————— neue. ———————— ——.— 2 ³ 4 1* 3 4 4 2 8 1 7— 4 1 4 1 ———— 8 ———— — 1 8 4 . 4 4 95 9 7 2f 3„ 7„ 7. 4 7 J. G. Koppe, 4 vormahls Lehrer am landwirthſchaftlichen Inſtitute zu Moͤgelin, Unterricht Ackerbau und in der Viehzucht. Ein Handbuch fuͤr den Landmann, beſonders im Preußiſchen Staate. Herausgegeben von 6 n. af(e CHL. N Köntgl. Preuß. Stag P OeNh e.. n. Erſter Theil. Zweite durchgehends ergaͤnzte und verbeſſerte, auch mit einem neuem Abſchnitt von dem Anbau der Fabrik- und Handels⸗ pflanzen vermehrte Auflage. Berlin, 1313. B. e i Angnſt d K e r. — — Vorrede des Herausgebers. Wenn gleich der Verfaſſer dieſes Buchs— mein theurer Freund und Gehuͤlfe beim landwirthſchaft⸗ lichen Unterrichts-Inſtitute ſowohl, als bei der Wirthſchaftsfuͤhrung zu Moͤgelin— ſich fruͤh und ſchnell durch ſeine vorzuͤglichen Talente und Ener— gie zur Adminiſtration großer Guͤter mit dem gluͤck— lichſten Erfolge, zugleich aber, ohne Abbruch ſei— ner praktiſchen Thaͤtigkeit, zu einer wiſſenſchaft⸗ lichen Bildung, und ſomit zu den hoͤheren Kreiſen der buͤrgerlichen Geſellſchaft, hervorſtechend gegen viele darin geborne, erhob; ſo behielt er doch eine rege Liebe fuͤr die Umgebungen ſeiner Kindheit, fuͤr baͤuerliche Wirthſchaften und Verhaͤltniſſe bei. Ein rechtlicher und verſtaͤndiger Bauer blieb ihm um ſo mehr der achtungswertheſte Menſch, da —— „ 1v die Verhaͤltniſſe dieſes Standes ſo niederdruͤckend nch waren, daß nur eine ſeltene Kraft und Stim— hil mung des Gemuͤths die menſchliche Wuͤrde in mo— d raliſcher und intellectueller Hinſicht bei ihm auf⸗ 1 tinig recht erhalten konnte.. Je trauriger fuͤr ihn der Anblick des Bauern dn in den meiſten Preußiſchen Provinzen geweſen Anni war, der hier weit tiefer als in ſeinem Vater⸗ mach lande, Sachſen, ſtand; um deſto groͤßer war ſeine von Freude, Dankbarkeit und Eifer, wie er die Ab⸗ hit ſichten unſers wahrhaft weiſen, vaͤterlichen Koͤnigs 1 aus deſſen Edicten uͤber die Abaͤnderung der baͤuer⸗ 1 lichen Verhaͤltniſſe, und uͤber die Befoͤrderung der als Landkultur vernahm. Sein regſter Wunſch war, diſe daß ſie bald vollſtaͤndig erreicht werden moͤchten, Scht und er fuͤhlte inneren Beruf, hiezu ſeinerſeits inß beizutragen, indem er ſeinen geliebten Landmann und nunmehrigen Mitbuͤrger uͤber die Benutzung' der ihm daraus zufließenden, aber vielleicht ver⸗ d kannten Vortheile belehrte. Er widmete alſo die niß wenigen Stunden der Muße, welche ihm die bei V dem Moͤgeliner Inſtitute erſt angetretene Lehrſtelle, ber und die zugleich uͤbernommene Direktion der hie— 8 ſigen Wirthſchaft ließen, dieſer populaͤren Schrift. b In Anſehung des Vortrages kam der ſoge⸗ V tt nannte katechetiſche und der geſchichtiliche ſir 1 nach der Weiſe des Beckerſchen Noth⸗ und Huͤlfsbuͤchleins mit auf die Wahl. Soll aber der Charakter der eingefuͤhrten Perſonen hierbei einigermaßen aufrecht erhalten werden, ſo iſt das Taͤndelnde, und eine in Hinſicht der Hauptſache unnuͤtze Weitlaͤuftigkeit, nicht zu vermeiden. Auch machte der geſchichtliche Vortrag eine Ausnahme von beſondern Ortsverhaͤltniſſen nothwendig, die leicht Einſeitigkeiten oder Unangemeſſenheit fuͤr an— dere Verhaͤltniſſe veranlaßt. Der Verfaſſer waͤhlte aus dieſer Urſach den zutraulichen Lehrton, und dieſer iſt, wie ich glaube, fuͤr den Zweck der Schrift richtig getroffen. Er iſt plan und an⸗ ſprechend fuͤr den Bauersmann, ohne niedrig und gemein zu ſeyn. Auch iſt nichts geſagt, woran der natuͤrliche Verſtand eines Bauern abgleiten muͤßte. Was nun die Benutzung dieſes Buchs an⸗ betrifft— Ich verkenne den Werth mancher in Vorſchlag, zum Theil zur Ausfuͤhrung gebrach⸗ ter Schulverbeſſerungen nicht. Aber vor allem ſcheint es mir fuͤr die Volkserziehung Noth zu vI thun, daß dem aus der Schule getretenen Bur— ſchen ein fernerer Unterricht und eine ihm ange— meſſene Bildung nicht abgeſchnitten ſey, vielmehr die Neigung dazu in ihm erhalten oder erweckt werde. Es wird genug ſeyn, wenn ihm dazu an den allgemeinen Ruhetagen, die nach goͤttlichen und menſchlichen Einrichtungen der Ruhe des Koͤrpers und der Erhebung des Geiſtes und Ge⸗ muͤths gewidmet ſeyn ſollen, Gelegenheit ver⸗ ſchafft wird durch einen freien, ihn anſprechen⸗ den, ſein eigenes Nachdenken erweckenden Unter⸗ richt; der unter der Aufſicht der Polizey⸗Obrig⸗ keit ſtehen, und von einem verſtaͤndigen Manne, ſey er Prediger, Schulmeiſter, oder jeder andere, ertheilt werden muß. Dieſer moͤglichſt zwanglos erſcheinende Unterricht muß zuvoͤrderſt auf das erſte Beduͤrfniß des Landmanns— auf die Mit⸗ tel zur Vermehrung ſeines Wohlſtandes gerichtet ſeyn. Von dieſem Grunde aus wird man jedes andere erreichen koͤnnen; aber es waͤre ein ver⸗ gebliches Unternehmen, das Geiſtiſche ſtaͤrken zu wollen, ſo lange das Phyſiſche ſchmachtet. Fuͤr zat vorg werd geren barſte eigen rich Landn detd ſch poſtir rihi dener ſchaf muſt ten dem Jiit VII dieſen Unterricht waͤre dieſes Buch vorzuͤglich ge⸗ eignet. Es muͤßte aber nicht, wie es der Bauer zu lnennen pflegt, hergebetet, ſondern ſtuͤckweiſe vorgeleſen und dann daruͤber verſtaͤndig geſprochen werden. Ferner aber iſt dieſes Lehrbuch fuͤr jeden klei⸗ neren Landwirth vielleicht unter allen das brauch⸗ barſte, der Bildung genug hat, um ſich durch eigenes Leſen zu unterrichten, aber ſich dennoch nicht zu hoͤheren und rationellen Anſichten der Landwirthſchaftskunde zu erheben vermag. Er fin— det darin alles, was ihm noͤthig iſt, und was ſich nach dem jetzigen Stande unſres Wiſſens poſitiv ſagen laͤßt, klar und wahr geſagt und richtig gewuͤrdigt. Es iſt daher Landpredigern— denen, wenn ſie ihren Pfarracker ſelbſt bewirth— ſchaften, es zur Pflicht gemacht werden ſollte, muſterhaft zu wirthſchaften— allen gebilde— ten Beſitzern und Acquirenten kleiner Guͤter, die dem hoͤheren Studium der Agrikultur nicht viele Zeit widmen koͤnnen, vorzuͤglich zu empfehlen. Ps 1 1 † r 4 1 8 1 — 8 ₰ 4— 8 VIII Ihr lieben Landleute! nehmt dieſen leicht faßlichen aber gruͤndlichen Un⸗ terricht dankbar auf, und ſeyd uͤberzeugt, daß darin nichts anderes geſagt iſt, als was eine langjaͤhrige, aufmerkſame, allenthalben beſtaͤtigte Erfahrung gelehrt hat, und daß der Verfaſſer keine andere Abſicht dabei hatte, als Euch wahr⸗ haft nuͤtzlich zu werden. Moͤgelin, den 24. July 1812. A. Thaer. —z*—————— zur Un⸗ daß eine tigte aſſer ahr⸗ r. —————— IX Vorrede des Verfaſſers zur zweiden Aufla⸗ge. Der Krieg, welcher jetzt ſo gluͤcklich beendigt iſt und der unmittelbar nach Erſcheinung der erſten Auflage gegenwaͤrtiger Schrift ausbrach, iſt un⸗ ſtreitig Urſache, wenn fie weniger in die Haͤnde der Landleute gekommen iſt, fuͤr welche ich ſolche ſchrieb. Sie iſt dagegen wider meine Erwartung von den Landwirthen einer andern Claſſe gekauft worden. Als die erſte Auflage vergriffen war, kam zur Ueberlegung, ob es beſſer ſey, fuͤr eine zweite —— x den Vortrag ganz umzuarbeiten oder ihn beizube⸗ halten und bloß Maͤngel zu verbeſſern, ſo wie nothwendige Ergaͤnzungen hinzu zu fuͤgen. Fuͤr Landwirthe auf großen Guͤtern waͤre ei⸗ ne voͤllige Umarbeitung wuͤnſchenswerth geweſen. Fuͤr dieſe fehlt es aber nicht an unterrichtenden Schriften. Fuͤr Wirthſchaftslehrlinge und weniger gebil⸗ dete Oekonomen halte ich dieſe Schrift in gegen⸗ waͤrtiger Form zum Selbſtunterricht beſſer geeignet, als mehr raiſonnirende Abhandlungen. Und da es an einem Lehrbuche der Landwirthſchaft fuͤr Land⸗ wirthe auf kleinen Guͤtern faſt ganz gebricht; da ferner ſelbſt Prediger auf dem Lande, wenn ſie ſelbſt wirthſchaften wollen, eine Anweiſung zur Bewirthſchaftung kleinerer, oft zerſtreut liegender Ackerflaͤchen beſſer nuͤtzen koͤnnen, als die fuͤr gro— ße, complicirte Wirthſchaften berechneten Schrif⸗ ten, ſo hielt ich es fuͤr gerathen, auch in dieſer Auflage die Form des Vortrages der erſten beizu— behalten. Ich ſchreibe fuͤr ein ſo achtungswerthes und dabei ſo ausgebreitetes Publikum, daß ich xI feſt uͤberzeugt bin, es ſey verdienſtlich, den gewaͤhl⸗ ten leicht verſtaͤndlichen Vortrag nicht abzuaͤn⸗ dern. Man ſage nicht, daß die Eigenthuͤmer klei⸗ nerer Guͤter zu wenig unterrichtet ſind, um ſich aus Buͤchern zu belehren. Iſt dies wirklich in einer oder der andern Gegend unſeres Vaterlandes der Fall, ſo giebt es dafuͤr wieder andere, wo Zei⸗ tungen und Gelegenheitsſchriften haͤufig von Land— leuten geleſen und verſtanden werden. Ich ſehe alſo nicht ein, warum dort nicht auch dieſe Schrift Eingang finden ſollte? Bei der immer mehr zunehmenden Neigung der gebildeten Staͤnde, ſich der Landwirthſchaft zu widmen, kann es nicht fehlen, die wohlthaͤtigen Folgen der neuern Geſetzgebung muͤſſen ſich bald auch darin aͤußern, daß ſich unter den eigentlichen Bauern von Profeſſion hier und da Leute anſiedeln, die urſpruͤnglich fuͤr einen andern Beruf gebildet waren. Dieſe werden haͤufig aus dem Geleiſe her⸗ aus gehen und werden an ihren Nachbarn Nach— folger finden, wenn der neue Weg, den ſie betreten, e ——— 5 1..„. 4 xI unwiderſprechlich beſſer iſt, wie der verlaſſene. Fuͤr ſolche iſt gegenwaͤrtiges Buch ein erfahrner Weg— weiſer. Ich wuͤnſche daß er ſo ruhig und beſon⸗ nen zu Rathe gezogen werde, als die Zurecht⸗ weiſungen darin niedergeſchrieben ſind. Glaͤnzende Hoffnungen, zu welchen faſt alle Neulinge in der Landwirthſchaft geneigt ſind, ſpiegele ich nirgends vor. Dafuͤr trifft aber ſicher ein, was ich als Folge einer verheſſerken Kultur verheiße. In den meiſten Faͤllen wird der Erfolg groͤßer ſeyn, als ich angegeben habe. Allen Taͤuſchungen entgegen zu arbeiten, war nicht der geringſte Zweck, den ich bei Abfaſſung dieſer Schrift im Auge hatte. Fruͤher war meine Abſicht geweſen in einem dritten Theile die Behandlung der Hausthiere bei entſtandenen Krankheiten; den Gartenbau, die Obſtbaumzucht und den Bau der Handelsgewaͤchſe zu lehren. Ich fand aber bei reiferer Ueberle— gung, daß meine Kenntniſſe ſo wenig als meine Erfahrungen hinreichten, um eine Thierheilkunde fuͤr den ſchlichten Landmann zu ſchreiben. Dazu ————³————ͤ— Fzuͤr eg⸗ ſon: icht⸗ ende der ends als den als gegen den Auge einem re bei „ die vachſe eberle⸗ meine ilkunde Dazu xII kam, daß meine Berufsgeſchaͤfte ſich ſehr vermehrt haben, und mir wenig Zeit zu ſchriftſtelleriſchen Arbeiten uͤbrig laſſen. Deshalb habe ich dem er⸗ ſten Theile eine Anweiſung zum Handelsgewaͤchs⸗ bau beigefuͤgt und ſomit dies Werkchen im zwei⸗ ten Theile beſchloſſen. Beurtheilungen der erſten Ausgabe ſind mir nirgends zu Geſicht gekommen. Man rechne mir alſo nicht zu, wenn ich geruͤgte Maͤngel bei dieſer zweiten nicht abgeſtellt habe. Bei der Ver⸗ gleichung beider wird meine Bemuͤhung, Fehler zu verbeſſern und Zuſaͤtze zu machen, wo es noͤ— thig war, nicht zu verkennen ſeyn. Billige Kri— tiker werden mir hoffentlich darin Gerechtigkeit widerfahren laſſen, daß ich mich ernſtlich bemuͤht habe, durch dieſe Schrift nuͤtzlich zu werden. Einzelne Maͤngel, vorzuͤglich was die Correktheit anlangt, werden diejenigen, die meine haͤufigen, zerſtreuenden Berufsgeſchaͤfte kennen, unter wel— chen ich die zweite Auflage zum Druck befoͤrdere, guͤtig entſchuldigen. 42— — V —,—, XIV Meine entfernten Freunde und Goͤnner wer⸗ den mich ſehr verbinden, wenn ſie ſich der Verbrei⸗ tung dieſer Schrift unter diejenigen Claſſen, fuͤr welche ich ſie hauptſaͤchlich geſchrieben habe, gefaͤl⸗ ligſt annehmen. Reichenow den 14ten Julius 1817. J. G. Koppe. —y———QCO—᷑Oñ——ö ver⸗ rei⸗ fuͤr efal⸗ e. XV Fnhalt des erſten Theils. Seite Einleitung XXI Von den Maͤngeln der Bauerwirthſchaften und deren Abſtellung ⸗ 2 7 2 XXXVII Ob es beſſer ſey, ein großes oder kleines Gut zu beſitzen. 2 2 2 1. Von den Vortheilen die ſich ein Landmann durch ein ganz einfaches Anſchreiben und Rechnen fuͤr ſeine Haushaltung verſchaffen kann ⸗ 2 2 2 LVI Erſter Abſchnitt Vom AOckerbau uͤberhauut-;? 1 Erſtes Kapitel. Von der noͤthigen Kenntniß des Bodens und der verſchiedenen Bodenarten 3 1 Zweites Kapitel. Von der Ableitung des Waſſers 12 d 2 1 s 2 5 4 ——j Seite Drittes Kapitel. Von der Verbeſſerung des Bodens durch Auffahren anderer Erdarten, und vom Mergeln oder Lehmen ⸗. 2 ⸗ 16 Vom Moder ⸗. 3 3 4 3 ⸗ 3 33 Viertes Kapitel. Vom Miſt oder Duͤnger ⸗ 37 Fuͤnftes Kapitel. Von der Bearbeitung des Bodens 56 Sechstes Kapitel. Vom Sͤͤen⸗-⸗ ⸗71 Siebentes Kapitel. Betrachtungen uͤber das Wachsthum der Pflanzen, vorzuͤglich der von dem Landwirthe angebaueten Gewaͤchſe.: ⸗ 74 Achtes Kapitel. Fortſetzung dieſer Materie und Vorſchlaͤge zur verbeſſerten Einrichtung der Bauer⸗ wirthſchaften ⸗. 3 ⸗ 2 2 91¹ Zweiter Abſchnitt. Vom Anbau der verſchiedenen Getreidearten und Huͤlſenfruͤchte 4⸗„ 7 2a 110 Erſtes Kapitel. Vom Weitzen. ⸗. 111 Zweites Kapitel. Vom Roggen 2 ⸗ ⸗ 118 Drittes Kapitel. Von der Gerſte 2 2 124 Viertes Kapitel. Vom Hafer 2 2 129 Fuͤnftes Kapitel. Von den Huͤlſenfruͤchten ⸗ 131 Erbſen 1 2. ⸗ 3 132 Wicken 2 3 3 134 A³η Seite 8 16 33 — —- Linſen Bohnen.... 3. Buchweitzen oder Heidekorn ¹ 2 3. Dritter Abſchnitt. Von den Handelsgewaͤchſen und Fabrikpflanzen. Erſtes Kapitel. Vom Anbau der Handelsgewaͤchſe und Fabrikpflanzen uͤberhaute;e ⸗ Zweites Kapitel. Vom Anbau des Leins oder Flachſes 2.„ 27 Drittes Kapitel. Vom Anbau des Hanfes ⸗ Viertes Kapitel.—— des Tabacks ⸗ Fuͤnftes Kapitel.—— des Hopfens ⸗ Sechstes Kapitel. Von den Farbepflanzen. .△ Die Faͤrberroͤthe oder der Krapp ⸗., Der Waid ⸗ 3.. 3. Der Wau oder Gilbkraut⸗ 3 3 ⸗ Der Saflor 3 7 2.* 2 7 7 Die Scharte 2 3 3. ⸗; 2 Siebentes Kapitel. Vom Anbau der Gewuͤrz⸗ pflanzen und der Cichorie.. 7 Der Kuͤmmel V ⸗. 3 Der Fenchel ⸗ ⸗ ⸗. 3 3— ⸗ ⸗ Der Anis ⸗ ⸗ ⸗ ⸗ 1 3 144 8 3 5 ’ E N X Die Cichorie ⸗ 2 2 2 3 4 Achtes Kapitel. Von den Oelpflanzen. 2 Vom Anbaue des Winterrapſes, auch Kohlſaat genannt (Repſch).. 2. 3.. Vom Anbau des Ruͤbſen, auch kleine Saat genannt Vom Anbau des Sommer⸗Raps und Sommer⸗Nuͤbſen Vom Anbau des Senfs 3 ⸗„ 4 3 2 Vom Anbau des Dotters. 7 1 Vom Anbau des Mohn: oder Magſaamen. ————————— ½ — ,„ Seite Unkerrichlt Ackerbau und in der Viehzucht. „— — — — ..——— r — —— — 6 Ihr wi Menſchen „Schme Oh wm ihn und M dr wenſ tepfüt uns und 2 lhten, no haffen. ſie die n ihne M Thiere, d und durch urniſe — Einleitung. ihn behalten den tel mit 8 D n Nahrung k 3 na, ahru 1— M ühnen N Fleiſch . ch und ih ch ihre Mi ur XXII welches der Boden von ſelbſt hervorbrachte. Denn dieſer muß den Menſchen immer ernaͤhren. In dem Falle, daß er Vieh⸗ futter traͤgt, wird daſſelbe durch unſere Hausthiere zu menſch⸗ lichen Nahrungsmitteln umgewandelt. Die bekannten Erzvaͤter, Abraham, Iſaak und Jakob fuͤhrten noch ein ſolches Hirtenleben. Sie hatten große Vieh— heerden, wohnten in Huͤtten oder Zelten, und zogen mit ihren ganzen Habſeeligkeiten weiter, wenn das Gras in einer Ge— gend abgefreſſen war. Sie ſuchten ſich zu ihrer neuen Woh⸗ nung eine Gegend aus, wo ihr Vieh wieder Nahrung im Ue— berfluß fand, und zogen auf dieſe Art beſtaͤndig herum. So machen es jetzt noch in den unbewohnten Gegenden des Erd⸗ bodens mehrere Voͤlker. Ein ſolches Leben muß aber aufhoͤren, wenn die Men— ſchen ſich mehren. Es giebt dann nicht mehr weite Huͤtungs⸗ plaͤtze, auf die man nur hinzutreiben braucht, um ſein Vieh aufs Neue zu maͤſten. Von allen Seiten findet man die Weide ſchon mit dem Viehe anderer Leute beſetzt. Die Vieh— zucht giebt nun nicht mehr Nahrungsmittel genug fuͤr die Menſchen; ſie muͤſſen ſich entſchließen, den Boden aufzureißen und ihn mit Fruͤchten zu beſtellen, die ihnen gleich Fleiſch und Milch zur Speiſe dienen koͤnnen, und— es entſteht Ackerbau. Aber ſchon der roheſte und unvollkommenſte Ackerbau ſetzt mehrere Geſchicklichkeit und eine ganz andere Lebensart vor⸗ aus, als jenes herumziehende Hirtenleben. Der Ackerbauer braucht eine Menge Werkzeuge, womit er den Boden bear⸗ 1——— haüet ſahrur 6 und ſ Gaam che e to, a Steinen paßt al ſer muß Vieh⸗ menſch⸗ — — ) Jakob ße Vieh⸗ nit ihren ner Ge⸗ des Erd⸗ ie Men⸗ Huͤtungs⸗ in Vieh man die die Vieh⸗ fuͤr die fzureißen 4 geſ entſteht zerbau ſeht zeart vor⸗ Ackerbauer⸗ oden bear⸗ ——— XXIII beitet, ſein Gewaͤchſe aberntet, ſie reinigt, und vollends zur Nahrung zubereitet. Er braucht aber auch feſte Wohnungen, in denen er ſich und ſeine Fruͤchte vor der uͤblen Witterung verbirgt. Der Saamen, welchen der Landmann ausſaͤet, braucht lange Zeit ehe er reife Fruͤchte traͤgt; der Boden, der einmal bearbeitet war, ackert ſſich leichter, als der ganz wilde, noch nicht von Steinen und Holz gereinigte. Die herumziehende Lebensart paßt alſo gar nicht zum Ackerbau. Der Menſch erwirbt ſich durch die Urbarmachung des Bodens ein Eigenthum, das er lieb gewinnt, und er bauet ſich feſte Wohnungen. So ent— ſtehen erſt einzelne Hoͤfe, dann ganze Doͤrfer. Die erſten, welche des Land baueten, thaten es gewiß nur aus Noth. Sie waren alſo zufrieden, wenn ſie nur das Nothduͤrftigſte zu ihrem Unterhalt erzielen konnten. So wie ſie ſich aber laͤnger mit dem Ackerbau beſchaͤftigten, erlangten ſie groͤßere Uebung in allen dazu noͤthigen Arbeiten und Ge⸗ ſchaͤften. Sie konnten dann eine groͤßere Flaͤche anbauen, und fingen an, mehr zu ernten, als ſie zu ihrem eigenen Un— terhalte brauchten. So lange ſie nur die eigene Nothdurft hatten, beſaßen ſie nichts, was ſie an andere haͤtten hingeben koͤnnen. Bei Ueberfluß an Lebensmitteln, wurden ſie erſt in den Stand geſetzt, einen Theil davon an diejenigen abzugeben, die ihnen ihren uͤbrigen Bedarf dafuͤr austauſchten, fuͤr deſſen Gewin— nung und Anfertigung, ſie bisher ſelbſt hatten ſorgen muͤſſen. Es iſt unbequem, zugleich Schmidt, Stellmacher, Schuſter, Schneider und Zimmermann zu ſeyn. Man wird keine dieſer — 83 — —— —— XXIV Arbeiten vollkommen erlernen, wenn man ſie jaͤhrlich nur ei⸗ ne kurze Zeit treiben kann. Man wird aber auch zur Ver⸗ fertigung ſeiner Beduͤrfniſſe, eben weil man keine Geſchick⸗ lichkeit in ſo vielerlei Arbeiten erwerben kann, viel mehr Zeit brauchen, die man nuͤtlicher auf den Landbau wenden konnte. Der Ackerbau machte alſo dadurch gewiß ſchnelle Fort⸗ ſchritte, daß zu manchen einzelnen Geſchaͤften ſich Leute fan— den, die nur dieſe betrieben. Sie erlangten dadurch eine groͤßere Uebung darin, und konnten in einem Tage vielleicht ſo viel anfertigen, als ein Ungeuͤbter in dreien. Die eigentlichen Ackerbauer konnten ſich, nachdem die ſo nuͤtzliche Menſchenklaſſe der Handwerker und Kuͤnſtler entſtan⸗ den war, mit weit mehrerem Fleiße auf den Landbau und die Viehzucht legen. Sie konnten fuͤr ihren Ueberfluß an Fruͤch⸗ ten, Milch und Butter mit weit groͤßerer Bequemlichkeit ſich diejenigen Dinge verſchaffen, die ſie zur Fuͤhrung ihrer Wirth— ſchaft noͤthig hatten, oder die ihnen zur Kleidung, Nahrung und Ergoͤtlichkeit dienten. 4 Die Noth und das Beduͤrfniß lehrten die Menſchen zu⸗ erſt den Acker bauen, ſie fuͤhrten aber auch zugleich manche Einrichtungen herbei, deren Entſtehung uns jetzt unbegreiflich erſcheinen wuͤrde, wenn wir nicht wuͤßten, wie es vor mehre— ren hundert Jahren in unſerm Vaterlande und in vielen an⸗ dern Laͤndern herging. Diejenigen Einwohner, welche den Acker nicht baueten, Handwerker, Kuͤnſtler und Kraͤmer, fanden es bequemer, wenn ſie in groͤßerer Anzahl bei einander wohnten. Sie konnten ſich .——ö——᷑——— von zur che 9 ſie den l bk waken jeder; nem( 0³ — zuert geng gunpaj noch ei wohner ſelle. Neher 4 genthu dern ren le Einrit XXV nur ei⸗ ſich dann bei der Verfertigung mancher Dinge einer dem an— Ver dern in die Haͤnde arbeiten. Einer konnte dem andern leich⸗ eicit ter das uͤberlaſſen, was er verfertigte, und dagegen leichter von lmehr dem andern erhalten, was er brauchte, wenn ſie nicht weit wenden von einander wohnten. So entſtanden die Staͤdte, die zur Betreibung der mehreſten Handwerke und Kuͤnſte weit e Fort⸗ eher geeignet ſind, als die Doͤrfer. Fuͤr die Landleute haben te fan⸗ ſie den großen Vortheil, daß ſie auf einem kleinen Platze al— h eine les bekommen koͤnnen, was ſie brauchen. Wohnten die Hand⸗ dielleicht werker zerſtreut auf den Doͤrfern umher, ſo muͤßte man nach jeder einzelnen Sache laufen, ſtatt daß man jetzt alles mit Ei⸗ die ſo nem Gange erhalten kann. entſtan⸗ In jenen Zeiten, wo in unſern Gegenden die Menſchen und die zuerſt aus dem Stande der Wildheit in den geſitteten uͤber⸗ Fruͤch⸗ giengen, und ſich nach und nach in die verſchiedenen Beſchaͤfti⸗ keit ſich gungen theilten, gab es aber außer jener natuͤrlichen Urſache Wirth⸗ noch einen andern Grund, warum ein großer Theil der Ein— Nahrung wohner ſich in Staͤdten und groͤßeren Orten zuſammen ge⸗ ſellte. Dieſer war die groͤßere Sicherheit, in welcher ſie in chen zu⸗ großer Anzahl leben konnten. manche Denn in einem Lande, wo man vorher noch gar kein Ei⸗ cgreiflich genthum kannte; wo man entweder von einem Orte zum an⸗ mehre⸗ dern mit ſeinem DViehe zog, oder bloß von den wilden Thie⸗ jelen ar⸗ ren lebte, konnte es weder Obrigkeiten, noch andere heilſame Einrichtungen geben, die jetzt das Eigenthum des einzelnen baueten, Einwohners in Schutz nehmen. er, wemn Das Recht des Staͤrkern galt damals allein. Wer mit konnte Liſt oder Gewalt von ſeinen Nachbaren etwas nehmen konnte, ſch XXVI 8 85 hatte nichts weiter zu fuͤrchten, als daß ſie es uͤber kurz oder lang mit ihm wieder ſo machen wuͤrden. Traten mehrere zuſammen, die das einſahen, daß es ein elendes Leben ſey, wenn man nie wiſſe, ob man das morgen noch haben werde, was man heute erworben habe, ſo unter⸗ warfen ſie ſich freiwillig einer gewiſſen Ordnung, und damit ſie ſich beſſer gegen andere vertheidigen konnten, zogen ſie es vor, in großer Anzahl zuſammen zu ziehen, wo denn einer fuͤr alle und alle fuͤr einen zu ſtehen verſprachen. Dies ging nun freilich fuͤr die Handwerker und ſolche Leute leicht an, die von ihrer Haͤnde Arbeit lebten, aber fuͤr diejenigen, welche den Acker bebaueten, ſchickte ſich das Zuſam⸗ menziehen vieler an Einen Ort nicht. Ihr Acker war die Quelle ihres Unterhalts, den ſie nichk verlaſſen konnten. Daher war das platte Land immer noch der groͤßten Unſicherheit ausgeſetzt, als in den Staͤdten ſchon Ordnung und Sicherheit herrſchten. An die Einrichtung einer geſetzmaͤßigen Obrigkeit war noch nicht zu denken. Die Laͤnder hatten zwar Oberherren; dieſe hatten aber groͤßtentheils mit auswaͤrtigen Kriegen ſo viel zu thun, daß ſie an die innere Verfaſſung wenig denken konnten. Auch hatren ſie viel zu wenig Macht, allen Gewalt⸗ thaͤtigkeiten Einhalt zu thun. Es gab ſehr viele ruͤſtige Leute, die ſchlechterdings nicht Luſt hatten, ſich ihre Beduͤrfniſſe zu erbauen, oder ſie durch ihrer Haͤnde Arbeit zu verdienen. Sie thaten vielmehr ihr gan⸗ zes Lebenlang nichts, als rauben, wo ſie etwas erlangen konn— ten. Zu ihnen geſellten ſich immer ſo viele mit gleichem Sin⸗ 16, d ſen ( gen, und ——— XXVII zoder ne, daß ihre Anzahl ſehr groß war, und daß ſelbſt die Fuͤr⸗ ſten jener Zeit nichts gegen ſie ausrichten konnten. es ein Diejenigen Einwohner, welche in Städte zuſammen zo⸗ morgen gen, ſicherten ſich vor den Gewaltthaͤtigkeiten dieſer Raͤuber, unter⸗ und litten hoͤchſtens dann, wenn ſie ihre Waaren von einer damit Stadt zur andern ſchaften, und unterweges angefallen wur— ſie es den. Deſto mehr waren aber die Landleute den Beraubun⸗ ner fuͤr gen ausgeſetzt. Wo wollten dieſe mit dem Ihrigen hin? Die Fruͤchte des Landmannes ſtehen ja frank und frei da. Wenn dſolche die Macht der buͤrgerlichen Ordnung und der Geſetze ſie ber fuͤr nicht ſchuͤtzt, ſo kann der Ackerbauer ſich vor Raub nicht ſi⸗ Zuſam⸗ cher ſtellen. Man kann ſich alſo denken, mit welchen Beſchwerden die ſie nicht Landleute jener Zeit zu kaͤmpfen hatten. Da ſie ihres Eigen⸗ zer noch thums, oft ſelbſt ihres Lebens, nie ſicher waren, ſo konn— en ſchon ten ſie nur wenig Luſt haben, den Ackerbau mit Luſt und Ei⸗ fer zu treiben. Sie erbaueten nur das Nothduͤrftige, eit war weil der Ueberfluß jene Raͤuber nur mehr angereitzt haͤtte. therren; Viele Landleute begaben ſich in jener Zeit, um vor der egen ſo Pluͤnderung Ruhe zu haben, unter den Schutz muthiger Maͤn⸗ denken ner, die mit den Waffen umzugehen wußten, und die es auf Gewalt⸗ ſich nahmen, die oͤffentliche Sicherheit herzuſtellen. Soldaten, wie wir ſie jetzt haben, gab es damals nicht. ns richt Die Vertheidigung des Landes gegen auswaͤrtige und innere ſe duch Feinde, wurde durch die damals ſogenannten Ritter beſorgt. ihr gen⸗ Zu ſolchen nahmen die Landleute ihre Zuflucht, und da⸗ n ton mit dieſe ſich mit den noͤthigen Leuten erhalten konnten, uͤber⸗ gméir nahmen es die Ackerbauer, das Land ihres Schutzherrn mit im Ein⸗ K 7 —,— XXVIII zu bearbeiten; ſie gaben ihm auch wohl noch etwas Beſtimm⸗ tes an Getreide und andern Fruͤchten. An andere Orte ſetzte der Landesherr ausgezeichnete Maͤn⸗ ner des Ritterſtandes hin, auf die er ſich verlaſſen konnte, und denen er es zur Pflicht machte, auf Ordnung zu halten. Ihre Einkuͤnfte oder Belohnung fuͤr treu geleiſtete Dienſte wies er ihnen theils in Land an, welches die Ackerleute mit bearbeiteten, theils mußten dieſe ihnen ebenfalls noch andere Abgaben entrichten. Der Bauer oder Landmann war erfreut, daß er zur Si⸗ cherheit ſeines Lebens gelangte und ſeinen Acker bauen konn— te, ohne zu fuͤrchten, daß ihm ſeiner Haͤnde Arbeit und Lohn mit Gewalt genommen werde. Er unterwarf ſich alſo gern den Befehlen ſeines Beſchuͤtzers, und gab und that fuͤr ihn, was er nur konnte. Und ſo entſtand allmaͤhlig das Verhaͤltniß zwiſchen Gutsherren und Baueru, die Einrichtung der Hofe⸗ dienſte und der Abgaben der Bauern an die Rittergutsbe⸗ ſitzer. Eine lange Zeit hindurch war dafuͤr auch der Edelmann allein Soldat. Nach Erfindung des Schießpulvers und des Feuergewehrs wurde aber eine andere Art Krieg zu fuͤhren eingefuͤhrt, und der Ritterſtand allein war zur Vertheidigung des Landes nicht mehr zureichend. Die Buͤrger und Bauern mußten auch mit in den Krieg ziehen, ſo wie uͤberhaupt alle Landesherren viel groͤßere Armeen zu unterhalten anfingen, als ehemals. Zur Unterhaltung dieſer Armeen und mancher andern Einrichtungen wurden die Abgaben in allen Laͤndern ſehr ver⸗ an wal mit all alſo ihr deherr hefedier trſchen düce Merki dige M 8 genſta Peovit tr w Bauer XXIX imm⸗ mehrt, und mußten allerdings auch auf den Bauer fallen. Sie druͤckten ihn faſt noch mehr, wie die uͤbrigen Staͤnde, Nän⸗ weil er von Alters her ſchon eine Laſt durch Hofedienſte und nnd andere Abgaben fuͤr ſeine Vertheidigung zu tragen hatte, die halte nun freilich zwecklos war. Allein der Vertrag hatte durch denſe die lange Dauer Unaufloͤslichkeit bekommen, wie alles, was e nit mehrere Jahrhunderte beſtanden hat, und er konnte nicht auf— eder gehoben werden, wenn nicht zugleich alle gute Ordnung dabei zu Grunde gehen ſollte. de Diejenigen Menſchen, die jetzt die großen Guͤter beſitzen, 5 an welche die Hofedienſte geleiſtet werden muͤſſen, haben dieſe ſ mit allen den Rechten und Laſten geerbt oder gekauft. Es iſt alſo ihr wohlerworbenes Eigenthum, in deſſen Beſitz der Lan⸗ d de desherr ſie ſchuͤtzen muß. Er kann nicht dem Einen nehmen, Mäha um es den Andern zu geben, ſondern muß als Vater aller vüuni ſeiner Unterthanen, auch alle mit gleicher Gerechtigkeit be⸗ aBiſt handeln. utöde Daß unſer theurer Koͤnig weiß, wie ſehr die Laſt der Hofedienſte Euch, lieben Landleute! druͤckte, koͤnnt Ihr daraus inonn erſehen, daß er ein Geſetz gegeben hat, nach welchem dieſe nd des druͤckende Laſt Euch abgenommen wird. Es iſt gewiß das führen Merkwuͤrdigſte, was Ihr erlebt habt, und dieſer liebenswuͤr⸗ digung dige Monarch verdient dafuͤr Euren innigſten Dank. huunſ Er berief zur Berathſchlagung uͤber dieſen wichtigen Ge⸗ yt alle genſtand die kluͤgſten und erfahrenſten Maͤnner aus allen rfingen, Provinzen unſeres Vaterlandes vor ſeinen Thron. Darun⸗ ter waren nicht blos Rittergutsbeſißer, ſondern auch kluge andern Bauern. ihr ver⸗ XXX Nachdem dieſe Maͤnner gemeinſchaftlich alles hin und her uͤberlegt hatten, wurde den vierzehnten September 1811 das Edikt publizirt, nach welchem nicht nur die Hofedienſte in ge— wiſſen Zeitraͤumen aufhoͤren muͤſſen, ſondern auch alle die ver⸗ druͤßlichen Leiſtungen und Abgaben, die ſo viele Gelegenheit zu Streitigkeiten gaben. Die Rittergutsbeſitzer werden fuͤr die Hofedienſte und andere Abgaben durch Land entſchaͤdiget. Da durch den unmittelbar nach Erſcheinung dieſes ewig denkwuͤrdigen Ediktes ausgebrochenen Krieg die angeordneten Zeitraͤume zur Aufloͤſung der bisherigen Verhaͤltniſſe zwiſchen den Gutsherren und den Bauern nicht inne gehalten werden konnten; da ferner einige naͤhere und genauere Beſtimmun— gen in einer ſo wichtigen Angelegenheit, die uͤber Wohl und Wehe der Nachkommen entſcheidet, noͤthig waren, ſo erſchien unterm 29ſten Mai 1816 eine Declaration, die uͤber zweifel⸗ hafte Faͤlle Vorſchriften enthaͤlt. Nach beiden allerhoͤchſten Verfuͤgungen ſind bis auf die— ſen Augenblick unendlich viel Ausgleichungen zwiſchen Guts⸗ herren und Bauern beendiget, die immer mehr Zufriedenheit beider Theile mit dieſer neuen Ordnung der Dinge zur Folge haben, je laͤnger die neuen Verhaͤltniſſe beſtehen. Auf dieſe Art ſchafte unſer vortreflicher Monarch die un— gluͤcklichen Verhaͤltniſſe ab, die Euch, gute Landleute, druͤckten und Euch in Eurer Wirthſchaft zuruͤck hielten, ohne Euren Herren etwas zu nehmen. Denn dieſe erhalten Land von Euch, das Ihr recht gern vergeſſen koͤnnt, weil Ihr nun mit dem uͤbrigen ſchalten und walten koͤnnt, wie Ihr wollt. Ihr muͤßt aber die Billigkeit der großen Gutsbeſitzer er⸗ kanen, dten un ſe bii ſhaft, lichſt u hes ſi ben ſi ſufln Xr Srri Ee der We bringe. lerſchme durch de A ben ſch maqjt o Nachden värde t ſddenſe fir Eu de Ve den, we genthu ren, 1 lleiben 8 2 enheit en fur ewig deten iſchen verden nmun⸗ l und eſchien weifel⸗ f die⸗ Guts⸗ enheit Folge je un⸗ uͤckten Euren nd von in mit zer el⸗ X X kennen, mit welcher ſie dem landesherrlichen Willen die Hand boten und ſich zu dieſem Tauſch bereit erklaͤrten. Ihr muͤßt ſie bei den mancherlei neuen Einrichtungen in ihrer Wirth⸗ ſchaft, die durch dieſe Umwandelungen noͤthig werden, moͤg⸗ lichſt unterſtuͤzten. Denn ob ſie gleich durch das Land, wel⸗ ches ſie erhalten, fuͤr die Dienſte entſchaͤdiget werden, ſo ha— ben ſie doch jetzt in der erſten Zeit viele Sorge mit der An. ſchaffung von Pferden und Zugvieh uͤberhaupt, ſo wie mit der Errichtung neuer Gebaͤude. Seyd einander daher behuͤlflich, wo Ihr koͤnnt, damit je— der Theil ſeine Wirthſchaft aufs Neue recht bald in Ordnung bringe. Aller Schaden, den der Krieg verurſacht hat, wird verſchmerzt werden, wenn Ihr die Wohlthaten, welche Euch durch dieſe Veraͤnderung zu Theil werden, recht anwendet. lber im Schlaraffenlande wohnen wir nicht, wo die Tau— ben ſchon gebraten ins Maul fliegen. Arbeit und Muͤhe macht die Umwandelung der Wirthſchaft— ſie erfordert auch Nachdenken. Wer die Haͤnde in den Schooß legen wollte, wuͤrde wenig Vortheil davon haben, daß er kuͤnftig keine Ho— fedienſte mehr zu leiſten braucht. Jetzt iſt die Zeit zur Thaͤtigkeit und zur Aufmerkſamkeit fuͤr Euch. Alle bisher beſtandenen Verhaͤltniſſe mit dem Acker, der Weide und dergleichen hoͤren auf. Solche Berechtigun⸗ gen, wodurch einer den andern in der Benutzung ſeines Ei⸗ genthums ſtoͤrte, ſind aufgehoben. Es geht Ackerland verlo⸗ ren, und die bisherige Feldereinrichtung kann ferner nicht ſo bleiben. Darum gebt acht, wie Ihr nun Eure Einrichtungen zu XXXII machen habt, um in Zukunft alle die Fehler zu vermeiden, die die bisherige Verfaſſung an vielen Orten hatte. Gegen— waͤrtiges Buch iſt recht eigentlich in der Abſicht geſchrieben, um Euch Fingerzeige zu geben, worauf Ihr bei einer neuen Wirthſchaftseinrichtung zu ſehen habt. Da wohl ſelten oder nie ein Dorf oder eine Feldmark ganz ſo iſt, wie eine andere, ſo kann auch nie ein Rath gege⸗ ben werden, der fuͤr alle Orte gleich brguchbar waͤre. Der Verfaſſer glaubt aber, daß es in den Preußiſchen Staaten nicht leicht ein Dorf geben werde, in welchem nicht das eine oder andere von dem, was dieſes Buch enthaͤlt, Nutzen brin— gen koͤnne. Sagt nicht: aus Buͤchern werden wir doch nichts ler⸗ nen! Allein aus Buͤchern freilich nicht. Zugeben und geſte⸗ hen werdet Ihr aber, wenn Ihr klug ſeyd, daß man vom Ackerbau wenig weiß, wenn man nur in Einer Gegend ge— weſen iſt. Jedes Land und jeder Kreis, oft jeder Ort darin, hat gewiſſe Vortheile, die andern Orten unbekannt ſind. Meint Ihr nicht, daß es nuͤtzlich ſey, alles das in ein Buch zuſam⸗ men zu tragen, was im Ackerbau und in der Viehzucht von den kluͤgſten Landwirthen in allen Gegenden als das Beſte erprobt worden iſt? Ich bin eines Landmanns Sohn, und kenne die ganzen Umſtaͤnde, in welchen ein Bauer iſt. Ich ſpreche alſo nicht wie der Blinde von der Farbe, ſondern weiß aus Erfahrung, daß alles das an irgend einem Orte anzuwenden iſt, was ich in dieſem Buche anrathe. Ich liebe den Stand, der mich erzogen hat, und wuͤnſche ☛————õ——— A*—— ſch erſeht Büchle gen Lel Hände. die J anbring Iiht ibe Nach Freunde, Menſch iikeit Lurh g mir, ich aher ich den eit fenige da welchem enäͤren 60 thum r üͤher gu Gedanke der auch XKXIII nichts mehr, als daß alle Mitglieder deſſelben in Wohlſtand verſetzt werden moͤgten. Nehmt daher, lieben Freunde, dies Buͤchlein gern und willig auf! Gebt es vorzuͤglich Euren jun— gen Leuten als Leſebuch fuͤr die langen Winterabende in die Haͤnde. Denn ob es gleich von den Verbeſſerungen handelt, die Ihr jetzt bei der neuen Einrichtung Eurer Wirthſchaften anbringen koͤnnt, ſo enthaͤlt es doch auch zugleich einen Unter⸗ richt uͤber den Ackerbau und die Viehzucht uͤberhaupt. Nach den ausgeſtandenen Kriegsdrangſalen lebt Ihr jetzt, Freunde, in einer gluͤcklichen Zeit gegen Eure Vorfahren. Alle Menſchen im Lande, Vornehme und Geringe, ſehen die Wich⸗ tigkeit Eures Standes jetzt mehr wie jemals ein, und preiſen Euch gluͤcklich, daß Ihr Euren Acker bauen koͤnnt. Glaubt mir, ich kenne die Herrlichkeiten anderer Staͤnde ſo ziemlich, aber ich kann verſichern, daß es mit der Gluͤckſeeligkeit derſel— ben eitel Gleisnerei und Schein iſt. Wie wohl iſt aber der⸗ jenige daran, dem die Vorſehung ein Stuͤck Land verlieh, auf welchem er ſeine Geſchaͤfte treiben und ſich und die Seinigen ernaͤhren kann. So lange Eure Beſitzungen nicht Euer voͤlliges Eigen⸗ thum waren, konntet Ihr freilich die Freude nicht ſo recht uͤber Eurer Haͤnde Arbeit fuͤhlen. Es mußte Euch immer der Gedanke einfallen: fuͤr wen arbeiteſt du? Werden deine Kin— der auch die Fruͤchte deines Fleißes genießen? Mit dem Hofedienſt gab es ebenfalls manche Verdruͤßlich⸗ keiten. Bald kam Klage uͤber Euren Knecht, daß er gefau⸗ lenzt habe, ohne Euer Verſchulden. Bald mußtet Ihr Euch bei dem Dienſt von den Aufſehern Eures Herrn ſchnoͤde be⸗ —õ———— — XXXIV handeln laſſen, ohne daß dieſer etwas davon wußte. Ihr konntet in Euren Wirthſchaften Euch ſelten etwas ernſtlich vornehmen, weil Ihr nie wußtet, ob nicht ein Hofedienſt kom⸗ men werde, der Euch in Eurem Vorhaben ſtoͤrte. Dies alles faͤllt jetzt weg. Ihr habt in Zukunft nur blos fuͤr Euch zu ſorgen, und koͤnnt auf Euren Grundſtuͤcken anfangen, was ihr wollt. Ein Landmann, dem die Vorſehung ein Guͤtchen verlieh, auf welchem keine druͤckende Laſten ruhen, kann ſich vor allen andern Menſchen im Lande gluͤcklich preiſen. Er iſt bei ſeinen Geſchaͤften faſt immer in der freien Natur, die ſo viele Gele⸗ genheiten darbietet, den Menſchen aufzuheitern. Wahr iſts wohl, daß bei den laͤndlichen Geſchaͤften auch manche Beſchwerden zu ertragen ſind, Hitze und Kaͤlte, Re⸗ gen und Staub. Wenn die Stadtleute noch feſt ſchlafen, hat ſich der Landmann ſchon einmal muͤde gearbeitet. Auch fehlt es nicht an Unfaͤllen, die ihn treffen koͤnnen. Er kann ſein BVieh einbuͤßen; ein Hagelwetter kann in einer Viertelſtunde ſeine ſchoͤnſten Hofnungen auf die Ernte vernichten, und wer hat es im Kriege wohl ſchlimmer als der Landmann? Aber, wo waͤre wohl ein Stand, ein Beruf, der nicht ſeine Leiden und Beſchwerden haͤtte? Ein jeder kennt aber leichter ſeine eigene Noth, weniger die eines andern. Den Landmann kann nicht leicht ein ſolches Ungluͤck treffen, daß er ganz zu Grunde gehen muͤßte. Sein Grund und Boden kann ihm nicht genommen werden, und ſo lange er den hat, kann er getroſt in die Zukunft blicken. Wie uͤbel ſind aber Handwerksleute daran, die keinen Verdienſt haben? die viel⸗ ſict ni hantien 6 von I. ſind du In ein nm r In, Karj deLandn ſo nang ſch u freier Luf macht em und Wi den. E an! Cehl An die aut! dih nich ſ liſſr ſu welchen nach wel lenkte, ein fried durft lei Fren ft nur ſuͤcken erlieh, allen ſeinen Gele⸗ auch , Re⸗ en, hat h fcht n ſein ſtunde d wer rnicht t aber Den daß er Boden en hat⸗ d aber ſe viel⸗ XXXV leicht nichts anders gelernt haben, als die Arbeiten zu ihrer Hantierung? Selbſt vornehmere Menſchen, Beamte des Koͤnigs, die von Jugend auf lan ein bequemes Leben gewoͤhnt waren, ſind durch den letzten Krieg in die groͤßte Noth gerathen. In eine ſolche Noth, in Sorge um das taͤgliche Brod, koͤn— nen arbeitſame, Gott vertrauende Landleute, nicht leicht kom— men. Koͤrperliche Beſchwerden, wie z. B. uͤble Witterung, die der Landmann zu ertragen hat, ſind demſelben bei weitem nicht ſo unangenehm, als der verhaͤtſchelte Staͤdter glaubt. Er hat ſich ja von Jugend auf daran gewoͤhnt, und haͤlt ſich mehr in freier Luft, wie in der Stube auf. Nur das Stubenſitzen macht empfindlich gegen jede kuͤhle Luft, ſo daß zur Herbſt— und Winterzeit die Staͤdter den Schnupfen gar nicht los wer⸗ den. Seht die bleichen Geſichter der armen Handwerksleute an! Seht ihre Kinder!—— Wie bluͤhend roth ſind dage— gen die Eurigen! Wie ſtark und munter ſeht Ihr ſelber aus! Fuͤhlt und erkennt dieſe Vorzuͤge, Freunde! und ſehet nicht ſcheel, wenn es Euch vorkommt, daß andere Leute es beſſer haͤtten, wie Ihr. Danket Gott fuͤr den Stand, in welchem er Euch geboren werden ließ, und preiſet ſeine Guͤte, nach welcher er das Herz des beſten Koͤnigs und ſeiner Raͤthe lenkte, Euch in ſolche Umſtaͤnde zu verſetzen, daß Ihr nun ein friedliches und ruhiges Leben fuͤhren, und Euch Eure Noth— durft leichter erwerben koͤnnt, wie bisher. Freuet Euch des jaͤhrlich wiederkehrenden Fruͤhlings, der XXXVI Eure Felder mit hoffnungsvollem Gruͤn, Eure Baͤume mit ſchneeweißer Bluͤthe ſchmuͤckt. Freuet Euch der ſchoͤnen Fruͤchte Eures Ackers, die Euch eine gute Ernte verkuͤndigen. Freuet Euch noch mehr, wenn Ihr Euch ſagen koͤnnt, daß Eure Muͤhe, Euer Nachdenken Urſache ſey, wenn Eure Aecker und Eure Wieſen Euch beſſere Fruͤchte tragen als vorher. Arbeitet und ſeyd fleißig fuͤr immer mehrere Verſchoͤnerung unſeres Wohnplatzes, die Erde. Suͤmpfe und Moraͤſte trock⸗ net aus, nutzloſes Geſtruͤppe hauet ab, nichtsnuͤtzende Sand⸗ fluren beſaͤet mit Holzſaamen. Keine Stelle bleibe unbenutzt, jede trage etwas zur Vermehrung der menſchlichen Gluͤckſelig⸗ keit bei. So erfuͤllt Ihr den Zweck Eures Lebens und thut, was der Schoͤpfer der ganzen Welt von Euch fordert. In dem ſchoͤnen Gottesreiche iſt nichts ſchaͤdliches, nichts unnuͤtzes, wenn die geſchickte und thaͤtige Hand des Menſchen es zum Seegen ſeines Geſchlechts verwandeln will. 3 hu almnihli Luch um mancher dinr be ratne d mein hwe aithihe und gehr werung. nach de ſthnn, ſick au Waſen! din At unter de bekannt mit dem bert mit üchte greuet Cure Aecker r. nerung trock⸗ Sand⸗ enutzt, ſcſelig⸗ 3 und dert. nichts enſchen XXXVII Von den Maͤngeln der Bauerwirthſchaften, deren Abſtellung durch die neuern Geſetze im Preußi— ſchen Staate vorbereitet iſt. Ja habe Euch, lieben Landleute, im vorſtehenden darum die allmaͤhlige Entſtehung des Ackerbaues kuͤrzlich erzaͤhlt, damit ich Euch um ſo leichter darauf aufmerkſam machen kann, wie ſo mancherlei Einrichtungen entſtanden ſind, die jetzt Hinderniſſe einer beſſern Benutzung des Grundes und Bodens ſind. Ich rechne dahin 2) die gemeinſchaftliche Benutzung der Grund⸗ ſtuͤcke. Bekanntlich findet ſich in unſerm Vaterlande faſt allge⸗ mein die Einrichtung, daß das Ackerland in drei Feldern be— wirthſchaftet wird. Das erſte liegt zur Weide, wird geduͤngt und gebraacht, das zweite traͤgt Winterung das dritte Som— merung. Das Braachfeld wird, ſo wie die uͤbrigen Felder nach der Ernte, gemeinſchaftlich nicht nur von den Ackerbe⸗ ſitzern, ſondern haͤufig noch von andern, die keine Grund— ſtuͤce auf der Feldmark haben, beweidet. So iſt es mit den Wieſen bis zu einem gewiſſen Zeitraum. Außer der Weide auf den Ackerlaͤndereien findet man gewoͤhnlich Grundſtuͤcke, die unter dem Namen der Aenger, Gemeinweiden(Allmaͤnden) bekannt genug ſind, und die ausſchließlich der Beweidung mit dem Viehe beſtimmt ſind. Sehr haͤufig unterliegen auch Forſtgrundſtuͤcke der Auftrift, ₰ 11 —= XXXVIII So lange der Ackerbau in ſeiner Kindheit iſt, ſo lange Grund und Boden in Menge vorhanden iſt, nicht nur ſolcher, der ſich zum Fruchtbau ſchickt, ſondern auch anderer, der dem Viehe die Sommernahrung und fuͤr den Winter das noth— duͤrftigſte Heu giebt, iſt die eben erwaͤhnte Einrichtung zweck⸗ maͤßig, zumal in einer Gegend, wo noch wenig Menſchen wohnen, und wo Lebensmittel deshalb im Ueberfluß vorhan⸗ den und kaum abzuſetzen ſind. So wie ſich aber mehr Menſchen auf den Ackerbau legen und ihre Anzahl ſich uͤberhaupt vermehrt, ſo ſind ſie gezwun⸗ gen, mehr Land zum Fruchtbau zu nehmen und weniger zum Graswuchs fuͤr das Vieh liegen zu laſſen, weil bekanntlich ein angebaueter Acker weit mehr Nahrungsmittel fuͤr Men— ſchen und Vieh traͤgt, als ein anderer, den man zur wilden Weide liegen laͤßt. Wird der Fruchtbau aber auf gewoͤhnlichen Ackerlaͤndereien lange fortgeſetzt und man hat nicht Einrichtun⸗ gen getroffen, ihn im Verhaͤltniß ſeiner Anſtrengung zu duͤn⸗ gen, ſo faͤngt er an, eintraͤgliche Ernten zu verſagen. Dies iſt mehr oder weniger allerwaͤrts der Fall, wo das Vieh den ganzen Sommer auf den Gemeinweiden liegt und dort den Miſt verzettelt, wenn nicht große, eintraͤgliche Wieſenflaͤchen dieſen Fehler durch Zufluß an Heu wieder gut machen. Wenn ein verſtaͤndiger Ackerbauer die Grundſtuͤcke, wel⸗ che zu ſeinem Gute gehoͤren, um daſſelbe herum liegen hat; wenn er nach Gefallen ſo viel zum Kornbau, zum Futterbau oder zur Weide beſtimmen kann, als ſein Beduͤrfniß erheiſcht, ſo iſt es ihm leicht, alles ſo einzurichten, daß ein Wirthſchafts⸗ zweig in den andern eingreift und er ſich ſo viel Korn, 2 eann ab Anthei de do der ſii handlu gelt mihet behittt! nätig e d Tede! kann ke ſin V zu Ang Iahre f ſo wenin üder dei dr den G. macht, ſache m undd 42 derne u rn durz i lange lcher, r dem noth⸗ zweck⸗ enſchen orhan⸗ legen azwun⸗ er zum antlich Men⸗ wilden nlichen richtun⸗ 1 duͤn⸗ Dies eeh den ort den flaͤchen , wel⸗ en hat; utterbau cheiſcht, ſchafts⸗ Korn, Stroh und Futter erbauet, als er bedarf. An dieſe Freiheit kann aber derjenige nicht denken, der von den Weiden ſeinen Antheil nicht einmal kennt, der Korn bauen muß, wenn es die Dorfordnung vorſchreibt, es wachſe oder wachſe nicht, und der ſeine Wieſen den groͤßten Theilj des Sommers der Miß⸗ handlung des Viehes Preis geben muß. Wie viele Wieſen giebt es, die jetzt nur einmahtig ſind, welche ſogleich zweimahl gemaͤhet werden koͤnnten, wenn ſie nicht ſo ſpaͤt im Fruͤhjahre behuͤtet wuͤrden, und wenn ſie nicht der Aufhuͤtung wegen ſo zeitig geraͤumt ſeyn muͤßten? Die gemeinſchaftliche Benutzung des Ackerlandes zur Weide verhindert, daß niemand etwas thut, nur eine gute Weide zu haben. Der einzelne Cigenthuͤmer eines Ackerſtuͤckes kann keinen Weideklee anſaͤen, denn er weiß vorher, daß ſein Vieh wenig Vortheil davon ziehen wuͤrde. Eine Wieſe zu duͤngen, uͤber welche man nur eine kurze Zeit im ganzen Jahre Herr iſt, wird ſich ſelten einer einfallen laſſen. Eben ſo wenig wird man ſich viele Muͤhe geben, die Unebenheiten einer Wieſe wegzuſchaffen, wenn man mit anſehen muß, wie bei der unguͤnſtigſten Witterung fremdes Vieh den Raſen in den Grund tritt und dadurch den Boden voller kleiner Loͤchen macht, in welchen ſich das Waſſer ſammelt und welches Ur— ſache wird, daß die beſſern Graͤſer immer mehr verſchwinden und den ſchlechten Platz machen. 1 Anlagen von Futterfeldern durch Ausſaͤen von Klee, Lu⸗ zerne und Esparſette, kann der Einzelne bei der Feldergemein— ſchaft nie machen. Neidiſche Nachbarn wuͤrden dieſe Anlagen durch ihr Vieh vernichten laſſen. Ja, nicht einmal Kartoffeln, XXNX Kohl und Ruͤben kann der einzelne nach Willkuͤhr anbauen. Bekanntlich haben dieſe Gewaͤchſe eine andere Erntezeit, als das Getreide. Iſt dieſes abgebracht, ſo wuͤrde derjenige, der in dem Getreidefelde dieſe Gewaͤchſe angebauet haͤtte, ſolche blos zu Nutz und Frommen der ganzen Gemeinde blos ſtellen. Unſer weiſer Monarch alle dieſe Vortheile erwaͤgend, er⸗ ließ den 14ten September 1811 das Edikt zur Befoͤrderung der Land⸗Cultur. Im z1ten§. und in den folgenden dieſes Edikts wird verordnet, daß der dritte Theil aller Acker⸗ laͤndereien huthfrei ſeyn ſoll. Durch dieſe Verfuͤgung ſo wie durch diejenigen, welche in den 20. 21. 22. und fol⸗ genden Paragraphen, die Gemeinweiden und Wieſen betref⸗ fend, enthalten ſind, wird jeder Grundeigenthuͤmer in Stand geſetzt, ſich von vielen aufgezaͤhlten Nachtheilen der bisherigen Dorfeinrichtung los zu machen. Er kann nun im Futterbau bedeutende Fortſchritte machen und ſich auf eine gaͤnzliche Auf⸗ hebung aller Gemeinheiten, die in Folge der demnaͤchſt zu erſcheinenden Gemeinheitstheilungs⸗Ordnung moͤglich ſeyn wird, vorbereiten. Sehr zutraͤglich iſt es, wenn der Ackerbauer ſich ſchon Uebung in Erbauung von Futtergewaͤchſen auf dem Ackerlande erworben hat, bevor er eine gaͤnzliche Umwandelung ſeiner Wirthſchaft vornimmt. Jede Umwandelung macht in der Regel Storung, haͤufig bringt ſie ſogar fuͤr den Augen⸗ blick Verluſt. Darum iſt wichtig, daß man ſich durch einen ſorgfaͤltig betriebenen Futterbau in den Stand geſetzt habe, einige Ausfaͤlle zu tragen. Ein — Er Akersi )'d Sie i ſch i richtet man In urt ei du wiſe Grundſt eine Eit ſt ouch ſen dur 2 nußte dom J mehrung efolgend jäen ge duthele d rꝛit g Beacker manche den. fen ſind nthwen auf Car auen. als der ſolche blos d, er⸗ eerung dieſes Acker⸗ füͤgung nd fol⸗ betref⸗ Stand herigen tterbau e Auf⸗ tſt zu ) ſeyn ſchon erlande ſeiner in der Augen⸗ heeinen t hobe, Ein XLI Ein anderes Hinderniß zur zweckmaͤßigſten Benutzung des Ackers iſt 2) die Felderzerſtuͤckelung. Sie iſt damals entſtanden, als die Ackerbauer eines Dorfes ſich in eine Feldmark theilten und nur darauf ihr Augenmerk richteten, dem einen ſo viel zu geben, wie dem andern. Daß man unter gewiſſen Verhaͤltniſſen die fehlende Guͤte des Ackers durch eine groͤßere Flaͤche erſetzen koͤnne, ſchien man nicht zu wiſſen. So lange die gemeinſchaftliche Benutzung der Grundſtuͤcke Statt fand und es dem Einzelnen nicht frei ſtand, eine Einrichtung zu treffen, die ſeinen Feldern zutraͤglich war, iſt auch richtig, daß die beſſere Guͤte des Ackers am wenig⸗ ſten durch eine groͤßere Flaͤche erſetzt werden kann. So folgte ein Uebelſtand aus dem andern. Man be— nutzte Wieſen, Weiden und Ackerland gemeinſchaftlich mit dem Viehe. Ein einzelner Einwohner konnte daher fuͤr Ver⸗ mehrung des Viehfutters, ſo wie fuͤr Vermehrung des daraus erfolgenden Duͤngers wenig thun. Man mußte daher einem jeden gleich viel gutes wie ſchlechtes Land von der Feldmark zutheilen. Daher eutſtanden die ſchmalen Streifen, haͤufig nicht breit genug, um mit dem Wagen darauf umzuwenden. Die Beackerung ſolcher ſchmalen Ackerſtuͤcke iſt ſchwierig und bei mancher Beſchaffenheit des Bodens ſelten genuͤglich anzuwen— den. Bei naßkalten Feldern, die dem Graswuchſe unterwor— fen ſind, iſt ein kraͤftiges Querpfluͤgen und Rundeggen faſt nothwendig. Wie iſt dies aber auf 8⸗ bis ꝛ2fuͤßigen, ſelbſt auf Caveln von zwei Ruthen Breite auszufuͤhren? „ XLII Die Beackerung auf dieſen ſchmalen Streifen iſt auf muͤrbem Boden ſchon umſtaͤndlich. Das Leerziehen mit dem Pfluge an der einen Seite, wenn an der andern noch eine Furche ſteht; die ſorgfaͤltige Vorſicht beim Auspfluͤgen, um den Grenzrain nicht zu beruͤhren, halten die Arbeit auf, nicht weniger das Ziehen von einem Stuͤck zum andern. Bei jeder Unterbrechung der Arbeit geht Zeit verlohren. So bei der Beackerung, ſo bei der Ernte. Hat man aber bei der Beackerung und Beſtellung alles gethan, was moͤglich war, ſo koͤmmt der Nachbar, nachdem meine Fruͤchte ſchon aufgegangen ſind, und beſtellt ſeinen Acker, wobei ſein Vieh meine Fruͤchte in den Grund tritt; oder er beſtellt mit mir zugleich und er wirft mir ſeinen un— reinen Saamen auf mein mit der reinſten Frucht beſtelltes Land. Mein Ackerſtuͤck leidet an Naͤſſe. Winterung waͤchſt dar— auf nur in trocknen Jahren. Um auch in naſſen etwas dar— auf zu ernten, muß ich es in gewoͤlbten Beeten ackern. Ab— zugsgraͤben waͤren leicht anzubringen, aber ich bedarf dazu der Mitwirkung und Zuſtimmung von zehn, ja wohl noch mehre⸗ ren meiner Feldnachbarn, von denen vielleicht einige gar lieb⸗ los genug ſind, mir eine Verbeſſerung meines Grundſtuͤcks nicht zu goͤnnen. Ich muß alſo ganz ruhig meinen Weitzen im Waſſer verderben laſſen. Aufſicht auf die Feldfruͤchte, um Diebereien und Beſchaͤ⸗ digungen des Viehes zu verhuͤten, iſt durch die Zerſtuͤckelung der Ackerlaͤndereien faſt unmoͤglich gemacht. Bewehrungen oder Zaͤune, um das Vieh abzuhalten, anzubringen, wird ſelten — ————————— eligen hut zu Der ei ds wal zenug, etwas den ſih ſa, dh plten. A- wenn heſomm man dus in wäe dis dhe 40 Eh Dal ſaier g zaheit! den N hen Ge fft der keinen Gut d lichen tagt be Bei fanten XLIII t auf gelingen, weil viele dazu beitragen muͤſſen, die unter einen t dem Hut zu bringen, wie man ſprichwoͤrtlich ſagt, faſt unmoͤglich iſt. h eine Der eine hat aus Bequemlichkeit keine Luſt, der andere meint, n, um es waͤre niemals geweſen und der dritte denkt vielleicht diebiſch fnicht genug, ſeinem Viehe eine Gelegenheit offen zu laſſen, wo es Bei etwas erhaſchen kann. Daher ſieht man, daß große Gemein— So bei den ſich alljaͤhrlich an ihren Feldfruͤchten Schaden zufuͤgen laſ⸗ ſen, ohne daß ſie die geringſte Anſtalt machen, dies zu ver⸗ g alles huͤten. achdem Allen dieſen Unannehmlichkeiten entgeht man dadurch, ſeinen wenn man ſich ſeine ſaͤmmtlichen Ackerſtuͤcke auf Ein Stuͤck d tritt; beiſammen legen laͤßt. Iſt der Boden zu ungleich, ſo kann den un⸗ man auch ſchon zufrieden ſeyn, wenn man ſeine Beſitzungen eſtelltes in zwei oder drei verſchiedenen Stuͤcken erhaͤlt, da man ſich bis dahin gefallen laſſen mußte, ſolche haͤufig in 2o— 30— öft dar⸗ 40 Stuͤcken liegen zu haben. as dar⸗ Dadurch gelangt man dahin gelegentlich ſich in der Mitte 7. Ab⸗ ſeiner Felder anzubauen. Wer das Vermoͤgen und die Gele— zu der genheit hat, dies auszufuͤhren, wird in manchen Verhaͤltniſſen mehte⸗ den Werth ſeiner Grundſtuͤcke dadurch verdoppeln. Bei gro⸗ ar lieb⸗ ßen Gemeiden, wo die Felder zum Theil ſehr entfernt liegen, dfuück iſt der Vortheil einer Special⸗Separation groͤßer, als bei Weißen kleinen Gemeinden. Es gehoͤrt freilich ein nicht ganz kleines Gut dazu, ſondern 60— 100 Magdeburger Morgen gewoͤhn⸗ Bei. lichen guten Mittelbodens ſind erforderlich, wenn der Ausbau ückelung recht belohnend ſeyn ſoll. hrungen Bei großen Feldmarken ſcheuet ſich ein jeder, die ent— d bti fernten Ackerſtuͤcke zu nehmen, weil ſie in der Regel in der — 81 ˙⁸ —————————— 28. 4. 5 9 4 4— 8 7 3 83 3—. 2 ——— 5 5— 4— g. 6 5.* 4 E— B 3—— XLIV Duͤngung vernachläͤßiget ſind. Allerdings iſt das nahe an den Doͤrfern liegende Land vorzuziehen. Da aber bei Ackerumtau⸗ ſchungen die Felder bonitirt, d. h. ihrer verſchiedenen Guͤte nach in Claſſen gebracht werden und man fuͤr abgetretenes beſ⸗ ſeres Land eine weit groͤßere Flaͤche ſchlechteres erhaͤlt, ſo braucht man ſich nicht davor zu fuͤrchten, ſich auf magerem Boden anzubauen, wenn ſeine Grundmiſchung nur gut iſt. Auf dieſe muß man hauptſaͤchlich ſehen und muß ſich nicht durch den Zuſtand des Ackers, in welchen er durch oͤftere Duͤngung geſetzt iſt, taͤuſchen laſſen. Haͤufig hat das von den Doͤrfern entfernt gelegene Land eine ſo vortreffliche Grund— miſchung, daß es nach einmaliger Duͤngung die herrlichſten Fruͤchte tragt. Iſt dies der Fall, ſo wird es in den meiſten Faͤllen den Vorzug groͤßerer Reinheit von Hederichſaamen ha— ben. Steine, ſo ein rauhes Anſehen ſie auch dem Lande ge— ben, ſind in geringer Menge weniger nachtheilig, als es fuͤr den erſten Anblick ſcheint. Bei Anlage eines neuen Hofes namentlich geben ſie ein bequemes Huͤlfsmittel zur Auffuͤhrung der Gebaͤude. Zu Zaͤunen um Gaͤrten und Felder ſind ſie von fleißigen Leuten mit großem Vortheil zu brauchen. Nur grandiger duͤrrer Sand, ſey er uͤbrigens noch ſo gut geduͤngt, verdient es ſelten, daß man die Auslagen macht und ſeinen Hof verlegt, um in der Mitte ſeiner Felder zu ſeyn. Boden ſolcher Beſchaffenheit kann nur dann vortheil⸗ haft angebauet werden, wenn man auf guten Wieſen und Weiden Nahrung fuͤr das noͤthige Vieh gewinnt und den Miſt erhaͤlt, dieſe magern Aecker zu duͤngen, oder wenn er in mii rü ben A- Erbſen diniger naͤcſ rmyfij Bi 6 Etn reſchhen lion der nan do biſſerer lde drthin gewinn du liegen de anbc ſen Be ſees d heitn und Fe fuhren auf ein nechnen N. iakeit u Linnth in den imtau⸗ Guͤte des beſ. aͤlt, ſo dagerem gut iſt. nicht oftere on den Hrund⸗ lichſten meiſten een ha: nde ge⸗ es fuͤr Hofes ihrung ind ſie och ſo macht der zu ortheil⸗ en und nd den er in XLV großer Menge zu einem Gute gehoͤrt und durch eine Schaͤſe⸗ rei benutzt werden kann. Auf Boden mittlerer Guͤte, der nach der Duͤngung Gerſte, Erbſen, Kartoffeln, Lein, Tabak und aͤhnliche Gewaͤchſe mit einiger Sicherheit traͤgt, iſt die Special⸗Separation und dem⸗ naͤchſt der Ausbau in die Mitte der Grundſtuͤcke ſehr zu empfehlen. Bei der Dienſt⸗Aufhebung wo nothwendig ein Ackerum⸗ ſatz Statt finden muß, kann es haͤufig ohne große Koſten geſchehen, daß entweder eine totale(gaͤnzliche) Special⸗Separa⸗ tion der einzelnen Gemeindeglieder ausgefuͤhrt wird, oder daß man doch die entfernten Stuͤcke einer Feldmark dadurch zu beſſerer Benutzung bringt, daß man ſie an ſolche Gemeinde— glieder uͤberlaͤßt, die Luſt und Vermoͤgen haben, ihre Gebaͤude dorthin zu verſetzen. Die in der Gemeinheit verbleibenden gewinnen dadurch, daß ihre Grundſtuͤcke naͤher ihren Hoͤfen zu liegen kommen. Jene welche ſich in der Mitte ihrer Fel: der anbauen, kommen in Verhaͤltniſſe, welche eine weit beſ⸗ ſere Benutzung des Ackers zulaſſen. Ihr Eigenthum liegt ſtets vor ihren Augen, gleich einem großen Garten. Alle Ar⸗ beiten koͤnnen mehr gefoͤrdert werden, weil mit dem Hin- und Herlaufen, keine Zeit verloren geht. Miſt- und Ernte— fuhren ſind gegen den Ackerbeſitz in einer großen Gemeinheit auf einem ſeparirten Grundſtuͤck nur zu einem Drittheil zu rechnen. Verbeſſerungen, wo ſie anwendbar ſind, koͤnnen mit Leich— tigkeit unternommen werden, weil man es lediglich mit ſeinem Eigenthum zu thun hat und es nicht der Zuſtimmung von — ——————— 8 8 AAS 4 2 —— —y— XLVI zehn und mehreren Nachbaren bedarf, um etwas Nuͤtzliches auszufuͤhren. Ein jeder kann aber auch etwas Ernſtliches an eine Verbeſſerung wenden, weil er ſich den Vortheil nur allein verſchafft. Hierzu koͤmmt das friedliche, ruhige Wohnen, fern von den Neckereien oder Diebereien der Dorfjugend. Begreifen erſt mehrere das Vortheilhafte eines ſolchen Wirthſchaftsbetrie⸗ bes, ſo hat man zur Huͤlfe Nachbaren nahe genug, ſo wie zum freundlichen, geſelligen Umgange. Vor dem entſetzlichen Ungluͤcke, daß durch Verwahrloſung eines unbedeutenden Ge⸗ baͤudes große Gemeinden ihre Wohnungen und Vorraͤthe durch Feuer verlieren, kann allein ein ſolches Auseinanderbauen be⸗ wahren. Kirchen⸗ und Schulbeſuch ſcheint zwar bei einer ſolchen Ver⸗ einzelung der Wohnungen erſchwert. Zu leugnen iſt auch nicht, daß dies ein Uebelſtand iſt, der durch dieſe Veraͤnderung her⸗ vorgebracht wird. Da die Vortheile des Ausbauens anderweitig aber ſo bedeutend ſind, ſo kann man gern eine Unbequemlich— keit tragen, die obenein durch zweckmaͤßige Einpfarrung und gute Wege ſehr vermindert werden kann. Ein drittes Hinderniß in der beſſern Be⸗ nutzung der Grundſtuͤcke ſind die wechſelſeiti⸗ gen Berechtigungen,(Servitute). Hierher gehoͤrt hauptſaͤchlich das Recht Einzelner oder ganzer Gemeinden, auf Grund⸗ ſtuͤcken anderer ihr Vieh zu weiden. Grundſtuͤcke, auf denen ſolche Berechtigungen haften, ge⸗ waͤhren dem Eigenthuͤmer und demjenigen, der das Weide⸗ dri⸗ vutunc in he dR Nih ſcofte bainer d daßd oder fir ſi ſtoftl liches es an allein en von greifen zbetrie⸗ ſo wie lichen en Ge⸗ durch ten be⸗ Ver⸗ hnicht, no her⸗ rweitig emlich⸗ g und een, ge⸗ Weide⸗ XLVII recht ausuͤbt zuſammengenommen, bei weitem nicht den Nutzen, den ſie bringen koͤnnen, wenn ſie in uneingeſchraͤnktes Eigen— thum verwandelt werden. Der Eigenthuͤmer kann ſie nicht gehoͤrig nuͤtzen, weil er eines Theils Luſt und Muth veriiert, viel an ihre Verbeſſerung zu wenden, und dem Berechtigten Vortheile zu gewaͤhren, zu welchen dieſer ganz umſonſt ge⸗ langt. Andern Theils erlaubt die Benutzung ſolcher Grund⸗ ſtuͤcke durch den Berechtigten oft nicht, daß ſie die zu ihrem hoͤchſten Ertrage fuͤhrende Behandlung erhalten. In einer Feldmark, auf welcher ein Schaͤfereibeſitzer die Auftrift mit den Schaafen hat, darf haͤufig bis zu einer gewiſſen Zeit kein Pflug zur Beackerung angeſetzt werden. Der Grundbeſitzer kann daher nicht die guͤnſtigſte Witterung zur Bearbei⸗ tung wahrnehmen, ſondern muß ſich nach dem Kalender richten. Große Gemeinweiden haben haͤufig das Schickſal, daß drei- bis viererlei verſchiedene Theilnehmer an ihrer Be— nutzung ſind. Einer hat Auftrift im Fruͤhjahre, der andere im Herbſt, dem dritten gehoͤrt das Holz, dem vierten vielleicht die Rohrung und die Fiſcherei. Alle wechſelſeitig geben fich Muͤhe, den uͤbrigen Mitgenoſſen in ihrer Benutzung des gemein⸗ ſchaftlichen Grundſtuͤcks hinderlich zu ſeyn, woraus folgt, daß keiner viel daran hat. Es ließe ſich bei vielen ſolcher Grundſtuͤcke leicht erweiſen, daß der zum Holzwuchs, oder zur Rohrung, oder zur Wieſe oder zur Weide und Beackerung geeignete Theil, ein jeder fuͤr ſich, eben ſo viel Vortheil bringen wuͤrde, wenn er wirth— ſchaftlich von einem einzelnen Eigenthuͤmer zu dieſem beſon⸗ XLVIII dern Behuf benußt wuͤrde, als jetzt das Ganze ge— waͤhrt. Es iſt daher eine von der Mehrheit noch nicht gehoͤrig erkannte Wohlthat, die unſer geliebter Koͤnig durch das Edikt zur Befoͤrderung der Land⸗Cultur ſeinem Volke erzeigt hat, nach welchem verordnet iſt, auf welche Weiſe dergleichen Be⸗ rechtigungen abgeloßet werden koͤnnen. Ich ermahne hierbei alle diejenigen, welche ſolche Be— rechtigungen unter ſich aufheben, zur Billigkeit. Der Neid goͤnnt dem andern haͤufig nicht, was er ſelbſt nicht erlangen kann. Daher koͤmmt es, daß der Aufhebung ſolcher Berech⸗ tigungen ſo viele Schwierigkeiten entgegengeſetzt werden. Wenn ſich ein jeder ehrlich geſteht, welchen Vortheil er von einem gemeinſchaftlich benutzten Grundſtuͤck gezogen, ſo wird er finden, daß er fuͤr dieſe Benutzung in der Regel durch die Haͤlfte des ihm zum uneingeſchraͤnkten Eigenthum uͤberge⸗ benen Theils deſſelben entſchaͤdiget iſt, und daß er die andere Haͤlfte zum Geſchenk erhaͤlt. Wer freilich ſo denkt, daß er dieſen Vermoͤgenszuwachs ſich ſelbſt, ſeinen Nachbarn aber nicht goͤnnt, der wird ein ſolches Auseinanderſetzungswerk ſehr erſchweren. Wie ſehr verſuͤndiget ſich ein ſolcher Menſch an ſeinen Mitgenoſſen und an ſeinen Nachkommen, der durch eine ſo unchriſtliche Denkungsart einer guten Sache hinder⸗ lich iſt? Werden die hier aufgefuͤhrten Hinderniſſe eines beſſern Ackerbaues gehoͤrig erwogen, beſtrebt man ſich bei der Dienſt⸗ aufhebung und der neuen Feldeintheilung ſie abzuſchaffen, wendet man ſein Augenmerk hauptſachlich auf die ſo ſchlecht hel, d In Kah und td men, e Jheil grabung de Vi ſe ruh treten d näͤßigern vithſch dem be behren tjeiiho ſchaſt b rung d ge⸗ thorig Sdikt t hat, n Be⸗ Be⸗ ſeid angen erech⸗ erden. von wird durch berge⸗ ndere ß er aber werk denſch durch nder⸗ eſſern jenſt⸗ iffen, hlecht — ———————— XLIX benutzten Gemeinweiden, bringt ſie zur Theilung und zweck⸗ maͤßigeren Benutzung, ſo bin ich uͤberzeugt, daß an manchen Orten dadurch zuſammen genommen fuͤr den Ertrag aus den Grundſtuͤcken ſo viel gewonnen werden kann, als durch das fuͤr die Hofdienſte abgetretene Drittheil verlohren geht. Die Theilung der Gemeinweiden giebt die beſte Gelegen— heit, eine verbeſſerte Wirthſchaftseinrichtung, von der im ach⸗ ten Kapitel geredet wird, in Gang zu bringen. Die hoͤheren und trockneren Stellen geben, wenn ſie zum Umbruch kom⸗ men, einige reiche Getreideernten ohne Duͤngung, die feuchteren Theile der Gemeinweiden, nach gehoͤriger Schonung und Ab— grabung, fruchtbare Wieſen. Selbſt naſſe Stellen koͤnnen der Wirthſchaft durch Rohr oder Schilf nuͤtzlich werden, wenn ſie ruhig liegen bleiben und nicht unaufhoͤrlich vom Viehe zer— treten werden. Die Gemeinweiden werden bei dieſer andern und zweck⸗ maͤßigern Benutzung die Duͤngervorraͤthe mehren und eine Be⸗ wirthſchaftung der Ackerlaͤndereien erleichtern, wie ich ſie in dem bemerkten Kapitel empfohlen habe. Daß man ſie ent⸗ behren kann und ſein Vieh auf eine andere Weiſe weit vor⸗ theilhafter ernaͤhren kann, wenn man nur eine kleine Wirth⸗ ſchaft hat, wird im zweiten Theile, wo von der Stallfutte⸗ rung des Viehes die Rede iſt, weitlaͤuftiger gezeigt. —jj—— Ob es beſſer ſey ein großes oder ein klei— nes Gut zu beſitzen? Geoße Guͤter, große Sorgen!“ ſagt das gemeine Sprich⸗ wort. Gleichwohl ſtreben die meiſten Menſchen danach, im— mer groͤßere Beſitzungen zu erhalten. Kann ich meine Umſtaͤnde durch ein groͤßeres Gut wahr⸗ haft verbeſſern, ſo iſt das Beſtreben danach nicht nur erlaubt, ſondern ſogar loͤblich. Es iſt Pflicht jedes Menſchen, auf dem Wege der Redlichkeit und des Fleißes ſein Vermoͤgen taͤglich zu vermehren, damit er in den Zeiten der Noth fuͤr die Sei— nigen zu ſorgen im Stande iſt. Die taͤgliche Erfahrung lehrt indeſſen, daß es nicht immer einerlei iſt, ein großes Gut beſitzen, und ſich in guten Vermoͤgensumſtaͤnden beſinden. Wir finden oft, daß Beſitzer kleinerer Grundſtuͤcke im Wohlſtande ſind, wenn ihre Nach⸗ barn, die noch einmal ſo viel Feld beſitzen, gar nicht aus der Noth heraus kommen koͤnnen. Auf ſolche iſt dann das obige Sprichwort recht anwendbar.„Woran mag das wohl liegen? „Wer mehr Feld hat, muß doch mehr ernten, als ein anderer, „der weniger hat?“ „Es liegt alſo wohl nur an der Wirthſchaft, und ſie wird „liederlich gefuͤhrt, wenn der, welcher ein großes Gut beſitzt, nin ſchlechtern Umſtaͤnden iſt, als ein anderer, mit wenigem — — — — lei⸗ Sprich⸗ c, im⸗ wahr⸗ erlaubt, uf dem taͤglich ie Sei⸗ immer guten Seſitzer Nach⸗ aus der obige liegen? anderer, ſſe wird beſiht, enigem 1.1 „Acker.“ So pflegt man wohl zu ſchließen, aber ich glaube, daß man nicht ſelten ſolchen Wirthen Unrecht thuͤt, wenn man ſie liederlich ſchilt. Es kommen folgende Umſtaͤnde in Be— trachtung, wenn ausgemacht werden ſoll, ob große oder kleine Guͤter fuͤr die Beſitzer derſelben beſſer ſind. Der Ackerbau, ſo wie er jetzt getrieben wird, iſt eine Handthierung, bei der es nicht, wie manche unverſtaͤndige Staͤdter glauben, blos darauf ankommt, das abzuernten, was auf dem Felde gewachſen iſt. Will man etwas Erhebliches ernten, ſo ſind viele Vorbereitungen, viele Arbeiten und ſelbſt viele baare Ausgaben noͤthig. Dieſe Vorbereitungen muß ich ohnedies auf eine lange Zeit voraus machen, und es dauert oft zwei Jahre, ehe man den Gewinn von ſeinen Bemuͤhun⸗ gen ziehen kann. Ein Stuͤck, welches ich im Sommer 1816 geduͤngt und bearbeitet habe, giebt mir erſt im July oder Auguſt 1817 ei⸗ ne Ernte. Andere Geſchaͤfte verhindern das Ausdreſchen im Herbſt, und erſt im Winter kann ich einen ernſtlichen Verkauf machen, und meine Auslagen fuͤr dies Stuͤck ſammt den Zin— ſen wieder einnehmen. Sehr oft findet ſich die Gelegenheit zum Verkauf nicht ſogleich, und es dauert dann zwei volle Jahre, von der erſten Vorbereitung des Ackers bis zum Ver— kauf der Fruͤchte. Um nun dies abwarten zu koͤnnen, muß man ſo viel Geld oder Getreide haben, von welchem man die Unkoſten der Bearbeitung, der Duͤngung und der Ernte, fer⸗ ner die Abgaben beſtreiten kann. Ferner: das Geraͤthe, welches in einer Wirthſchaft zur Beackerung und zu den uͤbrigen Haus- und Hofgeſchaͤften no⸗ LII thig iſt, koſtet nicht nur bei der Anſchaffung, ſondern auch durch die Unterhaltung vieles Geld. Noch weniger darf das Zug⸗ und Nutzvieh fehlen. Ohne hinlaͤngliches Geſpann kann die Bearbeitung des Landes nicht ordentlich geſchehen, und ohne das noͤthige Nutzvieh fehlt es einer Wirthſchaft nicht al— lein an Milch, Butter und Fleiſch, ſondern es kann auch das gewonnene Futter nicht in guten Miſt verwandelt werden, der vollends gar nicht beim Ackerbau zu entbehren iſt. Alle dieſe Dinge muͤſſen in jeder Wirthſchaft ſo gut und in ſolcher Menge vorhanden ſeyn, daß alle Arbeiten ordentlich und zu rechter Zeit geſchehen. Fehlt es an dem einen oder dem andern, und es muß deshalb manches ganz unterbleiben, manches ſchlecht gemacht werden, ſo kann man von dem Acker den rechten Gewinn nicht ziehen. Es iſt alſo nicht hinreichend, daß ich Feld beſitze. Ich muß auch noch Vermoͤgen haben, um mir Saamen, Vieh und Geraͤthe anzukaufen; ich muß Vorraͤthe haben, von de— nen ich mich und mein Vieh ſo lange erhalten kann, bis ich etwas ernte; ich muß auch baares Geld haben, um alle die Ausgaben beſtreiten zu koͤnnen, die in einer Wirthſchaft das ganze Jahr durch ziemlich bedeutend ſind. Sehr oft iſt dies alles, was ich hier genannt habe, ſo viel werth, als das Ackerland ſelbſt, um deſſentwillen es da ſeyn muß. Und nun werden wir der Beantwortung obiger Frage, wegen des Vorzuges groͤßerer oder kleinerer Guͤter, naͤher kommen. Vieles Land erfordert vieles Vieh, viele Arbeit, viele Aus⸗ gaben. Dies muß ein jeder, der ein Landgut durch Kauf oder ÿ——‧L—— T antwe Turthe Dermi der w berkgl ein kee Krifte nn, das ſamm I an Ey b nohw gehor aber hufe! Suh auch das kann und icht al⸗ ch das erden, t und entlich noder leiben, Acker Jc „Vieh en de⸗ s ich e die ft das he, ſo es da obiger Güͤter Aus⸗ foder L.III Erbſchaft uͤbernimmt wohl erwaͤgen. Er muß ſich fragen: Kannſt du auch das noͤthige Vieh zur Bearbeitung dieſes Landes anſchaffen? Biſt du im Stande, ſo viel Miſt zu ma⸗ chen, daß alle Grundſtuͤcke tuͤchtig geduͤnget werden koͤnnen? Wirſt du auch die zur Verrichtung der Arbeit noͤthigen Leute erhalten und bezahlen koͤnnen? Haſt du auch noch einen Noth— pfennig an baarem Gelde, um die Abgaben, das Lohn und andere Auslagen bezahlen zu koͤnnen? Biſt du auch auf einen Ungluͤcksfall gefaßt, der dich bei deinem Viehe oder ſonſt in deiner Wirthſchaft treffen kann? dDur derjenige, welcher ſich auf dieſe Fragen ein Ja! antworten kann, wird von ſeiner Wirthſchaft den gehoͤrigen Vortheil ziehen. Wer ſich aber geſtehen muß, daß es ihm an Vermoͤgen fehlt, um ſein Land mit Nachdruck zu beſtellen, der wird wohl thun, ſein großes Gut an einen andern zu verkaufen, der mehr Vermoͤgen hat, und ſich fuͤr ſeine Perſon ein kleineres auszuſuchen, zu deſſen Bewirthſchaftung ſeine Kraͤfte eher hinreichen. Er wird dann leichter vorwaͤrts kom⸗ men, und bei Fleiß und Sparſamkeit dahin gelangen, daß er das Vermoͤgen zur Fortſtellung einer groͤßern Wirthſchaft zu— ſammen bringt. Wenn es dem Beſitzer vielen Landes bald an Vieh, bald an Saamen, bald an Geraͤthe oder Gelde fehlt, ſo muß er nothwendig jaͤhrlich zuruͤckkommen. Weil er ſein Land nicht gehoͤrig beſtellen kann, traͤgt es ihm auch weniger. Er nimmt aber nicht nur von dem einzelnen Morgen oder der einzelnen Hufe weniger baares Geld ein, ſondern erntet auch weniger Stroh und Futter. Darum bleibt er nach und nach auch in 21 — ————————-—— 2 Te) 4— 2 . 2.—— 34 B. 5 8 1 8 8—— 5 S——*— =——x—,——j— ——— 8 4 LIV der Duͤngung zuruͤck. Wenn ſein Nachbar von jeder Hufe vielleicht ſechzig Fuder Miſt ausfaͤhrt, ſo faͤhrt er nur vierzig aus. Dadurch werden ſeine Ernten immer ſchlechter. Weil jemand, der vieles Land, aber Vieh, Geld und andere Vorraͤ⸗ the wenig hat, nur zu thun hat, um das nothwendigſte zu verrichten, ſo kann er nichts thun, um ſeinen Miſt zu ver⸗ mehren. Er kann keinen Streuling anſchaffen, keinen Moder ausfahren, noch weniger Aſche oder dergleichen anfahren, und ſo entgeht ihm aller der Vortheil, welchen ſich ſein Nachbar, der in beſſern Umſtaͤnden iſt, durch groͤßere Sorge fuͤr Ver— mehrung des Miſtes verſchafft. Fehlt es einem Landmanne ohnedies erſt an Arbeitsvieh, ſo iſt er oft gezwungen, die Thiere, welche er hat, uͤbermäͤßig anzuſtrengen und zu uͤbertreiben, wodurch ſie vor der Zeit zu Grunde gehen.— Kaum hat ein ſolcher die Ernte einge— bracht, ſo muß er uͤber Hals und Kopf ans Dreſchen gehen, weil es allerwaͤrts fehlt. Jeden Preis, er ſey auch noch ſo geringe, muß er nehmen, weil er ſich nicht helfen kann. Die Zeit, welche ſeine Nachbarn auf die Vorbereitung des Landes zur Herbſtſaat verwenden, bringt er in der Scheune und beim Marktfahren zu. Die wichtigen Saatgeſchaͤfte aber macht er ſchlecht oder zur Unzeit. Iſt es da zu verwundern, wenn er ſchlecht erntet? Wer dies nicht ſo recht bedacht und ein großes Gut uͤber— nommen hat, ohne die Mittel zur Fortſtellung einer ſolchen Wirthſchaft in Haͤnden zu haben, muß herunter kommen, wenn er gleich der ordentlichſte und fleißigſte Mann iſt. Macht es Euch alſo, lieben Freunde, zur Regel: ———— J lieben Kurt der an un ll wenize mit alh es ah he ſo Dee gr Landes ſäll. ¹ Anzukal ſcicken ſet he Bc. erder ſip a dayon um d um iſ leinen Hufe ierzig Weil Vorräͤ⸗ digſte zu ver⸗ Moder „ und ſchbar, Ver⸗ tsvieh, mäßig beit zu einge⸗ gehen, och ſo Die Landes beim acht er enn er tͤber⸗ ſolchen zmmen, Macht LV nie ein groͤßeres Gut anzunehmen, als Ihr durch Euer Vermoͤgen an Gelde, Vieh, Saamen, Geraͤthe und an⸗ dern Vorraͤthen gehoͤrig bewirthſchaften koͤnnt. Nach den neuern Koͤnigl. Verordnungen gebt Ihr nun, lieben Landleute in den Preußiſchen Staaten! einen Theil Eures Landes fuͤr die Dienſte ab. Es iſt vielleicht einer oder der andere, der ſich ungern von ſeinen Grundſtuͤcken trennt, und lieber alles Feld behalten haͤtte. Ich glaube, daß nur wenige zur Zeit in ſolchen Umſtaͤnden waren, daß ſie ihr Land mit allem Nachdruck beſtellen konnten. Und dieſe, welchen es an Vermoͤgen dazu nicht gebricht, werden mit leichter Muͤ— he ſo viel Acker zukaufen koͤnnen, als ſie nur haben wollen. Die großen Gutsbeſitzer werden recht gern einen Theil des Landes verkaufen, welches ihnen jetzt fuͤr die Dienſte anheim faͤllt. Aber niemand laſſe ſich darauf ein, ſich mehr Laͤndereien anzukaufen, als er nach obiger Auseinanderſetzung gehoͤrig be— ſchicken kann. Erſt dann, wenn ſich mein Vermoͤgen verbeſ— ſert hat, und ich Vorraͤthe aller Art, an Gelde, Getreide, Vieh und Futter habe, erſt dann iſt es klug, mehr Land zu erwerben. Dann werde ich im Stande ſeyn, daſſelbe ordent⸗ lich zu beſtellen und zu duͤngen, und werde auch gute Ernten davon haben. Ohne dies ladet man ſich durch vieles Land nur große Abgaben auf den Hals, und hat, wenn das Jahr um iſt, fuͤr ſeine Arbeit und Muͤhe weniger, als von einer kleinen Flaͤche gut beſtellten Landes. 5 * 1 8 18 1 24 „ ½ 3 —— —— —— — — — LVI Von den Vortheilen, die ſich ein Land⸗ mann durch ein ganz einfaches Anſchreiben und Berechnen in ſeiner Haushaltung verſchaffen kann. Ehe ich auf den Unterricht uͤber die eigentlichen Geſchaͤfte des Ackerbaues komme, will ich noch einige Worte mit Euch, meine lieben Ackersleute, davon ſprechen, wie Euch das Schrei— ben und Rechnen, welches doch die meiſten in der Schule ge— lernt haben, fuͤr Eure Wirthſchaft nuͤtzlich werden kann. Viel— leicht fragen dann wenige noch:„Was nuͤtzt es uns, daß wir ſchreiben und rechnen koͤnnen? Wir koͤnnen ja doch keinen Ge— brauch davon machen! Das Rechnen und Schreiben, meine Freunde, kann Euch fehr nuͤtzlich werden. Das hoffe ich Euch durch mehrere Bei⸗ ſpiele zu beweiſen. Wenn Ihr alle Mandeln oder Schocke, die Ihr einern⸗ tet, von jedem Stuͤcke beſonders aufſchreibt, und dann die ganze Ernte zuſammen rechnet, ſo habt Ihr erſtlich den Vor⸗ theil, daß Ihr genau uͤberſehen koͤnnt, wie Ihr Euch mit dem Strohe und Futter einzurichten habt, um ordentlich durchzu⸗ kommen. Freilich muͤßt Ihr dann ſchon die Ernte von eini⸗ gen Jahren aufgeſchrieben haben, damit Ihr erſt einen Ueber⸗ ſchlag — ℳ—õ———— Land⸗ hreibey tung Geſchäft mit Elch, das Schli⸗ Schule e ann. Wie 5, daß wit keinen Ge⸗ kann Euch hrere Vii⸗ hr einern⸗ dann dit den Vor⸗ ch mit dem LVII ſchlag machen koͤnnt, wie viel fuͤr Eure Verhaͤltniſſe eine gu⸗ te, und welches eine ſchlechte Futterernte iſt. Habt Ihr es aber erſt einige Jahre verſucht, alles aufzuſchreiben, ſo wißt Ihr ſchon, wie ſich die Ernten gegen einander verhalten, und wie Ihr es anfangen muͤßt, um von dem reichen Jahre auf das knappe uͤberzuſparen. Wer ſeine Umſtaͤnde kennt, dem wird es leicht, ſich nach ihnen zu rechter Zeit zu richten. Wer aber den Mangel in ſeiner Wirthſchaft erſt dann gewahr wird, wenn er einzureißen droht, fuͤr den iſt es gewoͤhnlich zu ſpaͤt, ihn abzuwehren. Ihr werdet alle wiſſen, wie viel man auf das ganze Jahr erſparen kann, wenn man jeden Tag nur eine Kleinigkeit weniger braucht. Das iſt alſo ein Vortheil des Anſchreibens der Ernte: man kann in Zeiten ſeine Einrich⸗ tung danach machen. Es laſſen ſich aber durch daſſelbe noch mehrere erlangen. Ich erſehe, welcher Miſt, welche Bearbeitung, welche Saat— zeit mir die beſte Ernte gegeben hat. Alles dies bleibt ſich nun freilich nicht in jedem Jahre gleich, ſondern es wird nach der Witterung bald das eine oder das andere in jedem Jahre anders erſcheinen. Ich werde aber doch aus einer ſolchen Zu⸗ ſammenſtellung der Ernten mehrerer Jahre wichtige Lehren fuͤr mich ziehen koͤnnen, nach welchen ich mich richten muß. Ferner: wenn ich alles eingeerntete Getreide angeſchrie— ben habe, und nun auch wieder anmerke, was herausgedro⸗ ſchen wird an Mandeln, ſo weiß ich erſtlich, ob mir jemand hinter meinem Ruͤcken etwas Getreide in Garben verfuͤttert hat, welches oft die eigenen Kinder der Landleute zu thun pflegen; dann erſehe ich daraus, welches Getreide am beſten KX X 1— —— 4 8 5 —— · 8 4 4 LVIII lohnt, und mache nun wieder Bemerkungen, ob dieſe oder je— ne Beſtellung und Duͤngung auf das Lohnen des Getreides vortheilhafter geweſen iſt. Ich weiß aber auch zu jeder Zeit, was ich noch zu dreſchen habe. Ich kann alſo wegen des Verkaufs in Zeiten meinen Ueberſchlag machen, und gute We⸗ ge und gute Preiſe zum Verfahren des Getreides benutzen. Dieſe Beiſpiele moͤgen beweiſen, welchen Nutzen das An⸗ ſchreiben des eingeernteten und ausgedroſchenen Getreides hat. Aber ſo nuͤtzlich iſt es auch fuͤr alle andere Sachen in der Wirthſchaft. Schreibe ich alles auf, was die Pferde an Futter bekom— men haben, was ihr theures Geſchirr koſtet u. ſ. w., ſo wer⸗ de ich oft daruͤber erſtaunen, was die Unterhaltung dieſer Thiere koſtſpielig iſt. Ich werde vielleicht anfangen, daran zu denken, ob ich nicht wohlfeiler mit Ochſen auskommen koͤnnte. Hat man erſt angefangen uͤber die Haupteinnahme und Ausgabe in der Wirthſchaft etwas aufzuſchreiben, ſo wird man dadurch veranlaßt, auch auf einzelne Dinge eine groͤßere Auf— merkſamkeit zu richten. Man bauet vielleicht vielen Flachs und haͤlt dieſen Anbau fuͤr vortheilhaft, weil man mit einem Male ein gut Stuͤck Geld dafuͤr loͤſet. Wenn man aber ein⸗ mal anfaͤngt zu rechnen: die Arbeit des Jaͤtens, des Auszie⸗ hens, des Abroͤffelns, Roͤſtens, Brechens, und Schwingelns, die der Flachs macht; ferner, wenn man erwaͤgt, daß er vie⸗ len Miſt braucht und keinen wieder giebt, ſo wird man oft finden, daß man ſich beſſer ſtehen wuͤrde, wenn man ſtatt Flachs, Roggen oder Gerſte oder Wicken und Klee bauete. Wer nichts anſchreibt, nie berechnet, was ihm vortheilhaft — 2 bring ( 4 d! kerne e wer ſcacfen macht Lurt dn J — 3———On LIX er je⸗ oder nachtheilig iſt, der thut manches zu ſeinem Schaden, reides und laͤßt Gelegenheiten vorbeigehen, wo er mehr vor ſich dal bringen koͤnnte. n des Dies Wenige moͤge dazu dienen, Euch die Nuͤtlichkeit te Ve⸗ des Anſchreibens fuͤr kleine Wirthſchaften zu zeigen. Wollt ben. Ihr aber meinen Rath befolgen, und das in der Schule er— 8 An⸗ lernte Schreiben und Rechnen in der Wirthſchaft anwenden, s hat. ſo werdet Ihr Euch auch manches Vermoͤgen dadurch ver⸗ in der ſchafen. Wenn Ihr alles bei der Feldbeſtellung recht gut macht; wenn Ihr mehr auf das Vieh zu halten anfangt, als bekom⸗ Eure Vorfahren, und daher Futtergewaͤchſe bauet; wenn Ihr wer⸗ den Miſt zuſammen haltet und ordentlich zubereitet, ehe er dieſer ausgefahren wird, ſo kann es gar nicht fehlen: Ihr werdet ran zu von Jahr zu Jahr beſſere Ernten thun. nnte. Muß es Euch nicht lieb ſeyn, nach zehn Jahren zu ſa— ee und gen: ſonſt fuhr ich jaͤhrlich ſechzig Fuder Miſt aus, jetzt hun— dman dert Fuder; ſonſt erntete ich ſechzig Mandeln Roggen, jetzt Auf⸗ achtzig— neunzig; ſonſt war mein Vieh in ſo elenden Um— Flachs ſtaͤnden, daß ich große Sorge hatte, um es von einer Zeit einem zur andern durchzubringen, jetzt baue ich Klee, Kartoffeln, er ein⸗ Ruͤben u. ſ. w., und mein Vieh iſt immer ſchlachtrecht—— uszie⸗ Habt Ihr nun alles Merkwuͤrdige was in Eurer Wirthſchaft gelns, vorgeht, aufgezeichnet, ſo koͤnnt Ihr ſo ſchoͤn uͤberſehen, wie vie⸗ es allmaͤhlig geſtiegen und jaͤhrlich beſſer geworden iſt. Es d man bleibt immer ein angenehmes Gefuͤhl, wenn man ſich ſelbſt lutt ſagen kann, daß man etwas beſſer gemacht hat, als es vor⸗ her war. te eilhoft ——— —— ——— — — — — — LX diemand iſt wohl unter Euch, meine Lieben, der an der Kuͤtzlichkeit des Anſchreibens zweifelt. Die meiſten glauben aber vielleicht, daß es ſo kuͤnſtlich und ſchwer ſey und von kei— nem gemeinen Manne auszufuͤhren. So ſcheint es freilich demjenigen, welcher es noch nicht verſucht hat. Aber bedenkt nur, daß im ganzen Jahre in einer jeden Wirthſchaft viel vor⸗ geht, viel ausgegeben und eingenommen, viel gemeſſen, ver⸗ kauft und geſaͤet wird, hingegen an Einem Tage, in Ei⸗ ner Wopche geſchieht doch von dem allen nur wenig. Wer es ſich zur Regel macht, alle Sonntage dasjenige anzumerken, was in der Woche vorgefallen iſt, wird nicht leicht etwas ver⸗ geſſen, zumal wenn er ſich erſt im Aufmerken geuͤbt hat. Das, was in Einer Woche in einer gewoͤhnlichen Bauerhaus⸗ haltung vorfaͤllt, iſt ſehr bald angemerkt. Wer ſich dazu ge— woͤhnt, wird es kinderleicht finden. Beherziget, lieben Landleute! was ich Euch zu Eurem Vortheil rathe und befolgt meine Rathſchlaͤge. Es wird Euch nicht gereuen, ſondern Ihr werdet bald einſehen, daß ich durch gegenwaͤrtiges Buch nur fuͤr Euer Wohl beſorgt geweſen bin. ———,———O—————— 0 Diet de A ten d und d feler b leiht, u de mar dmi; dernte mit d an der glauben von kei⸗ freilich bedenkt viel vor⸗ en, ver⸗ in Ei⸗ 3. Wer umerken, was ver⸗ uͤbt hat. uerhaus⸗ dazu ge⸗ 1 Eurem rd Euch iſch durch ſen bin Erſter Abſchnitt. Vom Ackerbau uͤberhaupt. Da wichtigſten Grundſtuͤcke eines Hofes oder Gutes ſind die Ackerlaͤndereien. Sie machen wohl faſt uͤberall den groͤß⸗ ten Theil aus, und ſollen ſie ihrem Beſitzer etwas eintragen und doch in gutem Stande bleiben, ſo muͤſſen ſie mit ſehr vieler Sorgfalt behandelt werden. Dies iſt aber nicht ganz leicht, und der Beſitzer des kleinſten Hofes ſollte mehr uͤber die mannichfaltigen Verrichtungen des Ackerbaues nachdenken, damit er alle Geſchaͤfte ſo zweckmaͤßig als moͤglich verrichten lernte. In den folgenden Kapiteln wird die Kunſt, den Acker mit dem hoͤchſten Vortheil zu bauen, gelehrt werden. Erſtes Kapitel. Von der noͤthigen Kenntniß des Bodens und den verſchiedenen Bodenarten. △ Jedem Landmanne iſt die große Verſchiedenheit des Bodens bekannt. Oft ſindet man auf einer Flaͤche, die kaum Einen Morgen groß iſt, mehrere Bodenarten zugleich. 1. 1 1. 14 — — — —— —— —— 6 —— —— Manches Ackerland iſt ſo feſt, ſo aneinanderhaͤngend, daß es bei trockener Witterung gar nicht, oder doch nur ſehr muͤhſam gepfluͤgt werden kann; anderes hingegen iſt wieder ſo loſe, daß bei trockener Witterung der Wind es fortwehet, und die Wurzeln der Pflanzen entbloͤßt. Zwiſchen dieſen beiden Bodenarten, dem feſten Thon und dem Flugſande, ſtehen nun unzaͤhlige andere in der Mitte, die ſich bald mehr der einen, bald mehr der andern naͤhern. Was kann dem Landmanne wohl wichtiger ſeyn, als zu wiſſen, zu welcher Klaſſe ſein Ackerland gehoͤrt? Wem iſt wohl unbekannt, daß Sandboden anders behandelt werden muß, als Lehmboden? Wir wollen daher die Hauptverſchie— denheiten des Bodens etwas genauer betrachten, dann wird ſich um ſo leichter die Behandlung der einzelnen Bodenarten angeben laſſen. Die beiden vorzuͤglichſten Erdarten, die unſer Ackerland ausmachen, ſind der Sand und der Thon. Sand nennt man die grobe, aus ganz kleinen Kieſeln beſtehende Erdart, die eine weiße oder doch weißgraue Farbe hat, wenn ſie von andern Erdarten getrennt iſt. Sie findet ſich faſt in allen Bodenarten. Der Thon hingegen iſt die feine Erdart, die ſich trocken zwiſchen den Fingern wie Mehl anfuͤhlt, wenn ſie zerrieben iſt. Im Winde fliegt ſie als Staub davon, wenn man einen Erdklos in der Hand zerkruͤmelt, und im Waſſer loͤſet ſie ſich auf, das heißt, ſie macht es truͤbe. Außer dieſen beiden Erden beſteht die von dem Pfluge gelockerte Erdkrume noch aus einigen andern Erdarten, die jedoch ſelten auf der Oberflaͤche ſo bedeutend ſind als Sand und Thon. Hieher gehoͤrt der Kalk, den man ſo innig vermiſcht mit dem Boden antrift, daß ſeine Gegenwart nicht leicht in die Sinne faͤllt. Mancher Ackerboden hat ihn in groͤßerer, mancher in geringerer Menge; zuweilen fehlt er aber ganz. Er hat in vielen Faͤllen großen Einfluß auf die Fruchtbarkeit eines Landes. —————— 9 Soden wurze nenne er ſic dee ſe ( Poden tantheit Lolti die ich darauf, ſtens wit de unter d inmer Enäfe ſtanden in wel lip ah eine gar — E——y—Q——Oᷓͤͤ 5 hangen Noch wichtiger iſt aber der Ruͤckſtand, der ſich in dem nur ſehr Boden von ehemaligem Miſt oder den verweſeten Pflanzen⸗ d wisde wurzeln findet. Dieſer Ruͤckſtand, den wir Modererde fortwehtt, nennen wollen, macht einen Boden vorzuͤglich fruchtbar, wenn er ſich in Menge darin findet, und giebt zuweilen demſelben ten Then die ſchwarze Farbe. der Mite Ich ſage zuweilen, denn nicht immer iſt ſchwarzer aͤhern. Boden darum auch ein fruchtbarer Boden, aber groͤß⸗ als zu tentheils iſt die ſchwarze Farbe ein Zeichen der Fruchtbarkeit. Wem iſ Wollt ihr euch die Entſtehung dieſer leichten ſchwarzen Maſſe, t werden die ich Modererde genannt habe, recht verſinnlichen, ſo achtet ötoerſchie⸗ darauf, wie ſolcher Boden ausſieht, der noch nie, oder wenig— unn widd ſtens ſehr lange nicht, umgeackert geweſen iſt, wenn man ihn odenarten mit dem Spaten gerade abſticht. Da werdet ihr ganz oben unter dem Raſen einen ſchwarzen Streifen bemerken, der ſich Ackerland immer mehr verliert, je tiefer es kommt. Dieſer ſchwarze d nennt Streifen iſt durch die verweſeten Wurzeln und Blaͤtter ent— de Erdart, ſtanden, den man noch deutlicher in einem Walde ſehen kann, m ſie von in welchem nicht viel Streuling geharkt iſt. Durch die jaͤhr— in allen lich abfallenden Baumblaͤtter erzeugt ſich auf der Oberflaͤche eine ganze Lage dieſer fruchtbaren Erde, und ihr muͤßt es der— h trocken ſelben allein zuſchreiben, wenn Land, welches lange zur Weide gerrieben gelegen hat, oder welches mit Holz bewachſen war, zu An⸗ dan einen fange ſo gute Ernten nach dem Umbrechen ohne Duͤngung tt ſie ſih giebt. Jetzt habe ich euch nun die hauptſaͤchlichſten Beſtand⸗ n Pfluge theile des gewoͤhnlichen Ackerbodens genannt, den Sand, den ten, die Thon, den Kalk und die Modererde, oder den Ruͤckſtand von s Sand Miſt und verweſeten Gewaͤchſen, der ſich noch im Boden be⸗ findet. termiſh Der gute oder der ſchlechte, ſo wie der lockere, loſe und eict in feſte Boden entſteht blos aus der Art und Weiſe, wie er⸗ güßere waͤhnte Erdarten unter einander gemiſcht ſind. Sand allein ber ganz iſt, wie wir wiſſen, unfruchtbar, aber auch der Thon iſt, fbati ohne Beimiſchung von Sand und Modererde, zum Ackerbau nicht tauglich. Wenn alle Erdarten ſo unter einander ge⸗ —— ——— ——— — — —— —— 8 4 mengt ſind, daß der Boden weder zu feſt, noch zu locker iſt; wenn ziemlich viel Modererde in dieſer Miſchung iſt und et⸗ was Kalk obendrein, ſo iſt der Boden ſo, wie ihn ſich der Ackersmann nur immer wuͤnſchen kann. Selten findet ſich aber ein ſolcher Boden. Ich habe vorhin geſagt, daß der Menge nach die Acker⸗ erde vorzuͤglich aus Thon und Sand beſteht. Daher entſte— hen auch aus der mannichfaltigen Vermiſchung und Vermen⸗ gung dieſer beiden Erdarten die Hauptunterſchiede des Bo⸗ dens. Man hat alſo von beiden, vom Thon und vom Sand⸗ boden, verſchiedene Klaſſen, je nachdem der Haupttheil aus Thon oder Sand beſteht. Thonboden uͤberhaupt heißt ſolcher Boden, der mehr Thon wie Sand enthaͤlt. Er kommt von verſchiedener Farbe vor, ſehr haͤufig ins Dunkle fallend, oft aber auch grau. Iſt er ſehr mit Modererde durchdrungen, ſo naͤhert er ſich mehr der ſchwarzen Farbe, iſt dann der fruchtbarſte, den wir haben, und Weitzenboden erſter Klaſſe. Den fruchtbarſten Boden der Art findet man in der Naͤhe großer Fluͤſſe, wo er durch ehemalige Ueberſchwemmun— gen abgeſetzt worden iſt. Fehlt es dem Thon an dieſer fruchtbaren Maſſe, der Mo— dererde, und er iſt nicht mit genugſamen Sande gemengt, ſo wird das Uebermaß von Thon ſchaͤdlich. Ein ſolcher Boden bearbeitet ſich ſowohl in der naſſen, wie in der trockenen Witterung ſchlecht, und das Wachsthum der Pflanzen iſt dar⸗ auf ſehr von der Witterung abhaͤngig. Hat man nicht Mit⸗ tel in der Naͤhe, die natuͤrlichen Fehler dieſes Bodens zu ver— beſſern, etwa durch Auffahren eines guten Sandmergels, ſo hat er oft einen geringern Werth als lehmiger Sandboden. Der Weitzenboden zweiter Klaſſe pflegt gewoͤhnlich die genann— ten Eigenſchaften zu haben. Beſteht der Boden zur Haͤlfte aus Sand, zur Haͤlfte aus Thon, ſo nennt man ihn Lehm). Dieſe Bodenart ²¹) Auf dieſen Unterſchied bitte ich zu achten. In vielen Gegenden fne ſe gaung K1 ſtucht ihm an In zuſtm Foſel Ifff ſöe Stj e den ſ. oder hi Moderu erſter. Beir erin d Be Gandbo und Biſ ſeignd nentt m⸗ on Thon Rrurter, *0 13 den Tho er ftuch — —— ☛————-——jjʃ 9 ker iſt; findet ſich haͤufiger als der fruchtbare, mit Modererde gehoͤrig und et⸗ gemengte, Thonboden. ſich der Kann dieſer Boden gut geduͤngt werden, ſo iſt er ſehr det ſich fruchtbar, und man kann faſt alle Fruͤchte mit Vortheil auf ihm anbauen. ſe Acker⸗ Iſt derſelbe von langen Zeiten her in gutem Duͤngungs⸗ r entſte zuſtande gehalten worden, ſo verdient er oft noch in die erſte Vermen⸗ Klaſſe als Weitzenboden geſetzt zu werden. Fehlt es aber an des Bo⸗ Miſt, ſo wird er Weitzenboden zweiter Klaſſe. Sand⸗ Steigt der Antheil des Sandes in einem Boden, ſo daß heil aus er den Thon uͤberwiegt; kann er aber gut geduͤngt werden, oder hat vielleicht von Natur eine ſtarke Beimiſchung von er mehr Modererde und eine feuchte Lage, ſo iſt dies Gerſtenboden er Farbe erſter Klaſſe. z. Iſ Bei geringerer Duͤngung und einer hoͤheren, trockenern h wehr Lage, wird der ſandige Lehmboden Gerſtenboden zweiter whaben, Klaſſe. Sandboden ſchlechthin heißt aller Boden, in welchem in der der Sand im Uebermaaß vorhanden iſt. Iſt er noch mie emmun⸗ ziemlich vielen Thontheilen vermiſcht, ſo iſt er lehmiger Sandboden. Ein ſolcher kann bei einer feuchten Lage der Mo⸗ noch ſehr fruchtbar ſeyn, wenn er reich an Modererde iſt⸗ engt, ſ oder doch oft und reichlich geduͤngt werden kann. Vereinigen Boden ſich alle dieſe Umſtaͤnde bei einem Boden der Art, ſo verdient trockenen er in die zweite Klaſſe des Gerſtenbodens geſetzt zu werden. ſſt dar Bei einer hoͤhern, trockenern Lage lohnt ein lehmiger ht Mit⸗ Sandboden dennoch unter den mehrſten Umſtaͤnden Muͤhe au Ver und Beſtellung reichlich, und pftegt dann gewoͤhnlich als Ha⸗ gic ſe ferland zweiter*) Klaſſe angeſehen zu werden. ndboden genann⸗ nennt man allen thonigen Boden Lehmboden. Benn ich in der Folge von Thonboden oder Lehmboden rede, ſo verſtehe ich immer nur ſolchen r Häͤlfte darunter, den ich hier ſo genannt habe. zodenart*) Zur erſten Klaſſe des Haferlandes würde ich entweder ſalchen ma⸗ — gern Thonboden zählen, der nicht mit Vortheil Weitzen zu tragen vermag⸗ egndan oder feuchten, retchen Niederungsboden, der zum Wintergetreide zu loſe iſt. —y— „1 Hat Sandboden ſo wenig Thon, daß er durch oft wie— 3 3 derholtes Bearbeiten zu locker zum Getreidebau werden duͤrfte, hin 1 ſo kann er nur mit großer Unſicherheit Sommergetreide tra— mutm gen. Will man ſolchen Boden ja noch zum Getreidebau 3 nuͤtzen, ſo muß man ihn mehrere Jahre nacheinander liegen fi 9 laſſen, damit er ſich beraſe, vom Weidevieh dicht getreten ſnſa werde, und nur ſelten eine Ernte von ihm nehmen. d Sandboden ohne alle Thontheile wird Flugſand, den n Em der Wind bei trockener Witterung unaufhoͤrlich bewegt. Die⸗ 1 d ſer kann fuͤr benachbarte, beſſere Felder ſehr ſchaͤdlich werden, 4 ⸗ indem ihn der Wind dahin treibt. Ihn mit Holz beſaͤen Eent ven und auf dieſe Art befeſtigen, iſt das einzige Mittel, von ſol— a fi⸗ chem Boden einigen Nutzen zu ziehen, oder ihn doch wenig— und vnd ſtens fuͤr andere Felder unſchaͤdlich zu machen. dum dnm Obgleich die mehreſten Bodenarten unſers Ackerlandes arind zu einer oder der andern der angegebenen Klaſſen gehoͤren, ſo fir nen muß ich doch noch des Moorbodens beſonders gedenken, rotin der nicht fuͤglich unter obige Bodenarten gebracht werden und,n kann. dem and Moorboden, Torf⸗ oder Bruchboden findet ſich haͤufig an niitx ui niedrigen Stellen, in der Naͤhe von Elsbuͤſchen ꝛic. Seine lach Farbe iſt ſchwarz oder rothbraun. Im trockenen Zuſtande iſt de imare er ganz ſtaubicht oder pulvericht. ſ ün l Dieſe Bodenart iſt von verfaultem Holze, von verſchiede— dn Gen nen Waſſergewaͤchſen und deren Wurzeln entſtanden. Sie ſ ume ſteht oft mehrere Fuß tief. Man findet in ihr gewoͤhnlich un— meht ſ zergangene Holzwurzeln oder Faſern, vorzuͤglich dann, wenn rrbenti ſie noch zu Zeiten unter Waſſer ſteht. b Nach der Erklaͤrung, die ich von der Modererde gegeben habe, koͤnnte man zwar den Moorboden ſo nennen. Dieſer R unterſcheidet ſich aber durch eine nachtheilige Eigenſchaft, die Aruute er theils dadurch erhalten hat, daß er groͤßtentheils unter tn ſo Waſſer ſtand, theils aber auch von den Pflanzen ſelbſt, aus dn ein denen er entſtanden iſt. Vermoͤge dieſer nachtheiligen Eigen— Wi ſchaft, die ich eine Saͤure nennen will, wachſen die Pflanzen Mekmc 5 nicht ſo lebhaft auf ihm, als man dem Ueberfluß der Moder⸗ ud 6, 4 — wie⸗ dͤrfte, de tra⸗ eddebau liegen ghetreten d, den Die⸗ verden, beſaͤen don ſol⸗ wenig⸗ rlandes dren, ſo denken, werden ufig an Seine nde iſt ſchiede⸗ . Sie glich un⸗ wenn gegeben Dieſer aft, die s unter t, aus Ligen⸗ Pflanzen Noder⸗ ‿ — erde nach erwarten ſollte. Kann man jedoch dem Waſſer ge⸗ hoͤrig Abfluß verſchaffen, ohne den Boden zu trocken zu machen und befaͤhrt ſolchen Boden mit kalkigten Erden oder Kalk, auch andern aͤhnlichen Verbeſſerungsmitteln, ſo wird jene Saͤure abnehmen, und ſeine Fruchtbarkeit iſt uner⸗ ſchoͤpflich. Fuͤr Winterfruͤchte wird der Moorboden ohne Auffahren von Sand ſich aber deswegen nicht ſchicken, weil der Froſt die Getreidewurzeln zu leicht aushebt. Mit geringeren Koſten als das Auffahren einer andern Erdart verurſacht, wird der Moorboden dadurch verbeſſert, daß man die Oberflaͤche auf einige Zoll hoch abſchaͤlt, trocknet und brennt. Durch dieſes Brennen entweicht die dem Wachs⸗ thum hinderliche Saͤure und die von dem verbrennten Raſen entſtandene Aſche duͤngt ſolches Land fuͤr mehrere Jahre. Fuͤr Unerfahrene muß ich erinnern, daß dieſes Brennen bei trockener Witterung die Vorſicht erfordert, daß man dasjenige Land, welches gebrennt werden ſoll, durch einen Graben von dem anderen ſondert, weil man Beiſpiele hat, daß das Feuer weiter um ſich gegriffen hat, als man beabſichtigte. Noch unterſchieden von dieſem Moorboden iſt der Torf, der zwar auch beinahe auf die Weiſe entſteht, wie jener; er iſt aber bei weitem noch nicht ſo zergangen, oder die Theile der Gewaͤchſe, aus welchen er entſtanden iſt, ſind noch nicht ſo verweſet, wie im Moorboden. Der Torf iſt daher eine mehr ſchwammige Maſſe, die man in holzarmen Gegenden ordentlich ausſticht, trocknet und zum Brennen verwendet. Nach der Beſchreibung der vorzuͤglichſten Bodenarten brauche ich wohl kaum zu erinnern, daß man dieſe ſelbſt ſel— ten ſo findet, daß alles das genau darauf paßt, was ich von den einzelnen Klaſſen geſagt habe. Will ich den Lehmboden beſchreiben, ſo muß ich ſolche Merkmale angeben, daß man im Stande iſt, ihn vom Thon⸗ und Sandboden zu unterſcheiden. Im Felde ſelbſt aber fin⸗ 5 ———— —y—yü— — — ͦ ——= — det man dieſe Unterſchiede nicht ſo auffallend, ſondern der Uebergang von einer Bodenart zur andern iſt ſo allmaͤhlig, daß man nicht eine Linie annehmen kann, von der ſich ſagen laͤßt: hier hoͤrt der Thonboden auf und nun faͤngt der Lehm⸗ boden an. Die verſchiedenen Erdarten ſind auf einem kleinen Flecke oft ſo wunderbar durcheinander gemiſcht, daß man daruͤber erſtaunen muß. Aufmerkſame Landleute, die bei ihren Geſchaͤften auf alles achten, werden aber gewiß ſchon bei der Bearbeitung des Landes ſo viele Bemerkungen uͤber dieſe Sache gemacht haben, daß ſie mich durch Huͤlfe derſelben im vorhergehenden verſtanden haben. Ich will ihnen nun noch eine kurze An⸗ leltung geben, wie man auf verſchiedene Weiſe beurtheilen kann, zu welcher Art von Boden ein Acker gehoͤrt. Die aͤußern Merkmale, wenn ein Boden ſich ſchwer pfluͤgt, wenn er nach der Naͤſſe Riſſe bekommt und derglei⸗ chen mehr, erwaͤhne ich nicht weiter, weil nach ſolchen ſchon jeder Pflugjunge zu urtheilen verſteht. Will man aber genau ausmitteln, wie viel Sand oder Thon ein Boden enthoͤlt, ſo wiegt man ſich eine beſtimmte Menge, z. B. 1 Pf. uͤber Feuer getrockneter Erde ab, die man aus der vom Pfluge bearbeiteten Oberflaͤche gleichmaͤßig nimmt. Dieſe Erde ruͤhrt man ganz klein und thut ſie in eine tiefe Schuͤſſel. Hier gießt man ſo viel reines Waſſer auf, daß ſolches etwa 2 Zoll uͤber der Erde ſteht und ruͤhret nun die Erde mit dem Waſſer tuͤchtig durcheinander. Darauf gießt man behutſam das getruͤbte Waſſer ab, ohne von der zu Grund fallenden Maſſe etwas abfließen zu laſſen. Dies Auf— gießen, Umruͤhren und Abgießen mit gleicher Behutſamkeit wiederholt man ſo lange, bis das Waſſer hell und klar ab— äuft. Dies iſt ein Zeichen, daß aller Thon ausgewaſchen iſt und daß lediglich der Sand zuruͤck geblieben iſt. Den Ruuͤck— ſtand trocknet man gehoͤrig und wiegt ihn zuruͤck, ſo erfaͤhrt man mit ziemlicher Genauigkeit, wie viel Sand und wie viel Thon in einer Erde iſt. Die Modererde, die in einem Boden enthalten iſt, fließt ———— v Aer 46 T. beim. zulett. bald Renau hheile fahren verden 9 getrockn klinen tt. Zeichen Unerf kiin Ka indem mach,, liwige ſaͤr ni 8 aus, dearbei ——————————— 9 dern der mit dem Thon ab. Man ſioht ſie im Waſſer beim Abſchlemmen Umählig, des Thons. Die unzergangenen Theile dieſer Erdart bleiben ich ſagen beim Abſchlemmen als ſchwarze Flocken auf dem Sande bis er Lhm⸗ zuletzt. Der Kalk iſt bald innig mit dem Thon verbunden, n kleinen bald bleibt aber auch etwas davon im Sande zuruͤck. Die daß man genaue Abſcheidung und Beſtimmung dieſer beiden Beſtand⸗ theile eines Bodens erfordert ſchon ein mehr kuͤnſtliches Ver— ften auf fahren, welches nur ſelten von dem Landmanne angewendet arbeitung werden kann. gemacht Ob ein Boden Kakk enthalte, erfaͤhrt man, wenn man gehenden getrocknete Ackererde von feſter, thoniger Beſchaffenheit in urze An⸗ kleinen Stuͤckchen in ein mit Waſſer gefuͤlltes Glas fallen eurtheilen laͤßt. Zerfallen dieſe Stuͤckchen bald, ſo iſt es ein ſicheres Zeichen, daß Kalk darin enthalten iſt. Bleiben ſie aber lange h ſchwer unzerfallen im Waſſer liegen, ſo iſt nur ſehr wenig oder gar derglei⸗ kein Kalk darin vorhanden. zen ſchon Der Kalk iſt in der Regel ſehr wichtig in dem Acker⸗ boden. Spaͤterhin, wenn ich auf den Mergel kommen wer⸗ hand oder de, will ich mich weitlaͤuftiger uͤber ſeine Wirkung erklaͤren. heſtimmte Im Sandboden kann der Kalk zuweilen ſchaͤdlich wirken, ab, die indem er bei trockener Witterung ſolchen Boden noch trockener ichmaͤßig macht, als er ſeiner Natur nach ſchon zu ſeyn pflegt. Im ut ſie in lehmigen oder thonigen Boden iſt hingegen der Kalk immer ſſer auf ſehr wuͤnſchenswerth. hret nun Ein kalkiger Thonboden zeichnet ſich dadurch vortheilhaft auf gießt aus, daß er an der Luft leicht zerfaͤllt und ſich daher leichter der zu bearbeitet. ies Auf⸗ Ein gutes Mittel auf die Beſtandtheile eines Ackerbodens tlamkeit zu ſchließen, iſt, wenn man auf die Kraͤuter und Pflanzen klar ab⸗ achtet, die wild auf einem ſolchen wachſen. Bocksbart und gſcen i grauen Klee(Maͤuſeklee) findet man nur auf ſandigem Bo⸗ en Nuͤck⸗ den; Hederich iſt am haͤufigſten auf lehmigem Sandboden, erführ und die eigentliche Ackerdiſtel findet ſich nur auf gutem Lehm⸗ wie vie⸗ boden. Die wilde Brombeere, eine Art gelber Klee(Medi- ocago lupulina), Winde oder Paͤdewinde und andere mehr, fig verrathen einen kalkigten Boden. 7 —— — — ——— — —— 10 So wichtig die Beſtandtheile eines Bodens fuͤr ſeine Fruchtbarkeit ſind, ſo ſind doch noch viele andere Umſtaͤnde, die ein Landmann beachten muß, wenn er den Werth eines Bodens richtig beſtimmen und ihn gehoͤrig behandeln will. Der Untergrund oder diejenige Erdart, die zunaͤchſt unter der beackerten Oberflaͤche ſteht, gehoͤrt vor allen hieher. Je tiefer ein Boden, der nach ſeinen Beſtandtheilen dem Ackersmann erwuͤnſcht iſt, ſteht, deſto beſſer iſt er. Kann der Pflug wenigſtens bei ſeiner tiefſten Stellung nie eine ſchlech— tere Erdart herauf bringen, ſo wird ein ſolcher Boden viel fruchtbarer ſeyn, als wenn unter einer flachen Thon-oder Lehm-Schicht ſich ſehr bald Kies oder Sand befindet. In trockenen Jchren findet man auf ſolchem flachen Boden haͤu— ſig ſogenannte Schrind- oder Schein-Stellen, auf welchen bei anhaltend heißer Witterung die Gewaͤchſe verdor— ren. Hat aber eine ſandige Oberflaͤche einen thonigen oder lehmigen Untergrund, ſo iſt ſie gewiß fruchtbarer, als wenn der Sand ſich auf eine große Tiefe erſtreckte. Die Lage der Oberflaͤche, ob ſie eben oder huͤgelicht iſt; ob die Hägel ſteil ſind oder ſich nur ſanft, allmaͤhlig er— heben— hat ebenfalls auf die mehrere oder geringere Frucht⸗ barkeit eines Bodens großen Einfluß. Eine ebene Lage des Ackerlandes hat immer viele Vorzuͤ⸗ ge vor der huͤgelichten. Ebene Felder beackern ſich leichter, als die huͤgelichten, von denen ohnedies der Miſt und die fruchtbare Erde nach jedem Regen in die Tiefen fließt. Bei einer groͤßern Erhoͤhung der Felder, oder bei einer bergigten Lage, kommt noch wieder viel darauf an, nach welcher Him⸗ melsgegend der Abhang iſt. Die Morgen⸗ und Mittagsſeiten eines Berges ſind fruchtbarer als die Mitternachtsſeite, weil letztere von den wohlthaͤtigen Sonnenſtrahlen weniger erwaͤrmt wird. Die Beſtandtheile eines Bodens ſelbſt, dann der Unter⸗ grund und eine ebene oder huͤgelichte Lage, haben zuſam⸗ men großen Einfluß auf ſeine groͤßere oder geringere Feuchtig— keit. Dieſe ableiten zu koͤnnen, wenn ſie zuviel wird, ſie ünr 50 ſulken, der Lü lgkeit dcch. 68 de Dies tin bo ct gemein 1 auczuhal Nai rein bod ſ Tan wird mi entfernt n dedaudan guten 2 ben gin fahren d ſtwer z ſär her⸗ durh fle krut, tihen ij vermiade 11 ſeine aber bei trockener Witterung auch moͤglichſt im Boden zu er— uͤnde, halten, iſt wohl das Beſtreben eines jeden Landwirths. Daß An der Thonboden uͤberhaupt, wie aller feſte Boden, die Feuch— d.. tigkeit mehr an ſich haͤlt, iſt zwar bekannt, aber es giebt naͤchſt doch auch Faͤlle, wo Ackerflaͤchen viel feuchter ſind, als man bieher es den Beſtandtheilen ihres Bodens nach erwarten ſollte. m di Dies iſt gewoͤhnlich der Fall, wenn ſie nicht viel hoͤher als nn der ein vorbeifließendes oder ſtehendes großes Waſſer liegen. ſchlech Ebenes Sandland kann durch einen ſolchen Umſtand un— n viel gemein gewinnen, weil es dadurch eine weit groͤßere Duͤrre oder auszuhalten im Stande iſt. . In Noch wird der Boden beſſer oder ſchlechter, je mehr er n haͤu⸗ rein von großen oder kleinen Steinen, oder damit angefuͤllt , auf iſt. verdor⸗ Wo ſchon lange ein fleißiger Ackerbau eingefuͤhrt war, n oder wird man dieſe Hinderniſſe in der Beſtellung ſchon laͤngſt wenn entfernt haben. Sie finden ſich dagegen in vielen weniger bebauten Gegenden noch haͤufig. Sie koͤnnen einen ſonſt agelicht guten Boden ſehr verſchlechtern, weil bei der Bearbeitung deſſel⸗ glig er⸗ ben viele Werkzeuge verdorben werden, und weil das Weg— Frucht⸗ fahren derſelben viele Arbeit macht. Eben ſo koͤnnen gewiſſe, ſchwer zu vertilgende Unkraͤuter den Werth des Ackerlandes Vorzuͤ⸗ ſehr herabſetzen. Quecken und Wurzelunkraut kann man leichter, durch fleißige Bearbeitung bald zerſtoͤren, aber Saamenun⸗ und die kraut, welches vielleicht in zehn Jahren nicht genug zu ver— t. Bei tilgen iſt, wie Hederich, Wildhafer und die Wucherblume, rigtm vermindert den Ertrag eines Ackers auf viele Jahre hinaus. r Him⸗ gzſeiten te, weil— erwaͤrmt r Unter⸗ uſam⸗ Feuchtig⸗ wird, ſe ——— Zweites Kapikel. Von der Ableitung des Waſſers. Unter den mancherlei Naturkraͤften, die zuſammen erſordert werden, wenn etwas wachſen ſoll, iſt gewiß die Feuchtigkeit oder das Waſſer eine der wichtigſten. Fehlt es den Gewaͤch⸗ ſen gaͤnzlich an aller Feuchtigkeit, ſo verdorren ſie. Aber ſo wie ein verſtaͤndiger Hausvater gern in allen Dingen die Mittelſtraße haͤlt, ſo hat auch der große Haus⸗ halter in der Natur alles ſo eingerichtet, daß von allen Din⸗ gen nur ein gewiſſes Maaß oder Verhaͤltniß wohlthaͤtig wirkt. Uebermaaß wird auch in der Natur bei den unentbehrlichſten und wohlthaͤtigſten Erſcheinungen ſchaͤdlich. So auch uͤber— fluͤßige Feuchtigkeit im Acker. Das Waſſer iſt wunderbar auf der Erde vertheilt. Sichtbar wird es uns in Fluͤſſen, Seen und aͤhnlichen Stellen, aber taͤglich und ſtuͤndlich ſteigt es in Dunſtgeſtalt aus der Erde, den Gewaͤchſen und den meiſten Koͤrpern in die Luft, aus der es ſich in Geſtalt des“ Regens, des Schnees und Hagels wieder zur Erde herab laͤßt. Als ein hoͤchſt fluͤſſiger Koͤrper bewegt ſich das Waſſer immer nach den niedrigſten Stellen, und haͤuft ſich auf ihnen ſehr oft ſo an, daß ſie ganz untauglich zum Ackerbau werden wuͤrden, wenn des Menſchen thaͤtige Hand nicht Anſtalten zur Ableitung dieſes ſkauenden Waſſers machte. Da nun ſolche Stellen gewoͤhnlich die reichſten und frucht⸗ barſten zu ſeyn pflegen, wenn man das Waſſer immer zur rechten Zeit von ihnen entfernen kann; da ferner ohne Ab⸗ leitung des Waſſers weder Duͤngung, Beſtellung, noch eine andere Verbeſſerung helfen kann, ſo muß dieſe wichtige Ar— beit allen andern vorgehen. Zur Ableitung des Waſſers dienen die Graͤben. Man begehet haͤufig bei der Anlage derſelben den Fehler, daß man ſie aus Sparſamkeit des Landes zu ſchmal anlegt. Wenn es aber darauf ankommt, ein Stuͤck Land trocken zu legen, muß Guf Tfbrden einer anzule niſiri gehen aan unn genmoor Fale 0 errecch 6 ghbrih Paſſe muß dbi oder d Tife tjef wen Foß Bre richt au de ud dder H die N cer in, miſſen Spexfu tige d — 8) hech ein eht, ka Stalen Nte gbu ———— — es auf ein Paar Quadratruthen Land, die ein Graben mehr erfordert, nicht ankommen. . Bei allen Graͤben hat man darauf zu achten, daß ſie ge⸗ hoͤrig geraͤumt und noͤthigen Falls erweitert werden. Findet eſordert man aber fuͤr noͤthig, zur Ableitung des Waſſers von irgend chtigkeit einer Acker- oder Wieſenflaͤche einen großen, neuen Graben Gewäͤch⸗ anzulegen, ſo thut man wohl, vorher einen geſchickten Feld⸗ meſſer zu Rathe zu ziehen, der mit dem Nivelliren*) umzu— in allen gehen weiß, alſo das Gefaͤlle abzuwiegen verſteht. Bei klei— ꝛHaus⸗ nern und kuͤrzern Graͤben iſt dies nicht noͤthig; ein gutes Au⸗ en Din⸗ genmaaß wird lehren, wie ein Graben in jedem beſtimmten ig wirkt. Falle angelegt werden muß, um den vorgeſetzten Zweck zu hrlichſten erreichen. ich uͤber. Sehr wichtig iſt es, die Seitenwaͤnde eines Grabens underba gehoͤrig ſchraͤge zu machen, damit ſie von dem durchfließenden Fluſſen, Waſſer nicht ſo leicht einſtuͤrzen. Die Regel iſt: der Graben ich ſteigt muß oben doppelt ſo weit ſeyn, als er tief iſt, und die Sohle und den oder die untere Breite deſſelben muß noch zu der doppelten eſtalt des Tiefe hinzu gerechnet werden. Z. E. Soll ein Graben 2 Fuß e herub tief werden und die Sohle 1 Fuß breit, ſo muß er oben 5 Fuß Breite haben, wenn er ſtehen ſoll. In ſandigem Boden Waſſer reicht auch dies noch nicht. ff ihnen Die Waſſerfurchen, die man auf beſtellten Aeckern anlegt werden und in die Feldgraͤben leitet, muß man nie von Abhaͤngen alten zur oder Huͤgeln gerade herunter fuͤhren, ſondern ſchraͤge gegen die Richtung des Abhanges, ſonſt reißt das Waſſer leicht Lö⸗ fruche cher in dem lockern und beſtellten Acker. Dieſe Waſſerfurchen mer zur muͤſſen aber vorzuͤglich in ebenen, niedrigen Gegenden mit hue Ab⸗ Sorgfalt angelegt werden, und an kleinen Anhoͤhen die gehoͤ⸗ noch eine rige Tiefe erhalten, weil ſie ſonſt voͤllig nutzlos ſind. Unacht⸗ htige Ar⸗ *) Das Nivelliren iſt diejenige Kunſt, durch die man erfährt, wie n. Man hoch ein Theil des Feldes über dem andern liegt. Wer dieſe Kunſt ver⸗ daß man ſteht, kann genau berechnen, wie tief ein Graben an den verſchiedeuen Wena 6 Stellen gemacht werden müſſe, um das Waſſer von elnem beſtimmten Orte abzuleiten gen, nuß 14 ſame Knechte, denen man die Verfertigung auftraͤgt, ſind oft ſo unverſtaͤndig, den Auswurf aus dieſen Furchen nicht or— in L dentlich zu vertheilen, ſondern machen wohl gar am Rande der Furche einen kleinen Damm, der das Waſſer aufhaͤlt. dem Dieſen Fehler muß man zu vermeiden ſuchen. ten. Sind viele ſolcher Waſſerfurchen zu ziehen, ſo kann anzu man ſich die Arbeit ſehr leicht machen, wenn man nach voͤl— ſand liger Beſtellung des Feldes dieſe Furchen zuerſt mit einem muß tief geſtellten Pfluge zieht. Darauf geht ein Menſch mit i einer Schaufel und Harke hinterher, wirft die Erde vollends altzit aus, und vertheilt ſie mit der Harke. Daß dieſe Arbeit ge⸗ den o ſchehen muß, ehe der Saamen keimt, brauche ich wohl nicht zu erinnern. und Bei ſogenannten waſſergallichten, waſſerſuͤchtigen Feldern De und Wieſen ſind die gewoͤhnlichen Waſſerfurchen aber nicht men n zureichend, oder ſie erfordern doch ſo viele Arbeit, die nach D jeder Beſtellung von neuem noͤthig iſt, daß es wohl der Muͤ⸗ wacht he lohnt, das ſchaͤdliche Grundwaſſer auf eine andere Art zu Das entfernen. Die Art der Ableitung, die ich hier beſchreiben giſche will, koſtet zwar bei der erften Anlage etwas mehr, dafuͤr Jene- ſichert ſie aber auch zehn, funfzehn bis zwanzig Jahre vor d ihr aller ſtauenden Naͤſſe, und hat das Gute, daß ſie den Acker— Jull be fruͤchten keinen Platz wegnimmt. Alles dies erreicht man durch womit verdeckte Abzuͤge oder Graͤben. Da ſie nur an wenigen dn Orten bekannt ſind, ſo werde ich ihre Anlage hier beſchreiben. wacher Große, offene Kanaͤle oder Graͤben, die das Waſſer angege aufnehmen, ſind auch hier noͤthig. Sie muͤſſen aber vorzuͤg— aeſer lich gutes Gefaͤlle haben, wenn eine ſolche Anlage von Nut— b V aushole zen ſeyn ſoll. Es iſt alſo noͤthig, daß man vorher den Zu⸗ ft, ſtand der großen Ableitungsgraͤben wohl unterſuche, und den Grahe Abfluß des Waſſers darin auf alle Art befoͤrdere. 9 Hat man demnach in der Naͤhe ſeiner an Naͤſſe leidenden Grübe Grundſtuͤcke ſolche Abzugsgraͤben(wo ſie nicht ſind, muͤſſen trn T ſie natuͤrlich erſt angelegt werden), dann macht man durch ſäbt das ganze Ackerſtuͤck in einer Entfernung von drei oder vier almmͤhr ind oft nicht or⸗ n Rande aufhaͤlt ſo kann nach vol⸗ ndit einem nſch mit vollends lrbeit ge⸗ dohl nicht n Feldern ber nicht die nach der Mͤ⸗ re Art zu deſchreiben r, dafuͤr zahre vor en Acker⸗ nan durch mwenigen eſchreiben. ss Waſſer er vorzuͤg⸗ von Nut, rden Zu⸗ „und den jleidenden d, muͤſſen man durch oder vit Ruthen flache Graͤben, die ſich ſaͤmmtlich in den tiefern, offe— nen Graͤben endigen. Die Richtung dieſer kleinen Graͤben muß ſich theils nach dem Hauptgraben, theils nach dem Abhange des Feldes rich— ten. Die Tiefe dieſer zu verdeckenden Graͤben iſt verſchieden anzulegen. Iſt im Untergrunde Thon und oben eine loſere, ſandige Erdſchicht, ſo geht man gern bis auf den Thon, doch muß man immer den Waſſerſtand in den Hauptgraͤben dabei vor Augen haben. Die Sohle dieſer kleinen Graͤben muß allezeit etwas hoͤher ſeyn, als der gewoͤhnliche Waſſerſtand in den offenen Graͤben. Unter einen Fuß Tiefe kann man ſie nicht wohl anlegen, und zwei Fuß Tiefe wird ſelten noͤthig oder zulaͤßig ſeyn. Die gewoͤhnlichſte Tiefe wird alſo wohl auf 18 Zoll angenom⸗ men werden koͤnnen. Dieſen Graͤben giebt man nur wenig Gefaͤlle, und macht ſie nicht gern ſehr lang, damit ſie ſich nicht verſtopfen. Das Ausgraben ſolcher Graͤben, die verdeckt werden ſollen, geſchieht ganz anders, als wenn man offene Graͤben anlegt. Jene werden oben breit angelegt und laufen unten ſo ſpitz zu— daß ihre untere Breite nur 3 Zoll betraͤgt, wenn ſie oben 18 Zoll breit ſind. Es kommt jedoch auch hierbei darauf an, womit man ſie ausfuͤllen will. Will man rauhe Feldſteine dazu nehmen, ſo muß man ſie unten wohl etwas breiter machen. Fuͤllt man ſie aber mit gruͤnem Reiſig an, ſo iſt die angegebene Breite von 3 Zoll nicht nur hinreichend, ſondern beſſer. Darum iſt aber nothwendig, daß man ſich zum Her⸗ ausholen der untern Erde einen ganz eigenen Spaten machen laͤßt, der oben breit iſt und unten nur die noͤthige Breite des Grabens hat. Hat man nun das ganze Feld oder die Wieſe mit ſolchen Graͤben durchzogen, ſo ſorgt man dafuͤr, daß man den un⸗ tern Theil derſelben mit etwas ausfuͤllt, was in der Erde ſelbſt ſo viele Zwiſchenraͤume laͤßt, daß ſich das Waſſer darin allmaͤhlig abziehen kann. Man kann dazu Feldſteine nehmen, die man ſo einſeßt, daß das Waſſer noch durchziehen kann, —— 2 ———— — — — — — am beſten und bequemſten iſt es aber wohl, wenn man gruͤ⸗ nes Reißholz zum Ausfuͤllen nimmt, welches man gewoͤhnlich in der Naͤhe naſſer Felder ohne Beſchwerde erhalten kann. Mit dieſem Reißholz oder mit Steinen werden die Graͤ— ben ſo weit angefuͤllt, daß der Pflug daruͤber hingehen kann, ohne etwas zu beruͤhren. Dann deckt man die ausgeworfene Erde wieder daruͤber her. Zuerſt legt man den Raſen umge⸗ kehrt, damit die feine Erde nicht die Zwiſchenraͤume ausfaͤllt, und zuletzt bringt man die feine Erde oben auf. Auf dieſe Art kann man ein naſſes Feld auf ſehr viele Jahre trocken machen, und hat blos darauf zu achten, daß die verdeckten Abzugsgraͤben da offen gehalten werden, wo ſie ſich in den offenen Graͤben endigen. Gruͤnes Ellern-Reißholz dauert wohl zwanzig Jahre in einem feuchten Boden, weshalb es ſich am beſten zum Aus— fuͤllen ſolcher Graͤben ſchickt. Nur dann, wenn man das Waſſer auf ſeinem Ackerlan⸗ de ganz in ſeiner Gewalt hat; wenn man es zu der Zeit, wenn es uͤberhand nimmt, ſogleich entfernen kann, wird man den gehoͤrigen Vortheil von einer guten Duͤngung und Beſtel⸗ lung haben, daher iſt nichts ſo wichtig fuͤr den Landwirth, als die noͤthigen Anſtalten zur Entwaͤſſerung ſeiner Felder und Wieſen zu treffen. Drietes Kaditel⸗ Von der Verbeſſerung des Bodens durch Auffahren anderer Erdarten, und vom Mergeln oder Lehmen. * Im vorletzten Kapitel habe ich weitlaͤuftig davon geſprochen, daß die Urſachen der Fruchtbarkeit oder Unfruchtbarkeit eines Bodens groͤßtentheils in der Zuſammenſetzung und Mengung der Erdarten unter einander zu ſuchen ſind. Wir wiſſen alle, daß 24 u So un Ich machen, dbzudnde Ackebon zutes d 1 rigkeike Wee ſo) nur 23 Und die wan Hie Erdarten den, E. niſchen! niſcht ſic tur dami land ge pen, we wied Um dm Ack ad us NMae Fehler V verheſſe b Ueb ürt. triſtche hat 3c wieder It boden, dan zu dum V 1 n gruͤ⸗ hnlich ann. ie Geaͤ⸗ en kann, worſene n umge: ausfuͤllt ihr viele en, daß „wo ſie Jahre in um Aus⸗ Ackerlan⸗ der Zeit⸗ vird man Beſtel⸗ ndwirth, r Felder anderen geſprochn, tkeit eines Mengung viſſen all, is —— 2——— 17 daß Thon allein ſo wenig wie reiner, ausgewachſener Flußſand zum Ackerbau tauglich iſt. Koͤnnte man es daher möͤglich machen, dieſe mangelhafte Beſchaffenheit eines Bodens dadurch abzuaͤndern, daß man diejenige Erdart herbeyſchafte, die einem Ackerboden fehlt, ſo wuͤrde man jedes unfruchtbare Land in gutes verwandeln koͤnnen. Wer ſieht aber nicht auf den erſten Blick die Schwie⸗ rigkeiten ein, die dieſem Verfahren im Wege ſtehen?—— Wie lange muß man fahren, ehe men auf einen Morgen nur 2 Zoll hoch andere Erde auffaͤhrt? Und wie ſelten hat man die Erdarten ſo in der Naͤhe, die man gerade fuͤr einen gewiſſen Boden wuͤnſcht? Hierzu kommt noch der Umſtand, daß gerade die beiden Erdarten, die den Hauptbeſtandtheil des Ackerlandes ausma chen, Sand und Thon, ſich dann nicht gut mit einander ver, miſchen laſſen, wenn ſie jede fuͤr ſich ſind. Der Thon ver— miſcht ſich nie innig mit dem Sande, wenn er nicht von Na— tur damit gemengt war, und recht feiner Thon auf Sand⸗ land gefahren, bleibt ebenfalls in zuſammenhaͤngenden Klum— pen, wenn er auch noch ſo oft mit dem Sande gepfluͤgt wird. Um nun dieſe Vermiſchung leichter zu bewerkſtelligen und dem Ackerbauer die Verbeſſerung ſeiner Felder zu erleichtern, gab uns die Natur den Mergel, der in viel geringerer Menge aufgefahren zu werden braucht, um die natuͤrlichen Fehler des Bodens nach dem Willen des Landmannes zu verbeſſern. Ueber den Mergel ſind die Begriffe noch ſehr mangel⸗ haft. In vielen Gegenden kennt der Landmann dieſes vor— trefliche Mittel zur Verbeſſerung des Ackerbaus wohl, aber er hat ganz irrige Meinungen davon. In andern Gegenden wieder iſt die Sache noch ganz unbekannt. Ich habe fruͤher geſagt, daß der Kalk in jedem Acker— boden, der etwas thonig iſt, von großer Wichtigkeit ſey Den zu ſehr gebundenen Boden macht er muͤrber und alſo zum Wachsthum der Gewaͤchſe geſchickter. Doch außer dieſer I.(2 Eigenſchaft des Kalkes, den Boden aufzulockern, hat er auch noch die, daß er die Zergehung des Miſtes befoͤrdert, daß er uͤberhaupt die Modererde eines Bodens reizt, ihre Nah⸗ rungstheile an die auf demſelben gebauten Gewaͤchſe abzuge⸗ ben.. Nun ſeht, der Mergel iſt eigentlich weiter nichts, als eine Erdart, die ungewoͤhnlich viel Kalk in ſich enthaͤlt. Findet ſich auf der beackerten Oberflaͤche ein ſolcher Boden, ſo kann das Ue⸗ bermaaß des Kalkes ſo gut ſchaͤdlich werden, als jedes Ueber, maaß in der Natur. Man findet aber in unſern Gegenden ſolchen uͤbermaͤßig mit Kalk gemengten Boden aͤußerſt ſelten auf der Oberflaͤche. Deſto haͤufiger trift man aber die mit dem Kalke innig verbundene Erde, die man Mergel nennt, im Untergrunde an, ſo daß man ſie beinahe auf jeder Feldmark findet. Die Kennzeichen des Mergels ſind dieſe: 1) Er zerfaͤllt an der Luft. Wenn eine lehmige Erde durch laͤngeres Liegen an der Luft ohne Froſt in Pulver zerfaͤllt, ſo iſt dies ein ſicherer Beweis, daß ſie ſo viel Kalk enthaͤlt, um Mergel genannt zu werden. 2) Will man ſich noch ſicherer von der Anweſenheit des Kalkes uͤberzeugen, oder gar erforſchen, wie viele Theile Kalk in ſolchem Boden ſind, ſo uͤbergießt man ihn mit Saͤuren. Man kann dazu gewoͤhnlichen aber ganz ſcharfen Weineſſig nehmen. Uebergießt man Mergel in einem Glaſe mit dieſem Eſſig, ſo wird man mit Ziſchen ein Schaͤumen und Aufbrau⸗ ſen gewahr werden. Dies ruͤhrt daher, weil der Eſſig den Kalk aufloͤſet. Sicherer und beſſer iſt es indeß, zu einer genauen Probe ſich Salpeterſaͤure(Scheidewaſſer) oder Salzſaͤure in einer Apotheke zu kaufen. Will man genau wiſſen, wie viel Kalk im Boden iſt, ſo darf man nur die Erde, die man zu dieſer Probe nimmt, vorher trocknen und wiegen. Dann gießt man ſo lange Scheidewaſſer, in welches man etwas Waſſer gethan hat, zu, als man ein Aufbrauſen bemerkt, und nimmt an, daß alle Kak e thalten un dieſ aufen! trocken danz 9e man di und do dem A. der Cho Eo vitl drſelbe Jut ſf ſm Nan far ſand noch bes enthaͤt he in de Au Ten lch u 1 wenn m dect; einander V lliter V man Me di ein ſeh richtete in jeder oder Ka ſeine de at er auch rdert, daß ihre Nai⸗ ſe abzuge ts, als eine ndet ſich auf an das Ue⸗ edes Ueber, Gegenden gerſt ſelten er die mit Hnennt, im er Feldmark Erde durch zerfällt, ſ athaͤlt, um ſenheit des heile Kalk it Saͤuren Weineſſi mit dieſem d Aufbrau⸗ r Eſſig den uen Probe e in einer oden iſf obe nimmt, n ſo lange an hot, z0 7, Nß ale —Z—.—————nnnnn 19 Kalk dann ſich der Fluͤſſigkeit mitgetheilt hat und in derſelben enthalten iſt, wenn dies nicht mehr erfolgt. Die Flaͤſſigkeit von dieſem Mergel muß man nun behutſam durch ein Papier laufen laſſen, und dann alle zuruͤckbleibende Erde wieder gan; trocken machen. Es verſteht ſich von ſelbſt, daß man alles ganz genau von dem Papiere losmachen muß, durch welches man die auf den Mergel gegoſſene Fluͤſſigkeit ablaufen ließ, und daß man ſich uͤberhaupt ſehr vorſehen muß, nichts von dem Probemergel zu verſchuͤtten. Alle zuruͤckbleibende Erde, der Thon ſowohl, wie der Sand, wird dann wieder gewogen. So viel am Gewicht fehlt, iſt Kalk darin enthalten, indem derſelbe in fluͤſſiger Geſtalt mit dem verduͤnnten Scheidewaß ſer abgelaufen iſt. Wenn 3 Loth Lehmmergel z. B. durch dies Aufgießen mit verduͤnntem Scheidewaſſer 2 Loth am Gewicht verloren hat, ſo folgt daraus, daß der Kalk den vierten Theil in die⸗ ſem Mergel ausmacht. Ein ſolcher iſt ſchon ſehr gut, und fuͤr ſandigen Lehm- und lehmigen Sandboden iſt ein Mergel noch brauchbar, der in einem Pfunde nur 5— 6 Loth Kalk enthaͤlt. 3) Ein drittes Kennzeichen des Mergels geben folgende in die Augen fallende Umſtaͤnde: Wenn in einer lehmigen Erdſchicht, die gewoͤhnlich roͤth⸗ lich zu ſeyn pflegt, ſich weiße oder weißliche Adern finden; wenn man im Lehm viele ſichtbare, einzelne Kalkſtuͤckchen ent⸗ deckt; oder wenn man findet, daß eine vorher ganz feſt an einander haͤngende Lehmſchicht ſich leichter loͤſet, gleichſam los⸗ blaͤttert, ſo hat man wenigſtens die Vermuthung fuͤr ſich, daß man Mergel gefunden habe. Dieſe Kennzeichen ſind die ſicherſten. Die Farbe iſt nur ein ſehr truͤgliches Kennzeichen des Mergels. Sehr lange richtete man ſich blos darnach, und man nannte nur immer in jeder Gegend vorzugsweiſe den weißen Lehm Mergel oder Kalk, und glaubte auch, daß die Guͤte des Mergels mit ſeiner dem Kalke aͤhnlichen Farbe ſteige. Man vergaß aber —— 1 ———— —— daß vieler Toͤpferthon auch weißgrau ausſieht, und gar keinen Kalk enthaͤlt. Der Mergel kommt in allen Farben vor: weiß, grau, blau, gelb, braun ꝛc. In Niederungen findet man zuweilen ſogenannten Erd— kalk, der allerdings weiß ausſieht und oft ſo kalkhaltig iſt, daß er, gleich den Kalkſteinen, gebrannt und zum Bauen, oder auch zur Duͤngung, aber erſt nach dem Brennen, ange— wendet werden kann. Aber nicht blos in der Farbe und im Kalkgehalt iſt der Mergel ſehr verſchieden, ſondern auch in der Feſtigkeit und Lockerheit. Je nachdem den Haupttheil Sand oder Thon ausmacht, iſt er lockerer oder feſter. Manchen Mergel muß man beinahe Steinen gleich mit Hacken losbrechen, manchen kann man ganz gemaͤchlich mit dem Spaten losgraben. Wie entdeckt man den Mergel? Wenn Graͤben gemacht werden, oder man graͤbt zu einem andern Behuf Gruben, ſo gebe man wohl auf die Erdſchichten acht, die man auswirft. Man wird durch Aufmerkſamkeit auf die ausgeworfene Erde Fingerzeige erhalten, ob auf einer Feldmark mergelichte Erde anzutreffen ſeyn moͤchte oder nicht. Oft findet ſich der Mergel da, wo Leute, die keine Kenntniß von der Sache haben, es am wenigſten vermuthen. In ſandigen, aber unebenen, huͤgelichten Gegenden findet man den Mergel haͤufig unter rothen Lehmhuͤgeln. Gewoͤhn— lich zeigt ſich auf ihnen die wilde Brombeere in Menge; auch andere Gewaͤchſe, Winde oder Paͤdewinde, Merk oder faule Grete, gelbe Luzerne und andere mehr, wachſen auf ſolchen Stellen ſehr haͤufig, und laſſen ihre Wurzeln bis zu dem Mergel hinunter gehen. In ebenen, flachen Gegenden findet man ihn gewoͤhnlich mehr an den niedrigern Stellen. Kann man einen Erdbohrer erhalten, ſo thut man wohl, wenn man ſich das leichte Verfahren mit dieſem Inſtrumente zeigen laͤßt. Hat man aber keine Gelegenheit dazu, ſo muß man ſich die Muͤhe nicht verdrießen laſſen, mit dem Spaten an ſolchen Stellen Gruben zu machen, wo man den Mergel temhe ſmn deß gu ſinder legt, de ſo hot n kaitfein gälniſen flll urr zewendet M dern gon hei gale hlſ mant Jahren higen un V ten r 9 Proüſeei wet und ſenihen/ unterlaſſ gar keinen ſeiß, gral anten Erd⸗ akkhaltig iſt um Bauen, nnen, ange halt iſt det gkeit und oder Thon Nergel muß n, manchen aben. ben gemach Gruben, ſc n auswirft vorfene Erde gelichte Erd der Mergel ben, es am enden findet „Gewoͤhr⸗ Menge; auch k oder faule auf ſolchen bis zu dem enden findet ellen. t man wohl nſteumente mnuß zu, ſo mul dem Epaten den Mache 2*⁷ vermuthet, oder wo man ihn doch gern haͤtte. Es kann wohl ſeyn, daß man zuweilen ſechs und mehrere Fuß tief erſt Mer⸗ gel findet. Je flacher er ſteht, je weniger Abraum auf ihm liegt, deſto wohlfeiler wird das Mergeln. Je tiefer man ihn ſuchen muß, deſto theurer. Iſt jemand ſo gluͤcklich, durch ſolche Nachforſchungen ei— nen brauchbaren Mergel auf ſeinen Grundſtuͤcken zu finden, ſo hat er ſich ein ſehr qutes Mittel verſchafft, die Fruchtbar⸗ keit ſeiner Felder zu vermehren. Nichts iſt in einigen Ver— haͤltniſſen im Stande, eine Wirthſchaft ſo ſchnell in Huͤll und Fuͤll zu verſetzen, als der Mergel, wenn er mit Klugheit an— gewendet wird. Man hat Beiſpiele, daß nicht nur einzelne Doͤrfer, ſon— dern ganze Gegenden dadurch zu Reichthum und Wohlhaben— heit gelangt ſind, wenn ſie anfingen, den Mergel zu brauchen. In Hollſtein, einem Lande, welches dem Koͤnige von Daͤne— mark gehoͤrt, fing man das Mergeln ungefaͤhr vor vierzig Jahren in der Preetzer Probſtei zuerſt an. Von dieſen flei— ßigen und klugen Bauern, die dieſe Gegend bewohnen, lern— ten es alle Landleute in jenem Lande in kurzer Zeit, und die Probſteier ſind dadurch ſo beruͤhmt geworden, daß man ſie weit und breit herholen laͤßt, um auch an andern Orten das Mergeln zu zeigen. In Hollſtein hat ſich ſeit der Zeit das Mergeln oder Lehmen, wie man es dort nennt, ſo verbreitet, daß man den— jenigen fuͤr einen ſehr ſchlechten Wirth halten wuͤrde, der es unterlaſſen wollte. Man glaube aber nicht, daß ſchlechterdings eine Anwei⸗ ſung an Ort und Stelle dazu noͤthig iſt, um dieſe Arbeit zu unternehmen. Ich werde fortfahren, das Verfahren dabei anzugeben, und glaube, daß jeder kluge, nachdenkende Land⸗ mann nach dieſem Unterrichte das Mergeln in einer Gegend anfangen kann, wo es noch nie verſucht wurde. Ich habe geſagt, daß der Mergel ſehr verſchieden iſt. Eines Theils erſchwert dies zwar das Aufſuchen und Auffin— den eines fuͤr einen gewiſſen Boden paſſenden Mergels. An⸗ f 4 1 9 p 1 . 1 9 1 1 4 8 4 4ℳ 1 1 1 84 lile 1 1 f 4 1 4 ¹ 4 4 i 1„— 1 K . 8 4 1 e 7ℳ 4*- 4 1 ¹ 1S 3 1 1 ul. ſ 1 8 1 6 2 3 p 4 4 toll 4 3 i . 4 9 BIRJ 4 8 Ea . 1 4 8 1 8 87 1 4 ſ 8 4 1 R 6 4 1 ₰ 3 4 . h & —ꝰ——— ———— — 22 dern Theils aber hat man es dadurch auch wieder in ſeiner Gewalt, fuͤr jede Bodenart den fuͤr ſie paſſenden Mergel aus⸗ zuwaͤhlen. Wir blieben dabei ſtehen, daß die Fruchtbarkeit eines Ackerlandes zum groͤßten Theile darauf beruht, wie die ver— ſchiedenen Erdarten, aus welchen es beſteht, zuſammen ge— mengt ſind. Von dieſem Geſichtspunkte muß man ausgehen, wenn man den fuͤr einen gewiſſen Boden paſſenden Mergel aufſuchen will. Thoniger oder ſtrenger und feſter Boden bedarf eines lockernden Mittels, welches ihn muͤrber macht. Fuͤr ſolchen iſt ein Sandmergel oder ein ſehr kalkhaltiger Mergel am beſten. Wollte man auf ſolchen Boden einen Mergel auffah⸗ ren, der zum groͤßten Theile aus Thon und Lehm beſtaͤnde, und nur einen geringen Kalkgehalt on ſich haͤtte, ſo wuͤrde der Nutzen ſehr unbedeutend ſeyn. Sandiger und loſer Boden hingegen bedarf mehr Feſtig— keit. Hier iſt mergelichter Lehm und Thonmergel an ſeiner Stelle. Er kann hier einen Zoll ſtark aufgefahren werden, und wird dann vorzuͤglich eine ſehr ſtarke Wirkung aͤußern, wenn der Boden recht viel Modererde enthaͤlt. Der kalkige Lehm laͤßt eine innige Vermiſchung und Verbindung mit dem Sande zu, weil er bis in die kleinſten Theile zerfaͤllt, ſtatt daß bloßer Lehm nur in ganzen Klumpen fuͤr ſich allein bleibt. Dieſe Regeln werden aufmerkſame Landleute als Finger⸗ zeige benutzen, wie ſie bei der Mergelung ſelbſt den Mergel am beſten zu vertheilen haben. Es wird ſich zwar ſelten der Mergel ganz genau paſſend finden und ſo, wie man ihn ge— rade fuͤr das Ackerſtuͤck wuͤnſcht, welches man eben mergeln will. Aber ſo aͤngſtlich braucht man auch gar nicht bei der Auswahl zu ſeyn. Man muß jedoch wiſſen, nach welchen Re⸗ geln man die Vertheilung zu beſorgen hat. Denn ſo gut wie ſelten eine Ackerbreite auf einer weiten Strecke ſich voͤllig gleich bleibt, ſo iſt auch der Mergel in ei— ner Grube nicht immer gleich. Wie leicht wird es alſo dem nufariſ mrjand guväͤhlen terfahrer zut von ſänenT Ein der vr veiß ve Fäbes, l ſat Man ſenden 7 ſabr. j Es giet dheil dh kalthulig chen wat auf Ean aufohrmn hem Mer in auf Vmnbede del don We auf dieſe Nan den Me har ſch einer Ar gelgrube und mar dei geſtt terung T Aahöhe der in ſeiner ergel aus⸗ rkeit einet ie die ver⸗ ammen R⸗ ausgehen, en Mergel darf eines Fuͤr ſolchen Mergel am rgel auffah⸗ n beſtaͤnde, ſo wuͤrde nehr Feſti⸗ el an ſeiner ren werden, ing aͤußern, ſhung und die kleinſin en Klumpen als Finger⸗ den Mergel ar ſelten der man ihn ge eben mergel rict bi w welcen Re⸗ Mergij in —y———— aufmerkſamen Arbeiter werden, fuͤr jede Bodenart des zu mergelnden Ackerſtuͤcks den am meiſten paſſenden Mergel aus⸗ zuwaͤhlen?—— Daß man nicht gedankenlos bei der Sache verfahren darf, iſt allerdings wahr. Aber welche Arbeit geht gut von ſtatten, oder wird nuͤtzlich angewendet, bei der man ſeinen Verſtand nicht braucht? Ein verſtaͤndiger Landmann wird'es in der Beurtheilung der verſchiedenen Mergelarten bald dahin bringen, daß er weiß, welchen Mergel er auf den mehr ſandigen Theil ſeines Feldes, und welchen er auf den mehr thonigen zu bringen hat. Man hilft ſich auch noch damit, wenn man einen unpaſ⸗ ſenden Mergel hat, daß man ihn ſtaͤrker oder ſchwaͤcher auf— faͤhrt, je nachdem Mergel und Boden ſich zu einander ſchicken⸗ Es giebt Mergel, der aus drei Theilen Kalk und nur einem Theile Thon und Sand beſteht; es giebt andern, der noch kalkhaltiger iſt. Auf ſtrengen Thonboden kann ich einen ſol— chen weit ſtaͤrker auffahren, als auf Sandboden. Wollte man auf Sandboden ſolchen kalkhaltigen Mergel einen Zoll hoch auffahren, ſo wuͤrde man das Land ganz verderben. Von ſol⸗ chem Mergel ſind auf Sandboden ſchon fuͤnf bis zehn Fuh— ren auf den Morgen hinreichend. Hingegen auf ſtrengen Thonboden kann ein ſolcher Mergel mit dem groͤßten Vor⸗ theil doppelt ſo ſtark aufgefahren werden. Wenn man eine Mergelgrabe anlegen will, verfaͤhrt man auf dieſe Weiſe: Man waͤhlt auf demjenigen Theil ſeines Feldes, wo man den Mergel durch vorherige Unterſuchungen ſchon entdeckt hat, ſich die erhabenſte Stelle aus. Wenn der Mergel unter einer Anhoͤhe eben ſo gut iſt, hat eine ſolche Stelle zur Mer⸗ gelgrube deswegen den Vorzug, weil ſie ſich leichter ebnet, und man nicht in Gefahr kommt, durch Waſſer in der Ar⸗ beit geſtoͤrt zu werden. Sollte ſich aber auch bei naſſer Wit⸗ terung Waſſer darin anhaͤufen, ſo kann man es von einer Anhdhe leichter entfernen, als von einer Niederung. Den Abraum oder die Erde, welche uͤber dem Mergel —— 24 — liegt, muß man zuerſt wegfahren. Hat man auf dem Stuͤcke, wo man mergeln will, niedrige Stellen, wo das Waſſer die Winterung gewoͤhnlich verdirbt, ſo erhoͤhet man dieſe durch die Abraumerde, und in dieſem Falle bezahlen ſich die Koſten des Abraͤumens recht gut. Uebrigens muß man ſich die Ar⸗ beit des Abraͤumens dadurch zu erleichtern ſuchen, daß man dann, wenn an einer Stelle der Mergel bis auf den Grund herausgebracht iſt, die Raͤumerde dahin wirft. Man erſpart dadurch nicht nur die Arbeit des Wegfahrens, ſondern ebnet ſich auch zugleich das Land. Ich habe wohl zuweilen geſehen, daß man den Mergel aus der Grube an den Rand derſelben geworfen hat, und alſo gar nicht mit dem Wagen in die Grube fuhr. Wenn der Mergel nicht ſehr kalkhaltig iſt, und wenn nicht ein gro— ßes Andringen des Waſſers dieſes Auswerfen des Mergels nothwendig macht, ſo muß man auf dieſe Art die Arbeit nicht anfangen. Der mergelichte Lehm, den man weit haͤufiger wie den eigentlichen Kalkmergel antrift, muß viel zu ſtark aufgefahren werden, wenn er wirken ſoll, als daß es moͤglich waͤre, durch bloßes Auswerfen aus Gruben die noͤthige Menge davon zu gewinnen. Man muß zur Erſparung der Arbeit die Grube ſo anlegen, daß man mit Wagen, oder was noch beſſer geht, mit einſpaͤnnigen Sturzkarren hinein fahren kann. Je be— quemer man ſich die Grube zum Aus⸗ und Einfahren an⸗ legt, deſto ſchneller wird die Arbeit gehen. Auf zwanzig Fu— der Raͤumerde, die man mehr oder weniger ausfahren muß, kommt es dabei nicht an, wenn man eine betraͤchtliche Grube machen will. Wie groß eine Mergelgrube angelegt werden möuͤſſe, laͤßt ſich im Allgemeinen nicht gut beſtimmen. Es haͤngt dies davon ab, ob der Mergel tief oder flach liegt, ob er in bedeutenden Lagen vier bis fuͤnf Fuß ſtark ſteht, oder nur in Schichten zwei Fuß ſtark. Ferner: ob das zu bemergelnde Stuͤck groß oder klein iſt. Als Regel kann man annehmen, daß die Koſten geringer kommen werden, wenn man eine Gnbe kan. bede man d E angebe nithit ſolh u ſer gan nd ſſe beingen 4— Auſbei de La gen! Nanhe, dal u den, ſo ſpanni Nan den ,o, den Me A nm b bragn Mri furt a Ndurch A Then lig nu Sand Jheile ich fuͤ genden hum 8——ſſ— 25 n Stüͤtt, Grube ſo anlegt, daß recht viel daraus bemergelt werden Daſe d kann. Denn das Abraͤumen iſt bei kleinen Gruben faſt eben ieſe durh ſo bedeutend, als bei großen. Eine abgeraͤumte Grube muß die Kuſi man alſo ſo viel als moglich zu nuͤtzen ſuchen. ch die Ar⸗ Es wird nun noch nothig, daß ich daruͤber einige Regeln daß nm angebe, wie ſtark man den Mergel auffahren muß. Von der en Grund noͤthigen Aufmerkſamkeit auf das Land, was gemergelt werden an erſpart ſoll, und auf den Mergel, den man auffaͤhrt, habe ich bei die⸗ ern ebnet ſer ganzen Anweiſung zum Mergeln wiederholt geſprochen, und ſie allein muß dieſes Geſchaͤft zum guten Gelingen n Mergel bringen. hat, und Auch bei der Beſtimmung einer ſchwaͤchern oder ſtaͤrkern r. Wenn Aufbringung des Mergels, kommt wieder die Beſchaffenheit t ein gro⸗ des Landes wie des Mergels in Betrachtung. Habe ich ſan⸗ Mergelt digen Lehmboden oder lehmigen Sandboden, und finde einen die Arbei Mergel, der nur zum fuͤnften oder ſechſten Theile Kalk ent— haͤlt, und uͤbrigens Thon und Sand zu ziemlich gleichen Thei— er wie den len, ſo kann ich dreiſt auf den Morgen 6o bis 70 kleine zwei— zufgefahren ſpaͤnnige Fuder auffahren. Nimmt der Kalkgehalt in einem are, durch Mergel zu, ſo daß vielleicht der vierte Theil Kalk iſt, ſo wer— davon zu den 40, und bei einem Drittheil Kalk, ſchon 30 Fuder auf die Grube den Morgen reichen. iſſer geh Beſtaͤnde ein Mergel gar zur Haͤlfte aus Kalk, ſo muͤßte .Je be man bei ſandigem Boden ihn nur in geringer Menge auf— fahren an⸗ bringen; bei ſtrengem Thonboden hingegen koͤnnte man einen danzig Fr⸗ Mergel, der uͤber die Haͤlfte aus Kalk beſteht, ſchon ziemlich hren muß⸗ ſtark auffahren, und man wuͤrde dieſen widerſpenſtigen Boden de Grube dadurch viel muͤrber machen. Auf Thonboden wuͤrde ein Mergel, der im Uebermaaße en müſſ, Thon enthaͤlt, Kalk und Sand aber nur wenig, vielleicht voͤl⸗ Es hing lig nutzlos ſeyn; dahingegen ein ſolcher ganz vorzuͤglich fuͤr d6 rin Sandboden paßt. Ein ſandiger Mergel, der zum groͤßten er tur im Theile aus Sand und Kalk beſteht, wuͤrde ganz unuͤbertreff⸗ mrgelnd lich fuͤr Thonboden ſeyn, wuͤrde ihn lockern, die in ihm lie— annehinn genden Duͤngertheile reizen und ein viel lebhafteres Wachs⸗ unn ein thum aller Fruͤchte hervor bringen. Im Sandboden wuͤrde .——õu 8. ———— 5 —— ein ſolcher, in großer Menge aufgebracht, den Boden noch trockener machen, als er ohnedies ſchon iſt, und hat man kei⸗ nen andern, ſo muß man ihn auf ſandigen Boden nur in ſehr geringer Menge auffahren; es koͤnnen in vielen Faͤllen ſchon vier bis fuͤnf Fuder auf den Morgen reichen. In Summa: man muß ſich vorher, ehe man mergelt, fragen, welche Eigenſchaften dem Ackerlande fehlen, mit wel⸗ chem man dieſe Verbeſſerung vornehmen will. Finde ich nun, daß es dem einen Stuͤcke an Lockerheit gebricht; das andere iſt zu loſe; ein drittes hat eine gewiſſe nachtheilige Eigenſchaft, die man Saͤure nennt, und welche ſich dadurch aͤußert, daß der Miſt auf ſolchem Lande nie recht wirkſam iſt: dann ſehe ich erſt auf mein Verbeſſerungsmittel, den Mergel ſelbſt. Den feſten Boden lockere ich mit einem ſandigen Kalkmergel, den gar loſen Boden mache ich feſt mit Lehm- und Thonmergel, dem ſauren Boden, der wegen dieſer Saͤure bei Ueberfluß von Modererde dennoch unfruchtbar iſt, benehme ich dieſe nachtheilige Eigenſchaft durch einen recht kalkhaltigen Mergel. Durch dieſen letztern geht im Boden beinahe eben das vor, was geſchieht, wenn man ungeloͤſchten Kalk mit allerhand faulenden Dingen vermengt. Wenn man ein Aas, ein krepirtes Thier z. B., mit un⸗ geloͤſchtem Kalk in eine Grube wirft, oder ungeloͤſchten Kalk mit Menſchenkoth vermengt, ſo verliert dieſer ſehr bald ſeinen Geruch, und ein faulendes Aas wird in kurzer Zeit in Duͤn⸗ gung uͤbergehen und voͤllig verweſen. So wirkt ein kalkhal⸗ tiger Mergel in dem erwaͤhnten ſauern Boden; die Saͤure vergeht und die ſeit langer Zeit darin unwirkſam geweſene Modererde kann nun frei auf das Wachsthum der Pflanzen einwirken. In einem großen Theile von Pommern hat der Boden die erwaͤhnte Saͤure in dem Maaße, daß weder Erbſen, Klee und aͤhnliche Gewaͤchſe auf ihm fortkommen, wenn er ſich auch gleich ſeiner uͤbrigen Beſtandtheile wegen und in Hin⸗ ſicht ſeiner feuchten Lage ſehr gut dazu ſchickt. Aller Miſt iſt Inn I nk. T Somm und d deſtel Vnter dhelld 1 ſe Fuder ſo wa dami den W dnſt ſirig Pnd nen ihn ſ T undn nan er in woch derkle und krume demer ——————— 2—————n 27 nn nicht vermoͤgend, dieſe nachtheilige Eigenſchaft zu entfernen. 1 Aber der Mergel thut auf jenem Boden Wunder. unein Nach der Mergelung traͤgt er nicht nur alle Futterge, Füle waͤchſe, ſondern das eigentliche Getreide, Weitzen, Roggen Gerſte und Hafer, waͤchſt nach dem Auffahren dieſes wohl— mergit thaͤtigen, haͤufig verbreiteten Verbeſſerungsmittels, faſt noch mi ihes einmal ſo gut wie vorher. ich nun, Das Mergeln iſt eine Arbeit, die der Landmann vorneh⸗ andere men muß, wenn er gerade keine wichtigen Beſtellungsgeſchaͤfte enſchaft, hat. Die Zeit des Ausbringens ſelbſt iſt ziemlich gleich. Der rt, daß Sommer, und zwar die Zeit zwiſchen der Sommerbeſtellung ann ſehe und der Ernte, dann wieder der Herbſt nach vollendeter Saat— ſt. Den beſtellung, ſchicken ſich vorzuͤglich gut dazu. Iſt der Froſt im gel, den Winter nicht zu ſtark, ſo kann man dieſe Arbeit den groͤßten onmerge Theil des Winters hindurch fortſetzen. Ueberfluß Faͤhrt man den Mergel ſtark auf, funfzig bis ſechszig ich dieſe oder ſiebzig Fuder auf den Morgen, ſo macht man von einem Merxgel⸗ Fuder nur etwa zwei Haufen. Iſt das ganze Land befahren, das vor, ſo waͤhlt man zum Ausſtreuen oder Breiten trockenes Wetter, allerhand damit er ſich gut vertheilt. Kann man ihn ſo ausgeſtreuet den Winter uͤber liegen laſſen, ſo werden alle Kloͤße vom mit un⸗ Froſt zerfallen. Im Fruͤhjahr kann man, wenn das Land ge⸗ bten Kalk hoͤrig abgetrocknet iſt, vor dem Unterpfluͤgen des Mergels das ald ſeinen Land etwas raſch uͤbereggen, wodurch die noch nicht zerfalle⸗ in Düͤn⸗ nen Stuͤcke vollends zerkleinert werden. Darauf pfluͤgt man n kalkhal⸗ ihn flach unter. „ Sͤure Wuͤrde der Mergel aber erſt im Fruͤhjahre aufgefahren geweſene und man wollte das Land mit Wintergetreide beſaͤen, ſo muß pfuanzen man ja ſorgen, daß der ausgeſtreuete Mergel, vorzuͤglich wenn er in Stuͤcken bricht, auf alle Art gepulvert und klein ge⸗ der Boden macht werde, ehe man ihn unterpfluͤgt. Dies Pulvern und ſ ſle Zerkleinern geſchieht durch Walzen und Eggen. n d ſch Auf dies genaue Zertheilen des aufgefahrenen Mergels n Hi und auf das genaue und innige Vermiſchen mit der Erd— 1 ſ krume, kommt ſehr viel an. Man muß zu dem Ende das bemergelte Land mehrere Male hintereinander pfluͤgen und eggen, und dazu möglichſt trockene Witterung waͤhlen. Hat man ſo viel Miſt, daß man mit dem Mergel zugleich etwas aufbringen kann, ſo wird man die Wirkſamkeit beider erhoͤ⸗ hen. Der Verfaſſer dieſer Schrift mergelte einſt ſoge— nanntes dreijaͤhriges Roggenland vor Winters, fuhr dann im Fruͤhjahre etwas Schaafmiſt auf, und zwar auf Eilf Mor— gen nur 23, ſchreibe Acht und Zwanzig Fuder. Dieſer Miſt wurde mit dem Mergel zugleich im Fruͤhjahr zweimal gepfluͤ⸗ get und das Stuͤck mit kleiner Gerſte beſaͤtt. Die Ernte war vom Morgen Eilf Scheffel. Das Jahr darauf trug dieſes Land herrliche Wicken. Auf ſolches Land, welches man vor dem Winter mit Mergel befuhr, und wo der Mergel im Fruͤhjahre ganz zer⸗ fallen war, kann man ſchon eine Sommerfrucht einſaͤen. Faͤhrt man den Mergel aber erſt zu Anfange des Fruͤhlings auf, da thut man wohl, man bearbeitet das Land den Som⸗ mer durch gut mit dem Mergel, und ſaͤet im Herbſt Roggen oder Weitzen ein. Kann man recht viele Aufmerkſamkeit und Zeit auf die Bearbeitung ſolchen Landes ſchon im Fruͤhlinge wenden, ſo wird es gegen Johannis vorbereitet genug ſeyn, um mit Buchweitzen beſaͤet zu werden, der dann aber nicht reif werden darf, ſondern gruͤn abgefuͤttert wird. Nach die⸗ ſem Buchweitzen wird man ein ganz vorzuͤglich muͤrbes Land erhalten, in welchem der Roggen zur Bewunderung wach— ſen wird. Das Mergeln iſt eine ſo wichtige Sache, daß man ſie den Lanhleuten nicht genug empfehlen kann. Mageres ſchlech⸗ tes Sandland kann durch Auffahren eines guten Thon- oder Lehmmergels ſo ganz umgeaͤndert werden, daß man es nach dieſer Verbeſſerung kaum wieder erkennen wird. Was alle Miſtduͤngung allein nicht vermochte, wird nach der Mergelung moͤglich. Land, welches vorher nur Roggen und Hafer trug, wird faͤhig, gute Gerſte und Klee, auch andere Futtergewaͤchſe, zu tragen. Aber nicht allein deswegen, weil der Mergel an und fuͤr ſich das Land ſo ausnehmend verbeſſert, iſt das Auffahren hiſi hvch heſſeru dienen duſt; 6 wil! nichts loſe, ab adt die Ga jmigt! dautüich I juſtelen on. Ef wi ſe wied al nene wüͤtde Aber⸗ an hem dac dübſah unſer Aſſ ' magel fahren nn Hat h eiwas der erhz⸗ inſt ſoge⸗ dann im ilf Mer⸗ eſer Miſt al gepflu⸗ die Ernte rauf trug nter mit ganz zer⸗ t einſaen, Fruͤhlings den Som⸗ ſt Roggen mkeit und Fruͤhlinge enug ſeyn, bber nicht Nach die⸗ rbes Land ung wach⸗ z man ſit tes ſchlech⸗ hon⸗ oder n es nach Was all Mergelung Hafer trug, ergewächſe n und für Auffahran deſſelben anzurathen, ſondern auch, weil es dem Landmanns ſo wohlfeil und leicht wird, als kaum irgend eine andere Ver— beſſerung. Er braucht nichts, um ſich dieſes Mittels zu be— dienen, als Kenntniß des Mergels, um ſich ihn aufzuſuchen; Luſt zur Arbeit, um ſie anzufangen, und einiges Arbeitsvieh. Die noͤthige Kenntniß wird er erlangen, wenn er nur will und den Anfang macht.„Wer nichts angreift, lernt nichts.“ Wer aber den guten Willen hat, ſich belehren zu laſſen, wird in vorſtehendem ſo viel davon begriffen haben, als noͤthig iſt, um den Anfang zu machen. Faͤngt er aber die Sache erſt an, ſo wird er waͤhrend der Arbeit ſelbſt das— jenige noch lernen, was ſich hier auf dem Papiere nicht gut deutlich machen laͤßt.. Viele Menſchen haben die Art, ſich alles ſehr ſchwer vor— zuſtellen, was ſie noch nicht geſehen oder ſelbſt gemacht ha— ben. Hoͤren ſie nun etwas, was fuͤr ſie nuͤtzlich waͤre, ken— nen es aber nicht aus Erfahrung, ſo ſehen ſie da uͤberall Schwierigkeiten, wo andere, die es uͤben, entweder gar nichts Schwieriges finden, oder das wenige Muͤhſame ſo geſchickt zu bezwingen wiſſen, daß es ihnen gar nicht hinderlich iſt. Welch' eine unſaͤgliche Muͤhe macht das Streuharken! Erſt wird die Streu oft Stunden weit hergeholt, dann wird ſie wieder als Miſt aufs Feld gefahren. Wollte jemand ein⸗ mal alle die Muͤhe zuſammen rechnen, die es ihm macht, Ei— nen einzigen Morgen mit Streuduͤnger zu befahren, ſo wuͤrde er uͤber die Zeit erſtaunen, die dazu erfordert wird. Aber es iſt uns einmal bekannt; wir haben es von Jugend an gemacht; darum ſehen wir uͤber das Schwere weg. Und doch ſagen alle Landleute, welche Streumiſt in großer Menge ausfahren: ja, das Streu waͤre wohl gut, wenn wir nur unſer Vieh brav fuͤttern koͤnnten, damit es auch wirklich zu Miſt wuͤrde. Viel weniger Muͤhe macht es, Einen Morgen Land zu mergeln, als das Streuling zur Beduͤngung deſſelben anzu⸗ fahren und den Miſt wieder auszufahren. Ein Landmann kann mit zwei Pferden und drei Menſchen faſt alle Tage ei 3⁰ nen halben Morgen befahren, wenn der Mergel nur nicht den gar zu viel Abraum auf ſich hat. Ausgaben an baarem Ba Gelde macht ihm dieſe Verbeſſerung alſo gar nicht, er muͤßte 2 ſich denn einen Tageloͤhner dazu annehmen, oder zur Foͤrde⸗ nm d rung anderer Wirthſchaftsarbeiten, damit er Zeit gewoͤnne, war mit Ruhe bei dieſer Arbeit zu bleiben. Jehre Welch' ein Unterſchied iſt aber im Erfolge zwiſchen einer and Mergelung und einer gewoͤhnlichen Duͤngung mit trockenem thez Streumiſt! Wenn dieſer zur Noth zwei ſchlechte Ernten giebt, nrD ſo wirkt eine Mergelung, wenn ſie gut vollfuͤhrt wird, auf 21 zwanzig und mehrere Jahre. b . Ich koͤnnte außer dem oben erzaͤhlten Beiſpiele von den 8 4 Hollſteinſchen Bauern noch gar viele Gegenden und Laͤnder unftuch 8 nennen, wo die Landleute erſt durch das Mergeln ihren Acker⸗ ale de bau, und dadurch ihre ganzen Umſtaͤnde gehoben haben. 56 J 8 Wollte ich aber bloß entfernte, unbekannte Gegenden anfuͤh— gwiſen 15 ren, ſo koͤnnte man mir vielleicht ſagen: das geht wohl dort, En kli * aber bei uns nicht. kann d 5— Ich habe aber gar nicht noͤthig, ſo weit auszuholen, um drauct E dasjenige zu beweiſen, was ich von dem Mergel geruͤhmt gen, ſ habe. Mitten in der Churmark, die als ſandig allgemein be⸗ cer T 3 kannt iſt, hat der Mergel alles das bewirkt, was man nur 4 von ihm erwarten kann. an me 8* Herr Staatsrath Thaer, der ein eben ſo gelehrter als dedad A3 erfahrner Landwirth iſt, ließ im Jahre 1810 eine große Flaͤche mh w auf ſeinem Gute Moͤgelin mergeln. Er beſaͤete dies gemer⸗ r u 4 gelte Land mit Roggen und Weitzen, und lies auch gleich im gelte d 4 Fruͤhjahre auf die junge Saat ſpaniſchen oder rothen Klee auf den 1 ausſaͤen. Wem iſt nicht das allgemeine Mißrathen des Rog⸗ Dech gens vom Jahre 1611 bekannt? Und hier war nach dem Mer⸗ dilte T gel Roggen gewachſen, der fuͤnf Fuß hoch war und ſo ausge⸗ een zeichnet gut lohnte, daß kein Roggen, auf Duͤngerfeld gewach⸗ dente ſen, ihm gleich kam. Imact Der Klee im Roggen wuchs gleich im Ausſaatsjahre- an vielen Stellen Fuß hoch. Im folgenden Jahre gab er ire 4 5 6 * 3 3 V 4 * 4 3 — — — ur nicht baarem er muͤßte zur Forde⸗ gewönne, ſchen einer trockenem aten giebt, vird, auf le von den nd Lander hren Acker. den haben, den anflt⸗ wohl dort holen, um I geruͤhmt gemein be⸗ man nur. lehrter al toße Flche dies gemer⸗ gleich im then Klee des Rog⸗ dem Mer⸗ ſo ausgi⸗ Ild gewach⸗ gſaatsjahre hre ab i ————*—WBWuu 3¹ zuerſt einen guten Maͤheſchnitt und dann eine ſehr gute Weide fuͤr die Zugochſen. Was war das aber fuͤr Land, fragt wohl jemand, auf dem der Mergel ſo außerordentlich wirkſam war?—— Es war ein lehmiger Sandboden, der nur vor zwey oder drey Jahren noch den Bauern zu Reichnow gehoͤrte, die dieſes Land alle drey Jahre einmal mit Roggen beſaͤeten, und kaum etwas uͤber die doppelte Einſaat darauf ernteten. Es lag ſo weit vom Dorfe Reichnow, daß ſie nie Miſt darauf brachten, und nun, nach der Mergelung, uͤbertraf es bei der Ernte alle Miſtfel⸗ der des Dorfes Reichnow. Der Mergel lag mitten auf dieſem Lande unter einem unfruchtbaren Lehmhuͤgel. Ob gleich Herr Staatsrath Thaer alle die Arbeiren fuͤr Geld machen ließ, ſo kam ihm das Befahren des Morgen Landes doch ſo wenig, daß er nicht im Stande geweſen waͤre, die ſchlechteſte Duͤngung dafuͤr anzuſch affen. Ein kleiner Gutsbeſitzer, der mit ſeinen Leuten ſelbſt arbeitet, kann eine ſolche Verbeſſerung noch wohlfeiler haben. Er braucht ſich nur mit ſeinen uͤbrigen Arbeiten etwas anzuſtren⸗ gen, ſo wird er leicht ſo viel Zeit eruͤbrigen, um zur Herbſt⸗ oder Winterzeit ein paar Wochen auf das Mergeln zu wenden. Alſo bei einem genauen Verſuch, den der Verfaſſer auf ganz magerem, nie geduͤngten Boden mit der Mergelung deshalb machte, um auszumitteln, wie viel man auf demſelben nach dieſer Verbeſſerung mehr ernten wuͤrde, fand er, daß der Unterſchied des gemergelten Stuͤcks gegen das ungemer⸗ gelte, dicht an dasſelbe anſtoßend, zugleich gepfluͤgt und beſaͤet, auf den Morgen 3 Scheffel 8 Metzen Roggen betrug. Der Werth dieſes Korns und 430 Pfund Stroh, die der gemer— gelte Morgen mehr gegeben hatte, uͤberſteigt durch dieſe erſte Ernte bei weitem die Koſten des Mergelns. Bei einer ſehr bedeutenden Mergelung, die damals als der erwaͤhnte Verſuch, gemacht wurde, ausgefuͤhrt ward, koſtete der Morgen mit 80— 9o. einſpaͤnnigen Sturzkarren zu befahren und die ganze uͤbrige dabei vorkommende Arbeit 3 Thlr. 8§ Gr. 6 Pf. Wer 6 K 7 7 3 4 * 20 3— wird dieſe Ausgabe ſcheuen, wenn ſie ihm den berechneten Gewinn verheißt? Ich kann mich aber von dieſem Gegenſtande nicht weg— wenden, ohne noch etwas davon zu ſagen, wie man gemergeltes Land in der Folge behandein muß. Man muß nicht glauben, daß die Fruchtbarkeit unerſchoͤpflich ſey, die ſich nach dem Mergel zeigt. Wir duͤrfen nur auf die Urſache zuruͤckgehen, die die Wirkung des Mergels hervor bringt, den Kalk, und etwas uͤber die Art und Weiſe nachdenken, wie dieſer das Wachs— thurn der Gewaͤchſe befoͤrdert, ſo wird es uns gleich einleuch— ten, daß noch etwas mehr als bloßer Mergel ins Land kom⸗ men muͤſſe, wenn man den hoͤchſten Vortheil von dieſer Ver⸗ beſſerung ziehen will. Wir wiſſen, daß der im Mergel enthaltene Kalk auf die Modyererde eines Ackerbodens reizend einwirkt, d. h. die Ruͤck⸗ bleibiſel von Miſt, Wurzeln und Faſern, die ſo fein mit der Erde gemengt ſind, daß man ſie mit bloßen Augen kaum in der Erde erkennen kann, werden von dem Kalk angegriffen, und, gehen nun ſchneller in einen ſolchen Zuſtand uͤber, in welchem ſie den Gewaͤchſen Nahrung geben koͤnnen. Man kann ſa⸗ genn, daß faſt in jedem Ackerlande einige ſolcher Theile enthalten ſird, die erſt mit Kalk in Verbindung kommen muͤſſen, wenn ſie ſchnell das Gedeihen der Gewaͤchſe befoͤrdern ſollen. Ein Boden hat ſolcher Theile mehr in ſich, ein anderer weniger. Auf rocht fruchtbarem Boden, der viel Modererde in ſich enthäͤlt, der eine zeitlang zur Weide gelegen hat, wird durch das Mergeln ein Wachsthum bewirkt werden, wie durch keine Duͤngung. Auch wird auf einem ſolchen die Wirkung des Mergels laͤnger dauern. Ein magerer armer Boden, der nur wenig Modererde in ſich hat, wuͤrde aber erſchoͤpft werden, wenn man nach dem Mergeln nicht bald wieder duͤngen wollte. Wo man dies letztere bei ſolchem Boden unterließ, da hat man wohl nach⸗ theilige Wirkungen vom Mergel erlebt, und es hat ſich daher das rriw m Eohr Wer len, welet viellecht R richt! nenen Ä0 und M Lnnomm iine weit fazen, je Dur macht d richt get⸗ dr Tih, Etoh un, von Rr ſuͤnde ven Um darket ie ſthe und tufhären n he uf udiichem ftißige u füͤr ein. bei dem Sohnnaun aanten, d er durch ihm ſeine Faſt te ſch luft fn 4 ——— 3———4öy—— 83 erechneten Spruͤchwort gebildet: der Mergel macht reiche Vaͤter und ar⸗ nicht wen me Soͤhne. emergele Wer wuͤrde aber ſo undankbar gegen ein Land ſeyn wol⸗ ͤt gauben len, welches ihm nach der Mergelung eine reiche Stroh⸗ und nach den vielleicht eine eben ſo reiche Futterernte gegeben hat, und wuͤr⸗ de nicht gern den aus dieſem Strohe und dem Futter gewon⸗ n, die de nenen Miſt auf daſſelbe fahren?— Und dann, wenn Miſt und ene und Mergel wechſelſeitig aufgebracht werden, kann der fleißige das Wache Landmann von jedem dieſer vortrefflichen Verbeſſerungsmtttel eike⸗ eine weit hoͤhere und anhaltendere Wirkung erwarten, als ſie nnd kem einzeln, jedes fuͤr ſich aufgebracht, aͤußern werden. ℳ den Ver Durch den Mergel verſchaft man ſich mehr Stroh; man macht das Land faͤhig, Futtergewaͤchſe zu tragen, die es vorher 3 Kak aufi nicht getragen haͤtte. Futter und Stroh zuſammen ernaͤhren 25 die Js das Vieh, geben mehr Miſt. Mehr Miſſt giebt wieder mehr 8* 8 Stroh und Koͤrner, und ſo betritt der Landmann die Stufe,* einmni 1 von der er allein zu Wohlſtand und in beſſere irdiſche Um⸗* 4 knn ſtaͤnde verſetzt werden kann. 8. angegeiſe Um ſo nothwendiger wird dieſe leichtere Art, die Frucht⸗ und ühen barkeit des Ackerlandes zu befoͤrdern, da durch die neuern Ge— 8 Man kamſ ſetze und Einrichtungen das Streuharken zum großen Theil 8½ lie enthaln aufhoͤren wird. Ich bin uͤberzeugt, daß die Zeit, welche zeit⸗ 84 üſſen, wen her auf das Einſammeln der Streu verwendet wurde, mit un⸗ 5 Ein Bada endlichem Gewinn auf die Mergelung zu verwenden iſt. Der eniget. ni fleißige und aufmerkſame Landmann, der den rechten Mergel ſich enthä fuͤr ſein Land ausſucht und ſich in den Handgriffen uͤbt, die — pean bei dem Aufſuchen, Ausgraben, Ausfahren und der ganzen durch kein Behandlung des Mergels noͤthig ſind, wird bald ſo viel Stroh ernten, daß er keiner Waldſtreu bedarf, und die Koͤrner, die er durch die Mergelung mehr als gewoͤhnlich erntet, werden ihm ſeine Thaͤtigkeit und Geſchicklichkeit belohnen. Wirkung des Rodererde l an nach dem 0 man dies V 0 m M 0 d 6 r. n nehl nadh Faſt eben ſo wichtig wie der Mergel iſt der Moder, wel⸗ at ſch doha cher ſich in unebenen Gegenden in den Niederungen anges das haͤuft findet, 1. 7 2 04 Dieſer Moder iſt zum Theil von den Duͤngertheilen ent ſtanden, die das Thau⸗ und Regenwaſſer herunter geſpuͤlt hat. Zum Theil hat er aber ſeinen Urſprung von den Gewaͤchſen, die an niedrigen, ſumpfigen Stellen alljaͤhrlich wachſen, wie der abſterben und vermodern. Ja er ſcheint oft ſogar von untergegangenen Holzungen entſtanden zu ſeyn, wenn man in ſolchem Moder eine große Menge Baumwurzeln, Baumſtaͤm⸗ me und unverweſete Zweige findet. Hat der Moder ſeine Entſtehung den beiden letztern Ur⸗ ſachen zu danken, ſo wird er zwar mehr Saͤure bei ſich ha— ben, als wenn er auf die zuerſt angegebene Art ſich angehaͤuft hat; er wird aber in allen Faͤllen es verdienen, daß man ihn als Duͤngungs⸗ und Verbeſſerungsmittel zu gewinnen ſucht und ausfaͤhrt. Man kann ihn erhalten und ausfahren, wenn bei anhal⸗ tender Duͤrre das Waſſer vertrocknet iſt, und in dieſem Falle muß man alles aufbieten, um ihn wenigſtens ſo weit aufs Trockne zu bringen, daß bei eintretender, naſſer Witterung der Moder doch nicht wieder uͤberſchwemmt wird. Zuweilen wird es aber moͤglich ſeyn, einen Sumpf, der den Moder enthaͤlt, dadurch trocken zu machen, daß man ſich Muͤhe giebt, das Waſſer abzuleiten, oder es noch kuͤnſtlicher durch Schoͤpfraͤder und Waſſerſchnecken zu entfernen, wenn, wie haͤufig der Fall iſt, die Moderbehaͤlter ſo niedrig liegen, daß man durch keinen Graben das Waſſer auf eine niedrigere Stelle leiten kann. Da der Moder verſchiedenen Urſachen ſeine Entſtehung verdankt, ſo iſt er auch ſelbſt verſchieden, und kann nicht auf gleiche Weiſe als Verbeſſerungsmittel aufgefahren werden. Iſt er aus einem Sumpfe oder Moore, ſo wird er viele unverweſete Wurzeln und Faſern, und jene nachtheilige Eigen⸗ ſchaft enthalten, die unter dem Namen„Saͤure“ bekannt iſt. In dieſem Zuſtande kann er noch keine nuͤtzliche Wirkung auf die Fruchtbarkeit des Landes aͤußern. Man muß erſt ein Duͤngungsmittel aus ihm bereiten. Zu dem Ende bringt man ihn an den Rand des Sum⸗ pfes oder Moores, aus welchem er gewonnen wurde, und pömt eerſ Wmarbeit lißt ir der gar Meder! den ka wogſ Bel und ſcurf auf das Hat Noder ſcung d biken Au Nan ver. Uahen I Laa R de lun befe ſocher M anander! dugung dur Vd Eir gehracht Nan den (E vr muß, u Vardſ N bon der ſch diel wie ma er ſchn ir faſt heilen ent geſpült ha Gewoͤchſen achſen, wie ft ſogar von eenn man in Baumſtäm⸗ letztern Ur bei ſich he⸗ ich angehäuſt aß man ihn vinnen ſucht nbei anha⸗ dieſem Fale weit auſt gitterung der weilen wird der enthaͤlt giebt, das Schöpfräder lig der Fal urch keinen en kann. Entſtehung nnicht auf verden. zaird er viel ellige Eigen re“ hekannt he Wikkung uuß aſj in des Sum⸗ pdurde, und ——— 1——y— 35 thuͤrmt ihn in vier bis fuͤnf Fuß hohe, lange Haufen auf. Hat er ſo ein halbes Jahr lang gelegen, ſo kann man ihn umarbeiten, giebt den Haufen aber doch dieſelbe Geſtalt, und laͤßt ihn wieder ein halbes Jahr liegen. Ein runder Haufen der gar zu breit iſt, iſt darum nicht ſo gut, weil dann der Moder nicht recht von der Luft und Witterung getroffen wer— den kann, die ſeine Verweſung befoͤrdern und ſeine Saͤure wegſchaffen. Bei einer ſolchen Behandlung wird ein torfiger, faſriger und ſaurer Moder binnen Jahresfriſt tuͤchtig zum Auffahren auf das Ackerland geworden ſeyn.— Hat man Mergel in der Naͤhe, und will dieſen unter den Moder mengen, ſo wie er ausgebracht wird, ſo wird die Mi— ſchung dieſer beiden Erdarten eine Duͤngung geben, die den beſten Miſt fuͤr Sandboden und ſandigen Lehmboden uͤbertrift. Man verfertigt dann eben ſolche Haufen, wie ich ſchon beim bloßen Moder angegeben habe, und bringt abwechſelnd eine Lage Mergel und eine Lage Moder. Der im Mergel enthaltene Kalk wird nicht nur die Faͤu— lung befoͤrdern, ſondern vorzuͤglich die Saͤure verzehren, die ſolcher Moder in ſich hat. Nachdem beides eine zeitlang mit einander vermengt geweſen iſt, wird man ein muͤrbes, leichtes Duͤngungsmittel wegfahren koͤnnen, welches alle Eigenſchaften zur Verbeſſerung eines magern Landes in ſich vereint. Sind Kalkſteinbruͤche in der Gegend, wo der Moder aus— gebracht wird, und man will das Geld anwenden, ſo verpackt man den gebrannten, ungeloͤſchten Kalk mit ſolchem Moder. Es verſteht ſich jedoch, daß die oberſte Schicht Moder ſeyn muß, um den Kalk ſo viel als moͤglich zur Aufloͤſung und Verbeſſerung des Moders zu nuͤtzen. Moder aus Seen, Pfuͤtzen, Pfuͤhlen und Teichen, der von den angrenzenden Feldern dahin geſchwemmt iſt, ſchickt ſich vielleicht eher, gleich aufs Land gefahren zu werden, ſo wie man ihn ausbringt. Doch muß man darauf achten, ob er ſchon oͤfter trocken gelegen hat, oder nur ſehr ſelten. Iſt er faſt immer mit Waſſer bedeckt geweſen, ſo wird man eben⸗ 36 falls wohl thun, wenn man ihn erſt einige Zeit in großen, langen Haufen liegen laͤßt, ſo daß er muͤrbe wird und zer— faͤllt. Auch dieſen kann man mit Mergel vermiſchen, und wird dadurch beides, Mergel und Moder, zur eigentlichen Duͤngung tauglicher machen. Hat man den Moder erſt ausgebracht, und auf die be⸗ ſchriebene Art zubereitet, ſo iſt bei ſeiner Anwendung ſelbſt weniger Vorſicht noͤthig, wie bei dem Mergel. Da er aus verweſeten Gewaͤchſen, ja zuweilen von wirklichem Miſt ent⸗ ſtanden iſt, ſo kann man ihn auch als wirklichen Duͤnger oder Miſt anſehen, und ihn auf ganz ausgeſogene, magere Felder fahren. 1 Auf ſandigem Boden iſt er gewiß beſſer als langer Miſt. Kann man dieſen Moder ſo ſtark auffahren, daß auf den Morgen dreißig bis vierzig Fuder kommen, ſo erhaͤlt ein ſchlechtes Land durch dieſe Verbeſſerung gewiß doppelten Werth. Hat man ihn aber nicht in der Menge, und kann vielleicht auf den Morgen nur acht bis zehn Fuder ganz klaren, zerfal⸗ lenen Moder aufbringen, ſo thut man beſſer, dieſen erſt dann aufs Land zu fahren, wenn es ſchon voͤllig zur Saat vorbe⸗ reitet und gepfluͤgt iſt. Man vertheilt ihn ſo ſorgfaͤltig, daß überall etwas hinkommt, ſäet darauf den Saamen aus und egget das Land tuͤchtig. Dies Fahren auf dem zur Saat ge⸗ pfluͤgten Lande ſchadet demſelben gar nichts. Wird die Be— arbeitung ſonſt gut verrichtet, ſo wird man von den wenigen Fahrgeleiſen keinen Nachtheil ſpuͤren. Der muͤrbe, gepulverte Moder wirkt aber ſo gewiß beſſer, als wenn er durch Unter⸗ pfluͤgen mehr in die Tiefe gekommen waͤre. Moorigte Grundſtuͤcke, die man haͤuſig in der Naͤhe von Sandhuͤgein antrift, und die oft eine zwey bis drey Fuß ho⸗ he Lage Moderboden haben, ſind gewoͤhnlich von geringem Werth fuͤr ihren Beſitzer, weil ſie ſelbſt dann noch wenig tra⸗ gen, wenn man durch viele Graͤben die Feuchtigkeit von ih⸗ nen entfernt. Der Boden wird dann wieder bei trockener Plru vruff l oöc dei ſ wie adehet unxiiꝰ nid ſih ſt ſt e Sand, It und Kal Doch iſ ſend ini Boden! de Emn und W deſſebe D den Et K zun V kann. naͤg, ———ò——— .——————— . 5 1———— 57 in großen, Witterung ganz pulvericht und ſtaubicht, ſo daß die Pflanzen d und ſer darauf kuͤmmern. Wegen ſeiner großen Lockerheit giebt er iſchen, und aguch den Wurzeln nicht Haltung genug, und Winterfruͤchte, digentlche ſo wie Klee, laſſen ſich auf ihm gar nicht bauen. Am beſten gedeihet noch der Kohl und manche Ruͤbengewaͤchſe auf die⸗ auf de be ſem Boden. Die Halmfruͤchte geben nur Stroh auf ihm, ndung ſibe aber keine Koͤrner.. Hat man in der Naͤhe ſolcher Felder einen lehmigen, mergelichten Sand, ſo befahre man ſie mit ſolchem, und man wird ſich einen Boden bereiten, der zu allen Fruͤchten taug⸗ lich iſt und beinahe unerſchoͤpflich an Fruchtbarkeit. Hat der Sand, den man zu dieſem Auffahren nimmt, etwas Thon⸗ und Kalktheile, ſo wird die Verbeſſerung um ſo vollkommner. Da er aut n Miſt ens Dunger dder geere Fader vanei Doch iſt es nicht unumgaͤnglich noͤthig. Auch der bloße Flug⸗ erbaͤt en ſand, in hinlaͤnglicher Menge aufgebracht, wird dieſem leichten Aten Vert Boden mehr Haltbarkeit geben, ſo daß er ſich endlich, wenn nn villich der Sand gehdrig mit dem Moderboden vermiſcht iſt, zu Klee aren, jrft und Winterfruͤchten vortreflich eignet. en erſt dann Saat vorbe altig, daß ſin un Viertes Kapitel. r Saut Vom Miſt oder Duͤnger. d die Be en weniga Wichtig— ſehr wichtig ſind dem Landmanne die im vori— gebulde gen Kapitel genannten Verbeſſerungsmittel. Er kann durch urch Unter ihre Anwendung ſeinen feſten, unbearbeitbaren Boden muͤrbe, den zu ſehr loſen, feſt machen; er kann die ſchlummernden Kraͤfte im Boden aufreizen, und nachtheilige Eigenſchaften 1 deſſelben entfernen. r Nähe von Dieſe Verbeſſerungsmittel ſetzen den Landmann alſo in reh ſuß he den Stand, ſein Land empfaͤnglich und tauglich fuͤr alle Fruͤch⸗ n geringe te zu machen, die es ſeinen uͤbrigen Verhaͤltniſſen nach tragen h menig ie kann. Aber ein Land, das jaͤhrlich oder doch ſehr oft Fruͤchte eei ton iy zraͤgt, giebt an disſelben immer einen Theil ſeiner Fruchtbar⸗ ei trokemer 38 keit ab. Der fruchtbarſte Boden von Natur laͤßt am Ende. nach, das Wachsthum der auf ihm geſaͤeten Gewaͤchſe zu be— 5 foͤrdern, wenn ihm nicht etwas gegeben wird, was die aufge⸗ ſn zehrten Kraͤfte wieder erſetzt. 3 Dieſes Belebungsmittel der Pflanzenwelt, dieſes Nah⸗ aan rungsmittel des Ackers, ſo zu ſagen, iſt der Miſt. Durch ihn Pn 6 werden wir in den Stand geſetzt, die natuͤrliche Fruchtbarkeit 1 ä A des Ackers nicht nur zu erhalten, ſondern, wenn wir allen den 40 Fleiß auf die Gewinnung des Miſtes wenden, ſo koͤnnen wir V at die Fruchtbarkeit unſerer Felder von Jahr zu Jahr vermeh⸗ nißie 1 ren. Darum iſt er dem Landmanne die wichtigſte Sache, und den 3 es giebt beim Ackerbau keine wichtigeren Geſſchaͤfte, als dieje— En mi 5 1 nigen, welche zur Herbeiſchaffung, Bereitung und Anwendung mint 3 des Miſtes verrichtet werden. Werden ſie gut ausgerichtet, zuhe ſo wird nothwendig die Fruchtbarkeit der Felder vermehrt, und ſñ,n der Gewinn des Landwirths erhoͤht. heh 1 Wir wollen, um dieſe Sache mit aller der Aufmerkſam— eüſi 8 8 6 keit zu betrachten, die ſie verdient, zuerſt unterſuchen, woraus uüpan der Miſt eigentlich beſteht. Es ſcheint vielleicht überfluͤßig, 1 4 dies zu thun, weil Miſt eine Sache iſt, die jedem hinlaͤnglich 8 I bekannt ſcheint. Aber die bekannteſten Dinge werden gerade Ml OE am wenigſten beachtet. nhr E Der Miſt iſt eine Miſchung von den Auswuͤrfen und mg Abgaͤngen der Thiere, dem Koth und Urin, und denjenigen mai 4— Dingen, die man ihnen einſtreut, es ſey dies nun Stroh, an Laub, Kiehnnadeln oder anderes Einſtreu. Dies wußten alle. ir ig Aber die Anwendung davon?—— Der Miſt entſteht guhn alſo von dem verfuͤtterten Heu(Graſe, Klee, Ruͤben und 6 ꝛc.), Stroh und andern Dingen, die man einſtreut. di de 8 6 1e Auch dies glauben alle gewußt zu haben. Ich muß aber naſ daran zweifeln, weil man gewoͤhnlich ſagt: ich muß mir mehr V guhe: Vieh anſchaffen, um mehr Miſt zu machen; ſtatt daß ſie b 3 66 ſagen ſollten: ich muß mehr Futter und Streuling an— die T 1 ſchaffen, um mehr Miſt zu machen. Das Vieh muß man it erſ 1 nur als Mittel betrachten, das Futter in Miſt zu verwandeln. ſicte An und fuͤr ſich vermehrt das Vieh den Miſt nicht. Es ver: in —ööͤͤ——.— 39 am Ende zehrt das Futter und ernaͤhrt ſich davon, und dasjenige, was chſe zu be⸗ es nicht zu ſeiner Ernaͤhrung braucht, giebt es als Miſt die aufze zuruͤck. Wer nun die Sache genauer erwaͤgt, wird es ſo unnd⸗ dieſes uh⸗ thig nicht finden, zu unterſuchen, woraus der Miſt eigentlich Durch ihn hervor geht. Haͤtten das alle diejenigen gethan, die den gu⸗ ruchtbarkei ten Willen hatten, den Miſt zu vermehren, ſo wuͤrden ſie auf wir alcn die rechten Mittel gefallen ſeyn. Weil ſie aber ſahen, daß koͤnnen wi man von vielem Viehe vielen Miſt erhaͤlt, ſo uͤberſahen ſie die hr verme wichtige Urſache, welche das Vieh ernaͤhrt und den Miſt giebt, Sache, und das Futter, und dachten nur auf die Vermehrung des Viehes. „ ads dieje Sie erhielten aber dadurch eher weniger Miſt, als mehr, weil Anwandunt mehreres Vieh zu ſeiner Ernaͤhrung auch mehr Futter bedarf. Haͤt⸗ ausgericte ten ſie zuerſt das Futter vermehrt, und nur dann mehr Vieh ange⸗ rmehrt, un ſchaft, wenn ſie das Futter mit dem bisherigen Viehe nicht mehr bezwingen konnten, ſo wuͤrden ſie gewiß ihren Zweck Aufmerken erreicht haben. Dann waͤren aber das mehrere Vieh und der hen, wrru mehrere Miſt nur aus den groͤßern Futtervorraͤthen entſtanden, iberſlh wie 5 der Natur der Sache nach auch eigentlich ſeyn ſollte. zinlnglt— Es ergiebt ſich hieraus die Lehre, daß e kein anderes ndan grit Mittel giebt, den Miſt zu vermehren, als mehr Futter und mehr Streuling anzuſchaffen. Man kann recht viel zur Ver⸗ vürfm uh mehrung des Miſtes dadurch beitragen, wenn man alle Ver⸗ zettelung des Miſtes vermeidet, und alle Dinge zuſammen denſtnige haͤlt, die zur Miſtbereitung tauglich ſind. Aber dies vermehrt nun Str die eigentliche Miſtmenge doch nicht, und iſt ſchon von jedem wußten al guten Landhaushalt zu fordern. Eine bedeutende Vermehrung ſ eatſehr und Verbeſſerung des Miſtes kann nur erfolgen, wenn man dle Ylben bei der Feldbeſtellung ſein Augenmerk beſonders darauf richtet einſtreut und ſolche Gewaͤchſe anbauet, die auf einer kleinen Flaͤche eine ch muß che große Maſſe Futter geben. mir mett Zwiſchen Miſt und Miſt iſt ein gewaltiger Unterſchied. ſutt uß ſe Die Bewohner der Heidegegenden fahren, der Fuderzahl nach, euling ane oft erſtaunlich viel Miſt aus. Was iſt dieſer Miſt aber? Oft h muß man nicht einmal naſſes Streuling, welches ein halbes Jahr auf verwandeln dem Hofe gelegen und vom Viehe betreten iſt. ct. Es nr 1 & — —QO.-——— h 4 aE E— E Die Guͤte des Miſtes haͤngt erſtlich und ganz vorzuͤglich von dem Futter ab, welches das Vieh erhaͤlt. Gutes Futter giebt guten Miſt, heißt es hier. Dann kommt aber auch ſehr viel darauf an, was man einſtreuet, wie ſtark man einſtreuet, und wie man den Miſt ferner behandelt. Miſt von Stroh und wenigem, trockenen Heu iſt ein ſchlechter, duͤrrer Miſt. Erhaͤlt das Vieh aber gutes Gras, oder Klee im Sommer und im Winter Ruͤben, Kohl und Kartoffeln, ſo giebt es von dieſem Futter einen ſaftigen Miſt, der den vom trockenen Futter ſehr uͤbertrift. Miſt von Maſtvieh, welches mit Getreide gemaͤſtet wird, iſt am allerkraͤftigſten, und Pferde, die mit Koͤrnern gefuͤt⸗ tert werden, geben einen weit beſſern Duͤnger, als andere, de— ren Nahrung aus Heu und Stroh beſteht. In der Folge wird gelehrt werden, wie der Landwirth ſeine Wirthſchaft einrichten muß, um von dem ſaftigen Fut— ter ſo viel zu erbauen, als zur hinlaͤnglichen Erhaltung ſeines Viehes noͤthig iſt. Zum Einſtrouen iſt zwar eigentlich das Stroh am beſten, doch ſind alle andere gewoͤhnliche Streumittel, Laub, Nadeln, Schilf und dergl. bei einer kraͤftigen Viehfutterung ſehr gut brauchbar, um einen guten Miſt aus ihnen zu bereiten. Nadelſtreu iſt, wo man ſie haben kann, dem Laube vor— zuziehen. Doch iſt dies letztere auch nicht zu verachten; es muß nur recht mit dem Miſte vermengt werden und zur Faͤulniß auf dem Hof kommen, ehe der Miſt ausgefahren wird. In Gegenden, wo es viele Elsbruͤch giebt, ſind die Seg— ge und das Schilf, welche in ſolchen of in großer Menge wachſen, Streumittel, die man dem Strohe gleich ſchaͤtzen kann. In trockenen Jahren, oder bei ſtarkem Froſt, muͤſſen fteißige Wirthe von dieſen Graͤſern ſo viel einſammeln, als ſie nur immer koͤnnen. Alle Staͤngel von Gartengewaͤchſen, das Kartoffelkraut, Tabaksſtruͤnke, getrocknetes Unkraut, ja ſogar recht ſehr duͤrre Quecken oder Paͤden koͤnnen zum Einſtreuen mit Nutzen fuͤr R A dnn ü ſtergeh Jr breiter heiht, ſtreuen vermeh rouch der Thi mittel g Nn be wen, ſe welcher vommen alf den Rech Etrauwi ten, de einſeelle b delk auf hauen un ſe aufi ſe um dum M Oder hu Anrpend, Og dur Din dch ni chen th dring, dnn, w Uig dur gißt Etreuln 4 1 1 zein die Miſtvermehrung verwendet werden. Alle Gewaͤchſe, von . auchſi denen man weiß, daß ſie bald in Verweſung und Faͤulniß uͤbergehen, muß man auf die Miſtſtaͤtte zu bringen ſuchen. einſtreut, In einigen Gegenden iſt es uͤblich, mit einer Art von breiter Hacke das Heidekraut abzuhacken oder, wie es dort Heu iß ein heißt, abzuplaggen, und dieſes auf den Hof zum Ein— utes Grat, ſtreuen anzufahren. Dies iſt die ſchlechteſte Art, den Miſt zu e vermehren. Ich will nicht ſagen, daß der Miſt davon nicht igen Miſt brauchbar werden ſollte, wenn er gehoͤrig vom Koth und Urin der Thiere durchnaͤßt wird, aber das Land, wo dieſes Streu⸗ mittel gewonnen wird, iſt auf ſehr viele Jahre verdorben Man begnuͤgt ſich nicht damit, das lange Heidekraut zu neh— 2 aͤſtet wird, nern gefut⸗ andere, der men, ſondern ein Theil der Wurzeln, mit derjenigen Erde, in welcher noch die meiſte Modererde enthalten iſt, wird mitge⸗ Landvitt nommen. Daher waͤhrt es ſo außerordentlich lange, ehe man xftigen Fut auf den abgeplaggeten Stellen wieder etwas wachſen ſieht. tung ſeines Rechnet man hierzu die große Muͤhe und Arbeit, dieſes Streumittel oft Stundenweit herzuholen, ſo laͤßt ſich erwar— am beſten, ten, die Landleute jener Gegenden werden dieſen Gedrauch b, Nadeln, einſtellen. Wenn ſie nur die halbe, vielleicht noch weniger g ſehr guyt Zeit auf die Mergelung verwenden, die ſie ſonſt mit dem Ab⸗ iten. hauen und Anfahren der Heideplaggen hinbrachten, ſo werden Laube vor— ſie auf ihren Ackerlaͤndereien ſelbſt ſo viel Stroh erbauen, als achten; es ſie zum Einſtreuen brauchen. Die Laͤndereien, die ſie jetzt mund zur zum Plaggenhieb benutzten, koͤnnen ſie entweder umbrechen, usgefahren oder zur Weide fuͤr ihr Vieh, vielleicht auch zur Holzſaat, anwenden. d die Seg⸗ Obgleich alle Gewaͤchſe, wenn ſie verweſen und verfaulen, her Menge zur Duͤngung fuͤr andere, neue Gewaͤchſe werden, ſo iſt es c ſchätzen doch nicht klug genug gehandelt, wenn man in den eigentli— it, miſſn chen thieriſchen Miſt ſo viel von den genannten Streumitteln eln, als ſe bringt, daß ſie darin trocken liegen. Guter Miſt wird nur dann, wenn der Koth und der Urin der Thiere alles Streu— vfelktaut ling durchdringen, ſo daß die ganze Maſſe in Gaͤhrung uͤber⸗ chr dürre geht. Man wird aber nicht leicht einen ſolchen Ueberfluß von Juga fir Streuling fuͤr das ganze Jahr herbeiſchaffen, daß man bei ei— —— N 1 2 . ’ ₰ 4 2 ner Futterung ſaftiger Gewaͤchſe zur Genuͤge des Viehes das ganze Jahr durch dennoch Einſtreuungsmittel uͤbrig behielte und alſo in die Verſuchung kommen koͤnnte, zu trockenen Miſt zu machen. Wer den Kartoffel- und Ruͤbenbau ſtark treibt, wird ſehr bald das richtige Verhaͤltniß zwiſchen Stroh- und Futtergewinn hergeſtellt ſehen, zumal wenn die Miſtjauche nicht vom Hofe laͤuft, ſondern aufgefangen und zum Begießen der ſtrohigern Theile des Miſtes verwendet wird. Denn es iſt zur Gewinnung eines recht brauchbaren Mi⸗ ſtes noch nicht genug, wenn ich fuͤr gute Futterung meiner Thiere und fuͤr hinlaͤngliches Streuling ſorge; ich muß den Miſt auch noch nach dem Ausbringen auf den Hof mit Sorg⸗ ſalt behandeln. Hierbei werden von den mehreſten Landwir⸗ then große Fehler begangen. Sie ſchuͤtten den Miſt vor die Viehſtaͤlle ohne Ordnung hin, unbekuͤmmert, ob er im Waſſer ausgelaugt wird, oder ob er aus Mangel an Feuchtigkeit ver— brennt und verdorrt. Ich kann nicht glauben, daß alle die, welche ſo verfahren, nur jemals daran gedacht haben, wie theuer der Miſt einer Seits iſt, und welchen Werth er durch eine gute Behandlung erhalten kann. Es ſcheint vielleicht manchem ſonderbar, daß ich den Miſt theuer nenne, weil er in vielen Gegenden gar keinen Preis hat und niemals fuͤr Geld gekauft wird. Ich gebe aber einem jeden zu bedenken, welch' eine Menge Stroh dazu gehoͤrt, um einen Miſthaufen nur von dreyßig oder vier⸗ zig Fudern zuſammen zu bringen. Ich rathe jedem, der noch nie uͤber die Theurung des Miſtes nachgedacht hat, fuͤr ſich einmal ſeinen jaͤhrlichen Stroh— gewinn zu berechnen, der doch ſaͤmmtlich in den Miſthaufen kommt. Er ſchlage das Schock Stroh zu dem niedrigſten Preiſe an, wie es verkauft wird, und er wird ſich maͤchtig wundern, wie viel blos vom Strohe allein an Geldwerth zur Miſtbereitung kommt. Will man mir etwa einwenden:„das Stroh iſt ja zum Theil vom Viehe gefreſſen oder doch eingeſtreuet worden, um den Thieren ein trockenes, weiches Lager zu machen, alſo hat 6 Gur N ſgſt. was du und 9. mir al was d Thiee a Heu nod den Ke de Lin Ette⸗ hes a der.. Futter n K onſtele geben, 0 zu verka Vocfute de te inmei und 6 ſnd de —————,———————— deh 43 Ziehes des ig behiele es ja ſeinen Nutzen ſchon gebracht;“ ſo antworte ich darauf: kenen Miſ Gut! Nun ſage mir an, welchen Nutzen du von deinem Viehe dark trebt haſt. Berechne mir alle Milch, alle Butter; berechne mir, b Stroh⸗ ud was du durch Zuwachs junger Thiere oder durch gemaͤſtete iſkau und geſchlachtete, ausgemerzte Thiere gewonnen haſt; berechne Pung mir alle Arbeit, die dir das Zugvieh gethan hat. Setze alles, m Begjeßen W was du in deiner Wirthſchaft verbraucht haſt, ſo hoch an, als du es nur irgend haͤtteſt verkaufen koͤnnen. bbaren R Dann ſage mir aber auch ferner, was deine ſaͤmmtlichen ig wmerner Thiere außer dem Strohe erhalten haben. Berechne mir das h muß den Heu nach den uͤblichen Preiſen; die Weide, das Gartengras, mit Gerg⸗ den Klee oder anderes gruͤne Futter, die Ruͤben, Kartoffeln, 3 Landmwir die Leinkuchen— genug alles, was du ihnen gegeben haſt. Niſt vor di Setze alles ſo gut zu Gelde an, wie du die Nutzung des Vie— im Wöſ hes angeſetzt haſt, und vergleiche beide Summen mit einan— htigkeit ver der. Ich ſtehe dafuͤr, du wirſt ſtaunen, welchen Verluſt du jaͤhrlich erleideſt, dadurch, daß du Stroh, Heu und anderes ſo verfahtn Futter mit deinem Viehe verfuͤtterſt. Miſt eine Aber nicht deswegen muß man ſolche Berechnungen Behandlumg anſtellen, um ſich verleiten zu laſſen, dem Viehe weniger zu derbar, daß geben, oder gar etwas von dem Strohe oder anderem Futter egenden get zu verkaufen. Alles, was der Acker an Stroh, Heu und wird. It Viehfutter traͤgt, muß der Menſch als ein heiliges Eigenthum enge Strh des Ackers betrachten, das er ihm nie entziehen darf, ſondern ig oder vir immer in Miſt verwandelt zuruͤck geben muß. Die Koͤrner und edleren Fruͤchte, die zur menſchlichen Nahrung dienen, heurung de ſind des Menſchen Eigenthum. Vergreift er ſich am Eigen— ſchen Strol⸗ thum des Ackers, ſo verſuͤndigt er ſich an ſeinen Nach— Miſthaufen kommen. niedrigſta Jene Berechnung des Viehfutters und des Ertrages aus ſic maͤhin der Viehzucht werde alſo nur in der Abſicht angeſtellt, um eldwerty zur den Werth des Miſtes kennen zu lernen. Alles das Futter, welches das Vieh nicht durch ſeine Nutzung bezahlt, bezahlt hitt jum es uns durch ſeinen Miſt. porden, un Eine ſolche Berechnung beweiſet augenſcheinlich die Theu— en, Iſ hat rung des Miſtes und in den mehreſten Faͤllen wird dem Land⸗ / 44 manne das vierſpaͤnnige Fuder Miſt 1 Rthl. 12 Gr.— viel⸗ leicht noch mehr koſten. Es fragt ſich: hat der Miſt fuͤr den Ackerbau auch wieder dieſen Werth? oder, mit andern Wor— ten: ernte ich von einem Fuder Miſt auch fuͤr 1 Rthl. 12 Gr. Fruͤchte?—— Ich kann aus vielfaͤltiger Erfahrung antwor⸗ ten, daß man in der Regel, und eine Reihe von Ernten meh⸗ rerer Jahre durcheinander gerechnet, von jedem Fuder Miſt wohl einen groͤßeren Vortheil hat. Es mache nur jemand den Verſuch. Er duͤnge ein Acker⸗ ſtuͤkk zwanzig Jahre lang gar nicht und ein anderes von glei⸗ cher Groͤße und gleicher, natuͤrlicher Guͤte, miſte er dagegen alle drey, vier oder ſechs Jahre regelmaͤßig. Nun ſchreibe er die Ernten beider Stuͤcke genau auf; die Koͤrner, das Stroh und andere Gewaͤchſe. Uebrigens bearbeite er beide Stuͤcke gleich gut. dach Verlauf von einer Reihe Jahren rechne er die Ernten, die er von jedem einzelnen Stuͤcke hatte, zuſammen. Nun wird er ſehen, wenn er dasjenige, was das geduͤngte Stuͤck mehr getragen hat, mit dem Miſſte vergleicht, den es erhalten hat, wie hoch ſich das Fuder Miſt bezahlt gemacht hat. Die Folge eines ſolchen Verſuchs wuͤrde ergeben, daß ich den Preis fuͤr ein Fuder Miſt mit 1 Rthl. 12 Gr. nicht zu hoch angegeben habe, ſondern daß es vom Landmanne hoͤher genuͤtzt wird. Den Unterſchied, welcher zwiſchen zwei ſolchen Ackerſtuͤcken außerdem noch ſtatt finden wuͤrde, wenn man ſie zwanzig Jahre lang auf die angegebene Weiſe behandelt haͤt⸗ te, mag ich noch gar nicht in Anſchlag bringen. Das regel⸗ maͤßig geduͤngte waͤre im Stande, bei neuer, maͤßiger Duͤn⸗ gung alle Fruͤchte fort zu tragen, und das in ſo langer Zeit ungeduͤngte, aber oft beſaͤete Stuͤck, wuͤrde ſo ſehr ausge⸗ zehrt ſeyn, daß man es mit großem Ueberfluß von Duͤnger vielleicht in zehn Jahren kaum dem immer gut geduͤngten Stuͤcke gleich machen koͤnnte. Bei derſelben Gelegenheit, als der S. 32. erzaͤhlte Verſuch mit der Mergelung gemacht wur⸗ de, machte man auch einen aͤhnlichen mit einer Miſtduͤnguns. Crß mn wu und 69 dngten ſa Rog Stroh! 97, daß gezegen fiir ii derg antrtiden, Aute Dat Wahend Etule k Uor ſc eingeri dih legg. Kan halten, lugt u hule ich! den naſe du nan Nahe v hice Fe Lii chhangin nict nur ſiat diß ge ind Nu ſcickt, n fann, wo ein Trop dder Grr nd guf 45 1 ſon Durch fuͤnf gute Fuder Miſt auf einen Morgen von 180 Ru⸗ andern Vr⸗ then wurden auf demſelben 3 Scheffel 10 Metzen Roggen Rth. w h. und 664 Pfund Stroh mehr geerntet als auf einem unge⸗ ung antte duͤngten Morgen deſſelben Landes. Rechnet man den Schef⸗ Ernin h fel Roggen auch nur Einen Thaler werth und das Schock dude Ni Stroh von Bunden zu 20 Pfund zu drei Thaler und nimmt an, daß die halbe Kraft des Miſtes durch eine Ernte aus⸗ nge in Atr gezogen worden iſt, ſo ergiebt ſich doch ein Werth des Miſtes fuͤr ein jedes Fuder von zwei Thalern. ees don d Dergleichen Betrachtungen und Erfahrungen muͤſſen uns er daäes antreiben, auf das Zuſammenhalten des Miſtes und auf eine u ſchete gute Behandlung deſſelhen allen Fleiß anzuwenden. Von der 7 das Srr Behandlung des Miſtes auf dem Hofe, wenn er aus dem bedde Eli Stalle kommt, will ich noch folgendes erinnern: Vor allem iſt eine gute Miſtſtelle erforderlich. Dieſe muß echne er di ſo eingerichtet ſeyn, daß der Miſt weder zu trocken, noch zu „ zuſenme naß liege. Eins iſt ſo ſchaͤdlich als das andere. das gängt Kann ich das Regenwaſſer nicht von der Miſtſtelle ab⸗ leicht, den i halten, zieht es ſich wohl gar in der Gegend, wo der Miſt ohſt gemach liegt, zuſammen, ſo daß der Miſt im Waſſer ſchwimmt, ſo er— halte ich nicht guten Miſt zum Ausfahren auf das Land, ſon⸗ en, daß i dern naſſes Stroh. Die beſte Kraft des Miſtes, die Jauche, zr. nicht ſu muß man dann wohl weglaufen laſſen, ohne den geringſten aanne hößer Nutzen von ihr zu haben. Außerdem verhindert die uͤberfluͤ⸗ zwei ſolchn ßige Feuchtigkeit noch die Gaͤhrung des Miſtes. enn man ſi Liegt der Miſt aber zu trocken, vielleicht gar auf einer handelt hat abhaͤngigen Stelle, von der die Jauche abfließt, ſo buͤßt man Das regel⸗ nicht nur letztere ein, ſondern der Miſt faͤngt an zu brennen, giger Oim ſtatt daß er faulen ſollte, welches ihm ſo ſchaͤdlich als das Lie⸗ langer düt gen in der Naͤſſe iſt. ſehr ausgt Nur ein ſolcher Miſtplatz iſt zur guten Miſtbereitung ge⸗ von Dünger ſchickt, wo ich das Regenwaſſer zwar vom Miſte abhalten t gehlngten kann, wo mir aber doch von der eigentlichen Miſtjauche nicht geenheit al ein Tropfen verloren geht, ſondern in eigenen Vertiefungen emat dur oder Gruben ſich ſammelt, aus denen man ſie gausſchoͤpfen Giſdüngung und auf den Miſt zuruͤck gieteen kann. — —— — Die Jauche wird in der Regel viel zu wenig vom Land— manne geachtet. Sie verdient es gewiß, daß man ſie in ei— genen Gruben auf alle Art ſammelt. Bei gewoͤhnlicher Fut⸗ terung des Viehes und)bei reichlicher Einſtreuung wird man ſie ſaͤmmtlich auf den Miſt gießen koͤnnen. Bei ganz beſon⸗ ders ſaftiger und nahrhafter, gruͤner Futterung kann ſie aber zuweilen in ſolchem Ueberfluß vorhanden ſeyn, daß der Miſt ihrer nicht alle bedarf; dann kann man ſelbſt mit der Jauche duͤngen und ſie bei muͤßigen Stunden in den Garten tragen, wo ſie den Graswuchs außerordentlich befoͤrdern wird. Doch muß ich hierbei anmerken, daß die Jauche in dem Zuſtande, wie ſie aus dem Viehſtalle laͤuft, noch nicht recht zur Duͤn⸗ gung tauglich iſt. Sie muß erſt einige Zeit faulen oder gaͤh— ren, ehe ſie mit dem hoͤchſten Vortheil angewendet werden kann. In manchen Ländern fahren die Bauern die Jauche ſo— gar auf das Ackerland. Sie ſammeln ſie in eigends dazu ge— mauerten oder ausgeſchaalten Gruben, die ſie mit Bohlen be⸗ decken. In dieſe Gruben werfen ſie allen Kehricht, allen kur— zen Miſt, oder was ſonſt in der Haushaltung abfaͤllt, und fahren immer diejenige Grube nur aus, die ſchon voͤllig ge— gohren iſt. Hat der Wirth ſeinem Miſthofe diejenige Geſtalt gege— ben, die ich oben angegeben habe, ſo muß er bei dem Aus⸗ tragen des Miſtes darauf achten, daß derſelbe nicht zu breit umher geſchuͤttet, ſondern mehr hoch aufeinander geſchichtet werde. Am beſten iſt es wohl, man bringt alle Miſtarten, Rind- Schweine⸗ und Pferdemiſt, lagenweiſe durcheinander. Gaͤhren und vermiſchen ſich dieſe Miſtarten ſaͤmmtlich mitein⸗ ander, ſo wird man daraus einen ſo guten, ſich gleich bleiben— den Miſt erhalten, daß in der Wirkſamkeit zwei Fuder deſſel⸗ ben drei Fudern ſolchen Miſtes gleich ſind, der von jeder Vieh⸗ art beſonders zerſtreut auf dem Hofe herum lag, von Wind und Sonne entweder ausgedorrt, oder vom Waſſer ausgewa⸗ ſchen wurde. Hat der Miſt ſo in Haufen gepackt eine Zeit lang gele⸗ In b in nach hefteſten aber au Einſtreu wan ihr das En auch noc ſem wie: lange zele dadüßen, ſen We aangener Die nach der berſchieden menicet C daos wen kalter C nie ander G aüthtg mlegt, u diag, de 8 Miſ voch gich uf diee Frichten Att dr Ue wendige weiſten! hen Son ammen drnh dacht; g vom Land⸗ un ſie in ii nlicher gur wird man ganz beſon⸗ ann ſie aber aß der Miſ der Jauche rten tragen, vird. Doch m Juſtande, ht zur Dun⸗ en oder gahr endet werden „Jauche ſe nds dazu ge BVohlen be ht, allen kur abfällt, und e vollig ge⸗ Geſtalt gege ei dem Aub— cht zu brei er geſchichtt e Miſtarten urcheinander ztlich mitein geich bleiben Fuder deſſi⸗ on jeder Yehh⸗ von Wind ſer ausgelde iit ng gil —ö————— gen, ſo wird er in den Zuſtand uͤbergehen, in welchem man ihn nach meinen und vieler Wirthe Erfahrungen am vortheil— hafteſten ausfaͤhrt. Er darf nicht ganz vermodern, es muß aber auch inwendig nichts rohes mehr vom Strohe oder der Einſtreu uͤberhaupt zu ſpuͤren ſeyn. Die Probe iſt: wenn man ihn mit einer Miſtforke oder Gabel aufnimmt, ſo muß das Stroh gutwillig durchgehen und ſich nicht zerren, es muß auch noch nicht ſo verfault ſeyn, daß es durch die Gabel gleich— ſam wie Moder durchgeht. Dann haͤtte der Miſt ſchon zu lange gelegen, und man wuͤrde nicht nur an der Menge viel einbuͤßen, ſondern ein ſolcher moderartige Miſt wuͤrde den fe— ſten Thon- oder Lehmboden nicht ſo gut lockern, als halb zer— gangener Miſt. Die Zeit, in welcher der Miſt dieſe Gahre erhaͤlt, iſt nach der Witterung, nach der Art des Miſtes und nach den verſchiedenen Haufen verſchiebden. In warmer Witterung, bei weniger Einſtreu und guter Futterung wird der Miſt, beſon— ders wenn er etwas hoch aufgepackt iſt, eher faulen, als bei kalter Witterung und trockenem Viehfutter. Damit man nun nie andern Miſt als gut gefaulten auszufahren braucht, ſo iſt es noͤthig, daß man mehrere Miſthaufen auf dem Miſthofe anlegt, und nicht ganz friſchen aus dem Stalle auf ſolchen bringt, der ſeine Gaͤhrung bald vollendet hat. Es ſcheint manchem vielleicht zu muͤhſam, ſich mit dem Miſte ſo viele Muͤhe zu geben. Aber ich rathe jedem, der es noch nicht verſucht hat, nur vier bis fuͤnf Jahre ſeinen Miſt auf dieſe Art zu behandeln. Ich denke, er ſoll an ſeinen Fruͤchten den Unterſchied bald merken, und hoffe, er wird dieſe Art der Miſtbehandlung nicht wieder aufgeben. Uebrigens ſcheint es ſchwieriger, als es iſt. Die noth— wendige Auffuͤllung und Erhoͤhung des Miſthofes kann die meiſten Umſtaͤnde machen. Aber was kann man in zwei lan— gen Sommertagen nicht ausrichten, wenn man ſeine Leute zu— ſammen nimmt?— Man muß ſich wundern, wie mancher Wirth lebenslang einen Miſtplatz duldet, der einem Moraſte gleicht; wo er bei jedem Fuder Miſt, welches er ausfaͤhrt, 8 . — 3 6 4 3 5—— ——— 3————— ———————— 5 —————r 1— ——— 3 ————— 9 48 ſein Vieh auf eine unbarmherzige Weiſe anſtrengen muß, um den von Waſſer triefenden, ſchweren Miſt von ſeiner Stelle wegzubringen. Mit funfzig Fuder Erde iſt ein gewoͤhnli⸗ cher Bauerhof ſo weit zu erhoͤhen, daß dieſe Quaal fuͤr das Arbeitsvieh aufhoͤrt. In zwei Tagen iſt dieſe heran zu fah— ren, wenn man fleißig iſt, und die beſſere Lage, die der Miſt dadurch erhaͤlt, bezahlt dieſe Arbeit gewiß in einem Jahre reichlich wieder. Das eigentliche, ordentliche Aufſchichten und Durcheinan⸗ dermengen des Miſtes zu einem regelmaͤßigen Haufen iſt noch leichter. Wenn man den Miſt einmal traͤgt, ſo iſt es wohl ſo ziemlich einerlei, ich werfe ihn unordentlich hin, oder ich ſchuͤtte ihn nach einer gewiſſen Ordnung. Und, zugegeben, daß es etwas Muͤhe macht und einige Aufmerkſamkeit erfor— dert, wer wollte aber beide nicht bei einer Sache anwenden, auf der entweder reichliche Ernten oder aͤrmliche und kuͤmmer⸗ liche Fruͤchte beruhen? Was hilft die moͤglichſte Sorgfalt beim Pfluͤgen und Eggen, wenn ich nicht gehoͤrig duͤngen kann? Unbegreiflich iſt mir daher immer die Sorgloſigkeit ge— weſen, mit welcher ſo viele Landwirthe ihren Miſt behandeln. Sie thun oft gar nichts, um den einmal gewonnenen Miſt noch brauchbarer zu machen, aber, was noch ſchlimmer iſt, ſie nehmen auch nicht einmal den zuſammen, den ſie erhalten konnten. So findet man in vielen Doͤrfern den Gebrauch, daß das Vieh in den Mittagsſtunden gar nicht auf den Hof gelaſſen wird, ſondern auf der Straße ſtehen bleibt, oder gar ins Waſſer geht. Nehmen ſie es ja noch auf den Hof, ſo thun ſie doch nichts, um den wenigen Miſt zuſammen zu hal— ten, ſondern laſſen das Vieh den Koth auf dem Hofe verzet— teln, wo es nur Luſt hat. Auf dieſe Weiſe geht eine erſtaun⸗ liche Menge Miſt verloren, der vertrocknet oder von Wuͤrmern aufgezehrt wird. Treibt man das Vieh ja noch aus, ſo muß man doch ſo viel Miſt von ihm zu erhalten ſuchen, als moͤg— lich iſt, wenn es nach Hauſe kommt, und muß es daher jedes— mal in den Stall nehmen. Der Miſt, der aber dennoch bei dem Austreiben entwe⸗ der „ er fd ruf uſan un Niſt und der! weilen N kurzen 3 gut iſh 0 Diſ zum läber jhn bs n zacert n werde ich Din he bringe Echlochten den nicht Dünger g derg dhe bergießen Ick kene Aufme ch Nſt imner g dep ihre gad res Voh üh dolkrichen dungewe hin gehe a muß, un iner Stel⸗ n gewohſe uaal für d ran zu ſoh. die der Mi inem Jahr Durcheinan zufen iſt noch iſt es woh⸗ zin, oder ich , zugegeben, mkeit erfan⸗ e anwenden, und kuͤmmer orgfalt bein ſen kann? gloſigkeit ge behandeln. nenen Miſ nmer iſt, ſi ſie erhalte Gebrauch auf den Hef bt, oder gal den Hoß⸗ o men zu ha⸗ Hofe verzet eine erſtaun⸗ on Wuͤrmenn rus, ſo muß , alb mg⸗ daher jedes iumn mmr 1 ——n———öö 49 der auf dem Hofe, oder auf der Straße vom Viehe abfallt, muß zuſammengekehrt werden. Man wirft ihn entweder auf den Miſthaufen, oder ſammelt ihn ſammt andern Abgaͤngen und der nuͤtzlichen Aſche in flachen Gruben, wohin man zu⸗ weilen Miſtjauche gießt. Hiervon wird man einen herrlichen kurzen Miſt erhalten, von welchem ein Fuder wenigſtens ſo gut iſt, als zwei Fuder gewoͤhnlicher Miſt. Dieſen kurzen Miſt gebraucht man am vortheilhafteſten zum Ueberſtreuen auf bereits gruͤne Saaten, oder man egget ihn blos mit dem Saamen ein, damit er nicht ſo tief unter— geackert wird. Welche Fruͤchte man am liebſten uͤberduͤngt, werde ich in der Folge angeben. Den Federviehmiſt muß man auch in die erwaͤhnte Gru⸗ be bringen. So kann man auch ferner alle Abfaͤlle vom Schlachten dazu nehmen. Lauge, Seifenwaſſer und Urin wer⸗ den nicht zwecklos weggegoſſen, ſondern auf dieſen kurzen Duͤnger geſchuͤttet, den man zuweilen noch mit Holzerde oder dergl. uͤberwerfen kann, wenn man viel Feuchtigkeit zum Ue⸗ bergießen hat. Ich kenne Landleute, die nicht nur alle die hier empfoh⸗ lene Aufmerkſamkeit auf ihren Miſt verwenden, ſondern ſogar noch Miſt zukaufen, wo ſie ihn erhalten koͤnnen. Ich habe immer gefunden, daß diejenigen die wohlhabendſten waren, die den meiſten Miſt kauften. Der viele Miſt, den ſie auf ihre Felder brachten, war alſo gewiß eine wichtige Urſache ih⸗ res Wohlſtandes. Eigentlichen Miſt kann man ſelten anders als in großen volkreichen Staͤdten kaufen. Es giebt aber noch andere Dün⸗ gungsmittel, die man faſt in jeder Gegend kaufen kann. Da— hin gehoͤrt vor allen die Seifenſiederaſche. Ich kenne eine Gegend, wo die Seifenſiederaſche ſo theuer iſt, daß den Landleuten ein Wispel oder eine Fuhre 3 bis 6 Rthl. zu ſtehen kommt, ehe ſie ſolche auf das Land bringen koͤnnen. Dennoch wird ſie ſehr haͤufig gekauft und iſt dort zuweilen ſo rar, daß man in einem Umkreiſe von fuͤnt 5⁰ bis ſechs Meilen keine auftreiben kann. Jene fleißigen Land⸗ wirthe befolgen folgende Regeln bei der Anwendung der Aſche: Sie ſtreuen die Aſche nur als ein klares Pulver aufs Land. Klumpen und Stuͤcke werden ſorgfaͤltig auseinander geſchlagen. Zu dem Ende muß ſie moͤglichſt trocken werden, ehe ſie ausgeſaͤet wird. Auf einen Morgen reicht ein Fuder reiner Aſche allenfalls zu; beſſer iſt aber, wenn auf den Mor— gen 1 ½ Fuder kommen. Wollte man dieſe geringe Duͤngung der Menge nach ſo behandeln, wie gewoͤhnlichen Miſt und ſie ſo tief unterpfluͤgen, ſo wuͤrde ſie auf die erſte Frucht wenig wirken. Sie wird erſt dann ausgeſtreuet, wenn das Land voͤllig fertig zur Saat gepfluͤgt iſt. Man nimmt ſie in Mulden oder ſchmutzige Saͤelaken, und ſucht ſie eben ſo gleichmaͤßig auf den Acker zu vertheilen, wie Getreide, das man dahin ſaͤet. Sie wird dare auf mit dem Saamen eingeegget. Hat man guten Moder, ſo thut man wohl!, ſolchen mit der Aſche zu vermengen, und beides einen Sommer durch in ſolchen Haufen liegen zu laſſen, als ich im vorigen Kapitel beſchrieben habe. Zur Roggenſaat im Herbſt faͤhrt man dann dieſe Duͤngung auseinander und behandelt ſie, wie die Aſche ſelbſt; nur muß man verhaͤltnißmaͤßig ſtaͤrker duͤngen, je nach— dem man der Aſche viel oder wenig Moder zugeſetzt hat. Auch der ungeloͤſchte Kalk kann zu einem guten Duͤngungsmittel werden. Im vorigen Kapitel habe ich an— gerathen, wie man ihn mit Moder vermengen ſoll. Aber auch, wenn man keinen Moder hat, kann man den Kalk anwen⸗ den. Das gewoͤhnlichſte Verfahren bei der Kalkduͤngung oh⸗ ne Vermiſchung mit Moder iſt folgendes: der ungeldͤſchte Kalk wird in einzelnen Haͤufchen auf das zu beduͤngende Land gefahren, am beſten, wenn ſolches zur Winterung ſchon zwei oder gar 3 Furchen erhalten hat und zur Einſaat fertig da liegt. Man bringt auf den Morgen 20— 24 Scheffel und macht die Haͤufchen ungefaͤhr Einen Scheffel groß. Dieſen ungeloͤſchten Kalk bedeckt man unverzuͤglich mit der naͤchſten Jkande ült gi trock ds zuſ Bei ich von Boden! muf alh Turhel Der wenden, j tn Din ſtreuet d ſe Kle ſe ſcen hedecken. do de S Abend o gen ein De ſſch dr lch nien hn ſt Gannden dem ae unterdi Eei kung gen ſt. M beoor ſ unbekan Rageln den End 6 ruͤ in Nai dus und eißigen din wendung w Pulver auß g auseinander oocken wadde, chht ein Funn auf den Mer enge nach e unterpfluͤgen n. Sie wit rtig zur Sal der ſchmubi den Acker Sie wird do d, ſolchen m nmer durch i origen apit ihrt man dan wie die Aſce ngen, je nach ſſett hat⸗ einem gut hobe ich an „Aber auch Kalk anwen. kdüngung d er ungelöſch dngendelund m ſchn ſwe ſaat ferlig d Stzeſſl un ro Ditſs der nüchſte —-——— 5¹ Ackererde, unter welcher er ſich langſam loͤſcht und in Pulver zerfaͤllt. Iſt dies geſchehen, ſo ſaͤet und ſtreuet man den Kalk bei trockner Witterung aus, den Saamen dazu und egget bei— des zuſammen unter. Bei der Anwendung des Kalks gilt faſt alles das, was ich von dem Mergel als Reiz- und Belebungsmittel der im Boden vorraͤthigen Duͤngertheile geſagt habe. Der reine Kalk muß abwechſelnd mit Miſt angewendet werden, wenn man Vortheil von einer ſolchen Duͤngung haben will. Der Gips iſt mit großem Nutzen zur Duͤngung zu ver⸗ wenden, jedoch nicht auf dieſelbe Art, wie die bisher genann— ten Duͤngungsmittel, mit dem Boden zu vermiſchen. Man ſtreuet den fein gemahlenen Gips auf breitblaͤtterichte Gewaͤch— ſe, Klee, Luzerne, Wicken und Erbſen aus, zu einer Zeit, wenn ſie ſchon ſo hoch erwachſen ſind, daß ſie das Land gleichmaͤßig bedecken. Man waͤhlt dazu windſtilles Wetter und eine Zeit, wo die Blaͤtter ganz vom Thau durchnaͤßt ſind, alſo ſpaͤt am Abend oder am fruͤhen Morgen. Man nimmt auf den Mor— gen ein bis zwei Scheffel feinen Gips. Die Hauptſache bei dieſem Beſtreuen mit Gips iſt, daß ſich der Staub recht auf die Blaͤtter anſetze. Es iſt erſtaun⸗ lich, wie dies Wenige ſo maͤchtig wirkt. Vorzuͤglich anzura— chen iſt dieſe Duͤngung fuͤr den ſpaniſchen Klee. In den Gegenden, wo ſie einmal eingefuͤhrt iſt, hat man ſich ſo von dem großen Nutzen des Gipſens uͤberzeugt, daß es niemand unterlaͤßt. Bei Anwendung der Gipsduͤngung hat man die Bemer⸗ kung gemacht, daß ſie nicht auf allen Bodenarten wirkſam iſt. Man muß daher mehrere Verſuche im Kleinen machen, bevor man an Orten, wo bis daher das Beſtreuen mit Gips unbekannt war, mit dieſer Sache aufs Reine koͤmmt und die Regeln erhaͤlt, nach welchen man dabei verfahren muß. Zu dem Ende beſtreue man einige Quadratruthen Klee im zeiti⸗ gen Fruͤhjahr, andere etwas ſpaͤter im April, noch andere erſt im Mai. Bald ſtreue man den Gips ſtaͤrker, bald ſchwaͤcher aus und zeichne ſich die Stellen genau, wo man dieſe Verſu —ÿ—ÿ—ÿ—ꝛ—ꝛ—ꝛ——— —— & 52 che gemacht hat. Unterlaͤßt man dies, den Gips auf verſchie⸗ denen Stellen und zu verſchiedenen Zeiten anzuwenden, ſo ſetzt man ſich der Gefahr aus, ohne Grund die Meinung an⸗ zunehmen, als ſey in einer Feldmark die Gipsduͤngung ohne Nutzen. In den meiſten Faͤllen iſt die Wirkung des Gipſes auf den Klee außerordentlich. In der Naͤhe von Salzwerken kauft man auch die Ab⸗ gaͤnge von der Salzbereitung unter dem Namen Duͤnge⸗ falz, und faͤhrt ſie auf den Acker. Die letztgenannten Duͤngungsmittel ſind aber nicht in allen Gegenden zu ſolchen Preiſen zu haben, daß ſie der Land⸗ mann mit Vortheil ſich erkaufen koͤnnte. Ich will aber hier noch eine Duͤngung angeben, die gerade fuͤr ſchlechte, ſandige Gegenden anwendbar iſt. Dies iſt die Duͤngung durch un⸗ tergepfluͤgte gruͤne Saaten. Man wendet ſie da an, wo man wegen weiter Entfer⸗ nung vom Hofe oder Dorfe mit dem Miſt nicht gut hinkom— men kann, oder wo man doch uͤberhaupt wegen ſchlimmer Wege, oder wegen ſteiler Berge, eine ſehr beſchwerliche Aus— fuhr des Miſtes hat, und verfaͤhrt dabei folgendermaßen: Man bearbeitet das Ackerſtuͤck, welches man auf dieſe Art duͤngen will, in den erſten Fruͤhjahrsmonaten zwei oder drei⸗ mal, je nachdem das Land an und fuͤr ſich feſter oder loſer iſt, auf die gewoͤhnliche Weiſe. In der Mitte oder gegen Ende Juni muß es zur Saat fertig ſeyn. Dann beſaͤet man es mit Buchweitzen oder Spergel(Kulinka, Kraniſch, Ju⸗ link). Iſt der Boden ſehr ſandig, ſo nimmt man Spergel, iſt er etwas mehr lehmig, Buchweitzen. Beide Staaten ſind nicht theuer, und wenn man ſich den Spergel ſelbſt zuzieht, ſo iſt dieſer am wohlfeilſten. Wenn dieſe Gewaͤchſe in voller Bluͤthe ſtehen, ſo walzt man ſie nieder und pfluͤgt ſie unter. Damit wird das Land auch zugleich zur Saat gepfluͤgt, und, nachdem es ſich etwas geſetzt hat, mit Roggen beſaͤet. Dieſe Duͤngung iſt zwar nicht nachhaltend, ſie wird nur eine Roggenernte tragen; aber in den olce unnjn! In düngun beſſer th und der tug.. weihens nan ſi ohnem W verden i düngung n, ſch den, und Bill ucs iber ds Unter Vi Frape w dos ouy „A. auf dmin ſt, aled M hei Bac der das ſchten a a nü b E! t, ſcc füh denarten ordern, 8 ————— ————————— den angegebenen Faͤllen einer weiten Entfernung oder einer bergigen Lage eines Ackerſtuͤcks iſt ſie doch anzurathen. In der Naͤhe des Dorfes wird die Anwendung dieſer Duͤngung weniger vortheilhaft ſeyn. Dann wird man immer beſſer thun, die gruͤnen Gewaͤchſe erſt dem Viehe zu geben auf verſti zuwenden, Meinung n. uͤngung ehre g des Gipſe und den Miſt davon auf das Land zu fahren, welches ſie auch ie n trug. In dem einzigen Falle iſt das Unterpfluͤgen des Buch— 3 weitzens anzurathen, waͤre es auch ganz in der Naͤhe, wenn ien Büͤnzi man ſieht, daß er ſehr kurz bleibt und das Abmaͤhen kaum — lohnen wuͤrde. Seine zwar kurzen, aber ſaftigen Staͤngel, uer nicht i werden im Lande faulen, und ſo doch einigen Nutzen als ſieder ond Duͤngung geben, ſtatt daß ſie bei der Ernte, ihrer Kuͤrze we⸗ dl oder di gen, ſich beim Abmaͤhen auf das ganze Stuͤck verſtreuen wuͤr⸗ lechte, ſondi den, und groͤßtentheils liegen bleiben duͤrften. ng durch ur Billig ſchließe ich dieſes Kapitel damit, daß ich auch et— was uͤber die Vertheilung des Miſtes auf den Acker und uͤber weiter Entfe das Unterpfluͤgen deſſelben ſage. gut hinkon. gen ſchlimme werlich Au Wie oft ſoll man duͤngen? Die beſte Antwort auf dieſe rmahen: Frage waͤre wohl die: je oͤfter, je beſſer. Aber es ſoll hier auf dieſe blos ausgemacht werden, ob es beſfer iſt, zehn Fuder Miſt vei oder di z. B. auf ein Ackerſtuͤck mit einem Male zu bringen und ker oder liſt dann in ſechs Jahren nichts weiter, oder ob es nicht beſſer te oder geoin ſt, alle drey Jahre die Haͤlfte, alſo fuͤnf Fuder aufzubringen? i beſäet moh Meine lieben Leſer ſind ſchon daran gewoͤhnt, daß wir Kraniſch J dei Beantwortung ſolcher Fragen nicht geradezu das Eine oder das Andere als allein gut empfehlen. Dieſelben Ruͤck⸗ Spergel, i ſichten auf den Boden, die bei der Mergelung genommen wer⸗ Staaten ſ ſin den muͤſſen, kommen auch hierbei in Betrachtung. ſalsſt ziich Strenger Thonboden, der von Natur wenig Modererde hat; ferner magerer Lehmboden, der ganz feinen Sand bei then d walt ſich fuͤhrt und deshalb ſo ſehr leicht verdichtet, ſind die Bo⸗ ird das Land denarten, die mit einem Male eine ſtarke Duͤngung er⸗ (s ſich etche fordern, ſollte ſie auch nicht ſo oft gegeben werden koͤnnen. 1 zoyr ntt Wird der Miſt ſtark aufgefahren, ſo geht in der Erde her la gen;9 54 noch eine Art Gaͤhrung vor ſich, die auf die Lockerung dieſer Bodenarten nicht anders als vortheilhaft einwirken kann. La— gergetreide iſt auf ihnen nicht zu beſorgen, weil alles langſa— mer, aber auch feſter, auf dieſen Bodenarten waͤchſt. Wird hingegen der Miſt nur ſchwach aufgebracht, ſo unterbleibt in dieſem bindenden Boden die Gaͤhrung des Miſtes. Es ergiebt ſich alſo hieraus die Regel, daß man Thonbo— den und magern Lehmboden mit einem Male ſtark duͤngen muͤſſe, ſollte es auch nur ſelten geſchehen koͤnnen. Lehmigen Sandboden und fruchtbaren, mit Modererde wohl gemengten Lehmboden, duͤnge man lieber ſchwaͤcher mit einem Male, aber dafuͤr oͤfter. Wollte man einen lockern, fruchtbaren Lehmboden ſehr ſtark duͤngen, ſo wuͤrde ſich leicht in den erſten Jahren nach der Duͤngung Lagergetreide erzeu— gen, welches, wie bekannt, den Koͤrnerertrag ſehr vermindert. Dafuͤr wird aber eine oft wiederholte Duͤngung— etwa alle drey oder vier Jahre— ſehr zutraͤglich ſeyn. Lehmiger Sandboden iſt locker genug. Er bedarf alſo nicht, wie der Thon- und magere Lehmboden, des Auflockerns durch Miſt. Bei trockener Witterung, wie bei ſehr fruchtba⸗ rer, wuͤrde eine große Menge Miſt, zumal unzergangener, leicht ſchaͤdlich werden; entweder die Duͤrre des Bodens ver— mehren, oder die Gewaͤchſe uͤppig treiben. Der Sand zerſetzt den Miſt ohnedies ſehr bald. Wollte man alſo nur von ſechs Jahren zu ſechs Jahren duͤngen, ſo wuͤrden die letzten Fruͤch— te wenig von der Duͤngung gewinnen. Nach dieſen Erfah— rungen muß man ſich im Allgemeinen richten, wenn es dar⸗ auf ankommt, zu beſtimmen, ob man den Miſt ſtark oder ſchwach auffahren ſoll, ob man oft und wenig mit einem Ma— le, oder ſelten und deſto ſtaͤrker duͤngen ſoll. Es muͤſſen immer auch andere Umſtaͤnde noch in Erwaͤ— gung gezogen werden. Vor allem eigentlich die Miſtvorraͤthe, dann aber auch die Fruͤchte, welche man nach dem Miſt bauen will. Nicht alle Gewaͤchſe verlangen zu ihrem vollkom⸗ menen Gedeihen gleich viel Miſt. Kartoffeln, Lein, Hanf, Kohl, Ruͤben u. ſ. w. erfordern ein weit ſtaͤrker geduͤngtes and, C nhrſce fumme⸗ Soll gäcen, ſo menger dr Cde alſo bein hheit, un pfuü und 1e' Verr⸗ Man unter. 3 ſamer vor ſrohigen Dar 9on; laſſe won Dfua he Fucchn; kerem gen Eſſen ton ihm gffohren ihn aich dem Vag dect iſ. Crſahrun rathſom. ———y——————ſͤſͤͤſſ erung diſe Land, als die eigentlichen Getreidearten. Ich werde davon n kann, be mehr ſagen, wenn ich auf den Anbau dieſer Gewaͤchſe ſelbſt alle langſ komme. dachſt. An Soll der Miſt bald ſeine volle Wirkung auf das Land unterblaitt i zeigen, ſo muß man ihn innig mit der Ackerkrume zu ver⸗ dd. mengen ſuchen. Liegt er in Klumpen einzeln verthefft in man Then der Erde, ſo kann man nur wenig von ihm ſpuͤren. Er muß ſtark dungn alſo beim Breiten oder Streuen ſorgfaͤltig zerriſſen und zer⸗ theilt, und dann, wo moͤglich, einige Male mit dem Lande ge— it Modern pfluͤgt und geegget werden, um die Zerkleinerung waͤhrend ſei⸗ ſchwaͤcher n nes Verrottens zu befoͤrdern. einen locken, Man pfluͤge den ausgeſtreueten Miſt auch nicht zu tief rde ſich lach unter. In thonigem Boden geht die Gaͤhrung um ſo lang— getreide era ſamer vor ſich, je tiefer er liegt. Man huͤte ſich aber, langen, hr verminder ſtrohigen Miſt durch die Pfluͤge auf Haufen zu ſchleppen, oder — etwa dl gar ganz auf die Oberflaͤche heraus. Um dies zu verhindern, laſſe man Kinder oder andere ſchwache Perſonen hinter dem er bedarf oh Pfluge hergehen, und den Miſt durch leichte Harken in die des Aufockmn Furchen ziehen. Bei feuchter Witterung und von Natur lo— ſehr frucht ckerem Boden kann man den Miſt auch lange ausgebreitet lie⸗ gen laſſen; man wird dann vielleicht eine beſſere Wirkung von ihm wahrnehmen, als wenn man ihn gleich untergepfluͤgt haͤtte. Auf allen Bodenarten, denen es an natuͤrlicher Lockerheit fehlt, iſt das Unterpfluͤgen des Miſtes, ſo wie man ihn aus— gefahren hat, beſſer; faͤhrt man im Winter Miſt, wo man ihn nicht unterpfluͤgen kann, ſo kann man ihn gleich hinter dem Wagen her breiten, wenn die Erde nicht mit Schnee be⸗ deckt iſt. Aber auf den Schnee ihn auszubreiten, iſt nach der Erfahrung aller klugen und nachdenkenden Landwirthe nicht rathſam. Inzergangenen Bodens ver Sand zerſet nur von ſech letten Frich dieſen Erfeh⸗ wenn es dar iſt ſtark oder it einen M noch in Eri Miſrorrithe nh dem Niſ hrem vollom⸗ „ Lein, Hal 1 ker gaüngts —x— — Fuͤnftes Kapitel. Von der Bearbeitung des Bodens. De gewoͤhnlichſten Werkzeuge, womit der Landmann ſeinen Boden bearbeitet, ſind der Pflug, der Haaken, die Egge und die Walze. Dieſe Werkzeuge ſind in einer Gegend ſo, in einer an— dern anders gebauet. Oft ſind dieſe Abweichungen und Ab⸗ aͤnderungen deswegen, weil der Boden ſie nothwendig machte, und dann ſind ſie zu loben; ſehr oft hat der Pflug in einer Gegend aber ohne allen Grund und Urſache eine beſondere Form, blos weil er einmal gebraͤuchlich iſt. Es iſt ein gewoͤhnlicher Fehler der Landleute, daß ſie ſelbſt dann an ihren Werkzeugen keine Veraͤnderung vornehmen wollen, wenn ſie auch wiſſen, daß irgend etwas beſſer ſeyn koͤnnte. Jeder glaubt in der Regel, der Pflug, mit dem er von Jugend auf gepfluͤgt hat, ſey der beſte in der Welt. Man muß zwar zugeben, daß geſcheute Landleute in jeder Gegend ihren Pflug ſo zu ſtellen wiſſen, daß ſie leidliche Ar— beit damit verrichten koͤnnen. Es kann aber auch niemand ab⸗ leugnen, daß die Pfluͤge mancher Gegenden vor denen in an⸗ dern große Vorzuͤge haben. Man wird es ſich ſelbſt und dem armen Viehe weit leichter machen koͤnnen, wenn man nicht ein blindes Vertrauen auf die Vortreflichkeit ſeines Pfluges ſetzt, ſondern waͤhrend der Arbeit mit demſelben auf ſeine Feh⸗ ler achtet. Um dies zu koͤnnen, ſollen hier die Eigenſchaften eines guten Pfluges angegeben werden: 1) Er muß gut in den Boden greifen. Pfluͤge, die bei einiger Haͤrte des Bodens ſich hinten aufheben, ſind fehlerhaft gebauet. 2) Er muß ſich gut und leicht ſtellen laſſen. Schmale und breite Furchen, tief und flach, muß man pfluͤgen koͤnnen, ohne dazu viele Vorkehrungen zu treffen. Das Verſetzen eines Nagels, oder ein anderer kleiner Um man ei Iſter wohlfeil wenn g 57 Handgriff muͤſſen hinreichend ſeyn, um die genannten Veraͤnderungen an einem Pfluge hervor zu bringen. Muß man erſt viele Anſtalten machen, lange keilen, ſo unter— bleibt es nicht nur, ſondern es geht auch viel Zeit daruͤ⸗ ber verloren. admann ſeinn die Emeu 3) Ein guter Pflug muß eine re ine, breite Fur⸗ che machen. Pfluͤge, die an der Landſeite oder da, wo das Pflugkolter oder Meſſer den Streifen abgeſchnitten hat, tiefer eingreifen als an der Furchenſeite, d. h. da, wo das Schaar die Furche aufgehoben hat, lockern das „ in einer n igen und I. wendig mact Pflug in in Land nicht gleichmaͤßig und gehen ſchwer; dann eine bend 4 muß ein guter Pflug auch leicht gehen. Dies wird bewirkt, wenn das Vordergeſtell mit dem Hinter— ke, daß ſeſt pfluge im rechten Verhaͤltniſſe ſteht; wenn der Hinter— ing vornehme pflug ſo gebaut iſt, daß ſich die Erde nicht darin anhaͤuft; vas beſſe ſ wenn das Streichbrett eine allmaͤhlige Woͤlbung hat und ug, mit dem utit Eiſen beſchlagen iſt; wenn uͤberhaupt alle die Theile der Welt, eines Pfluges, welche auf der Erde ſtreifen, mit Eiſen be— ſchlagen ſind. Iſt das Eiſen erſt glatt geſchliffen, ſo glei⸗ tet es viel leichter durch die Erde durch als Holz, an wel⸗ ches die feuchte Erde ſich immer anſetzt. ndleute in ja ſe leidliche“ h niemand!—. 1 denen in t 5) Endlich wuͤrde ich von einem guten Pfluge ſelbſt und de noch verlangen⸗ daß er dauerhaft ſey. Mit ei⸗ enn man ult nem Inſtrumente, welches leicht zerbricht, kann man nie ſeines Pfun tiicheig arbeiten. Geolj das Land aber gut gepfluͤgt wer⸗ auf ſeine g den, 5 muß ein 4 lug vielen Widerſtand auszuhalten eEjaenſchafte vermdgent. Muß ich bei hartem Boden blos deswegen zd flach pfluͤgen, weil ich ſonſt fuͤrchten muͤßte, den Pflug zu „Pfl, zerbrechen, ſo wird nur eine ſchlechte Beſtellung zu Stan— ſhde, i de kommen. aufheben, ſh.— Um ſich einen guten, dauerhaften Pflug anzuſchaffen, muß llen laſſen man ein Paar Thaler mehr oder weniger gar nicht anſehen. ac, nuß mu Iſt er einmal angeſchaft, ſo haͤlt er auch laͤnger aus, als ein — wohlfeiler. Rechnet man den Aufenthalt, den es verurſacht, 1 en zu trefn NAAE 8.. 2. 3. 3 wenn an den Pfluͤgen beſtaͤndig etwas zu flicken iſt, ſo wird anderer kline 58 man gern etwas mehr an ein Werkzeug wenden, mit dem man eine lange Zeit ohne Aufenthalt fortarbeiten kann. Landleute ſollten, wenn ſie reiſen, auf die verſchiedenen Pfluͤge und andere Werkzeuge achten, die man in andern Ge— genden antrift. Finden ſie, daß ein Pflug eine beſſere Furche macht, als der ihrige, oder daß er leichter geht, ſo muͤßten ſie ſich nach einer Gelegenheit umſehen, mit einem ſolchen Pflu⸗ ge zu ackern. Wer wird das nicht jedem Fremden gern er— lauben, der ihn freundlich darum anſpricht? Wer viel ſelbſt gepfluͤgt hat, wird dann am leichteſten einſehen, warum ein Pflug beſſer geht, wenn er mit ihm arbeitet. Oft iſt eine ganz unbedeutende Kleinigkeit die Urſache davon, die man gar nicht bemerkt, wenn man den Pflug blos ſieht. Arbeitet ein geuͤbter Pfluͤger aber ſelbſt mit ihm, ſo wird er leicht die Ur— ſache ſeiner Vollkommenheit entdecken, und ſeinen eignen Pflug darnach abaͤndern koͤnnen. Die beſte Gelegenheit zu ſolchen Vergleichungen haben junge Landwirthe waͤhrend ihres Soldatenlebens. Im ſpaͤte⸗ ren Alter, wenn ſie die Wirthſchaften ihrer Eltern ſchon uͤber— nommen haben, findet ſich ſelten Gelegenheit fuͤr ſie zu wei— ten Reiſen. Fahren ſie auf Maͤrkte, ſo gebricht es ihnen oft an Zeit, ſich unterweges viel aufzuhalten. Wendeten aber die Bauernſoͤhne in den Jahren, wo ſie oft zu ihren Regimentern reiſen oder als Soldaten marſchie— ren, mehr Aufmerkſamkeit auf das, was ſie an andern Orten Neues ſehen, ſo koͤnnten ſie dieſe Zeit ſehr nuͤtzlich fuͤr ihre Zukunft anwenden. Sie erzaͤhlen ſo gern von dem ſchoͤnen Viehe oder dem ſchoͤnen Getreide, was ſie anderwaͤrts ſehen. Sie ſollten ſich aber nicht damit begnuͤgen, dieſe Dinge anzu— ſehen. Sie ſollten ſich ſelbſt oder andere fragen: warum iſt das Vieh hier beſſer? warum iſt der Acker beſſer beſtellt? wa⸗ rum iſt hier beſſeres Getreide? Gewoͤhnlich ſchiebt man alles auf die Landesart, worun⸗ ter man den Boden und die Verhaͤltniſſe der Wirthſchaft ver⸗ ſteht. Wuͤrde man aber dieſe Fragen ſich ſelbſt gruͤndlich be— antworten, oder, wo dies nicht zureichte, ſich ſo lange erkun⸗ 5 7— L 2 2 ———— 2 nußten ſe lchen Pfiu 3 en gern er viel ſeldſ warum ein Oft iſt eine die man gar Ar beitet ein icht die Ur Mqha eignen Pfu⸗ väͤrts ſ 59 digen, bis man eine genuͤgende Antwort darauf erhalten haͤt⸗ ſo wuͤrde man ſehr oft finden, daß dasjenige, was nach dem Sprachgebrauche unter Landesart verſtanden wird, oft nichts iſt als beſonderer Fleiß, womit man den Acker be⸗ unger zuſammenhaͤlt, Futter fuͤr das Vieh bauet, und alle Geſchaͤfte der Landwirthſchaft mit Luſt verrichtet. Haͤtte man dies durch genaue Erkundigungen und durch genaues Aufmerken auf alle Umſtaͤnde heraus gebracht, ſo muͤßte man ja ſehr thoͤricht ſeyn, wenn man nicht Luſt bekaͤ— me, von ſolchen Leuten etwas zu lernen, die den Ackerbau ſo vollkommen verſtehen. Nichts iſt einfaͤltiger, als wenn man ſich einbildet, die Pfluͤge, die Eggen, mit denen man von Ju— gend auf gearbeitet hat, waͤren die beſten, oder die Gebraͤuche die man zeither beim Ackerbau angewendet hat⸗ t Rarin durch keine anderen uͤbertroffen werden. Der Landmann lernt nie aus. Schon fruͤh muß er anfangen zu denken, und muß alles, was er thut, pruͤfen, ob er es auch recht macht; die Werkzeuge, mit denen er oder ſein Vieh arbeitet, muß er ſich ſo umzuſchaffen ſuchen, daß er ſich und den armen unvernuͤnf⸗ tigen Thieren die Arbeit damit erleichtert. Eltern ſollten da⸗ her von Jugend auf ihre Kinder dazu gewoͤhnen, auf die ſie umgebenden Gegenſtaͤnde zu achten. Waͤren ſonach die Kin⸗ der daran gewoͤhnt, ſo wuͤrde mein oben geaͤußerter Wunſch, die jungen Soldaten moͤchten ihre Kenntniſſe in der Land— wirthſchaft durch ihre Reiſen vermehren, in Erfuͤllung gehen. Die in vielen Gegenden ſo aͤußerſt fehlerhaft gebauten Pfluͤ⸗ ge wuͤrden bald ſo abgeaͤndert werden, daß ſie den beſſern gleich kaͤmen. Außer dem Pfluge bedient man ſich in vielen Gegenden zum Umbrechen des dünde⸗ noch des Haakens. Der Haa⸗ ken oder Ruhrhaaken iſt, wie der Pflug, ſehr verſchieden. In der Regel iſt dies Werkzeug jedoch beſſer zur zweiten Furche, als zum erſten Umbrechen des Landes. Die Eggen dienen dazu, die Erdkloͤße zu zerkleinern, den n und das Unkraut zu Aifteren mit hoͤlzernen und eiſernen Zinken, mit be⸗ — — — 8 — ₰ — 8 — — — ᷣ — 3 60 weglichen und feſtſitzenden Balken. Alle dieſe verſchiedenen Arten ſind zu manchen Arbeiten und zu der verſchiedenen Be⸗ ſchaffenheit des Bodens ſehr brauchbar. An den Orten, wo das Land leicht verqueckt oder ſich ſonſt ſchwer bearbeiten laͤßt, iſt es gut, neben den kleinen ein— ſpaͤnnigen Eggen, eine oder zwei groͤßere fuͤr zwei oder drei Pferde anzuſchaffen. Mit dieſen ſchweren Eggen wird man durch zweimaliges Ueberziehen mehr ausrichten, als wenn man mit leichten Eggen ſechs oder achtmal uͤberzieht. Die Wajze iſt in manchen Gegenden ganz unbekannt. Sie verdient es aber, daß man ſie ſich allenthalben anſchaffe. Wo man ihre Wirkung einmal kennen gelernt hat, und es gleichſam landuͤblich geworden iſt, zu walzen, haͤlt man dieſe Arbeit fuͤr ſo unentbehrlich, wie das Pfluͤgen und Eggen. Mir iſt ein Beiſpiel bekannt, daß der Beſitzer eines Rit⸗ tergutes in einer Gegend anfing zu walzen, wo es noch nie geſehen worden war. Die Bauern jener Gegend wurden durch den guten Erfolg dieſer Arbeit ſehr bald bewogen, ſie auch anzuwenden. Jetzt findet man dort ganze Doͤrfer, wo der Gebrauch der Walze eingefuͤhrt iſt.=*) Dieſes Werkzeug kann ſich ein jeder, der irgend etwas mit der Axt und dem Beile umzugehen weiß, ſelbſt machen. Man nimmt dazu ein acht bis zwoͤlf Fuß langes, gerades und eine Elle ſtarkes Stuͤck kiehnen Holz. Dies bearbeitet man ſo viel, daß der Durchmeſſer der Walze zwoͤlf bis funfzehn Zoll bleibt. Dadurch wird der Splint ſo ziemlich herunter gehauen werden, wenn man ein kerniges Stuͤck genommen hat. Es verſteht ſich von ſelbſt, daß dieſe Walze ſehr regel— maͤßig rund gearbeitet werden muß. Zum Geſtell nimmt man zwet etwas gebogene Hoͤlzer, von der Staͤrke und Form gewoͤhnlicher Miſtbergenbaͤume. — *) Die Bauern in dem jetzigen Wohnorte des Verfaſſers, die durch ihn den vielfältigen Gebrauch der Walze kennen lernten, haben aus eige⸗ nem Antriebe ſich dieſe Werkzeuge angeſchaft und bediemen ſich derſelben bei ihrem Ackerbau. Er lm was be Fgfen die ner We hälten die neu ſt N ſclägr ſ luf, wieder du Walze zu werden d Mun Do dihſts vird mani bumen b N braucht r die Erdel näßigen 9 Vane her ni dr I duf zu, uw d der etwar linger de bei trocken luha u Wü den müſſ hen kann, Dies ggen, iſ Kener W inem me erſchiedenen hiedenen Be⸗ eckt oder ſch kleinen ein⸗ vei oder dri en wird men ls wenn man unbekannt. en anſchaffe. hat, und es lt wan dieſe d Eggen. er eines Rit es noch nie gend wurden bewogen, ſt „Dyorfer, me jrgend etwat Abſt machen gerades und arbeitet ma bis funffehr nich herunter k genommen he ſehr regel⸗ gene Hoͤhen bergenbäͤume — aſers, die durch haben aus n ſch derſilin ige ——.— 61 Sie koͤnnen 2 ⅞ bis drey Fuß lang ſeyn. Nachdem man ſie etwas bearbeitet hat, bohrt man in der Mitte ein Loch zu den Zapfen der Walze. Dieſe Zapfen ſind das Einzige, was der Schmidt an ei⸗ ner Walze zu machen hat. Sind ſie einmal angeſchaft, ſo halten ſie mehrere Walzen aus und werden immer wieder in die neue eingeſchlagen, wenn die alte unbrauchbar geworden iſt. Man laͤßt ſie ungefaͤhr einen Fuß lang machen und ſchlaͤgt ſie ſo weit ein, daß ſie noch zwei Zoll vorſtehen. Auf dieſe Zapfen kommen die gebogenen Hoͤlzer, die man wieder durch zwei Stangen miteinander verbindet. So iſt die Walze zum gewoͤhnlichen Gebrauche fertig. An die Stangen werden die Pferde angeſpannt. Man hat die Walzen freilich haͤufig von eichenem Holze. Da dieſes aber immer rarer wird und oft ſehr theuer iſt, ſo wird man ſich in den meiſten Faͤllen mit Walzen von Kiehn— baͤumen behelfen muͤſſen. Die Walze kann auf mancherlei Art beim Ackerbau ge— braucht werden. Auf ſchwerem Boden werden mit derſelben die Erdkloͤße zertruͤmmert. Am beſten geht dies nach einem maͤßigen Regen. Wenn dadurch die Kloͤße erweicht und vom Winde hernach etwas abgetrocknet ſind, ſo faͤhrt man raſch mit der Walze daruͤber hin, und ſie werden zermalmt werden. Auf loſem, ſandigem Boden braucht man die Walze da— zu, um den durch die Beanbeitung aufgelockerten Boden wie— der etwas zuſammen zu druͤcken, damit ſich die Feuchtigkeit laͤnger darin halte. Es iſt unglaublich, wie ſehr man dadurch bei trockener Fruͤhlingswitterung das ebenmaͤßige Keimen und Aufgehen des Saamens befoͤrdern kann. Es verſteht ſich, daß Pfluͤgen, Eggen und Walzen ſo ſchnell auf einander fol⸗ gen muͤſſen, daß die Feuchtigkeit des Landes beiſammen blei⸗ ben kann. Dies Walzen der Sommerung unmittelbar nach dem Eggen, iſt jedoch nur bei lehmigem Sandboden und bei tro⸗ ckener Witterung anzurathen. Bei feuchter Witterung und einem mehr thonigen Boden verſchiebt man es lieber ſo lan⸗ —— 2— ——— 2 —————— — 2—— 7 —— — ä— 1—— — —— 62 ge, bis das Getreide voͤllig aufgegangen iſt. Dann unterlaſſe man es nie. Es wird dadurch nicht nur die Feuchtigkeit im Boden beſſer zuſammen gehalten werden, ſondern alle Kloͤße werden zertruͤmmert, und die Steine in den lockern Boden einge— druͤckt. Dadurch verſchaft man ſich ein voͤllig ebenes Land, auf welchem ſich die Erntearbeiten, das Maͤhen wie das Har— ken, mit weit groͤßerer Genauigkeit ausfuͤhren laſſen. Auf ſolchem Boden, der mit ſehr viel Modererde gemengt iſt, und dabei eine naſſe Lage hat, braucht man die Walze auch im Fruͤhlinge, um die Winterung wieder feſt zu druͤcken, deren Wurzeln durch den Froſt aus dem lockern Boden her⸗ ausgezogen worden ſind. Ich komme nun auf die Bearbeitung des Landes durch Pflug und Egge wieder züruͤck. Durch das Pfluͤgen will man mehrere Abſichten errei— chen. Man will das Land auflockern, man will es mit Miſt vermengen und zugleich das Unkraut zerſtoͤren. Wird die Ar⸗ beit in der rechten Zeit und auf die rechte Weiſe verrichtet, ſo hat es keinen Zweifel, daß die angegebenen Zwecke dadurch erreicht werden. Um das Land gehoͤrig aufzulockern, iſt ein mittleres tiefes Pfluͤgen noͤthig. Man muß ſich wundern, wie gedankenlos manche Landleute daruͤber hinweg ſehen und ihr Land nicht pfluͤgen, ſondern die obere Narbe nur ein wenig abſchaͤlen, gleichſam um es ſchwarz zu machen. Wer ſich von der Nothwendigkeit uͤberzeugen will, daß man das Land bis zu einer gewiſſen Tiefe pfluͤgen ſollte, und tiefer, wie bisher, der gehe nur einmal den Getreidewurzeln nach, und unterſuche, wie tief ſie eindringen, wenn ſie das Land tief genug gelockert finden. In gegrabenem Gartenlan⸗ de findet man, daß die Getreidewurzeln zehn bis zwoͤlf Zoll tief gehen. Noch nothwendiger iſt das tiefe Auflockern des End m Kol Ein nem f wehrer ſch de Krume ſchhlch gen und dns erh NMal biaher f Dies m. nict mit geund ſ gellngte rh und! dne vit glich mi wlny ſch kume Ech Dded m ſſt de Ewi Hanzen T rend diſſ müͤrher n imiz vem duſ deardeie tefen nie ne Beden numgaͤng . Wie det? Ma nſchieden un unterlaſe it im Bomn Küße werdn Boden eing ebenes Land wie das hn iſſen. ererde gemen nan die Wa eſt zu druͤch en Boden hir Landes dut lbſichten eru des mit M Wird die N eiſe verrichte wecke dadunt mittleres tief e gedankenbi dr Land nich nig abſchäln gen wil, di zen ſolt, und ereidewurjen wenn ſe dit m Grrtenlan s mmif 30 ufbckan de —y 65 Landes zu den Futtergewaͤchſen, zu den Kortoffeln, Ruͤben, dem Kohl und Klee. Ein tief gepfluͤgter Acker hat mancherlei Vorzuͤge vor ei— nem flach gepfluͤgten. Die Wurzeln koͤnnen ſich darin mit mehrerer Leichtigkeit ausbreiten; bei trockener Witterung haͤlt ſich die Feuchtigkeit laͤnger darin; bei naſſer kann eine tiefe Krume mehr Fruuchtigkeit aufnehmen, ehe ſie den Gewaͤchſen ſchaͤdlich wird. Daher wird durch allmaͤhliges tieferes Pfluͤ⸗ gen und verhaͤltnißmaͤßiges Duͤngen der Werth eines Ackerbo⸗ dens erhoͤhet. Man muß aber behutſam verfahren, wenn man einem bisher flach gepfluͤgten Acker eine tiefere Krume geben will. Dies muß nur nach und nach geſchehen, und man muß es nicht mit Einem Male bewerkſtelligen wollen. Der Unter— grund iſt nicht, wie der bisher gelockerte und von Zeit zu Zeit geduͤngte Boden, mit Modererde durchdrungen, ſondern ganz roh und unfruchtbar. Braͤchte man nun von dieſer armen Erde mit Einem Male zu viel herauf, ſo koͤnnte ſie nicht ſo— gleich mit Duͤngertheilen fruchtbar gemacht werden, und man wuͤrde ſich alſo in dieſem Falle durch das Vertiefen der Acker⸗ krume Schaden zuziehen. Die beſte Zeit dazu, einen Acker tiefer als bisher zu pfluͤ⸗ gen, iſt der Herbſt, ſo daß die aus der Tiefe heraus geholte Erde in rauhen Furchen oben auf zu liegen kommt, und den ganzen Winter durch der Witterung ausgeſetzt wird. Waͤh⸗ rend dieſer Zeit werden Froſt, Luft und Sonne dies feſte Land muͤrber machen, und es vorbereiten, mit der uͤbrigen Krume innig vermengt zu werden. Zu ſolchen Gewaͤchſen, die den ganzen Sommer durch bearbeitet werden, Kartoffeln, Ruͤben ꝛc. kann man dies Ver— tiefen nicht nur auf die beſchriebene Art im Herbſt immer oh⸗ ne Bedenken thun, ſondern es iſt zu ihrem Gedeihen beinahe unumgaͤnglich noͤthig. Wie oft ſoll man einen Acker pfluͤgen, ehe man ihn be⸗ ſaͤet? Man findet faſt in allen Gegenden, daß man zu den verſchiedenen Getreidearten nach einem einmal eingefuͤhrten 64 Gebrauche zu einer jeden beſondern Fruchk dem Lande eine beſtimmte Furchenzahl giebt. So pfluͤgt man zu Weitzen gern einmal oͤfter wie zu Roggen; zu Gerſte oͤfter wie zu Ha— fer, und zu den Huͤlſenfruͤchten gewoͤhnlich nur einmal. Im Ganzen genommen laͤßt ſich hiergegen nichts einwenden, ſon— dern die Erfahrung beſtaͤtiget jaͤhrlich die Richtigkeit dieſes Verfahrens. Man muß ſich jedoch an einen ſolchen Gebrauch nie ſo binden, daß man durch nichts davon abzugehen bewogen wer⸗ den kann. Man hat die Abſicht, durch das Pfluͤgen den Bo⸗ den zu lockern, das Unkraut zu vertilgen, und den Boden mit dem Miſt zu mengen. Dieß muß man immer vor Augen haben, wenn man fragt: wie oft ſoll der oder jener Acker ge— pfluͤgt werden? Gewoͤhnlich wird es freilich reichen, wenn man zu Weitzen in der Brache viermal, zu Roggen dreimal, zu Gerſte drei und viermal, und zu Hafer zweimal pfluͤgt. Es köͤnnen aber Faͤlle eintreten, wo die Witterung bei einem Pfluͤgen unguͤnſtig war; wo das Land ſehr mit Unkraut an— gefuͤllt iſt, oder wo andere Umſtaͤnde der guten Bearbeitung hinderlich waren. Dann muß man von der Regel abgehen und lieber einmal mehr pfluͤgen und eggen, als ein Stuͤck be⸗ ſaͤen, das noch nicht gehoͤrig zubereitet iſt. Im entgegengeſetzten Falle koͤnnen die Witterung und die vorige Bearbeitung des Landes ſammt den Fruͤchten, die vor— her darauf ſtanden, den Boden in ſolchen muͤrben Zuſtand verſetzt haben, daß man fuͤglich eine Furche ſparen kann. Auch dieſen Umſtand benutze man bei ungluͤcklicher Witterung weiſe, und gebe lieber eine Furche ſolchem reinen Lande weniger, als daß man zur Unzeit ſäet. Von der letzteren Freiheit mache man jedoch nur in den angegebenen Nothfaͤllen Gebrauch. Sonſt wird ſich eine beſ⸗ ſere Bearbeitung des Landes immer reichlich bezahlen. Man unterlaſſe ſie daher nicht, und beſtrebe ſich, ſein ganzes Land in einen gartenaͤhnlichen Zuſtand zu verſetzen. Die Zerſtoͤrung des Unkrauts macht gewoͤhnlich bei der Begar⸗ Burtit nierii. Zu entweder ſet, Ode Mit de Trespe, den, wen wiedefolt Aſe und entweder Krnder de beit die te iſt ſo Gerede Emte wit ſiißig ſad Schefel wan ihne dorin ar⸗ den Unkr, dat mit Hat n Eamen Getade eine hute halkene man ehr ſinen d Landman ſch fteu Kann, un welche ſia Des her imme ſn; denn 1 1 Lande ein zu Wäißn er wie zae einmal. a nwenden, ſan ͤtigkeit diſn brauch nie bewogen ur uͤgen den d en Boden wi er vor Aumn ener Acker i en, wenn my n dreimal, al pflugt. d ng bei ehem Unkraut a Bearbeitun Negel abgehn in Stuͤck b rung und d zten, die w eeben Zuſtn en kann, Aut tterung weit weniger, 9” nur in d ſch eine b ahlen Man grnzs L hnlc bei d Beal 65 Bearbeitung die mehreſten Schwierigkeiten. Es iſt vorzuͤglich zweierlei Art, Saamen- und Wurzelunkraut. Zu erſterem gehoͤrt alles dasjenige, was ſeinen Saamen entweder vor der Ernte, oder waͤhrend derſelben von ſelbſt aus⸗ ſaͤct, oder was mit dem Getreide zugleich ausgeſaͤet wird. Mit dem Getreide zugleich ſaͤet man die Raden, Vogelwicken, Trespe, Lolch ꝛc. aus. Dieſe Unkraͤuter kann man los wer— den, wenn man reinen Saamen ausſaͤet, und dies ſo lange wiederholt, bis alle der Unkrautsſaamen zerſtoͤrt iſt, der ſich im Miſte und zum Theil im Acker ſelbſt befand. Man kauft ſich entweder reinen Saamen, oder man laͤßt ihn ſich durch die Kinder rein leſen. Mancher erſchrickt vielleicht vor der Ar— beit, die es macht, den Saamen rein zu leſen. Aber die Sa⸗ che iſt ſo ſchwierig nicht. Man nimmt die Kinder, welche das Getreide und Unkraut gehoͤrig unterſcheiden koͤnnen, in der Ernte mit auf das Feld und laͤßt ſie Aehren leſen. Wenn ſie fleißig ſind, werden ſie leicht von jeder Getreideart ein paar Scheffel z§emmen leſen. Um ihnen Luſt zu machen, ſchenke man ihnen fuͤr jede Metze etwas beſtimmtes. Man ſey aber darin etwas ſtrenge, und halte darauf, daß ſie auch nicht Ei— nen Unkrautshalmen mit Saamen oder eine andere Getrei— deart mit aufnehmen. Hat man ſich auf dieſe Art von jeder Getreideart reinen Saamen verſchaft, ſo ſaͤe man ihn abgeſondert von unreinem Getreide auf recht gutes Land, von welchem man hoffen darf, eine gute Ernte zu erlangen. Haͤlt man nun dies davon er⸗ haltene Getreide wieder von allem unreinen entfernt, ſo wird man ſehr bald die Freude haben, ganz reines Getreide auf ſeinen Feldern zu ſehen. Welche Wonne iſt das fuͤr einen Landmann, dem ſein Beruf am Herzen liegt? Wie muß er ſich freuen, wenn er endlich nur ganz reine Frucht verkaufen kann, und nun einen viel hoͤhern Preis erhaͤlt, als alle die, welche ſtatt Getreide Unkrautsſaamen verkaufen? Des Menſchen Beruf iſt rege Thaͤtigkeit. Er muß da⸗ her immer aufs Neue wieder anfangen, reines Getreide zu le ſen; denn da ſein Miſt, ſein Acker, ſelbſt ſein Boden und ſei⸗ I. 1 5 66 ne Scheunen noch von fruͤher her voller Unkrauk ſind, ſo wird auch bald in das reinſte Getreide wieder Unkrautsſaa⸗ men kommen, und er wird mehrere Jahre damit zu kaͤmpfen haben, ehe er ihn voͤllig los wird. Bei fortgeſetzter Bemuͤ⸗ hung wird er aber gewiß ſeinen Zweck erreichen. Schwerer wird die Zerſtoͤrung des Unkrauts, wenn daſ⸗ ſelbe von der Art iſt, daß es ſeinen Saamen abfallen laͤßt, bevor das Getreide geerntet wird. Dahin gehoͤrt der Hede⸗ rich, der Flughafer, die Kornblume, die Wucherblume ꝛc. In unſern Gegenden iſt der Hederich das gemeinſte und gefaͤhr⸗ lichſte Unkraut. Sein Saamen hat eine ſo feſte Schaale, daß er zwanzig, ja funfzig Jahre in der Erde liegen kann, ohne zu verderben. Wird er aber durch das Pfluͤgen an die Ober⸗ flaͤche gebracht, ſo ſpringt dieſe Schaale auf und der Saamen keimt. Es iſt ein Irrthum, wenn manche Landleute glauben, daß der Hederich aus den Wurzeln wachſe, wie die Quecken. Sie duͤrfen nur die eben aufgelaufenen Pflanzen ans der Er⸗ de ausheben, ſo werden ſie ſich ſehr leicht davon uͤberzeugen, daß der Hederich nur aus dem Saamen empor wachſen kann. Wenn man einen Acker von dieſer Landplage befreien will, ſo muß man auch ganz anders verfahren, als wenn er mit Wurzelunkraut angefuͤllt iſt. Hier gilt die Regel: man muß ſolch unkeines Land recht oft mit ſolchen Gewaͤchſen be⸗ ſtellen, in denen der Hederich ſich leicht und mehrere Male zerſtoͤren laͤßt; man muß zuweilen ſolche Fruͤchte auf dieſem Lande bauen, die vor der Saamenreife des Hederichs abge— erntet werden, wie Wicken und Buchweitzen zu Heu oder Gruͤnfutter; endlich muß man, ehe Sommergetreide in diefes unreine Land geſaͤet wird, daſſelbe vorher ſehr oft pfluͤgen, und unmittelbar nachher eggen und walzen, damit vor der Einſaat des Getreides moͤglichſt viel Hederich auflaufe und un⸗ tergepfluͤgt werde. Vorzuͤglich muß man auf ſolchem Lande recht viel Hede⸗ richsſaamen zum Auflaufen bringen, welches man zur Winte⸗ rung vorbereitet. Man muß glſo alle Pflugfurchen, die man m lan hitt wi gute B des in weiſten da fit nicht er oe keine Htheich ſideämali Mat Jüt M an Hede db ic 1 Ian auf Hederih; Säht wan ſch und vern man; ſich d wird m nindern u Ad ditn pf warmer fr gar Sur anderes T Saamenn Ren, ſor nur ürg oen Que durch das Ende vert ſice an Aber 67 aut j dihi, dem Lande giebt, abeggen. Denn je klarer das Land verar— ece beitet wird, deſto mehr Saamen kommt zum Aufgehen. Eine aompfm gute Braachbearbeitung ſolchen mit Hederich angefuͤllten Lan⸗ des in den Monaten Junius, Julius und Auguſt thut am meiſten zur Verminderung dieſes haͤßlichen Unkrautes. In ſetzter Beni 8, wenn den fruͤheren Monaten iſt bei uns in der Regel die Erde noch dbſalln lin nicht erwaͤrmt genug, daß der Hederichſaamen in großer Men⸗ it der Ht ge keimen kann. Man muß aber um recht viel aufgekeimten lume a. J. Hederich zerſtoͤren zu koͤnnen, das damit angefuͤllte Land nach und gefäͤhr jedesmaligem Pfluͤgen recht glatt eggen. Schagle, di Man werde aber nicht verdruͤßlich, wenn man ſich einige en kann, ohm Zeit Muͤhe gegeben hat und doch keine bedeutende Abnahme an die Ober an Hederich oder anderem aͤhnlichen Unkraute ſpuͤrt. Denn der Saama ob ich gleich vorzuͤglich den Hederich genannt habe, ſo zerſtoͤrt man auf die angegebene Weiſe doch auch die uͤbrigen, mit dem eute glauben, Hederich zugleich genannten Unkraͤuter. die Quedi, Setzt man ſeine Bemuͤhungen unverdroſſen fort; huͤtet ars der Ee man ſich vor dem Ausſaͤen dieſer Unkraͤuter mit dem Getreide uͤberzeugen und vermeidet auf alle Art, daß ſie nicht in den Miſt kom⸗ wachſen kanl men; ſucht man ſie nebenbei noch aus dem Getreide zu jaͤten, plage befrein fo wird man gewiß dieſe fuͤrchterliche Plage anfangs ſehr ver⸗ „als wenn ee mindern und endlich ganz los werden. Regel: man In der kalten Herbſt- oder Fruͤhlingswitterung hilft das Bewaͤchſen be⸗ oͤftere Pfluͤgen zur Vertilgung des Hederichs nichts. Nur in nehrere Ml warmer Witterung kommt er zum Aufgehen, in kalter keimt te auf dieſem er gar nicht. dericls abhe⸗ Zur Zerſtoͤrung der Quecken oder Paͤden muß man ein u Heu oder anderes Verfahren anwenden. Wenn es zur Vertilgung des ide in dießs Saamenunkrauts nothwendig iſt, nach jedem Pfluͤgen zu eg⸗ iſt yfügm gen, ſo wuͤrde man bei verquecktem Lande das Uebel dadurch amit der ie nur aͤrger machen. Man wuͤrde durch das Pfluͤgen die lan⸗ fuie maur gen Queckenwurzeln in mehrere kleine Stuͤcke ſchneiden, und durch das baldige Eggen dieſe gleichſam in die lockere, feuchte 8r u hede Erde venhellen, wo ſie ſehr bald anwurzeln und ihre Mutter⸗ u Finte ſtocke an Laͤnge und Staͤrke uͤbertreffen werden. ji un Aber man lege ein verquecktes Land in rauhe, lockere en, 68 Furchen, in welchen die Wurzeln nicht hinlaͤnglichen Zuſam⸗ menhang in der lockern Erde haben; man pfluͤge ein verqueck⸗ tes Land nie bei naſſer Witterung; man egge ein ſolches Land nie eher, als kurz vor dem neuen Pfluͤgen; man laſſe die Que— cken nie ſo lange ungeſtoͤrt liegen, daß ſie wieder foͤrmlich an⸗ wachſen koͤnnen; man waͤhle zu dieſen Arbeiten vorzuͤglich die heiße Jahreszeit: und man wird die Quecken verſchwinden ſe⸗ hen, ohne daß man noͤthig hat, eine einzige abzuharken. Sie werden im Acker ſelbſt verrotten, und ſonach ſogar eine Art von Duͤngung geben. Man muß aber nicht glauben, daß man dieſe vollkomme— ne Reinigung durch die landuͤblichen drey Furchen, die viel⸗ leicht noch zur Unzeit gegeben werden, erreicht. Hat man ein ſehr verwildertes Feld, ſo kann man ſchon im Herbſt den An— fang mit dem Pfluͤgen machen, wenn man es gleich erſt den kuͤnftigen Herbſt zu beſaͤen gedenkt. Man giebt ſolchem Lan⸗ de die erſte Furche am beſten in der Art, daß man nur eine Furche um die andere pfluͤgt, d. h. immer einen ſolchen Strei— fen, als die Furche breit iſt, ſtehen laͤßt und die aufgepfluͤgte Furche flach daruͤber legt. Dies Pfluͤgen hat den Nutzen, daß das Land ſo am be⸗ ſten der Luft, dem Froſt und der Witterung ausgeſetzt iſt; daß die Quecken außer allen Zuſammenhang geriſſen werden und daß es im Fruͤhlinge leichter abtrocknet. Nach voͤlliger Abtrocknung egget man ſolches Land queer uͤber die Furchen, wodurch dieſe zerriſſen werden und das Land ſich wieder eb⸗ net. Iſt das Stuͤck breit genug, ſo pfluͤgt man zum zweiten Male in die Queere, und verfaͤhrt uͤbrigens ſo, wie oben an⸗ gegeben worden, ſorgt aber ja, daß nach einem heftigen Som— merregen das dicht geſchlagene Land bald wieder aufgepfluͤgt werde, damit die Quecken nicht wieder ausgruͤnen. Es muͤßte ein ſehr ungluͤcklicher naſſer Sommer ſeyn, wenn eine ſolche Bearbeitung die Quecken nicht ganz vertilgte. Wie dieſe noch durch den Anbau der Kartoffeln, der Ruͤben- und Kohlge⸗ waͤchſe zu vertilgen ſind, werde ich bei der Lehre vom Anbaue dieſer Gewaͤchſe anfuͤhren, A in Eor nitd, iſ beſtimm Gorgfo ſte Lan Getreid Al timn gi r Jeit nders a do alle der wan ten bede Uno und Nen trff ) Tro de L In- berro Ernh wend Mn die pnd mehr ne Lockrund ten nie n dd troch d Len du bear heinahe ſen Otte dduptſach auf eine Wei —— ͤöſſ———ſn 659 Die Braache, oder derjenige Theil des Feldes, welcher fthean den Sommer uͤber zur Aufnahme der Winterſaat vorbereitet wird, iſt eigentlich von unſern Vorfahren urſpruͤnglich dazu lſe d de beſtimmt worden, die Bearbeitung des Landes mit beſonderer farmi d Sorgfalt vorzunehmen. Man ſahe bald ein, daß das mehre⸗ vorzügich d ſte Land verwildere, wenn man es Jahr aus Jahr ein mit rſcwindeſ Getreide beſaͤen wollte. Die Urſachen davon liegen am Tage. harkm Ei Alle unſere Getreidearten muͤſſen im Herbſt oder im zei⸗ zar eine Im tigen Fruͤhlinge in die Erde gebracht werden, wenn ſie zu rech⸗ ter Zeit reifen ſollen. Man kann das Land dazu alſo nicht ſe vollomme anders als im Herbſt oder Fruͤhlinge bearbeiten. Denn dort, cen, die vit wo alle Felder ohne Ausnahme alljaͤhrlich beſaͤet werden, iſt in Hat man in der waͤrmſten Jahreszeit, im Sommer, alles Land mit Fruͤch— erbſt den An ten bedeckt. Es iſt aber bekannt, daß zu einer guten Beſtel⸗ gleich erſt de lung und Bearbeitung des Landes folgende Umſtaͤnde zuſam⸗ ſolchem Lan men treffen muͤſſen: nan nur ein a) Trockenheit; bei naſſer Witterung verdirbt man alles ſolchen Stri thonige Land, wenn man es bearbeitet. eaufgepflü b) Waͤrme. Ohne dieſe kommt der Miſt nicht in Gaͤh⸗ rung; ohne dieſe keimen die Unkraͤuter nicht; ohne ſie ſo am be verrotten die Stoppeln und andere Ruͤckſtaͤnde voriger usgeſetzt iſt Ernten nicht, und ohne Waͤrme kann das Land nur ſehr iſſen werde wenig fruchtbar machende Stoffe aus der Luft anziehen. Nach vyliie Nun iſt aber durch die Erfahrung hinlaͤnglich bekannt, daß die Furchen die gewoͤhnliche Witterung des Herbſtes wie des Fruͤhlings c wieder d mehr naß, als trocken, mehr kalt, als warm iſt,smithin iſt die Lockerung und Zerkruͤmelung des Landes in dieſen Jahreszei⸗ ten nie mit ſolcher Vollkommenheit moͤglich, als in der heißen und trockenen Sommerwitterung. Daher iſt der Gebrauch, das Land von Zeit zu Seit bei der beſten Witterung tuͤchtig zu bearbeiten, ganz vortreflich und unter manchen Umſtaͤnden beinahe nothwendig. Leider! ſcheint man aber an den mehre⸗ ſten Orten ganz vergeſſen zu haben, warum man das Land zum zweiten vie oben an⸗ fftigen Som, waufgeyflüg n. Es miͤßte nn eine bilhe ge diſſ nach 2 9„. 2 Kohſ hauptſaͤchlich unbeſaͤet liegen laͤßt, und bearbeitet die Braache 2 gi⸗ auf eine hoͤchſt erbaͤrmliche Weiſe. bo Weil es an den mehreſten Orten an Weide fuͤr das Vieh —— — — — und an anderem Futter fehlt, ſo muß dieſer Theil des Feldes bis gegen die Ernte hin dazu dienen, daß die Thiere ſich auf ihm kuͤmmerlich ernaͤhren. Der Hauptzweck, kraͤftige Bear⸗ beitung, faͤllt hier weg, denn erſt gegen Johannis hin faͤngt man mit dem Umbrechen an, und richtet ſich ſo ein, daß man bis zur Ernte damit fertig wird. Ja zuweilen wird ein Theil der Braache gar erſt nach der Winterungsernte gepfluͤgt. Der thonige und lehmige Boden iſt bis dahin ſo feſt ge— worden, daß er in großen Schollen beim Pfluͤgen bricht. Die Quecken koͤnnen darin nicht zerſtoͤrt werden, denn es fehlt an Zeit; die Unkraͤuter im Boden koͤnnen nicht keimen, weil ſie in den trockenen Kloͤßen eingeſchloſſen liegen, mithin faͤllt der Hauptzweck der Braache weg. Der Juni und Juli ſind die beiden Monate, wo man unreines Land wohl dreimal pfluͤgen und eben ſo oft eggen ſollte, wenn man die Braache ſo bear— beiten wollte, wie es auf feſtem Boden von Zeit zu Zeit noth⸗ wendig iſt. Bei unſerer bisherigen gewoͤhnlichen Weiſe ruͤh— ren wir den ganzen Auguſt unſere in der groͤßten Trockenheit umgebrochene Braache nicht an, weil die Ernte uns daran hindert. Zu Anfange des Septembers geben wir die zweite Furche. Mittlerweile haben ſich die Quecken wieder angewur⸗ zelt, die Witterung wird nun ſchon wieder kuͤhler, in der Re— gel auch feuchter, und wir ſaͤen unſere Winterung in eben ſo verquecktes Land, wie vor drei Jahren. Wir haben unſer Land der beſſern Bearbeitung wegen liegen laſſen, und haben dieſe beſſere Bearbeitung verſaͤumt. Wir duͤrfen uns alſo auch nicht wundern, wenn wir von ei— ner ſolchen Braache die guten Fruͤchte nicht erleben, die man ſonſt wohl darnach erhaͤlt. Wie man dieſe Fehler vermeiden kann; wie man die Bearbeitung des Landes mit der beſſern Ernaͤhrung des Viehes vereinigen kann, werde ich in den fol— genden Kapiteln zeigen. Pr ich ni bung k ſondern Geunnſt mn, alf Ri ldesma jader G ſe Ernt vii oen biſt mah Land be zig M. ben meg Gerrede I Landleur scten ſ 1) Natu⸗ ſch wa⸗ Bi engeſet ftark tra am ſtar eil des Fad hiere ſih a räftige Bir nis hin feng ein, daß na wird ein dhi gepfluͤgt hin ſo feſte n bricht. d in es fehlt an imen, weil ſe thin faͤlt de Juli ſud die reimal pflügen aache ſo bear t zu Zeit neth n Weiſe rit n Trockenhei te uns darn vir die zwat der angewul „in der R min eben eitung weon g verſäum, wir von ei en, die man er vermeiden t der beſſern in den fi Sechſtes Kapite!. Vom Saͤen. Wenn ich hier einige Worte uͤber das Saͤen ſage, ſo habe ich nicht die Abſicht, dieſe Arbeit zu lehren(nur durch Ue⸗ bung kann man ſich die dabei noͤthige Fertigkeit erwerben), ſondern nur die Aufmerkſamkeit des Landmannes auf dieſen Gegenſtand zu richten, und die wichtigſten Umſtaͤnde anzufuͤh⸗ ren, auf welche es hierbei ankommt. Nichts iſt bei der Ausſaat des Getreides ſo wichtig, als jedesmal das gehoͤrige Maaß zu treffen, d. h. jeden Acker mit jeder Getreideart immer ſo zu beſaͤen, daß davon die ergiebig⸗ ſte Ernte oder der groͤßte Ertrag zu erwarten iſt. Bei den wenigſten Geſchaͤften des Ackerbaues laſſen ſich ganz beſtimmte Regeln geben, und das eigene Nachdenken iſt wohl bei keinem Stande nothwendiger, als bei dem, der das Land bauet. Man nehme an, daß jemand, der jaͤhrlich ſech— zig Morgen beſtellt, auf den einzelnen Morgen nur zwei Me⸗ tzen mehr ſaͤet, als er ſollte, ſo wirft er achtehalb Scheffel Getreide weg, welches fuͤr einen ſchwachen Menſchen auf ein Jahr zu Brodgetreide hinreicht. Wie viel betraͤgt dies in ei— nem ganzen Lande? Oft wird der Schaden einer fehlerhaften Einſaat aber da⸗ durch noch groͤßer, daß ſie die Ernte obenein ſchwaͤcht. Ich will daher dem ferneren Nachdenken aller geſcheuten Landleute folgende Regeln vorlegen, die beim Saͤen zu beob⸗ achten ſind: 1) Recht gut geduͤngtes, dabei lockeres und von Natur fruchtbares Land, beſaͤet man am beſten nur ſchwach. Bis jetzt ſindet man an den mehreſten Orten den entge— gengeſetzten Gebrauch.„Wer ſtark iſt,“ meint man,„der kann ſtark tragen,“ und ſonach beſaͤet man gerade das beſte Land am ſtaͤrkſten. Um das Fehlexhafte dieſes Gebrauchs einzuſe⸗ 72 hen, muͤſſen wir uns ein wenig auf fruchtbaren Feldern um⸗ ſehen, wie die im Fruͤhjahr uͤppig hervor treibenden Pflanzen ihr Wachsthum beginnen. Wir bemerken, daß auf ſolchen Feldern die Pflanzen eine große Neigung haben, ſich nach allen Seiten auszubreiten. So wie in der Erde ihre Wurzeln erſtarken, ſo kommen uͤber der Erde ſo lange neue Zweige und Schoͤßlinge hervor, bis der Boden damit bedeckt iſt. Dadurch erſtarken die Stoͤcke gehoͤrig, ſie treiben kraͤftige, feſt ſtehende Halme, und ein ſchwach beſaͤetes Land giebt hier den höoͤchſten Ertrag. Ganz anders iſt es dagegen, wenn ſolches fruchtbare Land ſehr dicht beſaͤct wird. Die Pflanzen fangen eben ſo lebhaft an zu wachſen; ſie haben aber nicht Platz genug, fich auszu⸗ breiten. Von allen Seiten her draͤngt eine die andere. Sie machen daher nicht breite, ſtarke Stauden auf der Erde, ſon— dern ſchießen in die Hoͤhe. Dadurch uͤbereilen ſie ſich aber gleichſam im Wachsthum; ſie haben zu ihrer Haltung keinen feſten Stamm. Feuchte und fruchtbare Witterung macht, daß die ſchwach aufgeſchoſſenen Halme umfallen und Lagergetreide geben, oder bleiben ſie ja ſtehen, ſo koͤnnen ſich nicht hinlaͤng— lich vollkommene Aehren ausbilden und— die Ernte wird an Koͤrnern geringer. 2) Dagegen iſt auf thonigem oder Lehmboden, der nicht ſehrmit Modererde gemengt iſt, und eben nicht ſehr reichlich geduͤngt werden kann, die ſtaͤrkſte Beſaamung die beſte. Bei dieſem Boden iſt auf das Beſtauden weniger zu rech— nen. Er iſt nicht locker genug dazu; auch finden die jungen Pflanzen darin nicht ſo viel Nahrung. Eine ſchwache Ausſaat waͤre hier fehlerhaft. Man wuͤr— de ſich dadurch die Ernte nicht nur uͤberhaupt ſchwaͤchen, ſon— dern es iſt auch hoͤchſt wahrſcheinlich, daß leere Stellen ſol⸗ chen Bodens bei trockener Witterung mehr zuſammen duͤrren, ols dicht beſaͤete, daß alſo auch deswegen die Ernte geringer ausfallen koͤnnte. 3) Ganz ſchlechter, magerer und ſandiger Boden it wite tim xv luf fnde d Eo zeitd Auguſts auf jede Micgelt ſcuk mach de Näſe dor im wo wan lic beſ tir N Aber und Locker irſtat welchem veraxhein dn, deſe und um ſe ſtte noch wada, Drnich Ren, als Bai Ausſaat mergtt dan Bii lt a Deit des ſt ein darauf re Feldern w den Pſinz Pfianzen dh mauszubrein kommen ibe ge hervor, d fen die Stit lme, und i rtrag. fruchtbare bo ben ſo leth 1g, ſich aurn andere. E der Erde, ſor ſie ſich abe Haltung keinn ung macht, di Lagergetted nicht hinläm frate wird g nboden, de aben nicht ſe Zeſaamung eniger zu nch n die jungen Man wir hwchen, ſir re Stellen ſ mmen dürren, Ernte geringer iger Boden —————— 73 iſt wieder ſchwach zu beſaͤen, weil es ihm an Kraft gebricht, eine große Pflanzenmenge zu ernaͤhren. Außer dieſen Hauptregeln ſind noch manche andere Um⸗ ſtaͤnde bei Beſtimmung der Ausſaat in Betracht zu ziehen. So kommt es z. B. beim Wintergetreide ſehr auf die Zeit der Ausſaat an. Saͤet man ſehr fruͤh, zu Ende des Auguſts oder zu Anfange des Septembers, ſo kann man dreiſt auf jeden Morgen vier Metzen weniger einſaͤen, als man nach Michaelis dahin geſaͤet haben wuͤrde. Je ſpaͤter man die Aus⸗ ſaat macht, deſto ſtaͤrker muß man einſaͤen. Der Froſt und die Naͤſſe ſind dem Keimen des ſpaͤt im November oder wohl gar im December geſaͤeten Roggens ſchaͤdlich. Auf Boden, wo man zu Michaelis den Morgen mit Einem Scheffel reich⸗ lich beſaͤet haͤtte, wuͤrde man zu Ende Novembers wenigſtens vier Metzen auf jeden Morgen mehr einſaͤen muͤſſen. Aber nicht bloß, wie ich oben angegeben habe, die Kraft und Lockerheit eines Bodens an ſich muͤſſen die Menge der Einſaat beſtimmen, ſondern auch der jedesmalige Zuſtand, in welchem er zur Saat vorbereitet iſt. Je feiner ein Boden verarbeitet iſt; je weniger Kloͤße und Schollen ſich darin fin⸗ den, deſto weniger Koͤrner gehen auf ihm nutzlos verloren, und um ſo ſchwaͤcher kann er beſaͤet werden. Rauhes, verra— ſetes, noch nicht fein gearbeitetes Land muß alſo ſtark beſaͤet werden. Daher ſaͤet man auch auf einfaͤhrig umgebrochenes Dreeſchland wohl Einen Scheffel Hafer mehr auf den Mor— gen, als man auf klar bearbeitetes Land ſaͤet. Bei der Winterung ſchadet indeſſen eine etwas zu ſtarke Ausſaat weniger, wie bei Sommergetreide. Ueberſaͤetes Som⸗ merget eide giebt bei trockener Witterung einen erbaͤrmlichen Ertrag. Bei der Ausſaat des Sommergetreides muß man vorzuͤg⸗ lich auf die Feuchtigkeit achten, die das Land gerade zur Zeit des Beſaͤens hat. Iſt anhaltende Duͤrre zu befuͤrchten, ſo iſt eine etwas ſtaͤrkere Ausſaat doch anzurathen, weil man darauf rechnen muß, daß viele Koͤrner verderben werden. Bei 74 fruchtbarer Witterung nimmt man billig eine ſchwaͤchere Ein⸗ ſaat, weil jedes geſunde Korn eine Pflanze verſpricht. Endlich iſt auch auf die Beſchaffenheit des Saat⸗ korns ſelbſt eine ſehr wichtige Ruͤckſicht zu nehmen. Iſt dies vollkommen reif geworden, trocken in die Scheune ge⸗ bracht und auf dem Boden wohl geluͤftet worden, ſo iſt es in ſolchen Umſtaͤnden, wie gutes Saamengetreide ſeyn muß. Jeder Landmann muß ſich Muͤhe geben, nur ſolches Getreide auszuſaͤen. Korn von Lagergetreide, oder von ſolchem, welches wegen duͤrrer Witterung nothreif wurde, muß man nie ausſaͤen, ſo wenig wie naß eingebrachtes und mulſtriges Getreide. Auf den Saamen muß ein Landwirth zuerſt Bedacht nehmen, und ſich dieſen ſo rein, ſo trocken, ſo wohl auf dem Boden aufge⸗ hoben als moͤglich zu verſchaffen und zu erhalten ſuchen. Wie viel man ungefaͤhr von jeder Getreideart auf den Magdeb. Morgen ausſaͤet, werde ich angeben, wenn ich auf den Ge— treidebau ſelbſt kommen werde. Siebentes Kapitel. Betrachtungen uͤber das Wachsthum der Pflanzen, vorzuͤglich der von dem Landwirthe angebauten Gewaͤchſe. Bis jetzt habe ich blos von den Geſchaͤften des Landmannes geſprochen und von den Mitteln, die in ſeiner Gewalt ſtehen, die Fruchtbarkeit ſeiner Felder zu vermehren und zu erhalten. Ich habe aber noch wenig von den bewundernswuͤrdigen Er⸗ ſcheinungen geſagt, die wir wahrnehmen, wenn wir die Art und Weiſe genauer betrachten, unter welcher das Wachſen der von uns angebaueten Gewaͤchſe erfolgt. Dem Menſchen iſt auf der Erde eine große Macht gege⸗ ben. Er kann, wenn er mit Bedacht, Klugheit und Ausdauer verfaͤhrt, Suͤmpfe in fruchtbare Wieſen verwandeln und un⸗ fruchr ner un hüt, Er N häͤce Fruchtde Abe und dur vermag Hanälun den, nach die Erde und Pfa be de der zwar glnſizer ſcilih der ihren mal dorge Abe erſcheinu ſo wandj ner jeden andere nu 1,d M enſcet mj darauf ar dithe g dann er die Nat Die den gan, ge dabei grunger beſon wäͤte d pricht, des Sud nehmen. G e Scheune en, ſo iſt oi de ſeyn nu olches Getr welches weg nie ausſäen, Getreide. A gt nehmen, u Boden zuff en ſuchen. 3 f den Madde auf den 6 tel. nalit ſen vorzuͤgli waͤchſe. es Landmanne Gewal ſtehen d zu erhalten awuͤrdigen O n wir die 4 as Wachſin d he Mocht gey. it und Ausdol- 1 5 A- dondenn und ¹ ééTSTòTt———— 75 fruchtbare Einoͤden in herrliche Getreidefelder. Er kann fer⸗ ner von einer Stelle, die er ganz vorzuͤglich duͤngt und bear— beitet, Ernten ziehen, die man ganz fuͤr unmoͤglich halten wuͤr— de, haͤrten wir nicht alle ſchon ſo viele Beiſpiele von hoher Fruchtbarkeit erlebt. Aber ſoviel der Menſch einer Seits durch ſeinen Fleiß und durch ſein Nachdenken uͤber ſeinen Wohnplatz, die Erde, vermag, ſo ſehr iſt er doch auf der andern Seite bei ſeinen Handlungen immer an gewiſſe, unwandelbare Geſetze gebun⸗ den, nach welchen die Gewaͤchſe wachſen, und nach welchen die Erde ihren Schooß zur Ernaͤhrung aller Menſchen, Thiere und Pflanzen oͤfnet. So vermag der Menſch z. B. nichts uͤber die Witterung. Er kann bei der Beſtellung ſeiner Fel— der zwar darauf hinarbeiten, den widrigen Einwirkungen un— guͤnſtiger Witterung theils zuvorzukommen, theils ſie weniger ſchaͤdlich zu machen, aber die Witterung ſelbſt geht ungehin— dert ihren Gang, den ihr der Schoͤpfer der ganzen Natur ein⸗ mal vorgeſchrieben hat. Aber ſo wenig der Menſch uͤber die allgewaltigen Natur— erſcheinungen vermag, die wir bei der Witterung wahrnehmen, ſo wenig vermag er auch uber die beſondern Eigenſchaften ei— ner jeden Pflanze. Ein Gewaͤchs gedeihet im Sande, das andere nur im ſtrengen Thonboden; eins liebt trockene Stel— len, das andere waͤchſt nur im Sumpfe. die wird es dem Menſchen gelingen, dieſe beſondern Ei⸗ genſchaften der Pflanzen nach ſeinem Willen abzuaͤndern. Aber er muß ſich mit dieſen Eigenſchaften bekannt machen; er muß darauf achten, unter welchen Umſtaͤnden ſeine angebauten Ge⸗ waͤchſe gedeihen und unter welchen ſie nicht gedeihen, dann kann er eben ſo viel ausrichten, als wenn er Mittel wuͤßte, die Natur der Pflanzen umzuaͤndern. Dieſer Gegenſtand iſt von erſtaunlicher Wichtigkeit fuͤr den ganzen Ackerbau. Ich werde mich daher ein wenig lan⸗ ge dabei aufhalten und will mich bemuͤhen, die wichtigſten Er— fahrungen hier zuſammen zu ſtellen, die die Menſchen uͤber die beſondere Neigung unſerer Gewaͤchſe, nur in die ſem Bo⸗ 76 den, nach einer ſolchen Duͤngung, nach einer gewiſſen Bearbeitung ſogar, und nach einer beſondern Vorfrucht gut zu gedeihen, ſeit langen Zeiten gemacht haben. Damit ich mich am leichteſten verſtaͤndlich mache, wollen wir gemeinſchaftlich einen Blick in die Natur thun, und von ihr abzulernen ſuchen, wie wir uns bei dem Anbau der Erde verhalten muͤſſen, wenn wir ſo viel als moͤglich nutzbare Ge— waͤchſe von ihr erhalten wollen. Zuerſt finden wir, wenn wir unſern Verſtand bei der Be⸗ trachtung der Werke Gottes brauchen, daß jede Bodenart ih— re eigenthuͤmlichen Gewaͤchſe hat, die nur auf ihr ausſchließ⸗ lich gut gedeihen. Die Eiche gedeihet dort nicht mehr recht gut, wo die Kiehnbaͤume noch ſehr gut wachſen. Man ſieht es ihr an ihren trockenen Aeſten an, daß ſie nicht auf ihrer Stelle ſteht. Die Eller oder Elſe wird an ſolchen Stellen nie zu einer bedeutenden Groͤße gelangen, wo die Birke in kurzer Zeit em— por waͤchſt. So iſt es aber nicht blos mit dieſen maͤchtigen, hervorragenden Gewaͤchſen, den Baͤumen, ſo iſt es mit den kleinſten Pflaͤnzchen, die der Unkundige kaum unter ſeinen Fuͤßen bemerkt. Man betrachte eine Weideflaͤche, die des Menſchen Hand noch nie beruͤhrte. Man unterſuche den Boden, und gebe auf die Gewaͤchſe acht, die man auf ihm findet; man wiederhole dieſe Unterſuchungen recht oft, und man wird finden, daß jede Bodenart ihre eigenthuͤmlichen Graͤſer und Kraͤuter— ſchaͤd— liche und nuͤtzlihe— habe. Wer ſolche Vergleichungen oft macht, und auf die Verſchiedenheit der Pflanzen achtet, erlangt dadurch ein Mittel, von den Gewaͤchſen auf den Boden ſelbſt zu ſchließen, der ſie im freien Zuſtande erzeugte. Auf Flugſand waͤchſt faſt gar nichts, weil der Wind ihn nicht ruhig liegen laͤßt. Wird der Sand nur etwas gebunde⸗ ner, ſo findet man den Bocksbart, die ſogenannten Katzenpföt⸗ chen und aͤhnliche Sandgewaͤchſe auf ihm; wird er noch beſſer und naͤhert ſich ſchon mehr dem lehmigen Sandboden, ſo fin⸗ det v Än'gb fadet me zen Bo Menge, komwen, 2 iſt d ge Boden Durch D atten, k er ſeht rere Ger denarxten Vel fun 1 ierand en u der. J Rin gri nit alle w iner jaͤrd c Geuic R dens, h in Eif dacſe drt han fautte ſo wie Kertefe nach an er 6 ſ 9b u ner gewiſſe ern Voarfnut t haben, mache, wil thun, und w Inbau der ei h nußbare G and bei der de de Bodenart r ausſchliei niht mehr vec en. Man ſie nicht auf ihr len nie zu ein kurzer Jeln ieſen mächige iſt es mi d m unter ſiin Nenſchen , und gebea nan wiederz. finden, daß duter— ſci gleichungen 0 achtet, erlan n Boden ſeht . der Wind ih twwos gebund nten Kaßegſ da whtſ noboden,( ſ det man einige Kleegewaͤchſe, den grauen Klee, den weißen und gelben Klee, und ſehr viele andere Pflanzen auf ihm. Je feſter, je thonhaltiger der Boden wird, deſto weniger findet man die Gewaͤchſe auf ihm, die nur im lockern, ſandi— gen Boden wachſen. Aber es finden ſich andere in zahlloſer Menge, die ſchlechterdings nicht auf dem Sandboden fort— kommen. So wie es nun mit den wildwachſenden Pflanzen iſt, ſo iſt es gewiſſermaßen auch mit denen, die wir anbauen. Ein Boden ſagt dieſem Gewaͤchſe mehr zu, ein anderer jenem. Durch Duͤngung und Bearbeitung, auch Mengung der Erd⸗ arten, koͤnnen wir zwar unſern Ackerboden ſo umſchaffen, daß er ſehr verſchiedenartige Gewaͤchſe zu tragen vermag. Meh⸗ rere Gexroaͤchſe koͤnnen aber durchaus nicht auf gewiſſen Bo⸗ denarten mit Nutzen angebauet worden. Wgeitzen auf Sandboden zu bauen, desgleichen Kohl und Hanf, wenn er nicht eine ſehr niedrige Lage hat, wird ſich niennand einfallen laſſen, ſo wenig wie Buchweitzen, Waſſer— ruben und Moͤhren oder Mohrruͤben auf ſtrengem Thonbo— den. Merkwuͤrdig iſt uͤbrigens, daß gerade die unentbehrlich⸗ ſten Fruͤchte in unſern Gegenden, Kartoffeln und Roggen, mit allen Bodenarten vorlieb nehmen. Sie gerathen freilich in einer Bodenart immer beſſer wie in der andern, ſie paſſen jedoch eher zu verſchiedenartigem Lande, wie die genannten Gewaͤchſe. Nicht weniger wie die Lockerheit oder Feſtigkeit des Bo⸗ dens, hat noch ſeine Trockenheit oder Feuchtigkeit einen gro— ßen Einfluß auf das Wachsthum der Pflanzen. Manche Ge⸗ waͤchſe ſind nur fortzubringen, wenn ſie einen feuchten Stand⸗ ort haben. Sie verſchwinden oder gehen aus, ſobald man die Feuchtigkeit wegſchaft. Andere Gewaͤchſe hingegen ſterben ab, ſo wie die Naͤſſe im Boden uͤberhand nimmt. So lieben die Kartoffeln zwar einen friſchen, ſeuchten Boden, ſo wie aber nach anhaltendem Regen das Waſſer nur ein paar Tage auf einer Stelle ſteht, die mit Kartoffeln bepflanzt iſt, ſo ſterben ſie ab und vergehen. Weitzen kann im Herbſt und Winter viel mehr Naͤſſe ertragen als Roggen, daher man allgemein auf niedrigern Stellen, die ſich ſonſt eben nicht zum Weitzenbau ſchicken, lie— ber Weitzen als Roggen bauet. Die Natur muß hierin des Landwirths Lehrerin ſeyn. Er muß fleißig auf alles achten, was um ihn vorgeht. Er muß ſeinem Boden nur ſolche Gewaͤchſe anvertrauen, die ſich fuͤr ihn ſchicken, und muß ſich Muͤhe geben, durch gute Duͤn— gung, gute Bearbeitung und Vermiſchung einer Erdart mit der andern, die Mannichfaltigkeit der Gewaͤchſe zu vermehren, die er mit Vortheil anbauen kann. Es iſt gewiß ſehr wichtig, daß man fuͤr jeden Boden aus⸗ mittelt, welche Getreidearten man am vortheilhafteſten auf ihm anbauen kann. Die Gewohnheit bringt es oft ſo mit ſich, gewiſſe Laͤndereien in regelmaͤßiger Ordnung immer mit derſelben Frucht zu beſaͤen. Man hat vielleicht einen gewiſ— ſen, immer wiederkehrenden ſchlechten Ertrag. Aber man ach⸗ tet gerade am wenigſten darauf, weil man ſich daran gewoͤhnt hat. Finge man den Bau ſolcher Fruͤchte erſt an, und haͤtte den Ertrag, ſo wuͤrde man ſehr bald ihren Anbau einſtellen. Nicht ſo iſt es damit, wos das Alter geheiligt hat. So giebt es Gegenden in Pommern, die faſt immer ſchlechten Roggen ernten. Der Boden iſt im zeitigen Fruͤh— jahre und in der Bluͤthezeit dieſem Gewaͤchſe ſelten guͤnſtig, hingegen iſt dort der feuchteren Lage wegen der Sommer— fruchtbau, der Gerſte und des Hafers, weit ſicherer, wie in andern Gegenden. Man ſollte alſo billig dort mehr Som— merung wie Winterung bauen, dahingegen uͤberall wo das Klima trockener und der Regenfall geringer iſt, die Winte— rung ſicherer wie die Sommerung geraͤth. So wichtig wie es iſt, jeden Acker mit der zu ihm paſ— ſenden Frucht zu beſaͤen oder zu bepflanzen, eben ſo wichtig iſt es, nur ſolche Fruͤchte nacheinander zu bauen, die ſich wohl vertragen. Mit andern Worten: man kann auf einem ſo eben geduͤngten Acker nicht nach Willkuͤhr ſaͤen, was man will, wenn man die Abſicht hat, erſt nach mehreren Jahren wieder u l Mung ſer ebe wir nich ſen uns ih ſied Un nige im kehren e mand mo Wicen i Herdſt n Ed falen, i Erhſen, allgemein annten ner Dra da ten brii hauen. 2 drrun oder haf grich i ftagt. ſie Gar eihe Aöw Man Aern, man Ja hhne, u nerde, d dung doch Nan Draache: ſtn und 7 —,———y—— 79 l mar M zu duͤngen, ſondern man muß die Fruͤchte in einer gewiſſen auf nieͤrig Ordnung auf einander folgen laſſen. Die Erfahrung hat uns au ſchiten hier ebenfalls gelehrt, wie wir verfahren muͤſſen, nur haben . wir nicht immer gehoͤrig auf ihre Lehren geachtet, ſondern laſ⸗ Chrerin ſi ſen uns von Gewohnheiten beherrſchen, unbekuͤmmert darum, vorgeht. ob ſie dem Gange der Natur gemaͤß ſind, oder nicht. rauen, die Unmittelbar nach der Duͤngung ſaͤen wohl nur ſehr we— rch gute de nige im erſten Jahre Gerſte, im zweiten Weitzen, ſondern ſie er Erdart kehren es um, und ſaͤen erſt Weitzen und dann Gerſte. Nie⸗ zu vermehn. mand macht ſich aber ein Bedenken daraus, zu Erbſen und Wicken im Fruͤhjahre den Miſt zu fahren, und das Land im den Boden a Herbſt mit Weitzen zu beſaͤen. eihhafteſten; So wird es auch aufmerkſamen Ackerbauern nicht ein— es oſt ſot fallen, in der Braache Gerſte oder Hafer zu bauen, hingegen ng immer! Erbſen, Wicken Klee, Kartoffeln, Kohl, Lein ꝛc. bringt man t einen hi allgemein in die Braache, und erntet nach manchem der ge— Aber man nannten Gewaͤchſe eben ſo gute Winterung, als man nach rei⸗ daran gewè ner Braache geerntet haben wuͤrde. an, und hi Tauſende beobachten den Gebrauch, die Braache mit ſol⸗ bau einſti chen breitblaͤttrigen Gewaͤchſen, nie aber mit Getreide zu be⸗ bauen. Wuͤrde man ſie aber fragen: warum thut Ihr das? e foſt imm warum ſaͤet Ihr nicht lieber in der Stelle Roggen, Gerſte eiigen Fi⸗ oder Hafer? ſo wuͤrden ſie ſagen: das geht nicht, der Roggen eiten günn geraͤth nicht. Keiner hat aber jemals ſich ſelbſt ernſtlich ge— fragt: warum es nicht geht? warum es nicht gleich iſt: ich at. der Somm 1 d es n herer, wien ſaͤe Getreide auf Getreide, ſo lange ich will, oder ich mache neh Ser eine Abwechſelung mit andern Fruͤchten. erall mo d Man fuͤhrt hochſtens die Erfahrung an, daß auf Stadt⸗ t, die Wint feldern, wo in der Regel keine Braache gehalten wird, und 8 man Jahr aus Jahr ein Getreide bauet, daſſelbe ſo ſchlecht 7d lohne, und dabei der Acker ſelbſt ſo mit Unkraͤutern angefuͤllt hi werde, daß ſolche Laͤndereien bei allem Ueberfluß von Duͤn⸗ ii ſean gung doch nur einen hoͤchſt erbaͤrmlichen Ertrag geben. „ de ſchmn Manche Landwirthe ſagen nun zwar:„darum iſt die zi re Braache nothwendig; das Land muß ſo gut ruhen, wie Men⸗ was man V- zi eir ſchen und Thiere, wenn es gute Fruͤchte tragen ſoll,“ 2 Jahren ——— —— 1 ——ÿü ͤͤ —=—— — ———,“. — — 8⁰ Ich antworte hierauf: eine Braache, ſo behandelt, wie ich im Kapitel von der Bearbeitung des Bodens angegeben habe, wo die Bearbeitung ſchon im Herbſt, oder doch im zei⸗ tigen Fruͤhjahre anfaͤngt, und den ganzen Sommer durch fort⸗ geht; wo alſo gewiß das Wurzelunkraut ganz, und ſehr vieles Saamenunkraut vernichtet wird, hat allerdings ihre ganz beſonderen Vorzuͤge, und iſt fuͤr manche Beſchaffenheit des Bodens das beſte Mittel, einen ſolchen zur hoͤchſten Tragbar— keit zu bringen. Aber wir taͤuſchen uns, wenn wir die guten Folgen einer ſolchen Braache der Ruhe zuſchreiben. Die Pulverung, Luftung, Zerkruͤmnelung des Bodens, verbunden mit der Ver⸗ nichtung des Unkrauts— dieſe machen die Braache ſo wich⸗ tig. Denn die Ruhe kommt weniger in Anſchlag. Eigentli— che Ruhe, ein Zuſtand des Ackers, in welchem gar nichts auf ihm wuͤchſe, kommt auf gutem Boden im Sommer gar nicht vor. Er werden kaum vierzehn Tage nach dem Pfluͤgen ver— gehen, ſo werden ſich verſchiedene Pflanzen auf dem Braach— acker zeigen, deren Saamen in ihm verborgen lag. Aber dieſe Pflanzen, Unkraͤuter oder Weidegraͤſer, ſind ganz anderer Art, als diejenigen, welche der Acker nach unſe— rer Wirthſchaftsweiſe traͤgt. Nehmen wir dazu die Erfahrung, daß nach Erbſen, Wi— cken und Buchweitzen beſſerer Roggen waͤchſt, als nach Hafer oder Gerſte, ſo muß uns dies darauf leiten, die Abwechſe⸗ lung mit verſchiedenen Gewaͤchſen als eine nothwen⸗ dige Sache beim Ackerbau anzuſehen. Wollen wir uns davon recht uͤberzeugen, daß der Acker einer eigentlichen Ruhe gar nicht bedarf, ſo duͤrfen wir nur unſere Gaͤrten betrachten. Wir bauen hier Jahr aus Jahr ein Fruͤchte, und es wird nach funfzig Jahren nicht einmal noͤthig, das Land ruhen zu laſſen. Aber abwechſeln muͤſſen wir mit den Gewaͤchſen. Das Land, welches in dieſem Jahre Kar⸗ toffein trug, wird im kuͤnftigen Jahre nicht gern wieder da— mit beſtellt. Es wird viel beſſer Bohnen, Erbſen und dergl. tragen. Dag —* 9) ſlij ul dem Garten, wir es die Fru de wenn d ſſt bei verlangen dch ſehr dn vor, Landman Wi ſiß auff benuctn riſe Ka We ner der d Ale geſtelt tem auß rüßnlih b Ale me auf, Aehnüch di Halme, dit Erde dalchen Die duch von — dehondel, n ens angegen er doch in g mer durchfin 3, und ſii⸗ allerdings in eſchaffenheitd hſten Traze en Folgen ein die Pulverun mit der U Braache ſo wit hlag. Eizen gar nichts wmer gar uüt n Pfluͤgen e f dem Bruut lag. eidegraͤſer, ſ ſcker nach un h Erbſen, ¹ als nach H ie Abwech z eine nothwe „daß der Ac durfen wir n Jahr aus— aicht einm twetſin niſe iſen qihre g gern wieder thſen und d 8² Da nun alles Gartenland urſpruͤnglich unſerm Ackerlande gleich war, ſo iſt es gar keinem Zweifel unterworfen, daß wir mit dem freien Felde eben das machen koͤnnen, wie mit dem Garten, wenn wir es ſo behandeln, wie Gartenland; wenn wir es ſo tief bearbeiten, ſo gut und ſo oft duͤngen, und— die Fruͤchte ſo abwechſeln, wie es ihre Natur verlangt. Denn an dieſem letzteren Umſtande liegt es gewoͤhnlich, wenn die Beſitzer von Staͤdtlaͤndereien, wie oben angefuͤhrt iſt, bei oͤfterer Duͤngung dennoch nur ſchlecht ernten. Sie verlangen von ihren Feldern nur immer dieſelben Fruͤchte, oder doch ſehr aͤhnliche, und nehmen keinen Wechſel mit ihren Saa⸗ ten vor, auf den das genaue Aufmerken auf die Natur den Landmann leiten ſollte. Wir werden die Regeln eines naturgemaͤßen Fruchtwech⸗ ſels auffinden, wenn wir diejenigen Gewaͤchſe etwas genauer betrachten, die wir anbauen, und wenn wir ſie deshalb in ge⸗ wiſſe Klaſſen bringen. Wir koͤnnen fuͤglich drei ſolcher Abtheilungen annehmen. In die erſte Klaſſe kommen die Getreidearten, Weitzen, Roggen, Hafer, Gerſte ꝛc. In die zweite die Huͤlſenfruͤchte, Erbſen, Wicken, Linſen, ferner der Klee, auch Buchweitzen ꝛc. In die dritte Kartoffeln, Kohl, Ruͤben, Taback ꝛc. Alle die Gewachſe, welche ich in eine Klaſſe zuſammen geſtellt habe, ſind ſich in der Art ihres Wachsthums, in ih⸗ rem aͤußern Bau, und in der Art und Weiſe, wie wir ſie ge— woͤhnlich anbauen, ſehr aͤhnlich. 4 Alle Getreidearten wachſen in geraden, hohen Hal— men auf, und ihre Fruͤchte haben zu einander eine große Aehnlichkeit. Die Huͤlſenfruͤchte und der Klee machen nicht hohe Halme. Sie haben breite Blaͤtter, legen ſich gewoͤhnlich an die Erde, und ihre Saamen ſind ſehr verſchieden von den ei— gentlichen Getreideſaamen. Die Gewaͤchſe der dritten Klaſſe unterſcheiden ſich da— durch von den beiden erſten, daß ſie ohne ein Behacken und I. 1 6 1 82²2 Bearbeiten waͤhrend ihres Wachsthums, und ohne vorzuͤgliche tiefe Lockerung des Bodens gar nicht gedeihen. Die Kunſt des Landmannes muß nun zwiſchen dieſen Gewaͤchſen eine ſolche Abwechſelung auf ſeinen Feldern bei ih— rem Anbau veranſtalten, daß durch den Anbau der einen Frucht der Acker zu der, welche ihr folgen ſoll, vorbereitet werde, wodurch Arbeit erſpart und Land und Duͤngung am vortheilhafteſten benutzt werde. Die Eigenſchaften der in jede Abtheilung zuſammen ge⸗ ſtellten Gewaͤchſe ſind folgende: Die Getreidearten haben ſchmale Blaͤtter. Ihre Wurzeln ſind feine, fadenartige Buͤſchel, die ſich nach allen Seiten hin, doch weniger in die Tiefe, mehr durch die Haar⸗ wurzeln flach unter der Oberflaͤche ausbreiten. Die langen, ſchmalen Halme gehen gerade in die Hoͤhe. Sie beſchatten den Boden nur wenig und laſſen ſehr leicht Unkraͤuter unter ſich aufkommen, die dann zur voͤlligen Reife gelangen, ent— weder ihren Saamen gleich auf den Acker ausfallen laſſen, oder mit abgeerntet werden, und ſo ihren Saamen in den Miſt bringen. Die ſchmalen Blaͤtter der Halme vertrocknen allmaͤhlig; es faͤllt von dieſen Gewaͤchſen nichts ab, was dem Lande eine Duͤngung ſeyn koͤnnte. Man findet den Boden danach in einem feſten, zuſammen geballeten Zuſtande, der mehrere Male gepfluͤgt und geegget werden muß, wenn er aus ſeinem kloͤßigten Zuſtand in einen feinen und muͤrben Zuſtand verſetzt werden ſoll. Ihre Blaͤtter vertrocknen eher, als die Frucht voͤllig reif iſt. Die Gewaͤchſe muͤſſen alſo alle Nahrung zur Bildung des Korns aus dem Boden ziehen, welches bei den Huͤlſen— fruͤchten anders iſt, die bis zur Reifung ihrer Schoten gruͤne Blaͤtter behalten, durch welche ſie aus der Luft Feuchtigkeit und Nahrung einziehen. Die Getreideſaamen ſind ſich ſaͤmmtlich ſehr aͤhnlich, ſo wie ihr Stroh. Daher kann man auch annehmen, daß dieſe Gewaͤchſe ziemlich dieſelben Nahrungstheile aus dem Boden Ebſen, ſe ſind Steng ſtark her an Boden her ab nnftem fallende dicte, den gie burhäte Halmget heſken ſch Drm ſ terung 7 fle au teines, t I Ke dine R Kle n Klee Halmg Und e dich zu Im Klee in eingeni ſ de ſ hrin 83 8 1 ühn unſuig ziehen. Weitzen und Hafer haben wenigſtens eine weit groͤ⸗ ßere Aehnlichkeit mit einander, als Weitzen und Erbſen. wiſzn dn Ganz anders iſt es mit den Huͤlſen fruͤchten, den lhühe 1 Erbſen, Wicken, Buchweißen ꝛc. Die Wurzeln dieſer Gewaͤch⸗ nbau der ein ſe ſind kleine Roͤhren, die tief in den Boden eindringen. Die Stengel ſelbſt ſchießen nicht in die Hoͤhe. Sie ſind nicht ſtark genug, die breiten Blaͤtter zu tragen; ſie legen ſich da— her an die Erde nieder. Gerathen ſie gut, ſo bedecken ſie den ſoll, vorbna d Düngun zuſammn Boden dicht, und das Land iſt nach ihnen deshalb viel muͤr⸗ ber als nach den Gewaͤchſen der vorigen Gattung. Die roͤh⸗ Bütter. renfoͤrmigen Wurzeln lockern den Boden auf, durch die ab— ſich nach fallenden Blaͤtter erhaͤlt er einige Duͤngung und durch die durch dih dichte Decke, die ein gutes Erbſen- oder Wickenfeld dem Bo— en. Die lm den giebt, wird das Ausdorren vom Winde oder der Sonne Sie beſc verhuͤtet. Dieſe Fruͤchte hinterlaſſen alſo den Boden fuͤr das Unkraͤuter u Halmgetreide in ſolchem Zuſtande, wie es ſich fuͤr daſſelbe am e gelongen,; beſten ſchickt. Man findet daher auch, daß ſie an ſehr vielen ausſallen do Orten ſtatt der Braache angebauet werden, und daß die Win—⸗ Saamen in terung ſehr gut danach geraͤth. Halwe vattä Beinahe eben ſo wie die Huͤlſenfruͤchte aͤußert ſich der hts ab, mas Klee auf den Boden. Findet er Nahrung genug, ein voͤllig indet den d reines, tief gelockertes Land, ſo uͤberzieht er das ganze Land. n Zuſtande, Die Kleewurzeln durchziehen die ganze Ackerkrume, es fallen muß, wem eine Menge Blaͤtter ab, und durch die Beſchattung, die der nen und ui Klee macht, wird das Land muͤrbe erhalten. Obgleich der Klee eine Menge Futter liefert, ſo iſt es doch ganz von dem Fruct böllig! Halmgetreide verſchieden; es wird gewoͤhnlich gruͤn abgehauen, g zur Bidu und es iſt an dem auf den Klee folgenden Wintergetreide gar bei den Hil nicht zu ſpuͤren, daß es nicht nach reiner Braache geſaͤet iſt. Säten g8 Ich muß aber hierbei erinnern, daß ich nur gutſtehenden Luſt Fuugtiſ Klee im Sinne habe, in welchem ſich nicht Queckenunkraut eingeniſtet hat. Wo das die Oberhand hat, da wird freilich ff halc, nach dem Klee elende Winterung wachſen. 6 Wie man den Klee bauen muͤſſe, um ihn in reines Land dß J ich ſpaͤterhi e V zu bringen, werde ich ſpaͤterhin zeigen. aus dell d 84 Ob nun gleich dieſe Gewaͤchſe, Huͤlſenfruͤchte und Klee, den Boden in beſonders lockerm und guͤnſtigem Zuſtande hin⸗ terlaſſen, und ſich alſo recht gut als Vorfruͤchte vor dem Ge— treide eignen, ſo vermißt man bei ihrem Anbaue doch noch die Gelegenheit, den Boden kraͤftig zu bearbeiten. Dieſe Gelegenheit bieten uns nun die Kartoffeln, der Kohl, mehrere Ruͤbenarten, Taback ꝛc. dar. Alle dieſe Gewaͤchſe gedeihen ohne eine ganz beſonders ſorgfaͤltige Bearbeitung waͤhrend ihres Wachsthums nicht. Wie nuͤtzlich ſie dem Landwirthe ſind, brauche ich hier wohl nicht zu ſa— gen. Sie werden ihm aber doppelt wichtig, weil er durch ſie ſein Land an und ſuͤr ſich ſehr hoch nuͤtzt und noch dazu durch ihren Bau Gelegenheit erhaͤlt, ſeinem Lande von Zeit zu Zeit eine vorzuͤgliche Lockerung zu geben, ohne welche gu⸗ tes Land in kurzer Zeit verwildert. Der Bau dieſer Fruͤchte macht unter gewiſſen Bedingun— gen die Braache ganz entbehrlich. In der erſten Zeit ihres Wachsthums wird beim Behacken faſt alles Saamenunkraut eines Bodens zum Keimen gebracht; es wird mehrere Male zerſtoͤrt, und ſind ſie erſt heran gewachſen, ſo geben ſie dem Boden ebenfalls den wohlthaͤtigen Schatten, den ich ſchon von den Gewaͤchſen der vorigen Klaſſe geruͤhmt habe. Giebt man ſich bei der Bearbeitung dieſer Gewaͤchſe rechte Muͤhe, ſo kann dieſelbe fuͤr den Boden ſo viel leiſten als eine gute Sommerbraache. Es laͤßt ſich freilich nicht gut beſtimmen, welche Klaſſe der beſchriebenen Gewaͤchſe fuͤr den Landmann die nuͤtzlichſte iſt. Er kann ohne die eine wie die andere nicht gut wirth⸗ ſchaften. Das Getreide iſt wohl in den meiſten Verhaͤltniſſen am wichtigſten. Es liefert die beſten Nahrungsmittel fuͤr Men— ſchen und Vieh; das Stroh iſt zum Decken, zu Hechſel und zur Einſtreu gar nicht zu entbehren, und die Fruͤchte dieſer Art werden am haͤufigſten gekauft. Des Landwirths ganzes Beſtreben muß alſo dahin gehen, von dem Getreide ſo viel als moͤglich zu ernten. Daß zu guten Ernten gute Duͤngung ¹ nbin uit hi aür vorigen te giſet dr kl ſinfricht nächſe i lung d hackte auch ſos aus n deſhlech ſac man bei A- nehr o! uite Fr⸗ dche ne Len zu lingege Vntern Ju dſen. dſer T hte und K Zuſiande ſ e vor dem. baut doch n⸗ ten. ertoffeln k . dar. A ders ſorgfatt Wie niſ ohl nicht zu dill er durch und noch da Lande von z ohne welcheg iſſen Bedinge eſten Zeit iſn Saamenunkt mehrere N Hgeben ſie de den ich ſch t habe. Gie rechte Mit als eine gll welche Kliſ m die nhlich cht gut wirt erhaͤltniſſen 1' nitel flr Nm zu Hachſe um Fuücte diſ dwirths ganſi Gekreide ſö gutt Dänun gehoͤrt, iſt allbekannt, daß aber auch die Duͤngung allein noch nicht hinreichend iſt, um von einem und demſelben Boden Jahr aus Jahr ein gutes Getreide zu ernten, haben wir im vorigen an dem Beiſpiele mancher Ackerbuͤrger kleiner Städ⸗ te geſehen. Wer ſich noch genauer davon uͤberzeugen will, der kuͤmmere ſich genau um den Ertrag ſolcher Felder, die ohne Abwechſelung und Braache immer Getreide tragen, und er wird zur Erkenntniß kommen. In dem adwechſelnden Bau des Getreides mit den Huͤl⸗ ſenfruͤchten und Klee ſteckt das ganze Geheimniß, beiderlei Ge— waͤchſe immerfort gut zu ernten. Wird zur beſſern Verarbei⸗ tung des Landes in gewiſſen Zwiſchenraͤumen noch eine be— hackte Frucht angebauet, ſo wird auf manchen Bodenarten auch ſogar die Braache entbehrlich, und das Land kann Jahr aus Jahr ein, wie der Garten, Fruͤchte tragen, ohne ſich zu verſchlechtern. dach den bemerkten Eigenſchaften der Gewaͤchſe wird man bei dieſer Abwechſelung ungefaͤhr ſo zu verfahren haben: Alle fuͤnf, ſechs oder ſieben Jahre, je nachdem das Land mehr oder weniger zu Unkraut geneigt iſt, baue man eine ſolche Frucht, wozu das Land oft und tief gepfluͤget wird, und welche noch mehrere Male behackt werden muß. In dies reine, gelockerte Land ſchickt ſich nun eine Ge— treideart, mit welcher man zugleich den Klee ausſaͤet. Denn der Klee gedeihet nur in reinem, gut geduͤngtem Lande, und wird nur in ſolchem eine gute Vorfrucht ver der Winterung. Nach Taback und Kohl kann man Roggen und Weitzen ſaͤen, ganz vorzuͤglich wird aber in dieſem, durch die ſorgfaͤl⸗ tige Bearbeitung ganz muͤrben Lande die Gerſte gedeihen. Nach Kartoffeln iſt es nur in ſeltenen Faͤllen rathſam, Rog⸗ gen zu ſaͤen. Er wird gewoͤhnlich im Kartoffellande ſehr leicht, hingegen Gerſte gedeihet danach uͤber alle Maaßen. Die Winterung findet nach dem Klee eine vorzügliche Stelle. Nach dieſer Winterung kann man Erdbſen oder Wicken folgen laſſen. Darauf wieder Winterung, und wenn mon will, nach dieſer Winterung Hafer. 86 Die Fruͤchte werden alſo in dieſer Ordnung aufeinander folgen: Erſtes Jahr Kartoffeln, Taback, Kohl, Ruͤben ꝛc. wozu ſtark geduͤngt werden muß. Zweites Jahr Gerſte, allenfalls Sommer-Roggen, wenn das Land ſandig iſt. Iſt es Lehmboden, oder guter lehmiger Sandboden, ſo iſt Gerſte vorzuziehen, in welche zugleich Klee geſaͤet wird. Drittes Jahr Klee. Zeitig umgebrochen und mit Wins terung beſaͤet. Viertes Jahr Winterung. Fuͤnftes Jahr Erbſen oder Wicken, wozu man gern et⸗ was duͤngt. Sechstes Jahr Roggen, und Siebentes Jahr Hafer. Bei einer ſolchen Aufeinanderfolge der Fruͤchte iſt ganz auf die beſondern Eigenſchaften der von uns angebauten Ge⸗ waͤchſe Ruͤckſicht genommen. Die alle ſieben Jahre wiederkehrende behackte Frucht er— ſetzt die Braache. Durch ihren Bau wird das Land tief ge⸗ ackert, vom Unkraut aller Art gereiniget. Die Gerſte kommt dahin, wo ſie ganz vorzuͤglich geraͤth, ſo wie der Klee, der nach ſolchen Vorfruͤchten auch auf Bo— den waͤchſt, wo er ſonſt nicht empor kommen wuͤrde. Die Winterung hat nach dem gut ſtehenden Klee eine eben ſo gute Stelle; die ſtarken Kleewurzeln mit dem Blaͤt⸗ terabfall duͤngen das Land. Zu Erbſen und Wicken duͤngt man, wenn gleich ſchwaͤcher, wie zu Kartoffeln oder Taback, und ſaͤet wieder Roggen. Zuletzt macht der Hafer den Be— ſchluß. Es iſt hierbei die Regel beobachtet, daß ſich niemals zwei reine Getreidearten aufeinander folgen, ausgenommen zuletzt. Hier iſt es deswegen unſchaͤdlich, weil nach dem Hafer gleich wieder die ſtarke Duͤngung und gute Bearbeitung der behack⸗ ten Frucht kommt. —Q—QOQOQ—Q—QOQOCQOQ—Q—Q—Q—Q—QCQ—CQC—— Auwwa nis ſub di Lmm Nahä terung und ei den f D Wicen⸗ Gache werde O ſchon d dem re knbar tuh, 87 ng alfeinnin Bei einer ſolchen Fruchtfolge iſt fuͤr Menſchen und Vieh . im richtigen Verhaͤltniſſe geſorgt. Es wird bei dieſer Abwech⸗ Nüͤben d. en ſelung nie zu fuͤrchten ſeyn, daß das Halmgetreide nicht lohne, oder daß das Unkraut ſehr uͤberhand nehme. Vorzuͤglich wird „Roggen, nen die Viehzucht gewinnen, und der Miſthaufen, wenn die er— guter lehni waͤhnte behackte Frucht und der Klee verfuͤttert werden. he zugleich Die angegebene Fruchtfolge iſt nur als ein Beiſpiel an— gefuͤhrt. Ich will damit nicht ſagen, daß man alles Land auf und mit N. dieſe Art beſtellen ſoll. Ich wollte nur zeigen, wie man ſich ungefaͤhr einrichten kann, um ſein Land ungusgeſetzt zu be— ſaͤen, und dennoch gutes, ſchweres, lohnendes Getreide zu ern— man gern ten. Man kann ſich noch auf mancherlei Art einrichten; man wird aber immer ſehr wohl thun, wenn man ſich bei der Auswahl der Fruͤchte nach ihren hier aufgefuͤhrten Eigenſchaf— ten richtet. Durch den hier angedeuteten oder einen andern Wech⸗ ſel der Fruͤchte kann man mildes, nicht zu thoniges Land Jahr aus Jahr ein ohne eine eigentliche Sommerbraache be⸗ ſtellen. Iſt daſſelbe ſehr mit Hederichſaamen verunreiniget, ſo thut man freilich beſſer, den Klee zwei Jahre lang, im er— ſten zum Abmaͤhen, im zweiten zur Weide bis gegen Johan⸗ nis zu benußzen. Bricht man es um dieſe Zeit um und pfluͤgt das Land im Laufe des Sommers einige Male, ſo wird die Reinheit des Bodens ſehr gewinnen und man wird eine Win— nden Klee ar terung nach dieſer Bearbeitung ernten, die unendlich ſicherer — und eintraͤglicher in dieſem Lande iſt, als wenn man ſie nach i d 1 den Kartoffeln unmittelbar geſaͤet haͤtte. iiten din Daß die Winterung in reines, gut geduͤngtes Erbſen⸗ n oder dihe Wicken⸗ oder Bohnen⸗Land’ gut geraͤth, iſt eine bekannte Fruͤchte iſt t angebauten ackte Frucht! ao Land tief rzüglich gei mauch auf 5 wuͤrde. Hafer den d Sache. Die Unſtaͤnde, welche dieſes Gerathen befoͤrdern, werde ich ſpaͤterhin anfuͤhren. ſich rnemab i Da durch die Koͤrner der Huͤlſenfruͤchte in der Regel enomman ule ſchon der Acker einen ſo hohen Ertrag giebt, als wenn er mit den hafe gui dem reinen Getreide beſaͤet iſt, das Stroh derſelben aber of⸗ dung de bfe fenbar vom Viehe lieber gefreſſen wird, als das reine Korn⸗ ſtroh, ſo hat man als ein Landwirth, der ſeine Wirthſchaft verbeſſern will alle Urſach, den Anbau dieſer Gewaͤchſe zu vermehren, muͤßte man auch wirklich den Getreidebau etwas einſchraͤnken. Alles, was auf beſſere Ernaͤhrung des Viehes abzweckt, iſt dem Ackerbau im Ganzen foͤrderlich. Denn beſ⸗ ſere Ernaͤhrung des Viehes hat Vermehrung des Miſtes zur Folge und mehrerer Miſt macht, daß man auf der Haͤlfte Land ſo viel Fruͤchte ernten kann, als man bei ſchlechter Duͤn⸗ gung vom Ganzen erhielt. Das Vieh, weiches unſern Acker pfluͤgt, und durch wel⸗ chen wir uns in den meiſten Umſtaͤnden allein mehrere und beſ⸗ ſere Duͤngung verſchaffen koͤnnen, verſorgt uns als Folge beſ⸗ ſerer Ernaͤhrung mit Fleiſch, Milch und Butter. Soll es uns dies alles im Ueberfluß geben, ſo bedarf es reichlicher ſaf⸗ tiger Nahrungsmittel. Und dieſe findet es an den Erdgewaͤchſen, den Kartoffeln, dem Kohl, den Ruͤben, Moͤhren; ferner am Klee und zum Theil an den Huͤlſenfruͤchten. Durch den Anban dieſer Ge⸗ waͤchſe wird gewiſſermaaßen ſelbſt der Anbau der Getreide— arten, die doch hauptſaͤchlich die Nahrung des Menſchen aus⸗ machen, erleichtert und befoͤrdert. So betrachtet iſt der ab⸗ wechſelnde Anbau der Futtergewaͤchſe und des Getreides ein Mittel, Leben und Wohlſeyn unter den Menſchen zu vermeh⸗ ren und zu verbreiten. Die Getreidearten, Roggen, Weitzen, Gerſte und Hafer, ſind, wie wir geſehen haben, dem Landmanne ſehr wichtige und nuͤtzliche Gewaͤchſe. Iſt aber ihr Korn abgedroſchen, ſo iſt das uͤberbleibende Stroh, als eigentliches Viehfutter betrach⸗ tet, von ſehr geringem Werthe. Man kann die Thiere kaum dabei am Leben erhalten; eigentliche Nutzung geben ſie von einer bloßen Strohnahrung faſt gar nicht. Das eigentliche Heu iſt zwar ein ſehr gutes Viehfutter, aber wo hat man das in ſolcher Menge? Es laͤßt ſich aber entweder ganz entbehren, oder doch ſein Verbrauch ſehr ein— ſchraͤnken, wenn man fuͤr das Vieh auf die oft erwaͤhnte Wei⸗ ſe ſorgt, und auf dem Ackerlande Viehfutter in Abwechſelung mit dem Getreide bauet. Dann entſteht aus dem Getreide— und finr ihm di ſind, in Ab ſiht wir) ren, und P daade dedier es in ( dn d. druch hende weit: den ſähriig ten he in we hen! Meint jin u d viel beſ omi reidebau l ung des Vi ch. Denn des Miſts auf der zif ſchlechterd und durch ve nehrere und ³ als Folge tter. Sol z reichliche den Kartkfln Klee und u ban dieſer( der Getnz Menſchen al htet iſt der Getreides den zu verme ſte und heit e ſehr wichn bgedroſchen, hfutter hetrat eThiere kaum gän ſi i ttes Viehfutte ßt ſch cha tuuc ſr i erwhnteWe m Abwechſeurn dem Getrabe ———y ͤͤͤ 89 ſtroh und den Futtergewaͤchſen ſolcher Miſt, welcher von allen Landleuten als das Hauptmittel angeſehen wird, den Acker zu bauen; das Vieh befindet ſich in guten Umſtaͤnden, und be— zahlt durch reichliche andere Nutzungen ſein erhaltenes Futter. Soll nun die weiſe Abſicht des guͤtigſten Koͤnigs erreicht werden, die er dabei hatte, als er nach den neuen Geſetzen und Verfuͤgungen den dritten Theil alles Landes von Huth— und Triftgerechtigkeit befreite, ſo muß der Landmann in der Einrichtung ſeiner Wirthſchaft nach den Verguͤnſtigungen, die ihm in der erwaͤhnten hoͤchſten Verfuͤgung zu Theil geworden ſind, auf dem hutfreien Drittel ſeines Landes Futtergewaͤchſe in Abwechſelung mit dem Getreide anbauen. Dadurch wird der fleißige Wirth ſich in den Stand ge— ſetzt ſehen, beſſeres Vieh als bisher aufziehen zu koͤnnen; er wird gut genaͤhrtes Vieh mit mehrerer Arbeit anſtrengen koͤn⸗ nen, und ſeine Felder ſo bearbeiten, wie es noͤthig iſt. Milch und Butter werden ſich vermehren, er wird zuweilen eine baare Einnahme davon haben, und verkauft er ſein aus— gedientes Vieh, ſo wird man ihm mehr dafuͤr bezahlen, weil es in beſſern Umſtaͤnden ſeyn wird. Da er ſein Zugvieh nicht mehr auf dem Hofedienſt und den damit verbundenen beſchwerlichen Reiſen abzuquaͤlen braucht, ſo wird er mit mehrerer Sorgfalt junge Thiere be— handeln, ſie nicht in fruͤher Jugend uͤbernehmen, und dadurch weit anſehnlichere Thiere erlangen, als bisher. Durch den vermehrten und verbeſſerten Miſt, den ihm die mehr verfuͤtterten Gewaͤchſe geben, werden ſeine Felder jaͤhrlich in beſſere Umſtaͤnde kommen. Er wird reichere Ern— ten halten, und ſo nach und nach in den Wohlſtand gelangen, in welchen der Koͤnig alle ſeine lieben Bauern verſetzt zu ſe— hen wuͤnſcht. Zum Schluſſe dieſes Kapitels muß ich noch eine irrige Meinung mancher Landleute widerkegen, die man bei ihnen hin und wieder antrift. Sie glauben, daß es ſuͤndlich waͤre, ſo vieles und ſchoͤnes Land mit Futtergewaͤchſen fuͤr das Vieh zu beſtellen. . ——ᷣ—ᷣ—ᷣ—ÿ—ÿÿꝛꝛ--—yõ— ——⸗ —— —— — — ————— ——————— ————— —————— 2———— * 90 Dieſe Meinung ſcheint ſich aus ſolchen Zeiten her zu ſchreiben, wo wegen Mangel an Brodkorn große Theurung und Hungersnoth entſtanden war. Man glaubte in der Fol⸗ ge dieſem Mangel nicht beſſer vorbeugen zu koͤnnen, als wenn man alles Land mit Getreide beſtellte. Aber diejenigen, welche daher eine Wohlfeilheit und Ue⸗ berfluß an Brodkorn erwarten, ſind gewiß nur ſehr kurzſich⸗ tige Menſchen, die von dem ganzen Weſen des Ackerbaues wenig verſtehen. Ohne Miſt iſt der Ackerbauer ein ohnmaͤchtiger Menſch, und kann nur ſehr wenig ausrichten. Nun iſt aber klar und in dem vierten Kapitel hinlaͤnglich bewieſen, daß der Miſt bloß aus dem Futter entſteht, welches das Vieh verzehrt, und aus der Einſtreu, ſie beſtehe aus Stroh oder anderen Din— gen. Waͤren uͤberall gute Wieſen und Weiden genug, auf welchen ſich das Vieh im Sommer reichlich ernaͤhren koͤnn— te, und man koͤnnte ſo viel Heu auffahren, um es auch im Winter reichlich zu fuͤttern, dann wuͤrde man ohne weitere Muͤhe ſo viel Miſt erhalten, als zur Ausduͤngung des Feldes noͤthig iſt. Aber wie viel Doͤrfer giebt es jetzt noch, die Wie— ſen und Weiden in der Menge beſitzen? Und wie wenig giebt es uͤberhaupt ſolches Land, welches ohne des Menſchen Muͤhe in reicher Menge Futter fuͤr das Vieh traͤgt? Was daher daran fehlt, muß auf andere Art erſetzt wer⸗ den, und es muß ein Theil des Ackerlandes zur Erzielung des Viehfutters dienen. Habe ich mir nun durch gute Futterung meines Viehes einen Vorrath guten, kraͤftigen Miſtes ver⸗ ſchafft, und kann mein Ackerland beſſer duͤngen, ſo werden mir zwei Morgen gut geduͤngtes Land mehr Getreide geben, als drei Morgen ſchlecht geduͤngtes. Ich werde alſo auf dieſem wenigen, gut geduͤngten Lande, mehr Getreide erbauen, was aber noch wichtiger iſt, mehr zum Verkauf uͤbrig haben, weil ich erſtlich nicht ſo viel auszuſaͤen habe, und weil ich manche eigene Beduͤrfniſſe meiner Wirthſchaft nicht wie vorher mit Getreide zu beſtreiten brauche, wie z. B. Pfer⸗ defut Tcke welc 8 Im thun bon in w miſſ unſer zugle l de eiten her n ihe Theunm te in der zi⸗ nen, als wen heit und le⸗ ſehr kurzſih des Ackerbaus tiger Menſch aber klar un daß der Miſ verzehrt, und anderen Di n genug, alf -naͤhren kin mes auch in ohne weite ng des Fee noch, die Wi⸗ je wenig giet enſchen Mit rt erſetzt war ⸗Erzielung de gute Futkerum m Miſtes ber⸗ d werden mie de geden, d ſo auf dieſer de erbauen, rkauf üͤbri ſan hode m rhſhrſt nit wie ⸗ r —————— 91 defutter, ſondern ſolche mit andern Fruͤchten, wie Erbſen oder Wicken, befriedigen kann. Mithin iſt es thoͤricht, wenn man glaubt, durch den ver⸗ mehrten Anbau von Viehfutter auf den Ackerlaͤndereien wuͤr⸗ de zu wenig Brodgetreide gebauet werden. Ein Feld mit Klee, Ruͤben oder Kartoffeln hat fuͤr die Wirthſchaft gewoͤhn— lich einen hoͤhern Werth, als ein eben ſo großes Stuͤck des beſten Weitzens. Ferner ſteht ja ſchon in der Bibel:„Der Menſch lebt nicht allein vom Brode.“ Das Viehfutter, wel⸗ ches man anbauet, hat fuͤr eine Ackerwirthſchaft zwar vorzuͤg⸗ lich deshalb hohen Werth, weil es den Miſt vermehrt. Aber wird die Kuh, welche reichlich gefuͤttert wird, nicht viel mehr Milch geben? Und werde ich nicht fuͤr ein gemaͤſtetes Rind beinahe noch einmal ſo viel erhalten, wenn ich es verkaufe, als fuͤr ein mageres? Sind denn aber Milch, Butter und Fleiſch nicht ſo gut Nahrungsmittel fuͤr den Menſchen, als Brod? Oder iſt das Geld, welches ich fuͤr Milch, Butter und Kaͤſe oder fettes Vieh mehr bei einer guten Viehfutterung einnehmen kann, nicht eben ſo gut, als das, welches ich fuͤr Weitzen, Roggen oder Gerſte geloͤſet habe?—— Achtes Kaßik el, welches dieſe Materie weiter abhandelt, und Vorſchlaͤge zur ver⸗ beſſerten Einrichtung der Bauerwirthſchaften enthaͤlt. Im vorigen Kapitel habe ich Betrachtungen uͤber das Wachs⸗ thum der Pflanzen, und uͤber die beſondern Eigenſchaften der von uns angebaueten Gewaͤchſe angeſtellt. Ich habe gezeigt, in welcher Ordnung die Fruͤchte auf einander geſaͤet werden muͤſſen, wenn wir den Miſt auf das Hoͤchſte benutzen, von unſern Feldern Jahr aus Jahr ein gute Fruͤchte ernten und zugleich die Viehzucht heben, auch vor allen Dingen das Mit⸗ tel der Fruchtbarkeit, den Miſt, vermehren wollen. ᷣ 92 Von dem Beiſpiele der Fruchtfolge erinnere ich blos ſo viel noch, daß es ſich auf mannigfaltige Art abaͤndern läßt, und dennoch das dadurch erreicht werden kann, was man im⸗ mer im Auge haben muß, wenn man ein Land alljaͤhrlich be— ſtellen will. Die Hauptſache bleibt immer die: von Zeit zu Zeit das Land durch eine behackte Frucht tuͤchtig zu bearbei⸗ ten; dann zu vermeiden, daß kein unreines, nicht gehoͤrig vor— bereitetes Land zu einer Halmfrucht genommen werde. Waͤre z. B. durch unguͤnſtige naſſe Witterung das mit Erbſen oder Wicken beſtellt geweſene Land verqueckt, ſo muͤßte es durchaus nicht mit Winterung beſaͤet werden, ſondern man muͤßte es im folgenden Fruͤhjahre ſogleich wieder reinigen und mit einer Sommerfrucht beſtellen, wozu die kleine Gerſte, da ſie ſpaͤt ge⸗ ſaͤet werden kann, ſich herrlich ſchickt. Bei dieſer ſteten Auf— merkſamkeit auf die Reinigung des Landes; bei der Leichtig— keit, mit welcher ein Landmann, der uͤberhaupt nur Co bis 100 Morgen Ackerland beſitzt, ſein Land durch Hacken und Jaͤten reinigen kann, wird es ſelten noͤthig ſeyn, dem Lande eine reine Sommerbraache zu geben. Wird ein anſehnlicher Theil des Landes blos zu Viehfut⸗ ter verwendet, um den noͤthigen Miſt herbei zu ſchaffen, ſo kann das huthfreie Land gleich einem Garten immerfort be⸗ nutzt werden, und ſonach liegt in den in dem vorigen Kapitel vorgetragenen Lehren der Grund zu hoͤherem Wohlſtande. Man muß aber nicht blindlings das Geſagte nachahmen wollen. Man muß dadurch uͤberhaupt zum weiteren Nach⸗ denken ſich antreiben laſſen, und ſich ſelbſt fragen: welche Er— fahrungen haſt du bisher gemacht? Welche Gewaͤchſe gerie— then ſchlecht, wenn du ſie nach andern baueteſt, und welche geriethen dagegen wieder beſſer?— Nach den Antworten, die hierauf die eigene Erfahrung giebt, und nach den Regeln, die das vorige Kapitel enthaͤlt, muß man nun ſeinen Acker mit ſolchen Fruͤchten beſtellen, die ſich fuͤr den Boden, fuͤr die Gegend und die ganzen Verhaͤltniſſe am beſten ſchicken. Doch hat das bisher Geſagte hauptſaͤchlich Bezug auf die Beſtellung des kuͤnftigen huthfreien Landes. Es muͤſſen aber auch iichun 6 anrath und tee K nit, ten U Etund peint. wecch d aan ke wir es mit E. werden, jügich d. Luch und qj zut?- nricht nn. E Jrc gewinn un 9 terlangt 95 te ich dtt auch mit den uͤbrigen Zweidrittheilen des Landes andere Ein⸗ abänden liß richtungen getroffen werden. was manio. Erſchreckt nicht davor, lieben Landleute! wenn ich Euch allährich anrathe, hin und wieder von Euren bisherigen Gewohnheiten : von Zei u und Gebraͤuchen beim Ackerbau abzugehen. Seht, Euer gu— lig zu berit ter Koͤnig hat Euch durch die neuen Geſetze einen Weg erdf— tt gehorig r net, aus Eurer bisherigen Duͤrftigkeit Euch heraus zu arbei— werde. Uh ten und zu Wohlſtand zu gelangen. Kaum werdet Ihr im nit Erbſen ti Stande ſeyn, es ganz zu faſſen, wie gut er es mit Euch zte es durchen meint. Erſt Eure Kinder und Enkel werden es einſehen, man moͤßen welch' eine Wohlthat die neueren Einrichtungen fuͤr Euch ſind. und mit eie Damit Euch aber Eure Kinder ſegnen; damit ſie einſt ſa— „da ſie pitt gen koͤnnen: dem Koͤnige und unſern lieben Eltern danken ſſer ſteten Au wir es, daß es uns ſo wohl geht! ſo macht nun auch gleich ei der Liti mit Euren ganzen Beſitzungen, die Euer freies Eigenthum pt nur co werden, ſolche Einrichtungen, welche fuͤr Euch ſelbſt und vor— —. Hacfen ij zuͤglich fuͤr Eure Nachkommen die vortheilhafteſten ſind. n, dim n Legt den Glauben ab, als muͤßte das, was bisher bei Euch Sitte war, auch allein gut ſeyn. Seht, der Hofedienſt us 2 Vihi und aͤhnliche Laſten ſind alt genug, aber waren ſie darum zu ſcrfen, gut?—— Alſo braucht Euren Verſtand, leßt Euch rathen, inmerſort Einrichtungen zu treffen, durch die Eure Wirthſchaften gewin⸗ origen Kapit nen. Seht nicht blos auf heute und morgen bei dem was gehltande Ihr thut, ſondern rechnet auch zuweilen auf weiter hinaus. Muͤhe und Arbeit duͤrft Ihr freilich nicht ſcheuen. Ihr e Aiah gewinnt ja Zeit genug, da Ihr nun mit Niemanden mehr zu weiteren if thun habt, ſondern blos mit Eurem Eigenthum. Der Koͤnig nn: welhe 3 verlangt keinen beſſern Dank von Euch, als den, daß Ihr ſei— hewächſe gerie ne Wohlthaten recht anwendet, und alles thut, um Euch recht ſe und wlt bald in denjenigen gluͤcklichen Zuſtand zu verſetzen, um deſ— in Antworin ſentwillen er alles das gethan hat. ch den e Hoͤrt daher auf die Rathſchlaͤge, die ich Euch in folgen— n ſinn in dem geben werde, und wendet in Eurem Dorfe ein jeder da— Beden, für di von an, was ſich fuͤr Euch ſchickt. ſchcken 1 de— Bezug ui Fo miſſen an gte nochahmn 94. Vieles und ſchlecht gefuͤttertes Vieh bringt dem Land⸗ manne nichts ein, wohl aber gut gefuͤttertes. Wenn ich Pfer⸗ de oder Ochſen habe, die nur ſo eben noch leben; die zwar zu gewiſſen Zeiten, wenn eben reichliche Nahrung auf der Weide iſt, bei Fleiſch und Kraͤften ſind, die aber dann, wenn dieſe Weide vertrocknet oder uͤberſchwemmt iſt, ſich nur ſo hin— ſchleppen— ſolche Thiere koͤnnen nicht viele Arbeiten verrich— ten. Mit Kuͤhen iſt es nicht beſſer. Bei guter Weide wer— den ſie etwas melken, nachmals aber trocken ſtehen. Bisher freilich, wo der Landmann mit einem Theile ſei— nes Viehes zu Hofe dienen mußte, und mit dem andern Thei— le ſeine eigene Wirthſchaft fortſtellte, war er oft gezwungen, mehr Vieh zu halten, als er wollte. Er hatte dann oft große Sorge um die Erhaltung deſſelben, wenn eine ſchlechte Fut⸗ terernte geweſen war, oder der Winter lange anhielt. In Zukunft faͤllt dieſer Zwang weg, und nun halte ein jeder nur ſo viel Vieh, als er mit Sicherheit und reichlich er⸗ naͤhren kann. Wir haben im vierten Kapitel geſehen, wie falſch das ge— meine Sprichwort iſt: viel Vieh giebt vielen Miſt. Wir ha— ben uns davon uͤberzeugt, daß der Miſt nur aus dem vom Viehe gefreſſenen Futter und der Einſtreu entſteht. In dem einzigen Falle hat jenes Sprichwort etwas Wahres, wenn ſich das Vieh auf Gemeinweiden ernaͤhrt. Aber der Miſt, welchen das Vieh von dieſen Gemein— weiden nach Hauſe traͤgt, iſt aͤußerſt unbedeutend. Ich rathe jedem, der ſein großes Vieh, Pferde, Zugochſen und Kuͤhe lieb hat und ſeiner Wirthſchaft aufhelfen will, es im Sommer ſo gut, wie im Winter, im Stalle zu fuͤttern. Da das eine Drittheil des Feldes frei von aller Huth und Trift wird, ſo fehlt es nichk an Gelegenheit, Futter fuͤr das Vieh fuͤr den Sommer zu erbauen. Ich werde in der Folge weitlaͤuftiger von der Stallfutte— rung des Viehes ſprechen, und fuͤhre dies wenige nur hiermit an. Im erſten Anfange, wo es noch an der noͤthigen Ein⸗ richtung der Wirthſchaft fehlt, und wo man nicht im Stande ſß dl wanhſe Khalte und la ke, du theilen auch /0 ftagt w ntes L „kein 1 Antworte Aff ſochen 8s win ſemn, a kann, un dutte f Da umn d wo er bou ſh Furtanh ſnd Gen Sendded dung h Felder! gemacht Sin der Hut b nuß; werden, b 95 — iſt, alles noͤthige Sommerfutter zu erbauen, ſollte man doch rdem id hi wenigſtens darauf denken, die melkenden Kuͤhe zu Hauſe zu ben; di inr behalten. Endlich mache man es auch mit dem Zugviehe ſo, zhrung auf und laſſe blos das Jungvieh auf die Weide gehen. Ich den⸗ 5 dann dm ke, durch dieſen Anfang wird man ſich bald ſo von den Vor⸗ ſch nur ſehſ theilen der Sommerſtallfutterung uͤberzeugen, daß man endlich tbeitn vn auch das Jungvieh im Stalle behalten wird. er Weide we ehen. im Theile im andern Th„Was ſollten wir aber mit unſern Weiden machen?“ oft gezwunge fragt vielleicht einer oder der andere;„wir haben ſoviel ſchlech— dann oft ge„tes Land, wo weder Klee noch Wicken wachſen, wo wir alſo e ſchlechte d„kein Gruͤnfutter erbauen koͤnnen.“ anhielt Dieſer Einwurf iſt ſehr vernuͤnftig. Ich will ihn zu be— nun halke antworten ſuchen. und reichlih! Auf Sandfeldern paßt der Futterkraͤuterbau nicht. Auf ſolchen Feldern iſt es uͤberhaupt mit dem Rindviehe nichts. ie falſch dut Es wird jedoch ſelten eine Gemeinde ohne alles tragbarere Land Miſt. Wir ſeyn, auf welchem wenigſtens ſo viel Futter erbauet werden aus dem u kann, um die nothwendigſten Kuͤhe zu erhalten, die Milch und eht. In t Butter fuͤr die Wirthſchaft hergeben. hres, wenn Das Drittheil des Feldes, welches huthfrei wird, kann nun da genommen werden, wo der Boden am beſten iſt, und dieſen Gemit wo er ſich zum Anbau des Futters ſo gut wie zum Getreide— nd, 9 h u bau ſchickt. Auch ſind ja Wicken und Klee nicht die einzigen und Küͤhe! Futtergewaͤchſe. Buchweitzen oder Heidekorn und Spoͤrgel m Soumer ſind Gewaͤchſe, die auf lehmigem Sandboden, ja auf bloßem Da das i Sandboden recht gut gedeihen. Im Kapitel von der Merge— HTiift wird lung haben wir auch geſehen, daß manche ſcheinbar ſchlechte „ A fir Felder durch das Befahren mit Mergel zum Kleebau geſchickt sV gemacht werden koͤnnen. gullut Sind die zwei Drittheile des Feldes, welche noch ferner der 5 der Huth und Trift unterworfen bleiben, ſandig und ſchlecht, mn ſo muß mit ihnen eine ganz andere Wirthſchaft angefangen er nö i gih werden, als bisher. ſcht in Eh Ganz ſchlechter Sandboden wird durch vieles, oft wieder— holtes Pfluͤgen noch lockerer, als er ohnedies ſchon von Na⸗ tur iſt. Nach der bisherigen Art zu wirthſchaften wurde alles Land im Braachjahre mit Roggen beſaͤet, dann mit Hafer oder Buchweitzen. Nun wurde es wieder gebraacht, und ſo ging es immer fort. Bei dieſer Weiſe gab der Sandboden einen erbaͤrmlichen Ertrag, ja es ließe ſich vielleicht erweiſen, wenn der Miſt gerechnet wird, den dies Land erhalten hat, daß das ſchlechte, ſandige Land ſehr oft den Ertrag der beſſern Felder mit aufgezehrt habe. Da wo wegen Abfindung mit den Gutsherrſchaften Ver⸗ aͤnderungen mit den Feldern vorgenommen werden, nehme man aber beſſer auf die Natur und Beſchaffenheit des Lan— des Ruͤckſicht. Ganz ſchlechte, zeither ſechsjaͤhrige Roggenfel— der, beſaͤe man lieber gleich mit Kiehnen oder Birken, und ſchließe ſie ganz vom Ackerbau aus, wenn nicht beſondere Um— ſtaͤnde es anders erheiſchen. Die uͤbrigen beſſern Sandfelder nuͤtze man zur Schaafweide auf folgende Weiſe: Man beſae ſie ſeltener wie bisher, und laſſe ſie mehrere Jahre hintereinander zur Weide liegen. Ein ſolches Verfah— ren iſt ganz der Natur des Sandlandes angemeſſen. Iſt es durch das Beweiden in mehreren Jahren etwas feſter ge— worden, und es hat ſich ein Raſen darauf gebildet, ſo traͤgt es wieder ein paar ſo gute Getreideernten, wie man ſie durch alles Pfluͤgen und viele Duͤngung nicht hervorgebracht haben wuͤrde. Das Niederlegen des Sandbodens zu Weide iſt in den Faͤllen wichtiger, als ſelbſt das gewoͤhnliche Miſten, wenn ich das Sandland nicht mit einem paſſenden Mergel oder Moder befahren kann. Treffen nun ganze Gemeinden eine Ueberein— kunft mit einander, wie ſie ihre ſchlechten und magern Felder, die vieles Pfluͤgen und Duͤngen nicht lohnen, gemeinſchaftlich zur Weide niederlegen wollen, ſo werden große und bequeme Weideflaͤchen entſtehen, auf welchen das Huͤten des Viehes, welches am beſten Schaafe ſeyn koͤnnen, ſehr erleichtert wird. Nach duh ſclitn F jühdie 3 ſchr klug ſch rich jedes der wedurch Das elſ gedungt ge albo w ſe Mit dolle Jah Wäde le geben, in mißte f ſchießen Angen hdcen „ Mrr 7— es, oft wie ſchon von N ten wurde all nn mit Hafn raacht, und er Sandbun eicht erweſſn erhalten he ag der beſſen rrſchaften Ve derden, nehm. nheit des ln ige Roggenft r Birken, un beſonderellu en Sandfeke ſſe ſie mehn olches Verfoh eſſen. Iſt das feſter g ildet, ſo triu man ſie durc ebracht habn ide iſt in den een, wenn ich - oder Mode eine Uebereir nagern feder emeinchaülch und bezuerm m des Yehe lictet widd Nac 97 Nach der jetzigen Art das Land zu behandeln, kam das ſchlechte Haferland gar nicht zum Beraſen. Auch das drei⸗ jaͤhrige Roggenland hatte nicht Zeit dazu. Jetzt wird man ſehr klug verfahren, wenn man das ſchlechtere Land, welches ſich nicht zu dem huthfreien Drittel eignet, ſo eintheilt, daß jedes der bisherigen 3 Felder wieder in 3 Theile gelegt wird, wodurch man alſo uͤberhaupt neun Felder erhalten wuͤrde. Das erſte dieſer neun Felder wuͤrde zur Winterung durchaus geduͤngt oder mit Moder und Mergel befahren. Darauf fol⸗ ge alſo wie geſagt Roggen und dieſem Hafer oder kleine Ger— ſte. Mit der Sommerung wird weißer Klee ausgeſaͤet. Drei volle Jahre bliebe das mit dem Weideklee beſaͤete Land zur Weide liegen. Dann wuͤrde wieder eine Sommerbraache ge⸗ geben, in welche Roggen geſaͤet wuͤrde. Nach demſelben muͤßte Hafer, Buchweitzen oder Spoͤrgel den Umlauf be—⸗ ſchließen. Angenommen es habe ein Gemeindemitglied 63 Morgen in dieſen 9 Feldern, ſo wuͤrde er in jedem Jahre 7 Morgen beduͤngen muͤſſen 7—— haͤtte er mit geduͤngtem Roggen 7—— haͤtte er mit Hafer oder Gerſte 21—— oder drei Felder wuͤrden zur Weide liegen 7—— waͤrden in der ſogenannten zaͤhen Braache ſeyn 7—— mit dem darauf folgenden Roggen 7—— mit Hafer, Buchweitzen oder Spoͤrgel. Die Vortheile dieſer Einrichtung wuͤrden folgende ſeyn: 1) Eine reichliche, geſunde Weide fuͤr alle Vieh⸗ arten. Nach der jetzigen Weiſe koͤmmt auf das entfern⸗ te, ſogenannte dreijaͤhrige Land nie Duͤnger. Es waͤchſet alſo auf demſelben wenig Gras und was nachher vorkoͤmmt, iſt dem Viehe nicht angenehm. Wenn aber auf das Ha⸗ ferland etwas Duͤnger gebracht wird, ſo bleibt dieſes wie⸗ der im Braachjahre nicht lange genug liegen, daß ſich das Gras darauf anſiedeln koͤnnte. Nach meinem Vor— ſchlage wird aber ſaͤmmtliches Land vorher geduͤngt, ehe es zur Weide koͤmmt und da es mit Klee angeſaͤet wird, I. 1 7 1 c ſo iſt klar, daß hier eine Weide entſtehen muß, wie ſie bei der jetzigen Weiſe nie entſtehen konnte. Den Werth einer ſolchen angeſaͤeten Weide brauche ich wohl nicht mehr auseinander zu ſetzen, da die meiſten Landleute Ge— legenheit gehabt haben, die Vortheile derſelben auf gro— ßen Guͤtern, die nach den Regeln der Koppelwirthſchaft eingetheilt ſind, wahrzunehmen. 2) Eine Vermehrung der Getreideernten. Die Winterung kaͤme nach dieſer neuen Einrichtung einmal in geduͤngtes, das zweitemal in vierjaͤhriges Weideland und wuͤrde von einer geringern Ausſaat eine weit hoͤhere Ernte geben als jetzt das Ganze in drei Feldern giebt. Die Sommerung wuͤrde auf dieſe Weiſe ſicherer gera— then, weil ſie niemals in ganz ausgeſogenes Land zu ſte— hen koͤmmt. Hierbei muß noch bemerkt werden, daß die Plage des Sommerkornbaues, der Hederich, geringer ſeyn wuͤrde, einmal der ordentlichen Braachbearbeitung wegen, die das Land erhalten kann, da man nun nicht gezwun— gen iſt, ans Mangel an Weide dieſe wichtige Arbeit bis zur Ernte auszuſetzen; zweitens wuͤrde vieles Land zum Sommergetreidebau kommen, welches noch gar nicht mit Hederichsſaamen verunreiniget iſt. 3) Der letzte Vortheil dieſer neuen Einrichtung waͤre end⸗ lich die Verminderung der Ackerarbeit. So wie die Sachen jetzt ſtehen, quaͤlt man ſich mit vielem Lande herum, ohne etwas davon zu haben. Iſt dieſe vorge⸗ ſchlagene Verbeſſerung der Feldeintheilung im Gange, ſo kann man etwas Zugvieh entbehren und an deſſen Stel⸗ le mehr Nutzvieh erhalten. Es ſagen hierauf vielleicht manche:„Ich ernte in der Art aber in neun Jahren nur viermal Getreide, ſtatt daß ich jetzt in neun Jahren auf meinem Haferfelde ſechs Ernten halten konnte; und ſechs Ernten muͤſſen doch beſſer ſeyn, als vier.“ Die Antwort hierauf habe ich zum Theil durch Ausein— anderſetzung der Vortheile, welche die verbeſſerte Einrichtung gewaͤhren wuͤrde, ertheilt. DA muf tob, jig oder nuß ſein Auch der allem ſet ſten bejr ſollte gor Vartſeil Nun tocknnr R ſind, feuchbar I diſſe Walſſeſ ſchen, wol in. Wir dom Dod ren ſechs Suun Piiſ Ven Mot. trogn, ſe geüng 1 Thaler Do. Gtreuen d dis d beſäen, drei Sch Das d du jeder9 die zt Eheſa den muß, me. nte. Den Ar e ich wohl i ten Landleuket derſelben auf 3 Koppelwiniſ deernten.? nrichtung in hriges Wedde eine weit ſi rei Feldern i eiſe ſicherer nes Land werden, di ich, geringa arbeitung oe un nicht geir ſcltige Arbät vieles Land ch gar nicht zbtung wäͤrer rbeit. Eön it vielem m Iſt dieſe tor im Gonge, an deſſen Stt rete in der 1 natt daß ih zs Ennti falt ſeyn, ab dier,“ ducch Ausit⸗ arte rrictn 99 Der Menſch arbeitet um des Vortheils willen, und er muß das, wenn er ſich ernaͤhren ſoll. Jede Arbeit, die ihm jetzt oder in der Folge nichts eintraͤgt, iſt unnoͤthig. Man muß ſeine Kraͤfte nur da brauchen, wo ſie Gewinn bringen. Auch der Landmann muß beim Ackerbau ſeine Thaͤtigkeit vor allem ſolchen Gegenſtaͤnden widmen, die ihm dieſelbe am be— ſten bezahlen. Acker, der Arbeit und Duͤnger nicht bezahlt, ſollte gar nicht, oder doch nur ſo bebaut werden, daß man Vortheil oder reinen Ueberſchuß davon haͤtte. Nun iſt aber durch vielfaͤltige Erfahrungen bekannt, daß trockener Sandboden, wenn nicht ganz beſondere Verhaͤltniſſe da ſind, durch zu oft wiederholtes Beackern ſo loſe und un— fruchtbar wird, daß er kaum die doppelte Einſaat wiedergiebt. In dieſem Falle iſt faſt immer beim Anbau ſolcher Felder Verluſt fuͤr den Landmann. Um uns dies beſſer zu verſinn⸗ lichen, wollen wir eine Ertrags- oder Ernteberechnung anle⸗ gen. Wir wollen dadurch ausmachen, ob es rathſamer iſt, vom Boden, wie wir ihn hier im Sinne haben, in neun Jah— ren ſechs oder nur vier Ernten zu nehmen. Zuerſt den Ertrag der ſechs Ernten nach der bisherigen Weiſe. Wir nehmen zu dieſer Vergleichung Einen Magdeburger Morgen. Soll Sandland in neun Iahren ſechs Fruͤchte ab⸗ tragen, ſo muß es wenigſtens mit fuͤnf bis ſechs Fudern Miſt geduͤngt werden. Rechnen wir ganz billig das Fuder nur zu 1 Thaler bei 6 Fudern, ſo beträgt dies 6 Rthlr.— Gr.— Pf. Das Ausfahren, Aufladen und Streuen des Miſtes... I IE2 12 ⸗— ⸗ Dies Land dreimal mit Roggen zu beſaͤen, jedesmal einen Schefl. alſo drei Schefl. à 1 Rthlr... 3.— ⸗— ⸗ Das dreimalige Pfluͤgen und Eggen zu jeder Roggeneinſaat à 1 Rthlr. 3—— ⸗ Die zweimalige Haferausſaat 3 Schefl. à 14 Gr.. 4. 4 1 ⸗ 138 ⸗— Latus 15 Rthlr. 6 Gr.— Pf. Das viermalige Pfluͤgen dau 1 ⸗ 3— Die Heidekornausſaat fuͤr das letzte Jahr 12 Metzen à Scheffel 166 Gr.— ⸗ 12 Das zweimalige Pfluͤgen dazu— ⸗ 16 Die dreimalige Ernte des Rog⸗ gens an Abmaͤhen, Einfahren, Bin⸗ Aà 1 8 den ꝛc. à 8 Gr.... 1 ⸗— ⸗— ⸗ Die Ernte der Sommerung in der⸗ ſelben Art.. 1.. 1—— ⸗ Das Ausdreſchen von jeder Ernte nur 4 Gr..... 1 2½— ⸗— ⸗ Transport 15 Rthlr. 6 Gr.— Pf. Summa 20 Rthl. 18 Gr.— Pf. Die ſaͤmmtlichen Unkoſten eines Morgen Landes nach der bisher gewoͤhnlichen Art zu beſtellen, betragen demnach 20 Rthlr. 18 Gr., wobei auf die Abgaben von dieſem Lande nicht Ruͤckſicht genommen iſt, da ſie doch dieſelben bleiben, ich beſaͤe daſſelbe in neun Jahren ſechsmal oder nur viermal. Wir wollen nun einmal die Ernte von dieſem Lande be— rechnen, und ſehen, welchen Gewinn der Landmann von ihm hat. Im erſten Jahre nach der Duͤngung werden vom Mor— gen geerntet 4 Mandeln, Ausdruſch 3 Schefl. 12 Metzen be⸗ traͤgt à Schefl. 1 Rthlr... 4 Rthlr. 18 Gr. Im zweiten Jahre Hafer 3 Mandeln à ₰ Schefl. Ausdruſch betraͤgt 6 Schefl. à 14 Gr. 3 ⸗ 12 ⸗ Zweite Roggenernte: 3 Mandeln Ausdruſch 3 Schefl. 6 Metzen 3 ⸗ 9 ⸗ Im ſechſten Jahre Hafer 2 Mandeln à 2 Schefl. 4 Schefl. Hafer à 14 Gr.. 2 ⸗ 8 ⸗ Dritte Roggenernte: 2 Mandeln Ausdruſch 2 Schefl. 3 Metz. 32 ⸗ 12 2 Im neunten Jahre Buchweitzen 3 Mandeln aà 1 Schefl. Ausdruſch 3 Schefl, a 16 Gr. 2 ⸗— ⸗ Latus 28 Rthlr. 11 Gr. Zlmn gt S Aut hen Lan zwei Th Jahr No De gar nict un Lieger blebt 6 anſieden Aber t nur ſc us dem 9 de ſache T in, Wäd ) flende: Yeell Pbeit die c kaufe nitke ch auch ſichtt Uae ii in K necchen ie agtſet h duder unt ch mitkelbar In mein dand weni i fite Alte darg dſfllun 101 lr. 6Gr. Transport 18 Rthlr. 11 Gr. Zuſammen von dieſen ſechs Ernten 1 2 n 2. Schock Stroh à 3 Rthlr. ⸗. 4 e 16. Summa 22 Rthlr. 23 Gr. Aus dieſer Rechnung geht hervor, daß der Morgen ſol— chen Landes auf dieſe Art bewirthſchaftet in ſechs Jahren nur 1. zwei Thaler fuͤnf Groſchen eintraͤgt, welches auf das einzelne 4 Jahr noch nicht ſechs Groſchen Ertrag vom Morgen bringt. Die Weide, welche dieſes Land dabei giebt, kann beinahe 1n gar nicht in Anſchlag kommen. Denn da es gar keine Zeit zum Liegen hat, ſondern immerfort gepfluͤgt werden muß, ſo bleibt es viel zu loſe, als daß ſich einige Weidegraͤſer darauf thl. 16 Gr- anſiedeln koͤnnten. Landes ni Aber auch jene zwei Thaler fuͤnf Groſchen Ertrag ſind Gen dennt es nur ſcheinbar. Denn die ſechs Fuder Miſt erfolgen nicht don dieſeng aus dem geernteten Strohe. Will man auf dieſem Lande ei— elben bletn ne ſolche Wirthſchaft fortſetzen, ſo muß man immer noch Wie— nur viermd, ſen, Weiden oder beſſeres Land dabei haben, von denen der dieſm Lande fehlende Miſt gewonnen werden kann. omann von! Vielleicht ſagt mancher: wer wird aber den Miſt und die Arbeit, die ich an mein Land verwende, zu Geld anſchlagen? den vom Ich kaufe ja keinen Miſt und das Pfluͤgen und Eggen ver— 12 Meßen richte ich ja auch mit eigenem Geſpann; es koſtet mir daher Rthlr. 1? auch nichts. Ueber die Theurung des Miſtes und ſeinen Werth habe 1 ich im Kapitel von der Duͤngung genug geſagt. Der Preis, welchen ich hier bei dieſer Vergleichsrechnung fuͤr den Miſt 3 4 9 angeſetzt habe, iſt ſo geringe, daß auch ein gar nicht ſtarkes Fuder unter Bruͤdern ſo viel werth iſt. Nicht anders iſt es mit der Arbeit. Koſtet ſie nicht un— mittelbar ſo viel baares Geld, als ich angeſetzt habe, ſo betra— g9⸗ E. gen meine ganzen Unkoſten bei der Wirthſchaft fuͤr ſolches Land wenigſtens ſo viel, als hier berechnet iſt. Ich muß mein „, Vieh fuͤttern, welches den Pflug oder die Egge zieht, und muß Jal u Leute darauf halten, die die Arbeiten verrichten. Genug die Beſtellung koſtet gewiß ſo viel, als ich angegeben habe, und —2 12 — 102 daher muß ſie auch gerechnet werden. Denn ich koͤnnte ja weniger Geſpann halten, brauchte weniger Geſchirr, weniger Geſinde ꝛc., oder ich koͤnnte ja in der Stelle, wo ich dies Land beſtelle, etwas anderes mit meinem Geſpann und mei— nen Leuten thun, wobei mehr Vortheil herauskommt. Wenn man ſich dazu entſchließen will, meinen Vorſchlag auszufuͤhren, und dies Land in Zukunft nach einer andern Art zu bewirthſchaften, ſo wird die Arbeit um ein Drittel ge⸗ ringer. Koſten und Ertrag der von mir vorgeſchlagenen Feld⸗ eintheilung kommen ſo gegen einander zu ſtehen: 1. Die Koſten: Einen Morgen mit 5 Fudern Miſt zu duͤngen à 1 Rthlr.... 5 Rehlr.— Gr. Das Aufladen, Ausfahren und Streuen des Miſtes.—.... 1* 6 ⸗ Denſelben dreimal zu pfluͤgen und zu eggen 1—* Die zweimalige Roggenausſaat? Schefl. à 1 Rthlr....... 2 ½— Die zweite Braachbearbeitung des Lan⸗ des zu Roggen, weil ſie ſchwieriger iſt wegen der Verraſung.... 1.* 8 ⸗ Die zweifurchige Beſtellung zu den beiden Sommerfruͤchten à 16 Gr.. 1 7 8 ⸗ 1 Schefl. 3 Metzen Hafer nach der gedüͤngten Winterung à 14 Gr..—„ ar ⸗ 12 Metzen Buchweitzen nach der Win⸗ terung nach Dreeſch à 16 Gr.„. Die doppelte Ernte des Roggensn— ⸗ 16 ⸗ Die doppelte Ernte der Sommerung Das Ausdreſchen jeder Ernte à 6 Gr. weil lie hier ſtaͤrker ausfällt. 1 ⸗—„ Summa 15 Rthlr. 15 Gr. 1MMr 4,bdd ſaſt ne der bere ſaft 4 Mehen Der Mandel⸗ druſch Ein N am Kl ſchnitt, Der! Mndel druſch à⸗ Sch Auft in Getee trog a6 1 näntn,d dijahre te erford duch er⸗ 4 bängnn. nicht a Uebertre d anſe dang erl Lühbef dird all nmen ih könne ſchirr, vein le, wo iz pann und i kommt. tinen Veſte h einer iin ein Diital, ſchlagenen ze n: Athlr.— 21 2. Der Ertrag⸗ 1 Morgen nach der geduͤngten Braa⸗ che, da das Land bei dieſer Weidenwirth⸗ ſchaft nicht ſo ausgezehrt wird, als bei der berechneten reinen Dreifelderwirth— ſchaft 4 Mandeln Einſchnitt 4 Schefl. 12 Metzen Ausdruſch à Schefl. 1 Rthlr.. 4 Rthlr. 18 Gr. Der darauf folgende Hafer giebt 3 Mandeln Einſchnitt à 2 Schefl. Aus⸗ druſch 6 Schefl. à 14 Gr.... 38*4 12* Ein Morgen Roggen nach vierjaͤhri— gem Kleedreeſch giebt 4 Mandeln Ein⸗ ſchnitt, 5 Schefl. Ausdruſch à 1 Rthlr. Der darauf folgende Buchweitzen 4 Mandeln Einſchnitt und 5 Schefl. Aus⸗ druſch à 16 Gr...... 3 22 8* N 4½ 1 ½ Schock Stroh à 3 Rthlr.. 4 ⸗ 12 ³ Summa 21 Rthlr. 2 Gr. Abgezogen die Koſten 15 15* Bleibt reiner Ertrag 35 Rthlr. 11 Gr. Auf dieſe Weiſe giebt alſo der Morgen Getreidebau ge⸗ gen Getreidebau gehalten, alljaͤhrlich 3 Gr. 6 Pf. mehr Er⸗ trag als nach der bisherigen Weiſe. Hierbei iſt aber zu er⸗ waͤgen, daß das mit Klee beſaͤete Weideland in den drei Wei⸗ dejahren dem Viehe ſo viel Nahrung giebt, daß der berechne⸗ te erforderliche Miſt von den Grundſtuͤcken, die ihn erhalten, auch erzeugt wird. Ich unterlaſſe es den Ertrag der Weide in Anſatz zu bringen. Diejenigen, welch eine geduͤngte Kleeweide noch nicht aus Erfahrung kennen gelernt haben, wuͤrden mich der Uebertreibung beſchuldigen, wenn ich den Ertrag der Weide ſo anſetzen wollte, wie man ihn durch zweckmaͤßige Benut— zung erlangt. Wer ſich aber durch den Augenſchein von dem Wohlbefinden des Viehes auf ſolchen Weiden belehrt hat, wird alles aufbieten, um bald in den Beſit einer ſolchen zu kommen. Ich wuͤrde wahrlich den Genuß einer ſolchen Wei⸗ 104 de auf das Jahre und von Einem Morgen nicht fuͤr Einen Thaler hingeben. Die Koſten der Kleeſaamung ſind hier gar nicht in Be⸗ trachtung zu ziehen, weil die verminderte Roggeneinſaat nach meinem Vorſchlage mehr erſpart, als die Beſaamung mit wei— ßem Klee koſtet. Spaͤterhin gehoͤrt eine geringe Flaͤche dazu, um den Bedarf an Kleeſaamen ſelbſt zu ernten. Ich hoffe ſogar, wenn mein Vorſchlag bei den Landleuten Eingang fin⸗ det, daß die Kleeſaamenerzielung zum Verkauf ihnen Gelegen⸗ heit zu einem anſehnlichen Gewinn werden kann. Oft waͤch— ſet der weiße Klee nicht zur muͤhbaren Hoͤhe und man muß den Saamen abpfluͤcken. Welche ſchoͤne Gelegenheit fuͤr be— triebſame Landleute ihre Kinder im Sommer nuͤtzlich zu be⸗ ſchaͤftigen! Im Allgemeinen muß ich von der Weide auf magern, lehmigen Sandfeldern noch ſagen, daß ich der Meinung bin, ſie ſchicke ſich fuͤr Rindvieh nur im erſten Jahre nach der Ausſaat. In den folgenden Jahren ſchickt ſich dieſe knappe, aber kraͤftige und geſunde Weide vorzuͤglich fuͤr Schaafe. In nie— drigen, naſſen Gruͤnden holen ſich die Schaafe leicht den Tod; dahingegen finden ſie auf magern und trockenen Feldern im⸗ mer noch zu ihrer Ernaͤhrung genug. Hat eine Gemeinde viele ſolche Sandfelder und noch keine Schaafe, ſo thut ſie wohl, lieber etwas Rindvieh abzuſchaffen und dagegen Schaa⸗ fe anzukaufen. Den Boden kann der Menſch nicht immer umaͤndern, aber er muß ihn ſo zu nuͤtzen ſuchen, daß er ſei⸗ nen Beſtandtheilen und den Verhaͤltniſſen der Wirthſchaft nach den hoͤchſten Vortheil von ihm zieht. Man glaubt zwar im Allgemeinen, die Schaafe waͤren der Sterblichkeit mehr unterworfen als das Rindvieh. Giebt man aber den erſteren eine ſolche Weide, wie nach meinem Vorſchlage zur Bewirthſchaftung der entlegenen, ſchlechtern Felder entſtehen wuͤrde, ſo hat es mit der Sterblichkeit der Schaafe keine Gefahr. Ich werde in der Folge, wenn ich auf die Viehzucht zu reden komme, die Mittel an die Hand nmme de den dungsi Loffes ſtre do . vennen Fie A den h diſe helkann di uiger N und Pe n N henerne Feſt⸗ vorthei nit in ſci 3 ſcaffe der V lum G konnte ſete es ie Ern 105 tfir Ein geben, wie man alle Thierarten des Landmannes, alſo auch iit i die Schaafe, behandeln muß, um fie geſund zu erhalten. rinin 1 Ich wuͤnſche, daß bei neuen Feldereintheilungen die Vor⸗ t nn ſteher der Gemeinden und die Kluͤgern meine Vorſchlaͤge uͤber— ung mit wer denken, ſie pruͤfen und anzuwenden ſuchen, was ihren Ver— Jce un, haͤltniſſen zuſagt. . Ic hefe Am beſten wird es in den mehreſten Faͤllen ſeyn, wenn kingong f das Drittheil des Feldes, welches nach des Koͤnigs Willen en Gelegan huthfrei wird, von allen drey Feldern zu gleichen Theilen ge— Oſt wach nommen wird, ſo daß diejenigen Grundſtuͤcke dazu kommen, dman muſß die dem Dorfe am naͤchſten liegen und in dem beſten Duͤn— 10 heit für be gungszuſtande ſind. Wenn das Land aber in der Naͤhe des 2 blch zu be Dorfes ſchlechter iſt, ſo verſteht es ſich von ſelbſt, daß das beſ— ſere dazu den Vorzug verdient, ſollte es auch entfernter liegen. ruf magen, In dieſem großen Garten, wie ich das huthfreie Land 8 einung bin nennen moͤgte, baue man Viehfutter und Getreide in regelmaͤ⸗ te nach der ßiger Abwechſelung, nach den Regeln, die ich daruͤber angege⸗ 5 ben habe. Den groͤßten Theil des Miſtes fahre man auf nappe, abe dieſe Felder und ſuche ſich dadurch, ſo wie durch gute Bear— J3 . Jn nie beitung, nur recht vieles Viehfutter zu verſchaffen. 8 8 t den Tod) Die entfernten, magern Felder wuͤrden dafuͤr, daß ſie we— 38 4 eldern im⸗ niger Miſt erhalten, mehr geſchont. Nach vierjaͤhriger Ruhe 84 Gemeinde und Beweidung geben ſie, ſelbſt wenn ſie von ziemlich ſandi— ſo thut ſe ger Beſchaffenheit ſind, eine lohnende Roggen- und Buchwei— 8 en Schur tenernte. Der nach denſelben folgende Miſt, wird nach dem 1 icht inmer Feſttreten um ſo wirkſamer ſeyn. Keine Duͤngung wird aber ℳ daß er ſei vortheilhafter verwendet, als diejenige, welche man dem Lande ſchaft nach mit in der Abſicht giebt, es zur Erzeugung von Weidegraͤſern 5 geſchickter zu machen. b dfe waͤrn Die Muͤhe und den Aufwand, um eine gute Weide zu 1 . bict ſchaffen, verwendet man nicht allein fuͤr eine beſſere Benutzung 2 h nehem der Weide, ſondern auch fuͤr eine hoͤhere Benutzung des Landes 4 chlechtern zum Getreidebau. Je beſſer die Weide war, deſto mehr Vieh 8 4 gkeit der konnte ſich darauf ernaͤhren. Wo vieles Vieh weidete, da mi— 4 vinn ich ſtete es viel und das Land wurde viel geduͤngt. Daher wird* r hand die Ernte nach den Weidejahren beſſer ſeyn, wenn die Weide 5 106 gut war. Nach meinem Rathe wird das Land noch in ziem⸗ licher Kraft zu Graſe niedergelegt, und der Graswuchs wird auf demſelben ſich gewiß befriedigend zeigen. Sehr nachthei— lig wuͤrde es ſeyn, nach der Duͤngung drei Ernten zu neh— men, ehe man das Land der Beweidung widmete. Wollen ganze Gemeinden dieſen Vorſchlag beherzigen und ihre neueren Einrichtungen der Felder danach ordnen, ſo muß ich hier noch ermahnen, daß ſie bei der neuen Feldeintheilung diejenigen Grundſtuͤcke zuſammen legen, mit denen ſie dieſe abwechſelnde Weide und Getreidebaubenutzung einfuͤhren wol⸗ len. Es kann wohl kommen, daß nach der bisherigen Ver⸗ faſſung ein oder das andere Mitglied der Gemeinde ſeine Fel⸗ der nicht ſo liegen haͤtte, daß ſie zu neun gleichen Theilen in den neuen Feldern vertheilt waͤren. Hier muͤſſen ſie ſuchen, eine Gleichheit heraus zu bringen. Sollte auch einer oder der andere etwas mehr gewinnen, vielleicht durch beſſeres Land oder andere Zufaͤlle, ſo muͤſſen die andern es ihm nicht be— neiden, oder aus Eigenſinn vielleicht gar der guten Sache hin— derlich werden. Wer wuͤrde ſo lieblos gegen ſeinen Naͤchſten ſeyn wollen, und ihm nicht einen kleinen Vortheil goͤnnen, der aus dem Zuſammentreffen gluͤcklicher Umſtaͤnde ihm zu Theil wird? Wenn das ganze Dorf gewinnt, ſo iſt der Ein— zelne ſchon der allgemeinen Menſchenliebe wegen verpflichtet, einen kleinen Vortheil aufzugeben. Durch wohl uͤberlegtes Zuſammenlegen des ſchlechten Lan⸗ des werden dann große und bequeme Weideflaͤchen entſtehen, wo man das Vieh nicht zu jagen braucht, ſondern wo es ru— hig weiden kann. Das huthfreie Drittheil wird als Weide vielleicht gar nicht benutzt, mithin koͤnnen alle Winkel zwi— ſchen Graͤben oder an andern Stellen, wohin man nicht gut mit einer großen Heerde Vieh treiben kann, mit zu dem hut⸗ freien Felde geſchlagen werden. Wo es die Umſtaͤnde nicht geſtatten, neun Felder aus ſammtlichem geringen Lande zu machen, kann man eben ſo gut acht oder zehn Felder machen. Bei acht Feldern bliebe alles in der angegebenen Ordnung, nur daß die Weidefelder ſälten ger zu beſſern auf de ſcefte 5 und n Thelld herict he n da ſt ſen d¹ un Re d n vi ſe n aah! gun den, d D wanm Riſche Gein cen, an ſei wanden richtun d de 107 in dien nur zwei volle Jahre liegen bleiben koͤnnten. Bei 10 Feldern uchs witd bliebe dagegen die Weide vier volle Jahre liegen. Bei tho⸗ nachthe nigem Boden waͤre die achtfeldrige Eintheilung ſogar der neun⸗ n au ni feldrigen vorzuziehen. Vier Jahre lang kann aber allein ſan— . diges trockenes Land mit Vortheil zur Weide liegen bleiben. dzigen ud Das feuchtere und feſtere Land verliert in den letzten Jahren 1 ſo muß zu ſehr im Weideertrage. ntheilun Wird das ſandige und magere Land beweidet, und nur ſie diſe ſelten beſaͤet, ſo kann es ſogar einige Zeit beſtehen, ohne Duͤn— hren wol⸗ ger zu erhalten. Mehrt ſich aber der Futtergewinn auf den gen Ver⸗ beſſern Feldern, und folglich auch der Miſt, und man kann ſeine Fel⸗ auf das Weideland etwas bringen, ſo wird er bei dieſer Wirth— heilen in ſchaftsart mehr Vortheil bringen, als bei der bisherigen. e ſuchen, Zur erſten Einrichtung dieſer neuen Ordnung der Dinge ner oder und wo es an Miſt fehlen ſollte, um einen verhaͤltnißmaͤßigen eres Land Theil dieſer Hinterlaͤnder zu duͤngen, muß vorzuͤglich das bis— nicht be⸗ herige Weideland zum Fruchttragen genommen werden, wel— ache hin⸗ ches niemals geackert worden iſt. Alle bisherige Gemeinwei— Nachſten den ſind bei einer ſolchen Einrichtung uͤberfluͤßig. Sie muͤf— gönnen, ſen aber vorher unter die Mitglieder der Gemeinde, nach ih— ihm zu ren Rechten an denſelben, getheilt ſeyn. der Ein⸗ Die niedrigen naſſen Stellen der bisherigen Gemeinwei— pflichtet, den muͤſſen zu dem huthfreien Felde genommen werden. Wenn ſie abgewaͤſſert werden, von Geſtruͤppe und Unkraut gereinigt, ten Oine auch geebnet, ſo werden ſie gewiß einige Fruͤchte ohne Duͤn— ntlehen, gung tragen. Sie werden dann die erſte Veranlaſſung wer— es rl⸗ den, die Futtervorraͤthe zu vermehren. Weide Die trockenern und ſchlechtern Stellen der bisherigen Ge— la zwi meinweiden muͤſſen mit zu den zwey Drittheilen des Landes ich gu geſchlagen werden, auf welchen ich die abwechſelnde Weide mit dem hur Getreidebau angerathen habe. Sie werden zuerſt aufgebro— chen, und muͤſſen dazu dienen, dem Landmanne den Ausfall Ir aus an ſeiner Getreideernte zu erſehen, den er bei der erſten Um— be ſ wandelung unvermeidlich haben wuͤrde, weil, der neuern Ein⸗ llebe richtung wegen, manches Land eine Frucht tragen muß, wozu fide es eben nicht Kraft genug beſitzt. 108 Die guten Folgen des Beweidens, die ſich gewiß auf bis⸗ her ſo haͤufig gepfluͤgtem Sandlande ſehr bald einſtellen wer— den, kann man freilich nicht eher als nach dem Beweiden er⸗ warten. Bis dahin muß man ſich ſuchen, ſo viel als moͤglich durch das bisherige Weideland zu helfen. Hernach, wenn das huthfreie Drittheil erſt in Ordnung iſt, und recht vieles Futter fuͤr das Vieh liefert; wenn der Miſt durch Sommerſtallfutterung der Kuͤhe, Ochſen und Pfer⸗ de ſich gemehrt hat, dann wird dieſes Land auch die Quelle der Fruchtbarkeit fuͤr das ſchlechtere Land werden. Es wird immer mehreren Duͤnger erhalten koͤnnen, und ſonach in ſei— ner Fruchtbarkeit von Jahr zu Jahr zunehmen. Das ſandige Land ſchickt ſich bei der Weidewirthſchaft vor allem zur Mergelung. Mit dieſem Huͤlfsmittel nach der Anweiſung verfahren, wie ich im dritten Kapitel gelehrt habe, kann man ſich auf dieſen ſchlechten Feldern ohne Duͤngung Ernten verſchaffen, uͤber die man erſtaunen wird. Das Stroh von dieſen Ernten verwende man aber haushaͤlteriſch zu Miſt! In dieſen verwandelt, gebe man dann dem Lande wie— der, was es trug; die Koͤrner ſehe man als Belohnung fuͤr Muͤhe und Arbeit an, das Stroh und Futter uͤberhaupt be— trachte man als ein heiliges Eigenthum des Ackers, welches man demſelben nie entziehen darf, man muͤßte denn eine Ge— legenheit haben, ſich den Miſt auf eine wohlfeilere Art anzu⸗ ſchaffen. Hier habe ich Euch nun, lieben Landleute! einen Weg an⸗ gegeben, den Ihr betreten muͤßt, wenn Eure Wirthſchaften recht bald die Wohlthaten empfinden ſollen, die ihnen nach des Koͤnigs Wunſch und Willen zu Theil werden ſollen. Ich will alles, was ich in dieſen beiden Kapiteln weitlaͤuftig ge⸗ ſagt habe, hier noch einmal kurz wiederholen. Nehmt zu dem huthfreien Drittheil des Feldes, wenn es ſich ſonſt ſchickt, das naͤchſte Land am Dorfe. Das niedrige, mit Graͤben durchſchnittene, oder ſonſt in Winkeln herum lie⸗ vn thr auf d Erbſer dauet Gen ſ2 ter- lid ( Fadder nre Jeh Wedd hatten konnte ſem L dn, Din wenig mer ſuſuchen uhen. auf bes len wer⸗ eiden er⸗ 3 woͤglih Ordnung wenn der und Pfer⸗ ie Quell Es wird h in ſei⸗ erthſchaft nach der rt habe, duͤngung ss Stroh riſch zu ande wie⸗ rung fuͤr aupt be⸗ welches ine Ge⸗ rt anzu⸗ Weg an⸗ ſchoften en nach en. ifih ge denn es niedrihe, vm ſe⸗ 109 gende Land, ſchickt ſich recht gut dazu. Dieſes Land duͤngt vor allem; damit aber der Miſt ſich ſchnell mehre, ſo bauet auf dieſem Lande Futter aller Art; Kartoffeln, Klee, Wicken, Erbſen, Gemengefutter, Ruͤben, Kohl u. ſ. w. Dieſes Futter bauet in einer gewiſſen Ordnung, die die Eigenſchaften der Gewaͤchſe erheiſchen, abwechſelnd mit dem Getreide. Auf die— ſe Art werdet ihr beides— Stroh und nahrhaftes Viehſut— ter— in ſolcher Menge erhalten, daß Ihr Euer Vieh reich⸗ lich damit ernaͤhren koͤnnt. Die hoͤhern, trockenern, aber mehr zuſammenhaͤngenden Felder, verſchone man mit vielem Beſaͤen. Man laſſe ſie meh— rere Jahre ungeſtoͤrt zur Weide liegen, daß die Weidegraͤſer Zeit haben, ſich zu bewurzeln. So werden ſie endlich eine Weide, vorzuͤglich fuͤr Schaafe, in der That werden. Jetzt hatten ſie als Braache wohl den Namen der Weide, man konnte aber oft keinen Grashalm auf ihnen finden. Auf die— ſem Lande ſchraͤnke man die Ausſaat und die Bearbeitung ein, und vermehre ſo den reinen Ertrag. So wie ſich die Duͤngervorraͤthe mehren, und die beſſern Felder des Miſtes weniger beduͤrfen, ſo gebe man auch den ſchlechten Feldern im— mer mehreren Duͤnger, verſaͤume aber nicht, den Mergel auf— zuſuchen, und ihn zur Vermehrung der Fruchtbarkeit zu be⸗ nutzen. ————— k——y—— ——⸗—⸗—⸗—⸗—⸗—⸗—⸗—ÿ—ꝛ—;——-—---B—B—B—B—B—B—⅓—C—:—ꝛ—Zx:ͤͤỹ————B—B—B—B—B—B—B—B—B—B—B—B——B—:———— „—.—— 2— 1 5.= 110 Zweiter Abſchnitt. Vom Anbau der verſchiedenen Getreide⸗ arten und Huͤlſenfruͤchte. Wenn der Landmann ſeinen Boden kennt; wenn er weiß, wie er ihn am beſten und bequemſten vom Waſſer befreit, durch Duͤngung und Auffahren anderer Erdarten verbeſſert; wenn er die Miſtbereitung verſteht, und alle Dinge kennt und benutzt, die den Miſt vermehren und uͤberhaupt duͤngen, ſo wird er durch gute Bearbeitung des Landes von ſeinem Lan— de ſich gute Ernten verſchaffen koͤnnen. Aber alle dieſe mannichfaltigen Kenntniſſe und Geſchick— lichkeiten allein machen noch immer nicht den guten Acker— wirth. Wir haben in den letzten Kapiteln geſehen, wie viel darauf ankommt, daß die Felder gut eingetheilt ſind, und die Fruͤchte aufeinander paſſend ſich folgen. Ein guter Landwirth muß nie vergeſſen, daß er von ſeinen Feldern einen reinen Ueberſchuß haben muß, wenn er ferner beſtehen ſoll; er muß daher die Unkoſten berechnen, die dieſe oder jene Frucht bei ihrem Anbau verurſacht, und durch ſolche vergleichende Berechnungen muß er ausmachen, wie er zu verfahren hat, um recht viel reinen Vortheil von ſeinem Ackerbau zu haben. ſader werde den f D an ſch theuerſe trecheich dſe beint. A ſcitd ſt vnter de drunan de bü in ſan am me 8; ſoden, Nm te gemeng te erho uf ein de enen w ſwig 9 treide⸗ er weiß, er befreit erheſſert; ennt und ngen, ſo em Lan— Geſchick en Acker⸗ wie viel und die ndwirth reinen ſoll; et 6 Frucht eichende en hat, haben, 111 Naͤchſtdem muß er aber noch beſonders die einzelnen Ge⸗ waͤchſe genauer kennen, die er bauet. Er muß wiſſen, wel⸗ chen Boden ſie verlangen, wie man das Land zu ihnen be— ſonders zubereiten muͤſſe, zu welcher Zeit ſie am beſten geſaͤet werden,— dieſe und dergleichen Gegenſtaͤnde mehr ſollen in den folgenden Kapiteln abgehandelt werden. Er ſtes Kapikel. Vom Weitzen. Der Weitzen iſt die edelſte unſerer Getreidefruͤchte. Sie iſt am ſchwerſten, hat das meiſte feine Mehl, und wird daher am theuerſten bezahlt. Wo der Boden den Anbau des Weitzens vortheilhaft macht, muß man alle Sorgfalt auf die Erzielung dieſer Frucht verwenden, weil ihr Verkauf das meiſte Geld bringt. Man hat verſchiedene Weitzenarten. Der Hauptunter⸗ ſchied iſt zwiſchen Sommer- und Winterweiteen. Aber auch unter dem Winterweitzen giebt es mancherlei Abarten, weißen, braunen und gelben. Welche von dieſen verſchiedenen Arten die beſte iſt, laͤßt ſich nicht geradezu angeben. Man thut wohl, in jeder Gegend die Sorte anzubauen, die von den Baͤckern am meiſten geſucht und am beſten bezahlt wird. Der Weitzen erfordert durchaus einen Thon⸗- oder Lehm⸗ boden, wenn er eine reichliche und ſichere Ernte geben ſoll. Man kann wohl zuweilen auf niedrigen, mit Modererde wohl gemengten lehmigen Sandfeldern, eine leidliche Weitzenern⸗ te erhalten, mit Sicherheit laͤßt ſich der Weitzenbau aber nur auf einem feſtern, thonigern Boden treiben. Der Weitzen verlangt aber noch vor allen Getreidearten einen wohl durchduͤngten Boden. Iſt ein Acker, der uͤbrigens thonig genug zum Weitzenbau waͤre, in ſchlechtem Duͤngungs⸗ zuſtande, ſo wird man nicht viel Freude an der Weitzenernte erleben. In unſern gewoͤhnlichen Wirthſchaften kommt der Wei— tzen in das friſch geduͤngte Braachland; das Land muß dazu ſehr ſorgfaͤltig bearbeitet, und wenigſtens viermal in der dazu paſſendſten Jahrszeit und Witterung gepfluͤgt werden. In der Stoppel einer andern Getreideart, alſo nach Rog— gen, Gerſte oder Hafer, wuͤrde der Weitzen immer nur ſchlecht wachſen, wenn man auch gleich friſch zu der Weitzenſaat duͤng— te. Hingegen kann er fuͤglich nach den breitblaͤttrichten Ge— waͤchſen, nach Erbſen und Wicken, vor allen aber noch Boh⸗ nen geſaͤet werden, und wird auch wirklich in ſehr vielen Ge— genden danach gebauet. Dann iſt auch nicht noͤthig, den Miſt unmittelbar zum Weitzen zu fahren. Es iſt faſt rathſamer, zu jenen Huͤlſen— fruͤchten den Miſt zu geben, damit ſie recht uͤppig wachſen. Je mehr ſie den Boden bedecken, deſto mehr wird er gelockert und deſto mehr Blaͤtter, Ranken und Wurzeln hinterlaſſen ſie dem Lande, und um ſo beſſer geraͤth der Weitzen. Will man die Wicken- oder Erbſenſtoppeln recht kluͤglich fuͤr die Weitzenſaat vorbereiten, ſo muß man mit dem Umpfluͤ⸗ gen derſelben eilen, ſo bald die Fruͤchte vom Lande ſind. In manchen Gegenden ſind ſie darauf ſo erpicht, daß ſie das Land ſchon pfluͤgen, ehe die Wicken oder Erbſen ganz trocken ſind. Sie legen ſie indeß an die Seite und pfluͤgen immer drauf los. Der Grund dieſes Verfahrens iſt der. Thoniges, feſtes Land haͤlt ſich unter der Decke gut ſtehender Huͤlſenfruͤchte feucht und muͤrbe. So wie dieſe Decke durch das Abmaͤhen der Fruͤchte dem Lande genommen wird, ſo trocknet daſſelbe durch die gewoͤhnliche Erntehitze ſehr bald feſt, und wird kloͤ— ßig. Je mehr man alſo mit dem Umpfluͤgen eilt, je beſſer wird ſich das Land pfluͤgen und zu Weitzen vorbereiten laſſen. Da die Reifung der Erbſen und Wicken bei feuchten, kalten Jahrgaͤngen oft zu ſpaͤt erfolgt, um nach dem Abbringen dieſer Fruͤchte das Land nach gehoͤrig zu Weitzen bearbeiten zu koͤn⸗ kuna. un ſſ enn ſie um F daß wa die Be wie no teif ſo benernte Hüſenft ſeden ein ihr vern Ein früchte nisij be dat exd ſerde. 5 knberd, tine ein M merkſamt, Uen das dat aict lit gam ſhei gebrachte durchru Na nach äe halte a tentich deſdet w in die w dhen ka Dar taube,„ ¹ Seitzenerne t der We muß dͤu n der dau en. nach Iax nur ſchlect nſaat dung richten Ge noch Boh⸗ vielen Ge⸗ ktelbar zuw nen Hüͤlſer ig wachſen er gelockn terlaſſen ſe cht kluglic m limpflä⸗ ſidd. Jr ag ſie daß nz trockn den immer ges, faſti lſenfruͤchte Abmäͤhen tt daſſebe wird kl⸗ ſ heſſer jen laſſen. ftuchten, Atbringen theiten zu fon⸗ 113 koͤnnen, ſo kann man auch die Wicken gruͤn abernten, wenn ſie ſo eben recht vollkommen in Bluͤthe ſtehen. Man kann ſie entweder gruͤn verfuͤttern oder zu Heu machen. In dem Falle des Gruͤnabmaͤhens und in der Vorausſetzung, daß man dies zeitig vornehme, ferner ſich mit allem Fleiß auf die Bearbeitung des Landes lege, geraͤth der Weitzen ſo gut, wie nach einer reinen Braache. Werden die Huͤlſenfruͤchte reif, ſo iſt zwar eine kleine Einbuße in der Regel an der Wei⸗ zenernte. Dieſe Einbuße ſteht aber mit dem Gewinn der Huͤlſenfruͤchte in keinem Verhaͤltniß, da ſie in gutem Weitzen⸗ boden eine anſehnliche Menge Futter geben, wodurch der Miſt ſehr vermehrt wird. Eine beſſere Vorfrucht vor dem Weitzen als die Huͤlſen⸗ fruͤchte ſind, iſt der Klee. Wenn derſelbe das ganze Land gleich⸗ maͤßig bedeckt hat; wenn er dicht und voll ſtand, ſo hinter⸗ laͤßt er das Land in einem ganz beſonders reinen, muͤrben Zu⸗ ſtande. Zu Ende Auguſts, wenigſtens im Anfange des Sep⸗ tembers, muß aber das Kleeland umgepfluͤgt werden, wenn eine einfaͤhrige Beſtellung zu Weitzen hinreichen ſoll. Man pfluͤgt ſolches Land aber mit ganz beſonderer Auf⸗ merkſamkeit, ſo daß nicht Kanten ſtehen bleiben. Auch pfluͤgt man das Land zur vollen Tiefe, die die Ackerkrume hat, und haͤlt nicht zu ſtarke Furchen. So auſgepflugt laͤßt man es bis gegen Michaelis liegen. Die Kleewurzeln werden inzwi⸗ ſchen in Faͤulniß uͤbergehen, auch wird die an die Oberflaͤche gebrachte Krume in der Zeit mit hinlaͤnglicher Feuchtigkeit durchdrungen, und faͤhig zur Aufnahme des Saamens ſeyn. Man egget den Saamen ſcharf ein, und wird gewiß nach einer ſolchen Beſtellung ſehr guten Weitzen ernten. Ich halte aber nach mehreren Erfahrungen ein drey⸗ bis vierwoͤ⸗ chentliches Liegen des Kleelandes nach dem Umpfluͤgen ehe es beſaͤet wird, fuͤr ganz nothwendig. Dieſes Liegen muß aber in die waͤrmere Jahreszeit treffen, wo noch Faͤulniß vor ſich gehen kann. Im October wuͤrde es ſchon weniger nuͤtzen. Damit ich aber nicht mißverſtanden werde, und man glaube, als wachſe nach jedem Klee guter Weitzen, auch wenn I. 1 8 9 —x]ä— ——— —,—— 5— 114 er duͤnn ſtand und das Land mit Quecken oder anderem Un⸗ kraut angefuͤllt war, ſo wiederhole ich hier nochmals, daß ich nur ganzreines, mit Klee dicht beſtandenes Land zur einfaͤhrigen Beſtellung paſſend erklaͤrt habe. Stand der Klee nicht dicht, ſo daß der Boden an verſchiedenen Stellen in Schollen zuſammen getrocknet iſt, oder es hat ſich Wurzel— unkraut eingeniſtet, ſo iſt kein Rath, als das Land ſchon im July umzupfluͤgen, und ihm drei gute Furchen zu geben, wenn man es mit Winterung beſaͤen will. Sonſt kann man es auch ſpaͤter umpfluͤgen, und dann im Fruͤhjahr mit einer Sommerfrucht beſtellen. Eine große Plage beim Weitzenbau iſt der Brand. Oft ſieht ein Weitzenfeld im Fruͤhlinge ſehr hoffnungsvoll aus und man hat die ſchoͤnſte Ausſicht auf die Ernte. Wird der Weitzen aber brandig, ſo erntet man ſtatt ſchoͤner gelben Koͤr— ner, einen ſchwarzen Staub. Man hat verſchiedene Mittel dagegen angerathen. Man⸗ che Leute machen aus ihrem Mittel ein Geheimniß, welches aber ſelten eins iſt, oder ſie ſind gar ſo unverſtaͤndig, daß ſie dieſes Uebel durch Beobachtung gewiſſer Gebraͤuche und Her— ſagen nichts bedeutender Worte, welches ſie Sympathie nennen, verhuͤten wollen. Kluge Leute muͤſſen nie auf dieſe thoͤrichte Weiſe handeln. Wenn wir fleißig darauf Achtung geben, wie das Wach— ſen der Gewaͤchſe vor ſich geht; wenn wir uns bemuͤhen, von jeder Erſcheinung, die wir wahrnehmen, den Grund oder die Urſache aufzufinden; wenn wir dadurch mehr Kenntniß von der Natur uͤberhaupt erlangen, ſo werden wir am Ende ein— ſehen, daß alles in derſelben nach unwandelbaren Geſetzen ge— ſchieht. Dieſe laſſen ſich durch ſinnloſe Woͤrter, durch ſonder⸗ bare Grimaſſen, oder aͤhnliche Dinge, nicht aufheben oder ab⸗ aͤndern. Der Brand im Weitzen iſt zweierlei Art, Staubbrand und Kornbrand. Die Urſachen ſeines Entſtehens ſind nicht immer dieſelben. Bald ruͤhrt er von ſchlechtem, unreifen Saa⸗ men her; bald entſteht er mehr durch unguͤnſtige Witterung in Nr Ar n An, W. borbrin le nie deim T zu flrc ) enen un twitt! zem W zollkom Dieſen anglih focen K ſech he Abetts -s Man ah dam Lei t In lheſzen d A ner, die ſie dort So dm aute men heu welche der, nie )d uts M nan es, diſtri inderem w gals, daß i enes Lun Stand d enen tiln ſich une und ſchn en zu gedn, ſt kann na hhr mit ein ungsvoll a Wird d gelben K hen. Man niß, weſcht he und Hei ympathit te auf dieß das Wach uͤhen, thn d oder de untaiß vor Ende ein⸗ Heſetzen he⸗ rcz ſane en oder dh ubbrand ſind nich iim Sau⸗ Pitterung in der Bluͤthe; bald liegt die Urſache ſeiner Entſtehung wie⸗ der mehr im Boden ſelbſt und in der Zubereitung des Bo— dens. Weil der Brand alſo mehrere Urſachen hat, die ihn her⸗ vorbringen, ſo kann auch ein einziges Mittel in allen Faͤl⸗ len nie dagegen ſchuͤtzen. Wer aber das folgende gehoͤrig beim Weitzenbaue beobachten will, wird wenig vom Brande zu fuͤrchten haben. 1) Man waͤhle nur voͤllig reifen, vollkommen ausgewach— ſenen und ganz trockenen Weitzen zum Saamen, der nicht ge— ſchwitzt hat. Um dieſen zu erhalten, ſucht man ſich unter ſei— nem Weitzen auf dem Felde ſchon denjenigen aus, der die vollkommenſten Aehren hat, und beſtimmt ihn zur Saat. Dieſen laͤßt man ſo lange auf den Halmen ſtehen, bis er hin— laͤnglich reif iſt. Dann maͤhet man ihn und laͤßt ihn voͤllig trocken werden. Iſt dieſer Zeitpunkt eingetreten, ſo eile man, um ihn ſol— gleich herein zu ſchaffen, und nun nehme man, was man an Arbeitsleuten auftreiben kann, und dreſche gleich ſo viel ab, als man zur Saat braucht. Damit dies recht ſchnell gehe, auch damit man nur die beſten Koͤrner erhalte, ſo dreſche man den Weitzen nicht gleich rein aus, ſondern ſchlage ihn bloß vor. Im Winter driſcht man das Stroh von dieſem Saat⸗ weitzen dann voͤllig rein. Auf dieſe Art erhaͤlt man die groͤßten und ſchoͤnſten Koͤr— ner, die man ganz duͤnn auf einen luftigen Boden ſchuͤttet, ſie dort recht oft umharkt, und bis zur Ausſaat aufbewahrt. So behandelten Saatweitzen kann man ohne weiteres tro— cken ausſaͤen, und der Brand wird wenigſtens nicht vom Saa⸗ men herruͤhren. Da der Landmann aber die gute Witterung, welche die angegebene Behandlung des Saatweitzens erfor⸗ dert, nicht in ſeiner Gewalt hat, ſo iſt 2) das Einmachen oder Einbeitzen des Saͤatweitzens ein gutes Mittel gegen den Brand. Da es wenig koſtet, ſo kann man es auch bei ſolchem Weitzen anwenden, der nach obiger Vorſchrift behandelt iſt, aber man vergeſſe nie, daß dieſes Ein⸗ ————— 116 beitzen nur ein Nothbehelf iſt. Die gute Behandlung des Saatweitzens bleibt die Hauptſache. Man muß ſie nie unter⸗ laſſen, in Hofnung, ſchlechtes Saatkorn durch das Einbeitzen wieder gut zu machen. Das Einkalken verrichtet man auf folgende Weiſe: Man mißt ſich ſo viel Weitzen ab, als man eben aus⸗ ſaͤen will, und ſchuͤttet ihn auf einen laͤnglichen Haufen. Hier beſprenge man ihn unter immerwaͤhrendem Umſchaufeln mit Miſtjauche, ſo daß alle Koͤrner davon naß werden. Dann nimmt man auf einen Berliner Scheffel Weitzen eine halbe Metze ungeloͤſchten Kalk und eben ſo viel geſiebte feine Aſche, auch wohl noch ein Pfund Kochſalz und ſchaufelt dies mit dem naſſen Weitzen durcheinander. Iſt dies geſchehen, ſo bringt man den Weitzen auf einen hohen, ſpitzen Haufen, und laͤßt ihn ſo zwoͤlf Stunden liegen. Nach dieſer Zeit reißt man den Haufen auseinander, und der Weitzen iſt zur Saat fertig. 3) Endlich iſt noch ein gutes Mittel gegen den Brand, alten Weitzen auszuſaͤen. Dies iſt vorzuͤglich rathſam, wenn man einmal bei der Weitzenernte recht gluͤckliche Witterung getroffen hat, und man recht viel Weitzen auf die Art einge— bracht und abgedroſchen hat, als ich unter Nr. 1. angegeben habe. Von ſolchem Weitzen hebe man ſich die Ausſaat auf das kuͤnftige Jahr auf. Ich kenne Wirthe, die es ſich zur Regel gemacht haben, nie andern als alten Weitze auszuſaͤen, und ſie wiſſen wenig vom Brande. Es iſt keinem Zweifel unterworfen, daß der Weitzen recht gut Ein Jahr lang zur Saat brauchbar bleibt. Nothwendig bleibt aber immer ein ſolches Einernten, als unter Nr. 1. an⸗ gegeben iſt. Auch muß ein ſolcher Weitzen auf dem Boden wohl in Acht genommen werden, daß er gar nicht andumpfe. Alle dieſe Mittel gegen den Brand haben einen und den— ſelben Grund, worauf ſie beruhen: man will nur von voll— kommenen, reifen Koͤrnern Weitzenpflanzen erziehen; die un⸗ reifen oder ſchlechten Koͤrner, die den Brand erzeugen wuͤr⸗ den, Omn. tallom arin ſ und ſc ſe nich Wiiße den ihl ten und ſtwäch Ein ng de dichſe ſen, un ietm düt heart M Kätzene igkt. ſſ bn hüben. Jj niche d abe ig richt ſo bezeichne dhe ein wen Auchs Dis iſ Nar det abg drntte andlung de ſie nie une aas Endi Weiſe: nan eben ale Haufen, hi nſchaufeln m rden. Dmm en eine ha efeine Aſt, felt dies w geſchehen, „Haufen, u eſer Zeit ui iſt zur En nden Beun athſam, win e Witteru e Art ein angegeln Ausſaat a nacht hode wiſſen wen⸗ Geihen rec Nothrdend Nr. 1, dem Boh fandumnſt en und d r von vol⸗ en; die un⸗ euymn wür⸗ 117 den, will man entweder entfernen, oder ihre Keimkraft toͤdten. Denn nach dem erſten Mittel erhaͤlt man nur die ſchwerſten, vollkommenſten Koͤrper aus dem Stroh, die leichten bleiben darin ſitzen. Durch das Einkalken will man die kraͤnklichen und ſchlechten Koͤrner vollends toͤdten, und verhindern, daß ſie nicht aufgehen. Dies geſchieht auch, wenn man alten Weitzen ausſaͤet. Nur vollkommen reife, ſchwere Koͤrner wer— den ihre Keimkraft ein ganzes Jahr lang behalten. Die leich⸗ ten und ſchlechten dagegen werden gar nicht keimen, alſo keine ſchwaͤchliche Pflanzen hervorbringen. Eine gute Bearbeitung, verbunden mit kraͤftiger Duͤn⸗ gung des Landes macht, daß die dem Boden anvertrauten Ge— waͤchſe lebhaft wachſen. Sie werden ſtark und kraͤftig wer⸗ den, und jedem ſchaͤdlichen Einfluſſe der Witterung eher Trotz bieten koͤnnen, als ſchwaͤchliche Pflanzen, die einen weniger gut bearbeiteten oder geduͤngten Boden haben. Man verſaͤume daher nie etwas bei der Zurichtung des Weitzenlandes. Vorzuͤglich ſorge man fuͤr Ableitung der Feuch— tigkeit. Saͤet man dabei ſolchen Saamen aus, als angegeben iſt, ſo wird man ſehr ſelten etwas vom Brande zu beſorgen haben. Ich bemerke jedoch, daß es gewiſſe Bodenarten giebt, welche die Erzeugung des Brandes beguͤnſtigen. Man iſt aber in der Kenntniß dieſes Uebels beim Weitzenbau noch nicht ſo weit gekommen, daß ſie ſich mit einiger Beſtimmtheit bezeichnen laſſen. Ehe ich mich vom Weitzenbau wegwende, muß ich noch ein wenig angewendetes, aber ſehr gutes Mittel angeben, den Wuchs des Weitzens im zeitigen Fruͤhlinge zu befoͤrdern. Dies iſt das Uebereggen der jungen Weitzenſaat. Man unternimmt es im Fruͤhlinge, ſo wie das Land ſo weit abgetrocknet iſt, daß die Pferde oder Ochſen nicht mehr eintreten. Man egget ſo lange, bis die Kruſte, die ſich von 118 der Winternaͤſſe gebildet hat, durchriſſen iſt. Man fuͤrchte nicht, daß man Weitzenpflanzen ausziehen werde. Dieſe ha— ben um dieſe Zeit ſchon ſo lange Wurzeln, daß man durch ein gewoͤhnliches zwey oder dreyzinkiges Eggen ſelten eine Pflanze ausreißen wird. Man wind finden, daß einige Tage nach dem Eggen der Weitzen ſo lebhaft anfangen wird zu wachſen, wie ohnedies nicht geſchehen ſeyn wuͤrde. Ein ſolches Eggen iſt auf einiger⸗ maaßen gebundenem Boden auch dem Roggen im Fruͤhlinge ſehr zutraͤglich. Sweites Kapitel. Vom Roggen. Fir unſere Gegenden iſt der Roggen die Hauptfrucht. Sie giebt uns Brod, und ihr Stroh iſt zu mancherlei Gebrauch in der Haushaltung durch kein anderes zu erſetzen. Außerdem, daß durch den Roggen ſehr viele unſerer Be— duͤrfniſſe befriedigt werden, hat er vor den andern Getreidear— ten den Vorzug, daß er ſich mit den verſchiedenartigſten Bo— denarten vertraͤgt. Selbſt der elendeſte Sandboden traͤgt nach einigen Ruhe- und Weidejahren noch leidlichen Roggen. Er wird daher auch ſo allgemein und in ſolcher Menge ange⸗ bauet, daß ſein Gerathen oder Mißrathen es in der Regel beſtimmt, ob die Ernte eine gute, mittelmaͤßige oder ſchlech⸗ te iſt. Es giebt, wie beim Weitzen, mehrere Roggenarten, die ſich jedoch im Ganzen ſehr aͤhnlich ſind. Selbſt Sommer⸗ und Winterroggen iſt eine und dieſelbe Art; denn man kann aus Sommerroggen Winterroggen machen, wenn man ihn ſpaͤt ausſaͤet, und umgekehrt, aus Winterroggen wird endlich Sommerroggen, wenn man ihn erſt im Februar und endlich im Maͤrz ausſaͤet, und dieſelbe Saat nur immer wieder im Fruͤhlinge zur Ausſaat braucht. . naſcer Ve N kadh einer! ſwa überd Landi. 9 Werden fneich d ſon gen, Dder Un rin dich T ſondte defüet rogger der Re en, G Hälſen zemi wesha Rehebe ſilten rigem weil d ilun 119 Man dra 25 Hauptſaͤchlich kann man zwei Abarten vom Roggen an— manrii nehmen, unter welche ſich die mehreſten Roggenarten, die an— rch ein dere Namen fuͤhren, bringen laſſen, Staudenroggen und gewoͤhnlicher Landroggen. Der Staudenroggen hat bei einer recht fruͤhen Ausſaat den Vorzug, daß man ihn viel ſchwaͤcher ausſaͤen kann, weil er ſich ſehr ſtark beſtaudet; uͤberdieß giebt er viel laͤngeres Stroh als der gewoͤhnliche Landroggen. Obgleich der Roggen faſt in allen Bodenarten gebauet werden kann, ſo iſt doch nicht ein Boden ſo paſſend fuͤr ihn, wie der andere. Zu ſtrenger Thonboden paßt eigentlich nicht zum Roggenbau; am beſten geraͤth der Roggen im Lehm— und eine pfane em Cogm de wie ohnedie ſt auf einihe in Fruͤhline l. lehmigen Sandboden. Der Sandboden ſelbſt giebt aber auch durch keine andere Frucht einen ſicherern Ertrag als durch Roggen. Man ſaet den Roggen in reines Braachland, nach Huͤl⸗ ffrucht. E. ſenfruͤchten und Klee. An vielen Orten wird er jedoch auch rlei Gebraut in ſeine eigene Stoppel geſaͤet, und heißt dann Stoppelrog— en. gen, ſo wie es auch zuweilen gebraͤuchlich iſt, ihn nach Gerſte unſerer oder Hafer unmittelbar zu ſaͤen. Getreiden Unter allen Getreidearten ertraͤgt es der Roggen noch am rtigſten B. erſten, in ſeine eigene Stoppel geſaͤtt zu werden. Weitzen n troͤgt nei nach Weitzen wuͤrde einen erbaͤrmlichen Ertrag geben. In Roggen. d ſandigen Gegenden, wo das Sommergetreide wegen der zu Nenge ong befuͤrchtenden Duͤrre ſelten geraͤth, findet man den Stoppel— in der Ren roggenbau. Daruͤber iſt aber uͤberall nur Eine Stimme, daß oder ſchlet der Roggen weder in ſeiner eigenen Stoppel, noch nach Wei⸗ tzen, Gerſte und Hafer ſo lohne, wie nach der Braache, nach aengrten, d Huͤlſenfruͤchten und Klee. Er waͤchſt als Stoppelroggen oft ſt Sonm ziemlich lang in Stroh, hat aber immer nur leichte Koͤrner, weshalb man jederzeit wohl thut, die im ſiebenten Kapitel an— m man kamn gegebenen Regeln zu befolgen, und eine Getreideart hoͤchſt M Tonl ihn nid endli ſelten unmittelbar nach einer andern zu bauen. In mehr tho— und endlic nigem Boden geht der Stoppelroggenbau ſchon deswegen nicht, aicder in weil das Land bei der beinahe nothwendigen einfaͤhrigen Be ſtellung ſehr bald ganz verwildern wuͤrde Hingegen ſind naͤchſt der Braache alle die Gewaͤchſe, wel⸗ che ich als gute Vorfruͤchte vor dem Weitzen genannt habe, auch geſchickt, das Land zum Roggenbau vorzubereiten; Klee Wicken, Erbſen, und beim Roggen noch Heidekorn, folgen der reinen Braache in Anſehung der Vorbereitung, wenn das Land rein von Unkraut iſt und gut geduͤngt werden kann. Fuͤr Sandboden iſt nebſt dem Heidekorn auch der Spoͤr⸗ gel eine ſehr paſſende Vorfrucht vor dem Roggen. Das Hei⸗ dekorn vorzuͤglich hinterlaͤßt das Land in einem ſehr lockern Zuſtande, und daß man beide, das Heidekorn und den Spoͤr⸗ gel als eine Duͤngung unterpfluͤgen koͤnne, habe ich ſchon an einem andern Orte geſagt. Ich werde uͤber den Anbau dieſes letztern Gewaͤchſes noch beſonders ſprechen. Sogenannter Dreeſch, oder Land, welches einige Jahre zur Weide gelegen hat, giebt eine ſehr gute Roggenernte, wenn es dazu ordentlich gebraacht worden iſt. Nach drei⸗ oder vierjaͤhriger Beweidung waͤchſt auf Sandboden beſſerer Roggen, als wenn dies an und fuͤr ſich lockere Land ſehr oft gepfluͤgt und faſt jaͤhrlich beſaͤet wird. Er wird vorzuͤglich ſchwer und lohnend in ſolchem aufgebrochenen Weidelande. Der ſchlechteſte Sand ſelbſt kann nach vier- oder fuͤnf⸗ jaͤhriger Beweidung durch eine einfaͤhrige Beſtellung zum Roggen vorbereitet werden. Es muß aber etwas fruͤh geſche— hen, damit die Graswurzeln mit dem von den Schaafen ge— fallenen Duͤnger noch in eine Verweſung uͤbergehen koͤnnen, ehe die Kaͤlte eintritt. Zu Anfange Auguſts ſollte dieſes Land jedesmal umgebrochen werden, und dann bis den 5ten Sep⸗ tember in rauher Furche liegen, ehe es mit Roggen beſaͤet wuͤrde. Die einfaͤhrige Beſtellung des Weidelandes reicht aber nicht mehr zu, ſo wie der Boden ſchon ſo viel Thon enthaͤlt, daß man ihn lehmigen Sandboden nennen kann. Dann muß es den ganzen Sommer durch ſehr ſorgfaͤltig gepfluͤgt werden, ſo wie ich bei der Braache angegeben habe. Recht vollkom⸗ men wird mehrjaͤhriges Weideland, ſogenannter Dreeſch, zur 121 lähen Roggenſaat vorbereitet, wenn man den erſten Umbruch ſchon räten 9 vor Winters vornimmt. 25 ; NM Neubruch, Reiß⸗ oder Rodeland, welches zum Theil mit fohn i Heidekraut bewachſen iſt, traͤgt am ſicherſten zum erſten Male ' benn Roggen. Man muß den erſten Umbruch aber ebenfalls vor 4 kam Winters vornehmen. der Lnr Es iſt merkwuͤrdig, daß der Winterroggen nicht leicht in Das hi ſolchem Lande geraͤth, welches mit Kartoffeln beſtellt war. ſehr locken Waͤchſt er auch ja noch lang im Stroh danach, ſo bekommt den Epir⸗ er doch in der Regel ſpitze, ſchwache Aehren, die flache, leichte ic ſton an Koͤrner enthalten. Man thut daher wohl, nach Kartoffeln in Undau dieſe jedem Boden, der ſich nur einigermaßen zur Gerſte ſchickt, dieſe dem Roggen vorzuziehen. Wo der Boden zu Gerſte zu einige Jahr ſandig iſt, da ſaͤe man nach Kartoffeln ein Gemenge von Roggenernt, Sommerroggen mit Erbſen, welches hier herrlich zu gerathen Nach di pflegt. den beſſen Auch muß ich erinnern, daß im Thon- und Lehmboden nd ſehr ein gar zu klares Eggen im Herbſt zum Roggen nicht vor— nd vorzüͤgic theilhaft iſt. Ganz fein beſtelltes Land der Art fließt beim eidelande Aufthauen ſo feſt in einander, daß es einer Tenne gleicht, e oder funf wodurch die erſte Fruͤhlingswaͤrme von den zarten Pflanzen⸗ ſtellung zun wurzeln abgehalten wird. Beſſer iſt daher, den Lehmboden fruh geſce im Herbſt nur ſo zu eggen, daß alle Saamenkoͤrner bedeckt Schaufen ge werden und einzelne Kloͤße, die zuruͤck bleiben, nicht zu achten. hen können, Dafuͤr egge man das Land aber im Fruͤhlinge noch ein— dieſes Lond mal, wie ich ſchon beim Weitzen angegeben habe, ſo wie das zen Sep⸗ Land abgetrocknet iſt. Nun werden die Kloͤße vollends zerfal⸗ gen brſtet len und den Roggenwurzeln zur Nahrung dienen koͤnnen. Der Roggen hat eine lang dauernde Saatzeit. Er wird reicht ole in unſern Gegenden vom July an bis um Weihnachten aus⸗ on athi geſaͤet., Wenn die Landleute in manchen Gegenden ihre gu— dan nuß ten Gruͤnde haben koͤnnen, ihn ſo ſpaͤt auszuſaͤen, ſo koͤnnen it werden ſie uns darin doch nicht zum Muſter dienen. Nach meinen t vllom⸗ Erfahrungen hat eine fruͤhe Saat in der Regel unbezweifelte rich u Vorzuͤge. Dieſe wird gewiß viel oͤfter gerathen als mißrathen. Es 122 —— meinen zwar einige, daß im Sandboden der fruͤh geſaͤete Roggen ſich uͤberwaͤchſt. Ich weiß aber nicht, daß mir einer mit dieſer Behauptung, vorgekommen waͤre, der aus eigener Erfahrung geſprochen haͤtte. Man ſpricht zuweilen ſo etwas hin, vielleicht ſehr oft, und denkt nie daruͤber nach, bloß da⸗ rum, weil man es ſelbſt ſo oft gehoͤrt hat. Unter Ueberwachſen kann man doch nichts weiter ver⸗ ſtehen, als das ſtarke Beſtauden des Roggens, welches nach einer fruͤhen Ausſaat immer geſchieht, aber gewiß nicht ſchaͤd— lich werden kann. Sollte aber auch gar kein Vortheil aus der fruͤhen Saat hervor gehen, ſo iſt der ſchon genug, daß ich an jedem Morgen fuͤglich vier Metzen Einſaat ſparen kann, wenn ich fruͤh ſaͤe. Ich weiß aber aus Erfahrung, daß man— cher Roggen bloß deswegen ſchlecht gerieth, weil er ſpaͤt ge⸗ ſaͤet war, und ſich im Herbſt nicht gehoͤrig beſtauden konnte, um dem Winter Trotz zu bieten. Jetzt haben wir freilich ſeit mehreren Jahren faſt bis Weihnachten kein Froſtwetter ge— habt, wie wird es aber dann mit der ſpaͤten Saat, wenn im October ſchon einzelne Froͤſte kommen, und im November ſchon voͤlliger Winter iſt? Mir iſt nicht ein einziger Fall be— kannt, daß der Roggen bloß der fruͤhen Ausſaat wegen miß— rathen war. Ich weiß wohl, daß zuweilen eine ſpaͤtere Saat Vorzuͤge haben kann; aber dieſer Fall iſt zu ſelten, um ihn als Regel gelten zu laſſen. In unſern Gegenden ſollte billig alles Wintergetreide gegen Michaelis eingeſaͤet ſeyn. Geſchieht die Ausſaat um dieſe Zeit, ſo wird man einen Magdeb. Mor⸗ gen mit einem Berliner Scheffel, mit zwei oder vier Metzen daruͤber reichlich beſaͤen koͤnnen, nach den Regeln, die ich im ſechſten Kapitel angegeben habe. Je ſpaͤter man ſaͤet, deſto mehr muß man einſaͤen, weil man viele Koͤrner als verloren wegwerfen muß, die der Froſt vernichtet. Zu Anfange des Septembers wird man hoͤchſt ſelten noͤthig haben, Einen vol— len Scheffel auf den Morgen zu ſaͤen. Zwoͤlf bis vierzehn Metzen werden in vielen Faͤllen ſchon hinreichend ſeyn. In gebirgigen Gegenden, wo der Winterroggen den Win— ter nicht gut uͤberſteht, ſaͤet man gewoͤhnlich nur Sommer⸗ 123 3 it güin roggen. Fuͤr ſolche Gegenden iſt er eine wohlthaͤtige Frucht. mir ein Auch kann man in manchen ebenen Gegenden zuweilen wohl aus eigeng in Verhaͤltniſſen ſeyn, wo es vortheilhafter iſt, Sommerroggen en ſo eima zu bauen als Winterroggen. Oft geſchieht es aber aus Vor⸗ h, bloß d urtheil und Gewohnheit, und man wuͤrde an vielen Orten bei dem Winterroggenbau ſich beſſer ſtehen. weiter be Denn da der Sommerroggen im erſten Fruͤhjahre be— elches nach ſtellt werden muß, wo der Pflug nur ſo eben wieder in die nicht ſchäd Erde kann, ſo wird man ſelten ſolche Witterung oder ſolchen ortheil aus Zuſtand des Landes abwarten koͤnnen, die erforderlich bei jeder nug, daß ic guten Beſtellung ſind. Man wird daher in den mehreſten paren kann, Faͤllen den Sommerroggen in naſſes, nicht gehoͤrig abgetrock⸗ , daß ma⸗ netes Land ſaͤen muͤſſen, und deshalb den Queckenwuchs da— er ſpat ge durch ſehr befoͤrdern. Es ſcheint hierauf das bekannte Sprich⸗ den konnte wort Bezug zu haben: freilich ſit Sommerrogen und Ziegenmiſt, ſtwetter ge Laſſen den Bauer wie er iſt. „wenn in Ob man gleich im Roggen keinen Brand hat, ſo handelt fovembe man doch weißlich, wenn man auf die gute Einbringung des er Fall be Sommerroggens allen Fleiß verwendet, und wenigſtens in egen miß⸗ den Hauptſachen die Regeln befolgt, die ich zur Behandlung tere Saat des Saatweitzens angegeben habe. Man kann zwar nicht , um iſn verlangen, daß man ſich den noͤthigen Saatroggen eben ſo, ſollte billn wie den Saatweitzen, ſogleich vor dem Schwitzen abdreſchen Geſtic ſoll, da dies wohl in keiner Wirthſchaft ausfuͤhrbar ſeyn duͤrfte, de. Ar indem der Bedarf an Saamen von dieſer Frucht ziemlich be⸗ fr Maen traͤchtlich zu ſeyn pflegt. Aber man muß ſich doch wenigſtens ſe ich im ſchon auf dem Felde den reinſten und vollkommſten Roggen ſat, dit zur Saat ausſuchen, dieſen dann vorzuͤglich reifen laſſen, und b derlrn eilen, um ihn bei recht trockener Erntewitterung einzuſcheuern. Statt des Brandes hat der Roggen in manchen Jahren vieles ſogenanntes Mutterkorn, auch wird er leicht vom Ho— nigthau befallen. Beide Krankheiten oder Unfaͤlle ſind nicht vom Landwirth zu verhuͤten, da ſie Folgen einer unguͤnſtigen Witterung ſind. Gute Beſtellung und Duͤngung ſchuͤtzen nach nfange de Einm vol⸗ Hdierzehn rn. den Win⸗ Sommer⸗ 1244 meinen Erfahrungen vor beiden Uebeln nicht. Sie ſind aber auch bei weitem nicht ſo gefaͤhrlich, wie der Brand im Weitzen. Drittes Kapitel. Von der Gerſte. 2 Va der Gerſte giebt es ſchon mehrere und bedeutendere Abarten, als vom Roggen und dem Weitzen. Vorzuͤglich werden die zweizeilige oder große Gerſte, und die vierzeilige oder kleine Gerſte angebauet. Seltener findet man ſchon die Wintergerſte, und die nackte und Him⸗ melsgerſte. Wenn gleich dieſe Gerſtenarten in Anſehung ihres Baues und ihrer aͤußern Geſtalt unter einander ver⸗ ſchieden ſind, auch wohl einen ſfandern Boden und ver⸗ ſchiedene Behandlung bei ihrem Anbaue erfordern, ſo ha— ben ſie doch noch vieles mit einander gemein. Alle Gerſtenarten lieben einen lockern, reinen und gutge— duͤngten Boden. Hat ein ſolcher dabei eine etwas feuchte Lage, ohne daß jedoch das Waſſer ſich anhaͤuft, ſo giebt die Gerſte einen ſehr hohen Ertrag. Es iſt nicht ungewoͤhnlich, daß man von einem Morgen recht guter Gerſte zwanzig Scheffel dreſchen kann, aber zehn Scheffel vom Morgen iſt eine Ernte, die man gewoͤhnlich im Duͤrchſchnitt erhaͤlt, wenn man die Gerſte in ſolches Land bringt, welches ihr vorzuͤg⸗ lich zuſagt. Dies iſt dasjenige Land, welches das Jahr vorher mit behackten Gewaͤchſen, Kartoffeln, Kohl, Ruͤben und dergleichen beſtellt war. Roggen und Weitzen gedeihen beide in der Re⸗ gel nicht recht gut in dieſem Lande, wozu noch der Umſtand kommt, daß man jene Gewaͤchſe ſelten zeitig genug] abernten kann, um die Winterung zu rechter Zeit nach ihnen einzuſaͤen. Da man nut fuͤr dieſes Land an der Gerſte eine ſo ſichere Frucht hat, ſo ſehe ich keinen Grund, warum man ſie nicht ausſchließlich dort bauen will. Mh bei Re uf Wii M fird thell und i in d ſo f Min ſe h ftellch mde 0s S auch anyen nung Fae d T mühre ſei krah durt dar däen Geri ſeht iies taung ter ung d ſceh 125 ſind alt Wii Der Hauptfeind der Gerſte iſt in unſern Gegenden der deite Hederich. Dieſes gefaͤhrliche Unkraut iſt aber in dem gut be— arbeiteten Kartoffellande auf mannichfaltige Art zerſtoͤrt, und die Gerſte hat daher in dieſem Lande viel weniger von ihm . zu fuͤrchten, als wenn ſie nach der gewoͤhnlichen Weiſe in die Weitzen- oder Roggenſtoppel geſaͤt wird. Bisher war es freilich nicht moͤglich, ſein Land jedes Mal mit einer ſolchen Furcht zu beſtellen, die ſich am beſten deutendere fuͤr daſſelbe ſchickte. Jetzt aber kann auf das huthfreie Drit— Vorzüglich theil ein jeder ſaͤen, was ſeinem Lande am angemeſſenſten und dee und ihm ſonſt am vortheilhafteſten iſt. Saͤet man die Gerſte Seltener in dies reine und lockere Land, welches im vorigen Jahre und Him⸗ ſo fleißig bearbeitet wurde, ſo wird man eine ganz andere Anſehung Meinung von derſelben erhalten, als man jetzt hatte, da man nander ver ſie bloß in unreines Stoppelland ſaͤete. Hier war ihr Ertrag und ver⸗ freilich ſehr unſicher, weil ſie oft vom Unkraute uͤberwachſen n, ſo he' wurde. Dort wird ſie aber einen ſicheren und hoͤhern Ertrag, als Winterung, nach jenen Gewaͤchſen geben. Sie verdraͤngt und gutge auch die Winterung eigentlich nicht, wie ich im ſiebenten Kap. es fuuchte angegeben habe; ſie kommt nur fruͤher wie jene, und die Win— gübt die terung folgt nun der Sommerung, nachdem das Land vorher wohnlich, Klee oder Wicken getragen hat. zwangig Die große oder zweizeilige Gerſte verlangt einen dorgen i mehr thonigen Boden. Nach der Winterung gebauet, wuͤrde alt, wen ſie in jedem ſandigen Lehmboden ſchon einen erbaͤrmlichen Er⸗ r zung trag geben, nach behackten Fruͤchten kann ſie aber mit vielem Vortheil auf Bodenarten gebaut werden, auf welchen ſie nach ther mit einer andern, ihr weniger zutraͤglichen Vorfrucht gar nicht ge⸗ — deihen wuͤrde. In manchen Gegenden ſaͤet man die große aliha Gerſte ſchon im Maͤrz, wenn die Witterung es zulaͤßt. Es ver⸗ de 1 ſteht ſich, daß dann das Land ſchon im Herbſt durch mehrma⸗ unſn liges Pfluͤgen dazu vorbereitet ſeyn muß, wenn ſie nach Win—⸗ dienni terung geſaͤet wird. Nach behackten Fruͤchten iſt das Land zu inuim einer ſo fruͤhen Ausſaat am geſchickteſten. Hat die Bearbei— bſan tung der Roggen⸗ oder Weitzenſtoppel im Herbſt nicht ſchon ſt n geſchehen koͤnnen, ſo muß das Land in Fruͤhjahre mehrere Pflug⸗ furchen erhalten, und die Ausſaat verzieht ſich bis in die Mitte Mais. Auf ſtrengem Thonboden wird nach der Winterung zur Gerſte wohl am beſten viermal gepfluͤgt. Die kleine oder vierzeilige Gerſte wird auf Lehm⸗ boden oder lehmigen Sandboden vortheilhafter als große Gerſte ſeyn, wenn man Gerſte uͤberhaupt nach der Winter— rung ſaͤet. Sie geraͤth aber ebenſalls in dem gut behackten Wurzelgewaͤchslande am beſten. Eine Abart der kleinen Gerſte wird unter dem Namen Fruͤhgerſte ſchon im Maͤrz oder April geſaͤet; die ſpaͤte und gewöhnliche kleine Gerſte gedeihet aber am beſten, wenn ſie in den letzten Tagen des Mai, oder in den erſten des Juni geſaͤet wird. Fuͤr die mit Hederichsſaamen angefuͤllten lehmi— gen Sandfelder iſt die kleine Gerſte wegen dieſer ſpaͤten Aus— ſaat eine ſehr nuͤtzliche Frucht. Man hat Zeit das Land dazu mehrere Male zu bearbeiteen. Dadurch wird der Hederich zum Aufgehen gebracht, und kann mehrere Male unterge⸗ pfluͤgt werden. Fingen die Landleute auch noch an, die Gerſte zu jaͤten, ſo wuͤrden ſie dieſes ſchaͤdliche Unkraut anfangs ver— mindern, endlich ganz zerſtoͤren. Um den Hederich bei der kleinen Gerſte ſo unſchaͤdlich als moͤglich zu machen, hat man ſich auf verſchiedene Art zu hel— fen geſucht. Zuweilen ſchwemmt man die Hederichsſchoten im Waſſer ab. Man ſchuͤttet zu dem Ende die zur Ausſaat be— ſtimmte Gerſte in ein großes Gefaͤß, uͤbergießt ſie dort mit Waſſer, ſo daß ſolches einen Fuß hoch uͤber der Gerſte ſteht, und ruͤhrt die Gerſte im Waſſer tuͤchtig um. Die Spreu, die Hederichsknoten und andere Unkrautſaamen werden oben— auf ſchwimmen, die Gerſte aber zu Boden ſinken. Man nimmt mit einem Siebe das Abgeſchwemmte ab, und behaͤlt unten die Gerſte rein. Damit aber auch der im Boden in unendlicher Menge liegende Hederichsſaamen weniger ſchade, pfluͤgt man die Gerſte auf die gewoͤhnliche Art in ſchmalen Furchen unter, und laͤßt das Land ungeegget mehrere Tage liegen, ſo lange, bis der Hederich zum Theil ſchon aufgegangen, oder doch ſchon ziem⸗ lih yuj fllhe d Wur⸗ gper fahre durch würde mrich nicht k D Anbau gen al gefährn ſnd d ſele e kommen wen a ſich ſit und A tend tro in den Aitſtet die die Mit lich gekeimt iſt. Dann erſt egget man das Land. Der flach terungm gewurzelte Hederich wird dabei zerſtoͤrt; die tiefer unterge— pfluͤgte Gerſte leidet aber gar nicht. uf Lehn⸗ Es verſteht ſich jedoch, daß dies nur in ganz klarem, von als grih Wurzelunkraute reinem Lande angehe, welches nur ein leichtes der Winte Eggen erfordert. Bei ganz trockener Witterung iſt dies Ver t behacktn fahren jedoch nicht anzurathen, weil eines Theils das Land durch ſo langes Liegen in rauhen Furchen zu ſehr ausdorren em Namen wuͤrde, andern Theils koͤnnte dann der eigentliche Zweck nicht ſpaͤte und erreicht werden, weil bei zu großer Duͤrre der Hederich gar i, wenn ſi nicht keimt. ndes uni Die von mir vorgeſchlagene Fruchtfolge und der vermehrte lten Gine Anbau behackter Gewaͤchſe, wuͤrden ohne andere wichtige Fol— paͤten Aur gen auch noch den Vortheil bringen, daß der Hederich, dieſe Land dau gefaͤhrliche Landplage, endlich ganz vermindert wuͤrde. Mir r Hadei ſind Doͤrfer bekannt, deren Einwohner dadurch, daß ſie recht le untexy viele Kartoffeln und Ruͤben anbauten, und dabei allen auf⸗ „die Gerſ kommenden Hederich umhackten; daß ſie keinen Hederichsſaa— nfangs dr men auf den Miſt ſchuͤtteten und ihr Sommergetreide ordent— lich jaͤteten, den Hederich ſo vertilgten, daß er auf ihren Fluren nun ſchon in ſehr geringer Menge anzutreffen iſt. Das Aus— jaͤten des Hederichs belohnt ſich ohnedies noch durch das Fut— ter, welches zwar nicht dem Klee oder gutem Graſe gleich zu haͤblich ale lrt zu hel ſchoten im oder guta denn be ſetzen iſt, aber dennoch ſehr reichlich die Muͤhe des Nachhau— 5 8 dort mit ſeſchaffens verlohnt. vei 1 Bei der Ernte der Gerſte iſt faſt immer ein großer Ver— Herſte ſießt luſt, weil die Aehren bei trockener Witterung ſo leicht ab— 13 Lhcn brechen. Am ſchlimmſten iſt dies mit der vierzeiligen oder rden büei kleinen Gerſte. N Nir Um dies Abbrechen der Aehren zu verhuͤten, iſt es gut, und behä dieſe Gerſte in mondhellen Naͤchten oder doch in den Abend⸗ und Morgenſtunden aufzubinden, wenn die Witterung anhal— Ynge 3 7 Nng tend trocken iſt. Doch geht dies nur bei ſolchem Wetter, wenn ſe Gerſte..— 1. djen in den Naͤchten nur ſehr wenig Thau faͤllt. Stark bethauete „und ij Gerſte verdirbt leichter als ſolche, die vom Regen feucht iſt. e„ bis der e, hiö de Die Wintergerſte iſt ſechszeilig und wird ſehr zeitig con ziem⸗ ————ͤ„2— 1 1 2 8 2 3 3 — 8——— 1 un—— im Auguſt geſaͤet. Sie verlangt einen reichen, mit Moder⸗ erde wohl gemengten Thonbsden, giebt in einem ſolchen aber auch einen recht hohen Ertrag. Sie reift ſchon zu Ende des Juni, und hat bei Mangel an Gerſte dann einen vor— zuͤglichen Preis, weil ſie fruͤher vermalzt werden kann. Es iſt aber dennoch ſelten rathſam, ſie anzubauen, weil ſie das Land faſt zwei Jahre allein erfordert und weil ſie nicht jede Win— terwitterung ertraͤgt, ſondern oft auswintert. Die nackte Gerſte iſt zweizeilig, die Himmels⸗ gerſte vierzeilig. Beide Arten haben das Eigene, daß ihr Saamen ſich aus den Spelzen loͤſet, wenn er reif iſt, und dann keine ſtaͤrkere Huͤlſe als Weitzen hat. Ein Scheffel Frucht von dieſen Gerſtenarten iſt daher auch ſo ſchwer wie Roggen, und eben ſo nahrungsreich. Sie verdienen alſo auf reichem Niederungsboden mehr als bisher geſchehen, angebauet zu werden. Man ſaͤet ſie im April auf gutes, reiches Land, welches ein Jahr vorher Kartoffeln oder aͤhnliche Gewaͤchſe ge⸗ tragen hat. Bei keiner Getreideart iſt das rechte Maaß der Ausſaat ſo wichtig, wie bei der Gerſte. Zwey oder drey Metzen zu viel ausgeſaͤet auf den Morgen, ſind nicht nur an und fuͤr ſich deswegen ein Verluſt, weil man den Saamen unnoͤthig wegwirft, ſondern eine zu dichte Ausſaat fuͤhrt noch den Ver⸗ luſt herbei, daß man obendrein noch ſchlechter erntet. In der Regel iſt bei der Gerſte eine ſchwaͤchere Ausſaat erwuͤnſchter, als eine ſtarke, weil ſie nicht gehoͤrig vollkommene Aehren und Koͤrner hervorbringt, wenn ſie zu dicht ſteht. Auf gut zubereitetem, reinem Lande iſt ein Berliner Scheffel hinrei⸗ chend auf den Morgen; bei weniger klarem und feinem Lande ſäet man zwei bis vier Metzen mehr ein. ————-—-— Vier⸗ ſt Un dr dig noch ar bare Niſ,, tuhen 1 nit M Fem in ſede an geben, ſchlcht fir Hagaru als aſt Fulgar felhe au auf die dine ſtr ſds K nct fau 9 mit Moder ſolchen zbrr on zu Cnde einen vor lann. Cs ſ ſie das Land ht jede Wir Himmels⸗ nne, daß ihr rif iſt, und ein Scheffl o ſchwer wie enen alſo auf n, angebaut reiches Land Gewaͤchſe ge der Ausſauh y Meten zu n und fuͤr en unnöthiz ch den Ver et. In der erwuͤnſchter nene Aehren zst. Auf gut effl hinrei⸗ inem Londe Vier 129 Vierees Kapite. Von dem Hafer. Auch vom Hafer giebt es mehrere Arten, die ſich jedoch nicht ſo unaͤhnlich ſind, als die Gerſtenarten. Der gewoͤhnlichſte Hafer iſt der gemeine weiße; in eini— gen Gegenden findet man jedoch auch den ſchwarzen Hafer ziemlich haͤufig. Auf ganz ſchlechtem Sandboden baut man auch wohl noch den Rauhhafer, eine leichte und ſchlechte Frucht, an deren Stelle man lieber Buchweitzen bauen ſollte. Nach der bisherigen Weiſe kommt der Hafer ins Som— merfeld auf ſolches Land, welches zu mager zur Gerſte iſt, oder welches zu⸗der derſelben entweder zu naß oder zu trocken iſt. Und eben deswegen, weil der Hafer auf ſolchen Stellen, wo eine andere Getreideart nur ſehr ſchlecht gerathen wuͤrde, noch eine gute Ernte geben kann, iſt er uns eine ſehr ſchaͤtz⸗ bare Frucht. Er iſt weniger empfindlich gegen Trockenheit und Naͤſſe, wie die Gerſte, und nimmt auch zur Noth mit einem rauhen Lande vorlieb, welches man wegen unguͤnſtiger Witte⸗ rung nicht klar und fein genug zubereiten konnte. Man glaube aber nicht, daß der Hafer nicht eben ſo gern in gut zubereitetem und geduͤngtem Lande wachſe, wie jede andere Getreideart. Er wird immer einen hoͤhern Ertrag geben, wenn man das Land dazu gut, als wenn man es ſchlecht vorbereitet. Fuͤr neues oder ſogenanntes Rodeland, welches vorher Holzgrund oder eine ewige Weide war, ſchickt ſich der Hafer als erſte Frucht dann ſehr gut, wenn ſich die Haide(erica Vulgaris) nicht auf der Oberflaͤche eingeniſtet hat, ſondern die⸗ ſelbe aus einem dichten Raſen beſteht. Man kann ihn dreiſt auf die einfaͤhrig umgebrochene Narbe ſaͤen, nur muß man eine ſtaͤrkere Einſaat nehmen, weil es nicht moͤglich ſeyn wird, jedes Korn mit Erde zu bedecken, und muß mit dem Eggen nicht faullenzen. I. 1 9 ð 130 Der Hafer liebt eine fruͤhe Ausſaat. Spaͤt geſaͤeter Ha— fer waͤchſt zwar oft lang im Stroh, giebt aber in der Regel nur leichte Koͤrner. Es iſt daher noͤthig, daß man das Land zum Hafer vor dem Winter voͤllig zubereite, vorzuͤglich auf leichtem Sandboden, wenn es die Unſſtaͤnde irgend zulaſſen, damit man im Fruͤhjahre ſogleich den Hafer einſaͤen kann. Dies hat folgende Vortheile: Man braucht das Land im Fruͤhjahre dann nicht zu ſehr zu ruͤhren, es trocknet daher weniger aus, und die Winter— feuchtigkeit haͤlt ſich laͤnger darin. Manche Unkraͤuter gedei— hen in dem feſten Lande bei weitem nicht ſo gut, wie im ge— lockerten, dahingegen der Hafer ſehr munter fortwaͤchſt, wenn man nur ſo viel Krume macht, daß er anwurzeln kann. Auf lockerem Sandboden kann man das Land zu Hafer im Herbſt voͤllig fertig zur Saat pfluͤgen, und es in rauhen Furchen liegen laſſen. Im Fruͤhjahre egget man ihn dann bloß ein. Auf lehmigen oder thonigen Feldern geht dies aber nicht, weil ſolches Land von der Naͤſſe beim Aufthauen ſo verdichtet oder zuſammen ſchwimmt, daß man den Saamen nicht mit lockerer Erde wuͤrde bedecken koͤnnen. Hier muß man den Hafer nach voͤlliger Abtrocknung flach unterpfluͤgen. Von der Ernte des Hafers muß ich noch bemerken, daß man nicht wohl thut, wenn man den Hafer zu reif an den Halmen werden, oder ihn zu lange in Schwaden liegen laͤßt. Man thut dies, vorzuͤglich das Letztere, in der Abſicht, damit ſich der Hafer beſſer dreſche, und meint, daß ohne ein ſolches Abroͤſten dies nicht gut gehe. Nach meiner Erfahrung iſt dies falſch. Das Haferſtroh wird durch zu große Reife ſowohl wie durch zu langes Liegen auf dem Schwade verdorben, und bei gutem Hafer iſt dann bei trockener Witterung durch das Auf— binden immer ein großer Koͤrnerverluſt. Die Koͤrner, die aber bei dem Aufbinden abfallen, ſind die beſten, und gehen groͤßtentheils verloren; diejenigen aber, welche bei Hafer, der in der Gelbreife abgemaͤhet iſt, und nach gehoͤriger Abtrocknung des Strohes und des Futters darin eingefahren wurde, noch am Strohe bleiben, ſind die ſchlech⸗ ——— Wihft käne bertrit 3 d nen, L poßen. kthacte Wiprat 0 Nanſc ſſere tpenlit te bitr näde A hhe ab Hüße: uſd Ha wir de handen den 6 Jaren bexeitun unberge dſchan N übfa t geſeter h rin der Jn man das tn vorzüglih a irgend zuloſſe einſcen kamn nicht zu ſe ad die Winte nikräͤuter ged t, wie im g rtwachſt, wen geln kann. Land zu Hai d es in rauh man ihn d geht dies d Aufthauen n den Sam den. Hier m Hunterflüͤden bemerken, de zu reif an d den liegen li Abſicht, dan öhne ein ſolt ahrung iſt d eife ſowohln erben, und! ducch das Ä bfaler, ſi ijnhen a näͤhet it, 7 ßüttes dar nd di ſhlen ten, unreifen. Dieſe kommen aber nicht um, ſondern werden mit dem Haferſtrohe vom Viehe gefreſſen. Das Haferſtroh iſt, gut eingebracht, ein vortreffliches Viehfutter fuͤr Rindvieh und Schaafe. In Gegenden, wo keine Wieſen ſind, aber viel Wurzelgewaͤchſe gebauet werden, vertritt es, mit dieſem zuſammen die Stelle des Heues. Funftes Kapieel. Von den Huͤlſenfruͤchten. 39 den Huͤlſenfruͤchten zaͤhlen wir die Erbſen, Wicken, Boh— nen, Linſen und Buchweitzen oder Heidekorn. Von ihrem großen Nutzen, wenn ſie abwechſelnd mit Getreide und den behackten Fruͤchten angebauet werden, habe ich ſchon oͤfter geſprochen. Die Koͤrner dieſer Gewaͤchſe ſind zum Theil ſchon fuͤr Menſchen ein ſehr gutes Nahrungsmittel; fuͤr unſere Haus— thiere ſind ſie aber ſaͤmmtlich faſt noch gedeihlicher, als das eigentliche Getraide. Das Stroh von ihnen iſt, als Viehfut⸗ ter betrachtet, immer dem weißen Strohe oder dem vom Ge— treide vorzuziehen. Neben allen dieſen Vorzuͤgen ſind ſie fuͤr uns Landwir— the aber vorzuͤglich deswegen wichtig, weil wir durch ihre Huͤlfe unſer Land alljaͤhrlich nuͤtzen koͤnnen. Roggen, Gerſte und Hafer in ununterbrochener Folge fort zu ſaͤen, geht, wie wir geſehen haben, nicht an, wenn auch Miſt in Menge vor— handen iſt; noch weniger ertraͤgt ſolches Land den fortwaͤhren— den Getreidebau, welches man nur in drei, vier oder ſechs Jahren einmal duͤngen kann. Als Zwiſchenfruͤchte oder Vor⸗ bereitungsfruͤchte fuͤr das Getreide ſind die Huͤlſenfruͤchte von unvergleichlichem Nutzen. Sie machen den Boden durch ihre Beſchattung und ihre Wurzeln locker, ſie duͤngen ihn durch die abfallenden Blaͤtter und zuruͤckbleibenden Ranken, und da —-—— — —.—— — ——— ſie andere Nahrungstheile aus dem Boden ziehen, als Ge— treide, ſo wird derſelbe durch ſie fuͤr das folgende Getreide faſt gar nicht entkraͤftet oder ausgeſogen, wenn ſie nur nicht zu oft auf ein und daſſelbe Land geſaͤet werden. Um nun von den Huͤlſenfruͤchten alle die geruͤhmten Vor⸗ theile zu erlangen, ſollte man ſie nur nach einer Getreide⸗ frucht bauen, niemals nach behackten Fruͤchten oder Klee, es ſey denn, daß man ſie auf eine andere Weiſe gar nicht bauen koͤnne, wie es z. B. mit den Erbſen auf magern, ſchlechten Feldern der Fall iſt, die dort nur nach behackten mit einiger Sicherheit gedeihen. Erbſen. Sie ſind fuͤr Menſchen eine gute Speiſe, wenn ſie weich kochen. Sonſt koͤnnen ſie, unter den Roggen gemengt, ge⸗ mahlen werden, und geben ein hohes, lockeres Brod, ſind aber zum Maͤſten und Viehfutter uͤberhaupt ganz vorzuͤglich zu gebrauchen. Es giebt ebenfalls mehrere Arten von Erbſen, groͤßere und kleinere, fruͤhe und ſpaͤte, die jedoch in den Hauptſachen ſich gleich ſind. Die Erbſen wachſen im Thonboden bei gutem Duͤngunzs⸗ zuſtande deſſelben und guͤnſtiger Witterung recht gut, gerathen aber im Lehmboden ſicherer, und geben bei feuchter Witterung noch im lehmigen Sandboden einen guten Ertrag. Man thut in den wehreſten Faͤllen wohl, den Miſt zu Erbſen unmittelbar zu fahren. Man kann dann dieſe Arbeit, das Abfahren des Miſtes, in der ſchicklichſten Zeit, im Win⸗ ter machen, und fuͤr die auf die Erbſen folgende Winterung wird es zutraͤglicher ſehn, wenn der Miſt ſchon mehrere Male mit dem Lande gepfluͤgt worden iſt, als wenn er unmittelbar zur Saat der Winterung gefahren waͤre. Sollten die Erbſen auch wirklich weniger Koͤrner anſetzen, und durch die gute Duͤngung mehr ins Stroh getrieben werden, ſo ſchadet es nicht, weil dann gerade die dichte Decke der Erbſen auf dem 1 raamif iher auf den, und wan die ſſe ſoch Die vr Vüt tge Erdaa lſt, inw tner gi die ainfäh henorn bingt und mi ſtad de Etin lcades un beden. Die ſalle man ſcheht, ai meh ſch und nach Iuſſs et ſſe, ſ ſch die Au hhizen w hon hatgr u hen, al. gbende Getra ſie nur nic eruͤhmten N iiner Getrede⸗ oder Klee, 6 ar nicht baun ern, ſchlechtn in mit einiher wenn ſie weit mgemengt, h es Brod, ſih 4 danz vorzüllt rbſen, grͤße 7 Hauptſach m Duͤngung gut, geratt ter Witterun 3. den Miſt n n dieſe Arbei geit, in Wir de Winterun, mehrere Ma er unmitkaber ten die Ebſe ucch die aute ſtadet abſen auf 133 Boden es macht, daß die nachfolgende Winterung ſehr gut geraͤth. Eben daſſelbe gilt auch von den Wicken. Man pflegt die Erbſen oft nur einfaͤhrig zu beſtellen, d. h. man pfluͤgt die Stoppel des Getreides um, ſaͤet die Erbſen auf die Furche und egget ſie ein. Bei recht reinem und lok— kerm Boden iſt eine ſolche Beſtellung hinlaͤnglich, allein bei feſterm, mehr thonhaltigem Boden, muß man öfter pfluͤgen. Am beſten auf dieſe Art. Man pfluͤgt im Herbſt das Land regelmaͤßig und ziemlich tief um, faͤhrt den Miſt den Winter uͤber auf. Hat man dazu kurzen, gut gefaulten Miſt genom⸗ men, und iſt der Boden nicht gar zu thonig oder naß, ſo ſaͤet man die Erbſen auf den ausgeſtreueten Miſt aus und pfluͤgt ſie flach unter. Die Erbſen kommen dann in die obere, vom Froſt und der Witterung gelockerte Krume, haben aber unter ſich noch eine Erdlage, in welcher ſich die Winterfeuchtigkeit laͤnger er— haͤlt, in welche ihre Wurzeln ſehr bald eindringen, und dann einer groͤßern Duͤrre Trotz bieten koͤnnen, als wenn ſie auf die einfaͤhrige Furche obenauf geſaͤet werden. Es giebt indeß Bodenarten, wo allein eine einfaͤhrige Beſtellung gute Erbſen bringt und wo das Stuͤrzen des Erbſenlandes vor Winters mehr ſchaͤdlich wie nuͤtzlich iſt. Wo man dieſe Erfahrung von der Schaͤdlichkeit der mehrfurchigen Beſtellung des Erbſen— landes gemacht hat, muß man neatuͤrlich bei der einfurchigen bleiben. Die Erbſen verlangen zwar eine fruͤhe Ausſaat, jedoch ſollte man auch nicht uͤberall ſo ſehr damit als gewoͤhnlich ge— ſchieht, eilen. Bei der Ausſaat dieſer oder jener Frucht muß man ſich uͤberhaupt mehr nach der Beſchaffenheit des Landes und nach der Witterung, weniger nach dem Kalender richten. Naſſes Land, welches von der Winternaͤſſe noch nicht abgetrock⸗ net iſt, ſollte man ohne die hoͤchſte Noth nie beſtellen, ſollte ſich die Ausſaat der Erbſen daruͤber auch bis in den Mai ver— ſchieben. Je ſandiger und der Austrocknung unterworfener der Boden iſt, deſto vortheilhafter iſt eine fruͤhe Ausſaat; je thoniger und naͤſſer, deſto ſchaͤdlicher. 134 Das Erbſenſtroh iſt ein herrliches Viehfutter, vorzuͤglich fuͤr Schaafe, wenn es trocken eingebracht iſt. Hat man Man— gel an Heu, und legt in dieſem Falle einen hohen Werth auf dieſes und aͤhnliches Stroh, ſo thut man wohl, wenn man die Erbſen abmaͤhet, ehe die ſpaͤten Schoten die gehoͤrige Reife haben. Die Blaͤtter werden dann mehr am Strohe bleiben, und es wird gewiß weit gedeihlicher werden, als wenn man mit dem Maͤhen bis zur Reife aller Schoten wartet. Wicken. Die Wicken ſind als Viehfutter betrachtet noch vorzuͤgli— cher, als die Erbſen. Sie wachſen auf denſelben Bodenarten, wie die Erbſen, ſo wie auch alles das auf ihren Anbau paßt, was ich von dieſen geſagt habe. Man ſollte ſie, wenn man durch ihren Anbau das Land zu Getreide gehoͤrig vorbereiten will, ebenfalls in friſch ge— duͤngtes Land ſaͤen, damit ſie recht uͤppig wachſen, das Land dicht beſchatten und dadurch muͤrbe machen. Die Wicken koͤnnen zwar eben ſo fruͤh wie die Erbſen geſaͤet werden. Iſt es aber mehr auf langes Wickenſtroh als auf gute Schoten abgeſehen, ſo iſt bei den Wicken eine ſpaͤtere Ausſaat vorzu— ziehen. Man kann ſie zu Anfange des Juni ausſaͤen, und ſie werden noch zur rechten Zeit reif. Saͤet man ſie aber auch ſpaͤter, ſo koͤnnen ſie als gruͤnes Futter, oder zu Heu abge— maͤhet, einen ganz vorzuͤglichen Ertrag geben; reif wuͤrden ſie dann aber nur in ſeltenen warmen Sommern werden. Man thut uͤberhaupt wohl, bei dieſem oder aͤhnlichen Ge— waͤchſen eine doppelte oder dreifache Ausſaat zu machen. Ge⸗ raͤth eine Saat nicht, ſo erntet man gewoͤhnlich von den an— dern um ſo reichlicher. Noch mehr iſt dies nothwendig, wenn man die Wicken in der Abſicht anbauet, um ſie gruͤn zu ver— fuͤttern. Dann muß man von vierzehn Tagen zu vierzehn Tagen nur einen Theil ausſaͤen, um immer friſches Futter zu haben. Die Wicken geben ein feineres, zarteres Stroh als die Erbſen. Es iſt daher, gut getrocknet, noch mehr als Stell⸗ vertnahe dik u!d amtich iige Ec Eig mehrere Boden reich an den ge unetl ine ande hes Wi Atten T Hafer do rüthiy iſ ſ zur T r däht ſohe den Lin Piee; 6 G. Pitm ni diiam e vnß en udind ten verk ſi kein, ſälte 3 fi weh! u nnd ih Gelegen ſieftt ſeallo uf eine I ter, vorzägi Hat man Ma hen Werſ h al l, wenn n ehdrige ii Strohe bliün, als wenn my wartet. noch vorzüol⸗ en Bodenarte n Anbau paßt nbau das(en s in friſch g hſen, das lin Die Wict twerden. J qute Schott usſaat vorz zusſaͤen, un ſie aber aut zu Heu ühge eif wuͤrden werden. ähnlichen Ge machen. Ge von den al— wendig, win grun zu vel⸗ n; dI blel iihn tiſches JGutte Fuß ab di h al Eell vertreter des Heues anzuſehen, als das Erbſenſtroh. Man eilt zu dem Ende auch mit dem Abmaͤhen, ehe die Blaͤtter ſaͤmmtlich abgefallen ſind, und achtet es nicht, wenn auch ei— nige Schoten noch nicht vollkommen reif ſeyn ſollten. Ein Gemenge von Wicken und Hafer, auch wohl noch mehreren Gewaͤchſen durch einander, iſt vorzuͤglich auf ſolchen Boden auszuſaͤen, der eine feuchte Lage hat, und von Natur reich an Modererde oder tuͤchtig geduͤngt iſt. Auf ſolchem Bo⸗ den lagern ſich die Wicken ſehr leicht und faulen. Um dies zu verhuͤten, iſt jenes Gemenge ſehr paſſend. Der Hafer, oder eine andere Getreideart, haͤlt die Wicken aufrecht, und ein ſol— ches Wickfutter iſt gruͤn und getrocknet ganz herrlich fuͤr alle Arten Vieh zu gebrauchen. Man muß aber nicht mehr Hafer dazu nehmen, als zum Aeiirechchaten der Huͤlſenfruͤchte noͤthig iſt, ſonſt wuͤrde der Vortheil— Vorbereitung des Lan— des zur Winterung, dadurch nicht erreicht werden. In manchen Gegenden, wo der Wickenbau bisher noch nicht ſehr bekannt war, koͤnnte man gegen denſelben vielleicht den Einwand haben, daß es an Gelegenheit fehlen wuͤrde, die Wicken zu verkaufen. Dieſe Beforgniß iſt aber voͤllig grund— los. Es kann wohl ſeyn, daß man in einigen Gegenden die Wicken nicht wie Roggen, Gerſte und Hafer auf den Markt bringen kann. Das iſt aber auch gar nicht nothwendig. Man muß ein ſo gutes Gewaͤchs, wie die Wicken, ſelbſt verfuͤttern, und in der Stelle deſto mehr von den genannten Getreidear— ten verkaufen. Denn es iſt wohl nicht leicht eine Wirthſchaft ſo klein, daß man dem Zugviehe nicht etwas Koͤrner geben ſollte. Zu Pferdefutter ſind die Wicken aber ganz unuͤber— trefflich. Diejenigen, welche keine Pferde halten, werden wohl unter ihren Bekannten einen haben, der Pferde haͤlt, und ihnen gern Roggen fuͤr ihre Wicken giebt, wenn es an Gelegenheit zum Verkauf fehlen ſollte. Ich weiß aber, daß ſie oft theurer wie Roggen verkauft worden ſind. Man baue ſie alſo dreiſt an, es wird ſich ſchon Gelegenheit zum Abſatz auf eine andere Art finden. In Gegenden, wo es an Wieſen fehlt, kann man die Wicken zu Heu nutzen. Man ſaͤet ſie zu dieſem Behuf, wie oben ſchon geſagt, in gut geduͤngtes und fein bearbeitetes Land, vor der letzten Haͤlfte des Juni zu verſchiedenen Zeiten aus. Sind ſie heran gewachſen, ſo maͤhet man ſie dann ab, wenn ſie ſchon anfangen Schoten anzuſetzen, aber noch bluͤhen. Giebt man ſich nun rechte Muͤhe, dieſe gruͤnen Wicken gut zu trocknen, und huͤtet ſich, daß ſie im halbtrockenen Zuſtande nicht ſehr naß werden, ſondern ſetzt ſie bald in kleine Haufen, wenn das Wetter unbeſtaͤndig iſt, ſo erlangt man ein Heu, welches allem Wieſenheue vorzuziehen iſt. Es ſcheint vielleicht manchem Schade, eine Frucht abzu⸗ hauen, ehe ſie ihr Wachsthum vollendet hat. Man denke aber nur ein wenig uͤber die Sache nach und erinnere ſich deſſen, was ich in dem oft angezogenen ſiebenten und achten Kapitel geſagt habe. Der Landmann muß mehr wie jeder andere Gewerbs— mann die Zukunft bedenken, wenn er aus ſeiner Wirthſchaft den hoͤchſten Vortheil ziehen will. Wollte er nur immer Ein Jahr vor Augen haben, gerade dasjenige, in welchem er dieſe oder jene Frucht ausſaͤet, und wollte niemals fragen: wird mir das, was ich in dieſem Jahre thue, im kuͤnftigen nicht ſchaden? ſo wuͤrde er bald ſo in den Tag hinein wirthſchaf⸗ ten, daß er ſich in kurzer Zeit zu Grunde richtete. Wir ma— chen in dieſem Jahre Miſt, um nach zwei Jahren deſto mehr Getreide zu dreſchen und mehr Geld einzunehmen. Wir bauen in einem einzelnen Jahre nur immer etwas Flachs oder Toback, weil wir wiſſen, daß wir dadurch weniger Stroh und Futter ernten, und unſere Felder endlich ganz entkraͤften wuͤr⸗ den, wenn wir ſolche Gewaͤchſe ein paar Jahre hintereinander in großer Menge anbauen wollten. Wir ließen zeither den dritten Theil unſers Feldes braach liegen, groͤßtentheils des⸗ wegen, weil wir wußten, daß wir nur unter dieſer Bedingung alle drei Jahre zweimal Getreide auf unſer mageres Land bringen durften. So koͤnnte ich noch eine Menge Beiſpiele aus unſerer Wirthſchaftsweiſe anfuͤhren, aus welchen hervorgehet, wie Autthei venden V man d gutts; aub, Al de ſlehe Süit gen rih zu b das unr ja drein der gan qy Ma ſen haber lnigm ſͤn terſchied Picenau tur ſchr ir Fute de nch detdieg litben d Fädes, un Euen de wohl en W eſſer. Behu ti deiteter 8 n Jeitn au an ab, win noch blt Wicken Alt 0 enen Zuſtand ſeine Haufn nan ein Hel Frucht abzu⸗ Man dent erinnere ſch n und achten ere Gewelbs Wirthſchii eimmer Ein chem er diee ragen: wit ftigen nicht wirthſchaf Wir ma⸗ deſto meht nen. Wi Flachs ode Stroh und räſten wür⸗ tereinander geihher den utheils dei⸗ Bedirgung us unſere ch, we 137 wichtig fuͤr den Landmann die Zukunft iſt, und wie ſelten er das thun darf, was ihm fuͤr den Augenblick den hoͤchſten Vortheil bringt. Wir wollen das auf unſer Wickenheu an— wenden. Werden die Wicken reif, ſo geben ſie ſchoͤne Koͤrner, die man verkaufen kann, und das Stroh iſt dann immer noch ein gutes Viehfutter. Aber reife Wicken zehren auch mehr aus, als gruͤn abgemaͤhete, weil ſie laͤnger auf dem Lan— de ſtehen bleiben und man nach ihrer Abbringung ſelten noch Zeit genug hat, das Land vor Ausſaat der W Vinterung gehoͤ⸗ rig zu bearbeiten. Dagegen kann man zu gruͤnen Wicken das unreinſte Land nehmen, ſolches vor Ausſaat derſelben zwei, ja dreimal pfluͤgen und ſie erſt dann ausſaͤen, wenn man mit der ganzen uͤbrigen Sommerausſaat ſchon fertig iſt. Man verfuͤttere nun die Wicken gruͤn oder man mache ſie zu Heu, ſo wird man in beiden Faͤllen ein Futter an ih— nen haben, welches von einem Morgen wohl einen Werth von einigen Scheffeln Roggen hat. Nehmen wir auf dieſe Um— ſtaͤnde gehoͤrig Ruͤckſicht, ſo roerden wir finden, daß der Un— terſchied des Werths zwiſchen dem Heu von einem Scheffel Wickenausſaat und den reifen Wicken, die man davon erntet, nur ſehr unbedeutend iſt. Wir irren uns ſehr leicht, wenn wir Futter und Getreide mit einander vergleichen, und letzte— res nach dem Marktpreiſe rechnen, erſteres, das Futter, aber ſo erbaͤrmlich geringe, daß man ſchon durch die Nutzungen des Viehes mehr Vortheil davon hat, ohne noch zu berechnen, daß jedes Futter, und je beſſer es iſt, um ſo mehr— die Menge des Miſtes vermehrt, und dadurch in Zukunft auch die Getreideernten. Ich muß Euch bei dieſer Gelegenheit daran erinnern, lieben Landleute, daß Ihr bis jetzt den dritten Theil Eures Feldes, die Braache, auch noch mit deswegen liegen ließet, um Euer Vieh vor der Ernte darauf zu weiden. Ich brau⸗ che wohl nicht erſt zu beweiſen, wie wenig ſich daſſelbe von dieſen Weiden holte. Aber leben muß Euer Vieh; es muß beſſer leben wie bisher, wenn Ihr vorwaͤrts kommen wollt. 138 Darum erſchreckt nicht daver, wenn ich Euch, wie hier z. B. anrathe, eine geſaͤete und bearbeitete Frucht, wie die Wicken, fuͤr das Vieh gruͤn und getrocknet abzumaͤhen. Ich verlange nichts von Euch, als daß Ihr jaͤhrlich einige Scheffel Wicken ausſaͤtt, von denen Ihr keine reifen Koͤrner wieder erntet. Dieſe Ausſaat koͤnnt Ihr Euch auf vielfaͤltige Art erbauen, wenn Ihr meine Vorſchlaͤge zu Herzen nehmt. Aber bei den Wicken, die Ihr gruͤn abmähet, koͤnnt Ihr nie ſo rechnen: wenn ich von jedem Scheffel Wickenausſaat fuͤnfe wieder dreſche, ſo habe ich viere zum Verkauf, ſon— dern Ihr muͤßt die Rechnung ſo ſtellen: Ich brauchte zeither einen Theil meines Landes zur Wei— de fuͤr mein Vieh. Dieſe Weide war aber ſo ſchlecht, daß es ſich kaum das Leben darauf erhielt. Ich will nun dieſes Land, welches ſonſt zur Weide beſtimmt war, zum Theil mit Futter anſaͤen, und will mein Vieh davon im Stalle naͤhren. Dazu brauche ich Ausſaat, und muß einige Muͤhe bei der Beſtellung anwenden. Dies iſt es aber auch alles, was mir das Futter koſtet, denn triebe ich mein Vieh aus, ſo haͤtte ich das Land gar nicht zum Futterbau, ſondern es laͤge zur wil— den Weide. Wer iſt, der da zweifelt, daß er von ſechs Morgen Land mit Wicken angeſaͤet, ſechs Kuͤhe nicht eben ſo lange fuͤttert, als ſich zwei andere Kuͤhe auf dieſen ſechs Morgen ernaͤhren werden, wenn ſie blos braach liegen? Man gewinnt alſo bei gleichem Viehe vier Morgen Land bei jedem Stuͤck von ſechs Morgen, die man nach ſeinem Gefallen benutzen kann. Linſen. Die Linſen ſind weniger als Viehfutter wichtig. Im Ge⸗ menge mit Wicken werden ſie aber doch auch haͤufig dazu an— gebauet. Sie ſind aber als ein ſehr beliebtes Nahrungsmit— tel fuͤr Menſchen bekannt, und werden in der Regel theurer als Erbſen bezahlt. Sie lieben einen ſandigen Lehm- oder ſaßthigen Sandbo⸗ den. Thon⸗ und Lehmboden ſagt ihnen weniger zu. Sie ge⸗ ſcen acht 3 Villm wan da rade zu iſ deſee nee w anbaut ſe nc Benich dohne bekann de, an unker d herrich ſen der dn, n hier z 8. die Witn ich ben ſangr effel Wien dieder erniet Art erbaun könnt I dickenausſaa rkauf, ſon⸗ des zur Ve⸗ lecht, daß ee nun dieſe m Theil mi lalle naͤßtn dͤhe bei de es, was mit ſo häͤtte i ige zur wir rgen Land nge fü uttert n ernaͤhren nnt alſo bei k von ſecht ann⸗- Im Ge ig dofu an⸗ hanxmie gel theuret Erndbo⸗ „Eieze⸗ 159 rathen am beſten, wenn man fie reihenweiſe ausſaͤet und be— hackt. Wer Kinder hat, kann ſie in ziemlicher Menge an— bauen, und von ihnen behacken laſſen. Im lockern Boden gerathen ſie auch gut, wenn ſie blos auf die gewoͤhnliche Art breit ausgeſaͤet werden; im feſtern Bo— den kann man ſich ihr Gerathen nur durch das Behacken ſichern. Man laͤßt zu dem Ende auf dem Lande, wohin man ſie ſaͤen will, kleine Rinnen durch Hacken ziehen, die ſechs bis acht Zoll von einander entfernt ſind und ſtreuet ſie da ein. Will man die Muͤhe des Rinnenziehens erſparen, ſo pfluͤgt man das Land dazu recht ordentlich, daß die Furchen recht ge— rade zu liegen kommen, und ſaͤet ſie darauf aber etwas ſchwach ein. Dadurch wird man ſoviel Platz behalten, um ſie hacken zu koͤnnen. In dem auf dieſe Art behackten Linſenlande waͤchſt nach— her die herrlichſte Winterung.— Das Stroh von den Linſen iſt beſſer wie das von den uͤbrigen Huͤlſenfruͤchten, weil es fei— ner und blattreicher iſt. Bohnen. Unter dem Namen Bohnen verſtehen wir in unſern Ge— genden mehrere, zum Theil verſchiedenartige Gewaͤchſe. In den Gaͤrten ziehen wir erſtlich die Schminkbohne (Phaſeole, Vitsbohne), und die ihr ganz aͤhnliche Staudenboh— ne. Es leidet keinen Zweifel, daß man dieſe auch im Felde anbauen kann. Da ſie aber ſo ſehr leicht erfrieren, ſo paffen ſie mehr fuͤr den Garten. Ein von dieſen ganz verſchiedenes Gewaͤchs iſt die auch haͤufig in den Gaͤrten angebauete Sau— bohne, oder große Bohne, die allgemein verbreitet und bekannt iſt. Dieſer ſehr aͤhnlich, nur viel kleiner, iſt die Pferdeboh— ne, und dieſe verſtehe ich hier, wo ich vom Feldbau rede, unter dem Namen Bohne uͤberhaupt. Dieſe Frucht iſt ein herrliches Pferdefutter, aber auch nicht weniger gut zum Maͤ— ſten der Schweine zu gebrauchen, wozu man ſie verkaufen kann, wenn man viel von ihr anbauet. Das Stroh dieſer — 1—*— 1 1 ———————— —õ———᷑—ÿ—ʒ—-ʒj———— 7— 8 —=———— 1—— ——— — 8—— 3 ——.* — 1 4 0 Bohne iſt ein gutes Schaaf⸗ und Rindviehfutter. Saͤet man dieſe Bohnen im Gemenge mit Wicken aus, ſo halten ſich letztere an den ſtaͤrkeren Bohnenſtaͤngeln, und dies Gemenge mit den Koͤrnern geſchnitten erſpart bei den Pferden alles wei— tere Kornfutter. Die Bohnen ſind unter den Huͤlſenfruͤchten, was der Weitzen unter den Getreidearten iſt: das paſſende Gewaͤchs fuͤr den ſtrengen Thon- und Lehmboden. Wenn Erbſen und Wicken mehr einen lockern Boden lieben, ſo gedeihen Bohnen, auf die gehoͤrige Art behandelt, im feſten Thonboden am be— ſten. Will man ſich von den Bohnen ſelbſt eine gute Ernte ſichern, und das Land dadurch zu Weitzen ſo gut wie durch eine Braache vorbereiten, ſo verfaͤhrt man auf folgende Art: Das Land wird im Herbſte gut geduͤngt und zweimal gepfluͤgt. Die letzte Furche laͤßt man ungeeggt den Winter uͤber liegen und giebt ſie ein wenig tief. Im Fruͤhjahre, wenn das Land gehoͤrig abgetrocknet iſt, eggt man es recht fein. Nun pfluͤgt man zur Saat, und pfluͤgt die Bohnen unter. Man ſaͤe ſie aber nicht auf die gewoͤhnliche Art wie anderes Getreide aus, ſondern laſſe ſie durch Kinder in die Furche ſtreuen. Man beſaͤet eine Furche um die andere. Da— mit man ſie aber nicht zu tief mit Erde bedecke, ſo pfluͤge man ſo flach, wie es gehen will, etwa drei Zoll tief. Durch dieſes Ausſtreuen in die zweite Furche kommen die Bohnen, gleich Kartoffeln, in Reihen zu ſtehen. Sie werden daher auch ſo gut wie jene behackt und behaͤufelt. Dieſes Behacken des feſten Thon- oder Lehmbodens iſt die— ſem ſehr zutraͤglich, und der Weitzen geraͤth nach gut behack— ten Bohnen eben ſo gut, wie nach reiner Braache. Wo der Hederich den Erbſenbau unſicher macht und das Land obenein durch den neuen Abfall der Hederichsſchoten fuͤr folgende Fruͤchte verunreiniget, da iſt der Bohnenbau in Reihen, die man behacken kann, auch auf maͤßig feuchtem Lehmboden anzurathen. Man wird von den Bohnen wenig— ſtens ſtets eine ſicherere Ernte, als von den Erbſen haben. Es iſt ordentlich merkwuͤrdig, welchen Einfluß eine Frucht Weiher Bohne I alles breite Bahn ab jen De d. Erhſen mal eir nen u ſchatte R. Hülſe doch w alf dit ſe jene Ke hl w gün d Gäſce Att ſf lat. 2 deihe ung welches nemlic welches fener dar iſt rnxefüll helige 141 Säitm vor der andern auf die folgende bei gleicher Bearbeitung hat. d haltn ſi Zu Kartoffeln bearbeite man das Land noch ſo ordentlich: der es Gemag Weitzen oder Roggen wird nie ſo gut wie nach gut behackten den alles wit Bohnen werden. Man ſaͤet in einigen Gegenden die Bohnen auch aus, wie en, was dr alles andere Getreide, und bearbeitet ſie dann nicht. Dieſe de Gewach breite Ausſaat iſt aber auf ſolchem Boden, wie ich ihn fuͤr Eöbſen und Bohnen uͤberhaupt am paſſendſten halte, weniger zutraͤglich, hen Bohnen, als jene Ausſaat in Reihen und die nachfolgende Bearbeitung. oden am be⸗ Die Bohnen beſchatten den Boden nicht ſo dicht, wie gute gute Ernte Erbſen und Wicken. Ich wuͤrde daher vorziehen, wenn ein⸗ ut wie durch mal eine breite Ausſaat ſeyn ſollte, ein Gemenge von Boh— olgende Att nen und Wicken auszuſaͤen, wodurch der Boden beſſer be— und zweima ſchattet wird, wenn die Wicken gut gerathen. den Winter ö Bu r Heidekorn. Frühjuhe Buchweitzen oder Heidekorn dan es re— Obgleich das Heidekorn nicht eigentlich zu der Klaſſe von die Bohnn Huͤlſenfruͤchten gehoͤrt, wie die eben beſchriebenen, ſo hat er liche Art wie doch viele Eigenſchaften mit ihnen gemein, und verhaͤlt ſich Ninder in die auf die ihm ſolgenden Halm⸗ oder Getreidefruͤchte ganz ſo anden. Da⸗ wie jene. Er lockert das Land durch ſeine Wurzeln, beſchat— k,, ſ plü tet es gut, wenn er geraͤth und hinterlaͤßt es demnach in ei— 3 nem guͤnſtigen Zuffande fuͤr eine Getreidefrucht. he konmn Das Heidekorn iſt fuͤr die Sandgegenden ein wichtiges tehen. Eie Geſchenk des guͤtigen Schoͤpfers, der auf ſo mannichfaltige d bchäufit Art fuͤr die Erhaltung des menſchlichen Geſchlechts geſorgt hat. Auf Boden, der zu Gerſte und Hafer noch zu loſe iſt, ens iſt die 2, E qut behack⸗ gedeihet Buchweitzen ganz herrlich, wenn man gluͤckliche Wit⸗ terung trift. Ich habe im achten Kapitel angegeben, auf 1 und d welches Land ich den Buchweitzen vorzuͤglich zu ſaͤen rathe, ichſtam nemlich auf das mehrjaͤhrig beweidete Sandland. Alles Land, ſunbe i welches zur Weide gelegen hat; alles neu gerodete Holzland, dutte ferner Gemeinweideland, welches mit Heidekraut bewachſen 1 ent war iſt geeigneter zum Buchweitzenbau, als das mit Hederich 1 angefuͤllte, wenn auch ſonſt gut geduͤngte Land. Die nach— hade theilige Eigenſchaft, die das Heidekraut dem Lande fuͤr andere inegucht 1 42 Sommergewaͤchſe mittheilt, iſt dem Wachsthum des Buch⸗ weitzens nicht hinderlich. Es ſcheint mir als wuͤrde durch den Anbau des Buchweitzens ſolches Land ſogar geſchickter fuͤr an— dere Gewaͤchſe. Die Ausſaat des Heidekorns macht man nicht auf ein⸗ mal, ſondern am beſten auf zwei oder dreimal, wenn man vieles Land damit beſtellt. Man kann vom funfzehnten Mai an bis den ſiebenten Juni in jeder Woche einen Theil ſeines Heidekorns ausſaͤen und wird durch dieſe verſchiedene Aus— ſaatszeit dem Mißrathen dieſer Frucht vorbeugen, welchem ſie allerdings haͤufiger, wie eine andere Frucht, ausgeſetzt iſt. Das Heidekorn leidet nemlich ſehr leicht in der Bluͤthe von Morgenwinden, auch von Gewittern, und ſetzt dann nur wenige Koͤrner an. Beobachtet man aber die angegebene Vor⸗ ſicht, es zu verſchiedenen Zeiten auszuſaͤen, ſo wird das Ge— rathen einer Saat das Mißrathen einer andern aufheben. Denn ſo leicht wie Heidekorn mißraͤth, eben ſo leicht kann man auch eine ſehr reiche Ernte davon erhalten, die man vom Hafer auf ſchlechtem Sandboden nie erwarten kann. Geraͤth von drei in einem Jahre gemachten Saaten nur Eine gut, ſo kann man ziemlich ruhig ſich gefallen laſſen, wenn die an— dern beiden Saaten nur wenige Koͤrner geben. Man wird gegen eine Haferernte auf dieſem Boden denn doch wenigſtens das mehrere Stroh als Ueberſchuß haben, und— was noch wichtiger iſt— der Roggen hat nach Heidekorn eine weit vor— zuͤglichere Stelle, als nach Hafer aus mehrmals angegebenen Gruͤnden. Das Stroh des reifen Buchweitzens iſt fuͤr alle Thierar⸗ ten ein angenehmes Futter. Aber auch gruͤn gefuͤttert iſt er dem Rindviehe nicht weniger angenehm, als gruͤne Wicken⸗ Er ſchickt ſich vor allen als ſpaͤtes Gruͤnſutter, und dazu kann man ihn noch im July ſaͤen. Er waͤchſt ſehr ſchnell, ſteht ſehr viel Hitze und Trockenheit aus, und giebt unter allen Futtergewaͤchſen auf Sandboden, die maͤhbar ſind, das meiſte Gruͤnfutter. Da die Ausſaat wohlfeiler iſt, wie die jedes an— m des But erde durchda icker flrg nicht auf ir t, wenn un fzehnten N Theil ſeim hiedene Au „ welchem zeſeht iſt. n der Blit ſeßt dann m gegebene e wird das 6 ern aufßeͤn o leicht m die man uu ann. Geiii „Eine al penn die au Man wit ch wenigſten - was 1oc eine weit w angegebene alle Thier⸗ füttert iſt rune Wite nd daßu tan. wſcnel⸗ ſe f unter alle dus müſ die ſd i .———————— 243 dern Getreides oder jeder andern Huͤlſenfrucht, ſo ſchickt er ſich auch deswegen gut als Futtergewaͤchs. Zum Reifwerden ſollte man auf den Morgen nie mehr als zwoͤlf Metzen ſaͤen. Zu Gruͤnfutter kann man einen vol— len Scheffel nehmen, weil er dann mehr vor die Senſe giebt. Der rechte Zeitpunkt der Reife des Buchweitzens iſt ein wenig ſchwer zu beſtimmen, weil bald die erſten, bald die letz— ten Bluͤthen beſſere Koͤrner anſetzen. Ganz ohne Verluſt an Koͤrnern wird man ſelten durchkommen. Man muß daher die Ernte dann beginnen, wenn man die meiſten Koͤrner zu erhalten hoft, und muß ſich bei dem Aufbinden und beim Einfahren huͤten, ſehr mit dieſer Frucht zu reißen, weil die Koͤrner leicht abgehen. Die Koͤrner des Heidekorns geben die allgemein beliebte Heidegruͤtze, die ein ſehr wohlſchmeckendes Gericht iſt. Aber auch als Pferdefutter, ferner fuͤr Maſt- und Federvieh, iſt dieſe Frucht herrlich zu gebrauchen. Daß man den gruͤnen Buchweitzen auf entfernten oder hochliegenden Feldern, wohin die Duͤngerausfuhr ſchwierig iſt, auch als Duͤngung unterpfluͤgen kann, habe ich ſchon an ei— nem„andern Orte geſagt. Man walzt ihn zu dem Ende nie— der, wenn er,in voller Bluͤthe ſteht und pfluͤgt ihn unter, wodurch das Land nun gleich zur Saat gepfluͤgt iſt. Dritter Abſchnitt. Von den Handelsgewaͤchſen und Fabrik⸗ E k ſtes Kapi(e. Von dem Anbau der Handelsgewaͤchſe und Fabrik⸗Pflanzen uͤberhaupt. Man nennt ausſchließlich diejenigen Pflanzen Handelsge⸗ waͤchſe, welche weniger als die Getreidearten und Hulſen⸗ fruͤchte von den Landwirthen in ihrer eignen Wirthſchaft zur Erhaltung der Menſchen und des Haushaltviehes gebraucht werden, ſondern groͤßtentheils zum Verkauf beſtimmt ſind. Diejenigen Pflanzen, deren Anbau in dem gegenwaͤrtigen Abſchnitte abgehandelt werden ſoll, ſind, mit den Augen eines weiter hinausſehenden Landwirths betrachtet, ſehr von den Gewaͤchſen verſchieden, die im vorigen Abſchnitte genannt worden ſind. Denn der Umſtand, daß ſie Handels- oder Verkaufspflanzen ſind, wie der Name anzudeuten ſcheint. wuͤrde ſie allein noch nicht in eine ganz beſondere Claſſe von angebauten Gewaͤchſen bringen. Jeder gute Wirth ſucht ja von den Getreidearten ebenfalls ſo viel zum Verkauf zu eruͤbri⸗ gen, gen, 1 zn ſft geredd berden. D. hllſen nanate erſtere ern da hemſbe Die berkehr, zur Fit ſo exha in Niſ di dufg die Methſa vind, Verahr kahn, wer ie ſcur Dau rid de ſe eima Dee 8 Npſr die dieſe dähe — gen, als nur immer moͤglich iſt; und da namentlich der Wei⸗ zen oft ſehr weit verfahren wird, ſo koͤnnte ja wohl dieſes Getreide mit dem groͤßten Rechte ein Handelsgewaͤchs genannt werden. Demungeachtet nennt es niemand ſo. Der große Unterſchied zwiſchen den Getreidearten und Huͤlſenfruͤchten und zwiſchen den hier in unſerm Sinne ſoge⸗ nannten Handelsgewaͤchſen iſt der, daß letztere nicht bloß wie erſtere einzelne Theile zum Verkauf liefern, die Koͤrner, ſon— itt. dern daß ſie faſt ganz aus dem Landhaushalt fortgehen und demſelben nichts zuruͤcklaſſen. Die Getreidearten geben eine große Maſſe Stroh, Ue⸗ d Fabri berkehr, Spreu; eben ſo die Huͤlſenfruͤchte. Wird dies alles zur Fuͤtterung an das Vieh und zur Einſtreuung verwendet, ſo erhaͤlt der Acker, welcher ſie trug, durch den davon gemach⸗ ten Miſt, ſo viel Kraft zuruͤck, als er zur Erzeugung derſel⸗ ben aufgewendet hat. Dieſe letztgenannten Gewaͤchſe koͤnnen alſo in einer Wirthſchaft Jahr aus Jahr ein fortgebaut werden und ſie . wird,— in der Vorausſetzung eines uͤbrigen zweckmaͤßigen brik/ Pfuang Verfahrens— nicht allein gut beſtehen koͤnnen, ſondern ſie kann, wenn alles befolgt wird, was bis dahin gelehrt worden iſt, ſogar ſehr verbeſſert werden. n Handelen Durch den Anbau der Handels⸗- und Fabrikgewaͤchſe aber und Hälſe wird dem Ackerlande Kraft entzogen, ohne daß dieſe Gewaͤch⸗ 1 7 1*n 8. e.. 1 I duthſchft ſe etwas zum Erſatz dafuͤr in der Wirthſchaft zuruͤcklaſſen. Die Schaͤben vom Flachs und Hanf, die Tabaksſtruͤnke, das hes eörauc F hes 9 Rapoſtroh ſind nur ſchlechte Erſatzmittel fuͤr die Duͤngerkraft, mmt ſind. Lapsifr ur ſchles ſegenwärtige die dieſe Gewaͤchſe im Boden vorfinden muͤſſen, wenn ſie ge— Augem ein deihen ſollen. ar don Waͤre dieſer Umſtand nicht, daß durch einen großen Han⸗ tte gnam delsgewachsbau die Wirthſchaft endlich ganz entkraͤftet wird, 1 Vl⸗ ohr ſo gaͤbe es nichts vortheilhafteres fuͤr den Wirth, als einen Zan großen Theil ſeines Landes mit Tabak, Krapp, Raps, Ruͤb⸗ chein 3 Mhe ſen, Hanf und Lein zu bebauen. Man nimmt ſelten oder d 1 dit wohl nie von Einem Morgen mit Weizen ſo viel Geld ein, vir) 3 I. 3 uf ur ei J gen 146 als eine gleiche, gut gerathene Flaͤche, mit eben genannten Gewaͤchſen angebauet, einbringt. Ich muß bemerken, daß nicht allein diejenigen Gewaͤchſe, die in dieſem Abſchnitte namentlich aufgefuͤhrt ſind, hierher gehoͤren, ſondern man kann ſogar in gewiſſer Hinſicht, dieje— nigen Gewaͤchſe zu den Handels- und die Wirthſchaft aus— zehrenden Gewaͤchſen rechnen, die bei einer andern Behand— lung zur Verbeſſerung derſelben dienen. Kartoffelbau z. B. iſt der Miſtgewinnung ohne Zweifel ſehr zutraͤglich, ſobald die Kartoffeln verfuͤttert werden; wer— den die Kartoffeln aber verkauft, ſo geſchieht, was mit dem ei— gentlichen Handelsgewaͤchsbau der Fall iſt: ſie entkraͤften durch ihren Anbau, weil ſie ein ſtark geduͤngtes Land zu ihrem Ge— deihen erfordern, und im Falle des Verkaufs der Wirthſchaft nichts hinterlaſſen. Daſſelbe gilt vom Weißkohl, Kohlruͤben, Mohrruͤben, Runkelruͤben. Auch Weizen, Roggen, Gerſte und Hafer koͤn— nen in dieſem Sinne zu Handelsgewaͤchſen werden, wenn man das Stroh von ihnen verkauft. Nach dieſer Erlaͤuterung wird es nicht ſchwer fallen, die— jenigen Wirthſchaften zu bezeichnen, fuͤr welche der Handels— gewaͤchsbau zu empfehlen iſt. Wer in der Naͤhe einer großen Stadt wohnt, wie Berlin, Stettin, Breslau, wo der Miſt zu ſehr billigen Preiſen zu haben iſt, und dagegen Kartoffeln, Kohl, die Ruͤbenarten, ſelbſt Stroh eine ſtete Abnahme fin— den, und theuer bezahlt werden, der kann, wenn er ſonſt will, alle[ſeine Ackererzeugniſſe vom Lande verkaufen. Er wird durch einen kleinen Theil des fuͤr ſie geloͤſten Geldes ſich den noͤthigen Miſt zu neuem Anbau derſelben immer verſchaffen koͤnnen. Wer ferner fruchtbaren Boden bewirthſchaftet, wie er ſich im Oderbruche oder an andern Fluͤſſen findet, wo der Seegen Gottes reich macht ohne Muͤhe, wie man ſprichwoͤrt— lich ſagt, der wuͤrde ſehr unrecht handeln, wenn er nicht auf einem Theile ſeiner Felder die zum Wohl der menſchlichen Geſellſchaft eben ſo nothwendigen Geſpinnſt- Farbe⸗ und Oel⸗ genit nättbau unn. Yehhfutt braucht aentlich Cgerget Abe der ſgen riſſen rat nd es vie dem Pft men, ka fatt find lhriſen v GKegenher zutaue, dd ud ſo wochte rey elnye E ſcht 6d f duſſt hiß winde ae then, än andern n in Som ze perſ tets Land ne undr ten De mile im J6 7Catnel uun zu Wabirth den genannig den Geni ſind, hirhr Hinſicht, dir irthſchaft un dern Behmn ohne Zweſ werden; wa d mit dem: ntkraften durt zu ihrem C. er Wirthſche Mohrräten nd Hafer li werden, wenn er fallen, d der Handel einer große der Mit 7 Kartofen Abnahme fi⸗ er ſonſt m n, Er wi des ſich di er verſchoff ftet, wie ndet, no d n prichi er rict i unnſclite de, und N 147 gewaͤchſe anbaute. Hier iſt die Stelle, wo der Handelsge— waͤchsbau hingehoͤrt, und wo er fuͤr ewige Zeiten beſtehen kann. Denn fruchtbarer Boden bringt mehr Stroh und Viehfutter hervor, als er zur Erhaltung ſeiner Tragbarkeit braucht. Ein Ueberfluß der Ackerkraft wird ſogar fuͤr den ei— gentlichen Getreidebau hier nachtheilig, weil durch denſelben Lagergetreide entſteht. Aber auch auf Boden mittlerer Guͤte, wie er ſich auf der ſogenannten Hoͤhe findet, iſt es in den meiſten Verhaͤlt— niſſen rathſam, etwas Handelsgewaͤchsbau zu treiben. Dort, wo es viele gute Wieſen und Weiden giebt, die dem unter dem Pfluge ſtehenden Lande mit ihrer Kraft zu Huͤlfe kom— men, kann ohne Nachtheil der Zukunft Handelsgewaͤchsbau ſtatt finden. Auch dort, wo Heu und Stroh zu wohlfeilen Preiſen verkauft wird, wird ein betriebſamer Landwirth, der Gelegenheit und Menſchenhaͤnde hat, ſo eintraͤgliche Gewaͤchſe zu bauen, nicht unterlaſſen, dieſelben zu erzielen. Thut er das und erſetzt die Einbuße an Stroh durch angekauftes Heu, ſo moͤchte ich wohl wiſſen, was ſich gegen ein ſolches Verfah— ren einwenden ließe. An Gelegenheit, dieß in der Wirklichkeit auszufuͤhren, fehlt es faſt nirgends. Ich fuͤhre die hieſige Gegend an. Unſer Hoͤheboden iſt nicht von der fruchtbarſten Art. Ich wuͤrde aber jedem Bauer mit einer zahlreichen Familie ra⸗ then, ein Paar Morgen mit Tabak zu bepflanzen und einen andern mit Lein zu beſaͤnn. Er wuͤrde durch den Tabaksbau im Sommer Beſchaͤftigung fuͤr ſeine Kinder und die weibli— chen Perſonen haben. Er wuͤrde zwei Morgen ſchoͤn gearbei⸗ tetes Land und bei der Reinigung ſelbſt durch das ausgezoge⸗ ne und nach Hauſe geſchafte Unkraut etwas Viehfutter erhal— ten. Der Flachs gaͤbe Gelegenheit zur Beſchaͤftigung der Fa⸗ milie im Winter; der Leinſaame den Bedarf an Oel. Ich rechne vom Morgen mit Tabak nur eine Ernte von 7 Centnern trockner Blaͤtter, und nehme den ſehr niedrigen Preis zu 6 Rthlr. fuͤr den Centner an. Demnach hat unſer Landwirth von ſeinen beiden Morgen eine baare Einnahme ——— ———— 4 148 von 84 Rthlr. Ich billige ihm die Haͤlfte davon, 42 Rthlr. als Arbeitslohn zu, womit er ſehr zufrieden ſein kann, weil ſie in den Nebenſtunden und gelegentlich, wenigſtens den uͤbri⸗ gen Wirthſchaftsgeſchaͤften unbeſchadet, verdient werden. Die aͤbrigen 42 Rthlr. aber ſoll er fuͤr Heu ausgeben, wofuͤr er, falls er den rechten Zeitpunkt zum Ankauf wahrnimmt, ſo wie die Heupreiſe im Oderbruche ſind, gegen 100 Centner kaufen wird. Durch dieſen Zufluß an Heu wird ſein Acker— land gewiß ſoviel wieder gewinnen als daſſelbe durch den an— gezeigten Tabaks⸗ und Flachsbau verloren hat; die Reinigung des Landes, der Flachs zur Beſchaͤftigung der Familie im Winter, ſind reiner Gewinn, der ihm zu Theil wird. Unterbleibt freilich bei Boden mittlerer Guͤte der Futter— ankauf fuͤr einen Theil des aus dem Verkauf der Handelsge⸗ waͤchſe geloͤſeten Geldes; wird dieſes zu andern Zwecken an— gewendet, ſelbſt wenn es als ein Sparpfennig weggelegt wuͤr⸗ de, und der Bau ſolcher Miſt zehrender Gewaͤchſe, die kein Stroh und Futter geben, fortgeſetzt, ſo kann hier, wo keine Wieſen ſind, nicht lange eine Wirthſchaft dabei beſtehen. Die Felder werden ſehr bald ſo durch ein ſolches Verfahren ent— kraͤftet werden, daß man nothgedrungen den Bau der Han⸗ delsgewaͤchſe aufgeben muß. Fuͤr den Ackerbauer ſelbſt iſt es wichtig, die hierher ge— hoͤrenden Gewaͤchſe in zwei Claſſen zu bringen. In die eine kommen ſolche, welche zu ihrem Anbau viele Menſchenhaͤnde erfordern oder doch zu ihrer voͤlligen Verar⸗ beitung. Zu dieſen gehoͤren Tabak, Krapp, Hopfen, Flachs, Hanf ꝛc. In die zweite Claſſe gehoͤren ſolche Handelsgewaͤchſe, die weder bei ihrem Anbau, noch bei ihrer Ernte viele Arbeit ma⸗ chen. Dieß ſind hauptſaͤchlich alle Oelgewaͤchſe, die bloß ihres Saamens wegen gebaut werden. Derjenige Landwirth, welcher nur ein kleines Gut be⸗ wirthſchaftet, und dazu nicht viele Huͤlfsmittel zur Futterge⸗ winnung durch Wieſen und fruchtbare Weiden hat, muß ſich allein mit dem Bau der Gewaͤchſe aus der erſten Claſſe be⸗ faüfte chen di aber ſe Kinder; arbeiten, 1 dgle n dabak b ne Gen ſe inmer tt werde düngen 6 diſſer d Dode W Gargfal ttgrifet deit i dit lond deh nich tinm ſo 66 war Arl dingung Hofc, ſenkeit n auf einer ſezt er n hie bepſe d gewinn tn Er 149 tin d a faſſen. Ihm iſt an einer Gelegenheit gelegen, ſeine muͤßigen ſin kamn n Stunden nuͤtzlich anzuwenden und ſeinen Kindern eine ihren gitns mi Kraͤften angemeſſene Beſchaͤftigung zu geben. Zu dieſem t werden, d Zweck hilft ihm der Bau des Tabaks, Hopfens, Krapps und ben, wiſt Flachſes ꝛc. wahrninne, Das Pflanzen, Jaͤten, Behacken, Ernten und zu gut ma— n 1oo Can chen dieſer Gewaͤchſe erfordert zwar taͤglich etwas Arbeit, wird ſein Atn aber ſie iſt leicht; es gehoͤren die Kraͤfte 10 bis 14jaͤhriger jdurch den e Kinder zu den meiſten dieſer Geſchaͤfte. Die wichtigern Acker- jdie Reinigu arbeiten, Miſtladen und Streuen, Maͤhen, Harken, Dreſchen der Famiie i u. dgl. mehr, erfordern weit mehr Kraft, als hacken, jaͤten, l widd. Tabak blatten und Hopfen pfluͤcken. Ja was noch mehr iſt, züͤte der Fun die Gewaͤchſe diefer Claſfe ſind faͤmmtlich von der Art, daß der Handec ſie immer beſſer gedeihen, je ſorgfaͤltiger und oͤfter ſie bearbei⸗ ern Zwecm e tet werden; ſie koͤnnen durch ſorgfaͤltige Arbeit auf einem gut weggelcgt geduͤngten Boden zu einem ſo hohen Ertrage gebracht werden, vaͤchſe, de li daß dieſer Ertrag eines Jahrs haͤufig ſo viel werth iſt, als hier, w ki der Boden, der ihn trug. ei beſtehen.. Wenn der Flachs, den Ein Morgen, welcher mit aller Verfaheen in Sorgfalt bearbeitet, nachmals gejaͤtet, ſorgfaͤltig aufgezogen, Bau de hi abgeroͤffelt, geroͤſtet und gereinigt wurde, zu Leinwand verar⸗ beitet iſt, ſo wird dieſe wohl faſt immer mehr werth ſeyn, als das Land, welches den Flachs hervorbrachte. Krapp und Ta⸗ bak, welche mit aller Sorgfalt gepflegt wurden, geben haͤufig einen ſo hohen Ertrag als der Werth des Landes betraͤgt. Es folgt hieraus die Regel: daß jeder Landwirth, der zwar Arbeiter herbeiſchaffen kann, der aber weder Land noch Duͤngung im Ueberfluß hat, auf ſeinen Flachs, Tabak, Krapp, Hopfen, oder was er ſonſt bauet, die erſinnlichſte Aufmerk— ſamkeit wenden muß, um dieſe Fruͤchte ſo reichlich und ſo gut auf einer kleinen Flaͤche zu ernten, als moͤglich iſt. Denn ge⸗ ſetzt er macht es moͤglich, daß er auf zwei Morgen mit Ta— bak bepflanzt ſo viel erntet, als ein anderer von drei Morgen, ſo gewinnt er den dritten Morgen zum Stroh- und Futter⸗ die hurher, 1. em Anbau ti voͤlliſen Ver vopfen, 9 dach 2 3 *☛ . 7 2 ; A ggewüchſe, d ele Arbeit ſe die hiß i 5 ₰— 5 Ag2æ ines Gut be zur Futter....; 3 hh ſt bau. Er wird alſo bei weitem weniger Futter oder Miſt an⸗ 1 A. mn Laſſe be 5 d — —————y; — — —— — 150 zuſchaffen brauchen, um ferner bei dem Handelsgewaͤchsbau bleiben zu koͤnnen. Aber kann man auch wirklich durch Fleiß und ſorgfaͤltige Arbeit den Ertrag um ſo viel hoͤher treiben? Iſt es nicht et— was uͤbertrieben, daß hier beiſpielsweiſe angenommen wird, auf zwei Morgen gleich guten und gleich gut geduͤngten Lan— de koͤnne ſo viel Tabak oder Flachs gewonnen werden, als auf 3 Morgen die weniger ſorgfaͤltig bearbeitet werden koͤn— nen?— Die Sache iſt wichtig. Wir wollen uns etwas laͤnger dabei verweilen. Wir nehmen den Tabak wieder zu unſerm Beiſpiel, und wollen ſogar zugeben, daß die Erziehung der Pflanzen gleich gut geſchehen iſt, obgleich auch in dieſem Stuͤ— cke ſchon Sorgfalt und Fleiß gegen Saumſeligkeit viel voraus erlangen koͤnnen. Ein Landmann, der nebſt ſeiner Frau noch zwei Kinder zur Huͤlfe hat, ſoll Z Morgen; ein anderer der eben ſo viel Menſchen zur Arbeit hat, aber nur 2 Morgen mit Tabak be— pflanzen. Der letzte wird fruͤher gehoͤrig erſtarkte Pflanzen erhal— ten und wird ſeine Pflanzung vollendet haben, wenn jener erſt mit zwei Drittheilen zu Stande iſt. Ehe dieſer den drit— ten Morgen bepflanzt, hat der andere ſchon ſeine Pflanzung nachgeſehen, die ausgegangenen Pflanzen ergaͤnzt und faͤngt an zu hacken. Er iſt mit der erſten Hacke fertig, ehe der an— dere auf ſeiner groͤßeren Pflanzung ordentlich den Anfang ge— macht hat. Wer kennt aber nicht die Wirkung des fruͤhern Behackens?— Alle Pflanzen die zu ihrem Gedeihen des Behackens beduͤrfen, gelangen nie zu der Vollkommenheit, wenn ſie in ihrer Jugend mehrere Tage unter Unkraut und in einem von der Hitze verhaͤrteten Boden ſtehen mußten. Wer auf dieſen Umſtand noch nicht geachtet hat, der ſehe nur um ſich. Er wird ſtaunen, welchen Einfluß die Auflockerung zu rechter Zeit verrichtet, auf das freudige und ſchnelle Wach⸗ ſen der Hackfruͤchte hat. Unſer Landwirth, der fruͤh mit der Hacke ſeine Tabaks⸗ yfinn fih che ülb ſ i Be Dbaks 6 zaht, ſ ben, w voch ſch km in füngt d den noch Jäche kraut g ſchſen in ei Da th ftüher zn vit der uoſſe Dte N auf weſ bük iſ den Ge icge A ſacſi der die bhner ten bei di man ndelsgenig z und ſonſt Jſte nitt genommen vih gedüngta g nen werden,, tet werden ne it etwas lint dieder zu unſen ie Erjiehung in dieſem 6. gkeit viel donn noch zwei Kin der eben n wit Tahi! Pflanzen in en, wenn ſi dieſer den ſeine Pffonu aͤnzt und fin tig, ehe der e den Anfang des frühe Gedeihen de ollkommenhtt Unkraut un ſechen nußin zt der ſche nut ſe Auftockerund ſchnale Pat⸗ 4 1 ſin Sih 151 pflanzung durchgehen konnte, wird ein gleichmaͤßiges Tabaks⸗ feld erhalten, wenn das andere an einigen Stellen zwar eben— falls ſchoͤn ſteht, an andern, wo die Pflanzung ſelbſt, ſo wie das Behacken, verſpaͤtet wurde, wird man nur kuͤmmerliche Tabgkspflanzen ſtehen ſehen. So wie es mit den erſten hier aufgezaͤhlten Arbeiten geht, ſo geht es mit allen folgenden, ja es iſt nicht uͤbertrie⸗ ben, wenn man geradezu behauptet, daß es mit den folgenden noch ſchlechter geht, aus dem einfachen Grunde, weil das Ha— cken immer ſchwieriger wird, je laͤnger es ausgeſetzt wurde. Faͤngt das Unkraut an eben erſt hervorzuſtechen, iſt der Bo⸗ den noch locker, ſo durchzieht man in einem Tage eine große Flaͤche mit der Hacke; iſt aber der Boden hart und das Un— kraut groß und ſtark geworden, ſo kann man mit der moͤg— lichſten Anſtrengung nicht ſo viel in 2 Tagen behacken als vor— her in einem. Das Abbrechen oder Koͤpfen, ſo wie das Geizen der Ta— bakspflanzen zu rechter Zeit verrichtet und nie zu ſpaͤt, iſt faſt ſo wichtig als das zeitige Behacken. Ich frage nun: ob derjenige, welcher zwei Morgen gut und zu rechter Zeit vearbeiteten Tabak hat, nicht weit ſchoͤne⸗ re, fruͤher gereifte Blaͤtter ernten wird, als der andere, wel— cher mit denſelben Menſchen 3 Morgen bearbeitet hat? ob der erſte nicht von ſeinen zwei Morgen eben ſo viel trockne Blaͤtter zum Verkauf bringt, als der letzte? Iſt dieß aber, ſo giebt es daruͤber keine Frage weiter, auf weſſen Seite der Vortheil iſt. So wie es mit dem Ta— bak iſt, ſo iſt es mit Krapp, Hopfen, Flachs und allen aͤhnli— chen Gewaͤchſen. Sie gedeihen nur, wenn viele und ſorgfaͤl⸗ tige Arbeit an ſie gewendet wird. Sie werden daher haupt— ſaͤchlich die Handelsgewaͤchſe des kleinen Landwirths bleiben, der die meiſten Arbeiten ſelbſt leiſtet. Durch bezahlte Tage⸗ loͤhner und ohne ſtrenge Aufſicht wird man auf großen Guͤ— tern bei ihrem Anbau keinen Vortheil haben, es ſei denn, daß man die Bearbeitung fuͤr einen gewiſſen Antheil des Er⸗ ₰ 152 trags verrichten läßt, wie es z. B. mit dem Tabaksbau durch die ſogenannten Planteurs geſchieht. Damit ſich aber eine kraftvolle und ſorgfaͤltige Bearbei⸗ tung bezahlen koͤnne, iſt es noͤthig daß man zu den hier ge⸗ nannten Handelsgewaͤchſen keinen ſchlechten, magern Boden verwendet. Die natuͤrliche Guͤte des Bodens und ſeine Duͤn⸗ gung muͤſſen zu der Bearbeitung im Verhaͤltniß ſtehen. Auf Boden mittlerer Guͤte, dem es aber zur Hervorbringung uͤp⸗ piger Gewaͤchſe an Duͤngung gebricht, ſind die meiſten von den zum Anbau des Tabaks ꝛc. erforderlichen Arbeiten dieſel⸗ ben, als auf dem am beſten geduͤngten. Der Ertrag aber auf magerm Boden kann nur geringe ſeyn und die Erzeugniſſe von einem ſolchen koſten daher weit mehr. Durch ſtaͤrkere Duͤngung kann man mit groͤßerer Sicherheit bis 10 Centner Tabak von Einem Morgen erbauen, wenn magerer Boden deren 6 giebt. Da nun das Pflanzen und die Erziehung der Pflanzen das Behacken, Koͤpfen, Geizen und Blatten auf dem magern Boden dieſelben Arbeiten verurſacht, als auf gut geduͤngtem, ſo kommen natuͤrlich auf den einzelnen Centner nicht ſo viel Arbeitskoſten bei einem Ertrage von 10 als bei einem Ertrage von 6 Centnern. Die zweite Klaſſe der Handelsgewaͤchſe, die Oelpflanzen, als Raps und Ruͤbſen mit ihren Abarten, und der Dotter er⸗ fordern weder bei der Zubereitung des Ackers, noch waͤhrend ihres Wachsthums, noch bei ihrer Einerntung mehr Arbeit als das Getreide. Der ausgedroſchene Saame iſt ſogleich Handelswaare, und ſindet keine weitere Veredlung an dem⸗ ſolben wie beim Flachs und Hanfe, ſtatt. Dieſe Gewaͤchſe ſind nur lohnend und eintraͤglich, wenn man ſie im Großen anbauet, welches hinwiederum große Flaͤ⸗ chen fruchtbaren Bodens und anſehnliche Miſtvorraͤthe erfor⸗ dert. Wer beide hat, und, wie gewoͤhnlich nicht Menſchen genug zur Arbeit bekommen kann, der muß ſich mit dem Bau dieſer Handelsgewaͤchſe befaſſen, und diejenigen, welche bei ih⸗ rem Anbau bedeutende Handarbeiten noͤthig machen, andern uͤberlaſſen. durch der un h Gnleit der än Dan Liin iſt lche 9) iies Be ihd Na lelten r finden, qer ſi Ammeſn 9 din cich de fenge am K friher! nehr fe dr Len andern; dlänen die viel Spaten V ſo biel Jlchs 1 teng n ſamezi gbaodau fälice But zu den hie magern Vohn und ſeine di⸗ iß ſtehen. n orringung in die meiſten d Arbeiten dieſe Ertrag aber au die Erſeugniſ Durch ſtari bis 10 Cenn nagerer Bon Erziehung u d Blatten ui zt, als auf au zelnen Centne on 10 a b Oelpflanzen er Dotter e noch waͤhrn mehr Arba ge iſt ſoglei ung an dem⸗ äglich, wenn m große F⸗ orraͤthe erf⸗ cht Nenſhen nitdem Bau nich di hen, unden ———————— 153 Dieſe Handelsgewaͤchſe werden daher am vortheilhafteſten von großen Gutsbeſitzern angebaut. Nach dieſer noͤthigen Einleitung kommen wir nun auf den Urterricht zum Anbau der einzelnen Handelsgewaͤchſe ſelbſt. — Zweites Kabpirel. Vom Anbaue des Leins oder Flachſes. De Lein- oder Flachsbau verdient unſtreitig die erſte Stelle. Lein iſt dem kleinen Landwirthe mancher Gegend eine ſo nuͤtz— liche Pflanze, wie der Roggen. Er befriedigt ein eben ſo wich⸗ tiges Beduͤrfniß, wie dieſer, und wenn man erwaͤgt, daß durch den Anbau des Flachſes die Landleute mit Frau, Kind und Magd in den kalten und naſſen Tagen, wo alle Feldar— beiten ruhen, ihre Zeit eintraͤglich anzuwenden Gelegenheit finden, ſo iſt es zweifelhaft, ob der Leinbau nicht noch wich⸗ tiger fuͤr den kleinen Landwirth ſei, als der Bau jenes allge⸗ gemein verbrauchten Brodkorns. Duͤngung iſt das eigentliche Element der Handelsgewaͤchſe, auch des Flachſes. Auf ausgehungertem Boden gedeihet dieſe Pflanze nicht. Es iſt nicht gerade noͤthig, daß unmittelbar zum Lein geduͤngt werde. Das Land muß aber dann von fruͤher her in gutem Kraftzuſtande ſeyn. Ein milder, lockerer mehr feucht als trocken liegender Lehmboden iſt derjenige, wo der Lein am ſicherſten gedeihet. Er waͤchſt zwar auch auf andern Bodenarten aber weder ſo ſchoͤn, noch ſo ſicher. Auf kleinen Guͤtern, wo es Zeit giebt, einzelne Flecke des Ackers die vielleicht kaum meines Morgens groß ſind, mit dem Spaten zu bearbeiten, wird auch in einer ſandigen Gegend ſo viel Land ausfindig zu machen ſeyn, um ſich den noͤthigen Flachs zu erbauen. Die Sinken und Gruͤnde, die zur Win— terung nicht taugen, weil das Thauwaſſer ſich in ihnen zu— ſammenzieht, ſind in einer ſandigen Gegend vorzuͤglich zum Flachsbau geeignet. Man ackert ſie den Sommer vorher eben ſo oft, wie das uͤbrige Land zur Winterſaat. Im Fruͤhjahr bearbeitet man ſolche Stellen noch zwei Mal mit Pflug und Egge zur Leinſaat, oder graͤbt ſie mit dem Spaten. Da, wo man das Land in erhoͤheten und gewoͤlbten Beeten ackert, wird der Flachs ſelten auf dem Ruͤcken dieſer Beete gedeihen, wenn das Land ſandig iſt. Deſto beſſer wird er aber zu beiden Seiten der Beete wachſen. Den Ruͤ⸗ cken beſaͤet man mit Hafer oder Roggen. Bei irgend frucht⸗ barer Witterung geraͤth der Flachs auch auf trocknen Stellen, wenn das Land ſchon ſeit laͤngerer Zeit tief geackert und da— bei immer gut geduͤngt worden iſt. Am ſicherſten gedeiht der Flachs nach Klee, Kartoffeln, Kohl, Tabak, Ruͤben und Hanf. Wenn zu letztern Gewaͤch⸗ ſen gut geduͤngt wurde, ſo duͤngt man zu dem Lein nicht wieder. Man kann den Lein aber auch nach allen Getreidear— ten ſaͤen, thut aber wohl, in dieſem Falle, etwas nachzuduͤn⸗ gen, ſollte es auch nur mit Aſche oder Miſtjauche ſeyn. Eine fleißige und moͤglichſt feine Beartung des Landes zur Leinſaat iſt nicht genug zu empfehlen. Nach Kartoffeln, Tabak, Kohl und Ruͤben kann das Land ſehr bald zur Auf— nahme des Leins geſchickt gemacht werden. Trug das Land aber im vorigen Sommer eine Getreideart, ſo wird große Aufmerkſamkeit dazu gehoͤren, wenn der Boden feſt iſt, ihn bis zur Leinſaat gehoͤrig durchzuarbeiten; wenigſtens wird eine fruͤhe Ausſaat des Leins bei einer ſolchen Beſtellung ſelten raͤthlich ſeyn. Bringt man den Lein nach Klee, ſo faͤhrt man den Miſt im September auf und pfluͤgt das Land um. So bleibt es im Herbſt und Winter liegen. Im Fruͤhjahre wird es dann noch zwei oder drei Mal gepfluͤgt und jedes Mal ſehr ſorg— faͤltig geegget. Viele bereiten auch das Land auf die Weiſe vor, daß ſie es einen Sommer durch wie zur Winterſaat braa— chen, im Herbſt den Miſt auffahren und im Fruͤhjahre noch zweimal pfluͤgen. Dies Verfahren ſichert auf ſehr gebunde⸗ nem Boden das Gedeihen des Flachſes. 1 A Ehn man d Saat näthig nicht Epate zelne zu un Vrtrat graben hier de B. Lin d N fbten Nn Lin dat. N 4nd N. In Go ſid de begn gfätn Spanne kurze aber lineri de Kaaſſ d iu Zeit fa miſ die teölgt Nſes E 155 ner vorher,.. rhr in In ſandigen Gegenden, wo man bloß die Gruͤnde oder I füh Seiten der erhoͤheten Ackerbeete zum Leinbau nimmt, pfluͤgt m. Pf 10 r).—:... i Pfuhn man das zu Lein beſtimmte Land zwei bis drei Mal und zur paten. Saat graͤbt man es mit dem Spaten um. Dieß iſt nur da noͤthig, wo das Land in ſehr ſchmalen Beeten liegt, die man nicht kraͤftig eggen und beackern kann. Auch kann man den Spaten ſehr vortheilhaft zur Leinſaat anwenden, wenn ein— zelne naſſe Stellen im Winterfelde verderben und vielleicht und genilt n Räcken dir Deſto biſ Zſen. Den Ne i irgend frut zu unbedeutend zum Ackern mit dem Geſpann ſind. Alles wotnen Etelt Vertreten des angrenzenden Getreides wird durch das Um— geackert und d graben des Landes vermieden, und kann ich verſichern, daß hier der Lein vorzuͤglich geraͤth. lee, Karbvff Bei trockener, kalter Witterung wird der junge, zarte eßztern Gewit Lein durch die fruͤher emporgeſchoſſene Winterung geſchuͤtzt. dem Lein iit In freien, der Ausdorrung und den Winden ſehr ausge— allen Getredde ſetzten Gegenden, iſt man davon ſo uͤberzeugt, daß man vas nachzul den Lein ſtets auf kleinen Stuͤcken zwiſchen der Winterung zuche ſeyn. baut. ung des Land Naͤchſt der klugen Auswahl des Landes, der guten Duͤngung dach fartofftl und Beackerung deſſelben, kommt es beim Flachsbau auch auf bald zur A den Saamenlein an, und es iſt bekannt, daß der Unter— rug das Lan ſchied des Saamens ſich bei keiner Frucht ſo auffallend zeigt, o wird grit als beym Lein. Auf gleichem Boden und zu gleicher Stunde feſt it, t geſaͤeter Lein traͤgt Flachs, der in der Laͤnge um eine ganze enigſtens win Spanne verſchieden iſt, wenn man ſogenannten langen und eſtellung ſelt kurzen Lein neben einander ſaͤet. Welchen Unterſchied macht es aber beim Flachſe aus, ob er eine Spanne laͤnger oder man den M kuͤrzer iſt! Eo buitt! Der beſte Saatlein, den wir bei uns kennen, iſt der Rigaiſche oder Tonnenlein. — O e 8— 3 Die meiſten Leute ſind der Meinung, daß man von Zeit. ue de Kei zu Zeit ſich neuen Saamen von dieſem Tonnenlein anſchaf— 4 an 4 fen muͤſſe, weil der Leinſaamen bald ausarte. 4 uaria Dieſem Ausarten iſt aber zuvorzukommen, wenn man 4 gühſie 4 befolgt, was ich jetzt anrathen werde und man bedarf dann ſehr üun⸗ dieſes Saatwechſels nie. Man muß nur mehr Aufmerkſam⸗ F 156 keit auf den Saatlein wenden, als gewoͤhnlich. Dieß ge⸗ ſchieht erſtlich dadurch, daß man in jedem Jahre einen Theil ſeines Leins ſchwaͤcher ausſaͤet. Hier wird man zwar nicht den ganz feinen Flachs ernten, als von einer dichten Ausſaat, aber dafuͤr ſehr ſchoͤnen Saamen. Den zur Erzielung des Saamens beſtimmten Flachs laͤßt man voͤllig reif werden, ehe man ihn aufzieht. Beim Auf— ziehen ſelbſt, bemuͤht man ſich, die hervorgeſchoſſenen laͤngern und vollkommenern Flachsſtengel vorweg auszuziehen, ſo weit man vor ſich reichen kann. Darauf zieht man die niedern Flachsſtengel ebenfalls aus. So wie man im Aufziehen des Flachſes weiter fortruͤckt, findet ſtets daſſelbe Verfahren, die groͤßern Stengel vorweg zu nehmen, ſtatt. Es verſteht ſich, daß man dieſen auserleſenen laͤngern Flachs ſorgfaͤltig abſon⸗ dere, den Saamen von ihm allein gewinne und aufhebe. Dieſer Saame iſt allem Rigaer vorzuziehen, weil er ſicherer aufgeht und reiner von Unkrautsſaͤmereien iſt. Um uͤberhaupt guten Saamen zu ernten, verfaͤhrt man alſo: Der mit voͤllig reifen Leinknoten aufgezogene Flachs wird auf der Erde ausgebreitet, bis der Saame voͤllig trocken iſt. Dann faͤhrt man ihn ein und roͤffelt die Knoten ab. Hat man Platz, ſo laͤßt man den Saamen in den Knoten bis zur Ausſaat liegen, weil er ſo nicht leicht verdirbt. Noch beſſer iſt es, wenn man den Saamenlein ſtets ein Jahr uͤber liegen laͤßt, und nur immer einjaͤhrigen Saamen ausſaͤet. Bei die⸗ ſer Behandlung artet der Lein nie aus, ſondern kann immer— fort ausgeſaͤtt werden, und wird ſchoͤnen, langen Flachs ge— ben. Wer aber freilich ſeinen Flachs ganz gruͤn oder doch theilweiſe unreif aufzieht, die feuchten Knoten dumpfig wer⸗ den laͤßt, oder den ausgedroſchenen Saamen nicht an reinen luftigen Orten aufbewahret, darf ſich uͤber das Ausarten des Saamens nicht wundern. Unter dem Lein ſiedeln ſich ſehr leicht Unkraͤuter an, die in keiner Frucht ſo ſchaͤdlich ſind, wie in dieſer. Nicht nur, daß ſie durch das Ausjaͤten viele Arbeit verurſachen, ſondern ſie krautſo oder kräͤute wenn of ich, wie do weg al ſn mit nicht nn ſondern voch ii uß man fin uiſt t blet ducclar d 7r un Ipr in Ir t. nid d tſ aun Mrm in dr Ent. de leze der eſ iſs imn cinerE de Jücer lürfige in ſhr ſüde, 9 c. di re einen die gan zwar iit ichten Auuſa len Flacht li . Beim A ſſenen längn lehen, ſo wi an die nieder Aufziehen d Gerfahren, d s verſteht ſc rgfältig abie und aufhet den, well! eien iſt. Ue nan alſo: e Flachs wi trocken en ab. 9. ooten bis /. ſoch beſſ uͤber liege t. Bei die kann immer Flochs e⸗ n oder doch umpfig wer⸗ ht an reine Ausert d er an, die i ct nur, dh ſondern verſchlechtern den Flachs ſelbſt. Reinen Saamen auszu— ſaͤen, muß jeder bemuͤht ſeyn, der Flachs bauet. Es giebt mancherlei Mittel, der Verbreitung des Un⸗ krautſaamens im Lein zuvorzukommen. Man ſiebt den Lein, oder noch beſſer, laͤßt ihn klappern. Indeſſen gewiſſe Un— kraͤuter ſind beinahe gar nicht aus dem Saamen zu entfernen, wenn ſie ſich einmal darin befinden. Dahin gehoͤren der Lolch, die Seide, der Dotter oder die Aderſaat. Wenn man, wie vorhin angerathen worden, die laͤngſten Flachsſtengel vor— veg auszieht und ſich in Acht nimmt, kleine Unkrautpflan⸗ zen mit auszuziehen, ſo wird man ſich durch dieſes Mittel nicht nur einen ganz vorzuͤglichen, langen Flachs bringenden, ſondern auch reinen Saamenlein verſchaffen. Sonſt iſt noch ein gutes Mittel zur Wegſchaffung gewiſſer Unkraͤuter, daß man die abgeroͤffelten Knoten durch ein weites Sieb lau⸗ fen laͤßt, in welchem die großen und vollkommenen Leinkno— ten bleiben, die kleinen aber ſammt dem Unkrautsſaamen durchlaufen. Die Saatzeit des Leins iſt vom Ende Maͤrz bis den zehn— ten Juni. Man kann den fruͤhen oder Marienflachs jedoch nur in einer geſchuͤtzten Lage, alſo in einem durch Zoͤune oder Berge vor rauher Witterung gedeckten Garten bauen. Hier wird aber der in den erſten Tagen des Aprils geſaͤete Lein oft ganz vorzuͤglich und wenn man zugleich mit dem Lein Moͤhrenſaamen ausſaͤet, ſo geben die Moͤhren, die das Land in der zweiten Haͤlfte des Sommers einnehmen, eine reiche Ernte. Im freien Felde iſt die Ausſaat des Leins, welche in der letzten Haͤlfte des Aprils geſchieht, noch ſehr mißlich. In der erſten Haͤlfte des Mais iſt die mittlere Saatzeit. Gerathner iſts immer, zu verſchiedenen Zeiten zu ſaͤen, damit das Mißrathen einer Saat durch die gute Ernte einer andern ausgeglichen werde. Der Lein wird dicht ausgeſaͤet, wenn man bloß auf die Flachserzeugung ſieht. Will man aber Saatlein zu einer kuͤnftigen Ausſaat ernten, ſo ſaͤet man ihn ſchwaͤcher. Der von ſchwacher Ausſaat erzeugte Flachs iſt zwar grob und ſproͤde, aber zu gewoͤhnlicher Hausleinwand noch brauchbar. 158 Das Jaͤten des Leins iſt eine unerlaͤßliche Arbeit. Un⸗ terlaͤßt man ſie, ſo wird die reinſte Leinſaat ſogleich wieder verunreiniget. Die Stengel des Unkrauts ſind nicht aus dem Flachſe zu bringen, und verſchlechtern ihn ſehr. Will man aber durch das Jaͤten ſeinen Zweck vollkommen erreichen, ſo muß man es zeitig vornehmen. Iſt der junge Lein erſt zu lang herangewachſen, ſo ſtehen die darnieder getretenen Pflanzen nicht wieder auf. Auch laͤßt ſich das Unkraut nicht mehr aus den dichten Leinpflanzen ausziehen, ſondern vieles waͤchſt, trotz des Jaͤtens, mit auſ. Die Zeit zum Aufziehen oder der Ernte des Flachſes iſt darnach verſchieden, ob man den Leinſaamen oder das Ge— ſpinnſt, den eingentlichen Flachs, als die Hauptſache anſieht. Iſt letzteres und man will weichen, weißen, zu feinem Geſpinnſte tauglichen Flachs bereiten, ſo iſt der Flachs zur Ernte reif, wenn die Stengel die meiſten kleinen Blaͤtter verloren, und ſtatt der gruͤnen eine gelbe Farbe angenommen haben. Dieſe Bereitung des Flachſes erfordert aber raſche, angeſtrengte Arbeit, und heißt des Gruͤnmachen. Der Flachs muß ſogleich nach dem Aufziehen abgeroͤffelt und zur Roͤſte gebracht werden. Laͤßt man ihn in dem gruͤnen Zuſtande lange in Haufen oder Gebuͤnden liegen, ſo verliert er an ſeiner Guͤte. Die Knoten von dieſem gruͤn gezogenen Flachſe befreit man durch Wurfen von allen kleinen Blaͤttern und ſonſtigen Un— reinigkeiten und ſchuͤttet ſie auf einen luftigen Boden zum Trocknen. Sie muͤſſen aber ganz duͤnn ausgebreitet liegen, und taͤglich umgeruͤhrt werden, weil ſie ſonſt verderben. Giebt man ſich viele Muͤhe, ſo erhaͤlt man von dieſen Knoten noch einen brauchbaren Saamen. Zur neuen Ausſaat ſollte man ihn jedoch nie verwenden. Den zur Ausſaat beſtimmten Lein zieht man nicht eher auf, als bis die Leinknoten eine braune Farbe und die darin befindlichen Saamen ihre voͤllige Ausbildung erlangt haben, In einzelnen Knoten muß man den Lein ſchon klirren hoͤren, wenn man die Flachsſtengel bewegt. Beim Ausziehen des Flachſes legt man ihn haͤndevoll an die Erde ausgebreitet, da⸗ ——— mi i tr uünh dn auf man ih V abdreſch Arbeit der, w. tung de den W. Ma hn bis wäͤtern di gonf im Den nen de dächet; Flchs (ih, 9 unf ſeine ſen aus on auf wüßt dh he halme d ſeiner F mag einer in denſe weriger die und. ſie fät D tne gem all, hnit i 159 Kct. d mit die nicht ganz reifen Leinknoten voͤllig duͤrr werden. Hat ſoglach nin er einige Tage auf der einen Seite gelegen, ſo wendet man nicht aus un ihn auf die andere um, und 2 oder 3 Tage darnach bindet man ihn bei trockner Witterung zuſammen und faͤhrt ihn ein. ick vollkonnn Von dieſem duͤrren Flachs kann man die Knoten zwar derjunge li abdreſchen, und braucht ſie nicht zu roͤffeln; durch die erſte èder getreten Arbeit verwirrt man aber die Flachsſtengel ſehr durch einan— Unktaut ut der, wodurch nothwendiger Weiſe bei der folgenden Bearbei— ſondern viit tung des Flachſes viel nutzloſer Abgang entſteht oder mit an— dern Worten, viel Flachs in die Schaͤben geſchlagen wird. ds Flachſes Man habe den Flachs nun gruͤn aufgezogen, oder habe oder das Ge ihn bis zur Saamenreife ſtehen laſſen, ſo muß er zu ſeiner ache anſieht weitern Bearbeitung erſt die Roͤſte erhalten. en, zu feinen Dieſe wird demſelben auf verſchiedene Weiſe gegeben: achs zuren ganz im Waſſer, durch Thau oder durch beide zugleich. verloren,u Den ſchoͤnſten Flachs, der Farbe nach, erhaͤlt man, wenn haben. Diſ man den gruͤn aufgezogenen Flachs nach dem Roͤffeln in ein rrengteltt weiches Waſſer bringt, in welchem in dem Jahre noch kein ſagleih i Flachs geroͤſtet worden iſt, und ihn darin ſo lange liegen verder laͤßt, bis der Baſt ſich von den Schaͤben loͤſet, ohne jedoch e in Hauf von ſeiner Feſtigkeit zu verlieren. Gleich nach dem Auswer⸗ äte fen aus dem Waſſer bringt man ihn auf einen Raſenplatz befteit mn oder auf ein Stoppelfeld, breitet ihn ganz dünn aus einander nſii und laͤßt ihn hier ſo lange liegen, bis er voͤllig gerdſtet iſt, d. h. bis die Schaͤben ſich im trocknen Zuſtande der Flachs⸗ Wadn ju halme leicht von dem Baſte loͤſen, ohne daß dieſer jedoch an reint ſ ſeiner Feſtigkeit verloren hat. Durch dieſes Verfahren erhaͤlt eie us man einen ganz weißen Flachs. Iſt in demſelben Waſſer und oten no in demſelben Jahre ſchon mehr Flachs geroͤſtet, ſo wird er weniger weiß von Farbe. Die Thauroͤſte iſt anzuwenden, wo es an weichem an nih tr und ſtehendem Waſſer, welches ſich zur Flachsroͤſte eignet, un die en fehlt. Man bringt den Flachs gleich nach dem Abroͤfflen auf t ſollte man rangt e eine gemaͤhete Weiſe, auf einen Raſenplatz oder ſonſt eine kirri ſn Stelle, wo eine dichte Grasnarbe den Boden bekleidet, und furjihen d bereitet ihn ganz duͤnn auseinander. Hier roͤſtet er durch den ytbriin i 160 Thau, der ſich des Nachts niederſenkt und ſich in dem Gras⸗ gewebe laͤnger haͤlt. Je fruchtbarer und abwechſelnder die Witterung iſt, deſto ſchneller erfolgt die Roͤſte; iſt anhaltende Trocknin, ſo dauert ſie lange. Nachdem der Flachs eine Zeitlang auf der einen Seite gelegen hat, und der Baſt ſich zu loͤſen anfaͤngt, wird er auf die andere Seite gewendet, damit er gleichmaͤßig roͤſte. Wenn man die Roͤſte beendigt glaubt, muß man den Flachs oft unterſuchen, damit man ihn ſogleich aufbinde, wenn er zur Bearbeitung fertig iſt. Iſt man nicht aufmerkſam ge⸗ nug, und es tritt anhaltendes Regenwetter ein, wenn der Flachs gerade Roͤſte genug hat, ſo leidet er natuͤrlich Scha— den. Der Baſt verliert nicht allein ſeine Feſtigkeit, ſon— dern es geht auch bei der Bearbeitung ſehr viel Flachs ver— loren. Die dritte Art der Roͤſte, bloß im Waſſer, kann man nur da anwenden, wo ſehr viel weiches und ſtehendes Waß ſer iſt. Man legt den Flachs in kleinen Buͤndchen(Boten oder Boſſen) auf die Oberflaͤche des Waſſers und taucht ihn unrer, ſo daß er ganz durchnaͤßt wird. Er kommt aber na— tuͤrlich wieder in die Hoͤhe. Nachdem er 3 oder 4 Naͤchte, je nachdem die Witterung kalt oder warm, das Waſſer weich oder hart und der Flachs ſchon auf dem Felde mit den Kno— ten geroͤſtet iſt, oder nicht, gelegen hat, wendet man ihn um. Auf dieſe Weiſe iſt die Roͤſte nach 4, 5 bis 6 Naͤchten ganz vollendet. Man wirft den Flachs aus dem Waſſer, laͤßt ihn ablaufen und ſtaucht ihn zum Trocknen auf, das heißt die kleinen Buͤndchen werden in pyramidenfoͤrmiger Geſtalt hin— geſtellt. Iſt er ordentlich trocken geworden, ſo wird er zu— ſammengebunden und eingefahren. Obgleich dieſe Art der Roͤſte die ſchnellſte iſt, ſo hat ſie doch das Unangenehme, daß bei dem Einlegen ins Waſſer ohne Bedeckung und Beſchwerung faſt niemals der Flachs gleichmaͤßig roͤſtet. Vorzuͤglich halten ſich die Spitzen als der leichteſte Theil am laͤngſten außer dem Waſſer und laſſen ſich bei der Bearbeitung nicht gut reinigen. Die — ——O—O—·Y—. y wird d vwaͤemt den kö im Ba dern au waden egen, n di Renden durchd venn er kurnn f tſchuin N Fachſes den Lnteuf de Fau ud vend in Gid in den( wechſelnder ;iſ ahatrd der einen fangt, dit eichmaͤßig in nan den Fat inde, wem aufmerkſam, ein, weng natüriih Et Feſtigket, ſ viel Flachs n ſer, kann t ſtehendes d undchen(ö und tauct kommt aber oder 4 Rtt s Waſfer mi mit den K t man ihl u Nachten u zaſſer, läßt das heißt! r Geſalt hin ſ wird er i iſ, b tu en fno Waſſr us dr Fahe jp db d und lſen ſ 6 M 56 161 Die beiden erſten Roͤſte⸗Methoden ſind alſo vorzu— ziehen. Der nachfolgenden Reinigung und Bearbeitung wegen iſt es ſehr wichtig, den Flachs ſo fruͤh als moͤglich zu roͤſten. Er wird dann zu Ende Septembers, wo die Sonne noch ſehr waͤrmt, aus der Sonnenwaͤrme gebakt oder gebrochen wer⸗ den koͤnnen. Dabei iſt immer Erſparniß gegen die Doͤrrung im Backofen, die nicht nur Holz und mehr Zeit koſtet, ſon— dern auch Feuersgefahr bringt, und der Geſundheit nachtheilig werden kann, wenn diejenigen, welche den heißen Backofen aus— fegen, nicht ſehr behutſam ſind. Die Reinigung des Flachſes wird nach den Ge⸗ genden verſchiedentlich bewerkſtelligt; ſie geſchieht entweder durch die Breche und das Schwingeln, oder der Flachs wird, wenn er in der Sonne oder im Backofen getrocknet iſt, mit kurzen Keulen weich geklopft(gebakt) und hernach voͤllig rein geſchwingelt. Wenn dieſe Arbeiten nur mit der gehoͤrigen Schonung des Flachſes geſchehen, ſo duͤnkt mich, iſt eine ſo gut wie die an— dere. So viel empfehle ich allen denen, die den Flachs zum Verkauf reinigen, denſelben ſo rein als moͤglich zu machen. Die Kaͤufer verſtehen ihren Vortheil ſo gut als die Verkaͤufer und werden fuͤr Schaͤben und Unreinigkeiten im Flachſe nie ihr Geld wegwerfen. Dritkes Kapi k e k. Vom Anbau des Hanfs. Hanfbau laͤßt ſich mit dem Flachsbau inſofern vereinigen, daß man den letztern etwas einſchraͤnkt, und dafuͤr einen Theil des Landes mit Hanf anbauet. Dies hat zwei weſentliche Vortheile.— Die Jaͤtearbeit wird erſtlich dadurch vermin⸗ dert, die beim Flachs unumgaͤnglich nothwendig iſt. Denn iſt das Land zum Hanf gut vorbereitet, ſo waͤchſt er ſchnell 1. 1 211 = — ₰ 1——— 8 ————z —— 2 —— 162 empor, daß kein Unkraut zwiſchen ihm aufkommen kann. Man kann daher, wenn man beide Gewaͤchſe anbauet, um ſo mehr Sorgfalt auf das Jaͤten des Flachſes wenden, weil man eine geringere Flaͤche damit beſaͤet hat. Zweitens ſichert man ſich dadurch fuͤr alle Jahre einen gleichmaͤßigen Gewinn. Denn beide Gewaͤchſe, Hanf und Flachs, ſchlagen nicht ſo leicht fehl, als es mit einem von ih— nen der Fall ſeyn kann. Wenn der Flachs nicht geraͤth, ſo wird der Hanf vielleicht um ſo beſſer. Man koͤnnte ferner noch dafuͤr anfuͤhren, beide Gewäͤchſe zugleich zu erbauen, daß durch Hanfbau das Land zu Lein ganz beſonders vorbereitet wird. Denn nach der Riederlaͤnder Meinung hat derjenige, welcher Lein nach Hanf ſaͤet, den Flachs ſchon in der Hand. Der Hanf iſt freilich in Anſehung des Bodens, den er verlangt, wenn er zu einiger Hoͤhe und Staͤrke kommen ſoll, empfindlicher als der Flachs. Denn wenn dieſer noch eini— germaßen auf geringem Boden gedeiht, ſo wird der Hanf da— gegen auf einem ſolchen nicht des Aufziehens werth. Ein von Natur reichlich mit Modererde gemiſchter, oder durch oͤftere Duͤngung reich gemachter, lockerer Boden, iſt derjenige, wo dieſe Pflanze allein ganz vorzuͤglich gedeiht. Starker Zuſam— menhang des Bodens iſt dem Hanf eher nachtheilig als nuͤtz— lich. Er waͤchſt lieber auf feuchtem Sande, wenn er nur Nahrung genug findet. In Niederungen, welche zur Zeit des Aufthauens gewoͤhnlich unter Waſſer geſetzt werden, und darum zum Winterkornbau unſicher ſind, gedeihet der Hanf oorzuͤglich. Er kann es auch eher, wie viele andere Gewaͤchſe ertragen, wenn die ſtarken Regenguͤſſe ſeinen Standort unter Waſſer ſetzen. Der Hanf iſt eins der wenigen Gewaͤchſe, welche mehrere Jahre hinter einander auf einer und derſelben Stelle ange— baut werden koͤnnen. Ja, man behauptet daß der Hanf ſogar beſſer werde, wenn er mehrere Male hinter einander ge⸗ bauet wird, und pflegt zu ſagen: der Hanf macht ſich ſein Land. en din ſol Ein ſ mehr Land Wirt lande raiten gen, ei in ne heſen man chiht itel y ſpoch Arum decde tigli Aeart. 4 unf uad lauſ. 4 den ra 31 dahan deen dring ds J unſ it En 6 xihri d jun ſkommen ir ſe andaut, es wenden a lle Jahre in jſe, Hanf u it einem ben nicht gerith, beide Genit 8s Land zuli der Niederloh Hanf ſtet,) Bodens, dn ke kommen dieſer noch rd der Haf werth. En der durg iſ j derjenige, Starker zuir theilig as1 „ wenn er n welche zur z t werden, Ul ihjet der Hu dere Gewach Ftandort unte walce wihrn en Ettle In3e der hanf ſoyn reinander nutt ſc ſi 163 Wenn man ein abgelegenes Ackerſtuͤck zu feucht fuͤr Win— terung, zu locker fuͤr Klee hat, ſo kann es wohl rathſam ſeyn, ein ſolches mehrere Jahre hinter einander mit Hanf zu beſaͤen. Ein ſolcher Fall laͤßt ſich aber nicht als Regel anſehen, viel— mehr wird zu empfehlen ſeyn, das zu Hanf ſtark geduͤngte Land zu andern Gewaͤchſen, die Stroh und Futter in die Wirthſchaft abwerfen, nach demſelben zu benutzen. Wenn man ſich große Muͤhe mit der Bearbeitung des Hanf⸗ landes geben will, ſo kann man daſſelbe nach allen Fruͤchten zube— reiten. Am leichteſten und ſicherſten wird man jedoch dahin gelan⸗ gen, eine feine Krume zu erlangen, die der Hanf bedarf, wenn man ihn nach Kartoffeln, Kohl oder Tabak bringt. Wenn man zu dieſen Gewaͤchſen eine maͤßige Duͤngung gegeben hat, ſo thut man wohl, zu Hanf noch etwas nachzuduͤngen. Am beſten ſchickt ſich dazu der kurze Miſt, deſſen Bereitung ich im Ka⸗ pitel von der Duͤngung gelehrt habe. Man muß denſelben jedoch nicht zu tief unterpfluͤgen, damit er mehr in der obern Krume bleibe. Zu ſtark kann das Hanfland nicht geduͤngt werden; Schaaf⸗, Pferde⸗ und Schweinemiſt ſind ihm zu⸗ traͤglicher als Rindviehmiſt. Jemehr dieſer Miſt mit der Ackerkrume gemiſcht, und je feiner dieſe vor der Einſaat des Hanfſaamens zubereitet worden iſt, deſto leichter gedeiht der Hanf. Er waͤchſt dann ſchnell und gleichmaͤßig empor und unterdruͤckt alles Unkraut, was mit ihm zugleich auf— laͤuft. Den Hanf fruͤh zu ſaͤen, kann nur in den wenigen Faͤl⸗ len rathſam ſeyn, wo das Hanfland eine geſchuͤtzte, warme Lage hat, und wo der Boden ſchon von Natur ſo viele Lo— ckerheit beſitzt, daß man nicht erſt durch vieles Pfluͤgen und Eggen dieſes nothwendige Erforderniß des Hanfbaues zuwege bringen muß. In der Regel wird man daher vor der Mitte des Mais nicht zur Ausſaat des Hanfes ſchreiten koͤnnen, und ich glaube daß man ſicherer geht, wenn man ſolche bis Ende Mais oder Anfang Junis verſchiebt. Die Erde iſt dann gehoͤrig erwaͤrmt und es iſt nicht ſo leicht zu fuͤrchten, daß die jungen Hanfpflanzen einer anhaltend kalten trocknen Wit⸗ 164 terung ausgeſetzt werden, welche dem Hanfe ganz vorzuͤglich nachtheilig iſt. Kraͤnkelt er in der Jugend einige Zeit, ſo wird er ſchwerlich zu ſolcher Hoͤhe gelangen, als wenn er ohne Stoͤrung fortgewachſen waͤre. Wo viele Sperlinge oder an— dere den Hanfſaamen gierig freſſende Voͤgel ſind, muß man das Hanfland nach der Ausſaat huͤten laſſen, ſonſt fallen dieſe Feinde ſo zahlreich auf das beſaͤete Hanfland, daß nothwendig der dichte Stand der Pflanzen darunter leiden muß. Der Hanf kann nicht zu gleicher Zeit geerntet werden, wenn man alle Pflanzen eines Hanffeldes gehoͤrig benutzen will. Die maͤnnlichen Pflanzen(Fuͤmmel oder Haͤnfin ge— nannt) bluͤhen auf, ſtreuen ihren Blumenſtaub auf die weiblichen her, und fangen nach dieſer Zeit an duͤrre zu wer⸗ den. Der weibliche oder Saamenhanf nimmt nach die— ſer Zeit nicht nur in der Laͤnge zu, ſondern es dauert wohl noch einen vollen Monat, ehe der Saame ſeine Reife er— langt. Deshalb muß man die maͤnnlichen Pflanzen(den Fuͤm— mel) ausziehen, ſo wie ſie abgebluͤht haben. Dieſe Arbeit heißt fuͤmmeln, fehmeln, und wird am beſten von halber— wachſenen Knaben oder Maͤdchen verrichtet, wenn nur ſtkets ein verſtaͤndiger Menſch dabei die Aufſicht fuͤhrt, damit ſie nicht ohne Noth viel Hanf vertreten. Moͤglichſte Schonung des Saamenhanfes muß dabei beobachtet werden. Dieſer erſte Hanf giebt das zarteſte und feinſte Geſpinnſt, welches zu Handelsleinwand brauchbar iſt. Man trocknet ihn nach dem Aufziehen und bringt ihn dann in die Roͤſte. Der Saamenhanf wird aufgezogen, wenn der Saamen voͤllig reif geworden iſt. Damit die Voͤgel den Saamen nicht zu ſehr ausfreſſen, ſetzt man den ausgezogenen Hanf in maͤßi— ge pyramidenfoͤrmige Haufen, und umhuͤllt die Spitzen, an welchen der Saame befindlich iſt, mit Stroh; hier ſteht er ſo lange, bis der Saame gehdzrig trocken iſt. Iſt dieſe Trocknung erfolgt, ſo driſcht man den Hanf entweder auf Tuͤchern im Felde aus, oder man belegt die Wagen mit Tuͤ⸗ chr, vyſer u ſm, d uſßea komm Gact Auüſe dau 3 Waſſer wecme gegeden frſchge Wro Na in ſolcer in ne baren den zun dck S Ade. diim 6 de föh D uu ge ſondern Senge Hit e Daſ Ran torzühi ige i 6 1 wenn er ehn erlinge dde ſind, nuß ne ſonſt fall ſe daß nothven mmuß. geerntet wer ſehbrig benut der Hänfn d R nſtaub auf e dürre zu n nmt nach w es dauert e ſeine Reife zen(en gir Dieſe Ani en von hal venn nur ſi rt, damit ſte Schonun en. nſte Geſpinni in trocknet ih e Aoſee der Saamer Saamen nich anf in wiß⸗ die Ertzn i hir ſiht ¹ Jl diß anwade 4 gen mit W 165 chern, und faͤhrt ihn in die Scheune, um ihn dort auszu— dreſchen. Um guten Saamen zur Ausſaat zu bekommen iſt rath— ſam, die einzelnen Hanfbuͤſchel, vor dem Dreſchen, ſtark auf— zuſchlagen, etwa um einen ſpitzigen Pfahl, damit die voll⸗ kommenſten Koͤrner abſpringen. Dieſe hebt man zur neuen Saat auf. Iſt der Saame abgedroſchen, ſo muß der Hanf in die Roͤſte. Nur gaͤnzlicher Mangel an ſchicklichem Waſſer kann dazu zwingen, den Hanf durch den Thau zu roͤſten. Die Waſſerroͤſte iſt bei dieſem ſtarkſtenglichten Gewaͤchſe weit zweckmaͤßiger als die Thauroͤſte, die dem Hanf nothgedrungen gegeben wird, wenn man ihn ganz duͤnn ausgebreitet und auf friſchgepfluͤgtes Land legt. Er wird auf dieſe Weiſe aber we— der ſo ſchoͤn weiß, noch roͤſtet er ſo ſchnell als im Waſſer. Man bringt den Hanf lagenweiſe ins Waſſer, am beſten in ſolchen Waſſerbehaͤltern, die der Sonne ausgeſetzt ſind und ein weiches Waſſer haben. Hier vermeide man den ſonder— baren Gebrauch, den die Traͤgheit erfunden hat, daß man den zum Roͤſten eingelegten Hanf mit Moraſt oder Raſen zu⸗ deckt. Dadurch wird er verunreinigt und bekommt keine helle Farbe. Zu dieſem Beſchweren des Hanfs nimmt man am beſten Steine, die man ſich in der Naͤhe der Hanfroͤſte fuͤr die folgenden Jahre aufbewahrt. Die Roͤſte des Hanfes iſt ſehr wichtig. Iſt er nicht ge⸗ nug geroͤſtet,(gerottet) ſo bearbeitet er ſich nicht nur ſchwer, ſondern giebt auch ſchlechte Waare, an welcher die holzigen Stengel zum Theil feſt ſitzen und faſt nicht abzubringen ſind. Hat er dagegen zu lange im Waſſer gelegen, ſo verliert der Baſt an Feſtigkeit, reißt dann bei der Bearbeitung entzwei, und es kommt demnach vieler Hanf in die Schaͤben. Darum iſt der rechte Zeitpunkt, den Hanf aus der Roͤſte zu bringen, wohl wahrzunehmen. In weichem Waſſer, bei warmer Witterung, bei ſchwaͤ⸗ chern Hanfſtengeln wird die Roͤſte fruͤher beendigt. Man muß zu dem Ende ſeinen Hanf unterſuchen, ſo wie er 5— 6 ——— —— — ——— ————y 166 Tage im Waſſer gelegen hat. Wenn der Baſt ſich ſchaͤlt und leicht von dem holzigen Stengel loͤſet, ſo iſt die Roͤſte als beendigt anzuſehen. Zu dem Ende iſt es gut, daß man den zur Probe aus der Roͤſte genommenen Hanf trocknet und unterſucht, wie ſich der Baſt im trocknen Zuſtande loſet. Nach vollendeter Roͤſte ſtellt man die Hankbuͤſchel oder Buͤndel an einem Zaune oder an einer Wand zum Trocknen auf. Iſt weder der eine noch der andere in der Naͤhe, ſo kann man den naſſen Hanf auch duͤnn an der Erde ausbrei— ten, bis es ſteif getrocknet iſt. Dann richtet man mehrere Hanfbuͤſchel gegen einander in die Hoͤhe und laͤßt ihn ſo voͤllig trocken werden, bis man ihn unter Dach und Fach bringen kann. Bevor nun die Reinigung des Hanfs vor ſich geht, iſt es gut, wenn man von dem ſtaͤrkern Saamenhanf die Wur— zeln abhauet oder abſchneidet. Dies geſchieht am beſten auf dieſe Weiſe: Man legt 5— 6 Bretter auf Kloͤtze etwa 1— 2 Fuß hoch von der Erde und laͤßt das vorderſte Brett von dem folgenden gegen 1 Zoll abſtehen. Auf dieſe Bretter werden die Hanfſtengel ausgebreitet, ſo daß die Wurzeln knapp auf dem vorderſten Brette aufliegen. An einen geraden hoͤlzernen Stiel befeſtiget man eine alte Senſe und zwar nicht auf die gewoͤhnliche Weiſe in einem ſpitzen Winkel von dem Baume abſtehend, ſondern gerade auslaufend wie der Stiel. Mit einem ſolchen Werkzeuge ſtellt man ſich auf die vorbeſchriebenen mit Hanf belegten Bretter, tritt mit den Fuͤ— ßen den Hanf feſt und ſchneidet nun in den Spalt zwiſchen dem erſten und zweiten Brette die Wurzeln ab, welches Abſchnei— den der Wurzeln das nachmalige Brechen des Hanfs ſehr er— leichtert, auch offenbar verhindert, daß weniger Baſt verloren geht. Denn durch die gewaltige Anſtrengung, die dazu gehoͤrt, die Wurzelenden auf der Breche von dem Hanf zu trennen, wird immer etwas Baſt mit in die Abgaͤnge geriſſen. Das Brechen des Hanfs erfordert eine vorhergegangene Doͤrrung, die freilich am wohlfeilſten durch die Sonne be— wirkt wird, indem man den trocknen Hanf an heitern Tagen anb Aun nid Hat 1 1ug zeit, oderj Wo! fu an aonn. glb de E hen u hen e u,: ih Ne tye fi duechte d äle JAheſ Neten ſdvir magida nachd dird. 4 hchſe Nruſ dd nodh Wn fenigen de ein ſocher Ehfff Baſt ſch th ſo iſtde gh gut, daß da anf trocna kande lſet, Hanfbüſche d zum Tatn n der Ne, er Erde aust. t wan weir, id läßt idn Dach und zi or ſich geht hanf die W⸗ am beſten f Klotze en vorderſte Vr ff dieſe Bun die Wun einen geral nſe und zn⸗ n Winkel t ufend wie d an ſch auf d t mit den il zwiſchen den tes Alſcne zanfö ſihr Baſt verlern e deju gehorn rf u trennen, riſen. rhergegnon e Erme heum Len 167 an Gebaͤuden oder Zaͤunen nach der Mittagsſeite gelegen, des Morgens aufſtellt. Hat er hier einige Stunden geſtanden, ſo wird er des Nachmittags duͤrre genug zum Brechen ſeyn. Hat man in der Jahreszeit, wo die Sonne noch hoch ge⸗ nug ſteht, den Hanf zum Brechen duͤrr zu machen, nicht Zeit, dieſe Arbeit vorzunehmen, ſo muß derHanf in Backoͤfen oder in einer eigends dazu erbauten Darre getrocknet werden. Wo viel Hanf gebaut wird, iſt es rathſam, eine Darre da⸗ zu anzulegen, die man mit den Hanfſchaͤbeln(Acheln) heizen kann. Es verſteht ſich, daß dieſe Darre lam beſten außer— halb des Dorfs angelegt wird. Soll das Brechen des Hanfs ganz gut von Statten ge— hen und wenig Abgang am Baſte ſeyn, ſo ſind dazu 2 Bre— chen erforderlich, eine groͤbere und eine feinere. Die erſte dient dazu, die Hanfſtengel zu zerknicken. Sie muß weit ſeyn, nur ein Meſſer haben, weil ſonſt die Arbeit beſchwerlich iſt, und eine feinere Breche einzelne Hanfſtengel mit ſammt dem Baſte durchbricht. Iſt der Hanf auf der groͤbern Breche vorbereitet, ſo er— haͤlt er ſeine fernere Bearbeitung auf einer feinern mit 2 oder 3 Meſſern. In einigen Gegenden iſt er nach ſeinem zweiten Brechen zum Verkauf fertig, in andern wird er vorher noch geſchwingelt. Im Elſaß, wo der Hanf in ſehr großer Menge angebauet wird, kommt er noch in eine Reibemuͤhle, und wird nach dem Reiben ſogar gehechelt, bevor er Verkaufswaare wird. Iſt der Hanf zu ungewoͤhnlicher Laͤnge und Staͤrke er⸗ wachſen, ſo wird das Brechen ſeiner Stengel niemals ohne Verluſt an Baſt zu bewerkſtelligen ſeyn. Fuͤr dieſen Fall giebt es noch ein Mittel, den Baſt von dem Holz zu trennen, daß man ihn ſchleißt, d. h. mit den Haͤnden abſchaͤlt. Es klingt fuͤr den⸗ jenigen, der dieſe Arbeit nie verſucht hat, ſonderbar, daß man die einzelnen Hanfſtengel abzuſchaͤlen anraͤth. Was wird ein ſolcher aber dazu ſagen, daß zur Verfertigung der ſtarken Schiffstaue nur ſolcher Schaͤl⸗ oder Schleißhanf brauchbar iſt, 1, 3 4 d — 6 168 und daß im Badiſchen große Ladungen ſolchen Hanfs berei— tet werden. Ich ſehe auch gar nicht ein, warum nicht jeder Hanf⸗ bauer, der einige Kinder hat, ſeinen ſtarken Hanf, der 6— 10 Fuß Hoͤhe erreicht hat, auf eine ſolche Weiſe reinigen ſollte. Ein paar Buͤndel ſolchen Hanfs in die Stube genom— men, giebt fuͤr die Kinder im Winter eine ſehr zweckmaͤßige Beſchaͤftigung. Hat man nur erſt ſolchen Schleißhanf zu ver— kaufen, ſo werden ſich auch bald Abnehmer finden, die ihn verhaͤltnißmaͤßig bezahlen, weil nicht ſchwer zu begreifen iſt, daß zu groͤbern Seilerarbeiten ein ſolcher Hanf brauch— barer iſt, wie der, welcher auf der Breche gemißhandelt wurde. Vierktes Kapitel. Vom Anbau des Tabaks. Da Tabak iſt dasjenige Handelsgewaͤchs, welches vor allen die Aufmerkſamkeit des Eigenthuͤmers einer kleinen Wirth⸗ ſchaft verdient. Der Tabak findet einen ſteten Abſatz, und iſt er auch zuweilen nur niedrig im Preiße, ſo wird er doch nicht leicht ſo niedrig kommen, daß er Miſt, Land und Arbeit unbezahlt laſſen ſollte. Fuͤr den kleineren Landwirth iſt der Tabak darum ſo wichtig, weil er ihm Gelegenheit ſchafft, in dem Zwiſchenraume von der Fruͤhlingsbeſtellung bis zur Ernte ſeine Kinder nuͤtzlich zu beſchaͤftigen und dadurch von einer kleinen Flaͤche eine Summe Geldes einzunehmen, die mit gleicher Sicherheit kein anderes Gewaͤchs einbringt. Hier— naͤchſt verdient bemerkt zu werden, daß nach dem Tabak faſt alle Fruͤchte gut gedeihen, daß man nach demſelben ſogar Rog⸗ gen und Weitzen mit großem Vortheil bauen kann, was we— der nach Kartoffeln, noch nach Kohl und Ruͤben anzurathen ſt. dabe Me I teſten Oder Yrij ocker berſehe Icerla von de Uhak 3 le B. 8uld ſe Auen Genid drren Alhak êher ſe alfhit t d d d, g ſen, ka degort nih. undär kann Einte B dung u von de urh w en hifß l nicht jäde ze Hanf, de. 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Liegt Ackerland ſolcher Beſchaffenheit obenein noch ſo, daß es wenig von den Stuͤrmen zu leiden hat, ſo wird auf demſelben der Tabak, ſelbſt bei unguͤnſtiger Witterung, nie ganz mißrathen. Durch gute Duͤngung und Bearbeitung ſind indeſſen faſt alle Bodenarten fuͤr den Tabaksbau geſchickt zu machen, ſo— bald ſie nur nicht der Naͤſſe ausgeſetzt ſind. Der duͤrreſte Boden giebt oft vorzuͤglichen Tabak, weil dies breitblaͤttrichte Gewaͤchs viel Nahrung aus der Luft anzieht. Man muß duͤrren Boden nur recht fruͤh zu bepflanzen ſuchen, damit der Tabak in der heißeſten Zeit bereits gehoͤrig angewurzelt iſt. Aber ſtauende Feuchtigkeit, die im Grunde des Bodens ſich aufhaͤlt, iſt dem Gedeihen des Tabaks nachtheilig. Auf ſol— chem Boden muß man dieſe Pflanze nie bauen. Thoniger, aber reicher Boden, ſo wie der gute Lehmbo— den, geben in heißen Sommern den beſten Tabak. In naf— ſen, kalten Jahrgaͤngen geraͤth er aber auf den lockerern Bo— denarten, auf Sand- und Torfboden, beſſer. Man thut wohl, einen Theil ſeines Tabaks auf Boden der erſten Art und einen andern auf Boden der letzten Art zu bringen, dann kann man ſicher darauf rechnen, eine ziemlich gleichmaͤßige Ernte in einem Jahre wie im andern zu erhalten. Bei der Zubereitung des Landes zu Tabak iſt die Duͤn— gung und die gute Vermiſchung derſelben mit der Ackerkrume von der groͤßten Wichtigkeit. Ein Gewaͤchs, welches nur durch ſeinen uͤppigen Wuchs, durch ſein Blatt, den Ertrag giebt, welches nie zu ſtark wachſen kann, muß alle Nahrungs⸗ — —————— 170 theile im Acker ſchon ſo vorbereitet finden, daß es ſich ſelbige mit Leichtigkeit aneignen kann. Der fluͤchtigſte, gegohrenſte, kraͤftigſte Duͤnger muß dem Tabakslande zu Theil werden. Schaaf⸗, Schweine⸗ und Pferdemiſt ſind hier dem Rinder— miſte vorzuziehen. Fluͤſſige Duͤngung aus heimlichen Gemaͤ— chern, vielleicht mit Gaſſenkoth gemengt, iſt allem andern vor— zuziehen. Je me'r dieſer Miſt mit dem Lande verarbeitet worden iſt, je mehr er ſchon zergangen iſt, je beſſer wird der Tabak auf ihm gedeihen. Ein drei- oder viermaliges Pfluͤgen des Landes vor der Pflanzung und ein eben ſo oft wiederholtes Eggen iſt unumgaͤnglich noͤthig, wenn man guten Tabak bauen will. Die Fuderzahl an Duͤngung, welche man auf einen Morgen Land bringen muß, um daſſelbe zum Tabaksbau ge— ſchickt zu machen, iſt nach dem vorherigen Duͤngungsſtande deſſelben ſehr verſchieden. Auf ganz magerem Boden, der ſeit langer Zeit keine Duͤngung bekommen hat, thut man wohl, keinen Tabak zu bauen. Je kraͤftiger das Land noch von ei— ner vorhergegangenen Duͤngung iſt, je weniger Miſt bedarf daſſelbe, um guten Tabak zu tragen. Zwei bis drei Fuder mehr auf den Morgen, als man zu Getreide geben wuͤrde, iſt unerlaͤßlich. Boden, der mit Holz beſtanden war, giebt ganz vorzuͤgli— chen Tabak, wenn der Raſen nur erſt gehoͤrig verrottet iſt. In holzreichen Gegenden, wo das kleine Reiſig, welches ſich auf gerodetem Waldboden findet, nicht zur Feuerung genom— men wird, kann man daſſelbe auf kleine Haufen bringen und verbrennen. Kann man die Decke des Bodens, ſie ſei Raſen, Heidekraut oder Moos, abſchaͤlen und trocknen laſſen und mit dieſem Reiſig zu Aſche brennen, ſo bereitet man das Land ganz vorzuͤglich zum Tabaksbau vor. Man ſtreuet dieſe Aſchenhaufen auseinander und pfluͤgt das Ganze flach um. Hier wird man einen wohlſchmeckenden feinen Tabak ernten. ¹) — — 1) In Nordamerika, woher zu uns der beſte Tabak kömmt, wird der tielce nit N desd men. lande dung! angege uir T nſſe e nehrer in dem Aſſt c def fün Vglauf G. disbe 1n M ne un e kan m dub d d benen man f fahmn ſſt ane Pfen ſelten, — Tühazzba dungen beſcmac d dung 171 d6 ti ſt ſi, gſt gen 4 Erlauben aber die Umſtaͤnde nicht, auf ſolchem Rodelande „ Raohrenſt. e. 4.— 1— u Thel m ein foͤrmliches Brennen vorzunehmen, ſo iſt nicht rathſam, 5 eti———— hier da als erſte Frucht auf daſſelbe Tabak zu bringen. Man thut b Nie⸗—. 5. 5; vielmehr beſſer, es einen Sommer uͤber zu braachen und darauf eimlichen Gn. mit Roggen zu beſaͤen. Auf dieſe Weiſe wird die Verrottung des Raſens und der Wurzeln auch einen guten Anfang neh— men. Will man dieſelbe beſchleunigen, ſo gebe man ſolchem rarbeitet wer Q. n. dt a,. ene ,, Lande nach Aberntung des Roggens eine ganz maͤßige Duͤn— h n 1 gung und ackere es mit derſelben tuͤchtig durch, wie vorhin 2 Fn angegeben und man bereitet ſich ein ganz vorzuͤgliches Land zur Tabakspflanzung. Wenn ſonſt die Wirthſchaftsverhaͤlt⸗ niſſe es erlauben, ſo kann man auf ſolchem Lande den Tabak mehrere Jahre hinter einander bauen, dies wuͤrde jedoch nur allem andene an guten da man auf ün in dem ſeltenen Falle rathſam ſeyn, wo man mit Leichtigkeit Tabatebel Miſt ankaufen kann und wo es nicht darauf ankoͤmmt, mit Düngungxit der kuͤnftigen Bearbeitung und tuͤchtigen Durchduͤngung einen Boden, de Umlauf uͤber das ganze Ackerland eines Gutes zu halten. thut man a Gras- und Weideland iſt auf folgende Weiſe zum Ta— nd noch wi baksbau vorzubereiten: Man hackt den Raſen mit einer brei— er Miſt b ten Hacke ab, zertheilt ihn in kleine Stuͤcke und pfluͤgt ihn bis drei g nachher gut unter. Durch dieſe Vorbereitung iſt das Land e geben wi zum Verſetzen der Tabakspflanzen hinlaͤnglich vorbereitet und kann man bei guter Beſchaͤffenheit des Landes hier auf eine ganz bonl gute Tabaksernte rechnen. rig verrottt Waͤhrend man auf die eine oder andere der vorbeſchrie⸗ ſig, welche ſt benen Arten das Land zur Tabakspflanzung vorbereitet, muß zverung gendr man fuͤr die Erziehung der Pflanzen ſelbſt Sorge getragen n bringen un haben. Denn ſtarke Pflanzen ſo fruͤh als moͤglich zu haben, ſie ſe Raſen iſt eine Hauptſache bei dem Tabaksbaue. Je fruͤher man die lgſſen und w Pflanzung vornehmen kann, je ſicherer iſt das Gedeihen der⸗ man dob Gn ſelben. Nicht weniger verdient beachtet zu werden, daß man n mi ni onie ſach um Tabaksbau auf Boden getrieben, den man durch Niederbrennen von Wal⸗ abat enten. 1 dungen gewonnen hat. Dieſem umſtande ſchreibt man den vorzüglichen — Geſchmack zu, den der amerikaniſche Tabak hat. So viel iſt gewiß, daß wicd de die Düngung auf den Geſchmack einen großen Einfluß hat. fomi/ nur durch eine fruͤhe Pflanzung dahin kommen kann, alle Blaͤtter gehoͤrig reif werden zu laſſen. Mit dem ſpaͤt ver— pflanzten Tabak muß man eilen, um ihn vom Lande zu ſchaf⸗ fen, ſollte er auch nicht reif ſeyn, weil man im September Reife zu beſorgen hat, die der Guͤte der Tabaksblaͤtter ſehr nachtheilig ſind. Im freien Lande wuͤrde die Erziehung der Tabakspflanzen zu mißlich ſeyn, man muß alſo dazu Miſt⸗ beete anlegen, die unter dem Namen der Tabakskutſchen be⸗ kannt ſind. Gegen Ende des Februars und Anfang des Maͤrz, legt man in einer geſchuͤtzten Lage des Gartens, die der Sonne ausgeſeßt iſt, die Beete an. Gewoͤhnlich ſticht man in dieſer Abſicht die Erde auf der Stelle, wo das Beet werden ſoll, einen bis anderthalb Fuß tief aus, verſieht die Seiten des Beetes mit geſpaltenen oder geſchnittenen Bohlen, und fuͤllt nun die auf dieſe Weiſe entſtandene Vertiefung mit Miſt aus. Nachdem derſelbe dicht getreten iſt und ſich etwas ge— ſetzt hat, welches in acht Tagen zu geſchehen pflegt, bringt man auf dieſen Miſt eine Lage ganz feiner Moder- oder Miſt⸗ erde. Hat man ſchon fruͤher Tabaksbeete oder Kutſchen ge— habt, ſo erhaͤlt man dieſe Erde nach und nach von dem ver⸗ moderten Miſt. Hat man dieſen noch nicht, ſo ſucht man ſich die Erde aus Winkeln des Hofes oder Gartens, wo allerhand Pflanzen, Miſt u. dgl. verfault ſind, zuſammen, und damit ſie zur Aufnahme des feinen Saamens geſchickt ſey, laͤßt man ſie durch ein weites Sieb laufen. Sind alle dieſe Vorkehrungen getroffen, ſo iſt noch noͤ⸗ thig, daß man Anſtalten mache, das Federvieh, ſo wie den Zug des Windes von den Beeten abzuhalten. Dies zu be— werkſtelligen macht man einen hohen Zaun von Kiehn- oder Birkenreiſig. Die ſtarken Enden der Reiſigſtaͤbe ſetzt man unten, und die Spitzen nach oben, nimmt auch die Staͤbe von ſolcher Laͤnge, daß der Zaun 3 bis 10 Fuß hoch wird. Leichte Stangen und einige Staken(Pfaͤhle) halten die Zwei— ge feſt, die man, einen bei dem andern, dicht einſetzt. Dieſer mnn ih an der, kamwen D mmünt, ten M aubſſeh Nac ſen ad ader ii leicte e A die Be beguemſ ſem Etr Date n nfreun damit⸗ ne gehr wan gen ſadern; harkenn ſdin de mnmen Känn, eit dem ſcat m Lande zuſde n in Ectan abakoblättee die Erzichun alſo dazu N abakskutſchn des Mar, die der Enr ht man in d Beet werden t die Seitn Sohlen, und ſ efung mit J. d ſich etwe, en pflegt, di doder⸗ oder der Kutſchen, h von dem ſucht man , wo alletfe nen, und don ſchickt ſey, 1 ſ iſ voc i i, ſo wie der .Dis zu b i Kiehn ſaͤbe ſtht mar auch i Elb diß e vin öken derä initt Diſe Zaun iſt leicht zu machen, koſtet kein ſtarkes Holz, und erfuͤllt den Zweck vollkommen. Gegen Mariaͤ Verkuͤndigung ſchreitet man zur Ausſaat des Tabaksſaamen, wenn die Witterung guͤnſtig iſt. Dauern aber Froſt und Kaͤlte noch fort, ſo wartet man damit bis zur milderen Witterung, bisweilen noch ein paar Wochen. Da— mit die Pflanzen ſchnell aufgehen, macht man den Saamen vor der Ausſaat naß, ſchlaͤgt ihn in einen wollenen Lappen, und haͤlt ihn in maͤßiger Waͤrme. Von Zeit zu Zeit feuchtet man ihn wieder an, und ſieht nach, wenn die feinen Keime hervorbrechen. Bemerkt man dies, ſo ſaͤet man ihn aus, und wenn man ſich nicht Geſchicklichkeit genug zur gleichmaͤßigen Vertheilung des feinen Saamens zutraut, ſo vermenge man ihn mit fein geſiebter Aſche oder mit Sand. Man ſieht dann an der hellen Aſche oder Sandfarbe beſſer, wie weit man ge— kommen iſt. Dieſer Saame ertraͤgt keine ſtarke Erdbedeckung. Es genuͤgt, daß man mit einem Siebe von der vorhin erwaͤhn— ten Miſtbeeterde, nach geſchehener Ausſaat, ſo viel feine Erde ausſiebt, als zur Bedeckung des Saamens noͤthig iſt. Nach der Ausſaat werden die Tabaksbeete ſo oft begoſ— ſen, als die Erde darin trocken wird. Dies Begießen muß aber behutſam und mit einer feinen Brauſe geſchehen, weil die leichte Erde durch einen ſtarken Waſſerſtrom uneben wird. Bevor die Tabakspflaͤnzchen ſichtbar werden, muß fuͤr die Bedeckung der Beete geſorgt ſeyn. Am wohlfeilſten und bequemſten ſind hierzu die Strohdecken, welche man von glat⸗ tem Stroh und Bindfaden anfertigt und etwas breiter als die Beete macht. Dieſe Decken legt man des Nachts und bei unfreundlicher Witterung auf, nimmt ſie aber oft genug ab, damit es den jungen Pflanzen nicht an Licht, Luft und Waͤr⸗ me gebreche. Sind die Pflanzen hervorgekommen, ſo muß man genau darauf wachen, daß kein Unkraut ſtehen bleibe, ſondern muß daſſelbe durch fleißiges Jaͤten ſo klein, als man es erkennen kann, wegzuſchaffen ſuchen. Die Unkraͤuter wach⸗ ſen in der fruchtbaren Miſtbeeterde mit großer Schnelligkeit empor, und erſtarken in einigen Tagen. Will man ſie dann ausziehen, ſo reißt man die zarten Tabakspflanzen mit aus. Den ganzen April und May durch, wo die Naͤchte kuͤhl, dagegen viele Tage warm zu ſeyn pflegen, erfordern die Ta— baksbeete große Aufmerkſamkeit und viele Wartung. Das Aufdecken und Zudecken zu rechter Zeit, ſo wie das Begießen, darf nie vergeſſen werden, und man muß alles thun, um recht bald ſolche Pflanzen zu haben, die man aufs Land verſetzen kann. Je fruͤher dies geſchieht, deſto beſſer wird der Tabak, ſowohl der Menge, als der Guͤte nach. Denn wenn der ſpaͤt gepflanzte auch noch viele Blaͤtter macht, ſo kann man ihn, wegen eines zu befuͤrchtenden Froſtes in den meiſten Jahren nicht ſo lange ſtehen laſſen, bis er ſeine voͤllige Reife erlangt. Wenn man in der letzten Haͤlfte des Mai den Anfang mit dem Pflanzen machen kann, ſo iſt es fruͤh genug. Das Pflanzen. Wenn das zum Tabak beſtimmte Land auf die eben an⸗ gegebene Weiſe geduͤngt und vorbereitet iſt, ſo pfluͤgt man es, wenn die Pflanzen die gehoͤrige Groͤße zum Verſetzen erlangt haben, zum letztenmale, und egget es glatt. Selten wird aber um dieſe Jahreszeit die Witterung ſo feucht ſeyn, daß die Pflanzen unmittelbar in das gepfluͤgte Land eingeſetzt wer⸗ den koͤnnen. Beſſer iſt, um das Anwachſen derſelben ſich zu ſichern, folgende Methode. Ein Menſch nimmt einen Spaten, thut einen Stich damit ins Land, hebt die Erde auf und legt ſie wieder in die dadurch entſtandene Oeffnung, nur daß die un— tere feuchte Erde nach oben koͤmmt. Ein anderer Menſch, welcher die Tabakspflanzen in einem Korbe oder einer Mul— de hat, rutſcht auf dem Lande fort, und ſetzt die Pflanzen auf die ausgehobenen Spatenſtiche ſogleich ein und druͤckt ſie ge— hoͤrig an. Auf dieſe Weiſe kann man auch bei der trocken⸗ ſten Witterung pflanzen. Derjenige, welcher die Arbeit mit dem Spaten macht, ſorgt dafuͤr, daß die Pflanzen in regelmaͤßige Reihen und in konmin awo an aum w heißt d btim T In der ter, je! wagerin einander Bei wird doc zen nich durch, u Mahpfa ſen de E tn ihgen der Lal And ſcch beſer ſte nn rach kel deäc nict dur Sthonun Angewag dit Ende Das Unſtäna dlwos a ſn, wſe ffanſen aaten Di läut erſ dig ſie do wit aut, achte ki ern die d lung. N s Begiifn un, um ui and verſc der Tate denn der nn man ihe ſten Jahnn zeife erlang den Anfa enug. 1 die eben i düͤgt mang ſehen erlan Selten wi ſt ſeyn, d jngeſeßt we zu ſiche Fpaten, th rund legt daß die u rer Menſt einer M — Pflanzen 1” adruͤckt ſe 9 der troc waten mat hen und der gehoͤrigen Entfernung zu ſtehen kommen. Zwei Reihen kommen immer enger zuſammen, ſo daß der Zwiſchenraum etwa anderthalb Fuß betraͤgt; der zunaͤchſtfolgende Zwiſchen⸗ raum wird dann zu zwei Fuß gelaſſen. Dieſer Zwiſchenraum heißt die Rutſchbank, und dient dazu, beim Pflanzen und beim Behacken dem Arbeiter den noͤthigen Platz zu geben. In der Reihe ſelbſt bringt man die Pflanzen enger oder wei— ter, je nachdem der Boden fruchtbarer oder magerer iſt. Auf magerem Sandboden ſetzt man die Pflanzen einen Fuß von einander entfernt, auf gutem Lehmboden anderthalb Fuß. Bei aller Sorgfalt, die man auf das Pflanzen wendet, wird doch nicht verhindert werden koͤnnen, daß mehrere Pflan— zen nicht anwachſen. Man gehe alſo die Pflanzung bald durch, und unterſuche, wo etwas fehlt, und ſuche ſie durch Nachpflanzen zu erſetzen. Wartet man lange damit, ſo wach⸗ ſen die Spaͤtlinge nicht mit den andern auf, indem die groͤß⸗ ten ihnen Licht und Nahrung rauben. Das Behacken der Tabakspflanzen wird noͤthig, ſo wie ſie angewachſen ſind und ſich das Unkraut zeigt. Je fruͤher es geſchieht, um ſo beſſer iſt es; denn man ſieht augenſcheinlich, daß die Pflan⸗ zen nach einigen Tagen ſich erholen, wenn ſie mit Behutſam— keit behackt worden ſind. Dies erſte Behacken darf freilich nicht von unachtſamen Leuten vorgenommen werden, die ohne Schonung darauf losarbeiten. Sie wuͤrden die noch wenig angewachſenen Pflanzen losreißen, und die Herzen derſelben mit Erde bewerfen, welches beides ſehr nachtheilig iſt. Das zweite Behacken folgt dem erſten nach Zeit und Umſtaͤnden in einigen Wochen. Dabei zieht man die Erde etwas an die Pflanzen an, jedoch ohne ſie foͤrmlich anzuhaͤu⸗ fen, wie es Manche machen. Dies Reinigen der Tabaks⸗ pflanzen vom Unkraute und das Lockerhalten iſt, naͤchſt der guten Duͤngung des Landes, ſehr wichtig. Nie muß das Un— kraut erſtarken. Geſchieht dies, ſo kann man ſicher ſeyn, daß der Tabak auf dieſer Stelle nur geringe Ausbeute geben wer⸗ 9 6 1 1 l t o de. Die Blaͤtter werden gleich ſpitz und gelb, und wenn der Tabak ſich auch nachher wieder erholt, ſo wird doch keine vollkommene Pflanze daraus. Darum muß derjenige, welcher ſich mit dem Tabaksbau abgeben will, ſeine Arbeitskraͤfte vorher wohl erwaͤgen, und nie mehr bepflanzen, als er mit Sicherheit zu rechter Zeit be⸗ arbeiten kann. Denn in der Zeit, wo der Tabak bearbeitet werden muß, fallen gerade ſehr viele andere Geſchaͤfte, als: Heumachen, Kartoffeln- und Kohlhacken u. ſ. w. Wer nun vorher keine Ruͤckſicht darauf genommen hat, kommt bei un— guͤnſtiger Witterung leicht in Verlegenheit, und weiß nicht, was er liegen laſſen oder foͤrdern ſoll. Das Koͤpfen oder Verbrechen und Geizen des Tabaks. Bald nach dem zweiten Behacken des Tabaks wird der— ſelbe diejenige Hoͤhe erlangt haben in welcher er lauter gleich⸗ maͤßig reifende Blaͤtter bringen kann. Damit man dies be⸗ wirke, bricht man die Spitzen oder Kronen der Pflanzen ab. Dieſe Arbeit heißt das Koͤpfen oder Verbrechen. Sie wird an allen Pflanzen vorgenommen, die man nicht zum Saamen ſtehen laſſen will. Zu dieſem Behuf ſucht man ſich von den fruͤh verſetzten den Bedarf aus, und waͤhlt iche Art, die man fuͤr die beſte haͤlt. Dem fruͤh verpflanzten Ta bak laͤßt man mehrere Blaͤtter, zumal wenn er auf gutem Boden ſteht; dem ſpaͤteren, oder dem auf magerem Boden ſte— henden weniger. Vierzehn bis ſechzehn Blaͤtter laͤßt man nur dem fruͤh verpflanzten. Dem ſpaͤteren und auf ſchlechtem Bo⸗ den ſtehenden laͤßt man nicht mehr als 9— 10 Blaͤtter. Nach dieſem Abbrechen treibt die Pflanze nun hauptſaͤch⸗ lich in die Blaͤtter, welche ſtehen geblieben ſind, und dieſe er— ſtarken zuſehends. Jedoch laͤßt ſich der Trieb der Natur, Saa⸗ men zu erzeugen, nicht ſo leicht unterdruͤcken, und es kommen in den Blattwinkeln ſehr bald Nebenzweige zum Vorſchein, die den abgebrochenen Kopf der Pflanze erſetzen wollen. Die⸗ ſe Nebenzweige nennt man Geiz. Man muß ſie nie ſtark werden laſſen, ſondern ſo oft abbrechen, als ſie ſich zeigen. Dieſe diſ Püeun Rtentei in dieſe dud. widd ve verloren Vi und tro Gen wemwale Etunden deſſe d 9' an eina du lach dutſi Ech R bnt a zu ſcha haͤng geferigt te ſch ſchen 9 dehang ed an d große 2 nd rii d ond 1 5, und onn wird doch k t dem Toügk hl erwäͤgen zu rechter zü „Tabak beanze re Geſchiſte, ſ.w. Tan „kommt ba und weiß i mdes Tabak⸗ Labaks wird r er lauter nit man die der Pflanſn erbrechen e man nitt, uf ſucht ma und waͤhlet verpflonztn n er auf de gerem Bod tter luͤßt mont uf ſchlehtem 10 Bläͤtter. Rrun haupſt ad, und diſe der Natu, Ö wund G kn, eum Lorſh in volln D. uß ſeni ſie b ſtſt zeie 3 177 Dieſe Arbeit heißt das Geizen. Bei warmer guͤnſtiger Witterung muß die Tabakspflanzung, zur Reinigung dieſer Nebentriebe, ſehr oft durchgegangen werden. Je mehr Kraft in dieſe Nebenzweige geht, deſto geringer fallen die Blaͤtter aus. Die Tabaksernte oder das Abblatten wird vorgenommen, wenn das dunkle Gruͤn der Bla3ͤtter ſich verloren hat, und ins Gelbliche uͤbergegangen iſt. Will man recht gute Waare erlangen, ſo nimmt man vorher, ehe die eigentliche Tabaksernte vorgenommen wird, das ſogenannte Sandgut(oder die zwei oder drei unterſten Blaͤtter, welche gewoͤhnlich auf der Erde gelegen haben) ab, und trocknet es fuͤr ſich allein. Gewoͤhnlich aber blattet man die ganze Pflanze mit ei— nemmale bei trockener Witterung ab, laͤßt die Blaͤtter einige Stunden in der Sonne liegen, damit ſie anwelken und ſich beſſer binden laſſen, und faͤhrt ſie nach Hauſe. Hier muß man den Tabak auf dem Scheunenflur oder an einer andern luftigen Stelle aufbewahren, und ihn nicht zu hoch auf einander legen, ſondern Bund bei Bund mit den Blattſpitzen oben aufſtellen, damit er ſich nicht zu ſehr erhitze und Schaden leide. Nun muͤſſen alle Haͤnde beſchaͤftigt werden, um den Ta⸗ bak aufzureihen d. h. die einzelnen Blaͤtter auf den Bindfaden zu ſchnuͤren, auf welchem man den Tabak zum Trocknen auf⸗ haͤngt. Dieſer Bindfaden muß vorher von grobem Garn an⸗ gefertigt ſeyn. Die Laͤnge in welcher man ihn ſchneidet, rich⸗ tet ſich nach der Entfernung der Sparren oder Balken, z ſchen welchen man die Reihen aufhaͤngen will. Hoͤchſt noͤthig iſt, wenn man ein Gebaͤude mit Tabak behaͤngen will, daß man fuͤr gehoͤrigen Luftzug ſorgt. Fehlt es an dieſem, ſo geraͤth der Tabak, vorzuͤglich wenn es ſchoͤne, große Blaͤtter ſind, in Faͤulniß; der Bindfaden fault ebenfalls und reißt; viele Blaͤtter verderben und verſchlechtern obenein die andern. Auch faͤllt der Tabak von der Schnur herunter I. 12 1 wi⸗ 178 wenn die Blaͤtter faulen und manches ſchoͤne Blatt geht auf dieſe Weiſe verloren. Bei ſtarkribbigen Blaͤttern muß man, um das Faulen derſelben zu verhuͤten, die Reihen nicht zu dicht ſchnuͤren, muß auch bald nach dem Aufhaͤngen der Rei— hen mit einer glatten hoͤlzernen Gabel jede einzelne Reihe ſchuͤtteln, damit die Blaͤtter nicht an einander kleben. Dies von Zeit zu Zeit zu wiederholen, bis die Tabaksblaͤtter zu— ſammen getrocknet ſind, muß ſich jeder angelegen ſeyn laſſen. Manche laſſen auch den friſch aufgezogenen Tabak einige Tage an der Auſſenſeite des Hauſes in freier Luft haͤngen, damit er vorher etwas abwelke, ehe er, Reihe bei Reihe, im Gebaͤu— de aufgehaͤngt wird. Der zeitig aufgehaͤngte Tabak iſt im November, auch wohl noch fruͤher zum Abbinden trocken genug. Der ſpaͤtere erſt gegen Weihnachten. Um zu erfahren, ob die Blaͤtter ge— hoͤrig trocken find, muß man die Rippen der Blaͤtter unterſu⸗ chen, wo ſie am ſtaͤrkſten ſind. Gewinnſuͤchtige Leute eilen damit zur Ungebuͤhr, den Tabak abzubinden, weil natuͤrlich halbtrockener Tabak mehr ins Gewicht faͤllt, als ganz trocke— ner. Der rechtliche Mann wird auf dieſem Wege keinen Ge— winn ſuchen, ſondern nur eine Waare auf den Markt brin— gen, die von beſter Guͤte iſt. Bei ſehr trockener Luft, vielleicht bei trockenem Froſt, laͤßt ſich der Tabak nicht abbinden. Er wuͤrde dann durch das Zuſammendruͤcken theilweiſe zu Pulver zerrieben werden und Kaͤufer wie Verkaͤufer haͤtten Schaden von dieſem Ver— fahren. Die Kaͤufer des Tabaks ſehen es ungemein gern, wenn die Tabaksblaͤtter ganz unverletzt ſind. An zerriſſenem Gut iſt ihnen nichts gelegen. Iſt nun die eigenthuͤmliche Feuchtigkeit des Tabaks erſt vertrocknet, ſo werden bald nebelichte oder feuchte Tage ein— treten, in welchen die Tabaksblaͤtter bald in ſo weit welk wer— den, daß man ſie behandeln kann. Gewoͤhnlich. wickelt man mehrere Reihen Tabaksblaͤtter zuſammen und bindet 9 bis 12 Pfund derſelben mit Strohſeilen in Bunde zuſammen. Wo der gewoͤhnliche Verkauf einmal auf dieſes Binden mit Etr. dn! ſtür fatt d zug d Abzus being wict verkau mit de ben d denken worfer lnge: mon e da ſer dn g da, herſ tij ſſ 66 da t kann. die n ſchict und 50 de 8. Hat er ſczf Haufe ühne d Thell: 4. ung, 12 ne Vatt a Nättern nuß n e Reihen ii ufhängm in de einſelne e der kleben,. e Tabakstlüte helegen ſehn li Dobak ainige ruft häͤngen, Reihe, i Gi n November, nug. Der ſi ob die Blät r Blaͤtter un chtige Laute en, weil nuit t, als ganh Wege keine den Mal trockenem d üͤrde dann d zerrieben we ungemein gi An zuriſen des Tabokö euchte Toye ſ weit wale h ich wickelt m nd bindet9 1 unde uſcmmnen ſs Biden 1 von diſem d 179 Strohſeilen berechnet iſt, da muß man dabei bleiben und ſich den Abzug dafuͤr gefallen laſſen. Beſſer iſt freilich, man ſchnuͤrt die Reihen in ſelbſt verfertigten ſtaͤrkeren Bindfaden, ſtatt der Strohſeile und laͤßt ſich von dem Kaͤufer ohne Ab⸗ zug das ganze ihm uͤberlieferte Tabaksgewicht bezahlen. Der Abzug auf die Strohſeile kann nur dem Verkaͤufer Schaden bringen, weil der Kaͤuſer ſich wohl huͤten wird, ſich das Ge— wicht der Strohſeile zu hoch anrechnen zu laſſen. In der Regel iſt es gerathen, laͤndliche Erzeugniſſe zu verkaufen, ſo wie ſie verkaͤufliche Waare geworden ſind und mit dem jedesmaligen Preiſe zufrieden zu ſeyn. Das Aufhe— ben derſelben auf beſſere Preiſe iſt zu unſicher. Nicht zu ge— denken, daß manche dieſer Erzeugniſſe dem Verderben unter— worfen ſind, ſo kann man nie mit Beſtimmtheit wiſſen, wie lange eine Waare einen geringen Preis behalten werde. Muß man endlich doch fuͤr einen ſolchen losſchlagen, ſo iſt gegen den ſchnellen Verkauf ſtets Verluſt. Der Landmann muß oft ein ganzes Jahr lang Auslagen machen und Arbeit aufwen— den, um eine verkaͤufliche Waare zu haben. Es iſt ihm da⸗ her faſt immer lieb, wenn er ſie abſetzen kann, ſo wie ſie fer⸗ tig iſt. Es koͤnnen aber allerdings Umſtaͤnde eintreten, in welchen man ohne Verluſt ſchlechterdings ſein Erzeugniß nicht abſetzen kann. Iſt dies mit dem Blatt⸗Tabak der Fall, ſo legt man die zuſammen gepreßten Bunde auf einem trockenen Boden ſchichtenweiſe uͤber einander, belegt das Ganze mit Brettern und beſchwert dieſe mit Steinen. Auf dieſe Weiſe ſchimmelt der Tabak nicht und verliert auch nicht ſo ſehr an Gewicht. Hat er auf ſolche Weiſe lange gelegen und iſt zum Weiter— ſchaffen zu duͤrre geworden, ſo iſt ein geringes Beſprengen des Haufens mit einer feinen Gießkanne anzurathen, weil man ohne dies durch das Angreifen und Packen der Bunde einen Theil des Tabaks zu Pulver reibt. Auf ganz vorzuͤglichem Boden und nach gehoͤriger Duͤn⸗ gung, ſo wie bei fleißiger Bearbeitung erntet man vom Mor⸗ gen 12 bis 16 Centner. In der Regel kann man aber mit 180 einer Ernte von 6 bis 10 Centnern zufrieden ſeyn. Iſt bei dieſer letztern Ernte der Preis am Erzeugungsorte nur nicht unter 6 Rthlr., ſo kann man noch recht gut bei dem Tabaks⸗ bau beſtehen. Daß er nicht darunter koͤmmt haben wir hier in der Mark jetzt ſeit mehreren Jahren erfahren. Reifen Tabaksſaamen zieht man von den zuerſt verſetzten Pflanzen. Man ſucht ſich zu dieſem Behuf die ſchoͤnſten Pflanzen aus und koͤpft dieſe nicht. In warmen Sommern gelangt der Saamen dann zur vollen Reife, bevor die Herbſt— froͤſte eintreten. Iſt aber die Erziehung der Pflanzen bei kal⸗ ter, naſſer Fruͤhlingswitterung, wie ſie z. B. in dieſem lau⸗ fenden Jahre war, aufgehalten worden, ſo daß man im Mai faſt gar keine verſetzbare Pflanzen hat, ſo wird man nur auf ſtark geduͤngtem, lockern warmen Boden, der eine ſonnige La— ge hat, reifen Saamen ernten. Nathſam iſt alſo, man hebt ſich den in heißen Sommern gewoͤhnlich in Ueberfluß erzeug— ten Saamen auf. Er haͤlt ſich dann am beſten, wenn man die reifen Saamenkapſeln, ſo wie ſie am Stiele ſitzen, auf ei— nem luftigen Boden aufhaͤngt. Damit man nicht von andern abhaͤngig iſt, und eigen ge⸗ ernteten guten Tabaksſaamen zur Ausſaat ſtets vorraͤthig ha⸗ be, ſo iſt anzurathen, daß man ſich im Garten die Erziehung des Tabaksſaamens angelegen ſeyn laſſe und auf einer ſonni— gen Stelle deſſelben alljaͤhrlich mehrere Pflanzen zeitig aus— ſetze. Hier wird man wenigſtens mit groͤßerer Sicherheit als im freien Felde reifen Saamen ernten. Hat man die Tabakspflanzung zeitig, Ende Mai beſchaf⸗ fen koͤnnen, und es iſt guͤnſtige Sommerwitterung, ſo giebt der ſogenannte Geitz noch eine Nachernte. Man verſchneidet zu dem Ende gleich nach dem Abblatten der guten Blaͤtter die Struͤnke ein Paar Zoll uͤber der Erde und laͤßt nur den ſtaͤrkſten Nebentrieb aufwachſen, den man fernerhin ganz eben ſo wie den erſten Stamm behandelt, ihn koͤpft und nochmals den Geiß ausbricht. Es gehoͤrt freilich ein ganz vorzuͤglich warmer Herbſt dazu, wenn dieſe zweiten Blaͤtter noch einige bedeutende Groͤße erlangen ſollen. Sicherer iſt daher, wenn man ucch )Neb un düne gen Gut wit ale Wiſ dieſes R dem fte nicht. E bezahle diſ finden, we Dann ſol im de pfllgen jugangich Eähe de dieſe beim dawit ſe V wan dſ mearihtn nin einhen tierein T ſi Pring n Nh Acas ſo out w mogedi den Wich alſo nur Jd ſem Tab zen beſſe lgksacer, ſiehen, V den ſätn. ungsorte nor t bei di d ut haben ur ahren. een zuerſt de ehuf die ſci warmen Em wird man ul er elne ſonni⸗ iſt alſo, nn Ueberfluß n beſten, want Stiele ſizen, ai J iſt, und inn kets vorrilh ten die Eriit d auf einer flanzen zeith! rer Sicheri Ende Mi bec iterung, ſo Man verſch er gutm Ee und läßt nur ernerfirg pxftnn uchma ing jnjnüli lät tter uc iini ß dhe. wem 90 rnn c 18¹ man nach dem Abblatten den Geitz willkuͤhrlich wachſen laͤßt und die beſten Blaͤtter einſammelt, wenn ſie durch den Froſt duͤrre geworden ſind. Nie muß man jedoch dieſes ſchlechte Gut mit den Tabaksblaͤttern vermengen. Damit dies auf alle Weiſe verhuͤtet wuͤrde, war fruͤherhin die Einſammlung ieſes; Nach Puühſes verboten. In andern Laͤndern iſt es je— dem frei geſtellt geweſen, ob er den Geitz benutzen will oder nicht. Er di freilich immer nur zu ganz geringen Preiſen bezahlt. Dieſe Benutzung des Nachwuchſes kann gar nicht ſtatt finden, wenn man Wintergetreide nach dem Tabak bauen will. Dann ſollte man billig unmittelbar nach dem Abblatten eilen, um die Struͤnke vom Lande zu ſchaffen und daſſelbe 1n pfluͤgen. Am kuͤrzeſten iſt es einen Tabak sacker dem Pfluge zugaͤnglich zu machen, wenn man mit einer Senſe oder einem Saͤbel die Tabaksſtruͤnke in mehrere kurze Stuͤcke hauet und dieſe beim Pfluͤgen durch Hacken in die Furchen ziehen laͤßt, damit ſie gehoͤrig mit Erde bedeckt werden. Je ſorgfaͤltiger man dieſe Arbeit, ſo wie das Pfluͤgen des Tabaksackers ſelbſt, verrichtet, um ſo gleichmaͤßiger wird ſich der aufgeſaͤete Saa— men einbringen laſſen. Gut iſt, das umgepfluͤgte Tabaksland vierzehn Tage vor der Saat liegen zu laſſen, damit es ſich ſetze und die Verrottung der unterge pfluͤgten Struͤnke ihren Anfang nehme. Nach einer ſolchen, zeitig ausgefuͤhrten Vorbereitung des Ackers zur Winterſaat wird dieſelbe hier in dem Falle eben ſo gut wie nach reiner Braache gerathen, wenn man wie oben angegeben, 2 bis 3 Fuder guten Miſtes mehr auf den Mor⸗ gen gefahren hatte. Auf Rechnung des Tabaksbaues wird alſo nur dieſer Miſt zu bringen ſeyn. Jede Sommerfrucht gedeiher vollends außerordentlich nach dem Tabak. Gerſte, Hafer Lein, Sommerroggen koͤnnen kei⸗ nen beſſern Standort erhalten, als auf gut behandeltem Ta⸗ baksacker. Daruͤber iſt nur eine Stimme unter den Land⸗ wirthen, die Kartoffeln und Tabak zugleich bauen, daß nach 182 letzterem die Gerſte immer beſſer waͤchſet, wie nach den er⸗ ſteren. In holzarmen Gegenden geben die Tabaksſtruͤnke noch eine Benutzung zur Feuerung. Nachdem ſie den Winter uͤber geſtanden, werden ſie ziemlich trocken geworden ſeyn. Man zieht ſie im Fruͤhjahre, wenn das Land abgetrocknet iſt, auf und bindet ſie in Buͤndel. Die Aſche von dieſen Struͤnken iſt ganz vorzuͤglich. Fuͤnftes Kapitel. Vom Anbaue des Hopfens. Dieſes Gewaͤchs kann freilich nicht ſo im Großen angebauet werden als der Tabak und laͤßt ſich ſein Anbau auch nicht mit der eigentlichen Ackerwirthſchaft in Verbindung ſetzen. Es verdient aber deswegen ſchon die Aufmerkſamkeit des Men⸗ ſchenfreundes, weil durch ſeinen vermehrten Anbau die Hof⸗ nung wird, es werde in unſerm Vaterlande beſſeres und wohl⸗ feileres Bier gebrauet werden koͤnnen. Wollten doch meine Landsleute wieder zu dieſem kraͤftigen Getraͤnk zuruͤckkehren und dafuͤr weniger von dem erſchlaffenden Branntwein genie⸗ ßen, durch den ſo viele ungluͤckliche Menſchen werden! Wenn es bei andern Gewaͤchſen hauptſaͤchlich auf den Boden ankoͤmmt, um zu beſtimmen, ob ſie auf einer paſſen⸗ den Stelle zu ſtehen kommen, ſo ſind bei der Anlage einer Hopfenpflanzung noch andere Gegenſtaͤnde in Betrachtung zu ziehen. Eine gute Hopfenanlage muß etwas Schutz vor den heftigſten Stuͤrmen haben, ſie darf aber doch nicht ſo ver⸗ ſteckt liegen, daß der freie Luftzug von ihr abgehalten wird. In einer den Stuͤrmen ſehr ausgeſetzten Lage, werden die Stengen zu oft niedergelegt, dagegen hat man bemerkt, daß der Hopfen, welcher in einem abgelegenen Winkel angelegt war, ſehr leicht von Mehlthau litt und gar keinen Ertrag guh Fan tamit un fal cber ſe Loge velcher vit man ba! Der und durr und vurt wand erſc den, der a re, wecht wit Node aber feutg Mſe ene pung ſcic Ein ſo tin vmn dn Vndt chſchtige by tüdti hacftuct deenmden, um unrde wie nac Wh, Labakeſtineen e den Vinte rden ſemn, d. getrocknet il,, dieſen Otti el Hroßen angih Anbau auch indung ſiße amfeit des N. Anbau die eſſeres undt alten doch ank zurüͤckt ranntwein e werden! kſächlich zuf d uf einer paſi er Anloge eine Betrachtung Schuß vor de cch nich ſo i dhxekoken vid age, naden d n bemark, d Tnkl miich ren Cit 183 gab. Kann man den Hopfen dort anlegen, wo er gegen Mit⸗ ternacht und Abend durch Gebaͤude oder hohe Baͤume Schutz hat, aber der Morgen- und Mittagsſonne ausgeſetzt iſt, ſo iſt die Lage erwuͤnſcht. Die Naͤhe einer großen Straße, von welcher viel Staub auf die Hopfenblaͤtter gefuͤhrt wird, muß man bei Anlage eines Hopfengartens vermeiden. Der Boden zu einer Hopfenpflanzung darf nicht mager und duͤrre ſeyn. Ein Gewaͤchs, welches durch ſeine Anlage und durch die Anſchaffung der Stangen einen ſo großen Auf— wand erfordert, muß nicht auf einem Boden angebauet wer⸗ den, der an und fuͤr ſich unfaͤhig iſt, einen Ertrag zu gewaͤh⸗ ren, welcher mit dieſem Aufwande in Verhaͤltniß ſteht. Ein mit Modererde tief gemengter, mehr lockerer als feſter, dabei aber feucht liegender Grund, der jedoch nie an uͤberfluͤſſiger Naͤſſe leidet, iſt derjenige, welcher ſich zu einer Hopfenpflan⸗ zung ſchickt. Ein ſolcher Boden muß in alter Duͤngerkraft und dabei rein von Wurzelunkraut ſeyn. Um dieſe beiden Eigenſchaften dem Lande beizubringen, wo man den Hopfen anzulegen be⸗ abſichtigt, thut man wohl, daſſelbe den Sommer vor der An⸗ lage tuͤchtig zu duͤngen und mit Kartoffeln oder einer andern Hackfrucht zu bebauen. Wollte man einen Grasgarten dazu verwenden, ſo iſt auch in dieſem Falle rathſam, den Raſen umzugraben und ihn mit Kartoffeln zu hebauen. Eine Hopfenpflanzung ſoll 15— 20 Jahre beſtehen, mit⸗ hin lohnt es der Muͤhe, zu derſelben ſehr ernſtliche Vorkeh⸗ rungen zu treffen. Verſaͤumt man etwas, ſo laͤßt es ſich ſpaͤ⸗ terhin nicht nur ſchwer nachholen, ſondern man hat einen Schaden fuͤr viele Jahre, was bei einem andern Gewaͤchſe, welches nur Ein Jahr auf dem Lande ſteht, nicht der Fall iſt. Hat man das Land, wie angegeben, durch eine Hackfrucht und gute Duͤngung gehoͤrig muͤrbe gemacht, ſo bringt man den Herbſt vor der Pflanzung gut gefaulten Miſt auf, brei⸗ tet ihn aus und laͤßt ihn ſo den Winter uͤber liegen. Im zeitigen Fruͤhjahre, ſo wie das Land ſich bearbeiten laͤßt, graͤbt man daſſelbe tief um. Iſt das ganze zur Hopfenanlage beſtimmte Stuͤck gegra⸗ ben, ſo wird eine Schnur zur Hand genommen und vermit— telſt zwei Fuß langer Pfloͤcke das ganze Stuͤck in Vierecke ab⸗ getheilt. Die zweckmaͤßigſte Entfernung eines Hopfenhuͤgels vom andern iſt, nach allen Richtungen 4 Fuß. Man ſpannt die Schnur in dieſer Entfernung uͤber eine Richtung des Stuͤcks aus und zieht neben derſelben mit einer ſpitzen Hacke eine Rinne. Sind dieſe Rinnen uͤber das ganze Stuͤck nach einer Richtung gezogen, ſo macht man es in der entgegen ge⸗ ſetzten Richtung eben ſo und ſetzt auf die Stellen, wo ſich die Rinnen durchſchneiden, die erwaͤhnten Pfloͤcke, wodurch dieje⸗ nigen Stellen bezeichnet ſind, wohin die Einleger zu liegen kommen. Waͤhrend dem Lande dieſe Vorrichtung gegeben wird, muͤſſen die Hopfenſchlinge(Einleger, Faͤchſer) angeſchafft wor— den ſeyn, deren man zur Bepflanzung eines Morgens in der angegebenen Entfernung gegen 100 Schock braucht. Dieſe Setzlinge werden aus einer beſtehenden Hopfenpflanzung, wie weiter unten anzugeben, genommen. Sie muͤſſen ſtark und gegen das Austrocknen wohl verwahrt ſeyn. Die Einlage der Setzlinge geſchieht auf dieſe Weiſe. Um die angezeigten Pfloͤcke, welche den Mittelpunkt der kuͤnftigen Hopfenhuͤgel bezeichnen, wird mit einer Hacke oder Haue eine Vertiefung von 3— 10 Zoll gezogen. In dieſe ſetzt man in zweckmaͤßiger Entfernung 3 bis 4 Setzlinge ein, beſchuͤttet ſie mit der ausgehobenen Erde und tritt ſie etwas an. Iſt dieſe Pflanzung ganz vollzogen, ſo wird ſich bald Un— kraut zu zeigen anfangen. Damit dieſes nicht erſtarke und damit der durch die Arbeit des Pflanzens dicht getretene Grund wieder locker werde, wird ein leichtes Behacken vorge⸗ nommen bei welchem man ſich in Acht zu nehmen hat, daß man den Sekzlingen nicht zu nahe komme. Die ſtehen ge⸗ bliebenen Pfloͤcke zeigen die Stellen an, welche unberuͤhrt bleiben muͤſſen. Mittlerweile wird der junge Hopfen zu treiben anfangen. Sind die jungen Triebe allerwaͤrts ſichtbar, ſo zieht man die Pflck Gr e! fahen Et des Lanſ T ſo kannn kurzen nenſter in erſtd Siſ ſo nimra und binſe Dies nn ſpäter n Anye en mnkmdeg dan u diten; dyſſe 1 die thel theis au) Eumme⸗ Rr trien e Ernag, weiten, man die, dner dandch. d ſcon ſ kein Ert der Hop Re Nan —„————— 5 185 imte Etitk nmen und Pfloͤcke aus und ſetzt an ihrer Stelle die Hopfenſtangen ein. d bemr 5... lck in V Wer es nicht unbequem findet, die Pflanzung zwiſchen den Nerec, hohen Stangen vorzunehmen, kann ſie gleich bei Abtheilung ines Hopfai. woyfain des Landes einſetzen. uß. Man ſe 3 1 ſ Wenn man ſonſt Urſache hat die Stangen zu ſchonen, 1 R. 1 eine ban ſo kann man auch im erſten Jahre mit ganz ſchwachen und k ſpitzen kurzen Stuͤcken auskommen, vielleicht mit abgaͤngigen Boh— nenſtengeln, indem der Hopfen nicht leicht uͤber 6— 6 Fuß im erſten Sommer treibt. Sind die Hopfentriebe zu einiger Hoͤhe herangewachſen, ſo nimmt man angefeuchtetes Stroh, geht die Pflanzung durch und bindet die laͤngern Triebe(Ranken) an die Stangen an. Dies muß von Zeit zu Zeit wiederholt werden, ſo wie die ganze Stüt der entgegn Stellen wvſſt fke, wodurh Einleger zu ng gegeben ſpaͤter hervorkommenden Triebe die zum Anbinden noͤthige ) angeſtaft, Laͤnge erreicht haben, oder ſo wie der Wind die hoͤher hinauf Morgens rankenden Zweige niedergeriſſen hat. brauct Bei dem zweiten Behacken bemuͤhet ſich der Arbeiter die fenpflanzum Erde um die Stangen heran zu ziehen, noch mehr aber beim muͤſſen ſiat dritten, welches im Juli vorgenommen werden muß. Durch dieſes Heranziehen der Erde entſtehen die kleinen Hopfenhuͤgel, dieſe Weſte die theils dazu dienen, dem Hopfen lockre Erde zuzufuͤhren, nkt der kliſ theils auch der Zerſtoͤrung des Unkrautes unmittelbar am e oder Hal Stamme foͤrderlich ſind. dieſe ſeßt vn Kach dieſem letzten Behacken der Hopfenpflanzung im ein, beſchtt erſten Jahre muß man darauf denken von dem Lande einigen das an. Ertrag zu erlangen, den der Hopfen im erſten und ſelbſt im vird ſch bodl zweiten Jahre nur unbedeutend giebt. Zu dem Ende beſetzt icht erſrke u man die Zwiſchenraͤume mit Gruͤn⸗ oder Braunkohl, der nach diht geren einer ſolchen Bearbeitung und Duͤngung ganz vorzuͤglich Behacken von geraͤth.. reͤnen la Die ſtaͤrkern Hopfenpflanzen tragen zwar im erſten Jahre die fün g ſchon Hopfen, aber dieſe Hopfenernte iſt ſo unbedeutend, daß ſie vh Knberih kein Ertrag von dem Lande zu nennen iſt. Bei der Reife der Hopfenhaͤupter ſchneidet man mit einem ſcharfen Meſſer triben anfingy die Ranken einen Fuß uͤber der Erde ab, zieht die Stangen 0 1 Rüüttam) 1 8 epe N 1 (n 6 M Lp. B 1 behutſam aus und hebt ſie in pyramidenfoͤrmigen Haufen, noch beſſer in einem Gebaͤude, auf. dachdem der Gruͤnkohl weggebracht und vor Eintritt des Winters, zieht man die Erde von den Huͤgeln etwas herunter und belegt die Huͤgel mit kurzem Miſt, welcher ſeine Kraft den Winter uͤber den Hopfenſtoͤcken mittheilt. Im naͤchſten Fruͤhjahre iſt die Behandlung der Hopfenpflanzung ganz der des erſten Jahres gleich. Die Beſetzung der Zwiſchenraͤume mit Gruͤnkohl nach dem Behacken und Anbinden des Hopfens iſt nicht nur im zweiten Jahre ſehr rathſam, ſondern kann auch in den folgenden Jahren fortgeſetzt werden, verſteht ſich jedoch, daß wegen des mehrern Schattens, den der Hopfen macht, der Ertrag des Kohls nicht dem in den erſten Jahren gleichkommen wird. Das Bedecken der Hopfenhuͤgel mit Miſt kann im zwei— ten Herbſte unterbleiben, in der Vorausſetzung, daß man das Land fruͤher ſo behandelt hat, als ich hier angegeben habe. Ich komme nun zu der Behandlung des Hopfens im dritten Jahre, wo er ſeinen vollen Ertrag geben wird, der ſich fuͤr alle nun folgende Jahre gleich bleiben muß, wenn man dar— auf achtet, daß keine Stoͤcke fehlen, ſondern ſtets durch neue erſetzt werden. Die erſte Arbeit, die der Hopfen im dritten Jahre und eben ſo in allen folgenden im Fruͤhlinge verlangt, iſt das Beſchneiden. Man raͤumt zu dem Ende im zeitigen Fruͤh⸗ jahre, ſo wie der Froſt die Arbeit erlaubt, die Erde von den Huͤgeln bis auf die Stoͤcke, ſchneidet die alten Ranken des vorigen Jahres behutſam ab und nimmt mit einem ſcharfen Meſſer alle ſchwaͤchere Schoͤßlinge hinweg und laͤßt nur die ſtaͤrkſten ſtehen. Wenn an einer Stange 3— 4 Ranken in die Hoͤhe gehen, ſo iſt dies uͤbrig genug. Die ſtaͤrkſten der weggeputzten Schoͤßlinge geben die Einleger zu einer neuen Pflanzung, vorzuͤglich in den folgenden Jahren. Man ver— wahrt ſie in einem Keller und packt ſie mit Moos ein, wenn ſie verſendet werden ſollen. uch ſlljgen 1 larht.; hate diſ R Stang ſchageri zu ſch 6 hen, daa faucht et in der dh widder nüthih) wieherßorn Dasha Aot gen Vrirzu A y fiy. in Ei ale Nd d. DM Ahic d nict ſo wan da Dan Dienze, de lte. ner brj her aus ſten. Gege dung in banz aus ſt ihre ————,——— 187 Nach dieſer Reinigung der Hopfenſtoͤcke von den uͤber⸗ fluͤßigen Wurzeln und Trieben wird die Erde wieder ange— den heufm ne vor Einteit 3 derdet e bracht. Die Zwiſchenraͤume werden mit dem Spaten oder der 995 erunhe ö Hacke bearbeitet. ſcher ſeine uh 9 4 In ritn Wenn der Hopfen hervorgetrieben hat, ſo werden die Stangen eingeſetzt und muß man mit einem mit Eiſen be— ſchlagenen Pfahle die Loͤcher vorher ſtoßen, um die Stangen zu ſchonen. So wie drei bis vier Hopfentriebe die Hoͤhe erreicht ha⸗ nzung ganz u Zwiſchenrzun den des Hopſer ſondern kann e.:: 1, ſondern in ben, daß ſie angebunden werden koͤnnen, ſo geſchieht dies mit in, verſüttſ feucht gemachtem Strohe. Die uͤbrigen Triebe bricht man den der Hunn in der Erde ab. Nach 10 Tagen geht man die Hopfenpflanzung 9 keh 7* 2 eerſten Jän wieder durch und bindet zum zweiten Male an. Sollte es noͤthig ſeyn, ſo muß dies Durchgehen noch zum dritten Male kann in mi wiederholt werden. „daß man l Das Locker- und Reinhalten von Unkraut darf nie außer angegeben ſ Acht gelaſſen werden. So oft der Boden hart wird und das fens im din Unkraut ſich zeigt, muß die Hacke fleißig gebraucht werden. d, der ſch Iſt der Hopfen uͤber Mannshoͤhe erwachſen und faͤngt penn man we an Koͤpfe zu ſetzen, ſo geht man die Pflanzung mit einer gro— kets durch nin ßen Scheere durch und ſchneidet, ſo weit man reichen kann, alle Nebentriebe und Blaͤtter von den angelaufenen Ranken en Jahre u ab. Dadurch erreicht man, daß alle Kraft der Pflanzen zum langt, iſtü Anſatz der Koͤpfe verwendet wird und daß die Hopfenblaͤtter zeitigen gii nicht ſo viel Schatten machen. Gewiſſermaßen alſo richtet Erde von d man damit aus, was mit dem Geitzen des Tabaks geſchieht. Nanken des Der Hopfen iſt darin dem Hanfe aͤhnlich, daß einige inem ſchfen Pflanzen maͤnnlichen, andere weiblichen Geſchlechts ſind. Nur läßt nur de die letzteren geben die Hopfenkoͤpfe und erſtere ſcheinen in ei— Nanta 1 ner Hopfenpflanzung ganz nutzlos zu ſeyn. Man ſucht ſie da⸗ e ſürfſe de her auszurotten und an ihre Stelle weibliche Pflanzen zu au einer nelen ſetzen. Jun n Gegen die Zeit der Hopfenreife durchgeht man die Pflan⸗ en Ns ii, nnn zung in jedem Jahre, und unterſucht, ob nicht einige Stoͤcke - 7 ganz ausgegangen ſind, oder doch ſo kuͤmmerlich ſtehen, daß ſie ihre Stelle nur ſchlecht bezahlen. Findet man ſolche, ſo werden ſie auf irgend eine Weiſe bezeichnet, damit man im naͤchſten Herbſt oder Fruͤhling Anſtalt machen kann, ſolche Stoͤcke heraus zu nehmen und Faͤchſer von fruchtbaren Stoͤk⸗ ken einzulegen. Durch genaue Befolgung dieſer Vorſchrift erhaͤlt man ſeine Hopfenpflanzung in ſtetem guten Beſtande und wird ſich uͤber eine Abnahme der Ernte nicht zu beſchwe⸗ ren haben. Der rechte Zeitpunkt zur Ernte des Hopfen muß wohl wahrgenommen werden, weil hiervon die Guͤte deſſelben ab⸗ haͤngt. Iſt er zu fruͤh abgenommen, ſo fehlt es den Koͤpfen an dem eigenthuͤmlichen gewuͤrzhaften Mehle, welches zwiſchen den feinen Blaͤttchen ſitzt. Das mit unreifem Hopfen gewuͤrzte Bier nimmt einen gruſigten Geſchmack an und man liefert eine Waare, welche eigentlich in einer guten Brauerei nie ge— nommen werden ſollte. Iſt der Hopfen dagegen uͤberreif, ſo laͤßt er den erwaͤhnten Staub fallen und verliert auf dieſe Weiſe wieder an ſeiner Guͤte. Die Farbe der Hopfenhaͤupter, das Reiben derſelben in der Hand, und der Geruch nach dem Reiben lehren den auf— merkſamen Beobachter ſehr bald den rechten Zeitpunkt der Reife erkennen. Wenn die Koͤpfe gelbbraͤunlich gefaͤrbt ſind; wenn die kleinen Blaͤttchen zwar noch an einander ſchließen, aber doch nicht zu feſt ſitzen, und wenn man beim Reiben ei— nen recht kraͤftigen, feinen Geruch wahrnimmt; wenn der feine Staub, der zwiſchen den kleinen Blaͤttchen feſt gehalten wird, in ziemlicher Menge vorhanden iſt, aber ſich noch nicht leicht aus dem Haupte bringen laͤßt, ſo iſt der rechte Zeitpunkt zur Ernte des Hopfens eingetreten. Nie wird man freilich an allen Koͤpfen dieſe Kennnzeichen zugleich wahrnehmen. Die obern Koͤpfe werden immer noch ihre Reife nicht haben, wenn die mittleren und meiſten nothwendig abgenommen werden muͤſſen. Man muß daher unterſuchen, ob die meiſten Koͤpfe die Kennzeichen der Reife haben und dann die Ernte be⸗ ginnen. Trockenes, heiteres Wetter iſt bei keiner Ernte mehr zu wuͤnſchen, als bei dieſer. Hopfen der feucht eingebracht wid, 6 rünſaſ Dan ſcorfen dber de Schonut Menſch. ken vo de Shont die Jar mals ar bedienenſe bunden der eut kein oze En dn dder rüßich eln Ern Hapfenrn dei 1 Hul w. Stangan Stangen ſigt S Etnage, das unt mon es Bei auch nich d. Die ich, ind myc danit wn chen kann, ſit fruchtbaren g dieſer Vuſt 1 guten Beng nicht zu beſt Hopfen muf n. Hüͤte deſſe lben zlt es den ſ „welches zwitt n Hopfen genl und man lif Brauerei ni gegen übertif, 9 gen MR, verliert auf N eiben derſin n lehren dn u en Zeitpun lich gefttt inander ſoli⸗ beim Nebn! immt; wim! then feſtgoun der ſich noch i rachte Seit man fueilch: enehmen. 0 ict haben, nommen nanl die miiſe fiyfe n N Enie be rer ur* unt fennid —=ſͤ————“ wird, erhitzt ſich ſehr leicht und hin iſt der angenehme, ge— wuͤrzhafte Geruch. Das Verfahren bei der Ernte iſt folgendes: mit einem ſcharfen Meſſer ſchneidet man die Hopfenranken einen S uͤber der Erde ab und zieht dann die Stange mit moglichſter Schonung aus. Sie wird niedergelegt und ein anderer Menſch, der an der Spitze der Stange ſteht, zieht die Ran— ken von der Stange herunter, welches ſehr gut geht, wenn die Stangen recht glatt geſchaͤlt waren. Wo nicht, ſo muß man die Ranken ſtuͤckweiſe von der Stange nehmen, jedoch nie— mals an den Ranken reißen, ſondern ſich ſtets des Meſſers bedienen. Die abgenommenen Ranken werden in Bunde ge— bunden und zum Abpfluͤcken nach Hauſe gefahren, gekaart oder getragen, je nachdem die Entfernung von den Gebaͤuden klein oder groß iſt. Ein wohl abgefegter Scheunenflur, ein geſpundeter Bo— den oder eine große reinliche Stube werden zum Abpfluͤcken der Hopfenkoͤpfe erfordert. Es iſt dies eine leichte und ſehr nuͤtzliche Beſchaͤftigung, ſelbſt fuͤr ſehr kleine Kinder, wenn ein Erwachſener dabei die Aufſicht fuͤhrt und den Kleinen die Hopfenranken in Stuͤcke zerſchneidet. Bei beſtaͤndigem trockenen Wetter kann man das Abpfluͤk— ken der Hopfenhaͤupter auch im Freien vornehmen, was in mancher Hinſicht Vorzuͤge hat. Zu dem Ende laͤßt man aus Holz zwei Boͤcke machen, auf welche man die ausgezogenen Stangen mit dem daran ſitzenden Hopfen legt. Unter den Stangen iſt an den Geruͤſten ein 12 Fuß hanges Tuch befe⸗ ſtigt. Stellen ſich nun 3 bis 4 Kinder an die niedergelegte Stange, ſo laͤßt ſich der Hopfen ſehr gut abpfluͤcken und in das untergehaͤngte Tuch werfen. Iſt es angefuͤllt, ſo leert man es in Saͤcke aus. Bei dem Abpfluͤcken muß darauf geſehen werden, daß auch nicht ein gruͤnes Blatt unter den Hopfen geworfen wer— de. Die gruͤnen Blaͤtter verſchlechtern dieſe Waare erſtaun— lich, indem das Bier von ihnen einen unangenehmen Ge— ſchmack annimmt. ä 190 Folgende vier Maͤngel ſind es, die dem in unſern Ge— genden erbauten Hopfen in Vergleichung mit dem boͤhmiſchen ankleben. 1. ſind die Hopfenhaͤupter zu klein, weil man zu viele Ranken an den Stangen auflaufen laͤßt, und die Raͤu— ber nachmals ſo wenig wie die Blaͤtter abſchneidet. An einer Stange laufen alſo kleine und große Ranken empor, eine raubt der andern Nahrung und Platz und die Frucht koͤmmt zu keiner Vollkommenheit; 2. iſt bei der Ernte der Zeitpunkt der Reife nicht wahrgenommen, woher es koͤmmt, daß vieler von unſerm muͤhſam erbauten Hopfen ganz dem Buſch- oder wilden Hopfen gleicht; 3. wird beim Abpfluͤcken der Koͤpfe keine Genauigkeit angewendet. Theils werden die Koͤpfe ſelbſt zerriſſen, oder es werden viele gruͤne Blaͤtter unter die Hopfen— koͤpfe gebracht und endlich 4. iſt man weder beim Trocknen, noch beim nachmaligen Aufbewahren genug darauf bedacht, die Guͤte dieſer Waare zu erhalten. Man kann hier ganz denſelben Hopfen wie in Boͤhmen erbauen, wenn man recht ſtrenge nach gegenwaͤrtiger Anwei⸗ ſung ſeinen Hopfenbau treibt. Das Trocknen der abgepfluͤckten Hopfenkoͤpfe geſchiehet entweder an der Luft, oder durch kuͤnſtliche Waͤrme. Soll es an der Luft geſchehen, ſo iſt ein ſehr reinlicher, mit geſpundeten Dielen belegter Boden dazu erforderlich. Hier werden die Hopfenkoͤpfe duͤnn ausgebreitet und taͤglich mit der Harke(dem Rechen) einmal umgewendet, bis ſie tro⸗ cken ſind. Fehlt es an dieſer Gelegenheit, ſo macht man ſich einige hoͤlzerne Horden in Form der Obſthorden. Auf dieſe wird der Hopfen geſchuͤttet und trocknet man den Hopfen auf ihnen, indem man ein Geruͤſt in der Naͤhe eines Stuben⸗ ofens anbringt, auf welches man ſie ſetzt. In der Regel wird der taͤglich abgepfluͤckte Hopfen darauf trocken, wenn man den Hopfen nicht zu ſtark aufſchuͤttet. Es iſt mitunter in manchen Gegenden gebraͤuchlich, den Hopfen nach dem Maaße zu verkaufen. Ein Gebrauch, der von der Polizei zu unterſagen waͤre. Um am Maaße nicht zu verlieren, huͤtet man ſich, den Hopfen zuſammen zu preſſen. R. er entri er wiedt dere Vü ſondern. werde 9 ner Undi 0 N Echader ſung lht möͤgen, der Fohe andere Ge Wan ſen Fale dan, ſd ftatz aine nur absda ht. Dder adere He hhli duf lung ſin Dheil in hab ſeig mon von lenden du ſtehen e der Pirth, d lht, wen iſchaffen Ein m, wen 191 n in uneen 9. ,5 de— d bin Liegt er aber lange unbeſchwerk, ſo verliert er ſeine würzen⸗ h wüg de Eigenſchaft immer mehr und es wird endlich eine Waare nat daraus, die nur noch die aͤußere Form des Hopfens hat. 8 94 Iſt der Hopfen gehorig getebeknet⸗ ſo iſt nothwendig, daß er entweder in große Saͤcke wie Wolle eingetreten werde oder en imn, er wird in Kiſten oder Faͤſſer gepreßt. Auf die eine oder an— Gan wereßgaſte aufeerwahn Halt r en eht un Tage dere Weiſe aufbewahrt, haͤlt er ſich nicht nur Jahre lang gut, nte der Jin fondern man glaubt ſogar, daß er durch einiges Liegen beſſer mmnt, duß werde. So viel iſt gewiß, daß der Geſchmack der Wuͤrze fei— 'm Buſſen ner und angenehmer wird. lcken der Ki Ich bin uͤberzeugt, daß niemand von dem Hopfenbaue die Koyfe Schaden haben wird, der ihn ſo betreibt, wie dieſe Anwei— unter die hof ſung lehrt. Es gehoͤrt freilich zur erſten Anlage einiges Ver— rbeim Luch moͤgen, wer dies aber aufwenden kann, wird ſein Land in rauf bedact der Folge hoͤher durch den Hopfen nuͤtzen, als durch jedes andere Gewaͤchs. wie in Bilr Wenn ich bei dem Tabak anrieth, denſelben in den mei— waͤrtiger in ſten Faͤllen zu verkaufen, ſo bald er verkaͤufliche Waare gewor— den, ſo muß ich dagegen dem Hopfenbauer anrathen, ſich nköpfe giſt ſtets einen angemeſſenen Vorrath von Hopfen zu halten, der zarme. nur alsdann los zu ſchlagen iſt, wenn er einen hohen Preis ſehr reint hat. Der Hopfen geraͤth bei weitem nicht ſo gleichmaͤßig, als zu erford andere Handelsgewaͤchſe. Die Witterung wirkt oft ſo nach— ite und tio theilig auf den Hopfen ein, daß man bei der beſten Behand— det, bi ſer lung ſeiner Pflanzung, dennoch vielleicht nur den zehnten— mact man Theil in Vergleichung mit einer guten Ernte gewinnt. Des— A en, Auf d halb ſteigt auch der Preis oft bis auch das zehnfache. Wenn en Heyfin 9 man von den reichen Ernten ſich einen Theil fuͤr die ausfal⸗ G ennct Stud lenden aufbewahrt, ſo wird man gut bei dem Hopfenbau be— In der R ſtehen koͤnnen. 2 19 hen Der Hopfenbau ſchickt ſich recht eigentlich fuͤr den kleinen Wirth, der außer ſeiner Hopfenpflanzung wenig anderes Land hat, wenn er nur Gelegenheit findet, den noͤthigen Miſt an— — ruutlch, d 84 wu 1 zuſchaffen.— 9 e Ein Jahr ums andere muß der Hopfenacker Miſt bekom— 1 uh men, wenn er in Tragbarkeit erhalten werden ſoll. Man 6 men zu Fiäſe 192 giebt ihn am beſten im Herbſte, indem man die Hediechäüir von Erde entbloͤßt, wie bereits gelehrt und ſie ſo den D ü i lt. 1 nieniſe ci ehiin ann der Hopfenbau wegen Selten⸗ heit dr Stangen nicht getrieben werden. Es iſt jednch maht dringend noͤthig, dazu junge Kiehnbaume zu ze hun 8 5 Schlagholz, ſelbſt gut gewachſene Kropfweiden geben 3 denrpean Stangen her. Sind ſie nur kurz, ſo kann waneich u der Entfernung der Hopfenhuͤgel bei der Anlage uurdſe, danach richten. Man bringt die Huͤgel in gering Eerrrund von einander und leitet nur zwei Ranken an jede Si Aehr viel kann auch zur Schonung der Etangen dunh eine gute Aufbewahrung geſchehen. Laͤßt din ſi⸗ Penerhe en, vielleicht ſtehlen, ſo wird allerdings alijae ch 9 2 ß erfordert. Schafft man ſie aber nach der Hopfenern e iihha Trockene und haͤlt ſie zuſammen, ſo bleiben ſie viele Jahre brauch bar. Sechstes Kapitel. Von den Farbepflanzen. ie Faͤrberroͤthe oder der Krapp, 2 ter den in dies Kapitel gehoͤrenden Gewaͤchſen oben ite Krappmehl, welches ſie liefert, wird ſo haͤufig ver— 16. 3 zu ſehr viel bei uns angebauet werden kann, dn bue Beduͤrfniß unſerer Faͤrbereien befriedigt wird. dest koͤmmt der meiſte Hanh die de ſünns Bohnn der Scur. 4 Wo eine Krappmuͤhle in der N 9 han ed bauer ſein Erzeugniß verkaufen oder zum Ge hei d Faͤrbereien vorbereiten laſſen kann, iſt kaum ein an w enaträgteh als der Krappbau. Wo es freilich an DLhen dit filg ühuſten, Der! als feſten Krappbat riger, h Boden( er ſich ſ Der ln ſenboden ſie ein K. Boden en Krappbau Auch wh angen die einem mür äch der deg Du wend no ucchießt dn eiger durh Lufs er dun me den Uhir theiln, bon den: Beuo ddnd. unrenes farnff ommen nde nich ſnirzuter Vnheito h. E die Hasfenh e ſo den Vn u wegen Et Giſt jedoc nehwen. 7 weiden gitn ſo kann nan Anlage der gel in gern Nanken m r Stangm u an ſie heru ahrlich ein g der Hopfin bleiben ſe ka p ,/ Gevächſn d d ſo haͤufg 1 et werden d beftidigt n zu uns- rahi deräei Goörnuch in iin merrd i m be 193 heit fehlt, den Krapp friſch, wie er aus dem Lande koͤmmt, abzuſetzen, da iſt der Anbau dieſes Gewaͤchſes nicht rathſam. Der Krapp verlangt einen tiefen, reichen, mehr lockern als feſten Boden. Eigentlicher Sandboden iſt zwar nicht zum Krappbau geeignet, aber ſehr bindender Thonboden noch we— niger, hat ein lehmig-ſandiger, ſeit langer Zeit gut geduͤngter Boden eine etwas feuchte, jedoch nicht naſſe Lage, ſo ſchickt er ſich ſehr gut zu dieſem Bau. Der Boden, welcher in den Marken allgemein als Ger— ſtenboden erſter Claſſe bekannt iſt, vereinigt alle Eigenſchaften, die ein Krappfeld haben muß. Der mehr zuſammenhaltende Boden erſchwert die vielen Behackungsarbeiten, die beim Krappbau vorkommen, ſo wie das Ausnehmen der Wurzeln. Auch wegen des ſtaͤrkern Zuſammenhanges dieſes Bodens er— langen die Wurzeln in demſelben nicht die Dicke, die ſie in einem muͤrben Standort erreichen. Naͤchſt der Lockerheit des Bodens verlangt der Krapp fer⸗ ner die groͤßte Reinheit deſſelben. Quecken oder anderes Wuczelunkraut darf er nicht enthalten, wenn man ihn zur Krappanlage verwenden will. Der Krapp durchzieht mit ſeinen Wurzeln das ganze Land und liefert nur dann eine reiche Ausbeute, wenn ihm dies auf alle Weiſe durch Auflockerung ſeines Standortes erleichtert wird. Muß er nun mit Quecken oder aͤhnlichen, in der Erde fortkriechen⸗ den Unkrautwurzeln ſich in die Kraft des Bodens gleichſam theilen, ſo iſt nicht ſchwer zu begreifen, daß der beſſere Theil von den Unkraͤutern hinweggenommen wird. Bevor man daher eine Krappflanzung unternimmt, muß das Land voͤllig gereiniget ſeyn. Zu dem Ende iſt es zutraͤglich, unreines Land im Jahre vor der Krappanlage mit Tabak oder Kartoffeln zu bebauen. Dann kann die Pflanzung ſo fruͤh vorge⸗ nommen werden, als es der Krapp erheiſcht, was bei unreinem Lande nicht moͤglich zu machen iſt. Der gute Wirth, der Wurzel⸗ unkraͤuter nie auf ſeinem Ackerlande duldet, ſondern bei jeder Ge⸗ legenheit auf ihre Zerſtoͤrung bedacht iſt, bedarf dieſer Vorkehrung nicht. Er kann den Krapp nach einer jeden Kornfrucht pflanzen. I.(13 1 ſe 9 Die Vorbereitung des Landes zur Pflanzung ſelbſt ge⸗ ſchieht, entweder durch Umgraben deſſelben mit dem Spaten, oder durch ein ſehr tiefes Pfluͤgen. Das erſtere iſt vorzuzie— hen, wo man nicht ſehr gute Pfluͤge hat, die tief in den Bo— den greifen. Boden, der bis dahin nur drei Zoll tief geruͤhrt worden iſt und welcher einen zaͤhen, und magern, noch mit keiner Duͤngung fruchtbar gemachten Untergrund hat, taugt nicht zum Krappbau. Er muß vorher vertieft und tuͤchtig durchduͤngt werden, wenn er eine gute Ausbeute an Krappwurzeln geben ſoll. An Duͤngung verlangt der Krapp 10 bis 12 ſtarke Fu⸗ der auf den Morgen. Sie darf nicht lang und ſtrohig, ſon⸗ dern muß fett und von ſolcher Beſchaffenheit ſeyn, daß ſie ſich gut mit dem Boden vermiſchen laͤßt. Man bringt ſie am beſten vor Winters auf, nachdem man das Land vorher umge⸗ graben oder ſehr tief gepfluͤgt hat, und ſtreut ſie aus, damit die Kraft derſelben durch die Winternaͤſſe recht gleichmaͤßig dem Boden mitgetheilt werde. So wie die Ackerarbeiten wie— der zulaͤſſig ſind, wird dieſer Miſt in gewoͤhnlicher Tiefe unter⸗ gepfluͤgt und das Land darauf geegget. Die Setzlinge oder Pflanzen kann man aus Saamen ziehen, beſſer aber man nimmt ſie aus einer ſchon beſtehen— den Pflanzung, die deren, wenn ſie ein Jahr geſtanden, in großer Menge liefert. Die beſte Methode, die Pflanzen auf das Land zu brin⸗ gen, ſcheint mir folgende zu ſeyn. Das auf die angegebene Weiſe zubereitete Land wird auf 1 ½ Fuß bis 2 Fuß Entfer⸗ nung in Hohlfurchen geſetzt, welches am leichteſten mit einem Pfluge angeht, den man zum Behaͤufen der Kartoffeln braucht. In die Mitte dieſer aufgepfluͤgten Furchen macht man mit dem Spaten fortlaufende Einſtiche, in welche man die Krap⸗ pflanzen ſetzt. Damit ſie gut anwachſen, taucht man ſie in gegohrne Miſtjauche und bepudert ſie mit Erde, oder man macht einen Brei, wie man ihn fuͤr die Kohl⸗ und Ruͤben— pflanzen braucht. Nach dem Einlegen der Pflanzen, die auf 4 bis 6 Zoll Entfernung von einander kommen, wird die Erde behutſam angedruͤckt. Zu dieſem Pflanzgeſchaͤft waͤhlt man ztr faue Lfanzen Täongur die Vor dawit n glich ſ P furchen Es ſſ a Tftonzur der oben. ausgeſpen 4 dollt Krappfe mun nac hin erjäͤl M. rach d ſſ It Wa Ihhecn dnxpinr au dſem Nat di S nun nit mit wel durchih de pfa 195 min ſii feuchtes, aber nicht naſſes Wetter, weil bei letzterem die mit den Ere zinar 8 7 6.25. 3. e 5. fin ſi Pflanzen leicht gelb werden und kräͤnkeln. Je fruͤher man die e if 1 Pflanzung vollziehen kann, um ſo beſſer iſt es. Darum muß K2 A A die Vorbereitung des Landes hauptſaͤchlich im Herbſte geſchehen, i doll tif ge damit man im Fruͤhlinge nicht damit aufgehalten wird, ſondern nagern, nt: gleich zur Pflanzung ſchreiten kann. nd tounee Wem es an einem Werkzeuge gebricht, das Land in Hohl— tüͤchig durz furchen zu ſetzen, kann ſolche zwar mit dem Spaten machen. durzeln göni Es iſt aber muͤhſam. In dieſem Falle ziehen manche vor, die bis u ſn Pflanzung auf ebenem Lande vorzunehmen. Es wird dann in und ſtrohi, der oben angegebenen Entfernung von 1 ⅞ Fuß eine Schnur ſeyn, dß ſe ausgeſpannt und laͤngs derſelben mit einer ſpitzigen Hacke ein in beingt ſi 4 Zoll tiefer Graben gezogen. In dieſen Graben werden die and vorſern Krappflanzen eingeſetzt und werden mit der Erde bedeckt, die ut ſie aut, man nach dem Fortſetzen der Schnur aus dem naͤchſten Gra⸗ recht getni ben erhaͤlt. Ackerarbein: Die nachmalige Behandlung des Krappfeldes richtet ſich licher Tiſen nach der Art und Weiſe, wie die Pflanzung vollfuͤhrt worden iſt. Ich nehme zuerſt die Pflanzung auf erhoͤheten Furchen. an aus Ein Vierzehn Tage nach dem Ausſetzen nimmt man das erſte er ſchon it Behacken vor, huͤtet ſich jedoch, den noch wenig angeweſenen ahr geſtenn. Krappflanzen zu nahe zu kommen. Am beſten nimmt man zu dieſem erſten Behacken die Handhacke. as Land e Nach Verlauf einiger Wochen nach dieſer Arbeit werden f die naizi die Setzlinge gehoͤrig angewurzelt ſeyn. Man kann daher die 2 Fuß b nun noͤthig werdende Arbeit mit demſelben Pfluge verrichten, tile mit en mit welchem man ‚die Hohlfurchen aufgefahren hat. Man rrvffeln brau⸗ durchzieht damit die Zwiſchenraͤume und treibt die Erde an macht man! die Pflanzen heran. Dies wird wiederholt, ſo oft das Ueber— um die Kn handnehmen des Unkrautes es nothig macht. In den Rei⸗ uch nun ſe hen ſelbſt zieht man das Unkraut mit der Hand aus und ſorgt 8* rn, er n dafuͤr, daß auf einem Krappfelde nie eine andere Pflanze 4 em übe ſichtbar wird, als die man dort zu ziehen beabſichtigt.* Im Sypaͤtherbſt vor Eintritt der Froſtwitterung ſetzt man den erwaͤhnten Behaͤufelungspflug ſo tief an, als man kann und treibt die Erde ſo weit auf, daß die Blaͤtter des Krapps funn, dn wid N 6 iſt niſt m mit Erde bedeckt werden. Bewirkt der Pflug dies nicht voll⸗ kommen genug, ſo beſſert man mit dem Spaten nach und traͤgt die Erde dort auf, wo es der Pflug nicht gethan. Vor dieſem Bedecken der Krappblaͤtter ſchneidet man dieſe etwas ab, damit es ſich vollkommener ausfuͤhren laͤßt. Im folgenden Fruͤhlinge treiben die Zweige durch die aufgelegte Erde. Das Behacken und Reinigen vom Unkraut, ſo wie das nochmalige Behaͤufen wird fortgeſetzt, wie im er— ſten Jahre, ſo oft es noͤthig wird. Im October dieſes zwei— ten Jahres nimmt man die Wurzeln aus und verfaͤhrt dabei auf folgende Weiſe: Mit einem tiefgeſtellten Pfluge faͤhrt man an der Krapp— reihe herunter, und pfluͤgt den Rand dieſer Reihe bis an die Krappwurzeln herum. Mit der zweiten Furche wird die ganze Reihe ſelbſt mit den Wurzeln umgeſtuͤrzt. Iſt dies geſchehen, ſo nimmt man Miſtgabeln und ſchuͤttelt die Krappwurzeln aus. Waͤhlt nun dazu heiteres trockenes Wetter, bei welchem die Erde ſich leicht von den Wurzeln loͤſet, ſo geht die Arbeit auf dieſe Weiſe gut von Statten. Staͤrkere Perſonen verrich— ten mit den Forken das Ausſchuͤtteln der Wurzeln, ſchwaͤchere leſen die Wurzeln zuſammen. Hat man die Pflanzung nicht auf Hohlfurchen gemacht, ſondern auf ebenem Lande, ſo muß alle nachfolgende Handar⸗ beit mit Menſchenhaͤnden verrichtet werden und iſt dann kein Werkzeug, mit Pferden beſpannt, dazu brauchbar. Statt des Behaͤufens mit mehr erwaͤhntem Pfluge nimmt man den Spaten, ſticht die Erde aus den Zwiſchenraͤumen aus und wirft ſie auf den Krapp. Dies Ueberſchießen mit Erde hat zum Zweck, die Kronen der Krappwurzeln zu verſtaͤrken, weil dieſe das beſte Krappmehl geben. Auch das Bedecken des Krapps vor Winters, geſchieht mit dem Spaten. Es leuchtet alſo ein, daß dieſe letzte Art des Krappbaues, alle Arbeiten mit der Hand zu verrichten, muͤhſamer als die erſte Art iſt. Wer freilich nur wenig Krapp bauet, kann es nicht anders als mit dem Spaten thun. Hier wuͤrde die Pferdearbeit nicht anwendbar ſeyn. dud din Ep lngegta! Man ſd Lande in kann, befreien 1 nich ke dann bo angt ho richt di deſto mes zenn us lichem n alſo d ſt mgelegen! N en Nö ninot. pile ha kann und man da nühung, 8 men, Da abe langwier Me w duf zwe 6 auf den ſhäͤtteln Und tro ſer auf de duf g diniht Spaten nut iht däüdm, d man dieſt i laßt. Zweige durt. en vom Urte ſetzt, wie i tober dieſsn d verfahlt w in an der fi Reihe bis m. e wird diem ſt dies giſhi je Krappoue tter, bei wacn geht die Perſonen vent rzein, ſchitn urchen ger olgende hu diſt dan in uchber. En nimmt man umen aus 1l mit Erde hi deſtärken, we⸗ ter, gſtit diſe lte An u vrichtn rraniß dun n thun hu 197 Auch das Aufnehmen wird bei weitem am haͤufigſten mit dem Spaten verrichtet. Es wird Stich bei Stich das Land umgegraben und dabei die Krappwurzeln ſorgfaͤltig geſammelt. Man ſchuͤttelt ſie von der meiſten Erde und ſetzt ſie auf dem Lande in Haufen, wo ſie die Luft durchziehen und abtrocknen kann, damit man ſie ferner von der ihnen anklebenden Erde befreien koͤnne. Fuͤr diejenigen, die den Krappbau aus eigener Anſicht nicht kennen, bemerke ich, daß die gewonnenen Wurzeln nur dann von vorzuͤglicher Gute ſind, wenn ſie einige Staͤrke er— langt haben. Schlecht ſind ſie, wenn die ſtaͤrkſten Wurzeln nicht dicker als ein Gaͤnſekiel ſind. Je dicker die Wurzeln ſind, deſto mehr Krappmehl enthalten ſie, dagegen die ſchwachen Wur⸗ zeln nur ein faſeriges Gewebe geben, welches wenig vom vorzuͤg⸗ lichſten Krappmehl bei der Bearbeitung liefert. Die Wurzeln alſo ſo ſtark zu erhalten, als moͤglich, muß ſich der Krappbauer angelegen ſeyn laſſen. Die Staͤrke der Wurzeln gewinnt zwar, wenn man ſie ein Jahr laͤnger ſtehen laͤßt, alſo erſt im dritten Herbſte aus— nimmt. Dies iſt aber deshalb nicht rathſam, weil man Bei— ſpiele hat, daß der Krapp durch den Winter zerſtoͤrt werden kann und weil es auf dieſe Weiſe noch laͤnger dauert, ehe man Bezahlung fuͤr aufgewendete Arbeit, Duͤngung und Be⸗ nutzung des Landes erhaͤlt. So kann man auch den Krapp im erſten Jahre ausneh⸗ men, wenn man mit ſchlechter Waare zufrieden ſeyn will. Da aber die Arbeit des Aufnehmens, als die koſtbarſte und langwierigſte von allen ganz dieſelbe iſt, der Krapp habe einen oder zwei Sommer im Lande geſtanden, ſo iſt gerathen, ſich auf zweijaͤhrigen Krapp einzurichten. Sind die Krappwurzeln in den vorhin erwaͤhnten Haufen auf dem Felde von der Luft durchzogen, ſo daß ſie beim Um— ſchuͤtteln alle Erde fahren laſſen, ſo faͤhrt man ſie nach Hauſe und trocknet ſie unter Dach an einem luftigen Orte. Am be⸗ ſten auf einem Geſtell von Latten angefertigt, unter welchen die Luft freien Durchzug hat. Hier werden ſie oft umgewen⸗ det, damit ſie nicht ſchimmlicht werden und ſind zum Verkauf fertig, ſo wie ſie vollig duͤrre ſind. Das Waſchen der Krappwurzeln haͤlt man fuͤr nachtheilig, indem dadurch Farbeſtoff aus ihnen gezogen wird. Da es obenein eine weitlaͤuftige, beſchwerliche Arbeit iſt, ſo wird ſichs diemand beikommen laſſen, ſie vorzunehmen. Das Krappland iſt nach gut ausgefuͤhrter Behandlung fuͤr mehrere folgende Fruͤchte ohne neue Duͤngung vorbereitet. Koͤmmt der Krapp zeitig, Anfangs October, vom Lande, ſo kann daſſelbe mit Weitzen oder Roggen beſaͤet werden. Außer— dem iſt es vortrefflich zu Gerſte geeignet. Nach beiden kann es mit Erbſen oder Wicken beſaͤet werden und darauf noch ein— mal Winterung oder Sommerung tragen, ehe es Duͤngung bedarf. Den Krapp zu oft auf ein und daſſelbe Land zu bringen, kann nicht empfohlen werden. Kann man es ſo einrichten, daß er alle zehn Jahre wiederkehrt, ſo wird man keine Ab⸗ nahme ſeiner Ergiebigkeit wahrnehmen. Da er ohnedies ſo ſtarke Duͤngung bedarf, ſo iſt um ſo rathſamer, das Land ei— ne Reihe von Jahren mit andern Fruͤchten zu beſtellen, die fuͤr die Duͤngergewinnung Futter und Stroh liefern. Der Waid. Wenn es bei dem vorigen Gewaͤchſe darauf ankam, recht ſtarke Wurzeln zu gewinnen, ſo beabſichtiget man dagegen bei dem Anbaue des Waides recht viele und große Blaͤtter, weil in dieſen die blaue Farbe enthalten iſt. Der Waid dauert im Winter aus, kann aber auch eben ſo gut im Fruͤhlinge ausgeſaͤet werden. Der Winterwaid giebt einen ſtaͤrkern Ertrag und es iſt rathſam, dieſen dem im Fruͤhlinge geſaͤeten den Vorzug zu ge— ben. Der Waid wird aus Saamen gezogen. Zum Anbau des Winterwaids wird das Land vorbereitet wie zu Weitzen, nur ſtaͤrker geduͤngt. Boden, der guten Wei⸗ ben traͤgt, wird auch guten Waid bringen.* f atn n zur: die Vet ſ d Merzer veethei 6 Bätte nnn, ſit zum Vin 3 und R ſen nit dexben nen der dol Raue da m R Tadſe taxyfan, din guß d Wald thil, d pfonzun ein Ve und da vorberej wachſen d Aufth Beard ſcon i Das duthwe 88 ſand un din nn für ud n wied, d iſ, ſ win 1. hrter Bahmie ngung voiime r, vom Lan twerden. Au Nach beide r d darauf noh ehe es Dun Land zu biie mes ſo einri d man kaie! da er ohnat ner, das Eon zu beſtelln liefern. rauf am rt man daen! ße Blitn, M n aicr ulh i Irg m bi en Trrur uge 1 eand borberelt dr gam e 199 Nachdem das Land dreimal gebraachpfluͤget und tuͤchtig geeg⸗ get iſt, wird mit der vierten Furche zu Anfange des Septem⸗ bers zur Saat gepfluͤgt, der Saame ausgeſaet und eingeegget. Die Vertheilung des Saamens muß ſehr ſorgfaͤltig geſchehen, ſo daß er nicht zu dick kommt. Vier bis fuͤnf Metzen auf den Morgen ſind hinreichend, wenn ein geſchickter Saͤemann ihn vertheilt. Sollten nach dieſer Ausſaat noch im erſten Herbſte die Blaͤtter lang heran wachſen, ſo daß ſie gemaͤhet werden koͤn⸗ nen, ſo kann man es thun, die Blaͤtter werden aber nur zum Viehfutter verwendet. Im naͤchſten Fruͤhjahre wird der Waid ſorgfaͤltig gehackt und gejaͤtet. Unkraͤuter, fremdartige Gewaͤchſe uͤberhaupt, duͤr⸗ fen nicht mit dem Waid aufwachſen, weil dieſe die Farbe ver⸗ derben wuͤrden. Bei dem Behacken iſt man auf das Verduͤn⸗ nen der Pflanzen bedacht und giebt einer jeden vier bis fuͤnf Zoll Raum nach allen Seiten. Die ſchwaͤcheren Pflanzen wer⸗ den weggehauen. Man kann auch, um das Behacken zu erleichtern, den Waidſaamen auf ein Pflanzenbeet im Auguſt ausſaͤen und verpflanzt die Pflanzen dann im October auf Reihen, welche ein Fuß von einander entfernt ſind. Dies wird das Reinigen des Waidfeldes ſehr erleichtern und hat noch den andern Vor⸗ theil, daß man Land dazu nehmen kann, welches im Be⸗ pflanzungsjahre bereits eine Frucht getragen hat. Denn wenn ein Weitzen⸗ oder Gerſtenſtuͤck nach der Ernte ſogleich gepfluͤgt und darauf geduͤngt wird, ſo kann es zum October ſehr gut vorbereitet zur Aufnahme der Waidpflanzungen ſeyn, deren An⸗ wachſen um dieſe Jahrszeit nicht ſchwierig zu ſeyn pflegt. Der Sommerwaid wird ſo fruͤh als moͤglich nach dem Aufthauen ausgeſaͤet. Es leuchtet ein, daß das Land dazu die Bearbeitung nicht erſt im Fruͤhjahre erhalten kann, ſondern ſchon im Herbſte hinlaͤnglich geduͤngt und gelockert ſeyn muß. Das Jaͤten und Behacken iſt bei dem Sommerwaid ſo gut nothwendig, wie bei dem vorigen. Wenn die Waidſtengel ſo hoch heran gewachſen ſind, daß ——2 —— 1 ſich die Blaͤtter an ihnen zeigen und die unterſten Blaͤtter an⸗ fangen gelb zu werden, ſo gewinnt man die erſten Blaͤtter. Man ſtoͤßt ſie mit einem ſcharfen Eiſen, dem ſogenannten Waidmeſſer ab. Die Blaͤtter werden darauf geſammmelt und vermittelſt weidener Koͤrbe gewaſchen. dach dem Waſchen kommen ſie auf einen bedeckten luftigen Platz, wo ſie die Sonne nicht trifft und werden zum Abwelken gebracht. In dieſem halb⸗ trockenen Zuſtande kommen ſie auf die Waidmuͤhle, ein Trog, in welchem ein ſtarkes Rad umlaͤuft, und welches die Blaͤtter quetſcht. Von dieſer zuſammen gepreßten Maſſe werden Haufen ge— gebildet, die 24— 48 Stunden angefeuchtet liegen, aber nicht vom Regen naß werden duͤrfen, weshalb man ſie durch ein uͤbergebrachtes Dach davor ſchuͤtt. Nachher knetet man die Maſſe durcheinander und macht Ballen,(Kugeln) daraus in der Groͤße eines Gaͤnſeeies. Dieſe werden an der Luft im Schatten getrocknet und ſind nun verkaͤufliche Waare. Drei bis vier Wochen nach dem Abſtoßen der erſten Blaͤt⸗ ter ſind neue ausgetrieben, mit denen man eben ſo verfaͤhrt. In fruchtbaren Sommern giebt der Winterwaid auf dieſe Weiſe viermalige Blatternte, in trockenen nur eine dreimalige. Der Sommerwaid dagegen kann nur zweimal abgeſtoßen werden. Die erſte Blatternte iſt die beſte, indem ſie nicht nur die meiſten Blaͤtter giebt, ſondern dieſe ſind auch in Anſehung der Guͤte den ſpaͤtern Blaͤttern weit vorzuziehen. Den Saamenbedarf zieht man ſich zu, indem ein Theil des Waidefeldes ungeſtoͤrt ſtehen bleibt. Es macht keine Schwierigkeit, ſich dieſen Bedarf zu ſchaffen, weil ein Mor— gen Saamenwaid die Ausſaat fuͤr 244 bis 30 andere Morgen traͤgt. Wau oder Gilbkraut, auch Faͤrberreſede genannt, erfordert von allen bisher beſchrie⸗ benen Handelsgewuͤchſen die wenigſte Vorbereitung. dn de n9 Wähet dn. d. daß ei kann, 1 die j ben, un di man dien lehtere i mer hir ten. U. heſſ ſ poangeme Wau dor dacat 8 D Nan m gtben n ſ Karfe ſe eii ronmen gräri wad, u bzu de airde nterin Blite, die erie D dem ſhenwn elt und ven zaſchen konne die Sonne In diſſe dmuͤhle, an velches die d werden halfa htet liegn, alb man ſew ſchher knettt (Kugeln) w. n an der di e Waare. n der erſini eben ſo reiſ rrwaid auf r eine drm ſie nich nu uch in Viien hen. indem in d Es macht fel „ well in Mr ander Nurhn 201 Der beſte Boden fuͤr den Wau iſt ein lehmiger Sand, der in gutem Duͤngungszuſtande iſt. Auf thonigem Boden gedeihet dieſe Pflanze nicht, ſo wenig wie in feuchten Gruͤn— den. Dieſes Gewaͤchs hat darin Aehnlichkeit mit dem vorigen, daß es ſowohl im Herbſte als im Fruͤhjahre geſaͤet werden kann, nicht weniger auch darin, daß nicht der Saamen oder die Wurzel, ſondern Blaͤtter und Staͤngel die gelbe Farbe ge⸗ ben, um derentwillen es angebauet wird. Die Zubereitung des Landes iſt verſchieden, je nachdem man die Ausſaat im Herbſte oder Fruͤhlinge machen will. Die letztere iſt deshalb vorzuziehen, weil in dieſem Falle Ein Som— mer hinreicht, ſollte man auch eine geringere Ausbeute erhal⸗ ten. Unmittelbar zu dem Wau zu duͤngen iſt nicht rathſam, beſſer iſt, man verwendet Land dazu, welches zu einer vorher gegangenen Frucht ſtark geduͤngt worden iſt. Waͤchſt der Wau darnach auch weniger uͤppig, ſo iſt dafuͤr ſeine Brauch— barkeit zum Faͤrben groͤßer. Die Ausſaat des Winterwau muß im Auguſt geſchehen. Man wird dem Lande alſo eine foͤrmliche Braachbearbeitung geben muͤſſen, weil man nicht Zeit hat, dieſe Bearbeitung nach der Aberntung eines Gewaͤchſes zu geben, welches in dem Ausſaatsjahre des Wau auf dem Lande erzogen wor— den iſt. Am beſten wuͤrden ſich noch fruͤhe ſogenannte Jacobi⸗ Kartoffeln als Vorfrucht vor dem Wau ſchicken. Man muͤßte ſie zeitig in die Erde bringen, damit ſie Ende July ausge⸗ nommen werden koͤnnten. Dann wuͤrde das Land eben ſo gereiniget ſeyn, als wenn es gebraachpfluͤget worden waͤre, was, um das nachfolgende Jaͤten zu erleichtern, bei dem An— bau des Wau von großer Wichtigkeit iſt. Die Duͤngung wuͤrde zu den Kartoffeln gegeben. dach dem Ausgraben der Kartoffeln waͤre das Land zu der Ausſaat des Wauſaamens nur einmal zu pfluͤgen. Dies muͤßte zu Anfange des Auguſt geſchehen und bliebe es darauf 14 Tage bis 3 Wochen liegen, bis ein einfallender Regen die 2. 44 A 202 Erdkrume durchnaͤßt. Dann wuͤrde einmal leicht vorgeegget, darauf der Saamen ausgeſaͤet und nun ſcharf eingeegget, bei großer Hitze und Trockenheit nach der Saat unmittelbar ge— walzt. Zieht man es vor, den Saamen im Fruͤhlinge in die Er— de zu bringen, ſo geſchieht es ſo fruͤh als Froſt und Winter— feuchtigkeit es zulaſſen. Land, welches im vorhergehenden Som⸗ mer durch Kartoffel⸗, Ruͤben⸗ oder Tabaksbau zu großer Locker⸗ heit und Reinheit gebracht iſt und zu dieſen Gewaͤchſen gut geduͤngt wurde, bedarf keiner weitern Vorbereitung als eines einmaligen Pfluͤgens und iſt bei der Unterbringung des Saa⸗ mens alles zu befolgen, was ſo eben bei der Herbſtausſaat ge— lehrt worden iſt. Des dichten Standes der Waupflanzen wegen wird das Behacken derſelben nicht wohl anwendbar ſeyn. Deſto ſorg— faͤltiger muß man aber durch Jaͤten alles Unkraut aus den⸗ ſelben ſchaffen, weil alle fremdartige Gewaͤchſe der Farbe nach⸗ theilig ſind. Die Ernte des Wau tritt ein, wenn die Blaͤtter deſſelben groͤßtentheils eine gelbliche, reifende Farbe angenommen haben. Diejenigen Waupflanzen, von denen man den Saamen zur neuen Ausſaat nehmen will, laͤßt man etwas laͤnger ſtehen. Im Julius wird der blos zum Faͤrben beſtimmte Wau die oben angegebene Zeitigung erlangt haben. Er wird ent⸗ weder ſammt der Wurzel ausgezogen, oder, was der groͤßern Reinlichkeit wegen vorzuziehen iſt, dicht uͤber der Erde abge— ſchnitten. Zu dem Ende iſt das Walzen des Landes bei der Ausſaat ſehr zutraͤglich. dach dem Ausziehen oder Abſchneiden laͤßt man den Wau etwas auf dem Felde abwelken und bringt ihn darauf unter, doch an einem luftigen Ort, wo er im Schatten ſeine voͤllige Trockenheit erhaͤlt. Wird er ganz an der Sonne ge— trocknet, ſo ſoll er etwas von ſeinen faͤrbenden Eigenſchaften verlieren. Der ſpaͤter bei voͤlliger Saamenreife aufgezogene Wau iſt zum Faͤrben ebenfalls noch brauchbar, nur verliert man zu ſoͤrn gennee jit ia ton dem bereits ih Saamen Das geln und Bündel: git 5- de 8 Rt haft iſ, dß die⸗ g iſt duch wide dckot he tr ihren Heunthe tjigt ein Irdige, zaſ in nen, nach lächin durch de Die ſtlezte dder di hohe S troße h helk und Ein tu des Win Wuj ſo ——j—— 203 l le u.. 6 e ui rennn ſehr an Gewicht, weil mehrere ſeiner Blaͤtter indeſſen duͤrre nan geworden ſind. Da der Saamen ſehr haͤufig anſetzt, ſo iſt Ammittelde nicht viei erforderlich, um die Ausſaat zu erhalten, zumal auch von dem fruͤher abgeernteten Wau die untern Saamenkapſeln rühlinge inde bereits ihre Reife erlangt haben und bei dem Trocknen ihren Froſt und 8 Saamen fallen laſſen. rhergehenda⸗ Das voͤllig trockene Gewaͤchs iſt ſammt Blaͤttern, Staͤn⸗ u zu großer geln und Saamen Verkaufswaare. Man bindet es feſt in en Genitꝛ. Buͤndel und verkauft es nach dem Gewicht. Der Morgen ereitung db giebt 6— 10 Centner und da der Preis des Centners 6 bringung dod bis 8 Rthlr. iſt, ſo ergiebt ſich, daß es gar nicht unvortheil⸗ er Hardſiumn haft iſt, dieſen Bau zu treiben, zumal wenn man erwaͤgt, daß die Arbeit, welche dieſer Anbau noͤthig macht, nur gerim n wegen vit ge iſt. ſeyn. Dh Unkraut au Der Saflor hſe derönt auch wilde Safran genannt, mit dem er jedoch keine Aehn- lichkeit hat, ſchickt ſich zum Anbau fuͤr ſolche Leute, die hin— ie Blätte dit ter ihrem Wohnhauſe einen großen Garten und eine andere ngenomma Hauptbeſchaͤftigung als die Landwirthſchaft haben, die ſie noͤ— den Scant thigt einen großen Theil des Tages im Hauſe zuzubringen. as laͤnger i Prediger auf dem Lande, Schullehrer und Handwerker, welche 3 n beſmml auf den Lande leben ſind in dem Falle. Diejenigen unter ih— en. Er wih nen, welche einen Theil ihrer Zeit gern im Freien bei einer „ was der nir leichten anziehenden Beſchaͤftigung hinbringen moͤchten, finden ber der ne durch den Anbau des Saflors dazu die ſchoͤnſte Gelegenheit. s Landes ki Dieſe Pflanze ſtammt urſpruͤnglich aus dem Diſtelge— ſchlechte ab und iſt aus dem Morgenlande, aus der Tuͤrkei lßt mn oder Egypten, zu uns gekommen. Sie macht 2— 3 Fuß eingt ihn de hohe Staͤngel mit vielen Nebenaͤſten, an welchen im Auguſt n Stzan t große gelbrothe Bluͤten zum Vorſchein kommen, die man ſam⸗ an der Ermn melt und welche der Gegenſtand des Anbaues ſind. ün Eunchi Ein reicher, tiefer und reiner Gartenboden wird zum An⸗ bau des Saflors nothwendig erfordert. Er wird im Laufe inczm J des Winters, oder doch vor dem Umgraben ſtark geduͤngt und 6 unmn mn darauf ſo fruͤh als moͤglich umgegraben. Das umgeſpatetr W Land wird mit der Harke geebnet und werden nun mittelſt eines Linienziehers oder einer ausgeſpannten Schnur die Rei⸗ hen einen Fuß weit von einander gezogen, in welche man den laͤnglichten Saamen legt. Um denſelben mit Erde zu bedecken, zieht man mit einer ſpitzen Hacke Rinnen und ſtreuet in die— ſelben, 6 bis 8 Zoll von einander entfernt die Saamenkoͤrner ein. Darauf wird wieder geharkt. Kommen die Saflorpflanzen zum Vorſchein, ſo behackt man die Zwiſchenraͤume und verduͤnnt die Pflanzen, falls man bei dem Ausſtreuen des Saamens denſelben zu ſtark aus— geſtreuet haͤtte. Es iſt hinreichend, wenn die Pflanzen 10 bis 12 Zoll auf der Reihe von einander entfernt ſtehen. Das Behacken wird nach einigen Wochen und ſo wie ſich Unkraut zeigt, wiederholt. Je lockerer und reiner das Land gehalten wird, je mehr werden die Saflorpflanzen ſich ausbreiten und Aeſte anſetzen, an welchen große Bluͤthen zum Vorſchein kommen. Nach der Mitte des July werden die erſten Bluͤthen ſichtbar. Sie ſind anfangs gelblich und werden roͤthlich, wenn ſie laͤnger ſtehen. So lange wartet man, bis man anfaͤngt, ſie abzunehmen. Wenn die Befruchtung der Blume vor ſich gegangen iſt, werden die Blumenblaͤtter mit einem ſtumpfen Meſſer abgezogen und in einem reinlichen Koͤrbchen geſam— melt. Man verrichtet dies nicht gern in der Mittagshitze, ſondern in den kuͤhlen Morgen- und Abendſtunden. Da taͤglich neue Bluͤthen aufbrechen, ſo leuchtet ein, daß die Gewinnung der Bluͤthen nicht mit einem Male zu be— werkſtelligen iſt. Man muß die Saflorpflanzung alle Tage durchgehen und die zum Abnehmen reifen Bluͤthen abnehmen. Darum habe ich auch geſagt, daß ſich der Saflorbau nicht fuͤr eigentliche Landleute ſchickt, die um die Jahrszeit, wenn der Saflor abgenommen werden muß, alle Haͤnde voll mit der Getreideernte zu thun haben. Die taͤglich abgenommenen Saflorbluͤthen ſchuͤttet man auf eine luftige, ſchattige Stelle zum Trocknen auf. Iſt die Trockenheit vollſtaͤndig erfolgt, ſo hat man verkaͤufliche Waa⸗ t,ymſ vollndet Nall d langen dr Falli werden. tes Del. viehe 90 Einfauer ene gebt auf feucht Färdern fomman! Nan Fuden, ui n Jä trodnet u DVon Nn tnige hrauch, heit kom Der Er — 1) ber trden nun di n Etknur i in wacce n t Erde u hih und ſtreuet w die Saana orſchein, ſo h ſe Pflanzi, nſelben zuſſat ie Pfanze nt ſtehen. dochen und er und rin Saflorpflang roße Bützn dee erſten B erden röthliht bis man i der Blume t zit einem ſiu Köorbchen der Mitwi ſtunden. Hleuchtet ein em Male anzung ale lüthen abnehe afſorbou itt cheszel tem ande tul mi han ſtlit ren alf 1 24. 97 M terkiufice 1 re, die man dicht verpackt aufbewahrt, bis die ganze Ernte vollendet iſt. Nach dem Abnehmen der Bluͤthen laͤßt man den Saflor ſo lange ſtehen, bis die Saamenkoͤrner reif ſind. Iſt dies der Fall, ſo ſchneidet man die Staͤngel ab und laͤßt ſie trocken werden. Der Saamen wird abgedroſchen und giebt ein gu⸗ tes Oel. Die Blaͤtter an den Staͤngeln werden vom Rind⸗ viehe gern gefreſſen. Die Staͤngel ſelbſt koͤnnen nur zum Einſtreuen oder zum Verbrennen benutzt werden. DOie Scharte 1) eine gelbfaͤrbende Pflanze wird nicht angebauet, waͤchſt aber auf feuchten Wieſen wild. Landleute muͤßten ſie ſich von den Faͤrbern zeigen laſſen und koͤnnten ſie durch ihre Kinder ein— ſammeln laſſen. Man braucht das ganze Gewaͤchs wie bei dem Wau zum Faͤrben, nicht, wie bei dem Saflor, blos die Bluͤthe. Es wird um Johannis aus dem Wieſengraſe geſucht, im Schatten ge— trocknet und ſo verkauft. Siebentes Kapitel. Vom Anbau der Gewuͤrzpflanzen und der Cichorien. Der Kuͤmmel, in einigen Gegenden Garbe genannt, wird ſo haͤufig ge⸗ braucht, daß man nicht leicht wegen des Abſatzes in Verlegen⸗ heit kommen wird. Der Kuͤmmelbau kann auf zweierlei Art betrieben wer⸗ den. Er wird entweder als behackte Frucht behandelt, ge⸗ 1) Serratula tinctoria. 8 — —— 4 *— 4☛ pflanzt und behackt, oder er wird breit ausgeſaͤet und ſeinem Schickſal uͤberlaſſen. Dies letztere geht nur auf ſehr fruchtbarem, feuchten Gartenboden, wo auf dieſe Weiſe der Kuͤmmel unter dem Graſe aufwaͤchſet, und bei der Reife eingeſammelt wird. Den eigenen Bedarf ſich auf dieſe Weiſe zu verſchaffen, kann rath⸗ ſam ſeyn. Es faͤllt ſtets ſo viel Kuͤmmelſaamen aus, als zur Ergaͤnzung der eingehenden Pflanzen erforderlich iſt und ein Grasplatz unter Baͤumen kann auf dieſe Weiſe fuͤr kleine Haushaltungen Jahr aus Jahr ein ſo viel Kuͤmmel tragen, als ſie beduͤrfen. Den Kuͤmmel zum Verkauf kann man nur auf folgende Weiſe mit Vortheil anbauen. Der Kuͤmmelſaamen wird im zeitigen Fruͤhlinge, oder noch beſſer um Michaelis auf ein kraͤftiges, muͤrbes Beet im Garten dicht ausgeſaͤet. Die aufgehenden Kuͤmmelpflanzen werden von Unkraut rein gehalten und ſind um Johannis zum Verſetzen ins freie Feld ſtark genug. Die im Herbſte geſaͤeten haben vor den im Fruͤhlinge geſaͤeten den Vorzug, daß ſie ſtaͤrkere Wurzeln machen und leichter zu verpflanzen ſind. Der Boden, welchen der Kuͤmmel im freien Felde bedarf, muß nicht zu feſt, in alter Dungkraft und gut vorbereitet ſeyn. Es muß zwar etwas kurzer Duͤnger auf das Kuͤmmel⸗ feld zu der Pflanzung ſelbſt gefahren werden. Waͤre das Land aber ganz mager, ſo wuͤrde dieſer friſche Duͤnger daſſel⸗ be nicht zu einer guten Kuͤmmelernte vorbereiten. Der muͤrbe Weitzenboden und der Gerſtenboden erſter Klaſſe ſind zum Kuͤmmelbau gleich gut geeignet. Der ſehr feſte Weitzenboden und der Gerſtenboden zweiter Klaſſe geben einen weniger ſi— chern Ertrag mit Kuͤmmel, weil beide durch trockene Witte⸗ rung leiden. Bei einer feuchten Lage und gutem Duͤngungs⸗ ſtande iſt der geringere Gerſtenboden noch beſſer zum Kuͤm⸗ melbau geeignet, als der ſehr ſtrenge Thonboden. Wenn das Land zur Kuͤmmelpflanzung um Johan⸗ nis ſo zubereitet iſt, wie zu Kohl oder einer Ruͤbenart, ſo 69 T alpb. lrim T duche, 0 d Etreii theite bis 10 In⸗ Niie 1n ſchwaͤch n Pflcazan wachſerd ſchengen fouen ne die nichis dal Wärur d iür ge Um ds w. In. Künn und ſc erlächter I ds K ſne T ſt ue hürig usgeſtt und uchtbortm, i Kuͤmmel un ſammelt win: rſchaffen, kem domen aus, 9 erderlich iſ w ſe Weiſe fi ſiel Kummat in nur auf ſ en Fruͤhlind, , muͤrbes di Kuͤmmit ſind um 8. Die in eſaeten den d thter zu aſ freien Falel und gut tont auf dosl verden. Vir che Dung reiten. Derl⸗ Kaſſe ſind ſäſe Wiiznt neeinen wenn uch trockme 9 zutm Dänpur hiſir zum hoden. 93' ung A 4 hger Nühenan, wird zur Pflanzung geſchritten. Die Kuͤmmelpflanzen werden aufgezogen, die ſehr langen Wurzeln etwas verſtutzt und bei trockener Witterung in den mehr erwaͤhnten Brei aus Miſt— jauche, Erde und kurzen Miſt geruͤhrt. Das gut abgeeggete Land wird mit einem Linienzieher in Streifen, die Einen Fuß von einander entfernt ſind, abge— theilt. Auf dieſe Streifen werden die Kuͤmmelpflanzen bei 8 bis 10 Zoll Entfernung mit einem Pflanzſtocke verſetzt. In manchen Gegenden beſetzt man die vierte oder fuͤnfte Reihe mit Kohl, welches aber freilich die Kuͤmmelernte ſehr ſchwaͤchen muß, indem die den Kohl am naͤchſten ſtehenden Pflanzen durch den gut ſtehenden Kohl leiden. Der hoch wachſende Braunkohl wuͤrde ſich noch eher zu dieſem Zwi— ſchengewaͤchs ſchicken, nur wuͤrde er im Herbſte muͤſſen abge— hauen werden, weil durch das Ausziehen ſeiner Struͤnke leicht die naͤchſten Kuͤmmelſtauden mit ausgeriſſen werden koͤnnten. Bald nach dem Verpflanzen des Kuͤmmels und wenn ſich Unkraut zeigt, muß das Land behackt werden. Durch die Pflanzarbeit wird das locker gemachte Land dicht getreten und es darf daher keine Zeit verſaͤumt werden, um es wieder locker zu machen. Im Auguſt wird ein zweites Behacken noͤthig ſeyn. Die Kuͤmmelpflanzen werden inzwiſchen gehoͤrig angewachſen ſeyn und ſich ausgebreitet haben, wodurch die Arbeit des Behackens erleichtert wird. Vor Eintritt des Winters, etwa im halben Oktober, kann das Kuͤmmelkraut zur Viehfuͤtterung abgeſchnitten werden. Eine Vorkehrung, den Kuͤmmel vor dem Winter zu ſchuͤtzen, iſt nicht noͤthig, wenn man geſorgt hat, daß das Waſſer ge⸗ hoͤrig von dem Kuͤmmelfelde abfließen kann und nicht auf demſelben ſtehen bleibt. Der Froſt ſchadet dieſem Gewaͤchs ſelten. Im Fruͤhjahre, nachdem das Land abgetrocknet iſt, wird ein drittes Behacken vorgenommen, welches zum Zweck hat, das durch die Winterfeuchtigkeit verdichtete Land aufzulockern — — ₰ 5. e — und etwanige Unkraͤuter auszurotten. Der Kuͤmmel geht nun bald in die Hoͤhe und iſt in der Regel um Johannis reif. Er muß abgeerntet werden, bevor er zu reif wird, indem er leicht abfaͤllt. Man zieht ihn auf, legt ihn auf Gelegen zum Abwelken hin und bindet ihn auf untergelegten Tuͤchern in Bunde, da— mit der abfallende Kuͤmmelſaamen nicht verlor en gehe. Beſ— ſer iſt, man ſchneidet ihn mit einer Sichel ab und verfaͤhrt uͤbrigens eben ſo, wie angegeben. Das Ausziehen hat den Nachtheil, daß bei dem Abdre⸗ ſchen des Saamens ſich viel Erde, die an den Wurzeln haͤn— gen blieb, mit dem Saamen vermiſcht und ſich ſchwer davon trennen laͤßt. Offenbar wird aber der Kuͤmmelſaamen ſehr durch beigemiſchte Erdtheile verſchlechtert. Bei dem Einbringen des getrockneten Kuͤmmels muß man ſehr vorſichtig verfahren und es nur auf einem Wagen vorneh⸗ men, der mit einer Plane belegt iſt. Die geringſte Erſchuͤt⸗ terung verſtreuet den Saamen. Er wird uͤbrigens vom Stro— he abgedroſchen, gereiniget und iſt dann verkaͤufliche Waare. Das Stroh iſt zum Einſtreuen oder zum Verbrennen zu nuͤtzen. Das Land, welches den Kuͤmmel getragen, wird entweder zur Winterung vorbereitet, oder es wird ſogleich nach dem Ab⸗ bringen des Kuͤmmels umgepfluͤgt und mit Wickengemenge beſaͤet. Der Fenchel iſt dem Kuͤmmel ſowohl in der Art, wie er angebauet wird, als auch in ſeinem Verbrauch ſehr aͤhnlich. Er iſt wie dieſer eine zweijaͤhrige Pflanze, deren Saamen im Maͤrz oder April auf ein Gartenbeet ausgeſaͤet wird. Um Johannis werden die auf dieſe Weiſe erzogenen Pflanzen auf gut zubereitetes Land, ganz wie der Kuͤmmel verpflanzt und nachmals behackt. Boden, nachmalige Bearbeitung und Behandlung bei der Ernte verlangt der Fenchel ganz wie das vorige Gewaͤchs. & In a 3 iy Jugt it einen lich, an ſaet wi des ſche⸗ 8e ihalche ſo fuuh te Land. zum zw Beſäung lic ſſ ſ In ſtm lien da We kömme, hrauct pfund 6 Der d L. mi a Anicſea mol wie dies zu neauet dicſen uch ſes bor 209 rKüna g 2 1 Jehonn n In der Zeit der Reife weicht er von dieſem ab und kann erſt du nf ain n im Auguſt abgeerntet werden. Der Anis egen zum Ai hern in Bud iſt eine einjaͤhrige Pflanze, deren Saamen ſo fruͤh als moͤg erur n gie lich, am liebſten beim Aufthauen des Schnees ſchon ausge— hel ab udn ſaͤtt wird. Es folgt daraus, daß die Vorbereitung des Lan— des ſchon im vorher gegangenen Herbſte geſchehen ſeyn muß. daß bei dn!. Der Anis verlangt einen lockern, trockenen, aber wie alle den Wurah ähnliche Gewaͤchſe, kraͤftigen Boden. Will man die Ausſſaat d ſc zar ſo fruͤh vornehmen, als angegeben, ſo wird das dazu beſtimm⸗ lunudſan te Land um Michaelis zum erſten Male und im November 4 zum zweiten Male gepfluͤgt. Es verſteht ſich, daß zu einer . Beſaͤung auf den Schnee kein naſſes, thoniges Erdreich taug— Kümmes in lich iſt, ſondern nur muͤrbes, trockenes. Iſt der Saamen in hen Wagnn den ſchmelzenden Schnee geſaͤet worden, ſo muß er nach dem 4 geringſe 1 voͤllgen Aufthauen doch noch durch die Eggen mit dem Bo— lbrigens tend den vermiſcht werden. Je feuchter der Saamen in die Erde verkäuflche koͤmmt, deſto beſſer iſt es, weil er ohnedies ſehr lange Zeit um Vaban braucht, ehe er keimt. Man ſaͤet auf den Morgen 10 bis 12 Pfund Saamen. ngen, withn Der Anis muß nach dem Aufgehen ſorgfaͤltig gejaͤtet wer⸗ gleich nac den. Wuͤrde dies unterlaſſen, ſo wuͤrden Unkraͤuter zugleich mit Wickngi mit aufwachſen, deren Saamen nachmals nicht aus dem Anisſaamen zu entfernen waͤre. Dies Jaͤten muß oft drei— mal wiederholt werden, wenn der Boden unrein iſt. Um ſich dies zu erleichtern, muß der Anis nur nach einer Hackfrucht tr angehauet! gebauet werden. Am beſten nach Kartoffeln. Hat man zu dieſen geduͤngt, ſo bedarf der Anis keiner neuen Duͤngung. nze, deren En Auch iſt in dieſem Falle ein einmaliges Pfluͤgen des Anisfel⸗ usgeſät witd des vor der Ausſaat hinreichend. ga Pfonin Im Auguſt oder zu Anfange des Septembers erlangt rnervrgfu der Anis ſeine Reife. Er wird abgeſchnitten wie der Kuͤmmel und bei der Ernte demſelben ziemlich gleich verfahren. Von Behenun in dem Anis iſt nicht allein der Saamen, ſondern auch die 4 urg Gem Spreu brauchbar. Es wird aus derſelben ein Oel bereitet I.[ 14 und kann ſie zu dieſem Behuf verkauft werden. Das Stroh dient zum Einſtreuen und Verbrennen. Die Cichorie iſt zwar kein Gewuͤrzkraut wie die vorigen, ſie iſt aber in dies Kapitel mit aufgenommen worden, weil ſie in Anſehung ihres Gebrauchs als genießbares Gewaͤchs doch einige Aehnlichkeit mit den vorigen Pflanzen hat. Die Cichorie kann nur da als Handelsgewaͤchs betrachtet und angebauet werden, wo Cichorienfabriken in der Naͤhe ſind und es mithin nicht an Gelegenheit fehlt, die friſchen Wurzeln an dieſelben abzuſetzen. Denn eigene Trockenanſtal— ten anzulegen, um ſie ſelbſt zu doͤrren, kann ich nicht an— rathen. Die Cichorie verlangt einen ſandig-lehmigen, in guter Kraft ſtehenden, gegrabenen oder noch beſſer rajolten Boden. Ihre Wurzeln dringen tief in den Boden ein, ſie wuͤrden al⸗ ſo eine gleichmaͤßige Dicke und Laͤnge auf Boden, der nur ei— ne 6zoͤllige Ackerkrume hat, nicht erhalten, ſondern wuͤrden auf ſolchem ſtatt glatter Wurzeln ein faſerigtes Wurzelgewebe liefern. Die Wurzeln der Cichorie werden auch ſchlecht, wenn man ſie in friſch mit langem Miſte geduͤngten Boden erzieht. Giebt man dem Cichorienlande Duͤngung, ſo darf es nur der im Kapitel von der Duͤngung naͤher beſchriebene kurze Duͤn⸗ ger ſeyn. Teichſchlamm oder Moder, ſtark aufgebracht, ſind vortreflich fuͤr den Cichorienbau. Hat man weder das eine noch andere, ſo bereitet man das Land zum Cichorienbau am beſten dadurch vor, daß man im Jahre vorher es mit Kartoffeln beſtellt und zu dieſen ſtark duͤngt. Zu der Aufnahme des Cichorienſaamens wird das Land am beſten mit dem Spaten vorbereitet. Im zeitigen Fruͤh⸗ jahre graͤbt man es um und ſaͤet den Saamen aus. So wie die Pflanzen ſich zeigen, werden ſie gejaͤtet. Spaͤterhin kann man ſich auch einer ſpitzigen, zweizaͤhnigen Hacke bedienen, fangen, borymo die kein im Bode zin wer ſind da Ei Darnn! alf Hord dia ſel S gewäch Nir oſ vell ihe kunn, ind de na viele h⸗ 6- grohere leher 211 um das Unkraut wegzuſchaffen und die Oberflaͤche aufzu⸗ lockern. Ende Auguſt kann man den Cichorien das Kraut abſchnei⸗ den und dem Viehe geben. Es iſt ſehr nahrhaft und vorzuͤg⸗ (eden, da ſt ſſ it lich fuͤr Milchkuͤhe geeignet. Die Wurzeln ſelbſt verlieren ein Anſchim nicht durch dieſes Abſchneiden. einige Aahni Die Wurzelernte wird um Michaelis oder ſpaͤter ange— fangen. Sie kann nur durch tiefes Umgraben des Landes lsgewachs lnn vorgenommen werden und muß man dabei ſehr ſorgfaͤltig auch riken in dr die kleinſten Wurzeln ausleſen, weil ſich ohnedies die Cichorie t fehlt, def im Boden als Unkraut anſiedelt. Die ausgegrabenen Wur— igene Tuutn zeln werden vom Kraute und den kleinen Faſern befreiet und kann ich iih ſind dann verkaͤufliche Waare fuͤr die Cichorienfabriken. Sind dieſe nicht in der Naͤhe, ſo muß man ſelbſt das ehmigen, d Darren beſorgen. Die Wurzeln werden klein geſchnitten und ſer rajoltn auf Horden, die man auf den Stubenofen oder in den Back— ein, ſie nint ofen ſtellt, getrocknet. Boden, der Einige andere Gewaͤchſe, die in dieſe Klaſſe von Handels⸗ ſondern vii gewaͤchſen gehoͤren, als die Kardendiſtel oder Weberkarde, fer⸗ gtes Vuni ner die Maͤrkiſchen oder Teltower Ruͤben, uͤbergehe ich ganz, weil ihr Anbau niemals ſehr im Großen getrieben werden uch ſtlt kann, indem es an Abſatz fuͤr dieſe Gegenſtaͤnde gebricht. ten Boh Ich gehe vielmehr zu denjenigen Handelsgewaͤchſen uͤber, darf e u! die weder bei ihrem Anbau, noch bei ihrer Zubereitung ſo iebene kun viele Handarbeit erfordern und die deshalb von den Beſitzern aufeick groͤßerer Ackerflaͤchen vortheilhafter zu erzielen ſind, als die b bisher abgehandelten Handelsgewaͤchſe. e, ſo bereitt ich vor, di und zu düſen— g vit 1 8 m zühn d nen aud 5 Sunni i hute tamn Achtes Kapitel. Von den Oelpflanzen. Die meiſten der Gewaͤchſe, die man ausſchließlich ihres öl⸗ haltigen Saamens wegen anbauet, namentlich Raps, Ruͤbſen und Dotter, ſind in der Zubereitung des zu ihrem Gedeihen erforderlichen Bodens, ſo wie in der Aberntung dem Getreide aͤhnlich und machen, werden ſie auf die gewoͤhnliche Weiſe angebauet, nicht mehrere Arbeit als dieſes. Wenn bei den in den letzten Kapiteln angefuͤhrten Gewaͤchſen die Hacke, der Spaten, mit einem Worte die Hand des Menſchen die haupt— ſaͤchlichſte Triebfeder ihres Gedeihens iſt, ſo ſind dagegen zur Erzeugung der Oelgewaͤchſe der Boden, die Duͤngung und gu— te Pflugarbeit Haupterforderniſſe, die ſich in einem gewiſſen Grade durch keinen Fleiß erſetzen laſſen. Derjenige wird daher allein mit Vortheil die Oelgewaͤchſe anbauen koͤnnen, der uͤber dieſe drei Gegenſtaͤnde gebieten kann. Magerer Boden, ſchlechte und wenige Duͤngung und elende Pflugarbeit aus Mangel an ſtarkem Zugvieh und gu— ten Pfluͤgen vertragen ſich nicht mit dem Oelſaatbau. Die Oelgewaͤchſe haben das mit den uͤbrigen Handelsge⸗ waͤchſen gemein, daß ſie dem Lande, welches ſie trug, fuͤr den Aufwand an Duͤngungskraft wenig zuruͤck geben. Das Stroh von ihnen, ſo große Maſſen dem Anſehen nach es auch giebt, iſt ſo leicht, daß es nach dem Zertreten vom Viehe wenig fuͤr die Vergroͤßerung des Duͤngerhaufens wirkt. Daß es aber zur Miſterzeugung verwendet und nicht verbrannt werde, iſt allerwaͤrts, wo der Duͤnger Werth hat, anzurathen. Denn daraus, daß dieſes Stroh nicht dem Roggen- oder Weitzen— ſtroh gleich koͤmmt, folgt auch nicht, daß es gar nichts tauge. Die Schoten(Pahlen) welche beim Dreſchen abgehen, ver— dienen ſorgfaͤltig aufbewahrt zu werden. Sie erſparen bei der Kartoffel⸗ und Ruͤbenfutterung das Haͤckſel, koͤnnen auch Win fiij vevinde refltte o bäitung Oelſaat des Bo tig, un zen ſel und Vi machen ſand an man un ne Wir dobel di wid dos Iu unker d duth no ade dſ R der U lich zur ginſi Lerhei Kern d auf fei 6 der be fioſe ſtaſe do Jol ſnnge tel. sſchlilich ien lich Rape, d zu ihrem Ga ntung dem Gw gewohnlice Wenn bei h ſen die Hack, NRenſchen dee ſind dahhhn Duͤngung u⸗ in einem zait eil die dahme ggenſtaͤnde hit ige Dünun: Zugvieh un elſgaatbou brigen Huh ſie trug ſr tben. Oab ach es auch Vahe weni Daſß 6 öbrannt wen zunxthen. Ir dn⸗ cher Site gxr iiht tal in abzehn,” 2i ahun 1 fannin 213 im Fruͤhjahre zur Vermengung des geſchnittenen gruͤnen Klees verwendet werden, theils um den jungen Klee ſparſamer zu verfuͤttern, theils die Thiere vor dem Aufbluͤhen zu bewahren. Wo Boden, Ueberfluß an Duͤngung und kraͤftige Bear⸗ beitung des Ackers zuſammen angetroffen werden, da wird der Oelſaatbau ſehr großen Vortheil gewaͤhren. Die Ausſaugung des Bodens dadurch wird uͤbertrieben angegeben. Es iſt rich⸗ tig, und ſo eben auseinander geſetzt, daß Roggen und Wei⸗ tzen, ſelbſt Hafer und Gerſte, mehr Stroh zur Miſterzeugung und Viehfutterung liefern, als die Oelgewaͤchſe. Aber dieſe machen den Boden dafuͤr ſo geſchickt zu Getreideernten und ſind eine ſo vortrefliche Zwiſchenfrucht der Halmgewaͤchſe, daß man unrecht thut, wenn man ihnen Schuld giebt, daß ſie ei— ne Wirthſchaft ganz entkraͤften. Wer ſie maͤßig anbauet und dabei die Futter- und Strohgewinnung nicht vernachlaͤßiget, wird dabei fuͤr immer beſtehen koͤnnen. Vom Anbaue des Winterrapſes, auch Kohlſaat genannt (Repſch.) Was der Weitzen unter den Getreidearten, iſt der Raps unter den Oelgewaͤchſen. Er giebt den ſchwerſten Saamen, auch wohl dein Maaße nach den reichſten Ertrag, verlangt aber dafuͤr den beſten Boden. Reiche Niederungen an Fluͤſſen und Stroͤmen, die jedoch der Ueberſchwemmung nicht ausgeſetzt ſind, eignen ſich vortref— lich zum Rapsbau. Wo in friſchem Dung der Weitzen bei guͤnſtiger Witterung ſich lagert, da geht der Raps mit Vortheil vor dem Weitzen. Dieſer wird danach ein ſchoͤneres Korn und im Ganzen eine reichere Ernte geben, als wenn er auf friſch geduͤngtem Braachland gebauet wird. Ein mit Thon und Modererde wohl gemengter Boden, der bei uns unter der Benennung als Weizenboden erſter Klaſſe bekannt iſt, wird uͤberall guten Naps tragen, dann am ſicherſten und beſten, wenn ſeine Ackerkrume tief, d. h. 8 bis 10 Zoll von gleichmaͤßiger Beſchaffenheit iſt. Aber auch der ſtrenge Thonboden, ſo wie der muͤrbere Lehmboden koͤnnen —— 4— 8 3 —— 2* bei reicher Duͤngung zu ſtarken Rapsernten geſchickt gemacht werden, vorzuͤglich wenn ſie guten Untergrund haben. Au— ßerdem wird bei unguͤnſtiger Witterung der Raps auf dieſen Bodenarten nicht gleichmaͤßig. Der pulverigte Niederungsboden, welcher ganz vorzuͤgliche Sommerung, auch ausgezeichneten Roggen und den ſchoͤnſten Sommerrqps traͤgt, kann vortheilhaft nicht mit Winterraps angebauet werden. Dieſer Boden leidet durch die Winterwit⸗ terung gar zu bedeutende Veraͤnderungen. Der Froſt hebt die Rapswurzeln auf und entbloͤßt ſie zum Theil von Erde. Zuweilen uͤberſteht der Raps auch hier den Winter und giebt dann einen ſehr erwuͤnſchten Ertrag. Dies geſchieht aber ſo ſelten, daß ſich nicht darauf zu verlaſſen iſt. Der Raps wird entweder in der Mitte des Auguſts breit ausgeſäet, oder man erzieht erſt Pflanzen von ihm und ver— ſetzt ſie im October in Reihen. Will man ihn auf die gewoͤhnliche Weiſe d. h. breit aus— ſaͤen, ſo findet faſt keine andere Vorbereitung des Landes ſtatt, als eine reine Sommerbraache. Das Land wird zum erſten Male Anfangs Mai gepcfluͤgt und gleich darauf geegget. Nun wird die Duͤngung aufge— fahren, wozu Schaafmiſt am paſſendſten iſt. Er ſagt allen Oelgewaͤchſen ohne Ausnahme beſſer zu, wie jeder andere Miſt. Ein Drittheil ſtaͤrker wie zu Weitzen ſollte man billig duͤngen. Doch laͤßt ſich auf Boden, wie ich ihn hier zu Raps angegeben habe, uͤber die Staͤrke der Duͤngung nicht viel ſa— gen. Hat das Land von Natur oder von vorheriger Duͤn⸗ gung noch Kraft genug, ſo wird auch nach einer ſchwaͤchern Duͤngung guter Raps wachſen. Auf magerem Boden muß man uͤberhaupt keinen Raps bauen. Der Duͤnger wird dreimal mit dem Lande gepfluͤgt und nach jedesmaligem Pfluͤgen geegget. Sehr vortheilhaft wird hier nach dem Eggen das Land mit einer ſchweren Walze uͤberzogen, damit der Miſt feſt in und an den Boden gedruͤckt werde und in Gaͤhrung uͤbergehe. Auch werden nach dem Walzen alle Unkraͤuter leichter keimen, A utm AT) wit ſichen! A zu ber eineg gering einand ſcher und d richten der ein achtet h in feiner dn d dden ſolcer nicſ emacht A gäüches bn. wenn doch ſolcher dcen. 3 geebn valt Inn kö 5 Regrab dante ten gitit n rgrund hoben— er Raps aif ſcher gen tere 1und dn ii icht mit Ane durhh die n n. Der Fri um Theil ten n Winter un, es giſchiht 9 1. te des Auuſt! von ihm ie deiſe d. h. hi ng des Laner fangs Mir. ie Duͤngung i iſt. Er ſch wie jede m en ſollte un i h ihn hir uan pung nict t rorherigerd Heiner ſchit eram Bod „ 1 4 — nde gexfüh vortheiht r ſchweren W en Boden vnt waden uc 1 1 9 = 2¹5 Vom roten bis den 2oſten Auguſt wird die letzte Furche gegeben. Bei trockener Witterung folgt die Egge dem Pfluge und wird das Land vor der Ausſaat durch einmaliges Ueber⸗ ziehen mit den Eggen geebnet. Man ſaͤet auf den Morgen 1 Metze Raps. Dieſen ſo zu vertheilen, daß er uͤberall gleichmaͤßig zu ſtehen koͤmmt, iſt eine große Kunſt. Sehr dicht geſaͤeter Raps giebt nicht allein geringeren Ertrag, ſondern die kleinen Wurzeln, welche die in einander gedraͤngten Pflanzen machen, uͤberwintern weniger ſicher, als die ſtarken Wurzeln, welche der in maͤßiger Entfer⸗ nung von einander ſtehende Raps macht. Daß man zu dem Raps tiefer wie gewoͤhnlich pfluͤgen und die Bearbeitung des Landes uͤberhaupt ſehr ſorgfaͤltig ver⸗ richten muͤſſe, bedarf kaum einer Erinnerung fuͤr denjenigen, der ein einziges Mal auf das Gedeihen dieſes Gewaͤchſes ge⸗ achtet hat. Man wird finden, daß der kleine Saamen nur in feiner Krume bald keimt und ſchnell empor treibt und daß dann die Wurzeln 8— 12 Zoll tief in den Boden dringen, oben aber eine Stärke einer kleinen Ruͤbe erlangen. Nur ſolcher Raps, der gleichmaͤßig auf dieſe Weiſe im Herbſte er— waͤchſet, giebt den ſtarken Ertrag, der den Rapsbau beruͤhmt gemacht hat. Kloͤßiges, ſcholliges oder duͤrres Land koͤnnen nur ein un⸗ gleiches Keimen und Aufgehen ſo feiner Saamenkoͤrner erlau⸗ ben. Die fruͤhe Ausſaat wird alſo ohne Erfolg ſeyn. Denn wenn auch einzelne Koͤrner aufgehen, ſo werden die uͤbrigen doch erſt nach einem Regen ſichtbar und niemals wird nach ſolcher Beſtellung eine gleichmaͤßige Frucht den Boden be⸗ decken. Daher muß das friſch aufgepfluͤgte Land mit der Egge geebnet, der Saamen geſaͤet, wieder geegget und darauf ge⸗ walzt werden, bevor die Krume austrocknet. In wenigen Ta⸗ gen koͤmmt der Saamen zum Vorſchein. Hat man bei der Beſtellung ſelbſt das Land gehoͤrig ab⸗ gegraben und mit Waſſerfurchen verſehen, ſo iſt damit bis zur Ernte alle Arbeit geſchehen, die der Raps verlangt. 5— 2 8 — 0. 8 J39 3 T. 8 2 d 00 8 4 ——, A— 5 ℳ 5— 8 —* 8 4 6 ◻ 1 4— 5 ú 3— 35 7 — Auf Boden, der niemals in der Bearbeitung vernachlaͤ⸗ ßiget wurde, geht es auch an, von demſelben noch einen Klee⸗ ſchnitt oder eine gruͤne Wickenernte zu nehmen und darauf erſt die beſchriebene Bearbeitung vorzunehmen. Es iſt leicht einzuſehen, daß dann noch mehr Aufmerkſamkeit und Wahr⸗ nehmung der Witterung dazu gehoͤrt, bei ſo ſpaͤtem Anfange dennoch das Land in denjenigen Zuſtand zu verſetzen, der zum Rapsbau erforderlich iſt. Wem das Land zu koſtbar ſcheint, als daß er es einen ganzen Sommer lang blos der Vorbereitung zu einer Frucht widmen mag; wer aber auch die noͤthige Bearbeitung und Reinigung auf andere Weiſe ſeinem Lande giebt, der kann den Raps auf Land bringen, welches in demſelben Jahre be— reits eine Getreideernte abgetragen hat. Nur geht in dieſem Falle es nicht an, den Saamen auf die gewoͤhnliche Weiſe breitwuͤrfig auszuſaͤen, ſondern man muß ſolches Land mit Rapspflanzen nach dem Pfluge oder auf andere Weiſe in Reihen beſetzen. Zu dem Ende wird der Rapsſaamen zur Erziehung der Pflanzen auf wohl geduͤngtes und geackertes Land etwas ſtaͤr⸗ ker ausgeſaͤet, als man den Rapsſaamen zum Stehenbleiben ausſaͤet. Zu ſtark darf er nicht ausgeſaͤet werden, damit die Pflanzen, wie man es nennt, nicht hochbeinigt wachſen. Von Einem Morgen Rapspflanzenland bekoͤmmt man nur die Pflanzen, um zwei Morgen damit zu beſetzen. Das mit Weitzen, Roggen, Gerſte oder Hafer beſtellt ge— weſene Land wird nach der Ernte ſogleich gepfluͤgt und glatt geegget. Darauf wird der Miſt aufgefahren und iſt nun, in der Vorausſetzung, daß es in muͤrbem, reinem Zuſtande war, zur Aufnahme der Rapspflanzen vorbereitet. Im October zieht man dieſe den Tag vor der Pflanzung, auch wohl ein Paar Tage vorher, aus, und legt ſie auf kleine Haufen. Sind ſie hier etwas abgewelkt, ſo bindet man ſie in Bunde und faͤhrt ſie auf das Land, wo ſie eingeſetzt wer— den ſollen. Zu Einem Pfluge werden 14 Kinder erfordert, die die Pflanzen einlegen und zwar kommen in jede Pflug⸗ furgt zung ine nifig un peit von Die Rehab, kenden kommen. abfalend jithen, d muß der Nande de von der, Geoße, alle 9 mon qur6 dm pfän deim 9 hrbit ſ dauet vir de Eh Ende n ſhuäde ſauberer cer U ſtd, wen du maden Derſche di nit dem nlgen dr Lan gten p. Coll zbeitng ede en noch einn 11 nehmen und men. Cs ſn amkeit und. ſo ſpaͤtmm len A verſeten, Ä s daß er g ag zu einer ſu 2 Bearbeitnn, de giebt, dr mſelben gſn. dur geht in i gewöhnlite ſolches Oo andere Uit zur Erziejen 8 Land etwu um Steheniſe werden, damt igt wacſn d t man ar n. Hafer beläl epflügt und und iſt aun, n Zuſtanden ar der Pfonun, dgt ſe uf in o bind'f non ſh e eingätht ennder nunn in fe N 217 furche Pflanzen und bleibt nicht, wie bei der Kartoffelpflan⸗ zung eine immer leer. Die Furchen muͤſſen freilich ſehr gleich⸗ maͤßig und etwas ſtark gehalten werden, ſo daß ſie einen Fuß weit von einander kommen. Die Rapspflanzen machen lange Wurzeln und muͤſſen deshalb ſo eingelegt werden, daß die Wurzeln von der ſie bedek— kenden Furche ab- und die Kronen gegen dieſelbe zu liegen kommen. Ohnedies verſchiebt ſie die von dem Streichbrette abfallende Erde. Damit auch die Pferde, welche den Pflug ziehen, die eingelegten Pflanzen nicht in Unordnung bringen, muß der Pflug ſo geſtellt werden, daß beide Pferde auf dem Rande der Furche hergehen. Die Entfernung einer Pflanze von der andern in der Reihe iſt nach ihrer Groͤße verſchieden. Große, ſtarke Pflanzen ſind in gehoͤriger Entfernung, wenn alle 12 Zoll eine zu liegen koͤmmt, ſchwaͤchere Pflanzen bringt man nur 5 Zoll auseinander. Der ausgeſtreuete Miſt wird bei dem Pfluͤgen etwas in die Furchen gezogen. Zu dem Verpflanzen des Rapſes mit dem Pfluge ſind nur ſtarke Pflanzen anwendbar. Kleine, ſchwaͤchliche wuͤrden beim Pfluͤgen ganz von der Erde beſchuͤttet werden. Man bedient ſich daher in den Laͤndern, wo der Raps haͤufig ange⸗ bauet wird, namentlich in den Niederlanden und in der Pfalz, des Spatens oder des Pflanzſtocks, um die Pflanzen in die Erde zu bringen. Da zu dieſer Methode des Verpflanzens ſchwaͤchere Pflanzen brauchbar ſind, die Arbeit ſelbſt viel ſauberer ausgefuͤhrt werden kann und man zur Erziehung ſol— cher Pflanzen, die zu dieſer Verpflanzungsart erforderlich ſind, weniger Land braucht, ſo verdient ſie von allen befolgt zu werden, die die wenigen Menſchen zum Ausziehen und Verſetzen der Pflanzen herbei zu ſchaffen vermoͤgen. Die Vorbereitung des Rapslandes zum Verpflanzen mit dem Spaten oder Pflanzſtocke iſt dieſelbe, als ſie zum Einlegen der Pflanzen nach dem Pfluge angegeben wurde. Das Land wird zwei oder drei Mal gepfluͤgt, aber bei der letzten Pflugfurche nicht geegget. Soll mit dem Spaten gepflanzt werden, ſo thut ein Mann 218 damit die Stiche und 3 Kinder oder Frauensperſonen ſetzen die Pflanzen ein. Die Pflanzen muͤſſen durch andere ausgezogen werden oder werden den Tag vorher aufgebracht. Der Mann mit dem Spaten nimmt ſich einen Strich Land vor, der 5 Fuß breit iſt und leget darauf 5 Reihen an. Das Vorziehen zu dieſen Reihen iſt fuͤr einen aufmerkſamen Menſchen nicht nd⸗ thig. Die Pflugfurchen dienen ihm zur Richtung. Er thut mit dem Spaten einen Stich in den Boden, druͤckt ihn ein— mal von ſich ab und ſo wieder heran, ſo daß er eine ſchmale Oeffnung in der Erde macht. Dies geſchieht auf allen fuͤnf Reihen ehe er weitet ſchreitet. Die nachfolgenden Kinder ſet⸗ zen die Pflanzen in die mit dem Spaten gemachten Oeffnun⸗ gen ein, ſo daß in jeden Stich zwei Pflanzen in die aͤußer⸗ ſten Ecken der Oeffnung kommen. Von den zwei Pflanzer beſetzt jeder zwei Stiche, der dritte nur einen, muß aber da⸗ fuͤr die laͤngs des Stuͤcks ausgelegten Pflanzen herbei holen, und vor den Pflanzern ausſtreuen. Die Pflanzen werden etwas angedruͤckt und rutſchen die Pflanzer, dem Vorſtecher folgend, uͤber das Gepflanzte hin. Leute die in dieſe Arbeit erſt eingeuͤbt ſind, beendigen in ei— nem Tage uͤber einen Magdeburger Morgen. Dieſelbe Arbeit geht mit dem Pflanzſtock noch beſſer von Statten und kann damit ein Mann vier Pflanzer bedienen. Der in den Niederlanden gebrauchte Pflanzſtock hat dieſe folgende Figur: un e— nt N he Brie ni Eſm Edtheng iiahe 8” Va nnacht e fange. 1 Krie Kerichten ice we ſtet d iüoßer ſägt iget ensyerſn ſte h nden uug, gebrath, dan Land vir, N Das Verir Naſtzen it „Richtung, d den, drück ſ daß er ein hieht auf ale folgenden Ki gemachten i flanzen in die nden zwei ſ einen, muß t flanzen hen ckt und nit das Geyfunt nd, beendinn! rgen. zſkock nuc t Pflanze e lanſidt 219 Die ganze Hoͤhe dieſes Werkzeuges iſt knappe drei Fuß, die Breite der beiden Fuͤße 7 bis 8 Zoll. Dieſe Fuͤße ſind mit Eiſen beſchlagen oder vielmehr ſind in einen eiſernen Schuh eingeſchoben, der dort, wo er ſich dem Holze anſchließt, beinahe zwei Zoll weit iſt und unten ganz ſpitzig auslaͤuft. Wird dieſer Pflanzſtock in den Boden eingeſtoßen, ſo macht er ohne weiteres die Oeffnungen fuͤr die Pflanzen. Die Pflanzer brauchen bei dem Einſetzen der Pflanzen nicht auf den Knieen zu liegen, ſondern koͤnnen die Arbeit im Stehen verrichten, weil die Oeffnungen groͤßer als durch die Spaten⸗ ſtiche werden. a ſtellt den Pflanzſtock an der Selte vor, wie er von dem Arbeiter ein⸗ geſtoßen wird. b zetgt an, wie der Schuh von Eiſen auf das Holz geſchoben und befe⸗ ſtiget iſt. 220 Die Pflanzung geſchehe mit dem Pflanzſtocke oder mit dem Spaten, ſo iſt zu beobachten, daß der Vorſtecher jeden Strich von 5 oder 7 Reihen durch einen etwas weitern Zwi⸗ ſchenraum bezeichne, als die Reihen in der angegebenen Art von einander kommen, daß er alſo es ſo einrichte, daß zwi— ſchen 5 oder 7 Reihen die gegen 12 Zoll von einander ent⸗ fernt ſind, ein Streifen von 2 Fuß Breite unbepflanzt liegen bleibe. Wo das Land in Beete geackert wird, da bilden dieſe Zwiſchraͤume die Beetfurchen. Wo es breit geackert wird, muͤſſen ſie liegen bleiben. Sind die Pflanzen etwas angewachſen, ſo nimmt ein Mann den Spaten und ſticht Erde aus den angezeigten Zwiſehen⸗ raͤumen aus und wirft ſie zu beiden Seiten auf die Pflanzen her. Dies hat den Vortheil, daß die eingeſetzten Pflanzen, welche nach dem Setzen des lockern Landes leicht an den Kronen ent— bloͤßt werden, wieder voͤllig ſo weit in die Erde kommen, als ſie auf ihrem erſten Standort darin waren und weniger vom Froſte zu befuͤrchten haben. Durch das Ausheben des Grundes ent— ſtehen auf dem Rapsfelde Furchen, in welche ſich das uͤberfluͤßige Waſſer zieht. Im Fruͤhjahre werden die Zwiſchenraͤume des Rapſes be⸗ hackt. Iſt das Land in gehoͤriger Kraft, ſo macht er ſo große Stocke, daß bei der Ernte keine leere Stellen ſichtbar ſind. Die Ernte des Rapſes muß beginnen, ſo wie die Scho— ten deſſelben ſich braͤunen und die Koͤrner darin ihre volle Ausbildung erlangt haben. Wollte man damit warten, bis die Koͤrner duͤrre ſind, ſo wuͤrde ein großer Theil bei dem Abbringen ausgeſchlagen werden. Den breit ausgeſaͤeten Raps kann man mit der Senſe hauen laſſen, der verpflanzte wird beſſer mit der Sichel abge— ſchnitten. Bei heißer Tageszeit laͤßt man lieber die Arbeit des Abbringens ruhen und unternimmt ſie nur in den Mor⸗ gen⸗ und Abendſtunden. Truͤbes, feuchtes Wetter macht hier⸗ von eine Ausnahme. Wird der Raps mit der Senſe auf Schwaden gehauen, ſo muß man ihn unmittelbar darauf in Bunde binden und zun dn ſahi toc Ir hänge ſen Rap gewendet du dem nem gr Naps m zum abd Zum eine Men terem I Geöbſten Hauſe 9 Dei teri ſne wiöld D hu wch dem End I Gnlg id um ſcm B Ketde eb ſit be ude! ſche De ſch, waen di Dud ihnen n dqhüte. b Hat ddſheuen 1 ſ M bij dm Pflanſirke de. der Doriatn) ſetwpos weitm der angegtden deinriche, i l von einande ſite unbefant wird, da bid breit geocat , ſo nimmt inde angezeigten ziſt rauf die Pfönm en Pflangen, an den Krnn Erde kommn d weniger wi en des Gmnt he ſich das hn zume des Aon ſo matt er ellen ſchttrrſ n, ſo wieele ner darin ihl! damit wara oßer Thel nan mit dr nit der Eiti an leber i 1 je nur in N. 4 Vrttr matt Stradn Thu Bunde gſcben 221 zum Trocknen aufſtellen. Wollte man ihn auf den Schwaden ſelbſt trocken laſſen, ſo wuͤrden die Schoten, welche in einan— der haͤngen, beim Aufnehmen losſpringen. Den abgeſchnitte— nen Raps legt man in Gelage, die nach einigen Tagen um— gewendet werden, wenn er im Felde abgedroſchen werden ſoll. Zu dem Ende ebnet man den Boden und belegt ihn mit ei— nem großen Tuche oder einer Plane. Auf dieſe wird der Raps mit Tragen, unter welche gleichfalls Tuͤcher gelegt ſind, zum Abdreſchen herbei geſchafft. Zum Abdreſchen auf dem Felde iſt erforderlich, daß man eine Menge Menſchen zuſammen bringen koͤnne, die bei hei— terem Wetter dieſe Arbeit ſchnell foͤrdern. Der aus dem Groͤbſten gereinigte Saamen wird zur fernern Reinigung nach Hauſe gefahren, die Schoten und das Stroh gelegentlich. Bei veraͤnderlicher Witterung iſt das Abdreſchen auf dem Felde eine mißliche Sache. Wer das Rapsfeld nicht zu weit von ſeiner Wohnung hat, thut wohl, das Abdreſchen in der Scheune vorzunehmen. Zu dem Ende wird auch der durch Sicheln abgebrachte Raps nicht in Gelege hingelegt, ſondern in maͤßige Bunde eingebunden und zum Trocknen aufgeſtellt. Man beſorge nicht, daß er in ſolchen Bunden verderben werde. Bei heiterer Witterung zieht die Luft das loſe Rapsſtroh durch und durch und macht es ſehr bald duͤrre. Es verſteht ſich uͤbrigens, daß man die Bunde nicht in breite, ſondern in lange ſchmale Reihen ſetze. Die Wagen, auf welchen der Raps eingefahren werden ſoll, werden mit großen Tuͤchern belegt. Derjenige, welcher die Bunde aufreicht, nimmt ſich in Acht, daß er nicht ſehr an ihnen reiße. Auf ſolche Weiſe wird faſt aller Saamenausfall verhuͤtet. Hat man es bei dem Abbringen verſehen und mehr Raps abgehauen, als eingebunden, ſo muß das Einbinden auch auf Tuͤchern geſchehen, weil ein mehrſtuͤndiges Liegen des Rapſes in der Mittagshitze denſelben ſchon ſo trocken macht, daß er bei dem Einbinden ausfaͤllt, Der abgedroſchene Saamen muß dunn ausgebreitet liegen und auf einem luftigen Boden taͤglich umgeharkt werden. Er ſchimmelt ſonſt und verliert an ſeiner Guͤte. Das Rapsland wird nach der Ernte ſobald als moͤglich umgepfluͤgt, nachdem es durch Regen tuͤchtig durchnaͤßt, geeg⸗ get und dann bloß noch einmal zur Weizenſaat gepfluͤgt, der in der Rapsſtoppel eine herrliche Stelle hat. Der Rapps kann bei der Ernte auch noch auf eine an— dere als die hier beſchriebene Weiſe behandelt werden. Man bringt ihn nemlich, wenn er, wie angegeben, in der Gelbreife gehauen oder geſchnitten wurde, ſogleich in Feimen. Man fuͤrchtet vielleicht, daß er in ſolchen, feucht zuſammen gebracht, verderben werde, aber das iſt keinesweges der Fall. Er wird in einer ſolchen Feime voͤllig ſo gut, als wenn er an freier Luft trocken wird. Da das Stroh ohnedies nur zum Ein— ſtreuen gebraucht werden kann, ſo braucht man auf dieſes keine Ruͤckſicht zu nehmen. Man giebt ſolchen Feimen eine beliebige Form, am be⸗ ſten eine laͤnglichte. Da man das Einſetzen in dieſelben beei— len kann, und ſelbſt durch einzelne Regenſchauer, denen ein abtrocknender Wind folgt, ſich nicht davon abhalten zu laſſen braucht, ſo iſt man bei der Ernte weniger von der Witterung abhaͤngig. Das Dreſchen geht aber aus einer ſolchen Feime ſo leicht, daß man dazu eine oder ein Paar Tage mit beſtaͤndiger Wit⸗ terung wird auswaͤhlen koͤnnen. Die Tenne zum Dreſchen wird am Fuße der Feime angelegt und da das Herabwerfen auf dieſelbe eine Kleinigkeit iſt, ſo ſind die Menſchen beim Dreſchen in beſtaͤndiger Bewegung. Noch beſſer iſt, man legt auf jeder Seite der Feime eine Dreſchtenne an, auf welche Weiſe die Arbeit bei vielen Menſchen noch beſſer von Statten geht. Das Abharken und Wegſchaffen der Scho⸗ ten muß mit einiger Behutſamkeit verrichtet werden. Bei zwei Tennen, wo ſtets auf einer gedroſchen, auf der andern auf⸗ gebunden, ausgeharkt und angebreitet wird, koͤnnen alle dieſe berſti Pufatha l dof lich iſ, ſchieden Blake d gonn zul Der kleiner un der oen de Gew De ſnurn 41 heßtüde ſach. Nlbſen Fanaͤbon Le. lütun i ſen ben die beſt— d In kann Paland, nüglch ni de w ander e (bucge 1 das ticti uſ kowm uf degg Ndi nn ausäräget naehatt nen üte te ſobald a chtig durchnit eißenſaat zeſ hat. ch noch auf in andelt werden. eben, in der g h in Feimen ht zuſammangi s der Fal. d als wenn erm nedies nur ſur man auf diſ jebige Form, a tzen in diſehn genſchauer, dn on abhalten i r von der dichen Feime hi mit beſtändin Tenne zum N da das Hetit ſind die M ung Nat eine Dreſchn Naſthn nt Tegſzfen det icht mein „auf de nim 1 nd, bonann l Ur Ir ——— verſchiedenen Arbeiten mit moͤglichſter Ordnung ohne allen Aufenthalt verrichtet werden. Vom Anbau des Ruͤbſen, auch kleine Saat genannt. Ob der Ruͤbſen gleich in vielen Stuͤcken dem Rapſe aͤhn— lich iſt, ſo ſind beide doch auch in andern von einander ver— ſchieden. Letzterer iſt ein Kohlgewaͤchs, hat alſo in ſeinem Blatte die groͤßte Aehnlichkeit mit dieſen. Erſterer gehoͤrt da— gegen zum Geſchlechte der Ruͤben(Waſſerruͤben). Der Ruͤbſen reift fruͤher, als der Raps; ſein Korn iſt kleiner und weniger oͤlreich. In der Art des Anbaues und in der ganzen Behandlung bei der Saat und Ernte ſind ſich bei— de Gewaͤchſe ſehr aͤhnlich. Der Ruͤbſen verlangt weder ſo thonigen, noch ſo ſtark ge⸗ duͤngten Boden, als der Raps. Er gedeihet auf muͤrbem Gerſtboden, wenn er in guter Duͤngung iſt, oft ganz vor— zuͤglich. Auf eigentlichen Sandboden gehoͤrt freilich auch der Ruͤbſen nicht hin, indeſſen kann ein ſtark geduͤngter, lehmiger Sandboden noch immer ertraͤglichen Ruͤbſen bringen. Was die Fruchtfolge anlangt, in welcher der Ruͤbſen an— zubauen iſt, gilt faſt alles, was in dieſer Hinſicht beim vori— gen Gewaͤchſe angefuͤhrt iſt. Die reine Sommerbraache iſt die beſte und ſicherſte Vorbereitung dazu. Da aber der Ruͤbſen 10— 14 Tage ſpaͤter geſaͤet wer⸗ den kann, als der Raps, ſo kann er noch eher wie dieſer auf Kleeland oder Wickengemengeland angebauet werden. Ganz vorzuͤglich ſchickt ſich aber eine Rapsſtoppel fuͤr den Ruͤbſen, wo die Umſtaͤnde es raͤthlich machen, zwei Jahre hinter ein— ander Oelgewaͤchſe anzubauen. Dies iſt in Stromniederungen (ruchgegenden) der Fall. Wenn der Raps abgeerntet iſt, wird das Land ſogleich gepfluͤgt und wenn ein Regen gefallen iſt, tuͤchtig geegget, damit der ausgefallene Raps zum Kei— men komme. Bei 14 Tagen wird zum zweiten Male gepfluͤgt und geegget, darauf Anfangs September zur Saat. In dieſem letzteren Falle, wenn der Ruͤbſen in die Raps⸗ 224 ſtoppel geſaͤet wird, bedarf das Land einer neuen Duͤngung nicht. Bei jeder andern Beſtellungsart und Fruchtfolge iſt ſolche unerlaͤßlich, es ſey denn, daß man ſehr kraͤftigen Neu— bruch dazu verwenden wolle. Das Land zu dieſen Gewaͤchſen ſtark zu duͤngen iſt naͤchſt andern Urſachen ſchon deshalb noͤthig, daß die Saamenunkraͤuter ſtark aufſchlagen. Sie wachſen dann in dem ſo ſorgfaͤltig zubereiteten Lande theils vor der Ausſaat der Oelſaat, theils mit derſelben zugleich auf, werden im erſteren Falle bei der folgenden Furche untergepfluͤgt, und im letzteren wachſen ſie zwar mit den Oelgewaͤchſen auf, da ſie aber den Winter uͤber erfrieren, ſo findet man im Fruͤhjahre nichts als reinen Ruͤbſen oder Raps auf dem Acker. Dies und die ſtarken Wurzeln, welche Raps und Ruͤbſen in dem Boden zuruͤck laſſen, ſind die Urſachen, warum nach ihnen auf eine lange Reihe von Jahren vorzuͤglich die Som— merung ausgezeichnet geraͤth. Ich mußte einſt Land mit Rog— gen ohne Duͤngung beſtellen, welches ſechs Jahre lang des Duͤngers entbehrt und folgende Fruͤchte getragen hatte: 1. Jahr Ruͤbſen, darauf im Aberntungsſommer noch ein Wickengemenge. 2.— Gerſte mit Klee. 3.— Klee 4.— Roggen 5.— Hafer Das Land war nun gebraacht worden und ich mußte aus Mangel an Duͤngung den Roggen mager einſaͤen. Er wurde aber der beſte, den man auf jener Feldmark ſehen konnte. Der dem Roggen folgende Hafer war ebenfalls ausgezeichnet ſchoͤn. Dieſe Erfahrung machte ich ſehr jung. Ich habe ſie ſeit— dem haͤufig wiederholen koͤnnen und rathe einem jeden die reine Braache mit ſtarker Duͤngung als Vorbereitung vor den Oelgewaͤchſen zu geben, wenn ſeine andern Wirthſchaftsver⸗ haͤltniſſe den Oelſaatbau erlauben und wenn er irgend mit Unkraͤutern zu kaͤmpfen hat. Die bei dem Rapsbaue angefuͤhrte Verpflanzungsmethode findet findit ne ken un t Alunde Nach empfehlen nen Fuß tern die Rübſen, mitunte, ales ab, Futterernte ſchadet we Vihhe jed Pffanſen ſiehen don De 9 Id oälen c Alts has der Rühſe Der E gnt ſt, in Ran! 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Haut man alles ab, ſo giebt es eine große Maſſe Futter. Geſchieht dieſe Futterernte zu rechter Zeit, ſo kann ſie dem Ertrage unbe⸗ ſchadet weggenommen werden. Nur das Auftreiben mit dem Viehe jeder Art muß vermieden werden. Die Kronen(der Pflanzen werden durch die Hufe der Thiere verletzt und uͤber⸗ ſtehen dann den Winter weniger leicht. Die Reife des Ruͤbſen tritt fruͤher ein, als die des Rap— ſes. In der erſten Haͤlfte des Junis iſt die Ernte dieſer Frucht zuweilen ſchon beendet, in gewoͤhnlichen Jahren um Johannis. Alles was von der Ernte des Rapſes geſagt iſt, gilt auch von der Ruͤbſenernte. Der Ertrag an Ruͤbſen iſt auf Boden, der fuͤr Raps ge— eignet iſt, ſelten ſo ſtark, als von dieſem. Auf jeden Fall iſt ſein Korn viel kleiner und weniger oͤlhaltig. Er hat vor dem Rapſe den Vorzug groͤßerer Sicherheit, indem er leichter wie dieſer durchwintert. Auf geringerem Boden faͤhrt man uͤberhaupt ſicherer bei Ruͤbſen, wie bei Raps. Denn wo dieſer faſt gar nicht auf— kommen wuͤrde, kann jener bei guͤnſtiger Witterung noch eine ſehr gute Ernte geben. Man kann die Winteroͤlgewaͤchſe auch als Futter- und Winterkraͤuter nuͤtzen, wozu ſie ſich deshalb ſo gut ſchicken, weil man mit einer geringen Menge Saamen eine große Flaͤche beſaͤen kann, 1 bis 1½ Berliner Metze reicht nehmlich auf einen Morgen hin. Mithin iſt die Beſaamung ſelbſt nicht koſtbar. Sie eignen ſich als Futtergewaͤchſe hauptſaͤchlich fuͤr das J. 1 15 2 zeitige Fruͤhjahr. Man ſaͤet ſie zu dem Ende auf ſehr kraͤfti⸗ ges Land, welches Roggen getragen oder wo man Fruͤhkartof— feln abgeerntet hat um die Zeit des 24ſten Auguſts. Finden ſie ein tiefes, lockeres und kraͤftiges Erdreich, ſo werden ſie im Herbſte gut anwurzeln und dann im April ſchon ein Gruͤnfutter geben, wenn weder Klee, noch anderes Gras zu haben iſt. Landleute, die hinter ihren Wohnungen große Woͤhrten oder Gaͤrten haben, koͤnnten am erſten eine ſolche Gruͤnfuttererzeu⸗ gung einrichten. Vom Anbau des Sommer⸗Raps und Sommer⸗ Ruͤbſen. Beide Gewaͤchſe ſind zwar von einander unterſchieden, ſind ſich im Ganzen aber doch aͤhnlicher, als die Winterge— waͤchſe. Sie ſtehen, was den Oelgehalt anlangt, den Win⸗ terdlſaaten ſehr nach, geben auch nie die Ausbeute an Koͤr— nern, als dieſe. Deſſen ungeachtet kann man ſie in manchen Verhaͤltniſſen mit großem Vortheil anbauen. Es iſt nehmlich ſehr in Betrachtung zu ziehen, daß die Sommerdlgewaͤchſe das Land nur eine ſehr kurze Zeit einneh— men. Man kann ſie Ende Juni ausſaͤen und in gewoͤhnli— chen Jahren iſt das Feld um Michaelis doch wieder geraͤumt. Da nun nach gut geſtandener Sommeroͤlſaat der Roggen gut geraͤth, ſo iſt eine Sommer⸗Rapsernte gleichſam im Braach⸗ jahre nicht zu verachten, moͤge ſie immerhin weit geringer ſeyn, als eine Winter⸗Rapsernte. Die Zubereitung und Duͤngung des Landes kann zu einer Zeit geſchehen, wo alle, oder die meiſten Fruͤhjahrs⸗Beſtellungsarbeiten beendigt ſind. Die Zeit dieſer Bearbeitung im Monat Juni iſt zur Vertil⸗ gung des Unkrautes wie zur Auflockerung gleich guͤnſtig. Alle dieſe Umſtaͤnde beſtimmen die Landwirthe in einigen Gegen— den, den Sommer⸗Rapsbau mehr wie den Anbau des Win⸗ ter⸗Rapſes zu treiben. Ein ſehr wichtiger Grund, die Sommeroͤl-Gewaͤchſe an— zubauen, iſt auch in ſolchen Jahren vorhanden, wenn die Win— terd!⸗Gewaͤchſe durch den Froſt zerſtoͤrt worden ſind. Dann rfeg i nupr d Der ib ad naͤchſet, Ganz vo boden, d Auf ſolh ſat baue Den Eandbdde Dängung leidlche Aber Loden be doden nie dar de pſecd h diſſaben. 10 ſs a da ſr ſchnäle faden de nuß, w en. 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Den Sommer⸗Ruͤbſen ſaͤet man haͤufig auf eigentlichen Sandboden. Hat er Feuchtigkeit genug und iſt in ſehr guter Duͤngung ſeit langer Zeit gehalten, ſo kann man noch eine leidliche Ernte auf ihm halten. Aber reichliche Duͤngung, die ſchon zergangen und dem Boden beigemiſcht iſt, verlangen dieſe Oelgewaͤchſe. Iſt der Boden nicht bereits in guter Kraft, ſo hilft der kurz vor der Saatfurche aufgebrachte Miſt wenig. Schaaf— pferch hingegen aͤußert eine ganz vorzuͤgliche Wirkung auf dieſelben. Die Sommerdlſaaten zeigen bei warmer Witterung 20 bis 24 Tage nach dem Aufgehen bereits die Bluͤten. Die⸗ ſer ſchnelle Wachsthum der Pflanzen lehrt alſo, daß man den⸗ ſelben die Nahrung moͤglichſt nahe und gut vorbereitet geben muß, weil ſie nicht Zeit haben, ſich ſolche von fernher zu ho— len. Aus demſelben Grunde kann man das Sommer-⸗Raps⸗ land auch nicht leicht zu locker machen. Die langſamer wach⸗ ſenden Pflanzen, Hafer, Kartoffeln und Roggen, haben zu⸗ weilen einen ſchlechten Anſchein. Nachdem ſie ſich aber einge— wurzelt haben und nachdem der dem Lande gegebene Miſt ſich immer mehr aufloͤßt, ſo veraͤndern ſie ſich ſpaͤterhin auffallend und geben eine weit reichere Ernte, als man vermuthen konnte. Iſt Sommer⸗Raps hingegen nicht gleich nach dem Aufgehen uͤppig anzuſehen und geht dicht und gleichmaͤßig in die Hoͤhe, ſo braucht man auf eine bedeutende Veraͤnderung nicht zu hoffen. Die kleinen ſchwaͤchlichen Pflanzen bluͤhen, ehe man es glaubt und der Ertrag iſt dann in der Regel ſo ſchlecht, daß man beſſer faͤhrt, ihn gar nicht zu nehmen, ſondern viel kluͤger handelt, den mißrathenen Raps abzuhauen und unterzupfluͤ— gen. Denn in den dicht und ſchnell aufwachſenden Pflanzen kommen nur wenige Unkraͤuter mit auf, dagegen finden ſie ſich bei gut geduͤngtem Boden um dieſe Jahrzeit ſehr haͤufig, wenn der Raps mißraͤth. Die Melde hauptſaͤchlich iſt ein haͤßliches Unkraut, welches den Sommeroͤlſaamen verſchlechtert und das Land verunreiniget. Das vollige Mihrathen dieſer Gewaͤchſe nie abzuwarten muß ſich ein jeder vornehmen, der ſolche bauet. An Feinden außer dem Unkraute fehlt es dem Sommer— Ruͤbſen nicht. Die Erdfloͤhe zerſtoͤren die eben aufgehenden Pflaͤnzchen und die Pfeifer, eine ſchwarze Raupenart, vernich— ten ein Rapsfeld nach dem, wenn es ſchon Schoten ſetzt. Ge⸗ gen beide Uebel giebt es keine Mittel. Bei der Ernte der Sommerolſaaten ſind dieſelben Vor— ſichtsmaßregeln zu treffen, als vorhin bei den Wintergewaͤch— ſen angegeben worden. Ich bemerke bloß noch, daß Stroh von den erſtern von den Schaafen gern gefreſſen wird und alſo eine ſorgfaͤltige Aufbewahrung verdient. Vom Anbaue des Senf. Der Senfſaamen wird außer ſeiner Verwendung zu Oel noch von den Apothekern und zur Bereitung des Senf-Mo— ſtrichts gebraucht. Zu letzterem wird jedoch nur der gelbe oder weiße Senf genommen, der an manchen Orten einen ſeh hohen Preis hat. Man bauet nemlich zwei Arten von Senf, den mit gelben und den mit ſchwarzen Saamenkoͤrnern. Eine Abart des letzteren findet ſich wild wachſend, oft als ein ſehr ſchaͤdliches Unkraut in niedrigen, bruchigen Gegenden. Der erſtere iſt ein mehr geſchaͤtztes Gewaͤchs und zum ſorgfaͤltigen Anbau zu empfehlen. Ler Ins alleret b diſſ dn. 4 lig. S fürchen niͤcſe K große Le den an, Di vorigm, Ta. Ranat,J findet, P. nden 9 nict zri Der dätenat ſcenawe Boden! Uaher al Nans b de Sonme und ſa hat kein ſo ſchett, n, ſondern u Hauen und untenn ufwachſeden ſ uf, dagegen in e Jahrjſet ſche e hauptſächich rölſaamen berte öllige Mifraß jeder vornehon ehlt es dem Er die eben aufge ze Raupenat n on Schoten ſſ⸗ ſind dieſeb dei den Winte⸗ pdloß noch, d! gefreſſen widn enf. Verwendung ſtung des En h nur der g en Orten ein von Senf, in rnern. En ¹ , oft Ilb 1n en Gexnnen nd zun paht 229 Der Senf verlangt Boden, wie ich ihn fuͤr den Som— merraps angegeben habe. Uebrigens dieſelbe Duͤngung und Zubereitung des Landes. Da er aber nicht ſo ſchnell waͤchſet als dieſer, ſo muß er fruͤher, im April oder Mai geſaͤet wer— den. Die Erdfloͤhe ſind den jungen Pflanzen ſehr nachthei⸗ lig. Sind ſie ihnen aber entwachſen, ſo haben ſie nicht den fuͤrchterlichen Feind zu fuͤrchten, wie die vorhergehenden Ge— waͤchſe und koͤnnen ihr Wachsthum ungeſtoͤrt vollenden. Koͤmmt die Reifezeit heran, ſo finden ſich die Voͤgel als große Liebhaber des Senffaamens und richten großen Scha— den an, wenn man ihnen nicht wehrt. Die Aberntung des Senfs iſt in allen Stuͤcken der, der vorigen Oelgewaͤchſe aͤhnlich. Vom Anbaue des Dotters. Der Leindotter, in manchen Gegenden auch Ackerſaat ge⸗ nannt, iſt ein Unkraut, welches ſich haͤufig in dem Leinſaamen findet, welches aber ſeines Saamens wegen auch angebauet wird. Das Oel von dem Dotterſaamen wird in manchen Ge— genden gegeſſen und hat den Vorzug, daß es in der Kaͤlte nicht gerinnt. Der Dotter iſt unſtreitig das ſchlechteſte der angebaueten Oelgewaͤchſe, hat aber doch in mancher Hinſicht einige wuͤn⸗ ſchenswerthe Eigenſchaften. Er nimmt mit dem ſchlechteſten Boden vorlieb und leidet von keinem Inſekt. Man kann ihn daher als Nothbehelf anbauen, wenn die Erdfloͤhe Senf und Raps abgefreſſen haben. Die Zubereitung des Landes iſt wie zu den uͤbrigen Sommeroͤlgewaͤchſen. Die Ausſaat des Dotters kann fruͤh und ſpaͤt vorgenommen werden, wie es am beſten paßt. Er hat keine lange Wachsthumszeit, ſondern reift ſchnell. Vom Anbaue des Mohn⸗ oder Magſaamen. Dieſes bekannte Gewaͤchs, welches in einem großen Stri⸗ che von Deutſchland in jedem Garten auf dem Lande ange— troffen wird, gehoͤrt nur in dies Kapitel, weil ſein Saamen zum Oelpreſſen gebraucht wird. Im uͤbrigen iſt es den bis⸗ her genannten Oelgewaͤchſen in keiner Hinſicht aͤhnlich. Es wuͤrde vielmehr nach der fruͤher angedeuteten Eintheilung der Handelsgewaͤchſe in ſolche, die viele Handarbeit verlangen und in ſolche, die deren wenige verurſachen, zu den erſteren gehoͤ⸗ ren. Denn der Mohn muß in ſeiner Jugend gejaͤtet und nachmals behackt werden, ſo gut wie Tabak. Der Mohn giebt das wohlſchmeckendſte Oel von allen ein⸗ heimiſchen Oelſaaten und hat keine Feinde unter den Inſek— ten. Er verurſacht aber weit mehrere Arbeit als die uͤbrigen und kann auf großen Flaͤchen nicht fuͤglich angebauet werden. Er verlangt einen muͤrben, tiefen und reichen Boden. Beſſer iſt der mehr ſandige als der thonige Boden fuͤr den Mohnbau geeignet. Auf rajoltem Lande pflegt der Mohn vor⸗ zuͤglich zu gedeihen, uͤberhaupt uͤberall leichter, wo er nicht mit Unkraͤutern zu kaͤmpfen hat. Das Land zu Mohn wird entweder tief gepfluͤgt oder beſſer gegraben. Es friſch zu duͤngen iſt nicht unumgaͤnglich noͤthig, wenn es noch in alter Duͤngungskraft iſt. Nach Kar⸗ toffeln wird der Mohn ohne neue Duͤngung ſehr gut ge⸗ rathen. Will man dem Mohnlande friſche Duͤngung geben, ſo waͤhle man kurzen, zergangenen Miſt. Langer, ſtrohiger wird ihm wenig Vortheil bringen. Der Mohn wird gern ſo fruͤh als moͤglich geſaet, am beſten im Maͤrz. Daß er nicht zu dicht zu ſtehen komme, muß der Saͤe⸗ mann beobhachten. Das Jaͤten wird ſonſt ſehr erſchwert und hinwiederum ſchadet ein zu ſchwacher Stand der Pflanzen. Man kann bei einer fruͤhen Ausſaat, bei welcher man darauf rechnen kann, daß der Mohn das Land zeitig raͤumt, mit demſelben zugleich Moͤhren oder Mohrruͤben ausſaͤen. 7” ve bohw nn ſie ſehende darf, al der and R. wird in dem Be tine ſchn hack, n henden ſene Un ken ſind I Loden a digen wie da ſah nit dem hen hs mabs gut d. jihn de fugſa i ſe um⸗ Nohnko fn, diſe Hat nohh dar klepſen weijtäuf den. 31 Bande 9 Das he bvorge daumen agſaan. einem großenen, uf dem Landen weil ſein ei igen iſt e dn wnſicht ihnich ten Einthelung, erbeit verlengn den erſtern Jugend gejätte k. ke Oel bon aln de unter den git bett als die i angebautt v nd reichen hh ige Boden f flegt der Aahn chter, wo er tief( gepflüt! nicht unungin aft iſt. Auht gung ſeht g Düngung gäen ger, ſrohig hantit ut nme, muß de 6 chr eichum! ad der Ufenſe „dei wiche e gn hů tun lben qusſin So wie die jungen Mohnpflanzen ſichtbar werden und die dazwiſchen aufkommenden Unkraͤuter erkennbar ſind, jaͤtet man ſie aus. Bei dieſer Gelegenheit wird auch der zu dicht ſtehende Mohn mit aufgezogen, der nirgends dichter ſtehen darf, als daß jede Pflanze nach allen Richtungen 6 Zoll von der andern entfernt bleibt. Nach dem Jaͤten waͤchſet der Mohn raſch auf und er wird in einigen Wochen ſo weit erwachſen ſeyn, daß man zu dem Behacken ſchreiten kann. Hierzu nimmt man entweder eine ſchmale, nicht uͤber einen Zoll breite oder eine zweizinkige Hacke, mit welcher man den Boden lockert, die zu dicht ſte⸗ henden Pflanzen weghauet und das nach dem Jaͤten erwach— ſene Unkraut vernichtet. Die breiten oder herzfoͤrmigen Hak⸗ ken ſind zu dieſer Arbeit nicht brauchbar. In der Regel wird ein zweites Behacken bei muͤrbem Boden nicht noͤthig ſeyn. Wuͤrde er aber durch einen Platz⸗ regen wieder dicht geſchlagen, ſo muß es nicht unterbleiben. Bei ſolcher Behandlung geraͤth der Mohn immer und die mit demſelben ausgeſaͤeten Moͤhren finden nach dem Aufzie⸗ hen des Mohns ein gelockertes Land, in welchem ſie nach⸗ mals gut wachſen. Die Aberntung des Mohns wird am beſten durch Aus⸗ ziehen der Staͤngel bewirkt, wenn es Mohn mit geſchlo ſſenen Koͤpfen iſt. Man bindet kleine Bunde in Stroh und ſtellt ſie zum Trocknen auf. Da die Voͤgel und die Maͤuſe den Mohnkoͤpfen ſehr nachſtellen, ſo muß man Vorkehrungen tref⸗ fen, dieſe ungebetenen Gaͤſte davon abzuhalten. Hat man wenig Mohn geerntet, ſo laͤßt man die Koͤpfe wohl durch die Kinder aufſchneiden und den Saamen aus⸗ klopfen. Bei einer großen Mohnernte wuͤrde dies aber zu weitlaͤuftig ſeyn und dann muß der Mohn ausgedroſchen wer⸗ den. Zu dem Ende hauet man die Mohnbuͤndel unter dem Bande ab und wirft die Staͤngel zur Feuerung weg. Das Ausdreſchen der Koͤpfe muß auf einem großen Tu⸗ che vorgenommen werden, damit kein Sand in den feinen Saamen komme, welcher ſich nachmals nicht gut daraus ſchei 332 den laͤßt. Die Reinigung von den Abgaͤngen der Koͤpfe wird durch Sieben und Wurfen bewerkſtelliget. Nach dem Aufzie⸗ hen des Mohns wird das Land, wenn es auch zugleich mit Moͤhren beſaͤet war, von allem groͤßeren Unkraute gereiniget und mit den erwaͤhnten Hacken gelockert, worauf die Moͤhren bei einem guͤnſtigen Spaͤtſommer noch eine anſehnliche Groͤße erlangen werden. „ 4 — Ende des erſten Theils. vormeb K: Jweit duc leuen A ☛