— — —— — — —— ——— 2 —— zu ſeiner Schrift: Reviſion der Ackerbau⸗Syſteme. Veranlaßt durch eine Beurtheilung des Herrn Staats⸗Raths Thaer in dem lſten Stuͤck des 3ten Bandes der Moͤglinſchen Annalen. — Berlin, be i Au8ug u ſt Ruͤcker. 4819. — Seit undenklichen Zeiten wurde von den Ackerbauern die große Wahrheit eingeſehen, daß ein eintraͤglicher Feld⸗ bau nicht beſtehen koͤnne, wenn dem Acker nicht von Zeit zu Zeit eine kraͤftige Duͤngung gegeben werde. Hat es einzelne Menſchen gegeben, wie den Englaͤn— der Jethro Tull, welche behaupteten, daß durch kraͤftige Bearbeitung oder durch Wechſeln der Erdſchichten(Ra⸗ jolen) dem Ackerboden ohne Duͤngung immerwaͤhrend ein genuͤgender Ertrag abzunehmen ſey, ſo hat doch noch keiner durch ſein Beiſpiel obige große Wahrheit entkraͤf⸗ tet. Auf aͤhnliche Behauptungen konnte man auch nur in ſolchen Zeiten verfallen, wo man uͤber das Weſen der⸗ jenigen Theile, die ſich die Pflanzen aus dem Erdboden aneignen, ſehr unvollkommene Begriffe hatte. Seit die Naturwiſſenſchaften mehreres Licht uͤber die inneren Werk⸗ ſtaͤtten der Natur verbreitet haben, moͤchte eine erneuerte Behauptung aͤhnlicher Art wohl ſchwerlich Eingang finden. Allein uͤber die Art und Weiſe, ſich die genuͤgende Menge Duͤngung ſo ſchnell und ſo wohlfeil als moͤglich zu ſchaffen, ſind die Meinungen ſtets ſehr getheilt gewe— ſen. Daß Futterbau und die daher vermehrte und ver⸗ beſſerte Viehhaltung das ſicherſte und untruͤglichſte Mittel ——“ e‧ —— 8— 8 2 — 4— ſey, den in Rede ſtehenden Zweck zu erreichen, bezwet⸗ felt keiner. Allein: wie iſt die genuͤgende Futtermenge zu erzielen, ohne dem Getreidebau Eintrag zu thun?— Dies iſt die wichtige Frage, welche der eine ſo, der andere anders beantwortet. Schubart von Kleefeld, Mayer und ihre Zeitgenoſ⸗ ſen glaubten das Mittel entdeckt zu haben, wodurch dem Duͤngermangel beim Ackerbau mit einem Male abgehol⸗ fen ſey. Sommerſtallfutterung, Kleebau in der Brache und deren Abſchaffung ſind die Thema's, welche man in den landwirthſchaftlichen Schriften von 1780 bis 1800 hauptſaͤchlich abgehandelt findet. Die erſten landwirthſchaftlichen Schriften, welche mir in die Haͤnde fielen, waren aus jener Periode. Ich mahlte mir meine Zukunft als Juͤngling niemals anders aus, als daß ich auf den Guͤtern, die mir zur Verwal⸗ tung anvertraut wuͤrden, große Kleebreiten ſchaffen und das Vieh dadurch recht reichlich ernähren wollte. Dieſe Hoffnung konnte mir um ſo weniger ungereimt vorkom⸗ men, weil ich von meiner Kindheit an in meiner Ge⸗ burtsgegend den ſchoͤnſten Klee alljaͤhrlich geſehen hatte. Freilich war mir damals der wichtige Umſtand entgan⸗ gen, daß man dort den Kleebau nur auf wenigen und den vorzuͤglichſten Ackerſtuͤcken trieb. Meine lebhaften Wuͤnſche nach einer Gelegenheit, wo ich meine Verbeſſerungs⸗Plaͤne ausfuͤhren koͤnne, wurden befriedigt. Ich wurde ſehr jung der Verwalter eines Gutes, auf welchem der Kleebau ſchon 30 Jahre lang getrieben worden war. Hier kuͤhlte ſich mein Ver⸗ beſſerungseifer fuͤr Vermehrung des Kleebaues bald in etwas ab, weil ich nun einſehen lernte, daß zu einem eintraͤglichen Kleebau mehr gehoͤre, als die Ausſaat zu beſorgen. Ich machte fruͤh die Erfahrung, daß der Klee, ₰ 4 — — — —— 2 ——— — — 3— bevor er Miſt wieder giebt, ſolchen auch vorher ver⸗ lange. Ich hatte damals Gelegenheit, mehrere Wirthſchaf⸗ ten zu beobachten, die durch unverſtaͤndig betriebenen Kleebau in der Brache ſo weit herunter gekommen wa⸗ ren, daß ſie kaum Saamen und das benoͤthigte Wirth⸗ ſchaftskorn erbaueten. Solche Erfahrungen brachten mich zum Nachdenken und ich lernte die Urſachen dieſes jaͤm⸗ merlichen Zuſtandes ſolcher Wirthſchaften immer klaͤrer einſehen, jemehr ich mich in den damals eben heraus— kommenden Schriften des Herrn Staatsraths Thaer unterrichtete.. Treffliche Wahrheiten ſind es, welche Hr. Thaer in dieſer Hinſicht verbreitet hat. Der Hackfruchtbau muß nothwendig mit dem Kleebau vereint getrieben wer⸗ den, wenn auf den Ackerlaͤndereien das noͤthige Vieh⸗ futter erbauet und die reine Sommerbrache ganz abge— ſchaft oder eingeſchraͤnkt werden ſoll. Durch die wich— tige Lehre vom Anbau der Hackfruͤchte im Großen, hat ſich dieſer allgemein verehrte Schriftſteller unendliche Verdienſte um den Ackerbau erworben. Niemand er⸗ kennt dies freudiger an, als ich. Denn davon abgeſe⸗ hen, daß durch die Art und Weiſe, wie Hr. St. Th. die Lehren der Landwirthſchaft vortrug, das Ge⸗ muͤth und der Verſtand des gebildeten Menſchen fuͤr dieſe Wiſſenſchaft gleich ſtark in Anſpruch genommen werden, ſo hat das landwirthſchaftliche Gewerbe als ſol— ches durch die Schriften und Lehren deſſelben in den letzten 15 bis 20 Jahren Fortſchritte gemacht, die un⸗ ſere Nachkommen in Erſtaunen ſetzen werden, Zu bedauern iſt, daß Hr. St. Th., als er ſein wiſ⸗ ſenſchaftliches Lehrgebaͤude aufſtellte, in den vorhandenen Schriften zu wenig Materialien vorfand, die ſich zu ei⸗ 7 —mõõÿõ——— =——— — „4 1 nem dauerhaften Fundamente ſchickten. Der ſeel. Graf von Podewils, der ſeel. Oberlandes⸗Oec. C. Mayer und an⸗ dere hatten ſich zwar bemuͤhet, aus der Erſahrung ge⸗ wiſſe Fundamental⸗ Saͤtze abzuziehen, und ihre Zuſammen⸗ — der Angaben uͤber Ertraͤge jeder Art, uͤber Betrag und Koſten der Arbeit, uͤber das Verhaͤltniß des Futters und Streuſtrohes zum Duͤnger, ſo wie uͤber das Korn zum Stroh u. ſ. w. ſind als die erſten Beitraͤge zur Gruͤndung unſerer Wiſſenſchaft ſehr ſchaͤtzenswerth; allein ſie ſind nicht genuͤgend, um ſie als unumſtoͤßliche Vorderſaͤtze anzunehmen, aus welchen man allgemeine Folgerungen bilden kann. Die Lehren von der Erſchoͤpfung des Bodens durch den Pflanzenbau; von ſeiner Bereicherung durch Duͤn⸗ gung, Brache, Dreeſchliegen und Vorfruͤchte; ferner uͤber den Einfluß des Fruchtwechſels waren und ſind zum Theil noch ſehr ſinnreiche Hypotheſen. Dies geht offen⸗ bar daraus hervor, wenn man die fruͤheren Schriften des Hr. St. Th. mit ſeinen ſpaͤteren vergleicht. Als Aufregungsmittel, das wiſſenſchaftliche Studium der Landwirthſchaft zu befoͤrdern und unaufhoͤrlich dar⸗ auf hinzuarbeiten, die Wahrheit, wo ſie noch nicht klar erkannt wird, zu erforſchen— fuͤr dieſe Aufgabe haben die vorgetragenen Meinungen und Anſichten uͤber die oben genannten Gegenſtaͤnde erſtaunlich viel geleiſtet. Allein man betrachtete den Anfang zur wiſſenſchaft⸗ lichen Behandlung der Lehren des Ackerbaues zu fruͤh als Vollendung. Man nahm fuͤr ausgemachte Thatſa— chen, was groͤßtentheils Folgerungen aus einzelnen, im Kleinen angeſtellten Experimenten waren. Man ſtellte uns Deutſchen ohne gehoͤrige Beruͤckſichtigung des Kli⸗ ma's und der ſtatiſtiſchen Verhaltniſſe das Verfahren eines andern ackerbauenden Volkes zum Muſter dar. — 5— Dieſes Volk laͤßt uns allerdings viel zu erreichen uͤbrig, aber wir muͤſſen zunaͤchſt auf die beſtehenden Umſtaͤnde unſer Augenmerk richten, in welchen wir uns befinden. Dann wird ſich ergeben, daß wir uns in den meiſten Verhaͤltniſſen anderer Mittel bedienen muͤſſen, um einen hoͤhern Kulturzuſtand unſerer Felder zu erſchwingen, als diejenigen ſind, welche eine bereits ſtatt findende hohe Kultur aufrecht erhalten. Und eben ſo wenig wie die vollkommenſte Conſtitu— tion der Theorie nach, ein Volk, an ganz andere Beduͤrf⸗ niſſe gewoͤhnt, durch andere Geſetze und Einrichtungen gebildet, als die, welche der Verfertiger dieſer Conſtitu⸗ tion im Sinne gehabt, begluͤcken kann, eben ſo wenig kann ein Ackerbau-Syſtem, wenn es dem Klima den Be⸗ duͤrfniſſen, Preiſen der Dinge unter einander u. ſ. w. nicht angemeſſen iſt, den hoͤchſt möglichen Ertrag zu wege Feihen Die Wechſelwir rthſe chafr im weitern Sinne, bei der. alle dem Pfluge zugaͤngliche Grundſtuͤcke, die nicht als gute Wieſen zu benutzen ſind, abwechſelnd zur Ernaͤh⸗ rung des Viehes— ſey es als Weideland oder als Fut⸗ terfeld— und wieder zur Erzeugung von Koͤrnern und Stroh benutzt werden, wird allerdings in den meiſten Verhaͤltniſſen den hoͤchſten Ertrag nachhaltig gewaͤhren. Die Fruchtwechſelwi rthſchaft im engern Sinne — oder diejenige Wirthſchaftsart, bei der ein laͤngeres zur Weide liegen des Ackers nicht ſtatt finden, ſondern wo derſelbe ununterbrochen Kornfruͤchte und abzufuͤhren⸗ des Viehfutter im Wechſel tragen ſoll, wird ohne Duͤn⸗ gerzufluͤſſe von außen nur auf ſolchen Grundſtuͤcken vor⸗ theilhaft durchgefuͤhrt werden koͤnnen, auf welchen die Futtergewaͤchſe eben ſo ſicher als die Kornarten gedeihen; die mithin durch vorherige gute Duͤngung, durch ein 1 — — — — — 7 — — — 1 —— — — 35— natuͤrlich guͤnſtiges Miſchungsverhaͤltniß der Ackerkrume und durch ein mehr feuchtes als trockenes Klima zur Hervorbringung uͤppiger Futterpflanzen geeignet ſind. Zu jeder Wirkung in der Sinnenwelt iſt eine Ur⸗ ſache erforderlich. Wer von dem Futterbau, Vermeh⸗ rung des Duͤngers erwartet, muß vorerſt eines reichen Futterertrags gewiß ſeyn. Wo dieſer alſo ungewiß und im Durchſchnitt der Jahre geringe iſt; da folgt von ſelbſt, daß die Fortſchritte in der Duͤnger⸗Produktion nur unbedeutend ſeyn koͤnnen. Den wichtigen Umſtand, auf welchem Boden und unter welchen Bedingungen die Futtergewaͤchſe nur einen reichen Ertrag geben koͤnnen, hatten die Lehrer des Stallfutterungs⸗ und Fruchtwechſelwirthſchaft⸗Syſtems nicht gehoͤrig erwogen. Wurden ſie ſpaͤterhin auch ge— wahr, daß ſie ihre Angaben von den Futterertraͤgen er— maͤßigen muͤßten, ſo unterließen ſie doch, dies unum⸗ wunden zn geſtehen. Vergleicht man z. B. die Hoffnungen, welche Hr. St. Th. 1805 von ſeiner neu einzurichtenden Frucht⸗ wechſelwirthſchaft zu Moeglin hatte(in den Annalen des Ackerbaues erſten B.) mit dem Erfolge, den dieſe Wirthſchaft 10 Jahre ſpaͤter gewaͤhrte;(Geſchichte mei— ner Wirthſchaft zu Moeglin von Albrecht Thaer, Berl. 1815) ſo ergiebt ſich, daß dieſe Hoffnungen zum groͤßten Theile unerfuͤllt geblieben ſind. Wenn man die Grund— ſaͤtze des Hrn. St. Th. uͤber den Einfluß des Frucht⸗ wechſels, die er in den fruͤhern Schriften aufgeſtellt, mit denen vergleicht, welche er in den Moeglinſchen Annalen der Landwirthſchaft im 1. B.(Theorie uͤber das Ver— haͤltniß der Ernten zu der Fruchtbarkeit des Bodens) ausſpricht, ſo ſieht man klar, daß derſelbe ſeine Anſich⸗ ten ſehr geaͤndert habe. So ehrenvoll dies unablaͤſſige —— — 7— Forſchen nach der Wahrheit, welches aus dieſen veraͤn⸗ derten Anſichten hervorgeht, ſubjectiv betrachtet, iſt; ſo iſt doch auf der andern Seite nicht zu leugnen, daß es dem weniger erfahrnen und beleſenen Landwirthe ſchwer wird, aus jenen fruͤheren und den jetzigen ſpaͤteren Aeu⸗ ßerungen ein richtiges Reſultat zu ziehen. Schreiber dieſes glaubte ſowohl aus den Abhand⸗ lungen, die in den Zeitſchriften unſeres Faches erſchie⸗ uen, als aus den ihm muͤndlich zugekommenen Aeuße⸗ rungen ſchließen zu muͤſſen, daß uͤber den Werth oder Unwerth der verſchiedenen Wirthſchaftsarten, theils ir⸗ rige, theils widerſprechende Meinungen zirkuliren, die einem eintraͤglichen Wirthſchafts⸗Betriebe hinderlich ſind. Vorzuͤglich ſchienen ihm außer den uͤberſpannten Erwartungen vom Futterbau uͤber folgende Angelegenhei⸗ ten irrige Anſichten verbreitet zu ſeyn: a) Man ſahe die korntragenden Saaten faſt aus⸗ ſchließlich als miſtzehrend an. Die uͤbrigen Fruͤchte ſollten zum Theil den Acker bereichern, zum Theil ihn aber nur wenig erſchoͤpfen. Zu dieſer Annahme hielt man ſich ſowohl durch die Theorie der Chemiker und Naturforſcher berechtigt, die alle kohlenſtoffhaltige Subſtanzen als hauptſaͤchlichſte Ver⸗ zehrer des Humus anſehen, als auch durch das Verbeſſe⸗ rungslob, welches die Englaͤnder den Futtergewaͤchſen beilegen. Was das letztere anlangt, ſo legte man in der Regel nicht Gewicht genug auf den Umſtand, daß die Englaͤnder ihre meiſten Futtergewaͤchſe auf dem Lande, das ſie trug, verfuͤttern. Unter ſolchen Umſtaͤnden iſt ein Futtergewaͤchs allerdings hoͤchſt verbeſſernd. b) Dem Getreideſtroh ſprach man allen Futterwerth ab, oder ließ ihn bei Wirthſchaftsvergleichungen wenigſtens unbeachtet. —— — 9— — 4 — — A₰ 8— c) Eben ſo beruͤckſichtigte man bei ſolchen Vergleichun⸗ gen den Werth der Weide auf der Brache und auf der Getreideſtoppel nicht genug. Fuͤr Schaͤfereien hat aber die Weide auf geduͤngten Brachfeldern ei⸗ nen hohen Werth. d) Man beruͤckſichtigte bei den empfohlenen Verbeſſe⸗ rungen die Eigenſchaften des trockenen, armen und loſen Bodens in Anſehung des Futterbaues nicht genug und ging deshalb von der Anſicht aus, daß auch dieſer wie der gute Boden, durch Anbau von Maͤhefutter verbeſſert werden muͤſſe. Ein Landwirth, mit dem ich kuͤrzlich eine Debatte daruͤber hatte, daß der magere, lehmigſandige Boden ei⸗ nen geringen Kleeertrag gebe; welches er beſtritt, endigte endlich unſern Streit mit den Worten: Moͤge mich Gott dafuͤr behuͤten, daß ich keinen Boden zu bebauen bekomme, auf welchem der Klee ſo ſchlecht geraͤth!“ Da aber Gott ſo gnaͤdig nicht gegen alle Landwir— the gedacht hat, ſo fuͤhlte ich mich berufen, den ſtehen⸗ den falſchen Anſichten entgegen zu arbeiten und meine Ueberzeugung dieſerhalb oͤffentlich auszuſprechen. Dies iſt in der Schrift geſchehen: Reviſion der Ackerbau⸗ Syſteme. Berlin, in der Realſchulbuchhandlung 1818. Ich hoffte durch dieſelbe dem ausuͤbenden, der we— niger beleſenen Landwirthe, die weſentlichſten Umſtaͤnde kurz vor Augen zu legen, welche bei der Wahl des einen oder andern Wirthſchafts⸗Syſtems zu beachten ſind. im keine Mißverſtaͤndniſſe zu veranlaſſen, ging ich im zweiten Abſchnitte die bekannteſten Kulturpflanzen durch und gab viele den Praktikern bekannte Erfahrungen an, welche zur Zeit, uͤber das Gerathen jeder Frucht, in Bezug auf Boden, Duͤngungszuſtand deſſelben, Vorfrucht und Vorbereitung des Ackers gemacht ſind. 8— 1—— 3— — 9— chun⸗ Durch dieſe Vorbereitungen glaubte ich den Leſer auf auf den Standpunkt zu fuͤhren, von welchem die ver⸗ rien ſchiedenen Wirthſchafts⸗Syſteme in ihrer Zuſammen— n eis ſetzung beurtheilt werden muͤſſen. Ich wollte kein Wirth⸗ ſchafts⸗Syſtem in Schatten ſtellen, ich wollte aber auch beſſe⸗ fuͤr keines meine Leſer beſonders und ohne Beruͤckſichtis und gung eines gegebenen Lokal's gewinnen. Wenn ich bei nicht zwei Wirthſchaftsarten mich laͤnger aufhielt, als bei den daß andern, ſo geſchahe es nur, weil ich weiß, daß es dieje⸗ von nigen ſind, fuͤr welche die Mehrzahl der jetzt lebenden Landwirthe Parthey nimmt. ebatte Den vielen wiſſenſchaftlich gebildeten Landwirthen, ei⸗ die unſer Gewerbe aus Neigung, aber als Nebenſache, digte betreiben, oder vielmehr betreiben laſſen, weil ihre uͤbri⸗ mich gen Verhaͤltniſſe ſie abhalten, ſich ganz dem praktiſchen auen Landleben zu widmen, hoffte ich durch meine Schrift 5 nuͤtzliche Winke zu geben, wie ſie die mehr idealiſchen dwir⸗ als praktiſchen Schriften unſeres Faches zu deuten ha⸗ kehen⸗ ben. Ich habe vielfaͤltig erfahren, daß ſie ſich mit ih⸗ neine ren empiriſchen Wirthſchafts⸗Offizianten nicht verſtaͤndi⸗ es iſt gen konnten und daß ſie dieſerhalb rechtliche und brauch⸗ bau⸗ bare Maͤnner von ſich entfernten und dafuͤr andere beka⸗ 18. men, die zwar Sinn genug fuͤr alles Neue, aber deſto we⸗ weniger fuͤr Ordnung und konſequente Ausfuͤhrung eines nde einmal angenommenen Wirthſchafts⸗Planes hatten. Aus anen dieſem einſeitigen Streben des Gutseigenthuͤmers nach ſird. einer verbeſſerten Wirthſchaft ohne eingreifende Huͤlfe h in des Wirthſchaftsfuͤhrers geht immerdar das Reſultat her— durch vor, daß der erſtere an Revenuen verliert und daß er an, des Verluſtes uͤberdruͤßig, das Grundſtuͤck endlich einem „in Pachter uͤbergiebt, weil ihm der Wirthſchaftsbetrieb ver⸗ rucht leidet worden iſt.. Aufmerkſam machen wollte ich auf den mangelhaf⸗ — 10— en Zuſtand unſerer Landwirthſchaft als Wiſſenſchaft be— trachtet und darauf hindeuten, daß es noch nicht Zeit ſey, auf den Lorbeern der erſten Begruͤnder der wiſſen⸗ ſchaftlichen Lehre zu ruhen. Ausſprechen wollte ich den Wunſch des ganzen land⸗ wirthſchaftlichen Publikums, daß unſere Zeitſchriften we— niger mit Projecten und Vorſchlaͤgen zu Wirthſchafts⸗ Reformen, als hauptſaͤchlich mit treuen Nachrichten uͤber durchgefuͤhrte Verbeſſerungen moͤchten angefuͤllt werden. Jetzt iſt die Zeit ſo weit vorgeſchritten, daß ſehr viele nach den neueren Theorien bewirthſchaftete Guͤter Re⸗ ſultate gewaͤhren muͤſſen. Dieſe moͤge man uns mit al— len Nebenumſtaͤnden mittheilen. Leider ſtellt ſich dieſem gerechten Wunſch ein maͤch— tiges Hinderniß entgegen. Dies iſt die falſche Scham, welche davon abhaͤlt, die reine, unverfaͤlſchte Wahrheit zu ſagen, ſobald der Erfolg nicht ſo iſt, als man erwar— tet und gewuͤnſcht hat. Daher ruͤhrt es, daß nur ge⸗ lungene Verbeſſerungen auspoſaunt werden und daß man mißlungene Unternehmungen verſchweigt oder ſie entſtellt erzaͤhlt. Jedes noch ſo ſchiefe Raiſonnement uͤber Gegen⸗ ſtaͤnde einer Erfahrungswiſſenſchaft iſt von geringem nach⸗ theiligen Einfluß gegen bemaͤntelte oder falſch angegebene Thatſachen. Wenn man ſchon nach allgemeinen Rechts⸗ grundſaͤtzen jeden Menſchen ſo lange fuͤr gut halten ſoll, als das Gegentheil nicht erwieſen iſt, ſo ſollte man doch wohl von einem Schriftſteller erwarten, er werde ſich der Wahrhaftigkeit befleißiget haben. In der muͤndli⸗ chen Rede koͤnnen jedem Menſchen Aeußerungen ent⸗ ſchluͤpfen, die nicht ganz der Wahrheit gemaͤß ſind, weil man vielleicht zerſtreut war, und ſich nicht aller auf ei— nen Gegenſtand Bezug habender Umſtaͤnde erinnert. — 11— Allein von demjenigen, der eine Schrift, beſtimmt tau⸗ ſend Mal vervielfaͤltigt zu werden, abfaßt, muß man doch erwarten, er werde vorher die Thatſachen genau ausgemittelt haben, die er erzäih t. Ich ſpreche mich nicht ohne Grund oͤffentlich dar⸗ uͤber aus, daß ich dem heilloſen Luͤgen mit Druckſchrift feind bin und daß ich nichts fuͤr nachtheiliger fuͤr die Wirkſamkeit der landwirthſchaftlichen Schriftſtellerei halte, als wenn falſche und entſtellte Data wiſſentlich verbreitet werden. Der wißbegierige, aber unerfahrne Landwirth, muß dem glauben, was er gedruckt ſieht und laͤßt ſich zu dieſer oder jener Handlung verleiten. Entdeckt er bei mehrerer Erfahrung, daß er hintergangen worden ſey: wer will er ihm verdenken, wenn er nachmals miß⸗ traniſch gegen alle Buͤcher⸗Angaben wird? Ich bin mir bewußt, daß ich bei Abfaſſung meiner oben genannten Schrift den Grundſatz: nur Wahrheit zu erforſchen und mitzntheilen, unablaͤſſig vor Augen ge⸗ habt habe. Die Thatſachen, die ich anfuͤhre, ſind ganz der von mir erkannten Wahrheit gemaͤß; die von mir ausgeſprochenen Anſichten ſind meine dermalige Ueber⸗ zeugung. Ich beſcheide mich, daß ſie keine Glaubensar⸗ tikel ſind und daß ich ſelbſt nicht weiß, ob ich nach 10 Jahren nicht in dem einen oder andern Stuͤcke meine Meinung aͤndern werde. Ich haͤtte dieſe Reviſion der Ackerbau⸗ Syſteme fuͤr viele Leſer anziehender machen koͤnnen, wenn ich im dritten Abſchnitte mehrere Beiſpiele aus meiner Erfah⸗ rung von ausgefuͤhrten Wirthſchafts⸗Syſtemen mit ihren mannichfaltigen Erfolgen angefuͤhrt haͤtte. Es iſt dies aber eine kitzliche Sache. Nimmt man irgend eine beſtimmte Wirthſchaft und beurtheilt ſie oͤffentlich in Anſehung ihrer Verhaͤltniſſe, — —— des Planes, wonach ſie gefuͤhrt wird und des Erfolges den ſie gewaͤhrt, ſo verwickelt man ſich durch das ge⸗ ringſte mißbilligende Urtheil in perſoͤnliche Zwiſtigkeiten, die mir ſehr zuwider ſind.. Ich ging daher ganz kurz die verſchiedenen Wirth⸗ ſchafts⸗-Syſteme mit ihren mannichfaltigen Modiftkatio⸗ nen durch und begnuͤgte mich, einzelne Faͤlle ausgenom⸗ men, im Allgemeinen uͤber die Vortheile oder Nachtheile der einen oder andern Feldeintheilung meine Anſichten darzulegen. Dieſer Vorſicht ungeachtet iſt es mir doch nicht ganz gelungen, jede Anfechtung dieſerhalb zu verhindern. Herr Staatsr. Thaer, den ich ſo hoch verehre und mit dem ich ehemahls in naher Verbindung zu ſtehen die Ehre hatte, beurtheilt meine Schrift in den Moͤglinſchen Annalen der Landwirthſchaft Jahrg. 1819. S. 174 bis 236 auf eine Art, welche mich zwingt, ihm oͤffentlich zu antworten. Mir ſcheint, als ob dieſelben Gruͤnde, welche mich abgehalten haben, etwas uͤber die Wirthſchaften meiner Nachbarn zu ſagen, auch Hrn. Th. haͤtten beſtim⸗ men ſollen, nichts uͤber meine Schrift zu ſagen. Er nimmt mich als einen Gegner der Wechſelwirthſchaft. Der bin ich nicht, wie ich weiter unten darthun werde. Er macht es mir zum Vorwurf, daß ich es mit gar kei⸗ ner Parthei habe verderben wollen. Es war bei Ab⸗ faſſung meiner Schrift mein unverbruͤchlichſter Vorſatz moͤglichſt partheilos vor das richtende Publikum zu treten. Fand Hr. St. Th., daß ich in meiner Reviſion uͤber einige Gegenſtaͤnde andere Anſichten verbreite, als er fuͤr die richtigen haͤlt, ſo kann unmoͤglich die Verbrei⸗ tung meiner Meinungen nachtheilige Folgen haben. Enthaͤlt mein Buch Wahrheiten, ſo ſind ſie nicht von 8³* — 15— mir entdeckt, ſondern ich bin nur das Organ, wodurch ſie oͤffentlich ausgeſprochen und von denen klar erkannt werden, die ſie bisher zwar ahneten, aber aus Mangel an Erfahrung ſich nicht getraueten, ſie zur Leitung ihres Verfahrens zu benutzen. Sind aber die in meiner Schrift mitgetheilten An⸗ ſichten irrig und beruhen ſie zum großen Theil auf dem imſtand, daß ich locale Erfahrungen zu allgemeinen Folgerungen benutzt habe; ſo wirth ein Publikum, wie das landwirthſchaftliche durch einen Schriftſteller meiner Gattung nicht irre gemacht. Es wird meine Schrift wuͤrdigen, wie ſie es verdient und ſie wird das Schick— ſal mit tauſend andern Schriften theilen. Meine Auto⸗ ritaͤt kann die darin vorgetragenen Gegenſtaͤnde nicht merkwuͤrdig machen, wenn ſie es nicht an ſich ſind. Ein Schriftſteller von Ruf und anerkannten Verdienſten hat allerdings große Vorſicht noͤthig, wenn er neue Ideen in Umlauf bringt. Ein angehender Schriftſteller aber hat ſich blos zu huͤten, daß er nicht wiſſentlich Unwahr— heiten verbreitet. Seine Ueberzeugung mag er denn immerhin vortragen. Sie wird nicht Unheil an— richten. Haͤtte Hr. St. Th. dies alles ſo empfunden, als es mir erſcheint und meine Schrift nicht rezenſirt, ſo waͤre ich der gegenwaͤrtigen Vertheidigung uͤberhoben. Aber muß ich antworten? Ziemt es mir nicht als dem juͤngeren zu ſchweigen und den aͤrgerlichen Streit zwiſchen uns nicht weiter zu fuͤhren? Dieſe Fragen habe ich mir ſelbſt ernſtlich vorgelegt. In ſo fern die erwaͤhnte Beurtheilung meiner Schrift mich perſoͤnlich angeht; ſo koͤnnte ich ſchweigen und koͤnnte mit dem allgemeinen Urtheile, welches Hr. Sr. Th. am Schluſſe ſeiner Rezenſion uͤber meine Schrift faͤllt, zufrieden ſeyn. Allein ich ſchrieb ja nicht um Ruhm einzuernten, auch nicht um Vortheils willen. Ich ſchrieb um wichtige Wahrheiten zu verbreiten und neue Vorurtheile, die man gegen alte vertauſcht hat, als ſolche darzuſtellen. Hr. St. Th. beſchuldiget mich in ſeiner Rezenſion S. 231. daß ich eine unwahre Behauptung aufgeſtellt habe. Ich muß mich alſo rechtfertigen und darf zur Foͤrderung einer einmal begonnenen guten Sache mich nicht zuruͤckziehen, ſondern bin es dem Publikum ſchul— dig, meine Behauptungen gruͤndlicher zu beweiſen. Mein Herr Rez. tadelt mich mit Grunde, wenn er den unpaſſenden Titel meiner Schrift und die mangel⸗ hafte logiſche Praͤciſion meines Vortrages ruͤgt. Erſte⸗ ren habe ich unbedachtſam gewaͤhlt, und haͤtte allerdings beſſer gethan, meine Schrift unter dem Titel:„Beitraͤge zur Beurtheilung der verſchiedenen Ackerbau⸗Syſteme ꝛc.“ in die Welt zu ſchicken. Dies iſt nun einmal nicht ge— ſchehen. Die geringe logiſche Praͤciſion meines Vortrages fuͤhle ich ſelbſt am beſten und habe in der Vorrede zu der„Reviſion“ dies aufrichtige Geſtaͤndniß, wie billig, den geehrten Leſern abgelegt. Hr. St. Th. thut mir aber unrecht, wenn er mir Schuld giebt, ich habe den Begriff eines Ackerbau⸗Sy⸗ ſtems im Allgemeinen und die Anwendung und Ausfuͤh⸗ rung deſſelben in einem beſondern Falle mit einander verwechſelt. Was ich unter ein Wirthſchafts⸗Syſtem verſtehe, iſt S. 2. meiner Schrift angegeben. Daß man einen reinen Begriff von dem Ackerbau⸗ Syſtem uͤberhaupt feſtſtellen koͤnne, bezweifele ich keines⸗ weges. Wohl aber iſt mir unbegreiflich, wie man aus bloßen Vernunftſchluͤſſen die Begriffe von mehreren Acker⸗ — — 15— um bau⸗Syſtemen, mit einander vergleichen, entwickeln koͤnne. Ich Der Vergleich des Hrn. St. Th. zwiſchen einem gleich⸗ geue ſchenkligen Triangel und einem Ackerbau⸗Syſteme ſcheint alche mir daher ſehr unpaſſend. Niemals wird ſich die Zuſammenſetzung eines Wirthſchafts⸗Syſtems ſo genuͤ—— ſion gend demonſtriren laſſen, als die Conſtruktion eines Tri⸗ ſtell angels. Mit einem Ackerbau⸗Syſteme aber, welches nur zur in der Idee, aber nicht in der Wirklichkeit exiſtiren kann, mich mag der praktiſche Landwirth nichts zu ſchaffen haben. ſchul⸗ Sein Beſtreben geht hauptſaͤchlich dahin, auszumitteln, welche Ideen der Theoretiker ſich zur Ausfuͤhrung eignen nn er und welche dagegen als unreif noch keiner Anwendung angel⸗ S auf das Geſchaͤftsleben faͤhig ſind. Erſte⸗ Wie bereits angegeben, ſo iſt meine Reviſion haupt⸗ dings ſaͤchlich mit darum geſchrieben, um zu unterſuchen, welche teaͤge von den neuern Lehren der Landwirthſchaft Stand hal— 4 I ten, und welche dagegen noch einer Berichtigung beduͤr⸗ chi ge⸗ fen. Daß ich deshalb keine großen Reiſen angeſtellt ha⸗ be, kann meiner Qualifikation zur Herausgabe einer trages ſolchen Schrift eben ſo wenig entgegen ſeyn, als der ede zu Umſtand, daß Hr. St. Th. nicht von Jugend auf prak⸗ Hillig tiſcher Landwirth war, ihn unfaͤhig macht, in ſpaͤtern Jahren ein ſolcher zu werden. rmir Auf welche Weiſe man ſich die Einſicht uͤber eine Sy⸗ Angelegenheit verſchafft hat, kann dem Benrtheiler einer sfuh⸗ Schrift gleichguͤltig ſeyn. Er hat zu unterſuchen, was ander darin mangelhaft iſt, nicht aber zu erweiſen, daß es uſten nothwendig mangelhaft ſeyn muͤſſe, weil die Perſoͤn⸗ lichkeit des Verfaſſers es ſo mit ſich bringe. erbau⸗ Der eine bildet ſich auf Reiſen, der andere beim eines Pfluge, durch Leſen guter Schriften, durch genaue Be⸗ n aus obachtung ſeiner Umgebungen und durch die Reſultate Acker einer ſorgfaͤltigen Rechnungsfuͤhrung. Die mehrere Gruͤnd⸗ — — 46 lichkeit iſt offenbar auf Seiten des kerten⸗ wenn man erwaͤgt, wie abhaͤngig der 4 Keiſende von den Nachrichten iſt, die ihm mitgetheilt werden. Die eſe muß er nothwen⸗ dig mit benutzen, wenn er uͤber das, was er vorfindet, ein Urtheil faͤllen will. Wer aber aus Erfa hrung kennt, wie ſelten ein Reiſender aufrichtig von den Verhaͤltniſſen einer Wirthſchaft unterrichtet wird, der weiß auch, was er auf Reiſebeobachtungen in landwirthſchaftlicher Hinſicht im Allgemeinen zu geben hat. Wer ſich auf Reiſen zu einem umſichtigen Landwirthe bilden will, der muß ſich vorher im praktiſchen Leben eben ſo viel Menſchen⸗ als Geſchaͤfts⸗Kenntniß erworben haben. Fehlt es ihm an der einen oder andern; ſo iſt er in Gefahr fuͤr klare Einſichten Vorurtheile auf Reiſen einzuſammeln. Hr. St. Th. ſcheint der Meinung zu ſeyn, es ge— nuͤge die allgemeine Behauptung, als habe ich den Be⸗ griff von einem Ackerbau-Syſteme im Allgemeinen nicht feſt gehalten. Den Beweis dafuͤr iſt er ſchuldig geblie⸗ ben. Eine von ihm dieſerhalb angezogene Stelle S. 6 u. f. meiner Schrift ſcheint mir ſo deutlich, daß mir nicht einleuchtet, wie er aus derſelben die Verwechſelung der Begriffe herleiten will. Das harte Urtheil, daß meine Schrift neue Saal⸗ badereien veranlaſſen werde, haͤtte mein Hr. Rez. doch nothwendig durch Anzeige derjenigen Stelle begruͤnden muͤſſen, die er fuͤr den Urſprung dieſer zu beſorgenden Saalbadereien haͤlt. Ich dringe in meiner Reviſion auf genauere Berichtigung mehrerer neuen Lehrſaͤtze. Ich zeige durch Beiſpiele, daß jene in ihrer jetzigen Geſtalt einer allgemeinen Anwendung nicht faͤhig ſind. Ich aͤu⸗ ßere den Wunſch, daß die Meyerſchen Berechnungs⸗Po⸗ ſitionen uͤber Verhaͤltniß des Korns zum Stroh, uͤber Verhaͤltniß des Futters und Streuſtrohes zum Miſte u. ſ. w. durch 33 durch Vervielfaͤltigung der Verſuche berichtiget werden F moͤchten. In Shnlicher Art zeige ich, daß 5 noch nicht de, Zeit ſey, die Theorie uͤber Erſchüpfung des Ackerbodens ſn und uͤber ſeine Neſtauratlon als berichtiget anzunehmen 5— was Hr. St. Th. eingeſtehet.— Kann ſo etwas die 4 Anſichten verwirren? 1 d5 3 Mich duͤnkt dies ließe ſich eher von demjenigen ſa⸗ 6 ii gen, was Hr. St. Th. verſchiedentlich in dieſer Rezen⸗ 5u ſion behauptet, z. B. von den aufgeſtellten Anſichten 4 uͤber den Werth des Strohes. 4 Er hat in mehreren ſeiner Schriften vielfaͤltig ge— 5 4 lehrt, daß er von der Wichtigkeit des Strohes fuͤr die 1 are Miſterzeugung uͤberzeugt ſey. Er raͤth z. B. bei dem Uebergange aus einer Dreifelderwirthſchaft in eine Frucht⸗ der wechſelwirthſchaft ſtets an, Stoppelroggen zu bauen und 3 De⸗ uͤberhaupt den Bau des Winterkorns nicht zuvernachlaͤſ nicht ſigen, um dem Strohmangel vorzubeugen. Nach ſeiner düe⸗ Meinung habe man nachmals, wenn die futterbauende S. 5 Wirthſchaft bereits mehrere Jahre beſtanden hat, den nicht Mangel an Stroh nicht mehr zu beſorgen; aber daß s der Hr. St. Th. die Wichtigkeit des Strohes anerkenne, ſchien mir aus vorſtehenden Aeußerungen deutlich her⸗ Saal vor zu gehen. doch S. 187. ſeiner Rezenſion leſe ich nun zu meinem den Erſtaunen, daß er das Stroh fuͤr ſo ſehr unwichtig nden bei der Miſterzeugung erklaͤrt. Er beruft ſich hierbei aduf auf des ſeel. Einhofs Verſuchen und auf den Umſtand, J daß er auf Plaͤtzen, wo Stroh verfault war, keine aus— iſtalt gezeichnete Vegetation bemerkt habe. aͤu⸗ Mir iſt es eben ſo ergangen bei den Haufſtellen „No. von Heufiemen. Ja ſelbſt als mir im Jahre 1805 ei— uͤber nige Kartoffeln in der Erde erfroren, bemerkte ich in „ſ. w. den folgenden Jahren auf ſolchen Stellen keine ſtaͤrkere durch (²] Vegetation, als dort, wo die Kartoffeln ausgenommen waren. Folgt aber daraus, daß Heu und Kartoffeln keinen guten Miſt geben? Bei den haͤufigen Abweichungen in den Anſichten uͤber landwirthſchaftliche Gegenſtaͤnde, ſchienen mir bis daher alle Landwirthe doch darin uͤberein zu kommen, daß zum allgemeinſten Gebrauch diejenige Miſchung von Stroh und thieriſchen Exkrementen, die wir ausſchließ⸗ lich Miſt nennen, allen andern Duͤngungsmitteln vor⸗ gehe, ſie moͤgen Jauche, Compoſt oder anders heißen. Ich ſage zum allgemeinen Gebrauch bei dem Ackerbau und gebe dadurch ſchon zu, daß in beſondern Faͤllen Jauche und Compoſt dem eigentlichen Miſt vor⸗ zuziehen ſeyn koͤnnen. Nun bitte ich aber einen Blick auf die meiſten Wirthſchaften und deren Miſterzeugung zu werfen. Man ſehe die großen Scheunen⸗Raͤume, die mit Stroh angefuͤllt werden. Man ſehe den Miſt auch in ſolchen Wirthſchaften, die ihr Vieh reichlich naͤhren. Was enthalten jene großen Gebaͤude? und was bemer⸗ ken wir im guten Wirthſchaftsmiſt?—— Iſt es nicht das Stroh, welches jene Raͤume anfuͤllt, und iſt es nicht ebenfalls das Stroh, welches wir als den Hauptbeſtand⸗ theil des Miſtes wahrnehmen? Ich nehme mein naͤchſtes Beiſpiel, die hieſige Wirth⸗ ſchaft. Es wird hier durch eine bedeutende Kornbrenne⸗ rei und durch ausgedehnten Wurzel⸗ und Futterbau eine große Maſſe kraͤftiger Viehnahrung gewonnen. Von ziemlich anſehnlichen Bruchgrundſtuͤcken, wird nach den Umſtaͤnden noch eine bedeutende Menge Heu herbeige— ſchafft. Durch alles zuſammen genommen. wird hier ſaͤmmtliches Vieh ſo gut gehalten, wie es in ſehr vielen, ſonſt guten Wirthſchaften nicht moͤglich iſt. Deſſen un⸗ „ ſgach Miß vf ſi des keine daß alle Miſt köͤne Ma ſo t Stro ſeh diſion de d legen Miſ beſſe welche lieben nachen demſe die X geachtet iſt das Stroh auch hier bedeutender bei der Miſterzeugung, als jene Maſſe Futter, die Koͤrner der — Pferde mit eingerechnet und betraͤgt nach einer ſehr maͤ— Anſiaten⸗ ßigen Berechnung durchſchnittlich 13 bis 14,000 Ctur. eommen drtoffeln 1 i5 des Jahres. Bei dieſer großen Stroh⸗Conſumtion tritt Vi dei keinesweges der Fall ein, daß wir uns bemuͤhen muͤſſen, ing on daß Stroh in den Miſt zu werfen, ſondern wir haben sſchleſ alle Eintheilung noͤthig, um damit auszureichen und kein in ol, Miſt wird hier abgefahren, den man unkraͤftig nennen a häühen könnte. Unterſucht man in guten Ackerwirthſchaften das bs den Material genauer, aus welchem der Miſt erzeugt wird, beſonder ſo wird man in 19 Fäͤllen gegen einen finden, daß das Niſ var, Stroh das weſentlichſte Material zur Miſterzeugung nen Bii ſey). Iſt es daher ſo irrig, wenn ich in meiner Re⸗ ſeizeugung viſion von Zeit zu Zeit darauf verweiſe, daß man ſich die Erzeugung dieſes Haupt⸗Materials des Miſtes ange— „die mit legen ſeyn laſſen muͤſſe? iſt auch in„Aber das Stroh iſt zur Erzeugung eines guten naͤhren. Miſtes nicht nothwendig. Vom Heu wird wohl eher as bemer beſſerer Miſt als vom Strohe.“ ſees nicht Wer hat dies je beſtritten?—— Das Beiſpiel, es nicht welches Hr. St. Th. mir von den Neuhollaͤndern bei tbeſtand⸗ Liebenwalde vorhaͤlt, daß dieſe ohne Stroh guten Miſt machen, beſtimmt mich, als Gegenſtuͤck von der von e Wirth⸗ demſelben erzaͤhlten Anekdote von einer reichen Dame, rnorenne⸗ die Aeußerung einer andern Dame hohen Standes aus bau dine*) Der ſeel. Graf Podewils giebt in dem 3ten Theile ſei⸗ n. Von ner Wirthſchafts⸗Erfahrungen in den Guͤtern Guſow nach den und Platkow, welche Guͤter* Hohe⸗ und 3 Bruchland herbeiges beſitzen, die Maſſe des in Einen⸗ Jahre konſumirten ird fir Getreideſtrohes auf 24,869 Ctur. und dagegen 11,232 Ctnr. konſumirtes Heu an. Alſo iſt auch auf Guͤtern, die mehr Bruch⸗ als Hoͤheland haben, das Stroh bei eſſen un⸗ der Miſterzeugung wichtiger als das Heu. r vielen/ dem Jahre 1771 zu erwahnen. Als dieſe nemlich oft davon ſprechen hoͤrte, daß die Armen kein Brod zu eſſen haͤtten, fragte ſie ſehr naiv: Warum eſſen ſie nicht Semmel, wenn ſie kein Brod haben? Findet ſich Jemand, der Luſt hat, mir fuͤr mein gutes Stroh gutes Heu zu geben, ſo ſteht es ſaͤmmtlich zu Dienſten. Bis zu dieſem Grade halte ich das Stroh nicht fuͤr unerſetzlich, daß ich der Meinung waͤre, es koͤnne bei der Miſterzeugung auch nicht durch Heu erſetzt werden. Aber ich halte es fuͤr unerſetzlich bei den beſtehenden Wirthſchaftsverhaͤltniſſen, wo in den meiſten Faͤllen die Erzeugung des Strohes leicht, dagegen die Erzeugung des Heues auf Ackerlaͤndereien ſehr er— ſchwert iſt. Daß Klee und Erbſen auf magern Feldern unſicher ſind und wenig vor die Senſe geben, giebt Hr. St. Th. S. 205 und 207 ſeiner Rezenſion zu. Was giebt es aber außer dieſen fuͤr Gewaͤchſe, die man auf dem Ackerboden zum Heuerſatz anbauen kann? „Buchweizen und Spoͤrgel.“— Ja, beide koͤnnen ſelbſt auf Sandboden, wenn er gut geduͤngt iſt und man bei der Ausſaat guͤnſtige Witterung trifft, einen guten Schnitt geben. Aber durch beide wird in einer großen Wirthſchaft auf ſchlechtem Boden der Heubedarf niemals herbei geſchafft werden. Daruͤber ſcheinen mir alle, die den Bau dieſer Gewaͤchſe mehrere Jahre fortgeſetzt ha⸗ ben, einverſtanden zu ſeyn. Was bleibt uns alſo auf Bodenarten, die nicht kleefaͤhig*) ſind, fuͤr ein Gewaͤchs uͤbrig, welches abzu⸗ *) Ich brauche dieſen Ausdruck nach dem Beiſpiel eines hohen preuß. Staatsbeamten, der in dem Entwurf zur Gemeinheitstheilungs⸗Ordnung den Boden, auf welchem der Klee mit Sicherheit geraͤth, kleefaͤhig nennt. fahe Kar wan 7 —— ꝑ ——— — 21— ſich oſt fahrendes Futter in genuͤgender Menge giebt?— Die weſſen Kartoffel. ie nicht Um die Kartoffeln aber vortheilhaft in Miſt zu ver⸗ wandeln, bedarf man des Strohes, und zwar nicht des— für mein halb, weil das Heu nicht denſelben Zweck erfuͤllen wuͤr⸗ mmtüich de, ſondern weil es zu koſtbar dazu iſt und in s Sirth den meiſten Faͤllen faſt um keinen Preis in are, es genuͤgender Menge herbei zu ſchaffen*). acch Heu„Aber“ ſagt der Hr. Staatsrath, S. 189„man 0 b den koͤnne den Stall und die Jauchenbehaͤlter ſo einrichten laſſen, daß man wenig oder gar kein Stroh zur Ein⸗ ſtreu gebrauche.“ Hierauf verweiſe ich Hr. St. Th. zunaͤchſt auf zwei in en meiſten gegen die ſir a demſelben Stuͤcke ſeiner Annalen abgedruckte Aeußerungen. n unſichr S. 78. fuͤhrt Hr. Schwerz den Hrn. Dr. Meyer redend an: „St. Th.„Ich habe ſelbſt die Erfahrung gemacht, daß die vor— 5 treffliche Ahlduͤngung auf hieſigem ſchweren Boden nicht väͤchſe, die uen kann?*) Ein ſehr eifriger Fruchtwechſelwirth, Hr. Oberamtmann de können Luͤder zu Reiffenſtein, der in dem Landwirthe her⸗ ausgegeben von Sturm ꝛc. II. Bandes 1. Hefte an 1 5 2 t und m die Erfolge von mehreren ausgefuͤhrten Fruchtwechſel⸗ inen guten wirthſchaften angiebt, aͤußert ſich uͤber zwei neunfeldrige zer großen Wechſelwirthſchaften, wovon die eine in Klee, Bra⸗ ef niemals che, 5 Wicken zu Heu und s reifende Halm⸗ und Huͤl⸗ ale, die ſenfruͤchte; die andere 8 Brache, 5 Klee und 5 Halm und Huͤlſenfruͤchte hat, S. 92. folgendermaaßen; tgeſetz ha„In dem Umſtande, daß die erſtere Wirthſchaft 3 Winterung hat(die letztere nur 3) liegt das Geheimniß, „die vicht daß ſie an Bodenkraft gewonnen und mehr Duͤnger ſches abzu G produzirt hat, als letztere. Denn das Stroh iſt Ma⸗ terial zu neuem immer ſich mehrenden Duͤn⸗ ger, welches Material in gerechtem Verhaͤltniſſe eben ſo unentbehrlich iſt, als das Gruͤnfut⸗ ter, und durch dieſes, wenn auch im reichſten Maaße gewonnen, doch nicht ganz erſetzt wird. eiſpiel eines Entwurf zun ennt. ————.———.— angewendet werden kann, und ſolche nach wiederholten ver⸗ geblichen Verſuchen ſeit Jahren wieder aufgeben muͤſſen.“ S. 148 und f. faͤllt Herr Thaer d. J. aus dem Erfolge der Jauchendungung in der Schweitz, wo man es gerade darin am weiteſten gebracht haben ſoll, ein Urtheil, das nicht geeignet iſt, ſie zu empfehlen. Ich ſelbſt kenne ſie im Kleinen angewendet von meiner Kindheit her und habe ſie in den Gebirgsgegen⸗ den an der boͤhmiſch-ſaͤchſiſchen Grenze nur kuͤrzlich ge— nauer beachtet. Seit Jahr und Tag wende ich die Nauche hier ziemlich im Großen an, kann aber zur Zeit noch nicht viel zu ihrem Ruhme fuͤr den eigentlichen Ackerbau ſagen. Mir ſcheint als waͤre die Jauche eine herrliche Duͤngung fuͤr Wieſen, aber nur ein ſchlechter Nothbehelf beim Acker⸗ bau und koͤnne ſie einer gewoͤhnlichen Miſtduͤngung auf keine Weiſe zur Seite geſtellt werden. B Nach dieſen Erlaͤuterungen glaube ich iſt die S. 16 meiner Schrift enthaltene Aeußerung, wo ich das Ge⸗ treideſtroh das weſentlichſte Material zur Miſterzeugung nenne, gerechtfertigt ſo wie das folgende, was ich in Be⸗ ziehung auf die Miſterzeugung vom Getreideſtrohe ſage. Was den Futterwerth des Strohes anlangt, ſo bemerke ich zufoͤrderſt, daß ich ebenfalls moͤglichſt rein ausgedroſchenes Stroh verſtehe. Es iſt jedoch ein Unterſchied zu machen zwiſchen dem Strohe, welches man dann erhaͤlt, wenn man das Korn irgend eines Verſuchs wegen abdreſchen ließ und zwiſchen demjenigen, wie man es in guten Wirthſchaften findet. Wenn wir uns die Wahrheit geſtehen; ſo muͤſſen wir ſagen, daß auch in den beſten Wirthſchaften das Stroh nicht ganz kornleer aus der Scheune komme. Kleine unvollkom⸗ mene Aehren und halb reife Koͤrner, machen das voͤllig ver⸗ rein Ausdreſchen vorzuͤglich dann ſehr ſchwer, wenn die 4 iſen.“ Erntewitterung etwas feucht war. 2 ls dem Ich habe auf dieſen Punkt von je her viel Auf— 3 do won merkſamkeit verwendet, weil ich es fuͤr widerſinnig halte, 1 U, an mit vieler Muͤhe erſt Korn zu bauen und ſorgfaͤltig ein— ¹ — zuſcheuren, und dann der Faulheit und Betruͤgerei der 8 et von Dreſcher zu geſtatten, das theilweiſe ausgedroſche Stroh sgegen⸗ aus der Scheune zu werfen. Aber dennoch gehoͤrt von 6 lich ge— meiner Seite immerfort noch die angeſtrengteſte Auf⸗ merkſamkeit dazu, um das Reindreſchen im Gange zu che hier erhalten und es geht kein Jahr hin, wo ich nicht auf nicht viel Stroh ſtoßen ſollte, welches ſchlecht gedroſchen iſt und* n. Mir weshalb Strafen fuͤr die Dreſcher und Verweiſe an die ung fuͤr Aufſeher angewendet werden muͤſſen, um der Unordnung Acker⸗ in dieſem Stuͤcke abzuhelfen. Zu meinem Troſte ge— ung auf reicht hierbei nur, daß ich zur Zeit auch in andern gu⸗ ten Wirthſchaften, wohin ich gekommen bin, das Stroh e S. 15 eben ſo mangelhaft gedroſchen gefunden habe. Es ſcheint 1 das Ge⸗ daher zu den nothwendigen Uebeln großer Wirthſchaften veugung zu gehoͤren, daß man voͤllig kornleeres Stroh ſel⸗ h i Be ten in ihnen antrifft. e fuge⸗ Wenn ich alſo vom Strohe hinſichtlich des Futter⸗ ungt, ſo werthes ſpreche, ſo habe ich ſolches vor Augen, wie man t rein es in guten Wirthſchaften findet. doch ein Ich glaubte durch das, was ich S. 86 bis 91 mei⸗ walces ner Schrift, uͤber den Futterwerth des Getreideſtrohes, id eines und vorzugsweiſe des Von den Sommer⸗Cerealien, ſage, mienigen, mich deutlich genug uͤber dieſen Gegenſtand ausgeſpro⸗ chen zu haben, da jede Landwirthſchaft ſo viele Gelegen— heit darbietet, dieſelben Erfahrungen zu machen, die ich alljaͤhrlich mache. Unbegreiflich iſt mir noch, wie die genn wir en, daß zt ganz. zyei mi la Lobredner der Koͤrnerwirthſchaften dieſen Umſtand faſt wollkom⸗ 5 z vilig ganz uͤberſehen haben. Denn wenn ihre Gegner alles as völlt —————— ——„——————·= zu erbauende Futter in den Futterwirthſchaften auf Rog⸗ genwerth reduziren, ſo muͤſſen den Kornwirthſchaften doch mindeſtens die Kurzbunde, das Abharkſel und die Spreu dem Gewichte nach gleich Heu gerechnet werden. Nach meinen eigenen Verſuchen und nach den Angaben anderer kann man dieſe Abgaͤnge im Durchſchnitt, von den vier Haupt-Kornarten fuͤr jeden Winſpel zu 4 bis 6 Ctnr. annehmen, je nachdem das Getreide auf kraut⸗ wuchſigem oder auf reinem Boden gewachſen iſt. Dies vorausgeſchickt, ſo mache ich ferner darauf aufmerkſam, daß das Heu als Maaßſtab des Futter⸗ werths ſehr unpaſſend gewaͤhlt worden iſt. Es giebt Heu, von welchem drei Centner kaum ſo gut ſind als Ein Centner des kurzen kraͤuterreichen Bergheues, wie man es in Berggegenden antrifft. So lange wir alſo einen ſo an ſich ungleichmaͤßigen und unſichern Maaß⸗ ſtab des Futterwerths haben, ſind Mißverſtaͤndniſſe un⸗ vermeidlich. Ich verweiſe auf das Sumpf, und Luch⸗Heu, deſſen Beſtandtheile hauptſaͤchlich Seggen⸗Graͤſer(carices) ſind. Wie gern wuͤrden die Beſitzer ſolchen Heues eine gleiche Quantitaͤt geſunden Sommerungs; Strohes dafuͤr ein⸗ tauſchen? Andere Praktiker ſind von der Verſchiedenheit des Heues eben ſo uͤberzeugt als ich. So nimmt z. B. Hr. Oberamtmann Reyne in ſeinem Taſchenbuch fuͤr Oeko— nomen ꝛc. den Werth des beſten Heues gleich 8, wenn er den des ſchlechteſten gleich 4 ſetzt. Derſelbe Schrift⸗ ſteller rechnet das Stroh im Durchſchnitt ſogar noch um ein Geringes hoͤher als das Heu ſchlechteſter Art. Nach ſeinen Annahmen haben Drei Centner des beſten, Vier Centner des mittlern und Sechs Centner des ſchlechteſten Rog⸗ aften die den. gaben von bis raut⸗ abauf Fauer 5 giebt ind als 8, wie vir alſo Maaß⸗ iſſe un deſſen ) ſind. gleiche jr ein⸗ t des . Hr. Oeko⸗ wenn Schrift⸗ och um Nach „Vier hteſten — 25— Heues ſeiner Gegend den Werth von einem Scheffel Roggen. Da wir, wie billig, angefangen haben, vergleichende landwirthſchaftliche Berechnungen nicht nach dem veraͤn— derlichen Geldwerthe, ſondern nach dem mehr gleichblei⸗ benden Roggenwerthe anzufertigen, ſo ſehe ich nicht ein, warum man ſich nicht bemuͤhet, den Futterwerth der ge— woͤhnlichſten Futterarten nach dem Maaßſtabe, den der Roggen in dieſer Hinſicht gewaͤhrt, anzuſetzen. Ein anderer, von vielen nicht genug erwogener Um⸗ ſtand bei Vergleichung des Viehfutters gegen einander, iſt der, daß man den veraͤnderlichen Werth der einzelnen Futterungsmittel nicht beachtet, der wahrge— nommen wird, wenn ſie in verſchiedenen Verhaͤltniſſen konſumirt werden. Im Effekt findet nemlich ein großer Unterſchied ſtatt, ob man z. B. eine Kuh mit lauter Wurzeln und Stroh, mit bloßem Heu und Stroh, oder mit Wurzeln, Heu und Stroh fuͤttert, wenn man ſich auch bemuͤht haͤtte, bei jeder dieſer drei Futterungsarten ihr eine glei⸗ che Nahrung zu reichen. Mir ſcheint es außer Zweifel, daß die hoͤchſte Be⸗ nutzung des Futters nur dann erfolgen koͤnne, wenn man jedem Thiere eine verhaͤltnißmaͤßige Menge ſaftiger und trockener Nahrung zugleich reicht. Wird das Vieh mit „Heu und Stroh allein gefuͤttert, ſo werden nicht alle Nahrungstheile aus dieſem getrockneten Futter ausge— ſchieden. Dagegen ſchwaͤchen wieder, wie es ſcheint, waͤßrige Futterungsmittel, als die Brantweinſchlampe und alle Wurzelgewaͤchſe die Verdauungs⸗Organe, wenn ſie nicht mit genugſamen Heu und Stroh verfuttert werden. Selbſt wenn Rindvieh Gruͤnfutter im Som⸗ mer zur Genuͤge erhaͤlt, frißt es, vorzuͤglich bei naſſer — ‿ — Witterung, gern langes Roggenſtroh, gleichſam von In⸗ ſtinkt getrieben*). V Nach mehreren von mir angeſtellten Beobachtungen laͤßt ſich annehmen, daß ein Thier, welches ſeine Haupt⸗ Nahrung in Wurzeln erhaͤlt, und wenn ihm dieſe bis zur Saͤttigung gereicht worden, die Haͤlfte des Ge— .—. wichts der Wurzeln an Stroh, Spreu und Aehren mit ] eingerechnet, erhalten muͤſſe, wenn es von der Futterung b eine entſprechende Nutzung und gnten Miſt gewaͤhren ſoll. Wenn man z. B. einen Maſtochſen 50 Pfund Kartoffeln giebt, ſo bedarf man an Beifutter und Streu— ſtroh 25 Pfund. Bei einer ſolchen Stroh⸗Conſumtion erhaͤlt man, wie ich aus Erfahrung weiß, noch einen ſehr fetten 4 Miſt. Es ergiebt ſich aber auch daraus, wie groß der 1 Bedarf des Strohes fuͤr jede Wirthſchaft iſt, die viel Wurzelgewaͤchſe in der Abſicht anbauet, um dadurch das ihr fehlende Heu zu erſetzen. Nur bei genugſamen Strohfutter kann man mit Wurzelgewaͤchſen ohne Heu Vieh maͤſten, oder es nutzbar erhalten*). *) Als ich vorſtehendes bereits niedergeſchrieben hatte, be⸗ kam ich das Jahrbuch der Landwirthſchaft von Plath⸗ ner, Weber und Sturm Jahr 1818, und fand darin in dem vortrefflichen Aufſatze des Hrn. Oberamtm. Block auf Schierau: Beſchreibung der Schafſtallfutterung ꝛc. 1 1 ſo viel Wahres uͤber dieſen Gegenſtand, daß ich es mit — großem Vergnuͤgen geleſen habe und meine geerhrten Leſer auf dieſen Aufſatz verweiſe. *) Einen ſehr auffallenden Beleg dafuͤr, daß ſich bei reich⸗ A licher Strohfutterung ohne Heu mit Kartoffeln hinſicht⸗ lich der Maſtung erſtaunlich viel ausrichten laͤßt, geben die meiſten guten Wirthſchaften im Oderbruche. Die Gemeinde Altwriezen z. B., welche gegen 2,400 Morgen — 27— f8 Gutes Heu wird, wie bereits geſagt, in Verbindung unge mit Wurzelgewaͤchſen und Stroh am vortheilhafteſten duxs konſumirt. d bis Die Butter gewinnt dabei an Wohlgeſchmack, die Ge Kilch der Schafe wird nahrhafter und Maſtochſen wer⸗ nnt etwas fruͤher fett. Es giebt aber haͤufig Verhaͤltniſſe, ung wo das Heu doch zu chener iſt, als daß es rathſam ren waͤre, um ſich die Augodehenen Vortheile zu verſchaffen, und es anzukaufen. Fuͤr ſolshe Faͤlle iſt die Erfahrung von den hohem Werthe, daß mit gutem Sommerkornſtrohe als Beifutter, mit Haͤckſel von Winterkornſtroh und mit zat, Wurzelgewaͤchſen ohne alles Heu Rindvieh und Schafe gemaͤſtet und Milchkuͤhe und Zuchtſchafe hoͤchſt nutzbar etten und vortheilhaft erhalten werden koͤnnen. der Ich habe nach den Umſtaͤnden auf dem hieſigen vin Hofe dem Rindviehe neben reichlicher Schlempefutterung bald Heu gegeben, bald nicht. In der Stelle des Heues meß iſt denn allezeit Gerſtenſtroh reichlich gegeben worden. ꝛyne Ich kann verſichern, daß dieſe Verſchiedenheit des Fut⸗ ters auf die Quantitaͤt der Milch keinen Einfluß gezeigt hat. Ich darf indeſſen nicht verſchweigen, daß das hier 5. von dem Rindviehe konſumirte Heu nicht von der beſten ⸗ Qualitaͤt iſt, ob es gleich im Oderbruche gewonnen wird. in Das beſte Heu wird immer fuͤr die anſehnlichen und ck ſehr eintraͤglichen Schaͤfereien genommen. n. 3 Flaͤche beſitzt, maͤſtet darauf zwiſchen 400 bis 300 Och⸗ ſen jaͤhrlich. Man duldet hier nur Wieſen, wo man . der Naͤſſe wegen dazu gezwungen iſt, bricht aber alles 3 um, was ſich irgend dazu eignet, und bauet Kartoſſeln 2 zur Maſtung an. Hafer⸗ und Gerſtenſtroh, ſammt Spreu n ſind faſt ausſchließlich das Beifutter, indem das wenige 3 in den ſogenannten Laken gewonnene Heu kaum fuͤr die n Pferde hinreicht. *———„ —— — 2 8— In dem laufenden Winter von 18 13 ſind auf dem hieſigen Hofe 90 Stuͤck ſchweres Rindvieh erhalten, und iſt dennoch kein Pfund Heu an ſie verwendet worden, weil durch den Froſt im Mai 1818 und die nachfolgende Duͤrre die Heuernte in hieſiger Gegend, um mehr als um die Haͤlfte gegen ein Mitteljahr zuruͤckſchlug. Dar⸗ unter ſind Ein Viertheil Maſtochſen, an welchen auf das Stuͤck mindeſtens 30 Thlr. gewonnen worden; ein anderes Viertheil Kuͤhe, welche nach den daruͤber gefuͤhr⸗ ten Rechnungen zwiſchen 1100 bis 1200 Quart Milch das Jahr hindurch gaben; der Reſt iſt Jungvieh und Zugochſen. Letztere ziehen zweiſpaͤnnig den Pflug, und haben den ganzen Winter hindurch auf einer Entfer⸗ nung von 1 ½ Meile einen Tag um den andern das zum Betriebe der Branntweinbrennerey erforderliche Brenn⸗ holz angefahren. Sie ſind dabei in einem recht guten Zuſtande. Die hieſigen Mutterſchafe, die ohne Zweifel mit zu den edelſten im Lande gehoͤren, denn die erſte Sorte Wolle von ihnen, 70 Stein betragend, wurde 1818 an Hrn. Puͤſchel zu 44 Thlr. 12 Gr. der Stein verkauft, bekamen vor der Lammzeit pr. Stuͤck 11 Pfund Heu und 2 Pfund Kartoffeln taͤglich. Nach den gewoͤhnli⸗ chen Angaben haͤtten ſie an dieſem Futter ſchon Saͤtti⸗ gung gehabt, ſie verzehrten aber noch außerdem taͤglich 1 ½ Pfund Hafer⸗ und 1 Pfund Roggenſtroh. Von er⸗ ſterem ließen ſie nicht viel uͤbrig, von letzterem freilich ungefaͤhr 3. Aber man ſollte meinen, wenn das Rog⸗ genſtroh keinen Futterwerth habe, ſo wuͤrden Thiere, die ein ſo reichliches Heu: und Kartoffel⸗Futter erhalten, je— nes gar nicht anruͤhren. Ich kann indeſſen verſichern, daß die ganze Heerde ſtets begierig uͤber das Roggen— ſtroh herfaͤllt. 6 an H Hafe 39 Heel waͤh am man und uf dem en, un Die hieſigen alten Hammel haben wir aus Mangel dorde, an Heu in dieſem Winter lediglich mit Kartoffeln und olgend Haferſtroh erhalten. Legte man eine Berechnung jeder hr ab Heerde fuͤr ſich hinſichtlich des Vortheils an, den ſie ge⸗ Dar⸗ waͤhrt hat, ſo wuͤrde ohne Zweifel dieſe Hammelheerde auf am beſten wegkonunen, unter der Vorausſetzung, daß in man das verfutterte Haferſtroh auf den Miſt rechnet fihr und ſich M die Kartoffeln von dem Schaͤferei⸗Conto Nüh bezahlen laͤßt. h un 8 Die Zugochſen auf den von hier aus verwalteten „ an Gütern Sieinheis und Wollenberg bekommen den gan⸗ kuftr zen Winter hindurch Roggen⸗ und Gerſten⸗Stroh zu gleichen Theilen Haͤckſel geſchnitten, Spreu und Aehren zna angemengt. Sie ſtehen bei dieſem Futter niemals ganz Kenae muͤßig, ſondern werden zum Miſtfahren, hauptſaͤchlich Aten aber zum Steineabfahren und zu aͤhnlichen Meliora⸗ tions⸗Arbeiten gebraucht. Geht die Pflugarbeit an, ſo unn zu bekommen ſie noch etwas Kartoffeln zu obigem Futter. Sorte Mit den ſo gefutterten Ochſen, 19 an der Zahl, und 4 lö an Pferden auf jedem Gute, habe ich ſeit mehreren Jahren erkauft, 250 Morgen mit Sommerfruͤchten beſtellt und noch an—⸗ Sru ſehnliche Quantitaͤten Feldſteine abgefahren. Ich will ʒhuſi gerade nicht behaupten, daß die Ochſen dabei ein ſtatt⸗ ſiti liches Ausſehen haben. Allein ſie erfuͤllen ihren Zweck, glcch warum ſie gehalten werden. Etwas anderes verlange er, ich von ihnen nicht. eilich Ich muß fuͤrchten, langweilig zu werden, wenn ich' Noy⸗ noch mehrere meiner eigenen Erfahrungen fuͤr den Fut⸗ die terwerth des Strohes anfuͤhren wollte. Ich will dafuͤr jes lieber andere Schriftſteller uͤber den Gegenſtand reden ern, laſſen. gen⸗ In demſelben Hefte der Annalen, welches die Rezenſion meiner Schrift enthaͤlt, ſagt ein Hr. Dr. Meyer, S. 60: „Im Winter wird das Rindvieh blos mit Haͤckſel und etwas langem Stroh, ohne alle andere Zugabe gefuͤttert. So auffallend als mir anfangs dieſe Fuͤtterung war; ſo muß ich doch geſtehen, daß die großen frieſiſchen Kuͤhe, die ich mit hierher brachte, und die im Winter an das Heu gewoͤhnt waren, bei bloßem, aber reichlichen Stroh⸗ futter, den Winter beſſer aushielten, als vorher beim Heu.“ Der praktiſche Schwerz erinnert bei dieſer Gelegen⸗ heit an das, was er im 2ten Bande ſeiner Belgiſchen Landwirthſchaft S. 249 und 254 uber dieſen Gegenſtand erzaͤhlt. Nach ihm findet man es ſogar im induſtrieuſen Belgien rathſam, Kuͤhe bei Strohfutter durchzuwintern. Der bereits erwaͤhnte Hr. Oberamtm. Block giebt in dem angezogenen Aufſatze den Futterwerth des Rog⸗ genſtrohes gegen Heu wie 100 zu 12 ¼ an, wenn die ganze in die Raufen der Schafe vorgelegte Strohmaſſe gerechnet wird. Nimmt man aber nur Ruͤckſicht auf das, was die Schafe wirklich davon freſſen, ſo rechnet er 2 Pfd. Roggenſtroh— 1 Pfd. Heu. 1 Pfd. des von den Schafen gefreſſenen Sommerkornſtrohes rechnet Hr. B.— 3 Pfd. Heu, bemerkt aber zugleich, daß ſein Sommerſtroh gewoͤhnlich mit Klee durchwachſen ſey. Petri nimmt in ſeinem Werke: das Ganze der Schafzucht S. 172 100 Pfd. Gerſtenſtroh— 65 Pfd. Heu. 100— Haßferſtroh— 55—— 100— Weizenſtroh— 20—— 100— Roggenſtroh— 15—— André in ſeiner Anleitung zur Veredlung des Schaf⸗ viehes S. 82 und 83 nimmt 1 ½ Pfd. Gerſtenſtroh= 1 Pfd. Heu. 1½¾ bis 2 Pfd. Haferſtroh— 1 Pfd. Heu. ſeher ſeine fuͤn⸗ rech viele „ — 31— te und Hrn. St. Th. uͤberlaſſe ich, wie er ſich gegen vor⸗ Ffütert ſtehende Thatſachen und Angaben fuͤr die Aeußerung in wat; ſd ſeiner Rezenſion,„daß er in ſeiner Wirthſchaft nicht u Kihe, fuͤnf Centner Stroh fuͤr Einen Centner Heu nehme“ an das rechtfertigen will. Stroh⸗ Waͤre richtig, was er hier behauptet, ſo ſind ſehr er beim viele Einwohner Berlins Thoren, die in dieſem Augen— blick fuͤr den Centner Roggenſtroh Einen Thaler 4 bis zelegen⸗ 6 Gr. bezahlen, da daß Heu beſter Sorte nur Einen loiſchen Thaler 16 Gr. koſtet. Es laͤßt ſich aber vermuthen, genſtand daß die Unternehmer des Poſtfuhrweſens und andere, ſrieuſen welche in der Stadt viele Pferde halten, das Verhaͤltniß ntern. des Werths zwiſchen Heu und Stroh richtig ausgemit⸗ giebt telt haben, denn ſie muͤſſen das eine wie das andere Rog⸗ kaufen und bei ihnen tritt der gewoͤhnliche Fall, daß in die man lieber ein ſelbſt erbautes Material, waͤre es auch hmaſſe etwas theurer, konſumirt, als daß man ſich ein wohlfei⸗ ht auf leres von fern her holt, nicht ein. rechnet Wenn Hr. St. Tha das Lagerſtroh fuͤr das beſte d. des Futterſtroh haͤlt,„weil es noch Kornkraft in ſich habe,“ rchnet ſo beweißt dies nur, wie vorgefaßte Meinungen irre f ſein fuͤhren koͤnnen. Haͤtte derſelbe ſelbſt beobachtet, welches Futter das Vieh am liebſten genießt, ſo wuͤrde er ge⸗ der funden haben, daß ſowohl Heu, als Stroh, welches 3 auf dem Felde ſtehend ſich gelagert hatte, zum Theil an— gefault und verdorben iſt, und deshalb nur ungern vom Viehe genoſſen wird. Das kuͤrzeſte und feinſte Hafer— und Gerſtenſtroh, vorzuͤglich wenn das Getreide in der Gelbreife gemaͤhet und dann bei heiterer Witterung trok⸗ tf ken wurde, iſt dem Viehe das angenehmſte. Das Bruch⸗ 7 ſtroh iſt daher in der Regel ein ſchlechteres Futter als das Hoͤheſtroh, wenn es nicht mit Kraut durchwachſen iſt. Iſt aber dies der Fall, ſo iſt es das Kraut, wel⸗ —— ches zwiſchen dem Strohe iſt, aber nicht dieſes ſelbſt, welches dem Niederungsſtroh einen hoͤhern Futterwerth giebt. In Anſehung der Lehre von der Erſchoͤpfung der Bodenkraft ſtimmen die Anſichten des Hrn. St. Th. mehr mit den meinigen uͤberein. Nur finde ich, daß er eine Haupt-Tendenz meiner Reviſion: darauf auf⸗ merkſam zu machen, daß der Futterbau nur dort auffallende Vermehrung der Ertragsfaͤ⸗ higkeit eines Bodens veranlaſſen koͤnne, wo die Futtergewaͤchſe einen reichen und ſichern Ertrag geben, nicht aufgefaßt hat. Haͤtte er meine Schrift von dieſem Geſichtspunkt aus beurtheilt, ſo haͤtte er mich unmoͤglich fuͤr einen Gegner der Wechſelwirth⸗ ſchaft halten koͤnnen. Ich bin ein Gegner alles unvortheilhaften und ſo— nach unhaltbaren Vorfahrens bei dem Ackerbau. Dies letztere iſt der Anbau von Muͤheklee auf magerem und trockenem Boden. Wenn ſich alles, was ich auf ſolchem Boden durch Klee und Huͤlſenfruchtbau erreichen will, weit ſicherer, ſchneller, dauernder und obenein mit ge— ringeren Koſten erreichen laͤßt, ſo iſt es ja verdienſtlich, dies letztere Verfahren auf alle Weiſe anzuempfehlen. Dies beſteht, in wenigen Worten geſagt, in Einſchraͤn— kung der Molkereiwirthſchaft und moͤglichſte Vermehrung und Verbeſſerung der Schaͤfereiwirthſchaft. Auf trocke⸗ nem und geringem Boden iſt bei unguͤnſtiger Witterung oft unmoͤglich, Gruͤnfutter fuͤr eine anſehnliche Zahl Kuͤhe zu ſchaffen. In unguͤnſtigen Futterjahren findet das Rindvieh ſelbſt auf den angeſaͤeten Weiden nur fuͤr drei Monate reichliche Nahrung. Dagegen iſt es leicht moͤg— lich zu machen, daß auf dem hier in Rede ſtehenden Boden auch bei der unguͤnſtigſten Witterung die Schafe ihre x— .— 33— ſbſt ihre Nahrung ſechs Monate auf der Weide finden. In nerth feuchten Jahren ſogar ſieben Monate des Jahres. Wenn ich alſo fuͤr letztere nur auf 6 Monate hoͤch⸗ ng der ſtens das Winterfutter anſchaffen muß, ſo muß ich in f. J. der angenommenen Lokalitaͤt fuͤr Nindvieh auf 9 Mo— duß ar nate ſorgen. Man nehme nur ein voͤllig gleiches Ver⸗ auf haͤltniß in den Preiſen der Produkte der Schaͤfereiwirth⸗ nur ſchaft und in den Preiſen der Molkereiwirthſchaften, ſo 8sfa⸗ wird in wirthſchaftlicher Hinſicht es doch ſtets rathſamer wo 4 ſeyn, große Flächen ſchlechten Bodens durch Schafwirth⸗ chern ſchaft, als durch Molkereiwirthſchaft zu benutzen. meine Man pruͤſe ganz unbefangen, was ich in meiner haͤtte Reviſion uͤber den Anbau von Klee und den Huͤlſen⸗ Wwirth⸗ fruͤchten ſage und ob man ohne Ungerechtigkeit mich ei⸗ nen Gegner aller Irachtmechſelwirthſchoft nennen koͤnne. nd ſo⸗ Hr. St. Th. giebt S. 206 u. 207 ſeiner Rezenſion Dies die Mißlichkeit des Klee⸗ und Erbſenbaues zu. Er ſagt: mm und„Man maͤhe die Erbſen ab, wenn ſie irgend mißlich ſchei⸗ ſolchem nen und mache ſie zu Heu.“(Wenn Erbſen ſo ſchlecht vil, ſtehen, daß ſie ſich zum Abmaͤhen vor dem Fruchtanſatz nit ge⸗ eignen, ſo geben ſie auch wenig Heu.)„Es kann rath⸗ nflic ſam ſeyn auf den Stellen, wo der Klee mißlich ſcheint, öhlen. ihn zu verſuchen. Giebt er auch gar keinen Schnitt, ſo Fui giebt er doch eine gute Weide u. ſ. w. rung Aber ich frase: Welcher verſtaͤndige Landwirth wird deich eine Fruchtfolge einrichten, deren Erfolg ſo unſicher und erung im guͤnſtigſten Falle ſo ſchlecht iſt? Wer kann von ſol⸗ zy chen Gewaͤchſen eine Duͤngervermehrung erwarten, die e as ſo aͤußerſt ſelten gerathen? drei Ich glaubte, als ich die Behauptung in meiner Re⸗ 4 viſion aufſtellte, daß ein uͤber die e Gebuͤhr ausgedehnter 3 Klee⸗ und Erbſenbau, ſelbſt in der ſchulgerechteſten Folge, die Urſache zur Verminderung der Miſterzeugung wer⸗ ſchaft 181 ihle 5 A 5 4 iß 1 — 34— ‿—- den muͤſſe, wenn beide Fruͤchte einen unſichern und ſchlechten Durchſchnittsertrag gewaͤhrten, es koͤnne unter dieſer Vorausſetzung uͤber die Wahrheit derſelben kein Zweifel entſtehen. Jeden Widerſpruch von einem weniger beruͤhmten Schriftſteller hieruͤber als Hr. St. Th. iſt, haͤtte ich auch ſicherlich auf ſich beruhen laſſen. Allein nun bin ich wohl gezwungen, jene Behauptung naͤher zu er— weiſen. Nach der Anweiſung der Fruchtwechſel⸗Wirthſchafts⸗ lehre ſoll der erſte Anfang zum Uebergange aus einer ſchlechtern Wirthſchaft in eine beſſere durch Anbau von Weidefutter und zunaͤchſt durch Anbau von Maͤheklee ge— macht werden. Um das Land zu beiderlei Futtergewaͤchſen zu gewinnen, muß die Saamenkorn⸗Ausſaat eingeſehraͤnkt werden. Gerathen die Futtergewaͤchſe alſo nicht, ſo ent⸗ geht doch offenbar der aus dem weniger geernteten Sommerkornſtrohe zu erzeugende Miſt dem Duͤngerhaufen. Kann etwas klaͤrer ſeyn? Hr. St. Th. lehrt uns nun freilich in ſeiner Re⸗ zenſion, daß das Stroh bei der Miſterzeugung von ge— ringem Belange ſey. Da er aber in ſeinen fruͤheren Schriften den Werth dieſes wichtigen Miſt⸗Materials auf verſchiedene Weiſe anerkannt und es in ſeinen Miſſt⸗ berechnungen ſtets dem Gewichte nach mit 2 multiplicirt hat, ſo wollen wir glauben, er habe dies Mal nur zum Scherz zeigen wollen, daß man jede Sache von mehre ren Seiten betrachten koͤnne. Hr. St. Thaer veranlaßt mich, daß ich mich naͤ⸗ her uͤber das von mir angedeutete Maximum erklaͤre, uͤber welches hinaus ich die Erhoͤhung der Ertrags⸗ faͤhigkeit eines Bodens, ohne daß mit der Erdmiſchung — ——————ꝗy———— k ſelbſt*) eine Veranderung vorgenommen wird⸗ bez hei detde fele. Oieſes von mir angedentete Maximum iſt keines⸗ weges ein Fruchtbarkeitsgrad, bei welchem das Getreide nur Lager giebt— beilaͤufig geſagt, iſt das Lagern des niymn Korns auf trockenem, ſandigen Boden wenig zu fuͤrch⸗ häͤtte ih ten.— Ich verſtehe darunter denjenigen Durchſchnitts⸗ unn bin ertrag des Getreides, der nicht uͤberſtiegen wird, ſelbſt zu er wenn man das Land alljaͤhrlich duͤngt. Je thoniger ein Ackerboden iſt, um ſo hoͤher laͤßt hſchafts er ſich durch genugſame Duͤngung in ſeiner Ertragsfaͤ⸗ zus oner higkeit heben. Je ſandiger aber ein Boden iſt, um ſo vbau von hellee ge⸗ gebtſ*) Von der Vermehrung der Ertragsfaͤhigkeit des Ackerbo⸗ geſchraͤnkt dens durch die Aufbringung eines paſſenden Mergels, t, ſo ent haben wir einzelne, ſehr auffallende Beiſpiele. Nicht ernteten allein, daß durch die Mergelung ein weit hoͤherer Korn⸗ 3. ertrag bewirkt worden iſt, ſondern mancher Boden iſt iſt dem auch dadurch zur Hervorbringung reicher Kleeernten ge⸗ bracht worden, auf welchem der Klee vorher nicht fort ner Re⸗ wollte. doh ge Faſt noch auffallendere Wirkung auf alle iwichfe hijhern aus der Klaſſe der Diadelphiſten aͤußert der Gips. Letz⸗ 6 terer fehlte in hieſiger Gegend bis dahin und erſt ſeit deerials kurzer Zeit iſt es gelungen, ihn in ſolcher Quantitaͤt Miſt. aufzuſinden, daß man ihn im Großen anwenden kann. plicirt Fuͤr dieſes Jahr ſind wir auf den Güutern des Herrn a dum Baron von Eckardſtein mit einem ſo reichlichen 4 Gipsvorrath verſehen, daß reichlich 1000 Morgen Klee mahre und Huͤlſenfruͤchte damit beſtreuet werden koͤnnen. Eine gleiche Flaͤche wird auf ſaͤmmtlichen Guͤtern nich na⸗ bis zur Winterſaat⸗Beſtellung auch mit den mannich⸗ exklaͤre, faltigſten Mergelarten— vom ſtrenc 1 ken Thonmergel an Ernags bis zum Sandmergel mit geringer Bindung herab befahren ſeyn. Es fehlt alſo nicht an Gelegenheit niſchung. uͤber den Erfolg beider Prozeduren Beohachtungen an⸗ zuſtellen. d — 36— beſchraͤnkter iſt die erreichbare Ertragsfaͤhigkeit deſſelben fuͤr Getreide. Neine Beobachtungen in dieſer Hinſicht, beſchraͤn⸗ ken ſich mehr auf Bodenarten, in denen der Sand vor— herrſchend iſt. Auf ihnen wird, vorzuͤglich in einem trockenen Klima, bei der vorzuͤglichſten Duͤngung dennoch kein hoher Durchſchnittsertrag des Getreides erreicht. Es gehoͤren mithin alle Berechnungen, die man auf Vermehrung der Ertragsfaͤhigkeit uͤber einen gewiſſen Grad hinaus anlegt, unter die frommen Wuͤnſche. Ich bekenne ſelbſt, daß auch fuͤr mich dieſer Aus— ſpruch etwas Niederſchlagendes hat. Allein auf der an⸗ dern Seite finden wir dieſe Begrenzung uͤberall in der Natur. Jedem Pflanzen⸗ oder Thier⸗Geſchlecht iſt in der Ausdehnung ſeiner Theile eine gewiſſe Grenze ange⸗ wieſen. Findet ſie ſich auch zuweilen von einzelnen In⸗ dividuen uͤberſchritten, ſo wird dagegen bei der Mehr⸗ zahl jeder Gattung eine gewiſſe Gleichmaͤßigkeit angetrof⸗ fen. Warum ſoll das Verhaͤltniß der duͤngenden Theile in einem Ackerboden zu ſeinen mineraliſchen Beſtandthei⸗ len in der Wirkung auf die Vegetation nicht auch be— ſchraͤnkt ſeyn? Finden wir doch, daß ein Uebermaaß an Humus, wie es ſich in Niederungen findet, der Ertragsfaͤhigkeit des Bodens ſchade. Eine auffallende Erfahrung, daß Duͤngung allein auf ſandigen Bodenarten keinen vorzuͤglich hohen Ge— treideertrag bewirke, bieten die Sandfelder vieler Staͤdte dar. Eine mehrhundertjaͤhrige reichliche Duͤngung mit dem fetteſten Miſte hat nicht verhindern koͤnnen, daß auf ihnen der Roggen in trockenen Jahren ſtellenweiſe vorſcheint—(vor dem Fruchtanſatz trocken wird) oder daß die Saamenkornfruͤchte bei anhaltender Trockniß zu⸗ — » deſelben heſchan⸗ and vor meinem dennoch erreicht. nan auf gewiſſen H. Aiſer And uf der an. erall in der echt iſt in renze anger zelnen I der Mehr⸗ it angetrof den Theil eſtandthei aunch be⸗ Humus, fähigkeit d abein hen Ge⸗ er Süͤdte gung mit en, daß lenweiſe d) oder kniß zu — 37— ruͤckſchlagen. Dieſer dem Boden angehoͤrenden Eigen thuͤmlichkeiten wegen, muß der Durchſchnittsertrag an Getreide auf ſolchen Feldern immer nur geringe bleiben. Ein ſehr merkwuͤrdiges Beiſpiel fuͤr meine Vermu⸗ thung, daß es fuͤr jeden gegebenen Boden ein Mafi— mum des Getreideertrages, wenn man ſolchen im Durch— ſchnitt von vielen Jahren nimmt, gebe, der durch Duͤn⸗ gung allein nicht zu uͤberſteigen iſt, geben die Wirth⸗ ſchafts⸗Erfahrungen in den Guͤtern Guſow und Platkow geſammelt von deren Beſitzer dem Grafen von Podewils. Berlin, bei Maurer 1801 u. f. Dieſe Guͤter beſtehen aus einem ſehr guͤnſtigen Ver⸗ haͤltniſſe des Hoͤhelandes zum Bruchlande. Die Acker, laͤndereien ſind der Bonitaͤt und Flaͤche nach: A. Auf der Hoͤhe: 235 Morgen 127 Ruthen Weizenland 104— 78— Gerſtenland 1138— 61— Haferland 300— 80— dreij. Roggenland 5 778 Morg. 166 Ruth. B. Im Bruche: 1 688 Morgen 44 QR. Weizenland 71— 139— Roggenland 46— 55— Gerſtenland 960— 39— Haferland 1736 Morg. 97 Ruth. An Wieſen: 90 Morg. 30 QR. auf der Hoͤhe 602— 155— im Bruche 693— 5— Die Brennerei und Brauerei muß in Guſow ſtets von großer Bedeutung geweſen ſeyn, wenn man eines Theils die dazu beſtimmten großen Gebaͤude, andern — 339— Theils die volkreichen Orte betrachtet, welche gezwungen waren, ihren Bedarf an Bier und Branntewein von der Herrſchaft zu Guſow zu nehmen. Die Miſſtſtaͤtte hat alſo auch von dieſer Seite bedeutenden Zufluß erhalten. In wie fern die Auftriftsgerechtigkeit mit der Schaͤ⸗ ferei auf den ſehr bedeutenden Unterthanen Feldmarken ausgeuͤbt werden durfte, iſt in genannter Schrift von dem ſeel. Grafen v. Podewils nicht geſagt. Es iſt aber zu vermuthen, daß die Auftrift ſtatt gefunden habe. Durch alles zuſammen genommen iſt in der herr⸗ ſchaftlichen Oekonomie ſo viel Miſt erzeugt worden, daß der dritte Theil der Hoͤhefelder ausgeduͤngt werden konnte. Die Bewirthſchaftung ſelbſt muß aus allen Nachrichten zu ſchließen, die ſowohl die erwaͤhnten Wirthſchafts-Erfahrungen, als ein in den Annalen des Ackerbaues(im 1. Bande) abgedruckter Aufſatz darbieten, vortrefflich geweſen ſeyn. In dem mehr erwaͤhnten in ſeiner Art einzigen Werke des letzt verſtorbenen Grafen v. Podewils iſt der Getreideertrag beinahe in ununterbrochener Folge von dem Jahre 1739 bis 1800 angegeben. Nimmt man darauf Ruͤckſicht, daß in die erſten Jahre dieſes Zeitraumes die Urbarmachung des Nieder⸗ Oderbruchs faͤllt, durch welche auch die Guſower Bruch⸗ grundſtuͤcke mehr entwaͤſſert worden ſind, ſo iſt der Durchſchnittsertrag der erſten und der letzten 10 Jahre dieſer Periode nicht ſehr von einander verſchieden. Im 10 jaͤhrigen Durchſchnitte wurden nemlich auf den genannten Guͤtern von 1740 bis 1750 nach Tab. XCVI. der Wirthſchafts⸗Erfahrungen geerntet: — 39— uungen An Weizen 58 Wiſpel 15 Sch. 9 Mz. don der ⸗ Roggen 157—— 12— tätt hat; gr. Gerſte 118— 5— 8— erhalt. ¹ kl. Gerſte 93— 22— 15— der Shit Hafer 98— 7— 1— ldmarken 526 Wiſp. 3 Sch. 13 Mz. rift von In den Jahren von 1790 bis 1800 aber nach der⸗ iſt aber ſelben Tabelle: be. An Weizen 83 Wiſpel 4 Sch. 12 Mz. ſer herr⸗„Roggen 216— 22—— een, daß gr. Gerſte 78— 16— 4— werden: kl. Gerſte 1— 4——— 1s allen 4 Hafer 192— 23— 14— väͤhnten 572 Wiſp. 23 Sch. 12 Mz. len des Es iſt nicht wahrſcheinlich, daß die zum Ackerbau wbieten, gekommene Flaͤche in dem erſten Zeitraume groͤßer gewe⸗ ſen ſey, als im letzteren. Es iſt vielmehr zu vermuthen, einzigen daß in den 1740ger Jahren mehrere Bruchgrundſtuͤcke, iſt der die ſpaͤterhin entwaͤſſert und aufgebrochen worden ſind, ge von noch als Wieſe lagen. In der angezogenen Schrift fin⸗ den ſich daruͤber keine heſtimmte Angaben. Die Vergleichung der Einſaat des einen Zeitraums e erſten Nieder⸗ mit der des andern ſpricht zwar fuͤr die Verringerung Bruch⸗ der Ackerflaͤche im letztern Zeitraume. Allein ich glaube, ſt der daß die groͤßere 10jaͤhrige Durchſchnitts-Einſaat in den Jahte Jahren von 1740— 1750 mehr ihren Grund in der da⸗ maligen groͤßern Rohheit des Ackerbodens hatte. Wel⸗ ich auf chem Landwirthe iſt nicht bekannt, daß auf naſſem ſo h Tab. eben dem Waſſer abgenommenen Boden beinahe die doppelte Einſaat erfordert werde, verglichen mit muͤrbem, reinem Lande. Dieſe meine Vermuthung beſtaͤtigt ſich noch mehr, wenn man das Verhaͤltniß der einzelnen zur Ausſaat gekommenen Kornſaaten mit einander vergleicht. — 40 Im erſtern Zeitraume iſt die Gerſtenſaat uͤberwie⸗ gend gegen den letztern; dafuͤr iſt in dieſem die Weizen⸗ und Roggenſaat weit bedeutender wie in jenem Zeitraume. Dies kann nur darin ſeinen Grund haben, daß das Bruch⸗ land ſeitdem artbarer und ſicherer zur Winterung gewor⸗ den iſt. Auf der Hoͤhe hat ſich nach den daruͤber mit⸗ getheilten Erlaͤuterungen der Anbau der kleinen Gerſte de a vermindert, weil man es ſpaͤterhin vortheilhafter gefunden hat, an ihrer Stelle Stoppelroggen zu bauen. Nimmt man die dem Ackerbau gewidmete Flaͤche in beiden Zeitraͤumen gleich groß an, ſo betraͤgt der Mehrertrag des letzten Zeitraumes gegen den erſten bei⸗ nahe 10 Metzen auf den Morgen, alſo noch keinen Scheffel!! Haͤtte man bei Entwerfung der neuern Ertrags⸗ Vermehrungs⸗Thevrie vorſtehende wichtige Erfahrungen, auf einem ſo großen Gute gemacht, benutzt, ſo wuͤrde man die Koͤrner⸗Vermehrung nach einem einzigen vollen⸗ deten Umlauf einer Fruchtwechſelwirthſchaft in den Vor⸗ anſchlaͤgen nicht ſo hoch angenommen haben. Meint man aber, daß die Ertragsfaͤhigkeit des Ackers auf den Guͤtern Guſow und Platkow, ſelbſt bei ſo vorzuͤglicher Duͤngung darum nicht geſtiegen ſey, weil ſie in drei Feldern bewirthſchaftet worden ſind, ſo bin ich neugierig, was man gegen folgende Erfahrung ein⸗ wenden will. Ein Rittergut von ziemlichem Umfange wurde 1784 von einem ſehr umſichtigen Landwirthe erkauft. Es war verpachtet, und der Paͤchter zog zu Johannis des ge⸗ nannten Jahres ab. Dieſes Gut hat in ſeinen Gren⸗ zen keine Quadratruthe Wieſen. Das Ackerland eignet ſich nur zum kleinſten Theile zum Anbau von Maͤheklee. Der groͤßte Theil deſſelben iſt ein lehmiger Sandboden, — — 41— iirvie in ebener Lage, und mit einem Feuchtigkeit haltenden Lehe⸗ Untergrunde, ſo daß er gutes lohnendes Getreide und uime weißen Klee traͤgt. Der Paͤchter hatte in drei Feldern dnio gewirthſchaftet und in der Brache blos Erbſen gebauet. ane Das Heu fuͤr die Schaͤferei und fuͤr das Zugvieh wurde hr niè aus dem Oderbruche angekauft. Gerſe Unſer Kaͤufer dieſes Gutes behielt dieſelbe Wirth⸗ hafter ſchaft bei. Von dem Einſchnitt, den ihm der Paͤchter ruen. gelaſſen, draſch er Getreide aller Art 175 Wiſp. Zwoͤlf Nläche Jahre lang ſetzte er die eigene Bewirthſchaftung mit R der Luſt und Anſtrengung fort. Er ließ alle Wirthſchafts⸗ en bei Gebaͤude neu von Feldſteinen aufbauen und reinigte da— keinen durch die Felder moͤglichſt von Steinen. Die hoͤchſte Total⸗Ernte dieſer zwoͤlf Jahre betraͤgt 212 Wiſpel. tlags⸗ Der Roggen hat bei einer Ausſaat von circa 18 angen, Wiſpel im Durchſchnitt fuͤnffache Vermehrung derſelben duͤrde gegeben. vollen Die kleine Gerſte aber bei 6 Wſpl. 12 Sch. Aus⸗ Vort ſaat beinahe achtfache Koͤrnervermehrung!! 1796 kam ein anderer Beſitzer. Der Mangel an t des Weide ſowohl als an Winterfutter, ließen bei vorſtehen⸗ bſt bei der Art zu wirthſchaften noch manches zu wuͤnſchen „weil uͤbrig. Der neue Beſitzer entſchloß ſich alſo, das in v bin Rede ſtehende Gut in folgende 1oſchlaͤgige Koppelwirth⸗ ein. ſchaft umzulegen. a) Dreeſchbrache 1780 b) Winterung z war 9) Sommerung ge⸗ d) Miſtbrache pren⸗ e) Winterung ignet) Gerſte und Hafer eklee 9) Erbſen, Hafer und Roggen mit Klee den, h) i) und k) Weide. —=——————— 42 Die vortrefflichſte Bearbeitung des Landes und ein gleicher Heuankauf dem Geldbetrage nach, haben ſeitdem ſtatt gefunden. Es iſt nicht mehr auszumitteln, ob der Preis des Heues nicht fruͤher geringer geweſen; es iſt dies aber wahrſcheinlich. Zwei Rotationen ſind nun nach der neuen Feldeintheilung und Fruchtfolge durchge⸗ macht. Und welchen Erfolg haben ſie gewaͤhrt? Trotz der verminderten Ausſaat, giebt der Roggen keine hoͤhere Koͤrner⸗Vermehrung, als bei der Dreifelder⸗ Wirthſchaft. Eben ſo wenig die Gerſte. Letztere iſt bis auf 4 Wiſpel Ausſaat vermindert und vermehrt ſich achtfach, wie ehemals. Hafer und Erbſen haben aber in den letzten 10 Jahren einen bedeutend hoͤheren Er⸗ trag gegen die Dreifelderwirthſchaft gegeben. Unter ſolchen Umſtaͤnden iſt klar, daß der Verluſt an Koͤrnern, der in den 22 Jahren, als die Koppel⸗ wirthſchaft auf dieſem Gute exiſtirt, bedeutend iſt. Denn in einem der Uebergangsjahre betrug die ganze Ernte nur 111 Wiſpl. und noch iſt die hoͤchſte Total⸗Ernte an Koͤrnern bei der Koppelwirthſchaft der hoͤchſten bei der Dreifelderwirthſchaft nicht gleich gekommen. Dieſe Erfahrung iſt mir erſt bekannt worden, nach⸗ dem die Reviſion der Ackerhau⸗Syſteme ſchon im Druck erſchienen war. Ich fuͤhre ſie hier nicht darum an, um uͤber die Koppelwirthſchaft etwas Nachtheiliges zu ſagen, ſondern nur um zu beweiſen, daß es ein Maximum des Ertrages an Getreide fuͤr jeden Boden giebt, welches man auf gewoͤhnlichen Wegen, durch Duͤngung und Dreeſchliegen, nicht leicht uͤberſteigen kann. Im Jahre 1814 wurde auf hieſigem Gute die Re⸗ gulirung der baͤuerlichen Verhaͤltniſſe ausgefuͤhrt. In Folge derſelben wurden fuͤr die Herrſchaft 300 Morgen 0 — 4 85.— Bauerland gewonnen, und 200 Morgen, die ſich ſowohl ihrer natuͤrlichen Guͤte nach, als auch vorzuͤglich ihrer Lage wegen dazu ſchickten, wurden in die erſte Rotation genommen und zwei ganze Schlaͤge davon gemacht. Die Bauern hatten dies Land nach ihrer Weiſe, d. h. ſehr irregulaͤr und ſpaͤrlich geduͤngt. Einzelne Theile, viel⸗ leicht oder* jeden Schlages hatte noch nie Duͤngung bekommen. Einer dieſer neuen Schlaͤge wurde noch 1814 geduͤngt, und mit Kartoffeln, Taback, Gruͤnfutter und Ruͤben beſtellt. Alle dieſe Fruͤchte geriethen vor⸗ trefflich. 1815 trug er große und kleine Gerſte beinahe ſo gut, wie auf den altherrſchaftlichen Feldern. Der in die Gerſte geſaͤete Klee hatte ein hier nicht ſeltenes Schickſal— naͤmlich er war ganz ſchwach aus dem Win⸗ ter gekommen und gab wenig Maͤheklee. 1816 u. 1817 bis Johannis lag das Land alſo zur Weide. Darauf wurde es gebracht und trug 1818 Roggen, der in der Gegend nicht ſchoͤner angetroffen wurde. Der Schlag liegt an einem ſehr befahrnen Wege nahe an Moeglin und alle, die dieſen Roggen und den Moegliner geſehen haben, werden eingeſtehen muͤſſen, daß derſelbe dem be⸗ ſten Moegliner gleich kam. Nimmt man alles dies zuſammen, ſo folgt doch wohl unſtreitig daraus die Regel, daß man fuͤr einen dereinſtigen hoͤheren Kraftzuſtand des Bodens nicht zu hohe Opfer bringen duͤrfe. Am allerwenigſten kann man danach erwarten, daß der Getreideertrag durch einige Weide- oder Kleejahre, oder durch einige Fuder Miſt mehr, die das Land in Zeit von 20 oder 30 Jahren er⸗ haͤlt, ſo auffallende Fortſchritte machen werde, als man verſprochen hat. Herr St. Th. wird dieſe Aeußerungen um ſo be⸗ denklicher finden, da er nach S. 209 ſeiner Rezenſion —. — 4 4— ſchon fuͤrchtet, daß alles das, was ich in meiner Schrift uͤber die vorſichtige Auswayl der fuͤr jeden Boden paſſenden Futtergewaͤchſe ſage, von dem Futterbau uͤber⸗ haupt abſchrecken koͤnne. Der mit praktiſchen Vorkenntniſſen ausgeruͤſtete Landwirth wird ſich dadurch nicht in ſeinem Verfahren irre machen laſſen, weil man ihm in einem Buche ſagt, es treffe nicht alles in der Wirklichkeit ein, was andere Schrifiſteller mehr poetiſch als gruͤndlich verheißen ha— ben. Er weiß das ohnedies ſchon. Um aber allen Mißverſtaͤndniſſen zu begegnen, die meine Schrift in jener Hinſicht veranlaſſen koͤnnte, ſo will ich mich hier deutlicher daruͤber erklaͤren, warum ich vor dem unvortheilhaften Futterbau warne. Futterbau, auf welchem eine moͤglichſt ausgedehnte, vortheilhafte Viehhaltung baſirt iſt, halte auch ich fuͤr den kraͤftigſten Hebel des Ackerbaues, und ſage, daß in verſchiedenen Stellen meiner Schrift. S. 128 derſelben finden ſich unter andern die Worte: „Durch Einfuͤhrung des Kartoffelbaues hat ſich der Werth des Bodens im Oderbruche verdoppelt.“ Indem ich in meiner Schrift unterſuche, auf wel⸗ chem Boden und unter welchen Umſtaͤnden die mancher⸗ lei Futtergewaͤchſe gedeihen, habe ich keine andere Ab⸗ ſicht, als die, den kuͤrzeſten Weg zu einem genuͤgenden und eintraͤglichen Futterbaue zu zeigen. Ich will auf die Unrichtigkeit des Verfahrens aufmerkſam machen, nach welchem man auf großen Guͤtern mit mehr ſchlechtem als gutem Boden die Einfuͤhrung der Sommerſtallfutte⸗ rung des Rindviehes als das Mittel betrachtet, die ganze Wirthſchaft hoͤher zu heben. Etwas ganz anders iſt es in den hier angenomme⸗ nen Verhaͤltniſſen, die Rindviehhaltung bis auf den ——— I — 4 5— 2thi 3 ſ dringendſten Bedarf einſchraͤnken und dieſe wenigen Rin⸗ 6. 3 der Jahr aus Jahr ein im Stalle zu behalten, um fuͤr wüber,——. die Schaͤferei beſſepe E ommerweide zu gewinnen. Dann it betrachtet man dze Schaferei als Hauptſache und die püſtet„ 4 he wenigen Rinder als ein nothwendiges Uebel. Eine ſol⸗ ra che Sommer eſtallfutterung des Rindviehes iſt ganz an hc ihrem Platze, und indem dadurch den ſaͤugenden Schaf⸗ dei muͤttern durch eizen Theile der vorherigen Rindviehweide hn eine reichlichere Nahrung zu Theil wird, die Zuzucht alſo . beſſer gedeihet, ren ſie den Fortſchritten der ganzen di Wirthſe daſt ſeh zutraͤglich werden. 1ſ Aber dar nicht der Miſt, den eine ſolche Som⸗ ih wenalraßtecon giebt, welcher die Wirthſchaft zu hoͤhern Ertrage brit ggt, ſondern der Umſtand, daß auf eine dem te, Boden mehr! zuſagende Viehart die noͤthige fuͤr Sorgfalt gewendet wird. in Dagegen wird ein Verfahren, wie es Hr. St. Th. ben im 2ten Theile ſeiner rationellen Landwirthſchaft S. 34 u. f. angiebt, wonach der erſte Anfang zur Hebung der der Wirthſchaft mit Anbau von Wicken zum Gruͤnfutter fuͤr Kuͤhe gemacht werden ſoll, auf lehmigſandigen, trockenen vel⸗ und mageren Goden, den Zweck nicht erfuͤllen. Um auf e dieſem Boden Wicken und demnaͤchſt Maͤheklee zu bauen, 7 iſt man gezwungen, den Miſt auf einzelnen Stuͤcken zu konzentriren. Beguͤnſtiget die Witterung nun den Wik⸗ e ken⸗ und Kleewuchs nicht— was leider haͤufig der Fall h iſt— ſo iſt ja ganz unmoͤglich, daß ein ſolcher Futter⸗ m bau zum Ziele fuͤhre. Soll der Futterbau etwas fuͤr die Miſtvermehrung — leiſten, ſo muß das angebauete Futter große Maſſen lie⸗ fern. Dies iſt auf geringem Boden weder mit Klee, 3 noch mit den Huͤlſenfruͤchten der Fall, wie Hr. St. Th. zugiebt. Darum ſind dies auch Gewaͤchſe, die auf ſol⸗ „ I —.——————jjj4 3 —. chen Boden nicht hingehoͤren. Hoffentlich wird dies verſtaͤndlicher ſeyn als dasjenige, was ich S. 41 der Reviſion geſagt habe, und was Herr⸗St. Th. veranlaßt hat, ſich zu einer Wortklauberei herab zu laſſen und es heraus hebt, daß ich von Futtergewaͤchſen rede, die ihrer Natur nach auf manchen Bodenarten gar nicht ge⸗ bauet werden koͤnnen. Er hat Recht, ſaͤen und an⸗ bauen kann man, was man will, ſobald man nur ge⸗ gen das Wachſen gleichguͤltig iſt. Auch hat er Recht, wenn er S. 2114 ſeiner Rezen⸗ ſion mich darauf aufmerkſam macht, daß eine Stelle meiner Schrift S. 47, wo ich davon rede, daß Land⸗ wirthe bei dem beſten Syſteme zu Grunde gehen koͤn⸗ nen, durch die Redensart meiner taͤglichen Erfah⸗ rung einer Mißdeutung faͤhig iſt. Nimmt man dies woͤrtlich, ſo iſt es allerdings uͤbertrieben. Aber das iſt ganz gewiß, daß in unſerer Gegend fuͤr die Idee, auf magerem und geringem Boden die Sommer⸗ ſtallfutterung des Rindviehes durchzuſetzen, um daher einen hoͤhern Kraftzuſtand der Fel⸗ der zu bewirken, ungeheure nutzloſe Anſtrengungen gemacht worden ſind. Ich kenne ein Gut, wo man die⸗ ſer irrigen Anſicht wegen in einer geraumen Zeit, ſo große Summen dieſerhalb verſchwendet hat, daß ich fuͤr meine Verhaͤltniſſe ein ſehr reicher Mann waͤre, beſaͤße ich dasjenige, was dieſe Anſtrengungen koſten. Dieſe Wirthſchaft und mehrere andere, die ich ken⸗ nen gelernt habe, hat das Schickſal jedes widernatuͤrli⸗ chen Gewerbsbetriebes gehabt— ſie hat ſich in ihrem Syſteme nur ſo lange erhalten, als dieſe Anſtrengungen auf ſie verwendet wurden. Dem Stallfutterungs⸗Sy⸗ ſteme nach iſt ſie ſo gut wie zu Grunde gegangen und man hat ſich nothgedrungen geſehen, ein der Lokalitaͤt „— 47— i dies nehr angemeſſenes Wirthſchafts⸗Syſtem einzufuͤhren. A dr Die Felder ſind dabei nicht in den beabſichtigten beſſern vannaßt Zuſtand gekommen, wodurch ſie ſich ſelbſtſtaͤndig in gleich⸗ Urd 6s maͤßiger Ertragsfaͤhigkeit ohne periodiſche Bewei⸗ ie iſre dung erhalten koͤnnten. hjt ge Nach mehreren Stellen in den neuern Schriften des d au⸗ Hrn. St. Th. zu ſchließen, iſt derſelbe in Anſehung der ur ge⸗ richtigen Wuͤrdigung des zum Anbau von Maͤhefutter beſtimmten Bodens mit mir gleicher Meinung. Er ſagt Reen in der Geſchichte ſeiner Wirthſchaft zu Moeglin S. 10 Stelle u. f.,„daß er ſich in dem guten Boden von Moeglin Land⸗ geirret habe, und daß er fehlerhaft verfahren ſey, 6 bis n kön⸗ 700 Morgen zum Futterbau in eine Fruchtwechſelwirth⸗ rfah⸗ ſchaft zu legen. Er geſteht ein, daß es vortheilhafter dies geweſen ſey, nur die Haͤlfte der angegebenen Flaͤche nach as iſt dem Plane zu bewirthſchaften, den er im 1ſten Bande auf der Annalen des Ackerbaues, Jahrg. 1805 angiebt.“ nmer⸗ Wie kommt es denn, daß Hr. St. Th. ſich in vor⸗ eten, liegender Rezenſion ſeiner eigenen ſo deutlich und ſo laut Fel ausgeſprochenen Erfahrung gar nicht annimmt? angen Die Beharrlichkeit im unpaſſenden Futteranbau kann in die ſehr koſtſpielig werden, ſie wird aber nie dahin fuͤhren, , ſ um einen ſterilen Boden z. B. zu einem ſichern und für genuͤglichen Kleeertrage zu bringen. Nie moͤchte der Fall dße eintreten, daß Hr. St. Th. in Moeglin im Durchſchnitt von 6 Jahren ſo viel Klee⸗ und Wickenheu, oder Erb⸗ kn ſenſtroh ernten wird, als er in dem Voranſchlage S. 139 dbieb und 140 des erſten Bandes ſeiner Annalen des Acker⸗ ſrem baues erwartet. ngen Wir haben ja aber das ganz ſichere und durch die Ey Erfahrung erprobte Verfahren, wodurch der trockene leh⸗ 1 und mig-ſandige Boden in großen Flaͤchen bewirthſchaftet, aiii hoͤchſt vortheilhaft benutzt und auf eine erhoͤhete Er⸗ 1 — 2 —. — 28 tragsfaͤhigkeit gebracht werden kann. Dies geſchieht durch ſtarken Kartoffelbaun und durch periodiſches Nie⸗ derlegen ſolchen Bodens zur Schafweide, mit einem Worte durch dasjenige Wirthſchafts⸗Syſtem, welches ich in meiner Reviſion gewiß nicht unpaſſend die maͤrkiſche Koppelwirthſchaft genannt habe. Wozu viele Arbeit und große Auslagen aufwenden, was man leichter und wohlfeiler weit ſicherer erreichen kann? Warum uͤbergeht Hr. St. Th. in ſeiner Rezen⸗ ſion den Umſtand, daß ich in meiner Schrift zum An⸗ bau der Kartoffeln auf unreinen und trocknen Boden aufmuntere, ſo ganz? Da er doch in der Geſ. ſeiner Wirthſchaft S. 29 dieſe Frucht auch fuͤr den Angel der⸗ ſelben erklaͤrt? Warum laͤßt er die von mir die maͤrki⸗ ſche genannte Koppelwirthſchaft mit ſo unguͤnſtigen An⸗ merkungen durch, da ſie doch gerade fuͤr die meiſten Verhaͤltniſſe der Mark ſehr paſſend iſt, und bei den jetzi— gen Conjuncturen, hauptſaͤchlich zur Schafwirthſchaft ein⸗ gerichtet, nicht genug empfohlen werden kann? Dieſe Fragen moͤge Hr. St. Th. uns demnaͤchſt beantworten. Daß ich es rathſam halte auch auf ſchlechtem Bo⸗ den Sommerſtallfutterung des Rindviehes, ſo bald man ſolches nur zum dringendſten Wirthſchafts⸗Bedarf haͤlt, zu treiben, iſt ſchon oben geſagt. Ich kann auch verſi⸗ chern, daß auf zweien unter meiner Verwaltung ſtehen⸗ den Guͤtern die Kuͤhe ſtets und die Ochſen groͤßtentheils im Stalle gehalten werden. Will man aber eine Mol⸗ kerei⸗Wirthſchaft, auf Verkauf berechnet, treiben, und die Kuͤhe im Stalle halten, ſo wird— verſteht ſich auf magerem, trockenem und dem Kleebau ungunſtigen Bo⸗ den—'der Miſt von den Kuͤhen immer wieder erfor⸗ dert, um das neue Gruͤnfutter zu erzwingen. ein X ha ————— 229 2 g nhe Ueberſchuß von Duͤngung um den aͤrmern und ent⸗ 9 Pnie fernteren Feldern aufzuhelfen, iſt nicht zu denken. Dies in äinem iſt einer von den in meiner Schrift beruͤhrten Faͤllen, aih ih wo ich den Sommerſtallmiſt fuͤr zu theuer halte. mͤkiſße Wenn die Mecklenburgiſchen Landwirthe zur Zeit noch hin und wieder zweifeln, ob der Schafmiſt dem venden, vom Rindvieh gemachten gleich zu ſtellen ſey, ſo iſt ih⸗ rreichen nen dies zu verzeihen. Denn ſie haben dann ihren ge— Rezen, woͤhnlichen ſtrohigen und trockenen Miſt vor Augen, den um A. ſie in ihren Pachtſchaͤfereien machten. Wenn Hr. St. Baden Th., welcher die vortreffliche Wirkung des Miſtes von . ſeiner gut gefuͤtterten Schafen kennt, eine Bemerkung drucken gel der, laͤßt, die die Nachhaltigkeit des Schafſtallmiſtes zweifelhaft maͤrti macht, ſo nimmt mich das ſehr Wunder. Ich kann en An, verſichern, daß ich bei einer zwanzigjaͤhrigen Erfahrung meiſten guten Schafmiſt zu Anfange ſtets auffallender im Er— e jetbii folge gefunden habe, als Rindermiſt, und erinnere mich aft ein nicht, daß ich auf den mit Schafmiſt geduͤngten Feldern die letzten Fruͤchte vor einer neuen Duͤngung ſchlechter mnaaͤchſt gefunden habe. In Sachſen ſind alle gemeine Landleute der Mei⸗ en Do⸗ nung, daß jede Landwirthſchaft, zu welcher auch ſchlechte d man Grundſtuͤcke gehoͤren, die keinen Maͤheklee tragen, durch haͤlt eine Schaͤferei in der Duͤngung gewinnen muͤſſe. Laͤßt verſi⸗ ſich etwas mathematiſch gewiß erweiſen; ſo iſt es dies. ſtehen⸗ Denn die Schafe finden mit ihren ſpitzen Maͤulern auf entheils Stoppelfeldern, Lehden oder Außenlaͤndereien, auf Ab⸗ 4 2 haͤngen oder in Holzungen noch Nahrung, wo ein Rind n die ſich kaum vor dem Hungertode retten kann. Aller Duͤn⸗ h auf ger, den die auf genannten Grundſtuͤcke ernaͤhrten Schafe n Bo⸗ geben, iſt, verglichen mit einer Wirthſchaft, zu der jene erfer gehoͤren, ohne daß Schafe gehalten werden, fuͤr die in weinn Duͤngung ſtehenden Ackerlaͤndereien reiner Gewinn. neer 141 Auf dieſe Weiſe wirkt jede Schaͤferei auf die Duͤn⸗ gererzeugung. Erwägt man aber gar die Verhaͤltniſſe ei⸗ ner edlen Schaͤferei, ſo ſpringt noch mehr in die Augen, wie eine ſolche gegen Rindviehhaltung auf die Duͤnger⸗ vermehrung einwirken muͤſſe. Die Produkte vom Rind⸗ viehe bezahlen in den wenigſten Verhaͤltniſſen das zu ihrer Erzeugung erforderliche Futter. Will man das letztere nach dem Preiſe, wie es ſich zu jeder Zeit ver⸗ kaufen laͤßt, in Anſatz bringen, ſo muß der von den Rindern erzeugte Miſt einen Theil der Futterkoſten mit uͤbernehmen. Dies iſt ſeit 20 Jahren mit einer edlen Schaͤferei nicht der Fall. Bei einer ſolchen bezahlt auch ohne Verkauf von Zuchtvieh ſchon allein die Wolle einen großen Futteraufwand. Beſitzt man eine ſichere und ge⸗ ſunde Sommerweide und Stroh, ſo kann man fuͤr eine edle Schaͤferei das erforderliche Heu ſelbſt zu theuern Preiſen einkaufen und anſehnliche Quantitaͤten Koͤrner nach dem Marktpreiſe verfuͤttern und es wird ſich den— noch ein baarer Ueberſchuß zu Gunſten der Schafhal⸗ tung ergeben. Mithin iſt aller Miſt der von ſolchem außergewoͤhnlich konſumirten Futter erzeugt wird, ein nicht unbetraͤchtlicher Zuſchuß fuͤr die Kraftvermehrung der Ackerlaͤndereien. Die von Hrn. St. Th. zitirten Pfaͤlzer mit ihrem Futterbau koͤnnen uns auf großen Guͤtern ſo wenig zum Muſter dienen, als unſere ſogenannte Coloniſten und Buͤdner. Nicht ohne Grund habe ich im erſten Abſchnitt meiner Reviſion verſchiedentlich auf den großen Unter⸗ ſchied zwiſchen großen und kleinen Wirthſchaften hinge⸗ wieſen. Der Wirth auf einer großen Flaͤche muß in der Regel darauf ſinnen, Arbeit zu ſparen, wenn dagegen der Beſitzer eines kleinen Gutes kluͤglich handelt, ſo viele —,.,—— ie Duͤn⸗ triſe di das zu an das eit ver, on den ten wit er edien hlt auch e einen ind ge⸗ reine euern Arner h den hafhal⸗ olchem ,, ein hrung rem zum und chnitt Unter⸗ inge⸗ der gegen viele nutzbare Arbeit auf daſſelbe zu verwenden, daß ſeine Fa⸗ milienglieder das ganze Jahr durch beſchaͤftigt ſind. Letz⸗ terer verliert einen Theil ſeines wichtigſten Kapitals— die Zeit, wenn die Haͤnde, die er ernaͤhrt, nicht unauf⸗ hoͤrlich nutzbringend in ſeiner Wirthſchaft beſchaͤftiget ſind. Jener aber muß fuͤr jede Arbeit, die ihm geleiſtet wird, den Beutel ziehen und hat außerdem noch die Ruͤckſicht zu nehmen, daß er fuͤr die dringenden Witthſchaftsge⸗ ſchaͤfte Haͤnde genug habe. Der Bewirthſchafter kleiner Guͤter kann daher durch Jaͤten ſeiner Fruͤchte, durch Zuſammenſuchen des Fut— ters von Ackerreinen und Wegen, und durch Benutzung des muͤhſam einzuſammelnden Futters, als durch Stop— pelſpoͤrgel, Stoppelruͤben und Abfaͤlle von Gartengewaͤch— ſen ſich eine Menge Futters herbeiſchaffen, auf welches der Wirth auf großen Guͤtern Verzicht leiſten muß. Ich weiß aus Erfahrung, daß ſelbſt auf Boden von geringer natuͤrlicher Guͤte durch Benutzung der angegebenen Huͤlfs⸗ mittel die Wirthe aus der Bauernklaſſe ihre Grund⸗ ſtuͤcke zu einem hohen Rohertrage bringen. Allein was folgt daraus fuͤr den Beſitzer großer Ackerflaͤchen in einer menſchenleeren Gegend?— Kann ein ſolches Verfahren ihm zur Richtſchnur dienen? Geſetzt es faͤnde ſich Gelegenheit große Grundſtuͤcke mit mehr ſchlechtem als gutem Boden zu parzelliren, ſo werden Ackerwirthe, die Kapital genug haben, um eine ſo induͤſtrieuſe Wirthſchaft zu treiben, ſich nicht zu einer hoͤhern Ackerpacht verſtehen koͤnnen, als durch zweckmaͤ⸗ ßige Bewirthſchaftung im Großen auch heraus gebracht wird. Wo es aber ganz an Leuten mit dieſem Kapitale gebricht, da hat der Beſitzer großer Flaͤchen ohnedies keine andere Wahl, als ſie ſelbſt zu bebauen, und kann das Verfahren, wie es bei den Pfaͤlzern oder Belgen angetroffen wird, fuͤr ſich nicht zum Vorbild waͤhlen. Die Bodenrente, auf welche es dem Grundbeſitzer hauptſaͤchlich ankommt, iſt haͤufig bei der beſten Cultur wenig verſchieden von derjenigen, welche ſolcher Boden in einer andern Gegend bei einer mangelhaften Behand⸗ lung abwirft. So iſt in Norfolk nach den neueſten Nachrichten uͤber England, Moeglinſche Annalen der 2 Landwirthſchaft S. 162, erſter Band 1817, die Pacht, welche Hr. Blomfield an Hrn. Coke fuͤr Woohom, einen Farm von 1425 Morgen Ackerland zahlt, nicht hoͤher fuͤr den Morgen als 2 Thlr. 20 Gr. Außerdem an Armen⸗ ſteuer, Zehnten und andern oͤffentlichen Laſten etwa noch 2 Thlr. 8 Gr. pro Morgen. Zu der bemerkten Acker⸗ flaͤche gehoͤren aber noch außerdem zu Woohom eine gleiche Flaͤche Strandwieſen, die zur Zeit der Ebbe als Schafweide benutzt werden, welche in jener Pacht mit eingeſchloſſen ſind. Der Eigenthuͤmer muß die noͤthigen Gebaͤude herſtellen und unterhalten. Ich bekenne, daß dieſer Ertrag in dem theuren England, wo Korn und Produkte der Viehzucht weit theurer als bei uns ſind, mir ſehr geringe ſcheint. Dies Beiſpiel beweiſet wenigſtens, wie ſehr man irren kann, wenn man von einem hohen Rohertrage auch 1 auf einen ebenmaͤßigen Reinertrag ſchließt. Derſelbe Fall iſt mit den ſo ſehr geprieſenen Wirthſchaften der Pfaͤlzer und Belgen. So intereſſant ihre Wirthſchaften in mancherlei Beziehung ſind, ſo wenig koͤnnen ſie uns. auf großen Guͤtern zum Muſter dienen. d Hr. St. Th. giebt in ſeiner Rezenſion nicht zu, daß d die klimatiſche Beſchaffenheit der hieſigen Gegend dem Kleewuchs unguͤnſtig ſey. Da ich daruͤber nur eine achtjaͤhrige Erfahrung habe, daß der rothe Klee hier Sügeg n. eſizu Lultut. Boden hand⸗ eſten der acht, anen er fuͤr rmen⸗ noch dkel⸗ eine als w higen daß und ſind, nau uch ibe der ften uns daß dem eine hier oöͤfter mißraͤth, ſo wollte ich gern zugeben, daß ich mich geirrt haͤtte, faͤnde ich nicht in einer Schrift, Praktiſche Bemerkungen uͤber die Anwendbarkeit der Koppelwirth⸗ ſchaft in den Preußiſchen Staaten von dem Geh. Com. Rath von Wolff. Berlin 1793. die, alſo vor 26 Jahren von einem Wirthe hieſiger Gegend, dem ſeel. Geh.⸗Rathe v. Wolff auf Haſſelberg ꝛc. geſchrieben iſt, dieſelbe Klage uͤber die Unſicherheit des Klees, die ich heute noch fuͤhre. Man leſe in der bemerkten Schrift S. 21 u. f. gefaͤlligſt nach. Hr. St. Th. muß wohl die Bemerkung des Ver⸗ faſſers der ſo ſehr intereſſanten Briefe uͤber England in den Moegl. Annalen erſtem Bande S. 147 ganz entgan⸗ gen ſeyn, ſonſt wuͤrde er wenigſtens gefunden haben, daß außer mir noch andere Leute des Glaubens ſind, in der Naͤhe des Meers wie der Gebirge ſey die Atmoſphaͤre feuchter. S. 213 der Rezenſion wird geſagt, ich ſchiene an⸗ zunehmen, daß Klee, der nicht wenigſtens 30 Ctn. Heu gebe, den Anbau nicht lohne. Da dies nur eine Ver⸗ muthung des Hr. St. Th. iſt, ſo will ich mich beſtimmt daruͤber ausſprechen. Ich halte den Kleebau auf dem magern Hoͤheboden noch fuͤr lohnend, wenn ich mit Sicherheit 10 Centner Heu vom Morgen hoffen darf. Ja ich verſichere, ſo ſehr ich uͤbrigens alle Veraͤnderungen bei einmal einge⸗ richteten Wirthſchaften haſſe, daß ich ſogleich bei meinem Herrn Prinzipal um die Erlaubniß nachſuche, eine Flaͤche von 5000 Morgen unter meiner Verwaltung ſtehenden Landes anders einzutheilen, ſo bald mir die Gewißheit wird, daß ich auf dem neunten Theile etwa im Durch⸗ ſchnitt der Jahre 10 Centner Kleehen ernten kann. Die Heuwerbungskoſten wuͤrden ſelbſt bei 2 Schnitten nicht —— viel uͤber Einen Thaler zu ſtehen kommen. Da nun das Kleeheu vorzuͤglich bei der Entfernung zweier Guͤter vom Oderbruch, fuͤr unſere Verhaͤltniſſe einen ſichern Werth von 16 Gr. p. Ctn. hat, ſo wuͤrde das mit Klee beſaͤete Land bei einer Heuernte von 10 Centnern noch einen hohen Reinertrag geben. Wenn ich in meiner Schrift von der Unſicherheit des Kleebaues rede, ſo iſt es nur, um zu beweiſen, daß ein Reinertrag von 10 bis 15 Centner vom Mor⸗ gen unmoͤglich das Mittel ſeyn koͤnne, den Duͤngungs⸗ zuſtand eines Gutes auffallend zu veraͤndern. Daraus folgt ja aber keinesweges, daß Kleebau uͤberhaupt nicht rathſam ſey, ſondern nur, daß man eine ſolche Bewirth⸗ ſchaftung der Grundſtuͤcke einleiten muͤſſe, welche ſich mit dieſem geringen Kleeertrage vertraͤgt. Daß Hr. St. Th. denjenigen Theil des Oderbruchs nicht kennt, wo die jetzt immer allgemeiner werdende Fruchtfolge auf kleinen ſeparirten Hoͤfen a) Kartoffeln b) Gerſte ce) Roggen d) Hafer ſtatt findet, bedauere ich ſehr. Es findet ſich dieſe Be— wirthſchaftung in den meiſten ſeparirten Doͤrfern des Mittelbruchs, denn von da und der Stadt Wrietzen an der Oder aufwaͤrts, bis in die Gegend von Kienitz und Wollup, mit einem Worte dort, wo der Morgen unbe⸗ laſtetes Land einen Kaufwerth von 2 bis 300 Thlr. hat und wo in der Regel 10 bis 12 Thlr. jaͤhrlicher Pacht in einzelnen Faͤllen aber 10 bis 20 Thlr. fuͤr Einen Mor⸗ gen gezahlt werden. Dieſe Pacht⸗ und Kaufpreiſe be— weiſen ſchon, daß in dieſer Gegend die Ackerkultur einen hohen Grad von Vollkommenheit erreicht haben muͤſſe. gec wi — 55— 38 S. 223 tadelt Hr. St. Th. foldendes von mir an⸗ ie gegebene Beiſpiel einer 11 ſchlaͤgigen maͤrkiſchen Koppel⸗ ni ge wirthſchaft. 1. Dreeſchbrache; in woch 2. Winterung; 3. Kartoffeln und Ruͤben geduͤngt; hetheit a) mit Klee; , daß 4. Gerſte b) unbeſaͤet; Nor⸗ a) Maͤheklee ang 3. b) Erbſen Daraus 6. Roggen, oder nach dem Klee zum Theil Hafer; drnicht 7. Brache, geduͤngt und gehordet; ewitth. 8. Winterung; 7 h mit 9. Sommerung mit weißem Klee. 10. ruchs 11.— Weide. dende Dem Hr. Rez. ſind mißfaͤllig: a) die zwei unbenutzten Brachen; b) die Sommerung nach der geduͤngten Winterung; c) der geringe Futterbau, und meint er 5 koͤnnen ganz mit Klee, 7 ganz mit Wicken und Erbſen beſaͤet werden, dagegen koͤnne fuͤglich die Som— Be⸗ merung auf 9 wegfallen. des Zuvoͤrderſt muß ich bemerken, daß jedes im Allge— R an meinen angegebene Beiſpiel einer Fruchtfolge und Feld⸗ und eintheilung, ohne ein beſtimmtes Lokal vor Augen zu unber haben, eben ſo gut mangelhaft als anpaſſend angeſpro— t. hat chen werden kann, je nachdem der Beurtheiler ſich die jucht Lokalitaͤt denkt. Mor⸗ Dieſe 11 ſchlaͤgige Eintheilung koͤnnte dort, wo die be⸗ Guͤter klein ſind, und der Boden eine hohe natuͤrliche einen Ertragsfaͤhigkeit hat, und wo vielleicht beſondere Weiden ſe. fuͤr die Schaͤferei exiſtiren, ſehr fehlerhaft ſeyn. Aber — 56— fuͤr ein Gut ohne, oder mit wenigen Wieſen, ohne Ab⸗ triften fuͤr die Schaͤferei, mit gutem Mittelboden, der zwar Klee traͤgt, der aber des Klimas wegen nicht ſo ſicher als Getreide iſt, leuchtet mir das Mangelhafte die— ſer Eintheilung nicht ein. Weiß man, daß der Morgen mit Klee ganz ſicher 20 bis 25 Ctn. zu Heu gerechnet und 1 Fuder zu 2000 Pfd. Erbſen⸗ oder Wickenſtroh traͤgt, ſo rathe ich uͤberhaupt zu einer andern Einthei⸗ lung und zu einer Stallfuͤtterungs⸗Wirthſchaft. Wo ſich die Verhaͤltniſſe aber ſo finden, als ich ſie in meiner Schrift, wo ich von dem Erbſen- und Kleebau rede, als die haͤufigſten annehme, d. h. wo beide Gewaͤchſe dem Mißrathen ausgeſetzt ſind, da iſt gewiß eine Einſchraͤn⸗ kung ihres Anbaues bei dem Zuſchnitt der Wirthſchaft ſehr rathſam. Die Kartoffeln, als das ſicherſte Futtergewaͤchs auf ſolchem Boden, bauet man in zureichender Menge. Das Getreide wird in der angegebenen Folge einen ſehr ſichern Ertrag geben. Selbſt die Sommerung nach der geduͤngten Winterung auf 9, wird im Durchſchnitt nicht unter 8 Schff. p. Morgen geben. Wenigſtens habe ich hier auf Boden, wo ichs nicht wage, rothen Klee zum Maͤhen anzubauen, faſt immer mehr als dies nach der geduͤngten Winterung geerntet. Ich bezweifele, daß man durch Beweidung des Landes dieſen Ertrag, das Stroh mit hinzu gerechnet, heraus bringen duͤrfte. „Aber“, ſagt Hr. St. Thaer„zwei unbenutzte Brachen!!“ Ich antworte: bei einer Schaͤferei⸗Weidewirthſchaft ſind die Brachen nicht unbenutzt. Die eine, die Miſt⸗ brache, gewaͤhrt bis zur Mitte des Julius die herrlichſte Schafweide. Fuͤr unſer Klima in Norddeutſchland ge⸗ nuͤgt es, milden Gerſtboden von dieſer Zeit an zu bear⸗ ihhe Ab. boden, der en niöt ſo elhafte de r Mornen gerechte ickenſtroh Einthei⸗ Vo ſich a weiner rede, als aͤchſe dem kinſchraͤn⸗ zirthſchaft ichs auf R. Das inen ſehr nach der gitt nicht habe ich Klee zum nach der aß man Sboh ndenaüte vichſchaft d Miſt herrücſe hland ge⸗ du bar — 7— 2 2 beiten und kann man ſolchen Boden noch ſo vollſtaͤndig brachen, daß alle Zwecke einer Sommerbrache erreicht werden, und die Saat zeitig genug in die Erde kommt. In großen Wirthſchaften ſteht bei uns der Pflug waͤh⸗ rend der Erntezeit nicht ſtille. Warum ſollte alſo, wenn die Brachbearbeitung der Miſtbrache im Julius anfaͤngt, dieſes Land nicht noch muͤrbe genug werden?— Die Unkraͤuter treiben um dieſe Jahreszeit zum oͤftern Zer⸗ ſtoͤren ſehr ſchnell hervor, wenn man die noͤthigen Vor⸗ kehrungen dazu trifft. Die Dreeſchbrache, welche jeder gute Ackerwirth vor Winter umzubrechen ſucht, begruͤnt waͤhrend der Beſtel⸗ lung der Sommerfruͤchte. Auf ihr finden die Schafe eine ſehr zutraͤgliche Nahrung, waͤhrend die andere Bra⸗ che umgepfluͤgt wird. Durch die mittlerweile erlangte Stoppelweide auf den Winterfeldern kann man beide Brachen fuͤr die Schafe entbehren, und nun wird ihre Bearbeitung durch Pflug und Egge vollſtaͤndig vollfuͤhrt. Die von meinem Hrn. Rez. vorgeſchlagene Abaͤn⸗ derung der Fruchtfolge hat zwar eine Brache weniger, aber dafuͤr auch nur einen Winterungsſchlag nach bear— beiteter Brache. Die uͤbrige Winterung koͤmmt dann nach einjaͤhrigen Klee⸗ oder nach Huͤlſenfruͤchten einfuͤh⸗ rig. Das, was Hr. St. Th. fuͤr die einfuͤhrige Be⸗ ſtellung der Kleeſtoppel zur Winterung anfuͤhrt, hat meine in der Reviſion ausgeſprochene Ueberzeugung die⸗ ſerhalb nicht aͤndern koͤnnen. Je mehrere Erfahrungen ich mache, je mehr muß ich von der einfuͤhrigen Beſtel⸗ lung des Kleelandes abrathen. Die Brache mindert den Hederich im Boden außerordentlich, und ſchreibe ich es hauptſaͤchlich dieſem Umſtande mit zu, daß ich, wo es ſich irgend ausfuͤhren laͤßt, zur Winterung wenigſtens drei Furchen gebe, wenn mir die Erbſen bis daher noch immer ſo gerathen ſind, daß ich nicht gezwungen worden bin, ſie des Hederichs wegen abzumaͤhen. Ich beruhige mich um ſo leichter uͤber meine ab— weichende Meinung von der des Hrn. St. Th. in die⸗ ſem Stuͤcke, weil ich finde, daß ich nicht der einzige Schriftſteller bin, der ſie aͤußert. Der ſo umſichtige Verfaſſer der Briefe uͤber Endland, Hr. Ritterſchafts⸗ Direktor von Knobelsdorf auf Sellin in der Neumark, fand auch in England die Winterung auf einfuͤhrig um⸗ gebrochene Kleeſtoppel geſaͤet, hoͤchſt mißlich. Um meinen geehrten Leſern das Nachſchlagen zu erſparen, ſetze ich die Stelle woͤrtlich her, die S. 397 des 2ten Bandes der Moegl. Annalen befindlich iſt: „Dagegen hat der Schotte Recht, wenn er be— hauptet, daß in Norfolk ſehr haͤufig ſchlechter Weizen in der einfuͤhrigen Kleeſtoppel erbauet wird. Das iſt nicht blos in Norfolk, ſondern in der ganzen Welt der Fall, wenn der Boden nicht in einer außerordentlichen Cultur iſt, und der Klee, vorher in hoͤchſter Vollkommenheit ge⸗ ſtanden hat. Deshalb iſt es nur zu wahr, daß die ein— fuͤhrige Weizenſaat zu den allerbedenklichſten Dingen in der Landwirthſchaft gehoͤrt, und ein Fruchtwechſel, in welchem demſelben ein ganzer Schlag gewidmet iſt, im⸗ mer gefahrvoll bleibt.“ „Auch ich habe in Norfolk mehr ſchlechten als gu— ten Weizen in einfuͤhriger Kleeſtoppel geſehen u. ſ. w.“ Weiter habe ich auch in meiner Schrift nichts ge— ſagt, ſondern im Allgemeinen bemerkt, daß ich nicht dazu rathen koͤnne, auf Guͤtern mit großen Schlaͤgen ſeine Winterſaatbeſtellung davon abhaͤngig zu machen. Ich habe ſelbſt nach einfuͤhrigem Umbruch der Kleeſtoppel in einzelnen Faͤllen einen hohen Ertrag an Weizen und Roggen gehabt. Weit oͤfter iſt mir aber dieſe Saat in dorden memn il h. in de et einzige unſichtige äſchafts⸗ teumark, rig um⸗ ſagen zu . 39 iſ: er be⸗ zen in nicht 8 Sl, Cultar heit ge⸗ die ein⸗ gen in ſel, in , im à gu. w.“ dts ge⸗ t dazt ſeine Ich el in und at in — ————eõ ſo fern mißrathen, daß ſie faſt immer zu ſchwach ſtand. Ich muß daher die mehrfuͤhrige Beſtellung als ſicherer empfehlen. Dieſe letztere iſt auch in der That nicht ſo koſtbar, als man meint. Soll ein einfuͤhriger Umbruch zur Winterung genuͤgen, ſo muß ſehr ſorgfaͤltig und tief ge⸗ pfluͤgt werden, wobei die Arbeit nothwendig nur geringe Fortſchritte machen kann. Die nochmalige Einbringung der Saat mit dem Exſtirpator oder einem aͤhnlichen In- ſtrument, und dieſe ſorgfaͤltige Pflugfahre gleichen ſich voͤllig mit zwei gewoͤhnlichen Pflugfahren aus. Man giebt alſo bei der gewoͤhnlichen dreifuͤhrigen Beſtellung nur die Saatfahre mehr, welche mit dem vermehrten Eggen hoͤchſtens 16 Gr. p. Morgen koſten kann. Was wollen dieſe Mehrkoſten gegen die groͤßere Sicherheit der Winterung nach der letztern Beſtellung und gegen die kraͤftigere Hederichs⸗Zerſtoͤrung ſagen? Hierzu koͤmmt, daß in allen Wirthſchaften, die viel Hackfruͤchte bauen, das nothwendige Spannvieh eher zu der Fruͤhjahrs⸗ als Herbſt⸗Beſtellung mangelt. Ich habe wohl eher geſehen, daß diejenigen, welche viel Aufhebens von der einfuͤhrigen Beſtellung der Kleeſtoppel machen, ihre Pflugochſen, zu der Zeit muͤßig gehen ließen, wo ſie die Kleeſtoppel haͤtten umbrechen ſollen. „Aber die laͤngere Benutzung des Kleelandes?— das iſt etwas. Iſt aber vom zweijaͤhrigen Klee und mithin von der Benutzung deſſelben zur Weide die Rede, ſo iſt zu erwiedern, daß um die Zeit, wo die Bearbei⸗ tung anfangen muß, die Weide keinen ſo hohen Werth mehr hat, weil die Kornernte vor der Thuͤre iſt, und man in Anſehung der Weide auf andere Weiſe helfen kann. Ein von mir S. 207 meiner Schrift angefuͤhrtes Beiſpiel einer fuͤnſſchlaͤgigen Fruchtwechſelwirthſchaft auf — lehmigem Sandboden, der auf einer Feuchtigkeit halten⸗ den Unterlage ruhet, wo 550 Morgen des naͤchſten und beſten Landes aus einer Flaͤche von 2500 Morgen Acker⸗ land heraus genommen ſind, findet Hr. St. Th. nicht ſo mangelhaft als ich. Er findet es vielmehr ganz zweckmaͤßig, das Land in alter Kraft in dem fuͤnffeldri⸗ gen Wechſel a) Hackfruͤchte und Erbſen, b) Gerſte mit Klee, c) Klee, d) Klee und Brache, 3) Roggen, zu behaudeln und meint, daß dieſes Land demnaͤchſt zur Aufhelfung des uͤbrigen Landes dienen werde. Ich glaubte von den Verhaͤltniſſen der angefuͤhrten Wirthſchaft in meiner Schrift ſo viel geſagt zu haben, daß die Unzweckmaͤßigkeit dieſer Fruchtwechſelwirthſchaft zur Genuͤge beweiſen ſey. Ich ſage, daß jener Boden mit Hederichsſaamen angefuͤllt iſt, und das dieſerwegen die Erbſen häufig mißrathen, auch daß er ſelten Maͤhe⸗ klee trage. Bei dieſen ausgemachten Erfahrungen iſt ja gar kein Streit mehr daruͤber, ob eine ſolche Wirthſchaft das uͤbrige Land in Kraft ſetzen koͤnne oder nicht. Denn ſoll Boden dieſer Art Kraft genug haben, um in jedem fuͤnften Jahre Kartoffeln und Erbſen, auch bei guͤnſtiger Witterung Maͤheklee zu tragen, ſo muß er auch mit 7 bis 8 Fudern Miſt p. Morgen beduͤngt werden. Wo ſoll der bei der Unſicherheit des Klee⸗ und Erbſenbaues herkommen? Man wird einwenden:„daß Land muͤſſe erſt in die gehoͤrige Kraft geſetzt werden, dann truͤge es Erbſen und Klee mit Sicherheit. Damit konnte man ſich vor 15 und 20 Jahren hel⸗ fin, huich vorha⸗ ds b aͤnde Wieſ taugl nung wechſe ſrehe Land wird, Gege ſel. Fruch deaoe gen Wieſ jetzt gen ds! denn gelauf gem und 3 einen Ertre beide Mor Ke halten, nüſte und orgn Aker⸗ t Jh. jict mmehr an fuͤnffadee maͤchſt zur gefuͤhrten u haben, ehſchaft der Boden eſerwegen en Maͤhe; gen iſt ja birthſchaft t. Denn n jedem unſtiger ch mi7 en. Wo ſenbaues eiſt in Erbſen hren hel 8 9——— — 61— fen, wo noch wenige Erfahrungen uͤber durchgefuͤhrte Fruchtwechſelwirthſchaften der in Rede ſtehenden Art vorhanden waren. Denn den Einwand, daß wenigſtens das bei der Dreifelderwirthſchaft durch Huͤlfe der Außen⸗ laͤnder, und durch angekauftes oder ſelbſt geerntetes Wieſenheu durchduͤngte Land ſogleich zum Kleeertrage tauglich ſeyn muͤſſe, wenn ſich uͤberhanpt darauf Rech⸗ nung machen ließe, ſchlugen die Vertheidiger des Frucht⸗ wechſels mit der Antwort wieder:„das war bei dem ſtrohigen Miſt. Es wird anders werden, wenn das Land erſt ſaͤmmtlich mit dem fetten Miſt durchduͤngt ſeyn wird, den eine futterbauende Wirthſchaft giebt.“ Dies haben wir nun abgewartet. Es giebt in allen Gegenden Erfahrungen uͤber durchgefuͤhrten Fruchtwech⸗ ſel. Die von mir zum Beiſpiel aufgeſtellte fuͤnfſchlaͤgige Fruchtwechſelwirthſchaft hat bereits zwei Rotationen durch⸗ gemacht und in 10 Jahren alles Stroh von 1950 Mor⸗ gen Außenlaud und jaͤhrlich noch gegen 800 Centner Wieſenheu konſumirt. Und welchen Erfolg bietet ſie jetzt dar? Im vergangenen Jahre 1818 iſt auf den Kleeſchlaͤ— gen keine Senſe angelegt worden. Von der Kleeernte des laufenden Jahres iſt faſt eben ſo wenig zu hoffen, denn der im vorigen Sommer ausgeſaͤete Klee iſt ſchwach gelaufen, oder nach dem Auslaufen wieder vertrocknet. Die Erbſen mußten 1816 des Hederichs wegen ab⸗ gemaͤhet werden, 1817 gaben ſie eine ſchwache Ernte, und 1818 etwas uͤber den Saamen wieder. Die Kartoffeln allein gaben in allen dieſen Jahren einen genuͤgenden, und im Jahre 1818 einen reichen Ertrag vom Morgen uͤber 4 Wiſp. Der Ertrag der beiden Kornſchlaͤge war im Jahre 1816 vom einzelnen Morgen —— vom Roggen 5 Schffl. 6 Mz. von der Gerſte und dem Hafer 6— 4— Im Jahre 1817 vom Roggen 4 Schffl. 11 Mz. von der Sommerung 5— 12— Im Jahre 1818 vom Roggen 5 Schffl. 4 Mz von der Sommerung 6— 6— Nicht ganz unwichtig wird meinen geehrten Leſern die Bemerkung ſeyn, daß das Gut, auf welchem ſich vorſtehende Erfahrungen ergeben haben, mit demjenigen grenzt, uͤber welches S. 65 u. f. mehrere Nachrichten enthalten ſind. Dieſes hat einen mehr von Steinen ge— reinigten Boden, und iſt uͤberhaupt von fruͤher her in beſſerer Kultur. Aus dieſen Thatſachen geht doch wohl unbeſtreitbar der Schluß hervor, daß die Kraftzunahme auf geringem Boden, die man vom Erbſen- oder Kleebau erwartet, nur in der Hoffnung beſtanden habe. Es bleibt mir nur noch zu zeigen uͤbrig, warum nothwendig auf dem in Rede ſtehenden Gute ohne an— dere Huͤlfsmittel bei einer neunſchlaͤgigen maͤrkiſchen Koppelwirthſchaft gegen die bisherige fuͤnfſchlaͤgige Frucht⸗ wechſelwirthſchaft mehr Korn und Stroh erbauet und mehr Vieh ernaͤhrt werden muͤßte. Die neunſchlaͤgige Wirthſchaft wuͤrde bauen: auf 1 a) 75 Morgen geduͤngt zu Kartoffeln 1 1) 75— geduͤngt u. gehordet zu Roggen a) Gerſte 2. b) Roggen a) Erbſen mit rothem Klee und weißem ge— 3. mengt b) Hafer mit weißem Klee alles l. M 1. ten Leſern echem ſic demjenigen Machrichten tteinen ge er her in eſtreitbar Nragem erwartet, warum ohne an⸗ ärkiſchen Frucht⸗ t und haͤgige Yoggen im ge! — 63— a) Maͤheklee zu Heu und Saamen 3( b) Weide . Weide . Weide .Dreeſchbrache— .Roggen . Hafer. 8 Dieſe Wirthſchaft kann beginnen ohne mehr Miſt zu beduͤrfen, wie die fuͤnfſchlaͤgige. Letztere bedarf a Mor⸗ gen 7 Fuder—= 770 Fuder. Ich w iederhole, was ich be⸗ reits in der Reviſion geſagt habe, daß der Hordenſchlag bei der bisherigen Wirthſchaft auf das Außenland ge— bracht worden iſt. Die angegebene neunſchlaͤgige Wirthſchaft, welche nur zu den 550 Morgen der bisherigen Wechſelſchlaͤge noch 800 Morgen Außenland in denſelben Turnus auf⸗ nimmt, bedarf fuͤr 75 Morgen zu Kartoffeln a 8 Fuder: 600 Fuder Fuͤr 34 Morgen zu Roggen a 5 Fuder: 170— 770 Fuder und muß 41 Morgen mit den Horden belegen, welches bei einer Schaͤferei, die auf 2500 Morgen kulturfaͤhigem Lande gehalten werden kann, nicht zu viel iſt. Die fuͤnſſchlaͤgige Wirthſchaft hat mit den 800 Mor⸗ gen Außenland 55 Morgen Kartoffeln 2 S½ ‿ —₰½ O00 55— Erbſen 110— einjaͤhrigen Klee 110— zweijaͤhrigen Klee bis Johannis 110— Roggen 110— Gerſte alles auf geduͤngtem Lande. 1) 100 Morgen Dreeſchbrache 2) 100 Morgen Roggen 3) 100— Weide 4) 100— Weide 5) 100— Dreeſchbrache wovon 41 gehordet. 6) 41— Roggen nach den Horden 59— dito auf magerem Lande 7 41— Buchweizen mit Klee 59— Weide 8) 100— Weide. „Sie hat alſo an Weide auf geduͤngtem oder gehor⸗ detem Lande 110 Morgen bis Johanni, und 41 Mor⸗ gen nach Buchweizen ein Jahr und darauf im zweiten Jahre bis Johanni. Die neunſchlaͤgige Wirthſchaft hat mehr wie die fuͤnfſchlaͤgige: 20 Morgen mit Kartoffeln 20—— Erbſen 140—— Sommergetreide. Gegen 300 Morgen geduͤngte Kleeweide. Dagegen weniger: 35 Morgen Maͤheklee 85— Roggen 280— Außenlandsweide. Die letztere kommt nicht in Betrachtung, da die an⸗ geſaͤete Weide auf geduͤngtem Lande mehr wie noch ein⸗ mal ſo viel werth iſt. Die geringere mit Roggen be⸗ ſtellte Flaͤche koͤnnte eher ein Anſtoß ſeyn. 79 die — — 65— dinm Die fuͤnfſchlaͤgige Wirthſchaft hat 110 Morgen geduͤngten Dreeſchroggen geben nach Abzug der Einſaat nach obigem Durchſchnittsertrage 4 Schffl. 4 Mz........ 467 ½ Scohffl. 41 Morgen Roggen Rach der Hordung herder auf dem Außenlande a 3 Schffl. 123— 159 Morgen magerer Außenlands⸗Rog⸗ gen a 1 Schffl. 3 Mz..... 238— Nach Abzug der Einſaat erntet ſie alſo 829 Schffl. Die neunſchlaͤgige erntet ebenfalls nach Abzug der Einſaat: gehor; auf 150 Morgen vierjaͤhrigen Dreeſch Mor a A Schffl.)....... 600 Schffl. velten. auf 175 Morgen nach Duͤngung und den Horden a 3 Schffl... 225— i di Ueberhaupt 825 Schffl. Aus dieſer Zuſammenſtellung geht klar hervor, daß die neunſchlaͤgige Eintheilung den Ertrag von 20 Morgen Kartoffeln, 20— Erbſen und 140— Sommergetreide bei gleicher Duͤngung mehr gewaͤhren muͤſſe, wie di⸗ fuͤnfſchlaͤige. Was aber die Hauptſache iſt: die er— ſtere giebt auf ihren bedeutenden Weideflaͤ⸗ chen ſaͤmmtlich auf Duͤngerland, einer zur Be⸗ e an nutzung ſolchen Bodens unentbehrlich ſtarken h ein 3 be⸗ *) Ich nehme, um der Wahrheit naͤher zu kommen, 4 M weniger p. Morgen an, weil die Flaͤche der neunſchlaͤ⸗ gigen Wirthſchaft groͤßer iſt, mithin mehr mageres Land hinein gezogen werden muß. Nach 3 Weide⸗ und einem Brachjahre wird niemand dieſen Ertrag bezweifeln. di 15] — 66— Schaͤferei die Sommer⸗Nahrung. Daß die letz⸗ tere in dieſer Hinſicht ſo wenig Gelegenheit darbietet und bei ihr die Schafe faſt gaͤnzlich auf das ungeduͤngte Außenland verwieſen werden, iſt der groͤßte Vorwurf, der ihr zu machen iſt. Die neunſchlaͤgige Wirthſchaft bedarf allerdings zur Durchwinterung der Schaͤferei angekauftes Wieſenheu. Allein deſſen bedarf die fuͤnfſchlaͤgige bei der Unſicherheit des Maͤheklees ebenfalls und die erſtere offenbar weni⸗ ger, da ſie 20 Morgen Kartoffeln mehr erntet, die in dieſen Verhaͤltniſſen mehr Futter geben als eine dreifache Flaͤche mit Klee. Sobald man das Sommerſtroh von 140 Morgen nach den oben bemerkten Erfahrungen als eine Beihuͤlfe bei der Durchwinterung der Schaͤferei gel⸗ ten laͤßt, wird man auch von dieſer Seite der neun⸗ ſchlaͤgigen Eintheilung den Vorzug zugeſtehen muͤſſen. Die fuͤnfſchlaͤgige Wirthſchaft iſt darum der Aus⸗ dehnung einer beſſern Kultur auf eine groͤßere Flaͤche hinderlich, weil ſie nothwendig in jedem fuͤnften Jahre einer ſtarken Duͤngung bedarf, um die beabſichtigten Fruͤchte zu erzielen. Die neunſchlaͤgige verlangt ſie nur zum Theil in jedem neunten Jahre eben ſo ſtark, nem— 3 lich dorthin, wo das Land Hackfruͤchte ſtatt der Brache tragen ſoll. Zu zwei Kornfruͤchten nach der Brache reicht eine maͤßige Duͤngung oder ein guter Horden⸗ ſchlag. Iſt das Land nach dieſen Saaten drei Jahre lang mit den Schafen beweidet worden und hat eine vollkommene Brache erhalten, ſo iſt eine vortreffliche Roggenernte auf ſolchem Boden gewiß, und ſelbſt der darauf folgende Hafer oder Buchweizen giebt noch einen guten Ertrag. Ich werde weiter unten noch Gelegenheit nehmen, von einer der hieſigen Wirthſchaften, die im fuͤnften ber ſche Erfo nes eine trocke ſtehen auch ßen, Wirt wön Ich von t Miſtb waue ſolche konnt ſchag weil vermi auf jä die ſo wen fen w ſer A Duͤng und de A beſchal ich ge eine 1 de let⸗ t wünet angaäüngte Vonvuf dings zur ieſenheu. ſicherheit ar weni⸗ die in dreifache troh von ngen als erei gel Neun⸗ en. Aus⸗ Flache Jahte ctigten ſe nur „ nem, Brache prache Iden⸗ Iahte t ine efliche ſſt der einen hmen, onften — 67— Uebergangsjahre aus einer Dreifelderwirthſchaft in eine ſolche neunſchlaͤgige Koppelwirthſchaft iſt, den bisherigen Erfolg anzugeben. Ich komme nun auf die haͤrteſte Beſchuldigung mei⸗ nes Hrn. Rez., naͤmlich auf die: daß meine Behauptung, eine ſechs⸗ und ſiebenſchlaͤgige Fruchtwechſelwirthſchaft auf trockenem und geringem Boden, doͤnne nicht fuͤr ſich be— ſtehen, unwahr ſey. Apodiktiſch, wie Hr. St. Th. dieſe Behauptung auch zu nennen beliebt, verdient ſie wohl nicht zu hei⸗ ßen, da von mir die Ertraͤge, bei welchen die genannten Wirthſchaften die noͤthige Duͤngung auf dem ihnen ge— widmeten Areale nicht erzeugen, beſtimmt angegeben ſind. Ich glaubte, es waͤre unnuͤtze Weitſchweifigkeit bei den von mir S. 212 angegebenen Ertraͤgen auch noch die Miſtberechnung ſelbſt anzulegen, aus welcher ſich mathe— matiſch gewiß meine Annahme von der Unhaltbarkeit ſolcher Wirthſchaften beweiſen laͤßt. Mißverſtaͤndniſſe konnten durch mein Urtheil uͤber die ſechs⸗ und ſieben⸗ ſchlaͤgigen Fruchtwechſelwirthſchaften auch nicht entſtehen, weil ſie gerade durch die beſtimmten Ertragsangaben vermieden werden. Denn allen Wirthſchaften der Art auf Boden mit einem viel hoͤhern Ertrage, geſtehe ich ja die Selbſtſtaͤndigkeit ganz beſtimmt zu. Ich darf um ſo weniger zweifeln, ob ſie in der Wirklichkeit angetrof⸗ fen werden, da ich im Oderbruche Wirthſchaften in gro— ßer Anzahl kenne, die ihr Land in einem vierjaͤhrigen Duͤngungszuſtande, ohne Wieſen zu beſitzen, erhalten, und dennoch Stroh verbrennen und verkaufen. Allein, da ein ſo beruͤhmter Mann mich oͤffentlich beſchuldigt, ich habe etwas Unwahres behauptet, ſo bin ich gezwungen, die in der Reviſion befindliche Annahme eine ſiebenſchlaͤgige Fruchtwechſelwirthſchaft — 68— auf Boden, wo der Morgen mit Roggen nur 6 Schffl., mit Gerſte nur 8 Schffl., 15 Ctn. Klee⸗ heu und 10 Ctn. Erbſenſtroh traͤgt, koͤnne das er⸗ forderliche Duͤngungs⸗Material auf dem ihr gewidmeten Areale nicht erzeugen, durch die Anwendung der eigenen Rechnungsformeln meines Hrn. Rez. zu beweiſen. S. XXVI. des 2ten Bandes der rationellen Land⸗ wirthſchaft giebt Hr. St. Th. die Staͤrke der Duͤngung fuͤr eine achtſchlaͤgige Fruchtwechſelwirthſchaft, die dieſel⸗ ben Saaten wie die ſiebenſchlaͤgige, nur einen Weide⸗ ſchlag mehr hat, waͤhrend eines Umlaufs auf 12 Fuder fuͤr den Morgen an. An mehreren anderen Orten hat er ſich erklaͤrt, daß er unter einem Fuder Miſt allezeit eine Ladung von 2000 Pfunden verſtehe. Nothwendig bedarf doch die ſiebenſchlaͤgige Wirth⸗ ſchaft eine gleiche Duͤngung, ob ich wohl berechtigt waͤre, nach andern Annahmen des Hr. St. Th. fuͤr das eine Weidejahr, fuͤr die ſiebenſchlaͤgige Wirthſchaft noch ein Fuͤder mehr als bei der achtſchlaͤgigen zu fordern. Ich begnuͤge mich aber mit 12 Fudern. Wenn nun nach den S. 212 meiner Reviſion enthaltenen Voraus⸗ ſetzungen geerntet werden: a) 90 Schffl. Kartoffeln uͤber die Einfaat, ſoo betraͤgt dies 9000 Pfd. Hiervon muͤſſen aber billig 10 p. Cent fuͤr das Lein⸗ und Kartoffelland der Ta⸗ geloͤhner und Deputatiſten in Ab— zug gebracht werden, wenn man kein beſonderes Land dazu abſetzt. Es bleiben daher 8100 Pfd.“ dieſe geben Miſt... 8,100 Pfd. — *) Ich komme hier in Verlegenheit, ob ich die Berechnugs⸗ ſatze, die in der rationellen Landwirthſchaft enthalten 3 nur Uebertrag: Miſt 8,100 Pfd. 5 Ln. Klee b) 8 Schffl. Gerſte a 100 Pfd. Stroh ine di er betragt.... 300 Pfd.— genidmnn c) und d) Kleehen 1650 Pfd.— der eigenen Roggen 6 Schffl.. iſen. a 215 Pfd.. 1290 Pfd.— ellen Lan Stroh 3840 Pfd.— Miſt 8,100 Pfd. Düngun f) Erbſenſtroh. 1100 Pfd.— die dieſel 8) 6 Schffl. Roggen en Weide⸗ 4 215 Pfd. 1290 Pfd.— if 12 Fuder Summa Stroh u. Futter 6130 Pfd.— Orten hat Niſt allezet ſind, oder diejenigen, welche Herr St. Th. ſpaͤter in ſei⸗ ge Wittz⸗ ner Geſchichte meiner Wirthſchaft zu Moͤglin annimmt, berechtit in Anwendung bringen ſoll. Aus folgenden Gruͤnden d ſirds bin ich der Meinung, es muͤſſe hier in dem Falle, wo . ſät da die Maſſe der Hackfruͤchte mehr wie Ein Drittheil des ſchaft noch ganzen zur Miſtbereitung kommenden Futters betraͤgt, u fordern. das Stroh und Heu nur mit 2 und nicht mit 225 mul⸗ denn nun tiplicirt werden: loane Die Annahme daß die Kartoffeln eben ſo viel Miſt geben, als ihr Gewicht betraͤgt, kann nur dann zutreffend ſeyn, wenn man vorausſetzt, daß andere mit den Kartof⸗ feln zugleich verfuͤtterte trockene Materialien den Abgang erſetzen, den die Kartoffeln bei dem Durchgange durch den thieriſchen Koͤrper durch die Verduͤnſtung und durch die daraus ausgeſchiedenen thieriſchen Produkte an Milch, Fleiſch, Fett u. ſ. w. erleiden. Ich nehme an, einer Kuh wuͤrden taͤglich 50 Pf. Kar⸗ toffen und 25 Pfund Heu und Stroh incl. Einſtreu ge⸗ geben, ſie wuͤrde bei dieſem Futter ohne Zweifel im Durchſchnitt taͤglich 12 Pfund Milch geben. Nun ſoll A die Verdunſtung taͤglich nur eben ſo viel betragen, ſo iſt 100 M. ſchon erforderlich, daß dieſelbe Kuh taͤglich 50 Pf. Waſ⸗ ſer zu ſich nimmt, wenn der Miſt nach der von mir an⸗ chunyr⸗ 4 erechn gewendeten Formel berechnet werden ſoll. Daß eine enthalte — 79— Dies giebt mit 2 multiplicirt an Miſt 12,260 Pfd. 11 An Miſt uͤberhaupt 20,360 Pfd. d Der Bedarf iſt.... 24,000 Pfd. sr Es fehlen mithin. 3,540 Pfd. dr Da dieſe Berechnung ganz nach den in der rationel⸗ len Landwirthſchaft von Hrn. St. Th. angegebenen 4 Saͤtzen angelegt iſt, ſo muß mir in ſeiner Rezenſion 1 S. 231 die Art der Widerlegung hoͤchſt ſonderbar vor⸗ 86 kommen. Als einfaches Rechenexempel behandelt, alles 1 zugeſtanden, was Hr. St. Th. uͤber den Duͤngerbedarf ſc und uͤber die Duͤngererzeugung annimmt, wenigſtens in 1 ot 1 da Kub bei ſo reichlicher Kartoffelfuͤtterung noch ſo viel 1 Waſſer ſaͤuft, iſt ſehr zu bezweifeln. Nach der neueſten di ſchriftlichen Nachricht uͤber einen in dieſer Hinſicht an⸗ geſtellten Verſuch(S. den Landwirth von Sturm im II. 9b Bande 3ten Hefte S. 160. und f.) betrug das Waſſer D welches eine Kuh in den 7 erſten Tagen des Auguſts, ſc alſo in der heißeſten Jahrszeit, bei reichlicher Stallfuͤt⸗ t terung von gruͤnem Buchweizen und Luzerne zu ſich nahm, nur 548 Pfund taͤglich. Rechne ich daß Noͤßel, wie es alt in jenem Verſuche angegeben iſt, nur 1 Pfund, ſo gab ei⸗ ne Kuh taͤglich 185 Pfund Milch. Die taͤgliche Verdun⸗ Ack ſtung betraͤgt auf eine Kuh im Durchſchnitt 61 ½ Pfund Fnn wie folgende Zuſammenſtellung ergiebt: Das Grünfutter welches 2 Kuͤhe in 7 Tagen erhiel⸗ ten betraͤgt ⸗ ⸗ ⸗ ⸗ 1191 Pfund das Streuſtroh ⸗ 2 ⸗ 457— das Waſſer ⸗ 2 2 2 7652— 2110 Pfund. Die in dieſer Zeit erhaltene Milch betraͤgt 257 Pfund. der Miſt= 5= 2 990— 1247 ½ Pfund. Es ſind mithin verdunſtet ⸗ 862 ½ Pfund wnpn. 2100lyh. 3,610 f. et rationel gegebenen Rezenſion rbar dor⸗ elt, glles ngerdedarf nigſtens in h ſo viel neueſten wücht an⸗ urm im II. das Waſſet s Auguſt, Stallfüͤt⸗ ſich nahm, gel, wie es „ſo gab ei⸗ he Verdun⸗ 12 Pfund en ahjiel⸗ 191 Pfund 457 191— 10 Pfund. betraͤgt 1 Pfund 0 — 17 Pfuand. et Nfund . — — 714— den Grundſaͤtzen der rationellen Landwirthſchaft, habe ich das Recht auf meiner Seite. So viel zu meiner Rechtfertigung aus theoretiſchen Gruͤnden. Nun wollen wir hoͤren, was die Erfahrung dazu ſagt. Die hieſige Wirthſchaft bietet mir mancherlei Data dar, aus welchen ſich beurtheilen laͤßt, ob eine ſechs; ſie— ben⸗ oder achtſchlaͤgige Fruchtwechſelwirthſchaft auf Bo⸗ den, der keine hoͤhern, als obige Ertraͤge giebt, in ſich ſelbſt und ohne Beihuͤlfen von außen beſtehen koͤnne oder nicht. Es ſind hier 800 Morgen aus einer Ackerflaͤche von 2300 Morg. ſo viel zu der hiefigen Feldmark ohne das Vorwerk Herzhorn gehoͤren, zu einer achtſchlaͤgigen Fruchtwechſelwirthſchaft genommen. Ich kann verſichern, daß darunter 700 Morgen ſo gut kultivirtes Land ſind, als man nur in hieſigem Kreiſe auf der Hoͤhe findet. Dieſe waren auch bereits bei Einrichtung der Wirth⸗ ſchaft in einem ſolchen Duͤngungszuſtande, daß ſie ſo— wohl zum Kleebau, als zum Getreidebau, in ſo fern die alte Duͤngung darauf Einfluß hat, geſchickt ſeyn mußten. Fuͤr diejenigen Leſer, welche meine„Reviſion der Ackerbau⸗Syſteme“ nicht zur Hand haben, ſetze ich die Fruchtfolge her. 1) Hackfruͤchte, wozu ſtark geduͤngt. 2) Gerſte mit Klee. 3) Maͤheklee. *) Weide bis Mitte Juli, dann Brachbearbeitung. 5) Winterung. 6) Erbſen, Bohnen und Wicken, wozu maͤßig ge⸗ geduͤngt. . Winterung. 8. Kleine Gerſte und Hafer. — ———O— — Seit dem Jahre 1814 ſind zwei Schlaͤge regelmaͤßig ausgeduͤngt worden, und zwar ſind zu Hackfruͤchten gewoͤhn: lich 8, zu Huͤlſenfruͤchten aber 5 Fuder p. Morgen ge— fahren worden. Allein dieſe Fuder ſind weit ſchwerer geweſen als 2000 Pfd., oder vielmehr, da ich dies weniger genau wiſſen kann, die Maſſe Stroh und Futter, welche erfordert worden iſt, um obige Duͤngung anzuſchaffen, betragt ſo viel, daß nach obiger Formel berechnet, der Morgen Land in einem Umlaufe 15 Fuder Miſt zu 2000 Pfd. erhalten hat. Die Ertraͤge ſind im Durch⸗ ſchnitt der Jahre folgende geweſen: Vom Kleeheu noch nicht 15 Ctn. p. Morgen. Von den Huͤlſenfruͤchten ebenfalls noch nicht 10 Ctn. Stroh p. Morgen. An Hackfruͤchten ſind gegen 100 Schffl. geerntet. Da aber die Flaͤche, welche ich geduͤngt, zu Lein und Kartoffeln den Tageloͤhnern und Deputatiſten geben muß, uͤber 20 Morgen betraͤgt, ſo genuͤgt eigentlich in Voran— ſchlaͤgen der obige Abzug von 10 p. Cent der ganzen Wurzelernte nicht, da ich hier nur die nothwendigſten Menſchen habe. Die Kornertraͤge ſind geweſen: Von der Ernte 1815 vom einzelnen Morgen 13 Schffl. Weizen 92— Roggen 8— Gerſte 13— Hafer 5 ½— Huͤlſenfruͤchte. Von der Ernte 1816 8 Schffl. Weizen — Roggen 7— Gerſte 9— Hafer en. agämßiig ten gwihne Notgn g it ſchwenr ies wenige tet, welche uſchaffen, hnet, der Miſt zu a Durch⸗ gen. ht 10 Cin. geerntet. ein und ben muß, n Voran⸗ ganzen endigſten 3— Erbſen 3— 3 Mz. Wicken 13— 6— Bohnen Von der Ernte 1817 9 Schffl. 3 Mz. Weizen 6— 10— Roggen 8— 14— Gerſte 10— 6— Hafer 5— 3— Erbſen 5— 2*— Bohnen Von der Ernte 1818 ſo weit der Ausdruſch vol⸗ endet iſt 6 Schffl. Weizen 6— 12 Mz. Roggen 10— 4— gr. Gerſte 6— 2— Erbſen 3—*— Bohnen u. Wicken. Man ſieht hieraus, daß das Land zu Anfange der jetzigen Fruchtfolge mindeſtens in demſelben Kraftzu⸗ ſtande war, als jetzt, und daß die Kornernten im Gan⸗ zen ſtaͤrker ſind, als ich in der Reviſion S. 212 ange⸗ geben habe. Bei einer ſehr ſtrengen Berechnung der einzelnen Rotationen bei hieſiger Wirthſchaft in allen Zweigen, die ſich meſſen, wiegen und in beſtimmten Zahlen angeben laſſen, iſt der Reinertrag von dieſen 800 Morgen im Rechnungsjahre 18 ½½ 4125 Schffl. und im Rechnungs⸗ jahre 1815 4881 Schffl. Ich muß bemerken, daß dieſe Summen keinesweges die Ueberſchuͤſſe nach Abrechnung der Kulturkoſten ſind, ſondern es ſind bereits auch die ſaͤmmtlichen Adminiſtrations⸗Koſten, ſo wie die auf dieſe Grundſtuͤcke fallenden Baureparatur⸗Koſten, und die oͤf⸗ . 74 fentlichen Laſten abgerechnet und dabei auf geſtiegenen Grundwerth nichts in Einnahme gebracht. Dieſer Ertrag iſt eigentlich die groͤßte Lobrede auf die Wechſelwirthſchaft— oder richtiger auf den Hack— fruchtbau, ſobald nur der Miſt vorhanden iſt, um dabei zu verharren. Hier ſteckt die Urſache des angegebenen hohen Ertrages. Den Miſt habe ich zur Zeit noch kei⸗ ner Rotation in Anrechnung gebracht, weil alle bisher bekannt gewordenen Grundſaͤtze zu ſeiner Berechnung mir nicht genuͤgen konnten. Nun weiß ich aber aus Erfahrung, daß nichts nachtheiliger bei einer Rechnungs⸗ fuͤhrung iſt, als ſich dabei vieler willkuͤhrlichen Annah⸗ men zu bedienen. Aus dieſen Gruͤnden ließ ich bisher ſowohl die Stroh⸗, als die Miſtberechnung aus den hieſigen Rech⸗ nungen, dem Geldbetrage nach, weg, achtete aber um ſo genauer auf das Verhaͤltniß der Stroh⸗ und Futterernten jeder Rotation und wieder auf die Quantitaͤten Miſt, die ſie erhaͤlt. Dies macht ſich leicht, weil faſt jede be— ſondere Rotation einen eigenen Wirthſchaftshof hat. Ich weiß nun ganz beſtimmt, daß die Wechſelwirthſchaft au⸗ ßer allen eigenen Erzeugniſſen, noch das ſaͤmmtliche Fut⸗ ter von der bedeutenden Kornbrennerei, allen von dem Koͤrnerfutter der Pferde erzeugten Miſt, eine nicht un⸗ bedeutende Menge Heu von unſern Bruchgrundſtuͤcken und leider! auch ſogar bedeutende Quantitaͤten Stroh von den WeideRotationen bedarf, um in dem erforder⸗ lichen Duͤngungs⸗Zuſtande zu bleiben. Es ſind uͤberwiegende Gruͤnde genug vorhanden, welche uns beſtimmen, bei dieſer Wirthſchaft zu verhar⸗ ren, die nicht hierher gehoͤren. Aber wir taͤuſchen uns nicht uͤber die Selbſtſtaͤndigkeit derſelben, und wuͤrdigen fiegenen attad uf den Ha. um daba gegebenen noch kei⸗ le bisher erechnung üden aus ſechnungs⸗ n Annghy vohl die Rech⸗ um ſo terernten en Mit, jede be⸗ at. Ich haft au⸗ cee Fut, on dem t un⸗ gaͤcken Steoh rforder. unden, erhat n uns digen — 7 5— — die Huͤlfsmittel, welche erforderlich ſind, um ſo fort zu wirthſchaften, in gehoͤrigem Maaße. Hr. St. Th. hat mir zwar ſeine ſiebenſchlaͤgige Fruchtwechſelwirthſchaft zu Moeglin entgegen geſtellt. Aus Gruͤnden, die aus meinen ehemaligen perfoͤnlichen Verhaͤltniſſen zu meinem Herrn Beuttheiler herruͤhren, beantworte ich dieſen Einwurf nicht als naͤchſter Nach⸗ bar von Moeglin, ſondern als Schriftſteller. In der Geſchichte der Wirthſchaft von Moeglin finde ich, daß die Ertraͤge der dortigen Wechſelwirth⸗ ſchaft im Durchſchnitt bedeutend geringer ſind, als die vorſtehend von mir angegebenen. Ich wuͤßte alſo nicht, warum dort die Miſterzeugung groͤßer ſeyn ſollte. Wenn aber wirklich der Zuſtand der Moegliner ſie— benſchlaͤgigen Fruchtwechſelwirthſchaft nach der S. 232 und 233 der Rezenſion enthaltenen Angabe, ſo iſt,„daß ſie das Erſtaunen aller, die auf den natuͤrlichen Boden Ruͤckſicht nehmen, erregt“, wie laſſen ſich denn folgende Angaben aus den Schriften des Hrn. St. Th. deuten? In ſeiner Geſchichte der Wirthſchaft zu Moeglin ſagt er ſelbſt S. 12 u. f.„er habe einen Fehler ge⸗ macht, die Hauptſchlaͤge ſo groß, naͤmlich von 90 bis 100 Morgen zu machen. Er wuͤrde beſſer gethan ha⸗ ben, nur 350 Morgen des beſten und nahe gelegenen Landes in die Hauptſchlaͤge zu nehmen.“ Im 1ſten Bande der Moegl. Annalen S. 632 ſagt Herr Profeſſor Koͤrte:„ſein Schwiegervater wolle die Hauptſchlaͤge verkleinern“, und S. 233 der Rezenſion meiner Schrift erwaͤhnt Hr. St. Th. ſelbſt dieſer Abaͤn⸗ derung ſeiner bisherigen Rotation.— Hieraus zu ſchließen ginge ja hervor, daß Hrn. St. Th. eigener Ueberzeugung zu Folge, ſeine ſiebenſchlaͤgige Wirthſchaft in der bisherigen Ausdehnung unhaltbar ſey. — — — — 1— — —— ———— ——— W 4 — 76— Er giebt zwar am zuletzt citirten Orte als Grund dieſer Abaͤnderung an,„er habe ſie blos zum richtigeren Ein⸗ greifen in die andere Rotation und zur zweckmaͤßigeren Organiſation des Ganzen vorgenommen.“ Wie vereint ſich dieſer Grund zu folgenden eigenen Aeußerungen des Hrn. Th.: „Der Anbau von Maͤhefutter giebt weit mehr thie⸗ riſche Nahrung von gleicher Flaͤche, als wenn ſie zur Weide liegt.“ „Hat eine Fruchtwechſelwirthſchaft erſt eine oder gar zwei Rotationen durchgemacht, ſo hat ſie ihre Grund⸗ ſtuͤcke in ſolche Kraft geſetzt, daß ſie ihre ſaͤmmtlichen Erzeugniſſe nicht ferner bedarf, ſondern einen Theil da— von zur Aufhelfung des geringeren Landes hergeben kann.“ S. 232 der Rezenſion ſagt Hr. St. Th.„ſeine ſie⸗ benſchlaͤgige Fruchtwechſelwirthſchaft habe ein doppelt ſo großes Areal von kraft und duͤngerloſem Außenlande all⸗ maͤhlig in Dungkraft ſetzen muͤſſen, und habe dies jetzt keinahe vollfuͤhrt. Dazu habe ſie freilich 7 bis 800 Ctn. Wieſenheu vom Bruchvorwerke jaͤhrlich in Anſpruch neh⸗ men muͤſſen. Aber mit dieſem Heu und dem wenigen von jenem Außenlande gewonnenen Stroh waͤre es un⸗ moͤglich geweſen, die Duͤngung nur zur Haͤlfte zu be⸗ ſchaffen, die es erhalten hat; mithin mußte ſie wohl von dem genommen werden, was die erſten Schlaͤge produ⸗ zirten.“ Iſt dem alſo, wie will Hr. St. Th. es rechtferti⸗ gen, daß er eine Wirthſchaft zum Theil wieder aufgiebt, die ſolche Reſultate ergeben hat? Warum will er nun, nachdem die ſiebenſchlaͤgige Wirthſchaft zwei Rotatio⸗ nen durchgemacht hat, dieſe Wirthſchaft einſchraͤn⸗ ken und mit einem Theile des ihr gewidmeten Areals in und öiſer geren ein maͤßigern meigenen hr thie⸗ ſie zur de Grund, mtlichen heil da⸗ ergeben de ſie⸗ d ſ de all e jetzt 0Cmn. h neh⸗ enigen 5 An⸗ K⸗ von rodu⸗ fferti ilt nun, tio⸗ raͤn⸗ 5 in — 77— eine andere uͤbergehen, die weniger Stroh und Koͤr⸗ ner, weniger Maͤhefutter und gar keine Hackfruͤchte produzirt? Unmoͤglich kann dies zum beſſeren Eingreifen in die andere Rotation und zur beſſeren Organiſation des Ganzen fuͤhren. Eine Stallfutterungs⸗Wirthſchaft theilweiſe aufge⸗ ben, weil man ſich uͤberzeugt, ſie ſey nicht ausfuͤhrbar, kann rathſam ſeyn, aber nie wird es vortheilhaft ſeyn, ſolchen Boden, der Mahefutter in genuͤglicher Menge traͤgt, durch Beweidung zu nuͤtzen. Noch weniger kann hier in Moeglin durch die Verkleinerung der Stallfut⸗ terungsſchlaͤge die andere Rotation gewinnen, ſie muß vielmehr verlieren, weil die Flaͤche, die ihr zur Aufhuͤlfe dienen ſoll, und nach Hrn. St. Th. Verſicherung bis dahin dazu gedient hat, geringer wird. Ich fuͤrchte nicht, daß man die Vergroͤßerung der Weidewirthſchaft mit der vorzuͤglichen Schaͤferei⸗Nutzung in Moeglin wird rechtfertigen wollen. Beſitze ich ein⸗ mal Boden, der Maͤhefutter mit Sicherheit traͤgt, ſo nuͤtze ich ihn nicht durch Weide, ſelbſt wenn die Wolle 60 Thlr. der Stein gilt, ſondern ich halte auch die Schafe im Stalle. Daß dies keine unausfuͤhrbare Idee ſey, iſt nun, vorzuͤglich durch das Beiſpiel des Hrn. O. Block zu Schierau, außer allen Zweifel geſetzt. Hr. St. Th. ſchließt die Stelle ſeiner Rezenſion, wo er die Veraͤnderung der Rotation erwaͤhnt, mit fol⸗ genden Worten: „Aber ich bin nicht gewillet, um eine ſchon ausge⸗ machte Sache zu beweiſen, einen hoͤhern Ertrag von 5000 bis 6000 Schffl. jaͤhrlich aufzuopfern.“ Hier frage ich, und vielleicht die meiſten Leſer der Rezenſion mit mir: was heißt das? Es ſcheint ſich dieſer Schluß darauf zu beziehen, ——— —*— —— — — = 78— daß einige Hrn. St. Th. deshalb getadelt haben ſollen, daß er die urſpruͤngliche ſiebenſchlaͤgige Fruchtwechſel⸗ wirthſchaft abgeaͤndert habe und ſie nicht experimentaliſch fortfetze. Wozu experimentaliſch treiben, was hoͤchſt vortheil⸗ haft iſt? Aber wozu in einer Rotation Abaͤnderungen machen, welche in ſich beſtehen kann, und welche ſo ſehr guͤnſtige Reſultate gewaͤhrt hat? Wie kann die Einſchraͤnkung einer Stallfutterungs⸗ Wirthſchaft und dagegen Vergroͤßerung der Weidewirth⸗ ſchaft einen Unterſchted im Ertrage von 5 bis 6000 Schffl. veranlaſſen? und obenein in einer Wirthſchaft, deren Hauptſchlaͤge nach einem achtjaͤhrigen Durchſchnitt nur einen Ertrag von 2325 Thlr. gegeben haben?— Dieſe Widerſpruͤche weiß ich mir nicht anders zu erklaͤren, als daß hier ein Druckfehler obwaltet. Nach dem Vorſtehenden kann mir durchaus nicht einleuchten, warum es rathſam war, die bisherige Frucht folge in Moeglin abzuaͤndern. Denn iſt nur der Umſtand richtig, daß die erſte Ro⸗ tation ſo viel Duͤngungs⸗Material traͤgt, um damit zu beduͤngen, ſo iſt ſie der Ausdehnung einer Schafedas Wirthſchaft, zumal in Verbindung mit einer Weide⸗ wirthſchaft, wie ſie in Moeglin laͤngſt beſtand, keines⸗ weges entgegen. Man hat vielmehr durch die beiden Kleeſchlaͤge auch in Anſehung der Weide die ſchoͤnſte Ge⸗ legenheit, der Schaͤferei ſelbſt im Sommer zu Huͤlfe zu kommen. Es iſt gar nicht noͤthig, daß jede Rotation den Miſt erhalte, der von ihren eigenen Produkten ge⸗ wonnen wird. Wenn der Miſt nur wirklich vorhanden iſt, um die Felder planmaͤßig auszuduͤngen. Die Be— rechnung, woher das Material dazu gekommen iſt, laͤßt ſich aus den Ernte⸗ und Dreeſch⸗ Regiſtern leicht machen. en ſlen, uühtnehſg üinenniſc t vorthei⸗ nderungen e ſo ſehr tterungs⸗ edewirthe 00 Schffl ſt, deren nitt nur — Dieſe ten, als as dict e Frucht eſte Ro damit zu ſchaͤfereit Neide⸗ feines; beiden ſte Ge⸗ dlſe zu otation hen ge⸗ janden ee Be⸗ , laßt nachen. In hieſiger Wirthſchaft beſtehen uͤberhaupt fuͤnf verſchie⸗ dene Rotationen. Ich finde nicht, daß es großen Schwierigkeiten unterworfen iſt, den Ertrag ſowohl im Gelde, als den Naturalien nach, fuͤr jede beſonders zu berechnen und auszumitteln. Im Fall Hr. St. Th. meine hieſigen Erfahrungen uͤber den Erfolg der Fruchtwechſelwirthſchaft hinſicht lich der Duͤnger⸗Produktion nicht gelten laſſen wollte, ſo wird er vielleicht geneigter ſeyn, die Reſultate der drei⸗ jaͤhrigen Bewirthſchaftung des unter ſeiner Oberaufficht ſtehenden Stammſchaͤferei⸗Gutes Frankenfelde, als Be⸗ weis fuͤr meine Behauptung anzuſehen. Da dieſes Gut vom Staate neben ſeinem Hauptzwecke auch zur Foͤrde⸗ rung der Landwirthſchaft uͤberhaupt beſtimmt iſt, ſo wird es mir hoffentlich erlaubt ſeyn, die allgemein in düe Au⸗ gen fallenden Wirthſchafts⸗Verhaͤltniſſe deſſelben hier oͤf⸗ fentlich zur Sprache zu bringen. Bei Privatbeſitzungen verbieten in der Regel perſoͤnliche Ruͤckſichten uͤber ihre Bewirthſchaftung in Schriften etwas zu ſagen. Fuͤr den geehrten Leſer bemerke ich, daß das(Gut Frankenfelde in ſeinen Binnenſchlaͤgen 1310, und in ſei⸗ nen Außenſchlaͤgen 425 Morgen hat. Es gehoͤrt au ßer— dem das Bruchvorwerk Cavelswerder dazu mit 371 Morgen. Von der natuͤrlichen Beſchaffenheit des Bodens auf dem Gute Frankenfelde wird man ſich am beſten eiinen richtigen Begriff machen koͤnnen, wenn ich hier die Grundlage einer Taxe dieſes Gutes aus dem Jahre 1771, mithin vor der Verbeſſerung durch Hrn. Geh., R. v. Wolff, angebe. Bei jener Taxe nahm man an 1. im Winterfelde a) 3 Wſp. Weizenausſaat zum 6ten Korn b) 8 Wſp. Roggenausſaat zum 6ten Korn . 3— —— 1 1 1 —— ——— 9 ————— 1— — 380— ) 6 Wſp. Roggenausſaat zu 4½ Korn d) 3 Wſp. Roggenausſaat zum 3ten Korn. 2. im Sommerfelde 9 Wſp. 8 Schffl. Gerſtenausſaat 6— 13— Haferausſaat — 4— Buchweizenausſaat. 3. in der Brache 3 Wſp. Erbſenausſaat. Der Boden dieſes Gutes gehoͤrt alſo, wie ſich hier⸗ aus ergiebt, zu dem beſſern. Bald nach Aufnahme der erwaͤhnten Taxe iſt das Gut Frankenfelde von dem ſeel. Geh. R. v. Wolff erkauft, und, wie dem groͤßten Theile meiner Leſer bekannt iſt, im Jahre 1782 in eine zehn⸗ ſchlaͤgige Koppelwirthſchaft umgelegt worden. Dieſer ein⸗ ſichtsvolle und thaͤtige Landwirth hat eine lange Zeit durch dieſes Gut hoͤchſt verbeſſernd bewirthſchaften laſ⸗ ſen. Er begnuͤgte ſich nicht damit, den groͤßten Theil des auf dem Bruchvorwerke Cavelswerder gewonnenen Futters auf die Hoͤhe zu nehmen, ſondern er kaufte in den erſten Jahren der Koppelwirthſchaft noch Heu und Stroh an. Nach ſeinem Tode haben die Erben die von ihm eingerichtete Wirthſchaft mit kleinen Abaͤnderungen bei⸗ behalten, und das Gut ging im Jahre 1816 in einem ſolchen Kraftzuſtande an den Staat zur Anlegung einer Stammſchaͤferei uͤber, als ſich von dem ſchonenden zehn⸗ und eilfſchlaͤgigen Koppelwirthſchafts⸗Syſteme unter Bei⸗ huͤlfe eines ſo bedeutenden Bruchgutes erwarten laͤßt. Herr St. Th. giebt in ſeinen Moeglinſchen Anna⸗ len die Fruchtfolge dieſes Gutes, wie es uͤbergeben wur⸗ de, ſo an: a) Dreeſchbrache; b) Winterung; c) Kar⸗ nach 4 deg, henſchl Angefs deſe, 6 weil d bedarf, den de D mirt n ſehnlich — 31— orn.*) Kartoffeln und Kohlruͤben geduͤngt; d) Gerſte; e) Brache, geduͤngt; f) Winterung; g) Erbſen; h) Hafer mit untergeſaͤetem rothen und weißen Klee; ſch hier 1) zum Maͤhen; fahwe der 4) 1) Weide.. n den ſeß Nach der jetzt abgeaͤnderten Fruchtfolge ſoll das Gut ſten Thel nach den Annalen ſo bewirthſchaftet werden: ent zehn a) Dreeſchhafer; Dieſer ein⸗ b) Brache geduͤngt; unge zeit c) Winterung; niten lf d) Kartoffeln, Ruͤben und Huͤlſenfruͤchte, wieder ten Vheil gedünt 4 kurdine e) Gerſte mit untergeſaͤetem rothen Klee; tunf⸗ in 1) Hlses b Sel und 8) Klee oder Futtergemenge; 5 h) Winterung mit weißem Klee; ¹) k) 1) Weide. evon ißm Denkt man ſich von dieſer Fruchtfolge b, 1, k, 1, weg, ſo haben wir eine Wirthſchaft, die darin der ſie⸗ benſchlaͤgigen Fruchtwechſelwirthſchaft aͤhnlich iſt, daß ſie moen lbei⸗ in einem ans einer ungefaͤhr auf gleicher Flaͤche Futtergewaͤchſe anbauet, wie den 1 dieſe, und daß ſie ebenfalls zwei Schlaͤge zu duͤngen hat. uye di Die eilfſchlaͤgige kann das ohne Zweifel leichter, n lͤ weil das Land wegen der Weidejahre weniger Duͤngung hen Anna bedarf, und weil der Weidemiſt ihr zu Huͤlfe kommt, hen wur⸗ den die ſiebenſchlaͤgige entbehrt. Die eilfſchlaͤgige Wirthſchaft zu Frankenfelde konſu— mirt nun aber außerdem noch das Futter von einem an— ſehnlichen Bruchgute; es iſt waͤhrend der Koͤnigl. Admi⸗ *) Ku 16]1 — 4 — 82— niſtration noch Heu fuͤr die Schaͤferei außerdem ange⸗ kauft worden; auch ein großer Theil des erbaueten Ge— treides iſt mit den Schafen verfuͤttert worden; und das Stroh von 425 Morgen Außenland, die nicht Duͤn⸗ ger erhalten. Aller dieſer Umſtaͤnde ungeachtet iſt der Miſt in den drei Jahren bei der jetzigen Admini⸗ ſtration nicht hinreichend geweſen, um 2 Schlaͤge oder †r auszuduͤngen!! Man ſage nicht, daß die jetzige Wirthſchaft noch in der Einrichtung ſey. Aus der Vergleichung beider Frucht⸗ folgen ergiebt ſich deutlich, daß die Abaͤnderung ganz unbedeutend iſt. Man muß wohl annehmen, daß das Gut Frankenfelde im Jahre 1816 bereits in einem ſo verbeſſerten Zuſtande war, als man Ackerboden der Art durch Duͤngung, die er ſelbſt produzirt, verbeſſern kann. Iſt man freilich mit dieſer vierzigjaͤhrigen Verbeſſerung noch nicht zufrieden— nun ſo verbeſſere man in alle Ewigkeit fort. Dem landwirthſchaftlichen Publikum muß ich e uͤberlaſſen, ob es mich nunmehro von den mir ange⸗ ſchuldigten unwahren Behauptungen frei ſprechen will. Daß ich meine innere Ueberzeugung ausgeſprochen und daß ich nicht aus Neigung zu widerſprechen, dieſe Ange⸗ legenheit zur oͤffentlichen Discuſſion gebracht habe, wer⸗ den dieſe Blaͤtter bethaͤtigen. Obgleich Hr. St. Th. ſeine Rezenſion ſo gelehrt anfaͤngt, ſo endigt er ſie zuletzt ziemlich empiriſch. In der Gelehrſamkeit bleibt er mir ein unerreichbares Ideal, allein den empiriſchen Beweis, daß ſeine ſiebenſchlaͤgige Fruchtwechſelwirthſchaft in Moeglin Wunder gethan ha⸗ be, wird mir erlaubt ſeyn auf alle Weiſe zu beleuchten, da er ihn mir zunaͤchſt entgegen geſtellt hat. Er giebt naͤmlich S. 233 ſeinen jetzigen Viehſtand — 383— nn ahge an, um daraus zu beweiſen, in welchem Zuſtande ſich in Ge das Gut befinde. Er ſagt:„es werden 60 Stuͤck ſchwe⸗ da. unh de res Rindvieh und 900 reine, hochedle Merinos—(ob k nicht Di mit Laͤmmern, oder ohne dieſelben, iſt nicht geſagt) nebſt eacher ſtd Pferden gehalten.“ igen Admin Im 1ſten Bande der Annalen des Ackerbaues giebt Schlaͤge oe Herr St. Thaer den Viehſtand des Gutes, als er es kanufte, auf chaft noch i 64 bis 68 St. Rindvieh und doder dracht⸗ 350 St. Schafe im Winter derung gac an. Damals hatte das Gut nach den dortigen Anga⸗ nen, daß das ben ohne Koͤnigshof 1080 Morgen. Seitdem hat es in einem ſe von hier uͤber 600 Morgen acquirirt. Fuͤr dieſe Ver⸗ den der Ar mehrung des Areals finde ich die Vermehrung des Vieh⸗ ſeſeern kann. ſtandes ganz in der Ordnung. Detbeſſerrng Das ſchlechteſte der zu der hieſigen Adminiſtration wan in alle gehoͤrenden Guͤter, Steinbeck, hat in neun Schlaͤgen 810 Morgen und außerdem noch gegen 400 Morgen Land, muß ich es welches kaum kulturfaͤhig iſt. Wenigſtens kann ich ver⸗ n wie ange⸗ ſichern, daß diejenigen 600 Morgen, welche Moeglin von prechen wil. der hieſigen Feldmark in Erbpacht uͤbernommen hat, im pprochen nd Durchſchnitt anſehnlich beſſer ſind, als jene 400 Morgen. dieſe Ang⸗ Das Gut Steinbeck war bis zum Jahre 1814 we⸗ Hahe, wer⸗ nigſtens 30 Jahre lang ununterbrochen verpachtet gewe— ſen und hatte waͤhrend dieſer Zeit mit keinem Wieſen⸗ ſo glehrt grundſtuͤcke in Verbindung geſtanden, was ſonſt faſt mit piriſc. In den meiſten Guͤtern in der Naͤhe des Oderbruches der önues Jdenl Fall iſt. Auch Moeglin iſt, wie bekannt, ſchon ſeit lan⸗ baſchlägin ger Zeit immer in Verbindung mit dem Bruchvorwerke gehan h Koͤnigshof bewirthſchaftet worden. beleuchen Steinbeck lag bis zum Jahre 1808 in Gemenge mit den Unterthanenfeldern. Kurz vorher war es von 1 Viehte dem jetzigen Herrn Beſitzer erkauft und in Anſehung 4 ſ 4 4 —— 3 1 1 — 34— der Gebaͤude in ſo ſchlechtem Zuſtande uͤbernommen wor⸗ den, als ſich nur denken laͤßt. Die Verpachtung des Gutes war Urſache, daß bis zur Aufloͤſung des Pacht⸗ verhaltniſſes jede Verbeſſerung ausgeſetzt werden mußte. Im Jahre 1814 fand ſich die Feldmark alſo noch mit den bekannten Steinruͤcken(in der hieſigen Provinz Scheidlinge genannt) welche an den ſchmalen Untertha— nenſtuͤcken hinliefen und welche mit Dornen und ande⸗ rem Geſtraͤuch bewachſen waren. Auf den ehemaligen Gutsbreiten waren die Steine auf runde Haufen zu— ſammen gefahren, um welche herum ebenfalls Geſtraͤuch gewachſen war. Zum Ueberfluß war die Ackerkrume noch ſo mit großen und kleinen Steinen verunreinigt, daß eine gleichmaͤßige Ackerung gar nicht ausgefuͤhrt werden konnte. Der Boden iſt uͤbrigens ſeinen Beſtandtheilen nach ſchlechter wie der Moegliner und von geringerem Thon⸗ gehalt. Wegen der lang anhaltenden aͤrmlichen Be⸗ wirthſchaftung war er aber auch noch in weit ſchlechte— rem Duͤngungs⸗Zuſtande, als Moeglin zur Zeit des letz⸗ ten Verkaufs ſeyn mußte. Von den jetzt in neun Schlaͤ— gen liegenden 810 Morgen war nur der dritte Theil al⸗ tes Duͤngerland und ungefaͤhr eben ſo viel war ſo weit von Steinen gereinigt, daß ein Queerpfluͤgen ſtatt finden konnte. Mit dieſem ungleichartigen Lande wurde im ge⸗ nannten Jahre eine neunſchlaͤgige Wirthſchaft eingeleitet, faſt ganz ſo, wie ich S. 97 ein Beiſpiel angegeben habe, naͤmlich: 1. a)* zu Kartoffeln ſtark geduͤngt b) ſchwach zu Roggen geduͤngt und gut ge⸗ hordet. erbau ſeine ardf der ſeren Heu nach — 85— unnn uur 2. a) Gerſte miuade b) Roggen. 3 des Pact⸗ r den ns V— 1 mit weißem Klee. taſo ach 4. Weide, auf dem alten Duͤngerlande Saa⸗ en Provinz menklee. Untettſa 5. 6. Weide. und ande⸗ 7. Dreeſchbrache. hemaligen 8. Roggen. Rufen zu=) 9. Hafer und Buchweizen. Geſrauc 240 Morgen Land bei einem entfernt vom Gute Acerkrume erbaueten Hammelſtalle liegen in 8 Schlaͤgen: runteinigt, V 1. geduͤngt und gehordet; ausgefuͤhrt 2. Roggen; . 3. Hafer und Buchweizen auch Sommerroggen; ulen nach 4. 5. 6. Weide. tem Vhon⸗ 7. Dreeſchbrache. lichen Be⸗ 8. Roggen. (t ſchlechte; 160 Morgen ganz ſchlechtes Land werden in jedem t des let⸗ vierten oder fuͤnften Jahre mit Roggen beſaͤet. un Schli Jetzt, dem Schluſſe des fuͤnften Uebergangsjahres Theil al⸗ nahe, beſteht der Viehſtand in Steinbeck t ſo weit aaus 25 bis 30 Stuͤck Rindvieh it finen und 1120 Stuͤck Schafen inel. der Laͤmmer. Eingewintert wurden 880 Stuͤck, zwar nicht hoch⸗ in ge feine Merinos, aber hochveredelte Metis, und wurde der ngeleitg, groͤßte Theil der Wolle im Jahre 1818 mit 30 Thlr. ben hahe, der Stein bezahlt. Zur Durchwinterung dieſes Viehſtandes iſt von un⸗ ſeren Bruchgrundſtuͤcken ungefaͤhr eine gleiche Quantitaͤt gut ge⸗ Heu nach Steinbeck gegeben worden, als Hr. St. Th. nach ſeinen Angaben von Koͤnigshof nach Moeglin nimmt. Das Hauptfutter iſt das Sommerkornſtroh, in Verbindung mit den Kartoffeln. Fuͤnf Kuͤ he⸗ welche den Bedarf der Wirthſchaft an Milch und Butter decken, ſtehen auch im Sommer im Stalle, und erhalten ihr Futter groͤßtentheils aus einem großen Garten. Die Ochſen beweiden im Vorſommer den neuen Kleeſchlag, weil ich es fuͤr zutraͤglich halte, die Schafe erſt zur Weide zuzulaſſen, wenn der Klee ſich ſchon ausgebreitet hat. Das Neſultat dieſer Wirthſchaft iſt, daß ſie in die⸗ ſem Jahre einen Ueberſchuß gewaͤhren wird, welcher die ehemalige Pachtſumme anſehnlich uͤberſteigt. Und wel⸗ chen Auſwand hat ſie erfordert, um zu dieſem Refultate zu gelangen? An Heu iſt niemals mehr angekauft worden, als zur wirthſchaftlichen Durchwinterung der echefenti er⸗ fordert wurde. Stroh zur Viehnahrung oder zum Miſt⸗ machen iſt ebenfalls nicht von andern Guͤtern hingege— ben worden, wohl aber anſehnliche Parthien Dachſtroh, um alle Wirthſchaftsgebaͤude neu zu decken, oder die Daͤcher zu repariren. Im Decbr. 1816 brannte auf dieſem Gute eine gefuͤllte Scheune, faſt mit der ganzen Sommerungsernte ab, wodurch an Stroh und Korn die Wirthſchaft einen Verluſt von mehr als 2000 Thlr. erlitt. Im Jahre 1817 wurde eine neue Kunſtſtraße auf die ganze Laͤnge eines friſch geduͤngten Schlages angelegt. Dafuͤr iſt bloß von außerhalb etwas durch Kiehnna⸗ deln und Moos zur Vermehrung der Duͤngermaſſe ge⸗ kommen, und man kann daher ſagen, daß bei ſo einem Ungluͤcksfalle dieſe Wirthſchaft ſich ganz aus eigenen Kraͤften entwickelt habe, weil die angefahrnen Kiehnna⸗ deln noch nicht ſo viel betragen, als das Feuer zerſtoͤrt ſel 34 deckt Jahre Wirt Bau ſe h Stein ein O Hobh den; Met oben Beſt weht des vod den ren denſenh, tn itthſch an Sommer in Baus einen Vorſommer glich halte, der Kle⸗ ſe in dies welcher die Und wel n Neſultat⸗ rden, als aferei er⸗ zum Miſt⸗ en hingeger Dachſiroh, oder die Gute eine rungsernte oft einen a Jahre nde Vnge Kiehuna ermaſe ge⸗ iſo einem s eigenen Kiehnnas r zerſtüe — 87— hat, oder als zur Anlage der Straße mit Steinen be⸗ deckt worden iſt. Die Wirthſchaftskaſſe hat waͤhrend der erſten vier Jahre ſehr bedeutende Baureparaturen beſtritten. Die Wirthſchaft hat die Fuhren zu einem neuen maſſiven Bau geleiſtet, der durch den Brand veranlaßt wurde; ſie hat nunmehro die neun Binnenſchlaͤge ſo weit von Steinen und Geſtraͤuch gereiniget, daß auf ihnen uͤberall ein Queerpfluͤgen ſtatt finden kann; es ſind ſtatt der Holzzaͤune um die Gaͤrten Steinmauern aufgefuͤhrt wor— den; eine gewoͤhnliche Schaͤferei iſt durch Einſchuß von Metisſchafen aus andern herrſchaftlichen Schaͤfereien zu oben angegebenem Grade der Veredelung gebracht;*) der Beſtand der Schafe hat ſich beinahe um 200 Stuͤck ver— mehrt; die Wirthſchaft hat den erwaͤhnten Ungluͤcksfall des Feuers tragen muͤſſen, ſie hat das benoͤthigte Brenn⸗ und Nutzholz an die Forſtkaſſe bezahlt— und ſie hat dennoch in den erſten vier Uebergangsjahren einen baa⸗ ren Ueberſchuß abgeliefert. Daß der Ertrag dieſer Wirthſchaft an Korn weit bedeutender ſeyn muͤſſe, wenn die durchaus gedungten Schlaͤge erſt die projectirte Weidezeit gelegen haben, und dann zum Korntragen kommen, iſt wohl keinem Zweifel unterworfen. Allein dieſer Mehrertrag an Korn wird nie ſo viel betragen, als der Vortheil des Kartoffelbaues und der Umſtand, daß auf das fuͤr dieſen Boden paſ⸗ ſende Nutzvieh, die Schafe, die gehoͤrige Sorgfalt durch Beſchaffung einer guten Sommerweide gewendet wird. — 8 *) Ich darf wohl nicht erſt bemerken, daß die Steinbecker⸗ Wirthſchaft die zur ſchnellern Veredelung erhaltenen feinen Mutterſchafe nach dem Werthe habe bezahlen muͤſſen, weil ſich das von ſelbſt verſteht. — — —— ———— — —— 2 K — 8 8— Kartoffelbau und Schafzucht ſind hier die beiden Quellen des reinen Ueberſchuſſes, nicht das Wirthſchafts⸗ Syſtem allein. Auf 50 Morgen mit Kartoffeln bebauet, koͤnnen im Durchſchnitt der Jahre ſelbſt hier 150 Wſpl. Kartoffeln gewonnen werden. Wird die Haͤlfte davon an die Schaͤferei gewendet, ſo iſt dann nur eine unbe⸗ deutende Ausgabe fuͤr Heu zu machen. Sie wird nicht mehr betragen als die Einnahme fuͤr verkaufte Schafe und Hammel. Der Erloͤs fuͤr Wolle bezahlt alſo die Sommerweide, die Kartoffeln und die Schaͤfer. Das Stroh geht auf den Miſt. Bei dieſer Wirthſchafts⸗Organiſation kann ſich ſogar eine gewoͤhnliche Landſchaͤferei halten. Je edler, alſo auch theurer, die Wolle iſt, um ſo beſſer werden ſich die Weideſchlaͤge bezahlt machen. Nun denke man ſich aber, daß auf dieſem Gute eine Kolkerei⸗Wirthſchaft eingerichtet und nur 40 Kuͤhe ge⸗ halten wuͤrden. Eine groͤßere Anzahl wuͤrde auf den Kleeſchlaͤgen neben den Zugochſen nicht Weide finden und zwar hoͤchſtens bis Ende Auguſts. Dann tritt auf die— ſem Boden in der Regel die eiſerne Nothwendigkeit ein, das Rindvieh auf den Stall zu nehmen. Welch eine Maſſe von Futter iſt erforderlich, um dieſe Kuͤhe vom 13ten September bis den 1ſten Junius im Stalle nutzbar zu erhalten!!—— Wer die Schule der landwirthſchaftlichen Erfahrung paſſirt iſt, und wer rechnen kann, wird nicht darauf verfallen, bei einer Lo⸗ kalitaͤt, als das Gut Steinbeck darbietet, die Verbeſſe⸗ rung der Grundſtuͤcke durch Rindviehhaltung anzufangen. Kann der Erfolg die Zweckmaͤßigkeit eines Wirth⸗ ſchafts⸗Syſtemes beweiſen; ſo iſt er hier bei Steinbeck in der kurzen Zeit, als die jetzige Fruchtfolge exiſtirt, durch die angezeigten Verhaͤltniſſe größer, als bei der Noegli Eteint Schafe Quant wird, thierif von 30 in Mo ſtand mit K groͤßer ſen, t beck auch ſieben erreic „Ner J., ſaß v wort! mals, ſo hoe rathen ſtreben es mit Swecke 89 die biiden Moegliner Wirthſchaft. Der Schafviehbeſtand iſt in Viiſßs Steinbeck ſtaͤrker, und zugegeben, daß die Moͤgliner eln bebane, Schafe etwas wollreicher ſind, ſo wird doch ungefaͤhr die 150 V. Quantitaͤt Wolle, welche von beiden Guͤtern produzirt älfte dauon V wird, gleich ſeyn. eine unbe— Die Moegliner Wirthſchaft erzeugt alſo nur ſo viel wird nihct thieriſche Produkte mehr, als der groͤßere Rindviehſtand te Schafe von 30 bis 35 Stuͤck begruͤndet. Da nun der Beoden alſo die in Moeglin von Natur beſſer iſt; da der Duͤngungs⸗ fer. Das ſtand von jeher beſſer ſeyn mußte, wegen der Verbindung mit Koͤnigshof; ſo finde ich dieſen Viehſtand fuͤr eine ſch ſogn groͤßere Flaͤche von 450 Morgen Ackerland und die Wie— ſen, welche auf der Moegliner Feldmark ſind, mit Stein— f, um ſ beck verglichen, nur ganz in der Regel, und will mir nachen. auch durch dieſen Beweis noch nicht einleuchten, daß die Gute eine ſiebenſchlaͤgige Wirthſchaft ſo große Wunder gethan habe. Küͤhe ge⸗ bu n Ich wuͤnſche, daß vorſtehende Blaͤtter ihren Zweck auf de erreichen, Mißverſtaͤndniſſe, welche vielleicht durch meine „Reviſion“ entſtehen koͤnnten, zu beſeitigen. Hr. St. Th., welcher durch ſeine Rezenſion gegenwaͤrtigen Auf⸗ ſatz veranlaßt hat, wird die Nothwendigkeit einer Ant⸗ igkeit ein, lic, Ai wort von meiner Seite einſehen. Ich wiederhole noch— Junius mals, daß es mir ſehr leid thut, gerade mit dieſem von mir eSchule ſo hochverehrten Manne in einen oͤffentlichen Streit ge⸗ und wer rathen zu ſeyn, bin aber uͤberzeugt, Er werde mein Be⸗ einer be ſtreben, die Ackerbaukunde zu erweitern, anerkennen und Vuliſte es mir vergeben, wenn ich zur Erreichung eines gleichen Piunr Zweckes andere Mittel vorſchlage, als Er angegeben hat. „Mirth. Steinbeck exiſirt bei de 4 3 E 7 ——-— 4 ₰ ——