſind oft reich an Fett und zwar gewöhnlich um ſo mehr, je älter das betreffende Tier war und in einem je fetteren Zuſtand es ſich befand; in gewiſſen Krank⸗ heiten, z. B. bei weit vorgeſchrittener Knochenbrüchigkeit ſteigert ſich 10 Die Geſetze der tieriſchen Ernährung. der Fettgehalt manchmal bis über 40%, und dann iſt oft die Menge des phosphorſauren Kalkes bedeutend vermindert, die des kohlenſauren Kalkes entſprechend vermehrt. Der Kalk iſt in den Knochen über die Phosphorſäure vor⸗ herrſchend, während dieſe Differenz für den ganzen Tierkörper ziemlich ſich ausgleicht, weil die weicheren Gewebe und auch alle tieriſchen Säfte verhältnismäßig reicher an Phosphorſäure ſind als an Kalk, wenn auch die abſolute Menge der Phosphorſäure darin keine große iſt. So enthält z. B. das friſche fettfreie Fleiſch, bei etwa 25% Geſamt⸗Trockenſubſtanz, 0,6— 0,8% Phosphorſäure; in der Nerven⸗ ſubſtanz findet man ähnliche Mengen von Phosphorſäure, in dem Blut dagegen, ſowie im Chylus und in den Verdauungsſäften be⸗ deutend weniger, nur 0,1 bis 0,2%. Im Fleiſch, Blut und Chylus iſt der Kalkgehalt ein verſchwindend kleiner, beträgt kaum 0,01 bis 0,02%, nur in den Verdauungsſäften ſteigt er bis auf 0,1 und 0,2%. Die Magneſia ſcheint für den Aufbau und die Erhaltung des Organismus der Sänugetiere eine ziemlich unweſentliche Subſtanz zu ſein, wenigſtens tritt dieſelbe gegenüber dem Kalk ſehr zurück, ihre Geſamtmenge erhebt ſich kaum bis zum 30 ſten und 40 ſten Teil von derjenigen des Kalkes. Freilich darf man aus der geringen Menge eines im Tierkörper vorkommenden Mineralſtoffes nicht ſchließen, daß derſelbe für die normale Geſtaltung und Erhaltung der Lebensfunktionen bedeutungslos ſei. Man ſieht dies an dem Eiſen, welches als Eiſenoxyd berechnet, von dem Lebendgewicht z. B. der landwirtſchaftlichen Tiere nur 0,013— 0,042%(durchſchnittlich bei mageren Tieren 0,035, bei fetten 0,023%) beträgt und gleichwohl einen ſehr weſentlichen Beſtandteil des Blutes(der roten Blut⸗ kügelchen, des ſog. Hämoglobins) ausmacht, bei der Blutbildung eine wichtige Rolle ſpielt und geradezu bedingend iſt für die Er⸗ haltung eines geſunden Zuſtandes im ganzen Organismus. Aus Verſuchen in München von Hößlin mit jungen Hunden von 10 bis 20 kg Lebendgewicht ergab ſich, daß eine Zufuhr im Futter von nur 4— 6 mg Eiſen pro Tag zwar genügte, um das weitere Wachs⸗ tum des Körpers(Muskeln, Leber ꝛc.) zu ermöglichen, daß aber dabei eine Zunahme der Menge des Hämoglobins im Blut gar nicht oder doch nicht in einem dem Wachstum des Geſamtkörpers entſprechenden Grade ſtattfand. Als Allgemeinerſcheinungen traten dabei ſtarke Bläſſe der ſichtbaren Schleimhäute, ferner raſche Ermüdung der Tiere und Beſchleunigung der Pulsſchläge auf. Ferner ergab ſich, daß bei der allmählichen Abnahme des Hämoglobingehaltes die relative Menge des Blutes anfangs nur wenig ſich verminderte, dann aber in ſtärkerem Grade zu ſinken begann, wenn der prozentige Ge⸗ enſſor ict reſe putge Nat bi d dr d frde i d unme tuu Rei ſiſe Verbe Neng üügle revich kr ſ virde (äden 81 dw rn ab deiu ri fu e Ru n Shi Fide ift die de des ke bor⸗ ünlich erichen n Kalt egroße 7 1 ſerven⸗ n dem ten be⸗ Chylus Ol bis 10 309, ung des tanz zu k, ihre en Teil eringen Bnicht ung der Eiſen, B. der lich bei ſichwohl Blut⸗ bildung die Er⸗ Aus 10 bis ter von Vachs⸗ er dabei ht oder ceenden ſtarke ng der gab ſich, ltes die te, dann lige Ge⸗ Die Beſtandteile des Tierkörpers. 11 halt des Blutes an Hämoglobin ſich dem äußerſten Minimum, welches zum Leben noch notwendig iſt, genähert hatte, d. h. von urſprünglich 14 bis auf 8 und 7% geſunken war. Auch die Menge der Alkalien im Tierkörper, ſowie von Chlor (hauptſächlich als Chlornatrium vorkommend) iſt keine große, aber dieſe Stoffe ſind gleichwohl notwendige Beſtandteile. Sie werden auch fortwährend mit den Endprodukten des Stoffwechſels aus dem Körper ausgeſchieden und nur unter dem Einfluß einer neuen und entſprechenden Zufuhr kann der Ernährungsprozeß nach allen Richtungen hin ſeinen normalen Verlauf haben. Es iſt ſehr bemerkenswert, daß das Kali in allen vorzugs⸗ weiſe lebensthätigen Zellengebilden beträchtlich über das Natron vorherrſcht, ſo namentlich in der Muskelnervenſubſtanz, auch in den Blutkörperchen gegenüber dem Blutſerum; es ſcheint daher das Kali bei Bildung der Zellen in den betreffenden Geweben und bezüglich der Funktionen derſelben eine wichtige Rolle zu ſpielen. Dagegen findet man in den Knorpeln von Alkalien faſt nur Natron, ebenſo in den Knochen; jedoch iſt der Gehalt der letzteren, nach deren voll⸗ kommenen Ausbildung ein äußerſt geringer. Außerdem iſt das Natron, hauptſächlich in der Form von Chlornatrium ein charakteriſtiſcher Beſtandteil des Blutſerums und des Chylus, ſowie aller Verdauungs⸗ ſäfte und ſchleimigen Subſtanzen im Tierkörper. Die angedeutete Verteilung der beiden Alkalien im tieriſchen Organismus, deren Menge in den einzelnen Geweben und Säften iſt eine ſehr konſtante, obgleich die abſolute Menge nur gering iſt und auf 100 kg Lebend⸗ gewicht kaum mehr als im ganzen etwa 300 g beträgt. Aber bei der fortdauernden Ausſcheidung der Alkalien mit der Harnflüſſigkeit würde der Ernährungsprozeß ſehr bald weſentliche Störungen er⸗ leiden, wenn nicht eine entſprechende Zufuhr ſtattfände. Dies wird auch bewieſen durch die Reſultate von Verſuchen, welche auf der landwirtſchaftlichen Akademie zu Poppelsdorf und namentlich in den tierphyſiologiſchen Inſtituten der Univerſität Bonn und München, an letzterem Ort von J. Forſter ausgeführt worden ſind. Dieſe Verſuche ergaben, daß die Tiere bei einem ſehr ſalzarmen Futter raſch erkranken oder ganz zugrunde gehen und daß der Mangel an Kali ebenſo nachteilig wirkt, wie der Mangel an Natron oder an Kalk und Phosphorſäure. Dies iſt nicht allein bei jungen, noch im raſchen Wachstum begriffenen Tieren zu beobachten, ſondern auch im völlig ausgebildeten Zuſtand derſelben. Die im Körper vorhandenen Salze ſind zweierlei Art, in erſter Linie nämlich ſolche, welche als notwendige Beſtandteile zur Kon⸗ ſtitution der Gewebe oder Säfte gehören und daher in mehr oder 12 Die Geſetze der tieriſchen Ernährung. weniger feſten Verbindungen mit der organiſchen Subſtanz ſich be⸗ finden; dies ſind die eigentlichen Körperſalze, ſie bilden den weitaus größeren Teil der überhaupt vorhandenen Mineralſtoffe und zeigen unter ſich, ſowie gegenüber der organiſchen Subſtanz nach er⸗ folgter Ausbildung und im geſunden Zuſtand des Organismus im allgemeinen ſehr konſtante Mengenverhältniſſe. Außerdem iſt bei reichlicher Ernährung ein anderer weit geringerer Teil von Salzen einfach in den Säften gelöſt, ohne feſtere Verbindungen einzugehen; dieſe Salze können den Säften wohl innerhalb enger Grenzen eine größere Konzentration verleihen, aber niemals in irgendwie beträcht⸗ licher Menge ſich anſammeln. Sie werden raſch mit dem Harn aus dem Körper wieder entfernt und zu ihnen geſellen ſich diejenigen Salze, welche bei dem normalen Zerfall und der Oxydation der verbrennlichen Stoffe frei werden oder in Verbindung treten mit den Endprodukten des Stoffwechſels. Die zuletzt erwähnten Salze werden nicht augenblicklich in ihrer ganzen Menge bei dem Durch⸗ gange des Blutes durch die Nieren ausgeſchieden, ſondern ſie bleiben zum Teil in den kreiſenden Säften noch aufgelöſt und können ſich abermals mit organiſchen Subſtanzen, namentlich mit Eiweißſtoffen verbinden, wenn dieſe bei ſalzarmer, aber ſonſt genügender Nahrung aus dem Verdauungskanal in den Kreislauf der tieriſchen Säfte übergehen. Hiermit in Ühereinſtimmung zeigte ſich auch bei den obenerwähnten, von Forſter ausgeführten Verſuchen, daß die Aus⸗ ſcheidung der Salze gerade bei der reichlichſten Zufuhr von ver⸗ brennlichen, aber möglichſt ſalzarmen Stoffen am geringſten war, geringer ſelbſt als im völligen Hungerzuſtande der Tiere. Dies be⸗ weiſt, daß der ausgewachſene Tierkörper bezüglich der kon⸗ ſtituierenden Salze eine große Sparſamkeit beobachten und mit einem Minimum ſich behelfen kann; gleichwohl darf die Salzzufuhr nicht unter eine gewiſſe Grenze ſinken, denn die Ausſcheidung kann wohl vermindert, aber niemals ganz aufgehoben werden. In der Praxis bei der Fütterung von volljährigen Tieren, wenn dieſe in einem mittleren Ernährungszuſtand verbleiben ſollen oder der Mäſtung unterworfen werden, iſt ſelten zu befürchten, daß ein Mangel an Nährſalzen eintritt, es werden dieſelben vielmehr ganz gewöhnlich in großem Überſchuß vorhanden ſein. Nur das Kochſalz macht hiervon in gewiſſer Hinſicht eine Ausnahme, wie unten näher erörtert werden ſoll. Junge, im raſchen Wachstum begriffene Tiere bedürfen natürlich relattv und abſolut weit mehr an Phosphor⸗ ſäure und Kalk, als erwachſene, und es läßt ſich das zur nor⸗ malen Ausbildung erforderliche Minimum dieſer Stoffe pro Tag und Kopf aus der Zuſammenſetzung des völlig ausgebildeten Tier⸗ in eine rünlit here d dlich lbende teſe de N 1 be⸗ den e und h er⸗ ¹s im bei Salzen gehen, n eine trächt⸗ n aus enigen n der n mit Salze Durch⸗ lleiben en ſich ſtoffen hrung Säfte ei den Aus⸗ n ver⸗ war, les be⸗ kon⸗ d mit zufuhr kann wenn n oder aß ein r ganz dochſalz näher Tiere zphor⸗ ir nor⸗ o Tag a Tier⸗ Die Beſtandteile des Tierkörpers. 13 körpers berechnen. Ein Lamm gebraucht allein zur normalen Aus⸗ bildung des Knochenſyſtems durchſchnittlich pro Tag 2, ein junges Schwein wenigſtens 3, ein Kalb 15—18 g Kalk und faſt ebenſo viel Phosphorſäure. Da man dem Jungvieh allgemein reichliche Mengen von beſonders leicht verdaulichem Futter vorzulegen pflegt, z. B. Körner und Körnerabfälle, auch Kartoffeln und Rüben, und darin die Phosphorſäure über den Kalk weitaus vorherrſcht, ſo wird auch oft eine Extrazufuhr des letzteren Mineralſtoffes zunächſt in Betracht kommen und ohne weſſentliche Koſten in der Form von geſchlämmter Kreide oder bei Kälbern auch nur von weichen Kalk⸗ Leckſteinen bewirkt werden können. Auch muß die Ernährung der Milchkühe unter Beachtung der im Geſamtfutter enthaltenen Menge des Kalkes und der Phosphorſäure geſchehen. Wir werden hierauf in einem anderen Abſchnitt dieſer Ausarbeitung zurückkommen, wenn nämlich von der rationellen Fütterung der landwirtſchaftlichen Nutz⸗ tiere die Rede ſein wird. Unter den in der Praxis vorhandenen Verhältniſſen wird bei Pflanzenfreſſern gewiß niemals eine Störung in den Lebensfunktionen der Tiere ſtattfinden wegen ungenügender Zufuhr von Kali. Die zur Ausbildung und Erhaltung des Tierkörpers unentbehrliche Menge dieſes Stoffes iſt überreichlich in faſt jedem vegetabiliſchen Futter⸗ mittel, und namentlich in jedem Geſamtfutter vorhanden, welches man den landwirtſchaftlichen Tieren vorlegt. Anders verhält es ſich mit dem Natron, insbeſondere dem Chlornatrium. Bei vegetabiliſcher Nahrung iſt das Bedürfnis nach Salz im allgemeinen ein weit größeres als bei animaliſcher Nahrung. Die Fleiſchfreſſer verzehren in ihrem Futter, namentlich in der Form von lebenden Tieren, ziemlich gleiche Mengen von Natron, beziehungs⸗ weiſe Chlornatrium, und von Kali; ebenſo iſt in der Milchnahrung das Verhältnis beider Alkalien noch ein günſtiges, in der Kuhmilch z. B. durchſchnittlich etwa wie 1:3 bis 4. Dagegen ſind die Tiere beſonders bei der Stallfütterung gezwungen, oft große Maſſen von kalkreichen und natronarmen, ſowie faſt chlorfreien Futtermitteln auf⸗ zunehmen; derartige Futtermittel ſind die Kartoffeln, die Körner und Körnerabfälle von Cerealien und Leguminoſen, und ſelbſt die ge⸗ wöhnlichen Rauhfutterarten enthalten unter häufig vorkommenden Boden⸗ und Kulturverhältniſſen neben einem großen Reichtum an Kali nur ſehr geringe Mengen Natron. Das letztere aber und das Chlor werden, wie durch direkte Verſuche nachgewieſen worden iſt, bei beſonders reichlicher Aufnahme von Kaliverbindungen raſcher und in erhöhtem Grade mit dem Harn ausgeſchieden; dadurch verarmt das Blut an Chlornatrium und das Bedürfnis ſolches wiederum zu 14 Die Geſetze der tieriſchen Ernährung. erſetzen, wird ein immer größeres. Dieſe Thatſachen und Be⸗ trachtungen laſſen deutlich erkennen, daß man das Kochſalz für die landwirtſchaftlichen Nutztiere und auch für den Menſchen, namentlich für die ärmeren Volksklaſſen, die vorherrſchend von Brot und Kar⸗ toffeln leben und nur wenig Fleiſchſpeiſe ſich verſchaffen können, als ein wirkliches Nahrungsmittel, keineswegs als ein bloßes Genußmittel anzuſehen hat. Freilich mag das durchaus unentbehrliche Quantum von Kochſalz kein großes ſein, der tieriſche Organismus kann damit auch ſparſam haushalten und mit einer verhältnismäßig geringen Menge ſich ins Gleichgewicht ſetzen; aber ein gewiſſer Überſchuß iſt immer zuträglich, wenn er auch nur dazu dient, um dem Futter der Tiere eine größere Schmackhaftigkeit zu verleihen. Bei aller Mannigfaltigkeit im Bau und in der chemiſchen Be⸗ ſchaffenheit des tieriſchen Organismus, ſowie in den phyſiologiſchen Funktionen der einzelnen Organe geſtaltet ſich doch im ganzen und großen der tieriſche Ernährungsprozeß ſehr einfach und läßt ſich für unſere Zwecke nach ſeinem allgemeinen Verlauf und Erfolg in wenigen Zügen ſchildern. Man kann, wie im vorhergehenden nachgewieſen wurde, den ganzen Tierkörper in ſchematiſcher Auffaſſung anſehen als beſtehend einfach aus Eiweiß, Fett, Waſſer und fixen Mineral⸗ ſtoffen. Von dieſen Beſtandteilen wird durch den Lebensprozeß, durch die zuſammenwirkende Thätigkeit aller Gewebe und Säfte in jedem Augenblick eine gewiſſe Menge zerſtört und bei dem Zerfall der Stoffe die für innere oder äußere Bewegungen verbrauchte Kraft, ſowie die nach außen hin abgegebene Wärme wiederum erſetzt. Um der völligen Zerſtörung des Organismus entgegenzuwirken, denſelben vielmehr in einen normalen Zuſtand zu erhalten, muß man ihm eine entſprechende Nahrung darbieten, ihm ſolche Stoffe zuführen, welche den im Lebensprozeß zerſtörten gleich oder ähnlich ſind, in den Säften und Geweben zur Aſſimilation gelangen können, und zwar muß die Zufuhr eine um ſo reichlichere ſein, wenn es darauf an⸗ kommt, nicht allein das Zerſtörte zu erſetzen, ſondern auch ein Wachs⸗ tum, überhaupt eine vermehrte Produktion zu ermöglichen. Wir laſſen hier das Waſſer und die Mineralſalze, von welchen letzteren ſchon vorläufig die Rede war, unberückſichtigt und betrachten den Stoffwechſel im Tierkörper nur bezüglich der organiſchen ver⸗ brennlichen Beſtandteile desſelben und der zugeführten Nahrung. Die organiſchen Stoffe, welche aus dem Verdauungskanal, ſo lange hier noch Reſte der aufgenommenen Nahrung vorhanden ſind, in den Kreislauf der tieriſchen Säfte übergehen, alſo„reſorbiert“ werden, ſind ganz vorherrſchend Eiweiß, Fett und Zucker. liich düſ Sehrer dept efflg ärrit denen erſt niro berde Miw Enul rüth fändi und vonm tmn, hende veiiy fenie nter vend und dil d Be⸗ ür die renllich Kar⸗ en, als wittel antum damit eringen huß iſt ter der ſeen Be⸗ giſchen en und ſic ſür venigen ewieſen anſehen tineral⸗ prozeß, äfte in Zerfall e Kraſt, t. Um enſelben hm eine welche in den d zwar auf an⸗ Wachs⸗ n. Wir letzteren hten den en der⸗ geführten kanal, ſo den ſind, jorber⸗ Die Bedeutung der Nährſalze. 15 Das Eiweiß tritt teils als ſolches in ſeinen verſchiedenen löslichen Modifikationeu aus dem Verdauungskanal in die Blut⸗ und Chylusgefäße ein, teils aber, nachdem es unter dem Einfluß der Sekrete der Verdauungsdrüſen in ſog. Albumoſen oder ſchließlich in Pepton verwandelt worden iſt. Dieſe letzteren Stoffe werden nach erfolgter Reſorption zum Teil wenigſtens wiederum in Eiweiß zurückverwandelt und können alsdann zum Aufbau tieriſcher Gewebe dienen. Von der weiteren Zertrümmerung des Eiweißes durch den Saft der Bauchſpeicheldrüſe(Pankreas) und vor allem durch Fäul⸗ nisprozeſſe im Darm kann hier abgeſehen werden. Was die in der Nahrung enthaltenen Fettſtoffe betrifft, ſo werden ſie wohl zum größeren Teil als ſolche und zwar unter Mitwirkung der Galle und des Bauchſpeichels in Form einer feinen Emulſion in die Gefäße des Tierkörpers übergehen; es iſt nicht nötig, daß zu dieſem Zweck vorher im Verdauungskanal eine voll⸗ ſtändige Verſeifung ſtattfinde. Der Zucker endlich, welcher ſo leicht und direkt aus den Verdauungsorganen in die Blutgefäße aufge⸗ nommen wird, iſt teils in dem Futter der pflanzenfreſſenden und von gemiſchter Nahrung lebenden Tiere ſchon fertig gebildet vor⸗ handen, teils entſteht derſelbe im Verdauungsprozeß aus ander⸗ weitigen Beſtandteilen des Futters; das Stärkemehl, überhaupt das⸗ jenige, was von den ſog ſtickſtofffreien Extraktſtoffen*) der Verdauung unterliegt, vielleicht auch ein Teil der Rohfaſer(Holzfaſer), ver⸗ wandelt ſich zunächſt in Zucker oder eine zuckerähnliche Subſtanz und gelangt erſt nach dieſer Umwandlung zur Reſorption. Ein Teil der Kohlenhydrate erleidet allerdings durch Gärungsprozeſſe weitere Umwandlungen und kann dann in Form organiſcher Säuren (Milchſäure, Butterſäure ꝛc.) reſorbiert werden. Während faſt unaufhörlich ein immer friſcher Strom von Nähr⸗ ſtoffen durch das Mittel des Gefäßſyſtems aus dem Verdauungs⸗ kanal in alle einzelnen Gewebe des Tierkörpers ſich ergießt, tritt dem⸗ ſelben in der Blutbahn ein Strom von Sauerſtoff entgegen. In der Wechſelwirkung zwiſchen der zugeführten Nahrung und dem ein⸗ geatmeten Sauerſtoff in allen Zellengebilden des Tierkörpers ſind die Bedingungen gegeben für die im Lebensprozeß auftretenden Er⸗ ſcheinungen; in dieſer Wechſelwirkung haben wir die Quelle zu ſuchen für Kraft und Wärme, ſowie die Geſetze aufzufinden, nach welchen die Bildung und Zerſtörung, der Anſatz und Verluſt von Fleiſch und Fett im tieriſchen Organismus erfolgt. Der Sauerſtoff der *) Vergl. den Abſchnitt über die Verdaulichkeit des Futters. 16 Die Geſetze der tieriſchen Ernährung. atmoſphäriſchen Luft dringt von den Lungen aus in die Blutbahn ein; er wird von den Blutkügelchen abſorbiert, dieſe ſind die Träger des Sauerſtoffes, durch deren Vermittelung derſelbe mit allen Organen des Körpers in Berührung gebracht wird, und hier ſeine im End⸗ reſultat zerſtörende, d. h. oxydierende Wirknng ausübt. Die durch dieſe Oxydationsprozeſſe erzeugte Kohlenſäure wird dann wieder von den Blutzellen aufgenommen und bei ihrem erneuten Durchgange aus den Lungen an die Luft abgegeben. In einer Abhandlung von C. Voit und Pettenkofer werden in dieſer Weiſe die roten Blutkörperchen mit kleinen Fahrzeugen verglichen, welche bald mit Sauerſtoff bald mit Kohlenſäure beladen den Gaswechſel vermitteln. Die Menge des eingeatmeten und in die Blutbahn übergehen⸗ den Sauerſtoffes iſt keineswegs durch die Zahl und Tiefe der Atem⸗ bewegungen bedingt, ſondern durch deſſen Verbrauch, alſo zunächſt durch den Zerfall der Stoffe in den Geweben; ſie wird beeinflußt durch die Art der Nahrung und durch die Maſſe der Organe. Bei reichlicher Eiweißzufuhr iſt die Zahl der Blutkügelchen vermehrt und damit anch die Möglichkeit einer reichlicheren Sauerſtoffaufnahme unter ſonſt gleichen Verhältniſſen gegeben; bei kräftigerem Ernährungs⸗ zuſtand, bei größerer Maſſe der Organe iſt die Anziehung für den Sauerſtoff verſtärkt und kann zugleich eine reichlichere Aufſpeiche⸗ rung desſelben in den Organen ſtattfinden. Nach einigen Ver⸗ ſuchen von Henneberg auf der landwirtſchaftlichen Verſuchsſtation zu Weende an Ochſen, hat es den Anſchein, daß zur Nachtzeit, während des Schlafes eine gewiſſe Menge von Sauerſtoff im Körper aufgeſpeichert werden kann, um ſodann wiederum am Tage, während des Wachens, Verwendung zu finden. Die Stoffe zerfallen nach beſtimmten Regeln, zunächſt unab⸗ hängig vom Sauerſtoff in den Zellen bei dem Durchgang der Er⸗ nährungsflüſſigkeit durch dieſelben, überall wo eine Zellenthätigkeit vorhanden iſt; die zuerſt entſtehenden Spaltungsprodukte ziehen den Sauerſtoff an und regeln deſſen Aufnahme im Reſpirationsprozeß. Die Stoffzerlegung im Organismus muß als das Pri⸗ märe, die Sauerſtoffaufnahme als das Sekundäre an⸗ geſehen werden, während man früher glaubte, daß umgekehrt die erſtere durch die letztere bedingt ſei. Wenn durch vermehrte Nahrungs⸗ zufuhr oder durch ſtarke Muskelarbeit die Stoffzerlegung ſich erhöht und beſchleunigt, dann wird ſekundär auch mehr Sauerſtoff auf⸗ genommen, damit die betreffenden Zerſetzungsprodukte verbrannt und aus dem Körper ausgeſchieden werden können. Von den in den Kreislauf der Säfte übergegangenen und mit allen Organen in Berührung kommenden Nährſtoffen wird der Zucker keerde ungewe Duont Nuung Wellau d n (ötſt lcherur lüren Veddar duch, IleJ geſ untell ſcfül fucen, nüßte Aum Ewwen da undj dber fufe und und dini haltg Hrun Nera hin e ſh 11 renge Fuwei dumi lüier tmn ntber ul — lutbohn diger Wyanen n End⸗ jdurch er von gange andlung e roten ald mit mitteln. ergehen⸗ Aem⸗ zunüchſt einflußt ne. 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Dies läßt ſich nur er⸗ klären durch die nach und nach, während der ganzen Dauer des Verdauungsprozeſſes erfolgende Reſorption des Zuckers, ſowie da⸗ durch, daß das Blut in kaum einer Minute ſeinen Kreislauf durch alle Teile des Körpers vollendet und dabei der Zucker raſch der Zerſtörung oder weiteren Umwandlung in Fett oder Glykogen unterliegt. Die Eiweißſubſtanz der Nahrung, ſoweit ſie zerſtört wird, zerfällt durch die Zellenthätigkeit, direkt oder mit allerlei Zwiſchen⸗ ſtufen,*) in einfacher zuſammengeſetzte Stoffe. Ihr Stickſtoff wird größtenteils zur Bildung von Harnſtoff verwandt, welcher nur 1½ Atom Kohlenſtoff für jedes Atom Stickſtoff enthält, während im Eiweiß das Verhältnis dieſer Elemente etwa wie 3 ½: 1 iſt. Bei den Pflanzenfreſſern bilden ſich auch, je nach der Fütterungsweiſe und je nach der Tiergattung, wechſelnde Mengen von Hippurſäure, aber immer nimmt die letztere einen weit geringeren Teil des Stick⸗ ſtoffes der zerſtörten Eiweißſubſtanz in Anſpruch, als der Harnſtoff und oft verſchwindet ſie faſt vollſtändig aus der Reihe der gebildeten und aus dem Körper austretenden Stoffwechſelprodukte.(Von einigen anderen in noch geringerer Menge vorkommenden ſtiickſtoff⸗ haltigen Stoffwechſelprodukten kann hier abgeſehen werden.) Der Harnſtoff wird raſch wiederum von dem Blut aufgenommen, in den Nieren aus demſelben ausgeſchieden und mit dem Harn nach außen hin entfernt; er kann und darf nirgends im geſunden Organismus ſich anſammeln, man findet davon in dem normalen Blut und in den Geweben ſtets nur unbedeutende Spuren, obgleich die Geſamt⸗ menge, welche täglich z. B. im Körper eines Ochſen gebildet wird, zuweilen 500 g und noch mehr beträgt. Bei der vorwiegenden Harnſtoffbildung aus Eiweiß bleibt von deſſen Molekül, wie aus obiger Angabe zu erſehen, ein ſtickſtofffreier Reſt übrig. Derſelbe kann am Körper in gleicher Weiſe, wie anderes ſtickſtofffreies Nähr⸗ material verwendet werden; d. h. zur Wärme: Fett⸗Bildung ꝛc. Wie viel Fett aus Eiweiß allein zu entſtehen vermag, iſt noch unbekannt. *) Vergleiche das Kapitel der Fettbildung im Tierkörper. Wolff, Fütterungslehre. 7. Auflage. 2 18 Die Geſetze der tieriſchen Ernährung. Henneberg hat durch ſtöchiometriſche Berechnung das überhaupt mög⸗ liche Maximum wie folgt beſtimmt. Aus 100 Teilen von waſſerfreiem Eiweiß kann der darin enthaltene Stickſtoff in der Form von 33,5 Teilen Harnſtoff ſich abſpalten; der Reſt des Eiweißes= 66,5 Teile enthielte unter Aufnahme und Mit—⸗ wirkung von 12,3 Teilen Waſſer die Elemente zur Bildung von 51,4 Teilen Fett und 27,4 Teilen Kohlenſäure. Dieſes Maximum der Fettbildung aus Eiweiß wird wohl nie wirklich erreicht werden. Rubner berechnete die Fettbildung aus einem Eiweißſtoff(Syntonin) auf 46,9%; allein auch dieſe Zahl iſt als keine ſichere zu betrachten. Das aus der Nahrung reſorbierte Fett kann direkt als ſolches in den Körperzellen abgelagert werden, oder wird eben, wie ein Teil des aus dem Eiweiß oder den Kohlenhydraten neu gebildete zu Kohlenſäure und Waſſer verbrannt, dabei der Wärme⸗ oder Kraftproduktion dienend. Eine Reihe von Beobachtungen ſcheinen dafür zu ſprechen, daß das Fett vor der vollſtändigen Oxydation erſt wieder in ein Kohlenhydrat, Glykogen oder Zucker zurückverwandelt wird. Aus 100 Teilen Fett könnten z. B. durch Anlagerung von Sauerſtoff und Waſſer 189 Teile waſſerfreier Traubenzucker entſtehen. Der praktiſche Erfolg einer beſtimmten Fütterungsweiſe, die Nährwirkung des Futters ſpricht ſich zunächſt aus, wenn wir vor⸗ läufig abſehen von der Milch⸗ und Wolleproduktion, in dem Anſatz von Fleiſch und Fett am Körper der Tiere und in der Kraftproduktion. Wir haben daher die verſchiedenen Momente näher zu erörtern, welche der Fleiſch- und Fettbildung im allgemeinen günſtig oder nach⸗ teilig ſind und wodurch größere oder geringere Arbeitsleiſtungen der Tiere ermöglicht werden. Vorher aber wollen wir noch einen Blick werfen auf die Methode der in dieſer Richtung angeſtellten Ver⸗ ſuche, auf die Mittel und Wege, unter deren Beihilfe unſere Kennt⸗ niſſe, namentlich über die Geſetze der Fleiſchbildung in neuerer Zeit weſentlich vermehrt und aufgeklärt worden ſind. Erſt ſeit dem Jahr 1857, nachdem im tierphyſiologiſchen Inſtitut zu München von Biſchof und C. Voit als unzweifelhaft nachgewieſen worden war, daß man unter normalen und hierzu geeigneten Um⸗ ſtänden den ſämtlichen Stickſtoff der Nahrung oder eine dem⸗ ſelben faſt genau entſprechende Menge in den„ſenſiblen“ Aus⸗ ſcheidungen der Tiere(in Harn und Kot, beziehungsweiſe Milch, Haar und Wolle) wieder vorfindet und daß der Stickſtoff des Harnes als ſicherer Maßſtab für die Art und Höhe des Zerfalles von Eiweiß im tieriſchen Organismus zu betrachten iſt, erſt ſeit dieſer Zeit war eine zuverläſſige Methode gegeben, mit deren Hilfe die „Geſetze der Fleiſchbildung“ oder die Geſetze des Eiweiß⸗Umſatzes pt nög⸗ thaltene en; der d Mi⸗ en 51,4 um der Rubner in) auf rachten. ſolches wie ein hebildete e oder ſcheinen pdation wandelt ng von tſtehen. ſſe, die vir vor⸗ Anſctz duktion. rörtern, er nach⸗ gen der en Blick n Ver⸗ Kennt⸗ er Zeit Inſtitut gewieſen ten Um⸗ ne dem⸗ Aus⸗ ch, Haar Harnes les von eit dieſer hilfe die Umſatzes Stoffwechſel im Tierkörper. 19 und Anſatzes erforſcht werden konnten. Nachdem jene Thatſache zu⸗ nächſt bei reiner Fleiſchnahrung an Hunden feſtgeſtellt war, wurde dieſelbe auch bald für die verſchiedenſten Ernährungsverhältniſſe in Verſuchen mit derſelben Tierart und mit Menſchen, ſowie auf den Verſuchsſtationen Weende, Halle, Möckern, Proskau und Hohenheim bei der Fütterung von Ochſen, Kühen, Hammeln, Ziegen und Pferden in zahlreichen Beobachtungen beſtätigt. Die Mengen von Stickſtoff, welche im gasförmigen Zuſtand als freier Stickſtoff oder in der Form von Ammoniak den Körper verlaſſen, ſind bei geſunden, verdauungskräftigen und nicht übermäßig angeſtrengten Tieren ſo unbedeutend, daß ſie bei der Berechnung von„Stoffwechſelgleichungen“ ganz außer acht gelaſſen werden können. Da wir ferner oben darlegten, daß der Körper im großen Mittel nur eine ſtickſtoffhaltige Subſtanz von der mittleren Zu⸗ ſammenſetzung der Eiweiße enthält reſp. aufſpeichern oder abgeben kann, ſo genügt es, den genau ermittelten Stickſtoffgehalt aller ſicht⸗ baren Ausgaben mit der Menge des Futterſtickſtoffs zu vergleichen, um daraus zu erkennen, ob und wie viel Fleiſch(Eiweiß) am Körper angeſetzt oder unter dem Einfluß der betreffenden Fütterungsweiſe vom Körper abgegeben, alſo verloren worden iſt. In ähnlicher Weiſe muß die chemiſche Analyſe des Futters und der Exkremente(reſp. Milch ꝛc.) den etwaigen Anſatz oder Verluſt von fixen Mineralſtoffen(Phosphorſäure, Kalk ec.) ergeben. Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß hierbei die größte Sorgfalt auf eine voll⸗ ſtändige Anſammlung der betreffenden Ausſcheidungen verwandt werden muß, daß zu dieſem Zweck allerlei geeignete Vorkehrungen und Apparate (Stalleinrichtungen, Kotbeutel, Harntrichter ꝛc.) erforderlich ſind und daß man die einzelnen Verſuchsperioden auf einen hinreichend langen Zeitraum auszudehnen hat, um auf ſolche Weiſe für den Durchſchnitt von jedesmal 24 Stunden zu richtigen Mittelzahlen zu gelangen. Während man auf dem angedeuteten Wege den Einfluß des verabreichten Futters auf den Anſatz oder Verluſt von Eiweiß, über⸗ haupt die allgemeinen Geſetze erforſchen kann, nach welchen die Fleiſchbildung im Tierkörper erfolgt, ferner die Beſtimmung des Harnſtickſtoffes oft allein ſchon genügt, um über die Höhe des Um⸗ ſatzes oder Zerfalles von Eiweißſubſtanz Aufſchluß zu erhalten, müſſen dagegen neben den flüſſigen und feſten Ausſcheidungen auch diejenigen Endprodukte des Stoffwechſels, welche im gas⸗ oder dampfförmigen Zuſtande den Körper verlaſſen, ihrer Art und Menge nach genau ermittelt werden, wenn es ſich darum handelt, auch das Verhalten der Fettſubſtanz und des Waſſers im Körper feſtzuſtellen. Die Produkte der tieriſchen Reſpiration und Perſpiration laſſen ſich 2* 20 Die Geſetze der tieriſchen Ernährung. hinreichend ſicher nur mit Hilfe eines eigenen Apparates beſtimmen, wie derſelbe beſonders zweckmäßig zuerſt in München konſtruiert wurde und jetzt allgemein unter dem Namen des„Pettenkofer'ſchen Reſpirationsapparates“ bekannt iſt. Das Prinzip, welches dieſem Apparat zugrunde liegt, iſt den an einem gewöhnlichen Zimmerofen zu beobachtenden Erſcheinungen entnommen.„Solange der Kamin zieht, geht kein Rauch zu den Fugen und der Thür des Ofens hinaus, ſondern es drückt die Luft von außen allſeitig in den Ofen hinein, um nach dem Kamin zu gelangen. Wenn in dem Rohr, welches den Rauch vom Ofen nach dem Kamin führt, eine genaue Meſſung der in ihm ſich bewegenden Luftmenge möglich iſt, wenn ferner die Zuſammenſetzung der in den Ofen ein⸗ und aus demſelben austretenden Luft an einem Bruchteil derſelben genau ermittelt werden kann, ſo hat man alle Faktoren in der Hand, welche man braucht, um zu beſtimmen, was bei der Ver⸗ brennung im Ofen dem Luftſtrome ſich beimiſcht.“ An die Stelle des Ofens iſt nun in dem betreffenden Apparat ein zur Aufnahme des Ver⸗ ſuchsobjektes dienendes, aus Eiſenblech konſtruiertes kleines Zimmer („Salon“) geſetzt, mit luftdicht eingekitteten Seitenfenſtern, dagegen mit einer Thür, durch deren Fugen oder angebrachten Offnungen der äußern Luft ein ungehinderter Eintritt in den Kaſten geſtattet iſt. Die Stelle des Kamins oder Schornſteins vertreten große Saugpumpen, die in beliebiger Hubhöhe von einem ſtarken Uhrwerk gleichmäßig in Be⸗ wegung geſetzt werden, während zugleich eine kleine Dampfmaſchine das kontinuierliche Aufziehen des Uhrwerks beſorgt. Der aus dem Salon austretende Luftſtrom wird mittelſt einer großen Gasuhr genau gemeſſen, und um einen Bruchteil dieſes Luftſtromes und zu gleicher Zeit eine entſprechende Menge der äußeren in den Salon eintretenden Luft zu unterſuchen, ſind kleine Queckſilberpumpen thätig, die gleichmäßig ſtets einen aliquoten Teil Luft(etwa 1¼%% der Ge⸗ ſamtmenge) den betreffenden Abſorptionsapparaten zuführen. Das Waſſer der Luft wird auf bekannte Weiſe durch Schwefelſäure ab⸗ ſorbiert und gewogen, die aus dem Tierkörper gasförmig aus⸗ geſchiedene Kohlenſäure aber auf die Weiſe ermittelt, daß die zu unterſuchende Luft in feinen Bläschen durch eine beſtimmte Menge Barytwaſſer von bekanntem Gehalt getrieben und letzteres nach Be⸗ endigung des Verſuches auf ſeinen Gehalt an Atzbaryt und damit zugleich an abſorbierter Kohlenſäure unterſucht wird. Die Differenz im Waſſer⸗ und Kohlenſäuregehalt der in den Salon eintretenden und aus demſelben ausſtrömenden Luft ergiebt, unter Berückſichtigung der Größe des Geſamt-Luftſtromes, die im Apparat hinzugekommenen Mengen der genannten Stoffe. Durch Einſchieben einer geeigneten garte lhſcte ſwi bonde ded Velh n ei Jan bei! den tinmen, Ktruiet fer ſcen it den inungen zu den die Luft min zu en nach egenden rin den Jruchteil toren in der Ver⸗ telle des des Ver⸗ Zimmer gegen mit räußern ie Stelle , die in in Ve⸗ maſchine aus dem Gasuhr und zu Salon thätig, der Ge⸗ n. Das äure ab⸗ nig aus⸗ die zu e Menge nach Be⸗ nd damit Differenz enden und igung der kommenen geeigneten Methode der Stoffwechſel⸗Unterſuchung. 21 Vorkehrung läßt ſich außerdem die Menge des von den Verſuchs⸗ objekten etwa ausgeatmeten Waſſerſtoffes und Kohlenwaſſerſtoffes, ſowie auf andere Weiſe auch das vielleicht in kleinen Mengen vor⸗ handene Ammoniakgas beſtimmen. Wie man ſieht, iſt der beſchriebene Apparat ſo eingerichtet, daß die darin befindlichen Tiere oder Menſchen unter ganz normalen Verhältniſſen exiſtieren, d. h. unter gleichem Luftdruck und ziemlich in einer gleichen Atmoſphäre, wie in einem gewöhnlichen Stall oder Zimmer. Dies iſt ein großer Vorteil, weil nur auf ſolche Weiſe, bei beliebig langer Ausdehnung des Verſuches ganz zuverläſſige, den natürlichen Verhältniſſen durchaus entſprechende Reſultate er⸗ zielt werden können. Freilich ſind auch hierbei, namentlich wenn mit größeren landwirtſchaftlichen Tieren experimentiert wird, allerlei Vorſichtsmaßregeln zu beobachten und Schwierigkeiten zu überwinden, auf deren Erörterung wir jedoch nicht eingehen können. Der Nähreffekt einer beſtimmten Fütterungsweiſe oder die der letzteren entſprechende Stoffwechſel⸗Gleichung wird nun, wenn die hierzu erforderlichen Elemente durch den direkten Verſuch geliefert worden ſind, aus der Differenz zwiſchen Einnahme und Ausgabe berechnet. Aus der Differenz im Stickſtoffgehalt des täglich ver⸗ zehrten Futters und der täglichen„ſenſiblen“ Ausſcheidungen findet man zunächſt durch Multiplikation mit dem Faktor 6,25 die Menge Eiweiß(trockenes Fleiſch, frei von Aſche), welche im Körper des Ver⸗ ſuchstieres durchſchnittlich in 24 Stunden entweder angeſetzt oder auch zu Verluſt gegangen iſt. In ganz ähnlicher Weiſe ergiebt ſich das Verhalten der mit dem Futter aufgenommenen Mineralſtoffe, im ganzen wie im einzelnen. Um über den Einfluß des Futters auf das Geſamt⸗Fett im Tierkörper zu ſicheren Rechnungsreſultaten zu gelangen, hat man, wie erwähnt, neben dem Kohlenſtoff im Harn und Kot, auch die Reſpirationsprodukte, die Kohlenſäure und das Kohlenwaſſerſtoffgas, genau zu ermitteln. Von der Differenz des Kohlenſtoffes in den geſamten Einnahmen und Ausgaben wird zu⸗ nächſt die dem Anſatz oder Verluſt von Eiweiß(mit 53% Kohlen⸗ ſtoff) entſprechende Menge zu⸗ oder abgerechnet und aus dem Reſt durch Multiplikation mit dem Faktor 1,3(genauer 1,307 bei 76,5% Kohlenſtoff im reinen Fett) die Menge des im Tierkörper angeſetzten, beziehungsweiſe zerſtörten Fettes gefunden. Die Ver⸗ änderungen im Waſſergehalt des Tierkörpers ergeben ſich annähernd ſchon durch eine einfache Rechnung, wenn man nämlich die Summe der für Eiweiß, Mineralſtoffe und Fett bekannten Werte mit der Zunahme oder Abnahme des Lebendgewichtes des Tieres vergleicht. Der im Prozeß des Stoffwechſels verbrauchte atmoſphäriſche Sauer⸗ 22 Die Geſetze der tieriſchen Ernährung. ſtoff bedarf keiner direkten Beſtimmung, die Menge desſelben läßt ſich hinreichend genau berechnen, namentlich dann, wenn auch das in Dunſtform aus dem Körper ausgetretene Waſſer mit Hilfe des Reſpirationsapparates ermittelt wurde. Zur weiteren Verdeutlichung des Vorſtehenden mag hier eine Stoffwechſel⸗Gleichung dienen, welche auf einen in Weende mit voll⸗ jährigen Hammeln der Göttinger Landraſſe(ſog. Leine⸗Schaf) unter Henneberg's Leitung ausgeſührten Fütterungsverſuch ſich bezieht. Die Fütterung beſtand hierbei ausſchließlich aus Wieſenheu und Waſſer, und die Zahlen ſind auf ein Durchſchnittstier von 47,8 kg Lebend⸗ gewicht und für einen Zeitraum von 24 Stunden berechnet; die mittlere Stalltemperatur während des Verſuches betrug 100 C. Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß ein etwaiger„Körperzuſchuß“(Verluſt an Körperbeſtandteilen) in die Konſumtion, ein„Körperanſatz“ da⸗ gegen in die Produktion geſtellt werden muß. A g 3 Stoffwechſel⸗Gleichung 535 3 3 35 353. 8 3* 5— 1— 2 9 9 2 2 1. Konſumtion. Trocken gpaſſer doen Wutteru. Träufe: e9i an 1216,0 Wieſenheu 997,3 218,6 67,9 460,1 85,8 18,1 584,0 6,0 Kochſalz 5,7 0,3 5,7— 0,03— 0,27 1714,5 Brunnenwaſſer 1,8 1712,7] 1,6 0,1 191,Z3— 1522,5 0,8 Körperzuſchuß 0,8— 8———— 587,6 atmoſph. Sauerſtoff——————(F587,6 Sa. 3524,9 1931,6 76,0460,2/276,2 18,1 2694,4 2. Produktion. 1814,5 Exkremente: 1257,0 Kot 424,9 832,1 44,0 202,5 117,5 8,45 884,6 557,5 Harn 79,7 477,8 31,1 23,2 57.5 27,65 439,9 70,3 Körperanſatz: 9,5 Wolle(inkl. Schweiß u. Fett) 7,4 2,1 0,9 3,5 0,7 0, 5 3,7 7,8 Fleiſchſubſtanz 78—— 4,] 0,6 1,25 1.9 17,1 Körperfett 17/—— 13,1 2,1— 1,9 35,9 Waſſer— 35,0—— 4,0— 31,9 1640,1 Reſpirations⸗ produkte: 780,0 Kohlenſäure——— 212,7——-— 567,3 1,5 Grubengas——— 1,1 0,4—— 858,6 Waſſer— 858,6—— 95,4— 763,2 Sa. 35 24,9 2206,5 76,0 460,2 276,2 18,10 2694,4 Stoffwechſel⸗Gleichungen. 23 Der in den Geſamtausgaben gefundene Üüberſchuß an Waſſer= 274,9 g iſt dadurch bedingt, daß im Prozeß des Stoffwechſels 30,55 g Waſſerſtoff der organiſchen Subſtanz zu Waſſer verbrannt worden ſind. Wenn man von dem ganzen Körperanſatz die Wolle (9,5 g) und außerdem 0,8 Körperzuſchuß(Mineralſtoffe) abzieht, ſo ergiebt ſich 70,3— 10,3= 60,0 g als Zunahme an eigentlichem Körpergewicht(Fleiſch, Fett und Waſſer). Es hatte in dem vor⸗ liegenden Verſuch ein Körperanſatz, wenn auch nur ein unbedeutender, ſtattgefunden und das verabreichte Futter war alſo unter den vor⸗ handenen Verhältniſſen ein etwas reichlicheres, als zur bloßen Er⸗ haltung des Tieres im unveränderten Ernährungszuſtand nötig ge⸗ weſen wäre. In denſelben Verſuchen wurden auch die Aſchenb eſtandteile der Einnahmen und Ausgaben beſtimmt und hierbei pro Tag und Kopf durchſchnittlich gefunden: 8 9 2 k 2 ⸗k 8½ 5 In Ausgabe und 3 3 3 3225 55=S 355 3 Einnahme 3. 3... 8 58 N 58 8 8 8 8 8 8 8 8 8 8 Ausgabe: Kot..... 1,14 1,43 9,35 3,67 4,03 0,86— 22,32 42,80 Harn..... 18,01 3,09 0,40 1,14 0,07 1,31 8,41 0,43 32,86 Wolle..... 0,76— 0,03 0.01 0,01 0,04 0,05 0,01 0,91 Summa der Ausgaben. 19,91 4,52 9,78 4,82 4,11 2,21 8,46 22,76 76,57 „„ Einnahmen[21,27 5,68 8,44 4,47 4,08 2,46 9,74 19,47 75,61 Differenz minus.. 1,36 1,16—— 0,25 1,28— , pius...— 11,34 0,35 0,03— 0,86 Die Minus⸗Differenz bezeichnet den Anſatz, dasjenige an Mineral⸗ ſubſtanz, was im Körper des Tieres zurückgeblieben iſt, die Plus⸗ Differenz dagegen den Verluſt vom Körper. Jedoch iſt zu beachten, daß der in den Ausgaben enthaltene Überſchuß von Kieſelſäure und Sand nicht von dem Tierkörper herſtammt, ſondern durch zufällige Verunreinigung des Futters ꝛc. bedingt iſt. Nach den obigen Zahlen iſt in dieſem Verſuch eine nicht unbedeutende Menge von Alkalien und Chlor im Körper zurückgehalten, dagegen etwas Kalk und Magneſia abgegeben worden, während bezüglich der Phosphorſäure faſt völliges Gleichgewicht zwiſchen Einnahme und Ausgabe vor⸗ handen war. 24 Die Geſetze der tieriſchen Ernährung. Aus obigem Beiſpiel einer Stoffwechſel⸗Gleichung kann man entnehmen, eine wie große Mühe und Sorgfalt aufzuwenden iſt, um nur die Nährwirkung eines einzigen Futtermittels bei einer beſtimmten Tiergattung einigermaßen ſicher zu erforſchen, und es wird wohl verſtändlich, daß die landwirtſchaftliche Fütterungslehre, für welche auf dem angedeuteten Wege erſt ganz neue Grundlagen haben ge⸗ ſchaffen werden müſſen, nur langſam nach allen Richtungen hin ihre vollkommene Ausbildung erlangen kann. Wenn es ſich jedoch allein um die Feſtſtellung des Eiweiß⸗Umſatzes und Anſatzes im lebenden Tierkörper handelt, dann ſind die betreffenden Verſuche, wie ſchon hervorgehoben wurde, einfacher und weniger mühſam; es iſt daher natürlich, daß die„Geſetze der Fleiſchbildung“ bereits ziemlich genau erforſcht worden ſind, während wir hinſichtlich der näheren Umſtände, unter welchen eine möglichſt hohe und vorteilhafte Fett⸗ und Kraft⸗ produktion zu erzielen iſt, noch mehr im Unklaren uns befinden. Die Fleiſchbildung. VTDon großer Bedeutung für die klare Erkenntnis der allgemeinen Geſetze der tieriſchen Ernährung war es, als im tierphyſiologiſchen Inſtitut der Univerſität München durch die Reſultate zahlreicher Fütterungsverſuche von C. Voit der Beweis dafür geliefert wurde, daß das Eiweiß des Futters ein beſonderes und durchaus anderes Verhalten bezüglich Ablagerung und Zerſtörung— oder wie man ſagen kann: bezüglich Umſatz und Anſatz— im Tierkörper zeigt, als die anderen Nährſtoffe. Dieſes Verhalten wird dadurch charak⸗ teriſiert, daß das verfütterte Eiweiß ungemein leicht zerfällt und damit in hohem Grade Eiweißzufuhr und Eiweißumſatz parallel gehen. Als unhaltbar ſtellte ſich die früher gehegte Anſicht heraus, daß das Protein⸗Bedürfnis eines Tieres ein innerhalb enger Grenzen gegebenes wäre und eine Zufuhr darüber hinaus einfach als Fleiſch angeſetzt werden könnte. In ſcharfem Gegenſatz zu dieſem Eiweiß des Futters verhielt ſich der ſcheinbar gleiche Stoff„Eiweiß“, der den größten Teil der Körperorgane zuſammenſetzte. Nur ein ſehr ge⸗ ringer Teil der den Körper bildenden ſtickſtoffhaltigen Subſtanz wurde pro Tag zerſtört. Dieſe Thatſache veranlaßte Voit, im Tierkörper mit all ſeinen Beſtandteilen als Ganzes genommen, zweierlei Arten von Eiweiß anzunehmen: das Organeiweiß und das Zirkulationseiweiß. Über dieſe Unterſcheidung iſt viel ge⸗ ſtritten worden, man wollte ſie auch durch die Ausdrücke„lebendes“ und„totes“ Eiweiß erſetzen, man wendete ein, daß jedes Eiweiß⸗ molekül, das zerfällt, zunächſt ein Beſtandteil des organiſierten Proto⸗ n man ſt um mmten wehl wecche een ge⸗ in ihre allein benden ſchon daher genau ſtände, Kraſt⸗ den. neinen giſchen treicher wurde, anderes ie man r zeigt harak⸗ Ult und paralle heraus, Grenzen JFleiſch Eiweiß der den ſehr g⸗ Subſtanz doit, in nommen, eiß un viel ge⸗ lebendes Eiweif⸗ en Proto⸗ Die Fleiſchbildung. 25 plasmas der Zellen werden müßte u. a. Im weſentlichen hat je⸗ doch dieſer Streit bezüglich des Endreſultates der Ernährung keine Bedeutung und können daher im folgenden die bequemen und be⸗ zeichnenden Voit'ſchen Ausdrücke beibehalten werden; wobei zu be⸗ merken iſt, daß aber unter Zirkulationseiweiß nicht das im Blute kreiſende verſtanden wird, ſondern eben die ganzen, leicht zerſetzlichen Mengen des Eiweißes, gleichgiltig ob ſie im Blut, im Zellplasma, der Lymphe oder ſonſt wo momentan enthalten ſind. Die Menge des Zirkulationseiweißes iſt bei ſchlechter Ernährung nur gering, ſie beträgt beim Hungern noch nicht 1% von dem Ge⸗ wicht des Organeiweißes; der Vorrat wächſt aber durch reichliche Eiweißzufuhr in der Nahrung und kann, wenigſtens bei fleiſch⸗ freſſenden Tieren, bis zu 5% vom Gewicht des Organeiweißes und darüber anſteigen. Mag nun die Menge des im Säfteſtrom durch die organiſierten Gewebe zirkulierenden Eiweißes groß oder klein ſein, immer wird der größere Teil desſelben, beim Fleiſchfreſſer ge⸗ wöhnlich 70— 80%, im Verlauf von 24 Stunden zerſetzt und da⸗ bei eine dem zerſetzten Eiweiß genau entſprechende Menge von Stick⸗ ſtoff im Harn(als Harnſtoff, Hippurſäure ꝛc.) ausgeſchieden, während von dem Organeiweiß höchſtens 0,8% der Zerſtörung anheimfällt. Das Maximum des letzteren, welches täglich zerſtört wird, hat man durch Verſuche mit hungernden Tieren ermitteln können; bei Hunger, alſo vollſtändiger Nahrungsentziehung, wird der Vorrat von Zirku⸗ lationseiweiß raſch aufgezehrt, und ſchon nach wenigen Tagen bezieht ſich der im Harnſtickſtoff gemeſſene Eiweißumſatz nur auf diejenige Menge, welche von dem Organeiweiß täglich in Zirkulation gezogen wird und alſo dem Zerſetzungsprozeß unterliegt. Bei genügender aber und reichlicher Ernährung wird die Menge des zerſtörten Or⸗ ganeiweißes eine noch geringere ſein; man darf keineswegs annehmen, wie es früher faſt allgemein geſchah, daß alle Organe im Tierkörper einem raſchen Stoffwechſel unterworfen ſind und daß im Verlauf einer kurzen Reihe von Wochen gleichſam der ganze Organismus neu gebildet und aufgebaut wird. Dies iſt nur bezüglich weniger Zellengebilde der Fall, indem z. B. die Blutkörperchen und auch die Zellen der Milchdrüſe, letztere in der Zeit ihrer lebhaften Thätigkeit, raſch zerfallen und wiederum entſtehen; aber bei weitem die meiſten Organe haben, einmal gebildet, eine weit größere Beſtändigkeit, wenn auch der Zelleninhalt nach Menge und Beſchaffenheit bei verſchiedener Ernährungsweiſe des Tieres ein ſehr wechſelnder iſt. Dagegen er⸗ leidet das Zirkulationseiweiß fortwährend eine Zerſtörung.„Ein mächtiger Strom eiweißhaltiger Flüſſigkeit verläßt beſtändig das Blut, badet die Organe und kehrt wieder zum Blute zurück. Auf dieſem 26 Die Geſetze der tieriſchen Ernährung. Wege und bei der Wechſelwirkung der Zellen mit dem Plasma tritt die Zerlegung des flüſſigen, nicht organiſierten Eiweißes ein, vielleicht auf ähnliche Weiſe, wie wir bei unſeren relativ groben osmotiſchen Verſuchen oder durch Haarröhrchenanziehung Trennungen von chemi⸗ ſchen Verbindungen bewirken können“(Voit). Daß in der That das Organeiweiß weit weniger leicht im Tier⸗ körper dem Zerfall unterliegt, als das Zirkulationseiweiß, dafür ſprechen auch mehr direkte Verſuche, welche in München zuerſt und dann in Leipzig ausgeführt worden ſind. Man hat nämlich an Hunden beobachtet, daß das lebende Blut, welches in ſeiner Haupt⸗ maſſe als ein Organ anzuſehen iſt, bei der Überführung(Transfuſion) in das Gefäßſyſtem von einem Tier in das andere weit länger der Zerſetzung widerſteht, als wenn man die gleiche Menge von nicht organiſiertem Eiweiß auf dieſelbe Weiſe dem betreffenden Tier bei⸗ bringt oder auch das Blut als Futter verabreicht, ſo daß es aus dem Verdauungskanal nach erfolgter Umänderung als Zirkulations⸗ eiweiß in den Kreislauf der Säfte eintritt. Die Geſetze der Fleiſchbildung ſind zuerſt an fleiſchfreſſenden Tieren, zunächſt am Hund ermittelt worden; ſie haben aber im weſentlichen für alle höher organiſierten tieriſchen Weſen die gleiche Giltigkeit. Die einzelnen Tiergattungen unterſcheiden ſich allerdings hinſichtlich der von ihnen vorherrſchend verzehrten Futtermittel, ſowie hinſichtlich des größeren oder geringeren Verdauungsvermögens, welches ſie für beſtimmte Futtermittel beſitzen; aber die eigentlichen Nähr⸗ ſtoffe, die bei der verſchiedenſten Fütterungsweiſe aus dem Ver⸗ dauungskanal reſorbiert werden, ſind überall derſelben Art, nämlich Eiweiß, Fett und Zucker, nebſt Waſſer und gewiſſen Nährſalzen. Da ferner, wenigſtens in allen Säugetieren, die entſprechenden Or⸗ gane nach ihrer Struktur, chemiſchen Zuſammenſetzung und ihren Funktionen faſt völlig übereinſtimmen, ſo müſſen auch die Zerſetzungs⸗ vorgänge einen gleichen Verlauf nehmen, d. h. die einmal reſorbierten, in den Kreislauf der Säfte aufgenommenen Stoffe, mit denen wir es hier allein zu thun haben, nach denſelben Geſetzen zerfallen oder in dem Tierkörper zum Anſatz gelangen. Übrigens ſind auch die bei dem Fleiſchfreſſer ermittelten Geſetze des Stoffwechſels in allen Verſuchen, welche man in neuerer Zeit mit Pflanzenfreſſern angeſtellt hat, ihrem Weſen und ihrer Richtung nach vollſtändig beſtätigt worden. Nur die ſchließliche Größe des Zerfalles oder Anſatzes kann eine verſchiedene ſein, je nach dem vorherrſchenden Verhältnis, in welchem die einzelnen Nährſtoffe bei normaler Ernährungsweiſe des betreffenden Tieres reſorbiert werden. Jedoch iſt das Reſorptions⸗ vermögen der Pflanzen⸗ und Fleiſchfreſſer für einzelne Nährſtoffe na trit iellecht otiſchen hem⸗ n Tier⸗ dafüt rſt und lih an Haupt⸗ Sfuſion ger der n nicht jer bei⸗ es aus lations⸗ ſſenden ber in gleich erdings t, ſowie welches Nähr⸗ mn Ver⸗ nämlich jrialzen. den Or⸗ d ihren ſetzungs⸗ rbierten, nen wir len oder auch die in allen angeſtelt beſtütigt zes kann (tnis, in veiſe des rptions⸗ ährſtoffe Geſetze des Eiweißumſatzes. 27 nicht ſo verſchieden, wie man gewöhnlich glaubt; man hat z. B. be⸗ obachtet, daß ein Hund auf 1 kg Körpergewicht bis zu 15 g Stärke⸗ mehl täglich zu verdauen und zu reſorbieren vermag, während eine gut genährte Milchkuh und ſelbſt ein Maſtochſe auch nur 12 bis 18 g Kohlehydrate(ſtickſtofffreie Nährſtoffe) pro Tag und Kilogramm Lebendgewicht dem Futter entnimmt. Ähnliches beobachtet man be⸗ züglich der Reſorption von Eiweiß, nicht aber bezüglich des Fettes, welches von dem Fleiſchfreſſer in verhältnismäßig größerer Menge verdaut wird, als von dem Pflanzenfreſſer. Umſatz und Anſatz von Eiweiß im Tierkörper laſſen ſich ihren Urſachen nach nicht immer ſcharf von einander trennen; oft iſt beides gleichzeitig erhöht oder vermindert, oft aber auch mit vermindertem Umſatz der Anſatz erhöht oder umgekehrt. Ich will hier jedoch, der beſſeren Überſicht wegen, zunächſt die Momente andeuten, durch welche der Eiweißumſatz beſchleunigt und geſteigert wird, indem ich die Frage des Eiweißanſatzes, der eigentlichen Fleiſchbildung, vorläufig unberückſichtigt laſſe. 1. In erſter Linie iſt es die Eiweißzufuhr, welche die Höhe des Eiweißzerfalles im Tierkörper beſtimmt und beherrſcht. Im abſoluten Hungerzuſtande ſind alle Tiere Fleiſchfreſſer, ſie zehren von dem eigenen Fleiſch und Fett, und der Eiweißumſatz iſt ein relativ geringer; derſelbe beträgt z. B. bei einem großen Hund auf 1 kg Lebendgewicht in 24 Stunden etwa 1,2 g trockenes Eiweiß, bei einem Ochſen nur 0,33 bis 0,50 g. Bei mittlerer Ernährung werden pro Kilogramm Lebendgewicht von einem großen Hund, wenn derſelbe ein paſſend gemiſchtes Futter verzehrt, ungefähr 5,0 g an Eiweiß täglich zerſtört, von einer Milchkuh 1,8 g, von einem Menſchen 2,0 g, von einem volljährigen ruhenden Ochſen nur 0,75 und von einem Schaf 1,2 g. Infolge ſehr reichlicher Ernährung aber kann der Eiweißumſatz bis zum Doppelten und Dreifachen, bei der Mäſtung der Ochſen und Schafe bis zum Fünffachen des Verbrauches bei mittlerer Ernährung anſteigen und bei ausſchließlicher Fleiſchfütterung des Hundes ſogar das Fünfzehnfache von dem betragen, was beim Hungern täglich an Eiweiß zerſtört wird. Verſuche in Göttingen von Kern und Wattenberg mit Maſthammeln zeigten, daß bei ſteigender Eiweißzufuhr nur ein kleiner Teil im Körper zum Anſatz gelangt, während der weitaus größte Teil des mehr zugeführten Eiweißes zerfällt(87— 97%), der betreffende Stickſtoff im Harn ſich aus⸗ ſcheidet und der Reſt an organiſcher Subſtanz unter hierzu geeigneten Umſtänden zur Fettproduktion beiträgt. Da vom Hungerzuſtande angefangen bei Zulage von Eiweiß im Futter das ſich bildende Zirkulationseiweiß nicht momentan zer⸗ 28 Die Geſetze der tieriſchen Ernährung. ſtört wird, ſondern ſich eben deswegen ein Teil als„Vorratseiweiß“ anſammelt, ſo muß unter ſonſt gleichen Verhältniſſen der tägliche Eiweißumſatz allmählich wachſen. In der That tritt mit jedem Quantum Eiweiß, welches dem Tier gereicht wird und das von ihm einerſeits verdaut werden kann, andererſeits es am Leben zu erhalten vermag, in kürzerer oder längerer Zeit„Stickſtoffgleich⸗ gewicht“ ein, d. h. es wird ſchließlich mit dem Harn und Kot(be⸗ ziehungsweiſe Milch ꝛc.) täglich im Durchſchnitt genau ebenſoviel Stickſtoff ausgeſchieden, als mit der Nahrung aufgenommen wurde. Das Stickſtoffgleichgewicht erfolgt um ſo raſcher, je ſtickſtoffreicher die Nahrung iſt und je mehr der Organismus in einem fettarmen Zuſtand ſich befindet, im allgemeinen daher raſcher bei fleiſchfreſſenden, als bei pflanzenfreſſenden Tieren. Sobald das Stickſtoffgleichgewicht eingetreten iſt, der Körper dasſelbe alſo, ſei es durch Abgabe oder Anſatz von Fleiſch⸗ oder Eiweißmaſſe erreicht hat, ſo iſt auch meiſtens bei ſonſt unveränderter Nahrung dieſelbe tägliche Eiweißzufuhr not⸗ wendig, um den Eiweißbeſtand des Körpers unverändert zu erhalten. 2. Aus dem Vorhergehenden iſt ſchon erſichtlich, daß auch die geſamte Organmaſſe, und namentlich das Verhältnis, in welchem das Zirkulationseiweiß zu dem Organeiweiß, ſowie das ganze Körper⸗ eiweiß zum Körperfett vorhanden iſt, alſo überhaupt der Ernäh⸗ rungszuſtand des Tieres einen Einfluß äußert auf die Höhe des Umſatzes, wenn auch in weit geringerem Grade als die Eiweißzufuhr. Bei großer Fleiſchmaſſe iſt unter ſonſt gleichen Umſtänden der Umſatz etwas größer, als bei relativ geringer Fleiſchmaſſe, weil immer auch ein gewiſſer Teil des Organeiweißes der Zerſtörung unterliegt. Man erkennt dieſes beſonders deutlich bei plötzlichen Futterveränderungen, wenn man z. B. von einer längere Zeit hindurch eingehaltenen ſtick⸗ ſtoffreicheren Fütterungsweiſe zu einer ſtickſtoffärmeren übergeht. Alsdann iſt in den erſten Tagen die Stickſtoffausſcheidung noch weit größer, als der verminderten Zufuhr entſpricht, weil zunächſt ein beträchtlicher Teil des vorhandenen Zirkulationseiweißes zerfällt, bis der Reſt mit der Zufuhr ſich ins Gleichgewicht geſetzt hat; aber auch ſpäter findet man noch längere oder kürzere Zeit hindurch in den Ausſcheidungen einen Überſchuß gegenüber der Stickſtoffau fnahme, indem auch von dem Organeiweiß unter ſolchen Verhältniſſen eine gewiſſe Menge zerſtört wird, bis endlich nach allen Richtungen hin zwiſchen Ausgabe und Einnahme Stickſtoffgleichgewicht eingetreten iſt und die geringere Eiweißzufuhr nun zur Erhaltung des ſchließlich erreichten Körperzuſtandes wiederum vollſtändig ausreicht. Wenn man aber nach Eintritt dieſes Zuſtandes zu der urſprünglichen größeren Menge von Futtereiweiß zurückkehrt, ſo wird keineswegs ebenſoviel umſa keine iber nge ful e Prf eny vir bejů W l ſen ſů iweiß“ lgliche jedem s von den zu fgleic⸗ bt ſbe⸗ nſobiel vunde. freicher tornen ſjenden, pewicht be oder neiſtens ir nor⸗ rhalten. uch de zem das Körper⸗ Ernäh⸗ öhe des zufuhr. Unſſat er auch Man erungen, en ſtic⸗ bergeht. och weit cchſt ein ällt, bis ber auch in den efnahrne ſſen eine agen hin reten it chließlih Wemn größeren benſovil Geſetze des Eiweißumſatzes. 29 Organeiweiß im Körper wieder angeſetzt, als infolge der verminderten Eiweißzuſuhr zerſtört worden iſt, ſondern gewöhnlich weniger und das Stickſtoffgleichgewicht wird alſo raſcher erreicht, weil bei ein⸗ ſeitiger Erhöhung der Eiweißumſatz zunächſt das Zirkulationseiweiß im Tierkörper und damit der ganze Eiweißumſatz zunimmt, während das Organeiweiß auf dieſen Umſatz in weit geringerem Grade ein⸗ wirkt. Nur unter geeigneten Umſtänden, von denen unten die Rede ſein wird, kann man hierbei auch den Anſatz von Organeiweiß und damit gewöhnlich zu gleicher Zeit die Zunahme des Lebendgewichtes der Tiere beſchleunigen. 3. Eine mäßige Beigabe von Kochſalz zum täglichen Futter verſtärkt die Saftſtrömung im Organismus und damit oft den Ei⸗ weißumſatz(bei ausſchließlicher Fleiſchfütterung des Hundes nach Verſuchen von C. Voit um durchſchnittlich 4,5% und ähnlich auch bei vegetabiliſcher Nahrung und wiederkäuenden Tieren), wobei das Kochſalz noch ſonſtige, ſchon früher(S. 14) hervorgehobene Vorteile gewährt, namentlich bei pflanzenfreſſenden Tieren. 4. Man muß ſich hüten, den Tieren zu ſtarke Salzgaben zu verabreichen, denn ſie werden dadurch, bei ungehindertem Saufen, zu einer übermäßigen Waſſeraufnahme beſtimmt, und dieſe veranlaßt abermals eine Steigerung des Eiweißumſatzes, alſo eine erhöhte Zerſtörung von wertvoller Futterſubſtanz, wenn nämlich die größere Waſſermenge nicht im Körper zum Anſatz gelangt, ſondern raſch auf dem Wege der dadurch vermehrten Verdunſtung und Harn⸗ ausſcheidung wieder entfernt wird. Freilich iſt dieſe Steigerung thatſächlich gering und früher überſchätzt worden. Nach Beobach⸗ tungen von Henneberg in Weende an Ochſen betrug bei einer um vermehrten Waſſeraufnahme die Erhöhung des geſamten Eiweiß⸗ umſatzes durchſchnittlich 7,2%. Dieſe letzterwähnte Zunahme wäre keineswegs unbedeutend, ſie beträgt vielleicht ein Drittel und ſelbſt über die Hälfte desjenigen Eiweißes, welches ſonſt im Körper wäre angeſetzt worden. Jedenfalls hat man, um möglichſt günſtige Re⸗ ſultate, namentlich bei der Fütterung von Jungvieh und Maſttieren, zu erzielen, alles zu vermeiden, was eine übermäßige Aufnahme von Waſſer veranlaſſen kann, z. B. zu wäſſeriges Futter, zu hohe Stall⸗ temperatur, zu ſtarke Salzgaben, zu viel Bewegung ec., und zwar wird dieſes bezüglich der Schafe noch mehr zu beachten ſein, als bezüglich der Rinder, da die erſteren Tiere im Verhältnis zur Trockenſubſtanz im Futter weit weniger Waſſer freiwillig aufnehmen, als die letzteren. Nur den milchgebenden Tieren ſchadet eine ge⸗ ſteigerte Waſſeraufnahme weniger, und es kann dieſe ſogar eine er⸗ höhte Milchproduktion bewirken, obgleich es auch hier rätlich iſt, 30 Die Geſetze der tieriſchen Ernährung. eine gewiſſe Grenze bezüglich der Wäſſerigkeit des Futters nicht zu überſchreiten. 5. Eine erhebliche Steigerung des Eiweißzerfalls vermag Sauerſtoffmangel herbeizuführen. Bereits Fränkel hatte dies bei Hunden nachgewieſen, die durch Trachealverſchluß einem erheblichen Luftmangel unterworfen wurden und ſpäter wurde dieſer Befund auch bei anderen Tieren beſtätigt. Araki zeigte beſonders, daß eine Reihe von Giften, deren Wirkung in mancher Beziehung einem Sauerſtoffmangel gleichkam, leicht ſogar Eiweiß in den Harn über⸗ führen kann. Natürlich iſt hier nicht der zu geringe Luftzutritt in die Lungen das primär Wirkſame, ſondern die zu geringe Sauer⸗ ſtoffverſorgung der Gewebe, in erſter Linie der Muskeln durch das Blut. Strömt nicht genügend aterielles Blut durch die Muskeln, ſo tritt eine Art„Muskel-Dispnoe“ ein. Dies iſt bedeutſam bei zu heftiger Anſtrengung der Tiere, bei welcher leicht das plötzlich eintretende große Sauerſtoffbedürfnis durch genügende Blutzufuhr nicht gedeckt werden kann. Hieraus erklären ſich zum Teil die ſchädlichen Folgen jeder Überanſtrengung, ſelbſt wenn letztere nur kurze Zeit dauert. 6. Was den Einfluß von allerlei Reizmitteln, überhaupt ſolchen Subſtanzen betrifft, welche das Nervenſyſtem in Aufregung verſetzen, ſo ſcheint dabei der Eiweißumſatz nicht weſentlich verändert zu werden. Wenigſtens ergab ſich dieſes aus den von Voit aus⸗ geführten Verſuchen mit Hunden, denen er teils im Hungerzuſtande, teils auch bei verſchiedener Fütterungsweiſe beträchtliche Mengen von Kaffeeabſud verabreichte. Die Wirkungen auf das Nervenſyſtem ſcheinen durch ſo kleine Metamorphoſen der Eiweißſubſtanz bedingt zu ſein, daß dieſe für die Geſtaltung des Stoffwechſels im großen Ganzen keine Bedeutung haben. 7. Endlich ſcheint noch, daß unter Umſtänden auch die ein⸗ ſeitige Erhöhung der Zufuhr von Fett den Eiweißumſatz ein wenig zu vermehren vermag. Jedoch kommt dieſe Wirkung des Fettes bei der Ernährung der Pflanzenfreſſer kaum in Betracht; ſie tritt nur hervor bei Eiweißhunger oder wenn kleine, zur völligen Auf⸗ hebung des Verluſtes an Körpereiweiß nicht genügende Mengen von Eiweiß im täglichen Futter verabreicht werden. Auf die Beſchleunigung des Eiweißanſatzes iſt ein Haupt⸗ ſtreben des Viehzüchters und Viehmäſters gerichtet, und zwar iſt ihm vorzugsweiſe daran gelegen, die Maſſe des Organeiweißes im Körper der Tiere möglichſt raſch zu vermehren, denn das iſt das ſtabilere Eiweiß, welches, einmal abgelagert, nicht ſo leicht der Zer⸗ ſtörung anheimfällt, und neben dem Fett, beziehungsweiſe Waſſer, heupt bigen Anſatz ulßi in al duette paren rütgſ in K beſond puan nehr dlsdan güßer und! In e Nührf vähre den vnber don! 180 ausſe 2 b 9 au verda viche vohm zu tr lch d dlo ej ewei lber zun! elſtr lre ſeiwei dder ſiht das Kkeln, bei üßlich pfuhr l die e wr haupt egung inder auls⸗ tande, n von ſyſtem edingt roßen e ein⸗ wenig Fettes tritt Auf⸗ n von Haupr⸗ ſt ihm es im ſt das r Zer⸗ Vaſſer Geſetze des Eiweißanſatzes. 31 hauptſächlich die Zunahme des Lebendgewichtes bedingt. Aus den obigen Mitteilungen läßt ſich ſchon manches entnehmen, das den Anſatz von Eiweiß befördert, denn dasjenige, was den Umſatz erhöht, muß in entgegengeſetzter Richtung die Bedingungen für den Anſatz im allgemeinen günſtiger geſtalten. Aber es iſt wichtig, daß es auch direkte Mittel giebt, um an Eiweiß in der täglichen Nahrung zu ſparen, den Umſatz desſelben für jeden Zweck der Fütterung auf das nötigſte Minimum zu reduzieren und damit den Anſatz von Fleiſch am Körper zu befördern, überhaupt das Eiweiß für die Produktion beſonders wertvoller tieriſcher Stoffe möglichſt auszunutzen. 1. Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß ein größeres Futter⸗ quantum, bei ſonſt ganz gleicher Zuſammenſetzung desſelben, auch mehr Anſatz im Körper bewirken muß, als ein kleineres; aber es iſt alsdann dieſer Anſatz nicht allein abſolut, ſondern oft auch relativ größer, wie aus verſchiedenen, namentlich in Weende von Henneberg und Stohman mit Ochſen ausgeführten Verſuchen zu entnehmen iſt. In einem Fall z. B. wurde die Geſamtmenge der verdaulichen Nährſtoffe im täglichen Futter von 8,93 bis auf 9,73 kg erhöht, während das Verhältnis zwiſchen dem verdaulichen Eiweiß und den Kohlehydraten ſſtickſtoffhaltigen und ſtickſtofffreien Nährſtoffen) unverändert blieb; das Reſultat war, daß nach dieſer Steigerung von dem geſamten reſorbierten Eiweiß 32%, vorher dagegen nur 18% zum Anſatz gelangten. In anderen Verſuchen ergab ſich bei ausſchließlicher Kleeheufütterung durch eine pro Tag und Kopf um 2 bis 2 ½ kg erhöhte Heuration die Steigerung des Anſatzes von 9 auf 14 und von 11 auf 15% der Geſamtmenge des im ganzen verdauten Futtereiweißes. Dieſe Thatſachen zeigen, wie überaus wichtig es iſt, beſonders bei der Mäſtung der Tiere, für die Auf⸗ nahme einer möglichſt großen Menge des betreffenden Futters Sorge zu tragen; ein Geringes mehr oder weniger kann ſchon einen weſent⸗ lich verſchiedenen Maſterfolg bedingen. 2. Bei einſeitiger Steigerung der Eiweißzufuhr, ohne alſo gleichzeitig an ſtickſtofffreien Nährſtoffen zuzulegen, wird freilich, wie ſchon erwähnt wurde, zunächſt die Maſſe des Zirkulations⸗ eiweißes und damit auch die Zerſtörung desſelben weſentlich erhöht, aber dennoch immer ein gewiſſer Teil des Zuſchuſſes von Eiweiß zum Anſatz gebracht; denn der Körper ſetzt ſich nicht plötzlich, ſondern erſt nach einigen Tagen, überhaupt erſt, je nach den Umſtänden, in kürzerer oder längerer Zeit mit der größeren Menge des Futter⸗ eiweißes ins Stickſtoffgleichgewicht. Es iſt jedoch bei der einſeitigen oder ſehr vorherrſchenden Steigerung des Futtereiweißes große Vor⸗ ſicht zu beobachten, denn oft wird dadurch der Umſatz in dem Grade oͤoͤoZoZoooo 32 Die Geſetze der tieriſchen Ernährung. vermehrt, daß nur ſehr wenig als Organeiweiß zur Ablagerung ge⸗ langt und die ganze Fütterungsweiſe einen äußerſt geringen Nähr⸗ effekt hervorbringt, alſo wenig lohnend erſcheint. Es iſt hierbei der jedesmalige Ernährungszuſtand des betreffenden Tieres, ſowie die Beſchaffenheit des vorher verabreichten Futters durchaus maßgebend. 3. Das im Körper ſchon abgelagerte Fett wirkt ver⸗ mindernd auf die Zerſtörung des Eiweißes und alſo fördernd für den Eiweißanſatz. Nicht ſowohl die abſolute Menge des Körper⸗ fettes iſt hierbei das Bedingende, ſondern vielmehr das Verhältnis, in welchem es zum Körperfleiſch ſich vorfindet. Es iſt nachgewieſen, daß in einem fetten Körper, bei ſonſt gleicher Fleiſchmaſſe und gleicher Ernährung, der Eiweißumſatz ein geringerer iſt, als in einem fettarmen Körper. Daher kann auch der Anſatz von Eiweiß, die Fleiſchbildung, bei den Pflanzenfreſſern um ſo raſcher und leichter erfolgen, als dieſe Tiere bekanntlich zur Fettablagerung ſehr geneigt ſind und ſchon bei mittlerem Ernährungszuſtand in ihrem Körper eine verhältnismäßig weit größere Menge von Fett zu enthalten pflegen, als die Fleiſchfreſſer. Aus demſelben Grund wird man im Futter der Pflanzenfreſſer oftmals das Eiweiß einſeitig ſteigern können und damit gleichwohl einen günſtigen Erfolg erzielen. Jedoch darf man auch bei dieſen Tieren den durch die vorausgehende Fütterungsweiſe bedingten Körperzuſtand nicht außer acht laſſen; namentlich im Beginn der Mäſtungszeit wird das paſſendſte Futter ein weſentlich anderes ſein müſſen, je nachdem man es mit mageren und abgetriebenen Tieren zu thun hat oder dieſelben bereits in einem guten Ernährungszuſtand ſich befinden. Die große Neigung der Pflanzenfreſſer zum Fettwerden ſteht im Zuſammenhang mit der Art und Weiſe ihrer normalen Ernährung, ſowie mit der dadurch be⸗ einflußten Menge und Beſchaffenheit des Blutes, vielleicht auch mit der Größe und Ausbildung ihrer Reſpirationsorgane. Je mehr aber die Tiere in einen ſehr fetten Zuſtand übergehen, deſto geringer wird im allgemeinen die Zerſtörung der Stoffe im Körper, deſto weniger vermögen die Blut⸗ und Chylusgefäße aus dem Verdauungskanal von der zugeführten Nahrung aufzunehmen, deſto mehr vermindert ſich ſchließlich die Menge des zur Sättigung erforderlichen Futters. Dieſe Erſcheinungen machen ſich vorzugsweiſe bei der Fütterung von Maſtſchweinen bemerkbar, bei denen zuweilen ſogar eine fettige Degeneration der Organe eintritt; aber auch bei dem ſehr fetten Jungvieh der Wiederkäuer hört zuletzt das normale Wachstum auf. Bei ſehr fetten oder völlig gemäſteten Tieren kann man den einmal erreichten hohen Ernährungszuſtand mit einem mäßigen Futter ziemlich unverändert erhalten, wenn man auf einen weiteren Anſatz von fürperm mgelang n Hoh angeſtll 4 ieiß! fiiige Eweß⸗ ludrrte) diſer H enen gr frichem, Eweißſ vetem eche ich m dn ſol fond dl 1500 viſe nageru fortwa ſellſt der le geſem findet gewin gewich veiß ſchieß lleihg übreih Tere deſt hervor deher dntr der ftäru gaber nind ' eigern Jedoch ehende laſſen, Futter jageren einem ig der er Art rh be⸗ ih mit hr aber er wird vweniger gskanal mindert FJutters ng von fettige rfetten un auj einmal jiemlih atz dol Geſetze des Eiweißanſatzes. 33 Körpermaſſe verzichtet oder dieſe ſchon auf ihrem relativen Maximum angelangt iſt. Es wird dies durch Verſuche beſtätigt, welche man in Hohenheim und Möckern mit gemäſteten Schafen und Ochſen angeſtellt hat. 4. Von der größten Wichtigkeit für die Erſparnis von Futter⸗ eiweiß und um den Anſatz des letzteren zu befördern, iſt das gegen⸗ ſeitige Mengenverhältnis, in welchem die einzelnen Nährſtoffe, alſo Eiweiß, Fett und Zucker(Stärkemehl oder überhaupt ſog. Kohle⸗ hydrate) zur Verdauung und Reſorption gelangen. Ich erwähne in dieſer Hinſicht zunächſt das Fett der Nahrung. Wenn man z. B. einen großen, reichlich 30 kg ſchweren Hund täglich mit 500 g von friſchem, fettfreiem Fleiſch füttert, worin etwa 110 g an reiner Eiweißſubſtanz enthalten ſind, ſo genügt dieſes Fleiſchquantum bei weitem nicht, um das Tier in einem mittleren Ernährungszuſtande zu erhalten; dasſelbe magert vielmehr fortwährend ab, verliert täg⸗ lich an Fleiſchmaſſe und kommt zuletzt dem Hungertode nahe. Um ein ſolches Tier kräftig und bei unveränderter Fleiſchmaſſe zu erhalten, ſind als tägliches Futter bei ausſchließlicher Fleiſchnahrung etwa 1500 g notwendig. Wird dagegen neben 500 g Fleiſch eine ge⸗ wiſſe Menge von Fett, z. B. 200 g, verabreicht, ſo hört die Ab⸗ magerung, der Fleiſchverluſt vom Körper auf, das Tier verbleibt fortwährend in einem geſuuden und kräftigen Zuſtand, und es kann ſelbſt bei der erwähnten Fett⸗ und gleichbleibenden Fleiſchmenge von der letzteren ein entſprechender Teil zum Anſatz gelangen, alſo die geſamte Fleiſchmaſſe des Körpers ſich vermehren. Dieſer Anſatz findet dann vorherrſchend an den Geweben ſtatt, das Organeiweiß gewinnt an Maſſe und damit erhöht ſich gewöhnlich das Lebend⸗ gewicht des Tieres. Es wirkt ſomit das Fett, wie man ſagt:„Ei⸗ weiß erſparend“, es drückt den Eiweißumſatz herab. Man darf aber nicht glauben, daß wenn man dem bisher aus⸗ ſchließlich mit 1500; Fleiſch gefütterten und damit im Stickſtoff⸗ gleichgewicht befindlichen Hund nun außerdem noch 200 g Fett ver⸗ abreicht, daß dann ſofort der tägliche Fleiſchzerfall im Körper des Tieres von 1500 bis auf 500 g ſich vermindert und alſo 1000 g Fleiſch zum Anſatz gelangen. Der Eiweißumſatz wird, wie ſchon hervorgehoben wurde(S. 27), in erſter Linie von der Eiweißzufuhr beherrſcht; bei größerer Fleiſchgabe iſt immer auch der Umſatz ein entſprechend größerer, einerlei ob man gleichzeitig Fett verabreicht oder nicht. Das Fett kann nicht das ganze Eiweiß vor der Zer⸗ ſtörung ſchützen, es wird dieſe bei mittleren und größeren Eiweiß⸗ gaben nur um einen geringeren Prozentſatz vermindert. Die Ver⸗ minderung des Eiweißumſatzes(beziehungsweiſe Erhöhung des Fleiſch⸗ Wolff, Fütterungslehre. 7. Auflage. 3 34 Die Geſetze der tieriſchen Ernährung. anſatzes) durch die Beigabe von Fett iſt anſcheinend nicht bedeutend, es betrug dieſelbe in zahlreichen Verſuchen von Voit mit fleiſch⸗ freſſenden Tieren, bei Verabreichung mittlerer und größerer Fleiſch⸗ rationen, von 1 bis zu 15%, durchſchnittlich 7% des Geſamt⸗ umſatzes; aber es iſt dieſe Wirkung bei gleichbleibendem Futter oft eine lang andauernde, ſo daß ſchließlich, wenn wiederum Stickſtoff⸗ gleichgewicht zwiſchen Aufnahme und Ausgabe eingetreten iſt, der geſamte Nähreffekt des Futters ein ſehr beträchtlicher ſein kann. Im Futter der pflanzenfreſſenden Tiere tritt die eiweißerſparende Wirkung des Fettes nicht ſo deutlich hervor, wie bei der Fleiſch⸗ nahrung, weil dieſe Wirkung durch die Gegenwart großer Maſſen von Kohlehydraten verdeckt iſt. Auch darf der Fettgehalt im Futter, namentlich der Wiederkäuer, eine gewiſſe Grenze nicht überſchreiten; kleine Mengen von Fett äußern im allgemeinen einen günſtigen Ein⸗ fluß, größere Mengen aber ſind oft ſchädlich, weil dadurch Störungen im Verdauungsprozeß entſtehen und eine immer zunehmende Appetit⸗ loſigkeit der Tiere veranlaßt wird. 5. Eine weit größere Bedeutung für die Ernährung der Pflanzenfreſſer als die Fette haben die Kohlehydrate(Stärkemehl, Zucker ꝛc.). Sie bewirken gleichfalls eine Verminderung des Eiweiß⸗ verbrauches im Tierkörper, und zwar in höherem Grade noch als das Fett. Dieſe Verminderung betrug in Verſuchen mit Fleiſch⸗ freſſern bei Fütterung von Stärkemehl neben Fleiſch durchſchnittlich 9%, dagegen bei Verabreichung einer gleichen Gewichtsmenge Fett nur 7%. J. Munk war es gelungen, durch ſtärkereiche und und ſtickſtoffarme Nahrung bei Hunden den Stickſtoffumſatz ſogar unter die Stufe herabzudrücken, die man ſonſt bei reinem Hunger beobachtete. Das Stärkemehl ſetzt unter allen Umſtänden die Zer⸗ ſtörung des Eiweißes herab, obgleich auch durch Stärkemehl die⸗ ſelbe niemals ganz aufgehoben, ſondern nur vermindert werden kann. Der Wert des Stärkemehls für die Fleiſchbildung iſt alſo hier⸗ nach ein anderer als der ſog. Reſpirationswert desſelben; hinſichtlich des letzteren, d. h. bezüglich der Sauerſtoffmenge, welche zur vollſtändigen Verbrennung erforderlich iſt, verhalten ſich Stärke⸗ mehl und Fett wie 1: 2,44, während die Verminderung des Eiweiß⸗ umſatzes durch Stärkemehl ſchon bei gleicher Gewichtsmenge nach vorliegenden Verſuchen eine oft ebenſo große iſt, wie durch Fett. Die Pflanzenfreſſer verzehren bei ihrer normalen Ernährung ſehr große Mengen von Kohlehydraten, und hierauf beruht es hauptſäch⸗ lich, daß dieſe Tiere im Beharrungsfutter verhältnismäßig wenig Eiweiß bedürfen und daß bei deren Produktionsfütterung beſonders leicht ein Teil des verdauten Eiweißes im Körper zurückbleibt, an dn 6 Minin freſer tell er Ind e füt dl Mirir und d Nähi Hirſic ftrion den iſ dauun in T ds ander folgen eirige logſſ eutend, ſeeſc⸗ Jlei⸗ eſam⸗ ter o icſtof⸗ t da mn. arende Nleiſ⸗ Maſfen Jutte, hreiten en En⸗ örungen Appeti⸗ ng der tkemegl Eiweif⸗ noch dls Neſ⸗ hrittic zmenge iche und 1 Hunger die ger nehl di⸗ den kam. lſo hir esſelben, e, welch Sürt⸗ Eiwei⸗ nge wc Fett rung ſt auptüt⸗ ig veri beſonder leibt an Neubildung von Fett. 35 den Geweben als Organeiweiß zum Anſatz gelangt. Ein gewiſſes Minimum aber von Eiweiß muß überall auch im Futter der Pflanzen⸗ freſſer vorhanden ſein und kann durch keinen anderen Futterbeſtand⸗ teil erſetzt werden. Es iſt gerade die wichtigſte, freilich nur ſchwierig und erſt nach und nach zu löſende Aufgabe der Fütterungslehre, für alle einzelnen Zwecke der landwirtſchaftlichen Tierhaltung dieſes Minimum von verdaulichem Eiweiß und überhaupt die nötige Menge und das richtigſte Verhältnis der ſtickſtoffhaltigen und ſtickſtofffreien Nährſtoffe im täglichen Futter der Tiere feſtzuſtellen. Was in dieſer Hinſicht bisher, namentlich auf den landwirtſchaftlichen Verſuchs⸗ ſtationen, durch direkt und exakt ausgeführte Verſuche ermittelt wor⸗ den iſt, wird ſpäter Erwähnung finden. Die Fettbildung. Das mit der Nahrung aufgenommene und aus dem Ver⸗ dauungskanal reſorbierte Fett bleibt unter hierzu geeigneten Umſtänden im Tierkörper unzerſtört und wird an den Organen abgelagert; dies iſt gegenwärtig ebenſowenig zweifelhaft, als daß auch aus anderen Beſtandteilen der Nahrung eine Neubildung von Fett er⸗ folgen kann. Ich will in erſterer Hinſicht nur auf die Reſultate einiger Verſuche hinweiſen, welche wir der Thätigkeit des tierphyſio⸗ logiſchen Inſtituts in Müncheu verdanken. Fleiſchfreſſende Tiere, welche durch vorausgehende Fütterung ausſchließlich mit Fleiſch an ihrem Körper eiweißreich und verhältnis⸗ mäßig ſchon fettarm geworden ſind, laſſen ſich durch längeres Hungern faſt ganz fettfrei machen; außerdem erkennt man den Zeitpunkt, wo die hochgrädigſte Fettarmut des Tieres eingetreten iſt, daran, daß die beim Hungern längere Zeit hindurch ſehr gleichmäßige Aus⸗ ſcheidung von Harnſtickſtoff zuletzt raſch ſteigt, weil mit dem völligen Verſchwinden des Körperfettes mehr Fleiſch im Körper zerſetzt wird. Ein ſolches Tier, ein etwa 20 kg ſchwerer Hund, wurde in Ver⸗ ſuchen von F. Hofmann nach 30tägigem Hungern 5 Tage lang aus⸗ ſchließlich mit möglichſt großen Quantitäten Speck gefüttert, wobei täglich im Durchſchnitt 370,8 g reines Fett wirklich zur Verdauung und Reſorption gelangten. Dies iſt eine ſo große Menge, daß von dem vollſtändigen Verbrennen dieſes Fettes nicht die Rede ſein kann; denn dann hätten täglich 1040 g Kohlenſäure ausgeſchieden werden müſſen, während die direkte Beſtimmung der Reſpirationsprodukte an faſt nochmal ſo großen Hunden, im beſten Ernährungszuſtand der⸗ ſelben weit geringere Zahlen ergeben hat. In dem nach Beendigung des Verſuches getöteten Tier fanden ſich an verſchiedenen Organen 3* 36 Die Geſetze der tieriſchen Ernährung. im ganzen 1352,7 g Fett, gegenüber von etwa 150 g, die ander⸗ weitigen Unterſuchungen zufolge nach 30 tägigem Hungern vor dem Beginn der Speckfütterung höchſtens hätten vorhanden ſein können, ſo daß in dieſem Fall täglich ungefähr 250 g Fett aus der Nah⸗ rung unzerſtört geblieben und abgelagert worden waren. Auch in anderen Verſuchen mit Hunden, bei mehr normaler Fütterung mit Fleiſch und Fett und unter Beihilfe des Reſpirationsapparates fand man die Thatſache beſtätigt, daß häufig ein beträchtlicher Teil des mit dem Futter aufgenommenen Fettes im Körper angeſetzt wird; in Einzelverſuchen von Voit und Pettenkofer betrug dieſe Fettmenge z. B. pro Tag 38, ferner 45 und 108 g. Seitdem haben noch zahlreiche Verſuche die Ablagerung des Nahrungsfettes im Körper bewieſen. So fand z. B. J. Munk, bei ähnlich wie oben vor⸗ bereiteten Hunden, daß ihr Fett nach dem Schlachten genau dem verfütterten Fett entſprach(öliges Pferdekammfett oder feſter Hammel⸗ talg). F. Lehmann wies die Futterfette im Speck der damit er⸗ nährten Schweine nach, u. a. Dieſe Thatſachen haben um ſo größere praktiſche Bedeutung, als ſie zeigen, daß die Qualität des ver⸗ fütterten Fettes in erheblichem Grade die Qualität des gewonnenen tieriſchen Produktes zu beeinfluſſen vermag. Für die Neubildung von Fett im lebenden Tierkörper brauchen keine beſonderen Beweiſe aufgeführt zu werden; dieſelbe ergiebt ſich ſchon zur Genüge aus der alltäglichen Erfahrung, nament⸗ lich bei der Mäſtung und bei der Milchproduktion. Dagegen er⸗ ſcheint es wichtig, die Frage zu erörtern, welche Nährſtoffe es ſind, die zur Neubildung von Fett vorherrſchend oder ausſchließlich das nötige Material liefern. Selbſtverſtändlich kommen hierbei nur die Eiweißkörper, über⸗ haupt die organiſchen Stickſtoffverbindungen und die Kohlehydrate in Betracht, denn außer dieſen Nährſtoffen und dem Fett ſelbſt ſind weder in dem Futter der Pflanzenfreſſer, noch in dem der Fleiſch⸗ freſſer andere organiſche Subſtanzen in ſolcher Menge vorhanden, daß ſie irgendwie weſentlich zur Fettbildung beizutragen vermöchten. Was zunächſt die Fettbildung aus Eiweiß betrifft, ſo haben die An⸗ ſchauungen darüber eigentümliche Wandlungen durchgemacht. Nach der urſprünglich Liebig'ſchen Theſe ſollten nur die Kohlehydrate Fettbildner ſein. Dieſe Anſicht wurde auf Grund einiger allgemeinen Beobachtungen beſonders aber einer Reihe von Verſuchen von Voit und ſeinen Schülern verlaſſen und ſogar die gegenteilige Behauptung aufgeſtellt, daß nur das Fett der Nahrung ſowie das aus den Eiweißſtoffen abgeſpaltene Fett das Material für das Körperfett liefere. Bald kam man jedoch von dieſer extremen Auffaſſung nicht der nur aller als Beol betre Fetſ glei man rerſe gerſ vern Lei Rall de lehte der; ſache gft dogi zelf der der vird long on noch uls o uf Ma der de don und d 3 nder⸗ rdem unnen, Nah⸗ uch in g nit S fand eil des vidd; tmenge n noch Körper N bor⸗ u den amme⸗ nit er⸗ größere es der⸗ onnenen erkörper dieſeld nament⸗ gen er⸗ offe es doder r iber⸗ drate i lbſt ſind Feiſ⸗ thanden, möchten die Ar⸗ t. Nach lehydre gemeinen von Vait hauptg aus dan Körperft ung ni Neubildung von Fett. 37 nur wieder zurück, ſondern von Pflüger wurde ſogar die Beweiskraft aller Verſuche beſtritten, welche überhaupt zur Stütze der Fettbildung aus Eiweiß angeführt worden waren. Aus dieſem Grunde möge hier kurz auf einige Verſuche reſp. Beobachtungen eingegangen werden, welche die vorliegende Frage betreffen. Zunächſt mußte die leichte Bildung von Fettſtoffen, beſonders Fettſäuren, aus Eiweißen außerhalb des tieriſchen Organismus die gleiche Bildung im Organismus ſehr wahrſcheinlich machen. Setzt man Eiweiß der Fäulnis aus, behandelt man es mit Alkalien, oder verſchiedenen Oxydationsmitteln, ſo entſtehen daraus neben anderen Zerſetzungsprodukten auch eine Reihe von Fettſtoffen. Langſam verweſende Leichen verwandeln ihre eiweißhaltigen Gewebe in ſog. Leichenwachs(Adipocire, meiſt aus palmitin⸗ und ſtearinſaurem Kalk beſtehend). Weiter wurde die Annahme der Fettbildung aus Eiweiß durch die Wirkung gewiſſer Gifte, beſonders des Phosphors geſtützt. Mit letzterem getötete Tiere zeigen eine ausgeſprochene„fettige Degneration“ der Organe, beſonders der Leber, deren Fettgehalt bis auf das Drei⸗ fache der Normalen ſteigen kann. Dabei wird während der Ver⸗ giftung, wie z. B. ein Verſuch von J. Bauer im Münchner phyſio⸗ logiſchen Inſtitut an einem hungernden Hunde bewies, der Stickſtoff⸗ zerfall im Körper geſteigert, die Kohlenſäureproduktion dagegegen vermindert, ſo daß es nahe liegt, die Wirkung des Phosphors in der Weiſe zu erklären, daß durch dieſes Gift Körpereiweiß zerſtört wird, der Stickſtoff desſelben eben im Harn zur Ausſcheidung ge⸗ langt und der kohlenſtoffhaltige Reſt der Eiweißmoleküle in Form von Fett im Körper zurückgehalten wird. Neben dieſen Beobachtungen bei rein chemiſchen Umſetzungen der Eiweißſtoffe reſp. der Giftwirkungen auf den Körper ſtanden noch weitere Befunde zur Stütze der Anſicht von der Fettbildung aus Eiweißſtoffen zur Verfügung, welche bei ganz geſunden und normal gefütterten Tieren gemacht wurden. F. Hofmann hat z. B. die Eier der gewöhnlichen Schmeißfliege auf reinem Blut ſich entwickeln laſſen und in den daraus gebildeten Maden 7 bis 11mal mehr Fett gefunden, als in den Eiern und in der dargebotenen Nahrung urſprünglich enthalten war, obgleich die Tiere bei weitem nicht alles Blut verzehrt hatten; der Überſchuß von Fett konnte nur aus dem Futtereiweiß entſtanden ſein. Voit und Pettenkofer konſtatierten bei Fütterungsverſuchen mit Hunden, die ſie vorher mit geringeren Fleiſchgaben in Stickſtoffgleichgewicht gebracht hatten, daß dieſelben nach erheblichen weiteren Zulagen von 38 Die Geſetze der tieriſchen Ernährung. „fettfreiem“ Fleiſch an einzelnen Tagen 42,1 bis 42,7 g Kohlen⸗ ſtoff im Körper anſetzten, während entweder nur ein minimaler Stick⸗ ſtoffanſatz oder ſogar ein kleiner Stickſtoffverluſt ſtattfand. Dieſer Kohlenſtoff, der im weſentlichen nur als Fett angeſetzt ſein konnte, mußte dem verfütterten Fleiſch entſtammen. Endlich wurden eine Reihe von Verſuchen mit landwirtſchaft⸗ lichen Nutztieren, bei denen jedoch der Stoffwechſel nicht in ſeiner Geſamtheit experimentell feſtgeſtellt worden war, zur Begründung der Lehre von der Fettbildung aus Eiweiß herbeigezogen. Die dabei angewendete Methode des Schließen war zum Teil eine ſolche per exclusionem. Man berechnete unter der Annahme, daß nach der Hennebergſchen Formel das verdaute Eiweiß etwa 51% ſeines Gewichtes Fett bilden könnte, ob hiernach die Summe der verdauten ſtickſtoffhaltigen und fettartigen Nährſtoffe die be⸗ obachtete oder zu erſchließende Fettproduktion zu decken vermöchte. War dies der Fall und zeigte ſich ſomit die Fettproduktion im Körper der Tiere ſtets parallel der Eiweiß⸗ und Fettfütterung, ſo war damit jedenfalls auch die Entſtehung des Fettes aus dieſen beiden Nährſtoffgruppen wahrſcheinlich gemacht. So haben wir bezüglich der Produktion von Milchfett bei Kühen drei hierher gehörende Verſuche, welche in München(C. Voit), Möckern(G. Kühn) und in Hohenheim zur Ausführung gelangten; in dem erſten wurde eine reichliche, in den beiden anderen dagegen eine mehr ſpärliche und ſtickſtoffarme Fütterungsweiſe eingehalten. Es betrug pro Tag in Gramm die Menge reſorbiertes Futterfett 276,0— 183,5— 168,5 Ul Fett aus Eiweiß.. 308,5— 74,5— 164,3 Im ganzen aus dem Futter verfügbar.... 584,5— 258,0— 332,8 1I In der Milch Fett produziert 337,0— 284,8— 296,9. In dem erſten und dritten Verſuche entſprach alſo das aus den angegebenen Quellen verfügbare Fett reichlich der beobachteten Milchfettproduktion, in Möckern dagegen fand man einen Überſchuß an Miclchfett; aber ſelbſt wenn dieſer Üüberſchuß noch beträchtlich größer geweſen wäre, ſo hätte man doch nichts Beſtimmtes bezüglich der Neubildung von Fett daraus entnehmen können. Freilich war in Möckern, wie in Hohenheim, bei den betreffenden Tieren zwiſchen Einnahme und Ausgabe Stickſtoffgleichgewicht vorhanden; ob aber die Kühe auch im Kohlenſtoffgleichgewicht ſich befanden oder ob viel⸗ leicht das Körperfett, wie es ſo häufig ſelbſt bei guter Ernährung der Milchkühe der Fall iſt, an der Milchproduktion ſich beteiligt ohlen⸗ Stic⸗ Dieſer onnte, ſchrſt⸗ ſeiner indung n Dil nahme etwa Summe ie be⸗ möchte ſon in ung ſo beiden ett bei .Volh langten, dagegen gehalte. 1685 1 43 3328 2969. das aus bachtete Aberſch trrchtlch bezüglih älih wer zoöche ob aber „ob vi⸗ rnährung beteilg Neubildung von Fett. 39 hatte, dies ließ ſich ohne Beihilfe des Reſpirationsapparates nicht mit Beſtimmtheit entſcheiden. Jedenfalls erſcheint es bemerkenswert, daß man obigen Verſuchen zufolge ſelbſt bei dürftiger Fütterung ſonſt guter Milchkühe, außer dem Futterfett und dem Futtereiweiß für die Erklärung des produzierten Milchfettes keine irgenwie weſentliche Mengen von anderen Futterbeſtandteilen in Anſpruch zu nehmen brauchte. Auch eine Reihe von Mäſtungsverſuchen konnten verwertet werden. Man hat ſolche auf verſchiedenen landwirtſchaftlichen Verſuchsſtationen beſonders mit Schafen, meiſtens ziemlich ausgewachſenen Hammeln, ausgeführt. Hierbei wurde das verabreichte Futter nach übereinſtim⸗ menden Methoden der chemiſchen Analyſe unterworfen und die wirk⸗ liche Gewichtszunahme der Tiere ſo genau wie möglich feſtgeſtellt; auch war die Dauer der Mäſtungszeit ſtets eine genügend lange, ſie umfaßte durchgängig den Zeitraum von 2 ½ bis reichlich 3 Mo⸗ naten. Am Schluß des Verſuches wurden faſt immer die Schlacht⸗ reſultate der Tiere ermittelt. Aus dieſen Verſuchen ergaben ſich die folgenden Durchſchnittszahlen, wobei freilich zu beachten iſt, daß die Menge der verdauten Futterbeſtandteile, mit wenigen Ausnahmen, nicht direkt gefunden, ſondern unter Zugrundelegung der gewöhn⸗ lichen Annahmen berechnet worden iſt. Zahl Vom Futter verdaut Verhält⸗ Gewichts⸗ In Proz. des Lebend⸗ der pro Tag und Kopf nis der zunahme gewichts Ver⸗— DSiäckſtofffreie Nähr⸗ pro Tag Schlacht⸗ Talg von ſuche Eiweiß Wiafeafffne ſtoffe und Kopf gewicht Nieren u. Netz 8 8 8 070% 7 110 824 1 7,49 55,5 48,0 7,2 13 134 779 1 5,81 79,0 51,9 9,9 20 164 794 1:4,70 94,5 53,5 10,9 19 192 769 1:4,01 103,0 54,9 11,2 Dieſe Zahlen ſprechen ſehr entſchieden für die günſtige Wirkung des Futtereiweißes auf die Fettproduktion; mit der Steigerung der Eiweißzufuhr geht regelmäßig eine größere Gewichtszunahme der Tiere parallel, während die Menge der ſtickſtofffreien Nährſtoffe in allen Verſuchsgruppen ziemlich die gleiche war und alſo keinen weſent⸗ lich verſchiedenen Einfluß auf die Größe der Gewichtszunahme äußern konnte. Die letztere iſt ferner von der Art, daß ſie bei oben an⸗ gegebener Methode der Berechnung vollkommen und ausſchließlich aus der Menge des Futtereiweißes ſich erklärt; es iſt ſogar noch ein Überſchuß von Eiweiß vorhanden, wenn man bedenkt, daß den Tieren im Futter auch fertig gebildetes Fett dargeboten wurde, in den einzelnen Verſuchen von 15 bis zu 60 g pro Tag und Kopf. 40 Die Geſetze der tieriſchen Ernährung. Ähnliches beobachtete man bei Maſtochſen; allgemeine Er⸗ fahrungen, ſowie die Reſultate von einigen direkten Verſuchen deuteten darauf hin, daß auch bei dieſen Tieren innerhalb gewiſſer Grenzen ein ziemlich ſtickſtoffreiches Futter die günſtigſte Wirkung ausübt, und daß das aus dem Futter verdaute Eiweiß und Fett genügend Material liefert für die Ablagerung von Körperfett. Gegen alle dieſe„Beweiſe“ der Fettbildung aus Eiweiß hat neuerdings Pflüger die erheblichſten Bedenken erhoben und es kann nicht in Abrede ge⸗ ſtellt werden, daß es ihm gelang, ſie weſentlich zu erſchüttern. Zu⸗ nächſt können die„Wahrſcheinlichkeitsgründe“, welche aus den letzt⸗ erwähnten mehr„praktiſchen“ Fütterungsverſuchen abgeleitet wurden, im Ernſt nicht in Betracht kommen. Überdem iſt die Verwendung der Henneberg'ſchen Formel, die von dieſem Forſcher niemals mit der Behauptung aufgeſtellt wurde, daß ſie den thatſächlich im Körper vor⸗ kommenden Umſetzungsprozeſſen entſpräche, zu beanſtanden. Es ent⸗ halten 51,4 Teile Fett und 33,5 Teile Harnſtoff etwa dieſelbe chemiſche Spannkraft als 100 Teile Eiweiß, ſo daß eine ſolche Um⸗ ſetzung ohne jeden Wärme⸗Verluſt ſtattfinden müßte— ein noch nie beobachteter Vorgang. Rubner nahm die maximal mögliche Fett⸗ bildung aus Eiweiß erheblich geringer an(42,45% reſp. 46,9%,). Bezüglich der Bildung von Fettkörpern aus Eiweißen durch chemiſche Operation wendete Pflüger ein, daß ſie nichts für die Vorgänge im Tierkörper beweiſen könne. In der Retorte ſind viele Umſetzungen möglich, die im Organismus nie ſtattfinden. Auch die Lebensthätigkeit der Mikroorganismen bei der Fäulnis beweiſt nichts für den Stoffwechſel der Tiere. Die„Fettbildung“ in den Maden der Schmeißfliege kann ſehr wohl nur eine„Fettablagerung“ der durch die Fäulnis vorher aus dem Blut entſtandenen Fettkörper ſein. Die ſog. Fettbildung, wie ſie bisher nach Phosphorvergiftung konſtatiert wurde, kann einmal in einzelnen Organen erklärt werden durch eine Fettwanderung im Körper, beſonders aus dem Centralnervenſyſtem, reſp. ſoweit eine wirkliche(meiſt nicht große) Fettvermehrung im ganzen Körper gefunden wurde(Forſchverſuche), ließe ſie ſich ſehr wohl aus einer Umwandlung des Körper⸗Glycogens ableiten, ohne die Eiweißſtoffe mit in Rechnung zu ziehen. Endlich unterwarf Pflüger die Voit'ſchen Verſuche mit Hunden unter Be⸗ nutzung des Reſpirationsapparates einer ſcharfen Kritik, in deren Folge er auch dieſen Verſuchen die Beweiskraft für die Fettbildung aus Eiweiß abſpricht. Er machte beſonders geltend, daß Voit von einer falſchen Elementarzuſammenſetzung des verfütterten Fleiſches ausgegangen wäre, den Gehalt an Stickſtoff zu niedrig, den Gehalt an Kohlenſtoff zu hoch angenommen hätte. Das Verhältnis beider Eleme 113, d6 C ſefft bidun denken angen ihre richt: Spann Verte 11 de ſ gehal alle Nata Anfo ſedoch 1. vergi noch dages rego ſuche ſchen Kohl lüßer benn dos dett ſehr duue Not e Er⸗ euteten renzen d und nügend n alle pflüger de ge⸗ Z⸗ n leht vurden, ung der nit der er vor⸗ E ent⸗ diſſebe he Un⸗ noch nie he Fet⸗ G9 0f n durc für de te ſind t Aach beweſſ in den gerung ettkörper rrgiftung zerklätt aus dem t große verfuch lpeogens Endlic nter B⸗ in deren ttbildung Voit don Jleiſcs n Gehat iz beder Neubildung von Fett. 41 Elemente nehme Voit= 1:3,68 an, es wäre aber nach Pflüger 1:3,22(nach Abzug des Glycogens) nach Rubner(ohne Abzug des Glycogens)= 1:3,28. Werden die Verſuche mit letzteren Koeffizienten umgerechnet, ſo erweiſt ſich die Annahme einer Fett⸗ bildung aus Eiweiß nicht als zwingend. Freilich iſt hier zu be⸗ denken, daß die von Pflüger für die Zuſammenſetzung des Fleiſches angenommenen Zahlen ſich nur auf eine Analyſe ſtützen und daher ihre allgemeingiltige Richtigkeit erſt zu erweiſen wäre. Beachtet man nicht die bei den Stoffumſetzungen in Betracht kommenden chemiſchen Spannkräfte, verlangt man einen Beweis lediglich geſtützt auf die Verteilung der Elemente, ſo dürfte in dieſem Sinne die Fettbildung aus Eiweiß erſt als unzweifelhaft feſtſtehend zu betrachten ſein, wenn die ſicher ermittelte Quantität derſelben einen höheren Kohlenſtoff⸗ gehalt beſitzt, als alle Fette und Kohlehydrate der Nahrung und alle anderen kohlenſtoffhaltigen Körperbeſtandteile, nicht eiweißartiger Natur, die überhaupt in Rechnung gezogen werden können. Dieſe Anforderung iſt allerdings eine ſehr weitgehende; Pflüger glaubt jedoch noch kürzlich bei einer Kritik der Verſuche mit Phosphor⸗ vergiftung von O. Polimanti dabei ſtehen bleiben zu ſollen. In dieſem Sinne wäre die Fettbildung aus Eiweiß daher noch eine offene Frage. Bezüglich der Fettbildung aus Kohlehydraten iſt man dagegen bald zu einem ſicheren und abſchließenden Beweis gelangt. Nachdem einige Verſuche von Voit mit Hunden zu einem negativen Ergebnis geführt hatten und einige Berechnungen aus Ver⸗ ſuchen mit Pflanzenfreſſern, wieder unter Benutzung der Henneberg⸗ ſchen Formel für die Fettbildung aus Eiweiß, die mit verfütterten Kohlehydraten als für die Fettproduktion nicht notwendig erſcheinen ließen, lehrten ſpätere Verſuche, ausgeführt von Kern und Warten⸗ berg, dann von Pfeiffer und F. Lehmann in Göttingen mit Hammeln, das Gegenteil. Noch leichter mußte qualitativ der Nachweis der Fettbildung aus Kohlehydraten bei Tieren gelingen, welche einmal ſehr leicht Fett anſetzen und andererſeits viel Kohlehydrate zu ver⸗ dauen vermögen, wie z. B. die Schweine. So ging bereits aus in Rothamſted von Lawes erhaltenen Maſtreſultaten hervor, daß unter Annahme der dort gefundenen Zuſammenſetzung der Lebendgewichts⸗ zunahme bei Schweinen, das darin enthaltene Fett nicht allein von den während der Maſt verabreichten Fett⸗ und Eiweißmengen ge⸗ bildet ſein konnte. Ein Gleiches ergab ein Verſuch in Hohenheim. Bemerkenswert ſind dann die Verſuche mit Schweinen in München von Soxhlet, in Moskau von Tſchirwinsky und in Wien von Meißl und Strohmer. 42 Die Geſetze der tieriſchen Ernährung. An den beiden erſteren Orten wurde in der Weiſe experimentiert, daß bei Beginn des Verſuchs den verwendeten Tiere genau ent⸗ ſprechende geſchlachtet und analyſiert wurden. Nach Ende des Ver⸗ ſuchs fand eine gleiche Analyſe der gefütterten Tiere ſtatt. Hieraus ließ ſich die Fettproduktion durch die Nährſtoffe der gleichfalls analyſierten Fütterung ermitteln. Unter Veranſchlagung wieder von 51,4% Fettbildung aus Eiweiß mußten 77— 81% des produzierten Fettes den Kohlehydraten entſtammen. Von beſonderem Intereſſe iſt der in Wien, auf der Verſuchs⸗ ſtation der dortigen Tierarzneiſchule, unter Beihilfe des Reſpirations⸗ Apparates mit einem 14 Monate alten und 140 kg ſchweren Schwein ausgeführte Verſuch. Gefüttert wurden täglich 2 kg weichgekochter Reis, und es konnte aus einer genauen Vergleichung der ſämtlichen Ausgaben(Kot, Harn und Reſpirationsprodukte) mit den Einnahmen berechnet werden, daß dabei im Verlaufe von 7 Tagen der Körperanſatz pro Tag betrug: 38 g Eiweiß 351,8 g Fett. Für Fettbildung verfügbar waren 65,4 g Futtereiweiß..=— 33,6 g Fett 7,9„„.....— 7,9„„ Summa= 41,5 g Fett Daher aus Kohlehydraten erzeugt..= 310,3 g%, letztere Zahl beträgt 88,2% der ganzen Fettbildung. Rechnete man den ganzen Kohlenſtoff des Futtereiweißes als zur Fettbildung verfügbar, ſo würden daraus auch nur 45,3 g Fett entſtehen können und 84,8% hätten die Kohlehydrate liefern müſſen. Auch bei Gänſen ermittelten Weiske und B. Schulze in Pros⸗ kau und Chaniewski in Peterhof bei Riga eine unzweifelhafte Fett⸗ bildung aus Kohlehydraten. Letztere berechneten ſie bei einem Ver⸗ ſuch im Minimum auf 78,6%, bei einem anderen auf 86,7% der geſamten Fettbildung. Intereſſant iſt, daß es dann auch Rubner und J. Munk ſpäter gelang beim Fleiſchfreſſer eine Neubildung von Fett aus Kohle⸗ hydraten nachzuweiſen. Von beſonderer Bedeutung für die vorliegende Frage ſind endlich langjährige und ſorgfältige Verſuche, welche von G. Kühn in Möckern ausgeführt wurden. Unter Mithilfe des Reſpirationsapparates konnte genau die ganze Kohlenſtoffbilanz bei Ochſen feſtgeſtellt und hieraus nicht nur ſichere, ſondern auch etwas tiefer eindringende Schlüſſe über die Fettbildung gezogen werden. In dem darüber von O. Kellner erſtatteten Bericht ſtellte ſich Referent auf den thatſächlich unmöglichen, für die Beweiſe ungünſtig⸗ 2 ntiert ent⸗ Wr⸗⸗ eraus hfalls r von jerten ſuchs⸗ tions⸗ Ponnte hierans Sclliſe ellte ſic günſti⸗ Neubildung von Fett. 43 ſten Standpunkt, nicht nur alles verdaute Nahrungsfett für den Kohlenſtoffanſatz, ſondern auch den ganzen Kohlenſtoff des verdauten aber nicht als ſolches angeſetzten Eiweißes verfügbar anzunehmen. Trotzdem hiermit der Umfang der Fettbildung aus Eiweiß„vielleicht um 100% zu hoch angenommen“ wurde, gelang es eine ſolche aus Kohlehydraten nachzuweiſen. Allerdings war die Fütterung in dieſen Verſuchen eine ſehr ſtickſtoffarme, die Rationen beſtanden nur aus Wieſenheu oder Kleeheu plus Haferſtroh, denen noch Stärke in Mengen von 2— 3,5 kg zugeſetzt wurde. Beinahe in jedem Einzel⸗ verſuch fand Fettbildung aus den Kohlehydraten ſtatt und(nach obiger Berechnungsart) bis 561 g pro Tag, alſo in ſehr erheblicher Menge. Stellt man die Verſuche mit Stärkezulage denen mit reiner Heufütterung gegenüber, bei welcher letzteren ſich die Ochſen im Stoffgleichgewicht(Beharrungszuſtand) befanden, betrachtet man die dabei angeſetzten reſp. verdauten Eiweißmengen als ihrem gleichen Gewicht Stärke„iſodynam“, d. h. dem Körper gleiche Mengen Energie zuführend, und rechnet ſie daher(in Gewinn wie Verluſt) einfach zuſammen, ſo ergab ſich als mittleres Reſultat aller Ver⸗ fuche, daß 21,66 kg Stärke über das bloße Erhaltungsfutter gereicht 4,295 kg Fett im Körper erzeugten, oder 1 kg Stärke durchſchnitt⸗ lich 0,2 kg Fett bildete. Letzteres iſt eine Menge, welche etwa 34% des in dem mehr zugeführten Kohlehydrat vorhandenen Kohlen⸗ ſtoffs gleichkommt. Die Frage, aus welchem Nährſtoffmaterial der Tierkörper Fett bildet, iſt in den Fachkreiſen der Phyſiologen bisher mit einem Eifer erörtert worden, welche die vorſtehende für den Umfang dieſer Schrift etwas ausführliche Erörterung notwendig machte. Mancherlei Be⸗ obachtungen der letzten Zeit laſſen es jedoch zweifelhaft erſcheinen, ob dieſer Frage wirklich eine ſo hohe Bedeutung zukommt. Es iſt zur Geuüge erwieſen, daß der tieriſche Organismus die Nährſtoffe nicht einfach als Bauſteine verwendet, die bildlich geſprochen, nach paſſender Formung dem Körper bei der Produktion eingefügt werden, ſondern daß neben vielen Zerſetzungsprozeſſen auch in un⸗ gemein großer Zahl ſog. ſynthetiſche Prozeſſe einhergehen, bei welchem aus einfacheren Atomgruppen kompliziertere Verbindungen ge⸗ bildet werden. Solche Syntheſen erſcheinen auch unvermeidlich bei der Fettbildung aus Kohlehydraten. In den letzteren ſind keine ſo viel⸗ gliederigen Kohlenſtoffketten gefunden worden wie in dem größten Teil der tieriſchen Fettſtoffe enthalten ſind; es muß alſo eine„Syntheſe“ ſtattfinden unter gleichzeitiger Reduktion vieler Gruppen von CHOH in CH.⸗Gruppen. Im weſſentlichen nur dasſelbe brauchte mit eini⸗ 44 Die Geſetze der tieriſchen Ernährung. gen Zerfallprodukten der Eiweißſtoffe geſchehen, in denen auch, wie Drechſel ſehr wahrſcheinlich machte, urſprünglich keine Radikale mit mehr als ſechs oder neun Kohlenſtoffatomen vorkommen,— eben eine Syntheſe aus primär entſtandenen kohlenſtoffärmeren Spaltungs⸗ produkten. Bedenkt man ferner, daß eine Bildung von Glycogen, alſo eines Kohlehydrates, aus reinem Futtereiweiß im Tierkörper bereits von v. Mering ſicher nachgewieſen und von niemandem beſtritten wird, eine Bildung von Fett aus dem Glycogen des Körpers eben⸗ falls für zweifellos erachtet wird, in ſehr vielen Eiweißen eine Kohle⸗ hydratgruppe nachgewieſen wurde, ſo daß ſie Pavy direkt als Glyko⸗ ſide anſieht, dann gewinnt doch wohl die Anſchauung Berechtigung, daß eben die ganze Fettbildung im Tierkörper als ein unter Re⸗ duktionsvorgängen ſtattfindender ſynthetiſcher Prozeß aus einfacheren Spaltungsprodukten der reſorbierten Nährſtoffe anzuſehen iſt, gleich⸗ giltig, woher deren Kohlenſtoff urſprünglich herſtammt. Bei dem geringeren Eiweißbedürfnis der Tiere und einer Reihe beſonderer Umſtände erreichen dieſe Syntheſen nun ſehr ſchwierig den Umfang, daß gleichſam elementar analytiſch der Übergang des Eiweiß⸗ kohlenſtoffs in Fettkohlenſtoff zu erweiſen iſt. Es iſt eben nicht alles mit derſelben Elle meßbar. Von beſonderem praktiſchen Wert ſind diejenigen Momente, welche die Fettbildung oder die Fettzerſtörung im Körper beeinfluſſen und in ihrer quantitativen Wirkſamkeit durch Fütterung und Hal⸗ tung verändert werden können; ebenſo iſt es bedeutſam einiges von der Körperbeſchaffenheit zu wiſſen, welche in der Regel mit höherem oder niedrigerem Kohlenſtoffumſatz verbunden iſt. 1. Was die Fütterung betrifft, ſo wird der Fettanſatz am intenſivſten durch das Fett der Nahrung gefördert, wenn dabei ungünſtige Nebenwirkungen vermieden werden können. Voit gelang es bei Hunden den ganzen Kohlenſtoffverluſt des Hungertiers aufzuheben, wenn er die gleiche Kohlenſtoffmenge in Form von Fett als Nahrung reichte. Bei den Pflanzenfreſſern verbietet es die Em⸗ pfindlichkeit ihres Verdauungapparates durch Fettfütterung in dieſer Weiſe erhebliche Wirkungen erſtreben zu wollen. 2. Die Eiweißſtoffe des Futters, ſoweit ſie reſorbiert worden ſind, können als der Fettbildung nicht immer günſtig angeſehen werden. Wie beſonders Pflüger ausgeführt hat, wirken ſie als ein die Lebens⸗ energie aller Zellen ſteigerndes Element, der Stoffzerfall wird erhöht und damit der Anſatz herabgedrückt. Rubner u. a. zeigten, daß Aufnahme von Eiweiß ſofort mit erhöhter Wärmeproduktion und höherer Kohlenſäureabgabe verbunden iſt. Hungern nach reichlicher Eiweißfütterung(ſog. Zirkulationseiweißbildung) läßt den Körper thr a hür Mäſtun diihlcht Perdaun d. d Ff Ihr re zühigke verbert Eihöht Dyddier du ſch Eiweiß Penn bildung werden ſich ebe Futter de ſi Pirkun do d. Värme ſeinen bidung Pirhſar Auge; duch verden. 4. Eiveſß duüſche ulbſta Näſtur zu berr wie e mit in eine tungs⸗ Kogen, bereitz tritten eben⸗ Kohle⸗ Glhh⸗ tigng er Re⸗ acheren gleih⸗ ei dem onderer imfang, Ewweiß⸗ n niht omente, nfluſſen d Hal⸗ zes von höherem ſäth an in dabei t gelong ertiers von Fet dee En⸗ i dieſer tworden werden. Lebens⸗ d erhößt ten, d tion und reichiche Kürpel Umſatz und Anſatz von Fett. 45 mehr an Fett verarmen, als wenn vorher ſtickſtoffarme Nahrung verabreicht wurde. Die ſog. Banting⸗Kur beim Menſchen erſtrebt eben durch einſeitig reichliche Eiweißkoſt Abmagerung. Trotzdem haben die Proteinſtoffe eine hohe Bedeutung für die Mäſtung; der Grund liegt jedoch mehr in Erhöhung der Ge⸗ deihlichkeit reicher Rationen und Beförderung ihre Ausnutzung in der Verdauung. Den Koblehydraten kommt beſonders bei der Fütterung der Pflanzenfreſſer die höchſte Bedeutung für die Fettbildung zu. Ihr reichliches Vorhandenſein in den verfügbaren Futterſtoffen, die Fähigkeit der Organismen, große Mengen davon im Stoffwechſel zu verwerten verleihen ihnen allein ſchon eine überragende Wichtigkeit. Erhöht wird letztere aber noch dadurch, daß ſie bei ihrer leichten Oxydierbarkeit in den Geweben vorzüglich den Fettbeſtand des Körpers zu ſchützen vermögen und vor allem jene eben berührte Wirkung der Eiweißſtoffe, den Umſatz zu erhöhen auf das erheblichſte beſchränken. Wenn oben berichtet wurde, daß in Möckern ſozuſagen ein Fett⸗ bildungs⸗Aquivalent der Kohlehydrate von 20% nachgewieſen werden konnte, ſo giebt dasſelbe wohl einen Minimal⸗Wert an, der ſich eben herausſtellte, wenn die Stärke einem ſehr ſtickſtoffarmen Futter zugelegt wurde. Iſt dagegen die Fütterung proteinreich, ſo daß ſich bezüglich des Geſamteffekts der Ernährung die günſtige Wirkung der Stärke auf den Stickſtoffumſatz hinzuaddiert, ſo erreicht das Fettbildungs⸗Aquivalent eine viel höhere Zahl, die ſogar ihr Wärme⸗Aquivalent(ca. 41%) überſchreiten kann. Voit fand bei ſeinen Reſpirationsverſuchen mit Hunden, daß bezüglich der Fett⸗ bildung nicht 244, ſondern bereits 175 Teile Stärke die gleiche Wirkſamkeit wie 100 Teile Fett des Futters hatten, wobei nur im Auge zu behalten iſt, daß bei Produktionsfutter in der Regel nicht durch 100 Teile Futterfett auch 100 Teile Körperfett gebildet werden. 4. Ebenſo wie durch übermäßige Waſſeraufnahme der Eiweißzerfall geſteigert wird(vergl. S. 29), wird die Kohlenſäure⸗ ausſcheidung eine größere, alſo überhaupt die Zerſtörung organiſcher Subſtanz im Körper vermehrt. Man hat daher namentlich bei der Mäſtung ein zu wäſſeriges Futter und zu ſtarkes Saufen der Tiere zu vermeiden. 5. Ähnlich ungünſtig wirkt ferner eine zu niedrige und eine zu hohe Stalltemperatur— die erſtere, weil dadurch eine ver⸗ mehrte Oxydation, alſo Erzeugung von Körperwärme notwendig wird, die letztere wegen der dabei gewöhnlich geſteigerten Waſſer⸗ aufnahme und Waſſerverdunſtung und weil die Tiere alsdann leicht V b V 46 Die Geſetze der tieriſchen Ernährung. in ihrer Ruhe und in ihrem Appetit Störungen erleiden. Eine mittlere Stalltemperatur von 10 bis 150 R. iſt für den Erfolg der Produktionsfütterung überall am günſtigſten. 6. Ferner äußert die Körpergröße einen beſtimmenden Ein⸗ fluß auf den Stoffwechſel; kleinere Tiere bedürfen im allgemeinen relativ mehr Nahrung als größere, weil ſie im Verhältnis zum Gewicht eine größere Oberfläche beſitzen und daher mehr Wärme ausſtrahlen. Bei einer und derſelben Tierart entſpricht die Wärme⸗ abgabe annähernd der Körperoberfläche, gleiche Fütterung und Hal⸗ tung vorausgeſetzt und dieſe Wärmeverluſte werden im weſentlichen durch entſprechende Oxydation ſtickſtofffreien Materials gedeckt; ſie erſchweren ceteris paribus die Fettbildung. Nach den Verſuchen Richet's, Rubner's u. A. hat man hiernach die Wärmeabgabe auf die Einheit der Körperoberfläche bezogen und bei gleichartigen Tieren per Quadratcentimeter eine große Übereinſtimmung gefunden und daher ebenſo bezüglich des Sauerſtoffverbrauchs und— wieder bei gleicher Ernährung— der Kohlenſäureproduktion. Vergleicht man verſchiedene Tierarten miteinander, ſo findet man allerdings Wärme⸗ abgabe und Sauerſtoffverbrauch per Quadratcentimeter Körper⸗ oberfläche zum Teil recht erheblich verſchieden. Es macht ſich dabei die verſchiedene Bekleidung des Körpers, das Vorhandenſein eines Fettpolſters unter der Haut und manches andere geltend. 7. Jede mechaniſche Anſtrengung, die vermehrte Muskel⸗ arbeit ſteigert den Fettverbrauch ſehr beträchtlich, wie wir in dem nächſten Kapitel dieſer Ausarbeitung ſehen werden; es ſind daher zu ſtarke Bewegungen der Maſt⸗ und Milchtiere ſorgfältig zu vermeiden. 8. Endlich ſei noch eines Faktors gedacht, der freilich auch den Stickſtoffumſatz beeinflußt, der Aderlaß. Durch Blutentziehung wird der Eiweißumſatz zunächſt geſteigert, aber zugleich die Sauer⸗ ſtoffaufnahme und Kohlenſäureausſcheidung, alſo auch die Fettzer⸗ ſetzung vermindert, und damit das aus der Nahrung aufgenommene oder im Körper neu gebildete Fett um ſo leichter aufgeſpeichert. Eine ſtichhaltige und ſichere phyſiologiſche Erklärung für dieſe Wirkung iſt zur Zeit noch nicht zu geben. Wohl aber hat man nicht ohne Grund darauf hingewieſen, daß alle Tiere, die ſich durch leichtere Maſtfähigkeit auszeichnen, relativ weniger Blut beſitzen als andere z. B. Schweine, gegen Pferde oder Fleiſchfreſſer. Manch⸗ mal hat es ſich auch vorteilhaft erwieſen, Tieren am Anfang der Maſt zur Ader zu laſſen, um den Beginn eines Fettanſatzes zu erleichtern. Faſſen wir das vorſtehend Geſagte zuſammen, ſo erkennen wir, daß bezüglich der eigentlichen Ernährung des Tierkörpers d. h. der geeſch de ſti vichti zu er aus, ſchütt ſo., Kohler dtior ſofor gben, bden de A fatter iberde f ſotbie Fällen ſeiige diee bod vend Sür Näh dehl ſtih nert tonu heſti de dathe nit r. Eie 1 Gifl den En⸗ gemeinen ii zum Pärm. Därm⸗ nd Hal ſentücen et; ſi verſuhe gabe uu n Turn den und ieder be icht um Värme⸗ dörxer ſch debi ein eines Ruskel⸗ ein den daber zu ermedden. auch der iehrng e Smer⸗ Rettzer⸗ rommene jpeichen. für diſ hat mm ich durc ſizen a Manc⸗ fang der ſotes zu neen wir d h. der Umſatz und Anſatz von Fett. 47 Fleiſch⸗ und Fettproduktion jeder der beiden großen Nährſtoffgruppen, der ſtickſtoffhaltigen und der ſtickſtofffreien Nährſtoffe, beſondere und wichtige Funktionen zufallen. Geht man von einem nicht zu ſchwierig zu ermittelnden Quantum von Eiweiß und ſtickſtofffreien Stoffen aus, welches den Körper gerade vor jedem Fleiſch⸗ und Fettverluſt ſchützt, aber auch nichts von dieſen Stoffen produzieren läßt— der ſog.„Behaarungsration“, bei der alſo vollkommenes Stickſtoff⸗ und Kohlenſtoffgleichgewicht herrſcht—, ſo wird eine vorteilhafte Pro⸗ duktion nur erreicht werden können, wenn man von beiden Nähr⸗ ſtoffgruppen dem Futter zulegt. Wollte man keine Proteinſtoffe zu⸗ geben, ſo wäre das Material knapp, aus dem ſich allein Fleiſch bilden kann, der Stoffwechſel wäre, bildlich geſprochen, geſchwächt, die Ausnutzung im Verdauungskanal, beſonders von einer an Rauh⸗ futter reichen Ration behindert. Proteinknappe Rationen haben überdem auch geſundheitlich leicht ſchädliche Wirkungen, außer Ver⸗ ſchlechterung der Futterausnutzung, ſchlechtere Verwertung der re⸗ ſorbierten Nährſtoffe, Mattigkeit ꝛc., wie— allerdings in extremen Fällen— J. Munck und Roſenheim nachwieſen. Bei einer ein⸗ ſeitigen Proteinzulage dagegen würde eine ſtarke Verſchwendung dieſer teuerſten Nährſtoffe eintreten. Der Körper würde ſich relativ bald dem Stickſtoffgleichgewicht nähern, der Fettanſatz behindert werden und leicht könnten in extremen Fällen ebenfalls erhebliche Störungen der Geſundheit die Folge ſein. Hieraus folgt, daß für jede Produktionsfütterung ſog.„mittlere Nährſtoffverhältniſſe“ die geeignetſten ſein müſſen, daß es ein großer Fehler iſt, wenn den Verhältniſſen zwiſchen ſtickſtoffhaltigen und ſtickſtofffreien Nährſtoffen in einer Ration nicht die gebührende Auf⸗ merkſamkeit geſchenkt wird. Iſt man manchmal auch in der Be⸗ tonung des Nährſtoffverhältniſſes zu weit gegangen, hat man zu beſtimmte Zahlen dafür als allein richtig anerkennen wollen, ſo darf die Erkenntnis dieſes Fehlers nicht die Veranlaſſung ſein, in den entgegengeſetzten zu verfallen. Näheres hierüber wird noch ſpäter mitzuteilen ſein. Der Kraftwechſel. Wie eingangs erwähnt, iſt die Tierwelt im Gegenſatz zu den chlorophyllhaltigen Pflanzen darauf angewieſen, die für die Lebens⸗ funktionen erforderlichen Kraftmengen aus den kohlenſtoffhaltigen Nährſtoffen zu entnehmen. Deren freie Affinitäten zum Sauerſtoff, die durch die„Verbrennungsprozeſſe“ im Körper wieder geſättigt werden können, wurden die in den Nährſtoffen aufgehäufte„chemiſche 48 Ddie Geſetze der tieriſchen Ernährung. Spannkraft“ genannt. Nach dem Geſetz der„Erhaltung der Kraft“, nach welchem weder Kraft neu, d. h. aus nichts, entſtehen noch vorhandene Kraft verſchwinden, ſondern nur ihre Form wechſeln kann, muß bei einem in ſeinem Körperbeſtande gleich bleibenden Tiere auch ein abſolutes Gleichgewicht zwiſchen den in der Nahrung zugeführten Kraftmengen einerſeits und den Kraftſummen anderer⸗ ſeits beſtehen, welche in irgend welcher Form vom Körper abge⸗ geben werden(wenn einſtweilen von künſtlicher Erwärmung oder Abkühlung des Tieres abgeſehen wird). Die Formen, in welchen den Körper die zugeführten„Energie⸗ mengen“ wieder verlaſſen, ſind im weſentlichen die folgenden: 1. An die Umgebung abgegebene Wärme, 2. Mechaniſche Arbeit, 3. Nicht⸗ oder unvollſtändig oxydierte Stoffe mit noch mehr oder weniger erhaltener chemiſcher Spannkraft. 4. Umwandlung aufge⸗ nommener Stoffe in einen Aggregatzuſtand mit vermehrter ſog. latenter Wärme z. B. Überführung von Waſſer in Dampf, Löſung feſter Stoffe in Waſſer ꝛc. Dieſes Gleichgewicht der Energie-Zufuhr und Abgabe muß natürlich geſtört werden, wenn der Tierkörper Stoffe anſetzt oder von ſeinem Beſtande verliert und zwar muß dieſe Störung wieder genau gleich ſein dem Energiewert der angeſetzten oder abgegebenen Körperſubſtanz. Von vornherein iſt es klar, daß die Beurteilung der zweck⸗ mäßigſten Ernährung der Tiere, das ganze Verſtändnis der Lebens⸗ prozeſſe die erheblichſte Förderung erfahren muß, wenn es gelingt, in Maß und Zahl Zufuhr wie Abgabe von Kraft im Tierkörper zu beſtimmen. Ein neues Mittel wird dadurch an die Hand gegeben, die auf anderen Wegen gefundenen Lehren zu kontrollieren, neue Geſichtspunkte eröffnen ſich für das Studium der tieriſchen Leiſtungen, der Stoffmannigfaltigkeit des Organismus wie der Nahrung ſtellt ſich bei dem relativ genau bekannten Verhältnis der meiſten Kraftformen zu einander, die einheitliche Betrachtung der Energiewerte zur Seite. Freilich iſt dieſe Beſtimmung des Energiewechſels keine einfache Aufgabe, bei der nur die Alternative„Gelingen oder Nichtgelingen“ vorläge. Die einzelnen Teile derſelben bieten vielmehr ſo ver⸗ ſchiedene Schwierigkeiten, die Verhältniſſe bei der Ernährung der verſchiedenen Tiere zeigen einen ſolchen Wechſel, daß das ganze Problem des Energiehaushaltes mehr einem weiten unbekannten Lande zu vergleichen iſt, deſſen Erforſchung nur mit vieler Mühe und allmählich gelingen kann. Bald hier bald dort wird eine wert⸗ volle Beobachtung gemacht, ein weiterer Ausblick gewonnen, viel ſpäter aber erſt das überſehene Gebiet im einzelnen genauer feſtge⸗ bgobe mi niezt de ung wide abgexebere der zwih der Cber⸗ d glhn jerrper nd grtbn lieren veu Liſtunye m felt ſt Krifornen tezur Sit aine einiche ſihtgelngen ehr ſt ve d eire rel ranmn, n waxr fäe Der Kraftwechſel. 49 legt u. ſ. w. Mit voller Beſtimmtheit iſt jedoch auszu⸗ ſprechen, daß das bis jetzt vom Energiewechſel Ermittelte bereits eine ſo hohe Bedeutung beſitzt, daß man gerade darin den wichtigſten Fortſchritt der Ernährungslehre in der Neuzeit erblicken muß und eine Ignorierung oder auch nur eine beiläufige Berückſichtigung desſelben eine unentſchuldbare Rückſtändigkeit bedeutete. Ehe man daran denken konnte, über Aufnahme und Abgabe von Energie des tieriſchen Organismus Unterſuchungen anzuſtellen, mußte es ſelbſtverſtändlich möglich ſein, die Kraftmenge zu beſtimmen, welche bei der Oxydation der einfacheren chemiſchen Verbindungen, kurz der Nährſtoffe und ausgeſchiedenen tieriſchen Stoffe frei werden. Dies iſt erſt ſpät gelungen. Ein Maß für die Kraft hat die Phyſik ſeit langem feſtgeſtellt; es beſteht in der ſog.„Calorie“, d. i. die Menge Wärme, welche ein Kilo(große Calorie=„Cal.“) oder ein Gramm(kleine Calorie=„cal.“) um einen Grad Celſius zu erhöhen vermag. Die nächſte Aufgabe war daher, die Anzahl Ca⸗ lorien zu beſtimmen, welche bei der Verbrennung der hier in Betracht kommenden Stoffe frei werden. In der Neuzeit werden dieſe Be⸗ ſtimmungen nach einem Verfahren ausgeführt, deſſen weſentliche Durcharbeitung das große Verdienſt Berthelots iſt. Die gewogene Subſtanz wird in einem feſten Metallgefäß— der ſog. calorimetriſchen Bombe— mit hochkomprimiertem Sauerſtoff (15 bis 25 Atmoſphären) nach elektriſcher Zündung verbrannt. Die Verbrennung iſt unter dieſen Bedingungen eine vollſtändige, d. h. es entſtehen aus der organiſchen Subſtanz nur Kohlenſäure, Waſſer und freier Stickſtoff. Die dabei entwickelte Wärme wird von der Bombe ſelbſt und ein genau gemeſſenes, dieſelbe umgebendes Waſſer⸗ quantum aufgenommen; aus der Temperaturerhöhung des Waſſers können nach hier nicht näher zu beſchreibendem Verfahren die ent⸗ wickelten Calorien genau berechnet werden. In folgender Zuſammenſtellung ſeien einige Zahlen bezüglich der wichtigſten Nährſtoffe oder deren Derivate nach Stohmann angegeben. Je 1 g lieferten, auf aſchefreie Subſtanz umgerechnet, an cal. (kleine Calorien). a) Eiweiß. Fettfreies Fleiſch 5662— 5641 cal. Pflanzenfibrin.. 5942 cal. Blutfibrin.... 5637 Serumalbumin.. 5918„ Conglutin.... 5479„ Milchkaſein... 5867— 5850„ Pepton..... 5299„ Eidotter.5840„ 3 Legumin.... 5793„ b) Albuminoide und Derivate Eieralbumin... 5735„ der Eiweißkörper. Fleiſchfaſer... 5721„ Elaſtin... 50961 cal. Wolff, Fütterungslehre. 7. Auflage. 4 50 Die Geſetze der tieriſchen Ernährung. Hautfibroln... 5355 cal. d) Kohlehydrate. Chondrin.... 5131„ Polyſacharide. Oſiein.5040„ Celluloſe.... 4185 cal. Aſparagin.... 3511„ Glykogen.... 4191„ Aſparaginſänre.. 2896„ Stärke..... 4183„ Leucin..... 6533„ Dijacharide Hippurſäure... 56,8 4 Rohrzucker. ſäh 3955 cal. Hairnure. 747,41⸗ Milchzucker... 3952 Harnſtoff.... 2537„ Maltoſe.... 3949„ Monoſacharide. c) Fette. Glukoſe.... 3743 cal. TieriſcheFette(mittel) 950) cal. Fruchtzucker... 3755„ Butterfett... 923 5 e) Säuren. Leinöl..... 9436. 9439„ Eſſigſäure...3505 cal. Olivenöl....946/7— 9603„ Weinſäure.. 1700„ Jrüböl..... 9627 9759„ Butterfäure... 5647„ Mohnöl.... 9597 9562„(Glycerin. 4312„). Vorſtehende Wärmeſummen würden nach Reſorption genannter Stoffe zur Deckung der im Leben des Tierkörpers erforderlichen Kraftmengen zur Verfügung ſtehen, und dann ſchließlich direkt oder indirekt(durch mechaniſche Arbeit) als Wärme abgegeben werden, wenn eben die Nährſtoffe ſo vollſtändig im Körper wie in der Bombe verbrannt würden. Wie oben bereits angedeutet iſt dies aber nicht der Fall. Beſonders die Eiweißſtoffe und überhaupt die ſtickſtoffhaltigen Verbindungen verbrennen nicht bis zur Abſpaltung freien Stickſtoffs, ſondern letzteres Element wird zumeiſt als Harn⸗ ſtoff mit beträchtlichem Wärmewert ausgeſchieden, dann aber noch in mancherlei anderen Verbindungen wie Harnſäure, Hippurſäure, Kreatin u. a. Hieraus erhellt, daß nicht der ganze Energieſtrom, welcher aus der Nahrung reſorbiert wird, auch im Lebensprozeß reſp. durch Er⸗ zeugung tieriſcher Produkte Verwertung finden kann, ein Teil dieſes Stromes geht ungenützt durch den Organismus hindurch. Um ſo⸗ mit über die Kraftmenge Aufſchluß zu erhalten, welche wirklich im Organismus frei gemacht wird, iſt kein anderes Mittel möglich als eben der Verſuch mit dem Tier ſelbſt. Das Vorgehen beſteht darin, daß man eigene Wärme und die Verbrennungswärme der geſamten Nahrung, ſowie aller den Körper wieder verlaſſenden Stoffe in Kot, Harn und Reſpirationsprodukten beſtimmt. Zugleich werden aus der Futter⸗ und Kotzuſammenſetzung die verdauten Stoffe ermittelt und nun durch leichte Rechnung die Energieverwertung der reſorbierten Nährſtoffe gefunden. Von beſonderer Bedeutung iſt, daß es der experimentellen Technik gelang, durch direkte Meſſung der von den Tieren ab⸗ . ranncer erlihen it oder werden, in der ſt dis upt de paltung Har⸗ noch in rrſture her ous h E⸗ dieſe Um ſc⸗ lich in ich ale und di Körper odukten ſetong ung de entellen en d⸗ Der Kraftwechſel. 51 gegebenen Wärme die Richtigkeit derartiger Berechnungen zu er⸗ weiſen. Es wurden ſog. Tiercalorimeter konſtruiert, Käſten, in welchen ſich das Verſuchsindividuum befindet, und welche mit einer gut iſolierten Waſſer⸗ oder Luftſchicht umgeben ſind, in die die ent⸗ wickelte Wärme durch Leitung und Strahlung abgegeben wird. Dieſe Käſten ſind als Reſpirationsapparate eingerichtet, ſo daß gleichzeitig der Gaswechſel unterſucht werden kann. Hiermit gelang es zuerſt Rubner zu zeigen, daß die an einem Tier in verſchiedenen, über 45 Tgge ſich erſtreckenden Verſuchsreihen produzierte Wärme auf nur 0,47% der aus den zerſetzten Körper⸗ und Nahrungsſtoffen be⸗ rechneten phyſiologiſchen Verbrennungswärme vollkommen entſprach. Hiernach berechnete z. B. Rubner, daß folgende Differenzen zwiſchen dem in der Bombe und durch den Tierverſuch ermittelten Wärmewerten eintraten: Es entwickelten die Wärmemengen wie 100 g Fett Nach Tierverſuchen Nach der Verbrennung Differenz 225 213 Syntonin...+ 5,6% Muskelfleiſch(trocken) 243 235+ 4,3% Stärle.. 232 229+ 1,3% Rohrzucker... 234 235— Traubenzucker... 256 25⁵— Man erkennt hieraus, daß weſentlich die Eiweißſtoffe, wie vor⸗ auszuſehen war, einen weſentlichen Teil ihrer chemiſchen Spannkraft unausgelöſt durch den Körper paſſieren laſſen. Nur ſehr wenig geht von der Kraft der Stärke verloren und ſo gut wie nichts bei dem Zucker. Will man die Reſultate dieſer und ähnlicher Verſuche für die praktiſche Ernährungslehre verwerten, ſo entſteht zunächſt die Schwierig⸗ keit, ſie auf die Mannigfaltigkeit der in der Nahrung vorkommenden Stoffe zu beziehen. Aus obiger Tabelle(S. 49 u. 50) geht hervor, daß ſelbſt die reinen Eiweißſtoffe erheblich verſchiedenen Energiewert beſitzen, noch größere Unterſchiede treten ferner bei den anderen ſtickſtoff⸗ haltigen Nährſtoffen auf, welche doch auch ſtets in mehr oder weniger großer Menge in allen Nahrungsmitteln enthalten ſind. Ein gleiches iſt bei den ſtickſtoffreien nicht fettartigen Verbindungen zu konſtatieren. Allein in der praktiſchen Ernährungslehre ſind wir überhaupt nicht im ſtande mit einzelnen Nährſtoffen zu rechnen, wir müſſen letztere bekanntlich in Gruppen zuſammenfaſſen und ſo bleibt nichts übrig als eben für dieſe Gruppen ſog. Mittelzahlen zu ziehen. Be⸗ wußt muß man ſich dann eben bleiben, daß man nicht ganz genau, ſondern nur mit Annäherungswerten rechnet. 4* 52 Die Geſetze der tieriſchen Ernährung. So gab Rubner als Normalzahl für die phyſiologiſche Ver⸗ brennungswärme von 1 g animaliſchem Eiweiß 4,23 und für vege⸗ tabiliſches Eiweiß 3,96 große Calorien an. Als Geſamtmittel leitete er hiernach für den Menſchen bei gemiſchter Koſt(60% animaliſches, 40% vegetabiliſches Eiweiß) 4,1 Calorien ab. Die Kohlehydrate von Stärkewert liefern für 1 g 4,1 und die Fette im Mittel 9,3 große Calorien. Die niedrige Zahl für vegetabiliſches Eiweiß war durch eine beſondere Veranſchlagung der Kotbildung(bei Cerealienbrod) ge⸗ gefunden; allgemein werden daher jetzt die letztgenannten Mittelzahlen 4,1, 4,1 und 9,3 für die verdauten Stoffe angenommen. Es wäre nun die Frage, ob, abgeſehen von der ver⸗ ſchiedenen Zuſammenſetzung der Nährſtoffe derſelben Gruppe, vorſtehende Zahlen noch Unſicherheiten, zunächſt für Menſch und Hund bieten? Dieſe Frage iſt leider zu bejahen. Die Oxydation der Nähr⸗ ſtoffe im Körper iſt durchaus nicht allein von ihrer chemiſchen Natur abhängig. Mannigfache Umſtände wirken darauf ein, daß bald mehr bald weniger der Spannkräfte unausgelöſt bleiben. Auf alle hier in Betracht kommenden Faktoren einzugehen, würde viel zu weit führen. Ich weiſe nur auf die ſo ſehr mannigfaltige Zuſammenſetzung des Harns hin, die bei verſchiedener Ernährung und bei verſchiedenen Individuen gefunden worden iſt. Das Auftreten von Harnſäure, Hippurſäure, Kreatin u. a. ſchwankt ungemein. Die kohlenſtoffärmeren flüchtigen Fettſäuren ſcheinen ſchwieriger der Verbrennung zu unter⸗ liegen und ſind daher öfter im Harn nachzuweiſen. Ameiſen⸗ und Eſſigſäure ſind größtenteils unverändert im Harn nachgewieſen worden(Schotten u. a.). Von einigen ſog. Säureamiden konnten Schultzen und Nencki keine Umſetzung im Körper nachweiſen. Sub⸗ ſtanzen der ſog.„Fettreihe“ können ſich mit anderen im Säfteſtrom vorkommenden Verbindungen paaren und dann Stoffe bilden, die raſch im Harn austreten. Solche Paarungen ſind mit Glycocoll, mit Glucuronſäure nachgewieſen. Beſonders zahlreich ſind die ſog.„aromatiſchen“ Verbindungen, die den Benzolkern enthalten, welche ſich ganz oder teilweiſe der Oxydation entziehen, oft unter Vereinigung mit anderen, ſonſt ver⸗ brennlichen Subſtanzen, letztere vor dem Zerfall ſchützend. Z. B. verbindet ſich, wie bereits Wöhler nachgewieſen, in den Körper ein⸗ geführte Benzoeſäure mit Glycocoll zu Hippurſäure. Dieſe aromatiſchen Stoffe, aus der Nahrung reſorbiert, werden ſelbſtverſtändlich in irgend einer Gruppe der„verdauten“ Nährſtoffe untergebracht und kürzen entſprechend deren phyſiologiſchen Nutzwert. Erheblich ſind auch die Verluſte, welche durch Fäulnis und Ver⸗ vex⸗ leibt ſce Ddue 1 03 jein )x- anten doffe erber⸗ thende ßeten⸗ Näh⸗ Mtuer dmehr e hie ähren d edenen nſture, rmeren unter⸗ v nd wieſen onnten Sub⸗ ſtrom 1, die coeol, er ein⸗ dtiſchen lich in t und s und Der Kraftwechſel. 53 Gärungsprozeſſe von dem Energiewert der Nährſtoffe herbeigeführt werden; und hier ſind es wieder die Eiweißſtoffe, die mit ihrer leichten Zerſetzlichkeit beſonders dazu beitragen. Es bilden ſich ſog. Ätherſchwefelſäuren, auch ſchwefelfreie aromatiſche in den Harn über⸗ gehende Verbindungen wie Indol, Skatol u. a.; es entſtehen wert⸗ loſe verbrennliche Gaſe wie Waſſerſtoff, Methan, Schwefelwaſſerſtoff ꝛc. Endlich erwähne ich, daß unter phyſiologiſchen Verhältniſſen auch ein Teil der beſten Nährſtoffe in den Harn überzutreten ver⸗ mag. Man ſpricht z. B. von einer„phyſiologiſchen“ d. h. als ganz normal anzuſehenden Eiweiß⸗ und Zuckerausſcheidung im Harn. Bedenkt man nun, daß alle letzt angegebenen Energieverluſte ſehr ſchwankende Größen ſind, die von der Art der Nahrungsmittel, dem verſchiedenen Befinden der Perſon, dem ſchnelleren oder lang⸗ ſameren Durchgang des Speiſebreies durch den Verdauungsſchlauch beeinflußt werden, ſo iſt leicht erſichtlich, daß obige Mittelzahlen für die Energieverwertung im Einzelfalle verſchieden große Abweichungen erfahren müſſen. Beſonders groß werden ſie bei vegetabiliſcher Koſt, und bei allen ſog. blähenden Nahrungsmitteln ſein, denn hierbei iſt, abgeſehen von den ſpezifiſchen Stoffen der Eiweißfäulnis(Indol ꝛc.) am leichteſten Gelegenheit zur Reſorption oder Entſtehung phyſiologiſch unverwertbarer, in erſter Linie aromatiſcher Subſtanzen gegeben. Als bekanntes und den Geruchsnerven leicht ſich kenntlich machendes Beiſpiel ſei an das Auftreten von Methylmerkaptan in Harn nach Spargelgenuß erinnert. Selbſtverſtändlich werden die Abweichungen noch weiter ver⸗ größert werden, wenn man verſchiedene Tierarten mit verſchieden geſtaltetem Verdauungsapparat in Betracht zieht. In erſter Reihe müſſen Fleiſchfreſſer und Wiederkäuer in Gegenſatz treten. Die vor⸗ wiegende Ernährung der letzteren mit ſchwer verdaulichen Rauh⸗ futFterſtoffen, die zu beſonders reichlicher Hippurſäureausſcheidung Ver⸗ anlaſſung geben, der lange Aufenthalt des Nahrungsbreies im Ver⸗ dauungsſchlauch, die dort nachgewieſenen umfangreichen Fäulnis⸗ und Gärungsprozeſſe, welche letztere zu einer reichlichen Methanbildung führen, werden notwendig bewirken müſſen, daß von den geſamten in den verdauten Nährſtoffgruppen enthaltenen Energiemengen ein höherer Prozentſatz verloren geht. In der That hat auch Kellner auf Grund früherer von G. Kühn und einer Reihe eigener mit voll⸗ jährigen Ochſen angeſtellten Reſpirationsverſuchen nachgewieſen, daß ſich 1 g verdauter organiſcher Subſtanz verwertete bei Fütterung mit reinem Wieſenheu zu 3,435 Cal. bei Fütterung mit 66,5% Wieſenheu und 33,5% Roggenkleie zu 3,722 Cal. 54 Ddie Geſetze der tieriſchen Ernährung. bei Fütterung mit 49,9% Wieſenheu, 8,4% Roggenkleie und 41,7% Melaſſeſchnitzel zu 3,593 Cal. Bedenkt man, daß in allen dieſen Rationen, wenn auch nur wenig, Fett enthalten war, daß ferner in Möckern der durch die Gärung im Darm erzeugte Waſſerſtoff nicht beſtimmt wurde, ſo werden dieſe Abweichungen von der Rubner'ſchen Mittelzahl für Eiweiße wie Kohlehydrate 4,1 Cal. als recht erhebliche erſcheinen. Sie betragen 0,665— 0,378— 0,507 Cal. im Mittel= 0,517 Cal. oder 16,2%— 9,2%— 12,3%, im Mittel 12,6% der Rubner'ſchen Zahl. Bei Anblick ſolcher Differenzen könnte man ſich zu der Meinung veranlaßt fühlen, daß eine Berechnung der Energieverwertung zur rationelleren Ausgeſtaltung der Fütterungsprinzipien nicht eher an⸗ gängig wäre, bis durch ſehr zahlreiche Verſuche mit den verſchiedenen Tierklaſſen und den wichtigſten Futterſtoffen eine breite Unterlage gewonnen wäre, um Mittelzahlen für die unter jeweiligen Verhält⸗ niſſen im Körper ausgelöſten Spannkräfte ableiten zu können. Allein, hat je der Spruch:„Das Beſſern iſt des Guten Feind“ Geltung, ſo wäre dies bei einer ſolchen Art Vorſicht der Fall. Wir würden dann noch lange Zeit den Kraftwechſel als einen intereſſanten An⸗ hang zur Ernährungslehre ohne praktiſche Bedeutung betrachten müſſen, denn nur ſehr langſam können die arbeitsreichen und koſt⸗ baren Einrichtungen erfordernden Reſpirationsverſuche fortſchreiten, um ſchließlich genügende Daten für Mittelzahlen zu liefern. Sicher⸗ geſtellt iſt, daß bei jeder Art der Fütterung der größte Teil der zu⸗ geführten chemiſchen Spannkräfte gleichſam nutzlos verloren geht, weder als tieriſches Produkt noch als wirtſchaftliche Arbeit ge⸗ wonnen werden kann. Es liegt auf der Hand, daß eine Unter⸗ ſuchung dieſer Verluſte, auch wenn ſie nur mit angenäherten Werten durchgeführt werden kann, von der größten Bedeutung ſein muß. Übrigens befinden wir uns jetzt bei ſolchen Unterſuchungen eher noch auf ſicherem Boden, als wie bei vielen anderen Fragen der Fütterungs⸗ lehre. Später wird noch zu zeigen ſein, wie ſchwer es in der Praxis iſt, ſich genau Rechenſchaft über den wirklichen Nährſtoff⸗ gehalt der verfütterten Rationen zu geben. Derſelbe kann großen⸗ teils nur„geſchätzt“ werden, wobei Fehler von 16% oft noch zu den kleinen gerechnet werden müſſen. Müſſen wir in letzterem Falle aus der Not eine Tugend machen, ſo wäre es abſoluter Widerſinn, bei der Berechnung des Kraftwechſels die Anforderung der Genauig⸗ keit wie beim phyſiologiſchen Experiment zu ſtellen und auf die wichtigſten Geſichtspunkte zu verzichten. ie und ih m uh de de, ſo ül ſi ſceinen O5l 1„ 0 dr Neinun ing zu her o⸗ iedene nterlog Verhül⸗ Allen, Helteng wütden ten Ar⸗ trachte nd bhſ⸗ chreite Sileer⸗ der zi⸗ n gelt eeit ge⸗ Unter⸗ Werten i muß. er noch erunge⸗ in der ührſ⸗ großen⸗ noch zu m Fale derſinn. zenauig⸗ auf di Der Kraftwechſel. 55 Überhaupt darf man in dem Streben, das Leben in Zahlen und Formeln feſtſtellen zu wollen, nicht zu weit gehen und dabei die Wichtigkeit der Erkenntnis allgemeiner Prinzipien und Geſetze unterſchätzen. Bedeutſamer iſt es oft, z. B. die allgemeine Wirkung des engen oder weiten Nährſtoffverhältniſſes, der einſeitgen Eiweiß⸗ oder Kohlehydratzulage zu kennen, als das genaue Maß dieſer Wirkung in einer Reihe von Fällen. Dieſes Maß erleidet doch Schwankungen und die„Mittelzahl“ ſtimmt oft nicht. Wir werden ſpäter noch ſehen, wie der praktiſche Landwirt rationeller Weiſe meiſt ſo verfährt, daß er von den Mittelzahlen ausgehend, die Fütterung der Tiere den beſonderen Verhältniſſen anzupaſſen ſucht und zwar unter Verwertung der allgemeinen phyſiologiſchen Prin⸗ zipien und einer großen Zahl von Faktoren, die er ſeiner Erfahrung nach ſchätzungsweiſe zu bewerten hat. Durch die Verſuche in Möckern iſt alſo ſicher erwieſen, daß, die Rationen im ganzen genommen, die Kalorienverwertung der Nährſtoffe beim Wiederkäuer eine etwas niedrigere iſt, als ſie früher bei den Verſuchen mit Fleiſchfreſſer und Menſch von Rubner ge⸗ funden wurden. Beſtimmte Zahlen für die einzelnen Gruppen (Eiweiße, Kohlehydrate und Fette) ſind daraus noch nicht abzuleiten. Wir werden ſpäter noch zu zeigen haben, daß unter Anbringung einer kleinen Korrektur, vorläufig für die Wiederkäuer an den Rubner⸗ ſchen Zahlen feſtgehalten werden kann. Man gelangt dabei zu ſoweit richtigen Reſultaten, daß ſie für die praktiſche Futterberechnung wohl verwertbar ſind. Selbſtverſtändlich bleibt es deswegen in hohem Grade wünſchens⸗ wert, daß durch experimentelle Unterſuchungen noch weitere ſichere Aufſchlüſſe über die Verwertung der Energie geliefert werden. Das erheblichſte biologiſche Geſetz, welches durch die bisherigen Unterſuchungen des Energiewechſels gefunden worden iſt, iſt das der ſog.„Iſodynamie der Nährſtoffe“. Dieſes Geſetz bedeutet, daß ſich die Nährſtoffe, ſoweit dies über⸗ haupt möglich iſt, in den Mengen bei der Ernährung vertreten können, in welchen ſie gleiche chemiſche Spannkräfte zu entwickeln vermögen. Dieſes Geſetz hat zuerſt Rubner bei ſog. Erhaltungs⸗ futter nachgewieſen. Es wirft dieſes Geſetz ein helles Licht auf eine Reihe früher ungelöſter Fragen; es giebt die Erklärung für die Beobachtung, daß ſo oft eine eiweißreiche Fütterung einen ebenſo guten Effekt hatte, wie eine eiweißarme aber entſprechend an Kohlehydraten oder Fetten reichere; es lehrt uns die Bedeutung des Nährſtoffverhältniſſes rich⸗ tiger erfaſſen, eine Überſchätzung derſelben ebenſo vermeiden, als eine 56 Die Geſetze der tieriſchen Ernährung. Unterſchätzung, zu der man durch manche praktiſche Erfahrungen ge⸗ langt iſt; es zeigt uns ferner, in welchen Mengen die Nährſtoffe gegeneinander wechſeln können, um uns eventuell mit den Rationen beſonderen wirtſchaftlichen Verhältniſſen anzupaſſen. Und wie eben ſchon angedeutet, iſt die Breite, in der ſich die Nährſtoffe zu vertreten vermögen, eine ſehr große. Aus allen kann der Tierkörper ſeine Wärmeverluſte decken und dieſe Wärmeabgabe, wie geſagt, nimmt ſtets den größten Teil der zugeführten Kraft in Beſchlag. Aus allen Nährſtoffen kann der Tierkörper Glycogen, Milchzucker, Fett bilden und intereſſant iſt, daß bei den Reſpirations⸗ verſuchen in Möckern gefunden wurde, daß 0,5 oder 1 kg verdauliche Keleberproteinſtoffe durch gleiche Mengen Stärkemehl erſetzt werden konnten, ohne daß eine wahrnehmbare Änderung im Fettanſatz ein⸗ trat. Aus allen Nährſtoffen kann endlich die Kraft für mechaniſche Arbeit geſchöpft werden. Wird demnach ein Mindeſtmaß aller Nährſtoffgruppen dem Tierkörper zugeführt, ſo kann oft jede weitere Produktion durch Mehrzufuhr einer beliebigen Nährſtoffgruppe mit entſprechenden dy⸗ namiſchen Werte erzielt werden, wenn nur die Geſundheit der Tiere nicht zerſtört und im Auge behalten wird, daß Eiweiß ſchließlich nur durch die ſtickſtoffhaltigen Futterſtoffe erzeugt werden kann. Dadurch verlieren die Lehren, welche früher bei den Geſetzen der Fleiſch⸗ und Fettbildung auseinandergeſetzt wurden, nicht ihren Wert. So wichtig das Geſetz der Iſodynamie iſt, ſo kann es eben auch überſchätzt werden und verhängnisvolle Irrtümer wären die Folge. Die eigen⸗ tümliche Wirkung der Eiweißſtoffe auf die Erhöhung des Stoffwechſels bleibt beſtehen und macht ein zu enges Nährſtoffverhältnis unrentabel und für das Tier ſchädlich. Ebenſo ſind die Gefahren des zu weiten Nährſtoffverhältniſſes, von denen früher die Rede war, nicht zu mißachten. Ehe noch deutliche Krankheitsſymptome hervortraten, konnte J. Munk bei ſehr eiweißarm ernährten Hunden beobachten, daß ſie nur nach erheblich höherer Energiezufuhr ihren Körperbeſtand zu erhalten vermochten, als wenn das Futter zweckmäßiger zuſammen⸗ geſetzt war. Kellner beobachtete auch, daß bei zwei Ochſen in Möckern bei geringer Eiweißzufuhr eine auffallende Vermehrung der Kohlenſtoffausſcheidung im Harn eintrat. Die volle Geſundheit und maximale Leiſtungsfähigkeit iſt alſo nur zu erhalten durch ſtrenge Beachtung auch aller Lehren, die die Unterſuchungen des Stoffwechſels geliefert haben. Die eben berührte Möglichkeit einer nicht der Energiezufuhr entſprechenden Produktion leitet zu der weiteren Betrachtung hinüber, daß ein Tier mit den in ſeinem Körper ausgelöſten chemiſchen Spann⸗ Der Kraftwechſel. 57 kräften ſehr verſchieden haushalten kann. Außer der bekannten Ur⸗ ſache der individuellen Verſchiedenheit(große, geringe Maſtfähigkeit, ſog. leichte und ſchwere Ernährbarkeit) kommen noch beſondere Faktoren vor, welche bewirken, daß im Kräfteſpiel des Lebens bald ein größerer bald ein geringerer Prozentſatz der chemiſchen Energie der reſorbierten Nährſtoffe unproduktiv als Wärme vergeudet oder gebunden als tieriſches Produkt gewonnen wird. Es giebt eine Reihe meiſt unbekannter, in ihrem Vorhandenſein jedoch ſicher er⸗ wieſener Stoffe, welche, ſei es durch Vermittelung des Nervenſyſtems, ſei es auf anderem Wege, den Stoffwechſel ſteigern, Kohlenſäure wie Stickſtoffausſcheidung erhöhen und damit beweiſen, daß ein erhöhter Verbrauch von Energie ſtattfindet. Das beſte Beiſpiel von dem Vorhandenſein ſolcher Stoffe bietet das von Baumann entdeckte Thyrojodin, welches auf den Umſatz ſtärker wie ein hohes Fieber wirkt. Sicher iſt mehr oder weniger eine ähnliche Wirkung manchen Alcaloiden zuzuſchreiben, die in den Futtermitteln vorkommen können. Alles, was das Tier erregt, ſein Behagen ſtört, die Verdauung un⸗ günſtig beeinflußt ꝛc. erhöht auch die Oxydationen und der Orga⸗ nismus hat leicht die Mittel, durch erhöhte Abgabe an die Umgebung, jenes Plus an Wärme wieder los zu werden. Andererſeits ſcheint nach Verſuchen von Danilewski das Leci⸗ thin, in den eiweißreicheren Futterſtoffen, beſonders in der Milch und in den Leguminoſenſamen vorkommend, die Eigenſchaft zu be⸗ ſitzen, die Wachstumsprozeſſe zu fördern und durch Zellenneubildung einen größeren Teil der Futterenergie dem Körper zu erhalten. Ganz weſentlich wirkt auch Klima und Temperatur auf die Energieverwertung ein. Kälte zwingt das Tier zu erhöhter Ver⸗ brennung von Körperſubſtanz und zu hohe Wärme ſteigert gleichfalls den Umſatz, indem nach Rubners, Zuntz' u. a. Unterſuchungen von Menſchen bei hoher Temperatur die Waſſerverdunſtung beſonders durch Lungen erheblich ſteigt, damit die überflüſſig erzeugte Körper⸗ wärme entfernt wird, zugleich aber die Produktion der letzteren eben durch die Thätigkeit der wärmeregulatoriſchen Apparate vermehrt wird. Ebenſo hat Henneberg ſchon vor längerer Zeit einen größeren Stoffverbrauch der Wiederkäuer nachgewieſen, ſobald ſie bei höheren Temperaturen als dem ihnen zuſagenden mittleren gehalten werden. Auf einige der letztberührten Punkte muß ſpäter nochmals zu⸗ rückgekommen werden. Ihre Erwähnung an dieſer Stelle ſoll nur zeigen, wie viele und komplizierte Faktoren ſich zur Geltung bringen, ehe chemiſche Spannkraft der Futtermittel als ſolche in Form tie⸗ riſchen Produkts wieder gewonnen werden kann. Viele dieſer Fak⸗ toren entziehen ſich vollſtändig der genauen Feſtſtellung durch Maß 58 Die Geſetze der tieriſchen Ernährung. und Zahl, ſie können höchſtens geſchätzt werden; jedenfalls müſſen ſie aber auf Grund praktiſcher Erfahrungen und Beobachtungen bei phyſiologiſchen Experimenten berückſichtigt werden. Hat man dann auch darauf zu verzichten, den Effekt einer Fütterung vorher quanti⸗ tativ beſtimmen zu wollen, muß man ſich ſchließlich mit der im be⸗ ſonderen Fall erreichten„Ausbeute“ an tieriſchem Produkt begnügen, ſo hat man doch die zur Zeit mögliche wichtigſte Direktive für die Ausgeſtaltung der Ernährung erhalten. Und dies illuſtriert nicht nur den Wert allgemeiner Fütterungsprinzipien auch dort, wo letztere in ihrer quantitativen Wirkſamkeit nicht genau zu beſtimmen ſind, ſondern beweiſt andererſeits die Wichtigkeit, die Probleme der Fütte⸗ rung von möglichſt verſchiedenen Seiten in Angriff zu nehmen, nach möglichſt verſchiedenen Methoden zu unterſuchen, um bei ihrer Löſung, die in der Praxis eben nie aufzuſchieben iſt, der Wahrheit mög⸗ lichſt nahe zu kommen. Mit voller Sicherheit iſt zu behaupten, daß in letzterer Beziehung die Verwertung unſerer Kenntniſſe vom Kraft⸗ wechſel im Körper eines der wichtigſten Hilfsmittel iſt. Die Kraftproduktion. Man glaubte früher nach Liebigs Vorgang, daß durch die mechaniſche Arbeit, durch angeſtrengte Muskelthätigkeit eine weſentliche Abnutzung der Organe und damit ein ſehr vermehrter, ein um das Doppelte und Dreifache geſteigerter Eiweißumſatz be⸗ wirkt werde. Aus Verſuchen jedoch, welche in München von Voit und Pettenkofer ausgeführt wurden und deren Reſultate bald durch andere Forſcher beſtätigt werden konnten, hat ſich ergeben, daß dies keineswegs der Fall iſt, daß vielmehr der Eiweißumſatz, bei un⸗ veränderter Nahrungsaufnahme und ſelbſt bei Hunger, während der Arbeit kein oder meiſt nur unweſentlich größerer iſt, als in der Ruhe. Dagegen ergab die Unterſuchung des reſpiratoriſchen Stoff⸗ wechſels eine erhebliche, der geleiſteten Arbeit proportionale Aus⸗ ſcheidung von Kohlenſäure ſowie Aufnahme von Sauerſtoff. Die erſten Verſuche in dieſer Richtung wurden mit einem großen, etwa 32 kg ſchweren Hund angeſtellt; die Arbeit, welche derſelbe an den Arbeitstagen durch Laufen in einem Tretrad zu verrichten hatte, war eine verhältnismäßig bedeutende und betrug pro Sekunde durch⸗ ſchnittlich(die Zeit der Arbeit und der Ruhe in 24 Stunden zu⸗ ſammen gerechnet) 1,7 kgm*), während man für einen 70 kg ſchweren *) Unter Kilogrammmeter(kgm) verſteht man diejenige Kraft, welche erforderlich iſt, um 1 kg auf 1 m Höhe zu heben. leiſt wel lich Eir mar dei eem de bu miſſen gen bei in dann qunnt⸗ im be⸗ erügen füt de tt ritt lezter n ſund Fütte⸗ n nch Lüſung, t nüg⸗ een, doß rKuuf⸗ erch de eit ein mehrter ſatz b⸗ on Vot ld durc daß dies bei m⸗ rend der 3 in de n Ebhf⸗ le Au⸗ Ngroſen ſelbe mn en hatte de durc⸗ nden zu⸗ chweren ft, valh Erſcheinungen bei der Kraftproduktion. 59 Mann, bei täglich 8 ſtündiger Arbeitszeit, eine durchſchnittliche Sekunden⸗ leiſtung von 2,3 kgm, alſo nicht viel mehr annimmt. Hierbei ergab ſich für die Arbeitstage eine kleine Erhöhung des Eiweißumſatzes, welche jedoch im Hungerzuſtand des Tieres nur 11,5 und bei reich⸗ licher Fleiſchfütterung 4,8% von dem bei völliger Ruhe zerſtörten Eiweiß betrug. Bei Verſuchen mit Menſchen trieb der Verſuchs⸗ mann an den Arbeitstagen während 9 Stunden ein mit Kurbel ver⸗ ſehenes ſchweres Rad, wobei er ſich abends ermüdet fühlte, wie nach einer anſtrengenden Arbeit oder nach einem längeren Marſche. Unter Beihilfe des Reſpirationsapparates wurden die folgenden Zahlen ermittelt, welche auf den Zeitraum von 24 Stunden ſich beziehen; die überſchüſſige Kohlenſäureausſcheidung iſt auf Fett umgerechnet und als Fettverbrauch regiſtriert. Eiweiß⸗ Fett⸗ Kohlen⸗ Sauerſtoff Waſſerausſcheidung ver⸗ ſäure aus⸗ aufge⸗ im ver⸗ umſat brauch geatmet nommen Harn dunſtet 8 8 8 8 g g 1. Hungerzuſtand. Ruhe. 79 209 716 762 844 821 Arbeit.. 75 380 1187 1072 746 1777 2. Mittlere Koſt. Ruhe 137 219 928 832 1056 931 Arbeit 137 320 1209 1006 1155 1727 Die Zahlen beweiſen, daß unter den gegebenen Verhältniſſen der Eiweißumſatz bei der Arbeit nicht größer war, als in der Ruhe. Dagegen nahmen die Kohlenſäureausſcheidung, ſowie die Sauerſtoffaufnahme bedeutend zu, ebenfalls war die Verdunſtung von Waſſer durch Haut und Lunge eine weit größere. Beim Hunger war die Differenz in der ausgeatmeten Kohlenſäure zwiſchen Ruhe und Arbeit bedeutender(471 g),, als bei mittlerer(Koſt 281 g); ähnlich verhielt ſich auch der Sauerſtoff, nämlich beziehungsweiſe 310 und 174 g, während die Unterſchiede in der Waſſerverdunſtung verhältnismäßig geringer waren, gleich 956:796 g. Eine weitere Beſtätigung obiger Zahlen, die den unveränderten Eiweißumſatz bei Ruhe und Arbeit darthun, gewannen die Verſuchs⸗ anſteller durch Beſtimmung der Schwefelſäure⸗ und Phosphorſäure⸗ ausſcheidung der Verſuchsperſon. Dieſelben betrugen im Mittel pro Tag: Schwefelſäure Phosphorſäure Ruhetag 2,61 g 4,19 g Arbeitstage 2,57„ 4,11„ Da beim Zerfall der Eiweißſtoffe auch die mit ihnen ver⸗ bundenen Schwefel und Aſchenbeſtandteile zur Ausſcheidung gelangen 60 Die Geſetze der tieriſchen Ernährung. müſſen, beweiſen auch letztere Zahlen, daß ſich eben am Eiweiß⸗ beſtand des Körpers nichts geändert haben konnte. AÄhnlich wie Voit und Pettenkofer fand auch Hirſchfeld, daß bei ausreichender(einerlei, ob ſtickſtoffreicher oder ſtickſtoffarmer) Er⸗ nährung der Eiweißzerfall durch die Muskelthätigkeit nicht ge⸗ ſteigert wird. Der innige Zuſammenhang zwiſchen Muskelarbeit und Sauer⸗ ſtoffaufnahme und Kohlenſäureproduktion tritt noch auffallender in Erſcheinung, wenn der Gaswechſel kurzer Perioden abſoluter Ruhe mit ſolchen voller Arbeit verglichen wird. Zuntz und Lehmann fanden, daß ein geſundes Pferd in einer Stunde etwa 203 g Kohlen⸗ ſäure ausatmete, nach anhaltender Muskelbewegung dagegen in der gleichen Zeit 1050 g, alſo mehr als das Fünffache. Katzenſtein be⸗ obachtete nach gleicher Methode beim Menſchen(angeſtrengtes Berg⸗ ſteigen) ſogar über achtfach höhere Werte gegenüber der Ruhe. Die analoge Erſcheinung zeigt ſich überall, wo der Organismus irgend welche Bewegungen ausführt, die im gewöhnlichen Sinne nicht als Arbeit aufgefaßt werden. Dies beweiſen die in Weende von Henneberg mit volljährigen Hammeln ausgeführten Verſuche, aus welchen ſich ergab, daß bei Ernährung der Tiere im Stall, bei Tage im allgemeinen mehr Kohlenſäure ausgeſchieden wird als bei Nacht. Es iſt dies bedingt durch die im wachenden Zu⸗ ſtand, gegenüber der nächtlichen Ruhe ſtets vermehrte Muskelthätig⸗ keit, hauptſächlich durch die am Tage größere Arbeit der Kau⸗ und Schlingmuskeln, allerdings auch die Thätigkeit der Verdauungs⸗ drüſen. Bei der, wie gewöhnlich vorwiegend am Tage ſtattfindenden Fütterung kamen auf die 12 Tagesſtunden 54% der geſamten Kohlen⸗ ſäureausſcheidung in 24 Stunden, während umgekehrt, wenn die Tiere vorwiegend bei Nacht mit gleichen Quantitäten von Wieſen⸗ heu gefüttert wurden, die Kohlenſäuremenge bei Tage nur 46, bei Nacht dagegen 54% von der geſamten Ausſcheidung betrug. Den bisher erwähnten Verſuchen, bei denen vollſtändig oder faſt vollſtändig die geleiſtete Arbeit allein durch Verbrennung ſtickſtofffreier Subſtanz im Körper gedeckt wurde, ſtehen nun einige andere Be⸗ funde gegenüber, bei welchen doch die Muskelthätigkeit eine Erhöhung des Stickſtoffumſatzes bewirkte. Argutinsky ſtellte bei ſehr anſtrengendem Bergſteigen einen er⸗ heblichen Eiweißzerfall feſt, der durch Zuckergenuß nicht aufgehoben werden konnte. Auf der Verſuchsſtation zu Hohenheim ſind Pferdefütterungs⸗ verſuche angeſtellt worden, bei welchem man die Beobachtung nicht wie in den Münchener Verſuchen, auf jedesmal 24 Stunden be⸗ ſchrän konnte Appa Ine des 15 daute ande imme ſcof Tnge Tages Harn Aber deri vurd Wi Arbe Stof mitt da Her Lebe unſe 11 vurd döger aber ſocs Erne ſoce neh Feig Ab der Ac liriß „du ki nel Cr⸗ ſniht M⸗ Sauer ender i r Ruſe ehmomn Kohlen⸗ in der ſein be Veu⸗ ſhe anismue t Sinne Weende gerſuche Stal, n wird en Zu⸗ elthäti⸗ au⸗ und auunge ndenden Kohlen⸗ enn die Wiſſen⸗ 46, bä der faſt offfreir ere Ve⸗ rhöhung inen er⸗ gehoben terunge⸗ g rict den be⸗ Erſcheinungen bei der Kraftprodnktion. 61 ſchränkte, ſondern auf weit längere Perioden ausdehnte. Hierbei konnte zugleich die geleiſtete Tagesarbeit mit Hilfe eines beſonderen Apparates gemeſſen und nach Kilogrammmetern berechnet werden. In einer Verſuchsreihe erhielt das Pferd während der ganzen Dauer des Verſuches als Tagesration 5 kg Wieſenheu, 6 kg Hafer und 1,5 kg Weizenſtrohhäckſel; die Menge der aus dieſem Futter ver⸗ dauten organiſchen Stoffe blieb trotz der von einer Periode zur andern ſehr wechſelnden Arbeitsleiſtung mit geringen Schwankungen, immer dieſelbe und betrug durchſchnittlich 5861 g mit einem Nähr⸗ ſtoffverhältnis von 1:6,57. Jede Verſuchsperiode dauerte 8— 14 Tage, und es ergab ſich: Per. I. II. III. IV. V. Tagesarbeit.. kgm 475 000 950 000 1 425 000 950 000 475 000 Harnſtickſtoffp. Tg. g 99,0 109,3 116,8 110,2 98,2 Lebendgewicht kg 534 530 523 508 518 In einer zweiten Verſuchsreihe war die Dauer der einzelnen Perioden noch länger, nämlich 3—4 und ſelbſt 8 Wochen; hierbei wurde ein ſehr ſtickſtoffreiches Futter verabreicht, pro Tag 7,5 kg Wieſenheu und 4 kg Ackerbohnen, in welcher Ration die bei jeder Arbeitsleiſtung wiederum faſt gleiche Menge der verdauten organiſchen Stoffe zu 5365 g mit einem Nüährſtoffverhältnis= 1: 2,96 er⸗ mittelt wurde. Weiter fand man: Per. I. II. III. Tagesarbeit... kgm 810 000 2430 000 810 000 Harnſtickſtoff pro Tag g 198,6 228,0 199,9 Lebendgewicht... kg 497 463 458 In der letzten Verſuchsreihe war die Differenz des Eiweiß⸗ umſatzes oder Harnſtickſtoffes in den betreffenden Perioden größer als in der erſteren, weil die Tagesarbeit bedeutend mehr geſteigert wurde, dagegen die Menge der aus dem Futter täglich verdauten organiſchen Subſtanz eine etwas geringere, das Nährſtoffverhältnis aber ein weit engeres war, und namentlich weil die einzelnen Ver⸗ ſuchsperioden länger dauerten und daher bei verſtärkter Arbeit der Ernährungszuſtand des Pferdes, welcher ſchon zu Anfang des Ver⸗ ſuches ein geringerer war als in der erſten Verſuchsreihe, raſch noch mehr ſich vermindern mußte. Im Verlaufe der zweiten Periode zeigte es ſich beſonders deutlich, wie raſch bei der überhaupt durch Arbeit ſehr vermehrten Verbrennung von organiſcher Subſtanz auch der Eiweißumſatz im Körper des Pferdes ſich ſteigerte; die verſtärkte Arbeitsleiſtung begann mit dem 12. März und einige Tage ſpäter, 62 Die Geſetze der tieriſchen Ernährung. vom 18. bis 24. März fand man an Harnſtickſtoff pro Tag 211,3 g, ſerner vom 25. bis 29. März 220,7, vom 30. März bis 4. April 229,1 und vom 5. bis 10. April 234,3 g. Hierbei ſank das Lebendgewicht des Tieres von 497 kg(11. März) in den ange⸗ gebenen Zeitabſchnitten auf 482— 470— 469 und zuletzt auf 463 kg, und man kann mit Sicherheit annehmen, daß bei noch längerer Dauer der Verſuchsperiode das Körpereiweiß noch mehr in Anſpruch genommen worden wäre, der Ernährungszuſtand alſo des Pferdes immer raſcher ſich verſchlechtert hätte. Man ſieht, daß infolge der größeren Arbeitsleiſtung allerdings auch ein vermehrter Eiweiß⸗ umſatz eintreten kann, in höherem oder geringerem Grade je nach dem im Beginn des Verſuches vorhandenen Ernährungszuſtand des Tieres. Andere Verſuche nun mit demſelben Tier haben ergeben, daß die weitere Steigerung im Eiweißumſatz ſofort aufhört, ſobald das täglich aufgenommene Nährſtoffquantum durch die Beigabe einer genügenden Menge von Fett oder Kohlehydraten vermehrt wird. Man kann ermitteln, wie viel von den zuletzt genannten Nährſtoffen als Beigabe erforderlich iſt, um das durch die erhöhte Muskel⸗ anſtrengung geſtörte Stickſtoffgleichgewicht wieder herzuſtellen, und es iſt anzunehmen, daß damit alsdann auch der größere Reſpirationsverbrauch gedeckt wird, alſo gleichzeitig Kohlenſtoffgleichgewicht eintritt, über⸗ haupt der ganze Ernährungszuſtand des Tieres unverändert bleibt. Die Thatſache, daß Muskelarbeit bald ohne bald mit erhöhtem Stickſtoffumſatz geleiſtet wird, erſcheint leicht verſtändlich. Wenn auch aus den Reſpirationsverſuchen hervorgeht, daß die Oxydation des Kohlenſtoffs die nächſte und promteſte Wirkung der Arbeit iſt, ſo muß auf alle Fälle das Eiweiß in den Zerfall hineingezogen werden, wenn der Körper nicht über genügend ſtickſtofffreies Material verfügt, wobei es natürlich gleichgiltig iſt, ob letzteres eben erſt aus dem Verdauungsſchlauch reſorbiert wurde, oder früher abgelagerter Körperſubſtanz entſtammt. Die Verſuche, welche ohne jede Störung des Stickſtoffgleichgewichts durch Muskelarbeit verlaufen ſind, be⸗ weiſen nur, daß in erſter Linie der Körper die chemiſche Spann⸗ kraft des ſtickſtofffreien Nährmaterials verwertet. Eine Reihe phyſio⸗ logiſcher Erwägungen, auf die hier nicht näher eingegangen werden kann, führt zu dem Schluß, daß beſonders leicht der Zucker, even⸗ tuell der ſich aus dem Muskelglycogen bildende Zucker bei der Ar⸗ beit verwertet wird. üÜber die näheren Vorgänge bei der Umwandlung chemiſcher Spannkraft in mechaniſche Arbeit innerhalb des Muskels herrſcht noch keine volle Übereinſtimmung der Anſichten. Es mögen daher hier nur einige Andeutungen Platz finden. :1139 4. Aorl ant dos N onge⸗ 463 g lingerr rſprac Pferdes hge der Ewel⸗ e nch nd des weben, ſobald de einer t wid. rſtoffe Muste- nesit tbrauch über⸗ bleibt. höhtem Wenn pdation beit it gezogen Nateriul rt aus ſagerter Störung d, be⸗ Spann⸗ ihuſio werden even⸗ er Ar⸗ niſcher heriſct daher Die Quellen der Muskelkraft. 63 Sicher iſt, daß bei der Kontraktion des Muskels nicht ſofort ein der Kohlenſäureproduktion entſprechender Teil organiſcher Sub⸗ ſtanz vollſtändig oxydiert wird. Die Kraftleiſtung kommt vielmehr dadurch zu ſtande, daß Teile des ſich zuſammenziehenden Muskel⸗ plasmas in einfachere Verbindungen mit in Summa geringerem Energiegehalt zerfallen. Kohlenſäure iſt nur in geringem Prozentſatz darunter. Es wird zunächſt ſog.„intramolekulare“ Spannkraft ausgelöſt. Die abgeſpaltenen Teile unterliegen dann in den Ge⸗ weben der weiteren Oxydation zu den Endprodukten des Stoff⸗ wechſels. Der zurückbleibende Reſt des Muskelplasmas vermag ſich dann durch neu aus dem zirkulierenden Säfteſtrom aufgenommene Stoffe zu ſeinem urſprünglichen Beſtande zu regenerieren. In normaler Weiſe verlaufen dieſe Umſetzungen nur, wenn dem Muskel nicht nur durch das Blut genügend Nährſtoffe, ſondern auch genügend Sauerſtoff zugeführt werden. Fehlt es an letzterem, ſo ſcheinen weſentlich die erwähnten Regenerationsprozeſſe des Muskel⸗ plasmas, des„lebendigen“ Eiweißes, der„Rieſeneiweißmoleküle“ (Pflüger) der Zellen zu leiden. Der Zerfall ſchreitet weiter fort und es kommt„trotz guter Fütterung“ zu erhöhter Stickſtoff⸗ ausſcheidung(S. 30) und Muskelſchwund. Nach dieſer Vorſtellung iſt zwar das Eiweiß nicht„die Quelle“ der Muskelkraft, wohl aber bildet es die Grundlage ihrer Erzeugung und zwar nicht das eben aus dem Futter reſorbierte Eiweiß, ſondern das bereits zu einem Beſtandteil des lebendigen Zellplasmas gewordene. Lebendiges Eiweiß iſt gleichſam die Maſchine, welche unter günſtigen Verhältniſſen die chemiſche Spannkraft ſtickſtofffreien Nährmaterials zu freier mechaniſcher Kraft verarbeitet. Dieſe Maſchine muß groß ſein, d. h. der Körper muß eiweißreich gemacht worden ſein, ſollen erhebliche Kraftleiſtungen hervorgebracht werden und hiermit ſtimmt die Erfahrung von der größeren Leiſtungsfähigkeit des„Beefſteaks⸗ arbeiters“ gegenüber der des„Kartoffelarbeiters“(Liebig). Ferner werden nur dort plötzliche und ſehr große Anſtrengungen den Tieren ohne Schaden zugemutet werden können, wo ein ſehr entwickeltes Zirkulationsſyſtem kräftige, ſauerſtoffreiche Blutwellen in die Muskeln zu ſchleudern vermag(Vollblutpferd). Erwähnt ſei noch, daß die oben angeführten Abſpaltungsprodukte des Muskelplasmas ihrer Wirkung nach, als Ermüdungsſtoffe (z. B. Fleiſchmilchſäure) bezeichnet werden. Durch das Blut müſſen ſie großenteils ausgeſpült werden, ſoll der Muskel nicht ſehr bald erlahmen. Auch in dieſer Hinſicht tritt die große Bedeutung einer reichlichen Blutverſorgung des Muskels hervor. Die Anſicht, daß alle Nährſtoffe erſt in Zucker(reſp. Glycogen) 64 Die Geſetze der tieriſchen Ernährung. verwandelt werden müßten, ehe ſie der Muskel verarbeiten könnte (Chauveau), entbehrt noch des zwingenden Beweiſes. Eine weitere wichtige Frage iſt, wie ökonomiſch der Muskel arbeitet, welcher Prozentſatz der ausgelöſten chemiſchen Spannkräfte in mechaniſche Arbeit übergeführt wird. In dieſer Beziehung iſt ſicher feſtgeſtellt, daß durch Erzeugung von Wärme immer ſehr er⸗ hebliche Verluſte ſtattfinden; dieſelben betragen beim ausgeſchnittenen elektriſch gereizten Muskel vielleicht 50%. Noch größer werden die Verluſte, wenn man die nach Außen abgegebene Arbeit, den wirtſchaftlich verwertbaren Teil derſelben mit den ausgelöſten chemiſchen Spannkräften vergleicht. Nur ein Teil der ſich zuſammen⸗ ziehenden Muskulatur wirkt beim ziehenden, tragenden, ſich fortbe⸗ wegenden Tier auf die Zugſtränge, die Unterſtützung der Traglaſt ꝛc. Ein anderer erheblicher Teil wird verbraucht zur Feſtſtellung der Glieder und Körperhaltung, zur Abmeſſung der Bewegung(durch die Antagoniſten, d. h. den ſich kontrahierenden Muskeln entgegenwirkenden Muskeln) zur Vermehrung der Herz⸗ und Atemthätigkeit ꝛc. Nur der direkte Verſuch vermag über die Größe dieſer Verluſte Aufſchluß zu geben. Man läßt ein Verſuchsindividuum, deſſen Stoffwechſel in der Ruhe genau beſtimmt war, eine genau gemeſſene Arbeit irgend welcher Art ausführen und beſtimmt den Stoffwechſel während dieſer Arbeit, oder man variiert den Verſuch derart, daß Tage mit Ruhe und Tage mit Arbeit abwechſeln und die Umſetzungen der Ruhe⸗ reſp. Arbeitstage mit einander verglichen werden. Aus der Größe der ermittelten Oxydationen ergiebt ſich die Mehrauslöſung chemiſcher Spannkraft in den Arbeitszeiten und da bekannt iſt, daß eine große Kalorie äquivalent iſt einer Arbeit von etwa 424 kgm, d. h. dem Heben von 424 kg auf 1 m Höho, ſo ſind hiermit alle Unterlagen für die Berechnung gegeben. Solche Verſuche ſind beiſpielsweiſe in der Berliner landw. Hochſchule von Zuntz und ſeinen verſchiedenen Mitarbeitern mit Pferden, Menſchen und Hunden ausgeführt worden. Eines der benutzten Pferde brauchte als Zulage zu dem Er⸗ haltungsfutter bei völliger Ruhe an verdaulicher Subſtanz von Stärke⸗ wert im Futter pro 500 kg Lebendgewicht a) zur Schrittbewegung auf horizontaler Bahn pro Meter.. 0,0628 g b) zur Trabbewegung auf horizontaler ahn pro Meter... 0,0915„ c) zur Steigarbeit im Schritt pro 500 kom. 0,8989„ d) zur Zugarbeit im Schritt auf houzzontaler Bah pro 500 kgm. 0,9283„ könnte Muk nnbtüſe pung it fehr e nittenen werden it, den gelöſten anmen⸗ fortbe⸗ glaſt u. ing der urh de irenden . Nur uſtti ſchſel i irgend d dieſer t Ruhe Ruhe⸗ Grüße emiſcher d große h. dem fterlagen landw. —n mit em Er⸗ Stärke⸗ 9628 g 915 989, 283, Die Quellen der Muskelkraft. 65 Wenn man das Mittel nimmt von c und d, ſo erhält man 0,9136% 4100= 3746 kal. und daraus als theoretiſch mögliche Arbeitsleiſtung 3746% 0,424= 1588 kgm, wovon alſo die effektiv geleiſtete Arbeit(500 kgm) 31,5% ausmachte. Die hier für die Arbeitsleiſtung ermittelten Zahlen werden von den Verſuchsanſtellern als etwas zu hoch angeſehen, weil die Dauer der einzelnen Verſuche eine relativ kurze, mithin der Sauerſtoff⸗ oder Nährſtoffverbrauch ein relativ großer war, wie es im Beginn einer Arbeitsleiſtung ſtets der Fall iſt, und weil das Verſuchspferd durch die Apparate und ſonſtige Umſtände etwas beunruhigt wurde. Indes hat man auch in anderen Verſuchen gefunden, daß das mechaniſche Aquivalent der Wärme im Tierkörper nur im günſtigſten Falle bis zu 33% durch effektive Arbeits⸗ leiſtung ausgenutzt wird. Dies beſtätigen ferner neuere*) in Hohen⸗ heim mit dem Pferd ausgeführte Fütterungsverſuche, aus welchen man entnehmen kann, daß bei ruhigem und regelmäßigem Gang des Pferdes am Göpel, ſowie bei Ausſchluß aller Störungen von dem über das reine Erhaltungsfutter hinaus verabreichten Nährſtoff je 1 g eine effektive Arbeit von durchſchnittlich etwa 550 kgm(nach Lehmann 1000 kgm Arbeit= 1,8 g Nährſtoff, alſo 555= 1 g) ermöglicht, alſo wiederum annähernd 31,5% des mechaniſchen Äquivalentes der Wärme(1 g Nährſtoff= 1738 kgm Arbeit). Nährſtoff iſt hierbei die verdaute organiſche Subſtanz des Futters worin nach Abzug der Celluloſe(ſ. ſpäter: Verdauung der Rohfaſer und Fütterung des Pferdes) die Stickſtoffverbindungen(Rohprotein) und die Kohlehydrate als gleichwertig in Rechnung kommen, das verdaute Fett aber mit dem Faktor 2,40 multipliziert den Kohle⸗ hydraten zugerechnet iſt. Dieſe Verwertung der chemiſchen Spannkraft durch wirtſchaft⸗ liche Arbeit, alſo neben der ſonſtigen phyſiologiſchen Arbeit zu rund 33% iſt übereinſtimmend gefunden worden bei Pferd, Hund und Menſch, alſo Organismen von ſehr verſchiedener Beſchaffenheit. Es giebt dies der Zahl natürlich eine erhöhte Bedeutung. Allein dieſe Verwertung bezieht ſich nur auf ſolche Arbeit, zu welcher das be⸗ treffende Individuum durch ſeine ganze Organiſation am beſten ver⸗ anlagt iſt, z. B. Gehen, Steigen ꝛc. Sowie die Arbeitsleiſtung eine gewiſſermaßen erkünſtelte wird, oder auch nur eine ungewohnte, mangelhaft geübte iſt, erniedrigt ſich die wirtſchaftliche Verwertung der ausgelöſten chemiſchen Spannkräfte ſofort und in oft ſehr er⸗ heblichem Grade. Obige Zahlen zeigen ſchon, daß Steigarbeit von *) Seit einigen Jahren ſind an dem in Hohenheim benutzten Pferde⸗ dynamometer Vorkehrungen getroffen worden, welche die wirkliche Arbeitsleiſtung des Tieres genauer ermitteln laſſen, als es früher möglich war. Wolff, Fütterungslebre. 7. Auflage. 5 66 Ddie Geſetze der tieriſchen Ernährung. dem Verſuchspferde mit weniger Stoffverbrauch geliefert werden konnte, als Zugarbeit. Nach Verſuchen von Katzenſtein am Menſchen erforderte die mit den Armen durch Raddrehen geleiſtete Arbeit einen größeren Stoffwechſel, als die durch Gehen und Steigen geleiſtete; der Sauerſtoffverbrauch pro Kilogrammmeter mechaniſcher Arbeit be⸗ trug, wenn dieſe durch Steigen geleiſtet wird, 1,19— 1,51 ccm, bei Dreharbeit dagegen 1,96 ccm. Max Gruber fand in Verſuchen an eigener Perſon die Kohlenſäureausſcheidung in jedesmal 20. Minuten: Ruhe Gehen Steigen ungeübt geübt Kohlenſäure 12,83 22,42 38,83 31,00 g Arbeit—- 7376 7530 kem Die Kohlenſäureproduktion des arbeitenden Menſchen iſt alſo nicht eine einfache Funktion ſeiner Leiſtung; der Stoffumſatz nimmt ab, wenn die Übung wächſt. Nach dem früher Mitgeteilten iſt dies leicht verſtändlich. Bei mangelnder Übung, auch nach Ermüdung, bei Arbeit in unbequemer Form ꝛc. iſt der Prozentſatz der Muselkontraktionen, die allein zur Feſtſtellung des Körpers, zur Abmeſſung der Bewegung ec. dienen, ein höherer als unter entgegengeſetzten Verhältniſſen. Dieſe Thatſache hat für die Praxis der Fütterung eine hohe Bedeutung. Sie läßt den Nutzen erkennen von guter Dreſſur der Arbeitstiere, zweckmäßigem Geſchirr, gutem Beſchlag, kurz von allen Mitteln, welche dem Tier die Arbeit bequem und leicht machen; ſie läßt aber ferner einſehen, daß bei den ſo wechſelnden Verhältniſſen, unter denen in der Landwirtſchaft Arbeit geleiſtet werden muß, auch eine genaue Meſſung der Arbeit in Kilogrammmeter, wenn ſie mög⸗ lich wäre, keinen ſtets ſicheren Maßſtab für den Stoffverbrauch und damit die Ernährung geben würde. Ein Pferd 10 Kilometer in der Mandge in künſtlichen Gangarten geritten hat vielleicht ebenſo viel Körperſubſtanz verbrannt, als wenn es 40 Kilometer im Freien in bequenten Schritt und Trab meiſt geradeaus geritten worden wäre. Wir werden noch ſpäter ſehen, daß gemeiniglich die relative Er⸗ ſchöpfung der Tiere ſowie die Art ihrer Anſtrengung einen ſichereren Maßſtab zur Abſchätzung ihres Nahrungsbedürfniſſes giebt. erden Nenice beit enmn geleſtee lrbet be cem, be Verjucen Smal 2) 8 Len it alſ t ninmt ih. Ni bequemer llein zur „dienen ne hohe eſſur der on alle chen; ſe ältniſſen uß, auch je mög⸗ ch und in der ſo viel eien in wäre. pe Er⸗ hereren Das Jutter der landwirtſchaftlichen Nutztiere. Ehe durch phyſiologiſche Forſchungen die Ernährungslehre ihren jetzigen Ausbau erhalten hatte, ſuchte der Landwirt die Fütterung ſeiner Tiere auf Grund der Erfahrungen zu regeln, die mit den ihm allein zur Verfügung ſtehenden Futtermitteln in der Praxis gemacht worden waren. Dies mußte und konnte anders werden, ſobald man erkannte, daß die Nährwirkung der Futtermittel auf ihrem Gehalt an beſonderen chemiſchen Stoffen den ſog.„Nährſtoffen“ beruht und als man dieſe Nährſtoffe ſelbſt in ihren Eigenſchaften und quantitativem Auftreten zu beſtimmen vermochte. Die Futtermittel ſtellten ſich hiernach als ſehr wechſelnde Ge⸗ menge verſchiedener Nährſtoffe dar, faſt ſtets mit einer mehr oder weniger großen Beimiſchung unverdaulicher Subſtanzen, welche für die Ernährung ganz wertlos ſind. Die Futtermittel bildeten ſomit ver⸗ ſchiedene„Formen“ der Nährſtoffe mit verſchiedenen phyſikaliſchen und anderen Eigenſchaften, die inſofern von großer Bedeutung ſind, als ſie das ganze Befinden der Tiere und damit ihr Produktionsvermögen oft erheblich zu beeinfluſſen vermögen. Endlich ermittelte man in vielen Futterſtoffen noch geringe Mengen beſonderer Subſtanzen, teils Gifte, die gleichfalls auf die Tiere in gutem wie in ſchlechtem Sinne einzuwirken vermögen. Die praktiſchen Erfahrungen mit den einzelnen Futtermitteln waren das Reſultat aller dieſer Faktoren; ſollten ſie alſo urſächlich begründet und verſtanden werden, ſo mußte man die einzelnen Faktoren für ſich und geſondert unterſuchen. Wir haben es zunächſt nur mit der Nährwirkung an ſich, alſo mit den Nähr⸗ ſtoffen zu thun. Im allgemeinen kann man einen Nüährſtoff als einen ſolchen Stoff definieren, der ſelbſt einen konſtituierenden Körperbeſtandteil des Tieres zu bilden oder doch den Verluſt eines ſolchen zu ver⸗ hindern vermag. Die Definition iſt alſo eine auf ſeine Wirkung begründete. Nährſtoffe ſind alſo noch keine„Nahrung“. Letztere iſt ein derartiges Gemenge verſchiedener Nährſtoffe, welches alle Lebens⸗ 5* 68 Das Futter der landwirtſchaftlichen Nutztiere. funktionen in normaler Weiſe zu unterhalten und die eventuell ge⸗ wünſchte Produktion hervorzubringen vermag. Eine„Nahrung“ be⸗ ſteht daher nur ſehr ſelten aus einem Futtermittel, ſondern muß in der Regel aus einer Miſchung verſchiedener Futtermittel gebildet werden. Die große Menge verſchiedener Nährſtoffe, die in den Futter⸗ mitteln für unſere Haustiere vorkommen, macht es notwendig, ſie in Gruppen zuſammen zu faſſen, die bei der Ernährungslehre einheit⸗ lich behandelt werden können. Der mit letzterem verbundene Fehler iſt für die Praxis ein unvermeidlicher und kann nur teilweiſe da⸗ durch kompenſiert werden, daß man nach Feſtſtellung der Nährſtoff⸗ gruppen für eine Ration bald hier bald dort noch den beſonderen chemiſchen Individuen ſeine Aufmerkſamkeit zuwendet und eventuelle Korrektionen vornimmt. Folgendes Schema giebt die jetzt geltende Einteilung der Nähr⸗ ſtoffe an: Anorganiſche Organiſche Nährſtoffe Nährſtoffe (Mineralſtoffe) Stickſtoffhaltige Stoffe Stickſcofffreie Stoffe Eiweiße Amide Leimſtoffe Fette Kohle⸗ Andere hydrate ſtickſtofffreie Zur erſten und nächſten Charakteriſtik der Futtermittel findet aber nicht einmal eine Beſtimmung aller vorgenannten Gruppen ſtatt, andererſeits dürfen die unverdaulichen Beimengungen nicht unberück⸗ ſichtigt bleiben. Die bisher übliche„Weender“ analytiſche Methode trennt daher das ganze Futtermitel(außer dem Waſſer) in folgende Einzelbeſtandteile: 1. Rohprotein(ſtickſtoffhaltige organiſche Stoffe); 2. Roh⸗ faſer(Holzfaſer); 3. Rohfett(Atherextrakt); 4. ſtickſtofffreie Extraktſtoffe(Kohlehydrate) und 5. Mineralſtoffe(Reinaſche). Bezüglich der chemiſchen Beſchaffenheit dieſer Futterbeſtandteile und bezüglich ihrer Beſtimmungsweiſe bei den Futteranalyſen mag hier folgendes Erwähnung finden. 1. Rohprotein nennt man die Geſamtmenge der ſtickſtoff⸗ haltigen organiſchen Subſtanz, wie dieſelbe bei der Analyſe der Futtermittel aus dem direkt beſtimmten Stickſtoff durch Multipli⸗ kation desſelben mit dem Faktor 6,25 gefunden wird. Dieſe Be⸗ nennung iſt dadurch bedingt, daß man damit ſehr verſchiedene Stoffe zuſammenfaßt und daß auch keineswegs die ganze Menge der vor⸗ tel N⸗ 9 4 be⸗ nuß in gebildet Jütter⸗ ſien einhei⸗ Fehler iſe de hrſtof⸗ onderen entuell Nihr niſche toff lſtoffe gſche) ndteile mag fttoff⸗ e der ltipli⸗ e Be⸗ Stoffe r bor⸗ Die Beſtandteile des Futters. 69 handenen Eiweißſubſtanz als wirklicher Nährſtoff angeſehen werden kann, ſondern immer ein größerer oder geringerer Teil unverdaut den Tierkörper wieder verläßt, alſo bei der Beurteilung des Nähr⸗ wertes eines Futters außer Rechnung bleiben muß. Es kommen hier hauptſächlich die Eiweißſtoffe und die Amidkörper in Betracht, während die anorganiſchen Stickſtoffverbindungen, die Ammoniak- und ſalpeterſauren Salze als Beſtandteile der Futtermittel nur geringe Bedeutung haben. Zur näheren Charakteriſierung des Rohproteins wird dasſelbe daher in neuerer Zeit nach Stutzer noch weiter zerlegt, indem der Teil des Futtermittelſtickſtoffs, welcher nach Kochen mit Kupferoxydhydrat unlöslich bleibt, beſtimmt wird. Derſelbe mit 6,25 multipliziert ergiebt das„Reineiweiß“, der lösliche das„Nicht⸗ eiweiß“. Üüber eine weitere Stutzer'ſche Methode der Trennung des Roh⸗ proteins in einen verdaulichen und unverdaulichen Teil wird ſpäter noch zu berichten ſein(S. 87). a) Die vegetabiliſchen Eiweißſtoffe ſind in ſehr zahlreichen Formen und Modifikationen dargeſtellt worden. Je nach Anwendung der Löſungs⸗ und Trennungsmittel können aus denſelben Pflanzen⸗ teilen etwas verſchiedene Mengen und Arten gewonnen werden, wobei leicht eine teilweiſe Veränderung der ſehr labilen Subſtanzen durch Einwirkung der Darſtellung ſelbſt hervorgebracht wird. Aus dieſem Grunde iſt unſere Kenntnis von der Natur der verſchiedenen vege⸗ tabiliſchen Eiweiße noch eine ſehr unſichere, ſo daß an dieſer Stelle auf ein näheres Eingehen auf die bisherigen Forſchungsreſultate ver⸗ zichtet werden muß. Bemerkenswert iſt, daß in den Pflanzen ganz den tieriſchen Eiweißen ähnliche Gruppen gefunden worden ſind, welche wenigſtens dieſelben gröberen Reaktionen zeigen(Löſungs⸗ vermögen, Koagulation, Labfällung ꝛc.). Es deutet dies bis zu einem ge⸗ wiſſen Grade auf analoge Modifikationen im Aufbau der pflanzlichen Eiweißmoleküle hin. Beſonders gut charakteriſiert ſind die Pflanzen⸗Albumine, wie die tieriſchen in Waſſer löslich und durch Erwärmen koagulierend. Sie ſtellen die Hauptmaſſe des Eiweißes in den Säften der Pflanzen dar, in den Blättern, Wurzeln, Stengeln, ſind aber auch reichlich in den Samen abgelagert. Ferner ſind Globuline in mannigfachen Formen gefunden worden, beſonders in den Kleberſchichten der Samen aber auch in allen anderen Pflanzenteilen. Die Einteilung der Kleberproteinſtoffe nach Ritthauſen in Gliadin oder Pflanzenleim, Mucedin, Gluten⸗Fibrin läßt ſich nach den neueren Unterſuchungen von Osborn u. a. nicht mehr ganz aufrecht erhalten. 70 Das Futter der landwirtſchaftlichen Tiere. Endlich charakteriſiert ſich noch gut als beſondere Gruppe die Klaſſe der Legumine oder Pflanzenkaſein, die den tieriſchen Nucleo⸗ albuminen, dem Kaſein an die Seite geſtellt werden kann. Sie ſind in verſchiedener Form beſonders in den Samen der Leguminoſen enthalten, faſt nicht in den Olſamen, in etwas mehr abweichender Zuſammenſetzung z. B. in den Lupinen, Konglutin genannt. Bezüglich ihrer Zuſammenſetzung ſind die erwähnten Eiweiß⸗ ſtoffe nicht unbedeutend von einander verſchieden, namentlich in ihrem Gehalt an Kohlenſtoff(50,2 bis 54,3%), Stickſtoff(14,7 bis 18,4%) und Schwefel(0,4 bis 1,6%). Legumin und Gliadin enthalten im allgemeinen eine größere Menge von Stickſtoff, als das Pflanzeneiweiß und die vegetabiliſchen Proteinſtoffe ſind faſt durch⸗ weg ſtickſtoffreicher und kohlenſtoffärmer als die animaliſchen. Hiernach giebt auch die Berechnung der Eiweißſubſtanz aus der direkt be⸗ ſtimmten Stickſtoffmenge mit dem Faktor 6,25, welcher auf einen mittleren Stickſtoffgehalt von 16% ſich bezieht, nicht immer richtige Reſultate. Nach neueren Unterſuchungen Ritthauſens kann man im Mittel für die Proteinkörper der Getreidearten und hier gebauten Hülſenfrüchte etwa 17,6%, die der Olſamen und Lupinen 18,2% Stickſtoffgehalt annehmen, woraus ſich die Faktoren 5,7 reſp. 5,5 ergeben müßten. Eine Ausnahme von der Regel machen nur Gerſte, Mais, Buchweizen, Sojabohne und weiße Bohnen(Phaseolus) mit im Mittel 16,66% Stickſtoff= Faktor 6,0 und Raps, Rübſen und Kandlenuts mit dem gleichen Eiweißſtickſtoff und daher demſelben Faktor. Es ſcheint jedoch, daß vom Standpunkte der Ernährungslehre dieſer eigentlich exakteren Berechnung keine ſehr hohe Bedeutung bei⸗ zumeſſen iſt. Gerade die ſtickſtoffreicheren Eiweiße haben meiſt auf die Gewichtseinheit einen geringeren Energiegehalt(z. B. Konglutin), ſo daß bei der gleichmäßigen Anwendung des Faktors 6,25 gewiſſer⸗ maßen eine organiſche, Stickſtoff in Form der Eiweißbindung ent⸗ haltende Subſtanz von mehr annähernd gleichem Energiegehalt berechnet wird. Natürlich bleiben die Unterſchiede im Spannkraftgehalt be⸗ ſtehen, welche auf dem beſonderen molekularen Aufbau der Stoffe beruhen. Inwiefern die einzelnen Arten der vegetabiliſchen Eiweißſtoffe als Beſtandteile des Futters einen verſchiedenen Nähreffekt ausüben, vielleicht unter ſonſt gleichen Verhältniſſen mehr oder weniger leicht zum Anſatz im Tierkörper gelangen, darüber läßt ſich noch nichts mit Beſtimmtheit entſcheiden. Allerdings iſt anzunehmen, daß bei einer Differenz von 3 bis 4% im Kohlenſtoffgehalt auch die Menge des aus dem betreffenden Eiweiß ſich abſpaltenden Fettes eine ver⸗ ſchiedene, die Nährwirkung daher unter Umſtänden bei höherem ff einen richtige man in gebauten 1820„ ſp. ö5 Gerſte u) mit ſen und Faktor. galehre ng bei⸗ iſt auf glutin), wiſſer⸗ g ent⸗ rechnet lt be⸗ Stoffe ßſtoffe züben, leicht nichts iß bei Menge ie der⸗ öherem Die Beſtandteile des Futters. 71 Kohlenſtoffgehalt eine entſprechend größere ſein wird. Die einzelnen Proteinſtoffe liefern ferner bei der Zerſetzung verſchiedene Mengen der einzelnen Zerſetzungsprodukte(Leucin, Tyroſin, Glutamin und Asparaginſäure, ſowie Ammoniak ꝛc.) und vielleicht äußern ſie ſchon aus dieſem Grunde einen ungleichen Nähreffekt. Auch können wohl kaum alle pflanzlichen Eiweißſtoffe als gleich gute Erſatzmittel für tieriſche Eiweißſtoffe betrachtet werden; die letzteren ſind wenigſtens für den menſchlichen Organismus meiſt leichter verdaulich als die erſteren. In der That wirkten in Verſuchen, welche Gabriel in Breslau mit Hammeln ausführte, animaliſche Eiweißſtoffe(leiſch⸗ mehl, Albumin und Kaſein) etwas günſtiger für den Stickſtoffanſatz als die vegetabiliſchen(Roggen, Erbſen und Konglutin). Jedoch ſind dieſe Differenzen nicht ſehr bedeutend, und einige in Hohenheim und in Kuſchen, an letzterem Ort von E. Wildt ausgeführte Fütterungs⸗ verſuche mit vegetabiliſchen und mit tieriſchen Eiweißſubſtanzen ließen bei Schweinen keinen weſentlich verſchiedenen Nähreffekt erkennen; zu denſelben Reſultaten gelangten in Göttingen Kern und Watten⸗ berg bei Verſuchen mit Hammeln, im Vergleich von Konglutin(aus Lupinen) und Fleiſchmehl. Potthaſt wies beim Hunde eine Minder⸗ wertigkeit des Lupinen⸗Konglutins gegenüber dem Milchkaſein und dem Legumin der Erbſen und Linſen, allerdings bei faſt alleiniger Fütterung der geprüften Stoffe als ſtickſtoffhaltige Komponente der Nahrung. Da der Tierkörper die Moleküle der vegetabiliſchen Eiweißſtoffe nicht unverändert wie fertige Bauſteine ſich ſelbſt ein⸗ fügen kann, ſondern ſehr wahrſcheinlich mit Hilfe ſynthetiſcher Prozeſſe nach Zerleguug der reſorbierten ſeine eigenen Eiweiße bildet, ſo liegt die Annahme nahe, daß bei Vorhandenſein verſchiedener Eiweißſtoffe im Futter, die Verhältniſſe für die Aſſimilation günſtiger liegen und daher auch jeder einzelne Eiweißſtoff beſſer verwertet wird. Hiermit harmoniert die praktiſche Erfahrung, daß ein Gemiſch verſchiedener Kraftfuttermittel oft einen beſſeren Effekt zeigt, als die entſprechend reichliche Zulage eines einzelnen. Jedenfalls muß man bei dem jetzigen Stand unſerer Kenntniſſe zunächſt die vegetabiliſchen Eiweißſtoffe, ſoweit ſie wirklich zur Verdauung und Reſorption ge⸗ langen, ſämtlich als gleichwertig anſehen. b) Zuerſt in den Spargelſproſſen und in den Keimlingen der Samen von Hülſenfrüchten, dann auch in den Rübenwurzeln und Kartoffelknollen, endlich in allen grünen Pflanzen, beſonders zur Zeit der Jugend und in den noch lebhaft wachſenden Teilen derſelben, hat man oft große Mengen von allerlei ſtickſtoffhaltigen Subſtanzen gefunden, welche nicht Eiweißſtoffe ſind, ſondern als Zerſetzungs⸗ produkte der letzteren oder auch als Umwandlungsſtufen der auf⸗ 72 Das Futter der landwirtſchaftlichen Tiere. genommenen Stickſtoffnahrung, als in der Entſtehung begriffene Ei⸗ weißkörper betrachtet werden müſſen. Die betreffenden Stoffe ſind Säureamide und Amidoſäuren, zuweilen auch Peptone, ſo⸗ wie ſtickſtoffhaltige Glykoſide und Alkaloide. Von dieſen Stoffen kommen die Peptone als Beſtandteile der Futtermittel wenig in Betracht; ſie finden ſich anſcheinend nur in den Keimlingen der Samenkörner, z. B. den Malzkeimen und auch hier in ſehr geringer Menge. Die grünen Pflanzen, ſelbſt zarte Schoſſe und Triebe derſelben enthalten nach Unterſuchungen von Kellner in Hohenheim kaum Spuren davon. Außerdem ſind die Peptone bezüglich ihrer Zuſammenſetzung und in ihrem Verhalten im tieriſchen Organismus, wie ſie bei der Verdauung im Magen fortwährend aus den Eiweißſtoffen ſich bilden, den letzteren ſo ähn⸗ lich, daß beiderlei Stoffe hier fehlerlos zufammengefaßt werden können. Man ermittelt daher gewöhnlich den Stickſtoff im eigent⸗ lichen Eiweiß und in den etwa vorhandenen Peptonen zuſammen als Ganzes, gegenüber dem Stickſtoff, welcher in nicht eiweißartigen Ver⸗ bindungen vorkommt. Auch die Alkaloide finden ſich nur ausnahmsweiſe in Pflanzen, welche als Futtermittel in der Landwirtſchaft benutzt werden, in be⸗ merkenswerter Menge; ſelbſt in den Samen der Lupine beträgt der Stickſtoff in dieſer Verbindungsform(als Lupinin) kaum 2— 3% von dem Geſamtſtickſtoff, und ähnlich mag das Verhältnis in der grünen Lupinenpflanze ſein. In größerer Menge ſind ſtickſtoffhaltige Glykoſide (Amygdalin, Solanin ꝛc.) in manchen Pflanzen, beſonders in den Samen⸗ körnern verſchiedener Hülſenfrüchte und Olfrüchte vorhanden. Jedoch wiſſen wir über das Vorkommen und die Beſchaffenheit dieſer Stoffe noch zu wenig, als daß man darauf auch nur qualitativ bei der Be⸗ urteilung der Futtermittel Rückſicht nehmen könnte. Vorläufig läßt ſich nur zwiſchen Eiweißſtickſtoff und Nichteiweißſtickſtoff unterſcheiden, welcher letztere oft auch Amidſtickſtoff genannt wird, weil derſelbe vorherrſchend in den Säureamiden und Amidoſäuren enthalten iſt, in den kryſtalliſierbaren organiſchen Subſtanzen, welche man zu⸗ ſammen als Amidverbindungen oder Amidkörper bezeichnet. Als ſolche hat man bisher hauptſächlich Asparagin und Glutamin (in den Zucker⸗ und Runkelrüben außerdem Betain), ſowie geringe Mengen von Leucin und Tyroſin geſunden, wozu noch Farbſtoffe (Chlorophyll, Indigo ꝛc.) und andere noch nicht näher unterſuchte ſtickſtoffhaltige Körper hinzukommen. Die Amidverbindungen ſind teils reicher, teils ärmer an Stick⸗ ſtoff als die Proteinkörper. Das Asparagin enthält im kryſtalli⸗ ſierten Zuſtande 18,66%(waſſerfrei 21,2%) Stickſtoff, das Glutamin n effene g⸗ Stofe ſn dtone, ſe mndteile a end uni n und uu ſecht m ungen r m ſid d Warhale in Ma rn ſo iir at werde in eger ſammen i artigen be⸗ Sr in Piunn den in b. beteäßta — M don der griner Glykoſie den Soner den. Nädh diſer Etff bei der be rläufig nterſchddn veil drſlt en enthatn he man zi rbezeict d Glutomn wie geinn h öröift untelſuche er an eil n buſſul 5 Glutar Die Beſtandteile des Futters. 73 17,07%(waſſerfrei 19,2%), dagegen das Betain 11,96%, das Leucin 10,68 und das Tyroſin nur 7,73; weitere ſehr ſtickſtoffreiche Amidſtoffe, wie das Vernin(24,8%) und die Xanthinkörper(36,8 bis 46,4%) ſind nur in geringer Menge zugegen, ſo daß der Stick⸗ ſtoff darin nach E. Schulze kaum mehr als 0,1— 0,2% der Trocken⸗ ſubſtanz eines Futtermittels ausmacht. Die Amidverbindungen von mittlerem Stickſtoffgehalt, zunächſt Asparagin und Glutamin, ſind durchaus vorherrſchend und man kann daher in den gewöhnlichen Futterarten für die geſamten nicht eiweißartigen organiſchen Stick⸗ ſtoffverbindungen wohl einen Durchſchnittsgehalt von etwa 18% annehmen.*) Es iſt bekannt, daß die Amidverbindungen im Pflanzenreiche nicht allein als Zerfallprodukte des Eiweißes auftreten, ſondern bei Gegenwart von ſtickſtofffreien Körpern, namentlich von Kohlehydraten, fortwährend auch eine Umwandlung in Eiweißſubſtanz erleiden, daß ſie gerade hauptſächlich als die Vorſtufen für die Bildung der letzteren zu betrachten ſind. Dagegen ſind wir über das Verhalten jener Körper im tieriſchen Organismus noch nicht hinreichend aufgeklärt; wir wiſſen nur, daß ſie hier vielfach bei der Zerſtörung von Eiweiß entſtehen, als Zwiſchenſtufen zwiſchen dieſem und dem ſchließlich aus dem Tierkörper ausgeſchiedenen Harnſtoff vorkommen, aber wir wiſſen nicht, ob vielleicht unter geeigneten Umſtänden auch wiederum rück⸗ wärts eine Umwandlung in Eiweißſubſtanz ſtattfinden kann. Man hat jedoch in einigen neueren, namentlich in Proskau von Weiske, Kennepohl und B. Schulze, ſpäter auch von Gabriel ausgeführten Verſuchen mit Hammeln, Kaninchen und Gänſen beobachtet, daß das Asparagin unter Umſtänden Eiweiß erſparend, und den Anſatz des⸗ ſelben befördernd wirken, auch die durch reichliche Beigabe von Kohle⸗ hydraten oder überhaupt von ſtickſtoffarmen Futtermitteln veranlaßte Verdauungsdepreſſion des Rauhfutterproteins, ähnlich wie das Eiweiß, wieder aufheben kann. Ferner äußerte das Asparagin bei der Milch⸗ produktion von Schafen und Ziegen inſofern einen günſtigen Einfluß, als keine oder doch nur eine unerhebliche Verminderung der Milch⸗ menge eintrat, obgleich die Hälfte des vorher und nachher im Futter verabreichten Eiweißquantums durch Asparagin erſetzt war. Ebenſo beobachteten Schrodt und Hanſen in Kiel, daß bei Kühen das Futter⸗ eiweiß bis zu einer gewiſſen Grenze durch Stickſtoffverbindungen nicht eiweißartiger Natur(in Runkelrüben und Malzkeimen) erſetzt werden kann, ohne daß Qualität und Quantität der Milch dadurch *) Über den Gehalt der wichtigeren Futtermittel an Stickſtoff im Eiweiß und Nichteiweiß ſ. Tabelle III im Anhang. 74 Das Futter der landwirtſchaftlichen Tiere. weſentlich geſchädigt werden. Bezüglich der eiweißerſparenden Wirkung des Asparagins gelangten freilich J. Munk und C. Voit, weiterhin auch Politis und Mauthner in Verſuchen, teils mit Ratten, teils mit Hunden, zu Reſultaten, welche mit den von Weiske erhaltenen nicht ganz übereinſtimmten; desgleichen Zuntz und Hage⸗ mann. Hiernach hat ſich eine ſehr intereſſante Verſchiedenheit in dem Verhalten der Amidſtoffe bei der Ernährung des Pflanzen⸗ freſſers, inſonderheit der Wiederkäuer, gegenüber den Fleiſchfreſſern herausgeſtellt. Zuntz glaubt die Urſache in der abweichenden Ge⸗ ſtaltung der Vorgänge bei der Verdauung bei beiden Tierklaſſen ſuchen zu müſſen. In dem voluminöſen Verdauungsapparat der Wiederkäuer finden ſehr erheblich ſtärkere Gärungen ſtatt und die dieſelben verurſachenden Organismen können wohl auf Koſten vor⸗ handener leicht löslicher Amidverbindungen leben. Sind letztere nicht vorhanden, ſo greifen die Mikroben die Eiweißſtoffe an, die in erſterem Fall eben für die Reſorption und die Ernährung des Körpers erhalten blieben. Dieſe im vollen Sinne eiweißſparende Wirkung müßte hiernach je nach dem Verhältnis, in welchem die verſchiedenen Nährſtoffe(Eiweiß, Kohlehydrate, Amide ꝛc.) im Futter vorkommen, früher oder ſpäter eine Grenze haben und iſt dies in der That durch neuere Verſuche mit Schafen von Hagemann und Kellner beſtätigt worden. Nach Hagemann darf der Anidſtickſtoff nicht über ein Viertel des geſamten verdaulichen Stickſtoffs der Nahrung ausmachen. Nimmt man an, daß die Wirkung der Amide beim Pflanzen⸗ freſſer durch die Zuntz'ſche Hypotheſe wirklich vollſtändig erklärt würde, ſo ergäbe ſich daraus einmal die Wichtigkeit der Beachtung ihres Vorkommens in den Futtermitteln, dann aber auch, daß ſie gerechtfertigt nur in die Gruppe der verdaulichen ſtickſtoffhaltigen Nährſtoffe bei den Futterberechnungen eingereiht werden können. Der Fehler, der prinzipiell bei der Gruppenbildung aus ver⸗ ſchiedenen Stoffen gemacht wird, iſt jedenfalls dann erheblich kleiner, als wenn die Amidſtoffe, da die Kohlehydrate auch eiweißſparend — aber in ganz anderem Sinne— wirken können, den letzteren zugerechnet würden. Berechnet man, wie bisher, die Amide aus dem Stickſtoff des „Nichteiweißes“ durch Multiplikation mit dem Faktor 6,25, ſo dürfte auch dies zweckmäßig beibehalten werden können, im Hinblick darauf, daß dadurch die hiernach ermittelte Menge an organiſcher ſtickſtoffhaltiger Subſtanz in ihrem Energiegehalt dem durchſchnitt⸗ lichen Energiegehalt der Eiweißſtoffe wenigſtens etwas näher ge⸗ bracht wird. pavenden ſten vor letzere an, die ung des ſparende hem die n Futter dies in nn und dſticſtof ffs der flanzen⸗ erklärt achtung daß ſie altigen önnen. ver⸗ kleiner, parend tteren ff des 5, ſo zinblic niſcher ſchnit⸗ her ge⸗ Die Beſtandteile des Futters. 75 2. Unter Rohfaſer verſteht man diejenige Subſtanz, welche nach Behandlung der Futtermittel mit verdünnter Schwefelſäure, Kalilauge ꝛc. zurückbleibt, und man bringt dieſelbe nach Abzug der darin noch vorhandenen meiſt kleinen Mengen von Aſche und Eiweiß⸗ ſubſtanz(Stickſtoff 6,25), alſo im aſche⸗ und proteinfreien Zu⸗ ſtande in Rechnung. Aber auch ſo iſt die Rohfaſer keineswegs ein einziger Stoff, ſondern im weſentlichen ein Gemenge von Zellſtoff oder Celluloſe von verſchiedener Beſchaffenheit, untermengt mit ſog. Hemicelluloſen und Pentoſanen von der Formel(Cz Hio O5) ² und mit mehr oder weniger„inkruſtierender Subſtanz“ oder Lignin. Die reine Celluloſe hat genau dieſelbe prozentige Zuſammenſetzung wie das Stärkemehl und enthält alſo 44,4% Kohlenſtoff, während der Kohlenſtoffgehalt des Lignins ein weit höherer iſt, durchſchnittlich etwa 55% beträgt, im einzelnen jedoch ſehr ſchwankend von 52 bis 59%. Die aus verſchiedenen Futtermitteln nach der bisher ge⸗ bräuchlichen Methode abgeſchiedene Rohfaſer hat eine ungleiche Zu⸗ ſammenſetzung; der Kohlenſtoffgehalt der Rohfaſer, welche man z. B. aus Wieſenheu und dem Stroh der Halmfrüchte darſtellte, war gleich 46 bis 47%, dagegen findet man in der Rohfaſer aus Kleeheu und dem Stroh der Hülſenfrüchte 48 bis 49% Kohlenſtoff,— die letztere Art der Rohfaſer iſt reicher an Lignin als die erſtere. 3. Noch bedenklicher verhält es ſich mit dem Rohfett, welches alles umfaßt, was aus der Trockenſubſtanz des Futtermittels mit gewöhnlichem Ather ſich ausziehen läßt. Zwar kann man den Ather⸗ extrakt der meiſten Körner uud Körnerabfälle als ziemlich reines Fett anſehen, aber bei allen Rauh- und Grünfutterarten liefert der⸗ ſelbe ein Gemenge der verſchiedenſten Stoffe, unter welchen neben dem eigentlichen Fett auch allerlei wachs⸗ und harzartige Subſtanzen und namentlich Blattgrün oder Chlorophyll in wechſelnder Menge vorkommen. Stoffe, die im Ernährungsprozeß eine ſehr verſchiedene Bedeutung haben, zum Teil ſogar ganz unverdaulich ſind. Glück⸗ licherweiſe ſpielt das Fett bei der Ernährung der Pflanzenfreſſer keine ſo wichtige Rolle, wie im Futter der Fleiſchfreſſer, und es iſt auch in faſt allen Grün- und Rauhfutterarten der Gehalt an Rohfett ein ziemlich niedriger, wechſelnd etwa zwiſchen 1 und 3% der Trockenſubſtanz. 4. Als ſtickſtofffreie Extraktſtoffe bezeichnet man alles, was nach Abzug des direkt beſtimmten oder berechneten Rohproteins, Rohfettes, der Rohfaſer und Reinaſche von der Trockenſubſtanz des Futters noch übrig bleibt; die Menge der ſtickſtofffreien Extraktſtoffe wird alſo durch eine einfache Differenzrechnung gefunden. Dieſelben ſind in allen Körnern und Wurzelarten ziemlich einfacher Natur 76 Das Futter der landwirtſchaftlichen Tiere. und beſtehen der Hauptſache nach aus Stärkemehl oder Zucker und ſog. Pektinſtoffen, zuweilen auch aus Pflanzenſchleim, welcher eine dem Stärkemehl analoge Zuſammenſetzung hat und auch wohl etwa gleiche Nährwirkung ausübt. Hierzu kommen aber beſonders in den Grün⸗ und Rauhfutterarten wechſelnde Mengen von gummiartigen Sub⸗ ſtanzen und namentlich die oben erwähnten inkruſtierenden Stoffe (Lignin), welche letztere bei der Behandlung der Futtermittel mit ſauren und alkaliſchen Flüſſigkeiten teilweiſe ſich auflöſen, aber gleich⸗ wohl, wie es ſcheint, im Verdauungskanal nicht zur Reſorption ge⸗ langen, alſo zur Nährwirkung des Futters nicht beitragen. Dagegen werden wir ſpäter ſehen, daß alles, was von den ſtickſtofffreien organiſchen Beſtandteilen der Grün⸗ und Rauhfutterarten wirklich reſorbiert wird, mit Ausnahme des Fettes, ziemlich genau die pro⸗ zentige Zuſammenſetzung des Stärkemehls hat, und daß man daher auch im allgemeinen die ſtickſtofffreien Nährſtoffe des Futters als Kohlehydrate betrachten kann, welche in ihrer Geſamtheit mit dem verdaulichen Eiweiß das Nährſtoffverhältnis in dem betreffenden Futter bedingen und herſtellen. Die meiſt geringen Mengen von organiſchen Säuren äußern hierauf keinen weſentlich ſtörenden Einfluß. 5. Was endlich die Aſchenbeſtandteile betrifft, ſo iſt nur zu erwähnen, daß die Geſamtmenge derſelben in den Analyſen der Futtermittel als Reinaſche aufgeführt wird, d. h. nachdem man von der„Rohaſche“ die darin etwa vorhandenen kohligen und ſandigen Beimengungen und außerdem die Kohlenſäure in Abzug gebracht hat. Die letztere nämlich wird erſt bei der Verbrennung der organiſchen Subſtanz gebildet und ihre Menge iſt oft auch eine ſehr verſchiedene, je nach der Temperatur, bei welcher die Aſche dargeſtellt worden iſt, namentlich wenn verhältnismäßig viel Phosphorſäure oder Kieſelſäure vorhanden iſt; man hat daher die Kohlenſäure nicht als weſentlichen Beſtandteil der Pflanzenaſche, zunächſt der hier in Betracht kommen⸗ den Futtermittel anzuſehen. Aus dem Vorſtehenden ergiebt ſich, daß die Methode der Futter⸗ analyſe, ſowie unſere Kenntnis von der eigentlichen Natur und den Mengenverhältniſſen verſchiedener Futterbeſtandteile allerdings noch vieles zu wünſchen übrig läßt. Man darf aber deshalb nicht die Reſultate geringſchätzen, welche mit dem bisher vorhandenen Mitteln ſchon erreicht ſind. Wohl liegen bereits eine Reihe beachtenswerter Verbeſſerungsvorſchläge von König u. a. vor, die hauptſächlich dahin gehen, die Rohfaſerbeſtimmung zu verbeſſern, da in letzterer bei der bisherigen Methode eine Reihe von Stoffen, beſonders Pento⸗ ſane, zum Teil zurückbleiben, zum Teil gelöſt und daher als ſtickſtofffreie Extraktſtoffe in Rechnung geſtellt werden. Eine Haupt⸗ zucer m eine der da glte. den Gri⸗ gen elt en Euff nittel ni ber glit pption g⸗ daxge ktefflei n wirlic di n⸗ nan dabe utters a mit den treffender ngen dm n Eifuz t rur i lyſen de man don ſandiger ncht hat ganiſchen ſchiedene eden iſt eſelſäure entlichen ommen⸗ Futter⸗ und den g noch icht die Mitteln swerter h dahm exer bei Pento⸗ her ds : Haupe⸗ Die Verdaulichkeit des Futters. 77 ſchwierigkeit, ſolche Verbeſſerungen zu verwerten, liegt aber darin, daß das große durch die früheren Forſchungen ermittelte Material über die Ausnutzung der Futterſtoffe eben mit den älteren Analyſen in Beziehung geſetzt iſt und es daher erſt ſehr zahlreicher Unter⸗ ſuchungen nach neuer Methode bedürfen wird, ehe auf Grund der⸗ ſelben eine Anderung der Futtermitteltabellen vorgenommen werden kannn. Die Verdaulichkeit des Futters. Um die Verdaulichkeit des Futters zu ermitteln, wird in den betreffenden Verſuchen der Darmkot des Tieres vollſtändig geſammelt und genau nach denſelben Methoden, wie das Futter, der chemiſchen Analyſe unterworfen; die gefundene Differenz zwiſchen Futter und Kot ergiebt im ganzen wie im einzelnen die Menge der verdauten oder der aus dem Verdauungskanal reſorbierten, in den Kreislauf der tieriſchen Säfte übergegangenen Stoffe. Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß man bei der Abwägung und Verabreichung des Futters, ſowie bei dem Anſammeln des Kotes und bei der Aufnahme und Vor⸗ bereitung der zur chemiſchen Analyſe geeigneten Mittelproben die größte Vorſicht zu beobachten hat. In der That hat man in dieſer Hinſicht, zum Teil mit Hilfe von allerlei Apparaten, Stalleinrichtungen und ſonſtigen Vorkehrungen bei den„Ausnutzungs⸗ oder Verdauungs⸗ verſuchen“ eine große Genauigkeit erreicht, wie aus den Reſultaten von gegenſeitig ſich kontrollierenden Verſuchen deutlich hervorgeht, und zwar um ſo mehr, wenn auch die Art der Verſuchstiere hierauf einen günſtigen Einfluß ausübt, die genaue Ausführung der Verſuche er leichtert. Letzteres iſt im allgemeinen bei kleineren Tieren der Fall, namentlich bei Hammeln, welche ein feſtes Anſchnallen von„Kot⸗ beuteln“ geſtatten und ſo alſo den Kot bis auf ganz geringe Spuren in beliebig langen Zeiträumen leicht auffangen laſſen. Bei wiederkäuenden Tieren iſt der Verlauf des Verdauungs⸗ prozeſſes ein verhältnismäßig langſamer; man weiß aus mehr⸗ fachen und auf verſchiedene Weiſe mit gleichem Reſultat angeſtellten Beobachtungen, daß nach einer plötzlichen Futterveränderung die letzten unverdauten Reſte des früheren Futters erſt in etwa fünf Tagen vollſtändig mit dem Kot ausgeſchieden ſind. Hiernach muß man alſo eine Periode der Vorfütterung einhalten, welche der Sicherheit wegen wenigſtens auf ſieben Tage auszudehnen iſt, bevor man den aufgeſammelten Kot als dem verabreichten und in ſeiner Verdaulichkeit zu prüfenden Futter völlig entſprechend anſehen und daraus eine brauchbare Mittelprobe zur chemiſchen Analyſe entnehmen kann. Es 78 Die Futter der landwirtſchaftlichen Tiere. iſt dieſe Vorfütterung um ſo wichtiger, als das Futter im Körper der Wiederkäuer einer weit innigeren Miſchung unterliegt, als im Körper des Hundes und auch des Menſchen, bei welchen Verſuchs⸗ objekten man den von der früheren Nahrung herrührenden Kot oft ſchon durch das Ausſehen desſelben oder auf andere Weiſe zu unter⸗ ſcheiden und ſcharf abzutrennen im ſtande iſt. Die Pferde und die Schweine ſind freilich raſcher verdauende Tiere, als die Wieder⸗ käuer, aber auch bei dieſen wird in den betreffenden Verſuchen immer eine ähnlich lange Vorfütterung eingehalten; bei den Pferden be⸗ dürfen die Nahrungsmittel zur Durchwanderung des Verdauungs⸗ kanales und zur völligen Ausſcheidung der letzten unverdauten Reſte nach Ellenberger und Hofmeiſter gewöhnlich vier Tage. Die Differenz zwiſchen Futter und Kot entſpricht mindeſtens der Menge der verdauten und reſorbierten Subſtanz. Das Gewicht der Trockenſubſtanz des Kotes wird nämlich durch die Beimiſchung gewiſſer Stoffwechſelprodukte, welche zum Teil von der in den Darmkanal ſich ergießenden Galle herrühren, etwas vergrößert. Über die im Kot vorhandenen Stoffe dieſer Art und über die Menge des Stickſtoffs darin erhält man in der Weiſe einige Aufklärung, daß man in dem AÄther⸗ und Alkoholextrakt des Kotes den Stickſtoff und außerdem in dem wäſſerigen Auszug den in organiſcher Verbindung vorhandenen Schwefel quantitativ ermittelt. Die Beſtandteile der Galle ſind nämlich großenteils in AÄther oder in Alkohol auflöslich und von den darin nicht löslichen Gallenſtoffen kommt nur das „Taurin“ in Betracht, welches ſich in Waſſer löſt und durch einen ſehr großen Gehalt an Schwefel(25,6%) ausgezeichnet iſt, während die Menge des Stickſtoffs 11,2% beträgt. Auf ſolche Weiſe läßt ſich alſo die Stickſtoffmenge auffinden, welche möglicherweiſe und höchſtens von den dem Kot beigemiſchten Gallenbeſtandteilen her⸗ rühren kann. Bei einigen in Weende von E. Schulze und Märcker ausgeführten Unterſuchungen ergab ſich, daß dieſer Stickſtoff bei Fütterung von Hammeln ausſchließlich mit Wieſenheu, etwa 4% des im Kot enthaltenen Geſamtſtickſtoffes und noch nicht 2% des mit dem Futter aufgenommenen Stickſtoffs ausmachte, alſo auf die aus den Verſuchen direkt bezüglich der Eiweißſubſtanz ſich ergebenden Verdaulichkeitsverhältniſſe nicht ſehr ſtörend einwirken konnte. Im Kot der Schweine, welche meiſt ſehr leicht verdauliche Futtermittel verzehren und daher überhaupt nur wenig an Trockenſubſtanz durch den Darm ausſcheiden, iſt die Menge der Gallenbeſtandteile prozentig oft eine größere, und der denſelben entſprechende Stickſtoff beträgt, nach Beobachtungen in Hohenheim und in Kuſchen, manchmal ½ oder ¼ des Geſamtſtickſtoffes im Kot, aber bei normaler Fütterungs⸗ n Küre „als in Verjuhe Kt dj zu untet. und d Vidder en imnme edden be dauune ten Reſt deſtens Gevwit jmiſchung r in de rt. Uber enge ds ing, diß ſtof und windung teile der ruflöslich nur das ic einen während iſe läßt ſe und n her⸗ Närcker uf bei 70 des es mit die aus benden 1 Im rmittel durch ozentig beträgt, nal 1 erungs⸗ Allgemeine Verdaulichkeitsverhältniſſe des Rauhfutters. 79 weiſe auch nur 3 bis höchſtens 6% von dem Gewicht des Futter⸗ ſtickſtoffes. Es können die erwähnten Stoffwechſelprodukte bezüglich der Feſtſtellung der Verdaulichkeit des Futtereiweißes nur dann weſentlich ſtörend einwirken, wenn das Geſamtfutter ein ungewöhnlich ſtick⸗ ſtoffarmes war, z. B. vorherrſchend vielleicht aus Stroh, Kartoffeln ꝛc. beſtand. Man hat aber außer den dem Kot beigemiſchten Gallen⸗ beſtandteilen noch zu beachten, daß die Kotballen der Tiere mit Schleimſtoffen(Mucin ꝛc.) imprägniert ſind, die ebenfalls zu den Stoffwechſelprodukten gehören und in welchen der Stickſtoff nach Beobachtungen an Hammeln von O. Kellner auf 100 Teile Kot⸗ trockenſubſtanz etwa 0,36 Teile beträgt, alſo insbeſondere bei ſtick⸗ ſtoffarmer Fütterung auf die Geſtaltung der aus der Differenz von Futter und Kot berechneten„Verdauungskoöffizienten“ für Eiweiß ſchon einen beträchtlichen Einfluß ausüben muß. Indes ſind gleich⸗ wohl die ohne Berückſichtigung der mit dem Kot ausgeſchiedenen Endprodukte des Stoffwechſels ermittelten Verdauungszahlen für die Berechnung des Nährſtoffbedarfs der Tiere(Fütterungsnormen)⸗ brauchbar, da jene Stoffe doch auch dem Körper der letzteren ent⸗ zogen ſind und als Erſatz dafür entſprechendes Material in der täglichen Nahrung zugeführt werden muß. Noch weniger genau als für das Eiweiß ſind die aus den bis⸗ herigen Fütterungsverſuchen ſich ergebenden Verdauungs⸗Koöffizienten für die im Futter enthaltene Fettſubſtanz. Bei dem meiſt nur ge⸗ ringen Gehalt des Futters der landwirtſchaftlichen Nutztiere an Fett müſſen die dem Kot beigemiſchten, in Ather auflöslichen Gallen⸗ beſtandteile oft ſehr ſtörend auf die genaue Feſtſtellung der Ver⸗ daulichkeitsverhältniſſe des Futterfettes einwirken, und wiederum um ſo mehr, je ärmer das verabreichte Geſamtfutter an Rohfett iſt. Bei einigen in Hohenheim mit Schweinen ausgeführten Verſuchen, in welchen die Tiere ausſchließlich mit Kartoffeln gefüttert wurden, war daher auch die abſolute Menge des Fettes(Ätherextrakt) im Kot anſcheinend eine beträchtlich größere als im aufgenommenen Futter, pro Kopf und Tag 9,2 und 11,0 g im Kot gegenüber von nur 4,1 und 4,7 g im Futter. Gleichwohl liefern die Verdauungs⸗ verſuche für das Fett, wenn auch keineswegs abſolut richtige, ſo doch einigermaßen vergleichbare Reſultate und ſind daher für die Be⸗ urteilung der verſchiedenen Futtermittel von Intereſſe. Wir betrachten zunächſt die allgemeinen Verdauungsverhält⸗ niſſe des Grün⸗ und Rauhfutters, wie ſie bei ausſchließ⸗ licher Verfütterung desſelben ſich geſtalten. Es wird genügen, hier nur die wichtigeren Reſultate der in dieſer Richtung bisher aus⸗ 80 Die Verdaulichkeit des Futters. geführten Fütterungsverſuche anzudeuten, wie ſie im weſentlichen ſchon in den grundlegenden Verſuchen von Henneberg und Stohmann auf der Verſuchsſtation in Weende erzielt worden ſind. 1. Von der Rohfaſer wird immer eme gewiſſe, je nach der Beſchaffenheit des Futters und nach ſonſtigen Umſtänden ſehr ver⸗ ſchiedene Menge verdaut(von etwa 30% an bis zuweilen über 70% der Geſamtmenge), erſcheint wenigſtens nicht wiederum im Kot der Tiere. Bei den Wiederkäuern iſt das Verdauungsvermögen für die Rohfaſer ein beſonders großes, ein größeres namentlich als bei den Pferden(ſ. unten); die Schweine ſcheinen, ähnlich wie der Fleiſchfreſſer und der Menſch, nur die ganz zarte Rohfaſer einiger⸗ maßen zu verdauen, wie ſie in den Wurzelfrüchten und dem jungen, ſaftigen Grünfutter enthalten iſt. Der verdaute oder im Verdauungs⸗ kanal gelöſte Anteil der Rohfaſer hat beinahe die Zuſammenſetzung reiner Celluloſe(44,4% Kohlenſtoff). Man hat dieſes auf die Weiſe ermitteln können, daß man die nach gleicher Methode be⸗ ſtimmte Futter⸗ und Kotrohfaſer der Elementaranalyſe unterwarf und ſodann unter Beachtung der beiderſeitigen abſoluten Mengen den aus der Differenz gefundenen verdauten Anteil der Futterroh⸗ faſer wiederum auf die prozentige Zuſammenſetzung berechnete. Es iſt jedoch nach Beobachtungen von Tappeiner bezweifelt worden, ob man der verdauten Celluloſe einen ihrer Zuſammenſetzung entſprechen⸗ den Nährwert beilegen darf; es wird nämlich im Panſen und im Dickdarm der Wiederkäuer(bei dem Pferd im Blind⸗ und Grimm⸗ darm) durch den Einfluß von Bakterien und ſonſtigen Mikroorga⸗ nismen Celluloſe gelöſt, durch Gärung zerſetzt und dabei der größere Teil in flüchtige Fettſäuren(hauptſächlich Eſſigſäure, außerdem Butter⸗ ſäure, Propionſäure ꝛc.) verwandelt, während der kleinere Teil gas⸗ förmig(in Form von Kohlenſäure und Sumpfgas) entweicht. Von 100 Teilen der durch Gärung zerſetzten Celluloſe erſcheinen nach einer Berechnung von Henneberg etwa 60 Teile als flüchtige Fett⸗ ſäuren wieder, deren Nährwert nach den Beobachtungen von Weiske und Flechſig inſofern ein geringerer iſt, als z. B. die Eſſigſäure nicht wie die Kohlehydrate und auch die Milchſäure eine eiweißſparende Wirkung äußert, den Fleiſchanſatz am Körper nicht vermehrt. Dieſer Grund, den Nährwert der verdauten Rohfaſer geringer zu ſchätzen, hat ſich jedoch beinahe vollſtändig als hinfällig erwieſen. Bereits durch ältere Verſuche von Grouven und Hofmeiſter war bewieſen, daß die leichter verdaulichen Kohlehydrate die Löſung der Rohfaſer im Darm erheblich beeinträchtigen. Dies kann nur dadurch erklärt werden, daß die Bakterien das leichter lösliche Kohlehydrat, ſo lange es in ihrem Bereich bleibt und nicht reſorbiert wurde, eher zur enlice tohmam nach der ſehr de en übet in o ögen fü als be wie der einixer⸗ juvgen dauungs⸗ enſetung auf di hode b⸗ nterwarf Mengen utterroh⸗ ete. G rden, Ob ſprechen⸗ und in Grimn⸗ kroorga⸗ größere Butter⸗ ill gas⸗ Von n nach e Fett⸗ Weiske e richt parende Dieſer ſtäben Vereits ewieſen, Kohfaſer erklärt ſo lange her zut Allgemeine Verdaulichkeitsverhältniſſe des Rauhfutters. 81 eigenen Ernährung mit Beſchlag belegen, als die ſchwerer löslichen verwandten Beſtandteile der Zellwandungen und damit erſtere in ähnlicher Weiſe zerſetzen müſſen. G. Kühn lieferte nun bei Reſpi⸗ rationsverſuchen mit Ochſen den Beweis, daß die Kohlehydrate der Nahrung nicht nur in gleicher Weiſe einer Methangärung unterliegen, ſondern, daß prozentiſch von ihnen beinahe ebenſoviel als von der Rohfaſer dieſe Zerſetzung erleidet. Kellner berechnet unter Ver⸗ anſchlagung einer Reihe die Verſuchsanſtellung betreffenden Umſtände, daß als Methan⸗Kohlenſtoff ausgeſchieden wurden: vom Kohlenſt. verdauter Stärke.. 86, 20/9 „„„Rohf. v. Kleeheu u. Haferſtr. 10,3 3— 13% im Mittel 11,4„ „„„„„ Wieſenhen. 6,8—11,8,„„„ 76,„ Bei Gegenwart von viel Eiweiß iſt die Celluloſegärung ver⸗ ſtärkt, wie Verſuche an Ziegen und Hammeln mit ſtickſtoffreicher, namentlich mit Lupinen⸗Fütterung beſtätigen. In Verſuchen, welche in Hohenheim mit Pferden ausgeführt worden ſind, hat ſich an⸗ ſcheinend ergeben, daß die nach der Differenz von Futter und Kot verdaute Rohfaſer(Celluloſe) für die Kraftproduktion oder Arbeits⸗ leiſtung dieſes Tieres wertlos iſt; wenigſtens gelangt man in den betreffenden Verſuchen zu übereinſtimmenden Reſultaten, wenn man von der Geſamtmenge der verdauten organiſchen Subſtanz die Rohfaſer in Abzug bringt, den Reſt aber alsdann im Rauh⸗ und Kraftfutter als gleichwertig annimmt(ſ. Fütterung des Pferdes). Es haben aber Zuntz und C. Lehmann in Berlin bei exakten Verſuchen mit dem Pferd nachgewieſen, daß die Kauarbeit, ſowie die ganze Verdauungsarbeit bei dieſem Tier oft einen bedeutenden Teil von der Nährkraft des verzehrten Futters in Anſpruch nimmt; beim Kauen wurden 11,2% des geſamten Energievorrates im Heu, dagegen nur 2,8% von dem des Hafers verbraucht und die Vorgänge im Magen und Darmkanal bedingen noch weitere Steigerungen des Verbrauches, je nach der größeren oder geringeren Leichtverdaulichkeit des Futters, ſo daß ſich hierdurch der geringere Nährwert der rohfaſerreichen Rationen weſentlich erklären läßt. In ſpäteren Verſuchen hat Magnus-Levy wiederholt eine Steigerung des Gaswechſels um 10— 15% durch die Verdauungsarbeit nach Nahrungsaufnahme nachgewieſen und zwar am Hund durch ſchwer⸗ verdauliches Knochenfutter eine weit größere Steigerung als nach Fütterung mit Fleiſch. Fr. Lehmann in Göttingen fand in Ver⸗ ſuchen mit Hammeln, entgegen den Beobachtungen von Weiske u. a., daß die verdaute Rohfaſer in nicht unbedeutendem Grade eine eiweiß⸗ erſparende Wirkung äußert(im Verhältnis zu den ſtickſtofffreien Ex⸗ traktſtoffen, alſo Stärke ꝛc.= 61: 100), während in weiteren, ge⸗ Wolff, Fütterungslehre. 7. Auflage. 6. 82 Die Verdaulichkeit des Futters. meinſchaftlich mit Vogel ausgeführten Verſuchen ſich ergab, daß für die Zunahme des Lebendgewichtes bei der Mäſtung der Tiere das an Rohfaſer relativ arme Futter, bei gleicher Menge der verdauten organiſchen Subſtanz, bedeutend beſſer wirkte, als das an Rohfaſer reiche Futter(in dem Verhältnis von durchſchnittlich= 100: 77). Auch dieſe letztere Beobachtung läßt ſich mindeſtens großenteils durch größere Verdauungsarbeit, die die rohfaſerreichen Futtermittel machen, verſtehen. Faßt man alle bisher vorliegenden Ermittelungen über den Nährwert des verdauten Teils der Rohfaſer zuſammen, ſo erſcheint der Schluß ſicher, daß er geringer als der der Stärke zu ſchätzen iſt. Die Minderwertigkeit wird allerdings eine erheblich verſchiedene ſein, je nach Härte der Futtermittel, Zartheit der Zellwandungen, Menge der ſog. inkruſtierenden Subſtanzen ꝛc. Es iſt jedoch ſehr ſchwer, dieſe Verſchiedenheit richtig zu veranſchlagen, ſo daß man für die Praxis der Fütterung wohl nicht unzweckmäßig alle verdaute Rohfaſer mit dem halben Wert in Rechnung ſtellt. 2. Während von der Rohfaſer, zunächſt im Körper der wieder⸗ käuenden Tiere, immer ein Teil zur Verdauung gelangt, bleibt da⸗ gegen von den ſog. ſtickſtofffreien Extraktſtoffen ein Teil un⸗ verdaut oder wird aus dem Verdauungskanal nicht reſorbiert, ſondern mit dem Darmkot ausgeſchieden. Es iſt nun bemerkenswert, daß zwiſchen dem anſcheinend verdauten Anteil der Rohfaſer und dem unverdauten Anteil der ſtickſtofffreien Extraktſtoffe, zunächſt bei den wiederkäuenden Tieren eine Kompenſation ſtattfindet, daß näm⸗ lich die betreffenden Mengen der beiderlei Stoffe ziemlich gleich ſind und alſo die im Futter durch die chemiſche Analyſe direkt er⸗ mittelte Geſamtmenge der ſtickſtofffreien Extraktſtoffe einen Maßſtab abgiebt für die Verdaulichkeit der ſtickſtofffreien Beſtand⸗ teile des Futters überhaupt(Rohfaſer und Extraktſtoffe zu⸗ ſammengenommen). Die erwähnte Kompenſation iſt aber nur im allgemeinen und durchſchnittlich vorhanden; im einzelnen kommen nicht ſelten beträchtliche Abweichungen vor, ſo daß die Menge der wirklich verdauten Subſtanz zuweilen 120% von den analytiſch ermittelten Extraktſtoffen des Futters und mehr beträgt, zuweilen aber auch bis auf 80% oder noch tiefer herabſinkt. Dieſes wechſelnde Verhalten ſteht bei einer und derſelben Grün⸗ oder Rauhfutterart im Zuſammenhang mit der prozentigen Verdauung der vorhandenen Rohfaſer oder iſt bedingt durch die Vegetationsperiode, in welcher das betreffende Futter geſchnitten und geerntet wurde. Je jünger und zarter das Futter iſt, deſto geringer iſt gewöhnlich der prozen⸗ tige Gehalt der Trockenſubſtanz an Rohfaſer, deſto leichter verdaulich 2 ¹ dij für Liere da derdauten Nohfeſe 100:. eis duch A nache über de erſchent tſchäßzen rſchieden ndungen doch ſth daß mar verdaute wieder⸗ leibt de Teil w⸗ ſondem ert, duß nd dem bei den ß näm⸗ jgleich relt er⸗ ßſtab ſtand⸗ fe zu⸗ ur im wmmen ge der lytiſch weilen ſelnde tterart denen velcher jünger rozen⸗ daulich Allgemeine Verdaulichkeitsverhältniſſe des Rauhfutters. 83 iſt die letztere und deſto größer iſt die Geſamtmenge der von den Tieren verdauten ſtickſtofffreien Futterbeſtandteile gegenüber der bei der Analyſe des Futtermittels gefundenen Menge der Extraktſtoffe. Dies ergab ſich z. B. bei einigen in Hohenheim mit Hammeln aus⸗ geführten Verſuchen, in welchen die Tiere Grünklee aus vier ver⸗ ſchiedenen Vegetationsperioden verzehrten(Nr. 3 war Grünklee in voller Blüte). Bezeichnet man das prozentige Verhältnis der ver⸗ dauten ſtickſtofffreien Futterbeſtandteile zu den bei direkter Analyſe des Futters gefundenen ſtickſtofffreien Extraktſtoffen mit(a) und die prozentige Verdauung der Futterrohfaſer allein mit(b), ſo erhält man folgende Zahlenreihen: 1. 2. 3. 4. (a)...... 111,9 105,5 101,8 88,5 (b)...... 60,0 53,0 49,6 38,8 Zugleich erſieht man aus dieſen, wie aus anderen damit über⸗ einſtimmenden Verſuchsergebniſſen, daß die anſcheinende Verdaulich⸗ keit der Rohfaſer verhältnismäßig raſcher ſich vermindert, als die der ſtickſtofffreien Futterbeſtandteile überhaupt, wie beſonders deutlich zu erkennen iſt, wenn man in beiden Reihen die erſte Zahl= 100 ſetzt und darauf die betreffenden anderen Zahlen berechnet, nämlich: ()...... 100 94 91 79 (b).... 100 88 32 65 Es findet daher die Kompenſation zwiſchen der verdauten Roh⸗ faſer und den unverdaut bleibenden ſtickſtofffreien Extraktſtoffen aller⸗ dings bei mittlerer Beſchaffenheit des Futtermittels ſtatt, aber ſie wird beeinflußt durch die größere oder geringere Verdaulichkeit der darin enthaltenen Rohfaſer. 3. Ebenſo wie der verdaute Anteil der Rohfaſer, ſo hat auch der wirklich verdaute und reſorbierte Anteil der ſtickſtofffreien Extrakt⸗ ſtoffe eine dem Stärkemehl nahezu gleiche Zuſammenſetzung. Man kann im großen und ganzen alles, was außer dem Fett und den meiſt nur in geringer Menge vorkommenden organiſchen Säuren an ſtickſtofffreiem Nährſtoff im Futter der Pflanzenfreſſer enthalten iſt, als Kohlehydrat betrachten, welches ähnliche Wirkungen im Er⸗ nährungsprozeß des Tierkörpers ausüben muß, wie ſolche zunächſt durch Verſuche am Fleiſchfreſſer mit Stärkemehl und Zuͤcker ermittelt und im erſten Teil dieſer Ausarbeitung erörtert worden ſind. 4. Dasjenige, was von den ſtickſtofffreien Extraktſtoffen un⸗ verdaut bleibt, iſt ein Gemenge von verſchiedenen kohlenſtoffreichen Subſtanzen und hat als Ganzes eine ähnliche prozentige Zuſammen⸗ ſetzung wie das ſog. Lignin(mit 55 bis 56% Kohlenſtoff, gegen⸗ 6* 84 Die Verdaulichkeit des Futters. über von 44,4% in dem Stärkemehl und in der Celluloſe). Es iſt alſo für das Verhalten im Verdauungsprozeß gleichgiltig, ob das Lignin in den bei der chemiſchen Analyſe des Futtermittels in An⸗ wendung kommenden ſauren und alkaliſchen Flüſſigkeiten ſich auflöſt oder mit der Celluloſe gemiſcht in der Rohfaſer als„inkruſtierende Subſtanz“ zurückbleibt.. 5. Da das Rohfett oder der Atherextrakt des Rauhfutters ein Gemenge iſt von ſehr verſchiedenen, mehr oder weniger verdau⸗ lichen Subſtanzen, wurde ſchon oben(S. 77) hervorgehoben. Das Chlorophyll, alſo der in Äther lösliche grüne Farbſtoff der Pflanze, ſcheint ſo gut wie ganz unverdaulich zu ſein, und die wachsartigen Stoffe werden ſich wohl ähnlich verhalten. Es iſt daher natürlich, daß die Verdaulichkeit der Geſamtmenge des Rohfettes eine ſehr verſchiedene ſein wird, je nach der Art des Futters und je nach der Beſchaffenheit eines und desſelben Futtermittels. Immer aber iſt dieſe Verdaulichkeit bei jüngeren und zarteren Pflanzen eine größere als bei älteren, und ebenfalls iſt zu beachten, daß von dem Rohfett des Kleeheues und des Strohes der Hülſenfrüchte im allgemeinen mehr(gewöhnlich 50 bis 60% der Geſamtmenge) verdaut wird, als von dem im Wieſenheu und im Stroh der Halmfrüchte enthal— tenen Rohfett, von welchem anſcheinend nur 30 bis 50% zur Ver⸗ dauung gelangen. 6. Das Rohprotein iſt hinſichtlich ſeiner Verdaulichkeit in den verſchiedenen Rauhfutterarten und in den verſchiedenen Zuſtänden eines und desſelben Futtermittels faſt noch größeren Schwankungen unterworfen, als irgend ein anderer Futterbeſtandteil; von der Ge⸗ ſamtmenge des Rohproteins im Klee⸗ und Wieſenheu z. B. werden, je nach den Umſtänden von 35 bis zu 80% verdaut. Gewöhnlich gelangt das Rohprotein um ſo leichter und vollſtändiger zur Ver⸗ dauung, je größer der prozentige Gehalt des betreffenden Futter⸗ mittels an dieſem Beſtandteil iſt, reſp., was damit meiſt parallel geht, je jünger die Pflanze iſt; indes äußert darauf auch die Menge und Beſchaffenheit der vorhandenen Rohfaſer einen Einfluß. Aus direkten Verſuchen am Tier wiſſen wir, daß im Wieſenheu mittlerer Güte das Rohprotein ziemlich gleich verdaulich iſt wie im Kleeheu mittlerer Güte, daß dagegen im Stroh der Sommerhalmfrüchte und mehr noch im Stroh der Winterhalmfrüchte das darin enthaltene Rohprotein weniger vollſtändig zur Verdauung gelangt, während dieſer Beſtandteil im Stroh der Hülſenfrüchte durchſchnittlich wieder⸗ um leichter verdaulich iſt, als im Stroh der Halmfrüchte. Wir haben ferner Anhaltpunkte für die Beurteilung der Verdaulichkeit des Rohproteins in den verſchiedenen Zuſtänden der Rauhfutterarten 9. 6 ob d b auföſ tierende hfuttes verdau⸗ . Da Pflane zartigen türlih ne ſehr ach der aber ſt größere Rohfet meinen widd enthal⸗ er Ver⸗ keit in tänden kungen r Ge⸗ erden, hnlich Ver⸗ ütter⸗ rallel kenge Aus llerer eeheu und ltene grend ſeder⸗ Wir ichkeit rarten Allgemeine Verdaulichkeitsverhältniſſe des Rauhfutters. 85 und bezüglich der einzelnen Tiergattungen, ſowie auch Andeutungen ſich geben laſſen über das Verhalten des Rauhfutterproteins unter dem Einfluß größerer oder geringerer Mengen von allerlei Beifutter. Ich werde hierauf bezügliche Verſuchsreſultate weiter unten mit⸗ teilen. Übrigens hat man in neueſter Zeit die Vermutung aus⸗ geſprochen, daß ähnlich wie bei der Celluloſegärung(ſ. S. 82) auch durch Eiweißfäulnis im Darmkanal ein Nährſtoffverluſt ſtattfindet, und Tappeiner hat dieſen Verluſt aus der Menge des im Harn des Pferdes und der Wiederkäuer gefundenen Phenols(beziehungs⸗ weiſe Indol und Skatol) auf wenigſtens 10% des im Kote nicht wieder erſcheinenden, alſo verdauten oder„ausgenützten“ Futtereiweißes berechnet, wobei jedoch unſicher bleibt, ob das betreffende Phenol allein aus Eiweiß ſich abſpaltet, oder ob an deſſen Bildung noch andere Stoffe bei der Gärung des kompliziert zuſammengeſetzten pflanz⸗ lichen Futters beteiligt ſind. Die Gegenwart oder Beigabe größerer Mengen von leicht verdaulichen Kohlehydraten ſoll nach Hirſchler's Unterſuchungen die Eiweißfäulnis im Darm weeſentlich vermindern. Von Intereſſe iſt es, daß man auch mittelſt künſtlicher Ver⸗ dauung(nach Stutzer's Methode), durch geeignete Behandlung der Nahrungs⸗ und Futtermittel mit ſaurem Magenſaft oder Pepſin⸗ löſung(Extrakt von friſchem Schweinemagen mit ſehr verdünnter Salzſäure) über die Verdaulichkeit des Proteins, über deſſen ver⸗ daulichen und unverdaulichen Teil ſich Auskunft verſchaffen kann. Nachdem die Methode dahin verändert worden iſt, daß man die Futtermittel zuerſt mit ſaurer Pepſinlöſung und ſodann mit alka⸗ liſchem Pankreasauszug behandelt, den betreffenden Kot der Tiere aber, und zwar im friſchen, nicht vorher getrockneten Zuſtande, nur mit Pepſinlöſung extrahiert, hat Pfeiffer in Göttingen bei künſt⸗ licher und natürlicher Verdauung, in einigen Verſuchen mit Hammeln nahe übereinſtimmende Reſultate erhalten. Als Futter verabreichte man in 5 Einzelverſuchen: 1. Wieſenheu allein, 2. Wieſenheu und Erdnußkuchen, 3. Wieſenheu, Erdnußkuchen und getrocknete Rüben⸗ ſchnitzel, 4. Luzerneheu allein; 5. Luzernehenu, Erdnußkuchen und Schnitzel. Es ergab ſich, daß von dem Stickſtoff oder Rohprotein des Futters in Prozenten der Geſamtmenge unverdaut oder ungelöſt blieben: 1. 2. 3. 4. 5. künſtlich.. 20,57 14,41 13,22 10,83 10,69 im Tier.. 21,46 15,40 13,65 11,32 9,93 Ohne Berückſichtigung der Stoffwechſelprodukte im Kot, alſo wie gewöhnlich aus der Differenz von Futter und Kot berechnet, waren anſcheinend unverdaut 35,69 24,65 25,05 23,71 20,41 86 Die Verdaulichkeit des Futters. Man erhält alſo ohne und mit Berückſichtigung der als Stoff⸗ wechſelprodukte geltenden Stickſtoffverbindungen im Kot ſehr ver⸗ ſchiedene, oft um das Doppelte verſchiedene Zahlen für den un⸗ verdauten Anteil des Futterſtickſtoffes. Dieſes Verhältnis ändert ſich auch nicht weſentlich, wenn man die verbeſſerte G. Kühn'ſche Methode anwendet, wobei die Futtermittel mit der doppelten Menge Pepſin⸗ löſung doppelt ſolange behandelt werden und wenn man begründeter Weiſe den durch künſtliche Verdauung beſtimmten Gehalt des Kotes an Stoffwechſelprodukten in vielen Fällen für zu hoch anſieht. Wenn man die Reſultate der künſtlichen Verdauung bei Futterberechnungen benutzen wollte, ſo müßte man für die mit dem Kot ausgeſchiedenen Stoffwechſelprodukte(ſ. S. 80), welche vom Körper des Tieres ſtammen und demſelben von einem Tage zum anderen wiederum erſetzt werden müſſen, ein Äquwalent an Futterſtickſtoff in Rechnung nehmen. Zu dieſem Zweck iſt zuerſt von Kellner, auf Grund der Unterſuchung von Futtermitteln, welche in Hohenheim vorher in Verſuchen am Tier auf ihre Verdaulichkeit geprüft waren, vorge⸗ ſchlagen worden, für die Stoffwechſelprodukte im Kot einfach auf je 100 g der verdauten Trockenſubſtanz des Futters 0,4 g Stickſtoff zu rechnen. Manche ſind geneigt, dieſe Zahl ohne weiteres zu ver⸗ allgemeinern und als überall giltig hinzuſtellen, obgleich ſchon bei den Verſuchen in Hohenheim ſehr beträchtliche Schwankungen ſich zeigten, wie in ſpäter dort ausgeführten Verſuchen beſtätigt wurde und dasſelbe war auch bei den Verſuchen von Pfeiffer in Göttingen der Fall; man fand nämlich hier auf 100 g verdaute Trockenſub⸗ ſtanz an Kotſtickſtoff pepſinlöslich: 1. 2. 3. 4. 5. Mittel g 0,505 0,455 0,445 0,720 0,450 0,515. Beſonders auffallend iſt die große Differenz von Nr. 1 und 4, alſo bei ausſchließlicher Fütterung mit Wieſenheu und mit Luzerne⸗ heu. In einigen, ebenfalls von Pfeiffer in Göttingen ausgeführten Verſuchen mit Schweinen ergab ſich eine größere Übereinſtimmung mit der Zahl 0,4 g, indem die Schwankungen in 9 Einzelverſuchen nur 0,38 bis 0,48 g betrugen. Ganz anders aber waren die Re⸗ ſultate, welche Meißl und Strohmer in Verſuchen mit Schweinen in Wien erzielten; hierbei wurde ausſchließlich gekochter Reis ge⸗ füttert und davon pro Tag und Kopf in einem Verſuch ein Quantum von 1704,8 und in einem zweiten Verſuch 1699,7 g Trockenſubſtanz verdaut, dagegen in dem produzierten Kot im ganzen nur reſp. 2,13 und 3,72 g Stickſtoff ausgeſchieden, wovon noch ein Teil allerlei unverdauten oder nicht reſorbierten Reſten der Nahrung angehörte, während nach obiger Rechnung allein der mit den Stoffwechſelprodukten Sof⸗ j der⸗ den u⸗ ert ſih Nethede Pepſir ündeter Kote Wenn nungen iedenen Tires ederun echnung nd der her in vorge⸗ ch auf ticſtof u ver⸗ on bei en ſich wurde ttingen kenſub⸗ Mittel 0,515 und 4, zerne⸗ ührten umung ſſuchen ie Re⸗ veinen is ge⸗ antum bſtanz .2,13 allerlei odukten Allgemeine Verdaulichkeitsverhältniſſe des Rauhfutters. 87 im Kot ausgeſchiedene Stickſtoff 6,82 und 6,80 g hätte betragen müſſen. Überhaupt wird das Quantum der ſtickſtoffhaltigen Stoff⸗ wechſelprodukte im Kot, da es ſich dabei, wenigſtens für die pflanzen⸗ freſſenden Tiere, vorzugsweiſe um das Mucin(Darmſchleim) handelt, wohl eher mit der Menge und Beſchaffenheit des Kotes, als mit der Menge der aus dem Futter verdauten Trockenſubſtanz in einem be⸗ ſtimmten Verhältnis ſtehen. Bei den angegebenen Differenzen und weil es auch ſehr zweifel⸗ haft iſt, ob alles, was vom Kot in ſaurem Magenextrakt ſich auf⸗ löſt, wirklich als Stoffwechſelprodukt betrachtet werden kann, darf man nicht voreilig an die Stelle der direkt am Tier ermittelten Verdauungskosffizienten die Reſultate der künſtlichen Verdauung ſetzen und damit rechnen wollen. Der direkte Verſuch am Tier iſt immer noch unentbehrlich, um uns über alle Umſtände, welche die Aus⸗ nutzung des Futters beeinfluſſen, Aufſchluß zu geben,— abgeſehen davon, daß es ſich dabei nicht allein um die Verdauung der Stick⸗ ſtoffverbindungen handelt, ſondern auch um die Verdauung der ſtick⸗ ſtofffreien Beſtandteile, für deren künſtliche Verdauung es bis jetzt nicht gelungen iſt, eine in ihren Reſultaten nur einigermaßen ge⸗ nügende Methode zu ermitteln. 8. Bei ausſchließlicher Verabreichung von Rauhfutter ſind in dem Harn der wiederkäuenden Tiere höchſtens nur geringe Spuren von Phosphorſäure enthalten. Es wird alsdann anſcheinend von der im Futter aufgenommenen Phosphorſäure nur ſo viel aus dem Verdauungskanal reſorbiert, als zum etwaigen Anſatz an den Geweben, beziehungsweiſe zur Milchbildung erforderlich iſt; alles übrige geht in den Darmkanal über. In Wirklichkeit aber wird die Phosphorſäure nebſt anderen Mineralſtoffen des Futters in gewiſſen Abteilungen des Darmkanals ſehr reichlich reſorbiert, und es kehrt der im Körper nicht verwendbare Überſchuß durch den Kreislauf des Blutes mit den Verdauungsſäften in den Darm zurück, wie auf den Verſuchsſtationen in Proskau von Weiske und in Kuſchen von Wildt nachgewieſen wurde. Auch iſt der Harn der Wieder⸗ käuer von ganz ähnlicher Beſchaffenheit wie derjenige der Fleiſch⸗ freſſer, d. h. ſehr reich an Phosphorſäure(20 bis 45% der Harnaſche), wenn man jenen Tieren ausſchließlich Milchnahrung darbietet oder volljährige Wiederkäuer mehrere Tage lang hungern läßt, ſo daß ſie ſchließlich nur von dem eigenen Körper zehren. Ebenfalls findet man bei ſehr intenſiver Fütterung von Kälbern und Lämmern mit Körnern in dem Harn derſelben immer größere oder geringere Mengen von Phosphorſäure. Wie man ſieht, verändern ſich alſo die Ausſcheidungsverhältniſſe für die im Futter 88 Die Verdaulichkeit des Futters. überſchüſſig aufgenommene Phosphorſäure je nach der Art der Fütterung, und es ſcheint darauf auch der größere oder geringere Gehalt der täglichen Nahrung an Kalk einen beſtimmenden Einfluß zu äußern. Das Kali des Futters wird bis zu 95 und 97%, die Magneſia zu 20 bis 30% und der Kalk bei wiederkäuenden Tieren nur zu 2 bis 5%, die Schwefelſäure endlich und das Chlor faſt vollſtändig mit den Harn ausgeſchieden, und zwar ſind dieſe Verhältniſſe, wie namentlich einige in Hohenheim ausgeführte Verſuche deutlich erkennen laſſen, bei dem Kleeheu faſt genau ebenſo geſtaltet wie bei dem Wieſenheu, ungeachtet die Aſche der beiderlei Futterarten eine ungleiche Zuſammenſetzung hat. Der Reſt von den Aſchenbeſtandteilen des Futters, ſoweit derſelbe im Körper keine Verwendung findet, alſo nicht zurückgehalten wird, oder in die etwa produzierte Milch übergeht, ſowie die ganze Menge der mit dem Futter aufgenommenen Kieſelſäure gelangt mit dem Darmkot der Tiere zur Ausſcheidung. Es ſind dieſe Thatſachen begreiflicherweiſe für die Beurteilung des Dungwertes der feſten und flüſſigen Ex⸗ kremente von Wichtigkeit. Das Pferd unterſcheidet ſich dadurch von dem Wiederkäuer, daß es mit dem Harn einen weit größereren An⸗ teil von Kalk aus dem Körper entfernt, unter normalen Verhält⸗ niſſen von 40 bis über 60% der im Futter aufgenommenen Ge⸗ ſamtmenge, während der Gehalt des Harnes an Kali verhältnismäßig geringer iſt als bei dem Wiederkäuer und bezüglich der Ausſcheidungs⸗ verhältniſſe der Phosphorſäure die beiden Tiergattungen überein⸗ ſtimmend ſich verhalten. Außer dem allgemeinen Verhalten des Rauh⸗ und Grünfutters bezüglich ſeiner Verdaulichkeit und der damit im innigſten Zu⸗ ſammenhang ſtehenden Nährkraft kommen noch einige ſpezielle und zwar praktiſch beſonders wichtige Fragen in Betracht, auf welche direkte Verſuche ebenfalls eine mehr oder weniger beſtimmte Antwort gegeben haben. 1. Bei Verabreichung verſchiedener Quantitäten pro Tag und Kopf, aber von einem und demſelben Rauhfutter, bleibt die nach Prozenten der einzelnen Beſtandteile berechnete Verdaulich⸗ keit desſelben im weſentlichen unverändert. Es wurde dieſe Thatſache in mehrfachen Verſuchen, namentlich in Weende und Hohen⸗ heim beſtätigt gefunden, bei Ochſen, Schafen und Pferden, bei Fütterung ausſchließlich mit Wieſenheu und mit Kleeheu oder Luzerne. Die Tiere nehmen im geſunden Zuſtande und unter ſonſt normalen Verhältniſſen von einem Rauhfutter nur ſo viel auf, als ſie relativ ollt 15 prec die heim Tag zehrt obach Veſch ſte diſe mit ſelber Ders gleic Futte von! reful der L d5 ſt und Blt ging. Vere nehm hültni Heu. mittel dem wenn kit d Leruu und n don( daubi eiderle on den r keine je etwa iit dem kot der erweiſe en Er⸗ ſch von n An⸗ erhält— n Ge⸗ zmäßig dungs⸗ berein⸗ zzerne. rmalen relati Beſondere Verdaulichkeitsverhältniſſe des Rauhfutters. 89 vollſtändig zu verdauen vermögen. Man darf alſo nicht glauben, daß bei einem geringeren Futterquantum die Verdauungsſäfte ent⸗ ſprechend kräftiger löſend einwirken als bei reichlicherer Futtergabe; die prozentige Verdauung des Futtermittels war z. B. in Hohen⸗ heimer Verſuchen faſt ganz dieſelbe, einerlei ob ein Hammel pro Tag 0,5 oder 1 oder 1,5 kg Kleeheu ohne jegliches Beifutter ver⸗ zehrte. Freilich iſt zu erwähnen, daß die bisher angeſtellten Be⸗ obachtungen nur auf Wieſen⸗ und Kleeheu von guter oder mittlerer Beſchaffenheit ſich beziehen; jedoch iſt wohl gleiches für die mehr ſchwerverdaulichen Rauhfutterarten, für Stroh, Spreu ꝛc. anzunehmen. Dieſes konſtante Verhalten iſt wichtig und erleichtert die Rechnung mit verdaulichen Futterbeſtandteilen, die Feſtlegung der Mengen der⸗ ſelben für die verſchiedenen Nutzungszwecke der landwirtſchaftlichen Tiere. 2. Die einzelnen Nährſtoffe werden nach allen Richtungen in gleicher Weiſe verdaut und reſorbiert, einerlei ob das betreffende Futtermittel im heutrockenen Zuſtand oder als Grünfutter von dem Tier verzehrt wurde. Es befindet ſich dieſes Verſuchs⸗ reſultat anſcheinend im Widerſpruch mit den allgemeinen Erfahrungen der Landwirte. Auch iſt dasſelbe nur dann durchaus richtig, wenn das Grün⸗ und Trockenfutter von ſonſt abſolut gleicher Beſchaffenheit iſt, zu derſelben Zeit und auf demſelben Felde geſchnitten wurde, und wenn von den Pflanzen bei der Heubereitung keine Spur von Blättern und anderen zarten, beſonders nahrhaften Teilen verloren ging. Dies iſt bekanntlich in der Praxis niemals, namentlich bei der Bereitung von Klee⸗ und Luzerneheu, vollſtändig zu erreichen, und vor⸗ nehmlich aus dieſem Grunde beobachtet man ganz gewöhnlich eine ver— hältnismäßig größere Nährwirkung von dem Grünfutter als von dem Heu. Die Verdaulichkeit der organiſchen Beſtandteile eines Futter⸗ mittels wird durch das einfache Trocknen desſelben an der Luft, wenn ſolches ohne allen Verluſt ſtattfindet, in keiner Weiſe verändert. 3. Daß dagegen bei der gewöhnlichen Dürrheubereitung mit dem Verluſt von allerlei zarten Pflanzenteilen auch die Verdaulich⸗ keit des Futters ſich vermindert, iſt wohl ſelbſtverſtändlich. Der Verluſt an Trockenſubſtanz beträgt nicht ſelten 10% und darüber und nach Beobachtungen in Proskau von Weiske und in Möckern von G. Kühn bei Eſparſette und Luzerne die Abnahme der Ver⸗ daulichkeit 4 bis 5%.*) Die Abnahme iſt noch bedeutender, wenn *) Vergl. Tabelle II im Anhang, wo man außerdem Belege findet für die im folgenden weiter angedeutete Geſtaltung der Verdaulichkeit des Rauh⸗ futters unter dem Einfluß wechſelnder Verhältniſſe. 90 Die Verdaulichkeit des Futters. durch ungünſtige Erntewitterung ein wiederholtes Beregnen und Auslaugen des Futters, vielleicht eine förmliche Vergärung ſeatt⸗ gefunden hat, wobei dasſelbe zugleich an Schmackhaftigkeit ſehr ver⸗ verliert. Einer ſolchen Veränderung iſt die im jungen und noch wenig verholzten Zuſtand geſchnittene Pflanze ganz beſonders aus⸗ geſetzt, das Wieſengrummet daher mehr als das Wieſenheu. 4. Auch bei längerer Aufbewahrung des Futters kann leicht ſowohl die Verdaulichkeit wie die Schmackhaftigkeit ſich ver⸗ mindern. Wenigſtens iſt dies aus Verſuchen zu entnehmen, welche in Hohenheim ausgeführt wurden, indem von dem Rohprotein eines Wieſengrummets bald nach der Ernte 62%, dagegen 3 Monate ſpäter nur 56 und im Frühjahr 54% der Geſamtmenge bei der Verfütterung an dieſelben Tiere zur Verdauung gelangten, während die Verdauungs⸗Koöffizienten für die übrigen Futterbeſtandteile ziemlich unverändert blieben. AÄhnliches wurde auch in Dresden von Hof⸗ meiſter bezüglich des Kleeheus beobachtet. Dieſes Verhalten war in den vorliegenden Fällen weniger durch chemiſche Veränderung der Trockenſubſtanz bedingt als einfach durch mechaniſches Ab⸗ bröckeln von feinen Pflanzenteilen, womit häufig allerdings auch eine Abnahme im prozentigen Stickſtoffgehalt des Futters verbunden iſt. Ob aber die aus der Praxis bekannte, ſelbſt bei anſcheinend guter Aufbewahrung oft auffallend geringe Nährwirkung von über⸗ jährigem Heu und Stroh wirklich durch eine weſentliche Ver⸗ änderung in dem urſprünglichen chemiſchen Gehalt veranlaßt wird, oder hauptſächlich nur in mechaniſchen Urſachen und in der ver⸗ minderten Schmackhaftigkeit der Futterſubſtanz zu ſuchen iſt, darüber können erſt weitere Verſuche und Unterſuchungen entſcheiden. Bei nicht ganz trockener Aufbewahrung, vielleicht ſchon bei vorübergehend feuchter Witterung kann eine teilweiſe Umänderung der Eiweiß⸗ ſubſtanz in Amidverbindungen erfolgen und damit die Nährkraft des Futters geſchädigt werden. 5. Bekanntlich hat das Futter in den verſchiedenen Vege⸗ tationsperioden der betreffenden Pflanze eine ſehr ungleiche Verdaulichkeit und Nährkraft. In Möckern ergab ſich, daß Ochſen bei der Fütterung ausſchließlich mit Grünklee, welcher am 20. Mai (kurz vor der Blüte), am 7. und 20. Juni(gegen Ende der Blüte) geſchnitten war, von dem Rohprotein beziehungsweiſe 71— 65 und 59%, von der Rohfaſer 51— 47 und 40% verdauten, während die Verdaulichkeit der ſtickſtofffreien Extraktſtoffe geringeren Schwankungen unterlag. Ebenſo beobachtete man in Hohenheim bei dem Grünklee aus 4 Vegetationsperioden in Verſuchen mit Hammeln eine all⸗ mähliche Abnahme der Verdauung des Rohproteins von 76 bis auf V 59 u gelan Mäühe bezie halte Vie beide habe Tooh in- auch Wiſſ villi über ſein, Troc halte derſe wirli fücher Rohp begin in„ Mih erkl Umſt feinen ſeit ſowie einer ſciied Kleeh ſteti bei vorde dyſt ſoße wihr ver ande ſein, nen und ing ſat⸗ ſehr der und wi ders als⸗ rs hm ſich ver t welch tein eines Monate j bei der während eziemlih von Hof ten war inderung zjes Ab⸗ uch eine den iſt d guter über⸗ he Ver⸗ ßt widd, der ver⸗ darüber n. Bei rgehend Eweiß⸗ ührkraft Vege⸗ ngleiche Ochſen 9. Mai Blüte) 65 und rend die ankungen Grünkler eine al— . z bis auf Beſondere Verdaulichkeitsverhältniſſe des Rauhfutters. 91 59 und der Rohfaſer von 60 bis auf 39%. Auch in Proskau gelangten von dem Rohprotein des jungen Weideklees 78%, des Mäheklees dagegen nur 61% zur Verdauung, von der Rohfaſer beziehungsweiſe 67 und 49%. Mit dem hier angedeuteten Ver⸗ halten des Futters ſteht im Zuſammenhang, daß im allgemeinen das Wieſengrummet leichter verdaulich iſt als Wieſenheu, wenn nämlich beides bei gleich günſtiger Witterung geerntet worden iſt; jedoch habe ich ſchon erwähnt, daß das Grummet bei dem langſamen Trocknen und bei der meiſt unbeſtändigen Herbſtwitterung, namentlich in Norddeutſchland, viel leichter eine Verſchlechterung erleidet und auch ſchon an ſich weniger ſchmackhaft und aromatiſch iſt als gutes Wieſenheu und deshalb von den Tieren zuweilen weniger bereit⸗ willig ohne entſprechendes Beifutter verzehrt wird. Die Nährkraft aber der jungen Pflanzen und Pflanzenteile muß eine um ſo größere ſein, als ſie nicht allein leichter verdaulich ſind, ſondern in ihrer Trockenſubſtanz auch eine weit größere Menge von Rohprotein ent⸗ halten, als die in der Vegetation weiter vorgeſchrittenen Pflanzen derſelben Art. Es erhöht ſich dadurch die Differenz bezüglich des wirklich verdauten Proteins oft beträchtlich; bei den erwähnten Ver⸗ ſuchen in Möckern betrug die Menge des verdauten und reſorbierten Rohproteins von der Trockenſubſtanz des Grünklees zur Zeit der beginnenden Blüte 13,9%, gegen Ende der Blüte nur 7,8%, und in Proskau waren die betreffenden Differenzen für Weideklee und Mäheklee noch viel größer, nämlich 21,2 und 8,2%. Hierdurch erklärt ſich, daß eine und dieſelbe Art von Rauhfutter je nach den Umſtänden, unter welchen es gewachſen und geerntet worden iſt, in ſeiner Nährwirkung um das Doppelte und Dreifache verſchieden ſein kann. 6. Eine erhebliche Wirkung äußert auch die Jahreswitterung ſowie die wechſelnde Bodenbeſchaffenheit und Düngungsweiſe. Von einer und derſelben Feld⸗ oder Wieſenfläche iſt das Futter in ver⸗ ſchiedenen Jahrgängen bezüglich ſeiner Nährkraft oft ſehr ungleich. Kleeheu z. B., welches in Hohenheim auf den Feldern der Verſuchs⸗ ſtation in drei aufeinander folgenden Jahren gewachſen und ſtets bei ſehr günſtiger Witterung zur Zeit der Blüte geerntet war, wurde jedesmal im Erntejahr an Hammel der württembergiſchen Baſtardraſſe verfüttert; die Verdaulichkeit der ſtickſtofffreien Extrakt⸗ ſtoffe ergab ſich in drei Jahrgängen zu 63 bis 67 und 75%, während die Differenzen für das Rohprotein nicht ſo bedeutend waren, nämlich davon 60— 64 und 65% verdaut wurden. In anderen Fällen jedoch müſſen die Schwankungen noch viel größer ſein, und ähnlich verhält es ſich in einem und demſelben Jahr mit 92 Die Verdaulichkeit des Futters. einem Futter, welches teils in ſonniger Lage, teils an mehr ſchattigen Plätzen unter ſonſt gleichen Umſtänden gewachſen iſt. 7. Während das Zerkleinern der Körner durch Qunetſchen, Schroten ꝛc. für die möglichſt vollſtändige Ausnutzung dieſer Futter⸗ mittel durch gewiſſe Tierarten oft ſehr wichtig iſt, wirken dagegen allerlei Zubereitungsmethoden des Rauhfutters, wie nament⸗ lich das Anbrühen, Dämpfen, die Selbſterhitzung ꝛc., auf deſſen Verdaulichkeit ungünſtig ein. Wenigſtens zeigte ſich in Ver⸗ ſuchen von Hellriegel und Lucanus auf der Verſuchsſtation zu Dahme die Verdaulichkeit von Roggenſtroh bei deſſen Verfütterung an Hammel durch Selbſterhitzung in keiner Weiſe erhöht, und eben⸗ ſowenig ergab ſich dieſes für ein gemiſchtes Futter in Verſuchen mit Milchkühen, welche W. Funke in Proskau ausführte; ſelbſt die Um⸗ wandlung der Luzerne in Brennheu ſteigerte gegenüber dem nach gewöhnlicher Methode bereiteten Dürrheu, in Verſuchen von Weiske in Proskau, nur die Verdaulichkeit der Rohfaſer um 8%, während die der ſtickſtofffreien Extraktſtoffe ſogar bedeutend(um faſt 11%) vermindert war und dasſelbe in geringerem Grade bezüglich der Proteinſubſtanz ſich bemerkbar machte; auch das Dämpfen von Wieſenheu verminderte die Verdaulichkeit des darin enthaltenen Roh⸗ proteins nach Verſuchen, die Hornberger auf der Verſuchsſtation in Poppelsdorf ausführte, und bei der Bereitung von Brennheu und Preßfutter kann dies in noch höherem Grade der Fall ſein. Da⸗ gegen wird allerdings durch eine paſſende Zubereitung die Schmack⸗ haftigkeit des Futters oft beträchtlich erhöht und die Tiere auf dieſe Weiſe beſtimmt, größere Mengen von einem an ſich ihnen weniger zuſagenden Futter bereitwillig aufzunehmen; ferner wird die Aufnahme durch Erweichen der Faſer oft erleichtert und durch Er⸗ ſparen von Kauarbeit dem Körper Stoff erhalten. Es kann alſo die Zubereitung in praktiſcher Hinſicht einen durchaus günſtigen Er⸗ folg haben, wenn auch die Menge der aus einem beſtimmten Quantum der Trockenſubſtanz des Futters wirklich verdauten und reſorbierten Nährſtoffe eine geringere iſt. Die Schmackhaftigkeit des Futters ſpielt überhaupt bei der Ernährung der landwirtſchaftlichen Nutztiere eine ſo wichtige Rolle, daß man nach den Reſultaten mancher Ver⸗ ſuche und Beobachtungen faſt annehmen muß, als könnte dadurch der Nähreffekt, die Ausnutzung einer beſtimmten Menge der reſor⸗ bierten Nährſtoffe für die Produktion von Fleiſch, Fett und Milch ſich weſentlich modifizieren. Indes werden dabei wohl mancherlei Täuſchungen vorkommen, und jedenfalls möchte es ſchwierig ſein, dieſe Frage durch direkte Fütterungsverſuche mit Beſtimmtheit zu zu entſcheiden. Auch bei allerlei Kraftfuttermitteln läßt ſich die an ſatie Qreiſten er Juter wdaxem e namen⸗ uf deſe in Ver ation z fütterun und ehen uchen ni die Um⸗ dem nnt n Weist während t 11⁰9 glich der fen von ten Ro⸗ ation in heu und n. Da⸗ chmac⸗ riere ouf h ihnen vird die ich Er⸗ mm alſo gen Er⸗ uantum rbierten Futters dutztiere er Ver⸗ dadurch r veſor⸗ d Mich ancherle rig ſein itheit zu h die un Beſondere Verdaulichkeitsverhältniſſe des Rauhfutters. 93 ſich vorhandene Verdaulichkeit durch die Art der Zubereitung nicht erhöhen. Dies ergab ſich z. B. in Möckern bezüglich der Weizen⸗ kleie in Verſuchen von G. Kühn mit Ochſen; im Gegenteil wurde durch vorausgehendes Kochen oder Anbrühen mit ſiedendem Waſſer, ferner durch Zuſatz von Sauerteig und angehende Gärung, ſowie mehr noch durch aufeinanderfolgende Behandlung der Weizenkleie mit Alkalien und Säuren die Verdaulichkeit mehr oder weniger ver⸗ mindert, was beſonders deutlich für das Rohprotein in geringerem Grade für die ſtickſtofffreien Beſtandteile dieſes Futtermittels ſich ausſprach. Auch geſonderte Verabreichung der Kleie als Tränke (neben trockenem Heufutter) blieb gegenüber der Verabreichung der Kleie als Kaufutter im Gemenge mit Heu ohne durchgreifenden Ein⸗ fluß auf die Verdauung. Daß die Verdaulichkeit der Eiweißſtoffe in der Weizenkleie durch Behandlung mit heißem Waſſer vermindert wird, wurde von Stutzer beſtätigt; dagegen äußerte die Milchſäure in dieſer Hinſicht einen ſehr günſtigen Einfluß, ebenſo allerlei Frucht⸗ ſäuren, insbeſondere die Weinſäure, Apfel⸗ und Citronenſäure, während die Eſſigſäure und Butterſäure bezüglich ihres Einfluſſes auf die Verdauung der Weizenkleie ſich faſt ganz indifferent verhielten. 8. Man hat manchmal geglaubt, daß eine verſtärkte Arbeits⸗ leiſtung, wobei der Appetit der Tiere mehr angeregt iſt und über⸗ haupt eine reichlichere Fütterung ſtattfindet, auch die Ausnutzung oder Verdaulichkeit des Geſamtfutters zu ſteigern vermöchte. Dies iſt jedoch keineswegs der Fall, wie die Reſultate verſchiedener Reihen von Pferdefütterungsverſuchen in Hohenheim deutlich beweiſen. Es wurden z. B. als tägliches Futter an ein etwa 530 kg ſchweres Pferd konſtant 5 kg Wieſenheu, 6 kg Hafer und 1 ½ kg Weizen⸗ ſtrohhäckſel verabreicht, während in fünf Verſuchsperioden die mittelſt eines Göpelwerkes regulierte Tagesarbeit ſehr verſchieden war, nämlich in den aufeinanderfolgenden Perioden: 1. einfach(etwa 600 000 kgm), 2. doppelt, 3. dreifach, 4. doppelt und 5. einfach. Hierbei ergab ſich, daß in Prozenten der Geſamtmenge von der organiſchen Sub⸗ ſtanz des Futters verdaut wurden: 1. 2. 3. 4. 5. 58,7 58,6 58,7 56,4 54,8. Die etwas abnehmenden Zahlen in Periode 4 und 5 ſind durch eine allmähliche Verminderung in der Verdaulichkeit des Wieſenheues bedingt, wie ſie bei längerer Aufbewahrung desſelben häufig beob⸗ achtet wird, und ſteht nicht mit der wechſelnden Höhe der Tages⸗ arbeit im Zuſammenhange. ÄAhnliches ergab eine andere Verſuchs⸗ reihe, in welcher dasſelbe Pferd mit täglich 7,5 kg Wieſenheu nebſt 4 kg Ackerbohnen gefüttert wurde und eine Tagesarbeit verrichtete, 94 Die Verdaulichkeit des Futters. die in drei Verſuchsperioden auf 810000, auf 2430 000 und wiederum 810 000 kgm ſich berechnete. Die Verdauung an orga⸗ niſcher Subſtanz im ſtets unverändert bleibenden Futter betrug in der erſten Periode 60,0%, in der zweiten Periode 58,5 und in der dritten Periode 57,5% von der Geſamtmenge; damit überein⸗ ſtimmend waren auch bezüglich der einzelnen Futterbeſtandteile und Nährſtoffgruppen kleine Differenzen vorhanden, die jedoch ebenſowenig mit der wechſelnden Arbeitsleiſtung etwas zu thun hatten. L. Grandeau und Leclerc beobachteten auch eine Verdauungs⸗ depreſſion bei ihren Verſuchen mit Pferden infolge verſtärkter Arbeits⸗ leiſtung, beſonders wenn letztere im Trab ſtatt im Schritt ausgeführt wurde. Indes wird man dieſes Verſuchsreſultat nicht als gemein giltig, ſondern wohl nur durch beſondere Verhältniſſe bedingt anſehen dürfen. Solange die Arbeit eine gewiſſe Grenze nicht überſteigt und keine Überanſtrengung der Tiere ſtattfindet, wird vermutlich der hemmende oder fördernde Einfluß auf den Verlauf des Verdauungs⸗ prozeſſes ein ſehr geringer ſein und kann jedenfalls vorläufig bei Futterberechnungen nicht berückſichtigt werden. 9. Die verſchiedenen Arten der wiederkäuenden Tiere, alſo Ochſen, Kühe, Schafe und Ziegen, verdauen ein und dasſelbe Rauhfutter in gleicher Weiſe. Im Mittel von 40, an verſchiedenen Orten und unter verſchiedenen Verhältniſſen ausgeführten Einzel⸗ verſuchen ergab ſich für das Wieſenheu eine um ungefähr 2% beſſere Verdauung aller Beſtandteile durch Ochſen und Kühe als durch Schafe, während in einer noch größeren Anzahl von Verſuchen das Kleeheu, beziehungsweiſe der Grünklee von den Schafen durch⸗ ſchnittlich um 2 bis 3% beſſer verdaut wurde als von dem Rind⸗ vieh. Die an ſich unbedeutenden Differenzen gleichen ſich alſo für die genannten beiden Heuarten vollſtändig aus. Auch bei der Fütte⸗ rung der Ziegen hat man für das Wieſenheu in den bisher vor⸗ liegenden Verſuchen durchaus mittlere Verdauungsverhältniſſe be⸗ obachtet. 10. Von den nicht wiederkäuenden Pflanzenfreſſern kommt als landwirtſchaftliches Tier hauptſächlich das Pferd in Betracht. Seit dem Jahre 1876 ſind auf der landwirtſchaftlichen Verſuchsſtation zu Hohenheim in großer Anzahl vergleichende Verſuche mit Pferd und Hammel ausgeführt worden, wobei man ſtets dieſelben Futter⸗ arten faſt gleichzeitig mit den beiderlei Tiergattungen auf die Ver⸗ daulichkeit prüfte. Eine im Anhang mitgeteilte Tabelle giebt über die Reſultate dieſer Verſuche Auskunft. Bezüglich des Wieſenheus wurde im weſentlichen folgendes gefunden: a) Von der Trockenſubſtanz verdaut das Pferd 11 bis 12% den einige gattu ſchnit derd he leſe bei a ütd eret omn 000 nd an olge⸗ betrugi 5 und i t überen⸗ teile und enſovenn duung rArbei⸗ usgefüht 3 gemen Tier⸗ dasſelbe ciiedenen Ennze⸗ hr 2 N hühe als gerſuchen en durch⸗ n Nind⸗ nlo für rFütte⸗ ſer vor⸗ iſe be⸗ umt als Seit sſtation t Pferd Futter⸗ die Ver⸗ bt über jeſenheus 8 1²⁰% Beſondere Verdaulichkeitsverhältniſſe des Rauhfutters. 95 weniger als der Wiederkäuer, und zwar iſt dieſe Differenz bei den verſchiedenſten Sorten dieſes Futtermittels ziemlich konſtant. b) Das Rohprotein im Wieſenheu wird im allgemeinen von Pferd und Hammel gleich gut verdaut. c) Bezüglich des Rohfettes iſt die Differenz der Verdauungs⸗ koöffizienten bei Pferd und Wiederkäuer beſonders groß, zunächſt in den leicht verdaulichen Sorten, während dieſelbe in den weniger verdaulichen Qualitäten ſich vermindert, nach den vorliegenden Ver⸗ ſuchen manchmal von über 50 bis auf 25%. d) Ähnliches, nur in weit geringerem Grade, bemerkt man bei den ſtickſtofffreien Extraktſtoffen, wo die Differenzen überhaupt nur einige Prozente(7— 10) zu gunſten des Hammels betragen. e) Beſonders wichtig iſt das Verhalten der beiderlei Tier⸗ gattungen zu der Rohfaſer des Wieſenheues. Es wird dieſelbe durch⸗ ſchnittlich von dem Pferd um über 20% weniger verdaut oder im Verdauungskanal gelöſt als von dem Hammel, was reichlich ⅛ der von dem letzteren Tier verdauten Menge ausmacht, und zwar iſt dieſe Differenz, ſoweit ſie auf die Verdauungskoöffizienten ſich bezieht, bei allen Sorten von Wieſenheu ziemlich gleich. f) Anders geſtaltet ſich die Verdauungsdifferenz, wenn man ſie für die einzelnen Beſtandteile auf Prozente der Heutrockenſubſtanz. berechnet. Von der etwa 12% der letzteren betragenden Differenz kommen bei den leicht verdaulichen Sorten von Wieſenheu auf die Rohfaſer 5 bis 6%, auf die ſtickſtofffreien Extraktſtoffe etwa 4 und auf das Rohfett 1 bis 1,5% nebſt geringen Mengen von Proteinſubſtanz; dagegen bei den ſchwer verdaulichen Heuſorten auf die Rohfaſer 7 bis 8%, auf die ſtickſtofffreien Extraktſtoffe etwa 3,5 und auf Rohfett 0,5 bis 1,0%. Im allgemeinen iſt die Summe verdauter ſtickſtofffreier nicht fettartiger Subſtanz in Heu⸗ und Grünfutter beim Pferde 20 bis 25% der analytiſch ermittelten ſtickſtofffreien Extraktſtoffe geringer, als bei dem Wiederkäuer. Für Klee und Luzerneheu hat bei Pferd und Hammel eine faſt völlig gleiche Verdaulichkeit des Rohproteins und der ſtickſtoff⸗ freien Extraktſtoffe ſich ergeben; auch bezüglich der an ſich weniger verdaulichen Rohfaſer iſt die Differenz, namentlich bei dem Luzerne⸗ heu nicht ſo bedeutend wie bei dem Wieſenheu. Dagegen fand man für Weizenſtroh ſehr große Verdauungsdifferenzen. Indes ſind über das Verdauungsvermögen von Pferd und Hammel für dieſe Rauhfutterarten erſt noch weitere Verſuche anzuſtellen. Die konzen⸗ trierten Futtermittel endlich werden von den beiderlei Tieren, mit Ausnahme etwa der Fettſubſtanz, völlig gleich gut verdaut. Wenigſtens 96 Die Verdaulichkeit des Futters. hat man dies in Hohenheim für Hafer, Gerſte, Mais, Ackerbohnen, Erbſen und Lupinen bereits in mehrfachen Verſuchen konſtatiert. 12. Selbſt in den verſchiedenen Wachstums⸗ oder Alters⸗ perioden beſitzen die Tiere für ein beſtimmtes Futter ein nahezu gleiches Verdauungsvermögen, wobei jedoch als Bedingung gelten muß, daß ſie von der Milchnahrung vollſtändig entwöhnt ſind und das betreffende Futter nach Schmackhaftigkeit und Nährkraft ein ihnen durchaus zuſagendes und genügendes iſt. 13. Die Individualität hat oftmals einen größeren Ein⸗ fluß auf die Geſtaltung des Verdauungsvermögens für ein und das⸗ ſelbe Futter, als die Raſſe und ſelbſt die Gattung der wiederkäuenden Haustiere. Abgeſehen von vorübergehenden Verdauungsſtörungen und von der durch höheres Alter bewirkten Verdauungsſchwäche findet man oft auch bei Tieren gleicher Raſſe, ſowie von gleichem Alter und Lebendgewicht konſtante Verſchiedenheiten, welche jedoch ſelten mehr als 2— 4% der geſamten organiſchen Subſtanz oder der einzelnen Beſtandteile des Futters betragen; größere Differenzen im Verdauungsvermögen zeigen ſich zuweilen bei einzelnen Individuen, welche im Wachstum und Lebendgewicht hinter den übrigen gleich⸗ artigen Tieren auffallend zurückgeblieben ſind. Unter ſolchen Ver⸗ hältniſſen beobachtete z. B. Weiske in Proskau bei Schafen Ver⸗ dauungsdifferenzen von 7% für die organiſche Subſtanz des Fut⸗ ters und ſogar bis zu 15% für die Rohfaſer allein. Zunächſt aber ergab ſich, daß diejenigen Tiere einer Herde, welche in gleicher Zeit und bei gleichem Futter zu dem größten Lebendgewicht gelangen, nicht immer das beſte Verdauungsvermögen beſitzen und mit einer beſtimmten Menge des verzehrten Futters nicht immer am meiſten Lebendgewicht produzieren. Die mehr oder weniger rege Freßluſt, alſo das Quan⸗ tum des täglich aufgenommenen Futters iſt für die Gewichtszunahme der wachſenden Tiere und ſo auch bei der Mäſtung weit mehr bedin⸗ gend, als ein nach Prozenten des Futters und ſeiner Beſtandteile er⸗ höhtes Verdauungsvermögen. Nur förmlich verkümmerte Tiere, welche in der Jugend, namentlich in der Saugezeit, unzureichend ernährt worden ſind, haben auch meiſtens in der ſpäteren Entwickelungsperiode ein relativ ſchwaches Verdauungsvermögen; inwiefern aber das letztere durch die Art der Aufzucht mehr oder weniger gekräftigt werden kann, darüber müſſen erſt weitere genaue Verſuche Aufklärung geben. Aus dem Vorſtehenden ergiebt ſich, daß die prozentige Ver⸗ dauung des Rauhfutters, ſolange dasſelbe ausſchließlich verabreicht wird, bei einer und derſelben Tiergattung faſt allein durch die natür⸗ liche Beſchaffenheit ſeiner Trockenſubſtanz bedingt iſt, wie dieſelbe tebohnen tatiet Alter⸗ in nben ing gelen ſind ud kraft aä eren Ei— und di⸗ wäuende ſtörunger Fſtrit gleichen ce jadoh tanz ode wfferenze dividuen en gleih⸗ hen Ve⸗ fen Ver des Fu⸗ ächſt aber geit und en, nich ſtimmten dgewicht 5 Ouan⸗ unahme bedin⸗ teile er⸗ e, welche ernährt speriode s lettere werden g geben tige Ver⸗ erobreict die nat e diſſb⸗ Beſondere Verdaulichkeitsverhältniſſe des Rauhfutters. 97 unter gewiſſen Vegetations⸗, Witterungs⸗, Boden⸗ und Düngungs⸗ verhältniſſen ſich geſtaltet, während ſonſtige äußere Verhältniſſe dar⸗ auf nur wenig verändernd einwirken. Es iſt dies ſchon ein wichtiges Verſuchsreſultat, welches ſich für die Feſtſtellung des täglichen Nähr⸗ ſtoffbedarfs der Tiere verwerten läßt; noch wichtiger aber für dieſen Zweck iſt es, zu unterſuchen, ob und inwiefern das Rauhfutter in der Verdauung ſeiner Beſtandteile unter dem Einfluß wechſelnder Mengen von allerlei Beifutterarten verändert wird, dadurch vielleicht eine größere oder geringere Depreſſion erleidet. Man erhält hierüber Aufſchluß, wenn man bei gleichem Rauhfutterquantum ſteigende Mengen des betreffenden Beifutters verabreicht und aus der direkt ermittelten Verdauung des Geſamtfutters berechnet, teils wie die Verdauungsverhältniſſe für das Rauhfutter unter Annahme abſoluter Verdauung des Beifutters ſich geſtalten, teils auch, welche Verdauungs⸗Koöffizienten für das Beifutter ſich ergeben, wenn man annimmt, daß die Verdauung des Rauhfutters trotz der mehr oder weniger reichlichen Beifütterung ganz unverändert bleibt. Indem ich die hierauf bezüglichen Reſultate der neueren Fütterungsverſuche im folgenden kurz andeute, will ich daran erinnern, daß, wenn von „Nährſtoffverhältnis“ die Rede iſt, man darunter das Verhältnis zwiſchen den verdaulichen ſtickſtoffhaltigen und ſtickſtofffreien Futter⸗ beſtandteilen, zwiſchen Eiweiß(verdautes Rohprotein einſchließlich Amidſtoffe) und Kohlehydraten zu verſtehen hat, wobei den letzteren auch das auf den Reſpirationswert oder das Stärkemehläquivalent (mit dem Faktor 2,44) reduzierte verdauliche Rohfett des Futters zugerechnet iſt. 1. Eine einſeitige Vermehrung der verdaulichen Ei⸗ weißſubſtanz durch Zulage von ſtickſtoffreichen Beifuttermitteln (Nährſtoffverhältnis bis 1: 5) bewirkt in keiner Weiſe eine De⸗ preſſion in der Verdauung des Rauhfutters. Dieſes ergab ſich z. B. in Verſuchen von E. Schulze und Märcker in Weende, indem man an Hammel pro Kopf und Tag neben 1 kg Wieſenheu zuerſt 120 g und ſodann 262 g eines Kleberpräparates verabreichte, welches in der Trockenſubſtanz 78% an reinem Eiweißſtoff enthielt. Die anſcheinend um 4 bis 6% verminderte Verdauung des Heu⸗ proteins kann hierbei nicht in Betracht kommen, weil auch Spuren von Kleber unverdaut geblieben ſein können. Bezüglich der übrigen Beſtandteile des Rauhfutters war ſelbſt eine derartige geringe Ver⸗ dauungsdepreſſion nirgends vorhanden. Weitere Verſuche wurden in Hohenheim, Möckern und Halle, unter Anwendung beſonders von Leinkuchen, aber auch von Bohnen⸗ Wolff, Fütterungslehre. 7. Auflage. 7 98 Die Verdaulichkeit des Futters.. ſchrot, Napskuchen, Weizenkleien und Baumwolleſamenkuchen, teils mit Hammeln und Ziegen, teils mit Ochſen, auch mit Pferden aus⸗ geführt. In ganz ähnlicher Weiſe werden andere ſtickſtoffreiche Bei⸗ futterarten ſich verhalten, nämlich alle Arten von Olkuchen und Hülſenſrüchten, ferner Biertreber, Branntweinſchlempe ꝛc. Hierbei aber iſt zu erwähnen, daß die genannten und ſonſtigen konzentrierten Futtermittel keineswegs, weder bezüglich der darin enthaltenen Pro⸗ teinſubſtanz, noch in ihren anderen Beſtandteilen als abſolut ver⸗ daulich angeſehen werden dürſen, ſondern daß einem jeden konzen⸗ trierten Futtermittel für die einzelnen Beſtandteile beſtimmte Ver⸗ dauungs⸗Koöffizienten zukommen, welche bei Verabreichung der verſchiedenſten Quantitäten des jedesmaligen Beifutters nahezu kon⸗ ſtant ſind und aus direkten Verdauungsverſuchen ſich ableiten laſſen. Die Proteinſubſtanz z. B. wird in den Hülſenfrüchten, wie es ſcheint, von den wiederkäuenden Tieren relativ hoch, durchſchnittlich zu 89%, in den Leinkuchen zu 85, in den Rapskuchen und Weizenkleien zu 80, in den nicht geſchälten Baumwolleſamenkuchen zu 74% ꝛc. ver⸗ daut, während die prozentige Verdauung des Rohproteins im Rauh⸗ futter unverändert, d. h. die gleiche bleibt, wie bei ausſchließlicher Verfütterung desſelben ermittelt wurde. 2. Über den etwaigen Einfluß, welchen die Körner der Cerea⸗ lien, alſo konzentrierte Beifutterarten mit mittlerem Nährſtoff⸗ verhältnis(1: 5— 8) auf die Verdauung des Rauhfutters ausüben, ſind bisher erſt wenige vergleichende Verſuche angeſtellt worden. Nur den Hafer hat man in dieſer Hinſicht durch direkte Fütterungs⸗ verſuche geprüft, welche in Dresden(Hofmeiſter und Haubner) und namentlich in Hohenheim mit Hammeln zur Ausführung gelangten. An beiden Orten fand man, daß auch eine Beifütterung des Hafers die prozentige Verdauung des Rauhfutters nicht weſentlich verändert. In Hohenheim ergab ſich bei einem Mengenverhältnis vom Wieſen⸗ heu zum Hafer= 1: 1,76, ferner= 1: 3,09 und 1:: 3,30, unter Annahme ſtets gleicher Verdauung des Rauhfutters, wie bei ausſchließlicher Verfütterung desſelben, daß in den betreffenden Ver⸗ ſuchen von der Proteinſubſtanz des Hafers 78,0, ferner 78,4 und 78,5% verdaut wurden. In Dresden war die Verdauung des Haferproteins bei Verabreichung kleinerer Mengen des Beifutters (Wieſenheu zum Hafer= 1: 0,18; 1: 0,44 und 1: 0,75) eine etwas geringere, nämlich beziehungsweiſe= 74,0, 74,1 und 67,3%. Jedoch hatte auch der in Hohenheim verfütterte Hafer ein beträcht⸗ lich engeres Nährſtoffverhältnis(1: 5,16), als der in Dresden verabreichte(1: 7,07) und hierdurch kann ſehr wohl die beobachtete, an ſich nicht große Differenz bedingt geweſen ſein. Bezüglich der 4 en, teil den ans che be⸗ chen ud Hierte entrierte nen Po lut we konzar nte Ver hung de hezu bor en laſeer s ſcheint u 89 0, kleien z X. Vrr m Nauſ⸗ ließlicer Cerer⸗ ährſtf⸗ ausühen, worden. terungs⸗ ter) und langten. Hafers ändert. Wieſen⸗ : 3,30. wie bei en Ver⸗ 8,4 und ung des eifutters 75) ein 673¹po beträcht. Dresden vbachtete gicch der Verdauungsverhältniſſe des Beifutters. 99 anderen Beſtandteile des Hafers waren die Verdauungs⸗Koöffizienten in allen Einzelverſuchen nahezu übereinſtimmend, mit Ausnahme der Rohfaſer, für welche die betreffenden Zahlen überhaupt in den mei⸗ ſten Körnerarten und Körnerabfällen große Schwankungen aufweiſen. Auch in Pferdefütterungsverſuchen ſind in Hohenheim für Hafer bei gleicher Sorte desſelben, trotz wechſelnder Mengen in der Tages⸗ ration, nahezu konſtante Verdauungs⸗Koöffizienten gefunden worden. Es iſt aus den bisher in dieſer Richtung vorliegenden Verſuchen wohl mit genügender Sicherheit zu folgern, daß bei einem Nähr⸗ ſtoffverhältnis im Körnerfutter von 1: 5—6 noch keine De⸗ preſſion in der Verdauung des gleichzeitig verabreichten Rauhfutters eintritt und daß dieſe höchſtens erſt ſich geltend zu machen anfängt, ſobald das Nährſtoffverhältnis ein noch weiteres wird, nämlich= 1:7— 8. 3. Entſchieden erleidet die prozentige Verdauung des Roh⸗ proteins im Rauhfutter, und nächſtdem auch der Rohfaſer eine Depreſſion durch die Beifütterung größerer Mengen von reinen Kohlehydraten, namentlich von Stärkemehl. Man hat dies in Verſuchen mit Hammeln, Ziegen, Ochſen, Kühen und Schweinen konſtatiert. Jedoch iſt die Depreſſion für das Rauhfutterprotein nur dann eine deutliche, wenn das verabreichte Stärkemehl dem Gewichte nach mehr als 10% von der Trockenſubſtanz des Rauhfutters aus macht; ſelbſt bei 15% iſt ſie noch eine geringe, bei 25 bis 30% dagegen eine ſehr beträchtliche. In einem Verſuch z. B. von E. Schulze und Märcker in Weende wurde bei Verabreichung von etwa 800 g Wieſenheu und 230 g Stärkemehl pro Tag und Kopf an Hammel die Verdauung des Heuproteins von 54 bis auf 32% vermindert, die Differenz betrug alſo 22% des geſamten Roh⸗ proteins oder 41% des an ſich verdaulichen Anteils des letzteren. Im allgemeinen wird man für die Beifütterung von% der Trocken⸗ ſubſtanz des Rauhfutters an Stärkemehl eine Depreſſion der ohne dieſe Beigabe vorhandenen Verdauung des Rohproteins um 15%, ferner von ¼ Stärkemehl um reichlich 25% und von h Stärke⸗ mehl um etwa 40% annehmen können. Dieſe Verdauungsdepreſſion iſt in Prozenten des Rauhfutterproteins bei Kleeheu und namentlich bei ſtickſtoffreichem Wickenheu etwas geringer als bei Wieſenheu, bei dem ſtickſtoffarmen Stroh der Cerealien dagegen relativ bedeutender. Vermindert wird die Depreſſion, zuweilen ganz aufgehoben, wenn außer dem Stärkemehl noch ein ſehr ſtickſtoffreiches Beifutter, z. B. Leinkuchen, verabeeicht wird,— ebenſo, jedoch in geringerem Grade, durch Beifütterung von Bohnenſchrot und Schrot von anderen Hülſenfrüchten. Außer dem Rohprotein des Rauhfutters erleidet 7* 100 Die Verdaulichkeit des Futters. unter dem Einfluß des Stärkemehls auch die Rohfaſer eine Ver⸗ dauungsdepreſſion, jedoch iſt dieſelbe nicht ſo bedeutend und kommt überhaupt bei den betreffenden Futterberechnungen weit weniger in Betracht. Ähnlich dem Stärkemehl verhält ſich der Zucker, nur daß die dadurch bewirkte Depreſſion meiſtens geringer ausfällt. Hinſichtlich der ſtickſtofffreien Extraktſtoffe und des Fettes im Rauh⸗ futter iſt zu erwähnen, daß die Verdauung dieſer Beſtandteile durch Stärkemehl und Zucker nicht weſentlich vermindert erſcheint, ſolange das Beifutter ſelbſt noch vollſtändig zur Verdauung gelangt, was freilich nicht mehr zutrifft, wenn dasſelbe in ſehr beträchtlicher Quantität verabreicht wird und wenn namentlich das Rauhfutter von ſehr ſtickſtoffarmer Beſchaffenheit iſt. Nach unſeren bisherigen Kenntniſſen von den Vorgängen bei der Verdauung ſind die durch zu ſtarke Beigabe von Kohlehydraten bewirkten Depreſſionen in der Ausnutzung, ſpeziell der Nährſtoffe des Rauhfutters, im weſentlichen auf drei Urſachen zurückzuführen. 1. Die bei der Löſung des Futterbreis mitwirkenden Bakterien greifen, wie früher bereits erwähnt, die Zellwände weniger an, ſobald ihnen reichlicher anderes und leicht lösliches ſtickſtofffreies Material zur Verfügung ſteht. Hierdurch werden die innerhalb der Zellen eingeſchloſſenen Nährſtoffe, beſonders die ſchwer diffundier⸗ baren Eiweißſtoffe, der Einwirkung der Verdauungsſäfte und der Reſorption mehr entzogen. Gleichzeitige Zulage von für die Bakterien aſſimilierbarer ſtickſtoffhaltiger Verbindungen kann dem entgegenwirken, indem dann die Bakterienvegetation überhaupt vermehrt, wahrſcheinlich auch die Art ihres Stoffwechſels verändert wird und nun wieder eine ſtärkere Aufſchließung der Zellen ſtattfindet. 2. Bei der Gärung reichlicher Mengen von Kohlehydraten entwickeln ſich auch viel der niederatomigen Fettſäuren(Eſſigſäure, Ameiſenſäure), die den Darm, verſchieden nach der verſchiedenen Empfindlichkeit der Tiere, reizen, die Periſtaltik vermehren und den Speiſebrei den Verdauungskanal ſchneller paſſieren laſſen. Eventuell entſteht Diarrhoe und die Zeit für vollſtändige Umwandlung der Nährſtoffe in reſorbierbare Modifikationen reſp. die Reſorption ſelbſt wird zu kurz. Auch hiergegen kann eine Beigabe von Protein⸗ ſtoffen helfen, indem Proteinſtoffe die Säuren teilweiſe binden oder doch ihre Affinitäten abſchwächen. 3. Bei Abweſenheit genügender Mengen ſtickſtoffhaltiger Nähr⸗ ſtoffe können weniger wirkſame Verdauungsſäfte abgeſondert werden. Die Verdauungsdrüſen haben meiſt eine ſog. reflektoriſche Thätig⸗ keit, welche durch die Beſchaffenheit des Speiſebreies erſt angeregt und verſchieden geſtaltet wird. Schon die älteren Befunde von ine Per d bonmt riger in er, nr ausfüll n Nuu lle duct ſolong gt, wai üchüche uhfuter ngen bei hydraten ührſtofe uführen. Zalterie ger an, offfreie alb der fundier⸗ und der akterien wwirken heinlich wieder draten gſäure, edenen d den eentuell ng der orption rotein⸗ en oder Nühr⸗ werden. Thäti⸗ angereg de von Verdauungsverhältniſſe des Beifutters. 101 Alex. Schmidt in Dorpat mit ſog.„geladenem“ und„nicht geladenem“ Pankreas(der Bauchſpeicheldrüſe) ſowie über den verſchiedenen Ge⸗ halt des Bauchſpeichels je nachdem er aus ſog. temporären(einige Zeit nach der Fütterung geöffneten) oder permanent fließenden Fiſteln gewonnen wird, weiſen darauf hin, daß er nach ſtickſtoffreicher Fütterung auch mehr der ſtickſtoffreichen Enzyme enthält und damit kräftiger verdauend wirken kann. Dieſer Effekt ſtickſtoffreicheren Futters iſt freilich kein konſtanter und quantitativ zu beſtimmender; Individualität der Tiere, beſondere Beſchaffenheit des Futters, Gewöhnnng der Tiere ſpielen eine große Rolle. Auf die ſcheinbare Verdauungsdepreſſion der Proteinſtoffe durch die Vermehrung der Stoffwechſelprodukte im Kot war oben ſchon hingewieſen worden. In Rückſicht auf die großen Schwankungen, welche eben ge⸗ genannte Faktoren der Verdauungsdepreſſion je nach Individualität der Tiere und Beſchaffenheit der Nahrung(z. B. mehr oder weniger ſtark verholzte Zellen des Rauhfutters) haben, kann der Verſuch, die Größe der Depreſſion in einem beſonderen Fall berechnen zu wollen, zu keinem wirklich ſicheren Reſultate führen. Wohl aber hat man ihre Möglichkeit und ihre Urſachen ſtets im Auge zu behalten. Im allgemeinen empfiehlt es ſich hiernach, bei knappen, weſentlich aus Rauhfutter beſtehenden Rationen ein weiteres Nährſtoffverhältnis einzuhalten; bei reichlicherer Ernährung, die nur durch größere Mengen leicht verdaulicher Kraftfuttermittel zu bewerkſtelligen iſt, aber das Nährſtoffverhältnis zu verengen. Der in letzterem Falle doch leicht eintretenden niedereren Ausnutzung des einen oder anderen Futterbeſtandteils haben die Fütterungsnormen Rechnung zu tragen, indem ſie eine etwas höhere Nährſtoffzulage angeben als eigent⸗ lich der mehr verlangten Leiſtung des Tieres entſprechen müßte. Bezüglich der Schweine ſei bemerkt, daß ſie ein beſonders großes Verdauungsvermögen für die Kohlehydrate haben; dies wurde beſtätigt durch in Hohenheim ausgeführte Verſuche, in welchen die Kohlehydrate des Gerſtenſchrots trotz reichlicher Beifütterung von reinem Stärkemehl(Nährſtoffverhältnis im Geſamtfutter 1:9 und 1: 12) nebſt dem letzteren von den Schweinen völlig ebenſo ver⸗ daut wurden, wie bei ausſchließlicher Schrotfütterung. Bezüglich der Proteinſubſtanz des Gerſtenſchrotes war bei einem Nährſtoff⸗ verhältnis= 1:9 noch gar keine Verdauungsdepreſſion zu be⸗ merken; erſt als das Nährſtoffverhältnis bis auf 1:12 ſich er⸗ weiterte, trat dieſelbe ein und betrug 9,5% des Schrotproteins. „6. Die direkte Verabreichung kleinerer Mengen von Fett oder Ol hat in den bisher hierüber angeſtellten Verſuchen einen ſehr un⸗ 102 Die Verdaulichkeit des Futters. beſtimmten Einfluß auf die prozentige Verdauung der Beſteandteile des Rauhfutters oder des Geſamtfutters gezeigt. Es kann, wie im erſten Teil dieſer Ausarbeitung nachgewieſen wurde, nicht zweifel⸗ haft ſein, daß der Geſamtgehalt des Futters an verdaulicher Fett⸗ ſubſtanz für die Geſtaltung des ganzen Nähreffektes in der Produktion von Fleiſch, Fett, Milch und Kraft eine große Bedeutung hat, aber die prozentige Verdauung der einzelnen Futterbeſtandteile ſcheint durch eine Beigabe von Fett, z. B. Rüböl oder Leinöl nicht, wie zuweilen behauptet worden iſt, erhöht zu werden. Man muß ſich im Gegenteil hüten, den wiederkäuenden Tieren anhaltend ein zu fett⸗ reiches Futter darzubieten, weil dadurch ſehr leicht eine allmählich zunehmende Appetitloſigkeit veranlaßt wird und ſelbſt bedenkliche Ver⸗ dauungsſtörungen eintreten können. Jedoch iſt zu erwähnen, daß ſolche nachteilige Wirkungen ſich weniger bemerkbar machen, wenn man das Fett in feinſter Emulſion oder in der Form eines wirk⸗ lichen Beſtandteiles des Futtermittels, z. B. in den Olkuchen und Olſämereien verabreicht, als wenn es in Subſtanz dem übrigen Futter beigemiſcht wird. Dies beobachtete man auch in Hohenheim, indem man bei einem ziemlich ſtickſtoffreichen Futter durch ſteigende Bei⸗ gabe von halbentfetteten Palmkernen und von Leinſamen die Menge der Fettſubſtanz bei Hammeln pro Tag und Kopf ſchließlich bis auf 75 und 100 g ſteigerte, während die Menge der übrigen Beſtand⸗ teile des Futters ziemlich unverändert blieb. Die Verdauung des Futters wurde dadurch in keiner Weiſe, weder ſtörend noch fördernd beeinflußt. 7. Daß das Kochſalz im Ernährungsprozeß des tieriſchen Organismus eine wichtige Rolle ſpielt und namentlich für die pflanzenfreſſenden Tiere in höherem Grade noch als für die Fleiſch⸗ freſſer ein unentbehrliches Nahrungsmittel iſt, habe ich ſchon früher (S. 13) angedeutet. Auf die Verdauung des Futters ſcheint das⸗ ſelbe aber keinen irgendwie beträchtlichen Einfluß auszuüben, wenn auch manchmal Verdauungsſtörungen dadurch gehoben, beziehungsweiſe herbeigeführt werden können. Man hat daher bei direkten Verſuchen in Salzmünde, Dresden und in Proskau anſcheinend bald einen fördernden, bald einen hemmenden Einfluß des Kochſalzes auf die Verdauung des Futters beobachtet; meiſtens aber und unter ganz normalen Verhältniſſen, d. h. wenn es ſich um geſunde und ver⸗ dauungskräftige Tiere handelt, ſowie um Gaben, wie ſie in der Praxis üblich ſind, hat das Salz in dieſer Beziehung ſich ganz indifferent verhalten. Dies wurde entſchieden auch durch Verſuche beſtätigt, welche man neueſtens auf der Verſuchsſtation in Hohenheim mit Hammeln und Pferden mehrfach ausführte. Die durch Kochſalz dundeel wie in weffl⸗ her Fet⸗ rdultin hat aber e ſchein icht, wi j ſich i zu fete Umätlch che Pe⸗⸗ ren, dii n, wem ſes wir⸗ hen und n Futter t inden de Be⸗ Menge bis auf Beſtand⸗ mg des fördernd jeriſchen für die Jleiſch⸗ früher nt das⸗ „wenn nsweiſe erjuchen d einen auf di er gani und ver⸗ in der ich gih Verfuhe hhenheim Kodſſi Verdauungsverhältniſſe des Beifutters. 103 oftmals bewirkte größere Schmackhaftigkeit und Mehraufnahme, auch die unter Umſtänden günſtigere Nährwirkung des Futters iſt nicht zu verwechſeln mit der prozentigen Verdauung desſelben, welche letztere, wie wir geſehen haben, im allgemeinen und namentlich bei ausſchließ⸗ licher Verabreichung von Rauhfutter eine ſehr konſtante iſt. Im Anſchluß an die im Anhang mitgeteilten Tabellen und an dasjenige, was im vorſtehenden Abſchnitt über die Verdaulichkeit des Futters geſagt worden iſt, werde ich jetzt noch einiges zur Charakte⸗ riſtik der Futtermittel beifügen. Charakteriſtik der Futtermittel. a) Rauh⸗ und Grünfutterarten. 1. Wieſenheu, Grummet und Weidegras. In den dieſer Ausarbeitung angehängten Tabellen über Zuſammenſetzung und Ver⸗ daulichkeit der Futtermittel ſind verſchiedene Arten und Gruppen von Wieſenheu aufgeführt, welche erkennen laſſen, daß im allgemeinen bei größerer Jugend der Pflanzen die prozentiſche Menge des Pro⸗ teins eine höhere, die der Rohfaſer eine entſprechend geringere iſt, die Reinaſche und das Rohfett zunehmen, während der Gehalt an ſtickſtofffreien Extraktſtoffen ziemlich unverändert bleibt. Außerdem bedingt, wie bei allen Rauh⸗ und Grünfutterarten, größere Jugend und größerer Gehalt an Rohprotein eine größere Verdaulichkeit dieſes Beſtandteiles; charakteriſtiſch ferner für das Wieſenheu und nächſtdem für ähnliche Futterarten aus der Klaſſe der Gramineen iſt es, daß gleichzeitig mit der Verdaulichkeit des Rohproteins auch die der ſtickſtofffreien Extraktſtoffe entſprechend zunimmt, ein Verhalten, welches hinſichtlich der Rohfaſer und des Rohfettes nicht immer ebenſo deutlich und regelmäßig hervortritt. Endlich iſt zu bemerken, daß die Verdaulichkeit der Rohfaſer in allen Arten von Wieſenheu eine verhältnismäßig hohe, die des Rohfettes dagegen eine ge⸗ ringere iſt. In dem Wieſenheu iſt für die Verdaulichkeit und Nährkraft dieſes Futtermittels, auch die Menge der Rohfaſer, wie aus ander⸗ weitigen Zuſammenſtellungen der mittleren Verſuchs⸗ und analytiſchen Reſultate ſich ergiebt, von Bedeutung. Stickſtoffreiche und zugleich rohfaſerarme Heuſorten ſind entſchieden die beſten und am leichteſten verdaulich, ſowie umgekehrt ſtickſtoffarme und zugleich rohfaſerreiche den geringſten Nährwert haben; ſtickſtoffarme und dabei rohfaſerarme Arten von Wieſenheu enthalten meiſt ziemlich ſchwer verdauliche Proteinſubſtanz, aber leicht verdauliche Extraktſtoffe, während ſtick⸗ 104 Die Verdaulichkeit des Futters. ſtoffreiche und rohfaſerreiche Heuſorten entweder ein umgekehrtes Verhalten zeigen, oder mittlere Verdauungs⸗Koöffizienten haben. Die in den Tabellen für den Rohproteingehalt des Wieſenheus und für die Verdauungs⸗Koöffizienten angegebenen Zahlen bezeichnen keineswegs die Grenzen der überhaupt vorkommenden Schwankungen; dieſe können vielmehr in der Trockenſubſtanz von 6 bis gegen 20% betragen, und bezüglich der Verdaulichkeit des Rohproteins hat man in den mit 38 Sorten von Wieſenheu ausgeführten Fütterungs⸗ verſuchen als Minimum 42 und als Maximum 72% der vor⸗ handenen Geſamtmenge beobachtet. Dies ergiebt alſo die Möglich⸗ keit eines faſt um das 6fache verſchiedenen Gehalts an ver dau⸗ lichem Rohprotein(2,5 bis 14,4%), ſo daß die in der Praxis bekannte überaus ungleiche Nährwirkung der verſchiedenen Arten von Wieſenheu ſchon hieraus eine, wenn auch nicht vollkommene, Er⸗ klärung findet. Unter Berückſichtigung des zuerſt in Hohenheim von O. Kellner nachgewieſenen und namentlich in den zarten und ſtickſtoffreichen Heuſorten oft großen Amidgehaltes vermindert ſich freilich die abſolute Größe der zuletzt genannten Zahlen, nämlich bis auf etwa 2,0 bis 9,3% an verdaulicher eigentlicher Eiweißſubſtanz, aber das Verhältnis zwiſchen beiden Zahlen bleibt ziemlich dasſelbe. Die natürliche Beſchaffenheit aber des Futters iſt eine ſehr verſchiedene, je nach den Umſtänden, unter welchen es heranwuchs oder geſchnitten und geerntet wurde. Es kommt hierbei zuerſt, wie bereits mehrfach angedeutet, die Vegetationsperiode der betreffenden Pflanze in Betracht und ich will in dieſer Hinſicht nachträglich noch einiges erwähnen. Bekannt⸗ lich enthalten alle jungen Pflanzen in ihrer Trockenſubſtanz prozentig weit mehr Rohprotein und weniger Rohfaſer als ſpäter, etwa zur Zeit der Blüte und zugleich iſt die Verdaulichkeit des erſteren eine größere. Gutes Weidegras iſt daher, bei genügender Menge, als ein kräftiges Produktionsfutter anzuſehen, während dieſes bezüglich des zur gewöhnlichen Zeit geernteten Wieſenheues mittlerer Güte in weit geringerem Grade der Fall iſt. In Weende z. B. fand man, daß die Trockenſubſtanz der im jugendlichen Zuſtand geſchnittenen Weidegräſer 17,5%, das Heu älterer Pflanzen nur 11% Roh⸗ protein enthielt. Die Ernte ferner von einer ſonnigen Raſenfläche in Hohenheim ergab bis zum 12. Juni bei zweimaligem Schnitt eine um die Hälfte größere Geſamtmenge von Proteinſubſtanz, als bei einmaligem Schnitt, im Verhältnis von 334: 225; der Prozent⸗ gehalt betrug beziehungsweiſe 20,4 und 16,3 und die ganze Trocken⸗ maſſe 1637 und 1381 kg. AÄhnliche Zahlen lieferte ein Kleegras⸗ feld in Proskau, nämlich bei dreimaligem Schnitt an Trockenſubſtanz gebehrte ben. ſeſenheus Prars rten bon ene, Er⸗ henheim ten und ert ſih nlich bis ſubſtonz dasſelbe ne ſehr anwuche tet, di und ic ekannt⸗ czentig va zur en: eine ge, als züglich üte in d man, nittenen Noh⸗ henflüche Schrit inz, Ils rozen Trocke⸗ leegras⸗ fubſtarz Rauh⸗ und Grünfutterarten. 105 1785 und an Rohprotein 375 kg pro Morgen, bei zweimaligem Schnitt 1696 kg Trockenſubſtanz und darin nur 243 kg Roh⸗ protein. Dieſe Zahlen ſprechen alſo dafür, daß man das Futter ouf dem Stengel nicht zu alt werden laſſen darf, ſondern frühzeitig genug abernten und benutzen muß. In den frühen Vegetationsperioden der Pflanzen iſt der Amid⸗ gehalt in der Trockenſubſtanz der letzteren meiſtens abſolut und relativ größer, als zur Zeit der Blüte, in dem Weidefutter oft doppelt und ſelbſt dreimal ſo groß als in dem gewöhnlichen Heu. Aber trotzdem iſt in dem erſteren faſt immer auch mehr an eigent⸗ licher verdaulicher Eiweißſubſtanz vorhanden, als in dem letzteren. Dies ergab ſich z. B. in Verſuchen, welche man in Hohenheim aus⸗ führte und wobei das Futter ſtets von derſelben Wieſe oder in zwei Jahrgängen und jedesmal zu drei verſchiedenen Zeiten, alſo in einem früheren und ſpäteren Stadium der Vegetation geſchnitten, ſorgfältig getrocknet und mit Hammeln auf die Verdaulichkeit geprüft worden war. Auf Prozente der waſſerfreien Subſtanz des Futters bezogen fand man: 1874 1877 24. April 13. Mai 10. Juni 14. Mai 9. Juni 26. Juni Rohprotein. 25,06 16,31 13,37 18,97 11,16 8,46 „ verdaut 19,83 11,60 9,24 13,90 8,04 4,/70 Davon Amid. 5,47 3,10 1,83 6,55 1,78 0,64 „ Eiweiß 14,36 8,50 7,41 7,35 6,23 4,06 Die Menge der Amidverbindungen iſt hier einfach aus dem direkt beſtimmten Amidſtickſtoff mit dem Faktor 6,25, alſo ebenſo wie das Rohprotein und das Eiweiß, berechnet worden. In dem am 14. Mai 1877 geernteten Wieſenfutter ergab ſich für die be⸗ treffende Vegetationsperiode ein ungewöhnlich hoher Gehalt von Amidſtoffen, was als Ausnahme zu betrachten iſt und durch naß⸗ kalte Witterung und vorhergehende ſtarke Jauchendüngung bedingt war. Das beſte Wieſenheu wird gewöhnlich von ſonnigen nährſtoff⸗ reichen Bergwieſen geerntet, wo die Pflanzen zwar nicht hoch wachſen, aber einen um ſo dichteren Raſen bilden und die Gräſer mit nähr⸗ kräftigen und aromatiſchen Kräutern vermiſcht ſind. Dies iſt in be⸗ ſonders hohem Grade bei dem eigentlichen Alpenheu der Fall, welches daher auch, ſelbſt in verhältnismäßig geringer Quantität verabreicht, für die Milchproduktion und bei Jungvieh oft eine auf⸗ fallend günſtige Wirkung äußert. Der Gehalt an Rohprotein iſt ähnlich groß wie bei dem guten Weidefutter, ſo daß die Menge des von den Tieren wirklich verdauten Rohproteins bis zu 12 und 14% von der Trockenſubſtanz des verzehrten Futters ausmachen 106 Charakteriſtik der Futtermittel. und dabei ein Nährſtoffverhältnis= 1:4 ſich herausſtellen kann. Ein ſolches Heu verhält ſich in der That wie ein konzentriertes Futter, es iſt ein wirkliches Kraftfutter. Jedoch iſt die günſtige Wirkung nicht immer durch einen beſonders hohen Proteingehalt be⸗ dingt, wie die von Kramer und E. Schulze ausgeführten Analyſen von 5 Sorten Heu aus den Hochalpen Tirols und der Schweiz beweiſen, die auf gleichen Feuchtigkeitsgehalt(14,59%) berechnet, nach Mittel und Schwankungen ergaben: Protein Rohfaſer Rohfett Extraktſtoffe Aſche Mittel.. 10,94 18,37 3,81 45,30 6,99 Schwankungen 10,3— 11,8 16,7— 20,2 3,3— 4,9 43,5— 46,6 4,8— 8,6 Es wird hier hauptſächlich durch den relativ geringen Roh⸗ faſergehalt und den hohen Gehalt an Fettſubſtanz die Güte und Leichtverdaulichkeit des Futters angedeutet. Die Menge der Phos⸗ phorſäure war in dieſen Heuſorten ſehr wechſelnd und betrug 3,71 bis 9,03% der Geſamtaſche. Noch mehr oftmals, als durch die chemiſche Zuſammenſetzung ſcheint der Wert des Heues nach praktiſcher Schätzung durch zarte und feinſtengelige Beſchaffenheit und namentlich auch durch Aroma oder Schmackhaftigkeit bedingt zu ſein, was z. B. nach A. Mayer bei einigen Unterſuchungen von holländiſchen Heuſorten deutlich ſich ergab. Man muß auf das Mengenverhältnis der etwa vorhandenen ſog. ſauren Gräſer zu den Süßgräſern achten und überhaupt durch eine ſorgfältige botaniſche Unterſuchung zu ermitteln ſuchen, ob vielleicht Gräſer und Kräuter vorkommen, welche für die Tiere unſchmackhaft ſind oder ſogar ſchädliche Stoffe enthalten. So ſoll z. B. der Schachtelhalm den Pferden zuſagen, dagegen für Rindvieh und ſpeziell für Milchkühe nachteilige Wirkungen äußern. Dieſe„botaniſche“ Analyſe des Heus iſt in neuerer Zeit in der Wertſchätzung immer mehr geſtiegen. Ihr Wert wird auch dadurch erhöht, daß ſie innerhalb gewiſſer Grenzen die Beſchaffenheit des Bodens, auf dem das Futter gewachſen iſt, charakteriſiert, es wird die Flora des guten, ein nährkräftiges und vor allem geſundes Futter produzierenden Bodens von der Flora ab⸗ fallender Futterflächen unterſchieden. Zu den vorzüglichen oder doch ſehr guten Heuſorten iſt nach Zuſammenſetzung und Leichtverdaulichkeit auch das Wieſengrummet zu rechnen, nämlich dann, wenn dasſelbe bei durchaus günſtiger Witterung getrocknet und unter Dach gebracht worden iſt. Nur dadurch, daß es an Schmackhaftigkeit und aromatiſchem Geruch dem guten Heu gewöhnlich nachſteht, wird der Wert dieſes Futtermittels wiederum vermindert. Ganz beſonders aber iſt die Güte des ——⸗——ͤ= ————— ——— —.———— —.— en kam. ntrierts günftie thatt b⸗ Analtſe Stvei erechnet Yſche 6,99 ,8 5 e Noſ⸗ „ üte und rPhos⸗ g 3,71 durch 5 nach fenheit ngt zu en von uf de zu den taniſche Krüuter r ſogar Um den icchkühe 3 Heus . Jhr renzen ſen iſ nd vor en dh⸗ ſt nach immet ünſtiger Nur ich dem rmittels üte des Rauh⸗ und Grünfutterarten. 107 Grummets abhängig von der Erntewitterung, und da dieſe in Süd⸗ deutſchland, wo die Ernte auch frühzeitiger vorgenommen werden kann, meiſtens eine günſtigere zu ſein pflegt, als in Norddeutſchland, ſo wird auch dort gewöhnlich die Nachmahd von den Wieſen höher geſchätzt als hier. Wie ſehr aber das Heu bei naſſer Witterung eine Verſchlechterung erleiden muß, erhellt aus den mannigfachen Umſetzungen und Zerſetzungen, die in einer feuchten, halb ab⸗ geſtorbenen Pflanzenmaſſe Platz greifen. Die Pflanzenatmung dauert, wenn auch abgeſchwächt fort und oxydiert gerade die leichter lös⸗ lichen ſtickſtofffreien Nährſtoffe, die Proteinſtoffe werden dabei zum Teil in unverdauliche Verbindungen übergeführt, endlich helfen eine Reihe von Mikroorganismen an der Zerſtörung der organiſchen Sub⸗ ſtanz. Auch ein Auswaſchen von Nährſtoffen kann bei heftigem Regen eintreten, obgleich auf dieſem Wege in der Praxis der Dürrheu⸗ bereitung wohl ſelten die Bedingungen für erhebliche Verluſte ge⸗ geben ſind. In Tharand unterſuchte Stöckhardt zwei Heuproben, welche von einer und derſelben Wieſe ſtammten und zu gleicher Zeit gemäht worden waren; die eine Probe aber war innerhalb 3 Tagen getrocknet und aufs beſte eingebracht, während die andere 13 Tage lang bei abwechſelnd naſſem und trockenem Wetter im Freien hatte liegen müſſen, bevor ſie eingefahren werden konnte. Nach der Analyſe berechnete er, daß das beregnete Heu 12,5% vom Gewicht der Geſamt⸗Trockenfubſtanz verloren hatte, und daß dieſer Verluſt wenigſtens einem Viertel des urſprünglichen Nähr⸗ wertes entſprach, da er ausſchließlich aus leicht löslichen, alſo vor⸗ zugsweiſe wirkſamen Nährſtoffen beſtand(2,1 Teile Eiweißſubſtanz und 10,4 Teile ſtickſtofffreie Nährſtoffe nebſt Mineralſalzen). Wahr⸗ ſcheinlich war hierbei der Verluſt noch zu gering veranſchlagt. Märcker berechnete ferner auf Grund der chemiſchen Unterſuchung in zwei Fällen den Verluſt des Wieſenheues an Trockenſubſtanz durch ſtarkes und anhaltendes Beregnen zu 18,4 und 17,6%. Das Grummet aber iſt einem derartigen Verluſte noch weit mehr ausgeſetzt als das Wieſenheu, weil es an ſich eine größere Menge von leicht löslichen Beſtandteilen enthält, außerdem wegen ſeiner feinſtengeligen und weichen Beſchaffenheit leichter durchnäßt wird, dagegen ſchwieriger trocknet und um ſo eher in Gärung und Fäulnis übergeht. Unter ſolchen Umſtänden iſt es nicht zu verwundern, daß das Grummet zuweilen ganz verdirbt, mit Schimmelpilzen ſich über⸗ zieht, dadurch den Tieren widerlich und ſogar ihrer Geſundheit nach⸗ teilig wird, während es bei durchaus günſtiger Witterung raſch ge⸗ trocknet und eingefahren, ein vortreffliches Futter abgiebt. Bekanntlich hat die natürliche Beſchaffenheit und der Düngungs⸗ 108 Charakteriſtik der Futtermittel. zuſtand des Bodens einen großen Einfluß auf die Güte des ge⸗ ernteten Futters. Auf kräftigem Boden wächſt im allgemeinen ein beſſeres, namentlich ſtickſtoffreicheres Futter, als auf einem armen Boden. Nach Beobachtungen in Tharand enthielt das Heu von einer gedüngten Wieſe 12%, das Heu von der ungedüngten Wieſe nur 9% Rohprotein, und noch größere Differenzen ergeben ſich oftmals, wenn man die auf einem und demſelben Felde vorkommenden intenſiv grün gefärbten„fetten“ Pflanzen mit den„mageren“ gelblich⸗ grünen Exemplaren derſelben Art und in gleicher Vegetationsperiode vergleicht. Dies zeigte ſich z. B. bei Unterſuchungen, welche in Möckern von Ritthauſen ausgeführt wurden; die fetten Pflanzen von Hafer, Gerſte, Weizen und Roggen enthielten zur Zeit des Schoſſens und der anfangenden Blüte in der Trockenſubſtanz 16,4%, die mageren dagegen nur 10,4% Rohprotein. Von Intereſſe ſind auch die Analyſen, welche in Proskau vorgenommen und von Weiske veröffentlicht wurden. Das betreffende Futter war auf einem ſchweren Thonboden gewachſen und beſtand neben einer geringen Beimengung von Rotklee zum größten Teile aus Timotheegras. Die eine Heu⸗ probe ſtammte von Stellen des Feldes, welche in gewöhnlichem Düngungszuſtand ſich befanden, die andere Probe war ſog. Geil⸗ ſtellen desſelben Feldes entnommen, wo nämlich durch den Urin der Weidetiere ein beſonders üppiger Pflanzenwuchs veranlaßt worden war. Man fand in Prozenten der Trockenſubſtanz: tben Rohfaſer Rohfett Nür Weriru. Aſche Gewöhnlich gedüngt 11,0 22,5 4,2 56,3 6,0 Stark gedüngt. 20,3 26,6 4,8 41,3 7,0 Dies ſind alſo ſehr beträchtliche Differenzen, namentlich im Gehalt an Rohprotein und an ſtickſtofffreien Extraktſtoffen. Es iſt bemerkenswert, daß bei ſehr geſteigertem Stickſtoffgehalt in den ſtark gedüngten Pflanzen auch die prozentige Menge der Rohfaſer nicht unbedeutend zugenommen hat, wodurch möglicherweiſe eine relativ geringere Verdaulichkeit des Rohproteins bedingt worden iſt. Nach praktiſcher Erfahrung iſt ein ſehr üppig gewachſenes Futter, wie es auf ſtark gedüngtem Boden, namentlich aber auf Wäſſerungswieſen, an ſchattigen Orten oder in naſſen Jahrgängen vorkommt, auch bei reichlichem Gehalt an Rohprotein doch keineswegs beſonders nähr⸗ kräftig. Es kann dieſes im Zuſammenhang ſtehen mit dem großen Volumen eines ſolchen Futters, mit ſeiner grobfaſerigen Beſchaffen⸗ heit und verhältnismäßig geringen Schmackhaftigkeit. Schließlich mögen noch die Veränderungen Erwähnung finden, welche das Heu manchmal durch Selbſterhitzung erleidet, wenn es des be⸗ (inen en n arma Heu do 2n Wie eben ſi nnende gelblih⸗ periode elche in Pfanzen eit des 1640% eſſe ſind Veiske chweren tengung e Heu⸗ nlichem Geil⸗ Urin ranlaßt Äſche 6,0 7,0 ch im Es iſt ſtark nicht relativ Nach wie es vieſen, ch bei nähr⸗ großen haffen⸗ finden enn es Rauh⸗ und Grünfutterarten. 109 in einem nicht ganz lufttrockenen Zuſtande in großen Feimen zu⸗ ſammengepackt worden iſt. Ein ſolches„Brennheu“ wurde von E. Mach und Portele in St. Michele(Südtiroh) unterſucht. Das Heu war vom 19. Juni bis 16. Juli in eine große Feime(von 850 cbhm Inhalt) eingebracht und zeigte bis Ende Auguſt eine ſo ſtarke Er⸗ hitzung, daß eine Selbſtentzündung befürchtet wurde. Bei der Unter⸗ ſuchung fand man die oberſte Schicht noch grün und unverändert, die tiefer gelegene Maſſe zuerſt ſchwach und dann ſtark gebräunt und auf dem Boden der Feime förmliche Heukohle. Die drei erſteren Heuſorten enthielten in Prozenten der Trockenſubſtanz: — Nfr. Organ. Roh⸗ Roh⸗ Roh⸗ ra 7 Aſche uen ſen faer Chrnit Suhſören 1. Unzerſetzt.. 5,69 12,05 3,67 27,77 50,82 94,31 2. Schwachgebräunt 7,04 11,23 4,02 24,06 53,65 92,96 3. Stark gebräunt. 7,93 11,51 4,05 25,03 51,48 92,07 Auf gleiche Aſchenmenge berechnet lieferten 100 Teile Trocken⸗ ſubſtanz vom grünen Heu: 2...... 5,69 9,07 3,25 19,44 43,33 80,82 3..... 5,69 8,54 2,92 17,97 36,63 71,85 Die Verluſte betrugen in Prozenten der gleichnamigen Subſtanz: 2...... 0 24,64 11,45 29,77 14,66 19,18 3.... 0 29,01 20,80 35,33 27,30 28,25 Von der Rohfaſer iſt hiernach anſcheinend verhältnismäßig am meiſten, von dem Rohfett oder vielmehr Atherextrakt anſcheinend am wenigſten verſchwunden; Rohprotein und ſtickſtofffreie Extraktſtoffe ſind in ziemlich gleichem Verhältnis an dem Verluſte beteiligt. Zu be⸗ denken iſt aber, daß durch die Gärung die Rohfaſer leichter löslich wird und daher durch die gewöhnliche Beſtimmung derſelben niedrigere Zahlen im gebräunten Futter gefunden werden müſſen. Hier⸗ nach geben obige Daten den Verluſt an urſprünglichen Roh⸗ faſerbeſtandteilen zu hoch, den an ſtickſtofffreien Extraktſtoffen zu niedrig an. Bezüglich der Bereitung von Braunheu, Preßheu, ſüßem und ſaurem Gärfutter aus Wieſenpflanzen ſind die gleichen prinzipiellen Geſichtspunkte für die Beurteilung maßgebend, wie bei der Bereitung aus Klee und Mais. Mit letzteren Futterpflanzen iſt die Herſtellung ſolchen Futters früher wie jetzt mehr im Gebrauch, ſo daß erſt in den folgenden Abſchnitten näher darauf eingegangen werden ſoll. 2. Grünfutter und Heu von Rotklee. Aus den Tabellen im Anhang erſieht man, daß bei dem Kleeheu, ähnlich wie bei dem Wieſenheu, mit der größeren Proteinmenge auch Rohfett und Aſchen⸗ 110 Charakteriſtik der Futtermittel. gehalt zunehmen, die Rohfaſer dagegen abnimmt und der Prozent⸗ gehalt an ſtickſtofffreien Extraktſtoffen ziemlich unverändert bleibt, oder ein wenig ſich vermindert. Bei dem Kleeheu bewegen ſich die Schwankungen für die Proteinſubſtanz zwiſchen 12 und 18%, für die Rohfaſer zwiſchen 25 und 39% der Trockenſubſtanz; natürlich muß man hierbei den ganz jungen Klee(Weideklee) ausnehmen, deſſen Trockenſubſtanz bis 30% Rohprotein und kaum 18% Rohfaſer enthalten kann. Während die Verdaulichkeit des Rohproteins im Kleeheu ganz ebenſo wie im Wieſenheu mit höherem Stickſtoff⸗ und geringerem Rohfaſergehalt des Futtermittels zunimmt, iſt es dagegen charakte⸗ riſtiſch für das Kleeheu, daß die Verdaulichkeit der ſtickſtofffreien Extraktſtoffe in den einzelnen Sorten von Rotkleeheu weniger großen Schwankungen unterliegt als die der Rohfaſer. Es iſt dies das umgekehrte Verhalten von dem, was man bei dem Wieſenheu be⸗ obachtet. Auch iſt zu bemerken, daß die ſtickſtofffreien Extraktſtoffe und die Fettſubſtanzen im Kleeheu meiſtens leichter verdaulich ſind, die Rohfaſer dagegen entſchieden weniger vollſtändig verdaut wird, als im Wieſenheu. Man erkennt dieſes beſonders deutlich, wenn man die Verdauungs⸗Koöffizienten für die weniger guten und mittleren Sorten beider Futtermittel mit einander vergleicht. Die im einzelnen beobachteten Schwankungen im Verdauungs⸗Koöffizienten des Roh⸗ proteins ſind bei dem Kleeheu ebenſo groß wie bei dem Wieſenheu; dieſelben gehen von 43 bis zu 76. Für die Rohfaſer ſind die Schwankungen 39 bis 60, für die ſtickſtofffreien Extraktſtoffe 58 bis 83. Die in der Praxis als Winterfutter vorkommenden Sorten von Rotkleeheu ſind meiſtens von der Art, daß ſie eher weniger Nährſtoffe, beſonders Protein enthalten, als in der Tabelle für„Rotklee in der Blüte geſchnitten“ angegeben ſind. Die Urſache hiervon iſt zunächſt, daß der Rotklee gewöhnlich in ſpäter Blüte geſchnitten und zu Heu gemacht wird, in einem Zuſtand, in welchem er als Grünfutter bei ausſchließlicher Verabreichung den Tieren nicht mehr zuſagt und eine geringere Nährwirkung zeigt. Die Nährkraft des Futters wird aber oft noch mehr vermindert, indem beim Trocknen die Blätter und ſonſtigen zarten Teile der Pflanzen zerbröckeln und abfallen, ſo daß ſchließlich im fertigen Heu oft nur die gröberen und kahlen Stengel übrig geblieben ſind. Was bei der Ernte an zarten Teilen noch erhalten bleibt, geht vollends leicht bei längerer Aufbewahrung in der Feime oder auf dem Boden verloren. Der betreffende Ver⸗ luſt iſt um ſo bedeutender, als die Blätter des Klees beſonders ſtick⸗ ſtoffreich ſind und das darin vorhandene Protein leichter verdaulich Prozen⸗ t hleit ſich de 0 fü natürlic n, deſſe Rohfije ſeu ganz ingerem harakte⸗ pffreien großen ies das heu be⸗ oltſtoffe ch ſind, t wird, wenn ittleren ſenheu, ind die fffe 58 ten von rſtofe in der mächſt, zu Heu ter bei gt und 8 wird Plätter llln, ſo kahlen Teilen vahrung de Ver⸗ ers ſüt⸗ edaulic Rauh⸗ und Grünfutterarten. 111 ſein muß, als das der Kleeſtengel. Nach einer Beobachtung von Ritthauſen enthielten die Blätter in der Trockenſubſtanz 22,3 9%%, die Stengel dagegen nur 12,0% Rohprotein, und von der Geſamt⸗ menge des letzteren in der ganzen Pflanze kam auf die Blätter allein mehr als die Hälfte. Eine weitere Verſchlechterung des Kleeheus muß natürlich ein⸗ treten, wenn die Bereitung desſelben bei ungünſtiger Witterung er⸗ folgt. Der Klee iſt noch mehr der Gefahr des Verſchlechterns aus⸗ geſetzt, als das gewöhnliche Wieſenheu. Außerdem trocknet der Klee langſamer als das Wieſengras, er kann alſo um ſo eher durch die Ungunſt der Witterung beträchtlichen Schaden leiden. Dies beobachtete Ritthauſen in Möckern, indem er zwei Kleeheuproben, beide im Be⸗ ginn der Blütezeit auf einem und demſelben Feld geſchnitten, unter⸗ ſuchte, von denen die eine ohne allen weſentlichen Verluſt raſch ge⸗ trocknet, die andere aber auf ſſog. Kleereitern 14 Tage lang faſt täglich von ſtarken Regengüſſen durchnäßt und ausgelaugt worden war; gleichwohl hatte auch die letztere Probe nach ſchließlichem Trocknen anſcheinend eine leidliche Beſchaffenheit und konnte immer noch als Futter benutzt werden. Er ſchloß aus ſeinen Unterſuchungen, daß von der urſprünglich vorhandenen Trockenſubſtanz 3,8% Eiweiß⸗ 20,6% ſtickſtofffreie Extaktſtoffe und 3,0% Aſchenbeſtandteile, im ganzen alſo 27,4% durch Gärung und Auslaugen verloren gegangen waren. Die prozentige Zuſammenſetzung der beiderlei Kleeſorten, auf lufttrockenen Zuſtand(mit 16,0% Feuchtigkeit) berechnet, war folgende: Nfr. Extraktſtoffe Waſſer Rohprotein Rohfaſer und Fett Aſche Nicht beregnet 16,0 14,6 25,3 36,1 8,0 Beregnet 16,0 15,8 37,4 23,4 7,5 Wie man ſieht, iſt das beregnete Kleeheu trotz der ſtattge⸗ fundenen ſtarken Auslaugung prozentig reicher an Rohprotein, als das gut eingebrachte Heu. Dies ſtimmt überein mit anderweitigen Beobachtungen, z. B. in Proskau, nach welchem bei dem Auswaſchen kleeartiger Pflanzen verhältnismäßig mehr ſtickſtofffreie als ſtickſtoff⸗ haltige Nährſtoffe entfernt werden, und es erklärt ſich daraus, daß in der Praxis nicht ſelten ein Kleeheu vorkommt, welches, ungeachtet es ziemlich viel Rohprotein enthält, dennoch zu den allerſchlechteſten Sorten gehört, weil es bei großer Rohfaſermenge und geringem Gehalt an ſtickſtofffreien Extraktſtoffen zugleich ſehr grobfaſerig und ſchwerverdaulich iſt. Bei dem Verregnen von Rotklee ergiebt ſich jedoch keineswegs immer eine Zunahme im prozentigen Gehalt der 112 Charakteriſtik der Futtermittel. Trockenſubſtanz an Rohprotein, ſondern oft findet eine Abnahme ſtatt, wie z. B. Baesler in Regenwalde beobachtete. Aus dem Vorſtehenden ergiebt ſich wohl mit genügender Klar⸗ heit, daß die mehrfach empfohlene Umwandlung der ganzen Maſſe des produzierten Grünklees in Dürrheu, wenigſtens in größeren Wirtſchaften, niemals Anklang und Eingang finden wird. Es ſind damit zu große Gefahren und unvermeidliche Verluſte verbunden, welche die etwaigen Vorteile, die durch Futtererſparnis und rationeller Futtermiſchung bewirkt werden können, weit überwiegen. Auch iſt es wichtig, den Grünklee in den verſchiedenen Vegetationsperioden zur Verfütterung zu bringen, da namentlich der ganz junge Klee eine vorzügliche Nährwirkung ausübt und dadurch oft reichlich erſetzt, was ihm an Maſſe abgeht. In Hohenheim fand man den Protein⸗ gehalt der Trockenſubſtanz des Rotklees in den verſchiedenen Ent⸗ wickelungsſtadien desſelben, zu Anfang Mai, ferner am 13. Juni, 23. Juni und 20. Juli beziehungsweiſe zu 23,3, 16,6, 13,4 und 11,4%; ähnlich G. Kühn in Möckern am 20. Mai, 7. Juni und 20. Juni zu 19,6, 16,3 und 13,2%. Daß aber mit dem ab⸗ nehmenden Stickſtoffgehalt im heranwachſenden Rotklee meiſtens auch die Verdaulichkeit des Rohproteins, ſowie der geſamten organiſchen Subſtanz bedeutend ſich vermindert, iſt ſchon erwähnt worden. Auch wenn die prozentige Zuſammenſetzung in der Trockenſubſtanz der Kleepflanze mit dem Fortſchreiten der Vegetation manchmal ſich nicht weſentlich verändert, zeigt ſich gleichwohl eine raſche und beträchtliche Abnahme in der Verdaulichkeit des Futters, zunächſt bezüglich des Rohproteins und der Rohfaſſer. Dies ergiebt ſich z. B. aus den Verſuchsreſultaten, welche man in Hohenheim bei der Verfütterung von Grünklee in vier verſchiedenen Vegetationsſtadien an Hammel erzielte([. S. 90 und Tabelle II im Anhang). Wenn man den Grünklee, wie in manchen Gegenden üblich iſt, ſehr frühzeitig zu ſchneiden anfängt, ſobald er nur mit der Sichel gefaßt werden kann, ſo muß man in der Trockenſubſtanz dieſes Futters wenigſtens 20% Rohprotein annehmen und letzterem einen Verdauungs⸗Koëffizienten von etwa 75 beilegen, ſowie auch für die übrigen Beſtandteile die Verdauungs⸗Koöffizienten entſprechend erhöhen. Durch Umwandlung von Rotklee, Luzerne und anderen Grün⸗ futterarten in Braunheu und Sauerheu erhält man ein ſchmack⸗ haftes, dem Vieh zuſagendes Futter, vorausgeſetzt, daß dabei alle erforderlichen Vorſichtsmaßregeln beobachtet werden und weder eine Verkohlung, noch ein Verſchimmeln der Maſſe eintritt. Um die Ver⸗ änderungen zu verdeutlichen, welche bei dieſer Art von Zubereitung des Futters ſtattfinden, teile ich hier einige in Proskau von Weiske — 2——— .—:————— ᷣ— Sͤ — — —=ͤ — ——. 2 ne ſtat r Kar Niſß rößeren Es ſin bunden loneller luch ſt erioden ſe Kllee elſett, robein⸗ u Ent⸗ Jmui 4 und ni und m ab⸗ z auch nſchen Auch z der hnicht ctliche h des 3 den terung inmel h iſt Söichel dieſes einen ir die pöhen. Hrün⸗ mack⸗ i alle reine Vel⸗ eitung Weißke Rauh⸗ und Grünfutterarten. 113 ausgeführte Unterſuchungen mit, denen ich bezüglich des Sauerheues aus Rotklee(in angehender Blüte) die in Pommritz von Heiden vor⸗ genommenen Analyſen beifüge, ſämtlich der beſſeren Überſicht wegen, auf Prozente der waſſerfreien Subſtanz berechnet: Braunheu Luzerne vom Außenraud zwiſchen Mitte v. d. Mitte als als (faſt unveränd.) u. Außenrand d. Haufens Dürrheu Braunheu Rohprotein... 12,8 15,3 15,5 18,4 22,4 Rohfett... 3.,2 3,9 7,2 2,3 2,7 Rohfaſer... 26,2 27,0 28,9 34,0 37,0 Extraktſtoffe... 47,6 42,6 37,2 38,0 28,6 Aſche..... 10,2 10,2 11,2 7,3 8,3 Eſparſette. Rotklee. Dürrheu Sauerheu friſch getr. Sauerheu Nohprotein.. 18,6 20,4 20,0 22,1 Rohfett..... 2,9 6,0 5,3 9,8 Rohfaſer... 33,9 35,2 25,7 27,8 Exktraktſtoffe.. 37,9 30,9 40,5 28,7 Aſche..... 6,7 7,5 8,5 11,6 Die Veränderungen infolge der betreffenden Zubereitung ver⸗ laufen im allgemeinen in derſelben Richtung, wie diejenigen, welche das Futter durch ſtarkes Beregnen erleidet, d. h. der prozentige Gehalt an Proteinſubſtanz, Rohfett und Rohfaſer nimmt zu, die Menge der ſtickſtofffreien Extraktſtoffe ab; die quantitativen Ver⸗ hältniſſe aber ſind hierbei weſentlich verſchieden. Man bemerkt zu⸗ nächſt, daß im Braunheu und noch mehr im Sauerheu die Menge des Rohfettes oder Atherextraktes auffallend geſteigert iſt. Es ſind allerlei Umwandlungsprodukte, hauptſächlich der ſtickſtofffreien Extrakt⸗ ſtoffe, welche wie namentlich die Milchſäure in Ather auflöslich ſind und daher nur anſcheinend die Menge des Fettes vermehren. Die Abnahme ferner der ſtickſtofffreien Extraktſtoffe im Braun⸗ und Sauerheu iſt oft eine ebenſo große wie im mehrfach beregneten Kleeheu, aber die prozentige Zunahme der Rohfaſer in den erſtge⸗ nannten Futterarten iſt dem nicht entſprechend, ſondern eine ver⸗ hältnismäßig geringe(ſ. a. S. 109); es erfährt hiernach durch die Gärungsprozeſſe während der Braun⸗ und Sauerheubereitung auch die Rohfaſer, wenigſtens teilweiſe eine Veränderung, ſie wird leichter löslich und erleidet überhaupt das ganze Futter eine geringere Ab⸗ nahme in ſeiner Verdaulichkeit, als es bei dem beregneten Kleeheu oftmals der Fall iſt. Solches zeigte ſich auch in Fütterungsver⸗ ſuchen mit Hammeln welche in Proskau von Weiske ausgeführt wurden, jedoch nur bezüglich des Braunheus und namentlich der Wolff, Fütterungslehre. 7. Auflage. 8 114 Charakteriſtik der Futtermittel. darin enthaltenen Rohfaſer. Gelingt es durch Setzen nicht zu großer Haufen(Schweißdiemen in Holſtein) ſowohl einer übermäßigen Er⸗ hitzung vorzubeugen, als auch die völlige Trocknung des Braunheus zu beſchleunigen und eine zu dunkle Färbung desſelben zu vermeiden, ſo wird auch die Verdaulichkeit des Proteins, wie neuere Unter⸗ ſuchungen von Falcke zeigen, ſehr wenig geſchädigt, auch ſeine Um⸗ wandlung in Amide auf ein geringes Maß beſchränkt. Außerdem iſt zu beachten, daß das Futter, welches beim Trocknen infolge ungünſtiger Erntewitterung bedeutend an Schmackhaftigkeit verliert, durch die ſorgfältige Umwandlung in Braun⸗ und Sauerheu den Tieren ange⸗ nehmer wird und bei der Winterfütterung gleichſam als Gewürz, als gedeihlicher Zuſatz zu einem ſonſt weniger ſchmackhaften Futter dienen kann. Da endlich bei dieſer Art der Heugewinnung die Ungunſt der Witterung weniger ſtörend einwirkt, ſo begreift man leicht, daß man davon oft große Vorteile erzielt, obgleich unleugbar ein Verluſt an Subſtanz ſtattfindet und auch die an ſich vorhandene Verdaulichkeit des Futters dadurch gewöhnlich nicht erhöht, eher vermindert wird. Das Sauerfutter iſt, in direkten Fütterungsverſuchen auf ſeine Verdaulichkeit und Nährwirkung, mehr noch auf ſeine chemiſche Beſchaffenheit ſorgfältig geprüft worden, insbeſondere auf den Ver⸗ ſuchsſtationen in Proskau und Breslau(Sauerfutter von Lupinen, Luzerne und Grünmais), ferner in Bonn(ſchwed. Klee), ſowie in Münſter und in Halle(Grünmais), wozu noch Unterſuchungen von eingeſäuerten Diffuſionsſchnitzeln(ſ. dieſe), Kartoffeln ꝛc. hinzukommen. Die Art und Höhe der Veränderungen, welche das betreffende Grün⸗ futter infolge des Einſäuerns erleidet, erkennt man z. B. aus den Zahlen, welche Stutzer in Bonn bei ſchwediſchem Klee ermittelt hat. Das unterſuchte Material ſtammte von einem Gute, wo man in einer gemauerten Grube am 28. Juni 525 kg(mit 29,3% Trockenſubſtanz) Grünklee feſt eingeſtampft und davon am 8. No⸗ vember nach Verlauf von 128 Tagen an Sauerfutter 495 kg(mit 24,6% Trockenſubſtanz) erhalten hatte. Man fand hierbei bezüglich der Geſamt⸗Trockenſubſtanz und der einzelnen Beſtandteile(Eiweiß leicht verdaulich, Nuklein nicht verdaulich): Trockene Rohprotein Frie r Nfr. Extraktſtoffe ſub⸗ i⸗ Nu⸗ oh⸗ Roh⸗ ei r ſtanz ubi neuee Amid fett faſer eic ſchne Friſch.. kg 153,8 7,8 7,3 5,5 6,2 35,5 11.1 69,5 Geſäuert kg 121,9 4,2 6,8 5,2 9,0 33,/7— 50,6 Verluſt. kg 31,9 3,6 0,4 0,3+ 2,8 2,2 11,1 18,9 Desgl. in% 20,8 45,8 5,7 5,3+ 46,0 6,/2 100 27,2 *) Pepſinunlösliche Stickſtoffverbindungen. großer gen Er aunheus rmeiden Unter⸗ ne Un⸗ den ün ünſtier h de n Ange⸗ ürz als dienen unſt der aß man pluſt m zlichket t wird. een auf emiſche n Ver⸗ upinen, wie in en von ommen. Grün⸗ s den mittelt hman 3 7 . No⸗ g(mit züglich Eiweiß rktſtofe — ſchwer löslch 695 5056 189 A2 Rauh⸗ und Grünfutterarten. 115 Der Verluſt an Rohprotein im ganzen betrug 20,5%, an ſtick⸗ ſtofffreien Extraktſtoffen 37,3%. Man ſieht, daß der Verluſt weit⸗ aus am größten iſt bei dem verdaulichen Eiweiß und den leichtlös⸗ lichen ſtickſtofffreien Nährſtoffen(Zucker, Gummi ꝛc.); es mußte daher infolge des Einſäuerns nicht allein die Geſamtmenge der Trockenſub⸗ ſtanz, ſondern auch die Verdaulichkeit und Nährkraft im Rückſtande gegenüber dem urſprünglichen Grünfutter vermindert ſein. Es ergab ſich in Breslau, daß das nach Goffart'ſcher Methode im Verlaufe von etwa 4 Monaten bereitete Sauerfutter von Lupinen, Luzerne und Grünmais bezüglich der eigentlichen Eiweißſtoffe nahe überein⸗ ſtimmend einen Verluſt von 60%, bezüglich der Amidſtoffe von nur 10% erlitten hatte. In Münſter fanden J. König und C. Böhmer, daß, während die Menge der wirklichen Eiweißſubſtanz in dem friſchen Grünmais 80,7% von dem geſamten Rohprotein betrug, dieſer Prozentſatz in dem 7 Monate alten Sauerfutter bis auf 53,6% geſunken war; ebenſo waren nach Beobachtungen von Märcker in Halle 71,3% des Rohproteins im Grünmais wirkliches Eiweiß, im Sauermais dagegen nur 50,6%. Hiernach wird alſo ein beträchtlicher Teil der Eiweißſtoffe in Amide übergeführt. Weitere Unterſuchungen beſtätigen ferner die ſchon früher ermittelte Thatſache, daß die Menge des Atherextraktes oder Rohfettes in dem Sauerfutter oft ſehr bedeutend vermehrt iſt; dies zeigte ſich beſonders auffallend bei den in Breslau von Weiske und B. Schulze ausge⸗ führten Unterſuchungen, indem der Gehalt der Trockenſubſtanz des Sauerfutters daran bei Lupinen von 4,5 bis auf 13,5%, bei Sauer⸗ mais von 2,1 bis auf 13,4% und bei eingeſäuerter Luzerne von 4,4 bis 8,8% geſtiegen war. Es war dies hautſächlich bedingt durch die reichliche Bildung von Milchſäure und Butterſäure, wovon in dem Sauerfutter der Lupinen beziehungsweiſe 2,38 und 3,58, zuſammen 5,96% und in dem Sauermais ſogar 3,47 und 7,45, zuſammen 10,92% der Trockenſubſtanz gefunden wurden. Der abſolute Verluſt an organiſcher Subſtanz iſt je nach der Dauer des Einſäuerns und nach der dabei befolgten Methode ſehr verſchieden. Die Maſſe oder das Gewicht des Futters iſt nicht immer maßgebend; während z. B. in Münſter bei dem Einſäuern einer kleinen Quantität von 7 Ctrn. Grünmais im Verlaufe von 4 und ſelbſt von 7 Monaten ein Verluſt von nur 10% der Ge⸗ ſamt⸗Trockenſubſtanz beobachtet wurde, betrug derſelbe in Breslau, wo ebenfalls nur wenig, nämlich jedesmal 2 bis 2 ½ Ctr. Grün⸗ mais zu den Verſuchen benutzt wurden, 25,7 bis 36,5% bei vier⸗ monatlichem Einſäuern und in Halle, unter Anwendung von 1712,5 Ctrn. Grünmais im Verlaufe von 6—7 Monaten 23,4%. 8* 116 Charakteriſtik der Futtermittel. Bei Verſuchen von B. Schulze in Breslau wurde ein größeres Quantum von in ca. 1,5 em lange Stücke zerſchnittenen Grünmais nach Goffarts Methode in einen Raum eingeſtampft, welcher eine beſondere, durch Bretter abgegrenzte Abteilung eines großen, eben⸗ falls mit Sauerfutter angefüllten Silos(von 360 cbm Inhalt) bildete. Das Futter wurde friſch(Anfang Oktober) und nach fünf⸗ monatlichem Einſäuern unterſucht; es war im letzteren Zuſtande gut erhalten, von ſtrohgelber Farbe und hatte einen angenehm ſäuerlichen Geruch. Man fand hierbei: Trocken⸗ In Prozenten der Trockenſubſtanz ſubſtanz Rohprotein Roh⸗ RNoh⸗ Nrlfr. Ex⸗ % Eiweiß Nichteiweiß fett faſer traktſtoffe Friſch. 16,83 5,13 2,62 1,85 35,95 46,22 Geſäuert. 15,63 3,69 3,76 7,68 32,05 43,39 ferner dem Gewichte nach in kg: In der Trockenſubſtanz Trocken⸗ Rohprotein Roh⸗ Roh⸗ Nrfr. Ex⸗ ſubſtanz Eiweiß Nichteiweiß fett faſer traktſtoffe Friſch 1094,1 56,1 28,3 20,2 393,3 505,7 Geſäuert. 885,4 32,6 33,3 68,0 310,4 384,2 Verluſt in ka 208,7 24,5+ 5,0+ 47,8 82,9 121,5 Desgl, in% 19,1 41,8+ 17.7+ 236,0 21,1 24,0 Es ergab ſich hierbei, daß die Verluſte in den erſten 2 bis 6 Monaten nach dem Einfüllen in die Gruben am größten ſind, ſpäter aber ein gewiſſer Stillſtand eintritt und alsdann die Zerſetzung der organiſchen Subſtanz nur ſehr langſam weiter vorſchreitet. Im großen Durchſchnitt der Verhältniſſe und bei ſorgfältiger Beobachtung aller Vorſichtsmaßregeln, wozu vorzugsweiſe ein recht feſtes Einſtampfen des auf der Häckſelbank hinreichend fein zerſchnittenen Grünfutters und ein vollſtändiger Abſchluß der atmoſphäriſchen Luft gehört, kann man annehmen, daß die Futtermaſſe im Verlaufe von 6 Monaten(von Mitte des Sommers bis gegen Ende des Jahres) 15— 20% der Geſamt⸗Trockenſubſtanz durch Zerſetzung der or⸗ ganiſchen Stoffe, hauptſächlich der leicht löslichen Kohlehydrate und nächſtdem der verdaulichen Eiweißkörper verliert. In neuerer Zeit iſt die Bereitung von ſog. Süßfutter, ſei es in Silos oder in oberirdiſch angelegten Feimen, die durch Ketten⸗ preſſen zuſammengedrückt werden können, vielfach empfohlen worden und hat auch in Deutſchland Anklang gefunden. Man läßt das Grünfutter etwas abwelken, womöglich bis es etwa 25— 30% Trocken⸗ ſubſtanz enthält und preßt es dann in Silos unter ſtarker Belaſtung (50 kg pro Quadratfuß) oder über der Erde durch kräftiges An⸗ nrißen rünmat her ein en, eben⸗ Juüal ach fün⸗ ande gu zuerlchen 3 Itr. Cê takſſofe 46,29 4339 N kr. Er⸗ traktſtoff 505,7 384,2 1²¹5 240 2 bis d , ſpäter ung der ffältiger in recht nittenen en Luft ffe von Jahres der or⸗ ate und ter, ſei Ketten⸗ worden ißt das Trocken⸗ elaſtung ges Am⸗ Rauh⸗ und Grünfutterarten. 117 ziehen der Schrauben(in der Johnſon'ſchen, Blunt'ſchen ꝛc. Preſſe) zuſammen. Hierbei erhitzt ſich das Futter raſch und es iſt wichtig, daß die Temperatur bis auf 60—700 C. ſteigt, dann aber raſch durch vermehrten Druck bis auf 500 ſich vermindert, längere Zeit bei 40— 50° C. verbleibt und ſehr langſam weiter ſinkt; es wird dadurch bewirkt, daß nur wenig von den übelriechenden flüchtigen Settſäuren(Butterſäure ꝛc.) ſich bilden und außerdem die Zerſetzung, alſo der Verluſt an organiſcher Subſtanz manchmal nicht ſo bedeutend iſt, wie bei der Bereitung des gewöhnlichen Sauerfutters, welches ſonſt dem Süßfutter(Süßheu, Preßheu) ähnlich iſt und auch immer entſteht, wenn die Temperatur durch Selbſterhitzung nicht wenigſtens 50° C. erreicht. Wenn dagegen die Temperatur anhaltend eine zu hohe iſt, nur etwas länger 70⁰ C. beträgt, ſo nimmt das Futter eine tief braune Farbe an und die Verdaulichkeit des Eiweißes ſinkt faſt auf Null, was beſonders leicht ſtattfindet, wenn das Grünfutter zu ſtark abgewelkt war, über 30 bis gegen 40% Trockenſubſtanz enthielt. Es wird dies beſtätigt durch Ausnutzungsverſuche, welche in dieſer Richtung mit Hammeln 1891 in Hohenheim angeſtellt wurden. Die Verdaulichkeit des Rohproteins war im Preßfutter aus Wieſengras von urſprünglich 56 bis auf 27% der Geſamtmenge vermindert, die der Eiweißſubſtanz, alſo mit Ausſchluß von Nicht⸗ eiweiß, faſt abſolut vernichtet. Ahnliches hat auch Albert bei zahl⸗ reichen in der Provinz Sachſen, von Praktikern ausgeführten Fütte⸗ rungsverſuchen beobachtet und zugleich gefunden, daß die Verdaulich⸗ keit des Rohproteins ſich nicht oder nur wenig verändert, wenn das Preßfutter in ſeiner Beſchaffenheit dem gewöhnlichen Sauerfutter gleicht, wenn nämlich die in der Feime erreichte Temperatur eine zu niedrige war, was namentlich leicht bei großer Wäſſerigkeit des Grün⸗ futters, bei einem Gehalt desſelben von nur 12— 18% Trocken⸗ ſubſtanz vorkommt. Es hat aber dann die Umwandlung von Eiweiß in Amidſtoffe und die Säurebildung in noch höherem Grade, als ſonſt ſtattgefunden und es ſind reichlich flüchtige Ammoniakverbindungen vorhanden, welche nach Albert unter ſolchen Umſtänden bis auf 31% des geſamten Rohproteins anſteigen können. In einer Probe von ſehr gut geratenem Süßfutter aus Klee, ſowie in einer Probe von gewöhnlichem Kleeheu, welches zu gleicher Zeit auf demſelben Felde geerntet worden war, fand Stutzer in Bonn in Prozenten der Trockenſubſtanz(friſch etwa 70% Waſſer): Roh⸗ Roh⸗ Roh⸗ Nfr. Ex⸗ Mineral⸗ protein fett faſer traktſtoffe ſtoffe Klechen.. 16,07 3,47 35,75 37,74 6,98 Süßhen... 18,73 6,50 28,27 38,51 7,79 118 Charakteriſtik der Futtermittel. In% d. Nfr. In% des Rohproteins. Ercrur iſi Vnd⸗ Eweſß ſtoffe verdaulich unverdaulich Kleehen.... 5,38 17,7 53,8 28,5 Süßhen. 6,64 43,3 35,9 20,8 Auch bei der Bereitung von Süßheu ergeben ſich, je nach dem Gelingen der Operation, mehr oder weniger beträchtliche Verluſte an organiſcher Subſtanz und abgeſehen davon erleidet auch die Nährkraft der organiſchen Subſtanz bei der Umwandlung eines an ſich guten Grünfutters in Sauer⸗ oder Süßheu eine Verminderung. Es iſt dies durch die, auch bei der Bereitung von Süßfutter nicht zu vermeidende Zerſetzung leicht verdaulicher Kohlehydrate, ſowie durch den Zerfall von Eiweiß und deſſen Umwandlung in Amidſtoffe bedingt. Die ſaure Beſchaffenheit hat nach den Verſuchen von Weiske in Breslau keinen nachteiligen, überhaupt keinen ändernden Einfluß auf die Ausnutzung des Futters. Gleichwohl wird es ſich empfehlen, nicht zu große Rationen zu verabreichen und auch das ſonſtige Futter, namentlich bezüglich ſeines Gehalts an verdaulichem Eiweiß paſſend auszuwählen. Das möchte ganz beſonders bei der Fütterung der Milchkühe zu beachten ſein, während an Zugochſen und Maſttiere ſchon größere Quantitäten ohne Nachteil gefüttert werden können, womit auch die aus der Praxis bisher vorliegenden Erfahrungen (aus England, Holland und Deutſchland) im allgemeinen überein⸗ ſtimmen. In Verſuchen von Lawes und Gilbert hatten 29,6 kg Sauerfutter aus Rotklee, neben geeignetem Kraftfutter bei Maſtochſen reichlich dieſelbe Wirkung wie 5,3 kg Kleeheu+ 22,4 kg Rüben. Bei einem Verſuch von L. Broekema und A. Mayer mit Milchkühen war freilich bei Verabreichung von Sauerfutter aus Gras, gegenüber der Fütterung mit dem aus demſelben Gras bereiteten Dürrheu die Menge der produzierten Milch nicht verändert und der Fettgehalt darin ſogar erhöht, aber es ergab ſich eine auffallend raſche Abnahme im Lebendgewicht, eine ſtarke Abmagerung der Tiere. Kirchner in Halle beobachtete, daß bei Erſatz von 20 kg Runkelrüben durch eine nahezu gleiche Menge Sauermais zwar die Wirkung des Futters auf Milchmenge und Lebendgewicht der Tiere faſt unverändert blieb, aber der Geſchmack der produzierten Milch war nicht mehr rein und die betreffende Butter in Geſchmack, Konſiſtenz und Haltbarkeit ſehr mangelhaft, während an anderen Orten allerdings günſtigere Reſultate erzielt wurden. Das Einfeimen in Gruben(gemauerten Silo's) und eventuell auch in Preſſen über der Erde iſt gewiß für ſchlechte, un⸗ ſichere Witterung, zumal im Herbſt und für Grünmais oder ähn⸗ ———.,—— ——=—== ————.,— ——e 1s. dverdauic 25 20s nach den Werluſt auch d eines m inderun tter i te, ſowie lmidſtof Weizt Einſlaß nyfehlen e Futter paſſend ung der Maſttier können ahrungen überein⸗ 29,6 Naſtochſen Küben. dicchkühen egenüber Dürrheu ſettgehalt Abnahme rhner in urch eine ters auf jeb, aber und di keit ſehr Reſultote 9'8) und ſchte, un— der ihn⸗ Rauh⸗ und Grünfutterarten. 119 liche, langſam und ſchwierig trocknende Futtermittel zu empfehlen; bei hinreichend gutem Wetter aber und für gewöhnliches Wieſenfutter verdient nach dem Urteil der meiſten Landwirte die Bereitung von Dürrheu den Vorzug. 3. Grünfutter und Heu der Luzerne. Dieſe Futterpflanze iſt meiſtens noch ſtickſtoffreicher als der Rotklee, aber von dem Be⸗ ginn der Blüte an einer raſcheren Verholzung unterworfen. Nach einer in Möckern von G. Kühn vorgenommenen Unterſuchung ent⸗ hielt die Trockenſubſtanz der Luzerne am 24. April, 22. Mai und 3. Juli an Rohprotein beziehungsweiſe 34,4, 26,3 und 17,8%, und an Rohfaſer 22,0, 27,5 und 48,5%. Man hat alſo alle Urſache, die Luzerne, ſoweit ſie nicht als Grünfutter Verwendung finden kann, möglichſt frühzeitig zu ſchneiden und zu trocknen. In den bisher ausgeführten Verdauungsverſuchen, in welchen man die Luzerne teils als Grünfutter, teils als Heu an Ochſen und an Hammel ver⸗ fütterte, hat man offenbar ein ſehr gutes Futter dieſer Art benutzt, und es ſſind daher die in den Tabellen angegebenen Mittelzahlen verhältnismäßig hohe. Gleichwohl kann man annehmen, daß das Rohprotein der Luzerne eine größere Verdaulichkeit hat, als das des Rotklees, ſelbſt bei gleichem Stickſtoffgehalt beider Futtermittel; da⸗ gegen iſt die Rohfaſer in der Luzerne weniger verdaulich als im Rotklee, während bezüglich der ſtickſtofffreien Extraktſtoffe ziemlich übereinſtimmende Verdauungsverhältniſſe vorhanden ſind und das Rohfett, ähnlich wie im Wieſenheu, ſehr ſchwer verdaulich zu ſein ſcheint. Die Luzerne iſt abſolut und relativ ein ſtickſtoffreiches Futter⸗ mittel, ſo daß bei deren ausſchließlichen Verfütterung, namentlich im grünen Zuſtand noch leichter eine große Verſchwendung von wert⸗ voller Subſtanz ſtattfindet, als bei dem Grünklee, was in der Praxis wohl zu beachten iſt. Vezüglich der Luzerne iſt zum erſtenmal, und zwar in Proskau von Weiske, durch direkte Fütterungsverſuche mit Hammeln der beſtimmte Nachweis geliefert worden, daß das Trocknen bei gewöhnlicher Lufttemperatur, das alleinige Verdunſten des Waſſers, die Verdaulichkeitsverhältniſſe der feſten Beſtandteile in keiner Weiſe verändert; im übrigen aber gilt für die Luzerne ganz dasſelbe, was über die möglichen und zum Teil unvermeidlichen Verluſte bei der Heubereitung des Rotklees geſagt worden iſt. Wenn bei der Ernte ungünſtige Witterung eintritt und infolge deſſen die Luzerne ſehr lange auf dem Felde liegen bleibt, ſo iſt der Verluſt an wertvollen Beſtandteilen ein beſonders großer, wie man aus Unterſuchungen erſieht, die in Halle von Märcker ausgeführt wurden. Bei gleichem Waſſergehalt(15%) fand man in der ganz ohne Verluſte getrockneten Luzerne(a), ferner nachdem das betreffende Futter beziehungsweiſe 120 Charakteriſtik der Futterarten. 17(b) und 25 Tage lang(c) auf dem Felde dem Einfluß von Wind und Wetter ausgeſetzt geweſen war: Stickſtoff⸗ Roh⸗ Stickſtofffr. Mineral⸗ ſubſtanz faſer Nährſtoffe ſtoffe 2).... 14,2 25,5 37,1 8,2 D).... 13,6 28,8 35,4 7,2 G). 11,3 34,0 32,6 7,1 Auf Grund des prozentig zunehmenden Rohfaſergehaltes be⸗ rechnet ſich in(c) der Verluſt an Trockenſubſtanz auf 25%; wenn man aber beachtet, daß dieſer Verluſt vorzugsweiſe auf die leicht⸗ verdaulichen Beſtandteile ſich bezieht und auch die Schmackhaftigkeit der Luzerne für die Tiere bedeutend abnimmt, ſo iſt die Verminde⸗ rung des wirklichen Futterwertes im vorliegenden Falle eine noch weit größere. Die große Leichtverdaulichkeit, welche man bereits mehrfach in direkten Fütterungsverſuchen für das Rohprotein in der Luzerne, ſowie auch in den Grünwicken und dem Lupinenheu gefunden hat, ſteht zum Teil im Zuſammenhange mit dem relativ hohen Gehalt dieſer Futtermittel an Amidverbindungen. Der Stickſtoff darin betrug kurz vor der Blüte, bei dem Lupinenheu ſogar gegen Ende der Blüte, alſo zu einer Zeit, wo oft die Verfütterung der geernteten Maſſe ſtattfindet, ein volles Drittel von dem Geſamtſtickſtoff, faſt doppelt ſo viel als im gewöhnlichen Wieſenheu vorzukommen pflegt. Ähnlich verhält es ſich mit dem Rotklee und überhaupt mit allen Pflanzen, welche zur Zeit der Blüte oder der Ernte noch im lebhaften Wachs⸗ tum ſich befinden, immer noch neue Blätter und Stengel treiben; die organiſchen Stickſtoffverbindungen nicht eiweißartiger Natur ſind nämlich in den Knoſpen und jungen Trieben ſtets in beſonders großer Menge angehäuft. 4. Wickenheu wurde in Hoßenheim auf ſeine Verdaulichkeit geprüft; die in der Tabelle(ſ. Anhang) angegebenen Zahlen bezeichnen die mittleren Reſultate aus ſechs Einzelverſuchen mit Hammeln. Das verfütterte Wickenheu war allerdings von vorzüglicher Güte, nämlich in kaum beginnender Blüte der Pflanze geſchnitten und bei günſtiger Witterung getrocknet; es iſt daher begreiflich, daß die Verdauungs⸗ koöffizienten denen des beſten Kleeheus ähnlich gefunden wurden, bei dem hohen Gehalt an Rohprotein(23,8% der Trockenſubſtanz) für das Wickenheu ſogar noch höher ausfielen(= 76). Auch die Futter⸗ wicken verholzen mit dem Beginn der Blüte raſch und nehmen daher bei fortſchreitender Vegetation bald eine andere Zuſammenſetzung an; ſo werden die Grünwicken, welche Weiske in Proskau unterſuchte, wohl in voller Blüte ſich befunden haben, da ſie in der Trocken⸗ uß wm tes he⸗ wenn 3 keict faftigket eminde⸗ ne voch rfach in Luzerne, en hat Gehalt betrug Blüte, Maſſe doppelt Ahnüh aanzen, Wachs⸗ treiben, ür ſind onders lichkeit eichnen . Das rämlich inſtiger uungs⸗ en, bei t) fir Futter⸗ daher ng an; erſuchte, Trotken⸗ Rauh⸗ und Grünfutterarten. 121 ſubſtanz 18,3% Rohprotein und 34,4% Rohſaſer enthielten. In Waldau fand Ritthauſen, daß in der Trockenſubſtanz der Futter⸗ wicken vom 23. Mai bis zum 12. Juli, alſo mit der fortſchreitenden Vegetation der Pflanze, der Gehalt an Rohprotein von 25,4 bis auf 13,8% ſich verminderte, während gleichzeitig der Rohfaſergehalt von 20,8 bis 39,8% zunahm. Jedoch wird man den Futterwicken in dem Zuſtand, in welchem ſie gewöhnlich zur Verfütterung ge⸗ langen, einen höheren Stickſtoffgehalt als dem Rotklee beilegen müſſen. 5. Lupinenheu. Die gelbblühenden Lupinen liefern, wenn ſie nach eben beendigter Blüte geſchnitten ſind, die ſtickſtoffreichſte von allen bekannten Grün- und Rauhfutterarten; das Lupinenheu, welches Heidepriem auf der Verſuchsſtation Köthen zu Verdauungsverſuchen mit Hammeln benutzte, war zur Zeit der beginnenden Schotenbildung, vielleicht etwas früher als ſonſt in der Praxis üblich iſt, geerntet worden und enthielt in der Trockenſubſtanz 27,8% Rohprotein. Die Verdaulichkeit des letzteren wurde zu 74% gefunden, alſo faſt ebenſo wie im Wickenheu und in der Luzerne. Auffallend iſt der hohe Verdauungskoöffizient, welcher für die Rohfaſer im Lupinenheu ermittelt wurde, nämlich ebenfalls 74, während derſelbe bei dem ähnlich zuſammengeſetzten Wickenheu(54) und namentlich bei der Luzerne(38) weit niedriger ſich ergab. Es bildet daher auch das Lupinenheu eine Ausnahme von der ſonſt geltenden Regel, daß die ſtickſtofffreien Extraktſtoffe ihrer Menge nach übereinſtimmen mit dem von den wiederkäuenden Tieren wirklich verdauten Anteil dieſer Stoffe und der Rohfaſer zuſammengenommen, das betreffende Ver⸗ hältnis war für das verfütterte Lupinenheu= 100: 134. Be⸗ kanntlich kann das Heu und Grünfutter der Lupinen, ebenſo wie der Samen(ſ. d.) faſt nur an Schafe verfüttert werden, da andere landwirtſchaftliche Tiere wegen des darin enthaltenen Bitterſtoffes dasſelbe nur ungern aufnehmen. Der hohe Stickſtoffgehalt aber des Lupinenheues läßt dasſelbe als ein ſehr wertvolles Futtermittel er⸗ ſcheinen, und zwar um ſo mehr, als dieſe Pflanze hauptſächlich auf einem leichten ſandigen Boden gedeiht und ſomit weſentlich zur Kräftigung des letzteren beitragen kann; jedoch muß es ſelbſt an Schafe mit Vorſicht und nur im Gemenge mit anderweitigen und ſtickſtoffärmeren Futtermitteln verabreicht werden. Übrigens haben ſich auch für das Lupinenheu nach neueren Analyſen bedeutende Schwankungen in der Zuſammenſetzung ergeben, je nach den Boden⸗ und Witterungsverhältniſſen, unter welchen es gewachſen war; ſo im Gehalt an Rohprotein von 15 bis 28 und an Rohfaſer von 28 bis 40%. Die oft ſchädlichen und nicht ſelten ſogar tödlichen Wirkungen(Gelbſucht ꝛc. der Schafe) des verfütterten Lupinenheues 122 Charakteriſtik der Futtermittel. ſcheinen nach Unterſuchungen von J. Kühn durch ein eigentümliches Ferment(Ictrogen, Lupinotoxin), welches unter gewiſſen Boden⸗, Düngungs⸗, Witterungs⸗ und vielleicht auch Aufbewahrungsverhält⸗ niſſen in der Pflanze ſich bildet, bedingt zu ſein. Durch Erhitzen, namentlich durch längeres, 4—5 ſtündiges Dämpfen des Lupinen⸗ heues bei 1— 2 Atmoſphären Überdruck, oder kürzeres, 1—2 ſtün⸗ diges Dämpfen bei 4—6 Atmoſphären Druck kann man, wie es ſcheint, das betreffende Ferment in ſeinen ſchädlichen Wirkungen abtöten und ein auch unter ſolchen Verhältniſſen geſundes, den Schafen zuſagendes Futter herſtellen, eine Operation, welche bei dem voluminöſen Heu meiſt mit zu viel Schwierigkeiten in der Praxis verknüpft iſt. Die Herſtellung von Braunheu reſp. Preßfutter aus Lupinen ſcheint nach mehrfachen Erfahrungen die Giftigkeit, wenn auch nicht ſicher, aufheben zu können. 6. Sonſtige Heu⸗ und Grünfutterarten. Außer den im Vorhergehenden genannten giebt es noch eine große Anzahl von Pflanzen, welche teils für ſich allein im friſchen oder heutrockenen Zuſtand zur Verfütterung gelangen, teils als mehr oder weniger vorherrſchende Beſtandteile gewiſſer Heu⸗ und Grünfutterarten auf⸗ treten. Alle dieſe Pflanzen ſind ſchon mehrfach der chemiſchen Ana⸗ lyſe unterworfen, aber bis jetzt nur ausnahmsweiſe zu direkten und exakten Fütterungsverfuchen benutzt worden: jedoch läßt ſich deren Verdaulichkeit und Nährkraft, nach Analogie anderer ihnen ähnlicher Futtermittel auf Grund ihrer chemiſchen Zuſammenſetzung wenigſtens annähernd richtig beurteilen. Der ſog. Baſtard⸗ oder ſchwediſche Klee hat eine dem Rot⸗ klee ganz ähnliche Beſchaffenheit, nur iſt er meiſtens etwas zarter und ſtickſtoffreicher, und kann noch in einem vorgerückteren Stadium der Vegetation, in voller Blüte der Pflanze, mit Vorteil verfüttert werden. Dies iſt im noch höheren Grade bei dem Weißklee der Fall, welcher jedoch gewöhnlich nur zur Weidenutzung im Gemenge mit anderen Kleearten und Gräſern angebaut wird. Auch die Hopfenluzerne(gelber Klee) muß nach mechaniſcher Beſchaffenheit und chemiſcher Zuſammenſetzung als ein vortreffliches Futtermittel angeſehen werden, während der Inkarnatklee leicht verholzt und im allgemeinen einen geringeren Nährwert hat. Der Inkarnatklee wird nach Beobachtungen von Stutzer in Bonn am vorteilhafteſten Ende Mai oder zu Anfang Juni geerntet. Nach dieſer Zeit fand faſt gar kein weiterer Zuwachs an organiſcher Subſtanz ſtatt und der Gehalt an Nichteiweiß⸗Stickſtoff, welcher am 14. Mai 30,3 und am 24. Mai noch 23,9% des Geſamtſtickſtoffes betrug, war(31. Mai) bis auf 5,0% geſunken, alſo in dieſer Vegetationsperiode auch mehr —.————„— ——O——,—j ———— tümüts B'dar Sverhü Erhize Lupine —für „vie 6 dirtuna des, da bei dem r Prnrs ttter aud it, wem tden in zahl von trockenen weniger ten auf⸗ en Ana⸗ ten und h deren ihnlicher rnigſtene em Rot⸗ s zarter Stadium erfüttert lee der emenge uch die ffenheit termittel lzt und rnatklee zafteſten eit fand att und 0,3 und 31. Mij ih mehr Rauh⸗ und Grünfuttermittel. 123 wirkliches Eiweiß vorhanden. Die Eſparſette ſteht nach den bis⸗ her vorliegenden Analyſen dem Rotklee im Stickſtoffgehalt wenigſtens gleich und ſcheint in der Blüteperiode länger ſeine Schmackhaftigkeit und Leichtverdaulichkeit zu behaupten. Auf mehr trockenen, ſandigen Böden wird häufig Wundklee kultiviert; dieſe Pflanze iſt meiſt ſtickſtoffärmer, als die vorher genannten Futterarten, aber ſie enthält auch weniger Rohfaſer und iſt überhaupt nicht im gleichen Grade einer raſchen Verholzung ausgeſetzt. Eine andere, auf Sandboden kultivierte Pflanze, die Serradella, liefert ein beſonders feines, ſchmackhaftes und leicht verdauliches Futter; ſie unterſcheidet ſich da⸗ durch vorteilhaft von anderen Futterpflanzen, daß ſie einen großen Futterwert, namentlich auch ihren hohen Proteingehalt faſt bis zum Ende der Blüte beibehält, aber freilich giebt ſie oft einen ziemlich geringen Ertrag und bei der Heubereitung gehen die Blätter, alſo die als Futter wertvollſten Teile leicht verloren, ſo daß ſchon aus dieſem Grunde, außerdem aber wegen eines nicht unbeträchtlichen Nachwuchſes ein zu ſpätes Schneiden der Serradella nicht ratſam iſt, wie neuere, iu Proskau ausgeführte Anbau⸗ und Fütterungs⸗ verſuche beſtätigen. Ähnlich verhält ſich der Ackerſpörgel, welcher wohl nur als Grünfutter benutzt wird, und namentlich auf die Milch⸗ produktion einen günſtigen Einfluß äußert. In neuerer Zeit werden auch Sandluzerne, Sandwicke empfohlen, ſowie allerlei Lathyrus⸗ arten(Waldplatterbſe), welche ſelbſt auf dem ärmſten, ſteinigen Boden manchmal reiche Erträge liefert. Bei dem Verfüttern der Lathyrus⸗ arten iſt Vorſicht geboten, da der oft reichliche Gehalt an aromatiſchen Beſtandteilen(z. B. Cumarin) den Tieren widerſteht und ſie, beſonders anfänglich, veranlaßt das Futter zu verweigern. Der Grünmais von hochwachſenden und ſpätblühenden Sorten (z. B. Pferdezahnmais), welche in kräftigem Boden einen großen Rohertrag liefern, iſt ein ſehr wäſſeriges und ſtickſtoffarmes, aber wegen ſeines hohen Zuckergehalts namentlich für Kühe ſchmackhaftes Futter; bei ausſchließlicher Verabreichung wirkt ein ſolcher Grün⸗ mais wegen ſeines zu weiten Nährſtoffverhältniſſes oft nachteilig für die Milchproduktion, namentlich für die Qualität der Milch,— günſtig dagegen, wenn er gleichzeitig mit ſtickſtoffreichen Grünfutterarten von den Tieren verzehrt wird. Der Grünmais wird beſonders häufig zur Bereitung von Sauer⸗ und Süßfutter benutzt(ſ. S. 114 ff). Von frühreifen Maisſorten erhält man ein ſtickſtoffreicheres und zur ausſchließlichen Verfütterung mehr geeignetes Material, aber dieſelben erfordern zu ihrem Gedeihen meiſtens ein wärmeres Klima, und die Ernte fällt nicht ſo reichlich aus. Noch mehr auf Süddeutſch⸗ land beſchränkt iſt der Anbau und die Benutzung der Sorghopflanze 124 Charakteriſtik der Futtermittel. als Grünfutter. Dagegen kann auf leichtem Boden der Buchweizen, beſonders im Gemenge mit einer Sommerhalmfrucht ausgeſäet, noch im Herbſt ein wertvolles Grünfutter liefern. Ein vorzügliches Futter, namentlich für Pferde, bilden die jungen Pflanzen der gewöhnlichen Ackerdiſtel; es ſoll, wie man ſagt,„blutreinigend“ wirken, wenn man dieſes für die gute Kultur des Ackerlandes ſo läſtige Unkraut im Frühjahr verfüttert. Von den Blättern der Rübenarten ſind diejenigen der Futterrunkeln und Zuckerrüben bei großer Wüäſſerigkeit ziem⸗ lich ſtickſtoffreich; ſie müſſen mit Vorſicht gefüttert werden, da ſie wegen ihres großen Gehalts an Salzen und organiſchen Säuren (Oxalſäure) ſtark abführende Eigenſchaften haben und deshalb am beſten als Zuſatz zu anderem Futter, event. nach vorherigem Ein⸗ ſäuren zu benutzen ſind. In direkten Verſuchen, welche E. Wildt auf der Verſuchsſtation Kuſchen ausführte, wurde beobachtet, daß Hammel von der organiſchen Subſtanz der eingeſäuerten Runkel⸗ blätter 57% verdauten. Nach den in Hohenheim von O. Kellner vorgenommenen Unterſuchungen iſt der Gehalt der Runkelblätter an Oxalſäure nicht ſo groß, wie man bisher gewöhnlich annahm, er betrug 3,51% der Trockenſubſtanz, wovon 1,44% in Waſſer löslich waren, welche Menge infolge des Einſäuerns bis auf kaum ſich verminderte. Da außerdem bei längerem Einſäuern der Blätter, wie ſich weiter ergab, die löslichen Mineralſalze oft mehr als zur Hälfte mit dem ausgepreßten Safte abfließen und verſickern, ſo ſcheint auf dieſe Weiſe jene ſchädliche Eigenſchaft ſich verlieren, die Qualität alſo des Futters ſich verbeſſern zu müſſen. Dagegen iſt allerdings der Verluſt an Quantität oft ein ſehr beträchtlicher, an Trockenſubſtanz nämlich nach den Hohenheimer Verſuchen 20 bis 50% der urſprünglich vorhandenen Maſſe, an Geſamtſtickſtoff ſogar 28 bis 60%; in letzterer Hinſicht iſt der Verluſt um ſo empfind⸗ licher, als er mehr noch auf Eiweißſtoffe(52 bis 68%), als auf ſonſtige Stickſtoffverbindungen ſich bezieht. In den friſchen Blättern waren von 100 Teilen des Geſamtſtickſtoffes 72 Teile im Eiweiß, 25 Teile in anderen organiſchen Verbindungen und 3 Teile in Salpeterſäure enthalten, während nach 4 ½ monatlichem Einſäuern von dem übriggebliebenen Geſamtſtickſtoff nur 48 bis 57% in Ei⸗ weißſtoffen und Peptonen, 43 bis 52% in anderen organiſchen, hauptſächlich amidartigen Verbindungen ſich vorfanden. In Ver⸗ ſuchen, über welche Märcker berichtet, war der Verluſt nach fünf⸗ monatlichem Einſäuern an organiſcher Subſtanz 31%, an Roh⸗ protein und ſtickſtofffreien Extraktſtoffen 36 bis 39%. Die größere oder geringere Sorgfalt, womit das Einſäuern der Rübenblätter, ,— ——jjü——— veizen et ucc Futer hnlihe wem Unthaut ſen der zien⸗ da ſie Säuren Ub am nEn⸗ Vidt t. daß Runke⸗ ſellner ter an lättern fiweiß ile in ſäuern in E⸗ niſchen, n Ver⸗ fürf⸗ Roh⸗ größer blätter Rauh⸗ und Grünfutterarten. 125 ſowie auch anderer Futterarten geſchieht, iſt in hohem Grade be⸗ dingend für Quantität und Qualität der Maſſe, wie namentlich Stutzer, zunächſt bezüglich des Rohproteins nachgewieſen hat. Rüben⸗ blätter mit Köpfen wurden a) im Herbſte friſch unterſucht, b) in gut gemauerter und gut zugedeckter Grube bis zum März, c) in Erdgruben ſchlecht, ebenfalls bis zum März aufbewahrt. Mittelſt künſtlicher Verdauung fand man in Prozenten der Trockenſubſtanz an Rohprotein: Verdaulich Unverdaulich 2 15,18; b 11,62; c 2,93; a 6,13; b 8,00; c 12,00 Nur das urſprünglich ſchon vorhandene unverdauliche Eiweiß bleibt hiernach in abſoluter Menge unverändert zurück; in c war die Hälfte der Trockenſubſtanz von a verſchwunden und daher die prozentige Menge der unverdauliche Eiweißſubſtanz ſchließlich ver⸗ doppelt. Das verdauliche Eiweiß dagegen, bzw. Amid wird nach und nach durch Fäulnis zerſtört und der Stickſtoff als Ammoniak ec. verflüchtigt. Der oft große Sandgehalt der eingeſäuerten Rüben⸗ blätter hat zu dem Vorſchlage geführt, ſie vor dem Verfüttern zu waſchen. Nach Märcker kann dadurch in der That der größte Teil des Sandes entfernt werden, zugleich berechnet er bei ſeinen Ver⸗ ſuchen einen Verluſt von 26% der organiſchen Subſtanz. F. Leh⸗ mann fand bei Füttern gewaſchener und nicht gewaſchener Rüben⸗ blätter an Hammel einen Verluſt von im Mittel nur 9% der verdaulichen organiſchen Subſtanz durch das Waſchen. Ganz weſentlich werden dadurch die Amide, ferner lösliche Fettſäuren und Alkaliſalze entfernt, ſo daß das Futter relativ bekömmlicher werden kann. Durch Trocknen der Blätter durch freies Aufhängen an Bäumen, Leitern ꝛc. können ſie, wie B. Schulze nachwies, mit ſehr geringen Verluſten getrocknet und damit konſerviert werden, ſo daß ſich letzteres bei Vorhandenſein von Arbeitskräften am meiſten empfiehlt. Die Möhrenblätter und Kohlrübenblätter haben die bei den Runkelblättern erwähnten nachteiligen Eigenſchaften nicht oder in geringerem Grade, und daß Viehkohl und Weißkraut für Milchkühe vortreffliche Futtermittel abgeben, iſt aus der Praxis hin⸗ reichend bekannt. Das Kraut der Kartoffeln kommt als Futter kaum in Betracht und hat auch bei der Verfütterung zu Anfang Oktober in direkten Verſuchen als relativ ſchwerverdaulich und oft ſchädlich ſich erwieſen; die Blätter aber und die zarten Teile der Topinamburſtengel werden von den Schafen ſehr gern und mit gutem Erfolg gefreſſen. Dasſelbe iſt auch bezüglich des Baum⸗ laubes der Fall, welches bei mittlerem Stickſtoffgehalt durch niedrigen Gehalt an Rohfaſer(kaum 10 bis 12% im heutrockenen Zuſtand) 126 Charakteriſtik der Futtermittel. ſich auszeichnet, dagegen an Fettſubſtanz(Atherextrakt) bis 10% enthält. Am häufigſten werden die Blätter von Pappeln, Linden, Eſchen, Weiden und Erlen, auch Reblaub und in Italien im Herbſt Maulbeerblätter benutzt; die Blätter von Birken und Buchen ſollen weniger günſtig, grüne Nadeln oft ſchädlich wirken, diejenigen des Eibenbaumes ſogar in dem Grade, daß ſchon 150 bis 180 g im ſtande ſind, ein kräftiges Pferd raſch zu töten. Die größte Nähr⸗ wirkung haben die Blätter, wenn ſie frühzeitig, ſchon im Juli und Auguſt von den Bäumen abgenommen werden; aber auch noch zu Anfang Oktober zeigte ſich das Pappellaub als ziemlich leichtver⸗ daulich, indem nach Verſuchen von Wildt in Kuſchen die geſamte organiſche Subſtanz darin von Hammeln zu 58, das Rohprotein zu 56% verdaut wurde. In neuerer Zeit iſt mehrfach auf den Wert des Reiſigfutters hingewieſen worden, zuerſt von Ramann in Eberswalde. Dünne Reiſer von 1—2 ecm Durchmeſſer ſind nach vorliegenden Analyſen im Winter reicher an Nährſtoff, als im Frühjahr, namentlich an Protein(z. B. Buchenreiſig bezw. 5,6 und 3,1, Birkenreiſig 6,1 und 4,1% in der Trockenſubſtanz) und an Strärkemehl. Gleichwohl wird dem Reiſigfutter keine große Zukunft prophezeit und nur da als rentabel erachtet, wo es billig iſt, alſo in der Nähe der betreffenden Waldungen, namentlich in futter⸗ und ſtreuarmen Jahren. Einen bedeutend größeren Nähreffekt werden die jungen Triebe der Bäume äußern, wenn ſie mitſamt den anſitzenden Blättern, etwa im Juli oder Auguſt geerntet ſind und verfüttert werden; auf dieſe Weiſe könnten vielleicht die Eichenſchälwaldungen beträchtlichen Nebengewinn liefern, welchen Päßler⸗Tharand, wohl etwas hoch, auf 160— 190 M. pro Hektar berechnet. Je nach dem Durchmeſſer der Zweige, der Gattung der Bäume und je nach der Zeit der Ernte hat das Reiſig⸗ futter einen ſehr verſchiedenen Nährſtoffgehalt und Nährwert, wie beſonders Lehmann in Göttingen durch Ausnutzungsverſuche mit Hammeln nachgewiefen hat. Buchenreiſig aus etwas älteren und Akazienreiſig aus jüngeren Zweigen, beide im Winter geſchnitten, enthielten in der Trockenſubſtanz bezw. 4,7 und 11,3% Rohprotein und von der Geſamttrockenſubſtanz waren verdaulich 11,5 und 36,0%, dem Rohprotein 16,2 und 55,8%, von den ſtickſtofffreien Extrakt⸗ ſtoffen 16,4 und 47,4%. Pappelreiſig(bis 1 cm Durchmeſſer) mit Laub im Juli geſchnitten, war zu 42% der Trockenſubſtanz verdaulich. Was endlich die auf dem Acker angebauten Gräſer betrifft, Raigras, Timotheegras, Knaulgras ꝛc. ſo liefern ſie in der Jugend, ebenſo wie die vor dem Beginn der Blüte geſchnittenen Halmfrüchte, 107p Lnden Hertſ ſolee gen de in Nüähr⸗ uli und uij a ichtver⸗ geſamte protein utter Dünne nalhſen lich un 71 und lwird da als fenden Einen Väume n Juli Weiſe gewinn 190 M e, der Reiſig⸗ , wie mit und witten, protein 60 ertrak⸗ meſſer ubſtanz betrift dugend früchte Rauh⸗ und Grünfutterarten. 127 ſämtlich ein nährkräftiges Futter, welches dem Weidegras hauptſächlich nur an Schmackhaftigkeit nachſteht. Die Auswahl der einzelnen Gräſer für den Anbau im großen iſt natürlich bedingt durch Boden⸗ beſchaffenheit, Klima, Ausdauer der Pflanzen, Höhe des zu erwartenden Ernteertrags und durch ſonſtige in der Praxis vorkommende und zu beachtende Verhältniſſe. An Amidverbindungen ſcheinen die auf dem Felde, namentlich die im düngkräftigen Boden kultivierten Gräſer noch reicher zu ſein, als das gewöhnliche Wieſenfutter in gleicher Vegetationsperiode. 7. Stroh der Cerealien. Das Stroh der Sommerhalm⸗ früchte iſt durchſchnittlich ärmer an Rohfaſer, dagegen etwas reicher an Rohprotein als das Stroh der Winterhalmfrüchte. Von dem erſteren hat man hauptſächlich das Haferſtroh auf ſeine Verdau⸗ lichkeit geprüft; nach Verſuchen von Henneberg und Stohmann in Weende ergab ſich bei ausſchließlicher Verfütterung desſelben an Ochſen als Verdauungs⸗Koöffizient für das Rohprotein die Zahl 44 und 39, während in Verſuchen mit Hammeln, welche man in Hohenheim ausführte, die weit niedrigere Zahl 24 gefunden wurde, und zwar bei faſt gleich hohem Gehalt des Haferſtrohes an Rohprotein. In den letzteren Verſuchen war das Haferſtroh hartſtengelig und bei Drillkultur der Pflanze gewachſen. Als mittleren Verdauungs⸗ Koöffizienten des Haferſtrohproteins wird man kaum eine höhere Zahl als 35 annehmen können. Die Rohfaſer iſt im Haferſtroh völlig ebenſo leicht verdaulich, wie im guten Wieſenheu, dagegen werden die ſtickſtofffreien Extraktſtoffe und auch das Rohfett entſchieden weniger ausgenutzt. Über die Verdaulichkeit des Gerſteſtrohes ſind bis jetzt erſt wenige Verſuche angeſtellt worden. In Kuſchen fand Wildt den Verdauungs⸗Koöffizienten für das Rohprotein auffallend niedrig, zu etwa 20; das betreffende Gerſteſtroh war aber ſtark ausgereift und enthielt in der Trockenſubſtanz 4,8% Rohprotein. Gleichwohl wurden die ſtickſtofffreien Extraktſtoffe zu 54 und die Rohfaſer zu 56% verdaut; oftmals wird auch die prozentige Verdauung des Rohproteins im Gerſteſtroh eine größere ſein und dieſes als ein gutes Futterſtroh ſich erweiſen, namentlich wenn demſelben, wie häufig der Fall iſt, junger Klee oder ſonſtige grüne Kräuter in größerer Menge beigemiſcht ſind. Die erwähnten Verdauungsverhältniſſe treten ganz in derſelben Richtung bei dem Stroh der Winterhalmfrüchte auf, nur fallen die betreffenden Koöffizienten teilweiſe noch niedriger aus. Letzteres zeigt ſich insbeſondere bezüglich des Rohproteins; die Rohfaſer aber wird faſt ebenſo gut verdaut wie in dem Stroh der Sommerhalnfrüchte. 8. Stroh der Hülſenfrüchte. Die für Ackerbohnenſtroh in 128 Charakteriſtik der Futtermittel. der Tabelle(ſ. Anhang) angegebenen Verdauungs⸗Kosffizienten ſind aus einigen in Weende und in Proskau ausgeführten Verſuchen ab⸗ geleitet. Es iſt in dieſem Futtermittel, ähnlich wie im Kleeheu, die Rohfaſer relativ ſchwer verdaulich, während die ſtickſtofffreien Extrakt⸗ ſtoffe reichlicher verdaut werden. Mit Erbſenſtroh ſind ferner einige Verſuche in Hohenheim angeſtellt worden, bei denen eine an ſich ſchon gute, blattreiche Sorte(mit 11,4% Rohprotein und 44,2% Rohfaſer in der Trockenſubſtanz) an Hammel zum Ausfreſſen ver⸗ abreicht wurde; die hierbei wirklich verzehrte Subſtanz hatte die Zuſammenſetzung eines guten Kleeheues(14,0% Rohprotein und 31,9% Rohfaſer) und es erklärt ſich daraus, daß auch die Ver⸗ dauungs⸗Koöffizienten entſprechend hohe waren, nämlich für Roh⸗ protein= 60, für Rohfaſer= 52 und für die ſtickſtofffreien Extraktſtoffe= 64 gefunden wurden. Das Stroh der reifen Soja⸗ bohne verhält ſich nach Zuſammenſetzung und Verdaulichkeit dem Stroh der Acker⸗ oder Pferdebohne ſehr ähnlich, wie man in Proskau ermittelt hat. Das Lupinenſtroh nimmt wie das Lupinenheu eine gewiſſe Sonderſtellung ein, wenigſtens nach den Beobachtungen, welche in Köthen von Heidepriem bei Verſuchen mit Hammeln gemacht wurden. Die Verdauungs⸗Kosffizienten waren für Rohfaſer und ſtickſtofffreie Extraktſtoffe 51 und 65, für das Rohprotein dagegen 37 bei einem Lupinenſtroh, welches in der Trockenſubſtanz 7,0% Roh⸗ protein und 48,6% Rohfaſer enthielt und anſcheinend gut aus⸗ gereift war. Hierdurch wurde bewirkt, daß die Menge der verdauten ſtickſtofffreien Extraktſtoffe bedeutend überſtieg, nämlich in dem Ver⸗ hältnis von 127: 100(vergl. S. 121). 9. Spreu und Schoten der Halm⸗ und Hülſenfrüchte. Die Weizenſpreu enthält gewöhnlich prozentig mehr Rohprotein als Weizenſtroh; dagegen iſt die Spreu der Sommerhalmfrüchte(Gerſte und Hafer) durchſchnittlich faſt ſtickſtoffärmer als das Stroh derſelben Pflanzen. In der Spreu oder den Schoten der Hülſenfrüchte(Erbſen, Wicken und Bohnen) findet man wenigſtens ebenſoviel Rohprotein, wie in dem betreffenden Stroh. Alle Spreuarten ſind in der Regel ärmer an Rohfaſer als Stroh, und es werden daher die Verdauungs⸗ Koöffizienten für die einzelnen Beſtandteile wohl entſprechend höher anzunehmen ſein; direkte Verſuche jedoch hierüber ſind bis jetzt noch nicht ausgeführt worden. Zugleich bewirkt die ganze mechaniſche Be⸗ ſchaffenheit der Spreu, daß dieſes Futter, in gewiſſer Menge ver⸗ abreicht, den Tieren im allgemeinen angenehmer und ſchmackhafter iſt, als Stroh und Strohhäckſel. Die Rapsſchoten ſind verhältnis⸗ mäßig ſtickſtoffarm, aber reich an ſtickſtofffreien Extraktſtoffen. In den Schalen der Sojabohne hat man die Rohfaſer und die ſtickſtofffreien nten ſid üchen d ehen, d Ertut⸗ her eini ean ſit 4430 ſſen der hatte di tein und die Ver⸗ ir Roh⸗ zdoffreien en Gojc⸗ keit den Proskau heu eine 7, welche gemacht ſer und egen 37 zo Ruh⸗ gzut aus⸗ erdauten em Ve⸗ früchte. tein als (Gerſte erſelben Erbſen, pprobein, er Regel dauunge⸗ nd höher jezt uoch iſche be⸗ enge ber⸗ nackafte ethülni In den ſofffrien Knollen⸗ und Wurzelgewächſe. 129 Extraktſtoffe beſſer, das Rohprotein weniger verdaulich gefunden, als in dem Stroh derſelben Pflanze. b) Knollen⸗ und Wurzelgewächſe. Alle Knollen⸗ und Wurzelgewächſe liefern ihres meiſt hohen Waſſergehalts wegen ein weichliches, in zu großer Menge und an⸗ haltend verabreicht, auf den ganzen Verdauungsapparat leicht er⸗ ſchlaffend wirkendes Futter. Die Schweine vertragen und verdauen davon die reichlichſten Maſſen, wenn nur durch eine Beigabe von ſtickſtoffreichen Futtermitteln das Nährſtoffverhältnis entſprechend verengt worden iſt; aber auch ſür die Wiederkäuer iſt das Wurzel⸗ werk ein durchaus ſchmackhaftes und gedeihliches Futter, welches in paſſender Miſchung mit Rauhfutter und konzentriertem Futter bei der Milchproduktion und Mäſtung, ſelbſt bei der Fütterung des Jung⸗- viehes eine vortreffliche Wirkung ausübt, namentlich dann, wenn die Menge der darin enthaltenen Trockenſubſtanz nicht mehr beträgt als höchſtens ¼ von derjenigen des gleichzeitig verabreichten Rauhfutters. In dieſem Fall ſind die Kartoffeln und Rüben faſt abſolut ver⸗ daulich, die ſtickſtofffreien Extraktſtoffe werden bis zu 96% ausge⸗ nutzt und die Verdauungsdepreſſion des Rauhfutterproteins iſt nicht ſehr bedeutend(vergl. S. 99). 1. Auf die Zuſammenſetzung der Kartoffeln haben Varietät und allerlei äußere Verhältniſſe, wie Boden, Düngung und Witterung, einen durchaus bedingenden Einfluß; ſie enthalten von 18 bis über 30% Trockenſubſtanz, von 1,3 bis 4,5% Rohprotein und 12 bis über 27% an reinem Stärkemehl. Je reicher eine Kartoffel an Stärkemehl iſt, deſto ärmer iſt ſie gewöhnlich an Stickſtoffverbindungen; je wäſſeriger die Kartoffel wird, deſto mehr tritt auch die prozentige Menge des Stärkemehles zurück, deſto größer aber iſt in der Regel ihr Gehalt an Rohprotein und meiſt auch an Aſchenbeſtandteilen, wie man erkennt, wenn man die Geſamt⸗Trockenſubſtanz auf deren prozentige Zuſammenſetzung berechnet. Bei normaler Ausbildung enthält die Kartoffel 25% Trockenſubſtanz und das Nährſtoff⸗ verhältnis iſt, ohne Rückſicht auf die Amidverbindungen, wie 1: 10 bis 12. Auf einem ſehr üppigen Bruch⸗ oder naſſen Thonboden enthält dieſelbe Kartoffelſorte weniger Stärkemehl, iſt aber ſtickſtoff⸗ reicher als auf einem ihrem guten Ausreifen günſtigen Sand⸗ oder lehmigen Sandboden. Der humusreiche Thonboden produziert gegen⸗ über dem Sandboden zuweilen ſehr große Kartoffeln, deren Stärke⸗ mehlgehalt aber geringer iſt, als der von Kartoffeln mittlerer Größe desſelben Bodens. Dieſer Unterſchied im Stärkemehlgehalt, welcher Wolff, Fütterungslehre. 7. Auflage. 9 130 Charakteriſtik der Futtermittel. durch die Größe der Kartoffel bedingt iſt, verſchwindet, je mehr der Boden dem Sand⸗ oder dem ſandigen Lehmboden ähnlich wird, ſo daß in den Kartoffeln von letzteren Bodenarten der Stärkemehlgehalt oft mit ihrer Größe zunimmt, namentlich wenn die kleineren Exemplare infolge abnormer Witterungsverhältniſſe nachgewachſen und alſo nicht vollſtändig zur Reife gelangt ſind. Bekannt iſt, daß auch die Art der Düngung einen weſentlichen Einfluß auf die Qualität oder chemiſche Zuſammenſetzung der Kartoffel ausübt; einer Beobachtung von Grouven zufolge enthielt z. B. eine und dieſelbe Sorte nach einer Düngung mit Kali und Kalk 2,27%, nach emer ſtarken Düngung mit kohlenſaurem Ammoniak dagegen 4,44% Rohprotein. Indes gilt von der Kartoffel ganz dasſelbe, was bei allen Futter⸗ arten zutrifft, daß nämlich der Einfluß des Düngers auf die Be⸗ ſchaffenheit der Ernte durchaus nach den gleichzeitig vorhandenen ſonſtigen Verhältniſſen ſich geſtaltet, nach Boden, Witterung und Kulturmethode; je nachdem die letzteren Verhältniſſe die Wirkung eines durch ſeine Beſtandteile einſeitig wirkenden Düngers nach einer beſtimmten Richtung hin unterſtützen oder derſelben entgegentreten, wird auch der Ernteertrag nach Quantität und Qualität verſchieden ausfallen. Um bei reichlicher Kartoffelfütterung keine zu großen Fehler in der Zuſammenſtellung der Rationen zu begehen, ſollte man ihren Nähr⸗ ſtoffgehalt genauer einzuſchätzen ſuchen. Bezüglich des Proteingehalts kann man nach obigen Angaben ein wenig von der Mittelzahl 2,2% abweichen. Den Gehalt an ſtickſtofffreien Stoffen wird man recht befriedigend genau aus dem ſpezifiſchen Gewicht ableiten können. Nach Märckers und ſeiner Mitarbeiter Beſtimmungen ent⸗ ſpricht ein Trocken⸗ Trocken⸗ Gedicht uiſan) Genicht tudifans 1,081— 1,090= 19,9- 21,8 1,101— 1,110= 24,2— 26,1 1,091— 1,100= 22,0— 24,0 1,111— 1,120= 26,3— 28,3 Trocken⸗ Spec. Gewicht ſubſtanz 0 1,121— 1, 130= 28,5— 30,4 1,131— 1,140= 30,6— 32,5 Von dieſer Trockenſubſtanz ſind in allen Fällen ſehr angenähert 5,75% andere Stoffe als Stärkemehl. Zieht man von der Trocken⸗ ſubſtanz den geſchätzten Proteingehalt und 2,3% für Fett, Rohfaſer und Aſche ab, ſo erhält man die Menge verfügbarer ſtickſtofffreier Extraktſtoffe. —(8,——— —— — —„———— nehr de vird, ſ ülgehat kemplau ſo ric de Ar ät oder bachtong te nac ſerke protein Jutter⸗ de Ve⸗ andenen mg und Wirtung ach einer ſentreten rſchiede jehler in en Nähr⸗ ngehaltz 32% m rect nnen. en ent⸗ genähert Trocken⸗ Rohjiſer tofffreier Knollen⸗ und Wurzelgewächſe. 131 Die Beſtimmung des ſpecifiſchen Gewichts geſchieht am beſten mit der Reimannſchen Waage durch Wiegen gereinigter Kartoffeln in Luft und in Waſſer. Der Unterſchied beider Gewichte in das Luftgewicht der Kartoffeln dividiert, ergiebt das ſpecifiſche Gewicht derſelben. Bezüglich der Kartoffel bemerke ich noch, daß dieſelbe reich iſt an Kali und auch ziemlich viel Phosphorſäure, aber nur ſehr wenig Kalk und Natron enthält; dies iſt wohl zu beachten bei der Milch⸗ produktion und noch mehr, wenn es ſich um die Ernährung junger, im raſchen Wachstum begriffener Tiere handelt. Das Rohprotein der Kartoffeln beſteht zum großen Teil, durch⸗ ſchnittlich zu 40%, alſo ⅛ aus Amidverbindungen; die beſonders wäſſerigen und dann auch relativ ſtickſtoffreichen Sorten enthalten noch etwas mehr, die weniger wäſſerigen Kartoffeln meiſt eine ge⸗ ringere Menge, aber immer iſt doch wenigſtens ½¼ des Geſamtſtick⸗ ſtoffes in Amidverbindungen vorhanden. Von den letzteren ſind das Asparagin und das Glutamin durchaus vorherrſchend; anorganiſche Stickſtoffverbindungen, alſo Ammoniak und ſalpeterſaure Salze, findet man ſelten in den Knollen in irgendwie beträchtlicher Menge, während die Stengel und Blätter, namentlich der noch jungen Pflanze, an Nitraten ſehr reich ſind, nach Kreußlers Beobachtungen ſelbſt bis zu 5% der Trockenſubſtanz an Salpeterſäure enthalten können. Bei dem Gefrieren erleiden die Kartoffeln einen Verluſt an gärungsfähigem Material, wie Schwackhöfer in Wien bei der Unter⸗ ſuchung von drei Proben ermittelte, nämlich im Minimum von 3,0 und im Maximum von 8,84% an Stärkemehl in der Trockenſub⸗ ſtanz oder 0,57 und 2,13% in den Kartoffeln mit urſprünglichem Waſſergehalt; zugleich geht das koagulierbare lösliche Eiweiß zum Teil in den nicht koagulierbaren Zuſtand über oder es verwandelt ſich in Amidverbindungen, deren an ſich ſchon große Menge in den Kartoffeln bei dem Gefrieren derſelben alſo noch mehr zunimmt. Die gefrorenen Kartoffeln ſind wenig haltbar; ſie können aber durch Einſäuern in gemauerten Gruben vortrefflich konſerviert werden, wie auf der Verſuchsſtation in Pommritz von Heiden nachgewieſen und weiter von Fittbogen und Förſter in Dahme beſtätigt wurde. Hierbei ergab ſich aber, daß das Sauerfutter nur dann gut gerät, wenn die Kartoffeln vorher gedämpft worden ſind, während bei dem Einſäuern im ungedämpften Zuſtande durch Saftausfluß ein erheblicher Verluſt, namentlich an Proteinſubſtanz ſtattfindet und die Maſſe auch leicht einen den Tieren widerlichen Geſchmack annimmt, da die normale Bildung der Milchſäure alsdann gehindert erſcheint. Der Verluſt an Subſtanz betrug 15 bis 20%. Milchvieh ſollte höchſtens bis zur 9* 132 Charakteriſtik der Futtermittel. Hälfte, Jungvieh höchſtens bis zu einem Drittel des Nährſtoffbedarfs mit Kartoffeln(roh oder gedämpft) gefüttert werden. Gekeimte Kar⸗ toffeln ſind immer ſchädlich und bewirken leicht ein Verkalben der Kühe; jedenfalls muß man vor dem Verfüttern die an Solanin be⸗ ſonders reichen Keimlinge entfernen. Sehr zu beachten iſt, daß ſich auch ohne langes Hervortreten der Keime, im Frühjahr Solanin in den Augen der Kartoffel anſammeln kann. Hierauf beruht wohl zum Teil der erheblich mindere Futterwert der alten Kartoffeln, ſo daß es rätlich iſt, ſoweit die wirtſchaftlichen Verhältniſſe es erlauben, die Kartoffeln vor Eintritt der milderen Jahreszeit zu verbrauchen. 2. Von Knollengewächſen ſind außer den Kartoffeln noch die Topinambur zu erwähnen, welche aber bei uns nur ausnahms⸗ weiſe im großen kultiviert werden Die Knollen dieſer Pflanze ſind meiſtens noch wäſſeriger als die Kartoffeln, dagegen verhältnismäßig etwas reicher an Rohprotein. Die Blätter und feinen Teile der ſehr üppig aufwachſenden Stengel werden von den Schafen gern gefreſſen. Hinſichtlich der Amidkörper ſcheinen ſich die Topinambur⸗ knollen mehr den Kartoffeln als den Rüben ähnlich zu verhalten; bei einigen Beſtimmungen in Hohenheim fand man reichlich 40% des Geſamtſtickſtoffes an Amidſtickſtoff. 3. Für die Rübenarten iſt es charakteriſtiſch, daß ſie unter den ſog. ſtickſtofffreien Extraktſtoffen vorherrſchend Zucker und außer⸗ dem in reichlicher Menge Pektin(vegetabiliſcher Gallertſtoff) enthalten; in einigen derſelben findet man auch Stärkemehl, z. B. in den Mohr⸗ rüben. Daß das Pektin, wenigſtens von den wiederkäuenden Tieren leicht verdaut wird, ergab ſich ſchon aus Verſuchen, welche vor längerer Zeit Grouven in Salzmünde mit Ochſen ausführte, und wurde auch in Hohenheim durch die Reſultate zahlreicher Verſuche mit Hammeln beſtätigt, da hierbei die geſamten ſtickſtofffreien Extrakt⸗ ſtoffe der Rüben, ſelbſt bei ſehr reichlicher Fütterung, oft bis zu 98% zur Verdauung gelangten. Es ſcheint auch die Nährwirkung des Pektins, entſprechend ſeiner chemiſchen Zuſammenſetzung, der⸗ jenigen des Zuckers und des Stärkemehls ähnlich zu ſein. Bei allen rübenartigen Gewächſen beobachtet man, daß unter ſonſt gleichen Verhältniſſen mit der Größe oder dem Gewicht der einzelnen Exemplare die Wäſſerigkeit zunimmt, die Geſamtmenge der Trockenſubſtanz alſo eine geringere wird. Je kräftiger ferner der Boden iſt und je reichlicher derſelbe namentlich mit Stallmiſt ge⸗ düngt wurde, deſto größer iſt auch der Gehalt an Rohprotein, über⸗ haupt an Stickſtoffverbindungen in der Trockenſubſtanz der Rübe. Im einzelnen aber verhalten ſich die Rübenarten in dieſer Hinſicht verſchieden. Am ſtickſtoffärmſten, aber am reichſten an Geſamt⸗ ————— —— u——= ————.,——————, —½—̃y ——— ———— fbeders ne ga⸗ lben de min be it d Solann äht vol pfeln, i erlauben braucen noch d uönahm anze ſih trizmis b Teile R afen gen viranü⸗ V derhaltn, ih 400, ſie untr V n ur enthalen, en Mohr en Tien velche w rte, W Verjuct n Exu ft bs n hrwirden ung, R daß unr ewich de nenge d ferner de Umiſt g ein, üher der Ribe r Hurih Geſen⸗ Knollen⸗ und Wurzelgewächſe. 133 Trockenſubſtanz ſind die Zuckerrüben, wenigſtens wenn dieſelben bei der Kultur nach Wunſch der Zuckerfabrikanten geraten, während ſie in großen, über 1 kg ſchweren Exemplaren, d. h. nach friſcher und üppiger Düngung oder bei dem Anbau der Pflanzen in weiteren Zwiſchenräumen, auch eine derjenigen der Futterrunkeln mehr ähn⸗ liche Zuſammenſetzung annehmen. Es liefern übrigens die Stickſtoff⸗ beſtimmungen bei den Rübenarten bezüglich der daraus berechneten Menge der Proteinſtoffe zu hohe Zahlen, wenn man nicht beachtet, daß ein ſehr bedeutender Teil des Stickſtoffes in der Form von Amidverbindungen und oft auch von ſalpeterſauren Salzen vorhanden iſt und daher nicht als Eiweißſubſtanz berechnet werden darf. Dies iſt vorzugsweiſe bei ſehr großen, unter dem Einfluß einer ſtickſtoff⸗ reichen Düngung üppig gewachſenen Exemplaren von Futterrunkeln der Fall, in welchen zuweilen kaum ein Drittel des Geſamtſtickſtoffes als Beſtandteil von wirklichen Eiweißſtoffen ſich vorfindet. Es mag hiermit im Zuſammenhang ſtehen, daß die unter dem Einfluß des Rübenfutters beobachtete Nährwirkung häufig keine ſo günſtige ge⸗ weſen iſt, wie man nach der Menge und analytiſch ermittelten Zu⸗ ſammenſetzung der Trockenſubſtanz, namentlich nach dem Gehalt der letzteren an Stickſtoff wohl hätte erwarten können. Die Möhren, Stoppelrüben und beſonders die Kohlrüben ſind nach Unterſuchungen von O. Kellner unter ſonſt gleichen Verhältniſſen ärmer an Salpeter⸗ ſäure und Amidſtoffen als die Futterrunkeln; in jenen Rübenarten kommen auf die Stickſtoffverbindungen nicht eiweißartiger Natur, ähnlich wie in den Kartoffeln, durchſchnittlich etwas über 40, in den Futterrunkeln aber gewöhnlich mehr als 60% des Geſamtſtickſtoffes. Das in einigen Gegenden übliche frühzeitige Blatten der Rüben, namentlich der Futterrunkeln, wirkt überaus nachteilig auf die Quantität und Qualität der Erträge; es vermindert die erſtere, nach vorliegenden Beobachtungen manchmal bis auf die Hälfte. Dabei fiel der Zuckergehalt der ſtark geblatteten Rüben in einem ſolchen Falle um 3,8% niedriger aus, und die Wäſſerigkeit derſelben war vermehrt, der ganze Zuſtand bei der Ernte ein noch unreifer. Die Schmackhaftigkeit der einzelnen Rübenarten und nach den Wahrnehmungen der Praxis ſelbſt der Nähreffekt bei gleichem Trocken⸗ gehalt und Nährſtoffverhältnis iſt verſchieden. Am meiſten werden die Mohrrüben geſchätzt, denen man vor anderen Rübenarten eine beſonders günſtige diätetiſche Wirkung zur Beſeitigung der„Dick⸗ und Vollblütigkeit“ beilegt und daher in geringen Gaben an junge und alte Tiere, auch an Pferde gern verabreicht, namentlich wenn dieſe an⸗ haltend ſtickſtoffreich gefüttert worden ſind. Auch die Kohlrüben ſollen abſolut und relativ beſſer nähren als die gewöhnlichen Futterrunkeln. 134 Charakteriſtik der Futtermittel. 4. Die Spiritusfabrikation aus Kartoffeln hat in den Wirt⸗ ſchaften, deren Kulturboden dem Gedeihen dieſer Pflanze zuſagt, eine große Verbreitung gefunden, hauptſächlich weil mit Hilfe der dabei gewonnenen Schlempe manchmal eine faſt ebenſo große, unter Um⸗ ſtänden ſogar eine noch größere Geſamtwirkung des Futters erzielt wird, als wenn man die Kartoffeln direkt verfüttert. Um nämlich im letzteren Fall die Kartoffeln möglichſt vollſtändig auszunutzen, müßte man ſehr beträchtliche Maſſen von ſtickſtoffreichen Futtermitteln zukaufen, da dieſe, namentlich bei vorherrſchend ſandiger Beſchaffen⸗ heit des Bodens, in der Wirtſchaft ſelbſt nicht in genügender Menge produziert werden könnten. Die Kartoffelſchlempe aber ermöglicht eine mehr rationelle Fütterung ſchon ohne allen direkten Zukauf, da bei ihrem engeren Nährſtoffverhältnis nicht allein die eigenen Be⸗ ſtandteile faſt vollſtändig verdaut und reſorbiert werden, ſondern auch ein großes Quantum von gleichzeitig verabreichten ſtickſtoffarmen Futtermitteln, namentlich von Stroh und Spreu, zu einer beſſeren Ausnutzung gelangt. Hierbei bleibt auch alles, was dem Boden an Pflanzennahrung entzogen worden iſt, der Wirtſchaft erhalten, da die ganze Menge der ſtickſtoffhaltigen Subſtanz und der Aſchenbeſtand⸗ teile aus den Kartoffeln und dem zum Einmaiſchen derſelben be⸗ nutzten Malz zunächſt in die Schlempe übergeht. Es iſt daher begreiflich, daß insbeſondere ſolche Landgüter, welche einen vor⸗ herrſchend ſandigen, aber guten Kartoffelboden beſitzen, oft allein durch das Mittel der Spiritusfabrikation zu einer intenſiveren Kultur und einem weſentlich vorteilhafteren Betrieb haben gelangen können. Abſolut verliert die Kartoffel durch die Umwandlung von Stärke⸗ mehl in Alkohol an Geſamt⸗Nährſtoff, aber dieſer Verluſt macht ſich in der Wirtſchaft oft kaum bemerkbar, weil ganz gewöhnlich andere an ſtickſtofffreien Nährſtoffen reiche Futtermittel zur Genüge vor⸗ handen ſind, welche nun ebenſo, wie die von der Kartoffel in der Schlempe übrig gebliebenen Reſte, einen um ſo beſſeren Nähreffekt äußern. Allerdings enthält die Schlempe, ebenſo wie die Kartoffel ſelbſt und das beim Einmaiſchen zugeſetzte Gerſtemalz auch Stickſtoff in nicht eiweißartiger Verbindung; es hat ſich jedoch aus Unter⸗ ſuchungen, die in Halle von Morgen und Behrend angeſtellt wurden, das intereſſante Reſultat ergeben, daß bei der Gärung der Maiſche eine nicht unbedeutende Menge von Amidkörpern in Eiweißſtoffe ſich umwandelt. Während nämlich in zwei Fällen die ſüße Maiſche von 100 Teilen des Geſamtſtickſtoffs nur 55,06 und 54,46 Teile in Eiweiß und Peptonen enthielt, fand man nach der Vergärung der Maiſche in gleichen Verbindungen 71,27 und 71,93 Teile, alſo eine Steigerung um 16,21 und 17,47 Teile. Hiernach wird man auch den Pir ſogt a der dube mter Uu⸗ ers erzit n nimlt Zzunußzen termitein eſchafe⸗ er Menge emüglict utuf da ſenen Be⸗ dem auc toffarmen rbeſſeren Boden an n, da de nbeſtand⸗ lben be⸗ ſt daher nen vor⸗ ft alein en Kultur n können. Stürke⸗ nacht ſich handere ige vor⸗ lin der hähreffet Kartoffel Stickſof 8 Unter⸗ wurden, Maiſch gtpffe ſch aiſche bon Teile in Arung der alſo eine nnn auc Knollen⸗ und Wurzelgewächſe. 135 in der Kartoffelſchlempe einen relativ geringeren Gehalt von Amid⸗ ſtickſtoff annehmen müſſen als in der verarbeiteten Kartoffel, nämlich durchſchnittlich etwa 25 gegenüber von reichlich 40% des Geſamt⸗ ſtickſtoffes. Auf ſolche Weiſe erklärt ſich der hohe Wert der Kartoffel⸗ ſchlempe noch beſſer als bisher. Die Zuſammenſetzung der Kartoffelſchlempe iſt je nach den ver⸗ wendeten Maiſchmaterialien und der beſonderen Betriebsweiſe der Brennerei naturgemäß ſehr verſchieden. Bei Aufſtellung der Futter⸗ rationen ſollte man daher ſtets den Gehalt an Nährſtoffen berechnen. Es geſchieht dies durch Berechnung des Gehaltes der verwendeten Maiſchmaterialien(Kartoffeln, Malz ꝛc,) und Verminderung der ge⸗ fundenen Summe ſtickſtofffreier Extraktſtoffe um die in Alkohol über⸗ geführte Stärke; alle anderen Stoffe des Maiſchgutes finden ſich faſt verluſtlos in der Schlempe wieder. Man kann für 100 Literprozente gewonnenen Alkohols etwa 1,5 kg in Abzug bringen, oder genauer nach Märcker, wenn in einer Brennerei die Alkoholausbeute von 1 kg eingemaiſchter Stärke beſtimmt worden iſt, annehmen, daß von 100 Teilen eingemaiſchter Kohlehydrate in die Schlempe wenn vom Kilogramm übergehen gezogen werden 10 Teile.. 60 Literprozente 15„. 55„ 20„... 50„ Die Kartoffelſchlempe wird mit Erfolg an alle landwirtſchaft⸗ lichen Tiere verfüttert, ganz beſonders geeignet aber iſt ſie für das erwachſene Rindvieh, für Kühe, Maſttiere und Arbeitsochſen; den Schafen, Schweinen und namentlich den Pferden, ſowie allem Jung⸗ vieh darf ſie nur mit Vorſicht und in geringerer Quantität verabreicht werden. Selbſtverſtändlich iſt es, daß man bei einem ſo wäſſerigen Futter überall auch die nötige Menge von trockenen oder mehr konſiſtenten Futtermaterialien den Tieren darbieten muß. Die zu reichliche Schlempefütterung bewirkt eine Erſchlaffung des ganzen Organismus und kann ſchließlich zu gefährlichen Krankheiten(Schlempe⸗ mauke) führen. Es iſt wichtig, daß die Schlempe friſch und vor dem vollſtändigen Erkalten verabreicht wird. Mäßige Gaben von Schlempe wirken günſtig für die Qualität der Milch; zu viel aber, d. h. auf 500 kg Lebendgewicht der Kühe mehr als etwa 25 kg macht die Milch oft dünn und die Butter ſchlecht, indem die letztere weich und weniger haltbar wird, auch leicht einen ſchlechten Ge⸗ ſchmack annimmt. Natürlich iſt Qualität der Schlempe ſowie die Individualität und Gewöhnung der Tiere in erheblichem Grade mit 136 Charakteriſtik der Futtermittel. beſtimmend für die oberen Grenzen, die von dieſem Futtermittel gereicht werden können. Von noch größerem Nährwert als die Kartoffelſchlempe iſt die Roggenſchlempe und die Maisſchlempe, meiſtens auch etwas reicher an Geſamt⸗Trockenſubſtanz. Dagegen iſt die Schlempe von Rübenmelaſſe ein ſehr ſchlechtes Futtermittel, womit man die Tiere am beſten verſchont. Zwar iſt der Gehalt an Trockenſubſtanz keines⸗ wegs unbedeutend(8— 9%), aber die große Menge von Mineral⸗ ſalzen(bis zu 2%) ſcheint nachteilig zu wirken, und außerdem ſind die ſtickſtoffhaltigen ſowohl als die ſtickſtofffreien organiſchen Beſtandteile großenteils von zweifelhaftem Nährwert. In neuerer Zeit kommt auch künſtlich eingedampfte und getrocknete Schlempe im Handel vor. Es iſt dies ein vortreffliches Futtermittel, wenn es aus Brennereien ſtammt, in welchen man Körner, namentlich Roggen und Mais verarbeitet; an Nährkraft übertrifft es alsdann oft die getrockneten Biertreber wegen größeren Gehalts an Protein und Fett und geringeren Gehalts an Rohfaſer. Wie bei den Kraft⸗ futtermitteln, ſollte man nicht den Nährſtoffgehalt einer gekauften Schlempe zu ſchätzen verſuchen, ſondern ſich denſelben, wenigſtens Protein und Fett, von dem Händler garantieren laſſen. 5. Die Rückſtände der Zuckerrüben von deren fabrik⸗ mäßigen Verarbeitung werden überall, wo hierzu Gelegenheit geboten iſt, als Futtermittel benutzt. Es ſind dieſelben jedoch je nach der Methode der Saftgewinnung von verſchiedener Beſchaffenheit. Die nach dem älteren Verfahren gewonnenen Preßlinge enthalten gegen 30% Trockenſubſtanz, und das Nährſtoffverhältnis darin iſt gleich 1: 10 bis 12, oft ein noch weiteres. Mit einem ähnlichen Nähr⸗ ſtoffverhältnis, aber mit nur 15 bis 20% Trockenſubſtanz ergeben ſich die Rückſtände bei dem Centrifugalverfahren, alſo die Centrifugen⸗ Rückſtände. Von weſentlich anderer Beſchaffenheit ſind die heute ſo gut wie allein in Betracht kommenden Diffuſions⸗Rückſtände. Beim Diffuſionsverfahren werden die Rüben in feine Schnitzel ver⸗ wandelt und der Zucker aus ihnen durch Extrahieren mit warmem Waſſer gewonnen. Der Zucker tritt dabei allein auf dem Wege der Diffuſion aus dem größten Teil der unverletzt gebliebenen Zellen, in welchen hiernach die ſchwer diffundierenden Eiweißſtoffe zurück⸗ bleiben müſſen. Hierdurch wird in den Rückſtänden ein engeres Nährſtoffverhältnis gebildet, was für die Verfütterung derſelben von Wert iſt, um ſo mehr, als die darin vorhandenen Stickſtoffver⸗ bindungen als wirkliche Eiweißſtoffe gelten können, da die leicht lös⸗ lichen Amidkörper auch bei dem Diffuſionsverfahren ziemlich voll⸗ ſtändig in den Saft übergehen. Ein Übelſtand iſt es, daß die ermit ſt de ·etwas pe don ſe Tere beines⸗ lierul herden niſchen neuerer lempe wem nentlich Äsdann Protein Kraf⸗ kauften igſtens fabrik⸗ heboten ich der Die gegen gleich Nühr⸗ en ſich gen⸗ heute ände. ver⸗ armem ege der zellen zurüt⸗ engeres en von toffver⸗ ct lös⸗ h vol⸗ daß di Knollen⸗ und Wurzelgewächſe. 137 friſchen Diffuſionsſchnitzel nach dem Auslaugen überaus wäſſerig ſind, oft nur etwa 6% Trockenſubſtanz enthalten; durch mäßiges Aus⸗ preſſen läßt ſich der Trockengehalt bis auf 10%, durch ſehr ſtarkes, aber um ſo koſtſpieligeres Preſſen bis 15% erhöhen. Das Ein⸗ kuhlen oder Einſäuern in Erdgruben und gemauerten Silo's iſt bei den Diffuſionsſchnitzeln, ähnlich wie bei dem Grünfutter(ſ. S. 114) immer mit einem größeren oder geringeren Verluſt an wertvoller Subſtanz und auch mit Verminderung des Nährwertes (Entſtehung von Amiden aus Eiweiß, von Säuren ec.) verbunden. In Verſuchen, welche man hierüber in der Provinz Sachſen an⸗ ſtellte, kamen beträchtliche Maſſen, nämlich von 12 750 bis 63 430 kg in Anwendung und es ergaben ſich dabei nach den in Halle von Märcker ausgeführten Unterſuchungen infolge des 3 bis 13 Monate langen Einſäuerns folgende Verluſte in Prozenten der betreffenden Stoffe: Trockenſubſt. Rohfaſer Rohproteln Stickſtofffr. Extraktſtoffe Mittel... 34,8 19,6 24,5 37,8 Schwankungen 14— 16 9— 52 5— 40 15— 57 Wichtig iſt dabei ein möglichſt feſtes und luftdichtes Einſtampfen der Maſſe; eine Beimiſchung von Strohhäckſel oder Spreu hat ſich als ſchädlich erwieſen, indem dadurch z. B. in einem Falle der Ver⸗ luſt an organiſcher Subſtanz von 21,8 bis auf 29,0% geſteigert wurde. Durch möglichſt vollſtändiges Austreiben der Luft, Ver⸗ hinderung des Luftzutrittes infolge ſtarker Belaſtung und durch An⸗ lage nicht zu großer Gruben, damit keine erhebliche Wärmeanſamm⸗ lung ſtattfinden kann, läßt ſich bei dem Einſäuern von Schnitzeln der Verluſt an Subſtanz weſentlich vermindern, nach Liebſcher ſogar bis auf 6 bis 8%. Unter dem Einfluß des Froſtes wird nach Stutzer der Säuregehalt in den Diffuſionsſchnitzeln bedeutend erhöht, ferner die Verdaulichkeit des Proteins vermindert(von 86 bis 70%), während die der Rohfaſer anſcheinend zunimmt. Gegenwärtig wird eine andere Methode der Aufbewahrung em⸗ pfohlen und verdient alle Beachtung, weil dabei etwaige Verluſte an Subſtanz faſt völlig ausgeſchloſſen ſind. Es beſteht dieſe Methode darin, daß die Diffuſionsrückſtände durch einen Strom hoch er⸗ wärmter Luft getrocknet werden. Die umfaſſendſten Unterſuchungen über den Wert und die Verwendungsweiſe derſelben haben Märcker und Morgen angeſtellt. Sie fanden die getrockneten Schnitzel den durch Einſäuern konſervierten in der Futterwirkung erheblich über⸗ legen und berechneten, daß die Trocknung pro Centner Schnitzel⸗ trockenſubſtanz noch etwas billiger als die Einmietung zu ſtehen kam⸗ 138 Charakteriſtik der Futtermittel. Sehr wohl konnten ſie in paſſender Kombination einen Teil des ſonſt nötigen Heus oder andererſeits erhebliche Mengen ſtickſtoff⸗ armer Kraftfuttermittel durch ſolche Trockenſchnitzel erſetzen. Freilich muß man auch mit dieſem Futtermittel Maß halten; leicht tritt bei zu ſtarker Verwendung Verſtopfung bei den Tieren und andere Stö⸗ rungen ein. Märcker empfiehlt als mittlere Gaben pro Stück und Tag für Milchkühe 3, Maſtochſen 5, Zugochſen 4, Maſtſchafe ⅞, junge Rinder 1 kg, eventuell(als Maximalgaben) können vorſtehende Zahlen noch um 50%, für Maſtſchafe auf das Dreifache, für junge Rinder aufs Doppelte erhöht werden. Eine weſentliche Hilfe für die Verwertung der friſchen Schnitzel wie für das Trocknen ſchien eine Entdeckung Märckers zu bieten, nach Kalkzuſatz das Waſſer leichter abpreſſen zu können; die Schnitzel laſſen ſich dann in der Preſſe auf 30 ja 35% Trockenſubſtanz bringen. Verſuche erwieſen, daß dieſer Kalkzuſatz das Futter noch ſo wenig kalkhaltig macht, daß dadurch eine Schädigung der Tiere entfernt nicht eintritt. Auch das Einſäuern ſolcher Schnitzel iſt ſehr gut gelungen. Leider hat die Darſtellung der Kalkſchnitzel im großen mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen, ſo daß dann oft lange kein ſo gutes Produkt gewonnen wird, wie es bei den erwähnten günſtigen Erfahrungen mit Kalkſchnitzeln zur Verwendung kam. In neuerer Zeit wird bei dem Weichen der Zuckerpreiſe die Rübenmelaſſe wieder mehr als Futtermittel verwendet und hat ſich beſonders bei Milchkühen, infolge der Anregung der Milchproduktion, und bei Arbeitstieren, beſonders Pferden, durch ihren Zuckergehalt, oft ſehr gut bewährt. Auch bei der Maſt kann ſie vorteilhaft ge⸗ reicht werden. Als mittlere zu verwendende Mengen auf 1000 kg Lebendgewicht können angeſehen werden bei Milchvieh 4, Maſtvieh 6, Maſtſchafe 8, Pferde 3 kg. Die Verabreichung der Melaſſe erfordert einige Vorſicht. Es iſt gut, mit geringen Mengen die Tiere erſt an dieſes Futtermittel zu gewöhnen; peinlichſte Sauberkeit, um Verſchmieren der Krippen und Anſiedelung von Gärungsorganismen daſelbſt zu verhindern, iſt abſolut erforderlich. Alsdann wird es oft gelingen, obige Quanti⸗ täten noch erheblich und mit Erfolg zu überſchreiten. Manche Tiere beſonders Pferde, können freilich nur ſchwer oder gar nicht Melaſſe vertragen. Zu beachten iſt, daß in der Melaſſe wirklich nährend faſt nur der Zucker wirkt. Die ſtickſtoffhaltigen Beſtandteile ſind faſt nur Amidoſäuren, Ammoniak und Salpeterſäure, welche eher auf Erhöhung des Stoffumſatzes wirken. Nicht unbedenklich als Reizſtoffe kommen auch die vielen Salze der Melaſſe in Betracht. Schniz zu bietn eSchuite enſubſten utter nac der Ter e iſ ſeh im großen lange ken günſtien preiſe de d hat ſih roduktion kergehalt lhaft ge 1000 g ſwieh 6, ht. E⸗ termitte Krippen nern, it Ounnt⸗ ſche Ter t Melſe faft nur faſt nu Erhöhung ſe kommen Konzentrierte Futtermittel. 139 Um die Umſtände zu beſeitigen, welche die Verfütterung der reinen, ſog.„grünen“ Melaſſe macht, zum Teil auch, um die durch ſie geſetzten Reizwirkungen zu mildern, hat man durch Vermiſchen derſelben mit trockenen Pulvern handliche, leicht zu verabfolgende Futterpräparate hergeſtellt, z. B. Torfmehlmelaſſe mit 80%, Palm⸗ kernmehlmelaſſe mit 50%, Maiskeimkuchen mit 50% Melaſſe ꝛc. Die Herſtellung dieſer Futtermittel hat ſich, ſoweit es die Ernährung der Tiere ſowie die Bequemlichkeit ihrer Verabfolgung betrifft, ſehr gut bewährt, nur werden die Preiſe für dieſe Fabrikate auf einer Höhe gehalten, daß nicht unbedingt zum Ankauf zu raten iſt. Auch in Anbetracht des Umſtandes, daß hierbei oſt minderwertige Melaſſen verarbeitet werden, iſt es zweckmäßig, ſich im Falle des Ankaufs den Zuckergehalt garantieren zu laſſen und den Wert der Ware, ſoweit ſie aus Melaſſe beſtehen ſoll, allein nach dem Zuckergehalt zu kalkulieren. c) Konzentrierte Futtermittel. Mit dieſem Namen bezeichnen wir die meiſtens im Handel vor⸗ kommenden, alſo käuflichen Futterarten, welche in einem beſtimmten Gewicht und geringen Volumen eine relativ große Menge von ver⸗ daulicher Subſtanz enthalten. Die ſtickſtofffreien Extraktſtoffe ſind vorherrſchend in der Form von Kohlehydraten vorhanden, und oft ſind dieſe Futtermittel auch reich an Eiweißkörpern und an Fett. 1. Die Körner der Cerealien haben, ähnlich wie die Rauh⸗ und Grünfutterarten, eine ſehr wechſelnde Zuſammenſetzung, nament⸗ lich einen verſchiedenen Gehalt an Rohprotein, je nach den Verhält⸗ niſſen, unter welchen ſie gewachſen und geerntet worden ſind(Boden, Düngung, Klima, Jahres⸗ und Erntewitterung, Varietät, Grad der Reife ꝛc.). Weizen und Hafer ſcheinen dieſem Wechſel noch mehr unterworfen zu ſein als Roggen und Gerſte. In der Trockenſub⸗ ſtanz des Weizens iſt an Rohprotein von 10 bis zu 24% ge⸗ funden worden. Nach Beobachtungen von Kreußler in Poppels⸗ dorf ſteigerte ſich der Proteingehalt einer an ſich ſchon ſtickſtoffreichen Weizenſorte, welche ungedüngt 16,3% Protein enthielt, durch reich⸗ liche Düngung mit Superphosphaten auf 17,6% durch Düngung mit löslichen Stickſtoffverbindungen(Ammoniak⸗ und ſalpeterſauren Salzen) auf 21,4%, durch Düngung mit Phosphaten und Stickſtoffver⸗ bindungen auf 22,4%, und gleichzeitig betrug die Proteinmenge im Stroh beziehungsweiſe 3,4 bis 3,7 und 5,2%. In anderen Verſuchen hat man allerdings einen ſo entſchiedenen Einfluß der Düngung auf die chemiſche Zuſammenſetzung der Halmfrucht nicht nachweiſen können, da dieſer Einfluß natürlich durch andere Faktoren, 140 Charakteriſtik der Futtermittel. wie Bodenbeſchaffenheit, Witterung ꝛc. je nach Umſtänden erhöht oder vermindert und ſelbſt ganz aufgehoben werden kann. Jedoch wird man im allgemeinen bei dem Anbau der Cerealien auf einem ſehr fruchtbaren und kräftig gedüngten Boden ſtickſtoffreichere Körner ernten, als auf einem Boden von entgegengeſetzter oder nur mittlerer Beſchaffenheit. Weizen und Roggen ſind bisher nicht direkt durch Fütte⸗ rungsverſuche auf ihre Verdaulichkeit geprüft worden; indes kann man nach Analogie mit anderen Körnerarten annehmen, daß bei ihrer Verfütterung an die landwirtſchaftlichen Nutztiere von der Protein⸗ ſubſtanz 85 bis 90 und von den ſtickſtofffreien Extraktſtoffen etwa 95% zur Verdauung gelangen werden, ſelbſtverſtändlich unter ſonſt richtigen Fütterungsverhältniſſen und geeigneter Zubereitung der Körner. Für das Rohprotein des Hafers hat aus den bisher vor⸗ liegenden Fütterungsverſuchen der Verdauungs⸗KoEffizient durchſchnitt⸗ lich zu 77 und für die ſtickſtofffreien Extraktſtoffe zu 73 ſich ergeben, für die betreffenden Stoffe in der Gerſte beziehungsweiſe 77 und 87, im Mais 79 und 91. Die zuletzt genannte Körnerart wurde in Pommritz von Heiden, ſowie in Hohenheim auch als ausſchließliches Futter an Schweine verabreicht, wobei für die genannten Beſtand⸗ teile noch höhere Verdauungs⸗Koöffizienten reſultierten, nämlich 85 und 95. Von dem Rohprotein und den ſtickſtofffreien Extraktſtoffen der Weizenkleie oder Dinkelkleie wurden bei der Verfütterung an Hammel durchſchnittlich 78 und 82%, alſo beiderlei Beſtandteile verhältnismäßig gut verdaut; in mehrfachen Verſuchen mit Ochſen fand G. Kühn auf der Verſuchsſtation Möckern bei trockener Fütte⸗ rung der Weizenkleie, daß das Rohprotein darin ebenfalls durch⸗ ſchnittlich zu 78%(71—89) und die ſtickſtofffreien Nährſtoffe zu 77%(70— 82) verdaut wurden, während durch allerlei Arten der Zubereitung die Verdaulichkeit ſich eher verminderte als erhöhte (vgl. S. 92). Die Weizenkleie iſt als Futter für die Kühe ſehr ge⸗ eignet und wirkte in Verſuchen, welche auf der Molkereiſtation in Kiel von Schrodt ausgeführt wurden, für die Milch⸗ und Butter⸗ produktion entſchieden beſſer als die Roggenkleie, ſogar noch etwas beſſer als Getreideſchrot(Roggen, Hafer und Gerſte zu gleichen Teilen). Dagegen äußert dieſes Futtermittel bei Maſtſchweinen keine ſehr günſtige Wirkung, indem dieſe Tiere es nicht ſo gut verdauen, wie die Wiederkäuer, was auch bezüglich der Roggenkleie durch Ver⸗ ſuche von Heiden in Pommritz beſtätigt worden iſt. Ebenſo iſt die Verdauung der Weizen⸗ und Roggenkleie(Kleienbrot) im menſchlichen Organismus eine verhältnismäßig geringe. Der an Kornrade oft ſehr reiche Ausputz von Weizen elſäſ Nacc f einen Körne mitlere Fütr⸗ 2 kamn ei ihrer Protein⸗ en etwa er ſonſt ng der her vor⸗ hſchnit⸗ ergeben, und d., urde i eßliches zeſtand⸗ lich d5 kiſoffe tterung ndteile Ochſen Fütte⸗ durch⸗ fffe zu Arten rhöhte ir ge⸗ ion in Butter⸗ ˖etwas gleiche en keine erdauen, rch Ver Hitt de ſchlihen Weizen Konzentrierte Futtermittel. 141 kommt nicht ſelten als Weizenkleie oder unter anderem Namen als Futtermittel in den Handel. Die Raden haben einen bitteren Ge⸗ ſchmack und bei zu großer Menge derſelben in dem betreffenden Futter wird dieſes nicht gerne von den Tieren aufgenommen. Über die Giftigkeit der Radeſamen ſind verſchiedene Erfahrungen gemacht worden. Bei von Kornauth und Arche auf der Verſuchsſtation in Wien mit Schweinen angeſtellten Fütterungsverſuchen konnten den Tieren neben Gerſte und Maisſchrot bis 70% des Körnergemenges an Raden ohne Nachteil verabfolgt werden, es wurde ſogar ein guter Futtereffekt mit den Radeſamen erzielt. Dem ſtehen freilich andere Beobachtungen gegenüber; z. B. Kobert betonte die Giftigkeit auch bei Schweinen, wenn letztere nicht allmählig an die Raden gewöhnt werden, oder wenn im Verdauungskanal irgend welche katarrhaliſchen Zuſtände herrſchen. Desgleichen betonte Lebedeff die Giftigkeit des Githagins, von dem er in den Radeſamen bis 4,6% fand(in den Keimen bis 14,5%). K. B. Lehmann und Mori konſtatierten die Giftigkeit bei Geflügel, Fleiſchfreſſern, Schweinen und Rindvieh; 6—– 7 g pro kg Lebendgewicht des letzteren(Kälber) bewirkte den Tod. Man darf annehmen, daß der Giftgehalt der Radeſamen ver⸗ ſchiedener Provenienz ein verſchiedener iſt, ſo daß ein Schaden bei Fütterung nicht einzutreten braucht. Stets wird aber Vorſicht ge⸗ boten ſein, wenn einmal radehaltige Kleie verwertet werden muß. Beachtenswert iſt, daß durch ſtarke Hitze(Röſten, Backen) das Git⸗ hagin leicht zerſtört wird und daher durch dieſe Zubereitung das Futter verbeſſert werden kann. Das Reisfuttermehl wird als Abfall namentlich in den Reismühlen zu Bremen in großen Maſſen gewonnen, nach Süd⸗ deutſchland auch vielfach aus Holland und Italien eingeführt. Bei guter Beſchaffenheit enthällt es 12% Protein und 12% Fett neben faſt 50% Kohlehydraten(faſt ausſchließlich Stärkemehl) und liefert ein ſchmackhaftes, leichtverdauliches Futtermittel, welches für die Mäſtung der Schweine vortrefflich wirkt und bei Kühen die Pro⸗ duktion einer feinſchmeckenden Milch und Butter begünſtigt. Leider erniedrigt es leicht den Schmelzpunkt der tieriſchen Fette und auch der Butter. Man muß jedoch bei dem Anlauf von Reisfuttermehl vorſichtig ſein, da es nicht ſelten mit anderen, billigeren Mahlab⸗ fällen verfälſcht und ſogar mit Gips und Kreidepulver verſetzt wird, außerdem aber oft unter dem gleichen Namen oder als Reiskleie im Handel eine Maſſe vorkommt, welche nur aus fein zerriebenen, harten und ſtrohigen Reishülſen oder Schalen beſteht und kaum einen dem Stroh oder der Spreu der gewöhnlichen Halmfrüchte 142 Charakteriſtik der Futtermittel. gleichen Futterwert beſitzt, alſo gar nicht als konzentriertes Futter⸗ mittel bezeichnet werden kann. Wie im Weizen, iſt auch im Hafer der Stickſtoffgehalt ein ſehr wechſelnder, hier großenteils bedingt durch die Dicke der Hülſen und durch deren Verhältnis zum Gewicht des eigentlichen Kornes. Das letztere iſt meiſtens ziemlich ſtickſtoffreich und ausgezeichnet durch einen relativ hohen Fettgehalt(4— 7%). Die Güte des Hafers iſt nicht immer einfach aus dem Gewicht eines beſtimmten Maßes der Körner zu entnehmen; oft wäre es gewiß ſehr lohnend, bei dem Ankauf größerer Quantitäten dieſes wichtigen Pferdefutters durch die chemiſche Analyſe deſſen Nährſtoffgehalt ermitteln zu laſſen. Ob und inwiefern dem Hafer wegen ſeines Gehaltes an einer das Nervenſyſtem anregenden Subſtanz als Futter für die Pferde eine gleichſam ſpezifiſch günſtige Wirkung zuzuſchreiben iſt, läßt ſich nicht mit Beſtimmtheit entſcheiden, und ebenſo unſicher iſt es, die infolge der Fütterung von Haferſchrot bei Kühen beobachtete Steigerung der Milchproduktion auf dieſelbe Urſache zurückzuführen. Durch Quetſchen und Schroten des Hafers ſoll übrigens die erregende Eigenſchaft desſelben weſentlich geſchwächt werden. Die Gerſte iſt im allgemeinen, und zwar um ſo mehr, je vollkommener, größer und gleichmäßiger die Körner ausgebildet ſind, etwas ſtickſtoffärmer als die andern, im großen gewöhnlich ange⸗ bauten Cerealien. Für Zwecke der Fütterung empfehlen ſich die in Proteingehalt meiſt erheblich höheren Varietäten der ſechszeiligen Gerſte, beſonders, wenn ſie im kontinentalen Klima(ruſſiſche) ge⸗ wachſen ſind. In noch höheren Grade proteinarm ſind Buch⸗ weizen und Mais, obgleich auch hier wiederum bedeutende Schwankungen vorkommen. Im Mais iſt ferner eine reichliche Menge von Fett enthalten(5 bis manchmal 8%), und dadurch mag zum Teil der erfahrungsmäßig ſehr günſtige Nähreffekt bei der Mäſtung, namentlich der Schweine, ſich erklären. Auch für Pferde hat der Mais als ein gutes Kraftfutter ſich bewährt, wenn ſie da⸗ bei auch etwas leichter ſchwitzen und mehr Waſſer ſaufen. Es iſt rätlich, gleichzeitig etwas Bohnenſchrot zu verabreichen, um auf dieſe Weiſe ein mittleres Nährſtoffverhältnis im Geſamtfutter her⸗ zuſtellen. Bei der großen Pariſer Omnibus⸗Geſellſchaft füttert man den Mais bis zur Hälfte der Haferration und hat es ſehr vor⸗ teilhaft gefunden, die Maiskolben zuſammen mit den Körnern zu zermalmen, weil auf dieſe Weiſe eine Portion Celluloſe, welche den Körnern fehlt, noch hinzukommt und das ganze in Bezug auf Zu⸗ ſammenſetzung und Nährwert dem Hafer ähnlicher wird. Ebenſo günſtige Erfahrungen hat man bei der Omnibus⸗Geſellſchaft in Jatte. phalt in er Hülſe 7 Korne net duc Orjer n Mäfe bei de durcj i ſen. O iner do ferde eie ſich nit e infole teigerun Durh erregende mehr, je det ſind, ch ange⸗ ſich de zeiligen 3e) ge Buch⸗ eutende eicliche dadurch bei der Peerde ſie do⸗ 1. G un auf ter her⸗ ert man ehr vor⸗ rnern zu che den auf hr Ebenſo uut s Konzentrierte Futtermittel. 143 New⸗York(bis 7 kg täglich) und bei der Berliner Pferde⸗Eiſen⸗ bahn⸗Geſellſchaft gemacht, wo man ſogar bis zu 7 ½ kg Mais neben 1 ½ kg Hafer pro Tag verfütterte. Die Berliner Poſthalterei läßt nur kleinere Portionen von Mais verabreichen(im Winter 3 und im Sommer 2 kg pro Tag) und hat beobachtet, daß die Tiere je nach der Individualität den gequetſchten Mais bald trocken, bald durchnäßt oder auch mit Kochſalz, Kleien ꝛc. verſetzt mit Vorliebe aufnehmen. Im allgemeinen iſt der Mais ein vortreffliches Futter für ſolche Pferde, welche zwar angeſtrengt, aber in einem regel⸗ mäßigen und nicht ſehr raſchen Tempo arbeiten; für leichte Reit⸗ pferde iſt derſelbe weniger geeignet. Hinſichtlich der Biertreber iſt zu erwähnen, daß ſie 20— 24% Trockenſubſtanz enthalten und wegen ihres Reichtums an verdaulicher Eiweißſubſtanz ein enges Nährſtoffverhältnis haben, auch durch aro⸗ matiſche Beſchaffenheit den Tieren ſehr ſchmackhaft zu ſein ſcheinen und bei der Mäſtung, wie bei der Milchproduktion gute Dienſte leiſten; ſie ſollen ſogar für die Milchſekretion ſpezifiſch günſtig wirken. Die Treber aus dunklem(bayriſchen) und hellem(Pilſener) Malz haben nach den Unterſuchungen von Behrend faſt genau die gleiche Zuſammenſetzung. Die getrockneten Biertreber zeigten ſich in Ver⸗ ſuchen von B. Weitzmann in Halle von völlig gleicher Wirkung für die Milchproduktion wie ein entſprechendes Quantum von friſchen Trebern; die Tagesration der erſteren konnte bis auf 6 kg pro⸗ 1000 Pfd. Lebendgewicht geſteigert und dadurch die Tiere beſtimmt werden, ein bedeutend größeres Quantum eines die Milchſekretion günſtig beeinfluſſenden Futters aufzunehmen. Wenn jedoch das Trocknen der Biertreber bei zu hoher Temperatur(über 900 C.) erfolgt und vorher noch ein Auspreſſen des Saftes ſtattgefunden hat, ſo geht damit Nährſtoff verloren und es iſt im erſteren Falle die Verdaulichkeit der Eiweißſtoffe vermindert, wie Stutzer nachge⸗ wieſen und B. Schulze beſtätigt hat. Der bei der Fabrikation von Weizenſtärke als Nebenprodukt gewonnene Kleber iſt ein gutes Futter für Maſtſchweine und kommt auch als eine trockene brüchige Maſſe zuweilen im Handel vor, in welchem Zuſtand er von den Schafen gern gefreſſen wird und als Zuſatz zu einem ſtickſtoffarmen Futter bei der Mäſtung dieſer Tiere mit gutem Erfolg benutzt werden kann. Die Malzkeime endlich ſind ein beliebtes Futtermittel für Jungvieh, wie für Milch⸗ und Maſttiere; ſie verhalten ſich hinſichtlich ihres großen Stickſtoffgehalts den Hülſenfrüchten und den Olkuchen ähnlich, nur hat man darin bedeutende Mengen von Amidſtickſtoff gefunden, in Hohenheim z. B. 23— 36, im Mittel 27% des Geſamtſtickſtoffes, welcher durchſchnitt⸗ 144 Charakteriſtik der Futtermittel. lich 4% der Trockenſubſtanz der Malzkeime ausmacht. In kleinerer Quantität verabreicht, auf 1000 kg Lebendgewicht höchſtens 2 bis 3 kg pro Tag, ſind ſie meiſt ein gutes Milchfutter, nur manchmal beobachtete man, daß ſie der Butter einen bitteren Geſchmack ver⸗ leihen; zu große Portionen, 5 kg und darüber, ſollen leicht ein Verkalben der Kühe verurſachen. Auch iſt zu beachten, daß die Güte und Nährwirkung dieſes Futtermittels nicht ſelten durch Bei⸗ miſchung von Staub und Kehricht eine weſentliche Verminderung erleidet. 2. Bei den Körnern der Hülſenfrüchte ſind die Schwan⸗ kungen im Gehalt an Proteinſtoffen nicht ſo bedeutend, wie bei den Cerealien; ſie bewegen ſich zwiſchen 22 und reichlich 30% der Trockenſubſtanz, und zwar ſind die Bohnen und namentlich die Wicken meiſtens etwas ſtickſtoffreicher als die Erbſen. Eine Ausnahme bilden die Lupinen, in deren Trockenſubſtanz man 32 bis zu 48% an Proteinſtoffen gefunden hat, in den Samen der gelben Lupinen be⸗ trächtlich mehr als in denen der blau und weiß blühenden Sorten. Die Lupinen beſitzen einen eigentümlich bitteren Geſchmack, an welchen nur die Schafe ſich leicht gewöhnen, während dieſes Futter den anderen landwirtſchaftlichen Tieren wenig oder gar nicht zuſagt. Bei dem guten Gedeihen dieſer Pflanze ſelbſt auf dürftigem Sandboden und bei dem verhältnismäßig billigen Handelspreiſe der überaus ſtickſtoffreichen und daher zur Herſtellung engerer Nährſtoffverhält⸗ niſſe ſehr geeigneten Körner iſt es begreiflich, daß man mehrfach Verſuche gemacht hat, um den Bitterſtoff daraus möglichſt zu ent⸗ fernen und auf ſolche Weiſe die Schmackhaftigkeit auch für andere Tiere, außer den Schafen und Ziegen, zu erhöhen. Dies geſchieht am beſten durch wiederholtes Auslaugen mit kaltem Waſſer, nach vorausgehendem einſtündigen Dämpfen bei 1000 C. Letztere Methode iſt in Hohenheim von O. Kellner wiſſenſchaftlich geprüft worden und hat in exakten Verſuchen mit Hammeln, Pferden und mit Milchkühen ſich gut bewährt; die Wirkung der entbitterten Lupinen für die Milchproduktion war eine ſehr günſtige, anſcheinend eine noch etwas günſtigere als die der damit in Vergleich geſtellten Acker⸗ bohnen. Ähnliche Reſultate wurden in Halle erzielt; alle landwirt⸗ ſchaftlichen Tiere nahmen dieſelben willig und mit gutem Erfolge auf. Bei Pferden iſt jedoch anderwärts häufig eine ſehr ungünſtige Wirkung der entbitterten Lupinen gefunden worden, auch wenn ſie dieſelben anfänglich gut fraßen; entſprechende Vorſicht iſt daher zu beobachten. Andere zur Entbitterung der Lupinen vorgeſchlagene Methoden bieten zu wenig beſondere Vorzüge, um ſie hier näher zu beſprechen; höchſtens könnte in Betracht kommen, ein einfaches längeres Auslaugen In leimn ſtens 2 t mntne ſchmat de en leih A n, d w durc d erninderm den Sor an velcen Futter de zuſagt. Ri Sandboder er überne ſtofperhül⸗ n mehrjnd hſt zu en⸗ für ander geſcieht ſſer nach eMethode ſt worden und mit n Lupiren inend eie llten Ack⸗ e landwir⸗ Erfolge al ge Wirtun je dieſebbe beobachken hoden bitn beſpracn zAuslougen Konzentrierte Futtermittel. 145 in kaltem, fließendem Waſſer, wenn ein genügend großer Bach zur Dispoſition ſteht, in welchen die Lupinen in Körben eingeſtellt werden können. Es iſt dies billig und bequem und von v. Saliſch⸗ Poſtel vorgeſchlagen. Nach einer Unterſuchung von B. Schulze betrugen hierbei die Verluſte an Trockenſubſtanz(je nach der Tem⸗ peratur des Waſſers von 4—120 R,) nur 5— 11%, an Protein 1— 5%, an ſtickſtofffreien Extraktſtoffen 15— 27% und an Aſchen⸗ beſtandteilen 4— 7% der Geſamtmenge, während der Gehalt an dem giftigen Alkaloid oder Bitterſtoff in Prozenten der Trockenſub⸗ ſtanz von 0,36 bis auf bezw. 0,078 und 0,04%, alſo anſcheinend völlig genügend ſich verminderte. Zu bemerken iſt noch, daß das Dämpfen der Lupinen bei Hochdruck, alſo über 1000° C., die Ver⸗ daulichkeit, namentlich des Proteins, bedeutend vermindert, z. B. nach Gabriel(Dämpfen im Papin'ſchen Topf bei 1400 C.), von 87 bis auf 67%, der geſamten organiſchen Subſtanz von 81 auf 68%. Im übrigen finden bei allen anderen Entbitterungsverfahren Verluſte von 15— 25% der Trockenſubſtanz ſtatt. Dieſelben betreffen haupt⸗ ſächlich die ſtickſtofffreien Extraktſtoffe(45— 55%) und die Aſchenbe⸗ ſtandteile(55— 65%), weit weniger die Eiweißſubſtanz(5— 10%). Im Mittel aus 18 Einzelverſuchen mit Wiederkäuern ergab ſich als Verdauungs⸗Koöffizient der Proteinſubſtanz des Bohnenſchrots die Zahl 88, der ſtickſtofffreien Extraktſtoffe 92, mit Schwankungen von beziehungsweiſe 81— 95 und 88— 95, in Verſuchen ferner mit dem Pferd für erſteren Beſtandteil 86 und für letzteren 93. Ver⸗ ſuche mit Schweinen führten in Hohenheim bei ausſchließlicher Fütte⸗ rung dieſer Tiere mit Erbſenſchrot, für die Proteinſubſtanz dieſes Futtermittels zu der Zahl 85 und für die ſtickſtofffreien Extraktſtoffe zu der Zahl 95. Aus einigen Verſuchen ferner, in welchen Hellriegel auf der Verſuchsſtation Dahme Hammel mit Lupinenſamen neben Roggenſtroh fütterte, konnten für die beiderlei Beſtandteile die Ver⸗ dauungs⸗Koöffizienten 97 und 81, in Hohenheim dagegen bei Fütte⸗ rung von Lupinen neben Wieſenheu die Zahlen 92— 94 und 84—89 abgeleitet werden, während in Leipzig, nach Verſuchen von Stoh⸗ mann, das Protein der Lupinen von Ziegen ebenfalls zu reichlich 90% verdaut und zugleich beobachtet wurde, daß dieſes Beifutter die Reſorption der ſtickſtofffreien Beſtandteile des Wieſenheues be⸗ günſtigte, ein Verhalten, welches bezüglich der Rohfaſer in den Hohenheimer Verſuchen mit Hammeln ſich beſtätigte. Alle bisherigen Beobachtungen zeigen, daß die Verdaulichkeit der Hülſenfrüchte eine relativ hohe und daß man darin durchſchnittlich die Proteinſubſtanz zu faſt 90%, die ſtickſtofffreien Extraktſtoffe als noch etwas leichter verdaulich annehmen kann. Wolff, Fütterungslehre. 7. Auflage. 10 146 Charakteriſtik der Futtermittel. Die chineſiſche Olbohne oder Sojabohne, welche in neuerer Zeit auch in Deutſchland an manchen Orten angebaut wird, iſt aus⸗ gezeichnet durch hohen Gehalt an Protein(durchſchnittlich 33,4%) und an Fett(17,6%). In Verſuchen, welche auf der Verſuchs⸗ ſtation in Wien angeſtellt wurden, äußerten dieſe Bohnen eine vor⸗ zügliche Wirkung bei der Mäſtung von Schweinen, wenn man ſie neben Kartoffeln verfütterte(1,25— 1,35 kg pro Tag und Kopf). Auch bei Schafen, Ochſen und Milchvieh hat man einen günſtigen Erfolg beobachtet, überall wo der große Reichtum an Protein und Fett neben anderen daran armen Futtermitteln zur Geltung kommen kann. Im Gegenſatz zu den Sojabohnen will ich hier noch die Eicheln und Roßkaſtanien erwähnen, welche beide, namentlich aber die erſteren arm an Protein und Fett, dagegen reich an Stärke⸗ mehl und dabei leicht verdaulich ſind, wie ſich für die Eicheln auch in Verſuchen mit Hammeln ergab, wobei 88% der geſamten organiſchen Subſtanz zur Verdauung gelangten. Schweine freſſen bekanntlich die Eicheln beſonders gerne, jedoch werden dieſe ſowohl wie die Roßkaſtanien auch von Schafen und Ochſen bereitwillig auf⸗ genommen, namentlich wenn man ſie in gedörrtem Zuſtande als Schrot den Tieren darbietet.. 3. Olſamen und Olkuchen. Die Olſämereien, von denen die Leinſamen 30— 40, die Rapsſamen 35— 45% reines Fett enthalten, werden nur ſelten verfüttert, obgleich es oft vorteilhaft ſein würde, wenn man namentlich die geringeren Sorten von Leinſamen in geeigneter Weiſe als Futtermittel benutzte. Ein an ſich fettarmes Futter kann durch einen derartigen Zuſatz in ſeiner Geſamtwirkung weſentlich verbeſſert werden, vorausgeſetzt, daß die Fettmenge nicht zu ſehr ſich erhöht, weil alsdann bei manchen Tieren leicht Ver⸗ dauungsſtörungen eintreten.. Über die Verdaulichkeit der Olſamen ſind erſt wenig direkte Verſuche angeſtellt worden; für Leinſamen fand man dieſelbe in Hohenheim, zunächſt bezüglich des Rohproteins auffallend hoch, durch⸗ ſchnittlich wird ſie wohl dieſelbe ſein, wie ſie für die daraus ge⸗ wonnenen Olkuchen ermittelt worden iſt. Von den letzteren hat man die Leinkuchen, Rapskuchen, Baumwollſamenkuchen, Palmölkuchen (entöltes Palmkernmehl), die Kokosnußkuchen, auch Erdnuß⸗, Seſam⸗ und Sonnenblumenſamenkuchen auf ihre Verdaulichkeit geprüft. Die für Leinkuchen angegebenen Zahlen ſind die mittleren Reſultate von Verſuchen, die in Hohenheim mit Hammeln, in Halle von Stohmann mit Ziegen und in Möckern von G. Kühn mit Ochſen ausgeführt wurden, und auch im einzelnen gut übereinſtimmen. Einige Ver⸗ ſuche, welche Hofmeiſter in Dresden mit Hammeln und Kühn in Möck ſeellte freier in A führt Voh ſie n den Dresl ihre Same verde dageg ſowie vied Über Täbel jiente Schw Futte in reuerr d ſt Al⸗ 3340' Verſtt⸗ eine dor n man ſe nd guf günſtien rotein ud ng konnan :noch d namentich an Stätte⸗ icheln uh geſemtn ine freſen iſe ſowol villgg uf⸗ tande alh denen di enthalten in würde ſamen in fettarmes mntwirkung enge nicht ſicht Ver⸗ g direkte eſelbe in c durh⸗ araus ge⸗ teren hut :mölkuchen Seſon⸗ rüft. Di ſultate von Stohmann ausgeführ inige Ve⸗ Kühn 1 Konzentrierte Futtermittel. 147 Möckern mit Kühen über die Verdaulichkeit der Rapskuchen an⸗ ſtellte, ergaben ſowohl für die Proteinſubſtanz wie für die ſtickſtoff⸗ freien Extraktſtoffe die Zahl 80, während neuere Verſuche mit Ochſen in Möckern für die beiderlei Beſtandteile zu den Zahlen 86 und 75 führten. Die Rapskuchen können bei etwas reichlicher Fütterung den Wohlgeſchmack der Milch und Butter beeinträchtigen, namentlich wenn ſie mehr als 0,5% an Senföl enthalten, wie es nach Ulbricht bei den aus indiſchem Raps gewonnenen Kuchen nicht ſelten der Fall iſt. Die Baumwollſamenkuchen ſind in Hohenheim, auch in Breslau von Weiske und B. Schulze in Verſuchen mit Hammeln auf ihre Verdaulichkeit geprüft worden. Die Kuchen von ungeſchälten Samen(mit 20— 25% Rohfaſer) zeigten ſich als ziemlich ſchwer verdaulich, die der geſchälten Samen(mit nur 4— 6% Rohfaſer) dagegen wurden ſehr gut verdaut und verhielten ſich in dieſer Hinſicht, ſowie in ihrer Schmackhaftigkeit für die Tiere(Hammel) ganz ähnlich wie die Kokosnuß⸗, Seſam⸗, Erdnuß⸗ und Sonnenblumenſamenkuchen. Über die Reſultate aller dieſer vergleichenden Verſuche giebt die Tabelle II im Anhang nähere Auskunft. Die Verdauungs⸗Koöffi⸗ zienten für Kokosnußkuchen konnten auch aus Verſuchen mit Schweinen in Hohenheim abgeleitet werden, und zwar bei einem Futter, welches zu ⅛ aus dieſen Olkuchen und zu ⅞ aus Gerſte⸗ ſchrot beſtand. Es wurden die Kokosnußkuchen von den Schweinen ſehr gern verzehrt, während ſie die Aufnahme von Candlenuts⸗ kuchen, welche die ſtiickſtoffreichſten von allen Olkuchenarten ſind (58% Rohprotein in der Trockenſubſtanz), beharrlich verweigerten und 3 Tage lang vollſtändig hungerten, ohne das nur in geringer Menge mit dieſen Olkuchen verſetzte Gerſtenſchrot anzurühren. Auch den Schafen war keine Spur von den Candlenutskuchen beizubringen, während man anderswo beobachtet hat, daß dieſelben wenigſtens von Rindern bereitwillig verzehrt werden. Bezüglich der Palmöl⸗ kuchen haben Verſuche in Möckern und in Hohenheim gezeigt, daß man dieſem Futter einen hohen Grad von Verdaulichkeit beilegen muß; außerdem iſt dasſelbe ausgezeichnet durch Schmackhaftigkeit und durch günſtige Wirkung auf die Milchproduktion, ſowie bei der Mäſtung der Tiere. Die Olkuchen von ausländiſchen Sämereien, insbeſondere die ſehr ſtickſtoffreichen Erdnußkuchen, Seſamkuchen, die Kuchen von geſchälten Baumwolleſamen, in geringerem Grade die Sonnen⸗ blumenſamenkuchen haben in Deutſchland faſt überall Eingang und große Verbreitung gefunden. Es ſind darin die ſo reichlich vorhandenen Eiweißſtoffe relativ billig und dieſe Olkuchen vorzugs⸗ weiſe geeignet, als Beigabe zu einem ſonſt ziemlich ſtickſtoffarmen 10* 148 Charakteriſtik der Futtermittel. Futter Verwendung zu finden; ſie haben ſich vorzugsweiſe bei der Milchproduktion bewährt, ſollten jedoch nicht in größerer Menge als 1— 1 ½ kg pro Kopf und Tag an Kühe verfüttert werden, weil ſonſt die Schmackhaftigkeit der unter ihrem Einfluß produzierten Milch und Butter oft ſich vermindert. Die Erdnußkuchen werden auch als Futter für Pferde empfohlen, nur in der Weiſe, daß da⸗ durch ein Drittel der täglichen Haferrationen erſetzt wird, z. B. an⸗ ſtatt 6 kg Hafer davon nur 4 kg und außerdem 1 kg Erdnuß⸗ kuchen zur Verfütterung gelangen. Dabei muß man aber ſorgfältig darauf achten, daß dieſes Futtermittel rein iſt und frei von ſandigen Beimiſchungen, ſowie von wolligen Maſſen und Haaren, welche für die Geſundheit der Tiere nachteilig wirken könnten; eine Beimiſchung von fein zerriebenen, als Futter faſt ganz wertloſen Erdnußſchalen kommt ebenfalls vor. Auch die Baumwollenſamenkuchen ſind manch⸗ mal in ähnlicher Weiſe verunreinigt; jedoch wird in neueſter Zeit auf die Reinigung dieſer Junn uth ſchon in den Olfabriken größere Sorgfalt verwendet. Dagegen finden ſich immer noch in allen aus⸗ ländiſchen, namentlich aus heißen Ländern bezogenen Olkuchen und Olſämereien oft maſſenhaft Bakterien und Pilzſporen, was einen beginnenden oder völligen Fäulniszuſtand andeutet und die Schmack⸗ haftigkeit des Futters weſentlich vermindert, ſo daß die Aufnahme von den Tieren manchmal ganz verweigert wird oder das wirklich aufgenommene Futter nachteilig wirkt. Es iſt daher bei der Unter⸗ ſuchung ſolcher Olkuchen wünſchenswert, nicht auf die chemiſche Analyſe ſich zu beſchränken, ſondern auch mikroſkopiſche Beobachtungen anzuſtellen und geeignete Pilzkulturen vorzunehmen. Das von den Kuchen Geſagte gilt in gleicher Weiſe von dem Baumwollenſaatmehl, das auf den hieſigen Märkten jetzt die Kuchen faſt ganz ver⸗ drängt hat.. Außer den amerikaniſchen Olkuchen von geſchälter Baumwolle⸗ ſaat kommen auch Kuchen von ungeſchälter, ägyptiſcher Saat im Handel, wenn auch jetzt nur noch ſelten vor, welche wegen Bei⸗ miſchung der fein zerriebenen lederartigen Hülſen weit weniger ver⸗ daulich und von geringerer Nährkraft ſind, auch bei der Milch⸗ produktion, einigen Verſuchen zufolge nicht beſonders günſtig gewirkt haben. Gleichwohl können ſie bei hinreichend billigem Preiſe immer noch mit Vorteil, hauptſächlich an Wollſchafe und Zugochſen ver⸗ füttert werden und in England ſoll man ſie ſogar nicht ſelten den aus geſchälter Baumwolleſaat bereiteten Kuchen vorziehen und ihnen eine günſtige diätetiſche Wirkung zuſchreiben. Die Mohnkuchen werden gegenwärtig in beträchtlichen Maſſen aus orientaliſcher Mohn⸗ ſaat gewonnen und namentlich in Süddeutſchland zu einem relativ e bei de Nenge a den wel duzettn werden daß d 5 B.⸗ Erdui orgüti ſandigen elche für imiſchong ußſchale d mant⸗ eſter get ngrößere len aus⸗ chen und B einen Schmack⸗ ufnahme wirklich er Unter⸗ hemiſch nhtungen von den aatmehl nz ber⸗ mwolle⸗ Saat im een Bei⸗ iger ver⸗ r Milh⸗ g gevit ſe inmer hſen ver⸗ elten den ud ihnen nkuchen er Mohr⸗ im reltt Konzentrierte Futtermittel. 149 billigen Preiſe verkauft, daher auch von den Landwirten häufig ver⸗ füttert. Man verabreicht ſie an Kühe in Quantitäten von höchſtens 1 bis 1 ½ kg pro Tag und Kopf; jedoch erhält die Milch bei längerer Dauer dieſer Fütterung und bei größeren Gaben leicht eine wäſſerige Beſchaffenheit und einen faden Geſchmack. Die dunkel ge⸗ färbten oder„blauen“ Mohnkuchen ſcheinen in dieſer Hinſicht weniger nachteilig zu wirken, als die weißen. Auch Hanfkuchen darf man nicht in zu großer Menge verfüttern, weil ſie leicht ſchädlich wirken, beſonders bei Schafen und Pferden, weniger bei dem Rindvieh. Dasſelbe gilt von den Buchenkernkuchen, welche in mäßiger Menge an Rindvieh verfüttert werden können, bei Pferden aber ent⸗ ſchieden giftig wirken, ſo daß bei dieſen Tieren manchmal ſchon die Aufnahme von wenigen Pfunden einen raſchen Tod zur Folge hat. 4. Durch Stickſtoffreichtum und Leichtverdaulichkeit iſt das jetzt vielfach im Handel vorkommende amerikaniſche Fleiſchfuttermehl das konzentrierteſte von allen in der Landwirtſchaft benutzten Handels⸗ futtermitteln. Es beſteht aus den getrockneten und gleichförmig zer⸗ riebenen Rückſtänden von der Fleiſchextrakt⸗Fabrikation, enthält luft⸗ trocken 10 bis 13% Feuchtigkeit und im völlig waſſerfreien Zu⸗ ſtand 82 bis 83% Eiweißſubſtanz nebſt 13 bis 14% Fett. Bei einigen in Hohenheim mit Schweinen ausgeführten Verſuchen, in welchen das Fleiſchmehl zu 0,25 und 0,5 kg pro Kopf und Tag neben Kartoffeln verfüttert wurde, gelangten von der Eiweißſubſtanz des erſteren 97%, von dem Fett 87 und von der geſamten or⸗ ganiſchen Subſtanz 95% zur Verdauung und Reſorption. Bei ſo großer Leichtverdaulichkeit iſt es begreiflich, daß das Fleiſchmehl eine vorzügliche Nährwirkung äußert, namentlich dann, wenn es als Zuſatz zu einem ſonſt ſtickſtoffarmen Futter dazu dient, das im ſonſtigen Futter vorhandene weite Nährſtoffverhältnis dem Fütterungs⸗ zweck entſprechend zu verengen. Es iſt dieſes Futtermittel um ſo wertvoller, als man damit die Tiere zu der bereitwilligen Auf⸗ nahme einer größeren Maſſe des Geſamtfutters, namentlich von Kartoffeln beſtimmen kann. Darüber haben insbeſondere die in Hohenheim ausgeführten Verſuche Aufklärung gegeben, aus deren Reſultaten man auch entnehmen konnte, daß das Fleiſchprotein, bei gleichem Nährſtoffverhältnis im Geſamtfutter, ziemlich dieſelbe Nähr⸗ wirkung äußert wie vegetabiliſches Eiweiß, z. B. Erbſenprotein. Auch wurde das Fleiſchmehl mit günſtigem Erfolg an Milchkühe und an Maſtochſen verfüttert, welche Tiere ihren Widerwillen gegen dieſes Futter bald überwinden, wenn es in geeigneter Miſchung und von ganz kleinen Portionen an in allmählich ſteigender Menge bis zu 1 und 1 ½ kg pro Kopf und Tag verabreicht wird. Wenn die 150 Charakteriſtik der Futtermittel. Tiere ſich erſt an das Fleiſchmehl gewöhnt haben, ſo verzehren ſie dasſelbe ſehr begierig. Am hartnäckigſten verweigern die Schafe die Aufnahme dieſes Futtermittels; jedoch iſt es auch bei ihnen ge⸗ lungen, ſie daran zu gewöhnen, z. B. auf der Verſuchsſtation in Dresden bei Lämmern, welche vom 6. Lebensmonat an 186 Tage lang ziemlich beträchtliche Quantitäten Fleiſchmehl verzehrten. Der Erfolg war in dieſen Verſuchen freilich gegenüber dem Gerſteſchrot kein beſonders günſtiger; eine beſſere Wirkung zeigte ſich auf der Verſuchsſtation in Kuſchen, wo E. Wildt Hammel ausſchließlich mit Gerſteſtroh und Fleiſchmehl fütterte und bei einem Nährſtoffverhält⸗ nis im Geſamtfutter= 1:: 3,5 in einer allerdings nur kurzen Verſuchsperiode, eine beträchtliche Gewichtszunahme der Tiere beob⸗ achtete. Die Verdauung des Fleiſchmehls durch die Hammel erfolgte hierbei ebenſo vollſtändig, wie in den Hohenheimer Verſuchen mit Schweinen. Bei Kühen äußerte dieſes Futtermittel nach Verſuchen von Schrodt und Peter in Kiel einen ſehr günſtigen Einfluß, indem 0,9 kg Milch täglich pro Kopf mehr produziert werden, wenn man in der Tagesration 1 kg als Erſatz für 1 kg Rapskuchen und ½ kg Kleie verab⸗ reichte; der prozentige Fettgehalt der Milch blieb dabei unverändert. 5. Von anderen animaliſchen, an Eiweiß reichen Stoffen ſind noch die folgenden als Futtermittel für pflanzenfreſſende Tiere ge⸗ prüft worden. Zunächſt iſt der norwegiſche Fiſchguano zu er⸗ wähnen, welcher meiſtens als Düngemittel benutzt wird, aber auch nach zuerſt in Proskau von Weiske und Kellner und ſodann von letzterem in Hohenheim angeſtellten Verſuchen ſehr wohl zur Fütte⸗ rung dienen kann. Der Fiſchguano enthält nur wenig Fett(etwa 2%) und die ſtickſtoffhaltigen Beſtandteile ſind meiſt ſog. leimgebende Subſtanzen, deren Nährwirkung derjenigen der Eiweißſtoffe nicht gleich iſt; jedoch hat in den Proskauer Verſuchen mit Hammeln ſich ergeben, daß die ſtickſtoffhaltige Subſtanz des Fiſchguano wegen der großen Leichtverdaulichkeit ſogar einen beſſeren Nähreffekt äußerte, als ein dieſelbe Stickſtoffmenge enthaltendes Gemenge von gutem Wieſenheu und Haferſchrot. Die Verdauung der ſtickſtoffhaltigen Subſtanz im Fiſchguano fand man in Hohenheim, ebenfalls in Ver⸗ ſuchen mit Hammeln zu 90% und ferner ergab ſich, daß die in dieſem Präparat ſo reichlich vorhandene Phosphorſäure bei dem Durchgang durch den Tierkörper relativ leichter löslich und daher im Dünger zu gunſten der Vegetation raſcher wirkſam wird. Nach ſolchen Verſuchsreſultaten kann es nicht zweifelhaft ſein, daß auch der Fiſchguano als ein gutes Kraftfutter anzuſehen iſt; ob er aber die Konkurrenz mit dem jetzt im Handel relativ billig gewordenen Fleiſchmehl auszuhalten vermag, erſcheint fraglich. In neuerer Zeit ehren ſe hafe di hnen ge tation i 86 Tye en. De erteſche auf der Slic nit fverhät ir hurzen ere bech⸗ berfolgte chen mit ihen von n 0,9 g in der ie verab⸗ erändert. fen ſind jere ge⸗ zu er⸗ ber auch ann don r Fütte⸗ tt(etwa ngebende fe nicht tln ſich gen der äußerte, gutem fhaltigen in Ver⸗ die in bei den daher in d. Nah daß aud er abet wordenen erer Ret Konzentrierte Futtermittel. 151 werden unter wechſelndem Namen ähnliche Präparate hergeſtellt, wie Fiſchmehl, Heringsmehl. A. Sebelien prüfte ein ſolches Fiſchmehl mit günſtigem Erfolge bei Milchkühen. Weſentlich für die Beur⸗ teilung iſt neben der Analyſe der Geruch der Präparate; derſelbe darf kein ſtarker, eine bereits eingetretene Zerſetzung anzeigender ſein. In einigen Verſuchen, welche auf der Verſuchsſtation Kuſchen mit Blutmehl oder getrocknetem Blut(Proteingehalt in der Trocken⸗ ſubſtanz 91,9%) von Wildt angeſtellt wurden, ergab ſich, daß Schweine das Rohprotein des Blutmehles zu 72%, Hammel da⸗ gegen nur zu 62% verdauten, wobei das Hauptfutter beziehungs⸗ weiſe aus Kartoffeln und Gerſteſtroh beſtand. Das Blutmehl hatte jedoch eine ſehr harte und feſte Beſchaffenheit, und es iſt anzu⸗ nehmen, daß dasſelbe bei feinerer Verteilung und beſſerer Vorberei⸗ tung durch Einweichen oder Kochen noch vollſtändiger zur Verdauung gelangt wäre. Das wirklich verdaute Blutmehlprotein hatte bei den Schweinen anſcheinend dieſelbe Nährwirkung wie vegetabiliſches Ei⸗ weiß, nämlich Erbſenprotein. Ein dem Fleiſchmehl in der Zuſammenſetzung und Wirkung ähnliches Schweinefutter bilden die Maikäfer, welche in der Trocken⸗ ſubſtanz faſt dieſelbe Menge von Fett und nicht viel weniger Stick⸗ ſtoff enthalten. Der letztere iſt aber zum Teil in der Form von „Chitin“, einer anſcheinend völlig unverdaulichen Subſtanz, vorhanden, ſo daß von der Geſamtmenge des Maikäfer⸗Stickſtoffes nur etwa 62% verdaut werden, während der Verdauungs⸗Kosffizient für die Fettſubſtanz faſt derſelbe iſt, wie bei dem Fleiſchmehl, nämlich= 83. Es ſind dieſe Zahlen aus direkten, in Hohenheim ausgeführten Ver⸗ ſuchen entnommen, in welchen die auf einer Darre getrockneten und mittelſt der Kartoffelreibe gröblich zerriſſenen Maikäfer zu und ½ vom Gewicht des Geſamtfutters neben Gerſteſchrot an Schweine ver⸗ füttert wurden. Im friſchen Zuſtand enthalten die Maikäfer 29 bis 30% Trockenſubſtanz und werden ebenfalls gern von den Schweinen gefreſſen. Jedoch iſt es für eine möglichſt vorteilhafte Ausnutzung dieſes Futtermittels wichtig, dasſelbe beliebig lange, wenigſtens über den Sommer bis zum Herbſt aufzubewahren; bezüglich der Metho⸗ den, wie dieſes am zweckmäßigſten geſchieht, ſind erſt noch weitere Verſuche anzuſtellen. Die erwähnten Fütterungsverſuche wurden im Winter ausgeführt, und die Maikäfer waren bis dahin im getrockne⸗ ten und zerriebenen Zuſtand in loſe verſchloſſenen Fäſſern aufbewahrt worden. Hierbei beobachtet man, daß die einmal getrocknete Maſſe nur wenig hygroſkopiſch iſt und ſelbſt an der Luft ſich lange Zeit unverändert erhalten würde, wenn nicht leicht Maden oder kleine Würmer in großer Menge ſich einfänden. Das letztere wird wohl 152 Charakteriſtik der Futtermittel. durch paſſende Vorkehrungen zu verhindern ſein; eine Beimiſchung von Salz wirkte jedoch in dieſer Hinſicht eher nachteilig als günſtig. Jedenfalls verdienen die Maikäfer als Schweinefutter Beachtung; 3 Zentner der friſch getöteten Inſekten liefern 1 Zentner lufttrockener Futtermaſſe mit 10 bis 12% Feuchtigkeit. 6. Von den Abfällen der Molkerei, welche hier noch Er⸗ wähnung finden mögen, kommen hauptſächlich die Magermilch und die Molken und zwar hauptſächlich als Futter für die Schweine in Betracht, wenn wir abſehen von der Ernährung der ganz jungen Tiere mit Muttermilch. Die Molken enthalten meiſtens etwa 1% Proteinſubſtanz neben 4 bis 6% Milchzucker und 0,3 bis 0,6% Fett; das Nährſtoffverhältnis iſt darin alſo keineswegs ein ſehr weites, freilich ein wechſelndes, je nachdem bei der Käſefabrikation eine mehr oder weniger vollſtändige Ausſcheidung der Eiweißſtoffe ſtattgefunden hat. Für die Schweine ſind Molken ein überaus ſchmackhaftes und gedeiliches Futter, namentlich wenn die große Wäſſerigkeit derſelben durch Zuſatz von Körnerſchrot vermindert iſt; ſelbſt manche dieſen Tieren an ſich weniger zuſagende Futtermittel, wie Kleien, Haferſchrot ꝛc., ſcheinen dadurch zu einer größeren Nähr⸗ wirkung zu gelangen. Noch weit nährkräftiger als die Molken muß natürlich die abgerahmte, ſaure oder Schlickermilch ſein; es iſt darin ein enges Nährſtoffverhältnis vorhanden, ſo daß mit ihrer Hilfe reichliche Mengen von Kartoffeln und anderen ſtickſtoffarmen Futtermitteln um ſo vollſtändiger ausgenutzt werden können. Die Milch iſt in allen ihren Beſtandteilen leicht verdaulich; ſelbſt wenn dieſelbe als ausſchließliche Nahrung verabreicht wird, bleibt nur ſehr wenig unverdaut, wie die Verſuche von Soxhlet in Wien mit Kälbern beweiſen. Seimiſwn al Jünto. deachun, ſauſttrotene er vocj Ge ermilch ud chweine in anz junge etwa 10 ein ſehr fobräton Eweißſtoft n überuus die große tindert it uttermitte. ren Nühr⸗ 2 Molken ſein; 6 wit ihrer ſttofrarmen men. Die elbſt wem bleibt unr Wien mit Die Fütterung der landwirtſchaftlichen Nutztiere. Die Geſetze der tieriſchen Ernährung ſind im weſentlichen die⸗ ſelben für alle Gattungen der Säugetiere; ſie gewähren daher auch eine feſte Grundlage für die Praxis der landwirtſchaftlichen Fütterung. Nur durch die Art des Futters, welches ſie verzehren, nicht durch die Art der Nährſtoffe und deren allgemeine Wirkung auf den Orga⸗ nismus unterſcheiden ſich die einzelnen Tiergattungen von einander. Der Magen und Darm des Pflanzenfreſſers, insbeſondere der wieder⸗ käuenden Tiere hat die Fähigkeit, ein für den Fleiſchfreſſer ſchwer und im älteren Zuſtande gar nicht verdauliches Kohlehydrat, die Celluloſe nämlich, in lösliche Verbindungen überzuführen und dadurch auch aus den an Celluloſe reichen Futtermitteln das Stärkemehl, Eiweiß ꝛc. gleichſam frei, den Verdauungsſäften zugänglicher zu machen. Wenn aber die für alle Tiere gleichen Nährſtoffe einmal in den Kreis⸗ lauf der Säfte eingetreten ſind, dann ſind auch die Wirkungen und die Zerſetzungsvorgänge ihrer ganzen Richtung nach überall dieſelben, beim Pflanzenfreſſer wie beim Fleiſchfreſſer; der quantitative Erfolg der betreffenden Prozeſſe iſt freilich oft ungleich wegen der meiſt ver⸗ ſchieden großen Zufuhr der einzelnen Nährſtoffe, es kann aber auch ganz der gleiche ſein, da unter Umſtänden der Fleiſchfreſſer ebenſo viel an Kohlehydrat aufnimmt, verdaut und reſorbiert wie der Pflanzenfreſſer(ſ. S. 27). Bei der Feſtſtellung der Menge und des Verhältniſſes der Nähr⸗ ſtoffe im täglichen Futter der Tiere und für die verſchiedenen Zwecke der landwirtſchaftlichen Tierhaltung kann es ſich ſelbſtverſtändlich nur um die wirklich verdaulichen Futterbeſtandteile handeln. Es kommen bezüglich der landwirtſchaftlichen Nutztiere haupt⸗ ſächlich nur zweierlei Klaſſen von organiſchen Nährſtoffen in Betracht, nämlich Eiweiß und Kohlehydrate oder ſtickſtoffhaltige(Nh) und ſtickſtofffreie(Nfr) Nährſtoffe; die Geſamtmenge der letzteren iſt nach Zuſammenſetzung und Nährkraft dem Stärkemehl nahezu gleich, insbeſondere wenn das im Futter enthaltene Fett, ſoweit das⸗ 154 Menge und Verhältnis der Nährſtoffe. ſelbe überhaupt verdaut wird, auf das Stärkemehl⸗Aquivalent reduziert worden iſt. Wir werden jedoch auch das Fett als ſolches in den „Fütterungsnormen“ aufführen, obgleich es nicht möglich iſt, eine beſtimmte Menge dieſes Futterbeſtandteiles für jeden einzelnen Fütte⸗ rungszweck mit einiger Sicherheit feſtzuſtellen. Man darf jetzt ziem⸗ lich ſicher annehmen, daß bei allen nicht ſehr reichlichen Rationen der Pflanzenfreſſer das Fett leicht durch die äquivalente Menge anderer ſtickſtofffreier Stoffe zu erſetzen iſt; nur in vereinzelten Ausnahmen, ſcheint ein Minimum davon vorhanden ſein zu müſſen, um die Bekömmlichkeit der Nahrung zu ſichern. Im allgemeinen weiß man, daß das Nahrungsfett im Tierkörper leichter zum Anſatz gelangt als das ſonſt neu gebildete Fett, und daß erſteres unter Umſtänden als ſehr konzentriertes Reſpirationsmittel eine günſtige Wirkung ausübt, während dasſelbe in ſeinem Verhalten zum Umſatz und Anſatz des Eiweißes durch Kohlehydrate leicht erſetzt werden kann. Es iſt daher anzunehmen, daß das im täglichen Futter ent⸗ haltene Fett bei der Mäſtung und Milchproduktion, auch bei der Fütterung der Zugtiere, zunächſt der Pferde, eine direkt wichtige Rolle ſpielt, daß alſo vorzugsweiſe in den Fällen, wo der ganze Fütterungszweck ein verhältnismäßig ſtickſtoffreiches Futter verlangt, paſſend auch in dem letzteren die Menge des Fettes zu erhöhen ſein möchte. Wie in dem Kapitel über den Kraftwechſel des näheren aus⸗ geführt wurde, vermag der Tierkörper einen großen Teil ſeines Nahrungsbedürfniſſes mit jedem der drei Nährſtoffgruppen zu decken. Sieht man daher von gewiſſen Extremen ab, ſo kann dieſes Nahrungs⸗ bedürfnis proportional dem Energiegehalt aller reſorbierten Nähr⸗ ſtoffe geſetztt werden. Dadurch gewinnt man nicht nur einen ein⸗ fachen Ausdruck dafür, ſondern auch eine Vereinfachung vieler bei der Fütterung der Tiere vorliegender Probleme. Es iſt daher er⸗ forderlich, daß in Nachſtehendem, ſo weit es nach den bisherigen Forſchungen möglich iſt, Zufuhr wie Verbrauch und Verwertung der Energiemengen bei der Berechnung der zweckmäßigſten Ernährung ihre Berückſichtigung finden. Zweckmäßig und bequemer wird dabei ſtatt mit Calorien meiſt mit Stärkemehl⸗Aquivalenten als Nährſtoff⸗ einheiten zu rechnen ſein. Die Fütterungsnormen müſſen endlich auch über die Geſamt⸗ menge an Trockenſubſtanz im täglichen Futter der Tiere Aus⸗ kunft geben; es wird hierdurch, bei gleichzeitiger Angabe der ver⸗ daulichen Beſtandteile, angedeutet, wie überhaupt das Geſamtfutter nach Volumen und Nährkraft beſchaffen iſt, ob daran größere oder geringere Mengen von voluminöſen oder mehr intenſiv nährenden Futter ſt zu lich, befol allge ruſch Leiſt in w paſſe licen dem paſſe licen Aſſt hieri etwa ſchid ſichb beine lung der örte auf Wei man Aus redujin Hin w iſt ein n Füte bt zen. Notioren Neny einzelen nüſſen emeinen Arſaß unter gunſtie Unſſch werden ter ent⸗ bei der vichtige ganze rlangt, thöhen n aus⸗ ſeines detken. hrung⸗ Nühr⸗ e ein⸗ ſer bei er er⸗ herigen ng der ährung d dabei hrſt⸗ eſamt⸗ ge All⸗ her del⸗ mnifutter ere oder ʒhrenden Fütterungsnormen. 15⁵ Futtermitteln Anteil haben. Bezüglich aller Fütterungsnormen aber iſt zu erwähnen, daß man dieſelben in der Praxis nicht gar zu ängſt⸗ lich, bis auf ein ganz genaues Zutreffen der einzelnen Zahlen zu befolgen braucht; ihre große Bedeutung liegt darin, daß ſie einen allgemeinen Anhalt gewähren, die richtigeren Ernährungsverhältniſſe raſch erkennen laſſen und, ſoweit mehrere Normen für verſchiedene Leiſtungen derſelben Tierart gegeben werden, einen Fingerzeig geben, in welcher Art die Fütterung verſchiedener Leiſtung am beſten anzu⸗ paſſen iſt. Wir betrachten es als die erſte Aufgabe der landwirtſchaft⸗ lichen Fütterungslehre, gleichſam als das Ziel unſeres Strebens auf dem Gebiete derſelben, für die verſchiedenen Fütterungszwecke die paſſendſte Menge und das richtige Verhältnis der Nährſtoffe im täg⸗ lichen Futter der Tiere zu ermitteln, und müſſen wir im vorliegenden Abſchnitt dieſer Ausarbeitung uns auch hauptſächlich auf Erörterungen hierüber beſchränken. Alles was auf die Schmackhaftigkeit oder etwaige„ſpezifiſche“ Wirkung der einzelnen Futtermittel für die ver⸗ ſchiedenen Tiergattungen oder für dieſen und jenen Fütterungszweck ſich bezieht, ſoll der urſprünglichen Tendenz dieſes Buches entſprechend keine nähere Erörterung erfahren. Es iſt ferner nicht unſere Abſicht, über die paſſendſte Behand⸗ lung und Pflege des Viehes, über Stalleinrichtungen, Futterordnung oder die verſchiedenen Methoden der Zubereitung des Futters Er⸗ örterungen anzuſtellen. Wir ſetzen vielmehr voraus, daß alles hier⸗ auf Bezügliche aus der Praxis bekannt iſt und in zweckdienlicher Weiſe zur Anwendung kommt; nur wenn letzteres geſchieht, kann man von den im Futter dargebotenen Nährſtoffen die relativ höchſte Ausnutzung erwarten, auch dann, wenn z. B. durch die Art der Zubereitung des Futters keineswegs die Verdaulichkeit desſelben, ſondern nur die Schmackhaftigkeit und damit das bereitwillig auf⸗ genommene Geſamtquantum erhöht ſowie die Verdauungsarbeit ver⸗ mindert wird. Man unterſcheidet gewöhnlich zwiſchen Erhaltungsfütterung der Tiere und deren Produktionsfütterung. Jedoch läßt ſich die letztere von der erſteren nicht immer ſcharf trennen, es handelt ſich nur um eine mehr oder weniger ſtarke und intenſive Ernährungs⸗ weiſe, je nach den verſchiedenen Zwecken der Fütterung, welche wir im folgenden nebſt den betreffenden Fütterungsnormen betrachten wollen. Es iſt leicht begreiflich, daß, um volljährige und in der Stall⸗ ruhe befindliche Tiere auf einem mittleren Ernährungszuſtand zu erhalten, ein Minimum von Eiweiß im täglichen Futter genügen 156 Menge und Verhältnis der Nährſtoffe. muß und ein viel weiteres Nährſtoffverhältnis vorhanden ſein kann als bei der Produktionsfütterung. Für die letztere wirken, wie ſchon mehrfach erwähnt wurde, mittlere Nährſtoffverhältniſſe am vorteilhafteſten. Das Eiweiß der Nahrung iſt faſt bei jeder Pro⸗ duktion, von Kraft, Fleiſch, Fett, Milch, Wolle ꝛc. direkt thätig und liefert oft auch vorherrſchend das dazu erforderliche Material; das Nährſtoffverhältnis darf daher kein zu weites ſein, weil ſonſt nicht die zu einer lohnenden Produktion nötige Menge Eiweiß im täg⸗ lichen Geſammtfuter von den Tieren aufgenommen werden könnte. Außerdem haben wir geſehen(S. 99 ff.), daß zu weite, eine ge⸗ wiſſe Grenze überſchreitende Nährſtoffverhältnſſie immer auch, und zwar oft ſehr beträchtlich, die Verdauung zunächſt der Proteinſub⸗ ſtanz des Rauhfutters vermindern, wodurch alſo wiederum die abſo⸗ lute Menge des für Produktionen verſchiedener Art verwendbaren Eiweißes eine geringere wird. Auf der anderen Seite aber darf das Nährſtoffverhältnis nicht als ein zu enges ſich geſtalten; in dieſem Fall wird durch das Nahrungseiweiß zunächſt und hauptſächlich der intermediäre Eiweißſtrom verſtärkt, die Menge des ſog. Zirkulations⸗ eiweißes im Tierkörper erhöht, damit eine oft ganz unnötig vermehrte Zerſtörung wertvoller Eiweißſubſtanz veranlaßt und oft erheblich höhere Energiemengen durch den Harn ausgeſchieden. Das Reſultat iſt alsdann oft ſogar ein ſchlechteres, als wenn abſolut und relativ weniger an Eiweiß von den Tieren verzehrt wurde, d. h. bei einer im allgemeinen koſtſpieligeren Fütterungsweiſe weniger gut als bei einer billigeren. Es ergiebt ſich hieraus, daß eine rationelle Produktionsfütterung hinſichtlich der Nährverhältniſſe nur innerhalb ziemlich enger Grenzen ſich bewegen darf. Bei der Fütterung der landwirtſchaftlichen Nutztiere ſind als mittlere und daher für eine lohnende Produktion beſonders geeignete Nährſtoffverhältniſſe 1: 4 bis 1: 7 anzuſehen. Dieſelben ſind daher ſtets zu erſtreben und Abweichungen davon nur zu geſtatten, wenn der wirtſchaftiiche Zwang, gewiſſe Futterſtoffe zu verwerten, dieſelben unvermeidlich macht. Innerhalb der Grenzen von 1: 4 bis 7 kann der Landwirt ohne erhebliche Nachteile variieren und erhält damit eine gewiſſe Frei⸗ heit in ſeinen Dispoſitionen. Abwägung der jedesmal vorhandenen be⸗ ſonderen Umſtände, die Preiſe der Futtermittel, die Leicht⸗ oder Schwerverdaulichkeit derſelben haben ihn zu beſtimmen. Die mittleren Nährſtoffverhältniſſe, 1: 4 bis 7, entſprechen auch am meiſten der„naturgemäßen“ Fütterung der landwirtſchaſtlichen Tiere. Sehr mißverſtändlich wird häufig das Wieſenheu mittlerer Güte(Nährſtoffverhältnis= 1: 8) als das Normalfutter zu⸗ eine ge uch, und poteinſuh⸗ de alſo⸗ vendbaren darf do in diſſen clich der kulations⸗ ermehrte erheblich Reultat d relatd bei einer t als bi rationell innerhalt find al geeignete bben ſind geſtatten eerwerten Landwir wiſ Fre⸗ ndenen be⸗ ecct⸗ der receen ui ſchaſtiche u mitterer futter i Mittlere Nährſtoffverhältniſſe. 157 nächſt für die Wiederkäner betrachtet; es kann dies aber nur für die Erhaltungsfütterung und eine mäßige Produktion als richtig gelten, für eine raſche und reichliche Produktion von Fleiſch, Fett, Milch und Kraft genügt das gewöhnliche Wieſenheu keineswegs, auch wenn es bis zur völligen Sättigung der Tiere verabreicht wird. Wollte man von einem Normalfutter der grasfreſſenden Tiere ſprechen, ſo iſt vielmehr das Gras, wie ſie es auf einer guten Weide finden, als ein ſolches zu bezeichnen und in dem Weidefutter hat man meiſt ein Nährſtofſſverhältnis= 1: 4 bis 6. Nur bei einem ſolchen Verhältnis und wenn gleichzeitig vermöge der mechaniſchen Beſchaffenheit des Futters das erforderliche abſolute Quantum von Nährſtoff aufgenommen werden kann, iſt bei den Kühen die höchſt⸗ mögliche Milchproduktion, bei dem Jungvieh ein normales Wachs⸗ tum, bei Maſttieren eine entſprechende Fettbildung zu erwarten. Auf der Weide werden nur die zarten Gräſer und Kräuter bereitwilligſt verzehrt, dagegen die langſtengeligen und ſchon in die Blüte ge⸗ tretenen Pflanzen verſchmäht; das letztere Futter, alſo auch das dar⸗ aus bereitete Heu, kann daher unmöglich ein durchaus naturgemäßes und normales ſein. In dem Kleeheu mittlerer Qualität iſt das Nährſtoffverhältnis = 1:5 bis 6; es würde alſo hiernach einer Produktionsfütterung beſſer entſprechen als das Wieſenheu, aber wegen der meiſt holzigen und voluminöſen Beſchaffenheit kann damit nicht eine genügende Menge von Geſamtnährſtoff aufgenommen werden, geht auch viel der aufgenommenen Energie durch Arbeit der Kaumuskeln wieder verloren; man muß zum Zweck einer möglichſt hohen Produktion ein leichtverdauliches Beifutter mit ähnlichem Nährſtoffverhältnis verabreichen. Der junge Klee, wie er vor der Blüte häufig ge⸗ ſchnitten und als Grünfutter benutzt wird, hat ein Nährſtoffverhältnis = 1:4 und ſogar= 1:: 3; die ausſchließliche Fütterung des⸗ ſelben iſt alsdann meiſt eine Futterverſchwendung, es iſt damit ein Verluſt, namentlich von Eiweißſubſtanz verbunden, und man erreicht dasſelbe Reſultat auf eine meiſt billigere Weiſe, wenn durch Bei⸗ miſchung von Strohäckſel, Spreu ꝛc. das Nährſtoffverhältnis bis auf 1: 5 erweitert wird. Bei dem in voller Blüte geſchnittenen Grün⸗ klee iſt natürlich eine derartige Beimiſchung unnötig; es wird im Gegenteil eine Beigabe von geeignetem, leichter verdaulichem Futter oft am Platze ſein. Es iſt ferner bemerkenswert, daß auch in den Körnern der Cerealien, alſo in unſeren wichtigſten Brotfrüchten, ein mittleres Nährſtoffverhältnis= 1: 5 bis 7 vorhanden iſt, in der Gerſte und beſonders im Mais meiſtens ein etwas weiteres als im Hafer, 158 Menge und Verhältnis der Nährſtoffe. Roggen und Weizen. Ähnlich iſt es auch bei den Kleienarten(1:4 bis 5), während die Hülſenfrüchte, Biertreber, Malzkeime und Brannt⸗ weinſchlempe bekanntlich ſehr ſtickſtoffreich ſind und ein Nührſtoff⸗ verhältnis= 1: 2 bis 3 haben, welches in den gewöhnlichen Ol⸗ kuchen noch mehr, bis auf 1: 1 bis 2 ſich verengt. Derartige ſtickſtoffreiche Subſtanzen äußern eine vorzügliche Wirkung, oft ſchon wenn ſie in verhältnismäßig kleinen Mengen neben einem ſtickſcoff⸗ armen Beifutter oder Hauptfutter verabreicht werden. Selbſt in dem natürlichſten und am meiſten produktionsfähigen Futter der ganz jungen Tiere, nämlich in der Muttermilch, findet man immer noch ein ziemlich mittleres Nährſtoffverhältnis, ſobald man das vorhandene Fett mit deſſen Stärkemehläquivalent in Rech⸗ nung bringt, z. B. in Kuhmilch= 1:: 4,5(bei durchſchnittlich 3% Eiweiß, 3,5% Fett und 5% Zucker). In der Milch fleiſchfreſſender Säugetiere iſt das Nährſtoffverhältnis gewöhnlich ein engeres, in der Frauenmilch ein etwas weiteres als in der Kuhmilch. Erhaltungsfütterung der Ochſen. Um für die rationelle Fütterung, zunächſt der Wiederkäuer, die nötige Grundlage zu ſchaffen, war es wichtig, das Minimum an Nährſtoff zu ermitteln, welches volljährige Tiere bei völliger Ruhe im Stalle zu ihrer Erhaltung in einem mittleren Ernährungszuſtand als tägliches Futter bedürfen. Zu derartigen Verſuchen waren Ochſen beſonders geeignet, alſo Tiere, deren tägliche Produktion von Haaren oder ſonſtigen Körperteilen und Sekreten nicht weſent⸗ liche Mengen von Nährſtoff in Anſpruch nehmen und daher den Bedarf an letzteren zur Erhaltung der normalen Zerſetzungsvorgänge im tieriſchen Stoffwechſel hinreichend ſcharf erkennen laſſen. Zu den in dieſer Richtung von Henneberg und Stohmann auf der Verſuchs⸗ ſtation Weende ausgeführten Verſuchen dienten 4—6 Jahre alte Schnittochſen des mitteldeutſchen Höhenſchlages aus der Göttinger Gegend, und es wurde hierbei neben der Verdaulichkeit des Futters auch der Eiweißumſatz im Körper der Tiere kontrolliert, während der etwaige Fettumſatz ohne Anwendung des Reſpirationsapparates nicht genau feſtgeſtellt werden konnte. Man beobachtete, daß die Tiere in ihrem ganzen Ausſehen und Verhalten unverändert blieben und auch das Körpergewicht in allen Verſuchen längere Zeit hindurch keine irgendwie weſentliche Ver⸗ minderung erlitt, wenn ſie auf 1000 kg Lebendgewicht eine von den folgenden Tagesrationen verzehrten: e ten(1 4 d Vum⸗ lichen d Derrri iſt ſce onsfthige ich, fide ·d, ſobad i NRec⸗ jſchittäc er Milch äuer, die imum mn ger Ruhe noszuſtend en wuwe Produkton it wefen daher de gvorginge n. Zu da Vejju⸗ Jahre ü Götiinge des Frte t währed wobporat usſehen u ct in alr tlche Le⸗ t eine don Erhaltungsfütterung der Ochſen. 159 1. 3,7 kg Kleeheu; 13,0 kg Haferſtroh und 0,6 kg Rapskuchen. 2. 2, 6„— 14,2 1„„„„ 1 3. 3,8 7 71— 13,3 2 Roggenſtroh 7„ 0,6* 7 4. 25,6„ Runkeln; 12,6„ Haferſtroh„ 1,0„„ 5. 19,5„Kleeheu. Darin ſind enthalten an verdaulichen Beſtandteilen in Kilogramm ſtickſtoffhaltige ſtickſtofffreie 0,41 bis 0,84 7,04 bis 7,77 Im Mittel 0,57 7,4 Verhältnis⸗ 1: 13 Außerdem ergab ſich, daß bei einer Stalltemperatur von 13,2 bis 16,4° R. eher ein kleiner Fleiſchanſatz als ein Verluſt von Körper⸗ fleiſch ſtattgefunden, jedenfalls aber das Futter zur Erhaltung der vorhandenen Fleiſchmaſſe völlig ausgereicht hatte. Nur in einem der Verſuche und zwar gerade bei einem Futter, aus welchem die größte Menge von Nähſtoff(0,84+ 7,65= 8,49 kg) verdaut wurde, zeigte ſich ein geringer Fleiſchverluſt. Vermutlich ſteht dies damit im Zuſammenhang, daß bei dieſem Verſuch die mittlere Stall⸗ temperatur eine beträchtlich niedrigere war(nämlich 8,3°R.), als in den übrigen Verſuchen; es mußte dadurch ein vermehrter Reſpirations⸗ verbrauch bewirkt ſein. Zu erwähnen iſt noch, daß in den obigen Futterrationen durchſchnittlich ungefähr 0,05 kg Phosphorſäure, 0,1 kg Kalk und 0,2 kg Alkalien enthalten waren; dieſe Mengen von mineraliſchen Nährſtoffen müſſen dem Bedarf der volljährigen Ochſen im Beharrungszuſtande reichlich genügen. Das täglich aufgenommene Waſſerquantum betrug auf 1000 kg Lebendgewicht 52 bis 64, im Mittel 55 kg. Ob in den angedeuteten Verſuchen, wie die Fleiſchmaſſe, ſo auch die Fettmaſſe des Tierkörpers im weſentlichen unverändert blieb, darüber konnte, wie geſagt, kein beſtimmter Nachweis geliefert werden; es war dieſes nach dem ganzen Ausſehen und Verhalten der Tiere nur als wahrſcheinlich anzunehmen. Mit Rückſicht jedoch auf die Reſultate weiterer, in Weende ausgeführter Verſuche, wie auch mit Rückſicht auf den Umſtand, daß bei den Verſuchen, in welchen durch⸗ aus kein Verluſt an Körperfleiſch ſtattfand, die Temperatur der Stall⸗ luft für die Winterzeit eine ziemlich hohe war(13,2 bis 16,3° R.), und die Tiere ein erheblich höheres Lebendgewicht als 500 kg hatten, erſcheint es richtig, daß die direkt gefundenen Mittelzahlen, um dem Nährſtoffbedarf volljähriger ruhender Ochſen zu genügen, noch etwas zu erhöhen ſein möchten, nämlich für die Eiweißſubſtanz auf 0,7 kg und für die ſtickſtofffreien Nährſtoffe(verdauliche Kohlen⸗ 160 Menge und Verhältnis der Nährſtoffe. hydrate) auf 8,4, zuſammen 9,1 kg. Das Nährſtoffverhältnis iſt dann= 1: 12 und die Geſamtmenge der organiſchen Subſtanz im täglichen Futter kann hierbei pro 1000 kg Lebendgewicht 17,5 kg betragen, durch welche Zahl angedeutet wird, daß man das betreffende Futter am einfachſten und lohnendſten durch Verabreichung von Stroh der Sommerhalmfrüchte als Hauptfutter herſtellt, unter Beigabe von etwas Heu oder geringen Mengen eines ſtickſtoffreichen Futtermittels, mit oder ohne Einſchluß von Wurzelwerk. Die Menge des verdau⸗ lichen Fettes kommt bei dem bloßen Beharrungsfutter der Ochſen nicht ſehr in Betracht; in den angegebenen Rationen beträgt dieſelbe etwa auf 0,15 bis 0,20 kg Berechnet man hiernach den Energiewert des Erhaltungsfutters oder wie man nach einem Vorſchlage Hennebergs zweckmäßig ſagt: der Beharrungsration unter Annahme der S. 52 angegebenen Ver⸗ brennungswerte, ſo beträgt derſelbe bei den direkt gefundenen Mittel⸗ zahlen von rund 8 kg Nährſtoff= 8. 1000. 4,1= 32 800 Calorien, mit Berückſichtigung der vorſtehenden Erwägungen 9,1. 1000. 4,1 = 37 310 Calorien. Inzwiſchen ſind in Möckern von G. Kühn Verſuche über das Beharrungsfutter der Ochſen mit Hilfe des Reſpirationsapparates angeſtellt und ſpäter von O. Kellner fortgeſetzt worden. Dieſe Verſuche führten zu erheblich niedrigeren Werten. Bei ausſchließ⸗ licher Ernährung mit Rauhfutter wurde als„unterſte Grenze“ der zur Erhaltung der Tiere bei voller Stallruhe erforderlichen Nahrungs⸗ menge auf 1000 kg Lebendgewicht 0,7 kg Rohprotein und 6,6 kg ſtickſtofffreie Nährſtoffe gefunden. Von Kellner wurden die Verbrennungswärmen des Futters wie der Ausſcheidungen beſtimmt, hieraus war direkt die Menge chemiſcher Spannkraft zu berechnen, welche im Körper der Verſuchstiere wirk⸗ lich zur Auslöſung kam und den Kraftverbrauch des Lebens deckte. Von 100 Teilen der Futterenergie wurde im Kot ausgeſchieden. 42% daher verdaut.= 58% Im Harn ausgeſchieden.. 6% Als Methan durch die Lungen.= 7% Für das Leben verwertet= 45% Auf 1000 kg Lebendgewicht ſtellten die letzteren 45%(alſo ungerechnet Harn und Methan) die Summe von 23 394 Calorien dar. In ſpäteren Verſuchen mit Ochſen, die vorher etwas ange⸗ mäſtet worden waren, daher in weſentlich beſſerem Ernährungszu⸗ ſtande zum Verſuch gelangten und nicht nur Heu, ſondern zum Teil Ln dltns ſ Sübftn Nok etreffend on Stu gabe vo termitte verdau er Ochfen t dieſebe nosfutter ſßig ſagt enen Ver⸗ n Mitte⸗ Calorien, 000. 41 iber das pparates . Diſe usſchlief nze“ der dahrung⸗ d 6,6 utters lit chemiſe tiere wi⸗ dens derte ührung 3 zum 1” Erhaltungsfütterung der Ochſen. 161 auch Roggenkleie und Melaſſeſchnitzel erhielten, waren pro 1000 kg als Beharrungsrationen gefunden worden 23 807— 25 271— 25 860 im Mittel 24 979 Cal. In runder Summe wäre bei Erhaltungsfutter hiernach pro Kilogramm Lebendgewicht und Stunde 1 Cal. anzunehmen. Es verwertete ſich hierbei 1 g verdauter organiſcher Subſtanz zu ab⸗ gerundet 3,5— 3,4— 3,7 und 3,5 Cal., d. h. ſoviel Energiemengen wurden wirklich im Organismus frei und gaben nach Kellner den „phyſiologiſchen Nutzeffekt“ an. Da es jedoch ſtets mißlich bei der Ernährung der Tiere iſt, ſich an der unteren Grenze des gerade Zuläſſigen zu bewegen, ſo glaubt Kellner, daß für die Praxis die Wolffſche Norm für Erhal⸗ tungsfutter feſtgehalten werden kann, beſonders nicht weniger ver⸗ dauliches Eiweiß gegeben werden dürfte. Entſprechend dem früher Geſagten wäre dieſe Norm für kleinere Tiere ein wenig zu erhöhen. Die exakte Feſtſtellung der Beharrungsration bei den Tieren hat einen erheblich höheren Wert, als die Ermittelung der richtigen Fütterung derſelben an ſich zum Zweck der Lebenserhaltung. Selten liegt in der Praxis das Bedürfnis vor, Beharrungsrationen zu reichen. Der Hauptwert dieſer Ermittelungen liegt vielmehr darin, daß ſie den Ausgangspunkt für die Bemeſſung der zweckmäßigen Produktionsfütterung bilden. Erſt muß man annähernd wiſſen, was ein Tier allein zum Leben gebraucht, ehe man zu einer mehr wie empiriſchen Feſtſtellung des Stoffquantums für irgend eine Produktion ſchreiten kann. Früher haben wir ſchon geſehen, daß rationellerweiſe Futter⸗ zulagen, von ſehr mäßiger Ernährung ausgehend, nicht durch Bei⸗ gabe einer einzigen Nährſtoffgruppe bewirkt werden und man be⸗ ſtrebt ſein muß, mittlere Nährſtoffverhältniſſe feſtzuhalten. Es iſt die Aufgabe der Fütterungsnormen dieſe Zulagen der gewollten Pro⸗ duktion reſp. der Leiſtungsfähigkeit der Tiere anzupaſſen. Hieraus geht bereits hervor, daß die Normen keine feſtſtehenden Nährſtoff⸗ rezepte ſind, die eine rein mechaniſche Verwendung verſtatteten. Sie können nur Mittelzahlen angeben, von denen im beſonderen Fall auf Grund beſonderer Erwägungen häufig nicht unweſentliche Ab⸗ weichungen vorteilhaft ſind. Die Wolleproduktion. Schon von vornherein iſt anzunehmen, daß die Nährſtoffmenge im Beharrungsfutter der Schafe eine verhältnismäßig größere ſein Wolff, Fütterungslehre. 7. Auflage. 11 162 Menge und Verhältnis der Nährſtoffe. muß, als in dem der Ochſen. Zu der möglichſt raſchen und reich⸗ lichen Produktion von Wolle iſt jedenfalls eine gewiſſe Menge von Futtereiweiß erforderlich; das lebhaftere Temperament und die ſelbſt im Stall vermehrte Bewegung dieſer Tiere ſteigert ferner den Bedarf an Reſpirationsmaterial und letzteres um ſo mehr, als in Folge des kleineren Körperbaus der Wärmeverluſt durch Ausſtrahlung mindeſtens beim geſchorenen Tiere ein relativ größerer ſein muß(ſ. S. 46). Es iſt unter dieſen Umſtänden ſehr bemerkenswert, daß der Futterbedarf der Schafe, gegenüber demjenigen der Ochſen, nicht ein noch größerer iſt, als er in Wirklichkeit ſich herausſtellt. Vermutlich ſteht dies im Zuſammenhang mit dem dicken Wollpelz der Schafe, wodurch die Wärmeausſtrahlung von der Oberfläche des Körpers und damit wiederum der Reſpirationsverbrauch ſich vermindert; in der That verlangen z. B. die Ziegen, unter ſonſt gleichen Verhältniſſen und bei demſelben Lebendgewicht, ein größeres Futterquantum als die Schafe. über das Beharrungsfutter der Schafe ſind in Weende von Henneberg Verſuche angeſtellt worden, bei denen man nicht allein die„ſenſiblen“ Ausſcheidungen, ſondern auch die Reſpirationsprodukte genau beſtimmte, ſo daß aus den geſamten Verſuchsreſultaten die ſchon früher(S. 22) mitgeteilte vollſtändige„Stoffwechſelgleichung“ zwiſchen Aufnahme und Ausgabe berechnet werden konnte. Von voll⸗ jährigen, nämlich 4 ½ Jahre alten Hammeln des grobwolligen Land⸗ ſchafes der Göttinger Gegend(ſog. Leine⸗Schaf), welche pro Kopf mit der Wolle 48 kg wogen, wurden bei ausſchließlicher Fütterung mit Wieſenheu mittlerer Güte davon auf 1000 kg reines Körper⸗ gewicht(exkl. Wolle) täglich faſt genau 26 kg(entſprechend 21,4 kg Trockenſubſtanz) verzehrt und aus dieſem Futter 1,32 kg Eiweiß nebſt 10,53 kg ſtickſtofffreien Nährſtoffen inkl. 0,322 kg Fett, letzteres auf das Stärkemehläquivalent berechnet 11,38 kg reſorbiert. Hierbei fand im Körper der Tiere ein kleiner Anſatz ſtatt, nämlich pro Tag von 0,181 kg Eiweiß und 0,299 kg Fett(auf 1000 kg Lebendgewicht berechnet). Es war alſo das verzehrte Futter reich⸗ lich genügend, um den vorhandenen Ernährungszuſtand der Tiere zu erhalten, ohne daß es jedoch als eigentliches Maſtfutter wirkte. Wenn man den beobachteten Anſatz von der verdauten und reſor⸗ bierten Nährſtoffmenge in entſprechender Weiſe abzieht(eine Kor⸗ rektur, die berückſichtigt, daß aus 1 kg z. B. verdauten Eiweißes nie ein ganzes Kilogramm Körpereiweiß entſtehen kann, würde in dieſem Fall das Reſultat der Rechnung nicht erheblich ändern), ſo ergiebt ſich als annähernder Nährſtoffverbrauch im Beharrungszuſtand der Tiere: pro Tag und Stück 52,5 g Eiweiß und 489 g auf Stärke⸗ mehl reduzierte ſtickſtofffreie Nährſtoffe; oder und ui⸗ Renge w d die ſah den Jdi Folge d mindeſer 5.46, G vutebeͤei G grißer ht dies i odurh d und dut der dh ſen undbe die Sthi Leende dm richt älln onsprodube ultaten de lgleichun Von vl⸗ ſligen Lmi⸗ pro Af Fütterun es Kürper d 21,4 b g Eivei Ig Fett reſorbiert „nämlic 1000 Kg ter rei⸗ der Tur er wilke und reſor⸗ eine Kor⸗ weißes ni in dieſen ergibt ſh der Tiere if Stttl⸗ Die Wolleproduktion. 163 pro Tag und 1000 kg reines Körpergewicht 1,14 kg Eiweiß und 10,63 kg auf Stärkemehl reduzierte ſtickſtofffreie Nährſtoffe. Das Nährſtoffverhältnis iſt alsdann= 1:9,3 und die Geſamt⸗ menge der Nährſtoffe 11,8 kg. Hiermit ſtimmen auch die Reſul⸗ tate von anderen in Weende mit Tieren derſelben Raſſe ausgeführ⸗ ten Verſuche überein, indem jedesmal im Mittel von 5 Einzel⸗ verſuchen pro Tag und 1000 kg Körpergewicht ſich ergab: Nährſtoffmenge Verhältnis Eiweißanſatz a) 1,04 Nh.+ 9,49 Nfr.= 10,53 kg 1: 9,1— 0,042 kg b) 1,56„ † 9,54„= 11,10„ 1: 6,1— 0,006„ c) 1,11„+ 11,70„= 12,81„ 1: 10,5+†. 0,124„ Mittel 1,24 Nh.+= 10,24 Nfr.= 11,48 kg 1: 8,5+ 0,025 kg Im Mittel von allen 15 Verſuchen wurde alſo ein ganz un⸗ bedeutender Eiweißanſatz= 0,025 kg beobachtet. Ebenſo fand man, wie ſchon bezüglich der Ochſen erwähnt wurde, auch für die Schafe beſtätigt, daß zu enge Nährſtoffverhältniſſe zu vermeiden ſind, ſolange die Geſamtmenge der Nährſtoffe keine ſehr hohe iſt, alſo kein eigentliches Maſtfutter verabreicht wird. Auch in Hohenheim ſind über das Erhaltungsfutter der Schafe von drei verſchiedenen Raſſen Verſuche angeſtellt worden und ſtimmen die Reſultate mit den in Weende gefundenen nahe überein; nur die Menge der Kohlehydrate und ſomit die Geſamtmenge der Nähr⸗ ſtoffe iſt in den Hohenheimer Verſuchen eine etwas geringere, und hierdurch erklärt ſich auch die kleine Gewichtsabnahme, welche die Tiere durchſchnittlich erlitten, namentlich wenn man zugleich den täglichen Zuwachs an Wolle berückſichtigt. Der Gewichtsverluſt war verhältnismäßig etwas größer bei den Hammeln der Elektoralraſſe, als bei denen der Southdowns und der ſog. württembergiſchen Baſtardraſſe; die Tiere der feinwolligen Raſſen ſind meiſtens kleiner, von feinerem Körperbau, produzieren mehr Fett in der Wolle, als die Tiere der mehr grobwolligen Raſſen, die erſteren bedürfen daher, auf gleiches Körpergewicht berechnet, eine entſprechend größere Nähr⸗ ſtoffmenge, als die letzteren. Wenn man die Reſultate der bisher mit aller Sorgfalt aus⸗ geführten Verſuche überſieht, ſo erkennt man, daß ziemlich voll⸗ jährige Schafe, welche zunächſt ausſchließlich dem Zweck der Wolle⸗ produktion dienen, in einem guten mittleren Ernährungszuſtand fort⸗ während erhalten werden können, wenn ihnen auf 1000 kg Lebend⸗ gewicht im täglichen Futter dargeboten werden: Stärkere Raſſen: 1,2 kg Eiweiß und 11,0 kg ſtickſtoff⸗ freie Nährſtoffe, zuſammen 12,2 kg; Nährſtoffverhältnis= 1:9. 11* 164 Menge und Verhältnis der Nährſtoffe. Kleinere Raſſen: 1,5 kg Eiweiß und 12,8 kg ſtickſtofffreie Nährſtoffe, zuſammen 14,2 kg; Nährſtoffverhältnis= 1:8. An verdaulichem Fett enthält das Futter im erſten Fall etwa 0,20, im zweiten 0,30 kg, und die Geſamtmenge der Futter⸗ trockenſubſtanz, welche übrigens ohne Nachteil ziemlich beträchtlichen Schwankungen unterliegen kann, beträgt beziehungsweiſe ungefähr 20 und 23 kg. Hierbei iſt der tägliche Zuwachs an„fluß⸗ gewaſchener“ Wolle, je nach Raſſe und ſonſtigen Eigenſchaften der Tiere, 0,12 bis 0,20 kg. Alle dieſe Zahlen ſind zunächſt für 1000 kg des nackten Körpergewichts berechnet worden; jedoch glaube ich, daß dieſelben ohne Reduktion auch für die mit der Wolle be⸗ deckten Schafe gelten können, man hat dann wenigſtens die Be⸗ ruhigung, daß die berechneten Nährſtoffmengen jedenfalls dem Minimum des Bedarfes der Tiere genügen werden, was über⸗ haupt bei der Anwendung der Fütterungsnormen in der Praxis von Wert iſt. Auf die Wolleproduktion hat die Art der Fütterung einen entſchiedenen Einfluß, jedoch nur innerhalb gewiſſer Grenzen. Durch Maſtfutter namentlich wird bei ausgewachſenen Tieren nicht nennens⸗ wert mehr Wolle produziert, als durch ein Futter, welches ſie in einem guten Ernährungszuſtand erhält, ohne daß dabei das eigent⸗ liche Körpergewicht eine weſentliche Zunahme erleidet. Dies zeigte ſich bei Verſuchen von Henneberg in Weende, wo auf 1000 kg Körpergewicht der Negretti⸗Hammel im Durchſchnitt von ſieben Verſuchen mit Beharrungsfutter täglich 0,141 kg= 0,273% des am Schluß der Verſuche feſtgeſtellten Schurgewichtes, und ferner im Durchſchnitt von 14 Verſuchen mit Maſtfutter ebenfalls 0,141 kg oder 0,286% des Schurgewichtes produziert wurden. Ein gleich beſtimmtes Reſultat lieferten Verſuche, welche in Hohenheim mit Lämmern der württembergiſchen Baſtardraſſe ausgeführt wurden; bei ſehr intenſiver Fütterung mit Wieſenheu und reichlichen Mengen von Hafer ſtieg im Verlauf von 9 Monaten(vom 5. bis zum 14. Lebensmonat der Tiere) das Lebendgewicht pro Kopf von 25,4 bis auf 46,25 kg, dagegen bei ausſchließlicher Fütterung mit Wieſen⸗ heu, welches anfangs von vorzüglicher, ſpäter von mittlerer Güte war, von 25,0 nur bis auf 36,15 kg. Die intenſiv gefütterten Tiere zeigten ſich am Schluß des Verſuches als völlig gemäſtet, die nur mit Heu gefütterten befanden ſich in einem mäßigen Er⸗ nährungszuſtand, und gleichwohl war in beiden Fällen die Menge der produzierten reinen Wolle eine faſt abſolut gleiche. Hierbei war es auffallend, daß die Wolle der reichlich mit Körnern ernährten Lämmer fortwährend ſehr rein und weiß erſchien, während die e— — — ſüctrfr 1.5 e da d in bebüchtt eſe w 3 n 5 enſtuſen n ſtens de d derfulh a , vo ir der he rerzen du rict vn velcesſtt bei d ar . Da ir auj dot itt vm ſi ON”, 8, und fm fels olult e. Er ſ Sohenben führt von ichen Ner bis zm! von Jül g ni dir nitkerr di ſid geſte g pniſtt nühiyen len de Ne Hali! nmn mir vühren Die Wolleproduktion. 165 Wolle der Heu-Schafe die gewöhnliche ſchmutzige Beſchaffenheit hatte und ſelbſt im gewaſchenen Zuſtand gegenüber der anderen Wolle etwas graufarbig war. An ungewaſchener Wolle erhielt man von den intenſiv gefütterten Tieren übereinſtimmend pro Kopf 2,18 kg, bei ausſchließlicher Heufütterung dagegen 2,69 kg, an flußgewaſchener Wolle beziehungsweiſe 1,48 und 1,61 kg, an reiner, mit Schwefel⸗ kohlenſtoff entfetteter Wollfaſer 1,09 und 1,12 kg, an letzterer alſo faſt ganz gleiche Mengen. Dagegen fanden Weiske und Dehmel in Proskau bei Rambouillet⸗Hammeln allerdings nach Maſtfütterung eine um durchſchnittlich 12,5% reichlichere Wollproduktion als nach Beharrungsfutter. Auch ergab ſich in dieſen Verſuchen, im Wider⸗ ſpruch mit der bisherigen Meinung, wonach der Hauptzuwachs der Wolle in die kalte Jahreszeit fällt, daß gerade im Winter der Zu⸗ wachs am langſamſten, im Frühjahr und Sommer am raſcheſten war; von der geſamten Wolleproduktion kommen, für gleiche Perioden von je 4 Monaten berechnet, auf den Winter nur 26,1%, auf das Frühjahr dagegen 37,9% und auf den Sommer oder Herbſt 36,0%. Weitere Verſuche mit denſelben Tieren beſtätigten die Thatſache eines raſcheren Wachstums der Wolle bei häufigem Abſcheren derſelben. Wenn die Hammel ſechsmal im Jahr geſchoren wurden, war die Wolleproduktion um etwa 20% reichlicher als nach einmaligem Scheren, aber die Tiere hatten im erſteren Falle bei gleichem Futter am Schluß des Jahres weniger an Lebendgewicht zugenommen, was durch die vermehrte Wärmeabgabe nach dem häufigen Scheren zu erklären iſt. Zugleich konnte man beobachten, daß das Wollewachstum am ſchwächſten im November und Dezember, am ſtärkſten dagegen im März und April war und anſcheinend mehr von der Jahreszeit, als von der Lufttemperatur abhängt. Entſchieden nachteilig für die Wolleproduktion wirkt es meiſtens, wenn das verabreichte Futter zur Erhaltung eines mittleren Er⸗ nährungszuſtandes der ziemlich ausgewachſenen Schafe nicht genügt. Aus zahlreichen in Weende angeſtellten Fütterungsverſuchen konnte gefolgert werden, daß zwar der Wollwuchs nicht immer Schaden leidet, wenn das Körpergewicht der Tiere etwas zurückgeht, daß jedoch eine Schädigung desſelben unausbleiblich eintritt, ſobald die Abmagerung eine gewiſſe Grenze überſchreitet. Ferner zeigte es ſich, daß Futterrationen, welche zur Herſtellung des normalen Be⸗ harrungszuſtandes nicht völlig ausreichen, die Wolleerzeugung in dem Fall weniger beeinträchtigen, wenn ſie durch verhältnismäßigen Reichtum an ſtickſtoffhaltigen Nährſtoffen ſich auszeichnen und daß unter übrigens gleichen Umſtänden die ſtickſtoffreichen Rationen für die Wolleproduktion ſtets den Vorzug verdienen. 166 Mienge und Verhältnis der Nährſtoffe. Dies wird abermals durch Hohenheimer Beobachtungen beſtätigt. Zwei Abteilungen von je 6 Stück Hammeln, welche ſtickſtoffreich mit Wieſenheu und Bohnenſchrot, jedoch ſo gefüttert wurden, daß das Körpergewicht der Tiere völlig unverändert blieb(zu Anfang des Ver⸗ ſuches pro Kopf 46,50 und am Ende 46,55 kg) produzierten in 121 Tagen pro Abteilung 4,56 kg an gewaſchener Wolle oder 31,9% des Schurgewichtes. In zwei anderen Abteilungen dagegen wurden die Tiere faſt ausſchließlich mit Stroh und Runkelrüben gefüttert, wobei ſie pro Kopf allmählich von 46,1 bis auf 44,1 kg an Gewicht ab⸗ nahmen, alſo ein nicht genügendes Beharrungsfutter erhielten; die Wolleproduktion war pro Abteilung nur 3,51 kg oder 26,5% des ſchließlichen Schurgewichtes. Eine 5. Abteilung, ebenfalls von 6 Ham⸗ meln, erhielt ein noch ärmlicheres Futter, zu ⅛ aus Wieſenheu und ½⅛ aus Haferſtroh beſtehend, und das Lebendgewicht der Tiere ſank bedeutend, pro Kopf von 46,0 bis auf 40,6 kg. Trotz der Ab⸗ magerung produzierten die 6 Tiere dieſer Abteilung ebenſo viel Wolle, wie diejenigen, welche ein etwas beſſeres Beharrungsfutter in der Form von Stroh und Runkelrüben verzehrt hatten, nämlich zuſammen 3,61 kg oder 27,3% des Schurgewichtes. Dies beweiſt, daß zwar auch bei ſehr ſpärlichem Futter, wenn dasſelbe zum größeren Teile aus Wieſenheu beſteht, immer noch ziemlich viel Wolle produziert wird; die Menge der letzteren ſteigert ſich aber auf das Maximum bei ausſchließlicher Heufütterung, insbeſondere unter Mitwirkung von etwas konzentriertem ſtickſtoffreichem Beifutter, wodurch ein guter Ernährungszuſtand, aber noch keineswegs ein gemäſteter Zuſtand der Tiere herbeigeführt wird, während eine Fütterung mit Stroh und Runkelrüben, alſo ein ſtickſtoffarmes und zugleich ziemlich wäſſeriges Futter der Maximalproduktion von Wolle nicht günſtig zu ſein ſcheint, auch wenn das Lebendgewicht der Tiere dabei nicht weſent⸗ lich zurückgeht und anſcheinend der ganze Ernährungszuſtand immer noch ein mittlerer iſt. Die Fütterung der Arbeitstiere. Wir wiſſen, daß der Tierkörper zu einer reichlichen und an⸗ dauernden Kraftproduktion oder Arbeitsleiſtung vor allen Dingen ein gut ausgebildetes und in der Arbeit geübtes Muskelſyſtem gebraucht, und daß zugleich eine gewiſſe Energie des Stoffwechſels vorhanden, der Körper alſo verhältnismäßig reich ſein muß an Organ⸗ und an Zirkulationseiweiß. Um aber dieſen kräftigen Ernährungszuſtand heranzubilden und unverändert zu erhalten, iſt mehr Nährſtoff und ein engeres Nährſtoffverhältnis erforderlich, als demjenigen Be⸗ per bii. uftehr wen, di ing N 4 ddrjern derl a vorde füter, d Gevitt ethilten :235) d S don ir Prſeda er Teleſ doh u! nſ ne dl futter u lich ziimm eit di m göößern d le vrduhr das Narm füwwirtm n rh en m er Juim it Stuſ r lich viſern ünſtig jnict wer zuftmd im ſchen uhr len duyn ſtem Fänit de vthne Die Fütterung der Arbeitstiere.. 167 harrungszuſtand entſpricht, welchen man bei ruhenden Tieren als einen mittleren zu bezeichnen pflegt. Durch die Arbeit ſelbſt wird, wie wir geſehen haben(S. 59 ff.), innerhalb gewiſſer Grenzen nicht mehr Eiweiß zerſtört, als unter ſonſt gleichen Umſtänden auch bei völliger Ruhe im Stall zum Umſatz gelangt; aber gleichwohl iſt nur dann eine andauernd hohe Arbeitsleiſtung möglich, wenn durch eine entſprechend große Zufuhr von Nahrungseiweiß die ganze Energie des Stoffwechſels geſteigert iſt. Auf alle Fälle iſt aber nötig, zur Deckung des erhöhten Kohlen⸗ ſtoffumſatzes mehr Nährſtoffe zu geben und vorteilhaft muß es ſein, dies, ſoweit angängig in Form der billigen Kohlehydrate zu thun. Die Fettſtoffe des Futters haben inſofern einen beſonderen Wert, als ſie in der Gewichtseinheit die größte Energiemenge beſitzen, den Körper alſo weniger belaſten und überdem nur ſehr wenig Ver⸗ dauungsarbeit koſten. Natürlich müſſen die Zulagen entſprechend der zu leiſtenden Arbeit gegeben werden. Die Arbeitsochſen bedürfen bei ſehr mäßiger Arbeit nur wenig mehr an Nährſtoff, als zu ihrer normalen Erhaltung bei völliger Ruhe im Stalle nötig iſt(ſ. S. 159). Dagegen muß man die Nährſtoffmenge ſchon beträchtlich ſteigern, wenn die Tiere die ge⸗ wöhnliche mittlere Arbeit verrichten ſollen, das Eiweiß pro 1000 kg Lebendgewicht von 0,7 bis auf etwa 2,0 kg, die ſtickſtofffreien Nährſtoffe von 8,3 auf etwa 12,5 kg. Das Nährſtoffverhältnis iſt dann wie 1: 6,5, und es würde ein derartiges Futter einer faſt ausſchließlichen Fütterung mit Wieſenheu mittlerer Güte unter Zuſatz kleiner Quantitäten von konzentriertem Futter entſprechen oder auch durch ein Gemenge von Kleeheu und Futterſtroh, ſowie von vor⸗ herrſchend Stroh mit Wurzeln und einem geeigneten ſtickſtoffreichen Futtermittel herzuſtellen ſein. Die Geſamtmenge der Trockenſubſtanz in der Tagesration kann hierbei etwa 25 kg betragen. Der Ge⸗ halt des Futters an verdaulichem Fett kommt bei mittelſchwer arbeiten⸗ den Ochſen nicht ſehr in Betracht, da man es mit Tieren zu thun hat, welche, wenn ſie auch ſtarke Laſten ziehen müſſen, doch ihre Arbeit in einem ſehr ruhigen Tempo verrichten, außerdem einen ge⸗ räumigen Magen beſitzen, welcher ein großes Volumen und Gewicht von an Kohlehydraten reichem Futter aufzunehmen und, bei dem langſameren Verlauf des ganzen Verdauungsprozeſſes, auch relat iv vollſtändig auszunutzen vermag. In der gewöhnlichen Futterration von Arbeitsochſen iſt auf 1000 kg Lebendgewicht kaum mehr als 0,50 kg an verdaulichem Fett enthalten. Höchſtens kann es bei ſehr angeſtrengter Arbeit der Ochſen ſich darum handeln, beſonders darauf zu ſehen, daß ſie etwas mehr Fett erhalten; man muß dann 168 Menge und Verhältnis der Nährſtoffe. überhaupt die Nährſtoffmengen noch weiter ſteigern, das Eiweiß ſchließlich bis auf 2,8 kg, die ſtickſtofffreien Nährſtoffe auf etwa 15,0 kg,(Nährſtoffverhältnis= 1: 5,5), und es wird in einem ſolchen Fall oft rätlich ſein, ein konzentriertes Beifutter zu verab⸗ reichen, welches zugleich ſtickſtoffreich und fettreich iſt(Olkuchen), ſo daß der Geſamtgehalt des Futters an verdaulichem Fett vielleicht 0,5 bis 0,8 kg beträgt. Bekanntlich iſt das Futter der Pferde gewöhnlich ſeiner Be⸗ ſchaffenheit nach ein ſehr konſtantes, es beſteht vorherrſchend aus Hafer und Heu, nebſt einer größeren und geringeren Beigabe von Strohhäckſel; aber das Verhältnis, in welchem dieſe Futtermittel ver⸗ abreicht werden, und die Geſamtmenge des Futters wechſelt bei dem Pferd faſt noch mehr, als bei irgend einem anderen landwirtſchaft⸗ lichen Nutztier, und iſt durchaus bedingt durch die jedesmalige Arbeits⸗ leiſtung. Das Temperament des Pferdes und deſſen ganzer Körper⸗ bau verträgt keine üppige Ernährung bei völliger Ruhe im Stall, während andererſeits die Intenſität des Futters bis zu einer: faſt ausſchließlichen Verabreichung von Hafer geſteigert werden muß, ſobald man außergewöhnliche Anſtrengungen vom Pferde verlangt. Bei gewöhnlichen und namentlich im landwirtſchaftlichen Betriebe meiſt vorkommenden Arbeiten genügt es, wenn man auf 1000 kg Lebend⸗ gewicht als tägliches Futter etwa 2,0 kg Eiweiß und 12,5 kg ſtick⸗ ſtofffreie Nährſtoffe(Nährſtoffverhältnis= 1: 6— 6,5) in einem Geſamtquantum Trockenſubſtanz von ungefähr 24 kg verabreicht. Hierbei iſt die Menge des im Futter enthaltenen leicht verdaulichen Fettes(0,5— 0,6 kg) gewiß nicht gleichgiltig und jedenfalls bemerkens⸗ wert, daß der Hafer, welcher gleichſam als das Normalfutter der Pferde betrachtet wird, vor anderen Cerealien durch ſeinen verhältnis⸗ mäßigen Reichtum an Fett ſich auszeichnet. Dies hat man auch wohl zu beachten, wenn der Hafer durch allerlei andere Futtermittel ganz oder teilweiſe erſetzt werden ſoll. Daß bei ſtarken Arbeitsleiſtungen die Geſamtmenge der Nährſtoffe noch weiter erhöht und für Eiweiß und ſtickſtofffreie Nährſtoffe vielleicht 2,5+ 15,3= 17,7 kg (Nährſtoffverhältnis= 1:5,5— 6,0) oder noch mehr betragen muß, iſt nach den obigen Erörterungen leicht verſtändlich und auch in der Praxis bekannt, indem man an ſchwere Fracht⸗ und Karrenpferde nicht ſelten neben reichlichen Mengen von Hafer ſtickſtoffreiches Bohnenſchrot füttert. Für lebhafte und raſche Pferde jedoch, namentlich für Reit⸗ und Luxuspferde ſcheint, um andauernd hohe Leiſtungen zu ermög⸗ lichen, als konzentriertes Futtermittel ganz vorherrſchend Hafer und ſomit ein Nährſtoffverhältnis im Geſamtfutter von 1:6—7 am meiſten ſich zu empfehlen. —.—— = Sͤ 2———2 — — ———— dos Gh eulf e du in kzu da Abuten, tt vilet ſener d ritend u deipbe m cernite e ſett bim ndwrcti dlige Aubt⸗ nzer tine he in d zu ener ſ verden ni de wüm Geriben D Li 35 kE in enn vectit tverdeuite ls benete⸗ naffter en vettite un aug u termitel ſu deiteiten diit Eri = II ruxe nii in drdu d nihtſtn Bohrentt lich ü en zu el d Or u 1:5-1 Die Fütterung der Arbeitstiere. 169 Ausſchließliche Fütterung mit Wieſenheu mittlerer Güte vermag die Pferde noch weniger in einem kräftigen und produktionsfähigen Zuſtand zu erhalten als wiederkäuende Tiere, da die erſteren über⸗ haupt für Rauhfutter eine weſentlich geringere Konſumtionsfähigkeit beſitzen, von gewöhnlichem Wieſenheu auf 1000 kg Lebendgewicht kaum mehr als 25 kg pro Tag aufzunehmen vermögen und von manchen Beſtandteilen desſelben auch weniger verdauen(vergl. S. 94). Die vorſtehend für Arbeitspferde angegebenen Mengen und Ver⸗ hältniſſe der Nährſtoffe im täglichen Futter ſind denen für Zugochſen ziemlich gleich(ſ. o.); es iſt aber wohl zu beachten, daß in dem Futter der letzteren Tiere die Rauhfutterarten(Stroh und Heu) gegenüber dem Kraftfutter gewöhnlich weit mehr vertreten ſind, als in dem der erſteren, was namentlich mit Bezug auf die größere oder geringere Arbeitsleiſtung einen weſentlichen Unterſchied bedingt, wie aus folgendem ſich ergeben wird. Um nänlich den Nährſtoffbedarf des Pferdes genau zu ermitteln, ſind ſeit einer Reihe von Jahren auf der Verſuchsſtation Hohenheim und in neuerer Zeit auch in Paris, ſowie auf der landwirtſchaftlichen Hochſchule in Berlin, zahl⸗ reiche Verſuche ausgeführt worden. Es hat ſich hierbei ergeben, daß der Nährſtoffbedarf oder die erforderliche Geſamtmenge der aus dem Futter verdauten organiſchen Subſtanz bei einer beſtimmten Arbeits⸗ leiſtung oder auch im reinen Erhaltungsfutter des Pferdes ſehr ver⸗ ſchieden ausfällt, je nachdem in der Tagesration das Rauhfutter gegenüber dem Kraftfutter mehr oder weniger vorherrſcht und daß man aber in den betreffenden Verſuchen dann zu übereinſtimmenden Reſultaten gelangt, wenn man von der im ganzen verdauten Subſtanz die Rohfaſer in Abzug bringt und allein den Reſt als wirkſam für die Ernährung des Pferdes betrachtet(vergl. S. 81). So fand man z. B. in Hohenheim, daß ohne alle Arbeitsleiſtung, auf 500 kg Lebendgewicht berechnet, an Geſamtmenge der verdauten Futterſub⸗ ſtanz, reſp. an Nährſtoff pro Tag erforderlich war, um das Tier in einem mittleren Ernährungszuſtande unverändert zu erhalten: Verdaute Subſtanz im Roh⸗ ohne ganzen faſer Rohfaſer 1. 4202 g— 817 g= 3385 g 2. 3738 g— 355 g= 3383 g In 38 weiteren Verſuchen mit drei verſchiedenen Pferden war die Menge der durchſchnittlich verdauten Subſtanz im Erhaltungs⸗ futter 4190 und nach Abzug der darin vorhandenen Rohfaſer(869 g) 3321 g; ebenſo bei zwei Pferden im Mittel von ſechs in ihren Reſultaten nahe übereinſtimmenden Verſuchen, welche in Paris unter 170 Maenge und Verhältnis der Nährſtoffe. Anwendung eines ſehr intenſiven und leichtverdaulichen Futters (¼ Rauhfutter und ¾ Kraftfutter. letzteres beſtehend aus Hafer, Mais und Bohnen, nebſt etwas Olkuchen) von Grandeau und Leclerc ausgeführt wurden, 3626— 238= 3388 g. Aus den in Berlin ausgeführten Verſuchen wurden im Futter bei völliger Ruhe des Pferdes pro 500 kg Lebendgewicht 3480 g verdaulicher Subſtanz, an Stärkewert von C. Lehmann etwa 3900 g Nährſtoffe als nötig berechnet, was nach Abzug der ver⸗ dauten Rohfaſer annähernd die Zahl 3300 ergiebt. Nach dem früher über die Bedeutung der Rohfaſer als Nähr⸗ ſtoff Geſagten, ferner nach dem Nachweis, den Zuntz und ſeine Mitarbeiter erbracht haben, daß beim Pferde durch Kauen, Ein⸗ ſpeicheln überhaupt Verarheiten von Futterſtoffen mit relativ feſter Rohfaſer vom Tiere ein erheblicher Kraftaufward geleiſtet werden muß, der natürlich dem Körper⸗Nährmaterial entzieht, ergiebt ſich die zwangloſe Erklärung des minderen Nährwertes der rohfaſer⸗ reichen Materialien. Die Veranſchlagung dieſer Verdauungsarbeit hat ihre Schwierigkeiten, ſo daß für die Praxis und die angenäherte Beſtimmung des Ernährungsbedürfniſſes der Pferde der Wolf'ſche Vorſchlag, die Rohfaſer ganz außer Betracht zu laſſen, dafür aber auch keine Abzüge für die Kauarbeit ꝛc. zu machen, entſchiedene Vor⸗ züge beſitzt. Man kann daher aus den vorliegenden Verſuchen folgendes bezüglich einer rationellen Fütterung der Pferde entnehmen. 1. Die Verarbeitung der Rohfaſer in den Futterrationen der Pferde entſpricht in ihrem Kraftverbrauch anſcheinend dem Nähr⸗ wert ihres verdauten Anteils. 2. Wenn man die verdaute Rohfaſer von der Geſamtmenge der verdauten organiſchen Subſtanz abzieht, dann kann man den Reſt für Rauhfutter und Kraftfutter als gleichwertig in Rechnung bringen. 3. Für die ausſchließliche Erhaltung des Pferdes in einem mittleren Ernährungszuſtande, ohne alle Arbeitsleiſtung, ſind auf 500 kg Lebendgewicht etwa 3300 g an rohfaſerfreiem Nähr⸗ ſtoff erforderlich, wobei Eiweiß und Kohlehydrate(verdauliche ſtick⸗ ſtofffreie Extraktſtoffe) als„dynamiſch“ gleichwertig angenommen ſind (ſ. S. 52) und das verdaute Rohfett mit dem Faktor 2,4 multi⸗ pliziert den Kohlehydraten zugerechnet wird. 4. Über die 3300 g Nährſtoff im Erhaltungsfutter hinaus er⸗ höhen weitere je 100 g von rohfaſerfreiem Nährſtoff die Leiſtungs⸗ fähigkeit des Pferdes für mechaniſche Muskelarbeit um annähernd 55 000 kgm(vpgl. S. 64). 2 ☚ ——;————— R&⁊/ 2== in die alb n endem a nin zr c 39, marn a zug de n d Ni ud fer dr eir mii fecr eſtt vehe echät ſt dr uhii dauunzänt eanpeüt dr Vüſſt r dft i ieder be en fübend hwen. rratioren N d den Ni. Geſontme⸗ inn unn h in Rümw es in ehel ,, ſnd I eien git daulch it nunma r 34 10 e hinube ie Leüime n anniſa Die Fütterung der Arbeitstiere.— 171 In direkten Ausnutzungsverſuchen mit dem Pferd wurden in Hohenheim pro Kilo des lufttrockenen Futtermittels durchſchnittlich folgende Mengen an verdaulicher Subſtanz ermittelt, woraus nach Abzug der Rohfaſer das angegebene Aquivalent an Arbeit mit dem Faktor 55 000 ſich berechnet: Organiſche Subſtanz verdaut Aquivalent an im Roh⸗ ohne Roh⸗ Arbeit ganzen faſer faſer ohne Rohfaſer 8 8 8 Wieſenhen.... 406— 114= 292 160 600 Kleehenu..... 411— 120= 291 160 050 Luzernehen.... 462— 110= 352 193 600 Hafer...... 602— 20= 582 320 100 Gerſte..... 707— 41= 666 366 300 Mais...... 800— 15= 785 431 750 Ackerbohnen.... 724— 45= 679 373 450 Erbſen...... 667— 5= 662 364 100 Lupinen..... 634— 87= 547 300 850 Leinkuchen... 634——= 634 407 000 Bezüglich der Hülſenfrüchte, beſonders der Bohnen und Lupinen, iſt zu erwähnen, daß darin die Celluloſe in einer leichter verdau⸗ lichen Modifikation vorkommt, welche dieſen Stoff mehr dem Stärke⸗ mehl vergleichbar macht und damit alſo den Nährwert des be⸗ treffenden Futtermittels etwas erhöhen würde. Fettreiche Futtermittel ſind als beſonders nährkräftig bei er⸗ höhter und angeſtrengter Tagesarbeit anzuſehen. Stickſtoffreiche Futterarten, wie Ackerbohnen und Lupinen, ermöglichen bei gleicher Menge der verdaulichen Subſtanz im allgemeinen nicht mehr Arbeit, als Kraftfutterarten von mittlerem Stickſtoffgehalt, als namentlich der Hafer, wobei jedoch immer als ſelbſtverſtändlich vorausgeſetzt wird, daß wenigſtens das nötige Minimum von verdaulichem Eiweiß im täglichen Futter vorhanden iſt. Dieſes Minimum entſpricht, auf 500 kg Lebendgewicht im Erhaltungsfutter und ſelbſt bei mittlerer Arbeitsleiſtung 80 bis 100 g Stickſtoff; es muß jedoch mehr oder weniger erhöht werden, wenn es ſich um die Ernährung beſonders kräftiger und muskulöſer Pferde oder um eine angeſtrengte Tages⸗ arbeit, ſowie um lebhafte und raſche Bewegungen bei der letzteren handelt, wenn alſo überhaupt eine Beſchleunigung des Stoffwechſels in allen Organen des Tierkörpers beabſichtigt wird und erzielt werden ſoll. In neuerer Zeit wird an Pferde vielfach auch Mais gefüttert, namentlich wenn es ſich darum handelt, an Hafer zu ſparen, wobei 172 Menge und Verhältnis der Nährſtoffe. man z. B. 5 kg Hafer durch 4 kg Mais erſetzt. Mais hat in⸗ folge des großen Gehalts an leichtverdaulichen Kohlehydraten die Eigenſchaft, auf Fettbildung zu wirken, die Tiere leicht zum Schwitzen zu bringen, ſie wohlbeleibt zu machen, ihnen ein ſchönes Ausſehen zu geben, aber die Leiſtungsenergie etwas herabzuſtimmen; durch Gewöhnung können die Nachteile der Maisfütterung in hohem Grade abgeſchwächt werden. In Berlin werden an die Tiere der Pferde⸗ bahn bedeutende Mengen von Mais verfüttert, wobei die Ein⸗ ſpänner täglich 24, die Zweiſpänner 26 km Weges zurücklegen. Wenn man Tag für Tag die gleiche Leiſtung von dem Tier ver⸗ langt, dann kann man auch ein Futtermittel, welches ſonſt auf Fett⸗ anhäufung wirkt, ohne Schaden verwenden, denn es wird dann eben kein Fett abgelagert. Wenn aber das Tier einmal einige Tage ſchwach angeſpannt wird und nachher wieder große Energie auf⸗ wenden ſoll, dann wird es durch das angeſammelte Fett leicht müde; ein ſolches Pferd muß proteinreich gefüttert werden. Für die Praxis wird empfohlen: 5 kg Hafer+ 3 kg Mais und, um den Proteingehalt etwas zu erhöhen, ſowie als Korrigens für leichte Verdauung, 1 kg Erdnußkuchen(oder 1 ½ kg Ackerbohnen),— das ganze als Erſatz für 11 kg Hafer. Außer dem Mais kommen ferner die getrockneten Biertreber und getrocknete Schlempe für die Pferdefütterung in Betracht; man empfiehlt bei recht ſchwerer Arbeit pro Tag: 3 ½ kg Hafer, 4 kg Treber und 7 ½ kg Heu,— bei leichterer Arbeit 2 ½ kg Hafer, 3 kg Treber und 7 ½ kg Heu(Treber als Erſatz für ein gleiches Gewicht Hafer), wobei auch eine Beigabe von Salz(15— 20 g9) nicht zu vergeſſen iſt. Die Wirkung der Treber iſt nach den Er⸗ fahrungen der Praxis bald günſtig, bald ungünſtig und in letzterem Falle die betreffende Fütterung manchmal, namentlich beim Militär, wieder aufgegeben worden. Die ſchlechten Erfahrungen mit den Biertrebern ſcheinen zum Teil dadurch begründet zu ſein, daß ſchon vor dem Trocknen zuweilen eine teilweiſe Zerſetzung, eine angehende Fäulnis ſtattgefunden hat. Die Schmackhaftigkeit des Futters iſt bei dem Pferd beſonders wichtig, weil dieſes Tier durch äußere Eindrücke, durch alles Be⸗ fremdende, ihm Ungewohnte, Unangenehme in ſeinem, zur gedeih⸗ lichen Ernährung notwendigen Behagen leicht geſtört wird. Die Milchproduktion. Um den Einfluß der jedesmaligen Fütterung auf die Menge und Beſchaffenheit der Milch zu verſtehen, iſt es wichtig, daß man von der ganzen Entſtehungsweiſe der letzteren eine klare Anſchauung hat. ———-—õnn dat i ten d hwihe Guiſebe z damj Grd. Peede⸗ ie En⸗ ütlegen. ier ver uf Fete⸗ mn eben e Tme gie oi t mide, Für de un der r luiche den)— rtreber ht, um r 4 z Hafer gleichs -20, 9 den Gr⸗ eßterem Nilitär, it den u ſtar gehende eſonders lles B⸗ gdei⸗ enge nd man don dung hit Die Milchproduktion. 173 Die Milch bildet ſich nicht etwa durch einfache Abſcheidung aus dem Blut, ähnlich wie in den Nieren der Harn daraus gleichſam abfiltriert, ſondern ſie wird erſt in der Milchdrüſe bereitet, ſie ent⸗ ſteht großenteils durch Zerfall der Drüſenzellen. Dies erkennt man ſchon aus der Zuſammenſetzung der Milchaſche, welche ebenſo wie alle Gewebe des Tierkörpers viel Kali und phosphorſauren Kalk ent⸗ hält, nicht aber wie der Plasmaſtrom und alle aus dem Blut direkt ſich abſcheidenden Flüſſigkeiten reich iſt an Chlornatrium; die Milch⸗ aſche enthält 3 bis 5mal mehr Kali als Natron; während die Blut⸗ aſche umgekehrt 3 bis 5mal reicher an Natron iſt als an Kali. Die Entſtehungsweiſe der Milch giebt ſich ferner zu erkennen, aus der Beſchaffenheit des ſog. Koloſtrums, als derjenigen Milch, welche in der erſten Zeit, nachdem die Geburt des Kalbes ſtatt⸗ gefunden hat, ſich abſondert; es ſind darin noch zahlreiche körnige Drüſenzellen vorhanden, welche im Verlauf von wenigen Tagen bei der alsdann raſcher eintretenden Umwandlung und Auflöſung der Zelle immer mehr mit Fett ſich anfüllen und in die bekannten Milch⸗ kügelchen übergehen. Auch der Käſeſtoff iſt nicht im Blut fertig gebildet vorhanden, ſondern entſteht erſt bei dem Zerfall der Zelle, und es erklärt ſich dadurch, daß das Koloſtrum vor der Geburt oder unmittelbar nach derſelben viel Albumin enthält, weil die Um⸗ wandlungen anfangs noch langſamer vor ſich gehen, als ſpäter wenn die Milchdrüſe ihre volle Thätigkeit entwickelt. Auch der Milchzucker wird nicht als ſolcher der Drüſe zugeführt. Hiernach führt die Milchdrüſe gleichſam für ſich ein ſehr ſelbſt⸗ ſtändiges Daſein, indem ſie nach in ihr ſelbſt vorhandenen Lebens⸗ geſetzen aus den die einzelnen Bläschen umſpinnenden Blutcapillaren und Lymphgefäßen Stoffe aufnimmt, um ſie bei dem Zerfall der die Drüſenhöhlen auskleidenden Epithelzellen in Milch zu verwandeln. Dieſe Selbſtändigkeit der Funktionen findet ihre Beſtätigung durch die Forſchungen über die zum Euter gehenden Nerven, unter welchen ſolche, die vom Zentralnervenſyſtem aus die Sekretion beeinfluſſen könnten, nicht vorhanden ſind. Aus dem Umſtande, daß der In⸗ halt der Hohlräume des Euters manchmal zu klein, die Trocken⸗ ſubſtanz der ganzen Drüſe zu gering erſcheint gegenüber der großen Menge der produzierten Milch, hat man auf einen durch den Reiz des Melkens erſt hervorgerufenen Sekretionsſtrom geſchloſſen. Es iſt jedoch hierbei auf die konſtante Zuſammenſetzung der Milch, ſo⸗ wie auf die große Dehnbarkeit und Elaſtizität des Organs hinzu⸗ weiſen, und wenn überhaupt ein derartiger, während der Melkzeit verſtärkter Strom exiſtiert, ſo kann derſelbe doch nach den Verſuchen von C. Lehmann in Berlin kaum erheblicher ſein; es wurde näm⸗ 174 Menge und Verhältnis der Nährſtoffe. lich einer Ziege vor dem Melken ein leicht diffuſibler, blauer Farb⸗ ſtoff in die Blutbahn injiziert und es zeigte ſich der Einfluß des Farbſtoffes auf die Milch noch nicht während des Melkens, ſondern erſt im Verlauf von 1—2 Stunden, obgleich der Harn und die Haut des Tieres ſchon weit früher tiefblau gefärbt war. Es iſt alſo klar, daß die Quantität und Qualität der Milch in erſter Linie durch die jedesmalige Größe und Beſchaffenheit, durch die ganze Entwickelung der Milchdrüſe bedingt ſein muß. In der That iſt auch allgemein bekannt, daß bei völlig gleicher Fütterungsweiſe die eine Kuh wenig, die andere viel Milch liefert, daß die Milch der Höhenraſſen meiſt prozentig mehr Butter enthält, als die der Niederungsraſſen, daß die noch junge Kuh weniger Milch produziert, als nach wiederholtem Kalben, daß die Zeit nach der Geburt, die Laktationsdauer oft einen größeren Einfluß auf die Menge der Milch ausübt, als die Art der Fütternng, weil die Entwickelung der Milchdrüſe bald nach der Geburt des Kalbes ihren Höhepunkt erreicht und dann allmählich wieder zurückgeht. Eine ſchlecht ent⸗ wickelte Milchdrüſe kann man ſelbſt durch die reichlichſte Ernährung nicht zu einer hohen Produktion beſtimmen; es kommt daher für die Milchproduktion alles darauf an, hierzu geeignete Tiere nach Raſſe und Individualität ſorgfältig auszuwählen. Dabei iſt nicht immer die Größe, der äußere Umfang der Milchdrüſe allein maßgebend, ſondern auch die innere Beſchaffenheit, die Fähigkeit derſelben, bei raſchem Zerfall raſch wiederum ſich aufzubauen und zugleich die ge⸗ wünſchte Qualität der Milch zu liefern. Nach den vorſtehenden Erörterungen begreift man, daß die Nahrungszufuhr für die Milchproduktion nicht in erſter Linie, ſondern erſt in zweiter Linie in Betracht kommt, daß ſie aber gleich⸗ wohl auch von großer Bedeutung ſein muß, und zwar zunächſt für die Menge der produzierten Milch. Vor allen Dingen wirkt eine reichliche Zufuhr von Eiweiß günſtig für Milchproduktion; dadurch wird eine fortwährend raſche Neubildung der Drüſenzellen ermög⸗ licht, da dieſe aus Eiweißſubſtanz beſtehen und großenteils damit angefüllt ſind; zugleich ſcheinen die bei der Eiweißverdauung ſich bildenden Zerſetzungsprodukte einen günſtigen Reiz auf die Thätig⸗ keit der Drüſe auszuüben. Es muß aber das Nahrungseiweiß mög⸗ lichſt vollſtändig dem Plasmaſtrom als„Zirkulationseiweiß“(ſ. S. 24) ſich beimiſchen, um raſch der Milchdrüſe zuzuſtrömen, und es darf daher das Nährſtoffverhältnis im Futter kein zu weites ſein, weil ſonſt ein Anſatz von Eiweiß und Fett im übrigen Körper ſtattfinden und auf ſolche Weiſe die reichliche Milchſekretion gehemmt ſein würde. Aber auch zu enge Nährſtoffverhältniſſe ſind zu vermeiden, t Fart⸗ luß R onden und di r Milh ffenzet in uui geiqe lieſer, enthält Nich ah der Menye iikelung iheyunt ſct ent rährung für de h Raſe immer gebend, en, bei de g⸗ aß die Linie, gleic⸗ ſt für t eine odurch ermög⸗ damit ag ſic dütr ß möß⸗ S. 24 ·8 dalj —, well tffinden nt ſein meiden, Die Milchproduktton. 175 da alsdann die Gefahr vorhanden wäre, daß ein vielleicht beträcht⸗ licher Teil des zugeführten Eiweißes in ſeinen Zerfallprodukten der Oxydation im Körper unterläge und alſo für die Milchbildung verloren ginge, überdem Störungen des Befindens der Kühe ein⸗ treten können, die nicht ohne ſchädliche Rückwirkung auf die Milch⸗ drüſe bleiben würden. Jedoch kann bei Milchkühen das Nährſtoff⸗ verhältnis im allgemeinen ein engeres ſein, als bei Maſttieren, weil bei erſteren das Eiweiß alsbald in der Milch nach außen geführt wird und nicht dazu dient, den Eiweißbeſtand des Körpers und damit die Neigung zur Zerſetzung dauernd zu erhöhen. Eine genügende Menge von Zirkulationseiweiß iſt vorzugsweiſe wichtig für die Her⸗ ſtellung und Erhaltung einer hohen Milchproduktion, und es muß daher alles, was den Eiweißſtrom im Körper vermehrt(vergl. S. 27 ff.), innerhalb gewiſſer Grenzen auch günſtig auf die Menge der Milch einwirken, z. B. eine verſtärkte Waſſeraufnahme, welche oftmals die Menge der Milch ſteigert, ohne daß dabei die Qualität derſelben eine entſprechende Veränderung erleidet. Alle Erfahrungen und Verſuche ſtimmen darin überein, daß die relativ höchſte Milchproduktion nur bei ſtickſtoffreichem und auch ſonſt genügendem Futter erzielt wird. Zugleich iſt zu beachten, daß die Tiere dabei eine hohe Milchergiebigkeit weit länger beibehalten, als wenn ihnen ein ſtickſtoffarmes Futter verabreicht wird; dies iſt ein großer Vorteil, welcher ſich geltend macht, auch wenn die bei wechſelnder Fütterung beobachteten Differenzen in der täglichen Milchproduktion nicht ſehr groß ſind. Dem Mangel an Nahrungs⸗ eiweiß iſt es weſentlich zuzuſchreiben, daß die ausſchließliche Fütte⸗ rung der Milchkühe mit Wieſenheu mittlerer Güte nicht ausreicht, um dauernd die relativ größte Milchmenge zu produzieren; dies wird nur erreicht bei Fütterung mit ungewöhnlich nährkräftigem Wieſen⸗ heu oder auf einer guten Weide oder unter dem Einfluß einer ge⸗ eigneten Futtermiſchung. Die Abnahme in der Milchmenge iſt ferner gewöhnlich eine raſche und ſehr beträchtliche, ſobald der Gehalt des Geſamtfutters an verdaulichem Eiweiß ſinkt, während der Gehalt an ſtickſtofffreien Nährſtoffen noch ein ganz genügender ſein kann; unter ſolchen Verhältniſſen beobachtete man z. B. in Möckern pro Tag und Stück eine raſche Abnahme der Milch von 9,7 bis auf 7,65 kg und in Hohenheim ſogar von 13,4 bis auf 8,45 kg, wobei die Kühe gleichzeitig, weniger im Verluſt an Lebendgewicht, als ihrem ganzen Ausſehen und Verhalten nach in einen ſchlechten Ernährungszuſtand übergingen. Es wird freilich auch bei einem etwas weniger ſtickſtoffreichen, nur ſonſt den Tieren zuſagenden Futter oftmals eine bedeutende 176 Maenge und Verhältnis der Nährſtoffe. Menge Milch produziert. Die Macht der Produktion iſt bei guten Milchkühen eine ſo große, daß dieſelbe lange ziemlich unverändert fortdauern kann, ſelbſt wenn das Futter hierzu nicht ganz aus⸗ reichendes Material liefert; dieſes wird dann dem Körper des Tieres entnommen, das letztere verliert an Fleiſch und Fett, es magert mehr oder weniger ab. Indes darf die betreffende Differenz im Futter und in der Milch auf die Dauer keine zu große ſein, und es ver⸗ halten ſich auch die einzelnen Tiere in dieſer Hinſicht ſehr verſchieden. Man muß im allgemeinen ſich hüten, bei den Kühen einen zu ſchlechten Ernährungszuſtand eintreten zu laſſen, weil damit in der Regel doch die Milchergiebigkeit herabgeſetzt und überdem der Zucht⸗ wert der Tiere geſchädigt wird. Das Fett im Futter der Milchtiere hat jedenfalls eine kompli⸗ zierte Wirkung, über welche bisher noch keine vollſtändige Überein⸗ ſtimmung der Anſichten herrſcht. Da das Fett den Fleiſchanſatz begünſtigt, vermag es zu gunſten der Körperernährung der Milchdrüſe den ihre Thätigkeit fördernden Eiweißſtoff zu entziehen und damit die Milchproduktion zu hindern, andererſeits kann man ſich, weil der Anſatz von Eiweiß nur ſehr langſam erfolgt, die Fettſtoffe in dieſer Richtung ſicher weniger wirk⸗ ſam als die Kohlenhydrate ſind, auch denken, daß durch Fettzulage ein Teil des Eiweißes vor ſehr früher Oxydation geſchützt wird und damit gerade der Milchproduktion erhalten bleibt. Dieſe Vorgänge müßten ſich vorwiegend auf die Quantität der Milchproduktion zur Geltung bringen. Ein Teil der Fette könnte durch weiße Blut⸗ körper in die Alveolen der Milchdrüſe transportiert werden. End⸗ lich könnten die Fettſtoffe durch Störung der Verdauung und damit der Geſundheit der Tiere erheblich die Milchproduktion ſchädigen. Giebt man die vorſtehenden Einflüſſe einer reichlicheren Fettfütterung zu, ſo müßte je nach der Empfindlichkeit der Tiere und manchen beſonderen Umſtänden eine recht verſchiedene Wirkung eintreten und letzteres ſtimmt wenigſtens mit den bisherigen Erfahrungen überein. In Verſuchen, welche man in Hohenheim ausführte, wurde bei einem ſehr dürftigen Futter, welches eine raſche Verminderung der Milchproduktion bewirkt hatte, die letztere durch eine Beigabe von ½ kg Fett(zuerſt Rüböl, ſpäter Leinöl) pro Kopf nur in den erſten Tagen etwas, aber auf die ganze Fütterungsperiode bezogen, faſt gar nicht geſteigert, und der prozentige Fettgehalt der Milch nahm ſogar ein wenig ab, die Wäſſerigkeit derſelben zu. In Möckern beobachteten G. Kühn und M. Fleiſcher bei einer Zugabe von ½ kg Rüböl zu einem an ſich ſchon reichen Futter eine Steigerung des täglichen Milchertrages von etwa ½ kg, während der prozentige bei gin veründer anz ag. 6s Tens gert nn m Fute ) es der riſchiede einen u t in de er gucht ebuyl⸗ Uberen⸗ u gunſte jrdernde hinden, rur ſeht ger wir⸗ ettzulage vird und Vorgünge ktion zur ße Ba⸗ 1. Ed— nd damit ſchädigen. ütterung manchen eten und überein vurde bei rung der gabe vol den erſte gen, füſ ich nahn Möckenn ou 1 k erung de d prozentit Die Milchproduktion. 177 Fettgehalt der Milch ganz unverändert blieb; in anderen Verſuchen beobachtete man ebenfalls eine kleine Zunahme der Milchmenge, aber nur von durchſchnittlich ½¼ kg, als neben ausſchließlicher Fütterung mit Wieſenheu(etwa 12 ½ kg pro Tag und 500 kg Lebendgewicht) ½ kg Rüböl verabreicht wurde und es verminderte ſich mit dem Geſamt-Trockengehalt der Milch die prozentige Menge des Fettes. Soxhlet führt dieſe ungünſtigen Beobachtungen weſentlich auf durch Fettfütterung veranlaßte Verdauungsſtörungen zurück. Einen deut⸗ licheren Einfluß dagegen äußerte die Steigerung des Futterfettes, weniger auf die Quantität als auf die Qualität, zunächſt den Fett⸗ gehalt der Ziegenmilch bei Verſuchen, welche in Halle von Stoh⸗ mann ausgeführt wurden, und zwar erhöhte ſich der prozentige Fettgehalt der Milch ſehr beträchtlich, als man zu einem ſtickſtoff⸗ reichen Futter(Wieſenheu und entfettetes Leinmehl) Fett in Form von Mohnöl hinzufügte, während dieſelbe Beigabe zu einem ver⸗ hältnismäßig ſtickſtoffarmen Futter(ausſchließliche Fütterung mit Wieſenheu) den Fettgehalt der Milch verminderte. Jedoch iſt es fraglich, ob die Verſuchsreſultate, welche man bezüglich der Milch⸗ produktion bei Ziegen beobachtet hat, auch für Kühe in jeder Weiſe zutreffend ſind. Die erſteren Tiere verhalten ſich in mancher Hin⸗ ſicht anders als die letzteren; ich will nur erwähnen, daß die Ziegen nach den Stohmannſchen Verſuchen zur relativ höchſten Milchpro⸗ duktion im täglichen Futter pro 1000 kg Lebendgewicht 6,2 bis 6,8 kg Rohprotein bedürfen, d. h. faſt doppelt ſo viel, als womit die Kühe ſich begnügen. Unter ſolchen Verhältniſſen kann auch die Grenze, bis zu welcher das Nahrungsfett vertragen wird, bei Ziegen recht wohl eine weitere ſein als bei Kühen. Üübrigens liegen viel⸗ fache Beobachtungen in der Praxis vor, daß auch die Kühe bei ſtärkeren und vor allem ſtickſtoffreicheren Rationen auch relativ mehr Fett ohne Nachteile des Befindens erhalten können. Ähnliches gilt wohl auch von den Schafen, wie Verſuche von Weiske zeigen. Ein ſolches Tier, welches bisher pro Tag ½ kg Heu, ½ kg Gerſte⸗ ſchrot und 1 kg Rüben verzehrt hatte, lieferte bei Grünfutter ad libitum, wenn es außerdem ½ kg Gerſteſchrot und ¼ kg Lein⸗ kuchen täglich erhielt, kein größeres Quantum an Milch, aber der Fettgehalt derſelben war von 5 auf 6,4% erhöht. Bei alleinigem Grünfutter ad libitum ſank der tägliche Milchertrag um 100 g, während der prozentige Trocken⸗ und Fettgehalt unverändert blieb. Bei Fütterung nur mit 1 ½ kg Wieſenheu ſank die Milchproduktion raſch und erheblich(von 753 bis auf 591 g), der Gehalt an Trocken⸗ ſubſtanz aber nahm zu bis auf 18,6% und in geringerem Grade auch der Fettgehalt(7,15%). Wenn ferner dem Grünfutter 150 g Wolff, Fütterungslehre. 7. Auflage. 12. 178 Maenge und Verhältnis der Nährſtoffe. Ol pro Tag zugelegt wurden, ſo blieb die Milchmenge(ca. 600 g) faſt unverändert; zugleich aber war der Gehalt der Milch an Trocken⸗ ſubſtanz(bis 19,64%) und an Fett(bis 8,68%) weſentlich erhöht; es hatte gegenüber der vorhergehenden Periode in der Milch eine Zunahme um 1,07% an Trockenſubſtanz und um 1,53% an Fett ſtattgefunden. Aufſehen erregten neuere Mitteilungen von Soxhlet, nach denen es in verſchiedenen Verſuchen gelang, bei Verabreichung von Fett in feinſter Emulſion, d. h. feinſter Verteilung in Form kleinſter Kügelchen, Verdauungsſtörungen zu beſeitigen und einſeitig den Fett⸗ gehalt der Milch zu erhöhen ohne ihre Menge zu verändern. Es handelte ſich jedoch nicht um einen einfachen Übertritt des Futter⸗ fettes in die Milch, da die Veränderung des Schmelzpunktes der Butter nicht in dem Sinne erfolgte, als wenn einfach das Futterfett dem Milchfett zugeſetzt worden wäre. Übrigens hatte vorher ſchon F. Lehmann in Göttingen bei Verſuchen, z. B. durch Coprabeigabe, die Milch einſeitig fettreicher machen können. Verſuche in Lauchſtädt, über welche Albert referierte, ergaben aber doch wieder bei den ein⸗ zelnen Kühen ein recht ſchwankendes Reſultat nach fettreicherer Fütterung. Individuelle Anlagen ſpielen eben eine große Rolle. Für die Praxis dürfte hiernach, ſobald es ſich um die Ernährung nicht ſehr milchergiebiger Tiere und dementſprechend nicht ſehr protein⸗ reiche Rationen handelt, zu empfehlen ſein, keine Experimente mit erheblicheren Fettgaben zu machen. Bezüglich der Quantität der produzierten Milch iſt noch zu erwähnen, daß nach den Beobachtungen von Fleiſchmann an Kühen des Holländer Schlages, dieſe bei durchweg reichlicher Ernährung in der 5. Laktationsperiode die höchſten Erträge an Milch und Butter (bezw. 3308 und 126 kg) lieferten, bei Kühen aber in der 5. bis 11. Periode die Erträge geringer waren(durchſchnittlich 2822 kg Milch und 96 kg Butter). Mit abnehmendem Lebendgewicht wurden im Verhältnis zu demſelben, die Erträge immer größer, z. B. bei 581 bis 524 und 489 kg Lebendgewicht, auf 500 kg berechnet, 2874, 3122 und 3335 kg Milch. Bei allen Erörterungen über die Milchproduktion muß man ſtets im Auge behalten, daß die Qualität der Milch ebenſo wie die Quantität in erſter Linie durch die Raſſe und Individualität des Tieres, durch die Beſchaffenheit der Milchdrüſe bedingt iſt. Man kann auch durch die beſte und reichlichſte Fütterung die fettarme Milch einer gewöhnlichen Niederungskuh nicht in die fettreiche Milch einer Gebirgskuh verwandeln. Dies läßt ſich höchſtens durch eine konſequent in dieſer Richtung fortgeſetzte Züchtung, nicht aber durch —— 600 un erhöß lch eir m dt c dene on Fi lleinie abe, d uchſtädt en ein⸗ eicherer Rolle. ährung proteir⸗ te mi noch zu Kühen ührung Butter 5. bis 22 kg vurden B. b „2814 s man nſo wie dualität . Man fettarme e Mich rch eine 1 durch Die Milchproduktion. 179 eine einfache Futterveränderung erreichen. Die hierüber in der Praxis herrſchenden Anſichten beruhen vielfach auf Täuſchungen. Bei einem plötzlichen Futterwechſel ergeben ſich oft bedeutende Veränderungen wie in der Quantität, ſo auch in der chemiſchen Zuſammenſetzung, zunächſt dem Fettgehalt der Milch; aber in letzterer Hinſicht gleichen ſich die zuerſt beobachteten und auch oft von einem Tage zum anderen eintretenden Differenzen für eine längere Verſuchsperiode und bei gleichmäßig fortgeſetzter Fütterungsweiſe ganz gewöhnlich wieder aus. Dies wird bewieſen durch die in Möckern und Hohenheim angeſtellten und auch anderswo wiederholten Verſuche, bei welchen längere Zeit hindurch alltäglich Milchanalyſen ausgeführt, alſo aus einer ſehr großen Anzahl derſelben die mittleren Reſultate abgeleitet wurden. Kurze Beobachtungsperioden und vereinzelte Milchanalyſen haben für die Entſcheidung der in Rede ſtehenden Frage meiſt gar keinen Wert und können oft zu Irrtümern Veranlaſſung geben. Die Qualität der Milch ſteht auch inſofern mit der Fütterung in einem entſchiedenen Zuſammenhang, als je nach der Art der letzteren die gewonnene Butter nach Ausſehen, Konſiſtenz, Farbe, Haltbarkeit, Aroma und Wohlgeſchmack ſehr variiert und auch wohl mehr oder weniger leicht und vollſtändig aus der Milch ſich ab⸗ ſcheiden läßt. Bei ziemlich ſtickſtoffarmer, überhaupt den Tieren weniger zuſagender Fütterungsweiſe hat die Butter oft eine mehr feſte, gleichſam talgige, weniger ſchmackhafte Beſchaffenheit; ſie wird, wie man ſich ausdrückt,„trockener und magerer“. Die Winter⸗ butter hat bekanntlich im allgemeinen einen geringeren Wert als die Frühjahrs⸗ und die Stoppelbutter. Hierdurch kann ſchon ein in praktiſcher Hinſicht ſehr gewichtiger Einfluß des Futters ſich kund⸗ geben, auch wenn der eigentliche Fettgehalt der Milch keine weſent⸗ liche Veränderung erlitten hat. Dazu kommt noch, daß in der That die Wäſſerigkeit der Milch, deren Geſamtgehalt an Trockenſubſtanz oft zu- oder abnimmt, während die prozentige Zuſammenſetzung der letzteren dieſelbe bleibt. Es wird meiſt bei anhaltend dürftiger Fütte⸗ rung eine mehr wäſſerige Milch produziert, als bei durchaus ge⸗ nügender Nahrung; im Sommer bei voller und ſtickſtoffreicher Grün⸗ fütterung iſt die Milch konzentrierter als im Winter, obgleich die Differenz meiſtens nicht eine ſo große iſt, wie man gewöhnlich an⸗ nimmt. Wenn aber der Trockengehalt der Milch auch nur um ½ oder 1% und damit die prozentige Fettmenge entſprechend zu⸗ oder abnimmt, ſo hat dies ſchon im großen auf die Ausbeute an Butter einen nicht unbeträchtlichen Einfluß. Endlich iſt auch zu erwähnen, daß in einzelnen Fällen, vielleicht mit bedingt durch individuelle Eigenſchaften der Tiere, ein beſtimmterer Einfluß einiger Futterſtoffe 12 180 Maenge und Verhältnis der Nährſtoffe. auf den prozentigen Fettgehalt der Milch beobachtet worden iſt, z. B. in Möckern von G. Kühn infolge der reichlichen Beifütterung von Palmkernmehl; auch Malzkeime wirkten günſtig, während Bohnen⸗ ſchrot bezüglich des prozentigen Fettgehalts der Milch ſich mehr indifferent verhielt und Rapskuchen denſelben ſogar etwas vermin⸗ derten. Neuere Verſuche von Schrodt in Kiel haben ferner für die Produktion der Milch günſtige Reſultate bei der Verfütterung von Erdnuß⸗ und Baumwollſamenkuchen ergeben, vorausgeſetzt, daß ſie auch friſch und völlig unverdorben ſind(vergl. S. 147). In der Praxis ſchreibt man faſt jedem Futtermittel ſeinen be⸗ ſonderen Einfluß zu auf die Qualität der Milch und Butter. Ein zu großes Quantum von Kartoffeln im täglichen Futter ſoll die Butter hart und unſchmackhaft machen, zu viel an Rüben, nament⸗ lich Runkelrüben derſelben einen bitteren Beigeſchmack geben; Schrot von Weizen, Dinkel und Gerſte liefert Butter von mittlerer, Erbſen und Wicken von ziemlich harter, Hafer und ebenſo Weizenkleie von weicher Konſiſtenz ꝛc. Hafer ſoll beſonders günſtig auf die Milch⸗ produktion wirken; auch iſt zu erwähnen, daß alle ſtärkemehlreichen Körner und Körnerabfälle, wie Kleien, Schwarzmehl, Reisfuttermehl, den Wohlgeſchmack der Milch und Butter erhöhen, während man mit der Fütterung von Olkuchen vorſichtig ſein muß und beſonders von Rapskuchen, noch mehr aber von Mohnkuchen nicht zu große Quantitäten verabreichen darf. Nach den Beobachtungen ferner von A. Mayer ſollen die im folgenden erſtgenannten Futtermittel die Butter hart, die anderen dagegen immer mehr weich machen, näm⸗ lich von Rauhfutter: Stroh, Heu, Sommerheu und Maisfutter, altes Gras, junges Gras; von Kraftfutter: Mohnkuchen, Lein⸗ und Seſamkuchen, Erdnußkuchen, Roggen, Baumwollſamen⸗ und Maiskeim⸗ kuchen. Bezüglich der Wirkung auf den Gehalt der Butter an flüch⸗ tigen Säuren rangierten dieſe Futtermittel ziemlich in umgekehrter Reihenfolge. Auf die Qualität der Milch, zunächſt den Gehalt an Geſamt⸗ trockenſubſtanz wirken auch allerlei natürliche, von der Fütterung unabhängige Umſtände. Ebenſo wie die Milch von einer ſehr reich⸗ lich produzierenden Kuh gewöhnlich wäſſeriger iſt, als von einer weniger ergiebigen Kuh, ſo erhöht ſich auch bei einem und demſelben Tier mit der Entfernung von der Zeit des Kalbens, wenn alſo die quantitative Produktion eine geringere wird, die prozentige Menge der Milch⸗Trockenſubſtanz, wobei häufig die relative Menge des Kaſeins etwas zunimmt, die des Fettes entſprechend abnimmt; jedoch iſt dies nicht immer der Fall, wie die in Proskau vorgenommenen Unterſuchungen der Milch von friſch⸗ und altmelkenden Kühen(jedes⸗ ꝑſy bn ing don Vohner t mi dermir für d jng dor da ſe nnen be⸗ r. Ein pol die nament⸗ Scrot „Erdſen leie don Milh⸗ hlreiche terwell nd mmn eſonderz u große ner von ttel di nüm⸗ isfotter en⸗ und ikeim⸗ rflüch⸗ kehrter heſamt⸗ iterung r reih⸗ n einer emſelben älſo di Menge nge de jddoc zmmmenen n(edes⸗ Die Milchproduktion. 181 mal 11 Kühe bezw. ½— 2 und 6—9 Monate nach dem Kalben) beweiſen, indem dabei in der Geſamttrockenſubſtanz, wie auch im Fettgehalt und in der ganzen durchſchnittlich vorhandenen Zuſammen⸗ ſetzung keine irgend weſentliche Unterſchiede beobachtet wurden. Fleiſchmann und Hittſcher fanden an Kühen der Holländer Raſſe in Tapiau, daß ſich die Zuſammenſetzung der Milchtrockenſubſtanz in den einzelnen Jahren mit dem Fortſchreiten der Laktationsperiode in etwas verſchiedenem Sinne änderte. Die zu verſchiedenen Tageszeiten einer Kuh entnommene Milch iſt keineswegs immer von gleicher Zuſammenſetzung; bei längerer Dauer von einem Melken zum andern iſt dieſelbe meiſt wäſſeriger als bei kürzerer Zwiſchenzeit, ſo daß bei dreimaligem Melken die Mittags⸗ und Abendmilch von weſentlich beſſerer Beſchaffenheit iſt, als die Morgenmilch. Schmoeger in Proskau hat beobachtet, daß bei täglich dreimaligem Melken die Quantität und auch der Fett⸗ gehalt größer iſt, als bei zweimaligem Melken. Ebenſo fand Kaull in Halle, daß zwar nicht durch das Melken als ſolches, aber doch durch die Häufigkeit der Entleerung der Milchdrüſe innerhalb ge⸗ wiſſer Grenzen eine Erhöhung der Milchproduktion herbeigeführt wird. Beſonders auffallend iſt die Differenz im Gehalt der Milch bei den zuerſt und den ſpäter aufgefangenen Portionen derſelben; die Milch, welche bei dem Melken zuerſt aus dem Euter fließt, iſt immer weit wäſſeriger und weniger fettreich als das gegen Ende des jedesmaligen Melkens gewonnene Produkt. Alle die erwähnten Umſtände ſind zu beachten und die dadurch ermöglichten Beobachtungs⸗ fehler ſorgfältig zu vermeiden, wenn man die Frage von dem et⸗ waigen Einfluß des Futters auf die Qualität der Milch durch direkte Verſuche zur Entſcheidung bringen will. Bezüglich des Bedarfs der Milchkühe an mineraliſchen Nährſtoffen mag ſchließlich noch einiges erwähnt werden. Von be⸗ ſonderem Einfluß auch auf die Qualität des Käſeſtoffes ſcheint der Gehalt des Futters an Phosphorſäure und Kalk zu ſein. Die Verſuche in Weende von Henneberg und Stohmann über das Be⸗ harrungsfutter der Ochſen haben ergeben, daß darin pro 1000 kg Lebendgewicht täglich etwa 0,05 kg Phosphorſäure und 0,1 kg Kalk enthalten ſind; in 20 kg Milch ferner, welche gute Kühe längere Zeit hindurch pro Tag und 1000 kg Lebendgewicht produ⸗ zieren, findet man durchſchnittlich 0,03 kg Kalk und 0,04 kg Phos⸗ phorſäure. Als Minimum im täglichen Futter der Kühe mit ge⸗ nannter Milchergiebigkeit wären alſo 0,09 kg Phosphorſäure und 0,13 kg Kalk anzunehmen. Für eine Extrazufuhr von Kalk und Phosphorſäure braucht man hiernach bei der Fütterung der Milch⸗ 182 Menge und Verhältnis der Nährſtoffe. kühe nur ſelten Sorge zu tragen; in 30 kg Wieſenheu mittlerer Güte z. B., welche vielleicht auf 1000 kg Lebendgewicht täglich ver⸗ füttert werden, ſind 0,122 kg Phosphorſäure und 0,256 kg Kalk enthalten. Nur bei faſt ausſchließlicher Fütterung mit Stroh, Spreu und Wurzelgewächſen(beziehungsweiſe Branntweinſchlempe und Rübenpreßlingen) iſt möglicherweiſe eine Extrazufuhr von Kalk rätlich, in der Form von geſchlämmter Kreide oder von weichen Kalk⸗Leckſteinen; an Phosphorſäure wird es wohl nur ausnahms⸗ weiſe fehlen, wenn nämlich das verabreichte Rauhfutter(Heu und Stroh) daran ungewöhnlich arm iſt. Für die gute Haltung der Milchkühe iſt eine Beigabe von Kochſalz zum Futter wichtig, ſchon wegen des großen Kalireichtums des Futters(ſ. S. 13). Wenn auch, bei ſonſt reichlich genügender Fütterung, der günſtige Einfluß des Kochſalzes in der Menge und Güte der Milch nicht ſofort ſich ausſpricht, ſo giebt ſich derſelbe doch in dem ganzen Ausſehen und Verhalten der Tiere zu erkennen. Bekannt iſt ferner, daß das Kochſalz die Schmackhaftigkeit des Futters erhöht, alſo den Appetit der Tiere anregt und ein an ſich weniger gedeihliches Futter verbeſſert. Die Verabreichung von 15 bis 20 g Salz pro Kopf und Tag an Milchkühe wird gewiß vorteil⸗ haft ſein; größere Gaben ſind überflüſſig, wenn keine ſehr kali⸗ reiche Rationen verabreicht werden und können ſogar nachteilig auf die Milchproduktion einwirken. Nach Erledigung der vorſtehenden wichtigſten Punkte, die unſeren Einfluß auf die Thätigkeit der Milchdrüſe und die Erhaltung der Geſundheit der Milchtiere betreffen, erübrigte ſchließlich noch die Quantität der Nährſtoffzufuhr zu erörtern. In dieſer Beziehung iſt folgendes im Auge zu behalten. 1. Der Körper der Milchtiere muß in einem ſog. mittleren Ernährungszuſtand beharren, nicht gemäſtet werden aber nicht zu ſtark abmagern. Hiernach muß für den Körper allein ein Nährſtoff⸗ quantum zur Verfügung ſtehen, welches dem früher berechneten Er⸗ haltungsfutter entſpricht. 2. Für die vom Organismus gelieferten Milchbeſtandteile muß in der Nahrung über das Erhaltungsfutter hinaus voller Erſatz ge⸗ boten werden und zwar, da faſt nie ein Futterbeſtandteil ohne Anderung oder Verluſt ein Beſtandteil eines tieriſchen Produkts werden kann, muß der Erſatz ſo hoch bemeſſen werden, daß auch dieſe Verluſte gedeckt werden. 3. In Rückſicht auf die Empfindlichkeit und meiſt ſchwerere Ernährbarkeit der tragenden Tiere, ſowie zur Deckung des Stoff⸗ —· wittee gich de r ful . Sprn pe u on ſ veihe tnahws⸗ Heu und habe bon wichtns nügender enge und derfebe erkennen Futte⸗ ˖wenihe 15 b z vortei⸗ ehr hi⸗ teilg a eunſere ung der noch die ziehung tttleren icht zu ührſtof⸗ ten Er⸗ ſile muß rſatz ge⸗ iil ohne Prodult aß uuc ſchwerer 5 Otof⸗ Die Milchproduktion. 183 wechſels der Leibesfrucht wird noch weiterhin eine kleine Zulage an Nährſtoffen zweckmäßig ſein. Da wir bekanntlich ſehr verſchieden milchergiebige Tiere be⸗ ſitzen, die Milchdrüſe infolge ihrer oben erörterten großen Selb⸗ ſtändigkeit je nach ihrer Größe und Art ſehr verſchiedene Mengen der reſorbierten Nährſtoffe mit Beſchlag belegt, ſo folgt ohne weiteres, daß für alle Tiere nicht eine Norm zweckmäßig ſein kann. Wollte man Kühe, die im Jahre ca. 240 kg Milchtrockenſubſtanz liefern, ebenſo füttern wie andere, die ca. 960 kg geben, ſo würde man ent⸗ weder bei erſteren die großartigſte Futterverſchwendung treiben oder man müßte die letzteren tot melken, wenn nicht vorher der elende Körper auch die Milchdrüſe ſchädigte und ihre Thätigkeit faſt oder ganz vernichtete. Die Normen ſind alſo der Leiſtungsfähigkeit der Tiere ent⸗ ſprechend zu geſtalten. Verſucht man letzteres auf Grund der vorliegenden Erfahrungen mit Milchtieren ſofort geſondert für jede Hauptgruppe der Nähr⸗ ſtoffe, ſo hat man mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Bereits Grouven erkannte dieſelben, als er die erſten Fütterungsnormen aufſtellte, und entſchloß ſich daher ſog.„ideale“ Normen zu bilden unter Verzicht, die Normen auf rein rechneriſchem Wege abzuleiten. In der That ſieht man, daß bald die proteinreichere, bald die proteknärmere Ration ſcheinbar die vorteilhaftere Produktion ge⸗ währleiſtete, bald das weitere, bald das engere Nährſtoffverhältnis ſich beſſer bewährte u. ſ. w. Es war„Anſchauungsſache“ ſich für die eine oder andere Nährſtoffmiſchung zu erklären. In der That war man auf dieſem Wege bisher nur dazu gelangt eine einzige Norm für Milchtiere als wohl ungefähr richtig, den mittleren Ver⸗ hältniſſen entſprechend aufzuſtellen und gab anheim, im beſonderen Fall zu beobachten, z. B. ob ſich eine Futterzulage lohnt. Es waren ſehr mühevolle auf breiter Baſis angeſtellte Verſuche Maercker's in der Provinz Sachſen notwendig, um wirklich zu beweiſen, daß bei den dort gehaltenen milchergiebigen Tieren die frühere Wolff'ſche Norm zu knapp und beſonders eine Vermehrung der Proteinſtoffe angezeigt iſt. In ungefährer Weiſe wies an mehreren Stellen J. Kühn darauf hin, wie eine geringere Ration genügend zur Ernährung weniger milchreicher Tiere wäre. Niemals konnte aber der Verſuch gemacht werden, mit wahrſcheinlich nur einiger Sicherheit, die Menge und Art der Nährſtoffe zu beſtimmen, welche die Milchdrüſe gebraucht, um etwa 1 kg Milchtrockenſubſtanz zu bilden. In dieſer Beziehung verſpricht die Unterſuchung der Energie⸗ verwertung ungemein große Vorteile durch die Vereinfachung des 184 Menge und Verhältnis der Nährſtoffe. ganzen Problems, durch die Eliminierung der Vielheit ver⸗ ſchiedenartiger Stoffgruppen. Man hätte zunächſt den Kraftver⸗ brauch der Milchtiere abzüglich der zur Lebenserhaltung nötigen und bekannten Kraft feſtzuſtellen und mit der Energiemenge, welche in der produzierten Milch enthalten iſt, zu vergleichen. Dadurch würde die quantitative Seite der Ernährungsfrage entſchieden. Aus⸗ geſchaltet iſt die Komplikation der Frage über das Nährſtoffver⸗ hältnis, Fettgehalt der Ration und anderes; alle dieſe Erwägungen können dann wieder für ſich auf Grund unſerer diesbezüglichen Kenntniſſe ihre Erledigung finden. Unter Annahme der Rubner'ſchen Zahlen für die phyſio⸗ logiſche Verbrennungswärme der Nährſtoffe, von 32 800 große Calorien für Erhaltungsfutter pro 1000 kg Lebendgewicht und unter Abzug der vollen Verbrennungswärme aller Milchbeſtandteile findet man bei genügend lange dauernden Verſuchen mit Milchtieren, deren Lebendgewicht ſich nicht erheblich änderte, daß etwas über 50% der für die Milchproduktion verfügbaren Energie der Nährſtoffe in Form von Milchbeſtandteilen wieder gewonnen wird. Die Zahlen ſchwanken von über 56% bis etwas unter 50%. Meiſt iſt es aber nicht ſchwer, für dieſe Schwankungen in einigen doch eingetretenen Veränderungen im Körperbeſtande, oder in einer einſeitigen Fütterung mit erheblich Verdauungsarbeit machenden Rauh⸗ futterſtoffen eine Erklärung zu finden, wenn ſonſt der Verſuch ohne Störung der Geſundheit ꝛc. verlief. Intereſſant iſt bei dieſen Berechnungen, daß, ſobald man kürzere Perioden mit ſehr wechſelnder Fütterung desſelben Tieres für ſich betrachtet, ganz unmögliche Zahlen eines ſcheinbaren Umſatzes der Kräfte der Nährſtoffe in ſolche der Milch herauskommen. Es beweiſt dies, daß durch viele Wochen hindurch eine Kuh„von ihrem Körper melken“ oder einen erheblichen Teil des Futters zur Vermehrung des Körperbeſtandes verwenden kann. Die Bedeutung dieſes Umſtandes iſt früher bei der Prüfung von Futterrationen 3—4 Wochen hin⸗ durch niemals erkannt worden. Man glaubte die beobachtete Milch⸗ produktion allein von der Stärke der jeweiligen Ernährung ab⸗ hängig machen zu können und hatte im weſentlichen nur den Effekt der ſpezifiſchen Reizwirkung der Futterbeſtandteile auf die Drüſe ermittelt. Es kann hier nun nicht die Erwägung umgangen werden, ob die Berechnung der Energieverwertung durch Milchproduktion augen⸗ blicklich noch zu viele Unſicherheiten bietet und erſt möglich wäre, nachdem eine Reihe von vollſtändigen Stoffwechſelunterſuchungen ver⸗ bunden mit Beſtimmung der Verbrennungswärme aller Ausſcheidungen vägunhe Büglihe ohyſir 0 gwoße ſicht und wmndtele chen nit ere, di t Cretge gewonna er 5009 einige in einer en Raui⸗ uch ohme tkürzen für ſi tes der heweiſt Körper ng des ſtandes en hin⸗ Milc⸗ ng d⸗ en Efftt e Driſ den, dh taugen⸗ ch würe gen dver⸗ eidungen Die Milchproduktion. 185 bei Milchtieren vorläge. Zunächſt könnten Bedenken entſtehen, weil infolge der reichlicheren Gärung im Darmkanal der Wiederkäuer die Verwertung der verdauten, d. h. im Darm verſchwundenen Nährſtoffe mit 4,1 Cal. für 1 g Stärkewert zu hoch veranſchlagt ſei, daß ebenſo die aus den pflanzlichen Futtermitteln reichlicher reſorbierten aromatiſchen Stoffe leicht im Harn ausgeſchieden werden, damit alſo ein Energieverluſt ſtattfände, der den Fehler noch ver⸗ größerte. In der That ſind, wie früher mitgeteilt wurde, bei den Verſuchen in Möckern nur Werte von rund 3,5— 3,7 Cal. für 1 g verdaute organiſche Subſtanz gefunden worden. Allein eine kurze Überlegung zeigt, daß die bei obiger Rech⸗ nungsweiſe möglichen Fehler von praktiſch geringer Bedeutung ſind. Einmal wurde in Möckern meiſt ſehr viel Rauhfutter und wenig Kraftfutter den Tieren verabreicht. Bei der ſtärkeren Fütterung der Milchtiere muß ein größerer Teil der Ration aus leichter ver⸗ daulichem Kraftfutter beſtehen, deſſen Beſtandteile, ſchneller aus dem Darm verſchwindend, ſich eher der unproduktiven Zerſtörung durch die Mikroorganismen entziehen und damit den phyſiologiſchen Nutz⸗ effekt der verdaulichen organiſchen Subſtanz erhöhen. Zweitens wurde eben im Hinblick auf dieſe Zerſetzungen im Darm für die Erhaltungsration in Anlehnung an die Henneberg⸗ ſchen Befunde ein relativ hoher Energiewert in Anſatz gebracht, der die Verluſte durch Methan ꝛc. einſchließt. Wollte man für 1 g Stärke nur 3,5 Cal. rechnen, dann müßte man auch für die Erhaltung des Körpers nur 24 000 ſtatt wie geſchehen 32800 Cal. ver⸗ anſchlagen. Endlich iſt es klar, daß bei der praktiſchen Verwertung von auf Grund obiger Berechnung abgeleiteten Normen man für die Einheit des Stärkewerts einen genau gleichen phyſiologiſchen Nutz⸗ effekt wie bei eben dieſer Berechnung annehmen müßte. Dadurch findet aber ein Ausgleich ſtatt, indem zwar durch eventuell zu hohe Bewertung der Nährſtoffe in den Verſuchsrationen eine zu hohe Norm in Calorien ausgedrückt gefunden würde; berechnet man aber dann eine neue Ration nach dieſer Norm mit ebenſo hoher Be⸗ wertung der Nährſtoffe, ſo muß man infolge eines zu hohen Diviſors doch wieder zu der annähernd richtigen Nährſtoffmenge gelangen. Ein Beiſpiel mag dies erläutern. In einem Fütterungsverſuch von Friis waren bei einer Ab⸗ teilung der Kühe in der Ration von etwa 35% Rauhfutter und 65% Saft⸗ und Kraftfutter pro Kopf und Tag 7,492 kg Nährſtoffe von Stärkewert enthalten und wurden im Mittel pro Tag und Stück 11,5 kg Milch produziert. 186 Menge und Verhältnis der Nährſtoffe. Mit Hilfe der oben angegebenen Zahlen b berechnet ſich im Futter 7,492 4,100.= 30 720 Cal. ab für Erhaltungsfutter pro 500 kg L. G.= 16 400„ Zur Milchverwertung verbleiben 14 320 Cal. In der Milch davon erhalten. 7755= 54,2% Mit Hilfe der Zahlen mit niedrigerem phyſiologiſ chen Nutzeffekt und der durch Reſpirationsverſuche genauer feſtgeſtellten Erhaltungs⸗ ration käme heraus: Im Futter 7,492 3,5.= 26 222 Cal. Ab Erhaltungsfutter=— 12000„ Zur Milchverwertung... ⸗== 14 222 Cal. In der Milch enthalten..= 7 755„= 54,5% Hätte man Grund, dieſen einen Verſuch für maßgebend zur Beſtimmung der Norm für eine 500 kg ſchwere, pro Tag im Mittel 11,5 kg Milch der gleichen Zuſammenſetzung gebende Kuh zu halten, ſo würde hiernach die Norm in Calorien verſchieden lauten, nämlich 30 720 reſp. 26 222, in Nährſtoffen jedoch identiſch, nämlich 391, oder 3, alſo gleich 7,492 kg Nährſtoff. Natürlich ſtimmen beide Arten der Rechnung nicht immer ſo gut, da die konſtante Größe des Energiegehaltes der Milchbeſtand⸗ teile nicht ſtets genau in gleichem Verhältnis zu den auf verſchiedenem Wege gefundenen Differenzſummen zwiſchen Wärmewert der Rationen und Erhaltungsfutter ſteht. Das angeführte Beiſpiel ſollte nur die obigen Bemerkungen illuſtrieren, welche zu dem Reſultat führen, daß man bei Begründung von Futternormen auf den Kraftwechſel und Anwendung der Rubner'ſchen Zahlen zu keinen praktiſch erheblich fehler⸗ haften Reſultaten kommt. Die Gleichſtellung von Eiweiß und Stärke ſowie deren Ver⸗ hältnis zum Fett bezüglich ihres phyſiologiſchen Nutzeffektes kann auf Grund keiner Beobachtung angezweifelt werden, wohl aber liegen eine Reihe von Thatſachen vor, welche ſie beſtätigen. Für die endliche Ausgeſtaltung der Normen für die Milchtiere kann es jedoch nicht für richtig erachtet werden, allein den Erſatz für die Milchbeſtandteile neben dem Erhaltungsfutter zu reichen. Wie ſchon erwähnt, muß die Entwickelung der Leibesfrucht, der Empfind⸗ lichkeit des Zuchttieres Rechnung getragen werden. Die hierfür not⸗ wendige Nährſtoffſumme iſt leider noch nicht aus experimentellen Ermittelungen abzuleiten und muß man daher notgedrungen zur Schätzung greifen. Man könnte, was am nächſten liegt, eine be⸗ ſtimmte Zulage von Nährſtoffen hierfür geben. In Rückſicht aber 3 in Mitt zu hald n rünlih „rümü immer ſt ſchbeſten⸗ ſchiedenen Rationen te nur di hren, daß cjſel und ih fehler⸗ en Ver⸗ tes kann ohl ober . Micchteer en Erſch hen. Wr Empfind⸗ erfür r mentelen mgen zur eine b ſicht wer Die Milchproduktion. 187 auf den Umſtand, daß die beſſeren Milcher in der Regel die weniger leicht anzufütternden und meiſt zugleich die empfindlicheren Tiere ſind, erſcheint es zweckmäßiger die Zulage entſprechend der Milch⸗ ergiebigkeit zu ſteigern, um ſo mehr, als ſicher der abſolute Stoff⸗ verbrauch der Leibesfrucht keine erhebliche Größe erreicht. Es iſt an⸗ zunehmen, daß man bei einer Veranſchlagung der Energieverwertung der Milchdrüſe ſtatt zu 50% nur zu 45% allen Anforderungen bereits reichlich entſpricht. Hiernach geſtaltete ſich die Berechnung der Norm für eine 500 kg ſchwere Kuh, die im Mittel der Laktation pro Tag 10 kg einer Milch durchſchnittlicher Zuſammenſetzung liefert, wie folgt: In 10 kg Milch ſind enthalten: Eiweiß= 320 g% 5,8= 1856 Cal. Fett= 360 g 9,23= 3323„ Zucker= 500 g% 3,95= 1975„ Summa 7154 Cal. Bei 45% Verwertung der Futterenergie wären dafür er⸗ forderlich: 1 7154 ✕ 109.= 15 898 Cal. Dazu die Beharrungsration= 16400„ Im ganzen zu liefern..= 32 298 Cal. Letztere Calorienzahl iſt auf die drei Nährſtoffgruppen zu ver⸗ teilen. Wir können zunächſt von der Annahme ausgehen, daß bei einer ſo reichen Ration 250 g Fett pro Tag unſchwer verfüttert werden können, ferner, daß das Nährſtoffverhältnis von 1: 5,5 ein gutes Produktionsfutter giebt. Unter dieſen Annahmen laſſen ſich drei Gleichungen aufſtellen. 1. Fett— 250, 2. 4,1 Eiweiß+ 4,1 ✕ Nfreie Stoffe+ 9,3 ✕ Fett = 32 298, 3. Eiweiß: Nfreie Stoffe+ 2,5%✕ Fett= 1: 5,5. Die Auflöſung dieſer drei Gleichungen ergiebt: Eiweiß= 1221 g. Fett= 250 g. Nfreie Stoffe= 6100 g oder abgerundet auf 1000 Lebendgewicht 2,44 Eiweiß, 0,5 Fett, 12,2 Nfreie Stoffe. Natürlich können dieſe Zahlen fehlerlos noch weiter abgerundet werden, z. B. auf 2,5 Eiweiß. Aus der ganzen Art der Berechnung iſt erſichtlich, daß es zu⸗ nächſt darauf ankommt überhaupt genügend Nährſtoffe zu geben, daß man aber in dem Verhältns derſelben einige Freiheit beſitzt. Hätte man z. B. nicht 250 g Fett, ſondern mehr oder weniger an⸗ 188 Menge und Verhältnis der Nährſtoffe. genommen, ſo würde eben ein entſprechender Ausgleich in den ſtick⸗ ſtofffreien Extraktſtoffen herausgekommen ſein. Ebenſo erſieht man, daß die Zuſammenſetzung der Milch, nicht ihre Menge den Nährſtoffbedarf beſtimmt. Da die nicht fettartige Trockenſubſtanz der Milch meiſt eine wenig variable Größe darſtellt, ſo kann man in dieſer Beziehung ohne praktiſchen Fehler den Fettgehalt allein ins Auge faſſen. Es bedürfte hiernach für jedes Kilogramm Milch einer Zulage zum Erhaltungsfutter, wenn der Fettgehalt iſt 2,5% von 333 g Nährſtoff von Stärkewert 3,0 0%„ 358„„ 3,5 0%„ 383„„ 4,0,9/„ 408„ 4,5 9%„ 433„„„„ Dieſe Zahlen ſind die heut zu empfehlenden, und ſo ſehr wünſchenswert es wäre, durch exakte Reſpirationsverſuche für alle ſolche Berechnungen eine ſichere experimentelle Grundlage zu ſchaffen, ſo dürften doch keine erheblichen Berichtigungen zu erwarten ſein. Jedenfalls ſind die möglichen Irrtümer in der Schätzung der Er⸗ nährbarkeit der Tiere und vor allem des Nährſtoffgehaltes der Ra⸗ tionen leider ſehr viel größere. Die Fütterung des Jungviehes. Wir betrachten zunächſt die Fütterung der Kälber und der jungen Rinder. Es ſind darüber zwar zahlreiche Beobachtungen in der Praxis, aber nur ſelten ſolche Verſuche angeſtellt worden, denen man einen wiſſenſchaftlichen Charakter beilegen und zur Be⸗ gründung allgemeiner Prinzipien etwas entnehmen könnte. Von Intereſſe jedoch iſt ein ſchon vor längerer Zeit in Sachſen von Cruſius ausgeführter Verſuch, in welchem drei 14 Tage alte Kälber (Lebendgewicht 53, 59 und 52 kg) in ihrer 3. und 4. Lebenswoche auf die Weiſe gefüttert wurden, daß Nr. 1 täglich 6 kg normale Kuhmilch und 6 kg Molken, Nr. 2 10 kg abgerahmte und Nr. 3 8 kg normale Milch nebſt 1,75 kg Rahm(Sahne) erhielt. Hierbei betrug der Konſum(nach direkter Analyſe) und die Gewichtszunahme durchſchnittlich pro Woche: Konſum pr. Woche Org. Sub⸗ Zunahme ſtanz im Fut⸗ Kalb— 3. des Tieres ſtanz im Fu Organ. 3a Nährſtoff⸗ es Tieres ter auf 1 kg Subſtanz Eiweiß Zucker Fett verhältnis pr. Woche Zunahme Nr. kg kg kg k 8 1: 4,47 6,0 1,23 1: 2,05 3,65 1,71 1:5,40 10,75 0,88 kg kg 1 7,40 1,70 4,10 1,6 2 6,20 2,25 3,25 0,7 3 9,45 2,30 3,25 3,9 ſowol vorde ſiickſt maler verhä zelnen Die kung dadur Subſt enger ſoff Til und beein Tier tenz di e Virh züna Beol Mil des ds hier Verf nan Nic vich liſen eher duch icht Ver d der der gew verh de fit ſlüh i ffettute e derſel Netheſt dilgrom tehat i ſo ſähr efür ale u ſcheffn rten ſen der E⸗ der R und der ochtungen worden, zur ge⸗ , Von ſen von Kälber nswoche normale d Nr.3 Hierbe zunahme Org. Ell⸗ anz in flr⸗ er auf 1 Zunahme kg 133 1,11 085 Die Fütterung des Jungviehes. 189 In dem angegebenen Nüährſtoffverhältnis iſt der Milchzucker ſowohl als das Milchfett mit dem Stärkemehl⸗Aquivalent berechnet worden. Die in dieſen Verſuchen benutzte Kuhmilch war ziemlich ſtickſtoffreich, dagegen fettarm(nur 2,6% Butter); bei wirklich nor⸗ maler, d. h. mittlerer Beſchaffenheit der Milch wäre das Nährſtoff⸗ verhältnis bei Nr. 1 und 3 ein noch weiteres geweſen. Wie man ſieht, war die Zunahme des Lebendgewichtes der ein⸗ zelnen Tiere, je nach der Fütterungsweiſe, eine auffallend verſchiedene. Die Differenz aber wird nicht ſowohl durch eine ſpezifiſche Wir⸗ kung des höheren oder geringeren Fettgehaltes im Futter, als auch dadurch bedingt geweſen ſein, daß die Geſamtmenge der organiſchen Subſtanz eine ungleiche und namentlich das Nährſtoffverhältnis ein engeres oder weiteres war. Bei dem Kalb Nr. 2 war das Nähr⸗ ſtoffverhältnis ein ſehr enges, und es iſt deshalb ein beträchtlicher Teil des Futtereiweißes im Körper des Tieres vollſtändig zerſtört und oxydiert worden, alſo nicht zum Anſatz gelangt. Wahrſcheinlich beeinflußte dieſe Zuſammenſetzung des Futters auch das Befinden des Tieres ungünſtig, ſelbſt bei größerer Aufnahme von organiſcher Sub⸗ ſtanz wäre daher kaum ein beſſeres Reſultat erzielt worden, während die einfache Zugabe von Fett bei Nr. 3 eine ſo überaus günſtige Wirkung geäußert hat. In dem Verſuch Nr. 1 war die Gewichts⸗ zunahme des Kalbes eine befriedigende und nahezu dem Mittel der Beobachtungen bei ausſchließlicher Ernährung der Kälber mit ſüßer Milch entſprechend, ungeachtet die Menge des Fettes und ebenſo die des Eiweißes eine verhältnismäßig geringe war. Dies beweiſt, daß das Fett in ſeiner Wirkung wenigſtens teilweiſe durch Kohlehydrate, hier Milchzucker, erſetzt werden kann. Für die Praxis iſt dieſes Verſuchsreſultat von Wert, weil daraus ſich zu ergeben ſcheint, daß man ſchon in früher Lebensperiode der Kälber einen Teil der ſüßen Milch, etwa die Hälfte, ihnen entziehen und dafür Molken verab⸗ reichen oder vielleicht auch in abgerahmter Milch einfach Zucker auf⸗ löſen oder derſelben Stärkemehl, Mehlſuppe, Maismehl u. dgl. zu⸗ ſetzen kann. Selbſt Kälbermaſt läßt ſich nicht nur mit ſüßer, ſondern auch mit nicht zu ſtark abgerahmter Milch bewirken und bei vor⸗ ſichtigem Verfahren oft mit 10—12 kg der letzteren, wie mehrfache Verſuche zeigen, 5—8 Wochen hindurch pro Tag 1 kg Zunahme des Lebendgewichtes erzielen, insbeſondere, wenn man gegen Ende der Maſtzeit etwas ſchmackhaftes und leicht verdauliches Kraftfutter der Milch beimiſcht. Ich lege bei der Beſprechung der obigen Verſuche ein Haupt⸗ gewicht auf das in Nr. 1 und 3 vorhandene weitere Nüährſtoff⸗ verhältnis, weil unter dem Einfluß desſelben mehr Eiweiß zum An⸗ 190 Menge und Verhältnis der Nährſtoffe. ſatz gelangen mußte und eben dadurch, weniger durch den Anſatz von Fett, die raſche Zunahme des Lebendgewichts der Tiere zu erklären iſt. Das Fett kann, wenn es in dem Körper der jungen Tiere ab⸗ gelagert wird, keine ſehr raſche und auffallende Zunahme des Lebend⸗ gewichtes bewirken, weil es großenteils nur an die Stelle von Waſſer tritt, welches dafür in entſprechender Menge aus dem Körper ſich ausſcheidet. Mit dem Anſatz von Eiweiß aber erfolgt faſt immer auch ein beträchtlicher Anſatz von Waſſer, da das reine Fleiſch und alle fettfreien oder fettarmen fleiſchigen Organe des Tierkörpers etwa zu ¾ aus Waſſer und nur zu ½¼ aus Eiweißſubſtanz beſtehen. Im Körper der ſehr jungen, im raſchen Wachstum begriffenen Tiere iſt aber das Verhältnis des Waſſers zur geſamten organiſchen Subſtanz ein noch weiteres, was wohl zu beachten iſt, wenn man den Nähr⸗ effekt eines Futters bei jüngeren und älteren Tieren einfach nach der Zunahme des Lebendgewichtes beurteilen will. Das Fett iſt jedoch in der Milch nicht, ohne Störung des Nähreffektes, vollſtändig durch Kohlehydrate zu erſetzen; es iſt bekanntlich das konzentrierteſte aller Reſpirationsmittel und auch in dem Zuſtand, in welchem es in der Milch ſich befindet, für die erſten Lebenstage und Wochen des Tieres beſonders leicht verdaulich, wozu noch die große Schmackhaftigkeit der Milch bei normaler Be⸗ ſchaffenheit derſelben hinzukommt. Es iſt daher die natürliche Milch immer dasjenige Futter, von deſſen Zuſammenſetzung man bei der Ernährung der Kälber auszugehen und welches man denſelben wenig⸗ ſtens in den erſten 15 Lebenstagen möglichſt unvermiſcht zu ver⸗ abreichen hat. In der Milch von mittlerer Beſchaffenheit iſt das Nährſtoffverhältnis 1:4,5, wenn man nänlich bei den ſtickſtofffreien Beſtandteilen das Fett(3,5% der Milch) mit ſeinem Stärkemehl⸗ Aquivalent(Faktor= 2,44) zu dem Milchzucker hinzurechnet; da aber die Zuſammenſetzung der Milch, namentlich deren Fettgehalt (von 2,0— 5,0%) nach Raſſe und Individuum ſehr wechſelt, ſo iſt auch das Nährſtoffverhältnis ein ſehr ſchwankendes, von 1:3,3 bis 1:5,5 und die Nährkraft ſehr verſchieden. Hierauf wird es großen⸗ teils beruhen, daß der Nähreffekt von einer gleichen Quantität Milch oftmals ſo verſchieden ausfällt. Durchſchnittlich erzielt man in den erſten 4—6 Lebenswochen des Kalbes mit 10 kg ſüßer Milch oder 1,25 kg Milch⸗Trockenſubſtanz 1 kg Zunahme des Lebendgewichtes, anfangs mit einer etwas geringeren, ſpäter mit einer größeren Quantität. Dies wird beſtätigt durch die exakten, von Soyxhlet in Wien mit Saugkälbern, unter Beihilfe des Reſpirationsappa⸗ rates ausgeführten Verſuche. Hierbei nämlich wurde in den erſten 2— 3 Lebenswochen der Kälber 1 kg Gewichtszunahme derſelben mud ließ ſchnit 1 Von elang bleibe wicht laſſen ſonm nehr geen vethe chen faſt ergie dukti ö n Sam ſorde Erni 8 1 geni reich Mil rſez w erklärn Tiere d Lebene u Waſr ͤrper ſ ſt inm liſc u eers etw hen. In Tiere ü Subſten en Nähr⸗ nach de rung de ,& ſt auch i für d erdaulich aler ge che Mich bei de n wenig⸗ zu de⸗ iſt das dofffreien rkemehl⸗ net; da ttgehalt ſo it 3,3 bE großen⸗ it Mich in den ich ode ewichtes größere Sorhlt onzappi⸗ en exſen derelben Die Fütterung des Jungviehes. 191 produziert mit 1,04 kg Trockenſubſtanz der ſüßen Milch, und es ließ ſich berechnen, daß die Gewichtszunahme, welche täglich im Durch⸗ ſchnitt 925 g betrug, zu 18,2% aus Eiweißſubſtanz, zu 17,1% aus Fett, zu 3,6% aus Aſche und zu 61,1% aus Waſſer beſtand. Von dem Fett ſowohl als von dem Eiweiß der verzehrten Milch gelangten nicht weniger als 67— 68% der Geſamtmenge zum bleibenden Anſatz im Körper der jungen Tiere. In den allererſten Tagen nach der Geburt iſt es beſonders wichtig, dem Kalb die Milch der eigenen Mutter zukommen zu laſſen. Das ſog. Koloſtrum nämlich hat eine weſentlich andere Zu⸗ ſammenſetzung als die ſpäter produzierte Milch, dasſelbe enthält weit mehr Geſamt⸗Trockenſubſtanz, neben Kaſein noch viel Albumin, da⸗ gegen relativ weniger Fett und namentlich Zucker; das Nährſtoff⸗ verhältnis iſt ein engeres, die Verdaulichkeit des Ganzen eine an⸗ ſcheinend größere. Dieſe Differenzen verſchwinden aber ſehr ſchnell, faſt vollſtändig ſchon im Verlauf von 8 Tagen, bei größerer Milch⸗ ergiebigkeit der Kuh raſcher als bei quantitativ geringerer Milchpro⸗ duktion, und nach dieſer Zeit iſt es für den Nährerfolg gleichgiltig, ob man die Muttermilch füttert oder Milch für die Kälber dem Sammelfaß entnimmt. Wenn man bei der Aufzucht Tiere von be⸗ ſonders guter Maſtfähigkeit erzielen will, ſo empfiehlt es ſich, die Ernährung der Kälber ausſchließlich mit Milch längere Zeit(6 bis 8 Wochen) fortzuſetzen, während bei ſpäteren Milchtieren 3— 4 Wochen genügen. Ein Kalb bedarf als tägliche Nahrung—, bei ſehr reicher Ernährung(ſpätere Maſttiere) ⅛ des Lebendgewichtes an Milch. Bei der Entwöhnung der Kälber, d. h. bei dem Übergang von der reinen Milchnahrung zu anderem Futter, muß man ſorgfältig darauf achten, daß kein Rückſchlag im ganzen Zuſtand der Tiere ein⸗ tritt, dieſe vielmehr fortwährend gleichmäßig und befriedigend an Lebendgewicht zunehmen. Letzteres läßt ſich nur erreichen, wenn man den Übergang von einer Fütterungsweiſe zur anderen ganz allmäh⸗ lich erfolgen läßt und für die Milch nach Verdaulichkeit, Nährkraft und Schmackhaftigkeit durchaus geeignete Surrogate auswählt. Vor⸗ züglich geeignet hierzu ſind anfangs gequetſchte und gekochte Lein⸗ ſamen, ſpäter Leinkuchen; aber auch andere ſchmackhafte Olkuchen, namentlich Palm⸗, Erdnuß⸗ und Kokosnußkuchen, ſowie Hafer, Gerſte, Malzkeime, Erbſenſchrot ꝛc. kann man mit gutem Erfolg zu dieſem Zweck verwenden, während man zu gleicher Zeit durch Verabreichung des feinſten und ſchmackhafteſten Wieſenheues die Tiere an Rauhfutter gewöhnt; Kleefütterung iſt hierbei zu vermeiden. Wo man die Kälber bald auf eine gute, ihrem Gedeihen völlig zuſagende Weide 192 Menge und Verhältnis der Nährſtoffe. treiben kann, wird ſich freilich die Entwöhnung von der Milchnahrung leicht und ganz von ſelber machen; bei der Stallfütterung aber muß man in der betreffenden Periode zunächſt noch dasſelbe Nährſtoff⸗ verhältnis einhalten, wie es durchſchnittlich in der Milch vorhanden iſt, oder doch erſt gegen Ende der Entwöhnungszeit etwas erweitern. Dagegen kann man das Fett der ausſchließlichen Milchnahrung ziem⸗ lich raſch vermindern, und großenteils durch eine entſprechende Menge von leichtverdaulichen Kohlehydraten erſetzen, ohne jedoch auch dieſen Übergang zu ſehr zu beſchleunigen. Unter Beachtung der hier an⸗ gedeuteten Regeln iſt die völlige Entwöhnung der Kälber von der Milchnahrung in deren 9. oder 10. Lebenswoche oder noch früher beendet, und es müſſen die Tiere alsdann im Alter von 10 Wochen bei mittelſchweren Raſſen ein Lebendgewicht pro Kopf von 75 bis gegen 100 kg erreicht haben. Nach der Entwöhnung iſt es rätlich, das Jungvieh noch eine Zeitlang ziemlich kräftig zu füttern und dabei ein Nährſtoffverhältnis von 1:5 bis 6 einzuhalten, entſprechend der Ernährung auf einer guten Weide; es iſt dies für die ganze ſpätere Entwickelung und Haltung der Tiere von günſtigem Erfolg. Sobald aber die Tiere 4 bis 6 Monate alt ſind, geht man allmählich zu einer mehr volu⸗ minöſen, ſtickſtoffärmeren, überhaupt weniger gehaltreichen Fütterungs⸗ weiſe über, wobei auch das ſaftige Wurzelfutter in größerem Maß⸗ ſtabe Anwendung findet. Um namentlich gute Milchkühe zu erzielen, darf die ſehr intenſive Fütterung der Kälber nicht zu lange fort⸗ geſetzt werden; wenn die Tiere frühzeitig zu viel Fett anſetzen, be⸗ halten ſie dieſe Neigung auch für das ſpätere Alter und produ⸗ zieren um ſo weniger Milch. Zu berückſichtigen iſt hier auch die Haltung der jungen Tiere. Wird ihnen reichlich Bewegung im Freien gegönnt, ſo iſt die Gefahr des zu ſtarken Anfettens eine geringere und die Verabfolgung etwas reicherer Rationen nötig; bei ganz ruhiger Stallhaltung hat man ſich ſehr vor dem Über⸗ füttern zu hüten. Man beobachte ſorgfältig den Ernährungszuſtand, berückſichtige die individuelle Fähigkeit Fett anzuſetzen und ſuche jeder Anmäſtung vorzubeugen. Es iſt dieſen Verhältniſſen bei der Be⸗ rechnung der im Anhang mitgeteilten Fütterungsnormen für wachſende Rinder nach Thunlichkeit Rechnung getragen worden. Bei der Fütterung der Lämmer, welche im jugendlichen Alter verhältnismäßig noch raſcher an Gewicht zunehmen als die Kälber, und bei ungenügender Fütterungsweiſe ſehr leicht verkümmern, hat man beſonders große Vorſicht zu beobachten. Es gilt dieſes zu⸗ nächſt bezüglich der Auswahl des Rauhfutters während der Ent⸗ wöhnungsperiode oder gleich nach derſelben. Die Lämmer entwickeln trahan dher mi Nährif vorhwnden erweitn. ung zen. de Nang uch düſe hier T von der j ſrüher Lochen 1 7 bo noch eine verhältni auf eine lung und die Tier ehr volu⸗ tterungs⸗ em Mij⸗ erziela inge for⸗ egen, be produ⸗ auch die ung in ens eine nötig; mÜber⸗ zuſtand, ce jeder der Ve⸗ vachſende hen Aler 1 K älber, nern hil ieſes zu⸗ der Ent⸗ entwitel Die Fütterung der Lämmer. 193 ſich am beſten auf einer guten Weide; im Stall muß ihnen das zarteſte und ſchmackhafteſte Wieſenheu dargeboten werden. Wenn dieſes nur etwas grobſtengelig iſt oder durch nicht ganz günſtige Erntewitterung an Schmackhaftigkeit verloren hat, ſo verzehren ſie davon ein zu geringes Quantum und bleiben im Wachstum auffallend zurück. Schon bei mittlerer Beſchaffenheit des Wieſen⸗ heues iſt eine entſprechende Beigabe von Körnern, namentlich von Hafer oder einem noch ſtickſtoffreicheren geeigneten Futtermittel, zu verabreichen. Auf der Verſuchsſtation in Hohenheim hat man junge Hammel der württembergiſchen Baſtardraſſe vom 5. bis zum 14. Lebensmonate teils ſehr intenſiv mit Körnern, teils aus⸗ ſchließlich anfangs mit vorzüglichem Wieſenheu, ſpäter mit Wieſen⸗ grummet gefüttert und hierbei in 5 verſchiedenen Wachstums⸗ perioden die Menge der wirklich verdauten Futterbeſtandteile genau beſtimmt. Aus den Reſultaten dieſer Verſuche haben weſentlich die Zahlenverhältniſſe abgeleitet werden können, wie ſie in der im Anhang mitgeteilten Tabelle der Fütterungsnormen aufgeführt ſind; dieſelben gelten für Tiere, welche bei mittlerer Feinheit der Wolle im ausgewachſenen Zuſtand ein Lebendgewicht von 45 bis 50 kg haben. Ganz ähnliches beobachtete auch Weiske in Proskau; normale Lämmer einer Southdown⸗Merino⸗Herde ent⸗ wickelten ſich fortwährend regelmäßig bei einem Futter, welches pro Tag und Kopf nach direkten Ermittelungen in folgender Weiſe ſich geſtaltete. Vllter Lebend⸗ Curdeuns Verdauliche Stoffe Nährſtoff⸗ Tiere gewicht im Futter Eiweiß Kohlehydrate Fett Weits Monate kg g g g g hältnis 5—6 23 665 79 376 16 15,3 7— 9 30 780 86 427 17 1 5,5 10—12 35 820 82 429 19 1 5,8 13— 15 39 850 81 445 21 1‧. 6,2 16— 24 47 950 73 492 24 1 7,6 Bei denſelben Verſuchen wurde auch der Anſatz von Mineral⸗ ſtoffen im Körper der Tiere genau beſtimmt; es ergab ſich als ſolcher pro Tag und Kopf, und zwar ebenſo wie bezüglich der vor⸗ ſtehenden Zahlen, im Durchſchnitt der Reſultate von jedesmal zwei auf einander folgenden Verſuchsperioden berechnet: Wolff, Fütterungslehre. 7. Auflage. 13 194 Menge und Verhältnis der Nährſtoffe. 1 Angeſetzt pro Tag und Kopf Alter Lebend⸗—— t Phosphor⸗ Dder. gewicht Kali Natron Kalk Magneſia ſäure Monate kg g g g g g 5— 6 23 2,04 0,84 1,56 0,12 1,09 7— 9 30 2,89 1,05 2,00 0,32 1,65 10—12 35 3,05 0,81 1,81 0,38 2,50 13— 15 39 2,65 0,72 2,07 0,35 3,14 Hiernach hat bei der Phosphorſäure bis zum Alter der Tiere von etwa 15 Monaten ein regelmäßig ſteigender Anſatz ſtattgefunden; von jedem der übrigen Mineralſtoffe ſind in allen Verſuchsperioden pro Tag ziemlich gleiche Mengen im Körper angeſetzt worden. über den Nährſtoffbedarf der jungen Schweine, wenn die⸗ ſelben ſpäter zur Zucht benutzt oder erſt im ziemlich erwachſenen Zuſtand zur Maſt aufgeſtellt werden ſollen, ſind mir keine genaueren Verſuche bekannt. Für gewöhnlich aber füttert man die Schweine von der erſten Jugend an ſo reichlich, daß ſie bei raſcher Zunahme des Lebendgewichtes fortwährend in einem gemäſteten Zuſtand ſich befinden; die hierzu erforderliche Nährſtoffmenge iſt im folgenden Kapitel angedeutet. Erſt vom vierten Monat ab iſt bei den zur Zucht beſtimmten Schweinen ſorgfältig darauf zu ſehen, daß ſie nicht durch zu große Maſt für den Zuchtzweck untauglich werden. Dies macht bei ſehr leicht fett werdenden engliſchen Raſſen mehr Schwierig⸗ keiten als bei den robuſteren Kreuzungen oder gar den Landraſſen und iſt ohne Gewährung ausreichender Tummelplätze oft nicht zu erreichen. Bei der Fütterung des Jungviehes iſt es mehr als bei irgend einem anderen Fütterungszweck wichtig, auch den Gehalt des Futters an mineraliſchen Nährſtoffen zu beachten, zunächſt an Phosphor⸗ ſäure und Kalk. Wenn ein Kalb bis zum Schluß des erſten Lebensjahres ein Gewicht von 350 kg erreicht, ſo hat das Tier in ſeinem Körper, nach vorliegenden Unterſuchungen, etwa 6750 g Phosphorſäure und 7500 g Kalk angeſammelt, alſo durchſchnittlich pro Tag 18,5 g von der erſteren und 20,5 g von der letzteren Mineralſubſtanz. Ähnliche Mengen, nur in einem umgekehrten Ver⸗ hältnis ſind von dieſen beiden Stoffen in 10 kg gewöhnlicher Kuh⸗ milch enthalten, womit das Kalb vielleicht in ſeinen erſten Lebens⸗ wochen täglich gefüttert worden iſt, nämlich 20,2 und 16,7 g. Es beträgt das angegebene Quantum der Phosphorſäure 30 bis oft über 50% von dem Geſamtgehalt des im Verlaufe des erſten Jahres pro Tag verzehrten Futters an dieſem Stoff, und im Körper des Säuglings wird bei ausſchließlicher Ernährung mit Bedeutung der Mineralſtoffe für Jungvieh. 195 M Milch daraus manchmal faſt die ganze Menge der Phosphorſäure uonſt de und des Kalkes angeſetzt. Die Verſuche ferner, welche in Proskau b von Weiske und Wildt mit 5—6 Monate alten Kälbern ausgeführt 5 1 wurden, ergaben pro Tag und Kopf einen Anſatz von 16,9 g Kalk 39 9 und 21,6 g Phosphorſäure. Zugleich beobachtete man, daß aus 38 4 einer Beigabe von präpariertem phosphorſaurem Kalk nur dann etwas aſſimiliert wird, wenn das ſonſtige Futter durch ſeinen Ge⸗ 5 ä halt an verdaulichen Beſtandteilen nicht genügt, um den Bedarf der Ar k Tiere an Kalk und Phosphorſäure bis zu jenem Betrage von be⸗ ſii ſutwin ziehungsweiſe 17 und 22 g vollſtändig zu decken. Verjutennn Wenn auch die Mineralſtoffe der Milch ſo gut wie abſolut et vonda verdaulich ſind und unter Umſtänden im Tierkörper vollſtändig zum eine, un Anſatz gelangen können, ſo geſchieht dies doch entſchieden nicht be⸗ nüch ewite züglich der Mineralſtoffe anderer Futtermittel, und jedenfalls iſt es kerr pern klar, daß bei dem großen Bedarf der jungen, im raſchen Wachstum n d eter begriffenen Tiere an Phosphorſäure und Kalk, daran im Futter ein nſterun gewiſſer Überſchuß vorhanden ſein muß, beſonders in den erſten tn zriw Lebensmonaten, wenn eine möglichſt raſche und vollkommene Aus⸗ tin flun bildung des ganzen Knochenſyſtems erfolgen ſoll und die Tiere ein ſt binn nur geringes Geſamtquantum von Trockenſubſtanz in ſich aufzunehmen er, vin imſtande ſind. Die jungen Rinder werden meiſt reichlich mit gutem neden d Wieſenheu und Körnern gefüttert und alsdann wird nicht leicht ein ritrein Mangel an den genannten Mineralſtoffen eintreten, da dieſe beiden dr QMvi Futtermittel in ihrem Gehalt daran ſich gegenſeitig ergänzen; in te ttnt. 1 kg Hafer z. B. ſind durchſchnittlich 6,8 g Phosphorſäure und nur 1 g Kalk, in 1 kg Wieſenheu aber 4,4 g Phosphorſäure und 9,8 g Kalk enthalten. Wenn jedoch viel Wurzel⸗ und Körnerfutter neben mehr Stroh und Spreu als Heu verabreicht wird, dann fehlt es oftmals zunächſt an Kalk, denn mit 1 kg Kartoffeln nehmen die Ktaaſe an Tiere 1,6 g Phosphorſäure und nur etwa 0,3 g Kalk, und mit Lj ne 1 kg Sommerhalmſtroh beziehungsweiſe 2,4 und 3,8 g von dieſen h Stoffen in ſich auf. Unter ſolchen Umſtänden iſt es rätlich, etwas ehn tir geſchlämmte Kreide, 10 bis 20 g täglich pro Kopf dem Futter bei⸗ ußn⸗ zumiſchen oder weiche Kalkſteine zum beliebigen Ablecken den Tieren nk d in geeigneter Weiſe vorzulegen. Sollte es außer an Kalk gleich⸗ rrihi zeitig auch an Phosphorſäure fehlen, ſo können beide Stoffe ſehr ihiße zweckmäßig in der Form von chemiſch präpariertem phosphorſaurem eil i 6 Kalk zugeführt werden, von welchem man aus direkten Verſuchen 1 8 weiß, daß er von Kälbern und Lämmern in folchen Fällen ver⸗ ee 30 l 9 de ſt daut wird und namentlich auch bei Fohlen oft von ſehr günſtiger lje 5 1 Wirkung iſt.. i 4 1 Es iſt immer wünſchenswert, daß das Futter der jungen, von rnährung de 13* 196 Menge und Verhältnis der Nährſtoffe. der Milchnahrung entwöhnten Tiere zwei⸗ bis dreimal ſo viel Phos⸗ phorſäure und Kalk enthält, als dem Minimum ihres Bedarfs zum Anſatz im Körper entſpricht. Die Mäſtung der Tiere. Die Mäſtung der Tiere bezweckt die Bildung und den Anſatz ganz vorherrſchend von Fett, weniger von Fleiſch; von dem erſteren wird bei der Maſt nach in England ausgeführten Unterſuchungen faſt 10 mal mehr im Tierkörper angeſetzt, als von dem letzteren. Verſuche von Kern und Wattenberg in Göttingen ergaben ſogar, daß bei der Mäſtung volljähriger Hammel gar kein Fleiſch, nur Fett ſich anſammelte. Bei den betreffenden Unterſuchungen waren aber die„mageren“ Tiere ſchon in einem gut genährten, teilweiſe halb gemäſteten Zuſtand; wenn dieſes nicht der Fall iſt, dann wird der Anſatz von Eiweiß(Fleiſch), namentlich in der erſten Hälfte der Mäſtungszeit, ein verhältnismäßig größerer ſein. Jedoch iſt der Fleiſchanſatz immer vorzugsweiſe bei jungen noch im raſchen Wachstum begriffenen Tieren, in weit geringerem Grade dagegen bei dem eigentlichen Maſtvieh vorhanden. Die allgemeinen Geſetze der Fleiſch⸗ und Fettbildung ſind ſchon früher erörtert worden, und ich verweiſe auf das, was hierüber S. 24 ff. und S. 35 ff. geſagt iſt. Nur auf einige beſonders wichtige Punkte will ich hier noch aufmerkſam machen. Abgetriebene, an Fleiſch und Fett arme Ochſen laſſen ſich nicht ſofort und raſch mäſten; ſie müſſen zu dieſem Zweck zunächſt in einen fleiſchigen, gut genährten Zuſtand verſetzt werden. Um einen guten Ernährungszuſtand herbeizuführen, kann man z. B. den Ochſen 14 Tage oder drei Wochen lang vorherrſchend Kleeheu mit mäßigem Zuſatz von Getreideſchrot und Olkuchen(auch Branntweinſchlempe, Biertreber, Malzkeime, Bohnenſchrot ꝛc.) verabreichen, ſo daß auf 1000 kg Lebendgewicht im täglichen Geſamtfutter etwa 2,5 kg ver⸗ dauliches Eiweiß und 12,5 kg ſtickſtofffreie Nährſtoffe enthalten ſind, das Nährſtoffverhältnis alſo ein ziemlich enges= 1:5 ſich ge⸗ ſtaltet. Nach dieſer Vorfütterung beginnt dann erſt die eigentliche Mäſtung der Tiere, wobei man vorläufig nicht die Menge der ſtick⸗ ſtoffhaltigen, ſondern nur diejenige der ſtickſtofffreien Nährſtoffe, von 12,5 vielleicht bis auf 16,25 kg vermehrt, das Nährſtoffverhältnis alſo weſentlich ſich erweitert(1: 6,5). Hierdurch wird bewirkt, daß der Strom von Zirkulationseiweiß und deſſen Umſatz ſich vermindert, davon und auch von dem im Futter zugeführten Eiweiß ein Teil ſ ue ds daui und da ſ or den cin 1 da lhe ergibn ſ in Feiter ucaner aa hrien, dire it wm rerſe hi n. Wdi oh in ui Ornde hyn emeinn Git t vorde u J5 f pi ih ſie nt gſſen ſt nt it zwitt i en. Un in R da diſe tni nühm mweinſtkere ſo wi u 1 25 F w- ethate ſi 1:5 ſih g ie einict nne de fi iriofe w vfberhue⸗ bewith d vermiden ij a di Die Fütterung der Maſtochſen. 197 an den Organen zum bleibenden Anſatz gelangt. Gleichzeitig aber wird das aus dem Futter reſorbierte oder im Körper neu ent⸗ ſtandene Fett großenteils vor der Verbrennung geſchützt und eben⸗ falls in den betreffenden Geweben angeſetzt. Der Anſatz von Fett geſchieht nämlich leichter in einem ſchon durch die Vorfütterung fleiſchig gewordenen Körper, als wenn derſelbe verhältnismäßig arm iſt an Organeiweiß. Es iſt auch in Verſuchen mit Hammeln von Pfeiffer und Kalb in Göttingen beobachtet worden, daß nach einem ſehr eiweißreichen Futter eine mittlere Maſtration mit ziemlich hohem Gehalt an leicht verdaulichen Kohlehydraten eine außergewöhnlich hohe und raſche Lebendgewichtszunahme bewirkt. Sobald in den Tieren neben Fleiſch auch ſchon ziemlich viel Fett ſich angeſammelt hat, nachdem etwa ein Drittel der ganzen Mäſtungszeit verfloſſen iſt, wird es zweckmäßig ſein, die Menge des Futtereiweißes bis auf etwa 3,0 kg allmählich zu erhöhen und alſo das Nährſtoffverhältnis im Geſamtfutter zu verengen(1: 5,5). Eine bedenkliche Steigerung des Stromes von Zirkulationseiweiß iſt nicht zu befürchten, wenn bereits ziemlich viel Fett im Körper ſich angeſammelt hat. Das Futter von der hier angedeuteten Beſchaffen⸗ heit iſt als das eigentliche Maſtfutter zu betrachten und unverändert längere Zeit hindurch zu verabreichen. In der Praxis iſt es oft gebräuchlich, gegen Ende der ganzen Mäſtungszeit den Tieren wiederum ein etwas ſtickſtoffärmeres Futter darzubieten, indem man z. B. die bisher vielleicht verfütterten Ol⸗ kuchen oder ſonſtige ſtickſtoffreiche Futtermittel durch Getreideſchrot erſetzt. Es kann dadurch ein weſentlicher Vorteil erzielt werden, wenn das Geſamtfutter auf ſolche Weiſe, wie nicht ſelten der Fall ſein möchte, an Schmackhaftigkeit gewinnt und vielleicht auch der Gehalt an verdaulichem Nährſtoff ſich erhöht. Ebenſo wird mög⸗ licherweiſe durch das weitere Nährſtoffverhältnis noch gegen Ende der Mäſtungszeit etwas Eiweiß zum Anſatz gebracht, ohne daß da⸗ bei die Fettmenge des Körpers eine Beeinträchtigung erleidet. Indes möchte es doch nicht rätlich ſein, hierbei das Nährſtoffverhältnis über 1: 6 hinaus zu erweitern. Die Vermehrung der Fettſubſtanz im Futter, der Zuſatz z. B. von Rüböl, bei Maſtochſen 250 bis 500 g und bei Maſt⸗ ſchweinen 30 bis 40 g pro Kopf und Tag, iſt in direkten Ver⸗ ſuchen manchmal von günſtigem Erfolg geweſen für die raſche Zu⸗ nahme des Lebendgewichtes der Tiere, und zwar hauptſächlich dann, wenn das Nährſtoffverhältnis ein engeres war. Aus den bereits erwähnten Gründen iſt jedoch ein direkter Zuſatz von Fetten in der Regel nicht zu empfehlen. Dennoch iſt der Fettgehalt des Maſt⸗ 198 Menge und Verhältnis der Nährſtoffe. futters gewiß beachtenswert und eine entſprechende Erhöhung des⸗ ſelben zunächſt bei engeren Nährſtoffverhältniſſen anzuſtreben, dies kann ohne beſondere Koſten erreicht werden durch paſſende Ver⸗ wendung von allerlei Olkuchen, unter Umſtänden auch durch Zuſatz kleinerer Mengen von Olſämereien. Bei der Mäſtung der Tiere iſt es beſonders wichtig, dieſelben zur Aufnahme einer möglichſt großen Quantität von nährſtoffreichem und leichtverdaulichem Futter zu beſtimmen, ohne die Verdauung und das Befinden der Thiere zu ſtören. Um letztere Klippe zu ver⸗ meiden, die Thiere nicht zu„überfüttern“, ſind in Vorſtehendem und ſpäter in den Normen nicht ſo große Nährſtoffmengen empfohlen worden, wie ſie wohl in mehreren Verſuchen die höchſten Maſterfolge erzielen ließen. Es dürfen eben nur Mittelzahlen angeraten werden, welche im Durchſchnitt nicht nur einen befriedigenden Effekt der Er⸗ nährung garantieren, ſondern auch von den Tieren der Regel nach ohne Schaden verarbeitet werden können. Immer aber iſt im Auge zu behalten, daß meiſt die ſchnellſte Maſt auch die billigſte iſt. Um die Tiere eventuell zu einer ſtärkeren Nahrungsaufnahme zu veranlaſſen, iſt es äußerſt wichtig, die Rationen ihnen ſchmackhaft zu machen. Zu dieſem Zweck hat man das Futter paſſend zuzu⸗ bereiten und dazu dient auch ein entſprechender Zuſatz von Koch⸗ ſalz. Auf ſolche Weiſe erzielt man durch Erhöhung der Schmack⸗ haftigkeit des Futters oft große Vorteile, wenn auch die Verdau⸗ lichkeit und die eigentliche Nährwirkung eines beſtimmten Quantums desſelben nicht geſteigert wird(ſ. S. 102). Das Maſtfutter kann freilich wegen ſeines großen Nährſtoffgehaltes den Zuſatz von ziemlich viel Salz vertragen, namentlich wenn es ſich um die Verfütterung beträchtlicher Maſſen von Kartoffeln und von Rübenpreßlingen oder Diffuſionsrückſtänden handelt; dennoch aber darf man die Salz⸗ gaben nicht zu ſehr ſteigern, weil ſonſt, direkt durch das Kochſalz wie auch infolge der alsdann vermehrten Waſſeraufnahme, eine ge⸗ ringere Ausnutzung des Geſamtfutters zu befürchten wäre(ſ. S. 29). Auch eine zu große Wäſſerigkeit des Futters iſt zu vermeiden, wenn man bei der Mäſtung einen möglichſt günſtigen Erfolg zu erzielen wünſcht; die Menge des Waſſers gegenüber derjenigen der Trocken⸗ ſubſtanz im Geſamtfutter ſollte bei der Mäſtung des Rindviehes das Verhältnis von 4 bis 5: 1, bei der Mäſtung der Schafe aber von 2 bis 3: 1 nicht überſteigen. Viele Mäſtungsverſuche, welche in neuerer Zeit mit Schafen ausgeführt worden ſind, z. B. auf den Verſuchsſtationen in Weende, Braunſchweig, Dresden, Hohenheim ꝛc., ſprechen bei dieſen Tieren um ſo mehr, je jünger ſie ſind, zu gunſten einer ſtickſtoffreichen Alhye a vrieſereen Ven emine ſen Vrdit geraten wea Efet dn der Ralnt er it i fligie n frunozrufvie enſgrci pafend ze ah vn kit der öhr⸗ h di Wrhu ten Dunde. ratfuter h t vn ſeri e Verjütran reiline der in d 5t dw Loti jme, eie g reſ.5” meidde v z Rindviie dktofteite Die Fütterung der Maſtſchafe. 199 Fütterungsweiſe. Nicht allein war dabei die Zunahme des Lebend⸗ gewichtes eine raſchere als bei ſtickſtoffärmerem Futter, ſondern es ergab ſich auch aus den Schlachtreſultaten, daß im Körper der Tiere eine beträchtlich größere Menge von Talg und Fett ſich angeſammelt hatte(vergl. S. 39). Märcker wies in zahlreichen auf ſeine Veran⸗ laſſung in der Provinz Sachſen ausgeführten Verſuchen nach, daß eine einſeitige Steigerung der ſtickſtoffhaltigen Nährſtoffe, namentlich bei der Mäſtung von Hammeln ſehr günſtig auf die Lebendgewichts⸗ produktion wirkte und im Mittel ſich doch entſprechenden Zulagen ſtickſtofffreier Stoffe überlegen zeigte. Durch die Praxis wird dies oftmals beſtätigt; bekanntlich iſt z. B. Bohnenſchrot, wenn man das⸗ ſelbe neben Wieſenheu an ſtarke Hammel bis zu 1 kg pro Tag verabreicht, für dieſe Tiere von vorzüglicher Maſtwirkung. Im übrigen ſind dieſelben allgemeinen Regeln bei der Mäſtung der Schafe zu beobachten, wie bei der Mäſtung der Ochſen. Da aber die Schafe meiſtens ſchon bei dem Beginn der Mäſtung in einem guten Ernährungszuſtande ſich befinden, ſo kann man häufig die be⸗ treffende Vorfütterung unterlaſſen, ſowie auch von der anfangs etwas ſtickſtoffärmeren(Nährſtoffverhältnis etwa 1: 5,5) zu der ſtickſtoff⸗ reicheren Maſtfütterung(1: 4,5) raſcher übergehen, die letztere alſo um ſo länger einhalten. Es iſt hiermit jedoch nicht geſagt, daß nicht auch Futtermiſchungen mit etwas weiterem Nährſtoff⸗ verhältnis(1:5 bis 6) einen guten Maſterfolg bei Schafen äußern können. Das wichtigſte Moment bei der Mäſtung iſt immer, daß das Geſamtfutter hinreichend reichlich, leichtverdaulich und den Tieren ſchmackhaft iſt. Ein gutes Maſtfutter der Schafe darf, wie ſchon erwähnt, keine zu wäſſerige Beſchaffenheit haben; reichliche Mengen von Brannt⸗ weinſchlempe und ſelbſt von Rüben verwerten ſich bei dieſen Tieren weniger gut, als bei der Mäſtung von Ochſen. Dagegen läßt ſich ſchon bei der Verfütterung von Kartoffeln zwiſchen Trockenſubſtanz und Waſſer im Geſamtfutter das günſtigere Verhältnis von 1: 2 bis 3 herſtellen. Am beſten iſt der Maſterfolg, wenn neben gutem Wieſenheu geeignete Arten von Körnerſchrot oder Körnerabfällen verabreicht werden. Die Schafe können im Verhältnis zu ihrem Lebendgewicht etwas mehr Geſamt⸗Trockenſubſtanz in ſich aufnehmen und auch ein intenſiveres Futter vertragen, als die Ochſen. Im allgemeinen aber wird man bei beiden Tiergattungen am meiſten Vorteil erzielen, wenn das tägliche Maſtfutter, auf 1000 kg Lebendgewicht im Be⸗ ginn der Mäſtung berechnet, eine Nährſtoffmenge im ganzen von etwa 18 kg enthält; alsdann werden durchſchnittlich unter ſonſt 200 Menge und Verhältnis der Nährſtoffe. günſtigen Verhältniſſen 100 kg Geſamtnährſtoff bei den Hammeln 10—12 kg, bei den Ochſen vielleicht noch etwas mehr Gewichtszu⸗ nahme bewirken. Hinſichtlich des Futterkonſums aber und hinſicht⸗ lich der Nährwirkung des aufgenommenen Futters verhalten ſich die einzelnen Schafraſſen weſentlich verſchieden; die ſtärkeren Raſſen, namentlich die engliſchen, haben meiſt eine größere Maſtfähigkeit als die kleineren und feineren Raſſen, wenn auch das Verdauungsver⸗ mögen, bei gleichem Alter und ſonſt ganz geſundem Zuſtand der Tiere ziemlich dasſelbe iſt(vergl. S. 95). Daß namentlich die South⸗ down⸗Hammel ſich leichter und raſcher mäſten als die Merino⸗Hammel auch die Ramboulllet⸗Negretti beſſer als die reinen Negretti's, wurde durch direkte Verſuche in Weende, Dresden und Proskau beſtätigt. In einem Alter von 1½— 3 Jahren laſſen ſich die Hammel am vorteilhafteſten mäſten. Zwar nehmen dieſelben in ihrem erſten Lebensjahr, wie alle jungen, im raſchen Wachstum begriffenen Tiere, bei kräftigem Futter und auf gleiches Nährſtoffquantum bezogen, um ebenſoviel und noch mehr an Körpergewicht zu, als die etwas älteren Tiere; es iſt jedoch eine beſondere und günſtige Marktlage erforder⸗ lich, wenn ſich der Landwirt bei Lämmermaſt beſſer ſtehen ſoll. Wenn die Hammel ſchon völlig ausgewachſen, vielleicht über vier Jahre alt zur Maſt aufgeſtellt werden, dann ſetzt ſich in ihrem Körper an Nieren und Eingeweiden freilich leicht eine große Maſſe von Talg an, aber das Fleiſch hat nicht die ſchmackhafte Beſchaffen⸗ heit, wie von etwas jüngeren gemäſteten Tieren. Die Maſtſchafe nehmen gewöhnlich nach der Schur ſchneller an Lebendgewicht zu, als unmittelbar vor der Schur. Auch beobachtete Stohmann in Braunſchweig, daß, während vor der Schur das ſtickſtoffreichere Futter eine entſchieden günſtigere Wirkung äußerte, als das ſtickſtoffärmere, nach der Schur die Differenzen der beiderlei Fütterungsweiſe bezüglich der Zunahme des Lebendgewichtes faſt aus⸗ geglichen und nur in den Schlachtreſultaten ſchließlich noch zu er⸗ kennen waren. Die raſchere Gewichtszunahme nach der Schur iſt zunächſt einfach bedingt durch den alsdann faſt immer geſteigerten Appetit der Tiere, alſo durch den täglichen Mehrverzehr bei gleich⸗ bleibender Qualität des Futters. Aber auch bei faſt gleichem Futter⸗ konſum war wenigſtens in einem Verſuch von Henneberg in Weende die Gewichtszunahme nach der Schur eine größere als vor der⸗ ſelben. Da in dieſem Verſuch nach der Schur in bemerkenswerter Weiſe ein verminderter Verbrauch an Tränkwaſſer ſich ergab, ſo kann hierdurch eine beſſere Ausnutzung des Futters, ein erhöhter Anſatz von Körpermaſſe bedingt geweſen ſein(vergl. S. 29 und 45), obgleich nach Kern und Wattenberg der Stickſtoffumſatz nur in den — 2—. ——— —,—— —. d n — — ——— ½ E=r der Orun und ſſte zatn ſt ſern giſ ſtühität erdouune and der de de en erino⸗Hemn. rettes vw⸗ din beütn de deun iren ei fenn dn⸗ bezoxer m etoos iirnn age eien fehe ſ ht über di ch i im roje Niſ t beſclfer der Schur Scur. Aut der eter eong ulhe der bedell ts fat ur⸗ voh zi a⸗ r Scu i geſteete bei gli hen Futer in Wende z vor der⸗ rkenswerke ergat, ſ n elſöütr und 4 ur in d Die Fütterung der Maſtſchweine. 201 erſten Tagen nach der Schur etwas vermindert iſt, vermutlich, weil alsdann etwas mehr Stickſtoff in Form von Wolle angeſetzt wird. Auch Weiske fand in Proskau unter ähnlichen Verhältniſſen eine verminderte Waſſeraufnahme, dagegen war der Anſatz im Körper anſcheinend nicht geſteigert; es wurde vielmehr nach dem Scheren der Tiere ein um über 5% vermehrter Stickſtoffumſatz und dem entſprechend ein beträchtlich verminderter Fleiſchanſatz beobachtet, was freilich einen etwa geſteigerten Fettanſatz nicht ausſchließt. Die Ver⸗ dauung des Futters war vor und nach der Schur völlig gleich, ſo daß wohl nur die erhöhte Freßluſt der Tiere nach der Schur für die Geſtaltung eines vorteilhafteren Maſtreſultates in Betracht kommen kann. In den für Maſtſchweine aufgeſtellten Fütterungsnormen laſſe ich das Nährſtoffverhältnis mit dem Fortſchreiten des Mäſtungs⸗ zuſtandes der Tiere nach und nach ſich erweitern. Die etwas weiteren Nährſtoffverhältniſſe haben ſich für die Mäſtung der Schweine überhaupt und namentlich gegen Ende der Mäſtungszeit bewährt, indem dabei der Speck eine feſtere Beſchaffenheit und beſſere Qualität annimmt und die Tiere auch nicht ſo leicht Krankheiten ausgeſetzt zu ſein ſcheinen, als wenn man ſehr ſtickſtoffreich füttert. Wenn die Schweine im mageren, aber ziemlich ausgewachſenen Zuſtand zur Maſt aufgeſtellt werden, ſo verzehren ſie in der erſten Zeit eine überaus große Maſſe von Futter, auf 1000 kg Lebend⸗ gewicht täglich bis über 40 kg an Trockenſubſtanz, und ſie nehmen dem entſprechend raſch zu an Körpergewicht; mit dem Übergang aber in den fetten Zuſtand vermindert ſich der Konſum immer mehr und ſchließlich iſt derſelbe kaum ein ſo großer, wie bei den Maſttieren aus der Klaſſe der Wiederkäuer. Dieſe Erſcheinung iſt noch auf⸗ fallender, wenn man die Schweine, wie es meiſtens geſchieht, von ihrer erſten Jugend an, ſobald ſie von der Muttermilch entwöhnt ſind, fortwährend bei voller Maſtfütterung erhält, und damit im erſten Lebensjahr derſelben ein Lebendgewicht von vielleicht 150 kg pro Kopf oder noch mehr erzielt. Alsdann kann man, wenn das Futter ein durchaus geeignetes iſt und die Tiere hinreichend maſt⸗ fähigen Raſſen angehören, mit durchſchnittlich 400 kg Trockenſub⸗ ſtanz im Futter 100 kg Zunahme des Körpergewichts produzieren, in den erſten Monaten mit 3— 400, in den ſpäteren mit 4 bis 500 kg, wie dies in Weidlitz, Kuſchen, Pommritz, Hohenheim, auch in Dänemark(von Fjord) ausgeführte Verſuche gezeigt haben. Altere Tiere dagegen, die eigentlichen Speckſchweine, bedürfen zu einer gleichen Produktion entſprechend mehr Trockenſubſtanz im Futter. Bezüglich der im Anhang für Schweine mitgeteilten Fütterungs⸗ 202 Menge und Verhältnis der Nährſtoffe. normen, welche aus den Reſultaten direkter Verſuche abgeleitet worden ſind, iſt zu erwähnen, daß die darin angedeutete ziemlich ſtickſtoffreiche Fütterung in den erſten Lebensmonaten, wenn auch an ſich die raſcheſte Gewichtszunahme bewirkt, doch inſofern etwas be⸗ denklich erſcheint, als dadurch ein Überfreſſen der Tiere und aller⸗ lei Krankheitszuſtände, namentlich Lähmungserſcheinungen leichter herbeigeführt werden, als wenn das Futter ein ſtickſtoffärmeres iſt. Der größeren Sicherheit wegen möchte es daher manchmal rätlich ſein, die angegebenen Mengen von Eiweiß im Futter etwas zu ver⸗ mindern und gleich anfangs ein Nährſtoffverhältnis von 1:4,5 oder 1:5 einzuhalten, dieſes aber vom 6. Lebensmonat an nach und nach bis auf ſchließlich 1:6,5 zu erweitern. Bei ziemlich ausge⸗ wachſenen Schweinen oder gegen Ende der Maſt kann das Nähr⸗ ſtoffverhältnis im Futter, wenn dieſes nur hinreichend leicht verdau⸗ lich und ſchmackhaft iſt, ein noch weiteres ſein, nämlich 1:8 und und ſelbſt 1: 10, und damit noch eine gute Zunahme des Lebend⸗ gewichtes der Tiere erzielt werden, wie Verſuche in Hohenheim mit Beigabe von reinem Stärkemehl zu Gerſteſchrot beweiſen und ebenſo neuere Verſuche in Göttingen von Henneberg und F. Lehmann mit Beigabe von Rohzucker zu einem an ſich ſchon guten Maſtfutter(ſ. u.). Zur Erhaltung einer guten Geſundheit der Tiere trägt weſent⸗ lich bei, wenn man dem Futter täglich eine kleine Menge von ge⸗ ſchlämmter Kreide(8 bis 10 g pro Kopf) oder auch nur von aus⸗ gelaugter Holzaſche hinzufügt. Ein derartiger Zuſatz ſollte bei jungen Maſtſchweinen im erſten Lebensjahr niemals unterlaſſen werden, da das Futter ganz gewöhnlich zwar reich iſt an Phosphorſäure, aber verhältnismäßig wenig Kalk enthält. Auch ein Zuſatz von Kochſalz, 6 bis 10 g pro Tag und Stück, darf nicht fehlen. Man kann bekanntlich mit ſehr verſchiedenen Futtermitteln die für den jedesmaligen Fütterungszweck als richtig erkannten Nährſtoff⸗ mengen und Nährſtoffverhältniſſe herſtellen. Die paſſendſte und vor⸗ teilhafteſte Auswahl hierbei zu treffen, iſt zunächſt Sache der prak⸗ tiſchen Erfahrung. Bezüglich der Maſtſchweine will ich nur daran erinnern, daß beſonders Gerſteſchrot, Maisſchrot und Erbſenſchrot, letzteres auch im Gemenge mit gedämpften Kartoffeln als ſehr wirk— ſam ſich bewährt hat, während Haferſchrot und Kleien bei reichlicher Verfütterung von weit geringerem Erfolg geweſen ſind. Jedoch kann man ein an ſich weniger zuſagendes Futter für die Schweine ge⸗ deihlicher machen durch mäßigen Zuſatz von Schlickermilch und von Molken. Die Molkerei⸗Abfälle verdienen überhanpt zur Verbeſſerung von Futtermiſchungen für die Maſtſchweine große Beachtung; Henry auf der Verſuchsſtation in Wisconſin fand, daß bei Maſtſchweinen, eute in edeutte za 6 4 4 n wenn un ſoſemm eng Tire m jeinunge cſtoftrman mancm ir ins. don 1.45 ½ at un ucr zienit e kan w nd leich an ümlih 1.1 zme des lte Hohenin eiſen ud en F Lehmm r Raffut ſu de triyt wi. 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Ahnlich günſtig wie die Molken (Milchzucker) ſcheint der Rohzucker aus den Rübenzuckerfabriken zu wirken und es könnte vielleicht von nationalökonomiſcher Bedeutung ſein, wenn dieſer Zucker für landwirtſchaftliche Zwecke, zunächſt für die Verwendung als Futter der Maſtſchweine von der Steuer be⸗ freit und ſomit beträchtlich billiger in den Handel geliefert würde. Übrigens gilt es heut für vorteilhaft, den Zucker in Form von Melaſſe zu geben. In den auf der Verſuchsſtation Göttingen und zugleich nach einem beſtimmten Plane von einer Anzahl hannöverſcher Landwirte ausgeführten Verſuchen wurde bei Schweinen durchſchnitt⸗ lich mit 3 kg Zucker(drittes Produkt) 1 kg Lebendgewicht produ⸗ ziert, wenn zu dem bisher verabreichten bewährten Maſtfutter noch ſo viel an Zucker hinzugeſetzt wurde, als die Tiere ohne größere Rückſtände zu laſſen oder Verdauungsſtörungen zu erleiden, verzehren wollten, nämlich bei älteren Tieren 0,5 bis 0,75 und in einzelnen Fällen ſogar 1,4 kg pro Kopf und Tag. Hiermit erreicht man, daß eine bedeutend größere Menge von Geſamtnährſtoff pro Tag aufgenommen und damit die Maſt beſchleunigt, alſo auch die Zu⸗ nahme des Lebendgewichtes mit einer bedeutend geringeren Menge von ſonſtigem Futter bewirkt wird. Bei den Schweinen wirkt der Zucker gleichſam appetiterregend; ſie nehmen ihn gerne auf und ver⸗ tragen ihn auf die Dauer auch recht gut, während nach Maerckers Beobachtungen dies bei Kälbern nicht der Fall iſt und auch bei Hammeln der Erfolg einer Beigabe von Zucker zum Maſtfutter ſehr gering und wenig ermutigend war, um damit weitere Verſuche an⸗ zuſtellen. Weizenkleien und mehr noch Roggenkleien ſind für die Mäſtung der Schweine manchmal weniger befriedigend gefunden worden, z. B. in(vergl. S. 140) mehrjährigen Verſuchen von Friis und Peterſen. Die Kleie zeigte für Schweine einen bedeutend ge⸗ ringeren Futterwert als Getreideſchrot; auch war die Qualität des Produktes eine geringere und der Schlachtverluſt ein größerer(25 bis 27 anſtatt 22— 23% des Lebendgewichtes). 204 Bemerkungen zu den Tabellen. Bemerkungen zu den im Anhang mitgeteilten Tabellen. I. Tabelle über Zuſammenſetung und Rährſtoffgehalt der Futtermittel. In dieſer Tabelle handelt es ſich ausſchließlich um Mittelzahlen, welche keineswegs als durchaus feſtſtehend und unter allen Umſtänden anwendbar betrachtet werden dürfen; ſie ſind jedoch unentbehrlich, zunächſt für allgemeine und vergleichende Berechnungen, wie ſie in der Landwirtſchaftslehre ſo häufig vorkommen, um über die durch⸗ ſchnittlichen Betriebsverhältniſſe größerer Komplexe, von ganzen Gütern oder Landſchaften einen klaren Überblick zu gewinnen. Man bedarf hierzu einer feſten oder doch nur allmählich mit den Fortſchritten der Wiſſenſchaft ſich ändernden und zu berichtigenden Grundlage, über welche man ſich einigen muß, damit man nicht wiederum zu jener Unſicherheit und Verwirrung zurückkehrt, welche in früheren Zeiten herrſchte, als noch jeder landwirtſchaftliche Schriftſteller für Futter und Fütterung nach Gutdünken oder einſeitiger Erfahrung ſeine beſonderen Wertverhältniſſe annahm und als Baſis für die betreffenden Berechnungen benutzte. Die Mittelzahlen ſind ferner wichtig, wie bereits mehrfach(S. 181) angedeutet worden iſt, weil ſie ein raſches und oft genügendes Urteil über die verſchiedenen Futtermittel gewähren, die richtigeren Ernährungsverhältniſſe klar erkennen laſſen, und auch in allen ſpeziellen Fällen als Anhalt und als Ausgangspunkt für weitere Betrachtungen und Erwägungen dienen können. Im einzelnen iſt zu der vorliegenden Tabelle fol⸗ gendes zu bemerken: In den Stäben, welche die Rohnährſtoffe betreffen, ſind die Zahlen für Aſche⸗ und Waſſergehalt fortgelaſſen, dafür der Ge⸗ halt an geſamter Trockenſubſtanz angegeben worden. Die Zahlen für die erſteren beiden Komponenten der Futtermittel werden nie bei Berechnung der Rationen gebraucht und will man den Ein⸗ fluß der ſehr wäſſerigen Futtermittel veranſchlagen, ſo genügt die leichte Schätzung aus dem Trockengehalt auf abgerundete ganze Zahlen. Die Zahlen über„Amid“ im zehnten Stabe der Tabelle geben den Gehalt an Stickſtoff des„Nichteiweißes“ multipliziert mit 6,25 an; abgezogen von den Zahlen des ſechſten Stabes„ſtickſtoff⸗ haltige Stoffe“(verdauliche) giebt den Gehalt an verdaulichem Eiweißſtickſtoff, ebenfalls mit 6,25 multipliziert. Man iſt dadurch imſtande, die Rationen auf ihren Amidgehalt zu kontrollieren und ein zu großes Überwiegen der Amide zu vermeiden. Wie die Amide von den ſtickſtoffhaltigen Nährſtoffen iſt von den verdaulichen ſtickſtofffreien Stoffen die Rohfaſer im elften Stabe Vbelen er luttmit n Mütegete en Unſä vnentbegt en, wie ſei ber di d nanzen Gin ʒNMMn bar N doorſtit en Grndch viederm 1 ſe in ftlhen hrifteler i ger Giiüre Vaſtz fir i n ſnd fmn den ſt vil verſide rhälwiſe l 3 Arbeit w Erwigmye tTobell ſi⸗ fen, ſid fir dr he dee gahl lwerden mi an den(i⸗ ſo genigt d Undete guhe Tabelle gte pliſert ni es fittf verdaulchen rij dduh coliere und ffen it wo diten t Tabelle über die Zuſammenſetzung der Futtermittel. 205 beſonders angegeben worden. Zieht man die Zahlen des elften von denen des achten Stabes ab, ſo erhält man den verdaulichen Teil der ſtickſtofffreien Extraktſtoffe. Um eine raſche Orientierung über die„Nährkraft“ eines Futtermittels(d. h. die Summe im Tierkörper entwickelter chemiſcher Spannkraft; dynamiſches AÄquivalent) zu ermöglichen, iſt im neunten Stabe der Tabelle die Summe aller verdaulichen Nährſtoffe bei⸗ gefügt worden. Dieſelbe bezieht ſich auf das als Krafteinheit an⸗ genommene Prozent Stärke. Da bekanntlich die Eiweißſtoffe im Tier⸗ körper ſehr annähernd dieſelbe, die Fettſtoffe jedoch etwa 2,4 mal ſo viel Kraft frei werden laſſen als das gleiche Gewicht Kohlehydrate, und um ferner die mindere Nährwirkung der Celluloſe wenigſtens in annähernder Weiſe zu veranſchlagen, wurde die„Summe der Nährſtoffe“ nach dem Anſatz berechnet: Protein+ 2,4 mal Fett+† ſtickſtofffreie Extraktſtoffe+ ½ Celluloſe. Hierin liegt die Er⸗ klärung für die vielfach zuerſt befremdende Angabe, daß ſehr fett⸗ reiche Futtermittel, z. B. Olſamen, über 100%„Nährſtoffe“, d. h. Krafteinheiten, enthalten. Von nur ſehr relativem Werte iſt der letzte Stab der Tabelle, welcher den Preis der Futtermittel angiebt. Die Zahlen können nur ſehr ungefähr richtig ſein und einigen Wert bei vergleichs⸗ weiſer und kritiſcher Benutzung beſitzen. Der Preis eines Futter⸗ mittels, ſoweit er nicht durch Zufälle der Marktlage noch in be⸗ ſonderer und unberechenbarer Weiſe beeinflußt wird, bezieht ſich bekanntlich auf den„wirtſchaftlichen“ Wert der Futterſtoffe. Letzterer iſt das Facit zweier Faktoren: der Gedeihlichkeit(Be⸗ kömmlichkeit) für die Tiere und des Nährwertes. Nur der Nähr⸗ wert läßt ſich nach der chemiſchen Zuſammenſetzung veranſchlagen, und wurde bei der Preisberechnung ein Wertverhältnis der ver⸗ daulichen Stoffe angenommen von Protein: Fett: ſtickſtofffreien Ex⸗ traktſtoffen: Rohfaſer= 3: 2,5: 1:0,5. Bezüglich Fett⸗ und Protein⸗ ſtoffen iſt dieſes von Wolff angenommene Verhältnis nicht geändert worden, da eine volle Einigkeit an maßgebenden Stellen über eine Abänderung desſelben noch nicht erreicht iſt. Bemerkt ſei jedoch hier, daß für Berechnung der Entſchädigungsanſprüche bei Lieferung von Futtermitteln unter garantiertem Gehalt bei den meiſten land⸗ wirtſchaftlichen Verſuchsſtationen des Weſtens ein gleicher Wert von Protein und Fett angenommen wird. Um die Gedeihlichkeit wenigſtens auch etwas zu berückſichtigen, iſt von der(freilich oft nicht zutreffenden) Annahme ausgegangen worden, daß ſie bei den einander näher ſtehenden Futtermitteln die gleiche ſei. Von den verſchiedenen Futtermittelgruppen wurde der Preis 206 Bemerkungen zu den Tabellen. von einem oft gehandelten Futtermittel, wie er nach neuzeitlichen Marktverhältniſſen als angemeſſen erachtet werden kann, als Grund⸗ lage für die Berechnung der darin enthaltenen Nährſtoffeinheit ver⸗ wendet und letzterer Preis direkt auf die Nährſtoffeinheiten der anderen Futtermittel übertragen. So iſt die Wertberechnung der Futter⸗ mittelgruppen I bis VI auf den Preis von im Anfang des Blühens geerntetem Wieſenheu aus guten Gräſern bezogen worden(100 kg= 3,5 M, die N. E.[Nährſtoffeinheit, Kiloprozent]/= 6,3 Pf.); Gruppe VII auf den Kartoffelpreis(N. E.= 7,7 Pf.); VIIIa auf den Roggenpreis(N. E.= 12,1 Pf.); VIIIb auf den Bohnenpreis (X. E.= 10,7 Pf.); VIIIe auf Rapsſamen(N. E.= 11,35 Pf.); VIII4 iſt beſonders behandelt; IXa auf Roggenkleie(N. E.= 10,4 Pf.): IX ped auf Malzkeime(N. E.= 7,7 Pf.); IXe auf Raps⸗ kuchen(N. E.= 8,1 Pf.); X auf Fleiſchmehl(N. E.= 8,3 Pf.) reſp. Kuhmilch(N. E.= 31,65 Pf.). Es muß hier darauf aufmerkſam gemacht werden, daß auch durch dieſe vergleichsweiſe Berechnung, in erſter Linie bei den Rauh⸗ futterſtoffen, der wirkliche wirtſchaftliche Wert leider recht ungenau getroffen wird. Beſonders, wo es ſich um die Fütterung ſehr em⸗ pfindlicher Tiere(hochgezogene Raſſen, tragende, junge Tiere) handelt, tritt der Faktor„Gedeihlichkeit“ ſo in den Vordergrund, daß er bei weitem vorwiegend ausſchlaggebend wirkt. Faſt nie wird z. B. der Landwirt für Wieſenheu 4. Klaſſe die Preiſe anlegen können, die in der Tabelle angegeben ſind, trotz zum Teil hoher Nährkraft. Es hätte ſich jedoch nicht empfohlen, dieſem Umſtande durch ſubjek⸗ tive Schätzung Rechnung tragen zu wollen, weil eben unter ver⸗ ſchiedenen Verhältniſſen die Gedeihlichkeit verſchieden berückſichtigt werden muß. Erwähnt ſei noch, daß in dieſer Beziehung auch die Menge des verabreichten Futterſtoffs eine große Rolle ſpielt. Je größere Portionen davon gegeben werden, deſto nachteiliger fallen die diäte⸗ tiſch ungünſtigen Eigenſchaften in die Wagſchale, während bei ſehr kleinen Portionen faſt nur die Nährkraft die wirtſchaftliche Ver⸗ wertung beſtimmt. 100 Kilo Kartoffeln verwerten ſich in ſonſt richtiger Miſchung bei Verabfolgung von einem Hundertſtel des Lebendgewichts der Tiere wohl höher als zu 2 M, bei Verabfolgung von einem Zwölftel des L. G. jedoch wohl ſtets viel niedriger. Bei Benutzung der Preisangaben iſt demnach feſtzuhalten, daß ſie innerhalb jeder Gruppe„Nährwerts⸗Verhältniſſe“ darſtellen und der wirtſchaftliche Wert daher im beſonderen Falle noch beſonders zu veranſchlagen iſt. Bei den großen Schwankungen in der Zuſammenſetzung der wreuheilte als Gewi pfeinhet ne N der adan der Fit d Jlhr Pi) bwe Il duf R dühnenpue ll3b g I. 1⸗ Luj ax⸗ =s p e, daj uj ij da Ful⸗ ect ungenan ung ſehr en dere hende und, doß a vid z 8 egen börnen er Nätetnit durc ſuhſt⸗ unter ver⸗ berückſichgt die Menge Je größer die dür⸗ d bei ſa ſtiche Ler⸗ jh in ſori dertſtel de erabfolgung edriger. halten, di rſtelen un hbeſonde ſetung dr Tabelle über die Zuſammenſetzung der Futtermittel. 20 7 Futtermittel ſollen die in der Tabelle enthaltenen Zahlen auch den Zweck haben, eine Handhabe zur Einſchätzung des Nährſtoff⸗ gehalts im ſpeziellen Falle zu liefern. Letzteres gilt in erſter Linie von den in der Landwirtſchaft ſelbſt produzierten Futtermitteln; die ſog. käuflichen Futtermittel ſollten ſtets nach„Garantie“(Protein und Fettſtoffe) gekauft werden. Um genannte„Einſchätzung“ zu erleichtern, iſt nach Möglichkeit von den Qualitätsbenennungen„gut“,„mittel“ ꝛc. abgeſehen worden, da dergleichen Bezeichnungen erfahrungsgemäß an verſchiedenen Orten ein ſehr verſchiedener begrifflicher Inhalt beigelegt wird. Dafür wurde verſucht, durch mehr objektive Angaben die Qualität der Futter⸗ mittel zu kennzeichnen, z. B. Alter der Pflanzen, Vollkörnigkeit des Samens ꝛc. Bei den Rauhfutterſtoffen(exkl. Stroh und Hülſen), beſonders bei den einzelnen Pflanzen, iſt ſtets, wenn keine andere Bezeichnung beigefügt iſt, angenommen worden, daß ſie gleich nach Eintritt in volle Blüte geerntet wurden. Um den wiichtigen Einfluß des Vegetationsſtadiums bei der Einſchätzung annähernd berückſichtigen zu können, iſt derſelbe in einigen Fällen durch mehrere Analyſen desſelben Futters„jung“,„reif“ und„alt“, d. h. vor, in und nach der Blüte, charakteriſiert worden. Beachtenswert iſt, daß man in den Blättern, zunächſt der ſog. Blattpflanzen, in gleicher Vegetationsperiode und bei gleichem Waſſergehalt meiſtens mehr, oft doppelt und dreimal ſo viel Roh⸗ protein findet, als in den Stengeln, während die Rohfaſer ein umgekehrtes Verhalten zeigt und die Menge der ſtickſtofffreien Ex⸗ traktſtoffe nicht ſo bedeutend differiert. Je mehr daher die äußeren Verhältniſſe die Entwickelung der Blätter und zarten Triebe begünſtigt oder auch die Zerſtörung und das Abfallen derſelben verhindert haben, deſto wertvoller iſt im allgemeinen das betreffende Futter. Ein weſentliches Moment für die Güte des Futters iſt auch die Beſchaffenheit des Bodens, weil Kraft und Reichtum des letzteren auch mit einem mehr oder weniger üppigen Wachstum der Pflanzen, mit der Entwickelung von Schoſſen, Trieben und Blättern in einem direkten Zuſammenhange ſtehen. Ein leichter Sandboden liefert gewöhnlich in Rauh- und Grünfutterarten(auch in Körnern und Wurzeln) weniger ſtikſtoffreiche Produkte, als ein ſchwerer Thonboden, wenn auch die letztgenannten Futterarten von leichteren Böden oft durch größeres Aroma oder erhöhte Schmack⸗ haftigkeit ſich auszeichnen. Ein naſſer, ſaurer und mooriger Boden wirkt in dieſer Hinſicht beſonders nachteilig. Ferner lag bei der Feſtſtellung der Zahlen der Tabelle die An⸗ 208 Bemerkungen zu den Tabellen. nahme zu Grunde, daß keine belangreiche Düngung zu der Frucht gegeben wurde, keine Schädigung durch anormales Wetter, beſonders Erntewetter, erfolgte und, vorzüglich bei den Gräſern, kein geiles Wachstum durch ſtarke Wäſſerung reſp. verkümmertes Wachstum durch große Dürre hervorgerufen wurde. Bei ſehr reicher Stickſtoffdüngung (Kompoſt, Jauche) kann gegenüber den Zahlen der Tabelle der Protein⸗ gehalt der Rauhfutterſtoffe um 20— 25%, der Rohfaſergehalt bis 10% höher angenommen und der Gehalt an ſtickſtofffreien Extrakt⸗ ſtoffen dafür erniedrigt werden. Die Verdaulichkeit der Nährſtoffe wird ſich dabei kaum ändern. Stark beregnetes Gramineenheu iſt in den Proteinſtoffen bis 20%, in den ſtickſtofffreien Extraktſtoffen bis 10% niedriger zu ſchätzen und die Rohfaſer entſprechend zu ver⸗ mehren; die Verdaulichkeit kann dann bei Protein bis 8%, bei ſtickſtofffreien Extraktſtoffen bis 10% und der Rohfaſſer 4% niedriger angenommen werden. Die kleeartigen Gewächſe zeigen nach langem Beregnen(auch ohne Schimmelbildung) leicht eine ge⸗ ringe Vermehrung des Proteins, es ſinkt faſt allein der Gehalt an den ſtickſtofffreien Stoffen um 20— 25% und die Rohfaſer wird entſprechend vermehrt. Gehaltloſes Rieſelwaſſer vermehrt bei den Gräſern die Rohfaſer und erniedrigt den Proteingehalt bis 20%, den Gehalt an ſtickſtofffreien Stoffen bis 6%, üppiges Wachs⸗ tum vorausgeſetzt. Bezüglich der Hackfrüchte ſei hervorgehoben, daß der Trocken⸗ gehalt der Kartoffeln ſtets durch Beſtimmung des ſpezifiſchen Ge⸗ wichts ermittelt werden ſollte. Durch direkte Miſtdüngung kann der Proteingehalt bis 30% geſteigert werden. Der Gehalt der Cerealienſamen iſt leider auch ſehr von der Witterung während des Pflanzenwachstums abhängig. Eine Ein⸗ ſchätzung dieſes Einfluſſes iſt ſehr ſchwer und daher zu einer Analyſe zu raten, wenn die Samen in größeren Mengen verfüttert werden. f) Noch viele beſondere Urſachen können beträchtliche Schwan⸗ kungen in der Zuſammenſetzung einer und derſelben Futterart be⸗ wirken, z. B. ſonnige oder ſchattige Lage von Feld und Wieſe, dichter und weiter Stand der Pflanzen, überhaupt die ganze Kulturmethode, auch die Varietät, namentlich bei den Wurzelgewächſen, ferner die Art und Weiſe der Ernte, ſowie die Methode und die Dauer der Aufbewahrung. Man kann bei Futterberechnungen unmöglich alle dieſe einzelnen Momente in beſtimmten Zahlenverhältniſſen fixieren; man wird ſich meiſtens begnügen müſſen, im ſpeziellen Falle die Richtung zu erkennen, in welcher die einem beſtimmten Zweck dienende Futtermiſchung vielleicht zu verändern iſt, um damit einen möglichſt lohnenden Erfolg zu erzielen. Übrigens hat man immer mehr die g zu der zu Ntkr lis ſern ken g Vachämm Eicſirnin elleeren ivegzit öfftein Eme enhen ſtun tratſufn nrechend zn n bis 89 6 Püffiſe hevichſ zi läitt an der Gehi Rotfeſt en r vermaltt rwbeingehat t ippines dit äß der duh peiſic ſtdüngung in ſehr wm w g. Ene b zeiner duihf füteert weda tlihe Shor⸗ Futem k⸗ HWrſe, dihn Kulturnetho: ſen, femerd die Duuer N unmäxlih iſſen ftiem len Falk d Jwet denn inen nüich ner meſ i Tabelle über die Verdaulichkeitsverhältniſſe der Futtermittel. 209 Notwendigkeit erkannt, weitere Futteranalyſen auszuführen mit ganz beſtimmter Rückſichtnahme auf die jedesmalige Beſchaffenheit des unterſuchten Materials. Auch ſind derartige umfaſſende Unter⸗ ſuchungen bereits an mehreren Orten, ganz beſonders auf der Ver⸗ ſuchsſtation zu Halle unter Maerckers Leitung gemacht worden. Man hat häufig darauf hingewieſen, daß den käuflichen Futter⸗ mitteln auch ein gewiſſer Düngerwert zukomme und daß dieſer bei der Feſtſtellung des geſamten Gebrauchswertes der erſteren zu berückſichtigen ſei. In den konzentrierten Handelsdüngern kann man den durchſchnittlichen Geldwert von 1 kg Stickſtoff zu 1,10 M, von 1 kg Phosphorſäure zu 0,50 M und von 1 kg Kali zu 0,20 M annehmen. Da aber bei dem Verbrauch der Futtermittel im Er⸗ nährungsprozeß und ebenſo bei der Anſammlung des unter ihrem Einfluß produzierten Stallmiſtes immer ein größerer oder geringerer Verluſt ſtattfindet, ſo hat man vorgeſchlagen, den Düngerwert von Stickſtoff um die Hälfte, von Phosphorſäure und Kali um ein Drittel zu vermindern, ſo daß 1 kg der betreffenden Stoffe zu beziehungs⸗ weiſe 0,55 M, zu 0,33 und 0,14 M anzuſetzen wäre. Wenn daher z. B. in den Rapskuchen 5,05% Stickſtoff, 2% Phosphorſäure und 1,3% Kali enthalten ſind,*) ſo würde der Düngerwert in 100 kg dieſes Futtermittels auf 3,56 M ſich berechnen und der Futterwert in Geld pro 100 kg nur auf 9,50— 3,56= 5,94 M zu ſtehen kommen. Hierbei iſt jedoch zu beachten, daß Futterwert und Düngerwert auf ganz verſchiedenen Grundlagen beruhen und daß bei der Be⸗ urteilung des Gebrauchswertes eines Futtermittels in erſter Linie und zunächſt ausſchließlich der Futterwert in Betracht kommt. Es iſt durchaus bedingt durch die jedesmaligen Verhältniſſe, welche aller⸗ dings in Erwägung gezogen werden müſſen, ob außerdem irgend eine Düngwirkung in Geld ſich berechnen läßt. Eine allgemeine, auch nur annähernd zutreffende Norm für eine ſolche Berechnung zu geben, iſt nicht wohl möglich. II. Tabelle über die Verdaulichkeitsverhältniſſe der Futtermittel. In dieſer Tabelle ſind die Reſultate von direkten Fütterungs⸗ verſuchen zuſammengeſtellt, ſoweit es ſich dabei um die Verdaulichkeit der einzelnen Futtermittel handelt. Im ganzen konnte ich die Er⸗ gebniſſe von etwa 800 bis 1000 Einzelverſuchen benutzen, von denen *) S. die Tabelle über Stickſtoffgehalt und Aſchenbeſtandteile von land⸗ wirtſchaftlichen Produkten in dem Mentzel⸗Lengerke'ſchen Landw. Kalender und in meiner„Praktiſchen Düngerlehre“, 12. Aufl. 1892, S. 238 ff. Wolff, Fütterungslehre. 7. Auflage. 14 210 Bemerkungen zu den Tabellen. reichlich 600 mit Schafen, die übrigen mit Ochſen, Kühen, Ziegen, Schweinen und Pferden ausgeführt wurden. Die Tabelle liefert die Belege für die Erörterungen, welche in dieſer Schrift S. 81 bis 103, ſowie bei der Charakteriſtik der einzelnen Futtermittel angeſtellt wurden, und das dort Geſagte giebt auch Aufklärung über die Urſachen, durch welche die großen Schwankungen der Verdauungs⸗Koöffizienten bei einer und derſelben Futterart bedingt ſind. In dieſer Hinſicht iſt ebenfalls auf den Einfluß der bei Tabelle I angedeuteten äußeren Verhältniſſe auf die Beſchaffenheit der Futtermittel und deren pro⸗ zentigen Gehalt an Rohnährſtoffen zu verweiſen. Üüberall habe ich in der Tabelle die Anzahl der Einzelverſuche erwähnt, aus deren Ergebniſſen die aufgeführten Mittel⸗, ſowie die Minimal⸗ und Maximalzahlen abgeleitet worden ſind. Jedoch iſt dieſes für die Mittelzahlen in der Weiſe geſchehen, daß die zu einer und derſelben Sorte eines beſtimmten Futtermittels gehörenden Einzelverſuche zuſammengefaßt und erſt die Durchſchnittsreſultate der⸗ ſelben als Grundlage der weiteren Berechnung benutzt wurden. Es ſchien dies geboten zu ſein, ſchon aus dem Grunde, weil es in den vorliegenden Verſuchsreihen nirgends darauf ankam, den etwaigen Einfluß der Individualität der Tiere auf die Verdauung zu konſta⸗ tieren, ſondern immer nur die Verdaulichkeitsverhältniſſe des Futters ſelbſt ermittelt werden ſollten und zu dieſem Zwecke gewöhnlich zwei in allen ihren Eigenſchaften möglichſt gleich ſich verhaltende Tiere dienten. Außerdem wiſſen wir aus direkten vergleichenden Verſuchen, daß die prozentige Verdauung, zunächſt des Rauh⸗ und Grünfutters, ganz vorherrſchend durch die natürliche Beſchaffenheit ſeiner Trocken⸗ ſubſtanz bedingt iſt wie dieſelbe unter gewiſſen Vegetations⸗, Witte⸗ rungs⸗, Boden⸗ und Düngungsverhältniſſen ſich geſtaltet, während ſonſtige Umſtände(Quantität des täglich verabreichten Futters, grüner oder lufttrockener Zuſtand, außerdem Art, Raſſe und Alter der wieder⸗ käuenden Tiere) darauf nur wenig verändernd einwirken. Die oft ſehr verſchiedene Verwertung des Futters für die Milchproduktion, ſowie für den Anſatz von Fleiſch und Fett im Tierkörper nach Individualität und Raſſe muß freilich unter Umſtänden bei der Aufſtellung und Berechnung des Futteretats berückſichtigt werden, hat aber zunächſt mit der Verdauung des Futters und mit der Geſtaltung der Verdauungs⸗Koöffizienten nichts zu thun. Die Tabelle giebt zu vielfach intereſſanten Betrachtungen Anlaß, wenn man die darin überſichtlich zuſammengeſtellten Verdaulichkeits⸗ verhältniſſe und deren Schwankungen, unter Beachtung der Anzahl von Einzelverſuchen und Futterſorten, mit einander vergleicht, in Be⸗ zug auf die verſchiedenen Futtermittel, ſowie bei einer und derſelben II. Kiſen 1 dl k tien t S. gl l engefeltee e lrjat a Keoffjan dieſet diſt deutern ii und dn nittorfultde ätt vnda „wel Gu n. da enin auung n bi triſe des ai e gewößnitſ erhalkede an enden Vajte und Grürite. t ſeirer dut etntione Ai ſtatet vihn Futtrs gir Alter dr vin irken u thön. 3 en bii Rruücte ug der bi egleiht tud dun wi Tabelle über die Fütterungsnormen. 211 Futterart hinſichtlich ihrer Güte, Vegetationsperiode, Zubereitung ꝛc. Man gewinnt dadurch einen Anhalt für die Beurteilung des Futters in allen ſpeziellen Fällen. III. Tabelle über den Gehalt einiger Futtermittel an Ftickſtoff im Eiweiß und im Nichteiweiß. Von den Stickſtoffverbindungen kommt das Ammoniak als Beſtandteil der Futtermittel faſt gar nicht in Betracht und auch die Salpeterſäure findet ſich hauptſächlich nur in den Rübenarten, allerdings nach ſtarker Düngung, beſonders mit Stallmiſt oder Jauche manchmal in beträchtlicher Menge. Weit wichtiger aber ſind die Säureamide und Amidoſäuren, überhaupt die organiſchen Stickſtoffverbindungen nicht eiweißartiger Natur. Dieſe Körper haben ſchon mehrfach in der vorliegenden Schrift Erwähnung gefunden; ich will hier aber über deren Vorkommen nochmals das Wichtigere mitteilen, um damit bei der Berechnung von Futter⸗ miſchungen und Fütterungsnormen einigen Anhalt zu geben. 1. Von dem Geſamtſtickſtoff der Rüben, namentlich der Futter⸗ runkeln iſt oft kaum ½⅛ in wirklichen Eiweißſtoffen enthalten, bei den Kartoffeln nur%i, in beſonders wäſſerigen Sorten relativ weniger, als in ſolchen mit mehr Trockenſubſtanz. Intereſſant iſt es, daß man bei der Vergärung der Kartoffelmaiſche eine Zunahme von Ei⸗ weißſtickſtoff beobachtet hat, ſo daß die Menge desſelben in der Kartoffelſchlempe bis auf ¾ des Geſamtſtickſtoffes anſteigt. 2. In den keimenden Samenkörnern bildet ſich durch Zerfall der Eiweißſtoffe immer eine große Menge von Amidverbindungen (ſ. die Malzkeime), und auch in den ganz jungen, grünen Pflanzen iſt davon ſtets, abſolut und relativ viel enthalten; mit dem Heran⸗ wachſen der Pflanzen nimmt die Menge ab, jedoch weniger raſch bei verhältnismäßig hohem Gehalt an Geſamtſtickſtoff als bei ge⸗ ringerem. 3. Bei den blattreichen Futterpflanzen, wie Klee, Luzerne ꝛc. vermindert ſich der Gehalt an Amidſtickſtoff im Verhält⸗ nis zum Geſamtſtickſtoff mit dem Fortſchreiten der Vegetation bis zur Blütezeit meiſtens nicht ſo raſch und bedeutend, wie bei den Gräſern und dem Wieſenheu. 4. Ungeachtet in dem ganz jungen Gras und Klee(Weide⸗ pflanzen) eine oft große Menge von Amidverbindungen vorkommt, iſt doch auch der Gehalt an Eiweißſtoffen faſt immer größer, manch⸗ mal doppelt ſo groß, als zur Zeit der Blüte. Gleiches gilt ge⸗ wöhnlich, aber nicht ſo allgemein, von den ſehr üppig gegenüber den 14* 212 Berechnung von Futterrationen. mager gewachſenen Pflanzen einer und derſelben Art. Die unter dem Einfluß von raſch wirkendem Stickſtoffdünger(Gülle, Abtritts⸗ jauche ꝛc.) gewachſenen Futterarten(Grünfutter, Heu und Rüben) ſind beſonders reich an Amidſtoffen. 5. Durch Einſäuern der grünen Pflanzen(vergl. Runkelblätter) wird viel Eiweißſubſtanz zerſtört, die relative und manchmal auch die abſolute Menge von Stickſtoff im Nichteiweiß weſentlich erhöht. 6. In dem Stroh der Cerealien ſcheint unter normalen Verhältniſſen wenig oder gar kein Nichteiweiß vorhanden zu ſein, jedoch nicht ſelten eine raſche Bildung desſelben ſtattzufinden, z. B. bei ungünſtiger Erntewitterung, feuchter Aufbewahrung ꝛc. Es kann auf dieſe Weiſe das Futterſtroh und auch ſonſtiges Rauhfutter an Nährkraft bedeutend verlieren. 7. Die Körner der Cerealien enthalten ebenfalls nur ſehr wenig Nichteiweiß, wenn ſie gut ausgereift und gut geerntet ſind. Infolge aber von einer anfangenden Keimung, von einem teilweiſen Auswachſen auf dem Felde können reichliche Mengen von Zerſetzungs⸗ produkten des Eiweißes ſich einſtellen; in einem Falle z. B. fand man darin bei der Gerſte über 20% des Geſamtſtickſtoffes. 8. Die Hülſenfrüchte enthalten allerlei organiſche Stickſtoff⸗ verbindungen, welche anſcheinend weder zu den Amidkörpern, noch zu den eigentlichen Eiweißſtoffen gehören. In den Bohnen und Erbſen hat man 10— 12% des Geſamtſtickſtoffes im Nichteiweiß gefunden, etwas weniger in den völlig reifen Lupinenſamen; der dieſen letzteren eigentümliche Bitterſtoff nimmt davon nur den kleineren Teil in Anſpruch.. 9. Auch die Kleien und Olkuchen ſind manchmal ziemlich reich an Nichteiweiß, am meiſten, wie es ſcheint, die Rapskuchen und Erdnußkuchen, während die Lein⸗ und Mohnkuchen davon weniger, die Palmkuchen oft gar nichts enthalten. Jedoch läßt ſich vorläufig nicht beſtimmen, wie viel von den urſprünglichen, normal ausgebildeten Samen herrührt und wie viel möglicherweiſe erſt bei der Verarbeitung der letzteren oder auch infolge mangelhafter Be⸗ handlung und Aufbewahrung der Olkuchen und der Kleien entſtanden iſt. Man muß immer beachten, daß der Zerfall eines größeren oder geringeren Teiles der Eiweißſubſtanz bei Gegenwart von Feuchtig⸗ keit, infolge von Selbſterhitzung ꝛc. ſehr leicht ſtattfinden kann. IV. Fütterungsnormen für die landwirtſchaftlichen Nutztiere. Die als Fütterungsnormen bezeichneten Nährſtoffzuſammen⸗ ſtellungen geben das Nahrungsbedürfnis der einzelnen Tierklaſſen ol unter Wſiritt iin be döwalt fferuer dn 2 ipende toff⸗ Ausgo füt di b hemer geühr verſch darin licht! vünſch grüßer Näſt Neng wende beſc leng verde Veri herbe linger und Futte Nh.- ſoſer daute deng feſer ringe zuſt 450 lleir t à A Güle A eu und h 1.Nrrtättt Manchml reei a vnter un mde a tzoinder ng. G Nuuhit enfalz mit t geerti einen tdee ton geßtzes ale; Ae icſufes niſche eitte idürwen, ut 1 Betna n in Aitene fnenſeme, ur de lehmr ncmal nt die Rvreit znkaten we Jdot lütſ güihe, mel erweſe Ki anxebrſtr d heier etken danes güir ton dart den kom puttin. fufjuimm en Tellit Tabelle über die Fütterungsnormen. 213 unter angenommenen mittleren Verhältniſſen an, wobei eine durch⸗ ſchnittlich befriedigende Produktion erwartet werden kann. Da jedoch im beſonderen Falle faſt nie vollkommen ſog. mittlere Verhältniſſe obwalten, ſondern bald mehr, bald weniger davon abweichende, da ferner oft ſtatt einer durchſchnittlichen eine maximale Produktion von den Tieren rationell erſtrebt wird, ſo können die folgenden, wie irgendwelche anderen Normen nicht den Sinn von feſtſtehenden Nähr⸗ ſtoff⸗Rezepten haben; ihnen kommt vielmehr der Charakter als Ausgangspunkt für weitere Erwägungen zu, nach denen die Ernährung für die ſpeziellen Verhältniſſe anzupaſſen iſt. Um letzteres zu erleichtern, ſeien hier noch einige erläuternde Bemerkungen hinzugefügt. Die Zahlen für die„Trockenſubſtanz“ ſind nur als ſehr un⸗ gefähre zu betrachten. Der Tierkörper paßt ſich relativ leicht recht verſchieden voluminöſen Rationen an, ſo daß 10% Schwankungen darin(bezogen auf die empfohlene Menge) den Fütterungseffekt nicht merkbar beeinfluſſen. Man darf nicht vergeſſen, daß es ſogar wünſchenswert ſein kann, den Verdauungskanal an Verarbeitung größerer Futtermaſſen zu gewöhnen(z. B. in der erſten Periode der Mäſtung), ſo daß eine Üüberſchreitung der in den Normen angegebenen Mengen unter Berückſichtigung des Verhaltens der Tiere erſtrebt werden muß. Andererſeits giebt es viele Gründe, die die möglichſte Beſchränkung des Volumens einer Ration erforderlich machen, z. B. ein geringerer Appetit bei Tieren, denen doch eine erhebliche Menge verdaulicher Nährſtoffe beigebracht werden ſoll. Man ſuche nur Veränderungen im Trockengehalt der Rationen möglichſt allmählich herbeizuführen; bei geſchicktem Vorgehen hierbei dürfte es häufig ge⸗ lingen, bis über 25% von den Normen ohne Nachteil abzuweichen und damit die Rationen der beſten Verwertung der disponiblen Futterſtoffe anzupaſſen. Die Rubrik„Summe der Nährſtoffe“ iſt wieder nach der Formel Nh.+ Nfr.+ 2,4 F. berechnet, in der zweiten Reihe derſelben(Roh⸗ faſer= ½) wurde meiſt angenommen, daß etwa 30% der ver⸗ dauten ſtickſtofffreien Stoffe aus verdauter Rohfaſer beſtehen, es ſind demgemäß 15% dieſer Stoffe in Abzug gebracht. Bei ſehr roh⸗ faſerreichen Rationen müſſen daher in Rückſicht auf ihren etwas ge⸗ ringeren Nährwert die Nährſtoffmengen entſprechend erhöht werden. Alle Nährſtoffzahlen für erwachſene Tiere beziehen ſich auf ſolche, welche im wirtſchaftlichen Ernährungszuſtand(ſog. Beharrungs⸗ zuſtand) von mittlerer Schwere ſind; die Rinder 500 kg, die Pferde 450 kg, die Wollſchafe 50 kg, die Schweine 150 kg. Von Natur kleinere Raſſen bedürfen auf die Gewichtseinheit etwas mehr, größere 214 Berechnung von Futterrationen. um ein geringes weniger Nährſtoffe. Der Unterſchied kann für erſtere bis 0,3 kg ſtickſtoffhaltige und 1,5 kg ſtickſtofffreie auf 1000 kg Lebendgewicht betragen. Beſonders iſt darauf zu ſehen, daß die nötige Summe von verdaulichen Nährſtoffen den Tieren gegeben wird. Die Verengerung des Nährſtoffverhältniſſes hat bei erwachſenen Tieren in erſter Linie den Zweck, die Verdauungsdepreſſionen zu vermindern(beſonders bei reichlicher Fütterung wichtig), das Temperament zu beleben oder die Milchproduktion auf Koſten des Fettanſatzes zu ſteigern. Die größere oder geringere Gedeihlichkeit der verwendeten Futtermittel kann leicht die Nachteile oder Vorteile eines abweichenden Nährſtoffverhältniſſes überkompenſieren. Die Aufſtellung mehrerer Normen für dieſelbe Tierklaſſe je nach deren Leiſtung hat zum Teil den Zweck, in zahlengemäßer Weiſe das Fütterungsprinzip zu illuſtrieren, nach welchem Zulagen oder Abzüge, je nach der Tierqualität reſp. den Anforderungen an die Tiere, vorgenommen werden müſſen, beziehungsweiſe, wie z. B. die Veränderung des Nährſtoffverhältniſſes, rätlich erſcheinen. Bei den Maſtnormen iſt zu bedenken, daß in der Praxis meiſtens die ſchnellſte Maſt auch die vorteilhafteſte iſt. Genannte Normen können daher nur den Charakter von Minimalzahlen haben, bei deren Anwendung etwas Befriedigendes zu erwarten iſt. Sehr oft aber dürfte es angezeigt ſein, um ſo viel ſtärker zu füttern, als die Maſt⸗ tiere, ohne an der Geſundheit Schaden zu leiden, aufzunehmen ver⸗ mögen. Die Normen für Milchtiere beziehen ſich auf Kühe, welche die bezeichneten Milchmengen mitten in der Laktation(d. h. wenigſtens 2 Monat nach dem Kalben) und eine Milch mittlerer Zuſammen⸗ ſetzung liefern. Selbſtverſtändlich hätte es keinen Sinn, mit der Futteration den Schwankungen der Milcherträge in kürzeren Zeit⸗ räumen folgen zu wollen; auch iſt die ſchwächere Ernährung der Kühe kurz vor und nach dem Gebären allein nach hygieniſchen Rückſichten zu beſtimmen. Es ſchadet gar nichts, ſcheint vielmehr das Wohl⸗ befinden zu fördern, wenn die Kühe im Anfang der Laktation ſich etwas„abmelken“ und ſpäter wieder in einen beſſeren Ernährungs⸗ zuſtand gebracht werden. Nur bei ſehr guten Milchtieren erſcheint es wünſchenswert, die Laktation in zwei Perioden zu zerlegen und in der erſten, ertragreicheren das Futter entſprechend zu verbeſſern. Die Normen für wachſende Tiere haben die Vorausſetzung, daß denſelben nur eine mäßige Bewegung geſtattet iſt. Haben ſie viel und andauernd Motion, ſo müſſen die Nährſtoffgaben bis 15% er⸗ höht werden(beſonders ſtickſtofffreie); kann volle Stallruhe für ſie richt ſiung: ſba de —— * Ernät ille rühru indivi b grißer de l deg gtther Puote u g dr Folle nalen Gefur nch wic nan dutt welch gewi von zutt jeden verd beſti bife äller emn! hind im de auj od- e Eunn ſe Vrnn in erhra teſodes theber de n. Diegii tel bmn tofdertede Vrluſſ in gemäßer di Jälagn a rungen m wie z h te weched h wripfe et Jriwne dinn ut n lirzern i⸗ rung dr en Kütfte jr d 3⸗ Cektin ſt Ernäber⸗ Veren ertkin Falge u zu dveltiſn Gſunn d dber ſt n 15 19 luhe füt Beiſpiele von Futterberechnung. 215 nicht umgangen werden, ſo ſind die Rationen um faſt denſelben Be⸗ trag zu erniedrigen. Beſonders im zweiten Halbjahr und vor allem bei der Aufzucht von Milchtieren könnte ſonſt die angegebene kräftige Ernährung leicht Schaden bringen. Es iſt ſtets zu beachten, daß alle Aufzuchttiere in einem guten, jedoch keineswegs maſtigen Er⸗ nährungszuſtand erhalten werden müſſen. Hiernach erfordert auch die individuelle Anlage zur Fettbildung bei den jungen Tieren Beachtung. Ferner wäre zu erwähnen, daß bei den wachſenden Tieren die größeren und wüchſigeren Raſſen naturgemäß einen etwas größeren, die kleineren Raſſen einen geringeren Nährſtoffbedarf, bezogen auf das gleiche Lebendgewicht, haben. In erſter Linie iſt dies bei den größeren Maſtraſſen zu beachten. Die Zulage iſt vornehmlich in Proteinſtoffen, bis 15% und in dem Alter von 3— 10 Monaten zu geben. Endlich darf nie außer acht gelaſſen werden, daß bei der Ernährung der jungen Tiere die Diitetik die allerwichtigſte Rolle ſpielt, ſo daß oft ſehr erhebliche Unterſchreitungen der nor⸗ malen Nährſtoffzufuhr gegenüber dem„Überfüttern“ oder anderen Geſundheitsſtörungen mit geringeren Nachteilen verbunden ſind. Hier⸗ nach kommen die Fälle, wo von den hier gegebenen Normen ab⸗ gewichen werden muß, in der Praxis leider ſehr häufig vor. Bei der Aufſtellung eines Futteretats in der Praxis zieht man zunächſt die ſelbſtproduzierten für jede Viehklaſſe disponiblen Futtermittel in Betracht; dividiert durch die Anzahl Tage, für welche der Vorrat reichen ſoll, beſtimmt annähernd das Lebend⸗ gewicht der Tiere und dividiert durch die dabei gefundenen Tauſende von Kilogramm in die zuerſt als pro Tag verfügbar berechneten Futtermengen. Man erhält ſomit die Anzahl Kilogramm, die von jedem Futtermittel pro Tag und 1000 kg. Lebendgewicht verabfolgt werden können. Hierauf iſt der Nährſtoffgehalt der in dieſer Art beſtimmten Ration zu berechnen. Zu dieſem Zweck ſchätzt man mit Hilfe der Tabelle I den prozentiſchen Gehalt unter Berückſichtigung aller der denſelben beeinfluſſenden Faktoren bei den Futtermitteln ein und kann nun durch leichte Regel⸗de⸗tri⸗Exempel die Nährſtoff⸗ mengen berechnen, die im ſelbſtproduzierten Futter auf 1000 kg Lebendgewicht verabfolgt werden. Nach Feſtſtellung des Nährſtoffbedarfes von 1000 kg Lebend⸗ gewicht mit Hilfe der gegebenen Normen unter Berückſichtigung der Leiſtungsfähigkeit der Tiere, lehrt ein Vergleich dieſer mit den vor⸗ her gefundenen Zahlen, ob und wieviel an Kraftfutter zuzukaufen iſt, um die Ernährung zweckmäßig zu geſtalten. Im letzteren Falle bedient man ſich am beſten eines Probier⸗ verfahrens, indem man von den Futtermitteln des Marktes oder 216 Berechnung von Futterrationen. dem Körnervorrat der eigenen Wirtſchaft wechſelnde Mengen mit ihrem Nährſtoffgehalt hinzurechnet bis annähernd die Norm ge⸗ troffen iſt. Setzt man nun die Preiſe für die zuzukaufenden Kraft⸗ futtermittel ein, ſo erfährt man, welche der ausgerechneten Rationen die billigſte iſt; eine weitere genaue Überlegung des diätetiſchen Wertes der einzelnen Futtermiſchungen hat darüber zu entſcheiden, ob die billigſte oder vielleicht eine der weniger wohlfeilen ſchließlich zur Anwendung gelangen ſoll. Bei dieſer vorläufigen Berechnung bedient man ſich für die Kraftfuttermittel des Marktes ganz fehlerlos der Mittelzahlen der Tabelle I; nach dem Ankauf iſt jedoch auf Grund der Analyſe der gelieferten Waren die Berechnung zu korrigieren. Es ſei hier noch⸗ mals hervorgehoben, daß nie ohne Garantie des Protein⸗ und Fettgehaltes— getrennt—, Kraftfutter gekauft werden ſollte. Die Fehler bei der Einſchätzung der ſtickſtofffreien Extraktſtoffe nach der Tabelle ſind belanglos. Ein Beiſpiel ſoll dieſes Verfahren illuſtrieren: Für die Winterernährung des Milchviehs ſtänden auf einem Gute zur Verfügung: 60 000 kg Futterrüben, 15 000 kg Wieſenheu, 9000 kg Klee⸗ hen, 12000 kg Haferſtroh; die Winterfütterung ſollte 210 Tage dauern, ſo daß pro Tag 285 kg Rüben, 71 kg Wieſenheu, 42,5 kg Kleeheu und 57 kg Haferſtroh verabfolgt werden können. Das mittlere Lebendgewicht der 20 vorhandenen Kühe betrüge 500 kg pro Stück, das der Herde ſomit 10000 kg; es würden daher auf 1000 kg Lebendgewicht täglich in nach unten abgerundeten Zahlen verfuttert werden: 28 kg Rüben, 7 kg Wieſenheu, 4,20 kg Kleeheu, 5,5 kg Haferſtroh. Die Rüben ſeien relativ groß, eher waſſerreich, ſtark aus dem Boden gewachſen mit mehr aufgerichteter Blattkrone und nicht in ſtarkem Dung gewachſen Wir werden daher für die Rüben die in der Tabelle für„große Futterrunkeln“ angegebenen Mittelzahlen benutzen können, auch keinen übernormalen Gehalt an Nichteiweiß anzunehmen haben. Ihr Gehalt an verdaulichen Nährſtoffen be⸗ trüge alſo 1,0% ſtickſtoffhaltige Nährſtoffe, 0,06% Fett, 6,9% ſtickſtofffreie in Summa 7,8% Nährſtoffe von Stärkewert, darin 0,8% Amide und 0,6% Rohfaſer; an Trockenſubſtanz 11%. Das Wieſenheu beſteht aus vielen guten Gräſern, enthält wenig kleeartige Pflanzen uud iſt reif, d. h. im Blühen aller früh blühenden Gräſer geſchnitten; allein feuchtwarme Witterung hat trotz mangelnder Düngung ein etwas geiles Wachstum hervorgerufen, ſo daß wir den Proteingehalt erniedrigen, den Rohfaſergehalt erhöhen müſſen. Nenga i e Nurn enden ut ten Rutinn düttſt entſcheie en ſchüi fe md n alf eir 0 K fl⸗ Al0 Vy u 425 nen. DM ge 500 daher ai ten gahle g Klethen kaus den nicht in üben die ttelzahlen ichteiwei toffen be⸗ t, 6900 er, durir t 1109 hält wenn blühenden ungelnde daß wi n nüſf Beiſpiele von Futterberechnung. 217 Ein Vorwiegen der Obergräſer von Dactylis, Phleum, Bromus ec. und damit Zurücktreten der Blätter veranlaßt uns jedoch, die ſtick⸗ ſtofffreien Extraktſtoffe nicht zu vermindern, ſondern noch etwas zu erhöhen. Statt der in der Tabelle angegebenen Mittelzahl ſchätzen wir das Heu, weil die Werbung normal verlief, zu 85% Trocken⸗ ſubſtanz mit 5% Nh, 0,9% F, 44% Nfr— 43,2% Nährſtoffe in Summa, darin 1,2% Amid und 16% Rohfaſer. Das Kleeheu iſt in der Blüte geſchnitten, hat jedoch mehrfach Regen bekommen, ſo daß die Werbung, d. h. allein das Trocknen in den Haufen ſich etwas verzögerte. Wir nehmen hiernach den Gehalt an Protein und Fett wie in der Tabelle an, erniedrigen jedoch den Gehalt an ſtickſtofffreien Extraktſtoffen und vermehren entſprechend die Zahl für Rohfaſer um je 4. Die Verdauungs⸗ koeffizienten ſind alle etwas niedriger anzunehmen, ſo daß ſich der Gehalt ſchließlich berechnet auf: 84% Trockenſubſtanz, 7,8% Nh, 1,3% F, 34% Nfr— 39% Nährſtoff, darin 2,8% Amid und 12% Rohfaſer. Beim Haferſtroh liegt kein Grund für Abweichungen von der Mittelzahl vor, es enthielte daher 85,6% Trockenſubſtanz, 1,2% Nh, 0,6% F, 38,5% Nfr— 20,2% Nährſtoffe— darin 0,1% Amid, 21,7% Rohfafer. Hiernach lieferten die disponiblen Futtermittel folgende Nähr⸗ ſtoffmengen pro 1000 kg Lebendgewicht und Tag: In Kilogramm Trocken⸗ Verdauliche Nährſtoffe ſubſtanz NA„h F Niür Sa. Amid Rohfaſer 28 kg Rüben 3,08 0,28 0,02 1,94 2,18 0,22 0,15 7„ W.⸗Heu ü 5,95 0,35 0,06 3,08 3,02 0,08 1,12 4,2„Kleeheu= 3,53 0,33 0,05 1,43 1,64 0,12 0,50 5,5„ Haferſtroh— 4,61 0,07 0,03 2,12 1,66— 1,19 Summa: 17,17 1,03 0,16 8,57 8,50 0,42 2,96 Nach den bisherigen Erfahruugen ſpeziell der Sommerfütterung mit reinem Grünfutter bis zur Sättigung der Tiere können wir die Milchergiebigkeit pro Kopf auf 8 kg Milch einer mittleren Zu⸗ ſammenſetzung im Durchſchnitt der Herde veranſchlagen. Dem würde eine Ernährung entſprechen mit 27 kg Trockenſubſtanz, 2,1 kg Nh, 0,4 kg F, 11,5 kg Nfr, 14,6 reſp. 12,8 kg Nährſtoff in Summa. Man erſieht hieraus, daß über 5 kg Nährſtoffe(Roh⸗ faſer= 1) und über 50% der wünſchenswerten Proteinmenge fehlen; das iſt ſehr viel und würde für dieſen Fall beweiſen, daß die wirtſchaftlichen Dispoſitionen wahrſcheinlich ſchlecht getroffen 218 Berechnung von Futterrationen. worden, ſonſt hätte neben dem Rauhfutter mehr von einem leicht⸗ verdaulichen ſog. Hauptfutter produziert werden müſſen. Dieſer Vorwurf wäre hinfällig, wenn z. B. ſicher in der Nähe friſche Biertreber zu beziehen wären. Ein leichter Verſuch zeigt, daß, wenn obiger Ration 30 kg davon zugeführt werden, dieſelbe aus⸗ reichend vervollſtändigt würde. Es kämen nämlich hinzu Trockenſubſt. A„n F Nfr Nährſt. Amid Celluloſe 7.14 1,11 0,42 2,64 4,47 0,03 0,6 In Summa würden verabfolgt 24,31 2,14 0,58 11,21 12,97 0,45 3,56 Trotzdem würde die Fütterung nicht als eine gute zu be⸗ zeichnen ſein. Die verdaulichen ſtickſtofffreien Stoffe beſtehen reichlich aus Celluloſe; im geil gewachſenen Wieſenheu, im etwas ſchwer ge⸗ worbenen Kleeheu ſind auch relativ wenig gute Kohlehydrate, ſog. Hexoſen, anzunehmen und der Zuckergehalt der knappen Rübengabe iſt auch nicht groß. Endlich wirken die Biertreber zwar befördernd auf die Milchproduktion, jedoch weniger günſtig auf den Ernährungs⸗ zuſtand. Es wäre hiernach vorteilhafter, trotzdem damit wahrſcheinlich eine Mehrausgabe verbunden iſt, nur 25 kg Biertreber zu reichen und dafür eine Miſchung von 1 Teil Baumwollſaatmehl mit 3 Teilen grober Weizenkleie in einer Menge von 2 ¼ kg zu geben. In dieſer Miſchung wären enthalten: Trockenſubſt. Nh F Nfr Nährſt. Amid Celluloſe 1.97 0,30 0.117 0,85 1,49 0,07 0,04 die ganze Ration. enthält dann: 24,0 2,34 0,31 11,2 13,0 0,5 3,4 Damit entſpricht die Ration im Fettgehalt zwar nicht ſehr gut der Norm, der Geſamtnährſtoffgehalt iſt jedoch vorhanden und die Gedeihlichkeit vorausſichtlich eine gute. Der freilich nicht unerheb⸗ liche Amidgehalt erſcheint als weniger als den vierten Teil der ver⸗ daulichen ſtickſtoffhaltigen Nährſtoffe ausmachend, noch nicht be⸗ denklich. In der Regel beſteht nun eine Herde von 20 Kühen nicht aus gleich leiſtungsfähigen Exemplaren; ſo wie erheblichere Verſchieden⸗ heiten in der Milchergiebigkeit zu konſtatieren ſind, muß dem Rechnung getragen werden. Dies iſt bei obiger Futtermiſchung ſehr leicht. In dem Gemenge von Baumwollſaatmehl und Weizenkleie iſt ein Nährſtoffverhältnis wie 1:3 enthalten; eine weitere Zulage davon macht die Ration nicht nur nährſtoffreicher, ſondern verengt einen li ſen D lüie ſig ſig, i wieſelbe ue u nid Celule 03 d6 mährunge rſcenich zu wiche t3 Teien In diſe Celluloſ 0,04 unerhe⸗ der ver⸗ nicht be⸗ richt aus rſchieden⸗ nruß dem cung ſc Leizerlei re Zulog n wrxeng Anfänge der Fütterungslehre. 219 auch das Nährſtoffverhältnis, damit iſt eine wünſchenswerte An⸗ paſſung an das Ernährungsbedürfnis der beſſeren Milcher gegeben. Umgekehrt kann man durch Abzug an dieſem Kraftfuttermittel der Futterverſchwendung bei den ſchlechteren Milchern vorbeugen. Je nach der Beſchaffenheit der Einzeltiere und der Sorgfalt, die man dem Dienſtperſonal zumuten kann, teilt man daher die Herde in zwei oder mehr Abteilungen, giebt z. B. im erſteren Fall der ſchlechteren Gruppe nur 1 ¾ kg, der beſſeren 2 ¾ kg Kraftfutter u. ſ. w., immer ſich nach Möglichkeit der Leiſtungsfähigkeit anpaſſend. Eine letzte Erwägung könnte ſich noch darauf richten, ob die bisherigen Beobachtungen uns wirklich richtig über die Milchergiebig⸗ keit der einzelnen Tiere orientiert haben, ob es nicht einige ſog. „futterdankbare“ darunter giebt, die eine beſſere als die bisher be⸗ rechnete Fütterung lohnen würden? Dies kann durch die Bonitur der Milchzeichen unter Berückſichtigung des Laktationsſtadiums eventuell vermutet, aber nur durch den Verſuch bewieſen werden. Freilich gehört dazu Zeit, Mühe und ſorgfältige Beobachtung. Man wähle die geeignet erſcheinenden Tiere aus und lege bei täglichem Probemelken 2—3 kg des Kraftfutters pro 1000 kg Lebendgewicht oder noch beſſer, wenn es ſein kann, eine entſprechende Menge von einem ſog. milchtreibenden Futtermittel zu wie Melaſſe und Palmkernmehl oder eine Portion eingeſauerter Rübenblätter. Die Tiere, welche auf letzteres nicht ordentlich reagieren, verdienen ſicher keine beſſere als die vorher berechnete Ration. In Rückſicht auf die Unſicherheit in der Schätzung der Leiſtungs⸗ fähigkeit der Tiere und auf mancherlei Zufälligkeiten, die ſtörend aber auch fördernd bei der Fütterung der Kühe wirken können, muß es ſtets als das Ideal bezeichnet werden, wenn der Erfolg einer Ration, ſchließlich bei jedem Individuum, fortgeſetzt auf das ge⸗ naueſte kontrolliert wird. Auf vieles Wichtige wird man dann erſt aufmerkſam werden und durch Studium auf Modifikationen der Fütterung kommen, die durch Erſparnis oder Ertragsſteigerung die Rente aus dem Viehſtall heben. über die Entwickelung und den gegenwärtigen Stand der Fütterungslehre. Im Jahre 1842 hat Liebig in ſeiner bekannten Schrift„Die Tier⸗Chemie oder die organiſche Chemie in ihrer Anwendung auf Phyſiologie und Pathologie“ ein klares Bild geliefert von dem ganzen Ernährungsprozeß im tieriſchen Organismus und damit zu⸗ gleich den erſten Grund gelegt zu der jetzigen Ausgeſtaltung der 220 Schlußbetrachtungen. landwirtſchaftlichen Fütterungslehre. Auf Grund von zahlreichen Analyſen, welche er in ſeinem Laboratorium zu Gießen ausführen ließ, ſuchte er die mannigfachen Umſetzungen zu ermitteln, welche die Beſtandteile der aufgenommenen Nahrung im Blut und in den Organen erleiden, bis ſie zuletzt in den Endprodukten des Stoff⸗ wechſels im Harn und Kot oder durch Haut und Lunge den Tier⸗ körper wieder verlaſſen. Die wichtigeren Funktionen der einzelnen Gruppen von Nährſtoffen wurden nachgewieſen und dieſe eingeteilt in Reſpirationsmittel oder wärmeerzeugende Stoffe(ſtickſtofffreie Nährſtoffe, hauptſächlich Kohlehydrate und Fett) und in plaſtiſche, blut⸗ und fleiſcherzeugende Nahrungsbeſtandteile(ſtickſtoffhaltige Nähr⸗ ſtoffe oder Eiweißſubſtanzen). Die letzteren können zwar im Reſpi⸗ rationsprozeß auch die erſteren erſetzen(Fleiſchfreſſer), die erſteren dagegen für die letzteren bei der Bildung der tieriſchen Gewebe und Flüſſigkeiten nicht eintreten. Das Blut, indem es die aus der Nahrung reſorbierte Eiweißſubſtanz allen Teilen des Tierkörpers zu⸗ führt, liefert das Material zur Neubildung der Gewebe, wenn dieſe, nach der damaligen Anſchauung, durch ihre Lebensthätigkeit, infolge der im Innern des Organismus ſtattfindenden Bewegungen oder der nach außen hin ſichtbaren Kraftäußerungen einer raſchen Zer⸗ ſtörung, der„Abnutzung“ unterliegen. Liebig machte ferner zuerſt aufmerkſam auf die Bedeutung ge⸗ wiſſer Mineralſtoffe für die ganze Entwickelung und normale Erhal⸗ tung des tieriſchen Organismus; er lieferte auch überzeugende Be⸗ weiſe für die Thatſache, daß in dem lebenden Tierkörper nicht allein eine Ablagerung der mit der Nahrung aufgenommenen Fettſubſtanz erfolgen kann, ſondern daß unter geeigneten Verhältniſſen auch eine Neubildung von Fett aus anderweitigen Beſtandteilen der Nahrung ſtattfindet. Es erſchien ihm als höchſt wahrſcheinlich, daß das hierzu nötige Material hauptſächlich von den ſtickſtofffreien Nähr⸗ ſtoffen, nämlich von dem Stärkemehl oder Zucker hergegeben werde, ohne jedoch zu leugnen, daß auch aus der Eiweißſubſtanz Fett ent⸗ ſtehen könne und daß dieſelbe jedenfalls bei der Fettbildung, wenn auch mehr indirekt, wichtige Funktionen zu erfüllen habe. Nach dieſer Anſicht waren alſo die Kohlehydrate zugleich wärmeerzeugende und fettbildende Nährſtoffe. Die Verdienſte Liebigs um unſere Wiſſenſchaft waren um ſo größer, als wir ihm auch weſentliche Verbeſſerungen der chemiſch analytiſchen Methoden zu verdanken haben, wodurch es erſt möglich wurde, auf dem Gebiete der Ernährungs⸗Chemie und Phyſiologie umfaſſende Verſuche und Unterſuchungen anzuſtellen und nach allen Richtungen hin zu raſchen Aufſchlüſſen zu gelangen. gult wirt 1844 jitu heſtri Dwa doß Haul Bou Nuth ge den R der einitn lſe engat (ticiuffn pleßtſte galige Rü ar in giiſ⸗ die aiſern Gewebe n die aus d eärpers e ven dis gkeit nihh zungen dde raſchen ger deutung ge male Eih⸗ eugende de rich alln Fettſubſten n auch eil dtelen de einich d eien Nähr⸗ ben werde Fett ent ung, weunt be. Nach erzeugende en un ſt 13 hewiſh ſt möglih phyſiolge nach olln Begründung der Verſuchsſtationen. 221 Neben Liebig und faſt gleichzeitig mit ihm beteiligte ſich Bouſſin⸗ gault erfolgreich an der naturwiſſenſchaftlichen Begründung der Land⸗ wirtſchaft. Er ſtellte die Hauptreſultate ſeiner Forſchungen in ſeinem 1844 veröffentlichten Werke„Die Landwirtſchaft in ihren Be⸗ ziehungen zur Chemie, Phyſik und Meteorologie“ zuſammen. Er beſtritt anfangs mit Dumas die Neubildung von Fett im tieriſchen Organismus; nachdem aber durch direkte Verſuche nachgewieſen war, daß der Tierkörper allerdings dieſe Fähigkeit beſitzt, fand auch er die Hauptquelle für das neugebildete Fett in den Kohlehydraten der Nahrung. Bouſſingault zeigte ferner zuerſt, wie bei den landwirtſchaftlichen Nutztieren die Bilanz zwiſchen Einnahme und Ausgabe ſich geſtaltet. Zu jener Zeit wurde von J. R. Mayer in Heilbronn das Prinzip von der Erhaltung und Unzerſtörbarkeit der Kraft in der Natur nachgewieſen und ſchon damals in ſeinen Beziehungen zum tieriſchen Leben in der Schrift„Die organiſche Bewegung in ihrem Zuſammenhang mit dem Stoffwechſel“(1845) einer näheren Be⸗ trachtung unterworfen,— ein Prinzip, welches lange Zeit faſt un⸗ beachtet blieb, gegenwärtig aber die ganze Naturwiſſenſchaft gleichſam beherrſcht und ſchon zu den wichtigſten Erörterungen und Forſchungen Anlaß gegeben hat. Dieſem allgemeinen Naturgeſetz muß auch eine richtige Theorie der tieriſchen Ernährung bezüglich der Produktion und Verwendung von Wärme und Kraft Rechnung tragen. Die zahlreichen Fütterungsverſuche, welche in England 1848 bis 1850 von Lawes und Gilbert mit Schafen und Schweinen, unter Berückſichtigung des chemiſchen Gehaltes der verabreichten Futtermittel ausgeführt wurden, ließen das Konſumvermögen jener Tiere für die einzelnen Gruppen der Nährſtoffe erkennen und zeigten, mit welchen Futtermiſchungen eine vorzugsweiſe raſche und volle Mäſtung erzielt werden kann. Dieſe Verſuche, namentlich als man ſie ſpäter in Verbindung brachte mit den Reſultaten von chemiſchen Analyſen ganzer Tiere, in deren mageren und gemäſteten Zuſtande, ſchienen die Bildung von Fett aus Kohlehydraten im Tierkörper aufs neue zu beſtätigen. In Deutſchland verdanken wir wohl die erſten, längere Zeit hindurch konſequent fortgeſetzten Reihen von Fütterungsverſuchen v. Weckherlin in Hohenheim(1844 und 1845). Sie betrafen zu⸗ nächſt die Ausnutzung des Futters durch verſchiedene Raſſen von Rindvieh, konnten aber nur ein rein praktiſches Intereſſe gewähren, da außer den Wägungen des Futters und der lebenden Tiere keine anderen Momente für die Erzielung allgemein wichtiger Reſultate in Betracht gezogen wurden. Von größerer Bedeutung waren die Eldena'ſchen Verſuche von Haubner und Rohde mit Schafen(1847 222 Schlußbetrachtungen. und 1848), obgleich ebenfalls ohne weſentliche Beihilfe der chemiſchen Analyſe des Futters ausgeführt, hauptſächlich wegen der wiſſenſchaft⸗ lichen Erörterungen, welche an dieſelben von Haubner angeknüpft wurden. Überhaupt hat Haubner ſich große Verdienſte erworben um die Begründung eines rationellen Fütterungsweſens in der Land⸗ wirtſchaft und um die Verbreitung wiſſenſchaftlicher Kenntniſſe im Gebiete der tieriſchen Ernährung; er befreite die Lehre der„Ge⸗ ſundheitspflege der landwirtſchaftlichen Hausſäugetiere“(in erſter Auflage 1845 erſchienen) von dem veralteten Beiwerk früherer Zeiten und brachte jene Lehre in Einklang mit den Fortſchritten der Chemie und Phyſiologie. Mit dem Anfang des Jahres 1851 wurde die erſte land⸗ wirtſchaftlich⸗chemiſche Verſuchsſtation in Deutſchland auf Anregung Stöckhardts, ſowie der beiden um das Emporblühen der ſächſiſchen Landwirtſchaft hochverdienten Männer, W. Cruſius und Th. Reuning, auf dem Gute der Leipziger ökonomiſchen Societät in Möckern begründet und die Leitung dieſer Anſtalt dem Verfaſſer der vorliegenden Schrift übertragen. In den drei Jahren ſeiner dortigen Thätigkeit(1851— 1854) hat Wolff verſchiedene Fütterungs⸗ verſuche, teils mit Schafen, teils mit Milchkühen ausgeführt, bei welchen letzteren ſowohl die chemiſche Zuſammenſetzung der Futter⸗ mittel, wie auch die Quantität und Qualität der produzierten Milch Berückſichtigung fand und ſomit die Wirkung der Futtermittel bezüg⸗ lich ihres Nährſtoffgehaltes einer vergleichenden Betrachtung unter⸗ worfen werden konnte. In ähnlicher Weiſe wurden ſpäter von ſeinen Nachfolgern in Möckern, von Ritthauſen zuerſt und dann von Knop über die Milchproduktion und über die Aufzucht von Rindvieh Ver⸗ ſuche angeſtellt, während von 1867 bis 1892 G. Kühn daſelbſt in ſtreng wiſſenſchaftlichen, den Anforderungen der Gegenwart ent⸗ ſprechenden Verſuchen über die Verdaulichkeit des Futters und deſſen Einfluß auf die Menge und Beſchaffenheit der Milch eine hervor⸗ ragende Thätigkeit entwickelte. Die Verſuchsſtation Möckern war die erſte jener im Intereſſe der Landwirtſchaft wirkenden Anſtalten, welche bald Anklang und Verbreitung fanden, ſo daß nach und nach dieſe Forſchungsinſtitute in großer Zahl nicht nur in Deutſchland, ſondern auch in ähnlicher Weiſe im Ausland errichtet wurden und die mannigfachſten Fragen der Fütterungslehre in den Kreis ihrer Arbeiten zogen. In den„Wanderverſammlungen der Agrikulturchemiker ſeit 1863, ſpäter in den Verſammlungen des„Verbandes der Verſuchs⸗ ſtationen Deutſchlands“ ſeit 1888 wurden Pläne zu Fütterungsver⸗ ſuchen vor allem aber einheitliche Methoden der Unterſuchung von der tenit t wiſente er üngehif Arborten in der lu kenntiſſen re de, “(i mn dett füin rſchriten a eiſte land ſſchend un orhlähen de Crufius w Soceeit i mn Krriſe ühren ſeie Fütenng⸗ gefüht, bi der Juter. teren Nic ditel bezi⸗ tung unter von ſeinen von Kch dvieh Ver⸗ daſelbſt in wart ent ind deſſen e hervor⸗ Intereſſe klang und gsinſtittt ähnliher en Fragen miker ſet Verſuch⸗ erungsvel⸗ hung von Thätigkeit der Verſuchsſtationen. 223 Futtermitteln ſeſtgeſtellt. Im Anſchluß hieran unternahm es Wolff, die große Menge der überall in Schriften und Abhandlungen zer⸗ ſtreuten Futter⸗ und Aſchenanalyſen unter gemeinſchaftliche Geſichts⸗ punkte zuſammenzufaſſen und daraus allgemein annehmbare Normal⸗ und Mittelzahlen abzuleiten. Er veröffentlichte im Jahr 1865 über „Die mittlere Zuſammenſetzung der Aſche der land⸗ und forſtwirt⸗ ſchaftlich wichtigen Stoffe“ eine kleine Schrift und ließ derſelben ſpäter ein ausführlicheres Werk folgen:„Aſchenanalyſen von land⸗ wirtſchaftlichen Produkten, Fabrik-Abfällen und wildwachſenden Pflanzen“, einheitlich berechnet und ſyſtematiſch geordnet, nebſt Notizen über das unterſuchte Material und verſchiedenen Überſichts⸗Tabellen, Berlin 1871; ferner zweiter Teil(1880), die Unterſuchungen aus den Jahren 1870 bis 1880 enthaltend, nebſt neuen Üüberſichts⸗ Tabellen. Sehr ausführlich ſind auch die Futtermittel und menſch⸗ lichen Nahrungsmittel nach vorliegenden Analyſen bearbeitet worden in den Werken:„Zuſammenſetzung und Verdaulichkeit der Futter⸗ mittel, nach vorhandenen Analyſen und Unterſuchungen zuſammen⸗ geſtellt von Th. Dietrich und J. König(Berlin 1891) und ferner: „Die menſchlichen Nahrungs⸗ und Genußmittel“, ihre Herſtellung, Zuſammenſetzung und Beſchaffenheit, ihre Verfälſchungen und deren Nachweis, mit einer Einleitung über die Ernährungslehre, von J. König(Berlin 1880; 3. Aufl. 1893). Außerdem hat Wolff ein größeres Werk herausgegeben:„Die Ernährung der landwirtſchaftlichen Nutztiere. Kritiſche Zuſammenſtellung der in neuerer Zeit, durch tierphyſiologiſche Verſuche erlangten Reſultate in ihrer Bedeutung für die Aufgabe der landwirtſchaftlichen Tierhaltung“. Berlin 1876. Es iſt gewiß, daß derartige Ausarbeitungen für Wiſſenſchaft und Praxis ein großes Intereſſe haben, indem ſie die nötigen und allein zuverläſſigen Unterlagen für landwirtſchaftliche Berechnungen der ver⸗ ſchiedenſten Art gewähren, und zugleich die Richtung und Größe der Schwankungen in der Zuſammenſetzung der betreffenden Stoffe, ſowie vielfach auch die Urſachen dieſer Schwankungen klar erkennen laſſen. Die Hauptthätigkeit der Verſuchsſtationen im Gebiete der Fütterungslehre beginnt mit dem Jahre 1860. Freilich ſtammt aus der Zeit von 1850 bis 1860 eine große Anzahl von Fütterungs⸗ verſuchen, welche in England, Frankreich und Deutſchland meiſtens von intelligenten Landwirten ausgeführt wurden, bei denen aber nur das Lebendgewicht der Tiere und die Menge des Futters, ſelten auch die chemiſche Beſchaffenheit des letzteren Beachtung fand. Die ſämtlichen Ergebniſſe dieſer Verſuche und Unterſuchungen findet man zuſammengeſtellt und erörtert in Wolff's 1861 in Stuttgart ver⸗ 224 Schlußbetrachtungen. öffentlichten Ausarbeitung„Die landwirtſchaftliche Fütterungslehre und die Theorie der menſchlichen Ernährung“, und ebenſo in dem kurz vorher erſchienenen Werke Grouven's:„Vorträge über Agri⸗ kultur⸗Chemie mit beſonderer Rückſicht auf Tier⸗Phyſiologie. Köln 1860.“ Nach dieſen Werken begann eine Epoche, in welcher unſere Wiſſenſchaft ihre feſteren Grundlagen erhielt und in völlig neuer Ge⸗ ſtaltung raſch bis zu ihrem gegenwärtigen Standpunkte ſich heran⸗ bildete. Das Jahr 1860 muß man als den Beginn einer neuen Epoche der Fütterungslehre bezeichnen, zunächſt aus dem Grunde, weil in dieſem Jahr die berühmten Werke der beiden Münchener Phyſiologen erſchienen:„Die Geſetze der Ernährung des Fleiſch⸗ freſſers, durch neue Unterſuchungen feſtgeſtellt von Th. L. W. Biſchoff und Karl Voit“ und als Fortſetzung und Ergänzung:„Unter⸗ ſuchungen über den Einfluß des Kochſalzes, des Kaffes und der Muskelbewegungen auf den Stoffwechſel“ von K. Voit. In dieſen Schriften war zum erſtenmal als unzweifelhaft nachgewieſen, daß man unter gewiſſen Umſtänden den ſämtlichen Stickſtoff der Nahrung im Harn und Kot der Tiere wieder vorfindet und daß man in dem Stickſtoff des Harnes einen ſicheren Maßſtab hat für die Art und Höhe des Eiweiß⸗Umſatzes im tieriſchen Organismus, es war eine zuverläſſige Methode gefunden, nach welcher die„Geſetze der Fleiſchbildung“ erforſcht werden konnten. Außerdem gelangte man zu Aufſchlüſſen über die„Geſetze der Fettbildung“ und ſomit über den ganzen Verlauf des tieriſchen Ernährungsprozeſſes, nachdem Pettenkofer in München, ebenfalls zu Anfang der bezeichneten Epoche, auf höchſt ſinnreiche Weiſe einen Apparat konſtruiert hatte, in welchen Menſchen und Tiere beliebig lange Zeit unter ganz normalen Ver⸗ hältniſſen fich aufhalten können und der zugleich geſtattet, neben den „ſenſiblen“ Ausſcheidungen auch die ſämtlichen Reſpirationsprodukte auf das genaueſte zu beſtimmen. Zwar hatten ſchon früher Bidder und Schmidt(„Die Verdauungs⸗ ſäfte und der Stoffwechſel, Dorpat 1852“) in Verſuchen mit Katzen beobachtet, daß der ſämtliche Stickſtoff der Nahrung im Harn und Kot der Tiere wieder erſcheint, ohne jedoch dieſe vereinzelte That⸗ ſache weiter zu verfolgen nnd für die Erforſchung der allgemeinen Geſetze des Eiweiß⸗Umſatzes zu benutzen. Alle anderen Forſcher, wie Bouſſingault, Barral, Reiſet u. a., hatten bis dahin ein be⸗ deutendes Stickſtoff⸗Defizit, oft von 25 bis 50% gefunden, welches ſie in der Form von Ammoniak oder von freiem Stickſtoffgas durch Lunge und Haut aus dem Körper austreten ließen, und als auch Biſchoff in ſeinen älteren Verſuchen(ſ.„Der Harnſtoff als Maß ds vechſ oder b Siicſ eper 6 da für d erkan en be Heit füchr fimll eiſce gezw Tere Pette daue N. fenen loſſe ſit hauy velch Ermi nume felbe dieſe de Kör de dnc iler d de ſn ſer neuen n Grude Münchene es Jeeſc⸗ à Fichef :„Uutr M und dr In dieſs teſen, dij rNabrunj man in die Ar mmus, 6 „Geſete gelongt id ſomi „nachden en Epoche n welchen len Ler⸗ reben den yrodukte dauunge⸗ it Katzen Harn und te War lgemeinen Forſcher ein be⸗ t welche gos durh dis uuc als Mij Die Entwickelungsſtufen der Fütterungslehre. 225 des Stoffwechſels, 1852“*) beim Hund einen Stickſtoffverluſt von wechſelnder Größe beobachtete, ſo glaubte man damals allgemein, daß der beim Zerfall der Eiweißſubſtanz im Tierkörper ſich abſcheidende Stickſtoff außer mit dem Harn, noch auf anderen, bisher aber nicht experimentell ermittelten Wegen den Organismus verlaſſe und daß es daher ein vergebliches Bemühen ſei, den Harnſtickſtoff als Maß für die Höhe des Eiweiß⸗Umſatzes benutzen zu wollen. Voit aber erkannte die Urſachen, weshalb in den früheren Verſuchen ſo häufig ein beträchtliches Stickſtoff⸗Defizit ſich ergeben hatte, und von dieſer Zeit an verdienen zunächſt nur diejenigen Verſuche und Unter⸗ ſuchungen über den tieriſchen Stoffwechſel Beachtung, bei denen der ſämtliche Stickſtoff der Nahrung in den ſenſiblen Ausſcheidungen erſcheint, oder der etwa vorhandene überſchuß und Verluſt in un— gezwungener Weiſe durch Veränderungen im Ernährungszuſtand des Tieres ſich erklären läßt. In unermüdlicher Thätigkeit hat Voit, in Verbindung mit Pettenkofer und einigen jüngeren Phyſiologen(E. Biſchoff, Joſ. Bauer, L. Riederer, F. Hofmann, J. Forſter, E. Voit, L. Feder, M. Rubner, Tappeiner u. a.) ſeine Unterſuchungen fortgeſetzt und jenen erſten epochemachenden Schriften zahlreiche Abhandlungen folgen laſſen, anfangs in den Liebig'ſchen Annalen der Chemie, ſpäter ſeit 1865 in der Münchener„Zeitſchrift für Biologie“, Es ſind hauptſächlich die Reſultate dieſer mühſamen und umfaſſenden Arbeiten, welche uns eine tiefe Einſicht in den ganzeu Verlauf des tieriſchen Ernährungsprozeſſes verſchafft haben; es war meine Aufgabe, namentlich in dem erſten Abſchnitt der vorliegenden Schrift, die⸗ ſelben zu einem möglichſt anſchaulichen Bild zuſammenzuſtellen. Zu dieſen Arbeiten der Münchener phyſiologiſchen Schule gehören u. a. die intereſſanten Verſuche von Max Rubner über den Einfluß der Körpergröße auf Stoff⸗ und Kraftwechſel, ſowie namentlich über die Vertretungswerte der Nahrungsſtoffe im Tierkörper, über deren dynamiſche Aquivalente. Das Jahr 1860 iſt um ſo mehr als der Beginn einer neuen Entwickelungsperiode der landwirtſchaftlichen Fütterungslehre anzu⸗ ſehen, als in dieſem Jahr, faſt gleichzeitig mit den oben erwähnten Schriften von Biſchoff und Voit, auch das erſte Heft der„Beiträge zur Begründung einer rationellen Fütterung der Wiederkäuer“ von Henneberg und Stohmann veröffentlicht wurde. In zahlreichen Ver⸗ ſuchen hatte man an pflanzenfreſſenden Tieren zum erſtenmal unter Beachtung aller Vorſichtsmaßregeln die Quantität und die chemiſche Zuſammenſetzung der flüſſigen und feſten Exkremente genau ermittelt. Dieſe Verſuche verbreiteten ein helles Licht über den Nährſtoffbedarf Wolff, Fütterungslehre. 7. Auflage. 15 226 Schlußbetrachtungen. volljähriger Ochſen, zunächſt bei deren Erhaltungsfütterung und zeigten überhaupt den Weg, welchen man einſchlagen mußte, um die wichtigſten Fragen im Gebiete des landwirtſchaftlichen Fütterungs⸗ weſens ihrer Löſung entgegenzuführen. Eine weſentliche Ergänzung und Erweiterung erhielten dieſe Verſuche in dem zweiten Heft der „Beiträge“ 1863/64, in welchem die Verdaulichkeit des Rauh⸗ futters, ohne und mit Beigabe von anderem Futter, auf experi⸗ menteller Baſis nach allen Richtungen hin erörtert wurde und zu⸗ gleich die von Voit ermittelten Geſetze der Fleiſchbildung auch für den Pflanzenfreſſer ihre Beſtätigung fanden. Henneberg vervoll⸗ ſtändigte ferner die Methoden der chemiſchen Analyſe von Futter⸗ mitteln und gab den löslichen ſtickſtofffreien Beſtandteilen die jetzt allgemein angenommene Bezeichnung„ſtickſtofffreie Extraktſtoffe“, der Holzfaſer den Namen„Rohfaſer“; in ähnlicher Weiſe ſind auch „Rohprotein“ und„Rohfett“ als Beſtandteile der Rauhfutterarten aufzuführen, da immer nur eine gewiſſe Menge der chemiſch er⸗ mittelten Proteinſubſtanz und der Fettſtoffe(des Atherextraktes) als verdaulich und alſo als eigentlicher Nährſtoff betrachtet werden kann. In gleicher Richtung wurden die Forſchungen auf der Ver⸗ ſuchsſtation Weende, ſpäter in Göttingen, ſowie an anderen Verſuchs⸗ ſtationen mit großem Eifer bis in die neueſte Zeit fortgeſetzt. Die Zahl der ſog. Ausnutzungs⸗ oder Verdauungsverſuche iſt bereits eine ſehr große; allein in Hohenheim wurden von 1866 bis 1893 im ganzen etwa 800 Einzelverſuche über die Verdaulichkeit der ver⸗ ſchiedenſten Futterarten und Futtermiſchungen mit Hammeln, Schweinen und Pferden ausgeführt. Insbeſondere ſind die Pferde⸗Fütterungs⸗ verſuche ſeit 1876 eine Spezialität der Verſuchsſtation Hohenheim und in ihren Reſultaten um ſo intereſſanter, als ſie vielfach gleich⸗ zeitig und vergleichend mit Hammeln, alſo Wiederkäuern zur Aus⸗ führung gelangten. Unter ſolchen Umſtänden iſt es begreiflich, daß die Lehre von der Verdaulichkeit des Futters, deren Anfang erſt aus dem Jahre 1860 datiert, ſchon jetzt eine nicht unbedeutende Ent⸗ wickelungsſtufe erreicht hat. Auch nach anderen Richtungen hin haben wir den erfolgreichen Arbeiten der landwirtſchaftlichen Verſuchsſtationen vielfache Aufklärung zu verdanken. Unſere Anſchauungen über Fett⸗ und Kraftproduktion im Tierkörper ſind berichtigt und erweitert worden; ich erinnere in dieſer Hinſicht namentlich an die unter Hennebergs Leitung in Göttingen von Kern und Wattenberg ausgeführten Verſuche „Über den Verlauf und die Zuſammenſetzung der Körpergewichts⸗ zunahme bei der Aufzucht und Mäſtung von Hammel⸗Lämmern“, ſowie an die Unterſuchungen von O. Kellner in Hohenheim„über einige Bezi Ougc ſchle Forſ Fütt „Lar duch reüt Nerſ endli Sor Tch bei fewie 1„ Seid gani Nat eine Ami ermi vile mch s Mär land Men und Unte nan ungüüttn den mijt tlchen It ſetice a n wiin ichkeit d dutte af tt vnn thidmn a dennätn n nſe m dondtil Ervir. „Waſe. er Ruſiter e der tai Aüberewie. ohtet vah gen uj h. andern b it frtyin. ihe in bent 366 b li annen Ete Pfereedirm ſrtimn där ſe vehd erleen x ds begrint r Aufen d anbederd dr erlgrt elute uiie d Knitne den; ih M nncbaßß de⸗ führen br⸗ Frvaxes unelCnmr hein jibera Die Entwickelungsſtufen der Fütterungslehre. 227 Beziehungen zwiſchen Muskelthätigkeit und Stoffzerfall im tieriſchen Organismus“(Pferd). Bezüglich der Leiſtungsfähigkeit des Pferdes ſchließen ſich neuere, auf der Verſuchsſtation Hohenheim erzielte Forſchungsreſultate(ſ. E. Wolff„Grundlagen für die rationelle Fütterung des Pferdes“, Berlin 1885 u.„Neue Beiträge“ in Thiels „Landw. Jahrbüchern“ Bd. XVI, Supplement III, 1897), ſowie auch die in Paris ſeit 1880 von L. Grandeau und A. Leclerc aus⸗ geführten exakten Pferde⸗Fütterungsverſuche. Es ſind ferner die Verſuche zu erwähnen, welche die Fettbildung aus Kohlehydraten endlich mit aller Beſtimmtheit nachgewieſen haben, nämlich von Soxhlet auf der landwirtſchaftlichen Verſuchsſtation in München, von Tſchirwinsky in Moskau, von Meiſſl und Stromer in Wien, ſämtlich bei Schweinen, außerdem von B. Schulze und Weiske in Proskau, ſowie von Chaniewsky in Riga bei Gänſen, von Erlenmeyer und v. Planta bei Bienen, endlich von O. Kellner in Tokio(Japan) bei Seidenraupen. Ebenſo hat die Futteranalyſe mit Bezug auf die or⸗ ganiſchen Stickſtoffverbindungen eiweißartiger und nicht eiweißartiger Natur eine entſprechende Ausbildung erhalten. Seitdem R. Sachße eine leicht ausführbare Methode zur quantitativen Beſtimmung der Amidkörper, zunächſt des Aſparagins in keimenden Samenkörnern ermittelte, ſind ſolche Körper in oft überraſchend großer Menge in vielen, auch als Futtermittel wichtigen Pflanzen und Pflanzenteilen nachgewieſen worden, zuerſt in den Futterrüben und Kartoffeln von E. Schulze in Gemeinſchaft mit Urich und Barbieri, ſpäter auch von Märcker, Kreusler u. a. Eine noch größere Bedeutung für das landwirtſchaftliche Fütterungsweſen hatte die Entdeckung beträchtlicher Mengen von nicht eiweißartigen Stickſtoffverbindungen in allen Heu⸗ und Grünfutterarten von O. Kellner, welcher hierüber zahlreiche Unterſuchungen ausführte. Endlich iſt noch darauf hinzuweiſen, daß man nach Stutzer in Bonn die Futtermittel einer künſtlichen Ver⸗ dauung unterwerfen und auf dieſe Weiſe auch ohne Beihilfe von direkten Fütterungsverſuchen über die Verdaulichkeit namentlich der Proteinſtoffe Aufklärung, ſomit einen wichtigen Anhalt zur raſchen Beurteilung der Güte und Nährkraft des Futters ſich verſchaffen kann. Das Hauptſtreben der ganzen Fütterungslehre iſt darauf ge⸗ richtet, für die in der rationellen Praxis erforderlichen Futter⸗ berechnungen möglichſt zuverläſſige Unterlagen und Anhaltpunkte zu ſchaffen. Die Methode daher, nach welcher man zu verſchiedenen Zeiten derartige Berechnungen vorgenommen hat, giebt uns gleichſam eine Vorſtellung von der jedesmaligen Entwickelungsſtufe unſerer Wiſſenſchaft. Seit Thaer haben die ſog. Heuwerte faſt ein halbes Jahr⸗ hundert hindurch in der deutſchen Landwirtſchaft eine große Rolle 15* 228 Schlußbetrachtungen. geſpielt. Urſprünglich beruhten dieſelben auf den chemiſchen Unter⸗ ſuchungen, welche Einhof in Möglin ausgeführt hatte, indem er die Futtermittel auf ihren Gehalt an in Waſſer, Alkohol, verdünnten Säuren und Alkalien löslichen Beſtandteilen prüfte. Die damals bekannten wenigen Fütterungsverſuche, namentlich mit Maſttieren, ſowie die etwas ſpäteren Verſuche von Block in Schierau ſchienen den Landwirten in genügender Übereinſtimmung ſich zu befinden mit dem von Einhof ermittelten Nährſtoffgehalt der Futterarten. Da aber die Zahl der genaueren Fütterungsverſuche bis zum Jahr 1840 eine überaus geringe blieb und die Methode der Futteranalyſe nicht weſentlich verbeſſert wurde, ſo konnte auch von einer etwaigen weiteren Begründung der Heuwerte nicht die Rede ſein; vielmehr geriet ihre urſprünglich chemiſche Baſis in Vergeſſenheit, und faſt jeder landwirtſchaftlicher Schriftſteller glaubte ſich berufen, die be⸗ treffenden Zahlen nach eigenen allgemeinen Erfahrungen oder ganz nach Gutdünken zu modifizieren und in dieſer veränderten Form ſeinen Berechnungen über Fütterungsweſen, Düngerproduktion ꝛc. zu Grunde zu legen. Es entſtand ſo eine große Unſicherheit und Ver⸗ wirrung, welche einer rationellen Fütterung der Tiere eher nachteilig als förderlich ſein mußte. Nachdem Liebig die Hauptfunktionen der ſtickſtoffhaltigen und ſtickſtofffreien Nahrungsbeſtandteile erkannt und auf die Bedeutung des Mengenverhältniſſes der beiderſeitigen Nährſtoffgruppen hin⸗ gewieſen hatte, wurde auch der chemiſchen Unterſuchung des in der Landwirtſchaft benutzten Futters größere Aufmerkſamkeit gewidmet. Bei der großen Wichtigkeit des Eiweißes für den Erſatz der durch den Stoffwechſel im Tierkörper zerſtörten Maſſe und im Hinblick darauf, daß die ſtickſtofffreien Nährſtoffe in den gewöhnlichen Futter⸗ mitteln der Grasfreſſer in großer Menge, anſcheinend im Überſchuß vorhanden zu ſein pflegen, glaubte Bouſſingault die Nahrungsäqui⸗ valente oder Heuwerte des Futters ausſchließlich nach deſſen Stick⸗ ſtoffgehalt berechnen zu können. Man erkannte aber bald, daß die betreffenden Nährſtoffäquivalente bei vielen Futtermitteln, namentlich den ſtickſtoffärmeren, wie bei den Rüben, Kartoffeln und den Körnern der Cerealien, gegenüber den Hülſenfrüchten und Olkuchen zu niedrig ausfielen, und Bouſſigault machte daher den Vorſchlag, neben dem Stickſtoff noch entſprechende Mengen von Stroh in Rechnung zu bringen und auf ſolche Weiſe das Aquivalent für 100 kg Wieſenheu bezüglich der einzelnen Futtermittel zu ergänzen,— eine Rechnungs⸗ weiſe, welche jedoch nirgends Eingang in die Praxis ſich verſchaffte. Die Verſuche, welche Wolff 1851 bis 1854 auf der in Möckern errichteten Verſuchsſtation ausführte, lieferten aufs neue den Beweis ——õ——— — ᷣ— d be abſolut notwen lleihze pcgen! fellſt Tere, ortof gwjem deren dnol den R nenge nittel von d ſonden nu ſooffre ſichb und doß zu b0 Rohſ ſchein Ferne 1863 der; desſe gegen Erte orger Nact nan nitte geber ſte Rei nor Get hind A h ni Na Sten n c zu bena duternn d zun Ja Jutrennie n einer e de ſän, a eſenhet wi j berra n. rungn. derindern erproduüint icerhet m er ehet et houtit er L mdi hi wührüih 2 end in lrt ie Nurni not dir a er bid d itteln vanat und w luben u n dog niar in Retunn; 0h E Biin eine ütm. s fth nien fdr u lu⸗ eue dn de Die Entwickelungsſtufen der Fütterungslehre. 229 daß bei der Beurteilung des Nährwertes der Futtermittel neben dem abſoluten Gehalt an ſtickſtofffreien und ſtickſtoffhaltigen Beſtandteilen notwendig auch deren größere oder geringere Verdaulichkeit und gleichzeitig der verſchiedene Zweck der Fütterung in Betracht ge⸗ zogen werden muß. Das Rauhfutter(Heu, Stroh und Spreu) äußert, ſelbſt bei gleichem Stickſtoffgehalt, in der Produktionsfütterung der Tiere, einen weit geringeren Nähreffekt als die Trockenſubſtanz der Kartoffeln, Rüben und Körner. Der Unterſchied in der chemiſchen Zuſammenſetzung der beiderſeitigen Futtermittel beruht zunächſt auf deren ſehr ungleichem Gehalt an Rohfaſer, welche Subſtanz man damals als ganz unverdaulich anſah, für den Pflanzenfreſſer wie für den Fleiſchfreffer. Es lag daher der Gedanke nahe, die Rohfaſer⸗ menge als einen Maßſtab für die Verdaulichkeit der einzelnen Futter⸗ mittel zu benutzen, in der Weiſe, daß nicht allein die Rohfaſer ſelbſt von der geſamten organiſchen Subſtanz in Abzug zu bringen ſei, ſondern daß deren Gegenwart auch die Verdauung einer ent⸗ ſprechenden Menge der eigentlichen Nährſtoffe verhindere, der ſtick⸗ ſtofffreien ſowohl als der ſtickſtoffhaltigen. Die Annahme der völligen Unverdaulichkeit der Rohfaſer erwies ſich bald als eine unrichtige; aus den Verſuchen, zuerſt von Haubner und Sußdorf, ſodann von Ritthauſen, Stöckhardt u. a. ergab ſich, daß von den wiederkäuenden Tieren ein ſehr bedeutender Teil, bis zu 50 und unter Umſtänden ſogar 70% der im Futter aufgenommenen Rohfaſer nicht mit dem Darmkot wieder ausgeſchieden, ſondern an⸗ ſcheinend verdaut und aus dem Verdauungskanal reſorbiert wird. Ferner zeigten die von Henneberg und von Stohmann 1860 bis 1863 veröffentlichen Verſuche mit volljährigen Ochſen, daß zwar von der Proteinſubſtanz des Futters eine wechſelnde, dem Rohfaſergehalt desſelben oft ziemlich entſprechende Menge unverdaut bleibt, daß da⸗ gegen die durch die chemiſche Analyſe ermittelten ſog. ſtickſtofffreien Extraktſtoffe die Geſamtmenge der wirklich verdauten ſtickſtofffreien organiſchen Subſtanz des Rauhfutters annähernd repräſentieren. Nach den Ergebniſſen der erwähnten und weiteren Verſuche muß man die Idee, den geſamten Nahrungswert der einzelnen Futter⸗ mittel in einigermaßen feſtſtehenden Zahlen auszudrücken, ganz auf⸗ geben. Das Hauptgewicht bei der rationellen Ernährung der Tiere iſt auf die für jeden beſonderen Nutzungszweck derſelben nach den Reſultaten exakt ausgeführter Verſuche feſtzuſtellenden Fütterungs⸗ normen zu legen. In den Fütterungsnormen, welche zuerſt von Grouven für den Gebrauch in der Praxis berechnet wurden, hat man längere Zeit hindurch als ſog. Nährſtoffe das Rohprotein und die ſtickſtoff⸗ 230 Schlußbetrachtungen. freien Extraktſtoffe inkl. Rohfett, oft auch das letztere für ſich beſonders aufgeführt. Es erklärt ſich dies aus dem Umſtand, daß die Fütterungsnormen zuerſt zu einer Zeit in Vorſchlag gebracht wurden, wo man von der Verdaulichkeit des Futters der landwirt⸗ ſchaftlichen Tiere noch keine genügende Vorſtellung hatte. Die be⸗ treffenden Zahlen fanden überall in der Praxis Anklang und raſche Verbreitung und wurden auch ſpäter noch beibehalten, ungeachtet wir durch die von Henneberg und Stohmann erlangten Verſuchsreſultate, ſowie durch ſpätere Forſchungen über den Nährſtoffgehalt der Futter⸗ mittel zu ganz anderen und richtigeren Anſichten gelangen. Man ſcheute ſich, ſobald wieder weſentliche Veränderungen der Zahlen⸗ verhältniſſe in den Fütterungsnormen vorzunehmen oder wollte zu dieſem Behufe erſt weitere Aufklärungen durch fortgeſetzte tierphyſio⸗ logiſche Verſuche abwarten. Wolff erachte es aber für notwendig, ohne Bedenken in der angedeuteten Richtung vorzugehen und hat daher in der vorliegenden Schrift, ſchon bei der erſten Ausgabe derſelben im Jahr 1874, alle Erörterungen und Berechnungen auf die verdauliche Futterſubſtanz, auf den wirklichen Nähr⸗ ſtoffgehalt der Futtermittel baſiert. In den Tabellen über Futtermittel und Fütterungsnormen ſind überall die aus den Reſultaten direkter Fütterungsverſuche ab⸗ geleiteten Koöffizienten für die Feſtſtellung der als Nährſtoffe an⸗ zuſehenden Futterbeſtandteile benutzt worden. Freilich konnte man dabei bezüglich vieler Futtermittel, über welche noch keine direkten Verſuchsreſultate vorhanden ſind, nur durch ſorgfältige Vergleichung und Abwägung aller Verhältniſſe zu vorläufig annehmbaren Zahlen gelangen. Es liegt in der Natur der Sache, daß immer nur mehr oder weniger richtige Zahlen ſich ergeben, und wenn auch zu den jetzt ſchon ausgeführten Einzelverſuchen über die Verdaulichkeit des Futters ein weiteres Tauſend hinzukommt, ſo wird immer noch vieles zu erforſchen übrig bleiben. Ein Hauptverdienſt Wolffs iſt, daß in dieſer Hinſicht ein Anfang gemacht, eine Grundlage gegeben wurde, welche in Zukunft, ohne daß gewaltſame Veränderungen vorzunehmen ſind, immer mehr ſich befeſtigen und erweitern läßt. Solches hat in neuerer Zeit mit Bezug auf die verdauliche Eiweißſubſtanz durch die Auffindung von Amidkörpern, überhaupt von organiſchen Stick⸗ ſtoffverbindungen nicht eiweißartiger Natur in vielen Futtermitteln als notwendig ſich ergeben, obgleich es nicht möglich iſt, darauf ſchon jetzt bei Futterberechnungen in jeder Hinſicht genügende Rück⸗ ſicht zu nehmen. Die Rechnung mit den Rohnährſtoffen des Futters konnte höchſtens eine Zeitlang als Notbehelf dienen und mußte das Be⸗ kitee i 1 Unim ittg n à dr lud hatte lng jungendt ejühnt hat wr elmmge n en de ih oder uule jezte engf fir ume gehen wi erien Aun erehnnhn e klichen zir tterungeunre maerjute Nühritfe ich bmkn h beir dnie g Pepjäde mbarn t nmer nu n n auch un rdaudihttd ner vit ni Ifs it din gegeber un n vorzur Salte gitirn ut zauiſen 39 Furkerrtt ih it urr enügend N Jeters uüte d 3 Die Entwickelungsſtufen der Fütterungslehre. 231 ſtreben erwecken, ſobald wie möglich etwas Beſſeres, wenn auch an ſich noch Unvollkommenes an deren Stelle zu ſetzen. Die darauf baſierten Fütterungsnormen führten zu Futtermiſchungen von ganz verſchiedenem Nährſtoffgehalt, je nachdem mehr oder weniger Rauh⸗ futter oder leichter verdauliches Futter in die betreffende Miſchung aufgenommen worden war. Dieſe Unſicherheit fällt großenteils weg, wenn man nur die wirklichen Nährſtoffe bei den Fütterungsnormen und allen Futterberechnungen in Anſatz bringt und außerdem noch die Geſamtmenge der Trockenſubſtanz oder der organiſchen Subſtanz be⸗ rückſichtigt. Indem man den Nährſtoffbedarf und das Nährſtoffverhältnis für die verſchiedenen Zwecke der landwirtſchaftlichen Tierhaltung mit verdaulichen Futterbeſtandteilen normiert, gelangt man zu einer ſchärferen Charakteriſtik der einzelnen Futtermittel, werden die von den Phyſiologen zunächſt am Fleiſchfreſſer erforſchten Geſetze der Fleiſch⸗ und Fettbildung in ihrer Giltigkeit auch für den Pflanzen⸗ freſſer leicht verſtändlich, gewinnen überhaupt die Grundlagen der ganzen Fütterungslehre weſentlich an Klarheit. Was endlich die neueſte Phaſe in der Entwickelung der Fütte⸗ rungslehre betrifft, die Erforſchung und Nutzbarmachung der Energie⸗ verwertung im tieriſchen Organismus, ſo iſt von ihr in Rückſicht auf den für dieſe Schrift begrenzten Raum bereits in dem Kapitel über den Kraftwechſel genügend ausführlich die Rede geweſen. Daher ſei hier nur nochmals darauf hingewieſen, daß zwar noch eine große Reihe von Fragen über die Energieverwertung der endgiltigen Löſung durch experimentell erbrachte Beweiſe harrt; aber das bereits als geſicherte Erkenntnis Erworbene iſt von ſo großer Bedeutung, daß wir ihm einen weſentlichen Einfluß auf die ganze Ausgeſtaltung unſerer Ernährungsprinzipien einräumen müſſen und dabei in vielen Fällen zu klareren Anſchauungen über die Wirkung verſchiedener Futtermittel, ſowie über das Ernährungsbedürfnis der Tiere ge⸗ langen, als wenn wir nur die Thatſachen des Stoffwechſels be⸗ achten würden. Freilich iſt ſehr zu wünſchen, jedoch auch ſicher zu hoffen, daß in der nächſten Zeit durch exakte Unterſuchungen viele der noch vorhandenen Lücken unſeres Wiſſens in der angedeuteten Richtung ausgefüllt werden. — A ( faͤutter — Ahvine, Anhang 4 * Paluſc Platte — Lohelw Nickin ....'or I. Cabelle über die mittlere Iuſammenſetzung der Futtermittel lümi . Budwe und deren Gehalt an verdanlichen Beſtandteilen.*) 4 Fatten Heidenr — Rohnährſtoffe Verdauliche Nährſtoffe—2 eß, 4 8 2* Darin 28 2, Art der Futtermittel* 2 e 1S 122 88 ·—₰—— A 1,g (Gehalt in 100 Teilen) 5 E S= 2 2 5⸗ leſer E8S d=S5S SSS SHSSSSE 8 6 8 2 835 5SS 2 A8A 5 9 S S M putter 1 9& Kartff . p I. Grünfutter. V dlin a) Gräſer. ebli Hafer, im Schoſſen..... 19,0] 2,4] 0,5 8,0 6,6] 1,4 0,2 8,5 8,6] 0,2 3,6 0,72 Nährr Gras, Fettweide...... 22,0] 4,5 1,2 10,1 4,0 3,4 0,7 11,0/14,6] 1,1 2,91,35 Runbe „ Weide.... 20,0] 3,5 0,8 9,5 4,2] 2,5 0,4 9,9 13,1] 0,9 2,6 1,14 Etun Gras, von Wäſſerwieſen..[19,2] 3,5 0,7 8,4 4,9] 2,4 0,4 9,5 11,3] 0,9 3,2 1,01 Tolbine Knaulgras...... 32,0] 3,1 0,9 17,0 9,0] 1,9 0,5 15,5 16,2 0,5 4,8 1,26 Miſt Mais, amerikaniſcher.... 17,2] 1,4 0,4 8,9 5,0] 0,7 0,2 8,2 8,0] 0,3 2,7 0,59 zuder „ früher...... 19,4 1,7 0,5 10,4 5,6 1,0 0,3 9,8 10,0] 0,4 3,1 0,75 1 8 Mohar........ 26,0] 3,1 0,6 11,5 8,8] 1,8 0,3 12,0/11,8 0,7 5,0 1,08 Firke Roggen, Futter⸗...... 24,0] 3,0 0,8 12,0 6,7] 1,8 0,4 12,4 13,0] 0,7 4,4 1,07 Buen Raigras, engliſches..... 26,5] 3,0 0,8 12,0 8,2] 1,6 0,3 12,0 12,0] 0,5 4,7 0,95 Hepfe „ ialienſcher... 26,0] 3,4 1,0 12,0 6,8] 2,1 0,4 12,5 13,7] 0,5 3,7 1, 13 Pappe Sorghum......[21,5] 2,3 0,6 10,8 6,6] 1,4 0,3 10,8/ 11,1] 0,4 3,7 0,87 Reiſg Süßgräſer, mittel...... 28,0] 3,3 0,8 12,4 9,4] 1,9 0,4 13,2 13,7] 0,5 4,8 1,10 3 Timotheegras.. 30,0 2,5 0,7 14,8 10,0] 1,2 0,3 15,0 14,4] 0,4 5,11,05 3 b) Klee und ähnliche. Bockharaklee, jung..... 16,0] 4,0 0,7 6,0 3,1] 2,7 0,3 5,3 8,1] 1,1 1,3 0,84 Eſparſette....... 19,0 3,7 0,7 7,6 5,8] 2,7 0,5 8,3 11,0 0,9 2,3 1,04 Hopfenklee........ 20,0] 3,5 0,8 8,2 6,0] 2,2 0,5 8,7 10,5 0,8 3,0 0,95 Beſte Inkarnatklee....... 18,5] 2,9 0,6 7,2 6,0 1,6 0,3 7,5 8,6 0,6 2,5 0,74 4 Luzerne, ſehr jung... 19,0] 5,5 0,7 6,5 4,4] 4,3 0,3 6,7 10,8] 1,6 1,9] 1,22 6 „ Beginn der Blüte... 24,0 4,3] 0,8 8,7 8,2 3,1 0,3 9,0 11,2] 1,2 3,2 1,10 Gute Rotklee, vor der Blüte... 18,0 3,4 0,7 79 4,5] 2,4 0,4 7,8 9,9 0,9 2,5 0,91„ 8 volle Blüte..... 20,0] 3,1] 0,6 9,1 5,8] 1,7 0,4 9,0 10,2] 0,6 2,9 0,86„ Sandluzerlne....... 22,0 3,8 0,7 7,8 7,9 3,0 0,3 7,9 10,1] 0,9 3,0 1,01 Griſe Schwediſcher Klee.... 17,5] 3,4 0,7 6,2 5,6] 2,2 0,3 6,6 8,4] 0,7 2,3 0,80 3 Serradella........ 19,0 3,7 08 7,0 5,7] 2,5 0,5 6,4 8,9] 0,7 2,5 0,88 3 Steinklee....... 20,3] 4,1 0,8 7,3 5,7] 2,6 0,4 7,8 10,0] 0,8 2,8 0,96 Lil Weideklee...... 16,6] 4,3 0,9 7,0 2,9] 3,2 0,5 6,7 11,3] 1,1 1,5 1,06 Weißklee, in der Blüte.... 19,5] 4,0 0,8 7,5 5,2] 2,6 0,5 7,8 10,1] 0,8 2,5 0,98 Wundklee.... 18,0 2,5 0,5 8,2 5,5] 1,5 0,2 8,2 8,8 0,6 2,7 0,74 3Hülſenfrüchte. Ackerbohnen...[15,0 3,4 0,6 6,3 3,2 2,5 0,4 5,7 8,4] 0,8 1,5 0,85 Alher Erbſen........ 18,51 3,5] 0,6 7,4 5,5] 2,4 0,3 7,2 9,0] 0,7 2,710,86 Gru —— *) Vgl. die Bemerkungen auf S. 203 ff. junnia NaAbrſtoffie Zuſammenſetzung und Nährſtoffgehalt der Futtermittel. = Rohnährſtoffe Verdauliche Nährſtoffe 8 &— . 2 85 Darin 8 Art der Futtermittel 2*, 8 2 2 .. ‚‚=g= 2 S 3 (Gehalt in 100 Teilen) 5 5 5* S 8 E 55 4 5 5 8 8 32 3Z ½*= 8 5 ½ 8 5= 8 5S 8 5 5 D Futterwicken. 3,7 0,6 6,6 5,5] 2,6 0,3 6,7 8,7] 0,7 2,7 Lupine, gelbe, Arfäng! des Schoien⸗ anſatzes 3,2 0,4 6,1 4,5 2,2 0,2 7,0 7,9 1,3 3,5 Peluſchke.. 4,2 0,6 5,1 5,0 2,9 0,4 5,3 7,9 1,0 2,5 Planterbie(L. auir), v. d. Biüte 5,1 0,4 5,6 4,9] 3,8 0,2 6,1 9,2] 1,1 2,4 ogelwicke. 6,0 0,7 11,6 5,0 4,3 0,4 10,2 14,2] 1,5 2,5 Wicklinſe.. 3,9 0,5 6,7 3,4 2,9 0,3 6,0 8,6] 0,9 2,0 dSonſtigeFutterpflanzen. Ackerſpörgel..... 2,3 0,7 9,7 5,3 1,5 0,3 9,8 10,3] 0,4 3,3 Buchweizen.... 2,4 0,6 6,5 4,1 1,5 0,4 6,6 7,8 0,4 2,5 Ende der Blüte 1,8 0,7 15,3 6,2 1,0 0,3 11,6 11,8 0,2 3,1 Futterdiſtel, ganz jung. 2,9 0,9 6,1 1,4] 2,2 0,6 6,0 9,1] 0,3 1,0 Heidekraut... 3,7 3,0 15,1 19,7] 1,9 1,0 15,6 16,6] 0,3 6,5 Raps, Winter⸗ 2,8 0,8 5,7 3,5 2,0 0,5 5,8 8,0 0,6 1,9 Senf.. 2,5 0,5 7,2 5,4 1,7 0,3 7,4 8,4 0,5 2.7 Stechginſter(Clex).. 5,2 1,2 17,1 24,0] 2,2 0,5 19,9 18,5] 0,5 9,6 Symphytum(Beinwell). 3,0 0,4 5,0 1,7] 1,8 0,3 4,6 6,9 0,7 0,3 Waſſerpeſt. 91. 2,2 0,3 5,1 2,0 1,4 0,1] 4,5 5,6] 0,2 1,0 6) raut, ätter. Futterkohl.. 2,5 0,7 7,1 2,2 1,8 0,4 7,4 9,3] 0,6 1,7 Kartoffelkraut, Oktober. 2,3 1,0 9,7„0 1,0 0,3 8,3 8,8] 0,4 2,3 „ Juli⸗Auguſt 3,6 0.7 6,2 3,0 2,1 0,2 5,2 7,1] 0,7 1,4 Kohlrabiblätter. 3,0 0,5 7,3 1,7 2,1 0,2 7,1 9,1] 0,7 1.1 Kohlrübenblätter... 2,1 0,5 5,2 1,6] 1,5 0,3 5,1 6,8† 0,5 1,0 Mohrrübenblätter..... 3,3 0,9 7,2 3,0 2,2 0,5 7,0 9,6] 0,6 1,7 Runkelrübenblätter. 2,4 0,4 4,6 1,6] 1,6 0,2 4,4 6,0])0,7 1,0 Strunkkraut. 2,3 0,2 6,8 2,0 1,7 0,1 6,3 7,6] 0,5 1,3 Laanrluaut.*, e, 17,5 3,3 1, 0 24 10,0 0,3 12 eißkrau. 7L. 3— Zuderrübenblätter. e Si 2,6 0,4 4,4 2,2] 1,7 0,2 4,6 6,2 0,4 1,2 f) Baumlaub und eiſig. Birkenlaub(Auguſt).. 7,9 3,9 24,7 6,9 4,8 2,5 20,0 28,9 0,9 3,7] Buchenlaub. 6,9 1,5 21,7 9,8] 2,3 0,6 15,0 16,9 0,7 3,5 Hopfenlaub und Stengel. 4,7 1,3 14,7 9,2 3,0 0,9 13,2 16,5] 0,8 3,8 Pappellaub(Oktober) 5,8 4,6 21,3 9,3 3,2 3,0 17,1 25,9 0,8 3,1 Reiſig*) im Winter. 4,6 1,9 40,3 26.7 0,7 0,3 20,1 19,5 0,1 4,0 „ im Frühling. 2,6] 1,4 36,2 28,2] 0,3 0,2 13,7 13,1 0,1] 2,8 8 mit Laub, Juli, Pappel 6,0 2,6 34,4 30,4] 2,3 1,1 25,7 26,5] 0,3 8,2 II. Dürrheu. a) Wieſenheu. Beſte Gräſer u. Legum., ſehr jung 15,0 3,5 38,0 20,0 11,5 2,2 40,9 51,1 4,5 13,2 3„„„.. 12,0 2,3 39,5 24,0 7,5 1,3 40,0 43,7 2,0 13, „„„ zei 8,5 2,0 39,0 30,3] 4,4 1,0 39,3 38,5 1,0 15,2 Gute Gräſer, d jung. 13,0 3,0 40,0 20,8] 9,4 1,7 42,5 48,9 3,3 14,1 „„ weif. 10,0 2,0 42,0 26,0] 6,0 1,0 42,5 43,2 1,6 15,3 4„ alt...... 7,0 1,7 38,3 34,0 3,5 0,8 38,4 34,9 0,7 17,7 Gräſer u. Krauter II Qul. ſ. jung 12,0 2,8 41,2 21,0] 8,2 1,6 42,7 47,7 3,0 13,9 3. 3 reif. 9,5 2,0 42,0 26,0 5,5 1,0 40,8 41,3 1,6 14,8 3 4 5.„ alt 7,0 1,7 38,0 34,3 3,4 0,7 36,9 33,4] 0,7 ,17,1 iel Scheingra 33 und Gräſer . Qul, ſ. jung 11,0 2,5 38,0 25,5] 6,9 1,3 41,5 43,8] 2,2 15,3 5 reif 9,2 2,0 40,0 28,0] 5,0 0,9 38,0 38,2] 1,4 14,0 alt 6,0 1,5 38,0 35,5] 2,6 0,5 34,6 30,3] 0,5 15,6 b) Gräfer. Alpenheu.... 13,5 3,9 39,4 22,7 9,2 2,3 10,9 48,7 3,1 13,9 Grummet.. 7 3,1 42,3 22,01 7,4 1,4 42,3 46,51 1,8 13,2 *) Halbtrocken, bis 2 cm Durchmeſſer. 234 Zuſammenſetzung und Nährſtoffgehalt der Futtermittel. — S Rohnährſtoffe Verdauliche Nährſtoffe 8 S f—— 3 2*&— in 25 Art der Futtermittel 5 4. a 32— . 2———— 2ᷣ— 5 (Gehalt in 100 Teilen)=⸗ [ 3 2=ES= S 5 52 5[* 5 5 5= 2 GE8S2* 5 D„M— Moorwieſenheu...... 89,0 9,2 2,4 41,2 26,7 5 3 Salzwieſenheu... 88,3 8,1 2, 71 29,1] 4,4 1,2 49,0 44,4 1,3 15,7 145 29 Saueres Wieſenheu.... 87,0 7,6 475 33,7 2274 44 173 4377 49,7 1.001454 2,10 2 Sausres Wieſenhe.[S7,0)7,6 4,6 35,7 32,8] 3,4 1,5 35,7 35,3 1,0 14,8 2,66 Ste aittoddagen⸗ im Schoſſen.. 8770 18,1 3,1 33,7 2090 372 13 42,5 42,5 1,7 19,3 z 3n ..ſs?7,1¹0,1] 2,8 39,0 30,0 6,4 1,3 45, 19,0 3,65 Liſe Bihanzalh derewiis.... 343 5,5 1,2 36,4 38,0] 3,3 0,6 40,8 34,4] 0,7 19,0 2,59 defer... 3,1 7,5 2,4 42,4 30,1] 3,8 0,9 38,9 37,5] 1,5 14,7 2,85 dren Fiſe........ 867 8 1,5 42,5 28,5] 4,5 0,8 40,8 38,3] 1,5 17,7 2,99 dart Mohar, 131....... 8 10,8 2,2 38,5 29,4] 6,1 0,9 41,0 40,5] 2,0 17,6 3,22 Rler mal⸗ 1... 35,7 10,2 2,5 36,3 30,2] 5,1 0,8 35,4 34,7] 2,0 15,4 2,83 vlir 7 e........., 11,2) 2,2 20,1 30,2] d, u, 27,3 1477 22 14,hSs Sieraſer.. 8 12 3,2 40,„1 1,4 41,5 44,5 2,2 14,9 3,70 Bit Büardere nekiet... 55,7 9,5 2,6 39,1 28,7] 5,3 1,1 40,9 40,2 1,5 17,3 3,21 duc „ Haron aa... Sa⸗f 9,1 2,1 45,9 25,2] 4,5 0,9 34,9 35,6] 0,9 12,0 2,81 dexj 8—. 5 14,9 1,7 43,3 14,7] 8,9 0,9 27,0 35,1] 1,5 6,0 3,33 Heh „ Tunema.. S 1,8 1,8 44,3 23,1] 6,0 0,7 33,0 35,2] 1,2 11,0 2,97 a Schafſchwingen. 3 177 1,9 50,7 22,0] 4,7] 0,8 34,0 35,6] 1,0/10,0ʃ2,84 n Saſſchwinge..... 373 94 2,9 34,6 33,2] 5,2] 1,1 34,0 33,8] 1,9 16,0 2,79, Tinehegeaderſche..... 87,0 275 2,2 46,0 27,3 3,6] 1,1 45,2 43,5] 1,0 15,7 2,57 3 hrader jer eritne.3 ,7 2,2 41,6 22,8 5,4 0,9 39,0 39,9] 2,0 13,3 3,20 uum Borh(2riaen, okhara⸗(Stein⸗)klee, jung... 86,0 16,5 2,8 27,4 31,0 8,3 1,6 3 3 1„08, 31,6 36,9 5,3 13,6 3,38 Eſparſette, Anfang Der Blüte.„81,2 15,4 5,2 31,0 24,9 10,9 2,1 35,9 46,5 3,1 10,5 4,31 5 Hopfongle in der wllte.. d4,8 13 2,5 34,5 28,5 9,3 1,6 35,7 43,6] 2,0 10,3 3,93 Ep Fodſantlers diagea....35 476 3,3 33,2 26,2] 9,2 2,0 36,3 43,7 2,0 13,1 3,92 duh Horie Scoten⸗..... 37 15,0 3,5 38,2 23,5] 8,2] 1,8 35,9 42,5] 2,0 11,7 3,72 NM Luzerne, Anfang der Blüte.. 83,5 16, 29 34,6 26, 2 52 1,4 34,9 18,5 2,4 1,92,21 5 7 Arfang der.. Ban ,0 2,5 31,6 26,6/ 12,3 1,2 33,5 43,0 3,9 11,3 4,23 Rolglee, wur eerfallte,.... Sun5 14ℳ1 2,5 31,3 29,0] 10,0 1,0 33,5 39,6] 3,6/12,5 3,76. ler, vonder uute. ſe0 155 25 z 225 11,2 1,9 37,6 47,6] 3,8 11,6 4,82 „ Ende der Blüte... 85,0)9,0 2,0 38,0 36,9 T1 1,4 393 3,3] 2, 34,2znu Sandluzeene, Anfang der Blüte.83,3 15,2 3,0 28,9 30,1 14,7 1 31 44,5 84 127 Pos K chwediſcher Klee. 84,0 15,0 3,3 32,7 2 4 4.. 712,3 3, 3. 4 5,0 3, 7 27,0 8,6 1,8 34,8 41,5] 2,7 12,3 3,71 Feiradells, in d der Blüte... 84,0 1572 3,1 33,1 25,6 10,5 2,5 31,5 42,2 2,2 11,5 3,99 4 Wundklee, Anfang der Blüte.. 83,5 197 97 3,1 27,4 81 2,7 39,3 42,7 72 12,2„ 1 V 5 1 7 7 1 7 7 72 K0) Se dernuiere...[S4,010,0 2,2 38,0 28,2] 6,0 1,1 37,8 39,9 1,2 13,0 3,28 4 9 Erbſen, duſanszten Bliite... 34,5 220 25 Ao6 39,3 14,9 1,7 34,2 46,8 3,8 12,8 4,83 V 3 ... 83,. 5,2 9,4 1,6 33,1 40,0 3,5 12,6 3,72 V Futterwicke, Anfang der Blüte. 39,8 19, 273 28 23,5 15,0 1,6 31,3 43,8 4,5 12,6 4,66 4 .. 83,3 17,0 2. 5 26,1 11,0 1,4 30,6 38,5] 4,0 12,9 3,82 Hainwicke, Anfang der Blüte.. 86,0 21,90 ²,9 35,6 20,2/ 15,3 1,7 34,6 48,5] 5,3 11,0 4,99 ſaA zuviſen nten üe... Sr9 21,0 2,8 314,2 20,8 /15,0 1,8 33,5 47,3 5,0 11,074,88 3 n derſ di.. 10 18,5 2,3 31,6 26,5 13,7 1,2 39,0 45,9] 5,2 19,3 4,62 Plalferbſe dbaeneineh... 84,0 15,3 2,1 33,1 29,0] 10,2 1,0 38,6 41,8] 4,5 18,8 3,92 Platkerbſe... 84,0 20,0 3,5 28,8 26,0 14,3 2,4 31,6 45,2] 4,8 13,0 4,66 Sanbwi..... s6,0 23,0 2,5 25,5 27,5 18,3 1,5 29,8 45,1] 5,5 13,2 5,15 Vicia dumetorum.... 34,5 267 2,3 2273 13,3 19,4 14 17,4 19,3 3,2 1,111,24 1.. 84,0 21,2 2,8 35,2 19,6] 15,4 1.9 37,6 52,2] 5,2 10,8 5,24 Bozewicke Anfang d der Blüte. 84,4 23,1 1,2 37,4 16,4 16,2] 0,5 38,5 50,6] 5,4 10 5 5,24 Bedeiee.... 83,5 7,3 2,0 34,6 25,3 12,1 1,3 38,4 47,0 4,0 13,2 4,49 Withefrr...... 83,3 12,6 2,3 33,2 28,0] 7,2 1,1 35,0 37,1] 2,015,4 3,25 Wiclinee..... 84,0 20,3 2,4 35,0 17,5 14,2 1,5 36,8 50,2] 3,8 8,8 4,94 Zaupwiche guitersflanzen. 84,0 19,2 2,4 28,9 27,5 14,6 1,5 34,4 45,5] 4,6 14,1 4,71 Ackerſpörgel. 83,3 12,0 3,0 3 .. 83,„0 3,0 36,8 22,0% 7,6] 1,8 36,9 42,2° 1,6 13,1 3,63 Buchweizen........ 87,0710,5 1,7 38,1 30,1]1 6,5 0,9 38,1 38,31 2,0/17,0 3,23 1 —₰ — — = . =mm ur. Berhritoffe 7— Zuſammenſetzung und Nährſtoffgehalt der Futtermittel. Art der Futtermittel (Gehalt in 100 Teilen) Verdauliche Nährſtoffe Darin Trockenſubſtanz Fett Stickſtofffreie Extraktſtoffe Rohfaſer Stickſtoff⸗ haltige Fett Stickſtofffreie Summa Nährſtoffe Amid Celluloſe Raps. Senf, weißer..... Stechginſter. Symphyt.(Beinw.„ v. d. Lilte Waſſerpeſt. f) Kraut, Blätter. Brenneſſel, Urt. dioica Kartoffelkraut.. 3 Rebenlaub(verbſt) Tobinamburkraut.. g) Baumlaub u. Reifis. Birkenlaub(Juli) Buchenlaub(Juli).. Hopfenlaub mit Stengel.. Hopfen, ausgebraut.. Pappellaub(Oktob.). Reiſig von Buche.. „ von Erle...... „ von Akazie. Ulmenlaub.. III. Braunheu. Gute Gräſer, helle Eſparfette Luzerne Mais.. Rotklee, hell „ ſchwarz IV. Silofutter, Preßfntter a) Silofutter. Eſparſette, ſauer, hell „ füß, duniler Futterroggen, ſauer. Gräſer, gute, ſauer. Hafer, geſchoßt, ſauer Grünmais, ſauer. Kartoffelkraut, ſauer. Lupinen, ſauer....... Luzerne, ſauer... Rotklee, ſauer, hell. 8 ſüß, dunkler.. Runkelrübenblätter, ſauer.. Schwediſcher Klee, ſauer Serradella, ſauer. Tobinamburkraut, ſauer warz b) Preßheu. Buchweizen, helt⸗ ſiuerlich Gras,„ 2 Lupinen,„„ Luzerne,„„. Mais, Rotklee„, „ hell, ſüß „ braun. 7 tief⸗dunkel.. Serradella, hell, ſäuerlich. Waldplatterbſe. Wickhafer — — — — do=00 9002 ⁴☛ ◻ ● ◻ — — do do do A& 2SAAR — &- 1 S — ½ KͤS 882 — 0C — — =e ne deo 00 90 So 0 o O S ‿ He 00 1S= o A *8S8S SSeSSS 2 00 Ádo — — — 0— — — — * do 0. 0=S 2 — — Ad SSS8 SSSSS SS 1 do O 0 — 0..— do— do 0 90 00 00 00 t e SA SSSSIS 8 — — o bo- Oo Oo0 do d0 D 00 d0 00 90. 8. 50 G& d do do SDS — — — — 90 O S E ☛ do. *5 — SDS SL „S= Sere d0 o u do SS001 dd do — SSASRAR .A A. —— ʃ—— S — SSOPSSS;AR —— SSSSS dÖSSSSSE — 0 S A — 00 do eeee A& AR PwdsSeSgg — S e = B d0= de d0 — — o== d do do PBPBSFPPFESSSSSS —— — o O EE 5 8 do do= d do 0 — SGA SPSE NO L 4 do d0 00 00 00 o o ½ S S dbodo A O A R — do do do do to do do= GOSOS AA boSco e oeSden SHPOSSdo — SSSS — g 90 S SE e — — — . do 5 do Fo do SS dr 90.2.1 00.1 egereeer. = S= d0 0 d S —-—--OSS — & 00 ⸗ — EE 8 2* — do do do do— do dS ——— — SSASSdbo —₰ A Ado— OOA O OS S oSG dASES — SSS — —- M d do do. do 90 o 8 do do do S8SSE 2 do do do drr 11II S dd IS d0— 2α ◻☛ ½ 9o do do 8o 0 O 0 — ůB N — SSSSS Ado d do — do D P —— ᷣ SS 0 L do do 9O o—n do— do 0 Ho d do OoOo SSeSESS — — SECEESE o do= do do Co do de SSSSS do o do 0= ê S 8 — 00 O)ͤ H Co †. Ho r So -8SodS — Geldwert pro 100 Kilo SSSSdSSD ½ B do 0 236 Zuſammenſetzung und Nährſtoffgehalt der Futtermittel. — Rohnährſtoffe Verdauliche Nährſtoffe 2 8—— . S 2 ½ 2 Darin 8⸗. Art der Futtermittel 2 2 E=, 2 3 ⁸ 3 Au 3 3 S=SS=S S i2e 3 Ge (Gehalt in 100 Teilen) 3 3* 52( 5[ 25 25⸗ 2 521⸗ 3 2 — S 32 M— v. Stroh. W.T a) Halmfrüchte. Snterrun afer.......... 85,6] 3,5 1,8 37,3 38,¹] 1,2 0,6 38,5 30,2] 0,1 21,7 2,06 irſe. 85,0] 4,6 2,5 35,5 35,0] 1,4 0,9 33,1 27,0] 0,2 19,3 1,87 Krroffl Mais. 85,0] 3,0 1,0 36,7 40,0 1,1 0,3 40,5 30,3] 0,1 24,0 2,05 3 7 Reis... 85,6] 5,6 2,0 28,8 36,4] 2,5 0,9 30,9 25,2] 0,2 20,8 1,90 Sommergerſte.. 85,7 3,5 1,4 36,7 40,0 1,3 0,5 40,6 32,1] 0,1 22,0 2,19„ mit Klee. 85,7 6.5 2,0 32,5 38,0] 3,2 1,0 37,1 32,2 0,7 20,9 2,44 7 Sommerhalmſtroh, mittel. 85,7] 3,8 1,7 36,4 39,7] 1,4 0,6 40,4 31,8] 0,1 22,7 2,19„ ſehr gut 85,7 6,9 2,5 32,9 36,7 2,5 0,8 36,9 31,2] 0,2 20,2 2,29 Winterdinkel. 85,7 2,5 1,4 31,8 45,0] 0,7 0,4 32,1 22,5— 22,5 1,51„ Wintergerſte...... 85,7 3,3] 1,4 32,5 43,0] 0,8 0,4 31,4 22,4]½— 21,5 1,51 ſltrat Winterroggen. 85,7] 3,0] 1,3 33,3 44,0] 0,8 0,4 36,5 26,2]— 24,2 1,75 alit Winterweizen.. 85,7 3,0 1,2 36,9 40,0] 0,8 0,4 35,6 26,4— 22,0 1,76. 9 4 Winterhalmſtroh, iitel,.. 85,7 3,0 1,3 34,6 42,0] 0,8 0,4 36,0 26,2— 23,1 1,75 WMNäürii ſehr. 85,7 4,5 1,4 36,7 37,8] 1,2 0,4 34,4 26,1] 0,1 20,9 1,80 Wiina b) Hülſen fri bte. ärem Ackerbohnen.. 82,0] 9,2 1,0 32,2 35,0] 4,7 0,5 34,4 33,0] 0,8 14,6 2,67 Sicybe Erbſen.......... 86,2 8,8 1,5 33,8 35,7] 4,3 0,8 32,5 31,6 0,8 14,1 2,54 dAorino Futterwicken....... 84,0])7,5 1,3 2,9 41,0] 3,4 0,6 31,5 28,1] 0,8 16 4 2,20 Aunip Gartenbohnen.. 85.0] 8,0 1,3 39,0 29,2] 3,8 0,7 30,1 30,1] 0,7 11,7[2,42 Naater Hü ſenfruchtſtroh, mittel... 84,0 8,1 1,0 32,4 38,0] 4,2 0,5 33,5 30,8] 0,5 15,4 2,42 Cun „ ſehr gut... 84,0] 10,2] 1,3 33,2 34,2] 5,0 0,6 34,6 33,5] 1,0 15,0 2,75— Linſen...... 84,0] 14,0 2,0 27,9 33,6] 6,9 1,2 30,8 33,6] 2,2 14,0 2,99 4 Lupinen.... 84,0 5,9 1,1 31,1 41,8] 2,2 0,3 41,6 33,0]% 0,6 21,0 2,42 Dar Platterbſe(Lath. silv.)... 86,0 12, 2,9 33,6 32,71 6,0 1,5 31,2 34,2] 2,0 13,1 2,92 hDAul Sanderbee 84,5] 7,0 1,4 31,2 41,0 3,2 0,7 33,3 30,0] 0,8 16,4 2,29 Sandwicken........ 88 0 6,8 1,2 33,2 40,1] 3,0 0,6 34,0 0,3] 0,7 16,1 2,29 Gerſt Sojabohne.. 85,0] 6,7 2,5 38,6 27,0] 3,4 1,5 35,6 32,3] 0,8 10,5 2,47 3 c) Sonſtige Pflanzén.„ Buchweizen.. 84,0] 4,5 1,2 34,3 38,0] 2,2 0,5 33,6 28,6] 0,5 16,8 2,08„ Moyn.......... 84,0] 6,5 1,4 35 6 31,5] 2,3 0,7 34,7 31,6] 0,6 14,2 2,28 Hafe Raps.......... 84,0 3,5 1,3 39,0 36,1] 1,4 0,6 35,4 30,9 0,2 14,5 2,13„ Tamenrlee...... 84,0] 9,4 2,0 23,5 43,5] 4,2 1,0 28,6 26,9] 0,8 16,6 2,23 e . Spreu und Hülſen. hi 1., Halmfrüchte.„ Darihülſen...... 94,3 3,9 0,9 55,7 25,8] 1,5 0,4 46,3 42,3 0,4 12,9 2,85 Noh Dinkel.......... 85,7] 3,5 1,3 32,6 40,0] 1,1 0,4 33,9 26,0] 0,3 20,0 1,78 Mi Hafer.........: 86,0] 4,5 2,1 38,8 30,3] 1,7 1,0 32,6 29,9 0,5 13,6 2,10 Nogg Pir chalen........ 88,0 4,8 2,2 29,0 40,8] 1,9 1,0 30,5 26,8] 0,5 16,0 1,93 9 erſte......... 85,7] 3,0 1,5 38, 30,0] 1,2 0,6 35,0 28,8 0,3 16,5 2,00 1 Grünkernſpreu. wvo... 90,2] 2,3 1,5 50,6 29,2]1 0,9 0,6 40,0 35,0] 0,4 14,6 2,33 Sorg Maiskolben, entkörnt..... 86,9] 3,5 1,0 41,2 38,9] 1,6 0,4 41,7 34,5 0,4 19,5 2,37 LNA Reisſchalen........ 90,3 3,4] 1,4 27,0 42,8] 1,2 0,5 31,4 25,0 0,3/17,5 1,73 4 Roggen......... 85,7] 4,0 1,4 30,5 41,8] 1,3 0,4 24,5 19,0] 0,4 15,5 1,36 3 Weizen.... 85,7 4,5 1,6 37,0 32,6] 1,4 0,7 22,8 19,8] 0,4 12,1 1,42„ b) Huiſenfrüchte. Bohnen.... 85,0 10,5 2,0 33,5 33,0] 5,1 1,2 35,5 36,3] 1,0 14,3 2,94 Acer Erbſen......... 86,0] 9,7 1,5 33,9 35,1] 4,8 0,9 35,1 34,5 1,0 15,1 2,78 eriſ Linſenſchalen....... 86,0 21,2 2,1 35,3 18,9 11,7 1,3 30,7 40,2 1,9 9,5 4,01 Line Lupinen......... 85,3] 6,0 1,0 40,2 32,5] 2,2 0,4 41,4 36,6 0,7 16,0 2,58 Lu Sojabohne........ 86,0 5,1 1 3 42,5 29,0] 2,2 0,8 45,8 42,5] 0,6 14,7 2,96 9 Wicken.. 85,0 9,5 2,0 33,5 31,5] 4,7 1,2 43,6 44,5 1,0 13,5 3,40— c) S Ponſtige Pflanzen.— Buchweizen..... 86,8] 4,6 1,1 35,3 43,5] 2,1 0,6 27,9 34,8] 0,5/13,1 2,46 Erdnußſchalen....... 89,4 7,1 3,2 15,3 60,8] 2,5 1,4 24,3 21,1] 0,6 18,2 1,05. Lein.......... 88,4 3,5 3,4 35,0 40,7 1,7 1,7 33,8 31,4] 0,3 16,3 2,20 Leindotter........ 88,8] 2,7 1,1 32,6 45,2] 1,3 0,5 35,2 28,6 0,2 18,1 1,97 Raps.......... 187,11 4,0 1,6 35,5 38,41 2,0] 0,7 34,9 30,01 0,3 17,212,14 ternitt. — lite därs 4 — d Sticrftofffreie — bäa 1 139346 1,8 041310 6,3 10 u3tA 1 1 Ä k9s 10 139 J 15 s 5 Dtlſ 0 Iadell Zuſammenſetzung und Nährſtoffgehalt der Futtermittel. 23 S Rohnährſtoffe Verdauliche Nährſtoffe 2 5—— 2 t der uttermitte S Sarin Art der Futtermittel 212 SS e, 2, 23 5 2 Bü=S=ſeS=5 (Gehalt in 100 Teilen) 3 5 2* S 5 5 4* 5* 5 ½ E H NM VII. Wurzeln und Knollen. Futterrunkeln, kleine... 13,0] 1,1 0,1 10,1 0,8 0,9 0,06 10,2 11,0 0,7 0,5] 0,99 große.. 11,0 1,4 0,1 6,6 1,0]% 1,0 0,06 6,9 7,8] 0,8 0,6] 0,76 Kartoſſeln, mittel... 25,0] 2,1 0,1 21,0 0,7 1,6 0,08 21,0 22,6] 1,0 0,4] 2,00 „ ſehr waſſerreich 18,0] 1,7 0,1 14,7 0,6] 1,3 0,06 15,1 16,4] 0,8 0,3]1,46 weniger waſſerreich 21,0 1,9 0,1 17,5 0,6] 1,4 0,07 17,5/18,9 0,9 0,3 1,67 „ waſſerarm....[26,0] 2,1 0,2 21,9 0,7] 1,6 0,10 21,9 23,5] 1,1 0,4 2,05 „ ſehr waſſerarm. 32,0] 2,5 0,2 27,2 1,0] 1,9 0,12 27.6/ 29,5] 1,2 0,5] 2,56 „ mitt., gefr., ged., geſ. 29,5] 2,2 0.1 25, 0,8] 1,7 0,09 23,0/ 24,6] 1,0 0,5] 2,16 .„ ged., geſäuert. 31,4] 1,6 0,0 28,0 1.0] 1,1— 27,0 27,8] 0,8 0,6] 2,31 5 roh, geſäuert 44,7 2 1 0,1 40,5 1,1 1,4 0,07 38,2 39,5 1,2 0,6 3,33 Kohlrabi... 11,8 2,3 0,1 6,9 1,5] 2,0 8 13 19,3 d5 03 1,t Kohlriibe... 13,0 1,3 0,1 9,5 1,¹] 0,9 0, 5 10, ,6 0,6 0, bl geſäuert 14,4 1˙8 0,2 9,1 2,2 1,1 0,17 9,2 9,8] 1,1 1,7 0,92 Mohrrübe.... 15,0 1,4 0,2 10,8 1,7] 1,0 0,13 11,4 12,2 0,5 1,01,09 Paſtinake......... 15,3] 1,4 0,2 11,6 1,2] 1,2 0,11 11,7 12,9 0,5 0,6] 1,19 Rieſenmöhre...... 13,0] 1,2 0,2 9,6 1,2 1,0 0,1 10,4 10,6 0,5 0,9] 1,02 Stoppelrübe....... 8,5] 0,9 0,1 6,0 0,8] 0,6 0,08 5,8 6,3 0,4 0,5] 0,58 Topinambur....... 20,0] 1,8 0,2 16,0 1,0 1,4 0,12 16,4 17,8] 0,8 0,6 1,59 Turnips........ 8,0 1,1] 0,1 5,3 5 35 995 172 1973 97 95 d5 Zuckerribe...... 18,5] 1,0 0,1 15,4 1, ,8 0,05 15,. 5.. VIII. Körner und Früͤchte. a) Halmfruchte. Dari(2. Sn mſr) 41. 88,9]10,2 3,1 71,3 1,7] 8,2 2,5 67,2 81,0— 0,811,80 Dinkel(Spelz)..... 85,2 10,0 1,5 53,5 16,5] 7,5 1,1 42,7 49,5— 6.6 7,61 Kerne.... 85,5 13,5 2,0 66,8 1,5 12,2 1,7 64,1 80,0%— 0812,64 Gerſte, mittel..... 85,7] 9,5 2,1 67,7 3,9] 7,0 1,9 63,5 74,55— 1,210,72 „ vollkörnig... 85,7 8,9 1,7 70,4 2,5 6,5 1,6 64,6, 74,5]/— 0,8/10,61 ., flachkörnig..... 8,7 10,5 2,6 63,8 6,0 7,4 2,3 60,7 72,6¹ſ— 2,0/10,60 „ Futter, kieintörnig. 86,0 12,5 2,5 64,2 4,5 9,0 2,3 6,4 74,2¹— 1,411,19 Hafer, mitrel...... ſS6 7 10,5 4,8 58,0/10,3] 8,3 4,0 47,3 63,9] 0,5 2,6] 9,79 „ flachkörnig. 86,7 12,5 5,5 50,7 14,5] 9,5 4,5 42,0 60,6] 0,6 3,3] 9,68 e.(n. utörn.... 3w d,s 10e den Loe 22 eer,e d 33 des irſe(Pan. mil.)... 86,0 11,8 4,0 57,4 9,75„9 3,2 45,„ 3 Puuls 6 3— 87,3 10,1 4,7 68,6 2,3] 8,0 4,0 68,6 85,6] 0,5 1,1 12,34 „ ganze Kolben.... 88,5 8,0 3,9 68,4 6,7] 6,0 3,1 62,1 73,5] 0,3 4,0 10,25 Moharhirſe........ 87,6 10,0 4,1 58,6 11,6] 7,6 2,7 49,7 60,9] 0,4] 5,8 9,23 Reis, geſchält....... 86,0 7,7 0,4 75,2 2,2] 6,9 0,3 72,7 79,7] 0,7 1,1111,31 Roggen, mittel...... 86,0 /11,0 2,0 68,7 2,5] 9,9] 1,6 65,8/78,8] 0,5 1,3 12,05 „ flachkörnig..... 86,0 14,0 2,5 63,6 4,0 12,2 2,0 61,5 77,5] 0,6 1,9 12,30 „ vollkörnig.... 86,0]¹ 9,0] 1,6 71,9 1,8] 8,0] 1,2 68,8 79,3] 0,4 0,8/10,54 Sorghum(burra)....[81,8 9,8 3,3 67,5 2,5] 7,8 2,7 57,1 70,7] 0,5 1,3/10,47 Weizen, mittel....[85,6 12,5 2,0 67,1 2,3 11,3 1,6 64,9 79,4] 1,1 1,1/12,37 „ Sommer⸗.. 86,0 13,2 2,0 66,0 3,0 12,0] 1,6 64,3 79,5] 1,2 1,412,54 „ flachkörnig..... 85,6 14,0 2,0 63,2 4,5 12,7 1,6 62,6 78,2 1,3 2,0 12,55 „ vollkörnig.... 5,6 11,0 2,0 69,0 1,9] 10,0 1,6 66,7 80,1] 1,0 0,9 12, 12 b ülſenfrü te.. AöTerdned 1 fr 4.. 85,6 25,0 1,6 48,9 6,9]⁄ 22,0 1,4 50,0 72,9 1,9 5,0 12,50 Erbſen......... 85,6 22,6 1,9 53,0 5,4 20,1 1,4 53,0 74,7] 2,5 a,5/12,30 Linſen......... 85,7/ 24,6 2,2 50,7 5,2 22,2 1,9 51,1 86,2 1,8 3,4/13.98 Lupine, blau.... 86,0 29,5 6,2 36,2 11,2 26,3 5,2 41,3 75,0] 3,0 10,1ʃ13,70 „ weiße. 86,0 29,4 7,2 34,2 12,2 26,1 6,1 40,5 75,6 2,9 11,1 13,74 „ gelbe. 86,0 36,6 4,7 27,2 14,2 32,9 4,2 38,9 74,8] 3,8 14,2 15,09 „ 5 entbittert*).. 34,01 16,7 2,2 7,3 7,1] 15,0 2,0 12,9 29,11— 7,1 6,34 5 4 lufttr. 86,0 42,3 5,5 18,4 18,0 38,1 5,0 32,7 75,8¹7— 18,0 16,32 „ ſohwarze..... 83,6 36,4 4,7 25,5 13,31 32,8 4,0 36,3 72,01 3,5 13,3114,77 *) B. Fütter. a. Rind. ꝛc. etwa 25% gering. W. 238 Zuſammenſetzung und Nährſtoffgehalt der Futtermittel. .— 8 Rohnährſtoffe Verdauliche Nährſtoffe 8 ——— Art der. 5 1 2 2 Darin 8 Alt d Art der Futtermittel 35 e 28 (Gehalt in 100 Teilen)[2=SS5 sS[e 5⸗ Gche E[=5ZSS= bb⸗ 8 BE S 8= 8 SSF 9 S 8 H2. 8 M—— Platterbſe(Tarhyr. 3nr). 88,4 25,0 1,9 54,5 4,1 22,6 1,6 53,4 79,4 2,5 2,7 13,35 Maikleie .„„ 7„9 34, 3„ 4 3 5 32 Sandwicke....S4,0 23,1 1,5 49,3 7,1 20,4 1,4 50,5 71,8 2,5 4,7/12,07 Rirfunem Serarela........[91,3 22,0 7,3 37,5 21,0 16,5 6,2 28,8] 57,0 2,7 6,3] 9,69 hͤ ojabohne........ 90,0 33,4 17,6 29,2 4,8 30,1 15,8 25,1 89,6] 2,7 7,0/16,20 ſennſn Wicken......... S6,6 26,4 1,8 48,6 6,6 23,3 1,6 ,50,0 74,6] 2,9 5,0 12,99 ugga 4 Wiilgerſte Brfrüchte.... 83,0 19,3 2,3 49,8 7,6 16,4 1,8 49,7 69,2] 1,5 2,4/10,94 zaniie e. Beumwollſamen..... ſss,6 19,9 25,3 20,2 1,9 14,5 22,8 13,7 80,7 0,8 4,4 12,71 Lähne Bucheckern........ 89,0 8341 24,4 25,5 18,5] 10,7 24,1 24,2 89,0] 0,6 7,4/12,80 Püintel, .........[93,3 29,0 45,2 6,2 9,9 24,5 42,2 7,7 131,5 1,5 4,0 20,96 74. Fanſſämen........(S9,4 17,3 33,0 21,4 13,5 13,0 29,8 22,7 103,8] 0,9 6,7 15,07 Gi Lederte........ JA dſeeeies ari Teſieeereleaſiegiſ wn Iſbas he ........ 87, 2 20,1 35,2 18,9 120,2] 1,0 6,5 18,60 1 Mohnſamen........ 88,6 18,5 40,9/ 17,1 5,9 15,7 38,5 16,9 123,4] 0,8 3,2/18,00 vodnti Falmfeene........g92,2 8,4 49, 26,8 6,2 8,0 48,2 30,3 151,5] 0,1 4,9 19,56 Durm zapeſanen........ 90,4 19,5 43,7 15,0 8,2 16,1 42,2 15,3 131,0% 1,0 3,3119,00 rnmal daBarig: San 5 94,9 19,6 41,4 17,1 9,217,0 38,1 16,1 117,6] 1,0 4,117,73 Ses amen ꝛc. ahe Apfel.. 15,2 0,4 0,3 12,5 1,5] 0,3 0,2 11,2 11,6— 0,6] 0,95 Bumait Ieie ne, dn,....n a e enen de Tisn ed e 4.... 35,2 5,6 3, 1,4 2,8 2,0 43,0 46,3 ,6 4,01 13 eror geſäuert.....25,5 ²* 13 14,5 5,6 1,0 1,1 12,4 14,9] 0,1 2,2] 1,31 Naistln .. ſ16,2] 0,3 0,2 12,0 3,4 0,2 0,1 13,2 12,7 1,7 1,01 Bannrae..Jess“ss 13 1es en 43 S43 d 34en ..,„5 8 4,. 21— 26 1 geis⸗audebe und berrocjnei. 83,0 54 49 67 4,5 4,1 3,2 63,5 33,9— 2,8 6,34 Poxxrſt ..... 9,1 0,4 5,2 1,7 1,0 0,3 5,8 76,9— 1,1] 0,68 Johannistrod....... s7,O 4,0 2,0 73,3 5,9 2,7 1,1 74,2 77,21— 4,6] 6,37 Roßkaſtanien, friſch.. 50,8] 4,3 1,6 41,3 2,0 3,4 1,3 38,1 44,0%— 1,2 3,92 WAhenſc „, friſch, geſchält. 51,0 3,1 2,1 43 2 0,8] 2,5 1,7 41,5 47,8— 0,5] 4,07 1 2. geſchält, getrocknet. 85,4] 7,0 4,3 68,6 3,4] 5,0 3,5 65,2 78,9%— 2,1] 6,76 9) 8 Hariehee........ WE-iſ1 5ſ 17 33s ehe E Teere d i io MHu d......82,„2 32,5: ,5 2,5 30,7 37,5— 11,4 3,9 1 Zwetſchen......... 1¹8,8] 0's 0,3 11,6/ 5,4] 0,6 0.2 12,6 12,8]/— 1,3 1,00 8 Steinnuß...... 90,6 4,4 1,2 7,1/ 76,6 1,8 0,4 26,3 17,7— 22,8]— folter, Viehmelone... 3 8,6 1,2— 5,2 1,5 0,9— 5,6 6,0? 1,0] 0,60 nih uiſe M. Gew. Produkte u. Abfäue.* a) Mahlabfälle. uiüſhi Buchweizen⸗Schalenkleie, heo.. 81,8] 9,8 2,3 34,0 33,0] 6,3 1,6 32,2 37,3] 0,5 9,9] 5,21 tirdete . 2 eine 88,0 15,2 4,5 50,0 11,3 11,4 3,4 42,7 60,4] ¹,6 3,7] 8,68 9 Dinkelkerneltkleie...... 87,0 14,0 4,3 54,9 8,2 10,9 3,8 47,1 66,0] 1,4 2,1 9.17 11½ Erbſenſchalen(Kleie).... 87,7 8,0 2,5 30,5 43,7] 5,6 2,0 46,3 45,7] 0,7 21,9] 5,94 atriu Pente.R.... ſAs tis 1: 9, eeg 3s L den desee es, ſs ........ 2„* 7 7 2, 1 7 Erdnußkleie.... s9,2 22,4 19,2 23,8 18,7 16,8 16,3 25,0 76,2 0,5 9,3 11,59— Erdnußſchalen mit Kleie.... 92,0 8,2 4,1 16,3 53,2] 4,9 2,4 24,2 26,7— 16,1 3,83 Gerſtfuttermel...... 86,8 12,6 2,9 65,4 3,0 10,2 2,4 55,8 70,9] 1,2 1,5]9,53— Gerſtezribemnehl.. 887,5 12,2 3,3 60,2 7,2] 95 2,6 50,0 64,5] 1,2 2,4] 8,71 acerat eie...... SL,7 10,3 3,3 50,6 16,5] 7,8 2 5/41,0 52,7] 1,1 4,1] 7,13 Alſſe Graupenabfall....... 89,1 13,4 3,9 52,2,13,2 10,7 2,7 48,4 62,3] 1,8 6,6] 8,73 85 S ſeanndie.......20,9710, 8.⸗ 5,9 1„ 1a Wa ten 2d,d t.3 2 76 ...., 2. 3 52,2„ 5,. reßlin Haferfuttermehl, grobes.... 89,9 9,6 4,3 51,6,17,2, 6,8 3,5 40,1 48,3 1,0 14,0 6,47 un 1 feiner.. 89,7 13,6 5,6 53,5 110 10,5 4,5/44,8 61,8] 1,4 8,6 8,65 9 aferkleie........ 89,0 8,4 3,4 47,3 21,6] 4,0 1,6 34,4 36,8 0,4 10,8] 4,68 Haunw Hirſeſchalenkleie.. 89,41 4,4 3,6 28,3 41,31 2,4 2,0 25,4 27,41 0,2 10,4] 3,37 1 Haumn *) Pr. d. Nährſtoffeinh.— 7,7 Pf.— *) Mit Roggenpreis verglichen. 144 unl 017,1og 6 40720 67 lö 15 ulg 6,ldh 13 JlS Zuſammenſetzung und Nährſtoffgehalt der Futtermittel. 239 S Rohnäbriefe Verdauliche Nährſtoffe 8 5„. 2e. .= 22 2 Darin 88. Art der Futtermittel 8=, 22 7.B 2-=—=— E 22 (Gehalt in 100 Teilen) 5=F[==u 255⸗ 8 5 S5S=EZS SS5 8 5,.5 5= 8 3— 5 58 F 5 D M Maiskleie 4 3,8 9,0 7,9 3,4 56,6 71,6] 0,9 3,0 9,08 Reisfuttermehl. 12,0 8,0 7,6 10,2 42,9 73,9] 0,7 2,1] 9,37 Reiskleie. 2,7 30,0 2,6 1,3 28,6/29,8— 9,0 3,65 Roggenfuttermehl. 2,9 4,2 10,6 2,3 53,3 68,3] 1,1 2,1] 9,33 Roggenkleie. 3,4 6,0 11,4 2,2 47,6 63,7] 1,5 1,1] 9,00 Roggenſpitzkleie 5,0 12,0 12,0 3,5 42,0 61,4 1,7 2,0] 8,91 Sorghumkleie. 4,5 3,4 11,0] 3,2 54,0 72,0] 1,3 1,4] 9,82 Weizenuttermehl. 3,2 4,4 11,7 2,7 54,4 71,5 1,4 2,2] 9,89 Weizenkleie, feine. 4,2 7,3 11,0 2,9 47,2 61,0] 1,4 2,4] 8,96 3 grohe.. 3,4 8,9 10,6 2,4 44,4 59,7] 1,3 2,1] 8,43 b) Gärungsgewerbe. Biertreber, feiſch....„1 1,7 5,1] 3,7 1,4 8,8 14,9] 0,1 2,0] 1,72 „ getrocknet 7,0 6,0 14,4 5,7 32,8 57,8] 0,9 6,2] 6,70 Bodenteig 0,5 0,8] 2,5 0,4 25,8 28,11 2 0,4] 2,62 Darrmalz, ohne geime. 4] 2,3 8,7 7,5 1,8 67,2 76,8 2,0 4,4] 7,08 Grünmalz, mit Keime 1,5 4,3 5,2 1,2 36,9 43,9] 1,3 2,2] 4,19 Maiskeime... 12,2 5,3 20,8 11,2 35,3 82,4 7,3 3,2 9,63 Malzkeime(Ger ſte). 2,1 12,4 19,1 1,0 49,5 65,1] 7,0 11,8] 8,00 Brennereitreber, getrocknet. 5,3 14,7 16,1 4,5 31,9 55,9] 1,2 5,8] 6,81 Kartoffelſchlempe. 0,2 0,6 1,4 0,2 3,2 4,6 0,4 0,6 0,57 „ getrocknet. 3,9 9,4 21,8 3,9 50,7 77,2] 5,4 9,4] 9,32 Maisſchlempe. 1,0 0,8 1,8 0,9 4,4 8,2 0,1 0,4] 0,91 getrecknet 10,0 7,9 18,3 9,0 43,8 81,7 1,0 4,0 9,18 Melaſſeſchlempe.. ,8—— 2,8— 4,1 6,9 2,3— 0,96 Reisſchlempe, getrocknet.. 0,5 1,0 12,8 0,5 65,9 79,6 0,5 0,5 8,10 Roggenſchlempe. 0,5 0,9 1,8 0,4 5,1 7,6 0,4 0,5] 0,86 , getrocknet.. 5,1 9,2 18,4 4,6 51,0 77,9 4,0 4,9 8,87 3 bei Hefefabr.. 0,3 0,4] 0,8 0,2 3,0 4,2 0,2 0,2] 0,45 Weizenſchlempe.. 1. 0,5 0,8 2,2 0,4 4,9 7,9] 0,4 0,4] 0,95 getrocknet 4,7 7,4 20,0 4,2 45,2 73,5] 3,0 3,7 8,76 c) Stärkefabrikation. Kartoffelfaſer(Pülpe) 0,1 1,0 0,7 0,1 11,8 12,4 0,1 0,6] 1,06 5 getrocknet. 0,4 11,9 3,2 0,3 73,2 73,1] 0,4 7,9 6,12 geſäuert 0,2 1,4 1,0 0,1 12,4 13,2 0,3 0,8] 1,17 Kleber, trocken.. 5,0 0,3 66,8 4,2 12,8 89,6 6,5 0,117,22 Maisſchlamm, trocken 6,3 1,3 14,5 5,4 56,0/ 83,2 3,0 0,8 8,68 Reispreßſchlamm... 1,3 0,5 9,8 1,1 27,2 39,4 2,8 0,3] 4,55 getrodinet 2,9 2,1 14,5 2,5 57,5 77,3 3,4 1,3 8,20 Maisſe chalen... 9,5 5 0,1 9,0 8,5 58,6 85,5 2,0 5,0 8,03 Stärketreber(Weizen).. 1,1 2,8] 3,6 0,9 19,0 24,1] 0,6 1,4 2,41 (Reis, getrocknet 1,1 0,5 29,0 0,9 47,7 78,6 5,0 0,3 10,53 d) Zuckerfabrikation. Centrifugenrückſtände. 1,0 0,1 3,6 0,6 0,1 13,2 12,5— 3,1] 1,06 Diffuſionsſchnitzel, friſch. 0,6 0,1 1,4 0,4 0,05 4,6 4,5— 1,1] 0,41 „ gepreßt. 0,9 0,1 2,4 0,6 0,04 7,4 7,1— 2,0] 0,64 „ geſäuert.. 1,1 0,1 2,8] 0,7 0,1 7,8 7,5] 0,2 2,4 0,69 „ m. Kalk gepr., rriſc 3,2 0,5 9,61 1,9 0,3 23,0 21,6— 8,0] 1,96 trocken.. 7,8 1,2 18,9] 4,9 1,0 62,4 62,0]/— 15,3] 5,54 Macerations⸗ Muciünde. 1,5 0,1 4,4 0,9 0,1 14,2 13,5— 3,7] 1,18 Melaſſe,9 9,0—— 9,0—. 61,3 70,3 4,6— 4,76 Melaſſetorfmehl*)... 8,3 0,9 5,8] 6,0— 39,3 45,3 3,0— 3,72 Melaſſepalmkernmehl.. 0,4 0,8 4,4] 9,9 0,8 60,5 68,9] 4,8 3,4] 6,97 Preßlinge, friſch... 1,9 0,2 5,4] 1,2 0,2 18,9 18,4— 4,4] 1,60 „ geſäuert.. 1,6 0,3 4,3] 1,0 0,2 13,8 13,8] 0,3 3,0] 1,22 8) Slfabrikation. Baumwollſamenkuchen.. 6,6 18,0 5,9 17,7 47,0] 1,5 5,7 6,76 „ geſchält. 12,9 36,9 12,0 16,8 82,0 2,6 1,0/12,72 Baumwollſamenmehl. 14,6 37,0 13,7 17,1186,51 1,4 1,0113,11 *) Verdauliche ſtickſtoffhaltige Stoffe nur zum halben Wert berechnet. 240 Zuſammenſetzung und Nährſtoffgehalt der Futtermittel. S Rohnährſtoffe Verdauliche Nahrſtoffe 2 I. 5 e 2 Darin 25 Art der Futtermittel 2 12 25 58— ..+S=S ſ55S= 8S 22 (Gehalt in 100 Teilen) 5 5 2 2* 5 8 8 5 55 82 8 ½ 5835,35 5 28 2 48 5 S 23M Ar Buchelkuchen....... 83,9 18,2 8,3 28,3 23,9 13,5 66 22,2 48,9 0,3 5,2] 6,20 geſchält.... 8s,5 36,7 9,2 28,6 6,6 31,6 8,4 24,2 75,0] 0,8 2,0/11,26 Erdnußkuchen....... 90,2 31,0] 8,9 20,7 22,7 24,8 7,2 19,0 59,3] 0,9 3,5 8,88— 7 geſchält.... 8s8,5 47,0 7,3 24,1 5,2 40,4 6,5 23,5 78,8] 1,2 1,3/12,98 Hanfkuchen....... 88,129,8 8,5 17,3 24,7 20,9 7,2 16,6 51,7] 0,6 6,2] 7,63 1 Leri Kakaokuchen........ 90,0 ʃ18,8 11,2 36,4 15,5 12,4 10,3 28,0 63,8] 1,5 2,5]7,26 1 6 Kandlenußkuchen...... 91,6 49,0 11,2 18,7 4,1 43,7 10,1 18,5 85,6] 1,3 1,6/14,09 Kapokkuchen....... 86,7 26,3 5,8 19,9 28,2 19,5 5,2 15,6 44,8] 0,6 5,6] 6.83 Kokosnußkuchen..... 89,7 19,7 11,0 38,7 14,4 15,0 11,0 40,3 77,2] 0,4 8,9 8,77 Widegrr Kokosnußkuchenmehl.... ſS27,4 22,1 6,8 38,8 13,4 17,7 6,8 41,7 71,¹] 0,5 9,1] 8,68 Kürbiskernkuchen...... 90,1 36,1 22,7 11,5 14,1 32,5 20,4 16,4 94,7] 1,2 6,3 13,10„ Leindotterkuchen... 8s,2 33,1 9,2 27,4 11,6 26,5 8,3 26,6 70,6] 0,8 4,7/10,08 NAeieles Leinkuchen........ 88,2 28,7 10,7 32,1 9,4] 24,7 9,6 29,8 75 4] 0,2 4,110,19 Gerunlle Leinmehl......... 89,0 35,3 3,6 34,3 9,6]/ 29,6 3,3 32,3 57,0 2,0 4,810,28 Madiakuchen....... 89,3 31,8 9,0 21,7 19,2 22,3 7,2 16,8 44,5] 1,8 3,8 8,08 Nautern Maiskeimkuchen...... 89,0]ʃ19,5 9,0 45,1 8 8 15,1 7,6 44,4 74,9 4,2] 5,6] 8,58 grür⸗M Mandelkuchen....... 90,3 41,3 15,2 20,6 8,9 37,2 13,7 22,0] 91,2] 2,5 1,8/13,52 örin⸗S Mohnkuchen........ 89,3 36,5 9,6 20,1 11,0 28,8 8,8 19,6 66,1¹] 0,4 6,710,09 Grünklet Nigerkuchen..... ſss,5 33,1 4,4 23,4 19,6 26,5 3,3 24,0 55,7 2,0 5,3 8,83 Deigl, Olivenkuchen....... s8s,3] 7,2 13,8 28,1 33,7 4 3/11,1 30,8 56,1] 0,3 11,1] 5,33 Daigl, Palmkernkuchen...... 89,6] 16,8 9,5 35,0 24,016,0] 9,0 52,6] 80,3] 0,419,7] 9,17 Degl, Palmkernmehl....... 89,1] 17,4 4,5 36,9 25,9 16,6 4,2 56,0] 71,1 1,5 21,2] 8,48 Rapskuchen........ 89,6 30,7 9,8 30,1 11,3 24,9 7,6 23,8 66,4] 4,4 0,9] 9,50 9) Rapsmehl.... 1,5 33,1 5,0 32,113,4 26,5 2,4 27,2 58,8] 4,5 1,3] 9,07 Wiffent — Rückſtände von Anis.... 91,1 17,4 17,4 24,3 19,6] 9,4 16,4 16,7 65,4] 0,9 0,1] 6,95 „„ Fenchel.... 90,2 18,7 14,4 33,5 14,7] 7,1 12,9 29,3 64,0] 0,6 6,8] 6,43 „„ Kümmel... S4,8 20,6 15,8 27,714,3 /12,3 15,3 33,2 64,1] 1,2 12,1] 7,47 „„ Thymian...(94,3] 17,1 25,0 13,2 27,1] 6,8 22,5 15,9 72,6] 0,6 8,1] 7,16„ Seſamkuchen....... 8s.9 37,2 12,8 20,5 7,5 33,5 11,5 15,5] 75,4] 0,4 2,3 11,62 Seſammehl........ 94,0 46,4 2,4 26,7 7,7 41,8 2,1 19,2 64,8 0,6 2,4 12,04 Sajobohnenkuchen...... 86,6 40,3 7,5 28,1 5,5 36,3 6,8 29,4 78,1] 4,1 7,7 12,26 1 Lomenbhmenkuchen... 90,7 34,7 12,5 23,7 13,9 31,2 11,0 22,5 77,9] 3,3] 4,311,45 Wigeng Walnußkuch. 86,3 34,6 12,5 27,8 6,4 31,1 11,2 28,2 85,4] 3,0 1,6/12,0 4 X. Puttenmitiet tieriſchen Tiimot Urſprungs. Blut, getrocknet.... 89,8 82,6 1,5 1,3— 59,5 1,5 1,3 64,4 9,0— ſ15,23 draul Buttermilch.. 9,9 4,0 1,1 4,1— 4,0 1,1 4,1 10,77—— 5,95 Nenuf Cadavermehl cieriörpermehl). 94,4 56,1 16,7 3,4— 48,0 16,0 3,4 89,88 7— 15,55 Sace, Eſelsmilch..... 10,3] 2,2 1,6 6,0— 2,2 1,6 6,0] 12,0⁰(%—— 5,25 Mie Fettgrieben(Kuchen).. 90,5 58,6 25,5——[55,7, 23,5— 112,1] 3,0—[18,74 Sͤrinai Fiſchguano, norwegiſcher... 87,4 49,0 1,8——[44,1 1,6— 47,9] 4,5—[11,31 Fiſchfuttermehl, fettaerm. 87,2 52,4 2,?——[47,2 1,6— 51,0] 3,7— ſ12,08 Ahan fet treich.... 89,2 48,4 11,6——[44,1 10,3— 68,8] 3,7—[13,11 3 Fleiſchfuttermehl..... 89,0 71,3 13,0 0,3—[65,7 12,7 0,3 96,5] 3,5—[19,00 Ndaal Hühnereier........ 26,3] 12,6 12,1 0,6— 12,6/12,1 0.6 41,66——[21,71 4 Kuhmilch.... 12,5 3,2 13,6 5,0— 3,2 3,6 5,0 16,8— 7,50 Stre „ abgerahmt......[10,0] 3,5 0,7 5,0— 3,5 0,7 5,0 10.2— 5,44 „ centrifugiert.... 9,4 3,5 0,3 4,9 Chi⸗ 3,5 0,3 4,9 9,1— 5,09 Keil tin 4 Maikäfer, friſch...... 29,6 18,8 3,77— 4,8 13,0 3,11— 20,4 0,8— 3,87 um 2 getrocknet..... 86,5 55,3 10,9- 13,6 38,0 9,1— 59,8 2,3— 11,35 DSDagl Molken von Kuhmilch. 6,4 0,8 0,1 4,9— 0,8 0,1 4,9 5,9—— 2,37 4 Rahm..... 24,4 3,7 17,6 2,8— 3,7 17,6 2,8] 48,7—— 18,32 Dal Schafmilch....... 19,2 6,5 6,9 4,9— 6,5 6,9 4,9 28,0%—— 13,17 A Schweinemilch....... 15,4 6,4 4,7 3,2— 6,4 4,7 3,2²] 20,9—— 10,79 Liter Stutenmilch........ 9,2 2,0 1,2 5,6— 2,0 1,2 5,6] 10,5— 4,62 Tieralbumin....... 88,2 63,3 13,4—[60,5 12,4— 90,3] 3,5— 17,64 Ziegenmilch. 14,31 4,3 4,8 4,5— I 4,3] 4,8] 4,5] 20,31·—— 9,30 Beden *) Die Preiſe für Milch und Eier ſind mit der Kuhmilch verglichen. gerat ¹ Verdauungskoeffizienten verſchiedener Futtermittel. 241 it lü II. Mittel und Schwankungen der Verdauungskoefſizienten verſchiedener Futtermittel. J 3 52 5 V 88 ‿ 2 5„ 8 S 2 1 3 5 le 5 2 5 2 Art des Futtermittels 3 25 25 2 32 23 2 55 8 8 S 8 I. Verſuche mit Wiederkäuern. a) Grünfutter und Heu. *.) Grünfutter. Weidegras von Wieſen. 2 4 77 5 66 78 75 75— 78 72— 79 63— 69 75— 84 72— 80 Juni. 1 2 71 70 62 75 66 Weidekleegras.. 1 2 75 78 64 78 67 Grünklee, vor der Blüte. 6 15 66 66 64 73 53 59— 74 60— 76 58— 74 63— 83 47— 60 Futterroggen, jung..... 1 2 74 79 74 71 79 Grün⸗Mais*).... 1 1 70 73 75 67 72 Grün⸗Sorgho.. 4 1 1 73 62 85 78 59 Grünklee, 89 vor der Blüte. 1 2 74 74 65 83 60 Desgl, Beginn der Blüte. 1 2 68 76 67 75 53 Desgl., in der Blitte..... 1 2 63 69 61 72 5⁰0 Desgl., Ende der Blüte.... 1 2 58 59 45 71 39 9) Heu, Szeſn ter, Laub. Wieſenhen...... 44 118 62 61 53 64 57 46— 79 35— 73 10— 68 49— 76 46— 80 8 proteinreich.... 18 48 67 66 57 63 60— 79 60— 73 45— 68 57— 76 53— 80 „ mittel...... 35 94. 61 57 53 64 60 50— 67 49— 67 15— 70 53— 73 51— 71 „ proteinarm..... 10 28 56 50 49 59 46— 59 35— 60 10— 57 49— 65 46— 64 Wieſengrummet 6 3⁰ 64 62 46 66 64 60— 71 54— 68 28— 56 63— 74 59— 68 Thimotheegras........ 4 5 58 59 447 64 5² 52— 67 45— 60 35— 56 58— 72 39—- 62 Knaulgras, Ende der Blüte. 1 1 56 59 51 54 51 Straußgras, in der Blüte.. 1 1 59 60 44 59 61 Quecke, in der Blüte.. 1 1 61 64 60 62 59 Hirſeheu, Ende der Blüte. 1 1 64 62 60 54 63 Grünklee und Kleehenu..... 18 46 61 6² 62 69 49 54— 74 43— 76 35— 74 58— 63 39— 60 Klechen, proteinreich..... 7 17 61 62 60 70 47 58— 67 56— 71 44— 74 63— 76 39- 54 Desgl., mittel........ 10 21 57 5⁵ 51 65 45 52— 62 43— 61 33— 70 57— 69 38— 52 Schwediſches Klecheu, volle Bl.. 2 4 58 5 49 67 47 56— 63 49— 64 35— 55 63— 74 44— 51 Weißkleeheu, volle Bl.. 1 1 67 73 51 7 51 Luzerneheun, ſehr gut 9 28 60 74 39 66 43 ,s-— 55— 67 67— 83 29— 55 61— 73 34— 48 398 23 M Desgl., vor der Blüte. 5 18 62 77 39 70 43 59 58— 67 72— 83 30— 44 66— 73 34— 48 397- A Desgl., in der Blüte 4 10 56 7⁰ 39 42 4 55— 59 67— 73 29— 56 61— 66 37— 48 3 Wickenheu, vor der Blüte.... 1 6 65 76 60 66 54 == ö„„ 4. 105 35=”*) Frühreifer Mais, ungewöhnlich ſtickſtoffreich und daher vermutlich auf ſehr kräftigem .- Boden gewachſen. 6 **) Stammte aus 4 verſchiedenen Vegetationsperioden von demſelben Felde, war ſehr üppig gewachſen und infolge naſſer Witterung ſtark gelagert. Wolff, Fütterungslehre. 7. Auflage. 16 242 Verdauungskoeffizienten verſchiedener Futtermittel. 5 8 8 2 22 Art des Futtermittels 3S 5E 8 S 3 32 8 5 5 8 5 69 2 215 3 A ϑ„ᷣ GS G Sojabohnenheu 2 4 61 69 30 66 53 58— 63 63— 76 14— 48 59— 71 46— 58 Lupinenheu, in der Blüte. 4 2— 74 30 62 73 Serradella, in der Blüte. 1 2 62² 75 65 63 5⁰ Ende der Blüte 1 2 47 63 66 48 87 Runkelblätter, eingeſäuert.. 1 2 57 65 60 54 54 Ausgebraueter Hopfen. 2 4 37 31 64 49 15 29— 41 24— 39 44— 77 43— 53 5— 24 Beinwellheu(Symphytum).. 1 2 69 58 71 85⁵ 18 Kartoffelkraut, Anf. Oktober. 1 2 48 42² 24 60 36 Pappellaub, Anf. Oriober 1 2 58 56 79 65 35 Ulmenblätter. 1 1 70 73 23 8² 57 Buchenblatter.. 1 2 32 6 33 42 26 Buchenreiſig im Winter 3 6 23 6 14 33 13 12— 36 0— 16 0— 32 16— 47 7— 24 Akazienreiſig.. 1 2 37 56 23 47 21 Pappelreiſig mit Laub, Zuli. 1 2 43 39 39 51 27 Sägemehl von Fichtenholz 1 2 19—— 40 11 Desgl., mit Heu vergoren 1 2 14—— 4² 1 p) Vergl. Verſuche. Wieſenheu, trocken verfüttert. 1 2 56 44 37 59 57 Dieſelbe Sorte, gedämpft. 1 2 56 30 41 59 58 Wieſengras im Herbſt. 1 4 60 56 46 61 62² Dieſelbe Sorte, enſiliert 1 5 54 28*) 61 5² 71 Rotklee, auf Reitern getr.. 1 2 55 60 51 63 43 „ dieſ Sorte, Braunheu. 1 2 47 3² 43 56 46 Luzerne, grün verfüttert 1 4 58 78 44 67 34 Dieſelbe Sorte als Dürrbeu. 1 2 55 73 3² 65 37 „ Brennheu 1 2 54 72 43 54 45 Luzerne, grün verfüttert.. 1 2 67 81 5² 76 45 Dieſelbe Sorte auf Reitern getr. 1 2 6² 78 33 70 42 ——— Luzerne, ſorgfältig getr. 1 2 61 72 66 48 Dieſelbe Sorte, beregnet 1 2 57 67 62 45 Eſparſette, grün verfüttert 1 2 66 73 67 78 4² Dieſelbe Sorte, ſorgfältig getr.. 1 2 62 70 66 74 36 „„ als Braunheu. 1 2 59 64 76 67 45 „ Sauerheu 1 2 45 5⁰ 74 53 29 Amerik. Mais, eingeſ.. 3 3 62 48 8⁵ 68 56 61— 63 45— 54 82— 86 66— 72 47— 64 Desgl., als Dürrheu... 3 3 62 48 67 66 4 62— 68 44— 52 52— 79 64— 68 56— 71 b) Stroh und Spreu. Weizenſtroh.. 3 7 43 11 31 38 5² 36— 48 0— 26 20— 44 36— 40 45— 59 Roggenſtroh 3 9 46 21 32² 37 60 40— 51 17— 26 21— 58 28— 52 46— 73 Gerſteſtroh. 2 5 53 20 42 54 56 50— 56 17— 24 41— 43 38— 57 54— 58 Haferſtroh. 6 19 48 3⁰ 33 44 4 37— 56 6— 50 14— 51 33— 56 45— 66 Maisſtroh.. 1 1— 37 28 40 5² Stroh von Sumpfreis. 1 2 50 47 41 35 58 „ Bergreis 1 2 44 44 5² 29 55 Ackerbohnenſtroh. 2 5 51 49 56 64 39 51— 63 45— 54 49— 60 64— 73 36— 53 *) Von dem Rohprotein wurden nur die Amidſtoffe verdaut; die Eiweißſubſtanz war faſt ganz unverdaulich. Peizenſ Hafer Gerſt Mi. Daii. Acerbo Lupine Dieſ. E Andere Lupine, Diiſ. E Kiinſem Eicheln Rofkaſt Johann d) G Diffſie Roggent Tchzent Weizent Dieſelde Raien Dagl, 8 iitun Räsfut Nae dierre Npem Rapstu Lenme Lentach ſt Verdauungskoeffizienten verſchiedener Futtermittel. 243 6 — 3 2s 2 E 4 3 3 5 5 4 Art des Futtermittels„(3 52 32 5 2 2 8 2 8,5 8 8⁸ 2 4* 8 2 5 8 —— 30) g -8 z 7 1 Gartenbohnenſtroh...... 1 2— 54 53 72 2 -Il9. „ A Sojabohnenſtroh..... 2 4 55 50 60 66 38 6 8 Lupinenſtroh. 1 2 55 37 30 65 51 6 6 Erbſenſtroh, ſehr gut 1 2 59 61 46 64 52 660 A 3 Sojabohnenſchalen 1 2 63 44 57 73 51 kt 8 Haferſpreu. 1 2 4² 38 48 49 45 I 8-5 Weizenſpreu. 1 2 26 6 34 29 37 1 3 6 c) Körnerarten. 4„ Hafer.......... 11 39 70 78 83 76 20 38 9 62— 82 68— 94 75— 92 65— 94 1— 44 4½ 1 Gerſte..... 2 4 86 70 89 9² 5⁰ l g 3 3 81--91 63— 77 78— 100 87— 96 0— 100 uß w Mais........... 4 13 91 7² 85 94 77 3 9 i 87— 93 60— 84 73— 99 90— 99 62— 100 4 u Dari........... 1 2 86 65 70 91 51 1 Ackerbohne......... 8 29 89 88 86 93 72 .1 76— 100, 77— 100 55— 100 81— 100 22— 92 4 Sojabohne.. 1 2 85 87 94 62— Erbſe........... 1 2 90 89 75 93 66 Wicke.......... 1 2 92 88 92² 1⁰0— 31 i i Lupine..... 6 12 5 91 9² 83 92² 1 n; 80— 100 85— 96 71— 96 74— 100 95— 100 6 Lupine bei 1000 gedämpft 1 2 92² 92 90 89 95⁵ 61 ä i Dieſ. Sorte, ged. und entbittert 1 2 97 94 94 84 94 1l 8 4 Andere Sorten, entbittert.. 1 2 88 88 78 78 97 43 S z Lupine, nicht gedämpft. 4 2 81 87 71 76 77 4 b Dieſ. Sorte bei 140 gedämpft.. 1 2 68 67 84 66 69 1 Leinſamen.. 2 7 77 9 86 55 61 3 à 4 60— 92 81— 98 78— 90 39— 81 30— 91 4 k Eicheln.. 4 2 88 83 88 91 62 3 ll 4 Roßkaſtanie 1 1 87 60 85 93 0 —— Johannisbrot.... 1 2 94 68 54 95⁵ 78 K d) Gewerbl. Produkte und 1 5 1 Abfälle. ˖6 t Diffuſſionsſchnitzel...... 2 7 82² 63— 84 83 Roggenkleie.. 1 6 74 78 64 82²— 1 à Wrizenkleie, trocken verfuttert 5 12 72 78 70 77 33 A 7 62— 85 51— 100 50— 90 70— 88 0— 57 3 Weizenkleie, trocken verfuttert 1 2 76 88 79 80 20 7 Dieſelbe Sorte, geſäuert. 1 2 67 79 83 71 13 -9 Al- Be„ gekocht. 3 1 2 64 70 87 74 0 Weizenkleie, wocln verfuttert 2 5 74 74 74 80 34 1 1 Desgl., gebrüht und mit Heu 2 5 69 71 74 78 9 , 38-Ä1 4ℳ„ als Tränke 2 5 69 67 83 78 13 1 Dintelkleie. 1 2 76 78 89 82 25 8 xi 34 Rückſtände von Weizenileie 1 1 9¹ 88 46 9²— Neeisfuttermehl. 3 12 75 63 85 86 2 5 43 1. 72— 78 61— 65 85— 86 82— 92 3— 51 3 4 Malzkeime......... 3 7 8 78 50 86 8⁵ 1-s 54 64— 84 73— 82 35— 100 58— 95 65— 95 3 Biertreber, friſch. 4 12 63 73 86 6² 0 1S 1 60— 67 71— 74 84— 89 56— 14 33— 45 1 1 5 Rapsmehl, zutſettet.. 1 1 68 84 7 85 0 4 Rapskuchen.. 2 7 66 8¹ 79 76 8 ar 49— 79 65— 92 69— 93 66— 85 0— 34 30 Leinmehl, entfettet.... 1 8 71 82 91 73 7 füutfm wi Leinkuchen..... 2 10 81 86 9⁰ 80 weifflſan 74— 88 80— 90 86— 94 60— 96 23— 92 244 Verdauungskoeffizienten verſchiedener Futtermittel. 8 8 8 5 2 2 53[2[3? 3 34 Art des Futtermittels 8 8 5* S S'S · 2 2 2 S 5 2 2 3 65 2 8 25, 8 8 B . Palmkernkuchen..... 1 2 75 77 94 79 54 Palmmehl, entfettet. 2 3 9¹ 95 95 94 8² 89— 96 87— 100 87— 100 91— 99 72— 94 Erdnußkuchen. 2 6 86 9 89 92² 24 85— 86 90— 91 86— 92 87— 98 16— 32 Seſamkuchen. 1 4 77 90 90 64 31 Sonnenblumenkuchen.... 1 4 76 90 88 77 31 Baumwollſamenkuchen.... 1 4 50 73 91 46 23 Desgl., geſchält...... 2 6 79 84 93 8² 1 77— 81 84— 89 82— 100 66— 95 0—3 Kokosnußkuchen. 2 4 8² 80 100 84 68 78— 85 76— 848— 81— 86 62- 73 Mohnkuchen.. 1 83 75 79 92 64 61 Rückſtände von Anis. 1 4 59 54 94 68 1 „„ Fenchel. 1 4 6² 38 93 67 47 ,„ Kümmel.. 1 4 77 60 97 76 85 Fleiſchmehl....... 2 5 93 93 98—— 91— 96 91— 97 96— 100—— Blutmehl(hart und ſen). 1 2 63 62 100 1⁰0— Fiſchguano.... 1 2— 90 76—— Süße Milch...... 5 5 94 100 98— 9) Wurzelsewächſe 97— 98 91— 97 99— 100 93— 98 Kartoffel. 4 23 85 61— 90⁰— 73— 97 44— 88— 83— 99— Zuckerrübe. 2 28 89 62— 95— 81— 100 34— 100— 90—- 100— Runkelrübe. 3 18 88 77— 6— 80— 96 52— 89— 91— 100— Turnipsriibe....... 1 8 78 57— 89— Steckriibe........ 1 2 97 62 94 99 10⁰⁰ II. Verſuche mit Pferd und Hammel. Wieſenfutter, Hammel. 12 27 62 60 5² 66 61 57— 76 53— 73 43— 65 56- 76 51— 80 Pferd. 12 15 50 60 22 59 41 43— 62 54— 69 10— 42 49— 67 33— 57 desgl.. 16 23 51 59 20 59 41 43— 62 51— 699 7— 42 49— 68 33— 57 Weidegras von Wieſen, Hammel 1 2 76 73 65 76 8⁰ Pferd.... 1 1 62 69 13 66 57 Wieſenheu, ſtickſtoffreich, Hammel 4 10 64 65 54 65 63 63— 65 59— 72 48— 63 62— 68 61— 66 Pferd. 4 6 51 62 20 57 42² 49— 55 55— 66 14— 42 52— 61 36— 46 Wieſenheu, mittel, Hammel 4 8 59 57 51 62² 56 57— 63 55- 61 45— 56 56— 68 51- 60 Pferd..... 4 4 48 57 24 55 36 43— 56 55— 60 19— 31 49— 67 33— 42 Wieſenheu, ſtickſtoffärmer, Hammel. 3 7 59 54 46 6² 58 58— 61 53— 56 43— 49 56— 65 54— 61 Pferd. 3 4 47 57 24 56 39 45— 51 54— 62 16— 33 48— 61 38— 40 Kleeheu, Hammel 4 8 56 56 56 61 50 55— 58 55—58 56— 62 58— 64 48— 52 Pferd. 4 5 51 56 29 64 37 49— 54 51— 60 28— 31 61- 67 35— 39 — Luzerne Vehfen Dinkel Hafere Gerſte Maitkt Ackerto Eriſe, Lapine Lankue Lärſer Kartof Nühre IIl. Gerſt Mais Schli rmit Verdauungskoeffizienten verſchiedener Futtermittel. 245 = 4 32 2= 2 3 5 Art des Futtermittels 3 3 3 S S5 1 4 3[zZ 5 2 735 5 2* S8 S 20 8 S ⸗ S 9⁰ 8— Luzerne, Hammel 4 12 59 71 41 66 45 56— 62 68— 74 29— 56 64— 70 40— 47 Pferd. 4 6 73 40 55— 61 70— 75 0—30 67— 71 36— 44 Weizenſtroh, Panue 1 2 48— 44 37 59 . ferd. 1 2 23 19— 18 27 Dinkelſtroh, Pferd. 1 1 25 23 20 18 30 Haferkörner, Hammel. 3 13 71 80 83 76 30 66— 74 67— 87 75— 89 72— 79 21— 44 Pferd. 3 68 86 71 74 21 63— 71 82— 89 63— 78 72— 76 1— 38 desgl.. 8 22 67 79 70 74 20 „. 62— 71 68— 89 60— 78 72— 76 1— 38 Gerſtekörner, Pferd.. 1 14 87 80 4² 87 100 Maiskörner, Hammel. 1 2 89 79 85 91 6² Pferd. 2 2 89 77 61 94 70 87— 91 75— 78 59— 63— 41— 100 Ackerbohne, Hammel 1 6 9⁰ 87 84 91 79 Pferd. 1 5 87 86 13 93 65 Erbſe, Hammel. 1 2 90 89 75 93 66 Pferd 1 1 80 83 9 89 8 Lupine, Hammel. 1 2 88 88 78 78 97 Pferd. 1 1 7² 94 27 51 51 Leinkuchen, Pferd 1 1 69 88 53 94— 8.5 Leinſamen, Pferd 1 4 64 75 5² 98— , Kartoffel, Pferd. 1 1 93 88— 99 9 . 3 Möhre, Pferd 1 1 87 99 94 0 . III. Verſuche mit Schweinen. Gerſteſchrot 4 8² 76 65 90 15 4 77— 85 67— 81 51—77 88—91 0—28 Maisſchrot....... 3 4 92 86 76 95 40 90— 95 84— 88 74— 79 93— 96 17—57 Erbſenſchrot...... 5 10 91 88 49 96 88— 95 85— 90 36— 69 95— 99 55— 89 Reis, gekocht. 1 1 99 89 67 100— Roggenkleie*). 1 2 67 66 58 75 9 Kokosnußluchen..... 1 2 80 74 83 89 60 Fleiſchmehl...... 1 8 9² 97 87—— Blutmehl*)....... 1 1 7² 72— 92— Maikäfer, excl. unverd. Chitin. 1 6 57 69 83—— Schlickermilch. 4 4 95 96 95 99— Kartoffel.... 5 8 93 73— 98 55 91— 96 57— 81— 97— 99 28— 83 1 8*) Die Kleie wird nach obigen Verdauungskoeffizienten von den Schweinen verhältnis⸗ * mäßig ſchlecht ausgenutzt, ungeachtet die verfütterte Sorte an Rohprotein reich und an Rohfaſer 2 arm, alſo von guter Qualität war. **) Das Blutmehl war dieſelbe Sorte, welche auch zu Verſuchen mit Hammeln(ſ. o.) benutzt wurde. u-N 3 246 Stickſtoffgehalt im Eiweiß und im Nichteiweiß einiger Futtermittel. III. Stickſtoffgehalt im Eiweiß und im Nichteiweiß einiger Futtermittel. Stickſtoff in Prozenten der Stickſtoff i off in Proz. d. Art des Futtermitte 18 Trockenſubſtanz Geſamtſtickſtoffes im im im Nicht⸗ im im Nicht⸗ ganzen Eiweiß eiweiß Eiweiß tinrach Wiejeden und Grüniutter. 11..... 2 1 27,0 52 1,15 9,03 0,1 0,11 32,5 2,5 73,233 „ eetwas beregnet.. 1,491 1,317 e19744 82 23 2,5 T, anle guubsh alt Wieſe, armes Fuiter 1,120 0,816 0,304 734 298 11..... 1 4 Salzwieſenheu. 1707 4.337 9,345 d27 26, Rieſelbeu von Lichterfelde. 3,180 2,470 Pele 25, 227 Wieſenheu, 24. April.. 4,010 3,135 9,240 197 22,3 35. Apri. 2 1 3 21,8 „ 10. Jun. 1 zaut 0,96 4,9. 100 26. Juni. 6, 3 2, 14,5 Weidefutter von Wieſen Vaih v226 dne 3 275 37 1., 7,0 Whücfengras....... ͤFAuche e30. e, 2ueu 1o Je dus „ enſiliert.....]1,894 1,163 9,238 3470 359 eingeſäuert.. 1,861 0,949 0, 33 61,5 29,3 Gräfer vom Feld, ganz jung 4,360 3,180 Lt 71 47, 8— 1 7 7 „)y war und in der Brute 35— ,09 2,68— 3,79 0,55— 1,70 61,5—354 14,65-38, — 7 7 1 „ Bam gelr fuf ren 1,20, 2,58 0,94 2,08 0,25 0,64 67,6—88,9 16,1— 32,4 0,94— 1,21 0,74— 0,98 0,20— 0,23 e 198 Wieſenbraunhen.. 2,033 11 787 70,246 18,27 35,0 15,77 273 tief dunkel 2,721 2,228 9725 3109 1271 Süßgräfer... 1,470 1,020 a23 94,2 394 Raigras, engliſch, im Mai 2,350 1,810 9455 7743 300 „„„ blühend] 1,200 0,970 0,230 261 2,14 „ franzöſ., 4. April(17 cm) 4,664 3,204 1,460 807 391 „ franzöſ., 23. Mai(45 om) 27420 1,783 0,637 7 273 4 kealien. 1. April 3,921 2,781 1,140 733 29,1 15. Maj...„864 4.. 4 Timotheegras, ged., 6. Juni. 8 1,347 522) 825 394 „ 23. Juni. 1,310 0,920 9,439 85 395 5, ungen. 6. Juni 1,200 0,860 9,320 5 297 23. Juni 0,830 0,6„. Luanlfin. ,640 0,190 77,1 22,9 naulgras, blühend. 1400 6,964 9136 68,9 31,1 .... ,0 1213 79,5 20,5 on„ Honiggras, libeid⸗... 1370 0,964 0,406 70,4 29,6 Wwieſenfuchsraidanz. 4 1,568 9130 dr3⸗ 55 29, Treſpe, weiche. 1,661 1,342 9,49 14,7 290 Sanea hoher. 1,670 1,204 9289 72: 191 afſchwingel.. 1,541. 3 3 3 Futterroggen, 28. März(8 em) 4,433 1137 d36 8 300 Bafer dm v. April 65) 3,574 2,673 0,901 24,3 297 r, nde ai. ,6„ 4 unn eune. 1159 i,S4b dad oe 44 Zuckermohrhirſe(50 em).. 1,700 1,265 9239 777 21,6 Mais, bade 18. Juni(17 ann). 4,925 3,365 1235 au,4 2,6 „ 9. Juli(67 cm).. 3,9 1480 4 4 3 „ 23. Juli(103 cm).... be 7 400 Seh9 2270 276 „ 6. Aug.(147 cm).... 2,411 1,611 9300 97,) 30,0 „ 3. Sept.(157 cm). 1,612 0,990 0,622 81,7 38,6 Pferdezahnmais... 1,220 0,884 0,336 573 5 „ andere Sorte 1,456 1,135 0,321 72,6 227 , eingeſä.. 4. 3 Grduneais. inzeſäuert 1,386 0,770 0,616 55,6 44,4 ..... 1,920 1,560 0,360 81,5 18,5 Grünme 9 Rotklee, * Rotkle, „ Säwed Iakarna Auben. Stickſtoffgehalt im Eiweiß und im Nichteiweiß einiger Futtermittel. 247 Stickſtoff in Prozenten der Stickſtoff in Proz. d. . Trockenſubſtanz Geſamtſtickſtoffes Art des Futtermittels im im im Nicht⸗ im im Nicht⸗ ganzen Eiweiß eiweiß Eiweiß eiweiß Grünmais, eingeſ., 28. Nov. unterſ. 1,610 1,160 0,450 72,9 27,1 „ 7. Dezbr. unterſucht. 1,490 1,020 0,470 67,5 32,5 7, 11. Jan. unterſucht. 1,630 0,960 0,670 58,9 41,1 3. Febr. unterſucht. 1,620 0,710 0,910 43,8 56,2 Rotklee, ganz jung.... 3,880 2,660 1,220 68,6 31,4 2,47— 5,20 1,75— 3,24 0,72— 1,96/ 62,5— 75,5 24,5— 37,5 „ in der Blüte... 2,230 810 0,420 81,0 19,3 2,06— 2,24 1,57— 2,06 0,32— 0,67] 70,1— 86,1 13,9— 29,9 Rotklee, 27. MMir,(4 cm) 5,200 3,242 3 3 37,7 , in der Bliite.. 2,244 1,571 0,673 70,0 30,0 „ faſt reif..... 2,040 1,713 0,327 84,0 16,0 Braunhen. 2,111 1,778 0,333 84,2 15,8 Schwediſcher Klee 2,144 1,573 0,571 73,4 26,6 eingeſäuert. 2,150 1,532 0,682 68,3 31,7 Inkarnatklee u. Raigras, Beg. d. Bl. 2,100 1,486 0,614 70,8 29,2 volle Blüte. 1,341 1,055 0,286 79,0 21,0 . 5 Ende d. Blüte 1,078 0,902 0,176 83,7 16,3 Luzerne, ganz jung... 5,420 3,630 1,790 67,0 33,0 3,57— 6,99 2,39— 4,86 1,18— 2,13/ 64,5— 69,5 30,5— 33,5 „ Anfang der Blüte.. 2,540 1,810 0,730 71,1 28,9 2,36— 3,01 1,55— 2,28 0,65— 0,92 62,7— 75,8 24,2— 37,3 „ 23. April(12 cm).„ 3,718 042 64,5 35, „ in der Blüte.. 2,709 2,017 0,692 74,5 25,5 Braunheu... 3,058 2,502 0,556 81,8 18,2 Eſparſette, 7 WMars(d em).. 3,028 2,217 0,811 73,3 2„ April(8 com). 3,251 2,394 0,857 73,6 26,4 Gelbe Lundi en, Ende der Blüte. 3,570 2,130 1,440 59,7 40,3 faſt reif 3 3,718 3,034 0,684 81,6 18,4 Lupinen, friſch 3,341 1,681 1,660 50,3 49,7 2 eingeſäuert. 3,179 0,890 2,289 28,0 72,0 Blaue Lupinen, Ende der Blüte 3,280 1,950 1,330 57,8 42,2 Futterwicke, vor der Blüte 4,080 2,530 1,550 62,0 38,0 „ in der Blüte. 4,050 2,983 1,067 73,7 26,3 faſt reif. 3,090 2,594 0,496 86,7 13,3 Sandwicke, 8. Juli, Aufang d. Bl. 4,980 3,830 1,150 76,9 23,1 „ 16. Juli, volle Blüte 4,460 3,302 1,158 75,8 24, 2 29. Juli, Ende der Bl. 3,290 2,896 0,394 88,0 12,0 Wieſenplatterbſe, Anfang der Blüte 3,910 3,250 0,460 88,3 11,7 ganz jung. 4,760 3,650 1,110 76,7 23,3 Sojabohne, Ende der Blüte. 2,710 2,150 0,560 79,4 20,6 Weißer Senf, 8. Juni. 2,670 1,944 0,726 72,8 27,2 „ 22. Juni, volle Blüte 1,660 1,413 0,247 85,1 14,9 29. Juni, Elbe d. Bl. 1,290 1,235 0,055 95,7 4,3 Beinwell, jung... 4,896 3,586 1,310 73,2 26,8 7. vor der Blüte.. 3,890 3,380 0,510 86,9 13,1 Buchweizen, Ende der Blüte.. 1,112 0,901 0,211 81,0 19,0 „ Enſilage.. 4 0,939 0,706 0,233 75,2 24,8 Stechginſter, Anfang Oktober. 1,690 1,500 0,190 88,8 11,2 Futterkohl, Kopfteil..... 2,530 1,730 0,800 68,2 31,8 Stengel... 1,535 1,155 0,380 75,3 24,7 Runkelblätter, friſch.. 4,274 3,086 1,058 75,2 24,8 „ kingeſädert. 3,312 1,857 1,455 56,0 44,0 2,. Juli 3,448 2,214 1,234 64,2 35,8 „ 19. Auguſt 2,747 2,033 0,714 74,0 26,0 10. September. 2,466 1,919 0,547 77,8 22,2 Topinambur⸗Stengel.... 0,443 0,443 0 100,0 0 4, Blätter 3 2,374 2,042 0,332 86,0 14,0 Knollen und Wurzeln. Kartoffel........ 1,467 0,831 0,636 ,6 43,4 0,79— 3,91 0,50— 1,37 0,25— 1,54 43,9— 77,7 22,3— 56,1 248 Stickſtoffgehalt im Eiweiß und im Nichteiweiß einiger Futtermittel. Stickſtoff in Prozenten der Stickſtoff in Proz. d. . Trockenſubſtanz Geſamtſtickſtoffes Art des Futtermittels licſtof im im im Nicht⸗ im im Nicht⸗ ganzen Eiweiß eiweiß Eiweiß eiweiß Kartoffel, 9. Juli 2,707 1,726 0,981 63,8 36,2 „ 7. Auguſt...... 1,9632 1,262 0,700 64,3 35,7 10. September... 1,389 0,992 0,397 71,4 28,6 „ ungedüngt. 1,140 0,950 0,190 83,4 16,6 „„ gedüngt 1 Ztr. Chilef. p. M. 1,221 1,060 0,161 86,8 13,2 2, 2 Ztr. Chileſ. pr. Morg. 1,461 1,080 0 381 74,0 26,0 3 Ztr. Chiled Pr. Morz. 1,808 1,080 0,728 59,7 40,3 Runkelrübe... 2,220 0,800 1,420 36,1 63,9 1,26— 3,13 0,44— 1,39 0,65— 2,05 23,5— 65,1 34,9— 76,5 „, Oberndorfer. 1,700 1,053 0,651 65, 34,9 2, v. Rübenboden 1,575 0,669 0,906 42,5 57,5 „„ v. Sandboden.. 1,110 0,558 0,552 50,3 49,7 v. Osdorf Rieſelf). 3,130 1,390 1,740 44,4 55,6 Kohlrübe, ſtark ged... 2,645 1,595 1,050 60,3 39,7 Stoppelrübe. 2,580 1,430 1,150 55,4 44,6 Möhre....... 1,800 1,075 0,725 59,7 40 3 Pferdemöhre, Osdorf..... 2,330 1,310 1,020 43,8 56,2 Hohenheim. 1,830 1,270 0,560 69,4 30,6 Topinambur, gr. Knollen. 1,372 0,790 0,582 57,6 42,4 Bataten..... 4 1,800 1,205 0,675 64,1 35,9 Körner und Samen⸗ Winterweizen...... 2,116 1,876 0,240 11,2 1,96— 2,27/1,78— 1,97 0,18— 0,30] 86,8— 90,8 9,2— 13,2 Roggen..... 2,07 1,874 0,195 90,6 9,4 Gerſte. 1,974 1,923 0,051 97,1 2,6 1,60— 2,35 1,53— 2, 32 0,03— 0,07] 95,6— 98,6 1,4— 4,4 „ ausgewachſen.. 2,050 1,550 500 75,6 4 Chevaliergerſte, normal.. 1,800 1,761 0,039 97,8 2,2 „ beregnet 1,899 1,815 0,084 95,6 4,4 4, ausgewachſen. 1,987 1,522 0,465 76,6 23,4 Hafer....... 1,661 1,536 0,125 5 7,5 1,32— 2,0 1,17— 1,79 0— 0,21 88,6— 100 0— 11,4 Mais, 24. Auzuſt unreif.... 4,216 2,074 2,144 49,1 50,1 „ 6. Seplember⸗ unseif. 2,623 2,029 0,594 77,4 22,6 „„ reif... 1,819 1,729 0,090 95,1 4,9 1,70— 1,96 1,69— 1,82 0— 0,13 93— 100 0— 7,0 Riſpenhirſe....... 1,980 1,920 0,060 98,0 2,0 Kolbenhirſe, geſchält...... 1,350 1,240 0,110 91,8 8,2 Zuckermohrhirſe..... 1,970 1,730 0,240 87,8 12,2 Reis, enthülſt.... 1,571 1,441 0, 30 91,7 8,3 Erbſe........... 4,780 4,237 0,543 88,6 11,4 Ackerbohne......... 5,005 4,443 0,562 88,6 11,4 4,78— 5,23 4,10— 4,79 0,44- 0,68] 85,8— 91,5 8,5— 14,2 Sojabohne... 6 5 0, 89, 10, 6,29— 7,09 5,51— 6,45 0,28— 0,90 86,8— 95,8 4,2— 13,2 Lupine, gelbe..... 7,250 1 0,628 91,2 8,8 5,31— 7,59 4,90— 7,01 0,41— 1,22] 83,9— 93,2 6,8— 16,1 „, reif........ 6,840 6,330 0,510 92,, 7,5 „ unreif.. 7,000 5,460 1,540 78,0 22,0 „ entbittert... 6,269 6,175 0,094 98,5 1,5 blaue, reirf..... 5,310 4,900 0,410 92,3 7,7 Leinſamen... 3,620 3,420 0,200 94,5 5,5 Runkelrübenſamen 2,040 1,679 0,361 82,3 17,7 Steinnuß.... 0,820 0,709 0,111 88,7 11,3 Gewerbliche uue Melaſſe....... 1,909 1,252 0,657 65,6 34,4 1,32— 2,45 0,46— 1,88 0,38— 1,43] 24,3— 77,3 22, 7— 75,7 Diff.⸗Schnitzel, geſäuert. 1,56 1,51 0,05 96,8 3,2 Malz...... 1,580 1,230 0,330 79,2 20,8 1,10— 1,73/1,13— 1,34 0,28— 0,39 76,4— 83,3 16,7— 23,90 Malzkeit giertret Kartoffe Maiis⸗R Wäzzent Roggen Reisfutt Rpskuc Leinkuch Kindott Nehnte Palmte Erdnuß Seſamt Baumr Kobben I. Futea Fütterungsnormen für die verſchied. Zwecke der landw. Tierhaltung. 249 — tufune Giinkit Eriaſſtof 41 rrfanten der Stictaff in Proz. d. . rockenſubſtanz eſamtſtickſtoffes Art des Futtermittels jenneſidſtoſ im im im Nicht⸗ im im Nicht⸗ ganzen Eiweiß V eiweiß Eiweiß Eiweiß p Malzkeime......... 4,475 3,251 1,224 72,6 27,4 3,56— 5,52 2,23— 4,10 0,62— 1,61 64,1— 78,1 21,9— 35,9 Biertreber......... 3,211 3,092 0,119 96,4 3,6 2,84— 3,68 2,84— 3,20 0— 0,36 89,8— 100 0— 10,2 Kartoffelſchlempe....... 3,290 2,277 1,013 68,7 31,3 2,74— 4,28 1,80— 3,08 0,94— 1.20 65,8— 71,9 28,1— 32,2 Meais⸗Rongenſchlempe..... 3,682 2,551 1,131 69,3 30,7 Weizenkleie........ 2,190 1,930 0,260 88,3 11,7 Roggenkleie......... 2,805 2,781 0,024 99,2 0,8 Reisfuttermehl....... 2,100 1,970 0,130 93,6 6,4 Rapsruchen......... 5,901 5,046 0,853 85,9 14,1 Leinkuchen........ 5,101 4,915 0,186 96,3 3,7 Leindotterkuchen....... 5,830 5,330 0,500 91,5 8,5 Mohnkuchen....... 5,840 5,500 0,340 94,1 5,9 5,07— 6,23 4,80— 5,82/0,28— 0,40 93,5— 94,5 5,5— 6,5 Palmruchen......... 3,020 2,977 0,043. 2,72— 3,23 2,53— 3,10 0— 0,24 91,2— 100 0—8,8 Erdnußkuchen........ 7,940 7,380 0,560 93,0 7,0 7,58— 8,51 6,79— 8,12 0,34— 0,90 85,9— 95,5 4,5— 14,1 Seſamkuchen...... 6,330 6,230 0,100 98,5 1,5 Baumwolſaatkuchen...... 5,150 4,780 0,370 92,8 7,2 838 L geſchält... 6,710 6,480 0,230 95,6 4,4 §-s 1eh Kokosnußkuchen...... 3,540 3,390 0,130 96,2 3,8 t Nl 1 §-S5 1 156 5 IV. Fütterungsnormen für die verſchiedenen Zwecke der land⸗ n u wirtſchaftlichen Tierhaltung. 5-1 L=l! 491 J Auf 1000 kg Lebendgewicht täglich „7 4 A Verdauliche Nährſtoffe 88 3-Ĺ00 1-h. 5 A 8* Art der Tiere 8 5[Ee Summa 88 5 2 eſofe 3 88 M 33$ 2 Rohfaſer 5* ð— 1 85 1 ky kg kg kg I9 k2* 86 7015 35-4 Ha 4 1. Ochſen, volle Stallruhe... 18 0,7 0l 8,.,0 89 7,5 11,8 9-gs 42,M„ geringe Arbeit. 22 1,4 0,3 10,0 12,1 9,7 7,7 A 8„ mittlere Arbeit.. 25 2,0 0,5 11,5 14,7 12,0 6,5 1u b-3„ ſtarke Arbeit.... 28 2,8 0,8 13,0⁰ 17,7 15,0 5,3 4 34n in 2. Mäſtrinder, 1. Periode.. 30 2,5 0,5 15,0 18,7 15,6 6,5 41 1„ 2. Periode. 30 3,0 0,7 14,5 19,2 17,0 5,4 1l 1 8 3. Periode 26 2,7 0,7 15,0 19,4 17,2 6,2 855 3. Milchkühe, tägl. Mälcherrag 4½ 25 1,6 0,3 10,0 12,2 10,2 6,7 945 n„ 6,„ 55 88 27 2,0 0,4 11,0 14,0 12,2 6,0 2½ 1„„ 1„ 10 kg 29 2,5 0,5 13,0 16,7 14,4 5,7 85 n„,„ 12,5 kg] 32 3,3 0,8 13,0 18,2 16,0 4,5 4. Schafe, grobwollige.... 20 1,2 0,2 10,5 12,2 10,0 9,1 „ a„ feinwollige.... 23 1,5 0,3 12,0⁰ 14,2 12,0 8,5 655 are 5. Mutterſchafe, Lamm⸗ und 3=113 44 Säugezeit...... 25 2,9 0,5 15,0 19,1 16,3 5,6 965 4 6. Maſtſchafe, 1. Periode... 30 3,0 0,5 15,0 19,2 16,5 5,4 Ma ur„ 2. Periode.. 28 l 3,5 0,6 14,5 19,4 16,9 4,5 — d5,0 e 1 250 Fütterungsnormen für die verſchied. Zwecke der landw. Tierhaltung. Art der Tiere Auf 1000 kg Lebendgewicht täglich Trocken⸗ ſubſtanz 10. 11. 12. 13. 14 . Pferde, mäßige Arbeit. „ mittlere Arbeit. „ ſtarke Arbeit.. Säug. Mutterſchweine Maſiſchweine, 1. Periode. 2. Periode. 3. Periode. Wachſende Rinder, Milchraſſen: Alter Mittl. Lebdgew. Monate pro Kopf 2—3 70 kg 3 6 140„. 6— 12 230„. 12— 18 320„. 18— 24 400 Wachſende Rinder, Maſtraſſen 2—3 5 kg. 3— 6 130„. 6—12 250„. 12—18 340„. 18— 24 425 Wachijeude Scafe⸗ oll raft ſen: 4—6 28 kg. 6—8 34„.. 8— 11 38„.. 11— 15 41 5 15— 20 Wachſende echafe⸗ Maſtraſſen: 4—6 30 kg. 6—8 38 §— 11 46„ 11—15 55„ 15— 20 70„ Wachſende Schweine, Zuchttiere: 2—3 20 kg. 3—5 45„ 5— 6 55„ 6— 8 80„ 8— 12 129,„ . Wachſende Maſtſchweine, 2—3 20 kg.. 3— 5 50„. 5— 6 65„ 6— 8 90„ Verdauliche Nährſtoffe k S 4 Summa SS „ 232 Nährſtoffe 5— 8 S88 8 85 2 Rohfaſer 9= 1— 1˙2 kg kg kg kg kg 1,5 V 0,4 9,5 12,0 10,0 2,0 0,6 11,0] 14,5 12,8 2,5 0,6 13,3 17,7 15,5 —-— 2,5 0,4 15,5 19,0 4,⸗ 0,7 25,0 31,2 4,0 0,5 24,0 29,2 2,7 0,4 18,0 22,0 4,2 2,0 13,0⁰ 20,0 21,5 3,5 1,5 12,8 19,9 19,0 2,5 0,7 13,2 17,4 18,8 2,0 0,5 12,5 15,7 13,9 1,8 0,1 12,0 14,8 13,2 3,4 0,7 15,4Ä 20,5 18,4 2,8 0,6 13,8 18,0 15,8 2,1 0,5 11,5 14,8 12,8 1,8 0,14 11,2 14,0 132,0 1,5 0,3 10,8 13,0 11,0 14 7 2 7,5 1,0 28,0 38,0 5,0 0,8 23,1 30,0 3,7 0,4 21, 3 26,0 2, 0,3 18,7 22,2 2,1 0,2 15,3 17,9 7,6 V 1,0 28,0 38,0 5,0 0,8 23,1 30,0 4,3 0,6 22,3 28,0 3,6 0,4 20,5 25,1 3,0 0,3 18,3 22,0 —.— AC. SA. — OA&A — 8 S 18 H 183 à 5038 Beſtandteile der Tiere. 251 V. Prozentiſche Gewichtsverhältniſſe der einzelnen Teile von RKindvieh, Schaf und Schwein. Ochſe Schaf Schwein . 8 Bezeichnung 8 6 8 8 1. der Kö il E BS[28 85 83 5* * S 3 8 8˙ 8S 8 8 er Körperteile 5 3 3½ 5 5 5* D ☛ % 0o o lo o Eo 0o%% 0of% Analt von Magen und Datm 18,0 15,0 12,0 7,0] 16,0 15,0 14,0 12,0 10,0% 7,0 5,0 Blut. 4,7 4,2 3,9 4,8] 3,9 3,9 3,6 3,2 3,2²] 7,3 3,6 Bau und Pörner. 8,4 7,4 6,0 6,8 9,6 9,3 8,0 7,2 6,5 Beine b. z. d. Sprunggelenten 1,9 1,7 1,6 1,9 1, 3 7 2 Wolle, gewaſchen..———— 5,0 4,7 4,3 4,0 3,6—— Peoliſhain,.———— 4,8 4,5 4,0 3,6 3,2—— Spf..... 2,8 2,7 2,6—— Zunge und Schlund 0,6 0,6 0,5 ⁸ 4,6] 4,3 3,7 3,2] 2,83 lo⸗ 0,4 Her. 0,4 0,5 0,5] 0,6 0,4 0,3 0,4 0,3 0,2 0,5 0,3 Lunge und Luftröhre 0,7 0,7 0,6] 1,2] 1,5 1,5 1,2 1,0 1,0 1,4 0,9 Leber und Gallenülaſe 1,5 1,3 1,3 1,6 1,4 1,3 1,3 1,3 1,0 2,6 1,7 Aengfel. 0,5 0,5 0,5 0,4 0,3 0,3 0,3] ß0,2 0,2—— 0,2 0,2 0,2 0,3 0,2 0,2 0,2 0,1 0,1 0,2 0,2 Milhen ohne Inhalt 4,5 3,0 2,7 1,2] 2,4 2,3 2,3 2,0 1,5] 1,2] 0,7 Därme„ 2,0 1,5 1,4 2,4] 2,3 2,2 1,9 1,7 1,3 3,9 2,2 Fett von Netz und Darm 2,3 2,9 4,5 2,4 3,0 4,1 4,9 6,8 8,0 1,7 2,5 4 Viertel incl. Nieren und Nierentaig 47,4 55,7 60,3 60,0 43,3 45,3 49,4 52,8 57,1] 72,8 82,1 Kleine Abfälle und Verluſt. ,1 2,1 1,4] 4,6] 1,3 0,8 0,5 0,6 0,3] 0,9 0,4 Summa 100,0100,0/100,0100,0 100,07100,0100,0 100,0/100,0 100,0/100,0 Gruppierung der 4 Körperteile. Blut 4,7 4,2 3,9] 4,8] 3,9 3,9 3,6 3,2 3,2] 7,3 3,6 Haut, Kopf, Beine u und Zunge 13,7 12,4 10,7 13,5 24,0 22,8 20,0 18,0 16,11—— Eingeweide.. 9,8 7,2 7,7 7,7 8,5 8,1 7,7 6,6 5,3 9,8 6,0 Fleiſch und Fett. 49,7 58,6 64,8] 62,4 46,3 49,4 54,3 59,6 65,1] 74,5 84,6 Inhalt von Magen und Darm 18,0 15,0 12,0] 7,0] 16,0 15,0 14,0 12,0 10,0 7,0 5,0 Beſtondteile des Rumpfes. Scladisevict nebſ Fett vom c.) Fleiſch ohne Fett dh d Knochen 36,0 38,0 35,0 43,0 33,2 33,5 33,1 29,0 27,0 46,4 40,0 Knochen.. 7.4 7,3 7,1 9,3 7,1 6,6 5,9 5,5 5,2 8,0 5,8 Fett im Fleiſch. 2,0)7,9 14,7 5,5] 2,0 3,3 8,0 14,7 20,5] 16,5 32,4 „, an den Nieren 2,0 2,5 3,5] 2,2 1,0 1,9 2,4 3,6 4,4] 1,9 3,9 „ am Netz und Darm. 2,3 2,0 4,5] 2,4] 3,0 4,1] 4,9 6,8 8,0] 1,7 2,ᷓ5 Summa 49,7 58,6 64,8 62,4] 46,3 49,4] 54,3 59,6] 65,1] 74,5 84,6 Fleiſch des Rumpfes ohne Fett und Kndchen. Trosenſüßſtang⸗ 8,0 8,4 7,5 8,8 6,8 6,7] 6,3 5,4 5,1] 8,1 7,ᷓ3 Waſſer. 1 28,0 29,6] 27,5] 34,2° 26,4 26,8 26,8/ 23,6 21,9] 38,3] 32,7 Summa 36,0 38,0 35,0ſ 43,0ſ 33,2ſ 33,5ſ 33,1ſ 29,0] 27,0] 46,4 40,0 100 Teile des Rumpf⸗ fleiſches(ohne Knochen) Fleiſchnahrung der WMenſchen Fett.. 5,3 17,2 29,4 11,3] 5,7 9,0 19,5 33,6 43,2] 26,2 45,5 Muskelſubſtanz. 19 17„ 14,5 17,0] 18,0 17,1 14,5 11,7] 10,2] 12,3] 9,7 Mineralſtoffe. 0,9 0,8] 1,1] 1,3 1,1 0,8 0,7 0,6] 0,6 0,4 Waſſer. 75 2 64,4 55,3] 70,6] 75,0 72,8 65,2 54,0 46,0] 60,9 44,4 Saninc[¹0⁰0, 0/100,07100,0 100 0100, 0 100,0 100,0/100,07100,0 100,0/100,0 252 Beſtandteile der Futtermittel. Ochſe. Schaf Schwein 3 j G— Bezeichnung 8½ B2, z 3[22. Gürnertej 8 1 S 8— 8 8 8 der Körperteile 223 3. 55 5 8,„51S8 8 3 8. 5 8* 9, 7 Beſtandteile% o%ñ] o%% 070o 0o io%o% des lebenden Tieres. Fett.......„. 7,1 14,9 26,8] 13,1] 8,6 15,2 18,3] 25,1 37,2 22,5 40,2 Stickſtoffverbindungen...15,8 15,5 13,7] 15,3 15,4] 14,8 13,8 12,2] 11,0% 13,9 11,0 Mineralſtoffe..... 4,8 4,4 3,9] 4,5] 3,4 3,3 3,2 2,9] 2,8]/ 2,7 1,8 Waſſer........ 54,3 50,2 43,6]/ 60,1] 56,6] 53,7 50,7 44,8 39,0 53,9 42,0 Inhalt von Magen und Darm 18,6] 15,0 12,0 7,0] 16,0] 15,0 14.0 12,0] 10,0] 7,0] 5,0 Summa 100,0100,0 100,0 100,0[100,0 100,0 100,0 100,0100,07100,0/100,0 Nach Abzug des Inhalts V von Magen und Darm. 3 1 dett........ 8,7 17,5 30,5] 14,1] 10,2 15,5 21,3 31,9 41,4] 24,2 42,3 Stickſtoffverbindungen... 19,2 18,3 15,6 16,5 18,3 17,4 16,0 13,9 12,2] 15,0 11,9 Mineralſtoffe...... 4 5,2 4,4 4,8 4,0 3,9 3,8 3,3 3,1 2,9 1,9 Waſſer.. 66,2 59,0 49,5] 64,6] 67,5] 63,2 58,9 50,9] 43,3]1 57,9 43,9 Summa 100,0 100,0/100,0 100,01100,0/100,0/100,0/100,0/100,0˙100,0 100,0 Mineralſtoffe in 100 Teilen des lebenden Tieres. Phosphorſäure..... 1,92 1,76 1,56] 1,64 1,33 1,29 1,25 1,13 1,09 1,10 0,73 Kalk.........[2, 14 1,96 1,74] 1,93] 1,40 1,35 1,31 1,19 1,15 1,15 0,77 Magneſia....... 0,06 0,06 0,05] 0,06] 0,05 0,04 0,04 0,04 0,04] 0,05 0,03 Kali......... 0,18 0,16 0,14] 0,29 0,16 0,16 0,15 0,14 0,13] 0,10 0,15 Natron.. 0,14 0,13 0,12] 0,07 0,15 0,15 0,14 0,13] 0,12 0,10 0,07 Kieſelſäure..... 0,02 0,o1 0,010,ol 0,02 0,02 0,02 0,02 0,02—— Schwefelſäure, Chlor⸗ und Kohlenſäure... 0,34 0,32 0,28]ʃ 0,50]⁄ 0,29 0,29 0,29] 0,25] 0,25] 0,15] 0,10 Summa 4,80 4,40 3,90 4,50 3,40 3,30 3,20 2,90 2,80 2,70 1,80 Vorſtehende Tabelle iſt hauptſächlich auf Grund von Beobachtungen be⸗ rechnet, welche Lawes und Gilbert in England an landwirtſchaftlichen Tieren angeſtellt haben(ſ. Philosophical Transactions of the Royal Society. Part. II. 1859. p. 493— 680); jedoch ſind dabei auch einige in Deutſchland erhaltene Schlachtergebniſſe berückſichtigt und namentlich wurden die Mengen der einzelnen Mineralſtoffe nicht direkt, ſondern nach anderweitig vorliegenden Analyſen der wichtigeren Teile des Tierkörpers ermittelt. Ferner iſt zu er⸗ wähnen, daß die in der Tabelle aufgeführten Zahlen zunächſt auf jüngere oder ſolche Tiere ſich beziehen, welche ſoeben den ausgewachſenen Zuſtand erreicht haben; bei Tieren, welche in einem vorgerückten Alter zur Maſt auf⸗ geſtellt worden ſind, iſt meiſtens die Menge des Talges, insbeſondere des Nierentalges, wenn auch nicht die Geſamtmenge des Fettes im ganzen Körper, verhältnismäßig größer, das Gewicht der 4 Viertel aber oft etwas niedriger. 4 12 9, Jb u 1 9 b i 88 10cle 9 110 03 i 10 dn 4 1 d d dW 1on de - WMol d 8920 19 terza lien Temn fi Jin. MDauſtiw de Nange uutktne er it ur fj due ren aim er Nii 9 teſoder N orzen ü vos wädide Beſtandteile der Tiere. 253 In neuerer Zeit haben Lawes und Gilbert auch die Reſultate der Analyſen von der Aſche ganzer Tiere und gewiſſer Partien derſelben mitgeteilt(ſ. Philos. Transact. Part. III. 1883. p. 865 bis 890); es ſind daraus die folgenden Mengenverhältniſſe der einzelnen Mineralſtoffe in Prozenten des Geſamt⸗ gewichtes der lebenden Tiere berechnet und zugleich hier nach den ſchon früher (1859) veröffentlichten Beobachtungen die direkt gefundenen Mengen von Stick⸗ ſtoffverbindungen, Fett, Waſſer und Geſamtaſche, ſowie die Lebendgewichte der betreffenden Tiere überſichtlich zuſammengeſtellt. Ochſe Schaf Schwein — S— z— — S F V Stoffe 8 6o, im lebenden Tier 3 8 53ö 2=2 3 3 5 5IZ[3 3 3,52 95 S-§ 8 %%%%% o%%% V 070 Fett........ 19,1 30,1 14,8 18,7 23,5 35,6 45,8 28,5[23,3 42,2 Stickſtoff⸗Subſtanz... 16,6 14,5 15,2 14,8 14,0 12,2 10,9 12,3 13,7 10.9 Mineralſtoefe*).... 4,66 3,92 3,80 3,16 3,17 2,81 2,90] 2,94 2,67 1,65 Waſſer....... 51,5 45,5 63,0 57,3 50,2 43,4 35,2 47,8 55,1 41,3 Inhalt von Magen ꝛc...]8,2 6,0 3,2 6,0 9,1 6,0 5,2 8,5 5,2 4,0 Summa] 100,0 100,5ſ 100,0 100,0 100,0 100,0100,0] 100,0 ſiO0,0/100,0 Mineralſtoffe. Phosphorſäure.... 1,839 1,551 1,535 1,118 1,199 1,040/1,108] 1,126 1,066 0,654 Kalk........ ,111 1,792 1,646 1.321 1,350 1,184 1,240] 1,281 1,079 0,636 Magneſia...... 0,085 0,061 0,079 0,056 0,052 0,048 0,055 0,052 0,053 0,032 Kali...... ſo, 205 0,176 0,206 0,173 0,168 0,148 0,158] 0,166 0, 196 0,138 Natron....... 0,146 0,126 0,148 0,120 0,104 0,097 0,129 0,103[0, 110 0,073 Eiſenoxyd...... 0,040 0,024 0,021] 0,037 0,042 0,034 0,030 0,026 0,022 0,013 Schwefelſäure..... 0,038 0,033 0,041 0,052 0,035 0,031 0,028 0,039 0,053 0,029 Kohlenſäure..... 0,087 0,071 0,047 0,037 0,053 0,041 0,049 0,043[0,021 0,021 Chlor....... 0,059 0,055 0,063 0,072 Fe 0,044 0,066 0,053 0,056 0,043 Kieſelſäure. 0,013 0,006 0,005 1 0,021 0,020 0,026 0,016 0,012[0,005 0,003 Summa 4,623 3,895] 3,791 3,077 3,074] 2,693/2,879] 2,901[2,662 1,642 Lebendgewicht, Pfd.**).. 1232,0/ 1419,0] 258,8 97,6 105, 1 127,2 239,4 84,4 93,9 185,0 Alter c. 4 J. c. 4 J. 9 bis ſc. 1 J. 3 ¼ J. 1 ¼ J. 1 ¾ J.] ½ J. Vom glei⸗ 10 W chen Wurf. .......—— 5— Raßie Aberdeen Hur Hampſhire Down 10 Mache 1 *) Einſchließlich kleiner Mengen von Kohle und Sand. **r) Engliſche Pfund(1 Pfd.= 453,6 g). Das Lebendgewicht wurde unmittelbar vor dem Schlachten ermittelt, nachdem die Tiere 18 bis 24 Stunden vorher das letzte Futter auf⸗ genommen hatten. QÖAOꝑÖ;’ 8 — — ,— 2 B 8 8 Go 8 — ☛ 2 G 8 — — △ —2 8 8 8 E 8 8 * 8 8 Z Z A Die Rinderzucht. Körperbau, Schläge, Züchtung, Haltung und Nutzung des Rindes. Praktisches Handbuch Dr. H. Werner, Geh. Reg.-Rat, Professor an der Kgl. landw. Hochschule in Berlin. Mit Textabbildungen und 136 Tafeln mit Rinderporträts. Gehꝛonden, Preis 20 M. Schwarznecker's Pferdezucht. Rassen, Züchtung und Haltung des Pferdes. Dritte, durchgesehene Auflage. Mit 101 Textabbildungen und 40 Rassebildern. Gebunden, Preis 16 M. Mentzel's Schafzucht. Dritte, neubearbeitete Auflage. Mit Textabbildungen und 40 Rassebildern. Gebunden, Preis 12 M. Bohde's Schweinezucht. Mit Textabbildungen und 39 Rassebildern. Vierte, neubearbeitete Auflage. Gebunden, Preis 12 M. ——ÿÿ———:—:— a beziehen durch jede Buchhandlung. Verlagsbuchhandlung Paul Parey in Berlin SW., Hedemannstr. 10. Handbuch d Milohwirtschaft auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage. Von Dr. W. Kirchner, Professor und Geh. Hofrat, Direktor des landw. Institutes der Universität Leipzig. Vierte, neubearbeitete Auflage. Mit 153 Textabbildungen und 8 Farbendrucktafeln. Gebunden, Preis 14 M. Die Beurteilungslehre des Rindes. Dr. G. Pusch, Professor an der tierärztlichen Hochschule in Dresden und Landesviehzucht-Direktor. Mit 327 Textabbildungen. Gebunden, Preas 10 M. Die Gesundheitspflege der landwirtschaftlichen Haussäugetiere. Praktisches Handbuch vOn Dr. Carl Dammann, Geh. Reg.- u. Medizinalrat, Prof. u. Dir. der Kgl. Tierärztl. Hochschule zu Hannover. Zweite, neubearbeitete Auflage. Mit 20 Farbendrucktafeln und 63 Textabbildungen. Gebanden, Preis I14 M. Haubner's landwirtschaftliche Tierheilkunde. Zwölfte, umgearbeitete Auflage. — Herausgegeben von Dr. O. Siedamgrotzky, Geheimer Medizinalrat, Professor an der Kgl. Tierärztlichen Hochschule zu Dresden. Mit 105 Textabbildungen. Gebunden, Preis 12 M. Zu beziehen durch jede Buchhandlung. — nanmstr. 10 — Audlag. rätit lelnig fln. Innds druobt-Dredtor geſſere ale au Hänuofar WoWdd gchale 2u Uxssden. Verlagsbuchhandlung Paul Parey in Berlin SW. Hedemannstr. 10. aAff. Schlipf unbedingt empfohlen werden. wirten seit langem eingebürgert ist, sondern dass dasselbe auch an sehr vielen landwirtschaftlichen Schulen als Lehrbuch gebraucht wird, er- forderte eine Vervollständigung mehrerer Abschnitte, ohne dass jedoch wieder mehr Freunde gewinnen. vopulares zlandbuch der Tandwirtschaft. SGexkrönte Preisschriitt. b Dreizehnte, vollständig neubearbeitete Auflage. Hit 17 Farbendrucktafen und 514 in den Text gedruckten Abbildungen. n Ganzleinen gebunden, freis 7 Malt. Wem es um ein Handbuch zu thun ist, welches alle Zweige der Landwirtschaft auf Grund der neuesten Erfahrungen in besonders ver ständlicher Schreibweise behandelt, dem darf das bewährte Werk von Der Umstand, dass das Buch nicht nur bei den praktischen Land- die Tendenz des Buches, ein Ratgeber für den praktischen Landwirt zu sein, darunter leiden durfte. Es wurde daher auch bei den mannig fachen Einschaltungen stets die klare und verständliche Sprache, durch welche das Buch sich gerade bei den mittleren und kleineren Landd- wirten sowie in den Schulen einer so grossen Beliebtheit erfreut, sorg- fältig beibehalten. v“ Eine besondere Bereicherung hat diese neue 13. Auflage dadurch erfahren, dass die wichtigsten Schläge von Rind, Schaf, Schwein und Pferd und die dem Pflanzenbau schädlichsten Insekten auf 17 Tafel abgebildet wurden, und zwar b naturgetreu in Farben. 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Monatlich eine Farbendrucktafeſ. Durch jedes deutsche Postamt bezogen, Preis vierteljährlich 5 M. Die»Deutsche Landwirtschaftliche Presse« ist nach Inhalt und Ausstattung eine Fachzeitung grossen Stils und hat eine zweifache Aufgabe: sie dient einerseits der Förderung der agrarischen Interessen in der Wirtschaftspolitik und andererseits dem Fortschritte der Wissenschaft und Praxis von Ackerbau, Viehzucht und den landwirtschaftlichen G- werben. Die»Deutsche Landwirtschaftliche Presse« enthält beste fach- männische Artikel über rationelle Technik und Betriebsweise der Land- wirtschaft, welche durch reiche und künstlerische Textabbildungen und Farbendruckbeilagen illustriert sind. Wegen der grossen Verbreitung bestes Blatt für alle landwirtsch. Anzeigen. Die Einheitszeile oder deren Raum 35 Pf. Probenummern mit Handelsbeilage umsonst und postfrei. lNHeentzel und von Lengerkées Landwirtschaftlicher Hülfs- und Schreih-Kalender. 52. Jahrgang. Herausgeg. von Dr. H. Thiel, Ministerialdirektor im Ministerium für Landwirtschaft etc. I. Teil(Taschenbuch) gebunden.— II. Teil(Jahrbuch) geheftet. Ausgabe mit ⁰½ Seite weiss Papier pro Tag. In Leinen geb. 2,50 M., in Leder geb. 3 M. 3 Ausgabe mit ii Seite weiss Papier pro Tag. In Leinen geb. 3 M., in Leder geb. 4 M.¼. Der Mentzel und von Lengerke'sche Kalender folgt mit seinem ganzen Inhalt den modernen Bedürfnissen der Landwirtschaft, und nach wie vor wird er sich be- währen als ein Freund des Landwirts, wie man ihn oft lobend bezeichnet hat. Der I. Teil, das gebundene Taschenbuch, dessen Formulare für wirtschaftliche Eintragungen der verschiedensten Art von über 35 Tausend Landwirten jahraus jahrein benutzt werden, enthält ausserdem Tabellen für Berechnungen, wie sie sich täglich im praktischem Betriebe aufwerfen, Tabellen, welche absolut unentbehrlich sind, und es erklärlich machen, dass der»Mentzel« in der Rocktasche jedes Landwirts zu finden ist. Der II. Teil, das Jahrbuch, enthält alljährlich auf das Peinlichste revidierte Zu- sammenstellungen über die landw. Behörden, es sind ferner die landw. Berufsgenossen- schaften, die landw. Genossenschafts-Vorstände, die Landwirtschaftskammern, die Zuchtgenossenschaften, die landw. Vereine, ebenso wie die landw. Unterrichtsanstalten und Versuchsstationen aufgeführt. Ferner enthält dieser Teil alljährlich einen füur praktische Landwirte lehrreichen Artikel. Zu beziehen durch jede Buchhandlung. 4 3—.— 4 3.. 6 8 ialrlilerbadelele Tnnſn 4 9 L ö“ lllm I1nnnemnnſnint. Oem 1 2 3 5 6 8 9 10 11 12 —————=n„——— ⸗ 886