Uaiv-Bibl.] Siessen — X Anweiſung zum Anbau und zur Benutzung des Mais oder tuͤrkiſchen Weizens, beſonders im noͤrdlichen Deutſchlande und in den preuß. Staaten, nach eigenen Erfahrunge .— 78* „ EBIO 5. à0⁄ 8 14 123 X vom N Hofprediger S Leget, * 88 zu Schwedt. Sa 0 e Mit einigen Anmerkungen und einer Vorrede verſehen von Aelbr. Thaer. Auf Befehl Sr. Majeſtaͤt des Koͤnigs dem Druck uͤbergeben. Aus den Annalen des Ackerbaues abgedruckt. —— Berlin, 1809. In der Realſchulbuchhandlung. — — Borrede. Der Herr Verfaſſer dieſer Abhandlung hatte den Maisbau auf einer Reiſe nach dem ſuͤd⸗ oͤſtlichen Deutſchlande kennen gelernt, ihn bei ſich ſeit einer Reihe von Jahren ausgefuͤhrt, und nach ſeiner Erfahrung dieſe Anweiſung nie⸗ dergeſchrieben, bevor er das klaſſiſche Werk des Hrn. D. Burger kannte. Ich habe ihm die⸗ ſes erſt ſpaͤterhin kommunicirt, und er hat dar⸗ aus nur nachher einiges entlehnt und eingeſchal⸗ tet. Ich kann alſo bezeugen, daß dieſe Schrift keinesweges ein Auszug aus jenem groͤßeren Werke und uͤberhaupt nicht aus andern Schrif⸗ ten, die wir bereits uͤber den Maisbau haben, hergenommen, ſondern ein ganz auf eigene Beobachtung gegruͤndetes Original ſey. Und A 2 — ꝗ—u— 6 4 wenn jenes hoͤchſt vollſtaͤndige, vortreffliche Werk des Hrn. D. Burger, welches unter dem Titel: Vollſtaͤndige Abhandlung uͤber die Naturgeſchichte, Kultur und Benutzung des Mais oder tuͤrki⸗ ſchen Weizens, mit vier Kupferta⸗ feln, Wien, 1809, in Joſeph Gei— ſtingers Verlag, herausgekommen iſt, dem— jenigen, der ſich uͤber dieſe Materie vollſtaͤndig unterrichten will, nicht genug zu empfehlen iſt; ſo wird dieſe Schrift des Herrn Hofprediger Schregel immer ſehr ſchaͤtzbar und voͤllig ge⸗ nugthuend ſeyn, wenn man ſich nur uͤber den Bau und die Benutzung dieſer Frucht im All⸗ gemeinen belehren will. Thaer. ☛ —————— Vorrede des Verfaſſers. Der Wunſch, dem Vaterlande nuͤtzlich zu werden, und beſonders den Duͤrſtigen und Armen ein Mittel mehr zu verſchaffen, durch deſſen Anwendung der Theurung der Lebens⸗ mittel vielleicht etwas abgeholfen werden koͤnnte, gab die erſte Veranlaſſung, den Maisbau in Vorſchlag zu bringen. Sieben Jahre hinter einander beſchaͤftigte ich mich in Erholungsſtunden mit dem Anbau des ſoge⸗ nannten tuͤrkiſchen Weizens, und fand bei der geringen Quantitat, welche an Koͤrnern usgelegt wurde, daß der Mais an Koͤrner— ertrag die bei uns gangbaren Getreidearten weit hinter ſich zuxuͤckließ. Die erſteren Jahre hindurch wurden die Koͤrner lediglich —— 3 ————— ( 6 5) zur Maſtung, und, gemengt mit zwei Thei⸗ len Rocken, zum Brodbacken angewendet. Fortgeſetzte Verſuche leiteten ſodann zur Be⸗ nutzung der Stengel der Maispflanze und der entkoͤrnten Kolben. Aus erſteren wurde ein Syrup bereitet, welcher wohlfeil und wohlſchmeckend war, und letztere wurden nicht nur zur Feuerung benutzt, ſondern ſie gaben auch eine Aſche, deren reichhaltiger Gehalt von Kali(1 Pfund giebt ½ Pfund Pottaſche) von Sachverſtaͤndigen anerkannt wurde. Nunmehr trug ich kein Bedenken, vor etwa drei oder vier Jahren, einem um die Oekonomie des Landes verdienten Staats⸗ manne die Vortheile, welche der Maisbau gewaͤhre, ſchriftlich anzuzeigen, nach Maaß⸗ gabe der mit Mais belegten Flaͤche eine Be⸗ rechnung deſſen beizufuͤgen, was ein Magde⸗ burger Morgen liefern duͤrfte, wenn auf einem benachbarten Domaͤnenamte ein Ver⸗ ſuch gemacht werden ſollte. Man dankte fuͤr △ 2) die angezeigten, wie man aͤußerte, ſchon groͤßtentheils bekannten Vortheile, und hielt ſich uͤberzeugt, daß, da der Mais und die vortheilhafte Benutzung deſſelben ſchon be— kannt genug ſey, die Vortheile ſelbſt zur Kultur antreiben wuͤrden, und daß man Be— denken trage, dieſelbe anzubefehlen. Dieß Letztere wuͤrde ich wohl am wenigſten ge— wuͤnſcht haben. Dieſer Antwort ungeachtet wuͤrde ich ſchon im naͤchſtfolgenden Jahre einen der hieſigen Ackerbeſitzer dahin zu brin⸗ gen geſucht haben, den gewuͤnſchten Verſuch auf einer Flaͤche von einem Morgen zu ma— chen, haͤtte nicht Krankheit und der unter⸗ deſſen ausgebrochene Krieg dies verhindert. Im Fruͤhjahr 1808 gelang es mir, den hie ſi⸗ gen Kaufmann Hrn. Juͤngel fuͤr den Mais⸗ bau zu intereſſiren, und es wurden im offe⸗ nen Felde ½ Magdeb. Morgen mit 5 Metzen Mais belegt. Es ergab ſich nun, daß der Morgen 24 Scheffel Koͤrner, 1 Centner Sy⸗ ☛ 1 ) 6* rup, 250 Pfund getrocknete Blaͤtter, und ber 4 Fuder zwiſchen den Maisreihen gelegter tra Runkelruͤben lieferte. Die durchs Verbren⸗ 4 ne nen der Kolben zu gewinnende Quantitaͤt n Aſche konnte nicht beſtimmt angegeben wer⸗ gen den, ließ ſich aber doch mit 2 Rthlr. in An⸗ wo ſchlag bringen. ſen Das Aufſehen, welches die Anpflanzung tet des Mais im freien Felde, ſo wie auch die ten Benutzung der Stengel und Blaͤtter, erregte, ſoe zeigte zur Genuͤge, daß der Mais und ſeine 1 Vortheile ſo allgemein bekannt bei weitem E nicht waren, als jener obengedachte Staats⸗ ta mann es anzunehmen beliebt hatte, und ich fi beſchloß nun, den entſcheidenden Schritt zu f wagen, Sr. Majeſtaͤt allerhoͤchſten Perſon 1 die gefundenen Vortheile zu berichten, wobei ſfe zugleich die Bereitwilligkeit zu erkennen ge— b geben wurde, die Methode bekannt zu ma⸗ 9. chen, nach welcher der Mais gebaut und be⸗ ii nutzt worden war, im Fall die Kultur deſſel⸗ 1 6( 9) ben fuͤr die preußiſchen Staaten vortheilhaft erachtet werden ſollte. Se. Majeſtaͤt nah⸗ men dies huldreichſt auf, und ließen mir an⸗ zeigen, daß dem damaligen Geh. Rathe, jetzi⸗ gen Staatsrath, Herrn Thaer aufgegeben worden ſey, meine Angaben genauer zu pruͤ⸗ fen, die Vortheile des Maisbau mit mir wei⸗ ter zu eroͤrtern, und ſodann weiter zu berich⸗ ten. Es entſpann ſich hierdurch eine Corre⸗ ſpondenz mit einem Manne, deſſen Ruf eben ſo ausgebreitet iſt, als ſeine Kenntniſſe und Einſichten anerkannt ſind. Der Herr Staats⸗ rath erklaͤrte ſich anfaͤnglich mehr wider, als fuͤr den Maisbau. Den von dieſem ſo er— fahrnen Manne aufgeſtellten Gruͤnden konnte ich lediglich meine Erfahrungen entgegen⸗ ſtellen. Ob ſie, oder der Umſtand, daß um eben die Zeit ein Mann von Profeſſion im Oeſterreichiſchen uͤber eben dieſen Gegenſtand ein Werk ausarbeitete, auf welches mich der Herr Staatsrath ſchon zum voraus aufmerk⸗ (10) ſam machte, letzteren fuͤr die Kultur des Mais gewonnen haben mag, kann ich nicht entſcheiden. Genug ich erhielt nachſtehendes Kabinetsſchreiben: „Se. Koͤnigl. Maj. von Preußen haben Sich uͤberzeugt, daß der Anbau des tuͤrkiſchen Weizens unter Verhaͤltniſſen und Bedin⸗ gungen allerdings vortheilhaft ſeyn kann, und werden es daher gern ſehen, wenn der Hofpred. Schregel die von ihm beabſich⸗ tigte vraotiſche Anleitung zum Bau und zur Benutzung dieſer Frucht mit beſonderer Hinſicht auf das Klima und die Lokalver⸗ haͤltniſſe Ihrer Provinzen herausgiebt. Koͤnigsberg, den 11. Febr. 1809.“ Ehe noch dieſer Koͤnigl. Befehl erſchien, war bereits der Plan, welcher dieſen Bogen zum Grunde liegt, entworfen, und die ein— zelnen Abſchnitte dem Hauptinhalte nach ausgearbeitet. Es hatte hierauf der Herr Staatsrath die Gewogenheit(fuͤr welche ich dieſem wuͤrdigen Manne hierdurch meinen ( 11r.) Dank abſtatte), mir anzuzeigen, daß die Schrift des Herrn D. Burger„uͤber den Maisbau“ nunmehr erſchienen ſey, und es rathſam ſeyn wuͤrde, dieſelbe bei der auszu⸗ arbeitenden Anleitung zu benutzen, um ſo mehr, da dieſe Schrift, obwohl ein vollen⸗ detes Werk uͤber dieſen Gegenſtand, dennoch fuͤr den groͤßeren Haufen zu weitlaͤuftig und nicht faßlich genug ſeyn duͤrfte. Daß dieſer Rath befolgt worden iſt, lehren die mehr⸗ mals angefuͤhrten Stellen. Im Ganzen ge⸗ nommen fand ich aber in dieſer Schrift, außer einigen mir fremden Erfahrungsſaͤtzen, nur Beſtaͤtigung deſſen, was ich bereits ſchriftlich aufgezeichnet hatte, ſofern dies naͤmlich auf Kultur und Benutzung des Mais Beziehung hat. Hieraus werden nun die Leſer dieſer Bo⸗ gen, und ſollen ſie einer Beurtheilung ge— wuͤrdigt werden, auch die kuͤnftigen Beur— theiler derſelben, hinlaͤnglich erſehen, daß (125 in derſelben nichts weiter enthalten iſt, als Mittheilung der Art und Weiſe, wie Mais von mir gepflanzt und benutzt worden iſt, und weit bin ich davon entfernt, mir einzu⸗ bilden, etwas Vollendetes oder auch nur Vorzuͤgliches zu liefern, was von mir, dem landwirthſchaftliche Kenntniſſe mangeln, auch wohl nicht zu erwarten ſteht. Den Wunſch meines verehrten Monarchen zu erfuͤllen, welcher mir Befehl war, erdreiſte ich mich, meine Erfahrungen oͤffentlich mitzutheilen, und werde mich innigſt freuen, wenn man ſich ihrer ſo lange bedient, bis recht bald et— was Vollſtaͤndigeres in dieſem Fache erſchei⸗ nen wird, was dieſe Anweiſung entbehrlich macht. Schwedt, den 10. Mai 1809. Der Verfaſſer. ——— 11121———— ——ew-——-——-y-————— Einleieung. Es iſt aufſallend, daß man im noͤrdlichen Deutſch⸗ lande, und beſonders in den preußiſchen Staaten, welche ſich ruͤhmen duͤrfen, auch im landwirth⸗ ſchaftlichen Fache ausgezeichnete Maͤnner zu be⸗ ſitzen, deren Bemuͤhungen die Landwirthſchaft ſo viele gluͤckliche Verbeſſerungen verdankt, ſo wenig oder faſt gar nichts fuͤr die Einfuͤhrung einer Ge⸗ treideart gethan hat, die es in mehr als einer Hin⸗ ſicht verdient, die erſte Stelle unter den bei uns ge⸗ woͤhnlichen Getreidearten einzunehmen,— ich meine den Mais oder ſogenannten tuͤrkiſchen Wei⸗ zen,— daß dieſe ſo uͤberaus nutzbare und eintraͤg⸗ liche Frucht einem großen Theile der Landbewoh⸗ ner nicht einmal dem Namen nach bekannt iſt, und von den Wenigen, welche ſie kennen, nicht geſchaͤtzt und in dem Maaße angebaut wird, als es ihre Nutzbarkeit verdient— dies bedarf wohl keines Beweiſes. Man findet hier und da hoͤchſtens kleine Gartenbeete mit Maispflanzen beſetzt, indeß in ——ͤãäjämn— 2 2 7 r ———*—— (14) Wuͤrtemberg, Schwaben, Oeſterreich, vorzuͤglich aber in Kaͤrnthen und Steyermark, und in den Gegenden des Oberrheins ganze Felder damit be⸗ deckt ſind, und ihren Beſitzern reichen Gewinn bringen. Daß beſondere geheime Urſachen diejenigen, welchen die Verwaltung der landwirthſchaftlichen Angelegenheiten in unſerem Staate anvertraut war, ſollten vermocht haben, die Maiskultur nicht aufkommen zu laſſen, laͤßt ſich wohl nicht annehmen; vielmehr ſcheint es, daß Mangel an Bekanntſchaft mit dieſer Getreideart, ihrer Be⸗ handlung und ihrer vielſeitigen Benutzung, und vielleicht auch Vorurtheile ihr den Eingang bei uns verſperrt haben, und ich will mich bemuͤhen, hier ſo kurz als moͤglich das zuſammen zu ſtellen, was, wie ich mir ſchmeichle, dem Mais bei fleißigen und vorurtheilsfreien Landwirthen Eingang ver⸗ ſchaffen wird. Zuerſt hier die Frage: iſt's moͤglich, daß in den preußiſchen Staaten, und namentlich in der Mark Brandenburg, Mais gebaut werden koͤnne? Findet er da den ihm guͤnſtigen Boden und das er⸗ forderliche Klima? Dieſen Fragen diene zuvoͤr⸗ derſt das zur Beantwortung, was in einem vor kurzem erſchienenen Werke vom Hrn. D. Vurger: — — ( 15) „Ueber die Kultur und Benutzung des Mais; Wien, 1809. 8.“ geſagt wird. Es heißt darin Seite 83: „Der groͤßte Theil von Deutſchland, Oeſterreich, Boͤhmen, Schleſien, Baiern, Franken, die niederrheiniſche Gegend, Sachſen, die Mar⸗ ken; Laͤnder, die groͤßtentheils ein zur Mais⸗ kultur hinlaͤnglich warmes Klima beſitzen, bauen bis jetzt entweder noch gar keinen Mais, oder in ſo geringer Quantitaͤt, daß er als Feldfrucht gar nicht in Anſchlag ge⸗ bracht werden kann.“ Und, eben derſelbe, S. 92: „Der Mais hat vor allen anderen Getreide⸗ arten darin einen großen Vorzug, daß er in jedem Boden und beinahe in jeder Erdart fortkommt, und bei einer ſchicklichen Kultur und Duͤngung uͤberall reichliche Fruͤchte traͤgt. Die ſandigen Haiden von Neu⸗Jer⸗ ſey, wo weder Weizen noch Gerſte gedeihet, und der Rocken nur kuͤmmerlich fortkommt, prangen mit uͤppig gruͤnendem Mais.“ Ferner, S. 96: „Im Ganzen genommen, iſt es außer Zweifel, daß ein leichter Boden dem Mais viel zu⸗ traͤglicher ſey, als ein ſchwerer. Doch —ü— ———————— 6( 16) gefaͤllt er ſich ſo gut, wie jede andere Pflanze, in einem fetten, tiefen, jedoch muͤrben Lehm⸗ boden; ja er gedeihet in ſeiner groͤßten Pracht nur an ſolchen Orten, die zur Kultur der uͤbrigen Getreidearten zu ſehr mit Pflanzen⸗ Nahrungstheilen uͤberladen und zu geil ſind. Aber auch im Sande, wenn er nur gehoͤ⸗ rig geduͤngt worden iſt, und nur ſo viel Bin⸗ dung hat, daß ihn nicht jeder ſtarke Wind aufhebt, kommt der Mais beſſer als andere Fruchtpflanzen, den Buchweizen etwa aus⸗ genommen, fort. Die Neuſtaͤdter Haide in Oeſterreich, die Ketſchemeter Haide in Un⸗ garn ꝛc., die in Ruͤckſicht auf Kultur und Fruchtbarkeit ſchlechter als alle deutſchen Haiden ſind, bezeugen meine Behauptung; denn uͤberall iſt in dieſen Sandfeldern der Mais die vornehmſte Frucht, die den Be⸗ wohnern ihre Bemuͤhungen noch am reich⸗ lichſten lohnet. Hiermit ſtimmen auch meine ſieben Jahre hin⸗ ter einander gemachten Erfahrungen vollkommen uͤberein. Nur einmal in dem kuͤhlen Sommer 1805 ereignete es ſich, daß ein im Oktober einge⸗ tretener ſcharfer Froſt einen Theil der Aehren oder Kolben nicht zur voͤlligen Reife kommen ließ, und mich ————õ ( 12) mich zwang, ſie unreif abzunehmen und geſchnit⸗ ten zur Viehfuͤtterung anzuwenden. Der Mais wuͤrde aber gewiß ſchon im September zur Reife gekommen ſeyn, haͤtte er nicht ſeinen Standort am Fuße eines Berges gehabt, wo ihn die Sonne in den laͤngſten Tagen nur dis 3 Uhr Nachmittags beſcheinen konnte*). In den uͤbrigen Jahren fingen nach Beſchaffenheit der Witterung und nach dem Grade der Waͤrme, im Sommer die Kolden ſchon im Anfange oder in der Mitte des Septem⸗ bers an zu reifen; ja im letztverwichenen Sommer fanden ſich ſchon am 24ſten Auguſt voͤllig reife Kol⸗ ben auf dem Maisfelde. Wird daher der Mais nur mit dem Ende des April oder in den erſten Ta⸗ gen des Mai ausgelegt, und ſteht er nur auf kei⸗ nem kaltgruͤndigen, ſumpfigen oder naſſen Boden, *) In dieſem kalten Jahre kam doch auch in einem warm gelegenen Garten der Mats bei mir nicht zur Reife, und ich verlor folglich meine ſaͤmmtliche Saat, die ich mit hierher gebracht hatte. Dies iſt wirklich die einzige Ur⸗ ſach, warum ich den Maisbau, den ich vormals ſchon im Großen detrieben hatte, in Moͤgelin nicht eher, als im Jahr 1808 wieder a fangen konnte, indem ich mir die Saat nur aus wenigen Koͤrnern zuziehen mußte. Jener Fall trat auch faſt an allen Orten, die mir bekannt ſind, ein. D. 6, G18) und wird er vom fruͤhen Morgen bis zum Abend von der Sonne beſchienen, ſo kann man zum Zeit⸗ punkt der Ernte der bei uns bekannten Maisſorte den Monat September annehmen, wenigſtens in der Mark. In Hinterpommern, in Preußen und in den Gegenden unfern der Oſtſee duͤrfte aber dieſe Art von Mais entweder gar nicht zur Reife kom⸗ men, oder ihr Anbau unſicher und mißlich ſeyn. Fuͤr dieſe Gegenden giebt es dann aber Sorten, welche fruͤher zur Reife kommen, auch ſpaͤter als der gewoͤhnliche gelbe Mais ausgelegt werden koͤn⸗ nen. Der Herr D. Burger hat in ſeiner erwaͤhn⸗ ten Schrift gegen 30 Maisſorten aufgezaͤhlt, von denen einige, nach ſeiner Verſicherung, ſogar in Daͤnnemark zur Reife kommen ſollen. Es iſt alſo keinem Zweifel unterworfen, daß in der Mark das Klima, ſo wie der Boden dem Maisbau guͤnſtig ſind. Aber— ſo hoͤre ich fragen— verdient es denn der Mais, bei uns gebaut zu werden? Dieſe Frage beantworte ich unbedingt mit Ja! Die Erfahrungen, welche ich ſieben Jahre hinter ein⸗ ander machte, haben mich vollkommen davon uͤber⸗ zeugt, daß er Vorzuͤge vor unſeren uͤbrigen Ge⸗ treidearten habe. Man ſehe, was daruͤber in dem Abſchnitt uͤber die Benutzung des Mais geſagt iſt, —— 4—— ,—“ 7—„ ( 19) Aben und entſcheide dann ſelbſt. Iſt es doch ſchon des⸗ 1Zen⸗ wegen ſehr zu empfehlen, auch den Mais neben Efchi den uͤbrigen Getreidearten zu bauen, weil, je mehr ns in Arten der zur Nahrung fuͤr Menſchen und Vieh Mand dienenden Fruͤchte man erzielt, das Mißrathen ’diſ der einen oder der anderen Art weniger druͤckend tam⸗ iſt, und nicht gaͤnzlichen Mangel oder Hungers⸗ ſeyn. noth zur Folge haben kann. Es kann zwar auch erten, der Mais mißrathen, und liefert bei unguͤnſtiger als Witterung nicht alljaͤhrlich einen gleich großen Er⸗ oͤn⸗ trag; wird dies aber einen verſtaͤndigen Landwirth ihn⸗ abhalten, ihn zu bauen? Ohne hier noch etwas Lon zur Empfehlung des Mais zu ſagen, ſetze ich eine ar in Stelle aus Hrn. D. Burgers angefuͤhrten Schrift alſo her. Es heißt da S. 91: Nark„Wenn ſich der Noͤrdlich Deutſche nur erſt ein⸗ dau mal ſelbſt von dem unuͤbertrefflichen Nutzen des Mais wird uͤberzeugt haben, wenn er tt es ſehen wird wie er an Maſtungsfaͤhigkeit Dieſe alles uͤbrige Getreide weit hinter ſich zuruͤck⸗ Die laͤßt; daß ſeine Pferde mit der Haͤlfte deſſen, ein⸗ was ſie ſonſt an Hafer erhielten, ſich beſſer über⸗ ſtehen, kräͤftiger ſind, und vollleibiger aus⸗ Ge⸗ ſehen; daß manche Gerichte von dem Gries dem oder Mehl dieſes Korns ſeinem Dienſtvolk t iſt, nicht unangenehm ſeyn, ja viel beſſer ſchmek⸗ B 2 ( 20) ken werden, als die von Rocken, Gerſte oder Buchweizen, und daß er von einer gegebe⸗ nen Flaͤche, die mit Mais gehoͤrig beſtellt war, einen Ertrag erhalten wird, der ſeine hoͤchſten Erwartungen uͤberſteigt(und auch, dies ſetze ich hinzu, einen nicht unbedeuten⸗ den Gewinn an Futter), ſo muͤßte er weni⸗ ger induſtrioͤs ſeyn, als er wirklich iſt, und ſeinen Vortheil ganz verkennen, wenn er nicht mit Haſt nach einer Pflanze greifen ſollte, die ihm ſo große Vortheile gewaͤhrt.“ Es ſind nun noch zwei Vorwuͤrfe, welche man dem Mais und der Kultur deſſelben gemacht hat, uͤber welche ich noch etwas ſagen muß. Man ſagt, wenn vom Maisbau die Rede iſt: er ſaugt das Land aus, verzehrt vielen Duͤnger, und giebt we⸗ nig wieder. Was dieſen Vorwurf anbetrift, ſo iſt es unter den Landwirthen in jenen Gegenden, wo viel Mais gebaut wird, noch unentſchieden, ob er zu den ausſaugenden oder zu denen den Acker verbeſſernden Fruͤchten muͤſſe gezählt werden. Wahr iſt's allerdings, daß ſchlecht geduͤngter und ſchlecht beſtellter Acker auch eine weniger ergiebige Ernte liefert; eben ſo wahr iſt's aber auch, daß eine Frucht, auf welche man im folgenden Jahre Weizen folgen laͤßt, wie dies in Frankreich, Un⸗ — — — 2——— iſte oder gegebe⸗ beſtellt er ſeine dauch, deuten⸗ rweni⸗ ſt, und enn er reifen irt. eman R hat, n ſagt, zt das öt we⸗ ft, ſo eennden, leden, Acker Wahr hlecht Ernte eine Jahre „Un⸗ (21) garn und Steyermark der Fall iſt, nicht fuͤglich zu den auszehrenden Fruͤchten gezaͤhlt werden duͤrfe. Als Laie in der Landwirthſchaft maße ich mir's nicht an, hieruͤber entſcheiden zu wollen. Meinem Dafuͤrhalten nach, kann der Mais wohl den Acker nicht mehr ausſaugen, als die uͤbrigen Getreide⸗ arten oder Kartoffeln, weil er nicht nur durch das erforderliche mehrmalige Behacken den Acker in einem lockeren Zuſtande hinterlaͤßt, und weil die weiten Zwiſchenraͤume unerſchoͤpft bleihen, mithin beinahe die Haͤlfte des Ackers als Brache unent⸗ kräͤftet bleibt*). Bei dem Mangel an Duͤn⸗ gungsmitteln, welche in unſeren Gegenden noch immer ein Hauptgebrechen der Land irthſchaft ſind, wuͤrde alſo der Maisbau, auch wenn er nur wenig das Land ausſaugen ſollte, nicht zu empfeh⸗ ſen ſeyn, traͤfe ihn der mit dem erſteren zuſam⸗ menhaͤngende Vorwurf mit Recht: daß er naͤm⸗ *) Daß der Mais viele Nahrung aus dem Boden her⸗ ausſauge, iſt wohl entſchieden. Aber eben ſo gewiß iſt es, daß er durch die Bearbeitung dem Acker wieder Vortheil bringe, und das Brachpfluͤgen erſetze. Dann aber giebt er Futter und folglich Duͤnger in reichem Maaße wieder. Und wenn er auf dem Hofe verfuͤttert wird, vermehrt er die Dungkraft der Wirthſchaft im Ganzen ſtaͤrker, als die Er⸗ ſchoͤpfung iſt, die er auf dem Acker bewirkt. D. G. (22) lich zehre, und keinen Duͤnger wieder⸗ gebe. Letzteres iſt offenbar ein Vorwurf, der den Mais nicht trift. Sammelt man ſeine Auswuͤchſe, Bluͤthen, Blaͤtter, Stengel und Deckblaͤtter, und wendet ſie friſch oder getrocknet zum Viehfutter oder zum Streuen an; benutzt man den Koͤrner⸗ ertrag zum Futter fuͤr Pferde, oder als Maſtung fuͤr Rindvieh und Schweine; giebt man ferner die nach meiner zu gebenden Anw iſung, den Mais zu pflanzen, auch nedenher auf dem Maisfelde noch zu gewinnenden Runkelruͤben dem Hornvieh: ſo wird man ſich bald uͤberzeugen, daß der Maisbau den Duͤngermangel nicht vermehren werde. Und welch ein viel nahrhafteres Futter ſind die friſchen oder getrockneten Blaͤtter des Mais, ſeiner ſaftrei— chen Stengel nicht einmal zu gedenken, gegen das Stroh unſerer Getreidearten! Man wende alſo das letztere zum Streuen an, indem man das er⸗ ſtere als Fuͤtterung benutzt. Geſetzt aber auch, es wuͤrde durch Sachverſtaͤn⸗ dige dahin entſchieden, daß der Mais das Land in etwas ausſage: ſo wird beſonders in den Gegen⸗ den, wo Futterkraͤuter im Ueberfluß gewonnen werden, z. B. im Oder⸗, Warte⸗ und Netze⸗ bruch*), und in den an der Oder belegenen Ort⸗ ) Ob der Mais in dieſen Niederungen paſſend ſey, (23) ſchaften, dies dem Maisbau den Eingang nicht verſperren, wenn man ſich einmal davon uͤberzeugt hat, daß der Mais den Duͤnger durch ſeinen Er⸗ trag reichlich bezahle. Wie viele tauſend Fuder Duͤnger werden in der Ukermark, Neumark und im Bruche zur Kultur des Tabacks angewendet, und dieſe Pflanze iſt nicht nur zehrend, ſondern giebt auch wenig oder gar keinen Duͤnger wieder. Was den andern Vorwurf anlangt, daß der Maisbau viel Arbeit erfordere, ſo iſt er allerdings gegruͤndet, wenn man zumal ſeine Kul⸗ tur mit der unſerer gewoͤhnlichen Getreidearten vergleicht. Das zwei- und in ſchwererem Boden auch dreimal zu wiederholende Pfluͤgen, das Ge⸗ ſchaͤft des Auslegens der Samenkoͤrner, das mehrmalige Behacken und Anhaͤufen der Pflan⸗ zen, das Ausbrechen der Rebenſchoͤßlinge, das Abſchneiden der Stengel, das Abbrechen der Aeh⸗ ren oder Kolben, das Reinigen derſelben von den Deckblaͤttern, das Zuſammenbinden und Aufhaͤn⸗ gen der Kolben, und vor allem— wenn man den Mais nicht driſcht— das Entkoͤrnern derſelben— ſcheint mir noch zweifelhaft, wegen der fruͤhen Reiffe, die daſelbſt faſt alljaͤhrlich einfallen, und das Kartoffeikraut zerſtoͤren. D. H. (24) dies alles koſtet allerdings viel Arbeit. Wird dieſe doch aber durch den reichen Ertrag und die mehr⸗ ſeitigen Vortheile, welche der Maisbau gewaͤhrt, reichlich belohnt. Auch koͤnnen manche jener Ar⸗ beiten von Kindern verrichtet werden, ſo wie auch, wenn der Mais nicht in Kreiſen, ſondern in Rei⸗ hen, und zwar ſo gelegt wird, daß die Breite der Reihen zwei Fuß betraͤgt, und einen Fuß von ein⸗ ander entfernt ein Korn liegt, der Anhaͤufepflug und die Pferdehacke angewendet werden koͤnnen, vermittelſt welcher ein großes Maisfeld in kurzer Zeit gereinigt werden kann(es verſteht ſich von ſelbſt, daß bei Anwendung der Pferdehacke und des Anhaͤufepfluges die Flaͤche zwiſchen zwei Rei⸗ hen nicht bepflanzt werden kann). Auch die Ar⸗ beit des Zuſammenbindens und Aufhaͤngens der Kolben wird erſpart, wenn man ſich aus Latten ein Trockenhaus verfertigt, von welchem ſich eine Abbildung und Beſchreibung in des Hrn. D. Bur⸗ gers Schrift findet. Denen, welche Taback bauen oder bauen laſſen, kann ich verſichern, daß der Muͤhe und Arbeit bei dieſem mehr ſind, als beim Maisbau. Scheue nur keiner den Verſuch, und ich bin feſt davon verſichert, er wird den Maisbau ſchaͤtzen lernen! Jetzt zur Anleitung ſelbſt. dieſe——— ehr⸗ hrt, Ur⸗ Erſter Abſchnitt. u 9 Vom Anbau des Mais oder tuͤrkiſchen der Weizens. ein⸗ lug en, 1. rzer bog Von dem zum Anbau des Mais erforder⸗ lichen Boden, und der Zubereitung und deſſelben. Rei⸗ Al⸗ Obgleich der tuͤrkiſche Weizen auf jedem in guter der Duͤngung ſtehenden und gehoͤrig bearbeiteten Bo⸗ tien den fortkommt, und reichliche Fruͤchte traͤgt, ſo eine faͤllt dennoch ſein Ertrag reichlicher aus, wenn er zur⸗ in einem nicht gar zu ſtrengen Lehmboden gezogen uen wird. Vor einem ſehr ſtrengen und thonigen Bo⸗ der den wird ein ſchon mehrere Jahre unter dem Pfluge eim gehaltener und jederzeit gut geduͤngter Sand bei und weitem den Vorzug verdienen: denn ein thoniger bau Boden taugt durchaus nicht zum Anbau des Mais. Eben ſo taugen naſſe und kaltgruͤndige Felder nicht zum Maisbau. Man laͤuft Gefahr, daß der in (26) ſolchen Aeckern ausgelegte Samen faule, und, wenn er auch durch beſondere Beguͤnſtigung der Witterung eine Pflanze treiben ſollte, ſo bleibt dieſe doch immer kraͤnklich, und bringt, wenn ja die Frucht zur Reife kommt, wenige oder kleine Aeh⸗ ren. Die Felder, auf welchen mehrere Jahre hin⸗ durch Taback, Weißkohl oder Kartoffeln gebaut worden, eignen ſich vorzuͤglich zum Maisbau. Man kann es da ſchon einmal wagen, ohne Duͤn⸗ gung Mais zu legen, und wird dennoch ziemlich reichlich ernten, obgleich in einem friſch geduͤngten Acker die Ernte immer ergiebiger ausfaͤllt. Durch⸗ aus nothwendig aber iſt es, daß der Acker, auf welchem Mais gebaut wird, den Sonnenſtrahlen vom Morgen bis zum Abend ausgeſetzt ſey. Man waͤhle daher einen ſolchen Standort fuͤr den Mais, wo rings umher alles frei iſt, und weder Baͤume, noch Gebaͤude oder Huͤgel die Maispflanzung be⸗ ſchatten. Hat man Gelegenheit dazu, ſo kann man auch eine nach Mittag zu liegende, nur nicht zu ſteile Anhoͤhe waͤhlen. Hat man ſich nun einen zum Maisbau taugli⸗ chen Acker auserſehen, ſo laſſe man denſelben im Herbſt tief pfluͤgen, wenn es ſeyn kann, mit dem Haken: denn dieſer lockert den Boden mehr als der Pflug. Dies Pfluͤgen im Herbſt darf am we⸗ (22) „ und, nigſten im Lehmacker unterbleiben, weil der Froſt ig der die Erdſchollen locker macht, und— wie auch im t dieſe Sandfelde— das Unkraut vertilgen hilft. So ja die gepfluͤgt bleibt der Acker bis zum Maͤrz liegen. Aeh⸗ Iſt er hinlaͤnglich abgetrocknet, ſo wird das ge⸗ e hin⸗ pfluͤgte Feld mit einer beſchwerten Egge geebnet, gebaut und gleich darauf mit dem Haken oder Pfluge isban. queer uͤber gepfluͤgt, wodurch die ſogenannten Pe⸗ Duͤn⸗ den oder Quecken auf die Oberflaͤche kommen, und nlich die Erdſchollen zermalmt werden. Dann wird ngten abermals queer uͤber die vom Haken oder Pflug urch⸗ gemachten Furchen ſcharf geegget, und das ſich avf vorfindende Unkraut vom Acker geſchafft. Hier⸗ ahlen auf wird, etwa in den letzten Tagen des April, Man der Duͤnger aufgefahren, ausgebreitet und unter⸗ gais, gepfluͤgt. Ob dieſes Duͤngen ſchon im Herbſt vor⸗ ume, genommen werden koͤnne, daruͤber habe ich keine Jbe⸗ Erfahrungen gemacht*½). kaun Je lockerer und reiner aber der Boden, und je nicht tiefer hinein er locker iſt, um deſto freudiger wird der tuͤrkiſche Weizen wachſen, um ſo reichlicher ugli⸗ im*) Dies kann ohne allen Zweifel geſchehen. Und wenn dem man Duͤnger vorraͤthig hat, ſo halte ich es fuͤr beſſer, weil als er dann durch mehrmaliges Pfluͤgen mit der Ackerkrume we⸗ mehr gemengt wird. D. 5. ( 28) lohnen. Hat man daher nicht dafuͤr geſorgt oder ſorgen koͤnnen, daß beſonders im Lehmacker tief gepfluͤgt worden iſt, ſo rathe ich an, nach dem Eggen da vorgraben zu laſſen, wo die Koͤrner aus⸗ gelegt werden ſollen, weil die Wurzeln des Mais 8 bis 10 Zoll tief eindringen, und, wenn ſie daran gehindert werden, weder einen ausgewachſenen Stengel treiben, noch auch große Aehren liefern. Dies Umgraben mit dem Spaten kann kurz vor dem Auslegen des Samens, oder auch an demſel⸗ ben Tage, vorgenommen werden. Was den Duͤnger anlangt, ſo nimmt der Mais zwar mit jeder bei uns gewoͤhnlichen Gat⸗ tung vorlieb— in Frankreich ſoll man hier und da nur ausgelaugte Holzaſche auf die Maisfelder fahren— ich wuͤrde aber den kurzen, ſchon meh⸗ rere Monate in Haufen geſtandenen Duͤnger vom Rindvieh dem von Pferden vorziehen, oder doch beide gemengt anwenden. Schafmiſt moͤchte zwar auch angewendet werden koͤnnen, jedoch habe ich dies nicht verſucht; aber auch dieſer muͤßte kurz ſeyn, weil er ſonſt nicht gut untergepfluͤgt werden kann, und beim Auslegen des Samens hinderlich werden duͤrfte. Die beſte Art von Duͤngung, welche man dem Mais geben kann, iſt die, wenn man den Winter uͤber den Unrath aus Abtritten 629) gt oder auf das Maisfeld bringen laͤßt. Er wird zwei er tief Jahre hinter einander die reichſte Ernte, den hoͤchſt h dem moͤglichen Ertrag bewirken. Moͤgen ſich dies be— r aus⸗ ſonders die Ackerbeſitzer Berlin's merken, und Mais waͤhrend der Nacht den Unrath auf ihre Felder daran fahren laſſen, welcher in ſo großer Menge in die hſenen Spree gebracht wird*). jefern. Wie ſtark geduͤngt werden ſoll, daruͤber kann P zor ich keine allgemeine Vorſchriften geben, und be⸗ nſes merke nur, daß man hierin eher zu wenig, als zu viel thun koͤnne. Je reichlicher der Duͤnger, deſto der groͤßer die Ernte. Wenn man das Maisfeld eben Gat⸗ ſo ſtark duͤngt, als ein Weizen oder Tabacksfeld, rund ſo wird man nicht leicht zu wenig duͤngen. Der eider reichlichere Duͤnger wird dem, was man im fol⸗ meh⸗ genden Jahre auf dem Maisfelde baut, zu gute dom kommen, es mag Winter⸗ oder Sommergetreide doch ſeyn welches man zur zweiten Tragt waͤhlt. Mit ri Vortheil kann auch die Miſtjauche beim Maisbau ei kurz erden*) Dieſer Duͤnger wird doch jetzt ſehr viel benutzt. Er erlich iſt ſo kraͤftig, daß er mit einer beträͤchtlichen Quantitaͤt Raſenerde vermiſcht werden kann, und giebt dann, mit et⸗ ung, was Kalk vermengt, einen vortrefflichen und geruchloſen penn Compoſt ab. itten D.. ( 30) empfohlen werden, welche leider! noch immer ſo wenig als Duͤngung angewendet wird. II. 1 Vom Samen, von der Zeit wenn er ausge⸗ legt, und von der Art, wie dies geſche⸗ hen muß. Da man, um einen Morgen Acker mit Mais zu belegen, nur wenige Metzen Koͤrner bedarf: ſo kann man um ſo leichter dafuͤr ſorgen, daß man recht gute Koͤrner auslege, d. h. ſolche, welche vollkommen reif geworden, und von vorzuͤglicher Groͤße ſind. Auf beides kommt viel an, weil Koͤr⸗ ner, welche nicht gehoͤrig reif geworden ſind, ſel⸗ ten keimen, und die dickeren, recht ausgewachſe⸗ nen Koͤrner auch ſtaͤrkere und geſundere Pflanzen liefern. Zu dem Ende lege man von den groͤßeren Kolben, deren Koͤrner vorzuͤglich dick und glaͤnzend ſind, ſo viele zuruͤck, als man zur Ausſaat bedarf, und haͤnge ſie den Winter uͤber an einem trockenen Orte auf. Daß man lieber zu viel als zu wenig Kolben zum Auslegen aufbewahre, iſt deswegen anzurathen, damit man nicht in Verlegenheit komme, wenn ja die Ausſaat durch Maͤuſe, Wuͤr⸗ mer oder andere Unfaͤlle leiden ſollte. Von dieſen zuruͤckgelegten Kolben breche man kurz vor dem Aw Au feh d 6 31) der ſo Auslegen vermittelſt der Finger die Koͤrner ab, doch laſſe man die oberen und unteren Reihen zur Ausſaat unbenutzt, weil ſie ſelten ſo vollkommen ausgewachſen ſind, als die in der Mitte des Kol⸗ zge⸗ ben befindlichen Koͤrner. Man ſehe aber auch dar⸗ ⸗ auf, daß die Koͤrner beim Abbrechen vom Kolben nicht verletzt werden, weil ſie ſonſt leicht faulen. Mais Das Einweichen der Koͤrner, welches man .% hier und da empfiehlt, halte ich nach meiner Er⸗ nan fahrung fuͤr ganz uͤberfluͤſſig und in dem Fall ſchaͤd⸗ elche lich, wenn eine unmittelbar nach dem Auslegen der cher Saat einfallende kuͤhle Witterung das ſchnelle Kei⸗ Ar⸗ men der Koͤrner verhindern ſollte. Muß man Koͤr⸗ ſel⸗ ner nachlegen, oder hat man ſich mit dem Aus⸗ chſe⸗ legen des Samens verſpaͤtet, oder fuͤrchtet inan, nzen daß der Acker ſchnell ausgetrocknet werden duͤrfte, zeren ſo moͤchte dies Einweichen noch eher zu empfehlen ed ſeyn. Doch wuͤrde ich auf den Fall des Ausblei⸗ derf bens einzelner Pflanzen anrathen, ſich Pflanzen nen zu halten, um mit dieſen— denn ſie laſſen ſich enig ſehr gut verpflanzen— die leer gebliebenen Stel⸗ egen len zu beſetzen. nheit Die Zeit der Ausſaat richtet ſich nach der gür⸗ Witterung im Fruͤhjahr. So lange es ſtarke reſen Nachtfroͤſte giebt, darf man den Samen nicht dn auslegen, weil die Koͤrner entweder nicht keimen, 2——jyůõn— E 32) vielmehr faulen, oder den Maͤuſen und Wuͤrmern zum Raube werden wuͤrden. Gleichwohl iſt es rathſam, mit dem Auslegen ſo fruͤh als moͤglich den Anfang zu machen, und ſich nicht etwa durch die Moͤglichkeit eines noch einfallenden Reifes da⸗ von abhalten zu laſſen, weil dieſer, nach den Er⸗ fahrungen derer, welche ſich ſchon lange mit dem daisbau beſchaͤftigt haben, der Maispflanze auch in dem Falle nicht ſchaden ſoll, wenn auch der Reif ihre Blaͤtter gaͤnzlich zernichten ſollte, indem die Pflanze aufs neue Blaͤtter treibt*). Meine Erfahrungen kann ich hierin weder als Beſtaͤti⸗ gung noch als Beweiſe vom Gegentheil anfuͤhren; doch bin ich der Meinung, daß, wenn der Reif ſo ſtark iſt, daß er das Innere der Pflanze bis auf das Samenkorn herab zerſtoͤrt, es wohl gerathe⸗ ner ſeyn moͤchte, ſich die Muͤhe einer neuen Aus⸗ legung von Koͤrnern nicht verdrießen zu laſſen, be⸗ ſonders in dem Falle, daß der Reif in der erſteren Haͤlfte des Mai Schaden angerichtet haͤtte. Der Moͤglich⸗ *) Dieſe Erfahrung iſt von Wichtigkeit. Wenn man es darauf wagen darf, den Samen ſo fruͤh zu legen, daß die Pflanze noch vor dem boͤſen Heiligen in der Mitte des Mai zum Vorſchein kommt, ſo iſt fuͤr den Maisbau in un⸗ ſerem Klima viel gewonnen. D. ₰. — ( 33 ermern Moͤglichkeit eines einfallenden Reifes ungeachtet, iſt es duͤrfte das Ende des April oder der Anfang des oͤglich Mai die beſte Zeit der Ausſaat ſeyn. durch Auf die Art, wie die Koͤrner gelegt werden— üds⸗ denn ſaͤen laͤßt ſich der Mais nicht, es moͤchte n Er⸗ denn ſeyn, daß man ihn bloß als Futterkraut be⸗ tdem nutzen wollte— kommt zu einer ergiebigen Ernte rauch viel an. Zu nahe an einander ſtehend bekommen der die Pflanzen oft gar keine oder ſehr kleine Kolben oder dem Aehren, und zu weit von einander entfernt, wir Reine der Acker einen geringeren Ertrag liefern, als er ſͤl⸗ geben koͤnnte, auch wuͤrden heftige Winde den Nen Pflanzen um ſo gefaͤhrlicher werden. deif ſo dr Es giebt verſchiedene Arten, wie man den athe⸗ Mais auszulegen pflegt, alle aber ſind ſich darin Aus⸗ gleich, daß die Saatkoͤrner in Reihen ausgelegt 1. ſe werden muͤſſen, weil dies die nachherige Bearbei⸗ Feen tung des Ackers und die Behandlung der Pflanzen Der erleichtert, und die Arbeiten ſchneller von ſtatten 61. gehen macht. In einigen Gegenden zieht man zuͤch⸗ eine Schnur uͤber den zur Saat zubereiteten Acker, n man einer der Arbeiter macht mit der Hacke in gewiſſer n, daß Entfernung von einander eine Vertiefung, in wel⸗ iie 1 che ein zweiter, der ihm folgt, ein Maiskorn in un⸗ wirft und es mit Erde bedeckt; Andere bes ienen 6 — —— ( 34) ſich ſtatt der Hacke eines unten abgerundeten Setz⸗ holzes, deſſen vorſpringender Rand es hindert, tiefer als zwei Zoll in die Erde einzudringen, wel⸗ che Art des Auslegens raſcher von ſtatten geht, und verhuͤtet, daß die Koͤrner zu tief gelegt wer⸗ den. In anderen Gegenden, z. B. in den Gegen⸗ den um Wien, legt man den Maisſamen hinter dem Pflug— wie die Landwirthe ſich ausdruͤcken— gerade ſo, wie man es hier und da in der Mark mit dem Auslegen der Kartoffeln zu machen pflegt: es wird namlich mit dem Pfluge— am tauglich⸗ ſten iſt dazu der Wendepflug— eine Furche gezo⸗ gen, in dieſe wirft man in einer Entſernung von einem Fuß ein Samenkorn, die folgende Furche bedeckt dieſes mit Erde, und erſt in der dritten Furche wird wiederum Same ausgelegt. Die hoͤ⸗ heren Landwirthe der neueſten Zeit legen den Sa⸗ men vermittelſt des Drillpfluges, welche Art des Auslegens unſtreitig vor allen uͤbrigen den Vorzug verdient, weil ſie am meiſten foͤrdert, die Saat⸗ koͤrner ebenmäaͤßig auslegt, und ſie nicht vergraͤbt, was bei dem Auslegen hinter dem Wendepfluge leicht geſchehen kann. Weil aber dieſer Drillpflug noch weniger bekannt iſt und angewendet wird, als er verdient: ſo will ich einſtweilen die Art beſchrei⸗ ben, auf welche ich bisher den Mais auslegte und ,— Setz⸗ ndert, „ wel⸗ geht, t wer⸗ zegen⸗ hdinter ken- Mark legt: glich⸗ gezo⸗ M Surche ritten haͤ⸗ Sa⸗ et des otzug Faat⸗ raͤbt, fluge pftug , als ichrei⸗ und QV (35) reiche Ernten bekam. Nach der Laͤnge des Ackers wird eine Schnur von beliebiger Laͤnge an zwei Staͤben, welche 3 Fuß 8 Zoll lang ſind, befeſtigt. An dieſer Schnur befinden ſich 2 Fuß 4 Zoll von einander entfernt ſchmale Streifen von hellfardi⸗ gem Tuch. Dieſe Tuchſtreifen bezeichnen die Ent⸗ fernung der Kreiſe von einander der Laͤnge des Ackers, ſo wie jene Staͤbe die der Breite des Ackers nach. Weil ich mich naͤmlich davon uͤber⸗ zeugt habe, daß Pflanzen, welche in Kreiſen ſtehen, nicht ſo viel von ſtarken Winden leiden, als ſolche, welche einzeln ausgelegt ſind: ſo habe ich den Mais auch ſtets in gleich weit von einander ent⸗ fernten Kreiſen auslegen laſſen. Um aber da⸗ bei Muͤhe und Zeit zu erſparen, bediene ich mich dazu eines Werkzeuges— gewoͤhnlich Pflaͤn⸗ zer genannt. Dieſer Pflaͤnzer iſt aus einem Brett von 14 Zoll Breite verfertigt und gerun⸗ det. In gleich weiter Entfernung von einan⸗ der werden am Rande dieſes Tellers— man er⸗ laube mir dieſen Ausdruck!— etwa zwei Zoll lange, drei Finger dicke und unten abgerundete Pfloͤcke befeſtigt, ſo wie in der Mitte ein Stiel 2 ½ Fuß lang angebracht wird, welcher oben mit einem kurzen Queerholz oder Handgriff verſehen iſt. Auf der Scheibe oder dem Teller werden am C 2 ————ÿ“ (36) Rande(in entzegengeſetzter Richtung des Hand⸗ griffes, aber dem 2 ½ Fuß langen Stiele gerade gegenuͤber) Merkmale angebracht, welche die Breite und Farbe der Tuchſtreifen haben. Viel⸗ leicht werden ſich meine Leſer um ſo eher eine Vor⸗ ſtellung von dieſem Pflaͤnzer machen koͤnnen, wenn ich anfuͤhre, daß man ſich in meinem Vaterlande, dem ehemaligen Weſtphalen, deſſelben auch zum Auslegen der Stangenbohnen bedient, nur mit dem Unterſchiede, daß der Maispflänzer einen groͤßeren Umfang hat. Wo nun in der Schnur der Tuchſtreifen befindlich iſt, ſetzt der Arbeiter den Pflaͤnzer gerade da nieder, wo das Laͤppchen dem Merkmal am Rande des Tellers gegenuͤber ſtehet, treibt durch einen Fußtritt die Pfloͤcke deſſelben von allen Seiten gleich tief in den Acker, wodurch in einem Kreiſe ſechs Loͤcher gemacht werden. In jedes dieſer Loͤcher wird nur ein einziges Samen⸗ korn ausgelegt. Sollte ja durch unvorſichtiges Einwerfen hier etwas verſehen worden ſeyn: ſo muͤſſen, bald nach dem Hervorkommen der Pflan⸗ zen, die Kreiſe nachgeſehen, und da, wo zwei oder mehrere Pflanzen dicht neben einander hervorge⸗ kommen ſeyn ſollten, bis auf eine mit der Wurzel ausgezogen werden. Hat man nun, ſo lang der Maisacker iſt, nach Maaßgabe der Tuchſtreifen, — ( 32) Hand⸗ Kreiſe zur Auslegung des Samens gemacht und gerade dieſen hineingelegt; ſo zieht man die beiden Stäͤ⸗ 2 die be, woran die Schnur befeſtigt iſt, aus der Erde, Viel⸗ legt ſie in gerader Richtung auf den Acker nieder, Vor⸗ und zwar dergeſtalt, daß das eine Ende des Hta⸗ wenn bes genau an der von ihm vorher gemachten Ver⸗ lande, tiefung anliegt, und macht ſich da, wo das andre h zum Ende hinzeigt, ein Merkmal, um daſeldſt die - mit Sraͤbe abermals einzutreiben, und eine zweite einen Reihe von Kreiſen zu bilden, welche dann genau hnur 2 ½ Fuß(nach Abzug des 14 Zoll breiten Pflaͤnzers) den entfernt ſeyn werden. Man verfaͤhrt alsdann den eben ſo wie bei der erſteren Reihe, und es verſteht ſtehet, ſich von ſelbſt, daß der Arbeiter den Pflaͤnzer nicht oon anders als vor der Schnur niederſetzen und ein⸗ ch in treiben darf. Damit aber die zwiſchen zwei Rei⸗ In hen von Kreiſen befindliche Flaͤche von 2½ Fuß nicht amen⸗ unbenutzt bleibe: ſo kann man, einen Fuß von iiges einander entfernt, entweder ein Korn vom Sa⸗ ſo men der Runkelruͤbe ſtecken, oder Krup⸗ oder ſflan⸗ Zwergbohnen legen laſſen, wobei man aber dar⸗ joder auf zu achten hat, daß man gerade die Mitte zwi⸗ vorge⸗ ſchen zwei Reihen der Kreiſe halte. Das Auslegen Burzel des Runkelruͤben Samens(denn dies iſt weniger g der muͤhſam, und liefert groͤßere Fruͤchte als dos reiſen, Pflanzen der Setzlinge) kann ich aus eigener Er⸗ ( 33) fahrung als vortheilhaft empfehlen. Benutzt man auf dieſe Art die Flaͤche zwiſchen den 2 ½ Fuß von einander entfernten Kreiſen, ſo thut man wohl, wenn man die ausgelegten Maiskoͤrner nicht eher vermittelſt der Harke oder dem Rechen mit Erde bedecken laͤßt, als bis der Runkelruͤben⸗Samen ausgelegt iſt, weil der Arbeiter da nur links und rechts auf die vom Pflaͤnzer nachgelaſſene Spur zu achten braucht, um auch ohne Anwendung einer Schnur die Mitte zwiſchen den beiden Reihen von Kreiſen nicht zu verfehlen. Uebrigens darf der Same der Runkelruͤbe nur vermittelſt der Finger I oder 14 Zoll tief in die Erde gedruͤckt, und ein wenig mit Erde bedeckt werden. Man verſichere ſich indeſſen vor dem Auslegen des Samens von der Guͤte deſſelben, und lege von den groͤßeren Samenkoͤrnern nur eins ein, weil man ſich da⸗ durch ſpaͤterhin die Muͤhe des Verziehens erſpart, wenn mehrere Pflanzen dicht neben einander her⸗ vorgekommen ſind. Zuletzt bemerke ich nur noch, daß die 2 ½ Fuß weite Entfernung der Kreiſe ſo an⸗ gelegt ſeyn muß, wenn es anders die Lage des Ackers erlaubt, daß die Strahlen der Sonne in den Mittagsſtunden hineinfallen, weil dies dem Gedeihen und dem Wachsthum der Mais⸗ und Runkelruͤben⸗Pflanzen ſehr zutraͤglich iſt, auch — gt man ß von wohl, t eher Erde hamen 8 und pur zu einer von f der inger d do ſichere 9 boſt ßeren c da⸗ rſpart, her⸗ noch, o an⸗ e des ne in s dem „ und auch — G39) zum fruͤheren Reifen der Kolben beitraͤgt. Wollte man aber den Mais nicht in Kreiſen, ſondern ein⸗ zeln ſtehend in Reihen auslegen, ſo wuͤrden die Reihen zwei Fuß von einander entfernt ſeyn, und die Koͤrner einen Fuß weit von einander gelegt werden muͤſſen. Bei warmer und feuchter Witterung wird der Mais in 8 bis 10, und der Runkelruͤbenſame in 14 bis 16 Tagen hervorgekommen ſeyn. Waͤh⸗ rend dieſer Zeit wird es nicht ſchaden, wenn man Kraͤhen und Elſtern vom Maisfelde verſcheucht, ſollten ſie ſich etwa daſelbſt ſehen laſſen, weil ſie die jungen Maispflanzen aus der Erde ziehen und das daran haͤngende Korn verzehren. Man be⸗ wirkt dies durch Scheuchen, welche man hin und wieder auf dem Acker anbringt, oder dadurch, daß man einigemal ein Gewehr losbrennt. Um die Voͤgel nicht aufs Maisfeld zu locken, ſey man vorſichtig beim Auslegen der Koͤrner, damit man ſie nicht auf dem Acker umherſtreue. Sonſt hat man nur darauf noch zu achten, ob die Koͤrner gehoͤrig hervorgekommen ſind, weil oft Maͤuſe oder Wuͤrmer die Koͤrner verzehren, oder zum Keimen untauglich machen. Da, wo nun die Pflanzen ausgeblieben ſind, muͤſſen ſofort Koͤr⸗ ner nachgelegt werden. Vierzehn Tage ſpaͤter dies ( 40) thun wollen, wuͤrde ſchon in Abſicht der Ernte eine Verſchiedenheit bewirken, weil die Aehren, welche der nachgelegte Same bringt, auch ſpaͤter reifen. Auf den Fall des Ausbleibens mancher Pflanzen pflege ich am Tage des Auslegens auf demſelben Acker, wo der Mais ausgelegt iſt, eine zwei Zoll tlefe Rinne von beliebiger Laͤnge zu machen, und in dieſe nahe neben einander Matskoͤrner zu ſtreuen, wodurch eine Pflanzſchule entſteht, aus welcher die leer gebliebenen Stellen bepflanzt wer⸗ den koͤnnen. Wollte man aber Koͤrner nachlegen, ſo wird man wohlthun, wenn man ſie 24 Stun⸗ den lang in Waſſer legt, weil ſie dann um ſo eher keimen. III. S Behandlung der Maispflanze bis zur Bluͤthezeit. Sind die Mais⸗ und Runkelruͤbenpflanzen ge⸗ hoͤrig hervorgekommen, ſo laͤßt man von Zeit zu Zeit darnach ſehen, daß das Unkraut ſie nicht uͤberwachſe, welches zumal bei feuchter und war⸗ mer Witterung auf friſch geduͤngten Feldern ſo reichlich als uͤppig hervorzukommen pflegt. Sollte dies Ueberwachſen zu befuͤrchten ſeyn— denn die Maispflanzen wachſen in den erſteren Wochen nicht merklich— ſo muß mit dem Behacken fruͤher, — — ( 41) als der Pflanzen wegen noͤthig waͤre, begonnen werden. Das Hacken braucht ſonſt nicht fruͤher zu geſchehen, bevor die Maispflanzen nicht eine Spanne hoch ſind. Unkraut darf man auf dem Maisfelde nicht aufkommen laſſen, denn die Mais⸗ pflanzen leiden ſowohl durch das Andraͤngen dieſer aus ſaugenden Pflanzen, als durch den Schatten, welchen ſte verurſachen. Das Behacken, welches in dem Falle noͤthig wird, geſchiehet aber nicht bloß der Vertilgung des Unkrauts wegen, ſondern es traͤgt auch zur Lockerung des Ackers, und da⸗ durch zum groͤßeren Wachsthum und Gedeihen der Pflanzen bei, weshalb auch die Flaͤche im Innern der Kreiſe ebenfalls mit der Hacke aufgelockert werden muß. Sollte das Behacken des Unkrauts wegen nicht wiederholt werden duͤrfen, ſo unterlaſſe man es dennoch nicht: denn es wird ſich in ſeinen Folgen ſehr lohnend zeigen. Dies Behacken kann bei der von mir vorgeſchlagenen Art, den Mais zu legen, der zwiſchen den Reihen der Kreiſe ſtehenden Rankelruͤben wegen nur durch Menſchenhaͤnde ver⸗ richtet werden. Wer aber den Zwiſchenraum un⸗ benutzt laͤßt, nur in Reihen die Koͤrner einen Fuß weit von einander entfernt, und zwiſchen zwei derſelben ein paar Krupbohnen legt, der kann ſich der Pferdehacke oder des Schaufelpflugs bedienen, (42) wodurch das Behacken ſchnell beendigt iſt, und alſo weniger Koſten verurſacht. Durch die Be⸗ muͤhungen des Herrn Staatsrath Thaer ſind die Werkzeuge, die man in England zum Behacken der Fruͤchte anwendet, auch in Deutſchland be⸗ kannt geworden. Bei dem erſteren Behacken hat man ſich aber vorzuſehen, damit man weder den Wurzeln des Mais zu nahe komme, noch auch die Runkelruͤben⸗ pflanzen verletze; bei dem zweiten Behacken, wel⸗ ches vierzehn Tage oder drei Wochen ſpaͤter vorge⸗ nommen werden kann, hat es damit ſchon weni⸗ ger Gefahr, weil die Maispflanzen ſowohl als die der Runkelruͤben ſchon groͤßer und ſtaͤmmiger ge⸗ worden ſind. Sobald der Mais die Hoͤhe von ¾ oder einer Elle erreicht hat, welches bei guͤnſtiger Witterung gegen Ende des Junius der Fall zu ſeyn pflegt, werden die Kreiſe rings umher 6 Zoll hoch behaͤuft, wozu ebenfalls, wenn man auf der Flaͤche zwiſchen den Kreiſen Runkelruͤben oder Krupbohnen zieht, die bei uns gewoͤhnliche Hacke benutzt wird, bei der oben angegebenen Art des Auslegens aber der Anhaͤufepflug angewendet werden kann, deſſen man ſich ſchon an vielen Orten auch zum Anhaͤu— fen der Kartoffeln bedient. Vor dieſem Behacken ——— —— ( 43) t, und laͤßt man auch die Auswuͤchſe oder Nebenſchoͤß⸗ de Be⸗ linge, welche ſich an den Maispflanzen gewoͤhnlich ind die zeigen, ausbrechen, weil ſie keine Aehren bringen, hacken und nur Schatten verurſachen, welcher weder den ind be⸗ Mais⸗ noch auch den Runkelruͤbenpflanzen heil⸗ ſam iſt. Dieſe Nebenſchoͤßlinge ſind leicht daran h aber zu erkennen, daß ſie nicht aufrecht ſtehen, ſondern In des nach der Seite ſich ſenken, und dicht uͤber dem ruͤhen⸗ Boden hervorkommen. Sollte von der Zeit an wel⸗ bis zur Bluͤthezeit der Sturm etwa Pflanzen um⸗ vorge⸗ werfen, ſo richte man ſie wieder auf, und ſcharre weni⸗ Erde um dieſe Pflanzen, welche man durch einen 8 die Fußtritt feſt andruͤckt. Bis nach vollendeter Bluͤ⸗ er ge⸗ thezeit giebt es dann auf dem Maisfelde keine Ar⸗ beiten mehr. Die Pflanzen wachſen bei guͤnſtiger einer Witterung und in gutem Boden, war er anders terung gehoͤrig bearbeitet, zur Hoͤhe eines Mannes heran, pflegt, und ihre ſaftreichen Stengel werden bis 2 Zoll dick. haͤuft, iſchen W. zieht, Behandlung der Maizpflanze nach vollen⸗ d, bei deter Bluͤthezeit. 4 der In der Mitte, oder doch gewiß gegen Ende deſſen des Junius bemerkt man im Innern oder im nhaͤu⸗ Trichter der Maispflanze— ſo will ich ihn der hacken Aehnlichkeit wegen hier nennen— einen Buͤſchel, 644) welcher anfaͤnglich die Geſtalt der Hirſenaͤhren hat. Dieß iſt die maͤnnliche Bluͤthe, welche hoch aufſchießt, und an welcher, wenn ſie die ganze Hoͤhe erreicht hat, ſich zarte Faſern oder Staub⸗ faͤden zeigen, wie an der Rockenbluͤthe. Durch die Bewegung des Windes ſtreuen dieſe einen gel⸗ ben Staub umher, welcher auch auf den Blaͤttern der Maispflanze ſichtbar iſt. Zugleich mit dieſer Bluͤthe treibt gewoͤhnlich in der Mitte der Pflanze ein(nicht ſelten auch zwei) Fruchtkolben hervor, an deſſen Spitze ſich ein Buͤſchel gruͤner, duͤnner Faͤden oder Faſern zeigt. So lange dieſe noch ihre hellgruͤne, friſche Farbe haben, und die Bluͤ⸗ then oder Wipfel der Pflanzen bei einer Erſchuͤtte⸗ rung noch Blumenſtaub umherſtreuen, darf man, ohne Schaden anzurichten, nicht durch die Pflan⸗ zenreihen gehen, und muß ſelbſt, wenn etwa der Sturm einige Pflanzen waͤhrend dieſer Zeit nieder⸗ beugen ſollte, ſelbige ſo lange unangeruͤhrt laſſen, bis nach Verlauf der Bluͤthezeit, welche bei trocke⸗ ner Witterung in vierzehn Tagen voruͤber zu ſeyn pflegt, die Pflanzen aufgerichtet werden koͤnnen. Sobald die Fäͤden an der Spitze des Fruchtkolben ihr lebhaftes Gruͤn zu verlieren und zu welken be⸗ ginnen, ſchneidet man, ſo tief es der Fruchtkolben geſtattet, den oberen Theil der Pflanze ſchraͤg— ——— ————uu— — (45) naͤhten von unten nach oben zu— ab, wobei man ſich e hoch aber zu huͤten hat, daß man mit dem Meſſer den ganze Fruchtkolben verletze. Daß dieſes Abſchneiden taub⸗ weder der Groͤße der Kolben noch den daran be⸗ Durch findlichen Koͤrnern im mindeſten ſchade, davon n gel⸗ habe ich mich durch mehrmalige Vergleichung der atern Kolben und Koͤrner von verkuͤrzten und unverkuͤrz⸗ dieſer ten Pflanzen vollkommen uͤberzeugt. Mit dieſem mnze Geſchaͤft kann man ohne alle Gefahr gegen Ende rvor, des Julius den Anfang machen, und, je nachdem uͤnner man die abgeſchnittenen Stengel benutzen will noch(davon im zweiten Abſchnitt), vierzehn Tage bis Duͤ⸗ drei Wochen fortfahren, ohne daß man fuͤrchten huͤtte⸗ darf, durch das ſpaͤtere Abſchneiden einen anderen man, Nachtheil zu haben als den, daß vielleicht durch fan⸗ heftige Winde Pflanzen umgeworfen werden. aà d neder⸗ V. faſſen, Behandlung der Pflanze hei der Ernte. rocke⸗ Die Zeit der Reife der Maiskolben hängt von ſeyn der Witterung, von der Lage und dem Boden des nnen. Llckers, von dem fruͤheren oder ſpaͤteren Auslegen olben der Koͤrner und von der Sorte ab, welche man en be⸗ ausgelegt hat. In der Regel kann mit der Ernte eolben des bei uns gewoͤhnlichen gelben Mais, zu deſſen 1- Spielarten auch der bunte, rothe und weiße ge⸗ — ( hoͤren, mit dem Anfange oder doch gewiß in der erſten Haͤlfte des Septembers der Anfang gemacht werden. Befinden ſich mehrere Fruchtkolben an einer Pflanze: ſo reifen dieſe zu verſchiedenen Zei⸗ ten, eine gewoͤhnlich acht bis vierzehn Tage ſpaͤter als die andere. Ob die Aehren oder Fruchtkolben zeittg ſind, d. h. ob die Koͤrner die gehoͤrige Reife haben, er⸗ kennt man an dem Gelbwerden und Trocknen der ſie umgebenden Deckblaͤtter. Auch kann man ſich von der Reife der Maiskoͤrner verſichert halten, ſobald ſie eine polirte dunkelgelbe Farbe haben, und ein ſtarker Druck mit dem Nagel keine Spur zuruͤcklaͤßt. Die reifen Fruchtkolben werden ſo⸗ dann von der Pflanze abgebrochen— es verſteht ſich bei trockener Witterung— und in Saͤcken unter Obdach gebracht. In dieſen Saͤcken ſie lange ſtehen zu loſſen, iſt eben ſo wenig anzura⸗ then, als ſie in großen Haufen aufzuſchuͤtten, weil ſie ſich leicht erhitzen, dadurch feucht werden und zu ſchimmeln oder zu faulen beginnen, auch die Koͤrner einen dumpfigen Geſchmack bekommen. Hat man Gelegenheit dazu, ſo ſchuͤttet man die Kolben nicht gar zu dick uͤber einander auf Haus⸗ boͤden oder Scheunenfluren aus— wenn man ſie ſin falh m bl (427) in der anders nicht ſofort auf dem Felde entblaͤttern laſ⸗ emacht ſen will— und laͤßt, ſo bald es geſchehen kann, den an die aͤußeren Blaͤtter, welche die Aehre einſchließen, en Zei⸗ bis auf eins oder zwei abreißen, wenn man ſie ſpaͤter naͤmlich aufhaͤngen will. Mit dieſen beiden Blaͤt⸗ tern werden die abgefiederten Kolben paarweiſe zu⸗ ſammen gebunden und uͤber Stangen gehaͤngt, die g ſid, man eine Spanne weit von einander queer uͤder in, er⸗ die Balken auf Boͤden oder in Scheunen gelegt en der hat. Auf dieſen Stangen kann man, wenn zu⸗ du ſch mal ein ſtarker Luftzug die Aehren erreichen kann, altel, ſie ziemlich dicht neben einander haͤngen, beſonders dde, wenn ſie bei trockener Witterung eingeſammelt Spur wurden, und das Wetter noch eine Zeitlang gut en ſo⸗ bleiben zu wollen ſcheint. rſteht Säden Sind die Kolben nur erſt entblaͤttert und zu⸗ ken ſe ſammengeknuͤpft, ſo kann man ſie ſchon eher in mmara⸗ große Haufen packen und einige Tage liegen laſ⸗ huͤtten, ſen, bevor man ſie aufhaͤngt, etwa bis ein ein⸗ verden fallender Regen am Abbrechen der Kolben oder an „auch anderer Feldarbeit hinderlich wird. mmen. Hat man aber zum Aufhaͤngen keine Gele⸗ gan die 32 genheit, ſo koͤnnen die Kolben auch voͤllig ent⸗ Haus⸗ 8 7— 1 n ſe blaͤttert auf Boͤden oder luftigen Zimmern 5 ——y—öxö 6 48) nur nicht uͤber einen halben Fuß hoch— aufge⸗ ſchuͤttet werden. Man muß aber in dieſem Fall die Lage mehrmals wenden, und ſo der Luft zum Trocknen ausſetzen. Wird erſt die Maiskultur bei uns Eingang gefunden haben, und jeder Acker⸗ beſitzer einige Morgen mit dieſer Getreideart be⸗ legen: ſo wird man auch gar bald anfangen, Trockenhaͤuſer oder Koſche, wie ſie in Ungarn heißen, zu bauen, in welchen, da ſie vier Fuß uͤber der Erde ſtehen, nur drei Fuß Breite, da⸗ gegen aber eine deſto anſehnlichere Hoͤhe und Laͤnge haben und aus Latten verfertigt ſind, die Aehren bis unter das einer Fallthuͤr aͤhnliche Bretterdach aufgeſchuͤttet werden koͤnnen, ohne daß Regen oder Schnee ihnen zu ſchaden vermoͤgen, oder man fuͤrchten muͤßte, daß ſie ſchimmeln oder von Maͤuſen, Ratten oder Voͤgeln beſchaͤdigt werden duͤrften. Man mag nun aber die Aehren aufbe⸗ wahren, auf welche Art es immer ſey, ſo hat man zu verhuͤten, daß Ratten oder Maͤuſe ſich an dem Orte einfinden, an welchem ſie aufbewahrt werden, und dahin zu ſehen, daß ſie gehoͤrig trock⸗ nen; denn nur dann, wenn ſie gehoͤrig ausge⸗ trocknet ſind, wird es mit dem Entkoͤrnen am beſten von ſtatten gehen. Hieruͤber muß ich nun noch etwas ſagen. VI. ( 40) aufge⸗ mm Fal VI. ui Vom Entkoͤrnen der Kolben oder Abmachen der Koͤrner. Acker⸗ urt he Da, wo der Maisbau nicht im Großen be⸗ angen, trieben wird, findet man faſt uͤberall, daß man Ungarn auf eine wen ger foͤrdernde Art die Koͤrner mit den r Fuß Fingern, oder vermittelſt ſtumpfer Meſſer oder „ da⸗ durch ſtarkes Andruͤcken und Reiben an einem dänge Stuͤck Eiſen von dem Fruchtkolben zu bringen ehrar ſucht. Obwohl mehrere Italiaͤner und Franzoſen dach mir verſicherten, daß in ihrem Vaterlande der Regen Mais gleich dem uͤbrigen Getreide gedroſchen oder wuͤrde, ſo ſchien es mir doch immer, als ob dies Kun bei uns nicht moͤglich ſey; ich hatte auch wirklich den den Winter uͤber einen Winſpel ohne Dreſchflegel außde von den Kolben bringen laſſen, bis mir des Hrn. o hat D. Burgers mehrmals angefuͤhrte Schrift zu Ge⸗ ſc an ſicht kam, wo ich denn ſofort mit dem Dreſchflegel Kolben nach ſeiner Anweiſung zu dreſchen den nen Verſuch machen ließ, und mich vollkommen davon uͤberzeugte, daß es Vorurtheil ſey, wenn man ſich ausge⸗ einbilden wollte, der Mais laſſe ſich nicht dreſchen. 7 am Man verſuche es nur, und man wird ſich bald ich nun uͤberzeugen, daß es damit recht gut gehe, und daß 7 dies Dreſchen allen Arten des Abriffelns bei wei⸗ D ( 50) tem vorzuziehen ſey, indem auch derjenige, wel⸗ cher noch ſo geſchickt im Abmachen der Koͤrner iſt, bei weitem nicht ſo viel leiſten wird, als der Dreſch⸗ flegel zu leinen vermag*). Um meine Leſer mit der Art, wie Hr. D. Burger beim Dreſchen ver⸗ fahren laͤßt, bekannt zu machen, ſetze ich ſeine eigenen Worte hieher. Er ſchreibt S. 278: „Ich laſſe dreißig Koͤrbe voll auf einmal auf die Dreſchtenne tragen, und ſie in der Mitte derſelben zu einem Viereck zuſammenmachen, ſo daß die Aehren etwa vierfach uͤbereinan⸗ der liegen, und ſtelle hierauf die Dreſcher oben und unten ſo an, daß ſie die Lage ge⸗ meinſchaftlich abdreſchen, und ſich nicht irren. Anfangs ſpritzen die Koͤrner etwas**), und wo die Dreſchtenne geſchloſſen werden kann, thut man wohl, die Thuͤren auf kurze Zeit zu ſchließen, obwohl der Verluſt, den man da⸗ durch erleiden kann, nie von Belang iſt, und *) Auch ich habe meinen Mais in dieſem Winter ab⸗ dreſchen laſſen, und nicht die geringſte Schwierigkeit dabei geſunden. Vielmehr koſtet das Abdreſchen keines Getrei⸗ des weniger Arbeit, wie das des Mais. D. 6. **) Sollte dies nicht etwa durch eine duͤnne Ueber⸗ lage von Stroh oder durch uͤbergelegte Matten zu ver⸗ hindern ſeyn? D. V (51 e, wel⸗ kaum in Anſchlag gebracht zu werden ver⸗ iner iſt dient. Man driſcht ſo lange, bis die oberſte Dreſch⸗ Lage der Fruchtboͤden faſt ganz entkoͤrnt iſt, ſer mit worauf man, um zur unteren zu gelangen, en ver⸗ und die abgeloͤſeten Koͤrner dem Schlag der h ſeine Driſcheln zu entruͤcken, mit Heugabeln oder . Rechen(Harken) die Maisaͤhren von der auf die Mitte der Tenne weg, in einen Winkel ſchiebt, Mitte und die unterliegenden Koͤrner auf die Seite achen, ſchaufelt. Iſt dies geſchehen, ſo werden die reinan⸗ Aehren wieder wie zuerſt zuſammengebracht, eſcher und neuerdings ſo lange gedroſchen, bis R K man obenauf die Fruchtboͤden aller Koͤrner t irren. entledigt ſieht, wobei man vom Spritzen ), und gar nichts mehr wahrnimmt. Jetzt werden kann, die abgedroſchenen Koͤrner wieder weggenom⸗ Ni wu men, und die Aehrenlage, welche immer klei⸗ nan da⸗ ner wird, noch einmal durchgedroſchen, wo⸗ iſt und bei die wenigen Fruchtboͤden ihrer wenigen Koͤrner ganz entledigt werden.“ nter abe Daß bei dem Dreſchen nicht alle Kolben oder at dabe Fruchtboͤden ihre ganze Laͤnge behalten, daß von 4 Geiia allen die Spitzen abgeſchlagen, viele in zwei bis R drei Theile zerſchlagen werden, laͤßt ſich leicht er⸗ zu ver⸗ achten. Dies wuͤrde aber, man mag nun die ent⸗ koͤrnten Kolben nach der unten zu gebenden Anlei⸗ 8 2 ——— 6 52) tung benntzen, wie man es fuͤrs beſte haͤlt, keinen Nachtheil hervorbringen. Um den abgedroſchenen Koͤrnern die erforder⸗ liche Reinheit zu verſchaffen, ſie von den zerſchla⸗ genen kleinen Stuͤcken der Aehren, und einem haͤu⸗ tigen Weſen, dem ich keinen ſchicklichen Namen zu geben weiß, zu reinigen, ſiebt man ſie anfangs durch ein Sieb mit groͤßeren und dann durch ein Sieb mit kleineren Oeffnungen. Herr D. Burger ließ uͤbrigens ſchon im Decem⸗ ber, ja einer ſeiner Freunde ſchon im Oktober dre⸗ ſchen, und das Entkoͤrnen ging wider Erwarten gut von ſtatten. Weil aber die Maiskoͤrner im Inneren lange feucht bleiben, ſo wird es gerathe⸗ ner ſeyn, groͤßere Quantitaͤten erſt ſpaͤter zu dre⸗ ſchen, weil man ſich dadurch der Muͤhe uͤberhebt, die Koͤrner durch mehrmaliges Umſchaufeln vor dem Verderben zu bewahren. Fuͤr diejenigen, welche kleine Quantitaͤten Mais entkoͤrnen wollen, ſetze ich noch die Arten her, wie ich die Kolben entkoͤrnen ſah. Sobald die Kolben gehoͤrig trocken ſind, druͤckt man ſie mit der linken Hand, und zwar die Spitze zuerſt gegen das Eiſen, welches ſich uͤber den Scheffel⸗ maaßen befindet, indeß man nitt der rechten Hand die Kolbe in die Hoͤhe zieht, und wiederholt dieſe — f—— 53) keinen Operation vornimmt. Oder, man macht in einer Tonne einen etwas tiefen Einſchnitt, legt in den⸗ forder⸗ ſelben einen Spaten, und verfaͤhrt da eben ſo, ſchla⸗ wie bei der oben angezeigten Art, wodurch das n haͤu⸗ Unherſpringen der Koͤrner verhindert wird. Auch nen ig kann zum Enrkoͤrnen ein von der Spitze bis zum nfnngs Ende etwa vier Zoll langes, hinten mit einem rc— Kuopf verſehenes Stuͤck Eiſenblech dienen, deſſen Breite am Knopfe etwa einen halben Zoll betraͤgt eeſe und nach vorn ſpitz zulaͤuft. Wer ſich dieſes Werk⸗ 6 zeuges— ich ſah mehrmals die mit einer Spitze ren verſehenen Lichtſcheeren dabei mit Erſolag benutzen— nee in bedienen will, haͤlt den Kolben in der linken Hand uthe mit der Spise abwaͤrts uͤber einen geraͤumigen Pdee Korb, ſetzt die Spitze des Eiſens an das aͤußerſte thebt Ende des Kolbens, und treidt mit der rechten Hand m dr das Eiſen bis zur Spitze des Kolbens, wodurch eine Reihe von Koͤrnern herausgedraͤngt wird. Eben ntiten ſo macht man es noch an einer oder zwei Stellen Aeten des Kolbens, reicht dieſen ſodann einer anderen Sobal Perſon oder mehreren, welche nun ohne große An⸗ nan ſe ſtrengung die an dem Kolben noch befindlichen . Koͤrner vermittelſt der denſelben umſchließenden f a Haͤnde werden adbdrehen koͤnnen. 8 Will man armen oder ſchwaͤchlichen Perſonen it diſ⸗ durch das Entkoͤrnen Gelegenheit geben, ſich etwas ———— —— 654) zu erwerben, ſo darf man ihnen nur die Kolben zuwiegen, und nach der Entkoͤrnung Koͤrner und entkoͤrnte Kolben abermals wiegen, ſo wird nicht leicht Entwendung dabei ſtatt finden, und die Ar⸗ beit auch außerhalb Hauſes verrichtet werden koͤn⸗ nen. In ſolchen Gegenden, in welchen nicht, wie in dem Theile Schleſiens und Weſtphalens, wo— ſelbſt der Leinwandhandel vorzuͤglich ſtark ge⸗ trieben wird, und Knechte und Maͤgde eine be⸗ ſtimmte Anzahl von Garnſtuͤcken in den Winter⸗ monaten zu liefern verpflichtet ſind, koͤnnten dieſe Perſonen zum Entkoͤrnen der Maiskolben ge⸗ braucht, und ihnen allenfalls eine geringe Beloh⸗ nung fuͤr dieſe Arbeit verſprochen werden; wenn ja, wie einige Gutsbeſitzer mir mehrmals ver⸗ ſichert haben, das Geſinde in der Mark ſich wei— gern wuͤrde, dieſe Arbeit in den Winterabenden zu verrichten. Uebrigens koͤnnen vier Perſonen, ſo⸗ bald ſie nur erſt eine Fertigkeit im Entkoͤrnen er⸗ langt haben, in hoͤchſtens drei Stunden einen Berl. Scheffel Koͤrner vom Kolben abloͤſen. Auch moͤgen diejenigen, welche bisher Taback um die Haͤlfte— wie man dies nennt— gepflanzt ha⸗ ben, einen Verſuch machen, ob nicht auf eben die dabei ſtatt findenden Bedingungen Mais gebauet werden koͤnne. Sollte der Taback bei der ge⸗ —,ↄ— —,—,= Kolben eer und dnicht die Ar⸗ en koͤn⸗ bt, wie 5, wo⸗ re ge⸗ he he⸗ inter⸗ dieſe V ge⸗ Ar wenn jver⸗ wei⸗ den zu en, ſo⸗ jen er⸗ einen Auch im die zt ha⸗ en die ebauet er ge⸗ ( 55 hemmten Ausfuhr einen noch niedrigeren Preis hekommen, als er im verfloſſenen Herbſt und Winter hatte, ſo duͤrfte, meinem Dafuͤrhalten nach, der weniger Arbeit koſtende Maisbau eben ſo viel Gewinn bringen, als der Tabacksbau, wenn man zumal den Koͤrnern bei ihren Vorzuͤgen in den Brennereien und bei der Maſtung gegen den gewoͤhnlichen Weizen den Preis des letzteren zugeſtehen ſollte. Zum Schluß dieſes Abſchnittes noch Folgen⸗ des: Die Zeit, wo man den Mais, es geſchehe nun durch den Dreſchflegel oder auf eine andere Art, entkoͤrnen laͤßt, kann auch fuͤglich zum Aus⸗ waͤhlen der Kolben benutzt werden, welche man zur Ausſaat aufbewahren will. Obgleich ſich in Abſicht der inneren Guͤte kein Unterſchied unter den gelben, weißen, rothen oder hunten Maiskoͤrnern findet, ſo habe ich doch den Mais von weißer oder gelber Farbe den uͤbrigen vorgezogen, weil das Federvieh beide Sorten auslieſet, und beſonders den von dunkelrother Farbe ſo lange liegen laͤßt, bis es ihn erſt durch Hunger kennen gelernt hat. Auch zum Gebrauch in der Kuͤche hat der Mais von weißer oder gelber Farbe Vorzuͤge, weil Mehl und Gruͤtze, welche man aus Koͤrnern von ande⸗ rer Farbe machen laͤßt, ein weniger reinliches An⸗ (56) ſehen haben, indem die aͤußerſt feilte Haut des Maiskorns auf der Muͤhle gaͤnzlich zermalmt wird, und in den feinſten Theilchen ſich unter das Mehl miſcht, auch unter dem Gries oder der Gruͤtze ſichthar wird. Zu Mehl und Gruͤtze habe ich deshalb den weißen Mais gewaͤhlt, von welchem ſich gewoͤhn⸗ lich auf jedem Maisfelde alljaͤhrlich, obwohl in einem Jahre mehr als in dem anderen, in den gel⸗ ben Aehren einzelne Koͤrner finden. Dieſe breche man aus, pflanze ſie entfernt von dem Mais von gelber Farbe, damit ſie ſich nicht unter einander befruchten, und man wird ſich auf dieſe Art eben ſowohl weiß⸗ als gelbfarbigen Mais verſchaffen oͤnnen. Legt man aber auch auf dem einen Felde bloß weißen und auf dem anderen gelben Mais aus, ſo wird man doch Kolben mit bunten oder rothbraunen Koͤrnern ernten; dieſe muß man denn ſchon zuruͤckwerfen, wenn man Mais von einer Farbe zur Muͤhle ſenden will. 8 Die entkoͤrnten Kolben lege man in Hau⸗ fen unter Obdach. ( 52) ut des wird, Mehl Zweiter Abſchnitt. itbar Von der Benutzung des Mais. dden woͤhn⸗ ohl in VII en gel⸗ Benutzung der ausgebrochenen Neben⸗ tniche ſchoͤßlinge. von Die Nebenſchoͤßlinge oder Auswuͤchſe(ſ. III.) ander kann man entweder gleich nach dem Ausbrechen elen dem Rindvieh geben, oder getrocknet fuͤr den Win⸗ ede er aufbewahren. Es moͤchte wohl nicht leicht ein Felde Futterkraut geben, welches das Rindvieh lieber Maib frißt, und nach deſſen Genuß die Kuͤhe mehr Milch oder geben, als eben dieſe Nebenſchoͤßlinge, wenn ſie denn zumal als Gruͤnfutter gegeben werden. Zwei Kuͤhe, einer welche auf dem Stalle mit dem fetteſten Gruͤnfut⸗ ter von Oderwieſen unterhalten wurden, gaben Hau⸗ taͤglich 13 Quart Milch; aber von dem Tage an, wo ſie Maisauswuͤchſe fraßen, gaben ſie 17 Quart und zwar ſo lange, als dies Futter gereicht werden konnte. Man darf ſich uͤbrigens mit dem Ausbre⸗ chen der Auswuͤchſe nicht uͤbereilen; es ſchadet der Pflanze nicht, wenn die Schoͤßlinge auch uͤber eine halbe Elle lang werden; ja, man duͤrfte ſie mei⸗ 6 58) ner Erfahrung zufolge gar nicht ausbrechen, und wuͤrde dennoch einen gleichen Koͤrnerertrag bekom⸗ men. Weil ſie aber Schatten ſowohl auf die un⸗ teren Theile der Maispflanze, als auch auf die zwiſchen den Kreiſen ſtehenden Runkelruͤben oder Krupbohnen werfen: ſo wird man wohl das Aus⸗ brechen derſelben um ſo weniger unterlaſſen, da man ſie als ein ſo treffliches Viehfutter benutzen kann. Hierbei muß ich aber davor warnen, daß man die Rehenſchoͤßlinge ohne Miſchung von an⸗ dern Futterkraͤutern dem Rindviehe gebe, weil es, ſobald die Fuͤtterung mit den Schoͤßlingen aufhoͤrt, nur durch Hunger genoͤthigt, ſich zum Freſſen an⸗ derweitiger Futterkraͤuter bequemt. Indeſſen kann man ſich dieſes nahrhafte Futter dadurch auf laͤn⸗ gere Zeit verſchaffen, wenn man den Mais als Futterkraut bauet und ihn abſchneiden laͤßt, ſo⸗ bald ſich die Bluͤthe zeigt. In dieſem Falle wird ein zweimaliges tiefes Pfluͤgen hinreichend ſeyn und koͤnnen, die Koͤrner hinter dem Pfluge etwa nur einen halben Fuß von einander ausgelegt wer⸗ den; jedoch muß immer eine Zwiſchenfurche blei⸗ ben, damit man die Pflanzen einmal behacken koͤnne. Eben ſo kann man auch nach der Ernte ein Rockenfeld umackern und mit Mais belegen „laſſen, wodurch man dann bis zum Eintritt der ett, und bekom⸗ die un⸗ auf die en oder 8 Aus⸗ ſen, da benutzen i, daß d an⸗ deil es, tjort, RAMr⸗ n kann f lan⸗ 6 als t, ſe⸗ le wird d ſeyn etwa t wer⸗ blei⸗ hacken Ernte elegen ttt der 659) Nachtfroͤſte ein Futter gewinnt, welches den beſten Futterkraͤutern wenigſtens nicht nachſtehet. Wer die Maisſtengel zur Winterfuͤtterung anwenden wollte, muͤßte ſie ſchon im Julius maͤhen, weil die ſaftreichen Stengel ſchwer trocknen. VIII. Benutzung der abgeſchnittenen Stengel. Ci. IV.) So viel ich durch Nachfrage bei Perſonen, aus ſolchen Gegenden und Laͤndern gebuͤrtig, in denen viel Mais gebauet wird, zu erfahren im Stande geweſen bin, wird das Abſchneiden oder Verkuͤr⸗ zen der Pflanze oberhalb des Fruchtkolbens zwar fuͤr noͤthig erachtet, und wirklich vorgenommen, die abgeſchnittenen Stengel aber lediglich zur Fuͤt⸗ terung des Rindviehes benutzt, welches ſie denn auch begierig freſſen, und nach dem Genuß derſel⸗ ben viel Milch geben ſoll. Die Suͤßigkeit der Sten⸗ gel leitete mich vor vier Jahren zu dem Verſuche, den ſuͤßen Saft auszupreſſen, um, wo moͤglich, dadurch einen Syrup zu gewinnen. Weil beim Einknicken und Umbiegen der Stengel große Tropfen hervorquollen, ſo ſetzte ich zum voraus, daß, wenn die Stengel auf der Schneidelade ge⸗ ſchnitten wuͤrden, vermittelſt der Preſſe aller Saft 6 60) ohne weitere Vorkehrung herauszubringen ſeyn wuͤrde. Der Erfolg belehrte mich indeſſen eines anderen; die zerſchnittenen und unter die Preſſe gebrachten Stengel gaben keinen Saft. Da ich zum Zerſtampfen der Stengel keine Gelegenheit hatte, ließ ich eine Portion dieſer zerſchnittenen Stengel in einen Keſſel ſchuͤtten, und mit ſo viel Waſſer eine halbe Stunde kochen, als erfordert wurde, wenn die Stengel nicht anbrennen ſollten. Hierauf wurde die Maſſe abermals unter die Preſſe gebracht, und nun erhielt ich einen gelblich⸗ grunen Saft, welcher bis zur Syrupsdicke einge⸗ kocht wurde, und einen ſchwarzbraunen dicken Saft lieferte, der zum Suͤßen, beſonders von Obſt, Bier ꝛc. tauglich befunden wurde. Dieſer eingedickte Saft hat ſich in einem unbedeckten Ge⸗ faͤße mehrere Jaͤhre lang erhalten, ohne nur eine Spur von Verderben zu zeigen. Bei den nachma⸗ ligen Eindickungen des Saftes habe ich gefunden, daß der Syrup an Wohlgeſchmack und Suͤßigkeit gewinne, wenn man beim Kochen oder Ueber⸗ gießen der Stengel mit heißem Waſſer lieber zu viel als zu wenig aufgießt, wodurch freilich das Eindicken mehr Zeit und Holz koſtet, aber auch der Saft ſeinen geilen Geſchmack verdunſtet. Recht ſehr bedaure ich uͤbrigens, daß mir zu ſpaͤt ſeyn eines Yreſſe da ich genheit ittenen ſo diel fordert ollten. t die llich Inge⸗ 3 von Diefer Ge⸗ dane ſcchma⸗ unden, igkeit leber⸗ der zu h das auch inſtet. ſpaͤt ( 6r) des Hrn. Geh. Raths Hermbſtäͤdt Sammlung praktiſcher Erfahrungen und Beobachtungen 2. B. I. Heft, in die Haͤnde fiel, als daß ich dem Mais⸗ ſafte haͤtte ungeloͤſchten, an der Luft zerfallenen Kalk zuſetzen koͤnnen, wie dieſer bei Bereſtung des Syrups aus Runkelruͤben nach den Erfahrungen dieſes beruͤhmten Chemikers angewendet werden ſoll, ſ. p. 19. Anmerkung. Moͤgen nun Andere, und beſonders der verdienſtvolle Gey. Rath Herr Hermbſtaͤdt ihre Talente dazu anwenden, auch den Maisſaft ihrer Verſuche zu wuͤrdigen, und ihn zu dem Grade von Brauchbarkeit zu erheden, deſſen er faͤhig iſt. Sollte ſichs beſtaͤtigen, was ein Mitglied der Maͤrk. oͤkonomiſchen Geſellſchaft im vorigen Herbſt verſucht und gefunden haben will, daß naͤmlich der ganze Stengel der Maispflanze, und zwar nach der Ernte noch, zur Bereitung des Syrups tauglich ſeyn ſollte*), was auch nach der Verſicherung des Hrn. D. Burger der D. Neuhold in Graͤz ſchon mehrere Male mit Erfolg verſucht hat, welcher, beilaͤufig geſagt, die Knoten oder *) Dies bezweifle ich nun ſehr. Schon gegen die Zeit der Reife, wenn ſich das Mehl in den Koͤrnern gebildet hat verliert der Saft dieſer Pflanze ſeinen ſuͤßen Ge⸗ ſchmack, der am ſtaͤrkſten zur Zeit der Bluͤthe iſt. D.. e 62) Gelenke der Maispflanze mit einem Hammer zer⸗ ſchlagen, und mit einer Handwalze mit zwei ſich entgegenlaufenden Walzen auspreſſen laͤßt, jedoch nicht alle Stengel zum Preſſen fuͤr tauglich er⸗ klaͤrt— ſollte ſich dies beſtaͤtigen, ſo duͤrfte leicht die Maispflanze ſich mit der ſo geprieſenen Runkel⸗ ruͤbe meſſen koͤnnen, oder wohl gar Vorzuͤge vor derſelben haben. Was nun die Art betrifft, wie man mit Be⸗ handlung der Stengel auf Syrup zu verfahren hat, ſo iſt ſie kuͤrzlich folgende: Man ſchneidet am Abend oder am fruͤhen Morgen eine ſo große Quantitaͤt Maisſtengel ab, als man den Tag uͤber auszupreſſen Gelegenheit hat; denn durch langes Liegen, zumal in freier Luft und ausgeſetzt den Sonnenſtrahlen, verlieren die abgeſchnittenen Stengel an Saft, und dieſer von ſeiner Suͤßig⸗ keit. Die Blaͤtter und der obere Buͤſchel, die Bluͤthe werden abgeriſſen, die Stengel auf der Schneidelade zerſchnitten, hierauf entweder mit ſiedendem Waſſer uͤbergoſſen, oder aber in einem Keſſel eine halbe Stunde lang bei einem ſtarken Feuerungsgrade gekocht. Da nach der oben an⸗ gefuͤhrten Bemerkung das laͤngere Abdampfen den Syrup wohlſchmeckender macht, ſo darf man mit dem Zuſatz an Waſſer nicht zu kaͤrglich verfahren. — neer zer⸗ wei ſich jedoch glich er⸗ ſte leicht Runkel⸗ uͤge vor rit Re⸗ fahren det am große Gäͤder langes t den tenen Sößig⸗ el, die uf der er mit einem ſtarken en an⸗ en den an mit ahren. ( 63) Wer es mit der Zeit des Abdampfens, und mit dem Brennmaterial nicht genau nimmt, kann immer auf jeden Scheffel zerſchnittener Stengel einen hal⸗ ben Eimer voll Waſſer gießen, oder ſelbige mit dieſer Quantitaͤt Waſſer eine halbe bis drei Vier⸗ telſtunden ſcharf kochen laſſen. Von Zeit zu Zeit wird die Maſſe umgeruͤhrt, ſo, daß die untere Lage nach oben gebracht wird. Man ſchuͤttet ſo⸗ dann die gekochten Stengel ſammt der Fluͤſſigkeit in ein reines Gefaͤß, und macht ſofort mit dem Auspreſſen der Anfang, wobei man aber keine zu ſtarken Portionen unter die Preſſe bringen darf, weil man ſonſt an Saft verlieren oder aber genoͤ⸗ thigt ſeyn wuͤrde, die Maſſe zu lockern, oder um⸗ zuwenden und noch einmal zu preſſen, wodurch das Geſchäft des Preſſens um ſo laͤnger waͤhren wuͤrde, welches wegen des zu befuͤrchtenden Sauerwerdens des Saftes ſo ſehr als moͤglich beſchleunigt werden muß. Auch duͤrfen die Preſ⸗ ſen, es moͤgen nun Keil⸗ oder Schraubenpreſſen ſeyn, nicht gleich anfangs zu ſcharf angezogen wer⸗ den. Hierbei muß ich aber bemerken, daß in die⸗ ſen Preſſen nicht etwa Oel gepreßt ſeyn darf, weil dadurch der Saft einen unangenehmen Geſchmack und Geruch bekommen wuͤrde. Man laſſe zum Auspreſſen der Maisſtengel ein Stuͤck kernigtes — ————— ————ü——ꝛ————, (64) Holz, welches zwiſchen die Waͤnde der Preſſe, an die Stelle deſſen, worin Oel gepreßt worden, ein⸗ gefugt werden kann, dergeſtalt ausſtaͤmmen, daß in die viereckige Vertiefung etwa zwei Metzen Maisſtengel geſchuͤttet werden koͤnnen. In dieſe Vertiefung paßt genau ein ſtarkes fichtenes, mit kleinen Loͤchern verſehenes Brett, welches die drei Zoll von einander entfernten, auf der unteren Seite angebrachten ſtarken Leiſten etwa anderthalb Zoll vom Boden der Vertiefung entfernt halten, und wodurch dem Saft ein freierer Abfluß durch die ſeitwaͤrts am Boden angebrachte Oeffnung— es koͤnnen deren auch mehrere ſeyn— verſchafft wird. In dieſe Oeffnung wird eine blecherne drei oder vier Zoll lange Roͤhre getrieben, durch welche der Saft in das untergeſetzte Gefaͤß fließt. Oben in jene viereckige Vertiefung paßt ein mit zwei Rin⸗ gen zum Herausheben verſehener Deckel aus einer wenigſtens vier Zoll ſtarken Bohle verfertigt, wel⸗ cher dann durch die Schraube oder die Keile in die Oeffnung getrieben wird. In dieſe Oeffnung ſchuͤt⸗ tet man die Maisſtengel, und zieht von Zeit zu Zeit die Preſſe ſtaͤrker an, bis der Saft nur tropfen⸗ weiſe und langſam aus der Roͤhre hervorkommt. Der Arbeiter nimmt dann die gepreßten Stengel heraas, und ſchuͤttet aufs neue ein. Sobald man mit (65) ſ, n mit dem Preſſen auf mehrere Stunden aufhoͤrt, ein⸗ gießt man in die Oeffnung ſiedendes Waſſer, um daß zu verhuͤten, daß der etwa nicht rein abgelau⸗ Reben fene Saft ſauer werde, und den Saft verderbe, di welcher noch gewonnen werden ſoll. Ueberhaupt „mit muß ſowohl die Preſſe als das Gefaͤß, worin ſe drei der Saft bis zur Zeit des Siedens aufbewahrt Seite wird, ſehr reinlich gehalten, und der Saft, be⸗ Sol ſonders bei warmer Witterung, ſo lange an einem und kuͤhlen Orte aufbewahrt werden, bis man ihn die zum Sieden aufſetzt. Man muß entweder die 66 kleineren Portionen nach dem Auspreſſen oder den nd. ganzen Vorrath von Saft, ehe man ihn aufs dder Feuer ſetzt, durch ein Tuch von Molton oder Lei⸗ der newand laufen laſſen, damit der Saft moͤglichſt A klar und rein ſey.(Sollte ſich's in der Folge zei⸗ Rir⸗ gen, daß der Syrup durch einen Zuſatz von Kalk einer gewinne; ſo wuͤrde man ihn zu dem Safte gießen bel⸗ muͤſſen kurz vor oder bei dem Aufſetzen zum Sie⸗ die den, etwa 3 Loth zu 30 Quart Saft.*) Die huͤt⸗ erſteren zwei Stunden hindurch unterhaͤlt man ein Zeit pfene*) Daß dieſer Syrup durch den Zuſatz von Kalk ge⸗ zmt. reinigt, und auch der Zuckerſtoff mehr entwickelt werde, ngel hat wohl nicht den geringſten Zweifel. Man muß in dieſer man E mit (66) ſtarkes Feuer unter dem Keſſel, nimmt von Zeit zu Zeit den Schaum mit einem Schaumloͤffel ab. Nach Verlauf von zwei Stunden laͤßt man das Feuer erloͤſchen, den Saft ſich abkuͤhlen, und gießt ihn, ehe er ganz erkaltet iſt, in reine hoͤl⸗ zerne oder irdene Gefaͤße, und zwar abermals durch ein Tuch von Molton oder Leinewand. Man laͤßt in dieſen Gefaͤßen den Saft voͤllig erkalten. Es entſtehen nun zwei Sorten von Saft, der obere und untere, erſterer von hellerer und letzterer von dunklerer Farbe. Der hellere Saft liefert einen vorzuͤglicheren Syrup. Wem alſo daran gelegen iſt, einen Syrup von vorzuͤglicher Guͤte zu bekommen, der gieße vorſichtig den oberen Saft in ein beſonderes Gefaͤß, und dampfe dann jede Sorte fuͤr ſich ab. Dies Abdampfen oder Eindicken geſchiehet bei einem gelinden und ſo viel als moͤglich gleich ſtarken Feuerungsgrad, und man hat darauf zu ſehen, daß der Saft nicht koche, ſondern nur ſo ſtark erhitzt werde, daß er dampfe. Sollte ſich etwa noch Schaum oder Un⸗ rath auf der Oberflaͤche zeigen, ſo nimmt man ſelbigen ab. Der Saft muß ſo lange abdampfen, Hinſicht eben ſo damit verfahren, wie man es bekanntlich mit dem Runkelruͤbenſyrup thut. D. Z. — (62) dn Zäi bis er die gewoͤhnliche Dicke oder Konſiſtenz des fel ab. Syrups hat. Ob er ſie habe, erfaͤhrt man da⸗ u das durch, wenn man von Zeit zu Zeit einen Loͤffel voll und Saft zum Erkalten ausſetzt, welcher, voͤllig er⸗ ne häͤl⸗ kaltet, den Grad der Dicke zeigt, welchen der ermals Saft bekommen hat. Schaden wird es nicht, Mau wenn man waͤhrend des Abdampfens, und beſon⸗ kalten. ders, wenn man bemerkt, daß der Saft dicker zu , der werden anfaͤngt, mit einem hoͤlzernen Spatel die tteter Maſſe langſam umruͤhrt, um das Anſetzen auf liefet dem Boden des Eindampfungsgefaͤßes zu verhuͤten, aaran wodurch der Syrup einen branſtigen Geſchmack Gäte bekommen wuͤrde. Hat der Syrup ſeine gehoͤrige oberen Konſiſtenz, ſo fuͤllt man ihn, nachdem er etwas dann erkaltet iſt, in die hoͤlzernen, irdenen oder glaͤſer⸗ oder nen Gefaͤße, worin er aufbewahrt werden ſoll, ſo diel laͤßt ihn darin voͤllig erkalten, und bewahrt ihn— , und ohne jedoch Deckel aufzulegen— an einem kuͤhlen tnicht Orte auf. daß er Gewiß iſt es, daß ſowohl dieſer Syrup als er Un⸗ auch der rohe Saft Rum liefert, ja ich vermuthe t man ſogar, daß die geſchnittenen Stengel, ohne vor⸗ mpfen, her gepreßt zu werden zum Rumbrennen benutzt un werden koͤnnen, wenn nur der Hahn an der Blaſe von der Groͤße iſt, daß die zerſchnittenen Stengel E 2 ——— xnxnxn—— (68) mit der ſogenannten Schlampe ablaufen koͤnnen, ohne den Hahn zu verſtopfen. Der rohe Saft kann leicht in Gaͤhrung gebracht werden, wenn man ihn nur zwoͤlf Stunden lauwarm erhaͤlt, nachdem zuvor ein oder mehrere Loͤffel voll Hefen (Baͤrme) hineingeſchuͤttet worden. Mit den ge⸗ ſchnittenen Stengeln wuͤrde man auf eben dieſe Art zu verfahren haben, nur daß ſie mit ſieden⸗ dem Waſſer uͤbergoſſen werden muͤßten. In einer warmen Sommernacht nahmen ſie ſchon einen weinſaͤuerlichen Geſchmack an, wenn ſie nur Ta⸗ ges zuvor mit heiſſem Waſſer uͤbergoſſen oder darin gekocht wurden. Eben deshalb warne ich auch davor, den Saft, aus welchem Syrup be⸗ reitet werden ſoll, die Nacht uͤber ſtehen zu laſſen, ohne mit dem Einkochen den Anfang zu machen, denn er nimmt gewiß einen ſaͤuerlichen Geſchmack an, und man kann alsdann wohl Rum oder Eſſig, aber keinen Syrup daraus bereiten. Da es mir aber an Kenntniſſen und an Gelegenheit fehlt, die zerſchnittenen Stengel auf die eben an— gefuͤhrte Art zu benutzen oder durch Andere be— nutzen zu laſſen; ſo hoffe ich, Sachverſtaͤndige werden das, was ich nicht verſuchen konnte, ihrer Verſuche werth achten. 6( 60) önnen, Die ausgepreßten Stengel koͤnnen zur Fuͤtte⸗ Saft rung benutzt werden. Das Rindvieh frißt ſie wenn gern, wenn ſie gleich einen ſaͤuerlichen Geruch ethälk, und Geſchmack bekommen, ſobald ſie einige Stun⸗ Hefen den in Gefaͤßen geſtanden haben. Man ſuche nur den ge⸗ zu verhuͤten, daß ſie ſich weder erhitzen noch —ndieſe ſchimmeln, welches durch einen Aufguß von ſeden⸗ Waſſer verhuͤtet wird. efner Diejenigen, welche die abgeſchnittenen Sten⸗ einen gel nicht auf die angegebene Art benutzen wollen, Je⸗ moͤgen ſie friſch oder getrocknet zur Fuͤtterung öder benutzen. Jedoch hat man beim Trocknen der me h Stengel Vorſicht zu gebrauchen, weil ſie ſchwer da h trocknen, obgleich die Blaͤtter, welche ſich dar⸗ afn, an befinden, an einem heiteren Tage im Julius ahen, vollkommen trocken werden, wenn ſie zumal ein⸗ ümaä oder zweimal gewendet werden. 3 Wer die Stengel ſammt den Blaͤttern, oder 8 den ganzen Theil der abgeſchnittenen Pflanze trocknen will, wird wohlthun, wenn er nach enſeit mehrmaligem Wenden und bei dem erforderlichen jn al⸗ Grade von Trockenheit, ſelbige in Bunde binden, 4 be und wentgſtens einige Wochen auf eine ſolche Art andige in Haufen unter freiem Himmel aufſtellen laͤßt, ihter daß die Spitzen die Lage nach innen bekommen. —jyjjy —. ————.— e 70) IX. Benutzung der Koͤrner. Sie dienen ſowohl zur Nahrung fuͤr Men— ſchen als auch fuͤr die Thiere, ſind beſonders ein ganz vorzuͤgliches Maſtfutter fuͤr die letzteren, und koͤnnen auch mit Vortheil in den Brenne— reien benutzt werden. Das Mehl, die Gruͤtze und der Gries, welche ſich aus den Koͤrnern bereiten laſſen, koͤnnen auf vielfaͤltige Weiſe in der Haus— haltung benutzt werden, und geben eine eben ſo geſunde als nahrhafte Speiſe, daher ſie denn auch der bekannte Graf Rumford zur Speiſung fuͤr Arme beſonders empfohlen hat. Zum Brodbacken kann das Mehl aber nur dann angewendet werden, wenn man es mit zwei Theilen Rocken- oder Weizenmehl vermengt. Dieſe Miſchung giebt ein ſehr wohlſchmeckendes Brod. Daß man die Koͤrner den Pferden ſtatt des Hafers geben koͤnne, und daß ſelbige bei der Haͤlfte deſſen, was ſie an Hafer erhielten, kraͤftiger ſind und vollleibiger ausſehen, iſt ſchon in der Einlei⸗ tung geſagt worden: und es muß hierbei nur noch Men⸗ ers ein zteren, prenne⸗ ze und ereiten Haus⸗ den ſo denn iſung er nur zwei gengt. kendes tt des haͤlfte er ſind Einlei⸗ rnoch 5— G 2n) bemerkt werden, daß in jenen Gegenden, in wel⸗ chen der Mais auch als Pferdefutter benutzt wird, die Koͤrner fuͤr die aͤlteren Pferde geſchroten oder eingequollen werden. Den Maſtochſen wird der Mais geſchroten mit anderen Futterkraͤutern vermengt gegeben, und auch bei ihnen zeigt ſich, was man ebenfalls bei Schweinen und allen Ar⸗ ten von Federvieh bis zu den Tauben herab, zu bemerken Gelegenheit hat, daß ſie beim Genuß des Mais nicht nur ſchnell, ſondern auch vorzuͤg⸗ lich fett werden. Auch wollen feine Gaumen ſo⸗ gar den Geſchmack des Fleiſches von Thieren, welche mit Mais gemaͤſtet worden ſind, vorzuͤg⸗ lich finden, ſo wie es meine Erfahrungen beſtaͤti⸗ gen, daß man bei der Maſtung mit Mais immer ein kleineres Maaß zu geben hat, als von den uͤbrigen Getreidearten. Ein Schwein z. B. wel⸗ ches vier Scheffel Maiskoͤrner verzehrt hat, wird eben ſo ſchwer und fett ſeyn, als ein anderes, welchem ſechs Scheffel Erbſen gegeben worden ſind. Eben dieß iſt auch der Fall beim Federvieh. Sollte dieß anfangs die Maiskoͤrner nicht freſſen wollen, ſo darf man ſich daran nicht kehren. Hat der Hunger ſie erſt mit dieſer Getreideart bekannt gemacht, ſo werden ſie nur durch Hunger wie⸗ C 22.) der dahin gebracht werden, anderes Getreide zu freſſen*). So wie aber der Mais in Abſicht der Ma⸗ ſtungsfaͤhigkeit Vorzuͤge vor den bei uns gewoͤhn⸗ lichen Getreidearten hat, ſo zeigt er ſie auch in der Brennerei. Er giebt nicht nur einen Branntwein von vorzuͤglicher Guͤte und angeneh⸗ mem Geſchmack, ſondern er giebt auch davon mehr, als gleiche Quantitaͤten Rocken oder Weizen. Der ſo induſtrioͤſe als thaͤtige Paͤchter des in der Neumark belegenen, dem Hrn. Haupt⸗ mann v. Arnim gehoͤrigen Guts Raduhn, der Amtmann Wachsmuth, uͤberzeugte ſich durch an⸗ geſtellte Verſuche von der Wahrheit deſſen, was ich ſo eben bemerkt habe. Er ließ 2 Scheffel von ſeinem beſten Weizen auf die Blaſe bringen, und merkte genau an, was dieſer an Branntwein gegeben hatte. Hierauf vermengte er einen Scheffel Weizen mit eben ſo viel Mais-Schroot, und es ergab ſich, daß er drei bis vier Quart Branntwein mehr bekam, als vom Weizen ohne *) Die ausgezeichnete Maſtfaͤhigkeit des Mais iſt allenthalben entſchieden anerkannt, wo man den Bau deſ⸗ ſelben im Großen betreibt. D. H. —— 6( 23) ide zu Zuſatz von Mais. Vom Mais allein Brannt⸗ wein zu brennen, hat er bisher nicht verſucht, Ma⸗ weil ſeine Geſchaͤfte ihm nicht Zeit ließen, das voͤhn⸗ Maͤlzen des Mais zu verſuchen. Daß dieß nicht uch in ſo leicht von ſtatten geht als das Maͤlzen unſerer einen Getreidearten, iſt wohl keinem Zweifel unterwor⸗ geneh⸗ fen, weil der Mais einen groͤßeren Grad von davon Waͤrme erfordert, wenn er keimen ſoll; doch oder habe ich geſunden, daß, wenn man ihn, nach⸗ chter dem er zuvor etwa zwoͤlf Stunden eingeweicht aupt⸗ worden, zwiſchen feuchte Decken legt, und eine „der ebenmaͤßige feuchte Waͤrme unterhaͤlt, das Kei⸗ hau⸗ V men doch noch ziemlich ſchnell bewirkt wird. „vwas Der Herr D. Burger, welcher in der mehr⸗ Dvon mals angezogenen Schrift Vorſchriften uͤber das und Bewerkſtelligen des Malzen des Mais giebt, ließ wein auch Verſuche anſtellen, aus dem Mais Bier zu einen verfertigen, bemerkt aber, daß dieſes, obgleich hroot, von einem guten Geſchmauck, nie recht klar habe Auart werden wollen. Vielleicht wird man dieſe Eigen⸗ ohne ſchaft dem Bier aus Mais kuͤnftig zu verſchaffen — wiſſen, und auch hierdurch den Maisbau mehr is Eingang bei uns verſchaffen.. au dee ——-——ü—ÿ ( 24) X. Benutzung der Deckblaͤtter des untern Theils der Pflanze und der entkoͤrnten Kolben. Die Deckblaͤtter, welche die Aehre ein— ſchließen, und unmittelbar nach der Ernte abge— riſſen werden, duͤrften wohl nur zur Streuung und zum Ausſtopfen von Matratzen'c. benutzt werden koͤnnen. Sie werden zum voͤlligen Trock⸗ nen ausgelegt, ſobald ſie von dem Kolben abge⸗ riſſen ſind, weil ſie ſonſt ſich erhitzen, feucht wer⸗ den und ſchimmeln. Was den nach dem Abbrechen der Kolben noch auf dem Acker zuruͤckbleibenden Theil der Mais⸗ pflanze betrifft, ſo kann man ſchon acht Tage vor der voͤlligen Reife der Kolben alle die noch an ihr befindlichen gruͤnen Blaͤtter abreiſſen, und ent— weder friſch verfuͤttern, oder aber getrocknet fuͤr den Winter aufbewahren. Sollte ſich's beſtaͤti⸗ gen, daß auch die Stengel nach der Ernte noch zur Gewinnung des Syrups dienen koͤnnen, ſo wuͤrde man mit ihnen eben ſo zu verfahren haben, als oben(ſ. VIII.) angegeben worden iſt. Herr D. Reuhold in Graͤz haͤlt aber nach Hrn. Burgers 6 75) Bericht, nicht alle Stengel fuͤr tauglich, zur Be⸗ reitung des Syrups angewendet zu werden, weil theils der Saft einiger derſelben einen widrigen Ge⸗ el. ſchmack habe. Er will nur die von gelblicher ein⸗ Farbe zur Bereitung des Syrups benutzt wiſſen, äbge⸗ und raͤth an, ſo lange bis man ſie an dem Aeu⸗ euung ßern zu erkennen ſich eine Fertigkeit erworben ennſt habe, durch den Geſchmack die tauglichen Sten⸗ drocf⸗ gel auszuwaͤhlen. aüge Wer die Stengel auf dieſe Art nicht benutzen Kufß will, kann ſie entweder zur Viehfuͤtterung oder zur Feuerung anwenden. In beiden Faͤllen wer⸗ den ſie dicht uͤber dem Erdboden abgemaͤhet und noch in Buͤndel gebunden. Wer ſie zum Futter fuͤr Wais⸗ das Rindvieh anwendet, laͤßt ſie auf der Schnei⸗ e bor delade ſchneiden; im Fall ſie aber zum Streuen a ih oder zur Feuerung dienen ſollen, ſtellt man ſie dent⸗ wie die Garben auf dem Felde zum Trocknen aus. et fäͤr Ob ſie das Rindvieh auch getrocknet frißt, dafuͤr eſtali⸗ kann ich meine Erfahrungen nicht anfuͤhren, weil noch ich ſie erſt im Dezember und Januar abſchneiden en, ſo ließ und zur Feuerung benutzte, wo ſie denn, jaben noch nicht voͤllig trocken, eine ziemliche Quanti⸗ Herr taͤt Aſche gaben, von welcher eine Metze(gegen urgers 3 Pfund) 9 Loth Pottaſche lieferte. e 26) Noch mehr aber als die Stengel eignen ſich die entkoͤrnten Kolben zur Feuerung, weil ſie holzartig ſind. In holzarmen Gegenden, wo man in Ermangelung eines anderweitigen Brenn⸗ materials, Stroh zur Feuerung benutzt, wird man die Vorzuͤge dieſer Art von Brennmaterial gewiß nicht verkennen. Sie geben eine blaͤulicht gelbe Flamme, halten gegen zwei Stunden lang Glut, und wenn man etwa zwei Scheffel derſel⸗ ben in ſechs Theile theilt, und ſobald eine Por⸗ tion verkohlt iſt, die andere in den Ofen wirft, ſo wird man dadurch ſchon ein ziemlich geraͤumi⸗ ges Zimmer erwaͤrmen koͤnnen. Auch koͤnnen ſie, weil ſie beim Verbrennen eine ſehr helle Flamme geben, von den Landleuten fuͤglich ſtatt des Kiens in den Kaminen gebraucht werden, wenn man zumal die nicht vom Dreſchflegel zerſchlagenen Kolben auswaͤhlt. Daß ſie viel und eine ſehr ſalzreiche Aſche lie⸗ fern, kann ich nicht beſſer beweiſen, als wenn ich hier der Verſuche erwaͤhne, welche ich mit den entkoͤrnten Kolben anſtellte. Es wurde naͤmlich ein Pfund derſelben auf einem Eiſenblech zu Koh⸗ len gebrannt, und dieſes Pfund gab ein Loth Aſche, und ein Pfund dieſer Aſche lieferte etwas n ſich il ſie „wo renn⸗ wird terial ulicht lang erſel⸗ Por⸗ dirft, tni⸗ zſe, mme iens nan enen lie⸗ venn den nlich Koh⸗ Loth twas ( 22 uͤber ½ Pfund Pottaſche. Dieſe Verſuche ſind mehrmals wiederholt worden und haben immer ein gleiches Reſultat gegeben. Wie ſehr wichtig kann auch von dieſer Seite der Maisbau den Fa⸗ briken werden! Bei den jetzt ſo theuren Preiſen der Pottaſche wuͤrde man daher von dieſen entkoͤrnten Kolben in unſeren Gegenden ſchwerlich den Gebrauch machen, welchen Hr. D. Burger davon macht, den ich aber dennoch nicht mit Stillſchweigen uͤbergehen kann. Da er in der Naͤhe von Ungarn lebt, und die vorzuͤglichſte Pottaſche in Kaͤrnthen zu einem ſehr niedrigen Preiſe verkauft wird, glaubt er ſeinen Vortheil mehr dadurch zu finden, wenn er, ſtatt die Kolben und Aſche zu benutzen, ſie ſtampfen oder auch mahlen, das daraus ge— wonnene Mehl mit ſiedendem Waſſer aufbruͤhen, und daraus ein Getraͤnk fuͤr die Kuͤhe bereiten laͤßt, welche nach dem Genuſſe deſſelben reichli⸗ cher Milch geben ſollen, wie er verſichert, als wenn ſie mit Waſſer getraͤnkt werden. Zum Schluß will ich hier nur noch anfuͤhren, daß der Herr D. Burger in ſeiner erwaͤhnten Schrift auch eine Berechnung deſſen liefert, was ( 78) im vorigen Jahre der Ertrag eines Maisackers von zwei Joch(etwas uͤber vier Magdeb. Mor⸗ gen) nach Abzug der Bearbeitungskoſten betra⸗ gen haben wuͤrde, wenn außer den gewonnenen Koͤrnern und Krupbohnen, auch das Maisſtroh nach marktgaͤngigen Preiſen verkauft worden waͤre(der Ertrag des Maisſtrohes wird auf 72 Centner geſchaͤtzt) naͤmlich— 413 Gulden. Eine gleiche Flaͤche von inlaͤndiſchem Weizen, zu welcher freilich nicht friſch geduͤngt war, wuͤrde nur 99 Gulden an reinen Ertrag geliefert haben. ———— — HOO——ę—C—C—C—C—C———— ackers Mor⸗ betra⸗ nenen sſiroh vorden d auf ulden. n, zu vuͤrde ben. —— „ 8 ih W ab Jalun lilan en abad det SA 4 Gnonnasageda äharehagnhnnnnowneNNahnahg- ahn 1 Oem 1 2 3 4 10 1 9 011° G= 0 0 ₰ Blue 65 ello Hed genta ————— 5 5 8 5 5 Bla — 5—.— 1 1 — 5——— ai 1 1 1 8 4„. 4 1 4.1 * 1 1 1 —— 2 8