— n n ¹ — —.— 2LenN SAOee A .“ 8 1—““ , cht Aℳ Ue ber große und kleine Wirthſchaften und über Wer thſchaͤtzung des Bodens. Aus den Annalen der Fortſchritte der Landwirthſchaft beſonders abgedruckt. Berlin, 1812. in der Realſchulbuchhandlung. 1 Jore Da ſch n Bandes nein ſchritte d Abhendlungen gehim hatter Aufmerkſante Landnich wohl nicht l nen beſonder gen verenſa „ Vorerinnerung. Da ſich in dem dritten Hefte des dritten. Bandes meiner Annalen der Fort⸗ ſchritte der Landwirthſchaft Abhandlungen uͤber ſolche Gegenſtaͤnde an⸗ gehaͤuft hatten, welche anjetzt allgemeine Aufmerkſamkeit auch bei ſolchen, die nicht Landwirthe ſind, und folglich die Annalen wohl nicht leſen, erregen: ſo habe ich ei⸗ nen beſonderen Abdruck dieſer Abhandlun⸗ gen veranſtaltet. Es ſcheint mir bei der * IV jetzigen Kriſe der Dinge ſehr wichtig, daß die verſchiedenen Anſichten von jedem, der dazu aͤußern oder innern Beruf fuͤhlt, ver⸗ glichen und gepruͤft werden, damit das Moͤglich⸗Beſte und Gerechteſte fuͤr Staat und Menſchheit hervorgehe. Moͤgelin, den 12ten Juli 1812. Thaer. de 1 —— I. Uae die neue agrariſche Geſetzgebung des Preuß. Staats in Ruͤckſicht auf Hinterpommern. Mit Anmerkungen vom Herausgeber. S. 1 II. Ueber mein Glaubensbekenntniß uͤber Ackerbauſy⸗ ſteme und uͤber den Herrn Staatsrath Thaer, in Bezug auf die Schriften des Herrn Kam⸗ merrath Zimmermann, von Hrn. Regierungs⸗ rath Haͤſe. Vom Herausgeber.„— 24 III. Ueber des Herrn D. Alexander Lips, Prof. zu Er⸗ langen, Prinzipien der Geſetzgebung; als Grund⸗ lage zu einem kuͤnftigen Ackerkodey fuͤr Geſetz⸗ geber und rationelle Landwirthe. Vom Her⸗ gusgeber, ⸗...........— 36 VI IV. Ueber die Werthſchaͤtzung des Bodens. Ein Bei⸗ trag aus Schleſien. Vom Herrn Ober⸗Amt⸗ mann Ueberſchäͤr S. 93 V. Zu vorſtehender Abhandlung, vom Herausgeber.— 140 VI.. Fernere Reflexionen uͤber die Werthſchaͤtzung des Bodens, veraulaßt durch des Herrn Staats⸗ raths Grafen zu Dohna Wundlaken Einleitung zu der Ueberſetzung von Wilhelm Marſhalls Schrift,„uͤber Landeigenthum, ſeine Erwer⸗ bung und Verbeſſerung.“ Vom Herausgeber.— 153 VII. Ueber die Verkoppelung und Ausbauung der Bauer⸗ hoͤfe in Daͤnnemark. Von H. B— 235 Welche Vortheile brachten die in Koppeln ge⸗ legten Bauerhoͤfe in Daͤnnemark?.— 240 Dat merten aͤber wirth Et. 1. den gro fell, tn, m ringere kann, veis iſ bleibt; 2) NMainun Hylſich de, 5. 93 140 152 I. Ueber die neue agrariſche Geſetzgebung des Preuß. Staats in Nuͤckſicht auf Hinterpommern. Der Herr Staatsrath Thaer hat in ſeinen Be⸗ merkungen zu den Schwerziſchen Nachrichten uͤber die belgiſche Landwirthſchaft(neue land⸗ wirthſchaftliche Annalen, Jahrgang 1811, Bd. 2. St. 1. S. 223 u. f.) eine Vergleichung zwiſchen den großen und kleinen Landwirthſchaften ange⸗ ſtellt, und erwieſen, daß in großen Wirthſchaf⸗ ten, mit wenigeren arbeitenden Kraͤften und ge⸗ ringerer Anſtrengung mehr ausgerichtet werden kann, als in kleinen Wirthſchaften. Dieſer Be⸗ weis iſt ſo buͤndig gefuͤhrt, daß kein Zweifel uͤbrig bleibt a). Der Satz ſelbſt iſt aber eben ſo reich a) Ich habe an der angefuͤhrten Stelle meine Meinung uͤber große und kleine Wirthſchaften in Hinſicht auf Nationaloͤkonomie konzentrirt zu ſagen ge⸗ ſucht, nachdem ich mich an mehreren Orten und bei A — (2 an Folgen, die wegen ihrer Wichtigkeit die groͤßte Beherzigung verdienen. Ich erlaube mir, meine Anſichten davon an den Tag zu legen. 1) Da es wahr iſt, daß in großen Wirth⸗ ſchaften mit weniger arbeitenden Kraͤften und ge⸗ ringerer Anſtrengung mehr ausgerichtet werden kann b): ſo muß, deucht mir, es auch wahr ſeyn, verſchiedenen Gelegenheiten uͤber die Vortheile der ei⸗ nen oder der andern geaͤußert hatte. Der Staat muß die widernatuͤrlichen Hinderniſſe entfernen, die dem Entſtehen der einen oder der andern entgegen ſind; dann aber dieſes Entſtehen und Vergehen dem natuͤrlichen Laufe der Dinge uͤberlaſſen, weil nur dadurch das beſte und zweckmaͤßigſte Verhaͤltniß hervorgehen kann. Wer das Ganze lieſet, wird einſehen, daß ich die großen Wirthſchaften nur gegen den Abbé Man vertheidigt habe, der ſie zu unbedingt herabwuͤrdigt, ohne darum die Vortheile der kleinen zu verkennen, und gewiſſer⸗ maaßen vorausſetze, daß man das geleſen habe oder wiſſe, was dieſer Schriftſteller fuͤr die kleinen Wirth⸗ ſchaften geſagt hat. Ich muß nach meiner Ueberzeu⸗ gung die großen und die kleinen Wirthſchaften gegen ihre Gegner und gegen einſeitige Gruͤnde vertheidigen, weil ich ſie beide nach den Umſtaͤnden fuͤr vortheilhaft halte, und nicht nur glaube, daß ſie mit und neben⸗ einander ſehr gut beſtehen, ſondern auch ſich ſehr wohl⸗ thatig unterſtuͤtzen koͤnnen. D. H. b) Es kann wohl; aber ob es wirklich geſchieht, (3) daß der Effect einer und der naͤmlichen Kraft und Anſtrengung in einer großen Wirthſchaft groͤßer, z. E.= xy iſt, wenn er dagegen in einer klei⸗ nen Wirthſchaft nur iſt= x, und daß jede Mehranſtrengung c) einer und der naͤmlichen Kraft in großen Wirthſchaften groͤßere Reſultate liefert als in kleinen Wirthſchaften. 2) Nur der Effect iſt der natuͤrliche Maaß⸗ ſtab der Belohnungswuͤrdigkeit einer Kraft und einer Anſtrengung. Wer durch ſeine Anſtrengung viel ausrichtet, hat auf groͤßere Belohnung An⸗ ſpruch; wenn im Gegentheil ſich Jemand den Tag uͤber es noch ſo ſauer hat werden laſſen, und hat, etwa durch Verkehrtheit ſeines Thuns und Treibens, nichts effectuirt, ſo wird man immer mit Recht ſagen koͤnnen: er hat nichts verdient. 3) Wenn man den Gang der Natur beobach⸗ tet, ſo wird man wahrnehmen, daß ſich jedes⸗ mal, und gewoͤhnlich ziemlich raſch, die Beloh⸗ nung mit der Belohnungswuͤrdigkeit ins Gleich⸗ ob es wahrſcheinlich iſt, daß es geſchehen werde?— das iſt die Frage. D. H. c) Dieſe Mehranſtrengung— und ihre zweckmaͤ⸗ ßige Verwendung— iſt nur in großen Wirthſchaften ungleich ſchwerer wie in kleinen zu erreichen. D. H. A 2 ———— 1—— 2 2 2 3 4 (4) gewicht ſetzt. Ein Wirthſchafts⸗Inſpector ſtrengt ſich koͤrperlich weniger an als der Arbeitsknecht; er effectuirt aber durch ſeine kluge Anordnung und Aufſicht mehr als dieſer, und erhaͤlt daher ein hoͤheres Lohn; und eben ſo bekoͤmmt der Knecht mehr Lohn als die Magd, wenn gleich der letzteren oft ihre Arbeit mehr Anſtrengung koſten ſollte. Und warum giebt und kann der Bauer gemeiniglich nicht ſo viel Lohn geben, als der große Wirth? Weil in ſeinen Wirkungskreis die Kraftanſtrengung des Knechts nicht den Effect hervorbringt. Nach meiner Ueberzeugung 4) iſt es Pflicht, mit den Kraͤften, die einem zu Gebot ſtehen, haushaͤlteriſch umzugehen, und ſie auf eine ſolche Weiſe in Thaͤtigkeit zu ſetzen, wo ſie die groͤßten Reſultate liefern koͤnnen. Wenn das aber wahr iſt: ſo gebuͤhrt in dieſer Hinſicht offenbar den großen Wirthſchaften der Vorzug, beſonders in einem Staat oder einer Provinz, wo die Population geringe, mithin ein genauer Haushalt mit Renſchenkraͤften vorzuͤg⸗ lich Pllicht iſt a). d) Aber warum iſt die Population daſelbſt ſo ge⸗ ringe in Verhaͤltniß des produktionsfaͤhigen Ackers ge⸗ blieben? ohne Zweifel weil nicht mehrere Menſchen (565— 5) Ferner glaube ich, aus den obigen Saͤtzen richtig folgern zu koͤnnen, daß, beſonders in volksarmen Provinzen, die großen Wirthſchaf⸗ ten mehr zum allgemeinen Wohlſtand beitragen, als die kleinen e). Denn nach Maaßgabe des groͤßern Effects der Kraͤfte und Anſtrengung ſei⸗ ner Arbeiter kann der große Wirth ſolche beſſer lohnen und unterhalten, als der kleine Wirth ſich durch ſeine eigne Wirthſchaft ſelber naͤhren kann k).— Das beſſere oder ſchlechtere Lohnen der Arbeiter iſt indeſſen ein relativer Begriff. Wo viel baares Geld im Umlauf iſt, und die Le⸗ eine menſchliche d. h. ſtaatsbuͤrgerliche Exiſtenz haben konnten! H. H. e) Die Volksarmuth ruͤhrt aber ohne Zweifel von dem Mangel kleiner freier Wirthſchaften her, die of⸗ fenbar mehreres Leben hervorbringen und erhalten. Groͤßeren Wohlſtand Einzelner koͤnnen ausſchließlich vorhandene große Wirthſchaften vielleicht mehr bewir⸗ ken, aber nicht allge meinen Wohlſtand. D. H. f) Wenn er es auch koͤnnte, ſo wird er es doch nicht thun. Und die Anſtrengung der Kraft konnte doch unter den bisherigen Verhaͤltniſſen unmoͤglich ſo groß ſeyn, wie ſie der kleine Wirth, der fuͤr ſich ſelbſt arbeitet, aͤußern wird. Nur durch Bezahlung nach dem M aaße der Arbeit kann eine faſt gleiche An⸗ ſtrengung bewirkt werden. D. H. 1 5 6 —, ( 6) bensbeduͤrfniſſe in hohem Preiſe ſtehen, da ſind §bis 10 gr. Tagelohn oft kaum ſo viel, als an andern Orten 3, 4 bis 5 gr. g) 6) Die Vertheidiger der kleinen Wirthſchaf⸗ ten koͤnnen hiergegen wie mir deucht weiter nichts ſagen, als daß der kleine Wirth ſeines Intereſſe wegen ſich zu einer groͤßern Anſtrengung aufge⸗ regt fuͤhten wird;— er wird, wie ſie meinen die Kraftanſtrengung a, wodurch in einer großen Wirthſchaft ein Effect= xy, in einer kleinen Wirthſchaft aber nur= hervorgebracht wuͤrde, ſo weit und bis a+ b verſtaͤrken, daß daraus debenfalls ein Effect= xy hervorgeht. Allein da man annehmen kann, daß ſo wie in einer großen Wirthſchaft die Kraftanſtrengung a ſchon ein Reſultat= Xy hervorbringt, natuͤrli⸗ cher Weiſe die Kraftanſtrengung a+ b hier einen Effeet= xyz haben muß: ſo iſt auch von die⸗ ſer Seite der kleinen Wirthſchaft immer noch eine Ktaftverſchwendung zur Laſt zu legen; wogegen ſich weiter nichts erwiedern laͤßt, als daß die ver⸗ mmehrte Kraftanſtrengung ſonſt nicht zur Thaͤtig⸗ keit erweckt und fuͤr das Individuum und den g) Ganz richtig; und der Arbeitslohn ſollte ſich auch nach dem Preiſe der Lebensbeduͤrfniſſe richten. D. H. (2— Staat verloren gegangen waͤre. Wer weiß aber, ob dieß nicht doch auch geſchehen ſeyn koͤnnte, wenn etwa durch Praͤmien dazu Beweggruͤnde gegeben wuͤrden; und was waͤre denn auch end⸗ lich groß an dieſem Verluſt gelegen, wenn der Effect der mindern Kraftanſtrengung unter an⸗ dern Umſtaͤnde eben ſo groß bleibt h). Aber dieß bei Seite geſetzt, ſo bin ich des Glaubens, daß der Menſch zwar zur Arbeit ge⸗ bohren iſt, aber doch nicht dazu, daß er ſich uͤber ſeine Kraͤfte anſtrengen ſoll. Die Anſtrengung hat ihre gewiſſe Graͤnzen, wer ſich zu ſehr angreift, fehlt eben ſo wohl, als wer zu wenig thut i). Wenn in unſerm Hinterpommern in einer h.) Bei den obigen Gleichungen bliebe zu erweiſen, daß y gleich ſey b. Aber ſo ſehr man y ſeinen Werth zugeſtehen muß, ſo moͤchte ihn b doch wohl immer uͤberwiegen. Praͤmien waͤren da wohl nicht gut anzu⸗ bringen; es ſey denn, daß man Bezahlung nach der Quote als ſolche annehmen wollte, wodurch wie ſchon geſagt vieles ausgerichtet werden kann, was aber ge⸗ rade unter den bisherigen Verhaͤltniſſen nicht ſtatt fand. Daß der Effekt der minderen Kraftanſtrengung eben 3 groß bleibe, wuͤrde doch ſchwer zu erweiſen ſeyn. D. H. i)„Leib und Seele ſind wie ein Wamms und ſein Futter, ſagt Yorik; zerkruͤckelt ihr das eine, ſo zer⸗ (8.) großen Wirthſchaft ein Arbeiter,— wie dieß wohl uͤberall bei gehoͤriger Leitung und Aufſicht geſchieht— beſonders des Sommers von Son⸗ nenaufgang bis Sonnenuntergang, bei bloß 1 Stunde bis auch wohl 2 Stunden Ruhe zum Fruͤhſtuͤck und Mittag, in fortwaͤhrender Thaͤ⸗ tigkeit erhalten wird: ſo daͤchte ich thaͤte ein Menſch vollauf ſo viel als ihm die Natur zum Geſetz macht k). Erwartet man in einer kleinen Wirthſchaft noch mehr von ihm: ſo erwartet man etwas Ueberſpanntes, und findet ſich wahr⸗ ſcheinlich fuͤr die Dauer betrogen. Ohnedies ſtrengt der Menſch in der Regel ſeine Kraͤfte nicht deshalb an, um zu arbeiten, ſondern er arbeitet um ſich Gemaͤchlichkeit und Ruhe zu erringen 1). kruͤckelt ihr das andere“. Eine Anſtrengung, die einen ſklaviſchen Arbeiter ganz erdruͤcken wuͤrde, kann der freie, zu ſeinem eigenen Nutzen und gewiſſermaa⸗ ßen zu ſeinem Vergnuͤgen arbeitende, ohne alle Ent⸗ kraͤftung aushalten. Heiterkeit des Gemuͤths und freie Willkuͤhr hat einen unglaublichen Effekt auf die Mus⸗ keleraft des Körpers, ſelbſt in Anſehung ihrer Aus⸗ dauer. D. H. k) Es koͤmmt hier nicht auf die Arbeitszeit an. Es kann viele Zeit mit Nichtswuͤrken hingebracht wer⸗ den, und mit dem Schein als ob man etwas thue. D. H. 1) Wer fuͤr ſich ſelbſt arbeitet, dem macht doch (9) Er iſt oftmal zufrieden, wenn er dieſes Ziel nur halbwege erreicht hat, und macht dann in ſeinet Thaͤtigkeit einen Stillſtand. Und nun wende man den Blick(in den klei⸗ nen Wirthſchaften) von den Menſchenkraͤften ab, und wende ihn auf die thieriſchen Kraͤfte. Den Thieren wird man hier doch unmoͤglich eine groͤßere Anſtrengung abdringen koͤnnen, als ſie mit groͤßerem Effect in großen Wirthſchaften zu leiſten angehalten werden. Alſo: der kleine Wirth verſchwendet auf ein Ackerterrain 3 bis 4 Haupt Zugvieh, wenn der große Wirth auf ein gleiches Terrain mit 2 Paupt Zugvieh aus⸗ reicht m). 7) Aus dieſem allen folgt, daß es ein Miß⸗ griff iſt, wenn, beſonders in unbevoͤlkerten Pro⸗ vinzen, zu Gunſten der kleinen Wirthſchaften die oft der Fortſchritt ſeiner Arbeit, ohne alle Ria cht auf Genuß, Vergnuͤgen D. H. m.) Die ſorgfaͤltige Wartung und Vorſorge, welche derjenige der mit ſeinem eigenen Viehe fuͤr ſich ſelbſt ar⸗ beitet, darauf verwendet, muß doch in Anſchlag ge⸗ bracht werden. Wo der Bauer Zugvieh haben und halten kann, wie der Gutsbeſitzer, da ſindet man nicht, daß er weniger damit ausrichte, wenn er naͤm⸗ lich fuͤr ſich ſelbſt arbeitet. D. H. ( 10) großen geſtoͤrt und zerruͤttet werden n), und wenn man aus den bloß untergeordneten Wirth⸗ ſchaften unabhaͤngige und ſelbſtſtaͤndige Wirth⸗ ſchaften machen will o). Ich muß um dieſen Gedanken etwas deutli⸗ cher darzuſtellen mir eine kleine Digreſſion er⸗ lauben. Zu jeder großen Wirthſchaft wird eine be⸗ traͤchtliche Anzahl Arneiter erfordert. Dieſe, und beſonders ſie alle mit Geld zu lohnen— geſetzt auch, es waͤre ungeachtet des oͤftern Mißverhaͤlt⸗ niſſes zwiſchen Geld⸗ und Lebensbeduͤrfniſſen ſolches dennoch auch auf dem platten Lande die beſte Lohnungsart,— dazu iſt in mancher Pro⸗ vinz, z. E. in Hinterpommern, der Geldmangel n.) Das ſoll ja keinesweges geſchehen; die Wirth⸗ ſchaften koͤnnen, wo es vortheilhaft ſcheint, noch ver⸗ groͤßert, in ſehr vielen Faͤllen beſſer arrondirt werden. Verkleinerungen und Zerſtuͤckelungen werden nur da Statt finden, wo es der Beſitzer nach ſeinen indivi⸗ duellen Verhaͤltniſſen vortheilhafter findet. D. H. 0) Dies kann natuͤrlich keinen anderen als einen guten Effekt fuͤr die Nationaloͤkonomie haben; aber auch die großen Wirthſchaften erhalten dadurch Un⸗ abhaͤngigkeit und Selbſtſtaͤndigkeit, die ſie bisher in mancher Ruͤckſicht nicht haten. D. H. (11 zu groß p). Dort muß alſo der Wirth zur Loh⸗ nung ſeiner Arbeiter durch Naturalien ſeine Zuflucht nehmen; entweder in der Art, daß er ihnen Natural⸗Erzeugniſſe,— Deputat giebt, oder ihnen etwas Land zur Nebennutzung ein⸗ raͤumt. Hierdurch entſteht nun freilich auch eine Landwirthſchaft, die aber den Staat nur indi- recte angeht, nicht auf Erzeugniſſe fuͤr die Maͤrkte, ſondern nur auf Ernaͤhrung der Ar⸗ beiter fuͤr die Hauptwirthſchaft berechnet iſt. Es ſind ſolches daher nur bloß untergeordnete Wirth⸗ ſchaften, die ſich zu der großen herrſchaftlichen Wirthſchaft verhalten, wie Mittel zum Zweck; und es wuͤrde die Ordnung der Dinge umkehren heißen, wenn man dieſe ſubalternen Wirthſchaf⸗ ten auf Koſten der Oberwirthſchaften unabhaͤn⸗ gig machen und zur Selbſtſtaͤndigkeit erheben wollte q). p) Wenn es bloß an gepraͤgtem Metall fehlte, ſo wuͤrde auch noch immerfort die Loͤhnung zum groͤßten Theile in Lebensmitteln dem Arbeiter gegeben werden koͤnnen. Aber der ſchnellere Umlauf des Geldes, wel⸗ ches hier in demſelben Zirkel bleibt, wird den Mangel weniger empfindlich machen, wie er jetzt ſſt. D H. q) Bei etwas veraͤnderter Anſicht koͤnnte dies eben⸗ ſowohl die natuͤrliche Ordnung der Dinge wiederher⸗ 8 —— ——— ( 129) Eben dieſelbe Bewandniß hat es mit den Bauer⸗ und Koſſaͤthenhoͤfen in Hinterpommern. Die alten Vorfahren konnten oder wollten ihre Knechte und Arbeiter nicht mit baar Geld lohnen. Sie raͤumten ihnen daher ſtatt des Arbeitslohns Land ein, worauf ſie ſich fuͤr ſich und ihr Vieh den Unterhalt ſelbſt erbauen mußten, oder mit andern Worten: ſie conſtituirten Bauern, Koſ⸗ ſaͤthen ꝛc., die aber nach der Provincial⸗Verfaſ⸗ ſung ganz der Willkuͤhr des Gutsherrn unterwor⸗ fen blieben, ſich jede Veraͤnderung mit ihren Laͤn⸗ dereien gefallen laſſen mußten, und nicht das min⸗ deſte eigenthumsaͤhnliche Recht an ihren Grund⸗ ſtuͤcken hatten, oder ſelbſt durch unvordenkliche Verjaͤhrung erwerben konnten, u. d. m. r) Un⸗ ſtellen heißen und die Unterdruͤckung aufheben, welche die baͤuerlichen Wirthſchaften durch die gutsherrlichen bisher erlitten haben, welches nach den richtigen Be⸗ griffen der Nationaloͤkonomie Pflicht des Staates waͤre. D. H. r) Die Ableitung der gutsherrlichen Rechte aus den dunklen Zeiten des Mittelalters iſt etwas ſehr miß⸗ liches. War das Verhaͤltniß des Bauern zum Guts⸗ herrn von Anbeginn ein ſklaviſches, ſo konnte es nicht anders als widerrechtlich und gewaltthaͤtig entſtanden ſeyn und hat alſo keinen rechtlichen Grund fuͤr ſich. * ( 13 leugbar iſt es daher wohl ein ſehr ſtoͤrender Ein⸗ griff in das Eigenthum und die Ackercultur der gutsherrlichen Wirthſchaften, wenn die mit Be⸗ nutzung herrſchaftlicher Grundſtuͤcke beſoldeten War es, wie annehmlicher iſt, ein patriarchaliſches und ſchuͤtzendes, ſo paßt dies eben ſo wenig mehr auf unfere Zeiten, und es iſt wohl unmoͤglich, dieſen Zu⸗ ſtand, ſo wie er in ſeinem Urſprunge war, wieder⸗ herzuſtellen. Leitet man es von den Zeiten der wirkli⸗ chen Staatsbildung und Entſtehung der Landeshoheit ab, ſo muß der ſouverainen Macht das Recht zuſtehen es abzuaͤndern, wenn ihre Verpflichtung— allen Staatsbuͤrgern den moͤglichſten Grad des Wohlſtan⸗ des erreichbar zu machen— es fordert. Ob es recht⸗ maͤßig war, daß der Staat bei ſeiner Entſtehung die Bauern in dieſes druͤckende Verhaͤltniß ſetzte oder ſol⸗ ches duldete, laͤßt ſich jetzt, da wir den damaligen Zuſtand der Dinge nicht im genaueſten Detail kennen, ſchwerlich entſcheiden; aber daß er ſie jetzt eben ſo recht⸗ maͤßig daraus befreien koͤnne, hat keinen Zweifel. „Wohll ſagt man jetzt, der Bauer mag frey ſeyn, und hingehen, wohin er will! Aber das Bauerland gehoͤrt uns.— Nicht ſo unbedingt, wie man meint! Welcher andere rechtmaͤßige Urſprung vom Eigenthum des Grundes und Bodens laͤßt ſich denken, als der des erſten Anbaues? Und wer war der erſte Anbauer? der Urvater des Ritters oder der des Bauern? Daß nachmals in den Zeiten der Fehden, des Fauſtrechts 4 (14) herrſchaftlichen Feldarbeiter— die Bauern zꝛc.— aus ihren rechtlichen Verhaͤltniſſen zu der guts⸗ herrlichen Wirthſchaft herausgeriſſen, ſie ſelbſt⸗ ſtändig und unabhaͤngig gemacht werden, und und des Raubens, die Oberherrſchaft in die Hand des Ritters üͤberging, hat ſeine Richtigkeit. Zugege⸗ ben daß hierbey nicht immer Gewalthaͤtigkeit, ſondern auch zuweilen freie Unterwerfung und Dankbarkeit fuͤr geleiſteten Schutz von Seiten des Bauern Statt fand; ſo geſchahe ſie doch wohl nur unter der Bevingung, daß dem Bauer ſein menſchlicher Unterhalt bleibe. Wenn der Bauer dem Ritter und deſſen Reiſigen auf ſeiner Burg die noͤthigen Lebensbeduͤrfniſſe lieferte, ſo war dieſer zufrieden und mehreres hatte in jenen Zei⸗ ten keinen Werth fuͤr ihn. Wie ſich ein Schatten von Staat, von buͤrgerlicher Geſellſchaft bildete, da be⸗ hielt freilich der Gutsherr die Oberherrlichkeit uͤber ſein Land und Leute, ſo wie ſein Lehnsherr uͤber ihn. So wie dieſer die Landeshoheit erhielt, ſie ihm vom Kaiſer und Reich zugeſtanden, und der niedere Adel in Ord⸗ nung und Unterwuͤrfigkeit gebracht wurde, blieb ihm ohne allen Zweifel die Verpflichtung, den Bauern ſei⸗ nen Unterhalt, d. h. ſeinen Antheil an Grund und Boden zu laſſen. Denn wie haͤtte der Staat ohne Bauern, dieſe ohne Grund und Boden, beſtehen ſol⸗ len? Wie ſich nun auch das jetzige Verhaͤltniß unter der mehreren oder minderen Uebermacht des Adels hier und da verſchieden ausgebildet haben moͤge; die Er⸗ / nſtatt geoudt da we in Ge — haltur m delt a an die d ſtes ir Gä gew der. Ante je na ſchiſt n ir ſn ki d. R O. dannte Hkan dihuän pring wn en aue mari n ——————ͤ— ( 15) anſtatt daß ſie ſonſt der Hauptwirthſchaft unter⸗ geordnet waren, nur lediglich um derentwillen da waren, und dazu wirkſam ſeyn mußten, nun im Gegentheil den gutsherrlichen Wirkungskreis — haltung der Bauern und baͤuerlichen Nahrungen blieb immer Verpflichtung des Gutsherren, und von der Zeit an, wo ein ganz anderer Geiſt, der merkantiliſche, an die Stelle des ritterlichen, des patriarchaliſchen, und zugleich der Soldat an die Stelle des Ritterdien⸗ ſtes trat, ſchrieb jede Landeshoheit daruͤber poſitive Geſetze vor, die mehr oder minder zum Vortheil des gewinn und herrſchſuͤchtigen Adels waren, je nachdem der Hof und die Landesregierungen mehr oder minder unter ſeinem einſeitigen Einfluß ſtanden— oder auch je nachdem edelmuͤthigerer Adel dieſe poſitiven Vor⸗ ſchriften minder noͤthig machte, und er ſelbſt den Bau⸗ ern Freiheit und zureichenden Unterhalt ließ und von die⸗ ſen keine Klagen erhoben wurden. Wenn nun der ſo entwickelte Zuſtand nach der Lage der Dinge nicht weiter beſtehen kann, wenn die aner⸗ kannten vernunftmaͤßigen Vorſchriften der National⸗ Oekonomie es der Regierung zur Pflicht machen, ihn abzuaͤndern, ſo muß ſie auch das unverkennbare ur⸗ ſpruͤngliche Anrecht des Bauern am Grund und Bo⸗ den erhalten, und darf insbeſondere nicht zugeben, daß er aus dem niedergedruͤckten und gelaͤhmten Zuſtande, worin er widerrechtlich ſo lange erhalten worden, huͤlf⸗ los und ohne alle Ausſtattung hervorgehe. Dies er⸗ — (16) beſchraͤnken, einengen, dem Gutsherrn in ſei⸗ nem eignen Gut aͤberall in den Weg treten und dominia in dominio darſtellen. Es iſt ſehr, recht ſehr viel, was die Gutsherrn durch dieſe Opera⸗ tion verlieren, naͤmlich a) einen Theil ihrer Laͤn⸗ ———— fordert das Recht, dies fordert das unumgaͤngliche Beduͤrfniß des Staats! kann er, der kein Capital keinen Vorrath ſich zu erwer⸗ ben im Stande war, nicht beſtehen; wuͤrde bald voͤl⸗ lig vertilgt ſeyn vom Erdboden und mit ihm der Guts⸗ beſitzer, der Staͤdter, der Soldar, der Capitaliſt und Alles! Wenn nun obendrein in Anſehung des jetzigen Be⸗ ſitzſtandes— er ſey ſeinem Urſprunge nach rechtmaͤßig oder unrechtmaͤßig— erwieſen werden kann, daß der Gutsherr dabey mehr gewinne als verliere, eher in ei⸗ nen beſſeren als in einen ſchlechteren— wenn gleich in einzelnen Faͤllen in einen vorerſt etwas unbequeme⸗ ren— Zuſtand verſetzt wird, ſo faͤllt aller Schein von Widerrechtlichkeit weg. Wenn die groͤßeren Grundbe⸗ ſitzer fuͤr ihre Nachkommenſchaft ſorgen, wie ſie vor⸗ gaben, ſo erfordert es ihr particulaires Interreſſe daß der Bauer in einen ſolchen Wohlſtand verſetzt werde, der eine zahlreiche freie und fleißige Nachkommenſchaft zur unausbleiblichen Folge hat. Dann wird ihr Grund und Boden zu dem Werthe ſteigen, den er in volkrei⸗ cheren Laͤndern hat, wo der Bauer Freyheit und Ei⸗ genthum ſeit langen Zeiten her beſaß. D. H. Ohne Grund und Boden nicht DWenu wreiet terpo faſſun von thuͤm die d ihnen TVohn vonnt ſetern heker d ſch den ven. hhun licht mn u! 8 m! „— ( 125) dereien,— denn die Bauerhoͤfe gehoͤren in Hin⸗ terpommern zufolge der alten Provinzial⸗Ver⸗ faſſung und unter andern der Bauernordnung von 1764, den Gutsherrn ganz und gar eigen⸗ thuͤmlich; b) ihre bisherigen Arbeiter, die durch die Bauerhoͤfe beſoldet waren, und deren Arbeit ihnen alſo nichts weiter koſtete; c) ſogar die Wohnungen worin ſie neue Arbeiter anſetzen konnten, und welche durch Neubauten zu er⸗ ſetzen, nur zu oft ihre Kraͤfte uͤberſteigt, und bekommen ſie in ihren Guͤtern Miteigenthuͤmer, die dem friedliebenden Gutsherrn die Landwirth⸗ ſchaft ganz und gar verleiden koͤnnen und— wer⸗ den. Und alles dieſes ohne Verguͤtung. Denn wenn ich jemanden einen Theil meines Eigen⸗ thums umſonſt abtreten muß, ſo kann ich doch nicht dadurch fuͤr entſchaͤdigt gehalten werden, wenn man mir eine Kleinigkeit davon fuͤr mich zu behalten erlaubt, die unter Umſtaͤnden oft nicht viel beſſeres werth iſt, als daß man ſie un⸗ benutzt laͤßt. 8) Daß indeſſen die bisherige Einrichtung mit den Bauerhoͤfen fuͤr den Gutsherrn, fuͤr die Production und den Staat die beſte ſey, getraue ich mich nicht zu behaupten, obgleich die Staats⸗ verwaltungen in policeylicher Hinſicht ſolche bis⸗ (18) her in Schutz genommen haben, und auf ihre Erhaltung feſthielten. Die alte Einrichtung gab den Bauerhofswirthen ein getheiltes Intereſſe. Die gutsherrliche Wirthſchaftscultur ſollte nach der Ordnung der Dinge der Hauptzweck ſeyn; allein wegen des Umfangs des Bauerhofs zog dieſer die Aufmerkſamkeit des Inhabers mehr auf ſich hin. Dieß ward eine Quelle vieler Ver⸗ letzungen und mancher Disharmonie, und viele Wirthe wuͤnſchten deshalb ſchon lange, daß ihnen die Einziehung der Bauerhoͤfe verſtattet ſeyn moͤchte, aber natuͤrlich ohne ihre Verletzung, und ſo, daß ſie das Recht behielten, ſich aus ſaͤmmtlichen ihnen verbleibenden Materialien die⸗ ſes alten unbehuͤlflichen Gebaͤudes— ich meine die Bauerlaͤndereien und Wohnungen— andere zweckmaͤßigere Stuͤtzen ihres Ackerbaues zu ſchaf⸗ fen, und anderweitig Nutzen daraus zu ziehen. Hiedurch wuͤrde beiher zugleich die Population vermehrt, die Production und der Wohlſtand der arbeitenden Menſchenclaſſe vergroͤßert worden, und alles im gehoͤrigen rechtlichen Gleis geblie⸗ ben ſeyn s). s) Wenn der H. V. oben das Fehlerhafte der jetzigen Einrichtung ſehr richtig anerkennt, und ich ihm 5 „. 4 4 ( 19) 9) Durch die mit Intelligenz und Energie be⸗ triebenen großen Wirthſchaften, wie ſich derglei⸗ chen auch in Hinterpommern viele auszuzeichnen anfangen, und große Reſultate erwarten laſſen, wenn keine zerſtoͤrende Eingriffe geſchehen, durch dieſe wird die Maſſe der Erzeugniſſe und mit ihr die Population vermehrt werden. Wenn dieſe in der Provinz bis zu der Hoͤhe geſtiegen iſt, daß die groͤßten Wirthſchaften mit Arbeitern uͤberſaͤttiget ſind, und deren zu große Concurrenz ein uͤbermaͤ⸗ ßiges Fallen des Arbeitslohns hervorbringen moͤchte, ſo daß der Arbeiter in einer kleinen Wirthſchaft, obſchon er darin mit gleicher Kraft⸗ anſtrengung weniger effectuirt, dennoch ſeine Rechnung beſſer findet, als wenn er dieſe Kraft⸗ darin voͤllig beiſtimme, ſo kann ich dies um ſo weniger in Anſehung des letzteren Satzes, wie ich ſchon in der vorigen Anmerkung erklaͤrt habe. Tageloͤhnerfamilien, wenn ſie nicht in ganz beſonderen und ſeltenen gluͤckli⸗ chen Verhaͤltniſſen ſtehen, bringen wenige Kinder auf. Der groͤßte Theil der Landarbeiter, ſo wie der Solda⸗ ten entſpringt von Bauerhoͤfen, wenn ſie auch noch ſo klein waͤren. Aber freilich kamen auch von dieſen in dem Verhaͤltniſſ weniger auf, als ihr Zuſtand gedruͤckt war, und die Bevoͤlkerung iſt allenthalben groͤßer, wo es ſchon freie Bauern gab. D. H. PB2 (20) anſtrengung den großen Wirthſchaften widmet, die vielleicht ſeine Haͤnde uͤberall nicht mehr ge⸗ brauchen: dann erſt iſt der Zeitpunct da, wo kleine Wirthſchaften ans Licht treten koͤnnen, und wo ſie ſich nach und nach auf geſetzmaͤßigen Wegen bilden werden, da jetzt die Parzelirung der Land⸗ guͤter erlaubt iſt. Aber durch gewaltſame Mittel ſolche kleine Wirthſchaften vor der Zeit hervor⸗ bringen zu wollen, und ſie auf den Ruinen der großen Wirthſchaften zu erbauen, dieß moͤchte wohl ein Eingriff in den Gang der Natur, eine Hemmung der natuͤrlichen Entwickelung ſeyn, wodurch, gleich den erzwungenen Fabriken, auch die Landwirthſchaft zu ihrem und des Landes Schaden bevormundet, gegaͤngelt und irre ge⸗ leitet wuͤrde t). Zuerſt und vorzuͤglich wird der Schlag die Gutsbeſitzer treffen, und wohl alle ſtuͤrzen die nicht ganz beſonders vermoͤgend ſind, — und deren werden nur ſehr, ſehr wenige in Hinterpommern angetroffen u)— aber der t) Es ſoll ja kein neuer Zuſtand erzwungen, ſon⸗ dern der Theil des alten, der gut und gerecht iſt, er⸗ halten und geſchuͤtzt werden. D. H. u) Wenn das Ganze der Bauerhoͤfe den Guts⸗ herrn zu freier Willkuͤhr uͤbergeben wuͤrde, ſo leitet der -mõ—õõm———õ ( 21) Schade wird ſich auch aufs Allgemeine erſtrecken, indem die kleinen kraftloſen Wirthſchaften die Production nicht erſetzen koͤnnen, die durch Zer⸗ ſtoͤrung der großen Wirthſchaften verloren geht. Nach meiner Meinung muß die allmaͤhlige Stei⸗ gung der Population ſ. Z. die Entſtehung der klei⸗ nen Wirthſchaften allmaͤhlig durch ſich ſelbſt her⸗ vorbringen; es umkehren zu wollen iſt ein Mißgriff. 10. Ich wuͤnſche uͤbrigens, daß der Herr Staatsrath Thaer mit dem ihm eigenen Scharf⸗ ſinn den richtigen Sinn der Benennungen: exten⸗ ſive und intenſive Wirthſchaft darſtellen moͤchte. Dieſe zur Mode gewordenen Benennungen ſchei⸗ nen mir, vermuthlich durch Mißverſtand, zu vielen Verirrungen und Irrthuͤmern Veranlaf⸗ ſung zu geben. Man ſcheint im gemeinen Leben die intenſive mit der kleinen Wirthſchaft, die ex⸗ tenſive aber mit der großen Wirthſchaft fuͤr ſyno⸗ nim zu halten. Wenn dieß waͤre, ſo liefe die ganze Diſtinction auf nichts hinaus; und da⸗ H. V. oben daraus ein ſehr gluͤckliches Verhaͤltniß der⸗ ſelben ab; da ſie aber nur die Haͤlfte erhalten, ihren Ruin! Und doch iſt dieſe Haͤlfte nur eine Kleinig⸗ keit; denn ſo nannte er oben diejenige Haͤlfte, die dem Gutsherrn fuͤr ſich zu behalten erlaubt iſt. D. H. ( 22) durch, wenn man die kleine Wirthſchaft lieber in⸗ tenſio nennen will, wird ſie um nichts beſſer. Nur darauf kommt es an; ob die eine oder an⸗ dere Art Wirthſchaft mehr erzeugt und einbringt; und dann neigt ſich unfehlbar in volksarmen Pro⸗ vinzen die Waage auf die Seite der großen Wirthſchaften. Dort wird mit wenigern Kraͤf⸗ ten mehr ausgerichtet, und der groͤßere Umfang der Laͤndereien geſtattet die Wechſelwirthſchaft und Futtergewaͤchsbau weit beſſer in den gehoͤri⸗ gen Intervallen, die die Erbauung manches Ge⸗ waͤchſes erfordert, als es auf den eng beſchraͤnkten Laͤndereien kleiner Wirthſchaften moͤglich iſt v). vI) Eine intenſive Wirthſchaft heißt: wenn ich ein gegebenes Maaß von Kraͤften auf die Cultur eines kleineren Areals verwende; eine extenſive Wirth⸗ ſchaft: wenn ich daſſelbe Maaß von Kraͤften zur ſchwaͤ⸗ cheren Cultur einer groͤßeren Flaͤche verwende. Das Intenſive und Extenſive hat mehr Bezug auf die Kraͤfte; die Groͤße oder Kleinheit mehr auf den Grund und Boden einer Wirthſchaft. Es iſt keines⸗ weges gleichbedeutend; große Wirthſchaften koͤnnen al⸗ lerdings ſehr intenſio ſeyn, wenn das Maaß der da⸗ rauf verwandten Kraͤfte groß genug iſt nach Verhaͤlt⸗ niß ihres Umfanges. Nur iſt dieſer Fall ſelten, weil der Beſitzer dies große Maaß von Kraͤften nicht hat oder ſie nicht verwenden will. Bei kleinen Wirthſchaf⸗ en ſl und! ſtzrn das, Kein 1 deie mehh aher hen, Kahj naͤſ R da h (23) ten findet es ſich mehr in angemeſſenen Verhaͤltniſſen und oft reichen die eignen koͤrperlichen Kraͤfte des Be⸗ ſitzers und ſeiner Familie dazu hin. Uebrigens ſind das Intenſive und Extenſive, ſo wie die Groͤße und Kleinheit nur relative Begriffe. Dieſelben Kraͤfte, wenn ſie gehoͤrig benutzt werden, bringen, das gebe ich zu, in großen Wirthſchaften mehr hervor als in kleinen. Unter Kraͤften muß man aber nicht bloß die Zahl der arbeitenden Haͤnde verſte⸗ hen, ſondern ihre wuͤrkliche Thaͤtigkeit, ſo wie das Kapital, womit ſie bezahlt oder unterhalten werden muͤſſen. Da trifft man ſie nun ſelten in demſelben Maaße in großen wie in kleinen Wirthſchaften an und darum wird der Grund und Boden in dieſen dennoch hoͤher benutzt, und bringt ein groͤßeres Product hervor. II. Ueber mein Glaubensbekenntniß uͤber Acker⸗ bauſyſteme und uͤber den Herrn Staats⸗ rath⸗Thaer, in Bezug auf die Schrif⸗ ten des Herrn Kammerrath Zimmermann, von G. F. Haͤſe, Koͤnigl. Preuß. Regierungsrath und Ober⸗Com⸗ miſſarius in Pommern. Berlin 1812. Der Herr Kammerrath Zimmermann hatte den Verfaſſer der vorliegenden Schrift bei Ueber⸗ ſendung ſeiner Paar Worte ꝛc. aufgefordert: „ daß er ſein Urtheil uͤber dieſen Gegenſtand oͤf⸗ fentlich ausſprechen moͤge, und daß ihm jeder Ausſpruch voͤllig gleichguͤltig ſey, indem ihn nur die Wahrheit intereſſire.“ Der Verfaſſer hebt damit an, ſeinen Lebens⸗ lauf in Hinſicht ſeiner Bildung zum Oekonomen —““— ——— aeee ereeee were. — — (25) kurz zu erzaͤhlen, um zu zeigen, daß er, ver⸗ moͤge derſelben, nicht unfaͤhig ſey, ein Ur⸗ theil in der Sache zu faͤllen; entſchuldigt ſich aber durch ſeine jetzt dringenden Amtsgeſchaͤfte, daß er nicht ausfuͤhrlicher daruͤber reden, ſondern nur ſeine Meinung im Ganzen ſagen koͤnne. Er geht nun die Ackereintheilungen oder Feld⸗ ſyſteme nach ihren drei Haupt⸗Categorien— die Dreifelder⸗, Koppel⸗ und Wechſelwirthſchaft — durch, und legt ſein Credo erſt im allgemei⸗ nen, dann uͤber jede Wirthſchaftsart beſon⸗ ders ab. So glaubt er:„daß derjenige, der hinlaͤng⸗ liche Kenntniß und Mittel hat, und Luſt zum Selbſtbetriebe, uͤberall keiner beſtaͤndigen und fe⸗ ſten Eintheilung ſeiner Felder bedarf, nicht noͤ⸗ thig hat, ſich an dieſe oder jene Fruchtfolge oder an dieſe oder jene Fruͤchte zu binden.“— Dieſer Meinung kann ich nur in Anſehung der kleinen Wirthſchaften auf ſehr fruchtbarem Boden und derjenigen groͤßeren beitreten, die zu jederzeit Gelegenheit haben, Futter, Duͤnger und Arbei⸗ ter anzuſchaffen, und das Geld dazu in Caſſa. Andere muͤſſen ſich Futter und Duͤnger in ſich ſelbſt ſichern, und ihren arbeitenden Kraͤften im⸗ merfortdauernde aber niemals unbezwingliche (26) Arbeit ſchaffen; und ich weiß nicht, wie dies ohne ein gerechtes Verhaͤltniß des Viehſtandes und Futterbaues mit dem Fruchtbau, der vorhande⸗ nen arbeitenden Kraͤfte mit der in jeder Jahrrs⸗ zeit einfallenden Arbeit, geſchehen koͤnne; und eben ſo wenig, wie man ſich hierin ohne eine feſte Eintheilung der Felder und beſtimmte Frucht⸗ folge(Feldſyſtem) ſicher ſtelen werde. Wer dar⸗ in, nach anſcheinendem Vortheil, jaͤhrlich erheb⸗ liche Abaͤnderungen macht, und ſich nicht an ein, nach ſeiner Lokalitaͤt einmal vorſichtig berechne⸗ tes Feldſyſtem im Ganzen bindet, der wird zu⸗ verlaͤſſig mit einem oder dem andern zu kurz kom⸗ men, oder, wie man ſagt, ſich feſt wirthſchaften. Er wird in kurzer Zeit nicht wiſſen, was er ſeinen Aeckern bieten und nicht bieten duͤrfe, was ſie zu tragen vermoͤgen, und was ſie verſagen. Ich kann daher nicht glauben, daß es der H. V. ſo gemeint habe, wie es hier klingt, und wie es manche mißverſtehen moͤchten. Wenn Er nur eine planmaͤßige Abaͤnderung meint, welche die Umſtaͤnde beguͤnſtigen und vortheilhaft machen, ſo bin ich ſeiner Meinung, daß man ſich dieſe verſtatten muͤſſe. So kann es z. B. oft rathſam feyn, auf einen Theil des Winterungsſchlages Soͤmmerung zu ſaͤen und dagegen Winterung zu thme Soͤmdt Boden Stand wenn und t du bri Hauf ſyting berleg Afot fec mar oder kann ſen, beit, giich doch ( 27) nehmen, wo nach der gewoͤhnlichen Fruchtfolge Soͤmmerung hinkommen ſollte, wenn ſich der Boden zu einem oder dem andern beſſer im Stande befindet; oder ſtatt Erbſen Kartoffeln, wenn vielleicht zu jenen der Acker zu unrein iſt, und wieder anderswohin Erbſen ſtatt Kartoffeln zu bringen; da wo es paſſend iſt Rapsſaat, Lein, Hanf, Taback und andere Handelsfruͤchte ein⸗ ſpringen zu laſſen; aber immer mit richtiger Ue⸗ berlegung des Duͤngers und der Arbeit, die dazu erfordert wird, und des Stroh⸗ oder Futterde⸗ fects, den letztere Fruͤchte leicht veranlaſſen. Iſt man in Stroh⸗ und Futtervorrath gekommen, oder darf man dieſen anderswoher erwarten, ſo kann man ſicherer zu letzteren Gewaͤchſen uͤberge⸗ hen, wenn man ſich zugleich in Anſehung der Ar⸗ beit, die ſie im gerechten Zeitpunkte verlangen, geeſichert hat. Aber ein Feldſyſtem muß man doch vor Augen behalten, und wenn man Abwei⸗ chungen gemacht hat, ſo muß man dahin zu⸗ ruͤckzukehren ſuchen, oder einen ganz neuen Weg einſchlagen, den man wieder wohl berech⸗ net hat. Raedet Er aber vom Staat, und daß dieſer ſeine Buͤrger nicht an ein Feldſyſtem feſſeln, ſondern alle Hinderniſſe entfernen muͤſſe, die der freien (28) Benutzung des Landes entgegen ſind, ſo bin ich vollkommen mit ihm einig. In Anſehung der Janderwitzchaf giebt der Verfaſſer zu, daß ſie fuͤr Einzelne und fuͤr ein- zelne Gegenden paſſend ſeyn koͤnne, daß ſie aber hauptſaͤchlich die Viehzucht vernachlaͤßige und er⸗ ſchwere, daß ſie daher nachtheilig fuͤr die Nation ſey, zwar nicht gewaltſam ausgerottet werden koͤnne und muͤſſe, daß es aber Pflicht ſey, ihr⸗ Maͤngel aufzudecken. Der Koppelwirthſchaft geſteht er Vorzuͤge zu, aber ſie koͤnne nicht allein und uͤberall zum Heil der meiſten Buͤrger des Staats gereichen.— Ihr Hauptnachtheil:„ſie forme das Eigenthum zu großen Maſſen, welche ſich nachher nicht gut trennen laſſen; ſie bringe es in wenige Haͤnde, und ſchaffe nur groͤßere Grundeigenthuͤ⸗ mer, groͤßere Paͤchter und Tageloͤhner.“ — Daß ſie einige Tendenz dahin habe, gebe ich zu; denn es laͤßt ſich eine große Grundbeſitzung mit weniger Arbeit und geringerem Kapital nur vortheilhaft durch ſelbige benutzen. Allein es iſt keine nothwendige Folge. Der Herr Verfaſſer hat hier wohl nur Meklenburgiſche Einrichtungen und Nachahmungen derſelben in Pommern und den Marken vor Augen. Aber wenn nicht andere mſa beguͤr ſeyn, und Lopp. gut v venn ts be gegen da ſo trefe de ihre glei fide auf Den, keine nnth kege der dein d bem 1 (29) Umſtaͤnde die Bildung der großen Guͤter daſelbſt beguͤnſtigt haͤtten, ſo wuͤrden ſie nicht entſtanden ſeyn, nicht untheilbar ſcheinen. In Holſtein und Schleswig iſt es ſchon ganz anders. In Koppelwirthſchaft liegende Guͤter laſſen ſich recht gut verkleinern, ganz oder theilweiſe parzeliren, wenn ſich Anbauer ſinden. Ich wuͤßte nicht, wo es beſſer geſchehen koͤnnte, als auf einer ausgele⸗ genen Dreiſchkoppel. Die Anbauer koͤnnen ſich da ſogleich hineinſetzen und ihre Einrichtungen treffen, umbrechen und bauen was ſie wollen, weil ſie lauter fruchtbares Land haben, und mit ihrem Vieh benutzen, was ſie mit dem Pfluge ſo⸗ gleich nicht zwingen koͤnnen oder wollen. Man findet dort auch die Koppelwirthſchaft allgemein auf ſehr kleinen Stellen relativ vortheilhaft. Den groͤßeren Bauerhoͤfen hat man zwar gewoͤhn⸗ lich 70 Tonnen Land oder ppt. 158 Morgen, den kleinen 30 Tonnen oder ppt. 64 Morgen, meh⸗ rentheils ohne alle Wieſe, immer ohne Huͤtung, gegeben; die groͤßeren haben aber ihre Hoͤfe nach⸗ her haͤufig getheilt und zuweilen findet man noch kleinere. Auch die kleinen liegen groͤßtentheils in 10 Koppeln, wovon 5 zu Graſe liegen, theils gemaͤhet, theils behuͤtet„ die andern 5 beſtellt werden. Jede iſt rings umher mit einem Wall (30) und darauf gepflanzter rauher Hecke(Knick) um⸗ geben, die den Leuten oft einzig und allein ihr Feuerholz gewaͤhrt. Die Bauern geben einen betraͤchtlichen Canon, ſind uͤbrigens aber voͤllig frei und befanden ſich— ſo lange Europa uͤber⸗ haupt in einem gluͤcklichen Zuſtande war— ſehr wohl. Ihr Vieh haben ſie Tag und Nacht in den Weidekoppeln, ohne ſich weiter darum zu bekuͤm⸗ mern. In England findet man den groͤßten Theil der Pachthoͤfe in den verkoppelten Gegenden in ahnlichem Zuſtande. Eseiſt in der That etwas reitzendes, wenn der kleine Wirth ſo alle ſeine Koppeln und ſein ruhig ohne Hund und Hirten weidendes Vieh von ſeiner Hausthuͤr uͤberſehen und gleich dahin kommen kann, wo er es noͤthig findet.— Die Koppelwirthſchaft iſt alſo keines⸗ weges der Zertheilung der großen Guͤter und den kleinen Hoͤfen entgegen, deren Entſtehung eine gute National⸗Oekonomie allerdings beguͤnſtigen muß. Denn ob dieſe eine Theilung bis ins Un⸗ endliche zu befoͤrdern habe, ſcheint mir zweifel⸗ haft. Sie braucht ſelbige indeſſen auch nicht zu beſorgen, wie man bisher that, weil ſie in der Regel unvortheilhaft iſt, und alſo nicht haͤufig erfolgen wird, und mag die Freiheit dazu einem jeden ertheilen, der ſie ſeinen Umſtaͤnden ange⸗ 4 — neſſe Freih und, Scha und! 9. venn ker u ſt u vecd ad wd fal ſch eer! ieme s (31) meſſen haͤlt, ohne jedoch einen andern in ſeiner Freiheit zu beſchraͤnken, der ein ſo abgemeſſenes und abgerundetes Gut aulegt, daß man es fuͤr Schaden hielte, es zu zerſtuͤckeln. Große Guͤter und Koppelwirthſchaft iſt keinesweges, wie der H. V. es zu nehmen ſcheint, eins und daſſelbe; wenn gleich die Koppelwirthſchaft fuͤr große Guͤ⸗ ter unter manchen Umſtaͤnden die vortheilhafteſte iſt, und ſie ohne ſolche vielleicht eher zerſchlagen werden muͤſſen. So lange der Bauer aber nicht zu hoͤherer Wirthſchaft das Vermoͤgen hat, ſo moͤchte die Koppelwirthſchaft auch fuͤr ihn— falls die Lage ſeiner Laͤndereien es erlaubt— die ſicherſte und vortheilhafteſte ſeyn; und dann iſt der Uebergang von ihr zu einer noch energiſcheren immer ſehr leicht und einladend. Ich kann alſo das Uebel und die Gefahr fuͤr den Staat mit dem H. V. nicht darin finden, und ich haͤtte keinen patriotiſcheren Wunſch, als daß jeder Fleck im Lande unſeres Koͤnigs in einer Koppelwirthſchaft liegen moͤchte; denn ich glaube gegen den H. V. S. 10 und 20: daß die Koppelwirthſchaft, ohnerachtet ich ſie nicht fuͤr die abſo⸗ lut vollkommenſte halte, einen Staat beſonders ſelbſtſtaͤndig, wohlthaͤtig fuͤr die große Mehrzahl ſeiner Buͤrger, .( 32) die allgemeine und fortſchreitende Ci⸗ viliſation und Moralitaͤt(gegen Herrn Luden, der dieſe in dem Zuſammenwohnen in Doͤrfern ſucht) befoͤrdere, und die Unter⸗ jochung eines Staats(vermoͤge der üͤber das ganze Land ſich verbreitenden Verſchanzung bei einer darauf berech⸗ neten Taktik und entſchloſſenen Ver⸗ theidigung) unmoͤglich machen koͤnne. Ich halte dafuͤr, daß der Staat dieſe Wirthſchaft zwar niemand auf dringen, aber doch die Hinder⸗ niſſe ſo viel moͤglich aus dem Wege raͤumen muͤſſe, die ihr bei großen und bei kleinen Beſitzungen entgegenſtehen. 1 In dem, was der H. V. nun uͤber die Frucht⸗ wechſelwirthſchaft ſagt, bin ich vollkommen mit ihm einig. Nur erfordert ſie unlaͤugbar mehrere Kraͤfte, Anſtrengung und Intelligenz, wenn ſie gehoͤrig eingerichtet und betrieben werden ſoll, und der allmaͤhlige Uebergang in ſelbige iſt aus der Koppelwirthſchaft leichter, als aus der Drei⸗ felderwirthſchaft, wenn der Boden nicht na⸗ tuͤrlich von ausgezeichneter Fruchtbarkeit iſt, oder unter beſonders guͤnſtigen Umſtaͤnden durch die Cultur, auch bei letzterer darin verſetzt wurde. Die (33) Die fruͤhere Benutzung des Duͤngers und die ſchnelle Reproduction deſſelben, welche der H. V. S. 23. durch ein Beiſpiel ſehr gut erlaͤutert, iſt ein ſehr wichtiger Vortheil derſelben. Eine gewiſſe Maſſe von arbeitenden Kraͤften kann dadurch auf einer kleinen Flaͤche eben ſo vortheilhaft verwandt werden, als auf einer groͤßeren. Sobald daher mehr arbeitende Kraͤfte als Grund und Boden vorhanden ſind, wird ſie entſchieden vortheilhafter, wie der H. V. S. 25. u. f. auch durch ein Beiſpiel erlaͤutert, und ſie wird da gewiß entſtehen, auch aus der Kop⸗ pelwirthſchaft. Nun folgen S. 29 u. f. Erfahrungen, fuͤr deren Richtigkeit der Herr Verf. auf die feierlichſte Art buͤrgen kann, welche erweiſen, daß behackte Fruͤchte, namentlich Kar: toffeln, den Boden nicht ſo erſchoͤpfen, wie es einige von vornher vermeinen, vielmehr in vielen ja in den meiſten Faͤllen wenigſtens in⸗ direct verbeſſern. Wer hieran noch Zweifel hat, dem empfehle ich das, was der H. V. in Hin⸗ ſicht auf den baaren Ertrag, in Hinſicht auf die Strohproduktion und den Duͤnger und in Hinſicht auf das allgemeine, beſonders auf die C (34) arbeitenden Tageloͤhner S. 29. bis 57. ſagt, mit Aufmerkſamkeit zu leſen und zu erwaͤgen. „Uebrigens, ſagt der H. V., begreife ich nicht, daß man uͤberall hinreichende Erfah⸗ rungen uͤber Wechſelwirthſchaft ablaͤugnet; ſie ſind ſchon faſt in jeder Wirthſchaft gemacht. Will man denn durchaus nicht ſehen, ſich mit Gewalt die Haͤnde vor die Augen halten?“— Daran liegt es wohl! und darum kann ich mich nicht entſchließen, die unzaͤhligen Briefe und Stellen aus Briefen abdrucken zu laſſen, worin man mir von dem gluͤcklichen Erfolge der auf mannigfaltige Weiſe eingefuͤhrten Wech⸗ ſelwirthſchaft Nachricht giebt, und mir fuͤr meine Belehrung dankt. Ich wuͤßte nicht, wo ich anfangen ſollte. Nur etwas detaillirtes, genaues wuͤnſchte ich zu haben, wo auch alle Schwierigkeiten, die bei der Ausfuͤhrung vor⸗ gekommen, alle mißrathene Verſuche, alle ge⸗ machte Fehler neben den gluͤcklichen Reſultaten aufrichtig erzaͤhlt waͤren; dazu ſind aber we⸗ nige aus gegruͤndeten oder ungegruͤndeten Ur⸗ ſachen, zumahl in den jetzigen Zeiten, geneigt. Zuletzt ſcheint es dem Hrn. Verf. auch in der Aufforderung des Hrn. Kammerrath Zim⸗ mermann zu liegen, uͤber mich als Schrift⸗ (35.) ſteller etwas zu ſagen. Fuͤr das, was er ge⸗ ſagt hat, kann ich ihm nur meinen Dank hier⸗ mit oͤffentlich und herzlich abſtatten, da es mir nicht ziemt, daruͤber zu urtheilen. Nur daß das vollkommen richtig ſey, was er am Schluſſe ſagt: daß ich nicht unfehlbar ſey und mich nicht fuͤr unfehlbar halte— das kann und darf ich feierlich bezeugen. Intereſ⸗ ſant ſind mir einige Anekdoten von uͤber mich gefaͤllten Urtheilen geweſen. Thaer. —— III. Ueber des Herrn D. Alexander Lips, Prof. zu Erlangen, Prinzipien der Geſetzgebung; als Grundlage zu einem kuͤnftigen Ackerkoder fuͤr Geſetzgeber und rationelle Landwirthe. Erſter Theil: Nega⸗ tive Geſetzgebung. Nuͤrnb. 1811. Es war gewiß ein ſehr zweckmaͤßiges Unterneh⸗ men fuͤr unſre Zeit, die undezweifelten und bei⸗ nahe bis zur mathematiſchen Gewißheit erhobenen Grundſaͤtze der neueren Staats⸗ oder National⸗ Wirthſchaftslehre— die, von Adam Smith er⸗ funden, in unſern Tagen in einer mehr wiſſen⸗ ſchaftlichen Geſtalt von verſchiedenen trefflichen Schriftſtellern dargeſtellt worden— in ihrer vor⸗ zuͤglichen Anwendung auf den Ackerbau herauszu⸗ heben und zu zeigen. Es iſt von dem Herrn Ver⸗ faſſer mit Einſicht und oft mit eindringender Waͤr⸗ me und Kraft geſchehen. Indeſſen haͤtte ich ge⸗ — 1—— (327) wuͤnſcht, daß er ſich des Abſtrakteren und ſtreng Wiſſenſchaftlichen, worin er hauptſaͤchlich dem Herrn Grafen von Soden in ſeiner National⸗ Oekonomie folgt, mehr entſchlagen oder ſolches doch mehr verſteckt, ſtatt deſſen aber mit mehrerer Umſicht aus der Erfahrung genommene und erlaͤu⸗ ternde Beiſpiele gegeben haͤtte, nach der Art unſers verewigten Chriſtian Jacob Kraus, oder nach der unſers Leopold Krug, welcher die Theo⸗ rie mehr aus der Geſchichte und Erfahrung, als a priori entwickelte. Wer mit jener wiſſenſchaft⸗ lichen Darſtellung bekannt iſt, bedarf derſelben, ſo wie ſie hier moͤglich war, nicht weiter.— Wer ſie nicht kennt, wird durch das, was der Verfaſſer in der Einleitung daruͤber ſagt, nicht belehrt und uͤberzeugt werden, auch den beſtimm⸗ ten und klaren, mit gewiſſen Ausdruͤcken verbun⸗ denen Begriff dadurch noch nicht erlangen. Dies koͤnnte alſo beide Theile von der Leſung dieſes Werkes, was ich in recht vielen Haͤnden zu ſehen wuͤnſchte, nur abſchrecken. Indeſſen iſt es jetzt die Mode der meiſten teutſchen juͤngeren Schrift⸗ ſteller, ihren Ideengang erſt nach den Regeln der Wiſſenſchaftslehre zu entwickeln und in einem abſtrakten wiſſenſchaftlichen Tone anzufangen, den ſie nachher, auf das Empiriſche und (38) eigentlich Bezweckte zuruͤckkommend, doch ſo um⸗ ſtimmen muͤſſen, daß daraus eine immer beleidi⸗ gende Diſſonanz entſteht. Aeltere Schriftſteller und die anderer Nationen ſetzen voraus, was ſie bei gelehrteren Leſern vorausſetzen duͤrfen, und ſuchen andern die Sache nur ſo, wie es in der Folge noͤthig wird, klar zu machen— eine Schreibart, die unter den Englaͤndern und Fran⸗ zoſen unter dem Ausdrucke Essais begriffen wird, und woran ſich unſre Schriftſteller, welche beſon⸗ ders von gewiſſen Klaſſen geleſen ſeyn und auf ſie Eindruck machen wollen, mehr halten ſollten. 6 In der Vorrede erzaͤhlt der Hr. V. das Schickſal des von ihm und Herrn Koͤrte beabſich⸗ tigten Ackerbau⸗Inſtituts zu Marloffſten.— Nachdem ſich das meinige zu Celle allmaͤhlig durch das zufaͤllige Zuſammenkommen mehrerer wißbegieriger junger Maͤnner, die mich aus ent⸗ fernten Gegenden her beſuchten, wirklich zufaͤllig und ohne beſtimmte Abſicht gebildet hatte, und ich dieſes nachher in Moͤgelin unter ſehr unguͤn⸗ ſtigen Zeitumſtaͤnden wieder einrichtete, ſind vtele andre beabſichtigt, angekuͤndigt, zum Theil auch wirklich eroͤffnet worden; die aber nur ſehr kurze Zeit— theils wegen Mangel an zureichenden, die Koſten genugſam deckenden Beſuchern, theils ☚——,, ᷣ— ————— 639) aber wegen der von den Unternehmern nicht geahneten Schwierigkeiten, Belaͤſtigungen und wirklichen Nachtheilen fuͤr den Wirthſchaftsbe⸗ trieb— beſtanden. Außer dem mit großen Koſten⸗ aufwande erhaltenen des Hrn. Grafen v. Feſtetitz zu Keſzthely in Ungarn, beſteht nur noch das des Hrn. Fellenberg zu Hofwyl in Verbindung mit mehreren andern Unterrichts⸗ und Bildungsan⸗ ſtalten und das unſrige zu Moͤgelin, welches ſich — ich darf mich auf das Zeugniß aller derer, die es beſuchen, es geſehen haben und wieder ſehen, hier oͤffentlich berufen— mit jedem Jahre ver⸗ vollkommnet. Ungeachtet es alſo ſeinen Ruf im⸗ mer mehr begruͤndet, iſt der Zufluß dennoch nicht ſo ſtark, daß es, richtig berechnet, ſeine Koſten traͤgt. Dieß beweiſt, daß der Sinn fuͤr gruͤndli⸗ chen Unterricht in der Landwirthſchaft und den da⸗ mit nahe verwandten zum hoͤhern Genuß des laͤnd⸗ lichen Lebens unumgaͤnglich erforderlichen Wiſ⸗ ſenſchaften, auch bei der teutſchen Nation noch nicht ſo rege geworden ſey, daß mehrere Inſti⸗ tute dieſer Art aufkommen koͤnnten. Noch im⸗ mer haͤlt man den Betrieb der Landwirthſchaft fuͤr etwas bloß mechaniſches, und glaubt allent⸗ halben Gelegenheit zur Uebung darin zu finden; das Wiſſenſchaftliche aber ,was einem Landwirth (40) aus den gebildeteren Stäͤnden ziemt, beſſer auf andern Schulen, Inſtituten und Univerſi täͤten erlernen zu koͤnnen; die Wichtigkeit einer ge⸗ nauen und innigen Verbindung des Mechani⸗ ſchen mit dem Wiſſenſchaftlichen nicht achtend. Wwahrſcheinlich wuͤrde ſich daher das Inſtitut der Herren Lips und Koͤrte, ſelbſt bei dem reg⸗ ſten Eifer dieſer beiden Maͤnner, nicht haben er⸗ halten koͤnnen, wenn ihnen auch nicht der Zufall durch Verzoͤgerung und gleichzeitig entſtehender Konkurrenz eines andren eben ſo ſchnell wieder zer⸗ fallenden Inſtituts ſo ſehr entgegen gewirkt haͤtte. Um das Beduͤrfniß eines Ackerbaukodex zu begruͤnden, ſtellt der Verfaſſer den mangelhaften Zuſtand des Ackerbaues dar, und glaubt, daß er nur durch eine poſitive, befehlende Ein⸗ miſchung des Staats daraus erhoben werden koͤnne. Der Ackerbau ſoll unter dem Imperativ des Staats treten! Er ver⸗ theidigt dieſes Vertilgen, dieſes Hinſterben des letzten Freiheitsreſtes als einen Uebergang zu einer ſchoͤneren Wiedergeburt: der volle Tod muͤſſe dem neuen Leben vorhergehen. Dafuͤr erſchrickt man faſt.— Es entwickelt ſich aber in der Folge, daß es damit denn doch nicht ganz ſo arg gemeint ſey, wie es klingt, und wir werden ( 4) bald Gelegenheit finden, des Verfaſſers be⸗ ſtimmtere Erklaͤrung hieruͤber zu hoͤren. Um den herabgeſunkenen Zuſtand des Acker⸗ baues zu erklaͤren, der ſolche despotiſche, nach dem Prinzip des Rechts und der National⸗Oeko⸗ nomie nicht wohl zu rechtfertigende Zwangmaaß⸗ regeln fordert, zeigt er das politiſche Schickſal der Landwirthſchaft oder die Art, wie ſich der jetzige Zuſtand derſelben in Europa gebildet habe, auf eben die Weiſe, wie ſolches durch Smith, Luͤder und andre geſchehen iſt. Die große Aehn⸗ lichkeit der Entwickelung dieſes Zuſtandes, faſt in ganz Europa, beweißt freilich eine Gleichheit der Urſache, indeſſen ſcheint mir doch der Zuſtand des Bauern bei der weiteren Entwickelung der Feudalverhaͤltniſſe und in dem Augenblicke, wo die Landeshoheit entſtand, noch etwas im Dun⸗ keln zu liegen, und derſelbe auch ſchon damals nicht durchaus gleichartig geweſen zu ſeyn. Ich glaube, daß die Sache noch genaue Erlaͤuterung aus einzelnen in der uͤberlieferten Geſchichte vor⸗ kommenden Datis erfordere, und daß man bet der gewoͤhnlichen Darſtellung des Verhaͤltniſſes zwiſchen Bauern und Gutsbeſitzern, in und nach den Zeiten der Kreuzzuͤge, zu ſehr generaliſirt habe. Doch dies gehoͤrt nicht hierher. (42) Aus dem politiſchen Schickſale der Landwirth⸗ ſchaft erklaͤrt ſich natuͤrlich ihr techniſches, und der Verfaſſer glaubt, daß der daraus hervorge⸗ gangene gegenwaͤrtige Zuſtand, zu deſſen Reform alles zwinge, nicht durch die Wiſſenſchaft und den darauf gegruͤndeten Unterricht und Erziehung des Bauern allein gehoben werden koͤnne, ſon⸗ dern daß der Bauer unter Vormundſchaft des Staats hinſichtlich ſeines Gewerbes geſtellt, die Grundſaͤtze des beſſeren in der Form des Ge⸗ ſetzes ihm vorgehalten, und er mechaniſch ſo lange zu den Quellen des Wohlſtandes hinge⸗ leitet werden muͤſſe, bis geſaͤttigt und in Wohl⸗ ſtand geſetzt er die Bildungsmittel ſelbſt ergreifen und aus innerer Freiheit den Gang des Guten und Wahren ſelbſt befolgen wird. Bevor der Wohlſtand des Bauern nicht durch eine erzwun⸗ gene Hinleitung zum beſſeren Ackerbau begruͤndet worden, ſey es aber vergeblich, auf deſſen Aus⸗ bildung wirken zu wollen. Man mache einen un⸗ richtigen Cirkelſchluß, wenn Bildung dem Wohl⸗ ſtande vorausgehen und dieſer durch jene hervor⸗ gebracht werden ſoll. Wohlſtand ſey nur die Quelle der Bildung. Gewiß richtig! es ſcheint mir aber doch, als ob der Begriff von Bildung hier nicht beſtimmt genug ſey. Der Tiſchler⸗, der (43) Schuhmacherburſche, wenn er den Hobel gut fuͤhren, ein Paar Schuh machen lernt, wenn man ihm zeigt: ſo wird's gut, ſo wird's ſchlecht, — heißt das Bildung oder nicht? Und ſo auch mit dem Ackerbau, obgleich dieſer freilich kuͤnſtli⸗ cher iſt, als jene Handwerke. Auf eine hoͤhere Geiſtesausbildung des Bauern zu rechnen, ehe man ihn nicht in einen beſſeren phyſiſchen Zuſtand verſetzt hat, heißt freilich einen Mohren waſchen. Aber manches koͤnnte man ihm doch durch Ueber⸗ zeugung, ohne Zwang annehmlich machen. So ſoll nun der Landmann durch Aufſtellung eines Ackerbaukodex unter eine neue Vormund⸗ ſchaft geſetzt werden, in welchem die Grundſaͤtze eines beſſeren Betriebes und die richtigen Ver⸗ haͤltniſſe der Landwirthſchaft abſtrahirt und zum Geſetz erhoben ſind. Der V. vertheidigt dieſes Zwangs⸗ und Vormundſchaftsprincip aus der Pflicht des Staats, das Gleichgewicht zwiſchen Bevoͤlkerung und Conſumtion herzuſtellen. Denn da nicht abzuſehen ſey, wie bei dem gegenwaͤrti⸗ gen Verhaͤltniſſe des landwirthſchaftlichen Stan⸗ des die noͤthige Summe der erſten Beduͤrfniſſe herbeigeſchafft werden koͤnne, ſo bleibe nichts uͤbrig, als durch Zwangsgeſetze jenes Gleichge⸗ wicht zu erzwingen; ſo lange bis die Menſchheit 6 44) von ſelbſt und freiwillig die Pflicht ſich zu ernaͤhren uͤbernimmt, wie durch Rechtsgeſetze jede nicht frei⸗ willige Achtung des Rechts erzwungen werden duͤrfe. Es ſtellt ſodann die gluͤcklichen Folgen eines ſolchen Ackerkoder und einer erzwungenen hoͤheren Landkultur ſehr glaͤnzend auf. Er wendet ſich darauf zu den Einwuͤrfen gegen die Idee eines Ackerkodex. Wenn auch, ſage man, ein Geſetz fuͤr die Abſchaffung der politi⸗ ſchen Uebel des Ackerbaues und deren Modalitaͤt vortrefflich ſey; ſo ſehe man doch nicht ab, wie man durch Geſetze und Vorſchriften den Betrieb ſelbſt leiten und alle Nuͤancen der Praxis des Land⸗ baues unter gewiſſe Normen bringen wolle.— Hier⸗ auf antwortet er: es ſey nicht gemeint, daß der Ackerbau in ſeinem Detail und mit allen Modifi⸗ kationen und Nuͤancen geſetzlich beſtimmt werden ſolle. Nur die allgemeinen Wahrheiten und Saͤtze des Landbaues, ewig und unveraͤnderlich wie die Vernunft ſelbſt, nur die hoͤheren Wirthſchafts⸗ verhaͤltniſſe, die allgemeinen Bedingungen, unter denen einzig und allein eine beſſere Ackerkultur Statt finden koͤnne, ſoleen durch die Autoritaͤt des Geſetzes hervorgehoben und zur allgemeinen Norm werden.(Daß es ſolche allgemeine unver⸗ aͤnderliche Wahrheiten gebe, wird man dem Herrn (45) Verfaſſer wohl zugeſtehen, allein ihre richtige An⸗ wendung in der Praxis iſt das, worauf es an⸗ kommt; und wie man dieſe nach Ort⸗ und Zeit⸗ verhaͤltniſſen in einem Ackerbaukodex vorſchreiben ſolle, bleibt mir noch unbegreiflich. Nur der, welcher jene allgemeine Wahrheiten— wenn nicht ſelbſt abſtrahirt und erfindet— ſie doch richtig und vollkommen verſteht, wird ſie auch nur rich⸗ tig anwenden. Selbſt wenn er ſie freiwillig auf Glauben und auf die Autoritaͤt eines andern nur annimmt, wird er bei ihrer Anwendung unuͤber⸗ windliche Schwierigkeiten ſinden und Mißgriffe machen; vielmehr wenn ſie ihm als Geſetz aufge⸗ drungen ſind. Was man als ſolche allgemeine Wahrheiten anſehen kann, leitet auf ſo mancher⸗ lei verſchiedene Folgerungen, worunter derjenige nur die richtige waͤhlen wird, der jene Wahrhei⸗ ten ſo klar erkennt, als wenn er ſie ſelbſt erfunden haͤtte. Beſchraͤnkte ſich der Ackerbaukodex nur auf dieſe, ſo wuͤrde er auf die Praxis uͤberall keinen Einfluß haben. Nur mittelbar koͤnnen jene Wahr⸗ heiten, durch Abaͤnderung und richtigere Stellung des politiſchen Zuſtandes des Ackerbaues, auf eine Verbeſſerung des techniſchen aber, meines Er⸗ achtens unmoͤglich, ohne einen konkreten Fall vor Augen zu haben, direkte wuͤrken.) — — ( 46) Was der Verfaſſer unter dieſen allgemeinen Wahrheiten, die ewig und unveranderlich ſind wie die Vernunft ſelbſt, verſtehe, daruͤber erwarten wir erſt einen beſtimmteren Aufſchluß im 2ten CTheile, wo er von der poſitiven Geſetzgebung handeln wird. Hier rechnet er zu den Sätzen, die unter des Geſetzes Autorität in einer gewiſſen Voll⸗ ſtaͤndigkeit und nach einem wiſſenſchaftlichen Zu⸗ ſammenhange hingeſtellt werden ſollen als Bei⸗ ſpiel: die Beſtimmung des Verhaͤltniſſes der Groͤße eines Guts zur phyſiſchen und intellektuellen Kraft des einzelnen Menſchen mit Familie— des Ver⸗ haͤltniſſes des Ackers zur Wieſe und zum Futter⸗ bau uͤberhaupt— des Viehſtapels zum Gutsareal — des geſchloſſenen Guts zum unterbrochenen— dann die Mittel der Duͤngervermehrung— die Form der Ackerbeete— den Fruchtwechſel— die Anwendung der Lokalitaͤt und Guͤte des Bodens auf die ihm entſprechende Pflanzengattung und Cultur— die Anwendung des Mechanismus auf die landwirthſchaftlichen Arbeiten.(Gott be⸗ wahre uns, daß kein Geſetz dieſe Gegenſtaͤnde vor⸗ zuſchreiben unternehme, ſo daß aus dieſen poſiti⸗ ven, wenn auch noch ſo allgemein gefaßten Vor⸗ ſchriften eine Anwendung derſelben auf ſpezielle Faͤlle erzwungen folgen muͤßte! Der Verſtand V b b jcen we antn ata höung , de Vel⸗ 1 3u⸗ Bei⸗ Groͤße haraft Per⸗ afuttr⸗ Dhunaa * di r die dens und auf 1 be⸗ j vor⸗ ſyoſti⸗ Vor⸗ weliell rſtand (47) kann ſie allerdings vorſchreiben; aber nur der Verſtand, der ſie vorſchreibt, vermag ſie auch an⸗ zuwenden. Wenn man uns mit dem Codex dieſen Verſtand nicht geben kann, ſo wird der Codex nicht bloß unnutz, ſondern ſogar verderblich.) Der Verfaſſer troͤſtet uns damit daß dennoch eine Wiſſenſchaft und Kunſt des Ackerbaues, als frey und als der buͤrgerlichen Freiheit letztes Hei⸗ ligthum fuͤr ſich beſtehend, immerfort bleiben ſolle. Dahin gehoͤrt: die Fuͤhrung des Pflugs, die Be⸗ handlung des Viehs, die Beſorgung der Ernte⸗ geſchaͤfte, der Saat u. ſ. f. Nur dieß ſcheint er aalſo dem Landmanne uͤberlaſſen zu wollen; jene Bekanntſchaft mit dem hoͤheren gebe ihm der Staat und ſo ſtehe er theils durch ſich ſelbſt, theils durch aͤußere Huͤlfe vollendet da! Mit dieſer naͤ⸗ heren Beſtimmung, wie weit das Geſetzbuch in den Betrieb ſelbſt eingehen duͤrfe, glaubt er nun einen Einwand groͤßtentheils entkraͤftet zu haben, naͤmlich den: das Geſetzbuch moͤchte die Freiheit des landwirthſchaftlichen Gewerbes zu ſehr be⸗ ſchraͤnken, und den Landmann zum bloßen Skla⸗ ven eines oft einſeitigen Geſetzes(oder eines noch einſeitigern Ausfuͤhrers) machen.(Ich ge⸗ ſtehe nun, daß ich dieſen Einwand, den er den offenſten und kuͤhnſten unter allen nennt, nicht nur (48) von dem Verfaſſer nicht entkraͤftet ſehe, ſondern mir gar keinen Begriff davon machen koͤnne, wie er zu entkraͤften ſey. Es ſcheint mir hieraus eine Sklaverei zu folgen, wie ſie noch nie auf dem Erdboden gekannt worden, denn die Lazedemonier ließen wahrſcheinlich ihren Heloten einen ungleich groͤßeren Spielraum in der Ausuͤbung ihres Be⸗ triebes. Wie ſich eine ſolche Idee mit den erſten Grundſaͤtzen der Nationaloͤkonomie, die der Herr Verfaſſer ſonſt ſo richtig anerkennt, vertrage, geht uͤber meine Begriffe, und ein mehr antioͤko⸗ nomiſtiſcher Vorſchlag ſcheint mir noch nirgends vorgekommen zu ſeyn. Als erſten Grundſatz er⸗ kennt jenes Syſtem an: daß der Staat ſich durch⸗ aus nicht in den Betrieb der Gewerbe miſchen, ſondern nur die Hinderniſſe, die dem freien Be⸗ triebe entgegenſtehen, wegraͤumen und nur Be⸗ lehrung verbreiten muͤſſe. Hiermit hat der Staat, beſonders in Anſehung des Ackerbaues, genug zu thun, und wenn er dies bewuͤrkt, ſo hat er ſeine Regentenpflicht vollkommen erfuͤllt und den ſicher⸗ ſten Grund zum moͤglich hoͤchſten Nationalwohl⸗ ſtande gelegt.. Man muß hoffen, daß der Herr Verfaſſer ſich im zweiten Bande hieruͤber ſo erklaͤren werde, daß er dieſe Abirrung von den ihm ſonſt eigenen geſunden Grundſaͤtzen wieder gut mache.) derm we eine dem onier gleich Bo⸗ erſten Herr aage, züdko⸗ gends ſatz er⸗ durch⸗ chen, e Be⸗ kaat, n9 n ſeine cher⸗ wohl⸗ Herr laͤren ſonſt ache.) In ( 49) In dem Abſatze uͤberſchrieben: wiſſenſchaftli⸗ cher Standpunct des Ackergeſetzbuches— erwar⸗ tete ich vergeblich naͤhere Beſtimmungen; er redet da nur im allgemeinen von den Hauptfunktionen der Staatswirthſchaft nach dem Sodenſchen Be⸗ griffe und Eintheilung und dies gehoͤrt unter an⸗ dern zu dem, was mir wie ich anfangs ſagte, hier am unrechten Orte zu ſtehen ſcheint. Dann uͤber die Natur des Ackergeſetzbuchs und den Organism ſeiner Ausuͤbung. Es ſoll auf Wiſe ſenſchaft begruͤndet und vollſtaͤndig in Anſehung aller Grundverhaͤltniſſe des Ackerbaues, ſo weit ſie die Wiſſenſchaft bereits erforſcht hat, ſeyn; aber eine vollendete Geſetzgebung dieſes Zweigs laſſe ſich in dieſem Augenblick und vielleicht nie denken; des unerforſchten in der Natur, des zu⸗ faͤlligen in der Wahrnehmung halber. So lange die Geſetze der Natur noch nicht erfaßt, der Kreis der Wahrnehmung noch nicht geſchloſſen iſt, muͤſ⸗ ſen die Akten der ferneren Entwickelung noch offen bleiben, und es muͤſſen daher von Zeit zu Zeit Ge⸗ ſetze nachgetragen und Schwaͤchen abgeſchafft wer⸗ den.(Wenn das geſchaͤhe, ſo oft ſich bei der Anwendung dieſer Geſetze Gruͤnde vorfaͤnden, ſo mögte dieſes Geſetzbuch, in Anſehung der Corpu⸗ lenz, unſeres Mylius corpus constitutionum D (50) ſchnell einholen, und das Ganze dann hoffentlich bald an der Waſſerſucht verſcheiden.) 8 Nun zu der Frage: wie dieſen Geſetzen Ach⸗ tung und Ausuͤbung verſchafft werde?— Natuͤr⸗ lich Strafen und Belohnung! Welche ſind fuͤr den ungebildeten Menſchen, wie der Bauer es leider iſt, die angemeſſenſten?— Durch Geld⸗ und Gefaͤngnißſtrafe ſtrafe ſich der Staat ſelbſt, indem er den Landwirth Mittel und Zeit zur Cul⸗ turfraube. Koͤrperliche Zuͤchtigungen entwuͤrdigen die Natur des Menſchen. Ehrenſtrafen endlich ſte⸗ hen im Gegentheil zu hoch, weil das Bauernge⸗ fuͤhl hierfuͤr zu wenig entwickelt iſt. Da bleibt denn doch nichts uͤbrig wie Geldſtrafen, die aber indirekt, nicht direkt angewandt werden ſollen.— Hier erholt man ſich etwas von dem Schreck.— Grundſtuͤcke, die vom Landmann unter der alten oder ſchlechten Cultur oder in gar keine Cultur ge⸗ ſetzt worden, ſollen hoͤher beſteuert werden, beim Eintritt der Cultur aber eine Zeitlang, bis das aufgegangene Meliorations⸗ Kapital ſich bezahlt hat, von der Steuer ganz verſchont werden „Man beſteuere z. B. alle Gemeinden und Pri⸗ vatweideplaͤtze(1!!) und ihre Cultur wird ſo⸗ gleich erfolgen.“ ( 51) Dieſer Vorſchlag iſt ſchon oft geſchehen, und es hat wohl keinen Zweifel, daß bei einer Grund⸗ ſteuer in der Regel nicht auf den gegenwaͤrtigen Ertrag eines Bodens, ſondern auf ſeine natuͤrliche Guͤte und Produktionsfaͤhigkeit geſehen werden muͤſſe. Es verſteht ſich aber dabei, daß zuvor alle Hinderniſſe einer hoͤheren Cultur vom Staate weg⸗ geraͤumt ſeyen, und der Landmann erweislich die Kraft haben muͤſſe, dieſen Boden ſo zu benutzen, wie es ſeine Natur zulaͤßt. Dann iſt gewiß nichts Unbilliges bei jener Kataſtrirung, und wenn er auch daruͤber von ſeinem Grund und Boden ge⸗ jagt oder gezwungen wuͤrde, ſolchen einem andern zu uͤberlaſeen. Glaubt aber der Landmann von ſeiner jetzigen Benutzung des Bodens, die nach Verhaͤltniß der Guͤte ihm zugemeſſene Steuer tra⸗ gen zu koͤnnen, ſo muß man ihm ſeinen freien Wil⸗ len laſſen, und nicht durch eine noch ſtaͤrkere Erhoͤhung der Steuer zu einer anderen Kultur zwingen wollen. In der Regel kann man immer annehmen, daß der Eigenthuͤmer die nach ſeinen Verhaͤltniſſen beſte Benutzung ſeines Bodens rich⸗ tiger erkenne, als derjenige, der ſie ihm zufolge eines Ackerbaukodex vorſchreiben wollte. Das moͤchte z. B. mit manchem Beſitzer einer priva⸗ tiven Weide und dem H. V., welche zufaͤllig in 6 D 2 6 52) dieſem Verhaͤltniſſe zuſammen traͤten, der Fall ſeyn.* Aber auch Belohnungen! entweder in Geld oder durch Ehrenbezeugungen. Nur jene fuͤr den Bauer, deſſen Gefuͤhl fuͤr Ehre zu wenig entwik⸗ kelt iſt!(So ſagt man allggemein und das Nicht⸗ Entwickeltſeyn gebe ich zu; aber ich glaube, daß es keinem menſchlich organiſirten Weſen an Ehr⸗ liebe fehle. Sie bekommt nur eine falſche Rich⸗ tung und richtet ihre Wirkung auf Gegenſtaͤnde, wo ſie es nicht ſollte. Gerade das beweiſt, daß ſte ſtark und nicht zu erſticken ſey: weil ſie keine anſtaͤndige Befriedigung erhalten kann, ſo ſucht ſie eine unanſtaͤndige oft ſchaͤndliche. Es giebt kein Geſchlecht und keine Klaſſe von Menſchen, die ſobald ſie ſatt iſt, nicht Ehre ſuche; wenn gleich die Gegenſtaͤnde, worin ſie ſolche geſetzt hat, ab⸗ ſcheulich ſind. Alſo koͤmmt es wohl nur darauf an, daß man den Menſchen edlere Gegenſtaͤnde vorhalte und erreichbar mache, ſie ihnen aber auch von einer Seite zeige die ſie anſpricht, und man wird leicht den Zweck erreichen, eine rechtliche Ehrliebe bei ihnen zu erregen. Indeſſen will ich kleine Geldpraͤmien nicht verwerfen, und es moͤchte wohl rathſam ſeyn beides miteinander zu verbinden, damit ſich die Begriffe von Ehre und ( 53) von Vortheil hier ſo verſchmelzen, wie ſie in den hoͤheren Staͤnden gewoͤhnlich auch verſchmol⸗ zen ſind.) (Aber bei der Ertheilung aller Belohnungen, beſonders der ehrenvollen, empfehle ich die aͤu⸗ Ferſte Vorſicht, daß ſie keinem Unwuͤrdigen zuer⸗ kannt werben. Iſt nicht etwa auf die Vollfuͤh⸗ rung eines beſonderen Gegenſtandes eine Geld⸗ praͤmie geſetzt, die auch einen ſonſt unrechtlichen Menſchen nicht verweigert werden kann, wenn er die Forderung erfuͤllt hat; ſo gebe man eine frei⸗ willige Belohnung nie einem andern als einem unbeſcholtenen und rechtſchaffenen Manne; jedoch auch nicht bloß, weil er dies iſt, ſondern weil er ſich zugleich durch irgend etwas ausgezeichnet hat. Auch die am meiſten geſchaͤtzten Ehrenbezeugungen werden veraͤchtlich, ſobald ſie ſich ein Nichtswuͤr⸗ diger erſchlichen hat. Auf die Formalitaͤt, mit welcher ſolche Belohnungen zuerkannt und ausge⸗ theilt werden, kommt viel an.) Nun die Ausfuͤhrung, wozu ein lebendiges Or⸗ gan, mit aller erforderlichen Intelligenz ausge⸗ ruͤſtet, nothwendig iſt. Bisher, ſagt der Verfaſ⸗ ſer fehlte es im Weſen des Staatsorganism zwar nicht ganz an Vorrichtungen fuͤr die Zwecke der Nationaloͤkonomie, aber ſie waren in oft ganz he⸗ · b 654) terogenen Funktionen einbegriffen. Das Organ der Nationaloͤkonomie müͤſſe aber praktiſche Selbſi⸗ ſtaͤndigkeit beſitzen. Maͤnner, deren vielſeitige andere Funktionen ihre Thäͤtigkeit fuͤr andere Punkte feſſeln, z. B. im Preußiſchen die Land⸗ raͤthe, koͤnnten wenig bewuͤrken. Oder wenn man auch, wie zuletzt in Preußen,(in Anſpach und Baireuth) das Fach des Ackerbaues eigenen Be⸗ amten, den Oekonomie Commiſſairs uͤbertrug, ſo war ein einzelner Mann fuͤr eine ganze Provinz und ohne Gehuͤlfen zu wenig. Solche halbe Schritte fuͤhren nur zu halben Reſultaten(jedoch ward durch dieſe Oekonomie⸗ Commiſſarien in den Markgrafthuͤmern viel praktiſch Gutes bewuͤrkt). Es ſcheide alſo, faͤhrt der Verfaſſer fort, das Miniſterium des Innern eine eigene Branche von ſich aus, das Miniſterium der Nationaloͤkonomie. Dieſes Forum beſchaͤftige ſich ausſchließend mit den Mitteln, den Nationalreichthum zu vermeh⸗ ren und Volksgluͤck und Wohlſtand allenthalben zu verbreiten ohne alle Erinnerung an Staat und ſeine Beduͤrfniſſe, an Finanz und ihre Spekula⸗ tionen.(Es ſollte jedoch reden und dem Soude⸗ rain Vorſtellungen machen, wenn andere Depar⸗ tements Einrichtungen vorſchluͤgen, die dem Ge⸗ werbe und dem Wohlſtande nachtheiliger waͤren, nit ind la⸗ nde⸗ pak⸗ Ge⸗ d/ ( 55) als es die unumgaͤngliche Nothwendigkeit erfor⸗ derte, und darum ſollten ihm ſolche erſt commu⸗ nieirt werden.) Dieſes Forum theile ſich in die 3 Hauprquellen des National Wohlſtandes: 1) in die Section des Ackerbaues, 2) füͤr Gewerbe und Manufakturen, 3) füͤr den Handel.(Dies waͤre alſo voͤllig das Departement, was im Preußiſchen Staate unter dem Namen fuͤr die Gewerbs⸗ polizey geſtiftet worden iſt, und welches man bei dem ſchwankenden Begriffe, der mit Polizey verbunden iſt, eben ſowohl das Departement der Nationaloͤkonomie nennen koͤnnte). Der Section des Ackerbaues giebt der Verfaſ⸗ ſer folgende Beſtimmungen: 1) eine auf die Aus⸗ ſpruͤche der Vernunft und Erfahrung und auf die Verhaͤltniſſe und Beduͤrfniſſe des Landes paſſende Acckergeſetzgebung zu entwerfen oder ihre fernere Vervollkommnung zu bewuͤrken Ja! wenn dieſe Ackergeſetzgehung bloß in Wegſchaffung der Hin⸗ derniſſe und Verbreitung der Belehrung beſtehen ſoll); 2) die Ausſpruͤche des Geſetzes ins Leben zu ſetzen und uͤber die Anwendung und Beobach tung zu wachen; 3) mit der Literatur ihres Fa⸗ ches fortzuſchreiten, beſonders in einem ſo frucht⸗ boren Zeitpunkte der Entwickelung der Landwirth⸗ ſchaft als dem gegenwaͤrtigen; die neuen Vorſchlaͤge ( 56) und Kulturmethoden zu pruͤfen und ſodann dem Geſetzbuche einzuverleiben und nachzutragen(mei⸗ nes Erachtens nur ihre Kenntniß zu verbreiten, zur Pruͤfung und Nachahmung aufzumuntern); 4) ſich mit dem Zuſtande des praktiſchen Betrie⸗ bes im Staate genau bekannt zu machen, und nach den ſich ergebenden Reſultaten von einer Ver⸗ beſſerung zur andern fortzuſchreiten(eine hoͤchſt wichtige und zur Erreichung des Zwecks, zur Aus⸗ wahl der richtigen Maaßregeln und Vermeidung der Mißgriffe hoͤchſt nothwendige Aufgabe). Dieſen Zuſtand der praktiſchen Landwirthſchaft im Staate werde dieſe Behoͤrde vorzuͤglich kennen lernen, und den Eingang des Geſetzes(der Beleh⸗ rung) beim Volke vorzuͤglich bewirken durch ein hinreichendes Perſonale von Mittel⸗ und Unterbe⸗ hoͤrden, welches jedoch nicht zahlreich zu ſeyn brauche.(Ich glaube daß außer einem kleinen einzig und allein dazu beſtimmten Perſonale der Zweck auf die ſicherſte und vollkommenſte Weiſe— in Staaten, wo der Ackerbau unicht gar zu ſehr zu⸗ ruͤck iſt, nicht bloß von ſtumpfſinnigen Bauern, ſondern auch von aufgeklaͤrteren Grundbeſitzern be⸗ trieben wird,— nicht beſſer erreicht werden koͤnne, als durch die Errichtung praktiſcher landwirth⸗ ſchaftlicher Geſellſchaften, mit denen eine fort⸗ 6 52 dauernde Correſpondenz dieſes Departements oder einer beſonderen Behoͤrde unterhalten wird, deren Vorſchlaͤge man hoͤrt und erwaͤgt, und denen man die Verwendung deſſen, was der Staat zur Em⸗ porbringung des Ackerbaues beſtimmt, die Aus⸗ theilung jeder Belohnung in dieſem Fache anver⸗ trauet, ſo wie die Aufſicht uͤber Muſterwirthſchaf⸗ ten und alle etwa zu errichtende Induſtrieſchulen.) Hierdurch wuͤrde auch die Schwierigkeit gehoben, die der Verf. nun aufwirft, nehmlich: wo nehmen wir die Beamten zur Vollziehung her? Er glaubt, daß dazu in den meiſten Staaten beſondere Unter⸗ richts⸗Inſtitute erforderlich ſeyen. Man habe es bis jetzt dem guten Willen und der Kraft des Pri⸗ vatmanns uͤberlaſſen, dieſe dringende Vorrich⸗ tung zu treffen, und es habe allerdings ſehr viel fuͤr ſich, eine ſo ganz an das Prinzip der Oekono⸗ mie gebundene Anſtalt nicht auf Koſten des Staats zu verſuchen, ſondern dem Privatintereſſe einzel⸗ ner, an ſolche Inſtitute und ihrer innern Oekono⸗ mie gebundenen Maͤnner zu uͤberlaſſen, und den Privatmann nur in ſeinem Beſtreben zu unter⸗ ſtuͤtzen. Was der Verf. uͤber die Publikation des Acker⸗ geſetzbuchs ſagt, unterſchreibe ich gern, wenn er ( 58) ſtatt Ackergeſetzbuch einen gruͤndlichen und populaͤ⸗ ren Unterricht ſetzen will. Er handelt nun von den politiſchen Hinderniſ⸗ ſen des Ackerbaues, und zeigt daß die Entfernung der Ueberlaſtung des Ackerbaues mit Auflagen al⸗ ler Art das erſte und Hauptmittel ſey, die Verbeſ⸗ ſerung des landwirthſchaftlichen Gewerbes zu be⸗ wirken. Die ferneren politiſchen Hinderniſſe theilt er in ſolche: 1) die noch aus den Zeiten des Mittelalters abſtammen und als Reſte des Feu⸗ dalweſens von der Anwendung des Fleißes und des Kapitals auf den Landbau abſchrecken; 2²) ge⸗ wiſſe neue Hinderniſſe, die erſt nach den Zeiten des Mittelalters entſtanden und aus der Bil⸗ dung der neueren Gtaatswirthſchaſt hervote gingen. Als den Hauptcharakter des Gothismus des Mittelalters und des Feudalweſens nimmt er das Prinzip, Theilung des Eigenthums, Der Lehnsherr gab den Belehnten das Ei⸗ venrhum nicht frey, ſondern behielt ſich gewiſſe lehnsherrliche Oberrechte vor, und eben ſo ver⸗ fuhr der Belehnte gegen ſeinen Anbauer oder Dienſtmann, und ſo entſtanden die dem Syſteme eigenen Dominikalverhaͤltniſſe. Hiermit ſagt er, waren nun auch die Feſſeln des Volks fertig und (59) die Theilung bezog ſich mit auf die Arbeit und auf die Perſon des Arbeiters, der das Gut bauete. Das Syſtem war dem damaligen Zuſtande auch natuͤrlich und angemeſſen. Es zog der Beſitzer, der das Land nicht ſelbſt bauete, doch einigen Nutzen von ſeinem Lvos und der ungluͤckliche Be⸗ ſtegte verhungerte doch nicht gar. Allein es war ungerecht: denn das Recht des Grundei⸗ genthums hat keinen anderen Titel, als den des Anbaues. Weſſen Schweiß den Boden zuerſt aus der Wuͤſte zum fruchtbarem Ak⸗ ker umſchuf, nur der konnte einen beſtimmten Diſtrikt ſein nennen. Brutalitaͤt und Waffen⸗ gewalt hat den groͤßten Theil der kultivirten Erde aus dem Beſitz ſeiner Anbauer geriſſen. Dies empoͤrende Schauſpiel der Ungerechtigkeit, das die Geſchichtt nicht ſo lange haͤtte verewigen ſollen, muͤſſe endlich aufhoͤren. Das Syſtem war ferner unpolitiſch, denn alles Grundeigenthum, welches fuͤr immer und faͤr lange Zeiten hin ein getheiltes iſt, hindert die Cultur und den Anbau des Landes, hindert die freie Anwendung des Kapitals und Fleißes auf den Landbau, laͤhmt die Produktion und haͤlt den Staat von dem Grade der National⸗ kraft ab, deſſen er faͤhig iſt.— Sehr wahr! Nun von dem getheilten Eigenthum in Bezug auf (60.) die Arbeit oder die Perſonen, die das Land bauen, von der unbedingten Sklaverey und Knecht⸗ ſchaft ohne allen Schutz des Staats und von der Leibeigenſchaft oder Erbunterthaͤ⸗ nigkeit unter einer gewiſſen Protektion des Staats— Ueber das Unnatuͤrliche und Ungerechte dieſes Verhaͤltniſſes— die Protektion, deren der Erbunterthaͤnige in Deutſchland noch genoß, ſey inconſequent; conſequenter ſey es wenigſtens, wenn der Staat wie in Rußland, gar keine Notiz von ihm nehme. Der Staat als Rechtsanſtalt duͤrfe und muͤſſe aber Leibeigenſchaft und Erbunterthaͤ⸗ nigkeit als ein verletztes Menſchenrecht verdam⸗ men; er koͤnne dies angeborne Sklavenverhaͤltniß gerade zu zerſtoͤren und ohne alle Entſchaͤdigung aufheben, und dieſe Aufhebung ſey nur ein Akt der Gerechtigkeit. Es ſey ferner hoͤchſt unpolitiſch: der Gutsherr, der Arbeiter, der Staat, der Ackerbau, alles verliere dabei.— Sehr gut und kurz dargeſtellt.— Was man zur Entſchuldigung dieſes Verhaͤltniſſes einwendet: die Erbunterthaͤ⸗ nigkeit beruhe auf den Mangel von Haͤnden fuͤr den Landbau, ſie erhalte ſie dieſem muͤhſeeligen Geſchaͤfte, da ſie ſonſt einem bequemeren Staͤd⸗ teleben zugehen wuͤrden und dergleichen ſeyen Traͤume, die das wuͤrkliche Beiſpiel widerle⸗ (61r) ge. Der Landbau bluͤht, der Menſch iſt reich und wohlhabend; der Landmann iſt kultivirter, der Staat iſt maͤchtig, wo freie Haͤnde den Ackerbau betreiben, wie im ganzen ſuͤdlichen Deutſchland u. ſ. f. Jedoch giebt der V. zu, daß der ploͤtzliche Uebergang des viehiſch gewordenen Sklaven aus der ſtrengen Leibeigenſchaft ihm ſelbſt und andren gefaͤhrlich ſeyn koͤnne, und daß daher der neue Zuſtand allmaͤhlig eingeleitet werden muͤſſe, und deshalb koͤnne es wohl unter ſolchen Umſtaͤn⸗ den rathſam ſeyn, nur den Kindern der Leibeignen die Freiheit zuzuſichern. Wo aber der Leibeigene ſchon eine gewiſſe Stufe der Cultur und des Wohl⸗ ſtandes erreicht hat, brauche der Staat nur einen Termin von einigen Jahren zu beſtimmen, bis zu welchem allen Leibeignen die Freiheit ertheilt wird. (Die Aufhebung der Erbunterthaͤnigkeit in den meiſten Preußiſchen Provinzen bemerkte kaum je⸗ mand, denn dieſes Verhaͤltniß hatte ſich im Effekt ſchon von ſelbſt aufgeloͤſet) Hier folgt das Koͤnig⸗ liche weſtphaͤliſche Dekret vom 23ſten Januar 1808 von der Aufhebung der Leibeigenſchaftsrechte und Verbindlichkeiten und von dem auf den Grund⸗ ſtuͤcken haftenden Vebindlichkeiten, welches letztere dann durch das Koͤnigl. Dekret vom 18ten Auguſt 1808, die Aufhebung der letztern gegen ein von (62 Schiedsrichtern auszumittelndes Aequivalent be⸗ treffend, genauer beſtimmt wird. Sodann vom Frohnverhaͤltniſſe der Bauern ohne Erbunterthaͤnigkeit. Herrendienſt, ſagt der Verf., iſt nicht mehr Erbunterthaͤnigkeit— Her⸗ ren⸗ und Frohndienſt ſetzt perſoͤnliche Freiheit vor⸗ aus, aber er iſt das Loͤſegeld fuͤr die erhaltene per⸗ ſoͤnliche Freiheit des Bauers fuͤr ſich und ſeine Nachkommen.— Frohndienſte ſind alſo gleichſam der letzte Ueberreſt und die letzte Erinnerung der fruͤheren Leibeigenſchaft.(Hierin kann ich dem Hrn. Verf. nicht beiſtimmen; denn die Frohnden des freien Bauers haften ja nicht auf ſeine Perſon, ſondern nur auf ſeine Grundſtuͤcke. Will er dieſes erlaſſen, ſo kann er ſich von jenen frei machen; ſie ſind nur als Zeit⸗ oder Erbpacht fuͤr ſein Grundſtuͤck anzuſehen. Ungerecht kann man m. E. dieſe Einrichtung nicht nennen, inſofern man den⸗ jenigen, dem ſie geleiſtet werden, als Grundeigen⸗ thümer anſehen darf. Aber unpolitiſch(antioͤko⸗ noomiſtiſch) ſind ſie ohne Zweifel, weil durch er⸗ zwungene Arbeit— wie es dieſe doch in der Wirk⸗ lichkeit immer iſt— weniger produzirt wird, als durch freie, und das Produkt, genau gerechnet, immer mehr koſtet.) 1 ( 635) In der Folge giebt der Verf. doch auch zu, daß es dunkel und unnachweisbar ſey, in wiefern und in welchem gegebenen Falle dieſe Praͤſtationen auf den Grund eines Loͤſegelds fuͤr die erhaltene Frei⸗ heit oder auf den Grund einer Kaufbedingung fuͤr erhaltenen Beſitz haften. Koͤnnte es entſchieden werden, ſo muͤßte im erſteren Falle ihre Aufhe⸗ bung unentgeltlich geſchehen, da ſie nur von einer unrechtmaͤßigen Uſurpation herſtamme; im letzte⸗ ren Falle aber nur durch Enetſchaͤdigung. Die Aufhebung ſey aber den Geſetzen der Nationaloͤko⸗ nomie, wegen ihrer dem Landbau immer gleich nachtheilig bleibenden Wirkung, durchaus gemaͤß. Der Charakter der ungemeſſenen Dienſte ſcheint den erſteren Urſprung zu verrathen, der gemeſſe⸗ nen aber den letzteren.(Dieſe Anſicht iſt wahr⸗ ſcheinlich bei dem Koͤnigl. Weſtphaͤliſchen und dem ſpaͤteren Kaiſerl. Franzoͤſiſchen Edikt genommen worden, wo die ungemeſſenen Dienſte gradezu, die gemeſſenen nur gegen Eneſchäd gung aufge⸗ hoben wurden. In Anſehung des erſtern iſt aber m. W. ſchon die Deklaration erfolgt, und wird bei dem letztern der Billigkeit gemaͤß erwartet, daß die ungemeſſenen Dienſte nach Berhaͤltniß des Bauer⸗ guts zuvor auf gemeſſene reduzirt werden und 6645 dann auch nur gegen Entſchaͤdigung aufgehoben werden koͤnnen.) Die Folgen der wiederhergeſtellten perſoͤnli⸗ chen Freiheit(und des unbeſchraͤnkten Beſitzes des Grundeigenthums) ſtellt der Verf. ſehr tref⸗ fend dar.„Es wird zuverlaͤſſig die Folge ha⸗ ben, ſagt er, daß der groͤßte Theil des Grund⸗ eigenthums nur in die Haͤnde derjenigen komme und von denen bebauet werde, welche ſie am beſten bauen und am meiſten Luſt zu den land⸗ wirthſchaftlichen Geſchaͤften haben. Denn nichts iſt beſſer und wahrer geſagt, als daß Luſt das Land baue. Freude iſt die innere Sonne, an der die That reift und dieſe Freude, dieſe Luſt das Land zu bauen, iſt nur ein Produkt des Gefuͤhls der Freiheit und des Eigenthums. Nur der freie ſich gluͤcklich fuͤhlende Menſch iſt ge⸗ ſchickt zur hoͤheren Kultur im Landbau. Aber Sklaven⸗Indignation im Innern und Sonnen⸗ hitze von oben verderben jede heranreifende beſ⸗ ſere Cultur, ergreiſen das Ganze des Menſchen und laſſen dem Geiſtigen keinen Ausweg und keine Erhohlung, waͤhrend das Phyſiſche arbei⸗ tet. Dieſe Freude, dieſes Freiheitsgefuͤhl, ver⸗ bunden mit der Hoffnung von Gewinn, ſind die großen Federn, die den abgeſpannten krumm gebuͤckten 6 65) gebuͤckten Koͤrper wieder aufrichten, und in dem Andlick, daß dies alles ſein Werk, ſein Verdienſt und nur ſein ſey, die Seele wieder Kraft und Staͤrkung ſchoͤpfen laſſe. Der freie Fleiß vermag Wunder, und iſt eine unerſchoͤpfliche Quelle des Wohlſtandes— er vermehrt den Reichthum und veredelt den Charakter. Wo Sklavenſinn in den Adern fließt, da ſinken die Glieder matt und kraftlos zuſammen, denn dem menſchlichen We⸗ ſen fehlt ſein Stuͤtzpunkt: Freiheit!“ Sodann von den andern Hinderniſſen des Landdaues, welche aus jenem Prinzip des Mit⸗ telalters in Bezug auf die Gutsherrn entſtehen. 1) Von den Geburtsrechten und Fideikom⸗ miſſen—„So wurden lauter große Gutsbeſitzer geſchaffen, und der große Grundbeſitz uͤberhaupt, wenn auch der Charakter des todten Fideikom⸗ miſſes nicht hinzugekommen waͤre, machte ſchon alle beſſere Kultur durch den Mangel eines ver⸗ haͤltnißmaͤßigen Verbeſſerungskapitals und der nothwendigen Ueberſicht des Geiſtes unmoͤglich. Auch iſt die Mehrzahl der großen und reichen Grundbeſitzer nicht zu nuͤtzlichen Verbeſſerungen, ſondern zum Stolz und zur Verſchwendung oder dem anderen Extrem, den Geiz, geneigt. Sie verwenden die Einkuͤnfte des Guts zum Vergnuͤ⸗ — E —‧‧‧— ( 66) gen oder zur Anhaͤufung eines todten Schatzes, den ein ſanguiniſcher Erbe vergeudet, nicht aber zu deſſen Kultur.“ 2) Von den auf das Feudalweſen gegräͤnde⸗ ten Rechten— Von den Abgaben, die auf den Beſitz von Grund und Boden mittelſt der Erb⸗ pacht haften— Von den Zehnten, wobei ein vollkommener Anbau des Landes nach rationel⸗ len Prinzipien und oͤkonomiſchen Beduͤrfniß gar nicht moͤglich ſey. Dann uͤber die allgemeinen Mittel die aus dem Feudalweſen abſtammenden Laſten des Grund⸗ eigenthums aufzuheben und auf eine gerechte Art zu umgehen. Der Verf. theilt ſie in die Pal⸗ liativen und die gruͤndlichen radikalen. Hier giebt er denſelben Weg an, den der Preu⸗ ßiſche Staat in dem Edikt vom 14ten Septem⸗ ber 1811 gewaͤhlt hat, wenn er ſagt:„es iſt nicht nothwendig, daß das Aequivalent fuͤr die zu leiſtenden Dienſte oder die Grundabgaben ge⸗ rade in Geld beſtehe. Der Ober⸗Eigenthuͤmer des Landes, der Lehneigenherr kann fuͤr die auf⸗ gehobenen Naturaldienſte und Grundabgaben auch dadurch entſchaͤdigt werden, daß der Pflichtige dem Grundherrn einen Theil des Grundſtuͤcks ab⸗ tritt und zuruͤckgiebt. Man kann die nach dem —. ( 67) Werthe der jaͤhrlichen Dienſte und Abgaben ge⸗ ſchaͤtzten einzelnen Entſchaͤdigungs⸗Diſtricte auf ein Stuͤck zuſammenſchlagen und zum Beſten beider Theile die Entſchädigung im Zuſammen⸗ hang geben. Dies hat tief in den Betrieb der Landwirthſchaft eingreifende Fugen! Des Bauern gewoͤhnlicher Fehler iſt nehmlich der: zu viel Land zu beſitzen, das er aus Mangel an Zeit und unter der Laſt von Paſſiven nicht mit gehoͤ⸗ riger Energie bearbeiten kann. Er verliert nun das Plus von Land und kann dann ſeine Erſpa⸗ rung und ſeine Zeit auf den Ueberreſt gluͤcklicher verwenden. Das erhaltene Grundſtuͤck aber kann der Grundherr an kleine Leute gewoͤhnlich gut abſetzen.“ (Wo letzteres moͤglich iſt, werden ſich die Grundherrn gegen dieſe Entſchaͤdigungsart nicht ſtraͤuben. Aber nicht allenthalben iſt es ſogleich moͤglich, weil es gerade der bisherigen Verfaſ⸗ ſung wegen an ſolchen kleinen Leuten, die ſich einiges Capital erſpart haben, zu ſehr fehlt. Hier muͤſſen ſie ſich mit der ſicheren Erwartung begnuͤgen, daß dieſe Abnehmer kleinerer Grund⸗ ſtuͤcke aus der veraͤnderten Verfaſſung unfehlbar hervorgehen werden, und daß dann der Werth des Grundes und Bodens, der jetzt nur wegen E 2 X ( 68) Mangels an Kultivatoren ſo niedrig ſteht, um ſo mehr ſteigen werde). Hier fuͤhrt der H. V. nun das Kaiſerl. Fran⸗ zoͤſiſche Edikt vom 12ten December 1808 und die Erklaͤrung deſſelden Namens des Kaiſers in Be⸗ zug auf die unter Franzoͤſiſcher Adminiſtration geſtandenen Provinzen Baireuth, Fulda, Ha⸗ nau ꝛc. an. Die Theilung des Eigenthums in Haupt⸗ und Nebennutzung oder von der Hut⸗ und Trift⸗ gerechtigkeit.— Die Entſtehung dieſer Ein⸗ richtung aus dem Uebergange des nomadiſchen Zu⸗ ſtandes zum Ackerbau gut dargeſtellt und ihre Paß⸗— lichkeit zu den Beduͤrfniſſen damahliger Zeit.— Aber kein Vernuͤnftiger werde eine ſolche Einrich⸗ tung, fuͤr ganz andere Zeiten erfunden, weiter billigen. Die Beduͤrfniſſe der groͤßeren Popula⸗ tion nehmen das dritte fruchtloſe Brachjahr in Anſpruch,— der vergroͤßerte Viehſtapel vermag ſich nicht mehr auf der Brache zu naͤhren,— die zum Recht gewordene Hut und Trift iſt zum Hinderniß der freien Dispoſition des Anbauers geworden. Weder der Anbau perennirender Fut⸗ terkräuter, noch der koſtbaren Farbe⸗ und Ma⸗ nufakturpflanzen, wovon jene das Gut in Kraft ſetzen, dieſe dem Landwirthe baares Verbeſſe⸗ ten koͤnnen.(Sogar der eigentliche Zweck der Braache, Pulverung, Luftung und Reinigung 6 69) rungskapital in die Hand geben, iſt auf einem Gute dieſer Wirthſchaftsform moͤglich. Die Be⸗ ſchraͤnkungen, welche der Ackerbau durch die Stop⸗ pelhut, namentlich durch die Schaaftrift erlei⸗ det, ſind wo moͤglich noch groͤßer als die durch die Brache. Jeder Acker und Wieſe unter Hut⸗ und Triftverhaͤltniſſen gehoͤrt nur einen Theil des Jahrs dem eigentlichen Beſitzer und Anbauer, den uͤbrigen Theil im Jahr ſieht der Hutberech⸗ tigte ſie fuͤr ſein Eigenthum an, laͤßt das Vieh darauf bringen, ohne Ruͤckſicht ob Fruͤchte dar⸗ auf ſtehen oder nicht.— Da iſt kein Anbau von Ruͤben, Klee und Futtergemenge möglich. Selbdſt 3 die Ernte muß uͤbereilt werden, um ſie dem hun⸗ grigen Zahne des Viehes zu entreißen. Die Stoppel darf er nicht einmal vor Winter um⸗ pfluͤgen, ſondern muß den Acker mit Unkraut beſtauden oder anſaamen laſſen, woraus ſich der Glaube aller Brachwirthe erklaͤrt, daß ſie ihren Boden ohne Brache gar nicht wuͤrden rein hal⸗ des Ackers kann nicht erreicht werden.) Dann von den Nachtheilen der Fruͤhlings und Herbſthut der Wieſen— darum ſchlage der Staat alle Seroituten der Art nieder, erklaͤre den Anbau N ( 70) des Brachlandes fuͤr heilig, gebe die Benutzung des Stoppellandes durchaus frey! Er koͤnnte dieß ohne alle Entſchaͤdigung thun. Man hat indeß der Schaafe wegen das Prinzip der Entſchaͤdigung aufgeſtellt.— Gegen die Nothwendigkeit des Weideganges fuͤr die Schaafe: Gerade das Her⸗ umlaufen in der Hitze und das Auffreſſen allerlei ſchlechter Sumpfpflanzen ſey die Quelle der gefaͤhr⸗ lichſten Schaafkrankheiten. Was der Weidegang zutraͤgliches habe, komme auf Rechnung des Ge⸗ nuſſes der freien Luft; dies koͤnne aber durch luf⸗ tige Staͤlle und durch Hordenfuͤtterung eben ſo gue erreicht werden. Eine ſolche auf Hordenfuͤtterung gegruͤndete veredelte Schaͤferei werde neben dem Entſchaͤdigungsbetrag gluͤcklichere und ſichere Re⸗ ſultate fuͤr Gewinn und Duͤngererzeugniß geben, als jene großen, ſiechen, herumziehenden, halb⸗ wilden Heerden. Der Verfaſſer verweiſet auf das, was im 2ten Theil von der Hordenfuͤtterung der Schaafe geſagt werden ſoll—(die Moͤglichkeit dieſer Stall⸗ oder Hordenfuͤtterung der Schaafe iſt zwar nicht zu leugnen, aber ſie iſt nach den bisherigen Erfahrungen bey der Ausfuͤhrung im Großen mit ſolchen Schwierigkeiten verbunden, daß ihre allgemeine Einfuͤhrung in den meiſten Faͤllen nicht gefordert werden kann, und es wuͤrde —————————— ¶— — 6 7t) alſo ein ſehr großer Nachtheil fuͤr das ganze land⸗ wirthſchaftliche Gewerbe und die Nation hervor⸗ gehen, wenn der Weidegang der Schaafe bei der Adfindung dieſes Seroituts nicht auf eine andere Weiſe erhalten werden koͤnnte. Dies iſt durchaus nur durch Ackerumſatz und durch Zuſammenlegung der Grundſtuͤcke in einer oder in mehreren groͤßeren Flaͤchen moͤglich, und deshalb ſcheint dieſe in den meiſten Faͤllen mit der Aufhebung der Hut⸗ und Triftgerechtigkeiten verbunden werden zu muͤſſen; worauf wir unten wieder zuruͤckkommen).— Von den Gemeinweiden, deren Nachtheil aus den bekannten Gruͤnden einleuchtend dargeſtellt— der Staat hebe daher den Weidegang und die hirtliche Verfaſſung auf denn beſſer gar keine als eine ſo nachtheilige Benutzung. Je groͤßer das Mißverhaͤltniß zwiſchen Oderflaͤche und Menſchen⸗ menge iſt, deſto dringender ſey dies Geſetz; dort um das zur Menſchenzahl unverhaͤltnißmaͤßig we⸗ nige Ackerland in ſeiner Summe zu vermehren, hier um dem zu vielem Ackerlande den noͤthigen Duͤnger zu verſchaffen. Und wenn dies Geſetz nichts als das Plus vom Duͤnger bewuͤrke, ſo werde dies Plus mit einer Art von mathematiſcher Progreſſion, eine Bluͤte und einen Flor des Acker⸗ baues, einen Reichthum der Urproduktion, eine (22) Ueppigkeit der Flur bewuͤrkt haben, daß der da⸗ durch erzeugte Nationalreichthum bald zu jedem Aufbruch des Weidelandes ſelbſt anreizen und Kraft zur Cultur mitgetheilt haben wird. Ferner gebe der Staat das Geſetz, daß das nun unbenutzte Weideland zur Agrikultur unter die Glieder der Gemeine vertheilt und das Gemeineigenthum in privatives oder individuelles verwandelt werde. Und dann ſtelle er ſogleich ſeine richtige Theilungs⸗ prinzipien unter geſetzlichen Normen auf.— Dann uͤber die Begruͤndung dieſer Prinzipien. (Im Ganzen wird wohl jeder Verſtaͤndige dem Verfaſſer beipflichten. Aber es muß erſt mit Zu⸗ verlaͤſſigkeit ausgemittelt ſeyn, ob der Weidegang ganz entbehrt werden koͤnne. Nicht auf jedem Boden, nicht in jedem Klima, nicht in jedem Kul⸗ turzuſtande des Bodens, nicht unter jedem Ver⸗ moͤgensverhaͤltniſſe der Anbauer wird Sicherheit dafuͤr geleiſtet werden koͤnnen, und wenn das nicht iſt, ſo muß eine ſolche Lage herbeigefuͤhrt werden, daß ein privativer Weidegang jedem moͤglich werde. Aus einer voreiligen Theilung der Ge⸗ meindeanger ohne Abaͤnderung der uͤbrigen Ver⸗ haͤltniſſe ſind hoͤchſt nachtheilige Folgen entſprun⸗ gen. Die Ackerflaͤche liſt vermehrt aber die Pro⸗ duktion auf die Folge vermindert worden, weil —j ꝗͦ——— ( 23) der Viehſtand, ſtatt ihn im Verhaͤltniß jener zu verſtaͤrken, nur dadurch vermindert wurde). Ferner wegzuraͤumende Hinderniſſe der Cultur: die Jagdgerechtigkeit, Beſitz einer mo⸗ raliſchen Perſon oder in todter Hand, Verbot des Beſitzes von Ritterguͤtern fuͤr Buͤrgerliche und von Bauerguͤtern fuͤr Adliche.—„Endlich kam der Adel auf den Gedanken, den Buͤrgerlichen, als alle Eben⸗ buͤrtigkeit aufgehoͤrt hatte, den Ankauf von Guͤ⸗ tern verwehren zu wollen und ſi ch als die alleini⸗ gen Eigner des Landes, die es mit ihrem Gut und Blut vertheidigt haͤtten, zu betrachten, und es ge⸗ lang ihnen in manchen Laͤndern wie in Oberlauſitz, Preußen“ ſagt Anton in ſeiner Geſchichte der deut⸗ ſchen Landwirthſchaft. Ein ferneres aus dem Mittelalter abſtammen⸗ des Hinderniß der Vervollkommnung des Acker⸗ baues iſt die Dorfsverfaſſung, welches der Ver⸗ faſſer ſo ſchoͤn ſchildert, daß ich daraus mehreres auszuziehen mich nicht enthalten kann. Die Doͤr⸗ fer entſtanden in den Zeiten der Barbarey und des Fauſtrechts, wie die allgemeine Unſicherheit die Landbebauer zwang, ſich nahe aneinander zu ſchließen, um den haͤufigen Angriffen auf Leben und Eigenthum mit vereinter Macht gluͤcklicher zu 6 24) widerſtehen. Die Einfuͤhrung und Verbreitung der chriſtlichen Religion heguͤnſtigte das Inſtitut noch mehr, da man der Kirchen und Schulen we⸗ gen das Zuſammenwohnen befoͤrderte.(Aber auch in den neueren Zeiten hat man es vermeint⸗ licher politiſcher und angeblicher menſchenfreund⸗ licher Gruͤnde wegen noch ferner befoͤrdert und hin und wieder einzelne auf ihren Grundſtuͤcken woh⸗ nende Anbauer, ſich in Doͤrfern zuſammenzuzie⸗ hen, gezwungen). Da man es einſah, wie ſehr der Ackerbeſitz durch die Entfernung im Werthe verlor, ſo vertheilte man die Felder in jene langen ſchmalen Ackerſtreifen, die wir faſt bei allen Doͤr⸗ fern noch finden, damit ein jeder ſeinen Acker we⸗ nigſtens gleich weit und gleich nahe am Dorfe haben, alſo einerlei Vortheil und Nach⸗ theil mit dem andern gemein haben ſollte. Dies hat die ſo ſchaͤdliche Zerſtuͤckelung und Zerſtreuung der Grundſtuͤcke, die zu einerlei Hof gehoͤren, zur Folge gehabt; die Dorfsbewohner in die Noth⸗ wendigkeit geſetzt, gemeinſchaftliche Hirten anzu⸗ nehmen, ſich die Hut⸗ und Triftgerechtigkeit auf ihren Aeckern und Wieſen gegenſeitig zuzugeſtehen, weil die einzelnen Aecker die Hut zu unbedeutend oder ganz unmoͤglich gemacht haͤtten. So war eine einzige Idee Quelle einer ganze Reihe von — 6 75) Uebeln, deren Zerſtoͤrung Gewohnheit und Zeit in hohem Grad erſchweren. Hut⸗ und Triftgerech⸗ tigkeiten, Brachen und alle jene Erſcheinungen der Gemeinheit werden erſt dann ſchwinden, wenn wir die Quelle aller dieſer Inſtitute verſchwinden laſſen; Ackerbau und Landwirthſchaft werden erſt dann auf dem Weg der Vollkommenheit ſich befin⸗ den, wenn die Doͤrfer aufhoͤren, d. h. wenn je⸗ der Anbauer ſeinem Felde wiedergegeben iſt. Denn abgeſehen von jenen gemeinſchaftlichen und ſchaͤdlichen Einrichtungen iſt das Zufammenwoh⸗ nen in Doͤrfern die hoͤchſte Stoͤrung des unmittel⸗ baren Betriebes ſelbſt. Das Entferntſeyn des Inhabers von ſeinen Feldern hat nemlich folgende zwei Hauptnachtheile fuͤr die landwirthſchaftliche Cultur: 1) Den Verluſt der Aufſicht. Nur das dem Auge des Herrn ausgeſetzte Eigenthum wu⸗ chert und produzirt. Die ſeinem Auge immer bloß geſtellte Unvollkommenheit mahnt ihn taͤglich zur Verbeſſerung. Er kann und wird jeder Beſchaͤdi⸗ gung, die entweder die Raubſucht des Menſchen dder der Hunger des Viehes, oder des Wilds oder die Natur durch Ueberſchwemmungen an Fruͤchten oder Grund und Boden veruͤbt, entwe⸗ der durch die Aufſicht zuvorkommen oder durch die 6 265) Naͤhe moͤglichſt ungeſchehen machen koͤnnen. Im⸗ mer iſt er gegenwaͤrtig, jede kleine Veranlaſſung zu irgend einer Gefahr bemerkt er zeitig und bauet ihr zeitig vor; da hingegen der, welcher ſein Gut nur zur Zeit der Saat und Ernte genau und ſonſt nur fluͤchtig ſieht, den Schaden oft erſt dann be⸗ merkt, wenn er bis zur Ummoͤglichkeit der Abhuͤlfe herangewachſen iſt.—(Der Bauer hat einen Theil ſeines Ackers oft entfernter liegen, wie der Beſitzer eines großen Guts, und hat nicht die Zeit wie dieſer oder ſein Inſpector, ihn ſo oft in Au⸗ genſchein zu nehmen). 2) Verluſt der Zeit. Die Unterbrechung des Zuſammenhanges zwiſchen den entfernten Grund⸗ ſtuͤcken und dem Hofe laͤhmen alle Wirthſchaftsge⸗ ſchaͤfte. Alle Arbeiten werden an Zeit verdoppelt und verdreifacht durch dieſe Entfernung(die noth⸗ wendigſten werden nicht vorgenommen in dem Augenblicke, wo ſie geſchehen ſollten, weil der Ue⸗ bergang von einer zur andren zu ſchwierig iſt). Das Auffahren des Duͤngers, das Pfluͤgen, das Ein⸗ ernten, alles ruͤckt nur langſam vor und noͤthigt den Beſitzer, um mit dem Fortſchritt der Jehres⸗ zeit einzuhalten, mehr Geſpann und Geſinde zu haben, als bei nahem Acker noͤthig waͤre. So vermindert ſich dadurch der reine Gewinn am Gute 8 „ (27) und das Verbeſſerungskapital wird nicht in dem Grade angehaͤuft, als es die geringere Auslage moͤglich machen wuͤrde. Eben ſo wird mehr an Arbeitszeug ruinirt und dies mindert den reinen Ertrag wiederum. Gleichfalls ſchreckt den Be⸗ ſitzer die Entfernung ab, um die Ueberbleibſel von Zeit zu benutzen und Verbeſſerungen vorzu⸗ nehmen. Alle Gruͤnde des Zuſammenwohnens in Doͤr⸗ fern ſind nicht mehr vorhanden, und alle jene Opfer werden lediglich der Gewohnheit dargebracht. In dem jetzigen Zuſtande der Cultur kann das nahe Beiſammenſeyn der Bauern nur ihre rohen Leidenſchaften noch in Bewegung ſetzen, nicht aber eine wohlthaͤtige Reibung bewuͤrken, nur das Gift der Sittenloſigkeit verbreiten, das Feuer der Pro⸗ zeßſucht naͤhren und durch das vereinte Beiſpiel dem beſſeren allenthalben einen Damm entgegen⸗ ſetzen, ſo wie jeden beſſern abhalten, ſich den hoͤ⸗ heren Kreiſen des Lebens anzuſchließen.(Es iſt ſo gerade gegen alle Erfahrung geſprochen, wenn man das Einzelnwohnen der Landleute der Huma⸗ nitaͤt, der Civiliſation und Moralitaͤt entgegen glaubt. Man braucht nur einen Vergleich anzu⸗ ſtellen um augenſcheinlich das Gegentheil zu finden. Es iſt ja keine meilenweite Entſernung. Sie koͤn⸗ ₰ (28) nen ſich immer einander erreichen, wenn ſie das Beduͤrfniß dazu fuͤhlen, und werden es dann mit Herzlichkeit thun; aber ſte werden nicht zuſammen⸗ kommen um ſich zu zanken und zu raufen. Sie ſind entfernt fuͤr das Boͤſe, aber nahe genug fuͤr alles Gute: und was die Religioſitaͤt anbetrifft, ſo wird man gerade bemerken, daß die Leute um ſo eifriger zur Kirche gehen, je entfernter ſie ihnen liegt; zumahl wenn ſie einen Prediger haben den ſie lieben und gern hoͤren.) Jeder Anbauer, ſagen die hoͤheren Geſetze der Nationaloͤkonomie, kehre zuruͤck in die Naͤhe ſei⸗ ner Fluren, er wohne in der Mitte oder auf dem Punkte ſeiner Grundſtuͤcke, von welchem aus er gleich weit und gleich nah allen uͤbrigen Punften iſt, oder von welchem aus er wie mit einem Blick ſein ganzes Grundeigenthum uͤberſchauen kann. Denn nur da, wo der Landmann ſein ganzes Grundſtuͤck uͤberblicken und gegen jede Beſchaͤdi⸗ gung ſichern, nur da wo er jeden Moment der Muße auf deſſen Erhaltung oder Verbeſſerung verwenden, wo er den Schaden der Witterung durch augenblickliche Sorgfalt verhuͤten, ohne Verluſt an Zeit und an eigenen, wie an des Vie⸗ hes Kraͤften, deſſen Cultur heben kann, nur da kann die Landwirthſchaft zur hoͤchſten Stufe der (29) Cultur ſteigen. Dies zeigt auch die Erfahrung. Schon im Allgemeinen genießen alle große volk⸗ reiche Ortſchaften ſelbſt bei betraͤchtlichem Ge⸗ meindeeigenthum nur eine kuͤmmerliche Exiſtenz, da die aͤußerſten Punkte des Zirkels der Dorfsmar⸗ kung wegen Unmoͤglichkeit der Aufſicht und des Zeitverluſts entweder ganz unangebaut oder we⸗ nigſtens aͤußerſt vernachlaͤßigt ſind. Je kleiner und haͤufiger hingegen die Ortſchaften, je enger der Kreis ihrer Feldmark, deſto groͤßer ihr Wohl⸗ ſtand! Noch groͤßer aber iſt die Wohlhabenheit da, wo die Wohnung des Landwirths in der Mitte oder bei ſeinen Grundſtuͤcken iſt. Dieſen einzelnen Wohnungen in der Mitte der Grundſtuͤcke, die⸗ ſem Mangel an eigentlichen Doͤrfern d danken Eng⸗ land und die Niederlande ihren landwirthſchaft⸗ lichen Flor; der Wohlſtand der Danziger Niede⸗ rungen des Gebiers von Elbingen und Marien⸗ werder(der Bremiſchen und Hollſteiniſchen Elb⸗ niederungen) beurkundet den Werthj jener Art des Anbaues.(Vorzuͤglich faͤngt er an ſich zu aͤußern bei dem Ausbau verſchiedener 2 Doͤrfer im Oder⸗ bruche; beſonders aber iſt er ſichtbar, auch auf ſchlechterem Boden, in den daͤniſchen Provinzen und ſogar in der Luͤneburger Heide.) Sobald wir einen ſolchen einzelnen Hof erblicken, vermu⸗ 80) 1 then wir Wohlhabenheit und Herzensgäte im voraus. Jene Frugalitaͤt des Lebens, jene Ein⸗ falt und Unverdorbenheit der Sitten, jene Gaſt⸗ freiheit und Patriarchalitaͤt auf einzelnen Hoͤfen in Vergleich mit jenen Sitzen der Brutalitaͤt und Beſtialitaͤt, des Neides, der Bosheit, der Mißgunſt, der Verlaͤumdung, des Trunks und aller Leidenſchaftlichkeit des Bauern in den Doͤr⸗ fern— wie innig ſprechen auch von dieſer Seite Gruͤnde fuͤr jene einen vernuͤnftigen Betrieb des Ackerbaues allein entſprechende Formen! Endlich welch ein ſchoͤnes Bild gewaͤhrt dem Anblick ein ſolches allenthalben mit Land, Haͤuſern und Mei⸗ erhoͤfen durchſticktes großes Feld der Cultur— uͤberall und auf allen Punkten Sitze des Le⸗ bens und der Thaͤtigkeit— uͤberall reiche, ru⸗ hige, wohlhabende, das Gluͤck des Lebens fuͤhlende Menſchen nicht beunruhigt von Neid und Haß, nahe genug dem Beiſtande, aber entfernt dem ſpaͤhenden Blicke des andern, der nach Bloͤßen ſucht und gefunden oder nicht gefunden, ſie al⸗ lenthalben zur Schau ausſtellt— darum der Moralitaͤt und des Flors der Landwirthſchaft we⸗ gen, keine Doͤrfer!(Endlich ſpricht auch die mindere Gefahr erheblicher Feuersbruͤnſte fuͤr das Einzelnwohnen.) 8 Indeſſen im ebi Gai⸗ Häſes taltti t, dr F und Dit⸗ Geite des ndich ick ein Mi⸗ ar- 5 MGA, kl⸗ ende daß, dem ößen al⸗ der we⸗ die das dſſen 6(8) Indeſſen ſollen die Doͤrfer nicht abgebrochen werden und auch nicht gaͤnzlich verſchwinden; der Staat verbiete nur die Anlegung neuer Dorf⸗ ſchaften und ſuche neue ſich anbauende Land⸗ wirthe aus den Doͤrfern zu entfernen. Bei Thei⸗ lung des Guts, insbeſondere unter Bruͤdern, ver⸗ weiſe er die neu entſtehenden Wirthſchaftshoͤfe hinaus auf die entfernteren Laͤndereien, und ſuche uͤberhaupt auf jede ihm moͤgliche Weiſe die aͤl⸗ tern bei nothwendigen Neubauten zum Ausbau zu bewegen und dieſen zu beguͤnſtigen. Die Doͤr⸗ fer mit ihren Haͤuſern werden allmaͤhlig zu Woh⸗ nungen von ſolchen Handwerkern, die ihr Ge⸗ werbe mehrentheils vortheilhafter auf dem Lande wie in den Staͤdten treiben koͤnnen, wie Mau⸗ rer, Zimmerleute, Schreiner, Schmidt, Wage⸗ ner, Schuhmacher, Schneider und zum Sitze landwirthſchaftlicher Fabriken, als Brauereien, Brandweinbrennereien, Eſſig⸗ und Staͤrkemache⸗ reien. Auch bleiben ſie der Sitz der Beamten, der Kirche, der Schule, der Wirths⸗ und Gaſt⸗ hoͤfe, und folglich der Mittel⸗ und Vereinigungs⸗ punkt der Landbauer. Der an der unmittelbaren Quelle ſeines Wohlſtandes arbeitende und dadurch vermoͤgender gewordene Landmann wird nun mehr genießen, den Induſtriearbeitern mehr Verdienſt F (82 geben, und ſo, wie ſich auf den Feldern mehr Heil und Kraft entwickelt, wird in den Doͤrfern mehr Arbeitſamkeit, Kunſt und Genuß aufbluͤhen. Wenn man, ſetzt der V. hinzu, indeß durch⸗ aus Doͤrfer haben will, ſo ſuche man die Vortheile der zerſtreueten Landwohnungen damit zu verei⸗ nen, dadurch: daß man die Haͤuſer in zwei Rei⸗ hen mit Zwiſchenraͤumen von einigen hundert Schritten anlegen laſſe und jedem Hauſe dann hinter ſich den groͤßten Theil ſeiner Grundſtuͤcke in unzertrennter Reihe anweiſe. Der Zwiſchenraum zwiſchen den Wohnungen ſey dem Viehhofe gewid⸗ met oder den Haͤuslern und Tageloͤhnern zum An⸗ bau uͤberlaſſen, deren jeder hinter ſeinem Hauſe einen Garten beſitzt. Dieſer Vorſchlag aber er⸗ fordere flaches Land,— bei weitem der groͤßte Theil der Erde iſt aber huͤglig oder doch der Bo⸗ den von zu ungleicher Beſchaffenheit,— und dann ſey in ſolchen Doͤrfern, wenn einmahl die Aus⸗ theilung der dabei befindlichen Grundflächen vor⸗. genommen, keine weitere Anſiedelung moͤglich und es werde dem ſich vermehrenden oder vermindern⸗ Wohlſtande Grenzen geſetzt, indem von den Hoͤ⸗ fen nicht wohl etwas verkauft oder hinzugekauft werden koͤnne. ——— (33) Der V. handelt dann in einem beſonderen§K. vcon der Zerſtreutheit der Feldbeſitzungen der Ein⸗ zelnen und deren Zuſammenſchlagen, welches mit dem vorigen in naher Verbindung ſteht. Er ſucht noch aus mehreren Gruͤnden, wie ſchon oben an⸗ gefuͤhrt worden, dieſes Zerſtuͤckeln der Aecker im Mittelalter zu erklaͤren. Nachmals habe es die neuere Staatswirthſchaft durch das immer weiter getriebene Guͤter⸗Zerſchlagungs⸗Syſtem immer mehr befoͤrdert und der Reſt großer Feldſtuͤcke ſey vollends gar vernichtet worden. Dieſes beruhe zwar auf dem wahren Prinzip: daß das Grund⸗ eigenthum nach dem Beduͤrfniß und den Einſichten eines jeden vertheilt, verkauft und wieder vereint werden koͤnne, um eine gaͤnzliche Freyheit der An⸗ wendung des Fleißes und des Kapitals herzuſtel⸗ len. Aber dieſe Zerſtreutheit der Felder aͤußere doch folgende große Nachtheile fuͤr den Ackerbau: 1) es werde dadurch die Auf⸗ und Ueberſicht der Beſitzungen in hohem Grade erſchwert, der Feld⸗ diebſtahl, die abſichtlichen Abhuͤtungen erleichtert; 2) es werde dadurch ein zweckmaͤßiges Wirth⸗ ſchaftsſyſtem und ein verſtaͤndig angelegter Frucht⸗ wechſel unmoͤglich. Wenn der Landwirth ſich bei jedem einzelnen Theile immer beſinnen muß, was da ſtand und was nun hinkommen ſoll, ſo wird F 2 4 ( 34) er der Laune und dem Zufall an der Beſtel⸗ lung zu viel Antheil nehmen laſſen; 3) die klei⸗ nen eckigen oder doch ſchmalen Stuͤcke verhindern die energiſche Bearbeitung des Bodens, das Pfluͤ⸗ gen in die Quere und den Gebrauch der den Acker⸗ bau ſo ſehr erleichternden Inſtrumente(des Ex⸗ ſtirpators), 4) die kleinen aneinander ſtoßenden Aecker ſtnd bei freier und ungleicher Beſtellung dem Vertreten und der Zerſtoͤrung ausgeſetzt, erſchwe⸗ ren den Zugang und nehmen durch die nothwendi⸗ gen Wege vielen Acker weg; dies verurſacht Zank und Mißwachs; 5) es wird durch die Zerſtreut⸗ heit der Beſitzzungen viele Zeit verſchwendet, um von einer auf die andre zu kommen, die Tagear⸗ beit wird durch die Kleinheit des Grundſtuͤcks un⸗ terbrochen und der Reſt des Tages wird mit Hin⸗ und Herfahren oder Nichtsthun hingebracht. Endlich 6) iſt es unmoͤglich dieſe kleine Parzelen einzufriedigen, wie doch der Begriff von Garten⸗ kultur, der wir uns im Ackerbau als Ziele naͤhern ſollen, es will, und was fuͤr die Vegetation, den Feuerungsbedarf und den Obſtbau ſo wichtig waͤre. (Dieſem ſetze ich noch hinzu, daß gehoͤrige Ab⸗ waͤſſerungen dabei mehrentheils unmoͤglich ſind, daß Reinhaltung des Ackers und Vertilgung des nachtheiligſten Unkrants dabei nicht erreicht wer⸗ — ( 85 den koͤnne, und dieſes immer mehr uͤberhand neh⸗ me, weil jedermann ſieht, daß ſeine Bemuͤhun⸗ gen ohne Mitwirkung des Nachbars fruchtlos ſind; daß ferner die Feldraine, wenn nicht ein beſtaͤndi⸗ ges Abpfluͤgen der auswaͤrts geworfenen Furche und der daraus erfolgende Zank Statt finden ſoll, nothwendig bleiben, und viel fruchtbares Land, mehreres als ſelbſt die Befriedigung der Koppeln, wegnehmen. Hauptſaͤchlich aber, was der Verf., der einzig und allein auf Stallfuͤtterung Ruͤckſicht zu nehmen ſcheint, nicht beachtet, wird dadurch die privative Weide des Viehes, welche wenigſtens zwiſchendurch und in gewiſſen dem Futterbau un⸗ guͤnſtigen Jahren noch lange nothwendig bleiben wird, faſt unmoͤglich gemacht. Behaͤlt ein jeder das Recht, ſein Vieh auf ſein privatives ſchmales Feldſtuͤck zu treiben, wenn er Luſt hat, ſo entſteht fuͤr die Nachbaren daraus ein ſolches Unheil und bald eine ſolche Verwirrung, daß keine polizeyliche Gewalt die Sicherheit aufrecht zu halten vermag. Wollte man die privative Behutung verbieten, oder was einerlei iſt, den, der ſein Vieh austreibt, fuͤr jede geſchehene Beſchaͤdigung— wenn ihm auch nicht erwieſen werden koͤnnte, daß ſein Vieh den Schaden verurſacht haͤtte, wie in Bayern verordnet war— verantwortlich machen, ſo wuͤrde b 6 86) dadurch oft eine ſo große Noth und Verlegenheit entſtehen, daß man zur Gemeinweide nach wie vor zuruͤckzukehren ſich entſchloͤſſe, und den Widerſtre⸗ benden auf ſolche Weiſe dazu noͤthigen wuͤrde, die eeine obrigkeitliche Macht hintertreiben koͤnnte. Auch wuͤrde in der That ein oft wichtiger Theil der Benutzung verloren gehen: die grasreiche Stop⸗ pel eines vielleicht nicht maͤhbaren aber weiderei⸗ chen Futterfeldes, eines halb verungluͤckten Raps⸗ und Nuͤbenfeldes u. ſ. w. Man wendet hierge⸗ gen zwar ein, daß in manchen Laͤndern die Kul⸗ tur des Ackers ſehr hoch getrieben ſey, wo den⸗ noch dieſe Zerſtuͤckelung der Feldſtuͤcke Statt finde. Allein ich habe noch keinen verſtaͤndigen Land⸗ wirth aus ſolchen Gegenden geſprochen oder mit ihm in ſchriftlicher Verbindung geſtanden, der nicht dieſe Zerſtuͤckelung fuͤr das groͤßte Unheil und fuͤr das Haupthinderniß einer noch viel hoͤ⸗ heren Ackerbenutzung erklaͤrt haͤtte. Wenn ſolche reiſende Landwirthe unſere zuſammenhaͤngenden Ackerflächen ſahen, ſo hielten ſie uns unſeres un⸗ fruchtbareren Bodens und unguͤnſtigen Climas un⸗ geachtet fuͤr gluͤcklichere Landwirthe, die in Ruhe und Friede von dieſer Seite und ohne beſtaͤndige Unſicherheit ihren Acker bauen koͤnnten. Man glaubt zwar, daß bei dem freien und unbeſchraͤnk⸗ (32) ten Eigenthum der Feldſtuͤcke ſehr leicht ein Zu⸗ ſammenkaufen oder Austauſchen fuͤr den betriebſa⸗ men und wohlhabenden Landwirth moͤglich ſey; aber jeder beklagt ſich in ſolchen Gegenden uͤber die großen und an die Unmoͤglichkeit graͤnzenden Schwierigkeiten, indem auf einzelne zwiſchenlie⸗ gende Streifen gerade dann ein ſo enormer Preis b geſetzt wuͤrde, wenn man ſolche zur Abrundung ſeines Feldes anzukaufen ſuche. Die entſtande⸗ nen kleinen Eigenthuͤmer eines Streifchens Lan⸗ des verweigern deſſen Verkauf oder Austauſch zu-⸗ weilen unbedingt, weil ihnen dieſer Streifen in der That hoͤchſt eintraͤglich iſt— als Diebeswin⸗ kel naͤmlich! Ich ſelbſt habe dieſe Erfahrung in dem Celleſchen Stadtfelde, wo ein Theil meiner Aecker lag, genugſam gemacht, und wuͤrde, um zuſammenhaͤngende Stuͤcke zu erhalten, zuweilen gern aufgeopfert haben. Ich halte es daher, wo eine neue Auftheilung ohnehin nothwendig iſt, fuͤr eine unerlaͤßliche Be⸗ dingung, die Zuſammenlegung des Ackers— nicht gerade in einer einzigen aber doch in mehreren groͤßeren zuſammenhaͤngenden Flaͤchen— auf die moͤglichſte Weiſe zu befoͤrdern, beſond ers wo das Land hut⸗ und weidefrei werden, und eine freie in Jedermanns Willkuͤr ſtehende Beſtellung einge⸗ (88) fuͤhrt werden ſoll. Es ſcheint mir dies der freien Vergroͤßerung und Verkleinerung oder Theilung der Wirthſchaften nicht geradezu im Wege zu ſte⸗ hen. Freilich wird der Beſitzer einer gut abgerun⸗ deten Wirthſchaft ſich nicht ſo leicht entſchließen, einzelne Theile davon zu veraͤußern. Die Erben werden lieber einen ſolchen, gerade durch ſeine richtigen Verhaͤltniſſe ſchaͤtzbaren Hof lieber einem uͤberlaſſen, als ſich darin theilen; aber ich kann darin keinen Nachtheil fuͤr die National⸗Oekono⸗ mie finden; insbeſondere ſo lange es noch weniger an Grund und Boden als an vermoͤgenden An⸗ bauern fehlt. In manchen hoͤchſt fruchtbaren Ge⸗ genden, z. B. in den Marſchen der Niederelbe, find die Hoͤfe mehrentheils ungeſchloſſen, und die einzelnen Stuͤcke, wie man es nennt, ſaͤmmtlich walzend. Dennoch bleibt der Beſtand der Hoͤfe in der Hauptſache derſelbe, und nur die aͤußeren Stuͤcke eines Hofes werden wohl wechſelſeitig von einem Nachbar zum andern gekauft oder verkauft; ein dritter kommt nicht leicht dazwiſchen. An eini⸗ gen Orten erfolgt dies aus ganz freier Willkuͤr, an andren iſt ein nachbarliches Vorkaufsrecht legal eingefuͤhrt. Wenn ich mich danach erkundigte, ob nicht oͤrtliche Zerſtuͤckelung der Hoͤfe vorfiele, ver⸗ ſicherte man mir, daß dieſes aͤußerſt ſelten ſey, (80) weil die Höfe, wenn etwas davon genommen wuͤrde, das nimmermehr eintragen koͤnnten, was ſie jetzt eintruͤgen. Wenn mehrere Soͤhne da waͤ⸗ ren, ſo beſtimmte der Vater, welcher den Hof an⸗ nehmen und was er den anderen herausgeben ſolle, die ſich dann anderswo ankauften oder einheira⸗ theten; koͤnne aber keiner ihn annehmen und her⸗ auszahlen, ſo wuͤrde er verkauft. Wo einmal ab⸗ gerundete und zuſammenhaͤngende Beſitzungen von der Groͤße, daß ſie eine Theilung nicht mehr vor⸗ theilhaft verſtatten, eingerichtet ſind, da wird es immer ſo gehen, ohne daß der Staat ſich darum bekuͤmmere, und dann wird es gewiß am beſten ſeyn, daß es ſo gehe. Die Zertrennbarkeit befoͤr⸗ dern zu wollen halte ich fuͤr eben ſo fehlerhaft, als Unzertrennlichkeit feſtzuſetzen, zumal in Gegenden, wo Grund und Boden zu neuen Etabliſſements noch ſo reichlich vorhanden iſt, und unter ſehr bil⸗ ligen Bedingungen fuͤr den, der nur das Kapital zum Anbau und erſten Beſatze hat, zu haben ſeyn wird. Der Bauersſohn, der dieſes nicht hat, wird beſſer Buͤdner oder Tageloͤhner, wenn er nicht ein anderes Metier ergreifen will. Wer ein Gemaͤlde von den Folgen der unendlichen Theilung der Grundbeſitzungen und der armſeligen Bauern haben will, der leſe des Senator Grafen von 4 ( 90) Neufchateau voyage dans la Senatorie de Dijon, wovon ich im 5ten Bande der Annalen des Acker⸗ baues S. 475. einen Auszug gegeben habe, be⸗ ſonders S. 281 u. f.) Ich uͤbergehe, was der Verf. von der Art und Weiſe ſagt, wie der Umſatz der AOckerſtuͤcke durch die geſetzgebende Macht zu befoͤrdern ſey. Er kommt ſodann auf die neuen Hinderniſſe des Ackerbaues, welche erſt nach dem Mittelalter eintraten. Dahin gehoͤrt hauptſaͤchlich die thoͤ⸗ richte Beguͤnſtigung des ſtaͤdtiſchen Gewerbes auf Koſten des laͤndlichen, woraus der groͤßte Nach⸗ theil fuͤr die Staͤdte ſelbſt erfolgen mußte— und auf das ſogenannte Merkantil⸗Syſtem.„Aber es iſt, ſagt er, die Natur der Verkehrtheit, daß oft ihre berechnetſten und entſcheidendſten Maaßre⸗ geln ihre Wirkſamkeit verleugnen und die entge⸗ gengeſetzten Wirkungen hervorbringen.“ Deshalb habe das Merkantilſyſtem dem Handel nur ſchwa⸗ che Dienſte geleiſtet, ja ihn haͤufig ſelbſt gelaͤhmt, und noch weniger habe der Handwerker und Ma⸗ nufafturiſt Gewinn dabei gefunden, und dagegen hade es nicht ſo zerſtoͤrend fuͤr den Ackerbau ge⸗ wuͤrkt, als es auf dem erſten Anblick ſcheine; denn offen ging ſeine ganze Tendenz auf den Ruin des Ackerbaues aus. Unter den Abſcheu⸗ (91) lichkeiten und Verkehrtheiten des Merkantilſyſtems hebt er das Verbot der Ausfuhr des Getreides und die Erſchwerung des Getreidehandels als eine der nachtheiligſten Maaßregeln gegen den Ak⸗ kerbau ganz beſonders hervor— eine Materie, woruͤber ich ſelbſt neben ſo vielen anderen ſtaats⸗ wirthſchaftlichen Schriftſtellern mich genug gegen die einſeitigen Vorſtellungen der Regierungs und Regulirungsmaͤnner erklaͤrt habe. Die nothwen⸗ dige Folge deſſelben mußte ſeyn, daß in ſchlech⸗ teren Jahren weniger Getreide erbauet wurde als noͤthig war, und daß es daher zu enormen Preiſen ſtieg, indem man in guten Jahren durch den niedrigen Preis den Ackerbauer von der h⸗ heren Produktion abſchreckte.. Dann von dem Auflagenſyſtem, natürlich ge⸗ gen das der Phyſiskraten von dieſer Seite.(Ich geſtehe, daß ich mich noch immer nicht von der Unrichtigkeit des letztern in ſeinen Grundprinzi⸗ pien uͤberzeugen koͤnne, d. h. wenn der Ackerbau und alle ſeine Verhaͤltniſſe einmal in dem Stande waͤren, worin die Phyſiokraten ſie haben wollen. In dem jetzigen Zuſtande der Dinge ginge freilich ſchon eine Annaͤherung zum Auflagenſyſtem der Phyſiokraten auf einen gäͤnzlichen Ruin des Ak⸗ kerbaues, auf eine Verwuͤſtung des Grundes und ( 92) Bodens und auf eine gaͤnzliche Aufloͤſung des Staats, der buͤrgerlichen Geſellſchaft und Vertil⸗ gung des Menſchengeſchlechts durch Hunger hinaus: nicht deshalb, weil der Ackerbau die Laſt der Auflagen an ſich nicht tragen koͤnnte, ſondern weil es ihn ſchon an Kapital zu dem nothwendigſten Betriebe, noch mehr aber an dem Vorſchuſſe fehlt, den er hierzu thun muͤßte. Dieſer Vorſchuß kann in den meiſten deutſchen Staaten jetzt durchaus nur von den Kapitaliſten und allenfalls noch von den induſtriellen Produzenten geleiſtet werden, die einen ſchnelleren Umſatz wie der Landwirth mit ihren Mannufakturprodukten machen koͤnnen.) Endlich koͤmmt der Herr Verfaſſer auf das letzte und groͤßte politiſche Hinderniß der land⸗ wirthſchaftlichen Cultur, den ſtehenden Soldaten; woruͤber ſich nicht eher ſprechen läßt, als bis die Nationen wieder dahin gelangt ſind, nur auf ihre Selbſtvertheidigung denken zu duͤrfen, oder bis die Uebermacht eines Einzelnen einen ewigen Frieden uͤber ganz Europa gebietet. 9 Meine Erwartung iſt auf die Erſcheinung des 2ten Theils, der von der poſitiven agrariſchen Geſetzgebung handeln ſoll, ſehr geſpannt. 2 Th. IV. 1 3 Ueber die Werthſchaͤtzung des Bodens. Ein Beitrag aus Schleſien. f Der Herr Staatsrath Thaer fordert in den An⸗ nalen der Landwirthſchaft zur ſoliden Werthſchä⸗ tzung des Bodens die Freunde des Vaterlandes und des Ackerbaues zur Mitwirkung auf. Von der dringenden Nothwendigkeit dieſes Ge⸗ ſchaͤfts ſind alle Staatsmaͤnner und Oekonomen uͤberzeugt, welche die ſchwankenden Grundſätze und die Verſchiedenheit der Meinungen uͤber die⸗ ſen Gegenſtand kennen gelernt haben. Wenn wir nur allein das ausgedehnte Kreditſyſtem im Auge haben, welches groͤßtentheils auf dem Werthe des Areals beruht; ſo wundern wir uns, daß wir in Schleſten nicht laͤngſt darauf bedacht geweſen ſind, den bisher angewendeten General⸗Detaxations⸗ Prinzipien vom Jahr 1775 einfachere Gründſäße zu ſubſtituiren. 694 9) Dieſe Prinzipien, wenn wir auch die vorge⸗ ſchriebenen Weitlaͤuftigkeiten nicht beruͤckſichtigen, ſind ſchon deshalb der Wichtigkeit des Gegenſtan⸗ des nicht angemeſſen, weil der Ertrag vom Saa⸗ meneinfall und von dem zur Zeit der Abſchaͤtzung vorfindlichen Viehſtande abgeleitet wird. Schon im Jahr 1805 uͤberreichte ich einem Mitgliede des landſchaftlichen Kollegii einen Aufſatz, in wel⸗ chem ich die Luͤcken dieſer Prinzipien darſtellte und Vorſchlaͤge machte, den Werth eines abzu⸗ ſchaͤtzenden Landguts auf die Grundflaͤche zu baſi⸗ ren, und vielleicht waͤre die Sache zur Delibera⸗ tion gekommen, wenn der bald darauf eingefallene Krrieg nicht dieſen, ſo wie manchen andern guten Fortgang der oͤffentlichen Angelegenheiten ge⸗ ſooͤrt haͤtte. Jetzt, da der Schoͤpfer ſo mancher neuen oͤko⸗ nomiſchen Ideen, der Herr Staatsrath Thaer, dieſen Gegenſtand aufgenommen hat, iſt auch deſ⸗ ſen Realiſirung mit Zuverſicht zu erwarten„ und daher um ſo mehr Pflicht des Landwirths, ſeinen Aufforderungen zu genuͤgen, und ihm ſeine Mei⸗ nungen und oͤrtlichen Erfahrungen mitzutheilen. Der Herr Regierungsrath Haͤſe hat in Abſicht der Marken und Pommern im aten Bande der dokge⸗ Fühen, enſtau⸗ Saa⸗ äzung Schot ehe des t wel⸗ rſelle dzu daſi⸗ llibera⸗ efallede gun 7 g⸗ oko⸗ haer, deſ⸗ und einen Mei⸗ n. bſicht de der (95) Annalen den Anfang gemacht, und ich liefere hier einen Beitrag in Bezug Schleſiens. Um mich in den ſpeziellen Berechnungen einer jeden klaſſificirten Bodenart der Kuͤrze bedienen zu koͤnnen, wird es noͤthig„ folgende Erlänteruns vorauszuſchicken. Indem wir die Ertragskoͤrner für eine Boden⸗ art feſtſetzen, nehmen wir ſie entweder hypothetiſch an, und geben in dieſem Falle demjenigen Boden, der den anſehnlichſten Nahrungsſtoff der Gewaͤchſe enthaͤlt, und vom Einfluſſe der Witterung am un⸗ abhaͤn ig een, das heißt: dem Mißwachs am we⸗ nigſt 8 unterworfen iſt, den hoͤchſt moͤglichſten Durchſchnittsertrag, und fallen in allmaͤhligen Gradationen durch die dazwiſchen liegenden Klaſ⸗ ſen bis zur aͤrmſten, den geringſten Nahrungsſtoff enthaltenden Klaſſe herab. Oder wir abſtrahiren den Ertrag erfahrungsmaͤßig aus den Erndteta⸗ bellen, indem wir entweder den Saameneinfall dder den Flaͤcheninhalt zum Diviſor machen, und mitteln dergeſtallt in jenem Falle die Vervielfaͤlti⸗ gung des Saamens, und in dieſem den Koͤrner⸗ gewinn einer beſtimmten Groͤße des Bodens aus. Es kommt bei Wuͤrdigung deſſelben ungemein viel darauf an. ob er von der Witterung mehr oder weniger ade naig iſt. Der Marſchboden iſt ( 96) es nach meiner Erfahrung unweit mehr als der Hoͤheboden. Ich habe durch 30 Jahre hindurch zwei Guͤter unmittelbar an der Oder bewirthſchaf⸗ tet, welche durch dieſen Strom bloß von einander getrennt ſind. Das Gut R. hat durchgaͤngig Hoͤ⸗ heboden, deſſen Unterlage groͤßtentheils ein milder durchlaſſender Lehm iſt, der alſo nicht ſehr leicht vertrocknet, und auch ſelten an uͤbermaͤßiger Naͤſſe leidet; er hat nach den vor mir liegenden Ertrags⸗ tabellen nie uͤber? und nie unter 3 und doch im 30 jaͤhrigen Durchſchnitt 5 ½ Korn zugetragen. Das andere Gut 2. hat lauter Marſchboden, der ungemein durchlaſſend iſt. Bei guͤnſtiger tadd oft mit Regen abwechſelnder Witterung traͤgt er nach den bemeldeten Ertragstabellen 11, und bei entge⸗ gengeſetzter trocknen Witterung 3, im 30 jaͤhrigen Durchſchnitt aber nur 4s fäͤltig. Wer dieſe beiden Bodenarten beſieht, ohne ſie practiſch zu kennen, taxirt den Marſchboden anſehnlicher im Ertrage, als den Hoͤheboden, und das iſt zwar bei guͤnſtiger Witterung, aber im Durchſchnitte bei weitem nicht der Fall; denn 3 Korn mehr oder weniger alteriret den Netto-Ertrag ſchon ſehr betraͤchtlich. Dieſer Marſchboden, um ihn richtig zu boni⸗ tiren, verlangt, wenn es nach dem Auge geſche⸗ hen ſoll, einen ſehr geuͤbten Kenner, er täuſcht 85 vorzuͤg⸗ ſi der indach thſchai⸗ einander gig Hi⸗ wider hr leicht rNäſe ktrags⸗ doch im aragen. den, der adſ ter nach tentge⸗ hrigen beiden tennen, xtrage, uͤnſtiger em nicht alteriret u boni⸗ geſche⸗ täuſcht borzug⸗ (972) vorzuͤglich im feuchten Zuſtande, verſpricht ge⸗ woͤhnlich mehr als er leiſtet, und entſpricht nur dann der Erwartung, wenn vom Fruͤhlinge aus bis zu der Zeit, in welcher er von der in ihm wach⸗ ſenden Frucht beſchattet wird, oͤftere warme Re⸗ gen abwechſeln. Die Witterung hat mehr Ein⸗ fluß auf ſeine Production, als die Kultur; denn wenn er einmal verhaͤrtet, ſo wird Pflug, Egge und Walze vergeblich angewandt, und bloß ein durchdringender Regen loͤſet ihn wieder auf, nach welchem aber nicht bald in ihm geruͤhrt werden muß, weil er ſonſt eben ſo ſchleunig wieder verhaͤr⸗ tet, welches der Landmann Waſſerhaͤrte nennt. Miſt und trockne Behandlung traͤgt zu ſeiner Er⸗ giebigkeit viel bei. Die große Verſchiedenheit zwiſchen dem Marſch⸗ und Hoͤheboden ſcheint 2 Ordnungen nothwendig zu machen, und jede beſonders zu klaſſificiren, um ſo mehr, wenn wir uns bei Hoͤheboden auf 8 Klaſ⸗ ſen beſchraͤnken, die er, der Simplification wegen, in ſeinen Abſtufungen bedarf, wie ſich das an ſeinem Orte zeigen wird. Ich werde daher dieſen Weg, den die Natur der Sache vorzeichnet, verfolgen, und die erſte Ordnung, in die ich den Hoͤheboden rechne, weil. er der zahlreichſte iſt/ zuvoͤrderſt vornehmen. G (98 Den Koͤrner⸗Ertrag, glaube ich, muͤſſen wir vom Saameneinfall ableiten, weil uns hier die Erfahrung einigermaßen zu Huͤlfe kommt; und zu dem Ende muß erſt ausgemittelt werden, wie viel Saamen jeder Getreideart auf einen Morgen an⸗ zunehmen iſt, weil durch eine Metze mehr oder weniger bedeutende Differenzien erwachſen. Wenn wir z. B. einen Boden, der 5 fältig zu⸗ tragen ſoll, 20 Metzen Saameneinfall zuſchreiben, ſo iſt ſein Ertrag 100, und nach Abzug des Saa⸗ mens 80 Metzen. Schreiben wir ihm dagegen 22 Metzen Saameneinfall ſo iſt ſein Ertrag 110, und nach Abzug des Saamens 88 Metzen, und dieſe differirenden 8 Metzen geben im Geldertrage 12 gr., um welche ein Morgen Land zu hoch oder zu niedrig gewuͤrdigt wuͤrde. Es iſt im ganzen Werthſchaͤtzungsgeſchäͤfte kein Punct ſchwieriger als dieſer; denn wenn wir auf⸗ richtig ſeyn wollen, ſo muͤſſen wir geſtehen, daß wir nicht wiſſen, was oder wie viel wir bei dieſem und jenem Ertrage auf den Morgen geſaͤet haben. Es iſt bei groͤßern Landguͤtern nicht nur ſchwierig, ſondern beinahe unmoͤglich, die Ernte jeder Bodenart beſonders zu halten; denn wir müͤſſen ſchon fuͤr eine Getreideſorte, z. B. den Weizen,„ ( 99.) 1. vom beſten Boden erſter Tracht; 2. vom beſten Boden in vierter Tracht; 3. vom ſchlechten Weizenboden erſter Tracht; 4. von demſelben vierter Tracht; 5. vom beſten Gerſtenboden erſter Tracht; fuͤnf verſchiedene Plaͤtze zur Niederlage, und zu al⸗ len Getreideſorten 30 und mehr Abtheilungen ha⸗ ben, und dann duͤrfte bei der Ernte nie ein Ver⸗ ſtoß beim Abladen vorgekommen ſeyn, um den ſpe⸗ ziellen Ertrag auf den Saameneinfall zuruͤckfuͤh⸗ ren zu koͤnnen. Um zu ſichern Refultaten dieſer Art zu gelangen, wuͤrden Experimental⸗Wirth⸗ ſchaften nothwendig ſeyn. Wir wiſſen ferner auch nicht, wie viel wir ſaͤen ſollen; denn die Meinun⸗ gen daruͤber ſind zu ſehr getheilt. Einer fordert fuͤr den Morgen 22, der andere 20, und der dritte 16 Metzen: Einer will das gute Land dicker als das ſchlechte, der andere auf jeden Boden gleich viel, und ein dritter will das gute Land duͤnner als das ſchlechte beſaͤet haben. Eben ſo verſchie⸗ den ſind die Meinungen uͤber das Verhaͤltniß der auszuſaͤenden Getreideſorten gegen einander. Der praktiſche Muͤnchhauſen rechnet auf den Morgen 2 Himten Rocken, Weizen oder Gerſte, und 3 Him⸗ ten Hafer und Erbſen, welches in Berliner Maaß von den erſten Sorten 19 Metzen und von den letz⸗ G 2 ſſͤſͤſͤſͤſͤſͤſͤſſſſ—————————— ———— 1 ( 100) tern 28 Metze austragen wird. Der rationelle Gericke dagegen Rocken, Weizen, Gerſte und Erb⸗ ſen 2 Himten oder 19 Metzen, und allein den Ha⸗ fer zu 3 Himten oder 282½ Metze. Der Herr Staatsrath Thaer hat mit Ausnahme des Rocken⸗ landes alle Getreideſorten egal, und zwar im Durchſchnitt 20 Metzen auf den Morgen berechnet. Im dritten Bande erſten Stuͤcke der Anna⸗ len von 1812. S. 54. kommt eine Ausſaat von 20 Metzen; Hafer und Erbſen aber 24 Me⸗ tzen vor. Wenn wir die Groͤße oder die Anzahl der Koͤrner, welche in einem beſtimmten Maaße ent⸗ halten ſind, einerſeits, und die Art des Wachs⸗ thums, ob und wie ſich die Fruͤchte beſtauden, was fuͤr Halme oder Rahmen ſie treiben, an⸗ derſeits, bei Beſtimmung des Maaßes zur Ein⸗ ſaat zu beruͤckſichtigen haben; ſo glaube ich, muͤſ⸗ ſen wir mehr Weizen, Gerſte und Hafer und weniger Erbſen als Rocken rechnen; denn es ſind weniger Weizen⸗, Gerſte⸗, und Hafere, als Rocken⸗ koͤrner im Scheffel vorhanden, und doch beſtau⸗ den ſich dieſe Fruͤchte ziemlich gleichmaͤßig. Erb⸗ ſen ſind zwar ebenfalls der Koͤrneranzahl noch weniger im Scheffel, auch beſtauden ſi ſie ſich nicht; (101) aber ihr betraͤchtliches Laub und ſtarke Raͤhmen erfordern mehr Raum zu ihrem Gedeihen. Wenn ich daher mit Beruͤckſichtigung dieſer ge⸗ nannten Verhaͤltniſſe und noch anderer Nebenum⸗ ſtaͤnde, welche zu beſchreiben mich zu weit abfuͤh⸗ ren wuͤrde, einen Vorſchlag wagen duͤrfte; ſo duͤrfte auf den rheinlaͤndiſchen Morgen in Berli⸗ ner Maaß, Weizen. 22 Metzen verſteht ſich von Rocken 20— allen bei uns ein⸗ 24 heimiſch geworde⸗ Gerſte, große 22— wm Arten, und in Hafer.. 28— ieder Bodenklaſſe Erbſen 18— J gleich viel. anzunehmen ſeyn. Ich habe dieſes in meiner Proxis immer fuͤr das gerechte Maaß gehalten. Der Schleſier wegen bemerke ich, daß mit Be⸗ ſeitigung der groͤßern Bruͤche, die Ausſaat in Breß⸗ lauer Maaß betragen wuͤrde: Weizen 16 Metz. Rocken 14 ½— Gerſte 16— Hafer 20 ½— Erbſen 13— Dieſen Saameneinfall werde ich auch bei den unten folgenden Berechnungen zum Grunde le⸗ ———————— ( 102)) gen, und eine etwanige ieeriſtanion dankbar aufe nehmen. Das Dreſcherlohn w werden wir zum& auch in Schleſien beibehalten muͤſſen; denn ob wir gleich unſer Getreide an theils Orten fuͤr 7, 19, 28, ja ſo⸗ gar fuͤr 22 durch die Dienſtleute ausgedroſchen er⸗ halten, ſo iſt doch dieſes wohlfeilere Lohn durch die jetzigen Maaßnehmungen der Landesadmi⸗ niſtration zu prekaͤr geworden, um darauf fuͤr die Folgezeit fußen zu koͤnnen, und dann wird auch der Feldzehnte, den dieſe Dienſtleute beinahe durchgaͤngig von den Dominialfeldern beziehen, und deſſen voͤllige Abſtellung zu beſſerer Aufnahme der groͤßern Feldflaͤchen ſehr zu wuͤnſchen waͤre, in dieſer Taxation nicht beruͤckſichtigt, und es kann dieſes um ſo weniger geſchehen, als bereits den Dominial Beſitzern die Abſtellung dieſes Feld⸗ zehnten uͤberlaſſen worden iſt. Die uͤbrigen Wirthſchaftsgeſchaͤfte laſſen ſich unter folgenden Abtheilungen am beſten berechnen. 1. Das Pfluͤgen, nach der Blaͤche oder Maorgenzahl. Herr Staatsrath Thaer nimmt an, daß ein Wechſelochſengeſpann taͤglich zwei Morgen pfluͤge, und daß es auf leichtem Boden auch mehr ver⸗ richten koͤnne. Daruͤber bin ich mit Ihm einver⸗ uf⸗ 1 glech ja ſe en ers duxch dmi⸗ rdie auch dahe jehen, nahme e, in kaat den leld⸗ ſch nen. oder zein luͤge, dek⸗ inver⸗ (103) ſtanden; denn es koͤnnen in langen Tagen durch gut genährte Ochſen 3 Morgen beſtritten werden. Wenn alſo in langen Tagen mehr geleiſtet wird, ſo kann in kuͤrzeren weniger paſſiren, im Durch⸗ ſchnitt werden gewiß auf den Tag 2 Morgen voll⸗ bracht, und wenn wir zaͤhe Stellen finden, die den Pflug im gewoͤhnlichen Gange ſtoͤren und aufhalten, ſo giebt es auch wieder andere, in denen er ſchleuniger fortgebracht wird. Ueber den Koſtenbetrag eines taͤglichen Wech⸗ ſelochſengeſpanns aber bin ich mit Herrn Thaer bei weitem nicht einverſtanden: Er ſchaͤtzt ein ſolches in den Annalen auf 6 gr. Die Sommerweide fuͤr einen Ochſen ſchaͤtzt Herr Thaer ſelbſt in den Grundſaͤtzen der rationel⸗ len Landwirthſchaft Th. 1. S. 126. auf 54 t, welche, wenn der Schfl. Rocken 1 thl. gilt, à 2 gr. 8 pf. austragen 6 thl., und auf 4 Wech⸗ 8 ſelochſen betragen wird. 2athl.— gr. Eben daſelbſt ſind auf den Ochſen 18 Cent. Heu als das Minimum an⸗ gegeben, auf 4 Ochſen alſo 72 Cent. à 8 gr. thut...... 24 5— ⸗ 21 Schfl. Kartoffeln zum Selbſt⸗ preiſe à 2 gr. 8 pf. und auf 4 Ochſen 84 Schfl. thut.... 9 N 00 N (104) Einen Pflug jaͤhrlich mit dem Spannzeuge zu unterhalten.. Die Koſten eines Ochſenhirten be⸗ tragen durch den Sommer in 180 Ta⸗ gen à 3 gr., 22 thl. 12 gr. Dieſer Hirte muß auf die Zugochſen ausſchlie⸗ ßungsweiſe gehalten werden, und da man auf einem Vorwerke mittler Groͤße gewoͤhnlich 4 Ochſenpfluͤge un⸗ terhaͤlt, ſo fallen auf einen Pflug Ein guter junger Zugochſe, der zum zweiſpaͤnnig Pfluͤgen brauchbar iſt, ko⸗ ſtet 30thl., und muß nach Verlauf von 3 Jahren gebrackt werden, wo er als⸗ dann 15 thl. gilt, die jaͤhrliche Abnut⸗ zung betraͤgt demnach auf einen Och⸗ ſen 45 gr. und auf 4 Stuͤckk.. Der Herr Staatsrath macht zwar Annalen, Band IJ. St. 3. S. 620, zur Berechnung des Herrn Haͤſe die Bemerkung, daß bei den Ochſen kein Werthsabgang ſeyn ſollte. Aber wenn er wirklich Statt findet, ſo muß er doch in Abrechnung gebracht werden, und daß das der Fall iſt, lehren uns die Viehmaͤrkte, auf denen ein ausran⸗ 5 ⸗ 15⸗ 5 thl.— gr. 7 12 ⸗ . r un2 (105) girter Ochſe noch unter dem halben Preiſe eines 5⸗ und 6 jaͤhrigen Ochſen hingelaſſen werden muß. Wenn man die Ochſen ſelber an⸗ zieht, ſo muͤſſen wir das Futter eben ſo in Anſchlag bringen als wenn wir ſie zum Verkaufen fett machen. Es wird alſo ein Wechſel⸗ Ochſen⸗ geſpann koſten...... 75 thl. 11 gr. Indem nun die Pngarbeit. im Durchſchnitt mit dem 2oſten Maͤrz anhebt und mit den 15ten November ſchließt; ſo fallen in dieſem Zeitraum 40 Sonn⸗ und Feſt⸗und 200 Arbeitstage, und alſo auf einen Wechſelochſen⸗Geſpanntag 9 ggr. Wenn wir uns bei Berechnung der Pflugar⸗ beit der Kuͤrze bedienen wollen, ſo ſchlagen wir den zum Pfluͤgen erforderlichen Arbeiter hinzu mit 4 gr., und es koſtet dann ein Tag 13 gr., und da in ihm 2 Morgen gepfluͤgt werden, ſo koſtet 1 Mor⸗ gen Pflugarbeit 6 gr. 6 pf., in ſofern ſolches zwei⸗ ſpaͤnnig geſchehen kann. Wenn dagegen a Ochſen vor den Pflug geſpannt werden muͤſſen, wie das in dem ſchweren und fet⸗ ten Boden zu geſchehen pflegt und auch nothwen⸗ dig iſt, und alſo auf einen Pflug 8 Ochſen gehal⸗ ( 106) ten werden; ſo treten den zweiſpaͤnnigen Wechſel⸗ ochſen⸗Geſpannkoſten per.. 75 thl. 11 gr. noch zu: wegen des Spannzuges und der Straͤnge der Vorderochen 2⸗—⸗ Futter und Abnutzung auf 4 Vorder⸗ ochſen. 64„ 20 ⸗ Ein Junge zum Treiben, deſſen Lohn und Koſt 26 ⸗ 8⸗ 8. 4 168 thl. 15 gr. Wieerden wieder 200 Arbeitstage angenommen; ſo koſtet ein vierſpaͤnniger Wechſelochſentag 20 gr. 3 pf., den Knecht oder Handarbeiter zum Pfluͤ⸗ gen mit 4 gr. zugerechnet, ſo betraͤgt ein Tag 1 thl. 3 pf.; und wenn wir vierſpaͤnnig einen halben Morgen mehr Arbeit fuͤr den Tag annehmen koͤn⸗ nen, als zweiſpaͤnnig, in ſofern das Vieh durch den Fuͤhrer ſtets angetrieben, und immer bald wieder umgelenkt werden kann, waͤhrend der Pfluͤ⸗ ger das Abputzen und Fortſtecken zu beſorgen hat; ſo koſtet ein Morgen ſchwerer Aaler vierſpaͤnnig zu pfluͤgen 9 gr. 8 pf. Die gegen dieſe Berechnung zu machenden Ein⸗ wuͤrfe duͤrften einerſeits ſeyn: daß die Ochſen auch im Winter zu manchen Arbeiten angeſtellt werden koͤnnten, z. B. zu Holzfuhren, zu Schlamm 1 (07 oder Mergel und andern in der Naͤhe vorkommen⸗ den Geſchaͤften; daß der Ochſenjunge, welcher auf den vierſpaͤnnigen Pflug berechnet iſt, auch in den aͤbrigen 100 Winterarbeitstagen etwas thun muͤſſe; daß ein Knecht im Jahrgehalt nicht taͤglich auf 4 gr. zu ſtehen komme u. ſ. w., und das folglich, wenn dieſe Geſchaͤfte mit eingerechnet wuͤrden, ein Arbeitstag niedriger zu ſtehen kommen wuͤrde. Dagegen aber kann man andrerſeits einwen⸗ den, daß eine Menge Geſchaͤfte und Koſten nicht beruͤckſichtigt ſind: z. B. Holz und Quartier des Geſindes, Reparaturfahren und Koſten zu den Viehſtaͤllen und Scheuren, Ziehen und Aufſtrei⸗ chen der Waſſerfurchen, Futtern, Siede und Kar⸗ toffelnſchneiden fuͤr die Ochſen, Getreide und Mehlfuhren, und Abſtampfen des Gemuͤſes zur Geſindekoſt, die unentbehrliche Aufſicht auf den Gang der Wirthſchaftsgeſchaͤfte durch einen Vogt oder Verwalter, und endlich, daß Heu und Kar⸗ toffeln viel niedriger in Anſchlag gebracht ſind, als ſie im Durchſchnitt abzuſetzen waͤren. Wenn wir dieſe gegenſeitigen Einwendungen compenſiren, ſo geſchieht es unſtreitig zum Vor⸗ theil des Ackerbaues, und zum Nachtheil der Caſſe oder des Total⸗Gutsertrags... —ͤͤͤ (108) 2. Das Ruhern nach der Morgenzahl. Mit dem Haken wird doppelt ſo viel Flaͤche beſtritten, als mit dem Pfluge, und es koſtet alſo ein Morgen dreiſpaͤnnig 3 gr. 3 pf., und vierſpaͤn⸗ nig 4 gr. 10 pf. 3. Das Eggen nach der Morgenzahl. Ein Vier⸗Pferde⸗Geſpann kann zwar, nach vielfaͤltigen, von mir angeſtellten Beobachtungen taͤglich 36 Morgen einmal uͤbereggen, aber es iſt auch ſelten ein Gewende, auf dem es nicht zaͤhe Stellen giebt, die eine Nachhuͤlfe erfordern. Wenn wir ſolche Stellen mit beruͤckſichtigen; ſo kann man nur 30 Morgen auf den Tag anrechnen. Ein Vier⸗Pferdegeſpann koſtet nach Herrn Thaer taͤglich 21 gr., welches ich auch fuͤr Schle⸗ ſien acceptabel finde. Wenn der damit arbeitende und pfluͤgende Knecht mit 4 gr. dazu geſchlagen wird, ſo kommen auf einen Tag 25 gr. folglich auf einen Morgen einmal zu eggen 10 Pfennige. 4. Miſt und Duͤngungsgeſchaͤfte, nach der Groͤße des Landes. Ein Viergeſpann Pferde fuͤhrt in einem Tage im Durchſchnitt der Naͤhe und Ferne taͤglich 10 Fuder aus, welche auf einen Morgen zu rech⸗ nen ſind, und der Knecht ſchlaͤgt den Miſt zu⸗ gleich ab, thut...... 25 gr. . 4 Nade dſiet an hvierſpin⸗ l. k, nach chtungen 'd iſt it zaͤhe Adetn. aſen; ſ echnen. Hgern Schl⸗ kkende dagen lich ſäge. dnach age gglich grech⸗ 2 zu⸗ .5 gr. (100) Ein Mann ladet in einem Tage dieſe 10 Fuder auf und koſtet ggr. Ein Weib zerſtreuet ſelbige in einem Tage fuͤr„ 2„ 9„„„„„ 3 3 Es koſtet demnach die Miſtarbeit per Morgen....... 32 gr. und per Fuder 3 gr. 2 ½ pf. 5. Erndtegeſchaͤfte, abhaͤngig von der Flaͤche. Ein Maͤher koſtet taͤglich 6 gr. zur Zeit der Erndte, und maͤhet an Wintergetreide 2, Som⸗ mergetreide 3 und Huͤlſenfruͤchte 1½ Morgen, im Durchſchnitt aber 2 ¾ Morgen, folglich einen Morgen für..... 2 gr. 44 pf. Ein Abraffer koſtet taͤglich 4 gr. und 1 verrichtet eben ſo viel, alo. 1⸗ 7 ½ ⸗ Ein Weib wendet taͤglich Morgen fuͤr 4 gr. und einen Morgen fuͤr—⸗ 8 ⸗ Ein Weib rechet taͤglich5 Morgen nach fuͤr 4 gr. und 1 Morgen fuͤͤ—⸗ 9½ ⸗ Ein Mann ſaͤet taͤglich 12 Morgen fuͤr 6 gr. und 1 Morgen für.—⸗ 6 ⸗ Waſſerlaͤufte zu putzen, Steine vom zu beſaͤenden Felde abzuleſen, Quek⸗ ken zu rechen, als unzubeſtimmen⸗ (110) de Geſchaͤfte der Zeit nach, jedoch einem Weidertag wenigſtens gleich per Morgen oder an Gelde. 3⸗— 2 Es koſtet demnach ein Morgen Flaͤcheninhalt 8 gr. 11 pf. 6. Erndtegeſchaͤfte nach Quantitaͤt der Fruͤchte, oder nach Schocken. Ein Mann bindet fuͤr 5 gr. Tagelohn . 10 Schock, alſo 1 Schock fuͤr— gr. 7 ½pf. Ein Weib legt fuͤr 4 gr. Tagelohn 10 in die Seile, 1 Schock füur..—⸗ 44⸗ Ein Weib traͤgt und ſetzt in Mandeln 1o fuͤr 4 gr., 1 Schock fuͤr.— ⸗ 44¼⸗ Ein Mann reicht Garben fuͤr 6 gr. Lohn 60 Schock, 1 Schock für— ⸗ 1 ¾ ⸗ Ein Mann ladet es auf fuͤr 6 gr. Lohn 60 Schock, ein Schock fuäͤr.—⸗ 1¾⸗ Ein vierſpaͤnniger Pferdewagen fäͤhrt fuͤr 25 gr. Lohn 30 Schock zur Scheune, 1 Schock fuͤr..— ⸗ 10 ⸗ Ein Mann reicht Garben ab fuͤr 6 gr. Lohn 60 Schock, 1 Schock fuͤr— Vier Weiber handlangen nach dem Banſen 60 Schock fuͤr 16 gr., / Schock für......—* 3 A — u N — — ⸗-:-——— ( 111) Ein Mann altert fuͤr 6 gr. Tagelohn 60 Schock, 1 Schock fuͤͤ.— ⸗ I ⸗ Ein Weib macht fuͤr 3 gr. Tagelohn 15 Schock Seile, 1 Schock füͤr— 2 ¾ ⸗ Koſtet 1 Schock Garben bis in die Scheune..... 3 gr. 1 pf. 7. Markefuhren, nu Anzahl der Scheffel. Ein vierſpaͤnniger Pferdezug ladet 25 Scheffel hart oder 40 Scheffel Hafer⸗Getreide, und faͤhrt ſolches in einem Tage 2 Meilen, fuͤr Pferde⸗Tag mit den Knechten koſtet 25 gr., es koſtet alſo fuͤr die Meile 1 Scheffel hart Getreide 6 pf. I Scheffel Hafer*„ 2 2£ ⁸„.* 5 2 9¾ pf. Auf den Grund dieſer Vorausſetzungen folgt nun die Taxation eines Morgen Hoͤhebodens je⸗ der Klaſſe nach der Ordnung ſeiner Ertragsfä⸗ higkeit, ſowohl in Abſicht des Koͤrnergewinns und des daraus zu erwartenden Geldes, als der darauf zu verwendenden Koſten. 8 112) ( ——— 42[11˙8S* Svadonnag a b as 8 azu,s 44 a6 91 1con: Jd 8 ab L ꝛpvags :42vé Pvu /200, a2 389 te—[k185[Fer[9ol 089 91—— uururng 26[81th 81 8101 8 8 k8I S8[9 8 · 2* 56 cr os 3101 18 ſer zsi?E 9 t. ue 40111 19 82 d88 39 81 SoI8(9 8*uJad 218[21] 81 ſtrer 36 zr ber ſ8 2 29— 210[816 08 ſtrrn 86 dsr vSr Is 2 ſ1 unR:2 ¶ uo V 2 m eee e ie hi e— & 22 9 2⁵ G ⸗ 9 5S[SsS8 gvnh 87 8 38 8 x 8 Svazao? 83 8 3 3à3 1np 3 4 3 l⸗F 4⸗ u2q0—& —õ zuuvzeg gueee e gee unaturg me eun een iee uaujeue i anu emun a0gv uned un p u uezuvag un phönkaoa aun 782944929 83 29L mv ue i i e usdo in le 1 721e 256 zuu⸗zſt 6901 46 H 1 Iuv A. 29 O cech....... 2apH 9 Panq dvaza-onoN — 1[ jſé8If eurung 5— 81x. ⸗ 9 2no e ¹uen⸗es Auv 2—2a,0 116 LD 88 uragnzave 2 — 9 gr r ⸗ K......... pac 91 onp ·9 — OI OFIl⸗ TII ⸗ 9 e......... u28 1020G L 21v p282z-uad ‧2 — a I]⸗ 22 ⸗ 8 ewong 01*u*a n uagvz uo vg—vſebbun C** — Oir⸗ or⸗— e vwué Puc) ¹21 ⸗cppa 129 u) 72 8 u⸗b 8 8 ſor⸗ 8⸗ 8... v wuupd zꝛcpna a⸗col ne /uncpanL 8 uaodng 2 9[Lr d 9 45 9 joms Buo, 78 ⸗„ppa ac epanL 11 uobupſh ˙1 u? Jo F⸗ anzin 4 2 1 Z F at 8 aazu⸗ 4 34 F aAB Or 12 0=*44 8 as 8T qvas aasnh ann 20108 a20 u0 G 11]% os vmnng -C-⸗r⸗S aum un v 6 1.. 91 ujoddo udg u 3 Jc 8 a6 8Cr ⸗cppa 12 ee i an g . 22 II9— 2196 ½ 20brI 6b9 8—— eurrng 3 — 26& kbI[31911[316 82 beI TEI 55 S aazv&. * 28 v e kr 2198 919 0? ſolI Ee Sͤ t u —8 Iol 82 2Ib2*9 81 6 8 s d u gad — 5— 9)ſ81[22I1518 e LbI 8 o⸗ 29a⸗ 1 81, 8 0Og xeI 218 ſee Lrl ts 59 1 ue:15412 e V e i e eee e ie e 8 22 2 9 25 6 3 9. 3 22 82 2 3 8 2. ⁵ Ha Svaeee 12 32 5..— 5 S— 3 2v,g 2222 u 115) 91 05 01 „guso pvg u e ee ue een enp un gaO. un azch egv nee 89. 5 uneſt 186 a6 vH 1 4 61 zagvg 9 Pang guun. 0n0N 0I enruns 2****** ⁸.* J4 8*46 I v a2zvG. -IGD 2:˙a9 x v 2012120 z4 v c dr uee b Iuv ur nli3wed 1⸗ 2 0 Pocp d vLogun- a0c pp e 1I1⸗* II⸗8 uo⸗b 0 5 ppygaunag aac cvu 22p 2v2zgua 1= s ⸗ ee......... a2on 6 n? 3—pebbunC 1⸗ 0l O 8.. monv u uezcpnaLg 8 n u85 — 8 ⸗ 8 Es... zpnaL uanb aun uegt and 1uan n 5[4 9 05 2 20 6—ſv Jvin e in i n Vcl n uꝛbuplſh u? o ⸗ anzjn F *. 2* 8 4 9 - † H 2 12 8 8 2I 28 vVI Oeutnings 4 h 8S aozulR un v 6 1„... 2 b ⸗ 91 ujoddo⸗ uaa un Jc 8 a KE eCPppa⸗ 42- u 72% lg panC'd zb ſs 6c)ß— 22oS 2t 11 299 gecr—— vurung — 26 s v. tI*Xb 11 316 8a rél t s e advo. O 2sG ſe 2 08 2116 317 r ier 8 8s b u*& — er ſorſt 82*90 2⁄8 81 ſob e 9 8 u219a — 86 s tI[911 816 85 boel rr †S 423 v 2½1 S8I8 08 21211 218 e t1 2½ 9 1 u*g: 2012412 ue V . 1 75 e diee i g 20 55S 6 22 9( 25 S2 2 8 35 5 33 3 5 gonzu 535 325 3.* b.Sv,xee 8. 1 5. 2 za. 8 3 5 2v) F a248 u⸗0 9& .. 4 1 4 5 4 6 117) L11171ʃ91 O0T8I „uzgaach 18 1ea42129 3:uuvchasta aun dunduzagus aanen um gnum uavnpſt gvo dun*us**αοι saα uaduvgun ueus 402 azun anu 4210 z2aug aede ue ipane 1cpꝛu ue negncpn⸗L 21 qun 7162142zun uene ur a⸗dav c⸗ aalaog une 9 -. 768 1uu⸗ſſh 908 40vO 1 -....... Z 40o H 9 un Hvaza 010N exururng -..„ e-. u* 7 Ja 9 49 I v. 4 41vG PcpD br ab— d-e a ie e ennl zaves 2 21*8 poc TI 1qveaunc ꝙPou 0nb 9 ⸗ II⸗ 8 e... 1u,6,odls 2ꝓpy g a00 Pvu 21Jvp ⸗50 1guad ˙8 4 8g. uaaoug ol n? 28y f.fbbun — S gb zugn 78 Puo /2I u⸗eR ue 9 ne uo bb 8 OT he.... HGuuyaa⸗l guege jome ue e 34 8 46 6 ½9 bzuupa 0 21 zvm Jiu u 8 u⸗ e mn uobnlſt 1I us o F⸗ anzjn N O — N 8* S⸗ ErTIIIIS — 82 SOS ⸗ ͤ“ an In 1 91˙22 xuruung ⸗ r ⸗ 8.. Sunznaazug 4 801 2.[1...„ 8* L.. 1ddον. J4.— 8 91 u5a0 11 cPv:25 348 PanC 9 arg ſs 12—[2rfob xer 66 28S or—— eurueng — apr si8 tI[Lol8 82 chr. EI S 428 v 22 prb be erd eeo e 6 t u⸗ ꝓo 3 - x iſz 85 Ed 2I? 6 8t I[* 8[unhad I& — 30 s8it 81 2rIOI38 22 reI Ee 9o 8S 2 6 81 G kz ro 4. 02 0dl ve 9 1 un po: 2 115 V K—.—— Ja a e urSse e ee e ee (2 27 2 27 323 5 b 22— 22 Z 6 zsss 335 Lon l 4* 5 6 lv' ao⸗h u*0 qo& 119) ( —— — . u avaq ut 3cfej cun 8 gyjaoans 46%)* ur cp G ug e ee gee eigene i in 1ya ao zuuvgeg gieee ee gee eee me zun i un ueny m eee i ei ee ee ... 2b uue ch 999 46 vO 1 zuv ... 74v 9 cpang gvazaonoN ruuig .... 4a? 49 1& 9 7·a6 cf 81 una v*2. 21 9... po cO 0I 1veagungd Gou 0alp 9 2 8 118-. u⸗a0 b Cpp e a2c Pvu eavozauad n 225 ⸗ 9.......... 42uG 3„5p 2brdl 9 2 OI⸗—e.... urSac e be djv 1uga020 cv ns 4u2 855 ‧8 2 9 9e. u8 10& l 1uanp a u Po 2 ne unnne E I — 45 9 d usba02s 2 OlI Jvm cpgag S aun 2 L k uobplſb u o 2 aulIn —[02 2 NTUTNS ——— ——— ,h S——— * uAnnn* ———— 3rb[1181onnag „2 8 s Bunzun nzu IIIIIII*— ⸗ 11 6 2 u ujodd b 4Jd h ab6 12 d 8-a6 OI v u⸗pva⸗ 5:—0, 519 qan C rC ſ[2zIhN— SLLéLsrod 96 ost 4—— emutuns * 4 1 4 b C 4,. 8 2rr— 8 tI 2102 281 95 08* 42. 3 45)9 3 8A Eé=E aazv 68 4. 83 - d ſ be 2 b1 21 Ct ſoor ꝓ ib un Po . L*SI ue po:20 Uo V R as e e eeee ee S“.. 8 271 9 9 2.5 8 8 ˙◻ 4 . 5 3. 33 3 3 3 vvaza [35ſa3 27 32 2 „Bvaza?d 159Q= 8 8. 7 833.. Baiochch 5 3 3go2d a239 u⸗09⸗ 4 ua?9av u? f*] aun aalvch aun u⸗po nadoc äa. a2um a2 36vaz*! 2:u ve buv 830445 u paauo zuu zcpiu ud ⸗423 a 21 qnv„pͤgun nvquvu⸗a⸗ 42 1 und ee uH 8=I.... ⸗bzuuo)ſt 988 239 H 1 1— 22 r..... unagH 9 un dre e — 9 8ie euumns. 5 E offr.... a 8.46 1 9 1c,D 91 ˙45 8 e S 6*udauzav 2 “„ 31 8 e. poqO ⁵2 4veogunss 429 qpvu onp ·9 201III⸗ 11 8 u:·: uo540⁄0 d /2pp⸗eL a29 cpvu 22lycpl*ve1aua.-8 2 z ⸗ 22 ⸗ F E.......... auaug? 1170qavs Or ⸗ Or ⸗— v C d?*pf asD k aszvG mnd aun 8 u⸗po mn ˙u555 ‧* 9 9— ·8⸗8e u⸗Sa0 2jum ie uan CrI d 9 45 9 v u⸗ dao 9 Jom a2sv mn qun 2 u⸗ Poe mn? /uobnlſb 1 u o F⸗ anzin 3 1 2 2 —. 3 2 0 4 4*. 5 2 8 gunznqaazu 8 zs—0ß.— 11 ⸗ 6 ⸗ v uJdd J.— 46 6 c 9 ‧45 br ucppa⸗ d:2e d ee. aoIVIrI 6 12 96 z8r 2—— eurung —— * 48 8o bI r081 261 98[292 8 b t 45 v —. 6 bG azv 2I I[8 be zosr zII]cb ogI p r ſs u⸗ Po 8 1 u⸗ po:2135 V 8— Ja ab5 Ioh ae eee e 36 PGS— 9 22 9 s ee“ . Syzz50l⸗ 8² 2*. 34 2. 960 Amaoh ⸗ 5„vg a239 u⸗0gs *=„A.* 6— 123) 65 A 0 △ά̈ Al A& — — — 224 S A& — 81 *u gaoc Ngsg 39s 4 abunuag un aun üuu ahanc un gum„anzweg aanvz 1 a „uousSo9 ueneigend un pl we hn gemdeg gun 15035)9 ung ahom qpana"quvju⸗Po mee i en ee 42427 y... 75 uuszſh 20 2410 vO 1 un . 1 uavH 9 u. ü vadoneN ..... 4Ja a 1 ½ ‧Ucpo,D 11*¹48 2 1cS 8„ualonJveſs 2 „ 21- 8 pao, 2„1veoungs zod Pvu 09b 9 2 zI1 8 e u?40( d 1 vH u PyjL mo qpvu n0gavodu 69 ⸗ 6 1......... aaugs 9 gu9 n2 av 37 . OI E bꝛ cpun b a24vc mund aun 8 u⸗po ine uo6 8 8. 8 ba.... us5—2 Iue epoe ins 4un Ja, 9 5 9 X 59 Pvm Jvi ae munt gun u⸗ P mn? unbnlſh 1 u? o F⸗ anzjun 2 — ZBen 1e 1ä-bLn; — 91 1. Jhd 9 45 9 v u⸗ 4026 9 lvun pua 420! ut 1uabnnſb*1 un o ⸗ anzjng V I[I1] onnag 1 6 1 Sunzna** 1 S0I21-A Qt ⸗ G* 6 I1 u ujd 8 — hat 6 ‧46 0e Nhc. 1 a6 8 vx u⸗ ppon 8 010 o 45 0 * 1. 4 △ — 98 u⸗po O 9 1 ol] be 991 1 61 09 ote 9 ſb 4 e u⸗ ꝓoe . 4.. 1 u⸗ pc: 2—12 mſ V 2 ar eee i e e 22ũ 2Q2E 6 3 8 9 83* 8 5 S83 2 2.Bvaz (3 35 8533 5 2 2 bonzoleg 5 8— 4 2l) a234 u*g& * 2 2* 41 4 — Hommenes m ind unoeme gaavocpnvag ci b1oz aun 92poahom a921 un d i i 242 aobun G aodnQ 9 uausqecobn? u i 9po un 12 uug uueg epee heee e en ee h qun*uoa0—-ad n e iee i 2ppaL⸗ u*? a nc a9g 2 ue P L8 ann wnhoß 8cp I6pun uoge& 42121G . 26 uu⸗zſt 692 a0vH 1 Inv ... 22a0vH 9 Inv vvaza-one .„— ⸗ 72.. j c 0OI Iuv u⸗ n 13av Cs .. 7 I ⸗ 8 2...„0GO 9 Iud 0p .. 2II- 8 e..... u2Sa0205 L Inv navazu . 2 we⸗ e...... aang ⁵ uv n⸗aavn e .„ OI⸗— u u⸗bac II jomb zqpnaL ⸗0ce! ne un ·9 *8 82 8 4 ] 9 49 9.⸗ 1820 9„jvere„ouae 45 8a u 7 u d 11 32 31 2 22 126) 156SG wz Ind z313gavozaund k 36 23—. 4 8 4 9„„„„„ ⸗ onL p Inv 7118 13 3 4 orN or ⸗— x u⸗640⁄05 dI 1v 1cpnaL a2c0l n? u⸗ T ha 9 e unc h ſe aaol a? uebugſb 1 „u? Jo F⸗ anzjn rIIS Po onnig 3 21 9 1 Lunzngaau qun JoddonDd ppvac /„ꝓͤl4:2 e a0 no . C uo po r16.% mbe 418 28 ch oer 8& 0 3 . LrEhurpo: 1Q o V Id ab n o urhee ee e ie e wunse Svazex SS 8 33. 12S 5 5 3 V 2o⸗g a578 u⸗9e 3 Al 4 2 8 (227) undee ee u 6196 nv swne u⸗g 721 ajcpl gvo 9i /1321pfog aun auvju⸗ pod 37agplloag gva n 821E .... 25 uuagſt 981 a0vLC 1 Juv ........ agvH 9 zuv d* z-ono eummng ...... JLfO Q£ uv uagogzaw 9 . e 8.... pocO? Ino on. . ⸗ kI ⸗ 8 e..... u 6 020 2 Iuv ngavozg h 5 -äns is . ⸗ 1„—„ uaBaodcc T 1v u na a n? uS — 8„. 7 1112 B 4 0232 4...„ r† (128) Wenn wir das Werthverhaͤltniß dieſer 8 Klaſ⸗ ſen Hoͤheboden in Proportionalzahlen ausdruͤcken, ſo ſtehen ſelbige in folgenden Verhaͤltniſſen: jui ropor⸗ Klaſſe. Ertrasswerth. Dioe Pannar Aequal. thl. gr. pf. pfennige. zahl r3 17 1] 10690 133 81 2] 1 2 3 57 931 133 7 1½ 3 2 18] 11 803 133 61 53 1 4 217 3 663] 133 51 ½1 1 5 1/20 8 536 133 4 43 2 6 1.0°9%6 402 133 31 8 23 7 22 5 269 133 21434 4 8— 1I1 II 133 133 1 8 Ob es gleich in jeder Klaſſe noch Abſtuffungen geben wird, ſo kann man doch wohl annehmen, daß die erſte Ordnung oder der Hoͤheboden ſeiner Natur nach, durch die angenommenen 8 Klaſſen befriedigend zerlegt iſt; denn indem man den hoöͤch⸗ ſten Durchſchnittertrag zu 7 Korn annimmt, und von da herab in jeder Klaſſe um 3 Korn zuruͤckgeht, ſo kommt man in der 8ten Klaſſe bis auf 3 ½ Korn, und das iſt ja das non plus ultra des die Kultur⸗ koſten verguͤtigenden Bodens. Nun koͤnnte man zwar die Abſtufungen des Ertrages auf 3oder ausdehnen, und ſolchergeſtalt 12 und 16 Klaſſen annehmen, aber die Unterſcheidungsmomente der einen ——— Naß⸗ titen, ultur⸗ man oder Faſſen te der einen (129) einen Klaſſe von der andern wuͤrde ſich nicht klar genug bezeichnen laſſen, und das Bonitirungsge⸗ ſchaͤfte muͤßte dann noch weit ſchwieriger werden, als es ohnehin ſchon iſt. Waͤren denn nun aber die angenommenen 8 Klaſſen befriedigend; ſo wuͤrden ſſich die Proportionalzahlen auch aus ffol⸗ gender Tabelle ergeben: Ertrags⸗ Gazkeu. Netto Multi⸗ Propor⸗ Klaſſe. koͤrner., Ertrags plicator. tional⸗ ſchafte⸗ koͤrner. zahl. + 8 ⁴◻☛ /9 4* 60God EA ** 030 95dd o dler lͤͤdSD i dBRBSdd ddHH GlOEAO00 Es waͤre zu wuͤnſchen, daß dieſe Verhaͤltniß⸗ zahlen, die ich unmaßgeblich in Vorſchlag bringe, ſich durch naͤhere Pruͤfungen bewaͤhren, und geſetz⸗ liche Sanction erhalten moͤchten, das wuͤrde das Ausgleichungs⸗ und Vertauſchungsgeſchaͤfte unge⸗ mein erleichtern, und die Praͤgravationen, die bei Ackertheilungen immer Statt finden und Statt haben muͤſſen, da man keine Prinzipien hatte, und (130) alſo immer willkuͤhrlich verfuhr, wuͤrden dann eeſſiren. Vom Niederungsboden. Der Herr Staatsrath Thaer hat dieſen Boden §. 10. ſo vortreflich bezeichnet, daß er nicht zu verkennen und nichts daruͤber weiter zu ſagen iſt, und hat ihn, als den vorzuͤglichſten, in die erſte Klaſſe geſetzt. Er ſagt aber auch am Schluſſe deſſen Beſchreibung, daß nur derjenige Marſchbo⸗ den zu dieſer Klaſſe gehoͤrt, der durch zureichenden Thongehalt fuͤr den Weizen geeignet iſt; und giebt dadurch hinlaͤnglich zu verſtehen, daß auch bei ihm Gradationen Statt haben. Er ſagt ferner§. 35, daß man auf den vorzuͤglichſten Niederungsboden 12 Scheffel in den erſten und 9 Scheffel in den uͤbrigen Trachten, auf den Maͤrkiſchen aber nur 10 Scheffel in den erſten, und 8 Scheffel in den uͤbrigen Trachten rechnen koͤnne. Nimmt man 22 Metzen Ausſaat auf den Morgen an, ſo träͤgt der erſte 8er und 7 2r, und der letztere 7Er und 5 9r faͤltig zu. Ich habe nach den vor mir liegen⸗ den Ertragstabellen im 30jaͤhrigen Durchſchnitt, wie ich ſchon weiter oben angezeigt habe, 4s faͤltig auf ſolchem Boden gewonnen, und gebe zu, daß es der ſchlechteſte dieſer Ordnung iſt, und wenn ich dieſen Ertrag im Durchſchnitt aller Trachten ge⸗ Iode iht z gen iſ e erſe hlaſe ſchbo⸗ enden Fht de ihm 5. 5 shoden in den r hut mden man kraͤgt und egen⸗ hnitt, fältig „daß un ich en ge⸗ (131) wonnen habe, und die von Herrn Thaer ange⸗ nommene Abſtufung aus den erſten beiden Trach⸗ ten in die uͤbrigen um 3 Scheffel fuͤr den Morgen anwende; ſo wuͤrde ich, indem von 2 Morgen 13 Scheffel gefallen ſind, von einem Morgen in den beiden erſten Trachten 8 und in den uͤbrigen 5 Scheffel gewonnen haben. Wenn alſo der Maͤrkiſche Boden in den beiden erſten 10 und in den uͤbrigen?7 Scheffel produciret haͤtte, ſo wuͤrden die 3 Klaſſen in gerechtem Ver⸗ haͤltniß ſtehen, und zwar: der beſte 12 und 9 Scheffel der Maͤrkiſche 10 und? Scheffel, der Schleſiſche 8 und 5 Scheffel. Und dieſes ſcheinet auch in der Natur der Sache begruͤndet zu ſeyn. In dieſem Falle wuͤrde zugetragen haben: 3 der beſte in den erſten beiden Trachten 8 in den uͤbrigen 6* faͤltig, der Maͤrkiſche in den erſten beiden Trachten 784 in den uͤbrigen 5n faͤltig, der Schleſiſche in den erſten beiden Trachten 5 r in den uͤbrigen 3r. Und der Ertragswerth wird ſich aus folgenden Rechnungen ergeben, bei welchen wir die Grund⸗ ſatze, die beim Hoͤheboden angenommen worden ſind, mutatis mutanqdis beibehalten. J 2 ——— u SS ann ere. es1t onnig v ſ II..... ⸗vI 4319 u,a9:69 mad P l 59759 zo uoc d. .. b„ — yr oOb—[vSPo 6 9or.687 21—— euuns ——[21/9 82 26 1.2 81[.211 18[9 8 u9 1 1 1* 47 1 8 d Fol 97 2(81 811[ 6 ſa bbI E2 ſ ſs 2420 [81ʃ891 21[2 v261] 8 ☚9 6 2a⸗ —O 01 61 8 og 9II 6 zs vbI] 28 129 ſt un 8 8 z108 881122 261]*o 8 1 u2eR:20122 me V 72. n i e e eei—. ſ 2 2 9 2 b(: z4 4 zt a Aenjoce 5 5 J3 3 493 1231 uscogplavess b 2 1.8 3 A , N —ʃ 8 N , e e — — 00 CG& 7 0 83 A& O — 8G= A 8— 7 46 vH I qang 240vH 9 qpang Bͦ vaz- o0N 2010a12 e 8 lu nave 2 ... pocpO 21 zup onp 9 -... u 60⸗ 6 Inv 2p( 521guad S -.. Jhang 0I zuv noqavgbunsunG ‧b ........ 2„al 80„us6 8 Szuuyalb uo5aodds g 42—0 pang„ unene s (zuupc ueaee e eng II usbngſh 8¼ u? oF ⸗ anzjnP —— p„ͤ — 1 p 71 29 0aau1 1 p 6 I„ 2, e e„„„ ⸗ 5.. 2o. 42 uoo g 3 rr„ — 8 18—(06b 1268/901 11099 Pr—— euluns —— e⸗ 82 89 14 81 1.16 8 u* ſ u 9 b I an 2 —. 126 81[112 2 e 2⁵* 3⁰⁸ — 01 2 091 8[2 2 2420 8— 11 — 22 I1o1O8 115 1 2 dIIe s t u2 . 0122 091[8[ ſI ue e:2012a e V 34 e e e e ee ee— [82 92%8 2 98 2 8 2A[5 il 3i 5 Sza (3335ſz5 5 Snaoe 5 5 deo aas u⸗09 avdde 1 8 S 3 3 9„„„„„- 61„„-„ 81 eumn 82 2— 2 e 1 2*1 8 I 1 2*11 5 2 1 2 8 e I 2* O1 2— —» OI* v v a4 83 245 6 r . * 24vH I1 mn uavH 9 u — gvaza-ono ......,p 08 /usa0nves 2 -.. pec kI u⸗cfb824 9 .. 7u⸗Sac 6 qavazud ...... anang 6 Iuv 115gavg* · 72 e 68*ua s5.H „ 4„„ „„„„.„ 2 4**„ d 4 .. jomb/ ua⸗ n “uscpang 01 ¹uobglib 1 —— 448 1GG5 9G 44 8 O . X 0 — 8 A I„„„„„„„ 2.„. 24„„. 2 2%¶ 4⁰2( u d △☛ 4 ⸗ 2e 12oe-)h— ce SſorI 96 9 r—— euruns 8— & —[II1]½ tI.70[9 82 101 1. 133vG O rg— e be 8h ſarh os e er ee db o 3 80— - oIs 8 8e Eh mb. 81 e ee e ee —O 8 trt 81 86 8 e 821 e[s s eed 6 ere o?s 86 8 ge 8cI 8[28 1 uee:2912 mog V . a e eee e i ee e— 2 9 ˙ 6 2 8 § 3 E53 2 5 Svazad V I2835[23 5* 4—* 1— 8.. zwinnich 5 5 5 3 2v a336 u20ggJadcs 21 2— 111„„ 5..* 4 vL 1 n Q o II..... uavH 9 u bvaaone *1— 111 emig — II d 8 46 I v cfO ab 2 v Ic 81 unu:zwels — 1 1 2 21 2 9 8„„„„„„„ pocpO 01 0p 01 021 ⸗ III⸗ 9B2..... u2b 08l 5 712aveu 21 1 1 2 2 ⸗ 3 t„-„„]. aoonQ 8 1 gav n — 1 1„ OT æx.......... wumos us 88 3 6N— I.⸗ k?2... jvm un — rS Ja 8 46 6 e.......„uacan 5 udoib o F⸗ anzjun 1 . f. hee— XIS 8 OaanE ————LLC—44 (138) Das Werthsverhaͤltniß deſſelben wird folgen⸗ dergeſtalt mit Auslaſſung der groͤßeren Bruͤche, zu ſtehen kommen. .. Divi⸗ Propor⸗ Klaſſen. Geldertrag. ſor. tional⸗ Aequal. thl. gr. pf. pfennige zahl. 1[4 4 10 ¾ 1210 133 986 1 3 4 73 919 133 613 ½ 1 3 Iſ2i 2)541 133 4134] 24 Es wuͤrde alſo die erſte Klaſſe dieſes Marſch⸗ bodens ſich zur erſten Klaſſe des Hoͤhebodens ungefaͤhr verhalten wie 9: 8. 1 Die zweite Klaſſo des Marſchbodens kommt der zweiten Klaſſe des Hoͤhebodens beinahe gleich, und Die dritte Klaſſe des Marſchbodens faͤllt herab bis in die fuͤnfte Klaſſe des Hoͤhebodens. Will man ſich nur auf eine Ordnung beſchraͤn⸗ ken, ſo muͤßten neun Klaſſen angenommen werden, wovon der beſte Morſchboden in die erſte Klaſſe, der beſte Hoͤheweizenboden in die zweite der dar⸗ auf folgende beſte Hoͤhegerſte und der Maͤrkiſche Marſchboden, in die dritte der ſtrenge Hoͤhewei⸗ zenboden, in die vierte der geringere Hoͤhegerſten⸗ boden, in die fuͤnfte, der beſte Haferboden auf der Hoͤhe, und der Schleſiſche Oderboden in die 1 ( 139) ſechſte der geringere Hoͤhehaferboden in die ſie⸗ bente, das gute Rockenland in die achte, und das dreijaͤhrige Rockenland in die 9te Klaſſe tre⸗ ten wird. Vielleicht iſt es mehr Landwirthen gefaͤllig den Gegenſtand noch weiter zu beleuchten; denn wenn etwas Vollkommenes zu Stande gebracht werden ſoll, ſo wird das wohl von vielen Seiten beherzigt und erwogen werden muͤſſen. Ueber die Wieſen, Hutungen und Forſtlaͤnde⸗ reien will ich, wenn dieſer Aufſatz nicht unwillig aufgenommen wird, meine Erfahrungen in der Folge mittheilen. Geſchrieben im Monat April 1812. Ueberſchaͤr, Königl. Oberamtmann. ( 140) vVI. Zu vorſtehender Abhandlung . vom Herausgeber. Judoͤrderſt bezeuge ich dem wuͤrdigen Herrn Ver⸗ faſſer im Allgemeinen meinen aufrichtigſten Beifall und Zuſtimmung zu dieſer kurzen, treffenden und klaren Darſtellung der Taxationsprinzipien. Sie verdienet es, bei der geſetzlichen Sanction zum Grunde gelegt zu werden und zur Norm zu dienen, wonach die Kreisverordneten die parriculaͤren Bonitirungs⸗ und Taxations⸗Vorſchriften fuͤr ihren Diſtrickt zu entwerfen haben. Denn einige Abaͤnderung der Poſitionen ſowohl als der Klaſſen und ihres Proportional⸗Werthes wird in den mei⸗ ſten Faͤllen noͤthig ſeyn; mit genauer Ruͤckſicht auf die Bodenarten, das Clima und die Verhaͤltniſſe, die ſich daſelbſt vorfinden. Zur Verſinnlichung der erſteren muß dann fuͤr jede Klaſſe, die ſich in dem Diſtrikte vorfindet, ein Normalboden ausgemit⸗ telt werden, worauf man die Bonitirer verweiſen kann, deſſen Beſtandtheile dann auch chemiſch zu e r) beſtimmen und mit denen anderer Diſtrikte zu ver⸗ gleichen waͤren. Dann wird das Bonitirungs⸗ und Taxations⸗Geſchaͤft zu einer Sicherheit und Einfachheit gelangen koͤnnen, die man auf jedem anderen Wege vergebens ſuchte; zugleich aber wird die Theorie und Praxis des Ackerbaues un⸗ endlich gewinnen, indem man nun erſt die Erfah⸗ rungen anderer nach der Bodenart, worauf ſie ge⸗ macht worden, gehoͤrig wuͤrdigen und die Anwend⸗ barkeit auf anderem Boden ſicher wird beurtheilen koͤnnen. Ich werde mich nun ferner uͤber einige ſpezielle Saͤtze des H. V. erklaͤren. Den Arbeitstag eines Wechſelochſen⸗Pfluges berechnet der H. V. um 2 gr. 9 pf. hoͤher wie ich, und ich gebe zu, daß ich ihn fuͤr die meiſten Lokali⸗ taͤten etwas zu geringe angenommen haben mag. Nach meiner Berechnung des Ochſengeſpanns in der rationellen Landwirthſchaft, die der H. V. zum Grunde legt, erhalten die Ochſen aber eine Winterfuͤtterung, wie ſie, wenn ſie im Winter nicht arbeiten und uͤberhaupt bei uns, ſelten be⸗ kommen. Nicht auf jene, ſondern nur auf dieſe hier gewoͤhnliche Fuͤtterung nahm ich Ruͤckſicht, wenn ich ihnen in meiner Abhandlung uͤber Werth⸗ ſchaͤtzung des Bodens nur 200 Arbeitstage im (142) Wechſel zuſchrieb. Dort nahm ich fuͤr gut gee näͤhrte Ochſen 250 an. Bei mir beſchaffen ſie im Winter den groͤßten Theil der Duͤngerausfuhr, in den kurzen Tagen ohne Wechſel. Wenn die Och⸗ ſen bloß pfluͤgen, ſcheint mir der Pflug mit 5 thl. zu hoch angeſetzt. Den Verluſt und das Reſiko bei den Ochſen mag ich zu geringe berechnet haben; allein meine eigene Erfahrung, ſo wie die mehre⸗ rer anderer Landwirthe, die auf die Ochſen die ge⸗ hoͤrige Aufmerkſamkeit verwenden, und ſie zur ge⸗ rechten Zeit aus dem Zuge ausmaͤrzen und dann aufſtallen, hat mir bisher immer gezeigt, daß kein Abgang dabei, ſondern zuweilen wahrer Vor⸗ fey; wenn ihnen das Maſtfutter, ſo wie dem uͤbri⸗ gen Maſtoieh, berechnet wird. Die Englaͤnder berechnen ſich haͤufig auf die Zunahme ihrer Zug⸗ ochſen einen betraͤchtlichen Gewinn, wenn ſie ſolche an Viehmaͤſter verkaufen. Wenn man ſie aber gerade im abgemagerſten Zuſtande auf den Markt bringen muͤßte, zumahl in Gegenden, wo wenig Maſtung betrieben wird, ſo gebe ich zu, daß man dieſen Abgang berechnen muͤſſe, und auch daß die⸗ ſer Fall haͤufiger als jener eintrete; der H. V. alſo recht habe, ihn im allgemeinen auf 7 thl. 12 gr. jaͤhrlich pro Geſpann anzuſchlagen. Da bei dem H. V. die Ruhrfahren mit dem Ruhrhaken verrich⸗ 1 w ſem ht,d 2dc 5 th Riſt aben, jehre ege⸗ dge dant d rVor ibti⸗ inder Jug, ilche aber farkt enig nan die alſd 2 gk. dem mich⸗ (143) zet werden und dieſer die doppelte Arbeit macht, ſo brauche ich nicht zu bemerken, daß die Ochſen auch mit dem Pfluge hierbei mehr verrichten. Ich ſelbſt gebe Ruhrfurche ſo wie Saatfurche haͤufig mit dem Exſtirpator. Im Ganzen gebe ich alſo dem H. V. in ſeiner Berechnung der Pflugarbeit Recht und geſtehe gern ein, daß die ſeinige der Wirklichkeit in manchen Faͤllen naͤher komme wie die meinige. Beim Eggen geſtehe ich dagegen, daß ich nicht ſo viel wie der H. V. ausrichte— d. h. wenn ich keinen Extirpator gebrauche, durch welchen der Egge ſehr vorgearbeitet wird.— Der Ruhrhaken vermindert die Eggearbeit zur Zerpulverung des Bodens wahrſcheinlich auch ſehr. Auch habe ich gegen die uͤbrigen Poſitionen des H. V. in Anſehung der Koſten und des Ertrages nichts zu erinnern. In Anſehung des Strohes wuͤnſchte ich, daß der H. V. uns gelegentlich anzeigte, wie ſtark die Baͤnde der Garben ſowohl als der ausgedroſchenen Strohbunde dem Gewichte nach im Durchſchnitt ſeyen, und wie viel 1 Schock Winterungs⸗ und Sommerungs⸗Stroh an Gewicht hatte; da dies nach den Gegenden ſo ſehr verſchieden iſt. Ich will dieſes lieher abwarten, als eine Berech⸗ (144) nung des Strohgeivinnes a priori machen. Es kommt darauf an, ob der Boden ter oder dter Klaſſe ſo viel Stroh gebe, als zu einer Duͤngung von 6 und 4 Fudern alle 6 Jahr erforderlich iſt. Denn nur in dieſem Falle wuͤrde dieſem Boden der angenommene Koͤrnerertrag beizumeſſen ſeyn. Unſer ausgeſogener Boden dieſer Art giebt ihn bei weitem nicht; und es iſt ſelten moͤglich und oͤko⸗ nomiſch, durch fremden Duͤngerſchuß— der meh⸗ rere Mahle wiederholt werden muͤßte, bevor er auch auf Strohproduction ſo wuͤrkte— ihn zu heben. Deshalb ſteht dieſer Boden nach der jetzi⸗ gen Cultur ungleich geringer, als der H. V. ihn bei der des ſeinigen annimmt: kaum ſo hoch. Der Hauptabtheilung in§ Klaſſen gebe ich mei⸗ nen ganz beſonderen Beyfall, und halte ſie nicht nur der Natur der Sache ſehr angemeſſen, ſon⸗ dern auch an unſre bisherigen Begriffe gut an⸗ ſchließend. Auch habe ich gegen die angenommenen Proportionalzahlen nichts zu erinnern, glaube in⸗ deſſen daß es zweckmaͤßig ſeyn wird, ihnen noch eine Dezimale anzuhaͤngen, und dem Taxator da⸗ durch einen Spielraum z. B. zwiſchen 75 bis 85, 65 bis 74 u. ſ. f. zu laſſen. Denn geſetzt auch daß die chemiſche und phyſiſche Grundbeſchaffenheit des Bodens durch 8 Abſtufungen hinreichend zer⸗ legt 4 E5 da Dungm elichß 1 Bad ſe ſeyn ſiebt ihn undoͤke ere meſ⸗ tbot er ihn ſa W ei⸗ . V. iht ſo ſocj. ich mei ſe nicht —, ſon⸗ zut als menen ube in⸗ n noch tot das bis 85, uch daß ffenheit end zer⸗ est (145) legt waͤre, ſo kommen doch andre Umſtaͤnde bei der Werthſchaͤtzung des Bodens in Betracht, die ſeinen Werth erhoͤhen oder vermindern: groͤßere oder geringere Entfernung vom Hofe oder Dorfe, leichtere oder ſchwierigere Ableitung der Feuchtig⸗ keit, Reinheit oder Unreinheit des Ackers von Steinen und Unkraut, etwas beſſere oder ſchlech⸗ tere Cultur, worin er bisher gehalten worden— ein merklicher Unterſchied derſelben kann ſeine Grundbeſchaffenheit, folglich ſeine Hauptelaſſifi⸗ cation ſchon abaͤndern.— In Anſehung der bei⸗ den unterſten Klaſſen, wird man dann auch tief genug heruntergehen koͤnnen, um ſie nach ihrem, durch Duͤngermangel herabgeſunkenem Zuſtande richtig zu ſchuͤtzen. Ich werde hiernach Veranlaſ⸗ ſung nehmen, meine Gedanken ausfuͤhrlicher zu einer andern Zeit vorzulegen. Auch in der Beſtimmung der in jeder Klaſſe geſetzten Bodenarten pflichte ich dem Herrn Ver⸗ faſſer bei. Wenn man die Benennungen der Bo⸗ denarten nach ihren Hauptfruͤchten beybehalten will, dann iſt Die erſte Klaſſe der reiche, ſtarke Weizenboden. Die zweite Klaſſe iſt der, den ich ſtar⸗ ken, reichen Gerſtboden nenne, weil er zur 8* K. (146) Gerſte ſo ganz beſonders geeignet iſt; der in erſter Tracht auch recht guten Weizen giebt und ſich ins⸗ beſondere zu allen Handelsgewaͤchſen vorzuͤglich paßt, ſich viel leichter beſtellen laͤßt und deshalb gewiß in ſeinem Werthe uͤber der folgenden Klaſſe ſteht. Die dritte Klaſſe iſt der ſchwaͤchere Weizenboden, weil er dieſen ſicherer wie Rok⸗ ken, aber unr im Duͤnger traͤgt. Dem Hafer ſagt er ungleich mehr, wie der Gerſte zu. We⸗ gen der Schwierigkeit der Bearbeitung und Ab⸗ waͤſſerung, der groͤßeren Abhaͤngigkeit von der Witterung, ſteht er unter dem der vorigen Klaſſe. Die vierte Klaſſe begreift den Boden in ſich, den wir ſchwachen Gerſtboden nennen. Die fuͤnfte Klaſſe den Haferboden erſter Art. Die ſechſte Klaſſe den Haferboden zweiter Art, hauptſaͤchlich den lettigen kalten. Die ſiebente Klaſſe den, der bei uns in drei Feldern eingetheilt, ſchwacher, ſandiger Haferboden genannt wird. Die achte Klaſſe das dreijahrige und ſechsjaͤhrige Rockenland. Bei der Taxation, vorzuͤglich bei Gemeinheits⸗ theilungen ſcheint es mir noͤthig, den Werth jeder gijer ſc is Nrzäolih dhh genden achen je Rob⸗ hafer Pe d N⸗ don der e Klaſte GBoden in nennen. Joden zweiter lten. uns it ddiger ze und inheits⸗ nh jeder ˙˙˙ (147) Bodenart exclusive und inclusive der Weide⸗ benutzung nach dem gewoͤhnlichen Wirthſchafts⸗ ſyſteme beſonders zu beſtimmen. So lange eine Communweide Statt findet, hat der Eigenthuͤmer dieſe Benutzung nicht nach Verhaͤltniß ſeiner Grundbeſitzung, ſondern nach Verhaͤltniß ſeines Auftriftsrechts. Die Hutungsberechtigungen müſ⸗ ſen beſonders in Anſchlag gebracht und entſchaͤdigt werden. Der Werth des hutfrei gewordenen Ak⸗ kers vermehrt ſich aber durch den Werth der pri⸗ vativen Weidebenutzung. Es kommen zwar viele Faͤlle vor, wo beides compenſirt werden kann, aber ungleich mehrere, wo die Stoppel⸗ und Braach⸗ behutungsrechte außer Verhaͤltniß mit dem Acker⸗ beſitz ſtehen. Daß der Herr Verfaſſer dem Niederungs, oder Marſchboden(bei uns Bruchboden genannt) eine beſondere Abtheilung und Klaſſifikation giebt, hat meinen vollkommenſten Beifall. Dieſer Boden iſt in Anſehung ſeiner Beſchaffenheit und ſeiner ſi⸗ cherern und unſicherern Lage, ſeiner Abhaͤngigkeit von der Witterung, aͤußerſt ſchwer im allgemei⸗ nen zu ſchaͤtzen. Einzelne Jahre entſcheiden gar nichts uͤber ſeinen Werth; man muß ſehr große Durchſchnitte nehmen. Und auch dieſe werden ſich von Zeit zu Zeit aͤndern. Wenn z. B. ein ſolcher K 2 ( 148) Boden wegen Verſandung des Stroms allmaͤhlig ſtaͤrkeren Ruͤckſtau bekommt und an Naͤſſe zu leiden anfaͤngt, dadurch fuͤr manche Fruͤchte unſicher wird, ſo kann er erſtaunlich am Werthe verlieren. Daſſelbe kann manchmal, jedoch nicht in dem Maaße, der Fall ſeyn, von zu ſtarkem Abzuge und zu großer Austrocknung; beſonders bei dem Niederungsboden der lockerern Art. Ich kenne Marſchgegenden, wo 24 Scheffel Weizen per Morgen ein gar nicht ungewoͤhnlicher Ertrag, ſogar in dritter und vierter Tracht nach der Duͤngung iſt; wo man 14 bis 16 Scheffel in großen Durchſchnitten annehmen kann, obgleich auch da einzelne Jahre vorkommen, wo der Er⸗ trag bei weitem nicht die Kulturkoſten bezahlt; die auf ſolchem Boden, beſonders wenn kein Hoͤhebo⸗ den dabei iſt, wegen des ſtarken Geſpanns, das gehalten werden muß, und wofuͤr ſich gerade in ſolchen Gegenden wenig Nebenverdienſt findet, ſehr groß ſind. Im Ganzen ſcheint es mir, als ob der groͤßte Theil des Marſchbodens bei weitem nicht ſo vortheilhaft durch große Wirthſchaften, die ſich an ein Feldſyſtem binden muͤſſen, als durch kleine, aber voͤllig ſeparirte und auf ihrem Acker angebauete Hoͤfe benutzt werden köͤnne. Dieſe koͤnnen auf ſolchem faſt unerſchoͤpflichen Boden (140) ſüi; eine freie und ungebundene Wirthſchaft fuͤhren, rlede und durch den Bau mannigfaltiger Fruͤchte, den unſchte ſie nicht vorher beſtimmen, ſondern nach der hier äliern. ſo bedeutenden Witterung und ihrem Einfluſſe auf in den den Boden einrichten muͤſſen, immer einen gro⸗ Aöwwe ßen Ertrag herausbringen. Mißraͤth ihnen eine ei deu Saat, ſo haben ſie ſogleich eine andere in demſel⸗ ben Jahre an ihre Stelle zu ſetzen; und ich habe cefe nicht ſelten von ſolchen Marſchbewohnern gehoͤrt, nlächer es waͤre ein wahres Gluͤck fuͤr ſie geweſen, daß tach die erſte Saat mißrathen ſey, weil die zweite ſo gefälin vortrefflich eingeſchlagen. Sobald ſie die Hoff⸗ döglec nung zu einem reichlichen Ertrage aufgeben muͤſſen, der Er⸗ arbeiten ſie den Acker gleich um. Die Nothwen⸗ it, die digkeit und der große Vortheil den ſie hoffen duͤr⸗ ohebo⸗ fen, macht ihnen eine Anſtrengung moͤglich, die , das kein großer Wirth beſchaffen kann. Im Fall der ade in Noth ſchaffen ſie einige Stuͤck Zugvieh mehr an fudet. und verkaufen es ſogleich wieder; oder ſie ſpannen c, as ihre Milchkuͤhe mit vor dem Pflug; helfen ſich veitem einer dem anderen. Ihre erhoͤheten ſchmalen, mit aften, Sorgfalt ausgefurchten Beete, welche dieſem Bo⸗ zdurch den oft ſehr angemeſſen ſind, das Jaͤten und Aus⸗ Ackt ſchaufeln derſelben, koͤnnen von dem groͤßeren Dieſ Landwirthe kaum nachgeahmt werden. Dadurch Seden wird die Unſicherheit dieſes Bodens mehrentheils (150) in kleinen Wirthſchaften uͤberwunden, und ſein Kauf und Pachtpreis ſteigt ſo, daß ein großer Wirth nicht dabei beſtehen koͤnnte; obgleich kleine dabei wohlhabend, oft reich werden. Hier iſt es, wo eine ſogenannte freie Wirthſchaft Statt findet, deren Allgemeinheit ich ſonſt gegen Herrn Regie⸗ rungsrath Haͤſe in dem vorſtehenden Aufſatze be⸗ ſtritten habe; denn hier braucht man nicht fuͤr Futter und Duͤnger, und in kleinen Wirthſchaften auch nicht fuͤr arbeitende Kraͤfte beſorgt zu ſeyn. Ueberdem hat dieſer Boden oͤrtlich ſo manche Eigenheiten in Anſehung der Tiefe ſeiner Acker⸗ krume, des Untergrundes, der Lage, der von au⸗ ßen kommenden Feuchtigkeit, und beſonders in Anſehung der mehreren und minderen Saͤure ſei⸗ nes Humus, daß ich eine allgemeine Klaſſiſikation faſt fuͤr unmoͤglich halte. In jedem Diſtricte kennt man ihn jedoch ziemlich genau aus der Er⸗ fahrung, und es werden ſich allenthalden verſtaͤn⸗ dige Ackerleute finden, die ihn richtig zu ſchaͤtzen wiſſen; im Verhaͤltniſſe einer Stelle zur andern und zu der uͤblichen Cultur; in ſeinem Verhaͤlt⸗ niſſe aber zum Hoͤheboden und zu einer anderen Cultur moͤgte es vorerſt ſehr ſchwierig bleiben. So geſtehe ich, daß ich mich in der Schäͤtzung und zkonomiſchen Beurtheilung des hieſigen Oder⸗ dſi gwht klaͤne ſit, finde, Rogie⸗ he he⸗ k fuͤr aften 1 anche Ace⸗ oh al⸗ ers in te ſei⸗ ntion riete LEr⸗ ſaͤn⸗ iten dern jaͤlt⸗ eren iben. und Oer⸗ (151 9 bruchsboden im Anfange ſehr geirret habe. Die⸗ ſer aber iſt ſo mannigfaltig verſchieden, daß man fuͤglich 10 Klaſſen davon machen koͤnnte, deren jede ihr Eigenthuͤmliches, ſowohl in Anſehung der phyſiſchen Beſchaffenheit als der oͤkonomiſchen Be⸗ nutzung haͤtte. Es giebt hier Boden, der ſehr un⸗ ſicher Weizen traͤgt, aber in anderer Hinſicht man⸗ chem Weizenboden erſter Klaſſe vorzuziehen iſt. Ich hoffe daß mehrere dem Beiſpiele des ein⸗ ſichtsvollen Herrn Verfaſſer folgen und ihre Ge⸗ danken und Anſichten uͤber dieſe wichtige Materie mittheilen werden; denn als geſchloſſen duͤrfen die Akten noch keinesweges angeſehen werden. Thaer. VI. 8 Fernere Reflexionen über die Werthſchaͤtzung des Bodens, veranlaßt 3 durch des Herrn Staatsraths Grafen zu Dohna Wundlacken Einleitung zu der Ueberſetzung von Wilhelm Marſhalls Schrift „uͤber Landeigenthum, ſeine Erwerbung und Verbeſſerung,“ Berlin, R Realſchulbuchh. 1812. Der Herr Graf hat ſich durch die Ueberſetzung dieſes fuͤr jeden verbeſſernden Landwirth ſehr ſchaͤtz⸗ baren ſpaͤteren Werkes des beruͤhmten agronomi⸗ ſchen engliſchen Schriftſtellers, welches mir bis dahin unbekannt geblieben war, gewiß ſehr ver⸗ dient gemacht.(Ich muß bei dieſer Gelegenheit bemerken, daß ich ihn, v verleitet durch den ſeeligen Grafen von Podewils, in einem Auszuge im zwei⸗ ten Bande der A. d. L. S. 794 mit dem Vorna⸗ men Humphry genannt habe. Er ſelbſt giebt ſei⸗ nen Vornamen auf dem Titel ſeiner Werke nie an; en t zu der hriſt gg und Ibla. zung haͤ⸗ omi⸗ bis ber⸗ heit gett vei⸗ rna t ſei⸗ ean (153) aber der Herr Graf hat ausgemittelt, daß er Wil⸗ liam heiße, welches ich um Irrungen bei Literato⸗ ren zu vermeiden, hiermit anzeige.) Dieſer erſte Abſchnitt des Werks enthaͤlt das Hauptſtuͤck von der Werthſchaͤtzung der Landguͤter, beſonders in Ruͤckſicht des Ankaufs, und dann die Lehre von der Abwaͤſſerung der Laͤndereien, die hier gruͤndlicher und verſtaͤndlicher, wie in irgend einem andern engliſchen Werke vorgetragen und mit Holzſchnitten erlaͤutert iſt. Hieruͤber werde ich vielleicht bei einer andern Gelegenheit ſprechen, und jetzt aber nur von der Einleitung des Hrn. Grafen Veranlaſſung nehmen, mich uͤber die Ab⸗ ſchaͤtzung des Ackerlandes ferner zu erklaͤren, und mehrere Einwendungen, welche der Herr Graf ge⸗ gen meine, im erſten Bande dieſer Annalen ent⸗ haltene und auch beſonders abgedruckte Vorſchlaͤge macht. Die hohe Wichtigkeit dieſer Materie for⸗ dert die angeſtrengteſte Aufmerkſamkeit aller derer, die darin kompetente Richter ſeyn koͤnnen, und ich wuͤnſche daher, in dieſen Annalen alles zur Spra⸗ che zu bringen, was einigen Bezug darauf hat, und es in einer moͤglichſt klaren Ueberſicht dar⸗ zuſtellen. Der H. V. bezieht ſich hauptſächlich auf die gedruckte Abſchrift des Entwurfs der Inſtruk⸗ ( 154) tion, wie bei Veranſchlagung der Aren⸗ den bei den Domainenaͤmtern in Oſt⸗ und Weſtpreußen zu verfahren ſey, wel⸗ che zu Koͤnigsberg im Jahre 1801 erſchienen iſt. Er ſetzt voraus, daß dieſe Inſtruktion ziemlich all⸗ gemein bekannt ſey; was indeſſen wohl nicht der Fall iſt. Ohne genauere Bekauntſchaft aber mit dieſer Inſtruktion ſcheint mir manches in dieſer hoͤchſt ſchaͤtzbaren Einleitung des Herrn Grafen nicht klar zu ſeyn; wenigſtens geſtehe ich, man⸗ ches ohne Vergleichung und Zuſammenhaltung mit jener Inſtruktion nicht richtig verſtanden zu haben. Um die Sache gruͤndlich zu eroͤrtern, werde ich da⸗ her eine Ueberſicht und einen Auszug aus den Grundſätzen derſelben zuvor mittheilen muͤſſen. Dieſer Entwurf einer Tapations⸗Inſtruktion ent⸗ haͤlt uͤberdem viele ſehr richtige Bemerkungen, welche fuͤr die Theorie ſowohl als fuͤr die Praxis der Landwirthſchaft uͤberhaupt wichtig ſind, und die allgemeiner bekannt zu werden verdienen. Ddie Haupttendenz jener Einleitung ſcheint da⸗ hin zu gehen, die in dieſer Inſtruktion vorgeſchrie⸗ bene Methode gegen die von mir vorgeſchlagene zu vertheidigen, und der H. V. hat den Weg ge⸗ waͤhlt, meine Abhandlung nach den§.§. durchzuge⸗ hen. Ich ſage ihm oͤffentlich meinen aufrichtigſten N (155) Dank fuͤr dieſe Aufmerkſamkeit, die ich meiner Abhandlung von Seiten aller Kenner ſo ſehr ge⸗ wuͤnſcht habe; ſo wie fuͤr das guͤtige Urtheil, wel⸗ ches er im Allgemeinen darüber faͤllt. Wo ich mich aber von ſeinen Gegengründen nicht uͤberzeugt ſinde, da werde ich ſolche freimuͤthig beantworten, die Entſcheidung aber jedem dritten, der ſeine Auf⸗ merkſamkeit auf die Sache zu wenden veranlaßt wird, uͤberlaſſen. Das Mangelhafte meiner Abhandlung, und ſelbſt der darin vorgeſchlagenen Klaſſifikation habe ich ſchon waͤhrend der Ausarbeitung anerkannt, ſie deshalb nur einen Verſuch genannt und ſo drin⸗ gend zur Pruͤfung aufgefordert. Ich wollte nur meine Ideen zur Abſchaͤtzung des Bodenwerths, beſonders den Praktikern begreiflich, auseinan⸗ derſetzen. Ich mußte mich alſo an die einmal ge⸗ wohnten Begriffe anſchließen, und von Sätzen ausgehen, die nach dieſen als factiſch anerkannt waren. Dies hat mir in der That die groͤßte Schwierigkeit gemacht, und zuweilen eine Dun⸗ kelheit und anſcheinende Verworrenheit hervorge⸗ bracht, die nicht in der Sache ſelbſt liegt. Fuͤr voͤllig rationelle Agronomen, die im Stande wa⸗ ren, ſich von allen vorgefaßten Begriffen los zu machen, und nur auf Naturkunde und reine Er⸗ ( 156) fahrung begruͤndete anzunehmen, wuͤrde ich aller⸗ dings einen mehr konſequenten, klaren und weni⸗ ger anſcheinenden Widerſpruch involvirenden Vor⸗ trag gewaͤhlt haben. Ich wuͤrde von der bisheri⸗ gen Bonitirungs⸗ und Taxationsweiſe und von der Benennung der Klaſſen nach den Hauptfruͤchten, zu welchen man ſie geeignet findet, in der Grund⸗ lage ganz abgewichen ſeyn, und wuͤrde nur die Erfahrungen, welche ſich im Gefolge der bisheri⸗ gen Methode ergaben, gelegentlich benutzet haben. Ferner muß ich bemerken, daß ich eine ganz andre Aufgabe zu loͤſen hatte, als diejenige war, die man bisher nur beruͤckſichtigte. Es kam zu meinem Zwecke nicht auf die Ausmittelung des Er⸗ trages konkreter Wirthſchaften, ſondern des Werths einzelner Grundſtuͤcke ohne Ruͤckſicht ihrer Verbindung mit andern an. Zur Beſtimmung des letztern haben wir aber noch zu wenige als richtig anerkannte Data. Dieſe zu erlangen waͤre gewiß an ſich nicht ſchwieriger geweſen, als die der konkreten Wirthſchaften; allein man hatte es bis⸗ her nicht der Aufmerkſamkeit gewuͤrdigt, Erfah⸗ rungen daruͤber zu ſammeln und noch weniger— was hier ſonſt wirklich nicht ſchwierig iſt— kom⸗ parative Experimente daruͤber anzuſtellen. Des⸗ halb w Ertrag lthode, genoni 1 werde achtut auch 6. 5 den J aer g. den ugd Durt ſo p ij ſe Iſhähu gabe, faht dA n ole d ütem ühnt? nihte ſan halt dvene en Voh bisher⸗ von der üͤchter Hrund⸗ ur die jheri⸗ nutzet e gath e war, am zu 6 Er⸗ des ihrer nung als waͤre eder bis⸗ rfah⸗ r kow⸗ Des⸗ (157) halb mußten die Data uͤber Brutto- und Netto- Ertrag zum Theil noch aus jener Abſchäͤtzungsme⸗ thode, in ſofern ſie wirklich bewaͤhrt waren, her⸗ genommen oder doch zur Vergleichung aufgeſtellt werden. Wo aber undezweifelte genauere Beob⸗ achtungen ihnen widerſprachen, da mußten jene auch zuruͤckgeſetzt werden. Ich fuͤhre hier nur z. B. den anſcheinenden Rangſtreit an zwiſchen den Boden, welchen man eigentlich Weizenboden 2ter Klaſſe und zwiſchen den, welchen man Gerſt⸗ boden Iſter Klaſſe nennt; der, wenn wir uns rich⸗ tig verſtehen, von allen erfahrnen Agronomen zum Vortheil des letztern entſchieden werden wird; eben ſo wie dies vom Herrn O. A. M. Ueberſchär in ſeiner vorſtehenden Abhandlung uͤber Werth⸗ ſchaͤtzung des Bodens geſchehen iſt. Meine Auf⸗ gabe, welche bisher noch niemand zu loͤſen ver⸗ ſucht hat, beſteht darin, den Ertragswerth zuerſt des Acker⸗, dann des Wieſen⸗ und Weidelandes nach ſeinem reinen Ertrage auszumitteln, ohne alle Ruͤckſicht auf das Verhaͤltniß, worin er in einem konkreten Landgute ſteht, und noch mehr ohne Nuͤckſicht auf deſſen Bewirthſchaftung. Das mehr oder minder Vortheilhafte jenes Verhaͤltniſ⸗ ſes im Ganzen kann allerdings den Werth des (158) Grundes und Bodens vermehren und vermindern; dies laͤßt ſich aber nur in gegebenen Faͤllen ſchaͤ⸗ tzen, und wenn daruͤber gleich gewiſſe wiſſenſchaft⸗ liche Prinzipien aufgeſtellt werden koͤnnen, ſo muß man doch durchaus bei ihrer Anwendung vieles dem Kuͤnſtler— dem Taxator— oder der Ueber⸗ einkunft der Partheien uͤberlaſſen. Der Wirth⸗ ſchaftsbetrieb muß hierbei ganz an die Seite geſetzt werden, wenn man dieſen anders der Willkuͤhr des Einhabers uͤberlaſſen will. Denn es hat gar keinen Zweifel, daß bei einer nach den Verhaͤltniſ⸗ ſen eines Guts aufs vortheilhafteſte eingerichteten Oekonomie der Ertrag doppelt ſo hoch werden koͤnne, als er bei einer unangemeſſenen ſeyn wuͤrde; und Verhaͤltniſſe die bei der einen Wiethſchaftsart nachtheilig ſind, koͤnnen bei einer anderen gerade vortheilhaft werden. Zuweilen veraͤndert ſich da⸗ durch nur der abſolute Werth der Laͤndereien, und der relative des einen Grundſtuͤcks gegen das an⸗ dere wird bleiben wie er war; zuweilen kann aber auch der relative, z. B. der Wieſen gegen den Ak⸗ ker, veraͤndert werden. Jedoch kommt letzteres wohl nicht ſo haͤufig vor, als man es, dem erſten Anſcheine nach, glaubt. Dieſe Veraͤnderung iſt nun aber Sache der Induſtrie, der Intelligenz, des Talents und des Kapitals, und ſollte nicht mit ———————nnnuu ſidm len ſhb enſhlh ſo m 9 dieles Ueber, Vitij⸗ geſest lkähe t gar atni ihteten werden wuͤtde, ftdart erade hda⸗ „und 3an⸗ aber Ak⸗, keres erſten ng iſt ſigenz, ht mit (159) in Betracht kommen, wenn wir von der reinen Bodenrente reden. Indeſſen muͤſſen wir freilich, um den Ertrag des Bodens faktiſch auszumitteln, durchaus ir⸗ gend eine Art und Ordnung der Beſtellung und Benutzung annehmen: und da hat es wohl keinen Zweifel, daß wir das uralte, durch ganz Europa verbreitete und allgemein bekannte Dreifelderſyſtem zum Grunde legen; es ſey denn, daß eine andere Wirthſchaftsart in einer Gegend allgemein land⸗ uͤblich geworden ſey. Es ſcheint mir in jedem Be⸗ tracht der ſicherſte Punkt, wovon wir ausgehen koͤnnen. Bei vielen Vergleichungen, die ich bei dem Uebergange aus dieſer Wirthſchaftsart in mannigfaltige andre gemacht und berechnet habe, habe ich immer gefunden, daß der Ertrag der ver⸗ ſchiedenen Ackerſtuͤcke, relativ gegen den der an⸗ dern, doch derſelbe blieb. Es iſt in verſchiedenen Taxations⸗Reglements beſtimmt, daß wenn ein Gut in Koppelwirthſchaft gelegt worden, und ſel⸗ biges noch nicht zwei Rotationen voͤllig durchge⸗ macht habe, der Ertrag nicht bloß von der beſtehen⸗ den Koppelwirthſchaft, ſondern auch unter der Vor⸗ ausſetzung, daß es noch in drei Feldern liege, be⸗ rechnet werden ſolle. Wenn dieſe Probe gemacht worden, ſo hat ſich im Totalertrage zwar oft ein (160) merklicher Unterſchied ergeben; ich habe aber bei genauer Erwaͤgung des Ertrages, der auf einzelne Theile fiel, immer gefunden, daß das Verhaͤltniß derſelben gegeneinander ſo blieb, wie es war. Proben, die ich mit der Fruchtwechſelwirthſchaft angeſtellt, gaben daſſelbe Reſultat. Es ſchienen zwar die Wieſen gegen die zum Futterbau benutzten Acker relativ zu verlieren; allein wenn man hier annehmen duͤrfte, daß den Wieſen ein Theil des reichlich erzeugten Duͤngers wieder gegeben ward, und man ihnen dann den erfahrungsmaͤßigen hoͤ⸗ heren Heuertrag berechnete, ſo erhoben ſie ſich faſt in gleichem Verhaͤltniſſe. Deshalb glaube ich alſo, daß wir mit Sicherheit zur Beſtimmung des reinen Ertrages bei der Dreifelderwirthſchaft ſtehen bleiben koͤnnen, welches dann uͤberdem die Ruͤckſicht auf die nur damit bekannten, und die Billigkeit empfiehlt. Jener Entwurf der preußiſchen Inſtruktion, den der H. V. meinem Entwurfe haͤufig entgegen⸗ ſtellt, hatte eine ganz andere Aufgabe zum Grunde, näͤmlich das Pachtquantum konkreter Domainen⸗ guͤter zu beſtimmen, und konnte folglich im Allge⸗ meinen bei der bisherigen Verfahrungsart bleiben. In Anſehung der Modifikation dieſes Verfahrens geſtehe 1 —— gſtche Reglel ud ſedi Oek ihe u niſſ wen. nſ e feite ethäl es ban. irtjſce ſchiene benußten nan hier heil des n ward, digen ho⸗ e ſch ſaſ glaube ih eſimmmung ixthſchaft rdem die und die truktion, ntgegel⸗ Grunde, zmainen⸗ im Allge⸗ t bleibes. derſahter geſtehe (161) geſtehe ich ihm viele Vorzuͤge vor den bisherigen Reglements zu. Vorerſt alſo zur Ueberſicht jener Inſtruktion und der Hauptbeſtimmungen derſelben, in ſofern ſie direkten Bezug auf unſern Gegenſtand haben. Nach geſchehener Vermeſſung werden zwei Oekonomie⸗Commiſſarien zugezogen, wel⸗ che unter Anleitung des Einrichtungs⸗Com⸗ miſſarius das Klaſſifikationsgeſchaͤft uͤberneh⸗ men. Dieſes geſchiehet unter Zuziehung des Feld⸗ meſſers zur ſeparaten Abmeſſung einzelner Parze⸗ len und Berechnung des Klaſſeninhalts der klaſſi⸗ fizirten Stuͤcke auf folgende Weiſe. Die Aecker werden ohne Nuͤckſicht auf Cultur und Duͤngungsſtand nach den Beſtandtheilen klaſ⸗ ſifizirt, jedoch wird der befundene Dungungsſtand zugleich beobachtet. Bei Kaſſifizirung der Wieſen verfahren die Commiſſarien ebenfalls nach den Beſtandtheilen des Bodens und der Lage, beſtimmen aber auch ſogleich den Heuertrag, wobei ſie die dem Lokale etwa anpaſſende Cultur der Wieſen durch Rodung, Stauung oder Umpfluͤgen und Kleeanſaͤen voraus⸗ ſetzen koͤnnen, jedoch nur, wie immer, auf ſolche Meliorationen, die in Anſehung ihres Erfolges 2 ͤͤſnn 2 “ ( 162) ganz gewiß ſind, Ruͤckſicht zu nehmen und die Koſtenanſchlaͤge beilegen muͤſſen. Auf Wieſenme⸗ lioration durch Duͤngung kann jedoch nicht reſlek⸗ tirt werden. Nun wird zuvoͤrderſt der, aus der geſchehenen Bouitirung der Aecker und Wieſen mit Ruͤckſicht auf den vorgefundenen Duͤngungszuſtand der Aecker ſich ergebende, geſammte Futtervorrath an Heu und Stroh auf eine beſtimmte Anzahl von Stuͤcken Großvieh berechnet. Hier wird erſt der Bedarf des nach Verhaͤltniß des Flaͤcheninhalts und der Beſchaffenheit der Aecker erforderlichen Arbeitsviehes berechnet, und dann erziebt ſich das Nutzvieh, welches nach Maaßgabe dieſes Vorraths gehalten werden kann. Sodann werden die Hutweiden abgeſchaͤtzt, und auch hier wird die Cultur derſelben unter den⸗ ſelben Bedingungen wie bei den Wieſen voraus⸗ geſetzt. Darauf wird die Anzahl des Großviehes, wel⸗ ches prinzipienmaͤßig auf der Weide ſeine Nah⸗ rung findet, mit dem Winterfuttervorrathe balan⸗ ii ſolcher nach Verhaͤltniß abzuſetzen und den Aek⸗ kern oder Wieſen zuzuſchlagen, und danach dann der wirkliche Viehſtand zu beſtimmen, findet da⸗ eirt. Iſt von erſterer ein Ueberfluß vorhanden, ſo — mde jeſenne ht reſlt ſchehene Räͤckſch ſiandd rvorrat ahl bon erſ der ninhalts derlichen zebt ſih be dieſet geſchaͤt, ter den⸗ voraus⸗ es, web e Nah⸗ de balan⸗ nden, ſo den Aek⸗ gach dalte jindet d 4 (163) gegen ein Mangel an Weide Statt, ſo muß ihr das Fehlende von etwa vorhandenen ſchlechten Wieſen oder entlegenen Aeckern zugeſchlagen werden, und zwar ſo, daß die bei vermehrter Weide zu hal⸗ tende Viehzahl mit derjenigen balancirt werde, die nun nach Maaßgabe des eben dadurch verminder⸗ ten Winterfuttervorraths gehalten werden kann. Es verſtehe ſich, daß in Faͤllen dieſer Art vorzuͤg⸗ lich auf Erſatz durch kuͤnſtlichen Futterkraͤuterbau Behufs der Stallfuͤtterung oder doch wenigſtens auf Kultur der Weide durch ſucceſſives Umpfluͤ⸗ gen und Beſaͤung mit Klee Ruͤckſicht zu nehmen ſey, aber auch auf die noͤthige Beduͤngung dieſes Terrains bei der nachmahligen Berechnung des Duͤngers fuͤr den Acker. In dem Klaſſifikations⸗ protokoli werden die noͤthigen Erlaͤuterungen aufgefuͤhrt, auch kann demſelben ein allgemeines Raiſonnement uͤber den nach dem Lokale bei den verſchiedenen Miſttrachten paſſenden Koͤrnereinfall und Ertrag beigefuͤgt wer⸗ den, beſonders inſofern das Lokale naͤhere Beſtim⸗ mungen der allgemeinen Prinzipien erfordern ſollte. Die Commiſſarien gehen nunmehro zu den Recherchen uͤber, welche in einem Vorwerks⸗Be⸗ reiſungs⸗Protokolle aufgenommen werden ſollen, L 2 1 (164) 1n welche eine Schilderung des befundenen Wirthſchaftszuſtandes in allen Zweigen bezwecken. Auf den Grund des ausgemittelten Winterfut⸗ ters und Weide und des darauf zu haltenden ge⸗ ſammten Viehſtandes wird nun die Prinzipienmaͤ⸗ ßig anzunehmende Duͤngung berechnet. Nach dieſer wird dann in der auszuarbeitenden Acker⸗Klaſſifications⸗Tabelle die Colonne, welche die Duͤngung detallirt, ausgefuͤllt und darauf der prinzipienmaͤßig treffende Saateinfall nach dieſem Duͤngungsſtande und der Klaſſe, zu welcher der Acker gehoͤrt, feſtgeſtellt und endlich der prinzipien⸗ maͤßig zu erwartende Koͤrnerertrag. Die bei dem Verfahren anzuwendenden naͤhe⸗ ren Grundſaͤtze werden den Commiſſarien in nach⸗ folgendem zu ihrer Norm aufgeſtellt: Sie haben zur Unterſtuͤtzung der von ihnen angenommenen Säͤtze ein grüͤndliches oͤkonomiſches Gutachten bei⸗ zufuͤgen, woraus die Art und Weiſe hervorgeht, wie die Prinzipien angewandt worden ſind. Wenn ein Spielraum gelaſſen iſt, ſo muß der mittlere Satz als die gewoͤhnliche Regel angenommen wer⸗ den. Jedoch wird ihnen die Freiheit geſtattet, bei beſonderen Lokalumſtaͤnden wodurch Abweichun⸗ gen ſich rechtfertigen laſſen, bis auf den hoͤchſten oder niedrigſten Satz zu gehen und in ganz ausge⸗ 1 —— ünn. rfe⸗ nge nma⸗ eiden elche der Lſem der dien⸗ naͤhe⸗ rach⸗ aben enen bei⸗ geht, genn lere wer⸗ attet, chun⸗ chſten auöge⸗ (165) zeichneten Faͤllen andre Poſitionen an die Stelle zu ſetzen, Sie muͤſſen ſolches aber mit einem raiſon⸗ nirten Gutachten vollſtaͤndig und ſo begruͤnden, daß keine Zweideutigkeit uͤbrig bleibe, ſonſt wuͤr⸗ den ſie ſich verdaͤchtig und oerantwortlich machen. Bei der von den Oekonomie⸗Commiſſarien vor⸗ zunehmenden Klaſſification bleibt es dem Ermeſſen des Einrichtungs⸗Commiſſarit uͤberlaſſen, daß je⸗ der Oekonomie⸗Commiſſarius ſeine Abſchäͤtzung beſonders von allen Pertinenzien aufzunehmen habe und mit andren nicht fruͤher conferiren duͤrfe, als nachdem beide ihre Arbeiten uͤbergeben haben. Der Einrichtungs Commiſſarius vergleicht dieſen dann und pruͤft ſie nach der ſich ſelbſt verſchafften Lokalkenntniß. Bei auffallenden Differenzien nimmt er mit den beiden Oekonomie⸗Commiſſa⸗ rien eine gemeinſchaftliche Reviſion vor, um die vorkommenden Irrungen aufzuklaͤren und die noch bleibenden Abweichungen nach ſeinem pflichtmaͤßi⸗ gen Ermeſſen zu entſcheiden. In ſehr bedeutenden Faͤllen kann er noch einen dritten bewaͤhrten? Oeko⸗ nomie⸗ Commiſſarius requiriren. (Die Zweckmaͤßiigkeit dieſer Beſtimmungen nach dem einmal beſtehenden Verfahren, iſt ohne 5 Zwei⸗ fel ſehr einleuchtend). ( 166) Nun folgen die ſpezielleren Vorſchriften uͤber die Bonitirung und Klaſſifikation der Aecker und der darauf zu beſtimmenden Ausſaat.(Hier ſind in§. 9. die chemiſchen Beſtandtheile des Bodens zu unvollſtaͤndig und zu unbeſtimmt angegeben, und es iſt dabei auf Kirwans Abhandlung uͤber die paßlichſten Dungmittel fuͤr die verſchiedenen Arten des Bodens verwieſen). Nach dieſer An⸗ leitung ſollen die Kommiſſarien eine Unterſu⸗ chung der Beſtandtheile des Bodens durch Sach⸗ verſtaͤndige vornehmen laſſen, in ſofern die er⸗ forderlichen Proben nicht einfach genug waͤren, um ſie auf der Stelle ſelbſt anzuſtellen.(Es iſt dabei ein Hauptbeſtandtheil naͤmlich der Humus oder die Moodererde uͤberſehen, welche auf die Modifikation der phyſiſchen Eigenſchaften jeder Bodenmiſchung und beſonders deſſen Fruchtbar⸗ keit den maͤchtigſten Einfluß hat. Dieſer Gegen⸗ ſtand aber lag in der Zeit, wo die Inſtruktion entworfen wurde, noch zu ſehr im dunklen, und ich bemerke dieſes hier nur, um Irrungen zu ver⸗ meiden, wuͤnſchte aber wohl zu wiſſen, ob dieſe Vorſchrift jemahls in Anwendung gekommen und welche Reſultate ſie gegeben habe. Bei der wirk⸗ lichen Bonitirung wird wohl immer nur auf die von ſelbſt in die Sinne fallenden Eigenſchaften (167) des Bodens und einige ganz leichte Proben— beſonders in Anſehung des Kalkgehalts— Ruͤck⸗ ſicht zu nehmen ſeyn. Daß aber von Sachver⸗ ſtaͤndigen unterſucht werde, woraus jeder in einem Diſtrikte vorkommende, durch gewiſſe in die Sinne fallende Eigenſchaften ſich auszeich⸗ nende und einen durch die Erfahrung ausgemit⸗ telten Grad von Fruchtbarkeit zeigende Boden, beſtehe, und daß dies beſonders bei gewiſſen fuͤr jede Klaſſe anzunehmenden Normalaͤckern vorge⸗ nommen werde, ſcheint mir zur Vermeidung aller Zweideutigkeit hoͤchſt wuͤnſchenswerth. Es war auf meinen Vorſchlag von dem damahligen Mi⸗ niſter des Innern Herrn Grafen von Dohna Ex⸗ cellenz beſtimmt, daß es geſchehen ſolle, und ich hatte mich erboten, dieſe Beſtimmung und Un⸗ terſuchung der zur Norm außzuſtellenden Ackerar⸗ ten in dem mir zunaͤchſt liegenden Diſtrikte zu uͤbernehmen, und dazu ſchon einige Vorbereitun⸗ gen mittelſt Zuziehung eines erfahrenen und mit hieſiger Gegend genau bekannten Praktikers ge⸗ macht. Da es indeſſen beſonders in Bezug auf Gemeinheitstheilungen geſchehen ſollte, ſo habe ich damit Anſtand genommen, bis die Organiſa⸗ tion dieſes Geſchaͤftes endlich beſtimmt, und die beabſichtigten Landverordnete ernannt wor⸗ 6 168) den, um mit deren uebereinſtimmung bei der Sache zu verfahren). Es werden hier vier verſchiedene Klaſſen oder vier verſchiedene Hauptabſtufungen der natuͤrli⸗ chen Fruchtbarkeit des Bodens angenommen. In einer jeden dieſer Klaſſen befinden ſi ſich ver⸗ ſchiedene von einander abweichende Boden⸗ miſchungen, welche nach ihrer Farbe und beſon⸗ deren Eigenſchaften, nach dem dortigen Sprach⸗ gebrauche beſondere Namen erhalten haben. 1) Zu den Aeckern erſter Klaſſe, welche ſich vorzuͤglich zum Weizenbau ſchicken, gehoͤren: 2. der ſchwarze Thon oder Lehm und die ſchwarze Dammerde. Es wird unter Dammerde diejenige gemiſchte Erde verſtanden, bei welcher ſich mehr Lockerheit als bei dem Lehm, und mehr Zuſammenhang als bei dem Grande(Kies) und Sande nebſt einem ſtarken Beiſatz von zerſtoͤrten vegetabiliſchen Beſtandtheilen findet. (dDies iſt derjenige Boden, welchen die Moͤg⸗ liner Schule humoſen Thon⸗oder Lehmboden mit oder ohne Kalkzuſatz nennt). b. Der graue Lehm und die graue Daminerde, in ſofern die letztere mehrere Lehmtheile als Sand⸗ theile in ſich faßt, und die Maſſe zuſammenhal⸗ tend iſt, und der braune Lehm, in ſofern er mit 1 a en de zatuͤri⸗ umen. h bet: bodae beſot⸗ brach⸗ he ſch . ind die umerde veſcher mehr und aoͤrten Moͤg⸗ mmit terde, Sand⸗ enhal⸗ er mit (169) Dammerde gemiſcht und nicht ſprockigt und mit vielen Kiestheilen vermiſcht iſt). (Hauptſaͤchlich unſer reicher Lehmboden mit 3 bis 6 Prozent Humus und mehrentheils mit etwas Kalk.) Die Natur dieſer Erdarten ſey von der Art, daß ſie eine ſtarke Triebkraft haben und den Duͤn⸗ ger nicht ſo ſchnell als andere verzehren, mithin auch in ihrer Triebkraft eine groͤßere Ausdauer haben. Es finde bei denſelben und zwar haupt⸗ ſaͤchlich bei der Winterſaat eine ſtarke Neigung zum Beſtauden des Getreides ſtatt. Jedoch ſey dieſes bei dem ſchwarzen Lehm und der ſchwarzen Dammerde der Regel nach nicht ſo ſtark ſichtbar als bei den unter b. genannten Erdarten: bei jenen gehe die Vegetation zu raſch in die Hoͤhe, um der Pflanze diejenige Zeit zum Beſtauden zu laſſen, welche ſie bei den letzteren Erdarten gewinne, welche zwar denſelben Trieb haben, ſolchch aber allmaͤhliger zu Tage bringen. Deshalb werde der Einfall in der Regel bei der Abtheilung b. etwas geringer angenommnn als bei a. Am ge⸗ ringſten werde ſolcher in der erſten und zweiten Miſttracht beſtimmt, weil dabei am meiſten auf das Beſtauden gerechnet werden koͤnne.(Wenn ein zu raſcher Trieb, der der Beſtaudung nach⸗ (170) theilig ſeyn kann, irgendwo zu beſorgen, ſo iſt es beim friſchen Miſte). Bei gut bearbeitetem Boden werde der Einfall des Weizens etwas ge⸗ ringer als der des Rockens angenommen,(ver⸗ muthlich weil vorausgeſetzt wird, daß der zum Weizen beſtimmte Acker beſſer bearbeitet, vier⸗ mal gepfluͤgt und geegget ſey, wenn es zum Rok⸗ 3 ken nur dreimal geſchieht. In dem Falle iſt der Grundſatz richtig; ſonſt muß Weizen, weil der Scheſſel weniger Koͤrner enthaͤlt, ſtaͤrker wie Rok⸗ ken ausgeſaͤet werden, und dies nimmt man im Durchſchnitt an.) Der Einfall des Sommer⸗ getreides mit Ausnahme der Erbſen(warum das?) wird jederzeit ſtaͤrker als der des Winter⸗ getreides beſtimmt, da jenes der kuͤrzeren Zeit wegen, die ihm zu ſeiner Vegetation gelaſſen iſt, ſic nicht ſo beſtauden kann. (Man beruft ſich in dieſen Annahmen der einſast auf Loͤwe und Briegers Magazin fuͤr Oekonomen und Kameraliſten und auf mich. In der wirklichen Ausuͤbung kommen zur Beſtimmung der angemeſſenern ſtaͤrkern oder ſchwaͤchern Einſaat manche Umſtaͤnde in Betracht, deren Beruͤckſichtigung wichtiger iſt, wie die Grundbeſchaffenheit des Bodens. Man wuͤrde auch bei der ſchwaͤchſten Ausſaat des eigentlichen 1 7 1 mma di—a (er er jum viet⸗ Nok⸗ iſt der il der Rok⸗ wim wmur⸗ varam binter⸗ Zeit m iſ⸗ der gazin nich⸗ zur oder acht, die zuͤrde lichen (171) Getreides immer noch zu viel ſaͤen, wenn man annehmen koͤnnte, daß die Saat ganz gleichmaͤ⸗ ßig vertheilt wuͤrde und ſaͤmmtliche Koͤrner eine geſunde Pflanze gaͤben. Da man aber das nicht kann, ſo haͤngt das Mehr oder Weniger faſt le⸗ diglich von den Umſtaͤnden ab, die das gleichmaͤ⸗ ßige Vertheilen und das Aufkommen jedes Saat⸗ korns mehr oder minder beguͤnſtigen. Danach wird ſie der wahre praktiſche Landwirth in jedem beſonderen Falle ermaͤßigen. Nach den bisheri⸗ gen Veranſchlagungsmethoden iſt die Ausſaat nach den Ackerklaſſen hypothetiſch angenom⸗ men und poſitiv beſtimmt worden. Man hat, falls man mit gehoͤriger Umſicht verfuhr, wohl immer auf das Facit dabei Ruͤckſicht genommen, was aus der Multiplikation der angenommenen Einſaat mit dem Ertragskorne herauskam, und dies iſt ohne Zweifel auch wohl bei dieſer In⸗ ſtruktion geſchehen. Warum nimmt man nicht geradezu den Koͤrnerertrag an und ſubtrahirt da⸗ von eine maͤßige Einſaat, jetzt wo bei jeder Taxation eine Vermeſſung des Ackers vorherge⸗ gangen iſt? Jene Methode ruͤhrt offenbar aus den Zeiten her, wo man den Flaͤcheninhalt nach der Ausſaat und nicht dieſe nach jenem beſtimmte. Doch ich werde mich unten uͤber das Schwan⸗ (172) kende, Taͤuſchende und haͤufig Willkuͤhrliche die⸗ ſer Methode noch ausfuͤhrlicher erklaͤren.) Zu dem Acker zweiter Klaſſe werden gezaͤhlt: a. Der mit wenig anderen Erdarten gemiſchte rothe und gelbe Lehm, ſo wie auch der braune ſprockigte und etwas kieſelhaltige Lehm, als wel⸗ che Erdarten ſich zwar groͤßtentheils im friſchen Duͤnger zur Weizenſaat ſchicken, dennoch aber im Ganzen ſchwieriger zu beackern und unge⸗ wiſſer im Ertrage ſind. (Dies iſt unſer thonigter mit zu wenigem Hu⸗ mus und wenig oder gar keinem Kalk nicht ge⸗ nugſam gemilderte Boden ,ſo wie auch der, wel⸗ cher zwar minder thonhaltig, doch wegen des un⸗ durchlaſſenden Untergrundes oder ſeiner Lage an Feuchtigkeit und Kaͤlte leidet; gewoͤhnlich unter Weizenboden zweiter Klaſſe begriffen.) Der Ein⸗ fall des Getreides iſt bei dieſen Erdarten wie der ſtaͤrkſte Einfall bei der erſten Klaſſe angenom⸗ men worden, indem zwar dieſer Boden viele Pflanzen ſeiner Kraft nach ernaͤhren kann, ſon⸗ dern auch die Zeit laͤßt, ſich zu beſtauden, je⸗ doch in der Fruchtbarkeit den ad b. bei der er⸗ ſten Klaſſe genannten Erdarten nachſteht, mit⸗ hin ſich nicht ſo ſtark beſtauden kann.(Der Hauptgrund zur ſtaͤrkeren Einſaat moͤchte wohl ahd. ) eziül gewiſcht braune 1s bel⸗ friſchen h aber Unge⸗ mHu⸗ ſicht ge⸗ der,we des ut⸗ Lage at unter Ein⸗ en wie ehomn⸗ viele ſon⸗ , je⸗ er er⸗ mit⸗ (Det e wohl (173.) der ſeyn, daß man auf wenigere aufkommende Keime dabei rechnen kann.) b. Der graue und ſchwarze Grand und ber⸗ haupt aller ſogenannte Mittelboden, deſſen Ve⸗ ſtandtheile zur Haͤlfte aus Lehm und Erde, zur Haͤlfte aber aus Grand oder Sand beſtehn, wel⸗ cher Boden im friſchen Duͤnger ſich groͤßtentheils zur weißen Weizenſaat ſchickt.(Dies waͤre alſo der milde Lehm oder ſandige Lehmboden, der ge⸗ woͤhnlich unter dem Namen des Gerſtbodens oder guten Mittelbodens bekannt iſt. Es kommt wohl vorzuͤglich auf ſeinen Humusgehalt, auch ob er einigen Antheil von Kalk habe, und dann auf ſeine Lage an, ob er zum Gerſtboden erſter oder zweiter Klaſſe nach der in den Marken gebraͤuch⸗ lichen Klaſſifikationsart zu rechnen ſey. So wie aber in den nachfolgenden Tabellen ſein Mitteler⸗ trag beſtimmt worden, gehoͤrt er ohne Zweifel zu unſerem Gerſtboden der erſten Klaſſe, und ſteht dem sub a. benannten im Werthe vor.) Hier iſt der Einfall wie vorhin, jedoch der ſchnellen Ve⸗ getation und daraus folgenden minderen Beſtau⸗ dung wegen etwas ſtärker, jedoch in der erſten und zweiten Tracht der Regel nach weniger ſtark als in den folgenden anzunehmen. In der wirk⸗ lichen Anwendung werde der pruͤfende Landwirth (274) ſtets in derjenigen Tracht, bei welcher erfah⸗ rungsmaͤßig die ſtaͤrkſte Triebkraft ſich zeigt, den geringſten Einfall beſtimmen.(Wenn dieſer Bo⸗ den, wie ſich eigentlich von ſelbſt verſteht, eine geſunde Lage hat, ſo wird man bei der Winte⸗ rung mit einer ſehr ſchwachen Einſaat ausrei⸗ chen, falls anders die Beſtellung fruͤh genug vor ſich geht. Er wird ſich im Herbſte ſtark beſtau⸗ den. Bei der Soͤmmerung aber halte ich eine etwas ſtaͤrkere Einſaat fuͤr ihn noͤthig, weil er bei warmer Witterung ſich nicht ſo ſchnell be⸗ ſtaudet als in die Hoͤhe treibt, und eine dichtere Saat ihn gegen die Einwirkung einer ausdörren⸗ den Witterung mehr ſchuͤtzt.) 3) Zu den Aeckern dritter Klaſſe gehoͤrt jeder ſogenannte leichte Boden, d. h. derjenige Boden, in deſſen Miſchung uͤberwiegend mehr Sand als Lehm und Grandtheile enthalten ſind. (Hier wird Sand und Grand einander entge⸗ gen geſetzt, und es ſcheint, als ob man bei dem letztern eine Annaͤherung zum Lehm verſtehe. Unter Grand verſteht man aber ſonſt nur einen grobkoͤrnigen und ſchaͤrferen Sand. Je grob⸗ köoͤrniger aber der Sand iſt, um deſto leichter — ungebundener— wird der Boden und bei einer gleichen Quantitaͤt von Thon iſt der Boden im⸗ it, eſer d⸗ iht, en Pin auenei nug bo beſtau⸗ ch eine , weil gel be⸗ dichtete dorrer⸗ rt jeher Boden, nd als entge⸗ ei dem rſehe. einen grob⸗ leichter ei einer den im⸗ ( 125) mer um ſo gebundener und Feuchtigkeit haltender, je feiner dieſer Sand iſt. Ich bemerke dies, um Mißverſtaͤndniſſe zu vermeiden; ſonſt erhellet wohl, daß hier ein mit wenig Lehm gemiſchter Sand⸗ boden zu verſtehen ſey, der aber doch nicht zu dem ganz ſchlechten Sandboden gehoͤrt, ſon⸗ dern noch uͤber 10 Pct. Thon enthaͤlt, und dadurch noch ziemliche Gebundenheit und Feuchtigkeits⸗ haltung hat; ſolcher Boden, der in hieſigen Ge⸗ genden unter dem Namen des Haferbodens iſter, 2ter oder 3ter Klaſſe nach Verhaͤltniß ſeiner Lage und ſeines milden Humusgehalts vorkommt.) Bei dieſem Boden ſey bei friſcher und guter Duͤngung der natuͤrlichen Waͤrme wegen in den erſten Trachten die Vegetation ſehr ſtark, und gehe ſchneller als in den andern Klaſſen vor ſich und daher hier weniger Beſtaudung der Geſchwindig⸗ keit wegen moͤglich. Bei dieſem Boden werde daher der Einfall ſtaͤrker als in allen vorhergehen⸗ den Klaſſen bei der friſchen Duͤngung angenom⸗ men; in der 3ten und aten Tracht hingegen und bei dem gellen(gar nicht im Duͤnger ſtehenden Lande) nehme der Einfall in eben dem Verhaͤlt⸗ niſſe, wie er bei den andern Klaſſen der Regel nach zunimmt, ab, weil derſelbe, wenn ihn nicht Duͤngung unterſtuͤtzt, gar nicht im Stande ſey, (176) oielen Pflanzen Nahrung zu geben, mithin bei einer dichten Saat eine der andern, obgleich ſie ſich keinesweges beſtanden, dennoch die Kraft entziehen wuͤrde, die bei dieſem Boden in ſo ſpar⸗ ſamen Verhaͤltniſſen angetroffen wird.(Bei der zur gerechten Zeit vollfuͤhrten Winterungsausſaat beſäe ich dieſen Boden, unter Vorausſetzung einer guten Unterbringung, immer nur ſchwach, wenigſtens nicht ſtaͤrker als irgend einen andern. Hat er Kraft, ſo werden ſich die Pflanzen im Herbſt genngſam beſtauden. Fehlt es ihm an Kraft, ſo dehnen ſich die Wurzeln, um nach Nah⸗ rungstheilen zu ſuchen, ſo weit aus, daß die zu⸗ faͤlllig ſtaͤrkeren Pflanzen alle ſchwaͤcheren in ihrem Umkreiſe aushungern. Ich habe den Verſuch ge⸗ macht, eine Stelle, nachdem ſie vom Saͤemann ſchon uͤbergangen war, aus dem Sacke noch⸗ mals recht ſtark mit eigner Hand zu uͤberſtreuen. Die Pflanzen ſtachen ſehr dicht hervor, aber im folgenden May ſtand der Rocken auf der Stelle nichts dichter und nichts duͤnner, wie auf dem übrigen mit 12 Metzen p. Morgen beſaͤeten Acker. Halm und Aehren waren aber auch nicht ſchwaͤcher. Von einer ſtarken Ausſaat auf ſolchem Acker wol⸗ len einige bemerkt haben„daß das Getreide dann zwar dichter ſtehe, aber ſchmaͤchtige Halme und Aehren 4 —— ———— 9 —f1—— 9 — aß dieſt⸗ rſuchg⸗ ſtteuet. aber in r Stelle auf den en ckße hoaͤcher. ſcker wil⸗ reide dann alme ünd Aehten (172) Aehren habe und ſie ſind uneins, ob es unter dieſen Umſtaͤnden einen hoͤheren oder geringeren Ertrag gebe. Es kann dies der Fall ſeyn, wenn der Rocken, wie auf ſolchem Boden oft geſchieht, erſt ſo ſpaͤt geſaͤet wird, daß er oft erſt im Fruͤh⸗ jahre zum Vorſchein kommt. Hier treiben dann alle Halme ſchnell und gleichzeitig in die Hoͤhe, toͤdten einander nicht, aber kuͤmmern ſaͤmmtlich. Bei der fruͤheren Saat geht ein Theil ſchon vor Winter zu Grunde und naͤhrt dann vielleicht die uͤbrigen etwas. Hafer aber, wenn ich ihn auf ſolchem Boden baue, ſaͤe ich ziemlich dicht, da⸗ mit er den Erdboden ſchnell beſchatte.) 4) Zur vierten Klaſſe gehoͤrt Torfland und Moorerde, imgleichen wenig gemiſchter kalter weißer und blauer Schluff,(eine todte Thon⸗ oder Lehmlage, die mit Humus wenig oder gar nicht gemiſcht und gelockert iſt) inſofern ſolche Ackerſtuͤcke wegen ihrer tiefen Lage von den kalten Quellen nicht befreiet werden koͤnnen. Es wird hier aber bemerkt, daß ſich dieſe Erdarten durch Abgrabung dergeſtalt aͤndern koͤnnen, daß die letzte der Natur des grauen Lehms ſich naͤhert, die erſte hingegen die des Mittelbodens annimmt und heide ſich dann zur zweiten Klaſſe ſchicken wuͤrden. Ferner roͤthlich eiſenſchuͤſſige Erde, die nur wenig Lehm⸗und grandhaltig iſt,(was heißt hier wie⸗ der Grand?) wie auch ganz ſteiniger Boden. M Bei dieſer vierten Klaſſe wird aus eben den Gruͤn⸗ den, die vorhin bei der dritten in Ruͤckſicht auf den im alten Miſt⸗ und gellem Lande zu rechnen⸗ den Einfall aufgeſtellt ſind, noch weniger Saat angenommen. Es hat nemlich dieſer Boden, deſ⸗ ſen Ertrag bei gellem Lande faſt gar nicht beruͤck⸗ ſichtigt werden kann, auch ſelbſt bei den Miſt⸗ trachten immer nur eine unbedeutende Triebkraft und kann derſelbe deshalb im friſchen Miſt nur wenige, im alten aber noch wenigere Pflanzen er⸗ naͤhren.* (Wenn man einen ſolchen Boden, bevor er verbeſſert iſt, beſaͤen will, ſo glaube ich daß eine ſtarkere Einſaat rathſam ſey. Ohne Ruͤckſicht auf die vielen hier verlornen Koͤrner— wovon die Inſtruktion nachher beſonders redet— kann der lettige kalte Boden dichtſtehende Pflanzen wohl tragen: denn die Wurzeln verbreiten ſich darin nicht weit; aber auf Beſtaudung iſt nicht zu rechnen.). um unſern Leſern die auf dieſe Bodenarten angenommene Einſaat der verſchiedenen Getrei⸗ dearten und den Durchſchnittskoͤrnerertrag vorzu⸗ legen, laſſe ich die Tabelle uͤber den auf ſämmtlichen verſchiedenen Ackerklaſſen nach Maaßgabe der Duͤngung anzuneh⸗ menden Koͤrnereinfall und Ertrag ein⸗ ruͤcken.(Siehe Tabelle A.)— 3 Seite 173 gegenuͤber. 1. 2. 3.*— 8 4. Fufenge de Aun dicfentan K ͤ r ner ⸗ ESin fall. Durchſchnitts„Koͤrner⸗Ertrag im Ka fätor⸗ a. in die 1ſte und 1 e fehhen Miſ nach der erſten und zweiten „» K n. 2 eht⸗ 4 1———— Miſtſaat, imgl. bei der 3ten und zten Saat AckerKlaſſ 6 n. ſter Ad hon 2te Mäſtiro ht Weizen. Rocken. Gerſte. Erbſen. Hafer. imgl. bei den folgenden Saaten oder . de be ſee⸗ te Miſtracht 4—— 3—— im gellen Lande. itätl e in den ſoge⸗ Einfall Einfall Einfall Einfall Einfall Moi:— orſgo] E.. een Analitä nannten gellen pro Morgen Saat. pro Morgen Saat. pro Morgen Saat. pro Morgen Saat. pro Morgen Saat. Weizen; Rocken⸗ Gerſte⸗ Erbſen⸗ Hafer⸗ worden Acker. Magdeb. Magdeb. Masgdeb. Magbeb. Magdeb. 8—— Morgen Ruten. M. R. Sfl. M. Sfl. M. Sf. Mtz. Sfl M. Sfl. Mtz. fl M. Sfl Mtz Sfl. M. Sfl. Ms. Sfl. M 3 4 n. a. 1 3. iſte und ate— 13— 4——6— OSS6—- S—O— ZJ.d-— 5—29—— D. Derz ſchiweie Lehm, und die ſchwarzeſ zte und ate—— 14— 5/— 14 16— 8—- 111—2————— 5— 7 5— 7 5— 71 5— 8— 3 gelles Land.—— 1/5— 6— 1— 8———-— S= 1½— 4——-8—— 54— 6— 4— 6[5— 5 rſte. b. Kl.]. Der graue Lehm und die grane Dammerde,„.. 8 in ſofern ſie mehr Lehm⸗ als Sandtheile ent⸗ iſte und 2te— 1— 3,—— ,——— 1 6-HO O— OS——5—9— 5— 8—— häͤlt, und zuſammenhaltend iſt. Der braune zte und ate-— 1½— 4— 14— 0,——1 16— 7—— 1— 2—MV——— 74— 7 4— 5— 3— Lehm, in ſofern er mit Dammerde gemiſcht, gelles Land.--152 4 3 8—— 4—= 5— 4— 6 4— 6 Lund nicht ſprockigt und kieſelhaltig iſt. A... (Der wenig mit andern Erdarten gemiſchte Iſte und 2te—— 1— 4—5—-N6--O—- S—-=—5— 7 4— 6 4— 6—— rothe und gelbe Lehm, ſo wr aute daniche 3te und ate——ſ 1 4—-— 10—8—-— 16— 8— 11— 2—— 18— 10—— 1— 5 4— 5 ¼4— 5 4— 6 4— 6 ſprockigte und etwas kieſelhaltige Lehm.. gelles Land.————— 1— 5—⸗——— 2— 4 3”0 3— 4— 31— 5° 3— 4 . b. Kl. Der graue und ſchwarze Grand⸗ und Mit⸗———— 6l=I=Lr6—7——--—-—————5—— 8 5— 8—— ͤſͤͤͤ Loder Sand honige Erde, zur Häͤlfte Grand— gelles Land.———--- 16- 8S—-==2- 4-=8— 1=S— 4— 4— 5 3— 3 F. Der leichte Boden, der uͤberwiege ſte und 2te—————- 17—= 1 8—O— 9 8—,—— 4—6 4—5— 3— 5 3te S„ der uͤberwiegend mehr and als Lehm und erdi i zte und ate-———115— 8———õ—-rIr 2I 8—-— 3— 5-— 4— 5. 3— 4 Kl. 1Sand. h ge Gfandsheiſe gelles Land.—————— 1 2———+—— 6— 2 ½— 3 ½— 12 ¾— 3 ½ Torfland und kalter, wenig gemiſchter weiſ⸗— 4 ate ſer und blauer Schluf, imgleichen roͤthliche Iſte und aste 1 4-13——8——-J-A6—8—3— 4 4.= 13 ½— 4 Kl. eiſenſchuͤſſige Erde, die nur wenig Lehm und Ite und ate—— 1½2— 3SSII 6— 2— 3—[27 33 2 ½— 3½ Tsrandhaltig iſt, und ganz ſteiniger Boden. gelles Land.———-2ne6-ee— 23— 25 . 4 Seite 179 gegenuͤber. B. Rocken à 24 gr. ⸗ Hafer à 12 gr. ⸗ Ertrag nach Abzuzie kf. Proportional⸗ Einſaat 8 Total⸗ hendes— Bleibt Geld⸗ Zanl des Er⸗ 4 orn. Wirth⸗ Betraͤgt Rein⸗ eld⸗[Summa. rage höchſte Klaſſe.[ Frucht. angege⸗ Mittel⸗ angegebe⸗ Mittel⸗ Erten tanmenh Ertrag. Ertrag Sat angenom⸗ 5 bene ſatz. ner atz. Einſaat. men wird 8 Metzen. Metzen. Metzen. Metzen. Metzen. Groſchen Groſchen 19 S00. 10 1002 Erſte Klaſſe. a. 1 Weizen 19— 20 19 6— 9 7 ½ 146 ½ 4¼ 82 ⅔ 63 ½3 118,81 2 Gerſte 22 22 5— 9 7 154 4 88 66 74,25 3 Weizen 20— 22 21 5— 6 126 3 ⅔ 73 ⅔ 52² ⅔ 98, 44 4 Gerſte 22— 24 23 5— 7 6 138 3 ½ 80 57 64,60 1 356, 19 800 1000 Erſte Klaſſe. b. 1Weizen 18— 19 18 5— 9 7 129³ 3 74 55 ½C 104,06 2 Gerße 22 22 5— 8* 6 ¾ 143 3 ⅓ 82 ½ 60 68, 06 3 Weizen 18— 20 19 5— 7 6 114 3 ½ 66 ½ 47⅔ 89,06 4 Gerſte 22— 23 22 4— 7 5 ½ 123½ 4 73 ½ 50 Q⅜⅛¾ 56,95 318,13] 714 893 Zweite Klaſſe. a. 1 Weizen 10 20 5— 7 6 120 3 ⅔ 70 50 93,75 2 GBerſte 22 22 4— 6 5 110 3 66 44 49, 5 3 Rocken 22— 24 23 4— 5 4²³ 103 ⅔ 2½ 63¾ 40 60, 37 4 Hafer 24— 26 25 4— 6 5 125 3 75 50 37,5 . 1 241,12 541 676 Zweite Klaſſe. b. 1Rocken 20— 22 21 5— 8 6 ⅔ 136 ⅔ 3 ⅔ 78 ¾ 57½ 86, 62 leichter Boden. 2 Gerſte 22— 23 22 ½ 5— 8 6 ⅔ 146 ½ 3 ¾ 84 ⅔ 61⅔ 69, 6 3 Rocken 22— 24 23 4— 6 5 115 3 69 46 69 4 Hafer 24— 26 25 4— 7 5 ¾ 137 3 ¾ 78 ⅔ 59 ½3 44,54 .. b 269,76 605 757 Dritte Klaſſe. 1] Rocken 23— 253 24 4— 61 5 120 3 72 48 7² 2 Hafer 24 24 3— 5 4 96 2 ½ 66 36 27 3 Rocken 21— 24 2253[ 3— 5 4 90 2 ½ 564 33 4 50,62 4 Hafer 5 24 3— 4 3 84 2¾ 54 30 22,5 226 8 172, 12 Vierte Klaſſe. I Weizen 18 158 3— 4 3 63 2 ½ 40½ 22 ½ 42, 19 3 5 38 433 2 Hafer 22— 2 23 3 7—= 4 3 86 2 ¾ 54 ½ 31 ½ 23,71 3 Rocken 8— 19 18 ½ 2 ½— 3 ½ 3 55 ⅔ 2 37 18 ⅔ 27,75 4Hafer 22 22 2 ½— 3 ½ 3 66 2 44 22 16, 5— — A— 1 110,15 247 3⁰9 . Beim Geldertrage iſt angenommen: Weizen à 30 gr. der Scheffel. Gerſte à 18 gr. der Scheffel. Mit di die, umd Ackerklaſſe ſelben gehe hiier ergebe handlungi gemiittelte, rechnet vott elerſchifte n Erklaͤue ohlen desr nung desh in einer au Aſer ſe um V vortionabeoh ainne, wo a ötſier Sat vonden. M ſen, d ſe unb yhl as dos ſcze, und das pin angenome Es folgen mekungen in rens bey der! a Larluſte 179*. Mit dieſer Tabelle verbinde ich eine anbeke, die, um den reinen Ertrag der angenommenen Ackerklaſſen auszumitteln, das Verhaͤltniß der⸗ ſelben gegeneinander darzuſtellen, und den ſich hier ergebenden Ertrag mit dem in meiner Ab⸗ handlung uͤber Werthſchaͤtzung des Bodens aus⸗ gemittelten, vergleichen zu koͤnnen, von mir be⸗ rechnet worden. Sie wird wohl, wenn man die Aeberſchriften der Kolumnen lieſt, keiner weite⸗ ren Erklaͤrung beduͤrfen. Bei den Proportional⸗ zahlen des reinen Ertrages habe ich zur Bezeich⸗ nung des hoͤchſten Satzes in einer Kolumne 800, in einer anderen 1000 angenommen, damit der Leſer ſie um ſo leichter mit den verſchiedenen Pro⸗ portionalzahlen in anderen Aufſaͤtzen vergleichen koͤnne, wo auch zuweilen 800, zuweilen 1000 als hoͤchſter Satz des Ertragswerthes angenommen worden. Mehrere Dezimalen habe ich weggelaſ⸗ ſen, da ſie unbedeutend ſind. Das Sandkorn ſo⸗ wohl als das Ertragskorn ſind nach dem Mittel⸗ ſatze, und das Wirthſchaftskorn nach den Prinzi⸗ pien angenommen.(Siehe Tabelle B.) Es folgen dann einige ſehr zweckmaͤßige Be⸗ merkungen in Anſehung des praktiſchen Verfah⸗ rens bey der Abſchaͤtzung. Wenn Lokalumſtaͤnde den Verluſt eines Theils der Saat nach ſich zie⸗ M 2 6 180) hen koͤnnen, und mithin eine ſtaͤrkere Einſaat er⸗ forderlich iſt, ſo wird beſtimmt, um wie viel ge⸗ gen den prinzipienmaͤßigen Einfall zugegeben werden muͤſſe; aber nur der prinzipienmaͤßige Einfall wird bei der Beſtimmung des Ertrages berechnet, der Ueberſchuß der Saat wird nur dem Wirthſchaftskorne zugeſetzt.““ Wegen des drei⸗, ſechs⸗ und neunjaͤhrigen Landes, welches in einigen Gegenden ſich vor⸗ finde, ſeiner ſchlechten Beſchaffenheit wegen nicht einſt einer Duͤngung werth ſey, und alle drei, ſechs oder neun Jahr mit Rocken beſaͤet zu wer⸗ den pflege, wird weiter unten§. 42. feſtgeſetzt: daß ſolches nicht nach dem Maaßſtabe eines ge⸗ wiſſen Koͤrnereinfalls und Ertrages, ſondern Morgenweiſe veranſchlagt werden ſolle; das drei⸗ jaͤhrige Land per Morgen à 6 gr., das ſechsjaͤh⸗ rige à3 gr. und das neunjaͤhrige à 2 gr., indem der reine Ertrag im Saatjahre zu 18 gr. anzu⸗- nehmen ſey. Bei dem ſechs⸗ und neunjaͤhrigen Lande ſolle der Regel nach auf Nadelholzbeſaa⸗ mungen Ruͤckſicht genommen werden. Von den Wieſen werden vier Klaſſen ange⸗ nommen: — (131)7 . die 1 Kl. zu 20— 22 Ct. Heuwerbung p. Morg., iel he die 2 Kl. zu 14— 16 Cct. ⸗ 3.* egehe die 3 Kl. zu 8— 12 Ct. 5 z 5. ͦßiece die 4 Kl. zu 3— 6 Ct. ⸗„ ⸗ raggs Es wird jedoch auch auf die Qualitaͤt des u„ Heues geſehen, und eine Wieſe, die zwar mehr aber ſchlechteres Heu liefert, wird eben ſo abge⸗ ſchaͤtzt, wie die, welche zwar der Fuderzahl nach igen weniger, aber fuͤr die Benutzung das naͤmliche vor⸗ leiſtet. Die Wieſen werden indeſſen, wie wir nicht weiter unten hoͤren werden, gar nicht in An⸗ drei, ſchlag gebracht, in ſofern ſie nicht mehr als den wer⸗ Bedarf des Viehes geben. ſett: Bei der Ausmittelung des Betriebs⸗ oder Ar⸗ 3 ge⸗, beitsviehes wird im Allgemeinen angenommen, dern V daß auf dem ſtrengen Boden erſter und zweiter drei⸗ Klaſſe, auf 100 Morgen einfaͤhriges Pfluͤgen, in jͤh⸗ V allen Feldern gerade durchgerechnet 2 Ochſen und ddem 2 ½ Pferd erforderlich ſeyen. Wenn naͤmlich z. B. nzu. eine ſolche Ackerflaͤche Zo0 Morgen enthielte, ſo igen betraͤgt davon das Winter⸗ und Sommerfeld ſaa⸗ 200 Morgen. Hiervon ſind z. B. 3o0 Morgen zur Weizenſaat gfaͤhrig 5 zu beſtellen,......= 120 Morg. nge⸗ 70 Morgen zur Rockenſaat 3faͤhrig zu beſtellen,......= 210. (182) z0 Morgen zur Gerſtenſaat 3faͤhrig zu beſtellen,„„„„„*= 150 Morg. 20 Morgen zur Erbſenſaat rfaͤhrig zu beſtellen,......= 20 30 Morgen zur Haferſaat zfaͤhrig a beſtellen,......= 60 ⸗ = 560 Morg. Dieſe dividirt durch 100, giebt 3 Paar Ochſen auf 300 Morgen, und auf aͤhnliche Art iſt der Bedarf an Pferden zu berechnen. Bei mildem Boden erſter und zweiter Klaſſe werden auf 120 Morgen 2 Ochſen und 2 bis 2 ½ Pferde angenommen; im Boden dritter und vierter Klaſſe werden auf 140 Morgen 2 Ochſen und 2 bis 23 Pferde gerechnet. Es wird indeſſen den Commiſſarien uͤberlaſſen, ein Mittelverhaͤlt⸗ niß anzunehmen, und wenn der Boden der vier⸗ ten Klaſſe groͤßtentheils aus dem ſchwer zu beak⸗ kernden weißen und blauen Schluff beſtehe, ſo ſey der Bedarf des Betriebsviehes zu erhoͤhen. Auf 10 Ochſen und eben ſo viel Pferde wird uͤber⸗ dem 1 Ochſe und 1 Pferd zur Reſerve berechnet, auch auf 4 Stuͤck Geſpannpferde 1 Fohlen, und auf 4 Stuͤck Zugochſen ein Stuͤck Jungvieh zur Kompletirung derſelben angenommen. „ (183) Wenn bei ſolchen Wirthſchaften, wo wegen eines uͤberwiegend großen Wieſenverhaͤltniſſes die zur Bewirthſchaftung wirklich erforderliche Anzahl von Pferden noch nicht herauskommen ſollte, bleibt es den Commiſſarien uͤberlaſſen, die⸗ ſerhalb noch einen verhäͤltnißmaͤßigen Zuſatz zu machen, welcher nach der Groͤße, Entlegenheit und Ergiebigkeit der Wieſen beſtimmt werden muß. Zu einer ungefaͤhren Norm, ob die auf den Ackerbau ausgemittelte Anzahl von Pferden auch fuͤr die Wieſen zureiche, ſey anzunehmen, daß bei Wieſen iſter und 2ter Klaſſe auf 10 bis 15 Morgen, auf Wieſen der dritten auf 16 bis 20 Morgen, und bei Wieſen der vierten auf 21 bis 26 Morgen 1 Pferd zureiche. In der Regel werde jedoch kein Zuſatz Statt finden duͤrfen, da durch anzulegende Heuſchober auf entfernten Wieſen das Heu bis auf den Winter bewahrt und demnaͤchſt eingefahren werden koͤnne, ſolche Wie⸗ ſen aber, die fuͤr die Wirthſchaft durchaus entbehr⸗ lich ſind, ſeparat veranſchlagt werden muͤſſen. (Es erhellt hieraus, ſo wie aus vielen an⸗ Bern angenommenen Saͤtzen, daß ungemein ſchwaches Arbeitsvieh, wovon man in Sachſen und Weſtphalen kaum einen Begriff hat, voraus⸗ geſetzt werde.(In dem angelegten Schema Ezur 6 ¹64) Nachweiſung des auf dem Vorwerk N erforderli⸗ chen Betriebsviehes werden auf 424 Morgen ſtaͤr⸗ keres und 224 Morgen leichtes Saatland 35 Och⸗ ſen und 42 Pferde berechnet! Was wuͤrde ein Sachſe, ein Mecklenburger dazu ſagen?) In Anſehung des Strohbedarfs zur Fuͤtte⸗ rung und Einſtreu ſey es ein durch Erfahrung beſtaͤtigter Satz, daß auf 3 Scheffel Ausſaat in den beiden erſten Klaſſen ein Stuͤck Großvieh, bei der dritten auf 43 Scheffel, bei der vierten ſo wie dei dem 3-, 6⸗ und 9jaͤhrigen Lande nur auf 5 bis 6 Scheffel Ausſaat 1 Stuͤck angenommen werden koͤnne. Wenn die anzunehmende Ausſaat noch nicht eruirt worden, der Flaͤcheninhalt aber ſchon bekannt ſey, ſo wird auf 2 ⅞ bis 2 ¾ Morgen des jaͤhrlich zu beſaͤenden Landes Strohgewinn fuͤr 7 Stuͤck Vieh gerechnet, bei der dritten Klaſſe auf 2 ¾ bis 3 ½ Morgen, bei der vierten Klaſſe auf 4A bis 5 Morgen. Bei Fixirung des Schwanken⸗ den dieſer Saͤtze wird auf die vorgefundene, nicht auf die prinzipienmaͤßige Duͤngung Ruͤckſicht ge⸗ nommen(weil naͤmlich der Strohertrag von der Duͤngung abhaͤngt). Bei dieſen Saͤtzen wird das weiterhin zu be⸗ ſtimmende Heufutter als vorhanden vorausge⸗ ſetzt. Sollte ſolches jedoch nicht ganz da ſeyn, ſo dle ſtäͤr Och eeij uͤtte rung t in bei wit dis rden noch ſchon des fuͤr aſſe auf ken⸗ icht ge⸗ der Nbe⸗ oge⸗ n, ſt (185) kann, wenn doch 3 deſſelben vorhanden ſind, das Uebrige durch mehreres Strohfutter erſetzt werden, und wird in dieſem Falle 1 Fuder Heu à 12 Centn. durch den Strohgewinn von zwei be⸗ ſaͤeten Morgen der erſten und zweiten Klaſſe, von 3 der dritten und von 4 der vierten gedeckt. Als Heubedarf fuͤr jedes Ackerpferd wird vom Monat Oktober ab bis Ende Mai, nachdem die Beackerung leicht oder ſchwer und das Heu ſchlecht oder gut, taͤglich 8, 10 bis 12 Pfand Heu gerechnet. Fuͤr die naͤmliche Zeit auf jedes Ackerpferd, excluſi ive der zur Reſerve beſtimmten, taͤglich eine Metze Hafer. Der Geldbetrag dieſes Hafers nach dem Anſchlagspreiſe wird von dem durch den— Nutzanſchlag ausgemittelten Totalertrage in Ab⸗ zug gebracht,(alſo wird dieſe Kornfuͤtterung der Pferde nicht mit durch das ausgeworfene Wirth⸗ ſchaftskorn gedeckt angenommen.) Reicht der Hafererbau nicht, ſo erſetzen 9 Weben Rocken einen Scheffel Hafer. Auf jeden Zugochſen werden vom Iſten Maͤrz 3 Monate lang taͤglich 15 bis 20 Pfd. Heu gerechnet. Auf jede Kuh ſind der Regel nach 12 Ctr. Heu, auf jedes Stuͤck Jungvieh und jedes Lihlen 3 bis 4 Ctr. anzunehmen... —(185) Auf 100 Stuͤck Schaafe werden 5 bis 10 Fu⸗ der Heu à 12 Ctr., oder auf 6 Schaafe o bis 12 Ctr. Heu gerechnet, je nachdem die Contracte der Schaͤfer oder ſonſtige Lokalbeſtimmungen und Ruͤckſicht auf die Groͤße der Sihanfe es an die Hand geben. In Anſehung des Strohfutters werden 10 Stuͤck Schaafe und 2 Stuͤck Jungvieh einem Stuͤcke Großvieh gleich geachtet. Bei der Berechnung des Winterfötters wird noch auf das Nutzvieh der Deputanten auf die zu haltenden Bullen und die von dem Beamten nach Verhaͤltniß der Pachtung zu haltenden Stall⸗ pferde Ruͤckſicht genommen, ohne daß dieſes Vieh als Nutzvieh in Anſchlag gebracht werde. (Alſo auch dies deckt das Wirthſchaftskorn nicht.) Auf 2 Maſtochſen wird ſo viel Strohfutterbe⸗ darf angenommen, als fuͤr 3 Stuͤck Großvieh. Heu wird fuͤr ſelbige aber gar nicht ausgeworfen, indem der Nutzung⸗Ertrag des Maſtviehes im Brennerei Anſchlage nicht berechnet wird. Die Anzahl des Maſtviehes wird zu Folge richtiger Nachweiſungen oder nach Verhaͤltniß des Brannt⸗ weindebits der letzten ſechs Jahre angenommen. Wo nur Schweinemaſt Statt findet, wird die Berechnung doch auf Ochſen angelegt und (182) 3 bis 4 Schweine auf einen Ochſen ange⸗ nommen. Noch wird ein gewiſſes Quantum des Strohs, inſofern kein Rohr gewonnen wird fuͤr das Dach⸗ decken abgezogen. Bei ermangelndem Stroh und uͤberſchießen⸗ dem Heu werden in der Regel zur Winterfuͤtte⸗ rung 3 Fuder Heu auf ein Stuͤck Vieh, welches gar kein Stroh erhaͤlt, gerechnet. Dann werden die Weidelaͤndereien bonftirt. Bei Roßgaͤrten und Weidekoppeln, ingleichen zur Weide eingeraͤumten Wieſen 3ter Claſſe wird ein Morgen pro Stuͤck Großvieh gerechnet. Die anderweitigen Separatweiden werden folgender⸗ geſtalt gewuͤrdigt: a) bei der Brachweide wird bloß auf Schaafe und Schweine Ruͤckſicht genommen, indem Groß⸗ vieh bei einer vollkommenen Ackerkultur nicht er⸗ halten werden koͤnnte. So auch bei dem Dreiſch⸗ und mehrjaͤhrigen Lande, indeſſen doch eine ge⸗ wiſſe Anzahl dieſer Thiere nach Verhaͤltniß ihrer Groͤße auf ein Stuͤck Großvieh reduzirt. b. Bei Waldhuͤtungen wird auf ein Stüt Großvieh gerechnet: An Ellern und Weidebruͤchern und wenig be⸗ ſchatteten Laubholzwaͤldern 1— 3 Morgen. (188) In kaubholzwaͤldern, die ſtark beſchattet wer⸗ den, und dann in Waͤldern mit Vrihemn 4 bis 5 Morgen. In Tannenwäͤldern ohne Bruͤcher, desglei⸗ chen in Fichten⸗ und Birkenwaͤldern 4 bis6 Morg. Im Fal eines ſtarken Holzwuchſes oder bei ſon⸗ ſtigen Hinderniſſen der Weide wird bis ½, und nach den Umſtaͤnden auch noch mehr als un⸗ brauchbar in Abzug gebracht.(Das iſt wahrlich auch wohl noͤthig!) 88 Es folgen noch einige Beſtimmungen uͤber an⸗ derweitige Separatweiden, mit Wachholder ſtark bewachſenem Lande und dergleichen. Sodann noch etwas uͤber die Gemeinweiden, oder bei der Conkurrenz anderer Weideintereſſenten. Bei Mangel an Weide wird auf die Anle⸗ gung von Kleekoppeln zur gruͤnen Stallfuͤtterung verwieſen, und bei vorzuͤglich geeignetem Boden 8½ Morgen pro Stuͤck Großvieh gerechnet. Auch— wird des Anbaues der Wicken, der uzerne und Esparſette erwaͤhnt. Durch das Vorwerks⸗ Vereiſangsproto oſt und durch das Protokoll etwaniger Vorſchlaͤge zu Wirthſchaftsverbeſſerungen wird manches ge⸗ nauer beſtimmt, und dann die eigentlichen Vor⸗ Axee⸗ aaw esale, Mon. ei ſoh⸗ , und un⸗ hrlich der au⸗ er ſtatk Fodang bei der Anle⸗ terung Boden Auch e und blokoll ge u 6 ge⸗ Vor⸗ (189) ſchriften zur Jertigung des Arende: Nuſchlaset gegeben. Die Duͤngung wird nach dem ausgemittelten Viehſtande in der Art berechnet, daß auf ein Stuͤck Großvieh 10 vierſpännige Fuder Winter⸗ miſt ppt. à 25 Kubikfuß gerechnet werden, und 15 ſolcher Fuder auf einen Masdehucher Mor⸗ gen kommen. (Dies muͤſſen ſehr kleine Fuder feyn, und ich bezweifle, daß ſie 25 Kubikfuß halten. Dda es ausgelegener Wintermiſt iſt, ſo wird der rhein⸗ laͤndiſche Kubikfuß doch wohl 56 Pfund wiegen; ein Fuder muͤßte alſo 1400 Pfund ſchwer ſeyn, und ein Stuͤck Großvieh 14000 Pfund geben. Nun aber erhaͤlt, wie oben geſagt, ein Stuͤck Großvieh im Durchſchnitt den Strohertrag von 23 Morgen der erſten und zweiten Klaſſe beſaͤeten Landes. Nehmen wir nach dem Körnerertrage den Morgen Winterung zu 1500 Pfund und den Morgen Soͤmmerung zu 700 Pfund in dieſer Klaſſe an, ſo macht das 2700 Stroh. Dazu 12 Centner oder 1320 Pfund Heu, ſo betraͤgt das Miſtmaterial 4020 Pfund. Dieſes nach unſerer, faſt immer zutreffenden Art mit 2, 3 multiplizirt giebt nur 9240 Pfund Miſt, und 1 Fuder waͤre nur 924 Pfund ſchwer. Das mag fuͤr ſo gefut⸗ (190) terte Pferdchen nun wohl eine gebuͤhrende Laſt ſeyn. Es kaͤmen dann 13860 Pfund Miſt auf den Morgen, beynahe? ſolcher Fuder, wie man mit gut genäaͤhrten Kornpferden ausfaͤhrt.) Wenn das Vieh im Sommer bis zur Stoppel⸗ weide auf dem Stalle gehalten werde, finde ein Zuſatz von 4 bis 6 Fudern ſtatt. Jungvieh und Schaafe werden auf Großvieh reduzirt, dabei aber wird ſehr richtig auf die verſchiedene Heu⸗ fuͤtterung der letztern Ruͤckſicht genommen. Ein Maſtochſe vertritt die Stelle von 2 Stuͤck Groß⸗ vieh(wenn näͤmlich die angenommene Zahl das ganze Jahr komplet iſt). Bei dem Huͤrdenſchlage werden 100 Stuͤck Schaafe zur Beduͤngung von 2 bis 3 Morgen ge⸗ rechnet. Nach Verhaͤltniß der ſolchergeſtalt im Gan⸗ zen jaͤhrlich zu beduͤngenden Flaͤche berechnet der Kommiſſarius, wie oft die Duͤngung herum⸗ 8 komme, und wie viel Saͤeland mithin von dem Flaͤcheninhalte einer jeden ausgemittelten Klaſſe jaͤhrlich in die erſte und zweite, imgleichen in die dritte und vierte Tracht treffe, und wie viel etwa als geller! Acker dabei aufzufuͤhren ſey. Danach wird dann nach den obigen allgemei⸗ nen Prinzipien die Einſaat und der Körnerertras 8 Wa iſt u de wmn ährt.) dppel⸗ deein eh und dabei Heu⸗ Ein Seoße⸗ Jl das Stiͤch mge⸗ Hau⸗ et der rrum⸗ dem Naſſe n die etwa zmei⸗ rtrag (11) jeder Getreideart nach der Groͤße des vorhande⸗ nen Ackers von jeder Klaſſe beſtimmt. Die An⸗ ſchlagspreiſe ſind: 4 bei dem Weizen 75 Preußiſche Groſchen, ⸗=z Rocken 60 23 NA ⸗ ⸗» Erbſen 60 2 2 „⸗ Gerſte 46 ⸗ ⸗ z Hafer 30 ⸗. 2 alſo in eben dem Verhaͤltniſſe wie in meiner obi⸗ gen Tabelle angenommen. Die Berechnung des Wirthſchaftskorns wird folgendergeſtalt feſtgeſetzt: bei dem ausgemittel⸗ ten Ertrage bis 5 Koͤrner wird nach Abzug der Saat die Haͤlfte des Ertrages zum Wirthſchafts⸗ korne angenommen; von 5 bis? Koͤrnerertrag wird unterſchieden, ob der bei weitem uͤberwie⸗ gende Theil des Ackers in ſtrengem und ſchwer zu bearbeitenden oder leichtem Boden beſtehe. Im erſten Falle wird gleichfalls auch von dieſem éten und?ten Korne die Haͤlfte zum Wirthſchaftskorn, bei letztern aber vom öten und 7ten Korne nur der ate Theil berechnet. Und dies iſt nun nach dem verſchiedenen Verhaͤltniſſe des ſtrengen zum milden Boden in einer Klaſſe noch verſchieden modifizirt. Bei dem Ertrage uͤber 7 Koͤrner (192) wird in allen Faͤllen nur des mehreren Koͤrner⸗ ertrages zum Wirthſchaftskorne gezogen. Das Wirthſchaftskorn decke in der Regel alle auf Bearbeitung des Bodens zielende Ausgaben, mit Ausnahme derjenigen, die auf Unterhaltung des Betriebviehes ſich beziehen.(In Anſehung dieſer Reſtriktion unterſcheiden ſich die hier auf⸗ Zeſtellten Grundſätze von allen aͤhnlichen.) Wo es in die Augen fallen ſollte, daß das Wirthſchaftskorn entweder zu geringe oder bei weitem zu hoch in Verhaͤltniß gegen die wirkli⸗ chen Ausgaben— mit Einſchluß des dem Paͤch⸗ ter zu laſſenden Gewinnſtes— zu ſtehen kaͤme, iſt eine beſondere ausfuͤhrliche Berechnung anzu⸗ legen, wonach die etwa hieraus entſtehende Ab⸗ aͤnderung des Anſchlages zu rechtfertigen ſey, bei welcher die Saͤtze der Ausgaben nach dem wahren Verhaͤltniß anzunehmen, und das damit zu vergleichende Wirthſchaftskorn nach den Marktpreiſen zu berechnen ſey. Nun die Veranſchlagung der Viehnutzung: Es finde gar keine ſeparate Wieſenverauſchla⸗ gung ſtatt; deshalb ſey der volle Ertrag der Viehnutzung nach Abzug der Ausgaben und des zu belaſſenden verhaͤltnißmaͤßigen Gewinns zum Ertrage zu bringen.(In andren Reglements hatte den⸗ tgel ah sgabtr, haltung nſehung ier auß . aß das her bei wirkli⸗ in paͤh⸗ in käͤne, g ahäu- ide A⸗ i ſey⸗ h dem damit ch der atzung: auſchle⸗ kag der und des ins zum lemnentz halt (103) hatte man die Wieſen beſonders und die Vieh⸗ nutzung beſonders, aber beides ganz ſpoͤttiſch veranſchlagt, um einen Rechnungsfehler mit dem anderen wieder gut zu machen.) Nur in denje⸗ nigen Faͤllen, wo außer dem, zur Ausfuͤtterung des verhaͤltnißmaͤßigen Viehſtandes erforderli⸗ chen, noch Heufutter eruͤbrigt werden koͤnne, duͤrfen Wieſen beſonders, und zwar, auch der Regel nach, nur der zweite Schnitt derſelben ſeparat veranſchlagt werden, indem es Faͤlle ge⸗ ben koͤnne, wo dergleichen Wieſen der großen Entfernung wegen nicht wohl zum Vorwerke ge⸗ nutzt werden koͤnnten, wenn ſolches ohnehin mit Wieſenwachs verſorgt waͤre.(Warum ſoll hier bloß der zweite Schnitt derſelben veranſchlagt werden?) In ſolchenFaͤllen diene der ausgemit⸗ telte Werth vermietheter Wieſenflaͤchen zum Maßſtabe des Ertrages. In Anſehung desjeni⸗ gen Viehes, welches veranſchlagt wird, muß indeß jederzeit der erforderliche Futtervorrath nachgewieſen werden. In ſofern nun kein be⸗ deutender Ueberſchuß, wie es der Regel nach einzurichten iſt, bleibt, ſo findet auch kein Grund ſtatt, die Wieſen beſonders zu veranſchlagen. (GHierbei ſcheint mir viel Willkuͤhrliches einzu⸗ treten.) (194) Nur Nindvieh und Schaafe werden zur Grundlage der Ertragsbeſtimmung angenom⸗ men. Pferdezucht wird nicht veranſchlagt. Die Kuhpacht wird entweder nach Maßgabe des mit dem Kuhpaͤchter abgeſchloſſenen Contracts oder nach den in der Gegend uͤblichen ausgemit⸗ telten Saͤtzen angenommen. Jedoch wird zur Beſtreitung der Ausgaben ꝛ, oder in denjenigen Faͤllen, wo ſolches nicht zureichen moͤgte, imglei⸗ chen da, wo der Mangel des Heufutters einen bedeutenden Erſatz durch Strohfutter nothwendig macht, und das Vieh nicht das volle ſonſt anzu⸗ nehmende Heuquantum erhaͤlt, ³½ der Pacht ab⸗ geſchlagen. Bei dieſem letzten Verfahren, wel⸗ ches in der Regel nur dann zulaͤſſig iſt, wenn mehr als die Haͤlfte des angeſchlagenen Viehſtam⸗ mes dem Paͤchter eigenthuͤmlich gehoͤrt, muß ſich der Beamte die Abſetzung des etwa vorhandenen lebendigen Inventarii zu jeder Zeit, wenn ſolche fuͤr gut gefunden werden ſollte, gefallen laſſen. Es kann indeſſen in der Regel nur zdes fehlenden Heufutters durch Stroh ausgeglichen werden. Die Anzahl des Jungviehs wird auf die Haͤlfte des Kuhſtamms beſtimmt. Das Jungvieh wird der Regel nach mit 3 der fuͤr eine Kuh angeſetzten Pacht veranſchlagt, jedoch nach einem feſten Satze venan ann hlagt. h Mwyjg Connan aus gemi vird u enjenigen innlei⸗ s einen thwendig uſt anj⸗ Jacht ob⸗ en, wel⸗ f, wenn ſan⸗ uß ſch ndenen ſolche laſſen. lenden eerden. Häͤſſte eh vind ſetten Sabt ——88—ö——öö—ööödödſdſſſſ— (195) welcher von 1, ½, 4 bis thl. ſteigt, je nachdem einer von dieſen Saͤtzen ſich dem gedachten am meiſten naͤhert. Auf Maͤrzkuͤhe und Wirthſchafs⸗ kuͤhe wird nichts in Abzug gebracht. Bei der Schaafzucht wird das Stuͤck, es ſey Landvieh oder veredeltes, inſofern auf 100 Stuͤck der hoͤchſte Satz des Heuquanti mit 10 Fuder ge⸗ rechnet worden,= 10 gr.(37 ½ Preuß. Groſch.) bei dem geringeren Heuquanto zu 8 gr. angeſchla⸗ gen. Es gruͤnde ſich dieſe gegen den bisher uͤbli⸗ chen Satz aufkommende Erhoͤhung darauf, daß die Wieſen nicht weiter ſeparat veranſchlagt wer⸗ den. Zwiſchen gewoͤhnlichem und veredeltem Vieh werde kein Unterſchied gemacht, damit die Indu⸗ ſtrie nicht gehemmt werde. Die Schweine⸗ und Federvieh Pacht wird mit 1½ Pct. vom Ertrage des Ackerbaues und der Rind⸗ viehzucht und mit 3 Pct. vom Ertage der Brauerei gerechnet, aber fuͤr jede 16 gr. die fuͤr dieſes Vieh veranſchlagt worden, wird bei einem mittelmaͤ⸗ ßig guten Lokale ½ Morgen Weide, bei ſchlechte⸗ rer oder beſſerer Weide mehr oder minder ausge⸗ ſetzt. Dieſe Weide muß alſo bei Ausmittelung des uͤbrigen Viehſtandes abgezogen werden. Inſofern eine andre Feldereintheilung als zweckmaͤßig anerkannt waͤre, ſo iſt, falls ihr N 2 (190) Vorzug nichtganz in die Augen fallend ſeyn ſollte, jederzeit ein Anſchlag nach der bisherigen und ein zweiter nach der neuen projectirten Feldereinthei⸗ lung anzulegen, worin die aus der Veraͤnderung zu erwartenden Vortheile dargeſtellt ſind. Nur Weizen, Rocken, Erbſen, Gerſte, Ha⸗-⸗ fer werden veranſchlagt, doch bleibt es dem Paͤch⸗ ter verſtattet, andre Getreidegattungen auszuſaͤen. Ich uͤbergehe andre Nebenzweige der Wirth⸗ ſchaft, Brauerei, Brennerei, ꝛc. ꝛc., da von die⸗ ſen, meiner Anſicht nach, nur in Ruͤckſicht des Monopols Pacht gegeben werden kann, außer der, welche auf die Gebaͤude und den Apparat zu rechnen iſt. Sonſt muͤſſen ſie als Induſtrie be⸗ trachtet werden oder gehoͤren wenigſtens nicht zu unſerm Gegenſtand. Auch uͤbergehe ich, was uͤber das Formelle der Veranſchlagung beſtimmt wor⸗ den iſt. Es wird ſchon aus dieſer Ueberſicht erhellen, daß dieſe Inſtruction mit einer Umſicht und Ge⸗ nauigkeit entworfen iſt, wie keine andere und daß das Erreichbare in Hinſicht auf den beſonderen Zweck und auf die Lokalitaͤt der Preußiſchen Do⸗ mainen⸗Aemter erreicht ſey. Sie iſt mit eben ſo vieler Liberalitaͤt gegen die Paͤchter, als mit Vor⸗ n. tdan inthei⸗ derung „Hr⸗ Paͤ⸗ nſaͤen. girth⸗ die⸗ ſt des außer arat z rie be⸗ cht zu uͤber wor⸗ zellen, Ge⸗ ddaß deren Do⸗ hen ſo Vor⸗ ( 192) ſage fuͤr das landesherrliche Intereſſe und das allgemeine Beſte bearbeitet. Sie giebt dem Ein⸗ richtungs⸗Commiſſarius die Anleitung, welche bei dieſer Methode moͤglich iſt, ohne ihn zu ſehr zu binden. Deſſen ohnerachtet aber bin ich uͤgerzeugt, daß es von dieſem Commiſſarius abhaͤnge, ob der Wirthſchafts⸗Anſchlag eines Domainen⸗Guts um X hoͤher oder geringer ausfalle; je nachdem er abſichtlich oder zufaͤllig eine andere Anſicht nimmt, die Dinge und Saͤtze anders ſtellt; und zwar ohne ihn uͤberfuͤhren zu koͤnnen, daß er unrechtlich oder unverſtaͤndig verfahren ſey. Dies hier ausfuͤhr⸗ lich zu erweiſen, wuͤrde mich zu weit fuͤhren; ich werde aber auf einige Hauptpunkte zuruͤckkom⸗ men. Und ich berufe mich in Anſehung jener all⸗ gemeinen Behauptung auf das unpartheiiſche Urtheil aller derer, welche in Geſchaͤften dieſer Art praktiſch bewandert ſind. Eine ſolche Schwankung aber wird bei einem Grundan⸗ ſchlage nie Statt finden, wo man den Werth al⸗ ler Grundſtuͤcke, der Aecker, Wieſen, Weiden u. ſ. f., vorerſt ohne alle Ruͤckſicht auf Wirth⸗ ſchaftsverhaͤltniſſe, nach dem von ihnen anzuneh⸗ menden reinen Ertrage, ausgemittelt, dieſen dann, nach der Lokalitaͤt und Obſervanz, auf ——— ( 198) einen Geldwerth reduzirt, und nun erſt bei einem konkreten Falle das Vortheilhafte oder Nachthei⸗ lige der Verhaͤltniſſe in Erwaͤgung zieht, ungefaͤhr auf die Weiſe, wie ich es im Iſten Bande meiner Grundſaͤtze der Landwirthſchaft§. 102. bis 119. §. 61. angedeutet habe. Iſt ein Vieh⸗ Acker⸗ und Geſchirrinventarium auf dem Gute vorhan⸗ den, ſo muß ſelbiges beſonders gewuͤrdiget wer⸗ den, um es dem Paͤchter entweder mit zu verkau⸗ fen, oder aber, falls er es nach demſelben Werthe wieder zuruͤckgeben ſoll, beſonders verzinſen zu laſſen. Wenn es manchem ſcheint, daß der Ertrags⸗ werth der Grundſtuͤcke noch nicht genau⸗genug be⸗ ſtimmt ſey, ſo ruͤhrt dies wohl nicht daher, daß er unbeſtimmbar iſt, ſondern weil man bisher zu wenig Aufmerkſamkeit darauf gerichtet, ſich nicht beſtimmt genug erklaͤrt und verſtanden, die phyſt⸗ ſche Beſchaffenheit des Bodens mit ſeiner oͤkonomi⸗ ſchen noch nicht genug verglichen hat. Sobald man dies zum Gegenſtande eines ernſtlichen Nachforſchens macht, noch mehrere Data dar⸗ aͤber ſammelt und Naturforſcher ſich mit Oeko⸗ nomen, unter der Leitung ſolcher Männer, die beides ſind, zu dieſem Zwecke vereinigen, wird man zu einer ſo genauen Beſtimmung als er⸗ äm hthe⸗ gefähr neiner 1119, Acka⸗ rhan, V wer⸗ rkau⸗ erthe ſen u trags⸗ g he⸗ daß er zu richt dhyſe komes obald lichen dar⸗ Diko⸗ t, die wird ls er⸗ 2 6 199 forderlich iſt, bald gelangen, oder doch ſehr ſchnelle und genuͤgende Fortſchritte darin machen. Und ſelbſt in dem Zuſtande, worin ſich die Wiſſen⸗ ſchaft der Agronomie jetzt befindet, glaube ich nicht, daß Irrungen vorfallen koͤnnen, die denen, welche aus obigem Wirthſchaftsanſchlage entſprin⸗ gen muͤſſen, an die Seite zu ſetzen waͤren. Die Schätzung der beſonderen Verhaͤltniſſe eines konkreten, Gutes kann, der Natur der Sache nach, nicht ſo beſtimmt ſeyn. Denn es kommt dabei ſehr Vieles auf die Perſoͤnlichkeit deſſen an, der die hieraus hervorgehenden Vortheile benutzen, die Schwierigkeiten uͤberwinden ſoll. Sie koͤnnen aber, nachdem der Grundwerth beſtimmt iſt, weit klarer auseinander geſetzt und adgewogen werden. Manches wird ſich apodictiſch daruͤber beſtimmen laſſen; einiges muß aber der Einſicht und der Ue⸗ bereinkunft des Verkaͤufers oder Verpaͤchters mit dem Kaͤufer oder Paͤchter uͤberlaſſen werden. Und es iſt ſehr gut, daß dies geſchehe. Bei den gerichtlichen und hypothekariſchen Schaͤtzungen ſollte man vornaͤmlich nur auf den Grundwerth ſehen, und nur ſolche aus den Ver⸗ häͤltniſſen des Ganzen entſpringende Vortheile in Anſchlag bringen, die ſich nach einer ſicheren und allgemein guͤltigen Norm beſtimmen laſſen. 4 yyu— 7 2 3 2 ( 200) Bei den Schaͤtzungen Behufs der Gemeinheits⸗ theilung und des Ackerumſatzes muß aber vor al⸗ lem nur auf den Grundwerth beſtimmte Ruͤck⸗ ſicht genommen werden. Denn hier ſollen die Verhaͤltniſſe ganz umgeaͤndert werden, und hier⸗ aus entſpringt lediglich der Vortheil dieſer Veran⸗ ſtaltung. Daß dieſer Vortheil moͤglichſt nach der Lage und dem Wunſche der Intereſſenten erreicht werde, iſt die Hauptaufgabe der Commiſſion, worauf ſie ihre Aufmerkſamkeit dann ganz richten kann, wenn der Grundwerth der zur Theilung kommenden Stuͤcke beſtimmt iſt. Dies iſt meine Anſicht, und die Saͤtze zu einem ſolchen Grundanſchlage zu beſtimmen, oder viel⸗ mehr ſie zu genauerer Pruͤfung vorzuſchlagen, war der Zweck jener Abhandlung uͤber die Werthſchä⸗ tzung des Bodens. Der Hr. Graf vertheidigt die Wirthſchaftsanſchlaͤge nach der Vorſchrift jener Inſtruktion gegen meine Idee von Grundanſchlaͤ⸗ gen, und geht zu dem Ende jene Abhandlung nach ihren Paragraphen durch. Ich werde daher die⸗ jenigen Stellen, welche einer Beantwortung be⸗ duͤrfen, nun wieder nach der vorgeſetzten Num⸗ mer ſeiner Paragraphen anzeigen, damit unſere Leſer gleich nachſehen und beſtimmt wiſſen koͤnnen, wovon eigentlich die Rede iſt. ——yn —— ha Ndbt 1 Räd len di d hier Verau⸗ dach de prreicht liſſion, eichten hheilung ſu einen er viel⸗ t, war hſchä⸗ igt die t jener nſchl⸗ gnach er die⸗ ng b⸗ Num⸗ unſere onnen, (201.) Ich werde mich indeſſen nicht ganz genau an dieſe Ordnung binden koͤnnen, ſondern einiges an⸗ ticipiren, anderes erſt in der Folge nachholen muͤſſen, weil ſonſt das, was uͤber einen Gegen⸗ ſtand zu ſagen iſt, zu ſehr getrennt erſcheinen wuͤrde. ad II. Der Hr. Verf. ſagt, jene Preußiſche Inſtruktion ſetze die hiſtoriſchen Data in Ruͤckſicht des ſpeziellen Falles gaͤnzlich bei Seite, laſſe zwar ſtets dergleichen Nachrichten zur Information und Vergleichung vorlegen, gruͤnde aber nichts darauf und fordere eigentlich nur hiſtoriſche Kenntniß von dem Diſtrict, worin das abzuſchaͤtzende Gut liegt. — Aber es wird nach§. 18. der Inſtruction die vorgefundene, nicht die prinzipienmaͤßige Duͤn⸗ gung als Norm zur Ausmittelung des Strohertra⸗ ges angenommen. Nach dem Strohertrage wird aber der Viehſtand, nach dem Viehſtand der Duͤn⸗ ger, und nach dem Duͤnger die Einſaat und das Ertragskorn beſtimmt. Ich verſtehe in dem§. 3. unter dem Worte hiſtoriſche Kenntniß des Bodens üͤbrigens nur die auf uͤberlieferte Erfahrungen von ſeinem Ertrage gegruͤndete, im Gegenſatze der phyſiſchen Erkenntniß, und zwar des aͤhnlichen Bo⸗ dens uͤberhaupt, nicht des vorliegenden Stuͤckes. Daßf jene Inſtruktion von der Benennung und Klaſſifikation nach den Fruͤchten, die er traͤgt, abgegangen ſey, billige ich ſehr. Ich hatte die Benennungen Weizen⸗, Gerſte⸗, Hafer⸗ und Rockenboden nur beibehalten, weil ſie hier allge⸗ mein im Gange ſind, und ich mich am meiſten da⸗ durch verſtaͤndlich zu machen hoffen durfte. Ich bin jetzt zu der klaren Erkenntniß gekom⸗ men, daß man in der Agronomie zwei verſchiedene Klaſſifikationen des Bodens, naͤmlich eine oͤkono⸗ miſche und eine phyſiſche annehmen muͤſſe. Denn alle Verſuche beide mit einander harmonirend zu machen, ſi ſi nd vergeblich geweſen, und haben mich nur zu der Ueberzeugung einer Unmoͤglichkeit ge⸗ bracht. Bei der oͤkonomiſchen Klaſſifikation muͤſ⸗ ſen wir lediglich auf die Hauptabſtufungen des Ertragwerths ſehen, und danach die Klaſſen, und wenn man will die Unterordnungen beſtimmen. Bei der phyſtſchen Klaſſiſikation muß man dagegen bloß auf das Verhaͤltniß der Beſtandtheile bei der Beſtimmung der Klaſſen ſehen, und dann nach den uͤbrigen phyſi ſchen Eigenſchaften die Unterord- nungen beſtimmen. Nachdem dies geſchehen iſt, ſo kann man ſie dann wechſelſeitig verbinden und bei jeder okonomiſchen Klaſſe ſagen, hierher gehoͤren dieſe und jene phyſiſch beſtimmten Bodenarten und dud näͤg, tte d 2 und allge en da⸗ ekom⸗ edene kono⸗ Denn end zu n uich it ge⸗ mijſ⸗ des (203) wiederum der phyſiſchen Klaſſifikation hinzufuͤgen, daß dieſer und jener Boden den ausgemittelten oͤko⸗ nomiſchen Werth habe. Durch dieſe Unterſcheidung wird die Sache jedem klar werden. Der in der Inſtruktion angenommenen Klaſſiſikation, ſo wie dem, was der Hr. Verf. in der neunten Anmer⸗ kung zu Marſhall ſagt, und der beigefuͤgten Ta⸗ belle, deren Baſis aus dem zweiten Bande meiner Grundſaͤtze der Landwirthſchaft genommen iſt, ſcheint dieſe Idee zum Grunde zu liegen; in mei⸗ ner Tabelle hatte ich hauptſaͤchlich nur auf die phy⸗ ſiſche Klaſſiſikation des Bodens Ruͤckſicht genom⸗ men, mir aber die nothwendige Abſonderung von der oͤkonomiſchen in der That noch nicht klar ge⸗ nug gedacht. ad III. Außer den voruͤbergehenden gebe es auch dauernde nachhaltig einwirkende Folgen der Kultur. Auf dieſe duͤrfe allerdings der Landſchaͤtzer achten— hierin bin ich mit dem H. B. voͤllig einverſtanden. Wenn er aber hinzufuͤgt: man duͤrfe, wenn nicht ſchon bei der Bonitirung ſelbſt, doch bei der durch ſie vorbereiteten Taxation ſogar auf ſolche noch an⸗ zubringende dauernd wirkſame Meliorationen Ruͤck⸗ ſicht nehmen, welche noch Verhaͤltniß nicht koſt⸗ ſpielig und im Erfolg unbezweifelt ſind, indem dies jeder einſichtsvolle Kaͤufer thun werde— ſo kann (204) ich ihm hierin nicht beiſtimmen; denn dies koͤnnte zu weit fuͤhren 1 und es moͤchte ſich da ſchwerlich eine Graͤnze angeben laſſen. Der Kaͤufer wird aller⸗ dings, wenn er verſtaͤndig iſt, darauf Ruͤckſicht nehmen, und es fuͤr ſich unter die Vortheile eines Guts oder Ackerſtuͤcks in Anſchlag bringen; aber der Verkaͤufer kann es nicht thun oder wenigſtens nicht in Anrechnung bringen. Und ſo kann es auch der Taxator nicht, obwohl er es allerdings zur Em⸗ pfehlung eines Guts oder Ackerſtuͤcks bemerklich machen duͤrfte. Solche Meliorationen werden häͤufig durch die Separation und Zuſammenlegung nur moͤglich, da ſie vorher moraliſch unmoͤglich waren. In dem Falle koͤnnen ſie natuͤrlich nicht bei der Schaͤtzung des zur Theilung gebrachten in Anregung gebracht werden, bei der neuen Aufthei⸗ lung aber duͤrfte in dem Falle doch darauf etwas zu rechnen ſeyn, wenn der Vortheil von allen In⸗ tereſſenten anerkannt waͤre. In dieſer Art wird nichts ſo haͤufig in der Folge vorkommen, als wenn auf einem abgelegenen ſandigen Acker mer⸗ gelichter Lehm liegt. ad IV. Warum das Dreifelderſyſtem und die Benennung des Weizenbodens von mir angenom⸗ men, und dieſe auf die angegebene Weiſe charak⸗ teriſirt iſt, erhellt ſchon aus dem Vorgeſagten. dhag lih i dd ale uckſi le eine n; aber nigſtens es auch r Em⸗ erklich derden nlegung noͤglic ch nicht ten in fthei⸗ etwas en In⸗ t witd , al emer⸗ ind die enoll⸗ harak⸗ n. (( 205) Die chemiſch phyſiſche Kenntniß des Bodens macht bei uns von Tage zu Tage mehrere Fort⸗ ſchritte, und wir ſind ſeit jenen Verhandlungen ſchon merklich weiter vorgeruͤckt, ſo daß wir dar⸗ uͤber bald zu einer klaren Beſtimmtheit kommen werden. Aber langſam koͤnnen nur die Fortſchritte in der oͤkonomiſchen Beurtheilung des Bodens ge⸗ hen; doch wird man bei angeſtrengterer Aufmerk⸗ ſamkeit und geſtuͤtzt auf jene phyſiſche auch bald zur genuͤgenden Sicherheit kommen. ad V. Der Niederungsboden enthalte, wie diejenigen einraͤumen werden, die ihn haͤufig und in verſchiedenen Gegenden beobachtet haben, faſt alle Gattungen des Hoͤhebodens nur in der Regel in einem durch Moderzuſatz ſehr verſchieden poten⸗ zirten Zuſtande.— Es iſt freilich ſehr richtig, daß der Niederungsboden eben die mannigfaltigen Verhaͤltniſſe der Grunderden gegen einander wie der Hoͤheboden enthalte, aber das Verhaͤltniß des Humus und ſeine, wie uns neuere Unterſuchun⸗ gen gelehrt haben, ſo ſehr verſchiedene aufloͤsliche, kohlenartige und geſaͤuerte Beſchaffenheit, machen einen großen Unterſchied in ſeinen Eigenſchaften. Ein ſehr thoniger Boden kann manchmal durch Ueberfluß von Humus faſt zu locker werden, um mit Sicherheit Weizen zu tragen; deshalb habe ich (206) den an Humus uͤberreichen Boden gar nicht zu klaſſifiziren gewagt; nnd ſehr richtig iſt es, was Herr Ob. Amtm. Ueberſchaͤr in ſeiner mehrge⸗ dachten Abhandlung ſagt: daß dieſer Boden ſo ſehr viel mehr wie der Hoͤheboden von der Witte⸗ rung manchmal in einer kurzen Periode abhange. Bei etwas naſſer Witterung leidet derſelbe Boden an einer der Gerſte faſt toͤdtlichen Naͤſſe, worauf zu einer andern Zeit die Pflanzen zu vertrocknen ſcheinen, wenn ſie ſich auf dem Hoͤheboden noch ganz friſch erhalten. Er kann in dieſem Monate wegen Naͤſſe, im folgenden wegen Duͤrre und Er⸗ haͤrtung nicht bearbeitet werden. Wenn ihm dage⸗ gen die Witterung zuſagt, ſo zeigt er eine bewun⸗ dernswuͤrdige Vegetation, und man muß nur das Uebertreiben und Lagern der Fruͤchte beſorgen. Daher iſt dieſer Boden oͤkonomiſch ſo ſchwer zu ſchaͤtzen, und er iſt nur fuͤr diejenigen ſicher und hoͤchſt nutzbar, die ihn nach den Umſtaͤnden und auf jedem einzelnen Flecke— denn er wechſelt ſehr haͤufig— verſchieden behandeln und benutzen koͤn⸗ nen, wie ich in meinen Bemerkungen zu der Ueber⸗ ſchaͤrſchen Abhandlung ausfuͤhrlicher geſagt habe. Selbſt in Anſehung ſeiner phyſiſchen Klaſſifikation muͤſſen nach unſern genaueren Unterſuchungen der Verſchiedenartigkeit des Humus in demſelben „. 8, 8 t wehr⸗ öeden er Wit adhang. de Boder worauf trocknen en noch Munate und En⸗ hin dage e bewur⸗ nur das ſorgen. wer zi her und den und ſelt ſehe en koͤn⸗ Ueber⸗ zt habt fkation gen de uſelben (207) mehrere Ruͤckſichten genommen werden, die mir vorher nicht ſo klar waren. Dahin aber werden uns Cromess fortgeſetzte Unterſuchungen fuͤhren. Sehr richtig bemerkt der Hr. Verf., daß ein Ueberfluß von Modererde immer ſchaäͤtzbar ſey, in⸗ dem er zu der Operation des Raſenſchaͤlens und Verbrennens ſich eigne, wodurch nicht nur das nachtheilige Uebermaaß vermindert, ſondern auch die dabei mehrentheils obwaltende Saͤure vertilgt wird. Dieſe Operation gehoͤrt aber zu den Verbeſſerungsmitteln, worauf man bei der Taxation bis jetzt nicht wohl Nuͤckſicht nehmen kann; denn ſie muß an Ort und Stelle mit Vor⸗ ſicht betrieben und da ganz vermieden werden, wo die mit Modererde angefuͤllte Krume nur flach iſt, und auf einem unfruchtbaren Unter⸗ grunde liegt. ad VI. Es ſey ſehr wahr, daß die Bodenarten in der Natur ſich nicht durch ſcharfe Abſchnitte trennen laſſen, und daß ſie in Gradationen in ein⸗ ander uͤbergehen; allein ein genaues Verfahren erfordere die Bezeichnung der Hauptgradationen, und§. VIII. ſagt der Verf., das Geſchaͤft der Taxation werde ungemein erleichtert durch zweck⸗ mäßige Annahme von Klaſſen und naturgemaͤße Beſtimmung der Gradationen in denſelben, eben .(208) ſo erſchwert durch eine davon abweichende Grund⸗ lage der Bonitirung. Diejenige Grundlage der Bonitirung werde die mindeſt unvollkommene ſeyn, welche das Willkuͤhrliche und Zufaͤllige am meiſten vermeidet, und ſich zugleich brauchbar zeigt fuͤr den gegebenen Zweck der Taxation. Und §. XVII. ſagt er: es ſey fuͤr die praktiſche Anwen⸗ dung nuͤtzlich, das Schwanken des Werths der in eine Klaſſe und in eine Unterabtheilung geſetzten Beowenarten nicht zu groß ausfallen zu laſſen, in⸗ dem der verſtändige Bonitirer ſonſt genoͤthigt ſeyn wuͤrde, ſich ſelbſt Mittelſätze da aufzuſuchen, wo die allgemeinen einen zu unbeſtimmten Spielraum laſſen.— Ferner: es werde oft der Fall eintre⸗ ten, daß zwei in der Beſchreibung der Beſtand⸗ theile nicht genau uͤbereinſtimmende Bodenarten ſich doch im Reinertrage ziemlich gleich kommen. Wenn der Landſchaͤtzer dieſe Ueberzeugung im Bo⸗ nitirungs⸗Protokoll begruͤnden kann, ſo laſſe ſich nichts gegen die Aufnahme einer ſolchen Bodenart in eine gewiſſe Klaſſe und Unterabtheilung erin⸗ nern, wenn auch dabei nicht alle charakteriſtiſche Merkmale der letzteren angetroffen werden moͤch⸗ ten. Auf dieſe Weiſe bleibe neben dem Anhalt einer feſten Norm in den Grundſätzen fuͤr den Bo⸗ nitirer derjenige Spielraum, welcher erforderlich iſt, dtd⸗ 1aged commen lige in dar ſißt n. AUnd Anwen e der it peſetzten nen, in⸗ gict ſeyt hen, bt pielraun al eintte Beſtand⸗ denarten duweg. zim Bo laſſe ſih Bodenart ng erit⸗ teriſiſch en moͤh⸗ n Arhalt den Bo ferdeli ih (209) iſ,, weil unmoglich alle Fälle, die in der Natur vorkommen, ſich in den generellen Beſchreibungen eerſchoͤpfen laſſen. Dieſe Bemerkungen ſind ſehr wahr und tref⸗ fend. Und dieſe Forderungen koͤnnen am beſten erfuͤllt werden, wenn man die Klaſſen allein nach dem Werthsverhaͤltniſſe beſtimmt und dann ſagt: in dieſe Klaſſe gehoͤren Bodenarten von dieſen be⸗ ſtimmten, obgleich ſehr verſchiedenen Eigenſchaf⸗ ten. Die Klaſſifikation des Hrn. Ob. Amtmann Ueberſchäͤr in 8 Hauptgrade ſcheint mir nicht nur der Natur der Sache, ſondern auch den bei uns angenommenen Begriffen nach, unter allen die zweckmaͤßigſte. Bei der Ausfuͤhrung wuͤrde ich von dem Bonitirer nur verlangen, daß er fuͤr jeden vorkommenden Boden die Klaſſe angebe, worin er nach dieſer achtgradigen Scale zu ſetzen ſey. Dann aber muͤßten gleich in dem Boniti⸗ rungs⸗Protokoll die beſonderen Vorzuͤge oder Nach⸗ theile, welche an dem vorliegenden Boden bemerkt worden, ungefaͤhr nach Anleitung des§. 18— 26. meiner Abhandlung, die aber noch genauere Be⸗ ſtimmung erhalten kann, angezeichnet werden. Wuͤrde nichts beſonders Guͤnſtiges und nichts Nachtheiliges bemerkt, ſo bleidt der Taxator bei den Normal⸗Proportionalzahlen, naͤmlich 80 fuͤr 8 (210) die erſte Klaſſe, 70 fuͤr die zweite, 60 fur die dritte u. ſ. f. ſtehen. Beſonders guͤnſtige bemerkte Um⸗ ſtaͤnde aber koͤnnen ihn berechtigen, z. B. von 70 bis auf 75, und bei bemerkten nachtheiligen Um⸗ ſtaͤnden, ſey es auch nur eine auffallende Verkrau⸗ tung, herunter zu gehen bis auf 65, wenn er die Gruͤnde dazu beſtimmt angiebt, die vielleicht in einer Inſtruktion genauer auseinander geſetzt wer⸗ den moͤgen. Auf dieſe Weiſe glaube ich, daß am beſten das Schwankende und Willkuͤhrliche ver⸗ mieden, und dennoch der oͤrtlichen Beurtheilung der nothwendige Spielraum gelaſſen werden koͤnne, ohne das Verfahren zu ſehr zu erſchweren. Zu letzterem Zwecke ſind die Proportionalzahlen beſon⸗ ders vortheilhaft, indem dadurch z. B. bei Ge⸗ meinheitstheilungen und Ackerumſetzungen ſo klar und einfach beſtimmt werden kann, was ein jeder zur Theilung bringt und wiederum erhaͤlt. Die Berechtigungen werden ihrem Werthe nach, wie ich zu einer andern Zeit angeben werde, mit dem Werthe des Grundbeſitzes ebenfalls nach Propor⸗ tionalzahlen verglichen, und ſo mit in der Summe des zur Theilung gebrachten, ſo wie in eben dem Verhaͤltniſſe jeder neu aufgetheilten Beſitzung an⸗ gerechnet. Ein bisher der Brach⸗Stoppel und Saatweide unterworfener Acker ſteigt nach Aufhe⸗ ie, vire nuin ouc üm, dn rachtelann fallind dene fö, venn e de hjebech dder gſſezton he ih, uh an dtihräce der e Vanhäeng ſe dedem tichoeen. J nahahlen biw „5 N Ge vnan ſolat ass inſde chät A je rah, di ry, nit dn ach Poxot, de Sunme eindendu Oſtoyha „Srtul und rnj duſbe (211) bung derſelben in dem Verhaͤltniſſe in ſeinem Wer⸗ the, wie der Werth dieſer Weide vorher beſtimmt war; jedoch mit gewiſſen Modifikationen, deren Angabe mich hier zu weit abfuͤhren wuͤrde. Dieſe Werthsveraͤnderung laͤßt ſich durch Proportional⸗ zahlen, oft noch durch Hinzufuͤgung einiger Dezi⸗ malen am ſchnellſten ausdruͤcken. Bei gemachten Verſuchen im Moͤgelinſchen Unterrichte haben ſich hierbei gar keine Schwierigkeiten, aber ſehr große Erleichterungen ergeben. ad VII. Die Maͤrkiſche Bonitirungs⸗Inſtruk⸗ tion laͤßt ſich eigentlich auf die Natur des Haferbo⸗ dens gar nicht ein, ſondern macht nur 3 Unterab⸗ theilungen, je nachdem der Boden bei neunjaͤhri⸗ ger Duͤngung dreimal, zweimal oder nur einmal nach der Winterung Hafer abzutragen vermag. Ich habe nur geſagt, daß man in dieſe Klaſſe Bo⸗ den von ganz verſchiedener Natur zu ſetzen pflege, und das wird der Fall in dieſen und in mehreren Klaſſen bleiben muͤſſen, weil wir die Klaſſen nur nach dem Werth⸗Maaßſtabe beſtimmen. Dann wird allerdings in dieſelbe Klaſſe„ worin der bei uns unter dem Namen Haferboden gemeinee ſteht, auch ſolcher Boden kommen, der Weizen mit groͤ⸗ ßerem Erfolge wie Rocken traͤgt, aber darum nich“ mehr werth iſt, als jener. O 2 —— ——= —— (212) aa VIII. bemerke ich nur, daß man ſich auf die dominirende Farbe des Bodens uͤberhaupt ſehr wenig verlaſſen duͤrfe, und daß ſie nur in Ver⸗ bindung mit andern aͤußern Merkmalen in Betracht kommen koͤnne. Dem, was der H. V. uͤber die Hauptgeſichtspuncte, die man uͤber die phyſiſche Beſcheffenheit zu nehmen hat, ſagt, gebe ich mei⸗ nen voͤlligen Beifall. ad Xl. Der H. V. ſucht hier die Methode, den Ertrag nach Vervielfaͤltigung der Ausſaat zu be⸗ ſtimmen, vertheidigen zu wollen. Sie ſey, wenn uͤber die Ausſaat fuͤr jede Bodengattung beſtimmte Normen angegeben ſind, keinesweges ſchwankend. Auch komme es, wenn dieſe Normen nur dazu an⸗ gewandt werden, um den Ertrag zu berechnen, nicht eigentlich darauf an, ob ſie ganz richtig ſind, wenn nur der reine Ertrag richtig daraus hervor⸗ gehe.— Aber da es nur auf dieſen ankommt, wozu dann jene Berechnungsart, die ſo ſehr und dabei doch ſo unbemerklich ſchwankel.d und verlei⸗ tend iſt? Es laͤßt ſich das Einſaat⸗ und das Er⸗ tragskorn ſelten bei den Klaſſen genau beſtimmt annehmen, und am wenigſtens iſt das in der Preu⸗ ßiſchen Inſtruction geſchehen. Die geringſte Will⸗ kühr aber, die in der Beſtimmung der Einſaat und des Ertragskorns gelaſſen wird, macht einen gar ſn aupt ſh in Ia Betratt uͤber de phyſſſ⸗ ich mei⸗ de, den zu be⸗ „wenn eſtimmte aankend. azu al⸗ echnen, gſind, ervor⸗ kommt, hr und verlei⸗ as Er⸗ ſimmt Preu⸗ he Vil⸗ aat und gen gak ( 213) zu großen Unterſchied; und doch wird dieſer man⸗ chem, der nicht auf das Reſultat ſieht, unbedeu⸗ tend ſcheinen. Ob man einen Morgen zu einem Scheffel Brutto oder Netto-Ertrag hoͤher taxiren ſolle, wird bei jedem ſchon die hoͤchſte Aufmerk⸗ ſamkeit erregen, aber ein oder zwei Metzen Ein⸗ fall mehr wird man haͤufig durchſchluͤpfen laſſen. Man hat dies in der Preuß. Inſtruktion auch ſehr wohl gefuͤhlt, und deshalb iſt im§. 41 geſagt: es diene zur Inſtruktion des Commiſſarius, daß der Erbau jeder Getreideart(nach Abzug der Saat) von verſchiedenen zu einer Klaſſe gehoͤrenden Erd⸗ arten und Ackerflaͤchen der Regel nach gleich geach⸗ tet werde, und daß um hiergegen in den einzelnen Poſitionen des Einfalls und Ertrags gelaſſenen Spielraum nicht zu verſtoßen, nach Verhaͤltniß bei dem ſchwaͤcheren Einfall ein hoͤherer, dagegen bei dem ſtaͤrkeren ein geringerer Koͤrnerertrag ange⸗ nommen werden muͤſſe. Aber wozu denn alle jene Poſitionen, die nur Mißverſtaͤndniſſe veranlaſſen? Iſt die Einſaat ganz poſitiv und ohne Ruͤckſicht auf die Art der Cultur des Bodens beſtimmt, ſo werden, je nachdem das Intereſſe es will, im⸗ merſort Beſchwerden entſtehen, daß man ſo ganz gegen die Wuͤrklichkeit, gegen Ausſaat⸗Regiſter und unbezweifelte Thatſachen verfahre. Iſt ſie 1 6 2 14) aber nicht poſitio beſtimmt, ſondern der Beurthei⸗ lung des Taxators uͤberlaſſen, ſo wird dieſer immer unſicher ſeyn, ob er ſie nach dem Mittelſatze, nach hiſtoriſchen Datis, nach der Obſervanz der Gegend oder nach rationellen Grundſaͤtzen, und nach wel⸗ chen, innerhald des ihm freigelaſſenen Spielraums fuͤr jede Bodenart und Duͤngertracht anſetzen ſolle. Welche ſonderbare Reſultate aber erfolgen koͤn⸗ nen, wenn der Taxator den ihm gelaſſenen Spiel⸗ raum in der Einſaat und dem Ertragskorn, aus Mangel an Ueberlegung, nicht achtend jener oben angefuͤhrten auf den Totalertrag zuruͤckweiſenden Regel, verleitet durch allerley Angaben oder gar abſichtlich, mißbraucht.— Um dieſes zu zeigen ſtelle ich hier die Berechnung eines Morgens der iſten Klaſſe b. nach den niedrigſten Saͤtzen, welche die Inſtruktion in der Tabelle vorſchreibt, der Berech⸗ nung eines Morgens der dritten Klaſſe nach den hoͤchſten, ebenfalls beſtimmten Saͤtzen gegenuͤber; beide nach der gewoͤhnlichen Methode gemacht, das Wirthſchaftskorn nach Vorſchrift der Inſtruk⸗ tion abgezogen, und alles zu oben angenommenen Preiſen berechnet. Hieraus ergiebt ſich, daß 1 Morgen der dritten Klaſſe in einer Beſtellungs⸗ zeit 1 thl. 5 gr. 7 ¾ pf. mehr werth ſey, als ein Morgen der erſten Klaſſe b. —— 4d§ 45 21 141 8 „4 6 ‧49— Ain r 1 1=28 81 p„ 9 3S 1== 3 er ugtoa 99 110383v p, G111R qun zwr ud gv noarG 3„IN, Ss..........= ulos uot un Irzud es 9 1 1 72 0(1. 44 9 46 1—164= 45 31 12 1z= Jale 1. nsglolg 99 uc811v p d1 1 aun zwolud av uoar „JAc o..........= uao u*zs mn nelule lls 2 D 1 7200 5 — H— 46 41 141 5= 45 9 144 1 † 1 1*8= Ale 2 einne 7 Zo0 us v(p:es qun zvvluld Ab uagvC .9E 081 2 76..= nao; uons uns ¹u 10(8 06 8 2 2 2 2* 2* 5— uae uozs uns Irud ⸗ e „un pD u⸗drn en 5vi ad 25) ——2——————— 2—— ——=—ZV——=——— P S= Sͤ2 αι—=== —=Z—— S=— 653— S————————— S—— ———= S”=———— 2Z ½— —2—=X= ½==Y=ꝰ— B8+—== g—— 22 ————————= S 2-/-'=é5 S—. 4 6 av? 11 1= 45 rI s 122 2= A 28 uetſg 8 96.„.„......= uaoxg uod n ed e eee 42zu(† 46— a6 c 1 1=. 46 12 5= 8 uꝛqpalg — 21 24 u0971vSd191 khn zor un gv uoavG 21G O?l...... uo⸗ 44— 46— 161 5= 1 8 1S 5= ls 82 uogtelg 3 2 4 urozsz vcpin g Lun zvv ud qv uoavC 3 Juls or......= uao F u*⸗s mun rud Ral 8 12 1 7 u⸗ Po(5 44 1 45 4 141*†= 14: 1 A lSJ= 82 289 u091219 4 z18. unczs lvcg gart aun wrſun gv uoarG 4 ( 216) 3 3 23. 3„ 041„„...*.„ 2*— uaov 1 uazo un d ee 6 ee( u? hpD u⸗ u?an.IvIF 53114 S 65 ‧*uaazszlvcf. W aun zwvſu qv uave uzs un rue Se e 742 v(2 r. 2 f. 3 8—= Sr S rD== 2 — 2 Sfl. 5 Mtz. A 12 gr.= 1 thl. nd Wirthſchaftsk „ Davon ab Einſaat u (217) Es gehoͤrte freilich ein beſonderes Zuſammen⸗ treffen von Umſtaͤnden dazu, um gerade eine ſolche Taxation nach den Vorſchriften der Inſtruction rechtfertigen zu koͤnnen. Indeſſen laͤßt ſich der Fall gar wohl denken, wo etwas dieſem nahe kommendes doch hervorgehen koͤnnte. Ein vor⸗ ſichtiger und rechtlicher Taxator wird zwar immer. auf das Facit, welches aus der Multiplikation der angenommenen Einſaat mit dem Ertragskorne hervorgehet, ſeine Aufmerkſamkeit richten, und ſich dadurch orientiren, wenn er faͤnde, daß ſich dar⸗ aus ein der Klaſſe unangemeſſener Ertrag ergaͤbe. Aber es iſt dennoch nicht gleichguͤltig, ob er einen hoͤheren Satz fuͤr die Einſaat und einen geringern fuͤr das Ertragskorn, oder umgekehrt annimmt, die ein gleiches Facit ergeben. Denn iſt in dieſem Falle die Einſaat hoͤher angenommen— wozu ſich ſo leicht Gruͤnde finden laſſen— ſo wird der Reinertrag dadurch betraͤchtlich vermindert, daß nun auch das Wirthſchaftskorn hoͤher ange⸗ ſetzt wird. Was hat aber das Wirthſchaftskorn uͤberhaupt mit der Einſaat zu thun, und welches Verhaͤltniß laͤßt ſich zwiſchen beiden begruͤnden? Es ſcheint auch nicht daß die Einſaat in jener In⸗ ſtruktion nach der ſchwereren Bearbeitung des Bodens beſtimmt worden ſey. (218) Immer ſcheint mir bei dieſer Methode Irrung oder Taͤuſchung ſehr viel leichter moͤglich und viel ſchwerer zu kontrolliren, als wenn geradezu be⸗ ſtimmt wird, dieſer Boden kann in dieſer Duͤn⸗ gertracht ſo viel Brutto⸗Ertrag geben, und ſo viel werden ſeine Beſtellungskoſten wegnehmen. Man kann dabei der Beurtheilung weit ſiche⸗ Srer einen Spielraum laſſen, weil es immer deut⸗ licher in die Augen fallen wird, wie dieſer Spiel⸗ raum benutzt ſey. Irrungen und Taͤuſchungen koͤnnen ſich bei jener Methode viel leichter verſtek⸗ ken, und endlich macht ſie doch auf jeden Fall un⸗ gleich mehrere Weitlaͤuftigkeit. Auch zweifle ich daß man jemahls darauf wuͤrde verfallen ſeyn, wenn man nicht fruͤher in ganzen Wirthſchaften die totale Einſaat und den totalen Ausdruſch haͤtte berechnen wollen, bevor man den Flaͤcheninhalt und die Verſchiedenheit des Ackerbodens kannte. Da wir jetzt aber bei Taxationen beides kennen und bemerken, ſo muͤßte ſie m. E. ganz wegfallen, und wenn das geſchaͤhe, wuͤrden wir von dem Er⸗ trage der verſchiedenen Bodenarten bald beſtimm⸗ tere und allgemein geltende Begriffe bekommen, und zugleich uͤber die Koſten welche er erfordert, mehrere Zuverlaͤßigkeit. Man muß indeſſen die Data, welche jene ſeit ſo langer Zeit in Gebrauch „ * — * deJn hund u odezu he⸗ ſer Din⸗ „ und ſo nehmen. it ſche⸗ er deut⸗ Gpiel⸗ hhungen derſtek⸗ Fal un⸗ eiſle ich h feyn, Haften haͤtte ünhalt kannte. kanen fallen, m Er⸗ ſimm⸗ wmer, fordert, ſen die btauc (219) geweſene Taxations⸗Art uns an die Hand giebt, nicht ganz bei Seite ſetzen, ſo lange es uns an an⸗ dern beſtimmteren Datis noch zu ſehr fehlt. Wir erhalten ſie aber taͤglich mehr. Der H. W. laͤßt der fuͤr Separationen beſon⸗ ders brauchbaren Manier den Ertrag eines Mor⸗ gens kurz nach Scheffeln oder auch in Gelde zu be⸗ ſtimmen, Gerechtigkeit widerfahren, wo eine zweck⸗ maͤßige Methode der Bonitirung ſchon vorbereitet iſt. Man werde fuͤr gewiſſe Diſtrikte Normalſaͤtze reguliren koͤnnen, die den Reinertrag einer jeden vorkommenden Bodengattung fuͤr einen laͤngeren Durchſchnitt von Jahren beſtimme, aber nur un⸗ ter Vorausſetzung eines aͤhnlichen Lokals, einer gewiſſen Wirthſchaftsart und der hiernach zu geben⸗ den Duͤngung. Wollte man aber etwa nur die Duͤngung aus der Natur des Bodens ableiten und nicht zugleich nach dem Lokal und nach der Wirth⸗ ſchaftsart; wollte man auf beides nicht weiter Ruͤckſicht nehmen, z. B. Aecker mit Wieſen eben ſo veranſchlagen, wie gleiche Aecker ohne damit ver⸗ knuͤpfte Wieſen; Wieſen wozu eine Ackerwirthſchaft gehoͤrt, eben ſo, wie andere gleich bonitirte Wie⸗ ſen, zu denen keine gehoͤrt; wollte man ferner eine Flaͤche z. B. 50 Morgen in Gemenge liegend eben (220) ſo taxiren wie 50 aͤhnlich bonitirte Morgen die ſe⸗ parirt ſind, ſo wuͤrde man durch ein ſolches Ver⸗ fahren augenſchanlich nicht riihtig zum Zweck ge⸗ fuͤhrt werden.— Hieruͤber muß ich mich ebenfalls erklaͤren. Das die Veranſchlagungsſaͤtze nach Diſtrikten modiftzirt werden muͤſſen, iſt voͤllig meine Meinung, aber ſie muͤſſen allenthalben nach uͤbereinſtimmenden Grundſätzen, nach einer gleichen Verfahrungsart ausgemittelt werden. Geldpreiſe insdeſondere muͤſſen ſich nach der Gegend richten. Das Ver⸗ haͤltniß des Ackerlandes unter ſich kann nach dem Klima einige Abaͤnderung erleiden, und das Werthsverhältniß der Wieſen gegen das Ackerland häͤngt allerdings etwas von dem Mangel und von dem Ueberfluß derſelben in einer Gegend und dem Marktpreiſe des Heues ab. Jedoch bei Boden, der ſich zum Futterkraͤuterbau paßt, wird dieſes Verhaͤltniß nicht alterirt werden, und daſelbſt wer⸗ den Aecker ohne dazu gehoͤrige Wieſen ſich in ihrem Werthe zu andern, die mit Wieſen verbunden ſind, eben nicht veraͤndern. Es giebt viele Gegenden, beſonders im Wuͤrtembergiſchen und im ſogenann⸗ ten Reiche, die gar keine Wieſen haben, und wo dennoch der Preis des Ackerlandes ſehr hoch ſteht, en den des de Jweck ge t. Das nodiffzit g, adel menden ngsart ſondere d Ver⸗ ach dem nd das kerland dd von d dem Hoden, dieſes ſt wer⸗ ihrem ſind, enden, enann⸗ und wo hſht, (221) wo man den Mangel jener gar nicht verſpuͤrt. Wenn man den Landleuten daſelbſt Wieſen zu dem Preiſe anbieten koͤnnte und wollte, worin ſie in an⸗ deren Gegenden gegen das Ackerland ſtehen, ſo wuͤrden ſie ſehr dafuͤr danken, und fuͤr das Geld lieber mehreres Ackerland kaufen. Wenn der Ak⸗ ker durch die bisherige Wirthſchaftsart beim Man⸗ gel an Wieſen erſchoͤpft ſworden, ſo vermindert dies allerdings ſeine Bonitaͤt, und er iſt dadurch ſchon in eine geringere Klaſſe herabgeſetzt worden. Aber bei einer gleichen beſtehenden Dungkraft glaube ich nicht, daß man Ruͤckſicht zu nehmen brauche— wenn man ihn einzeln, wie bei Spe⸗ zialſeparationen geſchehen muß, taxirt— ob er in Zukunft Wieſewachs zu ſeiner Unterſtuͤtzung habe oder nicht. Wenn es indeſſen auf die Schaͤz⸗ zung eines konkreten Gutes ankommt, ſo gebe ich allerdings zu, daß man auf ein gutes Acker⸗ und Wieſenverhaͤltniß unter den relativen Qualitaͤten des Guts, die ſeinen Totalwerth erhoͤhen oder ver⸗ ringern koͤnnen, Ruͤckſicht zu nehmen habe. Ge⸗ nau wird ſich dieſes aber niemals beſtimmen laſſen. Denn es wird immer vieles von der Anſicht deſſen, der die Wirthſchaft fuͤhren ſoll, abhangen. Die Werthsvermehrung, welche der ſeparirte Acker ge⸗ 2 (222) gen den unſeparirten erhaͤlt, druͤcke ich hauptſaͤch⸗ lich durch den Zuwachs des Weidewerths, den je⸗ ner von dieſem bekommt, aus. Man koͤnnte al⸗ lerdings die Werthszunahme durch die Separa⸗ tion noch hoͤher berechnen als nach dem, was vom Werthe der Communweidebenutzung auf jedes Stuͤck Ackerland faͤllt. Wenn indeſſen alle glei⸗ chen Vortheil davon haben, ſo kann man es da⸗ bey laſſen. ad X. Xl. und XII. Der Hr. Verf. ſtellt hier in Hinſicht der Duͤngung die beiden Methoden ge⸗ geneinander, wovon die eine, in der Preußiſchen Inſtruktion, ſich auf den auszufutternden Vieh⸗ ſtand, und dieſen auf die zu gewinnende Futter⸗ und Streumaſſe gruͤndet; die andre, naͤmlich die meinige, daß der Acker in eben dem Verhaͤltniſſe Duͤnger erhalten ſolle(ihm Dünger berechnet wer⸗ den ſolle) als er zu deſſen Erzeugung Stroh lie⸗ ferte. Der Hr. Verf. vertheidigt die erſtere Me⸗ thode gegen die letztere, und ich muß, um nicht ganz abzuſchreiben was er ſagt, meine Leſer auf die Einleitung S. XXXVIII. u. f. verweiſen. Ich will hier nur einiges, was zu einer beſtimmteren Entſcheidung dieſer Zweifel fuͤhren kann, an die Hand geben. he ths, da köͤnnte g e Gepan „was bon auf jedes alle glei in es da⸗ ſtelt hier hoden ge⸗ reußiſchen den Vieh⸗ e Futter, mlich die aͤltniſſe get wer⸗ troh lie⸗ tere Me⸗ m vicht ſer auf n. Ic umteren aj die ( 223) Wenn man den Reinertrag eines Ackers genau berechnen will, ſo muß ihm auch das Stroh, wel⸗ ches er liefert, zu gut und dem Viehe zur Laſt ge⸗ ſchrieben werden; dagegen kommt der Miſt, wel⸗ chen er erhaͤlt, auf ſein Debet und auf das Credit des Viehes. Fuͤr das Stroh laͤßt ſich in den mei⸗ ſten Gegenden wohl ein Durchſchnittspreis anneh⸗ men, aber der Werth des Duͤngers, da er ge⸗ woͤhnlich keine Handelswaare iſt, wird ſchwieriger ausgemittelt. Diejenigen, welche eine genaue Berechnung ihrer Wirthſchaft, und beſonders uͤber die verſchiedenen Wirthſchaftszweige fuͤhren, ha⸗ ben zwei verſchiedene Wege gewaͤhlt, um den Werth des Stallmiſtes feſtzuſetzen. Die einen ſu⸗ chen die Wirkung und den Nutzen zu beobach⸗ ten, den ihnen eine gewiſſe Quantitaͤt Miſt, die etwa uͤber das Nothduͤrftige uͤberſchießt, gewaͤhrt. Sie berechnen naͤmlich den hoͤheren Etrag, den ſie bei vermehrter Duͤngung durch edlere Fruͤchte oder groͤßere Ernten erfahrungsmaͤßig erhalten, und ſchaͤtzen danach den Duͤnger, der ihnen dieſe ver⸗ ſchaffte. Die andern berechnen dem Viehe alles, was es erhaͤlt, und auch das Stroh nach dem Preiſe, zu welchem ſie es dem Acker zu gut ſchrei⸗ ben. Hier belaufen ſich dann die Koſten des Vie⸗ (224) hes in der Regel hoͤher als ſein Ertrag, und das Deficit muß der Miſt decken. Sie vertheilen es auf die Anzahl der ausgefahrnen Fuder, und ſchreiben es, inclusive der Koſten, welche die Be⸗ handlung des Miſtes uͤberdem erfordert, dem Ak⸗ ker nach der erhaltenen Fuderzahl zur Laſt.(Sol⸗ che Landwirthe, deren es jetzt ſehr viele giebt, ma⸗ chen ſich um ihre eigne Wirthſchaft eben ſo ſehr als um die Wiſſenſchaft und das allgemeine Beſte ver⸗ dient, und ſie werden uns bald zu ſicheren Datis auch in Hinſicht des vorliegenden Zwecks verhel⸗ fen.) Die Sache wird am meiſten dadurch befoͤr⸗ dert, daß man beide Wege einſchlaͤgt. Mehrere genaue Berechnungen, die unter den gewoͤhnlichen laͤndlichen Verhaͤltniſſen angeſtellt waren, und mir gefäͤlligſt mitgetheilt ſind, geben das Reſultat: daß dem Acker bei Kornfeuͤchten faſt dieſelbe Summe fuͤr Miſt angerechnet werden mußte, wel⸗ che man ihm fuͤr geliefertes Stroh zu gut geſchrie⸗ ben hatte. Ein dunkles Gefuͤhl, daß dem ſo ſey, hat ſich auch unter allen praktiſchen Landwirthen verbreitet, und zu allen Zeiten und bei allen Na⸗ tionen hegt man die Meinung, daß der Acker an Stroh erſetze, was er an Miſt erhält. Und des⸗ halb glaube ich, daß man dieſes unter den ge⸗ woͤhnlichen E unds Sheilen Seer, uh ee die e 9 dem Ab⸗ (Sa liebt, ma⸗ y ſehr als zeſte ber⸗ ſn Datis derheb arch befbl⸗ Mehrer voͤhnlichen und wir Veſultat: dieſelde ißte, wels t geſchti⸗ em ſo ſe dwirther allen Ro V Acker u Und des⸗ V r den ge⸗ ohnliche (225) woͤhnlichen Verhaͤltniſſen immer als Grundſatz an⸗ nehmen koͤnne. Ungewoͤhnliche Verhaͤltniſſe aber koͤnnen hier nicht in Betracht kommen, wie die ſind, wo man Stroh verkaufen und Duͤnger wie⸗ der ankaufen kann; denn der komparative Werth des Ackers, worauf es uns nur ankommt, bleibt auch bei dieſen ungewoͤhnlichen Verhaͤltniſſen der⸗ ſelbe, wenn gleich ſein Geldwerth bei ſolchen Loka⸗ litaͤten ungemein ſteigen kann. Hiermit iſt nun aber keinesweges gemeint, daß der Acker bei der wirklichen Ausfuͤhrung gerade in dem Verhaͤltniſſe Miſt erhalten ſolle, worin er Stroh liefert. Dies haͤngt von der Wirthſchafts⸗ einrichtung und von den Fruͤchten ab, die man von ihm fordert. Bekommt er aber mehr Miſt als wozu er das Stroh hergegeben hat, ſo mußte ihm jener zur Laſt geſchrieben werden, und ſo verrin⸗ gert ſich ſein Reinertrag. Erhaͤlt er dagegen we⸗ niger Miſt, als er fuͤr ſein Stroh zu fordern hat, ſo muͤßte ihm dieſes wieder zu gut geſchrieben wer⸗ den, und ſein Reinertrag wuͤrde ſich in dem Ver⸗ hältniſſe vermehren. Wir koͤnnen alſo ſicher bei der hypothetiſchen Berechnung ſeines Reinertrages annehmen, daß er gerade dem Werthe nach ſo viel Duͤnger erhalte, als er an Stroh liefert, und P ( 226) müſſen nach dieſer Duͤngung ſeinen Fruchtertrag berechnen. Auf der Hoͤhe wird es nur ſelten Aek⸗ ker geben, die nicht in dem Verhaͤltniſſe Duͤnger ertragen koͤnnten, als ſie Stroh liefern, ohne bei richtiger Vertheilung deſſelben und gehoͤriger Be⸗ ackerung Lagergetreide zu geben. Ich kenne we⸗ nigſtens in den fruchtbarſten Hoͤhegegenden keine. Dennoch iſt es moͤglich, daß es ſolche gebe, wenn ſie nach dem gewoͤhnlichen Dreifelderſyſteme be⸗ wirthſchaftet werden, und in den Niederungen fin⸗ den ſich dergleichen allerdings. Hier wird ihnen der denkende Landwirth in der Ausfuͤhrung weni⸗ ger Duͤnger geben, als wozu ſie das Material ga⸗ ben. Er muß ihnen dann aber das mehrere Stroh zu gut rechnen, und dadurch wird ihr Reinertrag eben ſo erhöhet, wie der Reinertrag anderer Aek⸗ ker, die den uͤberſchießenden Miſt erhielten, ver⸗ mindert wird. Folglich wird jener Satz: daß der Ertrag jeder Ackerart nach dem Miſte, den ſie im Verhaͤltniß ihres Strohes erhalten kann, zu berechnen ſey— unangefochten bleiben. Häͤtte der Beſitzer eines geſchloſſenen Hofes keine Gele⸗ genheit, den uͤberſchießenden Miſt auf andere Aecker zu verwenden, und gleichſam von dem ſchlechteren jenem gutem bezahlen zu laſſen, ſo wird (227) uäae er verſtaͤndiger Weiſe ſich auf den Bau anderer ſeten Fruͤchte legen, die vielen Miſt erfordern und we⸗ ſe Dinze nig Material dazu geben, aber durch ihren hohen Rohne i Ertrag den Miſt reichlich bezahlen. nden Die Preußiſche Inſtruction beſtimmt auch den fäh.§. 13., daß nur die prinzipienmaͤßige nicht eine 8 tent außerordentliche Duͤngung zur Ausmittelung des ene ze Reinertrages angenommen werde. Ich wuͤßte nhaſe nicht, welche Prinzipien zu ihreꝛ Beſtimmung d ihm angemeſſener ſeyn koͤnnten. ung weni⸗ Aber iſt es, wie der Hr. Verf. meint, nicht terial ga⸗ unrecht, daß dem reicheren vieles Stroh liefern⸗ re Stroh den Acker in dem Verhaͤltniſſe mehr Heu im Miſte einertrag zugebilliget werde als dem ſchlechteren, da jener rer Aek⸗ ohnehin Ueberfluß, dieſer Mangel hat?— In en, dr⸗ der Praxis koͤnnte dies zuweilen unrecht ſeyn, daß der aber in unſerer Ruͤckſicht iſt es ganz gerecht. en ſiein Jener liefert zur Benutzung fuͤr das Vieh meh⸗ m, zu reres Stroh, und zum Erſatz deſſelben muß ihm, Httt wenn wir ſo in Pauſch und Bogen rechnen, in ne Gele⸗ eben dem Verhaͤltniſſe dieſe Benutzung durch den f ander Miſſeabfall des Heues erſetzt werden, wie dem don dem ſchlechteren Acker fuͤr die Benutzung des weni⸗ n ſwird geren Strohes. P 2 (228) Allein der Hr. Verf. ſagt, die Annahme, daß ein Drittheil ſo viel Heu dem Viehe gege⸗ hen werde, als es an Stroh erhaͤlt, ſey in der Wirklichkeit nicht begruͤndet, und man koͤnne ſie nicht ganz von aller Willkuͤhrlichkeit entfernt erklaͤren; es gebe viele Wirthſchaften, wo das Verhaͤltniß des Heues zum Stroh ganz anders ſey.— Das iſt allerdings wahr, und vielleicht giebt es nicht eine einzige Wirthſchaft, wo je⸗ nes angenommene Verhaͤltniß genau zutrifft. Aber im Durchſchnitt wird es ſich doch der Wahrheit ſehr naͤhern, und nur deshalb konnte es ſo angenommen werden. Wo aber mehreres Heu wegen eines groͤßeren Wieſenverhaͤltniſſes gegeben werden kann, da kommt auch dem Vieh⸗ ſtapel dieſes mehrere Heu hoͤher zu ſtehen; der Miſt wuͤrde alſo auch theurer berechnet werden, und dem Acker zur Laſt geſchrieben werden muͤſ⸗ ſen. Man kann alſo annehmen, daß der Acker den Theil des Heuwerths, der auf den Duͤnger faͤllt, und den die Viehnutzung nicht bezahlt, den Wieſen ſchuldig werde, und daß ſich folg⸗ lich ſein Reinertrag um ſo viel vermindere. So urtheilt auch in der That jeder Landwirth, und wenn er ſchoͤne Fruͤchte auf einem wieſenreichen Anna. üehe ha ſeh in d jan könne t entferm wo da z andes bielleich do je⸗ zutrifft. doch der b konnte mehreres haͤltniſſe an Vieh⸗ en; der werden, den muͤſ eer Acker Duͤnget bezahlt, ſch folg⸗ re. E⸗ uih, und ſareichen ————— (229) Gute ſieht, ſo ſchreibt er ihr Vorhandenſeyn nicht dem Acker, ſondern den Wieſen zu, und ſchaͤgt den Werth der Wieſen nicht bloß nach dem Nutzen, den ſie dem Viehſtande bringen, ſondern auch nach dem Einfluß, den ſie auf den Kornerbaun hahen. Iſt dagegen Heumangel vorhanden, daß auf 1500 Pfd. Stroh weniger als 500 Pfd. Heu gege⸗ ben werden koͤnnen, ſo wird bei der reinen Drei felderwirthſchaft jeder Acker in ſeiner Kraft von einer Periode zur andern herabſinken. Denn der aus dem Stroh allein entſtandene Miſt iſt nicht zureichend, die Kraft welche ihm durch die Korn⸗ ernten entzogen wird, zu erſetzen; es muß der aus jenem angenommenen Heuquanto entſtandene Miſt hinzukommen. Soll in dieſem Falle die Kraft des Ackers erhalten werden, ſo muß ein Theil des Ackers wechſelsweiſe die Stelle der Wieſen vertre⸗ ten. Hiedurch wird nun(im Falle daß keine hoͤ⸗ here Induſtrie eintrete, auf welche wir hier nicht Ruͤckſicht nehmen koͤnnen) der Totalertrag des Ackers vermindert, dagegen aber hat derſelbe auch, nach der oben angenommenen Vorſtellung, den Wieſen nichts oder weniger fuͤr ſeine Heunutzung zu bezahlen; vielmehr wird ihm, nach Verhaͤlt⸗ (230) niß des gelieferten Futters, Viehnutzung noch zu gut gerechnet. Der Netto-Ertrag bleibt derſelbe und in gleichem Verhaͤltniſſe nach der verſchiedenen Guͤte der Aecker; denn die ſchlechteren, die weni⸗ ger Stroh geben, liefern auch weniger Futterge⸗ waͤchſe. Es kann fuͤr das Ganze der Wirhſchaft hieraus ſogar noch ein eminenter Vortheil hervor⸗ gehen indem ſie keine Bodenrente fuͤr die Wieſen die ihr fehlen, bezahlt, und durch den wechſelnden Futterkraͤuterbau ihren Acker wuͤrklich hoͤher be⸗ nutzt. Aber den Vortheil muͤſſen wir der Indu⸗ ſtrie uͤberlaſſen, und koͤnnen darauf bei der Schaͤz⸗ zung der Bodenrente oder des Grundwerths keine Ruͤckſicht nehmen. Ich halte dieſen Weg fuͤr un⸗ gleich ſicherer und kuͤrzer als einige andere, die der H. V. zur Ausmittelung des Ertragswerths ein⸗ zelner Aecker auch mit Ruͤckſicht auf ihre Stroh⸗ produktion und Duͤnger Conſumption hier und Seite LXXII. angiebt. Manches, was in dieſen . Paragraphen beſonders beantwortet werden koͤnnte, uͤbergehe ich, da es uns hier gar zu weit fuͤhren wuͤrde. Nur bemerke ich zu Seite LV(3), daß der Weidewerth ebenfalls taxirt werde, und daß es ſich dann damit ganz ſo wie in Anſehung der Wie⸗ ſen verhalte, und daß ſie der Acker erſetzen muͤſſe, i8 n ʒbt deric kſchiedene die win Futterga Wirhſchah eil hervor⸗ e Vieſen chſelnden hoͤher de⸗ der Indu⸗ eer Schäͤ⸗ tths keine fuͤr un⸗ „ die der rths ein⸗ te Stroh⸗ hier und in ditſen en koͤnnte, it fuͤhren 63) dai nd daß e der Wi⸗ en muͤſ ( 231) wo ſie fehlt. Mit welchem Viehe ſie aber benutzt werde, ſcheint mir in Anſehung der Beſtimmung ihres Werthes gleichguͤltig, obwohl nicht in Anſe⸗ hung des Wirthſchaftsertrages, der von einer mehr oder minder richtigen Anlage der Wirthſchaft ab⸗ haͤngt. Dies ſey genug um den Leſer die verſchiedenen Geſichtspunkte anzudeuten, die wir nehmen und die Anſichten, welche ſich daraus ergeben. Uebri⸗ gens muß ich es einem jeden uͤderlaſſen zu beurthei⸗ len, aus welchem ſich die Sache klarer und beſtimm⸗ ter anſehen laſſe. In dem, was der H. V. im§. XIII. bis XVI. ſagt, ſtimme ich groͤßtentheils mit ihm uͤberein. Wo dieſes nicht der Fall ſey, wird der Leſer ſchon aus dem Vorhergeſagten erſehen. In§. XVII. wird gegen meinen 9. 77 erinnert: es ſey fuͤr die praktiſche Anwendung nuͤtzlich, das Schwanken des Werths der in eine Klaſſe und in eine Unterabtheilung geſetzten Bodenarten nicht zu groß ausfallen zu laſſen, indem der verſtaͤndige Bonitirer ſonſt genoͤthigt ſeyn wuͤrde, ſich ſelbſt zur Erleichterung ſeines Verfahrens Mittelſaͤtze da aufzuſuchen, wo die allgemeinen einen zu unbe⸗ ſtimmten Spielraum laſſen.— Der Bonitirer (232) ſoll, wie ich ſchon oben erwaͤhnt habe, nur die Klaſſen beſtimmen, worin der vorliegende Boden zu ſetzen ſey. Im Bonitirungsprotokoll ſollen aber die Bemerkungen, welche uͤber denſelben an Ort und Stelle gemacht worden, aufgenommen wer⸗ den, und in Ruͤckſicht dieſer, auch wohl der ſich in der Folge ergebenden, wird dem Taxator der oben⸗ genannte Spielraum gelaſſen. Dieſer iſt auf kei⸗ nen Fall ſo groß, wie der in der Preußiſchen In⸗ ſtruktion ihm ertheilte, und es wird hier klarer in die Augen fallen, wie und warum er ihn be⸗ nutzt habe. Daß zwei in der Beſchreibung der Beſtandtheile uicht uͤbereinſtimmende Bodenarten ſich doch im Reinertrage ziemlich gleich kommen, iſt eine ſehr richtige Bemerkung, und ich habe mich oben ſchon ausfuͤhrlicher daruͤber erklaͤrt, daß bei der oͤkonomiſchen Klaſſifikation nur auf dieſen Reinertrag und gar nicht auf die Beſtand⸗ theile geſehen werden, ſondern nur die Boden⸗ mengungen und phyſiſchen Eigenſchaften angege⸗ ben werden muͤſſen, welche die Annahme eines ſolchen Reinertrages begruͤnden. ad. XIX. Ich behalte mir allerdings eine fer⸗ nere Ausarbeitung und mehr ſyſtematiſche Zuſam⸗ menſtellung meiner Anſichten uͤber die Werthſchaͤz⸗ .(233) wi zung des Bodens vor. Durch jenen Verſuch de dan wollte ich nur die Aufmerkſamkeit aller kompetene olln ür ten Richter darauf leiten, und ſie zur Pruͤfung nan dt des von mir vorgeſchlagenen Verfahrens auffor⸗ men wer dern. Denn die Sache iſt viel zu wichtig, um der ſchii ſie der Entſcheidung eines einzigen anzuvertrauen. der oben⸗ Dem Herrn Verfaſſer, dem Herrn Regierungs⸗ kauf ki rath Haͤſe und dem Herrn Oberamtmann Ueber⸗ chen J ſchaer bin ich vielen Dank ſchuldig fuͤr die perſoͤn⸗ klater liche Gefaͤlligkeit, womit ſie meine Aufforderung ihn be⸗ 3 angenommen habden. Ich darf hoffen, daß nun zung der noch immer mehrere hiernach Veranlaſſung neh⸗ denatten men werden, ſich daruͤber zu erklaͤren, und es iſt kommen, in jeder Hinſicht ein großer Gewinn, wenn die ich habe Verhandlungen daruͤber vor dem oͤkonomiſchen erklaͤrt, Publikum gefuͤhrt werden. Mit meiner neuen Be⸗ ut auf arbeitung werde ich aber zoͤgern, theils der Erwar⸗ Beſtand⸗ tung mehrerer Beitraͤge wegen, theils der genaue⸗ Boden⸗ ren Beſtimmungen wegen, die wir in Anſehung angege⸗ der Organiſation des Theilungsgeſchaͤftes in der je eines neuen Gemeinheitstheilungs⸗Ordnung noch er⸗ garten. dine fi⸗ 3 Sehr ſchoͤn iſt das, was der Herr Verfaſſer Zuſͤn, in§. XX. uͤber das Kuͤnſtlertalent des Landwirths athſchä⸗ (234) ſagt, und wie ſich bei der Ausfuͤhrung die Kunſt gegen die Wiſſenſchaft verhalte. Am Schluſſe erklaͤrt ſich der Herr Verfaſſer ge⸗ gen die, welche behaupten, es käme auf das Syſtem in der Landwirthſchaft gar nicht an, und ein Syſtem ſey immer und abſolut ſchaͤdlich. Ich habe mich daruͤber bereits oben bey Gelegenheit der r Haͤſeſchen Schrift erklaͤrt. 3 de Suf das ra, und 2 h Lgenhei ( 235) VII. Ueber die Verkoppelung und Ausbauung der Bauerhoͤfe in Daͤnnemark. Auszug eines Schreibens aus Hollſtein. Ihre neuen agrariſchen Geſetze haben mich ſehr erfreuet, und wenn das Schickſal nicht allem Gu⸗ ten entgegen iſt, ſo muͤſſen ſie fuͤr Ihren, mir noch immer ſo theuren Staat von der gluͤcklichſten Wirkung ſeyn. Daß viele einſeitige Menſchen dort ihren großen und wahren Nutzen verkennen, kann ich mir wohl erklaͤren. Wie aber jemand, der dieſen einſteht, die Nothwendigkeit bezweifeln koͤnne, mit der Auseinanderſetzung der Gutsherrn und der Bauern zugleich die Gemeinheitstheilung und Verkoppelung der letzteren zu verbinden, das iſt mir faſt unbegreiflich. Es muß ja doch eine Separation und Ackerumſatz vorgehen, wenn der Gutsherr durch die Haͤlfte oder ein Drittel des Bauerlandes entſchäͤdigt werden ſoll; und wie leicht waͤre es da, zugleich die baͤuerlichen Beſitzun⸗ gen zu arrondiren, ohne welches doch, zumahl in (236) unſerem Klima, nichts Vollkommenes herans⸗ kommen kann? Gegen Zertheilung und Verkleinerung der Hoͤfe habe ich nichts, und es ſcheint mir ſehr wahr, daß kleine Beſitzungen, die aber außer aller Gemeinheit liegen muͤſſen, fuͤr den Staat am vortheilhafteſten ſind. Sie ſind es ſogar m. E. füuͤr die großen Guͤter, da immer ein Theil der ar⸗ beitenden Kraͤfte uͤbrig bleibt, und jenen gegen einen billigen Lohn zu Gebote ſteht. Aber die Zer⸗ theilung der groͤßeren Beſitzungen in kleinere, wird durch die Verkoppelung und Einfriedigung der Fel⸗ der keinesweges gehindert, ſondern vielmehr be⸗ foͤrdert. Wer befriedigte Aecker kennt, kann es wohl nicht verkennen, wie ſehr der Werth und Nutzen derſelben durch die Befriedigung ver⸗ mehrt werde, wenn dieſe anders gut gemacht und erhalten worden. In einer kleinen neuen Schrift— die ich mir um des Titels willen, worauf Ihr Name ge⸗ nannt war, gleich zu verſchaffen ſuchte,— iſt zwar gegen die Koppelwirthſchaft die Behauptung aufgeſtellt: ihre Tendenz gehe dahin, das Eigen⸗ thum zu großen Maſſen zu formen. Dieſe Be⸗ hauptung kann aber wohl nur auf den Erfolg, den ihre Einfuͤhrung in Mecklenburg hatte, begruͤndet 8 theraa⸗ ung de nir ſehe 2: außer Staat r m. E. der ar⸗ gegen die Jer⸗ d, wird dder Fil⸗ dehr be⸗ unn es i9 und ver⸗ wacht gie ich ne ge⸗ — iſt ptung kigen⸗ ſe We⸗ „ den aͤndet (232) ſeyn. Durch die Koppelwirthſchaft lernte man dort erſt den Werth des Grundes und Bodens ken⸗ nen, den man vorhin wenig achtete, und ihn viel⸗ leicht in zu großen Maſſen den Bauern uͤberließ. Da es nun in der freien Willkuͤr der Gutsherrn ſtand, ihre Bauern zu legen, d. h. ihnen das Land ganz abzunehmen, ſo waren ſie freilich uner⸗ ſaͤttlich darin. Aber hier im Daͤniſchen durfte das, zum Gluͤck fuͤr die Gutsbeſitzer ſelbſt, nicht geſche⸗ hen. Umlegen konnten ſie ihre Bauern, aber nicht legen, und mußten ihnen am Werth wieder⸗ geben, was ſie hatten. Sie ſagen mir, man bezweifle dort den Wohl⸗ ſtand unſerer verkoppelten Bauern, den ſie doch vor ſechszehn Jahren ſo aufbluͤhend gefunden haͤt⸗ ten, und man berufe ſich daruͤber auf gewiſſe Nach⸗ richten. Ich kann nur den Wohlſtand unſerer Bauern mit Bewunderung anſehen, wenn ich die Laſten bedenke, welche ſie jetzt zu tragen haben. Wo hier im Lande der Bauer arm iſt, da iſt er es nur noch aus den Zeiten der Leibeigenſchaft und der Frohndienſte her, und man findet dies faſt nur in den ſchlechten Haidegegenden, wo der Bauer ſich auf ſeinem Eigenthume nicht hat aus der Armuth herausarbeiten koͤnnen; beſonders in den letzten Jahren, wo hier wie in allen Ländern 2(238) hohe Abgaben nothwendig ſind, die ſonſt nicht exiſtirten, und die auch auf jeden Fall wieder auf⸗ hoͤren werden. Sicher iſt die Koppelwirthſchaft an dem Fallen des Daͤniſchen Kurſes ſo wenig Schuld, als der Comet vom vorigen Jahre. Haͤtte ſie einen uͤblen Einfluß auf die Finanzen des Staats, ſo wuͤrde unſre wahrhaft weiſe Regie⸗ rung den Ausbau nicht noch immerfort auf alle moͤgliche Art und Weiſe befoͤrdern und Verkoppe⸗ lungen befehlen. Ein Beweis, daß die Bauern des Drucks der Zeiten ungeachtet hier nicht ſo arm ſind, als man glaubt, iſt dieſes, daß man in den großen Haiden, auf dem Ruͤcken des Landes oder der ſogenannten ſandigen Geeſt, jaͤhrlich neue Eta⸗ bliſſements entſtehen, Verkoppelungen anlegen und Haideland urbar machen ſieht. Es gehoͤrt nur eine gut eingerichtete Landespolizey dazu, um zu verhindern, daß durch einzeln ausgebauete Hoͤfe keine Unordnungen entſtehen. Mangelt dieſe, ſo mag es freilich leichter ſeyn, ſie in geſchloſ⸗ ſenen Doͤrfern zu verhuͤten. Aber ſonſt bin ich uͤberzeugt, daß Moralitaͤt durch den Aus⸗ bau mehr befoͤrdert als gehindert oder verderbt werde, weil weniger Gemeinſchaft und Verfuͤh⸗ rung unter den Leuten herrſcht, boͤſe Beiſpiele nicht leicht anſtecken, ſondern vielmehr durch e r her oij thſche d ven * Jaht a zen de 4 Regis ruf ale 2 kkoppe⸗ äauern stſo am 1 in de Sus uder cue Eto aunſegen Dehoͤrt 11, um gebauet aüt dieſe zeeſchloß ſſt bu Aus⸗ verderbt nberſüh Beiſpiele durch ( 239) ihre Folgen, die hier klarer in die Augen fallen, abſchrecken. Es giebt zwar, ſelbſt hier im Lande in den ſandigen Gegenden, Leute, welche den Nutzen der Theilung der Gemeinheit in Zweifel ziehen. Ihr einziger Grund iſt aber dieſer, daß bei Gemein⸗ heitstheilungen ein Jeder ſein Vieh allein huͤten muͤſſe, welches kleinen Beſitzern, die nur ein Paar Stuͤck Vieh haben, zu beſchwerlich ſey; wenn an⸗ ders die Koppeln nicht eingefriedigt wären. Letzte⸗ res aber halten ſie in dem ſandigen Haidboden, wo die Erdwaͤlle und Graͤben nicht gut ſtehen und die Hecken nicht gut wachſen, fuͤr unthunlich. Aber dieſer Einwand iſt nur ſelten begruͤndet, iſt nur da ſtatthaft, wo kahle Sandſchollen ſind, de⸗ ren es doch nur ſehr wenige giebt. Unter zehn Fällen iſt es neunmal die Schuld der Leute, wenn ihre Befriedigungen nicht Stand halten, und das Vorurtheil, welches man dagegen hat, bewirkt, daß man zu nachlaͤſſig bei ihrer Anlage verfaͤhrt. Dieſes, mein verehrteſter Freund, iſt Alles, was ich ſelbſt uͤber den Erfolg unſerer Verkoppe⸗ lungen und Ausbauten ſagen kann, da ich hier erſt zu kurze Zeit bekannt bin und das Land nur fluͤch⸗ tig durchreiſte. Ich lege Ihnen aber hier einen Auffatz von einem braven Geiſtlichen bei, der die G 4 246b) Sache genau kennt, und ihren Fortgang ſeit laͤn⸗ gerer Zeit beobachtet hat, wovon Sie, ſo wie von dem, was ich Ihnen ſagte, beliebigen Gebrauch 3 machen koͤnnen. Doch will der Verfaſſer des bei⸗ liegenden Aufſatzes nicht gern genannt ſeyn. 5 1* H. B. Welche Vortheile brachten die in Koppeln gelegten Bauerhoͤfe in Daͤnnemark? Zur richtigen Beantwortung dieſer Frage und zur leichteren Beurtheilung des ſeegensreichen Verdien⸗ ſtes der Regierung fuͤr die Agrikultur iſt ein Blick auf den Zuſtand derſelben vor Aufhebung der Leib⸗ eigenſchaft nicht unwichtig. Da es aber auf in Wahrheit gegruͤndete Thatſachen ankoͤmmt, und Referent den groͤßten Theil von Schleßwig und Hollſtein nur am genaueſten kennt, ſo gilt das hier Geſagte auch hauptſaͤchlich nur von dieſen Theilen Daͤnnemarks.— Man fand nemlich vor Aufhebung der Leibeigenſchaft hier entweder koͤnig⸗ liche Doͤrfer, deren Bewohner nach freyer Will⸗ Natural⸗Abgaben, ihre Laͤndereien ungeſtoͤrt be⸗ kuͤhr, bei Erlegung gewiſſer beſtimmter Geld⸗ und nutzen ang ſäüin⸗ e, ſo wen gen Gebraui aſee des e t ſeyn. 9. B. b Koppeln mark? rage und zut hen Verdien⸗ ſt ein Blil g der Leib⸗ ader auf in oͤmmt, und hleßwig und o gilt das von dieſen newlich vr weder kint⸗ freyer Vil⸗ 5 Ged⸗ und ungeſiört ⸗ Uuget (241) nutzen konnten; oder adeliche Guͤter, deren Unter⸗ gehoͤrige nur nach Willkuͤr des Gutsbeſitzers ſol⸗ che beſitzen und benutzen durften, dabei aber zu un⸗ ausgeſetzten, unbeſtimmten, druͤckenden Dienſt⸗ leiſtungen verpflichtet, und ſtets uͤber die Dauer des Beſitzthums zweifelhaft waren, da die Herr⸗ ſchaft, oft gewechſelt, und deren Paͤchter wie In⸗ ſpectoren, den Knecht zum Hufner, ſo wie den Huf⸗ ner zum Knecht willkuͤhrlich umwandeln konnten. — Die Benutzungslaͤndereyen beyder Untergehoͤri⸗ gen beſtanden faſt ganz aus Gemeinfeld mit hin und wieder zerſtreut liegenden Koppeln untermengt, welches oft ein großes Areal austrug, indem nach hieſigem Maaße, die Tonne zu 240 QRuthen ge⸗ rechnet, mancher Leibeigene, wie Koͤnigl. Bauer, oft mehr wie 100 Tonnen Landes zur Benutzung hatte. Deſſen ungeachtet fand man bei dem Leib⸗ eigenen im Durchſchnitt nie ſo viel Futter und Ge⸗ treide, daß 6 bis 8 Stuͤck elende Pferde und einige Kuͤhe durchgewintert, und die Hofhaltung mit Brod⸗ und Saatkorn hinlaͤnglich verſehen werden konnte; denn zu druͤckend waren ihre Dienſtlei⸗ ſtungen, zu groß das Areal nach Verhaͤltniß des Dungmaterials, zu entfernt und zerſtreut liegend die Gemeinfelder, und zu wenig waren der einge⸗ friedigten Koppeln. Und da bei den freiliegenden, (242) zerſtuͤckelten Feldern ſo verſchiedene Graͤnzen und Nachbaren waren, ſo gab dieß alles zu unendli⸗ 1 chen Beeintraͤchtigungen und Streitigkeiten Anlaß, die Muthloſigkeit, Stumpfſinn und Starrſiin zur Folge hatten, und jedem Fortſchritte zur Ver⸗ b beſſerung der Agrikultur im Wege ſtanden. Gewoͤhn⸗ lich fand man daher auf den meiſten Doͤrfern ade⸗ licher Guͤter: ſchlechte Wirthſchaft, elendes Ge⸗ treide, verhungertes Vieh, verhungerte, wenig⸗ ſtens zerlumpte und an Geiſt verkruͤppelte Men⸗ ſchen.— Nur die zum Hofe beſonders gehoͤrigen Laͤndereien, zum Theil in den Haͤnden freier, verr ſchlagener, praktiſcher Wirthe, lieferten durch den Wuchs ihrer zum groͤßten Theil eingefriedigten Aecker und Wieſen, einen, der eigenthuͤmlichen Be⸗ ſchaffenheit des Bodens ziemlich entſprechenden Ertrag. Doch wars ein Wunder, da Hunderte von Menſchen mit Vieh und Ackergeraͤth dem Guts⸗ herrn oder deſſen Paͤchter zu Gebote ſtanden? Da ſte um einen kaͤrglichen, kaum das Leben friſtenden Unterhalt faſt ganz allein die Felder bearbeiten mußten, und nichts dem Herrn uͤbrig blieb, als ohne Muͤhe und Koſten, den Ertrag ſeiner Felder in Empfang zu nehmen. Mehr wie die Herrſchaft waren oft die Paͤchter und Verwalter der armen i Bauern Geißel, die durch den Schweiß derſelben d Grinmn n 3 u una keiten Anti d Startſit ritte zur Ver en. Gewoͤhn⸗ Dorfern ade⸗ elendes Ge⸗ rte, wenig⸗ Ppelte Meu⸗ es gehorigen freier, ver⸗ ten durch den ngefriedigten unlichen Be⸗ ſprechenden a Hurderte h dem Gutt anden? MA en friſtenden hearbeiten dlied, al ſeiner Felde ie Herrſchſt er der armal veiß derſelln ( 243) ohne Muͤhe und im Wohlleben nicht ſelten ſehr be⸗ traͤchtliches Vermoͤgen ſich erwarben. Wenn nun gleich die Lage der eigentlichen Koͤ⸗ nigl. Bauern ungleich beſſer, ihr Thaͤtigkeitstrieb durch die freie Benutzung der Grundſtuͤcke nicht geradezu gehemmt, und Duͤrftigkeit nicht ganz allgemein war, ſo brachten doch die in Gemein⸗ ſchaft liegenden Gruͤnde, die zerſtuͤckelten, unein⸗ gefriedigten Felder nicht den Erttag, den ſie haͤt⸗ ten bringen koͤnnen— denn nur wenig nach Ver⸗ haͤltniß des Areals konnte der Bauer zum Verkauf eruͤbrigen; daher denn auch nur bei den ſeparirten Marſch ⸗ und Kuͤſtenbewohnern im Allgemeinen Wohlſtand zu ſinden war.— Doch die Aufhebung der Leibeigenſchaft, der ſich zur gleichen Zeit ver⸗ mehrende Handelsverkehr brachte eine gluͤckliche Veraͤnderung in dem agrariſchen Syſteme her⸗ oor. Der ſeegensreiche Erfolg des durch Zufall in dem Hollſteiniſchen bekannt gewordenen Mer⸗ gelns— welches mehr als zehnfachen Ertrag gewinnen laͤßt, und die ſterilſten Gegenden in fruchtbare Aecker umwandelt— neben einem ſehr geſuchten vortheilhaften Abſatz aller Produkte, ſetzte den Thaͤtigkeitstrieb eines jeden Landmanns in Bewegung. Auf den adelichen Guͤtern wurde durch Aufhebung der Frohndienſte eine foͤrmliche Q 2 ( 244) Umänderung aller Wirthſchaftseinrichtungen noth⸗ wendig.—. Jetzt mußte alles fuͤr Geld, fuͤr eigene Rech⸗ nung, aus eigenen Mitteln des Gutsherrn und deren Paͤchter beſchafft werden, und da die mei⸗ ſten Guͤter von betraͤchtlichem Umfange waren, ſo fand man bald, und daruͤber kann nur eine Stimme ſeyn, daß in Abſicht des Gewinns fuͤr Staat und Buͤrger die kleinſten Stellen den gro⸗ ßen den Rang ablaufen. Da die Entfernung und Menge der Hoflaͤndereyen die Schnelligkeit der Bearbeitung erſchweren, einen unverhaͤltniß⸗ maͤßigen Kraft⸗ und Koſtenaufwand erfordern, auch im Großen ſelbſt bey dem beſten Willen nicht die Puͤnktlichkeit und Aufmerkſamkeit ſtets er⸗ reicht, und die Verluſte an Vieh, Futter und Ge⸗ treide verhindert werden koͤnnen, die bei ſo man⸗ nigfachen unvorhergeſehenen Colliſionen den Land⸗ mann in Verzweiflung ſetzen; wovon bei klei⸗ nen zuſammenliegenden eingefriedigten Feldern faſt keine Rede ſeyn wird. Die Verkleinerung, Arrondirung und Einfriedigung der Grundſtuͤcke wurde daher fuͤr zweckmaͤßig und nothwendig er⸗ kannt. Nach der eigenthuͤmlichen Beſchaffenheit der Guͤter und der verſchiedenen Anſicht ihrer Be⸗ ſitzer geſchahen nun auch dieſe Verkleinerungen. i Ri⸗ Ddie mii⸗ n denn, nuur eine nans äice aoen gro⸗ Dernung elixkit thͤltni⸗ odern, 5 Vilen Aiſets er⸗ mnd Ge⸗ 20oman⸗ an Lan⸗ ei llei⸗ e Feldetn Larerung, ndſuͤck Tundig er Safinhet cyker B nanmhe (245) Einige arrondirten die entlegenſten Hoflaͤnde⸗ reien, und erbauten ſogenannte Meyerhoͤfe, große Hoͤfe. Andere vertheilten die Guͤter in ganz kleine Bauerhoͤfe, die dem Paͤchter gegen Erlegung eines kleinen Kaufſchillings und eines jaͤhrlichen Canons auf ſeine Erben uͤbergeben wurden— dieſe hie⸗ ßen Erbpachtsſtellen. Sie bringen dem Staate ohne Zweifel den groͤßten Gewinn, weil dadurch betraͤchtlichen Familien ein feſter Beſitz ver⸗ ſchafft und ein ſogenannter Mittelſtand auf dem Lande gebildet iſt, der zwiſchen reich und arm die Mitte haͤlt, und durch beſtaͤndige Zirkulation ſeiner Produkte, wie ſeines Vermoͤgens, dem Staate mehr Nutzen bringt, als wenn Tauſende vom Gutsherrn oder Paͤchter auf Wucher verliehen oder in fremden Laͤndern verzehrt werden. Noch andere vertheilten, arrondirten und befriedigten zwar die Dorfs⸗ und Hoflaͤndereien, und ließen die entfernten Gemeinheiten mit einzeln liegenden Gebaͤuden, wie bei den Erbpachtsſtellen, verſehen, verpachteten ſie aber nur auf gewiſſe Jahre, die daher Zeitpaͤchter heißen, und meiner Meinung nach den Erbpaͤchtern nachſtehen. Durch dieſe Anordnungen wurden nun auch wahre Wunder in der Agrikultur hervorgebracht, beſonders auf den Guͤtern, wo man vor der Aufhebunz der ( 246) Leibeigenſchaft mit Umſicht und Ueberlegung ſich vorgearbeitet hatte.— Dort wo ſonſt zerfallene Wohnungen, aͤrmliche Menſchen, verkuͤmmertes Vieh und kaͤrgliches Getreide einheimiſch war, fand ſich in kurzer Zeit alles wie umgezaubert; ganze ſterile Flaͤchen waren nun beduͤngt, bemergelt, mit Erdwaͤllen, Graͤben und lebendigen Hecken umge⸗ ben. Nun iſts nicht mehr Noth, die herrſchaftli⸗ chen Waldungen und Gehege auszupluͤndern, da der jaͤhrliche Turnus von den Knicken wenigſtens das nothwendigſte Buſchholz liefern kann. Nicht naͤchtlich darf der arme Bauer den Feldern ſeines Herrn und Nachbars ſchaden; indem da, wo ſpaͤrlich nur das Haidebluͤmchen wuchs, jetzt Weizen, Rocken, Klee und Gerſte prangen. Statt daß ſonſt nach dem Knall der Voͤg⸗ tepeitſche ſich der Menſchen wie der Thiere Fuͤße nur bewegten, ſo treibt der Sonne Stand, wie eigene Wohlfahrtsſorge hier jeden nun, um nach Verhaͤltniß des Beſitzthums die Fruͤchte ihres Fleißes dem Herrn und Koͤnig darzubrin⸗ gen.— Doch die Regierung ging auch allen erſt mit Beiſpiel und Aufopferung voran. Alle Communen wurden auf Verlangen aufgetheilt, arrondirt und eingefriedigt, wo es moͤglich war bekam der Hufner ſein Gehege oder Torfmoor, w ag n falent Bmerts cr, fand — ane it, mt M ume⸗ 3chaftli aun, da ar gſiens 7. Nicht 8 ſeines a, lbo 2 jegt 8 66 Voͤg⸗ „Thiere aStand, , um Shrüͤchte voubrin⸗ eg allen 9 Ale Ketheil, eh war 2 fuvol, (247) um Holzverwuͤſtungen und Defraudationen zu vermindern; bei duͤrftigen Beſitzern ſchlechter Laͤndereien wurden oft Freyjahre von zehn bis ſechszehn Jahren ertheilt, um dadurch die Cul⸗ tur der Aecker zu befoͤrdern, und jeglichem nach Nothdurft beizuſtehen. Mit Reue ſehen auch jetzt die wenigen Widerſpenſtigen, wie Zeitver⸗ luſt hier unerſetzlich iſt, und ſelbſt der Duͤmmſte ſucht jetzt emſig, ſich ſein Eigenthum arrondirt und befriedigt zu verſchaffen, da der Erfolg vor Augen liegt. Mit Vergnuͤgen betrachtet daher der Menſchenfreund die glüuͤcklichen Folgen der in kleine eingefriedigte Koppeln aufgetheilten und ausgebauten baͤuerlichen Beſitzungen— mit Freude die Progreſſionen der Agricultur.— In Daͤnnemark waren es wohl die zum Kloſter Preetz gehoͤrigen Probſteier, welche die erſte Stufe des Ackerbaues erſtiegen haben. Hier ſieht man alle Produkte des Marſchlan⸗ des auf der Geeſt, in einer Ueppigkeit, die der Seele wie dem Auge gleiche Frende macht. Auf kleinen, 5 bis 6 Tonnen großen, eingefriedigten Kleekoppeln weiden eine Anzahl Kuͤhe, die ſonſt auf einem großen Theil der Dorfsfelder keine Nah⸗ rung gefunden; dort giebt es Bauern, die von ihrem Ueberfluß an Stroh ſuͤr 1000 Mark im (248) Jahre nach der Stadt verkaufen, und Weizen, Gerſte, Rocken, Hafer, Ruͤbſaat in großen Quan⸗ titaͤten oft veraͤußern, als Saatkorn wegen ſei⸗ ner Reinheit und Guͤte nicht minder allgemein geſucht.— Wer zum Beiſpiel die Sandfelder um und bey dem Flecken Preetz vor Jahren nur geſehen, wie alles wuͤſte, alles oͤde war: wie wuͤrde er erſtaunen, hier faſt lauter Gaͤrten zu erblicken, durch Vertheilung, Einfriedigung und Bemergelung entſtanden. Ja, wer wird es laͤug⸗ nen, daß Daͤnnemark bey fruchtbaren Jahren ein Kornmagazin iſt, das ganze Laͤnder mit ſeinem Ueberfluß wird erhalten koͤnnen. Wer wird es laͤngnen koͤnnen, daß bei dem Stocken alles Han⸗ dels und Gewerbes, der Landmann jetzt die wich⸗ tigſte Stuͤtze des Staats iſt— da er die groͤßten Laſten traͤgt, und Menſchen, Brod und Geld zum Opfer bringt, und dieſes ohne zu verarmen, wenn auch zu manchen Einſchraͤnkungen und Entbehrun⸗ gen genoͤthigt.— Und wenn es wahr iſt, daß der Reichthum und die Selbſtſtaͤndigkeit eines Staats nach ſeiner innern Produktionskraft zu beſtimmen ſey, ſo wird Daͤnnemark bald einen Standpunkt erreichen, worin es von wenigen uͤbertroffen wer⸗ den wird. Iſt es ferner wahr, daß gerade der thaͤ⸗ tige Mittelſtand dem Lande am nuͤtzlichſten ſey: ſo ein d I begen ſi D algemg zandfiet aht m V Swar. hi arnn n dreun un deslaͤng 3 Jahren nit ſeinen — er wid h Kales Hip t die vich we großten 4 Geld zug Anen, wem kiEntbehu⸗ niß. daß de es Staat 3 deſimmen 5Standpunt t'offen ver dde der thi V dſfen ſey:. 1 1 (249) muß man eine Regierung ſegnen, die alles dahin einzurichten ſucht, daß durch Einkoppelung und Verkleinerung großer Grundſtuͤcke der groͤßte Theil der Landbewohner aus Familien beſtehe, die durch eignen kleinen Beſitz immer feſter dem vaterlaͤndi⸗ ſchen Boden angekettet, und die uͤberzeugt ſelbſt⸗ ſtaͤndige Mitglieder des Staats, eigne Befoͤrderer ihres Wohlſtandes zu ſeyn, zum Gemeinſinn und zur Vaterlandsliebe angeflammt werden. In die Augen ſpringend ſind daher folgende Vortheile der in Daͤnnemark getroffenen, einge⸗ friedigten, arrondirten und ausgebauten baͤuerli⸗ chen Beſitzungen: 1) Der Eifer an Betriebſamkeit iſt dürch die Ueberzeugung, ein eignes, befriedigtes und arrondirtes Grundſtuͤck ungeſtoͤrt zu beſitzen, erweckt, befoͤrdert und verſtaͤrkt worden. 2) Die Production aller Gras⸗ und Getreide⸗ arten hat durch Urbarmachung und Verbeſſe⸗ rung weit entfernter, wenig benutzter Laͤnde⸗ reien, vermoͤge der Einkoppelung und Aus⸗ bauung, unendlich viel gewonnen. 3) Durch Aufweckung der phyſiſchen und mora⸗ liſchen Kraͤfte des Bauernſtandes iſt der Menſchheit ein großer Gewinn erwachſen, und ein guter Grund zur Ausrottung vieler 3 256b)) Laſter gelegt. Die Traͤgheit bringt nit Nachtheil nur dem Gutsherrn ſo wie ſonſt, nein Schande nur und Armuth bloß den Traͤ⸗ gen. Betrug und Diebſtahl iſt nun nicht ſo leicht, da jeder ſelbſt ſein Eigenthum uͤberſe⸗ hen und bewahren kann. 4) Durch die Verkoppelung und Ausbauung iſt dem Staate eine wichtige Anzahl thaͤtiger, ſelbſtſtaͤndiger Menſchen gewonnen, und da⸗ durch ein laͤndlicher Mittelſtand gebildet wor⸗ den, der zur Vertheidigung des Landes am geſchickteſten und willigſten iſt. 5) Aus der Vermehrung eigner Producenten und Producte iſt dem Staate groͤßeres Heil erwachſen, als durch Eroberung mehrerer Läͤnder: denn dadurch nur iſts Daͤnnemark moͤglich, in einer Lage auszuharren, die druͤckender wie offenbarer Krieg iſt. Ja da⸗ 4 durch nur wird Daͤnnemarks Kraft und Reichthum in ſich ſelbſt beſtehen, und da⸗ durch ſtets ſich Gluͤck und Wohlſtand ſchaffen. Udit wor⸗ „Jes an uetnten s heil p'terer aematk vn, di .ida dd, Feft und and da⸗ b ſiam l ln„LAlAdeln dn aet deb dlänagalengnhäahhadt RtaſenehaênRannGaenanrneJénonng 0em 1 2 3 3 5 6 7 8 9 10 11 Coſour& Grey Control Chart Blue Cyan Green Nellow Hed Magenta ———. Srey a Slack