[Un Bdſ. 4 Giessen 1 —2έ‿ 2 3* 8„ 9 Leitfaden c, n. zur maallgemeinen landwirthſchaftlichen Gewerbs⸗Lehre vom Staatsrath Thaer, „— Prof. der Cameral⸗Wiſſenſchaften bei der Univerſitaͤt zu Berlin. 4 EIIOTHE D. KONI GLIEHEN ACDall. Dis 155 KDR 1 3 Nok 6148 5——— Berlin, 1915 in der Realſchulbuchhandlung, und in Wien bei Gerold. Vorrede. Meine Abſicht war, nur einen ſehr kurzen Leit⸗ faden zu meinen Vorleſungen uͤber dieſen wichtig⸗ ſten, aber bisher unbeachteten, Theil der Landwirth⸗ ſchaftslehre niederzuſchreiben. Er ſollte blos eine Ueberſicht des Lehrſyſtems, der Materien in ihrer Verbindung geben und die Hauptſaͤtze enthalten, mithin allein fuͤr meine Zuhoͤrer beſtimmt ſeyn. Da er jedoch auch ins groͤßere Publikum kommen muß⸗ te, ſo fuͤhlte ich mich, um Misverſtaͤndniſſe, An⸗ ſchein von Widerſpruͤchen und falſche Anſichten zu verhuͤten, gedrungen hin und wieder ausfuͤhrlicher zu ſeyn. Ich habe mich jedoch nur bey neuen Anſich⸗ ten und bisher minder entwickelten Gegenſtaͤnden dazu entſchloſſen und auch bey dieſen die ohne Unver⸗ ſtaͤndlichkeit moͤglichſte Kuͤrze beobchtet, weil ich kein baͤnderreiches Werk— wozu der Inhalt ſonſt leicht ausgedehnt werden konnte— ſchreiben wollte. Man⸗ ches, insbeſondere das in die allgemeine Gewerbs⸗ oder National⸗Wirthſchafts⸗Lehre Einſchlagende, habe ich nur in Bezug auf meinen Gegenſtand an⸗ gedeutet, da in den neueſten Zeiten genug daruͤber geſprochen worden. Ich bitte daher, die vielleicht auffallende Ungleichheit in der Ausfuͤhrlichkeit der Materien zu entſchuldigen. Bitelleicht achten andere Lehrer der Cameral⸗ Wiſſenſchaften das Buͤchlein der Ehre werth, es einem Theile ihrer Vorleſungen unterzulegen: da wir uͤber dieſe Wiſſenſchaft— ohne welche die ganze Landwirthſchafts⸗Lehre keinen Schluß und keine Haltung hat— noch kein Lehrbuch beſitzen und ich aus Erfahrung verſichern kann, daß dieſes Syſtem des Vortrags eine beſondere Klarheit der Begriffe bewuͤrkt und zur Bildung recht gruͤnd⸗ licher praktiſcher Maͤnner beygetragen habe. d. dn Be Segenſt uiſe ke ſelben i nen Un werden 8 ſchaft aus ne Thaer, daruͤber vielleicht hkeit der ameral⸗ erth, 68 gen: da lche die luß und beſitzen ß dieſes theit der gruͤnd⸗ de. ——— Einleitung. I. Da landwirthſchaftliche Gewerbslehre umfaßt alle auf den Betrieb dieſes Gewerbes im Ganzen Bezug habende Gegenſtaͤnde, und lehrt die Anordnungen und Verhaͤlt⸗ niſſe kennen und wuͤrdigen, durch welche der Zweck deſ⸗ ſelben im Allgemeinen und im Einzelnen, unter gegebe⸗ nen Umſtaͤnden, auf das moͤglich vontommenſte erreicht werden mag. 2. Sie t von Anderen die hoͤhere Landwirth⸗ ſchafts⸗Wiſſenſchaft genannt worden, weil ſie ſich aus reinen Verſtandesbegriffen entwickelt und nur die Thaers Leitfaden. 2 * 2 Einleitung. Data dazu aus der Erfahrung annimmt. Die Pruͤfung der Richtigkeit der letztern iſt nicht ihre Sache, ſondern die der landwirthſchaftlichen Erfahrungslehre. Sie iſt daher eine Wiſſenſchaft im ſtrengern Sinne des Wortes und kann als ſolche gelehrt und begriffen werden. 3. Sie macht einen Haupttheil desjenigen Inbegriffs von Kenntniſſen aus, den man Cameral⸗Wiſſenſchaft zu nennen pflegt. Nach der urſpruͤnglichen Beſtimmung der Camern— Verwaltung der landesherrlichen Domai⸗ nen— war ſie die eigentliche und einzige Wiſſenſchaft derſelben, obwohl ſie von ihnen nie erkannt worden iſt. 4. Sie ſtehet in naher Verwandtſchaft und in beſtaͤn⸗ digem Bezuge mit und auf die National⸗ und Staats⸗ Wirthſchaftslehre, entwickelt und berechtigt manche Be⸗ griffe derſelben, und heiſcht alſo auch von der Seite das Studium des Cameraliſten nach ſeiner gegenwaͤrti⸗ gen Beſtimmung. 5. Da die ⸗ Landwirthſchaft ein Gewerbe iſt, ſo hat ſie auch zu ihrem Endzweck den jedes anderen Gewerbes: ein Einkommen dadurch zu erwerben. Die Viſſenſchaft derſelben muß alſo den moͤglich hoͤchſten Erwerb aus jenem Betriebe als Ideal und ober⸗ — Einleitung. 3 ſtes Princip aufſtellen und entwickeln, wie man den, unter den jedesmaligen beſonderen Verhaͤltniſen und UUmſtaͤnden, hoͤchſt moͤglichen Gewinn dadurch erreiche. 6. Manche haben die Landwirthſchaft nicht als Ge⸗ werbe, ſondern als Staatsbuͤrger⸗Pflicht, beſonders fuͤr die Claſſe der Gutsbeſitzer, betrachten und ihr ein ande⸗ res vermeintlich hoͤheres Ziel vorſtecken wollen; aber irrig und verleitend in Hinſicht auf das allgemeine Be⸗ ſte ſowohl, als fuͤr den Linzelätn. 7. Wie in ihrem oberen Grundſaße, ſo kommen auch alle Gewerbe in ihren Elementen oder Facioten uͤberein. Dieſe ſu 1) Arbeit. 2) Capital. 3) Rohes Material. 4) Intelligenz(Kenntniß und Kuͤnſtlertalent) 8. Das roͤde Material iſt bei der Landwirthſchaft der Grund und Boden, oder eigentlich die im ſelbigen lie⸗ gende Triebkraft Urproductiv⸗„Stoff). A2 4 Arbeit. 9. Es laͤßt ſich ein ſolches Verhaͤltniß dieſer Elemente zu einander denken, woraus das abſolut Vollkommenſte hervorgehen wuͤrde. Da wir aber dieſes richtigſte Ver⸗ haͤltniß ſelten erreichen, ſondern das einmahl gegebene mehrentheils wenig, oft gar nicht abaͤndern koͤnnen: ſo muͤſſen wir uns mit dem relativ Vollkommenſten be⸗ gnuͤgen. 10. Das Verhaͤltniß des Capitals und der Arbeit zum Grund und Boden beſtimmt den Unterſchied zwiſchen intenſiver und extenſiver Wirthſchaft, wovon bald die eine, bald die andere zweckmaͤßiger, mithin vollkom⸗ mener ſeyn kann. 11. Die Arbeit. Die auf die Landwirthſchaft zweckmaͤßig verwandte belohnt ſich hoͤher als jede andere kunſtloſe Arbeit, weil ſie ihr Product nicht unmittelbar hervorbringt, ſondern nur durch die Benutzung und Leitung der bildenden Na⸗ turkraͤfte; mithin der Antheil der letzteren noch uͤbrig bleibt, nachdem die Arbeit bezahlt worden. Je ſtarker⸗ die Naturkräfte ſind, um ſo groͤßer iſt der Ueberſchuͤß. Deshalb wird die Arbeit da, wo ſie noch mangelt, nur auf den fruchtbarſten Boden verwendet. bald ndte weil dern Na⸗ brig irker⸗ Arbeit. 5 . 12. 3 Arbeit verrichtet niemand umſonſt. Es will ent⸗ weder das Product derſelben oder deſſen Werth ſelbſt genießen, oder er arbeitet um Lohn, welcher ihm derje⸗ nige bezahlt, der ſich das Product aneignen will. Das Letztere geſchiehet haͤufiger, wie Erſteree. 13. Daher bildet ſich ein Preis der Arbeit auf bieſelbe Weiſe, wie der Marktpreis jeder Sache, im Verhaͤltniß der Nachfrage zum Angeboth. Er iſt mithin veraͤnder⸗ lich, wie dieſes Verhaͤltniß. 14. So wie aber der Preis einer jeden Sache einen Punkt hat, worauf er zuruͤckzukommen ſtrebt, weil ſich Nachfrage und Angeboth hier ins Gleichgewicht ſetzen— den man daher den natuͤrlichen Preis, auch den Productions⸗Preis, wofuͤr die Sache erzeugt wer⸗ den kann, nennt— ſo auch hier. 1 Dies iſt derjenige, wobei der kunſtlos und mmalge⸗ ſtrengt arbeitende Menſch ſich erhalten und vermehren, ſich und wenigſtens zwei Kinder ernaͤhren kann— der Preis, wofuͤr arbeitende Menſchen produzirt werden koͤn⸗ nen.— 1 . 13. 3 Daher ſteht dieſer Arbeitspreis im directeſten Ver⸗ 6 Arbeit. haͤltniſſe mit dem wichtigſten und unentbehrlichſten Le⸗ bensmittel— bei uns dem Roggen, in andern Gegen⸗ den dem Weitzen— und iſt ſich darin zu allen Zeiten und bei allen Nationen, wo ſich die buͤrgerliche Verfaſ⸗ ſung auf die gewoͤhnliche Weiſe ſchon ausgebildet hatte, gleich geblieben. Denn alle uͤbrigen Lebensbeduͤrfniſſe des arbeitenden Menſchen ſtehen auch mit jenem wich⸗ tigſten im conſtanten Preisverhaͤltniſſe; ausgenommen das Brenn⸗Material, welches daher auch auf den Ar⸗ beitspreis einen mitwirkenden Einfluß hat. 16. Da das Angeboth der Arbeit dringender iſt als die Nachfrage, ſo iſt der Preis derſelben in der Regel das Minimum deſſen, was zur Erhaltung des arbeitenden Menſchen erforderlich iſt. Was man hiergegen anzufuͤh⸗ ren pflegt, iſt unbegruͤndet; einige außerordentliche Faͤlle ausgenommen. 17. Weil auch außer dem Arbeitslohn die meiſten Aus⸗ 7 gaben und Einnahmen des Landwirths im allgemeinen und auf die Dauer im conſtanteren Verhaͤltniſſe mit dem Getreide⸗Werthe als mit dem Nominal⸗Werthe des Geldes ſtehen: ſo nehmen wir einen Berliner Schef⸗ fel Roggen ſtatt des Geldes zum Werths⸗Maaß⸗ ſtabe an, und a deſſelben als Einheit, die wir 1 X nennen, und bleiben dabei in allen folgenden geſtenc Gegend ringrt ein, d gewoh annehn ten R mittler die Un 6 4 Gelde di p nttis ſch h dillar prai was zuge 2₰ Arbeit. 5 Werthsangaben und Berechnungen. Die Reduction auf Geld kann, wo ſie noͤthig iſt, allenthalben nach dem Durchſchnittspreiſe des Roggens geſchehen. 18. Der Tagelohn eines Mannes bei kunſtloſer, unan⸗ geſtrengter laͤndlicher Arbeit ſchwanket in verſchiedenen Gegenden und Zeiten zwiſchen 3 und 5 ✕α. Wo er ge⸗ ringrr oder hoͤher iſt, treten ganz beſondere Umſtaͤnde ein, die es wieder ausgleichen. Als das mittlere und gewoͤhnlichſte kann man 4 ✕ d. h. ½ Scheffel Roggen annehmen. Der Tagelohn eines Weibes und ſchmaͤche⸗ ren Menſchen ſchwankt zwiſchen 2 und 4 ✕α, und das mittlere und gewoͤhnliche iſt 3.✕α. Nauh Gelde ſcheint die Ungleichheit viel groͤßer. 19. Da man den Arbeitslohn, ſo wie alle Preiſe, in Gelde zu beſtimmen gewohnt iſt, ſo ſteigen und fallen die Preiſe zwar nicht gleich mit dem temporairen Markt⸗ preis des Getreides. Allein dieſe Abweichungen gleichen ſich bald wieder aus, und wenn der Arbeitslohn eine Zeitlang in zu geringem Verhaͤltniſſe gegen den Getreide⸗ preis geſtanden hat, ſo ſteigt er wieder daruͤber hinaus; was noͤthig iſt, damit die Arbeiter ſich erholen und das Zugeſetzte wieder anſchaffen koͤnnen. 8 Arbeit. 20. Unter beſonderen Umſtaͤnden koͤnnen Ausnahmen Statt finden, wo jene eine Steigerung des Arbeitslohns bewirken. In allen Faͤllen aber, wo die Steigerung des Lohns nicht von einem durch allgemeine Calamitaͤ⸗ ten verurſachten Menſchenmangel herruͤhrt, iſt ſie dem Landwirth vortheilhaft. Und in jenem Falle iſt ſie von kuͤrzerer Dauer als man glaubt; denn wo es Nahrungs⸗ mittel und Gelegenheit ſolche durch Arbeit zu verdienen giebt, da erzeugen ſich Menſchen mit erſtaunlicher Schnel⸗ ligkeit und, wo nicht Hinderniſſe in der Landesverfaſſung liegen, macht die Bevoͤlkerung ſtaͤrkere Forzſchritte, wie die Production. 21. Unbegruͤndet iſt die Beſorgniß, daß durch das Auf⸗ hören der gezwungenen Frohnarbeit der Arbeitslohn hoch ſteigen werde. Umgekehrt muß ein groͤßerer Arbeits⸗ Ef⸗ fect erfolgen, wenn der freie Arbeiter mehr leiſtet, als der gezwungene, folglich ein Plus entſtehen und dadurch die Arbeit wohlfeiler werden; es ſey denn, daß ihre Verwendung ſich vermehre, wie man das von der Zer⸗ ſchlagung der groͤßern Guͤter beſorgt. In dieſem Falle — der nie ploͤtzlich, ſondern nur allmaͤhlig eintreten kann— vermehren ſich aber die Menſchen, und fuͤr ei⸗ nen Lohnarbeiter der Eigenthuͤmer wird, erzeugen ſich zwei andere, die mehr zu verdienen ſuchen, um auch Ei⸗ genthuͤmer werden zu koͤnnen. ſell oöge ben men dert Abe ſcht beach woc Ueb zät ein ten ode nen ons ung itä⸗ dem von gs⸗ enen nel⸗ ſung wie Auf⸗ hoch Ef⸗ als urch ihre ger⸗ alle eten ei⸗ ſch Ei⸗ —————- Arbe i 1. 9 22. 3 Die moͤglich vortheilhafteſte Verwendung der Arbeit, woruͤber der Landwirth disponiren kann, iſt die wichtig⸗ ſte Aufgabe fuͤr ihn, und in dem gewoͤhnlichen Falle, daß er darin beſchraͤnkt iſt, wichtiger als die vortheil⸗ hafteſte Benutzung des Grund und Bodens. 23. Der Effect der Arbeit wird erſtaunlich vermehrt durch zwei maͤchtige Hebel: Theilung der Arbeit und Maſchinen. 7 5 4 7 4 1 24. Die Benutzung beider haben die meiſten Schrift⸗ ſteller uͤber die National⸗Wirthſchaftslehre dem Landbau abgeſprochen, weil die Arbeiten bei den Producten deſſel⸗ ben nicht in eins fortgingen, ſondern in Stillſtand kaͤ⸗ men und wieder begoͤnnen, mithin keine Theilung, ſon⸗ dern beſtaͤndige Abwechſelung der Arbeit Statt faͤnde. Aber dieſe Schriftſteller haben den Gang der landwirth⸗ ſchaftlichen Arbeiten im Ganzen und im Großen nicht beachtet; ſonſt wuͤrden ſie eingeſehen haben, daß das, ¹ wovon der Vortheil der Arbeitstheilung abhaͤngt— die Uebung in gewiſſen Handgriffen und die Erſparung des Zeitverluſtes beim Uebergange von einer Arbeit und von einem Werkzeuge zum andern— bei groͤßern Wirthſchaf⸗ ten, wo mancher Arbeiter ſein einzelnes Geſchaͤft hat oder doch lange das einzige fortſetzt, ebenfalls eintrete. 10 Arbeit. Ja es findet ſelbſt das Hand in Handarbeiten Statt z. B. bei der Ernte. Wenn eine Maſchine ein Werkzeug iſt, vermittelſt deſſen die Handarbeit durch andere Kraͤfte erſpart und der Effect wohlfeiler erreicht werden kann, ſo iſt der Pflug eine Maſchine, wodurch mehr Arbeit erſpart und ein groͤßerer Effect bewirkt worden, als durch alle Me. ſchinen der Fabriken zuſämmen genommen. Der Unter⸗ ſchied ſeiner Conſtruction iſt aber von hoher Wichtigkeit, und es giebt andere zuſammengeſetztere Maſchinen zu beſonderen Zwecken, durch welche die Arbeit und Kraft noch weit mehr erſpart wird⸗ 25.. Beibe Hebel koͤnnen in großen Wirthſchaften leich⸗ ter und vortheilhafter angewandt werden, als in klei⸗ nen. Daburch wird der Vortheil, den die letzteren ver⸗ moͤge der groͤßeren Anſtrengung des Eigenthuͤmers und ſeiner Familie haben, mehrentheils uͤberwogen, ſo daß erſtere wohlfeiler produzieren und in demſelben Verhaͤlt⸗ niſſe zu letzteren ſtehen, wie Fabriken zu Handthie⸗ rungen. 26. Die landwirthſchaftlichen Arbeiter ſtehen in Hinſicht ihrer Haltung und Loͤhnung in folgenden 3 Claſſen: rr. Solche, die ihre Kraͤfte auf eine beſtimmte Zeit ausſch mpſar tität eine! ¹) b' Arbeit. 1 ausſchließlich vermiethen und dafuͤr Lohn und Unterhalt empfangen. Sie theilen ſich a) in ſolche, die auf dem Hofe ſelbſt wohnen und . mit allen Lebensbeduͤrfniſſen obſervanzmaͤßig unter⸗ halten werden: eigentliches Geſinde. Sie end mehrentheils unverheirathet. b) In ſolche, die ſtatt der Bekoͤſtigung ein beſtiium⸗ tes Maaß von Lebensmitteln, Feurung und Woh⸗ nung mehretheils in beſonderen Haͤuſern erhalten: Deputatiſten. Mehrentheils verheirathet. 2. Lohnarbeiter, die Tageweiſe oder nach der Quan⸗ titaͤt der gemachten Arbeit, bei einigen Geſchaͤften durch eine Quote, bezahlt werden. Sie ſind entweder 2) ganz fremde unverpflichtete Leute, die nach Will. kuͤhr dieſem oder jenem ihre Arbeit verdingen. Oder v b) ſie haben, ſo lange ſie im Orte wohnen, gegen einen mehrentheils beſtimmten Tage⸗ oder Stuͤck⸗ Lohn ihre Arbeit einer Wirthſchaft ausſchließlich zugeſagt, wobei ſie mehrentheils gewiſſe andere Vor⸗ theile genießen, auch auf beſtaͤndig fortdauernde Ar⸗ beit und Verdienſt Anſpruch machen: Einlieger, Inſten, Gaͤrtner, Dreſcher u. ſ. w. genannt. c) Dienſtleute, Froͤhner, Scharwerker, Robatter u. ſ. w. Sie waren urſpruͤnglich wohl ſaͤmmtlich leib⸗ eigene Knechte, denen ſtatt Lohns und Koſt Hoͤfe und Hufen, mit Vieh und Geraͤthe verſehen, uͤber⸗ geben wurden, um ſich und ihr Vieh davon zu Ia Arbeit. erhalten, und ihrem Herren beſtimmte oder unbe⸗ ſtimmte Dienſte zu leiſten. Jetzt haben ſich ihre Verhaͤltniſſe auf eine hoͤchſt mannichfaltige Weiſe veraͤndert; was man in jedem in⸗ dividuellen Falle kennen lernen und erwaͤgen muß. Es ſcheint aber das Band, welches ſie an die herrſchaftliche Wirthſchaft knuͤpft, ſo durchlochert zu ſeyn, daß dieſe Verhaͤltniſſe gar nicht mehr oder doch nur zum Nach⸗ theil beider Theile beſtehen koͤnnen. 27. Das Verhaͤltniß, worin dieſe Claſſen von Arbeitern in Hinſicht der von ihnen zu erwartenden Arbeit und Nutzens gegen die Koſten ſtehen, muß in jedem beſon⸗ dern Falle von allen Seiten wohl erwogen werden, um zu beſtimmen, ob die eine oder die andere Claſſe zu ver⸗ mindern oder gaͤnzlich abzuſchaffen und durch eine andere vortheilhafter erſetzt werden koͤnne. Man muß dabei Ruͤckſicht nehmen auf die beſondern Geſchaͤfte, die einer jeden Claſſe uͤbertragen zu werden pflegen, auf die oͤrt⸗ lich verſchiedenen Obſervanzen und geſetzlichen Beſtim⸗ mungen, auf die Sitten und den Charakter des Volks, um nicht durch eine bloße Koſten⸗Berechnung in Irr⸗ thum geleitet zu werden. 23. Bei vielen durch Tageloͤhner zu verrichtenden Arbei⸗ ten tritt die Wahl zwiſchen Tage⸗ und Stuͤcklohn(Ver⸗ — aupbi u bet und d bei⸗ er⸗ Arbeit. 13 — dung⸗ Arbeit) ein. Bei gehoͤriger Einſi cht iſt behls⸗⸗ fuͤr beide Theile immer vorthoilhaſter 29.. 2 Die Arbeit wird durch Werkzeuge verrichtet; das Zugvieh ſelbſt iſt als lebendiges Werkzeug des Menſchen zu betrachten. Man bedient ſich vornehmlich der Pferde und der Schſen 3o. Seitdem man uͤber Landbau nachgedacht und ge⸗ ſchrieben hat, beſchaͤftigte die Frage, ob Ochſen oder Pferde vortheilhafter ſeyen, praktiſche Landwirthe und Schriftſteller. Beide hatten leidenſchaftliche Vertheidiger. Fuͤr die Pferde fuͤhrt man an: ihren raſchern Gang, laͤngere Ausdauer, Brauchbarkeit zu allen und jeden vor⸗ kommenden Arbeiten, groͤßere Leitbarkeit und Gewandt⸗ heit— ihre von den Gegnern eingewandte koſtſpieligere Erhaltung koͤnne auf andere Weiſe wohlfeiler eingerichtet werden— ihr Erſatz ſey nicht koſtbar, wenn man von Arbeits⸗Stuten Fuͤllen aufziehe— die Leute dienten lie⸗ ber bei Pferden— man koͤnne Rebenarbeiten und Ne⸗ benverdienſt von ihnen haben— endlich erfordere es die Sicherheit des Staates, daß man viele Aende im Lan⸗ de habe. Dagegen behauptet man zu Gunſin der Ochſen, daß zwei Paar Ochſen nicht mehr koſteten, als ein Paar Pferde, auch im Wechſel gebraucht, mit ihnen mehr Ar⸗ 14 Arbeis. beit durch einen Menſchen beſchaft werde— daß ſie wohlfeiler waͤren in Hinſicht des Ankaufes, der Fuͤtte⸗ rung, des Geſchirres— daß ſie ohne Verluſt, oft mit Vortbeil zur Maſtung verkauft wuͤrden— daß ſie meh⸗ reren und beſſeren Duͤnger gaͤben— endlich daß man ſie ſicherer jedem Fuͤhrer anvertrauen koͤnne. 31. Die Gruͤnde und Gegengruͤnde richtig erwogen, koͤn⸗ nen kein anderes Reſultat geben, als daß es auf die be⸗ ſonderen Verhaͤltniſſe einer Gegend und einer Wirthſchaft ankomme, ob man neben einem Theil von Pferden— die im groͤßeren Werth— ſchaften, doch nie ganz zu ent⸗ behren ſind— einen groͤßeren oder geringeren Theil von Ochſen oder gar keine am vortheilhafteſten halte. Im Allgemeinen wird man Rauhfutter und Weide beſſer mit Ochſen als mit Pferden benutzen, und es kommt darauf an, ob man dieſe nicht vortheilhafter fuͤr das Nutzvieh anwende. Muß Koͤrner⸗Fuͤtterung eintreten, ſo bezah⸗ len ſie Pferde durch ihre Arbeit mehrentheils beſſer. 32. Es iſt immer rathſam, nach den beſonderen oͤrtli⸗ chen Verhaͤltniſſen einen genauen Ueberſchlag zu machen, was ein Geſpann Pferde oder Ochſen koſte; auszumit⸗ teln, welche Arbeit ſie das Jahr hindurch beſchaffen und wie hoch jede ſtarke oder ſchwache Tagesarbeit zu ſtehen komme; nich zu een W ſchen. der he lichki nothwe Apbeit aber a walches berehr ſchen 1 des von g leihſe Arbeit theilen Pitth den K Capital. 15 33. Zugleich einen moͤglichſt genauen Ueberſchlag zu ma⸗ chen, welche Geſpann⸗Arbeiten nach den landwirthſchaft⸗ lichen Jahrszeiten— der Fruͤhjahrsbeſtellung, der Ernte, der Herbſtbeſtellung und im Winter— nach der Oert⸗ lichkeit und jeder beſonderen Wirthſchafts⸗ Einrichtung, nothwendig und nuͤtzlich ſind; damit keine zweckmaͤßige Arbeiten zur gerechten Zeit unvollfuͤhrt bleiben muͤſſen, aber auch kein uͤberfluͤſſiges Geſpann gehalten werde, welches den Vortheil der Wirthſchaft ſonſt unmerklich verzehret. Solche Ueberſchlaͤge geben die Grenze an zwi⸗ ſchen Sparſamkeit und Geiz. 34. Die Auswahl und eine zweckmaͤßige Vollſtaͤndigkeit des Werkzeugs⸗Apparats(Todten⸗Inventariums) iſt von großer Wichtigkeit, weil dadurch die Arbeit ſehr er⸗ leichtert, ihr Effect verſtaͤrkt und Zeit gewonnen wird. . 35. 3. Ein genauer Ueberſchlag, in welcher Ordnung die Arbeiten auf einander folgen, ſich durch das Jahr ver⸗ theilen, iſt beſonders bei der Entwerfung eines neuen Wirthſchafts⸗Plans hoͤchſt wichlig, damit die arbeiten⸗ den Kraͤfte jederzeit vortheilhaft beſchaͤftigt, aber auch nicht uͤbermaͤßig angeſtrengt werden, oder gar mangeln. 36. Das Capital. Durch ſelbiges muß jede Arbeit unterhalten werden. 1 Das Capiral. Auch der fuͤr ſich ſelbſt arbeitende Menſch muß dieſes Capital beſitzen, wodurch er ſich ernaͤhrt, bis er das Produkt ſeiner Arbeit genießen kann. Die Summe der Capitale, welche kleine ſelbſt arbeitende Eigenthuͤmer be⸗ ſitzen muͤſſen, uͤberſteigt bei gleichem Acker und gleicher Produktion oft dasjenige Capital, was zu großen Wirth⸗ ſchaften erforderlich iſt. Darum iſt ein Staat, wo das Grund⸗Eigenthum ſehr vertheilt iſt, mehrentheils reicher, als der, wo es in großen Maſſen zuſammengehaͤuft iſt. 32. Den richtigen Begriff vom Capital hat der unſterb⸗ liche Erfinder der National⸗Wirthſchaftslehre Adam 2 7 Smith und die ihm nachfolgenden Schriftſteller ange⸗ geben. 38. Jedes Capital entſteht nach ihm durch Arbeit und Erſparung im Genuſſe des Arbeits⸗Produkts. Capitale werden entweder verzehrt oder zum Betriebe der Gewer⸗ be angelegt. In letzterm Falle heißen ſie Verlags⸗Ca⸗ pital. 4 39. Da ohne Capital kein Gewerbe betrieben werden kann, ſo haͤngt die Groͤße der Gewerbesbetriebe von der Groͤße der Capitalien hauptſaͤchlich ab und von der Art, wie ſie vertheilt ſind. ** 40. * 4 — Der mmüle e veiterung Der tachtet tals, u fit od t heißt geben o ter Pte 4geben. Nrung lchre b 39 nit de bütuiß V geroch daum der zu tis i Tharrs Capital. 40. Der Profit, den die Anlage des Capitals in einem 5 Gewerbe bringt, macht das reine Einkommen, das dis⸗ ponible Vermoͤgen aus, welches verzehrt oder zur Er⸗ weiterung des Gewerbes angelegt werden kann. 1 41. Der Profit, den Verlags⸗ Capitale geben, kann ge⸗ trachtet werden im Verhaͤltniß zu der Groͤße des Capi⸗ tals, und wir nennen ihn dann den relativen Pro⸗ fit; oder ohne Nuͤckſicht auf die Groͤße deſſelben, und er heißt dann abſoluter Profit. Kleine Capitale geben oft einen relatib groͤßeren Profit; aber ihr abſolu⸗ ter Proſit iſt dennoch klein gegen den, welchen große geben. Die Verwechſelung dieſer beiden Anſichten hat Irrungen in der Land⸗ wie in der Staats⸗ ⸗Wirchſchafts⸗ lehre veranlaßt. b 42. Obwohl Capitale kein Geld ſind und keineswegs mit dem in einem Lande umlaufenden Gelde im Ver⸗ haͤltniß ſtehen, ſo wird doch ihr Werth nach Gelde aus⸗ geſprochen und mehrentheils durch ſelbiges uͤbertragen. Darum hier über den richtigen 4 Begriff des Gelbes, der zum Verſuͤndniß dieſer Gewerbslehre durhaus noͤ⸗ thig iſt. Thaers Leitfaden. B 4 Capital. V 1 V 43. V Durch ein Mittel, welches den Tauſchwerth aller d Dinge repraͤſentirte und eine Anweiſung gab auf alle derth verkaͤufliche Guͤter, mußte der beſchwerliche und oft un. un de ausfuͤhrbare Tauſch bei der Theilung der Gewerbe und. Perbreitung des Handels in Kauf verwandelt werden. nn d. 5 8 44 n unrnd Silber und Gold— Metalle, die ſonſt einen gerin⸗ V rrhen gen Nutzungswerth hatten— wurden burch eine wunder⸗ dandij bar ſcheinende, aber doch wohl zu erklaͤrende Ueberein⸗ 1 Pr ſtimmung der ganzen Handelswelt als das angemeſſenſte): Mittel dazu anerkannt. V erf 433. V. 4) Mittelſt des unter oͤffentlicher Aukoritaͤt einem Stuͤcke 1 5. gegebenen Gepraͤges ſollte das darin enthaltene Gewi icht N reinen edlen Metalles verbuͤrgt werden, wodurch der zun Umſatz um vieles erleichtert ward. Aber es erlaubten n. ſich einige in Verlegenheit gerathene Staatsverwaltun⸗. gen— in der Folge faſt alle— das Zutrauen des Volks zu mißbrauchen, und ſich durch falſches Gepraͤge einen 8 momentanen Vortheil zu verſchaffen, der Nation aber duhſfil einen nachhaltigen Schaden zuzuziehen. Jetzt kann häbaiſe eine ſolche Finanz⸗Gaunerei nicht mehr Statt finden,— ſiſtu und jeder Verſuch wuͤde ſich augenblicklich beſtrafen. ſchſten 5 huba Kialt äſſe erth alle anf alle dd oft un⸗ werbe un werden. inen geiin ne wunder⸗ e Ueberein gemeſſen em Sti e Gewit durch dr erlaubten waltun⸗ es Volls ge einen on aber t kann finden, fen. Capit a. 19 46. Der Werth der Muͤnzen ingt alſo eediglic vom Werthe des darin enthaltenen edlen Metalles ab, nicht von dem Gepraͤge oder Namen derſelben. Aber der Tauſchwerth oder Preis der edlen Metalle, das Verhaͤltniß, worin er zu dem Preiſe aller uͤbrigen Dinge ſteht, iſt ſehr veraͤnderlich, und beſtaͤndig fort⸗ daurenden kleinen und oͤrtlichen, in groͤßeren Zeitraͤumen großen und allgemeinen Veraͤnderungen durch die ganze Handelswelt unterworfen. Er wird, wie der Preis al⸗ ler Waaren, durch zwei Potenzen beſtimmt: a) durch die Groͤße des Vorraths und des baraus erfolgenden mehreren oder wenigeren Angebots; b) durch den mehreren oder wenigeren Gebrauch und der daraus erfolgenden ſtarkeren oder ſchwaͤcheren Nachfrage, die zuweilen hammen, zuweilen einander entgegen wir⸗ ken. 47. Wenn eine oder die andere Waare theurer oder wohlfeiler wird, ſo ruͤhrt dies von dem veraͤnderter Ver⸗ haͤltniſſe der Nachfrage zum Angebot her. Wenn aber faſt alle, insbeſondere die unentbehrlichſten, gebraͤuch⸗ lichſten im Lande ſelbſt und in genugſamer Menge er⸗ zeugbaren Waaren ihren Geldpreis in beinahe gleichem Verhaͤltniſſe veraͤndern, ihren Tauſchwerth gegen einan⸗ der alſo beibehalten: ſo ruͤhrt es von dem veraͤnderten B 2 20 Capital⸗ Tauſchwerthe des Goldes und Silbers her, und man ſollte nicht ſagen, daß Alles theurer, ſondern daß jene Metalle wohlfeiler geworden. Darum giebt Gold und Silber oder Geld einen truͤglichen Maaßſtab des Werths der Dinge ab; er iſt unmittelbar hoͤchſtens nur fuͤr kurze Zeitraͤume ohne er⸗ hebliche Irrung zu gebrauchen. Auf laͤngere bedarf er einer Correctur. 48. Der Tauſchwerth des Brodkorns, ohnerachtet er ſich von Jahr zu Jahr ſehr abaͤndert, bleibt in laͤngeren Perioden in einem weit beſtaͤndigern Verhaͤltniſſe mit dem Preiſe aller Waaren, beſonders inlaͤndiſcher Pro⸗ dukte und Fabrikate, ſtehen, und giebt einen ſichern Maaßſtab dafuͤr ab. Fuͤr ein gleiches Maaß Brodkorn erhaͤlt man faſt immer ein gleiches Quantum von Ar⸗ beit, und Arbeit iſt der Hauptbeſtandtheil aller Produk⸗ tion und Fabrikation. Noch mehr bleibt die Bodenren⸗ te, ein zweiter Beſtandtheil derſelben, damit in gleichem Verhaͤltniſſe. Daher beſtimmt man den zeitigen Tauſchwerth der edlen Metalle nach ſeinem Verhaͤltniſſe zu dem des Brodkorns, und nur hierdurch berichtigt, kann jener zum Werths⸗Maaßſtabe anderer Dinge gebraucht wer⸗ den. K. 49. Es iſt auch fuͤr den Landwirth intereſſant, die er⸗ bes Capital: ar und mu heblichen Veraͤnderungen, welche der Werth der edlen en daß ſa Metalle ſeit dem 13ten Jahrhundert in Europa erlitten 11 hat, oder— was einerlei iſt— die Veraͤnderungen des Geld ein Geldpreiſes des Getreides und anderer laͤndlichen Pro⸗ ab; erj dukte, auch der Arbeit, kennen zu lernen. Die Data ne ohnen dazu finden ſich bis jetzt nur einzeln in alten Documen⸗ ebedarf ten und Chroniken, ſind jeboch in Anſehung der Getrei⸗ depreiſe ziemlich geſammelt in„Ungers Ordnung der Fruchtpreiſe, Braunſchweig 1750"1 und von mehreren— engliſchen Schriftſtellern. Es erhellet daraus, daß der nerachtet; Werth des Silbers ſeit dem 14ten Jahrhundert auf den in laͤnge dreißigſten Theil ununterbrochen herabgefallen ſey, jedoch haͤttniſe m in einigen Perioden ſchneller, in andern langſamer; letz⸗ ndiſcher ghr teres, weil der vermehrte Gebrauch des Silbers im einen ſichern Handel der ſi ch ſchnell vermehrenden Maſſe entgegen. aß Brodkorn wirkte. Daß ein ferneres Herabſinken erfolgen werde, tun von A hat wohl keinen Zweifel; in welchem Verhaͤltniſſe aber, aller Predl⸗ haͤngt vom unerforſchlichen Schickſale ab. Eine unge⸗ e Bodenre⸗ henre Menge ſteckt in den Kluͤften der Suͤdamerikani⸗ in gleichm ſchen und Afrikaniſchen Gebirge; es kommt darauf an, ob man es mit mehrerer Intelligenz wohlfeiler heraus⸗„ ſchwerth de foͤrdern, und die Erſchwerungen, welche ein habſuͤchtiges u dem de Finanzweſen dem Bergbau auflegte, beſeitigen werde. uun in 8* her det ein raucht hel⸗ Kans. 1 30. Wer ein Capital nicht zum Betriebe eines Gewer⸗ nt, de bes auf eigene Rechnung anlegen will, verleihet es an 22 Capital. einen andern, der ihm von dem Profit, den er damit durch den Gewerbesbetrieb niacht, Zinſen zahlt; indem er es ſonſt gar nicht benutzen koͤnnte.(Von Anleihen, die zum Verzehren gemacht werden, und deren Zinſen und Wiedererſtattung nur durch andere Capitalien geleiſtet werden koͤnnen, und die in der Regel zum Banquerot fuͤhren, iſt hier nicht die Rede; ſie kommen wegen der Gefahr, die ſie dem Verleiher, und des Verderbens, wel⸗ ches ſie dem Borger bringen, ſelten vor. Anleihen da⸗ gegen, welche Gutsbeſitzer ſuchen, um aͤltere abzutragen, gehoͤren unter die zum Gewerbsbetriebe gemachten, weil ſie ohne ſolche ihre Guͤter aufgeben muͤßten.) 51 Die Zinſen konnen nie ſo hoch ſeyn, als der mit dem Capitale zu machende Gewinn, weil man ſie ſonſt nicht anleihen wuͤrde. Sie ſteigen, wenn weniger Capi⸗ tale angeboten, oder wenn mehrere geſucht werden, und der damit zu machende Profit groͤßer iſt; ſie fallen, wenn mehrere angeboten oder weniger geſucht werden, weil ſie minder vortheilhaft anzulegen ſind. Es ſetzt ſich daher in einem Lande und zu einer Zeit ein gewoͤhnli⸗ cher Zinsſatz feſt, der nur in einzelnen Faͤllen nach der Sicherheit und Bequemlichkeit des Verleihers und dem Beduͤrfniß des Borgers eine Abaͤnderung erleidet. 5s. Weil ein niedriger Zinsfuß der Erweiterung des beber ſcbube fimm berget theiln käunte zun d gen w ſedoch mache ſetes boten ar al er damt t; inda Ankeihen inſen und n geleiſtt Banquerdt vegen der dens, wel leihen da bzutragen, ten, wel der mit ſte ſonſt eer Capi⸗ den, und te fallen, werden, ſetzt ſich gewoͤhnli⸗ nach der nd dem ung des Capital. 23 Gewerbsbetriebes guͤnſtig iſt, ſo haben die meiſten Ge⸗ ſetzgebungen die Steigerung deſſelben durch geſetzliche Be⸗ ſtimmungen verhindern wollen. Sie ſind aber nicht nur vergeblich, weil ſie eludirt werden, ſondern auch nach⸗ theilig, weil derjenige, der ein Capital beſſer benutzen koͤnnte, aber ohne hoͤhere Zinſen keines erhalten kann, nun daran verhindert wird, oder ſich einem geſetzwidri⸗ gen wucherlichen Contract unterwerfen muß. Weil ſich jedoch gemachte Fehler nicht zu jeder Zeit wieder gut machen laſſen, ſo kann auch die Aufhebung dieſes Ge⸗ ſetzes zu einer Zeit, wo mehr Capitale geſucht als ange⸗ boten werden, nachtheilig wirken, indem es die Renti⸗ rer als einen Aufruf anſehen, ihre Zinſen zu erhoͤhen. 53. Man verleihet kein Capital ohne Sicherheit für d die Ruͤckgabe deſſelben und die Zahlung der Zinſen zu ha⸗ ben. Dieſe Sicherheit giebt das Zutrauen, welches man auf die Perſon oder die Umſtaͤnde des Borgers ſetzt (perſoͤnlicher Credit) oder die Verpfaͤndung einer Sache ( hypothekariſcher Credit). 54. Erſterer kann in der Regel nur auf kurze Zeit Statt finden, und nur durch ſtrenge Geſetze gegen unrebliche Borger aufrecht erhalten werden. Daher Wechſel und Wechſelrecht. Dieſe koͤnnen dem Landwirthe ſehr nutz⸗ lich, aber auch leicht gefaͤhrlich werden, weil er einer Capita f. erheblichen Einnahme zu heſeimmker Zei ſelten ganz ſicher ſeyn kann. 55. Der hypothekariſche Credit findet aber vorzuͤglich bei Gutsbeſitzern Statt, rail hier durch die Verpfaͤn⸗ dung die Benutzung des Pfandes nicht verhindert wird. Durch den hypothekariſchen Credit ſind, einiges Mißbrauchs ohnerachtet, uͤberwiegende und große Vor⸗ theile erreicht worden, wenn er ſich auf eine ſichere Ein⸗ richtung des Hypothekenweſens gruͤndete. Dadurch iſt das im Grundeigenthum ſteckende Vermoͤgen erſt zum eigent⸗ lichen, zum mobilen Capital gewoorden; dem Landbau iſt das ihm fehlende Verlags⸗Capital zugefuͤhrt, und den Capitalien die bequemſte, fuͤr den National⸗Wohl⸗ ſtand erſprießlichſte und ſie im Staate fixirende Anlage zugeſichert worden. Daß das Grundeigentbum in manchen Laͤndern viel⸗ leicht bis, uͤber die Haͤlfte des Werths verſchuldet wor⸗ den, iſt an ſich kein Uebel, indem dadurch das Natio⸗ nal⸗Vermoͤgen eher vermehrt als vermindert ſeyn kann. Bei der bisher geſetzlich beſtandenen Unzertrennbarkeit der Landguͤter— die allerdings ihr Gutes hatte und nur allmaͤhlig aufgeloͤſet werden darf— mußte dieſe Verſchuldung bei Erbtheilungen entſtehen, da Capital⸗ und Grundvermögen, zumal bei den beſondern Verhaͤlt⸗ niſſen und Verpflichtungen des Gutsherrn gegen den Staat, ſelten vereinigt war. Daß auch Landguͤter mit —-— geringe angeka zun ten ke qe, un Sö und T nehr volle ohnet der nget iz ſicher otzuͤglich gerpfän. kt wird. einiges hße Vor⸗ ere Ein⸗ h iſt das eigent⸗ Landbau rt, und 1 Wohl⸗ Anlage ern viel⸗ et wor⸗ Natio⸗ kann. bbarkeit te und te dieſe Capitab Verhaͤlt⸗ hen den ter mit Capital. 25 geringerm Vermoͤgen als der Kaufpreis derſel bben war, angekauft werden konnten, und der Kaͤufer dennoch das zum Beſatz und Betriebe erforderliche Capital frei behal⸗ ten konnte, war uͤberwiegend vortheilhaft, weil nun ſol⸗ che, welche die Neigung und Intelligenz fuͤr den hoͤhe⸗ ren Betrieb des Landbaues, aber nicht das zum Ankaufe und Verlage zugleich erforderliche Capital beſaßen, nicht mehr auf bloße Pachtung— die immer nur einen un⸗ vollkommenen Betrieb geſtattet— beſchraͤnkt blieben: ohnerachtet die Schwindelei des Guͤterhandels, welche der Landescultur allerdings nachtheilig war, dadurch er⸗ reget und befoͤrdert wurde. Aber welches Gute iſt nicht dem Mißbrauche hrerarſene 56. Ein hypothekariſches Anlehn einmal gemacht, aug aber fortbeſtehen; dies liegt in ſeiner Natur! Es giebt nur drei moͤgliche Weiſen es wieder zuruͤckzuzahlen: 1) mittelſt eines anderweitig zugefallenen Capital⸗Vermoͤ⸗ gens, was unter die ſeltenen Faͤlle gehoͤrt; 2) durch Erſparungen, was nur langſam und allmaͤhlig geſchehen kann; 3) durch ein anderes Anlehn, wobei eigentlich nur eine Uebertragung des Capitals von einem Glaͤubi⸗ ger zum andern Statt findet. Das Verſprechen, welches der Borger giebt, es auf Kuͤndigung wieder zu zahlen, kann er in der Regel nur auf die vorausgeſetzte Moͤglichkeit des dritten Weges gruͤnden, und eben ſo kann der Glaͤubiger nur unter ..„* 26 Capital. dieſer Vorausſetzung darauf rechnen. Sie muß alſo bei erheblichen hypothekariſchen Darlehen als ſtillſchweigen⸗ de Bedingung angeſehen werden. Wenn unter beſonderen unerwarteten Umſtaͤnden dieſe vorausgeſetzte Moͤglichkeit wegfaͤllt, ſo wird da⸗ durch die Gerechtigkeit eines Moratoriums begruͤndet. Dies kann und muß fuͤr einen beſonderen Fall ſpeciell gegeben werden, aber auch allgemein, wenn unter gro⸗ ßen politiſchen Ereigniſſen jedermann ein mobiles Geld⸗ Capital hoch benutzen zu koͤnnen glaubt, hypothekariſche Darlehen alſo gekuͤndigt wuͤrden, ohne Wahrſcheinlich⸗ keit, daß andre ſie erſetzen werden, weil ohne ſolches das Vermoͤgen aller verſchuldeten Grundbeſitzer nicht nur, ſondern auch der groͤßte Theil des Capitalvermoͤgens vernichtet werden, und die Production dermaßen ins Stocken gerathen wuͤrde, daß der ganze Staat zu Grun⸗ de gehen müßte; es alſo recht eigentlich hieße: fiat ju- stitia et pereat mundus. Doch wuͤrde ſich freilich der gewoͤhnliche Weg Rechtens nach einigen ungluͤcklichen Opfern bald von ſelbſt verſperrt haben. Ein allgemeines Moratorium wegen der Zinſen laͤßt ſich freilich nicht anders, als durch die ganz beſondern Verhaͤltniſſe rechtfertigen, die neuerlich eintraten; indem nicht nur das Ungluͤck des Kriegs und die feindlichen Occupationen faſt ganz die Grundbeſitzer trafen, ſondern der Staat— ſtatt ihnen Erſatz zu geben— auch noch die unerhoͤrten Anſtrengungen vorzuͤglich von ihnen durch Jalſo bi ſchweigen. mſtaͤnden vird da⸗ gruͤndet. ſpeciell tter gro⸗ es Geld hekariſche heinlich⸗ ſolches cht nur, mmoͤgens een ins Grun⸗ lat ju- llich der cklchen en laͤßt ondern indem blichen ondern h noch durch „Anlage der Capitale. 27 Natural⸗Praͤſtationen fordern mußte, die zur Rettung des Vaterlandes unumgaͤnglich noͤthig waren. 57. Eine beſondere Modification des Hypothekenweſens iſt das Pfandbrief⸗Syſtem fuͤr die Ritterguͤter im Preu⸗ ßiſchen Staate. Es iſt eine Societaͤt, wo Alle fuͤr Ei⸗ nen und Einer fuͤr Alle ſtehn; wo mithin die Sicherheit der Creditoren durch die Debitoren ſelbſt wahrgenommen wird. Wie ungegruͤndet die Vorwuͤrfe ſind, die man auch dieſem Syſteme vor einiger Zeit machte, beweiſet der hoͤhere Cours uͤber alle oͤffentliche Papiere in Euro⸗ pa, den dieſe Pfandbriefe auch in den bedraͤngteſten und Zerruͤttung drohenden Zeiten behielten, und ihr jetzt er⸗ folgtes Steigen uͤber das Pari des Geldes. Die Ein⸗ richtung iſt in jeder Provinz verſchieden.„ 4 Anlage der Capitale. 58. Die Verwendung aller Capitalien und der damit zu machende Erwerb geſchiehet nur auf drei Haupt⸗ wegen: a) auf dem Landbau; b) auf Manufakturen; c) auf, dem Handel, der ſich in Graß⸗ und Klein⸗ Handel unterſcheidet. bewirken und den Wohlſtand der Nation zu heben. Der 1 28 Anlage der Capitale. Der Streit zwiſchen den Vertheidigern des A gri⸗ cultur⸗Syſtems(Phyſiokraten oder Oekonomiſten) und den Anhaͤngern des Manufaktur⸗ und Merkan⸗ til⸗Syſtems— welche Verwendung im Allgemeinen die vortheilhafteſte ſey?— kann jetzt wohl als beſeitigt an⸗ geſehen werden, da man anerkennen mufz, daß keine die⸗ ſer Verwendungen in einem Staate fehlen duͤrfe, wenn ſich die Nation zu hoͤherem Wohlſtand erheben ſoll; in⸗ dem jede derſelben des Beiſtandes der beiden andern zu ihrem Gedeihen und ihrer Erweiterung bedarf. 4 59.* 3 Jedoch iſt das Verhaͤltniß, worin ſie in verſchiede⸗ nen Reichen gegen einander ſtehen ſollten, ſelten richtig getroffen. Mehrentheils war bei den Staatsverwaltun⸗ gen die Neigung, Manufacturen und Handel auf Koſten des Landbaues emporzubringen, vorherrſchend, und die Bemuͤhungen der Phyſtokraten dagegen verdienſtlich, wenn ſie nur ihren Grundſatz nicht zu weit ausgedehnt, und dadurch der Sache mehr geſchadet als genutzt haͤtten. 60. 4 Die durch Adam Smith begruͤndete National⸗ Wirthſchaftslehre zeigt evident, daß freier Betrieb und gleichmaͤßige Befoͤrderung aller Gewerbe— welche faſt nur in Wegraͤumung der Hinderniſſe beſtehen darf — das einzige Mittel ſey, das gerechte Verhaͤltniß zu Einol pials dadar wend hyih rius fur Kau chen Gen nit ne an ſell die Agti⸗ vwiſten) Nerkan⸗ einen die ttigt an⸗ teine die e, wenn ſoll; in⸗ ndern zu erſchiede⸗ richtig erwaltun⸗ f Koſten und die ich, wem ont, und aͤtten. tionab Bettieb welche gen datf Altniß zu en. Der Anlage der Capitale. 29 Einzelne wird die vortheilhafteſte Verwendung ſeines Ca⸗ pitals und ſeiner Talente am beſten ſelbſt erkennen, und dadurch am ſicherſten zur Wahl eines Gewerbes geleitet werden, welche dann im Ganzen auch immer die vor⸗ theilhaftsſte t für das allgemeine Beſte ſeyn wird. 61. Die Gruͤnbe, welche den Einzelnen bei der ihm frei⸗ ſtehenden Wahl eines Gewerbes fuͤr die kandwirthſchaft beſtimmen koͤnnen, ſind einleuchtend genug. Die An⸗ nehmlichkeiten des Landlebens ſind von den Philoſophen und Dichtern aller Zeiten und aller Nationen gepredigt und beſungen worden. Ex omni re, qua aliquid acquiritur, nihil est agriculturae melius, nihil ube- rius, nihil libero homini dignius. Das Eigenthum und das Gewerbe des Landbauers haben unter allen den ſicherſten Beſtand. Seine Produkte werden immer und allgemein geſucht; er iſt nicht der Knecht ſeiner Kunden, braucht ſich nicht, wie der Mannfacturiſt und Kaufmann, um ihre Gunſt zu bewerben und man⸗ chen Unannehmlichkeiten auszuſetzen. Bei keinem andern Gewerbe gewaͤhren die Mittel zum Zweck ſo viel Ver⸗ gnuͤgen und Befriedigung des Geiſtes und Gemuͤths. Nur iſt die Ausſicht zu großem Gewinn, von ei⸗ ner gleichen Capital⸗Anlage, nicht ſo glaͤnzend wie bei andern Gewerben, ſchnelles auffallendes Reichwerden ſeltener; deshalb haben ſich bisher wenige Capitaliſten, die nicht eine beſondere Veranlaſſung dazu in ihren Ver⸗ 30 Anlage der Capitale. haͤltniſſen fanden, zur Landwirthſchaft gewandt. Im Allgemeinen aber iſt die Wahrſcheinlichkeit groͤßern Ge⸗ winns bei andern Gewerben nur ſcheinbar, indem er nur Einzelnen zufaͤllt. Gegen Einen Fabrikanten und Kaufmann, der ſehr reich wird, verlieren vielleicht Zehne ihr Vermögen und Hundert helfen ſi ch ſo eben fort. Aber die Leute ſetzen immer am liebſten in Lotterieen mit großen Gewinnen, wenn ſie auch augenſcheinlich die un⸗ vortheilhafteſten im Ganzen ſind. Dazu kommt, daß die Abſonderung der Stände die Verſchiedenheit der Rechte und die Schwierigkeit, in manchen Laͤndern Landguͤter zu erwerben, viele abſchreck⸗ te, ſo daß nur wenige aus Wahl, die meiſten durch Zufall Landwirthe geworden ſind. 7 62. Man unterſcheidet das auf ein Gewerbe angelegte Capital in das ſtehende und um laufende. Das ſtehende ſteckt in den zum Betriebe des Gewerbes erforderlichen Dingen, die in ihrem Zuſtande erhalten werden muͤſſen. Es giebt nur mittelbar ein Einkommen, dadurch daß man es behaͤlt. In der Land⸗ wirthſchaft nennt man es Insentarium, die Hofwehr, den Beſatz. Das umlaufende oder Betriebs⸗Capital wird in ſeinem Produkte verwandelt, und giebt nur dadurch ein Einkommen, indem es in einer andern Geſtalt mit guft d hultn u — N haches. the des kerial⸗ umlavfe ter Hi leiche und Ar ſichend T nende ausma bergl wende andern ſo iſ dann teft d fart, V Cayi — h darf. 8 Im en Ge⸗ dem er n und dehne fort. in mit ie un⸗ Faͤnde tt, in hreck⸗ durch gelegte des tande r ein Land⸗ vehr, ital durch mit Anlage der Capitale. 91 Profit zurückkehrt. Durch ſelbiges wird die Arbeit er⸗ 4 halten und ihr Produkt bewirkt. 5 4 63. Man ſollte noch ein drittes Capital unterſcheiden, welches bei den Manufaktur⸗ Gewerben in dem Vorra⸗ the des zu bearbeikenden Materials beſteht— das Ma⸗ terial⸗Capital. Es gehoͤrt in einer Hinſicht zu dem umlaufenden, weil ſein Stoff verbraucht wird; in ande⸗ rer Hinſicht zum ſtehenden, weil es immer in einem faſt gleichen Stande erhalten werden muß; denn Werkzeuge und Arbeitsvieh werden auch zerſtort, aber dennoch zum ſtehenden gerechnet. Da der Grund und Boden und die ihm einwoh⸗ nende Triebkraft das rohe Material der Landwirthſchaft ausmacht, ſo iſt mit ihm das Grund⸗ Capital zu vergleichen. Wenn man gegen dieſe Vergleichung ein⸗ wendet, daß bei letztern derſelbe Stoff doch bleibe, bei andern Materialien durch das Produkt zerſtoͤrt werde: ſo iſt dies hinſichtlich des Capitals doch einerlei; und dann wird in der That der eigentliche Stoff, die Trieb⸗ kraft des Bodens, die das Produkt erzeugt, wirklich zer⸗ ſtoͤrt, und muß immerfort erſetzt werden; weswegen auch der Werth des Grund⸗Capitals, wie der des Material⸗ Eapitals, veränderlich iſt, und nicht als gleich bleibend — wie oft unrichtig geſchiehet— angenommen werden darf. Anlage der Capitale. 64. Ohne uns auf die verſchiedenen Anſichten anderer National⸗Wirthſchafts⸗ Lehrer einzulaſſen— deren eini⸗ ge den Boden urſpruͤnglich nicht als Capital anſehen, weil er nicht durch Arbeit entſtanden, ſondern ein Ge⸗ ſchenk der Natur ſey; andere aber den producirenden Boden aus demſelben Geſichtspunkte als ein ſolches an⸗ nehmen, weil er nur durch die Arbeit der Urbarmachung fruchtbar geworden— ſo muß doch der Grund und Boden in cioiliſirten Laͤndern, nachdem er Eigenthum geworden und einen Tauſchwerth erhalten hat, als ein ſolches angeſehen werden. Denn man kann ſich nur vermittelſt eines Capitals in ſeinen Beſitz ſetzen und durch ſeinen Verkauf auch ſeine Verpfaͤndung, ein anderes, auch Verlags⸗Capital verſchaffen. 65. Das Grund⸗Capital beſteht in dem, wofuͤr man ein Landgut angekauft hat, oder daſſelbe haͤtte ankaufen koͤnnen, und dem, was man zu ſeiner Verbeſſerung oder Werthsvermehrung angewandt hat. Jedoch wiederum minus deſſen, was durch etwanige Verſchlechterungen ſein Werth verloren hat. Das zur Verbeſſerung verwandte wird in gewiſſer Hinſicht zwecrmaͤßig unterſchieden und Meliorations⸗ Capital genannt. Es wird entweder poſitive verwandt, indem es, aus dem verſilberten reinen Einkommen er⸗ ſpart oder anderweitig hergenommen, in das Gut be⸗ — legt ₰% lgt wi Perth Krift Weeth ohner ſorden Fibun Pſchi hecvor anderer deren eini⸗ anſehen, ein Ge⸗ cirenden ſches aw⸗ machung und und genthum als ein ſch nur d durch anderes, ar man nkaufen g oder derum rungen ewiſſer ions⸗ wandt nen er⸗ zut be⸗ legt Anlage der Capitale. 33 legt wird; oder negative, indem man den Produktions⸗ Werth vorerſt zweckmaͤßig vermindert und dadurch die Kraft des Bodens verſtaͤrkt. Letzteres darf bei dem Wirthſchaftsbetriebe nicht außer Acht gelaſſen werden, ohnerachtet es ſchwerer zu berechnen iſt; ſo daß es, be⸗ ſonders in dem Fall, wo hoͤhere Intelligenz zu ſeiner Bildung mitwirkt, nicht anders als aus einer neuen — Abſchaͤtzung nach der gegenwaͤrtigen Ertrags⸗ Bähigkeir hervorgehet. 66. Wer als Pachter das Gewerbe betreibt, hat die⸗ ſes Capital nicht ſelbſt, ſondern hat es angeliehen und zahlt dafuͤr in der Pacht die Zinſen. Es giebt einige, aber wenige, analogiſche Faͤlle bei andern Gewerben, weil man es da bedenklich haͤlt, den Vorrath des rohen Materials zu verleihen; wogegen man ſich bei der Ver⸗ leihung eines Landguts— aber oftmals faͤlſchlich— fuͤr die Subſtanz deſſelben geſichert glaubt. Beim Pach⸗ ter iſt nur das als Grund⸗Capital ſeines Gewerbes anzu⸗ ſehen, was er etwa als Vorſtand zahlen muß. 67. 4 Deer Werth eines panbgutes oder einzelnen Grund⸗ ſtuͤcks laͤßt ſich nicht aus dem Rein⸗Ertrage directe be⸗ ſtimmen; denn an dieſem hat das hoͤhere oder geringere Verlags⸗Capital, die hoͤhere oder geringere Intelligenz und Fleiß oft den groͤßeren Antheil⸗ Daher der große Thaers Leitfaden. 3 C 8 — 34 Anlage der Capitale. Irrthum, den dieſes Verfahren, deſſen Correctur ſehr zweideutig iſt, veranlaßt. Sicherer geſchiehet es nach den Begriffen, die man uͤber den Werth phyſiſch be⸗ ſtimmter Bodenarten unter gewiſſen Umſtaͤnden und Ver⸗ haͤltuiſſen aus der großen Maſſe von Erfahrungen uͤber ihre mittlere Ertragsfaͤhigkeit abgezogen hat, worauf wir bei der Lehre vom Material des Bodens zuruͤckkommen werden. Nur bei Verpachtungen kann, unter gewiſſen Bedingungen, ein Ertragsanſchlag zum Grunde gelegt werden. 68. 2 Die auf eine oder die andere Art ausgemittelte jaͤhrliche reine Rente des Bodens beſtimmt ſeinen Capitalwerth, wenn man dieſen nach dem niedrigſten Zinsfuße, wozu man ein Capital belegen kann, berech⸗ net. Denn keine Anlage eines Capitals iſt ſicherer und angenehmer als die im Grund und Boden, weswegen man auch in ruhigen Zeiten und wohlregierten Staaten immer gern Grundſtuͤcke um 1 p. C. geringer als die landuͤblichen Zinſen gekauft hat. Wenn in unſern revo⸗ lutionairen Zeiten auch dieſem Capitale Gefahr drohete: ſo bedenke man, in wie viel groͤßere andere Capitale geriethen.. .. 69. Ohnerachtet die Gebaͤude zum ſtehenden Capital eigentlich gehoͤrten, ſo rechnet man dennoch die, zum orrectur ſht dha es nach n und Nrr⸗ ungen uͤber vorauf wir uͤckkommen er gewiſſen ade gelegt zemittelte t ſeinen jedrigſten berech⸗ heer und weswegen Staaten als die rn revo⸗ drohete: Lapitale n Crypjtal die, zum Anlage der Capitale. 35 Betriebe der Wirthſchaft erforderlichen, faſt allgemein zum Grundeapital, weil ſie unbeweglich auf dem Boden ſtehen, und außer dieſem Verhaͤltniſſe wenig oder gar keinen Werth haben wuͤrden. Man ſetzt daher ihr zweck⸗ maͤßiges Vorhandenſeyn bei Abſchaͤtzung des Bodens ei⸗ nes concreten Landguts voraus, und zieht das etwa daran mangelnde der Werthsmaſſe des Ganzen ab. Wie es damit bei abgeſonderten Grundſtuͤcken zu halten, kommt auf mannichfaltige Oertlichkeit an. Dagegen aber faͤllt die Erhaltung und Reparatur derſelben dem Betriebscapitaſe zur Laſt, Verpachtungen ausgenommen. 70. Zum ſtehenden Capital, gewoͤhnlich Inventa⸗ rium genannt, gehoͤrt das ſaͤmmtliche Arbeits⸗ und blei⸗ bende Nutzvieh, aber nicht das wechſelnde Maſt⸗ und Aufzucht-Vieh, in ſofern leßteres zum Verkauf be⸗ ſtimmt iſt. Ferner die ſaͤmmtlichen im Gebrauch befindlichen und etwa in Vorrath vorhandenen Werkzeuge und Ge⸗ ſchirre. Endlich rechnen die meiſten dahin das erforderliche Saatkoru, und ſelbſt die gemachte Veſehung der Felder. Man unterſcheidet es folglich in das vieb⸗ 6e. ſchirr⸗ und Feld⸗Indentarium. C 2 36 Anlage der Capitale. 71. Man hat in verſchiedenen Laͤndern, beſonders wo die Unzertrennbarkeit der Guͤter geſetzlich war, angenom⸗ men, daß das Inventarium mit zur Subſtanz des Gu⸗ tes gehoͤre, alſo zum Grundecapitale; aber es iſt irrig, verwirrend und mißleitend, da es viel wandelbarer, mehreren Gefahren unterworfen iſt, anders berechnet werden muß, und ſein Einfluß auf den Ertrag des Guͤts, ſeinem Werthe nach, groͤßer iſt, als der des Bo⸗ dens. Mehrentheils iſt jedoch dasjenige, was als noth⸗ wendig und eiſern bei den Guͤtern angenommen wird, hoͤchſt unzulaͤnglich zu guter Bewirthſchaftung, und es wird daher dasjenige, was ſich daruͤber findet, Super⸗ inventarium genannt. 72. Ein dem Gute angemeſſener, vollſtaͤndiger und in ſeiner Art moͤglichſt vollkommener Beſatz iſt zum hoͤheren, zweckmaͤßigen Wirthſchaftsbetriebe ein weſentliches Er⸗ forderniß und der Rein⸗Ertrag eines Landgutes von geringerem Bodenwerthe kommt dadurch allein oft be⸗ traͤchtlich hoͤher zu ſtehen, als der Rein⸗Ertrag eines Landgutes von groͤßerem Bodenwerthe, wenn auch der Mehrwerth des Beſatzes auf erſterem dem Mehrwerthe des Bodens vom letzteren bei weitem nicht gleich kommt. Daher muß ein angehender Landwirth von ſeinem dis⸗ poniblen Capitale nie ſo viel zum Ankaufe eines Guts anlegen, daß er nicht voͤllig zureichendes Beſatz⸗ und Sett ren ber onders wo angenom⸗ des Ga⸗ iſt irrig, ndelbarer, berechnet trag des des Vo⸗ als noth⸗ ten wird, und es Super⸗ r und in hoͤheren, iches Er⸗ ites von oft be⸗ ag eines auch der ehrwerth h kommt. inem dis⸗ nes Guts ſatz⸗ und Anlage der Capitale. 37 Betriebscapital behielte. Dieſes Capital iſt aber groͤße⸗ ren Gefahren ausgeſetzt, und muß zu höheren Zinſen berechnet werden. 73. etzteres, das Betriebs⸗ oder um aufende Ca⸗ pital, iſt das, wodurch die Wirthſchaft in Bewegung geſetzt und der Ertrag eigentlich bewirkt wird. Es muß daher ſo ſtark erhalten werden, als es die Verhaͤltniſſe der Wirthſchaft irgend erfordern, damit der Wirth ſich zu jeder Zeit und bei jeder Gelegenheit frei und kraͤftig regen, jeden Vortheil benutzen koͤnne, und von einem Ungluͤcksfalle nicht zu ſehr erſchuͤttert werde. Daher ſagt man: ber reichſte Wirth, der beſte Wirth!— was aber nur vom relativen Reichthum zu verſtehen iſt. Es wuͤrde ſelbſt fehlerhaft ſeyn, dieſes Capital durch eine zu ſtarke Anlage des Beſatz⸗Capitals zu ſchwaͤchen. Sein Material wird beſtändig verzehrt, kehrt aber immer mit Profit in anderer Geſtalt zuruͤck. Je ſchneller dieſer Umſatz, deſto hoͤher rentirt es in der Regel. 74. 122. Es gehoͤrt dazu nicht bloß der baare Caſſenvorrath, ſondern auch alle Naturalvorraͤthe, womit die Arbeiter und das ſaͤmmtliche Zug⸗ und Nutzvieh unterhalten wer⸗ den; ferner das zum Verkauf ſtehende Maſtvieh, ſo wie alle zum Verkauf vorraͤthig liegende Produkte. Durch 38 Der Preis der Produkte. ſelbiges muß der ſich abnutzende Beſatz auch der wirth⸗ ſchaftlichen Gebaͤude im Stande erhalten werden. 73.— Dieſes Capital muß nicht bloß die gewoͤhnlichen Darlehns⸗Zinſen, ſondern Gewerbs⸗Zinſen d. h. den⸗ jenigen Profit, den man in andern Gewerben mit Ca⸗ pitalien regelmaͤßig machen kann, einbringen; ſonſt iſt der Betrieb nicht vortheilhaft. Darin beſteht der eigent⸗ liche Ertrag des Wirthſchaftsbetriebes, den man von der Boden⸗Rente wohl unterſcheiden muß; weswegen ſich der wirthſchaftende Eigenthuͤmer immer als ſein eigener Pachter betrachten ſollle. 7. Der Preis der Produkte iſt es, worin dem Landwirthe ſeine Anlage mit groͤße⸗ rem oder geringerem Profit zuruͤckkehrt, und darum er⸗ fordert das Entſtehen und die Ordnung derſelben ſeine befondre Aufmerkſamkeit, und es ſind ihm klare Begrif⸗ fe davon ſehr nuͤtzlich. 77: Man unterſcheidet den Sachpreis(Realpreis) und den Geldpreis(Nominalpreis). Letzterer, der vom Preiſe der edlen Metalle abhaͤngt, kann ſich ſehr veraͤndert haben, —„.— er witt n. hnlichen h. den⸗ mit Ca⸗ ſonſt iſt eigent⸗ von der gen ſich eigener it groͤße⸗ rum er⸗ en ſeine Begrif⸗ und den reiſe der thaben, Der Preis der Produkte. 39 und jener dennoch gleich geblieben ſeyn. Wenn man zu Anfange des 16ten Jahrhunderts fuͤr 1 Scheffel Rog⸗ gen, der 5 Groſchen galt, eben ſo viel Flei ſch, Eiſen, Tuch, Arbeit u. ſ. f. haben konnte, wie jetzt, da er 1 Rthlr. 12 gr. gilt, ſo iſt ſein Sachpreis ſich gleich geblieben, ſo ſehr ſein Nominal⸗Preis ſich veraͤndert hat. Da wir hier aber von den Wechſelungen der Pr ſe in kuͤrzeren Zeitraͤumen reden, in welchen die Aban rung des Silberpreiſes nicht merklich iſt, ſo neheen wir dieſen hier als feſtſtehend und als hinreichend genauen Maaßſtab an, ohne jedoch jenes Verhaͤltniß ganz aus dem Auge zu verlieren. 26. Ferner unterſcheidet man aber den Marktpreis, wofuͤr eine gangbare Waare in dieſem Zeitpunkt gekauft und verkauft wird, und den natuͤrlichen oder Pro⸗ ductions⸗Preis, wofuͤr dieſelbe Waare nachhaltig erzeugt und verkauft werden kann. Beide weichen tem⸗ porair oft ſehr von einander ab, treffen aber im Durch⸗ ſchnitt eines laͤngeren Zeitraums wieder mit einander zuſammen. 79. Der Marktpreis wird gebildet durch die Ueber⸗ einkunft der Verkaͤufer und Kaͤufer, nachdem jene das Hoͤchſte fuͤr die Waare zu erhalten, dieſe das Geringſte dafuͤr zu bezahlen geſtrebt haben. Die debsreintunſt 4o Der Preis der Produkte. wird beſtimmt durch das Verhaͤltniß, worin die Waare angeboten wird, zu dem Begehr, womit man ſie ſucht. Der Preis der Waare ſteigt alſo, a) wenn ihre vorhandene Menge abnimmt, b) wenn ſie bei gleicher Menge mehr verlangt wird. Er ſinkt dagegen, a) wenn ein groͤßerer Vorrath da iſt und ausgeboten wird, b) wenn weniger davon begehrt wird. 80. Bei bloß annehmlichen, aber entbehrlichen Waaren wirken ſich a und b einander entgegen und beſchraͤnken ſich. Denn wenn der Preis wegen des Mangels einer Waare ſteigt, ſo enthalten ſich manche ihres Gebrauchs; faͤllt er dagegen, des Ueberfluſſes wegen, ſo ſind meh⸗ rere, die ſich ihren Genuß verſchaffen koͤnnen und wol⸗ len, z. B. beim Obſt, Zucker, Kaffee, Wein u. ſ. w. 81. Bei unentbehrkichen oder ſehr wuͤnſchenswerthen Din⸗ gen wirken aber beide Urſachen des Steigens und Fal⸗ lens vereint, und daher um ſo ſaͤrker. Denn ſo wie der Vorrath eines ſolchen abzunehmen ſcheint, entſteht bei jedem die Beſorgniß, daß er ſeinen Bedarf gar nicht, oder doch nur zu noch hoͤherem Preiſe werde er⸗ halten koͤnnen; mithin uͤberbieten ſich die Kaͤufer einan⸗ der, und der Preis ſteigt hoͤher, als er bloß nach dem — — ᷣ — Waare ſie ſucht. wird. ggeboten Waaren chraͤnken els einer brauchs; nd meh⸗ und wol⸗ f. een Din⸗ nd Fal⸗ ſo wie entſteht darf gar werde el⸗ ſer einan⸗ nach dem Der Preis der Produkte. 41 Verhaͤltniſee des Vorraths zum Bedarf ſteigen muͤßte. Nimmt dagegen der Vorrath zu, ſo wird der Begehr lauer; nicht weil weniger davon gebraucht wuͤrde, ſon⸗ dern weil die Kaͤufer ſicher ſind, daß es ihnen an ihrem Bedarf nicht fehlen wuͤrde, alſo mit dem Einkauf zoͤ⸗ gern und immer weniger bieten. Und ſo ſinkt der Preis tiefer herunter, als das Verhaͤltniß des Vorraths zum Bedarf es mit ſich braͤchte. Iſt die Waare dem Ver⸗ derben unterworfen oder ſchwer aufzubewahren, ſo ſinkt ihr Preis um ſo mehr. Die Verkaͤufer nehmen jedes Gebot an, zumal wenn ihnen an der Ruͤckkehr des Ca⸗ pitals ſehr gelegen iſt, und verkauſen unter dem, was ihnen die Waare ſelbſt koſtet, d. h. unter 82. dem natuͤrlichen Preis. Dies iſt derjenige, welcher die vier Beſtandtheile jeder Produktion bezahlen muß: desr ohen Materials(bei der Urproduktion, des Bodens), der Arbeit, des Capital⸗ Proſits und der Intalligend oder Kunſt.. 83. Werden dieſe, faſt in jeder Waare, obwohl in ſehr verſchiedenem Verhaͤltniſſe enthaltenen Faktoren nicht mehr durch den Marktpreis bezahlt, ſo fuͤhlt jeder Producent derſelben leicht, daß er jene ohne Velruſt nicht mehr hervorbringen koͤnne; betreibt alſo ihre Hervorbringung mit minderer Emſigkeit, wenn er in der Erwartung eines 4² Der Preis der Produkte. beſſern Preiſes auch nicht ganz damit aufhoͤrt— ja, er iſt durch Verminderung ſeines Capitals ſelbſt gezwungen dies zu thun. Die Waare kommt alſo weniger zu Markte, ihr Preis ſteigt wieder, und gewoͤhnlich uͤber den natuͤrlichen ſo weit hinaus, als er vorher darunter gefallen war. So wie nun die Produktion wieder vor⸗ theilhafter wird, beſchaͤftigen ſich mehrere damit, und die, welche es vorher ſchon thaten, ſtrengen ihren Be⸗ trieb ſtaͤrker an. Hierdurch kommt Nachfrage und An⸗ gebot nicht nur wieder ins Gleichgewicht, ſondern letzte⸗ res geht aufs neue daruͤber hinaus. So iſt alſo der Marktpreis die Schwankung dieſes Handels— der na⸗ tuͤrliche Preis ſein Ruhepunkt, den er immer durchgehet, worin er aber ſelten lange ſtehen bleibt. 84. Nun haben zwar einige vermeint, als ſey dies wohl mit Manufaktur⸗, aber nicht mit laͤndlichen Pro⸗ dukten, wenigſtens nicht mit den gewoͤhnlichſten, der Fall. Denn an dieſen habe der Boden den groͤßten An⸗ theil und der Landbau werde fortgehen, wenn auch nur die Arbeit nothduͤrftig bezahlt wuͤrde. Daß insbeſondere der Boden eine Rente bringe, ſey gar nicht noth⸗ wendig. 8 85. Freilich wuͤrde der Landbau nicht ſogleich ganz auf⸗ hoͤren, wenn auch die Preiſe nachhaltig einen ſo gerin⸗ ja) er wungen iiger zu ch uͤber arunter er vor⸗ , und en Be⸗ nd An⸗ letzee iſo der der na⸗ hoehet, h dies n Pro⸗ 7, der en An⸗ h nur ondere noth⸗ ſ auf⸗ gerin⸗ Der Preis der Produkte. 43 gen Standpunkt bekaͤmen, daß der Boden keine Rente mehr truͤge. Aber bald wuͤrde doch eine Zerruͤttung al⸗ ler buͤrgerlichen Verhaͤltniſſe und des Staats daraus er⸗ folgen— doch man erſchrecke nicht! Denn dahin kann es nicht kommen. Es macht ſchon einen großen Unterſchied in der Produktion, ob der Landbau mit groͤßerem oder geringerem Fleiße und Aufwande betrieben wird. Leicht kann dadurch ein Korn mehr oder weniger producirt werden, und letzteres wuͤr⸗ de in Laͤndern, wo im Durchſchnitt das 4te, hoͤchſtens das 3te Korn erbauet wird, einen erſtaunlichen Einfluß auf den Marktpreis haben, und, wenn noch Unfrucht⸗ barkeit des Jahrs hinzukaͤme, Hungersnoth erzeugen. Jenes Nachlaſſen der Induſtrie der Landwirthe, beſon⸗ ders im Getreidebau, wuͤrde nur bei einigen willkuͤrlich, bei den meiſten gezwungen ſeyn, indem ſich das Be⸗ triebs⸗Capital verzehrt, das ſtehende Capital verſchlech⸗ tert haͤtte, und an Melioration gar nicht zu denken waͤre. Wohlhabende Landwirthe wuͤrden ihre Anſtren⸗ gung ſogleich auf andere Zweige richten, den Duͤnger und das beſte Land zu Handelsgewaͤchſen verwenden und das uͤbrige zur Schafweide liegen laſſen. Wirklich war beides der Fall, da im Jahr 1811 der Preis des Getreides unter dem natuͤrlichen herabfiel, was aber auch bewirkte, daß er in den folgenden Jahren um eben ſo viel daruͤber hinausging. Wenn nicht alle vermoͤgende und verſtaͤndige Landwirthe im Getreidebau nachließen, 44 Der Preis der Produkte. ſo geſchah es, weil ſie die Beſorgniß anderer uͤber den . Beharrungsſtand der niedrigen Preiſe nicht theilten. 86. Wenn auch die Behauptung, daß die Rente des Bodens wegfallen koͤnne, nicht gegen alle Verhaͤltniſſe der buͤrgerlichen Geſellſchaft ſtritte, ſo geht ihre Abſur⸗ ditaͤt ſchon aus der Natur der Sache hervor. Wenn ein Boden, der 3 Koͤrner erzeugt, nur ſo eben die Be⸗ wirthſchaftungskoſten bezahlt und durch Getreidebau kei⸗ nen Rein⸗Ertrag giebt: ſo muß ein Boden, der 4 Koͤr⸗ ner bei gleichem Aufwande erzeugt, nothwendig einen NRein⸗Ertrag= 1 Scheffel vom Morgen oder ſo viel Boden⸗Rente geben; ſonſt truͤge jener ſeine Wirthſchafts⸗ koſten nicht und muͤßte unbeſtellt bleiben. Geſchaͤhe letz⸗ teres, ſo wuͤrde dadurch in manchen Laͤndern ein Man⸗ gel entſtehen, der hinreichend waͤre, die Preiſe ſo zu he⸗ ben, daß ſich die Boden⸗Rente wieder herſtellete. An⸗ genommen aber, daß jener Boden entbehrt werden koͤnn⸗ te, und nun der Boden zum 4ten Korn in ſein Verhaͤlt⸗ niß eintraͤte, ſo muͤßte doch der Boden zum 5ten Korn einen Rein⸗Ertrag oder Land⸗Rente= 1 Scheffel vom Morgen geben u. ſ. w. Die unausbleibliche Boden⸗ Rente des beſſeren Bodens wird durch das beſtimmt, was er bei gleichen Beſtellungskoſten mehr hervorbringt, als derjenige, welcher dieſe uur eben deckt. —.,.— ber den ſen. ute des Faͤltniſſe Abſur⸗ Wenn die Be⸗ bau kein 4 Koͤr⸗ g einen ſo viel ſchafts⸗ äͤhe letz Man⸗ zu he⸗ An⸗ n köͤnn⸗ erhaͤlt⸗ Korn l vom Boden⸗ timmt, bringt, 8 Der Preis der Produkte. 45 867. Es kann mithin der Marktpreis der laͤndlichen Pro⸗ dukte, namentlich des Getreides— der wieder den Preis der uͤbrigen regulirt— eben ſo wenig, wie der Preis anderer Waaren, im Durchſchnitt unter den natuͤrlichen Preis, wovon die Boden⸗Rente einen Theil ausmacht, fallen, ſondern muß vermoͤge der Reaction gleichartig nach beiden Seiten ſchwankend erhalten werden. Dies ergeben auch alle hiſtoriſchen Data, die wir ſeit der Ci⸗ viliſation der Europaͤiſchen Staaten uͤber die Getreide⸗ preiſe haben, wenn anders keine außerordentliche Ereig⸗ niſſe eintraten. Reduciren wir den Geldpreis auf Sach⸗ preis, oder unterſuchen wir, was man an Arbeit und 4 an gewoͤhnlichen einheimiſchen Waaren zu jeder Zeit und faſt in jedem Lande fuͤr ein beſtimmtes Getreidemaaß erhalten konnte: ſo finden wir in dem Durchſchnitts⸗ preiſe ſchon von 7 Jahren, noch mehr von 20 Jahren, eine auffallende Uebereinſtimmung. 88. Dennoch hat der natuͤrliche Preis des Getreides und mehrerer anderer Land⸗Produkte das Beſondere, daß er von einem Jahre zum andern veraͤnderlich iſt, weit mehr als der Preis vieler andern Dinge. Er haͤngt naͤmlich von der Fruchtbarkeit des Jahres ab. Und da findet ſich denn, daß der jaͤhrige Durchſchnitt des Marktpreiſes mehrentheils mit dieſem natuͤrlichen 46 Der Preis der Produkte. Preiſe uͤbereinſtimmt, wenn man dieſen ſorgfaͤltig aus⸗ zumitteln ſucht. 89. Dies ſcheint dem§. 31. Geſagten zu widerſprechen, indem bei einem geringern Vorrathe durch die aͤngſtliche Nachfrage der Marktpreis uͤber das gerechte Verhaͤlt⸗ niß hinausgetrieben wird und umgekehrt. Ein ſcharfſin⸗ niger Englaͤnder hat bemerkt, daß, wenn 10 p. C. an der gewoͤhnlichen Ernte fehlten, der Marktpreis um 30 p. C., wenn 20 p. C. fehlten um 80 p. C. und ſo in gewaltigen Progreſſionen außer allem natuͤrlichen Ver⸗ haͤltniſſe ſteige. Aber auch der natuͤrliche Preis ſteigt in weit groͤßerem Verhaͤltniſſe als das Minus des Ertra⸗ ges. In Laͤndern, wo in gewoͤhnlichen Jahren das 5te Korn gewonnen wird, gebraucht der Landwirth 1 Korn zur Saat und 2 Koͤrner fuͤr ſeine Wirthſchaft, nach der allgemeinen und im Durchſchnitt ziemlich zutreffenden Annahme. Er hat alſo 2 Koͤrner uͤbrig fuͤr Land⸗Rente, Gewerbs⸗Profit und oͤffentliche Abgaben; mithin, wenn der Scheffel 12 Rthlr. gilt, 3 Rthlr. vom Morgen. Schlaͤgt aber die Ernte um 1 Korn zuruͤck, ſo hat er nur einen Scheffel vom Morgen uͤbrig, und er muͤßte dieſen zu 3 Rthlr. verkaufen, wenn er daſſelbe vom Morgen haben ſoll. Folglich muͤßte bei 20 p. C. Ruͤck⸗ ſchlag der Ernte der Preis um 100 p. C. ſteigen. Da er aber mit dem Wirthſchaftskorn noch Umſchlag ma⸗ chen kann, ſo moͤgten jene 80 p. C. des Englaͤnders uchl ſihrüch wiſſen natin g aus. vrechen, gſtliche eerhaͤlt⸗ jarfſin⸗ C. an um 30 ˖ſo in Ver⸗ eigt in Ertra⸗ das öte Korn ich der ffenden Nente, wenn orgen. at er muͤßte vom Ruͤck⸗ Da g Ma⸗ inders Der Preis der Produkte. 4 wohl zureichend ſeyn. Das Steigen und Fallen des jaͤhrlichen Marktpreiſes ſcheint ſich alſo auch nach ge⸗ wiſſen Geſetzen zu richten, die ihn mit dem jaͤhrlichen natuͤrlichen Preiſe gleich erhalten. 90. Wenn der jaͤhrliche Durchſchnittspreis ſich nach der Ernte richtet, und dieſer Durchſchnitt ſich in jeder Pe⸗ riode von 7 oder von 20 Jahren faſt gleich geblieben iſt(§. 37.), ſo folgt daraus, daß auch der Durchſchnitt der Ernten in dieſen Zeitraͤumen ſich gleich geweſen ſeyn muͤſſe. Eine ſolche Ordnung der Natur nahm Unger in ſeinem verdienſtlichen Werke—„uͤber die Ordnung der Fruchtbarkeit und deren Einfluß in die wichtigſten Angelegenheiten des menſchlichen Lebens, Hannover 1752 1— an, wodurch fuͤr die Ernaͤhrung des menſch⸗ liſchen Geſchlechts im civiliſirten Zuſtande eben ſo ge⸗ ſorgt ſey, als fuͤr die Fortpflanzung deſſelben durch eine Ordnung in der Erzeugung beider Geſchlechter, im Ver⸗ haͤltniſſe ihrer Geburt und ihrer Sterblichkeit. Wodurch die Natur dies bewirke, ſcheint noch im Dunkeln zu liegen, eben ſo wie das Geheimniß der re⸗ gelmaͤßigen Geſchlechts⸗Erzeugung. Von einem regulai⸗ ren Witterungsgange haͤngt es nicht ab, denn der iſt nicht da. Auch finden wir, daß das, was wir fruchtbare oder unfruchtbare Witterungen nennen, die wirklich die Vegetation befoͤrdern oder zuruͤckhalten, nicht immer kornreiche oder kornarme Ernten bringen. Liegt es 48 Der Preis der Produkte. vielmehr in der durch ſtaͤrkere oder ſchwaͤchere Kornernten mehr dder minder ausgeſogenen Productiv⸗Kraft des Bo⸗ dens?— Nach Unger gab es in 7 Jahren eine reiche Ernte und einen Mißwachs, zwei Ernten uͤber und zwei unter dem Mittlern und eine, die gerade das Mittel hielt. 91. Eine in unſern Tagen beſonders angelegentlich auf⸗ geworfene Frage iſt: Werden die Getreidepreiſe in Zu⸗ kunft ſteigen oder fallen?— Wenn es auf den Sach⸗ preis oder den verglichenen Werth gegen andere Guͤter ankommt, ſo wird er weder ſteigen noch fallen. Zwar wird ſich die Produktion bei hoͤherer Betriebſam⸗ keit und Intelligenz nach wiederhergeſtellter Ruhe in Eu⸗ ropa vermehren, aber mit derſelben auch die Conſum⸗ tion; denn bei vermehrter Nahrung und erweitertem Er⸗ werb vermehren ſich die Menſchen noch ſtaͤrker; ſelbſt die blutigſten Kriege verhindern das nicht, wie Frank⸗ reich beweiſet, und durch die Vertilgung der Pocken ſind vielleicht ſchon ſo viele Menſchen am Leben erhalten worden, als die neueren Kriege gekoſtet haben. Der Geldpreis aber haͤngt von der Ab⸗ oder Zu⸗ nahme des Silbers und Silberwerths auf dem großen Weltmarkte ab. Es ſcheint kein Grund vorhanden zu ſeyn fuͤr die Meinung, daß dieſe immer mehr erzeugte und wenig abgenutzte Waare ſich vermindern oder mehr begehrt werden wird, da ibre Hervorbringung aus den Suͤd⸗ V holt h 65˙¹ fetiebe dels 5 wenig de Getrei r F. ſüht na ſe E aus d beuch noch ſlä⸗ gei Nord te Kornernte Kraft des Bo⸗ reiche Ente nd zwei unte ittel hielt. ggentlich auf preiſe in Zu⸗ den Gach⸗ noere Giter ch fallen. Betriebſam⸗ dahe in Eu⸗ die Conſum⸗ iiterten Er⸗ artet; ſeb wie Frank Pocken ſind en erhalten en. , oder Zu⸗ dem großen oorhanden zu neht erzeugte mn oder meht gung aus den Süd⸗ Der Preis der Produkte. 49 Suͤd⸗Amerikaniſchen Bergwerken entſchieden wohlfeiler betrieben werden kann, als bisher, und ſie als Han⸗ dels⸗Inſtrument von der großen Handels⸗Nation weit weniger gebraucht wird. Eine leere Beſorgniß der Producenten iſt es, daß die Korn⸗Bill, welche den Verkauf des auswaͤrtigen Getreides in dem vereinigten Reiche unterſagt, wenn der Preis des Quarters Weizens nicht uͤber 4 Pf. Sterl. ſtehet(etwa 5 Rthlr. fuͤr den Berl. Scheffel), den Preis im noͤrdlichen Europa herunter bringen werde, indem die Englaͤnder vorher ſo vieles Getreide durch die Oſtſee aus den wenig conſummirenden fruchtbaren Laͤndern ge⸗ holt haͤtten. Was ſie in gewoͤhnlichen Jahren kauften, brauchten ſie zum Zwiſchenhandel, der durch die Bill noch mehr beguͤnſtigt iſt; ſobald aber ihre Ernte zuruͤck⸗ ſchlaͤgt, was haͤufig eintritt, wenn ſie bei uns ſehr er⸗ giebig iſt, ſo ſteigt der Preis in England uͤber jenen Normal⸗Satz. 92. Man wirft den Landwirthen vor, daß ſie hohe Preiſe wuͤnſchen und auch zu bewirken ſuchen. Er⸗ ſteres liegt in der Natur des Gewerbes, und der Riſico, dem das Seinige unterworfen iſt, die großen Opfer, die er bringen muß, machen es dem Landwirthe wenigſtens eben ſo verzeihlich, als andern Gewerbetreibenden. Mißwachs wird aber darum, wie manche glauben, kein verſtaͤndiger Landwirth wuͤnſchen, indem er in der Thaers Leitfaden. D zo Der Preis der Produkte. Regel mehr dabei verliert„als er durch den geſtiegenen Preis(§. 69.) gewinnt, des traurigen Anblicks mißra⸗ thener Ernten nicht zu gedenken. Derer, die Vorraͤthe aus vorigen Jahren aufgeſchuͤttet haben, giebt es weni⸗ ge, und ſie ſind in dieſer Hinſicht mehr als Speculan⸗ ten, wie als Landwirthe, zu betrachten. Daß ſie hohe Preiſe durch Verabredungen unter ſich bewirkten, iſt bei der Concurrenz, die in keinem Waaren⸗ Artikel ſtaͤrker iſt, als in dieſem, eine thoͤrigte Behaup⸗ tung. Aber daß kluge und wohlhabende Landwirthe nach eigener Ueberlegung mit dem Verkauf zuruͤckhalten, 3 wenn ſie erwarten, daß in der Folge Mangel entſtehen werde, iſt weislich, und weit entfernt fuͤr das allgemei⸗ ne Beſte nachtheilig zu ſeyn, vielmehr hoͤchſt wohlthaͤtig, indem dadurch eine gleichere Conſumtion und ein glei⸗ cherer Preis durch das ganze Ernte⸗Jahr bewirkt wird. 93. Daß der Marktpreis des Getreides und aller un⸗ entbehrlichen Produkte nie unter den natuͤrlichen Preis ſinke, muß nicht blos der Landwirth, ſondern jeder ver⸗ ſtaͤndige Staatsbuͤrger wuͤnſchen, und die dergiernng, wenigſtens paſſive, befoͤrdern. Denn wenn es geſchiehet, veraͤndert ſich nicht nur die Produktion fuͤr die Folge, ſondern es leiden auch alle andere Gewerbe mit, wenn der Wohlſtand des Landmanns und ſeine Induſtrie ab⸗ nimmt, weil der Landbau die Hauptquelle alles Einkom⸗ 1 * f a geſtiegen blics mißen die Vorrath eöt es vei 6 Speculn n unter ſi em Waaren gte Behaup kandwirhh trückhalten, e entſtehen 8 allgemei wohlthaͤti nd ein glei virkt wird. aller un⸗ chen Preit jeder ve Regierung zgeſchich die Folge mit, went nduſtie ab⸗ les Einkom⸗ Der Preis der Produkte. 51 mens iſt— wie das neuerlich die Jahre 1810— 1812 gezeigt haben 4. Da aber in einem Mitteljahre durchaus mehr als der Bedarf des Landes erzeugt werden muß, wenn in ſchlechteren Jahren nicht Mangel entſtehen ſoll, ſo wuͤr⸗ de in ſolchen der Preis unter den natuͤrlichen fallen, mithin dieſes zur Sicherung noͤthige Plus nicht erzeugt werden, wenn es keinen Abſatz außerhalb Landes faͤnde. Dies iſt neben mehreren andern der Hauptgrund, war⸗ um eine weiſe Regierung die Ausfuhr nicht ſperren oder erſchweren darf, ihn vielmehr thaͤtiger befoͤrdern muß, als ſie den auswaͤrtigen Abſatz der Vabpſtats befoͤrdert. B K Dieſe Materie iſt beſonders klar und ndringend. entwickelt in einer Schrift: The objections against ihe Corn- bill refuted by W. Spence etc. London 1815, die auch auf die Entſcheidung des Parlaments großen Einfluß ge⸗ habt haben ſoll, und von welcher ich als Commentar uͤber dieſe Paragraphen eine Ueberſetzung geben werde. 95. Was der t natärlihe Preis des Getreides im Durch⸗ ſchnitt der Jahre nach unſern jetzigen Zeitverhaͤltniſſen ſey, kann faſt nur a posteriori beſtimmt werden, wenn man den Durchſchnitt wenigſtens der letztern 30 Jahrs⸗ preiſe zieht, aber diejenigen herauslaͤßt, wo der Preis durch merkantiliſche und politiſche Conjunckuren enorm da 5 5² Der Preis der Produkrte. ſtieg oder fiel. Hiernach wird ſich der Preis der groͤße⸗ ren Maͤrkte im noͤrdlichen Deutſchland auf 1 Rthlr. 10 gr. fuͤr den Scheffel Roggen — 2— 4———— Weizen — 1— 2———— Gerſte„* ——— 18———— Hafer Preußiſch Courant ſtellen. Doch wird es rathſam ſeyn, ihn bei Voranſchlaͤgen etwas geringer, den Roggen et⸗ wa zu r Rthlr. 8 gr. Preuß. Cour., anzunehmen. A priori wuͤrde man ihn vielleicht dadurch aus⸗ mitteln, daß man eine genaue Wirthſchafts⸗Koſtenbe⸗ rechnung von ſolchem Boden machte, der anerkannt gar keine Boden⸗Rente traͤgt, nur ſo eben ſeine Koſten be⸗ zahlt, und im Durchſchnitt das 3te Korn giebt. Es verſteht ſich, daß zu den Koſten auch das Capital und die Erhaltung der Gebaͤude ſammt dem gewerblichen Capitals⸗Profit, auch die oͤffentlichen ordentlichen und außerordentlichen Koſten gerechnet wuͤrden. Man fraͤgt dann: was muß das Getreide gelten, um bei mittlerem Ertrage dieſe Koſten zu bezahlen? Bei beſſerem Boden beſtimmt der Mehrertrag die Land⸗Rente, die nothwen⸗ dig auch im Kornpreiſe bezahlt werden muß. 96. 4 Jedoch iſt nicht zu leugnen, daß beſſere, beſonders Arbeit erſparende Methoden, und wohlfeilern Duͤnger erzeugende Wirthſchafts⸗Syſteme, wenn ſie ſich allge⸗ meiner verbreiten, den Koſtenpreis des Getreides herun⸗ der graß oggen eizen ſte er am ſeyn, ggen et⸗ en. urch das⸗ Koſtenbe⸗ kannt gar doſten be⸗ bt. Es pital und verblichen chen und an fraͤgt mittlerem Boden ſothwen⸗ beſonders Duͤnger ich alle⸗ es herun⸗ Der Preis der Produkte. 33 ter bringen koͤnnen. So lange nur Einige ſie kennen und anwenden, haben ſie keinen merklichen Einfluß auf Herabſetzung des Preiſes, und der Mehrertrag, den ſie bewirken, bleibt der Lohn hoͤherer Intelligenz, die ihn billig verdient; werden ſie aber allgemein bekannt und angenommen, ſo faͤllt dieſer Lohn weg. 97. Der jaͤhrliche Marktpreis ſchwankt oft betraͤchtlich und ſteigt in der Regel im Fruͤhjahr ſo viel uͤber den natuͤrlichen Preis— den man aber im Allgemeinen noch nicht ausmitteln kann— als er im Herbſie darunter ſtand und umgekehrt. Er bildet ſich nach der Ernte im⸗ mer nach der Meinung, die man vom Ausfalle derſel⸗ ben hat. Die Verkaͤufer richten ſich nach dem anſchei⸗ nenden Vorrath, den ſie zu verkaufen haben, nach dem, den ſie ihren Nachbarn beimeſſen und nach der Staͤrke der Nachfrage, in ihrer Zufuhr. Letztere regulirt wieder⸗ um hauptſaͤchlich das Gebot der Kaͤufer. Mehrentheils ſind zu Anfange die Erwartungen vom Ausdruſch und die Berechnung der Vorraͤthe groͤßer, als die Wirklich⸗ keit; deshalb ſind die Faͤlle, daß die Preiſe im Herbſte niedriger ſtehen, als im Fruͤhjahr— ſelbſt mit Ruͤck⸗ ſicht auf das Einſchrumpfen— haͤufiger. Nach den von Unger geſammelten hiſtoriſchen Datis verhaͤlt ſich die Wahrſcheinlichkeit, daß man beim Zuruͤckhalten des Getreides bis zum Fruͤhjahr gewinnen werde 3 54 Der Preis der Produkte. beim Roggen wie 6: 1 beim Weizen wie 69: 19 bei der Gerſte wie 57: 19, womit die Erfahrungen in den neueren Zeiten auf den meiſten Maͤrkten wohl uͤbereinſtimmen. Bei mittlern Korn⸗Ernten fallen die Preiſe zwiſchen Rartini und Weinachten mehrentheils am niedrigſten, weil der Landwirth nun Zeit zum Dreſchen und Markt⸗ fuhren hat, ſeine Vorraͤthe hoch anſchlaͤgt und Geld ge⸗ braucht. Steigen ſie aber in ſeltneren Faͤllen um dieſe Zeit, ſo kann man annehmen, daß ſie im Fruͤhjahr ſehr hoch gehen werden. Nach Weihnachten draͤngt die Geldnoth den Land⸗ wirth weniger, er uͤberſieht das Ende ſeines Vorraths, und haͤlt beſonders bei ſchlechten Wegen mit der Zufuhr ein. Die Concurrenz der Kaͤufer wird großer, als die der Verkaͤufer, erſtere haben uulich Geld, und die Preiſe ſteigen bis zum Mai. Jetzt ſchlaͤgt der Landwirth gern los, woas er uͤbrig hat, weil er wieder Geld braucht. Auch außert nun die Ausſicht auf die kuͤnftige Ernte— ſo truͤglich ſie noch iſt— einen großen Einfluß, der im Junius und Julius noch groͤßer wird. Mehrentheils haben in dieſen Monaten nur die woölhabenden Land⸗ wirthe noch zu verkaufen. Es verſteht ſich, daß dieſe Regeln nur fuͤr die Mehr⸗ heit der Faͤlle gelten und oft Ausnahmen Statt finden, die der Umſichtige wohl vorausſehen mag. auf den zwiſchen adrigſten, Narkt⸗ Geld ge⸗ um dieſe fahr ſehe n Land⸗ vorraths, r Zufuhr als die und di gern los, Auch te— ſo der im rentheils en Land⸗ die Mehr⸗ t finden, Der Preis der Produkte. 55 93. Es hat aber nanches Markt auch ſeine Eigenhei⸗ ten, die der geſcheutere Landwirth von dem ſeinigen ken⸗ nen zu lernen ſucht. So macht es einen großen Unter⸗ ſchied, ob der Markt faſt nur auf die Produktion und Conſumtion der umliegenden Gegend beſchraͤt ikt ſey, oder ob er auch erhebliche Zufuhr und Abfuhr von und nach entfernteren Gegenden, beſonders zu Waſſer, h habe. Ha⸗ ben die Gegenden, woher er einen Theil ſeiner Zufuhr erhaͤlt, auch Ausfuhr nach andern Laͤndern, ſo kann der Bedarf ſehr entfernter Laͤnder bedeutenden Einfluß haben. Geht der Kornhandel ſeewaͤrts, ſo laͤßt ſich kaum mit einiger Wahrſcheinlichkeit etwas üͤber den Preis voraus⸗ beſtimmen; denn wenn man auch weiß daß andre Na⸗ tionen in dieſem Jahre mehr oder weniger Getreide be⸗ duͤrſen, ſo weiß man doch nicht eher, als bis ihre Be⸗ ſtellungen wirklich eingehen was dann Anfangs ge⸗ heim gehalten wird— wohet ſie es, anderer Conve⸗ nienzen wegen, nehmen werden. An ſol chen Orten weicht der Marktpreis in einem Jahre am meiſten vom natuͤr⸗ lichen ab. 39. Der Marktpreis anderer vegetabiliſchen Aee deng. niſſe iſt durch das verſchiedene Verhaͤltniß der Nachfrage zum Angebot noch ſchwankender. Wenn ſie zu den ge⸗ woͤhnlichen, unentbehrlich gewordenen gehoͤren, und ih Bau ziemlich allgemein bekannt iſt ſe trift der Durch⸗ 56 Der Preis der Produkte. ſchnitt derſelben mit ihrem natuͤrlichen Preiſe und dieſer mit dem des Getreides wieder zuſammen, und wirft eine faſt gleiche Landrente und Capitals⸗Profit mit letz⸗ terem ab. So lange ihr Anbau in einer Gegend nicht allgemein bekannt iſt, die Waare aber geſucht wird, lohnen ſie die Intelligenz durch mehreren Vortheil; was auch geſchiehet, wenn durch eine beſſere, minder bekann⸗ te Methode ihres Anbaues Koſten erſpart oder der Er⸗ trag vermehrt wird. Oehlſaaten, Tabak, Krapp u. ſ. f. 100. Der Markt⸗Preis der thieriſchen Producte ſteht nicht immer in gleichem Verhaͤltniſſe mit dem des Ge⸗ treides. Er iſt am niedrigſten bei den Nationen, die erſt aus dem Hirtenleben zum Ackerbauenden uͤbergehen, weil das Vieh in ungeheuern oft fruchtbaren Weide⸗ ſtrecken ſich von ſelbſt erzeugt und ernaͤhrt. Wenn bei zunehmender Bevoͤlkerung und Cioiliſation durch Getrei⸗ debau mehr Nahrungsmittel fuͤr die Menſchen von glei⸗ cher Flaͤche gewonnen werden, als durch Weide; ſo wird dieſe aufgebrochen und beſchraͤnkt, das Vieh des⸗ halb theurer und der Genuß thieriſcher Nahrung iſt nur dem Wohlhabendern erſchwinglich. Wenn bei zuneh⸗ menden Wohlſtande die Begehr nach guten thieriſchen Produeten ſich vermehrt und ihr Preis ſteigt, ſo werden Aecker wieder zu kuͤnſtlichen Weiden, fortdauernd oder wechſelsweiſe niedergelegt, Futterkraͤuter gebauet, und ſowohl Capitale als Intelligenz dermaaßen der Vieh⸗ nd dieſer ind wirft mi let⸗ end nicht ht wird, eil; was bekann⸗ der Er⸗ u.ſe ke ſteht des Ge⸗ nen, die bergehen, Weide⸗ Venn bei Getra von glei⸗ de; ſo eh des⸗ iſt nur zuneh⸗ jeriſchen werden end oder et, und Vehh⸗ Der Preis der Produkte. 57 zucht gewidmet, daß der ſtarken Conſumtion ohnerachtet die thieriſchen Produkte in einem geringen Preisver⸗ haͤltniſſe zum Getreide ſtehen, wie in minder reichen Laͤndern— England.— 10Ts Thieriſche Produkte wuͤrden aber in allen cultivir⸗ ten Laͤndern hoͤher im Preiſe ſtehen, wenn das Nutzvieh ſeine Koſten allein burch ſelbige bezahlen ſollte. Weil es aber des Duͤngers wegen gehalten werden muß und ſeine Erhaltung ſich zum Theil durch deſſen Wirkung auf den Fruchtbau bezahlt; ſo werden jene hierdurch wohlfeiler und ein durch hoͤhere Fruchtpreiſe ermunter⸗ ter und mit mehr Induſtrie betriebener Landbau be⸗ wirkt nicht— wie es manchem geſchienen hat— eine Verminderung, ſondern eine Vermehrung der Viehzucht. Umgekehrt wird auch wieder eine durch höhere Preiſe der thieriſchen Produkte ermunterte Viehzucht den Frucht⸗ bau in ſeinem Ertrage vermehren, ſollte er ihn auch auf einen kleinern Flaͤchenraum beſchraͤnken. Deshalb wir⸗ ken auch hoͤhere Preiſe und ſicherer Abſatz der thieriſchen Produkte faſt ſtaͤrker auf die Befoͤrderung der landwirth⸗ ſchaftlichen Induſtrie, als hoͤhere Fruchtpreiſe, und ſie muͤſſen dem Landwirthe angenehmer ſeyn, weil mit je⸗ nen der Arbeitslohn nicht, wie mit dieſen, ſteigt. 102. 5 Es wird ſehl belehrende Reſultate geben, wenn ——— 568 Der Grundaund Boden. man Data ſammelt uͤber das Verhaͤltniß worin der Preis der thieriſchen Produkte zum Preiſe des Getreides in verſchiedenen Zeiten und Laͤndern geſtanden hat, und wiederum wie ſich zu dieſem Verhaͤltniſſe der Kultur⸗ und Wohlſtand im allgemeinen verhalten habe. Der Grund und Boden. 103. Wir haben den Grund und Boden oder die ihm einwohnende Produktiokraft, das rohe Material des landwirthſchaftlichen Gewerbes(ein beruͤhmter Schrift⸗ ſteller uͤber National⸗Oekonomie den Urproduktiv⸗ Stoff) genannt und als drittes Gewerbs⸗ Element aufgefuͤhrt. Seine phyſiſch⸗ techniſche Betrachtung ge⸗ hoͤrt nicht in dieſen Theil der Landwirthſchaftswiſſen⸗ ſchaft; wir muͤſſen jedoch, in ſo fern danach ſein Werths⸗ verhaͤltniß beſtimmt wird, die Reſultate, welche jene giebt, hier heruͤbernehmen. Der verglichene Werth des Bodens und jeder Art deſſelben iſt es, worauf es hier nur ankommt. Dieſer iſt das Reſultat ſeiner Ertragsfaͤhigkeit nach Ab; zug ſeiner Beſtellungskoſten, oder ſein Reinertrag. Die Ertragsfaͤhigkeit einer Bodenart kann groͤßer, die Be⸗ ſellun daß von oorin der Getteides hat, und Kultur die ihm al des Schrift, duktib⸗ Element ang ge⸗ swiſſen⸗ Vertho⸗ e jene d ſeder kommt. ach Ab⸗ 3. Die di Be⸗ Der Grund und Boden. 59 ſtellungskoſten aber koͤnnen noch uͤberwiegender ſeyn, ſo daß deſſen Reſultat geringer iſt, als das eines Bodens von geringerer Ertragsfaͤhigkeit, F 105.. Durch eine ſtaͤrkere Verwendung der Arbeit und des Capitals, geleitet durch hoͤhere Intelligenz, nimmt die Ertragsfaͤhigkeit des Bodens zu, ſo daß noch, nach⸗ dem jene hoͤhere Verwendung bezahlt iſt, ein groͤßerer Reinertrag uͤbrig bleibt. Wo eine hoͤhere Verwendung jener Induſtrie⸗Elemente landuͤblich iſt, ſteigt daher der Werth und Kaufpreis des Bodens, und faͤllt, wo ſie geringer iſt. Wenn in einem Lande, wo die Induſtrie auf einer niedern Stuffe ſteht, der Einzelne durch ſtaͤr⸗ kere Verwendung derſelben dem Boden einen hoͤheren Neinertrag abgewinnt, ſo iſt das Mehrere als hoͤherer Capitalsprofit und Lohn der Intelligenz anzuſehen, nicht als hoͤhere Bodenrente; denn in andern Haͤnden wuͤrde ſie ſein Boden nicht geben. Jedoch muß man nicht ganz auſſer Acht laſſen, daß ſich der Boden durch hoͤhere Cultur auch nachhal⸗ tig verbeſſere und ſeine Natur umwandle. 106. Wenn daher der verglichene Werth des Bodens in einer gegebenen Gegend beſtimmt werden ſoll, ſo muß es nach demjenigen Reinertrage geſchehen, den er bei der gegenwaͤrtigen landuͤblichen Cultur gewaͤhrt. Da 60 Der Grund und Boden. 1 dieſe in einzelnen Faͤllen aber immer abweicht, ſo kann jene Beſtimmung nur nach der Summe der Erfahrun⸗ gen, die man daruͤber ſammelt, geſchehen; wobei man diejenigen Faͤlle, beiſeite ſetzt, wo eine ausgezeichnet beſ⸗ ſere oder ſchlechtere Kultur eintritt, als landuͤblich iſt. 107. Wir reden zuvoͤrderſt hauptſaͤchlich vom Acker⸗ boden. Die Natur des Bodens iſt zwar, wenn man es genau nehmen will, unendlich verſchieden.* Es laſſen ſich aber dennoch gewiſſe Bodenarten annehmen und in Klaſſen und Ordnungen ſtellen, ſo daß die Verſchieden⸗ heit der in eine Klaſſe geſtellten in jener Hinſicht un⸗ bedeutend iſt, zumal wenn man in den Klaſſen gpoch Stuffen annimmt, auf welchen jeder individueller Bo⸗ den der hoͤhern oder geringern Werthklaſſe genaͤhert werden kann. 103. Die Beſtimmung dieſer Claſſen iſt auf mannichfal⸗ tige Weiſe theils in verſchiedenen Laͤndern wirklich ge⸗ ſchehen und angenommen, theils verſucht worden. Ich ſelbſt habe eine chemiſch⸗phyſiſche Klaſ⸗ ſifikation des Bodens angegeben. Dieſe iſt an ſich moͤglich und in mancher Hinſicht zweckmaͤßig. Aber ſie kann nicht voͤllig ſtimmen mit der Claſſifikation oder Stuffenleiter des Bodens in Hinſicht ſeiner Ertragsfaͤ⸗ ſalet. ltaten ſo di tenze Unue des amo ſalh uiß zu nen mit gem ein lat gen Geg gend ſo kann rfahrun⸗ bei man hnet beſ h iſt. Acker⸗ man es laſſen und in chieden⸗ icht un⸗ 2n anoch ſenaͤhert ichfal⸗ ich ge⸗ Klaſ⸗ an ſich ber ſie n oder ragsfa⸗ Der Grund und Boden. 61 higkeit. Denn obwohl dieſe von ſeinen phyſiſchen Qua⸗ litaten lediglich abhaͤngt, ſo iſt ſie doch das Reſultat ſo vieler zuſammen⸗ und zuweilen entgegenwirkenden Po⸗ tenzen— des Verhaͤltniſſes ſeiner Beſtandtheile, ſeines Untergrundes, ſeiner Lage in Hinſicht der Feuchtigkeit, des Lichts, des Himmelſtrichs, ſeiner Umgebungen, des atmoſpaͤriſchen und climatiſchen Einfluſſes— daß ein ſolches Claſſifications⸗Syſtem unendlich verwickelt ſeyn muͤßte, um es auf die Schaͤtzung des Bodens gerade⸗ zu anwenden zu koͤnnen. 109. Unter den in Obſervanz gekommenen Claſſificatio⸗ nen iſt die, wo man nur drei Arten— den guten, mittlern und ſchlechten— annimmt, zwar der all⸗ gemeinſte aber auch die unbefriedigendſte und nur auf einen Landſtrich, wo der Boden nicht ſehr wechſelt, re⸗ lativ anwendbar. Denn der Boden der in einer Ge⸗ gend relativ der ſchlechteſte iſt, wird in einer andern Gegend der beſte ſeyn. Auch ſind in den meiſten Ge⸗ genden dieſe Abſtuffungen unzureichend. 110. In Laͤndern, wo ſich durch den haͤufigen Uebergang einzelner Landſtuͤcke oder kleiner Areale aus einer Hand in die andre, durch Kauf oder Pacht, ein Marktpreis und eine allgemeinere genauere Kenntniß dieſer Waare ge⸗ bildet hat, ſpricht man die Guͤte des Bodens geradezu 62 Der Grund und Boden. durch ſeinen Pachtwerth aus. So ſagt man in Eng⸗ land: es iſt Boden der Acker zu 3— 10— 20— 60 und g80 Schilling— wobei man jedoch auf die oͤrtlichen Verhaͤltniſſe Ruͤckſicht nimmt und in Hinſicht derſelben wohl ſagt: Boden zu 20 Schilling gilt in dieſer Ge⸗ gend nur 12 Schilling. Wo ſich eine ſolche empiriſche Kenntniß des Bodens vekbreitet hat, bedarf es keiner Claſſification, und ſie iſt um ſo wuͤnſchenswerther, weil ſie einen Beweis des hoͤhern Cultur⸗Standes abgiebt. Bei uns hat ſie ſich bei der bisherigen Unzertrennbarkeit der Guͤter nicht bilden koͤnnen. 111. In Mecklenburg ſpricht man den Bodenwerth— zufolge des angenommenen Princips, daß beſſerer Boden ſtaͤrker und ſchlechterer ſchwaͤcher beſaͤt werden ſolle— durch die Quadratruthen Zahl aus, worauf ein Scheffel einfallen ſoll und ſchaͤtzt dann ganze Guͤter nach dem Ausſaats⸗Maaße ab. Ohnerachtet das Princip falſch iſt, ſo laͤßt ſich doch dieſer Werths⸗Maaßſtab wohl ge⸗ brauchen, wenn es mit Unſicht geſchiehet. Ohne ſelbige hat es zu großen Irrungen Veranlaſſung gegeben, zu⸗ mal wenn man nach der wirklich geſchehenen Ausſaat den Werth der Guͤter beurtheilte. 112. Die in den Preußiſchen Provinzen von den Domainen⸗ Adminiſtrationen, dann von den landſchaftlichen Credit⸗In⸗ kuim lmenA ſchera ganz b weswe duſſec hälfe als bo wͤüic ſi d gebi fndlic halten beſch vord dng. und antt fat lut d her. igte 1 nich cone din in Eng⸗ 0— 60 detüichen derſelben eſer Ge⸗ npiriſche 3 keiner er, weil abgiebt. mnbarkeit rth— Boden ſolle— Scheffel icch dem p falſch ohl ge⸗ ſelbige en, zu⸗ lusſaat mainen⸗ dit⸗In⸗ Der Grund und Boden. 63 ſtituten angenommenen und faſt legal und populair gewor⸗ denen Abſchaͤtzungs⸗ Grundſaͤtze und Methoden, ſind gruͤnd⸗ licher als alle andern; aber ſo complicirt, daß das Reſultat ganz von der Einſicht und Willkuͤhr des Taxators abhaͤngt; weswegen denn die Beiſpiele nicht ſelten ſind, daß ein und daſſelbe Gut von dem Einen um ein Drittheil, um die Haͤlfte ja gar ums Doppelte hoͤher abgeſchaͤtzt worden, als von dem Andern, ohne daß man Irthum oder Un⸗ redlichkeit legal erweiſen koͤunte. Die ganze Methode iſt eigentlich nur auf kurze Verpachtung eines mit einem gewiſſen Beſatz verſehenen, in gewiſſen Culturſtande be⸗ findlichen und in einem ſolchen, unter Aufſicht, zu er⸗ haltenden Gutes berechnet; man hat dabei beſondre Geſchicklichkeit und Rechtlichkeit in ihrer Anwendung vorausgeſetzt und ſie bleibt in dieſer Hinſicht und Be⸗ dingung bei einiger Berichtigung angenommener Saͤtze und Beruͤckſichtigung verſchiedener Umſtaͤnde allerdings anwendbar. Aber ſie bleibt auch bei moͤglichſter Recti⸗ fication und in den Haͤnden der geſchickteſten Maͤnner nur Anſchlag der Wirthſchaft, nicht des Grundes; und da jene weit veraͤnderlicher iſt, als dieſer, immer unſi⸗ cher. Ich geſtehe indeſſen, daß ihre Abaͤnderung Schwie⸗ rigkeiten hat, die theils in der ganzen Verfaſſung, theils in der oͤffentlichen Meinung liegen und daß ſie daher nicht uͤbereilt unternommen werden duͤrfe. Sie paßt aber durchaus nur auf die Abſchaͤtzung concreter Guͤter, nicht auf die abgeſonderten und ver⸗ einzelten Grundſtuͤcke. Wollte man die Werthe der 64 Der Grund und Boden. letztern nach dem durch jene Methode beſtimmten Werth des Ganzen analytiſch ausmitteln, ſo wuͤrden ungeheure Schwierigkeiten, Irrungen und Disparate entſtehen; wo⸗ gegen es leicht und mit gehoͤriger Umſicht ſicher iſt, den Werth des Ganzen ſynthetiſch aus dem der einzelnen Theile zu beſtimmen. Man lernt jene Abſchaͤtzungs⸗ Methobe aus den ge⸗ druckten Inſtructionen der vormaligen Cammern und der landſchaftlichen Credit⸗Inſtitute in ihren verſchiede⸗ nen Modificationen kennen. 113. Dieſe Abſchaͤtzungs⸗Methobe hat den Ackerboden nach den Haupt⸗Getreide⸗Arten, die darauf nach dem landuͤblichen Dreifelder Syſtem mit dem ſicherſten Er⸗ folg gebauet werden koͤnnen, abgetheilt und die Haupt⸗ arten von Weitzen⸗Boden, Gerſten⸗Boden, Hafer⸗Bo⸗ den und Roggen⸗Boden angenommen; jeder Art aber mehrere Claſſen gegeben. Die Eintheilung iſt m. E. vor allen zweckmaͤßig und beizubehalten, indem dabei neben der Ertragsfaͤhig⸗ keit die phyſtſche Beſchaffenheit beruͤckſichtigt, und die Bodenart durch beides zugleich beſtimmter characteriſirt werden kann. Man wird jedoch den Boden, der ſeit der ſpaͤthe⸗ ſten Bildung unſerer Erdrinde ſich aus dem Schlam⸗ me des Waſſers in Strom⸗Niederungen und am Ufer des Meers abgeſetzt hat, auch, in Thaͤlern, aus dem zm b Poſeer den i nannt beſten von! auch veil Nogge ſäwe meht ſen! ten Vaih ungehenne ehen, we. er iſt, de einzenn 3 den 9e nern und verſchiede kerboden ach dem ſten Er⸗ Haupt⸗ fer 4 Bo⸗ Art abet cmaͤßig sfaͤhig⸗ nd die cteriſirt ſpaͤthe Schlam⸗ m Ufer , aus dem Der Grund und Boden. 65 dem vormals ſie bedeckenden, aber jetzt abgezogenem Waſſer durch Vermoderung der Waſſerpflanzen entſtan⸗ den iſt, und Niederungs⸗Marſch oder Bruchboden ge⸗ nannt wird, von dem gewoͤhnlichen Hoͤheboden am beſten gleich abſondern, da er ſich ſeiner Natur nach von dieſem merklich unterſcheidet. Weitzen⸗Boden im allgemeinen wird der tho⸗ nigte, gebundene, oft zaͤhe, Feuchtigkeit⸗haltende, jedoch auch zur Winterbeſtellung nicht zu naſſe Boden genannt, weil er entſchieden vortheilhafter und ſicherer Weitzen als Roggen traͤgt. Er haͤlt 60 p. C. mehrentheils ab⸗ ſchwemmbare Erde und gegen 40 p. C. Sand, oft weit mehr von jener. Man nimmt gewoͤhnlich nur 2 Claſ⸗ ſen deſſelben an, wir fuͤgen aber eine Zte hinzu. 115. Die iſte Claſſe iſt der ſtarke, reiche Weitzen⸗ Boden der nicht blos in erſter Tragt, nach dem ihm im Verhaͤltniß ſeines Strohes zu gebenden Duͤnger, ſondern auch ungeduͤngt, nach dem Dreifelder⸗Syſtem bewirth⸗ ſchaftet, Weitzen vortheilhaft in 3ter Tragt, zu tragen vermag. Man verlangt von ihm, um in dieſer Claſſe zu gehoͤren, nach der geduͤngten Brache wenigſtens 10 Scheffel Weitzen vom Morgen in einem Mitteljahr und in der Sommerung 10 Scheffel Gerſte; in Zter Tragt nach abermaliger Brache 6 Scheffel Weitzen und den⸗ AM Thaers Leitfaden. E 66 Der Grund und Boden. noch eben ſo viel Gerſte. Es giebt aber auch Boden von dem man 12 bis 16 Scheffel im Durchſchnitt der Jahre erwartet. Ohnerachtet die Beſtellungskoſten dieſes Bodens wegen ſeiner Gebundenheit und der fleißigen, zu rechter Zeit zu gebenden Beackerung nicht unbedeu⸗ tend ſind, ſo iſt ſein Rein⸗Ertrag oder Bodenrente doch mindeſtens zu 100% anzunehmen und er kann bei vor⸗ zuͤglichen Qualitaͤten, die ihm ein ſtarker Humus⸗ und maͤßiger Kalk⸗Gehalt, neben einer fehlerfreien Lage und tiefer Krume, geben, bis auf 150 Xl‿ ſteigen. Er iſt fuͤr viele Handelsgewaͤchſe und unter den Brachfruͤchten fuͤr den Kohl beſonders geeignet. 1 116. Weitzen⸗Boden ater Claſſe oder gewoͤhnlicher Weitzen⸗Boden iſt ſeiner Natur nach wegen gerin⸗ gern Humus⸗ und Kalkgehalts, oder zu feuchter Be⸗ ſchaffenheit noch zaͤher und ſchwerer zu bearbeiten. Er iſt dem Weitzen weit angemeſſener als dem Roggen, kann jenen jedoch nur nach erhaltener Duͤngung und fleißiger Beackerung ergiebig hervorbringen. Im Som⸗ merungsbau ſagt er dem Hafer mehr als der Gerſte zu. Als Brachfrucht gedeihen Pferdebohnen vorzuͤglich darauf und geben, beſonders gedrillt und gepferdehackt die beſte Vorbereitung zum Weitzen. Als Mittel⸗Ertrag giebt er im Weitzen 6 Scheffel vom Morgen. Zuweilen iſt ſein Rohertrag ſtark, aber er, iſt dem Miswachs ausgeſetzt und ſein Reinertrag, in Hinſicht der koſtſpieligen Beſtel⸗ ſtein! keuſiee ſch f entzoge und da ſir ſel chen E tig zu uict mehte Weiße mehren nr den heſere Lulnr Daden ch Boden ſchnitt de ſten dieſt fleifige unbeden rente doc bei vor⸗ nus⸗ und Lage und Er ſ chfruͤchten hnlicher gen gerin chter Be eiten. E. Noggen, ung und m Som⸗ Herſte zu ch darauf die beſt g giebt! en iſt ſi ausgeſeh en Beſtel Der Grund und Boden. 67 lung, nur zu 60 X anzunehmen. Jedoch kann er ſich in mannigfaltigen Abſtuffungen zu Weitzenboden der erſten Klaſſe ſeiner natuͤrlichen Beſchaffenheit nach und durch fortgeſetzte ſtaͤrkere Cultur und Duͤngung erheben. 1117. Weitzenboden 3ter Claſſe oder armer Weitzenboden iſt ein ſolcher, der wegen noch zaͤherer, wiederſpenſtiger Conſiſtenz, fehlerhaften naßkalten oder bergigten Lage, ſehr flachen Krume oder wegen ſtarker Ausſaugung und entzogener Duͤngung, zwar noch am beſten fuͤr Weitzen und danach fuͤr Hafer geeignet iſt— indem Roggen ſehr ſelten darauf geraͤth— von jenen aber einen ſchwa⸗ chen Ertrag, etwa 4 Scheffel giebt und dabei ſchwie⸗ rig zu beſtellen iſt. Da er oft ſeine Beſtellungskoſten nicht lohnt, ſo laͤßt man ihn in manchen Gegenden mehrere Jahre zur Weide liegen und nimmt nur eine Weitzen⸗ und eine Hafer⸗Erndte nach dem Umbruche, mehrentheils ohne Duͤnger. Ein ſolcher Boden hat oft nur den Werth von 24 l. Er erhebt ſich jedoch durch beſſere natuͤrliche Qualitaͤten und zuweilen durch mehrere Cultur, Duͤngung und Abwaͤſſerung ſtuffenweiſe zu den Boden ater Claſſe. 118. Die Gerſte erfordert einen lockeren, warmen, der Naͤſſe nicht ausgeſetzten, jedoch Feuchtigkeit⸗ haltenden Boden zu ihrem Gedeihen, der, wenn ſie lohnend ſeyn E 2 4 68 Der Grund und Boden. ſoll, einen ſtarken Zuſatz von aufloͤslichem, ſaͤurefreien Humus haben muß. Daher wird Boden, der dieſe Eigenſchaft hat, Gerſt⸗Boden genannt, wenn gleich als erſte Frucht Winterung darauf gebauet wird. Man kann nur zwei Claſſen davon annehmen, deren 2te jedoch ſtuffenweiſe zur 1ſten uͤbergehet, ſo daß ſich, wie uͤberall bei den Claſſen derſelben Bodenart, keine beſtimmte Graͤnze ziehen laͤßt, und die Claſſen nur als Ruhepunkte bei der Ueberſicht dienen. II9. Gerſtboden iſter Claſſe; reicher, kraͤftiges, großer Gerſtboden. Er traͤgt als erſte Frucht mit Erfolg Weitzen und wird damit in der Regel in denen Gegenden beſtellt, wo dieſer das gewoͤhnliche Korn aus⸗ macht. Indeſſen hat der Roggen, wegen des ſicherern Gedeihens, der minderen Ausſaugung und des ſtarken Strohertrages, wo er geſucht wird, Vorzuͤge auf dieſen Boden. Seiner Natur nach nennt man ihn milden Lehm, reichen Mittelboden; wenn er Kalk enthaͤlt Mergelboden. Er pflegt ohngefaͤhr 40 p. C. ab: ſchwemmbare Erde gegen 60 p. C. Sand zu enthalten, bei einer feuchten Lage auch noch mehr von letzterem. Einiger Kalkgehalt verbeſſert ihn ſehr. Nothwendig muß er einen zureichenden Gehalt von fruchtbarem Hu⸗ mus haben, den er leichter als der Thonboden abgiebt, weswegen nur ſolcher in dieſe Claſſe zu ſtehen kommt, der immer in reichlicher Duͤngung erhalten worden. ein d bſie ſcher! Einſaa ſen J vochh jche d dinet. ſureftein der diſ wenn glech ird. Man ke jedoc vie uͤberl beſtimme NRuhepunde iftigen rucht mit in denen Korn aus⸗ s ſicheren des ſtatke auf dieſe wilden lk enthaͤlt b. C. ab. enthalten, letzteren. othwendih arem Ho en abgittt en kommt, worden. Der Grund und Boden. 69 Sein Durchſchnitts⸗Ertrag muß im Roggen und in der Gerſte wenigſtens 6 Scheffel ſeyn. Er iſt vorzuͤglich ſicher, ſeine Beackerung leicht faſt bei jeder Witterung; Einſaat kann ſehr darauf erſpart werden. Deshalb iſt ſein Werth zu 830 ✕ und bei vorzuͤglichen Qualitaͤten noch hoͤher anzunehmen. Er iſt fuͤr viele ſehr eintraͤg⸗ liche Fruͤchte, auch fuͤr Klee und Luzerne beſonders ge⸗ eignet. 120. Gerſtboden 2ter Claſſe, ſchwacher Gerſt⸗Bo⸗ den, kleiner Gerſt⸗Boden, weil nur dieſe auf ihn gebauet zu werden pflegt. Der Gerſtboden faͤllt in dieſe Claſſe herab, a) durch ſtaͤrkeren Sandgehalt, wo er ſeiner Natur nach ſandiger Lehmboden genannt wird; b) bei einer hohen duͤrren Lage mit maͤßigem Sandge⸗ halte; c) durch Mangel an vegetabiliſchen Nahrungs⸗ theilen wegen zu ſchwacher oder ſeltener Duͤngung. Es laͤßt ſich alſo um ſo weniger eine beſtimmte Graͤnze zie⸗ hen. Man ſetzt aber Boden hierher von dem man im Durchſchnitt nicht mehr als 6 Scheffel, auch wohl nur 5 Scheffel erwartet; und da haͤufig ſolcher Boden vor⸗ kommt, der bei guter Cultur mehr giebt, ſo ſagt man von ihm, daß er zwiſchen beiden Claſſen in der Mitte ſtehe. Sein niedrigſter Werthſatz iſt beſonders in Hin⸗ ſicht ſeiner leichten Beackerung zu 40% anzunehmen und ſteigt von da ab zu dem der obern Claſſe hinauf. Der Grund und Boden. „ 121. 1 Unter Haferboden verſteht man ſolchen, auf den man als Sommerung mit Erfolge keine Gerſte und als Winterung keinen Weitzen bauen kann. Der Begriff umfaßt alſo Boden entgegengeſetzter Natur, denn er kann zu naß oder zu duͤrre fuͤr die zaͤrtere Gerſte, aber 4 in beiden Faͤllen noch fuͤr den haͤrteren Hafer geeig⸗ net ſeyn. Wir unterſcheiden dabei zwei Hauptarten deſſelben. 4 122. Feuchter, kalkgruͤndiger Haferboden. Er koͤmmt zuweilen mit dem zaͤhen Thonboden uͤberein, den wir Weitzenboden 3ter Claſſe genannt haben; nur darf man ihm wegen ſeiner der Winterfeuchtigkeit zu ſehr ausgeſetzten Lage keine Weitzen⸗Saat— denn aber noch weniger Roggen— anvertrauen und man iſt blos auf Hafer beſchraͤnkt. Da ſeine Beackerung ſchwierig iſt, ſo laͤßt man ihn gewoͤhnlich und am vortheilhafteſten eine Reihe von Jahren zur Rindvieh⸗ und Pferde⸗Weide lie⸗ gen und nimmt dann oft nur zur Erfriſchung ſeiner Gras⸗Narbe eine oder mehrere Hafer⸗Ernten davon, mehrentheils ohne Duͤnger auf ihn zu verwenden, Zuweilen iſt ſeine Krume ſandig oder kieſeligt, dar⸗ unter liegt aber eine anhaltende Thonlage. Dieſen nennt man eigentlich kalt⸗ und naßgrundigen, waſſer⸗ galligten, und weil ſich gewoͤhnlich Saͤure darin erzeugt, ſanbei nueben Vätzer 1 beſim Verh „auußt aban het— ſäin? Der Grund und Boden. 71 ſauerbeitzgen Boden. Iſt ihm zureichende Abwaͤſſerung gegeben worden, ſo traͤgt er auch Roggen aber keinen v auf da Weitzen. e und als Der Werth dieſes Bodens laͤßt ſich faſt nur oͤrtlich r Veniff beſtimmen. Oft hat er als Weide einen weit hoͤheren denn e Werth, als wie Ackerland; kann auch wohl als Wieſe ſte, abn benutzt werden. Wenn er,— wie es doch, falls Rog⸗ ſer greiy genbau darauf moͤglich iſt, wider ſeine Natur geſchie⸗ auptatn het— nach der Dreifelderart behandelt wird, ſo kommt ſein Rein⸗Ertrag manchmal unter Null zu ſtehe. 123. en. E Trockener, ſandiger Haferboden. Dies iſt rin, den ſolcher der entweder a) zu viel Sand oder eine ſo hohe, nur buf duͤrre Lage hat, daß Gerſte bei etwas trockener Witte⸗ u ſer rung darauf verdorren wuͤrde, oder b) der in der Duͤn⸗ dber rch gung zu ſehr zuruͤckgeſetzt worden, um ſie ernaͤhren zu tlos a koͤnnen. Dieſer Boden iſt ſonſt gar nicht beſonders fuͤr j ſ p Hafer geeignet und man bauet ihm nur darauf, um ſen an Sommerung zu beſtellen. Er wird wohl in der Regel de lie vortheilhafter durch mehrmaligen Roggenbau benutzt, ſene dem er vor allen andern Fruͤchten zuſagt. Da Hafer um ſo mißlicher darauf wird, je ſandiger und je ent⸗ didan kraͤfteter er iſt, ſo hat man danach in einigen Abſchaͤz⸗ 1. zungs⸗Vorſchriften drei Claſſen dieſes Bodens unter⸗ gt ur ſchieden, naͤmlich, je nachdem er nach einer neunjaͤhrigen Diſ Duͤngung außer den Roggen 3. Hafer⸗Saaten, oder 2 38 Hafer⸗Saaten oder nur eine abzutragen vermoͤgend ge⸗ erzeugt, 72² Der Grund und Boden. achtet wuͤrde. Allein dieſe Unterſcheibung iſt zu ſehr von der individuellen Anſicht abhaͤngend und es wird ſich haͤufig finden, daß Boden, dem man 3 Haferernten nach dieſer Beſtellungsart zumuthete, gerade dadurch ſo herabgeſetzt wurde, daß er nicht eine mehr zu tragen vermag, wogegen der damit verſchonte und als Schaf⸗ weide benutzte, einen hoͤheren Rein⸗Ertrag gewaͤhrt und in kraͤftigerm Zuſtande bleibt. Es laͤßt ſich daher dieſer Boden nur nach ſeiner Ertragsfaͤhigkeit ſtuffenweiſe ſchaͤtzen: von 20%✕ an bis zu 39 ✕,( wo er ſich an den Gerſtboden der zweiten Claſſe anſchließt. 124. Roggenboden nennt man denjenigen, der ſeiner ſandigen Beſchaffenheit, oder bei maͤßigerm Sandgehalte, ſeiner Erſchoͤpfung wegen, gar keine andre Frucht— Buchweitzen etwa ausgenommen— mit Sicherheit zu tragen vermag; und auch dieſen nur nach gewiſſen Zeitraͤumen. 1243. Dreijaͤhriges Roggenland heißt alſo dasje⸗ nige, dem man ums 3te Jahr— nachdem er zwei Jahre geruhet hat— ſechsjaͤhriges dem man ums 6te Jahr, neun ägriges dem man ums gte und zwoͤlfjaͤhriges dem man ums 12te Jahr eine Rog⸗ genſaat abnimmt. Die niedrigſten Arten haben faſt gat 7 keinen andern Werth, als daß ſie bei feuchter Witto ung d en k Werth Schan u9 niche gung er g auch abtei ſaͤdt wieſ Er Mu ſch ſcu lAaͤicht vert t zu ſir es wich aferernten adurch ſo zu tragen 8 Schaf aͤhrt und her dieſe uffenweiſ r ſich an e ſeiner dgehalte, ucht— theit zu gewiſen dasſe⸗ er zwei an ums hte und ne Rog⸗ faſt at Pits Der Grund und Boden. 73 rung den Schafen zur Abtrift dienen. Die beſſeren Ar⸗ ten koͤnnen ſich in mannigfaltigen Stuffen bis zum Werthe von 19%✕— jedoch mehr hinſichtlich ber Schafweide als des Fruchtbaues— erheben und gehen zu Haferboden uͤber. 126. Man findet zuweilen ſandigen Boden der durch ſehr reichliche, jaͤhrlich oder alle zwei Jahre wiederholte Duͤn⸗ gung in einem ſo fruchtbaren Zuſtand verſetzt iſt, daß er gute Roggen⸗Ernten viele Jahre hinter einander, auch andre im durchduͤngten Sande wachſende Fruͤchte, abtraͤgt. Man trifft ihn aber nur an, wo auswaͤrtiger ſtaͤdtiſcher Duͤnger in Menge zu haben iſt oder in ſehr wieſen⸗reichen Gegenden, die wenig Ackerland haben. Er iſt unvermögend ſich in dieſem Duͤngungsſtande ſelbſt zu erhalten und wuͤrde allmaͤhlig in dem Zuſtand des ſchlechten Roggenbodens herabſinken, wenn jener Zu⸗ ſchuß— der ihm unter dem gewoͤhnlichen Verhaͤltniſſe nicht gegeben werden kann— wegfiele. Sein Grund⸗ werth kann daher blos oͤrtlich beſtimmt werden. 127. Aus dem Geſagten erhellet, daß nicht blos die Werths⸗Stuffe, ſondern auch die Claſſe und manchmahl die Art des Bodens von dem Cultur⸗ und Duͤngungs⸗ ſtande abhange, worin er ſich befindet. Hierbei wird vorausgeſetzt, daß er ſich nun durch ſich ſelbſt in dieſem 2 74 Der Grund und Boden. Duͤngungsſtande erhalten kann. Er muß dies thun ver⸗ mittelſt des Miſtes der aus ſeinem Stroh mit einem wirthſchaftlichen Zuſatze vom Heu oder andern Fuͤtte⸗ rungs⸗Mitteln erfolgt— welchen wir in der Folge naͤ⸗ her beſtimmen werden— kann er dies nicht, ſo muͤßte er auf Koſten andrer Aecker darin erhalten werden, die dann im Werthe— beſondre Faͤlle ausgenommen— wohl mehr verlieren wuͤrden, als er gewinnt. In der Regel kann man indeſſen annehmen, daß ein Boden ſich, bei einer verſtaͤndigen auf die Zukunft hinausſehen⸗ den Bewirhſchaftung in dem Zuſtande erhalten koͤnne, worin er natuͤrlicher, nicht auffallend erkuͤnſtelter, Weiſe geſetzt worden iſt. Daß er durch eine unverſtaͤndige oder gar bei ausſaugender Bewirthſchaftung wieder tief herabgeſetzt werden koͤnne, kann bei Abſchaͤtzung ſeines jetzigen Werths eben ſo wenig in Betracht kommen, wie die Verbeſſerung, die er durch eine nachhaltig beſſere Bewirthſchaftung erhalten wuͤrde. 3 128. Der Niederungs⸗Thal⸗Marſch⸗Bruch⸗Boden un⸗ terſcheidet ſich im allgemeinen dadurch, daß er einen groͤßeren Antheil von Gewaͤchs⸗Erde— Humus— hat, die jedoch mehr oder minder aufloͤslich iſt. Er beſitzt daher große Fruchtbarkeit bei guͤnſtiger Witterung; wo⸗ gegen aber unguͤnſtige ihm beſonders ſchaͤdlich wird; auch iſt er den Waſſersgefahren ſehr ausgeſetzt. Man kann folgende Hauptarten deſſelben unterſcheiden. Bo ine thun ber mit einen eern Fütte Folge n ſo müͤßt erden, di mmen- JIn der in Boden nausſehen⸗ n koͤnnt, r, Weiſe rſtaͤndige eder tief gg ſeines men, wie g beſſere den un⸗ er einen — hat, er beſitzt ug; wo⸗ h wird; t. Man 2 Der Grund und Boden. 75 129. 1) Fetter Thon⸗, Klay⸗, Marſch⸗, ſchwar⸗ zer Weitzen⸗Boden. Er iſt mehrentheils durch Ab⸗ ſetzung des fruchtbaren Schlamms der Gewaͤſſer entſtan⸗ den und beſteht daher faſt ganz aus abſchwemmbarer Thon⸗ und Gewaͤchs⸗Erde. Iſt er fehlerfrei, ſo be⸗ ſchraͤnkt nur der Raum den Ertrag ſeiner dichten Saa⸗ ten und man hat 30 Scheffel Weitzen und daruͤber da⸗ von geerndtet. Auch kommen alle Fruͤchte, die ſtarke Nahrung erfordern, darauf zu ſo hoher Vollkommenheit als es das Clima erlaubt. Allein dieſer Boden kann mancherlei Fehler haben: er iſt nicht ſelten der Naͤſſe und der Ueberſchwemmungs⸗Gefahr unterworfen; hat zu flache, Krume auf fehlerhaften Untergrund; iſt oft von Saͤure uͤberfuͤllt, wenn er nicht Kalk enthaͤlt, die ſich manchmal mit Eiſen um ſo nachtheiliger fuͤr die Vege⸗ tation verbindet. Ihn phyſiſch zu beurtheilen erfordert viele Umſicht. Weil aber der Boden in den Niederungs⸗ Gegenden ſehr beachtet wird, auch haͤufig bei einzelnen Stuͤcken aus einer Hand in die andre geht, ſo iſt ſeine Eigenheit, ſein Werth und Preis daſelbſt ziemlich be⸗ ſtimmt. 130. 2) Lockerer, fetter, ſchwarzer Boden; Aue⸗ Boden, Niederungs⸗Gerſt⸗Boden. Er iſt wegen eines noch groͤßeren Verhaͤltniſſes der Gewaͤchserde zum 1 76 Der Grund und Boden. Thon oder auch durch ſtaͤrkern Sandgehalt muͤrbe und zerfallend, ſaugt Feuchtigkeit ſchwammartig ein und wird ſchlammig damit; laͤßt ſie jedoch auf der Oberflaͤche leicht wieder fahren und wird dann ſtaubig, wenn der Boden der erſten Art ſich ſtrenge erhaͤrtet. Er traͤgt zwar keinen Weitzen, der Auswinterung wegen; iſt aber fuͤr Gerſte, wenn er nicht zu viel freie Saͤure hat und fuͤr viele andre Fruͤchte hoͤchſt gedeihlich und zwar nicht ganz ſo fruchtbar wie der Boden der erſten Art, hat aber den Vortheil einer ſehr leichten Beackerung. Er iſt mit eben den Fehlern haͤufig behaftet und in ſeinem Er⸗ trage von der Witterung ungemein abhaͤngig, indem er gleich ſtark von zu vieler Naͤſſe, wie von zu vieler Duͤrre leidet. 131. 3) Torfigter Boden, worunter hier nicht ei⸗ gentliches Torfmoor, ſondern eine ſolche in Thaͤlern oft vorkommende Krume verſtanden wird, die groͤßtentheils aus einer dem Torfe aͤhnlichen, faſerigen, wenig aufloͤs⸗ baren, noch nicht voͤllig zerſetzten vegetabiliſchen Subſtanz beſtehet. Er iſt unter dem Getreide noch am ſicherſten fuͤr Hafer. 8 132. 4) Moorigter Boden hat einen Ueberfluß von Gewaͤchserbe, die auch voͤllig zergangen aber zum Theil uuaufloͤslich und verkohlt iſt. Er iſt kohlenſchwarz und nehr bai g ine ſn ſh ſim ſſt man und Arbe und und widd Döerflͤche wenn der Er traͤt iſt aber hat und dar nicht Art, hat . Erx iſß nem Er⸗ ndem er vieler icht eix ern oft fentheils auflos⸗ ubſtanz heerſten luß von m Cheil arz und Der Grund und Boden. 27 mehr oder weniger loſe. Er traͤgt Hafer und nüchſäden bei guͤnſtiger Lage auch Roggen. 133. 4 Die hier zunaͤchſt ſtehenden Bodenarten gehen auch Iin einander uͤber und jede kann wieder in mehrere Claſ⸗ ſen eingetheilt werden, deren Werthsverhaͤltniß aber ſich ſchwer aus ihren in die Sinne fallenden Qualitaͤten be⸗ ſtimmen laͤßt, deren Wuͤrdigung alſo denen zu uͤberlaſſen iſt, die ſie aus oͤrtlichen Erfahrungen kennen. Manch⸗ mahl wird der Niederungsboden vortheilhafter zu Wieſe und Weide genuͤtzt als zu Ackerland; haͤufig abwechſelnd. 134. Die Wieſen unterſcheidet man in ſolche: a) die in den Niederungen an großen Stroͤmen liegen und oft durch einen wohlthaͤtigen Aebereritt des Waſſers befeuchtet werden. b) Die an kleinen Baͤchen liegen und einer vortheil⸗ haften willkuͤhrlichen Bewaͤſſerung denſeßeſ oder genießen koͤnnten. c) Die in Sinken zwiſchen dem Ackerlande liegen und denen von dieſem duͤngende Feuchtigkeit zufließt. d) Die auf quelligten Gruͤnden mahrenhele am u Juße der Berge liegen. e) Die auf Torf⸗ oder Moor⸗ Grunde liegen. Jedoch laͤßt ſich von der Natur dieſer Wieſen nicht ge⸗ radezu auf die Menge des Heues und ſeine Guͤte ſchlie⸗ 78 Der Grund und Boden. ßen, ſondern beides kann nur mit Sicherheit aus der Erfahrung, von einem Kenner mit Wahrſcheinlichkeit 1 aus der Art und dem Verhaͤltniß der Pflanzen, welche hervd die Grasnarbe bilden, abgenommen werden, Auch er⸗ alle fordert die Sicherheit und die groͤßere oder geringere Ge⸗ terun fahr unzeitiger Ueberſchwemmungen beſondere Ruͤckſicht. bon S. in ſ de 1 433. oſt In Anſehung der Guͤte des Heues unterſcheidet wid man drei Abſtuffungen gevi a) nahrhaftes, kraͤftiges, ſogenantes fettes Heu, b) geſundes, ſuͤßes, gebeihliches, obgleich nicht ſo nahrhaftes, c) mageres, hartes, ſaures Heu. Nach der Benutzung ſowohl als nach dem Durchſchnitt 4 des Marktpreiſes— der jedoch im Verhaͤltniſſe zum Korne nach Ort und Zeit haͤufig wechſelt— wird man 1 Centner 110 fs des erſteren zu 12 M¾2, des zten zu 10%✕ und des 3ten zu 6 ✕ annehmen koͤnnen. b 136. 2 Wenn die Qualitaͤt und der Werth des Heues ent⸗ ſchieden iſt, kommt es auf die Quantitaͤt an, die von einem Morgen gewonnen wird und daraus geht denn nach Abzug der Cultur⸗ und Werbungs⸗ Koſten— die im Verhaͤltniß des Heues bei beſſeren Wieſen kleiner, bei geringern hoͤher ſind— der Werth einer Wieſe hervor.) Der Grund und Boden. 79 t aus de 3 1 henütſ Der Werth der Weiden geht aus der Benutzung n, wach hervor, welche das darauf gehaltene Vieh bringt. Wenn Au t6 alle Koſten des Viehes und der Werth der Winterfuͤt⸗ ngen 6 terung— das Stroh gegen den Miſt aufgerechnet— ückſht vom Ertrage eines Stuͤcks Weidevieh abgezogen ſind, ſo iſt das uͤbrige fuͤr die Weide zu rechnen. Und da man Koſten und Ertrag am genaueſten von Kuͤhen kennt, ſo terſchedde wird die Weide anderer Vieharten auf Kuhweiden nach gewiſſen Verhaͤltniſſen redueirt. zeu, 1 nicht ſo 133. 44 Der Weide⸗Gang findet ſtatt als Haupt⸗Nutzung: rchſchnit an) auf wuͤſten Flaͤchen die ſich noch im Naturzuſtande iſe zum befinden; in bevoͤlkerten und cultivirten Gegenden ird man kaum anders, als wenn phyſiſche oder rechtliche atennan Hinderniſſe einer beſſern Benutzung entgegenſtehen; 1 b) auf gewiſſermaaßen cultivirten, ſehr graswuͤchſigen Flaͤchen, die man durch ſtarkes Milch⸗ und Maſt⸗ Vieh unter gewiſſen Ortsverhaͤltniſſen am vortheil⸗ gs ent⸗ hafteſten zu benutzen glaubt. die von Als Neben⸗Nutzung: ht denn c) auf Ackerland, waͤhrend der Praache.„ und Stop⸗ 1. pelzeit, oder wenn ſolches auf mehrere Jahre zur dleine 1 Herſtellung ſeiner Triebkraft zu Graſe(Dreiſch) Vif niedergelegt wird, d) auf Wieſen als Vor⸗ und Nachhude, 90 Der Grund und Boden. e) in Waldungen, wo die Weide nach der Art und dem Beſtande des Holzes ſehr verſchieden iſt. Man unterſcheidet die Weide in privative und commune; auf eigenem Boden oder als Servitut.. 139. Kraut⸗, Obſt⸗ und ſogenannte Gras⸗Gaͤrten muͤſ⸗ ſen nur in Hinſi icht ihres gewoͤhnlich hoͤheren Cultur⸗ Zuſtaudes anders als Ackerland abgeſchaͤtzt werden. „140. 7 Die Benutzung der Gewaͤſſer laͤßt ſich nur bei der regulaͤren ſogenanten zahmen Teichfiſcherei nach gewiſ⸗ ſen allgemeinen Grundſaͤtzen wuͤrdigen; die wilde Fiſche⸗ rei, die man auf ſeinem Grunde ausſchließlich ausuͤbt, blos nach dem Durchſchnitts⸗Ertrag den ſie zu geben pflegt · 3 14t. Die Abſchaͤtzung der Holzungen arfordere forſtwiſſen⸗ ſchaftliche Kenntniſſe. Sie kann aber nach zweierlei An⸗ ſichten geſchehen: die eine eigentlich oͤkonomiſche iſt die, daß man berechnet, wie viel Holz jaͤhrlich geſchlagen werden kann, wenn es durch den jaͤhrlichen Zuwachs wieder gedeckt, der Forſt alſo im gleichen Zuſtande er⸗ halten werden ſoll. Die zweite, merkantiliſche iſt die, 4 daß man den Werth berechnet, den das jetzt ſtehende Holz hat, wenn es ſaͤmmtlich niedergeſchlagen und ver⸗ kauft kuſt t tr ab der- d C nur Ade recht tigun eigent veche der T waren, Verb⸗ zatte Thaer t Act und en iſ commune, aͤeten wiſ en Culta erden. er bei det ih gewiſ⸗ de Fiſche⸗ ) ausäͤbt, 1 zu geben orſtwiſſen⸗ ierlei Am⸗ he iſt die geſchlagen Zuwach iſtande d he iſt di zt ſtehendt und ver⸗ kauſt Der Grund und Boden. 91 kauft wird, wo dann der Werth des Bodens, nachben er abgeholzet worden, noch bleibt. Das Reſultat bei⸗ der— wo man bei der erſtern den jaͤhrlichen Ertrag zu Capital berechnet— kann ſehr verſchieden ſeyn. Auch die Abſchaͤtzung erheblicher Torfmoore kann nur mit Kenntniß der Torfſtichs⸗Oekonomie geſchehen. 8 8 Das Landgut. 142. Ein zum Betriebe des landwirthſchaftlichen Gewer⸗ bes aus mehr oder weniger verſchiedenen Grundſtuͤcken zuſammengeſetztes, nach dem gewoͤhnlichen Begriff mit den dazu erforderlichen Gebaͤuden verſehenes als Einheit gedachtes Ganze, wird ein Landgut genannt. Man rechnet auch dazu die einem ſolchen anklebenden Berech⸗ tigungen; ja man hat ſogar bloße Berechtigungen, ohne eigentlichen Grundbeſitz, noch Landgut genannt; im welchem Falle ſie jedoch wohl immer Reſervate bei der Veraͤuſſerung eines vormahligen Grundeigenthums waren. 143. Haͤufig hat man eine folche vormahls entſtandene Verbindung von Grundſtuͤcken und Rechten als ein un⸗ zertrennbares Ganzes angeſehen und dazu geſetzlich ge⸗ Thaers Leitfaden. F 92 Das Landgut. macht; was durch das Lehns⸗Syſtem zuerſt veranlaßt ſich auch ohne dieſen Nexus nachmahls erhalten hat; ſo daß der Nachfolger wegen eines vom Vorweſer ver⸗ aͤuſſerten Theils eine Redrintegrations⸗Klage anſtellen konnte. Es iſt aber kein allgemeiner Grund fuͤr die Unaufloͤslichkeit eines ſolchen, zuweilen unzweckmaͤßigen Verbandes vorhanden. Dagegen iſt doch auch die ſo⸗ genannte Parzelirung gewiſſermaßen nicht zu erzwingen, indem ſich haͤufig die Zuſammenſuͤgung der Theile ſo gemacht hat, daß daraus unter gewiſſen Orts⸗ und Zeit⸗Umſtaͤnden der hoͤchſte Werth des Ganzen und aller Theile entſteht. Schon dies, daß die Gebaͤude der Bewirthſchaftung des Ganzen gerade angemeſſen ſind, macht eine Abtrennung, wozu die Gebaͤude noch nicht vorhanden ſind, unvortheilhaft. Es iſt daher wohl mehr die moͤgliche Conſervation des Ganzen zu beguͤnſti⸗ gen, ohne die durch perſoͤnliche, durch Orts⸗ und Zeit⸗ verhaͤltniſſe rathſam werdende Zerſtuͤckelung zu verbieten. 144. Gebaͤude machen oft einen betraͤchtlichen Theil des Werths eines Landguts aus und es giebt wohl Faͤlle, wo ihr Neubau nach der bisherigen Art den Werth des ganzen Guts aufwiegen wuͤrde. Allerdings ſind zweck⸗ maͤßig angelegte Gebaͤude dem Landwirthe ſo wichtig, wie die Maſchienen dem Fabrikanten und der Speicher dem Kaufmann, indem ſie den Betrieb erleichtern und Arbeit erſparen. Aber die bisherige Bauart iſt bei uns atüſt ſiale gütet Vohli und t die Ha ſtehen; un ſo net d ſett t 6 chen Entfe deſten Wich I ſandch Waden wicht arnen Aüſch 1 na nnd ſü nur al 7 veranlaßt lten hat, weſer der e anſtellen fuͤr di ckmaͤßige h die ſe⸗ erzwingen, Theile ſ tts⸗ und nzen und Gebaͤude gemeſſen ude noch iher wohl beguͤnſi⸗ und Zait verbieten Theil des ohl Faͤle Verth des ind zwech o wichtg 4 Speicher tern und ſt bei uns Das Landgut. 33 zu koſtſpielig und wird jetzt unerſchwinglich; ſie hat Ca⸗ pitale erfordert, die zu anderen Verbeſſerungen der Land⸗ guͤter angelegt, unendlich productiver geweſen waͤren. Wohlfeiler und leichter Bau iſt das was Noth thut, und wenn dabei Gebaͤude nur 30 Jahre ſtehen, aber die Haͤlfte von dem was andre koſten, die Jahrhunderte ſtehen; ſo iſt der Vortheil bei jenem doch erſtaunlich; um ſo mehr, da ſie den Wirthſchafts⸗Verhaͤltniſſen im⸗ mer angemeſſener angelegt und an den rechten Ort ver⸗ ſetzt werden koͤnnen. 145. 8 Eine richtige Lage des Wirthſchaftshofes, an wel⸗ chem alle Haupttheile der Feldmark in beinahe gleicher Entfernung liegen, und von welchem ab die gera⸗ deſten Wege zu allen hinfuͤhren, ſt von ſehr großer Wichtigkeit. 146. Auf ein richtiges Verhaͤltniß der materiellen Be⸗ ſtandtheile eines Landguts, beſonders der Wieſen und Weiden gegen das Ackerland, legt man ein großes Ge⸗ wicht. Daß man ein wieſen⸗reiches Gut einem wieſen⸗ armen weit vorzog, wenn beide nach den bisherigen Abſchaͤtzungs⸗Principien einen gleichen Taxwerth hatten, iſt natuͤrlich, da die Wieſen zu niedrig geſchaͤtzt wurden und ſie, ohnerachtet man ihren Werth anerkannte, doch nur als dem Acker nachſtehend und mehrentheils nur . 82 846 Das Landgut. durch ihn Ertrag gebend, betrachtet wurden. Dann aber ſind Wieſen und Weiden bei dem Dreifelder⸗Syſtem durchaus unentbehrlich und ohne ein gerechtes und reich⸗ liches Verhaͤltniß derſelben zum Acker, muß dieſer in ſeiner Ertragsfaͤhigkeit tief herabſinken. Bei andern Acker⸗Syſtemen ſind ſie aber nicht unentbehrlich, indem ſie durch einen gerechten Theil des Ackers in wechſelnder Benutzung erſetzt werden koͤnnen; wenn anders die Na⸗ tur des Bodens dem Futter⸗Gewaͤchsbau erlaubt; ſo daß ihr Nutzungswerth gegen den des Ackers, mittelſt der Vortheile welche die Wechſelung gewaͤhrt, herab⸗ ſinkt und man die umbruchsfaͤhige Wieſen und Weiden haͤufig zum Ackerlande ziehet, waͤhrend ein anderer Theil von dieſem ihre Stelle vertritt. 147. Eine zuſammenhaͤngende Lage der Grundſtuͤcke, be⸗ ſonders der gleichartigen, iſt von anerkannter großer Wichtigkeit und eine Zerſtuͤckelung und Vermengung des zu einem Gute gehoͤrigen Grundes hoͤchſt laͤhmend, Zeit⸗ und Arbeit⸗verſchwendend, die Benutzung beſchraͤnkend; die Cultur und Melioration verhindernd; weswegen Ge⸗ ſetze, die die Wiedervereinigung des Zerſtuͤckelten beguͤn⸗ ſtigen— jedoch nach aufgehobenen Servituten nicht mehr erzwingen— weiſe ſind. Durch Zuſammenle⸗ gung kann der Rein⸗Ertrag des Bodens oft zum dop⸗ pelten erhoͤhet werden. Dann aber ⸗ Syſtem Hund reih dieſer i dei andm ich, inden wechſelnde es die Ro rlaubt; ſ⸗ s, mittt t, herab d Weiden erer Theil dſuͤcke/ nter großt engung d mend, 3 iſchraͤnken wegen 6, lten bejün tuten nich uſammenle t zun dop / 1 Das Landgut. 5 85 J 148. Ein gleichmaͤßig frucht⸗ und artbarer Acker erleich⸗ tert die Bewirthſchaftung ſehr. Doch kann auch eine Verſchiedenheit in der Natur des Bodens— ein Theil von ſandigem Lande, wenn der andre Theil ſehr tho⸗ nigt iſt— erwuͤnſcht ſeyn, beſonders fuͤr den verſtaͤndi⸗ gen und aufmerkſamen Landwirth, der jeden Theil ge⸗ hoͤrig zu benutzen weiß, und nicht unbedingt nach. einem gewiſſen Leiſten wirthſchaften will. 14. Daß der von Natur fruchtbarſte Boden am vor⸗ theilhafteſten zu bewirthſchaften ſey, iſt ein unbeſtreitba⸗ rer Satz. Wenn aber der Preis des beſſeren und ſchlech⸗ teren Bodens nach ſeiner gewoͤhnlichen Ertragsfaͤhigkeit richtig geſtellt iſt, ſo entſteht dennoch die Frage, ob man fuͤr ein gegebenes Capital ein Landgut mit beſſerem oder ſchlechterem Boden, d. h. einen kleineren oder groͤ⸗ ßeren Flaͤchen⸗Inhalt kaufen ſolle? Sie laͤßt ſich nur nach der Perſoͤnlichkeit beantworten. Wer von einem Gute nur Rente ziehen will, dem wird erſteres, wer auf ſeinem Eigenthume mit Betriebſamkeit und Einſicht wirthſchaften will, dem wird letzteres vortheilhafter ſeyn. 150. Kleine Landguͤter nennen wir ſolche, wo der Wirth allein, oder mit ſeinem Geſinde zugleich nur vor⸗ 1 8⁶ Das Landgut. arbeitet; mittlere, wo der Wirth nur die Anordnun⸗ gen macht, und die Aufſicht fuͤhrt, dazu aber bei gehoͤ⸗ riger Thaͤtigkeit hinreicht; große, wo mehrere Aufſeher unter der Direction des Wirthes noͤthig ſind. Eine an⸗ dre Beſtimmung laͤßt ſich nicht wohl, am wenigſten nach der Groͤße des Areals, geben. Die Frage: welche fuͤr den National⸗Wohlſtand die vortheilhafteſten ſind?— laͤßt ſich nicht allgemein, ſondern nur nach der Verthei⸗ lung der Capitalien unter den landbau⸗treibenden Claſ⸗ ſen und nach der Bevoͤlkerung eines Landes beantworten. Ohnerachtet kleine Guͤter den Vortheil der groͤßeren An⸗ ſtrengung des fuͤr ſich ſelbſt arbeitenden Wirths und ſei⸗ ner Gehuͤlfen haben, der Boden dabei auch ein groͤßeres Produkt liefern kann; ſo haben groͤßere Guͤter doch den wichtigen Vorzug der Arbeitstheilung(§. 24. 25) und rich⸗ ten mit derſelben arbeitenden Kraft mehr aus, erfor⸗ dern auch— gegen die gewoͤhnlichr Anſicht— ein ge⸗ ringeres Capital. Da nun die Vertheilung des dem Landbau gewidmeten Vermoͤgens in allen Laͤndern ſehr ungleich iſt, ſo werden Guͤter von verſchiedener Groͤße am beſten neben einander beſtehen, und der Beſitz des Grundeigenthums wird ſich zu ſolchen Maſſen vereini⸗ gen, als dieſer Vertheilung und der Bevoͤlkerung am angemeſſenſten iſt; wenn man nur eine voͤllige Freiheit des Zerſtuͤckelns und Zuſammenziehens der Grundſtuͤcke ge⸗ waͤhrt. Eine Jerſtuͤckelung in gar zu kleine Theile iſt in einem induſtrioſen Staate weder zu beſorgen, noch zu wuͤnſchen, da ſie nicht einträglich bleibt und der Arme ſäine weine kohr wen hun Nar berf fiſe lati Anordnan, bei geh e Aufſcher Eine an gſten nat velche fi ſind?- r Verthei nden Clhß antworten ßeren Ae und ſi groͤßeres doch den und ric⸗ us, erfon — ein ge des da indern ſe ner Griß Beſitz de en vereit kerung an ge Freihit ndſtuͤke ge theil ſtä n, noch der Arn Das Landgut. 97 ſeine Kraͤfte vortheilhafter fuͤr ſich und fuͤr das allge⸗ meine Beſte der Lohnarbeit widmet. Ein Staat ohne Lohnarbeiter wuͤrde ein armer Staat ſeyn. Eben ſo wenig wird eine zu große Anhaͤufung des Grundeigen⸗ hums in einzelnen Haͤnden zu beſorgen ſeyn, wenn man den wirklichen Beſitz deſſelben nur Corporationen und Majoraten nicht geſtattet. Wo dieſe der Staats⸗ verfaſſung angemeſſen ſind, koͤnnen ihre Einkuͤnfte in feſtgeſetzten Renten beſtehen. Mittlere Wirthſchaften werden durch die genauere und richtigere abmeſſende Aufſicht eines Auges einen re⸗ lativ hoͤheren Ertrag gewaͤhren; jedoch haben große, aus mehreren Vorwerken(Wirthſchafts⸗Hoͤfen) beſte⸗ hende, durch die Huͤlfe, Auskunft und Vertheilung, welche ſie einander gewaͤhren, oft Vortheile, die jenen abgehen und geben allerdings einen groͤßeren abſolu⸗ ten Gewinn(§, 41). Jeder Landwirth aber muß ſich huͤten etwas zu uͤbernehmen, was ſeine Kraͤfte uͤber⸗ fleigt und er wird beſſer fahren, wenn er etwas fuͤr dieſe zu Kleines, als wenn er etwas zu Großes wählt; da eine genaue Abmeſſung dieſes Verhaͤltniſſes, wenn ſie auch möglich iſt, durch Zufaͤlligkeiten wandelbar wird. 151. Zureichendes, da wo man es braucht vorhandenes Waſſer, mannigfaltig nutzbare Stroͤme, Baͤche und Teiche haben einen wichtigen Einfluß auf den Betrieb der Wirthſchaft und verdienen daher eine beſondre Ruͤck⸗ 98 Das Landgut. ſicht bei der Beurtheilung eines Landguts, wenn ſie auch keinen unmittelbaren Ertrag geben. Mangel des Waſſers iſt ſehr nachtheilig. 152. Die geographiſche Lage eines Landgutes iſt in Hinſicht des Abſatzes und aller merkantiliſchen Ver⸗ haͤltniſſe ſehr zu beachten. Auch iſt ſie in Anſehung des climatiſchen Einfluſſes oft wichtig. 153.— Wer durch vaͤterliches Erbe an ſein Vaterland ge⸗ bunden iſt, wird es ungern verlaſſen, und ſich in die beſtehenden Verhaͤltniſſe, worauf er aber im Betriebe ſeines Gewerbes immer Ruͤckſicht nehmen muß, fuͤgen. Wer aber mit einem freien Capitale ohne andre Ver⸗ pflichtung ſich ankaufen kann, wo er will, hat wohl Ruͤckſicht zu nehmen auf den politiſchen, finan⸗ ziellen, policeilichen, geſetzlichen, militaͤri⸗ ſchen, ſtatiſtiſchen, religioͤſen und ſittlichen Zuſtand des Staates, in welchem er ſich niederlaſſen und in dem er ſich und ſeine Familie durch den Ankauf eines Landguts feſter, als auf jede andre Weiſe geſchie⸗ het, einbuͤrgern will. Er hat vielleicht weniger auf den gegenwaͤrtigen Zuſtand zu ſehen, als darauf, ob dieſer Staat die Tendenz ſich in jeder Hinſicht zu vervollkomm⸗ nen habe, oder die entgegengeſetzte. Da auch in einem Staate nicht alle Provinzen und Diſtricte in Hinſicht die wenn ſe augel des es iſt in hen Ver⸗ Anſehung land ge⸗ hin die Betriebe , füͤgen. dre Ver⸗ hat wohl finan⸗ ilitäͤti⸗ ttlichen jederlaſſen n Ankauf e geſchi⸗ auf den ob dieſer ollkomm⸗ in einem hnſcct Das Landgut. 89 der buͤrgerlichen und geſelligen Verhaͤltniſſe ſich gleich ſind, ſo iſt auch auf dieſe Ruͤckſicht zu nehmen, deren Vernachlaͤſſigung mancher nachmals bedauert. 154. Hinſichtlich der Rechtsverhaͤltniſſe die auf den Be⸗ ſitz des Landguts Bezug haben, iſt dieſer Beſitz entwe⸗ der voͤllig frei, ſo daß es willkuͤhrlich vererbet und ver⸗ aͤußert werden kann, oder er iſt mehr oder minder be⸗ ſchraͤnkt. Hier kommt der mannigfaltig modificirte Lehns⸗, Oberherrlichkeits⸗, Erbzins⸗ ², Erbpachts⸗ und Vorkaufs⸗Nexus in Betracht, der nicht nur in verſchie⸗ denen Laͤndern, ſondern auch bei einzelnen Guͤtern, ja ſogar bei einzelnen Theilen derſelben, verſchiedener Art iſt, den man alſo in jedem Falle genau erforſchen und erwaͤgen muß, um ſich gegen die im freien Beſitz laͤſtig ſtoͤrenden Einreden oft nur durch gewiſſe Cautelen und Formalitaͤten zu ſichern. Der Unterſchied zwiſchen Lehn und Allodium iſt nach einigen Landesrechten ſehr erheb⸗ lich, nach andern, durch gewiſſe mehr oder minder koſt⸗ ſpielige Maaßregeln, auszugleichen. 155. In Hinſicht der Gerechtſame, die ein Landgut aus⸗ zuuͤben und zu erleiden oder zu befriedigen hat, muͤſſen beſonders die ſogenannten adlichen, bauerlichen und buͤrgerlichen oder freien, auch geiſtlichen Guͤter unter⸗ ſchieden werden. 9⁰ Das Landgut. Dieſer Unterſchied ſtammt aus den Zeiten her, in welchen nach der Umwaͤlzung von Europa durch die Wanderungen barbariſcher Voͤlker, ſich wieder— in der Geſtalt des Lehnsſyſtems— Grundbeſitz und feſtere Anſiedelung bildete. Der Grund und Boden ward un⸗ ter den ſtreitbaren freien Maͤnnern doch mehrentheils nur als Lehn und auf Lebenszeit vertheilt, die ſich um die Cultur nicht bekuͤmmernd, ihn ihren Knechten und den vielleicht gebliebenen alten Einwohnern des Landes eingaben; welche denn einen Theil zu ihrer und ihres Viehes Erhaltung, einen andern Theil zu dem Bedarf ihres Ritters und Schutzherren und ſeiner Reiſigen be⸗ kamen und dieſem Schutzherrn auch andre Dienſte lei⸗ ſten mußten. 156. Nach begruͤndeter Landeshoheit beſchraͤnkten ſich die Einkuͤnfte des Landesherrn, mithin des Staats auf das, was von ſeinen Domaͤnial⸗Guͤtern, von Zoͤllen und Ge⸗ leiten und einigen Regalien einging; wogegen ſeine Va⸗ ſallen verpflichtet waren, auf ſeine Aufforderung mit ihren Unterſaſſen zu ſeiner und des Landes Vertheidigung aufzuſitzen, ihm auch uͤbrigens treu, hold und gewaͤrtig zu ſeyn. Wie mit der Entſtehung der Staͤdte, der Gewerbe und des Handels, die Civiliſation ſich ausbil⸗ dete und die Erhaltung der geſetzlichen Ordnung, der innern und aͤußern Ruhe und Sicherheit, mehrern Auf⸗ wand erforderte, daher Abgaben noͤthig wurden, glaub⸗ her, in duch die = in der feſten dard un⸗ rentheils ſich um ten und landes ind ihres Vedarf igen be⸗ enſte lei⸗ ſich die auf das und Ge⸗ jne Va- ng mit idigung gewaͤrtig te, der ausbil⸗ ng, der ern Auf⸗ glaub⸗ Das Landgut. 91 ten auch dieſe Vaſallen ihren Antheil dazu bewilligen zu muͤſſen, indem ſie ſich die Beſteurung ihrer Bauern und Unterſaßen gefallen ließen; wogegen ſie ſich von ihrer Verpflichtung, ſich und die Ihrigen zum Dienſte des Lehensherren unentgeltlich zu ſtellen, entbunden hiel⸗ ten. Sich ſelbſt ſuchten ſie, mittelſt der ſtaͤndiſchen Ver⸗ faſſung, durch Reverſe, die ſie dem Landesherrn, wenn er im bedraͤngten Zuſtande war, unterzeichnen ließen, möͤglichſt zu verwahren, daß keine Steuer ihr Gut und ihre Perſon beruͤhre. Daher ſind die Steuer⸗Freiheiten der Ritter⸗ guͤter und ihrer Beſitzer entſtanden, die den Grundſaͤtzen des buͤrgerlichen und Staatsvereins ſo auffallend zu wi⸗ derſtreben ſcheinen; ſich daher auch in den neueſten Zei⸗ ten, ſelbſt mit einer durch die Verſtaͤndigern bewirkten Einwilligung dieſes Standes, ſehr veraͤndert haben. Ihre ploͤtzliche, gaͤnzliche und gewaltſame Aufhebung, die von Einigen verlangt wird, wuͤrde jedoch gegen das oberſte Staatsprinzip der Gerechtigkeit anſtoßen, da ſie ein ver⸗ faſſungsmaͤßig anerkanntes, nutzbares Eigenthum ſind, welches ſich viele, im Vertrauen auf dieſe Staatsverfaſ⸗ ſung, durch Ankauf erworben haben, und was ihnen alſo ohne Schadloshaltung rechtlich nicht genommen werden kann— eine Schadloshaltung, die ihnen viel⸗ leicht durch eine voͤllige, aber durch Acciſe⸗Einrichtungen nicht beſchraͤnkte Gewerbsfreiheit ſchon hinreichend gege⸗ ben werden koͤnnte. Wie und worin dieſe nach ihren Objecten verſchie⸗ 92 Das Landgut. 'den benamte Steuerfreiheit der Ritterguͤter beſtehe, lehrt die Steuerverfaſſung jedes Landes und jeder Pro⸗ vinz.. 157. Andere pecuniair wenig oder gar nicht nutzbare, aber doch annehmliche Rechte, welche die Ritterguͤter in der Regel, obwohl nicht allgemein, beſitzen, ſind: Die Patrimonial⸗Gerichtsbarkeit. Ob ſie ein urſpruͤngliches Recht oder ein Ausfluß der obern Staatsgewalt ſey?— Hiſtoriſch in den meiſten Faͤllen jenes, rechtlich aber letzteres! In ihrer vollen Ausdeh⸗ nung widerſpricht ſie dem erſten Rechtsgrundſatze: nie⸗ mand ſoll in ſeiner eignen Sache Richter ſeyn. Aber bei der Beſchraͤnkung, die ſie dadurch erhalten hat, daß die Juſtitiarien, durch welche ſie ausgeuͤbt werden muß, der oberrichterlichen Staatsbehoͤrde verpflichtet und ver⸗ antwortlich ſind, faͤllt dieſes weg, und wenn einigen Mißßbraͤuchen, die dabei dennoch vorfallen koͤnnen, vor⸗ gebeugt wuͤrde: ſo hat dieſe Einrichtung auch viel Em⸗ pfehlendes, indem ſie das weitlaͤuftige proceſſualiſche Verfahren, deſſen ſich andre Gerichte durch die Dazwi⸗ ſchenkunft der Advocaten nicht entſchlagen koͤnnen und wollen, abkuͤrzt; die ſo leicht uͤberhand nehmende ver⸗ derbliche Proceßſucht unter dem Landvolke hemmt; die Sachen mehr mündlich an Ort und Stelle mittelſt per⸗ ſoͤnlicher Kenntniß der Leute und der Oertlichkeit ſchnel⸗ ler und mehrentheils richtiger mit Ueberzeugung beider beſtehe er Pro⸗ tzbare, eexguͤter nd: Ob ſie obern Fällen Ausdeh⸗ e: nie⸗ Aber at, daß n muß, d ver⸗ einigen , bor⸗ lEm⸗ aliſche Dazwi⸗ en und de ver⸗ t; die ſt pa⸗ ſchnel⸗ beider . Das Landgut. 93 Parteien abmacht; gegen kleine Verbrechen unmittelbare und deshalb mehr Eindruck machende Strafen verhaͤngt, und dadurch die durch Beiſpiele ſich leicht fortpflanzen⸗ den Vergehungen auf der Stelle unterdruͤckt; auch die ſchwierige Unterſcheidung zwiſchen Juſtiz⸗ und Polizei⸗ Sachen unnoͤthig macht. Dieſe Vortheile, zu denen noch kommt, daß der Juſtitiarius durch den Gutsherrn, dem immer an einer ordentlichen Verwaltung der Juſtiz ge⸗ legen ſeyn muß, unter genauer Aufſicht erhalten werden kann, moͤchten vielleicht durch Einfuͤhrung der Friedens⸗ richter nach modificirter engliſcher Art, aber nicht durch Kreisgerichte, erſetzt werden. Nur die hohe Criminal⸗ Jurisdiction darf nicht in ſo kleinen Revieren, wie die Graͤnzen eines Gutes ſind, vereinzelt werden, da die oͤffentliche Sicherheit durch ihre Vernachlaͤſſigung gefaͤhr⸗ det wird. 158. Das Patronat⸗Recht iſt zwar in pecuniairer Hinſicht oft ein laͤſtiges, aber fuͤr den aufgeklaͤrten und und wohlwollenden Gutsbeſitzer, der die Religioſitaͤt ſei⸗ ner Ortsbewohner zu befoͤrdern wuͤnſcht, dennoch an⸗ nehmliches Recht. Nur waͤre zu wuͤnſchen, daß die Ein⸗ kuͤnfte der Pfarrer und die Verpflichtungen des Guts⸗ herrn ſowohl als der Gemeinde gegen ſelbige beſtimmt und nicht nach Obſervanzen feſtgeſetzt waͤren; indem der bei der Geiſtlichkeit ſeit jeher vorzuͤglich herrſchende Cor⸗ porations⸗Geiſt bald zum Vorwande, bald zum wirkli⸗ 94 Das Landgut. chen Motiv dient, ihre Anſpruͤche ſo zu erweitern, daß dagegen eine Reaction von der andern Seite entſteht, die feindſelige Geſinnungen in das Gebiet des goͤttlichen Friedens bringt. Die Schule und die Kinderzucht iſt fuͤr den nach⸗ denkenden Gutsherrn noch wichtiger, und iſt zu hof⸗ fen, daß die Anerkennung davon immer allgemeiner wer⸗ den und die Aufmerkſamkeit auf die Schulen vermehren wird, wenn man nicht durch manche fuͤr die laͤndlichen Verhaͤltniſſe unpaſſende Einrichtungen ein begruͤndetes Widerſtreben erweckt. Fellenbergs Erziehungsanſtalt fuͤr arme Kinder iſt wohl das muſterhafteſte, was wir haben.— 139. Das Recht der Landſtandſchaft ſcheint jetzt erheblichen Abaͤnderungen zu unterliegen. Jedoch wird es im Weſentlichen bleiben: denn man erkennet an, daß die Grundbeſitzer Diejenigen ſind, welche das hoͤchſte Intereſſe an der Sicherheit, Unabhaͤngigkeit und Wohl⸗ fahrt des Staates nehmen und nehmen muͤſſen, weil das allgemeine Intereſſe mit ihrem perſoͤnlichen feſter ver⸗ bunden iſt, als bei andern Klaſſen der Staatsbuͤrger. t60. Diejenigen Rechte, welche die Ritterguͤter uͤber die baͤuerlichen— jetzt in Deutſchland nur ſelten noch uͤber die Perſon der Bauern— ausuͤben, gehen aus den n, daß entſteht, ottlichen n nach⸗ zu hof⸗ er wer⸗ rmehren ndlichen undetes ganſtalt 18 wir int jetz h witd in, daß ſüchſe Wohl⸗ weil ter ver⸗ rger. über die ch über zus den Das Landgut. 95 Verpflichtungen des letzteren hervor, die wir daher zu⸗ gleich betrachten und folglich zuvor den Begriff eines Bauerhofes unterſuchen. Urſpruͤnglich waren ohne Zweifel alle Bauerhoͤfe mit dem dazu gelegten Areal, Eigenthum des Gutsherrn und die Bauern als deſſen Geſinde zu betrachten. Aber nachdem der Ritterſtand den Landesherrn wegen ſeiner Forderungen an ihn an die Bauern verwieſen hatte, wurden dieſe Hoͤfe gewiſſermaßen Miteigenthum des Staats, die Rechte des Ritters alſo beſchraͤnkt, und der Bauer ſelbſt Staatsbuͤrger, wenn gleich in vielen Laͤn⸗ dern noch nicht foͤrmlich als ſolcher anerkannt. Wenn auch der Bauer in dieſen Laͤndern noch kein Eigenthum jeder fuͤr ſich hatte, ſo mußten doch die baͤuerlichen Grundſtuͤcke in dem Zuſtande, worin ſie waren, Perſo⸗ nen baͤuerlichen Standes uͤbergeben werden, manchmal unter willkuͤrlichen, jedoch immer ſolchen Bedingungen, daß der Bauer dabei beſtehen und dem Staate ſeine Verpflichtungen leiſten konnte. Es ſind hierdurch und durch andre nach zeit und Ortsumſtaͤnden getroffene Einrichtungen mannichfaltige Verhaͤltniſſe zwiſchen Gutsherrn und Bauern und Ver⸗ pflichtungen der letztern gegen erſte entſtanden, ſo daß man aus der Benennung eines Bauerguts durchaus kei⸗ nen Schluß auf die Verhaͤltniſſe ihrer Inhaber machen kann. 96 Das Landgut. * 161. Man kann jedoch folgende drei Hauptverſchiedenhei⸗ ten unter den Bauern annehmen. a) Pachtbauern. Sie haben ihre Guͤter nur nach der Willkuͤhr des Herrn, mehrentheils jedoch auf Lebenszeit. Die Bedingungen muͤſſen aber ſo ſeyn, daß ihr contribuabler Zuſtand dabei geſichert iſt. Sie thun dafuͤr beſtimmte Dienſte, oder zahlen ihren Pachtzins in Naturalien oder Gelde. b) Laßbauern. Ihre Leiſtungen koͤnnen nicht erhoͤhet, noch ihr Hof verkleinert, oder einſeitig veraͤn⸗ dert werden. Der Hof kann dem Inhaber nicht anders als auf ſcgale Weiſe genommen werden, und er muß auch der Deſcendenz deſſelben verbleiben; jedoch haͤngt es von dem Gutsherrn ab, welchem der Kinder er ihn ertheilen will, und er wird dieſem in der Erbtheilung nicht angerechnet. Iſt keine Deſcendenz vorhanden, ſo kann ihn der Gutsherr jedem andern, jedoch in demſel⸗ ben Zuſtande ertheilen. c) Erbbauern. Sie beſitzen ihre Guͤter erblich gegen beſtimmte Leiſtungen; koͤnnen ſie auch, wenn keine Familien⸗ Verpflichtung entgegen ſteht, veraͤußern, wozu zwar die formale Einwilligung des Gutsherrn noͤthig iſt, die er aber gegen ein beſtimmtes Laudemium ohne beſondre guͤltige Gruͤnde nicht verſagen darf. Sie kom⸗ men am haͤufigſten unter dem Namen der Meyer⸗Guͤ⸗ ter vor. Uebri⸗ ſiedenhei⸗ uͤter nur doch auf yn, daß ie thun ftzins in hen nicht g veraͤn⸗ anders er muß h haͤngt er er ihn btheilung nden, ſi n demſel⸗ er erblich enn keine n, wozu n noͤthig um ohne Sie kom⸗ tyer⸗Gi⸗ lebri⸗ Das Landgut. 97 Uebrigens ſind die Benennungen der Bauerguͤter, die ſich auf die Verſchiedenheit ihrer Rechte, Verpflich⸗ tungen, Gebraͤuche und auf ihre Groͤße beziehen, un⸗ zaͤhlbar und dieſer oder jener deutſchen Provinz eigen. . 162. Freie Guͤter ſind entweder Abtrennungen adlicher und Domainen⸗Guͤter oder freigegebene Bauerguͤter. In letzterem Falle haben ſie keine Verpflichtungen gegen ein anderes Gut, aber die Verpflichtungen gegen den Staat mit den Bauerguͤtern gemein. Zuweilen ſind ſie auch aus ſtaͤdtiſchen und geiſtlichen Grundſtuͤcken entſtanden. 4 2* 163. Unter den Rechten, welche die adlichen Güter zu fordern und die Bauerguͤter zu leiſten haben, kommt der Frohndienſt faſt allgemein, unter den Namen Herru⸗ Dienſt, Hofe⸗Dienſt, Robot, Scharwerk, vor. Die Frohnden ſind entweder Gemeſſene, wo die Arbeit, die der Bauer zu leiſten hat, nach Tagen oder nach der Art und Quantitaͤt be⸗ ſtimmt iſt. Zuweilen iſt feſtgeſetzt, was er an jedem Tage in jeder Art der Arbeit zu verrichten hat. Zuwei⸗ len muß er nur einen gewiſſen Theil der Feldmark be⸗ ſtellen oder abernten, eine gewiſſe Anzahl von Fuhren durch das Jahr thun u. ſ. f., was mehrentheils durch beſondre Vergleiche beſtimmt iſt. Außer den ordentlichen Dienſten liegen ihm noch außerordentliche ob, bei Thaers Leitfaden. G 1 3 8 h 98 Das Landgut. Bauten, Jagden, Fiſchereien, in der Forſt u. ſ. f., die us zuwe eilen als ordentliche angerechnet werden, zuweilen Gei uberher geſchehen muͤſſen.— Ungemeſſene, wo der Gutsherr ſo viele Dienſte len von den Bauern fordern kann, als er zu leiſten ver⸗ 1 mag. Hier iſt der Bauer voͤllig als Geſinde anzuſehen, an fuͤr deſſen Erhaltung der Herr aber auch ſorgen muß. n An einigen Orten iſt der Bauer jedoch ſo geſetzt, daß 63 er, neben dem zu eigenem Gebrauch, beſonderes Ge⸗ di ſpann, Geſchirr und Knecht fuͤr dieſen Dienſt, alſo ganz 1 fuͤr den Herrn halten kann. Man trift ihn unter die⸗ zu ſen Verhaͤltniſſen zuweilen ſehr wohlhabend an. Er be⸗ rn zahlt mittelſt der Haltung dieſes einen Geſpanns ſeinen den Erbzins, und mehr als dieſes zu leiſten vermag, kann n doch nicht von ihm gefordert werden. du Dann unterſcheidet man 1 Spanndienſte, die mit 4, 3 oder 2 Pferden he oder Ochſen und dem dazu gehoͤrigen Knechte geleiſtet N werden, und un Handdienſte; dieſe wieder in maͤnnliche und dü weibliche, denen eine, jedem zukommende Arbeit zuge. tnſ theilt wird. Zuweilen hat man auch noch beſondre Fuß⸗ dienſte, die im Botengehen beſtehen.— 1 164. 6 So angemeſſen dieſe Einrichtung den Sitten und te dem Charakter der Zeiten, wo jene baͤuerlichen Verhaͤlt a niſſe entſtanden, geweſen ſeyn mag: ſo paßt ſie durch⸗ ſ f. de zuwellen ſe Dierſt iſten ve⸗ anzuſehen gen muß ſetzt/ daß deres Ge⸗ alſo gn unter de Er be⸗ s ſeinen gi kann 2 Pferda te geleſtt liche ud tbeit zug dre Fuß zitten und a Whl⸗ ſe durch Das Landgut. 99 aus nicht mehr auf die unſrigen, wo der merkantiliſche Geiſt— wie nothwendig bei aller hoͤheren Civiliſation — vorherrſchend iſt. Daher werden ſie jetzt beiden Thei⸗ len und mithin dem allgemeinen Beſten ſo nachtheilig, daß ihre Aufhebung— einzelne beſchraͤnkte Faͤlle vielleicht ausgenommen— an einem Orte ſpaͤter wie an einem andern, aber doch nothwendig allgemeim erfolgen muß. Es kommt nur darauf an, einen gerechten, den jetzigen wirklichen Nutzungswerth aufwiegenden und den Ver⸗ pflichteten nicht zu ſehr belaͤſtigenden Erſatz dafuͤr aus⸗ zumitteln. Wenn beide Theile ihren wahren Vortheil erkennen; ſo iſt dies nicht ſchwierig; weil der Nutzen, den die Berechtigten davon haben; wohl durchaus ge⸗ ringer iſt, als der Schaden, den die Verpflichteten da⸗ durch leiden. Aber dieſes Erkenutniß iſt durch Vorur⸗ theile umnebelt; und die Traͤgheit will gern den Be⸗ harrungspunkt feſthalten, der ihr doch in der bewegten Welt immer entſchluͤpft. Ein Staat; der vorwaͤrts will und muß, ſoll vor allem Verhaͤltniſſe aufloͤſen, welche die Hauptquelle ſeiner Macht und feines Neichthums verſtopfen. Der Frohndienſt) beſonders der mit Geſpann, ver⸗ hindert die hoͤhere Cultur ſelbſt der berechtigten Guͤter. Der Bauer iſt nur verpflichtet, den Acker auf die ſchlech⸗ te Weiſe und mit den ſchlechten Werkzeugen zu bearbei⸗ ten, wie er es gewohnt war. Der daraus gegen beſſere Art entſtehende Verluſt uͤberwiegt öft allein den Votthell G 2 100. Das Landgut. und die anſcheinende Erſparung; wie faſt alle verſtaͤndi⸗ gere Landwirthe anerkennen. Mit dem Unterthaͤnigkeits⸗Verhaͤltniſſe fallen die Zwangsmittel weg, welche den Bauern auf der Stelle zur Leiſtung ſeiner Verpflichtung anhalten koͤnnen: die darauf berechnete Feldbeſtellung wird nicht zu rechter Zeit vollfuͤhrt, die gerichtliche Entſcheidung, ob der Bauer ſeine Schuldigkeit gethan oder nicht kommt zu ſpaͤt, iſt oft unmöglich; die Widerſpenſtigkeit wird aufs Aeußerſte ſteigen, wenn ein Bauer ſieht, daß andre ſei⸗ nes Gleichen frei von dieſer verhaßten Laſt geworden ſind, die er nun obendrein fuͤr ſchimpflich haͤlt. Wer gegen den Strom ſchwimmen will, wird ſchlecht fahren. 165. Der Dienſtzwang, wobdurch die Soͤhne und Toͤch⸗ ter der Bauern genoͤthiget waren, gewiſſe Jahre auf dem herrſchaftlichen Hofe, mehrentheils gegen einen ſehr ge⸗ ringen Lohn und bei ſchlechter Haltung, und dann auch noch bis zu ihrer Anſiedelung gegen gewoͤhnlichen Lohn, ſo lange es die Herrſchaft verlangte, zu dienen, ſcheint aus dem Leibeigenſchafts⸗ oder Unterthaͤnigkeits⸗Stande herzuruͤhren; findet ſich jedoch noch an Orten, wo jener laͤngſt aufgehoben war. Im Preußiſchen Staate beſteht er, mit der Unterthaͤnigkeit wegfallend, nicht mehr. Man ruͤhmte die Lehre, welche die Leute im Hofedienſt empfin⸗ gen; er war aber das wahre Mittel, tuͤckiſch⸗traͤge Men⸗ ſchen zu erziehen. etgaͤndi alen die er Stell en: die rechter ob der ömmt zu ird auſs undre ſi geworden . Wer fahren. und doc auf dea n ſehr ge dann auch en kohn, 1 ſchein 3⸗Stand' wo jent ate beſtt nehr. M nſt empfir rige Min⸗ Das Landgut. 101 166. So fallen auch andre aus dem Unterthaͤnigkeits⸗ oder Leibeigenthums⸗Rechte entſpringende, zuweilen nutz⸗ bare Berechtigungen, als Loskaufungs⸗ und Ab⸗ zugsgelder mit jenem weg. Da jeder anerkennt, daß jenes Recht eine mit unſerm Zeitalter unvertraͤgliche Uſurpation war, ſo verſchmerzt er auch gern den daraus fuͤr ihn entſtehenden pecuniaͤren Verluſt. . 167. Gewiſſe Zwangsgerechtigkeiten, die mit dem Eigenthumsrechte uͤber den Ort entſprangen, als Bier⸗ und Branntwein⸗Schanksgerechtigkeit, Muͤh⸗ lengerechtigkeit koͤnnen ſelbſt durch die proclamirte Gewerbsfreiheit nicht ohne Erſatz als aufgehoben ange⸗ ſehen werden. Doch wird man mit einer maͤßig billigen Schadloshaltung zufrieden ſeyn muͤſſen, da ſonſi Iuner Zwang eludirt werden kann. 163. G 3 Naͤchſt den Frohndienſten ſind Zinsgefaͤlle am wichtigſten, in welche die Verpflichtung zu jenen ſich ganz oder zum Theil ſeit aͤlteren Zeiten oder neuerlich umgeaͤndert hat. Sie werden in Gelde oder in Natu⸗ ralien bezahlt, und wenn letztere in ihrer Qualitaͤt und Quantttaͤt nur genau beſtimmt ſind, ſo gebuͤhrt ihnen der Vorzug. Eine Abkaufung mit Capital kann beiden Theilen nutzbar ſeyn und ſollte erleichtert werden. Es —— 102 Das Landgut. ſcheint aber kein Grund vorhanden, ſie auf Verlan⸗ gen des einen Theils wider Willen des andern zu er⸗ zwingen. 169. Ohne Bezug auf das gutsherrliche und baͤuerliche Verhaͤltniß, obwohl zuweilen in Verbindung mit ſelbi⸗ gem, werden beſondere Gerechtſame auf des Andern Grundſtuͤcken und ihre Production ausgeuͤbt. Dahin gehoͤrt das Recht den Zehnten der Fruͤchte zu ziehen. Am haͤufig⸗ ſten hat es ſich die Geiſtlichkeit, geſtuͤtzt auf die Moſai⸗ ſche Nationalverfaſſung, zugeeignet, und manches Zehnt⸗ recht, welches ihr jetzt nicht mehr gehoͤrt, ſchreibt ſich doch daher. Jedoch haben auch Gutsherren ihren Un⸗ terſaſſen die Zehntverpflichtung aufgelegt, als Haupttheil ihrer Leiſtungen, und man findet Ritterguͤter, die faſt ihr ſaͤmmtliches Land gegen dieſe Abgabe ausgegeben haben. Insbeſondere haben die Domainen⸗„Adminiſtra⸗ tionen in manchen Laͤndern es ſich als Haupteinkommen ſtipulirt, und wenn ſett noch unurbares Land zur Cul⸗ tur ausgegeben wird, ſo geſchieht es mit dieſer Abgabe, welche in dem Falle der Rotzehnten genannt wird. Er iſt in einigen Provinzen auch als landesherrliches Recht faſt allgemein, und wird faſt von allen Laͤndereien, ins⸗ beſondere den ſtaͤdtiſchen, manchmal auch von Ritterguͤ⸗ tern, an den Landesherrn gegeben. Ja, man findet ihn in einigen Gegenden ſo allgemein daß zehntfreies Land ine Et uß ein ngen b Die vweilen nehrentt döte un weilen du zäͤhl iiner ge fens ein ilen F fte. man ee berechti gewoͤhn Jßlhti päteren dn faf uch ſel njaber dl, u ſſahren dachen in um nide b Das Landgut. 103 eine Seltenheit und der Zehnte ſo in der Regel iſt, 44 daß ein Rittergut ihn dem andern giebt, und ihn da⸗ gegen von dieſem wieder nimmt. 170. uerich Die Obſervanz modificirt dies Recht mannichfaltig. it ſabi Zuweilen wird die 10te, zuweilen die 11te Garbe, doch Anden mehrentheils jene gegeben. Manchmal iſt es auf die Dahi 15te und Zoſte beſchraͤnkt, heißt aber doch Zehnten. Zu⸗ weeilen kann der Zehntzieher auf jedem Stuͤck beſonders gaufß iu zaͤhlen anfangen; zuweilen muß er die Feldmark in Noſai einer Folge durchgehen, was in der Auswahl des Hau⸗ chnt, fens Anen Unterſchied macht. Mehrentheils muß er von düt ſch allen Früͤchten gegeben werden, ſeltener iſt die Brache zen d frei. Erheblich iſt der Unterſchied, ob der Zehnte, wie augth man es nennt, ſich ſelbſt faͤhrt, oder ob ihn der Zehnt⸗ die 1 berechtigte vom Felde abholen muß. Erſteres iſt das gewoͤhnlichſte, und es giebt Faͤlle, wo ihn die Zehnt⸗ voxga pflichtigen mehrere Meilen weit verfahren muͤſſen. Die minſen, ſpaͤteren geſetzlichen Beſtimmungen ſind in einigen kaͤn⸗ kummeg dern faſt alle zu Laſten der Pflichtigen gemacht, und ur L nach ſelbigen ſteht es oft in. der Willkuͤhr des Zehnt⸗ Abgabe Inhabers, wann er kommen und den Zehnten ausſtecken eid. 6 will, und bevor die Zehnten der ganzen Feldmark ein⸗ es dac gefahren, darf keiner das Seinige anruͤhren. Daher eien in pachten Juden und ſchaͤndliche Wucherer gern den Zehn⸗ Nitani ten um den hoͤchſten Preis ,weil diejenigen, die ihr Ge⸗ been treide bergen wollen, ſich zu jeder Bedingung verſtehen eeies Lan * 104 Das Landgut. muͤſſen, wenn der Pachter ihnen den Zehnten abnehmen ſoll. 171. Dieſe Abgabe, die manchen billig und zweckmaͤßig geſchienen hat, iſt durch dieſe Mißbraͤuche die druͤckend⸗ ſte und verhaßteſte geworden. Aber auch ohne dieſe iſt ſie ihrer Natur nach hoͤchſt ſchaͤblich und den beſſern Landbau unterdruͤckend. Denn ſie wird nicht vom Grund und Boden allein, wie es einige irrig anſehen, ſondern auch von der darauf verwandten Arbeit, Capital und Intelli⸗ genz gegeben. Nur ſo lange dieſe in dem gewoͤhnlichen geringen Maaße darauf verwandt werden, kann man den Zehnten als eine Grundſteuer annehmen. Hoͤhere Cultur aber machte ſich ſteuerbar und zwar dermaßen, daß der davon zu erwartende Vortheil allein dem Zehntberechtig⸗ ten zuſiele. Mancher Landwirth wuͤrde auf die Beſtellung eines Ackers hundert Reichsthaler mehr verwenden, wenn er im Durchſchnitt annehmen kann, daß das Product dadurch 110 Rthlr. mehr werth ſeyn wird; denn das Capital verzinſet ſich ihm mit 10 p. C. Nun kommt aber der Zehntzieher und nimmt ihm mindeſtens den Werth von 11 Rthlr. davon, und er erhaͤlt nur 99 Rthl. zuruͤck, mit dem Verdruß die Fruͤchte ſeiner Induſtrie von einem andern gezogen zu ſehen. Daher unterſchei⸗ det man in Gegenden, wo es zehntpflichtiges und freies Land neben einander giebt, das letztere ſogleich an ſei⸗ nem hoͤhern Cultur⸗Zuſtande; wozu noch das kommt, d der un De herabſe zehrtji clec Flder. uge hmn. ſiht in pflicht aͤnderu wößern der Jh hindert Abfit ſucht Erſatze ſtz du natäͤrli fäten lunde, d geo iattne iinfte 11 nehmen kmaͤßig üͤckend⸗ dieſe iſt beſſern Grund ern auch Intelli nlichen an den Cultur daß der erechtig⸗ eſtellung en, wenn Product enn das kommt ns den 90 Rthl. Induſti nterſchei⸗ nd ftaies h an ſer kommt Das Landgut. 105 daß der kaum mit Gelde zu erſetzende Verluſt des zehn⸗ ten Theil des Strohes den Duͤngerſtand ſehr bedeutend herabſetzt. Freilich verſtaͤrkt er dieſen wieder auf dem zehntziehenden Gute, und dies pranget oft bei der ſchlechteſten Wirthſchaft mit uͤppiger Fruchtbarkeit ſeiner Felder. Man findet Guͤter, die 200 Morgen unter dem Pfluge haben, und von 4000 Morgen den Zehnten zie⸗ hen. Aber der wahre Vortheil, den dieſe davon haben, ſteht in keinem Verhaͤltniß mit dem Schaden, den die Pflichtigen erleiden. Durch den Zehnten wird jede Ab⸗ aͤnderung des Ackerſyſtems, der Bau aller Fruͤchte, die groͤßern Aufwand erfordern, beſonders ſolcher, wovon der Zehnt nicht auf einmal gezogen werden kann, ver⸗ hindert. 172. Dies einſehend, hat man in vielen Staaten die Abfindung der Zehntberechtigungen zu bewirken ge⸗ ſucht; bei der allgemeinen Beſtimmung eines gerechten Erſatzes aber große Schwierigkeiten gefunden. Dem Er⸗ ſatz durch einen Theil des Landes, den man fuͤr den natuͤrlichſten gehalten hat, ſtehen oft oͤrtliche Schwierig⸗ keiten entgegen; dann aber iſt er faſt nur bei gutem Lande, wo der Antheil des Bodens am Produkte eben ſo groß oder groͤßer iſt, als der Antheil der Cultur, ſtattnehmig. In dieſem Falle beſtimmte man richtig den fuͤnften Theil des Landes fuͤr den Zehntherrn. So wie aber der Boden ſchlechter und ſein Antheil an dem Pro⸗ 106 Das Landgut. dukte geringer wird, alſo auch der Zehnten dem Land⸗ bauer druͤckender, muͤßte er mehr Land abgeben, was zuweilen, aber nicht immer, zu beiderſeitigem Vortheil geſchehen kann. Das zehntpflichtige Land faͤllt aber nicht ſelten ſo im Werthe herab, daß fuͤr den Zehnten eine hoͤhere Pacht gegeben wird, als fuͤr das ganze Land; der Zehntherr alſo ſich damit kaum befriedigt glauben wuͤrde. Naͤchſtdem hat man ſich uͤber ein gewiſſes Getreide⸗ maaß(Sackzehnten) womit das Stroh auch erſetzt wer⸗ den ſoll, vereinigt. Es iſt nur fuͤr aͤrmere Landbauer zu druͤckend in ſchlechten Jahren, wo es weit uͤber den zehnten Theil ihres Gewinnſtes betragen kann; und in guten, wo das Getreide wohlfeil iſt, dem Zehntherrn, der in ſolchen ein groͤßeres Quantum erhalten haͤtte, zu wenig werth: ſo daß es bald der eine, bald der andere bereuet, ſolchen Vergleich eingegangen zu ſeyn. 1 Einen feſtſtehenden Geldzins ſcheuen diejenigen, die aus Erfahrung wiſſen, wie ſehr der Werth eines vor⸗ maligen Natural⸗Einkommens durch die Umwandlung in jenen, wegen des herabgeſunkenen Silberwerths, ver⸗ loren hat. Dieſe Beſorgniß kann gehoben werden, wenn der Geldzins im Verhaͤltniß des Durchſchnittspreiſes der verfloſſenen 30 Jahre feſtgeſetzt wird. 173. Die Hud⸗ und Weide⸗Berechtigung auf nicht eigenthuͤmlichem Boden findet Statt a) auf ſolchem, der ſiints ſcht a d mende gad Hericht nit Ta ds To der, d terſchie ſheils huſc der m T dung findet cen ihr E noch! der Ge vyten tannier Vadeſ ſtlch ſtade C ekann dühfa kand⸗ d' was Vortheil zer nich ken eine kand; glauben zetreide⸗ itt wer⸗ nobauer ber den und in therrn, tte, zu andere gen, die nes bor⸗ vandlung ths, bet⸗ en, wan reiſes de auf nicſ Das Landgut. 107 Keines Eigenthum iſt, oder b) auf ſolchem, der in Hin⸗ ſicht anderer Hauptbenutzung pripatives Eigenthum iſt. a) Sind die eigentlichen Communen, auch Al⸗ menden genannt. Zuweeilen iſt das Weiderecht darauf ganz unbeſtimmt und unbeſchraͤnkt; der Bezirk der Berechtigten oft nur dadurch beſtimmt, daß man mit Tagesanbruch ſein Vieh austreiben und mit Ende des Tages wieder damit zu Hauſe ſeyn kann, und je⸗ der, der darin wohnhaft iſt, kann ſein Vieh ohne Un⸗ terſchied der Art und der Zahl dahin treiben. Mehren⸗ theils iſt jedoch die Berechtigung in neueren Zeiten in Hinſicht der Viehart, der Zahl und ſelbſt der Tage mehr oder minder genau beſtimmt. Dieſe Communen geben die allerſchlechteſte Benuz⸗ zung des oft guten Bodens. In manchen Gegenden findet man ſie wenig mehr, ſondern ſie ſind aufgebro⸗ chen und in Ackerland oder Wieſen umgewandelt, wenn ihr Grund es erlaubte, und etwa nur kleinere Strecken noch bei einzelnen Doͤrfern und Staͤdten zur Benutzung der Gemeinde geblieben. In andern oftmals ſehr culti⸗ virten Gegenden ſind ſie noch haͤufig, ja ſelbſt in Brit⸗ tannien. Jeder benutzt ſie, und keiner ſorgt fuͤr ihre Verbeſſerung, ſucht ſie vielmehr durch muthwillige Ver⸗ ſchlechterung andern zu verleiden und gewiſſen Vieharten ſchaͤblich zu machen. Ihre Theilung, wenn gleich allen vortheilhaft an⸗ erkannt, findet große Schwierigkeit, wegen der Man⸗ nichfaltigkeit der Rechte und der Intereſſen; ſie iſt da A. 10⁰8 Das Landgut. mehrentheils unausfuͤhrbar, wo jedem Einzelnen ein Wi⸗ derſpruch zuſtehk. Wenn dieſes Hinderniß durch gerechte Geſetze beſeitigt werden ſoll, ſo entſteht hauptſaͤchlich die Frage: ob die Theilung nach Verhaͤtniß des bisher auf⸗ getriebenen Viehes oder desjenigen geſchehen ſoll, was jeder Intereſſent auszuwintern vermoͤgend iſt, und hier ſtehen die Forderungen der groͤßeren Ackerbeſitzer denen der kleinen Haus⸗ und Gartenbeſitzer, die ſich im Ver⸗ trauen auf dieſe Weidebenutzung hier angeſiedelt haben, mehrentheils entgegen. Weiſe Geſetzgebungen haben ſie mit vieler Vorſorge ausgeglichen; jeder Theilungsact iſt daburch aber ſo vielen Anfechtungen von Seiten der Rechtsgelehrten ausgeſetzt worden, daß er ſchwerlich ausgefuͤhrt wird, wenn es zu gerichtlichen Verhandlun⸗ gen kommen muß. Nur verſtaͤndige Schiedsrichter wuͤr⸗ den daruͤber an Ort und Stelle, den Umſtaͤnden ange⸗ meſſen, entſcheiden koͤnnen. Zuweilen ſind freilich auch Communen zum Nach⸗ theil der Intereſſenten getheilt und in Ackerland ohne Ueberlegung verwandelt worden. Es blieb dem Vieh nun nichts als die Brache und Stoppel des unſeparir⸗ ten Ackerlandes; es konnte alſo weniger gehalten wer⸗ den, und dennoch ward der Duͤngerbedarf, nachdem die Kraft des Neubruchs verzehrt war, um ſo groͤßer. 174 b) Die Weideberechtigung findet als Rebennutzung fremder Grundſtuͤcke Statt: 2) pel.? nen, d der Gei drenden fückele t verh dt jede Fruchta von ih oder zu dadurch vichtige auf ein für jed und T weswe terſagt derſelb nichſt deſtelu de Ach kann, ung f der d ſchr, dalder dß d ein VWr gerechte chlich di Sher auf l, ba und hir er denen im Der⸗ t haben, haben ſie gsact iſ iten der hwerlich handlun⸗ hter wuͤr⸗ en ange⸗ um Nac⸗ and ohne em Vie unſepatir⸗ alten wer⸗ chdem dit ßer. bennuhung Das Landgut.. 709 a.) auf den Aeckern in der Brache und Stop⸗ pel. Mehrentheils iſt ſie nur gemeinſchaftlich unter de⸗ nen, die Aecker in der Feldmark beſitzen, oder doch zu der Gemeinde gehoͤren; zuweilen wird ſie aber auch von Fremden ausgeuͤbt. Dieſe Einrichtung, die bei der zer⸗ ſtuͤckelten Vertheilung der Felder nicht anders ſeyn konn⸗ te, verhindert die freie Benutzung der Aecker, und bin⸗ det jeden an die eingefuͤhrte Ordnung der gewoͤhnlichen Fruchtarten und Beſtellungen. Man hat ſie, uͤberzeugt von ihrem großen Nachtheile fuͤr hoͤhere Cultur, ganz oder zum Theil ohne Weiteres aufheben wollen. Aber dadurch ward die manchmal unentbehrliche, immer ſehr wichtige Benutzung der Nachweide verhindert, indem ſie auf einzelnen, mehrentheils ſchmalen Strecken privativ fuͤr jeden Beſitzer ohne zu muͤhſame Huͤtung des Viehes und Beeintraͤchtigung der Nachbarn nicht Statt fand; weswegen gegebene Verordnungen, die ſie allgemein un⸗ terſagten, nicht zur Ausfuͤhrung kamen. Beſchraͤnkungen derſelben, ſo daß etwa ein Drittheil des beſten und zu⸗ naͤchſt gelegenen Ackers damit verſchont und der freien Beſtellung gewidmet ſeyn ſollte, ſind ausfuͤhrbar, wo die Ackerweide auf dieſem beſſern Theile entbehrt werden kann, und die Umſtaͤnde die Einfuͤhrung der Stallfuͤtte⸗ rung fuͤr einen Theil des Viehes erlauben; erſchweren aber doch die Benutzung der Nachweide dem Einzelnen ſehr, und machen ſie fuͤr des Nachbars noch beſtellte Felder gefaͤhrlich. Deshalb hat man laͤngſt eingeſehen, daß dieſe Aufhebung der gemeinſchaftlichen Ackerweide 110 Das Landgut. und Herſtellung der privativen Benutzung in den mei⸗ ſten Faͤllen nicht anders moͤglich ſey, als wenn man die zerſtuͤckelten Aecker jedes Eigenthuͤmers durch gerechten Umtauſch in eine oder mehrere groͤßere Flaͤchen oder Koppeln zuſammen legte: eine Operation, die noch ſo viele und uͤberwiegende andre Vortheile hat, daß jeder Verſtaͤndige, einiger voruͤbergehenden Beſchwerden ohner⸗ achtet, gern die Hand dazu bieten wird, wenn eine ein⸗ ſichtsvolle und gerechte Ausfuͤhrung geſichert iſt. 5) Auf Wieſen. So vortheilhaft die Vor⸗ und Nachweide⸗Benutzung derſelben dem Eigenthuͤmer iſt: ſo ſchaͤblich wird ſie mehrentheils; wenn ſie von andern ausgeuͤbt wird, weil es ohne die gehoͤrige Vorſicht ge⸗ ſchiehet. Mit zerſtuͤckelten Wieſen⸗Antheilen verhaͤlt ſichs aber eben ſo, wie mit den Aeckern. Die Weide⸗Berech⸗ tigungen auf den Wieſen ſind in Anſehung der Zeit und der Art des Viehes ſehr verſchieden.. 6) In den Holzungen. Seitdem die nothwen⸗ dige Forſt⸗Cultur unter den Schutz der Geſetze genom⸗ men worden, findet ſie ihre Beſchraͤnkung in der ver⸗ ordneten Schonung eines ſolchen Theils des Waldes; als zu dem nachhaltigen Wiederwuchs des Holzes erfor⸗ derlich iſt. Die Weide in beſtandenen Waldungen iſt immer nur als ein Nothbehelf anzuſehen, da das im Schatten gewachſene Gras dem Viehe wenig gedeihlich iſt und leicht ſchaͤdlich wird. Ein andern; manchen i beſon tzantlche n ben uhench keſchränt neſſen i ilenthal Ma herpflt ho ſſe huͤrden d Jahehu Vld au polzei, ſchädlic ſe ſelch in Deg ſat ke ds per urerh dzenu Das Landgut. 111 n wei⸗ 175. nan die Eine beſondere Berechtigung iſt, abgeſondert von zerechten andern Weiden, die Schaͤferei⸗Gerechtigkeit. In en odet manchen Laͤndern haben ſie nur die Ritterguͤter und an⸗ noch ſt dre beſonders Berechtigte. Man benutzt mit ſelbiger die ß jede eigentlichen Communen ſowohl, als die im vorigen§. ohnte 1744. benannten Grundſtuͤcke. Jedoch iſt die Schaftrift eine ai mehrentheils durch den Weidegang des andern Viehes beſchraͤnkt, und nur die Weide, die dieſem nicht ange⸗ or, und meſſen iſt, fuͤr die Schafe beſtimmt: ſo daß jenem faſt t iſtit allenthalben die Vorhude zukommt. anderi Manchmal hat die Schaͤferei wiederum die Pferch⸗ ſct ge⸗ Verpflichtung auf ſich, ſo daß ſie auf der Feldmark, alt ſch wo ſie Weide hat, einen beſtimmten Theil mit ihren e, Derch Huͤrden belegen muß. rZeit un 176, doihts Die Jagb⸗Gerechtigkeit. Bis zum rö6ten the genot Jahrhundert war jeder freie Grundbeſitzer befugt, das n der i Wild auf ſeinem Grunde zu erlegen. Mittelſt der Jagd⸗ 5 Walde Polizei, welche die Regierungen zur Erhaltung des un⸗ des ein ſchaͤdlich geachteten Wildes auszuuͤben anfingen, eigneten dunge ſie ſolche in vielen Laͤndern dem Landesherrn und eini⸗ gen Beguͤnſtigten zu, und entzogen ſie andern. Sie iſt duau jetzt, leider! oft eine Hauptveranlaſſung zur Trennung g 1 des perſoͤnlichen Intereſſe des Landesherrn von dem der Unterthanen geworden, indem die durch uͤbermaͤßige Schonung des Wildes bewirkten Feldverwuͤſtungen dieſe 11eae Das Landgut. zu gerechten und dringenden Klagen veranlafſen, deren ſcheinbar anbefohlne Abhelfung von der Jagdliebhaberei eludirt wird; weshalb ein Staat ſich gluͤcklich ſchaͤtzen muß, deſſen Fuͤrſten⸗ Familie dieſe ſo leicht entſtehende Leidenſchaft faſt erblich unterdruͤckt hat. Wo die Jagdgerechtigkeit ausſchließlich in groͤßeren Revieren Statt findet, da iſt der Beſitzer derſelben nach natuͤrlichem und poſitivem Rechte verpflichtet, alle Wild⸗ ſchaͤden zu verguͤten. Man unterſcheidet ſie in die hohe, mittlere und niedere Jagdgerechtigkeit. 177. Nach allgemeinen Geſetzrn oder provinziellen Sta⸗ tuten und Obſervanzen, oder nach beſonderm Ueberein⸗ kommen und durch verjaͤhrten Beſitz finden mancherlei Berechtigungen der Guͤter auf fremdem Boden Statt: Holz⸗ und Torfgerechtigkeit; die Trift⸗, Wege⸗ und Fußſtegs⸗Gerechtigkeit, Vieh⸗Traͤnke⸗, Waſſerleitungs⸗, Waſſerſtauungs⸗, Vorfluths⸗Gerechtigkeit; Waldſtreu⸗, Haide⸗ und Plaggen⸗ Hiebs⸗Gerechtigkeit u. ſ. w. Die in jedem einzelnen Falle uahreniheis ihre eigene Beſtim⸗ mung haben⸗ Trieb⸗ niebk Vir im kehr hweis un knn. die ſch nur nich ser hrr krüm ſnd beſt hen des eruaͤhrun Nalttͤt en Pfl im Wa die äſtr G ul wit ier Nat un e ümwicka mſd Thuns en, dern lebhaben ch ſhita entſtehene grüſen ſelben nah alle Vi⸗ ittlere u ellen Et⸗ Ueberii manchell den Statt Wege, und rleitungs⸗ Laldſtreu⸗ w. D. ne Veſii Triel⸗ I13 Triebkraft oder Nahrungsſtoff des Bo⸗ dens und deren Erhaltung. 1276. Wir muͤſſen zuvor Einiges aus der phyſtſch 2 chemi⸗ ſchen Lehre vom Ackerbau entlehnen, deſſen Erfahrungs⸗ beweis und Erlaͤuterung hier aber nicht gegeben werden kann. Die fruchtbare Krume des Bodens beſteht gewoͤhn⸗ — lich nur aus drei eigentlichen Erdarten und der Ge⸗ waͤchserde, die eigentlich keine Erde iſt, ſondern nur, ihrer kruͤmlichen Geſtalt wegen, ſo genannt wird. Jene ſind beſtaͤndig, unveraͤnderlich und unzerſtoͤrbar, tragen eben deshalb materiell ſehr wenig oder gar nichts zur Ernaͤhrung der Pflanzen bei; dieſe iſt in Quantitaͤt und Qualitaͤt immer wandelbar, voͤllig zerſtoͤrbar, und giebt den Pflanzen alle diejenige Nahrung, welche ſie zehſt dem Waſſer aus dem Boden ziehen. 179. Die Gewaͤchserde(Humus) kann aber nux in auf⸗ gelöſter Geſtalt, als Extractivſtoff oder Kohlenſaͤure, ſo viel wir jetzt wiſſen, in die Pflanzen uͤbergehen und zu ihrer Nahrung dienen; und dieſe Aufloͤsbarkeit beſitzt ſie nur in einem gewiſſen Grade ihrer Zerſetzung unter der Einwirkung gewiſſer Potenzen und der Abweſenheit ande⸗ rer: ſo daß man doch nicht directe von der Menge der Ge⸗ Thaers Leitfaden. 1 H 6 6 3 4 114 Triebkraft oder Nahrungsſtoff des Bodens ꝛc. waͤchserde auf die Fruchtbarkeit oder Triebkraft des Bo⸗ dens ſchließen kann, ſondern auf ihre Beſchaffenheit und Aufloͤsbarkeit Ruͤckſicht nehmen muß. In dem zum Uebergange in die Pflanzen faͤhigen Zuſtande befindet ſich immer nur ein Theil dieſer Mate⸗ rie. Ob es ein groͤßerer oder kleinerer ſey, haͤngt von den uͤbrigen Beſtandtheilen des Bodens, ſeiner Lage, ſeinen Umgebungen und ſeiner Beackerung ab⸗ 180. Die Pflanzen ziehen dieſen Nahrungsſtoff in dem Verhaͤltniſſe an, wie ſie deſſen zu ihrer Vollendung— d. i, zu ihrer Saamenbildung— beduͤrfen. Und dies iſt nach der Natur der Pflanzen verſchieden, indem eini⸗ ge nur einen kleinern Theil ihres Nahrungsſtoffes aus dem Boden, einen groͤßeren, vermoͤge ihres ſtarken Blatt⸗ organs, von den atmoſphaͤriſchen Stoffen; andre dage⸗ gen bei einem, im Verhaͤltniß ihres ſtarken Saamen⸗ Ertrages, ſehr ſchwachen Blattorgans groͤßtentheils aus dem Boden hernehmen. Zu letztern gehoͤren beſonders die Cerealien. 181. Die Cerealien, von denen wir die meiſte Erfahrung haben, erfordern und conſumiren in dem Verhaͤltniſſe mehreren Nahrungsſtoff, als eine Ernte von ihnen mehr naͤhrende Stoffe in ihrem Korne enthaͤlt. Wenigſtens iſt dies nach dem Reſultate ihrer chemiſchen Zerlegung dribtra un den nnfichi V ſcholt ge V der ge mn Gewi 100 1100 100 1 100 dis betri ———‚— der leſem 3 Kabgen dndert un dorheitt tut riet a Mitt he Sut Kier ſcc khgft m uͤlß alch odens f des do fenheit un zen fihn ieſer ga haͤng ſeiner li . ſoff in d lendung- Und d. indem di sſtoffts a tarken Io andre daß en Saame entheils al beſonda e Exfahrm Verhäͤltuſ ihnen mi Wenigſter en Ferlegun Triebkraft oder Nahrungsſtoff des Bodens ꝛc. 115 und den beim Ackerbau gemachten Erfahrungen hoͤchſt wahrſcheinlich. Nach den, beſonders von Einhof, wie⸗ derholt gemachten Zerlegungen finden ſich im Durchſchnitt, bei der gewoͤhnlichen Guͤte und Ausbildung der Koͤrner, dem Gewichte nach in 100 Theilen Weizen 77, 4 Theile naͤhrende Materie, . 1060 ⸗ Roggen 70. ⸗ 100„ Gerſte 59,3 ⸗.. 100 ⸗ Hafer 58,4 ⸗.. das betraͤgt dem Volum nach in 1 Berliner Scheffel Weizen von 93 Pfand 72, Roggen⸗ 860 ⸗ 56, Gerſte ⸗ 61 ¾ ⸗ 36, * afer 465 25, 88. 182. Der aufloͤsbare und mit Huͤlfe der Beackerung in dieſem Zuſtande zu verſetzende Theil wird alſo durch je⸗ de abgenommene Kornernte in verſchiedenem Grade ver⸗ aͤndert und endlich ſo erſchoͤpft, daß keine Frucht mit Vortheil weiter auf dem Felde beſtellet werden kann, bis jener erſetzt iſt. Dies kann nicht anders; als vermoͤge der Mittheilung verweſender thieriſcher und vegetabili⸗ ſcher Subſtanzen geſchehen, die man entweder aufbringt oder ſich auf dem Acker ſelbſt erzeugen laͤßt und, oͤhne ſie abzufuͤhren, unterbringt. Andre Duͤngungsmittel ſchei⸗ nen bloß dadurch zu wirken, daß ſie die noch im Boden befudlihen, gar nicht oder nur ſehr langſam aufloͤsbaren 116 Triebkraft oder Nahrungsſtoff des Bodens ꝛc. Theile der Gewaͤchserde durch chemiſche Wechſelwirkung ſchneller in dieſen Zuſtand verſetzen, daher zwar neue Fruchtbarkeit bis auf einen gewiſſen Punkt bewirken/ aber auch um ſo gruͤndlicher erſchöͤpfen. 183. Unter den aufzubringenden thieriſch⸗vegetabiliſchen Subſtanzen iſt der aus thieriſchen Excrementen und ve⸗ getabiliſcher Einſtreuung beſtehende Stallmiſt das einzi⸗ ge, was im Allgemeinen dem Landwirth in genugſamer Meuge zu Gebot ſtehet, obwohl andre faulende Stoffe allerdings eine Beihuͤlfe geben koͤnnen. Die Befruchtung des Ackers durch ſelbſt erzeugte und darauf wieder zergehende Subſtanzen geſchiehet durch kuͤnſtliche, mittelſt Beackerung und Beſaamung, hervor⸗ gebrachter Gewaͤchſe, beſonders ſolcher Art, die durch viele aus der Atmoſphaͤre angezogene Stoffe eine große Maſſe vegetabiliſcher Subſtanz erzeugen, und als ſoge⸗ nannte gruͤne Duͤngung untergepfluͤgt werden; oder durch das natuͤrliche Beraſen(Eindreiſchen) des Ackers und dem daraus erfolgenden, zuruͤckfallenden thieriſchen Wei⸗ demiſt, wodurch nach dem Umbruch die Raſenfaͤulniß um ſo wirkſamer wird. 184. Nach dieſer entlehnten chemiſch⸗ phyſiſchen Anſicht betrachten wir die Sache aus dem Geſichtspunkte des praktiſchen Ackerbauers⸗ dreekre Jed fucht,/ ict auf Fnten inmt brundbeſ Vnterun berſe b in ſänt dagegen hafer d ſchung, mgünſig Ertrag ſeinen ſchten, Ernten durch e unnte dücſſcht tämnen ß er uit eg odens n. hſelvitng war han :beviin getabilſte ten und das e 1 genugſaue ende Ehi ſt erzeu ziehet da ng, herte „ die dan eine gri d als ſey oder dun Ackers un ſchen W aſenfaͤuli hen Auſtt punſte R Triebkraft oder Nahrungsſtoff des Bodens ꝛc. 117 Jeder Verſtaͤndige und Nachdenkende waͤhlt die Frucht, die er ſeinem Acker anvertrauen will, mit Nuͤck⸗ ſicht auf die Kraft, die er dieſem nach den abgetragenen Ernten und der gegebenen Duͤngung zutrauet, und nimmt danach— unter der Vorausſetzung, daß die Grundbeſchaffenheit des Bodens beiden zuſagt— in der Winterung Weizen oder Roggen, in der Sommerung Gerſte oder Hafer. Er bedenkt aber auch, daß der Wei⸗ zen ſeinen Boden mehr ausſauge, als der Roggen; was dagegen bei Gerſte und Hafer gleicher iſt, indem der Hafer durch groͤßere Maſſe, mithin durch ſtaͤrkere Aus⸗ ziehung, der erſtern gleich kommt. Er erwartet bei nicht unguͤnſtiger Witterung von allen dieſen Fruͤchten einen Ertrag, der im Verhaͤltniß ſtehet mit der Kraft, die er ſeinem Boden bei der Beſtellung, zufolge obiger Ruͤck⸗ ſichten, zumuthete. Nach der Art der abgenommenen Ernten weiß er, daß er dem Acker die ausgezogene Kraft durch eine verhaͤltnißmaͤßige Duͤngung oder durch ſoge⸗ nannte Ruhe(Raſenfaͤulniß) wieder erſetzen muß, mit Ruͤckſicht auf die Ernten, die er nun ferner davon zu nehmen die Abſicht hat. Durch Bearbeitung, weiß er, daß er nur die vorhandene Kraft in Wirkſamkeit ſetzt, nicht eigentlich vermehrt. 185. Er richtet ſeinen Duͤngerſtand ſo viel moͤglich nach den Saaten ein, die er ſeiner Feldflur geben will. Da dies aber ſeine Graͤnzen hat, ſo beſtimmt er ſeine Feld⸗ 118 Triebkraft oder Nahrungsſtoff des Bodens ꝛc. beſtellungen wieder nach der Dungkraft, die er bewirken kann. Und dies iſt die erſte, wenn gleich nicht die ein⸗ zige Nuͤckſicht, die er bei der Beſtimmung ſeines Feld⸗ oder Wirthſchafts⸗Syſtems, ſeiner Fruchtfolge, zu neh⸗ men hat. 186. Ich habe einen idealiſ den Maaßſiab enberde um das Verhaͤltniß a) der Bodenkraft nach dem Ertrage der Ernten in einem Mitteljahr, b) dagegen den Ertrag der Ernten nach der aun menden Bodenkraft, c) in welchem Grade die Ernten dem Boden die Kraft entziehen, d) und in welchem der Duͤnger, die e ſogenannte Ruhe, auch gewiſſe verbeſſernde Saaten, die entzogene Kraft dem Boden wiedergeben, zu beſtimmen und in Zahlen auszuſprechen. Da ich mich erſt neuerlichſt ausfuͤhrlich in meiner „Geſchichte der Moͤglinſchen Wirthſchaft Berlin 1815 S. 247 u. f. daruͤber erklaͤrt habe: ſo verweiſe ich mei⸗ ne Leſer und Zuhoͤrer darauf. Den Maaßſtab halte ich fuͤr zweckmaͤßig; ſein Ge⸗ brauch muß mannichfaltig, beſonders nach der Boden⸗ art, modificirt werden; die gemachten Meſſungen muͤſ⸗ ſen durch fernere Erfahrung beſtaͤtigt oder berichtiget wetden/ Podenal 3) Sikraf nanem edde, er d der get beijuſch ger gen genen trzeugt de be⸗ vid. duch d de Ma ſdeft, dnecte ſt und ſmniten odens n. e bewittn ct de an änns 30 ge; zu t Hangegica. :Ernten e onzum Bed 1 annte Ah zogene Kit ˖in meir elin 131 iſe ich w zz ſiin 6 der Voden⸗ ſungen ni r brichtoi Der Duͤngerſtand. 119 werden, und daßu iſt die Mögliner Wirthſchaft fuͤr ihre Bodenart experimentaliſch beſtimmt. 187. Ich habe die Ausſicht, daß auch ein phyſi ſcher Triebkrafts⸗ oder Fruchtbarkeits⸗Meſſer, wo nicht bei meinem Leben, doch durch mein Fortwirken auf dieſer Erde, erfunden werden wird. Der Ouͤngerſtand. 188. Der in der Wirthſchaft ſelbſt erzeugte Stallmiſt iſt der gewoͤhnlichſte und in zureichender Menge allein her⸗ beizuſchaffende Duͤnger— daher auch natuͤrlicher Duͤn⸗ ger genannt. Er entſteht aus den mit Stroh aufgefan⸗ genen Excrementen der Hausthiere, und dieſe werden erzeugt aus der vegetabiliſchen Nahrung, welche durch die Lebensthaͤtigkeit in thieriſche Materie umgewandelt wird. Ihre Maſſe und ihre Art wird alſo beſtimmt durch die dem Vieh gegebene Nahrung. Mithin kann die Maſſe und die Kraft des Miſtes in einer Wirth⸗ ſchaft, unter Vorausſetzung einer gehoͤrigen Behandlung, directe gefolgert und berechnet werden aus der Quanti⸗ taͤt und Art der gewonnenen und mit dem Vieh zu con⸗ ſumirenden Fuͤtterung und Einſtreuung. — 120 Der Duͤngerſtand. . 189.. 1 7 Man hat zwar bisher den Duͤngerſtand nach der Kopfzahl des gehaltenen Viehes beſtimmen wollen; aber jeder Nachdenkende ſah ein, wie durchaus truͤglich die⸗ ſes ſey, indem drei Stuͤck Vieh, die nicht mehr Futter und Einſtreuung erhalten, wie ein anderes derſelben Art, auch nicht mehr Miſt machen. Man mußte daher, um ein irgend richtiges Reſultat zu erhalten, ſagen: wenn ein Stuͤck Vieh reichliche, oder maͤßige, oder kaͤrgliche Fuͤtterung erhaͤlt, und ſtark oder nothduͤrftig, oder ſehr ſpaͤrlich eingeſtreuet wird: ſo macht es ſo viel Miſt, oder, wie man ſich gewoͤhnlich ausdruͤckte, ſo iſt es im Stande, eine ſolche Flaͤche Landes ſtark, mittelmaͤßig oder ſchwach abzuduͤngen. Es war alſo das Vieh hier nur ein Medium Comparationis, wodurch aber mancher verfuͤhrt worden iſt, zu glauben, daß er mehr Duͤnger erzeuge, wenn er nur mehr Vieh hielte, ohne mehr Fut⸗ ter zu gewinnen; was doch der geſunden Vernunft und Erfahrung nach umgekehrt iſt. 190. Wir ſchließen richtiger directe aus der Quantitaͤt und Art des gewonnenen und wirthſchaftlich conſumir⸗ ten Futters und Strohes auf die Quantitaͤt und Kraft des Miſtes, ohne vorerſt Ruͤckſicht auf die Zahl und Art des gehaltenen Viehes zu nehmen; wobei jedoch das Verhaͤltniß der nahrhaften Fuͤtterung zum Stroh oder zu anderer Einſtreuung zu beachten iſt. 8 Nateric lach de Rn. Joobach hau ltztern delt we ſtande, ſich ge Nateri Denn ſtere ge angew ſey de Kraut gegebt Stroh derden 1 bichſe Kahrh komme hanz 8s ip nach der len; aber äglich d ehr Fute ſelben A daher, i en: wem r kärglch oder ſir viel Mit iſt es i ttelmaͤs Vieh hiet t manche hr Duͤnge mehr Fl rnunft und Quantitt conſumi und Kuf hl und ſedoch di Stroh ode Der Duͤhngerſiand. 121 191. Das Verhaͤltniß, in welchem Stallmiſt aus jenen Materialien hervorgehet, kann nicht wohl anders als nach dem Gewichte durch die Erfahrung beſtimmt wer⸗ den. Und dieſe lehrt nach hinlaͤnglich vervielfaͤltigten Beobachtungen, daß, wenn ½ Heu auf Stroh, beſſer ½ Heu auf ½ Stroh oder ꝛ☚ vom erſtern und 4 vom letztern conſumirt oder in Miſt durch das Vieh verwan⸗ delt werden, das Gewicht dieſes Miſtes, in dem Zu⸗ ſtande, wie er gewoͤhnlich auf den Acker gefahren wird, ſich genau genug ergebe, wenn man das Gewicht jener Materialien zuſammengenommen mit 2,3 multiplicirt. Wenn Heu in noch geringerm Verhaͤltniſſe wie das er⸗ ſtere gegeben wird, ſo muß ein geringerer Multiplicator angewandt werden— gegen die Meinung Einiger—; es ſey denn, daß in dem Stroh viel Koͤrner oder nahrhaftes Kraut enthalten waͤren. Wird dagegen noch mehr Heu gegeben, zu gleichen Theilen oder daruͤber mit dem Stroh, ſo ſcheint das Miſtverhaͤltniß noch ſtaͤrker zu werden. 192. Werden ſtatt eines Theils Heu andere Futterge⸗ waͤchſe gegeben in ſolchem Maaße, daß ſie in ihrer Nahrhaftigkeit einem gewiſſen Quantum an Heu gleich kommen, ſo wird der Miſt im Gewichte zwar dem nicht ganz gleich kommen, der aus dieſem Heu erfolgt waͤre. Es iſt indeſſen nach aller Wahrſcheinlichkeit anzunehmen, 122 Der Duͤngerſtand. daß er in der Kraft dem Heumiſte gleich ſey, weil durch jene Fuͤtterungsmittel ein gleicher Umfang thieriſchen Le⸗ bens erhalten werden mag, gleicher Nahrungsſtoff gebil⸗ det wird, und gleicher Auswurf thieriſcher Materie er⸗ folgt. 193. Der Strohgewinn wird berechnet nach dem gemach⸗ ten, oder bei einem Veranſchlage, nach dem im Durch⸗ ſchnitt zu erwartenden Einſchnitt, wobei ein ziemlich gleicher und beſtimmter Band der Garben vorausgeſetzt wird, deſſen Gewicht man kennt. Auch kann man ein gewiſſes Verhaͤltniß des Strohes zum Korne bei den verſchiedenen Getreidearten annehmen, welches jedoch nach der Beſchaffenheit des Bodens und deſſen Reinheit vom Unkraute verſchieden iſt, auch nach den Jahren ab⸗ weicht und nur im Durchſchnitt zutrift. Dem Gewichte nach verhaͤlt ſich das Stroh zum Korne 5 beim Roggen wie 100 zu 38— 44, „ Weizen„ 100 ⸗ 45— 50, „ Gerſte„ 100 ⸗ 62— 65, Hafer„ 100 ⸗ 60— 64. Bei den Huͤlſenfruͤchten laͤßt ſich ein ſolches Verhaͤltniß nicht wohl annehmen, w weil ihr Koͤrner⸗Anſatz zu ſehr verſchieden iſt. Spreu und üeberkehr iſt mit unter dem Stroh begriffen. in der wengn Kraſt gers, ſchui Yich Nach Nndv ſe gut dell durch ſchen de⸗ ſof gebl Natetie e n gemag mm Dunß n ziemüc rausgeſct man üt bei den s jedoch Reinhät jahren ab⸗ Gewwicht Verhaͤltni tz zu ſih unter den Der Duͤngerſtand. 123 1 194. In Anſehung der Fuͤtterungsmittel kann man nach den gemachten Erfahrungen annehmen, daß 44 Pfund Koͤrner, 200 ⸗ Kartoffeln, 450„MNunkeln, 35b„ Steckruͤben, 525. Waſſerruͤben, 260„ Moͤhren/ 600„ Kohl,— 400 ⸗ gruͤner Klee oder Luzerne u. a. in der Nahrungskraft 100 Pfund gutem Heu gleich kom⸗ men, und vielleicht nicht im Gewichte, aber wohl in der Kraft ein Gleiches an Duͤnger erzeugen. Hiernach laͤßt ſich alſo der Veranſchlag des Duͤn⸗ gers, den man in einer geordneten Wirthſchaft im Durch⸗ ſchnitt erwarten kann, machen. Es kommt noch dazu der Weideduͤnger, den das Vieh auf den Hof bringt, wenn es Nachts hereinkommt. Nach gemachten Verſuchen betraͤgt dieſer von einem Stuͤck Rindvieh 15 Pfund, von einem Schafe 1 ½ Pfund, wenn ſie gute Weide haben, in einer Nacht. 195. Der Miſt wird freilich nicht gewogen, aber man ſucht doch das gewoͤhnliche Gewicht eines Fuders, wie es nach der Beſchaffenheit des Geſpanns, der Wagen 4 „ ——— 1 J —— mmo³⁶⅓³⅓ 124 Der Duͤngerſtand. und der Wege geladen wird, auszumitteln. Im Mittel pflegt es 20 Centner oder 2200 Pfund zu wiegen⸗ 196. Der Werth eines ſolchen Fuders Miſt kann in ver⸗ ſchiedener Hinſicht ſehr verſchieden angenommen werden. Sein Marktpreis, der durch das Verhaͤltniß des Angebots zur Nachfrage beſtimmt wird, iſt in der Regel geringe, da diejenigen, die ihn verkaufen wollen, dieſen ihnen laͤſtigen Abfall moͤglichſt ſchnell und zu einer ihnen bequemen Zeit los zu werden trachten. Den meiſten, die ihn kaufen wollen, paßt die Abfuhrszeit nicht, und uͤberhaupt iſt eine entferntere Abfuhr, wenn man es ge⸗ nau berechnet, ſehr koſtbar. Sein Erzeugungs⸗ oder Koſtenpreis kann auf die Weiſe beſtimmt werden, daß man den Werth der Fuͤt⸗ terung, Einſtreuung und ſaͤmmtliche Koſten des Viehes mit einem billigen Verlagsprofit auf der einen Seite, die anderweitige Nutzung des Viehes auf der andern Seite berechnet; wo dann das mehrentheils hervorgehen⸗ de Deficit des letzteren durch den Werth des Miſtes— um deſſentwillen das Vieh in dieſem Falle hauptſaͤchlich gehalten wird— gedeckt werden muß. In den meiſten Faͤllen kann man bei den landuͤblichen Verhaͤltniſſen aber alſo rechnen, daß die uͤbrige Fuͤtterung und Haltung des Viehes durch deſſen Benutzung, das Stroh aber durch den Miſt bezahlt, der Erzeugungspreis des Miſtes alſo durch den Preis des Strohes, dieſes aber, wenn es feite in Path ſi, ein D farſen in Acke ertägt, fiumte nchaur nach d und n der N dduel mi A. mal⸗ minde von 3 I htte Naeſſe Endin hauet rict Mitte en. nin we werden ltniß dei der Reyl n, dieſa ger ihna meiſten ht, un nes ge mauf die der Füt s Wehe⸗ en Seite er anden wvorgehen⸗ Miſes üptſächl en meiſtn niſen oher leung dos ber durc ſſes alſ went es Die Viehhaltung. 125 keine in Menge verkaͤfluiche Waare iſt, wieder durch den Werth des Miſtes beſtimmt werden, oder, was einerlei iſt, eins gegen das andere aufgehe. Der Nutzungswerth des Miſtes laͤßt ſich wohl am klarſten daburch beſtimmen, daß man ausmittelt, was ein Acker bei einer gewoͤhnlichen, nothduͤrftigen Duͤngung ertraͤgkt, und um wie viel ſein Ertrag durch eine be⸗ ſtimmte reichlichere Duͤngung ſtaͤrker wird. Dieſe Be⸗ rechnung wird freilich ein verſchiedenes Reſultat geben nach der Art des Bodens, nach der Art der Fruͤchte und nach der Intelligenz, womit man ſie bauet, und der Nutzungswerth eines Fuders Miſt wird ſich nur in⸗ viduell beſtimmen laſſen. Aber man wird doch wohl— mit Ausnahme weniger Faͤlle— finden, daß ein Nor⸗ mal⸗Fuder(195.) Duͤnger auf den Acker gebracht, mindeſtens den Werth von 1 ¾ Scheffel Roggen oder von 36 ✕ qhabe. 1 8 Die Viehhaltung. 197. Wenn gleich aus einer gegebenen Maſſe Stroh und Futterung, durch Vieh conſumirt, immer eine gleiche Maſſe von Duͤnger erzeugt wird, und der Duͤnger der Endzweck iſt, warum der groͤßte Theil des Futters er⸗ bauet und das Viehes gehalten wird: ſo iſt es doch nicht gleichguͤltig, mit welchem Vieh und auf welche 126 Die Viehhaltung. Weiſe dieſes Futter verzehrt und in Miſt verwandelt in ein wird. 8 chaaft 2 dheils, 4 198. in mas Eine Ruͤckſicht iſt ſchon die, daß der Miſt von ver⸗ ind ge ſchiedenen Thierarten erzeugt, beſondere Eigenheiten hat Png der und ſich zu einem Boden, zu einem Zwecke beſſer paßt, arllc als zum andern. Jedoch laͤßt ſich das durch ſeine Be⸗ hehaf handlung wohl ausgleichen. te grd — Intell 5 8 199.. andere Eine wichtigere Ruͤckſicht iſt aber die, daß man So ha aus ſeinem mit dem Vieh conſumirten Futter den moͤg⸗ iis ein lich hoͤchſten anderweitigen Gewinn ziehe, dieſes alſo am che theuerſten ausbringe, mithin den Miſt am wohlfeilſten fremde erhalte. Und dies beſtimmt hauptſaͤchlich die Art, die man Staͤrke und die Zahl des Viehes, die man von einer ge⸗ ſant gebenen Quantitaͤt und Qualitaͤt des Futters erhal⸗ kaum ten ſoll. den 200. neuerli Von der Wahl des Zugviehes iſt§. 30. geredet Uaene worden. Doch muß hier bemerkt werden, daß wenn die üürgen zur Vollfuͤhrung einer gewiſſen Arbeit zu haltenden Pferde dls du oder Ochſen gleich viel koſteten, in Anſehung des Miſtes trut doch Vortheil bei den letzteren ſeyn wuͤrde. üühle 3 ung 201. iat- In Anſehung des Nutzviehes findet in vielen Faͤl⸗ rwandelt bon ben eiten h ſſet puß ſeine d daß mal en moͤg, alſo am vhlfeilſte Art, d einer ge es ethal geredei wenn di en Pferd es Miſes jelen Gäl Die Viehhaltung. 127 len eine freie Wahl zwiſchen dem Nindvieh und dem Schaafvoieh ſtatt, wenigſtens in Anſehung des groͤßeren Theils, den man von dem einen oder dem andern hal⸗ ten mag. Hier ſind nun die Meinungen ſehr ſchwan⸗ kend geweſen. Man wird aber bei der genauern Pruͤ⸗ fung der angelegten Berechnungen finden, daß dasjenige wirklich am vortheilhafteſten war, was man am vor⸗ theilhafteſten hielt, weil man darauf die meiſten Koſten, die groͤßte Aufmerkſamkeit verwandte und ſich die meiſte Intelligenz daruͤber zu verſchaffen ſuchte; wogegen der andere Theil in jeder Nuͤckſicht vernachlaͤſſiget wurde. So hat man die Schaͤfereien in vielen Laͤndern lange als einen Nothbehelf angeſehen, womit man die Bra⸗ che, Stoppel und duͤrre, hohe Weide oder Abtrift auf fremden Aeckern nur einigermaaßen benutzen muͤſſe; weil man ſich richtig berechnete, daß ſie ihr Winterfutter ſamt Koſten und Riſico nicht durch ihren Ertrag und kaum durch ihren Duͤnger bezahlten. Nachdem man den Erfolg ihrer beſſern Behandlung und Veredlung neuerlich allgemeiner kennen gelernt hat, iſt man zu der Ueberzeugung gekommen, daß jede nicht ſehr fette und uͤbrigens geſunde Weide vortheilhafter durch Schaafe, als durch Rindvieh benutzt werde und zugleich die Win⸗ terfutterung durch jene ſich beſſer als durch dieſes be⸗ zahlte; daß etwa nur durch Futterbau und Stallfutte⸗ rung— die bei den Schaafen groͤßere Schwierigkeiten hat— die Nutzung des Rindviehes zu gleicher Hoͤhe, 128 Die Viehhaltung. unter gewiſſen Verhaͤltniſſen zu groͤßerer, gebracht wer⸗ den koͤnne. 202. Beim Rindoieh tritt zuweilen wieder die Wahl zwiſchen Molkerei— bei dieſer zwiſchen Milchverkauf, Butter⸗ oder Kaͤſemachen— Maͤſtung und Aufzucht ein. Hier kann eine reifliche, umſichtige Erwaͤgung der Orts⸗ und Zeitverhaͤltniſſe nur in jedem einzelnen Falle entſcheiden. Weil aber der Markt fuͤr alles mehren⸗ theils beſchraͤnkt iſt, ſo iſt die Beachtung der Regel wohl zu empfehlen, daß man nicht auf das ſpeculiren muͤſſe, was ſchon viele ergriffen haben. 203. Eine ſtarke Schweinezucht koͤnnen nur Ortsverhaͤlt⸗ niſſe, insbeſondere bruchige Weiden, die mit anderem Vieh nicht wohl zu benutzen ſind, auf die Dauer vor⸗ theilhaft machen. 204. Der Wahn, daß die Viehnutzung jeder Art durch die Kopfzahl oder auch durch die Staͤrke des Viehes be⸗ ſtimmt wuͤrde, iſt zwar von allen verſtaͤndigen Landwir⸗ then ſeit jeher als falſch anerkannt, verleitet jedoch noch immer viele, mehreres und groͤßeres Vieh zu halten, als mit ihrer Futterung und Weide vortheilhaft ernaͤhrt wer⸗ den kann. Sobald auf eine gegebene Menge von Fut⸗ ter tr nel ſihrt nan nehrt hauterun Fhes P fätte beloren 3 dich auch ih de Ver ſuſt Duanu 3 4 Nur iſ heftete ſchritte ä b futtrun igem T ang g ar and dum ai t im Thrun Die Viehhaltung. 129. acht wen ter mehr Vieh gehalten wird, als reichlich dadurch er⸗ naͤhrt werden kann, ſo vermindert ſich der Nutzen, den man aus jener erhalten konnte und der Duͤnger ver⸗ mehrt ſich wenigſtens nicht. Denn derjenige Theil der de W Futterung, der zur nothwendigen Lebenserhaltung des hverkau Viehes erforderlich iſt, gewaͤhrt weiter keinen Nutzen und Aufzut je ſtaͤrker der Viehſtand iſt, um deſto mehr geht damit zgung de verloren. lnen Ful Jedoch hat die Quantitaͤt, die von einem Stuͤck 3 wehru⸗ Vieh gewiſſer Staͤrke vortheilhaft verzehrt werden kann, kegel woſl auch ihre Graͤnzen, und man hoͤnnte ſo viel geben, daß 3 en muͤſſ die Verdauungskraͤfte nicht zureichten, es in Saft und Kraft zu verwandeln. Es giebt daher ein gewiſſes Quantum Futter, worauf es rathſamer wird z. B. auf 3, 4 oder 5 Stuͤck Vieh ein Stuͤck mehr zu halten. tsbethi Nur iſt es weit haͤufiger, daß die Graͤnzen der vortheil⸗ anderen hafteſten Futterung nicht erreicht, als daß ſie uͤber⸗ Hauer vor ſchritten werden. 205. Eine weſentliche Ruͤckſicht iſt die, daß die Winter⸗ Art durc futterung mit der Sommerfutterung oder Weide in rich⸗ Liehes b⸗ tigem Verhaͤltniſſe ſtehe. Denn das an reichliche Nah⸗ Landwir rung gewoͤhnte Vieh verkuͤmmert um ſo mehr, wenn es doch ncc zur andern Zeit kaͤrglich genaͤhret wird und erfordert alten, ab dann zu ſeiner Aufhuͤlfe mehr als noͤthig geweſen waͤre, nahtt we⸗ es in einem immer gleichen Stande zu erhalten, wenn von Fut⸗ es im Ganzen dieſelbe Nutzung geben ſoll. Jedoch iſt ttr Thaers Leitfaden. J 130 Die Viehhaltung. damit nicht geſagt, daß das Vieh in jedem Zuſtande gerade dieſelbe Nahrungsmaſſe erhalten ſolle; es bedarf 8 vielmehr zu Zeiten einer ſtaͤrkeren, zu Zeiten einer ſchwaͤ⸗ nnn ſi cheren, um den hoͤchſten Nutzen daraus zu ziehen. um B. V. dt ſei 206. G n ſu Ss iſt daher zur moͤglich beſten Vieh⸗ oder Futter⸗ V Pin b Nutzung erforderlich, daß alles zu jeder Zeit im gerech⸗ hüümen ten Verhaͤltniß und mit Ordnung zugetheilt werde. In⸗ Feihalt deſſen muß doch die gehoͤrige Maſſe da ſeyn, und es doſten iſt verleitend, wenn einige Wirthe ſich beruͤhmen, daß(öchade ſie bloß durch gute Futterordnung mit einer ſehr gerin⸗ ſe Un gen Quantitäͤt von Nahrung ihr Vieh in gutem Stande ahem und Nutzung erhielten. Wo man das Vieh faſt mit ſebe bloßem Stroh den Winter hindurch kraftvoll zu erhalten verſichert, da unterſuche man das Stroh⸗ und Scheu⸗ ren⸗Futter, und man wird finden, daß die darin zu⸗ ruͤckgebliebenen Koͤrner dieſe Fuͤtterung nicht ſo wohlfeil 6 machen, wie es ſcheint. drch 205 dthde 7. utet Aus dem Geſagten erhellet, daß die Beſtimmung in und Berechnung des zu erzeugenden Futters immer der unnher Beſtimmung des zu haltenden Viehes vorhergehen muͤſſe. un ſe Letzteres laͤßt ſich viel leichter in angemeſſener Menge ad und Art herbeiſchaffen, als erſteres, auf deſſen Produk⸗ üiſtn, tion die ganze Einrichtung der Wirthſchaft angelegt ſeyn ducht Juſttnd⸗ es bedaf iner ſche ehen. der Fatt im guuch werde. h n, und g hmen, di ſeht gei m Stan h faſt u zu erhalt und Sche e darin ſo wohſt Beſtimmm immer d gehen miſ ener Na ſen prodt ngelegt e Die Viehhaltung. 131 208. Bei jeder Thierart iſt es allerdings wichtig, daß man ſich eine dem Zwecke, den Wirthſchaftsverhaͤltniſſen, dem Boden und Klima angemeſſene Raße zu verſchaffen oder ſein Vieh in dieſen beſonderen Hinſichten zu ver⸗ edeln ſuche. Man laffe ſich aber ja nicht verleiten, nach einer bloß conventionell ſchoͤn erachteten, in Mode ge⸗ kommenen und vielleicht nur unter ganz berſchiedenen Vethaͤltniſſen vortheilhaft befundenen Raße mit großem Koſtenaufwande zu ſtreben, wodurch ſich maͤnche großen Schaden zugezogen haben. Nur wenn man mit gehoͤri⸗ ger Umſicht die den Ortsverhaͤltniſſen angemeſſenſte Raße ausgemittelt hat, wird man ein Capital zur Anſchaffung derſelben vortheilhaft anlegen: 209. Es ergiebt ſich zwar aus den meiſten genaueren Berechnungen; daß beim Vieh kein Reinertrag, vielmehr Schaden hervorgehe, wenn man alle Koſten und das Futter zum Markt preiſe der Gegend anſchlaͤgt. Dage⸗ gen aber findet ſich, daß— dieſen Marktpreis ange⸗ nommen— betraͤchtlicher Gewinn beim Futterbau ſey, und daß man oft ſein Land durch unmittelbar verkaͤuf⸗ liche Fruͤchte nicht ſo hoch benutzen koͤnne, wie durch dieſen; zumal wenn man den groͤßen Vortheil des Fruchtwechſels in Anſchlag bringt. Daher erklaͤrt ſich die alte Bemerkung; daß diejenigen Landwirthe vor an⸗ J 2 132 Die Wirthſchafts⸗ oder Feld⸗Syſteme. dern in Wohlſtand gekommen ſind, die Vorliebe fuͤr den Viehſtand hatten und viel darauf verwandten. E var i 1 Pgel Die Wirthſchafts⸗ oder Feld⸗Syſteme. a us der 210. G— menn Unter Wirthſchafts⸗Syſtem verſteht man hauptſaͤch 1)t lich die Eintheilung der Laͤndereien in Bezug auf die 6 Ordnung und das Verhaͤltniß, in welchem ſie mit ver⸗)t ſchiedenen Fruͤchten beſtellet und benutzt werden. Man d nennt es ſonſt Ackerumlauf, Rotation der Fruͤch⸗ ucj 5 te, Roulirung, Turnus der Felder, und die Fran⸗ Nr W zoſen haben ein neues Wort, assolement, dafuͤr ange⸗ 6 8” nommen. niſi 211. 0 lande Die Hauptruͤckſicht bei der Beſtimmung eines Feld⸗ dusſch Syſtems iſt die: hinreichendes Material zur Erzeugung ſchaf derjenigen Duͤngermaſſe zu gewinnen, die nach Verhaͤlt., äͤnfi niß der zu nehmenden ausſaugenden Ernten zur Erhal⸗ ſh zn tung— auch wohl zur Vermehrung— der Bodenkraft ünerr erforderlich iſt. Wenn es gleich mehrere Nebenruͤckſichten duten giebt, ſo iſt dies doch die erſte und weſentliche Forde⸗ 3e rung, die an ein richtiges Feld⸗Syſtem ergehet, und ring von der Art und Weiſe, wie ſie erfuͤllt wird, haͤngt die nai Verſchiedenheit der Feld⸗Syſteme ab. ſe. e fut den me. haupith g auf d ſie mit w en. M er Fru die Fru⸗ afuͤr ant eines dh „Ekzeuge c Verhäl zur Erhl Bodenki enruͤckſiht liche Font gehet, u hängt Die Wirthſchafts⸗ oder Feld⸗Syſteme. 133 212. Ein Theil des Duͤngermaterials, das Stroh, wird zwar immer vom Acker genommen, reicht aber in der Regel nicht zu, um den erforderlichen kraͤftigen Duͤnger zu machen, ſondern dient faſt nur zur Aufnahme des aus dem Futter erfolgenden. Dieſes Futter wird nun gewonnen: a) von ausſchließlich dazu geeigneten und beſtimmten Grundſtuͤcken, den Wieſen und Weidegruͤnden oder b) vom Acker ſelbſt, abwechſelnd mit andern Fruͤchten. Ob das eine oder das andere ausſchließlich, oder doch hauptſaͤchlich geſchehe, macht den Hauptunterſchied der Wirthſchafts⸗Syſteme aus. Im Falle a nennt man es Felderwirthſchaft, im Falle b Wechſelwirthſchaft im urſpruͤnglichen und eigentlichen Sinne des Worts. Die Felderwirthſchaft muß alſo außer dem Acker⸗ lande Wieſengruͤnde und Weideanger oder zum Futterbau ausſchließlich geeignete Kaͤmpe haben. Die Wechſelwirth⸗ ſchaft bedarf deren nicht, und hat, wo ſie vollſtaͤndig eingefuͤhrt iſt, allen Grund und Boden, der deſſen faͤhig iſt, zum Acker gezogen und benutzt ihn, in laͤngeren und kuͤrzeren Perioden wechſelnd, zum Fruchtbau und zur Futtergewinnung. Es iſt alſo im Allgemeinen unrich⸗ tig, wenn man ſagt, daß die Wechſelwirthſchaft eine geringere Flaͤche zum Fruchtbau behalte; ſie hat oft ei⸗ ne groͤßere. Selten kommen ganz vollſtaͤndige Wechſel⸗ wirthſchaften im ſtrengſten Sinne des Wors vor, weil die meiſten beſtaͤndige Wieſen haben; jedoch giebt es 134 Die Wirthſchafts⸗ oder Feld⸗Syſteme. ſolche, und ſie koͤnnen gar wohl beſtehen. Auch iſt es ſelten, daß die Felderwirthſchaft ihr Vieh nicht einiger⸗ maßen vom Acker naͤhrte. Aber a potiori lit deno- minatio. 213. Eine zweite Unterſcheidung her Wirthſchafts⸗Syſte⸗ me beruhet darauf, ob ſie a) ihr Vieh im Sommer weiden, oder b) auf dem Stalle fuͤttern. „Die Weide erfordert eine größere Flaͤche zur glei⸗ chen Ernaͤhrung deſſelben Viehes, die Stallfuͤtterung ei⸗ nen groͤßern Arbeits⸗ und Koſtenaufwand. Bei jener wird der Sommermiſt weniger, jedoch einigermaßen be⸗ nutzt, wenn es eine Wechſelwirthſchaft iſt; er geht— bis etwa auf den naͤchtlichen— ganz fuͤr den Acker verloren, wenn es eine Felderwirthſchaft iſt. Die Stall⸗ fuͤtterung bewahrt ihn ſaͤmmtlich auf, und erfordert mit⸗ hin zur Bewirkung derſelhen Duͤngung eine geringere Viehhaltung, 214. Die dritte Unterſcheidung beruhet auf dem Wechſel der Fruͤchte. Die meiſten Wirthſchaften wechſeln zwar, bauen aber faſt lauter halmige Kornarten(Cerealien), die ihrer Natur nach ſehr verwandt ſind, und ſich groͤß⸗ tentheils aus dem Boden naͤhren(180. 181.), hinter ein⸗ ander. Andre befolgen die laͤngſt anerkannte z aber von den neueren Britten erſt feſtgeſtellte und zur Ausfuͤhrung V gnach hiſteht andre = in dder zu den 5 eneſ ſſt al Anba get, giebt bechſel lztees ſonder d. Die Wirthſchafts⸗ oder Feld⸗Syſteme. 135 uch iſt 6 gebrachte Regel des Fruchtwechſels, welche darin ht einige beſteht: zwiſchen zwei Getreide⸗Saaten eine t deco. andre, ihrer Natur nach verſchiedene Frucht — in dieſer Hinſicht gleichviel, ob zur Viehfuͤtterung oder zum unmittelbaren Gebrauch— zu nehmen, die den Boden in einem der folgenden Saat an⸗ fts⸗Sſ gemeſſenen Zuſtande hinterlaͤßt, und zwar ſo oft als noͤthig eine ſolche, welche durch ihren Anbau den Boden lockert, luftet und reini⸗ get, die Brache mithin unnoͤthig macht. Es e zur gi giebt daher Wirthſchaften nach der Regel des Frucht⸗ tterung wechſels, welche keine Wechſelwirthſchaften ſind, obwohl Bei fen letzteres haͤufiger der Fall iſt, und jenes nur unter be⸗ maßen h ſondern Umſtaͤnden eintritt. er geht- den Act die&i 213 ſordett u Man unterſcheidet viertens Wirthſchaften mit und ſe grringe ohne Brache. Die Brache iſt verſchiedener Art. Die vollſtaͤndige reine Brache beſteht darin, daß man die Stoppel ſo fruͤh im Herbſt umbricht, als dem Wa moͤglich, und dann im folgenden Sommer den Acker ſo oft pfluͤgt und egget, als er wieder begruͤnet, bis man ſchſeln zya (Eereala) ihn mit Winterung beſtellt. n ſih a Die halbe Brache, auch Hegebrache genannt, hintr i wird im Herbſt und bis zur Mitte des Sommers un⸗ 4 dr ben aufgebrochen zur Weide benutzt; ſie liegt ſogar nicht Jugführug ſelten bis zur Mitte des Auguſts, wird dann ſchnell 136 Die Wirthſchafts⸗ oder Feld⸗Syſteme. hintereinander mehrentheils dreimal gepfluͤgt und mit Winterung beſaͤet. Beſoͤmmerte Brache nennt man uneigentlich den Acker, der nach der gewoͤhnlichen Ordnung gebraacht werden ſollte, aber mit andern Fruͤchten, die man des⸗ halb Braachfruͤchte nennt, beſtellt iſt. Getreide bauet man hoͤchſt ſelten darin, weil man weiß, daß dies ſehr nachtheilige Folgen hat; ſondern ſolche Fruͤchte, die nach der Regel des Fruchtwechſels— dem man ſich dadurch doch annaͤhert— immer zwiſchen zwei Getreideſaaten gebauet werden ſollen. Auch nennt man dieſes Feld gruͤne oder Futterbrache, wenn Klee oder andere Futterkraͤuter darauf gebauet werden. Klee kann den Zweck der Brache nicht erfuͤllen; bei ſchnell auftommen⸗ den Sommer⸗Futter⸗Kraͤutern, die zwiſchen zwei Brach⸗ furchen heranwachſen, mag er erreicht werden. Einige zaͤhlen Wirthſchaften, die ihre Brache be⸗ nutzen, unter die brachhaltenden, andre nicht. Mehren⸗ theils geſchiehet es aber auch nur um das andre oder dritte Brachjahr. Aus dieſen und anderen Verſchiedenheiten des Ver⸗ fahrens und ihren Zuſammenſetzungen koͤnnen mannich⸗ faltige Feldſyſteme hervorgehen. 216. Naͤchſt dem Verhaͤltniß der Futtererzeugung zur Her⸗ beiſchaffung des zum nachhaltigen Fruchtbau erforderli⸗ chen Duͤngers und der Art, wie ſie bewirkt wird, kommt ie 4 der 2 tacht Aebei dem. 1 el inmer . und nit neigentich gebraagt man de eide baut dies ſi fdie iic h dadunh reideſoain eſes ged er anden kann on ftowwen vei Biu Srache b Mehtin andre ode des Ve mannice g zut ha⸗ etfotdel rd, konnme Die Wirthſchafts⸗ oder Feld⸗Syſteme. 137 die Arbeit und ihre Vertheilung nach Ort und Zeit bei der Begruͤndung des Feldſyſtems hauptſaͤchlich in Be⸗ tracht. Denn durch moͤglichſt gleiche Vertheilung der Arbeit durchs ganze Jahr wird bewirkt, daß man mit dem geringſten Aufwande fuͤr arbeitende Kraͤfte, ohne zu einer Zeit zu kurz zu kommen, ausreichen, und ſie immerfort nutzbar beſchaͤftigen koͤnne. 217. In den bei groͤßeren Wirthſchaften hoͤchſt ſeltenen Faͤllen, wo man Duͤnger, ſo viel man braucht, herbei⸗ ſchaffen, und uͤber arbeitende Kraͤfte jederzeit disponiren kann, ohne ſie beſtaͤndig zu erhalten, iſt alſo nur eine ſyſtemloſe, ſogenannte freie Wirthſchaft anwendbar. Wer ſie auf die mißverſtandene Empfehlung Einiger ohne das betreiben, ſeine Feldeintheilung und Beſtellung alljaͤhrig nach den augenblicklichen Umſtaͤnden und Anſichten we⸗ ſentlich abaͤndern wollte, wuͤrde bald die nachtheiligſten Folgen davon empfinden, und was er in einem Jahre oder auf einem Acker gewoͤnne, in andern vielfach ver⸗ lieren. Ein ſyſtematiſches Verfahren ſchließt aber keines⸗ wegs eine, wenn auch nur temporaͤre durch beſondere Umſtaͤnde motivirte Abweichung in einzelnen Stuͤcken und Zweigen aus, vielmehr wird ſie jeder thaͤtige und denkende Landwirth oft vornehmen. Er muß nur uͤber⸗ legen, welche Einwirkung eine ſolche auf das Ganze habe, und das etwa geſtoͤrte Gleichgewicht durch eine 3 133 Die Wirthſchafts⸗ oder Feld⸗Syſteme. andere Veraͤnderung wieder herſtellen; folglich immer des dabei das ganze Syſtem ſeiner Wirthſchaftsverhaͤltniſſe ti im Auge behalten. Es kann ein componirteres Wirth⸗ werd 6 ſchaftsſyſtem ſogar auf ſolche nach den Umſtaͤnden, be⸗ in ſ ſonders nach der verſchiedenen Fruchtbarkeit der Jahre, Vin vorzunehmende Veraͤnderungen ſchon berechnet ſeyn. Diu M n d 248: dabei Wirthſchaftsſyſteme duͤrfen durchaus nicht als Lei⸗ de ſten angeſehen werſten, wovon man nur einen zu waͤh⸗ geme len und danach ſeine Wirthſchaft zu formen braucht. veni Die Ortsverhaͤltniſſe ſind ſo mannichfaltig, daß nie ei⸗ en nes genau paßt, was nicht auf jede Individualitaͤt be⸗ hul ſonders berechnet iſt, und die Vollkommenheit eines je⸗ V heſch den kann nur aus ſeiner Angemeſſenheit beurtheilt wer⸗ eben den. 9. Jedoch hat man gewiſſe, in den Hauptverhaͤltniſſen he gleichartige Syſteme, vorzuͤglich die landuͤblichen, mit zu beſonderen Namen belegt. een der 89. gen V Die Dreifelder⸗Wirthſchaft hat ſich ſeit der its V Roͤmer Zeiten faſt uͤber ganz Europa verbreitet. Sie rni halt im erſten Jahre Brache, bauet im zweiten Winter⸗ nus getreide, im dritten Sommergetreide, und nennt ihre 1. won drei Felder danach Brachfeld, Winterfeld und antr Sommerfeld. 0 Die Brache ſollte jedesmal geduͤngt werden. Wie 8 * 3 h inmet ahältniſ s Wir⸗ den, be er Jahr, ſeyn. als i zu wäh⸗ braucht nie ei⸗ litaͤt be⸗ eines ſe⸗ heilt wer haͤltniſſen hen, mit ˖ſeit der et. Sie · Winter⸗ ennt ihre eeld und en. Wir Die Wirthſchafts⸗ oder Feld⸗Syſteme. 139 des Ackers noch wenig, des unecultivirten Graslandes viel war, Vieh in Menge gehalten und reichlich genaͤhrt werden konnte, geſchah das wirklich. Jetzt iſt es nur in ſeltenen Faͤllen, in wieſenreichen Gegenden oder bei Wirthſchaften, die von auſſenher ſtarken Zufluß von Duͤnger oder Duͤnger⸗Material erhalten, moͤglich, und in dieſen hebt ſich die Kraft des Bodens betraͤchtlich dabei. Aber ſchon die ſechsjaͤhrige Duͤngung oder die der halben Brache durchs ganze Ackerfeld iſt etwas Un⸗ gemeines; wozu auf Mittelboden erfordert wird, daß wenigſtens halb ſo viel Grasland als Ackerlaud vorhan⸗ den ſey. Dabei kann ſich der Acker auch in Wuͤrden erhalten. Allein mehrentheils mußte man, wie die Weiden beſchraͤnkt wurden und Wieſen— die ſich mit dem Waſſer ebenfalls vermindert zu haben ſcheinen— nicht in Men⸗ ge vorhanden waren, zur neunjaͤhrigen Duͤngung uͤberge⸗ hen, die nicht die ausgeſogene Kraft von ſechs Ernten zu erſetzen vermag. Die Erſchoͤpfung noͤthigte demnach, einem Theile des Ackers alle Duͤngung zu entziehen, oder ſie ihm hoͤchſt ſelten und kaͤrglich zu geben, um ei⸗ nen andern, zunaͤchſt des Hofes belegenen Theil durch ſechsjaͤhrige Duͤngung in Kraft zu erhalten. Daraus entſtand denn der Unterſchied zwiſchen Duͤngerland und ußenland und der Zuſtand, den wir jetzt faſt in allen von der Natur nicht beſonders beguͤnſtigten Gegenden antreffen. Das Außenland muß nicht nur durch die Schafweide, die es bei ſeiner drei⸗ und ſechsjaͤhrigen Beſtellung abgiebt, ſondern auch durch das wenige 140 Die Wirthſchafts⸗ oder Feld⸗Syſteme. Stroh, was es noch hervorbringt, das auserwaͤhlte Land erhalten. Und dennoch geht, wo nicht beſondere Huͤlfen zu ſtatten kommen, immer mehr Land von die⸗ ſem zu jenem bei dieſer Wirthſchaftsart uͤber. 220. Alſo nur da, wo eine ſechsjaͤhrige die Ausſaugung der Ernten hinreichend erſetzende Duͤngung des ſaͤmmt⸗ lichen Ackerlandes Statt findet, kann dieſes Syſtem vernuͤnftiger Weiſe ferner haltbar ſeyn. Mit einigen Modificationen kann es fuͤr den einzelnen Landwirth auch das rathſamſte ſeyn, wenn die Wieſen und der Weideanger, deſſen es nothwendig bedarf, anderweitig nicht vortheilhafter benutzt werden koͤnnen oder duͤrfen; auch wenn die Gerechtſamen eines Guts die Fruchtbar⸗ keit anderer Felder ſich zueignen. 221. Man hat es nun haͤufig dahin abgeaͤndert, daß ein Theil der Brache mit andern Fruͤchten benutzt wird. Dazu wird aber erfordert, daß der Boden in Kraft er⸗ halten ſey, und auch nach der Art dieſer Fruͤchte ferner ſtarkeren Duͤnger bekomme. Geben ſie, wie die Huͤlſen⸗ fruͤchte, der Wirthſchaft Stroh zuruͤck, ſo kann dadurch ihre an ſich nicht ſtarke Ausſaugung wohl erſetzt wer⸗ den. Nur entſteht leicht eine Verunreinigung und Ver⸗ wilderung des Bodens, wenn nach mehreren Getreide⸗ Sorten nicht reine vollſtaͤndige Brache gehalten wird. 6 Die Wirthſchafts⸗ oder Feld⸗Syſteme. 141 zerwäͤlt Lein und Oelſaaten conſumiren den Duͤnger, ohne et⸗ beſondet was Erhebliches wiederzugeben, und ſie koͤnnen bei die⸗ von die ſem Syſteme unſchaͤdlich nur gebauet werden, wenn die Wirthſchaft ſtarken aͤußern Zufluß von Duͤnger⸗Mate⸗ rial hat. tsſaugun 222. es ſanne Deer in der Regel zu kurz ſchießende Futter⸗ und 8 Gyſten Duͤngerſtand dieſes Syſtems ſchien vollkommen gehoben ͤt eingn werden zu koͤnnen durch den Kleebau im Brachfelde. Landvir Wenn der Klee das leiſtete, was man ſich davon ver⸗ und de ſprach, ſo war aller Verlegenheit dieſer Wirthſchaften derweitig abgeholfen. Allein der Klee, auf dieſe Weiſe gebauet, —duͤrfen, erforderte nicht nur von Anfang an ſehr guten und in Fruchtbar Dungkraft erhaltenen Boden, wenn er ſo gerathen ſoll⸗ te, daß er den Acker nicht in einem verqueckten Zuſtan⸗ de bei der einfuͤrchigen Beſtellung der Winterung hinter⸗ ließ; ſondern es zeigte ſich auch bald, daß er ſelbſt auf dert, daß ſolchem Boden mißrieth, wenn er mehrere Brachjahre tzt wird. nach einander gebauet wurde. Kraft er Es waren nur wenige Wirthſchaften auf ſehr frucht⸗ zte ferner barem, dem Kleewuchs beſonders guͤnſtigem Boden, die : Hülſe dieſes Syſtem, mit Stallfuͤtterung verbunden, nachhaltig dadurc ausfuͤhrten; die meiſten geriethen dadurch in große Ver⸗ ſezt ve⸗ legenheit, mußten davon abſtehen und zur reinen Brache und Ve⸗ zuruͤckkehren. Jetzt hat man angenommen, daß der Klee Getreide⸗ fruͤhſtens um das neunte Jahr nur wieder kommen duͤr⸗ he uid fe, und daß dazwiſchen einmal vollkommne Brache ge⸗ 142 Die Wirthſchafts⸗ oder Feld⸗Syſteme. halten werden muͤſſe. Auf gutem Weizen: und Gerſtbo⸗ den findet man daher eine neunfeldrige Wirthſchaft haͤu⸗ fig eingefuͤhrt, wo in einem Drittheil des Brachfeldes allerlei Brachfruͤchte gebauet werden, im zweiten Dritt⸗ theil Klee ſtehet und im dritten reine Brache gehalten wird. Andre glauben nur bei einer zwoͤlffeldrigen, wo ein Viertheil des Brachfeldes Klee, das andre Brach⸗ fruͤchte traͤgt und zwei rein gebraachet werden, ſicher zu gehen. Dieſe Wirthſchaften gehen oft gut, beduͤrfen aber doch eines betraͤchtlichen Wieſenwachſes oder ande⸗ rer perennirender Futterfelder und Schafweiden; wenn ſie das Rindvieh auch auf dem Stalle fuͤttern. Wenn die Einfuͤhrung des Kleebaus in der Brache auch nicht den erſten Erwartungen entſprach, ſo hat ſie doch dem deutſchen Ackerbau einen großen Schwung gegeben, und ſeine Verkuͤndiger, beſonders Schubarth vom Klee⸗ feld, haben ſi ſich ein unſterbliches Verdienſt darum er⸗ worben. Nur huͤte man ſich, dieſe Methode des Klee⸗ baus der Natur zum Trotz auf Boden durchfuͤhren zu wollen, der ihr nicht voͤllig zuſagt, und ein mit Un⸗ traut, beſonbers Quecken, durchwachſenes Kleefeld, eins fuͤrchig zur Winterung zu bereiten. 223. Man trift auch, manchmal landuͤblich; Vierfel⸗ der⸗Wirthſchaften an, die nach der Brache drei Getrei⸗ deſaaten nehmen. Sie ruͤhmen ſich der verringerten Bra⸗ che und der ſtaͤrkeren Ausſaat; haben aber geringern ſt d berbu ſehen des? ttt ſi nit S hiet. einen Bei mehr wiichl fitter in de Sral Nlach ſe. . Gerſtbo⸗ ſchaft häu⸗ Grachfebdes iten Diit e gehaltt rigen, n are Burh ſchr j bedüͤfe oder ande een, wen 1. Wa auch nich doch der geben, un om Klet darum d des Kle chfüͤhren z mit Un efeld, ein Vierfel drei Geti gerten 1 e getiahern Die Wirthſchafts⸗ oder Feld⸗Syſteme. 143 Ertrag, verwildern ihr Feld und erſchoͤpfen den Boden, wenn ſie nicht verhaͤltnißmaͤßig ſtaͤrker duͤngen. Die Zte Frucht bezahlt ſelten ihre Koſten. Andre Vierfelder⸗ Wirthſchaften, die nur zweimal Getreide nehmen, gehoͤ⸗ ren nicht hierher. 224. Mit der Klee⸗ bauenden dreifeldrigen Wirthſchaft iſt die Sommer⸗Stallfuͤtterung des Rindviehes verbunden, und mehrentheils als weſentlich dabei ange⸗ ſehen worden, weil die Brachweide, worauf ein Theil des Viehes angewieſen war, dabei wegfiel. Ohnerach⸗ tet ſie bei dem Syſtem des Fruchewechſels mit groͤße⸗ rer Sicherheit Statt findet, ſo betrachten wir ſie doch hier. Ihr Vortheil beſtehet nicht darin, daß man von einem gegebenen Viehſtapel eine groͤßere Nutzung habe. Bei einer reichlichen Stallfuͤtterung wird das Vieh zwar mehr geben, als bei einer kaͤrglichen Weide; aber eine reichliche Weide uͤbertrift noch mehr eine kaͤrgliche Stall⸗ fuͤtterung z und wenn beides gleich iſt, moͤgte die Weide in der Hinſicht immer den Vorzug haben. Aber die Stallfuͤtterungs⸗Wirthſchaft ernaͤhrt von einer gleichen Flaͤche einen ſtaͤrkeren Viehſtand; indem ſie die angemeſ⸗ ſenſten Futtergewaͤchſe bauet, ſolche zu der Entwickelung kommen läßt, wo ſie die groͤßte Maſſe geben und ihre Verwuͤſtung durch das Zertreten und Verunreinigen des Viehes verhutet. Sie faͤngt den aus einer gleichen 144 Die Wirthſchafts⸗ oder Feld⸗Syſteme. Nahrungsmaſſe entſtehenden Duͤnger ſaͤmmtlich auf, haͤlt ihn beiſammen und laͤßt ihn, in der Regel mit vege⸗ tabiliſchen Einſtreuungsmitteln vermiſcht, zur Zerſetzung kommen, ohne großen Verluſt ſeiner fluͤchtigen Theile; wogegen er auf beſtaͤndigen Weidegruͤnden keinen Nutzen, vielmehr Nachtheil ſchaft; auf wechſelnden Ackerweiden zwar nicht ganz unwirkſam iſt, aber doch zum Theil ver⸗ wittert und ungleich vertheilt wird. Sie kann, gehoͤrig eingerichtet, dem Vieh eine gleichmaͤßigere Nahrung geben, als die Weide, die bei unguͤnſtiger Witterung verdorret; wogegen jene durch mannichfaltige und uͤberfluͤſſige Futtergewaͤchſe, die ſie bauen ſoll, immer etwas, auch von einem Jahre zum andern, im Vorrath haͤlt. 225. Dagegen erfordert die Stallfuͤtterung mehr vorbe⸗ reitende Anlagen, mehr Arbeit und Aufſicht, beſonders bei großen Wirthſchaften, und obgleich dieſer Aufwand in geringem Verhaͤltniſſe gegen den Vortheil ſtehet, den ſie in Gegenden gewaͤhrt, wo der Boden groͤßeren Werth hat: ſo kann er doch in Gegenden und Wirthſchaften, wo es mehr an Arbeit und Capital als an Ackerflaͤche fehlt, einen zureichenden Grund gegen die Einfuͤhrung des Stallfuͤtterungs⸗Syſtems abgeben. Wo ferner der Boden ſo duͤrrer und loſer Natur iſt, daß er den Anbau der ergiebigſten Futterkraͤuter unſicher macht, dagegen durch das laͤngere Begraſen und den Wei⸗ degang ddhang pid 3 Frucht waͤhre . gentlich wirthe Deutſch est d9 niht i ſch in hauet ſamme davon ten/ Carl in ein, thalten de tim 3 V beiſchid V ſe ſch ſteinlic im Jhatte ge. zufe hit mit teg Zaſtzun gen dhil, nen Nutm Ackerwenn m Thel Vieh a ide, de ſene dut hſe, w Jahtr a weht bec kt beſende eſer Auiway lſeeber de zßer Ver Litthſchin in Ackrfit Einfähen er Nattr uter unſth nd der Wü degang Die Wirthſchafts oder Feld⸗Syſteme. 145 degang des Viehes mehr Bindung und Kuͤhlung erhaͤlt, wird die ſogenannte Koppelwirthſchaft mit einer guten Fruchtfolge mehr Sicherheit und hoͤhern Reinertrag ge⸗ waͤhren. 226. Was wir jetzt Koppelwirthſchaft und im ei⸗ gentlichen und aͤlteren Sinne des Wortes Wechſel⸗ wirthſchaft nennen, war die Wirthſchaft der aͤlteren Deutſchen. Arva, per annos mutant, nam super est ager, ſagt Tacitus von ihnen. Sie wohnten nicht in Doͤrfern, ſondern jeder auf ſeinem Acker. Wie ſich in den unſeligen Zeiten des Mittelalters die Acker⸗ bauer in Doͤrfer um die Burg ihres Schirmherren zu⸗ ſammenziehen, den naͤheren Acker zerſtuͤckelt theilen und davon das gemeinſchaftliche Weideland abſondern muß⸗ ten, ward ſie durch die Dreifelder⸗Wirthſchaft, die Carl der Große anbefohlen hatte, verdraͤngt. Nur in einzelnen Gegenden, z. B. in Holſtein, hat ſie ſich erhalten. Von da aus hat ſie ſich erſt in der Mitte des vo⸗ rigen Jahrhunderts faſt uͤber ganz Mecklenburg mit verſchiedenen Modificationen verbreitet, und nun ſcheint ſie ſich durch das nordoͤſtliche Deutſchland, und wahr⸗ ſcheinlich noch weiter hinaus, zum Theil mit weſentli⸗ chen Verbeſſerungen, fortzupflanzen. Thaers Leitfaden. K 146 Die Wirthſchafts⸗ oder Feld⸗Syſteme. 227. Da es das Weſentliche bei dieſer Wirthſchaft iſt, daß daſſelbe Land wechſelsweiſe zum Fruchtbau und zur Weide, auch Futterbau gebraucht werde, ſo fallen na⸗ tuͤrlich die beſtaͤndigen Weideanger in der Regel dabei weg. Dieſe werden alſo bei Einfuͤhrung derſelben ſo viel moͤglich umgebrochen und mit zum Ackerlande gezo⸗ gen, wozu auch der mehr zur Weide als zum Holzwuchs benutzte Forſtgrund gehoͤrt, der gerohdet wird; wogegen der uͤbrige Theil deſſelben, oft zugleich mit dem ſchlechten Ackerlande, in Forſtzuſchlag gelegt und mit der Viehwei⸗ de ganz verſchont wird. Da das Rohdeland vorerſt den Holzbedarf giebt, ſo wird die Forſt nun auch mehren⸗ theils in eine regulaͤre Schlagordnung gebracht. 228. Die unerlaͤßliche Bedingung iſt die, daß das Land, wo nicht ſaͤmmtlich in einer, doch in wenigen großen Flaͤchen zuſammenliegend und voͤllig pribativ ſey. Wo die Grundſtuͤcke eines Guts alſo zerſtuͤckelt liegen, muß der Einfuͤhrung dieſer Wirthſchaft ein Ackerumſatz oder ſogenannte Verkoppelung vorhergehen und eine Abſonde⸗ rung aller darauf laſtenden fremden Berechtigungen. Zwar haben auch Gemeinden Koppelwirthſchaft einge⸗ fuͤhrt, ſo daß ſie die Weideſchlaͤge gemeinſchaftlich in einer beſtimmten Ordnung benutzen; hier iſt aber die Ge⸗ meinde als ein Eigenthuͤmer anzuſehen. b 8 ihren In! ſanden taſſche figenj D beſonde die Ha aus ihr bei der bringe Ertrag Haͤlfte muͤſe. lung. m. Die Wirthſchafts⸗ oder Feld⸗Syſteme. 1427 229. thſchaft 5 jiͤr i Dieſe Koppelwirthſchaft unterſcheidet ſich in au und u 4 wfnan ihren Rotationen und Frucht⸗Folgen mannichfaltig. 3 19 In Anſehung ihres Hauptcharakters hat man aber be⸗ den ſonders die Holſteinſche und Mecklenburgſche un⸗ 6 ea terſchieden, denen jetzt noch eine dritte neuere hinzum⸗ glande ge fuͤgen it. 1 Hoßpac d; woghe 23o. m ſaͤut Der Charakter der Holſteinſchen Wirthſchaft, er 9 beſonders der aͤlteren, iſt, daß ſie die Viehnutzung als vorerſt i die Hauptſache, und den Ackerbau gewiſſermaßen als ch mehra aus ihr nur hervorgehend betrachtet: ſo daß man auch ſ. bei der Schaͤtzung eines Guts zuerſt frug, was jene ein⸗ bringe, und danach den aus dem Fruchtbau zu ziehenden Ertrag beurtheilte. Wenigſtens nahm man an, daß die das kan Haͤlfte des Reinertrags aus der Viehnutzung erfolgen igen gruße muͤſſe. Auf die Viehzucht war auch die ganze Behand⸗ ſeh. 2 lung berechnet; man hielt keine Brache, pfluͤgte wenig ſgen, m und ſchlecht; abſichtlich, um die Graswurzeln nicht völ⸗ umſatz o lig zu toͤdten, damit ſich der niedergelegte Acker um ſo ne Abſoth ſchneller wieder beraſe. cechtigungen Man nahm nach dem Aufbruch eine Reihe von ſhaft eind vier, fuͤnf und ſechs Kornſaaten nach einander, und ließ— ſchaftlch i dann das Land wenigſtens eben ſo lange, mehrentheils aber dieh laͤnger, wieder zu Graſe liegen. Die ſpaͤteren Hafer⸗ Ernten wurden faſt mehr um des Viehes, als um des Ausdruſches willen gebauet indem ſie nur vorgeſchlagen K 2 148 Die Wirthſchafts⸗ oder Feld⸗Syſteme. und dann zur Winterfuͤtterung verwandt wurden. Der Boden ward nicht ſtark ausgezogen, und erhielt viel Weide⸗ und Stallduͤnger. Daher findet man Boden gleicher Natur nirgends kraͤftiger als in Holſtein; die Wirkung des aufloͤſenden Mergels nirgends groͤßer. Die Koppeln ſind mit Waͤllen, worauf ſtarke Hecken ſtehen, umgeben, damit das Vieh eingeſchloſſen und gegen rauhe Winde geſchuͤtzt ſey. Beim Aufbruch werden die Hecken abgehauen, und geben Brennmaterial; ſie wachſen bis zum Niederlegen wieder heran. 231. Neuerlich haben die verbeſſernden Landwirthe in Holſtein manches geaͤndert und mehr Ruͤckſicht auf hoͤ⸗ theren Kornertrag genommen. Sie halten reine Brache, nachdem ſie aus dem einfach aufgebrochenen Dreiſch ei⸗ ne Hafererunte genommen haben; erbauen ſelten mehr als drei Fruͤchte ununterbrochen hinter einander und er⸗ ſetzen die mehr zerſtoͤrte Grasnarbe durch Kleeſaat. Bei einer großen Koppelzahl haben ſie einige abgenommen, ſie getheilt und in beſonderer Rotation bewirthſchaftet. Jedoch bleiben ſie dem alten Charakter darin treu, daß ſie vorzuͤglich fuͤr den Viehſtand und deſſen moͤglichſte Benutzung ſorgen. 232. Die Mecklenburgiſche Koppelwirthſchaft, eine Tochter der Holſteinſchen, ging zuerſt aus einer Ver⸗ ⸗ 2 †. bindur Wirth meht unged ter we ſe tin macht eutſtan der M Jrache wird. ſligi bruch wird. 4 der K gers h maͤgli zung a eamm vandt, fatger me. Die Wirthſchafts⸗ oder Feld⸗Syſteme. 149 den. de bindung der letzteren mit der Drei⸗ oder Vierfelder⸗ ethielt i Wirthſchaft hervor. Der Acker war durch dieſe immer man Ioha mehr ausgeſogen, das Miſtland verminderte ſich, das olein, d ungeduͤngte Außenland ruͤckte naͤher, der Ertrag der Guͤ⸗ groͤßer. N ter ward ſchwach. Manche ließen den Acker, nachdem ecken ſie ſie ein Paar Rotationen jener Wirthſchaften durchge⸗ gegen ra macht hatten, zur Weide vier Jahr lang liegen, und ſo en die han entſtand die zehn⸗-, elf⸗ und zwoͤlfſchlaͤgige Wirthſchaft wachſen der Mecklenburger, wo in einer Rotation zwei reine Brachen vorkommen, deren in der Regel nur eine geduͤngt wird. Spaͤter iſt die ſechs⸗, ſieben⸗, acht⸗ und neun⸗ ſchlaͤgige entſtanden, wo nur eine Brache nach dem Auf⸗ andwirten bruch des Dreiſches gehalten und dieſe ganz durchduͤngt ſicht uih wird. 3 reine Dut- 233. en Dreiſhi Die einzige Ruͤckſicht des Mecklenburgers blieb aber ſelten m der Kornbau, und das Nutzvieh ward nur um des Duͤn⸗ inder und gers willen— als ein nothwendiges Uebel ſo knapp als leeſaat. moͤglich— gehalten, ſeine mehrentheils verpachtete Nuz⸗ genonm zung als ein unzureichender Erſatz der Koſten vorlieb virthſchaft genommen, mithin wenig Aufmerkſamkeit darauf ver⸗ treu, di wandt; dagegen das Ackerwerk um ſo fleißiger und ſorg⸗ n moͤgit faͤltiger, vor allem bei der Brache, betrieben. 234. Ueber die zweckmaͤßigſte Zahl der Schlaͤge iſt im⸗ irthſchath mer, mehrentheils einſeitig, geſtritten. Die einfuchſte us einer o Anſicht iſt folgende: 150 Die Wirthſchafts⸗ oder Feld⸗Syſteme. Ein Stuͤck Großvieh giebt den Duͤnger fuͤr einen dortigen Morgen(100 niederſaͤchſiſche= 155 rheinlaͤn⸗ diſchen Quadratruthen), alſo muͤſſen ſo viel Stuͤck ge⸗ halten werden, als die auszuduͤngende Brache Morgen hat. Ein Stuͤck Vieh erfordert an Ackerweide nach Ver⸗ ſchiedenheit des Bodens 2— 3— 4— 5 Morgen; in dieſem Verhaͤltniſee muß alſo die Zahl der Weide⸗ ſchlaͤge zum auszuduͤngenden Brachſchlage ſtehen. Die uͤbrigen Schlaͤge tragen Korn, und es fraͤgt ſich nun, wie viel Saaten der Boden nach einer Duͤngung abzu⸗ tragen vermag? Sind es mehr als drei, ſo nimmt man ſie ſelten hinter einander, ſondern laͤßt eine Brache dazwiſchen treten, in welchem Falle man den fuͤr einen Brachſchlag nur zureichenden Duͤnger nicht der Auf⸗ bruchs⸗, Dreiſch⸗ oder rauhen Brache giebt, ſon⸗ dern nach dieſer erſt zwei bis drei Ernten aus der Ruhe — wie man es nennt— abtragen laͤßt, ſodann die Mittel⸗ oder Muͤrbe⸗Brache duͤngt. 3 235. Als erſte Tragt nach der gebuͤngten und ungeduͤng⸗ ten Brache nimmt man immer Winterung, als zweite Sommerung und als dritte— die, wenn ſie genommen wird, Nachſchlag⸗Frucht heißt— Hafer, Erbſen, auch wohl etwas Roggen. Von der erſten hat man na⸗ tuͤrlich den Hauptertrag; den Werth der zweiten nimmt man gewoͤhnlich zur Haͤlfte, und den der dritten zu 4 oder hoͤchſtens zu x½ der erſten an. ne. fuͤr enet 5 rheinlin⸗ Srͤch d. che Monzn e nach N 5 Moryn, der Wi ehen. N t ſich mu ngung ohe ſo nima eine Bra n für en der At egiebt, ſe us der Ah ſodann d „ ungedin als ſwit ie genomne fer, Etſn hat man w veiten niant dritten a? 1 9 Die Wirthſchafts⸗ oder Feld⸗Syſteme. 151 236. Um das Verhaͤltniß darzuſtellen, wie der Acker ſich vertheilt und beſtellt wird, nehmen wir ein Areal von 1000 Morgen an. Dieſes wuͤrde haben bei einer Wirth⸗ ſchaft . 8 8 5 I 8 5,3. ½ 5[3 e⸗ von 5 5 3,.. 55 5 22 — S& ð 0O 3 S 2 8 S A 5 2 5 8(5 8 8-⸗ . 6Schlaͤgen 66 3v— 333 166 ⅜˖ 166 166 3 2 7 2 143—[426[143[143[143 3 8 2 125— 00[125[125 125 4 der 125— 375[125[125[250 3 gSchlägenſirI5— 555 5 TIrI5 rIIF 1113 5 oder[irs—(44438 III 1115 222 53 46 oder[II1¾ ſrI1 333 ½ 2225 222 3— 3 10 Schlaͤg. 100 1oo 400 ſzoo 200— 4 11 ⸗ 9 ½ 27% 90 ½2 363 r 181-r181Fr 90 ½à2 4 12 ⸗„ 83½ 83 333 ½ 166 ½ 166 ½ 166 ½ 4 Wirthſchaften mit mehreren und wenigeren Schlaͤ⸗ gen ſind ungewoͤhnlich. G . 237.. Vormals waren die Wirthſchaften mit zwei Bra⸗ chen haͤufiger; jetzt iſt man groͤßtentheils zu denen mit einer Brache uͤbergegangen. Die bei dieſer Wirthſchaft zunehmende Kraft des Bodens, welche auch durch Auf⸗ —— ¾— V ——— ——y—— Die Wirthſchafts⸗ oder Feld⸗Syſteme. findung mehrere Huͤlfsquellen auf den meiſten Guͤtern verſtaͤrkt ward, und die faſt allgemein eingefuͤhrte Aus⸗ ſaat des rothen und weißen Klees in den abtragenden Schlag bewirkte, daß eine geringere Weideflaͤche zureich⸗ te, und daß eine groͤßere Brache durchduͤngt werden konnte. Auch fuͤhrt man fuͤr die Wirthſchaften mit einer — Brache folgende Gruͤnde an: 1) Es ſey weniger Brache zu bearbeiten, folglich weniger Geſpann zu halten. 2) Es werde durch die kleinere Brache dem Getrei⸗ debau und der Weide weniger Acker entzogen. 3) Der Duͤnger wuͤrke in Verbindung mit, der Ra⸗ ſenfaͤulniß ſtaͤrker, befoͤrdere dieſe ſchneller und gebe da⸗ durch die vorzuͤglichſte Winterung, worauf es vor allem ankomme. Indeſſen beharren mehrere praktiſche Landwirthe bei den mehrſchlaͤgigen Wirthſchaften mit doppelter Brache, und ſie koͤnnen auf jene Gruͤnde antworten: Auf 1) die ſchwierigere Bearbeitung der groͤßeren Dreiſch⸗Brache und die ſtaͤrkere Soͤmmerungs⸗Be⸗ ſtellung wiegt die der Muͤrbebrache faſt auf. Auf 2) die mindere Koͤrner⸗Ausſaat werde dadurch erſetzt, daß mehr Winterung in die erſte Tragt nach der Brach⸗Bearbeitung komme; die verminderte Dreiſchweide erſetze ſich durch die Weide, welche die Muͤrbebrache, den Schafen beſonders, noch ge⸗ ſtattet. 4 Auf 3) wenn gleich zwei Kraͤfte, auf einen Punkt & Sͤ—— 6 Die Wirthſchafts⸗ oder Feld⸗Syſteme. 153 Oäten vereint, mehr wirken als getheilt, dieſer eine Schlag irt A mithin die uͤppigſte Frucht darbiete, ſo wuͤrden ſie traged doch auf zwei Schlaͤgen vielleicht hoͤher und immer he zurit ſicherer benutzt. Dort koͤnne die Fruchtbarkeit, durch zt wetd den Raum begraͤnzt, leicht Lagergetreide geben. Da mit eint auch die Erfahrung lehre, daß in einem Jahre die Dreiſchbrache, in einem andern die Muͤrbebrache a, fodlch beſſeres Getreide giebt, ſo gehe man ſicherer. Es kommt auf Ortsverhaͤltniſſe an, welche vor⸗ dem Getti theilhafter ſey, und wir wuͤrden einer mehrſchlaͤgigen Wirthſchaft wohl darum den Vorzug geben, weil ſie ei⸗ t,der N nen beſſern Fruchtwechſel geſtattet, wobei die Muͤrbebra⸗ gebe da che ganz wegfallen kann. vor allen 238. witthe b Man berechnete aber den Vieh⸗ und Duͤnger⸗Stand er Brache, zu einſeitig nach der Weide, die keine Winternahrung, und um ſo weniger Stallmiſt giebt, indem man das gößere Vieh auch Nachts auf der Weide laͤßt; daher kamen ungs⸗Be⸗ unter allen Einrichtungen nur die Guͤter vorwaͤrts, die ff. reichliche Wieſen hatten; wogegen die, welche ihr Vieh e dadurch faſt nur auf das Stroh anweiſen konnten, nur verkuͤm⸗ rragt nac mertes und ſchlecht benutztes Vieh und wenigen unkraͤf⸗ ermindert tigen Duͤnger hatten. Die mehrſchlaͤgigen Wirthſchaf⸗ ee, wach ten, die eine geringere Kopfzahl hielten, naͤhrten es oft „uoch beſſer. Manche umſichtige Wirthe haben ſich bei unzurei⸗ nen gum chendem Wieſenwachs dadurch geholfen, daß ſie Neben⸗ 184 Die Wirthſchafts⸗ oder Feld⸗Syſteme. ober Hauskoppeln hatten, die ſie zum Kleebau be⸗ nutzten, oder daß ſie den erſten mit Klee beſaamten Weideſchlag ſchonten und Heu wenigſtens vom erſten Schnitte machten; was freilich bei Klee, in dritter Tragt geſaͤet, nur auf vorzuͤglichem und ſchon in Kraft geſetz⸗ ten Boden einigermaßen ſicher war. 239. Das ungeduͤngte oder darin doch ſehr vernachlaͤſ⸗ ſigte Außenland ward in Außenſchlaͤge gelegt, von denen man in der Regel zwei, auch wohl nur eine Frucht nahm, und es dann zu einer magern Schafweide liegen ließ. Da jedoch die Mecklenburger, aufgemuntert durch den gluͤcklichen Fortgang ihrer neuen Wirthſchaft, die Huͤlfsquellen, die ihnen die Natur im Moder vieler Sin⸗ ken aufbewahrt hatte, emſig benutzten: ſo wurden dieſe Außenſchlaͤge haͤufig in ſolche Kraft geſetzt, daß ſie gleich den Binnenſchlaͤgen behandelt werden konnten, mehren⸗ theils jedoch ihre Rotation fuͤr ſich, bei guten Einrich⸗ tungen aber eingreifend in die der Hauptſchlaͤge, behiel⸗ ten. Auf einem großen Theile der Guͤter iſt alſo der Acker in Haupt⸗ oder Binnenſchlaͤge, in Außenſchlaͤge und in Nebenkoppeln vertheilt, die ſich im Weide⸗ und Futterbedarf aushelfen, und manchmal bei einer ver⸗ ſchiedenen Groͤße der Schlaͤge doch ein Gleichgewicht in der Duͤngervertheilung und der Arbeit durch alle Jahre bewirken. ſchaft erwog werden und E Eroße Ant de zu ſet ſchwer ſcheft Wirth brauch das Alls beſtir nur chen in G daran Vith leicht ſocke einen beſot Gäte dites K. lecbau be⸗ beſaamtnn vom erſin itter denf raft geſt vernachli elegt, ben eine Fruht eide liege ztert dutc ſchaft, di vieler Si urden diee aß ſie glech n, mehren en Einrich ge, behil⸗ ſt alſo de ußenſchlig Weide⸗ und einer ver hgewich in alee Jühle Die Wirthſchafts⸗ oder Feld⸗Syſteme. 155 240. Es iſt bei der erſten Einrichtung dieſer Wirth⸗ ſchaft von großer Wichtigkeit, daß die Lokalitaͤt vorher erwogen und alle Verhaͤltniſſe beachtet und berechnet werden. Bei der Abtheilung der Schlag⸗Ordnungen und Schlaͤge iſt nicht bloß auf ihre zweckmaͤßige Zahl, Groͤße, Lage und Form, ſondern hauptſaͤchlich auf die Art des Bodens und ſeine Gleichheit oder Ungleichheit zu ſehen. Ein dabei gemachter Fehler iſt nachmals ſchwer und nicht ohne Umwandlung des ganzen Wirth⸗ ſchaftsſyſtems zu verbeſſern. Iſt aber die Einrichtung gut gemacht, ſo iſt die Wirthſchaft ein Uhrwerk, was nur aufgezogen zu werden braucht; an welchem aber der Unverſtaͤndige, der nicht das Ganze uͤberſieht, nichts aͤndern und verruͤcken darf. Alles iſt in ihrem Betriebe nach Ort und Zeit genau beſtimmt. Deshalb vermag auch ein Unwiſſender, der nur Thaͤtigkeit und guten Willen hat, nach ſehr einfa⸗ chen Vorſchriften ſelbige in Ordnung zu erhalten, zumal in Gegenden, wo auch die arbeitenden Menſchen ſchon daran gewoͤhnt ſind. Ein großer Gutsbeſitzer kann viele Wirthſchaften dieſer Art ſelbſt abweſend uͤberſehen und leicht bemerken, ob etwas in Unordnung komme oder ſtocke. Der Naturalertrag bleibt ſich ziemlich gleich von einem Jahre zum andern, und dadurch empfiehlt ſie ſich beſonders denen, die nur eine ſichere Rente von ihren Guͤtern haben wollen. Auch laͤßt ſich ein ſo eingerich⸗ tetes Gut mit mehrerer Sicherheit einem Paͤchter uͤber⸗ t 6 156 Die Wirthſchafts⸗ oder Feld⸗Syſteme. geben, indem Ausſaugung und andre Deteriorationen nicht leicht erfolgen koͤnnen, wenn die einmal fefſtgeſetzten Wirthſchafts⸗Einrichtungen, wie im Pacht⸗Contract leicht vorgeſchrieben werden kann, genau beobachtet werden. 241. Die Vorzuͤge dieſes Syſtems vor der Dreifelder⸗ Wirthſchaft haben ſich jetzt durch 6ojaͤhrige Erfahrung in einem ganzen Lande bewaͤhrt, welches ſich dadurch zu einem bei weitem hoͤhern Ertrag, als es vormals hatte, und als benachbarte Laͤnder bei ziemlich gleicher natuͤrlichen Lage haben, erhob. Es findet daher auch in letzteren immer mehrere Nachahmer, und iſt ohne Zwei⸗ fel vor allen andern da zu empfehlen, wo die Guͤter von großem Umfange, Menſchen und Capitale aber zu wenig ſind. Man wirft ihm vor, daß es die Tendenz habe, das Grundeigenthum noch immer mehr in großen Maſſen zuſammenzuhaͤufen, mittlere und kleine Wirth⸗ ſchaften gar nicht aufkommen laſſe, und nur reiche oder ganz arme und duͤrftige Landbewohner geſtatte, daß es alſo die Bevoͤlkerung verhindere. Es iſt nicht zu leug⸗ nen, daß dies der Erfolg in Mecklenburg geweſen ſey; aber dies lag nicht am Syſteme ſelbſt, ſondern an der Verfaſſung des Landes, und wird nicht der Fall ſeyn, wo Zertheilung der Guͤter und die erſte Entſtehung klei⸗ ner, freier Grundeigenthuͤmer befoͤrdert wird, indem dieſe vermoͤge angeſtrengteren Fleißes den Boden hoͤher benutze frellich 8 X älb die beſſerur Stalff vechſel Brache Arbeit Winte nen, ßer K Gras⸗ Weide wodum Weide ſelbige tite. wunder bei der berdan ithe Nt d Re. onen ſict feſggeſezen t⸗Contrat beohagn Dreffeden Erfazrun ich dadurh s vormat ich gleiche er auch i ohne Zwei die Gäte le aber dee Tenden in großen ine Wirt' reiche oder ,, daß d t zu leug⸗ weſen ſe ern an der Fall ſeyn, ehung lli rd, indem den ſiher Die Wirthſchafts⸗ oder Feld⸗Syſteme. 157 benutzen, mithin theurer bezahlen koͤnnen; wobei ſie dann freilich zu einem andern Syſtem uͤbergehen werden. 242. Beide Wirthſchaftsarten, die Holſteinſche ſowohl als die Mecklenburgiſche, ſind ohne Zweifel großer Ver⸗ beſſerungen faͤhig; auch ohne gerade das Syſtem der Stallfuͤtterung zu ergreifen. Durch einen beſſeren Frucht⸗ wechſel und Folge der Saaten wuͤrde man die großen Brachen und einen Theil der darauf zu verwendenden Arbeit erſparen, und ſtatt derſelben Futtergewaͤchſe zur Winternahrung und reichlichen Duͤngererzeugung gewin⸗ nen, zugleich den Acker nicht erſchoͤpft, ſondern in gro⸗ ßer Kraft niederlegen koͤnnen, wobei der Klee⸗ und Grastrieb ſich ſo verſtaͤrken wuͤrde, daß ein geringerer Weideraum zur reichlichern Sommernahrung zureichte; wodurch wiederum der Boden durch den concentrirten Weideduͤnger um ſo mehr an Kraft gewoͤnne und mit ſelbiger nach dem Aufbruche in die neue Relation uͤber⸗ träte. Dies Syſtem iſt das nordbrittiſche, dem dieſes wunderſame Reich ſeinen Ueberfluß an Nahrungsmitteln bei der ungeheuer zunehmenden Bevoͤlkerung vorzuͤglich verdankt; und da es jetzt auch manche betriebſame Land⸗ wirthe bei uns einfuͤhren, ſo kann es als eine dritte Art der Koppelwirthſchaft angeſehen werden. 243. Die ſeit jeher anerkannte aber neuerlich mehr ent⸗ 158 Die Wirthſchafts⸗ oder Feld⸗Syſteme. wickelte Regel des Fruchtwechſels beſteht darin: daß zwiſchen den Getreideſaaten Fruͤchte anderer Natur ge⸗ bauet werden, die dem Boden weniger von dem fuͤr die Cerealien geeigneten Nahrungsſtoffe entziehen und ihn in einem Zuſtande hinterlaſſen, der mit geringerer Bear⸗ beitung zur guͤnſtigen Aufnahme der folgenden Getreide⸗ Saat ſchon geeignet iſt. Dieſe Fruͤchte koͤnnen verſchie⸗ dener Art ſeyn: entweder ſolche, die zum unmittelbaren Verbrauch oder Verkauf dienen, oder ſolche, die zur Winter⸗ oder Sommerfuͤtterung des Viehes benutzt wer⸗ den; auch manche, die nach dem Beduͤrfniß zu beiden Zwecken dienen. Ob nun mehr von der einen oder der andern Art, oder auch nur ausſchließlich von der einen, gebauet werden ſoll, haͤngt von dem Bedarf an Futter⸗ und Duͤngererzeugung in jeder einzelnen Wirthſchaft ab. Haͤtte eine Wirthſchaft genug Wieſen, um kraͤftigen Duͤn⸗ ger zu machen, oder andern Duͤngerzufluß, ſo kann ſie die Regel des Fruchtwechſels befolgen, ohne auf ihren Acker das mindeſte Viehfutter zu bauen, wovon wir al⸗ lerdings auch Beiſpiele haben. Aber der Fruchtwechſel giebt einer jeden Wirthſchaft die Moͤglichkeit, ſo viel Futter auf ihrem Acker zu bauen, als ſie zur Krafter⸗ haltung und progreſſiven Verſtaͤrkung deſſelben gebraucht, und er erſcheint, von dieſer Seite betrachtet, allerdings in ſeiner hoͤchſten Wichtigkeit. 244.* Wenn die Duͤngung die erſte und wichtigſte Ruͤck⸗ ſcht b weite der d werde druch wwak lſtn der ſog des S beitun tere u oder g bon d Witth diele erford und Hand die, n en. Die Wirthſchafts⸗oder Feld⸗Syſteme. 159 deht drun ſicht bei der Wahl der Zwiſchenfruͤchte iſt, ſo iſt die er Natur zweite die, daß der Boden in einem tiefgelockerten„von dem für d der Luft durchdrungenen und reinen Zuſtande erhalten en und ſ werde, ohne wahre Brache, die nur allein durch den ngerer Na Fruchtwechſel entbehrlich wird. Einigermaßen wird dies den Geitede zwar ſchon durch den Wechſel anderer Fruͤchte erreicht, nen beiſtt vollſtaͤndig aber durch die periodiſche Dazwiſchenkunft unmittebmn der ſogenannten Hackfruͤchte, d. h. ſolcher, die waͤhrend che, dix des Sommers, wo ſie den Acker einnehmen, die Bear⸗ benute beitung der Oberflaͤche erlauben und erfordern. Die oͤf⸗ iß zu bit tere und ſeltnere Ruͤckkehr dieſer Fruͤchte, die groͤßere nen oder oder geringere Flaͤche, die man ihnen widmet, haͤngt der ein von der Natur des Bodens und den Verhaͤltniſſen der rf an gun Wirthſchaft ab. In Anſehung der letztern kommt die thſchat viele„Handarbeit in Betracht, die ſie bei der Ernte iftigen d erfordern; die uhnior ird durch zweckmaͤßige Werkzeuge ſo kam und zwar auf eine wirkfamere Weiſe, als durch die ne auf ir Band) erſetze Die Geſpann⸗Arbeit iſt geringer, als oövon wit die, welche eine gehoͤrig behandelte Brache erfordert. uhmch b 245. keit, ſo. 4 gr Fui Die große Mannichfaltigkeit der nutzbaren mehr oder minder begehrten Gewaͤchſe, die ſich zu Zwiſchen⸗ 4 zu fruͤchten paſſen, geſtattet einem jeden eine weite Auswahl und Abwechſelung nach ſeinen Wirhileniſen Man kann ſie unterſcheiden in ſolche, a) die zur Viehfuͤtterung oder zu anderm Gebrauch zu Jit nach den Umſtaͤnden benutzt werden koͤnnen: tigſe Nüch 3e⸗ 160 Die Wirthſchafts⸗ oder Feld⸗Syſteme. 1) Die Kartoffeln, welche bei ihrer ſich immer mehr ausdehnenden Benutzung wohl das wichtigſte von allen Hackgewaͤchſen bleiben werden. 22 2) Die Runkelruͤben, deren zweckmaͤßige Verarbeitung zu Zucker jetzt erfunden iſt. 3) D Die verſchiedenen Huͤlſenfruͤchte, die in ihren Kor⸗ nern verkaͤuflich, aber auch, nicht nur in dieſen, ſondern auch im Kraute zum nahrhaften Viehfutter dienen. Hierher gehoͤrt auch der Buchweizen(Hei⸗ dekorn)..—. 4) Der Kopfkohl. b) Die in der Regel nur als Futter gebaut wer⸗ den, zuweilen jedoch auch ein verkaͤufliches Produkt geben. 5) Die Steckruͤben, die gewoͤhnlich verpflanzt werden. 6) Die Waſſerruͤben, die auf der Stelle geſaͤet und verhackt werden, und die Moͤhren und Paſtinaken. 7) Der Klee, hauptſaͤchlich gehoͤrt hierher der rothe Kopfklee, da andere Kleearten, ſo wie die Luzerne und Esparcette, ſich wenigſtens nicht in den jaͤhr⸗ lichen Fruchtwechſel paſſen. 8) Der Spergel, als zwiſchenſeache auf Sandhoden, hoͤchſt nutzbar. c) Die faſt nur als Haubels⸗ Gewaͤchſe benast werden: 9) Der Tabak, der giele Hanbarbeit erfordert. 10⁰) Der Krapp, der ſeinen Platz aber uehieniheils zwei Jahre einnimmt. 11) ung, t dars No upinſig V Ein I Pſattet inderun der For⸗ Ahaer eme. mmet mi icligie ie Vrrabei iheen ſ ar in di, en Viehſute weizen(hi gebaut be hes Prodi anzt werden e geſäet un Paſtinaim zer der vi e die lußen in den jaͤh Sandboden ächſe bentt erdert. mehrunthi 1] unguͤnſtig iſt. Die Wirthſchafts⸗ oder Feld⸗Syſteme. 161 11) Der Waid. 12) Der Wau. 13) Der Fenchel, Kuͤmmel und Anies. 14) Der Winterraps und Nuͤbſen, welche ohne vor⸗ hergegangene Brache in die Kleeſtoppel, wenn ſie ſo rein iſt, wie ſie beim Fruchtwechſel⸗Syſtem zu ſeyn pflegt, unbedenklich geſaͤet werden koͤnnen. 15) Der Sommerraps. 16) Der Leindotter. 17) Der Mohn, haͤufig mit unteneſtaen Moͤhren. 18) Der Lein. 19) Der Hanf. Als Hackfruͤchte zur Reinigung des Bodens und ſtatt der Brache koͤnnen unter dieſen gebauet werden No. 1. 2. 4. 5. 6. 9. 10. 13., und unter 3 beſonders die Pferdebohnen, und 14, wenn ſie in Reihen geſaͤet und mit Pferdehacken bearbeitet werden. Auf No. 3. 7. 6. 9. II. 13. 14. 15. 16. 18. 19. kann Winterung folgen, auf die uͤbrigen beſſer Soͤmme⸗ rung, weil ſie erſt ſpaͤt das Feld raͤumen, und beſon⸗ ders No. 1. der unmittelbar nachfolgenden Winterung 246. Ein Syſtem, nach der Regel des 3 Fruchkwechſels, geſtattet und begruͤndet mehrere Abwechſelungen und Ab⸗ anderungen als irgend ein anderes. Es iſt beſtimmt in der Form, aber frei in der Materie. Der Ausfall e eines Thaers Leitfaden. L V ———— —— 3—— ————— — ——— ———-— * 162 Die Wirthſchafts⸗ oder Feld⸗Syſteme. Produkts kann in Hinſicht ſeines Einfluſſes auf die Ver⸗ haͤltniſſe der Wirthſchaft noch zu rechter Zeit gedeckt wer⸗ den durch die Befoͤrderung eines andern. Hat der Klee gelitten, ſo erſetzt ihn ſtaͤrkerer Wicken⸗ und Wurzelbau; jene werden mehr zum Reifwerden beſtimmt, der Hack⸗ fruchtſchlag mehreren Handelsfruͤchten eingegeben, wenn der Klee im Mai reiche Ausbeute verſpricht. Sollte ſich die umgebrochene Kleeſtopel nicht wohl geeignet fuͤr die Winterung zeigen, ſo findet dieſe wohl eine andere Stelle, und jene wird zur Sommerung aufbewahrt. 3 247. Wenn der Acker eine Reihe von Fruͤchten in dieſer Wechſelung abgetragen, ſo wird er, falls man die Wei⸗ de des Viehes auf dem Acker beibehalten will, mit ro⸗ them oder weißem Klee und vielleicht verſchiedenen au⸗ dern Saamen, aber noch in kraͤftigem und reinem Zu⸗ ſtande, niedergelegt. Der Klee wird im erſten Jahre zu Heu gemaͤhet, wenn man nicht zu dieſem Zweck einen beſondern Schlag als Zwiſchenfrucht damit zu einjaͤhri⸗ ger Benutzung angeſaͤet hat. So bleibt nun der Acker zwei, drei, hoͤchſtens vier Jahr zur Weide liegen, und wird dann gewoͤhnlich am vortheilhafteſten einfurchig zu Ha⸗ fer umgebrochen; wenn man nicht etwa andre Fruͤchte, die im kraͤftigen Raſenumbruch vortrefflich gedeihen, z B. Lein, theilweiſe darauf bauen will. Dieſe Wechſelwirthſchaft mit Weide iſt vor allem dem ſandigern Boden angemeſſen, dem das zur Weide⸗ 6 . ligen Eie be nnd ka verbund zer berbunde reuerlih der erſt imfaſſer der Klee henußzt, vorſäht und R wodurc auf del vitd. Saaten de Wir da V fältiſſ ſirüche ſite— dg das laden d teme.. Die Wirthſchafts⸗ oder Feld⸗Syſteme. 163 auf die de.. 4 gddect te liegen eine beſondre Bindung und Erfriſchung giebt. Hit da t Sie begruͤndet beſonders eine ſichere edle Schaͤfzucht, d Wanke und kann mit Stalffuͤtterung des Rindviehes ſehr wohl t, de verbunden werden. geben, da 248. t. Solkeſt ö ignt h Jene Wechſelung der Fruͤchte, mit Stallfuͤtterung 6 dedn verbunden und auf ſelbige berechnet, haben die Meiſten 6 neuerlich Wechſelwirthſchaft genannt, ohnerachtet der erſte Verkuͤndiger dieſes Syſtems ſich dieſes mehr umfaſſenden Ausdrucks nicht bedient hat. Hier wird hen in der Klee nur ein oder hoͤchſtens zwei Jahre zum Maͤhen 4 benutzt, und allemal geſaͤet, wenn der Acker durch die namn de vorjaͤhrige Hackfrucht eine vollkommne tiefe Lockerung wil un und Reinigung, auch kraͤftige Duͤngung erhalten hat, ſtjiem wodurch ſein Gedeihen, mithin die Stalffuͤtterung, ſelbſt nd tenm auf dem minder fuͤr Klee geeigneten Boden, geſichert tſie It wird. Die Einſchaltung der den Klee unterſtuͤtzenden m zwec Saaten giebt ihr eine Haltung, die ſie bei der Dreifel⸗ t he der⸗Wirthſchaft nicht erlangt. nun der gen, undt 249. furchig 1 Der Verfaſſer hat dieſes, nach Orts⸗ und Zeitver⸗ andre Frit haͤltniſſen mannichfaltig zu modificirende und ſelbſt eine jaͤhrliche Abaͤnderung— jedoch mit Beachtung der Grund⸗ ſaͤtze— mehr als irgend ein anderes geſtattende Syſtem iſt de⸗ M als das abſolut vollkommenſte, wodurch dem Mittel⸗ as ir” boden der hoͤchſte Ertrag mit den verhaͤltnißmäßis ge⸗ 22 ih gedeien 164 Die Wirthſchafts⸗ oder Feld⸗Syſteme. ringſten Koſten abgewonnen werden koͤnne, verkuͤndigt, und er wird um ſo weniger davon abweichen, da alles, was wohl⸗ und uͤbelwollend, mit Sorgſamkeit und mit Leidenſchaft, mit Aufrichtigkeit und mit Chicane dagegen geſagt worden, entſchieden auf Mißverſtand oder Unver⸗ ſtand beruhet. Gegen wenige, durch offenbare Fehlgriffe verungluͤckte Verſuche ſtehen ſo viele, trotz der Schwie⸗ rigkeit der Zeiten, in ihrer vollen Herrlichkeit da. Daraus aber, daß es das abſolut, das idea⸗ liſch vollkommenſte Syſtem iſt, folgt nicht, daß es das relativ beſte fuͤr jeden ſey: und hierin liegt der Irr⸗ thum; aber nicht durch meine Schuld, denn ich habe es oft und beſtimmt ausgeſprochen: daß Orts⸗ Zeit⸗ und perſoͤnliche Verhaͤltniſſe ſeiner Einfuͤhrung wider⸗ ſtreben koͤnnen, und gegen Verkennung derſelben und Uebereilung immer gewarnet. Dieſer ganze Vortrag wei⸗ ſet auf die Wege und Bedingungen hin, unter welchen jeder ſich dem Vollkommenſten naͤhern muͤſſe, was er wirklich erreichen kann.(9.) Jeder Gewerbsmann weiß, daß zur Erweiterung oder Verſtaͤrkung ſeines Gewerbes ein neues Capital er⸗ forderlich iſt; daß dies, wenn es nicht anderweitig zu⸗ fließt, aus ſeinen Erſparungen hervorgehen muͤſſe, und daß man nur in hoͤchſt ſeltenen Faͤllen ſchnelle Zuruͤck⸗ kehr deſſelben, aber wohl billigen Gewerbs⸗Profit da⸗ von erwarten koͤnne. Gutsbeſitzer vergeſſen dies am haͤu⸗ figſten, und deshalb iſt der Fall nicht ſelten, daß ſie ſich gerade durch den Uebergang zum Vollkommnen rui⸗ 6 1 ritt oder ſhh ſe Jahehu grführt grißer V De genthüm häufiger dn üb dhne es de nehrt ſ Jrannti daß der als er Theile ſie gan fruchtba Srannt Nanran übeigen, *¹ V m ſelt ention b ds Ge Fänſi Die Wirthſchafts⸗ oder Feld⸗Syſteme. 165 heme. wdecind nirt oder in große Verlegenheit geſetzt haben. Dies ge⸗ ent da d ſchah ſogar haͤufig, wie nach der Mitte des vorigen ntit ußt Jahrhunderts die Koppelwirthſchaft in Mecklenburg ein⸗ ſcane dan gefuͤhrt ward. Es kann bei dieſem Syſtem, was eine odet Un groͤßere Anlage erfordert, noch leichter geſchehen. are Föjg Der jetzige Mangel an Capital unter den Grundei⸗ der dtt genthuͤmern iſt die Haupturſache, warum es nicht ſchon eit da haͤufiger eingefuͤhrt iſt; mancher aber, der nicht ſchnell wa in dazu überſchreiken fann, naͤhert ſich ihm allmaͤhlig, oft , daß d ohne es zu geſtehen. ligt dtè Der Hackfruchtbau, beſonders mit Kartoffeln, ver⸗ enn ih mehrt ſich allenthalben. Der Verbrauch derſelben zum Drts⸗„ Branntwein, ſtatt des Korns, geſtattet freilich nicht, uͤhrung 1 daß der Acker dadurch ſo viele Kraftvermehrung erlange, derſelben als er erhalten wuͤrde, wenn man die nahrhafteſten Vorttag Theile derſelben nicht in Alkohol verwandelte, ſondern unter vit ſie ganz zum Viehfutter verwendete. Aber der Hack⸗ fruchtbau fuͤhrt nothwendig zu jenem Syſteme, und die Branntweinbrennerei kann das Capital— falls die Con⸗ currenz in einigen Gegenden nicht zu groß wird— er⸗ nuͤſſe, wo 8 weiten 84 uͤbrigen, was ſonſt erforderlich iſt. es Capita! nderweith. 250. 8 9 4 3 n miſſe, Phyſiſche Hinderniſſe ſind hier leichter, dort ſchwe⸗ un: 8: 1 ſchnale 4 rer, ſelten gar nicht zu uͤberwinden; rechtliche und eon⸗ „ 5... ze hep ventionelle oft nur durch Mitwirkung der Regierung und dies an des Gemeinweſens. Perſoͤnliche Qualitaͤten, Kenntniß, ilen, 4 Kuͤnſtlertalent und Betriebſamkeit ſind bei der Ausfuͤh⸗ ſiomnnen e 166 Die Wirthſchafts⸗ oder Feld⸗Syſteme. rung dieſes Syſtems mehr als bei irgend einem andern erforderlich. 1 25. 1 Es iſt keinesweges allgemein rathſam, daß eine Wirthſchaft ein einzelnes Ackerſyſtem befolge; vielmehr erreicht eine Verbindung mehrerer, beſonders bei Ver⸗ ſchiedenheit des Bodens, das relativ Vollkommenſte am ſicherſten. In dieſer eingreifenden und unterſtuͤtzenden Verbindung zeigt ſich oft die hoͤchſte Intelligenz;z und ſie giebt dem ganzen die feſteſte Haltung und Sicherheit ge⸗ gen unzuberechnende Zufälligkeiten, geſtattet Abweichun⸗ gen von der Norm zum Erſatz des einen durch das andre.(117.) 252. Der Uebergang von einem Syſtem zum andern iſt das, was die meiſte Ueberlegung und Einſicht erfordert. Die klare Erkenntniß, was nicht nur im Allgemeinen, ſondern auch unter gegebenen Verhaͤltniſſen vollkommner ſey, und was man alſo bezwecken muͤſſe, entſteht leicht. Aber die Art und Weiſe, wie man dahin mit Wegraͤu⸗ mung oder Umgehung der Hinderniſſe, ſchneller oder langſamer, mit groͤßerem oder geringerem Aufwande ge⸗ langen kann, zu erfinden, erfordert die Vorberechnung jedes Vorſchreitens und jeder Richtung, die man zu nehmen hat, damit man nicht auf abweichenden Irrwe⸗ * leberge in N auch zurüch ken, a fihran gen ſeine Zeit und Kraͤfte zuſetz. Der Zuſtand jedes h nehten en. nem anden 1 di 1 ge; velt ers hei Nh ommenſt a mnterſtüͤtende heuzz undi Sicherheit Apweih durch zm anden icht etfotde Alggemeim volkkomm ntſteht let mit Wegi chneller d Aufwande Porberechumn die mon enden Jnn uſnd fis Intelligenz. 167 Uebergangsjahres muß berechnet werden, ſo wie man ihn im Mitteldurchſchnitt erwarten kann; es muͤſſen aber auch Huͤlfsmittel aufgeſpart ſeyn zum Erſatz im Fall des Zuruͤckſchlages. Denn nie kann dies nachtheiliger wir⸗ ken, als im Zeitraum des Ueberganges. Die ſchnelle Aus⸗ fuͤhrung mit einem großen Meliorations⸗Capital iſt mehren⸗ theils leicht; die langſame mit einem kleinern erfordert mehrere Puſir 1 minder glaͤmend, aber ſi chanen A Intel lig en z. 253. Das vierte Element des landwirthſchaftlichen Ge⸗ werbes iſt Intelligenz, die in der Wirklichkeit in die⸗ ſem Fache mehrentheils weniger, wie in andern, ange⸗ troffen wird, aber in keinem ſo unbegraͤnzt in ihrer An⸗ wendung iſt, wie in dieſem. 254. Die Landwirthſchaft kann, wie jedes Gewerbe, als Handwerk, als Kunſt und als Wiſſenſchaft be⸗ trieben werden. Der Handwerker macht nach, was im⸗ worge⸗ macht worden, und wozu er abgerichtet iſt/ ohne dar⸗ uͤber nachzudtnken, und auf den Grund ſeines Wirkens zuruͤckzugehen. Die Erlernung des Handwerks beſteht in der Uebung der Handgriffe und des Augenmaßes. — —-ů-————— —— —— ———.¼ —— b b b —— — ꝗ uůõöõ— —— 169 Intelligenz. Der Kuͤnſtler hat die Idee ſeines Wirkens, die ihm durch die Wiſſenſchaft— bei aͤſthetiſchen Kuͤnſten oft bloß durch Phantaſie— gegeben iſt, vor Augen, und er ſtellt ſie in der Wirklichkeit dar. Iſt die Idee fehlerhaft, d. h. unter den beſtehenden Umſtaͤnden dem Zwecke nicht angemeſſen, ſo iſt es ſeine Schuld als Kuͤnſtler nicht. Die Wiſſenſchaft erfindet die Idee des Auszu⸗ fuͤhrenden, welches nach gegebenen Orts⸗, Zeit⸗ und Fraſt. Brhältniſen das erreichbar Molrommenſte ſeyn ſoll. Wiſenſchaft gſebs das Geſetz; Kunſt fuͤhrt es aus durch die Hand des Arbeiters. 235. 132e Viſſenſchaft erfordert einen vollſtaͤndigen Begriff der Kunſt und des Handwerks; denn ohne die Mittel der Ausfuͤhrung zu kennen und zu berechnen, ergreift ſie ei⸗ ne falſche Idee. Daher iſt Theorie ohne Praxis in allen Wiſſenſchaften, die auf Erfahrung beruhen und Ausfuͤh⸗ rung bezwecken, nicht Wiſſenſchaft, ſondern nur Gelehr⸗ ſamkeit, und dieſe Wiſſenſchaften konnten nur Fortſchrit⸗ te machen durch ſolche Koͤpfe, in denen ſich Theorie und Praxis vereinigten. Jedoch giebt es wohl wiſſenſchaft⸗ liche Maͤnner, die das Kuͤnſtler⸗Talent zur Ausfuͤhrung nicht im hohen Grade beſitzen. 1 rihtig worde ſcy. e rih et dan d ter A das, keiner her p Begrif ſchaft und geme vorge dert, ſe F nele ben u Erkenn hängi V ſch,: eanthe V 6 ne n dunke Intelligenz. b 169 aiens de 1 236. en Kängn Der bloße Kuͤnſtler muß die ihm gegebene Idee oor Jugn richtig aufnehmen und ausfuͤhren, wie ſie ihm gegeben 94 ſt di e worden; wenn er auch fuͤhlte, daß ſie unzweckmaͤßig anda dn ſey. Ohne Wiſſenſchaft darf er ſie nicht abaͤndern, weil Sthuld d er nicht ſicher iſt, noch Schlechteres zu machen, wofuͤr er dann verantwortlich wuͤrde. des Au Ein bloß kunſtgerechter Landwirth kann in ſei⸗ geit, un ner Art ſehr ſchaͤtzbar ſeyn; er iſt aber beſchraͤnkt auf nenſte ſo das, was er keunt, und kann ſich ohne Wiſſenſchaft zu keiner hoͤheren und umfaſſendern Kenntniß erheben. Da⸗ hrt es au her halten ſolche Leute mit Recht feſt an das einmal Begriffene und Ergriffene. Sie koͤnnen vortrefflich wirth⸗ ſchaften und mit dem beſten Erfolge, wenn die Idee und Regel der Wirthſchaft den Lokalverhaͤltniſſen ſo an⸗ 8 gemeſſen iſt, daß das relativ Vollkommenſte daraus her⸗ Begriff de vorgehen kann. Werden aber dieſe Verhaͤltniſſe abgeaͤn⸗ Mittel de dert, oder ſie an einen andern Ort verſetzt, ſo werden rift ſie e ſie Fehler uͤber Fehler machen, wenn ihnen nicht die s in allen neue Idee oder Regel des Verfahrens vollſtaͤndig gege⸗ d Ausfuͤh ben und tief eingepraͤget iſt, was ohne wiſſenſchaftliche ur Gelehr⸗ Erkenntniß ihres Grundes ſehr ſchwer haͤlt. Ihre An⸗ Fortſchrtt haͤnglichkeit am Alten bleibt daher in dieſer Hinſicht loͤb⸗ heorie nohe lich, und giebt ihnen den Vorzug vor andern, die meh⸗ aiſenſchaf⸗ rentheils aus Eitelkeit nach dem Neuen ſtreben, ohne Gusfüͤhrung es nach ſeinen Gruͤnden und in allen ſeinen Beziehun⸗ gen vollſtaͤndig erkannt zu haben, und deshalb nach dunkeln Ahnungen ungeregelte, koſtſpielige Proben an⸗ 7 170 Intelligenz. ſtellen, die ſie bächſtens urc Zufall einunal zum Beſ⸗ ſern fuͤhren. 277. Alkgemeine poſitive Regeln koͤnnen aber der * Kunſt von der Wiſſenſchaft nicht vorgeſchrieben werden, weil die unendliche Verſchiedenheit der Verhaͤltniſſe und Umſtaͤnde ſie ſo vervielfaͤltigen wuͤrde, daß ſie das Ge⸗ daͤchtniß nicht faſſen, oder doch die Erinnerung ſie nicht darſtellen wuͤrde im Momente ihrer Anwendung. Daher wird jeder bloß kunſtmaͤßige Unterricht in ſeiner Anwen⸗ dung auf einen Ort oder gleiche Ortsverhaͤltniſſe be⸗ ſchraͤnkt ſeyn. Der handwerksmaͤßige kann ſogar eine weitere Ausdehnung haben. Um ſo mehr koͤnnen ſoge⸗ nannte populaire Lehrbuͤcher nur zweckmaͤßig fuͤr einzelne Diſtrikte und Wirtbſchaftverhaͤltniſſe ſeyn; wollen ſie mehr umfaſſen, ſo werden ſie baͤndereicher wie irgend * ein wiſſenſchaftliches Werk— was die beſondre Regel des ſelbſt erfinden lehrte— ohne jemals vollſtaͤndig zu ſeyn. Deshalb hat auch das Schreiben und Leſen ſolcher Buͤ⸗ cher von und unter bloß kunſtmaͤßigen Landwirthen mehr Schaden als Vortheil gebracht. 258. Nur die Wiſſenſchaft kann durch die Sprache ge⸗ lehrt und begriffen werden von dem, der die Lehre, ihr entgegen kommend, aufnimmt und ſich aneignet. Die Verfahren unter jedem Zuſammentreffen der Umſtaͤnde Erfol ſch ſind ſen konm ſind beſo ten. wer in! Be Zwe des Nunce iigne werd ober lch kal lzun d n aber da den waden aͤltniſſe und ſie das 6 ing ſie nit ing. Dät ner Anwa altniſſe h ſogar en oͤnnen ſog⸗ fuͤr einzaln wollen ſ wie irgen de Regel d er Umſeaͤm dig zu ſeyn ſolcher B irthen n Sprache h” e lehre i ine. D einſeitige Anſichten gebe. Intelligenz. 171 Kunſt und der Handgriff kann nur durch Anſchauung und Uebung erlangt werden. Beides iſt eine gleich un⸗ erlaͤßliche Forderung zur Bildung des vollkommenen Landwirths. 8 259. Wenn beides zugleich erlernt werden kann, iſt der Erfolg am groͤßten und ſchnellſten. Aber ſelten treffen ſich Zeit, Ort und Gelegenheit zuſammen, und wenige ſind ſo gluͤcklich, dies erreichen zu koͤnnen. Nur wiſ⸗ fenſchaftlich⸗praktiſche Schulen der Landwirthſchaft koͤnnen dieſe Gelegenheit darbieten; aber ihre Vortheile ſind noch zu wenig anerkannt, als daß ſie beſtehen, und beſonders daß ſich ſolche Maͤnner als Lehrer bilden moͤg⸗ ten, die das leiſten koͤnnen, was von ihnen gefordert werden muß, wenn der Zweck erreicht werden ſoll. Denn in dieſem muß ſich der Geiſt aller auf Landwirthſchaft Bezug habenden Wiſſenſchaften ganz eigens zu dieſem Zwecke und zur praktiſchen Anſchauung des Gegenſtan⸗ des vereinigen: das Licht aller auf den einen Punkt concentriren. Die Vielheit der Lehrer, deren jeder eine eigne Wiſſenſchaft treibt, kann dies nicht erſetzen: ſie werden Mathematiker, Chemiker, Botaniker u. ſ. f. oder oberflaͤchlich confuſe Vielwiſſer, aber keine wiſſenſchaft⸗ lich⸗praktiſche Oekonomen bilden. Auch muß das Lo⸗ kal ſolcher hohen Schulen ſo gewaͤhlt ſeyn, daß es nicht A Intelligenz. 260. Freilich haben ſich auch ohne dieſe Gelegenheit voll⸗ kommne Oekonomen auf zwei verſchiedenen Wegen gebildet. Einige haben mit der Erlernung des Handgriffs, dann mit der Ausbildung des Kuͤnſtler⸗Talents den An⸗ fang gemacht, und ſind darauf zum Studium der Haupt⸗ wiſſenſchaft und der Huͤlfswiſſenſchaften, in Bezug auf jene, uͤbergegangen. Dieſer Weg iſt ſicherer wie der zweite, und fuͤhrt bei gewoͤhnlichen Geiſtesanlagen dem Ziele naͤher; aber er iſt laͤnger und muͤhſamer. Andre haben mit der Wiſſenſchaft angefangen und ſich ſolche auf verſchiedenen Wegen zu erwerben ge⸗ ſucht. Hatten ſie dieſes wirklich erreicht, ſo mußten ſie freilich, um praktiſche Landwirthe zu werden, die Kunſt noch erlernen und uͤben; aber dies ward ihnen leichter weil ſie den Grund und den Zweck des Verfahrens ſchon kannten, dieſes alſo in allen ſeinen Einzelnheiten ſchnel⸗ ler begriffen, indem ſie die weſentlichen Punkte ſcharf beachteten. Aber es gehoͤrt ein ſehr gebildeter und wohl⸗ geordneter Verſtand dazu, um dieſen Weg ohne Verir⸗ rung einzuſchlagen. Manche ſind auf Irrwege gerathen, und haben ſich theils mit empfindlichem Verluſte erſt ſpaͤter auf den richtigen Weg zuruͤckgefunden, andre ha⸗ ben die Sache, nachdem ſie ihr Vermoͤgen zum Theil zugeſetzt, ganz aufgegeben. Wer durch Ausuͤbung der Kunſt anſchauliche Erkenutniß erlaugt hat, orientirt ſich leichter. Intelligenz. 173 enheit vol 261. en Wayn Die Kunſt, welche allerdings den Hangriff in ſich begreift, wird erlernt durch ſinnliche Anſchauung und dandgif Uebung. Eine gute Anweiſung hat ihre Vortheile, aber s den do die Thaͤtigkeit des Lernenden muß reger ſeyn, als die der Hauh⸗ des Lehrenden es zu ſeyn braucht, und mancher Schuͤler Rezug ai uͤbertraf bald ſeinen Meiſter. Es gehoͤrt dazu: ſelbſt r wie de phyſiſche Gewoͤhnung, Abhaͤrtung und Ausdauer; eine dlagen da gewiſſe gemeſſene, nicht traͤge Geduld und Moderation; Schaͤrfung des Beobachtungsgeiſtes und Bildung eines gefangen ſichern Maaßſtabes fuͤr Zeit, Naum und Kraft im Ko⸗ verben g pfe; genaue Kenntniß der Werkzeuge und ihrer Wirkung muften ſ nach Verſchiedenheit des Materials, worauf ſie wirken, die Kun der todten und der lebenden: des Viehes; beſonders un leihr aber auch der arbeitenden Menſchen, die der Landwirth Nens ſh in dieſer Hinſicht als das weſentlichſte Inſtrument zur ten ſcrl Ausfüͤhrung zu betrachten hat, die er aber nicht— wie ufe ſif manche waͤhnen— bloß mechaniſch, ſondern auch gei⸗ und woſl ſtig zu erkennen und zu leiten wiſſen muß. Man er⸗ langt die Kunſtfertigkeit nicht durch bloßes Anſchauen, zu di ſondern durch Mitwirkung und Selbſtangxeifen in einer veöiha mit Regſamkeit betriebenen Wirthſchaft, wenn ſie auch auſe a in ihrer Organiſation mangelhaft waͤre, und es kommt unde 3 hauptſaͤchlich darauf an, daß der Lehrling nur dazu an⸗ un dhi gewieſen, und nicht bloß als Vogelſcheuche hingeſtellt zuͤbung der rientitt ſh werde. 174 Intelligenz. 262.. Die wiſſenſchaftliche Erlernung der Land⸗ zkonomie hatte bisher um ſo groͤßere Schwierigkeiten, weil ſie noch nicht als Wiſſenſchaft behandelt war. Die ungeheure Menge von Schriften, die ſowohl das Ganze umfaſſen, als einzelne Theile behandeln, koͤnnen den Kopf nur mit verworrenen, dunkeln und widerſprechenden Begriffen anfuͤllen, der ſie nicht kritiſch zu leſen vermag. Man kann die Schriftſteller unterſcheiden in Prak⸗ tiker und Theoretiker, die Schriften in allgemeine und in ſpecielle, letzteres in Hinſicht des Gegen⸗ ſtandes und der Oertlichkeit. 3 263. Viele Praktiker haben ſich verdient gemacht um die Kunſt und Wiſſenſchaft, wenn ſie das, was ſie nach eigener Anſchauung beobachteten, klar und wahr erzaͤhl⸗ ten. Nur glauben dieſe iſolirt auf eigene Beobachtung fußenden Praktiker mehrentheils, daß Boden, Klima und Wirthſchafts⸗Verhaͤltniſſe den ihrigen allenthalben ganz oder doch faſt gleich ſeyn muͤßten, und daher jedem Leſer genugſam bekannt waͤren; geben daher die Umſtaͤn⸗ de, wenigſtens nicht beſtimmt genug, an, und empfehlen dann auch das, was ihnen zuſagte, unbedingt; ſo wie ſie das, was ihnen mißgluͤckte/ verwerfen. Der Kenner weiß dies oft zu ergaͤnzen und zu berichtigen nach dem, was ihm von der Landesart bekannt iſt, oder was er aus bo Erfolge unbedi Schri wenn wirſt A nicht le Schrif dem, ſcchten rungg ſie doch renihe dit und ihrer ſchwer unter bei m gettag eorſch der heitsg wh V Intelligenz. 175 aus vorkommenden Nebenumſtaͤnden und ſelbſt aus dem der And Erfolge abnimmt. Nicht ſo der Anfaͤnger, der entweder derigket unbedingt als allgemein guͤltig annimmt, was ſolche wal. Schriftſteller nach oͤrtlichen Erfahrungen ſagen, oder die ſeti wenn einiges ſeinen Begriffen widerſpricht, alles ver⸗ behandth, wirft. 4 unkln n Aber dieſe reinen Praktiker waren ſelten; weil ſict bi nicht leicht einer die Feder ergreift, der nicht ſchon an Schriftſtellerei in ſeinem Fache Geſchmack gefunden. Aus rin pu dem, was ſie geleſen, hatten ſie nun ſchon andre An⸗ llgemein ſichten und Begriffe bekommen, als ihnen eigene Erfah⸗ Geza rung gab. Wenn ſie auch minder einſeitig ſind, ſo ſind ſie doch verworrener und dunkler. Aber ſie haben meh⸗ rentheils Partei genommen an den Streitfragen ihrer Zeit, ihres Kreiſes und des Journals, was ſie leſen, und dies macht ihre Anſichten bei der Unvollſtaͤndigkeit mahe ihrer Begriffe ſchief und unrichtig. Hier iſt es noch uihr u ſchwerer, das Gute und Brauchbade zu ſondern, was etat unter der Spruu verborgen liegt. Man muß hier, wie Fln 1 bei muͤndlichen Erzaͤhlungen, um die Wahrheit des Vor⸗ getragenen zu pruͤfen, den Charakter des Erzaͤhlenden iken ou erforſchen und ihm danach mehr oder weniger in dieſem her b oder jenem Stuͤcke trauen. Es giebt ein gewiſſes Wahr⸗ de Unſts heitsgepraͤge, gewiſſe Zuͤge, eine gewiſſe Schriftſteller⸗ nhrn Phyſiongomie, die den Kenner ſelten truͤgen. gt; Der Kemne 264. tach dun Die Theoretiker unterſcheiden ſich in Compilato⸗ er was d 176 Intelligenz. ren, welche die Meinungen Anderer zuſammengetragen haben, und in ſolche, die ſich eine eigene Theorie oder Syſtem bildeten. Die bloße Compilation kann ihre Verdienſte und Nutzen haben, wenn das Zuſammengetragene mit Fleiß und Scharfſinn geordnet, und nur fuͤr das aus⸗ gegeben wird, was es iſt. Aber die meiſte Compilation in dieſem Fache iſt Abſchreiberei ohne Kenntniß und Pruͤfung, Zuſammentragung aus ſechs Buͤchern in ein ſiebentes. Von dieſer Art ſind die meiſten ſogenann⸗ ten Syſteme, vollſtaͤndigen Handbuͤcher, Ganze der Landwirhſchaft.— Dieſe haben der Erweiterung und Verbreitung der Wiſſenſchaft und ſelbſt der Praxis vie⸗ len Schaden gebracht. Weil das Falſche und Halbwahre mit dem Wahren aus einem Buche immer ins andre uͤbertragen ward, ſo glaubt der Unkundige um ſo eher, jenes muͤſſe doch richtig ſeyn, weil es in ſo vielen Buͤchern ſtehet, und haͤlt den fuͤr einen Krittler, der es leugnet, weil doch ſo viele Stimmen gegen eine ſeyen. Solche Abſchreiber geben ſich obendrein gern das An⸗ ſehen eigner Erfahrung, wenn ſie auch ihr Gewerbe nie anders als mit der Feder unterm Dache betrieben. Wahre Theoretiker haben die Thatſachen mit mehre⸗ rer Pruͤfung zwar von andern entlehnt, aber darauf ihr eigenes Raiſonnement und Lehre begruͤndet. Wenn ſie aber nicht eigene anſchauliche Kenntniß und Erfahrung beſaßen, ſo iſt es ihnen ſelten gegluͤckt, zur Erweiterung oder Aufklaͤruug der Wiſſenſchaft etwas beizutragen, theils feile n rungen ſcht w ſogenan auf ang richtige ſebräͤuch ſhaft ge als ang zum bot gung, belämm E ſoſche Wiethſe Gruͤndl von ihr nen ein lich gene ten dat als. X m ode V in. U ſi ei V ſm, ſe Thuers Intelligenz. 177 drgetn theils weil ihnen dann der Pruͤfſtein entlehnter Erfah⸗ cheorie the rungen fehlte, theils weil ſie ſelten die folgereichſte An⸗ ſicht waͤhlten. Einige betrachteten die Sache aus dem Vadim ſogenannten kameraliſtiſchen Standpunte, fußten aber tragene 1 auf angenommene, oft legal beſtaͤtigte, aber doch un⸗ r das u richtige Grundſaͤtze und auf das, was in ihrer Gegend Lompilte gebraͤuchlich war. Andre leiteten dieſe Gewerbswiſſen⸗ entniß u ſchaft ganz aus der Naturkunde ab, und behandelten ſie hern in i als angewandte Naturkunde. Sie moͤgten den Acker ſogenam zum botaniſchen Garten machen, empfehlen kraͤftige Duͤn⸗ Ganzed gung, ſorgfaͤltige Arbeit, reichlichen Koſtenaufwand, un⸗ iterung u bekuͤmmert, wo man es hernehme. Praxis BHalbn 265. „ins an Spezielle landwirthſchaftliche Schriften nennen wir um ſo ehe ſolche, die entweder einzelne Gegenſtaͤnde, oder öͤrtliche ſo vien Wirthſchaften behandeln. Man kann in der Regel mehr kler, der Gruͤndlichkeit, Vollſtaͤndigkeit und genauere Beobachtung eine ſeyn von ihnen erwarten; denn wer ſich entſchließt, uͤber ei⸗ u das h. nen einzelnen Gegenſtand zu ſchreiben, hat ihn natuͤr⸗ zewerbe i lich genau beachtet und daruͤber nachgedacht. Sie ma⸗ jeben. chen daher auch den ſchaͤtzbarſten Theil unſerer Literatur mit me. aus.. darauf i Nur ſind Schriftſteller, die uͤber einzelne Operatio⸗ Venn t nen oder Produktionen ſchreiben, in zwei Fehler verfal⸗ Erahrun len. Um ein gehoͤriges Buch hervorzubringen, haben ſie Erweiteun ſich einer unnuͤtzen Weitlaͤuftigkeit oft abſichtlich befliſ⸗ bezutagn ſen, ſo daß man die brauchbaren Brocken muͤhſam her⸗ Thaers Leitfaden. M 4 hheib 178 Intelligenz. ausfiſchen muß; dann ſchildern ſie ihren Gegenſtand ſe aͤbertrieben wichtig und ohne Unterſchied der Verhaͤltniſſe ſo vortheilhaft ab, daß ſie den Anfaͤnger leicht verleiten, auf ihn zum Nachtheil anderer zu viel zu verwenden. Die Beſchreibung provinzieller Wirthſchaftsarten ſind mehrentheils intereſſant; denn die Vergleichung der in verſchiedenen Laͤndern eingefuͤhrten Methoden und ih⸗ res Erfolges ſtellt manchmal ein großes, comparatives Experiment dar, woraus ſich fuͤr die Kunſt und Wiſſen⸗ ſchaft wichtige Reſultate ziehen laſſen. Nur muß dies Gemaͤlde, wenn auch etwas ſchmeichelnd, doch genau und treffend und aus einem Standpunkte aufgenommen ſeyn, wo alle merkwuͤrdigen Verhaͤltniſſe in die Augen fallen. Beſſer pflegen dieſen Auslaͤnder zu waͤhlen— die ſich aber doch lange genug und zwar unter dem Landvolke, aufgehalten haben— als Einheimiſche, weil letztere leicht das Weſentlichſte als bekannt annehmen und es im Dunkeln laſſen; widrig ſind dagegen dem gruͤndlichen Forſcher die fuͤchtigen und oft ungereimten Bemerkungen, welche Reiſebeſchreiber aus der Poſtchai⸗ ſe uͤber den Landbau einer Gegend machen, und die Nachrichten, welche ſie ſich an der Wirthstafel aufhef⸗ ten ließen. 266. Um mit Nutzen und, ich moͤgte ſagen, ohne Nach⸗ theil zu leſen, muß man ſchon mit dem Gegenſtande und dann mit der Geſchichte oder mit dem Zuſtande dicſer d vie mit der zeit daß das nicht für ſen Et ne in ki nen ſolch Nan ka nut Ett ſole. ats und berden. b ſcheſt begnuͤge nicht m mit ei iir Sa⸗ da Rhenüe, e Vrtzätif icht dalin verwenden. rthſchaſtem rgleichang) hoden u tomparti ſſt und Vi Nur wuß 9) doch gu aufgentae in di h zu wißen⸗ var unte n heiwiſceln annt ane d dagexen oft ungti s der lech achen, und thstafd u en, ohe i in Gegenſtn dn Juſun Intelligenz. 179 dieſer Literakur in verſchiedenen Perioden bekannt ſeyn, wie mit den Vorurtheilen und Streitigkeiten, die zu je⸗ der Zeit geherrſcht haben. Hieraus erhellet von ſelbſt, daß das Leſen in dieſem Fache, wie in vielen andern, nicht fuͤr den Anfaͤnger ſey, der ſich ſchnell und in muͤſ⸗ ſigen Stunden dadurch unterrichten will, und ich kom⸗ me in keine groͤßere Verlegenheit, als wenn ich von ei⸗ nem ſolchen gefragt werde, welche Buͤcher er leſen ſolle. Man kann ihm nicht ganze Buͤcher anrathen, ſondern nur Stellen, die er aus dieſem oder jenem Buche leſen ſolle. Nur unter der perſoͤnlichen Leitung eines Leh⸗ rers und deſſen Erklaͤrung kann ihm das Leſen nuͤtzlich werden. Wer aus Buͤchern dieſe, wie jede andre Wiſſen⸗ ſchaft, ſchoͤpfen will, muß ſich nicht mit paſſivem Leſen begnuͤgen, ſondern actives Studium darauf verwenden; nicht mit einem leichten oberfaͤchlichen Buche, ſondern mit einem gruͤndlichen den Anfang machen und Satz fuͤr Sat den Sinn richtig zu faſſen ſachen 267. Das Beduͤrfniß, die Landwirthſchaft wiſſenſchaftlich zu behandeln und zu lehren, hat man laͤngſt gefuͤhlt, und deshalb ſchon ſeit Anfang des vorigen Jahrhun⸗ derts kehrſtuͤhle derſelben auf Univerſitaͤten er⸗ richtet. Ihr Zweck iſt doppelt: Sie ſollen dem Gelehrten und kuͤnftigen Geſchaͤfts⸗ mann eine fuͤr ihn zureichende Kenntniß des landwirth⸗ M 2 180 Intelligenz. ſchaftlichen Gewerbes im Ganzen geben. Dieſer Zweck kann durch einen angemeſſenen Vortrag erreicht werden. Sie ſollen aber auch den kuͤnftigen praktiſchen Land⸗ wirth wiſſenſchaftlich bilden. Dieſer Zweck wird wohl nicht anders erreicht, als wenn der Studirende ſchon eine anſchauliche Kenntniß des Gegenſtandes beſitzt und wenigſtens kunſtmaͤßig unterrichtet worden, beſonders aber der Sinn fuͤr laͤndliches Leben und Thaͤtigkeit in ihm ſo lebendig geweckt iſt, daß ihn der Geiſt und Ton der Univerſitaͤten nicht zu unterdruͤcken vermag. Auch muͤſ⸗ ſen die Huͤlfswiſſenſchaften, um derentwillen man be⸗ ſonders die Univerſitaͤten waͤhlt, dann mit einer beſon⸗ dern Ruͤckſicht auf die Landwirthſchaft, folglich mit einer gewiſſen Kenntniß derſelben, vorgetragen werden, was man von den Lehrern ſelten erwarten darf; ohne dies ziehen ſie den lehrbegierigen jungen Mann vom eigentli⸗ chen Zweck ſeines Studiums leicht ab. Durch eine gewiſſe Verbindung, worin die Moͤg⸗ linſche Anſtalt mit der Univerſitaͤt zu Berlin ſtehet, iſt vielleicht mehr als irgendwo der letzte Zweck erreicht. 268. Zur Befoͤrderung der Wiſſenſthaft ſowohl, als zur allgemeinen Verbreitung der Intelligenz hat man oͤf⸗ fentliche Experimental⸗Wirthſchaften und Mu⸗ ſter⸗Wirthſchaften anzulegen haͤufig beabſichtigt; aber noch iſt keine gelungene Ausfuͤhrung bekannt. Manche haben beide fuͤr eins gehalten, aber ihr Zweck iſt ver⸗ ſciehen witthſch gegedene hafte ſſeft ſe getellt an einer abet in Verechn was nit perimen muß, t der Nuſ D erwit die gr den beſ wohner vitth k d aber denden 25 Aͤntell dern d heit, ſchre Diiſer zit icht wende ktiſchen a c wird ditende ſ 8 beſzzt u n, beſonde Thatigeet. Beiſt undu g. Auch mi len man! einer beſt ich mit er werden, ne ß ohne 1 vom eiger rin die. lin ſteet/ k erreicht dohl, abs hat man i ten und M döſchtie nt. Nant Zvetkſi be Intelligenz. 181 ſchieden und gerade widerſtrebend. Durch Experimental⸗ Wirthſchaften ſoll erſt ausgemittelt werden, was unter gegebenen Umſtaͤnden das Beſſere ſey; es ſollen zweifel⸗ hafte Fragen entſchieden werden; in einer Muſter⸗Wirth⸗ ſchaft ſoll das anerkannt Beſſere zur Nachahmung dar⸗ geſtellt werden. Sie koͤnnen freilich verbunden werden an einem Orte und unter einer Direction; ſie muͤſſen aber in Anſehung ihres Zwecks, ihres Betriebes, ihrer Berechnung ſcharf getrennt und unterſchieden werden, was nicht ohne Schwierigkeit iſt⸗ Auch wird das Ex⸗ perimentaliſche— was immer zum Theil mißgluͤcken muß, wenn es entſcheidend ſeyn ſoll— den Eindruck der Muſter⸗Wirthſchaft bei manchem ſchwaͤchen. Der kleine, beſchraͤnkte Landwirth bedarf der Mu⸗ ſterwirthſchaften am meiſten, und ſie koͤnnten auf ihn die groͤßte Wirkung thun, wenn ſie oͤrtlich ganz nach den beſtehenden Verhaͤltniſſen der Gegend und der Ein⸗ wohner angelegt und betrieben wuͤrden. Der große Land⸗ wirth kann das Muſterhafte ſchon ſelbſt auffuchen, wird es aber immer nur modificirt auf ſeine Verhaͤltniſſe an⸗ wenden koͤnnen. 269. Deshalb ſind denn auch Reiſen dem, der hoͤhere Intelligenz erlangen will, faſt nothwendig. Sie erfor⸗ dern aber viele Vorkenntniſſe und eine gewiſſe Gewandt⸗ heit, um wahren Rutzen daraus zu ziehen. Man muß ſich vor allem mit den phyſiſchen, geographiſchen, mer⸗ 18²2 Intelligenz. kantiliſchen und ſtatiſtiſchen auf den Landbau Bezug ha⸗ benden Verhaͤltniſſen des Landes, mit den Maaßen und mit der Ackerbau⸗Sprache bekannt machen; ſich in den Charakter und die Sitten der Landbewohner fuͤgen, um ihr Zutrauen zu gewinnen; bedeutende Gegenſtaͤnde ge⸗ nau zu unterſuchen Zeit und Geduld haben; die Kunſt zu fragen verſtehen, undeutliche Antworten unterhaltend zu zergliedern und aufzuklaͤren wiſſen, ohne die Leute zu ermuͤden; jeden Tadel zuruͤckhalten und nicht unzeitig belehren wollen, ſondern nur Belehrung ſuchen. Merk⸗ wuͤrdige Wirthſchaften muß man in ihrem ganzen Zu⸗ ſammenhange und allen Verhaͤltniſſen kennen zu lernen ſuchen, ſich nicht durch das Einzelne blenden laſſen und daraus falſche Schluͤſſe ziehen, Man muß ſich uͤber⸗ haupt auf Geduld und Ausdauer, auf Ertragung man⸗ cher kleinen Beſchwerden und Unannehmlichkeiten gefaßt machen, eine beſcheidene Dreiſtigkeit annehmen, allen Verdacht von Nebenabſichten, der bei dem ungebildeten Landmanne bei ſolchen Reiſenden entſteht, von Anfang an zu entfernen ſuchen. Wenn man ſich als ein dank⸗ barer Schuͤler bezeugt, ſo wird jeder brave Landwirth gern unterrichten; denn es erfreuet ihn, wenn er Nach⸗ ahmer findet, was in der Regel den Fabrikanten ver⸗ drießt.. nr 270. Zur Befoͤrderung der praktiſchen Intelligenz dienen gewiß ſehr landwirthſchaftliche geregelte Ver⸗ ſanml geſtalt und w. Zäit v machten geuein ahmung ebohler weſſl Anſtan werder und a dels⸗L Speci manc ſchau gentli dieſer es ſc Webi⸗ der zu der a und kande dahe u Daug Nariin u ſch nn ſͤgen, n genſtänd 3 die gai unterhalen die ban ſnicht unzn ſhen. Mii ganzen en zu be nlaſſen u 6 ſich ü⸗ tragung ne hkeiten gi thmen, d ungebilden von Ani als ein de be Landdi enn er Ah brikanten e igen din egelte Se Intelligenz. 193 ſammlungen oder Vereine, die nur nicht die After⸗ geſtalt der gelehrten Geſellſchaften angenommen haben, und mit Formalitaͤten und langweiligen Vorleſungen die Zeit verbringen, ſondern eine freie Mittheilung der ge⸗ machten Beobachtungen und der Meinungen bewirken, geweinſchaftliche Unterſuchungen veranlaſſen, zur Nach⸗ ahmung des Bewaͤhrten anreizen; wo jeder ſich Raths erhohlen und den ſeinigen andern mittheilen kann, wo zweifelhafte Fragen mit Gruͤnden, Freimuͤthigkeit und Anſtand unter der Leitung eines Vorſtehers verhandelt werden; wo auch unter Nachbarn Geſchaͤfte verabredet und abgemacht werden; wo man Nachrichten uͤber Han⸗ dels⸗Conjuncturen einziehet, vielleicht uͤber vortheilhafte Speculationen eine Vereinigung trift, und womit in manchen Gegenden zweckmaͤßig Viehmaͤrkte und Vieh⸗ ſchauen verbunden werden koͤnnten. Sie ſind dem ei⸗ gentlichen deutſchen Sinne und Charakter angemeſſen, dieſer aber iſt durch welſchen Ton ſo verſtimmt, daß es ſchwer haͤlt, den Geſchmack an geſelligen zuͤnftigen Verbindungen dieſer Art unter Gewerbsverwandten wie⸗ der zu erregen, und daß man das Beiſpiel der Englaͤn⸗ der aufſtellen muß, um ſie uns annehmlich zu machen, und uͤberhaupt um den Gemeingeiſt, der ſich auf dem Lande noch mehr als in den Staͤdten verloren hat, wie⸗ derherzuſtellen. 184 Intelligenz. 271. In gewerblicher Hinſicht kann man auch bie Ge⸗ ſchicklichkeit wie ein Capital betrachten. Sie muß wie dieſes erworben werden, und bringt ein Einkom⸗ men, welches im Allgemeinen mit dem Elwerbungsauf⸗ wande im Verhaͤltniß ſtehet. Daher hat man ſie Ta⸗ lent genannt. 1 2. 8 272. Der Aufwand von Arbeit und Capital, den die Erlernung eines Gewerbes erfordert, ſteht im Verhaͤltniß mit der Schwierigkeit des gewaͤhlten Gewerbes, mit den verſchiedenen Graden der Geſchicklichkeit, die man darin erlangen will, und mit der minderen oder mehre⸗ ren Gelegenheit und Bequemlichkeit, die man dazu in einem Lande antrifft. 273. Faſt bei allen Gewerben iſt der Aufwand der Er⸗ kernung groͤßer, als er dem erſten Anblicke nach ſcheint. Der junge Menſch, der ſich von ſeinem zwoͤlften Jahre an durch leichte, kunſtloſe Arbeit ſeinen Unterhalt ſchon haͤtte verdienen koͤnnen, muß nun Vorkenntniſſe erwer⸗ ben, angeſtrengte Arbeit thun, unterhalten werden und Lehrgeld zahlen. Das auf ihn verwandte Capital mit Zins und Zinſeszinſen geht fruͤher wieder ein beim Handwerker, ſpaͤter beim Kuͤnſtler und Gelehrten, und un ſo in ſein T abet! Geſchü Aufvan Schon fungen ſe ein dieſer vierten eder langen dieſe nicht dähi u ko verwa mit! den Kibren aah8 ich die G Se 1 in Einten erbungsau an ſie da , den die Verhaͤltni rbes, wit die man oder mehee an dar in ind der E. aah ſchein lften Jaht erhalt ſchen tniſſe erwen werden unh Capital wit wein bein hrter, und Intelligenz. 185 um ſo ſpaͤter, je hoͤher die Senfe iſt, zu der er ſich in ſeinem Fache erheben will. Dieſer Erſatz durch nachmaligen Verdienſt bleibt aber ungewiß und um ſo zweeifelhafter, je groͤßer die Geſchicklichkeit in einem Fache ſeyn muß, um ein dem Aufwande angemeſſenes Einkommen daraus zu erlangen. Schon bei den niederen Gewerben kommen unter vier jungen Leuten, die es erlernten, nur drei ſo weit, daß ſie einen zureichenden Erſatz fuͤr den Aufwand erhalten; dieſer muß mithin ſo ſeyn, daß er auch die auf den vierten verwandten Koſten mit decke. In einer Kunſt oder Wiſſenſchaft, wo man nur das Hoͤhere ſchaͤtzt, ge⸗ langen unter vielen nur wenige dahin. Deshalb werden dieſe aber auch mehr geſucht und hoͤher belohnt, was nicht geſchehen wuͤrde, wenn ſich viele von gleich großen Faͤhigkeiten anboͤten, oder wenn geringere genuͤgten. Da⸗ zu kommt, daß jedes auf Erlernung eines Gewerbes verwandte Capital nur auf Leibrenten belegt iſt, und mit dem Tode, oder mit dem Schwinden der koͤrperli⸗ chen oder geiſtigen Kraͤfte verloren gehet, folglich als Leibrente verzinſet, oder bei Lebzeiten der Perſon wieder bezahlt werden muß. Wird alſo in einem Fache das Hoͤhere ſelten er⸗ kannt, geſucht und nach Wuͤrden belohnt; begnuͤgt man ſich dagegen mit dem Gemeinen und Niederen, und be⸗ zahlt dieſes gut genug: ſo werden wenige es darauf anlegen, jenes zu erreichen, viele aber dieſes ergreifen. Und dies iſt bisher mit der Landwirthſchaft der Fall b * 186 Intelligenz. geweſen, um ſo mehr, da die Gelegenheit, jenes zu er⸗ langen, ſelten war, und mehrentheils muͤhſam und in entfernten Gegenden aufgeſucht werden mußte. Es iſt deshalb keineswegs zu verwundern, daß nur ſolche ſich hoͤhere landwirthſchaftliche Intelligenz zu erwerben ſuch⸗ ten, welche die Ausſicht hatten, ſie zu ihrem Vortheil zu benutzen, indem ſie das Gewerbe auf eigne Rechnung betrieben; und die Klage uͤber Mangel an geſchickten Oekonomen, die ihre Dienſte andern widmen wollen, iſt ſo natuͤrlich, als begruͤndet; wogegen ſich ein Ueber⸗ fluß an ungeſchickten allenthalben findet. 274 Wenn nun auch die Wichtigkeit eines geſchickten Wirthſchafts⸗Vorſtehers immer von Mehreren erkannt wird, und ſolche Maͤnner mit Anbietung betraͤchtlicher Gehalte geſucht werden; ſo bleibt doch die Schwierig⸗ keit, daß das wahre Talent richtig unterſchieden und unter der Menge, die es zu beſitzen faͤlſchlich vorgeben, aufgefunden werde. Wer es erkennen und unterſcheiden will, muß es ſelbſt beſitzen, und das iſt oft nicht der Fall bei denen, die es ſuchen. Aus dem Erfolge laͤßt es ſich erſt nach laͤngerer Zeit beurtheilen, weil in kuͤr⸗ zerer der Zufall zu viel mitſpielt, hinter dem ſich Unge⸗ ſchicklichkeit verſtecken kann, und deſſen moͤgliche kluge Ueberwindung nur von Verſtaͤndigen gewuͤrdigt werden mag. Pruͤfung des Wiſſens reicht nicht zu, weil es nicht leent! ein, wind ſchein betril dieſer enes n e an undji te Es i ſolche ſc verben ſuc em Vortze ne Rechum geſchictn gen wollen, ein Ueden 3 geſchickn eren erkant betraͤchliche e Schwierg ſchieden un th vorgebe unterſchedde ft nicht de Erfolge lü weil in li n ſich Unoe öglihe klage digt vwerden zu, vil 6 Intelligenz. 187 nicht auf bloßes Wiſſen, ſondern auch auf Kuͤnſtler⸗Ta⸗ lent bei der Anwendung ankomtmtit. 28 Es gehoͤrt daher eine ganz entſchiedene Neigung, ein gewiſſer innerer Beruf, der alle Schwierigkeiten uͤber⸗ windet, dazu, um ſich dieſem Studium, ohne die wahr⸗ ſcheinliche Ausſicht, das Gewerbe auf eigene Rechnung betreiben zu koͤnnen, zu widmen. Talentvolle Maͤnner dieſer Art koͤnnen nur von großen Gutsbeſitzern, welche die obere Leitung der Wirthſchaft durch einen andern fuͤhren laſſen wollen, nach Wuͤrden belohnt werden; dann wird aber auch nicht leicht eine Belohnung zu hoch ſeyn, um ſich nicht vortheilhaft zu erſetzen; wenn ſich mit großen Talenten vollkommne Rechtlichkeit verbindet; was in dieſem Fache mehrentheils der Fall iſt, ge⸗ rade weil den Unvermoͤgenden nicht Gewinnſucht, ſon⸗ dern leidenſchaftliche Neigung fuͤr die Gache zum hoͤhern Studium bewegen kann. 275. Es giebt noch eine beſondere Klaſſe von Oekono⸗ mie⸗Verſtaͤndigen, welche, ohne eigne Wirthſchaft als Hauptgeſchaͤft zu betreiben, ſich nicht dem Dienſte eines Einzelnen, ſondern theils dem Dienſte des Staats wid⸗ men, theils als Rathgeber denen, welche ſie darum er⸗ ſuchen, temporaͤr und in gewiſſen wichtigen Geſchaͤften dienen. Sie ſind in vielen Laͤndern unter dem Namen der Oekonomie⸗Commiſſarien bekannt; in Eng⸗ land heißen ſie landesurveyors; in manchen Gegenden ¼ Intelligenz. denkt man ſich ſo etwas unter dem Namen eines Feld⸗ meſſers, weil man dieſe Kunſt fuͤr die Hauptſache dabei haͤlt. Wenn ſie das beſitzen und leiſten, was wir von ihnen verlangen, ſo gehoͤren ſie unter die nuͤtzlichſten Buͤrger und, in gewiſſer Hinſicht, Beamten des Staats, welche hohe Achtung und Belohnung verdienen. Allein es haben ſich oft hoͤchſt unwuͤrdige Perſonen als ſolche angegeben, und ſind ſogar von den Regierungen durch Mißgriff angeſtellt und authoriſirt worden, wodurch an manchen Orten dieſer Stand die ihm gebuͤhrende Wuͤrde verloren hat. 276. Wir fordern aber von ihnen eine praktiſche und wiſſenſchaftliche Kenntniß des landwirthſchaftlichen Ge⸗ werbes ſowohl ſeines allgemeinen Betriebes, hinſichtlich des Zuſammenhanges und aller Verhaͤltniſſe, als der einzelnen Operationen. Dieſe Kenntniß muß ſowohl anſchaulich, als durch das Studium der vorzuͤglichſten Werke in dieſem Fache erworben, nicht bloß oͤrtlich, ſondern allgemein ſeyn. Ferner: zureichende Grundkenntniſſe der ganzen Na⸗ turlehre, um alles, was Bezug auf das Allgemeine und die einzelnen Theile der Landwirthſchaft hat, verſtehen, unterſuchen und beurtheilen zu koͤnnen: alſo Kenntniß der Phyſik, Chemie, Botanik, Mineralogie, Zoonomie, nicht um die Erweiterung dieſer Wiſſenſchaften ſelbſt zu thre etke ge A. tines di tſache dabe as wit nißliſin des Star gen. Alit en als ſolh rungen daur wodurch a tende Wi raktiſche m aftlichen 6 hinſchtlt iſe, als de muß ſöve vorzuͤglchin bloß ͤrti gagzen d gemeine i t, berſehen ſo Kentti „Zoononi, en ſält in Intelligenz. 189 fördern, ſondern um ihre Entdeckungen auf die Land⸗ wirthſchaft anzuwenden, und die Erfahrungen der letz⸗ tern dadurch berichtigen und genauer beſtimmen zu koͤnnen. Dann reine Mathematik, ſo viel erforderlich iſt, um die angewandte Arithmetik, Geometrie, Mechanik, Hydrodynamik gruͤndlich verſtehen zu koͤnnen, nebſt Ue⸗ bung im Rechnen, Meſſen und Nivelliren. Zugleich Kenntniß der Landesverfaſſung und der Geſetze, der Prozeßordnung und des Geſchaͤftsganges, in ſo fern ſie Bezug auf den Grundbeſitz und das laͤnd⸗ liche Gewerbe haben. Endlich die Gabe, ſich ſchriftlich mit Klarheit und Beſtimmtheit uͤber alle in dieſes Fach einſchlagende Ge⸗ genſtaͤnde auszudruͤcken, ſeine Gedanken in gehoͤriger Ordnung ohne Weitſchweifigkeit vorzutragen und Ein⸗ wuͤrfe zu beantworten; muͤndlich aber zu den Anſichten, den Begriffen und zur Sprache derer ſich herabzulaſſen, mit denen man in einem Geſchaͤfte zu thun hat. 2777ä. Man wird ſolche Maͤnner freilich nicht finden, be⸗ vor man ſie ernſtlich ſucht; man wird ſie aber ſuchen, ehren und belohnen, wenn man die großen Vortheile erkennt, die ſte dem Staate, der allgemeinen Wohlfahrt und dem Intereſſe der Einzelnen durch weiſe Rathſchlaͤ⸗ ge, hinſichtlich der Geſetzgebung und Ausfuͤhrung; der Adminiſtration der Domainen; durch Verbreitung der 3 * 4 190 Die Direction der Wirthſchaft. Kenntniſſe und der Beiſpiele; durch Leitung wichtiger Unternehmungen und Verbeſſerungen; durch richtige An⸗ wendung beſſerer Abſchaͤtzungsgrundſaͤtze u. ſ. w. bringen derſy koͤnnen. Die Erkenntniß der Wichtigkeit dieſes Faches deſtr wird wahrſcheinlich bald aufkommen, wenn man ſich auch, nur in der Wahl der erſten Subjecte nicht vergreift. V tung 15 S Eine Negel — ne c. Die Direction der Wirthſchaft. um — 2 Wirt 273. Direr Die Forderung, welche an einen Direetor der(In Wirthſchaft ergehet, iſt: daß er jedes Maaß und je⸗ einm de Art von Kraͤften in die nachhaltig groͤßte, zur Errei⸗ weſe chung des Zwecks angemeſſenſte Thaͤtigkeit ſetze, alles Sch auf das vortheilhafteſte benutze und jedes ihm rechtlich der zu Gebot ſtehende Miktel anwende, um den moͤglich⸗ wort groͤßten Reinertrag hervorzubringen.— fir; 279. gleich Da zu dieſem Zwecke alles eingreifend und zuſam⸗ die menwirkend geordnet ſeyn muß, ſo iſt Einheit des Wil⸗ eines lens und der Befehle durchaus erforderlich. Von einem Punkte muß alles ausgehen, und in demſelben ſich die Ueberſicht des Ganzen, mithin alles Einzelnen, in jedem Momente vereinigen. g wichig tihti w beixhe eſes Fathe man ſih ergreift etor der aaß und ſ zut Eni⸗ ſche, all hm techtlch den moͤglih und zuſen, eit des W Vot einen lben ſich de un/ in Feden Die Onreeton der Mrcheſt 191— Nichts iſt daher ſchaͤdlicher als Teennung und Wi⸗ derſpruch, die ſogleich entſtehen, wenn einer etwas ver⸗ beſſern will, was der andre angeordnet hat, angenommen auch, daß es fuͤr den Augenblick eine wirkliche Verbeſſe⸗ rung waͤre. Dies faͤllt am haͤuftgſten vor, wenn der Eigner der Wirthſchaft und derjenige, der ſie in der Regel, ohne ſein Zuthun, dirigiren ſoll, zwei verſchiede⸗ ne Perſonen ſind. Ein Eigner; der ſich in der Anord⸗ nung des Betriebes etwas, ohne freie Zuſtimmung des Wirthſchafts⸗ Directors, abzuaͤndern vorbehaͤlt, iſt ſelbſt Director, und jener iſt nur ſein Gehuͤlfe, ſein Aufſeher (Inſpector). Dies kann Skatt finden, und bei einer einmal geordneten Wirthſchaft ſelbſt in perſoͤnlicher Ab⸗ weſenheit des erſteren, hat aber wohl immer ſeine Schwierigkeiten und Unvollkommenheiten, und nie kann der Untergeordnete fuͤr den Effect des Ganzen verant⸗ wortlich ſeyn, was gewoͤhnlich eine Gechaülegen da⸗ fuͤr zur Folge hat. Unter Director verſtehen wir alſo den Wireh; gleichviel ob er Eigner der Wirthſchaft ſey, oder ob er die Anordnung und die Leitung derſelben zum Vortheil eines andern, aber unbeſchraͤnkt fuͤhre. 281. an In einer groͤßern, complicirken Wirthſchaft ſind mehrere Unteraufſeher— Unterverwalter oder Schreiber genannt—— noͤthig. Jhr Wirkungskreis 4 — — — b — —— ⅛· 192 Die Direction der Wirthſchaft. muß ihnen genau vorgeſchrieben und der Spielraum ih⸗ rer Willkuͤhr beſtimmt begraͤnzet ſeyn. Ueber ſelbigen duͤrfen ſie ohne ausdruͤckliche Einwilligung des Direc⸗ tors nicht hinausgehen, noch von deſſen poſitiven Vor⸗ ſchriften abweichen, wenn ſie auch wirklich Gelegenheit fänden, etwas beſſer zu machen; weil daraus, indem ſie die Ueberſicht des Ganzen nicht haben, leicht ander⸗ weitiger Nachtheil entſtehen kann. Sie brauchen deshalb keine Wiſſenſchaft, ſondern nur Kunſtfertigkeit zu beſiz⸗ zen, wie ſie ſich fuͤr die Oertlichkeit paßt. Deshalb ſind am Orte ſelbſt angelernte Leute, die von unten auf ge⸗ dient, aber ſich durch Treue, Fleiß und Klugheit aus⸗ gezeichnet haben, am brauchbarſten dazu. Wenn ein wiſſenſchaftlich Gebildeter, vielleicht um mehrere Kunſt⸗ fertigkeit zu erlangen, ſich in dieſes ſubordinirte Ver⸗ haͤltniß begeben hat, ſo iſt es ſeine Pflicht, ſeine eigne, wenn auch beſſere Einſicht bei Seite zu ſetzen, die ihm gegebenen Vorſchriften aufs beſte auszufuͤhren und ſich in ſeinen Graͤnzen zu halten. Sie werden gebraucht zur Aufſicht entweder uͤber beſondre Zweige der Wirthſchaft oder uͤber abgeſonderte Vorwerke. Ihnen giebt man als Gehuͤlfen in großen Wirth⸗ ſchaften die Lehrlinge zu, die beſonders in ſolchen anzukommen ſuchen, und die man auch gern nimmt, indem ſie zuweilen zur Controlle und zum Sporn fuͤr den Unterverwalter dienen; die aber auf dieſem Stand⸗ punkte gerade am wenigſten lernen koͤnnen, und von ih⸗ ren unmittelbaren Vorgeſetzten oft abſichtlich in eine ge⸗ wiſſe viſe k llinere bar n. V Ueberf halten e J tcctor täthe ter u nicht trolle te, 8 auch arbeit ſiehen piebtaum h ber ſäbige des Di öſttijen Na Gelegenhe faus, inden leicht ande ſchen dechit keit zu bißf Deshalb ſi nten auf ge lugheit aus Wenn eit ihrere Kunſ dinirte Ve ſeine eigne zen, die ihn hren und ſi gebraucht r Witthſchi roßen Wit es in ſolche gern nimm. n Sponn ft ieſem Stund wund bon i j in ein ge hiſ Die Direction der Wirthſchaft. 193 wiſſe Stumpfheit verſetzt und darin erhalten werden. In kleineren Wirthſchaften, wo ſich der Director unmittel⸗ bar mit ihnen beſchaͤftigt, und wo ſie allmaͤhlig eine Ueberſicht des Ganzen und der Directions⸗Geſchaͤfte er⸗ halten, ſind ſie in der Regel weit beſſer geſtellt. 282. 4— In einigen großen Wirthſchaften ſtehen dem Di⸗ rector zur Seite ein Caſſirer ‚ein Kaſtner, der die Vor⸗ raͤthe unter Verſchluß haͤlt, ein Reviſor oder Buchfuͤh⸗ rer und oft noch mehrere Perſonen, die, wenn jener nicht Eigner iſt, ihm und ſich unter einander zur Con⸗ trolle dienen ſollen. 263. Die Vorarbeiter, Meier, Hofmeiſter, Voig⸗ te, Meiſter⸗ oder Oberknechte u. ſ. w. genannt⸗ auch die Vishmeiſter, ſind dem Geſinde und den Lohn, arbeitern unmittelbar bei den Geſchaͤften vorgeſetzt und ſtehen in der Regel unter den Unterberidalkern, 284. Das weibliche Gefinde, ſo wie die Faͤhrung der Hauswirthſchaft, des Molkenweſens, der Beſorgung des kleinen Viehes u. ſ. w. ſteht unter der Aufſicht der Haushaͤlterin, Ausgeberin, Schafnerin, Schleußnerin. 1 Tnei Leitfaden. N ————— 3 ———— — —.—— — — 8 —— 194 Die Direction der Wirthſchaft. 285. Wo ein groͤßeres Perſonal gehalten wird, iſt es durchaus noͤthig, daß die Subordination auf milltaͤri⸗ ſche Art beobachtet werde; daß die Befehle, ohne einen Grad zu uͤberſpringen, nur dem unmittelbar Untergeord⸗ neten gegeben, nicht etwa vom Director den Vorarbei⸗ tern oder Geſinde etwas befohlen werde, wovon der Unterverwalter nichts weiß, weil ſonſt Unordnung ent⸗ ſtehet und die Verantwortlichkeit eines jeden fuͤr ſeinen Zweig wegfaͤllt. Auch muß man es ſo viel moͤglich ver⸗ meiden, Vorſchriften durch einen Dritten geben zu laſ⸗ ſen; es ſey denn, daß dieſer als Gehuͤlfe des Directors beſonders dazu angeſtellt und authoriſirt waͤre. 286. Eine ſtrenge, barſche, entfernt haltende Behand⸗ lung des Geſindes wird von den meiſten praktiſchen Wirthen empfohlen, und eine mehr anziehende, mehr Zuneigung erweckende als fruchtlos und zweckwidrig ver⸗ worfen;(wobei man es jedoch ordentlich halten und ihm das nach der Obſervanz Gebuͤhrende geben muß.) Ich habe mich aber uͤberzeugt, daß letztere ihren Zweck auf die Dauer und im Ganzen, wenn ſie verſtaͤndig ange⸗ wandt wird, beſſer erreiche. Man muß freilich nicht durch ſentimentales Reden, Bitten, Klagen, ſogenann⸗ tes Predigen auf die Menſchen wirken wollen— das halten ſie fuͤr Schwaͤche— ſondern durch die That. Vor allem kommt es darauf an, daß die Leute ein leb⸗ hafte Gach wahr und ſchaf ſie ſ Beſot merke ſc ſtehe. und nen; ne, lib u erken man kaune vorge feit Erfolg geſteht ſeine. nitkel Gan Wchte ig ſe di di 0 A wind, ſt auf miti e, ohne ein Untergaad den Vori j wobon nordnung en den fuͤr ſäln (moͤglich e geben zu li des Diretten re. de Behand ſeen praktich tehende, ui veckwidig tp halten und i mmuß.) I ren Zwc rſtaͤndig an⸗ zfreilih ni gen, ſogenam wolln— R rch die Then Prutt eir N Die Direetion der Wirthſchaft. 195 haftes Intereſſe und ausdaurende Anſtrengung fuͤr die Sache bei dem Wirthe und ihren Vorgeſetzten ſelbſt wahrnehmen. Sehen ſie, daß dieſe Unbequemlichkeiten und Entbehrungen fuͤr ihre Perſon ſcheuen, den Wirth⸗ ſchaftsbetrieb ihren Vergnuͤgungen nachſetzen: ſo glauben ſie ſich innerlich, ſo viel ſie koͤnnen, auch dazu berechtigt. Beſonders aber iſt nichts ſchlimmer, als wenn ſie be⸗ merken, daß ihr Vorgeſetzter ſelbſt nur ein Augendiener ſey, und dennoch bei dem Wirthe gut angeſchrieben ſtehe. Wenn ſie dagegen wahrnehmen, daß der Wirth und jeder, der es mit der Wirthſchaft zu thun und ih⸗ nen zu befehlen hat, ſich der Sache mit Eifer anneh⸗ me, ſelbige verſtehe, beſonders ihre Arbeit quantita⸗ tiv und qualitativ richtig zu beurtheilen wiſſe, es alſo erkenne, wann ſie ihre Schuldigkeit gethan haben; wenn man ſie dann mit munteren Worten anzureizen und bei Laune zu erhalten weiß: ſo ſind mir wenige Menſchen vorgekommen, bei denen dadurch nicht eine Anhaͤnglich⸗ keit an ihren Brodherrn und eine Theilnahme an dem Erfolge der Wirthſchaft erweckt worden waͤre. Man geſteht ein, daß der kleine Wirth, der Bauer, mehr mit ſeinen Leuten ausrichten koͤnne, ob er gleich keine Zwangs⸗ mittel hat und ſie ſchlechter haͤlt— woher ruͤhrt das? Ganz beſonders iſt es bei den weiblichen Arbeiten von Wichtigkeit, daß die Wirthſchafterin bei allen gegenwaͤr⸗ tig ſey, Anweiſung gebe und ſelbſt Hand anlege; denn bei dieſem Geſchlechte wirkt Beiſpiel noch mehr. In Gegenden, wo die arbeitenden Menſchen bisher N 2 * . 4 196 Die Direction der Wirthſchaft. in einem Zuſtande erhalten wurden, wobei ihnen das Leben nur im Branntweins Taumel oder im Schlafe ertraͤglich bleiben konnte, mag es freilich anders ſeyn⸗. 287. Es muß dem Geſinde puͤnktlich gehalten werden, was ihm verſprochen worden und was es nach der Ob⸗ ſervanz der Gegend— die man deshalb genau kennen lernen muß— erwarten kann. Aber es darf ihnen auch durchaus nicht mehr zugeſtanden werden; denn dies 1 fuͤhrt immer weiter. Das verderblichſte Mittel, die Leu⸗ te zu groͤßerer Thaͤtigkeit anzureizen, iſt Branntwein in groͤßerem Maaße. Im erſten Augenblick erreicht man 4 allerdings viel damit; aber er zieht eine Erſchlaffung nach ſich, die nur durch immer verſtaͤrkte Gaben geho⸗ ben werden kann, bis er ohne alle Wirkung iſt. 268. Ueber das Verhaͤltniß der nach der Groͤße und Ein⸗ richtung der Wirthſchaft zu haltenden arbeitenden Kraͤfte konnte bei§. 32— 35 und§. 116 geredet werden. Ein Veranſchlag der Arbeiten in jeder Periode iſt hoͤchſt nuͤtz⸗ lich; aber die Anſtellung der vorhandenen Kraͤfte und ihre moͤglich beſte Benutzung erfordert dennoch die täͤg⸗ liche und ſtuͤndliche Aufmerkſamkeit des Wirthes, indem Witterung und andere Zufaͤlligkeiten haͤufige Abaͤnderun⸗ gen noͤthig machen. Der Erfolg gewiſſer Geſchaͤfte iſt 2 von jener ſehr abhaͤngig, und ſie muß daher fuͤr dieſe 4 ine das in Schlaſ ers ſeyn. en werden ach der d enau kennen ihnen auh denn die tel, die ban⸗ untwein in rreicht man Erſchlaffung Gaben gih g iſ. toͤße und Eh itenden Kri werden. 6” it hodhſtuü n Kraͤfte 1 unoch dieth dirthes, indä ige bändem er Geſchifei daher fir dic Die Direction der Wirthſchaft. 197 beſonders wahrgenommen und die aͤnſtige mit aller Kraft benutzt werden. Man muß die Stufenfolge der Wichtigkeit der Arbeiten in jedem Momente vor Augen haben; denn da die arbeitenden Kraͤfte immer beſchraͤnkt ſind, ſo muß dem Nothwendigen oft das Nöthige, dem Noͤthigen das Nuͤtzliche nachgeſetzt werden; ſo ungern der betriebſame Wirth auch das letztere verſaͤumt. Hier⸗ in irren oft Anfaͤnger bei eigener Wirthſchaft und noch mehr bei der Beurtheilung anderer, indem ſie die Ver⸗ abſaͤumung einer nuͤtzli ichen Arbeit tadeln, deren Aus⸗ fuͤhrung unter den zeitigen Verhaͤltniſſen ohne Vernach⸗ laͤſſgung des Wichtigeren nicht ſthehen konnte. 2 289. Hat man die zu jeder Zeit nöthigen und nuͤtzlichen Arbeiten im Auge, ſo werden manche, insbeſondere die kleineren, mit betraͤchtlicher Erſparung an Zeit und Kraft ausgefuͤhrt und die in jedem Momente disponibeln Kraͤf⸗ te aufs beſte benutzt. Es darf auch nicht die geringſte Zoͤgerung bei ihrer Anſtellung Statt finden, denn wenn auch das, was geſchehen ſoll, nicht eilig waͤre, ſo muß doch alles eilig und unaufſchieblich ſcheinen, weil ſonſt die Untergebenen glauben, der Traͤgheit nachhaͤngen zu duͤrfen. Um alſo keinen Augenblick in Verlegenheit zu kommen, wenn eine Arbeit vielleicht unerwartet fruͤher beendet waͤre, muß man die Erinnerung durch Anzeich⸗ nungen im Taſchenbuche von alle dem, was woͤchentlich und taͤglich, beſonders in Anſehung der kleineren nur 1 t 1 8 3 — —— —— “ —— — ——— “ —— 198 Die Direction der Wirthſchaft. in Zwiſchenzeiten vorzunehmenden Arbeiten geſchehen koͤnn⸗ te, zu Huͤlfe kommen. 71 290. Die Arbeiten muͤſſen unter den Menſchen ſowohl, als unter dem Zugvieh, ſo vertheilt werden, wie ſie ſich fuͤr ihre Kraͤfte und Gewandtheit am beſten paſſen. Daher muß man auch die Kraft und Geſchicklichkeit, ſelbſt die Neigung, ſeiner gewoͤhnlichen Arbeiter kennen. 291. Die Anſtellung der Arbeiter muß im richtigen Ver⸗ haͤltniſſe ſtehen mit dem, was durch ſie ausgerichtet werden ſoll. Es iſt in der Regel nicht rathſam, große Arbeiten mit einem geringen Maaße von Kraͤften anzu⸗ greifen und bei kleinen Arbeiten viele anzuſtellen. Jene verlohnen eine beſondere Aufſicht, dieſe nicht; doch kann man wenige Arbeiter in der Art und Quantitaͤt beſſer controlliren. Immer muß man die Arbeiten nach Zeit und Ort ſo zu ordnen ſuchen, daß die Aufſicht zugleich gefuͤhrt werden koͤnne; weswegen man, beſonders auf abgelegenen Flaͤchen, die Kraͤfte concentriren und die Ar⸗ beiten zu beeilen ſuchen muß. 292. Die Abbrechung angefangener Arbeiten iſt ſo viel möͤglich zu vermeiden, ſo wie eine unnoͤthige Abwechſe⸗ lung in der Art der Arbeit und der Inſtrumente, bei dukte Zwec Preiſ chem Vor Kaſſ niſſe Wirt ſche zä gabe ſch hehen köm 3 hen ſone en, wie eſten paſa ſchicklihn iter kennn. ichtigen d ausgeütt thſam, gi Kraͤften an⸗ dellen. In t; doch im nantität ſt ten nuh 1 ffſcht ol aglit eſonds und det⸗ n iſt ſo il ge Pbnch rumente be Buchfuͤhrung. 199 Thieren ſowohl wie bei Menſchen. Der Vortheil der Arbeitstheilung(§. 24.), der bei energiſch betriebenen, Wirthſchaften betraͤchtlich iſt, muß moͤglichſt wahtpendnn men werden. Alle Arbeiten, wobei irgend ein zutreffendes Maaß Statt findet, muß man zu verdingen ſuchen, und ſeine taͤglichen Arbeiter an ſolche Loͤhnung gewoͤhnen. Die moͤglich vortheilhafteſte Benutzung aller Pro⸗ dukte und Materialien; die Sparſamkeit ohne einen den Zweck verfehlenden Geitz; der Erſatz eines in hohem Preiſe ſtehenden durch einen wohlfeilern Artikel von glei⸗ chem Nutzungswerthe; die Sorge fuͤr einen zureichenden Vorrath jedes Bedarfs, auch der Baarſchaft in der Kaſſe, und die Wahrnehmung guͤnſtiger Handelsverhaͤlt⸗ niſſe ſind unerlaͤßliche Forderungen an einen tuͤchtigen Wirthſchafts⸗Director. Nichts befoͤrdert die Erfuͤllung aller ſo ſehr und ſo ſicher, als eine wohlgeordete Buchfuͤhrung. 294. Es ſind zwar Wirthſchaften genug ohne Buͤcher, hoͤchſtens mit einer einfachen Geld⸗Einnahme und Aus⸗ gabe⸗Annotation, gefuͤhrt worden und dennoch erwarben ſich dieſe Wirthe Vermoͤgen; womit auch jetzt noch man⸗ 1 200 Buchfuͤhrung. che die Vernachlaͤßigung einer ordentlicher Buchfuͤhrung! gegen ſich ſelbſt und andre zu vertheidigen ſuchen. Al⸗ lein hier waren es Gluͤcksfaͤlle— guͤnſtige Gelegenheit ein Gut wohlfeil zu kaufen oder zu pachten, gluͤckliche Zeitumſtaͤnde— verbunden mit moͤglichſter Spaͤrſamkeit aber nicht verſtaͤndiger Wirthſchafts Betrieb, was ſolche bereicherte; und gewiß ward dennoch von ihnen nicht er⸗ reicht, was erreichbar war. Auf ſolche Glücksfälle iſt in unſern Zeiten nicht mehr zu rechnen, und wo der Be⸗ trieb der Wirthſchaft mit Frohndienſten aufhoͤrt und die Arbeit mit Kapital beſtritten werden muß, wird genau⸗ es Anzeichnen und Berechnen dem Landwirthe eben ſo nöͤthig wie dem Kaufmann. Nur dadurch kann er eine klare Ueberſicht bekommen, wie die einzelnen Theile den Erfolg des Ganzen bewirken; welche mehr, welche minder Vortheil, und welche dagegen vielleicht Nachtheil gebracht habenz welche mithin verſtaͤrkt, welche vermin⸗ dert, ausgemerzt oder auf andre Weiſe betrieben werden muͤſſen. Ohne richtige Buchfuͤhrung truͤgt hier haͤufig die Anſicht, und ſie zeigt oftmals erſt, daß ein Zweig der freilich angenehme Fruͤchte trug, dieſes nur auf Koſten anderer und mit eminentem Verluſte fuͤr das Ganze that; wogegen ein anderer Theil, der unfruchtbar ſchien, gerade die uͤbrigen ernaͤhrte. 293. Die Buchfuͤhrung unterſcheidet ſich in zwei Haupt⸗ theile; der erſte iſt der bleibende, der nur alljaͤhrig deſſe eine Ort Kat ſolt ſeyr acfäzrung uchn, A. Gelegenha 1 glüchlch Sparſanit was ſolce nen nicht a ſdcksfäͤll ſ wo der d dnt und d vird genae the eben ann er eim. nen Dhäl nehr, welh cht Nachthe eiche vermi ieben werde hier hilh ß ein gwi ur auf Koſe er das öm actbar ſhi zwei Htth nur aliiht Buchfuͤhrung. gor ſupplirt wird: das Grund⸗ oder Lager⸗Buch, nebſt den dazu gehoͤrigen Acten und Documenten. Dies Grundbuch muß eine vollſtaͤndige Beſchrei⸗ bung des Guts im Ganzen und in allen einzelnen Thei⸗ len enthalten, die Berechtigungen und Verpflichtungen deſſelben, ſeine Verhaͤltniſſe gegen andre. Oft iſt ihm eine Chronik von den Zeitereigniſſen in Bezug duif den Ort nuͤtzlich beigefuͤgt 296. Zur Beſchreibung des Guts gehoͤrt nothwendig eine Karte und Vermeſſungs⸗Regiſter. Dieſe Karte ſollte nicht blos geometriſch ſondern auch agronomiſch ſeyn d. h. die Art und Abwechſelung des Bodens muß, am beſten mit Farben, auch in Anſehung der Schwind⸗ oder Schein⸗ und der naſſen Stellen angedeut et, Huͤgel auf die gewoͤhnliche Weiſe gezeichnet, der Wa ſſerlauf, wo es noͤthig iſt, bemerkt und endlich auch die oͤkono⸗ miſchen Abtheilungen beſtimmt angegeben ſeyn. Das Vermeſſungs und Bonitirungs Regiſter muß alles mit Bezug auf die Karte genauer erklaͤren. Iſt der Maaßſtab der General⸗ Karte des Guts zu klein, um alles deutlich darauf darzuſtellen, ſo entwerfe man von einzelnen Abtheilungen oder Schlaͤgen beſondere agrono⸗ miſche Karten. 297. Eine ſolche genaue Beſchreibung und Darſtellung 202 Buchfuͤhrung. eines Guts giebt dem gegenwaͤrtigen Beſitzer bei der Bewirthſchaftung und Beſtellung eine klare Anſicht und verhuͤtet manche Irrungen und Mißverſtaͤndniſſe mit ſeinen Unteraufſehern. Insbeſondere aber iſt ſie vom hoͤchſten Werthe fuͤr einen Nachfolger und Neuantreten⸗ den, der die mit Sicherheit zu treffenden etwanigen Ab⸗ änderungen danach einrichten kann, aber von uͤbereilten unzweckmaͤßigeu Neuerungen abgehalten wird; worauf man leicht verfaͤllt, wenn man den Grund des Beſte⸗ henden nicht klar einſieht. 298. Der zweite Theil, die jaͤhrliche Wirthſchafts⸗ Rechnung, unterſcheidet ſich in diee Journale und das Haupt⸗Buch. Den Journalen kann man mancherlei Abtheilungen geben und es kommt dabei auf die Abtheilung der Ge⸗ ſchaͤfte unter den Verwaltern und Schreibern an, da je⸗ der am beſten ſein eigenes fuͤhrt.ü Die weſentlichſten Ab⸗ theilungen ſind folgende: 299. Im Geldjournale werden alle Geld⸗Einnahmen und Ausgaben, ſo wie ſie vorfallen, unmittelbar und in einzelnen, auch noch ſo kleinen, Poſten mit Hinweiſung auf die numerirten Belege eingetragen. Es muß nothwen⸗ dig von dem, der die Kaſſe in Haͤnden hat, gefuͤhrt werden. 8 ſten nahl die ſe Rübe aber. lumr Och kau gung riali pone Ein tikal giter des reru nen tann zer bäi der Anſict ud ndniſſe mi ſſ ſie ben Neuantrtun vanigen A⸗ on überältn ird, weruf d des Sei thſchafts⸗ ale und des Abtheitungn lung der 6 mn an, da entlchſinà z⸗Einnahra nittelba M t Hinveſtn muß nothe hut, gühſ Buchfuͤhrung. 203 300. Das Naturalien⸗Journal wird am bequem⸗ ſten tabellariſch gefuͤhrt und theilt ſich ebenfalls in Ein⸗ nahme und Ausgabe. In Anſehung der letztern ſtehen die auszugebenden Artikel(z. B. Weizen, Roggen, Ger⸗ ſte, Hafer, Erbſen, Hirſe u. ſ. w., Heu, Kartoffeln, Ruͤben u. ſ. w.) in Vertikal⸗Columnen; die Zweige aber, wofuͤr es ausgegeben worden, in Horizontal⸗Co⸗ lumnen(z. B. fuͤr den Haushalt, Deputatiſten, Pferde, Ochſen, Kuͤhe, Schaafe, Schweine u. ſ. w. oder ver⸗ kauft). In Anſehung der Einnahme oder der Einbrin⸗ gung in die Speicher und Magazine, ſtehen die Mate⸗ rialien ebenfalls in Vertikal⸗Columnen; in den Hori⸗ zontal⸗Columnen ſtehet aber der Urſprungsort, wo jede Einnahme hergekommen iſt. Monathlich werden die Ver⸗ tikal⸗ und Horizontal⸗Columnen ſummirt und aus dem Abzuge der Ausgabe von der Einnahme der Vertikal⸗ Summen ergiebt ſich der Beſtand. Ein beſonderes Ernte⸗Scheunen⸗ und Dreſch⸗Re⸗ giſter wird damit verbunden. 301. Im Viehjournal wird der Abgang und Zugang des Viehes angezeichnet; dann wird aber auch ſeine Fut⸗ rerung und Weide bemerkt. Was es aus den Magazi⸗ nen bekommt, ſteht zwar ſchon im Naturalien⸗Journale, kann aber hier dennoch contranotirt werden. 8 204 Buchfuͤhrung. Die uͤbrigen Producte, welche das Vieh liefert, ſind in andern Journalen bemerkt. Nur uͤber die Molkerei muß ein beſonderes Regiſter, am beſten auch tabellariſch, von der Aufſeherin gefuͤhrt werden. Ein Schema ſ. in Grundſätze d. ration. Landwirthſchaft I.§. 237. Die Miſtausfuhr kann in dieſem Journale oder im Naturalien⸗Journale angezeichnet werden. Mehrentheils wird wohl das Naturalien⸗ und Viehjournal von dem⸗ ſelben Hofſchreiber gefuͤhrt. 302. Das Arbeits⸗Journal, wo Hand⸗ und Ge⸗ ſpann⸗Arbeiten nach Art, Ort und Zeit angezeichnet werden ſollen, wird in den meiſten Wirthſchaften gar nicht oder ſehr unvollkommen gefuͤhrt, iſt aber von der hoͤchſten Wichtigkeit, indem es die ſicherſte Ueberſicht und Controlle der Arbeit, ohne welche keine richtige Verwen⸗ dung der Kraͤfte ſtatt findet, giebt. Es laͤßt ſich bei ge⸗ hoͤriger Aufmerkſamkeit, die dadurch ſelbſt erhalten wird, tabellariſch leicht fuͤhren. Ein Schema ſ. in Grundſaͤtze d. ration. Landwirthſchaft. I.§. 245. 303. Ein Beobachtungs⸗ Journal, worin vornehm⸗ lich Beobachtungen aͤber den Einfluß der Witterung auf die Vegetation und den Ertrag, nebſt andern practiſchen auf Local⸗ und Zeitverhaͤltniſſe Bezug habenden Bemer⸗ kungen eingetragen werden, bleibt fuͤr die Folge intereſ⸗ ſalt p Ehroui 4 gefühnt ten. ſchaſts ſeder, Tagt freilie buche waͤhre Diret taglie niß in U de Molim tballng Schemg ſn .23). rnale oder i Mhrenthes rnal don da and⸗ und G it angezeihet echſchaſten g Naber don d e Ueberſchtu ichige Veves liſ ſih li Pahakenan win Sruüͤſt worin vorti Wittrun i dern paatſtt benden dnb Fulg itn Buchfuͤhrung. 205 ſant und die Hauptreſultate koͤnnen zweckmaͤßig der Chrouik des Grundbuchs einverleibt werden. 304.— Die Fuͤhrung der Journale, wenn ſie einmal ein⸗ gefuͤhrt und eingerichtet iſt, hat gar keine Schwierigkei⸗ ten. Sie erhaͤlt aber die Aufmerkſamkeit der Wirth⸗ ſchaftsofficianten auf alles, da ohne viele Schreiberei, jeder am Abend kurz das einzutragen hat, was an jedem Tage in ſeinem Wirkungskreiſe vorgefallen iſt. Er muß freilich auf der Stelle ſeine Annotationen im Taſchen⸗ buche mit Bleifeder machen, wozu er aber Zeit genug waͤhrend der Beſorgung der Geſchaͤfte ſelbſt hat. Der Director muß darauf halten, daß dieſe Eintragungen taͤglich zu beſtimmter Zeit geſchehen, und keine Verſaͤum⸗ niß darin geſtatten, weil eine Nachlaͤſſigkeit die Sache in Unordnung bringt und muͤhſam zu ergaͤnzen iſt⸗ 305. Die„ Faͤhrung des Haupt⸗ Buchs iſt durchaus die Sache des Wirthſchafts⸗ Directors und ſelbſt wenn er einen beſondern Rechnungsfuͤhrer haͤtte, duͤrfte er ihm nur das Einſchreiben und Rechnen, aber nach eigner Angabe, uͤbertragen. Denn eben die Fuͤhrung dieſes Buchs giebt ihm die klarſte Ueberſicht aller Verhaͤltniſſe und zeigt ihm die Verbeſſerungen an, welche darin noch ſtatt finden koͤnnen. Die monathlich abgeſchloſſ enen Journale geben ihm — — 8— ͤͤͤͤ 5 — ——— 8 85 2⁰06 Buchfuͤhrung. zwar die ſaͤmmtlichen Data zur Eintragung an; jedoch werden noch immer einige Erkundigungen einzuziehen ſeyn, weswegen am erſten Sonntage jedes Monaths, wo dieſes Geſchaͤft am zweckmaͤßigſten vorgenommen wird, die ſaͤmmtlichen Officianten in der Naͤhe ſeyn muͤſſen. 306. Die Einrichtung und Form des Hauptbuchs iſt auf mancherlei Weiſe vorgeſchlagen und ausgefuͤhrt worden. Sie ſtellen das Reſultat des Ganzen und der einzelnen Zweige mehr oder minder einleuchtend dar; ſind aber im erſteren Falle ungemein weitlaͤuftig und erfordern den Raum vieler Baͤnde; im letzteren ſind ſie unvollſtaͤndig und erfuͤllen den Zweck nicht, den Gewinn und Verluſt bei jedem einzelnen Zweige klar anzugeben. 3⁰7. Unter allen Formen hat die der doppelten Buch⸗ haltung— nach kaufmaͤnniſcher Art, jedoch mit ver⸗ ſchiedenen, dem Gegenſtande und Zwecke angemeſſenen Modificationen— den entſchiedenſten Vorzug. Deshalb verſichern alle die, welche den Geiſt und Sinn begriffen und ſie nach ihren individuellen Verhaͤltniſſen und Zwek⸗ ken eingerichtet haben, daß ſie ſolche nur mit dem land⸗ wirthſchaftlichen Gewerbe ſelbſt aufgeben wuͤrden. Sie giebt eine ſo klare und beſtimmte Anſicht der Wechſel⸗ wirkung aller einzelnen Theile auf einander und der Ein⸗ ditkung ler der tthaͤlt tl ſed Sauſcht und N Verwen ktretung ſalhſt a tigen; zum E ſchlechte leend b ſern u laßt Täuſch entdech Art g naͤglic üſccht gegen wbat tohl Virth nchtfe 6 andte Buchfuͤhrung. 207 88 wirkung eines jeden auf das Ganze; macht jeden Feh⸗ 4 Na ler der Einrichtung, jedes Mißverhaͤltniß ſo bemerklich, drhnea erhaͤlt die Aufmerkſamkeit ſo lebendig und zeigt die Mit⸗ r ei tel jedem Fehler abzuhelfen ſo beſtimmt an, daß keine ” Taͤuſchung, kein Fehlgriff moͤglich bleibt. Jeder Mis⸗ und Nicht⸗ Gebrauch der Kraͤfte, jede unvortheilhafte Verwendung muß in die Augen fallen und jede Ueber⸗ tretung des Geſetzes der wahren Sparſamkeit muß ſich ruus ſta ſelbſt angeben. Dagegen ſtellt ſi ſie den Effert einer rich⸗ fiht un igen Verwendung belehrend dar, und bringt den Geiz dder eingle zum Schweigen. d ſnd chern Es iſt faſt unmoͤglich bei dieſer Buchfuͤhrung ein eirdem da ſchlechter Wirth zu ſeyn, weil jeder Fehler ſich auffal⸗ euvolſiitt lend beſtraft. Wer ſich als practiſcher Wirth nicht beſ⸗ mn und Vei ſern will, der haͤlt dieſe Buchfuͤhrung nicht aus, ſondern 1 laͤßt ſie liegen, bevor er zum Abſchluß kommt. Jede Taͤuſchung, die man ſich ſelbſt und andern machen wollte, entdeckt ſich leicht, ſo daß das Hauptbuch, nach dieſer pelten duch Art gefuͤhrt, die untruͤglichſte und vielleicht die einzig ſedoch wi mn moͤgliche Controlle einer Wirthſchaftsfuͤhrung abgiebt. e angemäſen Abſichtliche Verfaͤlſchungen, die z. B. ein Adminiſtrator zug. Daihl gegen ſeinen Prinzipal immer machen kann, werden ſich Sinn barif zwar aus dem Hauptbuche allein nicht legal erweiſen ſſen und u wohl aber gleich ahnen laſſen. Der gute und redliche mit den lu Wirthſchafter kann dadurch ſein Verfahren uͤberzeugend wüͤrden. E rechtfertigen, wenn der Schein gegen ihn waͤre. t der Vachi⸗ Dieſe Form erfordert weniger Schreiberei, wie jede rund de ki⸗ andre, die einigermaaßen befriedigend ſeyn ſoll; wohl 7 208 Buchfuͤhrung. aber giebt ſie mehr zu rechnen. Aber die Aufſchluͤſſe, 4 die dieſes Berechnen unmittelbar giebt, machen es dem induſtrioͤſen Wirthe zu einem hoͤchſt intereſſanten und be⸗ lehrenden Geſchaͤfte. 308. Die doppelte Buchhaltung entſtand beim Handel ohne Zweifel durch die Abrechnung, welche jeder große Kaufmann mit andern zu machen hatte. Er gab jedem mit dem er Verkehr trieb, zwei gegenuͤberſtehende Seiten, auf deren einer er das ſchrieb, was jener von ihm empfangen hatte und wofuͤr er ihm ſchuldig war;(die Debet⸗C ite) auf der andern aber das, was jener von ihm erhalten und deſſen Werth er gut hatte(die Credit- Seite). In der Folge betrachtete man aber auch die einzelnen Zweige bes Betriebes, die in den Magazinen vorraͤthigen Waaren, wie lebloſe Perſonen, und gab ih⸗ nen zwei Seiten im Buche, auf deren einer das ſtand, was ſie empfangen, was ſie gekoſtet, auf der andern, was ſie hergegeben, was ſie geleiſtet hatten: wobei man ſich auch der Ausdruͤcke Debet und Credit bebiente. Das Weſentliche dieſer Buchhaltung beſtehet darin, daß jeder Poſten zweimal eingetragen wird, denn was ein Artikel empfangen hat, muß ein anderer geliefert ha⸗ ben, und was einer lieferte oder leiſtete, muß der an⸗ dere erhalten haben. Es wird alſo bei jedem Poſten bemerkt, wo er contranotirt ſey; und dies giebt der Rechnung die Klarheit und Sicherheit. Daher der Name dop⸗ —X unſte genom drucke tung den I nur d er aus 88 tiebe vill 1 nung der 3 ten, 0 vitd des T fimmt facher tos, paſſen üͤgeſe ſon de ſie Aufthi, nachen do d ſanten ud beim Hun ſche jeder gu Er gab ſde fehende Eein ener von ir big war; was jener n .(die Creu aber auch den Magejin n, und gad iner das ſirn auf der andm ten: woban edit bedin. beſeehet in ird, dem n erer gelefet , muß di ei ſedem in — dies gitt i Daher derdan der Buchfuͤhrung. 209 X doppelte Buchhaltung. Es folgt daraus, daß die Sum⸗. men aller Debet und aller Credit gleich ſeyn muͤſſe. 4 8 309. Dies iſt es, was wir aus jener kaufmaͤnniſchen in unſre landwirthſchaftliche doppelte Buchhaltung heruͤber genommen haben. Nanche andre Formen und Aus 34 druͤcke gehen uns nicht an. Auch ſoll unſre Buch fuͤh rung nicht, wie die des Kaufmanns, als Endreſulta t den Vermoͤgenszuſtand des Wirths darſtellen, ſondern nur den jaͤhrigen Ertrag des Wirthſchaftsbetriebes, wie Her aus den einzelnen Zweigen hervorgegangen iſt. A 310. Es erhaͤlt alſo ein jeder Zweig oder Theil des Be⸗ triebes, den man abgeſondert betrachten und berechnen will, ſo wie auch jeder mit der Wirthſchaft in Abrech⸗ nung ſtehende, ſein ſogenanntes Conto. In Anſehung der Zweige kommt es darauf an, ob man ſie mehr ſpal⸗ ten, oder mehr zuſammen nehmen will und kann; dies wird lediglich durch die individuellen Anſichten und Zwecke des Wirths und die Verhaͤltniſſe der Wirthſchaft be⸗ ſtimmt. Danach wird die Sache verwickelter oder ein⸗ facher. Mithin laſſen ſich alſo auch die beſondern Con⸗ tos, die das Hauptbuch enthalten ſoll, nicht allgemein paſſend angeben, ſondern jeder muß wiſſen, welche Theile abgeſondert zu betrachten ihm ſo nuͤtzlich und intereſſant ſeyn koͤnnen, daß er eine kleine Vermehrung des Ge⸗ Thaers Leitfaden.. O. 210 Buchfuͤhrung. ſchaͤfts darum nicht ſcheue. Nur diejenigen Contos, die in einer groͤßeren Wirthſchaft faſt allgemein wichtig ge⸗ nug ſeyn werden, laſſen ſich angeben; die beſondern muß jeder beſtimmen. 311. Zuvor die Bemerkung: daß es um den Werth al⸗ ler Dinge und Leiſtungen zu vergleichen eines allgemei⸗ nen Maaßſtabes beduͤrfe, der hier wohl kein anderer als das Geld ſeyn kann; daß mithin der Werth aller auf Geld reducirt werden muͤſſe, wenn auch unmittelbar kein Geld dafuͤr eingenommen oder ausgegeben wird. Dieſer Werth kann entweder nach dem jaͤhrigen, oder nach ei⸗ nem laͤngeren Durchſchnitts⸗Preiſe des gewoͤhnlichen Markts, jedoch mit Abrechnung der Fuhr⸗ und Ver⸗ kaufskoſten, beſtimmt werden. Der erſtere ergiebt ſich nur beim Schluſſe der Rechnung, und wenn man ihn annehmen will, ſo werden bis dahin Naturalien und Leiſtungen, nur nach ihrer Quantitaͤt eingetragen und der Platz in der Geld⸗⸗Columne bleibt offen, bis ſich der Preis ergiebt. Nimmt man einen laͤngern Durchſchnitts⸗ Preis aus vergangenen Jahren an— was bei ſolchen Dingen und Poſten, die auf keinen Fall verkaͤuflich ſeyn wuͤrden, vielleicht zweckmaͤßig geſchehen kann— ſo koͤnnen ſie gleich zu Gelde angeſetzt werden. Ja es giebt Dinge, die unter beſtehenden Verhaͤltniſſen gar kei⸗ nen Marktpreis haben; dieſe werden nach ihrem Pro⸗ ductions⸗ oder auch Nutzungswerthe angeſchlagen, den auf d Geite, jedese Attite kann bleibt decht 4 hält a andern Seite h üͤbrige Jusg n Contos g die beſonde den Werih eines allgeme ein anderer gerth aller a nmittelbar li wird. Dii oder nach! gewohnlihh hr⸗ und N tere ergiebt ſt wenn man i h Naturalin N tragen und 1, bis ſch Durchſchlit vas bii ſhn Fall vetkuſn en kann-) etden. Au lmiſen gert ich ihren o⸗ geſchlagen n Buchfuͤhrung. 211 man nach gehoͤriger Ueberlegung und Erfahrung beſtimmt hat. Im Reſultate des Ganzen macht es keinen Unter⸗ ſchied, wohl aber in dem der einzelnen Theile, und da kommt es auf die Anſicht an, die man nehmen will, die ſich jedoch leicht in eine andere umwandeln laͤßt. Die weſentlichſten und bewohntichſten Eon⸗ tos ſind folgende. 312. Das Caſſen⸗Conto enthaͤlt alle Geldeinnahme auf der Debet⸗ und alle Ausgaben auf der Credit⸗ Seite, die aus dem Geldjournale genommen, bei der jedesmaligen Eintragung aber, in ſo fern ſie zu einem Artikel gehoͤren, zuſammengezogen werden. Dies Conto kann keinen Ueberſchuß behalten, denn was in der Caſſe bleibt, wird dem Eigenthuͤmer oder der kuͤnftigen Jahxs⸗ Nachnund uͤbergeben und zug geſchrieben. 313. Des Eigenthuͤmers Geld⸗Conto. Es ent⸗ haͤlt auf der Debet⸗Seite, was er aus der Caſſe zu anderweitigem Gebrauch genommen; auf der Credit⸗ Seite, was er hineingelegt hat. Der Eigner betrachtet ſich hier als eine fremde Perſon, und verwechſelt ſein uͤbriges Vermoͤgen, ſeine anderweitigen Einnahmen und Ausgaben nicht mit dem Wirthſchaftsbetriebe. 8 314.. Eigenthuͤmers Naturalien ⸗Conto. Nur O9 2 212 Buchfuͤhrung. wenn der Wirth auf dem frugalen Fuß eines Pachters oder Verwalters lebt und die Wirthſchaft als ein ſol⸗ cher mit den Seinigen ſelbſt betreibt, kann er verlangen, daß die Wirthſchaft ſeinen Haushalt mit Naturalien verſehe, die dann auf dem abgenommenen Conſumtibi⸗ lien⸗Conto mit berechnet werden. Lebt er aber auf ei⸗ nen groͤßeren Fuß, von der Rente des Guts oder von anderem Einkommen, hat er haͤufig Fremde, haͤlt er an⸗ dere, nicht zur Wirthſchaft gehoͤrige Perſonen und Do⸗ meſtiken, ſo muß er die dadurch veranlaßte Conſum⸗ tion ſelbſt erbaueter Producte der Wirthſchaft berechnen, wenn er den wahren Ertrag derſelben ausmitteln will. Es iſt eine gute Einrichtung, uͤber alles, was der herr⸗ ſchaftliche Haushalt aus der Wirthſchaft nimmt, Zettel geben zu laſſen, wodurch manche Unordnungen vermie⸗ den werden: die Preiſe koͤnnen beſ munt ſeyn. 315. Insgemein⸗Conto, nach dem gewoͤhnlichen Ausdrucke ſo benannt. Auf das Debet kommen ſte⸗ hende landesherrliche Gefaͤlle und Steuern, Communal⸗ laſten(fuͤr außerordentliche wird beſſer ein beſonderes Conto angelegt) Prediger⸗ und Kuͤſtergebuͤhren, Feuer⸗ aſſecuranz u. ſ. f.; dann die Gehalte und der Unterhalt der allgemeinen Wirthſchaftsofficianten, des Hofmeiers, Nachtwaͤchters u. ſ. f. auch alle Arbeiten und Ausga⸗ ben, die unter keine beſondere Rubrik gebracht werden kͤnnen, die„Erhaltung der wirthſchaftlichen Reitpferde; auch komr dit Gru geſpe ſtell beree erma füt dieſe auf eine der gen geme Lanz pfer die nr, des Pachter als ein ſ er verlangen Naturalin Conſumtoi aber af 1 uts oder bon hält er w nen und Do ißte Conſun aft berechne mitteln wil vas der hen nimmt, Jut ungen vermi eyn. gewirüht et komwenſ , Counnd ein beſonts bühren, du d der Unrit des hefmich en und Aaohe gebrnct nen hen Jatpfede . Buchfuͤhrung. 273 . auch koͤnnen auf dieſes Conto die Bau⸗Reparaturen kommen, oder ihr abgeſondertes haben. Auf das Cre⸗ dit kommen die allgemeinen Einnahmen von Gefaͤllen, Grundzins, Miethe u. ſ. f. Es kann dieſes Conto auch geſpalten und die zffentüichen Gefaͤlle beſonders ge⸗ ſtellt werden. 316. Conſumtibilien„ oder Haushalts⸗Conto berechnet die Victualien, Geraͤthe, Betten, Leinen, Feu⸗ ermaterial, Licht und alle kleine Ausgaben Behufs der fuͤr die Wirthſchaft gehaltenen Perſonen. Die Summe dieſes Conto wird dann, mit Ueberlegung der Umſtaͤnde auf dieſe Perſonen verſchieden vertheilt, und das auf eine derſelben fallende Quantum dem Conto des oder der Artikel, wofuͤr dieſe Perſon gehalten wird, uͤbertra⸗ gen Es wird demnach in der Regel den Contos Ins⸗ gemein, der Pferde, der Ochſen, der Kuͤhe u. ſ. f. ſo ganz zugeſchrieben, daß es ſich aufhebt. 9 31. Das Pferde⸗Conto enthaͤlt den Werth der Pferde zu Anfange des Jahrs, neuen Ankauf derſelben, die Futterung, Hufbeſchlag, Arzenei, dann den Lohn und die Unterhaltung der Knechte, den Tagelohn ande⸗ rer, die etwa damit arbeiteten; endlich wird ihm der auf die Pferde fallende Antheil des Ackergeraͤths⸗Conto uͤber⸗ 214 Buchfuͤhrung. tragen. Auf das Credit der Pferde kommt alle von ihnen geſchehene Arbeit anfangs nur Tageweiſe zu ſtehen, die jedem Artikel, wofuͤr ſie geſchehen iſt, zugeſchrieben wird; dann der Werth eines etwa verkauften Pferdes, zuletzt der Werth der Pferde am Schluſſe des Rechnungs⸗ Jahrs. Wenn ſich nun ergiebt was die Pferde im Jahre gekoſtet haben, ſo wird dies mit der Summe der Arbeitstage dividirt, um zu finden, wie hoch ein Arbeits⸗ tag zu ſtehen komme, und zu dieſem Preiſe wird jeder Poſten zu Gelde berechnet. Hier wird ſich oft ein Bruch⸗ pfennig ergeben, dieſer wird aber weggeworfen oder apro⸗ ximirt und ſo behaͤlt manchmal dies Conto einen klei⸗ nen Verluſt oder Ueberſchuß. So iſt es mehrentheils rathſam die Rechnung zu Anfange anzulegen; wenn man aber einmahl einen Durchſchnitt der Pferdekoſten und Arbeit aus mehreren Jahren nehmen kann; ſo thut man vielleicht eben ſo gut, einen daraus ſich ergebenden Preis fuͤr den Arbeitstag eines Pferdes anzuſotzen und den Artikeln ſo zu berechnen. Auf die Weiſe wird dies Conto bald einen kleinen Gewinn, bald einen Verluſt ergeben, deſſen Grund entweder in einer wohlfeilern oder theurern Erhaltung der Pferde, oder in mehrerer oder wenigerer Arbeit, die ſie in dem Jahre gethan ha⸗ ben, aufzuſuchen iſt; was manchmal nuͤtzliche Finger⸗ zeige giebt. Man kann dann auch, wenn ein großer Unterſchied der Art der Tagesarbeiten iſt, einen ver⸗ ſchiedenen Preis dafuͤr annehmen. wie ſel nen tung ſchag bet nen Eiſen halte ſchirr der; des kaſt und gen, derrih Weiſ Früͤch den dara umt alle don 318.— enr uſi Zugochſen⸗Conto wird ganz auf dieſete Weiſe,“ Gugſtiin wie das vorige, gefuͤhrt. Arbeiten die Ochſen im Wech⸗ ften Rade ſel, ſo verſteht ſichs, daß die Arbeit zweier nur fuͤr ei⸗. Achuz nen Tag gerechnet wird. Die Weide und Gruͤnfütte⸗ iedas rung wird ihnen, nach meiner Art, tageweiſe ange⸗. r Summe d ch ein Alett Fihuagen„. eiſe vitd ſ 108 319. hoſt in du Das Werkzeugs⸗Conto bekommt auf ſein De⸗ rfen odit un bet die Werths⸗Summe des nach dem durchgeſehe⸗ ano einn”bO nen Inventarium taxirten Werkzeugs⸗, auch Nutzholz⸗, s mehrerthe Eiſen⸗ u. ſ. f. Beſtandes. Dann alles, was die Er⸗ gen; wenn un haltung und Verfertigung neuer Werkzeuge und des Ge⸗ Redekoſtn u ſchirrs gekoſtet hat. Auf ſein Credit wird nun wieder n; ſo thutm der Werth des beim Rechnungsſchluſſe taxirten Beſtan⸗ ſich enben des eingetragen. Nun aber wird das, was ihm zur Fanzuſeben e Laſt bleibt, groͤßtentheils auf die Contos der Pferde Weiſe wid d und der Ochſen nach erwogenen Verhaͤltniſſen uͤbertra⸗ ld einen Dut gen, damit vollſtaͤndig hervorgehe, was die mit fenen ner wohfii verrichtet⸗ Arbeit gekoſtet habe. der in weher ahre gethan 4 320. 1 nüßlich di Die Fruchtbau⸗Contos koͤnnen auf zwiefache venn ein gü Weiſe geſtellt werden: naͤmlich nach den verſchiedenen it, düun w Fruͤchten und Productionen, die man bauet; oder nach ¹den Feldabtheilungen, Schlaͤgen, Breiten; und es kommt darauf an, welche Anſicht man nehmen will. Buchfuͤhrung. Das Erſtere iſt leichter, und da, wo die Felder ſehr zerſtuͤckelt ſind, man auch die Ernte von jedem in den Scheuren nicht abſondern kann, allein ausfuͤhrbar. Hier erhalt alſo jede Frucht ihr Conto. Die Flaͤche, die ſie einnimmt, muß beſtimmt ſeyn. Auf ihr Debet werden nun die ſaͤmmtlichen Arbeiten, die fuͤr ſie geſche⸗ hen, die Einſaat und die aufgebrachte Duͤngung einge⸗ tragen und nach ihrem Werthe beſtimmt. Es iſt aber dieſe Beſtellung im vorigen Rechnungsjahre, welches ſich gewoͤhnlich mit dem Junius ſchließt, geſchehen, und im kuͤnftigen Rechnungsjahre faͤllt die Ernte. Damit man nun Koſten und Ertrag gegen einander uͤberſtehend ha⸗ be, wird der Betrag jener Koſten dem kuͤnftigen Jahre ſummariſch zur Laſt geſchrieben; dazu kommen nun noch die Koſten der etwa waͤhrend der Vegetation ſpaͤter vor⸗ fallenden Arbeiten und der Ernte. Auf den Credit der erbaueten Fruͤchte kommt der Ertrag, den ſie gegeben haben, beim Getreide an Korn und an Stroh. Wie er berechnet werde, davon unten. Dann aber kann der betraͤchtliche Werth einer friſchen Duͤngung nicht der er⸗ ſten Frucht allein zur Laſt bleiben, ſondern es muß ihr die hinterbliebene Dungkraft wieder zu gut und der kuͤnf⸗ tigen zur Laſt geſchrieben werden, nach gewiſſen daruͤber anzunehmenden Verhaͤltniſſen. So ergiebt ſich aus der Gegeneinanderſtellung des Aufwandes und des Ertrages der Reinertrag. man⸗ Man ſond mitte Ding herve 1 det, iu erho ſond cher ſond die Fade on jedem i ausführhe. Die Füch, ihr Dedet ur ſie get ngung äin Es iſt abe velches ſi hen, und in Damit mar erſtehend ha nfüigen Ja wen nun uih on ſpäͤter be⸗ en Credit de en ſie gege dtreh. Wel aber kam w g nicht der n es mii und der ie wiſen dur öt ſich b d ˖ des Erunß Buchfuͤhrung., Zax. Bei beſtimmteren Abtheilungen der gebft Sonderung des Ertrages iſt es fruchtbarer an Reſu ta⸗— ten, wenn die Contos auf die beſonderen Felder oder 1 Schlaͤge geſtellet werden. Das Verfahren iſt voͤllig dcß ſelbe, nur wird die Ausfuͤhrung etwas verwickelter, wenn auf einem Schlage mehrere Fruͤchte gebauet werden, und man wiſſen will, was fuͤr jede beſonders geleiſtet iſt. Man kann das mehr oder weniger bezwecken. Insbe⸗ ſondere hat dieſe Methode den Vorzug, wenn man aus⸗ mitteln will, welchen Effect eine beſondere Behandlung, Duͤngung und Fruchtfolge nach einer Reihe von Jahren hervorbringe. Wenn Weide auf dem Schlage Statt fin⸗ det, ſo verſteht ſichs, daß auch deren Benutzung ihm zu gut geſchrieben werde. 322. Wieſen, ausdauernde Futterfelder, Gaͤrten u. ſ. f. erhalten, wie und wo man es noͤthis findet, ihre be⸗ ſonderen Contos. 323. Jedes Produkt, welches in Magazinen oder Spei⸗ chern abgeſondert aufbewahrt wird, hat auch ſein be⸗ ſonderes Conto. Dem Korn⸗Magazin habe ich ein allgemei⸗ nes Conto zu geben mich bewogen gefunden, dem alle durch das Aufbewahren, Verfahren und den Verkauf 218 Buchfuͤhrung. veranlaßte Koſten, Arbeiten und Verluſte zur Laſt ge⸗ ſchrieben werden, weil ſie fuͤr die einzelnen Kornarten ſchwierig zu berechnen waͤren. Wenn man will, kann man ſie nach der Werths⸗Summe einer jeden wieder vertheilen. Dann folgen die Contos jeder einzelnen Korn⸗ art. Auf ihr Debet kommt das abgedroſchene und ins Magazin gebrachte Getreide zu ſtehen. Dies wird nun, nach meiner Methode, ſeinem Urſprungsorte(3²1) zu gut geſchrieben; denn es verſteht ſich, daß man beim Abdreſchen wiſſe, auf welchem Schlage es erzeugt ward. Bei der Verwerthung kann man nun den Durchſchnitts⸗ Marktpreis des Jahrs, mit gehoͤrigem Abzug, anneh⸗ men; in welchem Falle ſie erſt am Schluſſe der Rech⸗ nung geſchehen kann; oder man beſtimmt ſich einen con⸗ ſtanten Preis. Ich habe mich nach individuellen An⸗ ſichten jetzt zu letzterem entſchloſſen. Das ausgegebene Korn macht das Credit des Con⸗ tos aus. Was verkauft worden, wird hier zu dem wirk⸗ lichen Verkaufspreiſe angeſetzt; was aber in der Wirth⸗ ſchaft conſumirt worden, zu demſelben Preis, wie es debitirt ward— wenn man will, des Verluſtes wegen, etwa 3— 4 p. C. hoͤher. Hat man dort einen conſtan⸗ ten Preis und dieſen niedrig angenommen, ſo werden in der Regel dieſe Contos einen betraͤchtlichen Ueberſchuß vermoͤge des Verkaufspreiſes haben, der mehr als zu⸗ reichend iſt, die Laſt des allgemeinen Korn⸗Magazin⸗ Contos zu decken. Hat man dort den Durchſchnitts⸗ Buchfuͤhrung. 219 zar daſt ge preis des Jahrs angenommen, ſo kommt es darauf an, en Kornart ob eine guͤnſtige oder unguͤnſtige Zeit bei den einzelnen will hm Verkaͤufen gewaͤhlt wurde. Ich nehme jene Methode an, ſeden win um den Ertrag unabhaͤngig von merkantiliſchen Conjunc⸗ turen uͤberſehen zu koͤnnen, und ſchreibe den Mehrertrag lnen Korn⸗ an Gelde letzteren zu; was auch geſchehen wuͤrde, wenn hene und in ſich einmal ein Minus ergaͤbe. es witd nn, tte(321) G 324. ß man bei Auf eben die Weiſe wird es mit den Magazin⸗ erzeugt van oder Vorraths⸗Contos anderer Produkte gehalten. durchſchnittt Da ihr Marktpreis unſicher zu beſtimmen iſt, ſo Kag, annch nehme ich einen die Produktions⸗Koſten mit billigem iſſe der Ach Profit hinreichend erſetzenden Durchſchnittspreis dafuͤr ſch nen ch an, z. B. fuͤr die Kartoffeln 4 Groſchen pro Scheffel, wofuͤr ſie dem Acker zu gut, dem Magazin zur Laſt ge⸗ ſchrieben werden, ſo wie ſie in dieſes eingehen. Um aber die Aufbewahrungskoſten und den Verluſt zu dek⸗ ken, die dem Magazin⸗Conto zur Laſt fallen, werden ividuellen Ie⸗ redit des Con⸗ rzu den wid in der Vr die Kartoffeln in der Ausgabe der Conſumtion zu 5 Gro⸗ Preis, wi t ſchen berechnet, der Fabrikation zu 6 Groſchen, und aluſes un wenn welche verkauft werden, wird der Verkaufspreis natuͤrlich dem Magazin zu gut geſchrieben. Dies Ma⸗ gazin⸗Conto pflegt alſo einen betraͤchtlichen Ueberſchuß zu haben. einen conſtn hen löerih den 1 neht a p Beim Heu wird der Centner der Production um Korn⸗Mihäi einen Groſchen geringer als der Conſumtion angerechnet, Dundſtri um auch die Koſten des Magazinirens und Bindens zu 1 220 Buchfuͤhrung. decken. Woͤge man das Heu beim Einfahren, ſo waͤre dies zu wenig, weil es ſtaͤrker eintrocknet. Aber dort werden die Fuder nur durchs Augenmaaß nach Verhaͤlt⸗ niß beſtimmt, ihr wirklicher Gehalt oder das Quantum, was von einem Urſprungsorte gewonnen iſt, aber erſt nachdem das Heu bei der Ausgabe gewogen worden; ſo daß ſich das Quantum des Heues nicht eher beſtimmt ergiebt, als bis dies geſchehen iſt. Verkauftes Heu wird zum Verkaufspreiſe angeſetzt, und bei der Beſtimmung des Conſumtionspreiſes die Guͤte mit beruͤckſichtigt. 325. Das Stroh⸗Conto. Gewogen kann das Stroh wohl ſelten werden; man nimmt es daher an nach dem Verhaͤltniſſe, worin es zum Korne ſtehet, welches in je⸗ dem Jahre von jeder Kornart ausgemittelt werden muß; oder, wenn man den Gehalt der Buͤnde ohngefaͤhr kennt, nach der eingefahrnen Schockzahl. Der Preis des Stro⸗ hes wird nach dem Durchſchnittspreiſe der Gegend, wo⸗ fuͤr man es in Mitteljahren auf der Stelle kaufen oder verkaufen kann, beſtimmt; denn da es in der Regel fuͤr einen guten Wirth keine Handelswaare iſt, ſo kann auf einzelne Jahre keine Ruͤckſicht genommen werden. Ich berechne 1200 Pfund oder ein gewoͤhnliches Schock Scheu⸗ ren Bunde jetzt nur zu 2½ Rthlr., einſchließlich des Kaffs und Ueberkehrs, weil man es zu dieſem Preiſe aus dem Oderbruche oft kaufen kann, und ſo wird es dem Acker zu gut und dem Riſt⸗ dem p des S maͤßige Strohe braucht hand⸗ Staͤle Auffal das O auf ſer den. von Sun Debe ders komn groͤße wil, oder Riht man debe zu g richt ſche Buchfuͤhrung. 221 ten, ſo wir 326. Aber dor— 1 nach Vehit Miſt⸗ Conto zur Laſt geſchrieben: denn ich bin bei is Duntn dem praktiſchen Grundſatze geblieben, daß der Werth ſ, abet ij des Stallmiſtes gegen den Werth des Strohes bei einer maͤßigen Einſtreuung aufgehe. Der ganze Werth des Strohes wird alſo, nach Abzug des anderweitig ver⸗ brauchten, dieſem Conto debitirt; dazu kommt noch die den wotden, eher beſiimmt 3 Hand⸗ und Geſpann⸗Arbeit des Ausbringens aus den kfcri Staͤllen, des Umſtechens, Begießens; aber nicht die des Auffahrens, die dem Feldbau zugeſchrieben wird. Auf das Credit wird nun vorerſt die Fuderzahl bemerkt, die auf jede Feldabtheilung gefahren und dieſer debitirt wor⸗ n das Si den. Sie werden bei mir nach Augenmaaß auf Fuder ah rah in von 20 Centnern(2200 Pfund) reduzirt. Mit der welches i p Summe der ausgefahrenen Fuder wird die Summe der warden mh Debet Seite dividirt, und durch den Werth eines Fu⸗ hngefähr fant— ders Miſt beſtimmt, der bei mir auf 20 Gr. zu ſtehen tes des ön kommt. Sein Nutzungswerth iſt allerdings bei weitem er Gegend ie groͤßer, und wenn man auf dieſen Ruͤckſicht nehmen le kaufen te will, muß entweder das Stroh hier hoͤher angeſchlagen, der Nagl i oder dem Vieh dafuͤr etwas zu gut geſchrieben werden. , ſo lan i Richtiger und inſtructiver wuͤrde es freilich ſeyn, wenn werden. Ih man jeder Viehart das erhaltene Stroh, auch Kaff und Schock Sth Ueberkehr, berechnete und ihr den gelieferten Miſt wieder tzuch des Ki zu gut ſchriebe; aber es wird wenige Wirthſchafts⸗Ein⸗ pPreiſ aud dm richtungen geben, wo dies mit einiger Genauigkeit ge⸗ es dem Aie ſchehen kann. Buchfuͤhrung. 327. 3 Die Contos des Nutzviehes enthalten auf der Debet⸗Seite den Taxwerth des Viehes, die Anſchaf⸗ fungen, welche geſchehen ſind, die ſaͤmmtlichen Koſten und den Werth der erhaltenen Fuͤtterung. Wenn letztere icht gemeſſen werden kann, wie die Weide und gruͤne Stalfuͤtterung, ſo wird ſie, bei mir, nach Koͤpfen und Tagen berechnet, und ſo ihrem Urſptungsorte wieder zu gut geſchrieben. Auf das Credit kommt der ſaͤmmtliche Ertrag, den dieſes Vieh gegeben hat; die Verwerthung richtet ſich nach den Umſtaͤnden. Bei mir wird der ſaͤmmtliche Ertrag des Viehes, welches zuſammen ſteht und zuſammen gefuͤttert wird, auch zuſammen berechnet. Wenn z. B. bei den Kuͤhen Ochſen zur Maſtung ſtehen, die dann das Gruͤnfutter anzufahren pflegen, ſo wird ihr Werth beim Abgange dieſem Conto zugeſchrieben, ſo wie er ihm auch bei der Einſtallung debitirt ward. Ein gleiches geſchiehet bei den aus dem Kuhſtall genom⸗ menen Kaͤlbern. Eine Trennung des Ertrages kann noch immer gemacht werden; aber eine Trennung des Futter⸗ und Wartungsaufwandes iſt ſelten moͤglich.(Das Kuͤ⸗ herei⸗Conto begreift bei mir auch das Molkenweſen in ſich.) Endlich wird auf das Credit wieder der Taxwerth des vorhandenen Viehes am Jahrsſchluſſe eingetragen. Die gewoͤhnlichen Nutzvieh⸗Contos ſind das der Kuͤhe⸗ rei, des Maſtſtalles, der Schaͤferei, der Schwei⸗ nezucht und der Federviehzucht. und weni Vern Eum theilu Neub gaben Caſſe Hand gewoh lieſert wird faͤlle werden ungew Lachter und er bom V die eit für die ten wͤ nüͤſſen — thaltn me a, die Aiſte ürtlichn gin .. Wenn lzn eide und gi ach Kopin u gsorte widn der ſinmit die Ververhn mir wid k zuſamma ſſ mmen berihn Maſtung ſibe flegen, ſo ni io zugeſchihe ig debitit vnn Kuhſtal gawe rages kannlch rung des hie ich.(da 45* Molkenwit er der dyuih uſſe einenige das der Küſe , der Schwi Buchfuͤhrung. 223 328. Das Meliorations⸗Conko enthaͤlt die Koſten 3 und den Aufwand an Arbeit, deren Erſtattung nicht in wenigen Jahren erwartet werden darf, die aber eine Vermehrung des Grund⸗Capital⸗Werthes bewirken. Die Summe wird dem Capital⸗Conto uͤbertragen. Eine Ab⸗ theilung deſſelben macht das Conto eines etwanigen Neubaues aus; denn wuͤrden auch die baaren Geldaus⸗ gaben dafuͤr von dem Eigenthuͤmer aus einer andern Caſſe gezahlt, ſo werden doch manche Geſpann⸗ und Handarbeiten dabei von der Wirthſchaft geleiſtet, auch gewoͤhnlich verſchiedene Materialien von ſelbiger ge⸗ liefert. 329. Ein Extraordinarien⸗ oder Zufalls⸗Conto wird zuweilen anzulegen noͤthig ſeyn, wenn ſolche Vor⸗ faͤlle eintreten, die von der Wirthſchaft nicht beſtritten werden koͤnnen. Darauf kommen 3. B. Kriegskoſten und ungewoͤhnliche Abgaben zu ſtehen, die in der Regel ein Pachter zu tragen nicht ſchuldig waͤre. Auch beſondere und erhebliche Ungluͤcksfaͤlle, z. B. ein großer Verluſt vom Vieh an Seuchen, durch Feuersbrunſt, Hagelſchlag, die ein Wirthſchafts⸗Jahr nicht zu tragen vermag, und fuͤr die ein Pachter in der Regel auch Remiſſton erhal⸗ ten wuͤrde, kommen auf das Debet dieſes Contos, und muͤſſen vom Capitals⸗Conto uͤbernommen werden. Ex⸗ 242 Buchfuͤhrung. traordinaͤre Einnahmen pflegen zwar nicht bedeutend zu ſeyn, können aber doch vorfallen. 330. Ein Abrechnungs⸗Conto mit dem vorigen und mit dem kuͤnftigen Jahre iſt durchaus noͤthig, wenn ſich der Ertrag des laufenden im Ganzen und in einzelnen Zweigen ergeben ſoll. Das Credit des vorigen Jahrs enthaͤlt alles, was es dem laufenden uͤberliefert hat: den Caſſen⸗Be⸗ ſtand, die Vorraͤthe von Naturalien, den Beſtand aller Vieharten, aller Geraͤthe, die geſchehenen Feldbeſtellun⸗ gen nach dem ſummariſchen Taxations⸗Werthe jedes Ar⸗ tikels, oder die Summe des wirklichen dafuͤr gemachten Aufwandes. Dieſe Poſten werden dann wieder auf das Debet der einzelnen Artikel uͤbertragen. Ein Debet hat dieſes Conto nur in dem Falle, daß Ruͤckſtaͤnde aus dem vorigen Rechnungs⸗Jahre zu be⸗ zahlen oder zu leiſten waren. Des kuͤnftigen Jahrs Conto enthaͤlt auf eben die Weiſe auf ſeinem Debet, das, was ihm beim Schluſſe des laufenden uͤberliefert wird. Man muß es als eine foͤrmliche Wirthſchaftsuͤbergabe betrachten, die terſuchung des Zuſtandes der 1 dann zu einer genauen Un Wirthſchaft Veranlaſſung giebt. Es verſteht ſich, daß das Debet des kuͤnftigen Jahrs in der Rechnung, z. B. von 1814, gleich ſey dem Credit des vorigen Jahrs in der Rechnung von 181 181 ¾ wort teine beſo dene gent Buchfuͤhrung. 225 baind i 181 ½, und daß es nur auf die entgegenſtehende Seite woͤrtlich uͤbertragen zu werden brauhcehe. 331. tboritn Wenn endlich der Eigenthuͤmer eines Gutes den aus uthg reinen Wirthſchaftsertrag oder auch etwanigen Verluſt nen ud oon der Rente des Guts abſondern will: ſo wird ein beſonderes Capital⸗Conto angelegt. Der Grundwerth nhat il des Guts, einſchließlich oder ausſchließlich des vorhan⸗ Erſten,e denen Beſatzes, iſt beim Anfange der Bewirthſchaftung Seſtand ali und dieſer Buchfuͤhrung beſtimmt. Hiervon ſoll der Ei⸗ Feldbeſtelln genthuͤmer Rente haben ohne Wirthſchaftsfuͤhrung. Die⸗ e ſad J ſe Rente muß jedoch nach dem allerniedrigſten Zinsfuße, füt gemachte der bei der moͤglich hoͤchſten Sicherheit Statt findet, ſieder af’o angenommen werden. Was man als Pacht erhalten koͤnnte, waͤre zu hoch, weil bei der Verpachtung immer dem Fale d die Gefahr der Deterioration betraͤchtlich bleibt. Dieſe „Jahre h Zinſen ſtehen auf dem Credit des Capital⸗Contos, und ſind entweder contranotirt in Summa auf dem nthaͤlt aüf o Conto insgemein, oder ſind repartirt auf die einzelnen vas ihn bit Theile des ganzen Areals und auf die Beſetzartikel, was Nan uhe mit moͤglich genaueſter Ueberlegung des Werths jedes betrachten d einzelnen geſchehen muß. s zuſindss Dagegen kommt auf das Debet des Capital⸗Con⸗ tos die Summe der gemachten Meliorationen nach§. 222. des kuͤnftige und die Ungluͤcksfaͤlle, die nach§. 223. nur vom Capi⸗ z16, gecht. talvermoͤgen getragen werden koͤnnen. r Jchungn 1803 Fhaers Leitfaden. P 1 226 Buchfuͤhrung. So wie aber durch gemachte Meliorationen der Ca⸗ pitalwerth ſteigt, muß auch eine hoͤhere Rente erfolgen, und es iſt billig zu erwarten, daß ein zu Meliorationen angelegtes Capital hoͤhere Zinſen bringe, und die Wirth⸗ ſchaft muß dafuͤr wenigſtens 1 p. C. mehr als fuͤr das Grundcapital zahlen. Die Anſichten koͤnnen hier verſchieden genommen werden; aber es iſt gut, daß man eine beſtimmte neh⸗ me, um ſich zu uͤberzeugen, was die Wirthſchaftsfuͤh⸗ rung eigentlich bewirkt habe, und welchen Ertrag man voon ihr uͤber die Grundrente erhalte. Ddiejenigen Meliorationen, welche aus der Wirth⸗ ſchaftsfuͤhrung ſelbſt allmaͤhlig erfolgen, die Kraftver⸗ mehrung des Bodens, die Verbeſſerung des Beſatzes— die nur das folgende Jahr den vorhergehenden ſchuldig wird— koͤnnen nur nach einer Reihe von Jahren ge⸗ wuͤrdigt werden, bis dahin werden ſie von einem Jahre dem andern uͤbertragen, und muͤſſen, wenn ſie das Ca⸗ pital uͤbernimmt, nun der Wirthſchaftsfuͤhrung der Jahrsreihe, die ſie bewirkt hat, zugeſchrieben werden. 332. Da alle Poſten zweimal, naͤmlich einmal auf das Debet eines Artikels, und das zweite Mal auf das Cre⸗ dit eines andern, ihrem Werthe nach, eingetragen wer⸗ den: ſo folgt daraus, daß die Summe aller Debets mit der aller Credits ſtimmen muͤſſe, und daß dies geſchehe, iſt der Beweiß einer gehoͤrigen Eintragung. Buchfuͤhrung. 227 ationen de Da aber einige Poſten beim Contranotiren zuſammenge⸗ Rente eag zogen, zuweilen auch getheilt werden, ſo kann hierbei Mlorain leicht ein Fehler vorfallen. Man muß dies zwar moͤg⸗ und die Wn lichſt verhuͤten, weil es unangenehm iſt; es iſt aber von keinen ſolchen Folgen, wie beim Hauptbuche eines Kauf⸗ manns, deſſen Buchfuͤhrer dadurch gewiſſermaßen das Zutrauen verlieren wuͤrde, und der deshalb mit vieler h als fuͤr d den genoume heſümmte me Muͤhe einen ſolchen Fehler, wenn er auch nur eine Dif⸗ uthſchaftfi ferenz von einem Groſchen machte, aufſucht. Von ei⸗ Etrrag ma nem bloßen Buchfuͤhrer kann man eine ſolche Genauig⸗ keit fordern, aber nicht von einem Wirthſchafts⸗Direc⸗ ber Wirth⸗ tor. Wenn das Verſehen nicht erheblich iſt, ſo contra⸗ de Kruftbet⸗ notirt man es auf dem Conto Insgemein, und ſetzt 3Siſaßes— auf deſſen Debet z. B.:„wegen Rechnungsfehler 6 Gro⸗ aden ſchudd ſchen,“ wenn die Summe des Credits ſo viel mehr be⸗ dn Jahten g tragen haͤtte. Auch darf man ſich nicht ſcheuen, einen einem Jihr Fehler auszuſtreichen, was der kaufmaͤnniſche Buchfuͤh⸗ n ſſ das 6 rer durchaus vermeidet; bei uns waͤre das eine unnuͤtze tsfüͤhrung d Pedanterie. Ich bemerke dies, wei! ich weiß, daß eini⸗ er werda ge Landwirthe, wenn ſie dieſe vom Kaufmann verlangte Genauigkeit fuͤr weſentlich hielten und ſie nicht zu errei⸗ chen hofften, dieſe Rechnungsfuͤhrung aufgaben. nmal auf do 175 333. lauf das Da die Summe aller Debets und aller Credits ngetragen de helt gleich iſt, ſo geht natürlich auch die Summe der Ge⸗ allr De 8 winne und Verluſte aller Contos gegen einander auf. 1ud di 3 Der Gewinn der jaͤhrlichen Wirthſchaft geht aber her⸗ n Eintraoun, P 2 228 Buchfuͤhrung. * vor aus der Gegeneinanderſtellung der Debet⸗ und Cre⸗ ditſummen des Contos des Eigenthuͤmers, des vo⸗ rigen und kuͤnftigen Jahrs und des Capitals. 3. B. Debet. Credit. Eigenthuͤmers Geld⸗Conto 4060 Rtl. 300 Rtl. Eigenthuͤmers Naturalien C.. 1220 ⸗ 50⸗ Vorigen Jahrs Conto.. 3 0 ⸗ 9440⸗ Kuͤnftigen Jahrs Conto 10250 ⸗— ⸗ Capitals⸗Conto.„. 660 ⸗ 3250 ⸗ 16220 Rtl. 13040 Rtl. 13⁰40 ⸗ So iſt der Wirthſchaftsgewinn 3180 Rtl. nachdem naͤmlich die Rente bezahlt worden. 334. Bei der Erfindung dieſer Buchfuͤhrungsart oder vielmehr ihrer Anwendung auf die Landwirthſchaft, habe ich mich vor allem beſtrebt, ſie ſo viel moͤglich zu ver⸗ einfachen, ohne dem Zwecke zu ſchaden. Ich habe dies von Jahr zu Jahr mehr erreicht und man wird die hier dargeſtellte Methode einfacher finden, als die vormahls von mir angegebene. So wird es jedem bei der An⸗ wendung gehen. Wegen der Verſchiedenheit der Ver⸗ haͤltniſſe und der Anſichten, die man nehmen will, laͤßt ſich aber durchaus kein Leiſten dafuͤr geben; jeder muß ſie den ſeinigen anpaſſen. Viele Wirthſchaften werden mehr aber Zwec ans Anfe rech dem ders üͤberg Jah weil kann die Ende des in d den; das fand Wi Ver das et, und En rs, des de Lapitals Credt 1. 30o R 50 9440, —„ 3250, —— 13040 Rl. nachdem ngsart oͤe hſchaft, hu öglich zu be ſch habe di wird die hir die vormüß bei der Ie heit der De en wil! ih ; fider nuj 7 ften werden Buchfuͤhrung. 229 mehrere Contos, als die angegebenen, erfordern, dieſe aber werden ſich ergeben, wenn man nur den Geiſt und Zweck dieſer Methode richeig gefaßt hat und ſeloſ Hand ans Werk legt. 335. Die Meinungen uͤber den ſchicklichſten Schluß und Anfang des Wirthſchaftsjahrs oder der Jahres⸗ rechnung ſind verſchieden. Man muß ſich oft nach dem eingefuͤhrten Gebrauch des Landes richten, beſon⸗ ders nach dem Termine, wo Wirthſchaften gewoͤhnlich uͤbergeben werden. Allein der Anfang des buͤrgerlichen Jahres iſt fuͤr die Landwirthſchaft durchaus unpaſſend, weil man die Beſtaͤnde nicht uͤberſehen und ausmitteln kann. Jeder Zeitpunkt hat einige Schwierigkeiten, weil die Wirthſchaft keinen Stillſtand, keinen Anfang und Ende hat. Jedoch ſcheint der Anfang des Junius oder des Julius am angemeſſenſten, weil der Abdruſch nun in der Regel vollendet iſt, der Ertrag des zu ſchließen⸗ den Jahres uͤberſehen werden kann, die Beſtellung fuͤr das anzufangende großentheils geſchehen iſt, die Be⸗ ſtaͤnde leichter abzuſchaͤtzen ſind, und endlich auch das Wirihſchaſtsperſonal am meiſten Zeit dazu hat. 336. Voranſchlaͤge und Plane uͤber den Ertrag und die Verwendung der Naturalien ſowohl als des Geldes fuͤr das naͤchſte Wirthſchaftsjahr, pflegt man Etats zu nen⸗ 230 Buchfuͤhrung. nen. Es iſt dabei mehrentheils vor allem auf eine ge⸗ wiſſe Geldertrags⸗Summe abgeſehen, die nicht nur uͤber⸗ haupt herauskommen, ſondern auch zu gewiſſen Termi⸗ nen da ſeyn ſoll. Da ſie nur nach Wahrſcheinlichkei⸗ ten gemacht werden koͤnnen, mithin unſicher ſind und man doch ihre Erfuͤllung in der Regel verlangt; ſo iſt es Grundſatz alles eher zu geringe als zu hoch anzuneh⸗ men. Daraus folgt dann aber haͤufig, daß man ſich mit dem Geringern begnuͤgt, wenn man das Hoͤhere wohl haͤtte erreichen koͤnnen und die Beiſpiele ſind nicht ſelten, wo ſolche Etats dadurch nachtheilig gewirkt ha⸗ ben. Indeſſen koͤnnen ſie zuweilen noͤthig ſeyn. 31 Cnn Rac. 337. Man theilt ſie in den Natural und Geld⸗Ektat. Der Natural⸗Etat enthaͤlt zuerſt einen Voranſchlag der Producte, die man von den Aeckern, den Wieſen, dem Nutzvieh u. ſ. f. nach dem Zuſtande, worin ſie ſich be⸗ finden, zu erwarten hat. Dann eine Berechnung der Arbeiten und der dazu er⸗ forderlichen Anzahl von Geſinde, Tageloͤhnern u. Zugvieh. Hieraus ergiebt ſich die Conſumtion fuͤr Menſchen und Viehz in Anſehung des letztern wird die Einthei⸗ lung des zu erwartenden Futtervorraths nach den ver⸗ ſchiedenen Arten des Wiehes und dach den Jahreszeiten gemacht. 3 Es zeigt ſich dann, was von dallen Produuzan zum Verkauf uͤbrig bleibe. 8 1 1 welche kaͤufe/ herecht 4 Verka Gefaͤ zeit, um d de T hand uf ein he t nur iͤben ſen dem cheinlichte ſind unh ngt;, ſo ſ h anzunt s man ſch as Hoͤhmn ſind nich zewirkt ha⸗ * anſchlag de Lieſen, den ſie ſich b der daun u. Zugoic. uͤr Menſte die Einthi ach den be⸗ Jahrechete foducten zum Buchfuͤhrung. 231 338. Im Geld⸗Etat werden erſt die baaren Ausgaben, welche fuͤr Conſumtibilien, Geraͤthe, Reparaturen, An⸗ kaͤufe, Geſinde⸗ und Arbeitslohn u. ſ. f. zu machen ſind, berechnet.“. Dagegen die Einnahmen, welche man aus dem Verkaufe der uͤberſchießenden Producte oder durch Geld⸗ Gefaͤlle u. ſ. f. zu erwarten hat.“ 4 Es muß dabei Ruͤckſicht genommen werden auf die Zeit, wo jene Ausgaben und dieſe Einnahmen eintreten, um den noͤthigen Vorrath in der Caſſe zu erhalten und die Termine zu beſtimmen, wo disponibles Geld vor⸗ handen ſeyn koͤnne.. 339. Ein ſolcher Etat iſt nun haͤufigen Abaͤnderungen unterworfen, die jedoch nicht ohne Noth und ohne ge⸗ hoͤrig begruͤndet zu ſeyn, vorgenommen werden duͤrfen. Iſt er zwiſchen dem Eigenthuͤmer und dem Adminiſtra⸗ tor verabredet, ſo darf ohne Einwilligung des erſteren nicht davon abgewichen werden. 1 Wenn die jaͤhrliche, auf gewiſſe Termine zu ziehende Geldeinnahme ſein Hauptzweck iſt; ſo kann dieſe, wegen eines uͤber die Erwartung geſunkenen Preiſes der ver⸗ kaͤuflichen Producte, oder aus mehrern andern Urſachen, zuruͤckſchlagen, und ſoll ſie dennoch unverkuͤrzt erfolgen; ſo muͤſſen in den beſtimmten Arbeiten, Reparaturen, Me⸗ 232 Buchfuhrung. liorationen und Anſchaffungen Beſchraͤnkungen gemacht werden, die den ganzen Plan verruᷣcken und zum groͤßern Nachtheile der Wirthſchaft und des Guts gereichen; je⸗ doch unter jener Vorausſetzung unbedingt nothwendig ſind. Wenn daher die Vermoͤgensumſtaͤnde des Eigners ſo ſind, daß die Geldeinnahme zu gewiſſen Terminen nicht die Hauptruͤckſicht zu ſeyn braucht, ſo kann der Etat im uͤbrigen beſſer erfuͤllt werden und der Gewinn wird in der Folge allemal groͤßer ſeyn. 1 340. Insbeſondere ſind genaue Voranſchlaͤge zu erhebli⸗ Unternehmungen z. B. Bauten nothwendig, von denen nicht abzuweichen iſt, weil ſie, wenn ſie uͤber den An⸗ ſchlag hinausgehen und von der Rente des Guts oder dem Profit der Wirthſchaft beſtritten werden ſollen, bei⸗ des zerſtoͤren koͤnnen; ſo daß manche Scheure leer ſteht, gerade weil ſie zu koſtbar gebauet wurde. 341. Die Direction einer Wirthſchaft erfordert, auſſer der Intelligenz, einen feſten Charakter, der Ordnungs⸗ geiſt, Thaͤtigkeit und Entſchloſſenheit mit Ruhe des Ge⸗ muͤths verbindet. Ein aͤngſtliches, hypochondriſches We⸗ ſen taugt nicht fuͤr die Landwirthſchaft, denn wenige Gewerbe ſind in einzelnen Stuͤcken dem Schickſale ſo ſehr unterworfen, wie dieſes. Wer aber das Seinige gethan hat, kann Gott vertrauen, deſſen Segen nicht ausble terung mache wird damit belbeſ halten Veget nich in ei wenn lchen ewige ande mehl Prii Ace gen gemach zum griͤßen ereicen; nothwend des Eignen Terwinn ſo kann de der Gewin zu erhebli⸗ von denen er den An⸗ Guts oder ſollen, bii leer ſteh At, auſſe Ordnungs e des Ge iſches We un wenige hicſale ſ 3 Seinije gen nich Buchführung. 233 ausbleibt, wenn er ſich auch verzoͤgert. Unguͤnſtige Wit⸗ terung muß den guten Landwirth nicht aͤngſtlich beſorgt machen: wenn auch alle Saaten zu trauern ſcheinen ſo wird es doch auf gut beſtellten Aeckern nicht ſo ſchlimm damit, als es den Anſchein hat; bei einer guͤnſtigern verbeſſert ſich alles ſchnell und oft muß man jene zuruͤck⸗ haltende Witterung als vortheilhaft anerkennen, weil die Vegetation ſonſt zu uͤppig geworden waͤre. Ich erinnere mich keines ſo guͤnſtigen Jahres, wo gewiſſe Landwirthe in einer oder der andern Periode nicht jammerten und wenn man die eingegangenen Berichte in landwirthſchaft⸗ lichen Journalen lieſet, ſollte man glauben, es gaͤbe ewigen Miswachs. Freilich ſchlaͤgt ein Jahr vor dem andern zuruͤck und eine Bodenart, eine Gegend leidet mehr als die andere, ſo daß es ihr durch den hoͤhern Preis nicht erſetzt wird; aber die Kraft bleibt dann im Acker und wird um ſo thaͤtiger in einem folgenden Jahre. 342. Keinem Gewerbe ſind freilich die verfloſſenen 20 Jahre druͤckender geweſen, als dem landwirthſchaftlichen. Wenn nun aber die Erſchoͤpfung ſelbſt die Ruhe herbei⸗ fuͤhrt, ſo wird die zu Kraft und Ausdauer gebildete Ju⸗ gend der Segnungen genießen, die ſie ſich erkaͤmpft hat, ohne ſich durch Weichlichkeit, Eitelkeit und Indolenz in die Leiden zu ſtuͤrzen, die uns getroffen haben. Dann werden alle ſolide Gewerbe, beſonders die Landwirth⸗ ſchaft, bluͤhen. 234 Laudwirthſchaftliche Neben⸗Gewerbe. Landwirthſchaftliche Neben⸗ Gewerbe. 343. Alle Fabrikationen, welche die Producte des Land⸗ wirths in großeen Maſſen verarbeiten, ſie in dem Fa⸗ brikate zu hoͤheren Werthe bringen, leichter verfuͤhrbar und haltbarer machen, gehoͤren ihrer Natur nach fuͤr das Land; zumahl wenn ſie Abfaͤlle geben, die der Land⸗ wirth am vortheilhafteſten benutzen und womit er ſeinem Gewerbe einen ſtaͤrkeren Schwung geben kann: alſo Bierbrauerei, Brantweinbrennerei, Efſigbe⸗ reitung, Staͤrkemacherei, Fabrikation des Staͤrke⸗Syrups, des Runkelruͤben⸗Zuckers, Potaſchen⸗ Siederei; in einigen Faͤllen auch Zie⸗ gelbrennerei, Toͤpferei, Kalkbrennerei, ſo wie Mühlenbetrieb und Oehlſchlaͤgerei. Es iſt da⸗ her auffallend, daß die erſteren und bedeutendſten der⸗ ſelben dennoch bisher kraͤftiger in den Staͤdten als auf dem Lande ſind betrieben worden, und daß auch bei ziemlicher Freiheit dieſer Gewerbe, mehr Bier, Brant⸗ wein, Eſſig u. ſ. f. aus den Staͤdten auf das Land, als umgekehrt gegangen und auch wirklich in jenen beſ⸗ ſer und wohlfeiler zu haben geweſen iſt. Es laͤßt ſich aber ſehr wohl daraus ertlaͤren, daß die ſtaͤdtiſchen Brauer und Brantweinbrenner auf ihr einziges Gewerbe mehr Fleiß und, ſo wie ſie ſich hoben, mehr Betriebs⸗ capital verwandten; beſonders aber bei der ununterbro⸗ henen 1 gerz ſen d Stͤd note Koſter tedur dcht fußer betii werbe. des dand n den Fo⸗ berfühlbar t nach fir eder kand⸗ er ſinen inn: alſo Effigbe dn des zuckers, auch Zie⸗ ei, ſo wi es iſt de ndſten der⸗ en als auf ß auch bi e, Vaant das kand, ſenen b gläßt ſih ſaͤdtiſchn Gewarbe Betriebt⸗ punterbro⸗ Landwirthſchaftliche Neben⸗Gewerbe. 235 chenen Aufmerkſamkeit auf das Geſchaͤft mehr Intelli⸗ genz davon erwarben. Man ahnete, daß es bei die⸗ ſen Fabrikationen geheim gehaltene Vortheile gebe; die Staͤdter ſuchten dieſe Arcana, worunter es manche thoͤ⸗ rigte aber auch einige zweckmaͤßige gab, oft mit großen Koſten zu erwverben und erfanden auch ſelbſt beſſere Pro⸗ ceduren; wogegen die Gutsbeſitzer auf ihr Propinations⸗ recht— wie ſie den Brantweins⸗Schank nannten— fußend, die Sache nachlaͤßig, verkehrt und unreinlich betrieben. 344. Jetzt wo die Kunſt, auf Wiſſenſchaft begruͤndet, keine Gehemniſſe mehr hat, und jeder Verſtaͤndige ſich leicht die zum moͤglich beſten Betriebe erforderlichen Kenntniſſe erwerben mag, der Geiſt der Induſtrie bei den Landwirthen reger geworden iſt, wuͤrde nur ein dem natuͤrlichen Gange der Dinge entgegenwuͤrkendes Acciſe⸗ Syſtem dieſe Gewerbe in den Stadten gegen die Con⸗ curenz der Landwirthe noch erhalten koͤnnenz bei den großen Vortheilen der Letztern durch Erſparung der Transportkoſten des Materials, die vortheilhaftere Be⸗ nutzung des Abfalls zur Viehfuͤtterung und des daraus erfolgenden Duͤngers haben. 345. 6 In Anſehung des Materials ſcheint der Unterſchied noch bedeutender zu werden, ſeit dem man weiß daß 236 Landwirthſchaftliche Neben⸗Gewerbe. das Getreide durch andere Gewaͤchſe, beſonders durch die Kartoffeln, ſehr vortheilhaft erſetzt werden koͤnne, deren Transport und Aufbewahrung aber weit koſtſpie⸗ liger iſt, da ein gleicher Stoff in ihnen eine weit groͤßere Maſſe ausmacht. Schon wird in vielen Gegenden der groͤßte Theil des Branteweins, bei gehoͤrigem Verfahren von uͤberwiegender Guͤte und Reinheit aus Kartoffeln gebrannt; ſo daß der Kornbrantewein, der enorm ver⸗ mehrten Conſumtion ohnerachtet, nicht mehr Preis da⸗ mit halten kann. 346. Indeſſen tritt bei letzterem, ſo wie uͤberhaupt bei der vervollkommneten Ausziehungs⸗Methode aller Alko⸗ hol gebenden Theile, ein Bedenken hinſichtlich des Ein⸗ fluſſes auf den Ackerbau ein. Wo Getreide, ſtatt es zu verkaufen, zum Branntwein verwandt, ſolches auch durch unvollkommne Gaͤhrung und Deſtillation nicht voͤllig aus⸗ gezogen ward, da blieb ſo viel zum nahrhaften Viehfut⸗ ter zuruͤck, daß der Duͤngerſtand dadurch gehoben und in manchen Wirthſchaften davon abhaͤngig war. Jetzt verfahren manche Wirthſchaften ihr Getreide und bauen Kartoffeln zum Branntwein in großer Menge. Dieſe ziehen zwar nicht im Verhaͤltniß ihrer mehligten Theile den Nahrungsſtoff des Bodens, ſo wie das Getreide, aus; aber allerdings doch betraͤchtlich, und wenn ſie gleich mit dem Vieh verfuͤttert, im Duͤnger mehr zuruͤck⸗ geben, als ſie ausgezogen haben: ſo thun ſie das doch bei La bei weiten der ausge bedises Saa vollkomm. erbaveten me wel ſetzt w Branntu Vortheil traͤchlic E groͤfere Arten t in Gang laßt ſh fel⸗Sta aus M Sie ſcen⸗ he tücden heit iſt chenden gern be Na Fabriken Thaers 7 1b Landwirthſchaftliche Neben⸗Gewerbe. 237 ers dach bei weitem nicht, wenn das Vieh nur den Ruͤckſtand en konme der ausgegohrnen Maſſe bekommt. Man muß alſo wohl ät kſſti bebinau, daß Katt er Bereicherung, welche vormals vettgrößen de Korasamutwein⸗ Brenherei— um ſo mehr, je un⸗ genden der vollkommner. ge war— dem Ackerbau gab, die aus ſelbſt Mriahen erbaueten Kartoffeln ihm eine Erſchoͤpfung zuziehen koͤn⸗ Kartoff ne, wenn es ihm nicht auf andere Weiſe er⸗ enorm de ſetzt wird. In Gegenden, wo die Concurrenz der r Preis d BranntweinBrennereien ſchon ſehr ſtark iſt, mogte der Vortheil mit Ruͤckſicht auf jenen Erfolg nich mehr be⸗ traͤchtlich bleiben. deihaupt! 347. e aller Al Es waͤre daher fuͤr den allgemeinen Wohlſtand der ich des E groͤßeren Landwirthe wohl zu wuͤnſchen, daß mehrere e ſuatt es Arten von Fabricationen aus ſelbſt erzeugten Producten es auch du in Gang kaͤmen und vortheilhaft befunden wuͤrden. Dies tttillt n laͤßt ſich von der Fabrication des Syrups aus Kartof⸗ iften Viſ fel⸗Staͤrke und des Zuckers aus Runkelruͤben, vielleicht gchinu aus Mais, beſonders erwarten. war. N Sie haben noch den Vortheil, daß ſie viele Men⸗ d un le ſchen⸗Haͤnde erfordern, aber nur zu einer Jahrszeit be⸗ 8. i trieben werden konnen, wo der Landwirth in Verlegen⸗ lam d heit iſt, wie er den im Sommer immer nutzbar zu brau⸗ es chenden Arbeitern ſolchen Verdienſt geben ſoll, daß ſie 1 w gern bei ihm bleiben. un Nach den Reſultaten der neueſten gut betriebenen me vi 4 E„ c. 2 e n Fabriken kann der Runkelruͤben⸗Zucker von gleicher Guͤte ſe 1 Thaers Leitfaden. Q 9 1 „* „ 238 Landwirthſchaftliche Neben⸗Gewerbe. mit billigem Verlags⸗Proſit zu. geringerem Preiſe erzeugt werden, als wozn⸗.ne, diſcher Moh ader maue verkauft werden kaun. 74 Ates e W,kn. 4 Arenat wird bei der ii e hee dung der techniſchen Gewerbe mit der Landwirthſchaft Ruͤckſicht zu nehmen ſeyn, ob und wie jene zu dieſer nach den individuellen Verhaͤltniſſen paſſen. Soll der Landwirthſchaft dadurch Arbeit, Aufmerkſamkeit, Capital und durch Erzeugung des Materials, Dungkraft entzogen werden: ſo wuͤrde der anfaͤnglich anſcheinende Vortheil ſich leicht im nach⸗ haltigen Verluſt aufloͤſen. Das Beiſpiel einiger ſehr be⸗ triebſamen und vermoͤgenden Gutsbeſitzer, die mannich⸗ faltige Fabricationen auf ihren Landguͤtern angelegt ha⸗ ben und mit großem Erfolg betreiben, wird nur von Wenigen gluͤcklich nachgeahmt werden koͤnnen. Solche Fabriken zumal, die weiter in keiner Ver⸗ bindung mit der Landwirthſchaft ſtehen, als daß ſie den Arbeitern, die man im Sommer beſonders zur Handels⸗ gewaͤchs⸗ Cultur viel gebraucht, im Winter nuͤtzliche Be⸗ ſchaͤftigung geben koͤnnen, wie z. B. Weberei, ſind am wenigſten rathſam. Die an Stubenarbeit gewohnten ſind ſchlechte Feldarbeiter. Man ladet ſich dadurch die Auf⸗ und Ueberſicht ſehr heterogener Dinge und zugleich die Wahrnehmung merkantiliſcher Verhaͤltniſſe auf, die im ruhigen Betriebe des landwirthſchaftlichen Gewerbes ſtoͤden. Die meiſten, die dergleichen unternommen ha⸗ m. Nriſt ehu ſker vrai . Laud et techniſt t zu nehre indiwiöuele ſchaft dadur ch Ereugr en: ſo wi- ſcht im ur niger ſchr die mant mangelegt vird nur u en. in keinet d s daß ſe zur Hant nützlict d rei, ſin m it gewätn h dadun i eund zußti iſe auf, en Gevette mommen h. Landwirthſchaftliche Neben⸗Gewerbe. 239 ben, ſind, wenn ſie es verſtanden, Fabrikherren auf dem Lande geworden, haben aber aufgehoͤrt Landwirthe zu ſeyn, und die Wirthſchaft iſt der Fabrik untergeordnet worden.* . 349. 1.. Manche fuͤr ſich arbeitende Handwerken— Mau⸗ rer, Zimmerleute, Diſchler, Drechsler, Wagner, Schmie⸗ de, Sattler, Seiler, Toͤpfer, Boͤtticher, Weber und Schuſter— werden ſich auf dem Lande, wenn ſie kleine Haͤuſer nebſt Garten haͤtten, beſſer als in Staͤdten naͤh⸗ ren und ihre Arbeit wohlfeiler liefern koͤnnen. In den dringendſten Geſchaͤftszeiten werden ſie dem groͤßeren Landwirthe, nicht ſowohl gegen Geldlohn als gegen an⸗ dere eingeraͤumte Nutznießungen, gern Handreichung thun. Es zeigt ſich ſchon, daß ſie ſich gern in den Dorfswohnungen niederlaſſen, wenn nach geſchehener Gemeinheitstheilung und Ackerumſatz die kleinen Grund⸗ beſitzer ſich auf die Mitte der ihnen zugefallenen zuſam⸗ menliegenden Laͤndereien ausbauen. Wenn nicht das Acciſe⸗Syſtem dem Prinzip der Gewerbsfreiheit entge⸗ genwirkt: ſo iſt es wahrſcheinlich, daß der Unterſchied zwiſchen Dorf und kleinen Staͤdten zum allgemeinen Be⸗ ſten ganz aufhoͤren werde. Jedoch iſt in dem Falle eine Vorkehrung wegen der Armen und Unvermoͤgenden, die ſich bei anderen Handthierungen weit mehr als beim Landbau erzeugen, nothwendig. Die Einrichtung einer Armen⸗Aſſecuranz in jedem Kirchſpiele, wie ſie vorgeſchlagen worden, wuͤr⸗ Q 2 ————jy——— * de hier nhn eanbrder fepn. als in mßeren Staͤd⸗ ten, wo es mit zum Lebensgenuß der Wohlhabenden ge⸗ hoͤrt, den Armen etwas zu geben. 350. 4 Zu den Nebengewerben kleinerer Landwirthe gehoͤrt die Bienenzucht. Ich zaͤhle ſie nicht zu den Zweigen der Landwirthſchaft, da ſie mit dem Uebrigen in keiner Verbindung und Wechſelwirkung ſtehet. Der Erfolg der zahmen Bienenzucht haͤngt, neben der Intelligenz, haupt⸗ ſaͤchlich von einem hinreichenden Betriebs⸗Capital ab. Denn außer dem, was in den vorhandenen Stoͤcken liegt, muß man einen betraͤchtlichen Vorrath von Futterhonig oder Surrogate deſſelben haben, weil nur reichlich ge⸗ fuͤtterte Bienen einen bedeutenden und ſichern Ertrag ge⸗ ben. Es iſt die Sache ſolcher Landbewohner, die keine dringenden Geſchaͤfte haben. — 351. Die Seidenwuͤrmer⸗Zucht hat ſich bei den erſtaun⸗ lichen Beguͤnſtigungen und Aufmunterungen, die ſie im Preuß. Staate erhielt, dennoch ſo unfruchtbar in unſerm Klima gezeigt, daß es wohl Niemand einfallen wird, auf ihre Wiederbelebung zu denken. d. gerin Sih, habeaen 96 vwirt nt jden zuim eigen in ine r Eriah N lignn un 3⸗Lontn d Stukin li Rdagend zur rehlich g. eern Erttag 1 hner, di ki bei den iin gen, di htbar nni einfala n U , At us, ,, I. gr—zihes K d! 5 — ahelansassbesanwascehwanäsnareude 11 12