groß Faſten⸗ t, Re Thäte dittit lbuehna Garta t Fäin errande, daß di ind aud ewiſt tergi⸗ in der den Be⸗ hinei. Wegwan ffuͤttert g Uhxes geſchla⸗ hi ver⸗ — 4 Lehrbuch der Landwirthſchaft, von H. W. Pabſt, Großh. Heſſ. Oekonomierath, beſtändigem Seeretär der landwirthſchaftlichen Vereine im Großherzogthum Heſſen, correſp. und Ehrenmitglied mehrerer Geſellſchaften und Vereine zur Beförderung der Landwirthſchaft und Induſtrie. Zweiten Bandes, zweite Abtheilung. Betriebslehre. ——, Durmstadt. Druck und Verlag von Carl Wilhelm Leske⸗ 1834. Greßh. Gt Die landwirthſchaftliche Betriebslehre, von H. W. Pabſt, Großh. Heſſ. Oekonomierath, örſtändigem Secretär der landwirihſchaftlichen Vereine im Großherzogthum Heſſen, correſp. und Chrenmitglied mehrerer Geſellſchaften und Vereine zur Beförderung der Landwirthſchaft und Induſtrie. — Barmstadt. Druck und Verlag von Carl Wilhelm Leske. 1834. Vorwort. Die Fortſetzung meines Lehrbuches, wovon vor zwei Jahren des erſten Bandes erſte Abtheilung erſchien, wurde durch größere Mehrung der Berufsgeſchäfte, als ich damals vorausſah, um etwas verzögert.— Daß ich nun mit Ueberſpringung der zweiten Abthei⸗ lung des erſten Bandes, des ſpeciellen Pflanzenbaues, und der erſten Abtheilung des zweiten Bandes, der Viehzucht, jetzt vorerſt des zweiten Bandes zweite Ab⸗ theilung herausgebe, hat ſeinen Grund darin, daß ich von vielen Seiten, insbeſondere von vielen meiner lieben Schüler, dazu aufgefordert wurde. Da übrigens jede Abtheilung eines Bandes zugleich ein für ſich abgeſchloſſe⸗ nes Ganze bildet, die Betriebslehre überdies von man⸗ chen Seiten in der ſyſtematiſchen Ordnung des Fa⸗ ches vorangeſtellt wird, ſo wird mein Verfahren, wie⸗ ich hoffe, keinem weſentlichen Tadel unterliegen. Von der in der Einleitung zum erſten Bande (S. 5) aufgeſtellten Eintheilung bin ich in mehreren Stuͤcken etwas abgewichen; ich hoffe, daß dieſe Abwei⸗ chungen eher eine Verbeſſerung, als das Gegentheil V genannt werden dürfen, und glaube deßhalb nicht no⸗ thig zu haben, mich ſpeciell darüber zu rechtfertigen. Ich habe auch in dieſem Bändchen bei Angabe von Verhältnißzahlen, ſo viel als thunlich, neben dem heſſiſchen, auch das preußiſche und würtembergiſche Maas aufgenommen; dagegen hatte ich im erſten Bänd⸗ chen, irre geleitet durch eine Angabe in einem allge⸗ mein geſchätzten Werke, den preußiſchen Morgen um 10 Procent größer angenommen, als den heſſiſchen; nach ſpäter erhaltenen, zuverläſſigen Reductionen iſt der Unterſchied aber nur zwei Procent, weßhalb ich in dieſem Bändchen den Morgen beider Länder, bei ſo geringem Unterſchiede, als gleich angenommen habe. — Zur Erleichterung des Leſers ſey hier das im er⸗ ſten Bändchen ſchon angegebene Verhalten des heſſiſchen Maaßes zum franzöſiſchen, als weltbekannt, nochmals wiederholt: 1 Großherzoglich heſſiſcher Morgen iſt gleich ½ Hectare; 1 heſſiſches Malter= 128 Litres(1,28 Hectolitre); 1 heſſ. Maas= 2 Litres(4 Pfund de⸗ ſtillirtes Waſſer); 1 heſſ. Pfund, wovon 100 auf den Centner,= ½ Kilogramme. In Betreff der Behandlung der Gegenſtände ver⸗ weiſe ich auf das in dem Vorworte zum erſten Bänd⸗ chen Geſagte zurück; namentlich war auch hier mein Streben, Darſtellung und Eintheilung ſo zu wählen, wie ſolche mir am geeignetſten zur Auffaſſung für den Anfänger ſchien, und die Faſſung ſo zu halten, daß das Buch ſowohl zur Grundlage bei Vorträgen über Landwirthſchaft, als wie zum Leitfaden für den An⸗ t ni⸗ ttigen. Angbe en dem erziſh Bänd⸗ allge⸗ en un ſiſchen; ren iſt b ich r, bei habe im er ſſiſchen chmald glei (1,28 d de⸗ f den e ver⸗ Bänd⸗ mein ählen, ur den n, daß n iher en An⸗ VI fänger dienen könne, welcher zu ſeinem Unterrichte in unſerm Fache einen Leitfaden ſucht. Möge es mir gelungen ſeyn, gerade in Betreff der Betriebslehre, welche in den Lehrbüchern der Landwirthſchaft, bisher meiſtens nur kurz abgefertigt ward, etwas zur Fort⸗ bildung in unſerem Fache beigetragen zu haben. Daß die Materie ſo wichtig, als ſchwierig ſey, und nur wenig Vollſtändiges bis jetzt darüber exiſtirte, werden Kenner zugeſtehen.. Bei mehreren Gelegenheiten habe ich in dieſem Werkchen auch meiner landwirthſchaftlichen Unterrichts⸗ anſtalt erwähnt. Dieſelbe iſt nun und unterdeß ſo weit gediehen, daß ich folgendes davon ſagen kann: ihr Zweck iſt, die theoretiſche Bildung mit der prac⸗ tiſchen ſo innig zu verbinden, als dies nur immer thunlich iſt und auf dieſem Wege zu einer ſoliden Bil⸗ dung einer, wenn auch nicht großen Anzahl junger Land⸗ wirthe einen ſichern Grund zu legen. Der Curſus dauert 1 ½ Jahre, nämlich 2 Winter und 1 Sommer; über Winter ſind die Zöglinge in Darmſtadt und beſuchen täglich 4 bis 5 Unterrichtsſtunden, theils im Haupt⸗ fache, theils in den Hülfswiſſenſchaften; zu den ſtets mit dem Unterrichte verbundenen practiſchen Demon⸗ ſtrationen ſind viele Hülfsmittel vorhanden, insbeſon⸗ dere durch die in und bei Darmſtadt auf Rechnung Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs verwalteten Meie⸗ reien; denn unſer verehrteſter, alles Rützliche ſo gerne befördernder Fürſt hat ſowohl die Benutzung jener Güter zur Denontration; im Unterrichte, als wie die VI des dem landwirthſchaftlichen Vereine eingeraͤumten Locales zu den Vorleſungen huldreichſt geſtattet und damit zugleich mir Mittel gewährt, ohne welche ich nicht im Stande geweſen wäre, das Inſtitut zu etab⸗ liren. Ueber Sommer ſind die Zöglinge auf dem nahe beigelegenen mir in Pacht übertragenen Großher⸗ zoglichen Chatullgute Kranichſtein und erhalten nun hier unter meiner Leitung und unterſtützt von mehreren Lehrern, diejenige, von der Wiſſenſchaft begleitete prac⸗ tiſche Fortbildung, welche ich nach langen Erfahrun⸗ gen für die ſolideſte erkannt habe, und worüber dem⸗ nächſt ausführliche Pläne werden ausgegeben werden. Leider ſind, nicht durch meine Schuld, viele kleine Druckfehler in dem Werkchen ſtehen geblieben; ich habe aber keinen von der Art gefunden, daß ihn der verſtändige Leſer nicht von ſelbſt verbeſſern könnte, und unterlaſſe deßhalb eine Anzeige. Die anderen beiden Bändchen ſollen ſobald als möglich folgen. Darmſtadt im Juni 1834. H. W. Pab ſt. zumten et und ihe ih u etgb⸗ uf dm Noßher⸗ en nun wehreren te prac⸗ fahrun⸗ r dem⸗ werden. e kleine en; ih ihn der könnte, ld al Inhalt. Seite Landwirthſchaftliche Betriebslehre..... Erſte Abtheilung. Anlgemeine Erforderniſſe des Betriebs......... Erſtes Capitel. Kenntniß und Betriebſamkeit des Unternehmers...... Zweites Capitel. Das Landgut................ I. Verſchiedene Arten von Gütern....... 1. Verſchiedenheit in der Größe....... 2. Verſchiedenheit in der Zuſammenſetzung. 3. Verſchiedenheit in den rechtlichen Verhältniſſen.. II. Art und Weiſe in den Beſitz oder zur Bewirthſchaftung eines Gutes zu gelangen...... InI. Rückſichten bei der Wahl und Acquiſition eines Landgutes. 1. Staatsverfaſſung und Nationalwohlſtannd.. 2. Bevölkerung.............. 3. Abſatzkanäle............... 4. Clima, Lage, Boden... 5. Beſtandtheiieoeo. 6) Wirthſchaftsoo....... 7. Rechtsverhältniſſe, Nutzungen und Laſten... 8. Beſondere Rückſichten beim Kauf. 9. Beſondere Rückſichten beim Pachh... IV. Gründung neuer Landgüter......„.. A& 14 15 15 18 18 22 24 25 26 26 26 28 28 29 30 31 35 Drittes Capitel. V Das Betriebscapital............... 37 ¹ I. Das Inventarium.............. 38. 1. Biehinventarium............. 39 2. Geräthe⸗Inventarium........... 40 3. Saateninvenkarium..„......... 43 II. Das umlaufende Capital........... 44 III. Größe des Betriebscapitalss........ 45 IV. Verzinſung des Betriebscapitals........ 46 Viertes Capitel. Die Arbeit................. 48 I. Preiß der Arbeit im Allgemeinen..... 49 II. Allgemeine Hülfsmittel zur Ermäßigung der Arbeitskoſten. 50 8 III. Anſchaffung der nöthigen Arbeitskräfte 52 1. Handarbeit„....„...„. 52 a) Jahreslöhner(Geſinde))„ 52 b) Tag⸗ und Stückarbeiter.... 55 c) Fröhner........ 58 2. Span narbeit...... 358 a) Wahl und Zuſammenſetzung des Spannviehſtandes 59 b) Feſtſetzung der Arbeitsſtunden... 63 V c) Ausmittelung des Bedarfs an Zugvieh 63 IV. Koſten der Arbeiten. 1. Haudarbeit. a) Tag⸗ und Stückarheit........ 67 b) Koſten des Geſindes.. 70 2. Spannarbeit.......„ 73 Fünftes Capitel. Preis und Abſatz der Produtkkte„775 I. Geldpreis„„. 76 II. Sachpreiss..... 77 III. Productionspreis 78 IV. Marktpreis..„ 70 2 Zweite Abtheilung. V Einrichtung der Wirthſchaft........ 85 ſ Seite .. 3* kandes 59 .. 63 . 63 IX Seite Erſtes Capitel. Von den Verhäͤltniſſen, welche auf die Wahl der Wirthſchafts⸗ weiſe von Einfluß ſind&.„„ I. Clima, Lage, Boden II. Nationalwohlſtand, Bevölkerung, Gelegenheit zum Abſatz⸗ III. Größe, Zuſammenſetzung, ſpecielle Lage des Guts. IV. Gerechtſame, Servitute, Pachtbedingniſee. V. Perſönlichkeit und Mittel des Landwirtnreee.. VI. Bisherige Wirthſchaftsweiſe des Guts und benachbar⸗ ter Güter„„„„.„ Zweites Capitel. Von den Eigenſchaften der Gewächſe, welche bei der Wahl der Culturgegenſtände beſonders in Betracht mmen.. I. Eigenſchaften hinſichtlich des Bodens. 1. Sandbvden....... 2. Thonbodenn.... 3. Lehmboden.... 4. Kalkboden.......„.„ 5. Moorboden„.... II. Eigenſchaften hinſichtlich der bedürfenden und hinterlaſ⸗ ſenden Bodeukraft....„..„ M.. 1. Bereichernde Gewäcſſe.... 2. Schonende Gewäce.. 3. Mäßig angreifended.. 4. Angreifende Gewächſe 5. Stark angreifende Gewäcſee.. III. Eigenſchaften in Bezug auf Rückgabe an Dungmaterial. IV. Eigenſchaften in Bezug auf Culturzuſtand des Bodens. v. Eigenſchaften hinſichtlich der Verträglichkeit der Ge⸗ wächſe mit ſich und mit andern.. Drittes Capitel. 100 101 101 102 Verhältniß von Stroh und Futter zu einander und des Anbaues von Handelsgewächſen zu jenen. 1. Verhältniß des Futterbaues zum Stroherzeugniß. 11. Verhältniß der Hauptfuttergewächſe zu einander. 104 . 106 Seite III. Verhältniß des Handelsgewächsbaues zum Stroh⸗ und Futtepbau.. ⸗„ 2„„„„„ 107 11. . Biertes Capitel. Dungerbedarf und Production......... 1038 I. Ausmittelung des Düngerbedarfs. 1. Beſtimmung der Culturgegenſtände, wozu gedüngt werden ſoll............. 109 2. Wie oft und wie ſtark gedüngt werden ſoll... 110 II. Berechnung des Düngererzeugniſſes....... 117 Fünftes Capitel. Die Fruchkfolge.............. 121 1. Fruchtfolgen, welche bedeutenden Düngerzufluß erfordern. 124 1. Reine Dreifelderwirthſchaft......... 124 2. Vierfelder⸗Körnerwirthſchaft........ 127 3. Fünffelderige Körnerwirthſchaff 129 4. Sonſtige Körnerwirhſchaften........ 130 II. Fruchtfolgen, welche nur eines geringeren Düngerzuſchuſe ſes bedürfen.......„„. 132 1. Reine Zweifelderwirthſchaft......... 132 2. Verbeſſerte Dreifelderwirthſchaft....... 134 3. Körnerwirthſchaften, in welche ein ſtarker Stoppel⸗ fruchtbau aufgenommen worden....... 140 4. Fruchtfolgen, welche weder entſchieden den Körnerwirth⸗ ſchaften, noch entſchieden dem Fruchtwechſel angehören 143 III. Wirthſchaftsſyſteme, welche für ſich beſtehen können 145 1., Der Fruchtwechſel y„y)/ʒ).„ʒl)„ 146 4) Vierfelderwirthſchaft.......... 147 p) SFünffeiderwirthſchaft..... 148 c) Sechsfelderwirthſechaft y 149 4) Siebenfelderwirthſchaft......... 151 e) Achtfelderwirthſchaft......... 152 f) Neun⸗ und mehrfelderige Fruchtwechſel... 155 2. Luzerne⸗ und Eſparſett⸗Rotationen..... 158 a) Luzerne⸗Rotativnen.......... 160 b) Eſparſett⸗Rotationen......... 163 3. Koppel⸗ oder Weidewechſelwirthſchafter. 167 „ XI Si Seite e und a) Dreiſchwirthſchaften, worin kein weiterer Tuttet⸗ ... 10¹ gewächsbau aufgenommen ³.) Holſteiner und Mecklenburger Koppeiwirth⸗ ſchaft...„ 170 7* 5) Verſchiedene andere Dreiſch⸗Körnerwirth⸗ . ſchaften... 174 ddingt b) Dreiſchwirthſchaften mit eingeſchaltetem Futter⸗ ... t. gewächsbau..... 176 ... A..) Verbeſſerte Dreiſchwirthſchaften in ebenen ... l Gegenden. 176 9) Verbeſſerte Dreiſchwirthſchaften in Gebürgs⸗ gegenden....... 179 167 I. Anſchaffung der Bedürfniſſe...... 219 .. A IV. Freie Wirthſchaften....... 181 fordern, u V. Uebergang in eine andere Fruchtfolge.„.. 183 ... k Sechstes Capitel. 31 9- Zuſammenſetzung des Nutzviehſtandes..... 188 211 Siebentes Capitel. uſchu Wahl und Unterhattungsweiſe der Arbeitskräftee.. 195 ... f Achtes Capitel. *:4 Verbindung von Nebengewerben mit der Wirthſchaft.. 197 dan Dritte Abtheilung. witß⸗ 1 Führung der Wirthſchaft........ 201 gezütn t6 Erſtes Capitel. nen. 15 Perſonale zur Wirthſchafsführung...... 203 ... WE Zweites Capitel. r. 3 Erhaltung der die Wirthſchaft bildenden Beſtandtheiie. 209 . 19 Drittes Capitel. . fil Anordnung und Beaufſichtigung der Geſchäfte... 211 ... ü Viertes Capitel. . 1. Behandlung des Arbeitsperſonalsg..... 215 1 160 Fünftes Capitel. b 165 Anſchaffung der Bedürfniſſe und Verwerthung der Producte. 208 1 XII II. Verwerthung der Produete.... III. Sorge für die vorräthigen Producte.. Sechstes Capitel. Rechnungsführung....... I. Journalführung.....„. 1. Das tägliche Notizbnch. 2. Das Geld⸗Journal... 2. 3. Das Natural⸗Journal.... 4. Das Arbeits⸗Journal.... 5. Journale für Nebenzweige.„.„. II. Haupt⸗Jahresrechnung..... 1. Einfache oder Cameral⸗Rechnungsform 2. Kaufmänniſche oder doppelte Buchhaltung. . . . *. 8 2 a) Allgemeine Grundſätze der doppelten Buchhaltung b) Wahl des Rechnungstermins.. c) Einrichtung der Hülfsbücher.. d) Das Hauptbuch.. Haupt ⸗Conto's des Grundbbeſitzes. Haupt⸗Conto's der Viehhaltung. Hülfs⸗Contoe's..... Neben⸗Conto's..... Verfahren bei Uebertragung auf die Conto Haupt⸗Abſchluß.. Groͤßere Vereinfachung des Dauptbuchs 2 2 4. 2* Seite 221 223 223 225 225 225 227 230 231 232 232 234 235 237 238 238 239 242 244 250 252 2⁵53 254 . A— .. A ..A .. A .X . A. . 4 Landwirthſchaftliche Betriebslehre. 4 A .. A alltung A 1 3 . A .— 1§. 1. Unter der landwirthſchaftlichen Betriebs⸗ oder . A Gewerbslehre verſtehen wir eine Darſtellung der Ver⸗ .. hM haͤltniſſe, auf welche der Betrieb der Landwirthſchaft ſich .. 4 gruͤndet oder welche auf denſelben von Einfluß ſind— ſo .. A. wie der Grundſaͤtze, wonach beim Beginnen und dem Fort⸗. . à. betriebe des landwirthſchaftlichen Gewerbes zu verfahren — 7 iſt, um einen befriedigenden Reinertrag aus den darin angelegten(enthaltenen) Capitalien zu erzielen. Dieſe Lehre, von Andern auch Oekonomie der Landwirth⸗ ſchaft(ſ. Thär, rationelle Landwirthſchaft, Croud, Oekonomie der Landwirthſchaft)— von Andern landwirthſchaftlicher Haus⸗ halt genannt(ſ. Burger, Lehrbuch der Landw.)— wurde erſt in neueren Zeiten als der höchſtwichtige zweite Haupttheil der Land⸗ wirthſchaftslehre— zugleich auch als der ſtaats⸗ und volkswirth⸗ ſchaftliche, cameraliſtiſche Theil— dem techniſchen(naturwiſſenſchaft⸗ lich-techniſchen) gegenüber— angeſehen und aufgeſtellt.(Thär, landwirthſch. Gewerbslehre.— Koppe, Anleitung zu einem vor⸗ theilhaften Betriebe der Landw.— Sch ulze, über volkswirthſchaft⸗ liche Begründung der Gewerbswiſſenſchaften ꝛe.) Pabſt Landwirthſch A. 2. 1 §. 2. In dieſem Lehrbuche iſt die landwirthſchaftliche Betriebslehre in folgende drei Hauptabtheilungen gebracht: 1) Allgemeine Erforderniſſe des Betriebes. 2) Einrichtung(Organiſation) der Wirthſchaft. 3) Fuͤhrung(Direction) der Wirthſchaft. Zu vergleichen: Einleitung im erſten Bande, iſte Abtheilung. ſchaftlche Rbracht. aſt. dthelleg Landwirthſchaftliche Betriebslehre. Erſte Abtheilung. Allgemeine Erforderniſſe des Betriebes. §. 3. Dieſe Abtheilung handelt: 1) Von der Kenntniß und Betriebſamkeit(Intelli⸗ genz) des Unternehmers. 2) Vom Landgute. 3) Vom Betriebscapitale. 4) Von der Arbeit. 5) Von dem Preiſe und Abſatze der Producte. 1* Erſtes Capitel. Kenntniß und Betriebſamkeit des Unternehmers. §. 4. Jeder, der ein Gewerbe betreiben will, muß ſich vorher die dazu erforderlichen Kenntniſſe an⸗ eignen. 4 §. 5. Je einfacher der Betrieb des Gewerbes und die dazu erforderlichen Mittel, um ſo ſchneller iſt es er⸗ lernt, um ſo weniger Faͤhigkeiten ſind zu dieſer Erlernung erforderlich; je vielſeitiger dagegen die auf einen Gewerbs⸗ betrieb einwirkenden Verhaͤltniſſe, je mannichfacher die zum Betriebe erforderlichen Mittel und die dabei einzuſchlagen⸗ den Verfahrungsweiſen ſind, um ſo viel mehr Zeit, natuͤr⸗ liche Anlagen und Vorkenntniſſe ſind zu der Erlernung er⸗ forderlich. 4 42 4 2 1 ae Man macht gewöhnlich den Unterſchied zwiſchen Handwerk⸗ Kunſt und Wiſſenſchaft. Die Gewerbe, welche einfacher Art und mechaniſch vollkommen zu erlernen ſind, neunt man Handwerke (Schneider, Maurer ꝛc.). Diejenigen, wozu wiſſenſchaftliche Vor⸗ kenntniſſe und höhere Kunſtfertigkeit erforderlich, nennt man(abgeſe⸗ heu von der äſthetiſchen Bedeutung des Wortes) Künſte(Apotheker⸗ kunſt, Buchdruckerkunſt ꝛc.). Die meiſten Gewerbe, ja Handwerke, können durch höhere Intelligenz und wiſſenſchaftliche Behandlung zur Kunſt erhoben werden— die Kunſt kann aber auch durch Indolenz und handwerksmäßige Behandlung zum Handwerke herabſinken.— — 6— Ein im Großen mit Hülfe von Maſchinen und der Theilung der Arbeit betriebenes Gewerbe heißt Fabrik. §. 6. Der Gewerbsbetrieb der Landwirthſchaft nimmt ſowol hinſichtlich der Ausdehnung, als wie der Vollkom⸗ heit der Verfahrungsweiſe(Methode) eine große Zahl ver⸗ ſchiedener Stufen ein. Wir finden ſie in kleinem und gro⸗ ßem Maaßſtabe, handwerksmaͤßig, kunſtfertig und nach wiſſenſchaftlichen Grundſaͤtzen betrieben. §. 7. Es iſt alſo auch ein groͤßeres oder geringeres Maaß von Kenntniß und Intelligenz erforderlich, je nach⸗ dem eine böhere d oder niederere Stufe des Betriebes beab⸗ ſichtigt wird. Es iſt eine viel geringere Aurhſbe den an einem gewiſſen Orte herkömmlichen Betrieb zu erlernen und nach dem Vorbilde dieſer Betriebsweiſe unter der gleichen Localität zu wirthſchaften, als zu verſtehen, wie man anter den verſchiedenſten Local⸗ und Zeitverhält⸗ niſſen den Betrieb am zweckmäßigſten einrichtet und fortſetzt. Nur wer die Landwirthſchaft in ihrem ganzen Umfange, praktiſch, kunſt⸗ gerecht und nach wiſſenſchaftlichen Grundſätzen, verſteht, kann ſich zu dem letzteren fäͤhig halten; aber auch nur derjenige, welcher dazu fähig iſt, kann als ein Landwirth in voller Bedeutung des Wortes angeſehen werden(S. 5. 1). Ob es übrigens jemals dahin komme, was von Nebbien(ſ. deſſen Einrichtungskunſt der Landgüter, Prag 1831) ſo ſehr empfohlen wird, daß ſich nämlich der Stand der Land⸗ wirthe in Wirthſchaft führende und Wirthſchaft einrichtende abſolut trennen müſſe, iſt nicht. vorauszuſetzen und würde auch ſchwerlich zu den in jenem Werke dargeſtellten glänzenden Reſnltaten führen.— §. 8. Setzen wir nun voraus, daß wir die hoͤheren Stufen des Landwirthſchaftsbetriebes erreichen wollen, be⸗ trachten wir zugleich, welche vielſeitigen Verhaͤltniſſe auf den Betrieb einwirken und wie abweichend wieder dieſe Verhaͤltniſſe nach den unendlichen Verſchiedenheiten der Localitaͤt ſind; ſo müſſen wir finden, daß die Landwirth⸗ ſchaft nebendem, daß ſie das nothwendigſte und allgemeinſte Gewerbe aller Voͤlker und Lander iſt, auch dasjenige Ge⸗ werbe iſt, welches, um es vollſtändig zu verſtehen und mit erfo eine ford beſ ſin ter un die wei den genu einſ nü und tar ger der zul heitng dr haſt ninnt r Volkon⸗ e Jall we⸗ und gm g und mh geringer h, je rah⸗ iebes beuh gewiſen dn zrbilde dinn iiten, als Zeityerhit rtſetzt. M ktiſch, kut⸗ kann ſich ſ welcher dau des Want aahin konm, düter, Pua ad der Lur⸗ tende abſebt ſchwerlich führen. die höͤhern wollen, be iltniſe ui ieder diſe heiten de Landwitt⸗ gemeinſt jenige Ge⸗ in und ni — 2— Erfolg im Groͤßeren zu betreiben, mehr wie jedes andere, eine große Maſſe von Kenntniſſen und viel Intelligenz er⸗ fordert.— §. 9. Die perſoͤnlichen Eigenſchaften, welche derjenige beſitzen muß, der ſich zum tuͤchtigen Lanwirthe bilden will, ſind insbeſondere: ein nicht ſchwaͤchlicher, nicht verweichlich⸗ ter Koͤrper, geſunde Sinne, eine gewiſſe natuͤrliche Anlage und eine feſte Neigung zu dem erwaͤhlten Fache. Ohne dieſe Eigenſchaften und Anlagen iſt das Angewöhnen an die für den Landwirth ſo nothwendige, thätige und einfache Lebens⸗ weiſe kaum möglich, und ohne wahre Liebe zu, ſeinem Berufe wird derjenige, welcher die Landwirthſchaft wählt, weder Standhaftigkeit genug beſitzen, die bei der Erlernung und dem ſpäteren Betriebe ſich einſtellenden Schwierigkeiten und widrigen Zufälle mit Gleichmuth zu überwinden, noch in der Ausübung ſeines Berufes wahres Glück und Zufriedenheit erlangen. Der Umgang mit der Natur, das Na⸗ türliche, welches in den Beſchäftigungen des Landwirthes liegt, tra⸗ gen übrigens bei jedem von der Natur nicht vernachläſſigten und von der Welt nicht verdorbenen Menſchen weſentlich bei, die Neigung zum Fache zu ſteigern, die Sinne zu ſchärfen und den Körper zu ſtärken(§. 19). §. 10. Welches der ſicherſte Weg ſey, um ſich zu ei⸗ nem guten Landwirthe vollſtaͤndig auszubilden, daruͤber ſind die Anſichten haͤufig noch verſchieden.. Dieſe Verſchiedenheit der Meinungen beruht wohl großentheils auf verſchiedenen gemachten Erfahrungen, und es iſt wohl daraus zu ſchließen, daß mehr als ein Weg zum Ziele führe, beſonders aber auch, daß man ſich bei der Wahl des einzuſchlagenden Weges nach der Individualität, nach Zeit und Umſtänden richten möge. §. 11. Unbezweifelt iſt dagegen, daß ebenſowohl die Erwerbung wiſſenſchaftlicher Kenntniſſe, als wie die prak⸗ tiſche Erlernung der mechaniſchen Ausuͤbung der einzelnen Verrichtungen beim Landbaue, ſowie des ganzen Betriebes deſſelben, zur vollſtaͤndigen Ausbildung zum Landwirthe erforderlich ſind. 6 — 8 Wer nur einfeitig, auf eine handwerksmaͤßige Weiſe die Land⸗ wirthſchaft erlernt hat, kann zwar, bei ſonſt guten Eigenſchaften, in in den angewohnten Localitäten ein Gut auf die hergebrachte Weiſe bewirthſchaften, auch in Folge gemachter Erfahrungen und Anwen⸗ dung ſeines Verſtandes Verbeſſerungen dabei anbringen, ſowie unter der Leitung eines einſichtsvolleren Mannes ein ſehr brauchbares Sub⸗ jeet bei der rationellen Bewirthſchaftung von Gütern ſeyn(ſ.§. 7); eine muſterhafte und zum höchſten Ertrage führende Einrichtung einer Wirthſchaft, die Reviſion, Acquiſttion, Ertragsberechnung von Gü⸗ tern, kann aber von einem ſolchen Subjecte nicht erwartet oder ihm nicht mit Sicherheit anvertraut werden; es ſey denn, daß es ſich, durch beſondere Verhältniſſe und Talenle begünſtigt, allmählig zu ei⸗ ner höheren Stufe der Ausbildung emporgeſchwungen habe. Daß aber derjenige, welcher ſich bloß mit dem theoretiſchen Studium der Landwirthſchaft abgegeben, für die Ausübung in jeder Hinſicht noch unreif ſey, bedarf keiner Auseinanderſetzung. Die bei den praktiſchen Landwirthen berüchtigten, ſogenannten Theoretiker, d. h. ſolche Leute, die nach einigen übereilten, wenn auch eifrigen Studien, ohne prak⸗ tiſche Kenntniſſe große Verbeſſerungen im Landbaue einführen woll⸗ ten— haben nur zu häufig nicht nur ihrer Caſſe, ſondern auch der allgemeinen Fortbildung des Faches und dem Sinne für ſolide Ver⸗ beſſerung geſchadet. §. 12. In der Hauptſache gibt es zunach drei ver⸗ ſchiedene Wege fuͤr die Ausbildung zum Landwirthe in hoͤ⸗ herem Sinne: man faͤngt mit der praktiſchen Erlernung an und geht von dieſer zur Erwerbung der erforderlichen wiſſenſchaftlichen Kenntniſſe uͤber, oder man beginnt mit dem wiſſenſchaftlichen Studium und reiht daran die prak⸗ tiſche Einuͤbung, oder es wird mit beidem zu gleicher Zeit begonnen und fortgefahren. §. 13. Das ſonſt faſt ausſchließlich uͤbliche Verfah⸗ ren, daß der zur Landwirthſchaft beſtimmte junge Menſch einem ausuͤbenden Landwirthe auf eine gewiſſe Zeit zur Erlernung der Praxis uͤbergeben wird, hat die Sicherheit fuͤr ſich, daß alle mechaniſchen Handgriffe gehoͤrig erlernt und begriffen, daß der Grund zu richtigen, praktiſchen Be⸗ ie Land. aiten, in te Wäſe ·Anwerr vie unter res Sil⸗ 7..). ing einer von Gi. oder ihm 6 ſh ig zu ei⸗ e Daß jum der ht noch ktiſchen e Leute, ne prak⸗ en wol⸗ auch der de Ver⸗ ei ver⸗ in hoͤ⸗ ernung tlichen nt mit prak⸗ er Zeit gerfah⸗ Menſch eit zur chetheit erlernt n Be⸗ — 9— griffen uͤber den Betrieb und ſeinen Zuſammenhang gelegt, und die nachherige wiſſenſchaftliche und hoͤhere praktiſche Ausbildung ungemein erleichtert wird; der junge Mann muß nur vorher eine gute Schulbildung genoſſen haben und es darf dabei nicht an der erforderlichen An⸗ und Un⸗ terweiſung in den Handgriffen und einer verſtaͤndigen Er⸗ laͤuterung uͤber Zweck, Gang und Zuſammenhang der Ge⸗ ſchaͤfte fehlen; auch muß die Einfuͤhrung in die Wiſſen⸗ ſchaft, wenn auch nur durch zweckmaͤßig gewaͤhlte Lectuͤre, dabei nicht ganz unterbleiben. 1 Würde in dieſer Hinſicht nicht ſo häufig von den Lehrherren und den Angehörigen des Lehrlinges in Bezug auf Wahl des erſte⸗ ren gefehlt, hätten wir überhaupt mehr hierzu geeignete Landwirthe und würde nicht überdieß manches unfähige Subject vorzugsweiſe zum Landwirthe beſtimmt, in der Vorausſetzung, daß es dazu noch Ver⸗ ſtand genug beſitze; ſo würde es nicht ſoviel mittelmäßige und ſchlechte Subjecte als Verwalter und ſoviel ſchlecht fortkommende Pächter geben; und doch könnte die Ausbildung vieler zur Landwirthſchaft beſtimmter junger Lente mit den in den Lehrjahren erworbenen Kenntniſſen und den Erfahrungen, welche ſie ſich nachher als Wirth⸗ ſchaftsgehülfen aneignen, beendigt ſeyn; denn es liegt in den natürli⸗ chen Verhältniſſen, daß beſchränktere Mittel, Talente und Abſichten auch das Stehenbleiben auf einer geringeren Stufe der Ausbildung von ſelbſt bedingen. Andeutungen für die anzureihende wiſſenſchaftliche Ausbildung enthalten§§. 15, 16, 18. §. 14. Soll mit dem wiſſenſchaftlichen Studium der Anfang gemacht werden, ohne daß der Studirende vorher ſich wenigſtens einige praktiſche Kenntniſſe vom Fache er⸗ worben hat, ſo bleibt dabei immer der Nachtheil, daß trotz aller Muͤhe vieles nicht gehoͤrig aufgefaßt und begriffen wird, und daß bei vielen auf dieſem Wege gebildeten Per⸗ ſonen ſpaͤter die Erwerbung der praktiſchen Kenntniſſe und Einuͤbung in die Handgriffe mehr oder weniger vernachlaͤſ⸗ ſigt wird und daß ihnen auch bei der ſpaͤter begonnenen — 10— Praxis der wahre praktiſche Sinn haͤufig dennoch niemals in vollem Maaße beiwohnt. Nur beſonders talentvolle oder auch ältere Perſonen, welche aus ihren bisherigen, einem anderen Fache gewidmeten Lebensverhältniſ⸗ ſen immerhin eine richtige allgemeine Anſicht von der Landwirthſchaft beſitzen und nun mit ganz beſonderem Eifer ſich dieſer ſpeciell zuwen⸗ den, machen auf jenem Wege überraſchende Fortſchritte, ſind aber dennoch nie ſicher, daß ſie ſpäter in Folge von Handlungsweiſen, welche auf dem Mangel einer praktiſchen Vorbildung beruhen, be⸗ träͤchtliches Lehrgeld bezahlen müſſen. §. 15. Zu einer ſehr gruͤndlichen Ausbildung wird es dagegen in der Regel fuͤhren, wenn das zur Landwirth⸗ ſchaft beſtimmte und auch geeignete Individuum, nachdem es eine gute Elementarſchulbildung genoſſen, auf Real⸗ oder techniſchen Schulen oder in Privatlehranſtalten in den Naturwiſſenſchaften und der Mathematik waͤhrend einiger Jahre ſich gediegene Kenntniſſe erwirbt und dann erſt zur praktiſchen Erlernung, und nachdem dieſe einige Zeit be⸗ gonnen, zum wiſſenſchaftlichen Studium des Hauptfaches ſchreitet. Wenn ein auf dieſe Weiſe vorbereitetes Individuum auch ſpäter keine Gelegenheit findet, einen anf die Landwirthſchaft beſonders be⸗ rechneten Unterricht in den Hülfswiſſenſchaften zu genießen, ſo wird es ihm bei einigem guten Willen und Eifer nicht ſchwer fallen, den in Botanik, Chemie, Phyſik ꝛc. fruͤher erhaltenen Unterricht nunmehr ſpecieller auf die Landwirthſchaft anzuwenden und die in dieſer Hin⸗ ſicht ſich zeigenden Lücken auszufüllen. Wenn, wie es jetzt den Anſchein hat, in allen deutſchen Staaten für die Vorbildung der für die Gewerbsfächer beſtimmten Jugend gute Real⸗ und Gewerbsſchulen errichtet werden, ſo wird dieß auch auf das landwirthſchaftliche Gewerbe von weſentlichem Einfluſſe ſeyn, denn alsdann wird es gewiß nicht lange dauern, bis der Beſuch ei⸗ ner ſolchen Vorſchnle für alle die, welche Landwirthe werden wollen, und die nachher keine Koſten mehr auf ihre wiſſenſchaftliche Ausbil⸗ dung verwenden koͤnnen, als nothwendiges Erforderniß angeſehen wird. niemals welche an zverhälni⸗ wirthſchef ſell zuwen „ſind ahe ingsweiſa uhen, he ung wi andwirt nachden uf Neal⸗ en in de d einige erſt zur Zeit be⸗ uptfaches ruch ſpätet onders he⸗ „ſo witd allen, den nuameht ieſet Hin⸗ Stzaten 7r Jugend dieß auch z„uſſe ſegr Beſuch ti en wolke, e Ausbil⸗ angeſehe — 11— §. 16. Die Verbindung der wiſſenſchaftlichen Ausbil⸗ dung mit der praktiſchen kann da, wo wirklich fuͤr beides gut geſorgt iſt, ſchneller, als jeder andere Weg zum Ziele fuͤhren; das Zuſammentreffen jener Vorausſetzung iſt jedoch etwas ſehr Seltenes. Der Errichtung der beſonderen landwirthſchaftlichen Lehranſtal⸗ ten(Inſtitute), welche zuerſt durch das Streben unſeres hochverdien⸗ ten Thärs ins Leben traten und ſich bereits nicht nur über Deutſch⸗ land, ſondern auch noch über diele andere Länder Europas verbreitet haben— liegt bekanntlich dieſe Abſicht zu Grunde. Sie läßt ſich je⸗ doch ſchwer vollkommen erreichen; denn wenn wirklich die Mittel ei⸗ ner ſolchen Anſtalt und die Talente ihrer Vorſteher und Lehrer von der Art ſind, daß ſowohl der praktiſche, wie der wiſſenſchaftliche Un⸗ terricht gleich vollſtändig ertheilt werden könnte, ſo bleibt doch das erſtere ohnmöglich, weil bei einer nur einigermaßen bedeutenden Zahl von Zöglingen der praktiſche Unterricht in ſeinem Weſen ſo geſtört iſt, daß der eigentliche Zweck deſſelben nicht mehr erreicht werden kann.— Nur wenn die Aufnahme der Zöglinge in einer ſolchen Lehranſtalt anf eine geringe Zahl, etwa 6 bis 8 höchſtens, fixirt iſt, läßt ſich beides erreichen.— Bei der Abſicht, größere Lehranſtalten zu beſuchen, bleibt demnach vor⸗ und nachher ein Aufenthalt bei gu⸗ ten practiſchen Landwirthen ſtets räthlich. Uebrigens beſitzen die landwirthſchaftlichen Inſtitute den großen Vorzug vor den gewöhnli⸗ chen Veranſtaltungen für das Studium der Landwirthſchaft auf den Univerſitäten, daß für die praktiſche Demonſtration des theo⸗ retiſchen Unterrichtes, ohne welche derſelbe nur geringen Nutzen ha⸗ ben kann— hinreichend Gelegenheit vorhanden iſt, und daß der Un⸗ terricht in den Hülfswiſſenſchaften in ſpecieller Beziehung mit dem Hauptfache ſteht. Daß ſich beides auch eben ſo gut mit einer Uni⸗ verſität verbinden läßt, beweiſt die Lehranſtalt des Profeſſors Schulze in Jena.— Eine Verbindung der theoretiſchen mit der praktiſchen Ausbil⸗ dung kann auch die von mir ſeit einigen Jahren bei meiner landwirth⸗ ſchaftlichen Privatlehranſtalt dahier getroffene Einrichtung genaunt werden. Die in dieſelbe eintretenden jungen Männer müſſen wenig⸗ ſteus einen Sommer vorher in einer Wirthſchaft geweſen ſeyn; der theoretiſche Unterricht in der Landwirthſchaft nud den Hülfswiſſen⸗ ſchaften(verbunden mit praktiſchen Demonſtrationen) iſt auf zwei — 12— Winter vertheilt, im Sommer dazwiſchen praktieiren die jungen Leute hei tüchtigen Landwirthen, mit welchen ich zu dem Ende in Verbin⸗ dung ſtehe; künftig kann ich nun auch auf einer demnächſt gemein⸗ ſchaftlich mit einem erfahrenen Oekonomen zu übernehmenden Wirth⸗ ſchaft direct hierzu die Gelegenheit geben. Die Umſtände geboten mir jene Einrichtung zu treſfen;; der Erfolg hat bis lett günſtig für ſie geſprochen. §. 17. Die fuͤr den Landwirth wichtigſten Huͤlfswiſ⸗ ſenſchaften ſind: Chemie, Phyſik, Botanik, Mineralogie, Mathematik, Thierarzneikunde, mehrere Haupitheile d der Tachnologir. Die Chemie und Phyſik geben über das Weſen der organi⸗ ſchen und anorganiſchen Körper, die Beſtandtheile des Bodens und der Pflanzen, die Eigenſchaften und Wirkungen der Dungſtoffe, die bei den techniſchen Gewerben vorkommenden Proceſſe, und vieles An⸗ dere die wichtigſten Aufſchlüſſe.— Die Mineralogie iſt als die wiſſenſchaftliche Grundlage zur Bodenkunde zu betrachten.— Die Wichtigkeit der Pflanzenkunde leuchtet von ſelbſt ein, da ſich der Landwirth hauptſächlich mit Production von Pflanzen und Verarbei⸗ tung von Pflanzenſtoffen beſchäftigt.— Um den Nutzen thierärzt⸗ licher Kenntniſſe einzuſehen, bedarf es kaum einer Hindeutung auf den anderen landwirthſchaftlichen Hauptproductionszweig, die Vieh⸗ zucht.— Aus dem Gebiete der Mathematik ſoll der Landwirth nicht bloß die Geübtheit in dem für ihn ſo nothwendigen Rechnen und Buchführen entnehmen, er ſoll auch Flächen und Körper meſſen und nivelliren können; ferner bedarf er der Mathematik zum Ver⸗ ſtändniſſe des für ihn wichtigſten Theiles der Phyſik, der Mechanik, und zugleich wird es ihm ſehr zu Statten kommen, wenn er im Zeichnen geübt und in der Landbaukunſt nicht ganz unerfahren iſt.— Die Kenntniß der öfters mit der Landwirthſchaft in Verbin⸗ dung ſtehenden techniſchen Gewerbe iſt ein ſo nothwendiges Er⸗ forderniß, daß dieſe eigentlich zum Hauptfache ſelbſt gezählt werden dürfen.— Kann ſich eudlich der künftige größere Gutsbeſitzer oder Adminiſtrator auch noch mit der Nationalökonomie und den Landesgeſetzen vertraut machen, ſo wird damit ſeine Ausbildung vervollkommnet und die Ansübung ſeines künftigen Berufes gefördert werden.“ Uebrigens iſt die landwirthſchaftliche Betriebslehre als ein Theil der Nationalökonomie zu betrachten. des Leute Vudin⸗ d eewen eg Vi de gähond günſti ſ Hüͤlfowi neralögi, heeile da er orgaui⸗ odens und ſtoffe, die pieles An iſt als die n.— Die da ſchn Verarbti jierärzt⸗ eutung auf die Vit⸗ Landwitth en Rechnen per meſſen zum Len Mechani enn er in unerfahten n Verbir⸗ diges Er ölt werden ſiter dder e und der lusbildung gefördert te als i — 13— §. 18. Außer den bis hierher für die Ausbildung zum Landwirthe ſchon erwaͤhnten Huͤlfsmitteln, als Aufenthalt auf gut bewirthſchafteten Guͤtern unter ſpecieller Leitung des Dirigenten, auf techniſchen Schulen und anderen hoͤ⸗ heren Lehranſtalten(beſonders in Beziehung auf Huͤlfswiſ⸗ ſenſchaften) und dem Beſuche landwirthſchaftlicher Inſtitute — tragen zur Ausbildung des Landwirthes ferner bei: das Studiren guter landwirthſchaftlicher Schriften, Reiſen und der Umgang mit unterrichteten und intelligenten Land⸗ wirthen.—. 4 Das Leſen guter landwirthſchaftlicher Schriften wird nur dem nuͤtzen, der mit Gründlichkeit und praktiſchem Sinne dazu ſchreitet. — Umgang und Reiſen bilden in allen Fächern, gewiß aber in kei⸗ nem mehr, als im landwirthſchaftlichen; indeſſen iſt nothwendig, daß der Reiſende ſchon mit ſeinem Fache vertraut iſt, ſonſt weiß er uicht, auf was er zu achten hat und ermangelt der Fähigkeit, das Geſehene zu beurtheilen.— Die öfteren Zuſammenkünfte der Landwirthe unter ſich oder auf Veranlaſſung gut geleiteter landwirthſchaftlicher Vereine tragen zur allgemeinen Fortbildung des Faches bei; die Theilnahme daran kann alſo dem Anfänger nur nützen. Moͤge nun jeder nach ſeinen perſönlichen Verhäͤltniſſen klug wählen und namentlich die Hülfsmittel aufs Beſte benutzen, welche ihm die Umſtände darbieten.— Wählt aber ein mit feſtem Willen ausgeſtatteter kluger Kopf ſeinen beſonderen Weg, ſo möge man ſolche Ausnahme nicht als Regel anſehen. §. 19. Eine Menge von Wiſſen und zur Gewohnheit gewordenen Eigenſchaften, welche dem in groͤßerem Maaß⸗ ſtabe ausuͤbenden Landwirthe angehoͤren muͤſſen, und ohne die ihm die ausgebreitetſten Kenntniſſe nicht viel nuͤtzen koͤnnen, laſſen ſich uͤbrigens durch Lernen und Studiren nach gewoͤhnlicher Art nicht zu eigen machen, ſondern muͤſſen durch Uebung und Schaͤrfung der als angeboren vorauszuſetzenden Eigenſchaften(ſ.§. 90 und durch die Praxis erſt nach und nach erworben werden; es gehoͤren dahin ein richtiger Sinn fuͤr Schaͤtzung von Maaß und Zeit— fuͤr praktiſche Auffaſſung der aͤußeren Vorgaͤnge und ſchnelle Beurtheilung ihrer Urſachen und Folgen; ein richtiger Tact mit den Menſchen, beſonders mit der arbei⸗ tenden Claſſe umzugehen; Beſonnenheit, Charakterfeſtigkeit und Ruhe, un ſich bei ſo vielen beim Betriebe der Land⸗ wirthſchaft vorkommenden, haͤuftg nicht vorauszuſehenden Ereigniſſen ſo gut wie thunlich zu helfen, das Unabwend⸗ bare aber mit Gleichmuth zu ertragen. Sehr Beherzigenswerthes hierüber, ſowie über die Bildung zum Landwirthe überhaupt, ſagt Koppe in ſeiner Anleitung zu einem vortheilhaften Betriebe der Landwirthſchaft, B. 1. Zweites Capitel. Das Landgut. 5. 20. Der Betrieb der Landwirthſchaft bedingt zu⸗ näͤchſt den Beſitz einer gewiſſen, entweder zuſammenhaͤn⸗ genden, oder aus einzelnen Theilen beſtehenden, auf eine oder mehrfache Weiſe benutzten Bodenflaͤche, welche mit den zur landwirthſchaftlichen Benutzung(Bewirthſchaftung) erforderlichen Gebaͤuden verſehen iſt. Eine ſolche Vereini⸗ gung heißt„Gut“ oder„Landgut.“ Obgleich unter Hof eigentlich nur die landwirthſchaftlichen Ge⸗ bäude zu verſtehen ſind, ſo iſt doch in vielen Gegenden damit auch der Begriff eines Landgutes verbunden.— Wenn zu einem größeren Gute noch ein oder mehrere nahe gelegene kleinere Güter gehören, ſo heißen dieſe»Vorwerke.« Mit den Gütern ſind auch häuſig noch beſondere Berechtigun⸗ gen, wie der Beſitz von Zehnten, Grundzinſen u. dgl. mehr, verbun⸗ den, zuweilen in einem Maaße, daß der Grundbeſitz das unbedeuten⸗ dere Object des Beſitzes iſt(ſ.§. 33 u. f.). kent botzänge ſgen; ein der arhei erfeſiziet der Land uſehende nabwen⸗ ildung g zu eine dingt zu nmenhaͤn⸗ auf eine che mit haftung) Vereini⸗ lichen Ge⸗ damit auch grißertn r gehiren erechliguu⸗ hr, verhun⸗ nbedeuten⸗ — 15— §. 21. Wir haben in Bezug auf das Landgut naͤher kennen zu lernen: I. Die verſchiedenen Arten von Guͤtern. II. Die Art und Weiſe, in den Beſitz(zur Bewirth⸗ ſchaftung) eines Gutes zu gelangen. III. Die Ruͤckſichten, welche bei der Wahl und Aequi⸗ ſition eines Gutes zu nehmen ſind. IV. Die Gruͤndung neuer Landguͤter. I. Verſchiedene Arten von Guͤtern §. 22. Die Guͤter ſind verſchieden: nach ihrer Groͤße, nach ihrer Zuſammenſetzung und ihren rechtlichen Verhäͤlt⸗ niſſen. Die Verſchiedenheit, welche anf Lage, Clima, Boden ꝛc. beruht, kömmt erſt unter III näher in Betracht. 1) Verſchiedenheit in der Groͤße. §. 23. Um die Groͤße der Guͤter in Bezug auf Flaͤ⸗ chenausdehnung im Allgemeinen zu bezeichnen, bedient man ſich gewoͤhnlich der Ausdruͤcke: klein, mittelgroß und groß. Die Begriffe hiervon ſind jedoch nach den Gegenden und Perſonen ſehr relativ, weßhalb ſich in Zahlen der Begriff nicht feſtſtellen laͤßt. Die Verſchiedenheit des Begriffes beruht auf der groͤßeren oder geringeren Vertheilung oder Zuſammenhaltung vom Bodenbeſitzthume in den einzelnen Gegenden, auch auf der Beſchaffenheit des Bodens. Man nennt z. B. in einer Gegend, wo der Boden gut und ſehr vertheilt iſt, ein Gut ſchon groß, was in einer anderen Gegend, wo entgegengeſetzte Verhältniſſe ſtattfinden, noch unter die kleinen ge⸗ zählt wird. §. 24. Um einigermaßen den Unterſchied zwiſchen großen und kleinen Guͤtern feſtzuſtellen, ſo hat man ange⸗ nommen, ein Gut ein kleines zu nennen, wenn deſſen Eigenthuͤmer, um davon leben zu koͤnnen, genoͤthigt iſt, mit Huͤlfe ſeiner Familie die meiſten vorkommenden Ar⸗ beiten ſelbſt zu verrichten, wenn er alſo nur wenig oder ſelbſt kein Geſinde bedarf. — 16— §. 25. Groß nennen wir dagegen ein Gut, wenn der Bewirthſchafter mit der Direction der Wirthſchaft al⸗ lein hinlaͤnglich beſchaͤftigt iſt und zu ſeiner Huͤlfe auch noch Unteraufſeher noͤthig hat. §. 26. Mittelgroß kann das Gut genannt werden, das dem Bewirthſchafter ſo viel Ertrag abwirft, daß er des Mitarbeitens mit ſeinen Arbeitsleuten fuͤr die Regel ſich entheben darf, und das ihn zu der Anordnung und Aufſicht der Geſchaͤfte auch in Anſpruch nimmt, die An⸗ ſtellung von untergeordneten Aufſehern aber nicht bedarf. §. 27. Die Veranlaſſung zu der Erhaltung des Be⸗ ſitzthumes in groͤßeren Guͤtern oder deſſen Vertheilung in mehr kleine Guͤter liegt theils in den ſtatiſtiſchen Verhaͤlt⸗ niſſen, wie Clima, Lage, Boden, Bevoͤlkerung, Abſatz der Producte ꝛc., theils in dem Beſtehen, in der Erhaltung oder Aufloͤſung alter Beſtimmungen uͤber die Untheilbarkeit der Guͤter und in den Landesgeſetzen uͤberhaupt.* Je günſtiger Clima und Boden für den Ackerbau ſind, je gün⸗ ſtiger dieſe und andere Umſtände auf Vergrößerung der Bevoͤlkerung einwirken, um ſo mehr iſt dadurch Veranlaſſung gegeben worden und noch gegeben, das Bodenbeſitzthum in kleinere Güter zu verthei⸗ len, ſobald nicht die Erhaltung alter Beſtimmungen über die Untheil⸗ barkeit der Güter dem entgegenſteht.— Auch können außerdem die Landesgeſetze auf ſchnelleres oder langſameres Anwachſen der Bevöl⸗ kerung einwirken und damit, ſowie direct, auch auf die fortſchreitende Wercheilung des Grundeigenthumes. §. 28. Im Allgemeinen iſt anzunehmen, daß es vor⸗ theilhaft fuͤr ein Land ſey, wenn die Groͤße der Guͤter verſchieden iſt. Auch wird ſich da, wo nicht beſondere Be⸗ ſtimmungen die vorhandenen Guͤter im gleichen Beſtande erhielten, eine ſolche Verſchiedenheit von ſelbſt bergeſtellt haben. Capitalbeſitz, perſönliche Fähigkeiten und Intelligenz ſind überall in verſchiedenem Maaße vertheilt; es iſt alſo ſchon deßhalb zu wün⸗ ſchen, daß jeder ein ſeinen pecuntären und perſönlichen Kräften auge⸗ meſſenes Beſitzthum haben kann. ut, wenn jſchaf Ab ülfe auz nt werden t, daß d die Regl dnung un , die Ae cht bedar g des d theilung i n Venjite Abſatz d Erhaltung theilbartet d, je gü⸗ Bevölkerun eben wonden ezu verther die Unthei⸗ azerdem die der Beyl⸗ tſchreitede ß es vor⸗ der Güttt ndere Be⸗ Beſande hergeſtll Kind iberal b zu wün ften enhe⸗ — 1 7— §. 29. Dabei darf angenommen werden, daß es fuͤr den Nationalwohlſtand und das Fortſchreiten der Cultur in den meiſten Verhaͤltniſſen am wuͤnſchenswertheſten iſt, wenn ein bedeutender Theil der culturfähigen Bodenflaͤche in Guͤter von mittlerer Groͤße vertheilt iſt. Den ſehr großen Gütern legt man mit Grund zu Laſt, daß da⸗ bei ſelten eine ſo vollkommene Bewirthſchaftung ſtattfinden kann, und alſo auch verhältnißmäßig nicht ein ſo hoher Bodenertrag, als bei Gütern von mäßigerem Umfange, wenn ſchon jene den Vortheil der Arbeitstheilung und mancher andern Erſparniſſe für ſich haben, wel⸗ cher jedoch allein ſchon durch die zu große Eutfernung eines Theils der Grundſtücke vom Hofe wieder aufgewogen wird.— Der Nachtheil großer Güter tritt um ſo mehr hervor, wenn es an dem zur rationel⸗ len Bewirthſchaftung nöthigen Betriebscapitale und der dazu erfor⸗ derlichen Intelligenz fehlt. Durch eine ſehr weit gehende Vertheilung des Grundeigenthums da⸗ gegen mag zwar bis zu einem gewiſſen Grade eine ſtärkere Natural⸗ production erreicht werden, allein die Zahl der Staatsbürger, welche in einem zu einem zufriedenen Leben nothwendigen Zuſtande mäßiger Wohlhabenheit ſich befinden, wird dabei immer mehr verringert, die Zahl der bedauernswerthen und am Ende gefährlichen ärmeren Claſſe aber dadurch ſehr vermehrt. Haben dieſe Folgen einen gewiſſen Grad erreicht, dann ſteht wegen der Armuth der kleinen Grundbeſitzer und der Nachtheile, welche von der bis ins Kleinſte gehenden Zerſtücke⸗ lung herrühren— die Vermebrung der Production ſtille, ja ſie geht nun ſelbſt häufig wieder zurück— und eine Menge gefährlicher, nun⸗ mehr ſchwer oder gar nicht mehr zu beſeitigender Inconvenienzen tritt ein.— Die bereits vorliegenden Beiſpiele mehrerer Staaten ſollten darum hinreichen, die Regierungen aufzuklären, daß es eine Illuſion war und iſt, das Wohl des Staates durch möglichſte Beförderung der Theilung des Grundeigenthums und der Vermehrung der Be⸗ völkerung zu erzielen. Daß übrigens in ſchwach bevölkerten Gegenden, worin eben deß⸗ halb, und wegen der noch auf ſehr niederer Stufe ſtehenden Cultur, die Güter, nach Verhältniß des Capitalvermögens und der Intelli⸗ genz der Beſitzer, zu groß ſind, das Streben nach Vermehrung der Bevölkerung und Verkleinerung der Güter, bis zu einem gewiſ⸗ ſen Grade, am rechten Paatze ſey, verſteht ſich eben ſo wohl von Pabſt Landwirthſchaft II. 2. 2 ſelbſt, als daß es von den beſonderen Localverhältniſſen abhängt, in welchem Verhältniſſe die Vertheilung des Bodens in größere und kleinere Güter wünſchenswerth ſey. Man vergleiche was Sinclair in ſeinen Grundgeſetzen des Ackerbaues hierüber ſagt. 2. Verſchiedenheit in der Zuſammenſetzung. §. 30. Die Verſchiedenheit in der Zuſammenſetzung beruht darauf: aus welchen einzelnen Theilen, an Acker⸗ land, Wieſen, Weiden, Wald ꝛc. ein Gut beſteht; im wel⸗ chem Verhaͤltniſſe, hinſichtlich des Flaͤchengehaltes, die ein⸗ zelnen Theile zu einander ſtehen; ſodann ob ſie ein zuſam⸗ menhaͤngendes Ganze bilden oder in mehr oder weniger zer⸗ trennten Stuͤcken zwiſchen dem Beſitzthume Anderer zer⸗ ſtreut liegen. §. 31. Der Einfluß, welchen ein groͤßerer oder gerin⸗ gerer Antheil von Wieſen, Weiden, Weinbergen, Wald ꝛc. im Verhaͤltniß zum Ackerfeld auf den Werth des Ganzen hat, laͤßt ſich nur nach den beſonderen Verhaͤltniſſen beur⸗ theilen. Iſt z. B. der Boden zum künſtlichen Futterbau unſicher und we⸗ nig geeignet, ſo iſt ein verhältnißmäßiger Antheil von nicht ſchlechten Wieſen von weit größerer Wichtigkeit, als da wo verſchiedene Fut⸗ terkräuter mit Sicherheit gedeihen. §. 32. Geſchloſſene Guͤter haben wegen der dadurch gegebenen Freiheit in der Bewirthſchaftung und der darin begruͤndeten Erſparniß an Arbeitsaufwand unter allen Um⸗ ſtaͤnden große Vorzuͤge vor den zerſtuͤckelten. Die Nachtheile der letzteren ſind um ſo größer, je kleiner und zahlreicher die zerſtückelten Parzellen ſind, je weiter ſie auseinander liegen und je mehr bei den beſtehenden Flurordnungen und Feldpoli⸗ zeigeſetzen eine freie Bewirthſchaftung und Benutzung des Grund und Bodens gehemmt iſt und Schaden von den Nebenliegern geſchieht. Ein Mehreres hierüber in der zweiten Abtheilung, bei der Frucht⸗ folge.. 4 3. Verſchiedenheit in den rechtlichen Verhältniſſen. §. 33. Mit den Guͤtern ſind ſehr haͤufig gewiſſe Ge⸗ rechtſame, Laſten oder ſonſtige durch Geſetz und Herkom⸗ hängt, i üßere und Sineleir nenſezun an Acts ; in we⸗ , die dir ein zuſan niger za⸗ derer— der geri⸗ Vald u. 5 Ganu ſſen beu ſer und ve⸗ ft ſchlechten jedene Fur⸗ dadurch er darin len Um⸗ einer und einander geldyoli⸗ rund und ſchieht. er öroht⸗ f. iſe he⸗ herton⸗ 7 — 19— men feſtgeſtellte Einrichtungen verbunden, welche theils auf dem Stande oder der Familie des Beſitzers beruhen, theils ohne Ruͤckſicht auf dieſe blos auf dem Gute haften. §. 34. Nach dem Stande der Beſitzer unterſcheidet man in den meiſten Gegenden von Deutſchland hauptſaͤch⸗ lich zwiſchen Ritter⸗und Bauerguͤtern. Außer dieſen fin⸗ den wir noch: Domainenguͤter, welche dem Staate, den regierenden Fuͤrſten oder den ſtandesherrlichen Fami⸗ lien(Magnaten) gehoͤren, Guͤter, welche Corporationen oder Stiftungen eigen ſind, und in manchen Gegenden noch eine beſondere Claſſe unter dem Namen Freiguͤter. §. 35. Unter Ritterguͤtern verſteht man ſolche, welche fruͤher blos der Adel beſaß und beſitzen durfte, die jetzt aber, ſo ferne die Beſtimmungen wegen Majorat, Fideicommiß ꝛc.(§. 40. 41.) dem nicht entgegen ſtehen, beinahe uͤberall eben ſo gut von Nichtadelichen aequirirt werden koͤnnen. Einige der im folgenden§. bezeichneten Vorrechte, z. B. das der unmittelbaren Theilnahme an der Wahl der ritterſchaftlichen Land⸗ ſtände, ruhen jedoch in einigen Ländern bei dem nichtadeligen Be⸗ ſitzer von Rittergütern. §. 36. Die Ritterguͤter beſaßen aus den Zeiten, in denen das Feudalweſen ſich entwickelte, eine Menge von Vorrechten, welche ſich, je nachdem Zeitereigniſſe, und durch ſolche herbeigefuͤhrte Umgeſtaltungen der Landesverfaſſun⸗ gen darauf eingewirkt haben, bis auf unſere Zeiten mehr oder weniger erhalten haben oder auch faſt ganz weggefallen ſind. Zu dieſen Vorrechten gehoͤren namentlich die Landſtandsfähig⸗ keit und das Recht, eine beſtimmte Zahl von Landſtänden aus der Mitte der Rittergutsbeſitzer mitwählen zu dürfen, die Patrimonial⸗ gerichtsbarkeit, Steuererleichterungen oder Steuerfrei⸗ heiten, Jagd⸗, Zehnd⸗, Frohnd⸗und Huthgerechtigkeiten u. ſ. w.— Je weiter die Aufhebung der bevorzugten Claſſen und der die Cultur belaſtenden Servitute in einem Lande vorgeſchritten iſt, um ſo weniger ſolcher Rechte beſitzen natürlich die Rittergüter noch, und in einigen Ländern iſt ihre Benennung nur noch hiſtoriſch von Bedeutung. 0)* — 20— §. 37. Die Bauer guͤter unterſcheiden ſich, den Rit⸗ terguͤtern gegenuͤber, von dieſen nicht ſo wohl dadurch, daß ſie von jeher im Beſitze des gemeinen Landmanns waren, als vielmehr, daß ſie von allen den Gerechtſamen der Rit⸗ terguͤter nicht nur nichts beſaßen, ſondern zu Gunſten die⸗ ſer, oder der Domainenbeſitzer, mit den verſchiedenen Ser⸗ vituten belaſtet waren, oder dieß, wenigſtens theilweiſe, noch ſind. §. 38. Die in einigen Gegenden noch beſonders vor⸗ kommenden ſogenannten Freiguͤter genießen zwar nicht die Vorrechte der Ritterguͤter, ſind aber auch von dieſen nicht abhaͤngig und nicht gleich den Bauerguͤtern belaſtet. §. 39. Weiter kommen, nach den rechtlichen Verhaͤltniſ⸗ ſen, folgende Verſchiedenheiten bei den Guͤtern vor, als: Majorats⸗, Seniorats⸗ und Fideicommißguͤter— Lehnguͤ⸗ ter, Allodialguͤter, untheilbare oder theilbare Guͤter. §. 40. Majoratsguͤter ſind ſolche, welche von dem Beſitzer nicht veraͤußert noch wilkuͤhrlich an verſchiedene Erben hinterlaſſen werden duͤrfen, ſondern immer auf den aͤlteſten Sohn(in Ermangelung von Soͤhnen auch die aͤl⸗ teſte Tochter) oder den naͤchſten aͤlteſten Erben, nach dem Tode des Beſitzers uͤbergehen. Es gibt auch Minoratsgüter, wo der jüngſte der Söhne (Kinder) das Gut erbt. §. 41. Senioratsguͤter werden ſtets auf den aͤlteſten aus der Familie vererbt, ohne daß der Verwand⸗ ſchaftsgrad dabei in Ruͤckſicht koͤmmt. §. 42. Fideicommißguͤter muͤſſen in Folge fruͤ⸗ herer Vermaͤchtniſſe ebenfalls Familieneigenthum bleiben; nach den beſonderen Beſtimmungen haben entweder blos die naͤch⸗ ſten maͤnnlichen Erben(ohne Ruͤckſicht aufs Alter), oder auch mit dieſen die weiblichen, daran gleiche Anſpruͤche. §. 43. Lehnguͤter heißen die Guͤter, welche in fruͤ⸗ heren Zeiten(meiſtens im Mittelalter) von ihren Eigen⸗ en Rit⸗ d, daß waren, der Ri⸗ ſten die en Ser eilweiſ ers ver⸗ ar niht n dieſen belaſte phaͤltnit r, als: Lehngi⸗ 1 * von dem ſchiedene auf den die äl⸗ ach dem Sähne uf den rwand⸗ ge fri⸗ n; nach ie naͤg⸗ ), det riche. in fri⸗ Eigen⸗ thuͤmern unter gewiſſen Beſtimmungen an Perſonen oder Familien gegen beſtimmte Abgaben und Leiſtungen theils erb⸗ lich, theils lebenslaͤnglich uͤberlaſſen worden ſind, in dieſem Verhaͤltniſſe unter dem Schutze der Geſetze ſich erhalten haben, und die beim Heimfalle von dem Lehnsherrn von Neuem zur Lehn gegeben werden koͤnnen oder muͤſſen. Das Lehnsweſen war in ſehr verſchiedenen Geſtalten über ganz Deutſchland ausgebreitet und erxiſtirt in den meiſten Ländern noch; jedoch ſiud dabei mehr oder weniger Milderungen durch die Geſetz⸗ gebung zu Gunſten der Cultur eingetreten. Die Rittergüter waren (ſtud) größtentheils Lehen von Fürſten, und die Bauergüter wieder von den ritterſchaftlichen Familien oder auch von den fürſtlichen di⸗ rect.— Die Ritterlehen zeichnen ſich jetzt blos dadurch vor Nicht⸗ lehen aus, daß ſie ohne Zuſtimmung des Lehnsherrn von dem Lehns⸗ manne(Vaſallen) nicht veräußert werden dürfen und daß ſie beim Ausſterben der Familie des Lehnsmannes heimfallen.— Auf den Bauerlehen aber haften Laſten und Beſtimmungen der verſchiedenſten Art. Man unterſcheidet zunächſt zwiſchen: Erblehen, wenn es nach irgend einer Regel in der Familie des Lehnträgers vererbt wird und von dem Lehnsherrn alſo nicht eingezogen werden kann— und zwi⸗ ſchen Falllehen, wenn bei dem Ableben des Lehnsmannes das Le⸗ heu zurückfällt und von dem Lehnsherrn wieder vergeben werden muß, was der Obſervanz gemäß dann auch gewöhnlich wieder an den Erben des geſtorbenen Lehnsträgers geſchieht.— Bei Veränderungs⸗ fällen von Seiten des Lehnsherrn oder Lehnsträgers muß gewöhnlich eine beſondere— oft ſehr hohe Abgabe(Laudemium) von dem Lehns⸗ träger entrichter werden; die laufenden Abgaben, welche der letztere zu entrichten hat, beſtehen in Natural⸗, Geld⸗ und perſönlichen Lei⸗ ſtungen der verſchiedenſten Art. §. 44. Allodialguͤter(Allodium) ſind die Guͤter, welche durch das Lehnsweſen, fideicommiſſariſche Receſſe und dergl. nicht gebunden, ſondern unbeſchraͤnktes Eigen⸗ thum ſind. §. 45. Die bei den Bauerguͤtern in manchen Ge⸗ genden ſtattgefundene und zum Theil noch erhaltene Be⸗ ſtimmung der Untheilbarkeit haͤngt meiſtens mit dem Lehnsweſen zuſammen. Die theilbaren Bauergüter heißen auch walzende Güter., §. 46. Die meiſten der bis hieher angedeuteten Rechts⸗ verhaͤltniſſe der Guͤter ſind dem Fortſchreiten der Cultur im Allgemeinen mehr oder weniger nachtheilig, denn das Emporbluͤhen eines beſſeren Betriebs des Ackerbaues wird dadurch gehemmt, und der Nutzen, welcher den Berechtig⸗ ten auf der einen Seite erwaͤchſt, iſt lange nicht ſo viel fuͤr ſie werth, als der Nachtheil fuͤr die Pflichtigen von der andern Seite anzuſchlagen iſt. §. 47. Die in dieſer Hinſicht nachtheiligſten Servi⸗ tute ſind: die Frohnden, Zehnten, Huthgerechtſame, Bann⸗ rechte, die druͤckenderen unter den Lehnsverhaͤltniſſen. Aufgeklärte Regierungen haben daher längſt geſtrebt, den Grund und Boden von jenen Laſten frei zu machen, oder ſtreben wenigſtens da⸗ hin, die Ablöſung der Servitute gegen billige Entſchädigung der Be⸗ rechtigten möglichſt zu erleichtern, und zum Glück haben wir bereits vielen Boden in Deutſchland, von dem man ſagen kann, daß er freies Eigenthum ſey.— Möchten bei jenem Streben nur auch ſtets zu⸗ gleich Maasregeln gegen die zu weit gehende Zerſtückelung und zur Conſolidirung der zerſtückelten Grundſtücke getroffen werden.(§. 29.) II. Art und Weiſe in den Beſitz oder zur Bewirthſchaftung eines Gutes zu ge⸗ langen. §. 48. In den Beſitz eines Gutes gelangt man ent⸗ weder durch Erbſchaſt(moͤglicherweiſe auch durch Schen⸗ kung) oder durch Kauf oder Pacht; außerdem kann die Be⸗ wirthſchaftung eines Gutes auch auf Rechnung des Eigen⸗ thuͤmers durch Adminiſtration ſtatt finden. §. 49. Ob man Kauf oder Pacht waͤhlen„ oder lie⸗ ber eine Gutsverwaltung uͤbernehmen ſoll, wenn man die Abſicht hat, als Landwirth in Thaͤtigkeit zu treten, haͤngt ſo wohl von der Perſoͤnlichkeit des betreffenden Individu⸗ trieh lein t dem ger. Nechts⸗ Cultr enn das es win erechti viel fü von da Serbi „Bann⸗ n. en Grund gſtens da⸗ der Be⸗ r bereitz freies ſtets zi⸗ und zur (.2) r zur u ge⸗ n ent⸗ Schen⸗ ie Be⸗ Eigen⸗ der li nan die haͤngt ibidu⸗ — 23— ums und von dem disponiblen Capitale deſſelben, als wie von den ſich ergebenden Gelegenheiten ab. §. 50. Auf die Uebernahme von Verwaltungen iſ zunaͤchſt derjenige Landwirth angewieſen, welcher wohl hin⸗ reichende Kenntniß und Intelligenz zur Bewirthſchaftung ei⸗ nes Gutes, aber kein zureichendes Capital beſitzt, um eine ſolche Bewirthſchaftung auf eigene Rechnung uͤbernehmen zu koͤnnen. Wenn ſolche Perſonen vorerſt Verwaltungen annehmen, welche ſpäter auf eigne Rechnung wirthſchaften wollen, in der Abſicht, ſich dadurch erſt Erfahrungen zu ſammeln, ſo mögen ſie darin ganz recht haben; es iſt nur für die Eigenthümer in ſolchen Fällen zu wünſchen daß nicht ſie das Lehrgeld fur jene zahlen müſſen. §. 51. Wer das erforderliche Capital beſitzt, ein Gut kaufen oder pachten zu koͤnnen, wird in der Regel vorzie⸗ hen, auf eigene Rechnung ſtatt fuͤr einen Andern zu wirth⸗ ſchaften. Nur beſonders guͤnſtige Gelegenheit zur Ueber⸗ nahme einer bedeutenden Verwaltung kann wohl dazu be⸗ ſtimmen, dieſer den Vorzug zu geben. 8 §. 52. Wer nur ſo viel Capital beſitzt, daß er dafuͤr blos ein kleines Gut kaufen kann, wird, vorausgeſetzt, daß es ihm nicht an Kenntniß und Intelligenz mangelt, beſſer daran thun, ein groͤßeres Gut zu pachten, als ein kleines zu kaufen, weil er auf ſolche Weiſe mit ſeinem Capitale hoͤhere Zinſen erzielen kann, auch bei der groͤßeren Pach⸗ tung befriedigendere Beſchaͤftigung findet, als auf dem klei⸗ nen Eigenthume. §. 53. Wer wenig Faͤhigkeiten oder Neigung zur Be⸗ wirthſchaftung eines groͤßeren Guts beſitzt, thut wohl, ſelbſt bei groͤßerem Capitalbeſitze, lieber ein kleines Gut zu kau⸗ fen, als ein großes auf die eine oder die andere Weiſe zu acquiriren. 989 Zuweilen beſtimmt auch die Gelegenheit zum ausgedehnten Be⸗ triebe techniſcher Gewerbszweige vorzugsweiſe zu Acaniſition eines kleinen Gutes. — à4— Daß bei demjenigen, welcher große Capitalien im Grund und Boden anlegen will, oder dem, welcher ſo wohl Capital, wie Fähig⸗ keiten und Neigung zur Acquiſition und Bewirthſchaftung eines grö⸗ ßeren Guts beſitzt, in der Regel nur vom Kauf und nicht vom Pacht die Rede ſeyn kann, verſteht ſich eben ſo wohl von ſelbſt, als daß dem, welcher nur mit geringem Vermögen und verhältnißmäßig mit nicht mehr Intelligenz Landwirthſchaft treiben kann, ſein Weg als kleiner Gutsbeſitzer vorgezeichnet iſt. §. 54. Noch iſt fuͤr den Gutsbeſitzer, welcher nicht in dem Falle iſt, ſeine Beſitzungen ſelbſt zu bewirthſchaf⸗ ten, die Frage wichtig, ob es beſſer ſey, zu verpachten, oder adminiſtriren zu laſſen. Es hängt dieß jedoch von vielen hier nicht alle zu erwaͤgenden Umſtaͤnden ab, z. B. ob gute Paͤchter oder gute Verwalter leichter zu haben ſind, hauptſaͤchlich aber davon, nach welchen Grundſätzen der Gutsbeſitzer bei der Wahl und Annahme ſeines Paͤchters oder Verwalters handelt. Der Mangel einer richtigen Erkenntniß ihres wahren Vortheils von Seiten der Gutsbeſitzer in dieſer Hinſicht iſt nur zu häufig Schuld, daß ſowohl das Verpachten wie das Adminiſtriren ſchlechte Reſultate liefert.— In der Regel wird übrigens jeder nicht ſelbſt wirthſchaftende Gutsbeſitzer, welcher einen tüchtigen Pächter hat, wohl daran thun, es bei der Verpachtung zu belaſſen, während bei ſchlech⸗ ten Pächtern die Selbſtverwaltung oft das einzige Mittel iſt, das Gut wieder in einen ertragsfähigen Stand zu ſetzen.— Das Ver⸗ waltenlaſſen kleiner Güter wird aus leicht begreiflichen Gründen bei⸗ nahe niemals zu günſtigen Reſultaten führen. III. Ruͤckſichten bei der Wahl und Acqui⸗ ſition eines Landguts. §. 55. Da das Lebensgluͤck desjenigen, welcher ſich dem Betriebe der Landwirthſchaft widmet, in hohem Grade davon abhaͤngt, in wie weit die Beſchaffenheit des zu acqui⸗ renden Landguts ſeinen Verhaͤltniſſen angemeſſen iſt, und der Preis im Verhaͤltniß mit der Ertragsfaͤhigkeit des Gu⸗ tes, ſo wie mit dem Capitalfond des Unternehmers ſteht; rund m ie dühig eines gii⸗ vom Pat als dij mäßig ni De eer nih irthſch rpachtn, doch von 3. B. ben ſin tzen de Paͤchten Vortſeit zu hinfg ſchlechee icht ſeldt Hat, voht ei ſhlec⸗ iſt, das das Ter⸗ den hei zui⸗ ſo kann Vorſicht, ſorgfaͤltige Unterſuchung und Ueberlegung zu dem Ende nicht genug empfohlen werden. §. 56. Sey es nun, daß man kaufen oder pachten will, ſo hat man, wenn man ein fuͤr dieſe Abſicht geeig⸗ netes Gut gefunden zu haben glaubt, vor allen Dingen ſich uͤber die Gegenſtaͤnde zu unterrichten, welche auf die zu waͤhlende Bewirthſchaftungsweiſe und die theils davon, theils von jenen Umſtaͤnden direct abhaͤngige Ertragsfaͤ⸗ higkeit(den Werth) des Gutes von Einfluß ſind. §. 57. Dieſe Gegenſtaͤnde ſind vornehmlich: Staats⸗ verfaſſung, Nationalwohlſtand, Bevölkerung, Abſatzcanaͤle, Clima, Lage, Boden, Beſtandtheile und Groͤße, Gebaͤude, Rechtsverhaͤltniſſe, Servitute u. ſ. w. Außerdem giebt es noch beſondere Rückſichten, welche beim Kauf, und wieder beſondere, welche in Bezug auf Pachtung zu nehmen ſind. 1. Staatsverfaſſung und Nationalwohlſtand. §. 58. Aus dem politiſchen, geſetzlichen und finan⸗ ziellen Zuſtande des Staats und aus dem Nationalwohl⸗ ſtande uͤberhaupt iſt das Hauptanbalten zu entnehmen, mit welcher Sicherheit und welchem Vortheile im Allgemeinen Capitale in den Grundbeſitz anzulegen ſind. In Staaten, welche gute Verfaſſungen und Geſetze haben, und deren Regierungen auch feſt genug ſtehen, dieſe Geſetze zu handha⸗ ben, wird das Eigenthum möglichſt geſichert ſeyn, hier wird alſo ein verſtändiger Mann ſein Capital viel lieber in Grund und Boden anlegen, ſelbſt wenn er nur mäßige Zinſen erwarten darf, als da, wo mehr oder weniger das Gegentheil ſtatt findet. Wenn die Abgaben zweckmäßig vertheilt ſind und mit den Kräf⸗ ten der Staatsbürger im Verhältniß ſtehen, wenn keine drückenden Grundlaſten vorhanden ſind oder deren Ablöſung wenigſtens geſetzlich erleichtert iſt, ſo ſind dieß weitere Bürgſchaften für das Gedeihen landwirthſchaftlicher Unternehmungeun. Daß es endlich auf den Erfolg dieſer Unternehmungen von beſon⸗ derem Einfluß ſeyn muß, wie Gewerbe und Induſtrie blühen, wie weit der Verkehr im Innern und mit den Nachbarländern erleichtert oder gehemmt iſt, ob viel oder wenig Capitalien vorhanden, und wie dieſe vertheilt ſind, was Alles den Nationalwohlſtand mit begründet, leuchtet von ſelbſt ein. 2. Bevoͤlkerung. §. 59. Die Groͤße der Bevoͤlkerung, beſonders in der naͤheren Umgegend, ihr ſittlicher und religioͤſer Zuſtand und ihre hauptſaͤchlichen Erwerbsquellen ſind von Einfluß ſowohl auf den Abſatz(die Preiße) der Produkte, als wie auf die Anſchaffung der Beduͤrfniſſe, namentlich auch der Arbeitskraͤfte. In der zweiten Hauptabtheilung, bei der Organiſation der Wirthſchaft, wird hievon, ſowie von den übrigen hier zur Sprache zu bringenden Rückſichten weiter die Rede ſeyn. In Bezug auf die Anſchaffung der Arbeitskräfte wird auf das vierte Capitel der gegenwärtigen Abtheilung verwieſen. 3. Abſatzkanaͤle. §. 60. Da die Naͤhe der Marktorte, die Beſchaffenheit der Straßen oder Canaͤle dahin, die Naͤhe ſchiffbarer Fluͤſſe u. ſ. w. von ſo weſentlichem Einfluſſe auf die Verwer⸗ thung der Produkte ſind, ſo leuchtet die Wichtigkeit von ſelbſt ein, alle Gelegenheiten, welche den Abſatz befoͤrdern oder erſchweren, in Erwaͤgung zu ziehen. Das nühere im fünften Capitel der gegenwärtigen Abtheilung. 4. Clima, Lage, Boden. §. 61. Die climatiſche Lage iſt von dem groͤßten Einfluſſe auf die Ertragsfaͤhigkeit des Bodens und die zu waͤhlende Wirthſchaftsweiſe; ſie nimmt daher bei der Be⸗ urtheilung von Guͤtern, in Bezug auf Kauf, Pacht ec., neben der Beſchaffenheit des Bodens, mit dem erſten Rang ein. Das Spocielle enthält der erſte Band, im zweiten Capitel der erſteu Abtheilung. ſelb und und wie wündet, in der Zuſtand Einfluß ls wie uch der on der Sprache auf das fenheit Flͤſe erwer⸗ it von jrdern lung. oͤßten die zu r Be⸗ ht ꝛc, erſeen tel der — 27— §. 62. Der Boden der einzelnen Beſtandtheile des Guts muß nach allen auf ſeine Ertragsfaͤhigkeit influiren⸗ den Ruͤckſichten unterſucht und gewuͤrdigt werden. Bei Wald, Weinbergen und andern Plantagen muß der Be⸗ ſtand beſonders berückſichtigt werden.— Ob das Gut Mergel hat oder Ausſicht vorhanden iſt, ſolchen zu finden, verdient ſtets ei⸗ ner ganz beſonderen Beachtung.— Alles Nähere in Bezug auf den Boden enthält das dritte Capitel der erſten Abtheilung des erſten Bandes— insbeſondere wird hier auf die§. 126 bis 162 ver⸗ wieſen. Je mehr der Boden verſchieden iſt, je weniger man bereits mit den Localitäten vertraut iſt, um ſo wichtiger iſt es, eine Bonitirung der Hauptbeſtandtheile vorzunehmen und dabei ſichere und loralfuhe dige Leute mit zu Rath zu ziehen. §. 63. Ob man bei der Abſicht ein Gut zu acquiri⸗ ren, mehr auf eines mit beſſerem, oder eines mit weniger gutem Boden ſein Augenmerk richten ſoll, koͤmmt zwar zunaͤchſt auf den Preis und die ſonſtigen Verhaͤltniſſe an, welche bei der Wahl der Guͤter uͤberhaupt zu beruͤckſichtigen ſind; gewoͤhnlich ſteht jedoch der anerkannt gute und in gutem Zuſtande befindliche Boden ſo hoch im Kauf⸗ oder Pachtpreiße, daß bei deſſen Acquiſition weniger Ausſicht bleibt, durch Intelligenz einen hoͤheren Ertrag zu erzielen, als bei Guͤtern von mittelmaͤßigem Boden, der eben deß⸗ halb weniger geſucht iſt, daher im Preiße verhaͤltnißmaͤßig gering ſteht, wohl aber durch Fleiß und Geſchicklichkeit ſich in viel beſſeren Zuſtand bringen laͤßt. Von Natur ſehr geringen, nur mit großen Anſtrengungen oder viel⸗ leicht gar nicht in beſſere Beſchaffenheit zu ſetzenden Bo⸗ den ſollte jedoch der Landwirth, der Freude an ſeinem Be⸗ ginnen erleben will, auch niemals acquiriren, wenn an⸗ ders er irgend Gelegenheit zu einem beſſeren Boden findet. Güter, deren Bodenqualität von Natur zu den mittleren oder ſelbſt beſſeren gehört, die aber durch unverſtändige Bewirthſchaftung und Benutzungsweiſe in ſchlechten Ruf gekommen ſind, geben oft die — 25— vortheilhafteſten Acquiſttionen für einen intelligenten Landwirth ab, zumal wenn ſie durch Mergel oder ſonſt angeſammelte, aber nicht benutzte Bodenkraft(Teiche, Weiden, Waldungen ꝛc.) ſelbſt außer⸗ ordentliche Hülfsmittel zur ſchnellen Hebung des Gutes darbieten. §. 64. Einige Verſchiedenheit im Boden iſt wohl im Allgemeinen wuͤnſchenswerth, weil die Witterungseinfluͤſſe dadurch ſich einigermaßen ausgleichen und die Arbeiten ſich geſchickter vertheilen; große und haͤufig wechſelnde Ungleich⸗ heiten in der Beſchaffenheit des Bodens erſchweren aber eine zweckmaͤßige und geregelte Bewirthſchaftung ſehr bedeutend. 5. Beſtandtheile. §. 65. Ueber die einzelnen Beſtandtheile des Gutes und deren Groͤße iſt ſich, wie ſich von ſelbſt verſteht, aufs genaueſte zu unterrichten und die beguͤnſtigenden oder un⸗ guͤnſtigen Umſtände in Bezug auf die Zuſammenſetzung muͤſſen dabei beſonders erwogen werden(§. 30— 32). Man trachte möglichſt, genaue Vermeſſungen und Karten zu er⸗ halten, und wo eine zuverläſſige Angabe des Flächengehaltes nicht vorliegt, unterlaſſe man nicht, wenigſtens einzelne Theile zum Ver⸗ gleiche mit den gemachten Angaben meſſen zu laſſen. Ob die Gränzen gehörig verſteint ſind, und keine Gränzſtrei⸗ tigkeiten obwalten, iſt ein nicht zu vernachläſſigender Punkt. 6. Wirthſchaftshof. §. 66. Hierbei koͤmmt die Lage des Hofs, die Be⸗ ſchaffenheit der Gebaͤude und das dabei befindliche oder dahin geleitete Waſſer in Betracht. §. 67. Die Lage des Wirthſchaftshofes iſt ſowohl wegen mancher davon abhaͤngigen Annehmlichkeiten oder Mißſtaͤnde fuͤr den Wirthſchafter oder Beſitzer, als wie wegen des Einwirkens auf manche Theile des Wirthſchafts⸗ aufwandes nicht unwichtig; es koͤmmt deßhalb darauf an, ob der Hof mehr oder weniger in der Mitte der Beſitzung liegt, in wie weit die Ab⸗ und Zufuhr nach und aus dem ürth ab, ie vicht ſ anßzer⸗ wbieten. wohl in zeinfliſ eiten ſh Ungleih aber ein edeuten. 8 Gute eht, auſß oder un⸗ enſetznn 32) ten zu er altes nich zum Ver⸗ ränzſtrer 3 die Be⸗ he oder ſowohl en odet als wi ſchaſt⸗ rauf an, eſitzung us dem — 29— Hofe erleichtert oder erſchwert iſt, und wie die Wege von dem Hofe nach den Grundſtuͤcken ziehen und beſchaffen ſind. §. 68. Die Wirthſchaftsgebaͤude ſind ein abſolutes Erforderniß zur landwirthſchaftlichen Benutzung der Grund⸗ ſtuͤke. Was davon nicht vorhanden iſt, muß neu errichtet und dem Kaufwerthe des Gutes abgezogen werden. Ihre mehr oder weniger zweckmaͤßige Einrichtung, Bauart und Dauerhaftigkeit ſind auf den laufenden Wirthſchaftsauf⸗ wand uͤberdieß von weſentlichem Einfluß. Man trifft in der Einrichtung der Höfe eine außerordentliche Verſchiedenheit, ſelten leider recht zweckmäßige und wahrhaft ökono⸗ miſche Einrichtungen. Namentlich iſt es etwas Gewöhnliches, daß zuviel auf koſtbare Gebäude verwendet worden iſt, und daß nun der Käufer oder Pächter, welcher von dem unnöthigen Müheaufwand keinen Vortheil zieht, ſeinen Antheil daran zahlen ſoll.— Wohl⸗ feile Gebäude, welche wenig Reparaturen erfordern, ſind in der Re⸗ gel die ökonomiſch vortheilhafteſten, wenn auch ihre Dauer nicht ſo lange iſt, als die von koſtbareren Bauten. §. 69. Ob hinreichend Waſſer vorhanden, ob dieß geſund, und auch zur Anwendung fuͤr techniſche Gewerbe geeignet ſey, welche Unterhaltungskoſten die vorhandenen Waſſerleitungen verurſachen, ſind Fragen, welche ſchon in dem nothwendigen Beduͤrfniſſe des Waſſers fuͤr den Un⸗ terhalt der Menſchen und der Thiere begruͤndet ſind. 7. Rechtsverhältniſſe, Nutzungen und Laſten. §. 70. Daß es wichtig ſei, ſich uͤber die Rechtsver⸗ haͤltniſſe des Gutes, die damit verbundenen beſonderen Nutzungen oder darauf ruhenden Laſten, genau zu unter⸗ richten, geht aus dem in§. 33 bis 47 Geſagten hinlaͤng⸗ lich hervor. S. 71. Der Einfluß, welchen Gerechtſame oder Ser⸗ vitute, zu Gunſten oder zum Nachtheil des Reinertrags, ſowie auf die zu erwaͤhlende Bewirthſchaftungsweiſe aus⸗ uͤben, muß namentlich gruͤndlich ausgemittelt werden. 6 ½ * — 30— Oefters laſſen ſich gewiſſe Gerechtſame oder Laſten zwar nicht in Geld anſchlagen, aber jene können für den Beſitzer beſondere An⸗ nehmlichkeit, dieſe manche Unannehmlichkeit haben. 8. Beſondere Ruͤckſichten beim Kauf. §. 72. Wenn die bis hierher aufgezaͤhlten Punkte ge⸗ hoͤrig erwogen worden ſind, ſo wird man die hauptſaͤch⸗ lichſten Erforderniſſe beſitzen, um eine Berechnung uͤber Ertrag und Aufwand ſtellen und dadurch den Reinertrag des Gutes ausmitteln zu koͤnnen. Mit Recht duͤrfte man hier nähere Anleitung über die Berech⸗ nung des Reinertrags der Güter erwarten, wenn dazu nicht ſo Vie⸗ les gehörte, daß dadurch ein Buch in's Buch eingeſchaltet werden müßte.— Es gibt ſehr viele über Bonitirung und Ertragsberech⸗ nung handelnde Schriften. Sie ſind jedoch mehr als Verſuche, die⸗ ſen ſchwierigen Gegenſtand zu bearbeiten, als wie als erſchöpfende Anleitungen zu betrachten. Zu den empfehlenswerthen gehören: Klebe, Verfertigung der Grundanſchläge; Schmalz, Veran⸗ ſchlagung ländlicher Grundſtücke. §. 73. Um den Capitalwerth des Guts zu berechnen, wird der moͤglichſt richtig ausgemittelte Reinertrag mit ſo viel Procent zu Capital geſchlagen, als man in den ge⸗ gebenen Verhaͤltniſſen aus den im Boden augelegten Ca⸗ pitalien Procente zu erwarten berechtigt iſt. Dieſes richtet ſich natürlich nach dem Zuſtande der Cultur, der Induſtrie, der Sicherheit der ausgeliehenen Capitalien und der Rente, welche bei anderwärts angelegten Capitalien zu erhalten iſt, dem Vorrathe oder Mangel an Capitalien, dem Verhältniß der zum Verkaufe kommenden Güter zu dem Vorhandenſeyn von Käufern und vielen andern hierbei einflußreichen Umſtänden. Sehr häufig iſt man in unſeren Zeiten zufrieden, wenn die im Grundbeſitze ange⸗ legten Capitalien 4 Procent ſicher tragen und höhere Zinſen, als 5 Procent, verlangt man nirgends. Ein mehreres hierüber im fol⸗ genden Capitel. §. 74. Neben einer gruͤndlichen Ertragsberechnung dienen als weitere Anhaltspunkte zur Ausmittelung des Werths eines zu kaufenden Guts: das bisherige Pacht⸗ richt i dere An⸗ f. unkte 1 auptſich ung ühn einertm ie Venit⸗ it ſoLi tet werden ragsberec⸗ ſuche, de rſchöpfende gehören: „ Verau⸗ rrechnen, mit ſe den ge⸗ ten Ca⸗ kur, der und der lten iſt, der zum Käufern äufig iſ e ange⸗ en, als im fol⸗ rchnung fg des pacht — 31— geld oder die Summe des Durchſchnittsertrags bei der Selbſtverwaltung, etwaige fruͤher ſtattgehabte Verkaͤufe derſelben Beſitzung, der Kaufpreiß aͤhnlicher Grundſtuͤcke in der Naͤhe, die bei dem Steuercataſter berechnete Bo⸗ denrente. In Bezug auf Pachtgeld, Kaufſumme anderer Güter ꝛc. iſt da⸗ mit wieder der Erfolg und mit dieſem die Verfahrungsweiſe des Wirthſchafters in Vergleich zu bringen. §. 75. Endlich iſt bei wirklich zu Stand kommendem Kaufe beſonders darauf zu ſehen, daß bei dem abzuſchlie⸗ ßenden Contracte in geſetzlicher Hinſicht nichts verſehen oder verſaͤumt wird, wodurch hintennach Prozeſſe und Scha⸗ den entſtehen koͤnnen; ſo wie, daß man keine anhaͤngige, die Sicherheit des erworbenen Eigenthums gefaͤhrdende Prozeſſe mit uͤbernimmt. 9. Beſondere Ruͤckſichten beim Pacht. §. 76. Die bei der Pachtung beſonders zu nehmen⸗ den Ruͤckſichten beziehen ſich auf die Art der Verpachtung, ob man naͤmlich Erb⸗ oder Zeitpacht vorziehen ſoll, auf die Dauer der Pachtzeit(bei dem Zeitpacht), die Art der Pachtentrichtung und die ſonſtigen in den Pachtceontract aufzunehmenden Bedingungen. §. 77. Durch den Erbpacht gibt der Grundeigen thuͤmer unter gewiſſen Bedingungen ſein Gut dem Paͤchter und ſeinen Erben unwandelbar in Benutzung. Dieſe Be⸗ dingungen ſind ſehr verſchieden, indeß muß der Erbpaͤchter gewoͤhnlich bei dem Antritt ein⸗- fuͤr allemal ein ſogenann⸗ tes Erbbeſtandsgeld bezahlen und dann jaͤhrlich einen Canon, welcher meiſtens, und auch am zweckmaͤßigſten, in Fruͤchten, theilweiſe auch in Geld beſteht. Es verſteht ſich, daß die Zinſen von dem Erbbeſtandgeld bei der Feſtſetzung des Canons in Anſchlag gebracht werden müſſen.— Die Gebäude übernimmt der Erbpächter mit in Unterhaltung.— Zu⸗ weilen wird ihm auch ein Inventarium mitverkauft. — 32— §. 78. Der Erbpacht, wo er nicht ſchon rechtlich beſteht(ſ.§. 43.), iſt fuͤr den Privatgutsbefitzer in der Regel nicht zu empfehlen, da ſich der Eigenthuͤmer dadurch fuͤr immer die Moͤglichkeit zu einer anderweiten, ihm beſ⸗ ſer convenirenden Benutzung abſchneidet. Bei kleineren Guͤtern, welche dem Staate oder großen Grundbeſitzern gehoͤren, kann dagegen durch den Erbpacht eine ſichere Rente erzielt, und an der gewoͤhnlichen koſtſpieligen Ad⸗ miniſtration und Gebaͤudeunterhaltung der Zeupachtungen bedeutend geſpart werden. §. 79. Beſteht der zu entrichtende Erbpachtscanon nicht in Quoten vom Rohertrag, ſondern in einer maͤßigen firen Summe in Fruͤchten und Geld, ſo iſt der Erbpacht fuͤr den Unternehmer(Paͤchter) gewoͤhnlich vortheilhaft, indem er faſt alle Vorzuͤge darbietet, welche das Eigen⸗ thum vor dem Zeitpachte gewaͤhrt, wie freie Bewirthſchaf⸗ tung, Genuß der Meliorationen u. ſ. w., ohne daß ein bedeutendes Capital fuͤr die Acquiſition des Grundbeſitzes erforderlich iſt. §. 80. Bei dem Zeitpacht koͤmmt zuerſt die Dauer der Pachtzeit in Betracht. Da bei einer kurzen Pachtzeit, 6 Jahre und weniger, der Paͤchter nicht auf den Genuß von gemachten Verbeſſerungen(Capitalverwendungen) Rech⸗ nung machen kann und der Verpaͤchter zu befuͤrchten hat, daß nach dem jedesmaligen Ablauf einer kurzen Pachtzeit ſein Gut verſchlechtert worden iſt; ſo iſt eine kurze Pacht⸗ zeit keinem Theile vortheilhaft. Eine ungewoͤhnlich lange Pachtzeit, 18 Jahre und daruͤber, wird zwar haͤufig als die vortheilhafteſte empfohlen, indeſſen kann eine ſolche auch leicht fuͤr den einen oder andern Theil druͤckend wer⸗ den, da in einem ſo langen Zeitraume die Zeit⸗ oder Per⸗ ſonalverhaͤltniſſe ſich ſo ſehr veraͤndern koͤnnen, daß eine Aenderung in den Bedingungen oder ſelbſt eine Aufhebung des Pachts fuͤr den einen oder den andern Theil ſehr henial u N räuſc feit d riͤcht G Pach der dders thür zut hat don fiuj auch ſir nind ter i ſtand ſolbe nur nen väcte ud md daui ad tion rechlih ein da dadurc ihn kleinemn dbeſizen ſe ſichen igen d chtunga htscaner maͤßige Erbpact theilbaſ, 3 Eiger irthſcha daß ei ndbeſtze ie Daug Jachtzei, Genuß ) Nech⸗ ten hat, achtzeit ePacht⸗ hlange nfig als t ſolche end wer⸗ der per⸗ aß eine fhebung eil ſeh 7 — 33— 4 wuͤnſchenswerth werden kann. Es wird deßhalb eine Pacht⸗ zeit von 12 hoͤchſtens 15 Jahren fuͤr die nneiſten Päle am raͤchtlichſten ſein. Ein Pächter wird nicht leicht ſo große Meliorationen an ein Pachtgut wenden, daß er im Laufe von 12— 15 Jahren nicht wie⸗ der durch den Genuß des Erfolgs befriedigt ſeyn kann.— Beſon⸗ ders hinderlich iſt eine ungewöhnlich lange Pachtzeit für den Eigen⸗ thümer, wenn ſich Gelegenheit für ihn findet, das Gut vortheilhaft zu verkaufen, der Pächter aber für einen ſolchen Fall ſich verwahrt hat, was zu thnn dieſer nie verabſäumen ſollte. Die Beſtimmung der Pachtjahre hängt auch in einer Hinſicht von der eingeführten Fruchtfolge ab, daher bei der Dreifelderwirth⸗ ſchaft immer mit 3, 6, 9 u. ſ. w. gerechnet wird. Bei einer Sie⸗ benfelderwirthſchaft muß die Pachtzeit 7, 14 oder 21 Jahre ſeyn ꝛc. §. 81. Die Pachtſumme wird entweder in Geld oder in Naturalien oder in beidem fefſtgeſetzt. Letzteres oder auch die Beſtimmung, daß nach dem Stand der Fruchtpreiſe ſich verhaͤltnißmaͤßig das Pachtgeld etwas erhoͤht oder ver⸗ mindert iſt fuͤr den Paͤchter das ſicherſte und der Verpaͤch⸗ ter iſt dadurch ebenfalls geſichert, daß er eine den Zeitum⸗ ſtaͤnden ſtets angemeſſene Rente und nicht leicht einen in⸗ ſolventen Paͤchter erhaͤlt. Die Halb⸗ oder Quotenpacht iſt nur unter beſonderen, und namentlich ſolchen Verhaͤlniſſen zu empfehlen, wo der Duͤnger aus dem Stroh und Futter, welche der Pachtherr fuͤr ſeinen Theil erhalten hat, wieder in daß Gut zuruͤckfließen kann. §. 82. Zur Sicherheit des Eigenthums des Gutsherrn und der Einhaltung des Contracts muß der Paͤchter eine Caution ſtellen, deren Groͤße in verſchiedenem Verhaͤltniß zu der Pachtſumme ſteht. Am gewoͤhnlichſten iſt die Cau⸗ tion dem einjaͤhrigen Betrag der Pachtſumme gleich. Sie wird entweder in Obligationen oder Capitalien oder auch durch Verpfändung von Immobilien geleiſtet, in welchem letzteren Falle meiſtens eine höhere Summe, als bei der Leiſtung in Geld (welches übrigens verzinßt wird) oder in Obligationen verlangt wird. Pabſt Landwirthſchaft II. 2. 3 — 34— §. 83. Die beſonderen Bedingungen verſchiedener Art, welche in die Pachtcontracte weiter aufgenommen werden, ſind auf den Werth der Pachtung immer von Einfluß, oft von ſehr bedeutendem. Es gehoͤren hierher: uͤberlie⸗ ferte Ausſtellung eines Theils der Felder, Ueberlieferung von Stroh, Futter, Duͤnger, Mitpachtung eines Theils des Inventars, Entſchaͤdigung fuͤr Miß⸗Erndten, Hagelſchlag ꝛc., Genuß gewiſſer Emolumente, z. B. freie Abgabe einer Quantitaͤt Holz, Beſchraͤnkungen in der Wirthſchaftsweiſe, Verbot Futter und Stroh zu verkaufen, Antheil an der Unterhaltung der Gebaͤude, Leiſtungen von Seiten des Paͤchters, z. B. an Fuhren ꝛc. Auch die Zeit des Antritts, abgeſehen von den mit überlieferten aus⸗ geſtellten Feldern, iſt für den Aufwand im erſten Jahre nicht gleichgültig. §. 84. Am beſten iſt das beiderſeitige Intereſſe in die⸗ ſer Hinſicht gewahrt, wenn die beſonderen Bedingungen ſich darauf beſchraͤnken, Mißbraͤuchen von Seiten des Paͤchters vorzubeugen, ohne dieſen in einer verſtaͤndigen Bewirth⸗ ſchaftung zu beſchraͤnken.. Der Gutsherr handelt mehr in ſeinem Intereſſe, wenn er vor Allem darauf ſieht, einen Mann von gutem Charakter und mit hinrei⸗ chenden Kenntniſſen und Vermögen als Pächter zu gewinnen und demſelben billige Bedingungen zu machen, ſtatt ſich durch alle mög⸗ liche Clauſeln vor Nachtheilen ſchützen zu wollen, dabei aber nur den Meiſtbiethenden zu wählen.— Ein verſtändiger nnd redlicher Päch⸗ ter wird auf drückende und hemmende Verbindlichkeiten gar nicht eingehen; eben ſo wenig aber für jeden Unfall, der ſich ereignen kann, in dem Contracte ſich zu ſichern ſuchen, da dieß nur zu Streitigkeiten führt und für die meiſten Unfälle, welche die Wirthſchaft treffen können, wie Hagel, Brand ꝛc., Verſicherungsgeſellſchaften exiſtiren, wofur der Beitrag jedoch im Ueberſchlag in Anrechunng gebracht werden muß. §. 85. In Bezug auf Ausmittelung der Pachtſumme gelten die§. 72 bis 74 angedeuteten Regeln, jedoch mit Wahrnehmung der durch die Pachtbedingungen vorgeſchrie⸗ benen Modiſikationen. ger Art, werden, Einſtuß, überii bieferun theils d agelſchla abe eine afteweſt l an de eiten di fferten an leichgültn e in di ungen ſh Paͤchters Bewir⸗ enn er bot wit hinrei⸗ innen und alle mög⸗ nur den her Päch⸗ gar nitt znen kann, eiten ührt en können, wofur der rden mi. htſuwme och ni geſchie IV. Gruͤndung neuer Landguͤter. §. 86. Neue Landguͤter werden gegruͤndet, indem ent⸗ weder eine Flaͤche bisher nicht enltivirten Bodens in Cul⸗ tur geſetzt und mit den noͤthigen Wirthſchaftsgebaͤuden ver⸗ ſehen wird; oder indem man von verſchiedenen Beſitzern den bereits in Cultur ſtehenden Grund und Boden zuſam⸗ menkauft und die fuͤr dieſe zu einem Gute vereinigte Flaͤche noͤthigen Gebaͤude errichtet; oder endlich indem man ein groͤßeres Gut in mehrere kleinere vertheilt. §. 87. Wer ſich in einer Gegend niederlaſſen will, welche noch bedeutende Strecken bisher wuͤſtgelegenen oder wenigſtens nur als Wald oder geringe Weide benutzten Landes darbietet, in der Abſicht auf ſolchem Boden ein Landgut zu gruͤnden, hat nicht nur die meiſten der in die⸗ ſem Capital unter III aufgefuͤhrten Gegenſtaͤnde noch ſorg⸗ faͤltiger zu erwaͤgen, als wenn er ein ſchon in Cultur ſte⸗ bendes Gut acquiriren will; er hat aber auch außerdem noch Vieles zu beachten, was im anderen Falle wenig oder gar nicht erheblich iſt. Ganz beſönders müſſen von den unter III bereits abgehandelten Gegenſtänden zur ſorgfältigen Erwägung empfohlen werden: die Wahl des Platzes für das Gehöfte, iu Bezug auf das Verhalten deſſelben zu der Communication mit den Grundſtücken und in Bezug auf Waſſer(ſ.§. 67 u. 69); ſodann die innere Einrichtung des Wirth⸗ ſchaftshofes(§. 68).— In Bezug auf Waſſer iſt das Bohren nach arteſiſchen Brunnen nicht außer Acht zu laſſen. Ueber die zweckmäßige Einrichtung der Wirthſchaftsgebäude im Spe⸗ ciellen wird gehörigen Orts die Rede ſein, z. B. über Scheunen bei der Erndte(1 B. 1 Abth. 9tes Capitel), über Stallungen bei den verſchiedenen Zweigen der Viehzucht ꝛc. Viel Beachtenswerthes über die Einrichtung der Höfe und Wirth⸗ ſchaftsgebäude enthalten: Sinclair, Grundgeſetze des Ackerbaues. — Koppe, Anleitung zu einem vortheilhaften Betriebe ꝛc. 1. B.— D. Gerke landwirthſch. Erfahrungen 3. B. §. 88. Die beſonderen Gegenſtaͤnde, welche bei der 3* — 1 1 3 6 6 1 1 — 36— Gruͤndung eines Landguts durch Anbau von Wichtigkeit ſind, ſind zunaͤchſt: das Verfahren bei der Urbarmachung, die dazu erforderlichen Huͤlfsmittel, die Koſten der Anrodung und Gruͤndung des Hofes, mit Ruͤckſicht auf den mit Si⸗ cherheit zu erwartenden Ertrag,— die Beſtimmung der einzelnen Theile der Beſitzung fuͤr die kuͤnftige Benutzung⸗ weiſe. Das Spoecielle über die Urbarmachung enthält das vierte Capi⸗ tel des erſten Bandes 1. Abtheilung. . 89. Die Gruͤndung eines neuen Landgutes durch Zuſammenkauf von cultivirtem Boden im Einzelnen koͤmmt oͤfters in Gegenden vor, wo die Zerſtuͤckelung des Beſitzthums ſchon weit foxtgeſchritten iſt, und muß fuͤr das Allgemeine in ſolchen Faͤllen immer als eine nuͤtzliche Unternehmung erachtet werden. Fuͤr den einzelnen Unternehmer haͤngt begreiflich die Vortheilhaftigkeit des Unternehmens von dem Preiſe des Bodens im Verhaͤltniß zu ſeiner Ertragsfaͤhigkeit ab, wobei die fuͤr Errichtung neuer Gebaͤude erforderlichen Summen nicht außer Rechnung zu laſſen ſind ind. Zu vergleichen§. 29 u. 32. §. 90. In wie weit es vortheilhaft ſei, ein großes Gut in mehrere kleinere Hoͤfe zu theilen oder von jenem einen Theil abzunehmen und damit ein beſonderes Vorwerk zu gruͤnden, laͤßt ſich nur nach Unterſuchung der Localitaͤten entſcheiden. Namentlich muͤſſen die Vortheile durch Erſpar⸗ niß an Arbeit bei den bisher zu entfernt gelegenen Grund⸗ ſtuͤcken, und durch nunmehr moͤgliche vollkommenere Benutzung derſelben, welche aus der Trennung entſpringen, mit der dadurch entſtehender vermehrten Capitalanlage fuͤr Ge⸗ baͤude ꝛc. und den in manchen Stuͤcken ſich vermehrenden allgemeinen Bewirthſchaftungskoſten in Bergleich geſtellt werden.(§. 29.) (die niſſe Saa auch Geſ Ger tanen heri un(o inne den. Gate welch t ger, hen u 9. in de ſchen ſc w unle udi lliber D vorg ten tenn daxi uih ihtigkei machung, Anrodung nit E⸗ nung der enutune erte Caii es durc koͤmmt ſützthums lgemeine nehmung er haͤngt von den fähigkei derlichen es Gut n einen verk zu alitaͤten Erſpar⸗ Grund⸗ nutzung mit der uͤr Ge⸗ hrenden geſtelt — 37— Drittes Capitel. Das Betriebscapital. §. 91. Um ein Landgut landwirthſchaftlich zu benutzen (die Wirthſchaft zu betreiben) iſt eine Menge von Beduͤrf⸗ niſſen vonnoͤthen, als Spann⸗ und Nutzvieh, Geraͤthe, Saatfruͤchte. Sind dieſe Beduͤrfniſſe vorhanden, ſo muͤſſen auch Vorraͤthe zur Unterhaltung des Viehſtandes und des Geſindes angeſchafft, Vorlagen fuͤr Arbeit, Unterhalt der Geraͤthe, Gebaͤude ꝛc., oft auch fuͤr Duͤnger und Meliora⸗ tionen gemacht werden, welche erſt wieder durch die Ver⸗ werthung der erzielten verkaͤuflichen Producte zuruͤckfließen, um(abzuͤglich des zugleich mit zuruͤckfließenden reinen Ge⸗ winns) fortlaufend von Neuem wieder verwendet zu wer⸗ den. Zu dieſem Allem bedarf der Landwirth ein zu dem Gute in einem gewiſſen Verhaͤltniſſe ſtehendes Capital, welches wir das Betriebscapital nennen. Unter Capital überhaupt verſtehen wir ganz einfach ein Vermoͤ⸗ gen, welches in Geld beſteht oder deſſen Größe in Geld ausgeſpro⸗ chen und umgetauſcht werden kann. §. 92. Das Betriebscapital, welches auf dieſe Weiſe in der Wirthſchaft angelegt werden muß, oder in jeder ſchon im Betriebe ſtehenden Wirthſchaft enthalten iſt, laͤßt ſich wieder in zwei Hauptabtheilungen bringen. Es iſt naͤmlich entweder angelegt in Gegenſtaͤnde, welche fortwaͤh⸗ rend in der Wirthſchaft zu unterhalten, zu ihrem Betriebe bleibend erforderlich ſind, als Vieh, Schiff und Geſchirr. Oder es iſt theils fuͤr Arbeit und andere Wirthſchaftskoſten vorgelegt, theils in angeſchafften oder zum Verkaufe beſtimm⸗ ten Vorraͤthen enthalten. Jenen Theil der Capitalanlage nennt man das Inventarium oder auch das ſtehende Capital; dieſen nennt man das umlaufende Capital oder auch Betri ebscapital in engerem Sinne. — 38— Es ergiebt ſich hieraus, daß derjenige, welcher nicht ſchon ein Landgut beſitzt, und Landwirthſchaft auf eigene Rechnung treiben will, wenn er nicht pachtet, zweierlei Capitalanlage zu machen hat, nämlich eine in den Grund und Boden nebſt Gebäuden(das Landgut), die au⸗ dere in den Betrieb. Der Pachtende bedarf, abgeſehen von der Cau⸗ tion, nur das Betriebscapital und zahlt dafür dem Eigenthümer die Zinſen für das Capital, welches dieſer ihm im Grund und Boden zur Benutzung überläßt. Die Anſichten über die Anlage des Capitals bei der Landwirth⸗ ſchaft ſind übrigens uicht ganz übereinſtimmend: Manche rechnen z. B. die Gebäude zum Betriebs⸗Capital, andere(z. B. Klebe) rech⸗ nen den Viehſtand und die Saaten zum Grundcapital. Viele aber unterſcheiden nach der von Thär zuerſt aufgeſtellten Eintheilung: zwiſchen Grundcapital, ſtehendem und umlaufendem Capital(Betriebs⸗ capital in engerem Sinne). In der Hauptſache iſt auch hier dieſe Eintheilung beibehalten, nur daß die beiden letzten blos als eine Un⸗ terabtheilung vom Betriebscapital im weiteren Sinne angeſehen ſind, was darin ſeine Rechtfertigung finden dürfte, daß hier dem Betriebs⸗ capital in der Hauptſache dieſelbe Bedeutung beigelegt iſt, wie bei andern Gewerben und daß das ſtehende und umlaufende Capital, welche nach dieſer Annahme das Betriebseapital ausmachen, in vieler Hinſicht in naher Berührung ſtehen, ja bei manchen Gegenſtänden (z. B. Saatfrüchten, Maſtvieh) es zweifelhaft iſt, wozu ſie zu rech⸗ nen ſind; während das in Grund und Boden, in den unbeweglichen Gegenſtänden, euthaltene Capital ſich in jeder Beziehung vom Betriebs⸗ capital(dem in bewegliche Gegenſtände angelegten) unterſcheidet. I. Das Inventarium. §. 93. Das Inventarium trennt ſich in das Viehin⸗ ventarium, Geraͤthe⸗ nnd Saaten⸗Inventar. 3 Das letztere wollen Manche lieber zum umlaufenden Capital rech⸗ nen, was wir, ſo wie bei vielen andern Gegenſtänden des Betriebs⸗ capitals, als willkührlich und gleichgültig betrachten. So könnte man z. B. auch noch ein Düngungs⸗Inventar annehmen. Bei vielen Pachtungen iſt es von Alters her eingeführt, daß ein gewiſſes Inventarium bei dem Gute ſei und von dem abziehenden Pächter dem aufziehenden überliefert werden muß. Man nennt dieß eiſernes Inventarium. Die Stückzahl an Vieh, Schiff und Ge⸗ ſcit. rin reranſ nitt doni tet! glei Na wit dal ſchon ein zdiden wil, amlicheie ) die ont in der Em⸗ thümer die und Bade Landwint erechnen, klebe) rec Viele n Lintheilane I(Betriet h hier diſ als eine l geſehen ind m Betriet⸗ ſt, wit b de Capitt, en, in viele egenſtände ſee zu rea⸗ heweglichen Betrieho⸗ heidet. Viehin⸗ pital rec⸗ Betriehe⸗ So könne het, dfen ahziehenden nennt diß f und Ge⸗ — 39— ſchirr, Früchten, Futter, Strob ꝛc. iſt zu dem Ende beſtimmt; es wird jedoch durch von beiden Seiten ernannte Taxatoren das Ganze veranſchlagt und der Mehrbetrag gegen die Ueberlieferung beim An⸗ tritt wird dem abziehenden Pächter vergütet, der Minderbetrag muß von ihm erſetzt werden. Das weitere dem Pächter gehörige Inven⸗ tar heißt dann in ſolchen Fällen das Superinventar.— Ob⸗ gleich die zinſenfreie Benutzung eines ſolchen Inventars für den Pächter, beſonders den weniger bemittelten, erheblich iſt, ſo iſt doch mit der Annahme und Abgabe auch mancher Verluſt verbunden; wenn daher der Gutsherr dem Pächter hierin ferner eine Unterſtützung zu Theil werden laſſen will, ſo wäre es beſſer, es müßte ſtatt deſſen ein Pächter dem andern ein beſtimmtes unverzinßliches Capital überlie⸗ fern, welches zunächſt auf das Inventar verſichert iſt., 1) Vieh⸗Inventarium. §. 94. Das in der Wirthſchaft erforderliche Vieh beſteht theils in Arbeits⸗ und theils in Nutzvieh. 8 Das Maſtvieh rechnet man meiſtens nicht zum Viehinventarium, weil es nur vorübergehend anfgeſtellt werde, und das dazu erforder⸗ liche Capital wird zum umlaufenden gerechnet. Iſt aber die Maſtung jährlich regelmäßig wiederkehrend, ſo iſt kein Grund vorhanden, das Maſtvieh nicht zum Viehinventar zu rechnen, denn es wird dafür an anderem Nutzvieh um ſo viel weniger gehalten. Im Uebrigen wird auf das im vorigen§. Geſagte zurückgewieſen. §. 95. Welche Art von Spannvieh man waͤhlen und wie viel man deſſen halten ſoll, haͤngt von der Beſchaffen⸗ heit des Gutes und der Bewirthſchaftungsweiſe deſſelben ab. Alles Nähere hierüber im folgenden Capitel: von der Arbeit. §. 96. An Nutzvieh muß ſo⸗ viel gehalten werden, als zur Conſumtion des producirten Futters und zur Ver⸗ wandlung deſſelben, nebſt dem erbauten Stroh, in den erfor⸗ lichen Duͤnger nothwendig wird. Was fuͤr Nutzvieh man zu dem Ende waͤhlen und wie viel man von jeder Art hal⸗ ſoll, laͤßt ſich nur nach genauer Unterſuchung aller hiebei einwirkenden Verhaͤltniſſe beſtimmen. Dieſe Verhältniſſe, und die daraus abzuleitenden Regeln, kön⸗ nen erſt in der folgenden Hauptabtheilung: von der Organiſation der Wirthſchaft, weiter auseinander geſetzt werden. §. 97. Iſt fuͤr eine einzurichtende Wirthſchaft die Art und Zahl des Arbeits⸗ und Nutzviehes beſtimmt, ſo bleiben noch die Preiſe dafuͤr auszumitteln, um die Groͤße des fuͤr das Vieh⸗Inventarium erforderlichen Capitals zu kennen. Dieſe Preiſe laſſen ſich begreiflich nur nach den Localitaͤten mit Ruͤckſicht auf die vorliegende oder beabſichtigte Quali⸗ taͤt des Viehſtandes feſtſetzen. Wie ſehr dieſe Preiſe, ſelbſt in ein und derſelben Gegend, und im Durchſchnitt gerechnet, nach der Qualität der Thiere verſchieden ſind, wird aus folgender Anführung zu entnehmen ſein: hier zu Land kann man z. B. ein geringes Ackerpferd um 40 bis 50 fl. kaufen, ein gutes koſtet 150 bis 200 fl.— ein kleiner Zuchochſe koſtet im Durch⸗ ſchnitt 40 bis 50 fl. ein ſchwerer 70 bis 90 fl. und mehr— eine ge⸗ ringe Kuh 25 bis 35 fl.— eine mittelgute 40 bis 70 fl.— eine große, veredelte oder von ausländiſcher Race 80 bis 110 fl. und mehr— ein gewöhnliches Schaf von Landrace wird öfters um 4 bis 5 fl. ge⸗ kauft,— veredelte zahlt man hier zu Land, weil ſie nicht geſucht ſind, nicht theurer, während man in Nachbarländern ſie häuſig ſchon mit 6 bis 8 fl. und hochfeine in andern deutſchen Ländern, wenn auch jetzt nur noch ſelten, mit 15 bis 36 fl. das Stück bezahlt. Noch verſchiedener iſt der Preiß edler Widder, man kauft ſie an einem Orte um 20 fl. und zahlt am andern 100 fl. und mehr dafür. Mut⸗ terſchweine bezahlt man zu 15 bis 30 fl. und höher. 2) Geraͤtheinventarium. . 98. Der Bedarf an Acker⸗ und ſonſtigen Arbeits⸗ und Wirthſchaftsgeraͤthen aller Art iſt nicht nur von Groͤße Zuſammenſetzung der Wirthſchaft, ſondern auch vom Bo⸗ den, von der Lage der Grundſtuͤcke und den dazu fuͤhren⸗ den Wegen, der Wirthſchaftsweiſe, den Nebengewerbsbetrie⸗ ben und der Naͤhe der Handwerker abhaͤngig. Fr den leichten Boden ſind auch die Geräthe leichter und de⸗ ren weniger erforderlich, als in ſchwerem; wo der Boden ſteinig und n, kön⸗ ation der de Art ſobleiben edes fir mkennen. calitäten Qual- egend, und verſchieden ter zu dand kaufen, in im Durch⸗ eine ge⸗ eine große, dmehr- 85 fl. ge ſucht ſind, ſchon mit wenn auch t. Noch an einem r. Nut⸗ lrbeits⸗ Groͤße m Bo⸗ fuͤhren⸗ betrie⸗ r und de⸗ einig und — 41— die Lage bergig, die Wege ſchlecht, müſſen die Werkzeuge ſtärker und deren zur Aushülfe beim plötzlichen Zerbrechen immer einige mehr vorhanden ſeyn, zumal wenn die Handwerker nicht auf dem Gute oder ganz in deſſen Nähe zu haben ſind. §. 99. Nach der Zahl des beduͤrftigen Zugviehes(der Geſpanne) kann der Bedarf an Werkzeugen, mit Ruͤckſicht auf das im vorigen§. Angefuͤhrte, großentheils ermeſſen werden. Im Durchſchnitt ſind erforderlich: Auf zwei Geipamme(zwei⸗ oder vierſpännig) 3 vollſtändig ausgerüſtete Wagen.— Auf je 3 Pfluggeſpanne 4 Pflüge nud eben ſo viel Eggen(an einſpännigen Eggen das Doppelte; auf großen Gütern, wo das Spannvieh theils aus Pferden, theils aus Ochſen beſteht, bedarf man für die letztern in der Regel keine Eggen.— Wo man Hacken gebraucht iſt die nöthige Anzahl in gleicher Art zu berechnen, man gebraucht aber dann nur die Hälfte oder den dritten Theil an Pflügen).— Auf 2 bis 3 Pfluggeſpanne eine Walze.— Außerdem nach Beſchaffenheit der Wirthſchaft eine oder mehrere ſchwere Eggen und Walzen.— Wo ſtarker Hackfruchtbau einen oder mehrere Häufelpflüge und Cultivatoren ꝛc.— Nachdem Erde⸗ und ähnliche Fuhren häufig vorkommen, eine verhältnißmäßige Anzahl von Sturzkarren.— Das nöthige Geſchirr und Stallgeräthe für Zug⸗ und Nutzvieh geht aus deſſen Zahl eben⸗ falls hervor.— Für das kleinere Arbeitsgeräthe, wie Seuſen, Re⸗ chen, Sicheln, Spaten, Hauen, Schaufeln, Wieſengeräthe, Aexte, Ga⸗ beln, Sätücher, Wagentücher, Saͤcke, Strohſtühle, Fruchtputzmüh⸗ len, Siebe, Körbe, Dreſchflegel, Wagenwinden, Ketten, Stricke ꝛc., läßt ſich das Bedürfniß nur nach den beſonderen Verhältniſſen der Wirth⸗ ſchaft ermeſſen und hängt ſolches namentlich theilweiſe davon ab, ob das Geſinde viel oder wenig Hand bei den Erndtearbeiten, dem Dre⸗ ſchen ꝛc. anzulegen hat, oder dieſe Arbeiten durch Accordanten oder Taglöhner verrichtet werden, welche ſich das Geräthe ſelbſt zu ſtellen haben.— Der Bedarf an Bett⸗ und Leinenzeug, Küchengeſchirr ꝛc. iſt, mit Rückſicht auf die Gebräuche der Gegend, nach der Anzahl der in Lohn und Koſt ſtehenden Leute zu berechnen. §. 100. Da die einzelnen Stuͤcke des Inventars nach den Localitaͤten von ſehr verſchiedener Groͤße und Schwere ſein muͤſſen, ſolche auch in der Form verſchieden ſind, und 8 — 42— da auch in den Preiſen fuͤr Eiſen, Holz und Arbeitslohn eine Verſchiedenheit obwaltet, ſo geht daraus hervor, daß in den Anſchaffungskoſten der Juventar⸗Stuͤcke ein ſehr großer Unterſchied ſtattfinden kann. Der Unterſchied der Koſten der hauptſächlichſten Ackergeräthe in verſchiedenen Gegenden von Deutſchland iſt z. B. a) für einen vierſpännigen Wagen mit Dunghorden und doppelten Leitern........ 100 bis 150 fl. Die verſchiedenen Ketten dagu 10 ⸗ 16⸗ b) ⸗ einen zweiſpännigen Wagen mit Zugehör (ohne Kerten). 60 ⸗ 110 ⸗ 2 25 ⸗ c) ⸗ einen Pflug.. ⸗....... 8 d) ⸗- eine hölzerne einſpännige Egge 1 ⸗ 2⸗ e) ‧ eine dergleichen zweiſpännig.. 2* 7* f) ⸗ eine eiſerne einſpännige Egge.. 4 ⸗* 7 g) eine zrveiſpännige dergleichen. 6 12 ⸗ h) ⸗ eine zvveiſpännige hölzerne Walze 5 ⸗ 16 ⸗ i) ⸗ einen einſpännigen Karren 22 ⸗ 44⸗ k) ⸗ ein Pferdegeſchir.. 10 ⸗ 24 ⸗ 1) ⸗» ein Ochſengeſchirr.. 2 ⸗ 7⸗ Ausführlicheres findet man in den Werken von Koppe, Klebe, Schmalz, v. Flotow, v. Podewils u. A. §. 101. Bei der Einrichtung der Wirthſchaft iſt es von großer Wichtigkeit, daß das Geraͤthe⸗Inventarium in erforderlicher Vollſtaͤndigkeit geſtellt, und eben ſo wichtig iſt es, daß ſolches beim Fortbetriebe in dieſer Vollſtaͤndig⸗ keit erhalten werde. Mangel daran kann haͤufig einen groͤßeren Schaden zur Folge haben, als der Werth des mangelnden Stuͤcks betraͤgt. Durch die Uebernahme oder Anſchaffung eines Theils ſchon ge⸗ brauchter Geräthe kann eine nicht unbedeutende Erſpapniß in der er⸗ ſten Capilalanlage gemacht werden. §. 102. Ein den eigentlichen Bedarf bedeutend uͤber⸗ ſteigendes Inventarium zu ſtellen, verurſacht eine unnoͤ⸗ thige Erhoͤhung der Capitalanlage. au eitslohn or, daß ei ſeht wzeräthe i doppelen bis 150 : 16 ¹ 110: 4 B: 21 4: 4 1: 6 1: ⸗ 16: 3 44) : 24 74 ppe, Klebe, aſt iſt es arium in wichtig lſttaͤndig⸗ ig einen erth des ſchon ge⸗ in derer⸗ end über, mne unni⸗ — 43— §. 103. In wie weit es rathſam iſt, durch Anſchaf⸗ fung von arbeitserſparenden, nicht fuͤr gewoͤhnlich uͤblichen Maſchinen das Capital des Geraͤthe⸗Inventars zu erhoͤ⸗ hen, laͤßt ſich nur nach umſichtiger Erwaͤgung der Local⸗ verhaͤltniſſe und nach anzuſtellenden hierauf geſtuͤtzten ge⸗ nauen Berechnungen entſcheiden. So gut wie eine zweckmäßige Wahl ſolcher Maſchinen, z. B. Extirpatoren, Sämaſchinen, Dreſchmaſchinen, Häckſelmaſchinen ꝛc. vielen Vortheil bringen kann, und ſchon öfters gebracht hat, ebenſo iſt ſchon öfters auf Maſchinen unnöthiger Weiſe vieles Geld verſchwen⸗ det worden. §. 104. Die jaͤhrliche Abnutzung und die Ko⸗ ſten der Unterhaltung der Geraͤthe haͤngen in aͤhnli⸗ cher Art von den Localitaͤten ab, wie die der Anſchaffung; abgeſehen davon aber auch von der Vollſtaͤndigkeit des In⸗ ventars. §. 105. Wird ein vollſtaͤndiger jedoch nicht uͤbertrie⸗ ben ſtarker Beſtand vorausgeſetzt, ſo betragen die jaͤhrlichen Koſten der Unterhaltung, einſchließlich der Abnutzung, im Durchſchnitt ohngefaͤhr den nachbemerkten Antheil vom An⸗ ſchaffungscapitale: bei den Wagen und Karren 15 bis 20 Procent; bei den Pfluͤgen 30 bis 36 Procent; bei den hoͤl⸗ zernen Eggen 25 bis 33 Procent; bei eiſernen Eggen 15 20 Procent; bei Walzen 12 bis 20 Procent; bei den uͤbri⸗ gen Geraͤthen 12 bis 25 Procent. Im großen Durchſchnitt kann die Abnutzung und Unterhaltung des Gerätheinventars zu 15 bis 25 Procent vom Anſchaffungs⸗Capi⸗ tale angeſchlagen werden.— Koppe rechnet 20 Procent, Klebe nur 15. 3) Saaten⸗Inventarium. §. 106. Wir rechnen zunaͤchſt hierher den fuͤr ein Jahr erforderlichen Bedarf an Saatfruͤchten, welcher ſich aus der eingefuͤhrten Fruchtfolge und der landuͤblichen —— ᷣ—— —- 44— Staͤrke der Ausſaat, in Geld aber nach den Durchſchnitts⸗ preiſen der Fruͤchte, oder im gegebenen Fall auch nach dem augenblicklichen Stande der Preiße, berechnet. Bei Pachtungen wird häufig ein gewiſſes bereits ausgeſtelltes Seaten⸗Inventar übergeben, das entweder der antretende Pächter im Betrag der Saatfrucht oder auch einſchließlich der Beſiellungskoſten bezahlen muß, oder das er als eiſernes Inventarium unverzinslich bekömmt, indem er uur das überhin ausgeſtellte vergütet. Iſt die Uebergabe im Sommer, ſo wird auch wohl der Ertrag abgeſchätzt und der Mehr⸗ oder Minderwerth gegen die Abſchätzung beim Antritt muß von der einen oder andern Seite erſetzt werden(ſ.§. 93.) Daß die für die erſte Beſtellung nothwendige Düngung ſtreng genommen auch zum Inventarium gerechnet werden ſollte, iſt ſchon§. 93 angedeutet worden. Auf jeden Fall macht es für den antretenden Bewirthſchafter einen großen Unterſchied, in wie weit er Dünger (auf dem Hofe oder im Felde) mit erhält oder nicht. II. Das umlaufende Capital. §. 107. Auf die Groͤße desjenigen Theils des Be⸗ triebscapitals, welchen wir das umlaufende Capital nen⸗ uen(§. 92.), iſt die Art des Wirthſchaftsbetriebs, die Zeit des Antritts und der Zuſtand, in welchem ſich das Gut befindet, von dem weſentlichſten Einfluſſe. §. 108. Der ohngefaͤhre Betrag der im Geringſten beduͤrftigen Summe laͤßt ſich annaͤhrend ausmitteln, wenn man den einjaͤhrigen ordentlichen baaren Geldaufwand be⸗ rechnet und dazu noch den Betrag der Beduͤrfniſſe zum Unterhalt von Arbeitsleuten und Vieh zaͤhlt, welche vom Beginn der Wirthſchaft an ſo lange angekauft werden muͤſ⸗ ſen, bis ſie ſelbſt producirt worden ſind. Iſt der Wirthſchaftsbetrieb von der Art, daß bald nach ſeinem Beginne ſchon anſehnliche Verwerthungen von Erzeugniſſen eintreten, wie beim Baarverkauf der Milch, ſo kann dafür an der auf die eben angegebende Art berechneten Summe wieder ein verhältnißmäßer Ab⸗ zug gemacht werden; dagegen wird man aber auch niemals ſich irren, ode ble ken fehl -ℳ 161¹ titbe d d5 b di tionet hnitts⸗ ch dem geſteltes äcßterin ngskoſten erzinlih Iſt di hät und 1 Autrit 33) ng ſtten) t ſchon ntretenden r Dänger des Be⸗ al nen⸗ die geit 6 Gut ngſten wenn id be⸗ e zum vom muͤſ⸗ ſeinen utreten, die eben ſer A⸗ jirnen, — 45— wenn man fuͤr unvorhergeſehene Zufälle und als baaren Eaſſenvorrath nach eine verhältnißmäßige Summe zuſetzt. §. 109. Wenn es wichtig iſt, das Inventarium dem Erforderniſſe gemaͤß herzuſtellen(§. 101.), ſo iſt es von noch groͤßerer Wichtigkeit fuͤr den Erfolg der Bewirthſchaf⸗ tung eines Guts, im Beſitze eines zureichenden Betriebs⸗ capitals im engeren Sinne zu ſeyn. Ohne dieſes hinkt, oder ſtockt der Betrieb auf allen Punkten und der Ertrag bleibt weit hinter dem Moͤglichen zuruͤck. Lieber ſoll derjenige, welcher ſich im Betriebscapitale einzuſchrän⸗ ken genöthigt iſt, es an der Vollſtändigkeit des Inventariums etwas fehlen laſſen, als ſich in dem umlaufenden Capitale zu ſehr ſchwächen. — Uebrigens vermögen höhere Intelligenz und perſönlicher Credit des Wirthſchafters die Nachtheile des Mangels an zureichendem Be⸗ triebscapitale bis zu einem gewiſſen Belange wieder auszugleichen. Daß eine unvortheilhafte Ueberſchreitung auch bei dieſem Theile des Betriebscapitals ſtattfinden könne, bedarf kaum der Anführung. Die Größe des Betriebscapitals findet in der natürlichen Produe⸗ tionskraft des Bodens ihre Gränze. III. Groͤße des Betriebscapitals. §. 110. Daß ſich keine feſten Verhaͤltnigzahlen fuͤr den Betrag des Betriebscapitals ein fuͤr allemal aufſtellen laſſen, iſt aus dem bisher Angefuͤhrten erſichtlich; indeſſen laſſen ſich doch unter beſtimmten Vorausſetzungen gewiſſe allgemeine Andeutungen fuͤr die Beurtheilung der Groͤße des hierfuͤr beduͤrftigen Capitals geben. §. 111. Man darf zu dem Ende annehmen, daß das ſtehende Betriebscapital(das Inventar) in der Regel mehr als das Doppelte, haͤufig aber das drei⸗ und vierfache der Grundrente(des Pachtgelds) betraͤgt, das umlaufende Ca⸗ pital aber ſich wenigſtens ſo hoch als die Grundrente, in den meiſten Faͤllen aber hoͤher als dieſe, und ſelten gerin⸗ ger, als zur Haͤlfte des ſtehenden Capitals belaͤuft. Das ganze Betriebscapital wird alſo in der Regel uͤber dem drei⸗ —. 46— fachen, öfters aber zu dem fuͤnf⸗ bis ſechsfachen Betrage der Grundrente und zuweilen noch hoͤher anzunehmen ſeyn. In England rechnet man, nach Sinclair, Thär u. A., das ſieben⸗ bis neunfache von der Grundrente, in gewiſſen Fällen noch bedeutend mehr. In Deutſchland wird das Betriebscapital die Grundrente unicht leicht um mehr als das ſiebenfache überſteigen; daß man aber häufig bedeutend weniger annimmt und auch ſcheinbar gebraucht, hat, abgeſehen von abſolutem Mangel an Capital, von wohlfeiler Ueber⸗ nahme des Inventars und Ueberlieferung von Stroh, Futter und Dünger, zunächſt darin ſeinen Grund, daß man ſelten im erſten Jahre das vollſtändige Inventarium ſogleich hinſtellt, ſondern ſolches erſt nach und nach anwachſen läßt, indem man in den erſten Jahren einen geringeren oder ſelbſt keinen Ertrag erhält, welcher Ausfall aber zu dem Betriebscapital noch nachträglich gerechnet werden muß. Daß das Betriebscapital für techniſche Gewerbe, wie Brant⸗ weinbrennerei ꝛc., für ſich gerechnet werden muß und alſo in obigen Rechnungen nicht mitbegriffen ſein kann, verſteht ſich von ſelbſt.— Dagegen iſt unter Grundrente nur der Ertrag des Grund und Bo⸗ dens, ſo weit er durch den landwirthſchaftlichen Betrieb genutzt wird, verſtanden; der Ertrag aus Waldungen, Gerechtſamen(Zehnten ꝛc.) kann hiebei nicht in Rechnung kommen, indem dazu keine Betriebs⸗ capitalanlage, oder wenigſtens nur eine verhältnißmäßig ſehr geringe, erforderlich iſt. IV. Verzinſung des Betriebscapitals. §. 112. Man nimmt gewoͤhnlich an, daß von den in den Betrieb von Gewerben angelegten Capitalien um ſo hoͤhere Zinſen verlangt und gerechnet werden muͤßten, je mehr Gefahr vorhanden ſei, daß von dem angelegten Ca⸗ pitale ein Theil oder ſelbſt das Ganze verloren gehen koͤnne. In Folge dieſer Vorausſetzung rechnet man daher auch, daß von dem bei der Bewirthſchaftung eines Landgutes angelegten Betriebscapitale hoͤhere Zinſen bei der Ertrags⸗ berechnung angenommen werden muͤſſen, als von dem im Grund und Boden enthaltenen Capitale. Jetrage d ſehn. das ſeben bedenten Grundrene man ahe raucht,ſ iler Ueber Futter w rſten Iaſe ſolches in ahren eine fall aber uß. wie Bran⸗ win obiga n ſelbſt.- d und B⸗ enutt wit, Zehnten u.) Betrielt⸗ ehr geringe s. den in n um ſo ßten, je zten Ei⸗ en kuͤnne zer aulh andgutts Ertrags⸗ dem in — 47— Man macht auch wohl noch einen Unterſchied zwiſchen dem Zinß⸗ ſuß für das im Inventarium enthaltene Capital und dem für das umlaufende, indem man den letzteren wegen des noch groͤßeren Riſi⸗ cos auch noch höher, als den andern rechnet.— Gewöhnlich wird die Verzinſung des ſtehenden Betriebscapitals(Juveutariums) um die Hälfte und die des umlaufenden um das doppelte der Rente an⸗ genommen, welche man in den gegebenen Localitäten vom Grundcapi⸗ tale zu erwarten berechtigt ſein darf. Da dieſe in den meiſten Fällen (ſ.§. 73.) zu 4 bis höchſtens 5 Procent gerechnet werden kann, ſo wäre alſo die vom Inventarium zu 6 bis 7 ½, und die vom umlaufenden Capitale zu 8 bis 10 Procent anzunehmen. §. 113. Da jedoch das Riſico fuͤr das landwirthſchaft⸗ liche Betriebscapital bei der unendlichen Verſchiedenheit in den Localitaͤten nicht uͤberall gleich ſein kann, ſo iſt es ſchon deßhalb rathſamer, das Riſico nach Moͤglichkeit in Durchſchnittszahlen zu beſtimmen, dieſe unter dem Aufwand mit in Anrechnung zu bringen, dann aber von dem Be⸗ triebscapitale auch nur den landuͤblichen Zinßfuß von Ca⸗ pitalien anzunehmen, welche mit maͤßiger Sicherheit ange⸗ legt ſind. Ueberdieß wird dieſe Berechnungsweiſe zu klareren Anſichten über das Riſico führen, als wie jene. §. 114. Mit Recht wird jedoch vorausgeſetzt, wenn ſolche Berechnungen Behuf eines Kaufes oder Pachtes un⸗ ternommen werden, daß das Gut auf eine Weiſe bewirth⸗ ſchaftet werde, welche von dem landuͤblichen Gebrauche nicht weſentlich abweicht. 4 Der höhere Ertrag, welcher bei einer mit höherer Einſicht und mehr als gewöhnlicher Intelligenz betriebenen Bewirthſchaftung ſich erzielen läßt, iſt nur als Belohnung für die angewendete größere In⸗ telligenz anzuſehen. Ein guter Pächter darf daher mit Recht voraus⸗ ſetzen, daß die höheren Zinſen, welche durch ſeine beſondere Intel⸗ ligenz für ſein angelegtes Betriebscapital ſich berechnen, ihm gebühren, ſobald er ein dem Grundwerthe des Gutes entſprechendes Pachtgeld bezahlt. — 48— Viertes Capitel. Die Arbeit. §. 115. Die bei dem Betriebe der Landwirthſchaft ge⸗ wonnenen Producte ſind zwar nicht einzig als Erfolg der dabei angewendeten Arbeit zu betrachten, indem die auf das Leben und Gedeihen der organiſchen Koͤrper einwir⸗ kenden Naturkraͤfte an der Erzeugung der Producte des Landbaues großen Antheil haben; die Arbeit iſt und bleibt aber doch das Mittel, mit Huͤlfe dieſer Naturkraͤfte gerade diejenigen Producte in groͤßt moͤglicher Menge zu bauen, welche unter den gegebenen Localitaͤten erzielt werden muͤſſen, wenn ein befriedigender Reinertrag von dem beſitzenden Boden irgend in der Abſicht liegt. §. 116. Denn Alles, was dem Boden abgewonnen und zu einem nutzbaren Zwecke verwendet werden ſoll, ſeien es auch nur Pflanzen, welche ohne das Zuthun der Men⸗ ſchen auf ihm vegetiren, erfordert Arbeit. Je nachdem dieſe Arbeit verſtaͤndig und in hinreichendem Maaße angewen⸗ det wird, iſt die Production hoͤher oder geringer. Jede Arbeit erfordert einen Aufwand an Producten oder Geld; dieſer Aufwand kann aber durch zu treffende Einrichtungen bei dem gleichen Maaße von Arbeit verſchieden ſein. Aus dem Allem folgt, daß der Ertrag einer Wirthſchaft in ho⸗ hem Grade von der aufgewendeten Arbeit und den dadurch entſtandenen Koſten abhaͤngig iſt. 1 §. 117. Zur naͤheren Betrachtung dieſes Gegenſtandes handelt das Capitel daruͤber: 1) von den Verhaͤltniſſen, welche den Preis der Arbeit beſtimmen; 2) von den all⸗ gemeinen Huͤlfsmitteln zu Ermaͤßigung der Koſten der Ar⸗ beit; 3) von dem Erforderniſſe der Arbeitskraͤfte und ih⸗ rer Anſchaffung, und 4) von den Koſten der Arbeiten im Einzelnen. ſchnſt Erfolg de die u r einvir ducte d und blatt ifte gerde zu baua, en müſe, beſitende gewonnen ſoll, ſein der Ma⸗ hdem dieſe angewen⸗ er. Jede er Geld; chtungen n. Aus ft in ho⸗ dadurch enſtandes lltniſe den al⸗ der Ar⸗ e und i⸗ eiter im — 49— 1. Preiß der Arbeit im Allgemeinen. §. 118. Sobald der Arbeiter das Produet der Arbeit nicht ſelbſt genießt, ſondern ſolche fuͤr einen anderen ver⸗ richtet, ſo erhaͤlt er von dieſem dafuͤr eine Belohnung, deren Preiß ſich theils nach dem Werthe der Arbeit fuͤr den Eigenthuͤmer, theils nach anderen einwirkenden Ver⸗ haͤltniſſen richtet, als da ſind: Anbot und Begehr von Ar⸗ beitern, Preiße der Lebensbeduͤrfniſſe, Maß der Geſchick⸗ lichkeit und Kraft, welche zu der Arbeit erforderlich ſind. §. 119. Ob die um Lohn ſſich darbietenden Arbeits⸗ kraͤfte den Bedarf uͤberſteigen und dadurch der Preiß der Arbeit ermaͤßigt wird, oder dieſer wegen groͤßerem Begehr als Anbot hoͤher ſteht, haͤngt ab: von der Vertheilungs⸗ und Benutzungsweiſe des Bodens, der Bevoͤlkerung und den anderweitigen Gelegenheiten zu Verdienſt, welche ſich dem Arbeiter darbieten. Da der Bedarf an Arbeitskräften beim Landbau nicht ſo wechſelt, wie öfters bei Fabriken, ſo kommen auch große Ver⸗ änderungen im Anbot und Begehr, ſowie ſtörende Mißyverhält⸗ niſſe ſelten dabei vor. Freilich aber muß bei der Wahl der Bewirth⸗ ſchaftungsweiſe das Anbot von Arbeitskräften ſehr berückſichtigt werden. §. 120. Die Preiße der nothwendigſten Lebensbeduͤrf⸗ niſſe ſind von bedeutendem Einfluße auf die Arbeitspreiße, indem der Arbeiter vor Allem genaͤhrt und gekleidet ſeyn muß, um arbeitstauglich zu ſeyn. Es ſtehen deßhalb die Arbeitspreiße in der Regel in einem gewiſſen Verhaͤltniſſe mit den Brodpreißen. Verdient der Arbeiter nur ſo viel, als er zur täglichen Nah⸗ rung in einem Maaße bedarf, welches nöthig iſt, um arbeitstüchtig zu bleiben, ſo kann er damit auf die Dauer nicht exiſtiren, indem er auch noch ein Bedürfniß an Kleidung, Heitzung ꝛc. zu befriedigen hat, und in der Regel auch zu Erhaltung einer Familie noch etwas erübrigen muß.— Arbeiten dennoch unter vielen Verhältniſſen die Arbeiter ſo billig, daß ſie ihren vollſtändigen Lebensunterhalt damit nicht auf die Dauer beſtreiten können, und beſtehen dabei demohnge⸗ Pabſt Landwirthſchaft II. 2, 4 — 50— achtet, ſo hat dieß in der Regel ſeinen Grund in dem Beſitze von etwas Laud, welches ſie in den Feierſtunden bearbeiten oder von ih⸗ ren Frauen und Kindern bearbeiten laſſen, und worauf ſie einen Theil ihrer Lebensmittel erziehen; ſie haben auch häufig Gelegenheit, das Futter für eine Kuh zuſammen zu ſuchen, oder ſie haben ſonſt Ge⸗ legenheit zu Nebenverdienſt. Leider giebt auch ein im Kleinen be⸗ triebener Diebſtahl, ſey es auch nur an Futter und Holz, bei ſolchen Leuten zuweilen ein weiteres Subſiſtenzmittel. Uebrigens iſt in Bezug auf das Verhältniß des Taglohus zum Brodpreiße vorauszuſetzen, daß von letzterem nur im Durchſchnitt ge⸗ wiſſer Zeitperioden die Rede ſeyn kann, denn nur erſt wenn die Preiße des Brodes anhaltend lange ungewöhnlich hoch oder niedrig ſtehen, pflegt dieß einen Einfluß auf die Arbeitspreiße auszuüben, und wenn ein Theil der Ablohnung in Naturalien ſtatt findet, ſo bleibt ſich auch bei anhaltenden Preißveränderungen der außerdem zu verabreichende Geldlohn gewöhnlich ganz gleich. §. 121. Je mehr Geſchicklichkeit und Kraft zu Ver⸗ richtung einer Arbeit erforderlich ſind, und je hoͤher der Werth der Gegenſtaͤnde iſt, welche dem Arbeiter dabei an⸗ vertraut werden muͤſſen, um ſo hoͤher wird in der Regel der Arbeiter belohnt. Der Pferdeknecht erhält mehr als der Schweinhirte, der Frucht⸗ mäher mehr als der Miſtauflader. §. 122. Aus dem Allem folgt, daß die Preiße fuͤr die in gleicher Zeit von derſelben Perſonenzahl verrichteten einzelnen Arbeiten nicht immer gleich ſeyn koͤnnen, daß auch fuͤr die gleichen Arbeiten nach Verſchiedenheit der Localitaͤten ein Preißunterſchied ſtatt findet, ſo wie daß die Arbeitspreiße mit der Zeit ſich veraͤndern koͤnnen. Ueber die Umſtände, welche die Koſten der Spannarbeit beſtim⸗ men, ſ. die Abth. IV. dieſes Capitels. II. Allgemeine Huͤlfsmittel zur Ermaͤßigung der Arbeitskoſten. §. 123. Wir zaͤhlen hierher die Theilung der Arbeit und den Gebrauch von Maſchinen. eite ven don ih⸗ lhenhel heit, das ſonſt Ge lleinen ho bei ſolchen lohus zu ſchnitt ge⸗ wenn die er niedrig uszuüben, findet, ſo zerdem z zu Ver⸗ oͤher de dabei an⸗ er Regel der Frch eiße fr richteten en, daß heit der wie daß en. it beſtim⸗ ung der er Arbet — 51— §. 124. Theilung der Arbeit heißt: die verſchie⸗ denen einzelnen Arbeiten anhaltend durch die naͤmlichen Perſonen verrichten zu laſſen, wodurch dieſe eine groͤßere Fertigkeit erlangen und aus dieſem Grunde mehr leiſten, als wenn ſie in der Art der Arbeitsverrichtung haͤufig wechſeln muͤſſen. §. 125. Kann auch bei der Landwirthſchaft wegen des beſtaͤndigen Wechſels, in welchem ein großer Theil der Ar⸗ beiter nach einander folgt und wiederkehrt, dem Princip der Theilung der Arbeit bei weitem nicht in dem Maße entſprochen werden, wie bei Fabriken; ſo iſt es doch auch bei dem landwirthſchaftlichen Betriebe bis zu einem gewiſ⸗ ſen Grade moͤglich und nuͤtzlich, viele Arbeiten, ſo lange als ihre Verrichtung dauert, und ſo oft ſie wiederkehrt, durch dieſelben Perſonen, oder auch Arbeitsthiere, verrich⸗ ten zu laſſen, und deßhalb darauf Bedacht zu nehmen, das Wechſeln in den Arbeitsverrichtungen der Menſchen und des Zugviehes nach Moͤglichkeit zu vermeiden. Je größer die Güter ſind, um ſo mehr kann auf Theitung der Arbeit Bedacht genommen werden. §. 126. Auch der Gebrauch von Maſchinen iſt bei der Landwirthſchaft, Behufs der Arbeitserſparniß, nicht in gleichem Grade vortheilbringend, wie bei Fabriken, was auch zunaͤchſt wieder ſeinen Grund in der Mannigfaltig⸗ keit der Arbeiten, ihrem haͤufigen Wechſel und der Ver⸗ ſchiedenheit der Localverhaͤltniſſe bat. Indeſſen gibt es bereits eine Menge arbeitserſparender Maſchinen, deren Nutzen unter gewiſſen Verhaͤltniſſen ſich bewaͤhrt hat, und ſicher wird ſich ihre Zahl mit der Zeit noch vermehren. Es muß nur bei der Wahl von Maſchinen mit Umſicht und Sachkenntniß zu Werke gegangen werden(ſ.§. 103.). Wir brauchen nur die Werkzeuge zu Bearbeitung der Hack⸗ früchte, den Exſtirpator, die Dreſch⸗, Säe⸗ und Häckſelſchneidmaſchi⸗ nen und andere hier namhaft zu machen, und ſelbſt die Anwendung 4* — 52— des Pflugs an der Stelle der Handarbeit kann als Anwendung einer Maſchine angeſehen werden. Auch von den Maſchiunen gilt, in Bezug auf größere Güter, was in der Anmerkung des vorigen§. über die Theilung der Arbeit ge⸗ ſagt iſt. Durch dieſe beiden Hülfsmittel muß der größere Landwirth zu erſetzen ſuchen, was der kleinere durch derſönliche Theilnahme an den Arbeiten zum Voraus hat. III. Anſchaffung der noͤthigen Arbeitskraͤfte. §. 127. Die Arbeiten bei der Landwirthſchaft werden verrichtet entweder durch Menſchen allein, oder durch dieſe mit Beihuͤlfe thieriſcher Kraͤfte. Wir unterſcheiden deßhalb zwiſchen Hand⸗ und Spannarbeit. 1) Handarbeit. §. 128. Die Arbeitsleute bei dem Landbau ſind ent⸗ weder beſtaͤndige(Jahresloͤhner, Geſinde), oder ſie werden nur nach dem jedesmaligen Beduͤrfniße in Arbeit genommen(Tagloͤhner, Stuͤckarbeiter)— und da es in manchen Gegenden noch gezwungene Arbeiter zu den Guͤtern gibt, ſo bleiben die Frohndarbeiter noch be⸗ ſonders in Betracht zu ziehen. a) Jahresloͤhner(Geſinde). §. 129. Jahresloͤhner werden zunaͤchſt fuͤr ſolche Ar⸗ beiten gemiethet, welche das ganze Jahr hindurch fortgehen, wie die Wartung des Viehes, die Arbeiten mit dem Ge⸗ ſpanne, die Beſorgung des Haushaltes ꝛc. Sie erhalten Bekoͤſtigung oder die Naturalien dazu und einen beſtimm⸗ ten Jahreslohn(§. 132). Man brancht nur die Größe des Capitals zu betrachten, welches man im Viehſtande den Wärtern anvertrautz, ſowie die Wichtigkeit, daß die Pflege regelmäßig und ſorgfältig ſey, um die Nothwendigkeit zu erkennen, dafür beſondere, ganz von dem Wirthſchafter abhängige und auf dem Hofe beſtändig anweſende Leute zu haben. ag einer itet, das Arbeit Ne Landuitt lnahme an eafte. twerden urch dieſe deßhalb ſind ent⸗ odet ſe in Arbeit id da t r zu den noch be⸗ iche Ar⸗ gehen, im Ge⸗ rhalten eſtimm⸗ trachten, owie die ſey, um von dem ende Leute — 53— §. 130. Das geringſte Beduͤrfniß an Geſinde iſt das⸗ jenige, welches zur Pflege des Nutz⸗ und Spannviehes, abgeſehen vorerſt von den Arbeitsverrichtungen mit letz⸗ terem, erforderlich iſt; dazu koͤmmt das fuͤr die Beſorgung des Haushaltes erforderliche weibliche Geſinde und in groͤ⸗ ßeren Wirthſchaften fuͤr verſchiedene Arbeiten der inneren Wirthſchaft noch ein beſonderer Hofknecht. Mau rechnet bei der Stallfütterung auf 15, zuweilen bis 20 Kühe oder auf 25— 30 Stück Jungvieh einen Viehwärter, oder auf 10— 14 Kühe eine Magd; auf 10—15 Maſtochſen einen Waͤrter; auf 30— 60 Schweine verſchiedenen Alters eine Perſon.— Die Zahl der auf einen Schäfer zu rechnenden Schafe hängt in hohem Grade von der Beſchaffenheit der Weiden und Zuſammenſetzung der Schä⸗ ferei ab; als Durchſchnitt iſt auf 200— 400 Stück Schafvieh ein Schäfer zu rechnen. Näheres über alles dieß bei der Abtheilung von der Viehzucht.— Auf 4 Zugpferde oder 8 Zugochſen rechnet man wenigſteus einen Knecht, welcher jedoch auch noch mit dem Ge⸗ ſpann arbeitet. Bei Wechſelochſen, wofür bloß ein Knecht zur Füt⸗ terung gehalten wird, ſind einem ſolchen 20 u. mehr Stück zugetheilt. Im Haushalte bedarf man in der Regel auf 8 bis 10 Perſonen eine Magd, vorausgeſeßt, daß dieſe beim Vieh keine Arbeiten zu beſorgen hat.— Das Aufſichtsperſouale kömmt bei der Abtheilung von der Direction der Wirthſchaft zur Sprache. Die für techniſche Gewerbe nöthigen Arbeiter können nur nach Maßgabe des Betriebs beſtimmt werden.— Auf größeren Gütern hat man häufig auch beſondere Schmiede und Waguner. §. 131. Ob man wohl daran thut, die Geſindehal⸗ tung uͤber das abſolute Beduͤrfniß auszudehnen, ſo daß man, wie haͤufig geſchieht, ſoviel Knechte haͤlt, als fuͤr gewoͤhnlich zu den Spannarbeiten erforderlich ſind, alſo auf je 2 Pferde, oder ſelbſt auf je 2 Ochſen einen Knecht, und daß man durch dieſes Geſinde auch einen Theil der ſonſtigen Handarbeiter wie Maͤhen, Dreſchen ꝛc. verrich⸗ ten laͤßt—, oder o ann beſſer daran thut, ſtatt deſſen jenes Beduͤrfniß dura, ggloͤhner oder Accordarbeiter aus⸗ zugleichen, haͤngt zwar naͤchſt davon ab, ob man die Ar⸗ 8 beiter der letztern Art in erforderlicher Qualitaͤt und Quan⸗ titat haben kann, und dann, wie ſich der Preiß der Arbei⸗ ten auf die eine oder andere Weiſe berechnet. Es liegt aber in der Natur der Sache, daß die Geſindehaltung um ſo unvortheilhafter iſt, je weniger man das Geſinde das ganze Jahr hindurch mit Arbeiten beſchaͤftigen kann, deren Werth mit den Koſten der Unterhaltung deſſelben im Ver⸗ haͤltniß ſteht. Da wondie Tag⸗ und Stückarbeiter nicht ſchlecht und unzuver⸗ läſſig, oder nicht zu weit entfernt ſind, thut man in der Regel wohl, nur bis zum abſoluten Bedürfniſſe Geſinde zu halten, denn wenn man ſämtliche Koſten des Geſindes aunf ſeine Arbeitstage, vertheilt, ſo ſtehen die durch das Geſinde verrichteten Arbeiten, namentlich dieje⸗ nigen, wozu man es bei ſtarker Geſindehaltung außer den Spann⸗ arbeiten mitverwenden muß(Dreſchen im Winter ꝛc.), faſt immer höher, als die im Taglohn oder Accord verrichteten Arbeiten zu ſte⸗ hen kommen. §. 132. Das Geſinde wird entweder nach gewiſſen, zunaͤchſt auf dem Herkommen und dem Landesgebrauche beruhenden Normen in dem Haushalte der Wirthſchaft in Koſt, Getraͤnke, Wohnung ꝛc. unterhalten, oder es wird Jemanden(einem Oberknechte, Speiſemeiſter ꝛc.) unter Be⸗ dingungen zur Speiſung in Accord gegeben, oder es erhaͤlt ein gewiſſes Deputat an Naturalien und Geld, um dann fuͤr ſeinen Unterhalt ſelbſt zu ſorgen. In den erſten beiden Fällen iſt es meiſtens unverheurathetes Ge⸗ ſinde, im letztern Falle iſt es öfters verheurathet. §. 133. Welche dieſer Unterhaltungsweiſen die vor⸗ theilhaftere ſey, haͤngt großentheils von den beſonderen Verhaͤltniſſen ab, indeſſen darf im Allgemeinen angenom⸗ men werden, daß bei kleineren Guͤtern, wo der Eigenthuͤ⸗ mer oder Paͤchter ſich im Speciellen um den Haushalt bekümmern kann und eine tuͤchtige Hausfrau dieſen beſorgt, das erſtere,— bei Adminiſtrationen und uͤberhaupt bei der taud OQuan⸗ Anbei⸗ Es lig tung um inde das in, deren im Dar d unzuver wohl, unr wenn um ttheilt, ſo tlic dieje en Spann⸗ faſt inmer ten zu ſt⸗ gewiſer, gebrauce ſchaſt i es wird nter Be⸗ g erhaͤlt m dann etes Ge⸗ ie vor⸗ ponderen ngenon⸗ igenthü⸗ haushal beſotgt, f bei der — 55— Bewirthſchaftung großer Guͤter eins der beiden letzteren den Vorzug verdiene. Die Leute theils ſelbſt zu beköſtigen, theils zu deputatiſtren, taugt am wenigſten. b) Tag⸗ und Stuͤckarbeiter. §. 134. Alle dem Geſinde nicht zugetheilten Arbeiten, alſo die meiſten oder ſelbſt alle eigentlichen Handarbeiten, werden, mit Ausnahme der kleinen Wirthſchaften, durch Tagloͤhner oder Accordarbeiter verrichtet. §. 135. Fuͤr alle nur einigermaßen bedeutende Wirth⸗ ſchaften iſt es bei weitem vorzuziehen, die vorkommenden Handarbeiten, namentlich alle Hauptarbeiten, wie Erndte⸗ arbeiten, Dreſchen ꝛc., ſtatt ſie im Taglohn verrichten zu laſſen, wo es nur immer thunlich iſt, in Accord(Verding) zu geben, indem hierdurch die Arbeiter angetrieben ſind, ihres eigenen Intereſſes halber, fleißig zu arbeiten, wodurch ſie verhaͤltnißmaͤßig mehr, als im Taglohn verdienen, und die Arbeit den Eigenthuͤmer dennoch wohlfeiler zu ſtehen koͤmmt; ein richtiges Verhältniß im Accordspreis voraus⸗ geſetzt. Ueberhaugt wird der pbyſtſche und moraliſche Zuſtand der in ihrer Wichtigkeit nur zu oft verkannten und nicht genug beachteten arbeitenden Claſſe durch die Einführung der Accordarbeit an der Stelle des Taglohns gehoben. S. Koppe, Anleitung ꝛc. 1r Bd. §. 136. Bei dem Arbeiten im Accord iſt beſonders darauf zu achten und beim Abſchließen des Accords vor⸗ zuſehen, daß die Arbeiten auch in erforderlicher Qualitaͤt ausgefuͤhrt werden. Wo die Arbeitsleute nicht an Accordarbeit gewöhnt ſind, iſt es gewöhnlich für den Aufang ſchwer, ſie dazu zu bringen, und man muß zu dem Ende einige Opfer nicht ſcheuen.— Sind ſie ſehr ſchlecht und faul, ſo kann dieß die Urſache werden, daß die Einfüh⸗ rung des Accordarbeitsweſens unterbleiben muß. §. 137. Die Accordarbeiten werden entweder um baa⸗ ren Geldlohn oder theilweiſe oder ganz fuͤr eine Ratural⸗ — 56— verguͤtung, oder auch, wie oͤfters bei der Erndte und dem Dreſchen, um einen Antheil verrichtet. §. 138. Die eine oder die andere Art von wenigſtens theilweiſer Ablohnung in Naturalien hat fuͤr ſich, daß der Arbeitspreiß mehr mit den Preißen der Hauptproducte im Verhaͤltniß ſteht, und daß eine geringere baare Geldvorlage erforderlich iſt. Die Accordarbeitsleute erhalten auch öfters etwas Land, um Kartoffeln, Gemüſe, Flachs für ſich zu erzielen, was ſie durch Arbeiten abverdienen oder wofür ſie um wohlfeilere Preiße arbeiten(§. 142). §. 139. Bei den im Taglohn verrichteten Arbeiten iſt eine unausgeſetzte Aufſicht erforderlich, ſowohl in Bezug nuf den Fleiß der Arbeiter und die Einhaltung der Arbeits⸗ ſtunden, als auf die Qualitaͤt der Arbeit. §. 140. Die Feſtſetzung der Stunden fuͤr die taͤgliche Arbeit richtet ſich nach der Jahreszeit und dem Gebrauche der Gegend.— Im Sommer rechnet man gewoͤhnlich 10 ½ bis 12, im Herbſt und Fruͤhjahr 9 bis 10 ½, und im Winter 7 bis 9 Arbeitsſtunden fuͤr den Tag. §. 141. Die Ablohnung der Tagloͤhner geſchieht ent⸗ weder in Geld allein, oder ſie erhalten die Koſt neben ei⸗ nem geringeren Geldlohn. Das letztere kann nur in klei⸗ neren Wirthſchaften raͤthlich ſeyn und iſt in groͤßeren nur zu billigen, wenn es wegen großer Entfernung des Wohn⸗ orts der Tagloͤhner nicht moͤglich iſt, eine andere Abloh⸗ nungsweiſe einzufuͤhren. Auch die Taglöhner erhalteu an manchen Orten Land und an⸗ dere Emolumente und arbeiten dafür billiger. An manchen Orten erhalten ſie zu dem Geldlohn blos etwas Beſtimmtes an Getränke und Brod, oder auch nur an erſterem. §. 142. Ein Haupterforderniß bei jeder Art der Ab⸗ lohnung und Einrichtung bleibt, ſich einer hinreichenden Zahl von Arbeitern fuͤr die Hauptarbeiten, namentlich die Erndte, möͤglichſt zu verſichenx.. - fein abeit olne dumi erſo etwe der hig üibe eile und ( berij ſeſeh verth heend Zeit beſor nich Ih ſohſ bran ub rng ti vehl heir dalt läſſe Gii ſch Kei ſee fele me nd dem erigſtens daß der ducte in dvorlag tand, m HArbeit (.t) beiten i n Veug Arbeitz⸗ tuͤgliche hebrauche woͤhnlich und in eht ent⸗ eben ei⸗ in klei⸗ en nur Wohn⸗ Abloh⸗ und an⸗ Orten etränke er Ao⸗ en Zahl Ernde Man verfaͤhrt zu dem Ende auf verſchiedene Weiſe: Auf grö⸗ ßeren Gütern, welche iſolirt oder doch von den Orten, woher Hand⸗ arbeiter zu bekommen wären, zu entfernt liegen, hat man öfters ei⸗ gene Wohnungen für die Handarbeiter, deren man ſo viele mit ihren Familien aufnimmt, als zur Deckung des nothwendigſten Bedürfniſſes erforderlich ſind. Dieſe erhalten faſt immer auch Land, oft auch etwas Futter für eine Kuh ꝛc., was Alles bei Beſtimmnung der Arbeitspreiße in Anſchlag kömmt(§. 138. 141.). Wo es anſä⸗ ßige Leute genug in der Nähe gibt, iſt man jener Vorkehrungen lüberhoben; man verſichert ſich ſeines Bedürfniſſes, indem man mit einer gewiſſen Anzahl Schnitter(Garbenſchnitter, Dreſcher genannt), und zwar zunächſt mit einem Hauptunternehmer aus ihrer Mitte (Oberſchnitter), auf ein Jahr einen Accord abſchließt, worin die zu verrichtenden Arbeiten, die dafür zu reichenden Ablohnungen ꝛc. feſt⸗ geſetzt ſind.— In anderen Gegenden wiederum ziehen zur Som⸗ merszeit viele Arbeiter aus der Ferne herbei, von denen man bis zu beendigtem Ausdruſche eine Anzahl annimmt. Nur da, wo jeder Zeit mehr Arbeiter, als man bedarf, in der Nähe zu haben ſind, ſind beſondere Vorkehrungen überflüſſig. Man hat dann auch gerade nicht nöthig, darauf Bedacht zu nehmen, ſeinen Arbeitern das ganze Jahr hindurch nach Möglichkeit Verdienſt zu verſchaffen, was man ſonſt ſehr zu beachten hat. §. 143. Um den Bedarf an Arbeitern auszumitteln, braucht man in der Regel nur die Zahl der Arbeitstage zu berechnen, welche in einer gewiſſen fuͤr die Haupterndte anzunehmenden Zeit, z. B. in 24 bis 36 Tagen, erforder⸗ lich ſind, indem die fuͤr die Erndte ausreichende Arbeiter⸗ zahl auch zu den in der uͤbrigen Zeit vorkommenden Ar⸗ beiten, mit Ausnahme einzelner beſonderer Faͤlle, ausreicht. Aus den in g. 161. angegebenen Sätzen, auf die gegebene Lo⸗ calität angewendet, wird ſich eine ſolche Berechnung leicht aufſtellen laſſen.— Verhältnißzahlen für das Bedürfniß an Arbeitern nach der Größe der Güter laſſen ſich kaum aufſtellen, da von der Bewirth⸗ ſchaftungsweiſe und den ſonſtigen Localitäten faſt Alles abhängt. Bei Gütern, wo die Bewirthſchaftung von der Art iſt, daß man ſie einer Dreifelderwirthſchaft mit angebauter Brache ohngefähr gleich⸗ ſtellen kann, und wo die Führung des Geſpannes größtentheils durch Ge⸗ ſinde verrichtet wird, braucht man nach Beſchaffenheit des Bodens — 58— auf 50 bis 80 heff. Morgen Ackerfeld eine Taglöhnerfamilie von 3 arbeitsfähigen Perſonen im Durchſchnitt.— Burger nimmt au (Lehrbuch ꝛc. ꝛc. II. B.), daß für 100 Joch(— 235 heſſ. oder vr. Morgen) bei Dreiſchwirthſchaft mit 8 Menſchen auszureichen ſey, bei Fruchtwechſel brauche man nicht ſelten das Doppelte; hiebei iſt aber das Geſinde mitgerechnet. c) Froͤhner. §. 144. In mehreren Laͤndern beſtehen aus den Feu⸗ dalzeiten als Gerechtſame der fuͤrſtlichen, der Ritter⸗ und anderer Guͤter noch die Frohnden, dergeſtalt, daß ein mehr oder weniger bedeutender Theil der vorkommenden Arbei⸗ ten durch die dermaligen oder ehemaligen Hoͤrigen der Gutsbeſitzer verrichtet werden muß.(ſ.§. 36. u. 47.) §. 145. Dadurch koͤmmt freilich dieſen Guͤtern der Vortheil zu gut, daß ſie in demſelben Verhaͤltniſſe um ſo weniger fuͤr Anſchaffung von Arbeitskraͤften zu ſorgen noͤ⸗ thig haben, als mehr Arbeiten durch Froͤhner verrichtet werden muͤſſen; dagegen iſt aber auch die Qualitaͤt der durch Froͤhner geleiſteten Arbeiten mehr oder weniger ge⸗ ringer, als die der durch bezahlte Arbeiter verrichteten Ar⸗ beiten, und der dadurch entſtehende Verluſt kann unter Umſtaͤnden einen großen Theil der erſparten Arbeitskoſten wieder aufwiegen. Ueberdieß gehen dem Nationalwohl⸗ ſtande durch das langſame und unvollſtaͤndige Arbeiten der Froͤhner eine Menge Arbeitskraͤfte verloren. Was in Bezug auf Qualität der Frohndarbeit hier geſagt iſt, gilt noch mehr von der Spannarbeit, als wie von der Handarbeit, durch Fröhner verrichtet. 2 Spannarbeit. §. 146. Bei der Anſchaffung der Spannarbeitskraͤfte handelt es ſich darum, ob man Pferde, Ochſen oder Kuͤhe zum Zug wählen oder wie man ſein Spannvieh aus meh⸗ reren von dieſen zuſammenſetzen ſoll, und wie viel Zug⸗ vieh man unter den gegebenen Verhaͤltniſſen bedarf. e don z immt an dder vr. e ſey, bi ij iſ uin den Fa ter, und ein mi n Arbei zen der 7) ern der e un ſo xgen ni⸗ eerrichtet litat der niger ge⸗ eten An in unter itskoſten lalwohl⸗ Urbeiten eſagt iſ indarbeit itskraäfr er Küht us ne⸗⸗ iel 3u⸗ — 59— Statt der Pferde wuͤrden häufig Maulthiere, wegen ihrer größeren Dauer und des geringeren Bedarfes an Futter, vortheilhaft ſeyn, wenn ſie in Deutſchland leicht zu haben wären.— Der Eſel iſt zwar zu den gewöhnlichen landwirthſchaftlichen Arbeiten zu ſchwach, aber zu Nebenarbeiten, wie Futtereinbringen, Material zu Compoſt ꝛc. zuſammen zu bringen, Milch in die Stadt zu transportiren, bei der wohlfeilen Erhaltung, ſehr gebräuchlich und verdiente in Deutſchland mit mehr Sorgfalt und in größerer Menge erzogen, beſſer behandelt und mehr benutzt zu werden. a) Wahl und Zuſammenſetzung des Spannvieb⸗ ſtandes. §. 147. Ob es vortheilhafter ſey, vorzugsweiſe Pferde, Ochſen, oder auch ſtatt der letztern Kuͤhe zu halten, iſt eine alte Streitfrage unter den Landwirthen, welche theils in der Verſchiedenheit der Verhaͤltniſſe begruͤndet iſt, theils auch in der Vorliebe, welche viele Menſchen vorzugsweiſe fuͤr die Pferde haben. Nur indem wir jede Vorliebe bei Seite ſetzen und ſo⸗ wohl die Gründe, welche für und gegen die Haltung der beiden Hauptarten des Zugviehes angeführt werden, als auch die dabei be⸗ ſonders zu berückſichtigenden Localverhältniſſe prüfen, werden wir uns ein richtiges Urtheil in dieſer Sache bilden können. Eine wei⸗ tere Uuterſuchung wird alsdann darthun, unter welchen Umſtänden die Zugkühe den Ochſen vorzuziehen bleiben. §. 148. Die ſo wohl zu Gunſten, wie zum Nachtheile der Pferde⸗ wie der Ochſenhaltung anzufuͤhrenden haupt⸗ ſaͤchlichſten Motive ſind: a) daß die Pferde mehr leiſten, als die Ochſen, indem im Durchſchnitte angenommen wer⸗ den darf, daß 4 gute Pferde ſo viel leiſten, als 6 gute Ochſen, welche bei der Arbeit im Stande bleiben ſollen; b) daß die Pferde zu groͤßeren Touren auf Straßen und ſteinigen Wegen oder auch in ſumpfigem Boden, ſo wie im Winter bei Eis und Schnee, beſſer zu gebrauchen ſind, auch bei ſtarker Hitze im Sommer weniger ermatten; daß ſie auch das Eggen vollkommener verrichten und die Erndte — 60— ſchneller foͤrdern; c) daß der Verluſt am Capitalwerth, der Aufwand fuͤr Geſchirr und Hufbeſchlag bei den Pfer⸗ den weit groͤßer, als bei den Ochſen iſt; d) daß der Duͤn⸗ ger von den Ochſen mehr werth iſt, als der von den Pferden; e) daß die Ochſen kein Koͤrnerfutter beduͤrfen und mit wohlfeileren Futtergegenſtaͤnden ernaͤhrt werden koͤnnen. Der Grund, der gewöhnlich noch angeführt wird, daß zu den Ochſen weniger Capital erfordert wird, als zu den Pferden, iſt mehr ſcheinbar als richtig, denn für das Geld, welches 6 Ochſen koſten, kann man auch meiſtens 4 brauchbare Pferde anſchaffen. Auch daß die Knechte zu den Pferden mehr koſten, gleicht ſich aus, indem bei der Arbeit mit 6 Ochſen, zweiſpännig, 3 Leute und zu 4 Pferden nur 2 Menſchen erforderlich ſind; dagegen iſt es in manchen Gegen⸗ den ein ſchlimmer Umſtand, daß zu den Ochſen keine guten Knechte zu erhalten ſind. Selbſt das Futter für 4 Pferde wird an vielen Orteu nicht theurer kommen, als das für 6 Ochſen, wenn man näm⸗ lich mit erſteren einen Theil des Sommers Grünes und im Winter zum Theil Rüben oder Kartoffeln füttert, was bei Arbeitspferden ſehr wohl angeht.— Die Koſten der Unterhaltung ſ. unter IV. §. 149. Abgeſehen von den beſonderen Verhaͤltniſſen, wo z. B. der großen Entfernung der Grundſtuͤcke, oder des ſumpfigen Bodens, oder der haͤuftg fuͤr die Wirthſchaft vorkommenden Straßenfuhren wegen, oder weil keine gu⸗ ten Knechte zu den Ochſen zu bekommen ſind, oder ſelbſt weil die Anſchaffung der Ochſen zu ſchwierig iſt, den Pfer⸗ den beſonders der Vorzug gegeben werden muß— oder endlich wo der Betrieb der Pferdezucht mit Arbeitspferden vortheilhaft iſt;— ſo wird ſich bei gleich zweckmaͤßiger Haltung der Pferde und der Ochſen, und bei Vermeidung alles unnoͤthigen Aufwandes bei der Pferdehaltung, durch unparthetiſch und richtig geſtellte Berechnung ergeben, daß die Pferdearbeit alsdann nicht, oder doch nur unbedeutend, theurer koͤmmt, als die Ochſenarbeit, wenn die Pferde anhaltend durchs ganze Jahr beſchaͤftigt werden koͤnnen. Muß hingegen das Zugvieh oͤfters, namentlich dhſe dlen. i St de O maße ausg nd wied ſcu vir, ſci n2 gewiſ den weſſe Span ſchon dem Stro teten döbe Ge m r ſande inen V dan m T ander Kran de thr in wertz, pfet⸗ er Dun⸗ von den rfen und können 3 zu m iſt ug en koſte Auch di inden li 1 Pierda n Gexer n Kreche an hiele man näu⸗ n Winte erden ſiht ltniſſen e, odet ethſchaſt iwe gu⸗ ſelbſt Pfer⸗ oder fferden ſaͤßiger eidung durch en, daß eutend, Pferde verden nentlic — 6— einen, großen Theil des Winters bindurch, unbeſchaͤftigt im Stalle ſtehen, ſo wird in der Regel die Arbeit durch Ochſen wohlfeiler kommen, indem dann durch das Stehen die Ochſen im Werthe zunehmen und das Futter einiger⸗ maßen bezahlt machen, namentlich aber die im Herbſte ausgebrauchten Ochſen uͤber Winter mit Nutzen gemaͤſtet und abgeſchafft werden koͤnnen, im Fruͤhjahre aber erſt wieder erſetzt zu werden brauchen. §. 150. Bei jeder einigermaßen bedeutenden Wirth⸗ ſchaft kommen immer mehr oder weniger ſolche Fuhren vor, wozu vorzugsweiſe Pferde paſſend ſind, auch fuͤgt es ſich in ſolchen Wirthſchaften faſt immer und der Vortheil des Wirthſchafters erheiſcht es ſelbſt, daß auch im Winter gewiſſe Spannarbeiten vorgenommen oder fortgeſetzt wer⸗ den; deßhalb iſt es auch in der Ordnung, daß bei den meiſten einigermaßen groͤßeren Wirthſchaften ein Theil des Spannviehes in Pferden beſteht. Meiſtens wird aber ſchon ein Theil, und zwar nicht ſelten der kleinere, von dem im Ganzen beduͤrftigen Spannvieh zu jenen Winter⸗, Straßen⸗ und andern vorzugsweiſe fuͤr die Pferde geeig⸗ neten Arbeiten(Eggen ꝛc. ꝛc.) erforderlich ſeyn, und eben deßhalb wird es auch mit Ruͤckſicht auf das im vorigen §. Geſagte auf den meiſten mittleren und groͤßeren Guͤtern am zweckmaͤßigſten ſeyn, Pferde und Ochſen, unter Um⸗ ſtaͤnden auch Zugkuͤhe(ſ.§. 152.), neben einander zu halten, indem zunaͤchſt die Haltung der erſteren nach den ange⸗ deuteten Umſtaͤnden beſtimmt wird, und der weitere Bedarf an Spannvieh ſodann in Rindvieh beſteht. Die Haltung von Pferden und Rindvieh zum Zug neben ein⸗ ander gewährt noch noch die Sicherheit, daß, wenn ſeuchenartige Krankheiten bei der einen oder anderen Viehgattung vorkommen, die Wirthſchaft wegen Stockungen in der Arbeit alsdann weni⸗ ger in Verlegenheit kömmt. §. 151. Fuͤr kleine Wirthſchaften, in welchen waͤh⸗ — 62— rend eines großen Theils des Jahres keine Beſchaͤf⸗ tigung fuͤr das Spannvieh ſich darbietet, kann der Ge⸗ brauch der Pferde nur dann angemeſſen ſeyn, wenn der Eigenthuͤmer neben den Feldarbeiten die Pferde noch zu Nebengeſchaͤften verwenden und einen angemeſſenen Verdienſt dadurch erwerben kann, oder wenn er eine gute Pferdezucht unter dafuͤr guͤnſtigen Verhaͤltniſſen treibt. §. 152. Fuͤr ſolche kleine Wirthſchaften bleibt deßhalb nur eine Wahl zwiſchen Ochſen und Zugkuͤhen. In der Regel ſtehen ſie ſich bei letzteren noch weit beſſer, als bei erſteren, denn ſtarke, gut gehaltene Kuͤhe verrichten, einen ſehr ſchweren Boden ausgenommen, die Ackerarbeiten ſo gut, ja leichte Arbeiten ſogar noch raſcher, als Ochſen, und dadurch, daß der Bauer ſeine Kuͤhe zur Arbeit gebraucht und ſobald er deren im Ganzen wenigſtens 4 halten kann, mit ihnen wechſelt, braucht er dieſelben nicht ſtark anzu⸗ ſtrengen, die dadurch entſtehende Beeintraͤchtigung im Milch⸗ ertrage wird nur ſehr gering ſeyn; ſeine Geſpannarbeit koſtet ihn alſo aͤußerſt wenig. §. 153. Sind auch die eben angedeuteten Vortheile, welche aus dem Gebrauche der Kuͤhe zum Zug hervorgehen, fuͤr groͤßere Guͤter nicht in gleichem Maasſtabe zu errei⸗ chen, weil hier den Zugkuͤhen die zu Verwirklichung der gedachten Vortheile nothwendige Schonung nicht ſo zu Theil werden kann, wie in der kleinen Wirthſchaft; ſo koͤnnen doch auch groͤßere Guͤter ſchon betraͤchtlichen Nutzen ziehen, wenn ſie mehrere Geſpanne angelernter Kuͤhe haben, welche zum Futtereinfahren und anderen leichten Fuhren, zur Mithuͤlfe bei der Saat und Erndte, gebraucht werden, und auf mittelgroßen Guͤtern mit nicht ſchwerem Boden, in guͤnſtiger Lage, kann ſelbſt ein bedeuteuder Theil des Spannviehes in Kuͤhen beſtehen, und eine ſehr betraͤchtliche Erſparniß in den Koſten fuͤr die Spannarbeit damit er⸗ reicht werden. Beſchäf⸗ der Ge⸗ 7 wenn tde not rmeſſenn eine gut eibt. deßhal en. J. ſſer, al errichten arbeite Ochſen ebrauch en kann, rt arzu m Milh mnnarbei bortheil, vorgehen, au errii ung der zu Thell ˖konnen ziehen a, welch ten, zur den, und oden, t heil de rüchli awit en Im Allgemeinen iſt anzunehmen, daß in der Wirklichkeit die Fälle ſelten ſind, wo es räthlich wäre, ſtatt Kühe Ochſen oder ſtatt dieſer Pferde zu halten, wohl aber kann man noch manche Wirth⸗ ſchaft finden, wo das Umgekehrte von weſentlichem Nutzen ſeyn würde. b) Feſtſetzung der Arbeitsſtunden. §. 154. Die taͤgliche Arbeitszeit fuͤr gut unterhaltene Pferde iſt im Durchſchnitt in der beſſeren Jahreszeit auf 10 Stunden, fuͤr Ochſen, die bei guter Fuͤtterung im Frande bleiben ſollen, auf 9 Stunden anzunehmen. In der Erndte und wenn während der Saatzeit die Arbeiten ſich zuſammendrängen, werden die Arbeitsſtunden ausnahmsweiſe ver⸗ längert; in den kürzeren Tagen im Spätherbſt und zu Anfang des Füuͤhjahrs thut man wohl, nur eine Ausſpanne täglich zu machen, es giebt dann nur 5 bis 6 Arbeitsſtunden täglich. §. 155. Bei den Ochſen iſt es in manchen Gegenden uͤblich, ſte im Wechſel zu gebrauchen, dergeſtalt, daß von 11 bis 12 Arbeitsſtunden taͤglich das einzelne Zugthier nur die Haͤlfte dieſer Zeit in Anſpruch genommen iſi. Die Kühe ſollte man nie anders, als im Wechſel gebrauchen. §. 156. Da, wo die Zugochſen auf der Weide er⸗ naͤhrt werden, iſt der Gebrauch derſelben im Wechſel noth⸗ wendig, weil ihnen ſonſt nicht Zeit genug zur Saͤttigung auf der Weide bleibt; außerdem iſt der Gebrauch der Wech⸗ ſelochſen, deren man 8 fuͤr 6 nicht im Wechſel arbeitende bedarf, hauptſaͤchlich nur da von reellem Vortheile, wo es an Menſchen fehlt, waͤhrend das fuͤr die Wechſelochſen mehr beduͤrftige Futter nicht hoch in Anſchlag zu brin⸗ gen iſt. Noch mag der Gebrauch von Wechſelochſen da gerechtfertigt ſeyn, wo man fortwährend Handel mit den Zugochſen treibt, der⸗ geſtalt, daß man ſie während des Gebrauchs zur Arbeit immer ſo im Stande hält, daß ſie im Werthe etwas zunehmen. c) Ausmittelung des Bedarfs an Zugvieh. §. 157. Um den Bedarf an Spannvieh moͤglichſt gruͤndlich auszumitteln, theilt man das Jahr in vier Ar⸗ — 64— beitsperioden, Fruͤhjahrs⸗, Sommer⸗, Herbſt⸗ und Win⸗ terperiode, ſetzt fuͤr jede dieſer Perioden die Arbeitstage (nach Abzug der Sonn⸗ und Feiertage und einer ange⸗ meſſenen Zahl von Regentagen) feſt und berechnet nun alle in jeder Periode vorkommenden Arbeiten in Spann⸗ arbeitstagen(Pferde⸗ oder Ochſentagen oder beiden), und mittelt auf dieſe Weiſe den taͤglichen Durchſchnittsbedarf an Spannvieh fuͤr jede Arbeitsperiode aus. Das Reſul⸗ tat derjenigen Arbeitsperiode, in welcher ſich der Bedarf am hoͤchſten ſtellte, iſt dann als der fuͤr's Ganze aus⸗ reichende Bedarf zu nehmen; fuͤr unvorherzuſehende Zu⸗ faͤlle mag jedoch noch eine verhaͤltnißmaͤßige Zugabe ge⸗ macht werden. Die Zahl der Arbeitstage iſt in den verſchiedenen Gegenden von Deutſchland mit Rückſicht auf die climatiſchen unh übrigen ein⸗ wirkenden Verhältniſſe, für die drei Hauptarbeitsperioden anzuneh⸗ men: für die Frühjahrsperiode, von Mitte März oder Anfang April bis Ende Mai, auf 50 bis 60; für die Sommerperiode, von Anfang Juni bis Ende Auguſt, auf 65 bis 80; für die Herbſtperiode, von Anfang Septem⸗ ber bis Ende October oder Mitte oder Enbe November, auf 55 bis 75 Arbeitstage. Für den Winter ſind blos die darin zu verrichtenden Arbeiten (ein Theil der Düngerfuhren ꝛc. ꝛc.) zu bemerken, um damit ihre Nichtaufführung in einer der andern Arbeitsperioden zu rechtfertigen. §. 158. Es iſt zur Aufſtellung einer ſolchen Berech⸗ nung vor Allem noͤthig, nach dem Wirthſchaftsplane die in jede Periode fallenden Arbeiten genau zu ermitteln, und eben ſo genau feſtzuſetzen, wie viel unter der gegebenen Localitaͤt das angenommene Spannvieh in einer gewiſſen Zeit(p. Tag oder Stunde) von den verſchiedenen Arbeiten verrichten kann. Was das erſtere betrifft, ſo muß hier auf die zweite Abtheilung dieſes Bandes(Organiſation der Wirthſchaft) und auf die Lehre von der Bearbeitung des Bodens und von der Cultur der Gewächſe (1ſter Band) zurückgewieſen werden. und Win⸗ Arbei tagt iner ange echnet un in Spaun⸗ eiden), und nittsbedan das Reſau⸗ der Bedaf anze aus⸗ hende Zu⸗ ugabe ga Gegenden übrigen eir⸗ en anzzuneſ⸗ ng April bi ang Juni bit ang Segten⸗ „auf 55 lis den Arbeiten damit ihte rechfertigen. en Verech⸗ Fplane die tteln, und gegebenen er gewiſtn en Arbeiten e Aötheilang f die Lihte er Geviche §. 159. Fuͤr die Feſtſetzung des Maaßes, welches von den hauptſaͤchlichſten Spannarbeiten in einer gewiſſen Zeit, je nach den einwirkenden Umſtaͤnden, verrichtet wer⸗ den kann, dient zum Anhalten: 4— Auf einen Arbeitstag in der guten Jahreszeit Pferde Ochſen a) Pfluͤgen(zweiſpaͤnnig). 3 Je nach Lage, Boden, Zuſtand)1— 2, 5 heſl. 0, 75— 1,75 des Feldes, Tiefe und Breite derſod. pr. Morg.[h. od. pr. M. Schnitte, Beſchaffenheit des Zug⸗0,8— 2 W. 0,6— 1,4 viehes........ M. Würtemb. M. Bei ſehr leichtem Boden und flachem Pflügen reicht häufig ein ſtarkes Zug⸗ thier vor den Pflug; bei ſehr ſchwerem Boden müſſen 4 Stück auf einen Pflug gerechnet werden.— Wird der Haken ſtatt des Pflugs gebraucht, ſo verrichtet man damit noch etwas(etwa ¼1) mehr. b) Eggen(zweiſpaͤnnig). Rach Beſchaffenheit des Bodens d. pr Mer. n Tee der Egge und nach der Methode 4,4— 8 W. 3,6— 3,6 zu egg—enn M. W. M. Das Eggen kann noch öfter, als das Pflügen auf leichtem Boden einſpännig geſchehen.— Es iſt hier nur ein einma⸗ liges Ueberziehen(Streichen) vorausge⸗ ſetzt; in vielen Fällen, beſonders auf ſchwerem Boden, muß aber doppelt und zuweilen dreifach geeggt werden. 1.— 1n heſ. 6—9 heſl. 0) Walzen(zwei⸗ u. einſpaͤnnig). d. pr. Mg ſod. pr. Mg. Hiebei koͤmmt es am meiſten auf 6,4— 9,6 4,8— 7, 2 die Laͤnge der Walze an. W. M. W. M. Pabſt Landwirthſchaft II. 2. 5 Auf einen Arbeitstag in der guten Jahreszeit Pferde —— d) Hacken und Haͤufeln der Hackfruͤchte(einſpaͤnnig). ,5— 5 heſſ. Nach Beſchaffenheit des Bodens’ od. pr. M. und Entfernung der Reihen von 2,8— 4 W. einander 0* 0 2 ⸗*«*. 4 M. In ſehr ſchwerem Boden ſind zum Haͤufeln 2 voreinander geſpannte Pferde nöthig.. e) Duͤnger⸗ und Erndtefuh⸗ ren(ein⸗, zwei⸗ und vierſpaͤnn.) Nach der Entfernung der Grund⸗ ſtuͤcke: unter ½¼ Stunden... o Fuhr. ohngefaͤhr ½ Stunden 10— uͤber ½ Stunden bis ½ Stund. 15— 9— Es ſind hiebei Wechſelwagen voraus⸗ geſetzt. Hat man deren hinlänglich und die Grundſtücke ſind ſehr nahe, ſo kann noch mehr geleiſtet werden; namentlich iſt dieß bei der Erndte möglich, ven bis ſpät am Abend eingefahren wird. Dagegen wird aber bei der Erndte oft auch erſt gegen Mittag mit Einfahren angefangen, und in dieſem Falle kann man nur% der augegebenen Zahl an⸗ nehmen; auf jeden Fall darf bei der Heu⸗ und Grummeterndte aus dieſem Grunde und wegen des größeren Aufenthalts beim Auf⸗ und Abladen nicht mehr gerechnet werden. Die für ein Stück Zugvieh von guter Qualität zu rechnende Laſt häugt haupt⸗ ſächlich von der Beſchaffenheit der zu Ochſen. 9— 12 Fuhr. 8— 4—7— 5*☛ ded 4’ fir 88 fit M Er um un lic Fuhr. 1— — 65— Auf einen Arbeitstag in der guten Jahreszeit Pferde Oohſen. rnnnnRAMRIHMN] BEEEAEErerEeH ab. Für die Düngerfuhren darf man rechnen fürs Stück: einſpännig 7 bis 12 Cntr. zweiſpännig 6—- 10— vierſpännig 5— 8— Die Heufuhren ſind in gleichem Verhält⸗ niſſe, die Fuhren der Fruchterndte um ¼ höher anzunehmen. f) Marktfuhren. Bei 1 bis 2 Stunden Entfer⸗ nung taͤglich 2 Fuhren, bei 3 bis 5 Stunden taͤglich 1 Fuhre; bei mehr als 5 Stunden muß uͤber Nacht geblieben werden. IV. Koſten der Arbeiten. 1) Handarbeit. a) Tag⸗ und Stuͤckarbeit. §. 160. Der Taglohn ſteht in den verſchiedenen Ge⸗ genden von Deutſchland bei einem Durchſchnittspreiße von 4 l bis 6 fl. fuͤr das heſſ. Mltr. Roggen(2 bis 2% rtlr. fuͤr den pr. Schffl.— 6 bis 8 fl. fuͤr den wuͤrtemb. Schffl.), zu 18 bis 30 kr. fuͤr den Mann und 12 bis 24 kr. fuͤr die Frau(2— 3 kr. fuͤr die Stunde Mannsarbeit, 1 ½¼— 2%¼ kr. fuͤr die Stunde Weiberarbeit). In der Erndte ſteigt der fuͤr den Tag beſtimmte Lohn meiſtens um ½1 bis ¼, zuweilen ſelbſt um ½; im Winter iſt er um ¼ bis%¼ geringer. Wird die Koſt gegeben, und dieſe nach Durchſchnittspreißen an⸗ geſchlagen, ſo werden ſich die Koſten in aͤhnlicher Art berechnen. 5* — 68— Die Koſt beträgt wenigſtens die Hälfte, oft ¼ und mehr von dem Ganzen der Ablohnung.— Daß da die Lohnſätze geringer ſind, wo die Arbeiter die Erndte⸗ oder ſonſtige Arbeiten im Accord zu beſſeren Preißen verrichten, oder wo ſie beſondere Emolumente genießen, geht aus dem ſchon früher Geſagten hervor(§. 138., 141, 142.) Thär berechnet(laudwirthſchaftliche Gewerbslehre) im Roggen⸗ werth den Mannstaglohn zwiſchen ½ und ½2, im Durchſchnitte alſo zu c⅛ eines pr. Schffl. Roggens, den Weiberlohn zu ½4 bis 16, alſo im Durchſchnitt zu ½ Schffl. Bei uns iſt gegenwärtig der Durchſchnittspreiß des Roggens 5 fl. 40 kr. für das heſſ. Malter, = 2 fl. 30 kr. für das pr. Malter; der⸗Mannstaglohn berechnet ſich alſo nach dieſen Sätzen zu 25 kr., der Weiberlohn zu 19 kr., welches mit der Wirklichkeit ziemlich übereinſtimmt. 3 §. 161. Naͤhere Angabe des Koſtenverhaͤltniſſes der gewoͤhnlicheren landwirthſchaftlichen Handarbeiten, ſo wie des dazu erforderlichen Maaßes an Arbeitskraͤften, ent⸗ haͤlt folgende Ueberſicht: Es fertigt täglich ab Koſten i Benennung fertigt täslich ſten im Accord der Arbeiten. an Morgen[1 h. od. würtemb. ——— pr. Ma. Morg. heſſ. od. würtb.] p pr. r. kr. ———— a) Getreideerndte. Getreidemähen.. Bei langem Wintergetreide gehört zum Mäher noch eine Abnehmerin. Getreide mit der Sichel ſchneiden. ſ Frau=1ß2 ½ ¼— ‧½40— 90 50— 110 Getreide zu rechen, anzu⸗ tragen und zu binden. Perſ.1— 2 ½%— 2[10— 25,12— 30 Getreide anf⸗ und abzula⸗. den.„——— 6— 18 8— 24 (ſ. auch 1. B. 1. Abtheil. §. 618. 619.) Der große Unterſchied in den Koſten liegt in der Verſchiedenheit des Er⸗ trags und der Geſchiik⸗ lichkeit der Arbeiter. 23„¼ 1-2 2118— 48 22 ½—60 — 69— von dem—— der gad, Es fertigt taͤglich ab Koſten im Accord land n Benennung— nüunan. der Mann an Morgen wh. Se⸗ müetend, er pr. Mg. rg. (1,1 Arbeite n. Frau beſſ od. würtb.] Pr. kr. —— reeh hes werenieerhs Ragh b) Gefuͤttererndte. thſchrit 100 Strohband zu machen 1 ½ 2kr.——— 21 Gras, Klee ꝛc. zu mähen 4 Drunn 1 ¼—2 1— 1%20— 36,/25— 45 A R Heu zu dörren ſi Frau ½— 1 ¾— ⁄½ 16— 40 20— 50 ärtig de Es kömmt hierbei eben 1 Malter ſehr auf die Verfahrungs⸗ berechnt weiſe, als auf den Er⸗ trag und die Witterung 19 kr, an. Heu auf⸗ und abzuladen——— 10— 20 12— 24 es der c) Bearbeitung und ſo wie Erundie Des der Hack⸗ 1, ent⸗ gartoſeufnuch te ant. Pflug 1 Frau ½[S- 10/10— 12 Pflanzenſetzen, 2/ weit. 2[60— 80 75— 100 — Kartoffeln, Rüben ꝛc. mif n ccord der Hand zu behacken 2]6— 29.100 60 7.¹29 — Kartoffeln austhun, mit u. e bis 8*. ¹=4 3— 5 — ohne Pflug, incl. uuflad- Perſon. 6[2,—4 Norg Runkelrüben austhun, vi⸗ 5— 81 1 1— 2 1 e— 2 ⅓ kr ſchneiden u. aufladen Pe erſo on. 1.Mlr. 2 mürtem⸗ —— 3 · d) Dreſchen. 2S Ae . Spelz..— 10— 12 14— 16 1- 60 Pogſe und Weizen.. 37 7 4 60.100— 20i5 25— 25 erſte„ 9„„„——— Hate......„ Raun gGard)— 12. 46,16— 24 Raps„„. 35——— 15—18 20— 24 Am häufigſten und zweck⸗ - 110 mäßigſten wird das Dre⸗ ſchen um einen Antheil, — 10 1‧16 bis ⁰½1 1, verrichtet; auch die Getreide⸗ und 3-1 Kartoffelerndte wird öf⸗ ters um einen Antheil verrichtet, welcher 16 bis ½16 vom Rohertrag beträgt; der Taglohn ſteht dann gewöhnlich unter ſolchen Bedingungen ver⸗ hältnißmäßig geringer. Es fertigt täglich ab Koſten im Accord Benennung der 14 Mann an Morgen ſuh. od. würtemb. oder pr. Mg. Morg. Ar 5 e te n. Frau heſſrod. würtb. kr. kr. iſp. 1 zweiſt e) Arbeiten beim Auden ewernt Duͤ ngen. is Catr. l8En tr. Aufladen.....[i Mann 9— 12—[2 kr. Breiten... 1 Frau 9— 12—[u ſ kr. f) Grabenarhbeit. 2 weit(oben) 1 tief, p. 10 heſſ.(= 8 rheinl.) F. 1 kr. 3˙ weit(oben) 1 ½ tief, p. 10 heg.(— 8 rheinl. F.) 1 2‿—◻ 4' weit(oben) 1 ¾, tief, p. 10 hefſ.(— 8 rheinl. F.) 2—2 ½ b) Koſten des Geſindes. §. 162. Der Lohn fuͤr das Geſinde beſteht neben freier Unterhaltung in Koſt und Wohnung, theils in baa⸗ rem Gelde, theilweiſe auch in verſchiedenen anderen Ge⸗ genſtaͤnden, wie Leinwand, Schuhe ꝛc. §. 163. Die Lohnſaͤtze fuͤr das gewoͤhnliche Geſinde berechnen ſich in den verſchienen Gegenden von Deutſch⸗ land gegenwaͤrtig zu 55 bis 88 fl. fuͤr einen Oberknecht, 33 bis 60 fl. ⸗ Pferdeknecht, 25 bis 45 fl. ⸗ ⸗ Ochſenknecht, 30 bis 50 fl.⸗ ⸗ Viehwaͤrter, 50 bis 88 fl.⸗ ⸗ dergleichen(Schweizer), welcher zugleich die Molkerei(Kaͤſerei) im Groͤ⸗ ßeren beſorgt. Eben ſo viel fuͤr einen Schaͤfer, wenn ſolcher nicht auf andere Weiſe abgelohnt wird(woruͤber bei der Schafzucht das Naͤhere). 14 bis 25 fl. fuͤr einen Jungen beim Vieh oder Geſpann. 18 bis 36 fl. fuͤr eine Magd. — 1— Aan An den aͤrmeren Gegenden, wo der Betrieb der Landwirthſchaft Mh geringeren Ertrag abwirft, ſtehen auch die Löhne verhaͤltnißmäßig würtenh. geringer, und ſo umgekehrt.— Außer dem Lohne wird gewöhnlich Nu. noch ein Miethgeld von 1 fl. bis 2 fl. 42 kr.(1 Kronthaler) gegeben —§. 164. Die Koſten des Unterhalts des Geſindes haͤngen von der Landesſitte und den ſpeciellen deßfalls ge⸗ troffenen Einrichtungen, ſo wie von den Preißen der dazu verwendeten Producte ab. Sie verhalten ſich bei den ge⸗ genwaͤrtigen Durchſchnittspreißen(ſ.§. 160.) zwiſchen 60 und 110 fl. fuͤr die Perſon. Auch die Nahrung der Jahreslöhner iſt gewoͤhnlich um ſo kräfti⸗ ger und beſſer, je ſchwerer oder je beſſer der Boden, um ſo gerin⸗ ger, je leichter oder aus andern Gründen ärmer derſelbe iſt.— Man rechnet von 10 ½ bis 14 Pfd. Brod wöchentlich für einen Knecht, gibt wöchentlich ein⸗ bis dreimal Fleiſch ꝛc.— An Ge⸗ tränke gibt man: Brandwein( bis ½ Schoppen), Bier, Apfel⸗ wein, in Weingegenden auch Traubenwein(1— 2 Schoppen), in 5 neben einigen Gegenden für gewöhnlich ſelbſt gar kein Getränke.— Zu in baa⸗ Berechnung des Bedarfs an Brodfrucht darf man annehmen, daß en Gu vou 100 Pfund gutem Roggen 115 bis 118 Pfund Brod gebacken werden; hiebei iſt aber das Mülter nicht abgerechnet, welches ge⸗ wöhnlich beträgt.— Außer der Brodkrucht bleibt in Rechnung Geſinde zu bringen: die Frucht zum Weismehl und zum Kochen, Kartoffeln, eutſch⸗ Gemüſe, Fleiſch, Schmalz, Milch, Salz und Specereien, Getränke Antheil an den Haus⸗ und Küchengeräthen, der Wäſche, Licht, Holz ꝛc. ꝛc. Beiſpiel der Koſtenberechnung über den jährlichen Unterhalt eines Knechtes: . fl. kr. 4 Malter Brodfrucht à 5 fl. 30 kt. 22— veizer) 4 ½ ⸗ verſchiedene Früchte zu Weismehl, zum Kochen n Gri 2c. à 6 fl. 40 kr......... 10— ciſn 4 ⸗ Kartoffeln à 1 fl. 12 kr... 4 48 Kraut und anderes Gemüſeey) 3— ʒgebim 12 Pfd. gleiſch 3 3 kr............ 6 55 dihan) 15 ⸗ Schmalz und Butter à 15 k t. 3 45 hoder 4 Latus 50. 29 2— fl. kr. Transport 50 29 20 Maaß ſuͤße Milch à 4 kr... 8 20 180 ⸗ abgerahmte Milch zum Eſſen und zu Kaͤſe 3 1%³. 30 1 4 Salz und Specereien.... 3— Geſchirr, Bett, und Waͤſche des xiſch und Bettzeugs, 4 Licht und Hollͤl...... 5— 60 Maaß Branntwein à 15 kkfr. 15— ——ÿ— Summa 83 19 oder faſt 14 kr. täglich.(Naͤhere Mittheilungen hierüber enthalten die ſchon mehr angeführten Werke von Koppe, Klebe n. a.) §. 165. Erhaͤlt das Geſinde Deputat, oder wird deſſen Bekoͤſtigung in Accord gegeben(ſ.§. 132), ſo be⸗ ſteht dieſes Deputat in der Regel theils in den hauptſaͤchlichſten Naturalien(Frucht, Kartoffeln oder Land dafuͤr, Milch oder Kuhhaltung ꝛc.), theils in Geld. Bei einer im Großen in der oberen Gegend von Würtemberg eingeführten Devutatiſtrung beſtand das Ganze in Fruchten verſchie⸗ dener Art(hauptſächlich Brodfrucht), auf die Perſon ohngefähr dop⸗ pelt ſo viel, als ſie für ſich allein gebraucht, 8 ½ heſſ. Malter, 20 preuß. Scheffel oder 6 würtemb. Scheffel, etwas Land zu Kartof⸗ feln und außerdem nur noch in etwa 5 fl. für Salz und Oel. Ge⸗ tränke zu geben war dort nicht eingeführt.— Bei einer in Thüriu⸗ gen eingeführten Deputatiſtrung erhielt ein Knecht 6 heſſ. Malter verſchiedener Früchte(— 14 preuß. Scheffel— 4 ½ würt. Schfl.) und 45 fl. Entſchädigung für das übrige(worunter 10 fl. für Brand⸗ wein), welches nach den im vorigen§. angenommeuen Preißen für die Früchte zuſammen etwa 80 fl. beträgt; dazu kam der Lohn mit ohngefähr 40 fl. Eine Verbindung des Accordweſens mit der Geſindehaltung muß die Einrichtung genannt werden, welche unter andern die Herren von Ellrichshauſen auf ihren Gütern in Würtemberg ausgeführt ha⸗ ben, indem einem jeden Dienſtboten die Arbeit, welche er verrichtet (Viehfüͤttern, Pflügen, Fruchteinfahren ꝛc.) nach feſten Accordsprei⸗ ßen zu gut gerechnet wird.— Die Beköſtigung bei einem Koſtgeber, mit welchem wieder ein beſonderer Accord beſteht, ja das Schlat⸗ enthalten ) r wird ſo be⸗ lichſten Milch rtemberg verſchie⸗ fähr doy⸗ alter, 2 Kartof⸗ el. Ge⸗ Thüril⸗ Malter Schi) Brand⸗ ißen für ohn mit Png mi Herren ührt hr erriche rdeyne⸗ ſteber, Schlt geld wird dagegen jenen Leuten angerechnet, und ſo für jeden Buch gehalten und Abrechnung gepflogen. Es hat dieſe Einrichtung zwar für ſich, daß aller Wirthſchaftsaufwand firirt iſt, es iſt aber für ein mittelgroßes Gut dazu ſchon ein eigener Rechnungsführer nöthig und Vieles zu beſeitigen und zu dulden, bis eine ſolche Einrichtung zu Stand kömmt, auch für das Zugvieh eine ſtärkere Abnutzung, ſo wie in manchen Beſtellungs⸗ beſonders Pflugarbeiten eine ſchlechtere Ausführung kaum zu vermeiden.— Noch ſeltener anwendbar iſt der ſogenante Albert'ſche Wirthſchaftsplan, dem ſich die eben gedachte Einrichtung nähert; es ſollen darnach die ſämmtlichen Feldarbeiten, einſchließlich der Unterhaltung der Geräthe, zwei Unternehmern, ei⸗ nem für die Spann⸗ und einem für die Handarbeiten, um beſtimmte Naturalantbeile in Accord gegeben werden(ſ. v. Wulffen über den Albert'ſchen Wirthſchaftsplan). 2) Koſten der Spannarbeit. §. 166. Zu Ausmittelung der Koſten der Spannar⸗ beit iſt erforderlich, die ſaͤmmtlichen jaͤhrlichen Unterhal⸗ tungskoſten des betreſſenden Arbeitspiehes, nach den ob⸗ waltenden Localverhaͤltniſſen zu berechnen und dieſen Be⸗ trag auf die wirklichen Arbeitstage(ſ.§. 157.) zu ver⸗ theilen. §. 167. Die Unterhaltungskoſten fuͤr die Pferde be⸗ ſtehen in: 1) Verzinſung des Ankaufs⸗(Werths⸗) Capi⸗ tals, 5 Procent; 2) fuͤr Abnutzung und Riſico, wenig⸗ ſtens 10 Procent; 3) Hufbeſchlag(4 bis 10 fl. pro Stuͤck); 4) Futter, wobei gewoͤhnlich der Miſt fuͤr das Stroh auf⸗ gerechnet wird; 5) Unterhaltung und Verzinſung des Pfer⸗ degeſchirrs nebſt Stallgeraͤthen, 20 bis 30 Procent vom Anſchaffungswerth; 6) Unterhaltung der verhaͤltnißmaͤßig erforderlichen Fuhr⸗ und AOckergeraͤthe, 20 bis 25 Pro⸗ cent, nebſt 5 Procent Verzinſung; 7) fuͤr Stallbeleuch⸗ tung, Arznei und Salz eine verhaͤltnißmaͤßige Summe (1 ½ bis 5 fl.); 8) Koſten der Wartung und Fuͤhrung des Geſpannes. — 74— Beiſpiel der Koſtenberechnung für 2 Pferde 1) Zinſen vom Ankaufswerth, 300 fl. à 5 Procent 15 2) Abnutzung und Riſico, 10 Proecoo.... 30 3) Hufbeſchlag 4 7 ½ ft........ 15 4) Futter p. Stück täglich im Durchſchnitt 8 Pfund Hafer und 10 Pfd. Heu= 52 Malter Hafer à 2 fl. 48 en 197 72 Centner Heu à 45 kr.* 17 5) Unterhalt des Geſchirrs ꝛc. 60 fl. Capital à 20 Procent nebſt 5 Proc. Zinſen............. 15 6) Unterhalt der Acker⸗ und Fuhrgeräthe, 200 fl. Capital à 25 Proec. nebſt 5 Proc. Zinſden. 60 7) Für Stallbeleuchtung, Arznei und Salz 4 8) Koſten des Kneche.... 136 fl. wovon für 24 Tage, welche er mit dem Geſchirr— nicht arbeitet, abgehen à 20 k t.. 8 fl. Reſt.— 128 Summa 574 Werden als Durchſchnitt 285 Arbeitstage(Abzug 60 Sonn⸗ und Feiertage, 20 Ruhetage im Winter und bei Regen) angenom⸗ 3 men, ſo kömmt der Arbeitstag eines Pferdes auf ohngefähr einen Gulden. Am Körnerfutter kann(namentlich im Winter) geſpart werden, die Zahl der Arbeitstage beläuft ſich aber in vielen Wirth⸗ ſchaften nur auf 250— 260 Tage jährlich. §. 168. Die Unterhaltungskoſten fuͤr die Ochſen be⸗ rechnen ſich auf aͤhnliche Art, nur braucht fuͤr Hufbeſchlag in der Regel nichts, fuͤr Abnutzung und Riſico nicht mehr als 3— 5 Proc. gerechnet zu werden. Beiſpiel der Koſtenberechnung auf 4 Ochſen: 1) Zinſen von 300 fl. à 5 Procennt.15— 2) Riſtco zu 3 Prooc„.. 89— 3) Hufbeſchlggu—— 4) Futter: auf 265 Arbeitstage zu 25 Pfd. auf Heu redu⸗ cirtes Futter p. Stck., in 100 Wintertagen die Hälfte — 314 Ctur. Heu à 45 ktet 235 30 Latus„ 259 30 Der ſa 1. fl. kr. .* Transport 259 30 4tz 5) Unterhalt und Verzinſung des Geſchirrs ꝛc. von 50 1 1 fl. Capital à 25 Proc........... 12 30 5 6) Uuterhalt und Verzinſung der Acker⸗ und Fuhrgerä⸗ 4. 4 the, 300 fl. Capital à 30 Proec 90— . 1 7) Für Stallbeleuchtung, Arznei und Satz.... 6— t 8) Koſten des Ochſenknechts... 126 fl.— kr. . 65 davon gehen ab für 100 Tage, welche 3 er nicht mit den Ochſen arbeitet à20 kr. 33 fl. 20 kr. . 60 Reſt 92 fl. 40 kr. 4 dazu kömmt für einen Taglöhner, 200 1 Tage mit dem 2ten Paar Ochſen zu arbeiten à 24 ktu.. 80 fl.— kr. — 172 40 128 Summa„ 540. 40 — Vertheilt auf 200 Arbeitstage, ſo kömmt der Arbeitstag eines Och⸗ . ſen auf ohngefähr 40 kr. Som⸗ angenon⸗ ar einen bab Fuͤnftes Capitel. Wirthy 8 Preiß und Abſatz der Producte. eſchla Mae§. 169. Von der Gelegenheit zum Abſatz der Pro⸗ ducte und dem Preiße, wofuͤr dieſe verwerthet werden, haͤngt endlich noch der Reinertrag des landwirthſchaftli⸗ .h. 6 chen Betriebs in hohem Grade ab, und eben deßhalb muͤſſen 5— ſich viele fuͤr den Betrieb zu ergreifende Maaßregeln dar⸗ 9- nach richten. 7* Dieß wurde ſchon im zweiten Eapitel§. 60. angedeutet uud der Einfluß, welchen die Gelegenheit zum Abſatz der Producte auf 3 die Einrichtung des Wirthſchaftsbetriebs hat, wird im erſten Capitel 9 1 der folgenden Hauptabtheilung näher zur Sprache kommen. Es iſt 9. 30 deßhalb hier hauytſächlich nur von der Ausmittelung des Preißes der — 76— Producte und von den Verhältniſſen die Rede, welche auf deſſen Bildung von Einfluß ſind. §. 170. Wir unterſcheiden im Verlaufe dieſes Ca⸗ pitels zwiſchen Geldpreiß, Sachpreiß, Productions⸗ preiß und Marktpreiß. . I. Geldpreiß. §. 171. Wenn vom Preiße eines Gegenſtandes im Allgemeinen die Rede iſt, ſo verſteht man darunter den Geldpreiß(Nominalpreiß), wofuͤr dieſer Gegenſtand gekauft oder verkauft wird, oder was derſelbe in Geld ausgeſprochen im Vergleiche zu andern Gegenſtaͤnden unter gewiſſen Verhaͤltniſſen werth iſt. §. 172. Der Geldpreis der Natur⸗ und Kunſtpro⸗ ducte unterliegt nicht nur im Verlaufe kurzer Zeitraͤume einem Steigen und Fallen, ſondern berechnet ſich auch aus dem Durchſchnitte langer Zeitraͤume ſehr verſchieden. An der letzteren Verſchiedenheit hat bekanntlich die vorge⸗ gangene Veraͤnderung im Werthe des Geldes als Tauſch⸗ mittel(in der Regel ſeine Vermehrung) einen großen An⸗ theil. Aber auch die Fort⸗ oder Ruͤckſchritte in Cultur, Induſtrie und Bevoͤlkerung, lange Kriege oder anhaltender Frieden, haben ihren großen Antheil daran. Vor dreihundert Jahren hat man z. B. ein Malter Roggen um 1 fl., im Durchſchnitt von 10 oder 20 Jahren gekauft, das jetzt etwa fünf Gulden im Durchſchnitt ſo vieler Jahre an demſelben Orte gilt. Mit Recht ſchreibt man dieße in Zeiträumen fortge⸗ ſchrittene Geldpreißerhöhung theilweiſe, oder ſelbſt größtentheils, der ſeitdem beſonders durch die Ausbeute der Gold⸗ und Silberminen von Amerika ꝛc., ſo ſehr vermehrten circulirenden Geldmenge zu; daß aber auch die andern genannten Umſtände vielen Einfluß darauf hatten, beweiſen Vergleiche, welche zwiſchen den Preißen von 1789 bis 1817 und denen vor und nach dieſer Periode aufgeſtellt worden ſind, ſo wie Vergleiche zwiſchen den Durchſchnittspreißen verſchiede⸗ ner Länder in größeren Zeiträumen und ihrer Culturgeſchichte. Vergl. Klebe, Aunleituug zu Grundanſchlägen ꝛc. Leipzig 1828.§. 8.— Thär landwirthſchaftl. Gewerbslehre§. 76 n. f. Zdeſſen 88 Ca⸗ tione⸗ des in ter da enſtand in Geh n unten Inffvro⸗ träͤume h auch hieden. vorge⸗ Tauſch⸗ zen An⸗ Cultur, altender Roggen ds jezt zmſelben fortge⸗ ils, der erminen nge zu; datauj u 179 wotden iſciede⸗ ſcicte 82s.9. 2Q — 77— II. Sachpreiß. §. 173. Dem Geldpreiße gegenuͤber hat man das Preiß⸗ verhaͤltniß, welches ſich bei den Producten unter ſich feſtſtellt, den Sachpreiß(Realpreiß) genannt. Dieſer unterliegt zwar, der Natur der Sache nach, weit weniger Veraͤn⸗ derungen. Sie koͤnnen ſich jedoch im Verlaufe der Zeit bei einzelnen Producten auch in bedeutendem Grade ein⸗ ſtellen. Wenn man vor 300 Jahren z. B. ohngefähr eben ſo viel Gerſte oder Weizen für den Geldpreiß eines Malters Roggen gekauft hat, wie heute; ſo hat man vielleicht noch einmal ſo viel Holz, aber vielleicht nur halb ſo viel feines Tuch für dieſen Geldpreiß zu jener Zeit gekauft, als jetzt.— Der Sachpreiß eines Products ſteht auch im Vergleich zu andern Producten an einem Orte häufig höher, als am andern, z. B. der Roggen gilt zu A. 5 fl., das Eiſen 10 fl., das Holz 3 fl., zu B. aber gilt der Roggen 4 ½ fl., das Eiſen 12 fl. und das Holz 5 fl.— und zwar dieß Alles im Durchſchnitt einer Reihe von Jahren. §. 174. Weil die Geldpreiße vieler Producte, na⸗ mentlich eines Theils der nothwendigſten Lebensbeduͤrfniſſe in groͤßerem Durchſchnitt in einem gewiſſen Verhaͤltniſſe zu einander ſtehen, alſo der Sachwerth ſich gleich bleibt, ſo hat man, hauptſaͤchlich veranlaßt durch Thaͤr's Vor⸗ gang, die landwirthſchaftlichen Werthsverhaͤltnißzahlen im Sachpreiß zur gewoͤhnlichen Brodfrucht— in Roggen⸗ werth ein⸗ fuͤr allemal feſtzuſtellen geſucht, und dieſes Verfahren hat vielen Beifall gefunden. In Betracht aber, daß der Sachpreiß der gewoͤhnlichſten Productionsgegenſtände des Landwirths, des Getreides, der Oelfruͤchte, des Ge⸗ fuͤtters, des Fleiſches, der Molkereiproducte, der Wolle ꝛc. ſich mit der Zeit doch auch weſentlich veraͤndern kann und uͤberdieß an verſchiedenen Orten nicht immer im gleichen Verhaͤltniß ſteht, und in Betracht endlich, daß das Stei⸗ gen und Fallen des Getreides auf die Preiße anderer nothwendiger Beduͤrfniſſe, wie des Eiſens, des Holzes, des Salzes ꝛc. in wenig, oft in gar keiner Beziehung ſteht— verdient jenes Verfahren nicht das unbedingte Zutrauen, welches dafuͤr angeſprochen und ausgeſprochen worden iſt. Am weiteſten hat Block(landwirthſchaftliche Mittheilungen, Breslau 1830 und f.) die Verhältnißzahlenbeſtimmung in Röoggen⸗ werth zu vervollkommnen geſucht, und gewiß verdanken wir ſeinen fleißigen, ſcharfſinnigen Arbeiten viele wichtige Reſultate; unter ſei⸗ nen Wirthſchaftsverhältniſſen können ſeine Zahlen auch ſehr richtig ſeyn, aber gewiß nicht unter nur einigermaßen verſchiedenen und nicht für alle Zeiten.— Bei Ertragsberechnungen, bloß in Roggen⸗ werth geſtellt, und am Ende das Facit zum Durchſchuittsroggenpreiß in Geld berechnet, kann das Verfahren zu bedeutenden Irrungen führen. III. Productionspreiß. §. 175. Jedes bei dem landwirthſchaftlichen odet einem anderen Gewerbsbetriebe erzeugte Product hat einen gewiſſen Aufwand an Material, Arbeit(einſchließlich der Geraͤthe) und Capitalvorlagen(Zinſen), veranlaßt; aus der Zuſammenſtellung dieſes Aufwandes fuͤr einen einzel⸗ nen Gegenſtand ergiebt ſich der Productionspreiß dafuͤr. §. 176. Den Productionsgreis von allen erzeugten Gegenſtaͤnden von nur einigem Belange zu kennen, iſt fuͤr den intelligenten Landwirth von hoher Wichtigkeit, in⸗ dem aus der Zuſammenſtellung dieſes Preißes mit dem Marktpreiß(§. 178) der groͤßere oder geringere Gewinn bei der Production der verſchiedenen Gegenſtaͤnde ſich nur allein klar erſehen laͤßt. §. 177. Wenn der Productionspreiß fuͤr irgend ei⸗ nen Culturgegenſtand berechnet werden ſoll, ſo ſind es zunaͤchſt die Grundrente, die Duͤngung, d. h. der von dem Culturgegenſtande dem Boden entzogene Antheil von der darin befindlichen Duͤngekraft, die Saatfrucht, der Ar⸗ beitsaufwand, die Zinſen vom Antheil am Betriebscapital, ehung dingte purde ſrilengn, Nogger ir ſeinn nter ſei r richti enen und Rogger genprei Prrungen n odet at einen lich der —t; ald einzil zpreiſ zeugtet 7, iſ t, in⸗ tt dem Hewinn ſch nur end ei ſud d on den on der er Ar. rhünl, — 79— und der Antheil an Unterhaktung der Gebaͤude und an an⸗ dern allgemeinen Wirthſchafskoſten, welche dafuͤr in An⸗ rechnung kommen. Bei Producten der Viehzucht ſind es die Capitalzinſen, das Riſico, die Wartungskoſten und die Fuͤtterung, nebſt der Stallmiethe, welche den haupt⸗ ſaͤchlichſten Aufwand bilden. Um ſolche Berechnungen richtig zu ſtellen, ſind vorher viele Vorausſetzungen zu firiren, wie die Ausmittelung der entzogenen Düngekraft und der Preiß dafür, die Ausmittelung der Arbeitsko⸗ ſten ꝛc., worüber die zweite Hauptabtheilung(Düngerproduction und Conſumtion, Frnchtſolge) und die dritte Hauptabtheilung(Buchfüh⸗ rung) Näheres enthalten. Man vergleiche auch das vorige Capitel „ unter IV. IV. Marktpreiß. §. 178. Unter Markt preiß verſtehen wir den Preiß, welcher bei der wirklichen Verwerthung der Pro⸗ ducte erloͤßt wird. Er iſt temporaͤr oft ſehr verſchieden von dem Productionspreiß, im groͤßeren Durchſchnitt gleicht ſich dieſe Verſchiedenheit jedoch in der Regel wieder aus. §. 179. Der Marktpreiß(Verkaufspreiß) haͤngt von dem Verhaͤltniß des Begehrs zum Anbot ab, und umge⸗ kehrt. Auf beide aber haben eine Menge Umſtaͤnde wech⸗ ſelnden, oft auch gleichzeitigen und entgegengeſetzten Ein⸗ fluß, als das Ausfallen der Erndte, die Witterung und Vermuthungen, welche ſich an deren Geſtaltung knüpfen, Kriege oder die Ausſicht dazu, Handelsconjuncturen in den Nachbarlaͤndern oder auch in entfernteren, wohin Ab⸗ fuhr oder woher Zufuhr ſtattfinden kann u. v. A. Eben deßhalb findet bei dem Marktpreiß der gewoͤhnlichen Pro⸗ ducte fortwaͤhrend ein Steigen und Fallen in nicht voraus⸗ zuſehendem Verhaͤltniſſe ſtatt und nur aus dem Ergebniß einer laͤngeren Reihe von Jahren laͤßt ſich ein einigerma⸗ ßen zuverlaͤßiger Durchſchnittspreiß berechnen. — 80— §. 180. Am meiſten haͤngt, abgeſehen von Kriegs⸗ zeiten, das Steigen und Fallen der gewoͤhnlichſten Pro⸗ ducte von dem Ausfallen der Erndte oder von den Com⸗ binationen ab, welche aus dem Verhalten der Witterung in Bezug auf die kuͤnftige Erndte gebildet werden. Dieſes Steigen oder Fallen in Folge des Ausfallens der Erndte ſteht nicht in gleichem Verhältniß mit dem Mehr oder Weniger über oder unter dem, was man unter einer Mittelerndte verſteht. Nach Thär(Gewerbslehre§. 89.) kann in England angenommen werden, daß der Ausfall von 10 Procent an einer gewöhnlichen Erndte den Marktpreiß um 30 Proc., und ein Ausfall von 20 Proc. den Markt⸗ preiß um 80 Proc. erhöhe.— Daß die Vorräthe von früheren Jahren hiebei von weſentlichem Einfluſſe ſind, ſo wie daß andere Umſtände, wie Abſatz nach dem Auslande oder Stockung dieſes Ab⸗ ſatzes ꝛc., nebenbei mit zu noch größerer Erhöhung, ſo wie eutgegen⸗ geſetzt, zu Verringerung der Erhöhung beitragen können, iſt nicht zu überſehen.— Uebrigens liegt es in der Natur der Sache, daß ein Product einem um ſo groͤßeren Schwanken im Preiße unterwor⸗ fen iſt, je leichter Naturereigniſſe auf das Ausfalleu ſeiner Erndte einwirken; Oelgewaͤchſe, Kleeſamen, Hopfen, ſchwanken ſtärker im Preiße, als Kartoffeln und Roggen. Wie viel anhaltende Kriege auf die Getreidepreiße Einfluß ha⸗ ben können, geht daraus hervor, daß in den 20 Friedensjahren von 1766 bis 1786 die Preiße im Ganzen 4 niederer ſtanden, als in den 20 Kriegsjahren von 1789 bis 1809. §. 181. Halten ſich die Preiße gewiſſer Producte anhaltend in der Hoͤhe(uͤber dem Productionspreiß), ſo wirkt dieß nach und nach auf Vermehrung der Production, was dann in der Folge wieder auf Erniedrigung des Preißes von Einfluß iſt. Im umgekehrten Falle wirkt verminderte Production auf Preißerhoͤhung. Beim Landbau können übrigens ſolche Einrichtungen, welche Vermehrung oder Verminderung der Production bezwecken, nicht ſo ſchnell getroffen werden, und müſſen ſich in engeren Grenzen bewe⸗ gen, wie beim Fabrikbetrieb und bei vielen anderen Gewerben. §. 182. Iſt in Folge irgend eines der genannten Umſtaͤnde ein Fallen des Preißes eingetreten, ſo wird vöhn Iveck Donn Treß ten x deen deGe vot ſelter ſtd mer Tit d kriegs, nPro n Cow⸗ tterun rErne ſger iln t. Nah werda udte den Markt⸗ fruͤheren andere ſes Ab⸗ tgegen⸗ t vicht he, daß aterwor⸗ Erndte irker in ſiuß he⸗ rren von als in oducte 9, ſo uction, g des wirkt „welce richt ſ en bene⸗ en. tannten vitd —-— 81— dieſer haͤufig dadurch noch mehr herunter gedruͤckt, daß viele Verkaͤufer ein noch weiteres Sinken befuͤrchten und daß ſie deßhalb groͤßere Quantitaͤten eilig zu verkaufen ſuchen, oder daß wegen Geldbeduͤrfniß viele verkaufen muͤſſen. Dagegen treibt auch das Anhalten im Verkaufe im umgekehrten Falle den Preiß noch mehr in die Höoͤhe, indem Viele ſich ſchneller als ſonſt mit groͤßeren Quanti⸗ taͤten zu verſehen ſtreben, Manche auch aus Speculation kaufen. §. 2183. Ob bei ſtaͤrkerem Begehr im Verhaͤltniß zum Vorrath der Preiß eines Products einem verhaͤltnißmaͤßig ſtaͤrkeren Aufſchlag unterliege, haͤngt auch noch davon mit ab, ob der Gegenſtand zu den nothwendigſten Beduͤrf⸗ niſſen gehoͤrt(z. B. Brodfrucht) und wie weit er ſich durch andere in groͤßerer Menge vorhandene Gegenſtaͤnde erſetzen laͤßt oder nicht. Im erſteren Falle laͤßt ſich der Verbrauch nur bis auf einen gewiſſen Grad einſchraͤn⸗ ken und die Steigerung der Preiße wird deßhals in groͤ⸗ ßerem Maaße ſtattfinden, als im andern Falle. §. 184. In ſo weit als die Producte ſich fuͤr ge⸗ woͤhnlich als Nahrungsmittel eignen, oder zu andern Zwecken einander erſetzen koͤnnen, hat der Mangel an Vorrath zum Begehr bei einem Producte auch auf den Preiß der auf die ebeu gedachte Weiſe mit ihm verwand⸗ ten Producte mehr oder weniger Einfluß, wenn auch bei dieſen an und fuͤr ſich nicht die gleichen Umſtaͤnde fuͤr die Geſtaltung der Preiße(z. B. das Ausfallen der Erndte) vorliegen. Da aber die zum Erſatz dienenden Producte ſelten fuͤr den gleichen Zweck den vollen Werth haben, ſo iſt die Preißerhoͤhung dieſer mit der der erſteren nicht im⸗ mer in gleichem Verhaͤltniſſe. Es erklärt ſich daraus, daß, wenn bei einer der Hauptfrüchte Urſachen zur Preißerhöhung oder Erniedrigung vorhanden ſind, dieß Pabſt Landwirthſchaft II. 2. 6 — 8382— auch auf die Preiße der meiſten übrigen Getreidearten mehr oder weniger wirkt, ſo wie, daß durch verſchiedene Thatſachen, z. B. gutes Ausfallen der Erndte bei einer, ſchlechtes Ausfallen derſelben bei einer anderen Hauptfrucht, ein ſonſt eingetretenes Steigen bei dem einen und ſonſt eingetretenes Fallen bei dem auderen Gegenſtande ſich bis zu gewiſſem Grade paralyſtren kann.— Je weniger Verwandſchaft in Bezug auf Benutzung ſtattfindet, um ſo weniger wird im Stei⸗ gen und Fallen des Preißes verſchiedener Producte eine Gleichheit zu bemerken ſeyn; es wird daher bei dem Steigen und Fallen der Preiße der gewöhnlichen Getreidearten weit mehr Gleichheit ſich zeigen, als bei dieſen und den Kartoffeln— es wird wieder unter dieſen zuſammen und den als Lebensmittel dienenden Producten der Viehzucht weniger Uebereinſtimmung ſtattfinden, noch weniger unter jenen und den Oelfrüchten, und wenig, oft gar kein Zuſam⸗ menhang zeigt ſich im Steigen und Fallen der Preiße der Lebens⸗ mittel im Vergleich zu den Preißen von Producten, welche zu an⸗ dern Zwecken dienen, wie Flachs, Wolle, Taback ꝛc.— Nur in Folge der Ausdehnung oder Einſchränkung in der Production wirken die hinſichtlich der Benutzungsweiſe nicht verwandten Gegenſtände erſt indirect auf einander ein(§. 181). §. 185. Die Aufbewahrungsfaͤhigkeit eines Products und die Koſten, welche eine laͤngere Aufbewahrung verur⸗ ſacht, ſo wie das Verhaͤltniß ſeines Volumens und Ge⸗ wichts zu ſeinem Werthe, ſind Umſtaͤnde, welche in vielen Faͤllen ebenfalls mit von Einfluß auf die Geſtaltung der Preiße ſind. Ein Product, das ſich nicht über eine gewiſſe Zeit aufbewahren läßt, z. B. Kartoffeln, Rüben ꝛc. wird bei ſtarkem Vorrath einer größeren Preißermäßigung unterworfen ſeyn, als ein ſolches, wel⸗ ches ohne Unbeqnemlichkeiten und großes Riſico von einem Jahr ins andere aufbewahrt werden kann.— Je geringer der Werth zum Volumen oder Gewicht, z. B. Holz, Steinkohlen, Stroh— um ſo weeniger können die Preiße an entfernteren Orten auf die vorliegen⸗ den Verhältniſſe einwirken.— Ein eigenes Verhältniß ſtellt ſich bei den Vieh⸗ und Futterpreißen ein: ſinkt der Preiß des Viehes z. B. wegen Mangel an Futter, ſo fehlt es, wenn ſich dieſer Mangel weit⸗ hin verbreitet, für das nicht fette Vieh bald an Abſatz— und da ehr dda B. guus hai eine dem einen e ſch h wandſche in Eti Gleichzi Hallen i oheit ſt leder uun dutten d h wenihe ein Zuſau⸗ er Lebens⸗ he zu an⸗ Nur i fon wirkn egenſtände Produt g vernr und Ge⸗ in vielen eung der ſbewahra rath eile des, u nem Iu Lerth ii — m' vorlizer elt ſch bi ihs„5 angal leit⸗ = und de — 83— die Aufbewahrung des Products(des Viehes) wegen täglich ſich ſtei⸗ gernder Unterhaltungskoſten bald den ganzen Werth überſteigen kann, ſo bewirken ungewöhnlich hohe Futterpreiße in Folge von Mangel oft ein ganz außerordentliches Sinken der Preiße des mageren Vie⸗ hes, während die des fetten und der Molkereiproducte um ſo mehr in die Höhe gehen; bei ſehr geringen Futterpreißen(Ueberfluß an Futter) ſteigt hingegen das magere Vieh und das fette fällt im Preiße; abgeſehen immer von andern einwirkenden Verhältniſſen. Um zu dem bei Gelegenheit des Viehinventariums ſchon ange⸗ führten Preißverhältniße für das Vieh, auch für die übrigen land⸗ wirthſchaftlichen Hauptproducte ein Anhalten zu geben, ſo werden hier die für das Großherzogthum Heſſen anzunehmenden zwanzigjäh⸗ rigen Durchſchnittspreiße des Getreides ꝛc. aufgeführt: Namen P r e i 5 1 des das heſſiſche der preußiſche der würtemberg. . Malter Scheffel Scheffel Gegenſtandes. 1l. kr. fl. kr. fl. L. kr. —————— Weitzen.„ 7 24 3 10 10— Spelz(Dinkel).. 2 501 13 4— Roggen....... 5 40 2 26 7 40 Gerſte.... 4 30 1 56 6 15 Hafer.. 2 50 1 13 4— Erbſen... 5 40 2 26 7 40 Rapss.. 8 30 3 38 11 48 Mohn... 12— 5 9 16 40 Kartoffetrn.... 1 10— 30 1 40 Gntes Heu der Ceut⸗ ner 54 kr. Bemerkenswerth iſt, daß die hier angeführten Preiße von den drei Hauptfrüchten, Roggen, Gerſte und Hafer, mit den für die größeren Märkte in Norddeutſchland von Thär im Jahr 1815 (Gewerbslehre) angeführten dreißigjährigen Durchſchnittspreißen bis auf ein Geringes übereinſtimmen, während er den Preiß für den Weitzen um 12 Procent höher annimmt.— In Würtemberg ſteht der Spelz im Durchſchnitt um 15 bis 20 Procent höher, als der 6* — 3— Hafer, waͤhrend beide bei uns im Durchſchuitt gleich ſtehen; der Roggen gilt dort im Verhältniß zu andern Früchten weniger; ein Beweis, daß die Sachpreiße der Früchte nicht überall gleich ſind.(§. 173.) Ueber die Art und Zeit des Verkaufs handelt die dritte Haupt⸗ abtheilung. L- 6 iihtet wen, welch walch Nut Arten wäͤhl unter und n verbin kehre derl Roggen Veweit :ra) Haup Landwirthſchaftliche Betriebslehre. Zweite Abtheilung. Einrichtung der Wirthſchaft. §. 186. Wenn eine Wirthſchaft angetreten, einge⸗ richtet werden ſoll, ſo handelt es ſich darum, zu beſtim⸗ men, welche Culturgegenſtaͤnde man waͤhlen ſoll, in welchem Verhaͤltniſſe ſolche der Flaͤche nach, und in welcher Reihefolge ſie angebaut werden ſollen, was fuͤr Nutzvieh und wie viel man deſſen von einer oder mehreren Arten halten, und wie man die beduͤrftigen Arbeitskraͤfte waͤhlen und die zur Arbeit dienenden Menſchen und Thiere unterhalten ſoll; endlich ob man techniſche Betriebszweige, und welche, mit beſonderem Vortheile mit der Wirthſchaft verbinden koͤnne. Dieß Alles begreifen wir unter der Lehre von der Einrichtung oder Organiſation der Wirthſchaft. §. 187. Dieſe Lehre zerfaͤllt in folgende Capitel: 1) Von den Verhaͤltniſſen uͤberhaupt, welche auf die Wahl der Wirthſchaftsweiſe von Einfluß ſind. 2) Von den Eigenſchaften der Gewaͤchſe, welche bei der Wahl der Culturgegenſtaͤnde beſonders in Betracht kommen. 3) Von dem Verhaͤltniſſe, in welchem Stroh⸗ und Fut⸗ tererzeugniſſe zu einander, und der Anbau von Han⸗ delsgewaͤchſen zu jenen, ſtehen ſollen. 4 5) 6) 7) Vor rraͤfte. 8) — 86— Von dem Verhaͤltniſſe des Duͤngererzeugniſſes zu dem Bedarf. Von der Fruchtfolge. Von der Zuſammenſetzung des Nutzviehſtandes. Von der Wahl und Unterhaltungsweiſe der Arbeits⸗ Von der Verbindung von Nebengewerben mit der Wirthſchaft. lheni Ulſſn gen w ſad. Bede zum ſpeci Dach virn gentl 9 d dl Reni T 1, ſehes dih jenes Capitel zu verweiſen iſt. Erſtes Capitel. Von den Verhältniſſen, welche auf die Wahl der Wirthſchaftsweiſe von Einfluß ſind. §. 188. Un im Stande zu ſeyn, die fuͤr die gegebene Localitaͤt vortheilhafteſte Wirthſchaftseinrichtung zu waͤhlen, muͤſſen vor allen Dingen die Verhaͤltniſſe gruͤndlich erwo⸗ gen werden, welche von entſchiedenem Einfluſſe darauf ſind. §. 189. Dieſe Verhaͤltniſſe ſind: 1) Clima, Lage und Boden; 2) Nationalwohlſtand, Bevoͤlkerung, Gelegenheit zum Abſatz; 3) Groͤße, Zuſammenſetzung des Guts und ſpecielle Lage ſeiner Theile; 4) Gerechtſame, Servitute, Pachtbedingniſſe; 5) Perſoͤnlichkeit und Mittel des Land⸗ wirths.— Als ſehr beachtenswerth, wenn auch nicht ei⸗ gentlich in die Reihefolge gehoͤrig, fuͤgen wir noch an: 6) die bisherige Wirthſchaftseinrichtung des Gutes und der benachbarten Guͤter. Es leuchtet bei einigem Betrachte ein, daß hier größtentheilzs die nämlichen Gegenſtände zur Sprache kommen müſſen, welche bei der Wahl des Landgutes(vorige Abtheilung, 2tes Capitel unter III. §. 55 und f.) ſchon in Rede ſtanden, und daß daher hier häufig auf I. Clima, Lage, Boden. §. 190. Da Clima und Lage auf die Vegetation im Allgemeinen, und auf das beſſere oder ſchlechtere Ge⸗ deihen der landwirthſchaftlichen Gewaͤchſe insbeſondere, — 88— von entſchiedenem Einfluſſe ſind, ſo folgt daraus von ſelbſt, daß auch bei der Wahl der Wirthſchaftsweiſe Hauptruͤck⸗ ſichten darauf genommen werden muͤſſen. Ein kaltes oder auch nur rauhes Clima ſchließt viele Gewächſe aus, welche in milderem gut fortkommen, in einem feuchten Clima gedeihen andere Pflanzen, als in einem trockenen— in kaltem Clima und wo das Frühjahr ſpät, der Winter aber früh eintritt, iſt, ab⸗ geſehen vom Boden, Cultur⸗ und Dungaufwand größer, als in ei⸗ ner milderen Lage. Ein mildes Clima geſtattet den Anbau von Stoppelfrüchten, welcher anderwärts unterbleiben muß u. ſ. w.— Im Gebürge muß die Wirthſchaft anders betrieben werden, als in der Ebene.— Unter gleichem Himmelsſtriche iſt die eine Lage ge⸗ ſchützter, als die andere; in der einen ſchaden Spätfröſte, in der andern nicht u. ſ. w.(S.§. 61 dieſes Bandes u. 2tes Cap. d. I. Bos. 1. Abtheil.) §. 191. Zum naͤheren Anhalten dſent uns bei Be⸗ urtheilung der climatiſchen Lage insbeſondere: die Staͤrke des Regenfalls, der Temperaturgrad im Durchſchnitt, ſo ferne beides nach ſicheren in der Gegend angeſtellten Be⸗ obachtungen in Erfahrung zu bringen iſt; ferner in wie weit der Anbau der gewoͤhnlichen Winter⸗ und Sommer⸗ fruͤchte, gewiſſer Haupthandelsgewaͤchſe(Raps, Flachs ꝛc.) oder anderer Eulturgegenſtaͤude geſtattet iſt, aus deren Gedeihen auf die Beſchaffenheit des Climas geſchloſſen werden kann.(I. B. 1. Abtheil.§. 26.) Auch iſt darauf zu achten, ob und welche, einzelnen Pflanzen beſonders nachtheilige, Krankheiten(Roſt, Braud ꝛc.) in der elima⸗ tiſchen Lage begründet ſind; oder ob gewiſe manchen Gewächſen vorzugsweiſe ſchädliche Thiere(Erdflöhe, Raupen 1e.) häufig vor⸗ kommen. §. 192. Vom Boden gilt im Allgemeinen daſſelbe, wie von Clima und Lage; die Verſchiedenheiten im Boden ſind aber unter der gleichen elimatiſchen Lage haͤufig noch ſehr bedeutend und abwechſelnd; daher die auf den Boden zu nehmende Ruͤckſicht meiſtens noch erheblicher, als die auf Lage und Elima. Ales Ader de Ban § de n nim flr den! mti beſte ls fi T helde, in Da An and Hauhti beſonde ſih, n iſt,1 gehe Kraſt je me druch dnrt lleber tr ſ 89 ſig d Wiche einga Tah vorhe a z ſelbſ, upträͤch Gevitſe ten Climr em Clint iſt. als in in nbau u f. u.- n, als in Lage ge⸗ e, in de Lap. d. I bei Ve⸗ :Staͤrke nitt, ſt lten Be in wi Sommer⸗ achs.) deren ſchloſeen Pflanzen r clima⸗ ewachſen ufig vor⸗ aſſelbe Boden ſig mi n Soden als die — 89— Alles Nähere, worauf es hier ankommt, enthaͤlt das 3te Eapi⸗ tel der erſten Abth. des 1ſten Bds.— S. auch§. 62 des vorliegen⸗ den Bandes. §. 193. Um uns uͤber den Einfluß des Bodens auf die richtige Wahl der Wirthſchaftsweiſe moͤglichſt ſchnell zu inſtruiren, muß namentlich in Betracht gezogen werden: fuͤr welche Futterkraͤuter und Wurzelgewaͤchſe iſt der Bo⸗ den vorzugsweiſe geeignet; in wie weit eignet er ſich zum natuͤrlichen Grasbau; welche Halmfruͤchte gerathen am beſten. Aus der richtigen Beantwortung dieſer Fragen wird ſchon Vie⸗ les für den Hauptzuſchnitt der Wirthſchaftsweiſe zu entnehmen ſeyn. Wo z. B. der rothe Klee und die Luzerne, oder auch nur eins von beiden, ſicher geräth, iſt man um die erforderliche Futterproduction, um Durchführung der Stallfütterung ꝛc. nicht in Verlegenheit.— An andern Orten geſtattet der Boden, daß die Esparſette das Hauptfuttermittel abgiebt, und es geht dann das Erforderniß einer beſonderen Wirthſchaftsweiſe daraus hervor. Eben ſo verhält es ſich, wo keins von allen dieſen gedeiht, der Boden aber graswüchſig iſt, u. ſ. f. §. 194. Iſt, neben Clima und Lage, die Bodenart gehoͤrig gewuͤrdigt worden, ſo verlangt der dermalige Kraftzuſtand des Bodens noch beſondere Beachtung, denn je mehr Mangel an Kraft, um ſo ſchonender muß die Fruchtfolge ſeyn, deſto mehr muͤſſen zehrende und wenig zuruͤckgebende Gewaͤchſe fuͤr oen Anfang ausgeſchloſſen bleiben; unrecht aber wuͤrde es ſeyn, einem bereits in gu⸗ ter Kraft ſtehenden Boden zu wenig zuzumuthen. Bei Mangel an Kraft thut man oft wohl daran, für den An⸗ fang Roggen ſtatt Weitzen, Hafer ſtatt Gerſte, Brache ſtatt Erbſen, Wickfutter ſtatt Klee zu wählen, oder eine Weideniederlegung mit einzuſchalten.— Ein Mehreres im 4ten Capitel d. Abth. §. 195. Endlich iſt in Bezug auf den Boden bei der Wahl der Fruchtfolge noch eine weitere Ruͤckſicht auf die vorherrſchenden, oder im Uebermaaß vorkommenden Unkraͤu⸗ ter zu nehmen, indem zu deren Vertilgung mehr Brache — 90— oder Hackfruͤchte einzuſchalten oder der Anbau mancher Fruͤchte(z. B. Sommergetreide bei Wucherblume, He⸗ drich ꝛc.) einzuſchraͤnken iſt. Zu vergleichen I. Bd. 1. Abtheil.§. 562. u. f. §. 196. Wenn das zu ein und demſelhen Gute ge⸗ hoͤrige Ackerfeld große Verſchiedenheit in ſeiner Beſchaffen⸗ heit darbietet, ſo geht daraus meiſtens die Nothwendigkeit, oder wenigſtens Zweckmaͤßigkeit, hervor, nach den Haupt⸗ verſchiedenheiten im Boden auch verſchiedene Fruchtfolgen einzufuͤhren. §. 197. Außerdem, daß Boden und Clima von ſo großem Einfluſſe auf die Wahl der Fruchtfolge ſind, ſind ſte es nicht weniger auf die Wahl und das Erforderniß der Arbeitskraͤfte und der Nutzviehhaltung. S.§. 157 u. f., ſo wie 6tes Capitel dieſes Bandes. II. Nationalwohlſtand, Bevoͤlkerung, Gelegen⸗ heit zum Abſatz. §. 198. Daß von der Groͤße der Bevoͤlkerung, deren Wohlſtand, Erwerbsquellen, Handelsverkehr ꝛc., neben der Naͤhe von Marktorten, der Beſchaffenheit der Straßen und der Schiffbarkeit der Gewaͤſſer, die Gelegenheit zum mehr oder weniger vortheilhaften Abſatze beſtimmter Pro⸗ ducte abhaͤngt, iſt bereits in der vorigen Abtheilung dar⸗ gethan; es folgt daraus, daß bei der Wahl der Cultur⸗ gegenſtaͤnde und Betriebszweige weſentliche Ruͤckſicht auf jene ſtatiſtiſchen Verhaͤltniſſe zu nehmen iſt. Zu vergleichen§§. 29, 58, 59, 60, 169 u. f. §. 199. Je mehr wegen Entfernung von Marktorten, ſchlechten Straßen, oder aus andern Urſachen, der vor⸗ theilhafte Abſatz derjenigen Producte erſchwert iſt, welche im Verhaͤltniß zu ihrem Werthe ein bedeutendes Volumen und Gewicht haben, wozu namentlich das Getreide zu rechnen iſt; um ſo mehr muß darauf gedacht werden, ſolche —— guduet grihere Pole, 1.ſe J Futtert zuweil d. Fätter ger d b ſchu nancher 6, He Jute ge eſchafen endigkel Haupt ctfolgen von ſh d, ſind rderniß eleget⸗ g, dern , nebag Straßen heit zuu ter Pro⸗ ng dar⸗ Cultur⸗ icht alf rktorten der vor „ welt Voluwel treide zu , ſalch — 91— Producte zu erzielen, welche wegen ihres verhaͤitnißmaͤßig groͤßeren Werthes einen weiteren Transport geſtatten, wie Wolle, Schlachtvieh, manche Handelsgewaͤchſe, Weingeiſt u. ſ. w. In ſolchen Fällen iſt z. B. häufig eine größere Ausdehnung des Futterbaues und der Viehzucht nud Einſchränkung des Getreidebaues, zuweilen auch Körnermaſt, am rechten Platze. Die Nähe von Städten kann dazu beſtimmen, Kartoffeln, Stroh, Futter als Handelsgewächſe zu bauen, den weniger producirten Dün⸗ ger durch Ankauf zu erſetzen ꝛc. Eine ſehr ſcharffinnige weitere Ausführung dieſes Themas findet ſich in v. Thün en, der iſolirte Staat ꝛc. Hamburg. §. 200. Nach Verhaͤltniß der Menge und des Preißes der zu Gebot ſtehenden arbeitenden Haͤnde iſt insbeſondere zu beſtimmen, in wie weit es ſtatthaft iſt, Gewaͤchſe in den Culturplan aufzunehmen, welche viele Handarbeit er⸗ fordern. Zu vergleichen: 4tes Eapitel der vorigen Abtheilung. Bei Mangel an Arbeitern muß ſelbſt darauf Rückſicht genommen werden, daß man nicht mehrere Gewächſe in zu großer Ausdehnung baut, welche zu gleicher Zeit geerndtet werden müſſen, wenn ſchon ſie an ſich keinen ſtarken Aufwand von Handarbeit erfordern. III. Groͤße, Zuſammenſetzung, ſpecielle Lage des Guts. §. 201. Unter ſonſt gleichen Localverhaͤltniniſſen uͤbt die Groͤße des Guts einen mehr oder minder bedeuten⸗ den Einfluß auf die Organiſation der Wirthſchaft aus, und zwar in Bezug auf die Wahl der Culturgegenſtaͤnde (ſ.§. 202), Fruchtfolge, Spannvieh, Nutzvieh, Geſinde⸗ haltung, Betrieb von Nebengewerben. Auf dem großen Gute kann Koppelwirthſchaft, Schäferei, Käſerei getrieben, können Auſſenfelder angelegt werden, was Alles für ein kleines Gut ſelten thunlich oder räthlich iſt; auf dem letzte⸗ ren kann eine freie Wirthſchaft weit eher wie dort ſtattfinden; dort können Pferde, hier Kühe als Zugvieh am Platze ſeyn; anf dem — 92— großen Gute iſt die Geſtndehaltung in verhaͤltnißmäßig gleicher Aus⸗ dehnung, wie auf dem kleinen, ſelten zweckmäßig; dort wird Braue⸗ rei, Brennerei mit größerem Vortheil getrieben ꝛc. §. 202. Im Allgemeinen iſt anzunehmen, daß um ſo mehr darauf zu denken iſt, den Ertrag durch Arbeit zu erhoͤhen, je kleiner ein Gut iſt, dagegen, je groͤßer daſſelbe iſt, um ſo mehr darauf gedacht werden muß, den Reiner⸗ trag durch Vereinfachung der Bewirthſchaftung ſtcher zu ſtellen und den ausgedehnteren Anbau von Culturgegenſtaͤn⸗ den zu vermeiden, welche ungewoͤhnlichen Aufwand erfor⸗ dern und dabei doch unſicher ſind. Dort iſt es oft vortheilhaft, Krapp, Taback, Flachs und ähn⸗ liche Gewächſe in ſtarkem Verhältnigſe zu bauen, hier werden dieſe und andere Gegenſtände in der Regel zu übergehen ſeyn. §. 203. Daß auch nach Maaßgabe der Zuſammen⸗ ſetzung des Guts bei Einrichtung der Wirthſchaft beſon⸗ dere Dispoſitionen zu treffen ſind, iſt ſchon§. 30 und 31 dargethan; namentlich iſt dabei wichtig, wie das Verhaͤlt⸗ niß des natuͤrlichen Graswuchſes zum Ackerlande ſteht, und ob die Benutzungsweiſe anderer zum Gute gehoͤriger Bodenflaͤchen von der Art iſt, daß beſtaͤndig dafuͤr eine beſtimmte Verwendung von Duͤnger aus der Wirthſchaft zu rechnen iſt, wie fuͤr Weinberge, Hopfengaͤrten ꝛc. Die Reſultate dieſer Betrachtungen geben Anhaltspunkte für die Ausdehnung des künſtlichen Futterbaues und die Regulirung der Düngerproduction.— Bei den Wieſen iſt in letzter Hinſicht wieder wichtig, ob ſie gedüngt werden müſſen, oder auch ohnedieß einträg⸗ lich ſind. §. 204. Welches das vortheilhafteſte Verhaͤltniß der Wieſen zum Ackerlande ſey, laͤßt ſich durchaus nicht fuͤr allgemein beſtimmen, indem dieß hauptſaͤchlich davon ab⸗ haͤngt, in wie weit der Boden zum kuͤnſtlichen Futterbau geeignet iſt(ſ.§. 31); auch wie hoch der natuͤrliche Gras⸗ boden im Reinertrage gegen das Ackerland ſich ſtellt. hjer Aos. draue⸗ daß m Arbeit daſebe Reine, ſicher a egenſti ind erfen und ähr: enden dieſt ammer⸗ ft beſon⸗ und 31 Verhäͤl de ſteſt gehöriger füͤr eine tyſchaft kl. unkte ſit crung der ͤt wieder einträg⸗ tniß der iicht ſit von ah⸗ putterbal he Gri⸗ l. — 93— * Am wenigſten kann der ſchwere kalte Boden und nach dieſem derxleichte trockene Boden der Wieſen entbehren. §. 205. In Bezug auf die ſpecielle Lage der ein⸗ zelnen Grundſtuͤcke kommt zunaͤchſt in Betracht, ob das Gut geſchloſſen iſt oder nicht, indem bei dem zerſtuͤckelten Beſitze die Bewirthſchaftung haͤufig nach derjenigen der Nachbarn oder nach hergebrachten Flurordnungen ſich rich⸗ ten muß(ſ.§. 32). §. 206. Sodann kommt es darauf an, ob ein Theik der Grundſtuͤcke in bedeutender Entfernung vom Hofe liegt; man thut dann faſt immer wohl daran, gleichwie bei großer Verſchiedenheit im Boden(§. 196), dieſe in eine beſondere Fruchtfolge zu nehmen, welche bei der groͤ⸗ ßeren Entfernung einen dennoch geringeren Culturaufwand verurſacht. Man baut auf ſolchen Feldern(Auſſenfelder genannt) weniger Hackfrüchte und Handelsgewächſe, mehr Futter, das abgeweidet oder gedörrt werden kann, wendet Gründdüngung, Pferch ꝛc. an. §. 207. Auch kann dadurch, daß ein Theil der Grund⸗ ſtuͤcke ſteil, hoch oder noͤrdlich liegt, oder ſonſt in der Lage von den uͤbrigen verſchieden iſt, die Veranlaſſung gegeben ſeyn, ſie in der Bewirthſchaftung von den uͤbrigen aus⸗ zuſcheiden. IV. Gerechtſame, Servitute, Pachtbedingniſſe. §. 208. Unter den Gerechtſamen haben beſonders der Zehnte und die Weideberechtigungen auf die Wirthſchaftseinrichtung Einfluß, indem durch den erſteren die Wirthſchaft eine außerordentliche Zubuße an Stroh erhaͤlt, durch die letzteren Duͤnger von außen her einge⸗ bracht wird, auch die Viehhaltung darnach modificirt wer⸗ den muß.— Ueber die Frohnden ſ.§. 144. 145. §. 209. Im umgekehrten Falle befindet ſich die Wirth⸗ ſchaft, wenn ſie den Zehnten entrichten muß, dem Wei⸗ — 94— deſervitut oder andern Servituten unterworfen iſt; der Wirthſchafter iſt dadurch uͤberdieß häufig gehindert, diejenige Fruchtfolge und Benutzungsweiſe des Bodens einzufuͤhren, welche ohne jene Servitute die vortheilhafteſte fuͤr ihn ſeyn wuͤrde. Je geringer die Ertragsfähigkeit des Bodens, um ſo nachthei⸗ liger wirkt die Naturalabgabe des Zehntens. Auf geringem Boden iſt hänfig nur durch die Beweidung noch ein befriedigender Reinertrag zu erzielen, übt dieſe ein anderer aus, ſo bleibt dem Eigenthümer dann oft gar kein Ertrag übrig. Ueber die Beſchaffenheit der Servitute ſ.§. 33— 47. §. 210. Bei Pachtguͤtern wird haͤufig eine ge⸗ wiſſe Fruchtfolge zur Bedingung gemacht, auch andere Pachtbedingniſſe uͤben oͤfters einen weſentlichen(fuͤr den Paͤchter meiſtens unvortheilhaften) Einfluß auf die Wirth⸗ ſchaftseinrichtung aus. Selbſt die Dauer der Pachtzeit muß dabei beruͤckſichtigt werden. Wie hinderlich kann z. B. die Bedingung werdeu, welche man noch in Würtemberg findet, daß der Pächter ſämmtliche Wieſen jährlich düngen muß.— Je kürzer die Pachtzeit, deſto weniger kön⸗ nen Einrichtungen getroffen werden, welche die Hebung der Ertrags⸗ fähigkeit bezwecken. S.§. 80. 83. 84. V. Perſoͤnlichkeit und Mittel des Landwirths. §. 211. Wenn bei der Einrichtung einer Wirthſchaft von dem bisher ſtattgehabten Betriebe mehr oder weniger abgegangen werden ſoll, muß der Wirthſchafter ſeine per⸗ ſoͤnlichen Faͤhigkeiten in Bezug auf Kenntniß und In⸗ telligenz erwaͤgen und ſchaͤtzen, und nichts unternehmen, dem bei der Ausfuͤhrung ſeine Perſoͤnlichkeit nicht gewach⸗ ſen iſt(ſ.§. 7 und 11). §. 212. Beſonders aber muß derſelbe auf ſeine pe⸗ cuniaͤren Kraͤfte gehoͤrige Ruͤckſicht nehmen, denn die eine Betriebsweiſe erfordert mehr Capital, als die andere, w l iumer D. heitöde hetwit witth ds -2 delsg di in d reic Jen ſtußt l'ſ thenial V rien iſt gehinder, ALden eilhaien ſo nagthe⸗ gem Bohe Reinern Ligenthim 7. eine 86 h anden (füͤr de ie Wirt⸗ Pachtzi welche vn iche Wiein deniger kir er Ertrazs⸗ wirtha⸗ irthſchaf weniger eine per z und I ernehman t gewat⸗ ſtine ge⸗ „den die ſe andere, — 95— und Umaͤnderungen in der Wirthſchaftsweiſe erfordern faſt immer eine Vermehrung des Betriebscapitals. Die Wechſelwirthſchaft bedarf z. B. mehr Geſpann⸗ und Ar⸗ beitsvorlage, als eine Dreifelderwirthſchaft; jene, ſo wie die Kop⸗ pelwirthſchaft, erfordern einen größeren Viehſtand, als Dreifelder⸗ wirthſchaft mit wenigſtens theilweiſer Brache; aus Vergrößerung des Viehſtandes entſteht das Bedürfniß von größerem Stallraum. — Vermehrter Fntterbau verlangt Saamenvorlage, vermehrter Han⸗ delsgewächsbau größeren Dünger⸗ und Arbeitsaufwand.— Ueber⸗ dieß giebt es beim Uebergange in eine neue Fruchtfolge gewöhulich in der Erndte Anfangs einen Ausfall, wenn ſchon ſolche in der Folge reichlicher wird.— Beim Uebergang von der Rindviehzucht zur fei⸗ nen Schäferei iſt oft das Doppelte und mehr an Capital zur An⸗ ſchaffnng der Schafe gegen das aus dem abgeſchafften Rindvieh er⸗ löſte erforderlich; Stallraum bedürfen die Schaafe verhältnißmäßig ebenfalls mehr. VI. Bisherige Wirthſchaftsweiſe des Guts. und benachbarter Guͤter. §. 213. Daß man beim Antritte eines Guts ſich vor allen Dingen uͤber die ſeither ſtattgehabte Wirthſchaftsweiſe und deren Reſultate moͤglichſt genau unterrichte und daß man ſich nicht eher zu veraͤnderten Einrichtungen ent⸗ ſchließe, als bis man ſich uͤber die groͤßere oder mindere Unzweckmaͤßigkeit der bisher beſtandenen ſicher uͤberzeugt hat, iſt eine aus dem bisher Geſagten ſchon von ſelbſt hervorgehende Klugheitsregel. Dennoch iſt ihre beſondere Hervorhebung mehr als hinlänglich gerechtfertigt, weil wir leider nur zu häufig von angehenden Land⸗ wirthen, denen es an Erfahrung und Umſicht gebricht, gegen dieſe Regel zu ihrem größten Nachtheile handeln ſehen. §. 214. Auch die naͤhere Kenntniß und daraus fol⸗ gende Beurtheilung benachbarter, unter aͤhnlichen Berhaͤlt⸗ niſſen exiſtirender Guͤter wird dazu beitragen, uns uͤber die Einrichtungen, welche wir auf dem von uns zu be⸗ wirthſchaftenden Gute am zweckmaͤßigſten treffen, mehr Klarheit und Sicherheit zu verſchaffen. 3 WV — 96— Zweites Capitel. Von den Eigenſchaften der Gewächſe, welche bei der Wahl der Culturgegenſtände beſonders in Betracht kommen. §. 215. Wenn wir zur naͤheren Auswahl der Ge⸗ waͤchſe ſchreiten wollen, deren Anbau unter gegebenen Verhaͤltniſſen am vortheilhafteſten iſt, ſo ſetzt dieß voraus, daß wir die natuͤrlichen Eigenthuͤmlichkeiten der landwirth⸗ ſchaftlichen Gewaͤchſe genau kennen, und zwar namentlich in Bezug 1) auf den Boden, welchen jedes Gewaͤchs vor⸗ zugsweiſe verlangt; 2) auf die Kraft im Boden, welche ſie beduͤrfen und wieder hinterlaſſen; 3) auf Dungmate⸗ rial, das ſie der Wirthſchaft wiedergeben; 4) den Cultur⸗ zuſtand, den ſie verlangen und in welchem ſie den Boden wieder hinterlaſſen; 5) auf bie Vertraͤglichkeit mit ſich oder anderen Gewaͤchſen in der Fruchtfolge. Alles Specielle in dieſer Hinſicht enthält die zweite Abtheilung der Pflanzenproductionslehre(ſpecieller Pflanzenbau); hier ſoll nur eine allgemeine Ueberſicht eingeſchaltet werden. I. Eigenſchaften hinſichtlich des Bodens. 1) Sandboden. §. 216. Sehr geringer Sandboden taugt nur noch fuͤr Roggen und Spoöͤrgel; wenig beſſerer außer dieſen fuͤr Buchweitzen, weißen Klee, Topi⸗ nambur, mit etwas Dung auch fuͤr Kartoffeln und Kuͤrbis; mittelmaͤßiger, außer den vorigen, fuͤr Ha⸗ fer, Ruͤben, Wicken, Linſen, Phaſeolen, Lein (wenn Lage oder Clima etwas feucht); guter Sandbo⸗ den, außer den angefuͤhrten, fuͤr Gerſte, Hirſe, Erb⸗ ſen, Moͤhren, Taback, Krapp, Weiskraut, Mais, Hanf, Mohn, Raps, Spelz, Klee(wenn nicht zu bei de ſetrach der Ge⸗ gegebene Jvorau andwirg amentlic ich vor⸗ welche ungmate⸗ Cultur⸗ en Bodet mit ſih Abtheilen r ſoll nur ens. gt nut ſſerer Topi⸗ en und fuͤr Ho , Lein Sandbp e, Eid „Maid, richt z0 — 97— trocken); tiefgruͤndiger, gut gebauter, trägt auch mit Sicherheit Luzerne, um ſo mehr, wenn er zugleich etwas kalkhaltig. SSA A Kann der Sand bewäſſert werden, ſo gedeiht auch auf dem ſchlechteſten noch das Gras gut.. 2) Thonboden. §. 217. Zaͤher und magerer Thon traͤgt noch Gras, Weitzen(Spelz), Hafer; etwas beſſerer, außer dieſen, Bohnen und Kleez mittelguter, außer den vorigen, Wicken, Erbſen, Gerſte, Raps, Kohl⸗ und Runkelruͤben; guter Thon, zumal wenn er auch kalkhaltig, traͤgt uͤberdieß Kartoffeln, Weiskraut, Luzerne, Hanf, Wintergerſte ꝛc. 3) Lehmboden. §. 218. Gewoͤhnlicher Lehm, auch ſandiger Lehm traͤgt Roggen, Spelz, Weitzen, Hafer, Gerſte, Kartoffeln, Huͤlſenfruͤchte, Klee und nach Lage, Untergrund und Kraftzuſtand noch viele der uͤbrigen Eulturgegenſtaͤnde; guter Lehm mit gutem Un⸗ tergrunde(guter Mittelboden) taugt beinahe fuͤr alle landwirthſchaftlichen Gewaͤchſe, inſoweit das Cli⸗ ma nicht entgegen ſteht. 1 Spörgel und Buchweitzen und einige andere fallen bei letzterem als zu wenig einträglich weg, und ſelbſt Hafer und Roggen ſpielen ſchon eine untergeordnete Rolle. 4) Kalkboden. §. 219. Geringer Kalkboden traͤgt Esparſette, Wicken, Spelz, Roggen, Hafer, Ruͤben; mittel⸗ maͤßiger, außer den genannten, Luzerne, Klee, Erb⸗ ſen, Bohnen, Weitzen, Gerſte, Kartoffeln, We⸗ berkarde; bei gutem Kalkboden kommen noch hin⸗ zu Raps, Hanf, Flachs u. a. pabſt Landwirthſchaft 1I. 2. 7 — 993— 5) Moorboden. §. 220. Geringer Moorboden traͤgt nur gerin⸗ ges Gras; beſſerer, namentlich wenn er gebrannt wor⸗ den, lohnt auch Buchweitzen, Hafer, Ruͤben, Kar⸗ toffeln; guter Moor traͤgt außer dieſen auch Som⸗ merruͤbſen, Hanf. Es verſteht ſich von ſelbſt, daß außer den bei jeder Hauptboden⸗ art genannten Gewächſen, noch manches andere gebaut werden kann, wenn beſonders begünſtigende Umſtände hinzukommen, oder wenn un⸗ gewöhnlicher Düngeraufwand oder ein zum Ertrag hoher Culturauf⸗ wand gemacht wird; beſonders aber darf nie außer Acht gelaſſen werden, in wie weit das Clima nebenbei begünſtigend oder ungün⸗ ſtig einwirkt.— Viele Gewächſe, welche nur ſelten im Größeren angebaut werden, ſind ganz übergangen. Zu vergleichen: erſter Bd.§. 156— 161. II. Eigenſchaften hinſichtlich derbeduͤrfenden und hinterlaſſenden Bodenkraft. §. 221. Da wir vorausſetzen muͤſſen, daß jeder Cul⸗ turgegenſtand einen mit dem gemachten Aufwande, ein⸗ ſchließlich der dem Boden entzogenen Kraft, im Verhaͤlt⸗ niß ſtehenden Ertrag abwerfen ſoll, und zugleich zugeben muͤſſen, daß die Gewaͤchſe ſehr verſchiedene Anſpruͤche auf Bodenkraft machen und daß eben ſo die einen mehr, die anderen weniger, ja manche gar keine Kraft dem Bo⸗ den entziehen, ſo ergiebt ſich hieraus, daß die genaue Er⸗ waͤgung dieſes Gegenſtandes eine der wichtigſten Voraus⸗ ſetzungen bei der Feſtſetzung der Fruchtfolge iſt. §. 222. Es haͤngt jedoch nicht blos von der Natur der Gewaͤchſe und der Groͤße der Erdten allein ab, wie viel Kraft ſie zu einem guten Gedeihen beduͤrfen und in welchem Verhaͤltniſſe ſie den Boden ausſaugen; ſondern auch davon, in welchem Boden ſie gebaut werden, in wel⸗ chem Kraft⸗ und Duͤngungszuſtande dieſer Boden iſt, und auf welche Weiſe die Gewaͤchſe cultivirt und benutzt, na⸗ nettl werde J ſen ten C tigen keine ringe Gew colſt tend fa nirn, d ſceine ſwat in zr Wm. Einſt viger halte dan; in R bege rend de her Fal unſe gen fen 1 me t perin⸗ nt wer⸗ , Kar⸗ Son⸗ ruptboden den kam wenn m⸗ Cultureu⸗ ͤt gelaſſn der ungir Grüßen rfenden eder Cul de, ein Verzält zugeben lſpruͤch in mehr, em Bo⸗ aue Er⸗ Voraus⸗ Natur ab, wie und in ſonden „in w iſ⸗ 1nd utt, na⸗ — 99— mentlich, ob ſie in gruͤnem oder reifem Zuſtande geerndtet werden. In kalkhaltigem Boden bedürfen z. B. viele, vielleicht die mei⸗ ſten Gewächſe eine geringere natürliche Bodenkraft zum gleich gu⸗ ten Gedeihen, als wie in kalkloſem Boden. Manche verlangen zwar, wenn ſie gut lohnen ſollen, einen kräf⸗ tigen oder gut gedüngten Boden, aber ſie entnehmen ihm alsdann keinen großen Antheil ſeiner Kraft, während ſie, in Boden von ge⸗ ringem Kraftzuſtande gebaut, dieſen vollends entkräften; zu dieſen Gewächſen gehören z. B. der Raps und der Taback.— Andere conſumiren in friſcher Düngung einen großen Theil derſelben, wäh⸗ rend ſie anf nicht zu armem Boden in zweiter oder dritter Tracht faſt eben ſo befriedigend lohnen und verhältnißmäßig weniger couſu⸗ miren, wie z. B. die Kartoffeln. Daß endlich manche Gewächſe dem Boden nichts zu entnehmen ſcheinen, oder daß ſie ſelbſt denſelben noch bereichern, daran hat zwar die Pflanze ihren Antheil, mehr aber noch liegt darin, daß ſie in grünem Zuſtande geerndtet werden und viele Abfälle, ſaftige Wurzeln ꝛc. dem Boden hinterlaſſen.— Wie die Culturmethode auch Einfluß habe, erſehen wir z. B. daraus, daß verpflanzter Raps we⸗ niger ausſaugt, als geſäter. §. 223. Wenn wir dieſe Verhaͤltniſſe gegen einander halten, ſo wird es klar, daß es nicht moͤglich iſt, eine ganz beſtimmte Claſſification der Gewaͤchſe nach ihren eben in Rede ſtehenden Eigenſchaften zu machen, und es iſt begreiflich, daß in dieſer Hinſicht die Urtheile der erfah⸗ rendſten Landwirthe bei einzelnen Gewaͤchſen von einan⸗ der abweichen; indeſſen ſtimmen ſie doch bei den meiſten uͤberein und nach der von andern ſchon befolgten jeden Falls belehrenden Methode folgt hier eine Aufzaͤhlung unſerer landwirthſchaftlichen Gewaͤchſe in den Abtheilun⸗ gen: bereichernde, ſchonende, maͤßig angrei⸗ fende, angreifende und ſtark angreifende. Bei den beiden erſten Abtheilungen verweiſen wir insbeſondere auf das im vorigen§. Geſagte. Wir finden unter audern ſolche Aufzählungen in den Werken von Schwerz und Kreiſſig. . 7* — 100— 1) Bereichernde Gewaͤchſe. §. 224. Als den Boden bereichernde Gewaͤchſe ſind nur ſolche anzuſehen, welche ihn wenigſtens ein volles Jahr oder laͤnger einnehmen und in der Regel in gruͤnem Zuſtande geerndtet werden, als Gras zur Weide oder zum Maͤhen, Luzerne, Esparſette, Klee. Bei der Beweidung tragen die Excremente des Weideviehes das ihrige zur Bereicherung bei.— Daß jede Art grüner Düngung mit hierher gehört, verſteht ſich von ſelbſt. 2) Schonende Gewaͤchſe. §. 225. Wir verſtehen hierunter Gewaͤchſe, welche den Boden zwar nicht weſentlich bereichern, ihm aber auch nichts entziehen; es ſind dieß hauptſaͤchlich nur der Spoͤr⸗ gel und gruͤnabgemaͤhte Huͤlſenfruͤchte, Meng⸗ futter(von Hafer, Wicken dc.), gruͤngefuͤtterter Buchweitzen und aͤhnliches. Wird der Spörgel, wie häufig geſchieht, abgeweidet, ſo nähert er ſich den bereichernden Gewächſen. 3) Maͤßig angreifende. §. 226. Hierher gehoͤren die rankenden reif wer⸗ denden Huͤlſenfruͤchte, als Erbſen, Wicken, Linſen und der Buchweitzen. Bei den Hülſenfrüchten liſt wenn die Kraftentnahme gering bleiben ſoll, beſonders wichtig, daß das Land gleich nach der Erndte gepflügt werde. 4 4) Angreifende Gewaͤchſe. . 227. Dieß ſind die meiſten Getreidearten, als: Weitzen, Spelz, Wintergerſte, Roggen, Einkorn, Hirſe, Gerſte, Hafer, auch die Bohnen— dann von den Wur⸗ zelgewaäͤchſen: Kartoffeln, die verſchiedenen Ruͤbenarten; von den Handelsgewaͤchſen: Flachs, Raps, Nuͤbſen, Dotter, Taback, Weberkarden, Anis ꝛc. 5) Stark angreifende Gewaͤchſe. §. 228. Unter dieſe rechnen wir endlich: Mais, hzauf 6. dſe ſind in voles tgrünen eide oder Leiderihe „Düngmmn , welce ber auch Spoͤr⸗ Menug⸗ tterter „ſo vihen eif wer n, Linſe mme gering der Erndd ten, ab en, Hin den Pur üͤbenattn , Nütſen ſe . Mais, — 101— Hanf, Krapp, Mohn, Weiskraut, Cichorien u. m. J. III. Eigenſchaften in Bezug auf Ruͤckgabe an Dungmaterial. §. 229. Unter den gewoͤhnlichen Verhaͤltniſſen muß der beduͤrftige Duͤnger aus dem gewonnenen Stroh und Futter hervorgehen; es ſpielen daher die Futter oder Stroh abwerfenden Eulturgegenſtaͤnde ſtets die Hauptrolle in der Fruchtfolge. 1 §. 230. Wenn wir auch in Bezug auf dieſe Eigen⸗ ſchaft eine Rangſtufe unter den landwirthſchaftlichen Ge⸗ waͤchſen bilden wollen, ſo ſtehen die Futterkräͤuter und die zum Verfuͤttern beſtimmten Wurzelgewäͤchſe oben an; dann folgen die Getreidearten ohngefaͤhr in folgender Ordnung: Rocken, Weitzen, Spelz, Hafer, Hirſe, Gerſte, Huͤlſenfruͤchte.— Von den Handelsge⸗ wäͤchſen werfen das meiſte Dungmaterial ab: Naps, Ruͤbſen, Kuͤmmel, Anis, Dotter, Taback. IV. Eigenſchaften in Bezug auf Culturzuſtand . des Bodens. §. 231. Daß das eine Gewaͤchs einen mehr oder weniger gut vorbereiteten Boden gegen das andere ver⸗ langt, iſt ebenfalls in der Natur der Gewaͤchſe begruͤndet; daß ſie aber den Boden in ſehr verſchiedenem Culturzu⸗ ſtande hinterlaſſen, liegt theils ebenfalls in den natuͤrlichen Eigenſchaften, mit Einſchluß derjenigen, welche ſich auf die Zeit bezieht, wie lange ein Culturgegenſtand das Feld einnimmt; theils aber auch in der den Gewaͤchſen waͤhrend ihrer Vegetation zu Theil werdenden Pflege. S. 1. Band 1. Abth. 8. Capitel. §. 232. Den Boden reinigende und lockern⸗ de Gewaͤchſe ſind zunaͤchſt alle Hackfruͤchte, und unter dieſen vor allen Krapp und Taback. — 102— §. 233. Gewaͤchſe, welche den Boden von Un⸗ kraut noch zienlich rein hinterlaſſen, ſind: Hanf, Buchweitzen, Lein, Huͤlſenfruͤchte; auch der Klee iſt noch in mancher Hinſicht hierher zu rechnen. Es iſt jedoch dabei, beſonders bei Hülſenfrüchten und Klee, vor⸗ auszuſetzen, daß ſie nicht mißrathen ſind. §. 234. Zu den Gewaͤchſen, welche das Feld ſehr fruͤh raͤumen, und deßhalb gute Vorgaͤnger fuͤr Win⸗ tergetreide ſind, gehoͤren: Raps, fruͤhe Gruͤnwicken, Weide und Klee, ſchon Mitte Sommers aufgebrochen. §. 235. In feſtem, mehr oder weniger ver⸗ unkrautetem Zuſtande hinterlaſſen das Feld hauptſaͤchlich alle Halmgetreidearten. In beſonders verhaͤrtetem Zuſtande hinterlaͤßt es auch der Lein. §. 236. Aus dieſer Verſchiedenheit der Natur der Gewaͤchſe hinſichtlich des Culturzuſtandes ꝛc. und der Zeit, waͤhrend ſie das Feld einnehmen, leiten ſich die wichtigen Grundſaͤtze fuͤr die Fruchtfolge ab: a) jedem Gewaͤchſe ei⸗ nen ſolchen Standpunkt in der Fruchtfolge anzuweiſen, daß die noͤthige Zeit zu der Vorbereitung des Feldes, wie ſie daſſelbe verlangt, gegeben iſt; b) daß das nachfolgende Gewaͤchs mit Ruͤckſicht auf den Culturzuſtand, in welchem das vorausgehende den Boden hinterlaͤßt, gewaͤhlt werde; und c) daß namentlich die reinigenden und lockernden Ge⸗ waͤchſe dann eingeſchaltet werden, wenn das Land durch diejenigen von entgegengeſetzten Eigenſchaften in zu feſten und unreinen Zuſtand gekommen iſt. Für dieſen Fall dient unter Umſtänden noch beſonders die Bra⸗ che(ſ. 1. Band 1. Abth.§. 269. ꝛc.). V. Eigenſchaften hin ſichtlich der Vertraͤglich⸗ keit der Gewaͤchſe mit ſich undmit andern. §. 237. Daß die meiſten landwirthſchaftlichen Gewaͤchſe nach gewiſſen Vorfruͤchten beſſer, nach andern weniger gut gerathen, hat, unter Beziehung auf die Natur der nUn, ſind: duch nechnen. dlee, dur ld ſehr r Vin⸗ vicher, eochen. er ver⸗ Feld ſonders ur der der Zeit ichtigen ichſe ei⸗ mweiſen, es, wit folgende velchem werde; en Ge⸗ durch feſten ſe Bra⸗ glich ern. wächſe weriger tur der — 103— anzubauenden Gewaͤchſe, zunaͤchſt ſeinen Grund darin, in welchem Zuſtande die Vorfruͤchte den Boden hinterlaſſen und welche Zeit von der Erndte der letzteren bis zur Saat der Nachfolger gegeben iſt(§. 231— 236). Nebenbei verdient die Annahme mehrerer landwirthſchaftlicher Schrift⸗ ſteller Glauben, daß auch darin einiges liegt, welche Art von Nahrungstheilen die Vorfruͤchte dem Boden vorzugs⸗ weiſe entnommen und reſpective hinterlaſſen haben, und welche Anſpruͤche die Nachfolger in dieſer Beziehung ma⸗ chen. Durch erneuerte Duͤngung wird Vieles, jedoch nicht Alles, wieder ausgeglichen. Welche Vorfrüchte für jeden einzelnen Eutturgegenſtand die paſſendſten ſind, enthält die Lehre vom ſpeciellen Gewächsbau.— Als Beiſpiel heben wir hier nur heraus, wie die ſpät geerndteten Wurzelgewächſe im Allgemeinen beſſere Vorgänger für Sommer⸗ als Wintergetreide ſind— wie der Klee für die meiſten Früchte, na⸗ mentlich Getreide(darunter am wenigſten für die Gerſte), Kar⸗ toffeln, Raps, Lein eine gute Vorfrucht iſt— Lein dagegen eine ſchlechte für Winterfrucht— wie nach Bohnen beſſer Weitzen, nach Erbſen beſſer Roggen gedeiht ꝛc. §. 238. In Bezug auf die Vertraͤglichkeit der Ge⸗ waͤchſe mit ſich ſelbſt, gilt im Allgemeinen die Regel, daß es nur bei wenigen unter Umſtaͤnden raͤthlich iſt, ſie un⸗ mittelbar mehreremal nach einander zu bauen. Dieſe Aus⸗ nahmen ſind: der Roggen(auf Sandboden), der Ha⸗ fer, Hanf, Taback, das Weiskraut u. e. a. Meh⸗ rere andere Gewaͤchſe vertragen es aber in der Regel nicht einmal gut, wenn ſie nach 3 und mehr Jahren wie⸗ der auf derſelben Stelle kommen; dieſe ſind hauptſaͤchlich der Klee, Lein und die Erbſen. Die allgemeinen Gründe hiefür müſſen wir aus dem oorigen §. ableiten. Vieles liegt aber auch darin, wie weit der Boden von Natur dem Gewächs zuſagt, wie er gebaut und gedüngt wird. Sel⸗ ten iſt es jedoch räthlich, eins der drei zuletzt genannten Gewäͤchſe früher als nach 6 Jahren auf derſelben Stelle wieder zu banen. Auch Luzerne und Esparſette ſind noch hierher zu zählen. — 104— Drittes Capitel. & Verhaͤltniß von Stroh und Futter zu einander und des Anbaues von Handelsgewächſen zu jenen. I. Verhältniß des Futterbaues zum Stroh⸗ erzeugniß. §. 239. Indem wir von beſonderen Verhaͤltniſſen abſehen, in deren Folge einer Wirthſchaft von Außen Fut⸗ ter, Streu oder Dung in betraͤchtlicher Menge zuwaͤchſt, indem wir zugleich diejenigen Verhaͤltniſſe bei Seite laſſen, welche ſo wenig guͤnſtig fuͤr den Ackerbau ſind, daß dieſer nur Nebenſache, Viehwirthſchaft bei weitem die Haupt⸗ ſache iſt; ſo ſteht feſt, daß Getreide⸗ und Futterbau(ein⸗ ſchließlich der Weiden und Wieſen) in der Regel die bei⸗ den Hauptzweige des Betriebes ſeyn muͤſſen. Die Urſachen hiervon find zunachſt darin begründet, daß durch den Getreidebau nicht nur ein allgemein bedürftiges Product, ſou⸗ dern auch ein Hauptmaterial zur Düngererzeugung gewonnen wird, daß aber dieſes Material erſt mittelſt der auf den Futterbau gegrün⸗ deten Viehzucht mit Nutzen ſich in Dünger verwandeln läßt. §. 240. Es iſt aber von großer Wichtigkeit, in wel⸗ ches Verhaͤltniß man Getreide⸗ und Futterbau zu einan⸗ der ſtellt; denn ein groͤßerer oder geringerer Duͤngerge⸗ winn und die Moͤglichkeit, mehr oder weniger verkäufli⸗ che Producte zu erzielen, haͤngen weſentlich davon ab. §. 241. Zunaͤchſt dient uns zum allgemeinen Anhal⸗ ten, daß jeden Falls der Futterbau ſo weit ausgedehnt werden muß, als zur Ernaͤhrung eines Viehſtandes er⸗ forderlich iſt, welcher hinreicht, um, neben Verbrauch des beim Getreidebau gewonnenen Strohes(durch Einſtreu der und enen. ötroh⸗ Haͤltniſe ßen Fu⸗ zwwäͤchſt te laſſen daß dieſe e Hauxd bau(ein - die bo Hdas durc oduct, ſer⸗ nnen wird, an gegrün⸗ ßt. „in wel⸗ u eing. ungerge verkäuſt en ab. en Arſil usgedehne landes er⸗ grauch de Einſten — 105— und Fuͤtterung), den zum guten Betrieb der Wirthſchaft noͤthigen Duͤnger zu erzeugen. Näheres hierüber enthält das folgende Capitel. §. 242. Oefter aber iſt es vortheilhaft, den Futter⸗ bau auch uͤber jenes abſolute Beduͤrfniß hinaus auszu⸗ dehnen, und zwar kann ſich dieß um ſo eher alſo verhal⸗ ten, je hoͤher der directe Nutzen aus der Viehzucht iſt, und je weniger die Local⸗ oder Zeitverhaͤltniſſe fuͤr den Getreidebau guͤnſtig ſind. e Es kann dieß ein guter, aber zum Getreideabſatz ungünſtig gelege⸗ ner Boden, oder auch ein geringer und deßhalb den ausgedehnten Getreidebau zu wenig lohnender Boden ſeyn. Man muß übrigens nicht erwarten, daß man in gleichem Ver⸗ hältniſſe die Düngerproduction mehre, wie man den Futterbau ver⸗ größert, ſobald man nicht auch genug einzuſtreuen hat. §. 243. Sind die Verhaͤltniſſe und der Boden nicht ungewoͤhnlich, wird vorausgeſetzt, daß ein richtiges Ver⸗ häͤltniß zwiſchen Futter und Einſtreu im Allgemeinen und zwiſchen Verwendung des Strohes zum Fuͤttern und Streuen insbeſondere ſtattſinden ſoll, ſo koͤnnen wir eini⸗ germaßen ein weiteres Anhalten in der Annahme aufſtellen, daß die ſaͤmmtliche auf Trocknes reducirte Futterproduc⸗ tion(mit Einſchluß des Weideertrags) wenigſtens eben ſo viel dem Gewichte nach betragen muͤſſe, als das ganze Stroherzeugniß, daß jene aber auch bis zum doppelten dieſes Betrages ſich belaufen koͤnne. 1 Zu einem rechten Verhältniſſe im Verbrauch des Strohes zum Füttern iſt anzunehmen, daß nicht weniger als ½ und nicht mehr als ½ von dem gewonnenen Stroh verfüttert, das weitere einge ſtreut werde. Ueber das rechte Verhältniß zwiſchen Futter und Ein⸗ ſtreu überhaupt ſ. 1. Bd. 1. Abtheil.§. 360. Man macht auch eine ältere Aunahme zuweilen geltend, wornach auf fünf Theile Stroh zwei Tbeile Heu als Winterfutter erforder⸗ lich ſeyen, um bei einer Dreifelder⸗ oder ähnlichen Wirthſchaft den bedürftigen Dünger zu gewinnen. Da die Sommerernährnng, auf Trockenes gerechnet, in der Regel höher, als das Winterfutter an⸗ zuſchlagen iſt, ſo wuͤrde ſich dieſe Annahme der obigen zwar nähe⸗ ren, jedoch häufig noch zu wenig Dünger darnach prodncirt werden. Alle ſolche Anhaltsſätze bedingen jedoch ſtets die Vorausſetzung, daß in den beſonderen Verhältniſſen ſehr viele Modiſicationen be⸗ gründet ſeyn können. §. 244. Wird in gut organiſirten Wirthſchaften der ſaͤmmtliche dem Futterbau gewidmete Flaͤchenraum ge⸗ gen den dem Getreide⸗ und Handelsgewaͤchſebau einge⸗ raͤumten verglichen, ſo wird es ſich ſelten, und nur auf gutem Boden finden, daß die Futtererzeugung weniger als die Haͤlfte des Ganzen einnimmt; auf geringeren Boden⸗ arten wird ſie in der Regel mehr als die Haͤlfte in An⸗ ſpruch nehmen. II. Verhaͤltniß der Hauptfuttergewaͤchſe zu einander. §. 245. Wie das Verhaͤltniß der einzelnen Futterge⸗ waͤchſe zu einander, namentlich der klee⸗ und grasartigen zu den Wurzelgewaͤchſen, am beſten geſtellt werde, dieß beſtimmen zunaͤchſt Boden und Lage, der Beſitz von Wie⸗ ſen und natuͤrlichen Weiden und die Art der Viehhaltung. §. 246. Da, wo es in Folge der eben genannten Umſtaͤnde zweckmaͤßig iſt, daß die Wurzelgewaͤchſe einen Haupttheil des Winterfutters abgeben, iſt darauf zu ſehen, daß ihr Anbau keine ſo unverhaͤltnißmaͤßige Ausdehnung erhalte, daß es bei deren Verfuͤtterung an der erforder⸗ lichen Menge Trockenfutter(Heu und Stroh) und an der verhäͤltnißmaͤßigen Einſtreu fehlt, weil ſonſt, neben einer geringeren Nutzung durch die Viehhaltung, auch sine ver⸗ haͤltn ißmaͤßig nur geringe Menge Duͤnger daraus erzielt wird. Block gibt(in ſeinen landwirthſchaftlichen Mittheilungen 1. Bd.) als Maaßſtab an, daß auf einen Eeutner Stroh und Heu (ungerechnet das Grünſutter und die Weide) nicht mehr als%¾ Cater: iit ei n An m abt man de färchte U nahm Vin. gat Verſ Jubbe re., ihnlch ducter gewe wäch in p entli nd; ſtelt ther wehr dutt ari bent ſchle bei dief ben n fitni dedtter a⸗ Wwar dͤher tin vanden rausſegu aationen he thſchaſm raum e au einge nur auf niger alz Boden⸗ ein An⸗ chſe Futterge asartigen de, dieß von Wie⸗ hhaltung. enannten ſe einen ſehen, dehnung rforder⸗ an der en einer ine ver⸗ s erziet ilungen. und Hel 1 al 44 — 107— Eentner zur Fätterung beſtimmte Kartoffeln kommen duͤrften, wenn nicht ein Mißverhältniß der eben angedeuteten Art eintreten ſolle, eine Annahme, welche für viele Verhältniſſe paſſend ſeyn wird; wer⸗ den aber die Kartoffeln zur Brandweinbrennerei verwendet, ſo wird man davon noch bis zur Hälfte mehr produciren dürfen, ohne be⸗ fürchten zu müſſen, daß man das rechte Verhältniß überſchreite. III. Verhaͤltniß des Handelsgewaͤchsbaues zum Stroh⸗ und Futterbau. §. 247. Da die Handelsgewaͤchſe, mit wenigen Aus⸗ nahmen, die Bodenkraft bedeutend in Anſpruch nehmen, der Wirthſchaft aber nur wenig an Dungmaterial, zum Theil gar nichts zuruͤckgeben, ſo koͤnnen nur außerordentliche Verhaͤltniſſe, wie ungewoͤhnlich reicher Boden, uͤberwie gende Ausdehnung von Wieſen und Weiden, Zukauf von Duͤn⸗ ger, ſtarker Betrieb von Brau⸗ und Brennereien, und aͤhnlichen techniſchen Betriebszweigen, mit zugekauften Pro⸗ ducten— einen ſehr ausgedehnten Betrieb des Handels⸗ gewaͤchſebaues geſtatten. §. 248. Indeſſen kann der Anbau von Handelsge⸗ waͤchſen, fuͤr welche die Localitaͤt angemeſſen iſt, auch in verhaͤltnißmaͤßig geringer Ausdehnung ſchon von we⸗ ſentlichem Reſultate auf den Ertrag einer Wirthſchaft ſeyn, und zwar wird dieß um ſo mehr der Fall und die Ein⸗ ſchaltung des Handelsgewaͤchſebaues uͤberhaupt um ſo eher ſtatthaft ſeyn, je kraftvoller der Boden iſt, und je mehr durch ein richtiges Verhaͤltniß des Stroh⸗ und Futterbaues fuͤr reichliche Dung erzeugung geſorgt iſt. Auf geringem Boden muß derſelbe dagegen, ohne beſonders beguͤnſtigende Umſtaͤnde, in der Regel ſo gut als ausge⸗ ſchloſſen bleiben. Block nimmt(in ſeinem vorhin angezogenen Werke) an, daß bei einer Eintheilung des in Cnktur ſtehenden Bodens in 10 Claſſen die fünf unteren Claſſen vom Handelsgewächſebau ausgeſchloſſen blei⸗ ben müßten, in den fünf beſſeren Claſſen dürfe er in folgendem Ver⸗ hältniſſe zur Ackerfläche ausgedehnt werden: — 108— auf Boden iſter Claſſe 8 Procent, —— 2ter— 6 ½— —— 3ter— 5— —— 4ter— 3 ½— —— 5ter— 2— Dieſe Annahme iſt gewiß nicht zu ſtark und bei Handelsgewäch⸗ ſen, welche etwas von Bedeutung der Wirthſchaft zurückgeben, oder in Wirthſchaften, welche eine nicht unbeträchtliche Zulage an Wieſen haben, wird man öfters ohne Nachtheil bis zur Hälfte mehr rech⸗ nen, alſo auf einigen der, geringeren, von Block ganz ausge⸗ ſchloſſenen Bodenelaſſen öfters auch noch etwas von Handelsge⸗ wächſen bauen dürfen. §. 249. Daß es bei der Beſtimmung der Ausdehnung, welche fuͤr den Handelsgewaͤchſebau ſtatthaft iſt, auch auf die Eigenſchaften des Handelsgewaͤchſes hinſichtlich der an⸗ ſprechenden und hinterlaſſenden Bodenkraft, und der Ruͤck⸗ gabe an Dungmaterial ankomme, liegt in der Natur der Sache(ſ. 2tes Cap.). Vom Raps wird man z. B. mit geringerem Eintrag für den Düngungszuſtand das zweifache gegen Hanf, Flachs ꝛc. bauen. Uebrigens leuchtet von ſelbſt ein, daß Getreide⸗ und Futterbau hier mit dem Handelsgewächſebau eine gleiche Bedeutung haben, in ſo weit man Stroh oder Futter verkauft, was unter Umſtänden und bis zu einem gewiſſen Maaße ja auch mehr Vortheil bringen kann, als der Anbau von einem eigentlichen Handelsgewächs; nur muß man vorher wohl überlegen, wie weit ein Stroh⸗ oder Heuverkanf dem wahren Intereſſe der Wirthſchaft angemeſſen iſt. Viertes Capitel. Düngerbedarf und Production. §. 250. Wenn es, wie in dem vorigen Capitel dar⸗ gethan, von groͤßter Wichtigkeit iſt, daß bei Wirthſchaf⸗ ten, welche in Bezug auf den Duͤngungszuſtand auf ſich ſelbſt verwieſen ſind, Futterproduction, Stroherzeugniß und Handelsgewaͤchſebau in dasjenige gluͤckliche Verhaͤltniß güa i, rung ſch die ge dit beſ 1' wi hen lich i 0) delsgevi geben, de an Wilſ mehr re anz authe Handelbgg dehnun auch aui der an, der Rich Katur de ag für da auen. d Futterbu haben, i ſtänden ud ingen kau rur mi Heuberkan n. pitel der bittzſe auf ſc henzeugni gergälnis — 109— geſetzt ſind, in welchem der groͤßte Reinertrag zu erzielen iſt, und wenn damit die Verwendung, alſo auch Gewin⸗ nung, einer gewiſſen Quantitaͤt Duͤnger bedingt iſt, ſo reiht ſich nun hieran bei jeder neu einzurichtenden Wirthſchaft die Nothwendigkeit, zu beſtimmen, zu welchen Culturge⸗ genſtaͤnden geduͤngt werden ſoll nnd wieſtark dazu ge⸗ duͤngt werden muß. Iſt hiernach der Bedarf an Duͤnger beſtimmt, ſo bleibt dann noch uͤbrig, ſich zu vergewiſſern, ob bei der gewaͤhlten Wirthſchaftsweiſe dieſer Bedarf auch wirklich gewonnen werden koͤnne. Sollte es ſich bei einer ſolchen, auf richtigen Vorausſetzungen beruhenden, Ausmittelung ergeben, daß das Erzeugniß den Bedarf nicht deckt, ſo würde daraus das Erforderniß einer Aenderung in der proponirten Fruchtfolge hervorgehen. I. Ausmittelung des Duͤngerbedarfs. 1) Beſtimmung der Culturgegenſtaͤnde, wozu geduͤngt werden ſoll. §. 251. Selbſt wenn die friſche Duͤngung, wie ge⸗ woͤhnlich geſchieht, einem mehr oder weniger angreifenden Gewaͤchſe gegeben wird(ſ.§. 227. u. f.), ſo wird von dieſer Duͤngung, wenn ſie nicht ſehr ſchwach war, immer noch ein Theil der Kraft nach der erſten Erndte dem Bo⸗ den verblieben ſeyn, und es koͤnnen darum in der Regel mehrere Trachten nach einer Duͤngung folgen; hierin, ſo wie in dem ſehr natuͤrlichen Grunde, daß man nie ſo viel Duͤnger hat, um alles Land jährlich duͤngen zu koͤn⸗ nen, liegt es alſo, daß in jeder Fruchtfolge nur zu ge⸗ wiſſen Gewaͤchſen in beſtimmten Zwiſchenraͤumen eine Duͤn⸗ gung gegeben wird. §. 252. Da aber die Duͤngung als ein Capital zu be⸗ trachten iſt, das um ſo hoͤhere Zinſen traͤgt, je groͤßer der Werth der darnach erzielten Erndten nach Abzug der uͤbrigen Unkoſten iſt, und da die Verminderung der dem — 110— Boden durch die Duͤngung zugebrachten Kraft nach einer mißrathenen Erndte in der Regel groͤßer, als nach ner wohlgerathenen iſt, ſo geht daraus hervor, daß es ſehr wichtig ſey, die Duͤngung nur fuͤr ſolche Gewaͤchſe zu beſtimmen, welche in der gegebenen Localitaͤt ſowohl lohnend, als ſicher ſind. Dahin gehoͤren in der Regel: die dem Boden angemeſſenen Wintergetreide⸗ und Wurzelgewaͤchſearten, und meiſtens auch ein oder das andere Handelsgewaͤchs. Sommergetreide und Hülſenfrüchte gehoͤren größtentheils ſchon zu den weniger lohnenden oder weniger ſicheren(Bohnen in dem dafür paſſenden Boden ausgenommen)—. Ausnahmsweiſe iſt es vortheilhaft, zu einer ſogenannten Vorfrucht zu düngen, welche von der Duͤngung nur ſehr wenig in Anſpruch nimmt, dahin gehören namentlich die Grünwicken vor Wintergetreide, helunders aber vor Raps. §. 253. Zugleich bleibt dabei noch wichtig, die Duͤn⸗ gung auf mehrere Culturgegenſtaͤnde zu verwenden, theils an ſich wegen der vermehrten Sicherheit, theils damit der Duͤnger oͤfters ausgebracht werden koͤnne, und zwar dieß ſowohl der vortheilhafteren Anwendung des Duͤngers, als der beſſeren Vertheilung der Arbeit wegen. Die verſchiedenen Culturgegenſtände, fur welche die Düngung beſtimmt wird, dürfen deßhalb auch nicht ſämmtlich die gleiche Be⸗ ſtellzeit haben. 2) Wie oft und wie ſtark geduͤngt werden ſoll. §. 254. Bei dem Verſuche, hiefuͤr gewiſſe Regeln aufzuſtellen, muß vorausgeſetzt werden: a) daß wenig⸗ ſtens ſo ſtark geduͤngt werden muß, daß bis zur Wie⸗ derkehr der Duͤngung der Boden in nicht geringeren — vielmehr uͤberall, wo er noch nicht den ſeiner natuͤr⸗ lichen Beſchaffenheit angemeſſenſten Grad von Reichthum beſitzt, eher in hoͤheren— Kraftzuſtand ge⸗ kommen iſt, als dieſer vor der Duͤngung war; b) daß je nach der Verſchiedenheit des Bodens und des Climas hhen), tn dr ſt, de auj die dhiti T Landbe ten leztge heit wictig enräht tigen dewhr ein aih eine a wah 3 herbet, für ſolh rLoealit ehoren i ergetrede ein on theils ſch en in dan eiſe iſt a welche von n gehören ders aber die Dii⸗ en, theil damit de war die gers, alh Düngung leiche Be⸗ en ſoll Regelt wenig⸗ zur Wie⸗ ingerer natir⸗ zrad bon ſſtand ge⸗ 1l) uj SClinas — 141— die gleiche Duͤngung, ſelbſt bei eine gleichen Frucht⸗ folge, nicht in dergleichen Zeit abſorbirt iſt; c) daß es von der Wahl der Culturgegenſtaͤnde und der dabei an⸗ gewendeten Culturmethode abhaͤngt(ſ.§. 222.), ob auf dem gleichen Boden, in gleicher Lage, das gleiche Maaß von Duͤngung fruͤher oder ſpaͤter aufgezehrt iſt; d) daß in Folge der Verſchiedenheit des Bodens und der Lage von der gleichen Menge des in Anwendung gekommenen und auch durch den Anbau wieder verzehrten Dungſtoffs ein ſehr verſchiedenes Maaß von Producten erdielt wer⸗ den kann. Wir nennen mit v. Wulffen(Vorſchule der Statik des Land⸗ baues, Magdeburg 1830) den Kraftzuſtand des Bodens(den Reich⸗ thum), den er vor der Dungung beſitzt und in den er nach der letz⸗ ten Tracht bis zur Wiederkehr der Düngung wieder herabgeſunken iſt, den Beharrungspunkt,— die Einwirkung des Bodens aber auf die ſchnellere oder langſamere Verzehrung des Dungſtoffs ſein Thätigkeitsvermögen. Wir ſtehen hier an den Pforten zur ſogenannten Statik des Landbaues, welche durch Thär, v. Voght, v. Wulffen, v. Thü⸗ nen u. A. zu bearbeiten begonnen worden iſt und durch die drei letztgenanuten verdienſtvollen Schriftſteller hoffentlich auch weiter be⸗ arbeitet werden wird.— Für die Wiſſenſchaft werden gewiß hoch⸗ wichtige Reſnltate durch die fortgeſetzten Forſchungen in dieſem Felde erreicht und ſolche dann auch, angewendet auf den Betrieb, von wich⸗ tigem Einfluße auf dieſen ſeyn.— Noch aber iſt kaum ein Anfang gewonnen, und zur Zeit ſtehen erſt wenige Zahlen da, welche in ein Lehrbuch aufgenommen werden dürfen; dennoch verdankt der Verfaſſer ſehr vieles für ſeine hier folgenden, der Praxis ſo nahe und für ſie ſo ſicher als möglich gehaltenen Aufſtellungen.— Wer weiter den Schleier zu lüften begehrt, uehme das vorhin genannte Werkchen v. Wulffens zur Hand; ſcheut er jedoch Zahlen und Denken, ſo laſſe er es lieber ruhig liegen. §. 255. Um fuͤr die Verſchiedenheit des Bodens hin⸗ ſichtlich ſeines Reichthums und ſeines Thaͤtigkeitsvermoͤgens die Hauptabſtufungen naͤher bezeichnen und dieſe den wei⸗ .— 112— ter zu machenden Aufſtellungen zu Grund legen zu koͤn⸗ nen, ſo nehmen wir mit v. Wulffen an, daß ein Boden a) als kraͤftig zu bezeichnen ſey, wenn das von ihm durch eine Kornerndte gewonnene Stroh mit Hinzufuͤgung einer Heuquantitaͤt, welche dem Korngewicht jener Erndte gleich iſt, in Duͤnger verwandelt, mehr als hinreichend iſt zum Erſatz fuͤr die dem Boden durch jene Erndte entzogene Kraft; — b) als gemaͤßigt, wenn die eben bezeichnete aus dem Stroh und dem in Heu, nach dem Gewicht, berechne⸗ ten Kornertrag zu gewinnende Duͤngerquantitaͤt ohngefaͤhr hinre icht als Erſatz fuͤr die durch eben eine ſolche Korn⸗ erndte entzogene Kruft;— c) als bed uͤrftig, wenn dieſe Duͤngerquantitaͤt als Erſatz in eben gedachtem Sinne nicht hinreichend iſt. Dieſe dritte Abtheilung zerfaͤllt dann wieder in hitzigen und kalten, oder mit andern be⸗ zeichnenden Worten: in uͤberthaͤtigen und traͤgen Boden. 18 Nach der im erſten Bande 1. Abtheil.§5. 161 und 162 aufge⸗ ſtellten Claſſiſication würden in die Abtheilung„kräftig“ kommen: der Weitzen⸗ und Gerſtenboden iſter Claſſe, und der noch höher ſte⸗ hende Niederungs⸗ Weitzen⸗ und Gerſtenboden; in die Abthei⸗ lung„gemäßigt“ der Weitzen⸗ und Gerſtenboden 2ter Claſſe, und in ſonſt günſtiger Lage noch der beſſere Weitzen⸗ und Gerſten⸗ boden 3ter Claſſe; alle übrigen weiter herunter aber würden in die Abtheilung„bedürftig“, kommen.— Ein Gerſtenboden 1ſter Claſſe producirt z. B. gegen 1000 Pfd. Körner und 25 Ctr. Stroh p. heſſ. oder preuß. Morg., dieß mit 2 ½ in Miſt berechnet(nach v. Wulffen), gibt 87 Ctr. Miſt, während hier eine Düngung von 200 Ctr. Miſt auf wenigſtens 3 Erndten reicht, alſo auf eine volle Korn⸗ erndte nicht mehr als 70 Cntr. Dungconſumtion zu rechnen iſt; dem⸗ nach gehört dieſer Boden zu den„kräftigen.“— Ein Gerſten⸗ boden 2ter Claſſe(„gemäßigt“) producirt etwa 7 ½ CEntr. Korn und 19 Entr. Stroh, woraus nach obigen Sätzen ohngefähr 66 Cntr. Miſt entſtehen, was eben ſo noch als hinreichend zum Erſatz der durch dieſe Erndte entzogenen Kraft angeſehen werden darf.— Ein A kanhn ” 9. hinen den here Ei ditß per der ſelt 111 1 Ihr käͤut werd Gew werd ſeyn dhn goh wir nes dig mn ne 9 fol zu kon, an Vaden vonihn roh wi lche den Duͤrgu im Erſe e Kraft hnete a , berech ohngifgt lche Kom wenn die inne nicht fillt dam mdern b traͤgn d 162 auf 3“ koumer ih häher ſe die Aüt⸗ Ater Claſe und Gerſte⸗ ärden in i nboden tſt Etr. Stu echnet(ui gung von Ah volle Kon⸗ zen iſt; de Ein Getlw „Ertr. Im fihr 66 Clt m Eſſtz d u- E 4 — 113— Roggenboden 3r Claſſe„bedürftig“ produeirt etwa 3%½ Ctr. Korn und 9 Ctr. Stroh, woraus 31 Ctr. Miſt entſtehen, welche ſicher noch keinen hinreichenden Erſatz für die entzogene Kraft gewähren können. §. 256. Nach dieſen Vorausſchickungen duͤrfen fuͤr den gemaͤßigten Boden(als Normalboden) zur naͤ⸗ heren Beſtimmung des Duͤngerbedarfs folgende allgemeine Saͤtze angenommen werden: a) wie oft zu duͤngen ſey, dieß richtet ſich bei dieſem Boden nur in ſo ferne nach ſei⸗ ner Beſchaffenheit, als der thaͤtigere oͤfter und ſchwaͤcher, der weniger thaͤtige ſtaͤrker und nicht ſo oft geduͤngt wird; ſelten wird es raͤthlich ſeyn, bei gemaͤßigtem Boden oͤfter, als nach 3 Jahren zu duͤngen, und noch ſeltener kann es gut ſeyn, mit der Wiederkehr der Duͤngung laͤnger als 6 Jahre zu zoͤgern, es ſey denn, daß perennirende Futter⸗ kraͤuter(darunter auch Gras verſtanden) eingeſchaltet werden;— b) wenn zwei Erndten von angreifenden Gewaͤchſen nach der Duͤngung mit gutem Erfolg gebaut werden ſollen, und der Kraftzuſtand dabei voͤllig geſichert ſeyn ſoll, ſo muß die Duͤngung p. heſſ. oder pr. Morgen ohngefaͤhr 140 Cntr.(p. wuͤrt. M. 175 Entr.) maͤßig ver⸗ gohrnen Rindviehmiſt(Normalduͤnger) betragen;— 03) wird ein wenig angreifendes, dem Boden angemeſſe⸗ nes Gewaͤchs neben den zwei angreifenden geſchickt mit eingeſchaltet, ſo braucht die Duͤngung nur etwas, etwa um/ ſtaͤrker zu ſeyn, bei der Miteinſchaltung eines ſcho⸗ nenden Gewaͤchſes iſt gar keine Verſtaͤrkung noͤthig;— d) ſollen drei angreifende Gewaͤchſe nach der Duͤngung folgen, ſo iſt ſolche auf ohngefaͤhr 200 Cntr. p. heſſ. oder pr. Morgen(250 Cntr. p. wuͤrt. Mrg.) anzunehmen, und iſt ein ſtark angreifendes darunter, auch noch um 30 bis 40 Cntr. hoͤher;— oe) wird ein einjaͤhriges berei⸗ cherndes Gewaͤchs(Klee ꝛc.), welches dem Boden an⸗ paßt, mit eingeſchaltet, ſo kann dadurch die Bereicherung des Bodens um ſo eher zu der halben Normalduͤngung Pabſt Landwluthſchaft II. 2. 8 — 114— (70 Entr. p. Morg.) angenommen werden, je mehr der Boden in einem noch kraftvollen Zuſtande bei der Einſchal⸗ tung ſich befand;— f) ſind mehrjaͤhrige bereichernde Gewaͤchſe(Luzerne, Gras ec.) eingeſchaltet, ſo wird die Bereicherung ebenfalls um ſo eher zu einer vollen Nor⸗ malduͤngung(140 CEntr. p. heſſ. Morg.) oder auch noch bedeutend daruͤber angenommen, oder auf 2 bis 3 angrei⸗ fende Erndten darnach gerechnet werden koͤnnen, je mehr eine laͤngere Zeit hindurch eine kraͤftige Vegetation dieſer Gewaͤchſe ſtattfand;— 9) wird endlich reine Brache ein⸗ geſchaltet; ſo wird durch dieſe an ſich die Verbeſſerung um ſo ſicherer auf 30 Procent der Normalduͤngung oder 40 bis 45 Entr. p. heſſ. Morgen anzunehmen ſeyn, je ge⸗ bundener oder verunkrauteter der Boden iſt. Im erſten Bande iſte Abtheil. ſind§. 383 die Verhältniſſe der Düngung(ſchwach, mäßig, ſtark ꝛc.) näher angegeben, auch ge⸗ ſagt, daß man von gutem Schafmiſt etwa ½ weniger zu rechnen habe, von ſtark ſtrohigem Miſt aber verhältnißmäßig mehr.— Von der Jauche(dem Pfuhl) nehmen wir nach§. 393 des erſten Bandes an, daß eine mäßige Düngung mit guter Jauche(12 Pferdslaſten p. heſſ. oder pr. M.— 15 Pf. L. p. w. M.) 50 Entr. Normaldünger er⸗ ſetze— und vom Pferch darf angenommen werden, daß der Pferch von 1800 gut genährten Schafen von einer Nacht eine halbe Nor⸗ maldüngung(70 Cntr. p. h. Morg.) aufwiege.— Die grüne Dün⸗ gung iſt nach den Umſtänden ſehr verſchieden, mittelmäßig zu 40— 50 Cntr. Miſt p. h. Morg.— wenn ſie gut, zu 60— 70 Cntr. anzuſchlagen. §. 257. Fuͤr den kraͤftigen Boden gilt, daß in der Regel wenigſtens dieſelben Quantitaͤten Duͤnger fuͤr die gleiche Abſicht, wie bei dem gemaͤßigten Boden, ge⸗ rechnet werden muͤſſen, oder auch noch etwas mehr dafuͤr beduͤrftig iſt; nur bei den ſeltenen, außerordentlich reichen Bodenarten(beſter Niederungsweitzenboden ꝛc.), welche hierher gehoͤren, iſt nach Verhaͤltniß des Ertrags ein nur geringer Duͤngeraufwand erforderlich.— In der Regel iſt nehr de Grſcha⸗⸗ chernde wird de len Nat⸗ auch woh 3 argra , je wi tion dieſe rache ein rbeſſerun zung ode n, je g Verhältniſt n, auch ze zu rechnn hr.— Vn ten Bande Pferdslattt naldüngern der Pferh halbe un grüne Dün⸗ i zn 40— 70 Cutr, t, daß it änger ſi oden, go nehr difl lich nichn :), velhe ass eir nut er Rehe t — 115— es bei jenem Boden angemeſſen, wenn geduͤngt wird, ſtark zu duͤngen, und dann zuerſt ein ſtark angreifendes oder eine ſtarke Duͤngung vertragendes und loh⸗ nendes Gewaͤchs, und dieſem nachfolgend noch mehrere angreifende zu waͤhlen. Zuweilen tragen ſolche Bodenarken viele Jahre ohne alle Düngung. thaͤtigen(hitzigen) Boden gilt als Regel a) daß nach einer Duͤngung nie mehr als zwei angreifende Ge⸗ waͤchſe folgen ſollen;— b) die Staͤrke einer Duͤngung zu zweien ſolcher Erndten ſollte im Durchſchnitt eben ſo viel, wie bei dem gemaͤßigten Boden(140 Entr. Normal⸗ duͤnger p. heſſ. oder pr. M.) betragen, wenn dieſer Bo⸗ den auf eine hoͤhere Culturſtufe gebracht werden ſoll; ſel⸗ ten aber reichen die Kraͤfte der Wirthſchaft dazu hin, und man wird meiſtens zufrieden ſeyn muͤſſen, ja mitunter es nicht dahin bringen koͤnnen, daß die Duͤngung 120 Entr. p. heſſ. oder pr. M.(150 Cntr. p. wuͤrt. M.) fuͤr 2 an⸗ greifende Gewaͤchſe betraͤgt, wobei freilich der Beharrungs⸗ punkt des Bodens ſich auf keine beſſere Stufe erheben kann; — c) bei den geringſten Bodenclaſſen dieſer Abtheilung iſt faſt immer rathſam, entweder nur halbe Duͤngung zu geben und jedesmal nach der Duͤngung nur ein angrei⸗ fendes Gewaͤchs folgen zu laſſen, oder bei einer Normal⸗ duͤngung nach dem erſten angreifenden Gewaͤchſe ein bereicherndes einzuſchalten(in den meiſten Faͤllen hier nur Weide) und dann erſt das andere angreifende zu waͤh⸗ len;— d) die Kraftvermehrung durch die Einſchaltung bereichernder Gewaͤchſe haͤngt hier beſonders von dem au⸗ genblicklichen Kraftzuſtande des Bodens und ſeiner ſonſti⸗ gen Beſchaffenheit ab und kann von 60 bis 120 Cntr. p. heſſ. oder pr. Mrg. angeſchlagen werden;— e) reine Brache kann dieſem Boden nur ſelten anaemeen ſeyn, §. 258. Fuͤr den beduͤrftigen und zugleich uͤber⸗ — 116— wohl aber halbe Brache nach vorausgegangener angeſärter Weide; beides zuſammen wird gewiß in den meiſten Faͤllen den Boden um eine halbe Normalduͤngung(60 bis 70 Ctr.) bereichern. Wie groß die Verſchiedenheit der Wirkung von bereichernden Gewächſen nach Maaßgabe der bezeichneten Verhältniſſe ſey, läßt ſich abnehmen, wenn man einen in mäßiger Kraft ſtehenden, trocke⸗ nen, ſtark kalkhaltigen leichten Lehm, auf dem die Esparſette ſicher gedeiht, gegen einen dürren und kraftloſen Sand, welcher zur Weide niedergelegt wird, vergleicht.— Daß Gründüngung für dieſe Ab⸗ theilung ſehr paſſend iſt, in ihrem Reſultate aber noch mehr Ver⸗ ſchiedenheit darbietet, wird einleuchten. §. 259. Fuͤr den beduͤrftigen und zugleich traͤgen Gzu wenig thaͤtigen oder kalten) Boden nehmen wir end⸗ lich als Hauptſaͤtze an: a) daß fuͤr ihn, weil ihm ſtarke Duͤngung auf einmal gebuͤhrt, dieſe aber nur ſelten gegeben werden kann— eine Normalduͤngung zu 180 bis 200 Entr. fuͤr drei oder zu 220 bis 240 Cntr.(225 bis 250 und reſp. 275 bis 300 Cntr. p. wuͤrt. Morg.) fuͤr vier nachfolgende angreifende Gewaͤchſe anzunehmen iſt, daß es aber auch hier oft an den Mitteln dazu gebrechen, an der Quantitaͤt daher haͤufig etwas abgebrochen und da⸗ durch ebenfalls ein niedriger Beharrungspunkt erhalten wird;— b) in der Regel muß aber zwiſchen dieſen drei bis vier Erndten ein ſchonendes oder bereicherndes Ge⸗ waͤchs oder eine reine Brache eingeſchaltet werden;— 0) letztere iſt dann um ſo eher zu 50 bis 60 Cntr. Nor⸗ malduͤnger p. heſſ. oder pr. Morg.(62 bis 75 Cntr. p. wuͤrt. Morg.) anzuſchlagen, je kaͤlter und ſchwerer der Boden iſt;— d) die Kraftvermehrung der bereichernden Gewaͤchſe iſt, wie bei der vorigen Abtheilung, ſehr ver⸗ ſchieden und duͤrfte ſich ebenfalls zwiſchen 60 und 120 Cntr., zuweilen noch hoͤher verhalten;— e) unter Umſtaͤnden wird das Brennen auf dieſem Boden mit beſonderem Nu⸗ V V ngeſter den Fälln 870 Gr) ereichenie e ſey, li den, nete arſette ſihe r zur Wä ür dieſe A h nehr De h traͤgen wir erd⸗ m ſtarke ur ſelten zu 180 b 95 bis Mh füͤr vier wiſt, di rechen, n r und da terhalten diſen dre ndes Ge⸗ erden;- ntr. Nor⸗ Entr. p. werer de feichernde ſehr ber⸗ 120 Crtt, Uaſtärden derem Nu⸗ — 117— tzen angewendet werden und bedeutende Dungerſparniß ſtatthaft machen. Es verſteht ſtch von ſelbſt, daß, wenn von einem Maaße der Normaldüngung für mehrere Erndten angreifender Gewächſe ſhier die Rede iſt, die Kraftvermehrung, welche die dazwiſchen eingeſchal⸗ teten bereichernden Gewächſe oder die reine Brache gewähren, jenem Maaße zuzurechnen, alſo für die Miſtdüngung als erſpart zu be⸗ trachten iſt. Nochmals müſſen wir darauf zurückweiſen: daß die hier aufge⸗ ſtelten Sätze blos allgemeine Anhalts⸗ und Vergleichungspunkte ſeyen können, daß bei ihrer Anwendung ein weiſes Ab⸗ und Zuthun nach Maaßgabe der Mannigfaltigkeit der einwirkenden Verhältniſſe durchaus vorausgeſetzt werden muß, daß namentlich Lage und Clima ſchon einen großen Einfluß ausüben, indem im kälteren Clima bei gleichem Boden eine ſtärkere Düngung für den gleichen Zweck, als in milderem erforderlich iſt— ferner daß die Kalkhaltigkeit des Bo⸗ dens einen bedeutenden Einfluß auf den Düngerbedarf ausübt(ſ.. 222)— ſo wie endlich, daß die Bearbeitung des Bodens, die Cul⸗ turmethode nnd Reihefolge der Gewächſe an ſich nicht wenig zur größeren oder geringeren Erſchopfung des Bodens beitragen, dieß alles alſo auch auf den Bedarf an Dünger von Einfluß iſt (z. vergl.§. 254), II. Berechnung des Duͤngererzeugniſſes. §. 260. Zur Schaͤtzung des Duͤngergewinns aus der Conſumtion beſtimmter Futter⸗ und Streumaſſen durch die Viehhaltung, um bei beabſichtigten Veraͤnderungen in der Fruchtfolge oder Einfuͤhrung neuer Wirthſchaftsſyſteme, bei Ertragsberechnungen ꝛc. die erforderlichen Nachweiſun⸗ gen uͤber die Duͤngerproduction aufſtellen zu koͤnnen, be⸗ ſitzen wir bereits, in Folge unternommener Verſuche und Unterſuchungen, eine Reihe von Reſultaten, welche hin⸗ reichen, um mit annaͤhernder Sicherheit, unter gewiſ⸗ ſen Vorausſetzungen, eine Berechnung unternehmen zu koͤnnen. Wir verdanken dieſe Reſultate den Forſchungen und Mittheilun⸗ gen eines Meyer in Hannover(„Grundſätze zur Gemeinh. Theitung“), b ——jjjjj(-0— 118— Thäͤr(der rat. Landw.), Block(landw. Mittheilungen), v. Thuͤnen (der iſolirte Staat ꝛc.) u. A §. 261. Wenn eine ſolche Berechnung Sicherheit dar⸗ bieten ſoll, ſo muß vorher ausgemittelt und beſtimmt ſeyn, welche Quantitaͤten Futter und Stroh verwendet werden und in welchem Verhaͤltniſſe Futter und Einſtreu zu ein⸗ ander ſtehen ſollen, mit welchen Viehgattungen das Dung⸗ material conſumirt, und wie der Duͤnger behandelt wird. Es bleibt dann immer noch dem Scharfſinne zukünftiger Forſcher zu ergründen übrig, wie ſich die Dungkraft(der innere Werth des Düngers) nach Maaßgabe der Beſchaffeuheit des dazu verwendeten Materials im Specielleu verhalte. Daß die alte Methode, nach der Stückzahl des Viehſtandes den Dünger zu berechnen, höchſt kehlerhaft ſey, bedarf keiner Aus⸗ einanderſetzung. §. 262. Die Grundſaͤtze, welche man dem Verfahren zu Berechnung des Duͤngers unterlegt hat, weichen haupt⸗ ſaͤchlich darin von einander ab, daß die einen die Nahrhaf⸗ tigkeit des Futters als Baſis annehmen, die andern ſein trockenes Gewicht— und weiter: daß die einen den Duͤn⸗ ger aus Futter und Streu zuſammen, die andern aber denſelben aus jedem beſonders berechnen. Dagegen ſtim⸗ men faſt alle darin uͤberein, daß ſie ihre Berechnungen zunaͤchſt auf Rindviehduͤnger beziehen, welcher in einen noch nicht ſtark vergohrenen Zuſtand gekommen iſt und ohngefaͤhr 75 Procent Feuchtigkeit enthaͤlt. Die Nahrhaftigkeit des Futters nehmen als Baſis an: Meyer, Thär, v. Thünen, Koppe und v. Wulffen, das Ge⸗ wicht des trockenen Futters legen zu Grund: Block und Schwerz, ohne jedoch in Abrede zu ſtellen, daß die Nahrhaftigkeit des Futters auf die Qnalität des Düngers von weſentlichem Ein⸗ fluſſe ſey.— Aus Futter und Streu berechnen den Düunger be⸗ ſonders: Meyer, Block und Schwerz; im Ganzen berechnen denſelben: Thär, v. Thünen, Koppe, v. Wulffen.— Die Methoden der Berechnung dieſer Herren ſind: a) Meyer, welchem das Verdienſt gebührt, zuerſt mit einer ſolchen Berechnung aufgetre⸗ hänen heit dar wnt ſthr werde zu eir as Dung elt vin zer Fotſte Werth h erwenden giehſtande einer bi⸗ Verfahta en hauh Nahrhei idern ſel den Diue dern abe egen ſin echnungen in einen iſt und Baſts al: , das Ge lock in hrhaſtigki lichem E Dünger l en berechue er, welhm ng auſgene — 119— ten zu ſeyn, ſetzt voraus, daß das Vieh im Sommer geweidet, im Winter hauptſächlich nur mit Heu und Stroh genährt, und daß namentlich von letzterem die Häͤlfte oder noch etwas mehr verfüttert werde, und berechnet dann aus 1 Theil Heu 1,8 Theile Miſt, aus 1 Theil Stroh 2,7 Th. Miſt; da hiebei auf 1 Theil Heu wohl 3 Theile Stroh(zum Streuen und Füttern) kommen, ſo iſt der Durch⸗ ſchnitt= 2,5 Theile Miſt von einem Theile Trockenem.— b) Thär reduecirt alles Furter(Klee, Kartoffeln ꝛc.) nach dem Nah⸗ rungswerthe auf Heu, und rechnet aus dem auf Heu reducirten Fut⸗ tergewichte und dem Stroh im Ganzen 2,3 Theile Miſt.— c) Koppe rechnet eben ſo, nimmt aber nur 2 Theile Miſt an, in der Vorausſetzung, daß der Miſt oft auch längere Zeit liege, und daß ein Theil des Materials auch mit Schafen conſumirt werde.— d) v. Thünen rechnet in ähnlicher Art 2,25 Theile Miſt.— e) v. Wulffen berechnet nach einem auf beſonderen Vorausſetzungen be⸗ ruhenden Syſteme aus 1 Theil Körnern 4,4 Theile Miſt, aus 1 Theil Hen 3 Th. Miſt, aus 1 Th. Stroh 2,2 Th. Miſt, ans 1 Th. Kartoffeln 1 Th. Miſt; hiebei iſt der Miſt jedoch dem inne⸗ ren Werthe nach geſchätzt und als(gleichgültig angenommen, wie viel vom Stroh verfüttert oder eingeſtreut werde; ferner nimmt er an, daß es eine zweckmäßige Zuſammenſetzung ſey, wenn auf 3 Th. Heu 5 Th. Stroh als Material verwendet würden; ſein Durchſchnitts⸗ multiplicator iſt alſo fuür Heu und Stroh= 2,5.— f) Schwerz rechnet alle Futterſtoffe auf trockene Subſtanz und den Miſt daraus zu 1,75— das Streuſtroh aber multiplicirt er mit 2;— er meint dabei, da es ſo viele Meinungen gebe, ſo wolle er auch die ſeinige haben und ſo rechnen, daß der Acker nicht zu kurz kom⸗ me.—) Block berechnet zuerſt den trockenen Miſt aus dem Fut⸗ ter, nud zwar aus 100 Pfund Heu⸗ oder Strohfutter 44 Pfd., aus 100 Pfd. Kartoffeln 14 Pfd. trockenen Miſt, aus 100 Pfd. Streu aber 95 Pfd. ausgetrockneten Miſt;— dieſe Maſſen berechnet er dann mit 4 in gewöhnlichen noch nicht ſtark vergohrenen Rindvieh⸗ miſt von 75 Procent Feuchtigkeit. Sein Multiplicator iſt alſo für trockenes Futter 1,25 und für Streu 3,8. Da nnn auf 100 Pfd. trockenes Futter beim Rindvieh höchſtens 40 Pfd. Streu kommen, ſo würden demnach bei Block im Ganzen auf 1 Theil trockenes Fut⸗ ter und Stroh ohugefähr auch 2,3 Theile Miſt kommen. Was den Schakmiſt betrifft, ſo wird allgemein zugegeben, daß derſelbe zwar von gleicher Futter⸗ und Strohconfumtion an Maſſe — 120— geringer ſey(wohl ½), dagegen aber in der Wirkung dieß wieder beibringe(ſ. 1. Band 1. Abth.§. 340).— Nur wo bei hinreichen⸗ dem Stroherzeugniß der Schafzucht ein Uebergewicht gegeben iſt und deßhalb nicht ſo viel Stroh zum Streuen, wie bei Rindvieh mit Vortheil verwendet werden kann, dürfte dieß nachtheilig für die Düngerproduction werden. §. 263. Unter allen bekannteren Berechnungsmetho⸗ den duͤrfte wohl die Blockſche die gruͤndlichſte ſeyn, weil ſie den Duͤnger aus jedem Futtermittel und den aus der Streu, welche in der einen Wirthſchaft ſtaͤrker, in der an⸗ deren ſchwaͤcher im Verhaͤltniß zum Futter gegeben wird, nach Reſultaten berechnet, welche aus Erfahrungen abge⸗ leitet ſind. Da wir jedoch hier, und namentlich bei der Beurtheilung der Fruchtfolgen(im folgenden Capitel) im Allgemeinen das Verhaͤltniß zwiſchen Futter und Streu nicht beſtimmen koͤnnen, auch die Berechnung des Duͤngers aus jedem einzelnen Futtermittel fuͤr gewoͤhnlich zu weit⸗ laͤufig iſt, ſo ziehen wir die Methode, alles Futter auf trockene Maſſe zu reduciren vor, und berechnen ſodann den Durchſchnitt ans den im vorigen§. mitgetheilten Saͤ⸗ ten, wornach ſich der Multiplicator auf 2,2 ſtellt; dabei iſt jedoch vorausgeſetzt, daß Futter und Streu in gutem Verhaͤltniß ſtehen, die Ernaͤhrung nicht ſchlecht und die Behandlung des Miſtes gut iſt und ſeine Anwendung zu rechter Zeit ſtattfindet, auch ein Haupttheil davon mit⸗ telſt des Rindviehes producirt wird.— Je mehr in der einen oder andern dieſer Bedingungen Mißverhaͤltniſſe ein⸗ treten, um ſo eher iſt es nothwendig, einen geringeren Multiplicator anzunehmen, welcher nach den Umſtaͤnden nur zu 2 oder zu 1,8 oder noch geringer zu ſetzen iſt. Die zur Brandweinbrennerei verwendeten Producte dürften ohn⸗ gefähr zur Hälfte ihres Trockengewichts anzuſetzen ſeyn. Wie der Schafpferch und die Gründüngung auzuſchlagen ſeyen, iſt§. 256. angeführt.— Wird das Weidevieh über Nacht im Stalle gehalten, ſo dürfte etwa die Hälfte der auf Trockenes veranſchlagten Weide⸗ N than rtnun erG won! wend ieß viede hinreichen den it m inddiih it ſis ſir a ngomete ſeyn, vi n aus i in der w⸗ eben wih igen ahne h bei i apiteh i und Emn 3 Dürgan )j zu wi Futter ai en ſodan eilten Ei „2 ſeell; Streu hlecht und enwendung avon wie hr in da tniſſe ein geringere Umſtaͤnden en iſt ürften ühr⸗ . Wie M ſt AM le gthalken en Mede⸗ — 121— nahrung in die Dungerberechnung zu ziehen ſeyn.— Von der Be⸗ rechnung des Weidedüngers bei der Koppelwirthſchaft, wird bei die⸗ ſer(im folgenden Capitel) beſonders die Rede ſeyn.— Der Urin vom Rindvieh(Pfuhl) kann in der Regel nicht beſonders berechnet werden, ſondern iſt in der Reduction ſchon mitbegriffen. S. 264. Daß bei ſolchen Berechnungen jedes von Außen der Wirthſchaft regelmaͤßig zufließende Futter⸗ oder Streumaterial mit zugezogen werden muͤſſe, verſteht ſich eben ſo wohl von ſelbſt, als daß der fuͤr Wieſen, Wein⸗ berge oder andere Nebenculturzweige erforderliche Duͤnger der fuͤr die eigentliche Fruchtfolge zu berechnenden Duͤn⸗ germaſſe vorher abzuziehen ſey. Wo gewiſſe künſtliche Dungmittel in anſehnlicher Menge in An⸗ wendung kommen, wie Aſche, Kalk ꝛc., müſſen ſolche billig veran⸗ ſchlagt werden. Den für den Klee zu verwendenden Gips laſſen wir jedoch außer Rechnung, wenn wir jenen als bereicherndes Gewächs zählen. Fuͤnftes Capitel. Die Fruchtfolge. §. 265. Sind alle die Verhaͤltniſſe gruͤndlich erwo⸗ gen worden, welche(nach Cap. 1. dieſer Abth.) auf die Wahl der Wirthſchaftsweiſe von Einfluß ſind, ſo muß zur Wahl der Hauptculturgegenſtaͤnde geſchritten und deren Verhaͤltniß zu einander naͤher beſtimmt werden. Dieſe naͤ⸗ here Beſtimmung der Art und Menge der Culturgegen⸗ ſtaͤnde und die Beſtimmung der Ordnung, in welcher ſie auf einander folgen ſollen, iſt das, was wir unter Frucht⸗ folge, Fruchtumlauf, Rotration, Turnus, ver⸗ ſtehen. §. 266. Der grohen Wichtigkeit wegen, welche der Wahl der Fruchtfolge beizulegen iſt, folgen hier die all⸗ — 122— gemeinen Grundſaͤtze nochmals kurz zuſammengeſtellt, welche dabei nie außer Acht gelaſſen werden ſollen; ſie ſind: a) die Wahl der Gewaͤchſe haͤngt von der Localitaͤt ab, ſo⸗ wohl in Bezug auf Vortheil bei der Production in Folge des Verhaltens der Natur der Gewaͤchſe zum gegebenen Boden(ſ. Cap. 2), als in Bezug auf Vortheil bei der Verwerthung, neben Ruͤckſicht auf Viehzucht und Duͤnger⸗ production;— b) jedes der gewaͤhlten, fuͤr die Localitaͤt im Allgemeinen geeigneten Gewaͤchſe ſoll einen mit ſeinen natuͤrlichen Eigenſchaften(Cap. 2) und der Groͤße ſeines Ertrags in Harmonie ſtehenden paſſenden Platz in der Fruchtfolge erhalten;— o) es ſoll nicht nur ein ſolides Ver⸗ haͤltniß zwiſchen verkaͤuflichen und in die Wirthſchaft wie⸗ der als Dungmaterial zuruͤckfließenden Producten ſtattfin⸗ den(Cap. 3 und 4); ſondern ſobald der Boden nicht ſchon auf einem befriedigenden Grade von Reichthum ſteht, ſo ſoll auch noch(beſondere Verhaͤltniſſe, wie kurze Pachtzeit, ausgenommen) auf Vermehrungzsſeines Reichthums, hin⸗ gearbeitet werden(ſ.§. 254.);— d) es ſoll auch bei der Wahl der Culturgegenſtaͤnde darauf Ruͤckſicht genommen werden, daß ſich die Culturarbeiten, einſchließlich der Duͤn⸗ gung, auf die verſchiedenen Hauptarbeitsperioden(§. 157 u. f.) moͤglichſt gleichmaͤßig vertheilen;— e) der Duͤnger ſoll moͤglichſt zu ſolchen Gewaͤchſen verwendet werden, welche einen ſicheren und mit der Groͤße der Duͤngung im Verhaͤltniß ſtehenden Ertrag gewaͤhren(ſ.§. 252);— 1) nach Beſchaffenheit und Lage des Feldes(§. 196) wird entweder nur eine oder es werden mehrere Fruchtfol⸗ gen auf demſelben Gute gewaͤhlt. BDeei dem Bedürfuiß, die Bodenkraft eines geſunkenen Gutes vor allen Dingen zu heben, kann es uuter Umſtänden gerechtfertigt ſeyn, eine Rotation in der Abſicht zu wählen, ſolche nur ſo lange beizubehalten, bis der Zweck befriedigend erreicht iſt, und dann zu einer andern, mehr Ertrag liefernden überzugehen. welch ſad: ab, ſee in dalg gegebennn eil bei d Düͤnge Loeali nit ſeinen öße ſeine 3 in d des Va aft wid ſtattfir icht ſchan ſteht, Pachtzet ums, hir ich bei a genomun der Di n(§. l er Dingn t werde, ngung in 252);- 196) win Fruchti enen Glis erechfeti ür ſo lanhe id dum d — 123— §. 267. Die Fruchtfolgen werden gewoͤhnlich in fol⸗ gende Hauptabtheilungen gebracht: a) Felder⸗ oder Koͤrnerwirthſchaften, worin der Getreidebau uͤber⸗ wiegend iſt und oͤfters mehrere Getreideerndten hinterein⸗ ander folgen;— b) Fruchtwechſelwirthſchaften, wobei in der Regel eine Halmfrucht mit einem Futter⸗ oder Handelsgewaͤchs(einer Blatt⸗ oder Hackfrucht) ab⸗ wechſelt;— c) Koppel⸗ oder Weidewechſelwirth⸗ ſchaften(Graswirthſchaften), worin abwechſelnd mit Ge⸗ treide ꝛe. eine Niederlegung und Benutzung zur Weide oder zum Grasbau ſtattfindet;— d) freie Wirthſchaften, wel⸗ chen keine beſtimmte Regel zu Grunde liegt. In den Körnerwirthſchaften heißen auch die in den urſpruͤnglich zur reinen Brache beſtimmten Feldern gebauten Futtergewächſe ꝛc. Brachfruͤchte.— Die wechſelnde Grasniederlegung(in der Regel Weide) wird auch Dreiſche(Dreeſch) genannt.— In den Koppel⸗ und Fruchtwechſelwirthſchaften heißt„Schlag“ jede einzelne Feldabtheilung des Umlaufs.— Die als zweite Erndte nach Halm⸗ früchten noch angebauten Gegenſtände heißen Stoppelfrüchte⸗ §. 268. Neben Benutzung jener Bezeichnungen waͤh⸗ len wir hier zur Erleichterung des Urtheils uͤber den Haupt⸗ character der Fruchtfolgen und der Verhaͤltniſſe, wofuͤr ſie paſſend ſeyn koͤnnen oder nicht, folgende Hauptabthei⸗ lungen: I. Fruchtfolgen, welche ohne einen bedeutenden Fut⸗ ter⸗ oder Duͤngerzufluß, alſo in der Regel ohne bedeutende Zulage von natuͤrlichem Graswuchs— nicht beſtehen koͤnnen. II. Fruchtfolgen, welche in dieſem Sinne zwar noch nicht ganz oder wenigſtens nur ſchlecht fuͤr ſich beſtehen, aber einer verhaͤltnißmäͤßig nur geringen Zulage von be⸗ ſtaͤndigem Graswuchſe, oder eines anderweiten Duͤnger⸗ zuwachſes von Außen, beduͤrfen. — 124— III. Fruchtfolgen, wobei ſo viel Dungmaterial er⸗ zeugt wird, daß ſie fuͤr ſich allein beſtehen koͤnnen.— Hieran reiht ſich noch IV. Das Weſen der ſogenannten freien Wirthſchaf⸗ ten, und V. das Verfahren beim Uebergange von einer bisher beſtandenen Fruchtfolge in eine andere. Wenn hinfort im Allgemeinen von Wieſenzulage die Rede iſt, ſo ſind ſolche Wieſen verſtanden, welche aus der Wirthſchaft keinen oder doch nur wenig Dünger in Anſpruch nehmen. Wieſen, welche regelmäßig gedüngt werden müſſen, gewähren für das Ackerfeld nur den Vortheil, daß das von dieſem producirte Stroh, mit mehr Nutzen aus der Viehzucht, auf zweckmäßige Art in Dünger verwan⸗ delt wird, wovon ſie aber meiſtens verhältnißmäßig wieder ſo viel in Anſpruch nehmen, als ſie ihres Theils dazu beigetragen haben. I. Fruchtfolgen, welche bedeutenden Duͤnger⸗ zufluß erfordern. §. 269. In dieſe Abtheilung gehoͤren alle Wirth⸗ ſchaftsweiſen, wobei der Getreidebau uͤberwiegend und ohne daß damit ein zureichender Futtergewaͤchsbau ver⸗ bunden iſt, namentlich die Drei⸗ und Vierfelder⸗ und andere Koͤrnerwirthſchaften. 1) Reine Dreifelderwirthſchaft. §. 270. Dieſe in dem groͤßten Theile von Deutſch⸗ land und in andern Gegenden des mittleren Europas ver⸗ breitete oder verbreitet geweſene Fruchtfolge hat urſpruͤng⸗ lich folgende einfache Regel: 1) reine Brache, geduͤngt, 2) Wintergetreide, 3) Sommergetreide. Zur Zeit, bevor die theilweiſe durch Carl den Großen mit Ge⸗ walt eingeführte Dreifelderwirthſchaft Fuß gefaßt hatte, war mei⸗ ſtens ein willkürliches Aufbrechen von Theilen der ungemeſſenen Wei⸗ den und Wieſenflächen üblich, welche nach mehreren Jahren des An⸗ baues, mit abgeuommeuer Kraft, auf unbeſtimmte Zeit wieder lie⸗ — trial en anen.— dirgſte⸗ ner lii Rede in ſchaft him eſen, nit ckerfeld n „ mit us ger dernd eder ſo n gen haden Duͤnger lle Vrr gend un zbau de⸗ lder⸗ un . Deutſch ppas ver ürſprͤng en nit Ge „ war Ni ſeren Wi⸗ ren de Ne ritderlie 1. Brache 100 40 140 — 125— gen gelaſſen wurden, um zum Aufbruche eines andern Theils zu ſchreiten u. ſ. f.— oder es fand die ihrem Urſprunge von den Rö⸗ mern her noch ältere Zweifelderwirthſchaft(ſ.§. 280.) ſtatt. Die wachſende Bevölkerung mochte einen ſtärkeren Anbau der nährenden Körnerfrüchte erheiſchen und in Folge deſſen eine Trennung des Acker⸗ landes vom Graslande zweckmäßig erſcheinen, wobei des letzteren je⸗ doch, wenigſtens Anfangs, noch genug belaſſen ward, um über Som⸗ mer einen Viehſtand zu weiden, und denſelben über Winter wenig⸗ ſtens theilweiſe noch mit Heu füttern zu können. Nebenbei wurden Brache und Stoppeln zur Weide mitbenutzt, das Stroh theils ver⸗ füttert, theils geſtreut, und nach Umſtänden auch noch ein Theil der Körner verfüttert. Auf dieſe Weiſe war es möglich, daß ſich dieſe Fruchtfolge in vielen Gegenden Jahrhunderte hindurch erhalten konnte, während dieſe lange Fortdauer zugleich das geringe Fort⸗ ſchreiten oder faſt Stillſtehen der Cultur im Laufe dieſer Jahrhun⸗ derte beurkundet. §. 271. Daß dieſe Wirthſchaftsweiſe nur lohnend be⸗ ſtehen kann, wenn ſie betraͤchtliche Graszulage hat, lehrt die Erfahrung; daß aber der aus dem producirten Stroh gewonnene Duͤnger und der wenige aus der Brach⸗ und Stoppelweide allein nicht hinreichend ſeyen, um dem Lande die durch die zwei Getreideerndten entzogene Kraft zuruͤck⸗ zugeben, oder daß das Land, wenn es nicht mehr als dieß erhaͤlt, bald auf einen ſehr geringen Kraftzuſtand herabkommen muͤſſe, moͤge folgende Berechnung darthun. Wegen der Grundſätze hiebei wird auf die§§. 256. u. 263. ver⸗ wieſen. Der Multiplicator für den Dünger kann hier höchſtens 2 ſeyn, da er faſt nur aus Stroh producirt wird, und zum großen Theil ſehr lauge bis zu ſeiner Anwendung liegen muß. Zu gebende Düngung Dungmaterial Hier⸗ ——— 2— 8 emäßigte au G 5 3 1 Miſt⸗ Sonſt. Sum⸗ Trock⸗ Sum⸗ Cntr. duͤngg Berei⸗ ma nes(Stroh ma Dün⸗ Boden. ſcherung Futter zer mit Entr. Cntr. Cntr. Entr. Cntr. Cutr. 2 ——— ——— 3 2. Wintergetr.—— 18 18 36 3. Sommerget.——— 12 12 Summa. 1500 40 65 x3 36 1 — 126— Es fehlen alſo für 3 Morgen 40 Entr. Dung oder 20 Eutt. Heu oder 1 bis 1 ½¼ Morg. mittelgute Wieſe. Das Dungbedürfniß iſt p. Morgen 33, 3 Cntr., das Erzeugniße⸗⸗ 20 Cutr,; es fehlen alſo p. Morg. 13, 3 Cntr. Unter der Bereicherung durch die Brache iſt der Dung aus der Brachweide mitverſtanden. 1 Die Berechnungen ſind ſo fort ſtets auf heſſ. oder pr. Morgen geſtellt. §. 272. In ſehr vielen Verhaͤltniſſen war es laͤngſt dahin gekommen, daß die erforderliche Heuprodnction zum Erſatz des fehlenden Duͤngers nicht ſtattfand, oder daß den Wieſen das von ihnen herruͤhrende an Duͤnger wieder zuſloß— dazu kam noch der Abgang an Stroh durch den Zehnten, die Beweidung der Brache durch an⸗ dere, die ſchlechte Behandlung des Duͤngers ſelbſt; kein Wunder alſo, daß an den meiſten Orten von einer Duͤn⸗ gung der ganzen Brache keine Rede ſeyn konnte und mei⸗ ſtens nur alle 6, ja oft nur alle 9 Jahre eine Duͤngung gegeben ward, wobei alſo der Boden auf dem niedrigen Beharrungspunkte, auf den er laͤngſt herabgekommen war, verblieb. §. 273. Da wo der Boden von Natur nicht beduͤrf⸗ tig und das Ackerfeld mit einer hinreichenden Wieſenzulage verſehen iſt, gewaͤhrt zwar die reine Dreifelderwirthſchaft den Vortheil, daß ſie, neben einem nur maͤßigen Arbeits⸗ aufwande, einen moͤglichſt ſicheren Anbau des Winterge⸗ treides auf ½ des Feldareals und uͤberhaupt eine ſtarke Koͤrnerproduction darbietet, und in ſolchen Verhaͤltniſſen iſt ihr nicht abzuſprechen, daß ſie lohnend ſeyn koͤnne; allein ſobald irgend ein Zweig der Viehzucht, zumal in Verbindung mit Brandweinbrennerei, einen einigermaßen guͤnſtigen Ertrag gewaͤhrt, oder Handelsgewaͤchſe mit Vor⸗ theil gebaut werden koͤnnen, ſo wird doch eine mit Umſicht gewaͤhlte Fruchtfolge, in welcher die Brache eingeſchraͤnkt — ſi, ll Ert 1 20 Cm. Emnpid ung ans n es lin prodnein fand, i an Ding an Enh durc h ſelbſt; ki einer dh te und ni e Düngu niediie ommen wa icht baͤlt gieſenzule rwirthſtet en Arbeit Vintetye eine ſint erhäͤltriſe eyn känn umal i nigernahn ſe wit Bor nit Unſcht nyichei — 127— iſt, und an ihrer Stelle Futter⸗ und Handelsgewaͤchſe Platz finden, ſtatt jener Wirthſchaftsweiſe einen hoͤheren Ertrag gewaͤhren, und eben darum kann geſagt werden, daß die reine Dreifelderwirthſchaft nur noch unter beſon⸗ deren Wealverhaͤltniſſen als die vorth eilhafteſte Frucht⸗ folge am rechten Platze ſey, und zwar namentlich: a) wenn auf ſchwerem Thonboden neben vielen Wieſen und beſtaͤn⸗ digen Weiden, Getreidebau getrieben werden ſoll;— b) wenn in Gebuͤrgen mit kaltem Clima, wo die bei weitem groͤßere Bodenflaͤche mit entſchiedenem Vortheile zur Vieh⸗ haltung benutzt wird, auf einer kleineren ausgeſuchten Flaͤche noch moͤglichſt viel Koͤrner und Stroh gewonnen werden ſollen und eine betraͤchtliche Menge des gewonne⸗ nen Duͤngers, namentlich auch Schafpferch, dazu verwen⸗ det werden kann;— c) bei einzelnen ſehr entfernt liegen⸗ den Feldern, beſonders wenn dabei in der Brache zugleich gruͤne Duͤngung angewendet wird. §. 274. Je mehr die Wieſen abgehen, oder durch Auf⸗ bruch hoͤher benutzt werden koͤnnten, je mehr der Boden zum Futterbau geeignet, oder je leichter und beduͤrftiger der Boden, in dieſem Falle ſelbſt neben betraͤchtlicher Wie⸗ ſenzulage, um ſo verwerflicher iſt die reine Dreifelder⸗ wirthſchaft. 2) Vierfelder⸗Koͤrnerwirthſchaft. §. 275. In mehreren Gegenden von Deutſchland, z. B. in Strichen von Weſtphalen, findet man eine Vierfel⸗ derwirthſchaft, naͤmlich: 1) Reine Brache, geduͤngt, 2) Wintergetreide, 3) Sommergetreide, 4) Sommergetreide,(auch Huͤlſenfrucht). Bei der gleichen Zulage von Wieſen, kann dieſe Wirth⸗ ſchaftsweiſe im Vergleiche zur Dreifelderwirthſchaft, nur dahin fuͤhren, daß mit mehr Aufwand an Arbeit und Saat⸗ — 128— frucht weniger producirt wird, wie nachſtehende Berech⸗ nung darthut. Zu gebende Duͤngung Dungmakerial ſ Hier⸗ G„ 1——————— aus emäßigter Sonſt. Sum⸗ Troct. Sum⸗ Entr. Miſt Berei⸗ ma Stroh ma Dün⸗ Boden. cherung Futter⸗ ger mit Entr. Cntr. Entr. Cntr. Cntr. Cntr. 2 ————— 1. Brache. 160 40 200 2, Winterfr.— 4. Hafer..— 12² 12 24 — Summa 1650 ·450 255 ee e Es fehlen alſo für 4 Morgen 70 Cntr. Dung oder 35 Entr. Heu, wozu 1%¾ bis 2 Morgen gewöhnliche Wieſen nöthig ſind. Das Dungbedürfniß iſt p. Morgen 40 Cntr., das Erzengniß p. Morgen 22, 5 Cntr., es fehlen alſo p. Morgen 17, 5 Cntr. G Würde die Wieſenzulage oder der Düngerzufluß nur ſo groß ſeyn, als zur Durchführung einer Dreifelderwirthſchaft anf gleichem Boden erforderlich(pP. Morgen 13, 3 Dungzufluß), ſo würde durch eine ſolche Vierfelderwirthſchaft der Boden bald auf einen niederern Beharrungspunkt herabkommen, dann alſo auch der Körnerertrag ge⸗ ringer und die Düngerprodnction noch geringer ſeyn, zumal da nur % des Feldes Winterfrucht erhält und die letzte Sommerfrucht in unreines Land kommt.— Freilich koͤnnen in den 4ten Schlag Hül⸗ ſenfrüchte genommen und die Körner mit dem Stroh zur Fütterung verwendet werden, wodurch das Dungmaterial vermehrt und die Ausſaugung etwas vermindert wird. Solche und andere verbeſſernde Maaßregeln laſſen ſich aber auch, wie wir bald hören werden, bei der Dreifelderwirthſchaft anbringen. Die Sache bleibt alſo, gegen einander gehalten, immer dieſelbe. §. 276. Die reine Vierfelderkoͤrnerwirthſchaft kann demnach nur auf einem reichen Boden mit vieler Wieſen⸗ und Weidezulage mit gutem Erfolg auf die Dauer durch⸗ gefuͤhrt werdenz es koͤnnten dann auch zur Herſtellung ei⸗ nes guͤnſtigen Verhaͤltniſſes zwiſchen Winter⸗ und Som⸗ merfrucht im zweiten Felde zum Theil Huͤlſenfruͤchte ein⸗ geſchaltet werden und nach dieſen im dritten Felde wieder Winterfrucht kommen. 20 20 40 n um ee — — — — fac khig ſid das Chyengi ,5 Gnn. nar ſo ge anf gleit Hwürde d inen niedern nerertrag zomal Rm mmerfruct i Schlag hir zur dütteng ehrt und ſ everbeſſen werden, li alſo, geln ſchaft kan er Wiffer zuer durh ſtellung i⸗ und Gon⸗ frichte til ede vicher — 129— Ob aber für ſolchen Boden nicht eine noch lohnendere Frucht⸗ folge zu finden ſey, wird immer noch zu fragen ſeyn.— Das gute hat dieſe Vierfeiderwirthſchaft, daß ſie ſich leicht in eine andere bef⸗ ſere Fruchtfolge verwandeln läßt. 3) Fuͤnffelderige Koͤrnerwirthſchaft. §. 277. Wohin es fuͤhren wuͤrde, wenn man ſich nicht mit 3 Gerreideerndten nach der geduͤngten Brache begnuͤgen, ſondern jener 4 nach dieſer folgen laſſen wollte, und daß ein ſolches Verfahren nur auf ungewoͤhnlich rei⸗ chem Boden ſtatthaft ſeyn koͤnne, geht aus dem eben Ab⸗ gehandelten hervor. Wuͤrde man im aten Felde ſtatt Halm⸗ frucht eine Huͤlſenfrucht und im 5ten Hafer waͤhlen, wie es(nach S Schwerz) mitunter vorkommen ſoll, ſo wuͤrde die Sache nur wenig gebeſſert ſeyn; bedeutend aber wird ſie gewinnen, wenn wir im 4. Felde, oder beſſer noch im dritten, halb Klee halb Huͤlſenfrucht einſchalten und zu oder nach letzterer eine verhaͤltnißmaͤßige Duͤngung geben, wir haben dann entweder: oder: 1) Brache, geduͤngt; 1) Brache, geduͤngt; 2) Winterfrucht; 2) Winterfrucht; 3) Sommerfrucht; 3) halb Klee, halb Huͤlſenfr. 4) halb Klee, halb Huͤlſen⸗ 4) Winterfrucht, zur Haͤlfte frucht, letztere geduͤngt; Duͤngung; 5) halb Hafer, halb Korn. 5) Hafer. Wie ſich die Düngung zur Irodnetion derhig möͤge folgende Berechuung zeigen. s Zu bende Sgins Senemarerrar— z613t—— aus Gemäßigter ſSonſt. Trock. 1 Entr. „ Miſt Berei⸗ Sum⸗ nes Stroh Sum⸗ Dün⸗ Boden. cherug ma Futter ma ſger mit Entr.) Entr. Entr. Entr.! Cutr. Entr. 2 kernann EenANIe 3 5 8 1= 1 1. Brache. 110 40 2. Wintergetr. 3—— 18 18 36 3. Sommerget. 3—— 12 12 24 4. halb Klee— 30— 12 24 — Erbſen 55— 7 7 14 5. halb Hafer — Roggen—— 15 115 30 Summa 165 70 52*.— Pabſt Landwirehſchaft k. 2. 9 — 130— Das Dungbedürfuiß iſt p. M. 38 Entr. Das Dungerzeugniß iſt p. Morgen 25,6 Cntr. Es fehlen alſo p. M. nur 7,4 Cntr. weßhalb dieſe Fruchtfolge ſich denen nähert, oder, wenn man will, ſchon zu denen gehört, welche nur noch wenig Dungzufluß von Außen bedürfen. So viel thut die Einſchaltung von ½¼ Klee, vor⸗ ausgeſetzt, daß der Boden für ihn auch günſtig ſey. §. 278. Die Beiſpiele des vorigen Paragraphen deu⸗ ten an, wie ſich dieſe Fuͤnffelderwirthſchaft noch mehrfach veraͤndern laͤßt, ohne daß ſie den Koͤrnerwirthſchaften gaͤnz⸗ lich entfremdet, indem ſie immer noch ¾ an Halmgetreide behaͤlt, und daß ſich nach Umſtaͤnden mehr Winter⸗ oder mehr Sommerfrucht einſchalten laͤßt. In rauhen Gebuͤr⸗ gen, wo das Wintergetreide gefaͤhrdet iſt, kann eben ſo wohl blos Sommergetreide in dieſe Fruchtfolge aufgenom⸗ men werden. Wir werden in der nächſten Abtheilung auf die fünffeldrigen Fruchtfolgen mit%¾ Getreide zurückkommen. 4) Sonſtige Koͤrnerwirthſchaften. §. 279. Auf ſehr reichem Boden, der verhaͤltnißmaͤßig nur geringen Dungerſatz bedarf, oder wo ungewoͤhnlicher Dungzufluß von Außen, finden wir wohl, wenn wir nach den Ausnahmen ſpaͤhen, noch manche weit getriebene Koͤr⸗ nerwirthſchaft nach beſtimmtem oder unbeſtimmtem Umlauf, meiſtens auch mit Aufnahme von Handelsgewaͤchſen, na⸗ mentlich Raps. Wir lernen an ſolchen Umlaͤufen kennen, welchen Fond ein auſſerordentlich reicher Boden beſitzt, oder wie außerordentliche Umſtaͤnde Außerordentliches zulaſſen; koͤnnen indeß keinerlei Art von Grundſatz daraus ableiten⸗ So fand ich z. B. auf einem kteinen Gute am Rhein, mit vie⸗ len Wieſen und reichem Boden, auf dem größten Theile des Feldes theils 1) Tabak, gedüngt— 2) Spelz— 3) Gerſte— 4) Hafer; theils 1) Tabak, gedüngt— 2) Raps(in den Tabak eingeſät)— 3) Spelz— 4) Gerſte.— Schwerz faud auf koſtbarem Marſch⸗ boden in den Niederlanden 1) Wicken, ſtark gedüngt— 2) Weitzen 3) Roggen— 4) Roggen— 5) Raps(verpflanzt)— 6) Winter⸗ agerzeugyi u 74 Gn. wenn un dazuſuh a Klee, w aphen de h mehrii äften gin almgetn inter⸗ hen Geh nn eden aufgento fänffetrin ten. altnißmiit gewoͤhnlit un wir mi riebene i tem Umlei ſchſen, w ffen keune beſttzt, on es zulaſte us abkeüt⸗ hein, nit i eile des dehe — 4) Hiin, ſ eingeſät)- aren Naſſ —)) Teb —h Pütes gerſte, gedüngt— 7) Roggen— 8) Klee, mit Aſche geſtreut— 9) Weitzen(darnach Stoppelrüben)— 10) Hafer.— Beiſpiele ähn⸗ licher Art führt Schwerz in ſeiner Fruchtfolge noch mehrere an. §. 280. Entgegengeſetzt findet man ſehr ſtarke Koͤr⸗ nerwirthſchaften auch auf von Natur beduͤrftigem Sandbo⸗ den, wo dann der Roggen die Hauptrolle ſpielt. Es iſt aber eine ſolche Fruchtfolge, wo 6 bis 8 Jahre hinterein⸗ ander Roggen gebaut wird, bis einmal ein Jahr zum Spoͤrgel⸗, Buchweitzen⸗, Ruͤben⸗ oder Kartoffelbau ver⸗ wendet wird, nur durchzufuͤhren, wo beinahe jaͤhrlich eine, wenn auch nur ſchwache, Duͤngung gegeben und eine un⸗ gewoͤhnliche Cultur zur Anwendung gebracht wird. Jeues aber läßt ſich wieder nur durchfuͤhren mit großem Dung⸗ zuſchuſſe von Außen, oder auf einzelnen Feldern neben ei⸗ ner andern Fruchfolge auf dem Haupttheile des Gutes. Schwerz erzaͤhlt uns viele derartige Beiſpiele aus der nieder⸗ kändiſchen Campine; allein bei meinen Wanderungen dürch dieſe Ge⸗ gend fand ich, daß auf einen Morgen Feld 2 bis 3 Morgen und noch mehr Haideland kommen, wovon jährlich die Hälfte abgeplaggt wird, welche große Maſſe von Plaggen dann dem Miſthaufen anheim fällt — auch wird noch mehr oder weniger Dung angekauft; ferner werden die Quekken möglichſt abgerecht, das Land wird zu großer Tiefe und mit vorzüglichem Fleiße gebaut, im Frühjahr wird der Roggen ge⸗ jätet— endlich findet dort zwiſchen der Erndte und nenen Saat des Roggens der Spörgel als Stoppelfrucht noch einen Platz, und rech⸗ nen wir dieſen mit auf, ſo iſt es mehr ein Fruchwechſel, als eine Körnerwirthſchaft. 4 Wenn, wie Koppe und andere erzählen, in ſandigen Niede⸗ rungen oft viele Jahre zwiſchen dem Anbau von gedüngtem Roggen und Sommerhalmfrucht gewechſelt, und wenn das überhand genom⸗ mene Unkraut gar nicht mehr zu bezwingen iſt, dann das Feld um⸗ geſpatet wird, ſo beruhen dieſe Beiſpiele und ähnliche ebenfalls auf außerordentlichem Dungfluß, namentlich wenig Feld bei ſehr vielem Graswuchſe; ſie können daher am allerwenigſten das Vorbild einer für Sandboden geeigneten Fruchtfolge abgeben, ſo bald man gewöhn⸗ lichere Verhäͤltniſſe vor ſich hat. 9 5 — 132— Wie man anf einzelnen Feldern den Roggenban unansgeſetzt fortſetzen könne, davon fand ich bei Herrn Möllinger in Pfedders⸗ heim in der Pfalz ein Beiſpiel, indem derſelbe nun ſeit 30 Jahren auf einem bedürftigen, hitzigen Boden jährlich Roggen(zuweilen einmal Gerſte) gebaut, aber auch jedes Jahr dazu gepfuhlt hatte. — Ein ahnliches Beiſpiel fand ich an der Nahe auf gutem rothem Sandboden; der Dungaufwand war hier äußerſt gering geweſen und der Roggen ſtand gut. II. Fruchtfolgen, welche nur eines geringen Duͤngerzuſchuſſes beduͤrfen. §. 281. Wir zaͤhlen hierher die reine 3 Zweifelderwirth⸗ ſchaft, die Koͤrnerwirthſchaften, in welche ein betraͤchtlicher Futtergewaͤchsbau aufgenommen, und die bieran ſich anſchlie⸗ ßenden Syſteme, welche theilweiſe aus den Koͤrnerwirthſchaf⸗ ten, theilweiſe aus dem Fruchtwechſel combinirt ſind. 1) Reine Zweifelderwirthſchaft. §. 282. Dieſes alte von den Roͤmern wahrſcheinlich in mehrere Gegenden von Deutſchland, namentlich in die Rheingegenden, verpflanzte Wirthſchaftsſyſtem wechſelt zwiſchen reiner Brache und Getreidebau. Immer folgte nach der geduͤngten Brache Winterfrucht, dann unge⸗ duͤngts Brache und wieder Winterfrucht, nach der zweiten ungeduͤngten Brache Sommerfrucht. Oft aber konnte das Land in der naͤchſten Brache nach zwei ungeduͤngten noch nicht wieder geduͤngt werden und es mußte mit drei bis vier oder noch mehr ungeduͤngten Brachen ſich begnuͤgen und jedesmal eine Getreideerndte dazwiſchen tragen. Ein kleiner Theil der Brache erhielt wohl auch etwas Rüben ꝛc. Hülſenfrüchte wurden theilweiſe an der Stelle von Sommerhalm⸗ frucht gebaut. §. 283. So geringen Werth dieſes Syſem jetzt auch noch hat, ſo unzutraͤglich es unter allen Umſtaͤnden fuͤr einen leichten trocknen Boden geweſen ſeyn mag, ſo hat es doch im Vergleich zur reinen Dreifelderwirthſchaft den Vorzug, daß es bei einer geringen Wieſenzulage lohnender mansgeſe Mſeden l3o Jahra n(zuveicn vinhlt hane utem pothen geweſen uch geringen elderwith traͤchtäce ch anſch wirthſch ſind. 1 nhrſcheinlc tlich in o n weche zmer felzt dann unge der zwelen konnte du ngten net rei bis vin nuͤgen m) zas Räben Zomwethalwn njjett aud ſtinden ſü ſlontda hrnnder — 133— ſeyn wuͤrde, als jenes, wie die nachtehende Tabelle in Vergleich zu der in§. 271 darthut. Zu gebende Dünagaung Dungmatetiat Hier⸗ 6 emã j——O— Gemaͤßigter Sonſt. Sum⸗ Trock⸗ Cntr. nes Sum⸗ Dün⸗ Futter Stroh ma. ſger mis Entr. Ctur. Cntr. 2 Miſt Berei⸗⸗ cherung 3 Entr. Cntr. Entr. 1. Brache 100 40 140 Boden. ma 2. Winterfr.“(B³———— 3. Brache— 40 40———— 4. Winterfr.“*———— 16 16 32 5. Brache— 30 39 4———— 6. Sommerf.]———— 12 12 24 Summa. 1100 110[ 210— 46 ʃ 46 92 Es fehlen alſo für 6 Morgen nur 8 Ctr. Dung, wobei die Brache für die Sommerfrucht um ⅛ geringer als die Winterfrucht angeſetzt iſt. Das Dungbedürfniß iſt p. Morgen nur 16,66 Ctr; das Dnngergengnif 15,33 Ctr. Bei einem Gute, wo man nur et⸗ wa ¼ oder ¼1 oder noch weuiger Wieſen beſaß, würde man dem⸗ nach in fruherer Zeit gewiß beſſer bei der Zweifelder⸗ als Dreifel⸗ derwirthſchaft aefahren ſeyn; ſo wie man in ſolchem Falle ſich auch beſſer geſtanden haben würde, ½ gar nicht zu bauen und nur auf ½ des Feldes Dreifelderwirthſchaft zu treiben. §. 284. Die Beibehaltung oder Wahl der rei⸗ nen Zweifelderwirthſchaft laͤßt ſich bei dem dermaligen Standpunkte der Cultur in Deutſchland nur noch unter ſeltenen Verhaͤltniſſen rechtfertigen; am eheſten duͤrfte ſolche noch auf ſehr entfernt liegenden einzelnen Feldern, unter Anwendung der gruͤnen Duͤngung, ſo ferne ſich ſolche fuͤr den Boden eignet— am Paatze ſeyn. Ein ſehr merkwürdiges Beiſpiel von Anwendung der Zweifelderwirth⸗ ſchaft in neueſter Zeit hat der kürzlich zu Pfeddersheim verſtorbene Bürgermeiſter v. Horthal gegeben.— Derſelbe beſaß ein nicht unbe⸗ trächtliches Gut; er war aber nicht in der Lage, einen Viehſtand, Ge⸗ ſinde und was ſonſt zu einer Wirthſchaft gehört, zu halten und ſich darum zu bekümmern. Er wählte deßhalb die alte pfälzer Zweifelderwirth⸗ ſchaft, hielt im einen Jahr reine Brache und baute im andern Getreide, verkaufte die ganze Erndte, dünste gar nicht und erhielt dennoch eine — 134— Reihe von Jahren hindurch mittelmäßige Erndten.— Wohl mochte ſein Boden Anfangs auf einen niederern Beharrungspunkt herabge⸗ kommen ſeyn, auf welchem er ſich nachher erhielt, jedoch ohne ſoweit zu ſinken, daß der Anbau nicht mehr gelohnt hätte.— Dabei iſt zu bemerken, daß der dortige Boden kalkhaltig iſt und daß nicht überall ohne abſoluten Schaden ein ſolches Beiſpiel ſich moͤchte durchführen laſſen. Uebrigens ſpricht es für den relativen Werth der Zweifel⸗ derwirthſchaft gegen andere Körnerwirthſchaften, ſo wie für be⸗ ſtimmte Bereicherung durch die Brache. Noch gewährte die Zweifelderwirthſchaft zufällig eine große Er⸗ leichterung für den Uebergang in jede beliebige verbeſſerte Fruchtfolge und ohne dieſe Erleichterung würde die in der neueren Zeit eingetre⸗ tene Hebung der Cultur in den Gegenden, wo bis zur zweiten Häͤlfte des vorigen Jahrhunderts die Zweifelderwirthſchaft beibehalten wor⸗ den war, wahrſcheinlich weniger raſche Fortſchritte gemacht haben. 2) Verbeſſerte Dreifelderwirthſchaft. §. 285. Wird die Brache in der Dreifelderwirthſchaft groͤßtentheils oder, was auf gutem und dabei nicht zu ge⸗ bundenem Boden wohl moͤglich iſt, ganz angebaut, und zwar hauptſaͤchlich mit Futtergegenſtaͤnden, ſo kann, ſo bald der Boden dem Anbau von Futtergewaͤchſen nicht entgegen iſt, die Stallfuͤtterung dadurch moͤglich gemacht und eine ſo ſtarke Dungproduction erzielt werden, daß nur noch wenig Duͤngerzuſchuß erforderlich bleibt. Zugleich bleibt, auf den beſſeren Bodenklaſſen, in Folge einer ſtaͤrkeren und beſſeren Duͤngerproduction der Getreideertrag in den beiden erſten Feldern ungeſchwaͤcht; vielmehr wird er ſich da noch vermehren, wo es bisher an hinreichendem Graswuchſe fuͤr das Erforderniß der reinen Dreifelder⸗ wirthſchaft gehrach, weil dann der bisherige niedere Be⸗ harrungspunkt des Bodens gehoben wird, und uͤberdieß koͤmmt der Wirthſchaft der Erirag aus den Brachfruͤchten zu gut. Daß auch der Aufwand, jedoch nicht in gleichem Verhäͤltniſſe, ſich vermehre, iſt nicht zu überſehen. — B—=AäS ͤ— ohl nothe it herohe öhne ſoii Dabei it n ſnicht ibene durchührn der Zweißt wie für de e große Er eEructialg eit eingetnn eiten Hiltt zalten won t haben. aft. wirthſche icht zu ge baut, und kann, ſt hſen nict ch gewatt ,, daß wn zuglei Folge ein reideertn mehr wid reichenden Dreifelder edere Be überdis achfrͤche Venhülyiſe — 135— §. 286. Daß, unter den angegebenen Vorausſetzun⸗ gen die Dreifelderwirthſchaft mit groͤßtentheils angebauter Brache, an der Stelle der reinen Dreifelderwirthſchaft, die Vortheile einer Bereicherung des Bodens und einer weſentlichen Ertragserhoͤhung der Wirthſchaft auch wirk⸗ lich ſchon vielfaͤltig zur Folge gehabt hat, und dieſe Wirth⸗ ſchaftsweiſe darum mit Recht„verbeſſ erte“ Dreifelder⸗ wirthſchaft genannt wird, dafuͤr ſpricht die Culturgeſchichte vieler Gegenden von Deutſchland ſeit Einfuͤhrung des Klee⸗ und Kartoffelbaues und folgende Berechnungen, verglichen mit den fruͤher aufgeſtellten, werden einen Maasſtab da⸗ fuͤr abgeben. Erſtes Beiſpiel. Zu gebende Düngung Dungmaterial Hier⸗ ———⏑——————-**² Gemäßigter Sr Ber ; onſt. Sum⸗ rock⸗ Sum C ebundener Miſt Berei⸗ nes 0 um⸗ Cntr. 9 Bnden ſt rudg ma Fueker Stroh ma Miſt KEEntr. Entr. Entr. Entr. Entv.['nit 24. ———ypnr 9. Sommerfr.— 12 12 26 ——— errnrn wmereeren ereeee——— Summa. 360 100 l 460 42 l 102 144 314 Der Dungbedarf iſt p. Morgen 40 Ctr.— die Production p. Morgen 35 Ctr. Es fehlen alſo p. Morgen 5 Ctr.— Daß bier der Dünger mit 27,2 berechnet iſt, wird ſich durch das beſſere Ver⸗ hältniß zwiſchen Futter und Stroh und die Gelegenheit, den Dün⸗ ger zu verſchiedenen Gewächſen verwenden zu können, rechtfertigen. Cntr. 4— 1. Reine Brachez 110 40 150———— 2. Winterfr.———— 20 20 44 3. Sommerfr.———— 14 14 31 5. Winterfr.———— 18 18 39 6. Sommerfr.———— 12 12 26 h. Grünwikk. 70— 70 10— 10 22 73 h. Bohnen u. Erbſen 100— 100— 8 8 17 8. Winterfr.——— 18 18 39 — 1 — 136— Zweites Beiſpiel. 6 mit 2,2 Entr. Entr. Entr. Entr Entr. Cntr. 7 — Zu gebende Düngung 3 Dungmaterial Hier⸗ Gemäßigter,——— aus 3 Sonſt. Sum⸗ Trock⸗ Sum⸗. mehr leichter Miſt Berei⸗ Sum 320 Stroh Sum Lner. Boden. cherung Futter 1 ☛ reeereen n eeeeern h. Brache 50 20 709————— h. Kartoffeln 4—— 1 u. Rüben 100— 100 18— 18 39 2. Winterfr.———— 19 19 42 3. Sommerfr.—— 1—— 13 13 28 h. Klee 40 39.! 700 ⁰130 16— 16 35 4 h. Erbſen,. Wikken ꝛc. 9909— 99— 7 7 15 5. Winterfr.———— 18 18 39 6. Sommerfr.———- 12 12 26 Summa 280 50 330 1 34 1 69 ⁰ 103 1 224 Der Dungbedarf iſt p. Morgen 46,6 Ctr. Das Erzeugniß p. Morgen 37,3 Ctr. Es fehlen alſo p. Morgen 9,3 Ctr. Das größere Deficit gegen das im vorigen Beiſpiel liegt hier ohnſtreitig darin, daß dort mehr Klee angenommen iſt, hier Kartoffeln eingeſchaltet ſind, welche letztere, wenigſtens nach unſeren Erfahrungen und An⸗ nahmen, mehr Dung verlangen, mehr dem Boden entnehmen und doch nur wenig mehr Dungmaterial liefern, als der Klee. 8 §. 287. Die verbeſſerte Dreifelderwirthſchaft laͤßt ſich nach Erforderniß vielfach veraͤndern, indem man mit mehr oder weniger Gegenſtaͤnden im Anbau der Brache wechſelt und dadurch gewiſſermaßen eine Sechs⸗, Neun⸗ oder Zwoͤlffelderwirthſchaft bildet. Hat die Wirthſchaft Kraft genug, ſo koͤnnen auch verſchiedene Handelsgewaͤchſe, wie Raps, Mohn, Lein ꝛc., aufgenommen werden. Man findet z. B. auf gutem Lehmboden(gemäßigtem oder ſelbſt reichem Boden) in Würtemberg: 1) Winterfrucht; 2) Brache (im Sommerfeld) ſtark gedüngt; 3) Raps; 4) Winterfrucht; 5) Sommerfrucht; 6) Klee, halbe Düngnung vor oder nach; 7) Win⸗ terfrucht; 8) Sommerfrucht; 9) Kartoffeln, Rüben ꝛc. gedüngt. §. 288. Erlaubt ſich der Dreifelderwirth noch mehr Freiheiten, und iſt er darin durch Localverhaͤltniſſe nicht 103 Erzeui 3 Das gruin ſttreitig den eingeſchale ugen und K ntpehmen md 6t.. ift laͤßt ſ n wit mit iche wechſ deun⸗ oda haft Kui ächſe, ni gigtem v .2) Wute terfrucht, d 9;) Aw gedüngt noch vit niſe niht 1— 137— gehindert, indem er zwar alle 3 Jahre die Winterfrucht regelmaͤßig wiederkehren laͤßt, ſich aber nicht daran bindet, im Sommerfelde ausſchließlich Getreide zu banen, ſo hat er es in ſeiner Gewalt, das Verhaͤltniß zwiſchen Halm⸗ fruͤchten, Futtergewaͤchſen und Handelsgewaͤchſen ganz nach Erforderniß der Umſtaͤnde zu geſtalten, auch den einzelnen Gewaͤchſen theilweiſe einen beſſeren Standpunkt anzuweiſen, als dieß bei einer eingeſchraͤnkteren Dreifelderwirthſchaft moͤglich iſt, indem er z B. den Klee in die Winterfrucht ſaͤt, welche nach Hackfruͤchten oder reiner Brache folgt, wo⸗ durch dem Zuruͤckſchlagen der Winterfrucht nach einfaͤbri⸗ ger Beſtellung des Kleefeldes vorgebeugt wird, wie ſich dieß in noͤrdlichen oder ſonſt unguͤnſtigen Lagen leicht er— eignet;— oder indem er die Kartoffeln, wenn ein ſtarker Anbau derſelben(z. B. Behufs der Brandweinbrennerei) raͤthlich iſt, theilweiſe ungeduͤngt ins Sommerfeld nimmt, und dadurch einen zu ſtarken Duͤngeraufwand fuͤr den ausgedehnten Kartoffelbau umgeht, auch dem Zuruͤckſchla⸗ gen der Winterfrucht nach Kartoffeln, wenn ſie in großer Menge im Brachfelde gebaut werden, vorbeugt, was auf armem oder kaltem unthaͤtigem Boden oder in rauherem Clima ſonſt leicht der Fall iſt.— Der Ausfall an Som⸗ merhalmfrucht kann, ſo weit es beduͤrftig, durch Huͤlſen⸗ frucht im Brachfelde wieder ausgeglichen werden.— Auf dieſe Weiſe kann die Dreifelderwirthſchaft ſogar in die Klaſſe der ſelbſtſtaͤndigen Wirthſchaften(Abtheilung III.) erhoben werden. Beiſpiele ſolcher Fruchtfolgen ſind unter andern: a) Auf Boden, dem bedürftigen näher, als dem gemäßigten ſtehend: 1) Winterfrucht, in der Brache gut gedüngt; 2) Klee; 3) halb Klee, wovon 1 Schuitt und dann halbe Brache, halb Kartoffeln;. 4) Winterfrucht, nach Kartoffeln gedüngt 33 — 138— 5) Sommerfrucht; 3 6) Hülſenfrucht, Rüben ꝛc. gedüngt; 7) Winterfrucht; 8) Sommerfrucht; 9) Reine Brache. Sollen mehr Kartoffeln gebant werden, ſo können in 8 theils Kartoffeln und in 9 nach dieſen Erbſen folgen. b) Auf kräftigem thätigem Boden. (Bei Herrn v. Teſſin in Würtemberg.) 1) Weitzen(nach Klee); 2) Kartoffeln(im Sommerfeld); 3) Erbſen, Grünwicken, vor oder nach gedüngt; 4) Spelz; 5) Hafer; 6) Brache, ſtark gedüngt; 7) Raps(im Winterfeld); 8) Weitzen(im Sommerfeld); 9) Klee. Die Wirthſchaft hat nicht viel Wieſen, aber Schakweideberech⸗ tigung.— Die Freiheit iſt hier einmal ſogar auf Verlegung von Winterfrucht ins Sommerfeld ausgedehnt. c) Auf etwas bedürftigem Boden, dem gemäßigten noch nahe ſtehend(z. B. ſandiger Lehm). 1) Winterfrucht, gedüngt; 2) Kartoffeln; 3) Erbſen, theilweiſe auch Flachs, gedüngter Mohn ꝛc. wo es der Düngungszuſtand geſtattet; 4) Winterfrucht, gedüngt(wo nicht zu Mohn ꝛc. gedüngt worden); 5) Gerſte oder Hafer; 6) Klee, halbe Düngung; 7) Winterfrucht; 8) Sommerfrucht; 9) ganze Brache, oder Weide und halbe Brache; oder auch ſtatt der Weide Grüuwikken und darnach halbe Brache, oder, wenn ein ſtärkerer Kartoffelbau zweckmäßig, theilweiſe in dieſem Schlage noch gedüngte Kartoffeln, wornach dann die Düngung zur folgenden Winterfrucht wegfällt, wiewohl fie auch öfters noch einmal zur Hälfte wiederholt werden muß, wenn man nach Kartoffeln gute Winterfrucht haben will. in 8 th fweidehere erlegung ti emäfigten K. wh 9 gt wonen oder at rache, dde heilweiſe i ornach dan It, nieni holt neitn theben dil — 189— Eine dieſer ähnliche Fruchtfolge kommt in hieſiger Gegend auf kraftigem Boden vor, indem man in 3 größtentheils Mohn, in 9 Erbſen, Wikken, Rüben, auch noch etwas Kartoffeln baut. d) Anf kräftigem Boden in der Wetteran findet man häufig; 1) Weitzen,. 2) ½ Kartoffeln,%⅞ Gerſte, 3) ½ Erbſen, ½ Klee, 4) Roggen und Weitzen, 5) Hafer und Gerſte, 6) ½ Brache, ⅜ Kartoffeln, Runkelrüben ꝛc. ſtark gedüngt. Die Verhältniſſe der Früchte in den getheilten Feldern(2 u. 6) ſind nach den Umſtänden wandelbar; zu 4 wird nach Gutdünken und Vorrath an Dünger noch theilweiſe gedüngt.— Es wird ſtark Kar⸗ toffelbrandweinbrennerei betrieben. §. 289. Um endlich die Verhaͤltniſſe noch naͤher zu bezeichnen, unter denen die verbeſſerte Dreifelderwirthſchaft am rechten Platze ſeyn duͤrfte, ſo hat ſie aberall da ihren groͤßten Werth, wo zerſtuͤckelte Lage, Servitute oder Pacht⸗ bedingniſſe ein Abgehen von der dreifelderigen Eintheilung in der Hauptſache nicht geſtatten, und wenigſtens die Win⸗ terfrucht eingehalten werden muß. Es kann aber dieſe Fruchtfolge auch da noch ihren Platz behaupten, wo auf gutem, kleewuͤchſigem Boden, in nicht unguͤnſtiger Lage und bei einiger Wieſenzulage, der Getreidebau der Haupt⸗ productionsgegenſtand bleibt, die Viehzucht dabei aber im⸗ merhin auch einen befriedigenden Ertrag gewaͤhrt. §. 290. Je thoniger und kaͤlter der Boden, oder je kaͤlter und naſſer das Clima, um ſo mehr muß, wegen Mißrathen der Brachfruͤchte und Zuruͤckſchlagen der Win⸗ terfrucht darnach, der Anbau des Brachfeldes in der Drei⸗ felderwirthſchaft eingeſchraͤnkt werden, um ſo weniger taugt alſo eine vollkommene Durchfuͤhrung der verbeſſerten Drei⸗ felderwirthſchaft.— Auch fuͤr den uͤberthaͤtigen beduͤrftigen Boden iſt ſie wenig geeignet, weil ſie zu wenig Sicherheit für Klee oder andere einjährige Futterkraͤuter darbietet (den Spoͤrgel im feuchteren Clima ausgenommen), auch fuͤr ſolchen Boden die Sommerfrucht wenig eintraͤglich iſt, und weil ferner in dieſem Boden die Winterfrucht(der Roggen) nach der Kartoffel, welche der ſicherſte Futterge⸗ genſtand hier bleibt, haͤufig zuruͤckbleibt, theils weil die Kartoffeln die Kraft der ſpaͤrlichen Duͤngung ſchon zu ſehr erſchoͤpft haben, theils weil(im weniger guͤnſtigen Clima) die Herbſtbeſtellung ſich zu ſehr verſpaͤtet und das Land zu dieſer zu locker geworden.— Noch iſt endlich die mit Brach⸗ anbau verbundene Dreifelderwirtbſchaft, unter der Vor⸗ ausſetzung, daß ins Sommerfeld hauptſaͤchlich Getreide kommen ſoll, am unrechten Platze, wenn der Boden mit einjaͤhrigen Saamenunkraͤutern, wie Wucherblume, Hederich ꝛc., uͤberfuͤllt iſt. Iſt man wegen anderer Verhältniſſe genöthigt, auf leichtem be⸗ dürftigem Boden die Dreifelderwirthſchaft beizubehalten, ſo müſſen die Kartoffeln großentheils ins Sommerfeld genommen und Wicken, Erbſen, Buchweitzen, Spörgel ꝛc. im Brachfelde darnach gebaut wer⸗ den; ein Haupttheil der Brache muß zugleich zur Schafweide ange⸗ ſäet und benutzt und nicht eher aufgebrochen werden, als es für eine gute Beſtellung der Winterfrucht erforderlich iſt.(S.§. 258.) Hat die Dreifelderwirthſchaft auf ſolchem Boden nicht viele Wiefen, Waldſtreu und dergleichen, ſo wird es, trotz ſolcher Maaßregeln, im⸗ mer ſchlecht um ſie ſtehen.—. 3. Koöͤrnerwirthſchaften, in welche ein ſtarker Stoppelfruchtbau aufgenommen worden. §. 291. Sobald die Localverhaͤltniſſe von der Art ſind, daß verſchiedene, bald nach der Erndte in die umgepfluͤgte Getreideſtoppeln angebaute Futtergegenſtaͤnde, vor Ende des Herbſtes noch einen anſehnlichen und nicht allzu unſt⸗ cheren Ertrag abwerfen, ſo muß die theilweiſe Einſchaltung ſolcher Stoppelfruͤchte in jeder Fruchtfolge von betraͤchtli⸗ chem Vortheile ſeyn, namentlich aber bei Koͤrnerwirthſchaf⸗ ten weſentlich auf Hebung des Duͤngungszuſtandes ein⸗ wirken; eben dadurch kann aber auch bei nur geringer ſ dan), aud niglt rfrucht(n te Futag is weil w ſcon zuſtt igen Clin das Lan ie wit Vut er der Ih ich Gete der Aha ucherblan, if leichten en, ſo miſee mund Wich, H gebaut ne dafweide anhe ls es füͤr ein zſ. 28.) hi dele Wiiin aßregelu, iw n ſtarken erden. er Art ſin mgepfligt vor Erde altzu unſe nſchaltung beträchtl⸗ wirthſch andes eile r eringer — 141— Graswuchszulage ein ſtarker Koͤrnerbau dennoch gut durch⸗ gefuͤhrt werden. Die Verhältniſſe, welche den Stoppelfruchtban am meiſten be⸗ günſtigen, ſind ein mildes und doch nicht zu trocknes Clima, wie z. B. in den Rheingegenden, oder wenigſtens ein Clima, wo der Som⸗ mer zwar mehr kühl und feucht iſt, der Winter aber ſpät und nicht ſtrenge eintritt, wie in den Niederlanden; und dann ein warmer, nicht zu gebundener Boden. §. 292. Die Gewaͤchſe, welche zu dem Ende am haͤu⸗ figſten benutzt werden, ſind: Stoppelruͤben, Moͤhren(im Fruͤhjahr ſchon in die Halmfrucht eingeſaͤt), Wicken, Erb⸗ ſen, Buchweitzen, Spoͤrgel, Mais ꝛc; auch Klee, na⸗ mentlich weißer(im Fruͤhjahr eingeſaͤt), Inkarnatklee(nach der Erdte eingeſaͤt) kann dazu gewaͤhlt werden.— Dieſe Stoppelfruͤchte werden entweder abgebracht und im Stalle verfuͤttert, oder abgeweidet, oder auch als gruͤne Duͤngung untergepfluͤgt.“ Die Stoppelrüben bringt maͤn nicht gerne vor der Gerſte, weil ſte dieſer am Ertrage bedeutenden Abbruch thun. §. 293. Die Beiſpiele, wie bei der Einſchaltung der Stoppelfruͤchte zu verfahren, laſſen ſich bei jeder Art von Koͤrnerwirthſchaft leicht denken. Wird z. B. bei der Drei⸗ felderwirthſchaft nur die Haͤlfte des Winterfeldes, unter geeigneten Verhaͤltniſſen, mit Stoppelfruͤchten benutzt, in der Art, daß da, wo Hafer nachfolgt, etwa Ruben, und da wo Gerſte oder Kartoffeln nachfolgen, Wicken oder Erbſen gewaͤhlt werden, ſo wird dieß in der Futter⸗ und Duͤngerproduction einen großen Unterſchied machen, und doch bleibt die Flaͤche fuͤr den Koͤrnerbau dabei die naͤmliche. Legen wir die Berechnung vom zweiten Beiſpiel im§. 286 zu Grund, und nehmen an, daß in dem einen der beiden Winterfrucht⸗ feider als Stoppelfrucht eine Gründüngung eingeſchaltet werde und daß dieſe(nach§. 256.) im Mittel 55 Ctr. Normaldünger pr. Mor⸗ gen werth ſey, ſo beträgt die Bereicherung durch die Stoppelfrucht, womit% des Feldes angebaut wird, auf das Ganze 9,16 Ctr. Miſt — 142— pr. Morgen, alſo faſt eben ſo viel, als dorten das Defieit ohne Stoppelfrucht iſt(9,3 Ctr. pr. Morgen). §. 294. Auf aͤhnliche Weiſe kann in jeder andern Koͤrnerwirthſchaft die Stoppelfrucht eingeſchaltet werden, wobei es ſich jedoch von ſelbſt verſteht, daß die Ausdeh⸗ nung ſich nach den ſonſtigen Wirthſchaftsverhaͤltniſſen, na⸗ mentlich aber darnach richten muß, wie weit der Boden in guͤnſtigem Zuſtande fuͤr die beabſichtigte Stoppelfrucht iſt, in wie weit die Spannarbeitskraͤfte neben den Erndte⸗ arbeiten zur Beſtellung der Stoppelfruͤchte ausreichen und die Witterung dieſe beguͤnſtigt. Die Beiſpiele vieler Gegenden bezeugen ſo wohl den großen Nutzen des Stoppelfruchtbau's, ſo wie die Möglichkeit, ihn in ſehr verſchiedene Fruchtfolgen einzuſchalten. Einige ſolcher Beiſpiele mö⸗ gen hier Platz finden. a) Auf gemäßigtem leichtem Boden ohnweit Aut⸗ werpenl. 1) Kartoffeln, gedüngt; 2) Roggen, gedüngt; Stoppelrüben oder Möhren; 3) Hafer; 4) Klee; 5) Weitzen; gedüngt; Spörgel; 6) Roggen, Stoppelrüben. b) Auf etwas beſſerem Boden bei Brugges: 1) Flachs, gedüngt; Möhren; 2) Roggen, gedüngt; 3) Raps, verpflanzt; 4) Roggen, gedüngt; 5) Klee; 6) Weitzen, gedüngt; Stoppelrüben; 7) Hafer. Klee und Möhren kommen dort öfters auch in den Flachs ein⸗ geſät vor.— Wie auf dem geringen Sandboden in der niederländi⸗ ſchen Campine öfters viele Jahre hintereinander Roggen gebaut, da⸗ zwiſchen aber als Stoppelfrucht faſt immer Spörgel eingeſchoben wird, iſt ſchon§. 280. dargethan.(Ausführlicheres in Schwerz belg. Landwirthſchaft und ſeinem practiſchen Ackerbau, 3r. Bd.) eilit e er anden tt werde ie Auedi riſen W der Vah oppelſeng en Er reichen w den guit ihn in deiſpielen weit Uu ges: Slactä niederlö⸗ gebaut, A tingeſchle Schwet 84) — 143— *) In der Gegend von Bonn findet man auf leichtem Mit⸗ telboden freie Köoͤrnerwirthſchaften, wo in 8 Jahren ſechsmal Ge⸗ treide, einmal Klee und einmal Kartoffeln vorkommen und ſodann, nach 2 Winterfruchterndten, Stoppelrüben mit untergeſätem Som⸗ merrübſen, welcher zuerſt ausgezogen und verfüttert wird, ſpäter nimmt man dann die Rüben. Alle 7 bis 8 Jahre wird wegen zu ſtark wu⸗ cherndem Unkraut geſpatet. d) An der Bergſtraße und in andern Strichen der hieſigen Gegend ſind Stoppelrüben und Wicken, auch Buchweitzen, die ge⸗ wöhnlichſten Stoppelfrüchte nach dem Roggen, auch Runkelrüben kommen zuweilen vor.— Auch geben dieſe Gegenden das Beiſpiel, wie ſelbſt Handelsgewächſe als Stoppelfrüchte gebaut werden können, indem man nicht nur den Sommerrübſen zum Reif⸗ werden in die Stoppeln ſät, ſondern auch zuweilen den Tabak da⸗ hin pflanzt. e) In der Wetterau kömmt es immer mehr in Aufnahme, bei der Dreifelderwirthſchaft in einen Theil der Winterfruchtſtoppeln Erbſen zu ſäͤen, ſie im Spatherbſte umzupflügen und im andern Jahre Kartoffeln folgen zu laſſen; nebeubei ſät man auch noch Stoppelrüben. 4. Fruchtfolgen, welche weder entſchieden den Koͤrnerwirthſchaften, noch entſchieden dem Fruchtwechſel angehbren⸗ §. 295. Wenn der Landwirth jede Art von Frucht⸗ folge gehoͤrig zu wuͤrdigen verſteht und ſich von Vorliebe und Befangenheit frei zu halten weiß, ſo wird er, im Be⸗ ſitze von gemäͤßigtem, oder ſelbſt kraͤftigem oder auch ſchon etwas beduͤrftigem Boden, und bei einigem Beſitze von Wieſen oder perennirenden Futterfeldern, haͤufig ſein Ur⸗ theil dahin geſtalten, daß es zwar, zu Vermeidung des Ruͤckſchlags der Winterfrucht nach ſtarkem Hackfruchtbau, und zur groͤßeren Sicherſtellung des Kleebaus— fuͤr ihn gerathen ſey, ſeine Fruchtfolge nach der bekannten An⸗ fangsformel vieler Fruchtwechſelwirthſchaften: 1) Hackfrucht; 2) Sommergetreide;— 3) Klee— zu beginnen; daß aber die Durchfuͤhrung eines reinen Fruchtwechſels zu wenig eintraͤglich fuͤr ihn ſey, auch Mißverhaͤltniſſe zwiſchen Fut⸗ 1 — 144— ter⸗ und Stroherzeugniß herbeifuͤhre, indem es an dem letzteren mangelt. Das Nähere über das Weſen des Frnchtwechſels in der nach⸗ folgenden Abtheilung III. §. 296. Abgeſehen von den Verhaͤltniſſen, unter wel⸗ chen der Koppelwirthſchaft(Grasfelderwechſelwirthſchaft, ſ. unter III.) der Vorzug einzuraͤumen iſt, ſo wird es in dem gedachten Falle in der Regel wohlgethan ſeyn, in ei⸗ ner mehr oder weniger nach den Grundſätzen des Frucht⸗ wechſels geſtalteten Fruchtfolge dem Koͤrnerbau ein nach den beſonderen Verhaͤltniſſen naͤher beſtimmtes Uebergewicht zu belaſſen, wodurch alſo eine Vermiſchung von Frucht⸗ wechſel und Koͤrnerwirthſchaft entſteht. Die im ſtrengen Fruchtwechſel allein ihr Heil ſuchenden Land⸗ wirthe haben nur zu oft zu ihrem Schaden ſich dieſe Freiheit verſagt. Die Beiſpiele dafür geſtalten ſich auf das Mannigfaltigſte, wie die wenigen nachſtehend angeführten darthun werden. a) Schon mit einer Fünffelderwirthſchaft, mehr oder weniger ähnlich der zum§. 277. angeführten, können ſie begonnen werden, als: 1) Kartoffeln, gedüngt; theilweiſe auch Weide und darnach halbe Brache, gedüngt; 2) halb Gerſte, halb Roggen; 3) halb Klee, halb Gruüͤnwicken, etwas Erbſen, letztere Hälfte gedüngt; 4) Winterfrucht; 5) Hafer.. Eine wie zu§. 277 angeſtellte Berechnung wird ein hoch ge⸗ ringeres Deficit an Miſt darthun. b) Auf leichtem, jedoch nicht armem Boden. 1) Kartoffeln und andere Hackfrüchte, gedüngt; 2) Gerſte oder anderes Sommergetreide; 3) Klee; 4) Winterfrucht; 5) Hälſenfrucht, auch angeſäte Weide, vor und nach gedüngt; 6) Winterfrucht; 7) Hafer⸗ ſii ale d an d in der u unter we⸗ wirtzſc wird ei eyn, in des Futt u ein ua ebergenit don önt⸗ denden Lw iheit derſat faltiͤſte, n „ mehr u ſie begaum darnach fen ptere hin in doch 9 O gedünt — 145— ) Auf gemäßigtem Mittelboden köfters von mir auf Gütern, wo vorher Dreifelderwirthſchaft beſtand . ausgeführt). 1) Kartoffeln, Runkelrüben, gedrillte Bohnen, ſtark zebiugt; 2) Gerſte und Weitzen(Spelz); 3) Klee; 4) Weitzen; 5) Hafer, Erbſer; 6) Brache, z. Th. Grünwicken, gedüngt; 7) Raps; 8) Weitzen und Roggen; 9) Hafer. Werden in 1 blos Kartöͤffeln, in 2 blos Gerſte, in 6 ganz Wickenfutter genommen, und wird der Schlag 5 weggelaſſen, ſo ha⸗ ben wir den von Hoheuheim aus bekannt gewordenen achtſchlägi⸗ gen Umlauf mit%⅛ Getreide, ½ Handelsgewächſe und% Futterge⸗ wächſe, wozu noch etwa% Wieſen gehören, um ihn kräftig durch⸗ führen zu können. d) Auf gutem ſandigem Lehm hat Koppe, wie er ſagt⸗ in der Mark mit vortrefflichem Erfolge durchgeführt: 1) Kartoffeln, ſtark gedüugt; 2) Gerſte; 3) Klee; 4) Klee, ein Schnitt, dann halbe Brache; 5) Roggen; 6) Bohnen, Erbſen, gedüngt; 7) Roggen; 8) Gerſte, Hafer. 1II. Wirthſchaftsſyſteme, welche fuͤr ſich beſte⸗ hen koͤnnen. §. 297. Unter die Wirtſchaftsarten, welche keines Dung⸗ zufluſſes von Auſſen und keiner Wieſenzulage abſolut be⸗ duͤrfen, gehoͤren hauptſaͤchlich: der Fruchtwechſel, die Lu⸗ zerne⸗ und Esparſetten⸗ Umlaͤufe und die Koppelwirth⸗ ſchaft(Weidewechſelwirthſchaft). Dabei bleibt unbenommen, daß man auch eine ſolche Wirth. ſchaftsweiſe ſo geſtalten könne, daß ſie nicht mehr für ſich beſteht Pabſt Landwirthſchaft 1I. 2. 10 — — 146— 1) Der Fruchtwechſel. §. 298. Die Grundregel des eigentlichen Fruchtwech⸗ ſels iſt(ſ.§. 267) ein regelmaͤßiger Wechſel zwiſchen Halm⸗ frucht und Blatt⸗ oder Hackfrucht, oder in der Hauptſache zwiſchen Futtergewaͤchſen und Halmgetreide, mit der Zu⸗ gabe, daß ſtatt jener mitunter auch eine zum Reifwerden beſtimmte Huͤlſenfrucht, ausnahmsweiſe auch ein Handels⸗ gewaͤchs, eingeſchaltet werden kann. Die Handelsgewächſe werden im Fruchtwechſel mitunter auch zwiſchen ein Futtergewächs und eine Halmfrucht eingeſchoben, z. B. Grünwicken— Raps— Weitzen. §. 299. Der Hauptzweck des Fruchtwechſels iſt: je⸗ dem einzelnen Gewaͤchſe den moͤglichſt zutraͤglichſten Stand⸗ punkt anzuweiſen, ein Herabſinken des Feldes in kraftlo⸗ ſen, verunkrauteten oder ſonſt unguͤnſtigen Zuſtand, wie ſolches ſich bei den Koͤrnerwirthſchaften ereignen kann, zu vermeiden, vielmehr durch ſtarken Futterbau die Wirth⸗ ſchaft in einen hoͤheren Kraftzuſtand zu bringen und darin zu erhalten. 8 §. 300. Der Fruchtwechſel, welcher nicht nur in manchen Theilen von England, ſondern auch hier und da in den Niederlanden und in Deutſchland(na⸗ mentlich in den Rheingegenden, wo man in die alte Zwei⸗ felderwirthſchaft den Kartoffeln⸗ und Kleebau ꝛc. aufge⸗ nommen) mehr oder weniger rein ſchon laͤngere Zeit ge⸗ trieben worden war, wurde hauptſaͤchlich durch Thaͤr und ſeine Zeitgenoſſen in Deutſchland weiter in Aufnahme gebracht. Die Epoche, welche dadurch in Deutſchland im Betriebe der Landwirthſchaft eingetreten, bildet eine Epoche in deſſen Culturge⸗ ſchichte. Beſonders viel trugen die beiden Werke von Thär, ſeine engliſche und ſeine rationelle Landwirthſchaft, zur Ver⸗ breitung des Fruchtwechſels bei⸗ 8F. 301. Die Geſtaltungen des Fruchtwechſels ſind ſehr mannigfaltig. Die weſentlichſten Verſchiedenheiten ihtweo⸗ en Haln⸗ auptſagh der z ifwerda Handels unter au en, 5 iſt: z rStam kraftl ind, wi kann, u ie Wir aud dan t tur ü hier un nd Gw' alte Zwii d. aufße Zeit haͤr m lufnahme ttriehe di Culturze hät, ſiu „unr Le ſels ſid dengeiten werden ſich ergeben, indem wir nach der Zahl der Um⸗ laufsjahre die bemerkenswertheren Fruchtwechſelrotationen vor uns ſtellen. Erſt dann ſind wir im Stande über die Verhältniſſe, unter welchen der Fruchtwechſel beſonders empfehlenswerth, etwas im Allgemeinen zu ſagen. a) Vierfelderwirthſchaft. §. 302. In einem kleinen Theile von Norfolk wird folgender Fruchtwechſel befolgt: 1) Ruͤben, geduͤngt; 2) Gerſte; 3) Klee; % Weitzen. Durch Thär, und noch mehr durch Fellenberg, wurde dieſer Fruchtwechſel auch fuͤr Deutſchland empfoh⸗ len, indem man in den erſten Schlag hauptſaͤchlich die Kartoffeln ſtatt der Ruͤben(des Turnips) aufnahm. Es ſetzt aber dieſe Folge, in welcher der Klee alle 4 Jahre kommen ſoll, einen ſo kraͤftigen und tiefgruͤndigen Boden voraus, wie er ſich nur ſelten findet; dann aber moͤchte ſchwerlich gerade dieſe Rotation die eintraͤglichſte ſeyn, und ein Mißverhaͤltniß zwiſchen zu ſtarkem Hackfruchtbau(ſ.§. 246.) und zu geringer Strohproduction, auch ein nicht hinreichend ſicherer Standpunkt der ſaͤmmtlichen Winter⸗ frucht, wenn einmal der Klee nicht ganz gerathen, oder der Sommer ſehr trocken war und die Beſtellung des Klee⸗ landesſſehr erſchwerte— bleibt unter allen Umſtaͤnden zu tadeln. Die blinde Nachahmung dieſer, ſelbſt in England ungewöhnli⸗ chen, Fruchtfolge in Deutſchland konnte nur ungünſtige Reſultate zur Folge haben. Man bedenke nur, daß in England Rüben und Klee größtentheils auf dem Felde abgeweidet werden, und welchen großen Unterſchied es dagegen auf Arbeitsanfwand, Koſten der Aufbe⸗ wahrung und Fütterung, Strohceonſumtion ꝛc. macht, wenn ¼ Hack⸗ frucht und ½ Klee auf dem Stalle conſumirt werden ſollen. Wie man durch Theilung des erſten und dritten Schlags die 10* — 148— Sache keicht verbeſſern kann, werden wir bei der Achtfelderwirthſchaft, welche dann daraus wird, weiter unterſuchen.. In Schottland wird in kalter Lage, nach Sincelaire, jener Fruchtwechſel auch angetroffen, jedoch mit dem Unterſchied, daß im 4. Schlag hauptſächlich Hafer gebaut wird. Daß übrigens dieſe Wirthſchaftsweiſe, wenn ſle ſich ſonſt mit Vortheil durchführen ließe, wirklich für ſich beſtehen und dabei ſelbſt noch eine Bereicherung des Bodens erreicht werden könne, möge der Vergleich nachſtehender Berechnung mit den bisherigen darthun, wobei der Dungbedarf noch etwas höher, als bisher, angenommen, die Bereicherung durch den Klee nur zu 60 Ctr. und der Dünger aus trockenem Futter und Stroh nur zum Doppelten angenommen iſt⸗ —— Bedarf an Düngung Dungmaterial. Hier⸗ j————— Berei⸗ nes Sum⸗ i Boden. Getung ma Futter Stroh ma mit Entr. Entr. Entr. Entr. Ctur. Entr. 2 1. Kartoffelnz 160— 160 30 30 60 — 14 14 28 2. Gerſte.——— „ 3. Klee..— 60 60 26— 26 52 4. Winterfr.———— 20 20 40 Summa 160 60 220 1 56 34 90 180 Der Düngerbedarf iſt p. M. 40 Ctr. Das Dungerzeugniß—-— 45— Alſo Ueberſchuß p. M. 5 Ctr. b) Fuͤnffelderwirthſchaft. §. 303. Ein reiner Fruchtwechſel mit fuͤnf Schlaͤgen koͤmmt hauptſaͤchlich nur vor, wo ein ſtarker Handelsge⸗ waͤchſebau mit aufgenommen iſt, ſoll aber den Handels⸗ gewaͤchſen ¼ in der Rotation eingeraͤumt werden, ſo ſetzt dieſes ſtarken Dungzufluß von Außen voraus. Es wird deßhalb eine ſolche Fuͤnffelderwirthſchaft nnr unter beſon⸗ deren Verhaͤltniſſen empfehlenswerth ſeyn, z. B. wenn nur der kleinere und zugleich beſſere Theil des Feldes fuͤr den Handelsgewaͤchſebau ſich eignen wuͤrde, fuͤr welchen man zu dem Ende einen beſonderen Umlauf waͤhlte und ihm den auswärtigen Dungzufluß(von Wieſen, durch An⸗ ntjnn, ke, jener „diß in ſonſt ni ahei ſelt ne, nige darthan, denomme, r Dünger mmen il — Hier, aus Entr. M mit Schlaͤgen ndelsge⸗ dandele⸗ ſo ſett s wird beſon⸗ enn nut für de en mal und ihn rch An⸗ — 149— kauf ec.) ober ſelbſt einen Theil der Dungproduction von den Erzeugniſſen der uͤbrigen Felder zuwendet. Ein Beiſpiel einer ſolchen Fruchtfolge entnehmen wir aus den Niederlanden, wo man auf kräftigem, gebundenem Boden antrifft: 1) Reine Brache, ſtark gedüngt; 2) Raps; 3) Weitzen und Roggen; 4) Klee, theilweiſe auch Erbſen, gegipſt und geaſcht; 5) Hafer. Ein anderes Beiſpiel traf ich in der Pfalz auf gemäßigtem Mit⸗ telboden, jedoch nur auf einem Theile der Felder eines Gutes: 1) Taback, ſtark gedüngt; 2) Spelz; 3) Kartoffeln und Runkelrüben; 4) Gerſte; 5) Klee. Beide Rotationen haben Dungzuſchuß nöthig; wir dürften alſo, ſtreng genommen, dieſelben gar nicht hierher zählen. Zugleich liegt hierin der Beweis, daß auch der Fruchtwechſel ſo geſtaltet werden kann, daß er Dungzuſchuß erfordert, ſo wie, daß die Brache nich unbedingt aus demſelben verbannt ſeyn muß. Häufiger ſind Fünffelderwirthſchaften mit ¼ Getreide, von denen in den§.§. 277. u. 296. ſchon die Rede war, weil ſie zu den vermiſchten Koͤrner⸗ und Fruchtwechſelwirthſchaften gehoͤren.— Wer einen künf⸗ feldrigen Fruchtwechſel wählt und alle 5 Jahre Klee darin aufnimmt, möge wohl prüfen, ob ſein Feld auch ſo guter Art und der Bau deſſelben ſo ſorgfältig ſey, daß es in fünfjähriger Wiederkehr Klet tragen kann.— Wo ſich nur ein Theil des Landes zum Kleebau eignet, da wird es indeß wichtig, ihn auf das Mögliche auszudeh⸗ nen und dann dürfte wohl, jene günſtigen Verhältniße vorausgeſetzte es gewagt werden, ihn alle 5 Jahre zu bringen.(ſ.§. 238.) c) Sechsfelderwirthſchaft. §. 304. Die ſechsſchlaͤgige Eintheilung, nemlich: 1) Hackfruͤchte, geduͤngt; 2) Sommergetreide; 3) Klee; 4) Wintergetreide; 1 4 1 6 5 4 4 4 6 1 6 b — 150— 5) Huͤlſenfruͤchte, halbe Duͤngung; 6) Roggen; iſt bei der Verbreitung des Fruchtwechſels in Deutſchland eine der beliebteſten geworden, theils weil ſie ſo recht das Gepraͤge des reinen Fruchtwechſels an ſich traͤgt, theils weil ſie da, wo bisher Dreifelderwirthſchaft beſtand, leicht einzurichten war, am meiſten vielleicht, weil ſie durch die Apoſtel des Fruchtwechſels beſonders empfohlen ward. Sie paßt jedoch weder fuͤr ſchweren kalten Boden, weil hier ſo viele Hackfruͤchte nicht lohnen; noch fuͤr einen beduͤrfti⸗ gen fuͤr den Klee oder die Huͤlſenfruͤchte nicht ſicheren Boz den, weil hier außer dem Ruͤckſchlag in dieſen Fruͤchten ſelbſt, die Winterfrucht einen ſchlechten Standpunkt haben wuͤrde; endlich wird auf einem kraͤftigen Boden, zumal bei einer nicht unbedeutenden Wieſenzulage, eine einträg⸗ lichere Fruchtfolge gewaͤhlt werden koͤnnen. Dagegen iſt jene Fruchtfolge wohl geeignet, einen von Natur nicht ſchlechten, aber durch verkehrte Bewirthſchaftung auf ei⸗ nem niederen Beharrungspunkte erhaltenen Boden, zu ei⸗ nem hoͤheren Culturgrade zu bringen, beſonders wenn im Hackfruchtſchlag, ſo lange es an Duͤnger zu deſſen voͤlliger Ausduͤngung mangelt, ein Theil Brache mit Gruͤndung, im Kleeſchlag, ſo weit das Land noch nicht zu Klee im ge⸗ hoͤrigen Stande iſt, Gruͤnwicken, und im Huͤlſenfruchtchlag, zur Haͤlfte etwa, angeſaͤte Schafweide gewaͤhlt werden, und in Folge dieſer Maasregeln ein Theil des Duͤngers auch direct zur Winterfrucht, und nicht allein zu Fruͤchten verwendet wird, welche blos im Fruͤhjahre beſtellt werden, und wovon uͤberdieß ein Theil, nemlich die Huͤlſenfrucht, weniger ſicher iſt, als das Wintergetreide. Einige Wieſeuzulage bleibt bei dieſer Fruchtfolge um ſo wün⸗ ſchenswerther, je weniger man auf den Klee mit völliger Sicherheit rechnen kann.— Will man Winter; und Sommergetreide mehr ins Gleichgewicht ſetzen, ſo nehme man im 4ten Schlag zum Theile Ha⸗ eiſchland recht de t, theil und, lacht durch di ard. Sie weil hir bedürſi⸗ heren d Früchte nit hoben n, zunal eintrig agegen ſſ tur riht g auf â- en, zu d wenn in tvölige ründung ee in ge uchtchla, werden, Düͤngerz Früͤchta werder, ſjenftuh mſo wir eiterhei meht in heln hu⸗ — 151— fer oder Sommerweitzen. Wie es ſich mit dem Dungbedarf und Erzeugniß in dieſer Folge verhält, erſehen wir aus nachſtehender Berechnung. E Düngung. Dungmaterial. Hier⸗ ——--————— aus Gemäßigter Sonſt. Trock⸗ Entr. Miſt Berei⸗] Sum⸗ nes Strohh Sum⸗ Miſt Boden. eian ma Futter ma mit 22 Entr. 1 Entr. Entr. Cntr. Entr.!] Entr⸗ 2,2 —y AwR Amn e—— 1. Kartoffeln 160— d 28— 28 61 2. Gerſte.———— 14 14 31 4. Weitzen———— 18 18 39 5. Erbſen. 100—-— 100— 12 12 26 6. Roggen.———— 20 20 44 Summae 250 860 320 3 64 17 e Dungbedarf und Production ſtehen ſich bewwahe gleich, nemlich faſt 43 Ctr. p. Morg. 2 Als Beiſpiel, wie man nach Maasgabe der Umſtände auch auf andere Weiſe einen ſechsfelderigen Fruchtwechſel geſtalten könne, diene die Angabe der folgenden für ſchweren, jedoch nicht armen Thonbo⸗ den, neben einiger Wieſenzulage, ſehr angemeſſenen Rotation: 1) Brache, gedüngt; 2) Weitzen; 3) Klee;) 4) Hafer; 5) Bohnen, gedüngt; 6) Weitzen. d) Siebenfelderwirthſchaft. §. 305. Durch dis Einſchaltung von zweijaͤhrigem Klee mit halber Brache im zweiten Jahre wuͤrde ſich die in vorigem Paragraphen dargeſtellte Sechsfelderwirthſchaft in eine ſiebenfelderige verwandeln; ſie iſt dann noch weni⸗ ger angreifend und daher noch mehr zur Aufhuͤlfe geignet, indeſſen iſt der ins zweite Jahr liegen bleibende Klee oͤf⸗ ters unſicher und man hat dann ſtatt eines guten Klee⸗ ſchnitts vor der halben Brache mit einem verwilderten Lande einen ganzen Sommer zu kaͤmpfen und einen Theil der Bereicherung durch den Klee verloren; auch tritt leicht — 152— ein bedeutendes Strohdeſicit bei dieſer Folge ein, daher ſie doch nur ausnahmsweiſe zu empfehlen iſt. §. 306. Auf verſchiedene andere Weiſe laſſen ſich da⸗ gegen durch die Einſchaltung von Handelsgewaͤchſen ſie⸗ benfelderige Umlaͤufe bilden, wofuͤr folgender auf kraͤfti⸗ gem, jedoch nicht ganz gebundenem Boden als Beiſpiel dienen moͤge. 1) Gruͤnwicken, auch Brache, ſtark geduͤngt; 2) Raps; 3) Weitzen(Spelz), etwas Roggen; 4) Kartoffeln, geduͤngt; 5) Gerſte, Hafer; 6) Klee; 4 7) Weitzen(Spelz). Dieſer Fruchtwechſel wurde, neben einiger Wieſenzulage, die er bedarf, von dem Freiherrn von Ellrichshauſen auf Meiſenhel⸗ den, in der Gegend von Heilbronn, mit ſehr gutem Erfolge ein⸗ geführt und fortgeſetzt. Daß er für bedürftigen Boden nicht paßt, iſt nur für den Laien zu erwähnen nöthig. Wie aus der mehrer⸗ wähnten Sechsfelderwirthſchaft durch Anhängung eines Haferſchlags ebenfalls eine Siebenfelderwirthſchaft(jedoch nicht mehr ganz reiner Fruchtwechſel) entſteht, iſt§. 296. bereits dargethan. ) Achtfelderwirthſchaft. §. 307. Um den in§. 302. erwaͤhnten Maͤngeln des reinen Vierfelderfruchtwechſels zu begegnen, und doch die Vortheile deſſelben in der Hauptſache zu erlangen, laͤßt ſich leicht daraus ein achtfelderiger Umlauf bilden, welcher auf einem nicht ganz armen, aber im Beharrungspunkt zu tief ſtehenden Boden haͤufig anwendbar ſich erweiſen wird; man nimmt dann: 4 1) Kartoffeln, geduͤngt; 2) Gerſte; 3) Klee; 4) Winterfrucht; dher ſi u ichſen ſ uf kiſi s Jiipi lage, dih keiſenze Erfolge in nict zi der wehnn Haferſchant ganz tin Mängal und dih ngen, li a, welher ungsxunt ˖ aryiſ — 153— 5) Bohnen, Erbſen, Brache oder Schafweide mit nachfolgender halber Brache, geduͤngt; 6) Winterfrucht; 7) Gruͤnwicken; 8) Hafer, oder ſo weit die Kraft im Boden aus⸗ reicht, zum Theil noch Roggen. F Daß dieſe Rotation für ſich beſtehen kann, wird ſich aus der zu§. 302. aufgeſtellten Berechnung abnehmen laſſen. Iſt die Wirth⸗ ſchaft durch Wieſenzulage unterſtützt, ſo können im fünften Schlage theilweiſe Handelsgewächſe eingeſchaltet werden; hält man es für zu⸗ träglich, etwas mehr als% Hackfrüchte aufzunehmen, ſo können de⸗ ren ebenfalls noch im füuften Schlage aufgenommen werden, will man nach ihnen keine Winterfrucht, ſo nimmt man im ſechsten Schlag dann zum Theil Sommerfrucht und dafür im achten Winterfrucht; iſt letztere überhaupt ſicherer als Sommergetreide und Kraft genug im Boden,“o können die Schläge 6 u. 8 ganz Winterfrucht erhalten. §. 308. Außer dem eben erwaͤhnten achtfelderigen Umlaufe findet man haͤufig noch andere achtſchlaͤgige Ro⸗ tationen, auf gutem, wie auf geringem Boden, mit und ohne Handelsgewaͤchſe; ſie ſind aber meiſtens in ſo ferne keine ganz reine Fruchtwechſel mehr, als zwei Halmfruͤchte darin hinter einander vorkommen, welche man in der Ab⸗ ſicht aufnimmt, um in der Stroh⸗ und Koͤrnerproduction geſicherter zu ſeyn, was in den meiſten Verhaͤltniſſen, bei einiger Wieſenzulage gerechtfertigt iſt. Mehrere Beiſpiele hievon ſind zu§. 296. angedeutet, wie der achtfelderige Umlauf von Hohenheim: 1) Kartoffeln, gedüngt; 2) Gerſte; 3) Klee; 4) Spelz; 5) Grünwicken, ſtark gedüngt; 6) Raps; 7) Spelz; 8) Haſer— oder wie der Koppe'ſche dort angeführte, welcher entſteht, wenn dem im§. 304. angeführten ſie⸗ benfelderigen Fruchtwechſel mit zweijährigem Klee ein achter Som⸗ merfruchtſchlag angehängt wird. Als weiteres Beiſpiel führe ich den auf meiner erſt dieſes Jahr angetretenen Wirthſchaft zu Kranichſtein eingeführten achtſchlägi⸗ gen Umlauf, in Verbindung mit einer Düngerberechnung noch hier au⸗ wie wohl er ſtreng genommen auch kein ganz reiner Fruchtwechſel mehr iſt. 8 — 154— Größtenth. be⸗ Bedarf an Dünger Product. an Dungmat. Hier⸗ dürftiger, thäti⸗— eans Frroc.) aus ger Bod.(lehmi⸗ Miſt Senſt Sau⸗ Trec“ Stroh Sum⸗ Entr. geréSandu. Sand cherung Futter Miſt etweis kalkhltg.) Entr. Entr.⸗ Entr. Entr. Entr. Entr. mit 22. 1. Kartof., Run⸗ kelrüb. Brachr. 140- 140 25 25 55 2. h. Gerſte, Hirſe————. 6 halb Roggen———- 74/20 13 2 30 3. h. Mäheklee,— 30 30 9 15 33 h. Kleeweide.— 30 60 6— 4. Noggen. 60— 60— 15 15 33 daun. Gründg.—. 50 50———— 5. Kartoffeln——— 21- 21 46 6. halb Erbſen, h. Grünw. ꝛc.*——— 8 5 13 28 7. Noggen 120—-— 120— 15 15 33 8. Hafer, Buch⸗ éäéSumma 320 110 l 440 69 58 ½] 127 ⁄½ 280 weitzen———— 10 10 22 Man könnte bei dieſer Fruchtfolge tadeln, daß nicht der gerin⸗ gere von dem beſſeren Boden getrennt und für jenen eine förmliche Weidewechſelwirthſchaft angenommen iſt; die Qualitäͤten des Bodens wechſeln aber ſo ſehr, daß die Abſicht einem jeden Schlage vom beſſeren und vom ſchlechteren Boden zuzuweiſen, ſich leichter realiſi⸗ ren ließ, als eine Treunung des Feldes in 2 Rotationen; daß aber in den Umlauf überhaupt nicht mehr Schafweide aufgenommen, findet ſeine Rechtfertigung, weil Alles angewendet werden muß, ei⸗ nen zahlreichen Kuhſtand zum directen Verkauf der Milch zu gutem Preiße zu unterhalten, wodurch hier das Futter ſich höher, als durch Schafe verwerthet. Die Sommerſtallfütterung wird noch durch Lu⸗ zerneanlagen und die Winterfütterung durch ⅛ Wieſenzulage unter⸗ ſtützt. Die Hauptſtütze der Fütterung iſt eine Kartoffelbrandwein⸗ brennerei, welche 8— 9 Monate betrieben wird. Solche, ſo wie der deßhalb angenommene ſtarke Kartoffelbau, iſt wiederum dadurch ge⸗ rechtfertigt, daß die Kartoffel die einträglichſte und ſicherſte Frucht dieſes Bodens iſt. Um aber den neben dieſer als Hauptfrucht daſtehenden Rog⸗ gen und die fo wichtige Strohproduction nicht hintenan zu ſetzen und die Düngung zweckmäßig zu vertheilen, ſo iſt die Hälfte der Dün⸗ gung für den Roggen und der zweite Kartoffelſchlag in zweiter Tracht angenonnmen, welcher jedoch durch die hier an der paſſenden Stelle eingeſcho bene Gründüngung unterſtützt wird. Auf dem gerin⸗ 63[5 15 3 —,— 1nl icht der wu eine finit en des Bh Schlau n leichter ind vtationen; u aufgenomne rden miß,” Nilch u gin zher, als ut och durh b nzulage un ffelbrundei⸗ he, ſo ni m dadurd de Fruchriſt tehenden zu ſeten u ite der dir g in ſweir der yiſet ij d gr ? M— 455— gereu Sand iſt Roggen nach Kartoffeln ſicherer, als Gerſte, daher im Schlag 2 halb Roggen nach Hackfrüchten.— Der Dungbedarf berechnet ſich auf 40 Ctr. p. Morg., das Erzeugniß auf 35 Ctr.; das Deficit von 5 Ctr. p. Morg⸗ wird durch die Wieſen, Luzerne, den Pferch ꝛc. gedeckt, und mit der Zeit hoffe ich durch einen intelligen⸗ ten Betrieb auch noch dahin zu gelangen, in Schlag 4 etwas Raps, in das nach dem erſten Kleehieb umgebrochene gut bearbeitete und etwas gedüngte Land beſtellt, und in Schlag 6 einen Theil Mohn, Mais und Phaſeolen(gedüngt) bauen zu können, während für den Anfang der Buchweitzen⸗ und Mengfutterbau, ſo wie die Weide eine größere Ausdehnung erhalten, Kartoffeln, Klee, Gerſte⸗ und Haferbau einiger Einſchränkung unterliegen werden und überdieß Dünger und Stroh zugekauft werden müſſen.—„Die Umſtände beſtimmen die Fruchtfolge“ ſagt Schwerz. f) Neun⸗ und mehrfelderige Fruchtwechſel. §. 309. Wenn man(abgeſehen von der Aufnahme von Luzerne, Esparſette oder mehrjaͤhriger Gras⸗ oder anderer Weide in die Rotation) den Fruchtumlauf in 9 oder noch mehr Schlaͤge eintheilt, geſchieht es meiſtens, weil man einem oder mehreren der in denſelben aufzuneh⸗ menden Grwaͤchſe keine groͤßere Ausdehnung, als auf ½, 1⁄10 ꝛc. der Ackerflaͤche geben darf oder will. Gewoͤhnlich ſind es Handelsgewaͤchſe, wie Raps, Lein, Mohn, Ta⸗ back, Krapp ꝛc.— zuweilen auch die Wurzelgewaͤchſe, welche dazu beſtimmen. Zugleich beabſichtigt man meiſtens dabei, den Getreidebau etwas uͤber die Haͤlfte auszudeh⸗ nen, daher mehrere Halmgetreidearten hintereinander auf⸗ genommen werden. Die meiſten dieſer vielſchlägigen Rotationen gehören deßhalb in die vorhin abgehandelten Wirthſchaftsweiſen(§. 295. u. f.), welche weder entſchiedene Fruchtwechſel, noch entſchiedene Körnerwirthſchaf⸗ ten ſind.— Eine neunſchlägige Rotation der Art iſt z. B. zu §. 296.(unter c) angeführt. Wird der Klee in dieſer Folge zwei Jahre belaſſen, oder wird die daſelbſt(unter a) angedeutete Thei⸗ lung der Schläge 1 und 3 von der Fünffelderwirthſchaft durchs b — 156— Ganze durchgeführt, ſo bildet ſich in beiden Faͤllen eine zehnſchlä⸗ gige Rotation u. ſ. f. §. 310. Ohne daß das Beduͤrfniß binlaͤnglich gerecht⸗ fertigt iſt, ſoll man, beſonders bei nicht ſehr ausgedehnten Ackerflaͤchen, die Zahl der Schlaͤge einer Rotation nicht zu ſehr vergroͤßern, weil die Ueberſicht dadurch erſchwert iſt, und es auch zu lange dauert, bis man das Reſultat eines einmaligen Umlaufs der Rotation auf allen Feldern erlebt. Lieber beſtimme man fuͤr einen Schlag eine jewei⸗ lige Theilung, wie zwiſchen Lein oder Mohn und Erb⸗ ſen nach Kartoffeln ꝛc. Mitunter beſtimmt auch die zerſtückelte Lage zwiſchen Dreifel⸗ derwirthen, daß mon, um gut einzutheilen, zwtſchen 9 oder 12 Schlä⸗ gen wählen miß(§. 287.), oder die ſonſtige Lage der einzelnen Aek⸗ ker und ihr Größenverhältniß bringt es mit ſich, daß man ſich au eine gewiſſe Anzahl von Schlägen halten muß. Werth des Fruchtwechſels im Allgemeinen. §. 311. Wenn wir von den ſeltenen Fruchtwechſel⸗ umlaͤufen abſehen, worin ſo viel Handelsgewaͤchſe aufge⸗ nommen ſind, daß ſie noch eines bedeutenden Dungzu⸗ fluſſes von Auſſen beduͤrfen, ſo liegt es in dem Weſen des Fruchtwechſels(ſ.§. 299.) einen ſtarken Futterbau, auf Stall⸗ fuͤtterung baſirt, herzuſtellen. Es iſt alſo fuͤr dieſe Wirth⸗ ſchaftsweiſe, um nicht am unrechten Platze zu ſeyn, vor allen Dingen Erforderniß, daß der Boden fuͤr den Gruͤn⸗ futterbau eine gewiſſe Sicherheit darbiete, und daß man das verhaͤltnißmaͤßig beduͤrftige Viehfutter nicht ſchon groͤß⸗ tentheils mittelſt beſtaͤndigen Graslandes beſitze. Daß einige Zulage von Wieſen bei jeder Art von Fruchtwechſel ſtets wünſchenswerth bleibe, iſt damit nicht in Abrede geſtellt, und eben ſo wenig gemeint, daß man in den Fruchtwechſel gar keine Weide oder Brache einſchalten dürfe. §. 312. Es iſt ferner zur Erzielung eines guten Er⸗ folges vorauszuſetzen, daß die groͤßeren dem Futterbau ge⸗ widmeten Flaͤchen, ſo wie der dafuͤr und insbeſondere fuͤr deheſäte lih zan nsgedehnn tation t eiſher as Riüt len fehn eine ſwh n und ch ſſcen dih der uc einzetnale nun ſh neinen ruchtweiſ üchſe ui en Dung Weſen e auf t dieſe Vit ſeyn, n den Eth daß mm ſchon gih Fruchtnet geſtelt, u el gut kir guten 1 tterbau ge⸗ nnoere il — 157— den Hackfruchtbau und die Vergroͤßerung des Betriebsca⸗ pitals uͤberhaupt zu machende Aufwand, durch einen ver⸗ haͤltnißmaͤßigen Ertrag aus der Viehzucht wieder belohnt werden; ſo wie vorauszuſetzen bleibt, daß es an dem zu Vermehrung des Viehſtandes, fuͤr groͤßere Arbeitsvorlage ꝛc. weiter noͤthigen Betriebscapitale und an den beduͤrftigen mehreren Arbeitskraͤften nicht mangele. §. 313. Nach Erwaͤgung dieſer Andeutungen wird ſich ergeben, daß unter gar manchen Verhaͤltniſſen der Fruchtwechſel nicht an ſeinem Platze ſey, wie namentlich bei einem rauhen, kalten oder naſſen Clima, einem ſehr be⸗ duͤrftigen kalten, oder entgegengeſetzt einem ſehr beduͤrfti⸗ gen, uͤberthaͤtigen Boden, bei ſtarker Zulage natuͤrlichen Graswuchſes, unter Vorausſetzung, daß ſolcher nicht vor⸗ theilhafter in Aufbruch genommen wird, bei Mangel an Betriebscapital oder Arbeitskraͤften, geringen Producten⸗ preißen und ſehr ausgedehnten Groͤßen der Guͤter. Daß auch Servituten, Zerſtückelung ꝛc. die freie Bewirthſchaf⸗ tung nicht hemmen dürfen, verſteht ſich von ſelbſt, wenn von Einfüh⸗ rung eines Fruchtwechſels die Rede ſeyn ſoll. §. 314. Dagegen kann aber auch ein nach Maasgabe der Umſtaͤnde gluͤcklich gewaͤhlter und mit Geſchicklichkeit durchgefuͤhrter Fruchtwechſel das Mittel abgeben, den Bo⸗ denreichthum(Beharrungspunkt) einer Wirthſchaft ſchnell zu heben und einen bedeutend groͤßeren Reinertrag zu ſichern. §. 315. Sehr haͤufig eignet ſich der Fruchtwechſel fuͤr den naͤheren und beſſeren Theil der Felder eines ge⸗ ſchloſſenen groͤßeren Gutes, waͤhrend man fuͤr den entfern⸗ teren und geringeren Boden eine andere, weniger intenſive Fruchtfolge waͤhlt. Dabei bleibt ſtets vorausgeſetzt, daß pedantiſches Kleben am Syſteme an ſich nichts einträgt, daß es alſo des Syſtems wegen kein Bedenken erſordert, ſondern nur nach den Umſtänden ermeſſen 1 — 158— werden muß, ob es utzlicher iſt, dem Fruchtwechſel in ſeiner ganzen Reinheit zu huldigen, oder ſolche durch ein paar hintereinander fol⸗ gende Halmfrüchte ein wenig zu trüben.(ſ.§. 296.) Im Allgemeinen darf man wohl bei dem Fruchtwechſel dem Anfänger zurufen, das Stroh nicht über das Futter zu vergeſſen. 2. Luzerne⸗ und Esparſett⸗Rotationen. §. 316. So bald die Wirthſchaftsverhaͤltniſſe von der Art ſind, daß Stallfuͤtterung getrieben werden kann und ſoll; ſo muß das dazu beduͤrftige Futtererzeugniß zum Theil in Futterkraͤutern beſtehen. Außer dem ge⸗ woͤhnlichen Klee ſind zu dem Ende die perennirenden Fut⸗ terkraͤuter, namentlich die Luzerne und Esparſette, vorzuͤg⸗ lich geeignet. Da ſie aber das Feld eine Reihe von Jah⸗ ren einnehmen und in einem ſehr bereicherten Zuſtande hin⸗ terlaſſen, ſo veranlaßt ihre Aufnahme in die Fruchtfolge eine eigene Geſtaltung der letzteren. In gewiſſen Verhältniſſen dürften auch Gräſer, z. B. das ita⸗ lieniſche Raigras, zu den perennirenden, zum Mähen beſtimmten Futterkräütern zu zählen ſeyn; von der Einſchaltung der Grasnie⸗ derlegung, in der Regel zur Weide, ſprechen wir weiterhin(un⸗ ter 3). §. 317. Durch die Einſchaltung dieſer perennirenden Futterkraͤuter erhaͤlt die Wirthſchaft eine Stuͤtze, welche ihr der rothe Klee allein nicht gewaͤhren kann und welche um ſo wichtiger wird, je weniger jener ſicher und eintraͤg⸗ lich iſt und je mehr natuͤrliche Wieſen abgehen. Alle Stallfütterungswirthe ſollten darnm dahin ſtreben, wenig⸗ ſtens auf einzelnen aus gewaͤhlten Feldern eins von dieſen Futterkräu⸗ tern zu bauen, ſo bald irgend ein Theil ihres Feldes dazu ſich eignet. 1 §. 318. Ob es raͤthlicher ſey, eine Luzerne⸗ oder Es⸗ parſette⸗Rotation auf das ganze Feldareale oder doch den groͤßten Theil deſſelben auszudehnen, oder ſie nur auf einen kleineren Theil deſſelben zu beſchraͤnken, haͤngt von den beſonderen Verhaͤltniſſen ab. In der Regel wird eine enen dang einnderie Algenemn darafen, g tionen, ltriſe t verden i teterzegi ſer da rendan p ätte, u he von c uſtandeſ Frudhtin z. B. Md el beſiiren der Gutti deiterin(o erennirnie itze, nit und vi ind einnn teben, ka n Futtettü⸗ des daun ſ 2, dderb oder d ſe nur q hingt in vind in — 159— Ausdehnung auf das ganze Feld, oder den H aupttheil deſſelben, rathſam, wenn unter den ſchon angedeuteten all⸗ gemeinen Vorausſetzungen daſſelbe durchgaͤngig zund vor⸗ zugsweiſe fuͤr eines dieſer Fntterkraͤuter geeign et iſt und ſonſt keine Hinderniſſe für die Einfuͤhrung ein er ſolchen Rotation vorliegen. Die Beſchraͤnkung auf einen kleineren Theil iſt vorzuziehen, wenn man nur gewiſſe(Felder hat, welche ſich dazu eignen, oder wenn ſich eine v ielſchlaͤgige Eintheilung, wie ſie immer hier nothwendig iſt, nicht wohl machen laͤßt, oder wenn der rothe Klee auf den groͤßeren Theile des Feldes befriedigend lohnt, auch ſchon eine nicht unbetraͤchtliche Wieſenzulage zur Wirthſchaft gehoͤert u. ſ. w. Wird der Luzerne⸗ oder Esparſettenbau nur auf: beſonderen Feldern getrieben, ſo hraucht keine Eintheilung in eir ie beſtimmte Anzahl von Schlägen gemacht zu werden. Man muß aber Sorge tragen, daß man nür die Hälfte von dem geeigneten Felde mit dem fraglichen Futterkraut anſät und die andere Hälfte erſt dann, wenu die erſte aufhört ergiebig zu ſeyn und deßhalb aufgebr ochen werden muß, wo dann die andere Hälfte niedergelegt wird u. ſ. f.. §. 319. Die Geſtaltung dieſer Rotationen: kann uͤbri⸗ gens ſehr mannigfaltig ſeyn. Sie koͤnnen, al'geſehen von der Zahl der Jahre zur Niederlegung mit Luzzerne⸗ oder Esparſette, ſich mehr dem Fruchtwechſel odeer mehr der Koͤrnerwirthſchaft naͤhern, oder aus beiden connponirt ſeyn. Letzteres, ſo wie die Aufnahme von Handelsgewaͤchſen, iſt auf einigermaßen gutem Boden meiſtens das eintraͤglichſte und durch die ſtarke Kraftaufnahme des Feldeis, theils in Folge der reichlichen Futterproduction, theils in Folge der mehrjaͤhrigen Niederlegung mit Futterkraͤutern an und fuͤr ſich, gerechtfertigt. Faſt immer wird jedoch, die Lu⸗ zerne⸗ und Esparſetten⸗ Jahre eingerechnet, un Ganzen eher uͤber als unter der Haͤlfte des Feldes Futt er und der uͤbrige Theil Getreide und Handelsgewaͤchſe tragens auch muß ſtets darauf gedacht werden, vor 6, beſſer vor 8 Jahren, die 1 5* — 160— Luzerne oder Esparſette nicht wiederkehren zu laſſen, wo⸗ durch, die Jahre der Niederlegung eingerechnet, immer eine große: Zahl von Schlaͤgen entſteht. a) Luzerne⸗Rotationen. §. 320). Wir finden Luzerne⸗Rotationen, oder wenig⸗ ſtens den Anbau der Luzerne auf beſonderen Feldern, ſo wohl auf reichem, wie auf Mittel⸗ und ſelbſt von Natur beduͤrftigen Boden. Auf letzterem, entweder magerer Kalk⸗ oder Mergulboden, oder kalkkieſiger, kalkſteiniger oder ſonſt ſteingerölli ger Boden, oder ein etwas, wenn auch nur we⸗ nig, kalkhealtiger, tiefgruͤndiger Sandboden, iſt die Auf⸗ nahme dieſes Futterkrauts von unberechenbarem Vortheil. Beiſpiele hievon finden wir in der Pfalz, in der Sandgegend von der Ber gſtraße gegen den Main, wo der Anbau der Luzerne an manchen Ort en den Bodenwerth auf das drei⸗ und vierfache erhöht hat.— Das Specielle über den Boden und die erforderliche Zube⸗ reitung deſſelben für die Luzerne in der Lehre vom Pflanzenbau. §. 3241. In den meiſten Geganden, wo die Luzerne gebaut wird), beſonders wenn es nur auf Nebenfeldern geſchieht, heͤlt man keine ganz beſtimmte Rotation und Zahl der Jeihre fuͤr die Niederlegung ein. Es iſt indeſſen bei den vorausgehenden Fruͤchten um ſo mehr darauf zu ſehen, daß die Luzerne in reines und von der letzten Duͤn⸗ gung her noch in Kraft ſtehendes Land komme, je beduͤrf⸗ tiger der Boden von Natur iſt, ſo wie, daß man dien. Lu⸗ zerne alsbalb zum Aufbruch beſtimme, wenn ſie anfaͤngt, ſtark nachzulaſſen und Gras an ihrer Stelle ſich einfindet. Die Zahl der Luzernejahre iſt, je nachdem ſie kuͤrzer oder länger dauert, zwiſchen 4 und 8 Jahren; nur ſſelten iſt es raͤthlich, eine laͤngere Dauer zu beſtimmen. Nach dem Aufbruche der Luzerne waͤhlt man in einem der erſten Jahre Hackfrucht oder Brache zur Reinigung des Landes; bei beſſerem Boden koͤnnen drei, bei geringerem zwei ſen„be , inma der wen heldern, von Na geter gal oder ſen ch vurw t die d n Vortzl Sandhegh r Luenet rfache alit erliche di anzendan die kuhen ebenfeddm tation u it indeſe darauf tzten dir je balh an diegel earfirg einfne ürzer dd ſelten i Nath dar der erſe 3 Landes in zwii — 161— Erndten angreifender Gewaͤchſe ohne Duͤngung nach dem Aufbruche genommen werden. Folgende Ueberſichten mögen als Beiſpiel dienen, wie man Lu⸗ zernerotationen geſtalten, und wie ſehr die Aufnahme der Luzerne eine Wirthſchaft kräftigen und ſelbſtſtändig machen kann. Erſtes Beiſpiel. Auf reichem Zu gebende Düngung Dungmaterial dier⸗ ————— auis Boden in der Sonſt. Sum. ock⸗ Sum⸗ CEntr. ar Miſt Wurig ma Neker Stroh V ma Dunger alz.„.——„ 3 3 mit 2,2 Pfalz(Entr.(Entr. Entr. Entr. Entr. Entr. 1. Brache, 8 ſtark gedüngt 250 40 290————— . Rays.———— 12 12 26 3. Roggen.———— 25 25 55 4. Weißen.——— 8 20 44 6.—11. Luzerne 6 Jahre, 2 12N3 Pfaht 100 140 240 150-— 150 330 ap.———— 12 12 26 13. Weitzen———— 22 22 48 14. Gerſte——— 1 14 14 30 Summa. 35⁰ hs 2e 1 117 267 585 Möge man an der Folge der Gegenſtände und an der Berech⸗ nung(wonach der Düngerbedarf p. Morg. 25 Ctr., das Erzeugniß aber 42 Ctr.) bekritteln, was man wolle, immer wird ein außeror⸗ dentlicher Kraftüberſchuß daraus abzunehmen ſeyn, nebendem, daß dem Boden nicht wenig zugemuthet wird. Der Raps kann nach der Luzerne nur folgen, wenn dieſe(wie es dort geſchieht) ungeſpate oder doppelgepflügt, und der Raps verpflanzt wird. Pabſt Landwirthſchaft I. 2. 41 — 162— Zweites Beiſpiel. — Zu gebende Duͦ D 95 u gebende Dungung ungmaterial Hier⸗ Aunf kalkhalti⸗—— 9— aus Mi Sonſt. ſTrock⸗ Cntr. gem Mittelbod.] Miſt Tonſt Sum⸗ nes Stroh]/ Sum⸗Dünger in der Pfalz. cherung ma Futter ma mit Entr. Entr. Entr. Entr. 1 Cutr. Entr. 2. 1. Brache. 180 40 220———— 2. Raps.———— 10 10 20 3. Roggen.———— 22 22 44 4. Kartoffeln 100— 100 25— 25 50 5. Gerſte.———— 14 14 28 6— 10. Luzer⸗. ne, zweimal gepfuhlt. 80 140 220 100— 100 200 11. Kartoffeln, od. Runkelrüb.— 30— 30 60 13. Hafer.— 12. Roggen 18 18 36 —— 12 12 24 Summ̃a 360 180 5430 5sß e i 62 Weil es ein mehr gewöhnkicher Boden, und hier der Luzerne die für gewöhnlich nöthige Vorbereitung zu Theil wird; ſo iſt dieſe Fruchtfolge wohl mehr zum Muſter, als wie die vorherige zu empfeb⸗ len. Die Wirthſchaft treibt Brandweinbrennerei, wodurch der ſtarke 1 1 11 Kartoffelbau gerechtfertigt iſt; übrigens würde ſie an Stroh Mangel 8 leiden, wenn ein ganzes Gut dieſe Fruchtfolge hätte, deßhalb iſt der Dünger auch nur mit 2 berechnet. Die Luzerne wird ſchon im Herbſt vor dem Jahr 11 aufgebrochen und kann daher bis zum Kar⸗ toffellegen das Land im Stand ſeyn. Die Reſultate in Bezug auf Düngerbedarf(p. Morg. 27, 7 Ctr.) und Erzeugniß(p. Morg. 35,5 Ctr.) ſind uͤbrigens in der Hauptſache denen des vorigen Beiſpiels entſprechend. Drittes Beiſpiel. , ugebende Düngun ungmatri ier⸗ Bedatioen 3 nn Hler andiger Boden Berrie Sum⸗ LTrock. Sum⸗ Entr wbieſtger Miſt ſchektihaſ ma zneeer Stroh, maMiſt 1 Entr. Entr. Entr. CEntr. Entr. Cntr. mit 2 1. Kartoffeln( 180— 180 24- 24 48 2. HirſeGerſte, oder Roggen———— 15 1. 15 30 3.— 7. Luzerne 2mal gepfuhltz 80 120 200 90— 90 180 - I= Io 6 30 8. Spelz.—— —. ,·1 11 4 Tä der Lmen ſo iſ di zu ewwit⸗ h der tet⸗ roh Man halb iſt i d ſchon m s zun u Bezug uü Morg. en Beiſiil — 163— — 6 Bdhen Zu gebende Dünaung. Dungmaterial. Hier⸗ U 1 er——— 5 (Bednnfaeden Sonſt. Troe em diger A Miſt„Berei⸗ Sum⸗ nes Stroh Sum. ntr. in hieſiger cherung ma Futter. ma Miſt egend.— 8 IEgntr.] Entr. Entr. UEntr. Entr. Entr. untt 2. euntt. Entr. 9. Kartoffeln——— 24— 24 48 16. Mohn 140— 140 1——=—— 11. Roggen.———— 15 15 30 12. Hafer, Wicken oder. Buchweitzen 1— V——— 10 10 20 ———-—— Summa 400 120 1 520 l 138 l 55 1193 388 Der Düngerbedarf berechnet ſich hier p. Morg. zu 33, 3 Ctr., das Erzeugniß ohngefähr eben ſo hoch, und wird eine ſolche Wirth⸗ ſchaft ſehr gut für ſich ſelbſt beſtehen, wenn in 10 zum Theil Erbſen werden. b) Esparſett⸗Rotationen. §. 322. Die Esparſette iſt bekanntlich auf einem ma⸗. geren Kalk⸗ oder Kalkkiesboden oder bei nahe liegendem ſteingeroͤlligem, grobkieſigem Untergrunde die Futterpflanze, welche hier allein noch mit Sicherheit gedeiht und daher fuͤr ſolchen Boden von unſchaͤtzbarem Werthe; ſie kann aber auch auf einem beſſeren Boden, wie kalkhaltiger Lehm, oder mergelicher nicht naſſer Thon, noch mit Vor⸗ theil in die Fruchtfolge aufgenommen werden, weil ſie den Vorzug beſitzt, daß ſie im Vergleich zur Luzerne ein weni⸗ ger kraͤftiges Land anſpricht, und daß ſie gleich in den er⸗ ſten Jahren ihren vollen Ertrag liefert und deßhalb nach 3 Jahren ſchon wieder aufgebrochen werden kann, wo⸗ durch es eher geſtattet iſt, ſie durchgaͤngig in die Fruchtfolge aufzunehmen, als die Luzerne, welche meiſtens erſt im 3. Jahre und in den folgenden in vollem Ertrage ſteht, und daher laͤngere Jahre liegen bleiben muß. Uebrigens dauert die Esparſette in einem für ſich recht geeigne⸗ ten Boden auch ihre 6— 10 Jahre. Daß es vortheilhaft ſey, die Esparſette auch auf beſſerem Boden aufzunehmen, köoͤnnen wir in der 11 4 und Grünwicken und nur zur Hälfte Mohn(auch Lein) genommen —— 164— Pfalz und im Deſſau'ſchen ſehen; wo übrigens der Boden vollkom⸗— men für Luzerne geeignet, wird dieſe, wegen ihres größeren Ertrags, den Vorzug behaupten. In der Pfalz hat man auch angefangen, beide untereinander auzuſäen und lobt den Erfolg. §. 323. In wie ferne es geeignet ſey, die Esparſette nur fuͤr einen Theil des Feldes oder fuͤrs Ganze aufzu⸗ nehmen, geht aus den in§. 321 fuͤr die Luzerne angefuͤhr⸗ ten Gruͤnden mit Beruͤckſichtigung des im vorigen Para⸗ graphen Geſagten hervor. Die Dauer der Jahre der Nie⸗ derlegung iſt kürzer, wenn die Esparſette in die ganze Fruchtfolge aufgenommen wird oder wenn ſie in dem ge⸗ gebenen Boden uͤberhaupt nur kurze Dauer hat, und be⸗ traͤgt dann gewoͤhnlich nur 3, ja zuweilen nur 2 Jahre — ihre Dauer iſt laͤnger, wenn man ſie nur auf Außen⸗ feldern baut, wo es meiſtens erwuͤnſcht iſt, ihre Niederle⸗ gung ſo ſehr zu verlaͤngern, als es Boden und Lage nur geſtatten. 3 §. 324. Daß anch bei der Einſchaltung der Espar⸗ ſette die Fruchtfolge ſehr verſchiedenartig geſtaltet werden koͤnne, iſt ſchon§. 319 bemerkt. Wir beſchraͤnken uns dar⸗ auf, aus der Pfalz, welche ihre geſtiegene Cultur zum großen Theile dieſer Futterpflanze verdankt, einige Bei⸗ ſpiele zu wäͤhlen, wobei zu bemerken, daß dort im Allge⸗ meinen der Grundſatz gilt, auf dem beſſeren Boden den Raps mit aufzunehmen, und nach dieſem noch drei Ernd⸗ ten zehrender Fruͤchte zu nehmen, dann die Esparſette fol⸗ gen zu laſſen, und dann wieder drei Erndten angreifender Gewaͤchſe; auf etwas geringerem Boden, oder bei Mangel an Kraft, bleibt der Raps weg und die geduͤngte Brache wird zum Roggen gegeben; auf noch geringerem Boden fällt wohl noch eine Erndte Halmfrucht oder Kartoffeln aus, oder es wird eine Brache mehr eingeſchaltet. Auf dieſe Weiſe geſtaltet ſich dorten der Umlauf zum geringſten in 9 und zum hchſten in 12 Felder; die Esparſette liegt gewöhnlich ——— dülkhm L ageftnga Eäparen ze aufm angeflhe gen Paue eder ſi⸗ die ganr n den „und h r 2 Jöi uf Außu Niedenb kagem er Eöprr et werden uns dau ultur zu/ nige di im Alle ſoden dar rei End rſette ſi⸗ greifender ei Manyi te Bract em Boden Karnfeͤn t. geringlen genihudch — 165— drei, zuweilen nur zwei, ſelten vier Jahre; folgende Beiſpiele moͤ⸗ Erſtes Beiſpiel. gen dieß erläutern. ‿‿ 1 85 „ be üngung. Dungmaterial. Hier⸗ Kalkhaltiger Zu gebende Düngung..—(u5, mir SonffſSam. ios, ſetrod Sum.] Mir ma tt mit Mittelbaden Entr werng Entr. utrer Entr. Entr. 2. 1. Brache 2410 40 280 ⁰ 1 L„ 2. Raps.———— 12 12 24 3. Roggen.———— 25 25 50 4. khells Weit tzen, theils Raeroſtein 12 10 22 44 5. Gerſte.———— 12 12 24 6. 7. 8. Espar⸗— 1 ſette, einmal. Pfuhi.. 650 140 190 54— 54 108 10. Kartoffeln/— 40 auch Runkel⸗ rüben, dieſe 1 19 geyfußt— 25— 25 24— 24 48 Summ— 315 180 495 990 l 91 181 362 Zweites Beiſpiel: 1) Brache, etwas ſchwächer, als bei dem vorigen gedüngt, auch wohl etwas Rüben in dieſer Brache; 2) Roggen; 3) Weitzen oder Spelz; 4) Gerſte; 5) 6) 7) Espar⸗ ſette; 8) Spelz; 9) Kartoffeln; 10) Hafer. Die Reſultate ſind hier ziemlich die nemnlichen in Bezug auf Dungbedarf und Piodhe⸗ tion. Drittes Beiſpiel. Bedürftiger Zu gebende Düngung.“ Dungmaterial. Hier⸗ 5.————— Gus. A hochliegender Miſt ſ Sonſt. Sum⸗ Trock⸗ Stroh Sun⸗ Mier Kalkboden. Geeheig aua Fucter bma mit entr. Entr. Entr. Entr. Entr. Cngc.. 2.— 1. Brache 180 40 220———. 2. Roggen.———— 18 18 36 3. Rüben.——— 20— 20 40 4. Gerſte 1 12 ar Hafer... 10 10 20 5. 6. 7. geer—-— 100 100 42²— 42 84 8. Spelz.———— 15 1 15 30 9. Vrache.— 30 30———— 10. h 8 halb Hafer———— 13 13 26 Summa 180 170 350 62 1 56 118 ſ 236 — 166— Oder(auf bedürftigem Boden) ¹1) Brache, geduͤngt; 2) Srelz; 3) Hafer; 4) 5) 6) Esparſette; 7) Spelz; 8) Kartoffeln; 9) Hafer. Das Dungbedürfniß iſt beim erſten Beiſpiel 28, 6 Ctr. p. Morg. und das Erzeugniß 33 Ctr.— beim dritten Beiſpiel iſt der Bedarf 18 Ctr. p. Morg. und das Erzeugniß 23,6 Ctr. Dabei iſt, weil der Miſt zur Anwendung für die Raps⸗ oder Roagenbrache zum Theil in ſtark verrottetem Zuſtande verwendet wird, das Dungerzengniß nur mit 2 berechnet.— Daß wirklich bei dieſer Wirthfchaftsweiſe ein bedeutender Dungüberſchuß erzielt werde, geht aus der Thatſache hervor, daß die Rheinpfälzer, bei faſt gänzlichem Mangel an Wie⸗ ſen, einen bedeutenden Theil ihres in der Wirthſchaft producirten Dungs für die Weinberge verwenden. ee Bemerken müſſen wir noch, daß beinahe niemals eine ſolche Fruchtfolge durch das ganze Gut gleichmäßig durchgeführt, ſondern nach den Umſtänden ab⸗ und zugethan wird. Es werden z. B. et⸗ was Runkelrüben in friſchem Dung gebant, ein Theil des Düngers wird zu Raps, ein anderer zu Roggen verwendet, mit Pfuhl wird der Winter⸗ oder Sommerfrucht nachgeholfen, auch baut man neben⸗ bei etwas rothen Klee, ſo wie Stoppelrüben u. ſ. w.— Zu tadeln dürfte bei dieſer Fruchtfolge theilweiſe ſeyn, daß das Land nur we⸗ nig Kraft noch beſitzt, wenn die Esparſette eingeſät wird. Ob dieſes oder eine nach 6 bis 7 Jahren ſtatt findende Wieder⸗ kehr, oder vielleicht beides, Urſache ſey, daß die Esparſette in der Pfalz neuerer Zeit nicht mehr ſo lohnt, als in den erſten 10 bis 20 Jahren nach ihrer Einführung, muß die Erfahrung noch ent⸗ ſcheiden. 3 4 Zuweilen wird in einen Esparſettenumlauf noch rother Klee aufgenommen, wodurch, wenn der Boden Klee trägt, die Futterpro⸗ duction, aber auch die Zahl der Umlaufsjahre, ſich vermehrt.— In gleicher Art kann auch in eine Luzernerokation der rothe Klee auf⸗ genommen ſeyn.— Häufiger kömmt es in der neueren Zeit in der Pfalz vor, daß unter die Esparſette rother Klee geſät wird, nach⸗ dem man eine Abnahme des Ertrags der erſteren gegen früher wahr⸗ geuommen und gefunden hat, daß durch die Kleeuuterſaat noch ein zweiter Schnitt erzielt wird, den die Esparſette für ſich allein ſelten darbietet; man läßt dann die Klee⸗Esparſette beſſer nur zwei Jahre liegen. ¹) 616. han. . y.Aun der Vehn ſt, weil n zun Dhel ngerzengni hicaitsrei er Thetate gel an M produeinn eine ſat urt, ſendm en z. B. 6 es Dingen Pfuhl an wan naie - Zu tdec and nur ve d. pde Witde rſette in w ſteu 10 k3 g voch ei rother A e Futter. eört.-A Klee al- Zeit in dt wird, nut⸗ rüber dahr t voch ül alein ſelun ſrei Jät Wirthſchaftsarten. — 167— 3. Koppel⸗ oder Weidewechſelwirthſchaften. §. 325. Unter dieſen Wirthſchaftsarten, welche auch noch Dreiſch⸗ oder Egarten⸗ Wirthſchaften, Feld⸗ Graswirthſchaften, genannt werden, verſtehen wir die Auf⸗ nahme von mehrjaͤhriger Weide in die Fruchtfolge, alſo eine wechſelnde Benutzung des Landes zur Weide und zum Ackerbau. Im erſten Jahre der Niederlegung wird das angeſäte Weide⸗ land häufig zu Hen gemäht. Eine theilweiſe Ernährung des Viehes auf dem Stalle, während des Sommers, kann bei dieſer Wirth⸗ ſchaftsweiſe als Ausnahme vorkommen. Die Benennung„Koppelwirthſchafte iſt von dem Wirth⸗ ſchaftsſyſteme der Holſteiner angenommen, wo die einzelnen, um⸗ pflanzten Schläge Koppeln genannt werden. §. 326. Dieſes Wirthſchaftsſyſtem biethet im Allge⸗ meinen den Vortheil dar, daß die waͤhrend der Niederle⸗ gung zur Weide im Boden ſich anſammelnde bedeutende Maſſe von Kraft ſtets wieder dem nachherigen Anbau mit Getreide zu gut koͤmmt, daß auch die wechſelnd angelegte und benutzte Weide lohnender iſt, als wenn ein Theil des Bodens beſtaͤndig dazu benutzt wird— daß der Aufwand fuͤr die Futterproduction und Pflege des Viehſtandes dabei geringer, als bei der Stallfuͤtterung iſt, und daß uͤber⸗ haupt ein geringeres Betriebscapital, als bei Stallfuͤtter⸗ ungswirthſchaften erforderlich iſt; endlich daß auf den geringeren Bodenarten oder in unguͤnſtiger Lage die Weide⸗ niederlegung eine groͤßere Sicherheit fuͤr die Futterpro⸗ duction darbietet, als der kuͤnſtliche Futterbau.— Dagegen erfordert dieſe Bewirthſchaftungsweiſe in den meiſten Faͤl⸗ len eine groͤße Flaͤche fuͤr die Ernaͤhrung drs Viehſtandes und erzeugt in der Regel etnen geringeren Rohertrag, als die bisher abgehandelten mehr intenſiv zu betreibenden 8 — 168— §. 327. Es eignen ſich, bei Beruͤckſichtigung jenes Sachverhaltens, die Weidewechſelwirthſchaften zunaͤchſt fuͤr Gebuͤrgsgegenden, wo die Viehzucht mehr lohnt, als der Ackerbau, der Graswuchs von der Natur beguͤnſtigt, der kuͤnſtliche Futterbau unſicher iſt, und verdienen ſie hier entſchieden den Vorzug vor einer beſtaͤndigen Trennung des Acker⸗ und Weidelandes, ſobald der Boden ſeiner größeren Ausdehnung nach fuͤr den Pflug noch zugaͤnglich iſt. Auch fuͤr manche Niederungen kann daſſelbe bebauptet werden. Aber ſie eignen ſich auch vor allen andern fuͤr den beduͤrf⸗ tigen, zum kuͤnſtlichen Futterbau ſchlecht geeigneten Bo⸗ den, in jeder andern Lage, ſobald derſelbe in groͤßeren Flaͤchen zuſammenhaͤngt und keine beſonderen Hinderniſſe fuͤr die Weidewirthſchaft vorliegen. Endlich ſind ſie auch noch da am rechten Platze, wo, bei beſſerem Boden, jedoch mit nicht viel guten natuͤrlichen Wieſen, die Guͤter eine ſehr große Ausdehnung haben, die Bevoͤlkerung duͤnne, die Pro⸗ ductenpreiſe nicht hoch, der Abſatz vorzugsweiſe fuͤr die Producte der Viehzucht guͤnſtig, oder Mangel an Betriehs⸗ capital vorhanden it. Bei größeren Gütern, welche nur theilweiſe geringeren Boden haben, iſt es ſehr häufig angemeſſen, dieſen von dem übrigen abzu⸗ ſondern und eine Koppelwirthſchaft darauf zu treiben, während man für den beſſeren Boden eine intenſtvere Wirhſchaftsart, z. B. Frucht⸗ wechſel, wählt(ſ.§. 315.). Unter welchen Verhältniſſen mit Rindvieh, unter welchen mit Schafen geweidet wird, unterſuchen wir im folgenden Capitel. §. 328. Auch die Weidewechſelwirthſchaften koͤnnen auf das mannigfaltigſte geſtaltet werden, je nachdem man den dem Pfluge oder der Ruhe gewidmeten Jahren das Uebergewicht gibt, die Anbaujahre mehr wie Koͤrnerwirtb⸗ ſchaften oder mehr wie Fruchtwechſel behandelt, Handels⸗ gewaͤchſe einſchaltet oder nicht u. ſ. w. ung jeng maͤhſt ſt t, als d nſtgt, dn en ſie zit eunung de er groͤfern ˖it. Auh tet werder den deͤin gneten de n grißenn Hindenſſ nd ſie un den, jaͤrh er eine ſi h, die Pe ſe für d Verriee geren Boda brigen ohr dährend vu . B. Ftut welchen ni Gapitel in können hdem nau ahren dos rnerwirt⸗ Handeli” — 169— §. 329. Wie man dieſe Wirthſchaftsweiſe nun auch geſtalte, ſo bleibt es doch ſtets wichtig, folgendes vorzugs⸗ weiſe dabei zu beachten: a) In wie weit den Pflug⸗ oder Weidejahren das Uebergewicht zu geben, beſtimmt theils das Futter⸗ und Duͤngungsbeduͤrfniß, theils das Verhaͤlt⸗ niß des Ertrags aus der Viehzucht zu dem aus dem Ge⸗ waͤchsbau; bei geringerem Boden oder in unguͤnſtiger Lage (Gebuͤrge) wird deßhald meiſtens eine groͤßere Ausdehnung der Weide zum Anbau, als auf beſſerem Boden raͤth⸗ lich.— b) Je gebundener der Boden, um ſo weniger lang ſoll man die Weide liegen laſſen, weil dieß auf ſeine Beſchaffenheit fuͤr den Anbau um ſo nachtheiliger ein⸗ wirkt.— c) Der Boden ſoll nie kraftlos zur Weide ge⸗ legt werden, weil in demſelben Verhaͤltniß die Weide we⸗ niger lohnend und der Boden beim nachherigen Aufbruch weniger kraͤftig iſt, als er entkraͤfteter zur Weide liegen blieb.— d) Wenn der Boden von Natur nicht außeror⸗ dentlich graswuͤchſig iſt, ſo iſt eine zweckmaͤßige Anſaat der Weide um ſo wichtiger, je laͤnger dieſe dauern ſoll. Zu a) Das Liegenlaſſen als Dreiſche findet in der Abnahme des Ertrags der letzteren auch ſeine Grenze, das geringſte iſt 2 Jahre, das gewöhnlichere 3 bis 5 Jahre;— viel längeres Liegenlaſſen iſt nur in Gebürgsgegenden oder Niederungen am Platze, wo es ſich blos darum handelt, die Weide zu erneuern und die viele darin angefammelte Kraft nebenbei in etwas zu benutzen.— Zu c) Un⸗ mittelbar mit der Weideanſaat die Düngung zu geben, iſt übrigens auch nicht räthlich, theils weil dieſe dann zu wenig noch mit dem Boden vermiſcht und darin aufgelößt iſt, theils weil es wichtig iſt, von der friſchen Düngung erſt einen directen Ertrag zu beziehen. Anf dem geringeren Boden gebe man darum die Düngung eln Jahr vor der Weideanſaat, auf beſſerem Boden kann eine Erndte mehr nach der Düngung genommen werden, bis an die Weidenniederle⸗ gung die Reihe kömmt, 23 §. 330. Fuͤr die hier anzufuͤhrenden Beiſpiele von verſchiedenen Oreiſchwirthſchaften waͤhlen wir die Abthei⸗ 1. — 170— — lung in ſolche, welche in den Jahren des Anbaus keine Futtergewaͤchſe weiter enthalten und ſich darum den Koͤr⸗ nerwirthſchaften anſchließen, und ſolche, welche in den Pflugjahren auch noch ſonſtige Futtergewaͤchſe, namentlich Hackfruͤchte aufnehmen, und deßhalb ſich mehr dem Frucht⸗ wechſel naͤhern. Erſtere müſſen einen Theil ihrer Dreiſche heuen, und haben doch noch Mangel an Winterfutter, wenn nicht eine anſehnliche Fläche von Wieſen dazu gehört; es wird daher nicht ſchwer fallen zu ur⸗ tbeilen ,wo die eine oder andere Hauptart an ihrem Platze ſey. a) Dreiſchwirthſchaften, worin kein weiterer Futtergewachsbau aufgenommen. 4) Holſteiner und Meklenburger Koppelwirthſchaft. §. 331. Das alte Wirthſchaftsſyſtem der Holſtei⸗ ner, einerlei mit dem des angrenzenden Daͤnemarks, darf als die Mutter der Koppelwirthſchaften im noͤrdlichen Deutſchland betrachtet werden. Von da verbreitete es ſich, mit wenig Modificationen, zu Anfang des vorigen Jahrhunderts, durch van der Lue, in Meklenburg, von wo aus es wieder, mit mebr oder weniger Veraͤnde⸗ derungen, in aueen ende mnder aufgenommen worden iſt. ſchaften jener beiden Länder größer an, als er iſt; er liegt aber hauptſächlich nur in den örtlichen Verhältniſſen, indem der Boden in Holſtein größeren Reichthum beſitzt und graswüchſiger iſt, als in Meklenburg; in Folge deſſen rentirt dort die Viehzucht mehr und 3 es wird ihr größere Aufmerkſamkeit, als in Meklenburg gewidmet, während hier mehr Fleiß auf die Vorbereitung des Feldes als Brache, zu Wintergetreide, den Haupterlös der Wirthichaft verwendet, auch wohl verhältnißmäßig etwas mehr Getreide gebaut wird, dagegen die da⸗ durch und durch die geringere Weidenutzung entſtehenden Ausfälle durch mehr Wieſen, wenigſtens theilweiſe, gedeckt werden.— Nebenbei gibt die Einſei⸗digung der Koppeln durch Holzpflanzung der holſtei⸗ Gewöͤhnlich gibt man den Unterſchied zwiſchen den Koppelwirth⸗ lüſten Ind d der) dbr ttif des bod — 171— daus ke 5 3 niſchen Wirthſchaft noch eine Auszeichnung vor der mekienburger, te i 3 und trägt ebenfalls das ihre zu Begünſtigung des Graswuchſes und unati der Viehwirthſchaft bei. nnt§. 332. In keinem der genannten beiden Laͤnder ſind uͤbrigens die Fruchtfolgen uͤberall dieſelben; in Holſtein trifft man namentlich, in Folge eines großen Unterſchie⸗ nd halen we des im Boden, vom beſten Marſch⸗ bis zu geringem Sand⸗ thrlihe zi boden, ſehr vielerlei Fruchtfolgen an. Dasjenige Syſtem, fäll uu weelches gewoͤhnlich als das holſteiniſche aufgefuͤhrt wird, Plaeſ iſt in dem an die Oſtſee grenzenden Theile zu Haus, und. weiten widmet in der Regel die Häͤlfte des Landes der Weide, en. die andere Haͤlfte dem Fruchtbau, mit Einſchluß der Brache. Letztere, nebſt der Duͤngung, koͤmmt entweder gleich beim irthli Aufbruch, oder erſt im zweiten oder dritten Jahre vor. er Holli Am gewoͤhnlichſten ſind 10 Schlaͤge, ſelten weniger, zu⸗ emards, di weilen mehr. In Meklenburg wechſelt die Zahl der nüdlth Schlaͤge zwiſchen ſteben und zwoͤlf. Theilung des Feldes erbreitete in mehrere Rotationen iſt hier gewoͤhnlich, beſondere kleine des vorin oder Nebenkoppeln, worauf Klee, Kartoffeln ꝛc. gezogen eklenbut werden, ſind in beiden Läͤndern uͤblich.. ſer Verti§. 333. Beiſpiele der holſt einiſchen Koppelwirth⸗ nen woun ſchaft ſind: HA 4 a) Auf etwas geringem, oder auch auf Mit⸗ HKobyelei telboden. 8 er liegt u 1) Hafer in die nmgebrochene Dreiſche(Dreiſchhafer); n der Bi 2) Geduͤngte Brache; er ite übi 3) Wintergetreide; 1 dt wtſt m 4) Gerſte; 2— ,x 5) Hafer, z. Th. auch Roggen; 14 6— 1¹0) Weide, im erſten Jahre geheut. vegn Reh 15) Iſt derſelbe Boden gemergelt worden, ndan dutile ſo koͤmmt auch: ,=Nühete 1) Geduͤngte Brache; g ur falti 2) Weitzen; b— 12— b 9 3) Gerſte; h nie 4) Roggen, mit etwas Duͤngung; nia 5) Hafer, und dann 5 bis 6 Jahre Weide. b d 0) Oder auf demſelbien, aber auch gemer⸗ danſ Heſten Boden: 1) Geduͤngte Vraihes 1 u 2) Raps;.. kaan 3) Weitzen; 3 4) Gerſte;— i 5) Klee; 8 6) Roggen, etwas gebuͤngt; 90 du 7) Haßar;— 97. 9— 13) Weide. 3 2 d) Auf ſchwerem Boden: 1) Brache, geduͤngt; 2) Weitzen, Roggen; hn 3) Gerſte; ii 160.545 4+) Haferz; d he X 5) Haferz nass 8 SIa7 din 6— 9) Wede. Se duf Als Beiſpiel für die Dunaberechnung wählen wir die oben un⸗ gege ter a angeführte bekannte alte holſteiniſche Folge: Wi Gemäͤßigter Zu gebende Düngung. ee Zier, 4 —— Cntr. 4. Sum⸗ Sum⸗ Mi Boden. Miſ ſeen ma aii. lehe ma dſt . I CEntr. Entr. Entr. Entr. entr. Cntr. 2. n 1. Dreiſchhafer!———— 13 13 25 ge 2. Reine Br. 160 40 200 1———— 3. Wintergetr.———— 22 22[44 4. Gerſte.———— 12 12 24 5. Hafer und—— Roggen.———— 13 13 26 6. Klee, geheutt—— 25— 25 50 7— 10. Weide,— j 140 140——— Summa 160 1 280 L 25 1 60 85 170 de. uch gene — 173— Wenn auch zugegeben werden muß, daß bei dieſer Wirthſchafts⸗ weite der Dünger mit 2 noch zu hoch aus dem Stroh mit dem we⸗ . nigen Futter berechnet ſeyn mag, ſo iſt dagegen die Bereicherung durch die Weide gewiß nicht zu hoch angeſchlagen, indem das Vieh auf derſelben übernachtet und deßhalb keine Dungproduction davon in Rechnung gebracht iſt; es bleibt gewiß, daß ſolche Wirthſchafts⸗ weiſe auf nicht ſchlechtem Boden ſehr gut auf eigenen Füßen ſtehen kann. §. 334. Beiſpiele der meklenburgiſchen Koppel⸗ wirthſchaft. a) Auf etwas geringem wie auf beſſerem Mittelboden hat man am haͤufigſten: 1) Brache, geduͤngt; 2) Wintergetreide; 3) Sommergetreide, auch Stoppelroggen; 4) Hafer, Erbſen mit Klee; 5) Theils Klee zum Doͤrren, theils Weide; 6) 7) Weide. b) Findet man dieſe Fruchtfolge fuͤr geringen Boden zu angreifend, ſo wird ein Weidejahr mehr ange⸗ häͤngt, und dadurch ein achtſchlaͤgiger Umlauf gebildet; auf gutem Bodem mit ziemlich viel Wieſen findet man da⸗ gegen 8 Schlaͤge mit viermal Halmfruͤchten und nur 3 Weidejahren, oder 9 Schlaͤge, mit der gleichen Zahl von Halmfrucht⸗ und Weideſchlaͤgen(von jedem 4) und dem Brachſchkag. c) Bei einer groͤßeren Anzahl von Schlägen kom⸗ men gewoͤhnlich zwei Brachen, eine ungeduͤngt, und eine geduͤngt vor, wie: 1) Dreiſchbrache; 2) Wintergetreide; 3) Sommergetreide; 4) Brache, geduͤngt; 5) Wintergetreide; — ,—, 6 4 6) Sommergetreide; 7— 9) oder bis 10) Weide. Oder nach 6 noch 7, Erbſen und Hafer mit Klee und 8— 11) Weide. Auf gutem Boden wird auch häufig nach der gedüngten Brache zuerſt Raps genommen.. Dieſe und ähnliche Fruchtfolgen finden ſich in Meklenburg mei⸗ ſtens nur auf den näheren und beſſeren Feldern der Wirthſchaft (Binnenſchläge); auf den Außenfeldern werden meiſtens nach 4— 6 und mehr Jahren geringer Weide zwei Getreideerndten, entweder ungedüngt oder nach Schafpferch, genommen u. ſ. f. 6) Verſchiedene andere Dreiſch⸗Körnerwirth⸗ 3 ſchaften. §. 335. In vielen Gebuͤrgsgegenden finden wir noch hierher gehoͤrige Wirthſchaftsarten, jedoch ſind hier mei⸗ ſtens noch bedeutende Wieſenflaͤchen, auch haͤuſig noch ſtaͤn⸗ dige Weiden zugehoͤrig, welche die ſonſt wohl etwas zu angreifende Folge, wenn auch nicht immer rechtfertigen, doch erklaͤrlich machen. Dieſe Fruchtfolgen ſollten eigentlich zu den nicht ganz ſelbſtändi⸗ gen gerechnet werden; wir führen ſie jedoch der Ueberſicht wegen hier mit auf.. Düngerberechnungen können hier am wenigſten aufgeſtellt wer⸗ den, da in der Gebürgslage jeben Falls für die gleiche Production ein größeres Düngerquantum erforderlich. §. 336. Schon in einigen Theilen von Oberſchwa⸗ ben, dann in Salzburg, Kaäͤrnthen, Steiermark und andern ſuͤddeutſchen Gebuͤrgsgegenden ſind die ſoge⸗ nannten Egartenwirthſchaften zu Haus. Ihre ge⸗ ringſte Umlaufszeit iſt 4 Jahre, naͤmlich:— 1) Wintergetreide; 2) Sommergetreide;. 3) Weide; 4) Weide, halbe Brache, geduͤngt. — 175— In Kaͤrnthen und Steiermark hat man 6 Schlaͤge, nemlich 3 Jahre Getreide, zur erſten und meiſtens auch lee und zur dritten Tracht geduͤngt; 3 Jahre Weide„ im dritten Jahr halbe Brache. üngt J Außer ſtarker Wieſenzulage hat man auch viele Waldſtreu. Auch wird im Aufbruch der Dreiſche meiſtens gebrannt.— Ausfuhr⸗ tellendug u licheres in Burgers Lehrbuch 2r Bd. w ah 5. 337. Auf dem Weſterwald findet man auf ge⸗ dlen, nnn bundenem Boden nach 6 bis 8 Jahren Dreiſche: 1) Bra⸗ che; 2) Roggen, geduͤngt; und dann 4 auch 5 Jahre Ha⸗ . fer u. ſ. f.— Im Erzgebuͤrge, auf leichtem Boden: nerwine 1) Dreiſchlein; 2) Sommerroggen, geduͤngt; 3) Gerſten⸗ hafer; 4) Hafer; 5) Dreiſchheu; 6— 9) Weide. den wir m. Sind auch dieſe Folgen in mancher Hinſicht tadelhaft, ſo ſind nd hütt un ſite doch immer beſſer, als die reinen Körnerwirthſchaften mit den großen ſchlecht benutzten beſandigen Weiden in andern deutſchen Ge⸗ 1 aan bürgsgegenden. Shnn S§. 338. Außer den angefuͤhrten ließen ſich noch ſehr viele Beiſpiele von Dreiſch⸗Koͤrnerwirthſchaften, theils zanz ſeblu in ebenen, theils in Gebuͤrgsgegenden aufſtellen; ſie kom⸗ rſt u men jedoch mit den angefuͤhrten theils mehr oder weniger uͤberein, thrils beruhen ſie auf beſonderen Localverhaͤltniſ⸗ nitekelm ſen. Immer geht aus den Beiſpielen hervor, daß man iche Proytnn um ſo mehr darauf denken muß, die Weideniederlegung auszudehnen und den Koͤrnerbau einzuſchraͤnken, je beduͤrf⸗ berſcon tiger der Boden, oder je unguͤnſtiger das Clima, oder Steierunt je mehr beſondere Wieſenzulage abgeht. ad die ſehr Noch muß der ärmlichen Bewirthſchaftung des ſogenannten . Jhke ge drei⸗, ſechs⸗ und neunjährigen Roggenlandes in den ſandigen Gegen⸗ den von Norddeutſchland gedacht werden, indem man alle 3, 6 oder 9 Jahren eine geringe Erndte von ſolchem als Außenfeld behandeltem Sande nimmt und ihn in der Zwiſchenzeit ſeinem Schickſale und den Schafen, ſo weit ſte etwas darauf finden, überläßt; ein Verfahren, das nur in ſoferne ſich rechtfertigt, als es immer beſſer iſt, einen ſo ſehr bedürftigen Boden auf die gedachte Weiſe zu bewirthſchaf⸗ — 176— ten, als ihn mit dem beſſeren Felde eiuverleiben nnd Düngung und Arbeit darauf verſchwenden zu wollen. b) Dreiſchwirthſchaften mit ein geſchar⸗ tetem Futtergewäͤchsbau. §. 339. Die bisher abgehandelten Weidewechſelwirth⸗ ſchaften haben ſich zwar durch die Erfahrung unter ent⸗ ſprechenden Verhaͤltniſſen bewaͤhrt; es trifft ſie jedoch theil⸗ weiſe der Vorwurf, daß ſie die Weide mit zu wenig Kraft im Boden beginnen(ſ.§. 329.), durchgaͤngig aber bleibt an denſelben zu tadeln, daß zu wenig Kraftfutter fuͤr die Winterfuͤtterung des Viehes dabei gewonnen wird, was eine geringere Nutzung des letzteren, ſo wie einen geringe⸗ ren Duͤngergewinn zur Folge hat. Wo daher nicht, wie meiſtens nur in den Gebuͤrgsgegenden, noch viele Wieſen zugehoͤren, da muß die Aufnahme von Futtergewaͤchſen, alſo eine Annaͤherung an den Fruchtwechſel in den Pflug⸗ jahren in Faͤllen, wo die Einfuͤhrung einer Weidewechſel⸗ wirthſchaft an ſich am Platze iſt, faſt immer wohlgethan ſeyn. Dieß einſehend haben in neuern Zeiten denkende Landwirthe in Meklenburg die Aufnahme von Futterge⸗ waͤchſen in ihre Fruchtfolge mit Glück verſucht, beſonders aber iſt in der angrenzenden Mark und einigen andern Tbeilen von Preußen ein Weidewechſelwirthſchaftsſyſtem ausgebildet worden, das man mit Recht das„verbeſ⸗ ſerte,, nennen kann. Da es auch in manchen Gebürgsgegenden Dreiſchwirthſchaften mit Futtergewächsbau gibt, welche muſterhaft genannt werden können, ſo theilen wir ab zwiſchen: verbeſſerten Dreiſch⸗ wirthſchaften in ebenen und ſolchen in Gebürgsgegenden⸗ 4) Verbeſſerte Dreiſchwirthſchaften in ebenen Ge⸗ genden. . 340. Wenn wir nach§. 327 die Verhältniſſe naͤher ins Auge faſſen, unter denen die Dreiſchwirthſchaften uͤber⸗ haupt den Vorrang behalten, ſo eignen ſich vorzugsweiſe wird dungung v eſchal⸗ vechſelutt unter en jedoch h weriz ani aber blelt ütter fit R witd, we ten getine r nich, 11 viele Viſe eergewächtn mden Pfu Veideweche wohlgethe ten denkne on Futter t, beſordas igen ande ſchaftsſyir 4„perbi hwitthſchie nannt wette en Dreiſ sgegenden henen Gr⸗ ltriſevihe haſten in⸗ vrzugvii u— dafuͤr: groͤßere Guͤter mit geringem Boden und wenig Wie⸗ ſen, neben nur mittelmaͤßigen oder ſelbſt nur geringen Producten⸗Preißen ꝛc.— oder auch nur die entfernteren und beduͤrftigeren Felder eines Gutes, waͤhrend der beſſere Theil mehr intenſiv z. B. im Fruchtwechſel bewirthſchaftet wird(§. 315). Fuͤr dieſe Faͤlle ſind uns die von Koppe ſo benannten märkiſchen Koppelwirthſchaften insbe⸗ ſondere beachtenswerth, indem durch ſie die allgemeinen Vortheile der Koppelwirthſchaften in nicht geringerem Grade erreicht, die bei denſelben haͤufig vorkommenden Fehler aber dort vermieden worden ſind, und die Erfah⸗ rung in ſo hohem Grade zu ihren Gunſten entſchieden hat. Man vergleiche Koppe⸗ s Anleitung ꝛc. 1. B. §. 341. Nach der beſonderen Beſchaffenheit des Bo⸗ dens und je nachdem die maͤrkiſche Koppelwirthſchaft auf Binnen⸗ oder Außenſchlaͤgen zur Ansfuͤhrung koͤmmt; wird dieſelbe auf verſchiedene Weiſe geſtaltet, z. B. a) auf beduͤrftigem lehmigem Sand: 1) Dreiſchbrache; 2) Roggen; 3) Hafer, Buchweitzen; 4) Kartoffeln, geduͤngt; 5) Sommerrogen, mit Kleeeinſaat; 6) 7) 8) Weide. b) Auſ etwas beſſerem Boden: 1) Brache, halbe Duͤngung; 2) Roggen; 3) Hafer; 4 Kartoffeln, geduͤngt; 5) Gerſte; 6) Maͤheklee; 7) Roggen, halbe Duͤngung; Pabſt Landwirthſchaft II. 2. 12 —-— 178— 8) Hafer mit weißem Klee; 9— 11 oder 12) Weide. c) Auf beduͤrftigem Thonboden: 1) Dreiſchbrache; 2) Roggen; 3) Hafer; 4 Kartoffeln, Kohlruͤben, geduͤngt; 5) Hafer; 6) Erbſen mit Klee; 9) 8) Weide. Die Fruchtfolge a würde z. B. auf Außenfeldern angemeſſen ſeyn; wäre ſie für ſolche noch zu angreifend, ſo könnte noch ein Weideſchlag zugeſetzt werden, oder iſt es geringerer Saudboden, ſo nehme man 1) Dreiſchbrache im Nachſommer; 2) Roggen; 3) Kar⸗ toffeln, Rüben, gedüngt; 4) Sommerrogen, Buchweitzen; 5) dis 8) Weide.— Die Fruchtfolge b dürfte ſich eher zur Durchführung auf Binnenfeldern oder einem ganzen Gute eignen. Wie ſich auch auf gutem Boden unter den geeigneten Verhält⸗ niſſen der Futterbau mit der Koppelwirthſchaft verbinden laſſe, dazu geben Caspari(Mögliner Annalen 27—6.) und von Lengerke (Beiträge zur Kenntniß der meklenburgiſchen Güterwirthſchaften) Beiſpiele an, wie a) auf gutem gebundenem Boden in Holſtein⸗ 1) Dreiſchhafer; 2) Raps, gedüngt; 3) Weitzen; 4) Mäheklee; 5) Weitzen; 6) Mengfutter, gedüngt; 5 Roggen; — 10) Weide. Anf gutem, gebnndenem Boden in Merlenburg:; 1) Brache, gedüngt; 2) Raps; 3) Weitzen, Roggen; 4) Wickenfutter, gedüngt; „———— — 179— 5) Weitzen, Roggen; 6) Erbſen; 7) Kartoffeln, ſtark gedüngt; 8) Gerſte, Sommerweitzen; 9) Klee; 10) Weitzen; 11) 12) Weide. Das Rindvieh wird hier auf dem Stalle gefüttert, die Schafe werden geweidet. Zur vergleichenden Dungberechnung wählen wir noch die oben angeführte Folge a. ern atzeneſe Dungbedarf Dungmaterial Hier⸗ Pnnte uc i Bedürftiger,— Sönf drog— aus Berei⸗ Sum⸗ 4 Sum⸗ Cntr. euun reichter Boden Miſt ſcherung ma Fuer Stroh ma Miſt gen; 1 Entr. Cntr. Cntr. Entr. Cntr. Cntr. mit 2 eigen; d) ü— Darchfß 1. Dreiſchbrache— 30 30———— 1 2. Roggen———— 15 15 30 3. Hafer.———— 9 9 18 4. Kartoffeln 180— 180 28— 28 56 neten Vethid 5. Sommerrog.]———— 13 13 26 eien Schafweide S2 2 8 2— 24 48 ruittſtin Summa. 180 100 l 280 1 52 1 37 1 89 178 Die Schafweide kömmt hier als trocknes Futter in ſo weit in lſtein: Anrechnung, als der Pferch nicht auf der Weide verbleibt, ſondern zur Düngung mit verwendet wird. 9) Verbeſſerte Dreiſchwirthſchaften in Gebürgs⸗ gegenden. 8 §. 342. Als muſterhaft in ihrer Art ſind hier bie haͤufig auf dem beſſeren Sandboden des Schwarzwaldes anzutreffenden Fruchtfolgen aufzufuͤhren; man findet da⸗ ſelbſt: deklenbatg! 1) die geſchaͤlte Dreiſche wird im Fruͤhjahr gebrannt und geduͤngt zu Weiskraut und Ruͤben; 2) Winterroggen; 3) Lein;— 42* — 180— 4) Roggen, geduͤngt; 5) Hafer; 6) Kartoffeln, geduͤngt; 7) Sommerroggen mit Klee; 8) bis 11 oder 12) Dreiſche, mehr zu Heu, als zur Weide. Oder: 3 1) Gebrannt und geduͤngt zu Kopfkohl und Ruͤben; 2) Winterroggen; 3) Hafer; 4) Kartoffeln, geduͤngt; 5) Sommerroggen; 6) Hafer; 7 bis 12) Wieſe und Weide. — Dieſe Fruchtfolge unterliegt noch mancherlei Modificationen, im⸗ mer wird jedoch der Aufbruch gebrannt und gedüngt, und nur nach dieſer Behandlung iſt man im Stande gutes Weiskraut in dieſem Clima zu erhalten und nach dieſem können immer noch eine Winter⸗ und Sommerfruchterndte mit gutem Lohne gerechnet werden. Eigen⸗ thümlich iſt, daß die Dreiſche auf dem beſſeren Boden jedes Jahr einmal zu Heu benutzt wird, waͤhrend man das Vieh auf der gerin⸗ gen Dreiſche, im Wald u. ſ. w. weidet und erſt im Nachſommer auf jene Dreiſchwieſen bringt. §. 343. Auch auf dem Weſterwald und im Erz⸗ gebuͤrge trifft man neben den dort gewoͤhnlichen Dreiſch⸗ koͤrnerwirthſchaften Wirthſchaftsweiſen an, welche ihrem Weſen nach hierher gehoͤren; auf dem Weſterwald hat man z. B. 1) Dreiſchhafer; 2) Hafer; 3) Kartoffeln, geduͤngt; 4+) Lein; 5) Roggen, geduͤngt; 6) Hafer; 7 bis 10) Weide. 1 kucht nge deu dl n und Rübn wiſtatiolen,i und vur m raut in dieſn eine Winte⸗ derden. Eihn en jedes Iit auf der ger m Nachſonner und in Ey chen Driih pelche in derwald hi — 181— Eine beſonders fuͤr die Einſchaltung des Leins ſehr geeignete Fruchtfolge in ſolch rauher Gebürgsgegend. Freie Wirthſchaften. §. 344. Freie Wirthſchaften heißen diejenigen, welche weder eine beſtimmte Feldeintheilung haben, noch eine gewiſſe Reihefolge der Gewaͤchſe einhalten. §. 345. Wenn auch bei den ſogenannten freien Wirth⸗ ſchaften der Bewirthſchafter jaͤhrlich nach Ermeſſen be⸗ ſtimmt, wie und womit er jeden einzelnen Theil ſeiner Felder beſtellen will, ſo beobachtet er doch in der Regel ein gewiſſes Verhaͤltniß in den Haupteulturgegenſtaͤnden zu einander, namentlich zwiſchen dem Getreide und Fut⸗ terbau; auch laͤßt er in Folge ſeiner gemachten Erfahrun⸗ gen nach den einen Hauptculturgegenſtaͤnden fuͤr gewoͤhn⸗ lich gewiſſe andere folgen u. ſ. f. Nur bewegt er ſich in jeder Hinſicht in weiteren Schranken und traͤgt kein Bedenken, jede beliebige Veraͤnderung ſich zu erlauben, ſo bald es ihm unter den gegebenen Unſtaͤnden nuͤtzlich duͤnkt. §. 346. So verſchiedenartig nun auch die freien Wirthſchaften ſind, ſo tragen ſie doch immer einen gewiſ⸗ ſen Hauptcharacter, wodurch ſie ſich dem einen oder dem andern der bisher abgehandelten Hauptſyſteme anſchließen; es giebt daher freie Koͤrnerwirthſchaften, freie untermiſchte Koͤrner⸗ und Fruchtwechſelwirthſchaften, freie Luzerne⸗ Wirthſchaften, freie Dreiſchwirthſchaften. Sehr gewöhnlich iſt auch der Stoppelfruchtbau in die freien Wirthſchaften aufgenommen. §. 347. Es folgt hieraus, daß in jedem gegebenen Falle immer erſt in Ueberlegung gezogen ſeyn muß, was fuͤr ein Haupt⸗Wirthſchaftsſyſtem den Verhaͤltniſſen das angemeſſenſte, welche Haupteulturgegenſtaͤnde, und in wel⸗ 8 2 —-— 182— chem Verhaͤltniſſe dieſe zu einander aufgenommen werden ſollen; und daß erſt dann die Rede davon ſeyn kann, ob man eine freie Bewirthſchaftung einer regelmaͤßigen Feld⸗ eintheilung und Fruchtfolge vorzuziehen habe. §. 348. Je kleiner die Wirthſchaft iſt, je intenſiver der Betrieb, je hoͤher der Culturzuſtand, und je beſſer der Boden, je intelligenter der Landwirth, um ſo mehr wird es ſtatthaft ſeyn, ſich der freien Wirthſchaft, unter den im vorigen Paragraphen angedeuteten Vorausſetzungen, zu naͤhern, und alsdann kann gelten, was ſonſt wohl im Allgemeinen, jedoch nicht immer mit Recht, von den freien Wirthſchaften behauptet wird, daß ſie das Vorbild der hoͤchſten Cultur ſind. Man findet z. B. in den untern Rheingegenden viele freie Körnerwirthfchaften mit Stoppelfruchtbau(ſ.§. 294.) welche ſehr viel zu wünſchen übrig laſſen; man findet aber auch dergleichen in dieſen Gegenden und in den Niederlanden, welche in ihrer Art ſehr vollkommen genanut werden dürfen; man findet wiederum in Ge⸗ bürgsgegenden freie Dreiſchwirthſchaften, die von einer ſehr niederen Stufe der Cnltur zeigen. Je größer die Güter, je geringer der Boden, je ertenſiver der Betrieb, um ſo nothwendiger iſt jeden Falls das Einhalten einer regelmäßigen, den Verhältniſſen angemeſſenen Fruchtfolge. §. 349. Ziehen wir alles hier uͤber das Weſen der freien Wirthſchaften Geſagte in Betracht, erwaͤgen wir, daß in jedem gegebenen Falle nur ein Hauptſyſtem fuͤr ein Gut oder, bei verſchiedener Beſchaffenheit oder Lage der Felder, fuͤr jeden Haupttheil der Felder eines Gutes das vortheilhafteſte ſeyu kann, daß es ſich aber bei jeder Art von Fruchtfolge fuͤr den verſtaͤndigen Landwirth von ſelbſt verſteht, daß er nach Maasgabe von Zeit und Um⸗ ſtaͤnden ſich fuͤr die Beſtellung einzelner Theile ſeiner Feld⸗ abtheilungen Abweichungen von der Grundlage erlauben kann und ſoll, ohne dadurch das Einlenken in die Haupt⸗ wen wende hn kann,— dßien go je intenie je beſtr w wehr ni t, uuter da Iſetungn g uſt waßl n don den ſein Vorbild a den diele ſi 4.) welche ſt h dergleitzen i ihrer An ſi ederum in e er ſchr riednn e ertenſter w Einhalten ein olge. JVeſen rwͤgen ui⸗ piſyſten ſ it oder ka eines Gul ber bei ſ ndwirih ben eit und Uo ſeiner Sd age nlauh die hauxe — 183— folge abzuſchneiden, ſo werden die Reſultate des freien Wirths und desjenigen, welcher eine namhafte Feldein⸗ theilung und Rotation gewaͤhlt hat, dieſelben ſeyn, ſo bald jeder in der Hauptſache die Umſtaͤnde gehoͤrig erwogen und nach Maasgabe derſelben gehandelt hat und wirthſchaftet. Wo es aber an Umſicht und Intelligenz fehlt, wird derje⸗ nige ſich am meiſten taͤuſchen, welcher waͤhnt, beſſer zu wirthſchaften, weil er eine ſogenannte freie Wirthſchafts⸗ weiſe waͤhlt. V. Uebergang in eine andere Fruchtfolge. §. 350. Wenn eine neue Fruchtfolge auf einem Gute, oder auf einem Feldtheile eines ſolchen eingefuͤhrt werden ſoll und die Prinzipien dafuͤr feſtgeſtellt ſind, ſo muͤſſen die Felder deſſelben in ſo viele Schlaͤge(Abtheilungen) ein⸗ getheilt werden, als die gewaͤhlte Fruchtfolge Umlaufs jahre hat. §. 351. Bei dieſer Eintheilung muß auf moͤglichſt gleiche Groͤße der Schlaͤge und auf moͤglich gleiche Be⸗ ſchaffenheit des Bodens in den einzelnen Schlaͤgen Ruͤck⸗ ſicht genommen werden. Es ereignet ſich wohl auch, daß ſich die Beſtimmung der Um⸗ laufsjahre einigermaßen nach der Zahl der Schläge richten muß, welche ſich in der gegebenen Localität gerade ſchicklich bilden läßt; es können ſich z. B. die Felder eines Gutes geſchickt in 7— nicht wohl aber in 8 Abtheilungen bringen laſſen ꝛc.(ſ.§. 310).— In Bezug auf Gleichheit in der Bodenqualität muß man erforderlichen Falls lieber einigen Schlägen ihren Antheil an verſchiedenen Puncten zumeſſen, als daß man, um der Schönheit der Eintheilung auf der Karte willen, dem einen Schlage viel beſſeren, dem andern viel ſchlechteren Boden zutheilt. Um bei einem größeren Gute, woſelbſt nur einerlei Fruchtfolge eingeführt werden ſoll, auch große Verſchiedenheit in der Entfernnng der Schläge zu vermeiden, ſo thut man wohl die Schläge zu theilen, — 184— d. h. ihre Zahl zu rerdoppeln, dergeſtalt daß jeder Hauptſchlag ans einer näheren und entfernteren Hälfte beſteht §. 352. Ein Haupterforderniß iſt ſodann, daß man ſich uͤber den ſtatt gehabten Anbau der Felder in den letz⸗ ten Jahren und uͤber ihren augenblicklichen Duͤngungszu⸗ ſtand in Kenntniß ſetzt, um ſich darnach bei der Anord⸗ nung des Uebergangs und der Reihefolge der Schlaͤge zu richten. Wird anf den ſeitherigen Anbau nicht die gehörige Rückſicht genommen, und nach der Karte ein Schlag an dem andern regelmã⸗ ßig beſtimmt, ſodann nach der neuen Fruchtfolge der Anhau der Schläge der Nummer nach angeordnet, ſo können die Uebergangs⸗ ahre für den Wirth, welcher alſo handelt, Jahre bitterer Erfahrun⸗ gen werden.— 1 §. 353. Bei der Einfuͤhrung einer neuen Fruchtfolge ſind weiter die zwei Hauptfaͤlle ins Auge zu faſſen: ent⸗ weder iſt ſie auf Stallfuͤtterung baſirt, und dann iſt es meiſtens ein Fruchtwechſel, oder eine verbeſſerte Koͤrner⸗ wirthſchaft oder eine Zuſammenſetzung von beiden(mit Einſchluß der Luzerne⸗ oder Espasſettenumlaͤufe); oder der Hauptviehſtand ſoll uͤber Sommer geweidet werden und dann iſt die neue Folge in der Regel eine Dreiſchwirth⸗ ſchaft. In jedem dieſer beiden Hauptfaͤlle ſind beim Ueber⸗ gang beſondere Maasregeln zu nehmen. §. 354. Liegt der erſtbezeichnete Hauptfall vor, ſo kann es ſich nicht um einen ganz beduͤrftigen Boden han⸗ deln; in je beſſerem Kraftzuſtande aber der Boden ſich be⸗ findet, um ſo leichter und gefahrloſer iſt der Uebergang zu jeder beliebigen Wirthſchaftsweiſe. Je geringer der Kraftzuſtand des Bodens, um ſo mehr Vorſicht iſt in den Uebergangsjahren nothwendig. §. 355. Im Allgemeinen iſt in dem erſten Hauptfalle darauf Bedacht zu nehmen, den ſicheren Halmfruͤchten, dr hunithe an, daß un r in den Dünguna ei der Auad er Stlige a härige Kütit andern nalri⸗ der Andau h die Uehergus tterer Efuſmr en Frudtti faſſen: in S dann iſt e ſerte Kör beiden(zi ufe); oder de werden un Dreiſchwir eim leca fall vor, Boden ſer⸗ oden ſic be⸗ r Uebergen geringer de ht it in di Hauptftle alufrichtr. — 185— namentlich denen, welche viel Stroh bringen, moglichſt Raum zu goͤnnen, fuͤr die Wurzelfruͤchte wenigſtens theil⸗ weiſe Felder zu beſtimmen, wo ſie auch ohne Duͤngung noch einen befriedigenden Ertrag bringen koͤnnen; dagegen bei Mangel an Dung, welcher im Anfang meiſtens ſich ergibt, den zu Hackfrucht beſtimmten Schlag zum Theil rein zu brachen, darnach Winterfrucht zu nehmen und in dieſe den Klee einzuſaͤen.— Ferner ſaͤe man keinen rothen Klee in kraftloſes, nicht gehoͤrig vorbereitetes Feld, und nehme in den Kleeſchlag in den erſten Jahren lieber theil⸗ weiſe Gruͤnwicken, oder Weideklee mit halber Brache, oder Brache mit Gruͤnduͤngung.— Die Handelsgewaͤchſe, welche in die Fruchtfolge aufgenommen werden ſollen, laſſe man erſt nach und nach in ſo weit einruͤcken, als die Kraͤſte der Wirthſchaft wachſen. Daß man bei der Eintheilung darauf ſehe, zur Kleeanſaat kein Land zu beſtimmen, welches in den letzten Jahren erſt Klee trug, verſteht ſich von ſelbſt.— Pferch, Pfuhl(Gülle) und Gründüngung benutze man zur Forthülfe nach Möglichkeit. §. 356. Soll zu einer Weidewechſelwirthſchaft uͤber⸗ gegangen werden, ſo iſt dieß gewoͤhnlich ein nicht reicher Boden, und dieſer meiſtens durch eine verfehlte Bewirth⸗ ſchaftung auf niederem Beharrungspunkte ſtehend. Der Uebergang iſt in ſolchem Falle ſchwierig, denn es gibt Anfangs noch kein geruhtes Land aufzubrechen und das kraftlos zur Weide liegen gelaſſene ernaͤhrt nur wenig Vieh und hat bis zum Aufbruche, der zum Theil ſchon wieder nach 1 und 2 Jahren erfolgen muß, nicht viel Kraft ſammeln koͤnnen; uͤberdieß iſt die Stroh⸗ und Fut⸗ terproduction auf den im Anbau behaltenen Schlaͤgen in einer ſolchen Wirthſchaft Anfangs auch ſelten befrie⸗ digend. §. 357. Iſt der Boden, auf welchem eine Dreiſch⸗ wirthſchaft eingefuͤhrt werden ſoll, in ſo gedachtem beduͤrf⸗ —— —— ͦ—ÿ———yÿĩ — 186— tigem Zuſtande, ſo verfaͤhrt man am beſten, vorerſt gegen eine Hauptregel fuͤr dieſes Wirthſchaftsſyſtem zu handeln, indem man das kraftloſeſte Land zuerſt den zur Weide niederzuliegenden Schlaͤgen zutheilt, das beſſere hingegen fuͤr Wintergetreide und Futtergewaͤchſe beſtimmt, auch den Dung zu beiden verwendet, den Anbau von Wurzelge⸗ waͤchſen nicht weiter ausdehnt, als Duͤnger oder theil⸗ weiſe kraͤftiges Land dieß geſtatten, und im Uebrigen in Bezug auf Brachehalten im Wurzelfruchtſchlag, Folgen⸗ laſſen von Winterfrucht mit Klee darnach, verfaͤhrt, wie §. 355 gedacht worden. Noch dienen Anfangs bei Mangel an Kraft, Hülſenfrucht oder Buchweitzen ſtatt Hafer, Hafer ſtatt Gerſte ꝛc. Gewöhnlich wählt man die Grünwicken oder den Buchweitzen als Lückenbüßer, was zwar in vielen Fällen gut iſt; auf magerem Boden und bei Mangel an Dung muß jedoch dieſen Gegenſtänden, als Vorgänger vor der Winterfrucht, nicht zu viel Raum gegeben wer⸗ den, da ſie in ſolchem Falle oft kaum den Saamen lohnen, und zu einer nachfolgenden ſchlechten Winterfrucht den Grund legen, während reine Brache an ihrer Stelle beſſer und ſicherer geweſen wäre. §. 358. Fehlt es der Wirthſchaft ſehr an Kraft und kann dieſe beim Uebergange durch Zukauf von Futter, Stroh oder Dung ſchneller gehoben werden, ſo wird na⸗ turlich das beſſere Ziel ſchneller erreicht ſeyn; es iſt jedoch vorher wohl zu erwaͤgen, in welchem Verhaͤltniſſe der da⸗ durch zu machende Aufwand mit dem daraus entſpringen⸗ den Nutzen ſtehen wird. §. 359. Je nachdem die Umſtaͤnde beguͤnſtigend ſind, oder nicht, dauert es kuͤrzere oder laͤngere Zeit, bis der Uebergang bewerkſtelligt und die neue Folge voͤllig einge⸗ richtet ſeyn kann. In der Regel kann der Uebergang in 2 hoͤchſtens 3 Jahren gemacht ſeyn. Sehr zu empfehlen iſt die Entwerfung einer Tabelle, worin die Schläge mit den einzelnen dazu gehörigen Grundſtücken der Reihe toirtid Ian, h Dern duute dn tfin R Witn, parun! mn ih hihe ui Beores Sabr dver arten a zegen u Prndeg zur Veie hingen t, auc d Vuna oder th debriga 1 3, Fülh eſäh, ne ſenfruht in Buchwehe auf magem enſtänden, 1 gegeben der lohnen, m) Irund leyn erer geveſn Kraſt u en Futie wird ne iſt jedud ſe der d tſpringar gend ſit „bis dr lig einge⸗ gang in? verin di der Tehe d — 187— nach aufgeführt ſind, und die Beſtellung dieſer Felder in den letzten Jahren, ſo wie für die Uebergangsjahre eingetragen iſt. Wenn z. B. aus einer Dreifelderwirthſchaft mit halb ange⸗ bauter Brache zu einem ſiebenfelderigen Fruchtwechſel mit: 1) Kar⸗ toffeln, gedüngt; 2) Gerſte; 3) Klee; 4) Roggen; 5) halb Erbſen, Wicken, halb Schafweide; 6) Roggen, gedüngt; 7) Hafer;— über⸗ gegangen werden ſollte, dergeſtalt, daß der ſiebente Schlag aus ei⸗ nem bisher nicht in den drei Feldern bewirthſchafteten Nebenfelde ge⸗ bildet wird, ſo könnte die Uebergaugstabelle ſich geſtalten, wie folgt: — 42 ₰—— —— „ 2 22 2 —— 2 32 2—— 2 82 2₰½ 8 S ⅞.S 22S 52 η S=—S=A —— 285S— 2—=,— 2,]„ G S, G. BS8SG SS 2 2 ᷣ S S H 8 S ‚ 80— 222 ———— 4— —. 4„ S 2 H, g — 2ͤ2 2 8 2——2 „ 5E 2 ZZE 58S=, E”5SS .— 5 5 E 8S5 2 S825SS 2 5 885 S 2SEES E2SS — 8e 2Sä 8 8 SSS G= έ ₰ S1S= c A 5———.,———4,— = 85 2z z22 2 2 ———— 8 2SE3e S g 3S=SE S=SS* — 8—— 52825 88S 558 8— 2 E 52 50. s. 2ͤS—— 2 —— —— —— — 3 — 22 B==A 2 2 25F28S 3 8S B 8S SVS3S8= —————B S.2 2 ———— 2 2 E 1 2 2— 8 S ‚ 2vSA 3 S AZ S8 5½ S 5 555 88582 5 8 82S ——— 222 8] 2.*.⸗ ·.— —— 8—— 1n+—ↄ =SESlS 2= SBS S SO SS 1 1 1 =S= Z—— 2— ˙8— 58EO55 — 88 —— 5 00 —— QꝘ O 5 50 ed 85 5& 65 Viele Pläne und Tabellen für den Uebergang finden ſich in Nebiens Einrichtungskunſt der Landgüter, Prag 1831. —— — 188— Sechstes Capitel. Zuſammenſetzung des Nutzvieh⸗ ſtandes. §. 360. In den meiſten Wirthſchaften iſt, um ein genuͤgendes Verhaͤltniß zwiſchen Dungmaterial und Dung⸗ bedarf herzuſtellen, wenigſtens die Haͤlfte des Grund und Bodens(mit Ausſchluß der Waldungen) der Futterpro⸗ duction, oder, was daſſelbe heißt, der Viehhaltung gewid⸗ met(§. 244) und uͤberdieß werden auch noch betraͤchtliche Quantitaͤten der uͤbrigen Felderzeugniſſe(Stroh, Koͤrner) vom Viehe conſumirt. Durch die Viehhaltung muß der Er⸗ trag aus dem dafuͤr gewidmeten Theile des Wirthſchafts⸗ areales erzielt werden und je weniger dieſer befriedigend iſt, um ſo theurer iſt der Duͤnger mittelſt der Viehhaltung producirt. Gewiſſe Locglitaͤten ſogar koͤnnen nur durch den Betrieb der Viehzucht einen befriedigenden Reinertrag abwerfen. Die Viehzucht hat alſo in der Regel mit dem Ackerbau gleichen Rang, oder ſie geht ihm ſelbſt noch vor; es iſt darum in jedweder Hinſicht von großer Wichtigkeit, daß die Nutzviehhaltung einer Wirthſchaft gut zuſammen⸗ ſetzt und eingerichtet ſey. Man blicke anf das im Capitel III. und V.(dieſer Abtheilung) Geſagte zurück. Die Wirthſchaften, welche ihren Dünger größtentheils durch Zukauf, oder auf andere Weiſe(z. B. Gründüngung) anſchaffen, und darum nur wenig oder ſelbſt gar kein Nutzvieh halten, gehören zu den ſeltenen Ausnahmen, nicht ſo die, welche zu wenig Vieh halten, weil ſie zu wenig Futter bauen, und deßhalb in ihrer ganzen Or⸗ ganiſation in einem nachtheiligen Mißverhäͤltniſſe ſtehen. §. 361. Die einflußreichſten Umſtaͤnde auf die Zu⸗ ſammenſetzung des Nutzviehſtandes ſind: 1) die Localitaͤt, haitltt mmenſe gerwert ſhen et Ziſhaf atten b Dungſt terung auc hi Boden. 94 knntldh diſen ſir weineten Schaß Schwein. zucht un hauwel futenhal buufz d ſhweine Dat 8. Rindd ſch, d Haupt weiſen ſebte beſon tion die denbe tiebe e! ieh⸗ it, in a und dug Grund m „Füttern⸗ tung gerd beträchlit oh, Körme nuß de birthſchib befriedigen Viehhaltun nur darz Neinertra hel mit der noch ber Wichtigten zuſamnan Äötheilung) heits dun chaffen, ud gehbren z gieh halten ganzen de die 39 Loaläit — 189— hinſichtlich des Climas und Bodens, der Groͤße und Zu⸗ ſammenſetzung der Wirthſchaft ꝛc.; 2) die Gelegenheit zur Verwerthung der verſchiedenen Viehzuchts⸗Produkte; eine ſchon etwas mehr untergeordnete Ruͤckſicht iſt 3) in der Beſchaffenheit des Duͤngers von den verſchiedenen Vieh⸗ arten begruͤndet, hauptſaͤchlich hinſichtlich der Maſſe von Dungſtoff, welche von denſelben nach Verhaͤltniß der Fuͤt⸗ terung und Einſtreu gewonnen werden kann, mitunter auch hinſichtlich ihrer Zutraͤglichkeit fuͤr den vorhandenen Boden. §. 362. Die hauptſaͤchlichſten Nutzvieharten ſind be⸗ kanntlich: Rindvieh, Schafe, Pferde und Schweine. Von dieſen ſind wieder, wegen ihres vielſeitigeren und allge⸗ meineren Nutzens, die wichtigeren das Rind und das Schaf; die mehr untergeordneten: das Pferd und das Schwein. Die Rindviehhaltung zerfaͤllt in Molkerei, Auf⸗ zucht und Maſtung; die Schafzucht in grobe und feine, Hammel⸗ und Zuchtviehhaltung; die Pferdezucht in Zucht⸗ ſtutenhaltung mit Fohlenzucht oder Fohlenzucht durch Zu⸗ kauf; die Schweinezucht in Mutter⸗, Laͤufer⸗ und Maſt⸗ ſchweinehaltung. Das Nähere behandelt die Lehre von der Viehzucht. §. 363. Faſſen wir zunaͤchſt die beiden Hauptzweige, Rindvieh⸗ und Schafhaltung, ins Auge, ſo ergibt ſich, daß in den meiſten Wirthſchaften das Rindvieh ein Haupttheil des Nutzviehſtandes iſt, theils weil es fuͤr die meiſten Localitaͤten geeignet iſt, theils weil die Wirthſchaft ſelbſt einen Theil der Producte dieſer Viehgattung bedarf; beſonders aber auch weil ſie als ein allgemeiner Conſnm⸗ tionsgegenſtand leicht Abſatz finden. Insbeſondere nimmt die Rindviehhaltung bei kleinen Guͤtern, zerſtuͤckeltem Bo⸗ denbeſitz, Stallfuͤtterung und intenſivem Wirthſchaftsbe⸗ triebe den erſten oder ſelbſt einzigen Platz ein; eben ſo — 190— verhaͤlt es ſich in naßkaltem Clima oder auf fettem, feucht gelegenem Boden, es mag Stallfuͤtterung oder Weide⸗ wirthſchaft getrieben werden, weil ſolche Localitaͤt der Na⸗ tur des Rindes zutraͤglich, der des Schafes nachtheilig In einer kleinen Wirthſchaft kann es ſich nicht verlohnen, Schafe zu halten, es ſey denn, daß mehrere zuſammen enie Heerde bilden, oder daß man ſie ganz auf dem Stalle hält, was jedoch nur ſelten mit der Stallfütterung des Rindviehes die Concurrenz aushaͤlt.„ §. 364. Je trockner und beduͤrftiger der Boden, um ſo mehr wird die Schafzucht Hauptſache, ſo bald auch die ſonſtigen Verhaͤltniſſe die Anlegung von kuͤnſtlicher Weide beguͤnſtigen, oder ohnedieß viele natuͤrliche Weiden vor⸗ handen ſind. Auf mittleren und größeren Guͤtern, wenn ſchon die Wirthſchaftsweiſe in der Hauptſache auf Stallfuͤtte⸗ rung des Rindviehes baſirt iſt, bleibt es dennoch faſt immer vortheilhaft, nebenbei Schaͤferei zu treiben, weil durch ſolche eine Menge zufaͤlliger Weide noch benutzt werden kann, die ſonſt verloren gienge; die außerdem weiter nothwendigen Unterhaltungsmittel der Schafe aber in der Regel durch ihren Ertrag einſchließlich des Pferchs, reichlich gedeckt werden. Sehr zu beklagen iſt der Grnndbeſitzer, welcher eine vorzugs⸗ weiſe zur Schafhaltung geeignete Localität hat, die aber dem Ser⸗ vitut unterliegt, daß ein anderer das Beweidungsrecht hat. §. 365. Wenn es demnach gewiſſe Localitaͤten gibt, welche entſchieden fuͤr Rindviehhaltung, andere, welche enrſchieden fuͤr Schaͤferei ſprechen, ſo ſind doch, abgeſehen von den Extremen und den ſehr kleinen Guͤtern, die mei⸗ ſten von der Art, daß, hinſichtlich der auf die Localitaͤt zu nehmenden Ruͤckſicht, ſowohl dem einen, wie dem an⸗ dern kein abſolutes Hinderniß entgegen ſteht, wohl aber noch haͤufig durch die Localitaͤt der Fingerzeig gegeben vidd, d vich zo u ni di Ge ruͤtſich an die 9. kung ſchon gen de und A daxnac ter Vie tat eine tan, b herthtt eutf betthong Sdrhuc dann aud ſtlich d wen, der diftend d Nind Plaze pradne derwan und Na Gene naſtn dls n I he a droßs it ei faten ftun oe Dei litt deh 88 mttzi nit wlt nen enie he ilt, was fn die Emnann Boden,u bald autg ſtlichr Ah Weiden w uütern, ve uf Stalftn ch faſt imr il durchſet den kann, ü nothwendin Regel dut chlich gent eine vohe zber dem en t hat. niitäten gih dere, wibh h, abgeſta m, de nh die Lornlit vie den w „ wohl tn dig geuthn wird, dem einen oder andern Hauptzweige das Ueberge⸗ wicht zu belaſſen. In wie weit dieſes nun in allen hieher zu zaͤhlenden Faͤllen raͤthlich ſey, hiezu muß hauptſaͤchlich die Gelegenheit zur Verwerthung der Producte mit Be⸗ ruͤckſichtigung der beſonderen Zeitverhaͤltniſſe, das Nͤhere an die Hand geben. §. 366. Soll zu dem Ende eine vergleichende Berech⸗ nung aufgeſtellt werden, oder iſt es durch die Localitaͤt ſchon entſchieden, daß nur eine der beiden Hauptgattun⸗ gen dafuͤr ſich eigne, ſo bleibt es immer noͤthig, Localitaͤt und Abſatzgelegenheit weiter in Betracht zu ziehen, um darnach auszumitteln, welchen Hauptbetriebszweigen je⸗ ner Viehgattungen der Vorrang gebuͤhre.— Das Reſul⸗ tat einer richtig geſtellten Berechnung muß am Ende dar⸗ thun, bei welchem Zweige das Futter am hoͤchſten ver⸗ werthet, der Duͤnger am wohlfeilſten producirt wird. Eutfernung von Marktorten, Mangel an Gelegenheit zu Ver⸗ werthung von Molkerei⸗Producten ꝛc., geſunde Localität für Schafzucht und günſtige Gelegenheit zum Abſatz der feinen Wolle, wenn auch in größere Entfernung, wohin dieſe den Transport hin⸗ ſichtlich der Koſten zum Werthe geſtattet, können z. B. dazu beſtim⸗ men, der feinen Schafzucht ein entſchiedenes Uebergewicht zu geben, während in einer Localität, wo reicher Boden und feuchte Lage, die Rindviehzucht zwar Hauptſache bleibt, aber wegen des guten Abſatzes und der ſonſtigen Verhältniſſe des Gutes, die Haltung grobwolliger Hammnl nebeubei ſehr räthlich iſt. Wo die Milch gut verwerthet werden kann, wird die Kuhhaltung vor Jungviehzucht und Maſtung den Vorzug behaupten, wv man viel Abfälle techniſcher Gewerbe und ſchlechten Abſatz für Molkereiproducte hat, die Ochſen⸗ maſtung, wo man von Marktplätzen entfernt iſt und mehr mageres, als reichliches Futter hat, die Aufzucht häufig am Platze ſeyn ꝛc. Alles Speciellere in der Lehre von der Viehzucht.— Man verglei⸗ che auch das dritte Capitel der erſten Abtheilung dieſes Bändchens. §. 367. Pferdezucht im Groͤßeren kann nur auf großen Wirthſchaften mit wohlfeiler und paſſender Weide in eine Concurrenz mit der Rindvieh⸗ oder Schafzucht — 192— treten, und bedingt auch dann vor Allem beſondere Sach⸗ kenntniß, Intelligenz und groͤßere Capitalanlage von Sei⸗ ten des Wirthſchafters. Im kleinen Maasſtabe als Ne⸗ benſache kann die Pferdezucht mit den ohnedieß zu halten⸗ den Arbeitspferden anf vielen Wirthſchaften mit Nutzen ſtattfinden, ſobald der Wirthſchafter Aufmerkfamkeit und Sorgfalt darauf verwendet, auf wohlfeile Ernährung der Fohlen Bedacht nimmt und Gelegenheit zur Bewegung fuͤr dieſelben ohne große Schwierigkeit ſchaffen kann. §. 368. Auch die Schweinezucht kann nur unter beſonderen Localitaͤten mit entſchiedenem Vorzuge im Groͤ⸗ ßeren ſtattfinden, und zwar namentlich, wo ſich dafuͤr uͤber Sommer hinreichende Weide auf feuchten, ſchattigen Stellen, auf in geringer Culturſtufe ſtehenden Feldern, in Waͤldern ꝛc. findet, und auch uͤber Winter ihre Ernaͤhrung durch Abfaͤlle techniſcher Gewerbe verhaͤltnißmaͤßig wohl— feil koͤmmt. In mehr oder weniger kleinerem Maasſtabe iſt Schweinehaltung wegen Benutzung von Abfaͤllen aus dem Haushalte, den Gaͤrten, Fruchtboͤden, der Molke⸗ rei ꝛc. meiſtens vortheilhaft und oft ſehr eintraͤglich. In Betreff der Unterſuchung der Umſtände, unter denen die Haltung von Mutterſchweinen, die Aufzucht und Maſtung das vor⸗ theilhaftere, wird ebenfalls auf die Lehre der ſpeciellen Viehzucht verwieſen. §. 369. Was die Ruͤckſicht auf die Beſchaf⸗ fenheit des Duͤngers betrifft, iſt ſolche bei den zwei Hauptnutzviehgattungen als eine untergeordnete zu betrach⸗ ten, indem beide Duͤngerarten, Rindvieh⸗ wie Schafmiſt (einſchließlich des Pferchs), je nachdem man ſie behandelt und anwendet, beinahe fuͤr jeden Boden tauglich ſind, im Allgemeinen auch wohl angenommen werden darf, daß der Dungwerth aus gleichen Maſſen von Futter und Streu ſich ziemlich gleich verhalte, dieſe Materialien rigen! eiht giuddi Quant wit R niben Düng ſand, ſäh ſ ds wenn thtt w Den gt geuin Scjtſen 6. füiti nc d mnteri de vor vas be nall z uniſt ter und nit A vie de ven nit der Eai⸗ e don Eii he als ne iu ule nit Juha famkeit ud näͤßrung i ewegung ſi an. 1 nur uner ge in r ſch wi , ſchttin Felder,i Ernätnm näßig va Maazſti bfällen an der Muke⸗ glih. ter deen i fung das der len Vüthzat Beſchh i den zwi zu betni⸗ Scefuit e behandel h ſid, in ff, daß d tter und Naterialen — 193— moͤgen mit Rindvieh oder Schafen conſumirt worden ſeyn. Sehr beachtenswerth aber bleibt dennoch, daß mit dem Rindvieh, nach Verhaͤltniß des Futters, eine viel groͤßere Quantitaͤt Streu verbraucht werden und in Folge deſſen mit Rindvieh, ſobald es an Streuſtroh nicht fehlt, neben der gleichen Futtermenge, eine groͤßere Quantitaͤt Duͤnger erhalten werden kann, als mit Schafen; ein Um⸗ ſtand, der dazu beitraͤgt, bei Wirthſchaften, welche nicht ſehr ſtroharm ſind, ſich dahin zu beſtimmen, einen Theil des Nutzviehes immer in Rindvieh beſtehen zu laſſen, wenn auch durch Schafe das Futter etwas hoͤher verwer⸗ thet werden kann. Den Vortheilen, welche die Rindviehhaltung durch den dabei zu gewinnenden Pfuhl gewährt, dürften die des Pferchs von den Schafen gegenüber zu ſetzen ſeyn. §. 370. Wegen der ſchnellen Zerſetzlichkeit und Ver⸗ fluͤchtigung des Pferdemiſtes kann der Dungwerth deſſelben, nach Verhaͤltniß des angewendeten Futter⸗ und Streu⸗ materials, nicht ſo hoch angeſchlagen werden, wie der Werth des von dem Rind⸗ oder Schafvieh gewonnenen Duͤngers, was bei der Wahl der Pferdezucht als Hauptnutzviehzweig wohl zu beruͤckſichtigen iſt. Auch der gewoͤhnliche Schwei⸗ nemiſt hat hoͤchſt wahrſcheinlich, nach Verhaͤltniß von Fut⸗ ter und Streu nicht den vollen Werth, wie der Rindvieh⸗ miſt. Beide Düngerarten paſſen überdieß auch nicht für jeden Boden, wie der von den Pferden nicht für den hitzigen, der von den Schwei⸗ nen nicht für den kalten Boden. Das Ausführlichere im erſten Bande, erſte Hauptabtheilung ſechſtes Capitel.— §. 371. Wie viel Nutzvieh nach Verhaͤltniß der Groͤße eines Gutes zu halten ſey, dafuͤr er⸗ geben ſich die Anhaltspunkte, wenn nach den im vorigen Capitel aufgeſtellten Grundſaͤtzen die Fruchtfolge und ſo⸗ Pahſt Landwirthſchaft II. 2⸗ 13 — 194— mit auch die Futterproduction(mit Einſchluß derjenigen von den Wieſen und Weiden) feſtgeſtellt, auch die Art und das Verhaͤltniß der Nutzviehhaltung bereits beſtimmt iſt, woraufhin alsdann nach vorliegenden Erfahrungen und unter Anwendung der Grundſaͤtze fuͤr die Viehzucht berechnet wird, wie viel Vieh ernaͤhrt werden kann, denn es muß naturlich deſſen ſo viel gehalten werden, daß das zu producirende Futter und das zu conſumiren angenom⸗ mene Dungmaterial damit auch zweckmaͤßig conſumirt wer⸗ den kann. §. 372. Daß nach den einwirkenden Umſtaͤnden das Verhaͤltniß des Viehſtandes zur Flaͤche ſehr verſchieden ſey, leuchtet nach dem bisher Abgehandelten ein, es kann z. B. eine Wirthſchaft auf gutem Boden mit Stallfuͤtterung und Fruchtwechſel wohl das Doppelte an Nutzvieh halten, wie eine Weidewechſelwirthſchaft auf armem Boden u. ſ. w. Als Durchſchnitt darf bei Wirthſchaften, wo der Acker bau die Haupttendenz iſt, alſo nicht die Mehrheit der Flaͤche in natuͤrlichem Grasboden beſteht— folgendes angenommen werden. 1) Ein mittleres Verhaͤltniß iſt es, wenn auf 7 heſſ. oder preuß.(5, 33 wuͤrtb.) Morgen ein Stuͤck maͤßig gut genaͤhrtes Großvieh von mittlerem Gewicht koͤmmt. 2) Traͤgt es auf 5 bis 6 Morgen(4 bis 4, 75 wuͤrtb.) ſchon ein Stuͤck Großvieh, ſo iſt dieß ein Verhaͤltniß, wo⸗ bei der Viehzucht bereits einiges Uebergewicht gegen den Ackerbau eingeraͤumt iſt; trägt es auf 4 Morg. oder noch weniger ſchon ein Stuͤck Großvieh, ſo iſt die Wirthſchaft ſchon eine eigentliche Viehwirthſchaft, der es zugleich nicht an gutem Boden gebricht. 3) Wird erſt auf 9 bis 10 Morg.(7 bis 8 wuͤrtb. Morg.) ein Stuͤck Großvieh gehalten, ſo iſt dieß ein Zei⸗ chen von ſehr beduͤrftigem Boden oder von einer ſchlecht organiſirten Wirthſchaft. à gii nur gaud ten Sit udi 5 dieh, Bedent nen hi portien D Dunge ſch u . 1 ſteft! dich) mu 4 dar darge 4 aden hhels terda mht man wie tbgel renign 1 die M ts beüirn Erfatnung die Vahnt kann, den en, daß ni en angenen nſawin we nſtänden u r verſie ein, es in talfüttemg zvieh haln dden u. der Ace t der Flit angenonna t auf 7 ſi d mäßig g mmt. „75 würt hältnih, ue gegen in g. oder ni Wittzſche uglei ni 8 virh ieß ein 3 eine ſhle — 195— Bei einer ſolchen Berechnung wird das natürliche Grasland mit zur ganzen Fläche gerechnet. Daß Großvieh wird nach den bekann⸗ ten Sätzen berechnet, nemlich: Kühe, Ochſen, Pferde als Großvieh; zwei Stück junges Rindvieh verſchiedenen Alters für ein Stück Groß⸗ vieh, 10 bis 12 Schafe oder Schweine für ein Stück Großvieh. Bedeutende Abweichungen in der Größe und der Ernährnng von ei⸗ nem hier zu Grund liegenden Mittelderhüttniſ, müſſen nach Pro⸗ portion reducirt werden. Daß auch hier von ungewöhnlichen Verhältniſſen, wie ſtarker Dungankauf, Gründüngung als Hauptſache ꝛc, abgeſehen iſt, verſteht ſich von ſelbſt. Siebentes Capitel. Wahl und Unterhaltungsweiſe der Arbeitskräfte. 4 §. 373. Wie wichtig es ſey, daß die fuͤr die Wirth⸗ ſchaft beduͤrftigen Arbeitskraͤfte(Handarbeiter und Spann⸗ vieh) in erforderlicher Menge und Beſchaffenheit vorhan⸗ den und auf die ſchicklichſte Weiſe unterhalten ſeyen, iſt im 4. Capitel der erſten Abtheilung der Betriebslehre bereits dargethan. §. 374. In jenem Capitel iſt(§. 128 und f.) weiter auseinander geſetzt, wie die erforderlichen Handarbeiter theils in Jahresloͤhnern, theils in Tagloͤhnern und Ac⸗ cordarbeitern beſtehen, in wie weit es vortheilhaft ſey, mehr von den einen oder den andern zu halten, wie viel man deren unter beſtimmten Vorausſetzungen bedarf, oder wie man den Bedarf berechnet, wie ſie unterhalten und abgelohnt werden u⸗ ſ. w⸗ M11 — 196— §. 375. Ueber die Wahl des Spannviehes— ob Pferde, Ochſen oder Kuͤhe— den Bedarf nach Maasgabe der einwirkenden Umſtaͤnde, die Koſten ꝛc. iſt in dem Ca— pitel„von der Arbeit“ ebenfalls das Naͤhere abgehan⸗ delt(§. 146 und f.). Für die Ausmittelung des Bedarfs an Zugvieh(§. 157 u. f.) kann noch weiter zum allgemeinen Anhalten angenommen werden, daß bei gewöhnlicher Körnerwirthſchaft oder auch einfachem Fruchtwechſel auf 40— 50 heſſ. oder preuß.(32— 40 würtb.) Morg. ſchweren, 55 bis 70 Morg.(— 44 bis 55 würtb. M.) Mittel⸗ und 80— 100 Morg.(= 64 bis 80 würtb. M.) leichten Boden ohngefähr 2 Stück dem Boden angemeſſenes Zugvieh erforderlich ſind; ſind die Felder zerſtückelt oder zum Theil entfernt, ſo braucht man ſchon mehr, eben ſo wenn beſondere Nebenfuhren häufig vorkommen; ſind unverhältniß⸗ mäßig viele Wieſen vorhanden, ſo iſt auf deren Beerndtung und Düngung, wo ſolche ſtattfindet, ebenfalls etwas mehr zu rechnen; eine beſonders intenſiv betriebene Wirthſchaft gebraucht mehr, eine mehr extenſiv betriebene aber, wie Koppelwirthſchaft oder Luzerne⸗ rotation, aber bedeutend weniger, als hier im Durchſchnitt gerech⸗ net iſt. 1. §. 376. Es darf demnach, was die Wahl und Unter⸗ haltungsweiſe der Arbeitskraͤfte betrifft, in jeder Bezie⸗ hung auf das von der Arbeit handelnde mehrfach ange⸗ zogene Capitel der erſten Abtheilung verwieſen, und das daraus theilweiſe auch hierher Gehoͤrige hier uͤbergangen werden. toher Terk fir ttiebe ſolch dieſer rieffil Jerar ' tenein dm es ſen. taialt ihes— 1 Naägi in den dere ahgihn (.Wru nen wetde, m Fnaet Morg. ſton und G- j ngefißr? eit ſind die dir chon mehr,(e d unverſibi Beerndtung n ehr zu rther ictt wehr, in tt oder luhm⸗ rchſchnitt zat dl und Un jeder Iey rehrfach an ſen, und i r uͤbergeng — 197— Achtes Capitel. Verbindung von Nebengewerben mit der Wirthſchaft. §. 377. Sobald durch techniſche Verarbeitung ein rohes Produkt der Wirthſchaft hoͤher, als durch direkten Verkauf verwerthet werden kann, und keine Hinderniſſe fuͤr die Verbindung eines hiezu dienenden techniſchen Be⸗ triebszweiges mit der Wirthſchaft vorliegen, ſo muß eine ſolche Verbindung jedesmal vortheilhaft ſeyn. Daß aber dieſer Fall ſehr haͤufig eintrete, iſt durch die Erfahrung vielfaͤltig dargethan; ja manche Produkte koͤnnen ohne Verarbeitung oft gar nicht verwerthet werden. Von Gewerben, welche mit den Wirthſchaftsprodukten nichts gemein haben, ann nur in Beziehung auf den kleinen Grundbeſitzer, dem es an Nebenverdienſt und Nebenbeſchäftigung fehlt, die Rede ſeyn; wohl aber kann bei gutem Betriebe ein Zukauf des rohen Ma⸗ terials zu dem ſelbſt producirten ſtatt finden. §. 378. Je mehr die Localitaͤten von der Art ſind, daß es an guter Gelegenheit zur unmittelbaren Verwer⸗ thung der Produkte gebricht, um ſo mehr muß daher auch darauf gedacht werden, durch weitere Verarbeitung derſel⸗ ben ein Produkt zu erhalten, wofuͤr der Abſatz zu verhaͤlt⸗ nißmaͤßigen Preißen beſſer iſt, oder das einen weiteren Transport, als wie das rohe Produkt, zum Abſatze nach entfernteren Orten geſtattet. §. 379. Ganz beſonders ſind aber alle diejenigen techniſchen Betriebszweige zur Verbindung mit dem Land⸗ wirthſchaftsbetriebe geeignet, wobei es eine große Menge von Abfällen gibt, welche als Viehfutter brauchbar find, — 198— wodurch alſo das Futter⸗ und ſomit auch das Duͤngererzeug⸗ niß bedeutend vermehrt wird. Kann durch einen ſolchen Gewerbszweig das rohe Material, ohne die Abfaͤlle in Anſchlag zu bringen, nur zu dem laufenden Preiße ver⸗ werthet werden, ſo iſt ſein Betrieb unbedingt vortheilhaft, denn man hat alsdann das Futter umſonſt; muß dieſes aber auch noch einen Theil der Koſten des rohen Materials decken, ſo kann der Betrieb immer noch ſtatthaft ſeyn, wenn nur jenes Deſicit wieder durch den Ertrag des mit dieſem Futter genaͤhrten Viehes gedeckt wird und man alſo den Duͤnger daraus umſonſt hat, oder wenn nur das Fut⸗ ter ſich immer noch wohlfeiler berechnet, als man die be⸗ duͤrftige Quantität deſſelben auf anderem Wege haben, oder bei der eigenen Produktion ſchaffen kann. Wenn ich z. B. Brandweinbrennerei mit Kartoffeln treibe, und ich verwerthe das Malter Kartoffeln durch den Brandwein zu 48 kr., während ich es zu einem Gulden verkaufen könnte, ſe bleibt die Verarbeitung dennoch vortheilhaft, denn mit den Abfällen von 2 Maltern Kartoffeln, zur Brandweinbrennerei verarbeitet, richte ich in der Fütterung mehr aus, als wenn ich 1 Mltr. unmittelbar verfüt⸗ tere; letzteres hätte ich alſo zu 1 fl. in der Fütterung anzuſchlagen, das Spühlicht von 2 Mltrn. ſteht mich aber in jenem Falle nur 24 kr. Nicht zu überſehen iſt dabei jedoch, daß der Dünger von der gleichen Quantität rohen Materials mehr werth ſeyn muß, wenn ich daſſelbe direct verfüttere, als weun ich blos die Abfälle davon dem Vieh gebe(ſ. Aum. zu 9. 263.). §. 380. Das in beidenHinſichten zur Verbindung mit der Landwirthſchaft am meiſten geeignete und deßhalb auch am haͤufigſten damit in Verbindung vorkommende Gewerbe iſt die Brandweinbrennerei, naͤchſt dieſer die Bierbrauerei. Die Runkelruͤbenzuckerfabri⸗ kation wird hoffentlich in nicht zu langer Zeit mit jenen in die Schranken treten. Auch die Eſſigbereitung, Staͤrkefabrikation und das Staͤrkeſyrupmachen fud un len, ſ A bei z ſeiab! eigent ſchon de A und T dabei rei, Verhe beran geverl kanmen 9 hern, weig ſen di und d nigli ſa O his ung dunn Ar beid triet diſ ſen ein aui un ſngeet ſeünn ſolte e Wfileit Nreiße m borthelhet muß diſ en Marei atthaft ſcn trag dn und un di nur da ze man die Vege peh n. feln treibe, wein zu B. „ſe bleit i Abfäleen dmn! tet, riche iti ſittelbar wi⸗ g arzuſchege enem Fale n ünger von d muß, weni ille davon d Verbindun⸗ und deßlal vorkomwen naͤſt iin uckerfabri eit vit jen Hhereitung, upuacel — 199— ſind unter beguͤnſtigenden Localverhaͤltniſſen hierher zu zaͤh⸗ len, ſo wie auch die Oel⸗ und Mahlmühlen. Die Potaſchenſiederei iſt wegen der großen Menge von da⸗ bei zu gewinnendem Dungmaterial ebenfalls hier noch zu nenuen. Kä⸗ ſefabrikation und Butterbereitung im Größeren gehören eigentlich auch hierher.— Kalk⸗, Ziegelbrennerei ꝛc. ſind ſchon Gewerbe, welche entfernter ſtehen, da ſte keine rohen Produkte des Ackerbaues verarbeiten, ſondern das Material dazu im Grund und Boden ſich finden muß, auch nur wenig Abfälle der Wirthſchaft dabei zu gut kommen; eben ſo verhält es ſich mit der Torfſteche⸗ rei, den Steinbrüchen und dergl. mehr.— Wieder in anderem Verhältniſſe ſtehen Bienen⸗ uno Seidenzucht.— Die Flachs⸗ verarbeitung und dem Aehnliches kann nur als wichtiges Neben⸗ gewerbe der kleinen Grundbeſitzer und arbeitenden Claſſe in Betracht kommen. §. 381. Um durch einen Voranſchlag ſich zu verſi⸗ chern, ob ſich ein ins Auge gefaßter techniſcher Betriebs⸗ zweig zur Verbindung mit einer Wirthſchaft eigne, ſo muͤſ⸗ ſen die Verhaͤltniſſe der Gegend und des Landes unterſucht und die zu erwartenden Durchſchnittspreiße des Fabrikats moͤglichſt ſicher ausgemittelt werden; die aus einer gewiſ⸗ ſen Quantitaͤt Material zu gewinnende Menge des Fabri⸗ kats muß ebenfalls ermittelt und dann endlich eine Berech⸗ nung uͤber den Produktionspreiß aufgeſtellt werden. §. 382. Zur Berechnung des Produktionspreißes ge⸗ hoͤren namentlich die Verzinſung des in Gebaͤuden und Apparaten anzulegenden Capitals, die Unterhaltungskoſten beider, die Verzinſung des weiter noch nothwendigen Be⸗ triebskapitals, der Preiß oder Werth des Materials und Huͤlfsmaterials, Arbeitslohn, Abgaben und ſonſtige Unko⸗ ſten, z. B. beim An⸗ und Verkauf ꝛc. Dieſe ſaͤmtliche fuͤr einen Jahresbetrieb aufzuſtellenden Koſten werden dann auf das in dieſer Zeit zu gewinnende Fabrikat vertheilt und ſomit ergibt ſich der Produktionspreiß. §. 383. Außerdem hat man weiter in Betracht zu ziehen, ob die Verbindung des Gewerbes anch fuͤr die — 200— Wirthſchaftsverhaͤltniſſe insbeſondere angemeſſen iſt, na⸗ mentlich ob die Produktion des Materials fuͤr dieſelbe vortheilhaft, ob ſich das Huͤlfsmaterial, wie Waſſer, Brennmaterial in erforderlicher Qualitaͤt und Quantitaͤt vorfindet oder ſchaffen laͤßt, ob die beduͤrftigen Arbeiter, mit der erforderlichen Geſchicklichkeit ausgeruͤſtet, zu haben ſind, und ob man ſelbſt dem Betriebszweige die fuͤr den guten Gang deſſelben erforderliche Aufmerkſamkeit zu Theil werden laſſen kann. ſt, la- r diſſehe e Paſen Durniit Wweein „zn haba e ſir in it ud Landwirthſchaftliche Betriebslehre. —— Dritte Abtheilung. Fuͤhrung der Wirthſchaft. §. 384. Das durch den Betrieb einer Wirthſchaft zu erzielende Reſultat haͤngt, wie wir aus der eben geſchloſ⸗ ſenen Abtheilung wiſſen, in hohem Grade von der Zweck⸗ maͤßigkeit der getroffenen Einrichtungen(der Art der Or⸗ ganiſation) der Wirthſchaft ab; die wirkliche und auf die Dauer beſtehende Erzielung des beabſichtigten Reſultates kann aber erſt moͤglich werden, wenn die in ihrer Art gut eingerichtete Wirthſchaft, in ihrer Art nun auch gut gefuͤhrt wird. Was hiezu weſentlich erforderlich iſt, ſoll hinfort in der Lehre von der Fuͤhrung oder Di⸗ rection der Wirthſchaft dargeſtellt werden. §. 385. Die Lehre von der Fuͤhrung der Wirthſchaft theilt ſich in folgende Eapite! 1) Von dem Perſonale zur Wirthſchaftsfuͤhrung. 2) Von der Erhaltung der die Wirthſchaft bildenden Beſtandtheile. — 202— 3) Von der Anordnung und Beaufſichtigung der Ge⸗ ſchaͤfte. 4) Von der Behandlung des Arbeitsperſonals. 5) Von der Anſchaffung der Beduͤrfniſſe und Verwer⸗ thung der Producte. 6) Von der Rechnungsfuͤhrung. 9 ſt, un d A mehr hächte fetder de! nuc Dit ſt inme ner weite lger dr G. 8. Detwe⸗ Erſtes Capitel. Perſonale zur Wirthſchaftsführung. §. 386. Je kleiner der Umfang einer Wirthſchaft iſt, um ſo weniger iſt der Wirthſchafter mit der Direktion des Wirthſchaftsbetriebs hinlaͤnglich beſchaͤftigt und um ſo mehr iſt es zum guten Beſtehen des Eigenthuͤmers oder Paͤchters, der von dem Betriebe leben will und muß, er⸗ forderlich, daß er mit den Seinigen einen großen Theil der Arbeiten ſelbſt verrichte. Ohne Zweifel iſt es aber auch in der kleinen Wirthſchaft ſehr wichtig, daß der Wirthſchafter mit Sachkenntniß und Ueberlegung ſeine Geſchaͤfte vornehme; am meiſten kommt es aber dabei doch immer auf ſeinen Fleiß an, wodurch er, mit Einſchluß ſei⸗ ner arbeitsfaͤhigen Familienglieder, theils die Anſtellung weiterer Arbeiter entbehrlich macht, theils die noch beduͤrf⸗ tigen veranlaßt, ebenfalls fleißig zu arbeiten. §. 387. Erſt wenn die Wirthſchaft zu den mittelgro⸗ ßen gezaͤhlt zu werden verdient(ſ.§. 26), kann es ſich austragen, daß der Eigenthuͤmer, Paͤchter oder Verwalter ſich ausſchließlich mit der Leitung derſelben beſchaͤftigt und je nachdem ſie die mittlere Groͤße uͤberſteigt oder mehr — 204— oder weniger complicirt iſt, bedarf es zur Huͤlfe des Diri⸗ genten noch mehrerer demſelben untergeordneter Organe. Weun z. B. ein Gut nur 100 Morg. groß iſt, und es ſollte auf Rechnung verwaltet werden, ſo würde der Verwalter leicht 1o viel koſten, daß ein bedentender Theil des Reinertrags dadurch ab⸗ ſorbirt würde; bei einem Gute von 400 bis 500 Morg. wird dage⸗ gen die Direction, auf den Morgen berechnet, noch nicht den drit⸗ ten Theil ſo viel, als dorten koſten. §. 388. Ein Unterſchied fuͤr die Zuſammenſetzung des Directionsperſonales liegt ſodann darin, ob der Eigen⸗ thuͤmer ſelbſt, oder auch ein Paͤchter, der Dirigent iſt, oder ob das Gut verwaltet wird. In jenem Falle fällt manches Geſchäft und manche Einrichtung weg, welche im letzteren Falle der Controle und Verantwortlichkeit wegen nöthig ſiud. Dagegen will aber der Eigenthümer auch öfters weniger mit dem Detail der Leitung ſich befaſſen und hält ſich deß⸗ halb einen Gehülfen, auf den ein Verwalter an des erſtern Stelle nicht immer Anſpruch machen kann. §. 389. Bei Guͤtern von mittlerem Umfange, zumal wenn der Betrieb auf eine einfache Weiſe organiſirt iſt, kann der Eigenthuͤmer oder Paͤchter, oder an des erſteren Stelle der Verwalter, entweder allein die Wirthſchaft fuͤh⸗ ren oder er braucht hoͤchſteus noch einen, nach Umſtaͤnden mit Hand anlegenden Oberknecht. Fuͤr eine etwas groͤßere oder complicirtere Wirthſchaft wird meiſtens ſchon ein Ge⸗ huͤlfe erfordert, der den Platz eines Unterverwalters oder Aufſehers ausfuͤllt.— Zweckmaͤßig iſt auch, vorausgeſetzt, daß Umfang und Reinertrag der Wirthſchaft es austra⸗ gen, die Einrichtung, wenn dem Dirigenten ein beſonderer Rechnungsfuͤhrer zur Seite ſteht, welcher zugleich die Vor⸗ raͤthe verwaltet, und dabei noch ein Oberknecht fuͤr die ſpecielle Aufſicht der Arbeiter gehalten wird.— Außerdem bleibt die Haushaͤlterin in jeder Wirthſchaft von einiger Bedeutung ein Haupterforderniß, wenn die Speiſung des Geſindes nicht in Accord gegeben iſt. d Oekobo zenome gutes dualif ſelten Wirt Oder ein ner wini mend nn di iig at eeford ausge feine de herh : Nähen fini ſäter Te ſc de di t draan. id ts ſal er liht dadurh a witd dga it da di ſezung d der Ehn digent ſ Einrihten twortlihtit wauch iie alt ſt d eſten Sul ge, zunu auiſirt ſi es erſtern ſcaft f Umſtända as grifen in ein Ge lters ode ausgiſt 3 austo beſondern die Ver⸗ t für di Außerdm n einixer ijung de Die Aufſeher(Gehülfen) gedachter Art ſind entweder angehende Oekonomen aus dem gebildeten Stande, oder aus der arbeitenden Claffe genommene Leute, welche ſich durch Geſchicklichkeit, Thätigkeit und gutes Betragen ausgezeichnet haben. Sind dieſe in ihrer Art recht qualificirt zu haben, ſo verdienen ſie den Vorzug; ſie ſind jedoch ſelten ſo zu finden.— Je nach den beſonderen Verhältuiſſen des Wirthſchaftsführers wird ſolchen Gehuüͤlfen der Wirkungskreis enger oder weiter gezogen. §. 390. Wird eine groͤßere Wirthſchaft oder ſelbſt ein groͤßerer Guͤtercomplex fuͤr Rechnung des Eigenthuͤ⸗ mers adminiſtrirt, ſo iſt es um ſo wichtiger, daß der Ad⸗ miniſtrator vollen Spielraum habe, das Ganze, ohne hem⸗ mende Nebenbeſtimmungen, im wahren Sinne des Worts zu dirigiren, je bedeutender die Beſitzung iſt. Gleich wich⸗ tig aber iſt es dann auch, daß der Dirigent ein mit den erforderlichen Eigenſchaften, Kenntniſſen und Erfabrungen ausgeruͤſteter Landwirth ſey(ſ.§.§. 9 und 19) und durch ſeine Perſoͤnlichkeit, ſo wie den eingegangenen Contract, dem Eigenthuͤmer verantwortlich bleibe und moͤglichſte Si⸗ cherheit darbiete.— Daß man tüchtige Leute auch gehörig bezahlen und angemeſſen behandeln muß, wenn mau ſie haben und behalten will, ſollte über⸗ flüſſig ſeyn zu bemerken, wenn man nicht noch öfters verkehrte An⸗ ſichten und Verfahrungsweiſen in dieſer Hiuſicht fände. §. 391. Je groͤßer die einem Dirigenten anvertraute Verwaltung iſt, um ſo mehr iſt es nothwendig, daß er ſich nur mit der Hauptleitung befaſſe, und fuͤr die einzel⸗ nen Guͤter oder Zweige wieder tuͤchtige Untergebene habe. Sehr nothwendig iſt es alsdann, daß die Branchen der einzelnen Beamten gehoͤrig abgetheilt, dieſelben genau in⸗ ſtruirt und conſequent zu einander geſtelltt ſind. Iſt das Gut ſehr groß, ſo ſtellt man z. B. für folgende Haupt⸗ zweige beſoudere Verwalter an: einen für die Feldarbeiten, einen für die innere Verwaltung(Speicher, Viehhaltung, techniſche Ge⸗ werbe), einen für die Caſſenverwaltung und das Rechnungsweſen, — 206— Die Geſpanne haben wieder ihren Oberknecht(zugleich Sä⸗ mann), die Schaͤfereien, Molkereien, Brauereien, wo es ins Große geht, ebenfalls ihre beſondere Vorſteher ꝛc. Vorwerke ſind je nach Umfang und Wichtigkeit mit Verwaltern oder auch nur mit ſogenannten Vögten beſetzt. Die Bezeichnungen und Titel der Wirthſchaftsdirigenten und ihrer Organe ſind je nach dem Landesgebrauche ſehr verſchieden; die Dirigenten größerer Beſitzungen heißen z. B. Wirthſchaftsdirectoren Oberamtmänner, Amtsverwalter ꝛc.; die Adminiſtratoren einzelner größerer Güter, mit oder ohne Vorwerke, heißen Verwalter, In⸗ ſpector, Amtmann ꝛc.; die mehr untergeordneten Gehülfen: Wirth⸗ ſchaftsſchreiber, Schaffner, Hofmeier, Baumann, Vogt, Geiſelmeier, Sackbauer ꝛc. §.§. 392. Auch bei der Verwaltung einzelner groͤ⸗ ßerer Guͤter handelt der Eigenthuͤmer, der nicht ſelbſt Landwirth und Hauptdirigent iſt, in der Regel zu ſeinem Nachtheile, wenn er Einrichtungen trifft, welche den freien Gang der Bewirthſchaftung, die dem Verwalter uͤber⸗ tragen iſt, zu ſehr beſchraͤnken⸗ Dabei verſteht es ſich von ſelbſt, daß der Verwalter ſchuldig iſt, den Gutsherrn von dem Gange und Stande des Betriebs durch Berichte und Ueberſichten in genauer Kenntniß zu erhalten. Auch iſt es ſehr zweckmäßig, daß bei Verwaltungen, wo der Gutsherr in der Regel abweſend und nicht im Stande iſt, ſich von dem guten oder zu verbeſſernden Gange der Wirthſchaft zu unterrichten— durch einen tüchtigen und mit dem Gange der Wirthſchaft nicht unbekann⸗ ten Sachverſtändigen von Zeit zu Zeit eine Reviſton der Wirthſchaft vorgenommen wird. Wo aber der Gutsherr nicht eigentlicher Diri⸗ gent ſeyn kann, weil er nicht Sachkenner oder mehr abweſend, als anweſend iſt, da wird der Betrieb ſtets hinken, wenn er ſpecielle An⸗ ordnungen für denſelben treffen oder gar den dem Verwalter unter⸗ gebenen Leuten direct Befehle ertheilen will. §. 393. Bei mittelgroßen Guͤtern mit einfachem Wirth⸗ ſchaftsbetrieb kann es den Verhaͤltniſſen haͤufig angemeſſen feyn, daß einem braven, thaͤtigen, aber fuͤr die eigentliche Organiſation einer Wirthſchaft nicht gewachſenen Manne dſe lau her 9 thüwer wit d 1„ 4 eintich riſſen pruft . der Le dß ü⸗ werde nn ſc von der ken ka als V ſcaſt! Dirth berpfl von il liſſn tüchti weil ni din ung 8 „Ternatn rigenten uh rſcüden, aftsdireen ren einzn ewalter, Je Ifen: Ai Geiflwin zelter gi richt ſeij l zu ſein den ſtin alter r atter ſadi zetriebs dut zaltn. Ai Gutsſerii n dem gu tten- durd it unbekm⸗ Wirthſcit klichet di weſeld, peciele h valter lnti: zen Tit angemnſen iigentite en Maune —-— 207— die laufende Fuͤhrung uͤbertragen wird, waͤhrend ein hoͤ⸗ her gebildeter Sachverſtaͤndiger, ſey es nun der Eigen⸗ thuͤmer ſelbſt oder ein dazu erwaͤhlter anerkannt tuͤchtiger mit den Localverhaͤltniſſen vertrauter Landwirth, die Haupt⸗ einrichtung angibt und leitet und je nach den Zeitverhaͤlt⸗ niſſen die als zweckmaͤßig ſich ergebenden Veraͤnderungen pruͤft und anordnet. Damit ſoll keineswegs dem von Nebbien(Einrichtungskunſt der Landgüter ꝛc.) aufgeſtellten Syſteme unbedingt gehuldigt ſeyn, daß überall die Orgauiſation durch beſondere Einrichter beſorgt werden müſſe und die Wirthſchaftsführer nur empiriſch gebildete Leute zu ſeyn brauchten. Die vollkommenſte Wirthſchaftsführung iſt nur von dem vollkommen gebildeten und zugleich durch Erfahrung gereif⸗ ten Landwirthe zu erwarten. Solche Männer ſiud aber nur ſelten als Verwalter zu finden, und ſehr häufig iſt den Kräften der Wirth⸗ ſchaft die Bezahlung nicht angemeſſen, welche ſie anſprechen würden. §. 394. Einen wichtigen Poſten in der groͤßeren Wirthſchaft, wo das Geſinde auf Rechnung des Herrn verpfleget wird, bekleidet endlich die Haushaͤlterin, denn von ihrer Perſon haͤngt das Mehr oder Weniger von einem Hauptheile des Wirthſchaftsaufwandes ab. Am beſten iſt die Wirthſchaft berathen, wenn die Frau des Wirthſchaf⸗ ters verſtaͤndig, erfahren und thaͤtig genug iſt, um die ſpecielle Aufſicht uͤber den inneren Haushalt und die da⸗ rin beduͤrftigen Maͤgde felbſt fuͤhren zu koͤnnen. Vollkommen tüchtige Wirthſchafterinnen für größere Güter werden ſtets eine Seltenheit bleiben, denn ſelten werden qualificirte Perſonen auf eine geeignete Weiſe dazu gebildet; der Entſchluß, einen ſolchen Dienſt zu übernehmen, wird gewöhnlich erſt durch zufällige Ereig⸗ niſſe beſtimmt.— Wer daher ſo glücklich iſt, eine in der Hauptſache tüchtige Haushälterin in ſeine Dienſte zu haben, ſehe über einige weibliche Launen weg, wovon ſolche Perſonen ſelten ganz frei ſind⸗ Die Schwierigkeit gute Haushälterinnen zu haben iſt ein Grund mit, wo es irgend angeht, die Leute zu deputatiſiren. §. 395. Ueber den Maasſtab zur Bezahlung des Wirthſchaftsperſonales läßt ſich nur im Allgemeinen ſa⸗ — 208— gen, daß der Gehalt ſich theils nach dem richten muß, was der einzelne auf ſeinem Standpunkte leiſten ſoll und kann, theils nach dem, was mit dem reinen Ertrage der Wirthſchaft im Verhaͤltniſſe ſteht. Wer zu karg zahlt, dem wird es am erſten an tüchtigen Sub⸗ jecten gebrechen, wer zu viel Perſonen anſtellt und der Wirthſchaft verhältnißmäßig zu viel Unterhaltungskoſten dafür anmuthet, dem wird für ſich ſelbſt nur wenig übrig bleiben.— Es iſt nichts Sel⸗ tenes daß der Director einer großen Beſitzung einen Gehalt von 1500 bis 2000 fl.(einſchließlich der Naturalien) erhält, und iſt es der rechte Mann, gewiß auch verdient. Verwalter von größeren Gütern erhalten je nach Größe und Localverhältniſſen, bei freier Beköſtigung ꝛc., von 150 bis 600 fl. Unterverwalter, Vögte und Oberknechte bei freier Koſt, 80 bis 150 fl.— eine Haushälterin erhält meiſtens zwiſchen 50 und 100 fl. jährlichen Gehalt. §. 396. Weil es im Allgemeinen ein Sporn zu groͤ⸗ ßerer Thaͤtigkeit iſt und das Intereſſe des Verwalters an das des Gutsherrn enger knuͤpft, ſo hat man ſchon oft vorgeſchlagen und es auch einzeln zur Ausfuͤhrung ge⸗ bracht, dem Verwalter als Gehalt einen gewiſſen Theil vom Reinertrage des Gutes zuzuſichern, oder ihm, außer ei⸗ nem zu dem Ende geringer geſetzten firen Gehalte, Pro⸗ cente von dem Ertrage uͤber eine gewiſſe Mittelertrags⸗ ſumme auszuſetzen. Gewiß iſt dieſe Einrichtung im Allgemeinen ſehr empfehlens⸗ werth, ſie unterliegt nur in der Ausführung mancherlei Schwierig⸗ keiten, namentlich in Bezug auf den Mehr⸗ oder Minderwerth der Vorräthe und des Inventars beim Anfange und am Ende des Rech⸗ nungsjahrs, ſo wie auch den fäͤr Meliorationen gemachten Auf⸗ wand. Koſtet die Direction einer adminiſtrirten Wirthſchaft nicht mehr, als 10 Procent, ſo kann der Eigenthümer ſehr zufrieden ſeyn. §. 397. Sobald es zweckmaͤßig iſt, das Geſinde auf Deputat zu ſetzen, ſo iſt es in der Regel auch das Ange⸗ ntſenſt Deputat her e den ſet kaufen. Se Knechte gt einet ißrer g ſiamtl Erhal 6. ſhaſtsr fandth Setge d das. 9. d G un ſ den; dieſe ſthn. henir Ta jten me ·i ſöl w arage w clign di⸗ rWirſſih muthet, d tnichs e Geſat m t, ud ſts h Griſe 9 bis en goſ, 8 9 und n orn zu rwalterz n ſchon d ührung wiſen Ti n, außer halte, P ttelertraz emfehler i Schwiei⸗ ſerverth n de des Nei⸗ nachten Ai ſt ritt nih. n ſeyn⸗ geſinde ui das Ane — 209— meſſenſte, dem Directionsperſonale ſtatt der freien Bekoͤſtigung Deputat zu geben(ſ.§.§. 133 u. 165). Demjenigen, wel⸗ cher Vorraͤthe verwaltet, darf es jedoch niemals zugeſtan⸗ den ſeyn, die Erſparniſſe von ſeinem Deputate zu ver⸗ kaufen. Sehr oft läßt es ſich ſo einrichten, daß der Oberknecht die Knechte gegen Deputat in die Koſt nimmt. Da wo kleinere Höfe zu einer Beſitzung gehören, iſt es beſonders zweckmäßig, die Vögte mit ihrer ganzen Geſindehaltung auf Deputat zu ſetzen, oder ihnen für ſämmtliche Arbeiten eine Quote vom Roh⸗Ertrage zu beſtimmen. Zweites Capitel. Erhaltung der die Wirthſchaft bildenden Beſtandtheile. 4.o §. 398. Die erſte der allgemeinen Pflichten des Wirth⸗ ſchaftsvorſtandes iſt, die Wirthſchaft in allen ihren Be⸗ ſtandtheilen ſtets zu uͤberwachen und fuͤr deren Erhaltung Sorge zu tragen. Dieſe Beſtandtheile ſind: das Gut ſelbſt mil allen Pertinentien, das Inventarium und die Vorräthe. §. 399. In Bezug auf die ungeſchmaͤlerte Erhaltung des Guts muß der Wirthſchafter die Grenzen und Mar⸗ ken ſtets im Auge behalten, ſo wie alle Gerechtſame ken⸗ nen; an jenen nichts nehmen und veraͤndern laſſen und dieſe ſtets ausuͤben und aufrecht erhalten. Zu dieſem Zwecke muß ein Grundbuch(Lagerbuch) vorhanden ſeyn und unterhalten werden, in welchem alle Grundſtücke nach Flä⸗ cheninhalt, Benutzungsart und Lage, ſo wie die Gerechtſame ꝛc⸗ Pahſt Landwirthſchaft 11. 2, 14 — 210— verzeichnet ſind. Eine richtige Karte von dem Ganzen dient da⸗ hei, ſo wie zur Bewirthſchaftung überhaupt, weſentlich zur Hülfe. Sehr zweckmäßig iſt es, daß auf dieſer Karte die Schlageintheilung und ſelbſt die Beſchaffenheit des Bodens angemerkt und mit dem Verzeichniſſe der Grundſtüͤcke eine genauere Bonitirung der letzteren verbunden iſt. Alle vorkommenden Veränderungen werden nachgetragen. Wo Gutstheile an größeren Gewäſſern liegen, iſt auf den Scha⸗ den, welchen dieſe an den Ufern öfters anrichten und die Vorbeugung deſſelben, ein beſonderes Augenmerk zu richten. §. 400. Eine unausgeſetzte Achtſamkeit muß ſodann auf die gute Erhaltung der Gebaͤude gerichtet ſeyn. Alle kleine Schaͤden muͤſſen moͤglichſt bald ausgebeſſert, groͤßere Reparaturen in Zeiten vorgenommen und weite⸗ ren Nachtheilen muß durch Ueberwachung des Geſindes und der ſonſtigen Arbeiter vorgebeugt werden, welche ſo gerne Thuͤren, Laͤden und dergleichen vernachlaͤſſigen oder ſonſt in und an den Gebaͤnden verwahrloſen. Durch gute Aufſicht über die Gebäude, und zweck⸗ und zeitge⸗ mäͤße Vornahme der nothwendigen Reparaturen, kann ein großer Theil von dem ſonſt nöthigen Bauaufwande erſpart und die Nothwen⸗ digkeit der Erneuerung der Gebände auf ſpätere Zeiten hinausge⸗ ſchoben werden. Daß die Gebäude gegen Unglück durch Feuersgefahr veraſea⸗ rirt ſeyn müſſen, verſteht ſich von ſelbſt. §. 401. Auch das Geräthe⸗Inventarium er⸗ fordert eine ſtete Sorgfalt, damit die Abnutzung Maas und Ziel nicht uͤberſchreite und das Inventarium ſtets vollzaͤhlig erhalten werde. Ueber das Inventarium muß ein Regiſter geführt werden, wo⸗ rin alle Theile nach Rubriken aufgeführt ſind, anch der Werth an⸗ gegeben, ſo wie die Perſen bemerkt iſt, welcher die Abtheilung ſpe⸗ ciell übergeben und die verantwortlich dafür iſt. Nach dieſem Regi⸗ ſter muß das Inventarium jährlich wenigſtens einmal geſtürzt und berichtigt, das Fehlende aber von denen, welchen es übergeben war, erſetzt werden. Ein jirinibe d Auimer von der 9. iſ in kännen bald! maaf es k Wurrät D hagel näſiige ſtüen daranze trg n dn dient w h an hin ageingeide und nit w der legten tragen. auf den Sir e Derahe uuß ſomm rrihtet in ausgtteſe und vite es Geſu „ welceſ iſſigen k⸗ und pit m ein guiir die Nolſen ten hinauzſ ahr beraſt ariun a ung M arium ſi werden, n⸗ er Wer ur ötheilung he dieſem Aey geſtittt w dergeben te⸗ — 211— Ein Weiteres im 5. Capitel, über die Anſchaffung der Be⸗ dürfniße. Daß das Vieh⸗Inventarium in noch höherem Grade die Aufmerkſamkeit des Wirthſchaftsdirigenten anſpreche, thut die Lehre von der Viehzucht dar. §. 402. Ein bedeutender Theil des Betriebscapitals iſt in den Vorraͤthen der Wirthſchaft enthalten. Dieſe koͤnnen in ihrem Werthe mehr oder weniger verlieren, ſo bald die fuͤr ihre gute Erhaltung erforderlichen Vorſichts⸗ maaßregeln nicht gehoͤrig zur Anwendung kommen, oder es kann durch Mangel an Aufſicht ſelbſt ein Theil der Produktenvorraͤthe fuͤr die Pirtbſchaſt ganz verloren gehen. Es gehöͤrt hierher die Aufſicht über Scheunen, Jutterböden, Speicher und Keller, der gehörige Verſchluß der Vorrathsräume, die Reinhaltung, Auslüftung, das Umwenden ꝛc. Auch die Feldpolizey(Erhaltung der noch nicht eingeerndteten Vorräthe) iſt im weiteren Sinne hierher zu zählen. Die an vielen Orten errichteten Aſſecuranzen gegen Feuer und Hagel ꝛc. bieten das Mittel dar, gegen jährliche Entrichtung einer mäßigen Abgabe ſich vor größerem Schaden durch Unglücksfälle zu ſchützen; ſelbſt für den Schaden durch Viehſterben werden jetzt Aſſe⸗ curanzen errichtet. Drittes Capitel. — 1„ Anordnung und Beaufſichtigung der Geſchäfte. §. 403. Je kleiner die Wirthſchaft iſt, um ſo mehr erg ibt ſich die Anordnung und Eintheilung der Geſchaͤfte von ſelbſt und um ſo mehr muͤſſen ein und dieſelben Per⸗ 14* ſonen zu verſchiedenen Geſchaͤften abwechſelnd verwendet werden. Je groͤßer aber die Wirthſchaft und je groͤßer die Zahl ihrer einzelnen Betriebszweige, um ſo mehr koͤmmt es auf zweckmaͤßige Eintheilung und Anordnung der Ge⸗ ſchaͤfte an, und um ſo mehr iſt es auch moͤglich, den zur Aufſicht und zur Arbeit beſtimmten Perſonen gleichartige Verrichtungen zu uͤbertragen(§. 125). §. 404. Je ausgedehnter der unter einer Direction ſtehende Wirthſchaftsbetrieb iſt, um ſo nothwendiger iſt es, daß die Geſchaͤftskreiſe der einzelnen Unterbeamten ſo be⸗ zeichnet ſind, daß jeder den ſeinen genau kennt, und daß die von oben zu machenden Anordnungen ſtets denen zu⸗ gehen, welche es zunaͤchſt angeht und welche fuͤr die Aus⸗ fuͤhrung verantwortlich ſind(ſ.§. 391). §. 405. In einer groͤßeren Wirthſchaft, in welcher mehrere Unterverwalter angeſtellt ſind, wird der Haupt⸗ gang der Geſchaͤfte bei den auf dem Gute ſelbſt wohnen⸗ den Untergebenen in der Regel Abends fuͤr den folgenden Tag angeordnet; fuͤr die Verwalter oder Voͤgte der Vor⸗ werke(Nebenguͤter) iſt es zweckmaͤßig, die Anordnungen auf eine Woche zu machen. Sehr zweckmäßig iſt es, dieſe wöchentliche Anordnung, kurz und hündig, ſchriftlich zu machen; der Untergebene hat dann dieſe An⸗ ordnungsliſte, mit den nöthigen Notitzen über die Ausführung ver⸗ ſehen, am Sonntage einzureichen und empfängt, in der Regel nach genommener Rückſprache mit demſelben, die neue Wochenvorſchrift⸗ Für Güter, welche von dem Wohnſitze des Oberdirigenten ent⸗ fernt ſind, iſt die Führung eines Anordnungsbuches über die für die Wirthſchaft eingeführte Organiſation, den Wirthſchaftsplan, und die zbei jedesmaliger Reviſton, ſo wie in der Zwiſchenzeit ſchriftlich, weiter gemachten Anordnungen ſehr nothwendig und nützlich. §. 406. Uebergeht der Wirthſchaftsvorſtand, welcher untergeordnete Vorgeſetzte fuͤr die einzelnen Betriebzweige beſitzt, dieſe in der Anordnung von Verrichtungen, in der zreche de Der nen de und di ſaltaten der 1 läßt. 8 det T walte hen tervin Gllege tergeb jede i Otelle R. tit geit gut gee gent e Shlec näglic nij ſe wweckm und i ſcnri aler dfr ſcü ga s her and derwende grißer i tehr konn g der Ga h, da ge lleihenig r Dirrtin diger ita mnien ſo t t, und dj Bdenen a ür die z in welhe der Hu bſt wohrer⸗ nfolgende te der do⸗ nordnungn ung, kurz u ann dieſe lr führung ur r Regel nl ceenvotſte jrigenten a⸗ erdie fiti len, und ü eit ſcillt, glih. ad, velcer ttrichveg gen it dr — 213— Zurechtweiſung einzelner Arbeiter ꝛc., ſo hebt er dadurch die Verantwortlichkeit der Vorgeſetzten auf, benimmt ih⸗ nen den ſo nothwendigen Reſpect bei ihren Untergebenen, und die Wirthſchaft wird in ihrem Gange und ihren Re⸗ ſultaten um ſo mehr leiden, je mehr Inconſequenzen ſich der Dirigent in dieſer Hinſicht zu Schulden kommen laͤßt. §. 407. Dagegen iſt es um ſo nothwendiger, daß der Dirigent nicht nur von Zeit zu Zeit die den Unterver⸗ waltern, Oberknechten, Schafmeiſtern ꝛc. uͤbergebenen Bran⸗ chen einer genauen, nicht vorher angeſagten Reviſion un⸗ terwirft, ſondern daß er auch fortwaͤhrend und bei jeder Gelegenheit ſich uͤber die Art der Ausfuͤhrung der den Un⸗ tergebenen zugetheilten Auftraͤge in Kenntniß ſetzt und jede in ihrem Geſchaͤftskreiſe bemerkte Unordnung auf der Stelle ruͤgt. Namentlich gehört hierher, nachzuſehen, daß die Arbeiten zu rech⸗ ter Zeit beginnen und nicht zu frühe unterbrochen werden, ob fleißig und gut gearbeitet wird ꝛc. Uebrigens iſt nicht gemeint, daß der Diri⸗ gent eine plötzlich von einem Arbeiter oder Dienſtboten bemerkte Schlechtigkeit nicht auf der Stelle rügen ſolle, nur muß er, wo möglich in Gegenwart der Gerügten, den Vorſteher davon in Kennt⸗ niß ſetzen und ihm eine weitere Rüge auftragen. Eben ſo iſt es zweckmäßig, daß nachläſſige oder böswillige Dienſtboten auf Antrag und in Gegenwart des Vorgeſetzten von dem Director beſondere ſcharfe Verweiſe erhalten. §. 408. In groͤßeren Wirthſchaften trifft es ſich, bei aller Sorgfalt in der Eintheilung der Geſchaͤfte, dennoch oͤfters, daß Anordnungen zu geben ſind, welche in den Ge⸗ ſchaͤftskreis mehrerer Untergebener eingreifen. In ſolchem Falle muͤſſen alle die zuſammen berufen werden, welche es angeht, um ihnen die Anordnung gleichmaͤßig zu ma⸗ chen und die Art zu beſtimmen, wie ſie ſich dabei zu ein⸗ ander zu verhalten haben. §. 409. Bei Guͤtern, auf welchen keine Unterver⸗ walter erforderlich ſind, werden die Geſchaͤftsanordnungen vom Wirthſchafter am beßten taͤglich zweimal, nemlich fuͤr den Vor⸗ und Nachmittag, gemacht; fuͤr den Vormittag kann dieß in der Hauptſache ſchon Abends vorher geſchehen. Es verſteht ſich von ſelbſt, daß auch hier die Befehle denen zu⸗ nächſt zugehen, welche es unmittelbar angehet, alſo dem Oberknecht, ſobald man einen ſolchen hat, für das Geſpann ꝛc. §. 410. Der Wirthſchafter, welcher die Arbeitsan⸗ ordnungen zu machen hat, muß einen beſtaͤndigen Ueber⸗ blick uͤber das Beduͤrfniß und die Wichtigkeit der vorzu⸗ nehmenden Arbeiten haben, und nach Maasgabe von Be⸗ duͤrfniß und Dringlichkeit bei der Anordnung der Ge⸗ ſchaͤfte, mit Ruͤckſicht auf die Zeiiumſtände und Witterung, verfahren. Man mache ſich zu dem Ende einen allgemeinen Arbeitsüber⸗ ſchlag für jede Hauptarbeitsperiode, daran reihe man eine ſpeciellere Eintheilung auf die nächſt kommenden 8 bis 14 Tage, woran ſich dann die täglichen Anordnungen anreihen. Wer ſich den erforderlichen Ueberblick und Ueberſchlag nicht zu erhalten und zu machen verſteht, dem drängen ſich die Arbeiten oft ſo ſehr zuſammen, daß er nicht weiß, was er zuerſt angreifen ſoll; er fängt daun gewöhnlich zu viel auf einmal an, zerſplittert die Ar⸗ beitskräfte zu ſehr, und der Erfolg iſt: Unordnung, Zurückbleiben, Gchaden. .411. Insbeſondere iſt bei der Anordnung der Ar⸗ he ten wichtig, daß der Wirthſchafter zu beurtheilen ver⸗ ſteht, wie groß das Beduͤrfniß an Arbeitskraͤften fuͤr die einzelnen vorzunehmenden Arbeiten ſey, und daß er dar⸗ nach ſeine Eintheilung zu treffen wiſſe; ſo wie auch, daß er die Verrichtungen verſchiedener Arbeiten ſo in einander greifen zu laſſen, oder an einander zu reihen verſteht, daß dadurch moͤglichſt an Zeit und Aufwand geſpart wird. §. 412. Sehr viel haͤngt endlich von der ſpeciellen Beaufſichtigung der Arbeiter ab. Die Wirthſchaft mag run grc arbeiter fange, Arbeit er mu welche hhe et fertig T tungen tergel fir di A der 4 AUurterben natdrunge nenlih ſi Verwitn e giſceün ile dn w n Ddertdi Anteüenr digen Uän, der vor⸗ abe von de ng der d d Wittemn m Arbeittüde eine ſyetielen e, vim t cllag riht e Arteitn t angreiſn ſ littert die de Zurückhlet, ung der le⸗ theilen un tn fir de daß er der auch, di in einander erſteht 1 t wird⸗ r ſpecieli ſcaft uah — 2145— nun groß oder klein ſeyn, ſo muß derjenige, welcher die Arbeiten ſpeciell anordnet, auch ſtets ſich von dem An⸗ fange, Fortgange und der Vollendung der angeordneten Arbeiten, ſo wie von der Qualitaͤt derſelben uͤberzeugen; er muß wiſſen, wo ſeine Gegenwart wichtiger iſt, auf welche ſeiner Aufſeher und Arbeiter er ſich mehr, auf wel⸗ che er ſich weniger verlaſſen, in welcher Zeit eine Arbeit fertig ſeyn kann ꝛc. Wer den in den beiden letzten Paragraphen gegebenen Anden⸗ tungen nicht zu entſprechen verſteht, der wird bald von ſeinen Un⸗ tergebenen und Arbeitsleuten abhängig, und ein größerer Aufwand für die Arbeit wird die Folge davon ſeyn. Man vergleiche weiter die§.§. 128 bis 145 im Capitel»„von der Arbeit. / Viertes Capitel. Behandlung des Arbeitsperſonales. §. 413. Neben der Zweckmaͤßigkeit der Maasregeln fuͤr die Anſchaffung, Art der Ablohnung und ſonſtige Stel⸗ lung der Arbeiter, ſo wie neben gehoͤriger Beaufſichtigung der Arbeit, liegt auch noch ſehr Vieles in der Art der Behandlung des Arbeitsperſonales, ob es mit mehr oder weniger Eifer und Fleiß den ihm angewieſenen Verrich⸗ tungen obliegt und nebenbei den Nutzen der Wirthſchaft indirect befoͤrdert oder vernachlaͤſſigt. §. 414. Das erſte Erforderniß hiezu iſt, daß der Wirthſchaftsvorſteher und ſeine Gehuͤlfen durch eigene Thaͤ⸗ tigkeit und Ordnungsliebe dem untergebenen Arbeitsperſo⸗ nale als Muſter daſtehen, und daß ſie auch in ihrer Hand⸗ — 216— lungs⸗ und Lebensweiſe im Allgemeinen ihren Arbeitern in jeder Hinſicht achtungswerth erſcheinen. §. 415. Sodann muß derjenige, welcher mit dem Arbeiter aus der Claſſe des Landvolks umzugehen hat, mit ſeinen Landesſitten, Gewohnheiten und mit dem allge⸗ meinen Volks⸗Character bekannt ſeyn, um von ihnen ge⸗ hoͤrig verſtanden zu werden und ſich das zu einem guten Vernehmen ſo noͤthige Vertrauen zu erwerben und zu er⸗ halten. Man muß deßhhalb ſchon länger mit dieſer Volksclaſſe umgegan⸗ gen ſeyn, und da ſich wieder in gewiſſen Gegenden ein bedeutender Unterſchied in den Sitten und Gebräuchen und der Volksbildung überhaupt zeigt, ſo muß man ſich, wenn man die Bewirthſchaftung in einer noch nicht gekannten Gegend antritt, hierin möglichſt bald zu unterrichten ſuchen. §. 416. Allgemeine Regeln ſind ferner, daß man zwar auf Fleiß und Arbeitſamkeit ſtreng halte, aber auch von dem Einzelnen nie mehr verlange, als er leiſten kann; daß man in der Ertheilung ſeiner Befehle deutlich und doch kurz ſey; daß man Zanken und Laͤrmen nicht zur Gewohnheit werden laſſe; daß man aber, wenn es wirklich noͤthig iſt, ernſtlich und ſtreng die Verweiſe gebe, und einmal oder fuͤr den Wiederholungsfall angedrohte Strafen ſtets einhalte; beſonders aber ſey: man ſtets un⸗ partheiiſch und gerecht. Manche verwarnen, den gemeinen Arbeiter, auch wenn er ſeine Schuldigkeit thue, nie unbedingt zu loben, weil ihn dieß leicht über⸗ müthig mache; allerdings muß man vorſichtig mit Lob, wie mit Ta⸗ del ſeyn, indeſſen kann es keineswegs gut ſeyn, unerkenntlich gegen diejenigen zu ſeyn, welche ſich in der Erfüllung ihrer Pflichten aus⸗ zeichnen. §. 417. Ein bumanes, freundliches Benehmen, Un⸗ terſtuͤtzung in Zeiten der Noth oder Pflege in Krankheits⸗ faͤllen, ein verſtaͤndiger Rath, im Falle er von dem Arbei⸗ tt it ſe glch d Beug Mittel den D Deenſt dings, wit d tinzul 3 ditſer Ehrgej ſchenle 6. insbeſc dann! de di d ziit ſe gwvenon goöe heit,h Dünſ de Nr btaue ten i dp de Wie das ſpei helt Arbeiten er wit dn ugeben z⸗ t dem al on ihnen einem gan und u laſſe ungehe in bedeurade „Delksbihen ewirthſei möglicht li , daß un e, aber and z er leiſn ehle deulc aͤrmen rich e, wenn rweiſe gate angedroht in ſtets w wenn er ſät leich üle⸗ vie mit dr runtlich gehe Pülichten auue hwen, lw Krrantbeis⸗ den Atti — 217— ter in ſeinen Privatangelegenheiten nachgeſucht wird, ſo wie auch das Anhoͤren und Beruͤckſichten ſeiner Meinung in Bezug auf die von ihm auszufuͤhrenden Arbeiten— ſind Mittel, welche nie ihre Wirkung verfehlen, den Herrn bei dem Diener Vertrauen und in Folge deſſen Willigkeit und Dienſteifer zu begruͤnden. Dagegen vermeide man aller⸗ dings, ſich in der Unterhaltung und dem Umgange zu weit mit den Dienſtboten oder ſonſtigen ſtaͤndigen Arbeitern einzulaſſen oder ihren Einfluͤſterungen Gehoͤr zu geben. Zartgefühl, einen hohen Grad von Dankbarkeit muß man bei dieſer Menſchenclaſſe zwar nicht erwarten; indeſſen kann man ihr Ehrgefühl doch leicht anregen und dadurch, neben der Ausſicht auf ge⸗ ſicherten Unterhalt, vieles ausrichten. §. 418. Bei der Auswahl der Jahresloͤhner ſey man insbeſondere ſorgfaͤltig, gutgeartete Leute zu erhalten, und dann unter Benutzung vorgedachter Mittel darauf bedacht, die Dienſtboten moͤglichſt lange im Dienſte zu behalten. Die Klagen über Verſchlechterung des Geſindes ſind neuerer Zeit ſehr gewöhnlich; allerdings haben abgenommene Religioſität, zugenommene Vergnügungsſucht und Sittenloſigkeit, und ſelbſt zu große Sprünge in der Geſetzgebung in Bezug auf bürgerliche Frei⸗ heit, hieran ihren Antheil, nicht weniger aber und oft mehr noch die Dienſtherrn durch das Beiſpiel, welches ſie ihren Leuten geben, und die Art, wie ſie dieſelben behandelu. §. 419. Der Lohn des Geſindes ſey dem Landesge⸗ brauche und ihrer Verrichtung angemeſſen; das Ueberbie⸗ ten im Lohn bringt denen, welche es thun, in der Regel doppelten Schaden. 3 Einmal weggeſchicktes Geſinde, nehme man ohne auſſerordentli⸗ che Gründe, nicht wieder an, denn in der Regel iſt es nach der Wiederkehr nicht beſſer geworden.. §. 420. Insbeſondere halte man ſtreng darauf, daß das Geſinde auf die hergebrachte und feſtgeſetzte Weiſe ge⸗ ſpeißt wird und ſeine ſonſt ihm zugeſagten Emolumente bekommt(Deputat ꝛc. wo es eingefuͤhrt iſt); und daß die — 218— Speiſe⸗, wie die Arbeitsſtunden regelmaͤßig eingehalten werden, daß aber in keiner Art eine Ueberſchreitung oder eine Verwoͤhnung ſtattfindet. Unregelmäßigkeit oder vermeintliche Verkürzung veranlaſſen Un⸗ zufriedenheit, und daraus entſpringt immer Schaden; Verwöhnung macht die Leute brutal und ungenügſam, abgeſehen von den zugleich vergrößerten Koſten.* §. 421. Bei den Tag⸗ und Stuͤckarbeitern ſtrebe man moͤglichſt dahin, ſich gewiſſer arbeitsſamer Tagloͤhner⸗ familien zu verſichern, welches gewoͤhnlich nicht ſo ſchwer iſt, wenn ſie ihr Auskommen in der Wirthſchaft geſichert ſehen und wenn man immer mehr auf den Verding hinar⸗ beitet, wodurch das Intereſſe der Arbeiter mit dem des Wirthſchafters enger verknuͤpft und die Arbeiterclaſſe in doppelter Hinſicht gehoben wird(ſ.§. 135). In denjenigen Gegenden, wo, in Folge der Frohudpflichtigkeit, Leibeigenſchaft und gänzlichen Mangels an ſittlichen und religiöſen Volksbildungsanſtalten, die arbeitende Claſſe auf ſo niederer Stufe ſteht, daß nur der Stock und die Brandweinflaſche etwas auszurich⸗ ten vermögen, wird freilich mit den hier ausgeſprochenen Grundſä⸗ tzen wenig auszurichten ſeyn, in ſolchen Verhältniſſen ſieht es aber mit dem Betrieb der Landwirthſchaft in jeder Hinſicht traurig aus; Gottlob, in Deutſchland ſind ſie eine Seltenheit. Fuͤnftes Capitel. Anſchaffung der Bedürfniſſe und Verwer⸗ thung der Produkte. §. 422. Die Sorge fuͤr die moͤglichſt beſte Anſchaf⸗ fung der in der Wirthſchaft nicht ſelbſt producirten Be⸗ duͤrfniſſe, ſo wie fuͤr die vortheilhafteſte Verwerthung der gadut girthſc bedewte 6 ſchaft haltes der V dere, Voral Ernd der, dukte Lom Pas 9 4 in: 1. I. 1 Corge Kngezaler ranlaſn Venüirn) R da zulet ie ſnt Taglähn ht ſo ſtͤn aft gfſcher ring hinn⸗ nit den d eitereaſei adofichtne und ralijän niederer Si vas autſuite nen Gruſe iſſen ſiet a inſicht traung Verwer ie Anſt neirten B⸗ rthung d — 219— Produkte, iſt noch eine ſehr wichtige Obliegenheit des Wirthſchaftsfuͤhrers, indem auch das Verfahren hiebei von bedeutendem Einfluſſe auf den endlichen Reinertrag iſt⸗ §. 423. In einer einigermaßen bedeutenden Wirth⸗ ſchaft dient zur Ordnung des landwirthſchaftlichen Haus⸗ haltes uͤberhaupt, wie fuͤr das Verfahren zur Anſchaffung der Beduͤrfniſſe und Verwerthung der Produkte insbeſon⸗ dere, als Grundlage, daß man jaͤhrlich im Herbſte genaue Voranſchlaͤge anfertigt, worin der Ertrag der ganzen Erndte an Koͤrnern, Futter, Stroh ꝛc. aufgenommen und der ganze Bedarf der Wirthſchaft von allen dieſen Pro⸗ dukten berechnet, und am Ende dargethan iſt, was davon Vorrath bleiben ſoll, was zum Verkaufe beſtimmt und was anzukaufen iſt. §. 424. Wir theilen bei der naͤheren Eroͤrterung ab in: 1. Verfahren bei der Anſchaffung der Beduͤrfniſſe; Il. Verfahren bei Verwerthung der Produkte; und III. Sorge fuͤr die Erhaltung der Vorraͤthe. I. Anſchaffung der Beduͤrfniſſe. §. 425. Die Beduͤrfniſſe, wofuͤr der Wirthſchaftsvor⸗ ſtand Sorge zu tragen hat, ſind hauptſaͤchlich dreierlei Art, nemlich fuͤr die in der Wirthſchaft zu unterhaltenden Perſonen und den Viehſtand, ſo weit die eigene Produk⸗ tion dazu nicht ausreicht; fuͤr die mit der Wirthſchaft verbundenen ſtechniſchen Betriebszweige, und fuͤr die Er⸗ haltung des Inventars. §. 426. Bei der Berechnung des eigenen Bedarfs, namentlich fuͤr die Viehhaltung, wobei, wie ſich von ſelbſt verſteht, nach Maasgabe des Erzeugniſſes und des Zwecks die Vertheilung gemacht wird, iſt nicht nur auf Deckung des Beduͤrfniſſes, ſondern auch darauf Ruͤckſicht zu neh⸗ men, daß man fuͤr unvorhergeſehene Faͤlle noch eine ver⸗ haͤltnißmaͤßige Reſerve behalte. — 220— §. 427. Sodann iſt, ſobald ſich ergibt, daß der Be⸗ darf durch das Erzeugniß nicht ganz gedeckt wird, in Be⸗ tracht zu ziehen, ob man nicht durch andere Produkte (Surrogate) den Mangel decken oder dieſe ſtatt der feh⸗ lenden wohlfeiler acquiriren koͤnne. Es kann z. B. an Heu fehlen, durch Wurzelwerk mit Strohzu⸗ ſatz kann aber der Mangel gedeckt werden. Ueberhaupt muß man den Sachwerth und den Marktpreiß der verrchiedenen Produkte ſtets im Auge haben und darnach Beſtimmungen für die Conſumtion tref⸗ fen; iſt z. B. der Hafer theuer, die Erbſen ſtehen verhältnißmäßig niedrig, ſo erſetze man einen Theil des Hafers bei den Pferden durch dieſe und verkanfe den übrigen Hafer u. ſ. f. §. 428. Ehe man ſich zum Ankaufe von Futterge⸗ genſtaͤnden entſchließt, ziehe man vorher auch noch in Be⸗ tracht, ob es nicht gerathener iſt, lieber den Viehſtand et⸗ was zu reduciren, was ſich bei hohen Futterpreißen und mittelmaͤßiger Nutzung des Futters durch die Viehzucht ſehr haͤufig als das entſchieden vortheilhaftere erweiſen wird. Durch theuren Futter⸗ und Strohzukauf wird öfters ein Miſt prodncirt, der ſo theuer kömmt, daß ſich derſelbe beim Feldbau nicht wieder bezahlt machen kann, oder daß der fehlende Dungſtoff auf anderem Wege viel wohlfeiler hätte acquirirt werden können.— Beim Viehverkauf wegen Futtermangel muß man übrigens den Ca⸗ pitalverluſt, den man dadurch erleiden kann, mit in Rechnung ziehen. §. 429. Bei dem Einkaufe des Beduͤrfniſſes an Fut⸗ ter, Conſumtionsgegenſtaͤnden fuͤr den Haushalt ꝛc., Ma⸗ terial fuͤr techniſche Betriebszweige, muß der Landwirtb Alles in Erwaͤgung ziehen, was auf Steigen und Fallen der betreffenden Produkte von Einfluß ſeyn kann, um ſei⸗ nen Einkauf zu rechter Zeit, am gelegenſten Orte und zu moͤglichſt billigem Preiſe zu machen. S. 5tes Capitel der erſten Abtheilung. Sind bedeutende techniſche Betriebszweige mit der Wirthſchaft verbunden, wozu viel Material angekauft werden muß, z. B. Gerſte, zuin ſü rſchafta §. ds In tar nit 499), Saabbe ſch ſch und w vente 6s 6 riums nuß ſi die dure inmer rien. räühe, Vorrat venige mnſcha dos J de hie Inſtar d dentar 6h. ni dre ner deſo ſerg nu 6 der 2 d, in d rohii t der f nit Sing t uuz on drodaiteſi untin i hältrißain Pferden m⸗ zFutten och in z ehſtand reifen w Vietzut e etweſt t ein Ai zeldbau lict uugſtof ui können.- ens den Er rung jiehe San Fr⸗ r., M andvind ind Fala ;, un ſi Orte un Pirthſchi 8. Galte — 221— Hopfen fuͤr die Bierbrauerei, ſo wird dadurch die Sorge für die Anſchaffung des Bedarfs beſonders wichtig. §. 430. Die Sorge fuͤr den Bedarf zur Erhaltung des Inventars iſt in Bezug auf das Saateninven⸗ tar mit dem allgemeinen Voranſchlag zu verbinden(ſ.§. 423), indem ſich daraus ergeben muß, ob und welche Saatbeduͤrfniſſe angeſchafft werden muͤſſen; eben ſo wird ſich ſchon bei Aufſtellung dieſes Voranſchlags ergeben, ob und welche Einkaͤufe zu Vervollſtaͤndigung des Viehin⸗ ventariums zu machen ſind. Es gilt auch hiefür das im§. 429 Geſagte. §. 431. Die Erhaltung des Geraͤthe⸗Inventa⸗ riums bedarf beſonderer Fuͤrſorge. Der Wirthſchafter muß fortwaͤhrend ein aufmerkſames Auge darauf haben, daß die durch den Gebrauch nothwendig werdenden Reparaturen immer in Zeiten vorgenommen werden, ferner muͤſſen dieje⸗ nigen Inventarienſtuͤcke oder Zuthaten, wie Handarbeitsge⸗ raͤthe, Koͤrbe, Siebe, Stricke, Naͤgel ꝛc., um ſo mehr in Vorrath zum augenblicklichen Erſatze vorhanden ſeyn, je weniger die Gelegenheit in der Naͤhe ſich findet, ſie ſchnell anſchaffen zu koͤnnen. Endlich muß jaͤhrlich im Winter das Inventarium in allen Rubriken nachgeſehen, und fuͤr die hiebei als nothwendig ſich ergebende Ergaͤnzung und Inſtandſetzung beſonders geſorgt werden(ſ.§. 101). Ob man größere oder kleinere Vorräthe zum Bedarf des In⸗ ventars halten ſoll, hängt hauptſächlich von den Localverhältniſſen ab. Wer die Handwerksleute und Kaufläden nicht in der Nähe hat, muß ſich größere Vorräthe halten, als derjenige, welcher ſolche im Orte oder doch ſehr nahe findet. Wer eigenen Schmidt und Wag⸗ ner hat oder das Material ſeinen Handwerksleuten ſtellt, muß ins⸗ beſondere für Anſchaffung des Eiſens und Holzes zur geeigneten Zeit ſorgen. II. Verwerthung der Produkte. §. 432. In Bezug auf den Verkauf der Produkte muß der Wirthſchaftsvorſtand die Handelsverhaͤltniſſe der ——õyüy— e⅛ —— — —— —— — 222— Gegend im Allgemeinen kennen und mit Sorgfalt und Ueberlegung alle ſpeciellen Einfluͤſſe und ſich ergebenden Umſtaͤnde zu beachten und zu erwaͤgen ſuchen, um moͤg⸗ lichſt vortheilhafte Preiße zu erhalten. §. 433. Der Landwirth muß alſo auch Speculant ſeyn; er muß nach den Zeitverhaͤltniſſen mit dem Verkaufe eilen oder zuruͤckhalten; es kann jedoch nur ausnahms⸗ weiſe raͤthlich ſeyn, die Speculation ins Große treiben und große Vorraͤthe fuͤr den ungewiſſen Fall einer zukuͤnf⸗ tigen bedeutenden Preißerhoͤhung aufſpeichern zu wollen; vielmehr iſt im Allgemeinen der Grundſatz zu empfehlen, ſobald nach den Zeitverhaͤltniſſen der Preiß einigermaßen annehmbar iſt, wenn nicht das Ganze, doch einen Theil der zum Verkaufe beſtimmten Vorraͤthe loszuſchlagen, und zu einer andern nicht ganz unguͤnſtigen Periode wieder einen Theil u. ſ. f. Man iſt dann eines verhaͤltnißmaͤßi⸗ gen Durchſchnittspreißes verſichert und eines zu großen Riſico's uͤberhoben. Es hängt in dieſer Hinſicht das Meiſte von der Perſon,[dem Produkte und der Localität ab. Wer Geſchick und Glück ſhat und hinreichendes Betriebscapital, der iſt nicht zu tadeln, wenn er ſeinen Wein ein paar Jahre liegen läßt, ſeine Fruchterndte bei ungewöhn⸗ lich niederem Preiße einmal ein Jahr aufſpeichert, mit ſeinem Raps es einmal darauf ankommen läßt; wem es an Betriebscapital und Speculationsgeiſt fehlt, der ſuche die laufenden Durchſchnittspreiße zu erreichen und ſetze alſo ab, ſo bald und oft er kann.— Wer Wolle länger als ein Jahr liegen läßt, wird faſt immer in Schaden kommen, während Früchte, Oelſaamen ein paar Jahre ohne Nachtheil für die Qualität liegen bleiben können. Produkte, welche für ge⸗ wöhnlich einem großen Steigen und Fallen in kurzen Zeiträumen unterliegen, wie Oelſaamen, Hopfen u. dergl. mehr, läßt man mit Recht in Jahren liegen, wo der Preiß weit unter dem Produktions⸗ preiße iſt. Am wenigſten darf man mit dem Verkaufe von Gegen⸗ ſtänden zaudern, welche täglich Unterhaltung koſten, wie ausgemä⸗ ſtetes Vieh, oder die dem Verderben unterworfen ſind, wie Kartof⸗ feln ꝛc.— In manchen Gegenden läßt ſich ausmitteln, daß ein Pro⸗ un nl 1 hewi ſeht um wiſche hen G Woll handel 3 Preit tiebs tpialt m ergebende „uu nig Speulen en Lati auenahre koße trän ſner gii zu vela, deupſäle, inigermrza einen dii lagen, w iode vidn ältnißut zu gii Perſon, i lück hut m renn er ſä ei ungebiße ſeinen bseapital w ſchrittei aun.-M rin Sczn hae Nachhe⸗ eiche füt ge Zeiträumen äit unn üt prodaktine von Gegi⸗ ie autgeni wie Fanii daß tin Ni — 223— dukt zu gewiſſen Jahreszeiten im Durchſchnitt ſeinen niederſten, zu gewiſſen Zeiten ſeinen höchſten Preis hat, z. B. das Getreide ſteht um Martini im Durchſchnitt an manchen Orten niederer, als zwiſchen Weihnachten und Oſtern. Manche Produkte ſind in man⸗ chen Gegenden nur zu gewiſſen Zeiten allein gut zu verkaufen, z. B. Wolle auf den Wollmärkten in Gegenden, wo auſſerdem der Woll⸗ handel ſtockt u. ſ. w. Im Uebrigen wird auf die allgemeinen Grundſätze über den Preis der Produkte im 5ten Capitel der erſten Abtheilung der Be⸗ triebslehre zurückgewieſen. III. Sorge fuͤr die vorraͤthigen Produkte. §. 434. Hiezu gehoͤrt, daß die Gebaͤude und Raͤume, worin die Produkte aufbewahrt ſind, eine zweckmaͤßige Einrichtung haben(ſ. Ir B.§. 620 bis 623,§. 630 u. f.), daß ſie vor Beſchaͤdigung durch Wetter(§. 400 dieſer Ab⸗ theilung), Thiere u. ſ. w.(§. 636 u. f. des erſten Bandes) geſchuͤtzt ſind, daß ſie nach Erforderniß gehoͤrig geluͤftet, gewendet, gepflegt werden(§. 631 des erſten Bandes) und daß alle Vorraͤthe gehoͤrig unter Verſchluß gehal⸗ ten werden. Auch die Verſicherung gegen Feuersgefahr(ſ. 5. 402) iſt noch hierher zu zählen. Sechstes Capitel. Rechnungsführung. §. 435. Eine zweckmaͤßig eingerichtete und gefuͤhrte Buchhaltung iſt das Mittel, wodurch allein der Wirth⸗ ſchaftsdirigent das Reſultat ſeiner Maasregeln und ſeines Handelns im Ganzen und im Einzelnen ſich und andern —— ͤſſſ——,— V — 224— vor Augen legen kann, und woraus ſich die weiteren Maasregeln abnehmen laſſen, dem Ziele des moͤglichſt hoͤchſten und nachhaltigen Reinertrags immer naͤher zu ruͤcken. Zugleich liegt in der Buchhaltung ein Hauptmit⸗ tel zur Erhaltung von Ordnung in allen Zweigen der Wirthſchaft.— Die Buchhaltung, vorausgeſetzt, daß ſie gut eingerichtet iſt und gewiſſenhaft geführt wird, zwingt gewiſſermaſſen den Wirthſchafts⸗ vorſtand, keinen Zweig der Wirthſchaft zu vernachläßigen und einem beſſeren Ziele entgegen zu gehen, wenn er ſonſt irgend Fähigkeit und guten Willen beſitzt. Es kann darum nach unſerer Anſicht kein Streit obwalten, ob die Buchführung nützlich ſey oder nicht; wohl aber iſt es wichtig, zu ermitteln, wie man ſie dem Zwecke entſprechend einrichte, ohne daß ſie dem Wirthſchafter zu viel Zeit für ſeine üb⸗ rigen Obliegenheiten raube.— In größeren Wirthſchaften oder bei Adminiſtrationen von Gütercomplexen lohnt es ſich übrigens, einen beſonderen Buchführer anzuſtellen(ſ.§. 389). §. 436. Die landwirthſchaftliche Buchfuͤhrung theilt ſich in zwei Theile: J. die Fuͤhrung der Journale, welche dazu dienen, den Empfang und die Verwendung von Geld, Naturalien oder ſonſtigen Vorraͤthen, ſo wie die Abrech⸗ nung mit Perſonen, womit die Wirthſchaft in Verkehr ſteht, nachzuweiſen; II. die Jahresrechnung oder Aufſtel⸗ lung einer Nachweiſung, woraus ſich der Ertrag und Aufwand der einzelnen Wirthſchaftszweige und ſomit auch des Ganzen ergibt, ſo wie der Zuwachs und die Vermin⸗ derung der in dem Betriebe enthaltenen Capitalien. Die Journalführung gibt zur Aufſtellung der Jahresrechnung zugleich die Materialien her. Man macht wohl auch den Unterſchied zwiſchen ſtändiger und laufender Buchführung, und rechnet unter letztere die eben ange⸗ deutete Journalführung und Hauptjahresrechnung, unter erſtere aber das Lager⸗ oder Grundbuch nebſt Zugehör, den Wirthſchaftsplan nebſt Eintheilung der Felder.— Dieſe letzteren Gegenſtände ſind bereits ihres Orts abgehandelt(ſ.§. 399). Rebe ſcht ibe Schläg tatweri Zeit th einge ſteher gale, tora nale Virt : es kon wenig viel a dieſe, e weitenn a viniz riäher t dauphi weigen de tichet it u Wirtiſtuin en und eihen Fähigkit w Auiitt k ritt, ui de entſortdeh für ſeinei aften dderli rigens, in rung hal jale, welh g von beh die Abrch in Tarti der Aufſit Ertrag un ſonit u dee Verni⸗ lien. zhtesrechuun udiger u ie eben anze erſee de tztoibhl enſtide e — 225— Nebenbei iſt noch zu empfehlen jährlich eine tabellariſche Ueber⸗ ſicht über die Beſtellung und den Ertrag der einzelnen Grundſtücke (Schläge ꝛc.)— eine Kultur⸗ und Productionstabelle— zu entwerfen, welche zum Nachſchlagen und zur Vergleichung mit der Zeit eben ſo nützlich, als intereſſant für den Wirthſchafter wird. I. Journalfuͤhrung. §. 437. Die Journale oder Huͤlfsbuͤcher einer gut eingerichteten landwirthſchaftlichen Buchhaltung muͤſſen be⸗ ſtehen: 1) in dem taͤglichen Notitzbuche; 2) dem Geldjour⸗ nale, nebſt Abrechnungs⸗ und Schuldbuche; 3) den Na⸗ tural⸗Journalen; 4) dem Arbeits⸗Journale; 5) den Jour⸗ nalen fuͤr Nebenzweige, ſobald deren irgend mit der Wirthſchaft verbunden ſind. Die Einrichtung dieſer Hülfsbücher kann ſehr verſchieden ſeyn; es kommt darauf in ſo ferne au, als derſelbe Zweck mit mehr oder weniger Mühe zu erreichen iſt; übrigens liegt in dieſer Beziehung viel an der perſönlichen Meinung und Gewohnheit; dem einen kann dieſe, dem andern jene Form bequemer ſeyn. 1. Das taͤgliche Notitzbuch. §. 438. Wer einer Wirthſchaft von nur einiger Be⸗ deutung vorſtehet, muß, ſo wohl zur Erinnerung fuͤr die mannigfaltigen Gegenſtaͤnde, welche ihm voruͤbergehend vorkommen und weiter in Obacht genommen ſeyn muͤſſen, als wie zum augenblicklichen Eintragen der Zahlenverhaͤlt⸗ niſſe fuͤr die Huͤlfsbuͤcher, wie ſie ſich an verſchiedenen Punkten der Wirthſchaft ergeben— beſtaͤndig ein Notitz⸗ buch bei ſich fuͤhren, in welches er die Einzeichnungen, ohne Ruͤckſicht auf die Verſchiedenartigkeit der Gegenſtaͤnde, macht, wie ſie ihm vorkommen. Aus dieſem Notitzbuche wird dann das Betreffende jeden Abend in die Huͤlfsbuͤcher eingetragen. 2. Das Geld⸗Journal. §. 439. Das Geld⸗Journal oder Caſſe⸗ Regiſter iſt ein einfaches Manual, in welchem die taͤglichen Geld⸗ Pahſt Landwirthſchaft II. 2. 15 — — ——— 1 1 ——õ——— ——————— — 226— Einnahmen und Ausgaben eingezeichnet werden und das von Monat zu Monat abgeſchloſſen wird; den Caſſebe⸗ ſtand oder die Ueberzahlung uͤbertraͤgt man nach dem Ab⸗ ſchluſſe auf den naͤchſten Monat. Die linke Seite des Caſſe⸗Buchs beſtimmt man für die Ein⸗ nahme oder das Soll der Caſſe, die rechte Seite für die Aus⸗ gabe oder das Hat(die Leiſtung) derſelben. Die Rubriken ſind a) Datum, b) Nummer des Belegs, c) Raum für die Bemerkung des Gegenſtandes der Einnahme oder Ausgabe; d) Geld⸗ Spalte; e) Raum zu Bemerkung des Tittels(der Abtheilung oder des Con⸗ tos) der Hauptrechnung, wofür die Zahlung eingegangen oder gemacht worden. Daß bei einer Adminiſtration insbeſondere die Poſten durch Nachweiſung der Richtigkeit des Einnahme⸗Betrags und durch Quittungen für alle Zahlungen belegt ſeyn müſſen, verſteht ſi—h von ſelbſt. §. 440. Ein Huͤlfsbuch zu dem Caſſebuche iſt das Ab⸗ rechnungs⸗ und Schuldbuch, worin jede Perſon, welche etwas kauft und nicht ſogleich bezahlt, oder womit die Wirthſchaft in Abrechnung ſteht, ein Blatt(oder nach den Grundſaͤtzen der doppelten Buchhaltung zwei einander gegenuͤber ſtehende Seiten) erhaͤlt. Sobald die Schuld er⸗ wachſen, oder eine Veraͤnderung in dem Stande der Ab⸗ rechnung vorgegangen iſt, wird Eintrag gemacht. Es bleibt alſo jeden Augenblick erſichtlich, wie man mit ſeinen Schuld⸗ und Verkehrsperſonen ſteht, und keine Schuld oder Leiſtung kann in Vergeſſenheit kommen. Hierher gehört namentlich auch die Abrechnung mit dem Ge⸗ ſinde, den Deputatiſten, Handwerkern u. ſ. w. Oefters hält man auch für das Geſiude ein beſonderes Lohnbuch. §. 441. In groͤßeren Wirthſchaften werden von un⸗ tergeordneten Perſonen haͤufig fuͤr kleine Ausgaben der Branchen, welchen ſie vorſtehen, noch beſondere kleine Ausgabe⸗Journale gefuͤhrt, aus denen dann am Ende des Monats ſummariſch in das Haupt⸗Geldjournal ein⸗ getrage 1 we leichte N Haush Pelege wel N und d en Caſſt 9 den 4 fär di eir ür die Ahs Robtien ſh ie Benain did: Snt der de gn doder geud Poſten des ³ und f ſtteht ſchm ſſt das d de Peſ oder vont (oder umh dei einande Schudd e⸗ de der Ä macht. Ö nit ſein ine Schu nit den b rz hält a n von a⸗ ggaben de dere klei an Ene rurnal di — 227— getragen wird, was dazu dient, dieſes nicht ohne Noth zu weitlaͤufig zu machen, und den Caſſefuͤhrer zu er⸗ leichtern. Namentlich iſt dieſe Einrichtung für die kleinen Ausgaben des Haushalts zweckmäßig. Dieſe Bücher dienen alsdann wieder als Belege zu dem Haupt⸗Journal. 3. Die Natural⸗Journale. §. 442. In einer kleineren Wirthſchaft briugt man die ganze Natural⸗ Rechnung in ein Buch, unter ver⸗ ſchiedene Abtheilungen; in groͤßeren Wirthſchaften muß man mehrere Natural⸗Journale haben, namentlich ein Scheunen⸗(Erndte⸗ und Druſch⸗) Regiſter, ein Vor⸗ raths⸗(Kaſten⸗ oder Speicher⸗) Journual, ein Vieh⸗ und ein Molkerei⸗Regiſter. Nicht überflüſſig iſt auch noch die Führung eines Dungerregi⸗ ſters, ſoferne man eine Nachweiſung über die Düngerverwendung nicht mit dem Arbeits⸗Journale verbindet(ſ.§. 448). §. 443. Das Scheunen⸗Regiſter enthaͤlt als Einnahme die eingeerndteten Garben der verſchiedenen Feldfruͤchte, als Ausgabe den Ausdruſch und, bei voll⸗ ſtaͤndiger Fuͤhrung, auch eine Nachweiſung uͤber die Ver⸗ wendung und den Vorrath des Strohs. Jede Fruchtart hat ihr Blatt und in großen Wirtzſchaſten ſoll ſelbſt jede Scheuer wieder ihre Abtheilung haben. Die Einrichtung des Scheunenregiſters iſt am beſten tabellariſch; die Rubriken ſind: 1) Erndte: 1) Datum; 2) Schlag oder Feldbenennung; 3) Garben⸗ zahl. II. Ausdruſch: 1) Datum; 2) Ausgedroſchene Garbenzahl; 3) Aufgemeſſene Frucht; 4) Dreſchmaas(wo ſolches vorkömmt); 5) Ablieferung auf den Speicher. III. Strohrechnung: 1) Aufge⸗ bunden beim Ausdruſch; 2) Verwendung mit Angabe der Branche, wofür ſolche ſtattfand. Die Strohrechnung kann übrigens auch in das Vorrathsregiſter kommen(ſ.§. 444), in welchem Falle im Scheunen⸗Regiſter nur die Zahl des aufgebundenen Strohs notirt wird. Man kann noch eine Spalte für Bemerkungen frei laſſen, in welche man die Reſultate des Ausdruſches zuſammenſtellt, mit An⸗ 15* — 228— gabe des Ertrags der einzelnen Feldabtheilungen, ſo weit er ſich aus den vorliegenden Daten ausmitteln läßt. §. 444. Das Vorraths⸗ oder Speicher⸗Jour⸗ nal enthaͤlt die Verrechnung aller Fruͤchte und Saͤmereien, ſo wie die Rechnung uͤber die Kartoffeln und andere Wur⸗ zelfruͤchte und uͤber das Doͤrrfutter, denn die Futtergegen⸗ ſtaͤnde ſind eben ſo wichtige und werthvolle Artikel der Wirthſchaft, wie das Getreide; bei einer ordentlichen Wirthſchaft muß alſo auch ihre Verwendung nachgewieſen und ſchließlich in die Hauptrechnung aufgenommen ſeyn. Jede Frucht⸗ oder Saamenart muß in dem Vorraths⸗ oder Speicher⸗Regiſter(Fruchtboden⸗Journal) ihre eigene Abtheilung haben. Die Einnahme weiſet bei den Körnerfrüchten zumächſt das Scheunen⸗Regiſter nach; der Uebertrag aus dieſem braucht nur wö⸗ chentlich zu geſchehen. Uebrigens kann man das Vorrathsregiſter ganz einfach, wie das Geld⸗ Journal oder mehr tabellariſch einrich⸗ ten; letztere Einrichtung erleichtert die Ueberſicht; die Rubriquen ſind dann z. B. für den Roggen. I. Monat und Datum. II. Ein⸗ nahme: 1) Ausdruſch; 2) Sonſtige Einnahme(Vorrath, An⸗ kauf ꝛc.) 3) Summa. III. Ausgabe: 1) Verkauf; 2) Saat; 3) Haus⸗ halt; 4) Pferde; 5) Zugochſen; 6) Maſtvieh; 7) Kühe; 8) Schafe; 9) Schweine; 10) Federvieh; 11) Brandweinbrennerei; 12) Sonſtige Ausgabe; 13) Summa. 1V. Bemerkungen über die Ver⸗ wendung(namentlich über das, was in die Rubriken» ſonſtige Einnahme oder Ausgaben geſetzt wird).— Anf ahnliche Weiſe, jedoch nur mit ſo viel Rubriken, als nö⸗ thig, werden die Abtheilungen für Kartoffeln, Gefütter ꝛc. einge⸗ richtet. Auch die Strohverrechnung(einſchließlich der Notizen über die Verwendung von Spreu und Kaff) wird zweckmäßig in dieſes Regiſter ſtatt ins Schennenregiſter(§. 443) aufgenommen.— End⸗ lich iſt zu empfehlen, und im Falle eine Hauptrechnung nach Art der doppelten Buchhaltung geführt werden ſoll, nothwendig, bei der Futterrechnung auch eine Seite für die Verwendung des Grünfutters zu halten, wo eingezeichnet wird, wie viele Wagen voll jedes Feld geliefert hat, wie viel Stück Vieh und wie lange dieſe damit gefüt⸗ tert wurden. 8 Aut iher der Baume 9 Äbthe Taxe Recht tigent beller rechnn ſen ſet d ſach u über; die E gen. gen T vung ſtend Aüthe Scj iſch hetra tigble tun (e hen den nit e ſi er⸗Jonn Simati ndere Vu⸗ itteree Ariikel w ordentice aähgeviſſr men ſehn rraths: n e Aothelhn zwnächt d aucht nuri rrathsregir ſariſch einit ie Ruörimn um. II.(ir gorrath, A aat; 3)hul 8, 8) Stui 11) Sulin r die Ve ken v enii ken, a6u er e. din Rotizen ün ig in diedl nen.- O ug nat d ndig, bein Grüufutnt nl jades d unit git⸗ — 229— Außerdem wird es nach den Localverhaͤltniſſen erforderlich, noch über verſchiedene andere Vorräthe Rechnung zu führen, z. B. über Baumaterialien u. m. a. §. 445. Das Viehregiſter enthaͤlt zweckmaͤßig zwei Abtheilungen, in der erſten ſtellt man eine Ueberſicht und Taxe des ganzen Vieh⸗Inventariums zu Anfang des Rechnungsjahres auf; die andere Abtheilung iſt dann die eigentliche Rechnung, welche entweder in monatliche Ta⸗ bellen oder nach den Hauptvieharten abgetheilt iſt. Die Einſchaltung der Taxe erleichtert den Eintrag in die Haupt⸗ rechnung und hält dem Wirthe die Größe des Capitals, das in ſei⸗ nem Viehſtande enthalten iſt, und deſſen jährliche Zu⸗ oder Abnahme, ſtets vor Augen. Die Einrichtung des Viehregiſters in Monatstabellen iſt ein⸗ fach und überſichtlich; jeder Monat hat zwei Seiten einander gegen⸗ über; die linke Seite enthält die Monatstabelle, die rechte Seite die Erläuterungen zu den in der Tabelle eingetragenen Veränderun⸗ gen. Die Rubriken der Monatstabelle ſind: 1) Beſtand vom vori⸗ gen Monat(Pferde, Zugochſen, Kühe ꝛc. in einer beſtimmten Ord⸗ nung unter einander aufgeführt); 2) Zuwachs; 3) Abgang; 4) Be⸗ ſtand am Ende des Monats.— Die Führung des Viehregiſters in Abtheilungen nach den Viehgattungen, als Pferde, Rindvieh, Schafe ꝛc. wird von Manchen vorgezogen, weil hier jeden Tag ab⸗ geſchloſſen und der Beſtand verglichen, dort nur jeden Monat ein⸗ getragen werden kann, weßhalb man ſich für jeden Monat ein No⸗ titzblatt halten muß. In größeren Wirthſchaften trifft man zweckmäßig die Einrich⸗ tung, daß der Vorſteher jeder Haupt⸗Branche der Viehzucht (Schäferei, Kuherei) monatlich einen tabellariſchen Rapport einrei⸗ chen muß, aus welchem alsdann die Einträge in das Viehregiſter gemacht werden. Endlich iſt es auch nothwendig, daß bei einem rationellen Be⸗ trieb der Viehzucht Regiſter über Paarung, Abſtammung ꝛc. geführt werden; wegen des Näheren verweiſen wir auf die Lehie von der Viehzucht. §. 446. Das Molkerei⸗Regiſter dient dazu, den Ertrag der Kuherei zu controliren und die Verwendung — 230— der Molkerei⸗Producte nachzuweiſen. Es wird am zweck⸗ maͤßigſten als Monatstabelle gefuͤhrt. Man richtet es ſo ein, daß jeder Monat im Regiſter zwei Seiten hat, die linke Seite enthält die Tabelle, in welcher Rubri⸗ ken für den täglichen Ertrag an Milch, Butter, Käſe, und die täg⸗ liche Verwendung dieſer Produkte, wie zum Haushalt, verkauft, den Kälbern ꝛc. angelegt ſind; jeder Tag hat ſeine Linie. Die rechte Seite benutzt man zweckmäßig zu Bemerkungen über Kalben und Rindern der Kühe, Fütterung, Zuſammenſtellung der Reſultate der Molkerei vom Monat u. ſ. w. Eine Zugabe iſt eine Tabelle über den Milchertrag der einzel⸗ nen Kühe bei den monatlich ein bis zweimal vorzunehmenden Probe⸗ melkereien, worüber die Autheiiund über die Viehzucht ebenfalls Näheres enthält. 4. Arbeits⸗Journal. §. 447. Wenn auch bei einem moͤglichſt vereinfachten Rechnungsweſen ein Regiſter uͤber die täͤgliche Verwen⸗ dnng der Arbeitskraͤfte nicht als abſolute Nothwendigkeit angeſehen werden kann, ſo iſt doch Aufzeichnen der taͤg⸗ lich geſchehenen Arbeiten an ſich eine ſo nuͤtzliche Sache, daß es ſchon deßhalb nie unterbleiben ſollte. Bei jeder Verwaltung fuͤr Rechnung eines andern ſoll aber uͤber die Arbeit eben ſo wohl Rechnung abgelegt werden, wie uͤber die Verwendung jedes andern Gegenſtandes, der etwas koſtet. Bei einer Rechnungsfuͤhrung endlich, welche eini⸗ germaßen den Hauptanforderungen an eine gut eingerich⸗ tete Buchhaltung Genuͤge leiſten ſoll, iſt das Arbeits⸗ Journal mit das allerwichtigſte Huͤlfsbuch.— 6. 448. Daſſelbe wird zweckmaͤßig ſo eingerichtet, daß jedem Tage zwei einander gegenuͤber ſtehende Seiten ge⸗ widmet ſind. Dieſe Seiten ſind in 3 Abtheilungen ge⸗ bracht: die erſte enthält die Verwendung der Spannarbeit, die zweite die Verwendung der Handarbeit und die dritte die neben der Arbeit oder uͤber dieſelbe gemachte Beobach⸗ tungen oder darauf Bezug habende Notitzen. dit hene E ſen N. köwmt. und M atbeit Laſt k Linie werde 4 weitl ben! in de Üij und ſe ben, eine ze liche am( dann A ein, ſdden Arher ge nit am zwet⸗ agittt ni lcher Ruhr und die iih ut, wntun . Die nit Kalhen u Riuttue w ag der üſ renden Pnio ucht thenil vereinfachn he Verver⸗ thwendiſit en der ti liche Sade, Bei jde er uber d u, wie lie der etwei velche tin⸗ teingerit s Arbei rihtet, dh Seiten ge lungen 9e pannnrtei ddir dit teBeohet⸗ —-— 23³1— „Die Rubriken ſind demnach I. Spannarbeit: ¹) Geſche⸗ hene Spanuarbeit; 2) Anzahl der Arbeitsſtunden von Pferden, Och⸗ ſen ꝛc.; 3) Welchem Zweige der Wirthſchaft die Arbeit zur Laſt kömmt. II. Handarbeit: 1) Geſchehene Handarbeit; 2) Manns⸗ und Weibertage und Betrag in Geld(hierher wird auch die Accord⸗ arbeit eingezeichnet); 3) Wirthſchaftszweig, dem die Handarbeit zu Laſt kömmt. III. Bemerkungen(hierunter kann eine beſondere Linie für die ausgefahrene Zahl der Ahtn Miſt zngedeacht werden). Die Spannarbeit nach Arbeitsſtunden zu cherechman cheine zwar weitläufig; es hat dieß aber den großen Vorzug gegen das Aufſchrei⸗ ben nach Tagen, daß die Verſchiedenheit der Länge der Arbeitstage in den verſchiedenen Jahreszeiten keine falſche Berechnungen veran⸗ laßt, was bei dem bloßen Anſchreiben der Tage ſtets der Fall iſt, und ſobald man ſich daran gewöhnt hat, nach Stunden aufzuſchrei⸗ ben, iſt die Mühe auch nicht größer. §. 449. Eine Beigabe zum Arbeits⸗ Journale iſ eine Liſte uͤber den Verdienſt der Tagloͤhner, wel⸗ che gewoͤhnlich jede Woche neu gefertigt, worin der taͤg⸗ liche Verdienſt eines jeden Tagloͤhners eingetragen, dieſer am Ende der Woche zuſammengezogen und wornach als⸗ dann ausgezahlt wird.„ Manche Landwirthe richten dieſe Liſte ſ ausfüßrlich tabellriſch ein, daß zugleich daraus zu erſehen iſt, was jeder einzelne Arbeiter jeden Tag gethan hat, wodurch der Eintrag der Handarbeit in das Arbeits⸗Journal erſpart werden kann. Geſchieht aber letzteres, was die Ueberſicht über das Ganze der Arbeitsverwendung erleich⸗ tert, ſo dient die, blos den täglichen und in der Summa zuletzt woͤ⸗ chentlichen Arbeitsbetrag enthaltende Liſte zugleich dafür zur Con⸗ trole, indem der Betrag der Handarbeit im Arbeitsbuche mit der Wochenliſte ſtimmen muß, vorausgeſetzt, daß auch der Verdieuſt ber Aecordarbeiter in dieſe ſummariſch mit eingetragen wird. 5. Journale fuͤr Nebenzweige. . 450. Ueber die Verwendung des Materials, den Gewinn an Fabrikat und deſſen Verwendung, bei jedem mit der Wirthſchaft verbundenen techniſchen Betriebszweige muß, wie ſich von ſelbſt verſteht, beſnders Buch gefuͤhrt werden. So enthält z. B. das Journal für die Brandweinbrennerei den täglichen Verbrauch an Kartoffeln oder Getreide, Malz ꝛc., den Ertrag an Brandwein und den Verkauf und ſonſtigen Verbrauch des hefinn Haupt⸗Jahresrechnung. §. 421 So bald man von der Buchhaltung mehr verlangt, als einen bloſen Ausweis, was man das Jahr uͤber an Geld und Naturalien eingenommen und ausgege⸗ ben hat und was davon vorraͤthig geblieben iſt, ſo muß für den Zeitabſchnitt eines Rechnungsjahres(das uͤbrigens ſeinen Anfangstermin nicht mit dem des Kalenderjahres zu nehmen braucht ſ.§. 464) jedesmal eine Hauptrechnung geſtellt werden. §. 452. Die Form der Jahresrechnung iſt in der Hauptſache zweierlei: entweder die cameraliſtiſche oder einfache, oder die kaufmaͤnniſche, doppelte. 1. Einfache oder Cameral⸗Rechnungsform. §. 453. Die gewoͤhnliche Art, eine Rechnung zu ſtel⸗ ken iſt, daß die Geldeinnahmen und Ausgaben, wie ſie das Geld⸗Journal nachweiſet, unter gewiſſe Abtheilun⸗ gen(Tittel) gebracht werden, woraus alſo erſichtlich, was fuͤr jede der beliebig angenommenen Haupt⸗ und Neben⸗ branchen baar eingenommen und ausgegeben iſt. Es heißt z. B. Tittel 1.(in der Einnahme) Beſtand oder(in der Ausgabe) überzahlt von voriger Rechnung; Tittel II., Ein⸗ nahme, für verkauftes, Ausgabe, für angekauftes Getreide; Tittel III. für ver⸗ und erkaufte Pferde u. ſ. f. Ein eigener Tittel enthält weiterhin den Aufwand fur den Haushalt, einer die Löhne des Ge⸗ ſindes, einer den Taglohn ꝛc. §. 454. Sind alle Poſten des Geld⸗Journals auf dieſe Weiſe in die Jahresrechnung uͤbertragen, ſo iſt dieſe zum Abſchluß fertig. Soll ſie aber einige Vollſtaͤndigkeit ud geh ürenneri m uun n, en Vathag ltung n in das ait ind anägne ſt, ſ unf as üörden lenderſahet uptrechnag iſ in m iſtiſhe on . gsforn. ung zu ſ en, wie ſ e Aöthelbe htlich, vet und Nehwy t. cand odet(i tal I., Er treide; Tünl ditte entſit ihne des G⸗ urmals euf ſo it khee Iſtoihki — 233— erlangen, ſo muͤſſen die verkauften, aber noch nicht bezahl⸗ ten Naturalien am gehoͤrigen Orte mit in Einnahme— und dann ſaͤmmtliche Ausſtaͤnde unter einem beſonderen Tittel wieder in Ausgabe gebracht werden. Sind zugleich die Einnahmen Zuſchuß vom Eigenthuͤmer und Reſtenein⸗ gang aus voriger Rechnung, ſo wie die Ausgaben fuͤr Hauptmeliorationen, und die Ablieferungen an den Eigenthuͤmer unter beſonderen Titteln aufgefuͤhrt, ſo bietet die Rechnung mit Huͤlfe der Natural⸗Journale die Materialien dar, den wahren Reinertrag des Rech⸗ nungsjahres mit ziemlicher Genauigkeit zu ermitteln. §. 455. Zu dem Ende werden die Einnahmen und Ausgaben gegen einander geſtellt; von erſteren werden der Beſtand und der Eingang an Reſten aus voriger Rech⸗ nung, ſo wie der Zuſchuß vom Eigenthuͤmer, abgezogen, von der Ausgabe aber die Ueberzahlung voriger Rechnung, der Aufwand fuͤr Meliorationen, die Ausſtaͤnde und die Abzahlung an den Eigenthuͤmer. Die Naturallieferungen an den Eigenthuͤmer, ſoferne derſelbe nicht als Wirth⸗ ſchaftsfuͤhrer ſolche von der Wirthſchaft bezieht, wer⸗ den der Einnahme ebenfalls zugerechnet— und nun wird die Bilance geſtellt. Wird endlich dem Ergebniße dieſer Bilance noch der Mehr⸗ oder Minderwerth der Vorraͤthe und des Inventars, am Ende des Rechnungsjahrs gegen den Anfang deſſelben, zugerechnet, ſo muß ſich auf dieſe Weiſe der eigentliche Rein⸗Ertrag mit ziemlicher Genauig⸗ keit ergeben. Bei der Taxe des Inventariums und der Vorräthe muß man ſich möglichſt an Durchſchnittspreiße halten. §. 456. Wird die Rechnung von einem Adminiſtra⸗ tor geſtellt, ſo muͤſſen die Belege und Quittungen nach laufenden Nummern in einer Columne vor oder hinter der Geldſumme angezogen und der Rechnung beigelegt ſeyn. Fuͤr viele Einnahmspoſten, z. B. Fruͤchte ꝛc., dienen die — 234 ⸗— Natural⸗Journale zugleich als Belege; fuͤr eingegangene oder verbliebene Ausſtaͤnde das Schuldbuch. Ddite Frucht⸗ und Vieh⸗Rechnung wird bei Adminiſtrationen auch häufig in ähnlicher Form, wie die Geld⸗„Rechnung, noch be⸗ ſonders geſtellt, während die Natural⸗ Journale blos tabellariſch ſind. Iſt indeſſen die Einrichtung der letzteren überſichtlich und die Führung ſauber, ſo bedar es keiner Aeſenderen Natural⸗ Rechnunos⸗ ſtellung Iſ 4 2. Kaufmänniſche oder doppelte Buchhaltung. §. 457. Denkende Landwirthe ſahen ſchon lange ein, daß die gewoͤhnliche Rechnungsform, welche in der Regel noch nicht einmal ſo vollſtaͤndig zur Anwendung gebracht wird, wie es ſich nach der eben dargeſtellten Art thun laͤßt— dem erſten Zwecke der Buchhaltung bei weitem nicht genuͤge: darzuthun, was jeder einzelne Zweig der Wirthſchaft eingetragen oder Verluſt gehabt habe, wie hoch ſich des Futter bei den verſchiedenen Viehgattungen genutzt, was die Arbeit der Pferde und die der Ochſen gekoſtet habe und vieles Andere. Man verſuchte deßhalb die kaufmaͤnniſche oder doppelte Buchhaltungs⸗Form und durch eine große Menge von Beiſpielen iſt nunmehr er⸗ wieſen, daß dieſelbe mit gewiſſen Abänderungen, welche in der Verſchiedenheit des landwirthſchaftlichen Gewer⸗ bes zu dem kaufmaͤnniſchen Betriebe liegen, mit Erfolg bei der Landwirthſchaft anwendbar iſt. Auch die überzeugende Darſtellung der Anwendbarkeit der kauf⸗ männiſchen Buchhaltungsform auf das landwirthſchaftliche Rechnungs⸗ weſen verdanken wir Thär(ſ. deſſen rat. Landwirthſchaft und deſ⸗ ſen Methode der landwirthſch. Buchhaltung, Berlin 1807.) §. 458. Sobald man die allgemeinen Grundſaͤtze die⸗ ſer Rechnungsform kennt und ſie mit Hinweglaſſung aller uͤberfluͤſſigen Formen und Schreibereien auf die Landwirth⸗ ſchaft practiſch anwendet, und, was ſehr leicht geſchehen kann, nach den beſonderen Verhäͤltniſſen kuͤrzt oder aus⸗ dehnt; wird man ſich uͤberzeugen, daß ſie nur geringe lei noezangene ninitttinn no, doc le s tchluiſt lich und :Retune haltun, lange i rder N ng geöntt n Att tzn bei weinn Zweig d habe, wi ehgattunga der Dhſ hte deßßab Forn md unmehr er en, vih en Gewa wit Erfi eit der kui Rechnung aft und di h) ndſätze di ſung alln andwirt⸗ t giſcehen oder au⸗ ir gerige - 235— Muͤhe mehr, als eine geordnete Rechnung nach der einfa⸗ chen Art, verurſacht und doch unendlich mehr Nutzen und Annehmlichkeiten darbietet. §. 459. Wir theilen die nahere Darſtellung der dop⸗ pelten, oder vervollkommneten, landwirthſchaftlichen Buchhaltung ab in: a) Allgemeine Grundſaͤtze der doppelten Buchhaltung; b) Wahl des Rechnungstermins; o) Einrich⸗ tung der Huͤlfsbuͤcher, und d) Einrichtung des Hauptbuches. a) Artge weine Grundſätze der doppelten Buchhartung. §. 460. Die ſogenannte doppelte Buchhaltung iſt zu⸗ erſt bei den italieniſchen Kaufleuten im fuͤnfzehnten Jahr⸗ hundert in Gebrauch gekommen(daher auch italieniſche Buchhaltung genannt), und iſt nun bereits ſeit langer Zeit bei dem Handelsſtande der ganzen Welt eingefuͤhrt. §. 461. Sie hat den Zweck, daß nicht nur fuͤr jede Perſon, mit welcher man in Geſchaͤfts verkehr ſteht, eine Abtheilung in der Rechnung angewieſen iſt, welche den Stand der Leiſtung und der Forderung beider Theile(die Abrechnung) auf eine ſehr klare Weiſe dargeſtellt, ſondern daß jeder Geſchaͤftszweig oder Handelsartikel auf ganz aͤhnliche Weiſe in der Rechnung behandelt wird, indem ihm, gleichwie einer Perſon mit welcher man verkehrt, ebenfalls Alles zu gut oder zu Laſt geſchrieben wird, was er eingetragen hat und was fuͤr ihn geleiſtet worden iſt. §. 462. Der erſte Grundſatz der doppelten Buchhal⸗ tungsart iſt, daß jeder Poſten zweimal, dopp elt, ein⸗ getragen werden muß, nemlich einmal zu Laſt und ein⸗ mal zu gutz in der Beobachtung dieſes Grundſatzes liegt zugleich die Controle fuͤr die Richtigkeit der ganzen Rech⸗ nungsfuͤhrung, denn wenn ein Eintrag nicht richtig oder nur einmal gemacht worden, ſo muß ſich die Verletzung der Gleichheit am Schluſſe ergeben und der Behler ſ ſich leicht auſſinden laſſen. .— 236— Es hat z. B. N. N. 100 Mltr. Weitzen gekauft, ſo kömmt der Betrag der Caſſe zu Laſt, dem Fruchtboden zu gut; es ſind 500 Centuer Heu mit den Schafen verfüttert, ſo kömmt der Betrag der Schäferei zu Laſt, den Wieſen, welche das Heu geliefert haben, zu gut, oder die Wieſen überlieferten das Heu ſämlich zuerſt dem allge⸗ meinen Magazin zu Laſt, und dieſem wird dann die Abgabe an Schafe, Kühe u. ſ. w. zu gut geſchrieben. S. 463. Bei der Fuͤhrung der doppelten Buchhaltung werden folgende Formen und Bezeichnungen beobachtet und gebraucht: die Rechnung, welche nach dem Material der Huͤlfsbuͤcher geſtellt wird und worin jeder Zweig ſeine Abtheilung erhaͤlt, beißt das Haupt⸗Buch; jeder Rech⸗ nungsſchnitt fuͤr die einzelnen Geſchaͤftszweige oder Perſo⸗ nen in dem Hauptbuche heißt Conto; ein Conto wird ſtets ſo eingerichtet(eroͤffnet), daß zwei einander gegen⸗ uͤberſtehende Seiten dafuͤr beſtimmt ſind, und zwar die linke Seite fuͤr das Soll oder Debet, die rechte Seite fuͤr das Hat(geliefert, geleiſtet) oder Credit; auf das Soll koͤmmt alſo alles, was dem Conto zu Laſt, auf das Hat, was ihm zu gut zu ſchreiben iſt; wird das Conto ab⸗ geſchloſſen und es ergibt ſich beim Debet oder Credit ein Ueber⸗ ſchuß, ſo heißt dieſer Saldo(Debet⸗Saldo od. Credit⸗Saldo). Uebrigens braucht ein Conto weiter keine Rubriken, als blos vornen eine Ordnungs⸗Linie, und wenn man will eine für die Nummer des Belegs, den Raum für die Einzeichnung, die Geld⸗ Columne und dahinter noch einen Raum für die Bemerkung des Contos, welchem der Poſten zu gut oder zu Laſt geſchrieben, damit der doppelte Eintrag immer ſchnell verglichen werden kann.— Je nach den Gegenſtänden, welche auf dem Conto vorkommen, können zu Erleichterung der Ueberſicht auch noch verſchiedene Columen ange⸗ bracht werden, z. B. bei dem Vorraths⸗Conto eine für das Ge⸗ treide⸗Maas ꝛc.— Zweckmäßig zur Ueberſicht und Controle iſt es endlich, wenn man die Geld⸗Columne in 3 Abtheilungen bringt: 1) baar; 2) innere Verrechnung(durchlaufend); 3) Summa. Bei der kaufmänuiſchen Buchhaltung kommen noch verſchiedene andere techniſche Ausdrücke vor, welche wir bei der Anwendung auf die Landwirthſchaft nicht bedürfen, und die deßhalb hier übergangen werden. 6. ſinem ſtauff von d ſchon habe. hem vune bei der End Ene det teeh welch Verl ſe kint et ſad z0 r Betng dr ent ſähn rſt dem Ilge e Albgahe a Buchaltm bechagte m Maketal Zweig ſin jeder Rei⸗ oder pa Conto vid nder gagn d zwar de rechte Eii t; auf da iſt, auf da 3 Conto c it ein lleber dit⸗Saldo) ten, als bs eine fir d g, die Gel⸗ ꝛmerkung de jehen, dami kann.-I men, künnen olumen ange⸗ für das Ge antrole iſt e ngen brilgt: uma. ·Hberſciedtn nung ufi nger vetha. — 23³37— b) Wahl des Rechnungstermins. §. 464. Das landwirthſchaftliche Gewerbe greift in ſeinem Betriebe ſo in einander, daß nie ein Stillſtand ſtattfindet und deßhalb iſt auch kein Termin zu finden, von dem ſich ſagen ließe, daß das zuſchließende Jahr nicht ſchon Vieles dem neu zu beginnenden im Voraus geleiſtet habe. Aus dieſem Grunde kann jeder Zeitpunkt, an wel⸗ chem man die Wirthſchaft angetreten hat, auch als Rech⸗ nungstermin beibehalten werden. Indeſſen ſtellen ſich doch bei naͤherem Betrachte drei Momente dar, welche vor an⸗ dern zum Rechnungstermin geeignet ſind, und zwar: das Ende des Herbſtes oder der Anfang des Winters, das Ende des Winters oder der Anfang des Fruͤhlings, und der Anfang des Sommers nach beendigter Fruͤhjahrsbe⸗ ſtellung. Jeder dieſer Termine hat wieder ſeine Vorzüge und Nachtheile, welche im Falle der Wahl mit Rückſicht auf Local⸗ und derſüuliche Verhältniſſe in Betracht gezogen werden müſſen. §. 465. Zu Gunſten des erſten Termins, am Ende des Herbſtes, laͤßt ſich anfuͤhren, daß zu dieſer Zeit, den erſten November etwa, die Arbeiten im einen Jabre, wie im anderen, ſich gleich ſtehen und hauptſaͤchlich nur die Winterbeſtellung fuͤr das kommende Jahr zum Voraus ge⸗ leiſtet iſt, hauptſaͤchlich aber, daß man den Winter uͤber am beſten Zeit hat, die Rechnung zu ſtellen. Dagegen kann ſolche nicht eher geſchloſſen werden, als bis ausge⸗ droſchen iſt, oder man muß den Ertrag nach Probedruͤ⸗ ſchen ſchaͤtzen, was immer ungewiß iſt. §. 466. Der zweite Termin, Ende des Winters, etwa den erſten Maͤrz oder erſten April, bietet dieſelben Vorzuͤge dar, wie der vorige, und es kann auch bis zum Schluſſe oder doch bald nachher ausgedroſchen, und ein Theil der Erndte verwerthet ſeyn, auch das Winter⸗ futter iſt bis dahin durch den Viehſtand groͤßtentheils ver⸗ 1 — 238— zehrt und alſo auch verwerthet(oder der Nutzen doch in dem Werthe des vorhandenen Viehes leicht zu veranſchla⸗ gen); es iſt hier blos entgegenzuſtellen, daß vom Fruͤh⸗ jahre an dem Wirthſchafter die Zeit mangelt, ſich mit der Rechnungsſtellung abzugeben, welchem Umſtande jedoch großentheils begegnet werden kann, daß man im Winter Alles ſo weit als nur thunlich vorbereitet. §. 467. Der dritte Termin, Anfang des Som⸗ mers, Mitte oder Ende Juni, und jeden Falls vor Be⸗ ginn der Heu⸗Erndte, hat den Vorzug, daß zu dieſer Zeit die wenigſten Vorraͤthe vorhanden ſind, die Wolle ge⸗ ſchoren und haͤufig ſchon verkauft iſt. Dagegen hat man um dieſe Zeit die wenigſte Muße zur Rechnungsſtellung, weßhalb dieſer Termin nun da den Vorrang behaupten duͤrfte, wo man einen beſonderen Buchhalter hat. c) Einrichtung der Hülfsbücher. §. 468. Die Huͤlfsbuͤcher koͤnnen, Behufs der dop⸗ pelten Buchhaltung, ganz ſo gefuͤhrt werden, wie in den §.§. 439 u. f. angegeben worden iſt; nur bedarf es hie⸗ zu beſonders, daß ihre Fuͤhrung vollſtaͤndig und genau, und daß ihre Einrichtung ſo iſt, daß die Uebertraͤge auf das Hauptbuch moͤglichſt erleichtert ſind. Manche geben den meiſten Hülfsbüchern die ähnliche Einrichtung, wie dem Hauptbuche, was aber gar nicht erforderlich iſt und häufig die Führung und Rechnungsſtellung weitläufig macht. Wählt man aber die tabellariſche Form für die Hülfsbücher nicht, ſo müſſen ſie, wie jeden Falls das Geld⸗Journal, allerdings Columnen für die Bemerkung des Conto's erhalten, dem der Poſten zu gut oder zu Laſt kömmt.— Nähere Hinweiſung auf die Führung der Hülfsbücher, Behufs der doppelten Buchhaltung, iſt auch bereits bei der Abhand⸗ lung der Journalführung im Einzelnen zu finden. d) Das Hauptbuch. §. 469. Je nachdem die Verhaͤltniſſe der Wirthſchaft ſind, der Dirigent mehr detaillirte, oder mehr ſummariſche en doih i veranſcha⸗ von gih ſch nit ue I unde jdch in Vun des Em ls vot s zu diſ ie Vale p en hat na ungsſtelin, g behaudm hat. fs der de⸗ wie in de ꝛdarf es hi und genau erträgt au ze Einrichtung, ſt und hin Wählt un ſo müſen ſe munn fir Uü t dder zu läh r Hillthüch, i der Abhaud⸗ Wirtſch fannniſte -— 239— Reſultate zu erhalten beabſichtigt, und beſonders je nach⸗ dem er mehr oder weniger Zeit auf die Buchfuͤhrung ver⸗ wenden kann, laͤßt ſich die Fuͤhrung des Hauptbuches aus⸗ fuͤhrlicher oder kuͤrzer behandeln, indem es hauptſaͤchlich darauf ankoͤmmt, ob man ſich auf eine moͤglichſt geringe Zahl von Conto's beſchraͤnkt oder ihre Zahl durch eine ausgedehntere Trennung der Gegenſtaͤnde vervielfaͤltigt. §. 470. Die in dem landwirthſchaftlichen Hauptbuche vorkommenden Conto ſind ihrem Weſen nach: Haupt⸗, Huͤlfs⸗oder Neben⸗Conto. Erſtere trennen ſich wieder in zwei Theile, nemlich die des Grundbeſitzes und die der Viehhaltung. Unter Hülfs⸗Conto ſind diejenigen Conto zu verſtehen, wel⸗ che gewiſſe Wirthſchaftskoſten enthalten, die ſich wieder auf verſchie⸗ dene Haupt⸗ und Neben⸗Conto vertheilen, z. B. das Haushalts⸗ Conto, oder die nothwendig ſind, damit die Ergebniſſe der Haupt⸗ Conto's ſich klar darſtellen, wie das Magazins⸗Conto.— Die Ne ben⸗Conto dienen für beſondere nicht in jeder Wirthſchaft vorkom⸗ mende Betriebszweige, wie Brandweinbrennerei, Ziegelei ꝛc. Haupt⸗Conto's des Grundbeſihes. 471. Je nachdem die zu einem Gute gehoͤrende Bo⸗ denflaͤche in der Benutzungsweiſe ais Ackerfeld, Wieſe, Weide, Wald ec. ſich abtrennt, muͤſſen auch die Haupt⸗ Conto fuͤr den Grundbeſitz von einander getrennt werden. §. 472. Acker⸗Conto. Das Ackerfeld enthaͤlt ent⸗ weder ein einziges Conto, oder, was bei verſchiedenen Fruchtfolgen auf ein und demſelben Gute wichtig iſt, fuͤr jede Feldabtheilung, welche in einer eigenen Rotation be⸗ wirthſchaftet wird, ein beſonderes Conto. Auf das Debet der Felder⸗Conto's kommen alle dafuͤr geleiſteten Beſtel⸗ lungs⸗ und Erndtekoſten, einſchließlich der Geſpannarbeits⸗ koſten und des Duͤngers, wie ſie aus dem Caſſa⸗Buch und den Huͤlfs⸗Conto's ſich ergeben. Das Credit ent⸗ haͤlt den Ertrag an Produkten aller Art, welche groͤßten⸗ theils dem Magazins⸗ oder Produkten⸗ Gonto zur Laſ kommen. Die Art der Veranſchlagung ergibt ſich bei den Viehſtands⸗ und Hülfs⸗Conto's. §. 473. Zu einer ganz vollkommenen Fuͤhrung des Hauptbuches kann zwar die eben angegebene Art der An⸗ legung der Felder⸗Conto's als noch nicht voͤllig genuͤgend angeſehen, vielmehr verlangt werden, daß jeder einzelne Schlag des Ackerfeldes ſein eigenes Conto haben ſolle, da⸗ mit daraus erſehen werden koͤnne, was jede dieſer Feld⸗ abtheilungen nach Maasgabe des Culturgegenſtandes und der Culturart an reinem Ertrag, oder auch Verluſt, ge⸗ waͤhrt habe. Soll aber dieſes, bei einer groͤßeren Anzahl von Ackerſchlaͤgen bedeutend mehr Muͤhe verurſachende, Verfahren zu haltbaren Reſultaten fuͤhren, ſo iſt erforder⸗ lich, daß der Aufwand fuͤr eine jede gegebene Duͤngung auf diejenigen Culturgegenſtaͤnde vertheilt werde, welche nach der gegebenen Duͤngung, bis zu ihrer Wiederholung, angebaut worden ſind, und zwar nach Verhaͤltniß des Antheils von der Dungkraft, welchen die nach einander angebauten Gewaͤchſe von der ganzen Duͤngung fuͤr ihren Theil entnommen haben. Oder mit andern Worten, es muß der Reſt der Dung⸗ kraft, welche das zuerſt im friſchen Dung gebaute Gewaͤchs im Boden zuruͤcklaͤßt, dem nachfolgenden angerechnet wer⸗ den, und der von dieſem noch binterlaſſene Reſt wieder dem folgenden u. ſ. f. Die ſtaͤrkere oder ſchwaͤchere Auf⸗ zehrung der gegebenen Duͤngung haͤngt aber von ſo vielen Umſtaͤnden ab und kann in ſo verſchiedenem Verhaͤltniſſe ſtattfinden, daß bis jetzt noch keine fuͤr allgemein guͤltigen Verhaͤltnißzahlen dafuͤr ſich aufſtellen laſſen und daß eben deßhalb die Reſultate, welche bei einer bis auf jeden ein⸗ düt ihin den Ui Fühna : Aup olig ethn jeder ann aden ſa w diſez er enſtendes m )Valnt,) üßern Aur verurſͤn ſo iſ erin ene Dunn verde, uch Wiederzaln haͤltniß d en die m der zenſ men ut ſt dad aute Set erechu w :Aii vin wätet von ſo vin Wrnhlui mein gllhn und daj uf jint — 241— zelnen Schlag ſich erſtreckende Buchfuͤhrung ſich erg ben, im Einzelnen ſehr leicht unſicher ſind. Man iſt noch nicht einmal über die Ausſaugungseigenſchaft der Gewächſe im Allgemeinen einig(ſ.§. 223 u. f.); dazu nehme man, wie Boden, Clima, Bearbeitung des Bodens, Reihefolge der Ge⸗ wächſe ꝛc. in verſchiedenem Verhältniſſe auf die ſchnellere oder lang⸗ ſamere Aufzehrung der Düngung einwirken. Alle bisher von Thär, Schwerz, Block, v. Voght, v. Wulffen, v. Thuüͤnen und anderen aufgeſtellten Verhältnißzahlen ſind daher nur als Verſuche, und hauptſächlich nur als Zahlen für ihre Lokalität, und ſelbſt auch dafür nur wieder unter gewiſſen Vorausſetzungen, zu betrachten; zu⸗ gleich aber auch als Anhaltspunkte für diejenigen, welche ſich in die⸗ ſem intereſſanten Felde weiter verſuchen wollen(ſ. 4. Cap. der 2. Ab⸗ theilung,§. 254 u. f.).— So angenehm und nützlich es daher auch ſeyn dürfte, die doppelte Buchhaltung auf die Landwirthſchaft bis zu dieſer Vollkommenheit zur Ausführung zu bringen, ſo unrecht iſt es, zu glauben, daß eine Conto⸗Eröffnung für jeden einzelnen Schlag oder jeden Culturgegenſtand ein abſolutes Erforderniß ſey. Wer Zeit und Liebe dazu hat, verſuche es, gebe aber darum die weit wichtigeren und ſicher erreichbaren Vortheile dieſer Buchhal⸗ tungsform nicht auf, wenn ein ſolcher Verſuch in ſeinen Reſultaten den Erwartungen nicht entſpricht. Wer ſich, wie es in den meiſten Fällen raͤthlich iſt, damit be⸗ gnügt, für die in einer Rotation bewirthſchafteten Felder nur ein Conto zu eröffnen, kann leicht in den Fall kommen, daß es für ihn wichtig iſt, von einzelnen Cultur⸗Gegenſtänden den Rein⸗Ertrag vergleichend zu wiſſen; zu dem Ende iſt zu rathen, beſondere Neben⸗ Conto dafür anzulegen, welche jedoch blos als Caleulationsverſuche zu betrachten ſind, und nicht mit in die allgemeine Bilance gezogen werden. §. 474. Das Wieſen⸗Conto wird in der Haupt⸗ ſache nach denſelben Grundſaͤtzen behandelt; die Debet⸗ Seite enthaͤlt den Aufwand an Arbeit, Duͤngung ꝛc., die Credit⸗Seite den Ertrag an Doͤrr⸗Futter, und was ſonſt die Wieſen noch geliefert haben. §. 475. Nach den gleichen Grundſaͤtzen werden fuͤr jede andere abgeſonderte Branche des Grundbeſitzes, wie Pabſt Landwirthſchaft I1. 2. 16 — 242— fuͤr beſtaͤndige Weiden, Weinberge, Baumſtuͤcke, Hopfengaͤrten, Holzpflanzungen, Wald ꝛc. eigene Conto angelegt. Haupt⸗Conto's der Viehhaltung. §. 476. Fuͤr die Nutzviehhaltung werden ſo viele Conto eroͤffnet, als Zweige davon in der Wirthſchaft exi⸗ ſtiren; die gewoͤhnlich vorkommenden ſind: Kuherei⸗ Conto(ceinſchließlich der Aufzucht), Schaͤferei⸗Conto, Maſtungs⸗Conto, Schweine⸗Conto. §. 477. Man beginnt ein ſolches Conto damit, ihm den am Anfang des Rechnungs⸗Jahrs vorhandenen Viehſtand, zu der Taxe nach Durchſchnittspreißen, zur Laſt zu ſchreiben; die Verzinſung dieſes Capitals wird ge⸗ woͤhnlich zugleich mit angeſchrieben. Am Ende des Rech⸗ nungsjabres wird dann der neue Capital⸗Beſtand wieder zu gut geſchrieben, welcher Betrag demnach dem folgenden Hauptbuche wieder zu Laſt koͤmmt. Der Aufwand beſteht in den Koſten fuͤr die Fuͤtterung, einſchließlich des Futter⸗ ſtrohs, dem Unterhalt der Waͤrter und der Geraͤthe, Salz, Arznei und ſonſtige laufende Unkoſten ꝛc. Die Credit⸗ Seite enthaͤlt den Ertrag aller Art aus der Viehzucht und eine Verguͤtung fuͤr den aus der Fuͤtterung entſtandenen Miſt(ſ.§. 486). Es iſt kein Grund vorhanden, die Verzinſung des Betriebs⸗ Capitals bei den verſchiedenen Conto’s der Wirthſchaft zu höheren, als landüblichen Zinſen, anzuſetzen, da durch den Uebertrag des Ca⸗ pital-Beſtandes von einem Jahre auf das andere der etwaige Ver⸗ luſt(das Riſico) ſchon in den Reſultaten der Rechnung liegt(ſ.§. §.112 u. 113).— Sind die zu der Viehhaltungs⸗Branche gehörigen Geräthe im Capital⸗Werthe von einiger Bedeutung, ſo wird ſolcher auf gleiche Weiſe in Rechnung gebracht und verzinßt. Beim Maſtungs⸗Conto findet eine Anrechnung der Zinſen nur auf ſo lange ſtatt, als das Maſtvieh aufgeſtellt war, §. 478. Von wichtigem Einfluſſe auf die Darſtellung der Reſultate der Viehhaltungs⸗Conto, und mittelbar da⸗ ————* — 9. den ſ d ſirtzſzal h : Krer tei⸗ don w daui, ir vorhanden präßßen, g tals wiiy de des k eſtand vin dem filgen fwand beltt h des gunn eräthe, E Die Erni Vietzuht m entſtandeun des Betiit ſaft zu ſöhen bertrag ds l er etwaige Ae ung ligt( rance geſiin ſo wid ſai der Ziſſn m Darſalln mittelber v — 243— durch wiederum von Einfluß auf die Reſultate der Conto des Grundbeſitzes, iſt die Art, wie das Futter und der Miſt veranſchlagt werden. Man kann dabei auf verſchie⸗ dene Weiſe verfahren. Haͤufig nimmt man z. B. an, daß der Miſt das Deſtcit der Viehzucht decken muͤſſe, das ſich gewoͤhnlich ergibt, wenn dem Vieh das Futter zum Markt⸗ preiße zu Laſt geſchrieben wird; man kann aber auch an⸗ nehmen, daß Futterbau und Viehzucht zunaͤchſt des Duͤn⸗ gergewinns wegen getrieben werden, und dann das Futter auch nur nach demjenigen Preiße berechnen, zu welchem es ſich, neben einem verhaͤltnißmaͤßigen und billigen An⸗ ſchlage fuͤr den daraus gewonnenen Miſt, durch die Vieh⸗ haltung verwerthet. Dieſe letztere Methode verdienet, nach genauer Erwaͤgung aller einwirkenden Verhaͤltniſſe den Vorzug. Bei der erſten Methode kann es ſich eben ſo wohl ereignen, daß der Miſt einen unverhältnißmäßig hohen Preiß erhält, wie es ſich ereignen kann, daß er beinahe gar nichts koſtet; beides iſt aber auf die Darſtellung des Rein⸗Ertrags der Grundbeſitz⸗Conto, welche den Miſt erhalten, von eminentem Eiufluſſe. Erſteres würde ſich er⸗ geben, wenn der Futterpreiß hoch ſteht, die Viehnutzung aber gering war, letzteres würde der Fall ſeyn, wenn die Viehhaltung das Fut⸗ ter zum Marktpreiß bezahlt macht, alſo kein Debet⸗ Saldo auf das Miſt⸗Conto zu übertragen bleibt. Bei der andern Methode wird ſämmtliches auf die Viehhaltung verwendete Futter auf Heu reducirt(Futterſtroh etwa zum halben Heuwerth angeſchlagen) und der Preiß dafür ausgemittelt, indem man das ſich ergebende Saldo der Viehhaltungs⸗Conto, welche man vorläufig ohne Anrechnung des Futters, abſchließt, auf das Futterquantum ausſchlägt.— Wie man den Miſt bei dieſer Methode den Viehhaltungs⸗Conto's zu gut rechne, wird bei dem Miſt⸗ Conto weiter auseinander geſetzk.— Daß da, wo Weide mit der einen oder andern Viehgattung ſtatt findet, dieſe nach Pachtpreißen oder nach Verhältniß des Futternutzens, den die Weide gewährt⸗ mit in Anſchlag komme, verſteht ſich von ſelbſt.— Wird hiernach gehandelt, ſo wird damit erreicht: 1) daß das Futter nur zu dem⸗ 16* — 244— jeuigen Preiße in Anſatz kömmt, zu dem es wirklich genutzt worden iſt, daß man dieſen Nutzpreiß alſo nicht nur erfährt, ſondern daß auch die Grundſtücke, welche Futter producirten, nun in dem Reiner⸗ trage mit denjenigen, welche anders benutzt wurden, in Parallele geſtellt werden können; 2) daß der Miſt zu keinem unverhältniß⸗ mäßigen Preiße berechnet wird; 3) daß man im Speciellen wieder erſehen kann, wie ſich die einzelnen Zweige der Viehzucht im Ertrage, d. h. im Nutpreiße des darauf verwendeten Futters, zu einander verhalten. Hülfs⸗Conto's. §. 479. Die Huͤlfs⸗Conto ſind nothwendig, damit der Aufwand fuͤr diejenigen Wirthſchaftszweige, welche des Ganzen oder wenigſtens mehrerer Hauptzweige wegen beſtehen, darauf uͤbertragen und von da am Ende weiter vertheilt werden, oder auch nur, um die Vertheilung des Aufwandes, welcher von dem Ertrage einzelner Wirth⸗ ſchaftszweige fuͤr verſchiedene andere gemacht wird, zu er— leichtern. Sie duͤrfen ihrem Weſen nach kein Saldo behal⸗ ten, indem daſſelbe ſtets auf andere Conto 8 uͤbertra⸗ gen iſt. §. 480. Die nothwendigſten Huͤlfts⸗„Conto bei einem moͤglichſt vollſtaͤndig eingerichteten Hauptbuche ſind: das Haushalts⸗C., das Magazin⸗ oder Naturalvorraths⸗C., das Zugvieh⸗C., das Geſchirr⸗C., das Miſt⸗ C., das allgemeine Wirthſchafts⸗Conto. §. 481. Haushalts⸗Conto. Dieſem Conto; koͤmmt ſaͤmmtlicher Aufwand zu Laſt, welcher fuͤr den Unterhalt aller in der Wirthſchaft geſpeißten Perſonen(ausſchließlich des baaren Geldlohnes) gemacht wird. Das Debet⸗Saldo wird dann auf die Speiſchage ſaͤmmtlicher durchs Jahr geſpeißter Perſonen vertheilt und den betreffenden Conto's zu Laſt geſchrieben.. Die Materialien liefern das Geld ⸗Journal und die Natural⸗ Journale. Einzelne Abgaben von Haushaltungsgegenſtänden an an⸗ auht dorden ſenden u den Reiner in Panala unverhältniß⸗ ſellen wieder Vießzuht in dutten, n dig, dui ge, walhe dige wenn Ende wiin teilung w iner Viri vird, zu e⸗ zaldo behl⸗ zu ibenn⸗ to bii tinen e ſird: das rraths⸗6, ſt⸗6, d Tonto kömnt n Untergel ꝛusſclit debet⸗Sall durhs I den Coute⸗ die Näu tänden n”” — 245— dere Zweige werden dem Haushalt⸗Conto beſonders gut geſchrieben.— Iſt die Speiſung verſchieden, ſo muß ein verhältnißmäßiger Auf⸗ ſchlag für die beſſer geſpeißten Perſonen ſtattfinden.— Die Zinſen von dem Capital des Haushalts⸗Inventars werden auf das Debet dieſes Conto's geſchrieben.— An Geldlohn kömmt nur der für die Küchenmägde auf das Haushalts⸗Conto. §. 482. Natural⸗Vorraths⸗ oder Maga⸗ zin⸗Conto. Auf das Debet dieſes Contos werden alle im vorigen Jahre verbliebenen Naturalvorraͤthe zu den damals angenommenen Durchſchnittspreißen uͤbertragen und am Ende des Jahres wird der nunmehrige Vorrath nach den neu berechneten Durchſchnittspreißen wieder gut ge⸗ ſchrieben. Ferner wird die neue Erndte an Koͤrnern, Stroh, Futter u. ſ. w. auf das Magazin⸗Conto zu Laſt gebucht. Dreſchlohn und ſonſtige Koſten der Aufſpeiche⸗ rung kommen ebenfalls hierher. Auf die Credit⸗Seite werden, außer dem Vorrathe am Ende des Jahres, alle Naturalverkaͤufe, ſo wie alle an die anderen Wirthſchafts⸗ zweige abgegebenen Naturalien uͤbertragen. Das Soldo endlich wird auf das allgemeine Wirthſchafts⸗Conto uͤbertragen. Die Futter⸗ und Strohpreiße werden nach den in den§§. 478 und 486(Vieh⸗ und Miſt⸗Conto) aufgeſtellten Grundſätzen ange⸗ ſetzt; die Preiße der Körnerfrüchte müſſen den Felder⸗Contos nur ſo hoch angeſchlagen werden, daß das Magazins⸗Couto neben der Leiſtung des Dreſchlohns und ſonſtiger Speicherungskoſten noch be⸗ ſtehen kann.— Je nachdem ſich die Durchſchnittspreiße für die Vor⸗ räthe am Anfang und am Ende des Jahres zu einander und zu den Preißen der ſtattgehabten Baarverkäufe verhalten, und je nachdem die Unkoſten und kleinen Verluſte der Magazine bei der Natural⸗Taxe im rechten Verhältniſſe berückſichtigt worden ſind, wird dieſes Conto ein Credit- oder Debet⸗Saldo behalten, das alk ein zufälliger Ge⸗ winn oder unvermeidlicher Verluſt auf das allgemeine Wirthſchafts⸗ Conto gehört.— In Wirthſchaften, wo man mit der Getreide⸗ Aufſpeicherung Speculation treibt, thut man wohl, dafür ein beſon⸗ deres Conto zu haben und die alten Vorräthe dem Magazin⸗Couto abzunehmen. — 246— §. 483. Zugvieh⸗Conto. Das Zugvieh⸗Conto beſteht, ſo bald man Pferde und Ochſen zugleich haͤlt, in zwei Abtheilungen, einem Pferde⸗ und einem Ochſen⸗ Conto. Jedem dieſer beiden Conto wird am Anfang das am Ende der vorigen Rechnung verbliebene Zugvieh⸗Ca⸗ pital zu Laſt und am Schluſſe die neue Taxe zu gut geſchrie⸗ ben. Das Capital, nebſt dem Stallgeraͤthe⸗Capital, wird verzinſet. Auf die Debet-Seite koͤmmt ferner der Auf⸗ wand fuͤr angekauftes Zugvieh, Fuͤtterung, Hufbeſchlag, der Antheil an der Unterhaltung der Ackergeraͤthe und des ſonſtigen Geſchirres(ſ.§. 484), Beleuchtung, Medicin, Lohn und Unterhalt der Knechte, Taglohn beim Geſpann. — Auf der Credit⸗Seite wird der Miſt angemeſſen ver⸗ anſchlagt(ſ.§. 486), und allenfallſige Extra⸗Verdienſte der Knechte oder des Geſpanns werden gut geſchrieben. Das verbleibende Debet-Saldo wird auf die durch das Arbeits⸗Journal(ſ.§. 448) dargethane Zahl der Arbeits⸗ ſtunden, oder vollen Arbeitstage, ausgeſchlagen und dann den betrefſenden Conto's zur Laſt geſchrieben, ſo daß auch die Zugvieh⸗Conto ohne Saldo ſich abſchließen. Manche Landwirthe ziehen vor, fire Preiße für die Geſpannar⸗ beit anzunehmen, was zwar die Berechnung in etwas erleichtert, aber auch unvollſtändiger iſt. Es verbliebe dann ein Saldo, das auf das allgemeine Wirthſchafts⸗Conto zu übertragen wäre. Wo Kühe angeſpannt und zur Feldarbeit gebraucht werden, muß der Betrag der Arbeit, welche dieſelben verrichtet haben, nach einer verhältniß⸗ mäßigen Taxe der Kuherey zu gut kommen; ein beſonderes Zugkühe⸗ Conto iſt alſo nicht nöthig. §. 484. Geſchirr⸗Conto. Dieſes Conto umfaßt ſaͤmmtlichen Anfwand fuͤr die Unterhaltung der Acker⸗, Spann⸗ und Handarbeits⸗Geraͤthe, einſchließlich der Ver⸗ zinſung des darin enthaltenen Capitals. Der Aufwand wird dann ſo richtig, als moͤglich, auf diejenigen Conto vertheilt(alſo dem Geſchirr-Conto wieder abgeſchrieben), welche derſelbe angeht, die Hauptſumme alſo auf das Pfer⸗ th bn h ha 1 din unfen a grich 1 zutgſtn pital, wi r der Ai dufbecho he udw „Mäit t Geſonnn meſſen ke⸗ ⸗Verdiaie geſchritn durch d der Arbeit t und dam ſo daß auh n. e Geſbounar as exleicten, aldo, daö alf 2 Wo ſüht der Betroh verhältii⸗ nz Zugliſe nto unſtt der Ace⸗ ih der de r Aufwand igen Conie geſtrite f das hit⸗ — 247— de⸗ und Ochſen⸗Conto, dann der verhaͤltnißmaͤßige An⸗ theil auf das Magazin⸗, Wieſen⸗, Miſt⸗Conto ꝛc. Noch vollſtändiger iſt die Behandlung dieſes Conto's, wenn das Inventarium auch jährlich zu⸗ und zurücktaxirt wird. Da jedoch in einer bereits organiſirten Wirthſchaft der Beſtand darin ſich we⸗ nig äandert, ſo kann auch dieſe Wiederholung der jährlichen Taxe des Geräthe⸗Inventars, welche viele Arbeit verurſacht, unterblei⸗ ben, indem man ſich mit einer Reviſton nach der Stückzahl(ſ.§. 401) und der Anrechnung der Zinſen von dem bereits bekannten Ca⸗ pitale begnügt. Die Uebertragung des Aufwandes für das Geſchirr-Conto auf die Zugvieh⸗ und anderen betreffenden Conto wird in den Anleitun⸗ gen zur landwirthſchaftlichen Buchhaltung in der Regel nicht vor⸗ geſchrieben; ich bin aber der Meinung, daß es einen ſehr unrichti⸗ gen Begriff von den Koſten der Arbeit gibt, wenn bloß angerechnet wird, was die Arbeiter und das Spannvieh koſten, nicht aber was die Unterhaltung der dabei gebrauchten Geräthe koſtet, welche doch in der That eben ſowohl ein Erforderniß zur Ausführung der Arbeit ſind, als wie das Spannvieh und die dabei bedürftigen Menſchen. §. 485. Miſt⸗Conto. Die groͤßte Schwierigkeit fuͤr die Aufſtellung und Abſchließung dieſes Conto's beſteht darin, den Preiß des Miſtes auszumitteln, dergeſtalt, daß denjenigen Conto's, welche den Miſt oder das Material dazu lieferten, eine angemeſſene Verguͤtung dafuͤr zu Theil wird, und daß der Miſt zugleich einen Preiß erhaͤlt, wo⸗ fuͤr er mit Nutzen zum Ackerbau verwendet werden kann. §. 486. Unter den mancherlei hiefuͤr ſchon in Vor⸗ ſchlag oder zur Anwendung gebrachten Methoden, duͤrfte die nachſtebende von dem Verfaſſer aufgefundene und an⸗ gewendete dem Zwecke ſich annaͤhern. Es wird zuerſt ein maͤßiger Wertbspreiß eines Centners guten Rindviehmiſtes fuͤr die Localitaͤt, mit Zuhuͤlfenahme der ſich hiezu darbie⸗ tenden Daten, ausgemittelt, ſodann angenommen, daß⸗ je nach den Localverhaͤltniſſen, aus 1 Centner im rechten Verhaͤltniſſe mit Streu zuſammengeſetzten Trockenfutters — 248— 1,8 bis 2,2 Centner Miſt(ſ.§§. 262, 263) erhalten wer⸗ den. Hiernach wird dann berechnet, was der Miſt aus einem Centner Trockenfutter(das Futterſtroh nur zur Haͤlfte angenommen) koſtet, und zu dieſem Preiße wird der Miſtwerth des aus dem Futter entſtandenen Duͤngers den betreffenden Vieh⸗Conto's(ſ.§. 477) verguͤtet, dem Miſt⸗Conto alſo zur Laſt geſchrieben. Daſſelbe muß fer⸗ ner das Streuſtroh dem Magazin⸗ Conto(§. 482) zum halben Heupreiß(§. 478) bezahlen und den ſonſtigen di⸗ recten Aufwand fuͤr die Miſtbearbeitung tragen. Das ganze Debet⸗Saldo wird am Ende auf die ausgefahrne Fuder⸗(Centner⸗) Zahl des Miſtes vertheilt, nachdem vorher der Pfuhl(Guͤlle) billig in Anſchlag und Abzug gebracht und nach dem ſich hiebei ergebenden Preiße der Miſt den verſchiedenen Grundſtuͤcken zu Laſt, dem Miſt⸗ Conto zu gut geſchrieben. Ein Fuder Miſt von 24 Centner ſey z. B. in der Gegend, zu mäßigem Anſchlage, 2 fl. werth, oder dafür zu kaufen; hiezu ſind etwa 12 Centner Heuwerth und Streu erforderlich geweſen, alſo iſt der Miſtwerth vom Centner Heufutter 10 kr. War nun die Nutzung des Heu's bei der Viehhaltung 40 kr., ſo iſt alſo der Heupreiß 50 kr., der Strohpreiß 25 kr., womit die Zahlen für die Anſchläge des Futters, des Futter⸗ und Streuſtrohes und des Miſtnutzens aus dem Futter ausgemittelt ſeyn würden.— Welche Mängel auch dieſe Methode noch haben möge, ſo ziehe ich ſie doch der von Thär, wo⸗ nach ein fixer Miſtpreiß ein⸗ für allemal angenommen wird, ſo wie der von Freiherrn von Varnbühler(ſ. deſſen Beitrag zur Keunt⸗ niß der neueſten Grundſätze der Landwirthſchaft, Stuttgart 1812) vor, wonach das Deſicit der Vieh⸗Conto's, welchen das Futter zum Marktpreiße debitirt worden, dem Miſt⸗Conto zu Laſt gebucht wird(ſ.§. 478). Der Schafmiſt muß wegen ſeines höheren Werthes um ½ bis ½ höher, als der Rindviehmiſt angeſchlagen werden(§. 262). Der Pferch kann nach mäßigem Anſchlage der Schäferey direct zu gut und dem Felde zu Laſt geſchrieben werden. Wo Kompoſt im Grö— ßeren gemacht wird, kann man ein eigenes Kompoſt⸗Conto haben. ) erhulin w 3 der M rſtroh vnr 1 Dreiße vid en Düngan vergütet, n aſelbe miſ 9(§. G)g den ſonſtgn g tragen. d die ausgeid rtheilt, wi lag und n enden Prahe Laſt, den N in der Geze, kaufen; ſiag t d geweſen, u Lar nun dieun alſo der hen en für die öh des Miſtauzat Maäͤngel ut i der von Ju,- mmen wid, h Beitrag ſir Im t, Stuttzmt T welchen de n onto zu Lat ee Drrtthes m ul nden G. R) J fferey dirut 1 o Kundeſt ubt nuiſt⸗Em ſe — 249— §. 487. Allgemeines Wirthſchafts⸗Conto. Dieſes Conto umfaßt allen Aufwand, welcher fuͤr die Wirthſchaft im Allgemeinen gemacht wird, und nicht irgend einem der andern Conto direct zur Laſt geſchrieben werden kann. Namentlich ſind hierher zu rechnen: a) die Leitung und Beaufſichtigung(Koſten des Wirthſchafters, der Haus⸗ haͤlterin ꝛc.); b) Feuerung und Beleuchtung der Wohn⸗ zimmer und Unterhaltung der darin befindlichen Mobilien; c) Unterhaltung der Wirthſchaftsgebaͤude, der Brunnen, Wege, des Pflaſters ꝛc., auch Reinhaltung der Gehoͤfte; d) Grundlaſten und Abgaben, in ſoweit ſolche nicht direct den betreffenden Grundſtuͤcken ſich zur Laſt ſchreiben laſſen; e) kleine Saldo's einiger Huͤlfs⸗Conto, welche ſich nicht ganz rein abgeſchloſſen haben(§. 482) u. ſ. f. Auch die Verluſte durch beſondere Unglücksfälle, wie durch Brand, Viehſterben, werden am beſten hierher übertragen. Neubauten gehören auf das Conto kür Grundſtocksvermehrung. §. 488. Sind die Koſten des allgemeinen Conto's nachgewieſen, ſo werden ſolche nach einem fuͤr jede Wirth⸗ ſchaft beſonders zu entwerfenden Repartitionsfuße auf die einzelnen Haupt⸗Conto's, namentlich die fuͤr den Grund⸗ beſitz und die Viehhaltung, vertheilt. Dieſe Vertheilung unterbleibt gewöhnlich, und nur Koppe thut ihrer, unſeres Wiſſens, Erwähnung, und gewiß mit vollem Recht, denn wenn ich wiſſen will, was mir der Morgen Ackerfeld oder Wieſe ꝛc. eingetragen, ſo muß doch auch der darauf fallende, oft ſehr bedeutende allgemeine Wirthſchaftsaufwand mit in Anrechnung gebracht werden.— Für die Art und Weiſe der Vertheilung läßt ſich kein Maßſtab angeben, ſondern nur ſagen, daß man ſich ſolchen theils nach Maßgabe der Größe des Rein⸗Ertrags, theils mit Rück⸗ ſicht auf Umfang, Bedürfniß an Gebäuden, Aufſicht ꝛc., welche ein Wirthſchaftszweig erheiſcht, ſich bilden müſſe. 1 §. 489. Sonſtige Huͤlfs⸗Conto. Je nach der individnellen Anſicht des Rechnungsfuͤhrers kann die Zahl der Huͤlfs⸗Conto's leicht noch vermehrt werden, inſoferne — 250— man fuͤr gewiſſe Gegenſtaͤnde den Aufwand zuerſt auf einem beſonderen Conto uͤberſehen will, ehe man auf die verſchiedenen Conto uͤbertraͤgt, welche jener Aufwand angeht. Die meiſten ſolcher Conto's koͤnnen aber fuͤglich erſpart werden, indem ſie ohne Noth die Rechnungsſtel⸗ lung weitlaͤufig machen. Man hat z. B. Geſinde⸗Conto, auf welches Lohn und Un⸗ terhalt des Geſindes(letzterer vom Haushalt⸗Conto) zuerſt, und von da dann weiter auf die betreffenden Conto übertragen wird. Auf ahnliche Weiſe halten manche ein Deputatiſten⸗Conto,. Taglöhner⸗Conto ꝛc. Eben ſo entbehrlich ſind beſondere Con⸗ to für die Scheunen, den Kornboden(neben dem Magazin⸗Conto), das Feuerungs⸗Material, das Inventarium; ein beſonderes Zufalls⸗ Conto hat man ſogar ausgedacht. §. 490. Ferner kann als Huͤlfs⸗Conto ein Caſſa⸗ Conto angefuͤhrt werden, welches nach den Regeln der kaufmaͤnniſchen Buchhaltung allerdings unentbehrlich er⸗ ſcheint. Sobald aber das Caſſe⸗Journal(§. 439) in derſelben Form wie ein Conto gefuͤhrt wird, ſo vertritt ſolches die Stelle des Caſſe⸗Conto's, und ein nochmali⸗ ges Abſchreiben und Uebertragen in das Hauptbuch iſt uͤberfluͤſſig. §. 491. Da endlich von einem Jahre auf das an⸗ dere Vieles zu uͤbertragen iſt, ſo glaubte man auch ein vorigen und kuͤnftigen Jahres⸗Conto eroͤffnen zu muͤſſen. Aber auch dieſes kann fuͤglich entbehrt werden, ſobald man nach dem Schluſſe des Hauptbuchs ein ein⸗ faches Verzeichniß(Schuld⸗Memorial fuͤr das kuͤnftige Jahr) aufſtellt uͤber alle Poſten, welche bei den einzel⸗ nen Conto's dem kuͤnftigen Jahre debitirt ſind. Dieſes Schuld⸗Memorial haͤngt man dem Hauptbuche an und macht daraus auf die Conto des naͤchſtfolgenden Haupt⸗ buches die Uebertraͤge. Neben⸗Conto's. §. 492. Sobald mit einer Wirthſchaft, neben der Bewirthſchaftung des Bodens und dem Betriebe der Vieh⸗ d uni u man aif ner Aufa abet ſiſi ſechnungzi 3 Lohn ulo 1o) zuuni,w bertragen di iſten⸗Enn beſondere( Nagazin⸗Ln ſonderes ij ein Caſſ en Regeln n entbehrlih (§. 40 1 d, ſo ven ein nothme Haupttutji e auf das c nan aut it o erüffen tbehrt wenan buchs tir ü r das lurfi ei den iin ſind. D buche m genden Hauh ft, neben riede da 3h — 251— zucht, noch andere Betriebs⸗ oder Einkommen⸗Zweige verbunden ſind, ſo muͤſſen dafuͤr beſondere Conto eroͤffnet werden, welche als Nebenconto zu betrachten ſind. Wir nehmen hierher die verſchiedenen, haͤuſig mit der Wirth⸗ ſchaft in Verbindung vorkommenden techniſchen Gewerbs⸗ Zweige, ſo wie auch Gefaͤlle, wie Zehnten, Grundzinſen und dergleichen mehr; ferner Schenkwirthſchafts⸗Betrieb ꝛc. Nebenbei kann der Wirthſchafter noch, nach ſeiner Anſicht und für beſondere Zwecke, für den einen oder anderen ſeparirten Gegen⸗ ſtand ein Neben⸗Couto eröffnen. §. 493. Außerdem muß, ſo bald in einer Wirth⸗ ſchaft bedeutende, den Grundwerth erhoͤhende Meliora⸗ tionen vorgenommen werden, ein Meliorations⸗ Conto gehalten werden, worauf die Koſten dieſer Me⸗ liorationen zu uͤbertragen ſind, und deſſen Debet⸗Saldo als eine Anlage zu Vermehrung des Grund⸗Werths des Gutes anzuſehen iſt. Man verbindet eigentlich zweckmaͤ⸗ ßig dieſes Conto mit einem allgemeinen Grundſtock⸗ Conto, auf welches am Anfange der Rechnung das ganze Grund⸗Capital des Guts, im Laufe ſodann der Aufwand fuͤr Meliorationen, unter welchen wir auch neue Gebaͤude begreifen, ſo wie der directe Zukauf von Grundſtuͤcken, zu Laſt geſchrieben, am Ende das nunmehr angewachſene, oder bei ſtattgefundenen Verkaͤufen auch verminderte, Capital aber zu gut geſchrieben wird, der⸗ geſtalt, daß kein Saldo verbleibt. §. 494. Iſt das Gut gepachtet, ſo muß ein beſon⸗ deres Pacht⸗Conto allen directen und indirecten Auf⸗ wand, welcher als Leiſtung an den Gutsherrn zu betrach⸗ ten iſt, nachweiſen. Bei einem Pacht⸗Gute fällt begreiflich das Grundſtocks⸗Conto in der in vorigem Paragraphen gedachten Art weg; doch bleibt ein Meliarations⸗Conto, wenigſtens in der erſten Zeit der Pachtung, als Nachweiſung für den für Meliorationen gemachten Aufwand im⸗ mer zu empfehlen; nur muß der Aufwand dafür im Laufe der Pacht⸗ — 252— zeit wieder als Rein⸗Ertrag in die Caſſe des Pächters zurückfließen, wenn er richtig calculirt hat. §. 495. Endlich iſt es auch noch rathſam, ein Eigen⸗ thuͤmers⸗Conto anzulegen, auf welches alle Natural⸗ Lieferungen und Baarzahlungen an den Eigenthuͤmer oder auch Paͤchter zu Laſt geſchrieben werden, ſo weit ſolche nicht fuͤr die Directionskoſten anf das allgemeine Conto(§. 487.) gehoͤren. Zuſchuͤſſe kommen auf die Credit⸗ Seite. Dieſes Conto iſt zwar, ſo bald wir uns die Freiheit geſtatten, von den Grundſätzen der doppelten Buchhaltung, inſoweit es dem Zwecke keinen Eintrag thut, abzuweichen— nicht abſolut nothwen⸗ dig, denn wenn es wegbleibt, ſo ſind die Natural⸗Lieferungen an den Eigenthümer wie Baar⸗Verkäufe zu betrachten; indeſſen muß es doch jedem Eigenthümer wichtig ſeyn, zu überſehen, welchen Werths⸗Betrag er aus dem Gute im Laufe des Jahres empfan⸗ gen hat. Verfahren bei der Uebertragung auf die Conto. §. 496. Man kann die Uebertraͤge auf das Haupt⸗ buch woͤchentlich, monatlich, oder erſt bei'm Rechnungs⸗ Schluſſe machen. Die woͤchentliche oder monatliche Ueber⸗ tragung kann da den Vorzug verdienen, wo ein eigener Buchhalter angeſtellt iſt; wo aber die Hauptuͤbertraͤge von dem Wirthſchafts⸗Vorſtande ſelbſt gemacht werden, was fuͤr dieſen ſeinen großen Nutzen hat, da iſt es rath⸗ ſamer, daß erſt mit dem Rechnungs⸗Schluſſe uͤbertragen wird, denn der Uebertrag kann dann moͤglichſt ſumma⸗ riſch und doch uͤberſichtlicher, als im erſten Falle, ge⸗ ſchehen und die Muͤhe iſt bedeutend geringer. Die Reſteneingänge vom vorigen Jahre und die Ausſtände vom lanfenden werden am beſten ſo behandelt, daß jene nicht, dieſe aber wie eingegangen, in die Rechnung aufgenommen werden; dabei aber ein Verzeichniß dem Hauptbuche angehängt wird, welches deu Ein⸗ gang an alten Reſten, das Verbleiben an ſolchen, und die Ausſtän⸗ de an neuen enthält. Verluſte an Ausſtänden können in das ellge⸗ meine Wirthſchafts⸗Conto aufgenommen werden. gters nege an, ein ein alle um en Eigentie verden, in das alari. tauf die oe Freiheit git , inſoweit g t abſolut uten nral⸗Lieenmmt betrachten;, in rüberſehen, u es Jahres in uf die Enn auf das he be'm Retun monatlicheli⸗ , wo ein tim e Hauptthent gemacht veit t, da iſt un ſchluſſe übern maglichſ umm erſten Falt,! ringer. nd die Aubſihen jene nict, mit m werden; mit ard, welct üns hen, und du te Iküuuen irut eu. — 253— Bei Adminiſtrationen läßt man am zweckmößigſten das Geld⸗ Journal nebſt der Reſtenverwaltung und Ausſtandsnachweiſung zur Legitimation und Rechnungsablage des Adminiſtrators in Bezug auf das Materielle der Verwaltung dienen, damit die Geldpoſten uicht einzeln nebſt Nachweiſung der Belege, in das Hauptbuch aufgenommen zu werden brauchen. Haupt⸗Abſchluß. §. 497. Sind ſaͤmmtliche Conto abgeſchloſſen, ſo wer⸗ den ſie zu einem Hauptabſchluſſe(Bilance) zuſammen⸗ geſtellt, welcher das Debet⸗ oder Credit⸗Saldo der ein⸗ zelnen Conto's nachweiſet, und wovon nach der Summi⸗ rung die Saldo's des Meliorations⸗(Grundſtocks⸗) und des Eigenthuͤmers⸗Conto wieder abgerechnet werben, wornach der Rein⸗Ertrag ſich darſtellt.. Bei einer Wirthſchaft z. B., welche blos eine Rotation für das Ak⸗ kerfeld hat, außer dieſem blos Wieſen beſitzt, als Nutzvieh Kühe und Schafe hält, und blos Brandweinbrennerei als Nebenzweig betreibt, könnte ſich der Hauptabſchluß, wie folgt, darſtellen. Debet⸗Saldo 8 Credit⸗ Son fl. er. Namen der Conto's f. er. —— Felder⸗Conto. 2018 30 —— Wieſen⸗ Conto.... 712 12 —— Schäferei⸗Conto. 320— (Die Hülfs⸗Conto, als kein Saldo behaltend, werden hier übergangen.) —— Brandweinbrennerei⸗Conto- 630 10 215— Grundſtocks⸗Conto..—— 3021 32 Eigenthümers⸗Conto.—— 3556 32— Summa. b 3780 152 Von dem Debet⸗Saldo à 3556 fl. 32 kr. gehen ab: Für den Grundſtock angelegt— 215 fl. An den Eigenthümer 3021. 32 4——ꝛ——— 3236, 32 kr. — Reſt— 320 fl.— Dieſe vom Credit⸗Saldo à 3780 ⸗ 52 kr. ab, ſo bleibt Rein⸗Ertrag 3460 fl. 52 kr. — 254— §. 498. Ein verſtaͤndiger und intelligenter Wirth⸗ ſchafter wird nach dem Abſchluſſe ſodann noch die einzel⸗ nen Conto einer beſonderen gruͤndlichen Beleuchtung und Critik unterwerfen, die wichtigſten Reſultate und Notizen, welche ſich dabei ergeben, dem Conto als Bemerkung anfuͤgen, und fuͤr die Folge ſeine weiteren Maasregeln darnach nehmen. Größere Vereinfachung des Hauptbuches. §. 499. Mangel an Uebung, Unbekanntſchaft mit der Methode, Widerwille, dem Schreibtiſche taͤglich eine Stunde zu widmen, Vorurtheil und dergleichen mehr, zuweilen aber auch wirklicher Mangel an Zeit, wenn nicht andere Geſchaͤfte vernachlaͤſſigt werden ſollen, ſind die Urſache, daß ſich viele ſonſt intelligente Landwirthe ſo ſchwer zu einer zweckentſprechenden Buchfuͤhrung ent⸗ ſchließen. Die Darſtellung, wie man das Hauptbuch noch mehr abkuͤrzen und vereinfachen, und dadurch einen gro⸗ ßen Theil der Arbeit beſeitigen, dennoch aber in den Reſultaten noch Vieles von dem, was am wichtigſten iſt, erreichen koͤnne, duͤrfte deßhalb dazu beitragen, daß ſich mancher noch dazu entſchließt, dieſe Rechnungsform zu erwaͤhlen, der es ſonſt nicht thun wuͤrde. §. 500. Das erſte, was man wegen der Schwierig⸗ keit der Berechnung unterlaſſen kann, waͤre die Anle⸗ gung eines Miſt⸗Conto's. Man nimmt zu dem Ende an, daß das Feld das Material zu ſeinem Duͤnger lie⸗ fern muͤſſe; die Viehhaltung bezahlt alſo das Futter bloß zu dem Nutzpreiſe und der Duͤnger vom Vieh wird nebſt dem Streuſtroh außer Berechnung gelaſſen. Dagegen muß das Feld den Wieſen oder Weiden, wenn es aus deren Erzeugniß den Duͤnger erhaͤlt, dieſen nach einem Anſchlage verguͤten. e Linh. die inel tuung ud dNotien, Zemering taastegan es. ſchaft ni äglich ein hen wehr eit, ven llen, ſid kandwirze hrung en otbuch not einen gi⸗ er in de igſten i , daß ſ geform g Schwieriy die Aale dim Ende dinger loe utter bloh witd neh Dagegen un es aut nach in — 255— Erhalten etwa die Wieſen mehr Dünger, als aus dem Heu hervorgehen kann, ſo müſſen ſie den Mehrbetrag dem Felde vergüten, wozu man eine billige Taxe waͤhlt. §. 501. Bedeutend kann man ſich ſodann die Rech⸗ nungsſtellung erleichtern, wenn man auch auf die Zug⸗ vieh⸗ und Geſchirr⸗Conto Verzicht leiſtet, indem man annimmt, das das Geſpann hauptſaͤchlich der Bear⸗ beitung des Feldes wegen da ſey; man ſchreibt alſo alle Koſten des Geſpanns und der Ackergeraͤthe dem Feld⸗ Conto direct zu Laſt, und die Arbeiten, welche das Ge⸗ ſpann fuͤr andere Conto leiſtet, jenem Conto nach einem Anſchlage zu gut. Es kann hierbei ſogar die Führung eines Arbeits⸗Journals unterbleiben, wenn man nur notirt, was das Geſpann für andere Conto arbeitet. §. 502. Durch die Weglaſſung der drei genannten Conto entbehrt man freilich die wichtigen Reſultate, was der Miſt und die Arbeit im Einzelnen koſten; es wird aber dadurch auch wenigſtens die Haͤlfte der Arbeit er⸗ ſpart, welche die doppelte Buchhaltung mehr verurſacht, als eine einfache Rechnungsſtellung, und alle uͤbrigen Vortheile, welche die erſtere gewaͤhrt, werden dennoch erreicht.. Hat der Unternehmer einmal mit dieſer Abkürzung ſein Haupt⸗ 3 buch ein paar Jahre geſtellt, ſo wird ihm entweder die Ueberzeu⸗ gung werden, daß ein Mehreres zu erreichen für ihn nicht thunlich iſt, oder es wird ihm der Muth und Vorſatz erwachſen, nun auch das Vollkommenere zu verſuchen. —— — 6 8 L 9 9 llilililtlrkaletrlettleleleteleisletzlieltaletal trletrletzlalahlhlhlcana. Wn11nnnnnt. O cm 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14